Seite 3 Nr. 182. Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 6. August 1936 Bochumer Nachrichten Im Zeichen der fünf Ringe Petrus knallt Rekorde In den vierundzwanzig Stunden des vergangenen Mittwochs haben sich nicht weniger als fünf Gewitter über Bochum entladen, eine Zahl, die bisher wohl noch nie zu verzeichnen war. Diese Tätigkeit des Wettergottes wird in nachstehenden Versen auf ihre Ursache zurückgeführt: Wer hätte denn wohl was dagegen, wenn nach dem langweiligen Regen sich endlich mal die Sonne zeigt? — Doch Petrus ist ganz abgeneigt. Es hat ja keiner was dagegen, wenn jetzt der Goldmedaillen=Segen, beziehungsweise dessen Lauf, ihn hält bei seiner Arbeit auf. Er mag sich vom Olymp bewegen und auf die Wolkenbänke legen und staunend rufen:„Deutschland! Ha!!" (Wahrscheinlich ist's dann USA.— von oben ist das schlecht zu sehen!) Doch so kann's nicht mehr weiter gehen mit dem Olympia=Freudenfeuer da oben hinterm Wolkenschleier: Mit Regen, Donner, Siegesblitzen gerät in wahre Wettstreit=Hitzen der alte Kämpe selber noch, guckt er mal durch ein Wolkenloch. Er sieht bei uns Rekorde fallen, da stürmt er durch die Himmelshallen, er stemmt die Wolken, wirft den Blitz und prüft der Regenscheibe Sitz. Und heute fiel dann sein Rekord: Fünf Wetter über unserm Ort! So viel gewittern tat's noch nie, wie seit der Mittwochnacht allhie. Um 1 fing er zunächst mal an, um 3 Uhr war der„Vorkampf“ dann, und um die Mittwoch=Mittagsstunde ging Petrus in die dritte Runde. Drauf sprach man baß erstaunt: Ei. ei! und hört' den vierten Gang um 2. Der Schlußkampf kam dann um ½4, und unten liegen„groggy“... wir! d. Heeirngeinrtaschaft=err Wochumer=Echrer 14 Tage in der Jugendherberge am Halterner See— Wege zu nationalsozialistischer Volks= und Erziehungsgemeinschaft R e. 18 5 c 16 * Bochumer Erzieher beim Zielwerfen und Weitspringen BA.-Muthherr. Der Regen war schuld Sechs Verkehrsunfälle Auf dem Schwanenmarkt ereignete sich Mittwoch nachmittag infolge der Glätte durch den Gewitterregen ein Zusammenstoß zwischen zwei Autos, wobei der Fahrer des Wagens und eine am Bürgersteig stehende Dame verletzt wurden. Am Dienstag abend geriet auf der Königsallee, Ecke der Christstraße, der Motorradfahrer Albert St. aus Witten infolge der Straßenglätte ins Schleudern, fuhr mit seiner Maschine gegen den Bordstein und erlitt durch den Sturz solche Verletzungen, daß er das Elisabeth=Hospital aufsuchen mußte. Auf der Humboldtstraße kam gestern vormittag der Motorradfahrer Sch. beim Ausweichen vor einem Auto zu Fall und erlitt einen Fingerbruch an der rechten Hand und Schürfverletzungen. Er mußte den Arzt in Anspruch nehmen. Während des heftigen Gewitterregens kam gestern nachmittag der Geschäftslehrling Franz Kr. aus Höntrop an der Ecke Horst=Wessel= und Herner Straße mit seinem Fahrrad zu Fall. An Kopf, Armen und Beinen verletzt, wurde der arme Bursche ins Augusta=Krankenhaus gebracht. Als am vergangenen, regenreichen Dienstag abend der Händler Kr. von der Clemensstraße sich mit seinem Fahrrad auf der Bergstraße befand, zerriß plötzlich die Triebkette, die sich in dem Vorderrad verfing, wobei Kr. auf den Fahrdamm geschleudert wurde. Schwerverletzt wurde er einem Krankenhaus zugeführt. Hier wurden ein Schädelbasisbruch und ein Schlüsselbeinbruch festgestellt. Mehr Vorsicht in den Kurven! Immer wieder kommt es zu Verkehrsunglücken, weil Kraftfahrer gegen alle Vorschrift und Vernunft die Kurven schneiden. Dieser Unfug mußte auch in einem Falle festgestellt werden, wo der Fahrer eines acht Meter langen Omnibusses, der schon wegen seiner Ausmaße bedachtsamste Steuerung erfordert, einen Motorradfahrer mit Begleiterin auf der Dorstener Straße in der Nähe des Amtsplatzes zu Fall brachte. Der Sturz trug namentlich der Mitfahrerin erhebliche Versetzungen ein. Wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoßes gegen die Verkehrsbestimmungen erkannte das Gericht auf 50 Reichsmark Geldstrafe, ersatzweise zehn Tage Gefängnis. Bochum im„Haus des Deutschen Handwerks“ Das Bochumer Handwerk stiftete eine Eichentür Wenn man von der weltberühmten Straße der Reichshauptstadt, der Straße„Unter den Linden“, in die Neustädtische Kirchstraße einbiegt und ein Stück weitergeht, oder, von der Friedrichstraße kommend, die Dorotheenstraße entlangwandert, dann erregt ein wuchtiges Bauwerk durch moderne Handwerkkunst die Aufmerksamkeit des Beschauers: Es ist das„Haus des Deutschen Handwerks“ mit dem nach der Neuorganisation dem Handwerk des Dritten Reiches ein stolzes Heim geschaffen wurde. Das Handwerk ist sein Spender und sein Erbauer zugleich. Nicht nur äußerlich soll das„Haus des Deutschen Handwerks" wirken, sondern in den in vier Stockwerken gelegenen Räumen wird das Deutsche Handwerk geleitet, werden seine wirtschaftlichen Interessen und Sorgen vertreten. Ein Lesezimmer steht allen Handwerkern offen. Helle Ausstellungsräume mit elf großen Schaufenstern werben in Leistungsschauen für deutsche Handwerksarbeit. Durch diese Ausstellungsräume führt unser Weg zum Hauptsitzungssaal, dessen Wände die Schönheit deutscher Holzverkleidung augenfällig machen. Wenn wir die vier Stockwerke des Hauses durchgehen, sehen wir, daß das Handwerk aus allen Teilen des Reiches bemüht ist, durch Sachstiftungen und Barstiftungen zur Ausgestaltung des„Hauses des Deutschen Handwerks“ beizutragen. Das Bochumer Handwerk ist bei der Neugestaltung und Schaffung des„Hauses des Deutschen Handwerks“ mit einer Eichentür mit geschnitztem Bochumer Stadtwappen vertreten. Aus allen Teilen des Reiches hören wir von Freizeit=, Schulungs= und Erholungslagern; es ist, als sei das ganze Volk hinausgewandert, vor allem aber die Jugend, von der ohne weiteres feststeht, daß gerade sie noch ein besonderes Verhältnis hat zu Wald und See, Zelt und Lagerfeuer, Sport, Spiel und Dienst. Kaum noch gibt es irgendwo ein schönes Fleckchen Erde, das brachläge und auf dem sich nicht unsere Hitler=Jugend oder die Mädels vom BDM. angesiedelt hätten. Alle diese wanderlustigen Scharen, denen man immer wieder begegnet, ob in der märkischen Heide, an den ostpreußischen Seen, im lüneburgischen Sand, an den Buchten der Flüsse, im Bergischen Land oder in den Wäldern des schönen Sauerlandes, vereinigen sich mit den vielen Tausenden von Ferienreisenden, die es allerdings vorziehen, statt auf hartem Strohlager nachts in kommoden Betten zu liegen und die Annehmlichkeiten der Zivilisation mit den Freuden ihrer Freizeit in Einklang zu bringen. Niemand wird sie um dieser privaten Reisebetätigung willen schelten, denn alle haben samt und sonders ein Recht auf Erholung und Entspannung, auch dann, wenn sie sich scheinbar absondern und irgendwo in der Stille mit sich, dem Himmel und der Natur, Zwiesprache halten. Unter diesen freien Verfügungsberechtigten über Feriengestaltung und den dazugehörigen Geldbeutel gibt es aber auch eine ganze Reihe von Volksgenossen, die von den Möglichkeiten eines ferienweisen Zusammenlebens in der Gemeinschaft Gebrauch machen. In diesem freiwilligen Verzicht auf den Reiz des Privaten und Ungebundenen, in der Unterordnung unter die Idee der Gemeinschaft, liegen Werte verborgen, deren Erkenntnis uns dem Ziel, aus nationalsozialistischer Haltung heraus den Freizeitgedanken neu und schöpferisch zu bestimmen, näherbringt. Aus diesem Grunde scheint uns die Art vorbildlich und nachahmenswert, in der eine 48 Mann starke Gruppe von Bochumer Lehrern einen Teil ihrer Ferien verbringt. Wir trafen sie dieser Tage in der Jugendher= berge Stausee am Ufer des Halterner Sees an und erfuhren, daß sie sich auf Empfehlung des NSLB. (Nationalsozialistischer Lehrerbund) hin zusammengetan hatten, um die gemeinsame Feriengestaltung nach einem festen Plan in die Tat umzusetzen. Vierzehn Tage haben sie sich freiwillig einem Gesetz gefügt, das ihnen befiehlt, morgens um 7 Uhr aufzustehen und sich abends um eine bestimmte Zeit schlafen zu legen. Freiwillig und um ein Beispiel zu geben, haben sie auf manche Annehmlichkeiten des Lebens, wie man sie sich gerade in den Ferien gern zu gönnen pflegt, verzichSechumel=Orsenen auf kounerischaft Als am 26. April eine Anzahl Austausch= Schluß, sind die Kartoffeln viel kleiner und viel langgesellen von der DAF.. Gau=Westfalen=Süd, von Bochum aus auf die Reise geschickt wurden befand sich unter ihnen auch der Konditor Heinz Erwe von Bochum. Nach zehnwöchiger Wanderschaft durch die deutschen Gaue landete er in Nürnberg, wo er jetzt als Austauschaeselle arbeitet. In einem an das Bochumer Heimatblatt, den„B..“, gerichteten Brief schildert er das Leben auf der„Walze“ und ein Abenteuer im Hochgebirgsgewitter bei Oberammergau, wie folgt: Junge, war das heute ein Tag! Die Sonne meinte es gut, wir schwitzten wie Kohlenschipper. Wir wanderten dahin in jenem lässigen. leicht schlackrigen, aber gleichmäßig und fördernden Schritt, den uns Gesellen nach langem Wandern allmählich zu eigen wird. Die Hitze hatte den Asphalt aufgeweicht und ich mußte Angst haben um meine Pappsohlen. Doch meine Schmerzenskinder hielten tapfer durch. Da sagte mein Begleiter(er gehörte auch zu der Sammlung„Pflänzchen“, denn er hielt vor jedem kleinen Gemüsegarten an und ließ seine landwirtschaftlichen Kenntnisse auf mich los):„Findest du dies schattige Plätzchen nicht direkt einladend.“ Vor knapp einer Stunde hatte man uns noch bei einem Meister ein hochfeines Essen vorgesetzt. Wir hatten unsern Mann oder vielmehr unsere vier Mann dabei gestanden. Jetzt legte ich mich sofort, ohne viele Worte zu machen, unter einen Baum, um meinen Magen verdauen zu lassen. Ab und zu klopften wir uns mit Behagen auf die Stelle unseres Körpers, wo wohlbeleibte Leute den Bauch haben. Den Begriff„Zeit" verliert man, eine Sorglosigkeit macht sich mit innerer Befriedigung Platz. Nach Lachen kommt Weinen. Die Stimmung war noch ausgezeichnet, als sich ein verdächtiges, langgezogenes Rollen bemerkbar machte. Im Nu waren wir auf, schlenderten unsere langen Beine im Geschwindigkeitsmarsch auf Oberammergau zu. Weit und breit kein Haus. Jetzt vom Gewitter überrascht zu werden, faßten wir gerade nicht als eine angenehme Ueberraschung auf. Doch wir enteilten nicht unserm Geschick. Nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen, mit erhobenen Händen und vertrauenerweckendem Gesichte Autos anzuhalten zum mitnehmen, standen oder trabten wir unter strömendem Regen, und, wie ich glaube, mit dämlich dreinschauenden Gesichtern, die Landstraße daher.„Heiliger Bimbamluti“ mir wurde angst und schwül zumute. Unaufhörlich blitzte und donnerte es um uns herum, daß mir trotz reichlicher Wasserkühlung ganz warm wurde. Solch ein tolles Gewitter habe ich noch nicht mitgemacht. Bei jedem Blitz fuhren wir erschreckt zusammen. Endlich fanden wir eine Heuhütte und liefen tiefend darauf zu. Doch ach— die Tür war verschlossen. Solch ein Pech! Das hatte gerade noch gefehlt. Alle Versuche, in die Hütte zu kommen, schlugen fehl. Schließlich stand jeder nur noch gleichgültig da und ließ sich„besprengeln“. Als endlich das Gewitter nach zwei Stunden aufhörte, schlichen wir als begossene Pudel weiter. Ein letzter ärgerlicher Blick auf die Unterkunftsunmöglichkeit ließ uns erstarren. Mir ist heute noch elend zumute, wenn ich daran denke, daß keine 20 Meter von der Hütte ein Bauernhaus stand, das wir gar nicht wahrgenommen hatten. Mein Kollege konnte es sich nicht verkneifen, den Bauern einen Tölvel zu nennen, der nicht verstände, sein Haus an der richtigen Stelle zu bauen. Im übrigen, sagte er zum samer gewachsen als bei uns. Am andern Tage wanderten wir rasch und munter in den sonnigen Morgen hinein, warfen die Arme in machtvollem Freiheitsgefühl emvor und jubelten und lachten: Freut euch des Lebens. Vergessen war das Gewitter vom Tage vorher... Der Brief eines Ferienkindes das durch das Jugenderholungswerk der NS.=Volkswohlfahrt in Pommern untergebracht war Bochum, 23. Juli 1936. Liebe NSV.! Von der herrlichen und langen Fahrt aus Pommern bin ich nun ausgeruht und möchte der NSV. meinen allerherzlichsten Dank sagen für die herrlichen sechs Wochen, die ich durch die NSV. in Pommern verlebt habe. Ich hatte es sehr gut bei Familie Poppe. Leider war der Bauersmann gelähmt und konnte nicht mit auf das Feld gehen. Des Morgens um ½7 Uhr zog ich mit den Kühen auf die Weide. Der Hund und meine Mundharmonika waren immer bei mir. Ich habe viele Rehe, Hirsche und Wildschweine gesehen. Auch konnte ich im nahen Wald einmal so richtig satt Waldbeeren essen. Auf der Heimfahrt fuhren wir mit einem zweistöckigen Omnibus. In Berlin haben wir das Reichstagsgebäude und die Siegessäule sowie das Olympia=Dorf vom Zuge aus gesehen. Ich werde das alles nie vergessen. Auch meinem Führer will ich von Herzen danken durch Liebe und Treue zu ihm, hat er doch dieses herrliche Werk der NSV. ins Leben gerufen. Ich wünsche noch vielen Kameraden dieselbe Erholung und Freude. Mit Deutschem Gruß, Heil Hitler! Wolfram Mix. Die Vormiete=Vorbestellungen im Bochumer Stadttheater sind schon sehr rege! Wie uns die Theaterverwaltung soeben mitteilt, erfreut sich das Stadttheater in diesem Jahre eines schon frühzeitigen regen Interesses für die Vormieten. Schon jetzt konnte ein Großteil der bisherigen Vormieter neu gesichert werden, so daß es für jeden kurz vor seinen Ferien oder nach der Rückkunft heißen sollte:„Ich erwerbe für die neue Spielzeit eine Vormiete im Stadttheater Bochum.“ Vier Rechtsbrecheer festgenommen. Festgenommen wurden: eine männliche Person von hier wegen Sittlichkeitsverbrechens, eine männliche Person, ebenfalls von hier, wegen Diebstahl, eine weitere männliche Person von hier wegen Unterschlagung und eine männliche Person von hier wegen gefährlicher Körververletzung. tet, ohne an Lebensfreude einzubüßen. Wer in Jugendherbergen wohnt, muß sich des Rauchens enthalten, muß selbst Hand anlegen, wenn er bei mangelndem Bedienungspersonal auf seine leiblichen Kosten kommen will, er muß sich anspruchslos der Lebensweise unterordnen, die in deutschen Jugendherbergen nun einmal gang und gäbe ist. Unsere Bochumer Schulmeister, die da draußen in unmittelbarer Nähe des von Kiefernwäldern umgebenen Sees in friedlichster Symbiose mit 120 Bochumer B2M.=Mädels herbergten, würden es sich übrigens mit Recht verbitten, wollte man nur von den Opfern sprechen, die sie zu bringen hatten. Sie haben sich kreuzwohl gefühlt, der Tag brachte ihnen Freude und Erholung in der mannigfachsten und gesundesten Form. Sie tummelten sich im Ballspiel auf dem unterhalb der Herberge gelegenen schönen Sandplatz, sie zogen hinaus zu Schießübungen, sie sprangen und liefen, machten mit kräftigen Schwüngen ihre Wurfübungen und paddelten und schwammen in den See hinaus, der sich gerade hier von seiner anmutigsten und romantischsten Seite zeigt. Daneben gab es fröhliche Stunden im Unterkunftsraum, die mit Spielen und Musizieren ausgefüllt wurden. Hier erwiesen sich die BDM.=Mädel als gelehrige Schülerinnen und sangesfreudige Kameradinnen Nicht die paragraphenmäßige Schulordnung war ausschlaggebend für das Zusammenleben der Jugend und ihrer Erzieher, sondern die selbstgewählte Disziplin, die nichts anderes als die schöne und gesunde Rangordnung von Mensch zu Mensch in der Gemeinschaft kennt. Es gibt ja nichts Schöneres, als die neue deutsche Jugend fühb“ ren zu dürfen und ihnen die Haltung vorzuleben, die wir heute von jedem Volksgenossen, sei er hoch oder niedrig gestellt, erwarten müssen. Wer hätte auf diesem Gebiet eine größere und lohnendere Verantwortung zu tragen als der Lehrer! Wer da versagt, wer da den gesunden Takt im Ausgleich zwischen Persönlichkeit und Gemeinschaft vermissen läßt, ist, mag er noch so viel Wissen und Erkenntnis aufgestapelt haben, nicht Lehrer, sondern gehört einer goitlob aussterbenden Kategorie von Menschen an, die die Jugend früher mit dem Begriff„Pauker“ zu charakterisieren pflegte. Daß dieser Typ Seltenheitswert besitzt, danken wir dem nationalsozialistischen Erziehungswerk und den Männern, die wie hier in Haltern Ernst machen mit ihrer Verpflichtung, der heranwachsenden Generation durch ein schönes und mutiges Beispiel zu dienen. Die Kinder empfinden es nicht als unangebracht oder lächerlich, wenn sie ihre Lehrer im Küchen= oder Stubendienst mit hauswirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt sehen. Diese eine Feststellung spricht Bände, oder etwa nicht? Die volkssportliche Schulung wurde durch Vorträge ergänzt, die teils aus der Gemeinschaft heraus bestritten, teils aber auch von Männern wie dem Oberbannführer der Bochumer Hitler=Jugend Strube u. a. gehalten wurden. Der mit dem heutigen Tage abgeschlossene vierzehntägige Kursus wird allen Teilnehmern nicht nur eine schöne Erinnerung bleiben, sondern ein Ansporn sein für alle Angehörigen des Lehrberufes, sich als Wegbereiter der nationalsozialistischen Volks= und Erziehungsgemeinschaft nach Kräften verpflichtet zu fühlen. 8. Die Gauamtsleitung des RSLB führt in folgenden Orten Sommerlager durch: Der Kreis Altena im Lagerort Spielwigge(Kreis Altena) vom 2. August bis 11. September; der Kreis Arnsberg im Lagerort Hohenlimburg vom 4. August bis 13. August; der Kreis Bochum im Lagerort Haltern=Stausee vom 20. August bis 29. August; der Kreis Dortmund in der Jugendherberge Meschede vom 6. August bis 20. August: der Kreis Enneve=Ruhr im Lagerort Gloertalsperre vom 11. August bis 21. August; der Kreis Hagen im Lagerort Oer bei Recklinghausen vom 22. August bis 30. August: der Kreis HerneCastrov=Rauxel im Lagerort Stapelage bei Dschuld, vom 15. August bis 28. August; der Kreis Iserlohn im Lagerort Hohenlimburg vom 24. Auaust bis 2. September: der Kreis Meschede in der Jugendherberge vom 6. August bis 20. August; der Kreis Olve in der Jugendherberge Blockhaus, Eckenhagen vom 10. August bis 19. August: der Kreis Unna in der Jugendherberge Iserlohn vom 1. August bis 11. August und vom 11. August bis 21. August: der Kreis Wattenscheid in der Jugendherberge Astenberg vom 8. August bis 18. August und vom 20. August bis 29. August. Seite 4 Nr. 182 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 6. August 1936 Lohnlisten und Lohnzettel Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen weist darauf hin, daß die Gewerbeordnung die Betriebsführer verpflichtet, ihren Arbeitern bei der regelmäßigen Lohnzahlung einen schriftlichen Beleg (Lohnzettel, Lohntüte, Lohnbuch usw.) über den Betrag des verdienten Lohnes und der einzelnen Arten der vorgenommenen Abzüge auszuhändigen. Hieraus folgt weiter die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Führung von Lohnlisten und Lohnbüchern, denn nur so läßt sich die Richtigkeit und Uebereinstimmung des Lohnbeleges nachweisen. Einige in letzter Zeit vorgenommene Revisionen haben gerade in dieser Hinsicht Mangel aufgedeckt. Auch der Führer von kleineren Betrieben mit weniger als zwanzig Arbeitern muß stets in der Lage sein, an Hand schriftlicher, ordnungsmäßig geführter Belege seine Leistungen an die Gefolgschaftsmitglieder nachweisen zu können. In diesen Betrieben wird natürlich in den meisten Fällen keine Lohnbuchhaltung erforderlich sein, es genügen hier gewöhnliche Lohnlisten. Zu ihrer sorgfältigen Führung gehört aber, daß auch die Auszahlungen an die nur kurzfristig und vorübergehend als Aushilfe eingestellten Arbeitskräfte eingetragen werden. Unvollständigkeiten dieser Art haben stets die Vermutung von Tarifunterschreitungen für sich. Gerade hierauf wird daher seitens des Treuhänders der Arbeit bei zukünftigen Revisionen besonders geachtet werden. Unterhaltungsabend im SGB. Lehrreiche und frohe Stunden verlebten viele Wanderfreunde der Abteilung Bochum des SGV. am Dienstag abend im Jagdzimmer der„Uhle". In altgewohnter Weise wurde der Abend mit einigen frischfröhlichen Fahrtenliedern eingeleitet, um anschließend als erstes Ereignis einen kurzen Filmstreifen von der Sechs=Tagewanderung, die ihren Ausgang im Anschluß an das Gebirgsfest in Wetter nahm, zu bewundern. Es gab viel Gelächter, als man die alten Kämpen so sicher und leichtbeschwingt über Stock und Stein daher wandern sah. Aber auch von dem Gebirgsfest selbst gab es einige interessante Ausschnitte zu sehen. Leider war es nur ein ganz kurzer Film und viele Wanderfreunde, die sich so gern gesehen hätten, machten lange Gesichter, als der Film zu Ende war. Nach dem Bericht des Wanderfreundes Claes über die letzte Bezirkswanderung folgte der im Mittelpunkt des Abends stehende Lichtbildervortrag des Wanderfreundes Schebstadt über eine Dampferfahrt nach Spitzbergen. Diese herrliche Fahrt, die in Hamburg begann, führte die Wanderfreunde in die Zonen des ewigen Eises. Aber die gemutliche Stimmung im frohen Kreise konnte die Auguststimmung nicht zum Erkalten bringen. 30 Jahre Berufsorganisation in Bochum Am 7. August 1936 besteht die Zweistelle Bochum in der Fachgruppe Grundstücks= und Hypothekenmakler mit dem Sitz in Berlin, vormals Ortsgruppe Bochum des Reichsverbandes Deutscher Makler(RDM.), 36 Jahre. Die Erinnerung hieran wird in der an diesem Tage stattfindenden Monatsversammlung, verbunden mit Kameradschaftsabend, feierlich begangen. Die Fachgruppe schreibt in dem Fachorgan— Deutsche Immobilien=Zeitung Nr. 15 vom 25. Juli 1986—, daß die in den langen Jahren ehrenamtlich tätigen Berufskameraden wesentliche und wichtige Pionierarbeit für den Berufsstand geleistet hätten; sie wünscht für die eweitere Aufbauarbeit am Berufsstand auch weiterhin guten Erfolg. Zum Schiffshebewerk Rauschenburg Kriegerkameradschaft Westwacht„Graf von Haeseler“, Bochum. Bei herrlichem Sonnenschein unternahm die Kazeradschaft am verflossenen Sonntag einen Familien= ausflug nach Olfen. Um 7 Uhr hatten sich die Kameraden mit ihren Angehörigen an der Herner Straße bei Kortländer in einer sehr stattlichen Anzahl eingefunden. Mit vier Sonderwagen ging die Fahrt nun nach Herne zum Rhein=Herne=Kanal. Dort wurden die Teilnehmer um 8 Uhr auf einem Personendampfer eingeschifft, und nun ging es dem Bestimmungsort entgegen. Es setzte an Bord sehr bald eine fröhliche Stimmung ein, wozu wohl die lachende Sonne das Nötige beigetragen hatte. In Henrichenburg wurde angelegt, um die Besichtigung des Schiffshebewerks vorzunehmen. Dieses war vielen Teilnehmern noch nicht vergönnt gewesen. Nach einer kurzen Frühstücksvause ging die Fahrt dann weiter und um 11.15 Uhr erfolgte die Landung in Olfen. Als Ziel war das Lokal„Zur Rauschenburg" vorgesehen. Dort wurde allen Teilnehmern nach alter Soldatenart eine kräftige Erbsensuppe mit Speck verabreicht, die allen so recht mundete. Für Unterhaltung hatte die Vergnügungskommission unter Leitung des Kameraden Ackermann reichlich Sorge getragen. Alt und jung konnte sich so recht nach Hersenslust der Freude hingeben. Besonders war der Das nennt sich Sommer! Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr Während der Nacht zum Mittwoch brach erneut eine Kaltluftwelle in Westdeutschland ein, die von starken Schauern und vereinzelt auch von Gewittern begleitet war. Auch im Laufe des Tages fielen noch verbreitet Niederschläge, zum Teil unter Gewittern. In dem anhaltenden Luftdruckanstieg wird es vorübergehend zur Beruhigung und Aufheiterung kommen. Die bestehende Westströmung gestaltet jedoch die Witterung noch unbeständig, da Luftmassen verschiedener Temperaturen immer noch Störungen verursachen. Aussichten für Donnerstag: Noch wechselnde Bewölkung mit vereinzelten Schauern, zeitweise auch heiter, später wieder Bewölkungszunahme und Niederschlagsneigung, geringe Temperaturänderungen. — Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Keine wesentliche Aenderung der Unbeständigkeit. Mittwoch, 3. August Barometer 24 Uhr: 5878 Thermometer 2. Uhr: H# Zeiten für Sonne und Mond am 6. August: (O Aufg..57, Unterg. 20.14; C Aufg. 21.02, Unterg..24 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Damen und Kinder gedacht. Für die Damen war ein Preiskegeln und=schießen angesetzt, an dem sich die Damen auch sehr rege beteiligten. Es konnten nachher bei der Preisverteilung auch 45 Damen sehr schöne und nützliche Gegenstände überreicht werden. Die Kameraden vergnügten sich mit Bolzenschießen. Die Stunden der Fröhlichkeit gingen wie im Fluge dahin, und so mußte um 20 Uhr der Heimweg angetreten werden. Noch einmal wurden die Teilnehmer eingeschifft, und so ging es dann der Heimat zu. Es war ein Taa der Freude, der allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird. 10 Jahre Schützenbezirk Industriegebiet Krieg und Besatzungszeit hatten das Schützenwesen im westfälischen Industriebezirk ganz erheblich zurückgedrängt. Im Jahre 1926 traten in Dortmund erprobte Schützenbrüder, darunter die Bochumer Wilhelm Sauerbier, Heinrich Cornelius und Emil Stracke vom Bochumer Schützenbund 1862 und vom Bochumer Bürgerschützenverein 1888, zusammen und beschlossen, das Schützenwesen im westfälischen Industriebezirk wieder aufzubauen, zu einer Pflegestätte des Schießsports und zum Sammelplatz echten Bürgersinns in einem Schützengau Westfalen=West. Ein Aufruf hatte den Erfolg, daß sich neun Schützenvereine mit 845 Mitgliedern zu diesem Gau zusammenschlossen, der später als Schützenbezirk Industriegebiet auch dem Westfälischen Schützenbund angehörte. Einen starken Aufstieg nahm das Schutzenwesen im Schützenbezirk Industriegebiet nach der Machtübernahme der nationalsozialistischen Bewegung. So zählte der Schützenbezirk Industriegebiet im Jahre 1934 78 Schützenvereine und im folgenden Jahre 111, während er im laufenden Jahre 1936 bereits 124 Schützenvereine mit 15 486 Schützen und 767 Jungschützen zählt. Der Schützenbezirk Industriegebiet zerfällt in 11 Schützenkreise: Dortmund mit 27 Schützenvereinen, Gelsenkirchen(23), Bochum(17), Wanne(), Hattingen(5) Hamm(16), Herne(), Castrop=Rauxel(), Soest=Lippstadt(), Unna(4) und Bottrop mit 9 Schützenvereinen. Die an Mitgliedern stärksten Schützenvereine sind Dortmund mit 3478 Schützen, Bochum mit 3115, Gelsenkirchen mit 2171, Hamm mit 1751 und Wanne mit 1700 Schützen. Erbschaftsteilung mit der Kohlenschaufel „:...** 4 Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Miterben konnten bisher den Nachlaß eines Verstorbenen in zweierlei Form untereinander aufteilen. Sie konnten das in gütlicher Einigung machen— die weniger verbreitete Art—, und sie konnten das Nachlaßgericht zu Hilfe nehmen. Das waren so die Möglichkeiten. Einem 50jährigen Manne K. von hier gebührt nun das Verdienst, noch einen dritten Weg der Auseinandersetzung gefunden zu haben, nämlich die Verwendung der Kohlenschüppe. Er machte das kurzerhand so: Mit seiner Schwester stand er sich, seitdem über die geschwisterliche Eintracht der Erbschaftssegen gekommen war, gar nicht mehr gut. Auch in ihrem Erbfalle war es nämlich nicht so, daß keiner der Nachfahren noch gewußt hätte, wohin mit den ganzen Sachen. So war's nicht. Und da bei., dem jetzigen Angeklagten, die Wertschätzung irdischer Habe ungleich kräftiger entwickelt war als verwandtschaftliches Nahgefühl und ritterliche Bescheidenheit, so gab es eben Krach. Das alles wäre aber noch nicht so schlimm gewesen, wenn die Geschwister, die dank der Einsicht der Schwester schon drei Jahre nicht mehr zusammengetroffen waren, nicht jetzt im Juni beide unabhängig voneinander auf den Gedanken gekommen wären, eine Schwägerin in Castrop=Rauxel zu besuchen. Da standen sie sich dann unerwartet gegenüber. Drei Jahre hatten sie sich nicht mehr gesehen, die Schwester und der Bruder. Und solche Gedanken mußten auch wohl durch den Kopf des K. gegangen sein, denn plötzlich griff er zur Kohlenschüppe und knallte sie seiner Schwester mit wenig schönen Begleitreden und voller Wucht ins bestürzte Gesicht. Mit einer Kopfwunde, aufgeschlagener Oberlippe und leicht abgekühlten schwesterlichen Empfindungen machte sich die so lieblos Behandelte davon, eine wandelnde Widerlegung des Märchens vom„lachenden“ Erben. bei ihr die äußeren Wunden geheilt. Die inneren werden wohl bleiben.., die Zierde eines Bruders, entsagte der Kohlenschüppe und versprach, seine Schwester künftig in Ruhe zu lassen. Das Gericht, in jahrelanger Berufsausübung mit Menschen und menschlichen Unarten vertraut, wollte es nicht auf sich nehmen, dem Familienstreit durch eine besonders empfindliche Strafe gegen K. frischen Auftrieb zu geben. So gab es für K. wegen Mißhandlung seiner Schwester 25 Reichsmark Geldstrafe. Die aber hatte an seiner Bestrafung kein Interesse, nur eines wollte sie, sie wollte nichts mehr mit ihrem Bruder zu tun haben. Und das kann man ihr selbst an solchen Orten nachfühlen, wo die Kohlenschaufeln nicht herumliegen wie Steine am Weg. Nächtlicher Dieb Bei zwei Bochumer Bauern waren vor einigen Monaten zur Nachtzeit Diebstähle ausggerzetggerbng von Dieb hatte sich gewaltsam Zugang verschafft und von den Bodenräumen insgesamt etwa zwezgzentner Herste mitgenommen. Als Täter wurde ein 30jahriger. Sch. aus Gerthe ermittelt. Er war sogleich geständig. Seine Beute hat er in Säcken fortgetragen, die er am Tatort vorfand. Weiter hat er die Gerste an zwei Leute verkauft. Die Ausführung des Diebstahls wurde dem Angeklagten dadurch erleichtert, daß er bei einem der Landwirte früher aushilfsweise gearbeitet hatte und mit den örtlichen Verhältnissen gut vertraut war. Der Tater hat acht Vorstrafen, die allerdings schon weit zurückliegen. Die jetzigen Taten hat er, wie er glaubhaft darlegte, aus Not verübt. Sch. ist verheiratet, Vater von fünf Kindern und seit langem erwerbslos. Diese schwere wirtschaftliche Lage hielt das Schöffengericht ihm bei der Strafzumessung zugute und erkannte unter Anrechnung der Untersuchungshaft vollendeter schwerer Diebstähle und eines versuchten vuf eine Verezintrag des StaatsSchartach Tiphcheln) Tarertalrse nach wie vor die gefährlichsten ansteckenden Krankheiten im Ruhrkohlengebiet Das Institut für Hygiene und Bakteriologie zu Gel=igen 45, 2“ kirchen gibt folgenden Bericht über den Stand der treffen 9 teckenden Kranzggrg Im Ruhrkohleugebigt in ber#sburg. zur Anzeige gekommen. Von den Todesfällen 9 auf Dortmund, 5 auf Bochum, je 4 auf sheiten im P Quisburg und Gladbeck. anstegendez, grtininenten„m buorkohgezgebiet in der Genicstarre: Die 14 gemeldeten, Erkrankungen an Zeit vom 81. vat bis 4. Juli 1936(o Gagen), verays,(Genichstarre verteilen sich mit 8 auf wagen, mir je 2 zusammengestelt nach den von den Regierungspräst. Gex'sutrog und Gladbeck und mit je 1 auf Bochum, denten in Arnsberg, Düsseldorf und Münster zur Ver= slnng, Essen, Milheim=Ruhr, Oberbausen, Gelsenkirchen fügung gestellten wöchentlichen Nachweisungen):„.]uinh Züßinahausen. Die 9 Todesfälle sind aus 8 StadtUnterleibstyphus: Diesmal ist die Zahl der Erkrankungen an Unterleibstyphus verhältnismäßig gering. Während wir im Vormonat(4 Wochen) über 24 ErMeldung sich geWahtene wit imt Spenuztetg,(4 Wochen) krankungen und 1 Todesfall berichteten, sind diesmal 7 Erkrankungen und 1 Todesfall zur Paratyphus: An Paratyphus ereigneten Ruhrkohlengebiet 32 Erkrankungen, davon 16 in Witten, 6 in Hamm, 8 in Duisburg. Soweit uns bekannt geworden ist, sind die Erkrankungen in Witten auf einen Bazillenträger zurückzuführen. Nahrungsmittelvergiftungen: Außer den gemeldeten Erkrankungen an Paratyphus sind noch 24 Erkrankungen und 3 Todesfälle an Nahrungsmittelvergiftungen amtlich bekannt geworden; von den Erkrankungen treffen 18 auf Duisburg, je 2 auf Lünen, Dortmund, Bochum und Essen. Ruhr: Die 19 zur Meldung gekommenen Ruhrerkrankungen verteilen sich mit 8 auf, Essen, je 3 auf Dortmund und Dyisburg, je 2 aux, destanter jing nich Lündinghausen und 1 auf Unna. bekannt geworden. Scharlach: D Ort Essen Kabler Asten Brocken Hamburg Berlin München Zugspitze Lustdruck in mm 763.2 676.8 759.9 461.8 767.7 531,9 Windricht u. Stärke Temperazur C Wetter WSW 3 SW 5 SW 5 SW 3 W 3 NW 3 +13 + 7 +13 +14 +13 — 4 fast bedeckt Nebei fast bedeckt woltig beiter fast bedeckt Schurtuch. Den 980 Erkrankungen und 10 Todesfällen des Vormonats(4 Wochen) stehen diesmal(5 Wochen) 1192 Erkrankungen mit 13 Todesfällen gegenüber. Von den Erkrankungen treffen 247 auf Dortmund auf Essen, 151 auf Bochum, 101 auf Gelsenkirchen, 73 auf Duisburg, 50 auf Herne, 45 auf den EnnepeRuhr=Kreis, 39 auf Wattenscheid, 34 auf Gladbeck, 33 auf Oberhausen. Von den Todesfällen ereigneten sich Diphtherie: In dieser Berichtszeit(5 Wochen) sind 1382 Erkrankungen und 38 Todesfälle zur Meldung gelangt, im Vormonat(4 Wochen) 1111 Erkrankungen mit 61 Todesfällen. Aus Dortmund sind 203 Erkrankungen. aus Bochum 199, aus Duisburg 173, aus Essen 141, aus Gelsenkirchen 187, aus Gladbeck 69, aus Wattenscheid 63, aus Oberhausen und Bottrop je 50, aus Haund Tabinchhäusen. Die 8 Tobesfaue sind aus o und Landkreisen zur Anzeige gekommen..