Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höde in 22 mm Breite.5 P“ leauespreis mit Motenlohn:.35 R M. monatlich oder 108 RM. hald=### dmn Inzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. z— Sartteil NamisienBezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08, RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„hör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dal. Versindert wird, können keine Ersadansprüche gestellt werden. u: Ver. schäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, von 17 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonko Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag, 24. Juli 1936 43. Jahrgang Nummer 171 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: undpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite. 50 Pf. im Textteil, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine Anzeigen(nicht Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Tertteil 10 Pf., Auskunst= und Zisergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 7 gültig, Nachlaßstaffel B.— Schluß der„scpezglgng annahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Unhshunhser neo Gerwvwwrgere...? 30000 Tole m Spultlen?? Roch kein=Entscheirung r— Ein Trppuen Gener=! Malas die Stadt beschossen, so berich=von Alba stehende Palast Lirig und der P Berlin, 23. Juli. Eine Entscheidung ist auch am sechsten Tage des Bürgerkrieges in Spanien noch nicht gefallen. Die Nachrichten der beiden Parteien lauten auch heute genau so widerspruchsvoll und tendenziös wie an den fünf Tagen vorher. Von Bedeutung für uns Deutsche ist besonders die nachstehende Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros aus Barcelona. Sie lautet: Die Militärgruppe ist in Barcelona durch bewaffnete Bolschewisten zurückgeschlagen worden. Die Regierungstruppen sind nach Saragossa abtransportiert worden, um dort eingesetzt zu werden. Die Polizei und die Guardia civil, durch tagelange Beanspruchung abgekämpft, sind nicht mehr völlig in der Lage, die Ordnung aufrechtzuerhalten, so daß sich die Verhältnisse zugespitzt haben. So ist es zu Plünderungen und Bränden in Kirchen, mit Ausnahme der deutschen sowie der Kathedrale, gekommen, auch sind Banden in das Büro der Deutschen Arbeitsfront und in die deutsche Schule eingedrungen, haben diese zum Teil ausgeräumt, zum Teil die Einrichtungen zerstört. Ueber Verluste an Menschenleben innerhalb der reichsdeutschen Kolonie liegen jedoch keine Nachrichten Daß die Lage in Barcelona tatsächlich sehr kritisch sein muß, geht auch aus einer Newyorker Meldung hervor. Danach ersuchte das Washingtoner ministerium die American Exportline, dem am Donnerstag in Marseile erwarteten Dampfer„Ereteg. Anweisung zu geben, Barcelona anzulaufen, um die dieser Stadt lebenden Amerikaner an Bord zu nehmen. Die letzten Nachrichten des amerikanischen Konsulats in Barelona haben nämlich im Staatsdepaxzregt, die Befürchtung erweckt, daß die Kriegsschiffe„Orlahoma“ und„Quincy" zu spät eintreffen werden, um den Amerikanern den dringend benötigten ren. Die Lage vieler Amerikaner sei äußerst kritisch geworden. Barcelona bietet bedauernswerten Anblick Reisende, die an der französischen Grenze bei Verpignan eingetroffen sind, erklären, daß die Straß.. von Barcelang einen bedauernswerten Anblick böten. Noch jetzt finde man hier und dort Leichen, die noch nicht fortgeschafft werden konnten. Die erschossenen Pferde würden an Ort und Stelle verbrannt. Die Apotheken seien ohne Arzneien und die Krankenhäuser überfüllt. An verschiedenen Mauern der Stadt sehe man deutlich die Spuren schwerer Kämpfe. In zahlreichen Straßen finde man verbrannte italienische und deutsche Kraftwagen. Man sehe Barrikaden und aufgerissenes Pflaster. Einer der Hauptplätze sei mit Pferdekadavern übersät gewesen. Eine Kirche von deren Turm Schüsse abgegeben worden sein sollen, sei in Brand gesteckt worden. Ein daneben liegendes [Kloster sei in die Luft gesprengt worden. Ein Hotel sei völlig ausgeplündert gewesen. Weiter wird aus Barcelona gemeldet, daß General Gax, der zur Militärgruppe übergegangen war und sich schließlich in sein Landhaus in der Nähe von Barcelona zurückgezogen hatte, von Anhängern der Volksfront ermordet worden sei. Gleichzeitig wird aus Barcelona berichtet, daß eine Gruppe bewaffneter Regierungsanhänger, die sich auf einem Patrouillenritt befanden, von Truppen der Militärgruppe überfallen und vernichtet worden sei. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Bank= und Börsenangestellten von Barcelona und ein weiterer angesehener Gewerkschaftsführer hätten dabei den Tod gefunden. Kämpfe um San Sebastian Der Sonderberichterstatter des DNB in Hendaye meldet: Ueber die Lage in San Sebastian sind an der französisch=spanischen Grenze die widersprechendsten Gerüchte im Umlauf. Hieß es am Vormittag, daß die Truppen General Molas die Stadt beschossen, so berichteten am Nachmittag Offiziere des Grenzschutzes, daß Regierungsartillerie das Kasino von San Sebastian beschossen habe, in dem sich die regierungsfeindlichen Kreise von San Sebastian verschanzt hätten. Aus den Meldungen, die der Sender von San Sebastian verbreitet, ergibt sich, daß die Sendestation noch in den Händen der Regierung is, A Der Vormarsch der Pyrenäen=Truppen des Generals Mola ist seit Mittwoch zum Stillstand gekommen. Die feindlichen Truppen stehen einander bei Endarlaza Gewehr bei Fuß gegenüber, getrennt durch den Fluß Bidassoa, dessen Brücken von den Volksfrontleuten gesprengt worden sind. Die letzten in Hendaye eingetroffenen Nachrichten besagen, daß San Sebastian wieder in den Händen der Regierungstruppen sein soll. Ein Kreuzer der Regierung habe das Hotel Maria Cristino beschossen, wo etwa 150 Anhänger der Militärgruppe sich verbarrikadiert hätten. Ab 14 Uhr habe man jedoch das Artilleriefeuer nicht mehr gehört. Ein spanischer Beamter, der an der französischen Grenze eingetroffen sei, habe erklärt, daß sich General Mola an der Spitze einer starken Abteilung etwa 35 Kilometer von Madrid entfernt befinde. Brvorstehende Ennnähne Maories kündigt General Franco an Nach einer Meldung der französischen Nachrichtenagentur Havas aus Ceuta hat General Franco mit Hilfe eines Radiosenders der Zivilgarde angekündigt, daß die unmittelbare Einnahme von Madrid bevorstehe. Der ständige Sitz des Führers der Militärgruppe bleibe vorläufig. Tetuan. Weiter habe General Franco in einer Kundgebung an die Zivilgarde von ganz Spanien den Einheiten der Garde gedankt für die Hilfe, die sie der Armee bei dem Befreiungswerk Spaniens leisteten. Er hat die Zivilgarde für ihre Aufopferung und Vaterlandsliebe beglückwünscht und wörtlich hinzugefügt: „Unsere Bewegung ist nicht gegen die Arbeiterklasse gerichtet, wie es die Regierung glauben machen möchte. Unsere Bewegung ist nur einfach spanisch und will das Wohl des Vaterlandes und der Familie.“ General Mola zurückgedrängt meldet Madrider Linksregierung dub Madrid, 23. Juli. Die spanische Linksregierung gibt eine Mitteilung heraus, wonach im Verlaufe heftiger Kämpfe, die sich bei Mosierra in der Sierra Guadarrama abgespielt haben, die Regierungstruppen die gegnerischen Truppen des Generals Mola 14 Kilometer zurückgedrängt haben. Ueber 400 Gefangene seien gemacht und zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet worden. Die Regierung teilt ferner mit, daß vier Heeressäulen von insgesamt 6000 Mann auf Saragossa vorrücken und daß die Stadt bereits von Flugzeugen mit Bomben belegt worden sei.— In Madrid treffen unausgesetzt Krankenwagen ein, die Verwundete aus dem Kampfgebiet in die Lazarette der Hauptstadt bringen. Der Finanzminister erklärte, daß die gestrigen Kämpfe in Guadalajara und Toledo die schwersten des ganzen Feldzuges gewesen seien. Die Zahl der Toten und Verwundeten sei sehr groß, da Artillerie und Flugwaffe voll eingesetzt wurden. Volksfront=Terror in Madrid dnb Madrid, 23. Juli. In Madrid, wo am Donnerstag im allgemeinen Ruhe herrschte, sind die Volksfront=Organisationen dazu übergegangen, verschiedene Parteiheime, Klubgebäude und sonstigen Hausbesitz der rechtsstehenden Kreise zu beschlagnahmen. So wurden u. a. der Palast der Schönen Künste, der im Besitz des Herzogs von Alba stehende Palast Liria und, der Palast des Herzogs von Medinaceli durch marxistische Miliz besetzt. Die Rundfunkbesitzer Madrids wurden öffentlich aufgefordert, ihre Apparate auf höchste Lautstärke zu stellen, wenn amtliche Nachrichten durchgegeben werden. Eine Weigerung führt zu sofortiger Verhaftung. Die Madrider Künstlerin Maria Caballo und ihr Sohn wurden erschossen, als sie der Aufforderung der Volksfrontmiliz, von ihrem Balkon zurückzutreten, nicht sofort Folge leisteten. Bemerkenswert ist, daß sich in den Reihen der Volksfrontmiliz zahlreiche Frauen befinden, von denen bereits zwölf gefallen sein sollen. Ein Vertreter des„Intransigeant“ ist in zwölf Stunden von Paris nach Madrid und zurück geflogen. um Bilder von der Lage zu beschaffen. Das Blatt veröffentlicht heute ganze Seiten von Photos aus den Madrider Kampftagen. Es berichtet, daß bei der Montangkaserne 116 Offiziere und 200 Jung=Faschisten mit Maschinengewehren erschossen und ins Massengrab geworfen worden seien. Die auf dem Madrider Flugplatz vorhandenen Flugzeuge des Militärs seien alte Modelle. Die Volksfrontflieger benutzten daher zur Bombardierung ihrer Gegner die schnelleren Verkehrsflugzeuge, die statt der Fluggäste Bomben mit sich führten. Wie Havas aus Madrid meldet, hat die Stadtverwaltung angeordnet, daß alle Lebensmittelgroßhandlungen und alle Lebensmittelläden bis mittags ihre Lebensmittelvorräte angeben, die beschlagnahmt werden sollen. Auch die Kohlenvorräte sind von der Regierung beschlagnahmt worden. Diphel 20000 Tvier and Bordeaux, 23. Juli. Wie die Zeitung„Petite Gironde“ aus Hendaye gemeldet wird, könne man auf Grund amtlicher Erkundigungen die Zahl der Toten in Spanien mit etwa 20000 nennen. Andere Quellen sollen sogar die Opfer der letzten Kämpfe noch höher angeben. Frankreich liefert Waffen dnd Paris, 23. Juli. „'Ordre" beschäftigt sich mit dem Besuch der beiden spanischen Fliegeroffiziere, die wegen Waffenlieferungen nach Paris gekommen sind. Wie das Blatt wissen will, hat die französische Regierung der Madrider Linksregierung zugesichert, ihren Schiffen die Möglichkeit zu geben, in den algerischen Häfen und in Tanger Brennstoff aufzunehmen. Außerdem habe die französische Regierung die Erlaubnis zur beschleunigErster Ens vom Burgertrieg in Spanten Scherl-Bilderdienst Obwohl die spanische Linksregierung die Grenzen völlig geschlossen hat, gelang es, diese Aufnahme aus Barcelona herauszubringen. Das Bild wurde nach den Straßenkämpfen aufgenommen, die sich zwischen Teilen der Militärgruppe und den Bolschewisten abspielten. Es zeigt zwei Pferde, die bei dem Artilleriefener getötet wurden. Lindbergy um Sleder einer Sunkers Hch. Hoffmann Oberst Lindbergh besichtigte gestern die Anlagen des Flughafens Tempelhof(siehe auch den Bericht auf Seite). Am Steuer des größten deutschen Ganz=Metall=Flugzeuges„Generalfeldmarschall von Hindenburg“ unternahm er einen ausgedehnten Flug über Berlin.— Unser Bild at Lindberah am Steuer einer großen dreimotorigen Junkers=Verkehrsmaschine, der er als *. Kenner besonderes Interesse entgegenbrachte gelot Seite 2 Nr. 171, Bochumer Anzeiger 7 Jreitag, 24. Juli 1936 ken Ausfuhr von 25 Bombenflugzeugen, 12000 Fliegerbomben und 15 Geschützen erteilt. „Brüderliche Grüße“ an Spaniens Marristen Solidaritätskundgebung der französischen Volksfront Der Spitzenausschuß der französischen Volksfront der er dem„vornehmen spanischen Volk, das so grausame Prüfungen erleidet, seinen brüderlichen Gruß entbietet". Es folgen dann die üblichen Schlagworte von„faschistischer Reaktion",„Staatsstreichgeneralen“ und die Erklärung, die französische Volksfront hege die stille Hoffnung, daß es dem„spanischen Volk“ gelingen werde, den Sieg davonzutragen. Dann werde„auf dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Boden die soziale Demohat eine Botschaft an das spanische Volk erlassen, in kratie blühen". Incgerreinden gegen=Eönische hersirter Scharfer englischer Protest beim Oberkommissar von Spanisch=Marokko Feuerdrohung gegen spanische Kriegsschiffe dub London, 23. Juli. In Gibraltar wird amtlich mitgeteilt, daß spanische Flugzeuge auf der Höhe von Tarisa, eine Reihe von Bomben über dem britischen Zerstörer ildswan" abgeworfen haben. Obwohl die Bomben in unmittelbarer Nähe des Fahrzeuges explodierten, wurde das britische Kriegsschiff nicht getroffen. Der Zerstörer gab einige Warnungsschüsse ab und kehrte hierauf nach Gibraltar zurück. anb London, 23. Juli. Der amtierende Gouverneur von Gibraltar hat bei dem Oberbefehlshaber und Oberkommissar in Spanisch= Marokko scharfen Protest dagegen erhoben, daß Flugzeuge in Widerspruch zu den internationalen Abmachungen die Festung Gibraltar und deren unmittelbare Nachbarschaft überflogen haben. Die Flugzeuge, gegen die sich der Protest richtet, hatten von General Franco den Auftrag erhalten, die in der Nähe von Gibraltar liegenden drei Kriegsschiffe der spanischen Linksregierung mit Bomben zu belegen. Die Kriegsschiffe, denen in Gibraltar die Einnahme von Brennstoff verweigert worden war, erwiderten das Feuer vertrieben die Flugzeuge, die hierauf über dem Felsen von Gibraltar Schutz suchten. Wie Reuter am Donnerstag vormittag aus Gibraltar meldet, ist den spanischen Kriegsschiffen von englischer Seite mitgeteilt worden, daß die Batterien der englischen Festung im Wiederholungsfalle das Feuer auf sie eröffnen würden. Einbalsamierung des Generals Sanjurjo erbitten die Führer des spanischen Militärs dnb Lissabon, 23. Juli. Die hiesigen Blätter widmen dem tödlich verunglückten spanischen General Sanjurjo spaltenlange Nachrufe. Am Mittwoch nachmittag wurde die Leiche Sanjurjos unter riesiger Beteiligung von Vertretern der portugiesischen Gesellschaft und spanischer Emigranten beigesetzt. Der ehemalige König von Spanien hatte einen Kranz mit einer Schleife in den Farben der Monarchie übersandt. Die Führer des spanischen Militärs haben die portugiesische Regierung um Einbalsamierung des verunglückten spanischen Generals Sanjurjo, gebeten, damit er„an der Spitze der Heeresgruppe Mola beim Einzug in Madrid mitgeführt werden kann". Hun, Machle=kensereig erwunscht Die Londoner Dreier=Konferenz wurde an einem Tage zu Ende geführt Der amtliche Bericht Seutschland=rann stotz sen Oberst Lindbergh im Reichsluftfahrtministerium, im Berliner Rathaus und auf dem Tempelhofer Flughafen anb Berlin, 23. Juli. Im Auftrage des Reichsministers der Luftfahrt, Generaloberst Göring, empfing am Donnerstag vormittag der Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch im Reichsluftfahrtministerium Oberst Charles Lindberg h. Bei diesem Empfang wurde das Programm der Besichtigungen festgelegt, die Oberst Lindbergh während seines Aufenthaltes in Deutschland bei der deutschen Luftwaffe und Luftfahrt durchführen wird. Im Anschluß an den Besuch des Reichsluftfahrtministeriums fand im Haus der Flieger ein kameradschaftliches Zusammensein statt, an dem der amerikanische Geschäftsträger in Berlin, die Militär=, Marine= und Luftattachés der amerikanischen Botschaft und von deutscher Seite die Staatssekretäre Milch und Körner, Ministerialdirektor Dieckhoff vom Auswärtigen Amt, das Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, Vertreter des Propagandaministeriums, der Präsident des Aeroklubs von Deutschland Wolfgang von Gronau, Vertreter der Deutschen Lufthansa und der zufällig in Berlin anwesende Schweizer Flieger Mittelholzer teilnahmen. In herzlichen Worten hieß Staatssekretär Milch im Namen von Generaloberst Göring den amerikanischen Gast und seine Gattin willkommen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gäste schöne Tage in Deutschland verleben und reiche Eindrücke aus der deutschen Luftfahrt mitnehmen mögen. Seinen Dankesworten schloß Oberst Lindbergh ein glühendes Bekenntnis zur Luftfahrt und eine eindrucksvolle Darlegung seiner Gedanken über die zukünftige Entwicklung und über die wesentlichsten Aufgaben der Luftfahrt an. Es war eine Rede, die weit über den sonst üblichen Rahmen hinausging und stärksten Eindruck hinterließ. „Das neue Deutschland zu besuchen", so erklärte Oberst Lindbergh,„ist besonders für denjenigen ein Vorzug, der an den Fragen der Luftfahrt interessiert ist. Der Name Deutschland tritt immer wieder in der Geschichte der Luftfahrt hervor. In der Planung, im Einsatz der Flugzeuge und im Erkennen dessen, was für das Führen der Luftfahrzeuge notwendig ist, hat Deutschland viele Beispiele gegeben, welche die übrige Welt beeinflußt haben. Ich sehe selten eines unserer modernen Verkehrsflugzeuge, ohne an Junkers zu denken; in Bewunderung der Fähigkeit und Voraussicht, die diesen Mann schon vor so vielen Jahren MetallTiefdecker bauen ließ. Sein Geist lebte schon in der Jetztzeit, während die meisten Konstrukteure sich noch über die baulichen Vorteile von Doppeldeckern und die Verwendung von Holz, Stoff und Draht stritten. Es muß für jeden Deutschen ein stolzes Gefühl sein, den „Hindenburg“ und den„Graf Zeppelin“ zu sehen und zu wissen, daß sein Land überlegen und ohne Rivalen auf dem Gebiete„Leichter=als=Luft“ ist. Gewiß hat sich die ganze Welt nie schneller geändert als jetzt, und während dieses Wechsels hat sich nichts schneller entwickelt als die Luftfahrt. Die Luftfahrt hat die grundlegendste Aenderung, die je für einen Krieg entstanden ist, hervorgerufen. Sie hat das zerstört, was wir defensive Kriegführung nennen. Sie hat Verteidigung in Angriff verwandelt. Wir können nicht mehr unsere Nächsten mit einem Heer schützen. Unsere Kulturgüter, überhaupt jede für uns wertvolle Einrichtung, liegen einem Luftangriff offen. Es liegt in unserer Verantwortung, daß wir durch die Weiterentwicklung der Luftfahrt nicht die Dinge zerstören, die wir schützen sollen. Wir haben die alte Verteidigung, die wahrscheinlich in der Vergangenheit die größte Sicherheit für die Zivilisation bedeutete, fortgenommen. Wir sind so schnell vorwärtsgegangen, daß wir der militärischen Taktik die„Luftzeit“ aufgezwungen haben. Auf meiner Reise in Europa bin ich mehr als je beeindruckt von dem Ernst der Situation, die uns gegenübersteht. Wenn ich sehe, daß in ein bis zwei Tagen ein Schaden angerichtet werden kann, den keine Zeit je wieder ersetzen kann, verstehe ich, daß wir für eine neue Sicherheit sorgen müssen, eine Sicherheit, die dynamisch und nicht statisch ist, eine Sicherheit, die in dem Verstand und nicht in der Kraft beruht. Aber in der Tatsache, daß Verstand mit der Luftfahrt verbunden sein muß, finde ich wieder Hoffnung. Es bedarf mehr Vernunft, ein Flugzeug zu steuern, als einen Schützengraben zu bauen oder mit einem Gewehr zu schießen. Die Erziehung, die in der Luftfahrt nötig ist, muß also auch den Wert der zivilisierten Einrichtungen lehren. Unsere Verantwortung beim Schaffen einer starken zerstörenden diese Kraft mit Verstand und Erziehung verbunden und daß wir die Macht von der Unwissenheit weiter entfernt haben. Ich finde Hoffnung in dem Glauben, daß Macht, die mit Wissen verbunden ist, der Zivilisation nicht gefährlich werden wird. Die Verbindung von Kraft und Verstand— das ist die Verantwortung und die Aufgabe der Luftfahrt.“ Oberst Lindbergh folgte nach der Veranstaltung einer Einladung der Stadt Berlin in das Berliner Rathaus, wo er von Staatskommissar Dr. Lippert empfangen wurde. Nachdem er sich in das Goldene Buch der Reichshauptstadt eingetragen hatte, überreichte ihm der Staatskommissar die Olympia=Plakette der Stadt Berlin und die Ehrengabe für die olympischen Gäste den Sonderdruck„Berlin einst und jetzt". Die Anwesenheit des Obersten im Rathaus hatte sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen, und die Berliner Bevölkerung bereitete dem amerikanischen Fliegerhelden beim Verlassen des Hauses begeisterte Kundgebungen. Auch auf der Fahrt durch die Via Triumphalis und zum Flughafen Tempelhof bekundete ihm die Berliner Bevölkerung ihre Sympathien. In Tempelhof war Oberst Lindbergh mit seiner Gattin Gast der Deutschen Lufthansa. Nachdem er die Anlagen des größten deutschen Flughafens besichtigt hatte, lud ihn Direktor Freiherr von Gablenz zu einem Baken=Flug mit einer dreimotorigen„Ju, 52“ ein. Oberst Lindbergh, der neben dem die Maschine steuernden Freiherrn von Gablenz saß, überzeugte sich davon, daß durch das Funkbaken=System die Frage der Blindlandung einwandfrei gelöst ist. Besonders fesselten Oberst Lindbergh die ausgezeichneten Eigenschaften dieses Standardmodells des deutschen Luftverkehrs, mit dem bekanntlich nicht nur 85 v. H. aller deutschen Luftverkehrsstrecken beflogen werden, sondern das auch von einer ganzen Reihe anderer europäischer und außereuropäischer Luftverkehrsgesellschaften verwendet wird. Nach Beendigung des Fluges wurden Oberst Lindbergh die neuesten Verkehrsflugzeuge vorgeführt. Dabei fanden die von der Deutschen Lufthansa in zwei=, drei= und viermotorigen Flugzeugen verwendeten Junkers=Schwerölmotoren sein besonderes Interesse. Diese Motoren werden seit Jahren, und zwar allein im deutschen Luftverkehr, mit größtem Erfolge benutzt. Der amerikanische Gast nahm dann mit den Kameraden von der deutschen Verkehrsfliegerei den Tee, um am Ende seines Besuches selbst einen ausgedehnten Flug am Steuer des größten dnb London, 23. Juli. Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Baldwin begann am Donnerstag vormittag im Hause Downingstreet 10 die Tagung der drei Rest=Locarno= Mächte. Mit Ausnahme des französischen Ministerpräsidenten Blum, der erst gegen Mittag in London eintraf, waren bei der Eröffnung der Konferenz sämtliche Teilnehmer zugegen. Ministerpräsident Blum konnte erst an der Nachmittagssitzung teilnehmen, da die Vormittagssitzung schon beendet war, als er eintraf. Die Nachmittagssitzung begann um 15.45 Uhr. Nach knapp zweieinhalbstündiger Beratung wurde die Konferenz um 18.10 Uhr abgeschlossen. Die amtliche Verlautbarung über den Abschluß der Drei=Mächte=Konferenz hat folgenden Wortlaut: „Die Vertreter Frankreichs, Belgiens und des Vereinigten Königreiches, die in London am 23. Juli zusammengetreten waren sind, indem sie sich der Uebereinkommen vom 19. März, der Vorschläge des deutschen Reichskanzlers vom 31. März und derjenigen der französischen Regierung vom 8. April erinnern, zu folgenden Schlußfolgerungen gelangt: 1. Das Hauptziel, auf das die Anstrengungen aller europäischen Völker gerichtet sein müssen, ist die Konsolidierung des Friedens durch eine allgemeine Regelung. 2. Eine solche Regelung kann nur durch die freie Zusammenarbeit aller betroffenen Mächte erreicht werden, und nichts würde verhängnisvoller für die Hoffnungen auf eine solche Regelung sein als die scheinbare oder tatsächliche Teilung Europas in gegnerische Blocks. 3. Die drei Regierungen sind infolgedessen der Ansicht, daß Schritte unternommen werden sollen, um eine Zusammenkunft der fünf LocarnoMächte zu erzielen, sobald eine solche Zusammenkunft passenderweise abgehalten werden kann. Die erste Aufgabe, die in Angriff genommen werden sollte, ist ihrer Ansicht nach die Verhandlung über ein neues Uebereinkommen, das an Stelle des Rheinpacktes von Locarno treten soll, um durch die Zusammenarbeit aller Betroffenen die Lage zu lösen, die durch die deutsche Initiative vom 7. März geschaffen worden ist. 4. Die drei Regierungen schlagen infolgedessen vor, daß sie mit der deutschen und italienischen Regierung in Verbindung treten in der Absicht, deren Beteiligung an der so vorgeschlagenen Zusammenkunft zu erreichen. Wenn auf dieser Sitzung ein Fortschritt erzielt europäischen Frieden berühren, notwendigerweise zur Aussprache kommen. Unter solchen Umstanden würde es natürlich sein, zu erwarten, daß das Gebiet der Aussprache erweitert wird in der Weise, daß unter der Mitarbeit der anderen interessierten Mächte die Regelung derjenigen Fragen erleichtert wird, deren Lösung wesentlich für den Frieden Europas ist.“ Der olympische Fackellauf Die Fackel in Koziani(Mazedonien) eingetroffen dnb Larissa(Thessalien), 23. Juli. Von Delphi nach Lamia durcheilte die Fackel zunächst die wildeste Bergszenerie, die sich denken läßt. Bei sinkender Sonne wurden die Thermopylen passiert, wo einst Leonidas und seine 300 Spartaner den Heldentod starben. Nach stundenlangem Lauf durch Olivenhaine und Pinienwälder traf die Olympiaflamme am Mittwoch bei Sonnenuntergang in Lamia ein. Hier fand die Feier auf dem Freiheitsplatz statt. In der Hauptstadt von Thessalien, in Larissa, dem nächsten Abschnitt des Staffellaufes, hatte die Feier einen mehr militärischen Charakter. Auf dem Platz des 2. Armeekorps war ein Altar errichtet. Der Läufer wurde von einer Kavallerieabteilung eingeholt und zündete die Flamme auf dem Altar an, während die Militärkapelle die Olympische Hymne spielte. Bürgermeister Asteriades und Professor Karap= teas hielten Ansprachen. Die Redner sprachen von der Bedeutung des Fackellaufes und würdigten mit Begeisterung die Leistungen des neuen Deutschlands. Um.30 Uhr wurde die Fackel wieder aus der Stadt getragen. Zurufe und Glückwünsche der nach Tausenden zählenden Menge begleiteten den Läufer. dnb Koziani(Mazedonien), 23. Juli. Am Donnerstag abend traf der Läufer mit der Olympischen Fackel auf dem Hauptplatz von Koziani ein, wo er von einer riesigen Menschenmenge empfangen wurde. Die Kapelle der 11. Division spielte die griechische Nationalhymne. Danach hielt der Bürgermeister von Koziani eine kurze Rede, Nationaltänze, von mehr als 100 Mädchen aufgeführt, beschlossen die Feier. Auf dem Wege von Larissa nach Koziani wurde die Fackel abermals durch wilde Gebirgslandschaften getragen. Bei Elassona, wo die Griechen im Jahre 1912 den ersten Sieg im Balkankrieg über die Türken werden kann, werden andere Fragen, die den erfochten, wurde die mazedonische Grenze überschritten. Kehihautensturg in Särupest befürchtet über 30 Tote dnb Budapest, 23. Juli. Auf der Rakosei=Straße in unmittelbarer Nähe des Ostbahnhofes stürzte am Donnerstag nachmittag ein vierstöckiges Wohnhaus ein. Bisher konnten vier Todesopfer geborgen werden. Es handelt sich um drei Bewohner des eingestürzten Hauses und um einen Fußgänger. In den Trümmern wurde ferner ein weiterer Toter festgestellt. Seine Bergung war jedoch noch nicht möglich. Weiter sind bis jetzt zehn Verwundete ins Krankenhaus gebracht worden. Die Ausmaße des Unglücks sind noch nicht zu übersehen. Man befürchtet, daß möglicherweise 20 bis 30 Hausbewohner und außerdem noch die zur Zeit der Katastrophe in den im Erdgeschoß befindlichen Geschäften weilenden Personen den Tod gefunden haben. Das Unglück ereignete sich kurz vor 15 Uhr. Ein Polizist, der in der Nähe des Hauses auf Posten stand, beobachtete plötzlich, wie die Mauern ins Schwanken gerieten. Sein Warnungsruf kam zu spät. Schon im nächsten Augenblick stürzte das vierstöckige Gebäude mit Donnergetöse zusammen. Sämtliche Stockwerke des Hauses waren bewohnt. In den Geschäftsräumen im Erdgeschoß, wo Umbauarbeiten vorgenommen wurden, herrschte zur Zeit des Einsturzunglücks reges Leben. Feuerwehren und Sanitätspersonal waren in kurzer Zeit zur Stelle und nahmen gemeinsam mit Pionierabteilungen die Bergungsarbeiten auf. Die Trümmer, die die Straße verschütteten, sollen nach Berichten einiger Augenzeugen auch eine Kraftdroschke vernichtet haben.„ 95., Der Burgermeister und der Polizeichef haben sich sofort an die Unglücksstätte begeben. Kraft wird uns erleichtert durch das Wissen, daß wir Gefangene. deutschen Ganzmetall=Flugzeuges„Generalfeldmarschall von Hindenburg" über der Reichshauptstadt zu unternehmen. Gefängnistore öffnen sich Die Durchführung der österreichischen Amnestie and Wien, 23. Juli. Mit der Durchführung der gestern verkündeten Amnestie der politischen Häftlinge wurde bereits heute morgen begonnen. In allen Strafanstalten Oesterreichs waren schon um 8 Uhr morgens die ersten Häftlinge in Freiheit gesetzt worden. In Anbetracht der großen Zahl von Amnestierungen werden die Entlassungen, die gewisse bürokratische Förmlichkeiten erfordern, erst gegen Abend beendet sein. Vor dem Wiener Landesgericht hatten sich bereits in den frühen Morgenstunden viele Menschen, hauptsächlich Angehörige der politischen Häftlinge, eingefunden. Sie verfolgten mit sichtlicher Spannung und innerer Bewegung den Fortschritt der Entlassungsaktion. Immer wieder ereignen sich rührende Begrütungs= und Wiedersehensszenen. Ein größeres Wachaufgebot sorgt für die Ordnung, doch haben sich nirgends die geringsten Zwischenfälle ereignet. Aehnliche Nachrichten laufen auch aus den Bundesländern ein. So sind z. B. aus der Grazer Strafanstalt Karlau allein 400 Nationalsozialisten, die wegen ihrer parteipolitischen Betätigung verurteilt worden waren und zum größten Teil langjährige Kerkerstrafen vor sich hatten, freigelassen worden. Neben den etwa 5000 politischen Gefangenen, die gerichtlich verurteilt worden waren, gibt es noch etwa ebenso viele politische Gefangene in den Polizeiarresten oder den Konzentrationslagern. Nach der gestern erfolgten amtlichen Ankündigung wird ihre Amnestierung nächste Woche erfolgen. In gerichtlicher Haft bleiben, wie gestern bereits berichtet wurde, noch 224 politische Vorbild„Iltis“ Tagesbefehl des Generaladmirals Raeder an die Kriegsmarine. dnb Berlin, 23. Juli. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, hat den folgenden Tagesbefehl an die Kriegsmarine erlassen: „Am 23. und 24. Juli gedenkt die Kriegsmarine in Stolz und Treue der tapferen Besatzung des Kanonenbootes„Iltis“, die vor 40 Jahren beim Untergang in schwerstem Orkan durch treueste Pflichterfüllung bis zum letzten Atemzuge Vorbild wurde für jeden deutschen Seemann und Soldaten. Wie das Flaggenlied, das die„Iltis“= Besatzung nach Vorgang des Oberfeuerwerksmaates Raehm im Angesichte des Seemannstodes anstimmte, zum Weihelied der Marine geworden ist, so wird der Geist der heldenhaften„Iltis"=Besatzung wie in der Vergangenheit so auch heute und für alle Zeiten den Besatzungen der Kriegsmarine lebendig bleiben.“ Friedrich Ludwig Jahns Ambettung in Freiburg a. d. Unstrut dnd Freiburg a. d. Unstrut, 23. Juli. Als Auftakt zur Einweihung der Jahn=Gedenkstätten in Freiburg a. d. Unstrut am 19. August wurden in der Nacht zum Donnerstag die Gebeine Friedrich Ludwig Jahns von der Altargruft an der Jahn=Turnhalle zu seiner letzten Ruhestätte in der neuen Gruft auf dem Jahn=Ehrenhof oben auf dem Freiburger Schloßberg gebracht. Von der Altargruft an der Jahn=Turnhalle, wo Jahn 1894 von der Deutschen Turnerschaft zum ersten Male umgebettet worden war, ging um Mitternacht unter den Klängen der Freiburger Domglocken der schweigende Zug durch die Straßen der Stadt Freiburg. Hinter dem Sarg marschierte auch der Urenkel Friedrich Ludwig Jahns, Friedrich Quehl. Auf dem Jahn=Ehrenhof fand bei Fackelschein eine Feierstunde statt. Nach dem Turnerlied„Ein Ruf ist erklungen“, hielt Reichsfachamtsleiter Steding die Gedenkrede, in der er noch einmal die Tat und Leistung Friedrich Ludwig Jahns würdigte. Dann wurde der Sarg in die Tiefs gelassen. Werkleute mauerten die Gruft zu, über die ein 28 Zentner schwerer Stein gewälzt wird. Hitler=Jungen übernahmen nach der Feier die Ehrenwache. „Rheingold“ in Bayreuth Der Führer wieder anwesend anb Bayreuth, 23. Juli. Am Donnerstag begann im Rahmen der Bayreuther Festspiele die erste Zyklusaufführung vom„Ring des Nibelungen“ mit„Rheingold". Der Führer wohnte auch dieser Vorstellung bei. Von den führenden Persönlichkeiten des Staates und der Partei sah man unter den Gästen die Reichsminister Generaloberst Göring, Dr. Goebbels und Dr. Schacht, ferner den bayrischen Ministerpräsidenten Siebert und den bayrischen Staatsminister Adolf Wagner, den Reichssportführer von Tschammer und Osten, den Botschafter von Ribbentrop und den SA.