Zeitung depstrp Vornen keine Grsahangpräche Veiriebstbrung u. 28. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Dienstag, 14. Juli 1936 43. Jahrgang Nummer 162 Einzelpreis 10 Pf. Deutsch=österreichische Einigung Tagesgespräch in Europa Dere-Er.W Prite tc Der geschichtliche Schritt wird in den meisten Ländern als wertvoller Beitrag zum Frieden anerkannt— Weitere ausländische Stimmen Günstige Aufnahme in England dnb London, 13. Juli. Das deutschösterreichischn, Absepper i#n das Tagesgespräch in Englanv. Es har in der Oeffentlichkeit eine recht günstige Aufnahme gefunden und wird fast überall als ein wertvoller Beitrag zur Befriedung Europas anerkannt. Diese Ansicht wird auch in der führenden Presse, soweit sie nicht anderweitigen Einflüssen unterliegt, weitgehend zum Ausdruck gebracht. Die Anerkennung dieses historischen Schrittes kommt besonders in den der Regierung nahestehenden Blättern zum Ausdruck. „Daily Telegraph“, das bekanntlich der englischen Regierung nahestehende Blatt, schreibt:„In verantwortlichen englischen Kreisen ist die erste Reartion auf das deutsch=österreichische Abkommen eine aufrichtige Befriedigung. Es ist kein Grund vorhanden, den guten Glauben Hitlers oder Schuschniggs zu bezweifeln. Sie wünschen, daß ihre Länder ihre alten überlieferren Beziehungen wiederaufnehmen. Die Worte Schuschniggs, daß Oesterreich anerkenne, ein deutscher Staat zu sein, sei keine bloße Redewendung gewesen, sondern eine feierliche Versicherung, daß der Ruf des Blutes einen unwiderstehlichen Appell für das deutsche Ohr besitzt und daß Oesterreich im kritischen Augenblick der Geschichte Oesterreichs und Mitteleuropas fühle, daß ihm Hilfe und Trost am wahrscheinlichsten vom Norden her komme. Deutschland und Oesterreich nähmen erneut die alte Stellung als Partner in dem deutschen System ein. Nachdem das so sei, werde die österreichische Unabhängigkeit keinen anderen aktiven„Schutz“ mehr benötigen als das Reich. und der Kleinen Entente sichergestellt werden können. Heute wisse man aber, daß die Bildung einer solchen Mächtegruppe unmöglich sei. Das„Petit Journal“ spricht im Zusammenhang mit dem deutsch=österreichischen Abkommen von einem„kleinen diplomatischen Sadowa“. Die Lehre, die Frankreich zu ziehen habe, sei die mehr denn je an dem Grundsatz des unteilbaren Friedens festzuhalten. Es habe die Pflicht, um Deutschland den Widerstand zu organisieren(!!!). Die Verständigung, die Frankreich verwirklichen müsse, müsse von Paris über London und Moskau nach Prag führen. Befriedigung in Belgien dnb Brüssel, 13. Juli. Das Uebereinkommen zwischen Deutschland und Oesterreich hat in Belgien einen tiefen Eindruck gemacht. In politischen Kreisen gibt man seiner Befriedigung Ausdruck, daß durch die Beseitigung der Spannungen zwischen den beiden Ländern, mit denen Belgien gleich freundschaftliche Beziehungen unterhalte, auch dem europäischen Frieden ein großer Dienst erwiesen worden sei. Im Vordergrund steht jetzt, so betont man hier. die Frage, wie sich die in dem Abkommen zum Ausdruck gelangende Annäherung zwischen Rom und Berlin auf die diplomatische Lage in Europa auswirken wird. Rom:„Vereitelte Spekulationen“ dnb Rom, 13. Juli. Der gewaltige Eindruck der deutsch=österreichischen Verständigung in ganz Europa und ihre entscheidende Bedeutung für die Befriedung Europas spiegern sich auch in der römischen Mittagspresse lebhaft wider. In ihren Leitartikeln wird überstimmend betont, daß diese politische Tat außerhalb Genfs und ohne der zahllosen und unrechtmäßigen Vormunde Mitteleuropas im Geist wahrer politischer Zusammenarbeit erfolgt ist.„Tevere“ weist darauf hin, daß der deutsch=österreichische Gegensatz in einigen Hauptstädten immer wieder für uneingestandene Ziele mißbraucht und geradezu als eine politische Erscheinung von dauerndem Bestand betrachtet worden sei. Diese jetzt ein Ende gefunden. Auch„Piccolo“ spricht von, daß es jetzt mit der Spekulation zu österreichische Frage für alle möglichen politischen Manöver wie einen Rolladen auf= und zuzuschlagen. Ebenso ( gescheitert seien aber auch die Versuche, Italien zu vereinsamen. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm PöPgj“ ,2 Pexttell“ Famiien: in Anzeigentel und in 18 wg Bfei, ereinsanzeigen„Ddie nicht der Wirischaftswerbung dienen)“ Huf sleine einspaltige unzeigen(Stellenangehg:s Anzeigen prip...3f Anzeigen im Vereins, oder angebote, Anzeigeg Prtogter Bif“) Augkungi. und Zissergebühren. 25 Vl. Sportialender, im Tertte.19, gältig, Nachlaßstassel B.— Schluß der Zur Set in pre für s, seg smal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zettung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck sernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Europa nicht in verschiedene Lager zerreißen, sondern zu einer Einhait werden lasen..zsterrichische VbDie Meldungen über das deutsch=osterreichische Abkommen sind von der bulgarischen Oeffentlichkeit mit großer Herzlichkeit ausgenommen worden. Die Blätter bezeichnen das Abkommen als eines der größten Ereignisse der letzten Zeit. Das Blatt„Slovo“ schreibt, daß die deutsch=österreichische Verständigung noch eine besonders wichtige Seite habe, die nachhaltig unterstrichen werden müßte Während man sich in einem Teil Europas erfolglos bemühe den Frieden durch das System der Kollektivverträge sicherzustellen, liefere Deutschland und der andere Teil Europas durch den Abschluß zweiseitiger Verträge überaus wertvolle Beiträge zur Friedenssicherung. Die Politik der zweiseitigen Verträge erweise sich anwendungsfähiger und praktischer als die der kollektiven Sicherheit. Hierfür seien das deutsch=polnische Abkommen und jetzt die deutsch=österreichische Verständigung der beste Beweis. Das System der kollektiven Sicherheit werde im übrigen von jenen Staaten, die am meisten von ihr erwarteten, selbst sabotiert, weil ihre Politik nur auf eine Verewigung der Ungerechtigkeiten der Friedensdiktate hinauslaufe. Die Belgrader„Politika“ glaubt, daß durch das deutsch=österreichische Abkommen die akute Gefahr des Habsburger Legitimismus beseitigt werde. Auch die türkische Presse mißt der deutsch=österreichischen Verständigung eine überragende politische deutung, auch für die weitere Entwicklung im Mittelmeerbecken, zu. „Entscheidende Wendung der Nachkriegszeit“. Der Widerhall in Angarn, Bulgarien, Südslawien und der Türkei daß die Habsburger Restauration durch di Die„Times“ schreibt:„Das Abkommen wird zur Festigung und Befriedung Mitteleuropas, zur Verbesserung seiner wirtschaftlichen Bedingungen und zur Ebnung des Weges für eine ständige Regelung zwischen den beiden Hauptzweigen der deutschen Rasse beitragen.“ Das Blatt erinnert dann an den britischen Fragebogen an Deutschland, in dem mehrere Fragen über die mitteleuropäischen Grenzen gestellt worden seien. habe, wie er das gern tue, mit Taten und nicht mit Worten geantwortet. Die engeren Beziehungen zwischen Deutschland und Italien würden dadurch hervorgehoben, daß Italien sich nicht an der Brüsseler Konferenz der Locarno=Mächte beteiligen werde, wenn auch nicht Deutschland von allem Anfang an eingeladen werde. Diese Stellungnahme entspreche dem gesunden Menschenverstand, und es hätte nichts geschadet, wenn sie auch in anderen Kreisen mit weniger Zögern angenommen porten bür. e em Die„Morningpost“, die bekanntlich französischen Kreisen nahesteht, versieht das Abkommen mit einem großen Fragezeichen. Die ganze internationale Lage habe sich mit einem Schlage geändert. Allerdings könne man nicht umhin, eine Vereinbarung zu begrüßen, die eine für Europa außerordentliche Spannung zwischen zwei Mächten beseitige. Oesterreich und Deutschland würden nicht nur gute Nachbarn, sondern enge Freunde werden. 8 4. Haife M. 17: Kmrägt Das Rothermere=Blatt„Daily Mall- begrußr das Abkommen und erklärt, daß jetzt für England kein Anlaß mehr bestehe, sich in Angelegenheiten zu mischen, die seinen Interessen fernlägen. Auch das Beaverbrook=Blatt„Daily Expreß“ begrüßt das Abkommen mit den Worten:„Wir müssen unsere Herzen erheben und ein Lied der Freude singen. Das deutsch=österreichische Abkommen ist ein Schritt zur Befriedung Europas, und das ist eine gute Sache für uns alle. Das Abkommen entbindet England von zahlreichen Verpflichtungen in Europa.