—..0 Kinderlähmung: An Kinderlähmung ereigneten sich 10 Erkrankungen, davon je 2 in Bochum, Duisburg und Essen. Todesfälle sind nicht gemeldet. An Kindbettfieber nach regelrechter Geburt erkrankten im Ruhrkohlengebiet 16, und starben 2 Frauen. Tuberkulose: Den 335 Erkrankungen und 218 Todesfällen im Vormonat(4 Wochen), stehen diesmal (5 Wochen), 451 Erkrankungen mit 236 Todesfällen gegenüber. Hieran sind beteiligt: Essen mit 87 Erkrankungen und 27 Todesfällen, Dortmund mit 69 Erkrankungen und 26 Todesfällen, Duisburg mit 65 Erkrankungen und 45 Todesfällen, Gelsenkirchen mit 34 Erkrankungen und 27 Todesfällen, Bochum mit 33 Erkrankungen und 17 Todesfällen, Lüdinghausen mit 38 Erkrankungen und 7 Todesfällen.,.(ngau Schlafkrankheit: An sogen. Schlafkrankhen(Encepha= lvon litis lethargica) ist je 1 Erkrankung in Unna und Mülheim=Ruhr und je 1 Todesfall in Mülheim=Ruhr und Lüdinahausen gemelbef,., eine Infektion mit sogen. Außerdem zst aus Essen Eine Inseltion in schel. Abortus=bang=Bazillen, eine Erkranrung des Rinovieos. die gelegentlich auch auf den Menschen üvergeht, amtlich bekannt geworden. Erweiterung der Bestimmungen für Geschäftspapiere. Bei den in Geschäftspavieren enthaltenen Angaben, die durch ein im Drucksachenverkehr zugelassenes Vervielfältigungsverfahren hergestellt sind, läßt die Deutsche Reichspost im Inlandsverkehr künftig dieselben Aenderungen und Zusätze zu, wie sie für Drucksachen gestattet sind. Es ist also z. B. zulässig, an den für Nachtragungen vorgesehenen Stellen des Vordrucks und in Spalten mit Ueberschrift Ziffern für sich in unbeschränkter Anzahl nachzutragen sowie sonstige Aenderungen im Wortlaut und Nachtragungen an beliebiger Stelle bis zu fünf Wörtern usw. vorzunehmen, die mit dem Vordruck in leicht erkennbarem sachlichen Zusammenhang stehen. Zum Feldgottesdienst auf der Adolf=Hitler=Kampfdahn waren von allen Mindener Truppenteilen Abordnungen ausmarschiert. Die Feier schloß mit einer eindrucksvollen Gefallenenehrung. Garde=Feldartillerie. Am 30 August findet in Köln am Rhein die Weihe des„Reichseyrenmals der Deutschen Feldartillerie“ statt. Festtage sind der 29., 30. und 31. August 1936. Am 29. August d. J. finden Sonderveranstaltungen der vier Garde=Feldartillerie=Regimenter und der Feldartillerie=Schießschule in Köln statt. Ueber die Trefflokale, Sonderveranstaltungen, verlängerte Sonntagsrückfahrkarten u. a. erteilen Auskunft und sind Anfragen(mit beigelegtem Briesporto) zu richten an: 1. Garde=Feldartillerie=Regiment: Walter Lucasch, Berlin N 5, Tegeler Straße 37,— 2. und 4. Garde=Feldartillerie=Regiment: Julius Liebmann, BerlinSteglitz, Treitschkestraße 15,— 3. Garde=Feldartillerie=Regiment: A. Gomvert, Berlin=Niederschönhausen, Paul-FrankeStraße 7.— Feldartillerie=Schießschule: Carl Arlt, BerlinFriedrichsfelde, Wilhelmstraße 8. Kameradschaft der Pioniere und Verkehrstruppen Bochum. Die am 1. August im Kameradschaftsheim„Bürgergesellschaft“, stattgefundene Monatsversammlung erfreute sich wiederum zahlreichen Besuchs und wurde vom Kameradschaftsführer Overhoff eröffnet und geleitet. Die Tagesordnung wurde glatt erledigt; die einzelnen Eingänge, Parolen und Verfügungen wurden bekanntgegeben. Kamerad Nenzel berichtete über den Reichskriegertag in Kassel, während Kamerad Elschner über den 11. Deutschen Pioniertag, verbunden mit der Wiedersehensfeier der ehemaligen., 15., 16., 19., 20. Pioniere berichtete und Kamerad Kirchmeier über das Wiedersehen mit seinen ehemaligen Kameraden vom 2. Eisenbahn=Regiment erzählte. Kamerad Overhoff ergänzte die Vortragenden mit weiteren Mitteilungen über seine Erlebnisse. Zum Schluß feierte der Kameradschaftsführer das langjährige Mitglied Kamerad Hauptmann d. R. Drieschner und ernannte ihn in Anbetracht seiner Verdienste um die Kameradschaft zum Ehrenmitglied. Kamerad Driesch= ner nahm die Ehrung mit berzlichen Dankesworten an. Wie wir hören, verlegt Herr Drieschner, der lange Jahre als Oberingenieur am Bochumer Verein tätig war, seinen Wohnsitz nach Berlin. Kriegerkameradschaft Bochum=Ehrenfeld. Die Kriegerkameradschaft Bochum=Ehrenfeld versammelte sich am vergangenen Samstag im Kameradschaftsheim August Gilleballe zu dem allmonatlichen Appell. Kameradschaftsführer Werner begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden und gab die Führeranordnungen des Bundesführers und einen Bericht von der Führerbesprechung in Bochum=Langendreer bekannt. Eingehend berichtete er über den Ausbau der Organisation des Unterstützungswesens des Reichskriegerbundes Kyffhäuser. Kamerad Eming wurde als Kameradschaftspfleger bestimmt. In diesem Winter soll das 60jährige Bestehen der Kriegerkameradschaft BochumEhrenfeld durch einen Deutschen Abend begangen werden. Weiter wurde bekanntgegeben, daß von der Bundesleitung in nächster Zeit Werbematerial zur Verfügung gestellt würde. Kameradschaft 7. Fußer. In der jüngsten Versammlung wurde beschlossen, das Schießen um den Wanderpreis der Kameradschaft am Sonntag, 13. September, auf dem Schießstand Guttmann in Eppendorf abzuhalten. Diesem voran geht am Sonntag, 9. September, vormittags ein Uebungsschießen auf dem Schießstand an der Albertstraße. Da die Kameradschaft eine ganze Reibe erprobter Schützen in Kleinkaliber hat, will man sich nunmehr auch an den Mannschaftsschießen des Reichskriegerbundes beteiligen. Das große Fußartilleristentrefsen am 20. Oktober in Münster wird von der Kameradschaft geschlossen besucht. Zum Kameradschaftspfleger in der Fußerkameradschaft wurde Kamerad Giesenbauer bestimmt. Weiter wurde beschlossen, im kommenden Winterhalbjahr zur Ausgestaltung der Versammlungen das Vortragswesen zu pflegen. Kriegsopfertressen der NSKOV. in Detmold Auf Veranlassung der Reichsdienststelle der RSKOV., Berlin, ist das für den 8. und 9. August d. J. vorgesehene Kriegsopfertreffen in Detmold bis Ende September verschoben. Bochumer Veranstaltungen Städtische Konzertveranstaltungen Bochum in der Spielzeit 1936/37. Es wird darauf hingewiesen, daß auch während der Ferienzeit die Möglichkeit zur Eintragung in die Konzertvormietelisten besteht. Die Vormietekasse im Stadttbeater ist an Werktagen von 10 bis 13 Uhr und außer mittwochs und samstags auch von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Aus der katholischen Gemeinde. Nach einer Anordnung des Erzbischofs Dr. Klein finden auch in diesem Jahre für die im Herbst ins Heer eintretenden katholischen Jungmannen besondere geschlossene Rekruten=Exerzitien statt. Für die Rekruten aus dem Dekanat Groß=Bochum wird dieser Exerzitienkursus abgehalten vom 28. bis 31. August, und zwar im Vinzenz=Exerzitienhaus zu.=Höntrov. Leiter dieser Rekruten=Exerzitien ist ein Militärgeistlicher. Die Anmeldung zu diesen Exerzitien erfolgt beim Vinzenzhaus oder bei den einzelnen Pfarrämtern. Bochumer Schützenbund 1862 Kreismeister im Schießen. Dem Bochumer Schützenbund 1862 der in diesem Jahre die Kreismeisterschaft für den Schützenkreis Bochum im westfälischen Schützenbunde sicher erkämpft hat, wurde jetzt das Kreismeisterschaftsdiplom als Bestätigung überreicht. Aus der ASDAp. Tagesplan für Donnerstag, 6. August. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Gymnastikschule in der Rottstraße 29: von 20 bis 22 Uhr: im Licht= und Luftbad des Naturheilvereins, Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Drusenbergschule, Drusenbergstraße. Schwimmen nur für Frauen von 20.15 bis 21.15 Uhr und u 21.15 bis 22.15 Uhr: Städtische Badeanstalt, Marien= Volrstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Schule Von=der. Recke=Straße. Sportärztliche Beratung und Untersuchung, kostenlos für nen eine Inseltzon uu Gopen jedermann in der Praxis, Jes Herrn Dr. Lennemann, ine Erirantung des minoviehs, Jahnstraße, von 18.30 bis 19.30 Uhr. „Kraft durch Freude“ Mit KdF. ins Wochenend im Monat August. 8. August: Zum, Hackstück, bei Hattingen, Abgabgt 9. August: 9. August: 12. August: 15. August: 16. August: Paonirne du? Wohin gehen wir heute? Lichtspielhaus: vorübergebend geschlossen. Odeon: ab 15.30 Uhr: Der unstervliche Lump. Stala Lichtspiele: ab 17 Uhr: Quick. Tonhalle: vorübergebend geschlossen. Weitlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Königstiger. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: Wolga— Wolga. Capitol: ab 15.15 Uhr: Schwarze Augen. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Der Pampasreiter. Hammer Lichtspiele: ab 15.30 Uhr: Der Kosak und die Nachtigall. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Jugend der Welt, Sport und Soldaten. Tonhallen=Gaststätte: Tanz. ebenu, er ansr a, Gasengor, uchiek! Acbdein wie K au die dhuch den Füidter und Vonzgez'sa, Tez, Seisr sche Kriegsschisse zum Schube der sich lichen Deutschen nach Spanien begeben hätten. Die E gänge, insbesondere die Führeranordnungen des führers und die Rundschreiben des Gauführers wurden bekanntgegeben. Stellvertretender Kameradschaftsführer Kamerad Wollner verlas den Schulungsbrief Nr. 3„Skagerrak“ von Vizeadmiral a. D. Staatsrat von Trotba. Dem der Kameradschaft Kamerad Goergens, wurde Sentor der Rumernbschuft, Rumerab Gprtg nachträglich zum 81. Geburtstag gratuliert. An dem am 22. und 23. August in Hannover stattfindenden Bundestag des NS. Deuzsechen, Vi gFlzgichtr genommene Famisenaussing noch die neuen Bundesabzeichen(Hoheitsabzeichen, getragen werden dürfen, die vom Kassenwart Kamerad Buch zu beziehen sind. Treffen der Pourele=mérite=Unteroffiziere in Minden. In der alten Soldatenstadt Minden trasen sich die Kameraden aus Westfalen, Hannover, Hessen und Braunschweig, die im Kriege mit der höchsten Auszeichnung für Unteroffiziere und Mannschaften, dem goldenen Militärverdienstkreuz, ausgezeichnet wurden. Von den rund 1000 noch lebenden Inhabern dieses Ordens pour le mérite hatten sich 200 in Minden eingesunden. Der Oberbesehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, und der Kommandterende General des 6. Armeekorps sowie der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, ferner Gauleiter Dr. Meyer, die Adjutantur des Generalfeldmarschalls von Mackensen, Oberstleutnant Ebeling, und Vertreter von hohen Parteistellen hatten der Ordenskame= radschaft ihre Grüße übermitteln lassen. Auf dem Kamena tell. Der in un Anmeldzungen und des ungünsigen Her“ Stadt und des Deutschen Osszersbundes. Als Raemie, aul den Glezh= Bisichgfes sne an Sams, nerecden die Geldonis steiek Lelgoldschastsiteie Trneiersen. Ehrenfriedhof in Minden wurden Kränze niedergelegt. 22. August: 23. August: im Hackstück bei Hattingen, Abfahrt um 15 Uhr ab Wilhelmsplatz, Preis 1,20 RM. Dechenhöhle=Felsenmeer, 7 Uhr ab platz, Preis mit Eintritt in die Höhle.40 RM. Bonn—Godesberg, Abfahrt 7 Uhr ab Wilhelmsplatz, Preis 4,55 RM. Loemühle(Badegelegenheit), 15 Uhr ab Wilhelmsplatz, Preis 1,20 RM. Schloß Berge, 15 Uhr ab Wilhelmsplatz, Preis .05 RM. Arnsberg—Möhnesee, 7 Uhr ab Wilhelmsplatz, Preis.70 RM. 19. August: Loemühle(Badegelegenheit). 15 Uhr ab Wilhelmsplatz, Preis.20 RM. Haltern, zum Stausee, 15 Uhr ab Wilhelmsplatz, Preis.45 RM. Abrtal(Omnibusfahrt), 6 Uhr ab Wilhelmsplatz, Preis.50 RM. 26. August: Baldenevsee mit Motorbootfahrt, 15 Uhr al Wilhelmsplatz, Preis.45 RM. 29. August: Loemühle(Badegelegenheit), 15 Uhr ab Wishelmsplatz, Preis 1,20 RM. 99, nou; scheld,„ühr ab Wilbelmsplatz, Preis.30 N M2. Deutsche Arbeitsfront Schreibmaschinenkurse der DAF. jetzt auch mittwochs und samstags nachmittags Um zahlreichen Wünschen gerecht zu werden, sollen von jetzt ab auch an jedem Mittwoch und Samstag nachmittag Schreibmaschinenkurse stattfinden. Wir machen auf diese Gelegenheit besonders die Behördenangestellten aufmerksam. Interessenten wollen sich sofort anmelden. Zu dem am Mittwoch, 12. August. 20 Uhr, beginnenden Lehrgang„Maschinenschreiben für Fortgeschrittene“ können bis zum 8. August noch einige Anmeldungen angenommen werden. Nähere Auskunft erteilt die DAF., Kreiswaltung Bochum, lung Berufserziehung und Betriebsführung Bochum, Alleestraße Nr. 46(Zimmer). (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 14.) Seite 5 Nr. 182 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, Teichenhaufen in Mudrie Erschütternde Augenzeugenberichte über die Blutherrschaft der Marxisten Freude am Sport dnb Amsterdam, 5. August. Das„Dagblad“ von Nordbrabant veröffentlicht einen erschütternden Bericht über das Blutbad von Madrid. In dem Bericht, der durch einen Sonderkurier über Lissabon an das Blatt gelangt ist, heißt es, die Tribunale, deren Mitglieder durch die marxistischen Gewerkschaften ernannt werden, arbeiten Tag und Nacht. Der Berichterstatter, der in unmittelbarer Nähe einer Kaserne wohnt, hört jeden Morgen das Geknatter der Salven der Exekutionskommandos. Die Namen der Hingerichteten werden nicht bekanntgegeben, doch werden die grauenhaft verstümmelten Leichen der Erschossenen zur Schau gestellt, angeblich mit der Absicht, die Bevölkerung einzuschüchtern. In langen Reihen ziehen Hunderte an den Leichenplätzen vorbei. In der Kaserne Nr. 5 der Sturmtruppen hat der Berichterstatter einen solchen grauenhaften Vorbeimarsch selbst miterlebt. An dem Fuße einer hohen Mauer, an dem noch deutlich Kugeleinschläge zu sehen waren, lagen die Leichen der Opfer auf einem Haufen. Es waren 42, meist in Offiziersuniform oder im Priesterkleid. Die Leichen der Frauen waren völlig entkleidet. Große Lachen Blut bedeckten den Boden. Unter den Anwesenden, die im stummen Grauen langsam an diesem Leichenfeld vorüberzogen, befanden sich Frauen, Mütter, Schwestern, ja selbst Kinder von Verhafteten, die unter den Toten ihre Angehörigen suchten. Die Wächter, roheste Burschen in offenen Waffenröcken, hatten die Anweisung, auf Wunsch die Leichen den Angehörigen zu zeigen. Mit Fußtritten wurden die entseelten Körper aus dem großen Haufen herausgestoßen. Blut, Gedärme und Hirnmasse der Getöteten spritzten dabei in die Höhe. Es ist vorgekommen, so schreibt der Berichterstatter, daß Angehörige der Opfer nach diesen Vorgängen sich in wilder Verzweiflung mit bloßen Fäusten auf die Henker geworfen haben, um gleich darauf den Kugeln der marxistischen Soldateska zum Opfer zu fallen. dnb Kopenhagen, 5. August. Ein dänischer Ingenieur der sich als Vertreter der Maschinenfabrik und Schiffswerft von Burmeister& Wains vom 19. bis 30. Juli in Barcelona aufgehalten hat und am Montag über Marseille nach Kopenhagen zurückkehrte, hat einem Vertreter der„Berlingske Tidende“ seine Erlebnisse geschildert. Er habe, so erklärte er, Schrecken erlebt, die seine wildeste Phantasie überstiegen hätten. So habe der Pöbel in den Kirchen aus der Einrichtung große Scheiterhaufen errichtet, was er in zwei Fällen selbst habe beobachten können. Die Geistlichen habe man ins Feuer geworfen und sie lebend verbrennen lassen. Die Nonnen hätten einen noch fürchterlicheren Tod erlitten, doch darüber wolle er nicht sprechen. Leichen seien ausgegraben und mit roten Armbinden versehen auf den Straßen aufgestellt worden. Dabei habe der Sprecher der katalanischen Regierung im Rundfunk alle halbe Stunde verkündet, daß alles in Ordnung und ruhig sei. Helft den Flüchtlingen aus Spanien! Durch den blutigen Bürgerkrieg in Spanien sind Tausende von deutschen Volksgenossen gezwungen, fluchtartig ihr Gastland zu verlassen. Mehr als 3000 Deutsche sind schon unter dem Schutz unserer Kriegsschiffe auf reichsdeutsche und italienische Damvfer gebracht worden und befinden sich auf dem Wege in die Heimat. Fast täglich laufen in der Hauptstadt der Bewegung Sonderzüge mit Flüchtlingen ein. Das nationalsozialistische Deutschland bereitet diesen unglücklichen Volksgenossen einen herzlichen Empfang. Es gilt, viel unverschuldete Not zu lindern. Der Hilfsausschuß für Spanien=Deutsche unter der Leitung von Gauleiter Bohle der Auslandsorganisation der NSDAP. hat die ehrenvolle Aufgabe übernommen, die Flüchtlinge zu betreuen. Es ist noch nicht abzusehen. wieviele Deutsche gezwungen sein werden, das Land zu verlassen, in dem so viele von ihnen schon seit Jahrzehnten im Interesse beider Länder gewirkt haben. Deutsche Volksgenossen! Helft unseren Brüdern in ihrer Not. Spendet für unsere Flüchtlinge aus Spanien! Spenden werden in unserer Geschäftsstelle, Rathausplatz 8, entgegengenommen oder können auf unser Postscheckkonto Dortmund, Nr. 1760, unter dem Kennwort „Notspende für die deutschen Flüchtlinge aus Spanien“ eingezahlt werden. Die Weiterleitung an den„Hilfsausschuß für die Spanien=Deutschen“ erfolgt unverzüglich unter gleichzeitiger Bestätigung der Eingänge in der Zeitung. Ehrengabe für versorgungsberechtigte Frontkämpfer dub Berlin, 5. August. des Kriegsheginns 1914 ige Am Erinnerungstage des Kriegsbeginns 1914 sind dem Führer durch freiwill Spenden namhafte Betrage für die Kriegsbeschädigten zur Verfügung gestellt worden. Der Führer hat diese Ehrengabe von sich aus auf eine halbe Million Reichsmark erhöht und angeordnet, daß dieser Betrag für solche versorgungsberechtigten Frontkämpfer verwendet wird, die nach den geltenden Vorschriften die Frontzulage nicht erhalten können und sich in besonders bedürftiger Lage befinden. Zur Linderung dringender Not in solchen Fällen hat er diese Spende dem Reichs= und preußischen Arbeitsminister überwiesen. Die Spende ist zu einem großen Teil eine Gabe der Deutschen Arbeitsfront, der NS.=Volkswohlfahrt und des Reichsbundes der Deutschen Beamten. Dieser Beweis wahrer Volksgemeinschaft kann dem Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, dem Reichswalter des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Neef, und dem Hauptamtsleiter Hilgenfeldt sowie allen hinter ihnen stehenden Volksgenossen nicht genug gedankt werden. Sie bezeugen damit nicht nur, wie tief sie sich mit den kriegsbeschädigten Kameraden, die in ihren Reihen stehen, verbunden fühlen, sondern danken damit zugleich dem Führer, der dem deutschen Volk„Ehr und Wehr“ wiedergegeben hat. Aus der gleichen inneren Verbundenheit heraus hat besonders der preußische Ministerpräsident Generaloberst Göring es sich angelegen sein lassen, die Spende durch einen namhaften Betrag zu fördern. Zum Ausdruck unverbrüchlicher Kameradschaft zwischen der alten und der neuen Wehrmacht bereiligte sich der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg mit einer wesentlichen Summe an der Spende. Orden in der Wehrmacht Ein Erlaß des Reichskriegsministers Berlin, 5. August. In einem Erlaß des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht ist bestimmt worden: Zum Parade= und Dienstanzug sind von allen Wehrmachtangehörigen zu tragen: Orden und Ehrenzeichen des Weltkrieges. Die von der Regierung eines ehemals verbündeten Landes für Verdienste im Weltkrieg verliehenen Orden und Ehrenzeichen. Die Waffenabzeichen, wie Flieger=, Luftschiffer=, Kampfwagen=, Kolonial=, Unterseeboots= usw. Abzeichen Vom Führer und Reichskanzler gestiftete Orden und Ehrenzeichen. Rettungsmedaille am Bande. Bis zum 10. August 1919 verliehene Orden und Ehrenzeichen ehemaliger deutscher Landesherren. Ehrenzeichen der nationalsozialistischen Bewegung. Die zur Uniform genehmigten Sportabzeichen. Nach dem 10. August 1919 verliehene Orden und Ehrenzeichen eines ausländischen Staates nur bei Ehrenerweisungen vor dem betreffenden Staatsoberhaupt oder Vertretern der betreffenden Regierung. Darüber hinaus dürfen die übrigen durch das Ergänzungsgesetz zum Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 15. Mai 1934 und die Ausführungsverordnung vom 14. November 1935 anerkannten Orden und Ehrenzeichen(oder ihre Bänder) außer Dienst getragen werden. Darunter rechnen auch gesellige Veranstaltungen aus dienstlichem Anlaß. Im Rahmen des Programms der Olympischen Spiele Internationale Segelflugvorführungen statt. Unser Bild erfolgreichen deutschen Segelfliegerin Hanna Reitsch, Betätigung an der Nasenspitze * Presse-Photo fanden auf dem Flugfeld in Staaken zeigt Oberst üdet im Gespräch mit der der man die Freude an der sportlichen ablesen kann. Die gesahisch.F. „Marterwerkzeuge“, die überhaupt nicht aus Deutschland stammen Nürnberg, 5. August. Die wundervolle alte Kaiserburg in Nürnberg, mit ihren roten Ziegeldächern weit hinausleuchtend ins Frankenland, ist Gegenstand einer„Sensation“ besonderer Art geworden. In ihren Räumen beherbergt sie eine Folterkammer, die für alle in= und vornehmlich ausländischen Besucher seit einigen Jahren eine Hauptsehenswürdigkeit ist. Bei dem Betrachten der furchtbaren Marterwerkzeuge lief jedem ein schauriges Gruseln über den Rücken und man vergaß über diesem, in den Fremdenführern stets besonders vermerkten Nervenkitzel, rasch und gern, daß man in einer Stadt weilte, die mit Meisterwerken eines Veit Stoß und Tilman Riemenschneider, mit den wundervollen Schöpfungen gotischer Baukunst wahrhaft andere Gefühle wachrufen sollte. Die nationalsozialistische Stadtverwaltung hat nun diese Folterkammer, die gleichzeitig zu einem willkommenen Anlaß übelster Greuelmärchen über den Kulturzustand in Deutschland geworden war, genau erforschen lassen. Es hat sich dabei herausgestellt, daß die„Marterwerkzeuge" überhaupt nicht aus Deutschland stammen. Teils sind sie Ausgeburten einer blühenden Phantasie, Fälschungen geschäftstüchtiger Antiquitätenhändler, teils stammen sie aus dem Ausland, vor allem aus dem mittelalterlichen Spanien der jesuitischen Inquisition. Zu diesen Fälschungen gehört die besonders berühmte„Eiserne Jungfrau“ und der„Marterstuhl“, dessen Sitzfläche, Rücken und Armlehnen insgesamt 1830 hölzerne und 35 eiserne Stacheln aufweisen. Die Sammlung ist erst im Jahre 1931 durch Vermächtnis in den Besitz der Stadt übergegangen. Danziger Zentrumsorgan wegen ungeheuerlicher Verleumdung der Danziger und der deutschen Regierung verboten dnb Danzig, 5. August. Das Danziger Zentrumsorgan, die„Danziger Volkszeitung“, hat in seiner gestrigen Ausgabe einen Aufsatz eines katholischen Pfarrers, Dr. Moske, veröffentlicht, der in ungeheuerlicher Weise die deutsche und die Danziger Regierung verleumdet und von der überwiegenden Mehrheit der Danziger Bevölkerung als schwere Herausforderung aufgefaßt werden muß. Besonders kennzeichnend ist die hinterhältige Form dieses Aufsatzes. Der Verfasser zitiert äußerst feindliche Angriffe, die ein Dominikanerpater im Jahre 1872 gegen den damaligen Liberalismus niederschrieb. Diese Kennzeichnung ausgerechnet des Liberalismus vor 64 Jahren wird, wie der Aufsatz des Danziger Zentrumsorgans ausdrücklich bestätigt, auf unsere Zeit, also auf den Nationalsozialismus übertragen. In dem Aussatz der„Danziger Volkszeitung“ wird der nationalsozialistischen Staatsführung unterstellt, daß sie „von oben herab“ eine verleumderische Hetze gegen die katholische Kirche veranlaßt habe. Der Danziger Polizeipräsident hat daher die„Danziger Volkszeitung“ auf Grund der Danziger Ordnungsbestimmungen auf die Dauer von sechs Monaten verboten. In der Verbotsbegründung wird die äußerst hinterhältige und verwerfliche Form des Aufsatzes hervorgehoben. Der Polizeipräsident stellt weiter fest, daß der Aussatz in dem Blatt eine Verleumdung der Danziger und der deutschen Regierung enthält, er sei geeignet, die Bevölkerung zu verhetzen und die guten und lebenswichtigen Beziehungen der Freien Stadt Danzig zum Deutschen Reich zu beeinträchtigen. Zahnärzte und Dentisten Zahnärztestudium gesperrt, Dentistenausbildung ebenfalls Berlin, 5. August. Der Reichs= und preußische Minister des Innern gibt folgendes bekannt: „Wie die Feststellungen der in verschiedenen Lebensaltern durchgeführten Reihenuntersuchungen und die Beobachtungen der Krankenkassen ergeben, ist sundheit des deutschen Volkes durch die starke tung von Zahnkrankheiten ernstlich gefährdet. die GeVerbreiUnter diesen Verhältnissen hat die zahnärztliche Versorgung der Bevölkerung durch Zahnärzte und Dentisten eine erhöhte Bedeutung gewonnen. Der Staat muß dafür sorgen, daß die Ausbildung und damit die Leistungsfähigkeit der Zahnärzte und Dentisten eine möglichst gute ist und daß überall im Reich, besonders auch auf dem Lande, die Möglichkeit einer einwandfreien Zahnbehandlung sichergestellt wird. Die Beseitigung der auf diesem Gebiet vielfach noch bestehenden Mängel muß durch eine umfassende Neuregelung für den Gesamtberuf angestrebt werden. Um in dieser Richtung einen ersten Schritt zu tun, müssen zunächst die Schwierigkeiten und Gefahren beseitigt werden, die sich aus der augenblicklichen Ueberfüllung der beiden Berufe ergeben. Daher hat der Reichserziehungsminister auf meine Anregung den Neuzugang zum zahnärztlichen Studium einstweilen gesperrt. Da die Ausbildung zum Dentistenberuf staatlich noch nicht geregelt ist, wird hiermit bekanntgegeben, daß nur diejenigen Personen später zur staatlichen Dentistenprüfung zugelassen werden können, die bereits jetzt in der Ausbildung zum Dentistenberuf stehen. Solche Personen, die nach Veröffentlichung dieser Bekanntmachung die Ausbildung zum Dentistenberuf aufnehmen, werden bis auf weiteres weder zur staatlichen Prüfung zugelassen, noch wird ihnen ein Ausweis zur Berechtigung der Berufsausübung als Dentist erteilt werden.“ Elly flog nach Damaskus Berlin, 5. August. Die deutsche Fliegerin Elly Rosemeyer=Beinhorn hat eine neue Bravourleistung vollbracht, die sich würdig an ihre bisherigen Flüge anreiht. Sie startete am Sonntag vormittag um 11 Uhr in Berlin auf ihrer Messerschmitt 108b Taifun, die mit einem 260=PS=Argusmotor(AF 10 C) ausgerüstet ist und die Bezeichnung IMOA trägt. Das Flugzeug ist von den Bayrischen Motorenwerken mit einer Sonderausrüstung für Langstreckenflüge versehen worden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 310 Stundenkilometer, während seine Reisegeschwindigkeit 260 Stundenkilometer beträgt. Am Montag nachmittag erreichte die Fliegerin auf ihrem südöstlichen Flug Damaskus. Die Strecke, die Elly Rosemeyer=Beinhorn zurückgelegt hat, beträgt etwa 2700 Kilometer. Nach zwei Zwischenlandungen in Budapest und Instanbul überflog die Fliegerin Montag mittag den östlichen Teil des Mittelländischen Meeres auf der Höhe von Cypern. Zum Ueberfliegen der Seestrecke hatte die Luftbansa ein Rettungsfloß besonderer Art zur Verfügung gestellt, das bei Berührung mit der Wasserfläche Auftrieb erhält und mehrere Tage lang 5 bis 6 Personen auf See schwimmend tragen kann. Elly Rosemeyer=Beinhorn wurde bei ihrer Landung in Damaskus von den Angehörigen der deutschen Kolonie begrüßt. Ueber die weiteren Pläne der deutschen Fliegerin ist noch nichts bekannt. Grauenhafter Mord in Oesterreich gerichtlich gesühnt. Wien, 5. August. Das Standgericht in Graz verurteilte am Dienstag die 44jährige Bäuerin Marie Ferchner und zwei Holzknechte wegen Mordes zum Tode durch den Strang. Der Prozeß hat in ganz Oesterreich großes Aufsehen erregt. Vor knapp einem Monat ging bei Mallnitz in Kärnten auf der 2000 Meter hohen Ochsner=Alm die Sennhütte des Bauern Ferchner in Flammen auf. Unter den Trümmmern fand man Reste der zerstückelten Leiche des Ferchner. Zwei Holzknechte hatten, wie die Feststellungen ergaben, den Bauern in die Sennhütte gelockt und getötet. Seine Leiche hatten sie dann zerstückelt und die Hütte in Brand gesteckt. Die Anstifterin zu der Tat war die Frau des Ermordeten. Sie hatte ein ganzes Jahr lang versucht, die beiden Holzknechte durch Geldversprechungen zum Mord zu uberreden. Dabei ging sie sogar schließlich so weit, daß sie sich den beiden Mördern vor die Füße warf und sie mit erhobenen Händen um die Tat ersuchte. Zuerst sollte die Sennhütte mit dem Bauern mit Dynamit in die Luft gesprengt werden. Der Sprengsteff wurde auch beschafft, aber schließlich wurde das Verbrechen doch auf die oben geschilderte Art begangen. Anscheinend wollte sich die Bäuerin in den Besitz des Anwesens ihres Gatten setzen und dieses verkaufen, um ihren Liebhaber heiraten zu können. Auf das Gesuch der Verteidigung hat der Bundespräsident die in dem Grazer Standgerichtsprozeß zum Tode verurteilte Frau Ferchner zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. Einer der beiden zum Tode verurteilten Holzknechte wurde zu 20 Jahren schweren Kerkers begnadigt. Der a Holzknecht wurde hingerichtet. um 21 Uhr durch den ndere Strang Kurz Nachrichten Architekt Werner March zum Professor ernannt Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag Reichs= und preußischen Ministers des Innern, Frick, dem Schöpfer der olympischen Bauten auf Reichssportfeld, Architekten Professor verliehen. des Dr. dem Werner March, den Titel Geburtstagsglückwünsche des Führers an Staatssekretär Pfundtner Der Führer und Reichskanzler hat dem Staatssekretär des Reichs= und preußischen Ministeriums des Innern Psundtner aus Anlaß des in silbernem Rahmen mit mittelt. 