=Gruppenführer Prinz August Wilhelm von Preußen. Der Zuschauerraum sah diesmal auffallend viel Ausländer der verschiedensten Nationen. Die pausenlose Aufführung fand am Schluß herzlichen Beifall. Leni Riefenstahl aus Griechenland zurück dub Berlin, 23. Juli. Am Donnerstag abend traf Leni Riefenstahl, die mit der Herstellung des Olympia=Films beauftragt ist, nach siebentägigem Aufenthalt in Griechenland auf dem Flughafen Tempelhof mit dem Olympia=Sonderflugzeug ein. Sie schilderte das außerordentliche Entgegenkommen der griechischen Behörden und die Begeisterung, mit der der Gedanke des olympischen Fackellaufs in ganz Griechenland ausgenommen worden ist. Als die gewaltigsten Eindrücke bezeichnete sie die echte und ursprüngliche Sympathie, die das griechische Volk bei jeder Gelegenheit für Deutschland bekundet habe. Straßenbahnerstreik in Nancy. In Nancy(Frankreich) ist in den Morgenstunden des Donnerstags der Generalstreik unter den Straßenbahnangestellten ausgebrochen. Noch immer ernste Lage in Palästina. Der englische Kolonialminister Ormsby=Gore gab auf Befragen im Unterhaus zu, daß die Lage in Palästina noch immer ernst sei. Gewalttätigkeiten, Schießereien, Unterbrechung der Verbindungslinien, Gefährdung der Oelleitungen usw. seien nach wie vor an der Tagesordnung. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rud. Foest, Kommunalpolttik und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schmidi, Gerichtsdienst und Briefkasten: i. V. Dr. Karl Baals. SportHans Hornberg, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt Berlin=Karlsvorst, Dönhoffstraße 19. Anruf Karlshorst 0340 Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe, BerlinCharlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf O 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum, Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 7 gültig, Nachlaßstaffel B.— DA VI. 36 über 26 300. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Seite 3 Nr. 171 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 24. Juli 1936 Bochumer Nachrichten A. 50 bei den Bauern in Ostpreußen Links: Ein Vertreter des Arbeitsamtes erkundigt sich bei den Bochumer Landhelfern nach deren Wohlergehen Rechts: Wenn man auf dem Lande ist, man allmählich alles. lernt „Ein junger Bursche packt zu!“ Das war die Antwort eines echten Bochumer Jungen, als ich ihn auf dem Gut Szerbowen traf und ihn fragte, warum er zum deutschen Osten gegangen sei und wie es ihm hier bei der Landarbeit gefalle. Prächtig sah er aus. Braun die Arme, braungebrannt das Gesicht, dazu frisch, stark und vor allem fröhlich. Verteufelt stark hatte es ihm immer in den Knochen gesteckt, hätte ihn stets zum Land gezogen. Als ich ihn fragte, was sein Großvater gewesen sei, hatte ich auch des Rätsels Lösung. Der war nämlich ostpreußischer Bauer gewesen und bei dem Enkel machte sich wieder das Bauernblut bemerkbar. So machte er sich, als er im überbesetzten Industriegebiet keine Arbeit mehr finden konnte, als zu Beginn des Jahres 1933 der deutsche Bauer im Osten um Hilfe aus dem Reich bat, auf, hier in Arbeit zu gehen und sich vielleicht hier eine neue Lebensgrundlage zu schaffen. Einer von tausenden, und einer von 1500 augenblicklich in Ostpreußen tätigen Bochumer Landhelfern. Fahrt zu den Bochumer Jungens Rund 1500 Kilometer im Kraftwagen haben wir durch die Vermittlung des Landesarbeitsamtes in Königsberg durch einige der größten Arbeitsamtsbezirke zurücklegen können, und so war es möglich, mit vielen der dort als Landhelfer tätigen Bochumer Jungen zu Aufnahme: O. P. Brandt sprechen. Wir haben sie in den verschiedensten Landstrichen besucht, so daß es uns möglich war, ein abgerundetes Bild über ihre Tätigkeit, Verpflegung, und auch über die Unterbringung zu erhalten. Und wir müssen sagen, daß wir über das Gesehene und Gehörte überrascht waren. Wir müssen aufräumen mit alten Vorstellungen von dem Lande und insbesondere von Ostpreußen, wie sie vor Jahren noch üblich waren. Die drei Unzertrennlichen Auf einem größeren Bauernhof hatten wir das erste Zusammentreffen mit drei Bochumer Jungen. 18, 20 und 23 Jahre alt waren sie und hatten den Klub der Unzertrennlichen“ gegründet. Schon 1933, als es auch in Bochum wieder aufwärts ging, aber für sie noch keine Beschäftigung da war, hielt es sie nicht mehr in der Stadt. Sie waren zusammen in einer Fabrik gewesen und hatten beschlossen, auch in Ostpreußen zusammen zu arbeiten. Nun ist hier so ein Kleeblatt schwer zusammenzuhalten, weil doch nicht immer gleich drei Stellen frei sind. Die Arbeitsämter, die die jungen Landhelfer aus dem Reich regelmäßig betreuen, gaben sich jedoch Mühe, ihre Wünsche zu erfüllen, und es ist ihnen bis heute auch gelungen, obwohl die Jungen bereits einmal gewechselt haben, um nach dem Samland auch das schöne Masuren kennenzulernen. Ihnen machte die Arbeit auf dem Lande Freude und Hieis nut einmal Von Bochum nach Herne über Dortmund oder Oberhausen Es dürfte im ganzen Deutschen Reiche wohl nicht zum zweiten Male vorkommen, daß zwischen zwei nur zehn Kilometer von einander entfernten Großstädten mit je über 300 000 Einwohnern wie Bochum und Gelsenkirchen oder zwischen einer 315 000 Einwohner zählenden Stadt wie Bochum und einer 100 000 Einwohner zählenden Stadt wie Herne, die vom Mittelpunkt zu Mittelpunkt nur sechs Kilometer entfernt sind, keine unmittelbare Eisenbahnverbindung besteht. Erst der geplante Bau der neuen Eisenbahnlinie. Bochum— Gelsenkirchen mit der Kurve nach [Wanne=Eickel wird in etwa den Wünschen auf Herstellung einer Nord=Süd=Verbindung im dichtest besiedelten Mittelpunkt des Ruhrgebietes gerecht. Es wird im ganzen Reiche Kopfschütteln erregen, daß die Postverbindung zwischen den genannten Städten entweder über Dortmund oder über Oberhausen erfolgen muß, je nachdem der beste Anschluß zu erreichen ist. Die Post zwischen Bochum und Wanne=Eickel bzw. Herne und umgekehrt, Städte, die ganz eng miteinander verwachsen sind, wird also entweder über Dortmund oder Oberhausen geleitet, macht mithin einen ganz beträchtlichen Umweg. Nur um 15 Uhr geht eine Post mit der Straßenbahn nach Herne. Wenn auch, dank der geschickten Ausnutzung der Züge durch die Reichspost im allgemeinen dieser Postdienst den Bedürfnissen gerecht wird, so würde doch eine in manchen Fällen wünschenswerte kürzere Beförderungsdauer eintreten, wenn erst mal die Nord=SüdVerbindung hergestellt wäre, was aber erst im Rahmen der Eisenbahnbaupläne geschehen kann, die der Inangriffnahme harren. Wir hatten früher sogar zwei direkte Personenzugverbindungen nach Herne: einmal vom Bahnhof Nord mit dem zweistöckigen„Thomaswagen“ über Riemke(diese Verbindung bestand von 1872 bis 1896), sodann mit der sogenannten Gußstahlbahn Bochum=Hauptbahnhof—. Riemke— Herne. Beide wurden vor Jahrzehnten aufgegeben; aber zur Zeit des Franzoseneinbruchs konnte man auch hier mal wieder Personenzugverkehr einlegen. Ob die Reichsbahn, die im Herbst d. I. mit der Höherlegung der Gußstahlstrecke beginnen will, dem von Herne wie von Bochum geäußerten Wunsche auf Wiedereinführung des Personenzugverkehrs Rechnung tragen wird, ist noch ungewiß— ohne Zweifel aber würde das allgemein begrüßt werden. Den Postverbindungen käme eine solche Personenzugstrecke ungemein zu gute. Hoffen wir also das Beste, lieber Leser! 5 ihr Aussehen bewies, wie gut die Verpflegung und wie gut ihnen die Luftveränderung bekommen war. Sie zeigten uns ihre Kammern, die tipptopp waren und zu keiner Beschwerde Anlaß gaben. Ueber die Behandlung und Verpflegung sprachen sie sich sehr lobend aus. Außerdem begrüßten sie, daß die Arbeitsämter sie nicht einfach aus dem Westen holen und sie ihrem Schicksal überlassen. Nein, sie haben gelegentlich Besuch von den zuständigen Arbeitsämtern, die sich überhaupt immer um sie kümmern und sie angewiesen haben, in jeder Streitfrage ihre Unterstützung zu erbitten. Daneben wird noch Wert darauf gelegt, den Bochumer Jungen durch Sonntagsausflüge die Schönheiten des Landes zu zeigen. So werden jeweils nach der Ernte Dampfer= oder Omnibusreisen veranstaltet, die für die Jungen kostenlos sind und auf denen ihnen noch frankierte Ansichtskarten zur Verfügung gestellt werden, damit sie nach der Woche harter Arbeit einen Gruß nach Bochum richten können. Und da sind wir gerade bei der Arbeit angelangt. Wir wollen uns darüber keine Illusionen machen. Sie ist ebenso schwer wie die Arbeit in der Fabrik oder in der Grube, allerdings mit dem günstigeren Umstande, daß sie in frischer und gesunder Luft ausgeführt werden kann. Es gehört natürlich eine gute Portion Lust und Liebe dazu, und doch muß gesagt werden, daß mancher, der meinte, die Stadt nicht missen zu können, hier eines anderen belehrt worden ist. Die Bochumer Jungen arbeiten gut Wir haben uns dann jeweils— um das Bild vollständig werden zu lassen— natürlich auch von den Erbhofbauern, den Landwirten, Gutsbesitzern, Domänenpächtern usw. über die Arbeit der Bochumer Landhelfer berichten lassen. Und wir können als erfreulich feststellen, daß sie im großen und ganzen mit den Bochumer Jungen sehr zufrieden sind. Sie sagen dabei, daß manche zwar ohne jegliche Vorkenntnisse zum deutschen Osten gekommen seien, aber den Willen gehabt hätten, hier weiterzukommen. Und heute seien sie zu jeder Arbeit zu gebrauchen, und da sie aus einem Gebiet stammen, in dem harte Arbeit an der Tagesordnung ist, gibt es über sie keine Klagen. Ein neues Leben geschaffen Wir können dann noch über eine Reihe von sehr schönen Erfolgen einzelner Bochumer Jungen berichten, die erkennen lassen, daß man heute wieder vorwärts= und weiterkommen kann, wenn man nur den guten Willen dazu hat. Es war für viele der Bochumer Jungen sicherlich kein leichter Entschluß, als Landhelfer zum deutschen Osten zu fahren. Wie gut sie sich aber zum Teil eingelebt haben, beweist die Tatsache, daß sich einige von ihnen hier bereits seßhaft gemacht haben. Das waren dann solche, die ein Handwerk erlernt hatten, hier im Osten einen Hausstand gründeten und jetzt mit Bearbeitung eines kleinen Landstückes ihr Gewerbe wieder ausüben. Wir trafen einen von ihnen mit seiner jungen Frau und seinem kräftigen un=Straßburkrahatgeil! Lehren aus zwei schweren Verkehrsunfällen am Donnerstag in Bochum Aufnahmen: Hucklenbroich, Rolves Das Bild links läßt die Wucht des Zusammenstoßes 2g, Pez. Egs, SragenPpgge, Shege wagens schwer verletzt wurde.— Rechts Mütlen, zü. Joüise 4s4 as# Immewer Stin#önscn“— Zeichnung: Gerda Schmidt In der Veröffentlichung der Unfallziffern der vergangenen Woche bemerkte der Reichsverkehrsminister: „Eine häufige Ursache der Unfälle ist die Unvorsichtigkeit an Straßenkreuzungen. Die Vorfahrtsregelung muß zur Vermeidung von Zusammenstößen besser beobachtet werden." Die Richtigkeit dieser Ausfuhrungen wurde am Donnerstag in Bochum durch zwei schwere Verkehrsunfälle unterstrichen. In dem einen Falle fuhr ein Der Wagen, der in dier große Spiegerscheibe gefahren ist, Kraftwagen, der die Kortumstraße befuhr, an der Ecke Kortum= und Brückstraße in eine große Spiegelscheibe. Nur dem Umstande, daß sich der Unfall morgens zwischen 8 und 9 Uhr, also zu einer Zeit geringen Straßenverkehrs, abspielte, ist es zuzuschreiben, daß nur Sachschaden— allerdings in sehr beträchtlichem Ausmaße— entstand. Der zweite Unfall trug sich nachmittags an der Kreuzung Querenburger Straße und Steinring zu. Dort fuhren zwei Kraftwagen mit derwird auf die Fahrbahn zurückgeschoben. artiger Wucht zusammen, daß der Fahrer des einen Autos mit schweren Verletzungen ins Elisabeth=Krankenhaus gebracht werden mußte. Wie wir auf Anfrage im Elisabeth=Krankenhaus erfahren, ist das Befinden des Verletzten sehr besorgniserregend. Beide Unfälle sind eine überaus ernste Mahnung zu äußerster Sorgfalt im Straßenverkehr und zu besonderer Vorsicht an Straßenkreuzungen! Seite 4 Nr. 171 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 24. Juli 1936 Stammhalter. Er war glücklich darüber, daß ihm über den Weg als Landhelfer die Erringung einer neuen Existenz geglückt war.„Man muß nur immer feste zupacken, das Deutschland Adolf Hitlers gibt schon wieder Arbeit. Wenn man sich diese nicht sofort aussuchen kann, wie man wohl gerne möchte, dann ist das beileibe kein Fehler. Und gerade der, der als Landhelfer zum deutschen Bauern im Osten geht, erfüllt eine nationale Aufgabe. Derjenige, der ein Jahr hier gewesen ist, wird, auch wenn er später wieder in die Industrie zurückkehren sollte, Einblick in die schwere Arbeit des Bauern haben, er wird erkennen, wie notwendig ein starkes und gesundes Bauerngeschlecht für Deutschland ist und er trägt nicht zuletzt zu der so notwendigen Verbindung zwischen Stadt und Land bei, an der es in vieler Hinsicht doch noch hapert. Diesen Worten ist nichts mehr hinzuzusetzen. Die Bochumer Jungen, die im Osten sind, fühlen sich wohl und glücklich. Gekräftigt werden sie zum Teil demnächst zurückkehren, ein Teil von ihnen aber wird Ostdreußen als zweite Heimat wählen. D. P. B. Ein Haus angefahren, ohne es überhaupt zu merken! Am 20. Juli, um 5 Uhr, wurde von einem Lastkraftwagen mit zwei Anhängern auf der Kemnader= straße das Haus Nr. 447 von dem letzten Anhänger angefahren und das Dach des Hauses teilweise erheblich beschädigt. Der Fahrer des Lastkraftwagens hat den Unfall anscheinend nicht wahrgenommen und hat seine Fahrt fortgesetzt. Personen wurden nicht verletzt. Künstlerzeichnungen. In der Fensterauslage der Kunsthandlung Michaelsen in der Grabenstraße sind die von dem jungen Hannes Loos gezeichneten Kövfe sämtlicher Musiker vom Städtischen Orchester ausgestellt. Die Viehmarkthallen wachsen. Die neuen Viehmarkthallen auf dem städtischen Schlachthof haben gute Fortschritte gemacht. Man ist hier teilweise bereits mit den Innenarbeiten beschäftigt. In absehbarer Zeit werden die neuen Hallen bzw. die Anbauten dem Verkehr übergeben werden können. Motorradfahrer leicht verletzt. Am 22. Juli, gegen 21.30 Uhr, erfolgte an der Ecke Königsallee und Waldring ein Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Motorrad. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädigt. Der Motorradfahrer wurde leicht verletzt und konnte nach Anlegung eines Notverbandes seine Fahrt fortsetzen Beim Holzhacken schwer verletzt. Schwer zu Schaden kam am Donnerstaa morgen der kaufmännische Angestellte., Hattinger Straße. Beim Holzhacken rutschte ihm das Beil aus, das ihm in das rechte Knie drang. Er trug eine erhebliche Knieverletzung davon und hatte starken Blutverlust. Er wurde sofort ins Krankenhaus geschafft. Ein.80 Meter langes Stück Eisen gefunden. Gefunden wurde am Montag morgen, 18. Juli, ein Stück Eisen, 8,80 Meter lang, 140 Millimeter breit und 20 Millimeter dick. Der Eigentümer wolle sich beim Fundbüro der Ortspolizeibehörde, Rathaus, Zimmer 4, melden. Leichte Schauer, sonst freundlich Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr Mit großer Geschwindigkeit hat sich der vor der Westküste des Kontinents erschienene Wirbel mit seinem Regengebiet bis nach Belgien vorgearbeitet. Da der Luftdruck aber am stärksten über Schottland und der nördlichen Nordsee fällt, wird das umfangreiche Regengehiet unseren Bezirk nur streifen. Die nachstoßende Kaltluft wird uns dann wieder Auflockerung der Bewölkung bringen, wobei es aber noch zu Schauertätigkeit kommen wird. Durch diese Entwicklung hat sich die Westwetterlage erneut durchgesetzt, so daß fur die nächsten Tage wieder unbeständiges Wetter zu erwarten ussichten für Freitag: Bei zeitweise stark böigen, frischen Winden aus Südwest anfangs meist geschlossene Bewölkung mit Niederschlägen, dann leichtes Aufbrechen der Bewölkung und einzelne Schauer, wieder etwas kühler. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Unbeständig bei wechselnden Temperaturen. Wettervorhersage für die Zeit vom 23. Juli bis 1. August Herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersagen des Reichsamtes für Wetterdienst Die Ende der vergangenen Woche eingetretene Wetterbesserung hat den beiden letzten Voraussagen entsprechend nur wenige Tage angehalten. Es besteht unbeständige Witterung im Laufe der nächsten zehn Tage. Wohl ist mit vorübergehenden Besserungen zu rechnen, doch bleibt das Gesamtaepräge der Witterung unbeständig, bei schwankenden Temveraturen mäßig kühl und zu Regenfällen neigend. Es ist zu erwarten, daß das Wetter in Süddeutschland sowie in Schlesien etwas besser sein wird als im übrigen Deutschland, doch sind anderseits gerade am Nordrand der Alpen vorläufig stärkere Regenfälle zu erwarten. Die Zahl der Tage mit Niederschlägen wird meistenorts fünf, in manchen Gegenden bis zu acht betragen. Die Sonnenscheindauer wird fast überall zwischen 50 und 80 Stunden liegen. Donnerstag, 23. Juli Barometerz4 Uhr:.8 Thermometer 24 Uhri 13 8 Zeiten für Sonne und Mond am 24. Juli: ( Aufg..37, Unterg. 20.35; 3 Aufg. 11.27, Unterg. 22.08 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Wenanschaaung und Oeziaiprnn Das Frontsoldatentum im neuen Deutschland Mit wichtigen organisatorischen Fragen beschäftigte sich eine gestern abend in der Verwaltungsakademie abgehaltene Amtswaltertagung der NSKOV., die auch von den übrigen Mitgliedern gut besucht war. Sie alle wurden von Kreisamtsleiter Deuschle mit herzlichen Worten begrüßt, der insbesondere den Bezirksobmann Gauamtsleiter Pg. Struckmann (Dortmund) bewillkommnete. Zunächst hielt Polizeihauptmann a. D. Hohendahl einen Lichtbildervortrag, der das Fronterleben des Weltkrieges in Originalaufnahmen am Auge der Kriegsteilnehmer vorüberziehen ließ. Dann wurden Bilder von den Massengräbern gezeigt, u. a. von Messemy, dem 50000 Tote bergenden Patenfriedhof der Ruhrstädte. Hauptmann Hohendahl, dessen Ausführungen größter Anteilnahme begegneten, bat zum Schluß um Unterstützung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfursorge. Kreisamtsleiter Deuschle unterstützte diese Bitte und wies darauf hin, daß der Führer für unser Volk die Wiederholung solcher Schrecken verhindern wolle. Nach dem feierlichen Fahneneinmarsch nahm Gauamtsleiter Pg. Struckmann Gelegenheit, sich vorzustellen und um die Mitarbeit der Amtswalter der RSKOV. zu bitten. Er entwickelte dann im einzelnen die der Organisation gestellten Aufgaben. Vorne an stehe die Regelung der Versorgungsangelegenheiten durch Rat und Tat, weiter die Fürsorge für die Mitglieder, insbesondere bei der Arbeitsbeschaffung, die in Westfalen größeren Schwierigkeiten begegne als in seinem früheren mitteldeutschen Gau. Mit der Arbeitsbeschaffung verliere die Frage der Rentenhöhe an Bedeutung. Wichtig sei die politische Betreuung der Kameraden; es gelte, auch den letzten Frontsoldaten zu gewinnen für die der Partei angeschlossene NSKOV. In diesem Sinne solle die Werbetätigkeit noch verstärkt werden. Für ausreichende Versorgung, der Kriegsopfer, Kriegsbeschadigten wie Kriegerhinterbliebenen, könne man um so nachhaltiger eintreten, je geschlossener die Reihen seien; der Kampf um das neue Versorgungsgesetz werde bis zum Erfolge durchgeführt. In diesem Zusammenhange wandte sich der Bezirksobmann gegen Kritikaster und forderte uneingeschränktes Vertrauen zum Führer. Er stellte dann fest, daß die Mitglieder der Reichsvereinigung ehemal. Kriegsgefangener von der NSKOV. als voll gleichberechtigt angesehen würden. Mit einem kräftigen Appell an die Amtswalter zu reger Mitarbeit beschloß der Gauamtsleiter seine wegweisenden, beifällig aufgenommenen Ausführungen. Arbeitsamtsdirektor Pg. Kampmann behandelt in lichtvollem Vortrage das Thema„Weltnationalsozialistischen Politik sei der ewige Bestand der deutschen Nation. Ueber=Individualismus und Universalismus seien nach der nationalsozialistischen Weltanschauung als überlebt anzusehen. Nur eine reine, gesunde Rasse verburge eines Volkes Fortbestehen. Der nordisch=germanische Mensch habe sich dem Gemeinschaftsgedanken untergeordnet und dadurch staatsbildend gewirkt, wobei ihm sein Organisationstalent zustatten kam. In solcher Gesinnung offenbare sich der opferbereite deutsche Idealismus, bestrebt, Arbeit zu leisten nicht nur fur das eigene Ich, sondern für das ganze Volk. Der Nationalsozialismus wolle dem deutschen Volke seine ihm arteigene„Weltanschauung „Adolf=Hitler=Marsch“ der westfälischen Hitler=Jugend Der diesjährige„Adolf=Hitler=Marsch" beginnt für die Marscheinheit Gebiet Westfalen am 7. August 1936. An diesem Marsch nehmen 90 ausgesuchte Hitlerjungen teil, die ein Alter von mindestens 18 Jahren erreicht haben und nach ärztlicher Untersuchung gesund sind. Der Abmarsch erfolgt in Dortmund. Es ist eine Strecke von insgesamt 509 Kilometer zurückzulegen. Das Ziel ist Nürnberg=Fürth und muß in 32 Tagen erreicht werden. Die Marschroute ist wie folgt vorgesehen: Dortmund=Herdecke(7..), Dahl(8..), Brügge(9..), te seine ihm. arteigene„Weltanschauung Meinerzhagen(10..), Ruhetag in Meinerzhagen(11. wiedergeben. Deutsche Eyre, deutsche Einhen über aus /8.), Olpe(12..), Kreuztai(13..), Lützel(14..), Unterschiede der Konfessionen hinweg, deutscher Geist, Ruhetag in Lützel(15..), Laasphe(16..), Budeutsche Kultur— das sei Inhegriff der nationalsozia=### /16 a) Pahetag in Mlistischen Idee. Die Amtswalter mußten Vorbilder sein für praktischen Nationalsozialismus, Ehre und soziale Gerechtigkeit die Grundlage auch der Politik sein. Der Marxismus und der Liberalismus hätten beide versagt. Sozialpolitik sei im nationalsozialistischen Staat zur Zeit noch notwendig, denn noch sei das Ziel nicht erreicht, so vieles auch im Geiste der Volks= und Werksgemeinschaft schon geschehen sei. Eines guten Tages werde die wahre Volksgemeinschaft Tatsache sein; das Volk selbst sei nach dem Willen des Führers Träger der Sozialpolitik, die Bevölkerungspolitik, Rassepolitik, Siedlungspolitik, Wirtschaftspolitik usw. umfasse. Keine einengende Fürsorge für einzelne Volksteile— aber Verwirklichung des Rechts auf Arbeit, das jedem Volksgenossen ermöglicht, anständig zu leben; für höhere Leistungen auch entsprechendes Entgelt. Mit Worten, die tiefen Eindruck hinterließen, endete der Redner seine gedankenreichen Ausführungen. Kreisamtsleiter Deuschle schloß dann die Versammlung mit einem warmen Appell und teilte mit, daß in Bochum ein Ehrensturm der RSKOV. gebildet werden solle. Die Kundgebung wurde von Musikvorträgen umrahmt. Im September soll ein Wanderpreis ausgeschossen werden. ap. Nrahrlug,in Tnog 71o. UPax..% chenau(17..), Marburg(18..), Rühelag in Marburg(19..), Kirtorf(20..), Brauerschwend(21. .), Fulda(22..), Ruhetag in Fulda(23..), Heubach(24..), Altengronau(25..), Rieneck(26..), Ruhetag in Rieneck(27..) Karlstadt(28..), Würzburg(29..), Ruhetag in Würzburg(30..), Ochsenfurt(31..), Frauenthal(1..), Rothenburg(2..), Ruhetag in Rothenburg(3..), Wasserzell(4..), 7(„ 09 St'n(6..), Fürth Stein Jurty(7..) Aus der evangelischen Gemeinde. Am Mittwoch feierte die Rheinische Mission in Barmen ihr Jahresfest, mit dem die feierliche Aussendung von mehreren Pfarrerund Brudermissionaren sowie von Missionsschwestern verbunden war. Unter ihnen befand sich auch der in Langendreer beheimatete Pfarrer Gustav Menzel. Vor nicht allzu langer Zeit ist er noch als Vikar in der evangelischen Gemeinde des 10. Pfarrbezirks GrummeVöde tätig gewesen. Jetzt hat er einen Ruf in die Batakmission auf der Insel Sumatra erhalten. Unter den zahlreichen Abordnungen der Missionsvereine, die aus ganz Rheinland und Westfalen gekommen waren, anschauung und Sozialpolitik". Ausgangspunkt jeder befanden sich auch rund 140 Delegierte aus Bochum. Neues Schulungshaus der AS.Fradenschaft Gauschule IV der NSDAp. Westfalen=Süd in Hattingen Nun ist auch die Gauschule IV der NSDAP. des Gaues Westfalen=Süd fertiggestellt: das Schulungshaus der NS.=Frauenschaft in Hattingen. Zwar wurde es noch nicht offiziell seiner Bestimmung übergeben— die feierliche Einweihung wird erst nach dem Reichsparteitag erfolgen— aber da der Bau bereits von innen und außen auf das schönste, dabei aber schlicht und zweckmäßig vollendet wurde haben vor einigen Tagen, als erster Lehrgang, die Kreissachbearbeiterinnen für Mütterschulung aus dem ganzen Gau dort Einzug gehalten, um während der Ferien die Zeit zu nutzen für neue und erhöhte Ausrichtung auf die so verantwortungsvolle Mütterschulungsarbeit des kommenden Winters. Etwa 42 Teilnehmerinnen erweitern hier ihre Kenntnisse teils durch Vorträge weltanschaulicher, kultureller, rassenkundlicher und wirtschaftspolitischer Art, die ihnen von führenden Lehrkräften geboten werden. In Arbeitsgemeinschaften holen sich die Kursusteilnehmerinnen durch gegenseitigen Gedankenaustausch über die in der praktischen Arbeit bereits gemachten Erfahrungen neue Anregungen für den weiteren Ausbau ihres Schaffens, damit unsere Mütterschulungslehrgänge immer nutzbringender werden im Sinne treuester und hilfsbereiter Frauenkameradschaft. So ist einer jeden dieser Arbeitsgemeinschaften eine besondere Aufgabe gestellt. Da behandelt die eine beispielsweise das Thema„Säuglingspflege“, eine andere befaßt sich mit dem großen Gebiet der Kindererziehung, die nächste widmet sich den Fragen der Hauswirtschaft oder der Heimgestaltung und den sonstigen Hausfrauenaufgaben. Es ist selbstverständlich, daß in einem solchen Lehrgang auch dem Frohsinn breitester Raum gewährt wird, nicht nur, daß in den an sich schon frohen Stunden Singen und Turnen auf der Tagesordnung stehen, nein, das Entscheidende und für den Besucher beglükkende Moment liegt darin, daß über diesen hier zu gemeinsamem Weiterstreben und einander Weiterhelfen vereinigten Frauen eine unbewußt sonnige Heiterkeit liegt, kein von außen herangetragenes Vergnügtsein im landläufigen Sinne, sondern„froher Sinn“ als einfach selbstverständlicher Bestandteil dieser Menschen und ihres Werkes. Und wenn nach Beendigung dieses Lehrganges die Mütterschulleiterinnen wieder an die Arbeit in den Kreisen und Ortsgruppen unseres Gaues gehen, dann wird dieses Haus erholungsbedürftigen Müttern während der Sommermonate gastliche Aufnahme bieten. Wir wollen hoffen, daß auch ihnen in diesem Hause ebensoviel froher Sinn erblühen möge— in diesem Hause, das im wahrsten Sinne des Wortes„Heim“ ist! Etwas raffiniert für den Anfang Eintotlel Schchieriertsach Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Wohin gehen wir heute? Lichtspielhaus: Vorübergehend geschlossen. Odeon: ab 15.30 Uhr: Paul und Pauline. Stala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Paul und Pauline. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Flitterwochen. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Wenn der Hahn kräht. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Die Pompadour. Capitol: ab 15.15 Uhr: Der Favorit der Kaiserin. Glorta=Palast: ab 15.30 Uhr: Die letzten Vier von Santa Cruz. Hammer Lichtspiele: ab 15.30 Uhr: Oberarzt Dr. Monet. Tropssteingrotte: Konzert. 2. und 3. Bezirk Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft. Sonntag, 26. Juli, ab 9 Uhr vormittags, Uebungsschießen mit Wehrmannsbüchse auf Schießstand Thiemannshof. Ganz begreiflich ist es nicht, wie eine junge, bisher völlig unbestrafte Ehefrau in bescheidenen, aber immerhin geordneten häuslichen Verhältnissen sich gleich beim ersten Schritt vom Wege des Gesetzes so gründlich und mit allen vieren in Paragraphen verstricken kann. Nicht allein, daß sie eine Urkunde fälschte, einen Betrug damit auszuüben suchte und so nebenher auch noch weil es die Gelegenheit gerade ergab, eine fremde Handtasche mitgehen hieß, noch mehr ist die ausgeklügelte Methode befremdlich, mit der die Frau wie eine routinierte und abgefeimte Rechtsbrecherin ihr böses Unternehmen in Szene setzte. Sie ging im Mai dieses Jahres in ein hiesiges Wäschegeschäft, kaufte hier eine Tischdecke und Stoff auf Ratenzahlung und bezahlte darauf zunächst zwei Mark. Von der Verkäuferin Fo. erhielt sie über die Zahlung eine Quittung. Gekauft hatte sie nur einen Meter Stoff. Auf der Quittung vermerkte sie nun selbst sieben Meter und verwandelte auch den quittierten Kaufpreis von zwei Mark in die Zahl 32. Darunter stand die Unterschrift der Verkäuferin. Nun kannte sie Wohnung und Lebensverhältnisse von zwei Schwestern, von denen die eine, Paula, den Haushalt besorgt und die andere, Elfriede, bei einem hiesigen Werk im Büro tätig ist. Diese Kenntnis nutzte die Angeklagte zu einem ganz abgefeimten Plan. Sie rief, um auch ganz sicher zu gehen, bei dem Werk an, in dem die eine der Schwestern tätig ist. Als sie sich vergewissert hatte, daß diese Schwester tatsächlich im Büro und nicht zu Hause war, schrieb sie in der Hauptpost auf der Schreibmaschine, die dort dem Publikum zugänglich ist, einen Brief an Paula, die sie zu Hause wußte und tat dabei so, als sei Elfriede die Absenderin. In dem Brief heißt es:„Liebe Schwester! Durch eine Kollegin hatte ich heute Gelegenheit, sieben Meter Seide günstig zu kaufen. Das gibt zwei hübsche Kleider für uns. Sei bitte so gut und gib dem Fräulein(das war die Angeklagte selbst, die sich hier als Botin des Geschäfts präsentierte), das Geld dafür. Ich gebe es Dir heute mittag gleich zurück. Den Stoff bringe ich heute mittag mit. Ich wollte ihn noch einer Kollegin zeigen. Bis nachher also. Elfriede.“ Kurz darauf erschien die Angeklagte mit Rechnung und Brief bei der Schwester Paula in der Wohnung. Zufällig lag nun auch auf dem Sofa im Zimmer eine Handtasche der Paula, und während diese den angeblichen Brief ihrer Schwester las und dabei ihrer Besucherin den Rücken zukehrte, machte ihr Gast lange Finger und ließ auch die Handtasche verschwinden. Die Schwester Paula begriff nun den Inhalt des Briefes nicht recht, zumal sich beide Schwestern schon ihre Sommerkleider angeschafft hatten. Sie gab daher der „Botin“ anheim, noch einmal zu kommen, wenn ihre Schwester Elfriede zu Hause sei. So mußte die Täterin— wenigstens im Hauptpunkte ihres listigen Planes erfolglos— abziehen. Den Inhalt der Tasche, die glücklicherweise keine größeren Werte enthielt, nahm sie an sich. Die Tasche selbst verbrannte sie. Die ganze Geschichte kam ans Tageslicht, und jetzt stand die Angeklagte weinend und in allen Punkten geständig vor dem Schöffengericht Bochum. Wegen schwerer Urkundenfälschung und Betrugsversuchs sowie wegen Diebstahls der Handtasche beantragte der Staatsanwalt eine Gesamtgefängnisstrafe von vier Monaten. Das Gericht hielt der merkwürdigen Sünderin, die ihren unglaublichen Schwindel aus einer gewissen Notlage heraus begangen haben will und Besserung gelobte, den glaubhaft dargelegten Beweggrund zugute und erkannte auf einen Monat Gefängnis. Eine Geldstrafe konnte nicht in Betracht kommen, da schwere Urkundenfälschung ein Verbrechen darstellt und nach dem Gesetze auch bei zugebilligten Milderungsgründen nur mit einer Freiheitsstrafe zu ahnden ist. Den eigenen Bruder bestohlen Eine recht große Gemeinheit gegenüber dem eigenen Bruder, der selbst nicht in den besten Verhältnissen lebt, leistete sich ein 24jähriger, verheirateter Bursche. Er stahl seinem Bruder aus dessen unverschlossenem Schlafzimmer den besten Anzug, den dieser überhaupt besaß und versetzte ihn für 10 Reichsmark beim Städtischen Leihamt. Vor dem Richter gab er jetzt an, das Geld zum Lebensunterhalt verwandt zu haben. Er würde auch, sobald er wieder Geld gehabt hätte, dem Bruder den Anpug„schon mal wiedergebracht" haben. Das Gericht folgte dieser Erklärung nicht, zumal der Angeklagte zur Zeit der Tat bei seinen Eltern beköstigt wurde und vorher schon Freunden gegenüber von seinem Vorhaben erzählt hatte. Wegen der überaus schlechten Gesinnung, die nicht einmal vor dem eigenen Bruder Halt machte, verhängte das Gericht zwei Monate Gefängnis. Die Untersuchungshaft von sechs Wochen wurden ihm angerechnet. Heilsbronn(5..), Freizeitlager des Bochumer B9M. hat am Halterner See begonnen Vom Untergau 67 und dem Jungmädel=Untergau 67 werden in der Zeit vom 23. Juli bis zum 4. September drei 14tägige Freizeitlager durchgeführt. An jedem Lager sollen 120 berufstätige, erholungsbedürftige Mädel teilnehmen. Am Halterner See und in der Jugendherberge Haltern werden die Bochumer Mädel Erholung und Kraft für die kommenden Arbeiten finden. Ferner nehmen noch Bochumer Mädel an den laufenden vierwöchigen Kuren im BDM.