Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. haldmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. balbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dal. verhindert wird. können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer mittwochs und samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Donnerstag, 30. Sept. 1937 K 44. Jahrgang Nummer 229 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil. Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf. Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 5 Pf., kleine Anzeigen(nicht geschäftlicher Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender Im Tertteil 10 Pf., Auskunft= und Zifsergebühren 25 Pf. Zur. Zeit ist Preisliste Nr. 9 gültig.„Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich ausgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551— 54 Mullolini verließ Mittwvoch um 15.51 Uhr Berlin FUThantencheritenrsVrreuutecuess K Chraug der Kriegsgesaltenen— Heezucher Geschiee Berlin, 29. September. Der Besuch des italienischen Regierungschefs Benito Mussolini im nationalsozialistischen Deutschland ist heute zu Ende gegangen. Tage von wahrhaft weltgeschichtlicher Bedeutung sind damit vorüber. Der Duce des faschistischen Italiens trat heute um 15.51 Uhr im Sonderzug vom Lehrter Bahnhof die Rückfahrt nach Rom an. Er wird vom Stellvertreter des Führers auf der Fahrt bis an die Grenze begleitet. Der letzte Tag des Staatsbesuches stand im Zeichen der großen Parade der deutschen Wehrmacht an der Technischen Hochschule. Schon im Morgengrauen sind auf dem abgesperrten Ostteil der Via triumphalis zwischen Schloß und Brandenburger Tor in langen Kolonnen die Einheiten der Wehrmacht zu Fuß und zu Pferde und nicht zuletzt die motorisierten Teile zur Paradeaufstellung angetreten. Auch die Berliner Bevölkerung zieht in hellen Scharen seit dem frühen Morgen zur Feststraße, vor allem in die Nähe der Technischen Hochschule. Mussolini ließ sich am Mittwoch früh im Reichspräsidentenhause die Kinder des Berliner Gauleiters Reichsminister Dr. Goebbels vorstellen. Die Kinder riefen das helle Entzücken der Umgebung des Duce hervor. Sie überreichten dem Duce Blumen. Der Duce unterhielt sich einige Zeit mit den Kindern, D eyflichtungen des Eacesy liegt Sonne über dem eindrucksvollen Bild. Schnurgerade ausgerichtet stehen von den Linden an die Charlottenburger Chaussee herunter die annähernd 14 000 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften und die fast 1000 an der Parade teilnehmenden Fahrzeuge. Die Meldung an den Kurz vor der Meldung der zur Parade angetretenen Wehrmachtteile durchfährt der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß die Reihen, die ihn herzlich begrüßen. Quer zu der Mittelalle der Linden, im Zuge der Wilhelmstraße, hat ein Musikzug und eine Kompagnie des Infanterieregiments 23. Aufstellung genommen. Dann brausen Jubelstürme vom Wilhelmplatz hinüber zur Ecke Unter den Linden. Der Führer erscheint. hinter ihm Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg und die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtteile, Generaloberst von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und Generaloberst Göring. Der Führer verläßt den Wagen. Der Kommandant des 3. Armeekorps, Genetral der Infanterie von Witzleben, tritt vor den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht und erstattet die Meldung von der Aufstellung der Parade: „Mein Führer, ich melde zur Parade angetreten: 591 Offiziere, 13.095 Unteroffiziere und Mannschaften, 1894 Pferde, 145 bespannte Fahrzeuge, 613 Kraftfahrzeuge und 144 Krafträder.“ Mussolini und der Führer fahren die Front In den Jubel um den Führer mischt sich die Heil= und Duce=Rufe, die Mussolini ankündigen. An der Ecke Unter den Linden—Wilhelmstraße verläßt er seinen Wagen. Der Führer begrüßt ihn herzlich. Die beiden Staatsmänner besteigen hierauf den ersten Kraftwagen und fahren stehend unter den Klängen des Präsentiermarsches, dem das Deutschlandund Horst=Wessel=Lied folgen, die angetretenen Truppen ab. Hinter ihnen folgen der Reichskriegsminister und die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtteile mit den italienischen Gästen. Der Jubel der Massen begleitet sie auf dem ganzen Wege. bis ihn die Verpflichtungen riefen. des Tagesprogramms abKranzniederlegung am Ehrenmal Um 10.35 Uhr fuhr Mussolini, begleitet von General List und Außenminister Graf Ciano sowie dem Chef des Protokolls Gesandter von Bülow=Schwante, zum Ehrenmal Unter den Linden, um die Gefallenen des Weltkrieges zu ehren. Auf dem Wege zum Ehrenmal wurde der Duce wieder begeistert begrüßt. Wie aus Erz gegossen, standen die beiden Posten auf den Stufen des Ehrenmals während rechts davon am Scharnhorstdenkmal 20 kriegsbeschädigte Männer, zehn Selbstwagenfahrer und zehn Kriegsblinde, Platz gefunden hatten. Sechs Schwarzhemden unter Führung des Landesleiters der Faschistischen Partei in Deutschland, Della Morte, brachten den riesigen Lorbeerkranz des Duce der auf grünweißrotem Band in goldenen Buchstaben die Inschrift trug:,„„Benito Mussolini, Anno XV“, dazu auf jeder Schleife das Liktorenbündel. Das Ehrenbataillon präsentierte. Mussolini schritt, begleitet vom Kommandanten von Berlin, Generalmajor von Seifert, und General List, unter den Klängen der italienischen Nationalhymnen die Front des Ehrenbataillons ab. Dann begab sich der Duce zu den deutschen Kriegsbeschädigten, von denen er jeden einzelnen begrüßte. Während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte, sechs Faschisten und vier deutsche Unteroffiziere den großen Kranz des Duee in das Innere des Ehrenmals trugen und das Ehrenbataillon präsentierte, begab sich Mussolini mit seiner nächsten Begleitung ins Ehrenmal und verweilte dort einige Augenblicke still. Nach Verlassen des Ehrenmals nahm der Duce den Vorbeimarsch des Ehrenbataillons ab und fuhr zu der großen Parade. Die paradefront steht Punkt 11.20 Uhr hört man aus der Richtung Charlottenburger Brücke die ersten Klänge des Parademarsches. Der Führer tritt die zwei Stufen auf das vor ihm errichtete Podium hinauf, rechts neben ihm der italienische Regierungschef Benito Mussolini Rechts von ihnen nimmt der Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall von Blomberg Aufstellung, zur Linken der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, hinter ihnen stehen die Oberbefehlshaber der beiden anderen Wehrmachtteile, Generaloberst Göring und Generaladmiral Dr. h. e. Raeder. Die Parade wird angeführt von dem Kommandierenden General des 3. Armeekorps, General der Infanterie von Witzleben, der mit gezogenem Degen den Truppen voranreitet, gefolgt von seinem Adjutanten und dem Kommandanten von Berlin, Generalmasor Seifert. General von Witzleben meldet dem Führer den Beginn des Vorbeimarsches. Ebenso schwenken während der Vorbeimärsche die Kommandeure der einzelnen Truppenteile aus, um rechts neben dem Podium Aufstellung zu nehmen. Die Spitze des Vorbeimarsches bilden die Fußtruppen des Heeres, zunächst das Wachregiment Berlin unter Oberst von llten. In blendendem Paradeschritt marschiert die Der weite Platz vor der Techr bis auf zwei mächtige goldepe. heilszeschen bes, faschiftische sozialistische hnischen Hochschule ist Symbole mit den Hoheitszeichen des faschistischen Italiens und des nationalsozialistischen Deutschlands und bis auf die Fahnengalerie an der Dachbrüstung der Technischen Hochschule ohne Schmuck geblieben. Genau dem Haupteingang der Hochschule gegenüber ist ein kleines, mit Eichenlaub abgedecktes Podium errichtet, von dem aus Mussolini und der Führer die Parade abnehmen werden. Die Ei=Ahsiregrmannschaften tragen an diesem Ehrentag der Wehrmacht weißes Koppelzeug. Auf den kilometerlangen Tribünenaufbauten beherrscht das Bunt der deutschen und der italienischen Uniformen das Bild. Wieder ist auch das ganze offizielle Deutschland, sind die Spitzen des Staates und der Bewegung, die Missionschefs, der in Berlin beglaubigten, Regierungen mit den Militärattachés als die Ehrengäste dieser großen Tage erschienen; ferner die bohe Generalität und Admiralität Auf der großen Auffahrt zur Technischen Hochschule haben die faschistischen Organisationen, in den ersten Reihen Balilla und Jung=Italienerinnen in ihren schmucken Umhängen, den weißen Blusen und den weißen Tellermützen, einen bevorzugten Platz erhalten. Den Tribünen gegenüber sind hinter den Absperrmannschaften, feste Sperren errichtet, an denen sich wie in allen diesen Tagen eine unübersehbare Menge staut. Die Kriegs= und Arbeitsopfer haben vor den Schranken, genau gegenüber den für die Regierung und die Ehrengäste bestimmten Trihünen, ihren Ehrenplatz. Der Himmel ist leicht bedeckt, ein frischer Nordwest aber verjagt die tiefhängenden Wolken, und meist Truppe auf der leicht mit Sand bestreuten Straße in geschlossenem Regimentsblock in Zugfront vorbei, hinter dem Regimentskommandeur die Bataillonskommandeure mit ihren Adjutanten und in einer Reihe zu Pferde die Kompagniechefs, dann die Spielleute und das Musikkorps, die gegenüber dem Führerpodium nach links ausschwenken. Es kommen die Bataillonsfahnen, geleitet von Fahnenoffizieren, und nun die Blocks der Infanterie. Dem Wachregiment folgt das 1. Bataillon des Infanterie=Lehrregiments, dann das Infanterieregiment 30. Die Fußmannschaften der Maschinengewehrkompagnien tragen das Gewehr ebenfalls mit aufgepflanztem Seitengewehr, straff angezogen am Riemen über der Schulter. Dahinter fahren die Staffeln mit je zwei Maschinengewehren auf den Fahrzeugen, vier Fahrzeuge in straff ausgerichteter Reihe, dann vierspännig, die Begleitzüge und MG.=Kompagnien. Den Abschluß der Infanterieregimenter macht jeweils die Infanterie=Geschüßzkompagnie, die mit ihren Fahrzeugen in zwei Gliedern vorbeizieht. Jetzt geht mit seiner schwarzen Fahne das Pionierbataillon 6 als Abschluß des Fußmarsches des Heeres vorbei. Man muß bei diesem in seiner Sauberkeit und seinem glänzenden Eindruck bestechenden Parademarsch daran denken, daß diese Truppen eben fünf schwere Manöverwochen hinter sich haben, insbesondere zum Schluß die Wehrmachtmanöver. Diese Parade in Berlin vor den beiden Führern ist gleichzeitig die Abschlußparade der Wehrmachtmanöver von Mecklenburg und Pommern. Dementsprechend sind auch Teile der verschiedenen Armeekorps und Divisionen, die an diesen Manövern beteiligt waren, zur rade herbeigezogen worden. In den letzten 14 Tagen haben die Fußtruppen durchschnittliche tägliche Marschleistungen von 40 bis 60 Kilometer vollbringen müssen. Um so mehr Eindruck macht dieses großartige Paradebild. In der nun folgenden Pause vor dem Anreiten der berittenen Truppen haben sich schnell Sprechchöre gebildet, die zum Führer und zum Duce herüberrufen. Beide müssen immer wieder für die stürmischen Huldigungen danken. An der Spitze der im Trab vorbeigehenden berittenen Truppen reitet vor seinem Kavallerieregiment 15 Oberst Graf Rothkirch, ihm folgt das Trompeterkorvs, voran der Kesselpauker. Es ist ein wundervolles Bild, das Trompeterkorps ausschwenken zu sehen. Im Galopp schlägt der Kesselpauker einen großen Bogen hinter dem Trompeterkorps herum, um sich an den rechten Flügel zu setzen. Und nun folgt Schwadron auf Schwadron in elegantem Trabe, wie am Schnürchen ausgerichtet, am Schluß die vier MarStaffeln. Der Kavallerie mit ihrer gelben Standarte folgen die roten Standarten der Artillerie, und zwar das Artillerieregiment 18, das Artillerieregiment 6 und die 1. Abteilung des Artillerieregiments 54, jeweils drei Geschütze nebeneinander. In mehreren Gliedern rücken die berittenen Mannschaften an, dann die schweren Batterien mit ihren besonderen Lafettenund Rohrwagen. Jetzt dröhnen die Motoren. Motorisierte Artillerie, und zwar die 3. Abteilung des Artillerie=Lehrregiments, fährt, gefolgt von der Nachrichtenabteilung, wieder mit jeweils drei Geschützen bzw. Lafettenwagen nebeneinander, im Trabtempo vorbei. Während die Artilleriekapelle eben im Trab davonreitet, tönt bereits von der Charlottenburger Brücke her immer lauter werdendes Händeklatschen. Es ist ein Sonderapplaus für die Vertretung der Kriegsmarine bei dieser Parade. Als die 2. Marine=Unteroffizier=Lehrabteilung mit ihrer blauweiß leuchtenden Fahne anrückt und die Spielleute einsetzen, tritt Generaladmiral Raeder an Stelle von Generaloberst Freiherr von Fritsch neben den Führer. In der leuchtenden Sonne bieten die blauen Jungs mit ihren weißen Blusen und Mützen und in langen, in die hohen Stiefelschäfte mit weitem Ueberhang hineingesteckten Hosen ein unerhört farbenfreudiges Bild. Wieder wechselt der Oberbefehlshaber zur linken Seite des Führers. Generaloberst Göring meldet als Oberbefehlshaber der Luftwaffe den Vorbeimarsch der ihm unterstehenden Wehrmachtteile. Den Vorbeimarsch der Luftwaffe eröffnet der Höhere Kommandeur der Flakartillerie 2, Generalmajor Weise, dem in ihren blaugrauen Blocks die Kolonnen des Luftwaffenregiments zu Fuß folgen. Daran schließen sich die motorisierten Teile, voran die 1. schwere Abteilung des Flak=Lehrregiments, dann die 1. schwere Abteilung des Flakregiments 22 und die 2. leichte Abteilung des Flakregiments 22. Hinter den Lafetten= und Rohrwagen sieht man die gewaltigen Scheinwerfer und die Richtungshörer ferner die schweren 8,8=Zentimeter=Geschütze und die kleinen elegant wirkenden 3,7=Zentimeter=Geschütze. Wieder tritt Generaloberst Freiherr von Fritsch ben den Führer. Den Abschluß des ganzen Vorbeiarsches bilden Die letzten Minuten des Duce in Der Führer und der Duce auf dem Lehrter Bohnhof neben marsches die Panzertruppen des Heeres. Sie werden geführt von Generalmajor Guderian, dem Kommandeur der 3. Panzerdivision. Es rasselt und rauscht über das Straßenpflaster: In, Reihen zu dritt kommen zunächst die leichten Panzerkampfwagen des Panzerregiments 4. Man sieht die Führer in ihrer schmucken schwarzen Uniform mit dem Oberkörper aus ihren Wagen herausragen. Reihe auf Reihe, Kompagnie auf Kompagnie und Bataillon auf Bataillon rasseln vorüber. Schwerere Panzerwagen schließen sich an. Als die Raupenwagen vorbeigerauscht sind, folgt, das Schüßenregiment 2 mit seinen Dreierkolonnen von dreiachsigen Personenkraftwagen, die Infanteriegeschütze und Panzerabwehrkanonen hinter den Fahrzeugen. Der flotte Trabmarsch des Musikkorps wird von dem Surren der Motoren und dem Knirschen der Räder auf dem Sand Seite 2 Nr. 229# Bochumer Anzeiger# Donners'ag, 30. September 1937 übertönt, so daß nur abgerissene helle Klänge bis zu den Zuschauern dringen. Ein besonders fesselndes Bild bietet dann das Kraftrad=Schützenbatillon 1, das in Dreierreihen vorbeiknattert. Motorisierte Artillerie schließt sich an, die 1. Abteilung des Artillerieregiments 73 mit ihren leichten Kanonen und Haubitzen und die 2. Abteilung des Artillerieregiments 54 mit ihren schweren Geschützen. Dann gehen im Vergleich zu den Raupenfahrzeugen der Panzerregimenter elegant und leicht die Panzerspähwagen und andere Kampffahrzeuge der Aufklärungsabteilung 9 vorbei, denen sich die Panzerabwehrabteilung 38 anschließt. Den Abschluß machen die Fahrzeuge der Kraftfahrkampftruppenschule. Um 12.40 Uhr ist der Vorbeimarsch beendet. Mussolini beglückwünscht Hitler Der Führer spricht noch einen Augenblick mit Generalfeldmarschall von Blomberg und den Oberbesehlshabern der Wehrmachtteile. Man sieht, wie der italienische Staatschef ihn zu diesem Vorbeimarsch beglückwünscht. Schon fahren auch die Wagen vor und unter dröhnenden und sich über die ganze Charlottenburger Chaussee brausend fortpflanzenden Jubelrufen der Menge besteigen Benito Mussolini und Adolf Hitler den ersten Wagen und fahren stehend und grüßend mit freudig bewegten Gesichtern zurück zur Stadt, gefolgt von den Wagen mit den italienischen und deutschen hohen Militärs, den Ministern und der engeren Begleitung. Die Parade hat im Anschluß an die Wehrmachtmanöver erneut den großartigen Eindruck bestätigt, daß der Wiederaufbau der neuen deutschen Wehrmacht vollendet ist und daß als Instrument der ehrlichen Friedenspolitik eine schlagkräftige und modern ausgerüstete Waffe zur Verfügung steht. Begleitet von dem unbeschreiblichen Jubel der Massen, treffen der italienische Regierungschef und der Führer kurz vor 13 Uhr gemeinsam wieder in der Wilhelmstraße ein. Beide begeben sich unmittelbar in die Reichskanzlei, wo ein Frühstück im kleinsten Kreise stattfindet, an dem der Duce, der italienische Außenminister Graf Ciano, Botschafter Attolico, Ministerpräsident Genergloberst Göring, Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath, Generalfeldmarschall von Blomberg und der deutsche Botschafter in Rom von Hassell teilnehmen. Hieran schloß sich eine längere politische Aussprache. Anhaltende Kundgebungen für den Duce und den Führer vor der Reichskanzlei Während des letzten Besuches des Duce beim Führer in der Reichskanzlei in den Stunden nach der Parade bis zur Abfahrt Mussolinis kommt es auf dem Wilhelmplatz von neuem zu stürmischen Ergebenheitskundgebungen für die beiden Staatsmänner. Die Zehntausende rufen immer wieder im Sprechchor taktmäßig zum Balkon der Reichskan#lei hinauf:„Führer, Duce! Führer, Duce!" Die feste frohe Stimmung findet auch in erfundenen Reimen ihren Niederschlag wie: „Lieber Führer, komm doch jetzt, Du hast uns ja noch nie versetzt!“ oder „Acht, neun, zehn, wir wollen unsern Führer sehn. Fünf, sechs, sieben, weil wir unsern Führer lieben!" An die Adresse des Duce appellierte die Kopf an Kopf stehende Menge mit folgendem Spruch: „Lieber Duce, laß Dich sehn Und sage uns auf Wiedersehn!" Immer stürmischer werden die Rufe. Keiner läßt den Blick vom Balkon. In zehn Minuten soll der Zug schon abfahren, jetzt müssen sie kommen. Und in der Tat: Die breiten Fenster zum Balkon öffnen sich. Der Jubelsturm wird zum Orkan, als sich Benito Mussolini in hellblauer Uniform an der Seite Adolf Hitlers noch einmal den Berlinern zeigt und ihnen noch einmal für ihre Begeisterung dankt. Dann treten die Staatsmänner die Fahrt zum Lehrter Bahnhof an. Hunderttausende, die sich in den Straßen zwischen dem Wilhelmplatz und dem Lehrter Bahnhof drängen, bereiten ihnen überwältigende Huldigungen. Nach allen Seiten grüßend, danken der Duce und der Führer Am Lehrter Bahnhof schreiten die beiden großen Staatsmänner unter den Klängen der Nationalhymnen beider Nationen die Front des Ehrenbataillons ab. Vor dem Hauptportal bleiben der Duce und der Führer noch einmal stehen, sie wenden sich der Menge zu und danken für die grdßartige und herzliche Abschiedskundgebung. Dann begeben sie sich in die Bahnhofshalle. Lange schon vor der Abfahrt des Duce haben sich auf dem prächtig geschmückten Bahnsteig die Mitglieder der Reichsregierung, die Reichsleiter, die Staatssekretäre, die in Berlin anwesenden Gauleiter, die hohe Generalität und Admiralität, die Spitzen von Staat, Partei und Wehrmacht versammelt. Von fremden Diplomaten sieht man den Botschafter Spaniens und die Gesandten Oesterreichs und Ungarns ebenso hervorragende Mitglieder der italienischen Kolonie. Die Mitglieder der Reichsregierung und die Reichsleiter haben vor dem für Mussolini persönlich bestimmten Wagen Aufstellung genommen. Der Abschied auf dem Bahnhof Mussolini und der Führer betreten den Bahnsteig, gefolgt von den italienischen Ministern, dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring, dem Reichskriegsminister von Blomberg, dem Reichsaußenminister von Neurath, dem Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, dem Reichsminister Dr. Goebbels, dem Reichsführer 1 Himmler, den Botschaftern Attolico und von Hassell und anderen. Neben dem Führer schreitet der Duce die lange Reihe der Erschienenen ab. Vor der Tür des Wagens verabschiedet sich der Führer von seinem hohen Gast. Beide schütteln sich lange und herzlich die Hände. Dann besteigt Mussolini den Wagen und kommt ans Fenster. Ueber seine anfangs ernsten Züge spielt ein Lächeln. Der Führer tritt jetzt ebenfalls an das Fenster heran und wechselt mit Mussolini die letzten Worte. Aus den Zügen Mussolinis liest man herzlichen und aufrichtigen Dank für die sicherlich auch ihm unvergeßlichen Stunden in Deutschland. Jetzt wird das Abfahrtssignal gegeben. Der mitreißende Rhythmus der italienischen Königshymne und der Giovinezza erfüllt die Bahnhofshalle. als der Zug langsam den Bahnhof verläßt, Mussolini winkt vom Fenster aus, erregt und bewegt beim Anblick der ihm zujubelnden Anwesenden. Bald nach 16 Uhr ist der Führer, dem u. a. Ministerpräsident Generaloberst Göring. Reichsminister Freiherr von Neurath und Dr. Goebbels folgen, unter dem Jubel der Menge wieder in die Reichskanzlei zurückgekehrt. Ueber dem Hause des Reichspräsidenten ist die Standarte des Duce niedergegangen. Geblieben aber ist bei den Berlinern und darüber hinaus im deutschen 1 Volk die stolze erhebende und stärkende Erinnerung an den Staatsbesuch des italienischen Regierungschefs und Duce Benito Mussolini. Abschiedskundgebungen am Schienenwege Wie der an der Heimfahrt Mussolinis teilnehmende Sonderberichterstatter des DNB telegraphiert, ist auch die Heimfahrt des Duce begleitet von Kundgebungen betonter Herzlichkeit. Den ganzen Weg entlang standen bis in die tiefe Nacht. Menschen, um dem großen Staatsmann des faschistischen Italiens ihre Abschiedsgrüße zuzurufen. Ungezählte säumten auf den grolßen und kleinen Bahnhöfen und allen Uebergängen den Weg der Fahrt, die Jugend bildete jubelnd Spalier. Aus allen Türen und Fenstern, von Balkonen, aus den vorheifahrenden Zügen, selbst von den Hausdächern winkten die Fähnchen, und Tücher schwenkten ein Lebewohl. Mussolini trat immer wieder winkend, und dankend an das Fenster seines Wagens und entbot den römischen Gruß. Der italienische Staatschef lud den ihm zugeteilten deutschen Ehrendienst zusammen mit seinen italienischen Begleitern noch zu einem Abendessen, an dem auch der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß teilnahm. Bis zur Grenze nimmt auch das#=Begleitkommando, das aus sprachkundigen=Männern besteht, an der Fahrt teil. Dem scheidenden Gast des Führers bot sich das deutsche Land noch einmal im schönsten Herbstsonnenschein. Triumphale Ehren für Mussolini bereitet Italien vor Rom, 29. September. Ganz Italien, das während der Festtage Mussolinis in Deutschland immer wieder in den Jubel des deutschen Volkes um den Duce und den Führer einstimmte, lebt nun in einer noch nie gekannten Vorfreude auf die Rückkehr Mussolinis, dem das italienische Volk auf der Fahrt durch Italien feierlich und herzlich seine begeisterte Huldigung darbringen will. In der Hauptstadt des Faschismus erwarten den Duce triumphale Ehren. Das Parteihaus wird auf Anordnung des Parteisekretärs im Augenblick der Abreise des italienischen Regierungschefs aus der Reichshauptstadt festlich beflaggt. Alle Sektionen der Partei und ihrer Organisationen erhalten am Tage der Rückkehr Mussolinis reichen Flaggenschmuck und werden nach Sonnenuntergang festlich beleuchtet. Vom Hauptbahnhof in Rom bis zum Palazzo Venezia werden bereits Triumphbogen gespannt. Am Eingang der Via Nazionale wird den Duce ein 20 Meter großes„M“ aus Lorbeer grüßen, das die große vorgelagerte Piazza Esedra beherrscht. Besonders prunkvoll wird die Hauptfassade der Augustus=Ausstellung beleuchtet. Blumenkränze und Girlanden sollen zusammen mit leuchtenden Farben ungezählter Fensterteppiche dem Duce die ganze Festfreude vermitteln, die Rom und Italien nach seiner geschichtlichen Begegnung mit dem Führer und nach seiner triumphalen Aufnahme in Deutschland erfüllt. Die Arbeit in den Fabriken und der Geschäftsverkehr werden am Donnerstag nachmittag ruhen. Schließlich wird ganz Rom Mussolini auf der monumentalen Piazza Venezia eine jener Massenhuldigungen darbringen, mit denen das faschistische Italien große geschichtliche Ereignisse machtvoll zu unterstreichen pflegt. Scho in der Wen Die Völkerkundgebung auf dem Berliner Maifeld findet viel Beifall— Die Pariser Presse nörgelt Berlin, 29. September. Die gewaltige Kundgebung auf dem Berliner Maifeld steht heute im Mittelpunkt der gesamten Weltpresse. Die Zeitungen widmen diesem einzigartigen Ereiguis spaltenlange Artikel, in denen sie nicht nur den noch nie dagewesenen Aufmarsch der begeisterten Massen in allen Einzelheiten schildern, sondern auch die Ausführungen Adolf Hitlers und Mussolinis, die zum Teil ausführlich gebracht werden, einer eingehenden Betrachtung unterziehen. Ueber alle Maßen begeistert ist die italienische Presse, deren Berichte zeigen, daß die Völker=Kundgebung für die italienischen Gäste eine Offenbarung war. Die italienischen Blätter verzeichnen die ergreifende Weihestimmung der Kundgebung, die Ehrfurcht. Begeisterung und Liebe, die dem Führer und dem Duce entgegeniubelten, den donnerähnlichen Beifall, mit dem Mussolini bei seinem Erscheinen auf dem Podium begrüßt wurde. Die Blätter sprechen mit Ausdrücken der höchsten Begeisterung von einem geschichtlichen Ereignis von einzigartiger Bedeutung und einem Markstein in den Beziehungen zwischen dem deutschen und dem italienischen Volke. Rom:„Die anderen Nationen haben das Wort“ In seinem„Zwei Männer und ein Glaube" überschriebenen Leitaufsatz setzt der„Messaggero“ auseinander, daß das, was in Berlin geschehen sei, weit über den Rahmen des Politischen oder gar Diplomatischen hinausgehe. Laut hätten der Führer und der Duce Europa und der Welt verkündet: Aus den Begegnungen dieser Tage, aus dem deutsch=italienischen Einverständnis kann nur der Friede entspringen, der Friede mit Würde und Ehre, der Friede, der sein unzerstörbares Fundament in der Gerechtigkeit und in dem klaren Verständnis der unablehnbaren Gründe der Existenz der Völker bat, Der Direktor des halbamtlichen„Giornale d' Italia“ gibt ein erstes zusammenfassendes Bild über die Tage Mussolinis in Deutschland, die, wie er schreibt, am Mittwoch„mit einer graudiosen Veranstaltung der Wehrmacht ihren Abschluß gefunden" haben. Diese Tage werden, so erklärt er, tiefe Spuren in der Entwicklung der Geschichte und Politik Europas hinterlassen„Mit Mussolini und Hitler haben sich zwei große Völker geschlossen an die Welt gewandt, zwei Völker, die mit ihrem eigenen nationalen Beispiel den Beweis ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Möglichkeiten liefern und zeigen,„daß sie ihr Wort halten und ihm Achtung zu verschaffen vermögen.“ Die Bedeutung der Begegnung Mussolini— Hitler sieht das halbamtliche Blatt in der kräftigen Betonung des Willens der beiden Völker, nicht nur in bezug auf die Ideale, sondern auch in der Aktion,„geschlossen bis ans Ende zu marschieren", ferner in der Ablehnung jedes von außen kommenden politischen oder divlomatischen Versuches, das eine gegen das andere Volk auszuspielen, in der vollsten Wahrung ihrer Rechte und ihrer Verantwortlichkeiten, in der Verteidigung ihrer Regimes mit allen Mitteln im Falle der Bedrohung; im Suchen nach dem Frieden zwischen den Nationen auf dem Wege des Sichverstehens und der Lösung der Einzelfragen, nicht aber auf dem Wege leerer doktrinärer Formeln, und schließlich in kompromißloser Bekampfung des Bolschewismus, dieses unverbesserlichen Friedensstörers. „Bei dieser Hauptergebnissen der Begegnung, die mit ihren klaren Postulaten sich unmittelbar an alle Völker und ihre Regierungen wandte, ist auch“, so betont das halbamtliche Blatt,„die Verantwortung für den Frieden in Europa klar umrissen. Die anderen Nationen haben das Wort, von ihnen muß die entgegenkommende Geste ausgehen.“ London:„Der Friedenswille ist ernst“. In England, so schreibt der„Daily Telegraph“, sei man sich voll im klaren darüber, daß eine deutsch=italienische Zusammenarbeit eine wirkliche Friedensmacht in Mittel= und Osteuropa darstellen könne. Die Achse Berlin—Rom habe große Möglichkeiten und englischerseits brauche man keine Befürchtungen zu hegen. Es bestehe kein Zweifel darüber, daß der in Berlin bekundete Friedenswille ernst gemeint sei. Dieser Friedenswille werde von den Westmächten geteilt. Der Weg, der dahin führe, sei Zusammenarbeit. Die„Morning Post“ erklärt, es sei wohl möglich, daß die Welt die Revolutionen in Italien und Deutschland noch nicht verstanden habe. Die Welt wisse aber, daß die„Führer dieser beiden Nationen einen klaren Wirklichkeitssinn besäßen und daß beide sehr gut wüßten, daß ein europäischer Krieg sich zuaunsten ihres öffentlichen Feindes Nummer 1, nämlich des Bolschewismus, auswirken würde. Immerhin wisse man jetzt, daß die Rom=Berlin=Achse eine solide, dauerhafte Angelegenheit, sei. „Daily Mail“ setzt sich warm für die Verständigung mit den beiden Ländern der Achse Berlin— Rom ein. Eine Tatsache sei durch die Ereignisse der letzten Tage einwandfrei unter Beweis gestellt worden, nämlich, daß die Achse Berlin— Rom fest und stark geschmiedet sei. Wenn diese Achse auf London verlängert und dann Paris einschließen würde und schließlich wie angeregt, sogar Warschau, so würde die Kriegsfurcht endgültig in den Schatten gedrückt werden. Eine freundschaftliche Verständigung zwischen England und Deutschland sei der erste Schritt auf dem Wege zur Befriedung der Welt. Eine deutschenglische Verständigung würde alle Befürchtungen und jeglichen Verdacht in Europa verschwinden lassen und würde eine Grundlage bilden, auf der dann endlich eine dauernde Stabilität aufgebaut werden könnte. „Dailn Herald",„Daily Expreß" und „News Chronicle“ sind nicht in der Lage, für die bedeutsame deutsch=italienische Friedenskundgebung Verständnis aufzubringen, und beweisen ihre Geistesarmut, indem sie in ihren Berichten vor allem das Regenwetter hervorheben.(!) Reis und Mißgunst i Frantreiu, Die Presse Frankreichs steht dem nun abgeschlossenen Besuch des Duce in Deutschland zum großen Teil mäkelnd und unfreundlich gegenüber. Man zeigt kein Verständnis für das von Völkerbunds=Frühstück und Vorkriegs=Diplomatie weit entfernte politische Lebensziel des neuen Italiens und des neuen Deutschlands. So krittelt man denn in den Pariser Redaktionen an den jüngsten Berliner Ereignissen mit Bemerkungen berum, die jede wirklich positive Haltung gegenüber Europa und dem von der Achse Berlin—Rom ehrlich und eindrucksvoll vertretenen Friedensstandpunkt vermissen lassen. So schreibt der„Intransigeant“ unverfroren:„Wenn ein Paar wirklich eins ist, dann findet es nicht das Bedürfnis, das alle fünf Minuten hinauszuposaunen.