65. Geburtstages sein Bild den besten Wünschen überOffiziere des bulgarischen Arbeitsdienstes ehrten deutsche Kriegsgefallene Eine Ehrenabordnung von Offizieren des bulgarischen Arbeitsdienstes, die augenblicklich aus Anlaß des Freizeit=Kongresses in Deutschland weilt, ehrte am Mittwoch vormittag die Gefallenen ihrer deutschen Waffenbrüder beim schweren Völkerringen von 1914 bis 1918, indem sie im Ehrenmal in Berlin einen mit den bulgarischen Landesfarben geschmückten Kranz niederlegte. Eine Ehrenbereitschaft des deutschen Arbeitsdienstes erwies die Ehrenbezeigungen. Ehrung für einen Kriegsgefallenen Das kleine oberschlesische Grenzdorf Botzanowitz im Kreise Rosenberg ist jetzt auf den Namen„Grunsruh“ umgetauft worden. Das bedeutet eine Ehrung für einen Kriegsgefallenen, den Jäger Paul Grun den ersten an der Ostfront gefallenen deutschen Soldaten. Er ist auf dem Friedhof des Ortes begraben worden. Mussolini in Venedig Mussolini, der sich seit einigen Tagen auf seinem Sommersitz in der Romagna aufhält, erschien am Dienstag vormittag mit seinem selbstgesteuerten Flugzeug in Begleitung seines Söhnchens Romano unvermutet in Venedig. Dort besichtigte er die Kunstausstellung und stattete auch dem deutschen Ausstellungspavillon einen Besuch ab. Nach weiteren Besichtigungen begab sich Mussolini am späten Nachmittag mit seinem Flugzeug nach Riccione zurück. * Rücktritt des Vertreters des Völkerbundes in Oesterreich Der Vertreter des Völkerbundes in Oesterreich, Rost van Toningen, der seit dem Jahre 1931 den finanziellen Wiederaufbau Oesterreichs im Auftrage des Völkerbundes überwachte, hat um Entbindung von seinem Amt zum 1. Oktober gebeten, da Oesterreich seine Finanzverwaltung wieder in eigene Hände genommen habe und er, Toningen, es für seine Pflicht halte, seine Arbeitskraft völlig in den Dienst des Kampfes gegen die zerstörenden Kräfte zu stellen, die Holland von innen und außen bedrohten. Bulgarien ratifiziert den Dardanellenvertrag Die bulgarische Regierung hat das Meerengenabkommen von Montreux ratifiziert. Seite 6 Nr. 182 7 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 6. Augusi 1936 Kunst und Wissen „Das Reich! Das Reich!“ Ein neues Laienspiel von Leo Weismantel bei den Festspielen auf Schloß Burg. Leo Weismantel, der dem Theater lange Zeit ferngeblieben war, hat ein neues Laiensviel der nationalen Feiergestaltung geschrieben. Den Stoff entnimmt er der jüngsten Vergangenheit deutscher Geschichte, vom Ausgang des Krieges bis in unsere Zeit, mit den Hauptetappen: Niedergang, Hoffnung, Auferstehung. Das Werk. stark symbolhaft und von einer großen Gläubigkeit getragen, hat alle Elemente des Laienspiels, mit denen es bei seiner ersten Wiedergabe eindringlich zu packen wußte. Reiche chorische Partien wechseln mit sprachlich gehaltvollen Szenen ab und steiaern die dichterische Allegorie zu einem außerordentlich starken Gesamteindruck. Mit dieser Arbeit„Das Reich! Das Reich!“ eröffnet man die nationalen Festspiele auf Schloß Bura an der Wuvver wo schon im Laufe des Sommers zyklische Veranstaltungen musikalischer Art stattgefunden haben. Als Theateranlage hat man einen Hang des Schloßberges gewählt, ein natürlich zur Bura hin ansteigendes Gelände, das vorzügliche Spielmoglichkeiten bietet. Hier hat der Bühnenbildner F. G. Bielefeld durch Bauten ergängt, was die Anlage für den Stückcharakter noch nötig hatte, und der Spielleiter Ludwia Mülheims fügte in sie ein klares und gut gestuftes Spiel, das seine unmittelbare Wirkung nicht verfehlte. Beteiligt waren daran Mitglieder der NS.=Gaubühne(Düsseldorf), Hitler=Jugend und BDM. aus Remscheid, vier Abteilungen des Arbeitsdienstes und die Werkbühne der IG.=Farbenwerke aus Leverkusen. Stimmungsstark untermalte die von Bruno Helberger(Frankfurt) geschriebene Rahmenmusik die einzelnen Szenen. Die Aufführung. der über tausend Menschen beiwohnten, erzielte eine tiefgehende Wirkung. 15 Mülionen Jahre alte Bäume In dem amerikanischen Staat Alberta wurden beim Eisenbahnbau die ältesten Bäume der Welt gefunden. Ihre Zweige rauschten vor 15 Millionen Jahren über seltsamen Riesentieren und halbentwickelten Menschen. Hetmetisch in Lehm verschlossen, geschützt vor dem zersetzenden Einfluß der Luft, war das Holz völlig erhalten. Auch Blätter und einige Insekten, die mit den Bäumen begraben waren, wurden gefunden. Professor Balley von der Harvard=Universität hat festgestellt, daß diese Bäume zu einer auf Japan heute noch vorhandenen Art gehören. Damit ist ein neuer Beweis von dem gewaltigen Erdteil geliefert, der einstens Japan und Amerika vereinigte.„ I. P6.—, mani, Diese Funde und Zahlen kassen unsere wenigen Erdentage und kleinen Sorgen weniger bedeutsam erscheinen. Hanns Johst spricht am Grabe von Hermann Löns. Im Rahmen des Reichstreffens der Kriegsfeiwilligen, das Ende August in Hannover stattfindet, wird aus Anlaß des 70. Geburtstages des Diehlers auch eine Ehrung Hermann Löns' stattfinden. Dabei wird das Heidegrab des Dichters bei Tietlingen in der Lüneburger Heide in die Obhut der Reichskameradschaft der Kriegsfreiwilligen übernommen werden. Der Leiter der Reichsschrifttumskammer Hanns Johst, wird die Gedenkrede halten. Vertreter der Regierung. der Wehrmacht und der Partei werden der Feier beiwohnen. In Hannover wird am gleichen Tage im Künstlerhaus eine Hermann=Löns=Gedächtnis= Ausstellung eröffnet. Braunauer Festspielwoche vom 8. bis 18. August. In Braunau in Ostböhmen findet vom 8. bis 18. August die vierte Braunauer Festspielwoche statt. Sudetendeutsche Jugend und Arbeiter finden sich zusammen, um vom Gedanken des Laienspiels aus eine Festspielwoche zu veranstalten. In dem wundervollen Barockraum des Braunauer Klosterhofes sollen die beiden Spiele des Jahres, Max Mells„Das Nachfolge=ChristiSpiel" und Josef von Eichendorffs„Die Freier" zur Aufführung gelangen. Die Gesamtleitung der Sviele hat Professor Dr. Tschech. Zwanzig Londoner Theater sind billig zu kaufen. Zwanzig Londoner Theater stehen laut einer am Montag veroffentlichten Zeitungsanzeige zu einem Gesamtpreis von etwa einer Million Pfund zum Verkauf. Deutsch=norwegische Forschungen in Ostarönland. Dr.=Ing. Otto Larmann, Professor an der Technischen Hochschule in Berlin, hielt vor kurzer Zeit in Oslo einen Vortrag über„Photogrammetrische Arbeiten in der Arktis“. Es wurde dabei die Ausbeute einer gemeinsamen Durchführung der Arbeit zwischen deutschen und norwegischen Forschern bekanntgegeben. Die Aufnahmen der Expedition umfassen ein Gebiet von 80000 Quadratkilometer. Von norwegischer Seite ist führend beteiligt Dozent Adolf Hoel. Der weitere Plan geht dahin, wie für Grönland gleiche Aufnahmen von Spitzbergen zu machen. Zweiter Internationaler Kongreß für vorgeschichtliche Forschung in Oslo. In Oslo wurde der zweite Internationale Kongreß für vorgeschichtliche Forschung eröffnet. Der erste Kongreß fand 1932 in London statt. Im ganzen haben sich 500 Teilnehmer angemeldet. Außereuropäische Vertreter kommen aus Algier, Aegypten, Kanada, Niederländisch=Indien, Palästina, Südafrika, Straits Settlements, Türkei und USA. Täglicher Geburtenüberschuß der Welt: 50 000. Nach Berechnungen, die in den Völkerbundssitzungen erörtert wurden, wächst die menschliche Bevölkerung der Erde täglich um rund 50000. Die Gesamtbevölkerung beträgt zur Zeit etwa zwei Milliarden. Das bebeutet eine jährliche Zunahme von 18 Millionen Menschen. In 100 Jahren wird sich die Menschheit nahezu verdoppelt haben! Kunntreidte deutiate Kunkitel Die deutschen Treisträger beim Olumpischen Kunltweitbewerb Kunspstenirnnuet ke Und gehen sie nicht durch tausend Enttäuschungen und Schmerzen? Und wird ihre Liebe kleiner? Und ich... ich, der Hinner Handewitt, ich soll mich zwingen lassen, soll mit einem Male alles das verlieren, was mir der Herrgott ins Herz gelegt hat, das Lachen, die Freude? Nein, nein!" Fast zärtlich glitt der Blick des Kapitäns über das Gesicht seines jungen Freundes. Jetzt glaubte er, daß Hinner Sieger über sich selbst geblieben war. Er suchte nach einem Wort, fand aber kein rechtes und begnügte sich, Hinner auf die Schulter zu klopfen und vergnügt über das ganze Gesicht zu schmunzeln. Dann winkte er seinem Ersten Offizier, um mit ihm alles über das Löschen der Ladung zu besprechen, aber vorher wandte er sich noch einmal um und rief Hinner zu:„Du, Hinner... und heute abend...“’ne Buddel mußt du schon zum besten geben!“ „Zehn, wenn's sein muß!" lachte Hinner zurück. Das war das Ende der Liebe Hinner Handewitts zur schönen Leonie van Leuwen! 6. Leonie und ihr Vater bezogen Zimmer im Hotel, und Leonies erste Sorge war, ihre Gardcrobe zu ergänzen. Dann bekam der Schönheitssalon in Verakruz— wo auf der Welt gibt's heute diese Institute nicht— Arbeit, denn Leonie wußte, daß ihre Schönheit nur wirkte, wenn sie den richtigen Rahmen hatte. Und drei Tage später spürte sie an den Blicken der Passagiere des amerikanischen Luxusdampfers„Wilson, daß sie die Leonie van Leuwen von einst war. Bewunderung flammte ihr aus so manchem Augenpaar entgegen, manche Frau betrachtete sie mit Neid und Sorge. Leonie fühlte sich wieder in ihrem ureigensten Element. Die Bewunderung der Männer, den Neid der Frauen brauchte sie wie die Luft zum Leben. Das löste erst die Beschwingtheit aus, die sie brauchte, um die Männer zu faszinieren. Dann wurden Kräfte in ihr wach, sie zeigte sich als die hinreißende Plauderin, sie konnte lachen und riß ihre Umgebung mit sich. Und diese Atmosphäre fand sie an Bord des Luxusdampfers„Wilson". Vergessen war Hinner, vergessen war alles, was hinter, ihr lag, sie wollte die Brücken hinter sich abbrechen und sich die Stelle erobern, die ihr gebührte. Klug hielt sie sich zurück, weil sie wußte, wie stark sich die Zurückhaltung einer Frau auswirkt, weil ihr bekannt war, daß jeder Mann wünscht, daß seine Geliebte auch eine Dame sei. Das Schicksal liebt sonderbare Wege. Es führt Menschen zusammen, die sich suchen und reißt auseinander, was nicht zusammen gehört. Wie oft erleben wir es, daß wir seltsame Wiedersehen feiern, die reine Ueberraschung bedeuten. * Oberst Whorsley erfuhr, daß sich Joe Mac Meil, der bekannte Politiker und Wirtschaftsmann, unter den Passagieren befand und diese Feststellung brachte ihn außer Rand und Band. Er suchte Leonie auf und teilte es ihr aufgeregt mit. Die Teilnehmer beim Olympischen Kunstwettbewerb, haben, wie wir berichteten, insgesamt fünf goldene, fünf silberne und zwei bronzene Medaillen errungen. Die Leipziger Neuesten Nachrichten bringen einige Angaben über Person und Schaffen der preisgekrönten Künstler. Wir geben die Zusammenstellung wieder unter nochmaliger Einfügung der von uns bereits gewürdigten Preisträger Ehmer und Nußbaum. Felix Dhünen, der in der Abteilung Literatur, Lyrische Werke mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde, lebt als Bildhauer in München und ist bisher nur mit dem am 6. Mai 1934 in der Geraer Kulturwoche uraufgeführten und dann auf allen deutschen Bühnen erfolgreichen Schauspiel„Uta von Naumburg“ hervorgetreten. In Fortsetzung der Hebbelschen, also bester nordischer Dramatik gestaltete Dhünen hier aus dem Antlitz der zauberhaften Stifterfiguren des Naumburger Domes recht als ein Bildhauer, der Stein zu beseelen, Stein zu deuten vermag, den tragischen Ehekonflikt der Herzogin Uta mit Ekkehard mitten in dem mächtigen Kampfe des deutschen Volkes gegen die machtbeanspruchende Kirche. Dhünens Dichterkraft offenbart sich vor allen in der Darbietung jener wahrhaft adeligen Haltung, die ihre Selbstgewißheit aus dem Blut empfängt. Wilhelm Ehmer, dem in der Abteilung Epische Werke die bronzene Medaille verliehen wurde, ist der heute vierzigjährige Verfasser der Geschichte des Bergsteigers George Leigh Mallory„Um den Gipfel der Welt“, den der Stuttgarter Verlag Engelhorn in seine Reihe„Lebendige Welt“ aufnahm. Er lebt jetzt als Hauptschriftleiter einer Tageszeitung in Lüdenscheid in Westfalen, nachdem er seine Berufslaufbahn in Hannover begonnen hatte. Rheinisches und holsteinisches Blut strömen von den Ahnen seiner aus Bonn stammenden Mutter und seines Hamburger Vaters in ihm. Als Auslandsdeutscher in Hongkong geboren, erlebte er in seiner Kindheit China, Indien, den Fernen Osten, ja auf einer Weltreise die Weite der ganzen Welt. Vierjähriges Frontdasein schenkte das heldische Erlebnis; StudienSie hörte ihn ruhig an und zuckte dann die Achseln. „Was willst du jetzt mit Mac Meil? Hinner hat die Papiere und wird sie an Mister Hutter zurückgeben. Aus deinem Geschäft mit Mac Meil kann nichts werden.“ „Das wollen wir abwarten. Auf alle Fälle wäre es gut, wenn du dich für Mac Meil interessieren würdest!“ „So. Du wünschst also, daß ich mich mit ihm beschäftige““„„. 4 I a7 „Ja. Es kann auch bein Gluak sein! Leonie setzte eine gelangweilte Miene auf.„Vielleicht! Was ist Glück? Hoffentlich ist er ein interessanter Mensch.“ „Das ist wohl anzunehmen.“ „Meinst du? Ich glaube, Millionäre sind meist langweilig. Sie sind zu satt und haben das Leben meist mehr genossen, als es gut tut.“ „Wenn sie Zeit dazu hatten!" „Hast du mir nicht erzählt, daß Mac Meil in Newyork ein großes Haus führt?" „Ja.“ „Dann ist anzunehmen, daß der Mann nicht an den Freuden des Lebens vorbeigegangen ist.“ „Um so besser, dann wird er ein Auge für die Schönheit einer Frau haben.“ „Besten Dank für dein Kompliment, Papa!“ Leonie hatte es nicht nötig, die Bekanntschaft Mac Meils zu suchen, den Mac Meil fiel die zurückhaltende schöne Leonie Leuwen von selber auf. Er erkundigte sich beim Steward über Leonie und erfuhr zu seinem Erstaunen, daß es sich um die Nichte und wahrscheinliche Erbin des bekannten van Leuwen in Amsterdam handele. Am gleichen Tage ließ er es durch den Steward so einrichten, daß er Leonie gegenüber Platz bei der Tafel erhielt. Die Bekanntschaft war gemacht. Leonie plauderte sehr liebenswürdig mit Mar Meil, ohne ihre Zurückhaltung aufzugeben. Sie blieb ganz Dame und fühlte, wie Mac Meil allmählich aus seiner Zurückhaltung herausging. Sie nahm nach langem Drängen die Einladung Mac Meils, in seinem Palais zusammen mit ihrem Vater zu wohnen, an, und der Millionär versprach, ihr Amerika zu zeigen. Der Ober stfieberte fast vor Freude, daß ihm und seinen Plänen das Schicksal so entgegenkam. Er sah sich im Geiste schon im Besitze eines Vermögens, das ihm erlaubte, die längst geplante Expedition nach den Südseeschätzen durchzuführen. Seine Begeisterung für Mac Meil stieg, als dieser ihm aufmerksam zuhörte, als er von seinem Steckenpferd erzählte. Er ahnte nicht, daß nur die Höflichkeit das Interesse vorheuchelte. * Morgen werden wir in Newyork anlegen, Herr Oberst!“ sagte zwei Tage später MacMeil höflich zu dem Obersten, mit dem er zusammen in der Bar saß. Leonie hatte sich bereits niedergelegt, und so mußte er auf ihre Gesellschaft verzichten und mit der des Obersten zufrieden sein. „Ah... morgen schon!“ „Ich hoffe, daß Sie sich in den Staaten recht wohl fühlen werden, Herr Oberst.“ „Warum sollte ich das nicht im freien Amerika!“ „Sie waren zuletzt in Holland?“ „Allerdings!“ jahre brachten in einer knappen Kriegsnovelle erstes dichterisches Erwachen. In dem wundervollen Bergsteigerroman„Um den Gipfel der Welt“ wird nicht nur mit Erinnerung an die deutsche Himalaja=Expedition der englischen Mount=Everest=Expedition von 1934 ein herrliches Denkmal aus stammverwandtem Blut gesetzt, sondern vor allem in hoher Gestaltungszucht das ewig Sinnbildliche alles heldischen und sportlichen Ringens tief und wahr gedeutet: Alles große Mannestum kämpft stets unter Einsatz seines Lebens um ein Ziel, um einen Gipfel und erreicht ihn nur in hehrer Einsamkeit. Werner Egk, der für seine Olympische Festmusik mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet wurde, ist geboren 1901 in einem kleinen bayrischen Landort und in München ansässig, wo er unter anderem bei Karl Orff Kompositionen studiert. Dort lebt er ausschließlich einem Schaffen das in einer Reihe von dramatischen und oratorischen Werken, Instrumentalschöpfungen, Liedern usw. gipfelt. Seine Oper„Die Zaubergeige“ machte ihn mit einem Schlage bekannt. Hunderttausende erfreuen sich an seiner melodischen Urwüchsigkeit, die im bayrischen Volke beheimatet ist. Erst kürzlich folgte er einem Rufe als Kapellmeister an die Berliner Staatsoper. Paul Höffer, dem sein Tonstück„Olympischer Schwur“ die goldene Medaille eintrug, ist 1895 in Barmen geboren. Er erhielt seine Ausbildung am Kölner Konservatorium und setzte seine Studien in Berlin bei Franz Schreker fort. Seit 1923 ist er als Lehrer an der Berliner Musikhochschule tätig und wurde 1933 zum Professor ernannt. Als Komponist ist er sehr fruchtbar und hat sich auf allen Gebieten von der absoluten sinfonischen Musik und dem Instrumentalkonzert bis zur Schuloper und Großen Oper betätigt. Er wird auf dem deutschen Konzertpodium viel aufgeführt. Stilistisch bekennt er sich zum unbedingten Fortschritt. Kurt Thomas, der sich mit einer Kantate zur Olympiade die Silberne Medaille errang, ist 1904 in Schleswig geboren. Er ist Schüler des Leipziger Konservato„Mit welchem Dampfer sind Sie eigentlich nach Veracruz gekommen?" „Mit einem Segler, Mister MacMeil.„Ingeborg“ heißt er. Es war ja eine Dummheit, aber meine Tochter ist etwas exzentrisch, und als ihr Mister Handewitt, mit dem sie befreundet war, vorschlug, den Segler zu benutzen, weil es mal etwas anderes sei, da schlug sie ein, und ich ließ mich auch überreden!" „Handewitt?“ sagte MacMeil nachdenklich, und er wurde sichtlich interessiert.„Ich habe den Namen doch schon einmal gehört. „Er war Taucher bei Bosse& van Leuwen in Hamburg. Sie haben vielleicht gelesen, daß diese Firma die Besatzung des englischen=Bootes rettete. Da hat dieser Handewitt sein Meisterstück gemacht.“ „Ja, jetzt entsinne ich mich. Hat er nicht auch... vor Dünkirchen nach der Jacht meines Freundes Hutter getaucht?“ „Allerdings. Und mit sehr großem Erfolg!" „Ich weiß! Er fand die Kassette! Aber... weil Gadstone starb und weil sein Privatsekretär die Tauchversuche abblasen ließ, wurde die Kassette ungeöffnet wieder ins Meer geworfen. So war es doch wohl?“ „Ja!" Der Oberst lächelte vieldeutig.„Allerdings... und... ungeöffnet!" MacMeil stutzte bei dem Ton seiner Stimme. „Oder.. hat er die Kassette.. doch geöffnet?" „Darüber darf ich nicht sprechen, Mister MacMail!“ wich der Oberst in kluger Berechnung aus. Deutlich erkannte er, wie MacMeil bei seinen Worten zusammenzuckte. „Sprechen Sie doch, Herr Oberst— Sie werden es nicht bereuen— sprechen Sie! Ich bin zu einer Gegenleistung gern bereit. Ich würde mich ohne weiteres mit fünfzigtausend Dollar an Ihrer geplanten Expedition beteiligen. „Würden Sie mir das schriftlich geben, Mister MacMeil?“ riums und hat Kompositionsstudien auch bei Arnold Mendelssohn betrieben. Seine Lehrtätigkeit am Leipziger Konservatorium vertauschte er mit einer ehrenvollen pädagogischen Aufgabe in Berlin. Im Jahre 1925 gelang es ihm, auf einem Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins mit einer Messe Opus I Aufsehen zu erregen. Weitere Schöpfungen, ganz besonders die Markus=Passion, leiten eine neue Epoche des=capella=Stiles ein. Seine Kantorei“ errang WeltbedeuWerner March, der vom Führer beauftragte Erbauer des Reichssportfeldes, erhielt für die bauliche Ausgestaltung der Olympischen Spiele die Goldene und die Silberne Medaille. Sein Vater, Otto March, hat bereits vor dem Kriege das alte Berliner Stadion erbaut. Theo Nußbaum, der in der Abteilung Baukunst eine Bronzene Medaille erwarb, wurde von der Stadt Köln a. Rh. mit der Planung und Ausführung sämtlicher Sportbauten beauftragt. Er konnte seit dem Jahre 1933 eine Reihe großzügiger Planungen in die Tat umsetzen. Bekannt sind seine Sportanlagen in der Mülheimer Heide, in dem Volkspark Merheimer Heide, und dem Grüngürtel der Stadt Köln aus dem Jahre 1933, der Freilufttheater von 1935 und das Stadion aus diesem Jahre. Arno Breker, der mit der silbernen Medaille für Bildhauerei ausgezeichnet wurde, ist ein junger Künstler, der erst seit drei Jahren in der Reichshauptstadt lebt und dort auch größere Aufträge bekommen hat. Er ist in Elberfeld geboren und zählt heute 35 Jahre. Zu den bekanntesten seiner öffentlichen Aufträge nach seiner Rückkehr von einem längeren Aufenthalt in Paris zählen ein Hoheitsabzeichen für das Reichsfinanzministerium in Berlin, die beiden Monumentalfiguren am Eingang des Sportforums und zwei große. Pferdeführergruppen für den Eingang des großen Neubaus der Nordstern=Versicherung am Fehrbelliner Platz in Berlin. Alfred Hierl, der in Weimar ansässige Künstler, erwarb sich durch den außerordentlich wirksamen Plakatentwurf„Internationales Avusrennen“ die Silberne Medaille für Gebrauchsgraphik. Emil Suter, dem für eine künstlerische Gestaltung und sportlichen Geist außerordentlich glücklich vereinigendes Relief„Hürdenläufer 1936“ eine Goldene Medaille verliehen wurde, lebt in Karlsruhe. W. G. Geschichtstafel „Jederzeit!“. Er riß ein Notizblatt aus seinem kleinen Buch und kritzelte ein paar Zeilen darauf. Genügt Ihnen das?" Der Oberst überflog das Geschriebene, und dann nickte er befriedigt. MacMeils Augen fragten erregt, er wartete voll Spannung.. 4. 8: Kassatt, Täfinet „Hinner Handewitt.. hat die Kasselle geoffner und sie leer ins Meer geworfen. Die Dokumente sind im Besitz Handewitts.“ MacMeils Atem ging rascher, er mußte alle Energie zusammenreißen, um ruhig zu bleiben. „Das ist interessant! Ist Ihnen über die Dokumente Näheres bekannt?" Da erzählte ihm der Oberst das wenige, was er wußte. Nach einer Weile fragte MacMeil:„Und... dieser Hinner Hindewitt ist nach Amerika... um... die Dokumente auszuwerten?“ „Nein, er will sie dem rechtmäßigen Besitzer Hutter zurückgeben. Er wird wahrscheinlich erst in ein bis zwei Wochen in Newyork eintreffen da er den Segler benutzt. Die Dokumente sind in seinem Besitz.“ „Ob... Handewitt diese Dokumente verkaufen würde?“ Der Oberst schüttelte den Kopf„Das ist ganz ausgeschlossen! Er gibt sie nur Hutter zurück!“ „Wissen Sie genau, ob er sie im Besitz hat, ob er sie mit hat?“ „Ich nehme es an, denn er will sie sa Mister Hutter zurückgeben. Immerhin bestünde natürlich die Mög6. August. 1195 starb in Braunschweig Herzog Heinrich der Löwe, dessen Geburtstag(1129) unbekannt ist. Er wurde in dem von ihm erbauten Dom beigesetzt. Die seitdem verfallene Gruft ist 1935 würdig erneuert worden. Er war der mächtigste deutsche Fürst seiner Zeit, nachdem er die seinem geächteten Vater Heinrich des Stolzen von Kaiser Konrad III. aberkannten Herzogtümer Sachsen und Bayern— letzteres nachträglich durch Friedrich Barbarossa— zuerückerhalten hatte. 1789 wurde der Volkswirt Friedrich List als Sohn eines Gerbermeisters in Reutlingen geboren. Erst die Nachwelt hat seine Bedeutung als Wirtschaftspolitiker, insbesondere Bahnbrecher für Schaffung der Zolleinheit und der Eisenbahnen in Deutschland gewürdigt, nicht nur durch ein Denkmal in Kufstein sondern auch durch die 1925 in Stuttgart erfolgte Gründung der Friedrich=List=Gesellschaft zur Herausgabe seiner zahlreichen noch heute bedeutungsvollen Schriften. 1870 schlug die 3. Armee unter dem preußischen Kronprinzen(nachmaligem Kaiser Friedrich) bei Wörth die französische Rheinarmee unter Marschall Mac Mahon. lichkeit, daß er sie noch in Hamburg liegen hat und Aber das kann ich kaum glauben. Ich hoffe, daß Ihnen meine Mitteilungen nützlich gewesen sind!" „Bestimmt sind sie mir nützlich! Ich danke Ihnen, Herr Oberst!" Noch in dieser Nacht sandte MacMeil umfangreiche Telegramme nach Newyork an seinen Privatsekretär. Seit dem Abend sind zehn Tage vergangen. Leonie van Leuwen wohnt mit dem Vater im Palais MacMeils und findet Amerika berauschend schön. MacMeil verwöhnt sie, er führt sie in die Gesellschaft ein, gibt ein großes Fest, zu dem das ganze vornehme Newyork erscheint. Leonie van Leuwen entzückt die Gesellschaft von Newyork und man erblickt in ihr die künftige Herrin des Hauses MacMeil. Sie geht aus ihrer Zurückhaltung nicht heraus, das Interesse MacMeils hat sich verstärkt, langsam erwacht der fordernde Mann in ihm, und er beginnt um die schöne Leonie zu werben. Aber mehr als einen freundlichen Blick schenkte sie ihm nicht. * Während Leonie in Newyork die Saison in vollen Zügen auskostet, befindet sich Hinner an Bord der „Ingeborg“, die auf der Fahrt nach Newyork ist. Der alte Kapitän ist glücklich, daß Hinner scheinbar alles leicht und glatt überwunden hat. Er ist der frische, lustige Junge von einst, und die ganze Mannschaft hängt an ihm wie an einem Sohne, einem Bruder, einem Freunde. Steffens, Hoyms Erster, kennt Hinner schon lange Jahre aus der Ferne. Hier auf den Planken der „Ingeborg“ werden sie Freunde, und eines Tages spricht sich Hinner offen mit Hoym und Steffens über die Dokumente aus, die er wider den Befehl Krügers behalten hat. Er empfindet sein Handeln heute immer noch als nicht korrekt, und es bedrückt ihn. Aber die Freunde verstehen und beruhigen ihn. Ihre Worte tun ihm wohl. Kapitän Hoym sagt ihm, daß es ihm sicher der Besitzer der Jacht danken wird, daß er die Dokumente gerettet hat. Das macht Hinner langsam innerlich wieder frei, und die Seereise nach Newyork verläuft harmonisch in Ruhe. Das Wetter ist günstig, und sie haben gute Sahrt..„.. 8 4. Ktram 4. f. Als sie in Newyort festen Boben verreren, va sagte Hoym nachdenklich zu Hinner:„Weißt du, mein Junge, ich hab' mir das mit den Dokumenten mal so durch den Kopf gehen lassen. Ich meine, vielleicht sind sie viel wertvoller als wir denken. Vielleicht gehören sie auch dem Mister Hutter nicht. Das mußt du erst mal feststellen, mußt dir von ihm erzählen lassen, um was es sich handelt. Deponiere die Dokumente erst mal bei der deutschen Botschaft!" Das leuchtete Hinner ein, und so fuhr man unverzüglich zur deutschen Botschaft, wo man die Dokumente in den Safe nahm. * Hinner unternahm mit dem Käppen und Steffens, dem Ersten Offizier, einen Bummel über den Broadwah Der Tag war strahlend schön, ziemlich warm, und die Laune der drei Männer konnte nicht besser sein. Das bunte, lebhafte Treiben, das Vielerlei dieser großen Vergnügungsstraße tat ihnen förmlich wohl nach der langen Seereise.„ 447.ung.7. (Forlsegung folgt.) W Mittwoch, 5. August 1936 Genterinas Sexy..