=Erholungsheim Hullern teil. Gauwettflug ab Firchau 1936 Um die goldenen Plaketten der Reichsfachschaft Den Höhepunkt der diesjährigen Brieftaubenzeit bildet der Gauflug des Gaues Westfalen. Hier ist insoweit eine Aenderung eingetreten, als an Stelle des sonstigen Auflassungsorts Mohrungen(Ostvreußen) diesmal Firchau(730 Kilometer) gewählt ist. Der Flug, der am 8. August erfolgt, wird zu den bedeutungsvollsten Brieftaubenveranstaltungen des Jahres zählen, da die Reichsfachschaft eine Anzahl Goldplaketten bereitgestellt hat und die westfälischen Züchter ihre besten Tiere stellen werden. Für den Gauflug gibt es nur drei Einsatzstellen. Diese sind: Geschäftsführer Hernann Hesse, Dortmund; Geschäftsfuhrer Fritz Kölsche, Hagen, Elberfelder Straße, und Robert Welling, Wanne=Eickel, Richard=Wagner=Straße. Die Organisationsarbeiten sind bereits abgeschlossen. Jede Reisevereinigung erhält bei 50 gesetzten Tauben eine Uhrenstelle, deren Vergebung die Einsatzstelle regelt. Für die Konstatierung sind nur Uhren zu gebrauchen, die von der Reichsfachgruppe zugelassen sind. Den Transport der Tauben begleiten die Obmänner Heinrich Köhler, Wanne=Eickel, Karl Bunte, Hagen, und Wichershaus, Dortmund. Die Adressierung der Frachtbriefe erfolgt an Reisebegleiter H. Köhler, zur Zeit Firchau. An dem Flug werden sich über 7000 Tauben aus dem Westfalengau beteiligen. Durch einen rostigen Nagel. In der Dortmunder Straße hatte die Ehefrau des Angestellten F. eine durch einen rostigen Nagel entstandene Verletzung nicht für schwerwiegend gehalten. Kurz darauf machte sich eine starke Armanschwellung bemerkbar. Die junge Frau nahm am Mittwoch noch spät einen Arzt in Anspruch. Der Arzt stellte eine schwere Blutvergiftung fest und ordnete die sofortige Ueberweisung der Erkrankten ins Krankenhaus an. Hier mußte der unglücklichen jungen Frau und Mutter der Arm abgenommen werden. Sie ist jetzt außer Lebensgefahr. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Freitag, 24. Juli. RSDAP. Linden. 20 Uhr: Zusammenkunft der Politischen Leiter im Parteiheim. Weitmar=Nord. 20 Uhr: Mitgliederversammlung bei Holler, Essener Straße. Erscheinen ist Pflicht. „Kraft durch Freude“ Wichtige Mitteilung für die Die Abfahrtszeiten für den Urlauberzug nach Burg (Fehmarn) hat sich in letzter Minute verschoben, so daß wir nachstehend noch einmal den Fahrplan im Interesse aller Mitfahrenden bekanntgeben: Hinfahrt am 25. Juli ab Hagen Hbf. um 22.06 Uhr, ab Witten 22.23 Uhr, ab Dortmund 22.47 Uhr, ab Hamm 23.20 Uhr, an Lübeck.49 Uhr: ab Lübeck.30 Uhr, an Burg Fehmarn 10.45 Uhr. Rückfahrt am 2. August ab Burg(Fehmarn) um.25 Uhr, ab Lübeck 11.52 Uhr, an Hamm 19.14 Uhr, an Dortmund 19.51 Uhr, an Witten 20.15 Uhr, an Hagen 20.33 Uhr. Fahrplan für den KdF.=Urlauberzug vom 24. Juli bis 9. August nach Fischen(Allgäu). Hinfahrt ab BochumNord um 16.32 Uhr, ab Längendreer 16.45 Uhr, Hagen 17.20 Uhr, Hohenlimburg 17.38 Uhr, Letmathe 17.46 Uhr, Altena 17.59 Uhr, Werdohl 18.13 Uhr, Ohle 18.23. Plettenberg 18.29, Finnentrop 18.46. Altenhundem 19.05. Krombach 19.37, Kreuztal 19.46, Siegen 20.24 Uhr. An Ulm .53 Uhr, ab Ulm.37 Uhr. An Immenstadt.56 Uhr. Teilung des Zuges. 1. Teil an Blaichach.14, Sonthofen .23, Altstätten.39. Fischen.52 Uhr; 2. Teil an Talkirchdorf.24, Oberstaufen.34 Uhr.— Rückfahrt am 9. August. 1. Teil ab Fischen.47, Altstätten.57, Sonthofen .11, Blatchach.20 Uhr; 2. Teil ab Oberstaufen.10, ab Immenstadt.40 Uhr. An Siegen 17.42, an Kreuztal 18.00, Krombach 18.10, Altenhundem 18.38, Finnentrop 18.54, Plettenberg 19.11. Ohle 19.17 Werdohl 19.27. Altena 19.39, Letmathe 19.52, Hohenlimburg 20.02, Hagen 20.25, Witten 20.47, Langendreer 21.01, Bochum=Nord 21.13 Uhr. Sonderzug vom 26. bis 30. Juli nach Hamburg für 28,60 RM. Der Fahrpreis versteht sich einschließlich Fahrt, Verpflegung und Unterkunft. Abstechermöglichkeit nach Helgoland.60 RM. Anmeldungen sind, sofort an alle Dienststellen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" zu tätigen. Gc Rraft durch Freude. Tagesplan für Freitag, 24. Juli Kindergymnastik von 17 bis 18.30 Uhr in der Gymnastikschule, Rottstraße 29. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Reformrealgymnasiums Bochum=Dahlhausen; von 16.30 bis 18.30 Uhr Turnhalle des Reformrealgymnasiums Bochum=Dahlhausen. Kleinkaliverschießen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Schietzstand des Volkssportplatzes an der Castroper Straße. Schwimmen für Frauen und Männer von 19.30 bis 20.30 Uhr in Wanne=Eickel, Wilhelmstraße; von 19.30 bis 20.30 Uhr in Wattenscheid, Beckmannshof. Iln=Jitsu für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle der Goethe=Oberrealschule, Goethestraße. Eine Ankündigung für die deutsche Kraftfahrt! Mit dem heutigen Tage hat die deutsche Kraftfahrt in ihrer Eigenversorgung einen entscheidenden Schritt vorwärts getan. Steigerung der deutschen Rohoelförderung war die Voraussetzung. Jetzt ist es uns geglückt, aus diesem Material ein Auto-Oel zu schaffen, wie es in der ganzen Welt nicht besser geliefert wird. Rohoel besteht 1. aus erstklassigen, 2. unerwünschten und 3. schädlichen Kohlenwasserstoff-Gruppen. Gruppe 1 ist reiner Schmierstoff; Gruppe 2 führt zu Leistungsabfall und vorzeitiger Alterung; Gruppe 3 ergibt Kohlerückstände, Ventilverkrustungen, Verschlammungserscheinungen. Die bisherigen Raffinationsmethoden scheiden Gruppe 3 nur mehr oder weniger aus; Gruppe 2 wird durch sie überhaupt nicht erfaßt. Die Entwicklung moderner Motoren, wie Flugmotoren, war inzwischen so weit getrieben, daß die Steigerung ihrer Leistung nur durch grundsätzlich neue, verbesserte Oele möglich erschien. Endlich fand man hierfür ein umwälzend neues Verfahren. Es entfernt auf physikalischem Wege durch neuartige Lösungsmittel restlos alle Anteile der Gruppen 2 und 3. Der Kraftfahrer erhält also reinen Schmierstoff. Die Vorteile für ihn sind: Höherer Schmierwert— Geringerer Verbrauch— Längere Volleistung der Füllung— Reinere Maschine! Dieses schnell berühmt gewordene Verfahren brachten wir nach Deutschland. In Deutschlands modernster Raffinerie schufen wir mit einem Aufwand von über 4 Millionen Mark Neuanlagen, in denen Das Neue Gargoyle Mobiloel, ein Klarosol-Erzeugnis, hergestellt wird. Ab heute steht es an 20000 Tankstellen zur Verfügung. Es lohnt sofortigen Oelwechsel! Beachten Sie dieses Kennzeichen des neuen Oeles! DEUTSCHE VACUUM OEL AKTIENGESELLSCHAFT Grösste Erseuger rein deutscher Markenoele Seite 6 Nr. 171/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 24. Juli 1936 Deutsche Wirtschaft Die Wirtschuftsvelrbung Reichssteuereinnahmen Wir berichteten gestern, daß die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und anderen Abgaben im Juni insgesamt 1000 Millionen Reichsmark betrugen. Im Vergleich mit Juni 1935 bedeutet das ein Mehr von rund 235 Millionen Reichsmark. Die Uebersicht über die Einnahmen des Reichs an Steuern, Zöllen und anderen Abgaben im Juni und zweiten Quartal 1936(dem ersten Quartal des Rechnungsjahres), zeigt als Charakteristikum ein starkes Ansteigen der Steuern. die unmittelbare Rückschlüsse auf die Wirtschaft zulassen. Eine ganz außerordentliche Steigerung weist die veranlagte Einkommensteuer auf. Sie ist von 134,2 Millionen Reichsmark im Juni 1935 auf 244,5 Millionen Reichsmark im Juni 1936, also um mehr als 110 Millionen Reichsmark, gestiegen. Diese gewaltige Zunahme der Steuern aus veranlagtem Aufkommen, in der Hauptsache also aus dem Kreise der selbständig Erwerbstätigen (Gewerbetreibende. Landwirte, Freie Berufe und Empfänger höherer Gehälter) ist der beste Beweis dafür, daß die Wirtschaftsbelebung jetzt in breiter Front das gesamte Wirtschaftsleben der Nation erfaßt hat. Der Aufschwung wird nicht nur durch„Großbetriebe, die von Staatsaufträgen leben“, getragen, sondern von der breiten Masse aller selbständig wirtschaftenden Menschen. Und das bei gleichgebliebenen Steuersätzen! Auch auf Aenderungen in der Technik der Steuererhebung ist dieses glänzende Steuerergebnis nicht zurückzuführen; einen gewissen Anteil haben allerdings wohl die Maßnahmen des Reichsfinanzministeriums, zur schärferen Erfassung der Steuern und die Zunahme der Steuerehrlichkeit. Doch kann dies alles die Tatsache nicht verschleiern, daß es der Wirtschaft in ihrer Gesamtheit zur Zeit durchweg gut geht. Dieses Bild wird noch dadurch unterstützt, daß auch das Aufkommen aus der Lohnsteuer um 10 Millionen gegen Juni 1935 gestiegen ist, und daß die Körperschaftssteuer ebenfalls von 794 Millionen im Juni 1935 auf 140,7 Millionen im Juni 1936 steigen konnte. Auch die Großindustrie verdient also hervorragend. Selbstverständlich mußte sich diese Wirtschaftsbelebung in der Umsatzsteuer ebenfalls widerspiegeln, die eine Zunahme um 25 Millionen Reichsmark zu verzeichnen hat. Aus allem ergibt sich die Tatsache, daß die Wirtschaft in Deutschland mit befriedigenden Erträgnissen arbeitet. Kaffee, Tabak und Oel sind Hauptzollquellen Die deutschen Zollerträge beliefen sich im Jahre 1935 auf insgesamt 1141 Millionen RM. Der Rückgang degenüber dem Ergebnis des vorangegangenen Jahres— für 1934 wurden 1167 Millionen RM. verzeichnet— ist ein Beweis dafür, daß Deutschland sich in nicht unbeträchtlichem Umfang von ausländischen Gütern auf heimische Erzeugnisse umstellen konnte. Von Interesse ist die Gliederung der Zollerträge nach Wirtschaftszweigen. Fast drei Fünftel entfallen auf die Ernährungswirtschaft, zwei Fünftel auf die gewerbliche Wirtschaft. Nahezu die Hälfte der Gesamtzolleinnahmen trifft auf die Einfuhr von pflanzlichen, etwas über ein Zehntel auf die Einfuhr von tierischen Nahrungs= und Genußmitteln. Die Genußmittel Kaffee und Rohtabak machten über 70 v. H. der Zollerträge aus dem Bereich der pflanzlichen Ernährungsmittel aus. Auch Wein und Tee gehörten mit 22 bzw. 16 Millionen RM. noch zu den größeren Posten auf diesem Gebiet, das insgesamt 549 Millionen RM. erbrachte. Nahrungsmittel tierischen Ursprungs lieferten zusammen mit 128 Millionen RM. bei weitem nicht so hohe Zollerträge wie Rohtabak allein mit 156 Millionen RM. Von den Einfuhren der gewerblichen Wirtschaft standen die Halbwaren mit einem guten Drittel des gesamten Zollertrages an erster Stelle. Ueberragende Bedeutung hatten die ausländischen Mineral= und Steinkohlenteeröle, auf die 329 Millionen RM. einkamen. Rohstoffe sind meist zollfrei. 6 Millionen RM., das sind drei Viertel aller Einnahmen daraus, entfielen auf Bau= und Nutzholz. Die Fertigwareneinfuhr ist soweit wie möglich eingeschränkt. Kraftfahrzeuge erbrachten 5 Millionen RM. Zolleinnahmen. Bevorstehende&EpS.=Sanierung Wie der WHD. erfährt, findet am Freitag, dem 81. Juli, eine Aufsichtsratssitzung der Allgemeinen Elektrizitäts=Gesellschaft(Berlin) statt, die sich mit der Sanierungsfrage befassen wird. Der bei der AEG. vorgetragene Gesamtverlust beträgt bekanntlich 57,18 Millionen Reichsmark. Nach Informationen des WHD. dürfte mit einem Kapitalschnitt von:1 zu rechnen sein. Es würde also eine Zusammenlegung von 185 Millionen Reichsmark auf etwas über 60 Millionen Reichsmark erfolgen. Gleichzeitig ist eine Kapitalerhöhung in Aussicht genommen, über deren Ausmaß zur Zeit noch keine Angaben zu machen sind. Auch die mit der Sanierung bei der AEG. im Zusammenhang stehende Transaktion bei der Gesfürel dürfte nunmehr zum Abschluß kommen. Hierbei handelt es sich bekanntlich um den Verkauf der im Besitz der Gesfurel befindlichen Aktien der Elektrizitätswerk Südwest AG. im Nominalbetrage von etwa 27 Millionen Reichsmark, deren Erlös die Gesfürel zur Beteiligung an der AEG. verwenden wird. Wieviel neue Autos 1936? während sie im ganzen Jahr 1935 etwa 85—90 Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt haben. Von diesem Gesamtbetrage entfallen danach auf die 48 privaten Bausparkassen rund 35—40 Millionen Reichsmark, die an etwa 4000 Bausparer ausgeliehen wurden, und etwa 15 Millionen Reichsmark auf 16 öffentliche Bausparkassen, mit denen rund 2000 Sparer bedacht wurden. Insgesamt sind hierdurch die Zuteilungen an rund 85.000 Bausparer auf rund 800 Millionen Reichsmark gestiegen, und zwar auf 650 Millionen Reichsmark bei den privaten und 155 Millionen Reichsmark bei den öffentlichen Bausparkassen. Da die Einzelleistungen offenbar noch nicht ganz vollständig bekannt waren, ist es denkbar, daß die Summen sich tatsächlich noch etwas höher stellen. Mit der Frage, wieviel neue Kraftwagen im Jahre 1936 voraussichtlich zugelassen werden, befaßt sich die „Kraftverkehrs=Wirtschaft". Sie kommt zu dem ErgebLosg Wer ein Fuhrunternehmen betreibt, bis 42000 Lastkraftwagen kommen. Der Motorradabsatz wird auf 135 000 bis 140000 Stück geschätzt. Der deutsche Kohlenbergbau im ersten Halbjahr 1936 Die Förderung des deutschen Steinkohlenbergbaus ist gegenüber dem Vormonat um ein Geringes gestiegen. Im ersten Halbjahr wurden 6,3 Millionen Tonnen, also 9,4 v. H. mehr gefördert als im gleichen Zeitraum des Jahres 1935. Im Braunkohlenbergbau stieg die Rohbraunkohlengewinnung um 2,1 v.., die Briketterzeugung um.9 v. H. gegenüber dem Vormonat. Im ersten Halbjahr wurden an Rohkohle.9 v. H. mehr gewonnen als 1935; die Steigerung der Briketterzeugung gegenüber dem ersten Halbjahr 1935 beträgt 8,1 v. H. Die Brikettbestände gingen erheblich zurück. Die Leistungen der Bausparkassen im ersten Halbjahr 1936 Nach einer privaten Statistik haben die gesamten 65 deutschen Bausparkassen im ersten Halbjahr 1936 zusammen rund 50—55 Millionen Reichsmark neu zugeteilt, muß die polizeilichen Vorschriften ersüllen Ein großer Teil der Fuhrwerkshalter, die gewerbsmäßig die Beförderung von Gütern für andere betreiben, behindert die durch die Polizeiverordnung über die Ausübung des Fuhrgewerbes vom 27. September 1935 angestrebte Neuordnung des für den hiesigen Bezirk so wichtigen Gewerbezweiges durch Nichterfüllung der einen oder anderen in der genannten Polizeiverordnung geforderten Bedingung. Die Polizeiverordnung verfolgt neben der Ausschaltung unzuverlässiger und ungeeigneter Elemente gleichzeitig die Sicherstellung der Unternehmer vor geschäftlichen Rückschlägen durch Unfallschäden und die Wahrnehmung der berechtigten Interessen durch die Berufsgenossenschaft. Einem Unternehmer kann die Ausübung des Fuhrgewerbes untersagt werden, wennn er keine Gewähr für die zuverlässige Führung seines Betriebes bietet, insbesondere wenn er a) seinen Gewerbebetrieb nicht ordnungsmäßig angemeldet hat, b) seiner Verpflichtung zur Zahlung der sozialen Abgaben oder der Beiträge zur Berufsgenossenschaft nicht nachkommt. c) nicht für alle Schäden an Personen und Sachen bei einer leistungsfähigen Haftpflichtversicherungsanstalt bis zu den gesetzlich bestimmten Höchstbeträgen versichert Grummophen=Wieder niehr gespieil Aber noch keine durchgreifende Besserung in der Schallplattenindustrie Die Musik hat sich in den letzten Jahren immer mehr Freunde erworben. Das beweist nicht nur das gewaltige Anschwellen der Zahl der Radio=Hörex, sondern auch die Besserung in den Industrien, die Musikinstrumente herstellen. Von diesem Aufschwung hat jedoch die Schallplattenindustrie bisher wenig gespürt. Im Gegenteil hat ja dieser verhältnismäßig noch junge Industriezweig in den letzten fünf Jahren einen katastrophalen Rückgang erlitten. Erst neuerdings beginnt auch die Lage der Schallplatten=Fabriken sich langsam zu bessern.„.„....,###ästahericht dr# Jedenfalls heißt es im Geschäftsbericht der Deutschen Grammophon=AG., Leipzig=Wahren(früher Polyphon), daß der Umsatz 1935 im Inlandsgeschäft erstmals eine kleine Erhöhung aufzuweisen hat. Diese Feststellung ist nach den vorangegangenen schlechten Jahren(der Börsenkurs der Grammophon=Aktien ist z. B. von seinem 1928 erreichten Höchststand von 1200 Prozent bis Ende 1935 auf ganze 12 Prozent gestürzt und konnte sich seitdem erst wieder etwas auf jetzt 45 Prozent erholen) gewiß erfreulich. Ebenso ist es wertvoll, daß das Auslandsgeschäft trotz mancher Hemmnisse auf bisheriger Höhe gehalten werden konnte; nicht nur deswegen, weil der Export Devisen einbringt, sondern vor allem auch, weil die Schallplatte im Ausland Pionierarbeit für deutsche Künstler und deutsche Musik leistet. Zufrieden kann allerdings die Deutsche Grammophon=AG. auch jetzt noch nicht sein, denn ihr Betrieb hat auch 1935 einen Verlust von 258000 Reichsmark erbracht, der nur durch den Verkauf von Maschinen aus den Leipziger Fabriken beglichen werden konnte. Uebrigens ist auch bei der zweiten großen Schallplattenfirma, der Carl Lindström AG. in Berlin, deren Geschäftsbericht noch nicht vorliegt, für 1935 wieder mit einem Verlust zu rechnen. Aus der Steuerpraxis Grundsätzliche Lohnsteuerfragen des Unternehmers Für den Unternehmer ist aus dem neuen LohnsteuerSammelerlaß vom 5. Juni vor allem die Anordnung des Reichsfinanzministers bemerkenswert, nach der grundsätzlich alle Zahlungen an Arbeitnehmer, die neben dem laufenden Arbeitslohn(Gehalt, Lohn usw.) gezahlt werden, als einmalige Bezüge mit den festen Steuersätzen(vgl. Merkblatt zur Lohnsteuer; für Ledige 16 v. H. usw.) versteuert werden können. Der Arbeitgeber ist zwar berechtigt, nicht aber verpflichtet, falls sich durch Hinzurechnung zu dem laufenden Arbeitslohn eine niedrigere Lohnsteuer ergibt, die für den Arbeitnehmer günstigere Berechnung vorzunehmen. Dies gilt nicht nur für Gratifikationen, Weihnachtsgelder, Abgangsentschädigungen, die nicht für einen bestimmten Zeitraum gezahlt werden, Jubiläumsgaben usw., sondern u. a. auch für Provisionen, Umsatz= und Gewinnbeteiligungen sowie ähnliche an sich laufend gezahlte Beträge, die neben dem Arbeitslohn, jedoch nicht für die regelmäßigen Lohnzahlungszeiträume, gewährt werden. Erhält jedoch ein Arbeitnehmer als laufenden Arbeitslohn nur Provisionen oder sonstige Beteiligungen, so sind die Bezüge tarifmäßig der Lohnsteuer zu unterwerfen. Bürgschaftsverpflichtungen in die Bilanz aufnehmen! Bürgschaftsverpflichtungen des Kaufmanns, die seinen Betrieb betreffen, sind bilanzmäßig festzuhalten, indem die Verpflichtung unter die Passiven und das Rückgriffsrecht unter die Aktiven aufgenommen wird, wenn nicht offenbar ist, daß ein Verlust aus der Bürgschaft nicht in Frage kommt. Tut der Kaufmann das nicht, so muß er es sich im Zweifel gefallen lassen, daß die Bürgschaft als außerbetrieblich behandelt wird. Dies gilt besonders dann, wenn bei Aufstellung der letzten Bilanz die Bürgschaftsrückgriffsrechte nicht mehr vollwertig waren. Letzteres kann schon dann zutreffen, wenn der Hauptschuldner noch nicht zahlungsunfähig ist, aber seine sonstigen Schulden annehmen lassen, daß mit der ersatzlosen Inanspruchnahme aus der Bürgschaft ganz oder zum Teil gerechnet werden muß(RFH. vom 4. 12. 35 VI A 846—848/35; Reichssteuerblatt 36 S. 316). 42 Länder auf dem 6. Weltgeflügelkongreß Die Teilnahme der Staaten am 6. Weltgeflügelkongreß vom 24. Juli bis 2. August in Leipzig steht nunmehr endgültig fest. Insgesamt beteiligen sich 42 Staaten an dem Kongreß. Außer den euroväischen Ländern, die mit Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, England, Estland. Finnland, Frankreich, Griechenland, Holland, Irland, Italien. Jugoslawien, Lettland Malta, Norwegen, Oesterreich, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei. Türkei und Ungarn vollzählig sind, nehmen teil aus Asien: Ceylon, China, Indien, Japan: aus Afrika: Aegypten, Südafrikanische Union und Süd=Rhodesien: aus Amerika: Axgentinien, Bolivien, Ecuador, Haiti, Kanada, Mexiko, Nicaragun, Uruguay und USA. Außerdem ist Australien vertreten. ist und der Zahlung der Prämien ordnungsmäßig nachkommt, d) die für das Fuhrgewerbe geltenden Tarifordnungen nicht innehält oder in Ermangelung einer Tarifordnung den für das Fuhr= und Kraftfahrgewerbe ortsüblichen Lohn nicht zahlt, e) wenn er sich in staatsfeindlicher Gesinnung betätigt. Nach erfolgter Untersagung kann der Gewerbebetrieb nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Polizeipräsidenten wiederaufgenommen werden. Die Erfüllung der vorgenannten Bedingungen kann durch Festsetzung von Zwangsgeld bis zu 100 RM. bzw. durch Festsetzung von Zwangshaft bis zu 14 Tagen erzwungen werden. „Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die genannten Bestimmungen nicht nur für die Ausübung des Fuhrgewerbes mit Pferdefahrzeugen, sondern ebenfalls in vollem Umfange für die Ausübung des Fuhrgewerbes mit Kraftfahrzeugen gelten. Der Polizeipräsident gibt den Fuhrunternehmern letztmalig eine Frist bis zum 31. August 1936 zur Erfüllung der genannten Forderungen und wird vom gleichen Tage gegen alle diejenigen, die die Bedingungen nicht erfüllen, mit den strengsten Maßnahmen, gegebenenfalls mit Untersagung des Gewerbebetriebes nach erfolgter Bestrafung vorgehen. Börsen fest Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse eröffnete auf den Aktienmärkten weiter abgeschwächt. Bei den hohen Kursen der letzten Tage bestand bei der Bankenkundschaft Reigung zu Abgaben. Die Kurse glitten, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auf der ganzen Linie ab, wobei die Abschwächungen in vielen Fällen über 1 Prozent hinausgingen. Die Umsatztätigkeit war wesentlich geringer als am Vortage. Nach den ersten Umsätzen war die Kursbildung uneinheitlich, überwiegend aber schwächer. Der Kurenmarkt lag bei regerem Geschäft nicht einheitlich. Von Kohlenkuren wurden Diergardt leicht erhöht bezahlt, Deutschland behauptet umgesetzt; dagegen gaben Carolus etwas nach. Von Braunkohlenwerten lagen Gute Hoffnung gut behauptet. Auf dem Kalikuxenmarkt konnten Wintershall erneut 600 Reichsmark gewinnen; auch Beienrode gingen zu steigenden Preisen um, ebenso wurden für die elsässischen Werte höhere Preise angelegt. Gute Nachfrage bestand für Einigkeit, Siegfried, Habighorst und Ransbach. Der Freiverkehr lag nicht einheitlich. Am Kaliaktienmarkt wurden Burbach 1¾ Prozent billiger abgegeben. Auf dem Kohlenaktienmarkt waren Bergbau Lothringen etwas leichter im Handel, während Ewald behauptete Kurse erzielten. Die Rentenmärkte lagen gut behauptet. Berliner Börse Nach den letzttägigen scharfen Steigerungen trat eine nicht unbeträchtliche Reaktion ein. Das Glattstellungsbedürfnis. das sich teilweise schon am Vortagsschluß gezeigt hatte, trat versträkt in Erscheinung. Man führte auch Rendite=Erwägungen an, wonach der Ertrag der Aktien doch vielfach schon beträchtlich unter dem der Reuten liegt. Die Abgaben aingen wohl hauptsächlich vom Berufshandel aus. Das Publikum scheint, wie auch bei früheren ähnlichen Tendenzumschlägen, im wesentlichen an seinem Besitz festzubalten. Die meisten Aktienmärkte eröffneten mit Kursrückgängen von 1 bis 2 Prozent, die sich spater zum Teil noch fortsetzten Nur einige Sonderwerte waren nach wie vor fest, so Schiffahrtswerte und Kunstseideaktien. Die Börse schloß lustlos und kaum erholt. Die Anleibemärkte lagen unverändert still; aber im ganzen behauptet. Altbesitz unverändert, Länderanleihen ungleichmäßig. Von Stadtanleihen waren 29er Bochum minus minus angeschrieben(zuletzt etwa 93). Auch sonst waren Stadtanleiben eber angeboten. Pfandbriefe wenig verändert. Industrieobligationen sehr ruhig. Am Geldmarkt Tägliches Geld 2½ bis 3 Prozent. Am Devisenmarkt notierten: Dollar .486(.483), Pfund 12.490(12.480), französischer Frank unverändert 16.445, Gulden 168,98(168,88), Lira unverändert 19.55. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. Die Abendbörse konnte sich zunächst auf den ermäßigten Mittagsschlußkursen behaupten. Allerdings blieb das Geschäft still. Die Rentenmärkte lagen weiterhin ruhig. Im Verlauf trat keine Umsatzbelebung ein. Für Montanwerte ergaben sich, sowett Kurse zustande kamen. Besserungen um ½ bis ¼ v. H. Auch auf den übrigen Marktgebieten zeigte sich zu den Berliner Schlußkursen mäßige Kaufneigung. Die Auslandsbörsen Newyork: Uneinheitlich. London: Im Verlaufe belebt. Amsterdam: Gedrückt. Paris: Abgeschwächt. Brüssel: Erholt. Zürich: Fester. Wien: Lustlos. Mailand: Fester. Getreidegroßmarkt zu Berlin Amti Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg Roagenm,.997 A.—.—„ Viktoriaerbsen /35.-38 0/35.-34.0 32.35 5 32.-35 5 24.0 28 024.-26.0 Speiseerbsen Futtererbsen 54.00 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent, Bl.: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz o. Dr.: 148 Reichsmark. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 23. Juli ntgaet en ülbelm Schart auntgener Bochum, Bongardstraße 14 Industrieaktien(Einheitsk.) Div 23..22.7. Balcke Masch. 0 92.6 93.6/6 Fortlaufende Notierungen 23.7. 23.7. 23..122.7. Div. Anfang Schlus Kassal schlugl Itbesitz..—112.38 112.29112 25s112.371 %hossch Rml.——.——.— 102.124 6% Krupo RA.— 102.62—.— 102.6711 8% Mittelstahl— 102 37 102.62 102.37 %gver. St. RAl.— 99.62„ 99.62 Boderus„ 4/113.00 112.75 112.871 Dahlbusch St. S 133.00133.00133.00 Disch. Atlant. 6/120.12—.— Oisch. Erdcl 4134.12 133.25133.25 D. Reichsbahn 71122 25 122.37 122.29 .6. Farbenind. 7 1171.37 170.00 169.73 Feldmöhle 61134.62 134.62 Felten&am; Suile 4 140.12 139.25 139.12 Goldschmict S1116.00—.—115.37 Harpen... O0/131.09—.-128.87 Hoesch-Koln 3/119.87 116.00 118.12 Kali-Aschersl. 3s129.75129.00 Wichel 13800. Kuxe 102.00 102.75 102.62 114.00 132.75 134 75 122.25 1171.75 1136.00 140.75 120.25 Klockner-W. Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank Rheig, Braunk. Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Saizdetfurth Schuckert apCo. Siemens&4 hal. Gebr. Stolw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Waterchell Zellst. Waldhof 23..123. 7. 123.7. Div. Antang Schlus Kassa 3 11700 118.75115.8711 112.25 3 111.87—.— 105.6211 0 119 50 146.00 117. 12/118.50 12 185.87 110.50 12—1725232 29 4 199.50 147.75 147.12150.00 S 141.87140 37 140.12 75 184.50132.00 4 165.00 164. 37 163.00s165.50 S 206.62 205.00 205.00 207.00 5.— 117.751118.50 3S 110.87 110.62 110.37|111.12 0 53.62 55.00), 54.12 54.00 5—.—— 127.62 5 128.00 130.50 130.75|129.62 122. 7. Schlus 1117.50 Steinkohlen 23. 7. 1, 22. 7. 6sicd Brief Geld Briefle Cerolus M. 5100 5400 5200 5500 Const..6. 7400 7850 7450 7850 Deutschl. 375 405 375 405 Schwerin 440046504500 4700 Reinr. 10700 1110010600 11100 Langd 1210012700— 13000 Braunkohlen Bruche„.ar.——.— Guteklofin. 3850 4250 3930— Leonh. 10850 11450 10900 1150 — 13300 14400 Vesta 10700— 10700— Bernhareta.— 1425— 1425 Kall Beienrode 11290 1350 1250 1320 Burbach 470.5000— 5000 Neu-Staßt.— Siegfr.lu. 116800 7200 8700 7100 Wihl. 12100 12100 12500 13100 Preiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Kuxe 23. 7. 1 22. 7. Geld Brief Geld Brief Oiergardt /6800 72006800 7100 Westfalen 900— 900 Hlsellerch. 3300 4050— 4100 Kalikune 23..1 22. 7. Geicd Bret Geid, Grief Graunschw. 6000 6300 6000—— Einigkeit 6300 7200 6750 7100 Erichsseg 3350 3550-— 35500 Habigh. 2609 2800 2500 2750 Heimbold. 2909 3100 2900 Hoge 5700 50005700 6009 Asenburg 280— 280. Mariagl. 9000— 7900 Marie 2750/29502600 2800 Marie L. /2575 2700 2600 2800 Mar 2759 29502600 2800 Neusollst.— 29002700 2900 Rensbach 3900 4100,3900 4100 Reicheld.——— Thöriagen 426— 420— Bera. G. Dahl. V. Sonner 8g.H. 8ösp. Walzw. Braunk Zuk. Oortm. Kitterde. Aloöss. Hoef.- Ge. 8 oöss Masch. 8. 0 Oynamit 4. Nod..5 eschw. Berg. V. 14 6las- u. Sp. S. 10 6luckauf-.46.5 Gebr. Goech.46 hallesche Salz. Hochtief 46. Kabelw. Rheyot IKali-Chemie IMölheim, Berg. Rhein. Metall Rhein, Spiegel. Rooderg;, Brnk. Sachtl.A6. Bgb. Schieß-Oefries Schleg. Schare. Waggonf. Uerd. 5 151.0150.0 151.5150.5 123.0123.0 140.0139.0 130.1119.6 890 69.0 87 8 87.25 335.0295.0 6 6 6 14 6 3 75 129.8129.6 S 121 0 95.0 94.0 144.0144.0 124.0129 5 192.0194.0 —. 156 8 —. 148.7 —. 93.1 Wasserv. Gels.l.5—.—. Bankaktien Berlin. Hand. 6. lcom-u. P--8. 10. Banku..-G. Oresdner Bant Rh. W. 8b. Cr. 8. Wesic. B..-A. 6 127.1—. 103.7105.0 105.5107.0 4 105. 5 107.0 128.3127.2 5—. Oiv. 23..22 7. — 265.0265.0 40 785.0785.0 8 96.0 96.0 — 2 4 0. 0 2 3 5. 0 6—.— Versicherungsaktien 82 Aach.-Mönch.Fl 32.—.. Aach. Röckvers 14.8235.0235.0 4gngo. S. FIL.— 380.0375.0 ali..Stpttg..2249.0249.0 4 lI. u. St.., V. S 8205.0205.0 Colonis,.-V. K,.8198.0130.0 Colonia Röckv. Gladb. Feuerv. Köln, Hagely. S9InLJopo.V. Köln. Röckv. gr. Köln. Röckv. Kl.——.—. Rentenwerte 5 Rhw..-Cr. Ghyp. 5 Pfd. S. 4. 6. 12. 10 97.0 97.0 dto. dto. S. 1—.—. 3/2 dto dto. S. 11 101.8101.8 s dto. Gold.-Hom. 1926. 1927 S.—6 95.0 95.0 112 Wd. Bod. Gpfo. 6—. 6 dto. Em. 3, 9/12, 14 96.3 96.3 Freiverkehrs-Aktien „23. 1. 22. J. Geld Brief Geld Brief Surb.K. 77.0 80.0 79.7 82.31 Slsa C. 12751290123.51280 E. Kö.L. 125.0128.0123.5128.0 Goech.h 155.0159.0 154.0158.0 nlang. K. Numb Dn 111.0113.0111.5112.5 Kortom 64..- 82.5 65 5 Lothrin. 103.0106. 5103.5107. 5 Lothr. 6.—. 85.0 82.5 85.5 Manst.—.—.—.—. Masch. Ke 68.0—. 68.0—. lsrh. Berg—.—. 85.0—. lah 4inet—.—.—. VI. Oian 103.5“ 41.5108.0112.5 v. Kogt. 99.0 101.5 98.0101.5 oyck. wie 125.0128.0 124.0127.0 Steuergutecheine 1as Jeas; JAllg ab 1..134. 103.7103. " 1..1935 107. 7/107.7 „ 1. 4. 1926. 111.8111.8 I. 4. 1997. 112.3112.3 " 1. 4. 1999. 112. 3112.35 Reichsbankdiskont 4% Combardzinstus 5% ainheitskurse Industriewerte 23. 7. Okkumulatoren Aku A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaff. Zellst. Berliner Börse, 23. Juli Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum 221502 0 57.0 0 38.7 0109.01 0118.5 22.7 218.0 35e 38.7 108.0 119.0 Dittmann Neuh.1 0 67.1 65.0 Dtmd. Akt.=Brau. 10180.0 Union-Brau 12 208.8 209 6 Oürener Metall 6141.0141.5 Oyckerch. Wiäm. 8—. 158.0 00 Basalt Gayr. Motoren Bamberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Karlsr. ind. Kr. u. Licht „ Maschinend. Soderus chen. Waser Chem. Gelsenk. Coati Gommi glektr. Lieferg. 6134.2134.7 #, Licht u. Kr. 7159.0160.0 lengelh. Brauerei 0100.0 99.7 Enzinger Union 6118.0118.0 92.5 93.5 0 10.2 10.8 6 145.6148.8 5 85.0 86.5 6 142.0113.7 0117.5116.5 5739.6139.0 8155.7156 0 5136.7138.2 4112.7114.1 K· Kase Ce. Kölner Gas Kre ift V. Kromschroeder Kroggrinz Metal Kuppersbusch Pgee Laurahütte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Lorenz C. M Hiag Miag Aimose Mölheimer Berg. Feinjute gebhardt& Co. German. Cem. Ges. f. ei. Untern. Gildemeister Glacb. Wolle Gruschw. Terti Guanowerte SLuz S 11 —. 111.0 186.5186.2 10-gader Benz Otsch. Atlant. Otsch. Baumwolle Conti Gas " Kabel Linoieum „ Steinzeug Tel. u. Rad. Eisenhand. 0/133.3133.5 6—. 120.5 9— 7118.5118.61 6146.0144 5 8174.7174.7 8157.0— 7—. 141.0 4149.7141.0 nackethal Draht Hageda Hamb. Flekt. hindr-Aufferm. Hoffmann Starke tiohenichewerte Holzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. 1 Sebe Jise Genuß Isenbeck Brau. bunghans Gebr. 114.0111.5 8136.0135.0 4115.5116.2 6144.3147.0 7158.6158.0 19 ga— S 5108.0—. 5118.8118.5 65 135.0135.0 6117.7117.5 3146.0147.0 6137.6139.0 65—. 0141.0142.0 4134.0133.0 0 90.5 91.0 6178.7175.5 6138.7139.2 9 85.0 9 105.0105.0 6134.2134.21 3 78.0 77.0 o 78.8 78.5 5107.8198.0 75189 S 170 6138.5138.0 7147.2149.2 0 23.8 23.6 0—. 111.7 8164.7162.0 9160.0—. 9— 1930 0117.5118.0 10155.0154.2 6—. 157.0 Siem.& Halske Stolberg. Zink 1aabe Ger Tuch Aachen Union chem. ger Otsch. Niekel Ver. Glanzst. Ver Uitrumarin Vogel Oraht Iraoner& Co. W Wandererw. Warsteiner Grub. 8205.0207.01 0 78.0 76.2 121 7108.0107.0 9— 114.0 8 166.0166.2 0—.—. 7150.0148.0 6132.0152.5 5117.0117.0 8170.0170.0 0 82.5 84.0 nrenst.& Koppell 0 89.7 90.0 Osnabr. Kopfer 8—. Pongs&am; Lahn 14—. phein. El. Werke 6134.0135.5 Rhein.-W. Kalk 6137.2140.0 Riebeck Rontan.2— 123.7 Rütgerswerke 6134.6135.0 Westialen Oraht 5—. 139.0 Wichdler Brau. 9—.—. Verkehrswerte •se Sarotti Schlege Schles Berg. u. 2. „ Berg. Beuth. „ Elekt..994 Schub.&am; Salzer Schultheis-Patz. Siegersdorfer W. Siemens Glas 28 298.0 S 95.0 97.0 5 0 40.5 41.3 0 96.2 96.1 7140 0140.5 10147.21475 4111.2111.2 5119.0113 4/112.7114.0 A. 6. für Verkehr Boch.-Gelsenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Südamer. Norod. Lloye S118.5119.7 0—. 0 15.5 15.1 0 46.0 46.5 0 16.7 16.8 Rentenwerte 45 Ot. R. Schatz. 41 4 Dt. R. Anleihe 44 R Ke e 45 Ouisburg. Anl. 45 Dösseld. Anl. 45 Flberteld, Anl. 45 Essen Anl. 4½ Mölb.-Ruhr Anl. 6 Ruhrverbd. Anl. 36 ## Pf. Ldof. A. Pfd. 45 Lobk. Westf. Pfd. 45 Lbk. West.Kom. 450t Komm. Goldanl 45 Westf. Idsch.Pfd. 450t. Hyp. B. 8ig,Pfd. 45 Pr. Gentr. 800. Pig. 45 Pr Pfddr. Sk. Pfa. 45 Basalt Obl. 89.1 6 Concord. Berg. Obl. 103.1 8 Oaimier Benz Obl.105.7 5 Klöcknerw. Obi. 6 Mont Cenis Obl. 45 Ver. Stahl 60 44 Ver. Stahl 47/81 6 Ver. Stahl 6 Siem. u. H. Obl. 6 Farbenbonds Umsch. Anleihe .5 97.5 11 95.5 .5 93.0 3 85.05 95.65 96.2 96.0 96.7 101. 95.0 99.6 1325 130.2 915 0 0 1 1 1105.8 .2101.6 103.3 95.0 .0 95.0 .6— 5 2131.5 8 37.5 R. Schuldb. F. 38 R. Schulod, F. 38 R. Schuldd. F 40 R Schulcd. F. 42 R. Schuldd, F. 4318 5 Essen Steink. 