“ Das Oppositionsblatt„Daily Herald“ meint, das endgültige Urteil müsse noch zurückgehalten, werden. In ähnlichem Sinne schreibt auch vie tiverate„News Chronicle.„„ Auch die englische Abendpresse nimmt in ausführlichen Leitartikeln zum deutsch=österreichischen Absemmen Stellung. Die„Evening News“, schreibt, das Abrommen sei so einfach, daß es alle zufriedensteuen müsse mit Ausnahme der internationalen Unruhestifter. In West europa könne der Friede nur dann hergestellt werden, wenn Sowjetrußland beiseite bliebe. Die Pariser Presse ist unzufrieden dnd Paris, 13. Juli. Das deutsch=österreichische Abkommen steht nach wie vor im Vordergrunde des öffentlichen Interesses und wird von den Außenpolitikern der großen Blätter auch am Montag noch sehr ausführlich besprochen. Der Grundton der Blätter geht dahin, daß man vor einem Mitteleuropa stehe, dem Frankreich Gleichwertiges entgegenzustellen habe. französischen Friedens, das auf der kollektiven Sicher: heit und auf regionalen Abkommen beruhe, schreibt „Oeuvre“, sei vollkommen umgeworfen. Pertinax behauptet im Echo de Paris“ die „wahre Unabhängigkeit" Oesterreichs hätte nur durch die gemeinsamen Anstrengungen Frankreichs, Italiens dnb Budapest, 13. Juli. Das deutsch=österreichische Abkommen beherrscht völlig das öffentliche Interesse und wird überall in seiner politischen Bedeutung und internationalen Auswirkung auf das lebhafteste erörtert. Seit Jahren ist kein Ereignis mit so viel Freude und Genugtuung begrüßt worden wie diese zwischen dem Führer und dem Bundeskanzler getroffene Vereinbarung. In maßgebenden Kreisen gibt man unumwunden der Auffassung Ausdruck, daß dieser Schritt eine entscheidende Wendung in der europäischen Nachkriegsgeschichte bedeute, weil er den seit Jahren gehegten Wunsch auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den drei Mächten der Römischen Protokolle erfüllen kann. Man nimmt allgemein an, daß in den großen internationalen Fragen nunmehr ein gemeinsames Vorgehen zwischen Deutschland, Italien, Polen, Oesterreich und Ungarn eintreten wird. Ferner wird hier die Auffassung vertreten, oaß vie Pao=purger vrestautu. zhge, Zezt alge österreichische Einigung für die nachste geschaltet angesehen werden kann. Zusammenfassend wird festgestellt, daß ohne jeden Zweifel ein bedeutender Erfolg der deutschen Außenzgltist,vgeriegte, Der„Pester Lloyd“ schreibt, die lchtieni## Außenpolitik wird auf der weltpolitischen Zusammenarbeit mit Deutschland aufgebaut sein. barungen zwischen Berlin und Rom seien zu Das Blatt des Ministerpräsidenten Graf Stephan Bethlen, das„Acht=Uhr=Blatt", bezeichnet den deutsch=österreichischen Friedenspakt als ein Ereignis von weltpolitscher Bedentung. g. zu,.zstimistischen Auch die liberalen und sogac die leginmistischen Blätter erklären, daß die Welt heute Hitler und Schuschnigg zu großem Dank verpflichtet sei. Die Ei gung zwischen Deutschland und Oesterreich werde Reichstagung des AS. Lehrerbundes Am Sonntag wurde, wie berichtet, bei der großen Reichstagung des RSLS. in Bayreuth das„Haus der deutschen Erziehung“ feierlich durch den Reichswalter des NSLB., Gauleiter Wächtler, eingeweiht. Zu Ehren des verstorbenen Gauleiters Hans Schemm sang die Festversammlung das Lied vom guten Kameraden. In der Mitte das überlebensgroße Standbild der deutschen Mutter Scherl-Bilderdienst Entführt und ermordet Spanischer Monarchistenführer von marxistischen Polizeibeamten dnb Madrid 13. Juli. Der Führer der spanischen Monarchisten, Calvo Sotelo, ist am Montag vormittag auf dem Friedhof Almudena in Madrid ermordet aufgefunden worden. Nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten scheint festzustehen, daß Calvo Sotelo von marxistisch einge stellten Polizeibeamten auf eigene Faust, ohne daß ein Verhaftungsbefehl seitens der Madrider Polizeibehörden erlassen worden wäre, in der vergangenen Nacht entführt und dann ermordet worden ist. Calvo Sotelo galt als der eigentliche Führer der spanischen nationalen Bewegung. Die Tat ist mit einem Dolch ausgeführt worden. Wahrscheinlich liegt ein Racheakt für die Erschießung eines Polizeioffiziers am Samstag abend in Madrid vor. Die Leiche wurde von den marxistischen Polizeibeamten, die Calvo Sotelo verhaftet hatten, selbst nach der Tat in einem Polizeiwagen auf den Friedhof gebracht. Die Mörder erklärten dem Friedhofsbeamten, der sich wegen Fehlens der Ausweispapiere des Toten zunächst dem Eintritt der Beamten widersetzt hatte, daß es sich um einen Nachtwächter handele, der auf der Straße tot aufgefunden worden sei.„.„ Sofort nach der Auffindung der Leiche begaven sich zahlreiche Abgeordnete der Rechtsparteien auf den vom großen Polizeiaufgebot bewachten Friedhof, wo Calvo Sotelo aufgebahrt liegt. Die Nachricht von dem Mord verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt. Der Bevölkerung hat sich eine starke Erregung bemächtigt. Es besteht allgemein der Eindruck, daß die Folgen unIm Zusammenhang mit dem Mord an dem monarchistischen Führer Calvo Sotelo sind mehrere Polizeibeamte verhaftet worden, darunter der Lenker des Polizeiautos, mit dem der monarchistische Abgeordnete aus seiner Wohnung abgeholt worden war und in dem sich der Mord abgespielt hat. Der Chauffeur leugnete die Teilnahme an der Tat und behauptet, seine Wohnung die ganze Nacht über nicht verlassen zu haben. Familienangehörigen des Ermordeten haben ihn auch nicht wiedererkannt. Ferner sind zwei Polizeibeamte verhaftet worden, die in der letzten Nacht vor der Wohnung des Ermordeten Wachdienst hatten. Faschistischer Handstreich auf den Rundfunksender Valencia dnb Madrid, 13. Juli. In der Nacht zum Sonntag drangen vier Unbekannte mit vorgehaltenen Pistolen in die Senderäume der Rundfunkgesellschaft von Valencia ein, brachten vor dem Mikrophon Hochrufe auf den Faschismus aus und erklärten, daß die faschistische Bewegung gesiegt habe. Die Täter ergriffen dann die Flucht. Der Gouverneur gab zur Beruhigung der Bevölkerung, die an einen Aufstand glaubte, durch Rundfunk eine kurze Erklärung über den Vorfall. Trotz der Mahnung des Gouverneurs zur Ruhe bildete sich vor dem Rundfunkhaus ein hauptsächlich aus Marxisten bestehender Demonstrationszug, der mit roten Fahnen und unter Absingen der Internationale durch die Straßen zog. Der rote Mob drang darauf in die Geschäftsräume der valencianischen Rechtspartei ein, warf sämtliche Möbel auf die Straße und verbrannte sie auf einem großen Platz 18 Faschisten wurden verhaftet, unter denen sich auch der Führer der Jugendorganisationen der Katholischen Volksaktion, Perez Laborda, befindet. Laborda hat eingestanden, den Aufruf, der bei dem Ueberfall vor dem Mikrophon verlesen wurde, selbst ausgearbeitet zu haben. — Am Sonntag sprachen der Gouverneur somie sozial: demokratische und kommunistische Vertreter im Runofunr, um gegen die faschistischen Manöver zu protestieren. Die Marxisten forderten die Bewaffnung des Volkes und griffen die Regierung heftig an, da sie nicht energisch genug gegen den Faschismus vorgehe. Seite 2 Nr. 162 7 Bochumer Anzeiger, Dienstag, 14. Juli 1936 GP•****„„* auf den=Schachtseir den=Berdun Pilgerzug von Frontkämpfern vieler Länder nach Douaumont, darunter 300 Deutschen— Ergreifende Totenehrung dnd Verdun, 13. Juli. Zur 20jährigen Wiederkehr des blutigen Ringens am Verdun versammelten sich am Sonntag abend auf der Höhe von Douaumont Frontkämpfer=Abordnungen vieler Länder, die am Weltkrieg teilgenommen haben, zu einer großen Kundgebung, um in einem bewegten Appell in Gegenwart einer Million vor Verdun gefallener Kämpfer der Friedenssehnsucht der Völker Ausdruck zu geben. Aus Frankreich kamen 20000 Frontkämpfer. In der ersten Reihe der ausländischen Abordnungen stand Deutschland mit 500 Frontkämpfern unter Führung des Erstürmers von Douaumont, Hauptmanns von Brandis. Die Teilnehmer an der Kundgebung waren am Sonntag nachmittag in Verdun