“ Der nach Berlin entsandte Sonderberichterstatter Sauerwein des„Paris Soir“ schreibt, um ein anderes Beispiel zu geben, u.., leider habe Mussolini die von Hitler umrissene Politik bis in die letzten Folgen auf die Spitze getrieben. Der„Temvs“ empfindet es als sehr schwer, einen genauen Eindruck von den Berliner Besprechungen zwischen dem Führer und dem Duce zu gewinnen,„da keinerlei amtliche Verlautbarung und auch keine gemeinsame Erklärung ausgegeben worden sei“. Man dürfe gewiß nicht die Bedeutung der Achse Berlin— Rom, mit deren Bestehen in ihrer augenblicklichen Form man sich abfinden werde, innerhalb der gesamteuropäischen Politik verkennen, fährt das Blatt dann fort, doch gebe es nach wie vor kein„Bündnis“ zwischen den beiden autoritären Staaten. Nur im Laufe der Ereignisse werde man sich über die wahre Tragweite der Berliner Besprechungen ein Bild machen können. Das„Journal des. Débats“ ergebt sich in rätselhaften Betrachtungen wie: es sei ein Glück für Rom und Berlin, daß sie beide den Gedanken einer Vereinbarung der Zivilisation gegenüber dem Bolschewismus verträten. Die moskowitische Vernichtungspolitik gebe den Ländern, die sich ihr offensichtlich widersetzten, die Möglichkeit. den Eindruck einer großen Mission zu erwecken Bismarck hätte die Idee einer deutsch=italienischen Verständigung schon zu einem Zeitpunkt gehabt, als Hitler und Mussolini noch nicht einmal geboren waren. Im übrigen glaubt das Blatt, daß auch andere Länder— genannt werden u. a. England, Frankreich und die Tschechoslowakei—„gewillt“ seien, dem Bolschewismus entgegenzutreten. „Echo de Paris“ und die„Evoaue“ sowie die marxistischen Zeitungen können es sich nicht versagen, selbst angesichts der eindrucksvollen deutsch=italienischen Friedenskundgebung in der sattsam bekannten Art Verdächtigungen auszustreuen und die ehrliche Verständigungsbereitschaft, die aus jedem Wort der Erklärungen des Duce und des Führers spricht, grundlos und böswillig anzuzweifeln. Dagegen sieht der Außenpolitiker des„Petit Parisien“ in den Ausführungen hringt groß aufgemachte Gerichte über die gewaltige des Duce und des Führers eine Ermutigung für Eng= Kundgebung auf dem Maifeld. Uebereinstimmend land und Frankreich, ihre friedlichen Absichten fortzu= weisen die Zeitungen darauf hin, daß diese Kundgebung setzen. Die beiden Staatsmänner hätten feierlich ihren Willen zum Frieden angekündigt. Der Augenblick sei daher schlecht gewählt, um den Intrigen der Länder nachzugehen, die London und Paris den Weg versperren wollten. So blicken denn Neid und Mißaunst aus den Spalten dieser Pariser Blätter, denen die Ideale des Völkerlebens nur zu pbrasenhaftem Herableiern nicht aber zu wahrhaft herzlicher, menschlicher Empfindung dienen. Wie erschreckend händlerisch und materiell diese Art„Politiker" denkt, geht aus der Sorafalt hervor, mit der man die Interessen des italienischen und des deutschen Volkes untereinander abzuschätzen und gegeneinander auszuspielen sucht. In welch machtvollem Gegensatz stehen dazu die eben erst erlebten Kundgebungen zweier großer, geeinter Nationen! polen:„Keine Widersprüche“ Die polnische Presse bringt die Reden Hitlers und Mussolinis im vollen Wortlaut. Der Berliner Berichterstatter der„Gazeta Polska" stellt fest, daß zwischen den Trinksprüchen, die am Montag ausgesprochen wurden, und den gestrigen Reden keinerlei Widersprüche bestehen. Gestern hätten sich Hitler und Mussolini in weit volkstümlicherer Form als Tribunen und Führer ihrer Nationen an die Massen gewandt. In beiden Fällen sei aber die alte Freundschaft und die politische Zusammenarbeit, die die Verstärkung des Friedens und die Wahrung der europäischen Kultur zum Ziele habe, betont worden. Beide Male sei der Welt feierlich erklärt worden, daß alle Versuche, die Freundschaft zu zerreißen. fruchtlos sein werden. Gestern sei aber ebenso scharf gegen den Feind des Friedens und der europäischen Kultur, gegen den Bolschewismus, Stellung genommen worden. Der rechtseingestellte„Dziennik Norodowy“ erklärt, daß man im Westen unter„europäischer Solidarität“, die den Nationen aufgepfropfte freimaurerische Ideologie verstehe. Die nationalen Revolutionen in Italien und in Deutschland hätten diese jedoch in der Mitte Europas vernichtet und eine völlig neue Lage geschaffen. Seitdem bekämpfe man die beiden ordnungsliehenden Staaten. Aus dem Kampf ergäben sich jedoch viele Gefahren, die um so größer seien, als die Bundesgenossin der freimaurerischen Logen die Komintern sei. Sowohl Hitler wie Mussolini gäben sich volle Rechenschaft über das Ausmaß der Gefahr und über die Aktualität der ganzen Angelegenheit. roße Beachtung in Holland, Dänemark und Schweden Die holländische, dänische und schwedische Presse bringt groß aufgemachte Berichte über die gewaltige trotz der Ungunst des Wetters das Größte gewesen sei, was Berlin erlebt habe. Der„Nieuwe Ratterdamsche Courant“ meint, daß der Eindruck dieser Kundgebung der Massen die menschliche Eindrucksfähigkeit fast überschritten habe. Vor den Ohren der gespannt lauschenden Welt, sagt die Kopenhagener„National Tidende". schmiedeten Adolf Hitler und Mussolini die Achse Berlin—Rom noch fester. Mussolinis Ausführungen müsse man als eine sehr bedeutungsvolle und weitgehende Freundschaftserklärung gegenüber Deutschland ansehen und ihre Tendenz in der Formel„mit Deutschland gegen Moskau und Genf“ zusammenfassen. In dem Kopenhagener Blatt„Politiken“ heißt es, die Verhältnisse in Europa seien ständig schwierig, aber es sei keineswegs unmöglich, daß es sich erweisen werde, daß die Zusammenkunft in Berlin ein Schritt dazu war, sie leichter zu machen. Nach weiteren Ausführungen sagt das Blatt, es sei gleichsam der Auftakt zu einem neuen großen politischen Spiel, das jetzt eröffnet werden solle, zu spüren gewesen, zu einer neuen Politik in Europa, die vielleicht Frieden bringen werde. Der Sonderberichterstatter von dem Stockholmer Blatt„Dagens Nyheter“ erklärt das Schauspiel auf dem Maifeld für unvergleichlich. Auch„Svenska Dagbladet“ in Stockholm sagt, daß die Friedensversicherungen Hitlers und Mussolinis diejenigen Worte seien, die in der Welt am allermeisten beachtet würden. Den Reden der beiden Staatsmänner habe buchstäblich die Welt zugehört. Zustimmung in Oesterreich und Angarn In der österreichischen Presse werden einheitlich die Betonung des gemeinsamen weltanschaulichen Ideals, der Hinweis auf den Frieden und die neuerliche Absage an den Bolschewismus hervorgehoben. Die amtliche „Wiener Zeitung“ schreibt, daß Adolf Hitler und Mussolini den Friedenswillen mit markanten Wendungen unterstrichen, hätten.„Die Tatsache einer weitaehenden Solidarität der beiden Staaten“, so faßt das Blatt seine Ausführungen zusammen,„ist ein fester Posten in der europäischen Rechnung.“ Aehnlich kommentiert die offiziöse„Reichspost“. Das Bekenntnis zum Frieden sei das Rückgrat beider Reden gewesen. Das Blatt hebt besonders die Schärfe der Sprache des Duce gegen die moskowitische Barbarei hervor und schreibt über die Aufnahme der beiden Reden in Oesterreich:„Die von Adolf Hitler und Mussolini rückhaltles ausgesprochene scharfe Verurteilung des Bolschewismus und jener internationalen Politik, die ihm unter hohlen und falschen Schlagworten die Mauer macht, findet jedenfalls im neuen Oesterreich die lebhafteste und weitgehende Zustimmung, der wir keine Vorbehalte und keine Einschränkungen hinzuzufügen brauchen, noch hinzuzufügen wünschen.“ Die ungarische Regierungspresse stimmt ebenfalls den Reden Hitlers und Mussolinis zu.„Függetlenseg“ bekennt:„Die Welt muß aus dem Rauschen des Menschenozeans, aus den beiden Reden, ob sie will oder nicht zur Kenntnis nehmen, daß die Achse Rom—Berlin fester ist denn je. Der Zusammenschluß der beiden Völker stellt eine moralische, materielle und bewaffnete Kraft dar, ohne die auf dem alten Globus keine Geschichte mehr gemacht werden kann. Die Zukunft gehört dem nationalen Gedanken und es gibt keine andere Voraussetzung für die allgemeine Befriedung als die Vernichtung der destruktiven zerstörenden Kräfte. Die falschen Genfer und Moskauer Götzen müssen gestürzt werden; denn ihre Anbetung verbreitet Mißtrauen, und Niedergang..“ Der nationalvölkische„Uj Magyarsag“ schreibt: „Die Völker Europas mögen die gestrigen Reden auslegen, wie sie wollen, den Folgen können sie nicht ausweichen. Die zwischen Hitler und Mussolini geschlossene innige Freundschaft ist mehr wert als jedes formelle Bündnis. Die sich von Norden nach Süden ziehende deutsch=itglienische Kraftlinie kann weder von linksseitigem Radikalismus, veralteter Bürgerweisheit, noch mit den Waffen des kommunistischen Willens gebrochen werden.“ „Esti Ujsag“ sagt:„Viele Ziele und Prinzipien beidev Länder sind die gemeinsamen Ziele der großen Gemeinschaft aller Kulturvölker. Das 115=Millionen=Heer im Kampf gegen den Bolschewismus kann mit voller Sicherheit um 9 Millionen Ungarn ergänzt werden. Obwohl mit anderer Führung, anderem System, anderen staatlichen Einrichtungen, aber mit einem Willen und mit einheitlicher Begeisterung führt Ungarn im Interesse des Friedens den Kampf gegen den Bolschewismus zusammen mit den beiden Geschichte machenden Männern. Der Völkerbundsrat hat in seiner neuen Zusammensetzung am Mittwoch seine 99. Tagung begonnen. Da Sowjetspanien ausgeschieden ist, führt den Vorsitz gemäß der alphabetischen Reihenfolge (Weitere politische Nachrichten auf Seite 5) Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Fritz Schmidi. Verantwortliche Schriftleiter: Politik: Rudolf Roest, Bochumer Teil: Hans Schulte, Wirtschaft und Bilder: Fritz Schmidt, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Gerichtsdienst und Brieskasten: Mar Flegel, Sport und Provinz: Hans Hornderg, Nachbargebiet und Stadtteile: Paul Borke. Berliner Schriftleiung: Michael Haupk. Berlin=Karlsdorst. Heiligenberger Straße 25, Ruf 500 340. Sprechstunden der Schrittleitung wochentags, außer mittwochs und samstags, von 16—17 Uhr Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Verlag ochun 8 Dier1G1 und Druck: Lauvenmüdlen Bochum, Natdausplatz 8 Rus 675 51—54 Verantwortlich für den Anzeigenteil: Kur Schols(erkrankt), i..: Hans Leiseld. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Vemve. Charlottenburg. Uhlandstraße 194. Rut 316 813. Durchschnittsguslgge, Augusi 1937 über 28 000. Zur Zeit Anzeigen=Preisliste Nr. 9 galtig. Nachlaßzstaffel#. Berlinin Seite 3 Nr. 229# Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 30. September 1932 Bochumer Nachrichten Abreise des italienischen Reichshauptstadt festlich beflaggt. und ihrer Organisationen erkehr Mussolinis reichen Flagiach Sonnenuntergang festlich ahnhof in Rom bis zum Pareits Triumphbogen gespannt. lazionale wird den Duce ein aus Lorbeer grüßen, das die a Esedra beherrscht. Besonauptfassade der Augustus=Ausienkränze und Girlanden soliden Farben ungezählter Fenganze Festfreude vermitteln, ch seiner geschichtlichen Begegind nach seiner triumphalen erfüllt. Die Arbeit in den äftsverkehr werden am DonSchließlich wird ganz Rom nentalen Piazza Venezia eine darbringen, mit denen das geschichtliche Ereignisse machtst Am Samstag unterm Erntekranz] 13000 sangen und spielten Das Erntedankfest zum ersten Mase im Stadt=——— ser Dresse nörgelt tters das Größte gewesen sei, Der„Nieuwe Ratterneint, daß der Eindruck dieser die menschliche Eindrucksfähige. gespannt lauschenden Welt, „National Tidende". und Mussolini die Achse Berussolinis Ausführungen müsse utungsvolle und weitgehende genüber Deutschland ansehen ir Formel„mit Deutschland “ z u s a m m e n f a s s e n. I n d e m litiken“ heißt es, die Verständig schwierig, aber es daß es sich erweisen werde, in Berlin ein Schritt dazu sen. Nach weiteren Ausfühes sei gleichsam der Auftakt solitischen Spiel, das jetzt erüren gewesen, zu einer neuen leicht Frieden bringen werde. atter von dem Stockholmer ter“ erklärt das Schauspiel releichlich. 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Stellvertretender chmidi. ir: Politik: Rudolf Coest, hulte, Wirtschaft und Bilder: politik und Unterhaltung:„Dr. Gerichtsdienst und Briefkasten: Propinz: Hans Hornderg, eile: Paul Borke. hael Haupi. Berlin=Karlsdorst. Ruf 500 340). ung wochentags, außer mittwoche isdr. Für unverlangte EinsenRücksendung nur bei Rückporto. DfEEIGA enmühlen Auf 675 51—54 Kurt Scol! (erzzeigentell: :.“ m gempe. Gerliniße 194. Auf 816 813. 1937 über 28 000. Zur Zeit in galtig. Nachlaßstaffel#. Das Ernebanrsest zum ersten Male im Stadlinnern Bochums In die Häuserzeilen und Mauern der Großstädte zieht in diesem Jahre die bunte Freude des Erntedankfestes ein. Stadt und Land, wieder vereint, feiern gemeinsam eines der schönsten Feste des Jahres mit frohen Liedern in fröhlichen Stunden der Volksgemeinschaft. Groß=Bochum wird nicht allein in den ländlichen, äußeren Bezirken Erntedankfeste erlehen, auch die Innenstadt wird frohe Menschen unter dem Erntekranze versammelt sehen zu dem Feste. zu dem die Abteilung Volkstum=Brauchtum der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ eingeladen hat. Zum ersten Male steht damit der bunte Erntekranz im Stadtinnern Bochums, um den Platz vor dem Rathaus zu schmücken und uns Freude zu bereiten. Aber diese Freude wird nicht allein tagsüber sein Anblick bringen, mehr noch wird zu ungezählten Volksgenossen der 19.30 Uhr vor dem Rathaus beginnende Volkstumsabend sprechen. Die Partei, die Bauernschaft, Fach= und Tanzgruppen und selbstverständlich unsere deutsche Jugend werden diesen Abend ausgestalten, bei dem auch die Schutzpolizeikapelle mitwirken wird. So steht der Bochumer Innenstadt für Samstag abend ein erstmaliges, schönes Ereignis bevor, zu dem der Ruf der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" nicht umsonst erschallen wird. Uebernahme des##=Abschnitts# durch-Brigadeführer Schleßmann bereits erfolgt Am Montag bereits übergab(=Obergruppenführer Weitzel, der Führer' des=Oberabschnitts West, im Anschluß an den Absperrdienst aus Anlaß des Besuches des Führers und des Duce in Essen den##=Abschnitt V an-Brigadeführer Schleßmann. Der bisherige Führer des=Abschnitts V.-Brigadeführer Zech, der eine ehrenvolle Berufung in das„=Hauptamt Berlin erhalten hat, verabschiedete sich mit herzlichen Worten des Dankes für die treue Gefolgschaft und Aufopferung im Dienste für den Führer und die Bewegung von seinen ½ Führern und Männern. Gleichzeitig erfolgte die Uebergabe der 58.=Standarte an den## Standartenführer Herbert, da der bisherige Führer der Standarte, 1Standartenfuhrer Fitzthum, ebenfalls nach Berlin in das SD=Hauptamt berufen ist. Aufhebung der polizeistunde anläßlich des Erntedankfestes Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: „Anläßlich des Erntedankfestes wird die Polizeistunde für die Nacht vom 3. zum 4. Oktober 1937 aufgehoben.“ Dreijähriges Kind angefahren Beim Ueberqueren der Herner Straße Am 28. September, gegen 10.30 Uhr, wurde auf der Herner Straße, in Höhe des Hauses Nr. 157, ein dreijähriges Mädchen beim Ueberqueren der Fahrbahn von einem Personenkraftwagen angefahren und am Kopfe leicht verletzt. Abgestärzt und tödlich verletzt Am Montag stürzte der auf einem Bochumer Werk beschäftigte Volksgenosse Paul D. beim Reinigen und Abschmieren eines Kranes in die Tiefe, wo er hart auf Eisenmaterialien aufschlug und wie leblos mit schweren Verletzungen liegenblieb. Nachdem ihm die erste Hilfe zuteil geworden war, erfolgte seine Ueberführung in ein Krankenhaus, wo er jedoch schon bald seinen schweren Verletzungen erlag. Zwei Diebstähle in einer Nacht in öffentlichen Fernsprechhäuschen. In der Nacht zum 23. September wurden von den Münzfernsprechern an der Herner und an der Harmoniestraße die Mikrophonkapseln gestohlen. Wer hat in der genannten Nacht verdächtige Personen in der Nähe der Münzfernsprecher beobachtet oder wer kann sonst sachdienliche Angaben zu den Diebstählen machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 242. Tag der Hs. in der Musikwoche— Das Großkonzert des Spielmannszuges * Helle Mädchenstimmen lockten viele Zuhörer auf den Rathausplatz BA.-Muthherr Schon vom Nachmittag an stand Bochum im Zeichen der Jugend. Ueberall hörte man Singen, straffen und fröhlichen Rhythmus aus Klampfen, die auch in der kleinsten Gruppe zu finden waren, und den Marschtakt der gleichmäßig aufklappernden Stiefel. So wurde die Aufmerksamkeit der Spaziergänger, der Frauen, die gerade einen Einkauf machen wollten, und der zur Arbeitsstätte Hineilenden oder derjenigen, die sich nun einem freien Nachmittag widmen konnten, auf die Jungen gelenkt, auf die Musik, auf den hellen Klang der neuen Jungenlieder, auf das tiefe Gedröhn der Landsknechtstrommeln und auf den klaren, hell aufspringenden und mitreißenden Ton der Fanfaren. Und so kam es, daß alle, die zu dieser Zeit durch unsere Straßen eilten, durch die Straßen aller Stadtteile, daß sie stockten, aufhorchten und sich dann den marschierenden Kolonnen anschlossen. Daß der 6. Veranstaltungstag der Bochumer Musikfestwoche ganz der Jugend gehörte, ist somit ein neuer schöner Beweis dafür, daß die Jugend gewillt ist, sich am Kulturleben des deutschen Volkes maßgebend zu beteiligen. An 30 Plätzen in allen Stadtteilen kamen die Pimpfe und Jungmädel zusammen und spielten und sangen. Auf dem Rathausplatz riefen die Lieder eine fast unübersehbare Menschenmenge herbei. Die Pimpfe wechselten mit ihren Liedern, wie:„Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit..“,„Jetzt müssen wir marschieren..“,„Soldaten tragen Gewehre..“ und „Hört ihr es grollen durch Straßen und Gassen..“. zu lustigen Kanons über, mit denen der BDM. die „Neues aus Bochum Bei Verladearbeiten verletzt wurden auf einem hiesigen Werkplatz die Werksarbeiter Anton B. und Heinrich V. Beide Werksarbeiter waren auf ihren Arbeitsstellen mit Verladearbeiten beschäftigt, als plötzlich B. von der Verladelast gegen die Brust getroffen wurde und arge Verletzungen erlitt. V. geriet unter schweres Eisenmaterial, so daß auch er empfindliche Verletzungen davontrug. Nörenbergstraße in Bochum=Werne für Fahrzeugdurchgangsverkehr gesperrt. Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Auf Grund der s§ 28, Absatz 5, und 34 der Reichsstraßenverkehrsordnung vom 28. Mai 1934 ordne ich an: 1. Die Nörenbergstraße in BochumWerne, die eine Verbindungsstraße zwischen dem Werner Hellweg und der Dortmunder Straße, darstellt, wird in jeder Richtung für den gesamten Fahrzeugdurchgangsverkehr gesperrt. 2. Wer dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach§ 36 der Reichsstraßenverkehrsordnung mit einer Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bestraft. 3. Diese Anordnung tritt mit dem Tage der Aufstellung der Verkehrszeichen in Kraft. In angetrunkenem Zustande verunglückt. Am 29. September, gegen.10 Uhr, wurde an der Ecke Herner Straße und Schwarzer Weg ein Mann, der im angetrunkenen Zustande sein Fahrrad führte, von einem Personenkraftwagen angefahren. Er erlitt dabei eine Wunde an der linken Kopfseite und wurde zwecks Anlegung eines Verbandes und Blutabnahme dem Augusta=Krankenhaus zugeführt. Das Fahrrad wurde leicht beschädigt. Parkendes Auto bestohlen. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist in der Nacht zum 6. September, ein vor dem Hause Friederikastraße Nr. 88 parkender Personenkraftwagen erbrochen worden. Entwendet wurde ein Photoapparat Marke„Voigtländer— Bergheil". Objektiv Nr. Helia 682 880. Der Apparat befand sich in einem Lederetui. Wer kann zu diesem Diebstahl Angaben machen? Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. 40 Jahre Zentralgefängnis. Das Große Zentralgefängnis in der Vöde kann am 1. Oktober auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken. Es wurde in den Jahren 1891 bis 1897 für Verurteilte aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Hamm sowie für jugendlich weibliche Gefangene aus Hannover, Waldeck und Pyrmont, falls deren Strafen einen Monat überstieg, erbaut. Am 1. Oktober 1897 wurde es in Benutzung genommen. Von dem 6 Hektar 82 Ar betragenden Gelände hat die Stadt damals 4 Hektar 32 Ar unentgeltlich hergegeben. Die gesamte Anlage wurde mit einem Kostenaufwand von 1 730000 Reichsmark erbaut und hatte Platz für 800 Gefangene. Für erkrankte Gefangene wurde ein Krankenhaus in der Anstalt errichtet. Im Laufe der Zeit hat das Zentralgefängnis eine wesentliche Erweiterung gefunden. Zuhörer erfreute. Singtänze mit Schifferklavierbegleitung wurden besonders gern aufgenommen, bis die Kanons zur Geltung kamen und die Pimpfe sich in den hellen Gesang der Jungmädel einfügten und die von 13000 gestaltete Singstunde mit dem Lied„Auf hebt unsere Fahnen..“ ihr Ende nahm. Hieran schloß sich ein Marsch durch die Stadt an, bis der Nachmittag im aufdunkelnden Abend verblaßte und das große Konzert auf dem Rathausvorplatz seinen Anfang nahm. Der Musik= und Spielmannszug unter Leitung des Pg. Scharführer Freitag sowie ein 120 Jugendgenossen starker Fanfarenzug hatten vor den Eingangspfeilern zum Rathausinnenhof Aufstellung genommen und nahmen im Licht der Scheinwerfer die ganze Breite des Vorplatzes ein. Oberbannführer Hans Strube konnte nicht zugegen sein, da er augenblicklich in der Reichsführerschule in Potsdam. Unter den Anwesenden sah man unter anderem: Parteigenosse Unterbannführer Witte, der Leiter der Kulturabteilung des Gebietes Westfalen der HJ., der dann auch abends nach dem Musikabend der Hitler=Jugend sich in einer Tagung sämtlicher Kulturstellenleiter des Industriegebietes über die geleistete Kulturarbeit in Bochum aussprach. Weiter waren anwesend: Bannführer Hähnel, Leiter der Kulturstelle Gerd Langhoff und Franz Heimann, der die Veranstaltung leitete. Der Musikzug war außerdem derselbe, der auf dem „Reichsparteitag der Arbeit“ in Nürnberg das Gebiet Westfalen vertrat.(Der„..“ berichtete s. Zt. darüber.) Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Ven anstaltung war der Platz dicht belagert von Menschen. Mächtig und eindringlich klang dann das Lied „Auf hebt unsere Fahnen“ in den Abend das von allen mitgesungen wurde. Die stärkste Wirkung übten unzweifelhaft die Fanfaren aus, die in ihrer einheitlichen Stärke mit dem dumpfen Rhythmus der Landsknechtstrommeln die Herzen aller mitrissen. Der Abend nahm unter großem Beifall der sich nun wieder zerstreuenden Menschenmassen seinen Abschluß und zeigte die Kunstgesinnung der Jugend in einem erhebenden und neue Kräfte verleihenden Ausdruck. Mit Nachschlüssel eingedrungen Durch ein Fenster geflüchtet— Einbruch in eine Wohnung In den späten Abendstunden des 27. September wurde in dem Hause Hiltroper Straße 3 ein Wohnungseinbruch ausgeführt. Der Täter ist mittels Nachschlüssels in die Parterrewohnung gelangt und hat aus einem Kleiderschrank Kleidungsstücke entwendet. Durch ein nach der Straße gelegenes Fenster hat er dann die Wohnung verlassen. Die Tat muß vor.10 Uhr ausgeführt sein, da zu dieser Zeit die Wohnungsinhaber den Einbruch feststellten. Beschreibung der entwendeten Bekleidungsstücke: 1 dunkelblauer Anzug(Kammgarn), 1 grauer Herren=Wintermantel(Fischgrätenmuster), 1 Damenmantel(Marengo) mit hellgrauem Pelz, 1 schwarzes Wollkleid und 1 Paar schwarze Damenschuhe (Wildleder). Wer hat Beobachtungen gemacht oder wer kann sonst zweckdienliche Angaben machen? Angaben erbittet die Kriminalpolizei, Uhlandstraße 35, Zimmer Nr 245. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Der Dank der RSKOV. an die Kraftwagenbesitzer für die Beteiligung an der Schwerkriegsbeschädigtenfahrt nach Iserlohn Die Durchführung der Schwetkriegsbeschädigtenfahrt am 19. September nach Iserlohn ist nur dadurch möglich gewesen, daß neben dem RSKK. die Kraftwagenbesitzer in größerer Zahl sich, beziehungsweise ihren Wagen den schwerkriegsbeschädigten Kameraden zur Verfügung stellten und dadurch ihre Verbundenheit mit den Kriegsopfern zum Ausdruck brachten. Für die uns durch die Bereitstellung der Wagen gewordene Unterstützung sage ich hierdurch im Namen der schwerkriegsbeschädigten Kameraden den beteiligten Kraftwagenbesitzern herzlichen Dank. Deuschle, Kreisobmann der NSKOV. und Kreisamtsleiter des Amtes für Kriegsopfer der NSDAP. Radfahrer leicht verletzt. Am 28. September, um 14.50 Uhr, wurde an der Ecke Hattinger und Kohlenstraße ein Radfahrer von einem Kleinkraftfahrer angefahren und leicht verletzt. Das Kleinkraftrad= wurde leicht beschädigt. „Dnus Andronkus 44 Schauspielbeginn im Bochumer Stadttheater Einsag sul=Draischiaut 18 Jahre Technische Nothilfe—. Im Kampfe während der Notzeiten in Bochum Das Stadttheater Bochum eröffnete Mittwoch abend die neue Schauspielzeit mit der Aufführung von William Chakespeares„Titus Andronicus“ als letztem Werk des zur„2. Deutschen Shakespeare= Woche" vorbereiteten Zyklus der Römerdramen. Das gut besuchte Haus dankte mit starkem Beifall für dis überzeugende Form, in der das ungeheuerliche, BA.-Muthherr maßlose Jugendwerk des großen germanischen Dramatikers geboten wurde. Unser Bild zeigt in der zweiten Szene der Aufführung Kaiserin Tamora(Adele Schönfeld), Kaiser Saturnin(Walter Kaltheuner) und im Vordergrund Titus Andronicus(Gerhard Meinecke). Am 30. September 1937 jährt sich zum 18. Male der Tag, an dem die Technische Nothilfe im Jahre 1919 aus zwingender Not ins Leben gerufen wurde. Fast unüberwindbar waren die von ihr selbst übernommenen Aufgaben. Jedoch sie wurden bewältigt! Mit dem Mute des Willens zur deutschen Nation und aus der politischen Notwendigkeit entstand die Technische Nothilfe. Aufrufe in Zeitungen und Anschlägen zogen die Volksgenossen heran, die bereit waren, im friedlichen Kampfe für das Volksganze zu arbeiten.„Dem Volk zum Schutz, der Not zum Trutz!“ wurde der Wahlspruch der Technischen Nothilfe, dem Tausende und aber Tausende folgten. Zu denen, die Deutschlands Untergang nicht stillschweigend mit ansehen wollten und sich energisch zur Wehr setzten, gehörten die Freikorps und nicht zuletzt die Garde=Kavallerie=Schützen=Division. Aus ihren Reihen, die nur das eine Ziel kannten, Deutschland nicht den roten Mächten auszuliefern, bildeten sich die ersten Organisationen, die sich. als Spartakus militärisch niedergerungen war, ins Zeug legten, um das Wirtschaftsleben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Die vielen Streiks, die in dieser Zeit an der Tagesordnung waren und die das Leben des Volkes gefährdeten durch die Stillegung lebenswichtiger Betriebe. mußten aufhören. So wurde am 30. September 1919 eine technische Truppe aufgestellt, die die Aufgabe hatte, im Notfalle für die Inganahaltung dieser Werke zu sorgen. Mit beispielloser Selbstlosigkeit und soldatischer Disziplin ist die Technische Nothilfe an diese von ihr selbst übernommenen Aufgaben herangegangen und hat sie auch zum Nutzen des ganzen Volkes durchgeführt. Sie verfolate nur das Ziel des Wiederaufbaues einer starken, selbstbewußten deutschen Nation. Erinnern wir uns noch der Großeinsätze in den Jahren 1919 bis 1923 in lebenswichtigen Betrieben. Auch in Bochum wütete der Spuk des Spartakus, Hand in Hand mit dem des Sevaratismus. Noch gab es keine freiwillige staatlich anerkannte Hilfe. Der erste Führer der noch militärisch aufgezogenen Organisation der Technischen Abteilung war Major a. D. Bering. Dann aber folgten andere Männer Heimlich versammekte man sich. Und wenn die Vertreter des roten Systems nur einer dieser Versammlung beigewohnt hätten, sie wären bestimmt nicht so siegessicher gewesen. Denn hier wurde der Widerstand gegen die terrorialen Streiks organisiert. Oberingenieur Brinker hatte mit Hilfe der oberen Klassen der Beraschule den Kern der Technischen Nothilfe in Bochum gebildet. Im ganzen BA.-Archiv Umlegen eines 60 Meter hohen Kamins auf Constantin 3 waren es vielleicht 100 Mann. Langsam wurde die Organisation ausgebaut. Infolge Versetzung gab Herr Brinker sein Amt ab und Herr Wehmeier wurde achfolger. Er arbeitete in der bisherigen Form id wurde am 6. Dezember 1920 als OrtsgrupG Tehruar 10 wurde sein Nack weiter uno wurde am 6. Dezember 1920 alz penführer amtlich bestatigr. Im Fedruar 1921 die Bochumer Technische Nothilfe zum ersten Male bei der Bekämpfung des Eisenbahnerstreiks angefordert und der damalige Ortsgruppenführer Wehmeier mit der Stellung von 60 Nothelfern beauftragt. Er holte sie sich Plassen der Bergschule— die Bochumer unstorcumen für durchaus den oberen Klassen orx, verp###le,— die Boch Kameraden waren in den Unterrunftsräumen für Seite 4 Nr. 229 7 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 30. September 1937 volkänernchnsestwöce r33. Die Veranstaltungen des 7. Tages Donnerstag, 30. September 19½ Uhr: Turmmusiken 20 Uhr: Im Schützenhof: 1. Konzertveranstaltung der Stadt Bochum 1937/38 Chor- und Orchester-Konzert „Von deutscher Seele“ Kantate für Soli, Chor, Orgel und Orchester von Hans Pfitzner. Ausführende: Helene Vierthaler(Sopran), Emmy Leisner(Alt), Ernst Bauer(Tenor), Ewald Kaldeweier (Baß), der Städtische Musikverein Bochum, der Bochumer Männer=Gesangverein, das Städtische Orchester Bochum Leitung: Professor Leopold Reichwein Geistiche Mäsn in der Masiisestwoche Zehn Kirchenchöre begingen eine musikalische Feierstunde reisende Eisenbabner auf dem Hauptbahnhof in Wanne untergebracht. Die Polizei stellte den notwendigen Schutz und in drei bis vier Tagen, bei denen nur nachts gearbeitet werden konnte, wurden Lokomotiven geheizt, ausgeschlackt und alles ausgeführt, um der Eisenbahn den Fahrbetrieb zu ermöglichen. Der zweite Einsatz war in der Schlegel=Scharpenseel=Brauerei vom 13. bis 16. Juli 1921. Der dritte Einsatz fand am 11. Dezember 1921 in der Viktoriabrauerei an der Blumenstraße statt. Der letzte Einsatz erfolgte auf der Zeche Radbod in Hamm. Dieses große Werk versorgt Münster und große Gebiete Westfalens mit Licht und Kraft. Insgesamt wurden im Frühjahr 1922 rund 1000 Nothelfer aus ganz Westfalen angefordert, von denen Bochum etwa 50 stellte. Gleichzeitig war Militär eingesetzt und es wäre zu schweren Schießereien gekommen, wenn die Streikenden nicht isoliert und ausgesperrt worden wären. Nach drei bis vier Tagen rückten die Nothelfer, ohne eingreifen zu müssen, wieder ab. Eine Einigung mit den Streikenden war erzielt worden. Am Tage vor dem Einzug der Franzosen in Bochum löste der Nachfolger des bis 1922 amtierenden Ortsgruppenführers Wehmeier, Dipl.