42 4 Harpener 49 45 R. W. E. 32/8 5 R. W. E. 30 45 Ruhrchemie 4 45 Ruhrgas 53 45 Ruhrwasser 83 45 Ruhrwohng. 58 45 V. E. N. 3 23..23.7. Geid Brief 99.0— 98.8 97.8 97.— 98 5100.0 94.0 95.0 93.2 952 99.5100.5 94.5 950 95.5 97.0 92.5 93.5 94.0 95.5 92.5 93.5 Westtalenbank.-G. Bochum Ausführung sümtlicher Bankgeschäfte Sorpällge busübrung aler bentgöügen desshäle Deuische Bank u. Discontogesellschalt Filiale Bochum Uithelmsplatz 5a, Tel. 60531 Seite 7 Nr. 171 Bochumer Anzeiger„ Freitag, 24. Juli 1936 Bildreihe oben: Links: Auf der Akropolis übernahm ein Priester das Olympische Feuer, brachte es, von Jungfrauen begleitet, zu einem Altar, und entzündete dort eine Flamme, wie unser Bild zeigt.— Rechts: Der Priester gab darauf die Fackel einem neuen Läufer, der sie zum Athener Stadion brachte. Bildreihe Mitte: Links: Der neue Läufer eilt mit der Fackel die Akropolis hinunter zum Athener Stadion.— Rechts: Die Stadt der Freude am Berliner Kaiserdamm. Das Richtfest fand, wie gemeldet, in Gegenwart von Dr. Ley statt. Blick durch den frisch planierten Wald auf den Funkturm. Im Vordergrund die Gerüste von zwei der vier großen Hallen. Bildreihe unten: Links: Mit dieser Filmkamera, deren Objektiv eine Brennweite von 120 Zentimeter hat, werden Photographen während der Olympiade zum Schuß kommen. Mitte: Radwettkämpfe werden auf diese Weise auf die Platte gebannt. Der Kameramann begleitet die Olympia=Radfahrer auf einem Beiwagen eines Motorrades, um jede Phase des Rennens festzuhalten und neue Bildwinkel zu erlangen. Rechts: Der Ehrenpreis des Führers für den„Großen Preis von Deutschland“, der am Sonntag auf dem Nürburg=Ring ausgefahren wird. Hch. Hoffmann(5) Scherl-Bilderdienst(1) Presseamt DAF.(1) ADOLF HITEER Seite 8 Nr. 171 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 24. Juli 1936 Kunst und Wissen Ein Blinder lieht mit den Augen einer Toten Hornhautüberpflanzung, ein Triumph ärztlicher Kunst. In der„Schweizerischen medizinischen Wochenschrift", berichtet Professor Franceschetti, der Leiter der Genfer Universitätsklinik. über eine außerordentliche Operation, durch die man einen Blinden durch Ueberpflanzung der einer Toten entnommenen Hornhaut sehend machte. Ein Blinder sieht mit den Augen einer Toten! Anders kann man dieses neueste Wunder, das uns die medizinische Wissenschaft beschert, gar nicht allgemeinverständlich ausdrücken. Es ist weder schwarze Magie noch Hererei, es geht bei diesem jüngsten Triumph der ärztlichen Kunst durchaus mit rechten Dingen zu. Ein Mensch, der an erblicher Blindheit litt und scheinbar unerbittlich zu ewiger Finsternis verurteilt war, wurde sehend, indem man ihm eine„neue“ Hornhaut überpflanzte. Professor Franceschetti, der Leiter der Universitäts=Augenblinik in Genf. hat selbst mit seinem Mitarbeiter Dr. Kiewe diese aufsehenerregende Operation vorgenommen und berichtet darüber in der neuesten Nummer der„Schweizer medizinischen Wochenschrift". Der Patient, an dem der Eingriff vorgenommen wurde, war seit seinem 18. Lebensjahr völlig erblindet. Er litt an einer erblichen Entartuna der Hornhaut, ein Leiden, von dem bereits auch sein Vater befallen war. Dabei waren die übrigen Teile des Augapfels und auch der Sehnerv selbst völlig gesund. Das änderte nichts an der Tatsache, daß die entartete Hornhaut gleich einem dicken Schleier das Sehvermögen des Kranken nicht zur Geltung kommen ließ und daß auch die stärksten Brillengläser diesem Uebel nicht abhelfen konnten, da ja die Lichtstrahlen durch die degenerierte Hornhaut nicht auf die Netzhaut gelangten. Professor Franceschetti entschloß sich, eine außerordentliche Operation vorzunehmen. Er versuchte, die entartete Hornhaut durch eine gesunde zu ersetzen. Aber welcher Mensch wäre bereit, seine eigenen Augen zu opfern, damit ein anderer sehend werde? Man konnte die Ueberpflanzung nur von einem Toten vornehmen. Zufällig war, als der Erkrankte in die Klinik kam, am selben Tage gerade ein 19jähriges Mädchen an einer Hirngeschwulst gestorben. Man operierte die Leiche, indem man dem toten Auge ein Stück der Hornhaut entnahm, die man sofort auf das Auge des Blinden überpflanzte. Und siehe da, der kühne Eingriff gelang! Die Hornhaut des toten Mädchens heilte auf dem Auge des Blinden an. Der Patient war nach dem ersten Erfolg bereit, nach einigen Wochen auch an seinem zweiten Auge eine derartige Ueberpflanzung vornehmen zu lassen. Abermals glückte die Operation. Man entnahm diesmal die gesunde Hornhaut dem Auge einer 29jährigen Frau, die am selben Tage einer Bauchfellentzündung erlegen war. So fand ein Blinder durch arztliche Kunst sein Augenlicht und seine Arbeitsfähigkeit wieder. Der Patient fühlt sich nach dieser zweifachen Ueberpflanzung sehr wohl und es ist nicht anzunehmen, daß das gewonnene Sehvermögen wieder nachläßt. Besonders interessant ist der Hinweis Professor Franceschettis, daß nach seinen Erfahrungen eine Hornhaut bei einem Manne besser anheile, wenn sie von einer Frau stamme. Umgekehrt seien die Erfolgsaussichten für eine Frau besser, wenn die Hornhaut einer männlichen Leiche entnommen wird. Desgleichen soll die Hornhaut eines linken Auges jeweils auf ein rechtes Auge überpflanzt werden und umgekehrt. Daß man jedoch mit einer derartigen Ueberpflanzung auch ein typisches Erbleiden heilen kann, hat sich nunmehr zum ersten Male herausgestellt. „Olumpiiches Konzer!“ Uraufführungen preisgekrönter Werke auf der Dietrich=Eckart=Bühne. Neun Nationen mit 83 Werken beteiligten sich an dem Internationalen Olymvischen Musikwettbewerb anläßlich der XI. Olympischen Spiele. Eine Auswahl der besten Werke des Olympischen Musikwettbewerbs wird am 15. August auf der Dietrich=Eckart=Freilichtbühne in einem vom Organisations=Komitee für die XI. Olymvischen Sviele veranstalteten und von der Reichsmusikkammer durchgeführten„Olymvischen Konzert“ uraufgeführt; es sind die Orchesterwerke„Il vincitore"(Der Sieger) von Lino Liviabella(Italien) und die„Olympische Festmusik“ mit den Sätzen„Einzug der Jünglinge",„Waffentanz",„Totenklage" und„Hymne“ von Werner Eak(Deutschland); ferner zwei Werke für großes Orchester und Chor: „Olymvischer Schwur" von Paul Höffer (Deutschland) und„Kantate zur Olymviade 1936“ von Kurt Thomas(Deutschland). Die einzelnen Werke werden von den Komponisten selbst dirigiert. Es wirken mit das verstärkte Berliner Philharmonische Orchester, der Bruno Kittelsche Chor und die Lamysche Deutsche Singgemeinschaft. Die Solo=Partien des Höfferschen Werkes singt Rudolf Watzke. Die Bekanntgabe der Preisträger und olympischen Sieger dieses Internationalen Musikwettbewerbs erfolgt am 2. August im Stadion. Aufruf an die Komponisten. Der Allgemeine Deutsche Musikverein fordert die deutschen Komponisten zur Einsendung von Kompositionen aller Art für die Tonkünstlerversammlung 1937 auf. Der Schlußtermin für die Einsendungen, die an die Akademie der Tonkunst (für den Allgemeinen Deutschen Musikverein), München, Odeonsplatz 3, zu richten sind, ist der 1. September dieses Jahres. An den nödtiten werg Verstens „Deutsche Demavend-Expedition“ hat ihre Forlchungen begonnen Soeben trifft aus Teheran die Nachricht ein, daß die Ende Juni aus Deutschland abgereiste„Demavend=Expedition, an der unter der Führung von Richard Lusk 19 deutsche Wissenschaftler und Hochtouristen teilnehmen, ihre Arbeiten im Elbursgebirge, dem riesigen Gebirgsmassiv, in Nordiran begonnen habe. Wir bringen nachfolgend eine Unterhaltung unseres Mitarbeiters mit dem Expeditionsleiter über die vielseitigen, hoch interessanten Pläne und Aufgaben dieser Expedition, die vom Deutsch=Oesterreichischen Alpenverein und der deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglicht wurde. Die Schriftleitung. Obwohl die iranische Hauptstadt Teheran am Fuß des Elburs liegt, ist dieses, an 350 Kilometer lange Gebirge wissenschaftlich noch kaum erforscht. Wohl führen von Teheran zwei Straßen nach Pahlewi und nach Barferusch, über die Elburspässe zum Ufer des Kaspisees. Wohl sind die Hochtäler von altiranischen Stämmen besiedelt. Aber Karten gibt es von dieser Kette erloschener Vulkane bis heute nur in sehr rohen Umrissen. Die geographischen Angaben beruhen vielfach noch auf Schätzungen und Annahmen. Der höchste Berg des Massivs, der„Demavend", ist zwar bereits bestiegen und vermessen worden, doch das anschließende Gebiet bis zu der nächsten, in Luftlinie 110 Kilometer entfernten Spitze, dem„Kuh Niswa“, ist völlig unbekanntes Land, in das sich überhaupt noch kein Europäer verirrt haben dürfte. Selbst der einheimische Jäger betritt diese Wälder nur selten, weil sie reserviertes Jagdrevier des Schah sind. „Den Demavend zu besteigen und den Kuh Niswa zu bezwingen, das ist unser alpinistisches Ziel" erklärte der Leiter der„Deutschen Demavend=Expedition 1936“, Richard Lusk, als ich ihn kurz vor der Abreise mitten zwischen Packen und Verhandeln erreichen konnte.„Unsere Gruppe von 19 Teilnehmern besteht daher beinahe zur Hälfte aus jüngeren Bergsteigern, die sich in den europäischen Hochgebirgen schwer ihre Sporen verdient haben. Sie sollen sich dort mit ganz fremden Bergformationen, anderen Gesteinsarten und vor allem völlig ungewohntem Klima vertraut machen und zugleich lernen, wie die wissenschaftliche Arbeit im Gebirge am wirksamsten zu unterstützen ist. Die Forschung bedarf ständig, bald in den Anden von Südamerika, bald vor allem an den bisher unüberwindlichen Gipfeln des Hymalaja leistungsfähige Hochtouristen, die allen Schwierigkeiten des Berges und Wetters gewachsen sind. Gerade der Elburs ist ein hervorragend geeignetes„Uebungsgelände". Sowohl der Demavend mit seinen 5670 Meter und besonders auch der Kuh Niswa stellen an das bergsteigerische Können doch recht erhebliche Anforderungen. Von dem letzten wird berichtet, daß u. a. eine 700 Meter hohe, senkrecht aufsteigende Granitwand den Weg zum höchsten Punkt des Berges verlegt. Mit um so größerem Stolz werden wir, gerade während in Berlin die Olympischen Spiele stattfinden, diesen schweren Wettbewerb unseres herrlichen Bergsportes durchführen. Wir hoffen, auf der Spitze des Kuh Niswa die Olympische Flagge hissen zu können.“ Der Elburs gehört zu den interessantesten Gebieten der Erde, weil das Gebirge ein uraltes vulkanisches Massiv ist, dessen Krater zwar erloschen sind aus dessen Hängen aber nicht selten noch dichte Schwaden von Schwefelgasen hervorbrechen, die dann in sogenannten „Fumarollen“ aufsteigen. Auch heiße Quellen, denen von den Ansässigen Heilkraft zugeschrieben wird, entspringen dort. So werden Dr. Bobek, Dozent am Geographischen Institut der Berliner Universität, und Studienrat Satow, der zugleich Spezialist für Höhlenforschung ist, reichliche Arbeit finden. Das Klima des Elburs ist ein Problem für sich. Im Norden stoßen seine Ausläufer bis nahe an das Kaspische Meer, im Süden gehen seine Täler allmählich in das heiße iranische Hochland, genauer: in die große Salzwüste„Kewir" über. Während also seine Südhänge den trockenen tropischen Sandstürmen ausgesetzt sind und die Expedition dort kaum einen Tropfen Regen erhoffen darf, ist die ganze Nordseite in ein Nebelmeer getaucht, dessen Wolken bis zu 3000 Meter emporsteigen sollen. Unter diesen eigenartigen Boden= und Klimaverhältnissen dürften die Elburstäler eine Fundgrube für völlig unbekannte Pflanzentypen sein. Ebenso wie Expeditionen vor einiger Zeit aus dem Hymalaja und aus dem Kaukasus außerordentlich interessante Wildformen und Frühformen der heute gebräuchlichen Getreidearten mitgebracht haben, die zu Kreuzungsversuchen benutzt werden, werden auch unsere Botaniker, namentlich der Kustos des Botanischen Museums in Berlin=Dahlem, Dr. Melchior und Professor Dr. Gilli(Wien) in diesem zwischen Kaukasus und Hymalaja liegenden Gebirge auf solche Funde achten. Das besonders deshalb, weil der Elburs an das Hochland von Iran, eines der frühesten Kulturgebiete der Menschheit, grenzt. Sodann vermutet man, daß im Elburs einige bisher unbekannte Pflanzen wachsen müssen, die vielleicht eine ganz neue wirtschaftliche Verwendung ermöglichen. Die Zoologen der Expedition unter Führung von Prof. Dr. Ebner(Wien) wollen Schmetterlinge, Kerbtiere, Schlangen, Eidechsen usw. fangen und präparieren, aber möglichst auch seltene Exemplare lebend mach Deutschland bringen. Die Expedition mußte allerhand Gepäck mitnehmen. Vor allem mußte es so eingerichtet werden, daß dies leicht von der Bahn in Baku aufs Schiff, von dort in Pahlewi auf Autos und schließlich am Fuß des Elburs auf Maultiere umgeladen werden konnte. Jeder Teilnehmer durfte außer einem Rucksack nur einen Koffer oder eine Kiste in Größe einer„halben Maul= tierlast“ mitnehmen; der Koffer konnte demnach höchstens etwa 70 Zentimeter lang und 40 Zentimeter breit sein. Die übrigen Kisten— das Gesamtgepäck ist auf 25 Maultierlasten berechnet— enthalten dann die Instrumente und den Hochgebirgsproviant, während überall dort, wo es irgend geht, sich die Teilnehmer nach Landessitte beköstigen wollen. „Die ganze Nation ilt angetrelen“ Das deutsche Schrifttum zu den Olympischen Svielen Das deutsche Schrifttum legte am Mittwoch abend in einer feierlichen Kundgebung in der Krolloper ein klares Bekenntnis zu den Olympischen Spielen ab. Bekannte Männer der Geistes= und Sportwelt unter Führung des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer und Dichters Hanns Johst und des Reichssportführers von Tschammer und Osten hatten sich in den festlich geschmückten Räumen versammelt. Der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Hanns Johst, zeichnete in seiner Rede ein Bild von dem grundsätzlichen Wandel im geistigen Leben der Nation, und legte damit ein Bekenntnis zur Feier der Olympischen Spiele im Reich ab. Von Tschammer und Osten führte unter anderem aus: alle Kräfte der nationalsozialistischen Staatsführung und Lebensgestaltung ringen Tag für Tag im freien Spiel um die endgültige Form. Der Führer hat den Befehl gegeben, und die Nation ist angetreten. Nur Tage noch trennen uns von jenem Fest der Welt, das allen Zweiflern die Kraft und den unbändigen Willen Deutschlands unwiderleglich beweisen werde. Geschichtstafel 1783 Simon Bolivar, der Befreier Südamerikas, in Caracas geboren(gestorben 1830)...16 Muluug 1915 Erstürmung der Festungen Rozan und Pulrust am Narew durch die Armee von Gallwitz. 11) Da trat Hinner an das Bett heran und wollte den Schläfer rütteln. Aber die Hand war eiskalt. Jetzt erkannte er, daß Mr. Gadstone... tot war. Blitzschnell jagten die Gedanken durch seinen Kopf. Er hatte das Gefühl, daß hier irgend etwas nicht stimmte. Er dachte sogar an ein Verbrechen. Da hörte er draußen Schritte, hörte Stimmen. Ah... die beiden Männer kamen zurück, scheinbar war noch ein dritter bei ihnen. Deutlich hörte er, wie der Mann, der mit ihm gesprochen hatte, sagte:„Mister Gadstone ist einem Herzschlag erlegen! Vielleicht auch Gehirnschlag. Sie als Arzt werden das ja sofort feststellen, Herr Doktor. Darf ich Sie bitten, in das Schlafzimmer zu treten?“ Als Hinner das hörte, war er mitsamt seiner Kassette wie der Blitz hinaus und stand draußen schweratmend auf dem Korridor. Er lief schnell nach vorn; ohne den Lift zu benutzen rannte er die Treppe hinunter. Unten angekommen, riß er sich zusammen und schritt nachlässig durch die Hotelhalle. Er trat zu dem Portier und fragte ihn, wer die beiden Herren seien, die bei Gadstone wären. Der Portier nannte ihm die Namen. Es waren ein Mister Kieper und ein Mr. Butterlame aus Newyork. Hinner war befriedigt und verließ das Hotel. Als er wieder draußen in der Sonne stand, da verließ ihn das unheimliche Gefühl bald. * Hinner“ hatte sich mit Geert Riebethau in einer Schenke unweit des Hauses verabredet, die besonders von deutschen Seeleuten besucht wurde. Der Wirt war ein Vollblutfranzose, er hatte den Krieg mitgemacht, war in Gefangenschaft gewesen und hatte die Deutschen zwar widerwillig, aber doch achten gelernt. Hinner bestellte sich etwas zu essen und eine kleine Flasche Wein, und mitten im Frühstück überraschte ihn Riebethau. „Das war schnell erledigt, Hinner!" „Hm! Ging fix auf dem Seemannsamt, was? „Ja. Aber ich meine jetzt deine Mission. Aber du hast ja die Kassette noch?“ „Ja. Aber den Scheck habe ich auch!“ Riebethau nahm Platz und sagte:„Was hat das alles zu bedeuten?“ Da gab ihm Hinner einen erschöpfenden Bericht, dem der Erste Offizier mit denkbar größtem Interesse folgte. Als Hinner endete, schüttelte Riebethau den Kopf. „Zeig mir mal den Scheck!" Hinner reichte ihm das Papier rüber. Es war ein Scheck, ausgestellt auf die Bank von Frankreich, auf ein Konto, das einem Mr. Mac Meil gehörte. Keiner kannte den Namen. „Seltsam! Die Sache kommt mir verdächtig vor. Was sagten diese beiden Männer, die bei Gadstone waren? Herzschlag! Na ja, könnte ja auch stimmen!" „Was willst du tun. Geert?“ „Mit dir auf dem schnellsten Wege zurückfahren nach der„Leonie". Dann mag der Käppen entscheiden, was mit der Kassette werden soll.“ Hinner war sofort damit einverstanden. Sie blieben noch eine Stunde, dann machten sie sich auf den Weg. * Der Fall wurde Käppen Krüger vorgetragen. Er betrachtete die Kassette und fällte dann ein salomonisches Urteil. „Schmeiß das Ding wieder ins Wasser, dann geht uns das alles nichts mehr an!“ Riebethau und Hinner wollten beide widersprechen, aber schließlich überlegten sich beide doch, daß er recht hatte.„ m. 9 Als sie die Kajute verließen, wurde der Erste Offizier zum Steuermann gerufen. Hinner blieb allein und ging nach seine Kajüte. Dort sah er sich die Kassette an. Er hob sie hoch und wog sie mit den Händen. Allzu schwer war sie nicht. Metallwerte enthielt sie bestimmt nicht. Wieder ins Meer werfen? Er überlegte. Das war ja bequem, was der Käppen da anordnete, aber... ob es richtig war? Vielleicht barg die Kassette unersetzliche Dokumente? Ob sie sich öffnen ließ? Er nahm einen Hammer und schlug kurz und schwer gegen das Schloß, und da sprang es auf. Neugierig schaute Hinner hinein und fand in der Kassette ein in Wachstuch genähtes Päckchen. Auf dem Päckchne waren die Reste von Schriftzeichen zu sehen, die aber nicht zu entziffern waren. Hinner überlegte...146 m gl.—.5 War es ein Unrecht, was er tat: Woulre er sich damit bereichern? Nein, auf keinen Fall. Es widerstrebte ihm nur, dem Meere zurückzugeben, was er ihm entrissen hatte. Kurzentschlossen steckte er das Packchen in seinen Koffer und versuchte, die Kassette wieder zu schließen. Aber das wollte nicht glücken. Da verstopfte er die Oeffnung mit einem Stück Holz und schlug die Kassette zu. So, jetzt hielt sie zu. Rasch begab er sich an Bord uno naym an der Reling Aufstellung. Dann rief er nach dem Ersten Ofigier... Scrit. hurm u... Als der auf ein paar Schritte heran war, sagte er: „Ich führe den Befehl des Käppen aus!" Und mit kräftigem Schwunge schleuderte er die Kassette weit ins Meer hinaus. Sie klatschte auf das Wasser und versank sofort. Die holt niemand wieder! dachte Hinner. Die liegt jetzt mitten in der Mulde gut und gern ihre fünfzig Meter tief. 4s. selt“. Die Kameraden Hinners hatten entsetzt seinem Treiben zugesehen, aber es war zu spät, ihm in den Arm zu fallen.„2.621. 8. m „Was tust du da, Hinner;, schrie Jan Maar auf„Ich habe das, was ich emporgeholt habe, dem Meere zurückgegeben. Befehl des Kapitäns!" Die Taucher schüttelten den Kopf, und Prell brummte:„Det kann der Alte nicht verantworten!“ „O doch! Gadstone ist tot! Seine Beauftragten haben abgeblasen, ergo gehört es wieder ins Meer.“ Käppen Krügers Zustand hatte stch verschlimmert, er konnte kaum aus den Augen gucken. Jedes Jahr einmal packte es ihn so, daß er glaubte, zu sterben, aber dann nach acht bis zehn Tagen war er wieder fidel und munter.... 8 mend, M Er hatte dem Ersten das Kommanoo über das Schiff übertragen, und der bestimmte, daß der Anker hochzuwinden und die Heimreise unverzüglich anzutreten sei. Man war eben dabei den Befehl auszuführen, als ein Motorboot pfeilschnell herangerast kam. Hinner erkannte in dem einen Insassen diesen Mr. Kieper, der ihn beinahe in Grund und Boden geredet hatte. Dunnerkiel, dachte er, jetzt hat der vielleicht auf dem Seemannsamt erfahren— Riebethau hatte von dem glücklichen Tauchversuch ahnungslos erzählt, daß wir die Kassette oben hatten, und verlangt sie gar. Mr. Kieper kam an Bord. Er war sehr aufgeregt und rief Handewitt, als er ihn sah, erregt zu:„Sie haben die Kassette herausgeholt? „Stimmt!“ entgegnete Hinner. „Dann bitte ich, sie mir auszuhändigen!“ „Tut mir leid. Auf Befehl des Kapitäns habe ich sie wieder ins Meer geworfen.“ Mr. Kieper sah Hinner wütend an, als wenn der ihn zum Narren halten wolle. „Wieder ins Meer geworfen? Wie kommen Sie dazu? Ich verlange Aufklärung!“ „Ja, daran sind Sie selber schuld. Sie haben mich überhaupt nicht zu Worte kommen lassen. Sie haben uns das Tauchen nach der Kassette untersagt. Nun hatten wir sie schon. Ich konnte sie nur Mister Gadstone aushändigen. Behalten konnten wir sie auch nicht, denn es ist nicht unser Eigentum. Da hat Käppen Krüger entschieden, daß ich sie wieder ins Meer schmeißen soll. Und das habe ich getan.“ Das erschien dem Amerikaner unfaßbar, er schüttelte mehrere Male den Kopf und schien es nicht zu begreifen. „Können Sie mir Ihr Ehrenwort geben, daß Sie die Kassette wieder versenkt haben?“ „Unser Erster Offizier, Mister Riebethau, hat es mit eigenen Augen gesehen, er wird es Ihnen bestätigen. „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß die Kassette wieder ins Meer geworfen wurde!“ erklärte Riebethau schnell. Da schien Mr. Kieper befriedigt. „Und... läßt sie sich wieder nach oben holen?“ Hinner schüttelte den Kopf.„Nein, die liegt jetzt mindestens fünfzig Meter tief!“ Das schien Mr. Kieper noch mehr zu befriedigen. Er wurde ganz liebenswürdig und drückte Hinner die Hand, „Deutsche Gründlichkeit!“ sagte er anerkennend. „Ich lobe sie mir, die deutsche Gewissenhaftigkeit. Jeder andere hätte die Kassette behalten, aber ihr Deutschen habt euch nicht damit bereichert. Meine Hochachtung!“ Und dann war er schnell von Bord, und das Motorboot raste zurück. Hinner aber hatte einen roten Kopf. Er ärgerte sich. Er konnte doch diesem Mr. Kieper sagen, daß er den Inhalt an sich genommen hatte und konnte ihn aushändigen! Teufel, das war eine dumme Situation. Aber er tröstete sich. Die Leute wollten die Papiere ja gar nicht haben. Also erledigt. Er konnte sie ja noch jeden Tag wegwerfen. Am nächsten Tage dachte er schon nicht mehr daran. Das Wachstuchpäckchen lag unter seinen Sachen, und er dachte nicht daran, es zu öffnen. Nein, Neugier war nicht Hinners Stärke. 3. In Hamburg wurde der Besatzung der„Leonie van Leuwen“ ein begeisterter Empfang bereitet. Besonders die vier Taucher, allen voran Handewitt, wurden begeistert gefeiert. Sie hatten Deutschland würdig vertreten, und ihr Kämpfen war ein Eintreten für Deutschland gewesen, hatte seine Leistungsfähigkeit in glänzender, eindeutiger Weise betont. Die Weltpresse, allen voran die Engländer, versuchten nicht, diesen großen Erfolg zu schmälern, sie erkannten ihn an, und die Pressestimmen waren begeistert von der Leistung eines Mannes wie Handewitt, der es vermochte, in dieser Tiefe zu arbeiten. Der Senat gab der Besatzung der„Leonie" zu Ehren ein Essen, die Regierung sandte aus Berlin ihre Glückwünsche. Vater Bosse schwamm in einem Meer von Freude. Er war überglücklich und stolz auf seine Jungen. Henry, sein Sohn, ein großer, hübscher Mensch, etwas sehr schlank und still, fühlte sich manchmal unglücklich. Er hing mit aller Liebe am Vater und erlebte es immer wieder, oder es schien ihm so, als wenn ihm seine Taucher mehr ans Herz gewachsen seien als er, der leibliche Sohn. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war durchaus gut, Henry konnte sich nicht beklagen, aber es tat ihm weh, daß ihm das Schicksal nicht die strotzende Gesundheit der Taucher gegeben hatte, daß er sich diesen Beruf nicht erwählen konnte, was er gern getan hätte. Und so saß er reichlich mißvergnügt bei der Tafel im Hause Bosse, als der Reeder seinen Leuten von sich aus ein Essen gab. Hinner merkte seine Verdrossenheit, und er ahnte auch, was Henry bedrückte, und heute nahm er ihn sich einmal vor. „Du gefällst mir nicht recht, Henry!“ sagte er zu Bosses Sohn, mit dem er befreundet war. „Warum nicht?“ „Du machst ein so verärgertes Gesicht, als wenn du... uns allen die Freude heute nicht gönnst.“ Das war derb gesagt, und es wirkte entsprechend. Henry sah den Sprecher entsetzt an und schüttelte den Kopf. „Um Gottes willen, Hinner. Du spinnst Ich freue mich so toll über eure Erfolge, denn sie sind ja auch die Erfolge des Hauses Bosse. Nur... „Na, was denn?“ „Es kränkt mich immer wieder, daß ich nicht mittun kann!" „Ja, mein Lieber, das liegt doch nur an dir!“ „Wieso an mir?“ „Weil du nichts tust, um deine Kräfte zu regen. Du bist zu bequem, mein Junge. Ich möchte dich mal ein halbes Jahr betreuen, und ich kann dir sagen, daß ich einen kleinen Athleten aus dir machen würde!" „Du weißt doch... mein Herz!“ „Ist schwach. Ja, ich weiß es. Zum Teufel, Henry, mach' nicht so eine Leidensmiene. Dann sorge doch dafür, daß es stark wird. Wenn du nichts tust, dann wird es nichts. Turne, treibe Sport und iß vernünftig. Meike hat mir mal verraten, was du ißt. Dein läbberisches Zeug, wo soll da die Kraft herkommen.“ „Du meinst...“ „Daß es nur an dir liegt. Rappel dich mal auf! Zeig mal deinem Vater, was für Kräfte in dir stecken, mach' sie locker und du sollst mal sehen, das Leben ist doppelt so schön!“ „Ich müßte es mal versuchen!“ „Nicht erst lange überleben. Dann ist's schon halb vertan. Probiers, dann geht's! Prost, Henry!" (Fortsetzung folgt.) Seite 9 Nr. 171 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 24. Juli 1936 Krack Cei Lieboeds Eine tragikomiscke Gesckickte von K. ftoler Bestürzt blickt Frau Liebold in den geöffneten Porzellanschrank. Zuerst glaubte sie, am hellen Mittag zu träumen, aber es ist unleugbare, furchtbare Wahrheit. Die Stelle, an der seit Jahren die selten benutzte Suppenschüssel steht, ist leer. Vergeblich versucht sie, sich zu erinnern, ob sie die Schüssel etwa ausgeliehen hat. Das wäre durchaus möglich, denn Frau Liebold ist eine seelengute Frau, der es schwer fällt, nein zu sagen und die Nachbarinnen wissen das. Da fällt ihr ein: Frau Koch hat noch immer ihren Bohnerbesen und Frau Zimmermann wollte schon gestern ihr elektrisches Bügeleisen zurückbringen. Wem aber mag sie die Schüssel geliehen haben? Es ist höchste Zeit, das Essen anzurichten. Ihr Mann holt nur eben Onkel Adalbert von der Bahn und muß jeden Augenblick zurückkommen. Sonst wird die Suppe gleich in die Teller gefüllt, aber wenn Besuch da ist... Was tun? Ueber dem Küchensofa hängt ein Wandspruch, den Herr Liebold im ersten Jahre ihrer friedlichen Ehe dort angebracht hat: Borgen macht Sorgen!— Gewiß, Herr Liebold ist ein äußerst gutmütiger Mensch und ein musterhafter Ehemann, aber Pumpwirtschaft kann er auf den Tod nicht leiden. Ein in sechs Ehejahren erprobter Ehefriede steht auf dem Spiele... Eine Minute später klingelt Frau Liebold bei Frau Pfannenschmidt und bittet sie, verlegen errötend, ihr eine Suppenschüssel zu leihen. Die Terrine, die Frau Liebold strahlend im Empfang nimmt, ist von ihrer eigenen, spurlos verschwundenen, kaum zu unterscheiden. Eine dunkle Vermutung steigt in ihr auf.„Verzeihen Sie, es ist mir sehr peinlich, aber haben Sie nicht unlängst eine ähnliche Schüssel sich von mir ausgeborgt?“ Frau Pfannenschmidt ist die Sache offenbar ebenfalls sehr unangenehm.„Nein, Ich. habe von Ihnen nie eine Suppenschüssel geliehen.“ Während Frau Liebold den Tisch deckt, beruhigt sie sich allmählich. Sie wird, sobald ihr Mann geht, um den Besuch wieder zum Bahnhof zu bringen, Frau Pfannenschmidt ihr Eigentum zurückgeben. Ein Glück daß Onkel Adalbert heute nicht lange bleiben kann! Und in den nächsten Tagen wird sie vom Wirtschaftsgeld eine neue Schüssel kaufen. Alles wird noch einmal gut gehen. Da es sie bedrückt, Heimlichkeiten zu haben, begrüßt sie die Erwarteten nicht ganz mit der gewohnten Herzlichkeit. Bei Tisch ist Onkel Adalbert spaßhaft und aufgeräumt wie immer, während Herr Liebold nachdenklich und schweigend seine Suppe löffelt. Wiederholt bemerkt Frau Liebold, daß sein Blick verwundert und fragend die Suppenschüssel und dann verstohlen prüfend ihr Gesicht streift. Sollte er wirklich bemerkt haben, daß zum ersten Male Geschirr auf dem Tisch steht, das nicht ihnen gehört? Vielleicht hat die Schüssel irgend ein Kennzeichen, das ihr in ihrer Eile und Freude entgangen ist? Sein Gesicht ist merkwürdig gerötet und eine Zornesfalte steht drohend auf seiner Stirn. Alle Anzeichen deuten auf Sturm, dessen Losbrechen augenscheinlich nur Onkel Adalberts Gegenwart verhindert. Frau Liebold wagt nicht mehr, ihren Mann anzusehen, so daß schließlich sogar Onkel Adalbert stutzt. Hat er nicht immer gesagt, daß es restlos glückliche Ehen nur in schlechten Romanen gibt? Nun ja, man ist nicht so taktlos, das zu bemerken und wird sich beizeiten verkrümeln... Frau Liebold atmet erleichtert auf, als die beiden Männer endlich gegangen sind. Sie hat den erwartungsvoll fragenden Blick ihres Mannes wohl bemerkt. Schließlich hat er ein Anrecht darauf, daß sie ihm aus eigenem Antrieb ihr Vergehen beichtet. Wenn er zurückkommt, wird sie ihm alles gestehen. Zuvor aber wird sie die von Frau Pfannenschmidt geliehene Schüssel zurückgeben. Sie ist bereits gespült und braucht nur noch abgetrocknet zu werden. Trotz größter Vorsicht aber entgleitet plötzlich das tückische Gefäß ihren allzu behutsamen Händen und zerschellt klirrend auf den Steinfliesen.„ g. 77 17 8i, Düster starrt Frau Lievold auf die Scherben zu ihren Füßen. Erst allmählich begreift sie: Mit diesem vorzellanenen Unglücksding ist etwas Wertvolleres, Unersetzliches in Trümmer gegangen! Jetzt ist jeder Versuch, durch ein offenes Geständnis ihren Gatten zur Nachsicht zu bewegen, aussichtslos. Das feierliche Gelöbnis, das sich ihrem tiefsten Herzen entringt vermag das Verhängnis, das mit Herrn Liebolds Rückkehr über sie hereinbrechen wird, nicht mehr aufzuhalten. In ihrer Angst eilt sie zu Frau Pfannenschmidt, um ihr in herzbewegenden Worten ihr Mißgeschick zu schildern. Aber Frau Pfannenschmidt lächelt nur leichthin: „Darum machen Sie sich nur keine Sorgen! Die dumme Schüssel wird schon zu ersetzen sein. Eigentlich kann ich das auch gar nicht verlangen, denn sie taugte ohnehin nichts mehr und hatte schon einen Riß...“ Frau Liebold war erstaunt. Was diese Frau Pfannenschmidt für eine reizende Frau ist!— Und was Ihren Mann betrifft“, fährt Frau Pfannenschmidt fort, „so sagen Sie ihm nur die Wahrheit! Man kommt doch weiter damit. Und überhaupt, wo Sie einen solch gutmütigen Mann haben! Meiner ist da ganz anders.“ „Ja gewiß. Aber ich weiß doch nicht recht. Ich glaube, daß er in diesem Falle sehr zornig werden könnte! Sie hätten nur den Blick sehen sollen, den er mir bei Tisch zugeworfen hat!“ „So, wie ich Ihren Mann kenne, wird er sich um derartige Dinge in Zukunft gar nicht mehr kümmern, wenn Sie ihm sagen, daß Sie die Schüssel von mir geliehen haben“, vermutet Frau Pfannenschmidt. Obgleich Frau Liebold es für richtig hält, den wohlmeinenden Rat der Nachbarin zu befolgen, entsinkt ihr der Mut, als sie ihren Mann zurückkommen hört. Er muß sehr böse sein, denn sie hört ihn unruhig im Wohnzimmer auf und ab gehen. Schließlich aber faßt sie sich ein Herz und tritt furchtsam und zerknirscht über die Schwelle. Herrn Liebolds Blick ruht starr und fremd auf dem Antlitz seiner Frau. „Gut, daß du kommst“, stößt er mit klangloser Stimme hervor.„Wir müssen endlich einmal über diese Geschichte mit der vertrackten Schüssel reden. Ich habe dich immer davor gewarnt, etwas auszuleihen oder, noch schlimmer, selbst etwas von anderen zu borgen. Ich weiß, es ist manchmal schwer, nein zu sagen, aber es entstehen nur Unannehmlichkeiten und Feindschaften dadurch. Du siehst an dieser Geschichte mit der Frau Pfannenschmidt wieder einmal, wie recht ich hatte..“ Frau Liebold senkte schuldbewußt das Haupt.„Ich konnte die Schüssel nirgends finden“, sagte sie leise. Herr Liebold nickt schwer.