“ im Diskuswerfen- Schröder(Deutschland) Fünfter Thrl, Iker6ert und Siebert erkämpfen eine Silber- und zwei Bronzemedaillen O6lt. Randrich führt weiter im Fünfkampf Beginn der Segelolympiade in Kiel. Die Boote beim Bojerunden Des Fühers Autagramm als Anerlenung Die schnellste Läuferir, der Welt, die 100=Meter=Siegerin Miß Stephens erhält ein Autogramm vom Führer Und wieder zwei Deutsche dabei! Tachamtsleiter Ritter von Halt beglückwünscht Gisela Mauermayer vor der siegerehrung im Olympiastadion. Links die Polin Hedwig Weiß(silberne Redaille), rechts Paula Mollenhauer, die für Deutschland die dronzene Medaille errang Ein Anwärter für eine Goldene? Deutschlands Vertreter beim Fünfkampf, Oberleutnant Handrick, liegt nach der deitten Uebung an erster Stelle. Beim Schießen erreichte er von 200 erreichbaren Ringen 192 Die schnellsten Frauen der Welt Auf dem Siegerpodium steht in der Mitto die siegreiche, erst 18jährige Farmerdtochter aus Kentucky, Helen Stephens, rechts von ihr die Polin Walasieweg, und links die Deutsche Käthe Kraus, die Dritte wurde Aufnahmen: Scharl(3) Ech, Hoffmann### F Rampferöffnung mit Regengüssen Das Olympiastadion am vierten Kampftag Berlin, 5. August, Der vierte Wettkampftag der Olympischen Spiele 1936 ist angebrochen. Rubig und gelassen stehen am frühen Morgen zwei Wachposten der Schutzpolizei auf kirchturmhoher Warte auf dem Osttor. Eine graue Wolkendecke jagt über dem Olympiastadion, von einem scharfen Westwind getrieben, der die Fahnen knatternd entfaltet. Durch ein Wolkenloch stiehlt sich hier und da die Sonne und beleuchtet das farbenprächtige Bild. Winzig klein erscheinen die Menschen im weiten Oval des Stadions. Noch haben die Kämpfe nicht begonnen und doch sind schon an die 50 000 Zuschauer versammelt. Die freien Plätze werden immer weniger, denn der Zustrom dauert ununterbrochen an. Es ist ziemlich kühl. Kein Wunder, daß die hellen Sommerkleider von warmen Decken und Wintermänteln verdeckt werden. Auf den Kampfstätten herrscht schon lebhaftes Getriebe, bei den Sprunggruben treiben sich die Stabhochspringer herum, sie alle sind warm eingehüllt und tragen unter ihren Trainingsanzügen noch Wollzeug. Und dann beginnen die Kämpfe. Mittwoch morgen kommen im Olympiastadion die Ausscheidungskämpfe im Stabhochsprung und Diskuswerfen zur Durchführung, während schon seit 9 Uhr die Fünfkämpfer die dritte Konkurrenz, und zwar das 300=Meter=Kraulschwimmen, erledigen. Die erste Vorrunde im Floretteinzelfechten ist ebenfalls in vollem Gange. Die Segelwettfahrten nahmen um punkt 10.30 Uhr auf der Kieler Förde ihren Anfang. Der Fükrer beim Modernen Fünfkampf Der Führer und Reichskanzler erschien Mittwoch morgen bereits um 9 Uhr mit seiner Begleitung im Olympia=Schwimmstadion und wohnte dem vierten Wettbewerb des Modernen Fünfkampfes, dem 300=MeterKraulschwimmen, bei. Ferner bemerkte man neben dem Führer noch Generalleutnant von Witzleben und Generalmojor Busch. Regen verursacht eine Dause Müller und Schulz im Stabhoch qualisiziert Im Stabhochsprung war gerade der erste Durchgang bei der Pflichthöhe von 3,80 Metern in beiden Gruppen durchgeführt, als ein Regenschauer zu einer Unterbrechung führte. Der Wind wehte die ganze Zeit so stark, daß die Latte bis unmittelbar vor dem Ueberspringen festgehalten werden mußte. Den beiden Deutschen Siegfried Schulz und Julius Müller glückte unter dem anschwellenden Beifall des fast voll besetzten Stadions schon der erste Versuch über die Pflichtmarke. Beide kamen in guter Haltung und viel höher als nötig über die Latte. Große Freude löste es auch bei den Zuschauern aus, als der Oesterreicher Alfred Proksch glatt über die Latte kam. Schröder und Fritsch in der Diskusentscheidung Beim Diskuswerfen qualifizierten sich zwei Deutsche, und zwar unser Weltrekordmann Willi Schröder und Leutnant Hans Fritsch auf den ersten Anhieb. die die geforderten 44 Meter sicher bewältigten. Nicht ganz so glücklich war der Ostpreuße Gerhard Hillbracht, der bei seinen drei Versuchen etwas kraftlos wirkte und nicht über die 40Meter=Marke hinauskam und damit ausschied. Sein Schicksal teilte Schwedens große Hoffnung Harald Andersson. Allerdings kann der nordische„Heros“ für sich entschuldigend anführen, daß er durch eine Verletzung der Wurfhand, die stark bandagiert war, nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Auch der blonde finnische Athlet Kotkas scheiterte; ferner schnitten noch Janausch(Oesterreich), Winter(Frankreich) und Madarasz(Ungarn) erfolglos ab. Der Grieche Jean Seraidaris, der sich während seiner Studienzeit in Dresden unter Deutschlands Leichtathleten einen Namen zu machen wußte, erschien nicht am Start. 1 Stl6er-, 2 Bronzemedaillen für Deutschland Spannende Rämpfe 6is zum Morgengrauen Die Olumplasieger im Freistilringen Nach den stundenlangen zermürbenden Kämpfen in den zahlreichen Treffen, die jeder Ringer bei der starken Besetzung in seiner Gewichtsklasse auszutragen hatte, graute schon der Morgen, als endlich Mittwoch früh die Sieger feststanden. Im Bantamgewicht kam der Ungar Zombori durch entscheidenden Sieg über den Amerikaner Flood in 12:40 Minuten in den Besitz der Goldmedaille. Flood kam auf den zweiten Platz und Johann Herbert(Deutschland), der in der fünften Runde ausgeschieden war, bekam durch bessere Punktziffer noch die Bronzene Medaille. Im letzten Kampf der Federgewichtsklasse errang der Amerikaner Millard einen:=Punktsieg über Joensson (Schweden). Dadurch kam der Finne K. Pihlajamaeki auf den ersten Rang, während der Amerikaner Zweiter wurde. Im Leichtgewicht sicherte sich Karpati(UnLänderwertung im Freistifringen garn) durch einen:=Punktsieg über Ehrl(Deutschland) die Goldmedaille. Im entscheidenden Kampf um den zweiten Platz zeigte sich dann der Deutsche Meister von der besten Seite und besiegte H. Pihlajamaeki in 12,21 Minuten entscheidend. Sieger der Mittelgewichtsklasse wurde der Franzose Poile durch entscheidenden Sieg über den Amerikaner Voliva, der damit auf den zweiten Platz zurücksiel. Lewis(Amerika) holte sich im Weltergewicht durch einen Sieg über Angat(Schweiz) nach 6 Minuten die höchste Olympische Auszeichnung. Auf den zweiten Platz landete der Schwede Andersson. Der Deutsche Siebert verlor im Halbschwergewicht gegen den starken Esten Neo glatt mit:0 Punkten, blieb aber doch noch auf dem dritten Platz und errang sich so eine Bronzene Medaille. Sieger dieser Klasse wurde der Schwede Fridell, der den Estländer Neo mit:0 besiegte. ven letzten Kampf im Schwergewicht gewann Palusalu(Estland) mit:0 Punkten gegen Nystroem (Finnland) und wurde dadurch Olympiasieger. Der starke Tscheche Klapusch gelangte damit in den Besitz der Silbermedaille, während Nystroem auf den dritten Platz zurückfiel. Der Schlußstand war folgender: Bantamgewicht: 1. Zombori(Ungarn) 4 Fehlpunkte 2. Flood(USA.) 5 Fehlpunkte 3. Joh. Herbert(Deutschland) 5 Fehlpunkte Federgewicht: 1. K. Pihlajamaeki(Finnland) 1 Fehlpunkt 2. Millard(USA.) 2 Fehlpunkte 3. Joensson(Schweden) 5 Fehlpunkte Leichtgewicht: 1. Karparti(Ungarn) 3 Fehlpunkte 2. Wolfgang Ehrl(Deutschland) 4 Fehlpunkte 3. H. Pihlajamaeki(Finnland) 7 Fehlpunkte Weltergewicht: 1. Lewis(USA.) 3 Fehlpunkte 2. Andersson(Schweden) 4 Fehlpunkte 3. Schleimer(Kanada) 6 Fehlpunkte Mittelgewicht: 1. Poilve(Frankreich) 2. Voliva(USA.) 3. Kirecei(Türkei) (vorher ausgeschieden) Halbschwergewicht: 1. Fridell(Schweden) 2 Fehlpunkte 7 Fehlpunkte 6 Fehlpunkte 2 Fehlpunkte 2. Neo(Estland) 5 Fehlpunkte 3. Erich Siebert(Deutschland) 5 Fehlpunkte Schwergewicht: 1. Palusalu(Estland) 2. Klapuch(Tschechoslowakei) 3. Nystroem(Finnland) 2 Fehlpunkte 4 Fehlpunkte 5 Fehlpunkte Lemp schwamm Bestzeit 300-Meter-Freistikschwimmen, 4. Wettbewer6 des Modernen Fünfkampfes— Oblt. Itandrick an achter Stelle Im Olympia=Schwimmstadion wurde am Mittwochmorgen das 300=Meter=Freistilschwimmen zum Modernen Fünfkampf ausgerichtet. Unser Oberleutnant Handrick, der nach den drei ersten Uebungen die Führung vor dem schwedischen Oberleutnant Thofelt hatte, setzte sich natürlich voll ein, um seine Anwartschaft zu erhalten. Er schwamm die achtbeste Zeit von 4,51,7 Min. Schnellster Schwimmer der Fünfkämpfer überhuapt war der deutsche Leutnant Lemp mit 4,15,4. Oberleutnant Thofelt schwamm nach dem Ungarn Orban(4,23,4) mit 4,34,9 die drittbeste Zeit. Man muß natürlich nun erst die Wertung abwarten, um einen Ueberblick zu bekommen, wie die Bewerber nach der vierten Uebung im Wettbewerb liegen. Es ist allerdings kaum damit zu rechnen, daß Oberleutnant Handrick von der Spitze verdrängt worden ist. Wie sie schwammen: 1. Gruppe: 1. Guth(Oesterreich) 4,39,2; 2. Handrick (Deutschland) 4,51,7; 3. Bartha(Ungarn) 5,04,3; 4. Hietala(Finnland) 5,40,7. 2. Gruppe: 1. Leonard(USA.) 4,40,9, 2. Beißmann(Schweden) 5,19,0; 3. Legard(England) 5,20,9; 4. Pinto=Duarte(Brasilien) 5,30,3; 5. de le Court (Belgien) 5,41,8. 3. Gruppe: 1. Bramfeldt(Deutschland) 4,36,0; 2. Ceccarelli(Italien) 5,20,2; 3. Serre(Holland) 5,29,5; 4. Chretien(Frankreich) 5,29,7. 4. Gruppe: 1. Balas(Ungarn) 4,59,5: 2. Macdougall(England) 5,01.3; 3. Leban(Oesterreich) 5,30,2; 4. de la Fuente(Meriko) 5,53.0. 5. Gruppe: 1. Gyllenstierna(Schweden) 4,41,2; 2. Abba(Italien) 5,13,8; 3. van der Horst(Holland) 5,32,8. 6. Gruppe: 1. Lemp(Deutschland).15,4; 2. Orban(Ungarn) 4,23,4; 3. Kiviperae(Finnland) 4,57,5; 4. Jack(England) 5,00,8. 7. Gruppe: Thofeldt(Schweden) 4,34,9; 2. Orgera(Italien) 5,154; 3. Bouazzat(Frankreich) 5,23,3; 4. Starbird(USA.) 5,28,5. Vorentscheidung im 200-Meter-Lauf Robinson(UsN.)(ief ebenfalls 21,1(olump. Rekordzeit) Neckermann ausgeschieden Die am Vormittag über dem Stadion lagernde dichte Wolkendecke wurde von dem scharfen Südwest auseinandergetrieben. Beim Beginn der Hauptkämpfe liegt strahlender Sonnenschein über der Kampfstätte. Das weite Rund des Stadions ist wieder von 100 000 erwartungsfrohen Menschen bis auf den letzten Platz besetzt. Die Teilnehmer an dieser Vorentscheidung sind bereits eine Viertelstunde vor Beginn auf der Bahn. Besonders die drei Amerikaner Owens, Packard und Robinson legen zusammen mit dem Kanadier Orr einige prachtvolle Sprints über 70 Meter auf der Gegengeraden hin. Im ersten Lauf hat unser einziger Vertreter Neckermann die ungünstige Außenbahn gelost. Neben ihm steht der kraftstrotzende amerikanische Neger Robinson, daneben der Südafrikaner Grimbeck, dann Packard(USA.), van Beveren(Holland) und Orr(Kanada). Nach glänzendem Start hatte Robinson im letzten Bogen alle Vorgaben aufgeholt und lief die letzten 100 Meter vor dem Felde her. Seine Zeit von 21,1 entspricht dem am Vortage von Owens aufgestellten olympischen Rekord. Der Kanadier Orr und der Holländer van Beveren liegen dicht beieinander, es folgen Packard, Neckermann und Grimbeck, die ausscheiden. Ergebnis der 1. Vorentscheidung: 1. Robinson(USA.) 21,1 Sekunden 2. Orr(Kanada) 21,3 Sekunden 3. van Beveren(Holland) 21,5 Sekunden Packard(USA.), Neckermann(Deutschland), Grimbeck(Südafrika) sind in dieser Reihenfolge ausgeschieden. * Sesuche„alttel Bage In den„Ratasomben“ des Olumplastadions (Von unserer Olympia=Schriftleitung in Berlin) P. B. Berlin, 5. August. Es ist schon so: Wenn die Eintrittskarten zum Olympiastadion und Gültigkeit hätten für einen Besuch in den„Eingeweiden“ dieser Anlage, so würde der Ansturm dort in den„Katakomben“ oft nicht weniger groß sein, als auf den Steintribünen„über Tage". Hier in den gewaltigen Kellergewölben parken die Wagen der Ehrengäste, hier befindet sich das Lager der Gerätschaften, die zu einer großen Leichtathletikveranstaltung gehören, von der Sprunglatte bis zur schiefen Ebene" der Zielrichter, hier duftet es nach Massageöl und Weltrekord, wier wäre eine Goldgrube für Autogrammjäger, wenn— ja, wenn sie nur hineindürften. Sie dürfen nicht, die Kontrolle ist hier nicht weniger streng als am Eingang zum olympischen Dorf, und die Wärter in schmucker grau=blauer Uniform werden von ihren Kollegen an den Eingangstoren oder an den Treppenaufgängen des Stadions glühend beneidet, denn wer hier unten einmal seinen Platz hat, der kann doch schon mal ein Autogramm von Jesse Owens bekommen, dem drückt vielleicht auch Wöllke oder Hein die Hand. der kann nachher sagen:„Ja, und da kam dann C. C. Johnson zu mir und sagte:„Old fellow, vou...“. Sehen Sie, das ist es, was die Wärter in den Kellergewölben des Olympiastadions nicht von ihren Berufskameraden „über Tage“ unterscheidet, sondern was sie vor allen anderen Sterblichen auszeichnet: Sie haben ihren Platz bei Olympiasiegern und Weltrekordmännern, sie wissen, wie das ist, wenn Albritton Lampenfieber hat oder wenn Metcalfe vom Start zurück kommt. Und wer etwas über die Aktiven erfahren will, der muß zu den ständigen Bewohnern der„Katakomben“ gehen, den Ordnern, Ehrenbegleitern, Feldhilfsarbeitern und wie sie alle heißen. Wie gesagt: Die Kontrolle ist überaus streng, und nur wenn der Lotse, der für solche Fälle eingesetzt werden kann, unten seinen Ausweis zückt, ist es gestattet, die Pforte zu jenen Stätten zu durchschreiten, die einst Nurmi die„Hölle des Stadions“ genannt hat. Es gibt nicht viele Athleten, die die Ruhe des schwarzen Gentleman Johnson besitzen, der sich nach jedem Sprung in eine Wolldecke hüllt, sich flach auf der Rasen legt, die Augen schließt und vollkommen entspannt in dieser Ruhe verharrt, bis der Sprungrichter wieder seinen Namen ruft. Die meisten Wettkämpfer trippeln schon Stunden vor ihrem Start aufgeregt hin und her, sind nervös und zerfahren, ihre Unruhe teilt sich den anderen mit, und so sind die Umkleideräume fast immer erfüllt von einer geheimen Nervosität, so daß der Ausspruch Nurmis nicht ganz ungerechtfertigt erscheint. Deshalb ist es nicht gut, den Wettkämpfer vor dem Start zu sprechen zu versuchen, denn um diese Zeit erwacht das Raumtier im sanftesten Leichtathletengemüt, und es wäre oft unmöglich, mit dem gleichen Mann vor dem Wettbewerb auch nur ein Wort zu wechseln, mit dem man nachher nach Herzenslust und in aller Ausführlichkeit plaudern kann. So kam es auch, daß niemand ein Wort von der Beinverletzung des riesigen Hochspringers Kotkas gewußt hat. Erst jetzt, nach dem Kampf, hat man davon erfahren. Aber Kotkas gibt selbst zu, daß es in jedem Falle unmöglich gewesen wäre, gegen den Amerikaner Johnson zu gewinnen. Er ist sogar der Meinung, daß Johnson auch die 2,06 Meter übersprungen hätte, wenn nicht der Kampf vorher allzu schwer gewesen wäre Ueberall ist man sprachlos über das vollkommene Versagen des amerikanischen Weltrekordmannes im Kugelstoßen Jack Torrance. Dieser mächtige Koloß hat eine so schlechte Figur gemacht, daß man einfach keine Erklärung dafür finden kann, wie dieser Mann einen Weltrekord von 17,40 Meter aufstellen konnte. Der Finne Baerlund, der ja ebenfalls als Favorit in den Kugelstoß=Wettbewerb gegangen war, erklärte: „Als ich in das mit weit über 100000 Menschen gefüllte Stadion kam, in dem die Anfeuerungsrufe und das Beifallgeschrei der Menge sich zu einem mächtigen Konzert vereinigten, war ich zuerst befangen und nervös. Aber auch als ich mich wieder.vollkommen konzentriert hatte, wußte ich, daß Wöllke Sieger werden mußte. Er ist der beste Kugelstoßer der Welt. Aehnlich wie Torrance hat auch der Amerikaner Lash, von dem man sich vorher Wunderdinge erzählt hatte, im 10000=Meter=Lauf die Erwartungen enttäuscht. Die Finnen hatten in ihm ihren schwersten Gegner gesehen, und die Tatsache, daß die vorher so favorisierten Läufer Lash und Eaton(England) ihren Sieg nicht in der geringsten Weise zu gefährden vermochten, hat ihr Selbstvertrauen außerordentlich gestärkt. Und nun steuern sie auf einen dreifachen Sieg im 5000=Meter=Lauf zu. Höckert. Lauri, Lethinen und der Sieger im 10000=Meter=Lauf, Ilmari Salminen, wollen es schaffen. Iso=Hollo aber will seinen Sieg im 3000=Meter=Hindernislauf von Los Angeles wiederholen. Der wunderbare Finne, der schon oft in Deutschland startete, im vorigen Sommer noch in Düsseldorf, ist der Mann, diese Leistung zu vollbringen. „Erka“ Borchmeger freut sich Er will Jetzt für die 400-Meter-Strece trainieren (Von unserer Olympia=Schriftleitung in Berl in). P. B. Berlin, 5. August. Es klingt nur auf den ersten Anhieb verwunderlich: Jesse Owens kann über seinen Sieg im 100=Meter=Lauf nicht glücklicher sein als Erich Borchmeyer über seinen fünften Platz in diesem Wettbewerb. In der Tat bedeutet dieser Platz, diese Behauptung eines 32jährigen gegen den Ansturm der besten jungen Sprinter aller Erdteile einen Triumph, der sich in seinem Wert wohl mit einem Sieg in Vergleich bringen läßt. Als Borchmeyer nach dem 100=Meter=Lauf in die Kabine zurückkehrte, wußte er tatsächlich noch nicht, auf welchem Platz er nun eigentlich gelandet war. In der Tat lag ja das Feld im Ziel so dicht beieinander, daß in der Aufregung des Endkampfes die Reihenfolge des zweiten und dritten sowie des vierten und fünften gar nicht festzustellen war. So hatten sich unter den Zuschauern zwei Gruppen gebildet, von denen die eine auf den Holländer Osendarp als dritten Mann schwor, während die andere den Amerikaner Wykoff schon mit der Bronzemedaille geschmückt sah. Die beiden Gruppen befehdeten sich mit den Waffen des Sprechchors mit er(staunlicher Hartnäckigkeit, und das Triumphgebrüll des „Osendarp=Kreises“ war bei der Verkündung des dritten Und wieder ging im zweiten Lauf der 200=MeterVorentscheidung der populärste Leichtathletik der Olympischen Spiele an den Start, der amerikanische Negersprinter Jesse Owens, der nach seinen Siegen im Hundertmeterlauf und im Weitsprung heute nun im Zweihundertmeterlauf seine dritte Goldmedaille erringen will. Neben ihm liegen im Rennen: der Kanadier MePhee, der Holländer Osendarp, der Südafrikaner Theunissen, der zweite Kanadier Humber und der Schweizer Hänni, also wiederum ein Kampf der kontinentalen gegen die überseeischen Sprinter. Wenn Jesse Owens auch diesen Lauf mit souveräner Ueberlegenheit gewinnen konnte, so blieben die beiden Europäer im Kampf um den wertvollen zweiten und dritten Platz siegreich. Jesse Owens blieb mit 21,3 Sekunden allerdings über der Zeit seines im ersten Vorlauf siegreichen Rassegenossen Robinson. Was für ein herrlicher Kampf wird im Endlauf zwischen diesen beiden entbrennen? Holland ist die europäische Nation, die den unschlagbaren amerikanischen Negersprinter, den härtesten Widerstand entgegensetzt. Osendarp war es der sich am besten zu dem siegreichen Neger Owens hielt, während sich der Schweizer Hänni vor Me Phee, Theunissen und Humber den dritten Platz eroberte. Holland hat also zwei Sprinter in den 200=Meter=Endlauf gebracht, eine hervorragende Leistung. Das Ergebnis des zweiten Laufes: 1. Jesse Owens(USA.) 21,3 Sekunden 2. Osendarp(Holland) 21,5 Sekunden 3. Hänni(Schweiz) 21,6 Sekunden holländischen Platzes nicht weniger begeistert, als vorher, als der Holländer durchs Ziel gegangen war Es war Erich Borchmeyer auch ziemlich gleichgültig, ob er nun Vierter oder Fünfter geworden war.„Die Hauptsache ist, ich war im Endlauf, und bin nicht der Letzte gewesen. Bedenken Sie, ich bin ein Mann von 32 Jahren.“ 32 Jahre, da bauen andere Leichtathleten längst ihren Kohl, und Kurzstreckenläufer dieses Alters fühlen sich schon als Sportveteranen. Erich Borchmeyer gehört aber mit seinen 32 Lenzen(oder soll man„Hochsommern“ sagen) noch zu den besten Sprintern der Welt, und es ist sein Ehrgeiz, ein Dr. Paul Martin der kurzen Strecke zu werden. Das heißt, in einem Punkte nähert er sich dem berühmten Schweizer, der jetzt zum vierten Male an Olympischen Spielen teilnimmt, schon etwas an: Nicht daß er etwa in Zukunft auch 800 Meter laufen will, aber mit der Hälfte dieser Strecke will er es doch versuchen. 400=Meter=Lauf und Dreisprung sollen seine Spezialgebiete sein, in denen er sich auf Tokio vorbereiten will. Daß Borchmeyer für diese beiden Uebungen eine hervorragende Veranlagung besitzt, wissen wir Bochumer ja am besten zu beurteilen, hat er doch, als er noch die Farben unserer Stadt trug, oft genug sein Können über 400 Meter und im Weit= und Dreisprung gezeigt. Seine alte Liebe“, die 100 Meter, will er aber deswegen beileibe nicht aufgeben. Und noch einmal will er dabei sein, wenn die Startpistole zum olympischen Wettkampf der Läufer ruft: 1940 in Tokio. Was den fünften Platz Borchmeyers im 100=MeterLauf anlangt, so ist er selbst der Meinung, daß seine Zeit wohl noch etwas besser gewesen wäre, wenn nicht die Bahn durch den vorausgegangenen Regen schwerer geworden wäre, ein Umstand, den auch Owens, wie wir bereits berichteten, vor dem Endlauf hervorgehoben hatte. Bei Borchmeyer mußte das natürlich ganz besonders ins Gewicht fallen, weil er ja für einen Sprinter überaus kräftig und schwer ist und ihm eine schwere Bahn immer besonders zu schaffen macht. Ueberdies hat er die letzten drei Nächte vor dem Sonntag gar nicht geschlafen und erst in der Nacht vor dem Start wieder Schlaf gefunden. Wir hatten ihn am vergangenen tag spät abends vor dem„Kabarett" des Olymp# Dorfes getroffen, und er sagte uns schon da, mit seinem Schlaf nicht besonders bestellt sei. Unter diesen Umständen gewinnt der Platz, den Borchmeyer nach seinem hervorragenden Abschneiden im 100=Meter=Endlauf unter den besten Sprintern der Welt eingenommen hat, noch wesentlich an Bedeutung. Und wer die Energie und die Kampfkraft dieses vorbildlichen Sportsmannes kennt, weiß, daß es keine Scherze sind, wenn Borchmeyer jetzt schon von Tokio spricht. tart wieder genen FreiNompischen da, daß es Dramatischer Kampf im 50-Rilometer-Sesten Wälttock(England) wenige Illometer vor dem Tiel in Fükrung— Der Deutsche Bleiweiß mit an der Spitze Am fünften Tage der Olympischen Spiele wurde das 50=Kilometer=Gehen durchgeführt. Der Start erfolgte um 13.30 Uhr am Ablauf der 100=Meter=Strecke. Das aus 33 Teilnehmern bestehende Feld hatte noch eine Runde im Stadion zurückzulegen und verschwand dann durch das Marathontor. Nach dem Passieren des Marschtunnels führte der Weg in einem scharfen Knick zur Straße am Glockenturm und auf die Havelchaussee, bog die Strecke scharf nach Osten und ging über den Kronprinzessinnenweg am„Großen Stern“ im Grunewald vorüber, den Königsweg entlang. Dann ging es im scharfen linken Winkel über die Waldschulallee zur Beusselwegchaussee und weiter in östlicher Richtung über den Teltower Weg zum Wendepunkt unweit des„Großen Sterns“. Nun ging es die letzten 25 Kilometer in umgekehrter Richtung zurück. Zur langen Reise stellten sich 33 Teilnehmer aus 16 Nationen dem deutschen Meisterstarter Franz Miller. Sofort nach dem Schuß strebte der Schwede Dick Löf mit langen Schritten an die Spitze, und verließ auch als erster das Stadion, gefolgt von seinem Landsmann Segerström und dem Deutschen Prehn, der veranügt seinen ihm zurufenden Vereinskameraden zuwinkte. Das Wetter ist für die Geher ausgezeichnet, kühl und leicht windig mit verstohlenem Sonnenschein. Auf den ersten 10 Kilometer beim 50Kilometer=Gehen bleiben die Geher zusammen, die unmittelbar nach dem Start das Stadion als erste verließen. Nach 10 Kilometer führte am Linkswerder der Deutsche Prehn gemeinsam mit dem Schweden Segerström in der gleichen Zeit von 46:47,9. Diese beiden hatten auch schon bei 7,5 Kilometer gemeinsam vor Stork(Tschechoslowakei) und Dick Löf(Schweden) gelegen. An fünfter Stelle ging Laisen(Frankreich) vor Brunn(Norwegen). Kontrollstelle 3 des 50=Kilometer=Gehens. 7,3 Kilometer sind zurückgelegt, 36 Minuten hat die Spitzengruppe für diese Strecke gebraucht. Allmählich beginnt sich jetzt die Spreu vom Weizen zu sondern, das Feld zieht sich jetzt schon mehr und mehr auseinander, der Ueberblick wird leichter. Die deutschen Teilnehmer liegen hervorragend im Rennen. Friedrich Prehn liegt an der Spitze, seine Haltung ist ausgezeichnet, sein Schritt raumgreifend, dann folgt Segerström(Schweden) und unmittelbar dahinter die beiden Deutschen Fritz Bleiweiß und Schwab. Mit großer Spannung wird an der nächsten Kontrollstelle bei der 12=Kilometer= Marke das Herannahen der Geher erwartet.„Hat Prehn seinen Vorsprung gegenüber dem angreifenden Schweden Segerström behaupten können?“, das ist die Frage, die immer wieder erörtert wird. Prehn verliert die Führung Da taucht der erste Läufer auf. Er trägt eine blaue Hose, also kann es nicht Prehn, kann es kein Deutscher sein. Es ist Segerström, der auf den letzten Kilometern des bisher zurückgelegten Teiles der 50=Kilo= meter=Strecke vorbeigegangen ist. Weit vorn liegt er jetzt schon, sein Schritt ist raumgreifend und seine Armarbeit vorbildlich. Hinter ihm folgt, mit deutlichem Abstand, der Deutsche Prehn. Bei der Kontrollstelle beträgt der Abstand 100 Meter. An dritter Stelle liegt Stork(Tschechoslowakei). Hart bebrängt er den Deutschen Prehn, geht an ihm vorbei, aber Prehn wehrt sich mit äußerster Kraft. Das wird jetzt einen schweren Kampf geben zwischen Prehn und Stork, möglich, daß durch den Zweikampf dieser beiden das Tempo so schnell wird, daß sie wieder zu dem führenden Schweden aufzuschließen vermögen. Was wollen hundert Meter Abstand besagen bei einer Gesamtstrecke von 50 Kilometer. Vom Avus=Tor 13 geht der Weg der Geher auf den„Großen Stern“ zu. Als der erste Geher am Waldrand sichtbar wird, sind 78 Minuten seit dem Start vergangen. 15,5 Kilometer beträgt die bisher zurückgelegte Strecke. Schon wird die gelbe Flagge des Motorrades sichtbar, das die Spitzengruppe begleitet. Gerade dieser Teil der Strecke stellt große Anforderungen an die Geher. Hier ist auch eine Verpflegungsstation aufgebaut. Es ist interessant zu sehen, wie die Vertreter der einzelnen Länder schon vorsehocht her ihre ngen ausgezucht haben, die sie hier zu sich nehmen wollen. Die Japaner haben sich sogar etwas zu essen bestellt und schieben rasch einige Happen in den Mund, die meisten anderen wollen nur rasch etwas trinken, dann geht es weiter. An der Spitze liegt jetzt Stork(Tschechoslowakei), der noch über einen unheimlich schnellen Schritt verfügt, dann erst kommt Segerström, der schon einen etwas erschöpften Eindruck macht, und an dritter Stelle liegt der Deutsche Prehn. Wechsel in der Führung Als die Spitze des Feldes an der Waldschulallee erscheint, ist das Feld schon wieder viel weiter auseinandergezogen als am Großen Stern“. Eine große Zuschauermenge hat sich hier eingefunden und bespricht eifrig die Möglichkeiten eines Wechsels in der Führung des Feldes. Enttäuscht sind die englischen Schlachtenbummler, die in beträchtlicher Stärke unter den Zuschauern vertreten sind. Sie hatten gehofft, daß einer ihrer Leute den großen Sieg ihres Landsmannes Green wiederholen würde, der 1932 in Los Angeles diese Strecke in einer Zeit von 4,50 Stunden bewältigte. Und wo sind nun ihre Stars? Als der zweite Läufer beim 21. Kilometer auf der Waldschulallee erscheint, ist es eine große Ueberraschung, daß nicht Segerström oder Prehn die zweite Stelle einnehmen. sondern Dalnisch(Lettland), der sich auf den 5,5 Kilometern zwischen Großem Stern und Waldschulalle wunderbar nach vorn gearbeitet hat. Als erster Deutscher folgt unmittelbar darauf Fritz Bleiweiß, der jetzt, erst richtig in Schwung gekommen ist, dahinter legt Friedrich Prehn. Ein Wendepunkt Rasch ist der Wendepunkt bei 25 Kilometer erreicht, noch immer führt Dalinsch(Tschechoslowakei). der mit wachsender Strecke immer besser in Fahrt kommt und durch die bestechende Gleichmäßigkeit seiner Arbeit die Begeisterung der Zuschauer erregt. Und allmählich steigt auch wieder das Stimmungsbarometer der engtischen Zuschauer. Harald Hector Holmes sorgt dafür, daß die englischen Farben in dieser klassischen Prüfung mit vorn zu finden sind. Bei 30 Kilometer hat er sich schon an die zweite Stelle hinter dem führenden Dalinsch gearbeitet. An dritter Stelle liegt der Deutsche Fritz Bleiweiß, der in einem herrlichen Kampf an Stork(Tschechoslowakei), der solange das Feld angeführt hat, vorbeigegangen ist. Und an fünfter Stelle wieder ein Deutscher: Schwah. der Unverwüstliche, der mit eiserner Energie Boden gutmacht. Die Sonne, die den Gehern vorher so sehr zugesetzt hat, ist jetzt verschwunden, ein frischer Wind hat sich aufgetan und bringt den Kämpfern Erfrischung. Noch 20 Kilometer sind zu gehen, jetzt muß die Entscheidung bald fallen. Der große Umschwung Da kommt, auf dem Rückweg zum„Großen Stern", die entscheidende Wandlung Der Weg ist hier mit spitzen Steinen gespickt, furchtbar schwer wird jetzt das Vorankommen, zumal die Sonne wieder durchgekommen ist und unablässig iyre Strahlen auf die Geher niederbrennt. Das sind gerade die richtigen Voraussetzungen für den lange vorbereiteten Vorstoß des Engländers Whitlock. Er ist der härteste Mann des Feldes, er scheint unempfindlich gegen Sonne und schlechte Wegstrecke, er verschärft auf, den Steigungen noch das Tempo, und da muß sich dann der große lettische Geher Dalinsch dem Können des Engländers beugen. Whitlock geht an ihm vorbei, nimmt unangefochten die Führung Stork(Tschechoslowakei), der schon abgeschlagen schien, hat sich wieder auf den dritten Platz vorgearbeitet, dann folgt der Schweizer Schwab. Der Deutsche Fritz Bleiweiß ist auf den sechsten Platz zurückgefallen. liegt aber immer noch verhältnismäßig günstig im Rennen. Die nächsten Kilometer müssen die Entscheidung bringen,„Wird Whitlock die englische Vorherrschaft in der klassischen Uebung des 50=Kilometer=Gehens erfolgreich verteidigen? Das ist die Frage, die in den letzten Kilometern ihre Antwort finden wird. Reihenfolge an der ersten Tonne war: England, Deutschland, Italien, Estland, Norwegen,„Vor Beendigung der ersten Runde brach dem Türken Dr. Turgut die Pinne. Der Ungar von Heinrich war gegen die Boje gedrückt worden und gab daher auf. Der Vertreter Uruguays passierte das Startschiff „Najade“ mit Protestflagge. In der zweiten Runde kam eine starke Regenbö durch. In dieser gelang es UUnser Weltrekorömann gescklagen Der Amerikaner Carpenter slegte vor seinem Landsmann Dunn im Diskuswergen Unsere großen Hoffnungen, die wir im Diskuswerfen der Männer in unseren deutschen Rekordmann Schröder, der mit 53,10 Meter gleichzeitig den Weltrekord hält, gesetzt hatten, haben sich leider nicht erfüllt. Es war bekannt, daß Schröder in diesem Jahre nicht die Höchstform des Vorjahres aufwies, aber immerhin hofften wir, daß er im entscheidenden olympischen Kampf nochmals an seine große Weltrekordleistung anknüpfen würde. Diese Hoffnungen erfüllten sich nicht. Im Gegenteil, Schröder hatte nach gelungenem Start in den Ausscheidungskämpfen mit dem Schweden Bergh noch einen Stichkampf auszutragen, um unter die sechs Besten zu gelangen, die nachmittags im Olympiastadion den Endkampf austrugen. Bergh und Schröder waren je auf 47,22 Meter gekommen. Die inzwischen auf 100000 angewachsene deutsche Zuschauermenge feuerte Schröder mit witzigen Sprechchören an. So rief man:„Schröder erwache!“„Schröder, nimm den Diskus in die Hand und denk' an dein Vaterland]“ Unter dem Jubel der Menge konnte Schröder dann auch mit einem Wurf von 47.64 Meter den Schweden überbieten und in die Entscheidung gelangen, in der er aber trotz weiterer Verbesserungen seiner Leistungen nicht über den 5. Platz hinauskam. Lange Zeit führte der Amerikaner Dunn mit einer Leistung von 49,36 Meter vor dem Italiener Oberweger mit 49.23 Meter, während der Amerikaner Carpenter mit 48.98 Meter an dritter Stelle lag. Dann gelang dem Amerikaner Carpenter mit 50.48 Meter ein wundervoller Wurf, der neuen olympischen Rekord darstellt. Damit war die Entscheidung gefallen. Ergebnis: 1. Carpenter(Amerika) 50,48 Meter.(Neuer olympischer Rekord.) 