eingetroffen. Begleitet von berittener Republikanischer Garde führten die französischen Frontkämpfer in ihrer Mitte die am Samstag abend am Grabe des Unbekannten Soldaten in Paris entzündete Fackel und brachten sie auf den Militärfriedhof von Verdun. Dort entzündeten, während eine Truppenabteilung das Gewehr präsentierte, eine Kriegerwitwe, eine Kriegerwaise und ein Schwerkriegsbeschädigter je eine Fackel, die vor dem schlichten Kreuz des Friedhofes befestigt wurden. Französische Soldaten hielten Wache vor den Fackeln die bei sinkender Nacht nach dem Totenmal von Douaumont gebracht wurden. Fahrt nach Douaumont Als am Sonntag abend die Dämmerung über die Höhen um Verdun zog, begann die große Pilgerfahrt nach Douaumont. Eine Gruppe von 20 Autobussen nahm die deutschen Teilnehmer vor dem Portal ihres Quartiers in Empfang. Von der Plattform des ersten Wagens wehte die Halenkreuzfahne. In langsamer Fahrt ging es zunächst durch die Stadt Verdun. Die französischen Frontkämpfer und die Bevölkerung, die den Weg säumten, begrüßten die Deutschen wie bei ihrer Ankunft mit besonderer Herzlichkeit. Manche von ihnen machten sich in der Aufgeschlossenheit des Tages den Deutschen Gruß zu eigen und riefen mit erhobenem Arm: Heil les Allemands! Vive la paix! Heil Deutsche! Es lebe der Friede! An dem Militärfriedhof von Verdun vorbei geht es hinauf auf die Höhe von Tavannes und zum Nationalfriedhof von Douaumont. Einige Kilometer vom Ziel entfernt werden die Wagen verlassen. Nun beginnt ein erschütternder, schweigender Gang über die Schlachtfelder Menschen und Landschaft in einen unwirklichen Schleier hüllt. „Als wenn wir nach vorn gingen“, unterbricht ein Bayer das Schweigen und bringt damit die Gedanken aller zum Ausdruck, deren schwerste Jahre und Stunden des Lebens mit dem Streifen blutgetränkter Erde verbunden sind, den sie jetzt durchschreiten. Wir begegnen immer neuen französischen Frontkämpferkolonnen, die zu Fuß von Verdun gekommen sind und erst um Mitternacht auf dem Friedhof von Douaumont anlangen werden, um in einer zweiten Feier die Toten zu grüßen und den Frieden zu beschwören. Und jedesmal, wenn sie das der deutschen Kolonne vorangetragene Schild„Allemagne“ erblicken, werden ihre Gesichter heller. Sie winken den Deutschen zu und rufen:„Bravo les Allemands! Vive la paix! Bravo! Deutsche! Es lebe der Friede!" Um Mitternacht sind die Deutschen wieder in ihrem Quartier und strecken sich ins Stroh. Sie sind ernst und still. Ihre Gedanken wandern durch die weiten Fabrikfenster hinaus zu den Schützengräben und Granattrichtern. Am Horizont blinkt das Totenfeuer von Douaumont. Deuische Wvienehrung in Veroun Verdun und die dort versammelten zehntausende Frontkämpfer waren am Montag mittag Zeugen einer einzigartigen Kundgebung. Ein Zug französischer Militärlastwagen, Soldaten mit Stahlhelm am Steuer, besetzt mit der deutschen Frontkämpferabordnung, durchfuhr die Straßen der Festung Verdun zu einer stillen Gedenkfeier an dem berühmten Totenmal inmitten der Stadt an der Maasbrücke. Hoch flatterte von dem ersten Wagen die Hakenkreuzfahne im Wind. In langsamem Zug ging es durch die dichtumsäumten Straßen der Stadt. Vor der Fahne entblößten sich alle Häupter. Das Militär grüßte. In der Nähe des Totenmals hielten die Wagen an Einige knappe Kommandos eines alten Verduner Frontoffiziers ertönten, und die Deutschen standen in mustergültiger Marschordnung in Viererreihen. Dann marschierten sie im Gleichschritt zum Denkmal. Dort wurde Aufstellung genommen, die Fahne drei Meter vor der Front. Im weiten Bogen umspannten die französischen Frontkämpfer die Stätte, französische Generale und hohe Offiziere am Fuße des Denkmals. Langsamen Schrittes trat Hauptmann von Brandis, der Erstürmer des Forts Douaumont, an die Stufen des Denkmals und legte einen großen Lorbeerkranz mit der Hakenkreuzschleife nieder. Die Hände der deutschen Kämpfer waren zum Deutschen Gruß erhoben, alle Häupter entblößt. Eine Minute des Schweigens. Leise stimmten die Frontkämpfer das Lied vom guten Kameraden an, alle Deutschen fielen ein. Die Fahne war gesenkt. Wieder ein paar knappe Kommandoworte, die Deutschen marschierten ab. Aber nach wenigen Schritten schon drangen ihnen von allen Seiten französische Frontkämpfer entgegen. Feuchten Auges schüttelten sie den Deutschen in stummer Ergriffenheit die Hand. Diese im Programm nicht vorgesehene Totenehrung durch die deutschen Kameraden hat in Verdun tiefen Eindruck gemacht. Während des Krieges haben die Deutschen sich als mannhafte Gegner die uneingeschränkte Achtung der Franzosen erworben. Daß die Friedensarbeit des Dritten Reiches unter dem Frontkämpfer Adolf Hitler jetzt ebenfalls die Achtung der Franzosen zu erringen beginnt, dafür war die spontane Kundgebung am Totenmal von Verdun ein symbolischer Beweis. Dieses Bewußtsein bringt die deutsche Frontkämpferabordnung, die durch ihre Haltung einen tiefen Eindruck gemacht hat, nach Deutschland heim. Empfang im Verduner Rathaus Nachdem die deutschen Frontkämpferabordnungen am Totenmal der Stadt Verdun einen Kranz niedergelegt hatten, versammelten sich die Leiter sämtlicher Abteilungen im Rathaus zu Verdun, wo der Bürgermeister die Gäste mit warmen Worten willkommen hieß. Der Unterpräfekt von Verdun und der französische Pensionsminister gaben in kurzen Ansprachen den Gefühlen aller in Verdun versammelten Frontkämpfer Ausdruck, indem sie von dem gegenseitigen Verstehen über Gräben und Grenzen hinweg sprachen. Die Leiter der einzelnen Abordnungen antworteten, als erster der Führer der deutschen Abordnung, Hauptmann von Brandis, der in knappen Worten erklärte:„Wir wollen, wie es Adolf Hitler verkündet hat, aufrichtig den ehrenvollen Frieden und mit den anderen Völkern wie gute Nachbarn eines Hauses zusammenleben.“ Anschließend wurde den Leitern der einzelnen Abordnungen die silberne Verdunplakette überreicht. Nach einem gemeinsamen Mahl, das die Leiter aller Abordnungen kameradschaftlich vereinigte, fuhren Hauptmann von Brandis und der französische Frontkämpferführer Pichot mit einigen deutschen Kameraden hinaus vor die Wälle von Verdun, um auf dem deutschen Kriegerfriedhof Ville de Vant Chaumont einen Kranz niederzulegen. Am frühen Nachmittag erfolgte dann die Rückfahrt. Am Eingang des Bahnhofs wurde Hauptmann von Brandis von einer starken Gruppe früherer Soldaten des französischen Infanterieregiments Nr. 95 erwartet, jenes Regiments, das das französische Fort besetzt gehalten hatte, als unter dem Kommando des Hauptmanns von Brandis der Sturm auf Douaumont erfolgte. Es war ein ergreifender Anblick, wie im strömenden Regen zwischen Gleisen und Güterschuppen französische Poilus ihrem siegreichen Gegner von 1916 die Hand drückten. Die deutsche Abordnung marschiert in geschlossener Ordnung in Viererreihen. Inzwischen ist es Nacht geworden. Kein Wort stört das Schweigen, das über den Höhen lastet, auf der über eine Million Deutsche und Franzosen ruhen. Vor und hinter den Deutschen marschieren Franzosen, Landleute, Handwerker, Arbeiter, kleine Angestellte, Sinnbild der namenlosen Frontkämpfer. Plötzlich flammen auf der Höhe von Douaumont Scheinwerfer auf und senden gleitendes Licht über den langgestreckten Bau des Beinhauses, über die weiten Gräberfelder. Ueber eine Stunde währt der Marsch auf gewundener Straße. Schweigend passieren wir die Trümmer des Dorfes Fleury, der äußerste Punkt, den die Deutschen bei ihrem siegreichen Vordringen über Vaux und Douaumont herauf erreicht haben. Rechts in der Ferne erstrahlen plötzlich Mauern und Erdwälle im Scheinwerferlicht. Das berühmte Fort Vaux wird angestrahlt. Gleich darauf wird auch das Fort Douaumont im Scheinwerferlicht sichtbar. Die Friedenskundgebung auf dem Nationalfriedhof von Douaumont 22 Uhr. Wir sind vor dem Nationalfriedhof von Douaumont angelangt. Auf der Höhe des Beinhauses, davor, sanft zum Tal abfallend. die Gräberfelder. In der Mitte ein breiter Rasenstreifen, der den ausländischen Abordnungen für den Aufmarsch vorbehalten ist. Die französischen Frontkämpfer nehmen zu beiden Seiten Aufstellung, jedermann