„Ich weiß, es war töricht von mir, der Frau die Schüssel zu geben. Aber sie bat so sehr darum, weil sie die ihrige zerbrochen hatte und nun fürchtete, Krach mit ihrem Mann zu bekommen. Das muß übrigens ein netter Herr sein. Sich aufzuregen wegen einer Porzellanschüssel. Das kann doch der tüchtigsten Frau passieren, daß mal ein Stück Geschirr in Scherben geht... Jedenfalls habe ich eine schauerliche Wut auf diese Frau Pfannenschmidt. Konnte sie nicht die Schüssel, die ich ihr aus Mitleid geliehen habe, zurückbringen, wenn du nicht da warst? Ausdrücklich hatte ich sie darum gebeten!" Frau Liebold begreift endlich. Wie falsch sie ihren Mann beurteilt hat. Und warum Frau Pfannenschmidt keinen Wert auf den Ersatz der zerbrochenen Schüssel gelegt hat. Frau Liebold schweigt und lächelt.— Auch Frau Pfannenschmidt wird schweigen... En einem Sxzenerichen Zrinzirett ohtr äffentlichen Fernsprechstelle] Ah fertig! Aber nein—— nach einmal nimmt Blauzack strevt einer offennichen Fernsprechsteue zu. Er verdoppelt sein Streben, als er bemerkt, daß von der anderen Seite ein Mann das gleiche Ziel erreichen will. Einer muß Sieger sein, aber— o weh, das Glück entscheidet gegen Blauzack: gerade vor seiner Nase schlägt der andere Gesprächsaspirant die Tür zu. Blauzack hat es sehr eilig. Er hat sich mit seiner Frau verabredet, aber jetzt will er die Verabredung aus sehr wichtigen Gründen widerrusen, und in wenigen Minuten wird es zu spät sein— da wird die Gattin schon das Haus verlassen haben, Und dann wird es großen Verdruß geben. Blauzack hüpft um den Glaskasten herum, während der andere drinnen sehr umständlich verfährt. Er holt einen Zettel heraus, den er dicht vor unbewaffnete, aber anscheinend kurzsichtige Augen hält, und legt ihn dann auf das für solche Zwecke vorhandene Brettchen. Er zieht seine Börse, kramt darin herum, findet endlich einen Groschen, und nun geht es los... ah, er hat Verbindung bekommen, er spricht und hört, er nickt, er schüttelt den Kopf, er lächelt. Blauzack sieht auf seine Uhr: zwei Minuten— drei — vier—— Endlich! Jetzt ist der Kerl fertig, er hängt den Hörer an. Blauzack will schon die Tür aufreißen, aber da winkt der andere ab. Wieder nimmt er seinen Zettel vor die kurzsichtigen Augen, wieder sucht er nach einem Groschen— verflucht, der Kerl fangt ein zweites Gespräch an. Blauzack ist zumute, als müßte er zerspringen. Um sich zu beruhigen, fängt er an zu zählen— ganz langsam. Der Mann in der Zelle spricht und hört, er runzelt die Brauen, er macht ein abweisendes Gesicht — jedenfalls lehnt er irgendwas ab. Blauzack wünscht, daß der Mann damit ein großes Glück verscherze. Ah, ferlig: Aber nein— noch einmar nimmt er seinen Zettel vor, der Schurke! Und diesmal muß er seine Börse ganz auskehren, um noch einen Groschen zu finden. Und dann führt er ein anscheinend sehr heiteres Gespräch; er biegt sich, er will sich ausschütten vor Lachen. Blauzack heult vor Wut. Schaum steht ihm vor dem Munde; er möchte das Glashäuschen mit seinem Spazierstock in Trümmer schlagen. Er spricht vor sich hin: „Ich will mich nicht aufregen— ich will mich richt aufregen— ich will mich nicht aufregen!" Endlich, endlich! Blauzack bemüht sich, Haltung zu bewahren, als der andere nun die Tür öffnet. Aber er kommt noch nicht heraus, nur den Kopf steckt er vor: Entschuldigen Sie, mein Herr...“ „Was wollen Sie denn?" kreischt Blauzack. „Könnten Sie mir vielleicht für vier Fünfer zwei Zehnpfennigstücke geben?" P. R. e? NS Höllenkonzert. Ein altes Kirchenlied, das in Vergessenheit geraten ist, hatte folgenden Anfang:„Die Hölle summt— Der Teufel brummt— Und wackelt mit dem Schwanze— Fürst Michael, bei meiner Seel' ersticht ihn mit der Lanze." Den ersten Christen in Deutschland mußten demnach Religionswahrheiten in etwas derber Form beigebracht werden. von Rudolf Hans Bartsch. 3) Abdrucksrecht:.-Staackmann-Verlag Leipzig Ach, ging da ein Frühlingsausbruch von Freiheiten in seiner Brust empor! Gleich wußte er jetzt, daß er verliebt war. Jetzt ist sie Wittib jetzt ist sie ärmer als eine Appenzeller Kuhdirn, jetzt kannst du sie heiraten. Diese Logik stieß sich so überraschend in ihm empor, wie ein Maulwurfshaufen in beruhigt summender Wiese. Sein Bruder vom ehemaligen Regiment Prince 'Orléans hatte Wache im Temple; zu dem lief er hin.„Du, Quinteli! Ist bei euch nicht ein junges Frauenzimmer eingesperrt, mit einem geblümten Seidenrock, so breit wie ein Bienenkorb, und drei Straußfedern in den Haaren?“ „Nein“, sagte der Leutnant Quintus, früher Tambour.„So welche haben wir nicht, sie müßte das Röckli am End ausgezogen haben. Wie heißt sie denn?" Da sagte Primus den Namen, und Quintus ärgerte sich.„Dieselbe kenn ich gar wohl“, schimpfte er.„Ein mudelsauberes Frauenzimmer, die mir neulich gesagt hätt', die Amerikaner verstünden nichts von unseren Feinheiten, und wie ich ihr unter das Kinn habe greifen wollen und gemeint habe, wir verstünden doch ein bißchen davon, hat sie gesagt: Der Mensch hat Augen, um sich zu freuen; selbst der Hund hat noch seine Nase, ich sei noch viel weiter dahinter: ein grauslicher Schneck, wenn ich überall nur gleich hintasten müsse, um was Hübsches zu begreifen. Aus Amerika käme nichts Seines... Ger, Miazte 5Wahr in denr TemylEben wurde ein Herr Vieque d Azyr in den Tempie gebracht. Ganz nachdenklich hatte er sich von den Soldaten bis hierher führen lassen, jetzt hörte er das Gespräch der beiden Brüder und sagte:„Das war richtig und geht noch tiefer. Man kann herzlich diese französische Revolution verachten, aber vor der amerikanischen, vernünftigen Bürgerkälte darf man Angst haben. Ein feiner Instinkt könnte prophezeien, meine Herren: Die Kultur Europas stirbt soeben an der Vernunft der Vereinigten Staaten. Wir werden seit eurer mißglückten Nachahmung eine geistige Kolonie Amerikas sein; nicht viel besser, als Griechenland seit Mummius dem unfeinen Rom gehörte. Unsere Künstler werden wie jene alten nur mehr zerbrochene, sehnsüchtige Flügel regen, aber nichts wird ihnen mehr glücken. Die Amerikaner, aber werden mit heiliger Scheu die Ruinen unserer Kultur besuchen, die viel zu fein für sie ist. Europa war zum letzten Male originell vor dem Mai 1789... Ju. Gastoten 8. So sagte er, und dann stießen die Solbaten Herrn Vicque'Azyr vorwärts.„Ich gehe schon ohne Hausknechtwink, meine Freunde“, sagte er mild und verschwand in den Keller des Temple. „Was meint der Narr?“ fragte Quintus. Primus grübelte, begriff aber auch nichts Rechtes. Dann bat er den Bruder, ihm Zwiesprach mit der kleinen Bürgerin Witwe Massimel zu verschaffen. „Du kannst hinuntergehen und sie im Keller besuchen", lachte Quintus.„Herauslassen darf ich niemand.“ Und Primus Thaller stieg zu den Gewölben hinab; die Wachen ließen ihn in den großen, feuchten Saal, in dem sich nur Kröten und Kellerasseln wohl zu fühlen vermocht hätten. Er aber stano in Staunen gebannt, denn alle Phantasie ward aufs Haupt geschlagen bei dem, was hier geschah.„ 60 Eine ganz geheime, keise Musir von Violine, Flöte, Kniegeige und Baß schmeichelte sich an den schimmelfeuchten Wölbungen empor wie ein Kätzlein an seidenen Kleidern. Man spielte auf eingeschmuggelten Instrumenten! Die Violine hatte Herr Miradoux, erster Geiger des königlichen Opernhauses, die Flöte der Vicomte Chantigny, dessen Atem so viel Wunder zaubern konnte wie der Hauch des Westwindes. Mit der Bratsche war der Straßburger=Domherr Avenarius verwachsen, und den Kontrabaß spielte mit nachdenklicher Grundgriffigkeit der berühmte Abbé Mervioli aus Florenz. Silberne Bestechung vermochte selbst in den Zeiten der Republik goldenen Wohllaut in die Keller des Temple zu bringen. Mozarts kleine Nachtmusik! Sie wirkte Wunder, hier in dämmerndem Dunkel.. Die alten Schloßbrunnen quollen und schluchzten in der Fliedernacht, die Paläste standen in alter, reicher Pracht und lauschten gnädig auf den liebenswürdigen Einfall des Salzburger Herrn Musikus. Die alte, stolze Zeit war hier versammelt, neu hervorgezaubert trotz Carmagnole und Marseillaise. Rundum saßen Herren in Seidenstrümpfen und Damen mit Spitzentüchern, elegant in all der entsetzlichen Notdurft dessen, was man ihnen, den gefangenen Opfern der Volksrache, gelassen hatte. Knie über Knie geschlagen die Herren, graziöse Köpfchen in schlanke Hände gelegt die Damen, eine einzige große ErlauchtUnd darüber schmeichelte wie Weihrauchwolken Wolfgang Amadés wundervolle Grazie. Es kommt gegen das Ende des Allegro eine Stelle ganz unvermittelt, lieblicher als aller bisheriger Fluß süßer Melodie, ganz wider Schule und Hergang, als dächte plötzlich eine der Spieler an ein leises Zofenhändchen, das ihm hinterrücks neckisch zärtelnd über die Wange streichelte. Als die Stelle kam, hörte Herr Primus hinter sich ein wohlgefällig leises: Ah! Er drehte sich um— Blanchefleure. Sie hatte ihn erkannt, hob aber sachte die Hand, nicht zu stören. Bald danach war der Satz zu Ende, und während die Herren und Damen vom Adel entzückt zu den Spielern traten, reichte Herr Kapitän Thaller der armen, reizend blassen Blanchefleure seine ehrlichen Hände, um ihr seinen Antrag zu machen. Sie hörte ihn mit hochgezogenen erstaunten Augenbrauen an, als er begann:„Sie sind jetzt Witwe und arm wie eine Appenzeller Kuhdirn, Gott sei Dank.“ „Oh!“ zweifelte sie:„Ah?“ „In jetziger Zeit aber sind wir Soldaten alles. Die Revolution glaubt den Offizier zu vernichten und macht ihn zum Herrgott. Unsereins krabbelt es in den Händen, so stark sind wir jetzt! Ich werde Sie also aus dem Höhlenloch herausholen: wie, das werden Quintus und ich schon zuwege bringen.“ „Warten Sie“, sagte Blanchefleure,„da kommt ein entet: Wirklich begannen die vier musikanten einen jener reizenden Tänze der eleganten Zeit zu spielen, bei dem man sich mit Augen und Fingerspitzen Dinge sagte, für die sich der umschlingende Walzer keinen Rat weiß. Und die ganz leichtsinnigen von den Herren und Damen ordneten sich zum Antritt. „Es ist vielleicht die letzte Menuett", entschuldigte Blanchefleure mit reizendem Lächeln;„und ich würde es sehr beklagen, sie nicht getanzt zu haben:— mit Ihnen, Herr Kapitän“, fügte sie herzbezwingend hinzu, als der arme Junge tiefbetrübt zurücktrat, und sie nahm ihn bei der Hand.„Scheuen Sie sich doch nicht", fuhr sie fort.„Wir haben doch Gleichheit, Brüderlichkeit. Was, Sie glauben auch nicht recht daran? Immerhin; ich tanze gern mit Ihnen.“ Und der süße, schwermütig kokette Tanz des todesnahen Leichtsinns begann. Kein Totentanz war so wie der. So voll leichtfertiger Absage an das Ende. Es war die Melodie der Menuett aus dem Don Giovanni, und sie spielte wie diese kurz vor dem ersten Zuschlagen des Schicksals; übermütig frivol und graziös wie diese. Im Annähern fuhr Primus Thaller mit seiner ehrlich heißen Werbung fort.„Ich habe Sie lieb wie keine andere, und Sie sollen meine Frau sein.“ Das neckische Zurückweichen des Tanzes der Koketterie führte Blanchefleure von ihm weg. Ihre Augen lachten, aber sie sagte:„Was Ihnen nicht einfällt. Sie sind geschmacklos, mein Freund.“ Wieder schwemmten sie die weichen Wogen des Tanzrhythmus zu ihm; ihre Hände umschlangen sich. „Mein Geliebter wären Sie vielleicht worden, dort unten in La Réole, wo die Herdenglocken süße, befreite Natur predigen. Ich hatte immer meine Saison der Naturückehr.“.. sKritt im.3 Und sie neigte sich zurua und schritt im neckenden Taktschritt davon, während das Herz des armen Primus in Flammen tobte, gebändigt vom Tanzgesetz, von der allgemeinen Grazie, innerlich aber unbändig, als ob die ganze Revolution in ihm gefesselt läge und gefoppt würde. Und wieder kam sie zurück:„Aber Madame Thaller zu werden— mein lieber, ehrlicher Freund aus Appenzell! Was denken Sie? Man könnte Sie küssen für so viel Naivität! Ach, daß wir nicht mehr in La Réole unsere Komödie haben durften. Wie schade! Nun müssen wir sogar auf den Kuß verzichten! Außer Sie wollen mit einem Handkuß vorlieb nehmen?" Es kam nun die Stelle in der Menuett, da auf dem Theater der Wehschrei Zerlinens den süßen Leichtsinn zerreißt. Und obwohl die galanten Herren Miradoux, Vicomte Chantigny, Avenarius und Abbé Mervioli die Noten für eine kleine ununterbrochene Rückkehr zu einem fröhlichen Dacapo überarbeitet hatten, gebot doch das Schicksal den Originalsatz. Die Tür wurde aufgerissen und eine arge Branntweinstimme zerriß das Blumengewinde eines kurzen Traumes. „Ihr da, Bürger und Bürgerinnen! Ruhe im Namen der Republik!“ Der Reigen erstarrte zu Eis, hinhorchten Herren und Damen, denn jene Unterbrechung kannten sie. Es war die alltägliche Verlesung der Namen jener, welche vor Gericht geladen waren, um— recht oft— verurteilt zu werden. Aus dem Temple ging der Weg besonders leicht in die Sackgasse mit dem einzigen Fenster nach der Ewigkeit, dem Loch der Guillotine. Diesmal wurde auch der Name der kleinen Bürgerin Massimel verlesen.„Hier!“, rief sie, aber sie war erbleicht.„„. „Denken Sie jetzt an meinen Antrag?“ fragte Primus Thaller, angstvoll hinter sie tretend. Die arme blasse Blanchefleure sah ihn mit ihren erschrockenen Augen an, über denen verwunderte Augenbrauen standen.„Ach Gott, mein Freund“, sagte sie kläglich.„Ihre Republikaner lassen einem nicht einmal sein bißchen Tanzfreude. Dort in der Ecke steht meine kleine Zofe, die sich mit mir einsperren hat lassen. Zénobe! Du darfst mit diesem Herrn weitertanzen. Bitte, entschuldigen Sie mich wegen dieser fatalen Verhinderung und nehmen Sie mit ihr vorlieb; sie ist ein reizendes Kind. Adien, mein Freund!“„..2716, Und Herr Miradoux, der Unverbesserliche des alten Regime, begann von neuem auf der Geige die Schmeichelweise Mozarts zu streichen, ganz piano... leise lachend ordneten sich etliche Paare, wie früher. Aber die kleine Zénobe wagte nicht, mit anzutreten. Sie weinte vor Schreck, und meinem Großvater war es nicht um den Tanz mit der Zofe. Er drehte ihnen allen, schwerblütig fortwandelnd, den Rücken. Das war die denkwürdige Menuett gewesen, die der bürgerliche Kapitän Primus Thaller in einer Reihe mit einem hochansehnlichen Adel getanzt hatte. Es war die letzte Menuett des Rokoko gewesen, mitten in ihrer graziösen Süßigkeit zerissen durch den Ruf des Jakobinertribunals. In eigenartig gemischter Betrübtheit stieg Herr Kapitän Primus wieder in den Tag hinauf, und auch die kleine Blanchefleure verließ ihr Gefängnis, um vor Gericht zu treten. Dessen Barriere glich einem Branntweinschanktisch. Vier oder fünf unordentliche Rohlinge lauerten dort, schmutzig und bösartig wie gesträubte Bauernhunde. „Bürgerin Blanchefleure Massimel? Witwe? knurrte sie einer an. „Da Sie es so wünschen—“ „Vom ehemaligen Hofstaat der Bürgerin Antoinette Capezt“. „Wessen? Der Königin, wollen Sie sagen?“ „Ach, so? Notieren Sie das genau, Bürger Pouprac! Königin sagte sie.“ „Ich denke, das genügt schon“, murrte Pouprac gleichmütig. Dann aber sah er boshaft auf.„Warum lächeln Sie, Bürgerin? Sie beleidigen das Gericht damit! Warum lächeln Sie?" „Mein Gott, wie sehen Sie denn aus!“ platzte die arme Blanchefleure tiefrot im ganzen Antlitz hervor. „Wenn man solche Hosen anhat wie Sie!“ Und sie drückte die Hände vors Gesicht und lachte wie ein dummer Backfisch. Pouprac warf einen Blick auf seine Hosen aus blauweiß=rotgestreiftem Kattun, auf diese stolze Flagge und Schaustellung seiner republikanischen Gesinnung. Dann sprang er wütend auf seine beiden nationalgetigerten Beine:„Sie sind des Todes schuldig, Bürgerin Massimel“, brüllte er.„Des Todes wegen Beleidigung der französischen Nationalfahne!" Da zog die kleine Marquise die Hände von ihrem Antlitz und sah ihn an, hohe, erstaunte, drollige Augenbrauen, gerümpfte Nase:„Sie, Sie wollen mich richten! Waschen Sie sich und ziehen Sie Strümpfe an, bevor Sie mich nur bedienen wollen!" Und sie ging. Sie hatte sich auf das Schafott gelacht. * Mein Großvater hörte nur noch von ihr, wie sie nicht zulassen wollte, daß man ihr die Haare abschneide. „Meinen Sie“, hatte sie den Gerichtsbeamten gefragt, „daß das unbedingt nötig ist? Der Mann auf dem Gerüst kann sie gebrauchen, um das Haupt daran in die Höhe zu heben:— nachher; wie das so eine Ihrer Gewohnheiten sein soll.“ Und als der Sansculotte mit grober Kürze darauf bestand, hatte sie die lieblichen Schultern gezuckt:„Meinetwegen. Ich wußte schon, als Sie kamen, mich zu köpfen, daß Sie keinen ästhetischen Sinn haben. Und ich habe recht behalten.“ Nach diesen letzten, befreit geistigen Worten starb sie aber dennoch als armes, zitterndes Weib. Sie starben, und alle, die um sie hätten weinen können, waren tot oder hatten an das eigene Sterben zu denken. So verstand keine Seele, was mit der schönen Blanchefleure zu Ende gegangen war, die ihr Lebelang recht behalten hatte. Auch mein armer Großvater hat sie nie verstanden. Nur ich, nur ich! Ich verstehe sie, der ich ihr Bild erst vom Trödler loskaufen mußte, wie zur Rache des Nachgeborenen an der, die durchaus nicht seine Urgroßmutter werden wollte. Gut, daß sie es nicht wurde. Sie ist dabei jung geblieben, ewig jung und begehrenswert. Und ich darf sie lieben, wie der ehrliche Primus Thaller sie liebte, nur besser noch: Verständiger. Sie hatte in allem recht, und ich sehne mich nach ihr. Ende. Seite 10 Nr. 171, Bochumer Anzeiger„ Freitag, 24. Juli 1936 Tuenen und giumpialagge auf deutschem Boden dut dem fahrad zu den dipmoischen Spielen Coronel Garland, ein Freund Deutschlands, brachte das Symbol der Olympischen Spicle nach Berlin Bremen, 23. Juli. Bei herrlichstem Wetter traf am Donnerstag früh der Schnelldampfer„Bremen“ mit zahlreichen überseeischen Olympiagästen in Bremerhaven ein. Vom Topp des Riesenschiffes wehte die Fahne mit den fünf Ringen im Winde. An Bord befand sich auch Coronel Garland, der offizielle Ueberbringer der Olympiaflagge von Los Angeles, die während der Zeit vom 1. bis 16. August in Berlin über dem Reichssportfeld flattern wird. Die Fahne ist in einem Zinkkasten eingelötet und mit dem Sternenbanner umschlungen. Der Kasten trug die Aufschrift, daß es sich hier um die offizielle Olympiaflagge handelt, die während der Spiele 1932 in Los Angeles wehte und während der vierjährigen Zwischenpause zwischen den Spielen in Amerika und Berlin in Los Angeles treu behütet wurde. Oberst Garland stellte sich später der Presse zu einem Interview. Er sagte, daß er der Organisator der Olympischen Spiele in Los Angeles und Schöpfer des Olympischen Dorfes gewesen sei, das jetzt in Berlin noch bedeutend schöner und stark verbessert erstanden wäre. Oberst Garland ist das einzige Mitglied der Vereinigten Staaten im Internationalen Olympischen Comitee und hat 1932 bei dem Kongreß in Los Angeles für die Vergebung der Olympischen Spiele 1936 an Deutschland gestimmt, nachdem er schon im Jahre 1930 vom Reichspräsidenten von Hindenburg anläßlich eines Besuches in Berlin empfangen wurde. Reichspräsident von Hindenburg bat ihn damals, für Deutschland zu stimmen. Der weißhaarige Amerikaner hat bereits damals einen guten Eindruck von Deutschland empfangen, das er jetzt ganz und gar in sein Herz geschlossen und als dessen Freund er sich mit Stolz bezeichnet. Oberst Garland wird von Bremerhaven aus sofort nach Berlin weiterfahren, um dort die Olympiafahne dem Deutschen Olympischen Komitee zu übergeben. Mit Oberst Garland zusammen traf auch das japanische Mitglied des Internationalen Olympischen Comitees, Erzellenz Cano, ein. Erzellenz Cano hat die Aufgabe, mit einem zweiten japanischen SOC.=Mitglied für die Vergebung der Olympischen Spiele 1940 nach Tokio zu werben und den Nationen besondere Vorschläge Japans zu unterbreiten. Es sei endlich an der Zeit, so sagte Erzellenz Cano, auch in Japan einmal Olympische Spiele durchzuführen, denn die Olympischen Spiele sollen die ganze Welt umfassen und seien doch bis heute nur in Amerika und Europa abgehalten worden. Wenn aber Asien in Frage komme, dann nur Japan. Weiterhin befand sich an Bord des Schnelldampfers „Bremen“, eine 3Rköpfige Sportstudenten=Reisegesellschaft aus Kanada, die an dem Olympischen Sportstudentenlager in Berlin teilnehmen wird. Im Namen des Deutschen Olympischen Komittes werden Oberst Garland, Erzellenz Cano und die anderen Olympiagäste durch Senator Bernhard(Bremen) gleichzeitig im Auftrage des Bremer Senats und des Ausschusses„Bremen und die Olympischen Spiele“ auf deutschem Boden herzlich willkommen geheißen. Olympia=Banner in Berlin eingetroffen anb Berlin, 23. Juli. Das sorgsam gehütete Wahrzeichen der Olympischen Spiele, das Olympia=Banner, ist Donnerstag nachmittag in der Reichshauptstadt angekommen. Der Präsident des Organisationskomitees der letzten Olympischen Spiele, Oberst William May Garland, der zugleich auch das älteste Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist, überbrachte das in einem von dem Sternenbanner eingehüllten Zinkkasten aufbewahrte Banner persönlich aus Los Angeles. Zum Empfang hatten sich auf dem Bahnhof Friedrichstraße eine Reihe von amerikanischen und deutschen Freunden des greisen Vorkämpfers der Olympischen Spiele eingefunden. Im Auftrage des Generalsekretärs des Organisationskomitees der XI. Olympischen Spiele hieß ihn Adjutant Nölke willkommen. Oberst Garland war sichtlich erfreut über die überaus herzliche Begrüßung. Er erklärte, er sei sehr glücklich, nach Berlin gekommen zu sein, er freue sich darauf, das Olympische Banner, das von der Stadtverwaltung in Los Angeles sorgsam behütet worden sei. dem Staatskommissar von Berlin zur weiteren Aufbewahrung für die nächsten vier Jahre übergeben zu können. Ein Intervicw über 10000 km Der Reichssportführer telephoniert mit Tokio dnb Berlin, 23. Juli. Aus Anlaß der XI. Olympischen Spiele führte ein Vertreter der japanischen Nachrichtenagentur Domei am Donnerstagvormittag von Tokio aus ein Telephoninterview mit dem Reichssportführer von Tschammer und Osten, der sich im Hause des Deutschen Sports in Berlin befand. Die Verständigung über die 10 000 Kilometer weite Entfernung war auf beiden Seiten sehr gut. Der kühne technische Fortschritt, dem diese Fernunterhaltung zu verdanken war, hat sich bei dieser Gelegenheit im schönsten Sinne in den Dienst der Völkerverbundenheit gestellt. Der Reichssportführer wies darauf hin, daß die! XI. Olympischen Spiele mit einer Beteiligung von 53 Nationen und mehr als 6000 Olympiakämpfern das größte Sportereignis aller Zeiten geworden sind. Der olympische Gedanke hat einen triumphalen Sieg davongetragen., Die Spiele sollen, wie im alten Griechenland, eine Synthese von Kraft. Schönheit und Geist werden. Der Reichssportführer schilderte dann die gigantische Größe der Olympia=Kampfstätten. Es ist gewiß nicht übertrieben, wenn wir bei den sportlichen und künstlerischen Wettbewerben mit einer Zuschauerzahl von 200 000 bis 300 000 täglich rechnen. Der Reichssportführer berichtete weiter über die einzigartige Unterbringung der Kämpfer im Olympischen Dorf. in dem sie sich in einer prächtigen Landschaft und abgeschiedener Ruhe ungestört auf die schweren Kämpfe vorbereiten können. Die japanische Mannschaft hat in diesem Dorf zwei große Häuser bezogen, die ganz nach den Wünschen der japanischen Teilnehmer eingerichtet wurden. Auf eine entsprechende Frage erklärte von Tschammer und Osten, daß die japanische Mannschaft durch ihr vorbildliches sportliches Verhalten, durch ihre musterhafte Disziplin und den beispiellosen Eifer, mit dem sie sich auf die Wettkämpfe vorbereitet, allseitige Bewunderung erregt. Mit einem solchen Geiste und mit den Leistungen, die sie beim Training gezeigt hat, können ihr die Erfolge nicht versagt bleiben. Der Reichssportführer schloß die telephonische Unterhaltung mit einem Gruß der deutschen Sportler und des deutschen Volkes an das japanische Volk. Die deutsche Sportwelt versichert die japanischen Sportler ihrer Verehrung, Hochachtung und aufrichtigen Kameradschaft. Hans Winkler beigeletzt Im Münchener Ostfriedhof fand die feierliche Einäscherung des beliebten Münchener Motorradrennfahrers Hans Winkler statt, der beim Rennen„Rund um Schotten“ am vergangenen Sonntag tödlich verunglückte. Vor dem Sarge hatten sechs seiner Kameraden Aufstellung genommen. Eine ansehnliche Trauerversammlung, unter der sich auch der Präsident des DDAC Freiherr von Egloffstein, befand, gab Hans Winkler das letzte Geleit. Präsident von Egloffstein würdigte den Toten als vorbildlichen Charakter im Kampfeinsatz wie in seiner Arbeit als Mitglied der ONS. Im Namen des Korpsführers Hühnlein leate von Egloffstein einen Kranz nieder. Der Rennfahrer Giggenbach(Mühldorf) widmete dem toten Kameraden im Namen der aktiven Motorradrennfahrer einen ehrenden Nachruf. 5 Se— r Aufnahme: Habel. Für unsere Sportjugend gibt es in diesem Jahre kein größeres Erlebnis, als Besucher der Olympischen Spiele zu sein und der Welt beste Könner auf allen Gebieten der Leibesübungen im Kampf um die Weltmeistertitel zu sehen. Erfreulicherweise hat es das Fachamt für Leichtathletik fertiggebracht, in der Zeltstadt der Olympischen Spiele zu einem verhältnismäßig geringen Preis für seine Jugendlichen 500 Plätze zu erhalten. Der Leichtathletikjugend werden neun Tage Unterkunft und Verpflegung in der Zeltstadt, ein Sitzplatz bei allen leichtathletischen Wettkämpfen und einige Führungen durch Berlin geboten. Alles, was die Teilnehmer während dieser Tage an Eindrücken aufnehmen, wird ihnen für das ganze Leben unvergeßlich bleiben und für ihre sportliche Entwicklung von Vor" Von dem Bochumer leichtathletischen Nachmuchs sind sieben Tustlex, fünf davon siehe unser Bild, die Glücklichen. Um frühzeitig in Berlin zu sein, treten sie bereits Samstag morgen 5 Uhr die große Reise Bochum— Berlin(gleich 528 Kilometer) mit dem Stahlroß an. Alle sieben sind Angehörige der HI., die das Fahrtenleben und Zelten gewohnt sind. Die Namen auf dem Photo von links nach rechts: Pievenstock, Godehardt, Breitbach, Klöpper und Meier. Am 22. Auguft nacholympisches Schwimmfelt in Bochum-Werne Lopane-Molotorsch wimmer-Starton Bochums großes nacholympisches Sportcreignis— Acht japanische Schwimmer treffen auf bekannte Schwimmer dreier Nationen und Deutschlands Spitzenklalle Die große Sensation der olympischen Schwimmwettkämpfe 1932 in Los Angeles war bekanntlich Japan. Die„Preußen des Fernen Ostens“, die 1924 bei der Pariser Olympiade nur Zuschauer waren, 1928 in Amsterdam bereits mit in die Entscheidungen eingriffen und durch Tsuruta im 200=Meter=Brustschwimmen eine Goldmedaille erbeuteten, gestalteten ihre Starts in Los Angeles zu einem einzigen Siegeszuge. Die sieggewohnten Amerikaner mußten im eigenen Lande unerwartete Niederlagen in Kauf nehmen. Die Javaner gewannen das 100=Meter=Kraulschwimmen durch Miyazaki, die 1500 Meter Kraul durch den Schuljungen Kitamura feierten im 100=Meter=Rückenschwimmen durch Kiyokawa und Toshio einen Doppelsieg, gewannen vor Amerika die 4X200=Meter=Kraul= staffel und kamen im 200=Meter=Brustschwimmen durch Tsuruta und Koike zu einem zweiten Doppelerfolg. Der Aufschwung des japanischen Schwimmsports erregte in der ganzen Welt Staunen und Bewunderung, und es kommt nicht von ungefähr, wenn auch in Berlin die japanischen Wunderschwimmer im Mittelpunkt des Interesses stehen. Da nicht jedem deutschen Volksgenossen die Möglichkeit gegeben ist, den Kämpfen in Berlin beizuwohnen, bemüht man sich in allen Städten, den Schwimmsportbegeisterten durch Durchführung sogenannter nacholympischer Schwimmfeste wenigstens nach Schluß der olympischen Wettkämpfe japanische Schwimmer zu zeigen. Gerade die Japaner brauchen sich über einen Angebotsmangel nicht zu beklagen, und es ist nicht einfach, Japanerschwimmfeste zu arrangieren. Wir können heute schon Bochums Sportwelt davon in Kenntnis setzen, daß es dem Schwimmverein„Blau=Weiß“. Bochum in Verbindung mit der Stadt Bochum gelungen ist, einen Teil der japanischen Schwimmer=Olympiamannschaft für ein nacholympisches Schwimmfest am Samstag, 22. August, zu verpflichten. Im städtischen Freibad in BochumWerne soll diese größte Bochumer Schwimmveranstaltung zur Durchführung gelangen. Die Japaner werden mit folgender starken Mannschaft vertreten seine Arai, Japans schnellster Kraulschwimmer, dessen 100=Meter=Bestzeit von 56,4 Minuten um zwei zehntel Sekunden unter dem von dem Amerikaner Fick gehaltenen Weltrekord liegt. Darüber hinaus erreicht Arai über 400 Meter die glänzende Zeit von 4,41 Minuten. Negami, Japans bester Mittelstreckler, der die 200 Meter in.08.2, die 400 Meter in.,41 und die 1500 Meter in 19,13,2 schwimmt. Kihokawa, Japans Olympiasieger im 100Meter=Rückenschwimmen bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles. Bestzeit 1,07,4. Das sind die — *— Tatfachenberichte aus der Geschichte der Olympischen Spicle Von F. R. Roever Deutschlands Spitzenkönner ohne Olpmpigruhm Erich Rademachers Siageszug und Olympiatragödie Eigentlich war es seltsam: Gerade in jenen Jahren der ersten Nachkriegszeit, als Deutschland völlig entkräftet und entrechtet am Boden lag, als die Stürme der Inflation und Deflation über das Land rasten, als politische Wirren im Innern und Feindeswillkür von außen unser Vaterland an den Rand des VerderVon einem unter ihnen kann man sagen, daß diese Tragik des Abseitsstehenmüssens ihn am schwersten und härtesten traf. Es ist der beste deutsche Schwimmer der Nachkriegszeit, Erich Rademacher. In Antwerpen, auf den ersten Olympischen Spielen der Nachkriegszeit, schwammen zwei Schweden und ein Finne im Endlauf des 200=Meter=Brustschwimmens. Der Sieger, Malmroth, legte diese Strecke in.04.4 Rinuten zurück und errang mit dieser Leistung die Weltmeisterschaft und die Olympische Goldmedaille Zur P bens brachten, gerade in den Jahren 1922 bis erreichte der deutsche Sport auf den verschiedensten Gebieten unerhörte Höchstleistungen, brachte er Männer hervor, die mit ihren Leistungen alle Sieger der Olympiaden in den Schatten stellten...— Und doch lag eine schwere Tragik über den sportlichen Graßtaten jener Tage. Da war Hubert Honben, der blendende Hundertmeterläufer. Er war in jenen Jahren unzweifelhaft der schnellste Mann der Welt. Er schlug alles, was sich ihm stellte. Was half Baddock sein Clympigruhm, was halfen dem langen Murchison seine Rekorde! Schneller und besser als die war der Deutsche Hubert Heuben, der nun wirklich schnellste Rann der Welt. 4 2141 ns terteumiche Aber die Tragik war doch nicht ganz fortzuwischen aus dem Leben dieser ausgezeichneten Sportsleute. Denn während sie auf deutschen Bahnen und in den Stadien befreundeter Länder alles überlegen abfertigten, was gegen sie antrat, während sie Rekord um Rekord liefen, schmückten sich in Antwerpen und Paris andere mit dem stolzen Titel des Olympiasiegers, des Weltbesten. Was half es einem Heuben, daß er Paddock 1927 gleichen Zeit schwamm der Deutsche Meister Erich Rademacher dieselbe Strecke in.561, Nicht weniger als acht Meter wäre der damalige Olympiasieger hinter„Ete“ zurückgeblieben. Vier Jahre später in Paris siegte im elympischen Kampf der Amerikaner Bab Skelton in der allgemein bewunderten Zeit von.56.6 und nannte sich mit Fug und Recht den besten Brustschwimmer der Welt. Aber Erich Rademacher war um jene Zeit schon bei 2,50,4 angelangt...! Zwei Olympische Geldmedaillen waren an ihm vorübergegangen. Als dann die Kriegspsychose langsam wich, als vor allem in der sportlichen Welt die Ansicht immer mehr sich Bahn brach, daß auf die Dauer richtige Weltmeisterschaften nicht ahne Deutsche ausgetragen werden könnten, war die Bahn frei für Rademachers großen SieEs gab damals eine stattliche Anzahl guter Brustschwimmer in allen Ländern der Erde. Sie brannten darauf, mit diesem Deutschen zusammenzutreffen, der solch sagenhafte Rekordzeiten schwamm. Und Rademacher war nicht weniger begierig, endlich einmal in offenem Pettkampf der ganzen Welt zeigen zu können, des modernen Sports höchstens in Nurmis Weltrekordlauf ein Gegenstück findet. Ob über 100 oder 200 oder 400 oder 600 Meter— Rademacher gewann. Da trat Erich Rademacher jene denkwürdige Reise nach den Staaten an, die dem deutschen Sport und dem ganzen deutschen Ansehen in den Vereinigten Staaten ungemein viel nützte, jene Reise, die ein einziger großartiger Siegeszug und der Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn wurde. Er schwamm in Newyork und in Newhaven, in Chikago und Philadelphia und Detroit, er vernichtete alle amerikanischen Rekorde auf langen und auf kurzen Bahnen, und er schlug den Mestizen Walter Spence in so eindrucksvoller Manier, daß es nun selbst für die Yankees keinen Zweifel mehr geben konnte, wer der beste Brustschwimmer der Welt sei., Nun nahte Amsterdam und die ersten Olympischen Spiele, an denen Deutschland wieder beteiligt war Nun nahte die lang erwartete Goldmedaille für Erich RadeNun nahte die große Tragik im Leben dieses vorbildlichen Sportsmannes. 