=Ing. Kruskopf, die Ortsgruppe auf, die erst nach dem Abmarsch des Feindes im Herbst wieder aufgebaut wurde Inzwischen waren die Aufgaben der Technischen Nothilfe bedeutend erweitert worden. So kam der Katastrophen= und Hilfsdienst, und als der Freiwillige Arbeitsdienst entstand, übernahm die Technische Nuthilfe auch solche Arbeiten. Die Ortsgruppe Bochum hat sich hier vorbildlich in den Ruhrweiden im Gebiete des Städtischen Wasserwerkes in Baak in Verbindung mit der Stadtverwaltung Bochum und der Ruhr=Schiffahrtsgesellschaft Duisburg betätigt. Auch im Dritten Reich wurde die Notwendigkeit der Technischen Nothilfe anerkannt und ihre Aufgaben bedeutend erweitert. Sie erhielt besondere Aufgaben im zivilen Luftschutz und wurde durch Verfügung vom 28 Juni 1937 dem Chef der deutschen Polizei unterstellt. Die Nothelfer, die zu selbstloser Arbeit jederzeit bereit stehen, wissen, daß diese Arbeit zum Wohle des ganzen Volkes geschieht und daß sie den Führer in seinem Kampf für Deutschland unterstützen. So besteht die Technische Nothilfe auch heute noch als ein Freikorps der Arbeit. Vom Geschick verfolgt. Dem Krankenhaus wieder zugeführt werden mußte der Laerstraße 82 wohnende Montageschlosser Karl Ch., der auf einer benachbarten Verksbaustelle beschäftigt ist. Bereits vor einigen Wochen erlitt der Aermste einen Berufsunfall, wonach er in eine Bochumer Krankenhaus mußte. Nun erlitt er wieder an der Stelle der alten Verletzung einen Berufsunfall, der Krankenhausbehandlung notwendig macht. Versand von Gaben für die Winterhilfe als Postgut. Von sofort an bis Ende März 1938 können Postgutsendungen mit Gaben für das Winterhilfswerk einzeln nach allen Orten versandt werden unter folgenden Bedingungen: 1. Absender oder Empfänger des Postguts müssen das Winterhilfswerk oder seine Vertretungen (Orts. Kreis=, Gau= usw. Vertretung) sein. 2. Die Sendungen und die grünen Postgutkarten müssen neben der Angabe„Postgut“ den Vermerk„Gaben für die Winterhilfe des Deutschen Volkes" oder kurzweg „Winterhilfe" tragen. Im ganzen noch freundlich Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr. Nach der gestern über uns hinweggezogenen Störung konnte sich infolge Kaltluftzufuhr in den unteren Schichten ein schwaches Hoch aufbauen. In dessen Bereich wird zunächst noch freundliches Wetter herrschen, doch wird die rege Störungstätigkeit über Island später erneute Eintrubung und Wetterverschlechterung aufkommen lassen. Die Aussichten für Donnerstag: Nach verbreitetem Frühdunst und stellenweisem Bodennebel zunächst noch heiter bis wolkig. Am Spätnachmittag Bewölkungszunahme bei Temperaturen von 18 bis 20 Grad. Mäßige Winde aus wechselnder Richtung. Keine Niederschläge.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei südlichen bis südwestlichen Winden meist stärker bewölkt bis bedeckt mit aufkommenden Niederschlägen. Temperaturen wenig geändert. Mittwoch, 29. September Barometer z: Uhr: 13/8 Thermometer 24 Uhr:#5 Zeiten für Sonne und Mond am 30. September: () Aufg 6 28, Unterg. 18.11: CAufg..41, Unterg. 1612 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Die in den Kirchenchören zusammengeschlossenen Kräfte, die sich fast ausschließlich mit geistlicher Kunst befassen, sind wesentlich zahlreicher als der Kreis der Sangesfreunde, denen die Pflege weltlicher Musik in gemischtem Satz Ziel und Aufgabe bedeutet. Das ist schade um die vielen herrlichen Werke, die, nicht zuletzt gerade in jüngster Zeit, für gemischte Chöre geschaffen wurden. Was auf dem Gebiet geistlicher Literatur die Zeit vor und um Bach, und was die letzten Jahre an solchen Sätzen geboren haben— darüber gaben die in sechs Bochumer Kirchen aus Anlaß der Musikfestwoche veranstalteten Feierstunden aufschlußreiche Uebersicht. Die evangelischen Kirchenchöre der Innenstadt hatten sich in begrüßenswerter Art vereit stuskirche gemeinsam eine brkeinigt, um in der Chrigemeinsam eine großangelegte Abendmusik zu begehen. Die Chöre der Christus=Friedens=, Luther= und Pauluskirche beschäftigten sich mit der geistlichen Kunst, die das Zeitalter Bachs in so überreicher Fülle hervorgebracht hat. Durch solistische Gaben von Irmgard Becker=Glebe, Curt Hofmann und Hermann Schneck wurde das umfangreiche Programm erweitert, dem Crügers vielfach geteilte Kantate„Ich singe Dir mit Herz und Mund“ gewichtigen Ausklang gab. In nächster Nachbarschaft widmete der Propsteikirchenchor die Feier einer Vortragsfolge, die auf recht schwierigen Sätzen frühmittelalterlicher und klassischer deutscher Musik aufgebaut war. Namen wie Orlanoo vi Lasso, Haßler, Bruckner und Brahms gaben dem wertvollen Programm künstlerisch bedeutsames Format. Bruckner stand auch mehrmals auf dem Programm des Musikabends in der Marienkirche. Den breitesten Raum nahm hier ein Zyklus von sieben Marienliedern ein, der den viel gesungenen, lyrisch klangvollen und thematisch erfindungsreichen Karlsruher Komponisten Franz Philipp zum Verfasser hat. Um Chorsätze, die ihrer schwierigen Ausführbarkeit wegen gern gemieden werden, bemüht sich seit je der Chor der Melanchthonkirche. Auch jetzt wieder standen solch komplizierte Arbeiten von Eccard, eine achtstimmige Motette von Schütz und zwei moderne Kompositionen von Pepping auf dem Programm. Friedel Neumann, Paul Wieber und Willy Mehrmann waren hier die solistischen Helfer. Nicht weniger interessante Genüsse vermittelt im Ehrenfeld erfahrungsgemäß immer wieder der Chor der Meinolphuskirche, dem bei dieser Gelegenheit der Chor der Wiemelhauser Johanneskirche angegliedert, war. Mit ausschließlich zeitgenössischer Kunst beschaftigee sich die vielfältige Vortragsfolge, der die lebendig gezeichneten Sätze von Meßner, Kromolicki und Philipp wirksam farbiges Gepräge gaben. Frau Walther=Alsdorf, Mitglieder des Städtichen Orchesters und Heinrich Tacke erledigten die solistischen Aufgaben. Die Mitwirkung des Bochumer Kammerorchesters gab dem Chor der Petrikirche die Möglichkeit, die Vortragsfolge auf instrumental begleiteten Kompositionen aufbauen und so ein klanglich wechselvolles Programm erreichen zu können. Rosenmüllers 138. Psalm und eine Kantate von Krieger bereicherten das Programm bedeutsam. Hier war auch ein besonders großer Kreis von Solisten tätig: Irene Rust, Else Schmidt, Fritz Poebel und Herbert Beil als gesangliche Kräfte, Dela Dierichs am Cembalo und Hilde Klein an der Orgel. Der Besuch war, soweit sich das bei der Vielzahl der Veranstaltungen feststellen ließ, fast durchweg sehr stark. W. Hoffmann(Jacob) H. Kleinjohann(Spittler), H. Henkel(Remerscheid), F. Kruza(Bockstedt), W Linofzek (Ungethüm), A. Papenheim(Rolwes), W. Tondera (Schulte), H. Bürgers(Koch). Aus Wattenscheid bestanden: H. Menzenbach(Neumann), W. Teben (Teben), Maria Motzek(Schattschneider). Mit dem Prädikat„Sehr aut“ wurden ausgezeichnet: Hilde Hollenbach. Anny Loeneke und Notz. Ermedan und Beutisches Lieo Immer erklangen in der Freude des Erntefestes frohe Lieder, im Singen gab das Volk seinen Dank für den Segen der Frucht beredten Ausdruck. Wie sollte da beim großen Erntedanktag, der auf dem Bückeberg Ungezählten vereinigt, die gewaltige Wirkung des deutschen Liedes in der feierlichen Ausgestaltung des Programms fehlen, wo doch in Breslau der Gesang der Tausende unfaßlichen Eindruck hinterlassen hat. In Zusammenarbeit mit dem Propagandaministerium und dem Deutschen Sängerbund ist es gelungen, etwa 11 000 Sänger auf dem Bückeberg zum Einsatz zu bringen. Bis Samstag 16 Uhr treffen die Sänger in Tündern bei Hameln ein und werden in einer Sängerzeltstadt untergebracht. Bereits um 17 Uhr beginnt auf dem Bückeberg die Generalprobe. Am Sonntag, dem., am Erntedanktag, gelangen in der Zeit von 9 bis 11 Uhr auf dem Bückeberg mehrstimmige Chöre und auch einstimmige Volkslieder zum Vortrag. Diese sollen von allen auf dem Berg versammelten Volksgenossen mitgesungen werden. Das von der Reichspropagandaleitung herausgebrachte Programmheft enthält die genauen Texte dieser Lieder. Alle Besucher des Bückebergfestes brauchen deshalb dieses Programmheft. Von den mehrstimmigen Chören, die zur Aufführung gelangen, seien besonders erwähnt:„Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" und„Der deutschen Arbeit Feiertag." Das letztgenannte Lied wird von einem Männerchor zusammen mit einem Chor von 1000 Kindern gesungen. Verschiedene der Volkslieder und Chöre werden von acht Musikkorps der Wehrmacht begleitet, die auch selbst während der Gesangspausen Militärmärsche zu Gehör bringen. In unserer Stadt wird im Verlauf der Musik= festwoche eine besondere Abendfeier unter dem Titel „Erntedank“ am Vorabend des Bückebergfestes des Tages gedenken. Ausgezeichnete Leistungen bei der Lehrlingsprüfung der Bochumer Friseurinnung. Den Herbst=Lehrlingsprüfungen der Bochumer Friseurinnung unterzogen sich am Montag und Dienstag 25 weibliche und männliche Lehrlinge in den Räumen der Fachschule an der Trankgasse. In Anwesenheit des Obermeisters Wüst und der Prüfungskommission der Friseurinnung sowie des Direktors Cramer von der Berufsschule nahm in den Vormittagsstunden Gewerbeoberlehrer Klosterberg die theoretische Prüfung ab. In den Nachmittagsstunden unterzogen sich die Lehrlinge dann der vielseitigen praktischen Prufung ihres Handwerks. Neben den verschiedenen vorgeschriebenen Haarschnitten hatten die Pruflinge ihre Fähigkeit in der Herstellung der verschiedenen Damenfrisuren nachzuweisen. Hier war unverkennbar ein Fortschritt in den Leistungen gegenüber den früheren Jahren zu verzeichnen, was nicht zuletzt auf die zusätzliche Berufsschulung zurückzuführen ist. Die Prüflinge hatten als Gesellenarbeit außerdem eine Tressenarbeit und eine Straßenverücke anzufertigen. Auch hier war der Durchschnitt zufriedenstellend, denn heute werden Haararbeiten nur in wenigen Betrieben gemacht, so daß das Schwergewicht dieser Schulung bei der Berufs= und Fachschule liegt. die Ausgezeichnetes hierin leistet. Die Prüfung haben bestanden: Hilde Hollenbach(bei Hollenbach), Anny Loeneke(Korneffel). E. Cirkel (Buyl), H. Dubehaar(Dellwo), H. Woydock(Schmettmann), Philipp(Giese), E. Schneider(Pusch), W. Schmidt(Thalmann), Notz(Berse), Schlichtina(Grave), EAMWTET Wintergemüse stellt sich vor Der Mittwoch=Markt In der Krim brachte neben einer reichen Anfuhr an Rot=, Weiß= und Blumenkohl auch schon Rosenkohl und die ersten Schwarzwurzeln auf den Markt. Endiviensalat war stark gefragt. Pflaumen wurden nur hier und da noch feilgeboten, dagegen war das Angebot an Aepfeln und Birnen überaus reichhaltig. Ebenso reich war die Anfuhr an Weintrauben. Die Fischbestände waren erfreulich gut beschickt. Die reiche Auswahl an bunten Herbstblumen gaben dem Markt ein überaus farbiges Gesicht. 's notierten die Preise am 29 September Möhren ½ ke 7 10 J Frische Aevfel.. ½ be 16—30 A Reintrauben........ 9, b6 33. 40 3 Birnen Kovfsalat......... Kopf 8 Endiviensalat.......„ Schlangengurken..... Sinn 49—28 S Pfirsiche ½ ke 35-45 L Bohnen ½ ke 15-30 J Einmachgurken a ko—27" Vilze ½ ke 30.-60 Rübstiel Bund-8% Frischer Wirsing...... ½ 68 1 Blumenkohl 15—32* Spinat ½ ks 10 J Rotkobl ½ ks 10 B Weißkobl ½ ke 5 J Rote Beete.......... 2 ks 10. 15 J Radieschen......... Bund—10 J Bananen 49 ke 25 J Tomaten........... ½ ke 10—12 L Zwiebeln ½ k4 75— 9 3 Frische Kartoffeln...... 5ke 41-51 P Kohlrabi Eier Stck 12-125 S Zitronen Stück 12 J Butter ½ ke 160 B Sahnekäse ½ ka 70 B Quarkkäse Rindsleisch.......... 4. ke 85 100 3 Schweinefleisch... ½ ks 85- 110 J Kalbfleisch ½ ks 90- 130 B Hammelfleisch 1 ke 120 J Kabelsau.. ½ ks 20 25 J Schellfisch... ½ ks 30 40 F ½ ke 35—40 S 12 ke 30 S ½3 ke 25 L ½ ke 30 S ½ k6 25 5 ½ ke 30 J 1½ ke 50 J ½ ks 90 S Seebecht........... ½3 ke 35 L Heilbutt...... ½ ks 80-90 L Fischfitet Rotbarsch... Seelachs Schollen Makrelen Bresen Grüne Heringe Hecht Seehe: 22. September ½ ke 10 S ½ ke 16-30 S ½ ke 30- 40 S ½ ke 20- 35 S Kopfs Stsick 10 3 Stück 20— 28 S ½ ke 35—45.J ½ ke 21—30 U ½ ke 14-27 3 ½ ke 30 60 S Bund—8 J 1. ke 10 S 15—35 J ½ ke 15 J ½ ke 10 B o k 6 S ½ ke 10 15 S Bund—10 J ½ ke 30 J ½ ke 84—15 J Ue ke 9 S 5 ke 41—51 L ½ ke 74-10' Stck. 113- 126 J Stück 12 3 1 ke 160 J ½ ke 70 J 1 ke 40 J ½ ke 85- 100 J ½ ke 85- 110 ½ ke 90—130 3 ½ ke 120 J ½ ke 20- 25 J ½ ke 30-40 J ks 35—40 ½ ks 30 S 1 ks 25 J ½ ks 30 S 12 k8 25 J 13 be 30 1½ ke 50 S ½8 K§ 99 S ½ ke 35 J ½ ke 80—90 S ½ L. Ort Essen Kabler Asten Brocken Hamburg Bertin München Zugspitze Ein Abend voller Schrecken Das Anglau dei der Inchenial Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Bochumer Veranstaltungen Eröffnung der Konzertspielzeit in Bochum. Auf die erste Konzertveranstaltung, die heute, 30. September, 20 Uhr, im Schützenhof stattfindet, wird nochmals ganz besonders aufmerksam gemacht. Es gelangt die romantische Kantate„Von deutscher Seele" nach Sprüchen und Gedichten von Josef von Elchendorff für vier Solostimmen, gemischten Chor, großes Orchester und Orgel, komponiert von Hans Pfitzner, zur Aufführung. Mitwirkende: Helene Vierthaler(Sopran), Kammersängerin Emmy Leisner (Alt), Willi Lorscheider(Tenor), Ewald Kaldeweier(Baß), Willy Mehrmann(Orgel), der Städtische Musikverein Bochum, der Bochumer Männergesangverein und das Städtische Orchester Bochum. Leitung: Städtischer Kapellmeister Professor Leopold Reichwein. Schülerkonzert Karl Wolff Morgen abend veranstaltet der Gesangspädagoge Karl Wolff im Rahmen der Musikfestwoche ein Schülerkonzert im Parkbotel Haus Rechen. Zur Aufführung gelangen Arten und Ensembles aus Opern von Mozart und Verdi. Der Männergesangverein„Frohsinn“, Bochum=Weitmar wirkt mit. Traditionseck Wohin gehen wir heute? Stadttheater: Geschlossen. Tonhauen=Gaststatte und=Diele: Konzert und Tanz. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Die Sünde wider das Leben. Capitol: ab 15.30 Uhr: Der Unwiderstehliche. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Herrin der Wildnis. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Mädchen in Weiß. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Gauner im Frack. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Der Etappenhase. Odcon: ab 15.30 Uhr: Gleisdreieck. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Gleisdreieck. Ufa=Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Versprich mir nichts. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Mansa Valewska. Apollo Weitmar: Der Mann, von dem man spricht. Capitol Langendreer: Husaren heraus. Capitol Werne: Madame Bovary. Kammerlichtspiele Gerthe: Meuterei auf der Bounty. Lichtdurg Laugendreer: Mein Sohn, der Herr Minister. Union-Theater Gerthe: Lumpaci Vagabundus. Schauburg Wanne=Gickel: Der lustige Witwendall. Am Abend des 13. Juni stießen gerade bei Ende des Gottesdienstes vor der Christkönigkirche an der Kreuzung Oskar=Hoffmann=Straße— Waldring zwei Kraftwagen zusammen. Es war ein großer Wagen, der vom Waldring her kam, und ein kleiner Wagen, der von der Wittener Straße her durch die Oskar=Hoffmann=Straße der Innenstadt zustrebte und zum Zeichen, daß er nach rechts in die Düppelstraße abbiegen wollte, den Winker herausgestreckt hatte. Der kleine Wagen wurde herumgerissen, ein Stuck mitgeschleift und dann umgeworfen. Der große Wagen fuhr noch ein Stück weiter und stürzte ebenfalls um. Es gab zahlreiche Verletzte, Verstauchungen, Knochenbrüche, Wunden und Scherben. Im kleinen Wagen saß der hiesige Photograph K. mit Frau und Tochter; der große Wagen sollte eine Anzahl Krankenschwestern wieder in ein Hospital zurückbefördern. Der kleine Wagen war fast völlig zerstört, ineinandergeschoben und bildete nur noch ein Häufchen Unheil. Auch der große Wagen hatte allerhand mitbekommen. Da es Sonntag abend war, ging das Abschleppen nicht sehr schnell vorwärts, wenngleich auch sofort zahlreiche Menschenhände zur ersten Hilfeleistung eingriffen. Daß es an diesem Abend voller Schrecken nicht gar Tote und Schwerverletzte gegeben hat, kann man noch als ein großes Glück bei allem Unheil preisen. Da zahlreiche Augenzeugen den Unfall beobachteten, war die rechtliche Klärung des Falles nicht schwer. Sie fand soeben vor dem Bochumer Schöffengericht statt. Es ergab sich, daß der kleine Wagen, der übrigens das Vorfahrtsrecht hatte, da die Oskar=Hoffmann=Straße eine verkehrsreiche Straße ist und der Photograph zudem von rechts kam, langsam fuhr, um die Kirchgänger nicht zu gefährden, die eben das Gotteshaus zu verlassen begonnen hatten. Dagegen soll der große Wagen ein sehr heftiges Tempo gehabt haben, sonst wären auch die Wucht des Anpralls und die an dem kleinen Wagen hervorgerufenen Schäden nicht verständlich. Der Fahrer des großen Wagens war deshalb wegen fahrlässiger Körperverletzung und Vergehens gegen die Verkehrsordnung unter Anklage gestellt worden. Er scheint den kleinen Wagen überhaupt nicht gesehen zu haben. Das Urteil lautete dahin, das Unheil sei durch die Alleinschuld des Angeklagten entstanden, weil er das Vorfahrtsrecht grobfahrlässig verletzt habe. Es wurden 120 Mark Geldstvafe gegen den Angeklagten festgesetzt, wobei betont wurde, daß der Angeklagte ganz rücksichtslos gefahren sein müsse, sonst hätte das Unglück nicht geschehen können. Im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen Ein Albert G. von Wattenscheid war im Juli 1986 von der Strafkammer Bochum wegen Erregung öffentlichen Aergernisses in zwei Fällen zu einem Jahre 9 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auf Betreiben des Angeklagten, der einen Teil dieser Strafe verbüßt hat, wurde das Verfahren erneut ausgenommen. Die erneute Verhandlung ging, da sie mit einem Ortstermin verbunden werden sollte, im Gebäude des Amtsgerichts Wattenscheid vor sich. Zu dieser Verhandlung der Strafkammer war ein verstärkter Zeugenapparat aufgeboten. Nach längerer Verhandlung wurde von der Ortsbesichtigung Abstand genommen und der Angeklagte wegen Beweismangels freigesprochen. Die umstrittene Markttasche Die Neuregelung des gewerblichen Lebens will den Einzelhandel durch gewisse Bestimmungen schutzen, indem sie für die einzelnen Branchen wichtige bindende Regeln aufstellt. Damit soll einem falschen und ungesunden Wettbewerbe vorgebeugt werden. Alle diese Veränderungen hier einzeln aufzuführen, die sich bei Geschäftserweiterungen, Ladenvergrößerungen, Aufnahme neuer Verkaufsartikel und dergleichen ergeben, ist nicht angängig. Soviel aber soll hier gesagt sein. daß es verboten ist, artfremde Waren zu führen bzw. neu aufzunehmen. Die Frage, ob eine Ware wesensfremd, also branchefremd ist oder nicht, sich also zwanglos dem bisherigen Geschäftsbetriebe anpaßt oder nicht, scheint auf den allerersten Blick leicht lösbar. Das verhindert natürlich nicht, daß sich im einzelnen Zweifel darüber ergeben können, ob die eine oder die andere Verkaufsware zugelassen werden soll oder nicht. Der Fall, der soeben das Amtsgericht beschäftigt hat, behandelte einen solchen Zweifel, über den nun der Richter entscheiden sollte. Ein Großgeschäft in Haushaltwaren hatte als neuen Verkaufsgegenstand EinkaufsLeder bzw. lederähnlichen machte geltend, daß zu einem Haushaltwarengeschäft zwanglos auch Einkaufstaschen gehören, ganz gleich, aus noch jetzt wurden Einkaufskörbe und Einkaufsnetze geführt, neuerdings seien die spaltledernen Taschen mit Reißverschluß beliebt. Eine Aufnahme von Lederwaren schlechthin sei damit aber nicht beabsichtigt. Andere Taschen wurden auch nicht seiel laschen für andere Zwecke würde einem Haushaltwarengeschäft nicht suchen. Auf den gleichen Standpunkt habe sich in einem ähnlichen Falle auch schon das Bezirksverwaltungsgericht in Arnsberg gestellt, dessen Erkenntnis dem Richter überreicht wurde. Die Verhandlung vor dem Schöffengericht endete damit, daß nunmehr selbst der öffentliche Ankläger die Freisprechung des Angeklagten beantragte, da ein bewußter und strafbarer, Verstoß gegen die Brancheverordnung in dem Vertauf der Haushaltstaschen nicht erblickt werden könna. Zehn Jahre Waffenring der deutschen Nachrichtentruppe. Als im Jahre 1927 sich allmählich wieder die Frontkämpfer zusammenfanden, weil man einsah, daß das gemeinsame Erleben nicht verlorengehen dürfe und vielleicht einmal den Keim zu neuem Erstarken bilden könnte, wurde auch der Waffenring der deutschen Nachrichtentruppe gegründet, der vom 9. bis 11. Oktober in Hannover zu einer Wiedersehensfeier aller Kameraden der deutschen Nachrichtentruppe aufruft. Nähere Auskunft: Oberpostrat Benecke, Hannover, Reichspostdirektion. Aus der (Nach Bekanntmachungen der Partei) Donnerstag, 30. Septemberg RS.=Frauenschaft Langendreer=Wilhelmshöh. 16 Uhr: Zusammenkunft bei Schulte. NS.=Frauenschaft Langendreer=Bahnhof. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Wollenweber. RSDAP. Gerthe. 20 Uhr: Schulungsabend für alle Politischen Leiter, Walter und Warte der Gliederungen bei Kalthoff. Erscheinen ist Pflicht. RS.=Frauenschaft Altenbochum. 20 Uhr: Erste Zusammenkunft der neugegründeten Jugendgruppe im Heim, Wittener Straße 251. NS.=Frauenschaft Laer. 13 Uhr: Trefspunkt an der Schillerschule zur Abfahrt nach Dortmund(Ausstellung). NS.=Frauenschaft und Frauenwerk Weitmar=Mark. 16.30 Uhr: Pflichtstunde bei Hülsmeier. Es spricht Fräulein Schrader. RS.=Frauenschaft Dahlhausen. 16 Uhr: Ueben der Singschar. NS.=Frauenschatf und Frauenwerk Langendreer=Ober= dorf. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Heemann. Liederbücher mitbringen. RSDAP. Hordel. 20 Uhr: Schulungsabend für alle Politischen Leiter, Amtswalter der DAF. und NSV., die am 23. September nicht teilnehmen konnten, im Heim an der Fichtestraße. RS.=Frauenschaft Hordel. 15 Uhr: Spielkreis in Unterhordel. durch Freude. Donnerstag, 30. Septemder Spezialgymnastik nur für Frauen von 20.45 bis 21.45 Uhr: Uebungsraum der Bürgergesellschaft, Wilhelmstraße 9. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Gymnastikschule, Rottstraße 29. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Drusenbergschule. Schwimmen nur für Frauen von 20.15 dis 21.15 Uhr, Badeanstalt, Marienstraße; von 21.15 bis 22.15 Uhr: Badeanstalt, Martenstraße. Körperschule für die Politischen Leiter der RSDAP. von 20.30 bis 22 Uhr: Turnhalle der Verwaltungsakademie, Wittener Straße. Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Wirtschaft Höhn, Bochum=Werne. Kleinkaliverschießen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: auf dem Schießstand des Volkisvort#latzes an der Castroper Straße. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 14) Seite 5 Nr. 229 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 30. September 1937 H. Kleinjohann(Spittler), H. Kruza(Bockstedt). W Linofzek heim(Rolwes), W. Tondera Koch). Aus Wattenscheid bach(Neumann), W. Teben (Schattschneider). Mit dem irden ausgezeichnet: Hilde Holind Notz. EWVTET üse stellt sich vor In der Krim brachte neben Rot=, Weiß= und Blumenkohl ind die ersten Schwarzwurzeln salat war stark gefragt. Pflaund da noch feilgeboten, dagegen feln und Birnen überaus reichr die Anfuhr an Weintrauben. erfreulich gut beschickt. Die en Herbstblumen gaben dem iges Gesicht. 22. September ½ ke 10 S . ke 16-30 S m 29 September . ½ ke 71-10 J " ½ be 16—30 . ½ ke 22-40 J . ½ ke 25-35 L Kopf 8 8 „ S t ü c k 1 0 B Stück 20—28 J . ½ ke 35-45 L "% ke 15-30 J " In ke—27 L „ ½ ke 30.-60 " Bund-8 5 ½ k4 10 F „ 15— 35 L . ½ kt 10 J . ½ ke 10 J . Ue ke 5 J .% ke 10 15 L Bund—10 J . 4 kr 25 S . ½ ke 10—12 S . ½ ke 75— 9 L " 5 k e 4 1- 5 1 S " Sick. 7— 9 L Stck 12-129 S Stück 12 3 . ½ ke 160 B „ ½ ke 70 L 2 ke 40 ½ ke 85- 100 J . ½ ke 85- 110 S . ½ ke 90- 130 S . 1 ke 120 S . ½ k 20 25 S . ½ ke 30- 40 S . ½ ke 35—40 L . 1 ke 30 J . ½ ke 25 L : ½ ke 30 J . ½ kg 25 J „ ½ kg 30 J " 1½ ke 50 J . ½ ks 90 L . ½8 ke 35 J . ½ ke 80- 90 L ½ ke 30- 40 S ½ ke 20- 35 S Kopf 8 Stsick 10 3 Stück 20—28 S ½ ke 35—45.J ½ ke 21—30 S ½ ke 14-27 3 ½ ke 30 60 S Bund—8 J 1. ke 10 S 15—35 ½ ke 15 J ½ ke 10 J ½9 ke 6 S ½ ke 10 15 J Bund—10 J ½ ke 30 J ½ ke 84—15 J 1e ke 9 S 5 ke 41—51 L ½ ke 74-10" Stck. 119- 126 J Stück 12 3 1 ke 160 J ½ ke 70 J ½9 ke 40 J ½ ke 85- 100 S ½ ke 85- 110 S ½ ke 90—130 J ½ ke 120 J ½ ke 20- 25 J ½ ks 30-40 J ½ kg 35—40 J ½ ks 30 S ½ ke 25 J ½ ks 30 S ½2 kS 25 J ½ ke 30 S 1½ ke 50 S ½ K8 99 S ½ ke 35 J ½ ke 80—90 S Zeranstaltungen rtspielzeit in Bochum. Auf die , die heute, 30. September, 20 tfindet, wird nochmals ganz beicht. Es gelangt die romantische Seele“ nach Sprüchen und Geschendorff für pier Solostimmen, Orchester und Orgel, komponiert lufführung. Mitwirkende: Helene kammersängerin Emmy Leisner Tenor), Ewald Kaldeweier(Baß), der Städtische Musikverein Boinergesangverein und das StädtiLeitung: Städtischer Kapellmeister ein. solff. Morgen abend veranstaltet il Wolff im Rahmen der Musikert im Parkbotel Haus Rechen. Arten und Ensembles aus Opern Der Männergesangverein„Frohdirkt mit. ionseck der deutschen Nachrichtentruppe. tählich wieder die Frontkämpfer einsah, daß das gemeinsame dürfe und vielleicht einmal den bilden könnte, wurde auch der lachrichtentruppe gegründet, der Hannover zu einer Wiederder deutschen Nachrichtentruppe Oberpostrat Benecke, Hannover, r NSOAy. machungen der Partei) g. 30. Septemberg igendreer=Wilhelmshöh. 16 Uhr: te. gendreer=Bahnhof. 20 Uhr: Zuweber. Uhr: Schulungsabend für alle er und Warte der Gliederungen ist Pflicht. nbochum. 20 Uhr: Erste Zusamindeten Jugendgruppe im Heim, 13 Uhr: Trefspunkt an der nach Dortmund(Ausstellung). nd Frauenwerk Weitmar=Mark. bei Hülsmeier. Es spricht Fräuhausen. 16 Uhr: Ueben der Frauenwerk Langendreer=Oberkunft bei Heemann. Liederbücher Uhr: Schulungsabend für alle valter der DAF. und RSV., die teilnehmen konnten, im Heim an el. 15 Uhr: Spielkreis in Untert d u r c h F r e u d e. g. 30. Septemder für Frauen von 20.45 bis 21.45 Bürgergesellschaft, Wilhelmstraße 9. nd Spiele nur für Frauen von tikschule, Rottstraße 29. r Frauen und Männer von 20 er Drusenbergschule. Frauen von 20.15 bis 21.15 Uhr, ; von 21.15 bis 22.15 Uhr: BadePolitischen Leiter der NSDAP. Turnhalle der Verwaltungsakadeund Männer von 20 bis 22 Uhr: =Werne. Frauen und Männer von 20 bis tand des Votkisvor#nlatzes an der schrichten auf Seite 14) Csipreaßenuefrei dir Semetrone für den Führer— Krone und Kranz schon auf dem Wege zum Bückeberg dnb Königsberg, 29. September. Am kommenden Sonntag wird das ganze deutsche Land den Erntedanktag feiern. Ostpreußen ist in diesem Jahre die Ehre zuteil geworden, die Erntekrone für den Führer und den Kranz für den Reichsbauernführer zu winden. Fünfzig ostpreußische Jungbäuerinnen traten am Dienstag von Wehlau aus mit Krone und Kranz die Fahrt zum Bückeberg an. Die ganze Stadt Wehlau nahm an der Ueberführung herzlichen Anteil. Am Bahnhof hatte die Schuljugend Aufstellung genommen, um der Erntekrone auch ihre Grüße an den Führer mitzugeben. Hier wurden Krone und Kranz in einem eigens zu diesem Zwecke gebauten Kasten verwahrt, in dem auch die Erntegaben Ostpreußens ihre Fahrt nach dem Bückeberg antreten. Darré zum Erntedankfest dnb Berlin, 29. September. Zum diesjährigen Erntedankfest gab der Reichsernährungsminister und Reichsbauernführer R. Walther Darré folgendes Geleitwort: „Der Erntedanktag auf dem Bückeberg ist der Ausdruck des Dankes des ganzen deutschen Volkes für die Arbeit, die das Landvolk leistete, um das tägliche Brot der Volksgenossen zu erzeugen. Der deutsche Bauer kann stolz sein auf seine Leistungen: Trotz Steigerung des Verbrauches und Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzfläche hat der deutsche Bauer durch seinen Einsatz die Grundlagen der Volksernährung erweitert. Die letzten Jahre zeigen jedoch, vor welchen Schwierigkeiten Deutschland trotzdem immer noch steht. Die Schwierigkeiten sind nicht allein durch Mehrerzeugung zu überwinden, vielmehr sind die sachgemäße Verwertung der Nahrungsguter durch die deutsche Hausfrau und die Anpassung der Bedürfnisse an die Möglichkeiten der Erzeugung weitere tragende Säulen der deutschen Ernährungswirtschaft. Bei der Aufgabe, diese Schwierigkeiten zu meistern, hat die deutsche Hausfrau der Ernährungswirtschaft bereits wertvolle Unterstützung geleistet. Der diesjährige Erntedanktag sei erneut ein Appell zur freudigen Mitarbeit an das gesamte deutsche Volk.“ Der Erntedanktag bei den Auslandsdeutschen Zum Erntedanktag, den das deutsche Volk am kommenden Sonntag in nun schon Tradition gewordener Weise festlich begeht, werden auch in diesem Jahre auf Veranlassung der Auslandsorganisation der NSDAP. zahlreiche führende Männer aus Partei und Staat zu den im Ausland lebenden deutschen Staatsbürgern sprechen. Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, spricht zur deutschen Kolonie in London. Tarkeienas=Denzinderratt=Fernchtel Ausländische Konsuln bitten ihre Regierungen um Lebensmittel Weiterer Vormarsch in Asturien Salamanca, 29. September. Wie hier aus zuverlässiger Quelle bekannt wird, sind sämtliche Benzinvorräte des Petroleum=Monopols in Barcelona vollständig in Brand geraten und vernichtet worden. Die ausländischen Konsuln in Barcelona haben ihre Regierungen gebeten, mit Brot versorgt zu werden. In Asturien setzten die nationalspanischen Truppen ihren Vormarsch kämpfend fort. Sie besetzten verschiedene Ortschaften und eroberten wichtige Höhen und Gebirgsstellungen. Spanien ehrt General Franco San Sebastian, 29. September. deute jährt sich der Tag zum ersten Male an dem einstimmigen Beschluß der d. durch einen einsimmigen Teschluß des damaligen nationalen Verteidigungsausschusses ein von seinem Präsidenten, General Cabanellas, unterzeichnetes Dekret erlassen wurde, durch das der Divisionsgeneral Francisco Franco zum Chef des spanischen Staates und zum Generalissimus des Heeres, der Marine und der Luftstreitkräfte ernannt wurde. Gleichzeitig wurde ihm der Oberbefehl über alle militärischen Operationen übertragen. Der Regierungsausschuß hat nunmehr ein Dekret erlassen, wonach in Erinnerung an den Tag, an dem General Franco„wegen seiner vaterländischen Gesinnung, seines soldatischen Mutes und seines Opfergeistes" zum„Obersten Führer der Spanien rettenden Bewegung“ eingesetzt wurde, der 1. Oktober zum Nationalfest des Führers“ erklärt wird. 300 Arbeiter„hingerichtet“ Die GPU. wütet auch in Sowjetspanien Paris, 29. September. Der nationalspanische Sender von Salamanca verbreitete, daß im Abschnitt von Villaverde ein„politischer Kommissar“ und verschiedene andere leitende Bolschewisten in die nationalen Stellungen gekommen sind und erklärt haben, daß sie vor den gegen ihre Person gerichteten Verfolgungen geflohen seien. Schon viele Sowjetspanier seien unter geheimnisvollen Umständen durch sowjetrussische Bolschewisten ermordet worden. Weiter gaben sie an, daß im Verlaufe des September 300 Arbeiter„hingerichtet“ worden seien. Einigung in paris über die Kontrollzonen im Mittelmeer Paris, 29. September. Die Marinesachverständigen Italiens, Englands und Frankreichs haben über die Mittelmeerkontrolle ein Abkommen vorbereitet, das sie ihren Regierungen unterbreiten werden. Die Kontrollzonen sind nicht nach dem Grundsatz aufgestellt worden, daß jede der drei Kriegsflotten einen gleich großen Teil zu überwachen hätte. Aus realpolitischen Gründen suchten die Unterhändler vielmehr, den drei Mächten möglichst den Schutz der sie besonders interessierenden Verbindungswege anzuvertrauen. Danach erhält Italien im westlichen Mittelmeer die Aufsicht über das Tyrrhenische Meer sowie die Gewässer auf der Höhe von Sardinien, ohne jedoch den Verbindungsweg Marseille—Algier zu erreichen, dessen Ueberwachung Frankreich zugeteilt ist. Im östlichen Mittelmeer laufen die Zonen der drei Mächte in Port Said zusammen, da alle drei Länder an der Freiheit des Suezkanals interessiert sind. Die italienische Kontrollzone erstreckt sich links der tripolitanischen Küste, während die englischen Kriegsschiffe im Aegäischen Meer Wache halten und die französischen Schiffe die Aufgaben der Flottenpolizei auf der Höhe der syrischen Küste versehen. Kurze Nachrichten Berlins festliche Ausschmückung bleibt bis Sonntag. Die aus Anlaß des Besuches Mussolinis festlich geschmückten Straßen und Plätze der Reichshauptstadt waren auch am Mittwoch abend wiederum das Ziel vieler tausend Volksgenossen. Die festliche Ausschmückung und die abendliche Anstrahlung bleiben bis einschließlich Sonntag bestehen. Großkonzert der Wehrmacht im Olympiastadion. Zu einem einmaligen Erlebnis gestaltete sich ein Großkonzert der Wehrmacht, das am Mittwoch abend vom Gencralkommando des 3. Armeekorps in Berlin im Olympiastadion veranstaltet wurde und an dem 46 Musik= und Trompeterkorps sowie 26 Spielmannszüge, insgesamt 4000 Angehörige des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe aus dem ganzen Reiche mitwirkten. Der Einmarsch der 4000 Musiker und Spielleute und im Schlußteil der Einmarsch von 1200 Fackelträgern und Begleitmannschaften zum abschließenden Großen Zapfenstreich waren Eindrücke von unerhörter Pracht, die jubelnden Beifall hervorriefen. Das englische Kabinett tagte am Mittwoch dreieinhalb Stunden. Zunächst stimmte das Kabinett dem endgültigen Text der englisch=französischen Note an die italienische Regierung über Spanien zu, die voraussichtlich gegen Ende der Woche in Rom überreicht werden wird. Das Kabinett beschäftigte sich dann eingehend mit der Lage im Fernen Osten, wobei insbesondere auch kürzlich eingetroffene Berichte über die Bombardierung der Zivilbevölkerung besprochen wurden. Lord Peel.. Der Urheber des viel erörterten Teilungsplanes für Palästina, der englische Lord Peel, ein früherer Indienminister, ist am Mittwoch im Alter von 70 Jahren in Petersfield gestorben. Cholera in Taku eingeschleppt. In Taku, dem wichtigsten nordchinesischen Hafen für den gesamten Verkehr nach Tientsin und dessen Hinterland, ist die Cholera ausgebrochen, die anscheinend aus Schanghai eingeschleppt wurde. 8 11 Presse-Hoffmann Freude an einem Löwen=Baby Wie gemeldet, weilte der Duce Dienstag nachmittag als Gast des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring im Waldhaus Karinhall, wo diese nette Aufnahme gemacht wurde. Mussolini, Generaloberst Göring, Außenminister Ciano(links), Reichsminister Dr. Frank und die anderen Gäste verfolgen belustigt die Spielereien eines jungen Löwen. Fr Ser ossenen Keese erwarien SpezialSampfen ihn kostbares Babequl, das in der EigasellerRés Sie echle ortenlalische Jabakkullus beweis ERNTEN 33 B1S 33 · MUSTERCIGARETTEN · MISCNUNGSNUMMER RG eRN Oiese Cigaretten werden in den Fac####agegen unseres techrischen Muster betriebes in Altone-Bahrenfeid nach völlig neuen Methoden hergestellt Der ungewöhnlich zarte und reine Charatfer dieser Llischung beruht darauf daß sAmtliche Tabeke rweimep EE EMT G 5P Aie virdausschließlich ehne bedenze### aus lolgenden Oistrikten: Mundstück hergestellt Of Oie Cigeretten 3t methoden de zuc R. Wer pues FabrhaleneS S A. P. a PPI. F. REEMTSRRA&C CICARETTENPABRIKEN · AATONA-BARRENFELD Seite 6 Nr. 229= Bochumer Anzeiger= Donnerstag, 30. September 1937 Oobsbiscerthsrenge 3 0 44 7 Von Wolegans ttultzsch Wenn die Ufer eines Sees, wie es bei dem Luganer der Fall ist, zwischen zwei Staaten aufgeteilt und zudem wild und gebirgig sind, verlocken sie ihre Anwohner leicht zu allerlei tollkühnen Schmugglerfahrten hinüber und herüber über das Wasser. Selbst wenn der Gewinn nur ein geringer ist, sobald man ihn gegen den Einsatz abwägt, ruft es die Menschen immer wieder zu dem gefährlichen Unternehmen. Und gerade weil es hart auf hart geht, weil die Zöllner nicht mit sich spaßen lassen, setzen die Burschen und Männer eine Ehre darein, in den bald offen, bald heimlich erzählten Geschichten immer als erste genannt zu werden. Besonders stark ausgeprägt war diese Art„Ehrgefühl“ in Gandria, einem romantischen Ausflugsort unfern der Stadt Lugano an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Kein Bursche galt hier bei den Mädchen, der nicht in jeder Woche seinen Kahn über den See fuhr, und kein Geschenk wurde von ihnen angenommen, das nicht von dem Erlös solchen heimlichen Tuns bezahlt worden war. Ein Wort zu reden aber hatte erst der, welcher schon einmal ein Handgemenge gehabt oder einem Zöllner eine Ladung Schrot in den Hintern geschossen hatte. Der Grund dafür war, daß an der Spitze aller Mädchen des Dorfes Angioletta stand, die Schönste und Klügste unter ihnen und ein Frauenzimmer, das den Teufel im Leibe hatte. Bei allen Gelegenheiten, die des Nachts sich boten, steuerte sie als erste ihren Nachen an das italienische Ufer, und ihr Stutzen knallte nur zu oft durch das Dunkel. Dieses Mädchen Angioletta hatte sich verschworen, keinen zu heiraten, der nicht einen ebensolchen Mut und ebensolchen Ehrgeiz habe wie sie. So trieb sie die vernarrten Burschen aus einem Abenteuer in das andere. Obwohl sie aber allmählich in die Jahre gekommen war, in denen man notwendig zu heiraten pflegt, hatte sie jeden Versuch zurückgewiesen, der unternommen worden war, sie zu erobern. Sie war in den Francesco verliebt, einen jungen Mann, dem zur rechten Zeit der Vater gestorben war und der so der Besitzer eines Hotels an der Haltestelle des Vergnügungsdampfers geworden war, das von den Kaffeegästen aus der Stadt besonders geschätzt wurde. Er saß also in einem warmen Nest und verdiente sein Geld in allen Ehren. Francesco hatte niemals daran gedacht, nächtliche Schmugglerfahrten zu unternehmen. Er war trotz seiner Jugend ein besonnener Mann und kam nicht leicht in Schweiß. Das wußte jeder, und Angioletta hätte sich zu Tode geschämt, wenn sie ihn, gegen ihren Schwur, geheiratet hätte, ohne daß er einmal des Nachts über den See gefahren wäre und nicht wenigstens zehn Lire verdient hätte. Im übrigen waren sie einig. Francesco wußte, was eine so schöne Frau für sein Geschäft bedeute, und Angioletta konnte sich die Einkünfte des Hotels zur Genüge berechnen. Außerdem waren sie beide verliebt, außergewöhnlich verliebt sogar und so eifersüchtig aufeinander, daß es den jeweils betroffenen Teil öfters heiß ankam. Aber es blieb alles in den Anfängen, weil der Francesco sich nicht entschließen konnte, auf Schmugglerfahrt zu gehen.— Bis an einem Abend, als die letzten Gäste abgefertigt wurden, Angioletta vor Wut und Kummer anfing zu weinen und immer lauter und herzhafter heulte, daß es über den See schallte, und allerlei Neugierige aus dem Dorf trotz der späten Stunde in die Gastwirtschaft kamen und mit harmlosen Gesicht ein Viertelchen Rotwein bestellten. Als ein halbes Dutzend Nachbarn beisammen war, begann Angioletta zu klagen und wandte sich an die Leute, ob es nicht eine Schande sei, daß ein kräftiger Kerl sich so feig anstelle? Alle fingen nun an zu lachen und zu spotten, bis plötzlich der Francesco mit einem lästerlichen Fluch einen Stuhl an die Wand knallte und sich verdammte, wenn er nicht sofort ins Italienische machen werde. Angioletta fiel ihm vor Freude um den Hals und nannte ihn in aller Oeffentlichkeit ihren Liebsten, wodurch er etwas versöhnt wurde und eilig daran ging, ein Boot zu rüsten. Sie brachte ihm dazu ihren Stutzen, den er mitnehmen sollte, damit ihm nichts Unangenehmes widerfahre. Er nahm ihn mißtrauisch in die Hand und verstaute ihn an der Spitze des Bootes. Dann fuhr er ab. Wäre es nicht eine undurchsichtige Nacht gewesen, hätte Angioletta wohl ihren Aerger an der lässigen Art haben können, mit der Francesco sein Vorhaben betrieb. Ohne jede Vorsicht steuerte er dahin und versuchte nicht einmal das Rudergeräusch zu dämpfen. Als er glaubte, die Grenze schon gekreuzt zu haben, nahm er den Stutzen vor und drückte ihn mit aller Behutsamkeit ab. Dann warf er ihn befriedigt ins Wasser und setzte seine Reise fort. Angioletta erkannte daheim den Knall ihres Gewehres und jubelte. Diese Wirkung hatte Francesco vorausgesehen und gewünscht. Damit hatte er den ersten Teil seines Planes durchgeführt. Er landete in Osteno, wo er einen guten Freund hatte, und bat diesen, das Boot aufzuheben, ihm selbst aber ein Zimmer zu geben, wo er drei Tage ungestört verweilen könne. Am nächsten Morgen gab er ihm dann noch den Auftrag, nach Gandria zu fahren und das Gerücht zu verbreiten, der Francesco sei auf dem See wohl erschossen worden, man habe sein Boot treibend aufgefunden. Die drei Tage verbrachte Francesco der Länge nach auf einem Bette liegend und eine Zigarette nach der andern entzündend. Endlich aber erhob er sich wieder und fuhr zurück. Er nahm ein wenig Deckung am Ufer, und es gelang ihm, Angioletta in ihrer Wohnkammer zu überraschen. Er traf sie in Tränen. Ihr hübsches Gesicht war ganz verquollen, und vor Schluchzen konnte sie kein Wort sprechen. Als Francesco ihr auf die Schulter klopfte, fuhr sie entsetzt auf und streckte ihm alle zehn Finger entgegen, als ob er den bösen Blick habe. Francesco war über diese Trauer sehr gerührt. Er erzählte eine etwas wirre Geschichte, warum er das Gerücht von seiner Erschießung habe aufbringen müssen und, indem er Angioletta zärtlich um die Schultern faßte, fragte er, ob sie beide nicht gleich zum Pfarrer gehen wollten. Angioletta nickte ergeben. Als sie aus der Tür traten, stand dort ein junger Bursche, der sehr verlegen tat, als er das Paar, oder richtiger, als er Francesco an der Seite Angiolettas erblickte. Mit zornfunkelnden Augen sprang diese ihm unter einem Schwall von Worten entgegen und trieb ihn schimpfend hinweg. Sie erklärte, daß der freche Kerl ihr sofort nachgestellt habe, als der Tod Francescos bekanntgeworden sei. Der Bräutigam lächelte nachsichtig, sie aber konnte sich vor Entrüstung nicht lassen. Nach Wochen war die Trauung. Am Vormittag des Tages, ehe man in die Kirche ging, gab es einen Zwischenfall. Francesco bat, Angioletta möge einen Schmuck anlegen, den er ihr einstmals verehrt hatte, den sie aber nicht getragen hatte, weil er nicht geschmuggelt war. Nun, meinte Francesco, habe er seinen Mut ja bewiesen. Sie machte Ausflüchte. Er bat nochmals und wurde hitzig und endlich so wütend, daß er schimpfte. Da schrie sie ihm ins Gesicht, daß sie den Schmuck verloren habe, als er über den See gewesen sei, in Lugano beim Tanz verloren. Francesco schwieg auf einen Schlag und wurde bleich. Dann also hatte sie wohl um den Schmuck geweint—? Und war tanzen gewesen—? Und der Kerl hatte wohl auch nicht zufällig vor ihrer Tür gestanden—? Ah, warte Kanaille! Und er brüllte in derselben Lautstärke wie sie, daß ihr Stutzen im See liege, und daß er die drei Tage bei Carlo Zigaretten geraucht habe. Die Zöllner hätten ihn überhaupt nicht gesehen. Nun wurde sie blaß. Weil aber beide erschöpft waren, schwiegen sie. Ueberdies war es Zeit, in die Kirche zu gehen, und die Trauung mußte bestanden werden, wiewohl nun eigentlich alles wieder am Anfang war. Es war sehr feierlich in der Kirche und sehr vergnügt auf dem Fest. Als um Mitternacht die letzten Gäste gegangen waren pfiff Angioletta durch die Zähne und holte ihre Stiefelhosen und Wasserstiefel, die sie auf Schmugalerfahrten zu gebrauchen pflegte, hervor. Francesco pfiff ebenfalls durch die Zähne und hatte die Hände auf dem Rücken. Mit Anteilnahme betrachtete er ihre Vorbereitungen. Als sie die Röcke ausgezogen hatte, im Hemd dastand und eben die Hosen überstreifen wollte, sagte er:„Augenblick, Signora!“ Und schon hatte er sie gefaßt und verabreichte ihr eine gediegene Tracht Prügel. Sie versuchte in ihrer Verblüffung gar nicht Widerstand zu leisten. Aber sie schrie jämmerlich. Er verdrosch sie nach allen Regeln seines früheren Schulmeisters. Ihr Geschrei lockte allmählich das ganze Dorf an, und da Francesco weislich dafür gesorgt hatte, daß die Fenster offen waren, vermochten alle dem Geschehen zu folgen. Endlich hielt er inne und trat einen Schritt zurück. Angioletta hockte wehklagend auf dem Fußboden. Mit Stolz und Würde in der Stimme fragte Francesco sie recht laut und deutlich:„Bin ich feige? Bin ich schlapp?“ Angioletta versicherte eilig, und es war ihr ganzer Ernst, daß er es nicht sei. Da sagte er mit einem so eigentümlichen Klang, daß sie merkte, alles Vergangene sei nun verziehen: „Also gehen wir schlafen.“ Einträchtig schlossen Francesco und Angioletta die Fenster ihres Hauses. Die Nachbarn verliefen sich in der Gewißheit, nunmehr ein glückliches Paar mehr in ihrer Gemeinschaft zu haben. sie willen es auch nicht Der bekannte Philantrop und Missionar John Campbell(1766—1840) fragte zwei afrikanische Buschneger:„Wer hat die Sonne am Himmel hingestellt und gemacht, daß sie nicht falle?"—„Das wissen wir nicht", antworteten sie,„haben uns aber schon oft darüber gewundert.“ Leickt übertrieben Ich habe einen Brief gesehen, den ein Schriftsteller von einer Schriftleitung erhielt und der mit den Worten begann:„Wir haben Ihre letzte Sendung mit Freuden gelesen und mit Dank angenommen.“ * Ich habe einen Herrenfahrer gesehen, der behauptete, daß sein Wagen nicht so gut sei wie andere, und daß er vor allem keine Berge zu nehmen imstande sei. * Ich habe an einem sonnenklaren Tag einen Leichenzug gesehen, bei dem keiner der Herren einen Regenuirm mit sich führte. * Ich habe eine Frau gesehen, die bei einem häuslichen Streit zu ihrem Manne sagte:„Nun laß mich auch mal reden!" * Ich habe einen Angler gesehen, der alle drei Minuten einen Fisch aus dem Wasser zog. Auch habe ich einen Hausbesitzer gesehen, der über viel zu hohe Mieten klagte. Bayrischer Appetit Ein Berliner sitzt einem Bayern gegenüber als diesem ein Schweinskopf serviert wird:„Um Gottes willen, Sie werden diesen Schweinskopf doch nicht allein essen?“ „Na, na, i krieg no Knödel und Kraut dazua.“ Jähne putzen ist viel, Jähne pflegen alles. Nicht daraut kommt as an, mit weicher Kratt Sie die Zöhne putzen, sondern derauf, daß euch der Sußerste Winkel der Zahnreihen erfaßt wird.— NlvesZahnpeste dringt überall hin und wirta such don, wo die mechanische Reinigung niche hinreicht. Das ist dann Zahnpfleget 10) Als Hans kurz vor Feierabend zum Verkaufsleiter Wagner kam, da beglückwünschte ihn Wagner herzlich, daß er so energisch zugegriffen habe. „Schweinehunde im Betrieb kann ich nicht leiden, und Ferdes kommt mir nicht mehr über die Schwelle. Wenn der Herr Kommerzienrat zurück ist, sorge ich sowieso dafür, daß er fliegt. Gegen Saboteure muß erbarmungslos vorgegangen werden. Ob ich oder Ferdes oder sonst wer hier Färbmeister ist, das kommt in zweiter Linie. Die Hauptsache ist, daß einer da ist, der das liefert, was dem Unternehmen nützt, der die Stellung des Unternehmers nicht gefährdet, denn schließlich leben dreitausend Mann von dem Unternehmen, und der Anschlag eines einzelnen kann für die gesamte Belegschaft unheilvoll werden.“ „Unbedingt, Herr Schimmelweiß", stimmte ihm der Verkaufsleiter zu.„Und Sie dürfen überzeugt sein, daß wir Sie alle in jeder Hinsicht unterstützen werden. Im übrigen möchte ich Sie zu Ihrem neuen Heim beglückwünschen. Sie haben doch die Kleibersche Villa gekauft?“ „Nein, nur gemietet, aber es ist ein Schmuckstück, Sie können mich trotzdem beglückwünschen. Sie ist beinahe ein bißchen zu groß für uns. Wir sind ja nur drei Leute. Meine Mutter, meine Schwester und ich. Zwei Zimmer stehen noch frei.“ „Vermieten Sie die doch“, lachte Wagner.„Ich habe einen tadellosen Mieter für Sie.“ „Sie machen mich neugierig!“ „Ja, und zwar Herrn Ronald Duden, einen Volontär unserer Firma.“ „Duden? Ist doch wohl ein Scherz!“ „Warum? Ach so, Sie denken jetzt an das Wörterbuch! Nein, damit hat Herr Ronald Duden nichts zu tun. Sein Vater ist Textilindustrieller und besitzt ein schönes Unternehmen in Franken, das der Sohn später einmal übernehmen soll. Duden ist seit vier Wochen bei uns und gefällt mir ausgezeichnet. Er gibt sich Mühe und ist fleißig.“ „Ich will es mir mal durch den Kopf gehen lassen, Wo wohnt denn Herr Duden jetzt?“ „Im Hotel! Aber er hat es herzlich satt. Er möchte eine eigene Wohnung haben im Umfange von zwei Zimmern und würde sich die Möbel von zu Hause kommen lassen.“ In dem Augenblick öffnete sich die Tür. Ein hochgewachsener junger Mann, mit hellem gelockten Haar und blauen Augen, ein Lächeln auf den sympathischen Zügen, trat ein und grüßte. „Das ist der Herr Schimmelweiß!“ erklärte der Verkaufsleiter und stellte die Herren einander vor. Suchen Sie immer noch eine Woynung, Herr Duden?“ „Ja, Herr Wagner, es ist ja nichts zu finden.“ „Herr Schimmelweiß hat ein hübsches Landhaus gemietet und hat darin noch zwei Zimmer frei. Das wäre doch schließlich etwas für Sie, Herr Duden.“ „Sicher. Ja, wenn Herr Schimmelweiß diese Zimmer abgeben würde?“ Tolz „Das ist Mamachens Sache“, entgegnete Hans lachend.„Ich will Ihnen was sagen, Herr Duden. Besuchen Sie mich heute abend einmal. Da läßt sich alles viel besser erledigen. „Gemacht, Herr Schimmelweiß, ich komme. Ist Ihnen um acht Uhr recht?“ „Jawohl, kommen Sie um diese Zeit!“ * Als Hans den Verkaufsleiter verließ, traf er auf die kleine Körner, die bei seinem Anblick errötete und das Pech hatte, über seine Füße zu stolpern. Wenn Hans nicht resolut zugegriffen und das Mädchen aufgerichtet hätte, dann würde sie bestimmt mit dem Boden Bekanntschaft gemacht haben. „Vielen Dank“, stammelte sie glücklich. „Aber bitte, mein Fräulein, nicht der Rede wert! Sind Sie nicht die Privatsekretärin des Chefs? Ganz richtig, ich entsinne mich. Als mich der Kommerzienrat empfing, saßen Sie in seinem Zimmer.“ „Und Sie redeten den Herrn Kommerzienrat kurzerhand mit„Guten Morgen, Herr Fischer" an! Das war himmlisch!“ „Himmlisch? Aber kleines Fräulein, wieso denn?“ „Weil sich das noch keiner getraut hat!" „Verstehe ich nicht. Unser Chef ist doch ein ganz netter Mensch, und ich finde ihn gar nicht so stolz und eingebildet.“ „Ich auch nicht“, gab sie zurück,„zu mir ist er auch immer freundlich und nett. Manchmal wird er sogar schrecklich verlegen. Aber die richtige Behandlung des Personals hat er wohl nicht wegbekommen, das liegt ihm nicht.“ „Na, er wird es auch noch lernen. Wenn er erst mal glücklicher Ehemann ist. Heute heiratet ja unser Chef. „Ja“, gab die kleine Körner zurück,„und der Werkgesangverein hätte ihm so gern ein Ständchen gesungen. Wir hätten so gern zusammengesteuert und unserem Chef ein Erinnerungsgeschenk für diesen Tag überreicht, aber er hat sich alles strikt verbeten.“ „Und das hat natürlich alle verärgert?“ „Nicht zu knapp!“ „Na, wenn Sie mal heiraten, kleines Fräulein, dann werden Sie sich das gewiß nicht verbieten, und ich verspreche Ihnen schon heute, einen Taler gebe ich dazu!“ Die kleine Körner errötete stärker.„Ach, Herr Schimmelweiß, zum Heiraten gehören zwei!“ „So ein hübsches Mädel wie Sie, ich bitte Sie, die findet doch zehn für einen.“ „Ach“, gab sie lachend zurück,„ich möchte gar keine zehn finden. Ich wäre schon froh, wenn ich einen fände, aber den Richtigen!“ „Ja, das ist nun wiederum ein bißchen viel verlangt. Den oder die Richtige findet man höchst selten, da muß man schon ein Sonntagskind sein.“ „Bin ich doch!“ trumpfte sie auf. „Ist es möglich?“ gab er lachend zurück.„Ich bin auch ein Sonntagskind. Das ist wirklich originell!“ „Nicht wahr?“ „Das paßt fabelhaft! Also auf gute Freundschaft, Fräulein Körner! Sie sind mir gleich vom ersten ersten Augenblick an freundlich gegenübergetreten. Das war lieb von Ihnen. Ich habe hier allerhand Kampf, ehe ich mich durchsetze. Mit dem Ferdes bin ich ja nun im reinen. Der Halunke wird mich nicht mehr ärgern.“ „Und die anderen bestimmt auch nicht, Herr melweiß.“ „Na, sagen Sie das nicht. Mit dem Herrn Buckerl habe ich auch schon Krach gehabt.“ „Das ist auch ein ekelhafter Kerl! Den kann ich auch nicht leiden. Aber sonst sind alles nette Menschen hier: „Na, na, sagen Sie das nicht wo wir sogar einen richtigen„Seeräuber' unter uns haben!" „Lassen Sie das ja nicht Herrn Störtebecker hören“, kicherte die kleine Körner.„Er wird suchsteufelswild, wenn man ihn Seeräuber nennt.“ „Das kann ich mir denken. Also dann auf Wiedersehen, kleines Sonntagskind. Ich werde den Daumen halten, daß Sie den Richtigen finden.“ * eierabend. Punkt fünf Uhr verließ Hans mit seinen Leuten die Fabrik, und gemeinsam gingen sie nach Hansens Landhaus. Unterwegs kaufte Hans allerlei Leckerbissen ein, denn Mutter wußte ja noch nicht, daß das Essen im Hause stattfinden sollte. Auch das Fäßchen Bier wurde bestellt. So erreichten sie nach knapp zehn Minuten Weg das Landhaus, und Mutter Minchen machte ebenso erstaunte Augen wie Dorothee. „Mutter“,“ sagte Hans,„ich bringe meine Mitarbeiter mit! Ich will meinen Einstand geben. Hier hast du allerhand schöne Sachen, die ich für ein handfestes Abendbrot eingekauft habe. Sei so gut und sorge dafür, daß wir alle miteinander einen kräftigen Happen bekommen!" Frau Minchen nickte ihm zu und begrüßte die Mitarbeiter des Sohnes sehr herzlich, daß sie sich im Hause gleich wie geborgen vorkamen. „Eigentlich, Mutter“, sagte Hans, ist der Tag sehr warm, und wir könnten in der Laube essen und trinken. Was meinst du? Wenn es uns dann zu kühl wird, können wir allemal noch ins Haus kommen.“ Der Vorschlag wurde mit Begeisterung aufgenommen. Dorothee aber, die Hans' Mitarbeiter ebenso herzlich willkommen geheißen hatte, zwinkerte dem Bruder zu und sagte:„Du Hans, drüben ist die kleine Hochzeitsfeier in vollem Gange. Der Herr Kommerzienrat ist eben als glückstrahlender Ehemann von der kirchlichen Trauung zurückgekommen. Hoffentlich ist es ihm nicht unangenehm, wenn ihr in unserem Garten feiert?“ „Wenn es ihm unangenehm ist kann ich ihm auch nicht helfen. Meine Mitarbeiter sind alles anständige Leute, die sich zu benehmen wissen. Wir werden nicht den Mond anbellen und im tiefsten Baß feststellen, daß wir im Keller sitzen.“ „Ist gut, Hans, ich helfe jetzt Mutter. Geht einstweilen hinten in die Laube. Ich komme gleich nach und decke für euch.“ * Es wurde eine vergnügte kleine Feier. Essen und Trinken schmeckte, und die Laune war ausgezeichnet. Es herrschte eine Harmonie, wie sie vorbildlich war und die den Grund für ein immer gutes Zusammenarbeiten bieten sollte. Auch Frau Minchen und Dorothee setzten sich zu den Männern, und die Unterhaltung floß flott dahin. Die Färbereiarbeiter waren froh, einmal aus sich herausgehen zu können und nahmen das Verständnis, das ihnen von den drei Menschen entgegengebracht wurde, dankbar an. Hans selbst sprach nicht viel. Er horchte zu und ließ die anderen erzählen, denn er wollte sie und ihre Art einmal kennenlernen und ein aufmerksamer Zuhörer ist immer sehr beliebt. Hin und wieder schielte Hans einmal in den Nebengarten, aber kein braungelockter Mädchenkopf zeigte sich. Langsam begann es zu dunkeln, als Ronald Duden erschien und von allen herzlich willkommen geheißen wurde. Der junge Mann gefiel ausgezeichnet und Frau Minchen war sofort bereit, ihm die zwei Zimmer abzulassen. Die Miete wurde prozentual festgesetzt, und Duden versprach, übermorgen einzuziehen. „Wie ist es nun mit der Verpflegung?“ erkundigte sich Duden.„Wäre es möglich, Frau Schimmelweiß, daß Sie mich mit in Kost nehmen?" „Ach, Herr Duden, wir führen eine einfache Küch „Diese einfache Küche wird gewiß sehr gut denn sie bekommt Ihnen allen dreien sehr gut, das man doch. Ich bin auch nicht verwöhnt, sondern esse, was auf den Tisch kommt.“ „Auch Gemüfe? Bei uns gibt es viel Gemüse, Herr Duden.“ „Mit dem größten Vergnügen.“ „Gut, Herr Duden, wir können es ja einmal probieren. Wenn es doch nicht das Richtige für Sie ist, dann sagen Sie es nur, das läßt sich dann leicht wieder abstellen. „Selbstverständlich, Frau Schimmelweiß; aber ich glaube nicht, daß ich es abstellen werde im Gegenteil, ich werde froh sein, nicht alle Tage Schnitzel, Kotelett oder Gulasch zu bekommen!“ Die Hochzeit des Kommerzienrats mit Frau Julia fand tatsächlich im kleinsten Rahmen statt. Oskar von Puppersbach führte Greta. Außerdem war noch der alte Geheimrat, Onkel Alwin, anwesend, der als Trauzeuge fungiert hatte, und der vierte, der den Reigen beschloß, war Doktor Scharfenberg, der Arzt des Ortes, der seine Gelder alle in Nestoraktien angelegt hatte und davon ein stattliches Paket besaß. Doktor Scharfenberg war zugleich mit Aufsichtsratsmitglied, und mit dem Kommerzienrat verband ihn eine starke Freundschaft. Der Geheimrat war von Julia ebenso begeistert wie von Greta, der Tochter. Die natürliche Art Frau Julias gefiel ihm ebenso wie die Munterkeit Gretas, die sprach, wie ihr der Schnabel gewachsen war und die das Herz auf dem rechten Fleck zu haben schien. Er unterhielt sich auch lange mit Frau Julia, und der Kommerzienrat freute sich, daß ein abgeklärter Mensch, der geistig so auf der Höhe war, wie der Geheimrat, so wie er selbst der Ueberzeugung war, daß ihn diese Ehe ins Glück führen würde. Nach dem Mittagsmahl nahm man darußen auf der Terrasse Platz und machte es sich bequem. Alles war zwangslos gelockert, es gab kein Zeremoniell keine Dienerschaft schwenkte silbernes Geschirr, es floß kein Wein in Strömen, sondern Bedienung der kleinen Gesellschaft erledigten Vroni die Köchin, und Marie, das Stubenmädchen, mustergültig. Eine Frau erkennt man am besten, wenn man sie beobachtet, wie sie mit dem Personal umgeht, und Frau Julia tat dies in der angenehmsten Weise. Es gab kein Kommandieren, sondern sie dirigierte alles mit den Blicken, und wenn sie etwas wünschte, dann bat sie darum.(Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 229 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 30. September 1937 Links von oben nach unten: 1. Bild: Der Duce und der Führer auf dem Paradepodium bei der Abnahme der Parade. Zwischen Mussolini und Adolf Hitler Generaladmiral Dr. h. c. Raeder.— 2. Bild: Der Duce auf den Stufen des Ehrenmals nach der Kranzniederlegung.— 3. Bild: Vor dem Lehrter Bahnho#f# schreiten der Duce und der Führer vor der Abfahrt des italienischen Gastes noch einmal die Front der angetretenen Ehrenformationen ab. Rechts von oben nach unten: 1. Bild: Der Führer, der Duce, Generalfeldmarschall von Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr v. Fritsch, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, bei der Parade der Wehrmacht.— ? B i l d: M u s s o l i n i s c h r e i t e t v o r d e m Ehrenmal die Front eines Ehrenbataillons ab.