vor einem Grab. Jedes Grab trägt das gleiche weiße Kreuz. Jedes Grab trägt als einzigen Schmuck rote Rosen. Während Bachsche Melodien aus der Johannespassion durch die Nacht klingen, marschiert die deutsche Abordnung auf das Feld. Ihnen als den tapferen Gegnern ist der Ehrenplatz in der Mitte des Rasens unmittelbar vor dem Turm vorbehalten. Festen Schrittes marschieren die Deutschen langsam bergan. Vor der Estrade zeigen die Fahnen die Frontkämpfer an, die aus vielen Ländern gekommen sind. Beethovens Eroica leitet zu dem Höhepunkt der Feier über. Die Stimme eines Sprechers beruft die Toten. Ein Kanonenschuß donnert durch die Nacht. Eine Minute des Schweigens, die allein den Toten gehört. Aus der Ferne das Hornsignal: Feuer einstellen! Von den Ecken des Riesenfriedhofs antwortet dasselbe Signal. Ein zweiter Kanonenschuß. Die Scheinwerfer flammen wieder auf, und nun hallt über die ergriffene Menge das Friedensgelöbnis. „Weil diejenigen, die hier und anderwärts liegen, in den Frieden der Toten eingetreten sind, nur um den Frieden der Lebenden zu begründen, und weil es uns unheilig wäre, das Gefühl zuzulassen, was die Toten verabscheut haben, deswegen schwören wir, den Frieden, den wir ihrem Opfer verdanken, zu bewahren und zu wollen.“ Aus allen Kehlen antwortete es:„Ichschwöre!“ Während jetzt die französischen Frontkämpfer auf den Gräbern, vor denen sie stehen, je eine Blume niederlegen, tragen zwei deutsche Verdunkämpfer einen Riesenlorbeerkranz, mit der Hakenkreuzschleife geschmückt, auf die Estrade und legen ihn vor der Fackel nieder, die mit dem Feuer angefacht worden ist, das Schwerkriegsbeschädigte vom Grab des Unbekannten Soldaten in Paris nach Verdun gebracht haben. Dann marschieren die Deutschen langsam die Stufen zum Beinhaus hinauf, dessen erleuchteten Altar sie im Vorbeimarsch mit erhobenem Arm grüßen. Sie grüßen damit die namenlosen Kämpfer, deren Gebeine hier in Massenkammern beigesetzt sind, sie grüßen damit alle Toten des Weltkrieges. Die Friedenskundgebung auf den Schlachtfeldern von Verdun ist beendet. In gleicher langer Kolonne erfolgt der Marsch abwärts. Leichter Regen setzt ein, der Der Gilhander kemischen Preterene Das römische Abkommen wurde am 17. März 1934 interzeichnet. Es handelt sich um drei Protokolle. Das rste Protokoll ist politischen Charakters und erklärt, saß die Regierungschefs von Italien, Oesterreich und Ingarn in der Absicht, den Frieden in Europa aufsecht zu erhalten und die Wirtschaft wieder aufzubauen, uuf der Grundlage der Beachtung der Unabhängigkeit ind der Rechte jedes Staates sich verpflichten, sich über ille Fragen zu einigen, die sie besonders interessieren, ind über die allgemeinen Fragen im Geiste der betehenden Freundschaftsverträge eine einheitliche Poliik der wirksamen Zusammenarbeit zwischen den eurosäischen Staaten, besonders aber zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn zu finden. Zu diesem Zwecke verden die drei Regierungen jedesmal zu gemeinsamen Beratungen schreiten, wenn wenigstens einer von ihnen das für nötig hält.„„ 9 Die weiteren beiden Protokoue vetreffen den Aufsau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn.„„ Am 23. März 1936 wurden zu diesem römischen Abkommen drei Zusatzprotokolle unterzeichnet. In dem ersten Zusatzprotokoll bekräftigen die Regierungen von Italien, Oesterreich und Ungarn erneut ihren festen Willen, den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Grundsätzen der römischen Protokolle vom 17. März 1934 treu zu bleiben. Sie erachten es als im Interesse der drei Länder, auf allen Gebieten immer mehr ihre Tätigkeit in Einklang zu bringen mit der künftigen Entwicklung, die die europäische Lage nehmen könnte und beschließen, sich in einer Gruppe zusammenzuschließen und zu diesem Behufe ein ständiges Organ gegenseitiger Beratung zu schaffen. Im zweiten Zusatzprotokoll bestätigen die Regierungen erneut ihren Entschluß, keine Verhandlungen von politischer Bedeutung bezüglich der Donaufrage mit der Regierung eines dritten Staates zu führen, ohne vorher mit den anderen beiden Regierungen Fühlung genommen zu haben.„ 6.42. Im dritten Zusatzprotokon wird festgelegt, daß das in Aussicht genommene ständige Organ gegenseitiger Beratung aus den Außenministern der drei Staaten Italien, Oesterreich und Ungarn zusammengesetzt wird. Deutschrand im Eleiender Eidonnat Lord Rothermere für enge Verständigung zwischen Deutschland und England dnd London, 13. Juli. Lord Rothermere setzt sich in einem in der Mail“ erschienenen Aufsatz für eine enge Verständigung zwischen Deutschland und England ein. Das englische Volk wünsche eine einfachere und ehrliche Außenpolitik, die nur von britischen Interessen und britischen Neigungen diktiert werde. Dieser Wunsch fände jetzt seinen praktischen Ausdruck in der wachsenden Forderung nach einer engeren Verbindung mit Deutschland. Niemand könne die Tatsache bestreiten, daß die deutschfreundlichen Gefühle in England zunähmen; zumal auf jeder Frontkämpferversammlung werde der Gedanke eines neuen Konflikts mit Deutschland häufig scharf mißbilligt. Deutsche, die England besuchten, seien über die Herzlichkeit, mit der sie aufgenommen würden, überrascht. In derselben Weise kehrten Engländer, die nach Deutschland gingen, stets mit den besten Eindrücken und einem Gefühl der Achtung für die vielen bewundernswerten Leistungen des nationalsozialistischen Regimes zurück. Natürliche Sympathien, die auf die Bande der Rasse und des Instinkts zurückzuführen seien, seien zwischen der deutschen und der englischen Nation in rascher Entwicklung begriffen. Diesem Kameradschaftsgefühl liege die Tatsache zu Grunde, daß die Deutschen ein Volk der Ordnung seien. Das englische Volk beginne einzusehen, daß dieses mächtige, vaterlandsliebende und glänzend organisierte Reich ein Element der Stabilität inmitten der wachsenden Tendenzen von Unordnung und Zersetzung darstelle, die sich in Europa mehr und mehr bemerkbar machten. Der Abschluß eines Militärbündnisses zwischen erußland und der Tschechoslowakei habe Moskau n Stützpunkt in Mitteleuropa gegeben, der von m Kommandeur der räterussischen Luftstreitkräfte an ausgebaut werde. Die Sicherheit nicht nur Englands, sondern auch Europas liege in der Richtung einer engern Verbindung mit Deutschland, das in der Lage sei, den Kräften der Zersetzung wirksamen Widerstand zu leisten. Die enge Verbindung Englands und Deutschlands in internationalen Fragen würde eine Macht schaffen, die kein Angreifer herauszufordern wagen würde. Etwaige Konfliktsursachen zwischen den beiden Ländern könnten leicht beseitigt werden, wenn sie sich im gegenseitigen Vertrauen zur Seite stehen würden. Die„Pax Germano=Britannica“ wäre eine Garantie des Weltfriedens, wie sie Genf niemals geben könnte. Ganz Ostpreußen hilft bei der Einbringung der Ernte— Aufruf des Gauleiters Koch anb Königsberg, 13. Juli. Der Gauleiter Oberpräsident Erich Koch hat zusammen mit den Führern aller anderen Parteigliederungen in Ostpreußen einen Aufruf veröffentlicht, in dem die Parteigenossenschaft und darüber hinaus die ganze Bevölkerung Ostpreußens aufgefordert wird, sich an den kommenden fünf Sonntagen für die Erntebergung zur Verfügung zu stellen. Die Bauern zahlen dafür jeden Tag je Mann einen Ehrensold von einer tark für den Kampffonds der Partei. 