21 der besten Brustschwimmer aus allen Ländern der Erde haben sich am Start eingefunden. Im ersten Lauf ist Rademachers alter Gegner Spence dabei und siegt sicher vor dem zweiten deutschen Vertreter Sietas. Dann kemmt gleich im zweiten Vorlauf der erste neue Rekord; der Schwede Harling muß ihn schwimmen, um vor Schäfer(Wien) und dem Philippinen Ildefonso siegen zu können; hier scheidet Deutschlands dritte Waffe, der Kölner Budig, aus. Aber Harlings Rekord lebt nur wenige Minuten. Denn schon hat Erich Rademacher in seinem Vorlauf eine Zeit von.52 erreicht und seine drei Gegner weit hinter sich gelassen. Jetzt aber kommt die erste große Sensation: Im vierten und letzten der Vorläufe schwimmt der Japaner Tsuruta, ohne im gerinasten bedrängt zu sein, mit.50 einen neuen olympischen Rekord! Da hat nun Erich Rademacher zwölf Jahre lang ganz Europa durchschwommen, hat in Amerika alles besiegt, was sich ihm in den Weg stellte, hat 700 erste Preise errungen, hat 25 Meisterschaften gewonnen, von Deutschland, Ungarn. von Europa, von Amerika, hat fast ein Dutzend Weltrekorde aufgestellt, hat zwölf Jahre lang einen ebenbürtigen Gegner gesucht und keinen gefunden, und jetzt.. Jetzt in diesem Augenblick, da die ganze ernste sportliche Arbeit eines ganzen Schwimmerlebens eine Krönung finden soll jetzt kommt von fern her ein neuer Gegner und will ihm den Sieg streitig machen. Ein Gegner, von dem man bisher noch nie etwas gehört! Im Zwischenlauf gegen den Kanadier Spence und einen Philippinen namens Ildefonso schwimmt der Japaner mit 2,49,2 abermals eine neuen Weltrekord, Pschasdmnt dng Zelt, die zeciht dadternacher uch de in offenem Wasser erreicht hat. Am Mittwoch, 8. August, fand die Entscheidung statt. Die Tribünen waren an diesem Tage ausverkauft. Hunderte standen vor den Schaltern und konnten keine Karten mehr bekommen. Sechs von den einundzwanzig waren übriggeblieben, und man kann wohl sagen, daß diese sechs wirklich die besten Brustschwimmer der Welt waren. Auf Startplatz I hatte Ildefonso Aufstellung genommen, der Philippine. Neben ihm stand Sietas, der zweite deutsche Vertreter, der sich bisher sehr wacker gehalten hat. Dann kommen nebeneinander die beiden großen Gegner, Tsuruta und Rademacher; der Schwede Harling schließt sich an, und ganz außen steht der Kanadier Spence. Ein auserlesenes Feld. Sofort mit dem Startschuß geht Spence im Höllentempo los, Tsuruta liegt auf der dritten Bahn auf gleicher Höhe. und beide erreichen die erste Wende nach knapp 38 Sekunden, eine unerhört schnelle Zeit. Auch die zweite Bahn ist zunächst noch dieses Duell, aber dann fällt der Kanadier plötzlich ruckartig ab, und Tsuruta liegt bei 100 Meter in 1,19 allein in Front. Fünf Meter dahinter Rademacher. Die dritte Bahn ändert nichts an diesem Stand, nur Spence ist jeszt ganz an den Schluß des Feldes zurückgefallen. Bis kurz nach der dritten Wende liegt der Japaner unbestritten in Führung und scheint leicht zu gewinnen. Da setzt unter dem Jubel der Zuschauer Erich Rademacher mit seinem gefürchteten Endspurt ein. Ein, zwei, drei Meter rückt er auf, zwanzig Meter vor dem Ziel scheint es noch, als ob er den Gegner einhole. Aber in diesem Japaner steckt eine unbändige Kraft, steckt das gleiche Können und die größere Jugend. Er spürt den großen Gegner hinter sich, er kennt den eisernen Siegeswillen des Deutschen. Auch er ist jetzt nach diesem tollen Anfangstempo am Ende seiner Kräfte. Aber noch einmal holt er die letzten Reserven aus sich heraus hält durch. In der neuen olympischen Rekordzeit von .48,8 Minuten geht Yoshiro Tsuruta als Olympiasieger im Brustschwimmen durchs Ziel. Knapp anderthalb Meter zurück endet Erich Rademacher, der zwölf Jahre lang der beste Brustschwimmer der Welt war und jetzt, kurz vor dem Ziel seines ganzen Sportlebens, in einem Besseren seinen Bezwinger fand. Es wird wohl nur wenige Augenzeugen geben, die wissen, wie der Sportsmann Erich Rademacher diese tiefste Enttäuschung seines Lebens aufnahm. Niemand hätte es ihm verübeln können, wenn er nach diesem schweren Schlag zusammengebrochen wäre. Aber wir alle wissen, daß dies nicht der Fall war, daß er vielmehr wenige Stunden später mit ungebrochenem Mut mithalf, für Deutschland jene Goldmedaille zu gewinnen, die der schöste Erfolg der ganzen Amsterdamer Spiels für uns war: die Goldmedaille im Wasserballturnier. Seite 11 Nr. 171„ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 24. Juli 1936 drei Asse der japanischen Mannschaft. Zu ihnen gesellen sich noch: Tsuruku, 100 Meter Freistil in 57,4, Honda, 200 Meter Freistil in 2,09,6, Itoh, 200 Meter Brust in 2,44,6, Terada, 400 Meter Kraul in 4,50, 1500 Meter Kraul in 19.46 Minuten, und oynanaji, Japans Meister im Kunstspringen. Gegner dieser ausgezeichneten Mannschaften werden Spitzenschwimmer dreier Nationen sein, die während der Wettkämpfe in Berlin verpflichtet werden. Deutschlands Spitzenschwimmer werden selbstverständlich ebenfalls an den Start gehen. Wir werden auf das genaue Programm noch eingehend zurückkommen. Neue Olympiakämpfer Chinas Olympia=Mannschaft eingetrossen dnb Berlin, 23. Juli. Unter großer Teilnahme der Berliner Bevölkerung hielt Donnerstag vormittag die Olympiamannschaft Chinas ihren Einzug in die Reichshauptstadt. Die etwa 140köpfige Abordnung einschließlich Betreuer und 29 Sportstudenten traf mit einem Sonderzug der Reichsbahn, von Venedig kommend auf dem Anhalter Bahnhof ein. Die aktive Mannschaft, die jetzt in Berlin eintraf, besteht aus 23 Leichtathleten, zwei Schwimmern, 22 Fußballern, 14 Basketballspielern, acht Reitern, einem Radfahrer und vier Leichtathletinnen. Nach dem üblichen Begrüßungszeremoniell, dem Ausklingen der chinesischen Nationalhymne, dem Willkommensgruß von Ritter von Halt und den Dankesworten des chinesischen Mannschaftsführers William Sung, der gleichzeitig Rektor der Universität St. John ist, wurden die Mannschaftsmitglieder in Autobussen zum Berliner Rathaus gebracht.„ Ziacart bick. Staatskommissar Dr. Lipperr hieß die Gäste aus dem Fernen Osten, die die weite Reise nach Deutschland nicht gescheut haben, besonders herzlich willkommen. Auch die Türken sind da Auf dem Bahnhof„Friedrichstraße, traf am Donnerstag morgen die Olympiamannschaft der Turkei ein, die aus 110 Vertretern, darunter 80 SportstudenBei dem festlichen Empfang im Rathaus wies Staatskommissar Dr. Lippert in seineg, herzlichen Begrüßungsworten auf, die alte Waffenbrüdersua, im Weltkrieg hin. Die turkischen Gäste erhielten dann eine Olympia=Ehrenplakette der Stadt Berlin und das Buch„Berlin einst und jetzt". Stolzeiter Beitrag Deutschlands zu den Olympischen Spielen: Dad dUs Oiyikpfu-Vr Alle antiken Vorbilder übertroffen— Staatsickretär Pfundtners Rundfunkansprache der Presseaufbau. Es zeugt von der dieser, gemessen an der ifbau, über 1000 Presset= und Telegraphenamt Die gesamte westliche Hälfte des Olympiastadions ist in einer Tiefe von 9 Meter und einer Breite von 21 Meter untertunnelt. Auf diese Weise ist es möglich, daß ganze Marschkolonnen ohne Berührung mit dem Publikum in das Kampffeld einziehen, daß die Ehrengäste mit, ihren Waggg, bis unmitterrn: graten ihre Vortrag über die organisatorischen Vorbereitungen der Olympischen Sviele und den würdigen Rahmen. der für diese Spiele mit der Errichtung des Reichssportfeldes und des Olympiastadions geschaffen worden ist. Besonders ausführlich ging Staatssekretär Pfundtner auf den Bau des Olympiastadions ein. U. a. heißt es in seiner Ansprache:„Es gibt kein Teilgebiet der Olympischen Sviele, das wir nicht auf das sorgfältigfte vorbereitet haben. Der stolzeste Beitrag aber, den das Reich selbst gezollt hat, ist der Bau des Olympiastadions vor den Toren Berlins, das, in seiner Größe vom Führer selbst bestimmt, noch in Jahrhunderten von der starken Verbundenheit des nationalsozialistischen Deutschlands mit dem olympischen Gedanken künden wird. Das deutsche Olympiastadion in Berlin übertrifft in seinen Flächenausmaßen bei weitem seine bedeutendsten antiken Vorgänger. das griechische Olympiastadion und das Kolosseum in Rom. Das riesige, mit einem Kranz von 136 wuchtigen Pfeilern umaebene Oval krönt ein aus dem Urtal der Havel im Westen Berlins sich erhebendes Hochvlateau. Sechs Turme von 35 Meter Höhe flankieren das Stadion. Die Tuime tragen mit Billigung des Führers die Namen der großen deutschen Stämme und sollen kundtun, daß das im Nationalsozialismus in seinen Stämmen geeinte Deutschland das Olympiastadion, in dem der olymvische Gedanke in Deutschland sich verkörvert, in sein starke. Obhut geDas nach den neuesten Erfahrungen der sportlichen Technik gestaltete Spielfeld besitzt eine 400=Vetegisahn mit sieben Laufbahnen, ein Fußhallfeld in ven Maßen 70X105 Meter, ferner Bähnen für Weitsprung, Hochsprung, Stabhochsprung, Dreisprung, für Kugelstoßen, Speer= und Hammerwurf.( T,6.,r 65 Außer zwei Postämtern stehen im Stavion zahrreiche Fernsprechzellen zur Verfügung. Eine Rohrvostanlage mit 18 Meter Sekundengeschwindigkeit verbindet das Olympiastadion mit dem Rohrpostnetz Berlins und stellt den Anschluß an den Flughafen Tempelhof her. Um in den 25 Berliner Fernsehstellen einer breiteren Oeffentlichkeit besonders wichtige Sportereignisse vorführen zu können, sind in die Kampfbahn außerdem Fernsehapparate eingebaut.. 1... Sram Auch die rundfunktechnische Ausstatung des Olymviastadions ist hervorragend. In dem vorher erwähnten Pfeilertunnel ist eine große Hauptschaltstelle und ich verkörvert, in seiz, Ligr8;apenn.25; Verstärkerzentrale geschaffen. Diese macht es, möglich, nommen hat. Nach der praktischen Seite oienen viese daß während der Olympiade im Stadion gleichzeitig Türme als Beobachtungsstellen für die Verkehrsleitung, 80 gperichtg an die gurgyäischen und überseeischen Senstreckenkämpfe ausgetragen wurden, gingen am Donnerstag die Faltbootfahrer an den Start. Im Zweikampf Hörmann(Eßlingen) und Riedl(München) machte sich der Württemberger gleich nach dem Start frei und siegte ebenso überlegen, wie im Zweier=Kajak das Meisterpaar Landen=Wevers über die Münchener Resch=Muggenthaler Sieger blieb. Dr. Eckert ist sich jedoch über die Besetzung aller Kanuwettbewerbe noch nicht klar. Wieder Le Greves Die„Tour de France" Die zweite geteilte Etappe hatten die Teilnehmer der„Tour de France" am Donnerstag von Montpellier über Narbonne nach Pervignan zu durchfahren. Sie sind damit am Fuße der Pyrenäen angelangt, wo ihnen zunächst am Freitag ein weiterer Ruhetag winkt. Nur 51 Fahrer traten zum Start an. Der Franzose Archambaud gab wegen seiner Sturzverletzungen die Weiterfahrt auf. Auf der ziemlich Wagen, bis unmittelbar graftwagen öden und„trostlosen Strecke von Montpelliex, nach rogen gelangen, und daß Hunderte von Kruntruhe:. Narbonne über 130 Kilometer blieb das geld pis auf unterirdiich barten konnen.....„ drei Fahrer, darunter auch der Hannoveraner Heide, Einzug der Afghanen Nach den Türken und den Chinesen traf im Laufe des Donnerstag vormittags auf dem Potsdamer Bahnhof die Olympiamannschaft von Afghanistan ein. Die 24 afghanischen Sportler, unter denen sich keine Frau befindet, werden hauptsächlich an den leichtathletischen Wettbewerben teilnehmen. Internationales Sportltudentenlager Noch eine Schöpfung der Wehrmacht zu den Olympischen Spielen. dnb Berlin, 23. Juli. Aus Anlaß der Olymvischen Spiele hat Deutschland alle Nationen der Welt aufgefordert, während der Spiele je 80 Sportstudenten zu entsenden, die, im „internationalen Sportstudentenlager“ untergebracht, in einem einwöchigen Kongreß für körperliche Erziehung von verschiedenen internationalen Kapazitaten die Erfahrungen der Welt auf dem Gebiete der Leibesertüchtigung hören und für ihre Nation auswerten sollen. 34 Nationen haben die Einladung angenommen, so daß annähernd 1000 junge Studenten an dem Kongreß teilnehmen werden. Nach einer Begrüßungsansprache von Reichsminister Rust und einer Eröffnung des Kongresses durch den Präsidenten, Ministerialdirektor Prof. Dr. Krümel, wird der Kommandant von Berlin, Generalleutnant Schaumburg, das Lager an den Reichserziehungsminister übergeben. Während des Deutschland= und des Horst=Wessel=Liedes werden durch ein Kommando der Wachtruppe Berlin die 54 Flaggen der an den Olympischen Spielen beteiligten Nationen und die Olymvische Flagge gehißt. Die Unterbringung der Teilnehmer hat wiederum die Wehrmacht übernommen. Auf dem weiten Freigelände zwischen der Deutschlandhalle und den Ausstellungshallen hat die 2. Kompagnie des Pionierbataillons 4 aus Magdeburg 35 Wohnzelte, jedes in einer Größe von 10X12 Meter, errichtet. Jeder einzelne kleine Bau enthält 32 Betten und Schränke, eine Anzahl Tische und für jeden Besucher einen Schemel. Am Rande des Lagers stehen sechs große Waschzelte. Das Essen wird gemeinsam in zwei riesigen Speisezelten eingenommen. Außerdem hat die Wehrmacht eine Baracke für die Verwaltung, Kantine, die Post und eine Wechselstube errichtet. Sämtliche Zelte haben elektriDas internationale Svortstudentenlager untersteht dem Kommandanten von Berlin der Hauptmann König von der Kommandantur zum Lagerkommandanten ernannt hat. Das Lager bildet den Kern des sportvädagogischen Kongresses. Amerikanische Siege beim 5. Welt=Keglerturnier Am Donnerstag wurde in der Deutschlandhalle der Kampf der Nationen auf der internationalen Bahn um den Joe=Thums=Pokal eingeleitet. Als Sieger aus dem Dreier=Mannschaftstreffen gingen die Amerikaner Ned Day, Ches Daw und Henry Marino aus Newyork mit 2460 Punkten hervor. Auch die weiteren Plätze belegten mit Detroit 2430 und Columbus 2895 amerikanische Mannschaften, ein schöner Beweis dafür, daß der Kegelsport in den Vereinigten Staaten eine ausgezeichnete Pflegestätte hat. Von den noch ausstehenden Deutschen Meisterschaften wurde am Donnerstag der Vereinskampf auf Dreierbahnen zu Ende geführt. Nach hartnäckigem Ringen ging Kiel mit 6030 Holz vor Berlin, 5979 Holz, Halle 5958 Holz und Hannover 5955 Holz als Sieger und neuer Meister hervor. Vogt zweiter Deutscher Meister bei den Deutschen Kegelmeisterschaften in Berlin Im Rahmen des Kegler=Weltturniers in der Deutschlandhalle in Berlin werden bekanntlich auch die Deutschen Kegelmeisterschaften ausgetragen. Bisher konnten die teilnehmenden Bochumer recht günstig abschneiden. So belegte der Langendreerer Vogt in der Deutschen Seniorenmeisterschaft mit 708 Holz einen ehrenvollen zweiten Platz hinter dem Berliner Keinert, der nur 7 Holz mehr umlegte. Vogt hatte die Genugtuung, den mehrfachen Seniorenmeister auf Scherenbahn, Voges(Berlin), auf den dritten Platz zu verweisen. onbah An der Einzelmeisterschaft auf Scherenbahn mit 200 Kugeln in die vollen beteiligte sich auch der Bochumer Busch, der trotz seiner hervorragenden Leistung von 1421 Holz nicht über den 15. Platz hinauskam, ein Beweis für die hervorragenden Leistungen, die in dieser Meisterschaft gezeigt wurden. Mit 1475 Holz liegt der Hannoveraner Ehrhardt an der Spitze, dem Lehner(Berlin) mit 1464 und Arp(Kiel) mit 1462 Holz folgen. Dann folgt auf dem vierten Platz als bester Westdeutscher der Rheydter Schillings mit 1456 Holz. die Spielleitung, für Rundfunk und Film. Das Stadion enthält 63 500 Sitzplätze und 33 500 Stehvlätze, insgesamt 97·000 Plätze. Die Sitzplätze des Oberringes können in je zwei Stehvlätze umgewandelt werden. Dadurch wird das Fassungsvermögen der Olympiastadions bis auf 115000 Zuschauer gebracht, das sind 10000 mehr, als das Stadion in Los Angeles aufzunehmen vermochte. Die 71 Stufen der Zuschauerplätze des Stadions sind zur Hälfte 13 Meter tief in die Erde eingelassen, zur anderen Hälfte in 17 Meter Höhe über dem gewachsenen Boden bochgeführt. Einen Begriff von der Größe des Zuschauerraumes, mag der Hinweis aeben, das die 71 Bankreihen aneinandergereiht die Länge von über 40 Kilometer ergeben. Das Olymviastadion ist seinen antiken Vorbildern getreu ohne Ueberdachung errichtet. Zwei in dem mächtigen Säulenkranz um das ganze Stadion sieh lin 30 Berichte un die enrbbaischen und über der gegeben werden können. Außerdem sind zahlreiche Schallplattenaufnahmegeräte aufgebaut, Sportberichte zur späteren Sendung auf Schallvlatten aufgenommen werden können. So dürfen wir, die wir an der Errichtung dieses gewaltigen Bauwerkes mitarbeiten durften, heute stolzen Gewissens behaupten, daß das nationalsozialistische Deutschland den Olymvischen Spielen im Deutschen Hlympiastadion einen herrlichen, weit über das Maß von Pflicht und Herkommen hinausgreifenden Rahmen geschaffen hat. Bei aller Achtung vor dem olymvischen Ideal hätte es jedoch nationalsozialistischer Auffassung widersprochen, all diesen Aufwand zu leisten nur mit der Blickrichtung auf ein einmaliges, leider so rasch vorüberrauschendes Weltfest. Darum wurde auf versönliche Anordnung des Führers das Olympiastadion hineingestellt in den größeren Rahmen des Reichssportsich hin=feldes, wurde es zum Kernstück und beherrschenden Umgang Mittelpunkt einer der deutschen Jugend und dem deutolle=“ hon Nolk für die Dauer geweinen üebungs= und Verund ihm dadurch erst volle siebende cutere Umgäng= architektonisch. Ve, scen vont zut vir Tealter geugzuehl uzx=grug und VerZuschauern Schutz bei plötzlich auftretendem unwetter. Auswitn. Cardcclold-fallicher ais Rolcheyer Eifriges Training zum großen Preis Schon der erste offizielle Trainingstag zum„Großen Preis von Deutschland“ hat am Donnerstag morgen einen nach Tausenden zählenden Interessentenkreis zum Nürburgring gelockt. Bei dem schönen eine klare Sicht über die in guter Verfassung befindliche Rennstrecke gestattete, erlebten die Besucher von unseren Meisterfahrern Rekordrunden, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen.. Diesmal war es Rudolf Caracciola, ver mit seinem Mercedes Bernd Rosemeyer übertrumpfte. Caracciola fuhr die Runde in der erstaunlichen Zeit von 10:03,1 Minuten und erreichte damit ein Stundenmittel von 136,2 Kilometer. Rosemeyers Rekordrunde vom Vortage stand bekanntlich auf 10:08. Manfred von Brauchitsch war der zweitschnellste Fahrer des Donnerstags mit 10:05. Fur den Auto=Union= Fahrer Bernd Rosemeyer wurden 10:07 gestoppt. Morgens, als noch keine offiziellen Trainingszeiten genommen wurden, soll Rosemeyer nach mehreren privat gestoppten Zeiten:58 erzielt haben, was einem Stundenmittel von 140 Kilometer gleichkäme. Diese Trainingszeiten deuten auf einen erbitterten Kampf hin. Sie sind die Bestätigung dafür, daß unsere Wagen noch schneller geworden sind. Die Alfa=RomeoFahrer waren am Donnerstag durch Brivio und Dreyfus vertreten. Dreyfus brachte den Achtzylinder in 10:18 gleich 132,87 Stundenkilometer, über den Ring. Man darf gespannt sein, wie sich Tazio Nuvolari, Alfas Spitzenfahrer, in dieses Rekordtraining„einleben“ wird. Die letzten Vorbereitungen organisatorischer Art werden noch getroffen. In Adenau selbst sind Pioniere dabei, besondere Brücken zu bauen, um den Fußgängern einen glatten Weg zu bahnen. In der Nacht zum Sonntag werden gegen 1 Uhr die ersten Sonderzüge erwartet, von denen insgesamt 30 kommen werden. bref Fahler, hafunler auch der Hannovgraner He vollständig geschlossen. Der Franzose Le Greves feierte hier schon seinen dritten Spurtsieg hintereinander und verwies nach einer Fahrzeit von:25:40 abermals den Belgier Meulenberg auf den zweiten Platz vor Bertocco, Maye und Thietard. Die letzten 63 Kilometer von Narbonne nach Montpellier wurden als Zeitfahren für Mannschaften ausgetragen. Die Belgier waren in:35:18 auch diesmal schnellsten vor den Franzosen, die nur 23 Sekunden mehr benötigten. Die Deutschen Weckerling, Heide und Händel fuhren mit den nationalen=Fahrerr :40:42. Die Gesamtwertung blieb damit auch auf dieser Etappe unverändert. Boxkampfabend der Polizeiboxer Boxfreunde 29 Dortmund=Hörde— Polizei=Sportverein Bochum Am heutigen Freitag treten die Polizeiboxer wieder mit einem nationalen Kampfabend an die Oeffentlichkeit. Im Tonhallen=Varité ist die Staffel der Boxfreunde 29 Dortmund=Hörde Gast der hiesigen Polizisten. Die Dortmunder Vorstädter stellen z. Zt. eine der kampfstärksten Staffeln Groß=Dortmunds. Mannschaften wie der DBS. 20, Hagen 10, Lüdenscheid und andere mußten sich den Hördern beugen. Gegen den BSK. 19 erzielten die Hörder vor einigen Wochen ein Unentschieden. Da die Polizeiboxer in stärkster Aufstellung antreten, ist die Gewähr für guten Sport gegeben. Zu den einzelnen Paarungen: Im Schülerpapier trifft Zimmermann(Hörde) auf Stanior(Polizei). Beide trennten sich in Hörde unIm Jugend=Federgewicht trifft der hart schlagende Borchers(Hörde) auf den schnellen Fischer(Polizei). Den Ausgang dieser Begegnung lassen wir offen. Ein hartes Gefecht wird es im Federgewicht zwischen Häuser(Hörde) und Gaenserig(Polizei) geben. Ebenfalls im Federgewicht stehen sich Travinski(Hörde) und Korte(Polizei) gegenüber. Macht Korte von seinem vielseitigen technischen Können richtig Gebrauch und vergißt er nicht die Handschuhe zu schließen, sollte er nach schönem Kampf der Bessere sein.,. g4##t Zu einer harten Revanche wird es im Leichtgewicht zwischen Reuter(Hörde) und Disselbeck(Polizei) kommen. Beide Gegner trennten sich vor einem halben Jahre in Hörde unentschieden. Diesmal hat Disselbeck unter Beweis zu stellen, daß er der Bessere ist. Im heimischen Ring sollte ihm dies gelingen. Braß(Hörde) bat in der ersten Weltergewichtsbegegnung Kampf(Polizei) zum Gegner. Heß(Hörde) gegen Kaisler(Polizei) ist die zweite Paarung im Weltergewicht. In der Meisterschaft blieb Kaisler Sieger, der Revanchekampf in Hörde endete unentZwei harte Fighter bringt der erste Mittelgewichtskampf zusammen. Höcker(Hörde) gegen Höflich(Polizei) heißt die Paarung. Der Ausgang des Kampfes ist offen.„.. Witt I tasten Garbe CKärbEbenfalls im Mittel treffen Lerbs(Hörde) und Weinkauf(Polizei) zusammen. Bei der Gleichwertigkeit beider Geaner ist eine Voraussage schwer zu treffen. Im Halbschwergewicht trifft der alte Ringfuchs Bohne(Hörde) auf den Nachwuchsboxer Struppek(Polizei). Saint=Cloud, 23. Juli 1..: 1. Inspecteur(Magnier), 2. Caprée, 3. Eglé.— Toto: S. 190, Pl. 33, 14, 13. Ferner: Trame, Domino II, Mountain Gasvord II. Pitcoun. Tristesse. AlterFerner: Glitter. Spree=Exoten Diese Geschichte ist bekanntgeworden: An einem lauen Juliabend träumt auf einer Bank in einem entlegenen Winkel des Olympia=Dorfes ein sehr südländisch aussehender junger Mann. Es gesellt sich ein Reporter hinzu, ein sehr„fixer". Spinnt ein Gespräch an. Eine Viertelstunde lang radebrechen die beiden das seltsamste Englisch. Dann sagt der Exote: „Nun quasseln wa man een wenig deutsch, ick bin man ook nur een Steward von det Dorf hier.“ Es kommt noch schöner! In einem Kurfürstendamm=Café sitzt ein Exote, an dessen Echtheit kein Zweifel aufkommen kann. Exoten laufen hier zu Hunderten herum, dieser aber findet doch eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Er hat die kurioseste Kopfbedeckung! Ein Fez, ein Turban, Manila=, Sombreround Cowboy=Hüte sind für Berlin in diesen Wochen keine Sensation mehr. Hier aber bleiben die Pärchen, die jungen und die alten, die Damen vorweg, stehen und staunen. Auf dem Haupt des jungen Menschen thront ein Strohgeflecht von der Form eines umgestülpten Wasserkessels! Der Auflauf schwillt an. Der Exote hat sich bis dahin mit seinem Nachbarn in einer völlig unbekannten Sprache unterhalten. Nun beugt er sich zu ihm und flüstert:„Nu wird et wohl Zeit, det wa uns vadrückn!" Flaggenspiele Die Berliner Flaggengala wächst. Wie wundervoll berührt uns immer wieder das Bild der vor den Bahnhöfen und an vielen freien Plätzen an 58 hohen Masten zusammengeballten Flaggen aller Nationen! Die Privathäuser wollen nicht zurückbleiben, sie hängen große und kleine Flaggen aus. Mitunter sind es kleine seidene, die als Muster die bunten Flaggenbilder aller Olympia=Nationen oder doch wenigstens die fünf Ringe zeigen. Abends werden die Seidenfähnchen eingezogen und wieder angezogen: Grete, Mieze, die Mama— winden sie sich als Schals um den Hals. Dieses Flaggenspiel soll zwar nicht allgemein üblich, aber doch vorgekommen sein. Frei von Schildkröten Es wird gemeldet:„Ab 11 Uhr morgens sind die Linden und der Kurfürstendamm von Schildkröten frei!" Wie bitte? Gemach, es handelt sich hier nicht um einen Massenausbruch der bekannten Schalentiere aus dem Zoo.„Schildkröten" nennt der Berliner jede Art von„schleichenden“ Verkehrsmitteln: schwere Lastwagen, Pferdefuhrwerke, Handkarren. Und die dürfen eben nicht mehr während der Olympia=Zeit.... Weiße Mäuse aber wähnte der Reporter vor seinen Augen zu sehen, als er am Olivaer Platz, unweit vom Kurfürstendamm, auf einem Stück Acker bärtige MänIn Berlin=., bitte! Toto: S. 190, Pl. 33, 14, 13. Ferner: Trame, Dom Atalante, Mounlam, Gaspard II, Piichoun, Tristesse. 2..: 1. Bol'Or(Dusorez), 2. Finestar, 3. Al nance.— Toto: S. 151, Pl. 54, 35. Ferner: Glit Oeuillet Pourpre. 3.: 1. Landari(Bridgland), 2. Parsifal, 3. Hades. — Toto: S. 28, Pl. 13, 20, 17. Ferner: Fioretti Mignonne IV, Zahra, Reine de Savoie, Goquette, Oculina, de Monde.„.„ 24) 9 S. Eiim fe.. 8. 4..: 1. Atbéna(Rochette), 2. Le Titien III, 3. Timbale.— Toto: S. 155, Pl. 43, 22, 60. Ferner: Zuénoula, Turkish Delight, Pimental, Emprise, Avalanche, Gouvaté, Rotu Karl, Serrano.„gn 5 San 5..: 1. Xylander(Breiyes), 2. Capstan, 3. Ambusb. — Toto: S. 21, Pl. 11, 13, 26. Ferner: Kitzy, Noroc, Canteck Drina. Palesrot,##### 6..: 1. Dixte Kid(Ravve), 2.-Frisquet, 3. Kalodal. — Toto: S. 69, Pl. 20, 14. Ferner Lurdy Gurdy, Jap, Rhododendron. Karlshorst, 23. Juli 1..: 1. Sto(Michaels), 2. Mio, 3. Moldau.— Toto: S. 33. Pl. 18. 16. Ferner: Steffi. Einlauswette: 128:10. 2..: 1. Dalfin(W. Wolff), 2. Osram, 3. Attila. Toto: S. 14, Pl. 11, 17. Ferner: Rigoletto. Einlauswette: 3..: 1. Teechen(Dolft),? Winifred 3. Grog. Toto: S. 30. Pl. 14, 13, 12. Ferner: Glücksgöttin, Granikos, Dauerlauf, Reichsbahn. Einlauswette: 176:10. 4..: 1. Pontifer(H. Sch. Günther), 2. Laredo, 3. Matador, 4. Rheinsels.— Toto: S. 16, Pl. 11, 14, 19, 18. Ferner: Harald, Harmonie, Lova, Fürst Casimir, Urfehde, Immerzu. Einlauswette: 100:10. xmann) 9. Gufthanc 5..: 1. Meine Freundin(Ostermannz, 2. Lufthauch. 3 Horrido.— Toto: S. 171. Pl. 23, 17, 25. Ferner: Creolin Steinbruch, Lorenz. Eisack. Einlauswette: 952:10. 6.: 1. Erwin von Steinbach(Peters), 2. Komm ner bei der Roggenernte antraf. Die unverlöschbare Olympische Flamme 3600 Läufer tragen die Olympische Flamme von der geheiligten Feststätte der Hellenen durch Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn, Oesterreich und die Tschechoslowakei nach Berlin, der Stadt der XI. modernen Olympischen Spiele. Dort wird sie während der gangen Dguer der Spiele über dem Olpympig; poran, 3. Venussackel.— Toto: S. 71. Pl. 20, 34. 18. stadion lohen. Zwei Staffeln zweigen ab, die eine träg: Ferner: Rolanda, Rückwechsel, Augenstern, Hans Thoma. die Flamme zu den Müggelbergen, von wo aus sie Perkeo, Wildente. Einlauswette: 508:10., 7.: 1 Friedberg(Narr), 2. Tilia, 3. Marquis Posa — Toto: S. 56. Pl. 20, 17, 31. Ferner: Ausschreibung, Eigenart. Marsch=Marsch. Moorhexe, Frankofurtia, Meisterflöte. Einlauswette: 236:10. 8..: 1. Olive(Murphy), 2. Mattiacum, Titurel. 4 Der Prämtierte.— Toto: S. 134, Pl. 28, 18, 15, 17. Ferner: Fiametta, Milliardär, Gräsentonna, Kenta, Ancona, Griselda, Pamela. Einlaufwette: 2996:10. Unsere Voraussagen: Chantilly, 24. Juli. 1..: Desdemone— Ocelot. 2..: April Shower— Panier Percé. 3..: Canaletto— Miraflore. 4..: Le Bambino— Alfredo. 5..: Rienzo— Smy. 6..; Stall Stern— Stall Widener. vie Frlamme za, ven Diuggrtortgen, von wo aus sie den Ruderern leuchten wird, die andere läuft nach Kiel, der Stadt der Olympischen Segelkämpfe. Dort wird sie vom Mast einer historischen Vorbildern nachgebauten„Hansekogge" leuchten. Auf sehr glückliche Weise ist das Problem gelöst worden, wie ein Erlöschen der Flamme auf dem langen Wege zu vermeiden ist. Denn es muß ja die wirklich im Hain von Olympia entzündete Flamme sein, die über den XI. Olympischen Spielen lodert. Die Fackel besteht aus einer Aluminiumröhre in einem stählernen Griff. In der Röhre befindet sich ein chemischer Stoff, der hauptsächlich aus Magnesium und zerpulvertem Aluminium besteht. Die Flamme dieser Fackel ist unverlöschbar. Man hat interessante Proben angestellt, um dies genau festzustellen. Wind und Regen vermögen dem Feuer nichts anzuhaben, ja man hat die Fackel sogar versuchsweise in Wassereimer getaucht, hat sie mit Sand verschüttet— trotzdem brannte sie weiter. Es ist also die Gewähr gegeben, daß das Feuer unter keinen Umständen erlischt und daß der Schlußmann der Staffel die„echte“ Flamme ins Berliner Olympische Stadion trägt. Mannschaften noch nicht aufgestellt Ausscheidungen der Kannfahrer Auf der 10=Kilometer=Strecke vom Soddinsee nach Grünau, der gleichen Bahn, auf der die KanulangSport-sänlender) Boxfreunde 29 Dortmund=Hörde geg. Polizei=Sport=Verein Bochum 12 Nr. 171 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 24. Juli 1936 Aus aller Welt „Wir zeigen der Wen dus neue Srutschtanr Feierliche Eröffnung des Weltkongresses für Freizeit und Erholung durch den Stellvertreter des Führers— Beteiligung von mehr als 40 Nationen— Dr. Ley zum Präsidenten gewählt Hamburg, 23. Juli.„„ sv Hamburg steht im Zeichen des Weltkongresses für Freizeit und Erholung. Als Auftakt zu den Olympischen Spielen wird dieses internatioale Treffen, an dem die Vertreter von über vierzig Nationen teilnehmen, vom 23. bis 30. Juli in Hamburg durchgeführt und soll ein Bild geben von den vielseitigen Möglichkeiten, der Freizeitgestaltung und dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch unter den Völkern dienen. Die Schirmherrschaft über diesen Kongreß hat der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, übernommen, und in dem Ehrenpräsidium, dem der Führer der amerikanischen Freizeitbewegung, Gustav Town Kirby, und der Präsident des Olympischen Komitees, Graf Baillet=Latour, angehören, ist Deutschland durch den Reichsministeer Dr. Goebbels und den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley vertreten Seit Wochen hat Hamburg sich auf dieses Welttreffen vorbereitet, und jedes Haus ist in irgendeiner Form zur Mitarbeit herangezogen worden, sei es in der Unterkunftsbeschaffung für die vielen tausend Gäste aus dem In= und Ausland, für die Ausschmückung des Straßenbildes oder die großen Gemeinschaftsveranstaltungen, die im Rahmen des Tagungsprogramms zur Durchführung kommen. Das Zentrum der alten Hansestadt ist mit einem Schlage ganz international geworden. Hier hat jede Nation einen eigenen Straßenzug erhalten, wo neben den deutschen Farben nur die Flaggen dieses Staates wehen. So gibt es eine Straße Oesterreichs, Englands, Frankreichs, Italiens, der Vereinigten Staaten und Japans, kurz jeder auf dem Kongreß vertretenen Nation. Hamburg ist zu einem Aufmarschfeld der Freude geworden. Presseempfang als Auftakt Als Auftakt zu den Eröffnungsfeierlichkeiten des Weltkongresses am Donnerstag, war am Mittwoch abend ein Empfang der in= und ausländischen Presse, bei dem Dr. Ley die Grundgedanken des deutschen Sozialismus und der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" noch einmal umriß und ein Bild zeichnete von der Friedensarbeit der Freizeitgestaltung ganz allgemein. Unser Sozialismus, so etwa sagte er, ist kein Mitleid. Wir wollen kein bequemeres Leben schaffen. Wir empfinden die Arbeit auch nicht als Last, sondern für uns ist sie Lebensinhalt. Wahrer Sozialismus ist daher weder leeres Phrasengedresch noch eine Lohnfrage, sondern ein Erlebnis der Menschen= und ein seelisches Problem. Und Kraft durch Freude ist kein Ersatz für mindergezahlte Löhne, wie man diesem vor drei Jahren gegründeten Werk nachsagte, sondern soll den Schaffenden den notwendigen innern Halt geben. Es ist kein Vergnügungsverein oder ein Verkehrsbüro, sondern in erster Linie eine weltanschauliche Angelegenheit. Für diese Aufgabe wurde kein neuer Staatsapparat und keine staatliche Wohlfahrt geschaffen, sondern einzig und allein die Energie des Volkes mobilgemacht. Der Hamburger Hauptbahnhof stand am Mittwoch nachmittag und abend ganz im Zeichen der Ankunft der ausländischen Abordnungen, die teils in Sonderzügen eintrafen. Die Eröffnung des Weltkongresses Am Donnerstag wurde nach einem Weckruf des Rundfunks und einer Sitzung des internationalen Beratungsausschusses der Weltkongreß in der Hamburger Musikhalle feierlich eröffnet. Zu dem Festakt waren der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, Graf Baillet=Latour, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, der Präsident des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele, Staatssekretär Dr. Lewald, Reichsstatthalter Kaufmann und der Reichssportführer von Tschammer und Osten erschienen. Das große Orchester des Reichssenders Hamburg eröffnete die festliche Stunde mit der Euryanthe=Ouver= türe von Weber. Der Leiter des deutschen Organisationsausschusses Rentmeister begrüßte die Anwesenden auf das herzlichste. von minutenlangem Beifall aller Teilnehmer begrüßt, eine Ansprache an die Versammlung, in der er u. a. sagte:„Der deutsche Reichskanzler und Führer des deutschen Volkes hat mich beauftragt, die Teilnehmer der Tagung herzlich zu begrüßen, besonders die Vertreter und Abordnungen aus dem Auslande willkommen zu heißen. Zugleich übermittelt der Führer und Reichskanzler durch mich seine besten Wünsche für einen guten Erfolg dieser Tagung, für die weitere Ausgestaltung der Freizeit des arbeitenden Menschen. Die Wünsche des Führers und Reichskanzlers sind die Wünsche des deutschen Volkes. Deutschland würde sich freuen, wenn Sie über das hinaus, was Ihnen im Rahmen des Kongresses gezeigt werden kann, möglichst ausgiebig und nach eigener Wahl die entsprechenden Einrichtungen und Veranstaltungen in Deutschland besichtigen. Die Aufgabe, die dem Kongreß gestellt worden ist, muß als eine der bedeutungsvollsten unseres Zeitalters angesehen werden. Denn die Technisierung mit ihrer so intensiven Beanspruchung des Menschen wird erst dann zu einem wirklichen Segen werden, wenn die durch sie frei werdende Arbeitszeit zu einer zweckmäßig geregelten und gestalteten Erholung verwandt wird. Die ausgleichende Wirkung einer sinnvollen Freizeit und Erholung kann zweifellos wesentlich beitragen zur Beruhigung der in so weiten Teilen der Welt überreizten Menschen, kann somit beitragen zur Förderung des Friedens innerhalb der Nationen wie auch des Friedens zwischen den Rationen. Aus dieser Ueberzeugung heraus wünscht Deutschland der Tagung ganz besonderen Erfolg.