— 3. Bild: Der Duce ehrt im Ehrenmal die Gefallenen des Weltkrieges. Weltbild(), Hoffmann(), Scherl(1) Die Parade unserer Wehrmacht vor Duce und Führer 8 Nr. 229 7 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 30. September 1937 Wirtschaft „ud Sente=Trrlah=Sraucht=Ern Opuser Dr. Schacht in Essen über die Bedeutung des Sparens für den Aufbau des nationalsoziälstischen Staates Nach vierjähriger Pause bzw. dem letzten Sparkassentag von 1933 in Leipzig versammelten sich gestern in Essen die Leiter und verantwortlichen Beamten der deutschen Sparkassen zum 7. Allgemeinen Deutschen Sparkassen= und Kommunalbankentag. Die Veranstaltung, der am Dienstaß eine Fachtagung= und ein Begrüßungsabend vorausgingen, wurde Mittwoch vormittag in der Ausstellungshalle 5 mit einer Kundgebung eröffnet. Oberbürgermeister Dillgardt(Essen) hielt die Begrüßungsansprache, während der Leiter der Reichsgruppe Banken, Dr. Otto Christian Fischer, die besten Wünsche der Bankenorganisation zum Ausdruck brachte. Für den verhinderten Reichsleiter Oberbürgermeister Fiehler(München) sprach Oberbürgermeister Weidemann(Halle). Mit besonderem Beifull wurde eine kurze Eröffnungsrede des Direktors des Instituts des Sparwesens in Mailand, Professors Ravisza, aufgenommen. Dr. Schachts Ausführungen Das Wort ergriff sodann, von der Versammlung stürmisch begrüßt, Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Dr. Schacht. Seine Ausführungen, vor allem über die Notwendigkeit des Sparens und die Verpflichtung der nationalsozialistischen Staatsführung, dem Sparer das in seinem Wert zu erhalten, was er dem Reich anvertraue, fanden stärkste Beachtung. Im einzelnen sagte Dr. Schacht zu den etwa 4000 Teilnehmern: Nur dadurch, daß dauernd gespart wird, daß ein immerwährender Strom von Ersparnissen die Wirtschaft durchflutet, nur dadurch kann sie leben und wachsen. Man hört manchmal, die Aufrüstung müsse allein durch Steuern finanziert werden. Das mag theoretisch richtig sein; aber Steuern, die ja schließlich nichts anderes als erzwungene Ersparnisse sind, müssen durch freiwilliges Sparen ergänzt werden..: Warnung vor Notendruck. Dr. Schacht wandte sich dann mits allem Nachdruck gegen diejenigen, die etwa ihr Heil im Notendruck sehen zu müssen glauben. Das würde die Inflation bedeuten. Eine Inflation aber nehme dem Güteraustausch seine rechnerische Grundlage, und eine Wirtschaft, die nicht mehr rechnen könne, sondern dem Zufall ausgeliefert werde, müsse versagen. Das Reich sei also bei der Aufrüstung auf die Hilfe des deutschen Sparers angewiesen gewesen. Hier sagte Dr. Schacht: Wenn der Staat die Ersparnisse des deutschen Volkes in Anspruch nimmt, dann hat er auch die Verpflichtung, dem deutschen Volk den Wert seiner Ersparnisse zu erhalten. Im weiteren Teil seiner Darlegungen widerlegte Dr. Schacht die ausländischen Inflations= behauptungen. Was z. B. den Zahlungsmittelumlauf anlange, so liege er in Deutschland nur 10 Prozent über 1929, also dem letzten Normaljahr vor der Krise. In England und Frankreich sei dagegen der Umlauf um 33 Prozent und in Amerika um 42 Prozent gegenüber 1929 gestiegen. Was die Verschuldung angehe, so gebe er ohne weiteres zu, daß wir uns in starkem Maße neu hätten verschulden müssen. Er mache auch kein Hehl daraus, daß uns die Verzinsung und Tilgung dieser Schulden noch manche Anstrengung auferlegen werde. Eingehend verbreitete sich Dr. Schacht dann über die Maßnahmen des nationalsozialistischen Staates zur Ordnung des Kreditwesens und zur Kontrolle des Kapitalmarktes. Dabei unterstrich Dr. Schacht, es sei weder von privaten noch von öffentlichen Stellen irgendeine Inanspruchnahme des Kapitalmarktes zugelassen worden, die nicht unbedingt im nationalsozialistischen Interesse geboten gewesen sei. Die wirtschaftliche Rüstungssicherung Einen ausführlichen Teil seiner Rede widmete Dr. Schacht weiter der deutschen Außenhandelswirtschaft auf der Basis des Neuen Planes. Dabei sagte er u..: Wenn wir sehr oft heute noch der Forderung begegnen, daß man die Konjunkturgewinne der Industrie stärker wegsteuern müsse, so tritt diesem Verlangen die wirtschaftlich weit wirksamere Politik entgegen, die Ueberschüsse der Industrie für Neuinvestitionen heranzuziehen und nicht durch eine falsche Steuerpolitik das Streben der Industrie nach größter Wirtschaftlichkeit und sparsamster Erzeugung zu unterbinden. Die Versorgung mit Konsumgütern wird auch in Zukunft im Vordergrund stehen müssen. Dieses Problem ist kein Geldproblem, sondern ein Güterproblem. Ein Vergleich der Preise und Löhne mit dem Ausland zeigt, daß die Preissteigerung auf dem inländischen Gütermarkt sich in sehr bescheidenem Umfang gehalten hat. Wir dürfen diesen Erfolg zu einem wesentlichen Teil auf die Arbeit des Preiskommissars zurückführen. Das Festhalten am Niveau und soziales Ausgleichen auf dem Gebiet von Preisen und Löhnen ist unerläßliche Notwendigkeit für ein weiteres erfolgreiches Fortführen unserer Finanz= und Währungspolitik. Erkenntnis und Verantwortung Manche Kreise, und besonders meine vielen ausländischen Kritiker, werden wieder einmal erstaunt sein, mit welcher Offenheit ich über diese ganz gewiß nicht einfachen Probleme gesprochen habe. Sie mögen daraus entnehmen, daß unsere nationalsozialistische Staatsführung sich nicht nur in voller Kenntnis aller Schwierigkeiten befindet, die diese Probleme nun einmal mit sich bringen, sondern daß sie sich auch stark genug fühlt, sie zu meistern. Zum Belege hierfür und gleichzeitig als Zeichen des Erfolges dieser Politik möchte ich noch zwei Zahlen anführen: Die Steuereingänge des Reiches sind von .6 Milliarden Reichsmark im Rechnungsjahr 1932/33 auf 11,5 Milliarden Reichsmark im Rechnungsjahr 1936/37 angestiegen und werden für das laufende Rechnungsjahr weiter steigen. Und durch langfristige Anleihen hat das Reich bisher nahezu 7 Milliarden Reichsmark konsolidiert. Wir verdanken diese Erfolge aber nicht allein der nationalsozialistischen Staatsführung. sondern dem gesamten nationalsozialistischen Wollen unseres Volkes. Die Disziplin unseres Volkes, auf die wir so stolz sind. hat sich auch auf finanziellem Gebiet bewiesen und wird sich noch weiter bewähren. Wir vertrauen dem Führer, der diese Politik eingeleitet hat und durchführt. Wenn Sie von dieser Tagung nach Hause kommen, so sagen Sie Ihren Sparern zweierlei: Das Dritte Reich braucht Euch. Seine Aufgaben sind nur mit Euer freiwilligen Mitarbeit zu lösen. Diese Mitarbeit des Sparers wird genau so bewertet wie die Mitarbeit jedes einzelnen unserer schaffenden Menschen, aus deren Reihen sich ja der Sparer rekrutiert. Die nationalsozialistische Staatsführung ist sich aber auch der Verpflichtung bewußt, dem Sparer das in seinem Wert zu erhalten, was er dem Reich anvertraut. Bankenkommissar Dr. Ernst Nach Dr. Schacht ergriff der Bankenkommissar Geheimrat Dr. Ernst das Wort zum Thema„Das Reichsgesetz über das Kreditwesen und die deutschen Sparkassen“, wobei er zu folgendem Schluß kam: Der beste Beweis, daß das Reichsgesetz den Aufschwung der Sparkassen nicht behindert, liefert die Entwicklung der letzten drei Jahre. Von Ende 1933 bis Ende 1936 sind gestiegen: die Spareinlagen von rund 12 Milliarden auf 14.6 Milliarden Reichsmark, die Depositen, Giround Kontokorrenteinlagen von 1,6 Milliarden auf.4 Milliarden Reichsmark. die Zahl der Konten im Neuspargeschäft von rund 20 Millionen auf 24,5 Millionen die Zahl der Konten im Depositen=, Giro= und Kontokorrentgeschäft von.5 Millionen auf über 8 Millionen, und die eigenen Mittel auf etwa 860 Millionen. Zweifellos. ein stolzes Ergebnis! Die Lage der Sparkassen Der Präsident des Deutschen Sparkassen= und Giroverbandes, Dr. Heintze, behandelte in seinem Rechenschaftsbericht eingehend die Leistungen der deutschen Sparkassen, Girozentralen und Sparkassenverbände in den vier Jahren seit dem letzten Sparkassentag in Leipzig. Mit der neueren Entwicklung habe sich auch der Wettbewerb unter den Kreditinstituten fortschreitend beruhigt. Mit Befriedigung und Genugtuung könne festgestellt werden: die deutschen Sparkassen, ihre Bankanstalten und Verbände sind durch die Neuordnung in ihrem Bestand und in ihrer Aufgabensetzung grundsätzlich bestätigt und anerkannt worden. Die tatsächliche Entwicklung seit 1933 habe darüber hinaus zu einer spürbaren Festiaung der Stellung der Sparkassenorganisation innerhalb der Kreditwirtschaft geführt. Die Ertragslage der Sparkassen sei im Durchschnitt befriedigend; sie habe es in den letzten Jahren ermöglicht, durch Senkung der Zinssätze im Hypothekar= und Kurzkreditgeschäft ihren Kreditnehmern eine nachhaltige Entlastung zukommen zu lassen. Nach wie vor hätten sie sich dabei von dem Bestreben leiten lassen, ihren Einlegern die zulässigen Zinssätze zu vergüten und ihren Kreditnehmern möglichst niedrige Sätze zu berechnen. Cah und Aebendeleirde Anordnung über die Zugehörigkeit zur Betriebsgemeinschaft Auf Grund des„Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit“ gelten Nebenbetriebe und Betriebsbestandteile, die mit dem Hauptbetrieb durch gemeinsame Leitung verbunden sind, nur dann als selbständige Betriebe, wenn sie räumlich weit vom Hauptbetrieb getrennt sind.„Nebenbetriebe sind Betriebe, die einen eigenen selbständigen wirtschaftlichen Zweck verfolgen (zum Beispiel Elektrizitätswerk einer Eisenhütte). Betriebsbestandteile sind die völlig unselbständigen Teile des eigentlichen Betriebes, die mit ihm eine Einbeit bilden und ihm zu dienen bestimmt sind, ohne die der Betrieb nicht besteben kann und die allein nicht lebensfähig sind(zum Beispiel Färberei einer Spinnerei, Konditorei einer Großgaststätte). Zur Erfassung und Betreuung durch die Reichsbetriebsgemeinschaften hat das Organisationsamt der DAF. folgende Anordnung erlassen: Nebenbetriebe, die nur für den Hauptbetrieb arbeiten und selbständig, das heißt personell und finanziell vom Hauptbetrieb unabhängig sind, werden von der Reichsbetriebsgemeinschaft erfaßt und betreut, die für das Fachgebiet des Nebenbetriebes zuständig ist: sind sie unselbständig, das heißt personell und finanziell vom Hauptbetrieb abhängig, so gehören sie zu der Reichsbetriebsgemeinschaft, die den Hauptbetrieb erfaßt und betreut Nebenbetriebe, die nicht ausschließlich für den Hauptbetrieb arbeiten und selbständig, das heißt personell und finanziell vom Hauptbetrieb unabhängig sind, werden von der Reichsbetriebsgemeinschaft erfaßt und betreut. die für das Fachgebiet des Nebenbetriebes zuständig ist: sind sie unselbständig, das heißt personell und finanziell vom Hauptbetrieb abhängig, werden sie. sofern ein eigener Vertrauensrat besteht, von der Reichsbetriebsgemeinschaft erfaßt und betreut, die für das Fachgebiet des Nebenbetriebes zuständig ist: besteht kein eigener Vertrauensrat. gebören sie zu der Reichsbetriebsgemeinschaft, die den Hauptbetrieb erfaßt und betreut. Betriebsbestandteile gehören immer zu der Reichsbetriebsgemeinschaft, die den Hauptbetrieb erfaßt und betreut. 20000 arbeiten für den photofreund Auf der in Frankfurt a. M. abgehaltenen Tagung der Photohändler wurden recht interessante Angaben über die Arbeit dieses Handelszweiges gemacht. Wie der Leiter der Fachabteilung, Ferdinand Haas, mitteilte, setzt der Photohandel mit über 20000 beschäftigten Personen jährlich 200 Millionen Reichsmark um. Die Zahl der Betriebe, die ausschließlich den Photohandel pflegen, beläuft sich auf annähernd 300 mit insgesamt knapp 9000 Beschäftigten. Daraus ergibt sich, daß der Photohandel noch sehr stark in Verbindung mit anderen Handelszweigen, insbesondere Drogenhandel und Handel mit optischen Artikeln, ausgeübt wird. Von dem Umsatz entfällt ein Drittel auf Photoamateurarbeiten, ein Drittel auf Apparate und Zubehör, ein Drittel auf Arbeitsmaterial(Platten, Filme, Papier usw.). Zusammenarbeit Einzelhandel und Schulen wird gefördert. Die Bedeutung der Arbeitstagung„Einzelhandel und Schulen“, die vom 4. bis 7. Oktober im Haus für Berufsgestaltung des Lebensmitteleinzelhandels in Neuwied stattfindet, wird durch zwei Erlasse des Reichs= und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung unterstrichen. Im ersten Erlaß weist der Minister auf die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit zwischen praktischer Lehre und Berufsschule hin und spricht die Erwartung aus, daß sich die Lehrkräfte auch außerhalb des pflichtmäßigen Unterrichts mit Fragen der gewerblichen Wirtschaft befassen und in berufsständischen Prüfungen mitwirken. In einem weiteren Erlaß vom 15. September 1937 macht das Ministerium die Handelslehrversonen auf die obige Arbeitstagung, auf der hervorragende Kenner des Einzelhandels und der kaufmännischen Schulen Referate halten werden, aufmerksam und empfiehlt den Schulträgern, etwaigen Urlaubsanträgen zu entsprechen. Wie der W2H. hört, wurde dieser Tage von der Vereinigte Stahlwerke AG.(Düsseldorf) die Kaltwalzwerk Plettenberg G. m. b. H.(Düsseldorf) mit einem Stammkapital von 200.000 RM. gegründet. Die neue Gesellschaft wird die Anlagen der Ernst Brockhaus & Cie., G. m. b.., Oesterau bei Plettenberg, die an die Vereinigte Stahlwerke AG. verpachtet waren, unter Uebernahme des bisher bestehenden Pachtvertrages weiter betreiben. Die Abordnung reichsdeutscher Industrieller ist am Dienstag abend, nachdem sie eine Reihe von Industriewerken in Vorarlbera besichtigt hatte, von Oesterreich nach Deutschland abgereist. Vor dem Verlassen des österreichischen Gebietes richtete der Leiter der Reichsgruppe Industrie, Dierig, an den Bundespräsidenten Miklas, den Bundeskanzler Dr. Schuschniga und an den Präsidenten des österreichischen Industriellenverbandes Staatsrat Urban telegraphisch Abschiedsgrüße. Börsen freundlich Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse eröffnete auf den Aktienmärkten gut bedauptet, zum Teil auch freundlicher. Größere Abgaben aus Anlaß des Ultimos waren nicht zu beobachten. Es zeigte sich hier und da etwas Nachfrage nach einigen führenden Werten, so daß Kursbesserungen erfolgten. Das Geschäft sebte rühig ein und dielt sich auch später in engen Grenzen. Der Kurenmarkt lag fest. Dagegen war die Tendenz 1 Pfund: 12.34½(Montag 12,36) RM. 100 Dollar: 249.50(Montag 249.50) RM. 100 holl. Gulden: 137.87(Montag 137.90) gM. 100 franz. Frank:.53½(Montag.54½) RM. 100 Belga: 42.02(Montag, 41.97) RM. 100 Schweiz. Franken; 57,32,(Montag 57.29) RM. 100 österr. Schilling: 49.00(Montag 49.00) RM. 100 ital. Lire: 13.10(Montag 13.10) RM. an den Rentenmärkten still. Altbesitz knapp behauptet. Fortlausend notierte Industrieanleihen wenig verändert genannt. Pfandbriefe bei knappem Angebot unverändert. Bei Industrieanleihen zeigte sich erhöhte Nachfrage für Basalt. Der Freiverkehr war nicht uneinheitlich. Lothringen gaben bis 1 Prozent nach. Der Verluf war wenig verändert. Berliner Börse Die Tenden: an den Aktienmärkten war im groten ganzen gehalten, auf einigen Märkten befestigt. Allerdings war die Unternehmungslust gering. Das Publikum nahm einige Verkäufe vor, wozu die verschiedentlichen Warnungen vor unberechtigten Kurssteigerungen beigetragen haben mögen. Montanwerte waren meist etwas fester. Die Anleibemärkte lagen ohne ausgeprägte Tendenz. Altbesitz nur knapp behauptet. Umschuldungsanleiben gut gehalten. Der Verlauf war unter leichten Schwankungen etwas freundlicher, während der Schluß sehr still lag. Am Geldmarkt Tägliches Geld 3¼ bis 3¾ Prozent. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. Zu Beginn der Abendbörse berrschte fast völlige Geschäftssille, da Aufträge der Kundschaft nicht vorlagen und die Kulisse weiterhin Zurückhaltung übte. Die Kurse wiesen nur geringe Veränderungen auf. Im Verlaufe hielt die Geschäftssille an. Die Kurse waren zum größeren Teil unverändert und meist nominell. Die Auslandsbörsen Newyork: Schwächer. London: Lustlos. Amsterdam: Lustlos. Paris: Lustlos. Brüssel: Schwächer. Zürich: Knapp behauptet. Wien: Lustlos: Mailand: Kaum gehalten. Getreidegroßmarkt zu Berlin Amtl. Preise, Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 ko * Berliner Elektrolytkupfer=Rotierung vom 29. Sepiember: 73,75 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98.;s 99 Prozent, in„Blöcken: 133 Reichsmark; Aluminium, Walz oder Draht: 137 Reichsmark für 100 Kilogramm. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 29. Sept. Aasgaast nen Ailleimn Schaurt, angeneter Bochum, Bongardstraße 14 Fortlauf ende Notierungen [29../29.9.[29..128..1[29. 9.[29. 9. 129. 9. 128. Dir. Antang Schlus Kasse Schlog! Opr. Antang Schus Kasse Schlus. Altbesitz..— SoHlossch Rll.ie Krupo Ru. soie Aittelstahl Bemberg. Borer... Buderus.. Dahlbusch Si. Demog... Disch. Atianten Dtech. Erdöl D. Reichsb. V. bortm. Unon I. 6. Farbeniad. Feldmöhle Felten≈ Sulie Soldschmist —1128.121—.—s128.124148.25s haroen... 39 170.00 176.90 176.00 1 /5 05 — ogach Köolg=f. 35 124.37124. 87124 62 124.00 98.12 98.12 98.12 98.12 0150 75 6 146.00 146.00 145.87 144.75 4125.00.—.—125.25 81151.00 150.62 150.(1151.00 150.37—. 150.001181.00 619.50 120.00 119.62 5151.00 150.82 150.87/150.73 712787— 127.131127.62 12207.25299.00—.204.00 7/162.62 162.75s162 75/163.05 6144.79—.— 144 79|144 50 6134.75 134.87/134.62 134.75 5143.75 Rbeia, Graunk, 12 29.09 Rali-Ascherel. Höckner-W. Mannssmann Reichsbank 5118.00 45 135.75 3 121.75 12/205.25 Rhein, Stahlw. Rh.-W. Elek. Saizdetturth Schucker&Co. Siemene&4 hal. Gebr. Stolimert Ver. Stahlwerke3 Westo. Hauthof Westersgeln Wintershell 61154.87 8129.25 15 81169.50 8/213.20 6 118.87 59.15 5/118.30 |133.75 136.00 121.87 205.2524 229.00 154.87 129.251 213.25 118.75 135.87 121.87 120509 9229.02 134.12 129.871 170.00169.75 413.00 213.23 129.87 118.87 59.79.59.79 117.50117.50|117.50 133.78133.75s133.25 Steinkohlen-Kuxe .29. 9. 1 28. 9. Geidjsget Geid enetih Carolus M. 6400663064906790 Const. 9209 9800, 9200) 9800 Doutschl. 315 405 375 405 Schweran Reinr 1800018800 1180018800 Langb 22600—[22700— Braunkohlen-Kuxe Sute Hoft. 1800 8200 1800 8200 Leonh. i— siche Vote.— Bercharen. 11300— 1500 Kall-Kuxe Beienrode 11220 1240120011270 Borbach[2800303021502900 „Neu-Stadt.)— Siegfr. 1u.1— 1 Wth. 11850020500 19500 20500 f. 7800 8200 7800/8200 uur— Proiverkehr Steinkehlen- u. Branab.-Kuze 29..1 28. 9. Beld BrieffGeld Srietl Oierg. JT1800 1 2490 1173012250 elet. Bellern. Kall-Kuxe . 29. 9. 1 28. 9. lgeich sgetlGbeicd Grell erannsen e 6400 6800 b400, 6550 Oleiagtet 4jö— 410— Industrieaktien(Einheltek.) [Or. Saiche Masch. 0 Berg. 8. Oahl.). Bonner Bg. u. H. 9550. Molau. [29../28 9. 140.3/140.|Slacb. Feuen 133.0/133.0 Köln Hagelv. —. MKölg. L10p0.H 1473145.0166an. Rückv.or. 35.3 85.5/ Kölg.Röckv. H. Rente awerte 173.8—. 466h..-.4812.10 99. N 99.7 Div. 129.9 126 9. 40 790.0790.0 8 88.0l 86.0 2— E4708475 6 114.0114.0 — 75.0 780 135.50 122.75 205.50 230.00 21154.00 129.75 163.00 133.1 175.01 140 71 142.5 175.0 141.6 112..— 158.0 55 dto. 6to. 3. 11 #dto, Sold.-Hom. 192, 1927 S.—9 15 Wd. 30d. Gpfd. Em. 2. 9/12, 14 ## Oto, Gold-.-Obl 101.8101.6 93.7 90.7 99.5 99.5 5 90.5 207. 0297.0 Freiverkehrs-Asties „29 3. A. Geld Briest Geld Brief Alerand 72.9 75.3 72.0 78.0 aurd. 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Junghans Gebr. 61168.0 6138.5 169.0 138.7 9213.0212.5 99.0 141.2 103.7 146.2 141.0 117.0 174.7 151.0148.5 0 146.0 S127.0s127.0 177.0171.5 3116.0117.0 —.— Verichronere 5145 Elberfelder Anl. 145 Essener Anl. 45 Mölh.-Rohr Aal. 45 Ruhrverdd. Anl. 36 145 Pr. Ldof. A. Pfd. 45 Lobk. Westf. Pfd. Lobk.Westf. Kom. 1450t Komm. Goldan, 45 Westf. Idsch. Pfo 490t. Hvo.81n.Pfa. #Pr. Centr. 80d. Pfd. 4# Pr. Pfodr.Sk. Pfa. 45 Basalt Odl. s Conoord. Borg. 0b1. 5 Daimier Benz Odl. ls Höcknern. Obdl. is Mont Cenis Obil. 145 Ver. Stahl 60 45 Ver. Stadl 47/81 s Vor. Stadl 5 Siem. 4 fl. 02l. s Farbenbonds Umschuld., Anleihe 36.7 99.5 98.7 98.5 99.2 99.7 99.7 99.5 99.5 102.5 101.5 97.8 100 5 101.5 130.511 95 93.7 98.5 99.2 98.9 99.7 99.5 99.5 97.2 100.5 102.0 131.2 A. 6. für Verkehr Soch.-Geisenk. MHamb. Amer. Pak. Hamd. Sö0amer. Norod. Liore 9128.7 9 78.0 9 85.0 0 97.1 9 88. 87.7 .7128.0 0 85.0 88.6 17.1 91.9 94. 89.9. 691d 9— 4119.5119.7 ∆ 4125.8126.0 199.—. 6181.0160.1 94.1 94.5 5139.2139-0 4132.3132.5 Reutenwerte 15 Ot. R. Schatz. 41 /4 Ot. R. Anleibe 44 55 0. R. Toungen, 45 Reichsbahn Sch.1 Westielen Altbeatz 45 Bochumer Aol. 45 Duisburge, Ac. 45 Oöseeldorfer Aol. „IR Schuldb. F. 29 8. Schulcdd. F. 40 R. Schuldd, F. 42 R. Schuldd, F. 44/8 s Easen. Steink. 42 45 Haroener 49 45 R. N. E. 80 5 R. N. E. 30 45 Ruhrohemie 86 45 Ruhrgas 59 45 Rohrwasser 81 45 Ruhrwohng. 55 55 V. E. N. 9 s29. 9. Briet 100.6 99.51002 93.8 101.0 98.51 97.2 101.0 97.2 98.5 99.6 102.5 100.0 98.7 102.5 98. 100.0 97.2 98. 98.5100.0 97.0 98.5 Westtalenbank.-G. Bochum Austührung samtlleherBankgeschafte Es wänidenr steil Wonze und Zeit, Usel Miler walffer Sparsumment! Stäufische Spalkusse Bechen! Seite 9 Nr. 229/ Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 30. September 1937 Aus Westfalen und Rheinland Warum=Bädere..! Zum 3. Male werden Sonntag zum Erntedanktag hier Hunderttausende zusammenkommen „In der Kampfzeit bin ich durch meine Parteitätigkeit in fast allen Gauen Deutschlands berumgekommen. Ich kann wohl sagen, daß ich sowohl Städte als Landschaften fast im ganzen deutschen Vaterlande gut kenne, und gerade deshalb machte ich im Jahre 1933 an höchster Stelle den Vorschlaa, den durch Gesetz zum nationalen Feiertag erhobenen Erntedanktag alljährlich am Bückeberg zu feiern. Kein anderer Platz schien mir geeigneter als dieser. Hier war ein Berghang. groß genug zu einer machtvollen Kundgebung, hier bot sich dem Besucher ein Blick in eine herrliche Landschaft. Am Fuße des Berges entlang zieht sich das leuchtende Band der Weser, ringsum bis zu den die Sicht begrenzenden Gebirgen fruchtbarstes Ackerland, freundliche Dörfer, besiedelt mit einem Menschenschlaa aesundesten niedersächsischen Bauerntums. Das Studium alter Quellen bestätigte das jahrtausendealte Geschehen entscheidender deutscher Geschichte in dieser Gegend... Schließlich fand sich, daß auch die technischen Voraussetzungen genügend waren, daß leistungsfähige Bahnlinien mit sechs Ein= und Ausladebahnhöfen für Hunderttausende von Fahrgästen vorhanden waren, daß wichtige und ausreichende Straßen für den motorisierten Verkehr in der Nähe vorbeiführten. Das Vorhandensein und Zusammentreffen all dieser Voraussetzungen war entscheidend. Der Bückebera wurde eine Feststätte des gesamten deutschen Volkes. Heute wo zum fünften Male Hunderttausende aus allen Gauen des Reiches hier zusammenkommen werden, ist der Bückebera dem deutschen Volke schon mehr als ein Begriff geworden. Hier ist dem neuen Deutschland eine Stätte der Tradition entstanden, von der Jahr für Jahr neue Kraftströme sich in das Volk ergießen, an der in späteren Jahren kommende Generationen stehen werden vor Ehrfurcht, weil hier in großer Zeit der Führer alljährlich mit seinem ganzen Volk ein echtes deutsches Fest gefeiert hat.“ Vorstehender Artikel vom Ministerialrat Gutterer, Leiter des Organisationsstabes des Erntedanktages, ist dem offiziellen Programmheft für den diesjährigen Erntedanktag am 3 Oktober entnommen. Das Heft enthält den genauen Programmablauf, die Texte der Lieder, die auf dem Bückeberg von 11 000 Sängern vorgetragen werden und die von allen Kundgebungsteilnehmern mitgesungen werden sollen, sowie eine Skizze und eine genaue Darstellung des Gefechtsablaufs der Wehrmachtvorführungen. Das Proarammheft ist bei allen Parteidienststellen sowie auch auf dem Bückeberg am Kundgebungstag zum Preise von 20 Pf. erhältlich. Weserland und Weserlandbauer Der Weserlandbauer ist herbe, knapp in Wesen und Lebensform und scheint wenig beweglich und im ganzen schwer zu sein. Wird er aber erregt, so bricht er aus seiner tyvischen Form. Der dunkle Ernst seines Wesens wandelt sich in Uebermut und Stolz, ja seine Kargheit in überströmende Phantastik. Zeugen dafür sind die massigen Steinwände, die mit Schmuckwerk überladenen Fronten, die Rad= und Rollgiebel, die wilden Linien und die Vielseitigkeit der handwerklichen Arbeit. Das Wesen des Volkes an der Weser spiegelt sich darin. Ueberhaupt breitet sich über das ganze Weserbergland eine Architektur aus, die in der Kunstgeschichte den Namen Weser=Renaissance führt. Die Rattenfängerstadt Hameln, am Fuße des Bückeberges gelegen, ist am reichsten damit bedacht. Dem Fremden, der besucht, prägt sich allemal das besondere Gesicht der Stadt ein, das ihr Haltung und Wesen aibt. Eine Fülle hochwertiger Bürgerbauten, aus arauem Sandstein errichtet, steht auf dem Hauptdurchaangswege. der vom Bahnhof nach der Weserbrücke führt. Man kann sie aar nicht übersehen. Weiter sind Bauformen der einfachsten frühzeit bis zu der ausbrechenden Schmucklust der späteren Bauten vorhanden. Der Rattenkrug an der Bäckerstraße ist die vollendetste Form der Frühzeit und steht in der rassigen Einfachheit seiner Reife einzig da. Das übersprudelnde Bauwerk der späteren Zeit ist das Rattenfängerhaus am Eingang der Österstraße. Da ist eine solche Fülle schönen Steinschmuckes über die Fassade gerauscht, daß der architektonische Gedanke beinahe darunter erstickt. Diese Fülle ist nicht das Ergebnig nur einer damaligen Wohlhabenheit, oder in dem Vorhandensein des Steinmaterials zu erklären oder tüchtigen Baumeistern zu verdanken, auch niedersächsisches Wesen bat dabei Pate gestanden...(än, gft., Stadt bi. Nun erwartet Hameln, diese schune alle Stabr, die Volksgenossen aus dem ganzen Reich, die Erntedank feiern wollen und wissen, daß diese niedersächsische Landschaft und der Bückebera in ihr dazu geeignet sind, wie kein zweiter Ort. So hat sich Hameln geschmückt, hat sich ein Festgewand übergestreift und ist bereit zum Erntedanktag des deutschen Volkes. Viunat nach steren Lähren aufgetiatt Zwei Raubmörder vor dem Schwurgericht Bielefeld, 29. September. Vor dem Schwurgericht Bielefeld begann jetzt der Prozeß gegen den 28jährigen Karl Gené und den 27jährigen Walter Krause, beide aus Buer i. W. denen der Raubmord an dem Kraftwagenführer Johannes Roktmann aus Gütersloh, begangen am 4. Juli 1930 in den Waldungen von Schloß Holte, zur Last gelegt wird. Der ermordete Kraftwagenführer hatte am Morgen des 4. Juli 1930 mit seinem Kraftfahrzeug auf dem Bahnhofsvorplatz in Gütersloh gehalten, um auf Fahrgäste zu warten. Zwischen 7 und 8 Uhr verhandelte er, wie beobachtet wurde, mit zwei Männern über eine Fahrt nach Schloß Holte. Von dieser ist der Kraftwagenführer nicht zurückgekehrt. Der Wagen wurde einige Stunden später in einer Nebenstraße in Gütersloh herrenlos aufgefunden. Nach vier Tagen fand man im Schloß=Holter=Wald den Rottmann als Leiche auf. Der Schädel war zerstümmelt; die Kleidung des Toten war zum Teil zerrissen und zeigte auch Kugeldurchschüsse. Die Nachforschungen nach den Tätern wurde damals mit Nachdruck betrieben, doch blieben sie sieben Jahre ohne Erfolg. Erst im Juli dieses Jahres waren die Untersuchungen von Erfolg gekrönt, und die Bevölkerung der Gegend konnte erleichtert aufatmen. Die beiden Angeklagten haben in der Voruntersuchung gestanden,, den Rottmann vorsätzlich und mit Ueberlegung getötet zu haben. Beide Angeklagte waren bei Begehung der Tat noch unbescholten. Genée war zuletzt bei einer Gütersloher Firma beschäftigt gewesen, am 30. Juni 1930 aber entlassen worden. Schon früher hatte er mit dem Krause überlegt, wie man zu Geld kommen könne. Er hatte ihm dann auch mitgeteilt, daß er bereits einen Plan ausgetiftelt habe. Anfang Juli kam Krause nach Gütersloh und hier weihte ihn Genée in die Einzelheiten des Planes ein. Man wollte am Gütersloher Bahnhof eine Kraftdroschke mieten, mit dieser nach Schloß Holte fahren und im Walde den Fahrer unter Todesdrohung zum Aussteigen zwingen. Dann wollte man mit dem Wagen wieder nach Gütersloh fahren und an einer Bahnüberführung dem Kassenboten der Firma Rubenstroth auflauern, diesem die Geldtasche entreißen und dann mit dem Gelde fliehen. Als Tag der Tat wurde der 4. Juli ausersehen. Man verpflichtete morgens den Rottmann zu der Fahrt nach Schloß Holte. Unterwegs stellte Genée aber fest, daß Rottmann ihn von früher her kannte. Die Burschen hätten jetzt noch von ihrem Plan absehen können. Während der Fahrt nach Schloß Holte flüsterte Genée dem Krause zu, daß Rottmann ihn kennen würde; er müsse deshalb beseitigt werden. An einer einsamen Stelle im Walde geschah dann die fürchterliche Tat. Krause und Genée verließen unter einem Vorwand den Wagen und gaben aus einer Entfernung von drei bis vier Meter je einen Schuß auf Rottmann, der ihnen den Rücken zukehrte, ab. Da Rottmann unter diesen Schüssen noch nicht zusammenbrach, stürzten sich die Burschen auf den Verletzten, schlugen mit dem Revolverknauf dem Rottmann ins Gesicht und auf den Kopf und bearbeiteten ihn schließlich noch mit einem schweren Schraubenschlüssel, bis er zusammenbrach. Diese Tatschilderung hatten die Angeklagten übereinstimmend in der Voruntersuchung gegeben: auch vor Gericht wiederholte Krause sie. Eine Ueberraschung brachte aber die Vernehmung von Genée, der plötzlich sein Geständnis widerrief und behauptete, die Sache sei ganz anders gewesen. Man habe keinen Raub geplant, sondern man habe den Wagen des Rottmann für Vergnügungsfahrt gemietet. Wegen des Fahrpreises sei man mit Rottmann unterweas in Streit geraten. und im Verlaufe dieses Streites sei Rottmann getötet worden. Das ausführliche Schuldbekenntnis habe er in der Voruntersuchung abgegeben, weil er von Krause in diesem Sinne hypnotisiert worden sei.(Das Urteil steht noch aus.) Unsoziales Verhalten eines Gefolgschaftsfuhrers Vom Ehrengericht verurteilt Recklinghausen, 29. September. Das vom Treuhänder der Arbeit gegen den Betriebsinhaber der Fahrzeugwerke Recklinghausen, Karl Danz, angerufene Ehrengericht hat unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrates Hillenkamp(Essen) in zweitägiger Verhandlung die gegen Danz vorliegenden Anklagen geprüft. Es wurde durch die umfangreiche Beweisaufnahme festgestellt, daß Danz in vielen Fällen die Ehre der Gefolgschaftsmitglieder durch kränkende Beleidigungen herabgesetzt habe, daß er Löhne und Gehälter in unregelmäßigen Raten gezahlt, Krankenkassenheiträge und die anderen sozialen Beitrage nicht regelmäßig abgeführt und auch im Uebermaß habe Ueberstunden leisten lassen. Der Vertreter des Reichstreuhänders beantragte als Ankläger eine Geldstrafe von 10000 Reichsmark wegen des aus Böswilligkeit geübten unsozialen Verhaltens des Angeklagten. Die Führereigenschaft wolle er ihm diesmal noch nicht absprechen, weil durch die Einsetzung eines Treuhänders in den Betrieb des Angeklagten die Gewähr für eine ordentliche Behandlung der Gefolgschaftsmitglieder künftig gegeben sei. Auch das Ehrengericht hielt die böswillige unsoziale Haltung des Angeklagten für erwiesen und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 5000 Reichsmark. Beim Hantieren mit der Flinte zu Tode gekommen. Als die 23jährige Antonia B. aus Bocholt sich an der Jagdflinte ihres Vaters zu schaffen machte, löste sich plötzlich ein Schuß. Sie zog sich hierbei so schwere Verletzungen zu, daß sie bald darauf im Krankenhaus verschied. WDETg BEEEE ScEESEE 10.00 10.30 12.00 14.15 15.00 16.00 17.00 17.20 17.50 18.30 18.50 19.00 19.20 21.00 21.10 22.30 Fischauktion(Von Hamburg), Wir besuchen die Reichs=weotorsportschule der HJ. in Arnstadt in Thüringen..„) grnsguchefter Mittagskonzert(Von Saarbrücken). Funtorchester Werkpause beim Kumpel. Uebertragung von der Zeche Neumühl in Duisburg=Hamborn. Werkorch. (Gottschalk) Bücher berichten vom Neubau des Reiches. Zur Unterhaltung. Das Unterhaltungs=Sextett Jos. Ingenbrand; Edm. Kirst(Klav.) Wir sagen den neuen Monat an Kommt und laßt uns tanzen, singen. Ein Zeierabendsingen mit Jungarbeiterinnen Romantische Stunde,..., Turnen I. 9, Hinter den Kulissen des Sporl. Turnen in der Schule Momentaufnahme Der Intendant spricht zur Hörerschaft Aus heiteren Opern und Operetten. Zehn Minuten... 8 Bei Haydn und Mozart. Faßbender=Trio Musik zur späten Nacht(Vom Deutschlandsender). Die Kapelle Erhard Bauschke. Klavierduo: Emmy und Thomas Thomassen 10.00 Rebell für Deutschland(Vom Deutschlandsender). Eine Gedächtnissendung zum 180. Geburtstag des Reichsfreiherrn vom und zum Stein 10.30 Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten 12.00 Mittagskonzert(Von Breslau). Rundfunkorchest. (E. Jos. Topitz). 3 14.15 Wochenenbkonpert, eichen und gKarset Prihhef. 15.15 Von winzigen Königrengen und auertei rribbengen Leuten. Ein großer Ausflug in eine kleine Welt 16.00 Bunte Melodien. 6 17.00 Einlage: Der Weg über die Pflaumenkuchen 18.00 Der neue Funkplan 18.05 Beliebte Ouvertüren. 19.15 Auftakt zum Deutschen Erntedanktag 1937(Von Hamburg, Reichssendung). Das Große Orchester. Ausschnitte vom Empfang der Bauernführer und Landarbeiterabordnungen durch Reichsminister Dr. Goebbels in Hannover 20.00 Regimenter grüßen ihren Feldmarschall(Von Königsberg). Parademärsche zum 90. Geburtstag Hindenburgs.„ Eänigeh, 9.5324 21.00 Ora et lavora(Von Konigsberg). Dem Gedächtnis des verewigten Feldmarschalls von Hindenburg (Hans G. v. d. Burchard)„ 22.30 Tanzmusik(Von Berlin). Kapeue Orto Kermbach; Hans Joachim Fierke mit seinem Quintett SRrscec Voleroch. Flotte Winter-Ulster in verschied, kleidsamenformen. Mod. Stoffe in Fischgratcharakter, in grauen, bräunlichen u. grönlichen Mlusterungen 86.=77.=68.-56.-47 38.Sonderklassee die besten fertigen Ulster! Oberdurchschnittliche Ausstattung und hervor. ragende Paßlform sind besondere Kennzeichen 160.— 145.—125.— 98.