1933 ist in Ostpreußen die Arbeitsschlacht geschlagen worden. Der Gauleiter hat damals in wenigen Monaten die Provinz von der Arbeitslosigkeit befreit. Ostpreußen war als erster deutscher Gau ohne Arbeitslose. Jetzt reift in Ostpreußen eine gute Ernte heran. Es steht kein Heer von Arbeitslosen mehr zur Verfügung. Die Ostpreußen sollen nach dem Willen des Gauleiters zeigen, daß sie wahrhafte Nationalsozialisten sind. Botschafter von Ribbentrop in Wildungen. Botschafter von Ribbentrop ist zu einem mehrwöchigen Erholungsurlaub in Bad Wildungen eingetroffen. Keine Brüsseler Locarnokonferenz? dnb Brüssel, 13. Juli. In Brüsseler politischen Kreisen betrachtet man auf Grund der italienischen Antwort die Aufgabe des belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland, der in den Besprechungen zwischen den Vertretern Frankreichs, Englands und Belgiens den Auftrage erhalten hatte, eine Konferenz der sogenannten Rest=Locarno=Mächte vorzubereiten, vorläufig als beendet. Die in der italienischen Antwort aufgeworfene Frage muß nunmehr, nach belgischer Auffassung, Gegenstand eines Meinungsaustausches auf diplomatischem Wege zwischen London, Paris und Brüssel sein. Dieser diplomatische Meinungsaustausch dürfte sich in erster Linie zwischen Paris und London abspielen. Die belgische Regierung nimmt nur eine abwartende Haltung ein. Mehrere Londoner Morgenblätter sprechen auf Grund von Pariser Berichten die Vermutung aus, daß die geplante Brüsseler Konferenz der Locarno=Mächte möglicherweise aufgeschoben oder fallen gelassen werde. dnb Rom, 13. Juli. In einer grundsätzlichen Stellungnahme schreibt das halbamtliche Blatt„Giornale'Italia“, die italienische Antwort auf die belgische Einladung nach Brüssel sei eine klare Absage infolge der Flottenabmachungen, die im Mittelmeer bestehen blieben. Italien verlange die volle und sofortige Anerkennung des Platzes, der Deutschland unter den eingeladenen Mächten zusteht.„Man kann von Italien nicht die Mitarbeit am Rhein und anderwärts verlangen, solange an anderer Stelle italienfeindliche Zustände aufrechterhalten werden." Deutschland beweise mit dem Abkommen von Wien seinen Friedensgeist. Das neue Locarno wäre ein schwankendes Haus auf schlechtem Grund, wenn Berlin nicht an seiner Grundlegung beteiligt werde. Das Blatt spricht dann von dem Anteil Italiens an dem deutsch=österreichischen Abkommen und nennt dieses ein Dokument der Klärung und Ordnung, das seine Vorteile für beide Staaten und ganz Europa habe. Läßt Baldwin Mittelmeerpakt fallen? dnb London, 13. Juli. Ministerpräsident Baldwin erklärte am Montag im Unterhaus auf Anfrage hin, nach Meinung der britischen Regierung bestehe kein Grund dafür, daß der beschleunigte Abschluß einer neuen Meerengenkonvention irgendwie durch die einseitigen und vorläufigen Versicherungen beeinträchtigt zu werden brauche, die seinerzeit von der Regierung an gewisse Mittelmeermächte gegeben worden seien. Nach Meldungen aus Athen schreiben die griechischen Blätter, daß nach ihren Informationen die Mittelmeer=Verpflichtungen für Griechenland nicht mehr bestehen. Schärferer Kurs gegen die Streikenden in Frankreich— weise Räumungen von Fabriken dnb Paris, 13. Juli. Der schärfere Kurs, den Innenminister Salengro in der Frage der Werksbesetzungen angekündigt hat, beginnt sich bereits auszuwirken. Wie Havas aus Bordeaux meldet, sind 13 Arbeiter, die eine Fabrik während der Streiktage besetzt gehalten hatten, auf Antrag des Fabrikbesitzers von dem Strafgericht in Bordeaux wegen Verletzung des Wohnungsrechtes zu je 25 Goldfranken(20 RM.) Geldstrafe und je einem Goldfranken(80 Pfennig) Schadenersatz an den Zivilkläger verurteilt worden. In Rouen haben mehrere Automobilbesitzer, deren Wagen von den Streikenden in fünf Großgaragen, die seit etwa elf Tagen von den Streikenden besetzt gehalten werden, nicht herausgegeben wurden, mit Hilfe eines Gerichtsbeschlusses ihre Wagen frei bekommen. Zunächst weigerten sich die Garagenarbeiter, die Wagen freizugeben, bis ein Gerichtsvollzieher mit einem Vollzugsbefehl kam und androhte, er würde mit Hilfe der Polizei die Wagen den rechtmäßigen Besitzern zustellen lassen. Hierauf entschlossen sich die Streikenden, sämtliche Kraftwagen herauszugeben, aber sie halten weiterhin die Garagen besetzt. Darauf hin haben die Direktoren der Großgaragen durch Gerichtsvollzieher den Streikenden den Antrag auf Räumung ihrer Garagen zustellen lassen. Nachdem die Arbeiter sich dem widersetzt haben, ist ein Gerichtsbeschluß erwirkt worden. In Algier ist mit Hilfe der mobilen Garde und einer Abteilung Senegalschützen die Räumung einer seit längerer Zeit besetzten Fabrik mit Gewalt vorgenommen worden. Da sich die etwa 140 Arbeiter der Räumung zu widersetzen versuchten, mußten die Soldaten handgreiflich werden, wobei etwa 30 eingeborene Arbeiter verletzt wurden. Im Bauxit=Becken der Gegend Brignoles (Südfrankreich) haben 2000 Bergleute die Arbeit eingestellt. Kurze Zeit darauf hat sich die Arbeiterschaft der gesamten Gegend dem Streik angeschlossen. Hilgenfeldt sprach in London. In London begann im Sonntag der Dritte Internationale Kongreß für soziale Arbeit. Deutschland ist durch Hauptamtsleiter Hilgenfeldt und die Reichs=Frauenführerin Frau Scholtz=Klink vertreten. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt sprach am Montag über das Thema:„Die Volksgemeinschaft als Ausgangspunkt und Ziel im heutigen Oesterreichs neuer Außenminister an die Außenminister Italiens und Ungarns. Der neue österreichische Staatssekretär für Aeußeres, Schmidt, hat an den italienischen Außenminister Ciano und an den ungarischen Außenminister Kanya Begrüßungsdepeschen gerichtet, in denen er der Freude und Versicherung Ausdruck gibt, die freundschaftlichen Beziehungen zu beiden Ländern weiter pflegen und vertiefen zu können. sauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs, Stellvertreter: ans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rud. Foest, sommunalpolttik und Stadtteile: t. V. Paul Borke, lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaltung: dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schmidt, berichtsdienst und Briefkasten: Mar Fle dans Hornberg, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtsch in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, #erlin=Karlsvorst, Dönhoffstraße 19. Anrus Karlshorst 0340. herliner Anzeigenvertretung:„F. W. Pempe, Berlinharlottenburg, Udlandstraße 194. Anruf O 1 Steinplatz und Druck: Laupenmühlen a. Dierichs in hochum, Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 7 ultig, Nachlaßstaffel B.— DA VI. über 26 300. Sprechunden der Schriftleun wochentags, außer Mittwochs und lamstags, von 13 bis 17 Udr. Für unverlangte Einendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Die beutige Nummer umfaßt 14 Seiten Seite 3 Nr. 162. 7 Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 14. Juli 1936 Drei auf zwei Rädern! Die kleine Ausnahme und andere Sünden Es ist kein Zweifel: Wenn auch das Thema Verkehrsunfälle" nicht zu den angenehmen Dingen dieser Welt gehört, so hat es doch inzwischen eine Bedeutung erlangt, die es verbietet, die Augen zuzukneifen und alles laufen zu lassen. Im Gegenteil, jeder hat heute die Pflicht, der Allgemeinheit und sich selbst gegenüber, der Frage der Verkehrsunfälle und ihrer Verhutung alle nur mögliche Beachtung zuzuwenden. Die Reichs= und Staatsbehörden und alle mit Verkehrsdingen irgendwie befaßten sonstigen Dienststellen befinden sich in einem unerhörten Kampf gegen das Anwachsen der Verkehrsunfälle, das sich zwar zwangsläufig aus der fortschreitenden Motorisierung ergibt. Dieser Kampf findet sicherlich in der Bevölkerung Anteilnahme, aber diese Anteilnahme sieht doch vielfach so aus, daß man sich sagt:„Ja, ja, das ist schon richtig, aber, na, die kleine Ausnahme, die ich gerade einmal mache, wird schon nicht so schlimm sein!