2. Dunn(Amerika) 49,36 Meter. 3. Oberweger(Italien) 49,24 Meter. 4. Sorlie(Norwegen) 48.77 Meter. 5. Schröder(Deutschland) 47,93 Meter, 6. Syllas(Griechenland) 47,75 Meter. Casmir, Iteim und Eisenecker Florett=Einzelkämpfe der Männer Im Kuppelsaal der Turnhalle des Reichssportfeldes begannen bereits am frühen Vormittag des Mittwochs die Florett=Einzelkämpfe der Männer. In dem überaus starken Feld, das in neun Gruppen eingeteilt war, hielten sich die Deutschen recht gut. Altmeister Erwin Casmir belegte in der dritte Gruppe ungeschlagen mit sechs Siegen den ersten Platz. August Heim kam in der fünften Gruppe hinter Hatszeghy(Ungarn) und dem Franzosen Lemoine als Dritter und Julius Eisenecker hinter dem starken E. Gardère(Frankreich) als Zweiter in der sechsten Gruppe ebenfalls in die zweite Runde, die am Nachmittag ausgetragen wird. Gleich zum Beginn der Kämpfe fand sich der Reichssportführer ein und verfolgte die Leistungen mit sichtlichem Interesse. Für die zweite Runde qualifizierten sich die vier Besten jeder Gruppe. Frl. Mayer und in den Vorendrunden des Fechtens. Die Kämpfe der Fechterinnen sind inzwischen soweit vorgeschritten, daß am Dienstagabend die Teilnehmerinnen für die Vorendrunden in den beiden Gruppen feststanden. Es sind dies in der Gruppe I die Ungarin Elek=Schacherer mit 0 Niederlagen, Helene Mayer(Deutschland) mit einer Niederlage, Olsen(Dänemark) mit 2 Niederlagen und Grasser (Oesterreich) mit drei Niederlagen. In der Gruppe II führt die Olympiasiegerin von Los Angeles, Ellen Preis(Oesterreich) mit 0 Niederlagen vor unserer zweiten Kämpferin Hedwig Haß, 1 Niederlage, Addams(Belgien), 2 Niederlagen, und Bargha(Ungarn), 3 Niederlagen). In dieser Gruppe ist Frau Olga Oelkers ausgeschieden, da sie durch ihre Verletzung stark behindert war und nicht ihre richtige Form erreichen konnte. O6lt. Itanörick führt weiter Der Stand des Modernen Fünfkampfes nach dem Schwimmen Die Fünfkämpfer erledigten am Mittwoch vormittag ihren vierten Wettbewerb. Der an erster Stelle liegende deutsche Oberleutnant Handrick konnte seine führende Position mit einem achten Platz im Schwimmen weiter befestigen. Auch Oberleutnant Thofelt(Schweden) und Leutnant Leonard konnten sich in der Spitzengruppe behaupten. Auch der dritte deutsche Vertreter, der Unteroffizier Bramfeldt, hat sich durch seine gute Leistung im Schwimmen ein gutes Stück nach vorn gebracht, so daß er nun vom 28. Rang auf den 15. Rang vorrückt. Leutnant Lenz liegt nach seinem Siege im Schwimmen an sechster Stelle. Zweiter Wettfahrttag der Olumpia-Jollen Holland an erster, Deutschland an vierter Stelle. Kiel, 5. August. Am zweiten Wettkampftage starteten bei der SegelOlympiade in Kiel wiederum 25 Boote. Es wehte ein böiger Wind mit 8 bis 10 Metersekunden. Der Himmel. der sich anfangs in strahlender Bläue zeigte, verfinsterte sich bald, doch blieb es zunächst trocken. Böen bis zu 10 Metersekunden gingen über die Innenförde. Auf der ersten Strecke kreuzten sich nach einem vorbildlich geschlossenen Start einige Boote gut frei. Die Der Fükrer im Olympia-Stadion 20 Minuten nach Beginn der Hauptkämpfe traf der Führer auch am Mittwoch wieder im Stadion ein. Als die Standarte mit dem großen Hakenkreuz von den Matrosen gehißt wurde, erschollen laute Heilrufe. dem Holländer Kaachelland, der mit etwa gerafften Segeln fuhr. einen sicheren Vorsprung vor den ihm folgenden Engländer, Italiener und Deutschen herauszuholen. Zu Beginn der letzten Runde kreuzte sich Krogmann(Deutschland) an die führenden Boote heran, doch fiel er später auf den 4. Platz zurück. Ergebnisse der zweiten Wettfahrt der OlympiaJollen: 1. Holland:23:44(25 Punkte), 2. England:24:04(24 Punkte), 3. Polen:24:38(23 Punkte). 4. Deutschland:25:15(22 Punkte), 5. Italien:25:31(2) Punkte), 6. Estland:25:87(20 Punkte). Deutscklands Mannsckaft zum Verfolgungsrennen. Im ersten Lauf des 400=Meter=Mannschaftsverfolgungsrennens am Donnerstag treffen aufeinander: Holland— USA. England— Frankreich Kanada— Italien Oesterreich— Deutschland Belgien— Ungarn Dänemark— Schweiz Bulgarien fährt allein Die deutsche Mannschaft in der Aufstellung: Arndt, Hasselberg Hoffmann, Klöckner, startet an 7. Stelle. Die genaue Auslosung für die Radsportwettkämpfe. Für die radsportlichen Wettbewerbe liegt nun alles fest. In den Bahnwettbewerben starten 18 Nationen. Es sind: Deutschland, Oesterreich, Belgien, Bulgarien, Chile, Ching, Kanada, Dänemark, England, Holland, Finnland, Schweiz, Ungarn, Italien, Tschechoslomakei, Südafrika, Frankreich und Schweden. Die Auslosung für das 1000=Meter=Zeitfahren, an dem insgesamt 21 Fahrer teilnehmen, ergab, daß der für Deutschland startende Karsch als Fünfter über die Bahn geht. Im 4000 Meter=Mannschafts=Verfolgungsrennen treffen aufeinander: Holland— USA., England— Frankreich, Kanada— Itolien, Oesterreich— Deutschland, Belgien— Ungarn, Dänemark— Schweiz. Bulgarien fährt allein. Die deutsche Mannschaft, Arndt, Hasselberg, Hoffmann, Klöckner, startet an sechster Stelle. „Weiter werden elf Paare im Zweisitzerfahren starte: und 40 Fahrer im Malfahren über 1000 Meter. Am Straßenrennen sind genau 100 Fahrer beteiligt. Iaitis einziger Vertreter verletzt Haiti ist bei den Olympischen Spielen wirklich nicht vom Glück begünstigt. Unter nicht geringen Opfern wurde die Entsendung eines einzigen Teilnehmers nach Berlin ermöglicht, der nun auch noch die weite Reise umsonst gemacht hat. Der Gewichtheber Rens Ambroise kann seine Meldung im Mittelgewicht nicht erfüllen, da er sich am Dienstag morgen beim Training einen Muskelriß im Oberschenkel zugezogen hat und ins Westend=Krankenhaus eingeliefert werden mußte. 9 „Die Spiegler“ 100-Meter-Rekord nur scheintot Sind 10,3 Sek. menschliche Seschwindigkeitsgrenze? PB. Berlin, 4. August. (Von unserer Olympia=Schriftleitung in Berlin) Der Weltrekord über 100 Meter war nur scheintot. Unter den Tritten der Nagelschuhe des schwarzen amerikanischen Wunderläufers Jesse Owens schien er sein schon sechs Jahre währendes Leben ausgehaucht zu haben. Aber er war nur scheintot. Als sein Grab schon geschaufelt war, regte er sich plötzlich wieder, und seit gestern nachmittag ist er wieder munterer als zuvor. Der Abschied von dem sechs Jahre alten 10,3=Sek.= Rekord des Kanadiers Williams wäre uns nicht schwer geworden, denn die Liste der Weltrekorde soll keine Antiquitätenhandlung sein. Es will uns übrigens scheinen, daß einer der Großväter unter den Weltrekorden seinem letzten Stündlein entgegengeht. Es ist die im Jahre 1913 geborene Weite von 57,77 Meter im Hammerwurfrekord, und hier werden es hoffentlich die Deutschen Blask oder Hein oder gar Blask und Hein sein, die ihm das Lebenslicht ausblasen. Der Weltrekord über 100 Meter aber benimmt sich, als sei das Rekordverzeichnis ein Altersheim. Sollten 10.3 Sekunden für 100 Meter die Grenze der menschlichen Schnelligkeit sein? Es gab vor Jahren mehrere Rekorde, denen man Unsterblichkeit prophezeite. Der Rekord der Rekorde schien allen ohne Ausnahme der Weltrekord Nurmis im Stundenlauf mit 19.2108 Kilometer. Dann kam die „Meile“ von Ladoumeque. An dritter Stelle folgten die 44,24 Kilometer, die der Schweizer Radrennfahrer Oscar Egg in einer Stunde gefahren ist. Und den vierten Platz behauptete der Finne Achilles Järvinen mit seinem Zehnkampfweltrekord. Heute hat sich von allen diesen nur einer gehalten, Nurmi, der große finnische Läufer. Drei von diesen Rekorden sind tot. Aber auch der Stundenrekord ist nur einmal erreicht worden, von einem einzigen. Wie oft sind aber die 10,3 Sekunden im 100=Meter=Lauf schon erzielt worden! Warum kommt irgendein Läufer, der eine Zehntelsekunde schneller ist. A Sonntag schien er da zu sein: Jesse Owens lief auf der wunderbaren Bahn des Olympiastadions ohne Kampf 10.2 Sekunden, aber, wie jetzt festgestellt wurde, mit Rückenwind. Bereits einmal lief er diese Zeit in Amerika. Auch damals wurde die Leistung nicht anerkannt, da sie vom Rückenwind begünstigt wurde. Seit Jahren bemühen sich die besten Sprinter der Welt, unter der 10,3=Sekunden=Grenze zu bleiben. Vergebens. Fast hat es den Anschein, als wenn die 10,3 Sekunden unter normalen Begleitumständen die Grenze menschlicher Leistung darstellten. Owens ist schon eine Ausnahmeerscheinung unter den Sprintern, und fast ist es undenkbar, daß jemand noch schneller sein könnte. Man hatte erwartet, daß der Endkampf gegen die stärksten Gegner der Welt den Neger zu einem neuen Weltrekord zwingen würde. Die Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Zwar hat Owens schon nach der siegreichen Vorentscheidung erklärt, daß es schwer sein würde, im Endlauf eine neue Bestzeit herauszuholen, weil die Bahn durch den vorher niedergegangenen Regen schwer geworden sei. Aber am gleichen Nachmittag verbesserte doch das Farmermädel aus USA., Helen Stephens. ihren Weltrekord um zweizehntel Sekunden. Es hat den Anschein, daß bei den Männern der Grund ein anderer war. Am Sonntag. im Vorund Zwischenlauf, lief der Neger ganz sorglos, aufgerichtet, so daß seine langen Beine spielend ausgreifen konnten. Das gab ihm die große Schnelligkeit. Heute machte er sich auf einen schweren Kampf gefaßt, lief viel weiter geneigt, den Oberkörper stärker nach vorn gewinkelt, so daß er die Knie bis fast an die Brust zog. Sein Lauf wirkte verkrampfter als Sonntag. Es soll uns nicht wundern, wenn Owens einmal unter ganz einwandfreien Bedingungen einen neuen Weltrekord von 10,2 Sekunden läuft, aber wahrscheinlich nur, wenn er ganz überlegen vor dem Felde einherrast. Wenn einer in nächster Zeit den alten Rekord tötet, so wird es zu mindest Owens sein. Wir werden dann den 10,3 Sekunden von 1930 eine fröhliche Grabrede halten. Ge se cheet. P. B. Berlin, August. (Von unserer Olympia=Schriftleitung in Berlin) Der Riesenapparat des Nachrichtendienstes, der die olympischen Kampfplätze Berlins wie ein dichtes Netz überspannt, ist heute in Gang gesetzt worden, um folgende Bestimmung zu verbreiten: Die Inhaber von Stehplätzen werden gebeten, keine Klappstühle mitzubringen. Nun ist es ja erfreulicherweise so, daß das Stadion wie alle Anlagen des Reichssportfeldes nur eine verhältnismäßig sehr geringe Anzahl von Stehplätzen aufweist, so daß von dem durch Lautsprecher=Membranen und Schreibtasten verbreiteten Verbot nur wenige Unentwegte betroffen werden. Was aber auch in den Stunden des Eröffnungstages an Sitzgelegenheiten mit ins Stadion geschleppt wurde, durchläuft vom Schaukelstuhl bis zur ausgewachsenen Treppenleiter alle Stufen des Schreiner= und Polsterergewerbes von den Freiheitskriegen bis zur Neuzeit. Schlimmer als im Stadion war es in dieser Beziehung allerdings vor Beginn der Eröffnungsfeier in den zahlreichen Straßen zum Reichssportfeld. Vor Beginn der„Feier“ heißt in diesem Fall allerdings„ab 8 Uhr vormittag“ und noch früher, denn als die ersten Neugierigen in den Straßen traten— es begann im Osten hell zu werden—, da saßen die ersten nächtlichen Herrschaften schon auf ihren Klappstühlchen am Straßenrand, die Jungen auf ihren Anstreicherleitern dahinter, so daß das Ganze den Eindruck einer wohlgelungenen und— wenn die Kette der absperrenden RSKK.= Männer mal einen Schritt zurücktrat— auch federnden Organisation machte. Jeder Berliner erwies sich an dem ersten Tage bereits auf eine ganz besondere Weise als Erfinder, als eine Art Edison in der Westentasche, und an ihrer Spitze standen die„Spiegler“, die im wahrsten Sinne über der Situation standen, sei es bei der Anfahrt der Ehrengäste, sei es bei der Eröffnungsfeier, oder sei es auch beim wundervollen abendlichen Festspiel. Die Spiegler sitzen wie Bildsäulen auf ihren Stühlchen und halten weiße Stangen aus Lindenholz in den Händen. An jeder Stange unten und oben ist ein schräg gestellter Spiegel befestigt. Das Ende der Stange und also auch der Spiegel ragt weit hinaus über das ganze Bewoge von Menschen, die noch den Straßenrand säumen oder die infolge ihrer größeren Ausdehnung noch oben auf den Stehplatzreihen des Stadions das Feld beherrschen. Der Spiegel am oberen Ende Olympia-Gäste In Berlin Kronprinz Umberto bei Dr. Goebbeks. Der italienische Kronprinz nach der Begrüßung des Ministers und seiner Familie vor der Wohnung von Dr. Goebbels. Der Deutsche Long, der im Endergebnis hinter Owens die Silberne Medaille errang, hat sich mit diesem amerikanischen Wundersportler angefreundet und beide betrachten kritisch die Sprünge ihrer Konkurrenten. 3. Bild rechts: Die Teilnehmer am Modernen Fünfkampf auf dem Schießplatz in Ruhleben. Bild unten: Nachtaufnahme vom Lustgarten in Berlin, wo noch immer die Olympische Flamme lodert. Links die angestrahlten Fahnen aller teilnehmenden Nationen. Mussolinis Söhne beim Ministerpräsidenten Göring. Von links: Oberst Teucci(Italien), Bruno Musselini. Ministerialrat Gritzbach, Generaloberst Göring, Vittorio Mussolini. Der ungarische Finanzminister bei Göring. Von links: Exzellenz Fabyny, Frau Göring, Frau Fabyny und der ungarische Gesandte Sztojay. Wilhelm Ehmer(Lüdenscheid) Hauptschriftleiter und Verleger, erhielt bei dem Literaturwettbewerb die Silberne Medaille in der Gruppe Epos. Aufnahmen: Scherl(4) Hoffmann(3) Haurtschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Verantwortlich für die Olympia=Sonderausgaben: Hans Hornberg und Paul Borke. Verlag und Druck: Laupenmuhlen& Dierichs, Bochum, Fernruf: 675 51, 52, 58. Donnerstag, 6. August 1936 NIINANAMMMA Staßhochsprungentscheidung im Scheinwerferlicht Wir ven,, FolelAhterika Meadows slegt mit 4,35 Meter vor den Japanern Oe und Niskida Müller und Schulz bei 4 Meter ausgeschieden 25 Teilnehmer lagern am Nachmittag noch vermummt und gegen die Kühle in Decken gehüllt um die Sprunggrube. Bei 8,60 Meter gibt es schon zwei Ausfälle. Ausnahmslos überwinden alle die.80 Meter, aber die=Meter=Marke siebt schon mächtig. Die beiden deutschen Vertreter Müller und Schulz müssen ausscheiden, da sie dreimal die Latte reißen. 16 Teilnehmer bleiben bei 4,15 nur noch übrig, als unmittelbar danach heftiger Regen zu einer halbstündigen Pause zwingt. Der Kampf wurde dann bei einer Höhe von 4,15 Meter fortgesetzt, und es dauerte eine weitere Stunde, bis die drei Durchgänge beendet waren. Die Marken waren den meisten Bewerbern zu hoch, denn ein Ueberspringen der Höhe hätte für viele der euroväischen Teilnehmer einen neuen Landesrekord bedeutet. So gelang es dem Engländer Webster, mit einer Höhe von genau. 4 Meter eine Bestleistung aufzustellen. Daß dann später der Brite zusammen mit Italiens Rekordmann Innocenti, den beiden Oesterreichern Zaunzwickel und Proksch, dem Polen Schneider und den Ungarn Zsuffka und Bacsalmesi, dem Schweden Lindberah, dem Tschechen Koreis und dem Kanadier Apps ausschied, nimmt daher nicht wunder. Aber auch der Japaner Adachi mußte vorzeitig klein beigeben...... 0, Matar aeJaat murhe Stand Als die Latte auf 4,25 Meter gelegt wurde. standen nur noch die drei Amerikaner Graber, Sefton und Meadows, ferner die beiden Japaner Oe und Nishida, die beim ersten Versuch die Latte überauert hatten, im Kampf. Für die Bewerber war der Kampf nicht nur eine gewaltige Nervenprobe, vielmehr mußte noch ein zweiter Kampf gegen die mit dem Einbruch der Dämmerung immer fühlbarer werdende Kälte geführt werden. Vor der Ehrenloge hatten sich die Teilnehmer in dichten Reihen gelagert und schwere Wolldecken über die Trainingsanzüge gelegt, um die Muskeln warm zu halten. Im ersten Durchgang bewältigten der Amerikaner Meadows und der Javaner Nishida die gewaltige Höhe.„,## Im zweiten Durchgang brachte sich zunächst der zweite Amerikaner Sefton über die Stange. Seinem Beispiel folgte der inoffizielle japanische Weltrekordinhaber Oe, der seinen schwächlichen. aber sehnigen Körver mit letzter Energie über die Latte warf. Riesengroß war die Spannung der immer noch ausbarrenden 40000 Zuschauer. Schon leuchtete das Olympische Feuer hell in den hereinbrechenden Abend, aber der Kampf ging weiter. Will Graber schafft es nicht. Schon mit dem Fuße wird die Latte in die Luft gestoßen. Bedauernd tritt sein Landsmann Meadows zu ihm und schüttelt dem alten Kämpfer für sein Mißgeschick die Hand. Erneut wird die Latte um 10 Zentimeter höher auf 4,85 gelegt. Zwei Amerikaner gegen zwei Javaner treten nunmehr in die 4. Stunde des gigantischen Kampfes. Kampf im Scheinwerferlicht Die vor jedem Sprung der Amerikaner laut gellenden Pfiffe gelten als Gunstbezeigungen, denn der deutsche Teil der Zuschauer hat schnell diese Art von Beifall dem amerikanischen Publikum abgehört. Ein phantastisches Bild ist es, als die Scheinwerfer auf den obersten Mauern ihre Strahlen auf die Sprunganlagen werfen. Als Oe die Latte abstreift, wird er von seinem Landsmann Nishida getröstet. Nishida kommt gleichfalls nicht hinüber, obwohl er seinen Anlauf stark verlängert und im Augenblick seines Startes im Stadion absolute Ruhe herrscht. Ein Jubelschrei bricht aus abertausend Kehlen, als Meadows alle Kraft zusammennimmt und nach wundervollem Einsatz sich über die enorme Höhe schleudert und mit 4,35 Meter den alten olymvischen Rekord von Miller(USA.) mit 4,32 von Los Angeles auslöscht. Sefton klettert bei seinem zweiten Versuch nicht hoch genug. Lange sammelt sich der Javaner. Oe bei seinem letzten Versuch. Drei kleine Schritre, dann ist er in voller Fahrt, wundervoll stemmt er sich hoch, die Hände stoßen vom äußersten Ende der Bambusstange ab, aber die leicht aufliegende Latte wurde gestreift und fiel herunter. Nicht anders erging es seinem Landsmann Nishida. Damit hatte der Amerikaner Meadows den Olymvischen Sieg und die Goldmedaille des in der Geschichte der Olympischen Spiele an Zeitdauer und Dramatik einzigartigen Kampfes errungen. Nunmehr wird die Latte auf die Weltrekord bedeutende Höhe von 4,45 Meter gelegt. Meadows stößt sich wundervoll ab, aber bei der Drehung wirft er das Holz mit dem Brustkorb herunter. Beim 2. Sprung bricht die Latte durch den wuchtigen Aufprall des Körpers. Inzwischen ist die Nacht hereingebrochen. Geisterhaft lodert die heilige Flamme aus dem Becken über dem Marathoneingang. Hin und wieder leuchtet das von Windstößen bewegte Feuer hell auf. Nur eine kurze Ruhepause gönnt sich Meadows, dann springt er zum 3. Male, aber es glück ihm nicht, neben dem olympischen Sieg auch noch den Weltrekord zu erobern. Um die Silberne und Bronzene Medaille treten dann nach einer Höhe von 4,35 Meter die Javaner Oe und Nishida mit dem Amerikaner Sefton zum Stichkampf an. Oe macht einen müden Eindruck und Nishida sprinat unter der Latte mit kräftigem Schwung durch. Die Höhe wird auf 4,25 Meter herabgesetzt. Noch verfolgen aut 30000 Zuschauer den Kampf der drei Männer. Sefton scheitert knapv. Das nervenzerreißende, nun schon fast 5 Stunden währende Ringen hat die letzten Reserven aus den Kämpfern herausgeholt. Kolossales Pech hat Oe, der hoch über der Latte schwebt, aber beim Fallen doch auf die Latte schnellt. Verzweifelt kniet er in der Sprunggrube. Nishida teilt sein Schicksal. Nun geht es über 4,15 Meter. Sefton bezwingt die Höhe nicht. Dann kommt Oe. Ein Satz, ein Dehnen des elastischen Körvers und hinweg ist der kleine Javaner. Nipvon hat die silberne Medaille sicher. Im Takt rufen die Zuschauer „Nishida!" und klatschen dabei taktmäßig in die Hände. Und das Unmögliche wird Tatsache: auch der zweite Japaner kommt in elegantem Schwung über die Latte. Nishida und Oe verzichten auf die AusEr kielt, was er versprach tragung des Stichkampfes und begnügen sich damit, ihrem Lande die silberne und bronzene Medaille erobert zu haben.:.26 Samt Nach endlosem, aufreibenden Kampf über 5 Sturden errang der Amerikaner Meadows mit 4,35 Meter die Goldene Medaille im Stabhochspringen. Dei zweiten und dritten Platz belegten die Javaner Oe und Nishida, die im Stichkampf mit dem Amerikaner Sefton siegten. Beide übersprangen die 4,15, Meter, verzichteten aber auf einen weiteren Stichkampf. Wer nun von beiden die Silberne bzw Bronzene Medaille erhält, wird Javan nach eigenem Ermessen entscheiden. Die Siegerehrung ist auf Donnerstag nachmittag festgesetzt. Es ergibt sich als vorläufiger Endstand: 1. Meadows(USA.) 4,35 Meter, 2. und 3. Sueo Oe(Japan) und Suhei Nishida (Javan je.25 Meter(14 81.2, 4. Sefton(USA.) 4,25 Meter(nach Stechen entschieden), 5. Graber(USA.).15 Metey, 8 Die genaue Reihenfolge des 2. und 3. Platzes wird erst bei der Siegerverkündigung bekanntgemacht werden. Jesse Owens' dritte Soldene Der schwarze Wundersprinter gewinnt auch den 200-Meter-Lauf In neuer olumpischer Rekorözeit— Zweiter Roßinson Es ist kurz nach 18 Uhr geworden, als zum Start zur 200=Meter=Entscheidung aufgerufen wird Miller steht am Start, am Ziel ist alles klar. Da kommt in guter Haltung der erste Geher. Es ist der Engländer Whitlock— der Sieger der 50 Kilometer. Alles jubelt ihm zu. Aber dann richtet sich die Aufmerksamkeit auf das zielrote Band der 200 Meter. Jesse Owens steht vor seinem dritten Olympiasiege. Dann hebt Franz Miller die Startpistole. Es starteten von innen nach außen: Osendarp, van Beveren, Owens, Robinson Hänni und Orr. Auf den Schuß ist das Feld wie ein Mann aus den Startgruben. Unheimlich schnell fegt Owens über die Bahn. Ausgangs der Kurve ist er schon mit Robinson gleichauf, hinter ihnen der müdewirkende Osendarp. Wie eine Feder fliegt der Neger dem Ziel entgegen, und mit der neuen olympischen Rekordzeit von 20,7 holt sich Jesse Owens seine dritte Goldmedaille vor Robinson und Osendarp. Er ist ein Phänomen! Die dritte Siegerehrung für Owens Unter ungeheurem Jubel der 100 000 nahm nach dem 200=Meter=Lauf der Präsident des Deutschen Olympischen Komitees, Dr. Lewald, zum dritten Male die Siegerehrung für das amerikanische Sportwunder Jesse Owens vor. Die zahlreichen amerikanischen Schlachtenbummler nahmen diese dritte Siegerehrung ihres Landsmannes mit Pfiffen und Zurufen auf. Die Mädchen vom Ehrendienst überreichten Jesse Owens, seinem Landsmann Robinson und dem Holländer Osendarp, der sich zum zweiten Male als schnellster Europäer erwies, die einfachen Lorbeerkränze.— Unter stürmischer Begeisterung ging wieder einmal das Sternenbanner am Siegesmast hoch. Ergebnis: 1. und Olympiasieger Jesse Omens(USA.) 20,7 (neuer olympischer Rekord), 2. Robinson(USA.) 21,1, 3. Osendarp(Holland) 21,3, 4. Hänni(Schweiz), 5. Orr(Kanada), 6. van Beveren(Holland). Siedel und Eekert in Skatauf Die Dor- und Zwischenkäufe über 80-Meter-Btürden für Frauen Wieder vor den Augen des Führers spielten sich auch am Mittwoch die leichtathletischen Ereignisse ab. Erneut erschallten die Heilrufe in schier endloser Folge. Und sie zeigten die Freude der Massen über das Erscheinen des Führers an... Eckert und Steuer setzen sich durch. In vier Vorläufen wurde das Feld der Bewerberinnen über 80 Meter Hürden gelichtet. Drei deutsche Mädel waren mit dabei. Zwei von ihnen setzten sich für die wenig später folgenden zwei Zwischenläufe durch. Es waren Doris Eckert und die niedliche Anny Steuer Hilde Le Biseur(Berlin) schafte es im letzten Vorlauf nicht und schied aus.„ Ohne Deutsche wird der erste Vorlauf gestartet. Ruhig und mit schönem Stil nimmt die Italienerin Testoni die Hürden. Sie siegt unbedrängt.— 1. Vorlauf: 1. Testoni(Italien) 12,0, 2. Tiffen(England) 12,2, 3. Lanitis(Griechenland) 12.6.„ gztant Jog##. Doris Eckert fällt beim ersten Fehistart des 2. Vorlaufs leicht vornüber. Urkomisch ist das Bild beim Und Waltloch wird Olympiasieger im 50-km-Sekten! Der Deutscke Bleiweiß auf dem sechsten Klatz In Fortsetzung des Berichts vom 50Kilometer=Gehen auf Seite 3 unseres OlympiaExtrablattes bringen wir hier die Schilderung des großartigen Kampfes auf den letzten Kilometern der Strecke. Whitlock vor Dalinsch auf der kurzen Strecke auf dem Rückweg zur Avus, das muß die Entscheidung sein! England wird seine Vorherrschaft in dieser ungeheuren Kraftprobe verteidigen. Als es die Avus wieder hinuntergeht, führt Whitlock vor Dalinsch u. Schwab. Bleiweiß ist Sechster. Und wieder wirkt sich noch einmal die lange zermürbende Gerade der Avus aus. Whitlock führt nun in guter Haltung beim Einbiegen auf die Havelchaussee und liegt auch am Kilometer 40, als es den ersten Berg zum Lindwerder hinuntergeht, noch an der Spitze. Hinter ihm lösen sich bei 35,5 Kilometer, 38,5 und 40,5 Kilometer— den jeweiligen Zeitkontrollen— Stork und Schwab in der Führung des Feldes ab. Und Dalinsch, der starke Lette, kommt nicht mehr mit. Es fehlt ihm die Kraft für die Entscheidung. Aber die anderen, die sich bereits zu Beginn nach vorn gearbeitet haben, verteidigen die Spitze. Die Deutschen Bleiweiß und Prehn liegen bis 40,5 Kilometer immer dicht beisammen, bis beim Anstieg auf den Kaiser=Wilhelm=Turm Prehn die Spitze ziehen lassen muß. Und immer näher rückt die unerhörte Prüfung dem Ende. Das Ziel im Stadion winkt. Vorne hält Whitlock unentwegt die Führung, aber hinter ihm tobt noch ein unsichtbarer und stiller, dafür aber um so verbissenerer Kampf. Die Begleiter der Geher auf den letzten Kilometern sehen nun immer mehr klar. Sie wissen: Whitlock wird sich den Sieg nicht mehr entreißen lassen. Und so kommt es auch. Im Olympischen Stadion wird gerade die letzte Hand für den Start des 200=Meter=Endlaufs angelegt, da erscheint der Engländer, mitgenommen zwar von einem unerhörten Kampf über 50 Kilometer aber in ausgezeichneter Haltung. Er ist vom Jubel seiner Landsleute umtost und auch alle anderen Schlachtenbummler spenden ihm aus ehrlichem Herzen Beifall, denn sie wissen, wie schwer dem Engländer der Sieg wurde. Das Ergebnis: 1. Whitlock(England):30:41 2. Schwab(Schweiz):32:09,2 3. Jubenko(Lettland):32:42,2 4. Stork(Tschechoslowakei),:34:00,2 5. Brunn(Norwegen):34:43,2 6. Bleiweiß(Deutschland):36:48,4 7. Reiniger(Schweiz):40:45 8. Laisné(Frankreich) 9. Bieregowos(Polen) 10. Toscani(Holland) 11. Gobbato(Italien) 12. Segerström(Schweden) 13. Rivolta(Italien) 14. Courtois(Frankreich) 15. Aebersold(Schweiz) 16. Dill(Deutschland) 18. Prehn(Deutschland) distanziert zweiten Startschuß, bei dem sich die Oesterreicherin Kolbach fast überkugelt. Miller hat aber Geduld, und seine Ruhe überträgt sich auf die Mädel. Der dritte Start klappt endlich. Eckert kommt elegant über die Hindernisse und eilt fast auf gleicher Höhe mit der Engländerin Webb durch das Ziel.— 2. Vorlauf: 1. Webb (England) 11,8, 2. Eckert(Deutschland) 12.0, 3. Pickett (USA.) 12,4. Auch Anny Steuer nimmt ihre Chancen wahr. Fünf frühere oder jetzige Meisterinnen ihrer Länder sind im dritten Vorlauf am Start. Anny Steuer startet schwer und kommt erst nach der Hälfte des Rennens richtig in Schwung. Sie schafft knapp zurück hinter der in 12 Sekunden siegenden Kanadierin Taylor und der Amerikanerin'Brien den wertvollen dritten Rang.— 3. Vorlauf: 1. Teylox(Kanada) 12,0, 2.-Brien(USA.) 12,0. 3. Steuer(Deutschland) 12.1. Im vierten Vorlauf kann es Hilde Le Viseur nicht schaffen. Die Charlottenburgerin stoppt an einer Hürde ab, verliert an Fahrt und bleibt im Mittelfelde hängen.— 4. Vorlauf: 1. Schaller(USA.) 11,8, 2. Valla (Italien) 11,9, 3. Braaketer(Holland) 12,0. Die Zwischenkäufe: Zwei Zwischenläufe über 80=Meter=Hürden für Frauen und noch sind zwei deutsche Mädel im Rennen! Es ist kühl geworden und dunkle Wolken fliegen über das Reichssportfeld im frischen Wind. Drunten stehen die Hürden für den ersten Zwischenlauf bereit. Nun ist alles klar für den Start. Auf den Schuß fliegen die sechs Mädel wie Pfeile davon. Unsere Anny Steuer startet schlecht, aber kämpfend holt sie Zoll um Zoll auf und besetzt hinter der in der bestehenden Weltrekord= und neuen olymvischen Rekordzeit siegenden Italienerin Trebisonda Valla(11,61) und Taylor(Kanada) den dritten Rang. Das ist die Teilnahme am Endlauf. 