„immer wieder P WOITTE* Das Fachgeschäft für Herren-, Damen- und Kinderkleidung## Essen Limbecker Straße 75-77 Seite s Nr. 229, Bochumer Anzeiger/ Donnerstlag, 30. September 1937. Die Volterkunggepung auf dem Maiseld Scheinwerserliche liegende Glockenturm des Olpnpastadions mit der Tribüne Wlae be Rchent und be ehe bel eriaclebnger Ker Die beiden Staatsmänner während ihrer Reden, Besonders interesant die Mussolini=Aufnahmen, die den Dues in den für ihn Harakteristischen Stellungen festhalten. Seite 11 Nr. 229 7 Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 30. September 1937 Tuenen und Sport Die Geschichte des Kurzstrecken-Weltrekordes Der Hump. am dle Lenhienchunde Von 11.5 auf 10.3 Sckunden- Körnigs vergellener Weltrekord Sind 10.2 Sckunden crreichbar? Immer wieder wird von Zeit zu Zeit die Frage aufgeworfen, wo die Grenzen der Rekorde zu suchen sind, und ob noch mit weiteren Leistungssteigerungen zu rechnen sein wird. Die Meinungen gehen dabei zum Teil weit auseinander, und besonders auf dem Gebiet der Leichtathletik sind alle Voraussagen immer aufs neue über den Haufen geworfen. Der Kampf um die Zehntelsekunde ist allerdings auf der 100-Meter=Strecke zu einem Stillstand gekommen und vorerst sind alle Versuche gescheitert, den Weltrekord von 10,8 auf 10,2 Sekunden zu bringen. Vor 15 Jahren z. B. hätte wohl kein Mensch geh: der Leichtathletik derartige Leistungen ten worden. Aehnlich liegen die Verhältnisse auch heute. Es ist unmöglich, vorauszusehen, in welchem Umfange etwa bis 1950 die jetzigen Weltrekorde eine weitere Verbesserung erfahren haben werden. Als der Engländer Liddell bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris den 400=Meter=Weltrekord auf 47,6 Sekunden herabsetzte, wurden ernsthafte Stimmen laut, daß die Stadionbahn von Colombes zu kurz gewesen sein müsse. Heute steht der gleiche Rekord bereits auf 46,1 Sekunden! Und kein Mensch wird behaupten wollen, daß die Leistung nicht einwandfrei war. So also sieht es mit Mutmaßungen über mögliche Rekordverbesserungen aus. Ein besonderes Kapitel in der Leichtathletik bilden die Sprinterrekorde. Da wird es interessieren, wie die Rekorde über 100 und 200 Meter im Laufe der jahrzehntelangen Entwicklung der Leichtathletik verbessert werden konnten: 100 Meter: 1847: 11,5 Sekunden G. Seward (USA.). 1884: 11,3 Sek. Potter(USA.). 1900: 10,8 Sek. Cary(USA.). 1914: 10,6 Sek. Lindberg(Schweden). 1926: 10,4 Sek. Ch. W. Paddock(USA.). 1937: 10,3 Sek. P. Williams(Kanada). 200 Meter: 1845: 22,5 Sek. G. Eastman(England). 1886: 21,8 Sek. C. G. Wood(England). 1900: 21,2 Sek. B. I. Wefers(USA.). 1914: 21,2 Sek. B. J. Wefers(USA.). 1926: 20,6 Sek. R. Locke(USA.). 1937: 20,3 Sek. J. Owens(USA.). Zunächst wird es überraschen, daß die ältesten registrierten Sprinterleistungen bald 100 Jahre alt sind, während doch die Leichtathletik im heutigen Sinne erst seit Begründung der englischen Meisterschaften(1866) besteht. Aber schon vor dieser Zeit gab es vornehmlich in England, dann aber auch in Amerika Berufsläufer, die sich in Herausforderungskämpfen gegenüberstanden oder um Wetten bestimmte Leistungen zu vollbringen sich erboten. Hierbei wurden allerdings die längeren Strecken bevorzugt, und erst später ging man auch zu den Kurzstrecken über. George Seward und G. Eastman waren ebenfalls derartige Berufsläufer. Seward ist wohl der erste bedeutende Sprinter gewesen, denn der Amerikaner lief schon 1844 die 100 Yards(allerdings mit fliegendem Start) in 9,25 Sekunden. Drei Jahre später durchlief er in Ealing eine Strecke von 120 Yards(etwa 109,7 Meter) in 11,5 Sekunden. Diese Leistung führt die obige 100=Meter=Tabelle an, obwohl er für genau 100 Meter sicher eine wesentlich bessere Zeit(vielleicht 11 Sekunden) gelaufen sein wird. Die Yardstrecken waren ja bis zur Jahrhundertwende in fast allen Sportnationen üblich, statt 100 Meter gab es 100 Yard(etwa 91,5 Meter), statt 200 Meter die 220 Yard(etwa 201 Meter). So sind die oben genannten Bestleistungen von Eastman, Wood und Wefers sämtlich über 220 Yard erzielt worden. Ein deutscher Sprinter vermochte bisher nicht Weltrekordmann zu werden. Dabei spielten allerdings besondere Umstände eine Rolle. Zunächst jedoch standen die deutschen Sprinter gegen den Weltrekord erheblich zurück. Kurt Doerry schuf 1896 mit 11,4 Sekunden den ersten amtlichen 100=Meter=Rekord in Deutschland. Ein Jahr später lief Diebold 11 Sekunden, 1905 der für Mittweida startende Sudafrikaner Duncker 10,8 Sekunden. Aber dann kam Richard Rau. Der Charlottenburger erzielte 1911 einwandfrei die neue Weltrekordzeit von 10,5 Sekunden. Diese Leistung, die den Weltrekord von Lindberg unterbot, wurde jedoch als Weltrekord nicht anerkannt. Noch einmal lief ein deutscher Sprinter regulären Weltrekord, als Körnig bei den deutschen Meisterschaften 1926 in Leipzig 10,3 Sekunden absolut einwandfrei erzielte. Aber ausgerechnet am Vortage hatte der internationale Verband beschlossen, neue Rekorde nur anzuerkennen, wenn mindestens eine Verbesserung von 1/ Sekunden erfolgt war. Später, als man für die Kurzstrecken diese Bestimmung wieder beseitigte, dachte niemand mehr daran, Körnigs Rekord nachträglich anzuerkennen, vielmehr wurde Percy Williams(Kanada) Weltrekordinhaber, als er 1930(vier Jahre nach Körnig) die 100 Meter ebenfalls in 10,8 Sekunden zurücklegte. Nun sollen schon vier Sprinter die 100 Meter sogar in 10,2 Sekunden bewältigt haben, die vier amerikanischen Neger Ralph Metcalfe(1932), Eulace Peacock(1935), Jesse Owens vor Jahresfrist und Ben##zun Johnson vor wenigen Monaten in Paris. Da aber jedesmal die Windunterstützung recht groß war, kommt eine Anerkennung als Rekord nicht in Frage. Ueber 200 Meter waren die besten Deutschen zuerst ebenfalls beträchtlich hinter dem Weltrekord zurück. So brauchte P. Fischer(Altona) bei der deutschen Meisterschaft 1898 noch 28 Sekunden und 1900 lief der Berliner Wartenberg 22,6 Sekunden. Richard Rau war es vorbehalten, auch den 200=Meter=Rekord wesentlich zu verbessern. 1911 kam er auf 22 Sekunden und am 28. Juni 1914, also kurz vor Kriegsausbruch, lief er im Grunewald=Stadion sogar die Zeit von 21,6 Sekunden heraus. Houben verbesserte die Leistung 1924 um ein Zehntel Sekunde. Im Jahre 1927 kam Körnig auf 21,4 Sekunden und 1929 in Berlin sogar auf 20,9 Sekunden. Während aber die deutschen Sprinter den 100=Meter=Weltrekord erreichen konnten, blieben sie über 200 Meter bis heute zurück. Steie möglich den bewältigt. Demnach müssen zwei Läufer 10 Sekunden, die beiden anderen aber sogar 9,9 Sekunden gelaufen sein. Ja— aber man darf nicht vergessen, daß drei Läufer ihre 100 Meter mit fliegendem Start durchlaufen sind und dabei wird es stets bessere Zeiten geben. Man ersieht dies ja auch am 200=Meter=Rekord. Jesse Owens muß bei seinem Weltrekordlauf von 20,3 Sekunden die 100 Meter im Durchschnitt von 10,15 gelaufen sein, also auch wesentlich besser als der offizielle 100=Meter=Weltrekord. Aber er wird sicher die ersten 100 Meter in 10,8 und die zweiten 100 Meter„mit fliegendem Start“ in 10 Sekunden zurückgelegt haben. Nun Meisterschaft der Pazifik-Küfte Leichter Sieg G. von Cramms In Berkeley unweit von San Franzisko wurden die Tennismeisterschaften der Pazifikkuste begonnen. Der Deutsche Meister Gottfried von Cramm gewann sein erstes Spiel gegen den Amerikaner Bando leicht mit:1,:1. Rolemeyer schnelllter rahrer Erstes Training im Donnington=Park. Am Sonntag gehen unsere deutschen Rennfahrer zum letzten Male an den Start, und zwar unweit von Nottingham zum Großen Preis vom Donnington=Park. Vier Mercedes und drei Auto=Union nehmen den Kampf gegen die besten euroväischen Fabrikate auf. Am Mittwoch fand auf der 5,028 Kilometer langen Strecke bei schönstem Sommerwetter das erste offizielle Training statt. Die meisten Teilnehmer hatten sich dazu eingefunden und drehten fleißig ihre Runden. Von den deutschen Fahrern erschien nur Rudolf Caracciola nicht auf der Bahn, selbst der beim Masaryk=Rennen verunglückte Lang war schon wieder im Trainina. Schnellster deutscher Fahrer war Bernd Rosemeyer auf AutoUnion mit:14,8 Minuten auf der nicht einfach zu fahrenden Bahn. Sein Stundenmittel betrug 183.6 Kilometer. Dann folaten die drei Mercedes=Benz=Wagen unter von Brauchitsch(:15,1), Seaman(:16,2), Lang (:17,2). Die übrigen Auto=Union=Fahrer Müller und Hasse waren um sechs Sekunden schneller als die besten Fahrer von Maserati usw. 19 Wagen starten... Mercedes=Benz setzt, wie vorgesehen. Caracciola, von Brauchitsch. Lana und Seaman ein. Die AutoUnion fährt mit Rosemeyer, Muller und dem wieder genesenen Hasse. Ihre Gegner sind: R. Mays, Earl Howe, A. Dobson, Tonque. Martin. E. Dobson,(alle ERA.), Prinz Bira, Hyde, Hanson, Whitehead(alle Maserati), Maclure(Riley), Pows=Lybbe(Alfa Romeo). Die Europameisterschaften 1939 im Boxen werden in Polen stattfinden, dessen Verband es fertiggebracht hat, die Irländer zu veranlassen, auf die Durchführung in ihrem eigenen Lande zu verzichten. Voraussichtlich werden die Titelkämpfe in Warschau oder Posen abgewickelt werden. Der Amateurbox=Länderkampf Deutschland— Finnland ist dem Gau Pommern zur Durchführung übertragen worden. Die Begegnung findet am 3. Dezember in der Stettiner Messehalle statt. Graf de Baillet-Latour über Tokio: „Keine Unterbrechung der Vorbereitungen“ Hinsichtlich der Abhaltung der Olympischen Spiele 1940 in Tokio machte Graf de Baillet=Latour, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, interessante Aeußerungen. Er hob hervor, daß bis heute in der Organisation der Spiele keine Veränderung eingetreten sei. Er habe sich mit dem Japanischen pischen Komitee aus diesem Grunde in Verbindung gesetzt und die Antwort erhalten, daß Japan mit einer baldigen Beilegung des Konflikts mit China rechne. Außerdem sei Japan nicht Schauplatz militärischer Operationen. Von einer Unterbrechung der Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 1940 könne keine Rede sein. Graf de Baillet=Latour äußerte sodann, daß ihm niemals der Vorschlag gemacht worden sei, die Durchführung der Olympischen Spiele 1940 einer anderen Nation zu übertragen. Seine persönliche Meinung sei die, daß die Olympischen Spiele 1940 in Tokio stattfinden und daß die Vorbereitungen für die Spiele den Bestimmungen entsprechend getroffen werden. Die Suribereungung der Soladfen in Zivillportvereinen— Die neue Verfügung des Chefs der Hcercsleitung Der außerdienstliche Sport in Sportvereinen und die Startberechtigung von Soldaten bei Wettkämpfen außerhalb des Heeres ist, wie wir bereits kurz berichteten, neu geregelt worden. Die unter dem 6. Dezember 1934 erlassene Verfügung des Chefs der Heeresleitung wurde aufgehoben und durch folgende ersetzt: I. Außerdienstlicher Sport in Sportvereinen Aktive Soldaten können außerdienstlich Sport betreiben a) im Militärsportverein, b) in einem Zivilsportverein ihres Standortes. Soldaten, die bei Eintritt in das Heer einem Zivilsportverein außerhalb ihres Standortes angehören, sind für diesen nicht startberechtigt. Die Mitgliedschaft zu ihrem alten Verein ruht während der Dauer der Dienstzeit. Eine Ausnahme bilden sportliche Spitzenkönner. Sie dürfen in ihrem alten Verein Mitglied bleiben und für ihn starten. Starterlaubnis zu Wettkämpfen ist von Fall zu Fall bei den Disziplinarvorgesetzten einzuholen. Sie kann verweigert werden, wenn sie sich mit den dienstlichen Belangen nicht vereinbaren läßt und wenn der Soldat sich durch schlechte Leistung und dienstliche Haltung dieser Auszeichnung nicht wurdig zeigt. Sportliche Spitzenkönner sind Soldaten, die auf internationalen Sportwettkämpfen Deutschland vertreten können. Sie sollen die Möglichkeit haben, während ihrer Dienstzeit(nach der Rekrutenzeit) ihr Können zu erhalten, wozu Training unter sachgemäßer Anleitung und Uebungskämpfe gegen gleichwertige Partner gehören. Spitzenkönner werden nur vom Deutschen Reichsbund für Leibesübungen für jedes Fachgebiet dem O. K. H. jährlich namhaft gemacht. Die Gründung von Militärsportvereinen wird nicht befohlen, weil die Lebensfähigkeit eines Militärsportvereins abhängig ist von einer geeignet regen Führung und von Trainings= wie Wettkampfmöglichkeiten. Führer des Militärsportvereins muß ein Offizier sein. Ein Militärsportverein kann von einem Truppenteil(mindestens Bataillon, Halbregiment, Abteilung) oder einem Standort gegrundet werden, dessen Dienstbezeichnung er als Namen tragen muß. Die bisherigen Namen können dahinter in Klammern noch mitgenannt werden. Männliche Beamte Angestellte und Arbeiter der Wehrmacht dürfen in die Militärsportvereine eintreten. II. Startberechtigung von Soldaten 1. Startberechtigung für Einzelwettkämpfe und einmalige Mannschaftskämpfe besteht für jeden aktiven Soldaten als Angehöriger seiner Truppe, und zwar a) als Einzelwettkämpfer bei allen für Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen offenen Einzelwettkämpfen, b) als Mannschaft ihres Truppenteils bei allen für Vereine und größere Verbände des Reichsbundes für Lehrreiche Unterlaffungen Unsere nachstehende Partie enthält mehrere Fehler auf der einen und Unterlassungen auf der andoren Seite. Beide Spieler, das sei betont, können unmöglich in bester Verfassung gewesen sein. Für uns bietet aber die Partie gerade wegen ihrer Fehler viel Lehrreiches und die Möglichkeit, einige typische Gewinnmanöver aufzuzeigen. Weiß: L. Josteit, Schwarz: G. Rogmann; gespielt im Pokalkampf„Schachgesellschaft“— „Königsspringer“ am ersten Brett. 1. e4 eß 2. d4 d5 3. Sca de 4. Se4: Sba7 5. S13 Sgf6 6. Lds Lei 7.—0 Seé: 8. Lei: Sfé 9. Ld3—0 10. Se5! c5 11. de! Le5: 12. De2 b6? Die schwarze Verteidigung, beginnend mit 8. de ist kraftlos und entnervend. Bezeichnend dafür ist, daß der letzte, so natürlich und logisch aussehende Vorbereitungszug zur Entwicklung des Damenläufers Schwarz schon in entscheidenden Nachteil bringt. Schwarz war gezwungen, bescheiden und weniger bequem 12.... Lei nebst De7, Tfds. La7 und evtl. Les zu spielen. 13. Lg5! Lb7 Weiß drohte bereits Lfé: nebst De4 mit Qualitäts14. Tadl De7 Stellung durch ein Stellungsbild festhalten. Die in dieser und ähnlichen Stellungen möglichen Mattkombinationen beginnen stets mit der Beseitigung des für die Verteidigung des schwarzen Königs so wichtigen Springers f6. Also: 15. Lfé: gf 16. Lh7:“! ... Nachdem erst der-Bauer seinen König verlassen mußte, wird nun auch der letzte Schutz, der -Bauer, weggerissen. Der so entblößte König muß nun in wenigen Zügen dem Ansturm der übrigen, ideal stehenden weißen Truppen erliegen. 16.... Kh7:(oder 16.... Kg7 17. Dg4“, Khs 18. Dh5, fe 19. Dh6l, 16 20. Lf5-, Kgs 21. Leß:“, Tf7 22. T43 usw.) 17. Dh5“, Kg7 18. Dg4“, Khs 19. Tds! nebst Matt. In der Partie geschah aber nach 14.... De7 weiter: 15. Sd7! Tfds. Jetzt ist wieder eine Stellung entstanden, die wir näher beleuchten und im Stellungsbild festhalten wollen. 6 4 14 4% 8 Weiß am Zuge gewinnt! Erzwungen, denn auf 14.... Def wäre bereite eine für diese Art Stellungen typische Gewinnkombination möglich gewesen. Wir wollen diese Weis am Zuge gewinnt! Weiß verfehlte hier den leichten Gewinn, der wie folgt zu erreichen war: 16. Lf6:l, gf 17. Dgitl, Khs 18. Dh4l, 15 19. Sf6. Kg7 20. Dg5“, Khs 21. Dh6 und so weiter. Anstatt nun so oder wenigstens 16. Sf6:“ gf 17. Lh4 zum Vorteil für Weiß zu spielen, setzte Weiß kraftlos fort: 16. Scö: Dob: 17. Lfé: gf 18. Lei Lei: 19. Dei: De5 20. Deö: fe und die Partie wurde schließlich unentschieden. Bearbeitet vom Westiälischen Schachmeister Hans Harrmann. Bochum Leibesübungen offenen einmaligen Mannschaftswettkämpfen nach Vereinbarung mit dem Veranstalter der sportlichen Wettkämpfe. Jeweilige Abmachungen hinsichtlich der Einheit, der die Mannschaft entnommen wird, sind dabei erforderlich, um die Leistungsstärke der Mannschaft des Truppenteils in Einklang zu bringen mit der Leistungsstärke der Vereins= usw. Mannschaften. 2. Die Startberechtigung für Serienpflichtspiele und fortlaufende Mannschaftswettkämpfe besteht nur für Mitglieder eines dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen angehörenden Vereins(Militärsportverein oder Zivilverein). Hierbei dürfen Soldaten als Mitglieder einer Zivilmannschaft nicht gegen eine Militärsportvereinsmannschaft starten oder spielen, in der sich Soldaten ihres eigenen Truppenteils befinden. 3. Soldaten als Angehörige von Militärsportvereinen dürfen bei allen sportlichen Wettkämpfen einschließlich Serienpflichtspiele für ihren Militärsportverein starten, ohne den von den Fachämtern für Leibesübungen festgelegten Sverrzeiten unterworfen zu sein. Grundsätzlich mussen jedoch die von den Fachämtern für Leibesübungen vorgeschriebenen Ueberttittsbestimmungen erfüllt werden. 4. Starten Soldaten als Mitglieder eines sportvereins bei öffentlichen Wettkämpfen, so ist im gramm und in der Presse Dienstgrad und Truppenteil vor der Vereinszugehörigkeit zu nennen. Bei Verstößen gegen diese Forderung ist der Bataillons=, Halbregiments= und Abteilungskommandeur berechtigt, vorübergehend den Start des Soldaten zu verbieten. 5. Ausgeschiedene Soldaten sind für ihren alten Zivilsportverein ohne Sperrzeit startberechtigt, sobald die von den Fachämtern für Leibesübungen vorgeschriebenen Uebertrittsbestimmungen erfüllt sind. Sicg von Baron IV 8. Reit= und Springturnier in Wien Der Besuch am zweiten Tag des 8. Internationalen Wiener Reit= und Springturniers war bei sonnigem, aber kühlem Wetter wieder ausgezeichnet. In Anwesenheit des Bundespräsidenten kam der Wanderpreis der Stadt Wien, ein schweres Kanonen=Jagdspringen, am Mittwoch zur Entscheidung. Der Kurs führte über 14 Hindernissen mit 20 zu nehmenden Sprüngen. Insgesamt starteten 33 Bewerber, unter denen die 13 deutschen Pferde eine hervorragende Rolle spielten. Baron IV unter Oblt. Brinkmann und Olaf unter Hptm. von Barnekow sowie Alchimist unter Rittm. Momm und der ungarische Schimmel Egyetley unter Rittm. v. Nemeth blieben ohne Fehler und hatten zum Stechen anzutreten, das über fünf Hindernisse mit sechs Sprüngen führte. Nachdem Baron IV als erster fehlerlos mit 23 Sekunden über den Kurs gekommen war und Eghetley gleichfalls ohne Fehler, aber drei Sekunden schlechter blieb, stand der Sieg des Deutschen fest. Köln, 29. September 1..: 1. Heimt(Lt. von Mitzlaff), 2. Lockvogel, 3. Harun.— Sieg 29, Platz 14, 22, 22. Ferner: Poczkos, Athos, Quastro. Einlaufswette: 302. 2..: 1. Maruka(Wenzel), 2. Polarstern, 3. Obersteiger.— Sieg 22, Platz 12, 12. Ferner: P.., Faust, Selim. Einlaufswette: 46. 3..: 1. Calitea(Stork), 2. Gräfin Mariza, I. totes Rennen; zwischen Mauritza und Winnetou.— Sieg 20, Platz 16, 24, 15, 12. Ferner: Edina, Standlaut, Verafina, Mabaron. Einlaufswette: 174. 4..: 1. Morgenlust(Haut), 2. Natango, 3. Irmgard. — Sieg 34, Platz 13, 20, 14. Ferner: Infant, Mogul, Augraf. Sandmann, Palapaia. Einlaufswette: 344. 5..: 1. Erdwall(Gossens), 2. Lenzbote, 3. Heroine, 4. Graf Moltke:— Sieg 113, Platz 33, 18, 23, 32. Ferner: Chevalier, Caramba, Dennoch, Thuribert, Jagdsprung, Glanz, Panzerslotte, Prima, Mein Geheimnis. Einlaufswette: 1554. 6..: 1.'Toni(Lewicki), 2. Gabler, 3. Fechter.— Sieg 59. Platz 14, 13, 59. Ferner: Mongo, Alwan, Denar Sense, Goldkorn. Einlaufswette: 114. 7..: 1. Lebensweg(Winkler), 2. Bandage, 3. Georgina, 4. Lonka. 5. Reichsmark.— Sieg 25. Platz 14, 17, 96. 84, 30. Ferner Pralinée, Arglist, Florian Geyer, Landesfreund, Urfehde, Atbos, Quintilian, Gängerin. Ex Abrupto, Bergamotte, Cologna, Rosenrot. Einlaufsw.: 112. Le Tremblay, 29. September 1..: 1. La Margo(Poincelet), 2. Miß Laeken 3. Sans Tache.— Sieg 38, Platz 16, 16, 23. Ferner: Tramette, Blue Stone, Pescofi, Thanase, Beauvillires, Daraise. 2..: 1. Arméntenne(du Breil), 2. Pleine Lune, 3. Triquette.— Sieg 93. Platz 34, 47. Ferner: Croise Un. Pitchoun, Aqueduc, La Tempete. 3..: 1. Canaletto(Truin), 2. Knigbt of Malta, 3. Biriccina.— Sieg 34, Platz 21, 18. Ferner: Cleres, Tranche Montagne, Remanso, Avernes. 4..: 1. Blue Star(Fries), 2. Iskandar, 3. Rasano. — Sieg 39, Platz 14, 11. Ferner: Juvigny. 5..: 1. Sucrier(Semblat), 2. Sabir, 3. San Marco. — Sieg 43. Platz 21, 14. Ferner: Vautour, Tali, Récaldia, Kergos. Unsere Voraussagen Donnerstag, 30. September Saint=Cloud: 1..: Scamp— Rock Pourpre. 2..: Eolien— Insular. 3..: Qutbole— Ripley. 4..: A'Arriver—. Gaffeur. 5..: Spinelle— Savoistenne. 6..: El Galgo— Hus. Hoppegarten: 1. Fortunata— Makramee. 2..: Idomeneus— Pompejus. 3..: Kameradschaftler— Milo. 4..: Walzerkönig— Wiener Walzer. 5..: Gestült Waldfried— Dolmetscher. 6..: Graf Tucky— Alaja. 7..: Yorck— Waldhüter. Seite 12 Nr. 229# Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 30. September 1932 Kunst und Wissen „Volrilatal, Koruns. Vothtlatalt! Thakelpeares Rutttieg zum Dramatiker Das englische Theater der Elisabethanischen Epoche läßt sich mit dem Begriff des heutigen Theaters nicht annähernd vergleichen. Weder gab es eine Bühne, die unseren verwöhnten Vorstellungen entspräche, noch einen halbwegs feuer= und windgeschützten Zuschauerraum, es gab keinen Prinzipal, der nicht zugreich den Ehrgeiz besessen hätte, Verse zu dichten und abends das prunkvollste Kostüm anzukalfatern, ganz davon zu schweigen, daß ihm die geschäftliche Vorsicht gebot, an der Kasse den Obolus der Kunstfreunde eigenhändig in Empfang zu nehmen. Gefährliche Strauchdiebe, die dem lieben Gott den Tag abstahlen und die Wäsche der Bürger von den Trockenleinen mausten, waren die Komödianten und von den Puritanern zielbewußter gehaßt als das spirituelle Geschlecht der Teufel, das, sofern von christlicher Heilslehre die Rede ist, immerhin eine gewisse Aufgabe zu erfüllen hat. Zwar, von der Pike auf mußte um die„sittenlose Kunst“ geworben werden, und der Heldenvater durfte sich nicht scheuen, alle möglichen Verrichtungen auf sich zu nehmen, die heute zu den Obliegenheiten der Scheuerfrauen, des Garderobe= und technischen Bühnenpersonals gehören. Wen darf es angesichts solcher Zustände—„Wirtschaft, Horatio! Wirtschaft!"— verwundern, wenn das erste öffentliche Auftreten des dramatischen Universalgenies William Shakespeare in der Rolle eines Lakaien erfolgte, der den vornehmen Gästen des nachmaligen Globetheaters in London die Steigbügel halten und die Pferde bewegen durfte.„Und dabei war der Zwanzigjährige, der 1534 aus der kleinen Provinzstadt Stratford in die City kam, durchaus kein Anfänger und unbeschriebenes Blatt. Er hatte dazumal beein halbes Schicksal hinter sich, mit dem hausbackenen Landmädchen Anna Hathaway drei Kinder gezeugt, die Nöte des verachteten Schreiberberufs kennengelernt und, da es weder vorn noch hinten langte, ein klein wenig auch die Wilddieberei betrieben. Nein, der Sohn des angesehenen John Shakespeare, der schätzungsweise im April 1564 zur Welt kam und das geistige Kronjuwel des Empire werden sollte, war keineswegs ein unbeschriebenes Blatt, als er in die bedeutende Stellung eines Theaterportiers bei Mister Richard Burbadge aufrückte. Sorgen hatte er mehr als Pfennige zu verzehren, und das ist zeitlebens so geblieben, auch wenn sein Brotgeber ihn langsam zum Abschreiber von großen und zum Darsteller von kleinen Rollen avancieren ließ. Daß wir keinerlei schriftliche Aufzeichnungen von seiner Hand besitzen und nicht wissen, nur ahnen können was diesen in sozialen Sklavenketten gehaltenen Riesengeist bewegt haben muß, mit welchen Dämonen der Liebe und des Hasses er persönlich rang, welches seine geheimsten Gedanken und Sehnsüchte waren, ist ein beklagenswerter Verlust, der nicht den biographischen Schnüffler, wohl aber die Geschichte des menschlichen Geistes schlechthin betrifft. Anzunehmen ist, daß der Brand des Globetheaters im Jahre 1613 alle Manuskripte des Dichters vernichtete.„Titus Andronicus" betitelt sich das erste Drama des Fünfundzwanzigjährigen, das mit außergewöhnlichem Erfolg die Bretterprobe bestand und wegen der Fülle seiner schauerlichen Begebenheiten, werden doch von 14 Hauptpersonen nicht weniger als 11 auf schnödeste Art umgebracht, den blutrünstigen Tragödien der Kyd, Greene und Marlowe den Rang ablief. Noch ist alles wilde, fessellose Leidenschaft ohne genaues geschichtliches Kolorit, ohne die mächtige, tiefschürfende Charakter= zeichnung, wie sie die späteren großen Gestalten auszeichnet. Zehn Jahre nach diesem ersten genialischen Wurf, 1599 schreibt der inzwischen zum Hausdichter und Unternehmer beförderte Autor sein zweites Römerdrama, den„Julius Cäsar“, dessen geschichtliche Stoffwelt ihm die 1579 ins Englische übersetzten Lebensbeschreibungen Plutarchs lieferten. Es ist das neunzehnte Drama in der Reihe einer schier unglaubhaft anmutenden und von Jahr zu Jahr großartiger sich entfaltenden Produktion. Der junge Meister steht auf der Höhe seiner Kunst, nachtwandlerisch sicher findet er die ihm gemäße Form, das Wort des Dichters ist von einem plastischpoetischen Elan, einer psychologischen Schärfe und geistigen Stoßkraft, wie sie die Welt seit den Tagen der griechischen Tragiker nicht mehr erlebt hatte. 1607 und 1608 speit der in den Jahren zwischen 1600 und 1606 von den Riesenbildungen des„Hamlet", des„Othello", „König Lear" und„Macbeth“ entbundene Vulkan zwei weitere Römerdramen,„Antonius und Cleopatra" und „Coriolan“, und wieder sind es nicht Abziehbilder der papierenen Historie, sondern von glühendem Leben erfüllte Gleichnisse der zeitlos sich selbst verzehrenden menschlichen Leidenschaft. Daß ihre Träger und Erdulder dem weltgeschichtlichen Areopag angehören, verhilft den Tragödien über ihre gewissermaßen unkostümierte dämonische Eigenkraft hinaus zu exemplarischer Wirkung. Das Bochumer Stadttheater wird die vier Römerdramen im Rahmen der? Deutschen Shakespeare=Woche (9. bis 15. Oktober) erstmalig zyklisch aufführen und diesen Versuch nicht mit bloßen Argumenten stofflicher oder thematischer Natur rechtfertigen. Der Reiz dieser Aufführungen ist auch nicht lediglich ein ästhetischer, vielmehr geht es im Grunde darum, den Kontrapunkt dieser Dramen zu ermitteln und ihn gleichsam als Probe auf den Organismus der shakespearischen Geisteswelt und Kunstentwicklung sichtbar zu machen. Daß eine Bühne von dem außerordentlichen Range Bochums sich diese Aufgabe stellt, ist besonders zu begrüßen. Dr. Emil Strodthoff Erltes Jinioniekonzert in Eilen Die Reihe der Essener Sinfoniekonzerte begann mit einer Erstaufführung gediegenen Formats. Zwar ist es, obschon erst 1935 entstanden, kein Werk ausgesprochen modernen Charakters, doch trägt diese groß angelegte Passacaglia und Fuge für Orchester des in Hamburg lebenden Humperdinckschülers Hans Ferdinand Schaub eine solch beachtenswerte und ausgeglichene künstlerische Gestalt, daß man die fast ganz noch im Geist der Jahrhundertwende konzivierte, in der Themenstellung und im Klangsinn an die Vorbilder der Zeit stark erinnernde Komposition nicht ohne Respekt und Genuß anhört. Die Variationsreihe erfreut durch eine geistvolle, kontrapunktisch gewandte Verarbeitung des motivischen Materials wie auch durch reichen, anregenden Wechsel der instrumentalen Einkleidung. Die Neuheit fand, von Albert Bittner und dem Orchester in lebendiger Wiedergabe geboten, freundlichste Aufnahme. Daß Pfitzners Violinkonzert in einem Satz nicht eben oft auf den Konzertprogrammen erscheint, hat seinen Grund nicht weniger in dem schweren gedanklichen Gehalt und der eigenwilligen Ideenwelt als in der Schwierigkeit des solistischen Parts. Wilhelm Stroß spielte den komplizierten und anspruchsvollen, dabei durchaus nicht in landläufigem Sinne dankbaren Teil mit künstlerischer Gewissenhaftigkeit und löblicher Akkuratesse, der verstrickten linearen Führung mit kluger Musikalität nachgehend. Die letzte der Brahmschen Sinfonien beendete den stark besuchten ersten Essener Abend. Dr. Josef Schwermann Klerner Rutikeion Düsseldorfer Preisausschreiben für junge Dramatiker. Der Generalintendant der Städtischen Bühnen in Düsseldorf hat ein Preisausschreiben zur Förderung des jüngsten deutschen Bühnenschaffens erlassen. Teilnehmen können Verfasser, die noch nicht 30 Jahre alt sind und noch keine Aufführung ihrer Werke erlebten, und zwar mit deutschen Schauspielwerken ernster und heiterer Art. Die Arbeiten sind bis zum 15. Dezember einzureichen. Ein Haus des Deutschen Buches in Aachen. Die Stadt Aachen plant die Errichtung eines„Haus des Deutschen Buches". In erster Linie soll dieses Institut der Pflege des Grenzbüchereidienstes gewidmet sein. Lotte Schreiner als Penthesilea in Hamburg. Die „Penthesilea"=Inszenierung, die im Spielplan des Staatlichen Schauspielhauses Hamburg geboten wird, hat Hannes Küpper(bisher in Dusseldorf) vorgenommen. Penthesilea ist Lotte Schreiner(bisher in Essen), Achilles Werner Hinz, Meroe Waltraut Herbster. Auch Entartung in Musik und Literatur soll ausgestellt werden. In der Rede, mit der Staatsrat Dr. Hans Severin Ziegler die thüringische Gau=Kulturwoche eröffnete, teilte er mit, daß vom Lande Thüringen eine Anregung ausgehen werde, varallel zu der Ausstellung„Entartete Kunst", eine Ausstellung für alle nur greifbaren Beispiele der entarteten Musik und Literatur des letzten Menschenalters einzurichten, in der Gewißheit, daß es die Beschauer dieser Schriften und die Hörer von derartigen Schallplatten wie ein Schrecken über die eigene Leichtfertig keit und Ahnungslosigkeit überkommen werde, mit der sie über jene Erscheinungen einfach zur Tagesordnung übergegangen seien. „Daphne und der Diplomat“— ein deutscher Tanzfilm. Im Rahmen der Wiesbadener Herbstfestwochen wurde die Welturaufführung des ersten großen Tanzfilms der Ufa„Daphne und der Diplomat“ zu einem Ereignis. In diesem Film wird zum ersten Male der Versuch der Schaffung eines Films des Ausdruckstanzes unternommen. Unter der Leitung von Trude Pohl(Folkwangschule in Essen) sind vierzehn der besten Solotänzerinnen der größten deutschen Bühnen und Tanzschulen zusammengefaßt worden, die innerhalb einer teils tragischen, teils lustigen Rahmenhandlung Tanzszenen von großer Eindruckskraft entwickeln. Neuer Paula=Wessely=Film. Nachdem der PaulaWessely=Film„Dr. Christels erster Fall“, wie bereits berichtet, abgesagt worden ist, soll Paula Wessely nunmehr bei der Intergloria in dem Film„Radium“ in der Hauptrolle auftreten. Im Deutschen Reich wird der Film durch die Terra herausgebracht. Adolf Ritler„Ehrenkorporal“ Die Verleihung des Titels Ehrenkorporal, die höchste Ehrung, die die Faschistische Miliz überhaupt zu vergeben hat, ist vor Adolf Hitler bisher noch keinem einzigen Nichtitaliener gegenüber erfolt. Welch hoher Grad der Ehrung in der Verleihung liegt, geht schon allein aus der Tatsache hervor, daß sogar in Italien, selbst außer dem König und außer dem Duce überhaupt nur zwei Männer diesen an sich bescheiden klingenden Titel führen dürfen, nämlich Admiral Ciano, der Präsident der italienischen Kammer und Vater des Außenministers und Senatspräsident Federzoni. Aus alledem geht freilich zur Genüge hervor, daß der Titel Ehrenkorporal eine ganz ungewöhnliche höchst selten verliehene Auszeichnung darstellt. Der Titel stammt geschichtlich aus der Zeit Napoleons., der der erste Korporal der Französischen Legion gewesen ist. Auch König Viktor Emanuel., der erste Beherrscher des geeinten Italien, hat den Titel geführt, Mussolini selbst hat diesen Ehrenrang nach der Begründung der Faschistischen Miliz wieder eingeführt. Daß er außerhalb Italiens bisher nur dem Führer des neuen Deutschland verliehen wurde, unterstreicht die engen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Saaten genau so stark wie die Verleihung des goldenen Parteiabzeichens an Mussolini das bisher nur Adolf Hitler allein trug. Was bedeutet das Liktorenbündel? An der Seite des Hakenkreuzes stand in diesen Tagen in Deutschland oft das andere Hoheitszeichen einen Revolution: das Liktorenbündel des FaschismusAuf dieses Zeichen geht der Name Faschismus überhaupt zurück Fascio: das bedeutet Bundel, im weiteren altrömischen Sinne genommen das Bündel der Liktoren, die im antiken Rom dem Konsul vorausgingen, um durch Ruten und Beile die Amtsgewalt dieser hochsten Beamten des antiken Imperiums zu versinnbildlichen. Das Zeichen der Ruten und Beile heißt: diese Männer haben die oberste Rechtsgewalt über das Volk. Sie können— so sagen die Beile—über Leben und Tod entscheiden. Die Entstehung des Symbols des Rutenbündels geht auf eine altrömische Legende der ersten Jahrhunderte der Republik Rom zurück. Einer der großen Männer des alten Roms, der seinen Landsleuten einen Begriff von der notwendigen Einigkeit des Volkes beibringen wollte zeigte ihnen dies an einem handgreiflichen Beispiel. Er ließ sich ein Bündel Ruten bringen, nahm vor den Augen der Umstehenden eine heraus und sagte:„Seht, ich kann diesen Stab mit meiner Kraft leicht zerbrechen, nun aber versucht dasselbe einmal mit dem ganzen Bündel. Ihr werdet es niemals zerbrechen können, wenn alle Stäbe zusammengebunden sind. Genau so wie diese Stäbe müssen alle Bürger des Staates eine große Einheit darstellen, dann wird uns nichts überwinden können.