“ Das ist natürlich der verkehrte Weg, denn wenn wir auch die Gesetzmäßigkeit dieser Dinge nur zum Teil erfassen, irgendwie vollziehen sich, wie alle Dinge auf dieser Erde, auch die Verkehrsunfälle in ihrer Häufigkeit nach gewissen Gesetzen, deren Gunst oder Ungunst sich allerdings sehr stark nach dem Verhalten aller Verkehrsteilnehmer richtet. Allen am Verkehr beteiligten Gruppen, vor allen Dingen den Fußgängern, Radfahrern und Kraftfahrern, ist von den amtlichen Stellen inzwischen schon zugeredet worden„wie einem kranken Pferd“, um eine bekannte Redewendung zu gebrauchen. Trotzdem sieht man immer noch Sachen, die eigentlich unmöglich sein müßten, weil sie jeder Vernunft widersprechen. Am Sonntag abend war in ganz Bochum der Unfall auf dem Rathausplatz— dem ins Elisabeth=Hospital gebrachten Schwerverletzten geht es übrigens den Umständen nach zufriedenstellend— allgemeines Gespräch. Am gleichen Tage habe ich selbst zwei Motorräder gesehen, die jeweils mit zwei Erwachsenen besetzt waren, die ein Kind zwischen sich sitzen hatten, und am Abend, als es bereits dunkel war, einmal ein Auto und einmal ein Motorrad mit Beiwagen, die völlig ohne Licht fuhren. Ohne Licht verkehrssicher zu fahren ist natürlich unmöglich und streng verboten. Aber da die Polizei nicht überall sein kann, geht es möglicherweise doch ungestraft aus. Und zu zwei Erwachsenen mit einem Kind zwischen sich— wobei es sich meist um Eheleute mit ihrem eigenen Kind handelt— zu fahren, ist so verantwortungslos, daß man bedauern möchte, daß ein solches Verfahren nicht verboten ist. Ob es weiterhin bei den heutigen Verkehrsverhältnissen angebracht und zu verantworten ist, auf dem Fahrrad im dichtesten Stadtverkehr ein Kind mit sich zu führen, ist ebenfalls sehr fraglich. Es heißt zwar„Durch Schaden wird man klug" aber das muß nicht zugleich unbedingt bedeuten, daß man erst klug werden könnte, wenn tatsächlich Schäden eingetreten sind. Besser wäre es schon, wenn sich jeder Verkehrsbeteiligte selbst am Ohr nähme und zu seinem Teil alles vermiede, was Schaden bringen kann. Die kleine Ausnahme nämlich, die man sich gestattet, ist das Schlimme, das zu allem Unheil führt. H. S. Kind als Fahrrad=Sozius Vater mit dreijährigem Jungen verunglückt Am 12. Juli wurde auf der Hiltroper Straße ein Radfahrer von einem Motorradfahrer angefahren. Dabei wurden der Radfahrer und sein drei Jahre alter Sohn, der auf dem Sattel saß, verletzt. Beide Verletzten wurden dem Krankenhaus zugeführt. Das Fahrrad wurde schwer beschädigt. Radfahrer vor ein Auto geraten. Am Dienstag, gegen 15 Uhr, geriet ein Radfahrer aus Herne, der verbotswidrig aus der Kronenstraße in die Hattinger Straße einbiegen wollte, vor einen in Richtung BochumWeitmar fahrenden Personenkraftwagen. Der Lenker des Kraftwagens sorgte dafür, daß der verletzte Radfahrer sofort in ärztliche Behandlung kam. Bei günstiger Witterung heute abend Ratshofkonzert. Bei günstiger Witterung findet heute abend mit Beginn um 21 Uhr ein Ratshofkonzert statt, dessen Programm die Darbietung von Werken Richard Wagners vorsieht. Due Techumer=Vergruumusem. wauft Die Baustelle auf dem Gelände des Bergbaumuseums zeigt schon durch ihren Umfang wesentliche Veränderungen an * 99 dos4 va ge= der Spitzhacke zum Opfer fa ..-Muthherr Jeden Bochumer wird es freuen, zu hören, daß das Bochumer Bergbaumuseum eine großzügige Umgestaltung erfährt. Neue Mauern sind aus dem Boden gewachsen. Sie haben bereits eine ansehnliche Höhe erreicht. Wuchtige Eisenkonstruktionen fallen in das Blickfeld des Auges. Auch dem Laien wird verständlich, daß sich hinter den Bretterzäunen an der Vödestraße große Veränderungen begeben. Die Frage, was geplant ist, kann vorerst nur zum Teil beantwortet werden, da die Projekte noch nicht alle spruchreif sind. Jedenfalls eines ist sicher: das Bergbaumuseum wird mit den Jahren einen architektonischen Rahmen erhalten, der seiner Bedeutung gerecht wird. Augenblicklich ist man daran, die Hallen I und II durch größere Flügelanbauten von 35 Meter Länge und 9 Meter Tiefe um ein Mehr von 1200 Quadratmeter Ausstellungsfläche zu erweitern. Es ist der erste Bauabschnitt, den man bis zum 1. Oktober dieses Jahres durchgeführt haben will. Dann wird der Vorhof mit der Ehrenhalle in Angriff genommen, um schließlich durch die Aufführung von weiteren Flügelbauten nach der anderen Seite hin das Bauvorhaben harmonisch abzuschließen. Das jetzige Bürohaus mit den anschließenden Gebäulichkeiten dürfte mit der Zeit! der Spitzhaae zum Opfer fallen, ebenso das ehemalige Straßenbahndepot zwischen der Wieland= und der Herner Straße. Das gesamte Gelände ist für die Schaffung einer Grünanlage vorgesehen, um auf diese Weise zu erreichen, daß das Bergbaumuseum mit seiner rund 130 Meter langen Front frei und offen daliegt. Einige Jahre werden indessen noch hingehen, bis der Schlußstein gesetzt ist. Aber man darf dann auch ein Bauwerk erwarten, das unserer Heimatstadt Bochum in jeder Beziehung zur Ehre und zur Zierde gereichen wird. Ehrenabordnungen reichsdeutscher Arbeiter und des Auslandes nach dem Freizeit=Weltkongreß als Gäste im Gau Westfalen=Süd Die Deutsche Arbeitsfront als die größte Organisation aller Schaffenden hat unter der Führung des Parteigenossen Rentmeister in monatelanger Arbeit die Vorbereitungen für den Weltkongreß in Hamburg getroffen, so daß für jeden Teilnehmer wirkliche Feierstunden in Aussicht stehen. Auch im Gau Westfalen=Süd wurde ein Organisationsausschuß gebildet. Für den Festzug am 26. Juli in Hamburg wurden zwei Festwagen gemeldet, die die Eigenart unseres heimatlichen Gaues gut herausstellen werden. Das Rheinisch=Westfälische Kohlensyndikat stellt in Verbindung mit dem Bochumer Bergbaumuseum einen Wagen„Der Ruhrkumpel", der den Bergmann bei seiner Arbeit unter Tage darstellt. Dreizehn Bergknappen in ihrer historischen Tracht werden den Festwagen anführen. Der zweite Wagen wird von der Stadt Soest gestellt und versinnbildlicht den„Jäger von Soest". Auf dem Wagen ist das türmereiche, von Mauern umgebene Stadtbild der Stadt Soest aufgebaut. Der Gau Westfalen=Süd wird sich auch an Volksfest der Nation beteiligen, das als lebendige Darstellung einer gut verbrachten Freizeit wirken wird. Nach dem Weltkongreß wird eine 200 Mann starke Ehrenabordnung reichsdeutscher Arbeiter als Gäste der DAF. in unseren Gau kommen. Aus allen Teilen der Erde kommen diese Männer, die als Pioniere des Volkstums draußen schaffen. Sie werden am 3. August auf dem Marktplatz in Lünen empfangen. Zum Willkommen wird ihnen ein westfälisches Frühstuck gereicht. Anschließend wird die Weiterfahrt nach Dortmund angetreten, wo um 11.15 Uhr ein Empfang vor dem Rathaus durch Vertreter der Partei und Behörden stattfindet. Nach einer Mittagspause geht es dann gegen 15 Uhr zur Hohensyburg, wo gemeinsam Kaffee geSt trunken wird. Um 20 Uhr steigt dann im Fredenbaumsaal zu Dortmund eine Großkundgebung der Deutschen Arbeitsfront, auf der der stellvertretende Gauleiter, Parteigenosse Stürtz, und der Gauwalter der DAF., Parteigenosse Stein, sprechen werden. Am folgenden Tage, 4. August, erfolgt die Abfahrt in Richtung Bochum. Hier wird eine Ehrenabordnung unter Führung des Oberbürgermeisters der Stadt, Parteigenossen Dr. Piclum, die Gäste im Ehrenhof des Rathauses empfangen. Anschließend erfolgt eine Besichtigung des Rathauses und Verabreichung eines Frühstücks durch die Stadtverwaltung Bochum. Darauf wird das größte Bergbaumuseum der Welt besichtigt. Als Abschluß ist weiter die Besichtigung der Schlegelbrauerei vorgesehen. Dann erfolgt die Weiterfahrt der Gäste in Richtung Hattingen, wo die Abordnung der reichsdeutschen Arbeiter von dem Gau Düsseldorf in Empfang genommen wird. Vom 7. bis 9. August weilt eine ausländische Trachtengruppe in Stärke von 30 Personen— von Hamburg kommend— im Gau Westfalen=Süd. Neben allgemeinen Veranstaltungen sind zwei Volksfeste in Arnsberg und Hagen geplant. In Arnsberg werden die Gäste durch den Gauinspekteur und den Regierungspräsidenten empfangen. Vorgesehen sind Stadtbesichtigungen und Wanderungen. In Arnsberg ist weiter ein großer Gemeinschaftsabend in der Schützenhalle geplant, der von der Volksspielschar, den Werkscharen und der Sportwerbeschar ausgefüllt wird. Alles in allem soll der Weltkongreß auch aus Westfalen die besten Eindrücke mitnehmen, so daß dem Frieden der Völker in jeder Beziehung gedient wird. Er wird beweisen, daß Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers in Ruhe und Besonnenheit im Interesse aller Völker arbeitet. Räuberischer Aeberfall Bergmann vom Fahrrad gestoßen und mißhandelt. Täter auf dem Fahrrad geflüchtet Am 9. Juli, gegen 23.20 Uhr, kam ein Bergmann aus der Kohlenstraße auf seinem Fahrrad von der Arbeit nach Hause. Als er von der Wattenscheider Straße in die Kohlenstraße fuhr, sah er, daß eine männliche Person von der Ecke Kohlen= und Wattenscheider Straße quer über die Kohlenstraße zum westlichen Bürgersteig ging. Nichts ahnend, fuhr der Bergmann langsam weiter. Als