1. Zwischenlauf: 1. Valla (Italien) 11,6(neuer olymvischer Rekord), 2. Taylor (Kanada) 11.7,, 3. Steuer(Deutschland) 11,7. Unsere Meisterin Doris Eckert startet im zweiten Zwischenlauf. Mächtig muß sich die Holländerin Braaketer strecken, um ganz knapp vor dem deutschen Mädel in 11.8 zu siegen. Auch Testoni(Italien) und Schaller liegen dichtauf. Doris hat den zweiten Platz aber immer sicher und ist damit im Finale, das am Donnerstag nachmittag gelaufen wird. 2. Zwischenlauf: 1. Braaketer(Holland) 11,8, 2. Eckert (Deutschland) 11,8, 8. Testoni(Italien) 11,8. * Japans tücktige Stockeuspiefer Japan besiegt USA.:1(:0) Als erste Ausscheidung der Gruppe A des Olymvischen Hockeyturniers kam am Mittwoch nachmittag vor mehreren tausend Zuschauern auf Platz II der Kampf zwischen Japan und USA, zur Durchführung. Die kleinen, schnellen Japaner bewiesen in diesem Spiel, daß ihnen die verschiedenen Trainingsspiele gegen deutsche Mannschaften sehr gut getan haben. Nach durchweg überlegenem Kampf siegten die Söhne Nippons mit:1(:0) Toren. Die besten Spieler der Japaner waren: Sakai als Mittelläufer, der schußgewaltige Halbrechte Tanaka, der allein drei Tore erBochumer Anzeiger zielte Bei den Amerikanern gefiel am besten der entschlossen dazwischenfahrende Torwart Fenkreß. Indien schlägt Ungarn:0(:0) In dem von den Indern sehr verhalten durchgeführten ersten Hockeyspiel des Olympischen Turniers schlugen die weltberühmten Hockeyspieler vor fast 4000 Zuschauern die Ungarn klar. Trotz des mit dem Spielbeginn einsetzenden Regens hielten die Zuschauer tapfer durch und erlebten ein Spiel, das besonders durch die beachtliche Mannschaftsleistung der Ungarn reizvoll war. Gegen die vollendete Technik der Inder waren die Magyaren allerdings machtlos und mußten sich schon bis zur Pause zwei Tore gefallen lassen: Den Führungstreffer erzielte der rechte Verteidiger Tansell aus einer Strafecke, dem wenig später der Halblinke Roovsicgh einen weiteren anreihte. Nach der Pause hatten die Inder eine Reihe von Strafecken, die aber durch die glänzende Arbeit des schon bei den Eishockeyspielen hervorgetretenen ungarischen; Terwarts Czak keine Gegenliebe fanden. Mohsjafar und Rotwind erzielten die beiden anderen Treffer.. Lolo in föchster Vollendung Argentinien— Mexiko 15:5 Am dritten Tage des Olympischen Poloturniers auf dem Maifeld im Reichssportfeld standen sich die Vertreter von Argentinien und Mexiko gegenüber. Vor zahlreichen Zuschauern sah man hier wirklich Polo in höchster Vollendung. Namentlich Argentinien riß die Massen immer wieder zum wahren Beifallsorkan hin: es stand ihm aber auch ein herrliches Pferdematerial zur Verfügung, wie man es in Deutschland noch nicht gesehen hat. Die Argentinier erschienen mit kleinen untersetzten Ponys, die überaus schnell und ausdauernd waren, und da kamen die Mexikaner mit ihren Texasponys nicht mit. Der Sesamtstand des Modernen Fünfkampfes nach vier Wettbewerben Das Gesamtergebnis im Modernen Fünfkampf hat nach vier Uebungen(Reiten, Fechten, Schießen, Schwimmen) folgendes Aussehen: 1. Oblt. Handrick(Deutschland) 19½ P. 2. Oblt. Thofelt(Schweden) 23 P. 8. Lt. Geonard(USA.) 82 P. 4. Lt. Oban(Ungarn) 39½ P. 5. Oblt. Abba(Italien) 40½ P. 6. Lt. Lemp(Deutschland), 44.; 7. Lt. von Bartha(Ungarn) 54½.; 8. Hptm. de le Court(Belgien) 56½.; 9. Lt. Starbird(USA.) 60.; 10. Oblt. Weber(USA.) 60½.; 11. Oblt. van Geen(Holland) 73½.; 12. Lt. von Boismann(Schweden) 73½.: 18. Hptm. Kettunen(Finnland) 75.; 14. Lt. Gyllenstierna(Schweden) 78½.; 15. Utffz. Bramfeld (Deutschland) 79 P. Die Jouristikftleger in Breslau Am Mittwoch nachmittag trafen im Flughafen Breslau=Gandau in geringen Abständen die am Schlesienflug teilnehmenden ausländischen Sportflieger ein. Lediglich die jugoslawische Maschine hatte wegen Motorschadens den Flug aufgeben müssen. Die Gebrüdex Browaeys(Frankreich) auf ihrer Morane=Maschine kamen wegen Motorschadens mit Verspätung an. Die Touristikflieger wurden von der Führung der Luftsportlandesgruppe 6 begrüßt. Nach neuer Erfrischung im Flughafen=Restaurant und einer Rundfahrt durch die Hauptstadt Schlesiens fand im Rathaus ein Empfang der Gäste durch den Oberbürgermeister statt. Zwel Siege der Norweger in der Fortsetzung der Segel=Olympiade Auf der Außenförde wurden die 2. Wettfahrten der Starboote der=Meter= und der=Meter=.=Klasse, gestartet. Die Boote hatten ihre am Vortage erlittenen Havarien ausgebessert, so daß die einzelnen Klassen in derselben Stärke wie im ersten Rennen besetzt waren. In der Starboot=Klasse kam Deutschland diesmal nur auf den vierten Platz, den ersten nahmen die Schweden für sich in Anspruch. In der=Meter=.=Klasse wurde Deutschland Zweiter, in der=Meter=.=Klasse Fünfter. Hier belegten in beiden Klassen die Norwéger den ersten Platz. Die Ergebnisse der 2. Wettfahrt: Internationale=Meter=.=Klasse: 1. Norwegen, 2,02,50, 12 Punkte; 2. Großbritannien, 2,03,35, 11 Punkte; 3. Schweiz, 2,05,02, 10 Punkte; 4. Schweden, 2,05,14, 9 Punkte; 5. Deutschland, 2,05,21, 8 Punkte; 6. Finnland, 2,06,07, 7 Punkte. Internationale=Meter=.=Klasse: 1. Norwegen, 2,14.20, 10 Punkte; 2. Deutschland, 2,15,48, 9 Punkte; 3. Schweden, 2,16,29, 8 Punkte: 4. Graßbritannien, 2,17,08, 7 Punkte; 5. Italien, 2,19,32, 6 Punkte; 6. Finnland, 2,19,34, 5 Punkte. Internationale Starklasse(2. Wettfahrt): 1. Schweden, 2,01,51, 12 Punkte; 2. Holland, 2,02,48, 11 Punkte; 3. Großbritannien, 2,03,17, 10 Punkte; 4. Deutschland, 2,03,42, 9 Punkte; 5. Amerika, 2,03,59, 8 Punkte; 6. Türkei, 2,04,57, 7 Punkte. Empfang ehemaliger GlympiaSieger im Berliner Rathaus Es war in der Tat wie Ritter von Halt sagte, eine glückliche Idee, die Männer, die einstmals olympische Ehren für ihr Vaterland errangen, anläßlich der XI. Olympiade in Berlin zusammenzurufen. Der Staatskommissar der Hauptstadt Berlin, Dr. Lippert, hatte die Festräume des Berliner Rathauses zur Verfügung gestellt für den festlichen Empfang der OlympiaSieger der Olympischen Spiele von 1896 bie zu den Winterspielen 1936. In der Vorhalle wurden die-Klympia=Kämpfer durch Karl Ritter von Halt, Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg und Staatskommissar Dr Lippert begrüßt. Den Zug eröffnete der Marathon=Sieger von 1896, der Grieche Luis, und dann folgten in langer Reihe die Kämpfer der folgenden Olympiaden. Halt BegrüNamen derer Im Sitzungssaal sprach Ritter von ßungsworte. Es sei ihm unmöglich, all die zu nennen, die hier vertreten seien. Er grüße sie symbolisch in der Person des ersten griechischen MarathonSiegers von 1896, des Trägers der ersten Goldenen Olympia=Medaille. Als besonders frische Erinnerung möge allen Anwesenden ein Filmstreifen dienen. der in kurzen Ausschnitten durch die Olympischen Spiele von Chamonix, Amsterdam und Los Angeles führe. Zu dem anschließenden zwanglosen Beisammensein im großen Festsagl erschienen auch der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf Baillet== Latour, und zahlreiche Mitglieder des JOK., Reichssportführer von Tschammer und Osten sowie Generalsekretär Dr. Diem. Donnerstag, 6. August 1936 Votek uns Gesierreig Regreien Ungarn und Regupten im olumpischen Juß6allturnier geschlagen Polen— Ungarn:0(:0) Das Olympische Fußballturnier nahm am Mittwoch im Post=Stadion mit dem Kampf Polen— Ungarn vor 6000 Zuschauern seinen Fortgang. Durch ihren schußgewaltigen Sturm kamen die Polen zu einem sicheren und auch in dieser Höhe verdienten Sieg über die ungarischen Amateure, die damit aus dem weiteren Wettbewerb ausscheiden. In der 31. Minute gelang dem polnischen Halblinken God der Führungstreffer, und zehn Minuten später glückte dem gleichen Schützen nach einem Fehler der ungarischen Verteidigung das zweite Tor. Als in der 17. Minute der zweiten Halbzeit der ungarische Halblinke Berczes mit einem polnischen Spieler zusammenprallte, mußte er mit einem schweren Bluterguß vom Platz getragen werden. In der 44. Minute faustete der ungarische Torwart einen scharfen Schuß ins Feld, wo ihn der Pole Wodarz erwischt und zum dritten Tor einschießt. Oesterreich— Aegypten:1(:0) Nach dem unerwarteten Ausscheiden der Schweden am Vortage im Kampf gegen Japan haben die Spiele des Olympischen Fußballturniers einen größeren Auftrieb erhalten. So fanden sich diesmal im MommsenStadion beim Kampf Oesterreich gegen Aegypten über 5000 Zuschauer ein. Durch die schneidigen Angriffe der Aegypter, die lange Zeit im Vorteil sind, entwickelt sich ein schnelles und äußerst abwechslungsreiches Spiel. Trotzdem kommen die Oesterreicher schon in der vierten Minute zu ihrem ersten Treffer, als bei einem blitzschnellen Vorstoß der scharf gegen die Latte geschossene Ball ins Feld zurückprallt und von Steinmetz eingeköpft wird. Schon nach weiteren zwei Minuten heißt es:0, denn Laudon köpft unvermutet einen Flankenball ein. Nach dem Wechsel greifen die Aegypter wieder forsch an, aber es gelingt ihnen nicht, den Vorsprung aufzuholen. Ein scharfer Schuß von Steinmetz wird zwar von dem ägyptischen Torwart abgefangen, doch rutscht diesem rollt ins Tor. Aegypter durch der nasse Ball aus den Händen und Fünf Minuten vor Schluß erzielen die Dakr den Ehrentreffer. Casmir und Eisenecker in der Vorendrunde Die Florettkämpfe der Männer wurden mit der Zwischenrunde fortgesetzt. 24 Fechter standen sich in vier Gruppen gegenüber. Es wurde recht temperamentvoll gekämpft. Die beiden Deutschen Casmir und Eisenecker lieferten prächtige Kämpfe, jedoch mußte der bislang ungeschlagene Deutsche Meister Casmir von dem Belgier Bourgeignon eine Niederlage hinnehmen. Am Donnerstag vormittag finden die beiden Vorendrunden statt. Mangers Soldene und Olpmpiarekord Deutscklands erster Sieg im Sewichtsieben Leichtathletik: 10.30 Uhr: 400 Meter, acht Vorläufe Dreisprung, Qualifikation(14.00 Meter) Speerwersen, Qualisikation(60,00 Meter) 110 Meter Hürden, 2 Vorentscheidungen Speerwersen, Vorkampf und Entscheidung 400 Meter, 4 Zwischenläufe 1500 Meter, Entscheidung Dreisprung, Vorkampf und Entscheidung 80 Meter Hürden(Frauen), Entscheidung 110 Meter Hürden, Entscheidung (Vorführung Finnland) Siegerzeremonien Fußball:(Vorrunde): 17.30 Uhr: Großbritannten—China(Mommsen=Stad.) 17.30" Peru— Finnland(Hertha/BSC.=Platz) Hockey: 16.30 Uhr: Holland— Schweiz(Gruppe C) 18.00„ Deutschland— Dänemark(Gruppe B) Berlin, 5. August. Wie oft haben Deutschlands„starke Männer“ früher in die Bresche springen müssen, wenn die Leichtathleten versagten! 1928 in Amsterdam war es so und auch 1932 in Los Angeles. Die Leichtathleten verloren in den entscheidenden Augenblicken die Nerven, und da waren es die Ringer und Gewichtheber, die zu jenen Siegen und Plätzen kamen, die uns zu Goldenen, Silbernen und Bronzenen Medaillen auf jenen Olympischen Spielen verhalfen. Nun haben die Leichtathleten die Kampfhärte gefunden, die uns in schwersten Wettkämpfen gegen die besten Gegner der Welt zu aufsehenerregenden Siegen und hervorragenden Plätzen verhalf, aber deswegen haben die„starken Männer“ doch nicht ihre Aufgabe als erfüllt angesehen, sondern sind auch in diesem Jahre wieder mit vorn, das haben sie im bisherigen Verlauf der kraftsportlichen Wettbewerbe bewiesen. Und nun ist uns gar ein olympischer Sieg im Gewichtheben zugefallen, die erste Medaille im Gewichtheben dieser Olympischen Spiele. Rudolf Ismayr, unser Olympiasieger von 1932, hat diesmal seinen Sieg nicht wiederholen können, es hat„nur“ zu einem zweizten Platz gereicht, aber schon ist ein anderer deutscher Athlet an seine Stelle getreten: Joseph Manger, unser prachtvoller Schwergewichtler, hat den Sieg gegen die besten Kämpfer der Welt in der höchsten Klasse des Kraftsports, im Schwergewicht, geschafft. Atemlose Stille senkte sich über die Deutschlandhalle, als die letzte Uebung des Wettbewerbs der Schwergewichtler begann. Joseph Manger lag schon nach der ersten Uebung mit 10 Kilogramm im Vorteil, und es hätte nicht mit rechten Dingen zugehen müssen, wenn unser Schwergewichtler sich einen solchen Vorsprung noch hätte entreißen lassen. Und er verteidigte ihn mit jener Hartnäckigkeit, die wir von diesem prächtigen Kämpfer gewohnt sind, obwohl ihm Psenicka(Tschechoslowakei) und Luhaäär(Estland) außerordentlich hart zusetzten. Aber sie vermochten an dem Sieg des Deutschen nichts mehr zu rütteln. Mit einer Gesamtleistung von 410 Kilogramm behauptete Manger den Sieg vor dem starken Tschechen, der 402,5 Kilogramm zur Hochstrecke brachte. Bei der Verkündung des deutschen Sieges brachen die Zuschauer, die die Deutschlandhalle bis auf den letzten Platz gefüllt hielten, in minutenlangen Beifall aus. Es war Grund zu solcher Freude, denn diese 410 Kilogramm bedeuteten nicht nur den Olympiasieg, sondern gleichzeitig auch einen neuen olympischen Rekord. Ergebnis: 1. Joseph Manger(Deutschland), 410 Kilo(Olympia=Rekord), 2. Psenicka(Tschechoslowakei) 402,5 Kilo, 3. Luhaäär(Estland) 400 Kilo. Bochumer Anzeiger über die Hürden. Mit deutlichem Abstand folgte der federnd laufende, aber zu kleine Japaner Murakami. 8. Vorlauf: 1. Finlay(England) 14,7, 2. Murakami(Japan) 15,3.— Ausgeschieden: Worrall Kanada), Kamanek(Tschechoslowakei), Germill(Südafrika) und Ramirez(Philippinen) in dieser Reihenfolge. Der vierte Vorlauf wurde eine Beute des von Beginn an führenden Amerikaners Staley in 15 Sekunden, zu dem der sich ausgezeichnet haltende Argentinier Lavenas bis zu einem Meter auflaufen konnte. 4. Vorlauf: 1. Staley(USA.) 15,0, 2. Lavena# (Argentinien) 15,1.— Ausgeschieden: Pilbrow(England), Skiadas(Griechenland) und Ling(China). Wegner setzt sich durch. Nun wird der vorletzte Lauf gestartet. Neben dem berühmten Amerikaner Forest Towns steht unser Erwin Wegner auf der Außenbahn. Wird Wegner es schaffen? Es bleibt keine lange Zeit zur Ueberlegung, denn schon fegen die Athleten über die Hürden. Towns reißt die zweite Hürde, aber schon auf halbem Wege hat er einen deutlichen Vorsprung. Er ist so sicher, daß er noch den Kopf wendet, um seine Verfolger zu beobachten— und trotzdem siegt er noch in der schnellsten Vorlaufszeit von 14,5. Unser Wegner kämpft verbissen mit dem guten Oesterreicher Leitner und sichert sich den wertvollen zweiten Rang. 5. Vorlauf: 1. Towns(USA.) 14,5, 2. Erwin Wegner(Deutschland) 15,1.— Ausgeschieden: Leitner (Oesterreich), Kunz(Schweiz) und Shimizu(Japan). Sehr spannend verlief der letzte Vorlauf, bei dem wieder einmal die Zielphotographie das letzte Wort sprechen mußte. Lidman(Schweden) war mit 14,9 der erste, während auf dem zweiten Platz Caldana (Italien) und Ivanovic(Jugoslawien) so dicht zusammenlagen, daß der Unterschied nicht feststellbar war. Das Zielphato entschied zugunsten von Jvanovic. 6. Vorlauf: 1. Lidman(Schweden) 14,9, 2. Ivanovic(Jugoslawien) 15,1.— Es schieden aus: Watson (Australien), White(Philippinen), der stürzte, und Caldana(Italien). Zwei Solömedaillen 15.00 Uhr: 15.15" 16.15„ 16.30„ 17.30„ 17.45„ Weltere Entscheidungen im Sewichtsießen Stoerke und Ssveizene farans Jouny(Regupten) gewann in der Mittelgewichtsklasse Dor Ismaur und Wagner(Deutschlana) für die Schweiz 17.15 Uhr: Deutschland— Ungarn(Gruppe), (Pol.=Stadion) 17.15" Oesterreich— Rumänien(Gruppe), (BSV.=Platz) Moderner Fünfkampf: 9 Uhr: Geländelauf, Entscheidung Fechten: .00 Uhr: Florett=Einzelfechten, Vorendrunde 15.00" Florett=Einzelfechten, Endrunde Der Führer begab sich gegen 18 Uhr in Begleitung von Reichsminister Rudolf Heß und Reichssportführer von Tschammer und Osten vom Olympia=Stadion nach der Deutschlandhalle, wo die Gewichtheber=Entscheidungen im Mittel= und Schwergewicht stattfanden. * In Anwesenheit des Führers begannen in der Deutschlandhalle am Mittwoch nachmittag die Schwerathleten mit der Durchführung des Olympischen Dreikampfes im Mittel gewicht. Der Aegypter Touny serzielte dabei mit 115 Kilogramm einen neuen Weltrekord im beidarmigen Stoßen. Beim dritten Versuch lschaffte er sogar 117,5 Kilogramm, doch wurde die Leistung nur von zwei Kampfrichtern anerkannt. Der Einer der reizvollsten leichtathletischen Wettbewerbe ssind die 110 Meter Hürden. Nur die beiden Schnellsten in jedem Rennen sicherten sich die Teilnahme an den zwei Zwischenläufen. Das verlangte großes Können und letzten Einsatz. Den ersten Lauf gewann mit mäßiger Technik der Südafrikaner Lavery sicher. Dem Griechen Mantikas lagen noch die schweren 400 Meter in den Gliedern. Er wurde nur Dritter. 1. Vorlauf: 1. Lavery(Südafrika) 15,0, 2.'Connor(Kanada) 15,1.— Ausgeschieden: Mantikas (Griechenland), Thomsen(Dänemark), Bosmans(Belegien) und Huruta(Japan) in dieser Reihenfolge. Aegypter beendete den Wettbewerb vor dem Deutschen Ismayr und dem Deutschen Wagner. Das Ergebnis: 1. Touny(Aegypten) 387,5 Kilogramm(Drücken 117,5 Kilogramm, Reißen 120 Kilogramm, Stoßen 150 Kilogramm) 2. Ismayr(Deutschland) 352,5 Kilogramm(Drücken 107,5 Kilogramm, Reißen 102,5 Kilogramm, Stoßen 142,5 Kilogramm) Wagner(Deutschland) 352,5 Kilogramm(Drücken 97,5 Kilogramm, Reißen 112,5 Kilogramm, Stoßen 142,5 Kilogramm) 3. Sechs Vorläufe ü6er 110 Meter Stürden C. Wegner- Deutschianos Stöhnung Willi Welscher ausgeschieden Im zweiten Lauf steht mit Willi Welscher einer der zwei Deutschen am Start. Er liegt auf der dritten Bahn, springt aber viel zu hoch, kommt nicht über den vierten Platz hinaus und scheidet aus. Das Rennen holt sich auf der Außenbahn der farbige Amerikaner Pollard leicht in 14,7. 2. Vorlauf: 1. Pollard(USA.) 14,7, 2. Thorton (England) 15,0.— Ausgeschieden: Langmayr(Oesterreich), Welscher(Deutschland) und Wong(China) in dieser Reihenfolge. In feinem Schreitstil fegte im dritten Vorlauf Englands Meister Donald Osborne Finlay in 14,7 Die Schweiz hat zwei sehr begehrte Goldmedaillen erhalten, die ihr jetzt von dem Internationalen Olymvischen Komitee zugesprochen wurden. Für die beste Leistung auf dem Gebiete des Flugsports erhielt der Oberexperte Schreiber vom Schweizer Aero=Club, der die erste Ueberquerung der Alpen im Segelflugzeug vollbrachte, die hohe olympische Auszeichnung, während dem Züricher Ehepaar Professor Dr. Dyhrenfurt in der Alpinistik für ihre Himalaya=Expedition die Goldene Medaille zugesprochen wurde. Vom Jurf Deauville, 5. August 1..: 1. Lord Derbys Fragrance(W. Mather), 2. Jarana, 3. Sweet Miß.— Ferner: Boethius, Makila, Villanella Blanche de Castille, Nu Tete. Toto: S. 34, Pl. 15, 24, 39. 2..: 1. Miß Pearl Whites Gay Recruit(F. Herve), 2. Aetbella, 3. Champpallon.— Ferner: Rarissimo, Brian Boroimhe, Rochetta, Prignac, Nat. Toto: S. 22, Pl. 22, 13.22. 3..: 1 Baron E. de Rothschilds Turbotin(P. Villecourt), 2. Port de Reine, 3. Tulipier.— Ferner: Blanzac, Margeville, Samovar. Toto: S. 11, Pl. 24, 13. 4..: 1. R. B. Straßbourgers Le Bambino(G. Duforez), 2. Samy, 3. Sponge Cake.— Ferner: Hasparren, Arbois, Kavak, Filiere, Easter Parade, Jessie. Toto: S. 30. Pl. 14, 23, 15. 5..: 1. Baron E. de Rothschilds Channel Fog(E. Bouillon), 2. Cosquilla, 3. Incendiaire.— Ferner: Spartan, Faru, Propos Galant. Dilemne II. Montmirail, Angelita. Toto: S. 38, Pl. 14, 20, 17. 5. August 1..: 1 E. Dilthevs Bronceluster(J. Pinter), 2. Bekassine, 3. Amalaswintba.— Ferner: Sagius, Seydlitz. Toto: S. 48. Pl. 20, 18. Einlaufswette: 106. 2..: 1. G. u. W. Eichholzs Thuribert(E. Wermann), 2. Szegeban, 3. Selim.— Ferner: Faland, Bummelant, Charolus. Toto: S. 67, Pl. 18, 18, 13. Einlaufswette: 456. 3..: 1. E. Dilthevs Nurmi(P. Krug), 2. Adare, 3. Boreas.— Ferner: Nuri, Spielbahn, Anlasser, Irma. Toto: S. 20, Pl. 16. 16, 14. Einlaufswette: 278. 4..: 1. Frl. B. Bauers Reizjäger(K. Broda), 2. Feuerland, 3. Rosenkönig.— Ferner: Doppelsprung, Entbusiast, Gängerin, Musca, Bergland. Toto: S. 20, Pl. 13, 12, 18. Einlaufswette: 48. 5..: 1. Beckers Heidefalke(H. Schmidt), 2. Preisfechter, 3. Asti.— Ferner: Augraf. Genoveva. Toto: S. 13, Pl. 15. 33. Einlaufswette: 94. 6..: 1 Dr. K. Gräfenkämpers Grassittich(M. Schmidt), 2. Ballonpost, 3. Alpha.— Ferner: Römerfahrt, Odenwald, Gräfin Mariza. Toto: S. 43, Pl. 21, 18, 17. Einlaufswette 214. Sieg=Doppelwettte: Heidefalke— Grassittich 72:10. Unsere Voraussagen: Donnerstag, 6. August Strausberg: 1..: Princeß Ronalda— Orsina Taktiker— Juist. 3..: Chartreuse—. Maat. Altdamm— Pamela. 5..: Balilla— Rani II. Tilia— Friedberg. 7..: Cobra— Fiametta. Clairesontaine: 1..: Maunganui—. Dionvsis. Rose Reine— Cadeau. 3..: Antin— Landart. Drina— Ebene. 5..: Marasme— Tanganike. Royal Guard II— Pellegrino. .: .: .: .: .: .: Senitene 190o=Neler Voltäufe Die Deutscken Böttcher und Sckaumburg im Endlauf Die kaum noch zu überbietende glanzvolle Besetzung des Olympischen 1500=Meter=Laufs brachte die Zuschauer schon bei den insgesamt vier Vorläufen in gute Stimmung und Begeisterung. Den ersten Lauf führt der Schwede Ny an. In die letzte Runde geht eine aus fünf Läufern bestehende Spitzengruppe mit Ny, dem Deutschen Böttcher, Cunningham,, Jgloi. Der Schwede wird von dem Amerikaner Cunningham stark getrieben. Böttcher heftet sich an die Fersen seiner Gegner, läßt sich taktisch klug mitziehen. Obwohl er eingeschlossen in der Innenbahn liegt, kommen der Ungar Igloi und überraschend auch der Finne Teileri nicht mehr heran. Böttcher hat sich dadurch als Dritter die Teilnahme am Endlauf erkämpft. Ny und Cunningham gehen im toten Rennen mit:54,8 Minuten durchs Ziel..7# z.#.2 1. Ein hervorragendes Feio in auch im zweiten Lauf zusammen. Der blonde Neuseeländer Lovelock liegt zunächst eingeschlossen im Rudel. Eingangs der letzten Runde macht er sich jedoch frei und schießt zu dem führenden Engländer Cones auf, der noch zu beachten sein wird. Er erreicht Venzke(USA.), und in fast einer Linie zerreißen die drei das Band. Mit Matileinen scheidet hier schon der zweite Finne aus. Venzke erreichte die Zeit von:00,4 Minuten vor Cones und Lovelock.„„.„7 1 zeitt.n 6 Der Deutsche Mehlhose halr im dritten Lauf das von dem Tschechen Hosek vorgelegte Temvo lange mit. Als jedoch nach 1200 Meter die Entscheidung durch den an der Spitze liegenden Italiener Beccali fiel, fiel er auf den 7. Platz zurück. Beccali gewann, hart getrieben von dem Ungarn Szabo, in:55,6. Der Kanadier Edwards entriß bei den letzten Metern dem Engländer Graham noch den dritten Platz. Im letzten Lauf lernte man in dem Amerikaner San Romani einen der weiteren Klasseleute jenseits des großen Teiches kennen. Bis zur letzten Runde lag er an vorletzter Stelle weit hinter dem Felde. Aber dann schien er Flügel zu bekommen. Mann für Mann holte er mit schönen, weitgreifenden Schritten auf. An der Spitze spurtete der Franzose Goix aus allen Kräften und siegte in der besten Vorlaufzeit von:54,2 Minuten vor Romani(USA.) und dem Deutschen Meister Fritz Schaumburg, der stets vorn lag und sich von dem Amerikaner ins Ziel führen ließ. Der dritte Finne Hartika hatte hier nichts zu bestellen, so daß Finnland zum erstenmal nicht in der Entscheidung des Olympischen 1500=MeterLaufs vertreten ist. Auch die große englische Hoffnung Wooderson enttäuschte und endete im geschlagenen Felde. Die Ergebnisse: 1. Vorlauf: Ny(Schweden):54,8 Minuten Cunningham(USA.):54,8 Minuten Böttcher(Deutschland):54,9 Minuten 2. Vorlauf: Venzke(USA.):004 Minuten Cones(England):00,6 Minuten Lovelock(Neuseeland):00,6 Minuten 3. Vorlauf: Beccali(Italien):55,6 Minuten Szabo(Ungarn):55,6 Minuten Edwards(Kanada):56,8 Minuten 4. Vorlauf: Goix(Frankreich):54,0 Minuten Romani(USA.):55,0 Minuten Schaumburg(Deutschland):55,2 Min. Seite 13 Nr. 182.„ Bochumer Anzeiger“, Donnerstag, 6. August 1936 Orinz Sickenbart! Von 90. G. Ein Lied von Ließ und Freud aus einer Längst vergangenen Seit Eine alte Geschichte ist es, daß Backsische über ihre Pflichten anderer Meinung sind, als ihre Eltern. Ein Wildfang, wie er im Buche steht, war die Komtesse Erika von Buchlitz— ein„Enfant terrible“ im wahren Sinne des Worts. Für sie gab es auf dieser schönen Welt nur eine einzige Leidenschaft, auf dem Rücken eines Pferdes durch die Gegend traben.— Reiten, reiten und nochmals reiten; das schien ihres Lebens Inhalt zu sein. Wenn man ein übermütiges junges Mädchen ist und noch dazu gern reitet, vergißt man seine Schulbücher, verzichtet auf alle Wissenschaft und Bildung und geht lieber— um die Schule herum, als ins Klassenzimmer. Das Abgangszeugnis war auch danach.— Turnen sehr gut, alles andere gerade genügend! Erikas Eltern waren entsetzt. Sie beschlossen, ihre Nichte in eine strenge Zucht zu geben und dazu schien ihnen Onkel Eusebius und die gestrenge Tante Eulalia— die beiden Eulen“ wie sie Erika nannte— auf dem Gute Klein=Eckersdorf am geeignetsten. Mit Onkel Eusebius hatte die Komtesse bald Freundschaft geschlossen, hatte sie doch bald heraus, daß er stark unterm Pantoffel der guten Tante Eulalia stand. Mit der Tante indessen war jedoch nicht so gut Kirschen essen. Erika trotzte und bockte, aber was half das? Tante Eulalia gab den Ton im Hause an, und dieser Ton war weniger herzlich, als rauh. Endlich kam man auf einen Ausweg. Man wollte für Erika eine passende Freundin suchen. Die Wahl fiel auf Lotte, die Tochter des Oberförsters Fink, die in der ganzen Gegend als eine wohlerzogene, vernünftige junge Dame galt. Ob sie diese Eigenschaften, die man ihr zuerkannte, auch wirklich besaß, war eine Sache für sich. Jedenfalls fanden sich die beiden jungen Mädchen sehr schnell und waren in ganz kurzer Zeit ein Herz und eine Seele. In der Nähe von Klein=Eckersdorf lag das Jagdschloß des Prinzen Heinrich. Der Prinz,war dort mit m kleinen Gefolge während dieser Zeit zu einem kurzen Besuch abgestiegen. Mit ihrer Vorliebe für Pferde und Reiten hatte Erika bei Tante Eulalia nicht die geringste Gegenliebe gefunden. Ein Pferd— man hatte gesagt, ein Tier— gu besteigen, war ihr strengstens verboten worden. Sie kümmerte sich indessen wenig darum und kletterte eines schönen Morgens auf das fetteste Schwein, das gerade auf dem Gutshofe herumlief. Lustig ritt sie auf diesem ungewöhnlichen Reittier unter großem Hallo im Hofe herum. Entsetzt und voll Zorn wollte Tante Eulalia ihre Wut gerade über die übermütige Nichte auslassen, als sie plötzlich den Prinzen mit einigem Gefolge vorüberreiten sah. Sie stand mitten auf dem Misthaufen und mitten in ihrer Schimpferei verstummte sie urplötzlich, in einem tiefen Hofknicks zusammensinkend. Erika wunderte sich, was das wohl zu bedeuten hatte, aber schnell flüsterte ihr die Tante zu:„Da draußen reitet der Prinz vorbei!". Dabei zeigte sie auf eine Gruppe von Reitern, die dem seltsamen Schauspiel auf dem Hofe belustigt zusahen. Erstaunt hielt Erika an und hielt den Hofmarschall, einen etwas komisch wirkenden Herrn mit einem Knebelbart, für den Prinzen. Von diesem Augenblick an hatte der„Prinz“ seinen Namen weg. Nur noch„Prinz Zickenbart" nannte ihn Erika. Auch Prinz Heinrich hatte Erika gesehen und versuchte nun, die Komtesse kennenzulernen. Endlich machte er ihre Bekanntschaft auf eine Art, die Erika nicht ahnen ließ, wer der eigentliche Prinz sei. Da diese nun nicht wußte, wen sie vor sich hatte, machte es ihm Spaß, das junge Mädchen irre zu führen. Er stellte sich als Forstassessor Jungblut vor. Der Adjutant wurde in das Geheimnis eingeweiht. Der wiederum vertraute sich Lotte Fink an für die er schon eine ganze Zeitlang schwärmte, und die kleine Försterstochter, die ebenfalls in ihren Adjutanten sterblich verliebt war war sofort mit in dem Komplott. Erika ahnte nicht, wem die Neigung ihres Herzchens galt. Aus dem Spiel wurde Ernst, und aus dem Flirt wurde in kurzer Zeit eine ehrliche, tiefe Zuneigung zu dem angeblichen Forstassessor Jungblut. Der Prinz und sein Adjutant wurden von den beiden jungen Mädchen bald zu allerlei übermütigen Abenteuern veranlaßt. Das öftere Verschwinden des Prinzen mit seinem Adjutanten erweckte aber Verdacht. Ein Hofklatsch entspann sich— eine Intrige. Man war außer sich— man versuchte, hinter diese neueste Liebschaft seiner Hoheit zu kommen; aber ohne Erfolg. Liebe macht erfinderisch. Selbst der Hofmarschall, der sonst mit einer guten Nase begabt war, konnte nichts erfahren und Erika verstand es meisterhaft, Versteck zu spielen. Inzwischen hatte der Prinz beschlossen, seinen Aufenthalt auf dem Schlößchen zu verlängern und als Abschluß einen Ball zu arrangieren. Auch in Onkel Eusebius und des Oberförsters Finks Haus flatterten eines Tages die Einladungskarten. Ball beim Prinzen— Hofball— das war wenig nach Erikas Sinn. Schnippisch verzog sie die Nase, als ihr Tante Eulalia davon freudestrahlend Mitteilung machte. Aber wenn sie sich auch über diesen Ball ärgerte, so ließen ihr die vielen Vorbereitungen und die heimlichen Rendezvous mit dem Mann ihrer Liebe kaum Zeit zum Nachdenken. Außerdem lag ihr gar nichts daran, den alten, langweiligen„Prinzen Zickenbart“ kennenzulernen. Tante Eulalia dagegen aber duldete keinen Widerspruch. Sie hatte das Zepter in der Hand und Erika mußte in den sauren Apfel beißen und den Ball des Prinzen besuchen, ob sie wollte oder nicht! Seide, zum Kleide passend. Indeß, was nutzt alle Schönheit, wenn der Schuh drückt. Kaum konnte sie noch stehen. Humpelnd schlüpfte sie in einen kleinen Saal, neben dem großen Festsaal, um wenigstens für einen Augenblick den drückenden Schuh ausziehen zu können. Aber das Schicksal wollte es, daß sie gerade dort denjenigen traf, dem ihr Herz gehörte, den Forstaffessor Jungblut. Aber war das wirklich ihr Forstassessor? In großer Uniform mit einer Anzahl Orden auf der Brust, feierlich aussehend, stand er vor ihr, den sie bis dahin nur in dem schlichten Jagdanzug kannte. Ihr schwindelte, schwarz wurde es vor ihren Augen. Was sollte das bedeuten? Sie wußte nicht mehr, was sie denken sollte. Der Prinz beruhigte sie jedoch und meinte belustigt, daß sein Freund, der Adjutant, die Sache so geschoben hätte. Da schmetterten die Hörner. Das Zeremoniell nahm seinen Anfang. Unter einem Vorwand suchte sich der Prinz zu entfernen. Aber Erika versuchte, ihn zurückzuhalten. Eine Stunde mit ihm allein sei für sie viel mehr wert, als der ganze Klamauk da drinnen, wo sie sich nur von dem dämlichen„Prinzen Zickenbart“ angaffen lassen müßte. Der Prinz lachte laut, aber er stand dennoch auf, die Pflicht rief. Auch Erika mußte nun wieder in den großen Saal hinüber und dort stellte sie zu ihrem Schrecken fest daß der, den sie für den Prinzen bis dahin gehalten hatte, nur ein Hofmarschall war. Beim Nahen des prinzlichen Gastgebers starrte sie in ein ihr wohlbekanntes Gesicht. Was für eine fürchterliche Ueberraschung! Beschämt und niedergeschlagen eilte sie hinaus. Dabei verlor sie ihren schönen hellblauen neuen Seidenschuh, den sie in der Eile vergessen hatte wieder zuzuknöpfen. Der Prinz war ihr sogleich gefolgt. Ganz geknickt fand er sie in einer Ecke des Wintergartens, kaum wagte sie, den Blick zu ihm zu erheben. Da überreichte er ihr den verlorenen Schuh, und während er ihn ihr trotz ihres Widerstrebens wieder anzog und vor ihr niederkniete, hielt er zärtlich den Blick auf die kleine Komtesse gerichtet.„Wie im Märchen von Aschenbrödel“, meinte er lächelnd,„das kleine Aschenbrödel bekam ihren Prinzen!“ Weinend stammelte Erika Worte der Liebe und VerDer große Tag kam heran und wenig erfreut stand jzeihung, bis sein Mund den ihrigen verschloß. die auf das Erscheinen; Der Hofball von Klein Eckersdorf aber endete mit einer Sensation, die noch lange das einzige Gespräch des Dorfes blieb: Komtesse Erika von Buchlitz und Prinz Heinrich von Hohenessen=Weimarsdorf empfehlen sich als Verlobte. Erika unter all den Leuten, vir auf vas Erscheinen des Prinzen warteten. Zahnschmerzen sind schlimm— wenn neue Schuhe drücken, ist es viel schlimmer! Erika hatte sich neue Schuhe kaufen müssen. Ganz zart blau in wunderbarer Keeines Silelnis in grofser Stadt Von Wiekelm Zückner Im Getriebe der Großstadt verliert sich der einzelne oft zu sehr. Die Beziehung von Mensch zu Mensch, wie sie im freundnachbarlichen Verkehr der Landstädter zum Ausdruck kommt, fehlt fast vollständig. Kaum kennt der eine den andern, und was Glückes oder Unglücks im Nebenhause erlebt wird, weiß man nicht. Und doch geschieht es zuweilen, daß unser Denken und Sinnen plötzlich an einen Menschen gefesselt wird, dessen Dasein uns bisher unbekannt war. Ich hatte ein erschütterndes Erlebnis dieser Art. Zur Kenntnis des Lesers sei mitgeteilt, daß ich einen Blumenladen besitze. Er liegt mitten im brausenden Verkehr nur wenig Häuser einwärts von der Hauptstraße. Neulich, die Stadt schöpfte tief Atem in der Ruhe der Mittagspause, sehe ich einen kleinen Jungen vor dem Schaufenster meines Geschäfts stehen. Er drückt nach Kinderart sein Näschen an der Glasscheibe platt; aber seine Augen wandern unruhig und prüfend von einer Vase zur andern. Das Kerlchen kämpft mit einem Entschluß. Merkwürdig, wie man das seinem Gesicht ablesen kann! Der Kleine zählt höchstens fünf Jahre. Ich räume gerade die Theke ab, da steht er vor mir. „Nun, Bübchen?" „Verkaufst du Rosen, Tante?