“— Der Begriff der Volksgemeinschaft findet so durch das Liktorenbündel seinen ältesten und geradezu klassischen Ausdruck. Geschichtstafel 30. September 1681 Die Franzosen besetzen Straßburg. 1857 Der Dichter Hermann Sudermann in Matzicken(Oftpreußen) geboren(gestorben 1928). 1863 Der Admiral Reinhard Scheer in Obernkirchen. (Hessen=Nassau) geboren(gestorben 1928). 1883 Der Reichsminister Bernhard Rust in Hannover geboren. 34) Er legte die Hand an den Helm. Als er bereits einige Schritte gegangen war, wandte er sich plötzlich um und warf noch einmal einen langen, prüfenden Blick auf Geoffrey, ob nicht vielleicht doch der bösartige Charakter unter der harmlosen Oberfläche schlummere und jeden Augenblick zum Durchbruch kommen könne. Doch der völlig verstörte und im ursprünglichen Sinne des Wortes offene Ausdruck in Geoffreys Gesicht beruhigte den Polizisten vollkommen. Er schüttelte nur mitleidig den Kopf. „Schrecklich", dachte er,„so eine Mime!“ Und in dem frohen Bewußtsein, daß ihn das Schicksal mit einer solch furchtbaren Krankheit verschont hatte, ging er erhobenen Hauptes, neuen Taten entgegen. Duhe stöhnte laut. Plötzlich fuhr er erschreckt auf. Seine Augen waren weit aufgerissen. Er war in Schweiß gebadet und atmete heftig.— Endlich besann er sich und ließ sich wieder in die Kissen zurückfallen.— Ach so, er hatte geträumt! Ein widerliches Ungeheuer saß auf seiner Brust und drohte ihn zu ersticken. Ein Ungeheuer mit zwei Köpfen, von denen man den einen nur als Fratze bezeichnen konnte: das teuflisch verzerrte Gesicht des Obersten Keath, dessen hämisches Grinsen ihm noch jetzt den Schweiß aus den Poren trieb.— Und der andere? Ein feiner Kopf mit kastanienbraunem Haar, das aus der Stirn zurückgestrichen war. Ein ausdrucksvolles Gesicht mit ernsten, aber lieblichen Zügen. Die Augen klar wie ein Bergsee. Die feingeschwungenen Lippen ein wenig geöffnet— ja, das hatte ihn so erschreckt. Urplötzlich war die Verwandlung geschehen: die kalten, grausamen Augen. Die gespaltene Zunge. Der Kopf einer Schlange! Brrr, wie konnte man nur so realistisch träumen?— Duke war in diesem Augenblick fast geneigt, die ganze furchtbare Geschichte des„King“ ebenfalls für einen Traum zu halten. Er sprang aus dem Bett und eilte ins Badezimmer. Er ließ das eiskalte Wasser über seinen Körper rieseln, dann rieb er sich tüchtig ab und kleidete sich an. Im Wohnzimmer schimmerte es bereits hell durch die Fenster. Das konnte doch noch nicht die Morgendämmerung sein? Es war ja erst fünf Uhr! Er sah hinaus.— Na ja, einmal mußte er ja kommen, der Schnee. Duke schloß das Fenster und machte sich an der Kaffeemaschine zu schaffen. Bald darauf saß er gemütlich in einem bequemen Sessel und schlürfte genießerisch den heißen Trank. Der riesige Kachelofen strömte eine angenehme Wärme aus. Nun, zum Teufel, was fehlte nun noch?— Richtig, ja, die gewohnte Zigarre! Duke bediente sich aus einer der Kisten und lehnte sich behaglich zurück. Seltsam, sonst war dies immer die angenehmste Stunde des Tages, wenn er nach einem erfrischenden Bade bei Kaffee und Zigarre saß. Aber heute? Zum Donnerwetter, was war denn eigentlich mit ihm los? Ich weiß es nicht, sagte er sich. Vielleicht das Wetter?— Der alte Betrüger! Er wußte es ganz genau, mochte es nur nicht zugeben! Lieber betrog er sich selbst ein bißchen!— Er hatte sich geschworen, nie mehr an eine gewisse Sache zu denken, und welcher anständige Kerl bricht sein Versprechen ganz gleich, wem er es gegeben hat? Er brauchte sich auch nicht zu tadeln. Sein Gehirn gehorchte einfach seinem Willen nicht mehr. Dagegen war er machtlos. Und schließlich war es doch auch das Beste, wenn er sich das Verwerfliche ihrer Handlungsweise noch einmal deutlich vor Augen führte. Um so schneller kam er dann darüber hinweg.— Gewiß, er konnte verstehen, daß Kay ihn als Werkzeug benutzt hatte, um den Mord an ihrem Vater schneller sühnen zu können. Kindesliebe hatte ihr dieses Verhalten diktiert. Aber war es notwendig gewesen, falsche Vorstellungen und Hoffnungen in ihr zu erwecken? Würde er nicht auch ohne das seine ganze Kraft darangesetzt haben, diesen furchtbaren Verbrecher zu entlarven? Huldigte sie etwa der Auffassung, daß der Mensch immer nur aus Egoismus zu handeln bereit sei, daß er nur dann alle Kräfte an eine Aufgabe wandte, wenn ihm ein erstrebenswerter Lohn winkte— Lohn in irgendeiner Form? Ja, das wäreeine Rechtfertigung gewesen, aber nur für die erste Zeit. Später hatte sie doch Zeit und Gelegenheit genug gehabt, um ihn gründlich kennenzulernen. Und den Vorwurf konnte er ihr auf keinen Fall ersparen, daß sie ihr Spiel mit ihm weitergetrieben, obwohl ihr nicht entgangen sein konnte, daß er sie liebte und es vollkommen ernst meinte. Das konnte sie als Frau unmöglich übersehen haben! Kaum war er in seinen Gedanken so weit gekommen, als er sich darüber klar wurde, daß er sich selbst täuschte; daß ihm diese Sache viel näher ging, als er zugeben wollte. Sein Sarkasmus half ihm nichts, im Gegenteil— der beißende Spott benahm sich wie ein Bumerang: verfehlte er sein Ziel, kam er zurück und traf ihn selbst. Duke lief mit großen Schritten aufgeregt hin und her. „Schluß!“ rief er plötzlich laut,„verdammt noch mal! Soll ich mich wegen eines hübschen Gesichts in das ich mich verguckt habe, zum Narren machen lassen? Und noch mal— Schluß!“ Duke zermarterte sein Hirn, um eine Möglichkeit zu finden, den„King“ aus seiner Reserve hervorzulocken. Er vergegenwärtigte sich noch einmal alle Eigenschaften des Verbrechers, die er aus dessen Taten entnehmen konnte. Er mochte aber die Verantwortung nicht allein tragen und setzte sich mit Inspektor Clarke und Mr. Gordon in Verbindung. „Ich habe Sie zu mir gebeten", erklärte Trent, nachdem er den beiden Kaffee und Zigaretten angeboten hatte,„weil ich einen Irrtum oder Fehler von vornherein ausschließen möchte. Ihr beide seid von Anfang an dabeigewesen und kennt den„King“ so gut wie ich. Ich brauche euer Urteil und euren Rat, um die Bestätigung zu haben, daß ich mich nicht täusche.— Ich habe inzwischen mein möglichstes getan, um eine neue Spur zu finden. Ich habe abermals bei Lord Kingsley vorgesprochen und mir die Liste der Gäste aushändigen lassen, die Seine Lordschaft an dem Abend bewirtete, an dem ich als Mister G. Fould anwesend war, und an dem der Anschlag auf den Bankier Samton gemacht wurde. Ich erinnere mich ganz genau, daß der„King“ mir damals drohte, er werde auch da sein, und ich bin sicher, daß er diese Drohung wahrgemacht hat. Also muß es doch einer von den Gästen gewesen sein. Ich gestehe, daß mir dieser Gedanke erst sehr spät kam, aber als ich ihn einmal hatte, versprach ich mir sehr viel von ihm. Von den Dienern kommt keiner in Frage. Sie sind alle seit mehr als zehn Jahren in Lord Kingsleys Diensten, und außer„Larry Bourton“ war an dem Abend nur noch ein Aushilfskellner da der aber London seit fünfzig Jahren nicht mehr verlassen hat. Nun stellte ich aus meinen Leuten eine Truppe zusammen, die in der Kunst des„shadowing“ besonders gut ausgebildet ist. Jeder der Gäste wurde wochenlang einzehend beobachtet. Keiner ihrer Schritte blieb unjewacht, keins ihrer Gespräche unbelauscht. Es war eine mühsame Arbeit!“ Er brach ab und blickte gedankenverloren zum Fenster hinaus. Ein seltsames Lächeln lag auf seinen Lippen. „Ich könnte jetzt, wenn ich wollte, ein reicher Mann werden“, sprach er unvermittelt weiter,„so viel Börsengespräche habe ich überhört und so viel von neuen Coups erfahren, die nächstens an der Börse gelandet werden sollen. Aber— das ist auch alles! Im übrigen besteht der einzige Erfolg darin: ich weiß nun ganz bestimmt, daß von den damaligen Gästen keiner der „King“ sein kann. Vielleicht war er auch keiner von den geladenen Gästen und hat sich auf irgendeine Weise eingeschlichen. Bei derartigen Festen ist das ja nicht so selten. Ich glaube allerdings nicht daran. Daß er sein Wort nicht gehalten und einfach weggeblieben ist, halte ich für ausgeschlossen. Wie dem auch sei— wir sind jetzt genau so weit wie vor' drei Monaten, und das ist eine verfluchte Schweinerei! Deshalb habe ich mich entschlossen, es mit einer Gewaltkur zu versuchen. Nun paßt gut auf und strengt eure Köpfe mal ein bißchen an! Worin bestehen nach eurer Ansicht die Hauptcharakterzüge des„King'?" Geoffrey sprach zuerst. „Zunächst und zumeist mal darin“, meinte er trocken, „daß er ein ganz raffinierter Hund ist!" Duke lachte. „Das ist ja nun zwar keine Charaktereigenschaft, aber deine Feststellung stimmt. Ich will aber nicht seine Stärken, sondern seine Schwächen kennenlernen, denn man greift einen Feind nicht an seiner stärksten Stelle an— oder doch nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen.“ „Soweit ich das beurteilen kann" warf Inspektor Clarke ein,„scheint mir, daß er sehr stolz ist auf seine Leistungen..“ „Mit anderen Worten“, unterbrach ihn Trent,„er ist eitel. Richtig, richtig!“ „Außerdem“, versetzte Geoffrey,„scheint ihm sehr viel daran zu liegen— das heißt, wenn man seiner Erzählung trauen darf— nicht für einen gewöhnlichen Mörder gehalten zu werden, sondern für einen Menschen, der nur durch eine unglückliche Verkettung widerwärtiger Umstände zum Verbrecher wurde, und der auch jetzt noch den Anspruch erhebt, als Gentleman betrachtet zu werden.“ Duke war begeistert. Mein lieber Geoff, du haft den Nagel auf den Kopf getroffen. Hier haben wir den springenden Punkt. Jedenfalls ist das meine feste Ueberzeugung!“ Und dann setzte er den beiden seinen Plan auseinander. * „Ja, mein lieber Inspektor“, sagte Colonel Chesney, nachdem Duke seinen Bericht beendet hatte,„ich halte es auch für das Beste, auf Ihren Vorschlag einzugehen. Schließlich kann ich doch nicht mein ganzes Leben in dieser Zelle zubringen, und bevor er nicht gefaßt wird, bin ich niemals in Sicherheit. Lieber schon will ich der Gefahr ins Auge sehen und sie bekämpfen, als mich ewig vor ihr verstecken!" „Ich bin ganz Ihrer Ansicht“, stimmte Trent bei, „aber es ist meine Pflicht, Sie nochmals darauf aufmerksam zu machen, daß es Ihr Leben kosten kann.“ „Ich weiß, ich weiß!“ erklärte der Colonel ein wenig ungeduldig,„Sie haben sicherlich mein Bestes gewollt, als Sie mich in Schutzhaft nahmen. Aber das sehen Sie doch ein, einmal muß ich hier doch heraus. Und wenn ich schon sterbe, dann nehme ich wenigstens die Genugtuung mit, durch meinen Tod unserem Vaterlande einen Dienst erwiesen zu haben. Ich bin ohnehin ein alter Mann, aber vor allem— Soldat, und ich habe von jeher den Gedanken gehaßt, an Altersschwäche sterben zu müssen.“ Am Tage nach dieser Unterredung berichtete die Presse von neuen und grauenvollen Gewalttätigkeiten. Junge Mädchen waren auf bestialische Weise ermordet worden. „Wenn wir nicht mit Bestimmtheit wüßten“, schrieben sämtliche Zeitungen mit bemerkenswerter Einmütigkeit,„daß der„King' vollkommen kaltgestellt ist und sich in einen Schlupfwinkel verkrochen hat, aus dem er nicht hervorzukommen wagt, könnte man annehmen, diese gemeinen Scheußlichkeiten seien sein Werk. Da aber diese Ueberfälle mit unerhörter Kühnheit und Kaltblütigkeit ausgeführt wurden, kann man diesmal den KKing' ohne Bedenken ausscheiden, da er einen solchen Mut heute niemals mehr aufbringen würde!" An jedem der nächsten Tage verbreitete sich die Presse in immer verächtlicherem Tone über den„King', und bald bildete sein Name einen wesentlichen Bestandteil der Witzblätter. In Varietés und Kabaretts wurten Sketch aufgeführt, die seinen„Fall“ behandelten. Es fehlte auch nicht an Vergleichen aus bekannten Tierfabeln, und das Publikum bog sich vor Lachen.— Vierzehn Tage nach der ersten Pressemeldung über die grauenhaften Mädchenmorde erschien wiederum eine Notiz in allen Tagesblättern des Inhalts, daß Colonel Sir Edward Chesny aus der Schutzhaft entlassen worden sei, da er nunmehr von seiten des„King“ nichts mehr zu befürchten habe. Der sogenannte„King“ werde nicht wagen, etwas gegen den Colonel zu unternehmen, denn Divisionsinspektor Trent habe freiwillig die Bewachung des verdienten Militärs übernommen. Sein Freund Dr. Gordon und Inspektor Clarke würden ihn bei dieser Aufgabe unterstützen. Sir Edward Chesny könne also ganz beruhigt sein, denn der„King“ habe noch niemals eine seiner hinterhältigen Taten gewagt, wenn für seine Person auch nur die geringste Gefahr damit verbunden gewesen sei.— Das war eine glatte Lüge. und auch an der, ganzen Geschichte von den armen ermordeten Mädchen war kein wahres Wort: aber die Pressestelle von Scotland Yard hatte ihre Gründe für diese Entstellungen, und Trent war es erst nach langen Auseinandersetzungen gelungen, Scotland Yard zu diesem Schritt zu bewegen. (Fortsetzung folgt.) Wissen Chrenkorporal“ #itels Ehrenkorvoral, Faschistische Miliz überhaupt dolf Hitler bisher noch er gegenüber erfolt. Welch der Verleihung liegt, geht je hervor, daß sogar in Itatig und außer dem Duce er diesen an sich bescheiden dürfen, nämlich Admiral t italienischen Kammer und und Senatspräsident Fegeht freilich zur Genüge enkorporal eine ganz ungeehene Auszeichnung darstellt. ich aus der Zeit Napoleporal der Französischen LeKönig Viktor Emanuel., geeinten Italien, hat den elbst hat diesen Ehrenrang Faschistischen Miliz wieder ilb Italiens bisher nur dem and verliehen wurde, untersaftlichen Beziehungen zwinau so stark wie die Verleiarteiabzeichens an Adolf Hitler allein trug. is Liktorenbündel? reuzes stand in diesen Tagen mndere Hoheitszeichen einen nbündel des Faschismus. er Name Faschismus übers bedeutet Bündel, im weigenommen das Bündel der n dem Konsul vorausgingen, die Amtsgewalt dieser höchImperiums zu versinnbildluten und Beile heißt: diese Rechtsgewalt über das Volk. Beile— über Leben und stehung des Symbols des uf eine altrömische Legende der Republik Rom zurück. des alten Roms, der seinen von der notwendigen Einigwollte, zeigte ihnen dies an iel. Er ließ sich, ein Bündel den Augen der Umstehenden Seht, ich kann diesen Stab rbrechen, nun aber versucht janzen Bündel. Ihr werdet nen, wenn alle Stäbe zuenau so wie diese Stäbe ates eine große Einheit darts überwinden können.“— zemeinschaft findet so einen ältesten und geradezu htstafel ptember Straßburg. Sudermann in Matzicken(Ostrben 1928). d Scheer in Obernkirchen(gestorben 1928). nhard Rust in Hannover gei beiden seinen Plan ausktor“, sagte Colonel ChesBericht beendet hatte,„ich auf Ihren Vorschlag einich doch nicht mein ganzes ringen, und bevor er nicht in Sicherheit. Lieber schon ge sehen und sie bekämpfen, ecken!“ lnsicht", stimmte Trent bei, Sie nochmals darauf aufIhr Leben kosten kann.“ erklärte der Colonel ein aben sicherlich mein Bestes chutzhaft nahmen. Aber das muß ich hier doch heraus. dann nehme ich wenigstens meinen Tod unserem Vaterzu haben. Ich bin ohnehin allem— Soldat, und ich n gehaßt, an Altersschwäche Unterredung berichtete die uenvollen Gewalttätigkeiten. bestialische Weise ermordet estimmtheit wüßten“. schriebemerkenswerter, Einmütigmmen kaltgestellt ist und sich rkrochen hat, aus dem er könnte man annehmen, diese seien sein Werk. Da aber hörter Kühnheit und Kalten, kann, man diesmal den cheiden, da er einen solchen uufbringen würde!" Tage verbreitete sich die erem Tone über den King'. einen wesentlichen Bestandarietés und Kabaretts wurseinen„Fall“ behandelten. gleichen aus bekannten Tieri bog sich vor Lachen.— r ersten Pressemeldung über orde erschien wiederum eine n des Inhalts, daß Colonel er Schutzhaft entlassen worn seiten des„King“ nichts er sogenannte„King“ werde en Colonel zu unternehmen, ent habe freiwillig die Belilitärs übernommen. Sein Inspektor Clarke würden ihn itzen. Sir Edward Chesny ein, denn der„King“ habe nterhältigen Taten gewagt. h nur die geringste Gefahr ge. und auch an der ganzen mordeten Mädchen war kein essestelle von Scotland Yard e Entstellungen, und Trent Leinandersetzungen gelungen, Schritt zu bewegen. (Fortsetzung folgt.) Seite 13 Nr. 229 7 Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 30 Septeniber 1937 Geruer Hocheit und aus Siden 19 Schon begann der Lärm:„Aurelius siegt! „Aurelius!" Da schnellte„Ferro“ aus dem Rudel, und in derselben Sekunde schwoll der Lärm zu einem Tosen an:„Ferro siegt! Ferro! Ferro!" Jockei Williams brauchte den Hengst nur mit den Händen in Schwung zu halten, mit unwiderstehlichem Speed erschien„Ferro" neben dem alten Rivalen, dem vergebens das Letzte abgefordert wurde:„Ferro“ hatte schon den Kopf in Fronz. Völlig durchtrainiert, frisch und wohl vollkommen fit, ging der herrliche, treue„Ferro“ Ende Juni auf die Reise nach Hamburg, um den Derbygang anzutreten. Arbeiter, Gemüsehändler, Warenhausverkäufer, Reporter und Nachtschwärmer, die direkt von der Reeperbahn kamen, waren schon vor Sonnenaufgang auf der Rennbahn erschienen, um dem letzten Galopp der Derbykandidaten beiwohnen zu können. Als„Ferro" die Bahn betrat, hatte„Aurelius“ seine Arbeit bereits hinter sich, und Gerüchte von einer glänzenden Zeit schwirrten umher. „Ferro“, der 60 Kilo trug, ging mit einem Führpferd, das 50 Kilo trug und noch dazu 6 Längen Vorsprung erhielt. an den 2400=Meter=Start. Viele Augen verfolgten gespannt den Galopp: ohne jede Anstrengung und in blendendem Stil bewältigte„Ferro“ die Arbeit, aus der er frisch und trocken zurückkam. Die Zuschauer aber, die die Zeit gemessen hatten raunten einander zu, daß „Aurelius" um Sekunden schneller galoppiert wäre als „Ferro“. Hier nun muß auf eine Eigentümlichkeit des Hengstes eingegangen werden, die„Ferro“ mit fast allen Pserden großer Klasse teilt:„Einmal an der Spitze", besagt das Tagebuch des Trainers,„sieht„Ferro“ seine Aufgabe, zu siegen, als erledigt an. Er glaubt bereits gesiegt zu haben und beginnt zu bummeln. Er muß den Gegner neben sich sehen, um zu kämpfen und zu zeigen, was er kann.“ Jockei Williams bekam also wiederum Instruktionen, auf Warten zu reiten und erst ganz am Schluß in den Endkampf einzugreifen. Wie ein Pfeil flog„Löwenherz“ an der Spitze des Rudels dahin, um für„Rheinwein“, den Stallgenossen, die Pace zu machen, und„Aurelius“ lag knapp hinter ihm.„Pergolese“ war im Derby nicht startberechtigt; unter allen Umständen wollte Otto Schmidt den Sohn des„Pergolese“ zum Siege steuern, und er ritt von Anfang an ein Rennen auf Leben und Tod. Da vergaß Fred Williams die Instruktionen, die er, erhalten hatte: blind für jede Ueberlegung, trieb er „Ferro“ an„Aurelius“ heran und drückte noch auf das Tempo. Ein atemberaubender Kampf über eine Strecke von 2400 Meter hatte gleich nach dem Start eingesetzt. Die beiden Reiter waren ganz von Sinnen, sie wußten nicht, was sie taten, das Blut stieg ihnen in Hirn und Augen, schneller noch und immer schneller, trieben sie ihre Pferde, die„Löwenherz“ bereits im Horner Bogen faßten. Kopf an Kopf bogen„Ferro" und„Aurelius" in die Gerade ein, dahinter„Löwenherz“ vor dem anstürmenden Rudel. Sie jagten dahin in einem großartigen Zweikampf. Otto Schmidt gab nicht nach, und auch Fred Williams wich nicht; alles andere vergessend, paßten die beiden Reiter nur aufeinander auf und sahen nicht, daß ihnen das Feld der geschonten Pferde auf der Spur war. Eine ungeheure Erregung bemächtigte sich der Menschen, die Wut und Verbissenheit dieser beiden rasenden Reiter entzündete alle: da schien„Aurelius" am Ende der Kraft, dreihundert Meter vor dem Ziel schob„Ferro“ vor und lag mit zwei Längen in Front. Auf einmal ließ auch„Ferro" nach. Er hatte zu viel hergeben müssen und wurde kürzer und kürzer. Sofort nahm Otto Schmidt die Schwäche des Gegners wahr; er faßte„Aurelius" noch einmal an; der tapfere schwarze Hengst schloß wieder mit„Ferro“ auf. Dicht hinter den beiden aber kam in diesem Augenblick das Rudel der Pferde angeflogen, mit frischer Kraft in den Endkampf eingreifend. Die Katastrophe schien gekommen. Tausend Schreie erschütterten die Luft: Ferro! — Aurelius“!—„Ferro“!— Aurelius“! Da griffen die beiden Reiter zur Peitsche, in einer letzten furchtbaren Anstrengung flog„Ferro" nach vorn, um das Ziel mit einer Länge vor„Aurelius“ zu erreichen. Die Stalleute hatten das große Stalltor und den Eingang zur Box mit Eichengirlanden umkränzt, als wieder in Hoppegarten eintraf. M er glänzenden Laune betrat„Ferro“ er von einer Vergnügungsreise zur Mit allen gerade zurück, den der Heros wieder Zeichen einer so, als käme häuslichen Stall. Als Jockei Williams„Ferro“ im Großen Preis von Berlin ritt— der dazu bestimmt ist, die Elite der Dreijährigen mit der ersten Klasse der älteren Pferde zusammenzubringen—, ließ er sich nicht wieder auf ein Abenteuer ein und befolgte strikt alle Befehle. Es kam kaum zu einem Kampf. Jockei William hielt„Ferro“, der in gleichmäßig ruhigen Sprüngen dahinzog, im Hintertreffen; er rührte sich nicht im mindesten, als„Aurelius“ plötzlich zur allgemeinen Ueberraschung an„Aditi“ und„Marduck" vorüberging und die Führung an sich riß; er ließ Otto Schmidt ruhig ein paar Längen davonziehen, der mit diesem Manöver noch einmal versuchte, den großen Rivalen zu Fall zu bringen. Alle Jockeis ritten bereits mit verzweifelter Kraft bis auf Williams. Er hatte noch Zeit: erst 200 Meter vor dem Ziel gab er „Ferro“ eine leichte Aufforderung mit den Händen, und sofort raste der Hengst in einem schonungslosen Rush, alle Pferde passierend, an„Aurelius“ heran, der nun den Mut zu verlieren schien,„Aurelius“ kämpfte nicht mehr, als er den alten Gegner zum fünften Male in diesem Jahr an sich vorüberziehen sah... 50., 8 056. 0*— Das Zaräutes der Lerue Von Farben überfunkelt, liegt in zauberhafter Weite der Gestütshof da; bis in den Dunst des Horizonts dehnen sich Koppeln, Weiden, Wiesen, von einem Flußlauf unterbrochen, Waldbestand überzieht die Anhöhen mit einem tiefen Grün. Es ist die Heimat der Pferde. Der Fluß glitzert: Sonnenglanz liegt auf den weißen Gebäuden mit den roten Dächern; es riecht nach Heu und süßem Gras. Die Hälse weit über die Planken des Zaunes gereckt, blickt ein Rudel Fohlen einem Mann nach, der nachdenklich über den breiten Kiesweg geht. Auf dem Gestütshof sind die Stallungen, die Deckhalle, die Reitbahn, das Haus des Tierarztes mit Operationsraum und Röntgenapparat und Höhensonne, die Hufschmiede, die Sattlerei und das Büro des Gestütsmeisters fast übermodern und übersachlich nach amerikanischem Muster eingerichtet, mit dem strengen Komfort neuester hygienischer Anforderungen; Düngung und Grasaussaat entsprechen den neuzeitlichen Ergebnissen der Weidewissenschaft; das Herrenhaus aber, das von mächtigen Buchen umgeben auf einer Anhöhe liegt, erinnert fast an ein altes verfallenes Schloß. Die Aufstellung des Deckplanes, in unzähligen Papieren in der Kartothek des Gestütsmeisters niedergelegt und mit Bemerkungen über die Ergebnisse versehen, ist ein romantisches und phantastisches Schöpfungswerk. Der Züchter grübelt auf Grund wissenschaftlicher Erwägungen darüber nach, ob man dieses Produkt eines „Dark Ronald“ jenem Produkt einer„Festa“ zuführen soll. Eine seltsame Passion, die den ganzen Menschen mit Besessenheit erfüllt. Die Stallungen liegen um den großen Gestütshof wie Straßenzüge um einen Platz. Zu beiden Seiten der Stallgasse befinden sich die Boxen. Hier wohnen 50 Stuten, 45 Fohlen und 3 Hengste, von denen jeder einst ein Crack war. Es ist ein besonderes Vergnügen, in dieser kleinen Stadt spazierenzugehen, durch die Stallgassen, an den einzelnen Boren vorüber. Jeder der Stände ist gekachelt und das Gitter verchromt, da gibt es eine automatische Tränkvorrichtung und eine Patentfutterkrippe, eine Dusche ist vorhanden, von der Lüftungsanlage und der Zentralheizung ganz abgesehen. Das Haus des Züchters kann es an Komfort mit den Stallungen nicht aufnehmen. Aus den geöffneten Luken recken die Pferde die Hälse und schauen mit großen, strahlend=dunklen Augen den Spaziergänger an, der vor jeder Box andächtig stehenbleibt, um einen rassigen Pferdekopf zu streicheln. Es sind die Stuten. Auf den Türen der Boxen sind kleine Namensschilder angebracht. Man kennt die Namen; einst waren sie in den Schlagzeilen der Sportzeitungen angeführt, Namen von Ruf und Klang, Namen, die einst Menschenmengen auf die Rennbahn gelockt hatten. (Fortsetzung folgt.) ALLEINIGER HERSTELLER Stellenangebote männlich else für sofort gesucht. Bewerbungen, an Johann Heynen, Dorstener Str. 19. Junger unrgschnl sofort gesucht. Salon O. Naundorf, Kortumstraße 11: Junger Friseurgehille sofort„gesucht. Salon Vossebein, Wiemelhauser Str. 93, Ruf 66504 Ihrtiche Teule für Kafseeverkauf an Private bei hoh. Verdienst ges. P. H. 60155 Anz. Tüchiger gesucht. Köddewig, Brückstraße 19. für sofort nach Waldeck gesucht. Ausk. Anz.(60231 Tücht., ehrl., saub. Thäbchen s. Gesch.=Haushalt bei gut. Lohn ges. (Metzgerei). Lohn 30—35 Mk. Hilfe vorhanden. Frau H. Hülswitt, Herne, Wiescherstraße 8. Kraftfahrer s. Personenwagen (Mercedes) sofort gesucht. O. P. 60285 Anz. Intelligenter Junge als Friseurrehrinng gesucht. 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Kone findet sich in so manchen Ecken und Winkein, wenn's eamnemneinenfengen In der alten Wohnung war schon keum Verwendung defür. im neuen Heim wird er noch weniger zu gebrauchen sein. Aber mancher andere könnte so etwas noch verwerten. Also- fort demit! Die BA.-Kleinenzeige mecht's zu Geld Seite 14 Nr. 229 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 30. September 1937 Nachrichten aus Aus den Bochumlel=Sladnenen Stadtteil Hordel Rentenzahlungen. Im Oktober werden die Renten statt. der Ruhrknappschaft in Hordel wie folgt gezahlt am 1. Oktober bei Faßhauer auf der Hordeler Straße 69 von 15.30 Uhr an für Witwen und Waisen und von 16 Uhr an für die Invaliden und Reichsrentner. Bei Krüdewagen am Laakenbruch 14 ist die Rentenzahlung am 2. Oktober zu den gleichen Zeiten. Bei SchultePelkum an der Stadtgrenze findet die Zahlung der Renten am 4. Oktober statt. 3. Oktober, findet auf dem Volkssportplatz ein Pflichtschießen mit der Kleinkaliber= und der Wehrmannbüchse Sprechstunden der Fürsorgestelle. Die städtische Fürsorgestelle hat in der Verwaltungsstelle in der Fichtestraße in Hordel wie folgt Sprechstunde: für Stadtteil Laer Verein heimattreuer Ost= und Westpreußen. Wegen der Erniedankfeier am Versammlungssonntag fällt die Lktoberversammlung aus. Die Gruppe beteiligt sich an der Feier in Querenburg und tritt am Sonntag um 15.15 Uhr bei Kuhweide an, von wo aus der Marsch zum Sammelplatz erfolgt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die nächste Versammlung ist Sonntag, 7. November, um 16 Uhr. In neuem Kleide. Im Zuge der Erneuerung von Säuglinge und Kleintinder den ersten und dritten. Freie, Bochumer Polksschulen im Jamten Stadtgebiet wu tag im Monat von 15 bis 17 Uhr: für Lungenleidende Dochumer Vonlrschmenum gesamten Stadtgebiet wurde jag im Monat von 15 bis 17 Uhr; für Lungen den zweiten und den vierten Freitag im Monat von 15 bis 17 Uhr. Die Sprechstunden der Fürsorgerin sind dienstags von 15 bis 17 Uhr ebendort. auch das zweitälteste Schulgebäude unseres Ortsteils, die Friedrichschule, vollständig neu hergerichtet. Namentlich der äußere Bau der Schule fällt in seinem Aus dem Vereinsleben. Der „Zufriedenheit", der bei Faßhauer auf der Hordeler Straße tagt, veranstaltet im November eine große Kanarienausstellung, die mit einer Schau des Stadtverbandes verbunden sein wird.— Der Schlesierverein hatte in seiner Monatsversammlung im Mittelpunkt einen recht interessanten Vortrag eines Mitgliedes über seine Teilnahme am diesjährigen Reichsparteitag in Nürnberg. Stadtteil Hamme Erntedankfeier. Nachdem am vergangenen Sonntag die Erntedankfeier der Partei stattfand, findet am kommenden Sonntag die alljährliche Erntedankfeier der Anstalt Overdyk statt, die gleichzeitig mit der Feier der evangelischen Gemeinde verbunden sein wird. Erntedank. Am vergangenen- Sonntag feierten die Goldhammer Kleingärtner in schlichter Weise ihr Erntedankfest, das nach altem Brauch mit einer Verteilung der eingesammelten Gartenfrüchte eingeleitet wurde. Vorher waren die Mitglieder Zeugen der Erntedankfeier der Partei auf dem Amtsplatz in Hamme. Die Frauen feierten. Alljährlich, wenn der Sommer zur Neige geht, veranstaltet die Frauengruppe der Hannoverschen Landsleute ein Sommerfest. Dieses Mal fuhr man hinaus nach Essen=Stadtwald, wo sich bald ein reges Leben und Treiben entwickelte. Frau Iborg sprach einen Prolog, dem sich Begrüßungsworte von Frau Backwinkel anschlossen. Ein Schießen der Frauen brachte manchen Heiterkeitserfolg, zumal die meisten Frauen ins„Schwarze“ schossen. Frau Bergmann war die beste Schützin. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken gab es noch allerlei Unterhaltungen in Form von Spielen, Liedern und dergleichen mehr. Gute Schießergebnisse. Bei einem Uebungsschießen der Thüringer war H. Beckmann mit 34 Ringen bester Schütze. Es folgten Paul Schiller, Friedrich Meier und Paul Grewe. Die letzten drei erzielten 33 und 32 Ringe. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Versammlung der Kaninchenzüchter. In der Monatsversammlung des Kaninchenzuchtvereins„Widder“ hielt Johann Kunze einen interessanten Vortrag über das Thema„Der Kaninchenzüchter in der landwirtschaftlichen Erzeugungsschlacht". Sodann beschloß man, von der beabsichtigten Ausstellung im Januar abzusehen, da schon eine Reihe von anderen Ausstellungen vorgesehen ist. Dafür soll im Januar eine große Werbeversammlung abgehalten werden. Unter Verschiedenes wurde dann noch das Ergebnis einer Besichtigung verschiedener Stallanlagen bekanntgegeben und betont, daß hier noch vieles im argen liege. Den Züchtern soll jeder erwünschte Rat und jede Auskunft in dieser Hinsicht zuteil werden.“ Jägerverein. Im Anschluß an ein Uebungsschießen, bei dem Kamerad Wegener die höchste Ringzahl erreichte, fand Sonntag die monatliche Versammlung statt. Als Kassenprüfer wurden Heinrich Tillmann und Friedrich Sewerin eingesetzt. Im Mittelpunkt der Versammlung stand dann ein interessanter Vortrag über das Thema„Im Wald und auf der Heide“, der allerlei deutsche Jagdbräuche behandelte und durch verschiedene Lichtbilder ergänzt wurde. Fahrt nach Düsseldorf. Kurz vor Toresschluß statteten die Mitglieder des Kegelklubs„Fidele Burschen" mit ihren Frauen der Ausstellung„Schaffendes Volk“ in Düsseldorf einen Besuch ab. Im stillen Gedenken verweilte man später auch kurze Zeit am Schlageterkreuz in der Golzheimer Heide. Kanarienzuchtverein weißen Anstrich mit der Frontseite zur Wittener Straße hin recht vorteilhaft ins Auge und gibt dem Schulgebäude wieder ein würdigeres Aussehen. Stadtteil Langendreer 87. Geburtstag. Ihren 87. Geburtstag konnte gestern die Witwe Wollmer geb. Langewiesche, Oberstraße Nr. 89, feiern. Arbeitsjubilare. Bei der Gelsenkirchener BerawerksAG., Zechengruppe Bochum, konnten die Hauer Otto Hellweig, Heinrich Becker und Artur Frahne. Grubenlokomotivführer Wilhelm Bobe, Grubenschlosser Rudolf Reetz, Anton Behnke und Schießmeister Richard Winkler auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Die Gesellschaft übermittelte den Jubilaren Glückwünsche und Ehrengeschenke. Aus dem Reichskolonialbund. Die Oxtsgruppe Langendreer des Reichskolonialbundes hatte die Frauen zu einem Vortragsnachmittag in den Wollenweberschen Saal geladen. Die zahlreich Erschienenen hörten einen Vortrag von Frau Stävs vom Gauvorstand Dortmund über die Kolonialfrage. In ihren aufschlußreichen Ausführungen unterstrich die Vortragende die Bedeutung der Kolonien für unsere wirtschaftliche Unabhängigkeit und richtete an alle Frauen den Appell, wirksam mitzuarbeiten für die Erlangung unserer durch den Schandvertrag von Versailles geraubten Kolonien. Stadtteil Werne Erntedankfest in Werne. Die Feier erfährt in diesem Jahre eine besonders festliche Ausgestaltung. Nicht nur die in der Landwirtschaft Tätigen sollen sich zu frohen Stunden finden, sondern auch alle übrigen Volksgenossen unseres Stadtteils. Der Festabend am Samstag. 2. Oktober, im Ewaldschen Saale wird von der Ortsgruppe Werne der NSDAP. durchgeführt. Im Mittelpunkt des Abends steht ein Vortrag des Ortsgruppenleiters über das Erntedankfest Zur weiteren Ausgestaltung des Abends ist die HJ. herangezogen worden, des weiteren die Werkskavelle der Zeche„Robert Müser“, der Vortragskünstler Arry Leese und der Theaterverein„Preziosa“. Letzte Fahrt. Im Alter von 63 Jahren wurde der Mitgründer und langjährige Vorsitzende der heutigen Artilleriekameradschaft Kaspar Gunkler unter guter Beteiligung seiner Kameraden zur letzten Ruhe bestattet. „Rumpelstilzchen“ in Werne. Heute, Donnerstag, 30. September, finden von der NSG„Kraft durch Freude". Ortswaltung Werne im Saale Jungermann um 16 Uhr, die bekannten„Künstlerischen Handpuppenspiele" statt. Vorgeführt wird das Märchen vom Rumvelstilzchen. Alle Kinder sind dazu herzlichst eingeladen. Der Eintritt beträgt nur.10 RM. Stadtteil Hiltrop Meister Shiberd tommt! Experimental=Abend der NSG.„Kraft durch Freude“. in Hiltrop=Bergen und Langendreer Die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" bringt einen Groß=Experimental=Abend mit dem Meister der Suggestion Sylvero. Ein solcher Abend hat immer etwas Geheimnisvolles in sich. Werden doch dort Dinge vorgeführt, die das Natürliche buchstäblich auf den Kopf stellen und die mit dem Bewußtsein des normalen Menschen sich nicht so leicht vereinbaren lassen. Wenn die NSG.„Kraft durch Freude" den Volksgenossen den Experimentator Rolf Sylvero vorstellt, so hat sie einen Fachmann verpflichtet, der verständnisvoll sowohl nach der ernsten wie auch nach der heiteren Seite Experimente durchführt, die geradezu ans Wunderbare grenzen. Rolf Sylvero ist ein wirklicher Könner und seine Experimente haben eine solche leichte Art und Sicherheit in sich, daß es geradezu angenehm ist, Rolf Sylvero arbeiten zu sehen. Man sollte sich diesen wertvollen Experimental=Abend wirklich nicht entgehen lassen, zumal durch die NSG.„Kraft durch Freude“ jedem Volksgenossen die Möglichkeit gegeben ist, auf billige Art und Weise diese auf diesem Gebiete nicht zu übertreffende Veranstaltung zu besuchen. In Hiltrop=Bergen findet die Veranstaltung am 1. Oktober im Saale Feierabend um 20 Uhr statt, und am 2. Oktober stellt sich Rolf Sylvero in Bochum=Langendreer im Saale Grollmann ebenfalls um 20 Uhr vor. Eintrittspreis beträgt in beiden Fällen .50 Mark. 79 Jahre alt. Heute kann die Witwe Henriette Imort, geb. Höver, Bochum=Hiltrov, An der Hiltrover Kirche 24, ihren 79. Geburtstag in bester körverlicher und geistiger Frische feiern. Von ihren 14 Kindern leben noch vier. Mit diesen bringen 21 Enkelkinder und 16 Urenkel ihre Glückwünsche dar. Möge sie noch recht lange gesund im Kreise ihrer Angehörigen bleiben! Linden=Bahihäusei Aneriel Am Mittwoch, 29. September, konnte heiratete Anstreicher Schr. aus Bochum=Linden. Er behalminz Hischfaum, gahorene fand sich auf der Heurichshütte Ruhrstahl AG. in Hattingen=Welper beim Anstreichen von Eisengerüsten, als er von dem in unmittelbarer Nähe befindlichen Leitungsrohren Gas schluckte und ohnmächtig wurde. Glücklicherweise blieb der Ohnmächtige aber zwischen dem Eisengerüst hängen, so daß er nicht abstürzte. Schr. wurde dem Lindener Krankenhaus zugeführt. Stadtteil Riemke Erntedankfeier. Die Mitglieder des Kaninchenzuchtvereins Zillertal veranstalteten Sonntag im Anschluß an ihre Versammlung im Kreise der Mitglieder eine schlichte Erntedankfeier. In seiner Begrüßungsansprache betonte Kamerad Hellermann, daß auch die Kleintierzüchter allen Grund hätten, sich über die gute Ernte zu freuen, und dafür auch dankbar zu sein hätten. Ein Lichtbildervortrag„Erntezeit in deutschen Ländern" zeigte die in den verschiedenen Gegenden Deutschlands üblichen Erntebrauche und sprach sehr an. Ehemalige 16er(Hacketäuer). Die Kameradschaft hielt ihren Monatsappell ab, in dem zunächst des Besuches des italienischen Staatschefs gedacht wurde. Zum Fechtmeister wurde Kamerad Finger bestellt. Beschlossen wurde, am 10. Oktober ein Uebungs= und Preisschießen zu veranstalten. Preisschießen. Die Hessenvereinigung veranstaltete letzten Sonntag ein Preisschießen im Kreise der Mitglieder. Die fünf besten Schützen erhielten je ein Buch. Als bester Schütze ging Kamerad W. Wagner mit 34 Ringen hervor. Es folgten dann mit 38 Ringen Backhaus, Wolter und Wulf und mit 32 Ringen Kamerad Bauer. An das Schießen schloß sich ein kameradschaftliches Beisammensein an. Unterstützungszahlungen der DAF. Die Unterstützungen werden bei der Verwaltungsstelle der Deutschen Arbeitsfront, Poststraße 10, jeden Samstag vormittag gezahlt. Dieser Termin ist unter allen Umständen einzuhalten. Die Zahlung erfolgt in der Zeit von 9 bis 11 Uhr. Stadtteil Altenbochum Silberhochzeit. Das Fest der Silberhochzeit feierte gestern das Ehevaar Hermann Szodrowski Buselohstraße 85. Viele Glückwünsche gingen dem Jubelpaare zu, vor allem gratulierten die evangelische Kirchengemeinde und die Frauenhilfe. Erntedankfest. Wie der„B..“ bereits berichtete, findet Samstag. Sonntag und Montag das Erntedankfest in Querenburg statt. Alle Vereine des Ortsteils Prinz von Preußen" treffen sich Sonntag nachmittag 2 Uhr im Ortsteil„Prinz von Preußen" vor der Wirtschaft D. Wahl, Buselohstraße 94, zum Abmarsch zum Erntedankfest nach Querenburg. Preisschießen im Schützenverein„Fägerslust“ Altenbochum. Bei dem im Vereinsheim Wahl begonnenen Vereinspreisschießen wurden gleich im Anfang gute Resultate herausgeschossen. Die Sieger waren die Schützen Gustab Werner und Rudolf Dzeia mit 34 Ringen. Den dritten Preis erzielte der 75jährige Altersschütze Gottlieb Dembowski mit 83 Ringen. Die Schützen Franz Guse. Otto Bahl, Paul Sablotny. Herbert Rassel und Hohes Alter. Frau Witwe Wilhelmine Kirschbaum, geborene Millhoff, ihren 77. Geburtstag feiern. Oma Kirschbaum erfreut sich auch heute noch der besten Gesundheit. Gesellenprüfung bestanden. Vor dem Prüfungsausschuß der Gärtnerinnung konnte der Gärtner Willi Schäfer aus Dahlhausen seine Prüfung als Geselle erfolgreich bestehen. Beim Friedhofsgärtner Sahm war er in Lehre.— Der Schuhmacherlehrling Willi Gräwe aus Oberdahlhausen bestand in Steele seine Prüfung als Schuhmachergeselle. RS.=Frauenschaft Dahlhausen. Die NS.=Frauenschaft der Ortsgruppe Dahlhausen hielt nach den Sommerferien bei Eckhardt auf der Dr.=.=Otto=Straße in Dahlhausen ihre erste Pflichtversammlung ab. Nach den Begrüßungsworten der Leiterin wurde eingehend über die neugegründete Frauenjugendgruppe gesprochen. Die Leitung der Frauenjugendgruppe in der Dahlhauser Frauenschaft wurde Fräulein Mensing übertragen. Gemeinschaftliche Lieder und Liederdarbietungen der Singschar verschönten die Versammlung. Dahlhauser Sänger erfreuen Kranke. Die Gesangabteilung der Zeche„Tahlhauser Tiefbau" stattete auch in diesem Jahre wieder traditionsgemäß ihren verletzten Kameraden im Hattinger Krankenhaus einen Besuch ab und brachte ihren Kameraden unter Leitung von Musikdirektor Karl Altenscheidt ein Ständchen, das alle erfreute. Nicht nur die Kumpels, sondern auch die übrigen Kranken hörten aufmerksam zu, als der Chor mit dem Liede„Horch, was kommt von draußen rein" am Sonntag nachmittag begann. Herzliche Zustimmung war den Sängern der rechte Dank und Lohn. Verwaltungsstelle Bochum=Linden=Dahlhausen. Die Auszahlung der Unterstützung erfolgt am Freitag, 1. Oktober: für Wohlfahrtserwerbslose von 8 bis 9 Uhr, für Armenpfleglinge, Pflegekinder, Kleinrentner und Blinde von 9 bis 10 Uhr durch die Zahlstelle in LindenDahlhausen. Das Erntedankfest in Bochum=Linden verspricht auch in diesem Jahre wieder ein wahres Volksfest zu werden. Unter der Leitung der Ortsgruppe Linden der NSDAP. sind alle Vorbereitungen getroffen, um dem diesjährigen Erntedankfest einen besonders glänzenden Verlauf zu sichern. Alle Gliederungen und die angeschlossenen Verbände der Partei beteiligen sich am Festzug in voller Stärke. Angetreten wird um 10 Uhr auf dem Marktplatz in Linden. Dort versammeln sich auch die Festwagen, die den langen Zug anführen werden, der sich über die Hattinger Straße bis zum Nordpol, Lindener Straße, Hattinger Straße bis zur Weitmarer Grenze und zum Marktplatz zurück bewegen wird. Eine Erntedankfeier wird am Nachmittag, 18 Uhr beginnend, die Bevölkerung im Lutzschen Saalbau vereinigen, wo ein schönes Programm die Festteilnehmer viele Stunden hindurch fesseln wird. Linden=Dahlhauser Vereine berichten. Der LindenDahlhauser Wassersportverein war in der Ruhrmühle (Buschmann) in Dahlbausen zu einer Familienfeier zusammengekommen, Sportfreund Kruppa als derzeitiger Vereinsführer hieß mit herzlichen Begrüßungsworten die Mitglieder und Gäste willkommen. Der Sprecher streifte dann kurz das verflossene Sportjahr, das dem Linden=Dahlhauser Wassersportverein manchen schönen Erfolg gebracht habe. Wie erfolgreich die Arbeit an der Jugend des Linden=Dahlhauser Wassersportvereins bisher war beweist am besten die Tatsache, daß im vergangenen Sportjahr Vereinsführer Krupva und Altmitglied Beyer, einer der Mitgründer des Vereins, mit der goldenen Ehrennadel vom Gau Westfalen des Deutschen Schwimmverbandes ausgezeichnet wurden. In Anerkennung der Verdienste, die sich die Mitglieder um den Verein erworben haben, wurde ein kleines Essen veranstaltet. Hiernach kam dann der Unterhaltungsteil zu Worte.— Längere Zeit hat der Lindener Zitherklub geschwiegen. Nun trafen die Mitglieder des Klubs in einer Versammlung wieder zusammen, in der dann eingehend die Lage des Klubs besprochen wurde. Die Proben sind auf mittwochs, 20 Uhr, festgelegt worden. Zum Dirigenten ist Fritz Evenhöhr ausersehen worden. Einige junge Mitglieder konnten wieder aufgenommen werden. Bei der Arbeit gasvergiftet. Von einem bedauerPersonalnachrichten Justizsekretär Kanzleivorsteher Joh. Fischer Bochum wurde aus Anlaß seiner 40jährigen Amtstätigkeit mit einer vom Führer Adolf Hitler gezeichneten Urkunde geehrt. Heute begeht der Rentner Christian Keuneke, Helenenstraße 3, seinen 70. Geburtstag in voller geistiger und körverlicher Frische. In verhältnismäßig guter körverlicher und geistiger Frische konnte die Ehefrau Franz Dorau, Franziska geb. Sobetzki, Roonstraße, im Kreise ihrer Familie und Anverwandten ihren 78. Geburtstag feiern. Die Hochbetagte wurde in Altmark(Kreis Stuhm) geboren. Schon in jungen Jahren kam sie nach Bochum. Mit ihrem Ehemann der ebenfalls in Kürze seinen Geburtstag feiert, konnte sie im Juni dieses Jahres ihr goldenes Ehejubiläum feiern. Sieben Kindern schenkte die Altersjubilarin das Leben. Die Eheleute Otto Wohlfahrt, Stahlhausen, Bergerstraße 15, feierten am Montag das Fest der silbernen Hochzeit. Winterprogramm, über das sich im einzelnen Vereinsführer Tisken verbreitete. Als erste öffentliche Veranstaltung, die gleichzeitig als Auftakt für die Winterarbeit gilt, ist ein Konzert vorgesehen, das am Samstag, 30. Oktober im Saale des Lokals Wagener an der Karl=Friedrich=Straße stattfindet. Die Liederfolge, die schon im einzelnen festgelegt ist, verzeichnet so bedeutende Namen wie Schubert, Schumann, Kämpf. Silcher und Othegraven, die mit ihren besten und volkstümlichsten Werken vertreten sind. Die musikalische Umrahmung des Konzertabends hat die Kapelle Held. Der Weitmarer Bevölkerung steht ein genußreicher Abend bevor. Aus der St.=Anua=Gemeinde Weitmar=Nord. In der St.=Anna=Pfarrgemeinde Weitmar=Nord wurden die diesjährigen Wahlen zum Kirchenvorstand getätigt. Die ausscheidenden zehn Mitglieder fanden ihre erneute Bestätigung; außerdem wurden drei Ersatzmitglieder gewählt.— Am nächsten Sonntag findet in der St.= Anna-Kirche wie bereits im Vorjahre, eine liturgische Erntedankfeier statt. Stadtteil Wiemelhausen Achtung. NSDAP. Wiemelhausen. Heute, Donnerstag, 30. September, findet um 20 Uhr eine wichtige Sitzung im Lokale Knepper statt, zu der sämtliche Vereinsführer dringend eingeladen werden. Wegen der Wichtigkeit ist Erscheinen dringend erforderlich. Stadttell Baak=Sundern Erntedankfest=Feiertage für Baak=Sundern. Auch Baak-Sundern wird in diesem Jahre sein Erntedankfest wieder festlich begehen, und zwar am., 3. und 4. Oktober. Jeder Bauer und jeder Bürger wird an diesem bäuerlichen Feste teilnehmen. Ein Festzelt und Ueberraschungen für jung tragen, diese Tage so schö und alt werden dazu beihön wie möglich zu gestalten. Stadtteil Gertbe In schwindelnder Höhe Aufnahme: Vaginer In den letzten Tagen wurden auf der etwa 70 Meter hohen Spitze des Turmes der katholischen Kirche in Gerthe Arbeiten ausgeführt. Einige Dachdecker waren damit beschäftigt, die durchgerosteten Stützen des Blitzableiters zu erneuern. Die waghalsige Arbeit der„Artisten des Alltags“ fand natürlich stärkstes Interesse bei den Anwohnern. Stadtteil Harpen 80 Jahre alt. Kaufmann Heinrich Surig, Harpener Hellweg 166, ein alteingesessener Bürger, feiert Samstag, 80. September, in beneidenswerter körperlicher und geistiger Frische im Kreise seiner Lieben seinen 80. Geburtstag. Er ist im Hause noch fleißig tätig und nimmt an allen Ereignissen noch regen Anteil. Neben den vier Kindern bringen auch drei Enkelkinder ihre Glückwünsche dar. Am 23. Juli konnte er mit seiner Gattin das schöne Fest der goldenen Hochzeit feiern. Vom Kindergarten. Der Kindergarten in Harpen wird am 1. Oktober wieder eröffnet. Die Betreuung der Kinder liegt in den Händen der Kindergärtnerin Inge Riklas. Stadtteil Weitmar Großes Konzert des Männergesangvereins„Nachtigall“. Der Männergesangverein„Nachtigall“ hielt eine wichtige Zusammenkunft im Vereinslokal Klein Straßen und Häuser werden ihr festlichstes Kleid anlegen. Stadtteil Querenburg Dem Querenburger Erntedankfest entgegen Das diesjährige Erntedankfest der vier Ortsgruppen Querenburg, Laer, Altenbochum und Wiemelhausen wird in dem rein bäuerlichen Querenbura besonders festlich begangen. Ein über 1300 Quadratmeter großes Festzelt wird die Massen aufnehmen, so daß jeder Platz findet. Das Erntedankfest beginnt am Samstag, 2. Oktober, mit einem Zapfenstreich. Anschließend feierlicher Fahneneinmarsch und Beginn des offiziellen Teils. Die Festrede hält der Ortsgruppenleiter von Querenburg. Sonntag, 3. Oktober, 11 Uhr, Platzkonzert des Musikzuges. Als Hauptereignis beginnt um 17 Uhr der große Festzug, der ganz groß aufgezogen wird und manche originelle Ueberraschung zeigen wird. An diesem Festzug nehmen sämtliche Formationen, Verbände und Vereine der vier Ortsgruppenbereiche geschlossen teil. Anschließend feierlicher Einmarsch der Festzugteilnehmer ins Zelt. Um 19 Uhr offizieller Beginn des Abends, der als eigentlicher Erntedanktag gilt. Am Montag, 4. Oktober, Ausklang des Volksfestes mit einem prächtigen Feuerwerk. An allen drei Tagen Volksbelustigungen. Die Musik wird ausgeführt vom Musikzug der NSKK.=Motorbrigade Westfalen, der bereits weit und breit einen guten Ruf genießt. Der Eintritt kostet für eine Tageskarte 50 Pf., für eine Dauerkarte 1 RM. Karten sind bei den Zellen= und Blockleitern der vier Ortsgruppen im Vorverkauf zu haben, ebenso auf den Geschäftsstellen. Jeder Volks= und Parteigenosse muß es nunmehr als seine Ehrenpflicht ansehen am., 3. und 4. Oktober an dem großen Volksfest auf dem Querenburger Sportplatz teilzunehmen. Die gesamte Bevölkerung wird gebeten, zu flaggen. Das ganze Gebiet muß in festlichem Schmuck prangen. Auch die Bauernschaft wird aufgefordert, recht zahlreich mit Wagen, Pferden und Trachten am Festzug teilzunehmen. * Von der Verwaltungsstelle. Der bisherige Verwaltungsstellenleiter Stadtinspektor Strunkheide ist zum 6. Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Bochum=Mitte ernannt worden. Er hat seinen hiesigen Wirkungskreis Querenburg=Stiepel bereits verlassen. Der hiesige diensttuende Stadtsekretär Wohlfahrt, der schon lange Jahre hier amtiert, ist zum Verwaltungsstellenleiter ernannt worden und hat bereits seinen Dienst angetreten. Aus dem Nachbargebiet Stadt Wattenscheid Silbernes Arbeitsjubiläum. Auf eine 25jährige Dienstzeit im Betriebe der Zeche„Engelsburg" konnte der Bergmann Otto Hellwig aus.=Eppendorf zurückblicken. Der Erntedanktag in.=Günnigfeld. Der Ortsgruppenleiter der NSDAP., Pg. Stallmann, hatte die Vereinsführer der Günnigfelder Vereine zu einer Besprechung eingeladen, deren Zweck die würdige Ausgestaltung des Erntedanktages im Stadtteil Günnigfeld war. Provagandaleiter Pg. Lohmann begrüßte die zahlreich Erschienenen, besonders den Kreiswart der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Pg. Freudenberg. Es wurde das Programm des Tages in großen Zügen wie folgt festgelegt: 11 Uhr: Gemeinschaftsempfang der Uebertragung des Staatsaktes mit der Rede des Führers auf dem Marktplatz. Dazu erfolgt der geschlossene Einmarsch der Vereinsfahnen. 15.30 Uhr: Antreten des Festzuges auf dem Marktplatz. 19 Uhr: Beginn der Erntedankfeier im Saale Darenrecht, veranstaltet von der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“. An alle Günnigfelder Landwirte und Gewerbetreibenden ergeht die Bitte. durch Anmeldung weiterer Festwagen, die auf der Geschäftsstelle der NSDAP., Alleestraße 1, oder beim Provagandaleiter Pa. Lohmann erfolgen kann, die Veranstattung verschönen zu helfen. Tod durch Fehltritt auf der Flurtreppe. Am 27. September stürzte ein Anwohner der Monstadtstraße, als er gegen 3 Uhr nachts nach Hause kam, infolge eines Fehltritts von der Flurtreppe und blieb in der Etage bewußtlos liegen. Er wurde von Hausbewohnern in seine Wohnung gebracht, woselbst er gegen 7 Uhr starb. Schuld einer dritten Person liegt nicht vor. Güntber Wahl erzielten alle 82 Ringe.— Sonntag, lichen Unfall bei der Arbeit betroffen wurde der nem an der Neulingitraße ab. Zur Besprechung stand das Geschäftliches (Außer Verantwortung der Schriftleitung) Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der kirma Staatliche Lotterie=Einnahme Traß, Bochum, Bilhelmsplatz, bei, auf den wir unsere Leser hinweisen. Stalt Karten Ihre Vermählung geben bekannt Friedrich Teek und Frau Eltriede geb. Albring Bochum 30. September 1937 Wittenberge (Vermischtes) Die Beleidigung geg. Frau Kurde, Normannenstr. 6. nehme ich hiermit zurück. Frau Kluse, Koblenstr. 138 Aute nimmt zum 1. 10. Küche mit nach Papenburg Ems? H. S. 60257 Anz. Heute abend entschlief nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser unvergeßlicher lieber Sohn, Bruder. Schwager und Onkel Erich Pinlde im Alter von 29 Jahren. In tiefer Trauer: Paul Milde und Frau Hedwig geb. Voß Conrad Haumann und Frau Hlilde geb. Milde Kurt Milde und Frau Lilly geb. ansen Edith Milde Bochum(Herner Str. 210a). Hattingen. Odenkirchen, den 28. September 1937 Die Beerdigung findet statt am Sonnabend. dem 2. Oktober, nachmittags.30 Uhr. von der Friedhofskapelle in Bochum-Wiemelhausen an der Wiemelhauser Straße aus. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschluß gefallen, unseren lieben. guten Bruder. Schwager. Onkel. Neffen und Vetter Helrn Dr. Win Tahlak heute abend von langem Kranksein durch einen sanften Tod kurz vor Vollendung des 38. Lebensjahres zu erlösen und zu sich heim zu nchmen. In tiefer Trauer: Hedwig Schanuel geb. Vahldieck Albert Vahldieck Ing. Fritz Schanuel Luise Vahldieck geb. Beckhoff Günter Vahldieck Grete Brune als Braut Bochum, den 27. September 1937 Friederikastraße 38 Die Beerdigung findet am Freitag, dem 1. Oktober 1937, nachm. 3 Uhr. von der Friedhotshalle Blumenstraße aus, statt. Trauerteier daselbst ½ Stunde vorher Freunden und Bekannten möge diese Anzeige als Mittellung dienen Goll dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschluß gefallen, heute abend unseren Ueben, lreusorgenden Valer, Schwiegervaler, Großvaler. Bruder, Schwager und Onkel, den Invaliden Priedrich-Eremer Im Aller von 74 Jahren von seinem schweren Leiden zu erlösen. Um sillle Teilnahme billen: Die tra uernden Hinterbliebenen Bochum-Gerthe und Mengede, 28. Sepiember 1937 den Verloren Verloren: Armbanduhr und Aktentasche m. Inhalt(Rasierzeug). Abzug. geg. Belohnung bei G. Böhm, .=Weitmar, Weitmarer Str. 32, pt. Die Beerdidung findet Freitag, den 1. Oktober, nachmittags 4 Uhr. vom Trauerhause, Castroper Hellweg 635, nach dem Friedhof in Castron statt Trauerfeier eine halbe Stunde vorher umtenerrignisse teilt man Freunden und Bekannten durch eine Anzeige Im BA. mit, der als Bochumer Famillenblatt von Zehnteusenden gelesen wird Erfolgreich werben durch Anzeigen im Bochumer Anzeiger Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute 7 Uhr unsere gute. treusorgende, liebe Mutter. Großmutter. Schwiegermutter und Tante, die wohlachtbare Frau Wwe. Pläria Kichard zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb nach einem echt christlichen Lebenswandel, vorher gestärkt durch die hl. Sakramente. Im Alter von 80 jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Bochum, Gleidorf. Krefeld, den 28. September 1937 Bongardstraße 31 Die Beerdigung findet am Samstag, dem 2. Oktober, vormittags 10 Uhr. von dei Leichenhalle des Friedhofes an der Blumenstraße aus statt. Das Levitenhochamt ist vorher um 8 30 Uhr in der Propsteikische Hein Arger mohr wenn Sie Ihre Fuhböden in Flaggenlack streichen Steinhart über Nacht Alleinverkauf für Bochum: Karl Bohlmann FARBEN 43T Kortumstrabe 1 0 7 Ruf 654 26 Das Haus mit dem Farbenstern ist jeweils Anzeigenschluß für die am nächsten Tage erscheinende Ausgabe eneen Kch IA Wir stehen klagend an deiner Bahre und fragen: Warum nur so kurse Jahre dein Leben währte Warum, warum ist dein so lieblicher Mund schon stumm? Der Herr über Leben und Tod nahm Dienstag morgen.30 Uhr unsere liebe Tochter und Schwester, meine innigstgeliebte Braut, unsere gute Schwägerin Grete Koschinski im 22. Lebensjahr nach kursem, schwerem Leiden zu sich in die Ewigkelt In tiefer Trauer Die Hinterbliebenen Bochum, den 29. September 1937 Bessemerstr. 83 Die Beerdigung findet Freitag, den 1. Oktober. nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofskapelle am Freigrafendamm aus statt Mein Büro befindet sich ab 1. Oktober Hortumstr.# h Dr. R. Bergmann Treuhänder M F W Om I. Ohtober Bückeberg su..50 PREIS Am Anmeldung: Kraftverkehr SCHARPEY Bochum, Kortumstraße 7, Ruf 63344. 45 Erniedanktest Buketts, Kränze und Ahren. Laubzweige, Weinranken. Naturpräparierte Palmen Bochum, Große Beckstraße 22 Spezial-Geschäft für künstliche Blumen, Früchte und Pflanzen Am 28. September verschied plötzlich und unerwartet unser Gefolgschaftsmitglied Pradiein Grote Resenmekr Im 22. Lebensjahre. Wir betrauern in der Verstorbenen eine allseitig beliebte, fleißige und treue Arbeitskameradin und werden ihr stets ein ehrendes Angedenken bewahren. Bochum, den 30. September 1937 Führung und Gefolgschaft der Pongs& Zahn Textilwerke AG. Abt. Bochumer Schürzenfabrik I Ticht ein paar Groichen scheuen wenn Ihnen etwas Wertvolles abhanden gekommen ist. Eine Kleinanzeige im „B..“ hilft Ihnen in diesem Fall am sichersten. Schon manchem ist auf diesem einfachen und billigen Wege die verlorene Uhr, Geldbörse oder auch der entflogene Wellensittich zurückgebracht worden. Es freut sich seines Daselns aber auch die Eltern sollten ihre Freude kundtun, indem sie die Geburt Ihres Kindes den Verwandten und Freunden mitteilen.— Der einfachste und billigste Weg wäre natürlich eine Geburtsanzeige Im Bochumer Anzelger, der in sämtlichen Kreisen der Bochumer Bevölkerung aufmerksam gelesen wird. Familien-Nachrichten nach anderen Veröffentlichungen und Zeitungen Gedoren(Knabe): Essen: Dr. Wilhelm Meyer(Grete Flothmann). (Mädchen): Dortmund=Hörde: Gustav Meisch(Henny Remmert). Essen: Gregor Stratmann(Grete Miele). Vermählte: Gelsenkirchen: Walter Scheffler mit Margrit Küppersbusch: Willy Seitz mit Grete Gehorden: Blankenstein: Karl Kellermann, 57 Jt Dortmund: Friv Weder, 67 Jahre: Riedemann. Dutsdurg=Meiderich: Wennemar Schweer, 47 S. Essen=Bredeney: Mathias Faber, 72 Jahre. Gelsenkirchen: Otto Kalbheim, 60 Jahre: Wilhelm Derks, 78 Jahre; August Gottesbühren. 88 Jakre: Frau Maria Dittke ged. Manl, Jeuns Garde Kameradschaft Bochum Unser Namerad Lorenz let geaterbef. Antreten zur Beerdigung am Preitag, dem I. Oht., um 13 30 Uhr. mit Gardemütse an der Wirtschaft Wiesmann. Castroper Straße beseitigt redihel den Helzwunm, gibt den Möbeln wundervellen Olonz e gutes Ausschen Stadt-Drogerte Bongerdetraße 10 3199 912 0 *** Jede Hausfrau weiß das: die fettige Käseschicht haftet fest an Glas und Teller. Wasser allein tut's nicht; immer bleibt nach dem Spülen der festsitzende häßliche Rand! Es gibt aber ein ganz einfaches Mittel dafür und viele Hausfrauen kennen es schon: Henkel's inai: jrat ist überal Retter in der Not und hilft auch Ihnen Städtisches Orchester Bochum Vormiete: 1. Veranstaltung CHOR-KONZERT Heute, Donnerstag, den 30. Sept., 20 Uhr, Im Schützenhof: Von deuisdter Seele Eine romantische Kantate nach Sprüchen und Gedichten von Jos. von Eichendortf, für 4 Solostimmen, gemischten Cher, großes Orchester u. Orgel, op. 28, komponiert von Hans Dilizner Sollsten: Helene Vierthaler(Sopran)# Emmy Leisner(Alt) Willi Lorscheider(Tenor)# Ewald Kaldeweier(Baß) Chôre: Der Städtische Musikverein 7 Bochumer MännerGesangverein 7 Orgel: Willy Mehrmann Sttung: HKapellmeister Protesser Leopeld Reichwein Tagespreise: 60 Rpf. bis.50 RM. Karten sind an der Konzertkasse im Stadttheater, in den bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Abendkasse im Schützenhof zu haben. Dauerkarten für die 8 Vormieteveranstaltungen— mit einer SOprozentigen Preisermäßigung— stehen noch an der Konzertkasse im Stadttheater zur Verfügung. Schülerkarten zum Preise von 30 Rpf. bis 1,25 RM. werden nur an der Honzert- und Abendkasse ausgegeben. Telephonische Bestellungen nimmt die Konzertkasse unter Nr. 61051 entgegen. Die Abendkasse im Schützenhof ist ab 19 Uhr geöftnet LTEEE ESE * .40 2 415 Aufklärung morgen! Die Sunde Giderdasbeben Ein Flim von Liebe, Ehe und Mlutterschaft. Aus dem Leben schöpfte dieser an letzte Dince rührander Flim sein Wissen um menschlienes Glück. Für Mann und Frau wurde er geschatten! " Täglich.80, 8 und 8 Uhr APSLLS -era A ehr K Gesunde Futterkartoffeln und Speisekartofteln Stets vorrätig bei Anton Schlächter Herner Straße 104 Sie sparen durch Neugummierung Auforeiten Bremer. Wittener Str. 27 a. Tel. 63719 E Herstellung von Heizungsanlagen. Die Lieferung und Aufstellung eines Warmwasserheizkessels für Volksschule Röhlinghauser Straße 37 in Bochum=Hordel und eines Gasheizkessels für Warmwasserbereitungsanlage im Rathaus soll vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind bei den Städtischen Beleuchtungs- und Wasserwerken, Viktoriastraße 42, Zimmer 25, erhältlich. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis 8. Oktober 1937, vormittags 11 Uhr, an die vorgenannte Dienststelle einzureichen. Bochum, den 30. September 1937. Der Oberbürgermeister. K Freitag, den 1. Oktober, morgens von 10 bis 1 Uhr, nachmittags von 3 bis 7 Uhr, werde ich in meiner Auktionshalle Ehrenfeldstraße 10 folgende gebrauchte, gut erhaltene Gegenstände meistbietend gegen bar freiwillig versteigern: 1 Speisezimmer, 1 mahag. Wohnzimmer, 1 Klavier, 1 eich. Ausziehtisch, 1 kompl. eich. Schlafzimmer, 1 Küchenbüfett, mehrere Sofas, 1 Geldschrank, 1 Photoapparat, 2 Küchenherde, Oesen, Bettstellen, Ober= und Unterbetten, Spiegel, Violinen, Waschkommoden, Haus= und Küchengerät. Besichtigung eine Stunde vorher. Heinrich Sehr, beeidigt. u. öffentl. angest. Auktionator, Alsenstraße 42. Tel. 653 84. Hothr. Wromme Poststr. 139, Rut 65293 Hohlen, Koks, Brikens Willst Du irgend was erreichen, mußt Du es der Welt auch zeigen! Zeige im B. A. es an, dann erfährt es jedermann! 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Herner Str. 22 K Kortum Straße 53 Ziekat gie Un! Dann geben Sie uns bitte auf untenstehendem Ausschnitt Ihre neue Wohnung an. Neue Wohnung: Umzugstag:— Bisherige Wohn.: Name: Am Str. Nr. Str. Nr.—