er in Höhe dieser Person zwischen den Häusern Nr. 245 bis 247 kam, wurde er von der genannten Person vom Fahrrad geworfen. Er fiel auf den Bürgersteig, während das Fahrrad auf der Straße liegenblieb. Der Täter sprang auf ihn zu und versetzte ihm zwei derbe Faustschläge ins Gesicht, sprang nach dem Fahrrad und fuhr damit in Richtung Wattenscheider Straße und bog in die Gahlensche Straße ein. Er ist unerkannt entkommen. Beschreibung des Täters: Etwa 27 bis 28 Jahre alt, 1,75 Meter groß, schlank, breitschultrig, zurückgekämmtes Haar, bartlos, frisches, volles Gesicht, strammer, aufrechter:Gang. Bekleildung: Vermutlich dunkelgrauer Anzug, ohne Kopfbedeckung, helles Sporthemd, offene Brust, trug unter dem linken Arm eine alte, dunkle Aktentasche, die fast keine Form mehr hatte.. audst Tahrrahes: MarkBeschreibung des entwendeten Fayrraves: Marke Post, Tourenrad, Nummer unbekannt, schwarzer Rahmen mit rotem Kopf, englischer Lenker ohne Griffe, gelbe Felgen, schwarze Schutzbleche, vorderes Schutzblech flach(breit), hinteres schmal(rund), Hebel= und Rücktrittbremse, brauner Sattel, Laterne mit Batterie. Das Firmenschild ist vor dem Steuerkopf entfernt. Wer hat den Vorfall beobachtet? Wer hat den Täter vor oder nach der Tat gesehen? Wer kann sonst bezüglich des Täters Angaben machen? Das Publikum wird gebeten, bei der Fahndung nach dem Täter behilflich zu sein, damit diesem Burschen das Handwerk gelegt wird. Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 246. Der Raum für Elektroschweißerei, an dessen Zellenwänden man die Schaufenster für die Schüler sieht Der technische Fortschritt in der metallverarbeitenden ndustrie verlangte, gerade auch auf dem Gebiete der chweißtechnik, den Erfordernissen der Zeit Rechnung tragen und auch in den Gewerbeschulen die Schüler it den neuen Arbeitsweisen vertraut zu machen. Aus eser Erkenntnis entstand in stiller Aufbauarbeit aus einen Anfängen heraus in den Kellerräumen der tädtischen Gewerbeschule an der Trankgasse eine chweißlehrwerkstätte, die weit über die Grenzen Boums hinaus bekannt wurde. Hier haben im Laufe r letzten Jahre viele hundert Volksgenossen aus Boum, Wanne=Eickel, Witten, Castrop=Rauxel, Dinsken, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Gladeck, Kupferdreh und Recklinghausen an Lehrkursen ilgenommen und sind unter fachkundiger Leitung zu tüchtigen Schweißern herangebildet worden. In Verbindung mit dem Arbeitsamt wurden besondere Morgenkurse eingerichtet, um der lähmenden Erwerbslosiakeit mit allen verfügbaren Mitteln zu Leibe zu rücken. Man ließ sich dabei von dem idealen Gedanken leiten, den durch langjährige Erwerbslosigkeit ihren bisherigen Berufen mehr oder weniger fremd gewordenen Volksgenossen durch Umschulung eine neue Erwerbstätigkeit zu bieten, die sie wieder in das schaffende Leben voll einDie in den Jahren 1927 bis 1931 eingerichtete Versuchslehranstalt lag zunächst in privaten Händen. Das Gebiet der Lehrkurse, die naturgemäß mit den einfachsten Mitteln abgehalten wurden, war eng begrenzt. Die Lehrgänge selbst erstreckten sich zwar auf theoreEin früherer Abstellraum, der Platz tische und praktische Anweisungen, kamen aber nicht über den Charakter von Einführungskursen hinaus. Bei einer Durchschnittsschülerzahl von etwa 15 Interessenten wurden in diesen Jahren etwa zehn Kurse abgehalten. Die Städtische Gewerbeschule unterhielt während dieser Zeit in den Kellerräumen an der Wittener Straße Schlosserkurse, in denen das für einen Lehrgang völlig neue Gebiet der Schweißtechnik betont in den Vordergrund trat und bei den Schülern ein reges Interesse fand. Einige Schüler wünschten die Einführung von direkten Lehrkursen für die Gas=Schmelz=Schweiißung. Obwohl bereits eine private Versuchslehranstalt bestand. griffen zwei Lehrer der Gewerbeschule diesen Gedanken vom berufspädagogischen Standpunkt aus auf und hielten bald darauf in den Räumen an der Aufnahmen: Spierts für eine zweite Lehrwerkstätte bot Wittener Straße einen Kursus für Gas=SchmelzSchweißung ab, der von den maßgebenden Männern stark gefördert wurde. Trotz der einfachen hier zur Verfügung stehenden Mittel wurde der Grundstein gelegt für einen Lehrgang, der im Laufe der Jahre einen achtbaren Aufschwung nahm und in seiner heutigen Form, wie schon eingangs erwähnt, einen großen Erfolg zeitigen sollte. Entgegenkommenderweise wurden von einigen Firmen Material und Apparate kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Kellerraum an der Wittener Straße genügte aber den erhöhten Ansprüchen nicht. So genehmigte die Stadtverwaltung damals einen Kellerraum in der städtischen Besitzung, wohin im Jahre 1932 die Abteilung Handwerk der Städtischen Berufsschule übergesiedelt war. Nachdem vorerst die örtlichen keinen Anfangen far Gahrung Die Schweißlehrwerkstätte der Bochumer Städtischen Gewerbeschule im Ruhrgebiet an der Spitze Seite 4 Nr. 162. 7 Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 14. Juli 1936 Voraussetzungen für einen Lehrgang getroffen waren, fand die Verschmelzung zwischen der Städtischen Gewerbeschule und dem Verband für autogene Metallverarbeitung statt. Der Verband richtete daraufhin in den neuen Räumen eine Lehrwerkstatt ein und lieferte die gesamten Apparate und Betriebsmaterialien und versicherte außerdem die Kursusteilnehmer gegen eine bestimmte Gebühr gegen Unfall und Haftpflicht. Im Winter 1932/33 sah sich das Arbeitsamt veranlaßt, Morgenkurse für die erwerbslosen Volksgenossen einzurichten. Der stetige Aufschwung dieser Lehrgänge bedingte Sondermaßnahmen. Der Kellerraum genugte nicht mehr den Anforderungen, und man nahm einen gleich großen Raum hinzu, der bis dahin als Abstellraum benutzt worden war. Die Ostern 1934 in der Gewerbeschule abgehaltene Fachausstellung wurde auch von dem Schweißlehrgang mit ansehnlichen und beachtenswerten Arbeiten beschickt. An den Morgenkursen des Arbeitsamts nahmen inzwischen 90 Schüler teil, die sich aus erwerbslosen Schlossern und Klempnern zusammensetzten. Im Laufe der Zeit vermehrte sich die Zahl der Schweißstände auf zehn. Im Zuge des Aufschwungs forderten inzwischen Industrie und Handwerk geeignete Arbeitskräfte an. An eine einwandfreie Vermittlung aber konnte nur gedacht werden, wenn durch noch intensivere Ausbildung die Voraussetzungen zur Verbindung mit Industrie und Handwerk geschaffen wurden. Zwangsläufig mußte der Betrieb daher noch weiter ausgebaut werden. Ein weiterer Kellerraum, der als Lagerstätte für Bleche und sonstiges Material diente, wurde durch Durchbrechen der Wände mit den übrigen Räumen verbunden. Neben acht theoretischen Vorträgen und achtzehn praktischen Uebungen für jeden Kursus gehört neuerdings die Besichtigung von industriellen Werken mit in den Lehrplan. Im August 1934 erkannte man, daß nicht nur die Gas=Schmelz=Schweißung, sondern im gleichen Entwicklungsgang auch die Elektro=Schweißung gefördert werden müßte. Es wurde ein dritter Kellerraum hinzugezogen, der in fünf Zellen aufgeteilt wurde, in denen Schweißumformer und Schweißtransformatoren untergebracht sind. Der Innenraum einer Zelle ist für einen Einzelschweißer vorgesehen. Damit nun auch die übrigen Schüler den Schweißprozeß verfolgen können, wurden in den Zellenwänden Schaugläser angebracht. In dem Lehrplan für Elektro=Schweißung sind fünf theoretische und 12 praktische Uebungen vorgesehen. Die Teilnehmerzahl betrug in den letzten drei Kursen wöchentlich 120 bis 150. Das Arbeitsamt Bochum beschränkte die Ausbildung von Kursusteilnehmern nicht nur auf Bochum mit seinen Unterämtern Linden, Langendreer und Wattenscheid, sondern zog auch die Arbeitsämter von Herne, Wanne=Eickel, Castrop=Rauxel, Gelsenkirchen und Buer hinzu. Im Jahre 1935 richtete die Reichsbetriebsgemeinschaft„Eisen und Metall“ in Verbindung mit der Hitler=Jugend drei Kurse ein, die als zusätzliche Berufsschulung gedacht waren, da es sich um Jugendliche im Alter von 18 Jahren handelte, welche ihre Facharbeiterprüfung als Schlosser und Dreher abgelegt hatten. Die Nachfrage der Industrie nach Schweißern wurde immer dringlicher. Man fühlte sich