“ „Ja, mein Junge.“ „Wie teuer?“ Ich bemühe mich, ernst zu bleiben:„Dreißig Pfennig das Stück.“ „So teuer?“ „Wieviel Geld hast du denn?" Er hatte die ganze Zeit über die kleine Faust in der Tasche geballt. Nun holt er sie heraus, öffnet die Hand, die vom Spielen schmutzig ist, und vier Groschen kleben an ihrer Fläche. „Dafür gibt es nur eine Rose, mein Lieber. Nimm doch die Veilchen da! Die sind billiger.“ „Nein, ich will Rosen.“ Vor so viel Beharrlichkeit strecke ich die Waffen kaufmännischer Vorteilsrechnung. Vielleicht hat die Mutter morgen Geburtstag, schießt es mir durch den Kopf, und der Kleine hat seine ganze Spardose geleert, um ihr eine Freude zu machen. Sicherlich kennt er kaum Blumen, aber er weiß doch, daß die Mutter Rosen liebt. Sind sie für die Mutter, Bübchen?“ frage ich vorschtig.„„„ sacht din frahDer Kleine nickt. In seinen Augen tacht ein frohes Geheimnis, aber sein Mund bleibt stumm. Gut! Ich will auch ein bischen Freude schenken! „Wenn ich dir drei Rosen für das Geld gebe, bist du dann zufrieden?“ Aufmerksam sieht er zu, wie ich die Blumen aus der Vase nehme. Er scheint zufrieden zu sein; denn ich habe die schönsten Rosen ausgesucht. Er bezahlt und bleibt stehen. Sein Blick haftet am Telephon. „Geht der Rufer auch nach dem Krankenhaus, Tante?“ Ich erschrecke ein wenig. Nach dem Krankenhaus? „Ja, er geht auch nach dem Krankenhaus.“ „Kostet es etwas?“ fragt er. „Ja, natürlich. Liegt denn deine Mutter im Krankenhaus?“ Er nickt. Dann sagt er, wohl im Hinblick auf die Kostenfrage langsam:„Na, denn...“ Mich faßt Mitleid. „Wollen wir die Mutter anrufen?“ Bübchen strahlt wieder. „Sag ihr, daß ich heute nachmittag komme! Jetzt ist Vater noch auf der Arbeit.“ „Ja, wir heißt du denn?" „Helmut... Helmut... Helmut Koch.“ Ich stelle die Verbindung her. Der Kleine klettert auf einen Stuhl, wohl in der Hoffnung, selbst mit der Mutter sprechen zu können. Die Rosen hat er auf die Theke gelegt. Das Krankenhaus meldet sich. Es dauert etwas, bis die Abteilung festgestellt worden war, in der Frau Koch liegt. Dann spricht eine Schwester. Helmut Koch?. Ja, was sollen wir ihm sagen?“ Helmut wird ungeduldig. Er will endlich mitreden dürfen. „Es ist schon zu Ende, Helmut,“ sage ich,„die Mutter schläft. Aber die Schwester hat gesagt, du sollst nur mit dem Vater kommen.“ Der Kleine ist enttäuscht. Er klettert vom Stuhl. Mir geht es weh durch die Seele. Ich greife einen vollen Strauß weißer Rosen und lege sie Helmut in den Arm. „Aber es waren doch rote, die ich gekauft habe,“ sagt er. „Die roten sollst du auch noch haben.“ Nun ist er draußen, der Kleine. Die Rosen fest im Arme haltend, läuft er, was er kann. Soviel Rosen! Armer, kleiner Helmut! Du wirst die Blumen der Mutter nicht mehr geben können. Sie kann nicht mehr lächeln, wie sie tat, wenn du ihr ein kleines Opfer brachtest, ein Opfer des Gehorsams, ein Opfer des Verzichts, wenn du ihr von deinem Lieblingspudding gabst, den sie ganz allein für dich gekocht hatte. Zum ersten Male wirst du erleben, daß man dein Opfer nicht annimmt, das du mit brennendem Herzen bringst. Du wirst nicht mehr... Du wirst nie mehr... Oh, es ist bitter! Wie wirst du es ertragen, du tapferer, opferwilliger kleiner Kerl! Sonnenbrand oder gesunde Bräunung? Schnell braun werden ohne SonnenGrand— das ist die Kunst! Und doch ist es leicht, wenn Sie Nivea-Creme oder-Ol beninzen! Nivea förden die Bräunung, wehn dem Sonnenbrand und macht„natürlich braun“. 11) Anna Constanza wandte sich unwillig ab: „Das Ding da ist ekelhaft. Ich kann es nicht anlehen.“ August ging auf sie zu und packte sie an der Hand: „Nicht so schnell und leichtfertig, meine Liebe! Wollen Sie mir den Unterschied zwischen uns beiden erklären, zwischen dem, der wie ein König aussieht, und dem, der einer ist?" Die Frau sahn ihn mit ihren dunklen Augen staunend an. Wollte er sie nur prüfen, oder wußte er wirklich keine richtige Antwort auf seine Frage? August nahm ihren Blick unsicher an, ihre Augen wuchsen für ihn zu immer größer werdenden Rädern, mit verschwimmender Tiefe. Er preßte ihre kleine Hand; ihre Berührungsflächen wurden heiß, aber von seiner, nicht ihrer Glut. „Ich dachte bisher“, sagte sie schließlich,„Ew. Majestät hätten— ein Herz!“ „Das Ding hat, im Unterschied zu uns, kein Herz!“ stammelte August, glückselig über seine Geliebte,„aber es trägt die Krone von Polen. Was sagt du dazu, kleiner Brühl?“ Brühl hatte mit angesehen, wie man mit Klugheit und Takt die Gnade seines Königs gewann, dessen Hand von Gott berufen war, all die Gaben auszuteilen, nach denen sein Ehrgeiz verlangte: „Was liegt schon an der Krone von Polen. wenn Ew. Majestät die Krone der Klutur erringen! Denn die Kronen werden eingeschmolzen, aber die Werke bleiben, die ihre Träger weckten und schufen.“ August faßte mit seiner bebenden Hand, in die Locken Brühls, bog sein Gesicht zurück, daß er von oben seinen Blick auf ihn legen konnte, wie die Sonne auf ihr Gefilde. „So will ich dir die Krone des Lebens geben— heißt es irgendwo in der Heiligen Schrift. Kennst du die Bibel? Betest du manchmal, Junge, für dich und deinen König?" „Es bleibt mir nichts anderes übrig, Majestät.“ August warf den Kopf zurück mit dem Zucken seiner Augenbrauen, die Geste, die seine Erregung verriet. Sein vergrößertes linkes Auge leuchtete auf, das rechte hielt er fest geschlossen: „Man schicke den Schweden die zwei Pfund Gold, die diese Krone wiegt. Kronen sind zum Einschmelzen da. Wir haben entdeckt, daß wir ein Herz haben und die Anwartschaft auf ein unvergängliches Reich, von Gottes Gnaden aller Künste König. VII. Das Jahr, in dem die Schweden in Sachsen Quartier nahmen, brachte eine Ernte, die in Jahrzehnten nicht wieder so voll und reich gefallen ist. Trotz der 30000 Mäuler mehr, die zu stopfen waren, und die besonders guten Appetit entwickelten, herrschte an Lebensmitteln Ueberfluß. Der Scheffel Weizen stieg nicht im Preis, sondern fiel, nicht krisenartig, nein, innerhalb der Grenze, die ein gesundes, aber nicht drängendes Angebot immer noch hält. Die bereits damals im Kurfürstentum Sachsen wohlgepflegte Statistik errechnete für 1704 einen Preis von 6,14 Mark, für 1705/06 aber nur von 4,72 Mark für den Scheffel Weizen. 1707 kostete er schon wieder 4,77 Mark. In den Herbstnächten breitete sich die dem Wein und Obst günstige Nebeldecke über das Land. Die Wachtposten froren erbärmlich und verkrochen sich in wärmende Scheuern, zumal sie ganz überflüssig waren. Kein Sachse dachte an einen Schuß oder Stich aus dem Hinterhalt. Morgens zögerte die Sonne, aber gegen Mittag wurde die Nebeldecke heller, das Grau verfärbte sich zu leichtem Blau. In halber Höhe des Himmelsbogens erschien ein brandiger Glutball, ein brennender Sternnebel. Die Ränder schmolzen immer mehr ab der Kern wurde dichter und bestimmter. Noch ehe die Mittagsglocken anschlugen, stand die Sonne klar und sicher am Himmel und brannte ihren Kuß auf die letzten Aepfel und die Trauben im Elbtal, die man zur Spätlese hängen ließ. Der gleißende Mantel des Lichts schleifte über die Elbwasser. Ein Tag war golden wie der andere, das Fruchtjahr nahm kein Ende. Die Wetterpropheten unkten, so könne es nicht weitergehen, aber sie behielten unrecht, es ging so weiter. An der Dresdner Elbbrücke lag die Staatsgaleere des Königs. Die Ruder wurden nicht von angeschmiedeten Sklaven geschlagen. Die Ruderer wurden abwechselnd von den Gardereitern, Schweizern oder Arkebusieren gestellt. Das Kommando war sehr beliebt, denn mit kleinen Schlägen, die zwar im Einsatz genau stimmen mußten, aber keine besondere Kraftanstrengung erforderten, ging es Tag für Tag nach Pillnitz hinauf. Wenn der König nicht mitfuhr, dauerte es noch eine halbe Stunde länger, weil die Galeerenmänner sich nicht sonderlich zusammennahmen, sondern ab und zu einen Apfel hervorzogen und trotz der sächsischen Flüche des Steuermannes hineinbissen. Unter dem Staatswimpel mit gekreuzten Schwertern machte das lange, die halbe Elbbreite einnehmende Boot vor der Gondelbrücke in Pillnitz fest. Die Ruder wurden hochgerichtet und die Trommel gerührt. Im großen Schloßhof begannen die Wasser zu springen, so hoch, wie die anstoßenden Berge das Gefäll lieferten. Die Herbstsonne streute ihre Strahlen in die zerstäubernden Bögen, daß sie farbenprächtiger leuchteten als bei großem Feuerwerk. Auf der Terrasse über der Elbe war die Tafel gedeckt. Man war nicht mehr in der Haupt= und Residenzstadt mit dem unvermeidbaren Zeremoniell. Pillnitz zählte trotz seiner 300 Zimmer als Lustschloß, die Dienerschaft war darauf eingerichtet, daß der Herr Launen hatte. Es konnte sein, daß er in einer Viertelstunde sein Ballett in ungarischen Kostümen Csardas tanzen ließ. Dann wurde nur Tokaier getrunken, aus dem Braten sofort ein Gulasch gemacht. Weißkäse mit Paprika und gehackten Zwiebeln aufgetragen. Die Zigeunerkapelle war stets in Pillnitz zur Hand. Die sehnsüchtigen, nicht endenwollenden Töne des Primgeigers bohrten sich ins Gemüt und ließen die Rührungstränen überfließen. Die Hämmerchen des Kylophons kribbelten an den Nerten und das dumpfe Taktzupfen der Bässe verführte die Füße und Hände zu Tanz und Klatschen. Oder der König befahl ein italienisches Lied. Die gezogenen Tön= des Zigeunergeigers gerannen dann sofort zu endlosen Tonmakkaroni. Aus bauchigen Lederschläuchen wurde Chianti in geschliffen Glaspokale gegossen; die Sonnenstrahlen blitzten wie Dolchklingen im roten Blut. Diesmal waren die Kammermusizi ihrer Sache aber ganz sicher. Bratschen und Flöte waren schon gestimmt. Se. Majestät hatten den Klavieroirtuosen Bach, Johann Sebastian, nach Pillnitz befohlen, um am Abend ein Wettspiel mit dem Franzosen Marshand auszutragen. Der König hätte es gern gesehen, wenn der als Organist in Arnstädt angestellte Meister dem Franzosen den Ruf des schnellsten Klavierspielers seiner Zeit streitig gemacht hätte. Sie kannten ihren König; wenn er abends wohltemperiertes Klavier hören und beurteilen wollte, ließ er sich nachmittags nicht durch Ungarn oder Italiener die Ohren trunken machen. Außerdem hatte der König gerade als Gäste in Pillnitz zwei Leipziger ThomasSchüler wohnen, Jakob Thomas, der wie sein Vater in Leipzig lebte, und Gottfried Wilhelm Leibniz, der an den großen Höfen, die auf Geisteskultur Wert legten, herumreiste und wohl der Träger des größten Namens seiner Zeit war Der Vage Brühl, der beste Philosophieschüler der Ritter=Akademie, verehrte ihn in seinem Fach mehr als seinen starken König. Er hätte es niemandem anvertraut, hatte in diesem Punkt ein schlechtes Gewissen. August geleitete die Gräfin Hoym selber in die für sie hergerichteten Papageienzimmer, deren Wandschmuck aus einer Federtavete bestand; das Bett war wie ein Nest aus Rohr geflochten. Ostasiatische Vasen waren an diesem Einfall schuld die in den Gemächern aufgestellt waren. Der Hofmarschall von Senffertitz wollte dem König das Geleit abnehmen, aber August bestand darauf. „Der Hofprediger Freiersleben vom Oberkonsistorium erwartet die Frau Gräfin, zwecks Einvernehmen im schwebenden Scheidungsprozeß.“ „Muß es heute sein und hier?" begehrte August auf. „Der Herr von Hoym hat es so haben wollen, um nicht in Dresden diesen Kummer zu erleiden.“ August lenkte ein:„Immerhin, je eher, desto besser.“ Der Hofprediger hatte sich seine Fragen säuberlich aufgeschrieben und eine gründliche Ermahnung zurechtgelegt. Als er den König eintreten sah, entfiel ihm Manuskript und präparierter Text. Anna Constanze trat auf den Abgesandten des Konsistoriums zu, das für Scheidungssachen zuständig war. Das Blut schoß ihr in die Wangen, ihre Brust hob und senkte sich, als wollte sie die Rubinspange sprengen, die ihr August geschenkt hatte. „Berichten Sie dem Konsistorio, Herr Oberhospre= diger, daß ich nie wieder mit meinem Mann zusammenleben will. Die Vorwürfe, die er mir wegen Verweigerung der Beiwohnung macht, sind richtig. Aber ich stehe davon nicht ab. Lieber will ich mich totschlagen lassen. August lächelte. So gefiel sie ihm. Im Zorn sie unwiderstehlich. Freiersleben fand seine Fragezettel und die Fassung wieder. Eine verstockte Seele reizte ihn. „Wenn Sie auf diesem Standpunkt beharren, werden wir Sie als böswillige Verlasserin Ihres Gatten scheiden müssen und Ihnen allein alle Schuld am Zerreißen des Ehebundes geben.“ „Es kann mir auf der ganzen Welt nichts lieberes widerfahren", rief Anna Constanze. Freiersleber, verschoß seinen letzten Trumpf. „Nur Iyr Mann wird dann wieder eine Ehe eingehen dürfen. Dem Schuldigen bleibt das Sakrament für immer verschlossen.“ Ein Schatten senkte sich über Anna Constanzes Antlitz. Sie schaute zu August hinüber. August wude unruhig, nahm ihre Hand, küßte sie: „Es ist der schönste Tag meines Lebens" „Eine geschiedene Hoym, die nicht mehr heiraten darf!“ wiederholte Anna Constanze. „Meine Liebe— schlagen Sie sich diese Sorge aus dem Kopf. Wir löschen den Ihnen verhaßten Namen aus. Mein kaiserlicher Vetter wird Sie zur Reichsgräfin erheben, zur Reichsgräfin.. Welcher Name ist Ihnen aus Ihrer Jugend der liebste? Wählen Sie.“ „An Cosel habe ich meine schönsten Erinnerungen.“ „Also werden Sie Reichsgräfin Cosel. Seyffertitz — lassen Sie von dem neuen Knallwein die Korken lösen, den man uns aus der Champagne geschickt hat. Wir wollen heute sehr fröhlich sein. Freiersleben, wollen Sie sich durch Ihren Auftrag nicht vergrämen. Essen Sie mit.“ „Ich bin indisponiert, Ew. Majestät, bitte mich zu entschuldigen.“ August wurde übermütig, kehrte sich nicht weiter an den pflichtbewußten Griesgram, nahm Anna Constanze wie ein Federspiel auf den Arm und trug sie mit seinen langen, schweren Schritten zurück auf die sonnendurchwärmte Terrasse. Der Küchenmeister von Seyffertitz glaubte seinen Eifer, dem König zu gefallen, an diesem Tag besonders geschickt beweisen zu können. August hatte sich bei einem früheren Aufenthalt sehr lobend über ein paar Handgriffe für Messer und Gabeln aus chinesischem Porzellan geäußert, die er in Leipzig gekauft hatte, und in Pillnitz manchmal zum Frühstück benutzte. Es waren aber zu wenig, um eine ganze Tafel damit zu decken.(Fortsetzung folgt.) Seite 14 Nr. 182. 7 Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 6. August 1936 Nachrichten aus Groß=Bochum A Kleine Mneldungen aus den=Siadnenen Stadtteil Linden=Dablbausen Kinderschützenfest. Endlich war es so weit. Schon seit Beginn der Ferien freuten sich die Kinder der Lewackerstraße auf das aroße Schützenfest, das in jedem Jahre von ihnen gefeiert wird. Groß und klein nahmen an den Vorbereitungen teil. Als König hatte man sich Heinz Bödde erwählt, Elly Stepuhn wurde von ihm als Königin auserkoren. Man hatte sich für die Feier sogar ein eigenes Zelt gebaut, und da die Erwachsenen an der Ausstattung halfen, wurde ein herrlicher Festraum gebaut. Nach dem Kaffeetrinken vertrieb man sich den Rest des Nachmittags mit allerlei fröhlichen und unterhaltsamen Spielen. Das schönste Erlebnis des Tages wurde jedoch der Fackelzug, den man zum Abschluß der Feier am Abend veranstaltete. Gartenkonzert. Der MGV.„Eintracht" Dahlhausen, der bekanntlich am 19. Juli in den Anlagen des Vereinshauses ein Gartenkonzert veranstalten wollte, hut das Gartenkonzert nun auf den kommenden Sonntag verlegt. Hoffentlich hat er besseres Wetterglück! Stadtteil Stiepel Auch in Stiepel geht es weiter vorwärts Nachdem die Sandfuhrstraße, in der Nähe der Zeche„Kart Friedrich“, vollständig neu instand gesetzt ist und mit Bürgersteigen versehen wurde, wird nunmehr auch die Surkenstraße eine neue Straßendecke. erhalten. Hier und da sieht man von Privaten neue Wohnhäuser errichten, die das Ortsbild immer geschlossener machen. Stadtteil Weitmar Schützenfest in Weitmar. Das Schützenfest in Weitmar=Mark und=Neuling wird veranstaltet mit der RSG.„Kraft durch Freude". Verbilligte Eintrittskarten sind bei den Dienststellen der DAF. zu haben. Hausabbruch an der Kohlenstraße. Die Erbreiterungsarbeiten an der Kohlenstraße machen gute Fortschritte. Das zweistöckige alte Wohnhaus bei der Eisenbahnbrücke muß nun auch das Zeitliche segnen. Mit dem Abbruch des Hauses wird in Kürze begonnen. Erdarbeiter haben bereits die Fundamente freigelegt. Stadtteil Wiemelbausen Eine weitere Asphaltstraße im Ehrenfeld. Die Drusenbergstraße, Teil vom Bülowplatz bis zur Hunscheidtstraße, die bisher noch eine Schottereindeckung aufwies, wird jetzt bis zu ihrer Einmündung in die Hunscheidtstraße in eine Asphaltstraße umgewandelt. Stadtteil Laer Zusammenkunft der Vereine. Der Mitarbeiter des Hilfsfonds für den Deutschen Sport lädt sämtliche Vertrauensmänner aller Vereine unseres Ortsteils zu einer Zusammenkunft auf Freitag abend um 20 Uhr im Lokal Paul Schuth, Wittener Straße 457(früher Witwe Möller) ein. Stadtteil Langendreer In hohem Alter. Schuhmachermeister Franz Wohlau, Uemminger Straße 39, vollendete in bestem Wohlbefinden sein 70. Lebensjahr. Reichsbund der Körperbehinderten. Im Lokale„Zur Post“ fand am Mittwoch nachmittag eine Versammlung des Reichsbundes der Körverbehinderten, Ortsgruppe Langendreer, statt. Zu der Versammlung waren nicht nur die Körverbebinderten, sondern auch die Unfallbeschädigten sowie die Eltern und Erzieher körverbehinderter Kinder erschienen. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand ein Vortrag über„Aufgaben und Ziele des Reichsbundes der Körverbehinderten". Fahrt ins Blaue. Ein voller Erfolg war die diesjährige Fahrt ins Blaue der Sportvereinigung Langendreer 04. Ein bequemer Autobus führte die Mitglieder ins Sauerland, dessen Schönheiten auf die in bester Stimmung befindlichen Fahrtteilnehmer großen Eindruck machten. Stadtteil Werne 80 Jahr alt. Frau Witwe Karl Vocke, Werner Hellweg, feierte ihren 80. Geburtstag. Krieger= und Landwehrkameradschaft. Auf dem Schießstand der Kriegerkameradschaft, Bataillon BochumWerne, auf dem Gelände der fruheren Zeche„Vollmond“, herrscht augenblicklich lebhaftes Treiben. Die Vorbereitungen zu dem Schießen um die Wanderkette des ehemaligen Kreis=Kriegerverbandes Bochum=Land, das Ende des Monats stattfindet, sind in vollem Gange. Am Samstag, 1. August, hielt auch die 1. Kompagnie Werne ein Uebungsschießen ab. Hierbei wurden von den besten Schützen folgende Ergebnisse erzielt: Adolf Sommer 70 Ringe, E. Wilhelm 69 Ringe, W. Krämer 68 Ringe, E. Krapf jun. 68 Ringe, H. Hagedorn 67 Ringe, K. Sprave 67 Ringe. Der Durchschnitt von 68,2 ist bereits ein beachtliches Ergebnis. Das große Ereignis. Mit großem Eifer wird an der Städtischen Badeanstalt gearbeitet, wo die ersten Arbeiten für die Beschaffung von Plätzen durch Tribünen in Angriff genommen sind, damit bei dem internationalen Schwimmen eine große Anzahl Zuschauer untergebracht werden kann. Stadtteil Gertbe An alle Körperbehinderten der Ortsteile BochumGerthe, Hiltrop=Bergen und Harpen. Am Samstag, 8. August. 19.30 Uhr, findet im Lokale Kalthoff, Lothringer Straße, eine Versammlung der Körverbehinderten der genannten Ortsteile statt. Alle Körverbehinderten sollen und müssen erkennen, daß der RBK. die einzig anerkannte Fachorganisation für sie ist. Jedem Körverbehinderten im RBK. werden jederzeit in allen Fragen der Fürsorge usw. kostenlos Rat und Auskunft erteilt. Der RBK. führt, in Erfüllung seiner ihm gestellten Aufgaben einen großzügigen Plan durch, um neue Möglichkeiten einer Arbeitsbeschaffung für Körverbehinderte zu erschließen, unter Berücksichtigung der durch die Behinderung bedingten besonderen Umstände. In den Versammlungen der einzelnen Gruppen wird den Mitgliedern Anregung und Belehrung durch besonders gehaltene Vorträge vermittelt. Kameradschaftsabende sollen durch Freude die Kraft jedes einzelnen stärken. Eine Hauptaufgabe des RBK. ist auch die Erfassung der körverbehinderten Jugend. Das Selbstbewußtsein der Jugend soll durch geistige Schulung und Berufsertüchtigung gestärkt und gekräftigt werden. Es ist deshalb für die Eltern körverbehinderter Kinder sowie auch für die Jugenderzieher eine zwingende Notwendigkeit, den Versammlungen beizuwohnen, um sich dadurch ein Bild zu machen, was der RBK. will und soll. Kinderfest der Straßenbahner. Durch freundliche Unterstützung der Verwaltung der Westfälischen Straßenbahn wurde es ermöglicht, daß der Betrieb Gerthe für die Gefolgschaftsmitglieder und deren Angehörige insonderheit kleine Sommerfeste aufziehen konnte. Das für Mittwoch nachmittag im Hiltrover Volkspark geplante Kinderfest wurde wegen der unbeständigen Witterung in den Saal des Wirtes van de Pawert verlegt. Dieses tat der Freude der 150 Kinder, die sich mit ihren Eltern eingefunden hatten, keinen Abbruch. Sehr reichhaltig und abwechslungsreich war die Ausgestaltung, an der die als Spatzmacher verkleideten Berufskameraden der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn ihren Hauptanteil hatten. Auch der Spielmannszug der Westfälischen Straßenbahn stellte sich in den Dienst der Kleinen. Kinder und Eltern erlebten einige recht frohe Stunden. Die Verwaltung Aus Westfalen und Rheinland wurde durch Direktor Holschmacher und Prokurist Müller vertreten, die dem Fest der Kinder lange beiwohnten. Jedes Kind wurde mit Kakao und Backwerk bewirtet und bekam auch noch etwas Naschbares. Mit einem Fackelzug schlossen die Kinder ihren Feittag ab. Stadtteil Harpen uge schwer verletzt. Der Volksgenosse Ludwig Grüner Wea 15, erlitt auf seiner Arbeitsstelle Aug Sch., Gruner Weg einen Unfall, durch den das rechte Auge so verletzt wurde, daß seine Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich wurde. Terthepser der einer Schieparung Ahaus, 5. August. Ein Unglück, das ein im besten Mannesalter stehendes Menschenleben als Opfer forderte, ereignete sich Samstag nachmittag gegen 4 Uhr in Gronau. Die Gebrüder Fritz und Gerhard Beckmann von hier waren auf einem Kornfeld im Schöttelkotter Hook mit dem Aufstellen von Roggengarben beschäftigt. Als plötzlich ein heftiger Regenguß einsetzte, suchten die beiden Gebrüder Schutz in einem nahgelegenen Weideviehstall. Mittlerweile fiel ein Schuß, wobei die Kugel die Hose des G. streifte. Als die beiden, überrascht von diesem Vorfall, aufstanden, fiel ein zweiter Schuß, der dem G. Beckmann, wohnhaft Becker Hook, zum tödlichen Verhängnis wurde. Eine durch die dünne Blechwand dringende=Millimeter=Kugel traf ihn oben ins Herz. Er starb auf dem Wege zum Evangelischen Krankenhaus. Er hinterläßt Frau und drei ZumWenmatei=Schatzensent ..-Muthherr Nachdem die Schmuckstücke des Bürger=Schützenvereins 1896 Weitmarmark und=Neuling schon in den Schaufenstern von Lutz und Wischermann ausgestellt waren, sind sie jetzt im Schaufenster von H. Kowertz, Karl=Friedrich=Straße, zu sehen. Das Hauptinteresse gilt natürlich dem stattlichen Königsvogel, der nun auch mit der Königskette bekleidet ist. Die Fahnen des Vereins, Pokale und Birkemeier, sind geschickt aufgebaut, es fehlt auch nicht das Bild des Führers und der vom verstorbenen Reichspräsidenten 1933 gestiftete Pokal nebst Bild mit eigener Unterschrift. Das Fest wird am 8. und 9. August die ganze Bevölkerung auf die Beine bringen. Das Programm für die Festtage ist folgendes: Beginn des Festes Samstag, nachmittags 15.30 Uhr Abmarsch vom Festzelt zur Vogelwiese. 16 Uhr Vogelschießen von der Stange in der Nähe des Festzeltes. Um 21 Uhr findet die feierliche Königsproklamation statt, woran sich der Königsball anschließt.— Sonntag um 14.15 Uhr Empfang der geladenen Vereine. Um 15.30 Uhr Paradeaufstellung, anschließend der Festzug durch die Karl=Friedrich= und Markstraße, Steinknapp, Prinz=Regent=Straße, Am Kuhlenkamp, Natorp=, Holting=, Neulingstraße zurück zum Festzelt. Hier findet ein großes Militärkonzert und Tanz statt. Die Musik wird ausgeführt vom Trompeterkorps des Reiterregiments 15 aus Paderborn unter Leitung des Stabsmusikmeisters.— Montag ab 18 Uhr Abschlußfeier des Schützenfestes.— Am Samstag und Montag wird der Musikzug der SA.=Standarte 17 musizieren. Nach dem ersten Offiziersappell ist in den einzelnen Kompagnien des Bürger=Schützenvereins in eifriger Weise exerziert worden, damit es am Tage des Schützenfestes„wie am Schnurchen“ klappt. Die erste Kompagnie unter der Führung von Hauptmann Ewald Lutz hat ihre„Hacken geschmiert", aber auch die zweite Kompagnie unter Hauptmann Ernst Pape, die dritte unter Hauptmann Gustav Wagner und die vierte unter Hauptmann Abbenath sind„in Fahrt". Kinder. Der unglückliche Schütze, der 23jährige Hü. aus der Steubenstraße, hatte sich aus etwa 150 Meter Entfernung den Viehstall als Ziel für seine mit einem Tesching erfolgten Schießübungen ausgedacht, ohne zu wissen, daß sich in dem Raum Menschen befanden. Zwei Kinder vom Auto erfaßt Ein Schüler getötet Wuppertal, 5. August. Dienstag nachmittag wurden in der Heckinghauser Straße ein 7jähriger Schüler und ein 6jähriges Mädchen von einem Personenkraftwagen, der einen haltenden Lastzug mit Anhänger überholen wollte, überfahren. Der Schüler wurde hierbei am Kopfe schwerverletzt und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Dort ist er, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, kurz darauf gestorben; das Mädchen erlitt leichtere Verletzungen an Kopf und Rücken. Aachen ohne Fehlbetrag Aachen, 5. August. In der letzten Ratsherrensitzung machte der Stadtkämmerer Stadtrat Dr. Lürken bemerkenswerte Ausführungen über das Abschlußergebnis des Haushaltsjahres 1935/36. Er stellte fest, daß der ursprünglich vorgesehene Fehlbetrag von 1 354 100 RM. sich um 1 233 683 RM. günstiger stellt. Der noch verbleibende Fehlbetrag von 120 416 RM. wird aus Ueberschüssen und aus Kursgewinnen abgetragen, so daß in Wirklichkeit das abgelaufene Rechnungsjahr ohne jeden Fehlbetrag abschließen konnte. Die Gesamtlage der Aachener Finanzen hat sich gegenüber dem Beginn der Arbeit im Jahre 1933 trotz der schwierigen Verhältnisse in Aachen in stetiger Aufwärtsentwicklung gebessert. politische Leiter der Ordensburg Vogelsang kommen nach Erwitte Erwitte, 5. August. Wie der Kommandant der Reichsschulungsburg in Erwitte, Parteigenosse Joest, mitteilt, werden am kommenden Sonntag in Erwitte 250 Politische Leiter, die zur Ausbildung in der Reichsschulungsburg Vogelsang eingeschult werden, zur Teilnahme an einem Sonderkursus in der Reichsschulungsburg zu Erwitte eintreffen, der sich über die Dauer eines Vierteljahres erstrecken wird. In zwei Tagen 527 Verkehrssünder Dortmund, 5. August. Im Bereich des Präsidialbezirks Dortmund wurden am 2. und 3. August insgesamt 527 Verkehrssünder festgestellt. Es wurden 155 Anzeigen erstattet und 372 gebührenpflichtige Verwarnungen erteilt. Wegen der aus Alkoholgenuß entstehenden unabsehbaren Gefahren entzieht die Polizei jedem Kraftfahrer. der auch nur einmal im alkoholbeeinflußten Zustand im Verkehr angetroffen wird, unnachsichtlich den Führerschein, auch wenn kein Unfall vorliegt. Die Entziehung geschieht für die Dauer; die früher vielfach üblich gewesene Entziehung auf Zeit ist abgeschafft. Die schreckliche Zunahme der Verkehrsunfälle macht überall schärfste Maßnahmen erforderlich. [Menschenleben sind das höchste nationale Gut! Mit dem Motorrad in eine Fußgängergruppe.— Zwei Schwerverletzte. Auf der Straße Borken—Gemen geriet der Reisende Rudolf Bresser aus Borken mit seinem Motorrad in Höhe des Kornhauses aus bisher ungeklärter Ursache in eine Fußgängergruppe. Der 19 Jahre alte Heinrich Franzen aus MarbeckHeiden, der sein Fahrrad an der Hand führte. wurde von dem Motorrad erfaßt und eine Strecke mitgeschleift. Er erlitt einen doppelten Beinbruch. Der Motorradfahrer trug schwere innere Verletzungen davon. Beide fanden Aufnahme im Borkener Krankenhaus. Statt Karten Die glückliche Geburt ihres zweiten Jungen zeigen in dankbarer Freude an Wilh. Monstadt und Frau Elisabeth geb. Becher Gershäuser Hof, Bad Wildungen Land, den 3. August 1936 z. Z. Sophienhaus, Kassel Heute mittag wurde mein lieber Mann, unser lieber Vater und Schwie gervater Wilhelm Bering im Alter von 77 Jahren heimgerufen. In tiefem Schmerz: Familie Wilhelm Bering sen. Familie Wilhelm Bering jun. Bochum, Butzbach, den S. 8. 1936. Wittener Str. 140 Die Beerdigung findet Sonnabend, den 8. August 1936, nachmittags 4 Uhr, von der Liebtrauenstraße, Eche Freigratendamm, aus statt. Die beliebten, vorzüglichen Stadtwunder-Zigarillos 5 Pf. sind ein Genuß für jeden Feinschmecker. Fritz Jansen Brückstraße 48, Kortumstr. 93 u. 23 Familien= Nachrichten aus anderen Zeitungen übernommen— Geboren: Knabe: Herne: Waldemar Rochol(Luise geb. Gaspar). Gestorben: Gelsenkirch.: Ebefrau E. Kulicke 25 Jahre. Wattenscheid: Robert Hasler, 60 Herne: Heinrich Richter, 87 Jabre. Gustav Hellmann, 68½ Jahre. Essen: Karl Eckenbach 59 J. Ottilie Pattberg, 49 J. FamilienAnzeigen finden im„B..“ große Verbreitung SchneilNechglanzpollter für rusböder 1o S 2 Alteste Droserte kortumetr. 