“ Ansprache von präsident Kirby Im Anschluß an die Ansprache des Stellvertreters des Führers ergriff der Präsident des internationalen Beratungskomitees Kirby, das Wort. Wir alle sprechen verschiedene Sprachen, so führte er aus, auch unsere heimischen Sitten und Bräuche sind verschieden. Aber wir streben alle dem gleichen Ziele zu: Uns nicht zu begnügen mit einem bloßen Dahinvegetieren, sondern uns zu bemühen die uns gebührende Lebensfreude zu erwerben. Nicht nur dahinzuleben, sondern auch unsere höheren Bestrebungen befriedigt zu sehen, das ist unser Ziel. Wir dürfen nicht nur für das Heute leben, sondern müssen für morgen vorsorgen. Das sind die Fragen, die diesen Kongreß beschäftigen sollen. Begrüßungstelegramm an den Führer Nach seinen mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen teilte Präsident Kirby mit, daß angeregt worden sei, ein Begrüßungstelegramm an den deutschen Führer und Reichskanzler abzuschicken. Das Telegxamm hat folgenden Wortlaut: „Der Weltkongreß für Freizeit und Erholung, der heute in Hamburg beginnt, entbietet dem Führer des deutschen Volkes ehrfurchtsvolle Grüße. Die Völker bemühen sich heutzutage nicht nur Arbeit zu schaffen und die Arbeitsbedingungen für alle— den Arbeiter der Stirn und der Faust— zu verbessern, sondern sie wollen auch eine organische Verbindung der Arbeit mit der Schönheit der Arbeitsstätte und der fröhlichen Gestaltung der Freizeit. Freude an der Arbeit und Freude in der Freizeit für alle Schaffenden beseitigt die sozialen Spannungen nach innen und ebnet die Wege zu besserem Verstehen und gegenseitiger Achtung zwischen den Völkern. Dieses den Frieden nach innen und nach außen fördernde Ideal ist durch den Grundsatz Ihrer Staatsführung„Gemeinnutz vor Eigennutz“, sowie durch die von Ihnen, Herr Reichskanzler, geschaffene Organisation„Kraft durch Freude" für Deutschland zur vollkommenen Tatsache geworden. Weltkongreß für Freizeit und Erholung Der Präsident: Gustavus Town Kirby, USA. Die Antwort des Führers Der Führer und Reichskanzler hat telegraphisch wie folgt gedankt:„Ihnen, Herr Präsident, und den ausländischen und deutschen Teilnehmern am Weltkongreß für Freizeit und Erholung danke ich herzlich für Ihr freundliches Gedenken bei Beginn Ihrer Ta8 cinestsche Sihinptarunpferinnen Rudolf Heß überbringt die Grüße Dann richtete der Schirmherr des Kongresses der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, Hch. Hoffmann. Gestern traf die chinesische Olympiamannschaft in Berlin ein. Hier sehen wir fünf chinesische Olympiakämpferinnen vor der Fahrt in das Dorf der Frauen. gung in Hamburg. Ich erwidere Ihre Grüße mit dem aufrichtigen Wunsch, daß Ihre auf die körperliche und seelische Förderung der Arbeitenden der ganzen Welt gerichteten Bestrebungen von bestem Erfolg begleitet sein und daß sie der Verständigung und friedlichen Zusammenarbeit der Völker nachhaltig dienen mögen. Adolf Hitler.“ Dr. Ley Präsident des Weltkongresses Weiter machte Präsident Kirby Mitteilung von dem Ergebnis der Wahl des Kongreßvorsitzenden und des Vizepräsidenten(Dr. Ley war in der Sitzung des internationalen Beratungskomitees des Freizeitkongresses am Vormittag einstimmig zum Präsidenten des Weltkongresses für Freizeit und Erholung 1936 gewählt worden.) Die Wahl des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley wurde mit jubelndem Beifall aufgenommen. Sodann übergab Präsident Kirby mit herzlichen Worten das Präsidium des Kongresses Reichsleiter Dr. Ley, den er als den großen Führer zur Eroberung der Freude und der Freizeit für alle Schaffenden bezeichnete. Dr. Ley:„Wir wollen den Frieden!“ Reichsleiter Dr. Ley dankte anschließend für das ihm erwiesene große Vertrauen und sprach dem bisherigen Präsidenten Kirby in herzlichen Worten den Dank aus für die umfangreiche Arbeit, die er in den letzten vier Jahren seit den Freizeitbesprechungen bei den Olympischen Spielen in Los Angeles für das Freizeit= und Erholungswerk der Völker geleistet habe. Dann fuhr Dr. Ley fort: Die Art, in der wir in Hamburg mehr als 50 Nationen in dem einen Glauben zusammengeführt haben, für das Wohl ihrer Volksangehörigen zu sorgen, scheint uns die beste Methode zu sein, um unter den Völkern das gegenseitige Verstehen zu wecken und die Achtung eines Volkes vor den anderen zum Wohle des Friedens der Welt zu gewährleisten. Nur wenn jedes Volk stolz ist auf seine Eigenart, auf seine Leistung und seine Rasse, nur dann hat dieses Volk auch Achtung vor den übrigen Nationen der Erde.(Brausender Beifall.) Dr. Ley hob erneut hervor, daß es Deutschland völlig fernliege, anderen Völkern seine Idee und seine Weltanschauung aufzudrängen. Im Gegenteil, für Deutschland bedeute es das Schönste, auch im Auslande seinen Friedenswillen bestätigt zu erhalten. Ein Volk, das wie wir mit unseren„Kraft=durch=Freude"=Schiffen die Freude hinausträgt in die Welt, kann den Krieg nicht wollen. Denn der Krieg bedeutet Vernichtung. Wir aber, so erklärte Dr. Ley unter dem stürmischen Beifall der ausländischen Delegierten, wollen den Frieden! Dr. Ley hieß nochmals alle Vertreter und Teilnehmer des Auslandes im Namen der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ auf dem Kongreß und in Hamburg willkommen. Wenn wir unseren ausländischen Gästen unsere Erfolge vor Augen führen, dann nicht aus Ueberheblichkeit. Wir zeigen Ihnen, so rief Dr. Ley unter dem lebhaften Beifall aus, unser neues Deutschland so, wie eine Mutter ihren Nachbarn ihr Kind zeigt! Wir sind ein bescheidenes, fleißiges und arbeitsames Volk, aber ein Volk, das stolz ist auf seine Leistungen. Wir freuen uns, daß unsere Nachbarn zu uns kommen, um sich mit uns zu freuen! (Erneute stürmische Zustimmungskundgebungen.) Sodann schilderte Dr. Ley die Eindrücke ausländischer Deutschlandbesucher, die ihm noch vor wenigen Tagen im Gespräch mit englischen Gästen übermittelt worden seien. Was diese ausländischen Besucher am meisten in Deutschland beeindruckt habe, das seien die frohen Menschen, die lachenden Gesichter, die man überall in Deutschland sehe. Dr. Ley schloß:„Wir kennen ein Land, fast ein Sechstel der Erde, in dem das Volk das Lachen verlernt hat, und wenn man uns heute sagt:„Bei euch in Deutschland lachen die Menschen!“, so ist das für uns der stärkste Erfolg und die größte Freude! Und das danken wir Adolf Hitler, unserem Führer!" Als der Präsident des Weltkongresses geendet hatte, erscholl minutenlanger begeisterter Beifall. Nach Dr. Ley sprachen dann die Vertreter der einzelnen Nationen. Ungeheurer Jubel setzte ein, als der Vertreter Oesterreichs Sektionsrat Dr. Keller die Grüße der österreichischen Bundesregierung überbachte. Nach Beendigung de Begrüßungsansprachen ergriff als letzter Redner noch einmal Reichsleiter Dr. Ley das Wort und dankte den Vertretern der fremden Nationen für ihre freundlichen Wort und dankte den Vertretern der fremden Nationen für ihre freundlichen Worte. Er ließ sein Schlußwort ausklingen in ein begeistert aufgenommenes dreifaches Sieg=Heil auf die Staatsoberhäupter der am Weltkongreß teilnehmenden Mächte. Damit hatte die Eröffnungssitzung des Kongresses ihren Abschluß gefunden. Hch. Hoffmann Links: Blick auf das Präsidium des Kongresses während der Ansprache des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley. Hinter Dr. Ley der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß.— Rechts: Rumänische Kongreßteilnehmer in ihrer Landestracht während der Rede des Reichsministers Rudolf Heß. 13 Nr. 171 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 24. Juli 1936 Zwei Dinge sind es, die das sonst so friedlich dahinplätschernde Einerlei der Hausfrau jäh unterbrechen und dem teuren Gatten das stille Heim in einen„Höllenpfuhl“ verwandeln. Mit unumstößlicher Pünktlichkeit stellt sich mit dem ersten Lenzensonnenschein die Frühlingsparade von Schrubber, Eimer, Putztüchern und all den notwendigen Uebeln ein(dieses war der erste Streich, und der zweite folgt sogleich...), dann mit der ersten winzigen, noch halbgrünen Erdbeere, den ersten zartblauen, prächtig runden Spargelstangen, erwacht in jeder tuchtigen Hausfrau die Freude am Einwecken. „Flucht aus der Zweisamkeit" lautet die Parole der„herrlichen“ Ehehälfte, und wir Hausfrauen sind darob nur zu dankbar. Denn wenn die Einmachzeit kommt dann müssen wir Hausfrauen unter uns sein, da dulden wir keine Geister neben uns. Es ist rührend anzusehen, worauf eine Hausfrau, die mit Leib und Seele dem Einmachen verfallen ist, nicht alles verzichten kann. Da existieren keine hauchzarten Chiffonkleider, keine wippenden Schäferhüte mit Flatterbändern mehr, da gibt's nur noch eins: Einmachen! Ich finde es lustig, wenn ich so in dieser Zeit an meine liebe Tante Berta in Mückenwalde denke. Die erste, noch ganz kurz bestoppelte, grasgrüne, kritschesaure Stachelbeere auf dem Markt bedeutet für sie den Schlachtruf: Auf, auf zu fröhlichem(Ein)wecken! Da gibt's für meine liebe Mückenwalder Tante einfach kein Halten mehr, wie Frühlingswehen kommt es über sie. Ich kann Ihnen sagen, so’ne Tante kann einem fast leid tun, aber warum soll sie nicht, dafür leben wir Nichten und Neffen in unserer Mückenwalder Ferienzeit einfach königlich. Täglich ächzt sie unter der schweren Last von... zig Pfunden Zucker, kilometerlangen Schwefelketten, Zimt, Kandiszucker, Vanille, Gewürznelken, Pfefferkörnern die Treppe hoch, schleppt nie enden wollende Rollen Pergamentpapier herbei, balanziert in jedem Arm Türme von Einmachgläsern heran, groß, größer, am größten, kauft ganze Batterien an Saftflaschen, legt eine umfangreiche, feindurchdachte Sammlung Gummiringe an, weich und elastisch. J6 48„ämsig, Ja, mit den Einmachgläsern ist das nämlich'ne muntere Sache, denn alljährlich muß sie feststellen, daß der vorhandene Vorrat an Weckgläsern, Geleetöpfchen= Saftflaschen, Gurkentöpfen, einfach nicht mehr ausreicht...“ Und man bedenke, das sind zunächst mal nur die unbedingten Vorbereitungen zur eigentlichen Einmachfreude.„ 4.. 4auend Gleiniskeiten“ Aber sind erst all diese rauseno„Kleinigreiten“ unter Dach und Fach geschleppt, dann hebt ein munteres Einkaufen von Obst und Gemüse an. Alle nur zu Gebote stehenden Körbe, Kisten, Schachteln und Beutel reichen gerade aus, um dieser unersättlichen Einkaufsfreude Genüge zu tun. Man schleppt, hastet, zieht und zerrt, man spült, teilt ein, wiegt, zerstößt Zuckerhüte, entkernt, schnibbelt, kocht, quetscht manscht, füllt ein, wälzt dicke Kochbücher, kocht eine Stunde bei 80 Grad, eineinhalb Stunden bei 60 Grad, klärt Zucker, rettet noch soeben platzende Pflaumen, gießt Apfelsaft durch an Stuhlbeinen aufgehängte Tücher, kurz, tut alles, um am Abend kreuz= und lendenlahm ins Bett zu Ja, das ist die Einmachzeit, freudvoll und mühevoll! Auch ein Kapitel über„Kampf dem Verderb“. Ueberall in Deutschland hat der Aufklärungsfeldzug des Reichsnährstandes über die Notwendigkeit der Erzeugungsschlacht begeisterten Widerhall gefunden.— Während sich dieser Aufruf hauptsächlich an den deutschen Bauer richtete, wendet sich der Mahnruf„Kampf dem Verderb“ an alle Deutschen und nicht zuletzt an die deutsche Hausfrau. Ihr sind rund 80 Prozent des deutschen Volksvermögens anvertraut, und durch einige Ueberlegung und Aufmerksamkeit kann die Hausfrau ungeheure Summen, die jetzt noch dem Verderb anheimfallen, sich und dem deutschen Volk erhalten. Man schätzt den Verlust an Nahrungsmitteln in Deutschland allein jährlich auf rund zwei Milliarden Mark. Hier muß also jeder einzelne mithelfen, um diesen Betrag auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Wenn heute von„Kampf dem Verderb“ gesprochen wird, so denkt jeder im allgemeinen nur an die Verluste, die durch Bakterien, Pilze und Zersetzungen entstehen, während in Wirklichkeit die Grenze viel weiter zu ziehen ist. Die gleichen Verluste, die bei einem ohne weiteres sichtbaren Verderb entstehen treffen uns auch, wenn wir es nicht verstehen, den Nährwert der Nahrungsmittel zu erhalten und unserem Körper in der richtigen Menge zuzuführen. In diesem Punkte kommt also gerade der Arbeit der deutschen Hausfrau eine ganz besondere Bedeutung zu. net werden, da jedes noch so feine Fädchen das Nichtschließen der Gläser verursacht. Obst wird roh eingelegt, nachdem es rasch und sorgsältig gewaschen und abgerieben wurde. Kleine Früchte legt man gern unzerteilt große in gleichmäßige Stücke zerschnitten ein. Stachelbeeren müssen zunächst durchstochen werden, damit sie nicht platzen, Steinfrüchte lassen sich sehr gut schälen, wenn sie vorher in heißes Wasser getaucht werden. Gemüse darf nie in zerschnittenem Zustande gewaschen werden, da sonst die Kraft auslaugt. Auch Obst soll immer mit Stengel und Blüte gewaschen werden. Gemüse wird leicht aufgewellt, und zwar in sehr wenig Wasser, das zum Auffüllen der Gläser mitverwendet wird.„„-7r 636 Zum Einfüllen der Gläser stößt man die Gläser auf ein vielfach zusammengelegtes Tuch oder hilft auch mit einem ausgekochten Holzstößer nach. Die Gläser Aus Westfalen und Rheinland müssen mit Obst und Gemüse bis dicht unter den Rand nachgefüllt werden, da es während des Dünstens stark zusammenfällt. Obst füllt man roh ein und füllt mit heißer Zuckerlösung nach, die aber nur ein Zentimeter bis unter den Rand reichen darf. Bei Gemüse, das man nur heiß einfüllen darf, darf die Flüssigkeit nur zwei Zentimeter bis unter den Rand des Glases reichen. Früchte, die zum Belag von Torten bestimmt sind, werden ohne Flüssigkeit, nur mit Zucker bestreut, eingeweckt. Um beim Einfüllen von heißer Flüssigkeit das Springen der Gläser nach Möglichkeit zu vermeiden, legt man ein feuchtes Tuch unter. Nach dem Einfüllen muß das Glas sehr säuberlich, der Glasrand mit feuchtem, nicht fasernden Tuch getrocknet werden. Die Ringe werden aufgelegt, die Gläser geschlossen und nach Vorschrift im Dampfbade sterilisiert. muß es vor allen Dingen verstehen, den Ueberfluß an Nahrungsmitteln, der zur Zeit der Ernte besteht, durch eine vernünftige Vorratswirtschaft auf das ganze Jahr zu verteilen. Sie unterstützt damit nicht nur die Bestrebungen der Regierung, sondern erleichtert sich auch selbst ganz außerordentlich die Führung des HausPatts. michtig und mertnan der G. Wir alle wissen, wie wichtig und wertvoll der Genuß von Obst für unsere Gesundheit ist. Es hat aber keinen Zweck, zur Zeit der Obsternte die reichlichen Mengen im Ueberfluß zu genießen und dann während der kommenden Monate des Obstes fast ganz zu entbehren. Gerade in den Wintermonaten, in denen frisches Gemüse nur in begrenztem Maße zur Verfügung steht und in denen auch die Sonne nur selten und für wenige Stunden scheint, ist die Zufuhr von Vitaminen besonders wichtig. Am wertvollsten wäre es natürlich, wenn man das frische Obst unverändert für den Winter erhalten könnte. Bei den meisten Obstsorten ist dies aber nicht möglich, und in diesen Fällen muß man bemüht sein, bei der Haltbarmachung jeden Verlust der lebenswichtigen Bestandteile nach Möglichkeit zu vermeiden. Diesen Anforderungen wird die Hausfrau weitgehendst gerecht, wenn sie den Ueberfluß, den ihr der Obstsegen des Sommers beschert, zu Marmelade und Gelee verarbeitet. Bei Verwendung von Fruchtgelierstoffen wird die Kochzeit bei allen Früchten auf zehn Minuten verkürzt. Dadurch werden alle lebenswichtigen Bestandteile der Früchte weitgehendst geschont und außerdem wird auch jeder Verlust durch längeres Einkochen vermieden. Was man so alles wissen muß!.. Zum Sterilisieren darf vor allen Dingen nur reifes frisches, erstklassiges Obst und Gemüse verwandt werden, da fleckige, leicht angefaulte Rohware leicht in Gärung übergeht und sich folglich nicht hält. Zum Eindünsten gebrauchen wir einen Dünstapparat; ein sehr großer Topf mit einem durchlöcherten Deckel für das unbedingt notwendige Thermometer und einen Einsatz, Kkammern und Federn, in den die Gläser eingespannt werden. Die Gläser müssen aus Glas und leicht zu reinigen sein. Für Obst und Gemüse wählt man am besten schlanke, hohe Gläser, doch ganz einzulegende Früchte werden in weite, niedrige Gläser eingeschichtet. Für Saft nimmt man spezielle Saftflaschen oder auch gewöhnliche Gebrauchsflaschen. Vor allem muß darauf geachtet werden, daß die Glasränder keine Unebenheiten zeigen oder gar gesplittert sind, denn diese Gläser sind nicht zu gebrauchen. Auch der Gummiring muß unverletzt und vor allen Dingen noch so elastisch sein, daß sich die Gläser durch Ziehen an der verstärkten Stelle leicht öffnen lassen. Die in Sodalösung gut gereinigten, in kaltem Wasser nachgespülten Gläser und Ringe sollen an der Luft getrockWsisnens Erhieher tahten im Rahmen des Internationalen Freiluftschulkongresses Bielefeld, 22. Juli. Der dritte Taa des Internationalen Freiluftschulkongresses erhielt seine besondere Bedeutung durch den Gautag des NS.=Lehrerbundes, der in die internationale Tagung organisch eingebaut war und zu dem 10000 westfälische Erzieher erschienen waren. Es war ein glücklicher Gedanke, diese beiden Tagungen miteinander zu verbinden. Denn einmal hatten somit die westfälischen Erzieher Gelegenheit, Einblick zu nehmen in die umwälzende Arbeit der Freiluftschulbewegung, dann aber konnten die 400 ausländischen Gäste aus den 30 verschiedenen Nationen sich ihrerseits von dem Wirken und dem Wollen des NS.=Lehrerbundes überzeugen, konnten sehen, wie die deutsche Erzieherschaft einig und geschlossen marschiert und dabei nur einem großen gemeinsamen Erziehungsideal folgt. Als der Gauamtsleiter des deutschen Amtes für Erziehung im Gau Westfalen=Nord Reimvell(Münster) die Gautagung eröffnete, konnte er mit besonderer Freude zahlreiche Ausländer als Gäste begrüßen, denen mit dieser Tagung die Möglichkeit geboten werde, auch Einblick in das interne Leben der Partei zu nehmen. Er gab dann in einem längeren Referat eine Uebersicht über die Arbeit und die Ziele der nationalsozialistischen Erzieher. Die Grüße des Hauptamtsleiters überbrachte der Vertreter der Reichsamtsleitung Stricker. Auch an der mit dem Kongreß verbundenen Aerztetagung nahmen Vertreter des Auslandes teil, von denen Professor Williams(London) und Professor Delille(Paris) zu den deutschen Aerzten über die Verbindungen zwischen Arzt und Erzieher in England und Frankreich sprachen. Die Arbeitstagungen des internationalen Kongresses wurden von dem Thema „Freiluftschule und allgemeine Erziehung“ fortgeführt. Gleichzeitig traten die weiblichen Erzieher Westfalens zu einer Sondertagung zusammen, an die sich die einzelnen Fachschaftstagungen anschlossen. Glanzvoller Höhepunkt war das große Festkonzert, das vom NS.=Lehrerbund veranstaltet wurde und unter der Leitung des Bielefelder Musikdirektors Werner Gößlina stand. Dem internationalen Charakter des Kongresses entsprechend standen die Werke zeitgenössischer ausländischer Komponisten auf dem Programm. Eine besondere Bedeuutna erhielt das Festkonzert durch die Uraufführung zweier Werke von Felir Nowowieiski für Violincello und Orchester: einer zarten Legende und der sinnenfrohen„slawischen Volksweisen". Zu einem erhebenden Abschluß wurde die Aufführung des Chorwerkes„Das deutsche Bekenntnis" von Heintz Spitta, dem sich das Bielefelder Städtische Orchester und der stattliche Chor mit leidenschaftlicher Hingabe widmeten. Französische Gäste in Aachen Auf der Fahrt zum Hamburger Weltkongreß für Freizeit und Erholung Aachen, 23. Juli. Auf der Fahrt zum Hamburger Weltkongreß für Freizeit und Erholung traf in Aachen eine aus 78 Personen bestehende französische Gruppe ein. Die französischen Gäste, die bunte Trachten trugen, zogen mit einer eigenen Musikkapelle mit Fiedeln, Dudelsäcken usw. durch die Straßen der Stadt, wo ihnen von der Bevölkerung eine herzliche Begrüßung zuteil wurde. Bei dem Empfang im Rathaus sprach der Leiter des Presse= und Propagandaamtes der Stadt, Professor Dr. Hermanns, im Namen des Oberbürgermeisters Worte der Begrüßung und führte die Gäste dann durch die Stadt zu Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten. Am Abend wurde im neuen Kurhaus ein nordfranzösischer Volkstumsabend veranstaltet, auf dem die Gäste Volkslieder und tänze und=spiele aufführten, die in buntem Wechsel ein farbiges Bild französischen Volkstums vor Augen führte und bei den zahlreichen Zuschauern größten Beifall auslösten. Besonderen Anklang fanden die Dudelsackpfeiferspiele, die Kontratänze und die Darbietungen baskischer Volksinstrumentalmusik. Am Donnerstag traten die Gäste die Weiterreise nach Hamburg an. Rhein in Flammen“ Koblenz, 23. Juli. Wie bereits mitgeteilt, soll auch die letzte Rheinbeleuchtung auf der Mittel; rheinstrecke von Braubach bis Koblenz besonders festlich ausgestaltet werden. Diese Beleuchtung ist so früh gelegt, daß auch entfernter wohnende Volksgenossen daran teilnehmen können. Sie beginnt um 21.30 Uhr bei Braubach und endet um 22.30 Uhr bei Koblenz. Von Koblenz aus bestehen aute Rückfahrmöglichkeiten nach allen Richtungen. Die Dampfer der Köln=Düsseldorfer, die alle Musikkapellen an Bord haben, fahren zur Mittelrheinbeleuchtung wie folgt: 1 ab Koblenz 20 Uhr, ab Niederlahnstein 20.30 Uhr, ab Oberlahnstein 20.45 Uhr. ab Rhens 21 Uhr: 2. ab Andernach 18.35 Uhr, ab Neuwied 19 Uhr, ab Bendorf 19.30 Uhr; 8. ab St. Goer 19 Uhr, ab St. Goarshausen 19.05 Uhr, ab Kamp 19.35 Uhr, ab Boppard 20.30 Uhr, ab Braubach 21.10 Uhr. Schiffspiraten auf dem Rhein. Schiffsviraten statteten nachts dem bei Ehingen vor Anker liegenden Rheinschiff„Harven 17“ einen Besuch ab. Als der Schiffsführer auf Klopfen hin öffnete, sah er sich zwei Männern mit Halbmasken gegenüber. Während der eine den Schiffsführer sofort überfiel, raubte der andere einen Geldbetrag von 180 Mark. Hierauf entfernten sich die beiden Gesellen mit einem Nachen in Richtung Hombera. Die Nachforschungen sind im Gange. Vierjähriges Kind verbrannt. Das vierjährige Söhnchen eines Bauern in Herbern spielte mit einer Zeitung am brennenden Herd. Es steckte die Zeitung in das Feuer und zog sie dann wieder brennend heraus. Plötzlich fingen die Kleider des Kindes Feuer, und im Nu stand es in Flammen. Das Kind erlitt schwere Brandverletzungen, denen es kurz darauf im Krankenhaus erlag. Amerikanischer Besuch in der NSV.=Ausstellung in Paderborn. Unter den Besuchern der großen RSV.= Ausstellung„Sozialismus der Tat“ sah man auch einige Ausländer, namentlich Amerikaner, die sich auf der Reise zu den Olympischen Spielen befanden. Eingehend studierten sie die vielen Bilder und plastischen lungen, die ihnen einen guten Einblick in die praktische Wohlfahrtsarbeit des neuen Deutschlands gaben. Für die saure Gurkenzeit Weinessig...... Liter 0,35 Einmachessig.... Liter.20 Klostergewürz.. 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Und diese guten Helfer bekommen Sie bei Eichmann Bongardstraße 28—34 Raustrauen Statt Konservengläser etzt Konservendosen. Abschneiden und schlieben gebrauchter Konservendosen. Kochvorschrift u. kostenlose Beratung im Fachgeschäft Handwerkerbedert A. Rumberg Eisenwaren und Werhkseuge Bechum, Lulsenstrabe 12 Ruf 635 46/47 Weck- Glaaste sowie sämtliche Einkochartike! Elagob, Ulsenwaren, Wiemelhauser Plasche Straße 83/69. Ruf 627 7a denn ohne Opekta kocht die Marmelade durch die lange Kochzeit häufig bis zur Hälfte ein. Mit Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr das ganze Gewicht an Marmelade in die Gläser, das Sie an Obst und Zucker in den Kochtopf geben. Für die Einmachzell Seite 14 Nr. 171 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 24. Juli 1936 Nachrichten aus Groß=Bochm: Kleine Keidungen aus den=Siadnenen Stadtteil Hordel und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen. Von ihren elf Kindern gingen ihr, außer ihrem Gatten, der schon 27 Jahre verstorben ist, drei Söhne und eine Tochter in die Ewigkeit voraus. Stadtteil Linden=Dablbausen 74 Jahre alt. Bei bester geistiger und körverlicher Rüstigkeit konnte die im Haushalt ihrer Tochter Frau Pusch auf der Straße am Obersten Keil wohnende Frau Witwe Hellermann ihr 74. Lebensjahr vollenden. Volksfest der DAF. in Linden. Schon seit Tagen herscht auf der Nahringswiese in Linden Hochbetrieb, soll doch bereits am Samstag das große Drei=Tage=Fest der DAF., Ortsgruppe Linden, steigen. Eine Reihe von Kirmeswagen hat den Platz schon belegt, so daß an Volksbelustigungen aller Art kein Mangel ist. Der walde im Agurt 12 Kevoken.u gue uu zugzun;; an 100 Meter lange, Zeltbau, der über 1500 Personen geweiht: er kann also im nächsten Jahre sein silvernes Raum bieten wird, steht bereits. Wie großer Anklang Priesterjubiläum feiern. Den größten Teil seiner Prie= das Fest bei der Bevölkerung findet, beweist schon jetzt Totenglocke. Ein bekannter früherer Mitbürger, der Fahrsteiger Paul Hoppe, ist im Alter von 73 Jahren an den Folgen eines Herzschlages gestorben. Ek war bis zu seiner Pensionierung hier ansässig und auf verschiedenen Bochumer und Wanne=Eickeler Zechen beschäftigt. Im Jahre 1893 konnte der damals 30jährige zwei Arbeitskameraden bei einem Unfall vor dem sicheren Tode retten. Am öffentlichen Leben nahm er regen Anteil und war verschiedenen Vereinen ein eifriger Förderer. In seiner neuen Heimat, dem Vogtland, wo er bei seinem ältesten Sohne seinen Lebensabend verbrachte, wird er auch seine letzte Ruhestätte finden. Hordels neuer katholischer Pfarrer. Wie bereits mitgeteilt, findet am nächsten Sonntag die feierliche Einführung des neuen Pfarrers der Hordeler HerzJesu=Pfarrei, Karl Stolte, statt. Pfarrer Stolte wurde im Jahre 1886 geboren und 1912 zum Priester tete die Leiterin des Kindergartens, Frl. Rumpf, die Feierstunde ein, dann trugen die Kleinen Gedichte vor, sangen einige Lieder und vergnügten sich auf sonstige Art bestens. Viel Freude bereitete ihnen aber die abschließend erhaltene Ueberraschung. Kleine Nachrichten. Vorgestern entstand auf der Eiberger Straße in Unterdahlhausen ein Wasserrohrbruch. Das Wasser spülte die Straße stellenweise stark aus, doch konnte der Schaden im Laufe des Nachmittags behoben werden.— Ein Mehrfamilien= haus wird auf dem Sudholzweg, unmittelbar an der Bochumer Grenze, errichtet. In unmittelbarer Nähe der früheren Amtsziegelei an der Keilstraße liegt ebenfalls ein geeignetes Baugelände, das nunmehr zu Neubauten benutzt werden soll.— Die Eisenbahn= und Kommunalbeamten i. R. machten Mittwoch einen Ausflug nach Buchholz, der Mütterverein der Engelbertpfarrei nach Sevinghausen. sterjahre verbrachte er in Dortmund, wo er seit 1921 an der dortigen Liebfrauenkirche als Vikar wirkte. Mit besonderem Eifer setzte er sich für die Pflege des Kirchengesanges ein. Die Einführungsfeier ist am Sonntag in dem festlichen Hochamt. Vorher ist die feierliche Einholung des neuen Pfarrers aus dem Pfarrhause, dann wird er in der Kirche an die Stätten seiner Wirksamkeit, an Altar. Beichtstuhl. Taufstein und Kanzel, geführt. Nach dem Hochamt ist die Vorstellung des Kirchenvorstandes der Vorstände der kirchlichen Vereine usw. Mit einer Dankandacht am Nachmittaa findet der Festtag der Gemeinde seinen Ausklang. Von einer weltlichen Feier wird Abstand genommen. Die katholische Gemeinde besteht in diesem Jahre 25 Jahre, und während dieser Zeit hat der verstorbene Pfarrer Fröhlich die Gemeinde seelsorgerisch betreut. Der erste Geistliche an der Hordeler Kirche war Pfarrvikar Bax, der nur zwei Jahre bis zu seinem Tode in Hordel wirkte. Sein Nachfolger war Pfarrvikar Pott aus Frohnhausen von 1906 bis 1910, er wurde dann Pfarrer in Höntrop und starb 1929. Pfarrvikar Rieke aus Völlinghausen erlag schon nach dreiwöchiger Wirksamkeit in Hordel am 7. Januar 1911 im Eickeler Krankenhaus einer schweren Operation. Ihm folgte im Amt Pfarrvikar Fröhlich, der bei der Erhebung der Gemeinde zur Pfarrei zum Pfarrer ernannt wurde. Im Jahre 1909 wurde eine Kaplanstelle in Hordel errichtet. Als Kapläne waren bisher in der Gemeinde tätig Schwan, Dierkes, Heine, Münstermann und Böger. NS.=Frauenschaft. Am Sonntag steigt das diesjährige Kommerfest der Hordeler NS.=Frauenschaft. Da ein unterhaltsames Programm aufgestellt worden ist, dürften alle Besucher voll auf ihre Kosten kommen. Hitlerjungen fuhren ins Zeltlager. Die Hitler=Jugend fuhr jetzt ins Zeltlager nach Breckerfeld. Es werden in der Zeit vom 15. Juli bis Ende August drei Zeltlager von je 14 Tagen Dauer durchgeführt. Auch die der Hitler=Jugend angehörigen Bergjungleute nehmen an diesen Zeltlagern teil, da ihnen für diese Zeit ihr Urlaub gewährt wird. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Bestandene Prüfung. Seine Gehilfenprüfung als Schuster bestand der Lehrling Walter Dirr von hier mit gutem Erfolg. Brandunglück vor 100 Jahren. Am 25. Juli 1836 geriet der Brunsche Kotten in Brand. Das Feuer griff auf zwei benachbarte Kotten über; alle drei Häuser nebst Scheunen wurden ein Raub der Flammen. Durch einen herabfallenden Balken wurde ein Bürger erschlagen. der flotte Kartenverkauf. Feierstunde im Kindergarten. Der Städtische Kindergarten an der Kniestraße vereitete den Kindern einige recht schöne Stunden im Rahmen des diesjährigen Sommerfestes, zu dem auch die Eltern der Kinder erschienen waren. Mit herzlichen Grußworten leiStadtteil Weitmar Bei der Arbeit verletzt. Erheblich zu Schaden kam gestern auf seiner Arbeitsstelle der 28jährige Dreher Hans., Essener Straße. Während seiner Arbeit stürzten schwere Maschinenteile um, wobei der Bedauernswerte an den Füßen so verletzt wurde, daß seine Ueberführung ins Elisabeth=Hospital erfolgen mußte. — Ebenfalls ins Elisabeth=Krankenhaus gebracht wurde gestern nachmittag der Maschinenschlosser Ewald Dr., Kohlenstraße, der mit der rechten Hand in das Rollagergetriebe geriet, wobei dem Aermsten die Finger der rechten Hand zerquetscht wurden Auch erlitt er einen Unterarmbruch und Gelenkquetschungen. Aus dem Kacheargerie! Stadtteil Riemke 75 Jahre alt. Der Volksgenosse Josef Kraus, Herner Straße 353, wird heute 75 Jahre alt. Der Jubilar war 40 Jahre auf„Constantin" und„Hannibal“ als Bergmann tätig. Ueber 60 Jahre hat er in Riemke verlebt. Das Fest der goldenen Hochzeit durfte er mit seiner Gattin im vergangenen Jahre feiern. Bund heimattreuer Ost= und Westpreußen, Gruppe 311. Sonntag hielt die Ortsgruppe Riemke der heimaltreuen Ost= und Westpreußen bei Ohters ihre Vierteljahres=Hauptversammlung ab. Kassenwart Romann erstattete den Kassenbericht. Die Rundschreiben des Landesverbandes und des Bundes Berlin wurden verlesen. Der Bundesgruppenleiter Piekarski berichtete über die Hauptvertretertagung am 21. Juni in Recklinghausen. Eine Anzahl neuer Mitglieder wurde aufgenommen. Sehr begüßt wurde die Absicht, in nächster Zeit eine Fahrt ins Blaue durchzuführen. Nach Erledigung kleinerer Bundesangelegenheiten fand eine Gruppenaufnahme mit Fahne und Bundesmützen vor dem Lokal statt. Von einem Becherwerk erfaßt. Arg zu Schaden kam gestern auf seiner Arbeitsstelle der 42jährige Werksschleifer Richard E. aus der Krupp=Kolonie. Bei der Reinigung und der Schmierung eines Becherwerkes glitt er unglücklicherweise mit der Oelkanne aus, wobei er mit der linken Hand von dem laufenden Becherwerk erfaßt wurde und arge Hand= und Unterarmquetschungen erlitt. Er wurde dem Augusta=Krankenhaus zugeführt. Stadt Gelsenkirchen Fabrikfeuer beim Schalker Verein. In der Teerhalle der Schleudergießerei der Deutschen Eisenwerke(Schalker Verein) in Gelsenkirchen entstand am Mittwoch mittag in einem Dachstuhl ein Feuer, das sehr schnell um sich griff. Durch herabstürzende brennende Teile wurde auch das Teerbad entzündet. Die Betriebsgefolgschaft und die Werksfeuerwehr gingen dem Feuer energisch zu Leibe. Bald trafen auch Löschzüge der Städtischen Feuerwehr und der Zechenwehr„RheinElbe“, an der Brandstelle ein. Nach etwa dreistündiger gemeinsamer Arbeit gelang es, das Feuer zu löschen. Die Schleudergießerei erleidet durch den Brand keine Unterbrechung. Stadt Wattenscheid Kundgebung der DAF. Auf einer stark besuchten Kundgebung der DAF., Kreis Wattenscheid, der Freien Berufe, des Handels und des Handwerks sprach der Gauschulungswalter der DAF., Dr. Lebrecht, über den Begriff Deutschland und die Struktur der DAF. Der Redner erinnerte an alle die bereits gelösten Probleme und sprach von denen, die noch der Lösung harrten. Wichtig sei das Lohnproblem, aber das Problem der Sicherung des deutschen Vaterlandes stehe im Vordergrund aller Erörterungen. Nachdem der Redner auch die Wohnsiedlungsfrage angeschnitten hatte, sprach er eingehend über die im nächsten Jahre beginnende Reichsplanung. Danach würden jährlich 200000 Familien aus den übervölkerten westdeutschen Städten nach dem Norden, Osten und Süden angesiedelt. Erst wenn alle diese Probleme gelöst seien, würde auch damit zwangläufig eine materielle Lebenssteigerung eintreten. Starker Beifall wurde dem Redner zuteil. Günnigfeld in Erwartung der Festzeltbesucher. Das Volksfest nimmt am Samstag um 20 Uhr im Festzelt seinen Anfang damit, daß nach der offiziellen Eröffnung die Militärkapelle zum Tanz aufspielen wird. Am Sonntag vormittag nimmt die Kreisleitung die Gelegenheit wahr, in dem großen Zelt alle ihre Politischen Leiter und die Amtsleiter und Warte der Gliederungen zu einer gemeinsamen Arbeitstagung zu vereinigen, in der der Kreisleiter Pg. Kleschies über orgonisatorische Fragen sprechen wird. Am Nachmittag treten dann um 15.30 Uhr auf dem Marktplatz sämtliche Günnigfelder Vereine und Verbände an zu einem Festzug, der sich durch folgende Straßen bewegt: Ullrich=, Günnigfelder bis Hengesbach=, Krupp=, Parallel=, Luisen=, Kirch=, Krupp=, Günnigfelder, Allee=, Hordeler Monstadtstraße, Markt zum Festzelt. Am König=Edgarstand wird ein Vorbeimarsch stattfinden. Nach dem Einmarsch ins Festzelt beginnt nach einer Begrüßung und Ansprache um 17.30 Uhr das große Militärkonzert. auf das sich schon heute ganz Wattenscheid freut. Abends um 8 Uhr ist dann wieder Festball. Der Montagmorgen ist den Kindern vorbehalten, die sich um 10 Uhr im Zelt einfinden. Den Abschluß des Festes bildet am Montagabend der Festball im Zelt, wobei allerlei Ueberraschungen vorgesehen sind. Krieger=Kameradschaft„Kaiser Wilhelm“. Die Kameradschaft hielt am Sonntag im Stadion das erste Uebungsschießen für den Kameradschafts=Wandervreis ab. Die erzielten Ringzahlen waren sehr gut. Den anschließend im Kameradschaftsheim stattfindenden Apvell leitete in Vertretung des verhinderten Kameradschaftsführers der Schriftführer. Die Ausführungen der Kameraden Wormann und Strote über ihre Eindrücke vom Reichskriegertag in Kassel wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Stadt Wanne=Eicke! Persönliches. Bei der Reichsbahn können die Lokomotivführer Franz Joswia, Friedrich Wendt und Johann Rahm auf eine 25jährige treue Dienstzeit zurückblicken. Für die Jubilare ist eine besondere Feier mit Ehrung vorgesehen.— Gestern konnte Johann Armbrust, Hindenburgstraße 270, den 70. Geburtstag feiern. Volkskonzert der Kreiskapelle der NSDAP. Mittwoch abend herrschte stattlicher Besuch beim Volkskonzert der Krieskapelle der NSDAP. im Eickeler Parkhaus. Unter Leitung von Musikführer Gries wurden zackige Märsche gespielt. Ferienfreuden des B2M. in Haltern und Oer. Der Untergau Wanne=Eickel Wattenscheid hat gestern, Donnerstag, mit Vorbereitungen begonnen, die allen Mädeln des Untergaues schöne Stunden der Erholung und Kameradschaft bringen sollen. Man begann am Stausee in Haltern mit dem Aufbau von acht Zelten. Untergauführerin Grete Schüttrumpf wird die Leitung des Lagers haben. Ebenfalls am Montag wird mit einem Freizeitlager in der idyllisch gelegenen Jugendherberge Oer bei Recklinghausen=Sinsen begonnen. 200 Mädel werden jeweilig in diesem Lager, das von Magdalene Mattfeldt geleitet wird, vertreten sein. Letzte Fettscheinausgabe für Juli bis September. Am Montag, 27. Juli, findet in der Stadthalle WanneEickel von 15 bis 18 Uhr die nachträgliche Ausgabe der Fettverbilligungsscheine an die Unterstützungsempfänger der Allgemeinen Fürsorge, Gehobenen Fürsorge und Zusatzrentenempfänger, Erwerbslosenfürsorge, Lohnund Gehaltsempfänger und Rentenempfänger(ohne Wohlfahrtsunterstützung) statt. Da dieses der letzte Ausgabetermin ist, werden diejenigen Empfangsberechtigten, die ihre Fettscheine bisher noch nicht abgeholt haben, ersucht, am Montag, 27. Juli, zu erscheinen, da danach keine Scheine mehr zur Ausgabe gelangen und der Anspruch erlischt. Die nötigen Ausweispapiere (mit Kontrollnummer) sowie Lohnnachweisungen sind vorzulegen. Kinder sind zum Empfang nicht berechtigt. richten. Personalnachrichten Vor dem Prüfungsausschuß des Justizprüfungsamts bei dem Oberlandesgericht in Hamm haben die erste juristische Staatsprüfung bestanden: Helmut Foerster aus Hattingen, Josef Linnhoff aus Bochum. Herr Herbert Hesse, Humboldtstraße 69, bestand vor dem Oberlandesgericht zu Düsseldorf die erste juristische Staatsprüfung mit dem Prädikat„Gut". Friseur=Pflichtinnung Die neue Bezirksorganisation Die Friseur=Pflichtinnung von Groß=Bochum ist in 15 Bezirke eingeteilt wordeni. Innungsversammlungen finden alle Vierteljahr mit der Kreishandwerkerschaft in der Bürgergesellschaft statt, indes die Bezirksversammlungen jeden Monat in den einzelnen Bezirken abgehalten werden. Da die Innung über 500 Mitglieder zählt, lassen sich die Interessen des Berufes und die Fühlungnahme der einzelnen Berufskollegen besser wahrnehmen. Als Bezirksmeister und Berufsreferent der DAF. sind bestätigt: Bezirk 1: Hugo Petring, Mühlenstraße 8; Bezirk 2: Bernhard Thalmann, Kronprinzenstraße 7; Bezirk 3: Walter Remscheid, Hattinger Straße 9; Bezirk 4: Heinrich Vollmer, Karl=Friedrich=Straße 26; Bezirk 5: Georg Breidenbach, Hattinger Straße 369; Bezirk 6: Wilhelm Stückroth, Wittener Straße 128; Bezirk 7: Walter Ungethüm, Rottmannstraße 1; Bezirk 8: Wilhelm Spittler, Laer, Wittener Str. 432; Bezirk 9, Linden: August Hüttemann, Hattinger Straße 796; Bezirk 10, Hamme: Lorenz Riether, Dorstener Straße 182; Bezirk 11, Gerthe=Hiltrop: Karl Kleimann, Lothringer Straße 17; Bezirk 12, Hofstede=Riemke=Marmelshagen: Ferdinand Bargon, Herner Straße 385; Bezirk 18, Werne, Karl Kühlborn, Heinrich=Gustav=Straße 155. Für die Bezirke 14(Langendreer) und 15(Wattenscheid) wird die Bestätigung der Bezirksmeister in der nächsten Bezirksversammlung vorgenommen. Auf froher Fahrt Die Gaststätten=Gesellschaft„Tonhalle" G m. b. H. unternahm am Mittwoch mit ihrer Gefolgschaft eine Autobusfahrt zum Duisburger Hafen. Die Umstände brachten es mit sich, daß erst kurz vor Mittag der langersehnte„Startschuß" fiel. Die Gefolgschaftsführung, Herr und Frau Benend, war mit von der Partie. Es war selbstverständlich, daß die Hauskapelle nicht zu Hause gelassen wurde. Denn ein strahlender Sonnentag ohne Musik ist gar nicht denkbar. Betriebszellenobmann Winckler, der dieses Mal das Amt eines Reisemarschalls versah, wurde geradezu mit Beifall bedacht, als er zunächst auf„höheren Befehl“ einen gemeinsamen Mittagstisch mit Tafelmusik anordnete. Dann begannen die Ueberraschungen. Hinterließ schon die Besichtigung der weltberühmten Duisburger Schifferbörse stärkste Eindrücke, so wußten sich alle vor Staunen nicht zu lassen, als sie das wuchtige Bild des Duisburger Hafens auf einer mehr als eineinhalbstündigen Motorbootsfahrt auf sich wirken lassen durften. So war die Stimmung prachtvoll, als man sich zum Abschluß des Hafenbummels zu einem gemütlichen Beisammensein niederließ und bei einem fröhlichen Umtrunk die echte Kameradengemeinschaft, die sich dank der vorbildlichen Vorsorge der Gefolgschaftsführung wieder einmal glänzend bewährt hatte, im Einklang und Zusammenklang mit dem Bochumer=Jungen=Lied hochleben ließ. Dieser Ferientag mit seiner prächtigen Sommerfahrt wird der Gefolgschaft der TonhallenGaststättenbetriebe in steter Erinnerung bleiben. Ausflug. Am Mittwoch unternahm die Baptistengemeinde mit einer äußerst großen Teilnehmerzahl einen kleinen Ausflug zur Hammer Wiese an der Hofsteder Straße. Hier hatten die Kinder hinreichend Gelegenheit, sich an den zahlreichen Spielgeräten zu vergnügen, während die Erwachsenen sich bei Kaffee und Kuchen in traulicher Unterhaltung zusammenfanden. Olympialiteratur in der städtischen Bücherei. Für die bevorstehenden Olympischen Wettspiele hat unsere städtische Bücherei eine besondere Auswahl an wertvoller Sportliteratur vorliegen, die zeitweise zur Ansicht der Leseraumbesucher auf einem besonderen Tisch ausgelegt wird. Jeder Interessent hat hinreichend Gelegenheit, sich an Hand der Sportliteratur über alle Sportzweige, die bei den Olympischen Spielen vorkommen, zu unterStadtteil Bergen Vom Wagen gestürzt. Beim Kundendienst fiel die 19jährige Hedwia H. aus Gerthe infolge eines Ohnmachtsanfalls von dem Milchwagen. auf dem sie fuhr, und erlitt schwere Verletzungen. Der sie begleitende Milchhändler brachte sie zu einem Arzt, der die erste Hilfe leistete. Stadtteil Grumme=Böde Aus der Liboriuspfarrei. Am Sonntag beaeht die katholische Pfarrgemeinde Grumme ihr Patronatsfest in feierlicher Weise. Morgens ist ein Festhochamt mit Predigt. Nachmittags findet eine Feier=PatronatsAndacht statt. Stadtteil Gertbe Fahrräder nicht freihändig fahren! Dem MariaHilf=Hospital zugeführt wurde Mittwoch nachmittag der Bürolehrling Heinz., Castroper Hellweg. Er befuhr mit seinem Fahrrad die Gerther Straße und fand Gefallen daran, sein Fahrrad freihändig über die abfauende Straße zu fahren. Plötzlich wurde er von einem Auto überholt und, da er die Balance verlor, angefahren und an Kopf. Händen und linkem Bein empfindlich verletzt, so daß der Arzt in Anspruch genommen werden mußte. stadtteil Altenbochum Betriebsunfall. Der 27jährige Werksgehilfe Hans Go., Buselohstraße 84, geriet in der Beizerei unter schwere Eisenlasten, wobei G. derart böse an den Fußen verletzt wurde, daß er dem Elisabeth=Hospital zugeführt werden mußte. Stiepel Totenglocke. Am Mittwoch starb im gesegneten Alter von 86 Jahren und 4 Monaten die Witwe Karl Schellenberg. Ida geb. Steinbrink. An ihr bewahrheitet: sich der Spruch der Hl. Schrift: Unser Leben währet 70 Jahre und wenn es hoch kommt, so sind es 80 Jahre, Die Herberunz schen auf Hendnnnten Die neue St. Mathias Il in.=Sundern ..-Muthherr Links: Teilansicht des Büro= und Betriebsgebäudes— Rechts: Verladebühne mit Schachtgerüst Auf. dem Wienkopp an der Blankensteiner Straße, unmittelbar bei der Freilichtbühne haben Bergmanner Einzug gehalten. Seit Monaten ist man mit Abteufungsarbeiten beschäftigt. Am Montag hat die Förderung eingesetzt. Bis Mittwoch war bereits eine Tiefe von etwa zehn Meter erreicht und 15 Förderwagen Kohle waren gewonnen. Die Besichtigung dieses neuen„Kohlenpütts“ ließ schnell erkennen, daß hier fachmännisch gearbeitet wird, und daß bereits Voraussetzungen für einen ergiebigen Ausbau geschaffen worden sind. Wenn der Ausbau in der jetzigen Form vorangeht, kann hier auf die Dauer mit einer kleinen Musteranlage gerechnet werden. Der Schachtausbau ist in betriebstechnischer Hinsicht als mustergültig zu bezeichnen. Der Schacht als solcher ist im Einfallen angelegt. Die für den Abteuf= und Förderbetrieb notwendigen Vorrichtungen sind bereits geschaffen, selbst die Verladebühne fehlt nicht. Auf dem in Holzbau ausgeführten Schachtgerüst ist eine Seilscheibe angebracht, über die ein Drahtseil gleitet, das, angetrieben von einem durch Preßluft bewegten Haspel, das Heraufholen der Kohlen bewerkstelligt. Die Abteufarbeiten werden durch fachmännisch qualifizierte Grubenbeamte überwacht beziehungsweise geleitet. Der Schacht steht, wie schon erwähnt, im Einfallen des Flözes Dickebank. Man trifft hier Fettkohle von einer der begehrtesten Partien an. Selbst der moderne Abbauhammer tut auch hier seine Dienste. Hoffentlich ist das Grubenfeld so ergiebig, daß noch ein großer Teil der Volksgenossen des sonst so abgelegenen Stadtteils Sundern hier Arbeit und Brot finden kann. Zu diesem jungen Bergwerksbetrieb zählen heute schon eine Reihe Tagesanlagen, wie eine Waschkaue mit Warmwasserbrausen, das Maschinenhaus mit Dieselkompressor, Pumpen usw., ferner Büroräume mit Magazin, alles Einrichtungen, die den vom nationalsozialistischen Staate erstrebten Zielen auf„Schönheit der Arbeit" entsprechen. Weitere Ausbauten und Verschönerungen stehen in Vorbereitung. Das junge Unternehmen ist eine Auswirkung der allenthalben im Zeichen des vom Führer und seinen Getreuen durchgeführten Aufbauwerkes geschaffenen Zuversicht. Die neue Zeche liegt landschaftlich an bevorzugter Stelle einer Anhöhe des Ruhrtals. Idyllische Bauernkotten. Obstbäume und Gärten sowie Aecker bilden die Nachbarschaft. Vom Zechenplatz hat man einen herrlichen Blick ins Ruhrtal. In der Ferne grüßen Blankenstein und die Schulenburg. 15 Nr. 171 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 24. Juli 1936 Eröffnung der Ausstellung ..„Freizeit und Erholung für alle“ Hamburg, 23. Juli. Im Vorhof der Zoo=Ausstellungshallen fand am nachmittag in Anwesenheit von Dr. Ley in Verbindung mit dem Freizeit=Weltkongreß die Eröffnung der großen Ausstellung„Freizeit und Erholung für alle“ statt, an deren Zustandekommen neben der Deutschen Arbeitsfront und der NSG.„Kraft durch Freude" besonders auch der Reichsnährstand mitgewirkt hat. Regierender Bürgermeister Krogmann übergab die Ausstellung der Oeffentlichkeit. Der Gauwalter der DAF., hamburgischer Staatsrat Habedank, sagte u.., oberstes Gesetz des Nationalsozialismus werde es stets sein, die Arbeitskraft als wichtigstes Gut eines Volkes zu erhalten. Als nächster Redner sprach der Reichsamtsleiter der NSG.„Kraft durch Freude“ Ministerialrat Dreßler=Andreß. Diese Ausstellung, so betonte der Redner, führt den Beschauer praktisch in die nationalsozialistische Weltanschuung ein. Denn diese Weltanschuung will keine abstrakte Ideologie sein, sondern sie offenbart sich am klarsten im Leben selbst und in dessen Ordnung. Diese Ausstellung zeigt ferner, was im heutigen Deutschland Friede und Freude bedeutet, wie diese Idee bereits eine Formgebung im sozialen und kulturellen Leben erfahren hat, die unter Beweis stellt, daß der Nationalsozialismus die friedliche Ordnung der deutschen Nation und darüber hinaus die friedliche Ordnung der deutschen Nation und darüber hinaus die friedliche Zusammenarbeit der Völker untereinander nicht nur schematisch fordert, sondern selbst auch Formen schafft, die diesem Ziel allein dienen. Möge diese Ausstellung, so schloß Reichsamtsleiter Dreßler=Andreß seine Ausführungen, fernerhin Zeugnis ablegen von der Sieghaftigkeit eines Lebens, das erst dann zum wahren Glück wird, wenn es ein Leben in der Gemeinschaft des Volkes ist. Schwerer Taifun über Japan Tokio, 23. Juli. Im Westen Japans hat ein schwerer Taifun gewütet. In Kinschiu ist der gesamte Verkehr stillgelegt worden. Auf weite Strecken hin sind Straßen, Eisenbahnanlagen und Ueberlandleitungen zerstört. Meh rere hundert Häuser stürzten ein. Bis jetzt wurden fünf Tote und 46 Vermißte gemeldet. Unter den Vermißten befinden sich 30 Schulmädchen. Mehrere Ortschaften sind völlig überschwemmt. Auch der Schiffsverkehr hat schwer gelitten. Zwei Frachtschiffe sind gesunken, während das Schicksal einer Reihe anderer Schiffe ungewiß ist. Der Taifun wandert in westlicher Richtung weiter und hat bereits Korea erreicht, woher schon beträchtliche Schäden gemeldet werden. Dunie un engtischen Uinerhaus Beschimpfung des Innenministers— Mehrere Abgeordnete ausgeschlossen An der Dreitorspitze abgestürzt Die Alpine Rettungsstelle Partenkirchen teilt mit: Am Mittwoch stürzte auf dem Uebergang vom Ostgipfel zum Mittelpunkt der Dreitorspitze der in München wohnende 33 Jahre alte Intendanturrat Elben ab. Der Verunglückte fand den Tod. Er fiel auf österreichisches Gebiet. dnb London, 23. Juli. Im Unterhaus begann am Dienstag die für drei Tage berechnete Aussprache über die Reform der Arbeitslosenunterstützung. Die Aussprache wurde durch eine Rede des Arbeitsministers Brown, eröffnet. Die Maßnahmen der Regierung, so erklärte er, zielten darauf ab, die Unterstützungen gerecht zu verteilen. Als er hierauf an die Bestimmungen erinnerte, die eine Bedürftigkeitsprüfung der Arbeitslosen vorsehen, kam es zu beispiellosen Lärmszenen. Fa Minuten lang wurde der Arbeitsminister immer wieder von Mitgliedern der Arbeiterpartei unterbrochen und mit Schimpfworten bedroht. Ihren Höhepunkt erreichten diese Kundgebungen der Opposition, als der Minister erklärte, daß die neuen Bestimmungen getroffen seien, um dem Mißbrauch öffentlicher Gelder ein Ende zu machen. Die Feststellungen des Ministers riefen immer wieder lärmende Zurufe und Aeußerungen des Mißfauens hervor. Brown, der durch seine laute Stimme berühmt ist, war in der Lage, immer wieder den Lärm der Opposition zu übertönen. Das gesamte Haus brach in ein riesiges Gelächter aus, als ein Zwischenrufer auf die Feststellung des Ministers hin, daß er etwas vor der Opposition voraushabe, ihm zurief:„Ja, eine Stimme wie ein Nebelhorn." Das Haus lachte minutenlang, bis der Minister seine Rede beenden konnte. Die Lärmszenen steigerten sich am zweiten Tag der Aussprache fast zum Tumult, so daß der Regierungsvertreter Sir Gottfried Collins seine Rede nicht beenden konnte. Er wurde von der arbeiterparteilichen Opposition regelrecht niedergeschrien. Die am frühen Nachmittag des Mittwochs begonneue Unterhaussitzung über die Arbeitslosenreform wird bis Donnerstag abend 23 Uhr fortgesetzt. Dann findet die Abstimmung über die neuen Bestimmungen statt. Das Unterhaus wird damit ununterbrochen 32 Stunden lang getagt haben. In dieser Dauersitzung kam es am Donnerstag nachmittag zu so wüsten Tumulten, daß die Sitzung unterbrochen und mehrere Abgeordnete ausgeschlossen werden mußten,— ein in der Geschichte des britischen Parlaments äußerst seltenes Ereignis. Als Innenminister Sir John Simon die Reform der Arbeitslosenversicherung verteidigte, sprang der linksradikale Arbeiterparteiler Buchanan, wie ein Wilder auf und brüllte Simon ins Gesicht, er lüge. Der Sprecher unterbrach hierauf die Aussprache und verlangte, daß Buchanau sich wegen seines unparlamentarischen Ausdruckes entschuldigen solle. Buchanan wiederholte jedoch seine Anschuldigung, was beispiellosen Lärm auslöste. Als der Sprecher darauf bestand, daß Buchanan seine Beschuldigung zurückziehen müsse, antwortete dieser, Sir John Simon habe wissentlich die Unwahrheit gesagt. Ein neuer Entrüstungssturm des Hauses war die Antwort. 4. Gracht. Ein konservativer Abgeordneter orachte nun den Antrag auf Aufschluß Buchanans aus dem Hause ein. Dieser Beschluß wurde mit 248 gegen 53 Stimmen angenommen. Buchanan verließ das Haus mit den Händen in den Hosentaschen. Durch ungebührliches Verhalten erzwang dann auch der linksradikale Abgeordnete Campbell Stephan seinen Ausschluß. Als sich die Unruhe gelegt hatte und Sir John Simon seine Rede fortsetzen wollte, erhob sich der Abgeordnete Cocks und erklärte ebenfalls, daß Simon ein Lügner sei. Simon versuchte jedoch diese Bemerkung zu überhören und wollte seine Rede fortsetzen. Darauf erhob sich der Abgeordnete Mac Govern und verlangte, daß die Hausordnung nicht nur gegen die unabhängige Arbeiterpartei, sondern auch gegen Mitglieder der Arbeiterpartei selbst angewendet werde. Der Sprecher lehnte jedoch diese Erklärung ab und wollte den Innenminister veranlassen, seine nede fortzusetzen. Daraufhin verlangte Max Govern erneut das Wort und erklärte unter dem Beifall der Linken:„Ich habe gesagt, daß der Innenminister ein verfluchter Lügner ist!" Der Sprecher beantragte darauf, auch diesen Abgeordneten auszuschließen. Das Haus nahm den Antrag an, Mac Govern weigerte sich jedoch, der Aufforderung des Sprechers zum Verlassen des Saales nachzukommen. Der Sprecher war schließlich gezwungen, den wachthabenden Sergeanten zu rufen. Dieser begab sich darauf zum Sitz Mac Governs und führte den Widerspenstigen aus Das ist vom Angeklagten Hoffmann für die Berlinische Baugesellschaft immer in Abrede gestellt worden. Ferner betonte der Zeuge, daß auch der Statiker der ausführenden Baufirma sich selbst auf der Baustelle blicken lassen müsse, nicht aber auch der Statiker der Reichsbahn. Die Einbindetiefe müsse ständig kontrolliert werden. Zu diesem Zweck habe der Zeuge angeordnet, daß von Zeit zu Zeit Stichproben angestellt werden, durch die ermittelt werde, wie tief die Rahmenträger noch in der Erde stecken. dem Saal. Drei Todesopfer durch Starkstrom Karlsruhe, 23. Juli. In Linkenheim bei Karlsruhe ereignete sich durch das Reißen eines Elektrizitätsleitungsdrahtes ein schweres Unglück. Ein Radfahrer namens Heinrich Wetzstein streifte mit seinem Rad den auf dem Boden liegenden Draht und stürzte, vom Strom getroffen, zu Boden. Zwei junge Leute, die 24jährige Tochter des Bahnarbeiters Nagel und der 19jährige Leopold Häuser, die zur Hilfeleistung herbeieilten, wurden bei dem Versuch, den Draht zu entfernen, gleichfalls vom Strom getroffen. Wiederbelebungsversuche blieben bei den drei Verunglückten erfolglos. Der Baugrubenprozeß Die Beweisaufnahme im wesentlichen abgeschlossen dnb Berlin, 23. Juli. Nach Ablauf von 16 Verhandlungswochen konnte die Beweisaufnahme im Berliner Bauunglücksprozeß am Donnerstag im wesentlichen abgeschlossen werden. Da am Freitag die planmäßige Sitzung ausfällt, wird der voraussichtlich letzte Zeuge erst am kommenden Dienstag vernommen werden. Das Gericht hofft, im Verlauf der Dienstag=Verhandlung in den nächsten Verfahrensabschnitt, die Erstattung der Sachverständigengutachten, eintreten zu können. In der Donnerstag=Sitzung wurde auf Grund der vom Verteidiger des Angeklagten Weyher gestellten neuen Beweisanträge der Vorstand des Neubauamtes V vernommen, der die Bauarbeiten im Landwehrkanal geleitet hat. Der Zeuge erklärte, daß die ausführenden Baufirmen im allgemeinen eine Oberbauleitung hätten. Wiederzulassung österreichischer Zeitungen im Reichsgebiet. Die Reichsregierung hat eine zunächst beschränkte Anzahl österreichischer Zeitungen wieder im Reichsgebiet zugelassen, deren Vertrieb bereits eingesetzt hat. Die österreichische Regierung hat wegen Zulassung reichsdeutscher Blätter entsprechende Maßnahmen getroffen. REIORSSERDERROLR Gemeinsames Programm für alle Reichssender ELNCESUENE Musik in der Frühe. Blasorchester Carl Woitwach—.., Hu anten um A. 9. Die Schwäbischen Vorfmunitanien und die Niederdeutsche Bauernkavelle 466 1 Eine kleine Morgenmusik. Charlotte Toepfer und Margit Humbrecht(Sopran und Alt), Bruno Sänger und Hans Bund(Violine und Klavier), Prudentia Olbrich und Paul Noack=Ihlenfeld (Klavier zu 4 Händen).. 8. Schman Unterhaltungsmusik.(Hans Bund). Die Schway. Dorfmusikanten, Balalaika=Quintett Sokoloff. Irmgard Overhoff(Sopran) Unterhaltungsmusik zeitgenössischer Meister. Das große Orchester des Deutschlandsenders(Ernst Kirsten),, Dazwischen: Hörberichte von den Olymvischen Trainingsbahnen„ 8. Allerlei von Zwei bis Drei(Von Berlin). Serenaden. 1. Serenade=Dur von Reznicek: Auftakt— Intermezzo— Liebeserklärung. 2. Serenade von Wolf=Ferrari:„Allegro— Andante mit Variationen— Scherzo. 3. Serenade Opus 22 von Anton Dvorak: Moderato— Tempo di Valse— Largetto— Finale. Das Kammerorchester Karl Ristenvart. Pre.2i cht. Großer Preis von Deutschland. Trainingsberichte vom Nürburgring„.# Eric. Ewald Straeßer: Trio,=Dur. Das ErschRummel=Trio: Erich Rummel(Klavier), Grete Heukeshoven(Violine), Alf. Schänzler(Cello) Fackel=Staffellauf Olympia— Berlin. Das olymvische Feuer erreicht Delphi. Weihestunde im Stadion„ 6) Mell, : Wir schlagen die Brücke(Hamburch). Weltkongreß für Freizeit und Erholung 1936. 3. Tag. Frohes Volk aus aller Welt beim gemeinsamen Feierabend in der Hanseatenhalle. Das Große Orchester des Reichssenders Hamburg(Helmuth Thierfelder). Volksgruppen aus: Belgien, Bulgarien, China, Dänemark. England, Frankreich, Griechenland, Holland, Italien, Jugoslawien, Norwegen. Polen, Schweden, Ungarn und aus den deutschen Gauen. Dazwischen: Bericht vom Weltkongreß für Freizeit und Erholung : Fackel=Staffellauf Olympia— Berlin. Das Olympiafeuer erreicht Saloniki. Weihestunde auf dem St.=Dimitri=Kirchplatz Tanzmusik aus aller Welt. Die besten Kavellen spielen für Sie!(Schallplatten) Unterhaltungskonzert. Kapelle Franz Hauck 14.00 15.00 16.00 18.00 18.30 20.10: 22.15: 22.30 23.30 Ihre Vermählung geben bekannt Dr. med. dent. Josef Hammes Sophie Hammes geb. Ernst Haan(Rhld.)„Bochum Hattinger Str. 37 Hochzeit im Parkhaus am 24. Juli 1936 Statt Karten Paul Lodde Ursula Lodde geb. Dupré zeigen Ihre Vermählung an Hagen 24. Juli 1936 Concordia Familien= Nachrichten aus anderen Zeitungen übernommen Vermählte: Dortmund:" Dr. Friedrich Selvers m. Martha Wind. Hamm: Walter Stark mit Laura Brinkmeier. Gestorben: Dortmd.: Kurt Hähnel, 56 Jahre. Lisa Busch, 18 J. Essen: August Bohn, 55 Jahre. Martha Reitz geb. Guski, 52 Jahre. Hagen: Maria Märtin geb. Leffler, 58 J. Georg Fischer, 60 Jahre. DrahtStatt Karten Walter Robert Elisabeth Robert geb. Freuning Vermählte Bochum(Augustostraße 17), den 24. Juli 1936 geflechte. Weidendrähte, Stacheldrähte, Bindedrähte 1billigst! Grobe Läger Rösler& Lönne Drahtwerk Bochum, Redemptoristenstraße 28/30. Näbe Bahnhof Präsident. u. Wattenscheld Maschinenbau-Aktiengesellschaft Balche. Bochum „." Jahresabschluß am 31. Dezember 1935 Vermögen Anlagevermögen: RM. Grundstücke(ohne Baulichkeiten, Abgang RM. 3800) Gebäude: Wohngebäude(Abgang RM. 9500.00, Abschreibungen RM. 9651,00) Fabrikgebäude und and. Baulichkeit.(Zugang RM. 5826.35 Abschreibungen RM. 46 056, 35) Maschinen und maschinelle Anlagen(Zugang RM. 62 633.84. Abgang RM. 2042.00, Abschreibungen RM. 42919,84) 215918.00 Werkzeuge, Betriebs- und Geschäftsinventar(Zugang RM. 20070,33. Abgang RM. 840.00. Abschreibung. RM. 19583.33) Beteiligungen Umlautvermögen: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Halbfertige Erzeugnisse Fertigtabrikate Wertpapiere Hypotheken..... Geleistete Anzahlungen Forderungen auf Grund von Warenlieferung. u. Leistung. 1824 750.00 Sonstige Forderungen 91013.41 Kassenbestand einschl. Reichsbank- u. Postscheckguchaben 36 907.55 Andere Bankguthaben.... 26836.86 S331246.15 W 779853.00 301 506.00 722520.00 70657.00 .00 275 070.29 732693.90 201929.15 4964.19 18955.00 7670.80 Am 22. d. M. starb plötzlich und unerwartet Heit Wilheim Böcker Angestellter unseres Rechnungsbäres Weltmar Obwohl der Heimgegangene erst seit einem Jahre bei unserer Gesellschaft tätig war, haben wir ihn doch als einen außerordentlich fleibigen und tüchtigen Mitarbeiter mit guten Charaktereigenschaften kennen und schätzen gelernt. Ein ehrendes Gedenken werden wir ihm bewahren. Bochum, den 22. Juli 1936. Führung und Gefolgschaft der Bochumer Verein für Gubstahlfabrikation Aktiengesellschaft Schulden Aktienkapfte Gesetzliche Rücklage Rückstellungen Wertberichtigungen Verbindlichkeiten: Hypotheken (Abgang RM. 337150.00, Zugang Röf. 100000.00, Tilgung RAl. 5000.00) Darlehen Anzahlungen von Kunden Verbindlichkeiten auf Grund von Warenlieferungen und Leistungen Löhne Sonstige Verbindlichkeiten Akzeptverbindlichkeiten Bankschulden Nicht abgehobene Dividende Posten, die der Rechnungsabgrensung dienen Oewinn- u. Verlustkonte: Vortrag aus 1934 RM. 16 069.88 Oberschus aus 1938„ 18785.55 RM. 2100000.00 210000.00 58 663.00 28667.43 295 000.00 300000.00 301 550.06 778097.61 15298 38 166732.04 459707.87 451474.19 3981.60 130218.54 31 835.43 S391246.15 Platzverteilung für die große historische Cranger Kirmes, verbunden mit Pferde= und Jahrmarkt, vom.—11. August 1936. Die Platzverteilung zu der obigen Kirmes, und zwar für Fahr=, Belustigungs=, Schau= und größere Spielgeschäfte sowie Schießballen findet am Montag, dem 3. August 1936, für alle übrigen Geschäfte am Mittwoch, dem 5. August 1936, ab 13 Uhr, im Lokal Sassenhoff(Abenhardt), Hindenburgstraße 425, statt. Diejenigen Schausteller, die die Bedingungen bisher nicht anerkannt haben, werden an umgebende Erledigung erinnert, da sonst eine Platzzuweisung nicht erfolgen kann. Wanne=Eickel, den 21. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. Von der Reise zurück! Dr. med. Kurt Bayer prakt. Arzt Viktoriastr. 41 Tel. 63318 Samstag, den 25.., um 24 Uhr Nürburgring. Preis.— RM. Donnerstag, den 6.., um 22 Uhr nach Berlin zur Olumpiade. Preis 25.— RM. Anmeldung: Kraftverkehr Scharpey, Kortumstraße 7(Hotel Fürstenhof), Rut 611 10/11 otdene edallte der Beweis dass auch ihre S4 #gguggen Aeeiten gurm ürbrckarg Drula Bleichwachs restlos beseitigt werden(M225frens due in Apotheben erbältlich Willst Du irgend was erreichen, mußt Du es der Welt auch zeigen! Zeige im B. A. es an, dann erfährt es jedermann! Neues, schweres Eichenschlafztmmer alles rund gebaut, gegen Motorrad, 200 cem, DKW., od. Triumph, neu od. wenig gebr., z. tauschen gesucht. R. Z. 3138 Anz. K Rafche Der Aufsichtsrat setst sich nunmehr wie folgt zusammen: Hans Harney, Konsul, Bankler, stellvertr Vorsitzender des Aufsichtsrates der Commers- und Privat-Bank.-., Düsseldort. Vorsitzender, Altred Pott, Dr.-Ing. e.., Generaldirektor der Gewerkschaft Viktoria Mathias, Essen, stellvertr. Vorsitzender, Hermann I. Abs, Bankier in Firma Delbrück Schickler& Co., Berlin, Walter Bortmann, Berzwerksdirektor, Herne-Sodingen Ernst Buskübl. Generaldirekter, Bergassessor a.., Dortmund, Julius Grauenhorst, Bergwerksdirektor, Koprad Kaletsch, Direktor, Mitteldeutsche Stahlwerke.-., Berlin, Herbert Kauert, Berzwerksdirektor, Essen, Altred Moll. Kaufmann. Neubeckum.., Bernhard Weiß. Direktor, Siegener Maschinenbau.-., Siegen. Bochum, den 17. Juli 1936. Des Neomas Miele NR 95 „La Caoba“-Zigarre für 4∆) DE gar. mit Havanna-Einlage, 1O FI. setztwieder zu nab. bei Fritz Jansen Brückstraße 48. Kortum str. 93 u. 23 Motorras ab 350 ccm, mögl. steuerfrei, zu kauf. zesucht. D. O. 12252 Anz. Gebr., steuer= und führerscheinfreier DreiradKaufgesuche Hornhaut u. Schwielen werden radikal beseitigt, Ballen-Schmerzen gelindert durch die In Apoth. und Drog. erhältl. DR. SCHOLL’S ZINO-PADS Badeeinnicktungen! Jetzt besonders billig Kohlenbadeblen, Markenfabrikate 61.- IIH. Gasbadedlen, Markenfabrikate.. 85.- Mk. Badewannen, gußeis, porz. emaill. 68.- IIR. Lassen Sie sich die Apparate Im Oebrauch vorführen. 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