9# DrahtGeflechte Gewebe Zäune# Tore7 Stifte Selle Weide- und Stacheldraht/ Zaunpfosten usw. Bochumer Drahtwaren und Gitterbau Buhr u. Birkenfeld Nacht. Fernruf 830 70 Altenbochumer Str. 98 Verlegte meine Praxis von Kortumstraße 17 in das Haus Handelshof Haltestelle Bahnhof Zahnarzt Dr. med. Vordenbäumen Facharzt für Mund- und Kiefererkrankungen Aufo fährt Sonntag, den 9. August Paderborn- Horn—Detmold Fahrpreis.60 RM. Kinder Ermäßigung. Anmeldung Rich. Drews, Bochum, Hattinger Straße 179. Ruf 64013 Ruf 65112 Für Stottwechsel-, Nerven- und innere Krankheiten. Erneuerunge-, Diät- und Fastenkuren Luftbäder! Jede Diätform! Wasser! Kneipp! Pauschalpreisel Prospekt. 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August 1936 Sebftrats Oste7,2 Milliarden RM. Gold in der Welt„gehamstert“. Das Statistische Reichsamt gibt die Golderzeugung der Welt für 1935 auf 2,66 Milliarden Reichsmark anIm ersten Halbjahr 1936 dürfte sie sich weiter auf .40 Milliarden Reichsmark erhöht haben. Die Goldversorgung hält sich also weiter auf Höchststand. Außerdem halten die Goldzuschüsse aus dem Osten an; Indien hat vom Januar bis Mai 140 Milliarden Reichsmark Gold abgegeben, auch aus Italien dürfte weiter Gold abgeflossen sein. Den sichtbaren Goldbeständen der Welt sind aber diese erheblichen Goldmengen nicht zugute gekommen, da die Summen der von den Notenbanken, Währungsämtern und sonstigen Zentralstellen ausgewiesenen Bestände sogar um 1,5 Milliarden Reichsmark zurückgegangen sind. Der größte Teil des verschwundenen Goldes ist zweifellos jenen zentralen Goldreserven zugeflossen, die in einer wachsenden Zahl von Ländern neben den öffentlich ausgewiesenen Beständen der Zentralhank aufgebaut werden. Der wichtigste dieser getarnten Goldbestände ist zur Zeit noch der britische Wahrungsausgleichfonds; sein Goldbestand wird für Mitte 1936 auf 3 Milliarden Reichsmark geschätzt. In anderen Ländern dürften weitere 1,2 Milliarden Reichsmark Goldvorräte getarnt sein. Der Gesamtbetrag des seit 1931 außerhalb Sowjetrußlands und Ostasiens verschwundenen Goldes ist für Ende 1935 auf.6 Milliarden Reichsmark zu schätzen. Bis Mitte 1936 hat sich dieser Betrag gehorteten und getarnten Goldes auf 7,2 Milliarden Reichsmark erhöbt, davon befinden sich schätzungsweise 4,2 Milliarden Reichsmark in den sogenannten Währungsausgleichfonds. Neuer Absatzrekord für Kraftwagen Der starke Auftrieb der Kraftfahrzeugproduktion hat sich auch im neuen Jahr mit von Monat zu Monat steigenden Erzeugungs= und Absatzziffern fortgesetzt. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes in„Wirtschaft und Statistik“ belief sich die Zahl der Verkäufe fabrikneuer Kraftfahrzeuge im ersten Halhjghr. 1936 auf insmunalaufsichtsbehörden, Gemeinden und Gemeindeverbände ersucht werden, den Erlaß des Reichsfinanzministers durchzuführen. Gesellschaften berichten Die Neuwalzwerk AG., Bösperde i. W. wird angesichts des guten Geschäftsganges in 1935/36 wieder einen befriedigenden Abschluß vorlegen und eine Dividende in vorjähriger Höhe(6 Prozent) ausschütten können.— Die Waggon= und Maschinenbau AG., Görlitz, die für 1934/35 an ihre Aktionäre 8 Prozent ausschüttete, wird für 1935/36 eine Dividendenerhöhung vornehmen können. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Dividende diesmal mit 5 Prozent bemessen wird.— Die Capito& Klein AG., Düsseldorf=Benrath, bei der 1935/36 eine weitere Umsatzsteigerung zu verzeichnen war, wird eine Ausschüttung in mindestens vorjähriger Höhe(5 Prozent) vornehmen. In der HV. der Schering=Kahlbaum AG. zu Berlin wurde der Abschluß für 1935 mit 8 Prozent Dividende für die außenstehenden Aktionäre genehmigt und mitgeteilt, daß ähnlich wie die ersten fünf Monate des Jahres 1936 auch der Monat Juni einen günstigen Verlauf genommen hat, so daß mit Vertrauen in die Zukunft geblickt werden kann.— In der HB. der Pfeilring=Werke AG. stellte ein Aktionär verschiedene Anfragen, deren Beantwortung aber abgelehnt werden mußte, da diese Fragen im wesentlichen die Bilanz der Schering=Kahlbaum AG. betrafen. Die Verwaltung beschränkte sich auf die Erklärung, daß die Pleilring=Werke nur durch den Pachivertrag mit der Schering=Kahlbaum AG. zu einer Dividendenzahlung in der Lage seien. Auf Grund dieses Pachtvertrages verteilt das Unternehmen an seine außenstehenden Aktionäre ein Drittel der 8prozentigen ScheringLividende.— Essener Bergwerks=Verein König Wilhelm AGh. in Essen. In der 53, erinnerte der Vorsitzende daran, daß die Gesellschaft im April je 99 Kure der Gewertschaften Wilbelmine Catharina und König Wilhelm an die Bergwertsgesellschaft Tahlbusch(Recklinghausen), verkauft habe. Die Grubenfelder umfassen zusammen 9,1 Maximalselder. Gleichzeitig sei auch der gesamte darüberliegende Grundbesitz von Wuronasroinel zwischen Deutschland und Litauen unterzeichnet alscse escesce cice Klcticke is de esc e. 48 Millionen Reichsmark wurde im Ausland abgesetzt. Das an sich schon beachtlich hohe Produktionsergebnis vom ersten Halbjahr 1935 wurde damit erneut um mehr als ein Viertel übertroffen. Sowohl dem Werte als auch der Stückzahl nach liegt die Produktion im abgelaufenen Halbjahr über der Erzeugung der ganzen Jahre 1932 und auch 1933. Die stärkste Produktionsund Absatzsteigerung weisen Liefer= und Lastkraftwagen auf, von denen über die Hälfte mehr hergestellt und verkauft wurden als in der entsprechenden Vorjahrszeit. An zweiter Stelle in der Produktions= und Absatzzunahme der letzten Jahre steht der Kraftradbau. Erst an dritter Stelle folgt die Produktion von Personenkraftwagen, die im ersten Halbjahr 1936 121 133 Wagen Am 5. August 1936 ist in Berlin im Auswärtigen Amt ein deutsch=litauisches Warenabkommen unterzeichnet worden, das den gesamten Warenverkehr zwischen den beiden Ländern auf der Grundlage der Gegenseitigkeit regelt. Die Zahlungen für den gegenseitigen Warenverkehr werden auf dem Verrechnungswege abgewickelt werden..6.18, Piutragschliahe In dem Hauptabkommen sind beide vertragschließenden Parteien übereingekommen, in Fällen künftiger Schwierigkeiten miteinander in Verhandlungen einzutreten, um eine befriedigende Lösung zu suchen. Das ganze Vertragswerk besteht aus mehreren Abkommen und umfaßt zugleich eine veterinärpolizeiliche Regelung zwischen Deutschland und Litauen, ein Abkommen über die Arbeitserlaubnis der beiderseitigen Staatsangehörigen in ihren Ländern sowie besonders eine umfassende Neuregelung des Grenzverkehrs zwischen Deutschland und Litauen, der bekanntlich seit geraumer Zeit unterbrochen war. Die Verträge sollen baldmöglichst ratifiziert werden. Die zunächst auf ein Jahr abgeschlossenen Waren= und Verrechnungsabkommen werden bereits vom 15. August an, das Grenzabkommen vom 2 5. August an vorläufig in Kraft gesetzt werden. Beide Regierungen begrüßen mit Genugtuung, daß nach schwierigen Verhandlungen ein Vertrag geschlossen worden ist, der für das Wirtschaftsleben beider Länder von Nutzen werden kann. Ueber diese wirtschaftlichen Gesichtspunkte hinaus ist aber das Abkommen beiderseits bewußt vor allem in der Absicht geschlossen worden, dadurch zu einer Entspannung der beiderseitigen Beziehungen beizutragen unr insbesondere die politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu fördern. Kunstwolle in USH. In den Vereinigten Staaten, die Mangel an Wolle und an Baumwolle nicht kennen, ist neben den schon bestehenden Zellwollfabriken jetzt auch eine Fabrik. die Lanatin=Corp. in Newyork, zur Herstellung künstlicher Wolle gegründet worden. Diese künstliche Wolle, die unter dem Namen„Lanatin“ herausgebracht werden soll, wird nach dem„Rossati=Prozeß" aus Jutebastfosern hergestellt. Die Fasern werden in einer eingedickten Sodalösung behandelt und erhitzt, bis sie sich in die einzelnen Stränge trennen und genügend gelockert sind. Mit der italienischen Milchwolle„Lanital“ hat also das neue amerikanische Erzeugnis trotz ähnlicher Namensgebung offenbar nichts gemein. In ihren Laboratorien hat die Firma auch schon fertige Gewebe hergestellt, die zu 60 Prozent aus Lanatin und zu 40 Prozent aus Baumwolle bestehen. 70prozentige Zunahme der Bautätigei 21936 Günstige Gemestralbilanz— Wieder stärkere Krediteinsetzung der öffentlichen Hand Das Statistische Reichsamt übergibt eine Unterbetrug, gegen, 101 424 Wagen im ersten Halbjahr 1685, suchung über die Bautätiskeit in Deurschland in den Bei allen Fahrzeuggattungen hat sich der Auslandsabsatz ersten sechs Monaten 1936 der Oeffentlichkeit, die zeigt, wiederum beachtlich gebessert; er ist verhältnismäßig welchen Aufschwung das Beaugeschäft im laufenden Jahre sogar noch rascher gestiegen als der Inlandsabsatz. 16 prozent Zellwolle vorgeschrieben bei der Herstellung von baumwollhaltigen Wirk= und Strickwaren Nachdem sich die im Februar angeordnete Herstellung mittlerer Baumwollgarne unter Verwendung von 8 Prozent Zellwolle so gut bewährt hat, daß überwiegend sogar 16 Prozent Zellwolle zur Herstellung dieser Garne verwandt worden sind, haben nunmehr die Ueberwachungsstellen für Baumwollgarne und=gewebe und für Seide, Kunstseide und Zellwolle durch eine im „Reichsanzeiger“ veröffentlichte Anordnung allgemein die Verwendung von 16 Prozent Zellwolle in baumwollhaltigen gewirkten oder gestrickten Unterwäschen und Strümpfen mit Wirkung vom 1. November 1936 an vergeschrieben. Ausgenommen ist die Herstellung von Waren unmittelbar oder mittelbar für die Ausfuhr; nichterfaßt ist die Herstellung von Handschubstoffen und von Oberkleidung. Waren für diese Zwecke können also nach wie vor aus reiner Baumwolle hergestellt werden. Die Hypothekenzinssenkung der öffentlichen Körperschaften Der Reichsfinanzminister hatte unter Bezugnahme auf das Gesetz über Hypothekenzinsen vom 2. Juli 1936 die nachgeordneten Stellen ermächtigt, Hypothekenschuldnern des Reiches auf ihren Antrag frühestens vom 1. Juli 1936 an Zinsermäßigung in gleichem Umfang einzuräumen, wie sie den Gläubigern der freien Hand durch das Gesetz über Hypothekenzinsen auferlegt worden ist. Gleichzeitig ersuchte er, in allen Fällen, in denen das Reich Hypothekenschuldner ist, zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Zinssenkung gegeben sind und gegebenenfalls das Weitere gemäß dem Gesetz über Hypothekenzinsen zu veranlassen. Im Ministerialblatt des Reichs= und preußischen Ministeriums des Innern wird jetzt ein Runderlaß veröffentlicht, in dem die Komwelchen Aufschwung pas Baugeschafr im laufenden Jahre genommen hat, nachdem schon 1935 ein Zuwachs erheblichen Umfangs eingetreten war. Obwohl in verschiedenen Gegenden des Reiches ungünstige Witterung die Inangriffnahme und Fortführung von Bauten verhältnismäßig lange verhinderte, waren die Bauleistungen doch beträchtlich größer als 1935. Die Bauanträge in 95 Groß= und Mittelstädten und die Bauerlaubnisse für Wohnungen in Neubauten haben im ersten Semester 1936, gemessen an der entsprechenden Vorjahrszeit. um 66,4 bzw. 73,6 Prozent zugenommen. Bei den Baubeginnen ergab sich eine Steigerung um 73,9 Prozent und bei den Bauvollendungen eine solche um 43.7 Prozent. Dabei ist besonders zu beachten, daß der Ausfall an Umbauwohnungen durch die Neubautätigkeit völlig wettgemacht worden ist. Der vorjährigen Zahl von 24 866 Neubauwohnungen stehen im ersten Halbjahr 1936 45 255 gegenüber, das sind 82 Prozent mehr. Durch Teilung, Umbauten usw. wurden jedoch nur 11 342(i. V. 14 510) Wohnungen fertiggestellt, das sind 21,8 Prozent weniger. Der Anteil der Umbauwohnungen an der Gesamtzahl der dem Wohnungsmarkt zugeführten Wohnungen sank auf 20,0(36.8) Prozent. Der Reinzugang an Umbauwohnungen stellte sich auf 7256(9773). Die Entwicklung im einzelnen zeigt folgendes Bild: 1. Halbjahr Bauerlaubnisse Baubeginne Bauollendungen Bauvollendungen davon mit Mitteln der Kleinsiedlung 1936 62247 52.623 56 597 2 823 1935 35 857 99 265 39376 2 487 Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 5. Aug. usganust ven dilselm Schant, antenenet. Bochum, Bongardstraße 14 Pertlaufende Notierungen 5..1 5. 8. 5. 8. 1 4. 8. Div. Antang Schlue Kasse) Schlus Mühootn Schossch Blü. Krupo Ra.6% Mittelstahl%Ver. St. Rül. Boderve. Dahlbusch St. Diseh. Atient. Disch, Erscl b. Reichebahn 8. Fardeniad. Feldmöhle Felten&Sunlie Geldschmict Harpen„ Hossch-Köln Kall-Aschersl. 112.50 112.50 112.62s112.62 102.873 103 37 99.62 103.00 96.62 103.37103.37 4116.00 117.50 5129.25129.25 8120.50 41131.28132.00 7 6 4 5 103.62 99.62 103.50 128.25 120 50 132.00 123.37123.37/123 501123.12 170.12 170.00189.72170.28 133.25—. 135.28 .45187 82 137 62 118.00120.00 135.75 185.00 3115.00 115 00 5—.— 126.25 135.00 115.00 126.50 103 37 105.37 114.50 129.00 131.50 137.50 117.50118.50 134.50 113.00 126.00 S. 8. 1S. 8. S. 8. oivz. AotanglSchlge Kasse E Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank Rhein, Braunk. Rbein, Stahlu. Rh.-.-Elek. Salzdettorth Schuckert&apo. Siemens&a Hel. Gebr: Stollw. Ver. Stahlw. Westo. Kaufh. Westeregeln Wintershell Zeilst. Waichof otegglschlgel HesselS 311731117.2511T 124115.750 112 25 117.87 198.00 149.50 136.25 178.50 162 00 202.15 112.37 53.25 124.50 125.00 113.00 112. 13111.370 119.09 117 81116.50 196 00 196.00 225.00 149.50 136.00 172.00 113.00 55.59 124.75 225.00 149 37 136.12 55.37 124.25 125.62 125.12 f. 8. schlgoss 228.00 1146.50 1136.25 176 50 162.00159.75 203.00 118.00 112.50111.87 Industrieaktien(Einheitsk.) 55.00 125.50 Baicke Masch. Berg. G. Dahl. V. Sonner 8g..H. Bösp. Wolzw. Braunk Zuk. Oorim. Ritterde. Döss. Hosf.-Br. 9533Masch. 8. Oymnamit ä. od. Eschw. Berg. V. 6las- u. Se, 8. 6löckauf-.46. Gebr. Gosch.46 Iniallesche Salz. lhiochtief 46. IRabelw. Rheyot MKali-Chemie IMölheim Berg Ishein. Metall IRhein, Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl. A6. 80d. Oiv. 0 ISchies-Oefries.5 Nuxe Steinkehlen 1 S. 6. 1 6. 8. Gsid Brief Geld Brietls Garolus M. 5050, 5350,50505350 Const..., 7700 8000 7700 8100s Oestschl. 370 400) 380) 395 Schwerin 4500/4850— Reior. 10700 112001073011230 langd 13500 14000 1370014300 Draunkehlen Trieke.-71.— Gutehloffn 4000 4300 4000 4 300 sonh.10900 1150010900 11500 Michel 139001— 13900.— Veste 10700— 10750—— Beraheren.— 1629—1428 Kall Beienrode 11275/132512701330 Sordach[4300/525049005250 olien-Stadte Siegtr ig asrag zzgobr Wih. 11290013400 12630/13500 Preiverkehr Steinkehlen- u. Braunk.-Heze 1 f. a. 1 4. a. Seid Brief Geid Brief Oiergardt 8700 7050, 6700 7160 Weslislen 990— 900— Sellerh. 85503950|3750 4000 Hallkpxe S. 6., 4. a. Seidh Brief Geic Briefl — 6200— erassschu.. Einigkelt Erichsseg Habigh Reimbold. Hooe. Aiaenburg Marisgl Marie Marie. Mar Neusclist. Rensbach Reicheld. Thöriagen er00 T1006700 — 5800— 2509 27002500 2750 29002800 5500 58005500 290— 280 1100 1600 150 3050 32502975 3050 325029753 5050 32502975 9750 S950 750S 323— 350 420— 420 8400 7100 3550 2700 3950 5390 5 8 8. 8. 90.7 91.7 142.0145.0 157.0156.0 120.0121.0 140.0140.0 15.—. 95.0 97.0 97.2 2950 128.0/127.7 145. 5143.7 128 5 197.0 139.0 145.9 Schleg. Scharp. Waggont.Uerd. Wasserw. Gels. Bankaktien Berin. Hand. 6. com.- u. Pr.-8. lo. Bank u..-6. loreohner Baat Rd.WV. 8b. Cr. 8. Westc. B..-4 9196.0 139.0 1479 .127. 29 850 Colonis Rückv. Gladb. Feuert. Kölg, Hagelv. Köin. Llova.V. Köln. Röckv. ge. Köln. Röckv. Hl. Rentenwerte ls Bhw..-Cr. Shyp. ss Pid. 3. 4. S. 12. 19 97.9 97.0 dto. dto..1 sig dto. dto. S. 11 101. 8101.7 s dto. Gold.-Kom. 1925. 197.—4 85.0 95.0 7½ Wd. Bod. Gpfd.6 S Oto. Em. 3, 9ss2, 14 Freiverkehre-Aktien S. S. e. 4. 127.4 1126.5126.5 101 3101.6 104. 11045 104. 3104.5 127.0121.0 5 90.2— 7600 Vereicherungeahtien 3175 89. 3175 Asch.-Aönch.F 32 1130 1130 31 75 dach, Röckvers 14. 8228.0223.0 23504grispp.., FIA.— 385.0385.0 3350 4Ih.-.Stutig..2/251.0284.0 TAll. u. St..-V. 8. 8 205. 0= 07.6 Colenis,.-.K.4/137.0187.0 Mittelwohnungen(vier bis sechs Wohnräume einschließlich Küche) weiterhin etwas abgenommen, was teilweise darauf zurückzuführen sein wird, daß zahlreiche Einfamilienhäuser, vor allem Kleinsiedlungsbauten, mehr als drei, wenn auch dem Ausmaße nach bescheidene Wohnräume(einschließlich Küche) enthalten. Von hundert errichteten Wohnungen entfielen 1936 44.4(45,7) auf Kleinwohnungen, 51,3(49.1) auf Mittelwohnungen (vier bis sechs Räume) und 4,3(5,2) auf Großwohnungen mit sieben und mehr Räumen. Die durchschnittliche Größe der Wohnungen betrug wieder 3,9 Wohnungen einschließlich Küche. In stärkerem Umfange als im ersten Halbjahr 1935 trat in den ersten sechs Monaten d. J. der Wohnungsbau mit Unterstützung aus öffentlichen Mitteln hervor. Insgesamt wurde in dieser Zeit der Bau von 20 914 oder 46,4 Prozent(i. V. 9227 bzw. 37,2 Prozent) aller in neuerstellten Wohngebäuden enthaltenen Wohnungen unter Zuhilfenahme öffentlicher Kredite gefördert. Das Schwergewicht des Wohnungsneubaus lag wiederum bei den privaten Bauherren. Ihr Anteil an der Erstellung neuen Wohnraums ist allerdings von 69 auf 63 Prozent zurückgegangen. Dagegen haben die gemeinnützigen Baugesellschaften ein Drittel (i. V. ein Viertel) aller Wohnungen erstellt. Bei den öffentlichen Körperschaften und Behörden sank die Bauleistung auf 3,2(6,5) Prozent. Insgesamt wurden in den Groß= und Mittelstädten 18 633 Wohngebäude errichtet, davon 70 Prozent Kleinhäuser mit ein bis vier Wohnungen. 10 598 oder 56,9 (65,7) Prozent waren Einfamilienhäuser. Aus den Mitteln der Kleinsiedlung wurden 2699 Gebäude mit 2823 Wohnungen(plus 13,5 Prozent) errichtet. Die Leistungen im Bau von Nichtwohngebäuden in den Groß= und Mittelstädten waren zum Teil erheblich größer als im ersten Halbjahr 1935. Insgesamt wurden 2641 Gebäude mit 7,3(.3) Millionen Kubikmeter umbautem Raum fertiggestellt, das sind 120,6 Prozent mehr. Der Umfang der begonnenen Bauten übertraf das Vorjahresergebnis um 28,6 Prozent, der der Baugenehmigungen um 29,2 Prozent. 456 Hektar mit daraufstehenden Immobilien an Dahlbusch übergegangen. Der Kauspreis betrage.48 Millionen Reichsmark. Dieser unverritzte Felderbesitz sei überflüssig geworden, da der Stumm=Konzern und die Gewerkschaft Minister Achenbach über genügend Reserveselder verfügten, die gegebenenfalls gemeinsam ausgenutzt werden könnten. Insolge des Verkaufs dieses Kompleres seien Schulden wesentlicher Art nicht mehr corbanden. Der Avschluß mit 9695 Reichsmark Verlust(im Vorjahre wurde ein Verlust von.20 Millionen Reichsmark aus der Rücklage II gedeckt), wurde genehmiat.— Die HV. der Riebeckschen Montanwerke A6. in Halle beschloß devattelos, wieder.2 Prozent Tividende auszuschütten. Ueber das lausende Geschäftsjahr teilte Direktor Dr. Scharf mit, daß sich die Produktions= und Absatzverhältnisse weiter günstig entwickelten. Er hosse, daß im September die großen neuen Anlagen bei Deuben, Schwelerei, Brikeitfabrik und Zentrale, in Betrieb genommen werden Innien. Für die Fabrikation und den Vertrieb des synthetischen Oels, das durch das Stinnessche SteinkohlenExtraktigusverfahren demnächst gewonnen wird, ist die Ruhröl=AG. gegründet worden. Die Gesellschaft, die vorläufig nur ein kleines Nominalkapital besitzt, wird ihre praktische Arbeit wohl erst später aufnehmen. Die Aktien der neuen Gesellschaft werden von der Gewerkschaft Mathias Stinnes und dem Mülheimer Berge werksverein übernommen. Börsen im Verlauf erholt Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf An der Börse haben die Abgaben besonders in Montanwerten nachgelassen und verschiedentlich trat Kaufneigung bervor. Auch die Kulisse schritt zu Neuengagements, so daß auf allen Aktienmärkten bei allerdings ruhigem Geschäft Kurserholungen von durchschnittlich ½ bis 1 v. H. eintraten. Von den Montanaktien gewannen Vereinigte Stahlwerke bei mittlerem Geschäft 1½ v. H. Mannesmann gewannen 1½ Prozent, Klöckner lagen mit plus 1¾ v. im Markt. Rbeinstahl gelangten 3 v. H. höher zur Notis, Am Maschinenmarkt waren Mugg beachtet und zogen ½ v. H. an. Elektrowerte fest. Schückert blieben gut 2 v. H. erhöht gefragt. Ebemiemarkt knapp behauptet. Vereinzelt gingen Farbenindustrie eine Kleinigkeit niedriger um. Gebesserte Nachfrage bestand am Kalimarkt für Salzdetfurth, dagegen verkehrten Wintersball ½, v. H. schwächer. Von den Tonderwerten gingen Berger auf ¾ v. H. höherer Basis um und blieben so angeboten. Wesideutsche Kaufhof bei anfänglich kleinem Geschäst ¼ v. H. fester. Rentenmark: still, Altbesitz ¼ v..“ leichter. Die Kuxenmärkte waren behaupiet bei kleinem Geschäft. Von Kohlenkuren wurden Carolus zu Vortagspreisen gebandelt. Gute Nachfrage bestand für Deutschland, während Constantin und Langenbrahm etwas leichter genannt wurden. Von Braunkohlenkuren waren Gute Hoffnung leicht gebessert. Kalikuxe wenig verändert bei kleinem Geschäft in den elsässischen Werten, die erneut gewinnen konnten. Der Freiverkehr lag gut bebauptet. Von den Kaliaktien notierten Burbach 2 Prozent niedriger. Auf dem Koblenaktienmarkt haben die Abgaben in Bergbau Lothringen nachgelassen. Bei mittlerem Geschäft konnte das Papier 3 Prozent gewinnen. Auch Ewald waren 1½ Prozent fester im Markt. Im weiteren Verlauf machte die Erbolung Fortschritte. Mannesmann und Ver. Stahl konnten noch eine Kleinigkeit gewinnen. Hoesch wurden 2 Prozent höher bezahlt. Wintershall gaben ¼ Pros zent nach. Berliner Börse Die Börse war erbolt und zwar ausgebend vom Montanmarkt, wo nicht nur Rückäuse der Kulisse, sondern zu Anfang auch neue Meinungskäuse des Publikums zu beobachten waren. An den Aktienmärkten betrugen die Besserungen für Spezial= und Sonderwerte 1 bis 1½ Prozent, vereinzelt auch bis 2 Prozent. Montanwerte lagen 1¼ bis 1½ Prozent fester. Die Anleibemärkte lagen weiter ziemlich leblos. Altbesitz abbröckelnd, Reichsschuldbuchforderungen unverändert, ebenso Kommunale Umschuldungsanleihe. Variable Industricobligationen uneinbeitlich. Pfandbriefe und Kommunglobligationen still. Stadtanleiben teilweise freundlicher. Der Verlauf war sehr rubig, die freundliche Tendenz erbielt sich, große Kursveränderungen traten nicht mehr ein: der Schluß war sehr rubig, aber vorwiegend freundlicher. Der Geldmarkt hat den Ultimo überwunden. Tägliches Geld 2½ bis 3 Prozent. Am Devisenmarkt notierten: Dollar unverändert.491, Pfund 12.50(12.495), Gulden 169.20(169.14), französischer Frank unverändert 16.42, Lira unverändert 19,59. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. Die Aktienkurse stiegen gegenüber dem Berliner Schluß vorwiegend um ¼ bis ½ Prozent, weil kleine Aufträge der Bankenkundschaft eingelausen waren. Das Geschäft blied im allgemeinen aber gering, da sich die Kulisse nur schwach beteiligte. Im Verlaufe konnte sich der Handel am Aktienmarkt nicht beleben. Im allgemeinen wurden die Berliner Schlußkurse etwas überschritten. Die Auslandsbörsen Brüssel: Uneinheitlich. Zürich: Ruhig. Mailand: Gut behauptet Wien: Geschäftslos. Newyork: Unregelmäßig. London: Nicht einheitlich. Amsterdam: Teils abbröckelnd. Paris: Abgeschwächt. Getreidegrotzmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 kg * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 5. August: 54.25 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent, Bl.: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz od. Dr.: 148 Reichsmark, Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Fillale Bochum Reichsbankdiskont 4% Combardzinstus%. Einheltskuree Industriswerte Surb K. Elaa C. E. Kö..1 Seicd Brisf Geic 74.0 75.0 123.5126.5 123.5126.0122.0 Srief 78.0 130.0 126.0 .0/181.0 Soech. b 157.0161.0187.0 Hann. K—.——. Hums. 09 1 11.0115.0112.3114.0 tum 67.0 70.0 69.4 72.0 98.0102.0 25.5 99.5 73.0 81.9 75.0 81.0 dortum Cothrig,. Lomt. 6. and.—.—. ausb. ur 68.0—. 89.0 68.0 n. dung 61.0 29.0 97.0 89.0 SIphtlsl 163, A. 18-. 5 wr. Dian. 113.0 116.3/113.0116.0 w. Kogs. 98.5101.5 98.0/101.0 Oxez. Bie 129.0183.0129.0132.5 Steuergutechelne s. 8. 4. 8. „ tullg ab 1..1894—. 103.7 f. 4. 1935.—. 107.7 1. 4. 122—. 11.8 1..19m H12.4112.8 I. 4. 1m. H12. 8112.30 Berliner Börse, 5. August IhCen ee — A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaff. Zeilst. Basal Bayr. Moteren Bemberg Berger Jolius Bergmann El. Berl. Karier. ind. Rr. u. Licht Maschigend. Soderve ccen. Pestr Chem. Geisenk. Ceat Sommi -ier dem Otsch. Atlant. Otsch. Baumwelle " Centi Gas " Kabel Lineieum Steinzeug Tel. u. Rab. Elsanhand. „ 5. 6 19—5 d 62 9 63.86 11.8 213.0 Dittmann Neuh.1 0 67.0—. Oimd. Akt.=Brau. 10173.0 Union-Brau 12 205.7205.2 Dörener Metall Ogekerch. Wiom. 0 39.1 90. 10.7 140.0 95.2 91430 0 140.5 9155.1 9 41170 84 117.3 9117.7 38.6 6 0111.3/110.0 0123.5123.5 Licht u. He 745 4 1845 engelh, Braueral 0. 96.5 97.5 Enzinger Union 6118.9—. 91.7 10.5 .01140.5 87.21 143.0 140.5 155 5 135.5 9— Feisste %a ee. German. Cem. Sot. f. u. Untem. Gldemeister Glach. Wolle Gruschw. Toxtl ranerache 133.5 9 1160 .5/198 0 .3128.2 1325 0130. 9121.0 113.3114.0 -124 9172.5 3172.8 125 9142.0 .3173.0 155.0 145.0 .0141.0 glektr. Lieferg 6142..— 8160.0100.0 6132.0132.0 118.5118.5 ein ggne Drndt Hageda oiamd. Flett. Ihindr.-Aufferm. Hofimann Stäcke 2ficheniohswerke Holzmann Ph. 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September 1936 zu richten und müssen äußerlich den Vermerk gebot auf Lieferung von Fleisch und Backwaren" tragen. Lieferungsbedingungen sind für 50 Pfennig bei der Landesfrauenklinik Bochum zu haben. Der Direktor. Zwangsversteigerung 14 K 108/34. Grundbuch von Hamme, Band IV, Blatt Nr. 237, demarkung Hamme, Flur 18, Nr. 422/157, Acker, Vierhausstraße, groß 1,77 Ar, Flur 18, Nr. 423/107, Straße, Vierhausstraße, groß 0,34 Ar. Einheitswert nach dem Stande vom 1. 1. 1931: 8300 RM. Eigentümer: Architekt Hermann Platt in Bochum. Versteigerungstermin am 17. Oktober 1936, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, Zimmer 52. Das umtsgericht in Bochum. Standard 350 ccm, prima Verfass., w. Dienstpflicht zu verkauf. A. Reuter, Kornharpen, Auf der Prinz Nr. 123. Suche für einen Beamten per sof. 2 Zimmer Wohnung Nähe Wittenerstr. E. H. v. Lienen Fahrzeugfabrik, Wittener Str. 100. HEG.-Tlotor. Wechselstrom, 220/380., .75 Ps, weißes Waschbecken, 27X44 cm, elektr. betrieb. 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Wost Sunndags Du Di mol vergneigen. dann liäse..=Anzeigen! Eintragungen in das Handelsregister des Amtsgerichts zu Bochum Am 1. Juli 1936: steilt Prokurg ist am 17 Nyril 1936 Bei der Firma Peter Knopp, Bochum: Die Firma ist erloschen. HRA. 1410. Am 3. Juli 1936: Bei der Firma Brauerei Moritz Fiege, Bochum: Die Prokura des aufmanns Julius Wiemann, Bochum, ist erloschen. HRA. 216. Am 6. Juli 1936: a) Bei der Firma M. Baltz, Bochum: Die Prokuren des I. Unverzagt und des Karl Spettmann sind erloschen. Dem Kaufmann Wilhelm Arens, Bochum, ist derart GesamtReichrn erien.," Pah. er defah, Wt, Drahtgetlechte, Weldendrähte, Stacheldrähte, Bindedrähte billigst! Grobe Läger Röster& Lönne Drahtwerk Bochum, Redemptoristenstrabe 28/30. Nähe Bahnhof Präsident. u. Wattenscheld. 3/41 Liefer. wagen Pritsche mit fest. Dach, gut erhalt., zu verk. A. Haneke Wanne=Eickel, Telephon 41007. Gut erh. Holz=Kinderbett mit Matr. f.—10jähr. Kind zu kaufen gesucht. N. H. 13661 Anz. 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HRA. 124. b) Bei der Firma Andreas Optelaak, Bochum: Das Geschäft nebst Firma ist auf den Kaufmann Aloys Optelaak, Bochum, übergegangen. HRA. 60. Am 8. Juli 1936: a) Bei der Firma Karl M. Wilhelm, Bochum: Die Firma ist von Amts wegen gelöscht. HRA. 1518. b) Bei der Firma Niggemann& Milke, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Soest, mit einer Zweigniederlassung in Bochum unter der Firma Niggemann& Milke, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in Bochum: Die Prokura des Faufmanns Hermann Heitkamp, Soest, ist erloschen. HRB. 670. Am 11. Juli 1936: Bei der Firma Wilhelm Sussieck, Altenbochum: Die Firma lautet jetzt: Wilhelm Sussieck, offene Handelsgesellschaft. Der Kaufmann Theodor Winkelmann ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die Gesellschaft hat am 1. Januar 1935 begenrggzg. 1861. Am 13. Juli 1936: Bei der Firma„Jamaica", Deutsche Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung in Bremen, mit einer Zweigniederlassung in Bochum unter der Firma„Jamaica", Deutsche Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Zweigniederlassung Bochum: Die an B. H. Hagena erleitte Protura ir um K. Aprik 1930 durch Tod erloschen. HRB. 694. Am 16. Juli 1936: a) Bei der Firma Hermes=Zementgesellschaft Schulze& Co. in Bochum, früher in Dortmund: Die Gesellschaft ist aufgelöst. Dr. Anton Hackmann, Wiesbaden, und Alfred Eltrop, Bochum, sind zu Liquidatoren bestellt. HRA. 2335. b) Bei der Firma Dr. Peter Güttes, Chemikalien— Laboratoriumsbedarf, in Bochum: Die Firma ist auf den Kaufmann Herbert Güttes, Bochum, übergegangen. HRA. 2188. Am 23. Juli 1936: a) Bei der Firma Bochumer Dampffärberei und chemische Waschanstalt Julius Galluschke, Bochum: Dem Diplomvolkswirt Julius Galluschke, Bochum, ist Prokura erteilt mit der Maßgabe, daß er berechtigt ist, die Firma gemeinschaftlich mit dem Gesellschafter Boleslaw Maciejewski oder mit der Prokuristin Frau Maria Maciejewski zu zeichnen. HRA. 551. b) Die Firma Johannes Roel, Fahrradhaus am Rathaus, Bochum, und als deren Inhaber der Kaufmann Johannes Roel, Bochum. HRA. 2629. Am 27. Juli 1936: Bei der Firma Dresdner Bank, Filiale Bochum, in Bochum: Karl Goetz und Samuel Ritscher sind aus dem Vorstand ausgeschieden. HRB. 223. d) Bei der Firma Karl Scheuermann in Bochum: Die Prokuren des Johannes Pfeifer, des Georg Keppler und der Martha Scharpey sind erloschen. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Der bisherige Gesellschafter Erich Scheuermann ist alleiniger Inhaber der Firma. HRA. 435. Am 30. Juli 1936: a) Bei der Firma Haus Vormholz, Grundstücksverwertungs=G. m. b.., Bochum: Kaufmann Franz Koch hat das Amt als Geschäftsführer niedergelegt. HRB. 416. b) Bei der Firma Milchhof Bochum, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Bochum: Die Liquidation ist beendet, die Firma erloschen. 970. 65. .1. Mexico-Perlkaffee hewvorragend im Geschmack u. kräftig in der Tasse, das ½ Kilo RM. Emil Trass Nacht. Kaffeerösterei, Bochum, am Wilhelmsplatz