verpflichtet, die Werkstatt noch neuzeitlicher zu gestalten. Die Berufsschule vervollständigte die Einrichtung, um eine einseitige Ausbildung zu unterbinden. Das Gebiet der Schweißtechnik hatte mittlerweile derart an Bedeutung gewonnen, daß es ein Werkmeister neuerdings beherrschen muß. Aus diesem Grunde wurde das fünfte Semester eingeführt, in dem 15 Teilnehmer der Betriebsfachschule herangebildet werden. Weiter wurden die Autogen=Schweißkurse auch auf den Flugzeugbau umgestellt. Daß in einem Zeitraum von zwei Jahren nicht nur alle Schwierigkeiten behoben, sondern darüber hinaus noch ein beachtenswerter Ueberschuß erzielt werden konnte, ist doppelt anerkennenswert und ein Beweis dafür, daß die Leitung zielsicher vorging. Durch persönliche Opfer ist diese Lehrwerkstätte in jeder Beziehung zu einem Unternehmen herangewachsen, das Würdigung und Beachtung verdient. Oberschulrat Dr. Jahn(Berlin) und Dr. Rademacher von der DAF. Berlin weilten vor nicht langer Zeit in Bochum und sprachen sich über die Lehrwerkstätte sehr lobend aus. Berufsberatung des Arbeitsamtes vom 15. bis 30. Juli geschlossen. Wegen dringender Abschluß= und Büroarbeiten bleibt die Abteilung Berufsberatung des Arbeitsamtes Bochum vom 15. bis 30. Juli 1936 für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen. Nachlassende Schauertätigkeit Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr. In der starken Südwesttrift hat sich ein Regengebiet, das von Süddeutschland bis zur Nordsee reicht, rasch über unsern Bezirk nach Osten vorgeschoben. Es fielen in den Morgenstunden verbreitete Niederschläge, die später in Schauer übergingen. Es folgt nun von Westen her eine Staffel kühlerer Luft, die noch zu Schauern führen wird. Im Ganzen besteht aber für die kommenden Tage die Aussicht auf freundlicheres, wenn auch nicht ganz regenfreies Wetter. Aussichten für Dienstag: Morgens noch verbreitete, später nachlassende Schauertätigkeit, frische, böige Winde aus Südwest bis West. tagsüber geringe Erwärmung.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Noch keine durchgreifende Aenderung des bestehenden Witterungsgepräges. .....******. Landesarbeitsamt Westfalen meldet: Arbeitslosenzahl unter den günstigsten Stand 1933 gesunken! Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilt über den Arbeitseinsatz im Juni mit: Die mit Beginn der frühjahrsmäßigen Belebung im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen eingetretene starke Entlastung des Arbeitseinsatzes hat sich auch im ersten Sommermonat fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen nahm um vund 14.000 ab, so daß am Ende des tosen nahm um rund 14000 al,gb.bag. um, ende des Berichtsmonats noch rund 114000 Arbeitslose vorhanden waren. Damit ist der günstigste Stand des Vorjahres(Ende August) nunmehr bereits um rund 27.000 unterschritten. Obgleich die Saisonaußenberufe, insbesondere das Baugewerbe und die Landwirtschaft, noch zahlreiche Arbeitskräfte aufnahmen, trägt die im Berichtsmonat eingetretene Entlastung doch nicht mehr den ausgeprägten Saisoncharakter der Vormonate. Vielmehr entfällt ein erheblicher Teil der in Arbeit vermittelten Arbeitslosen auf andere, mehr konjunkturabhängige Berufe. Das gilt in ganz besonderem Maße für die Eisen= und Metallindustrie, deren günstige Entwicklung in den zahlreichen Betriebserweiterungen und anhaltenden Neueinstellungen von Arbeitskräften deutlich zum Ausdruck kommt. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen ging um insgesamt rund 11000 zurück. Hiervon entfallen rund 3000 auf die Arbeitslosenversicherung, rund 4000 auf die Krisenfürsorge und rund 4000 auf anerkannte Wohlfahrtserwerbslose. In der Arbeitslosenversicherung wurden am Monatsschluß noch rund 12000 und in der Krisenfürsorge noch rund 54000 Hauptunterstützungsempfänger gezählt. Die Zahl der von den Bezirksfürsorgeverbänden unterstützten anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen betrug rund 31 000. Bei Notstandsarbeiten waren 9100 gegenüber 10 800 im Vormonat beschäftigt. In der Landwirtschaft machte die Besetzung der gemeldeten zahlreichen offenen Stellen wegen des bestehenden Mangels an Kräften erhebliche Schwierigkeiten. Die Industrie der Steine und Erden, die im wesentlichen schon in den Vormonaten ihren Bedarf an Arbeitskräften gedeckt hatte, ist in allen Zweigen voll beschäftigt. Im Baugewerbe hielt die rege Nachfrage nach Bauarbeitern infolge der in allen Bezirken außerst lebhaften Bautätigkeit an. Die angeforderten Kräfte waren in den einzelnen Bezirken nicht immer in genügender Anzahl vorhanden, so daß der zwischenbezirkliche Ausgleich weitgehend in Anspruch genommen werden mußte. Auch die mehr konjunkturabhängigen Berufe weisen allgemein eine günstige Entwicklung des Beschäftigungsgrades auf. Das gilt insbesondere für die Betriebe der Eisenund Metallindustrie, bei denen die Neueinstellungen größeren Umfang annahmen. Im Ruhrbergbau sind Förderung und Absatz weiter gestiegen. Neben weitgehender Einschränkung der Feierschichten konnte die Belegschaft nach den vorläufigen Ergebnissen um rund 450 erhöht werden. Von den Konsumgüterindustrien ist die [Textilindustrie nach wie vor gut beschaftigt. Mit Ausnahme der Baumwollwebereien konnten die sonstigen Webereien ebenso wie die Spinnereien die noch bestehende Kurzarbeit weitgehend einschränken und darüber hinaus Neueinstellungen vornehmen. Die Möbelfabriken sind ebenfalls noch mit Aufträgen gut versehen während sich bei den handwerklichen Betrieben des Bekleidungsgewerbes ein saisonmäßig bedingtes Nachlassen der Beschäftigungslage bemerkbar machte. Für die Angehotigen der Angesterrrenberufe liche, der es angesichts dieser Tatsachen immer, noch vorzieht, hier arbeitslos zu bleiben, statt in die Landwirtschaft zu gehen, kann nicht auf eine besondere Berücksichtigung durch das Arbeitsamt rechnen, wenn freie Lehr= oder Arbeitsstellen zu besetzen sind. Im Bergbau konnten die Feierschichten auf ein verschwindend geringes Maß gesenkt werden. Neben Vermittlungen auf hiesige Schachtanlagen waren auch Ueberweisungen in auswärtige Arbeit: Tiefbau— Reichsautobahn— Torfindustrie und— nach erfolgter Umschulung— auch in die Metallindustrie möglich. Die gute Beschäftigungslage der hiesigen und auswärtigen Metallindustrie hat angehalten. Facharbeiter sind nach wie vor viel mehr gesucht, als gestellt werden können.,„exfan., W chaitsamte# Aus den Umschurungstursen des Arbeitsamts wurden 175 Teilhnemer vermittelt, davon 159 nach ausDas Baugewerbe hat einen erheblichen Anteil an der Beschäftigung von arbeitslosen Volksgenossen, und zwar auch von Berg= und Hilfsarbeitern. Erfreulich ist vor allem, daß diese gute Beschäftigung bei den zahlreichen privaten, genossenschaftlichen und industriellen Bauvorhaben auch in den nächsten Monaten anhalten wird.., uu5 u07„Nam.; Schrei. Im Hanowert sino vor allem das Schreiner=, das Nahrungsmittel= und das Friseurgewerbe auf beschäftigt. Lediglich die Unterbringung der älteren Handwerker bereitet Schwierigkeiten, die das Arbeitsamt jedoch durch eine Umschulung für die Metallbearbeitung zu beheben hofft. Im Gast und Schankwirtschaftsgewerbe sowie im Verkehrsgewerbe hat die Saison voll eingesetzt. Die Beschäftigungslage für ungelernte Arbeiter hat sich dank der allgemeinen Belebung ebenfalls gebessert. Sie konnten in viel stärkerem Maße als früher in hiesige und auswärtige Bauarbeit verBei den Angestellten herrscht ein starker Mangel an technischen Fachkräften. Auch die Einsatzmöglichkeiten für Büroangestellte haben sich gegen früher weiDie Nachfrage nach arbeitswilligen Frauen und Mädchen hält in fast allen Berufen unvermindert an und kann zum Beispiel in der Landwirtschaft und im Haushalt nicht befriedigt werden. Ebenso fehlt es an tüchtigen Näherinnen, Friseusen und Stenotypistinnen. Bei genügendem Arbeitswillen könnte noch eine größere Zahl von Frauen und Mädchen in der Landwirtschaft oder im Haushalt Arbeit finden. Auftakt der DAz.=Werbewoche Deutschlands zielsichere Wirtschaftspolitik Den Auftakt zur DAF.=Werbewoche der Kreiswaltung Bochum bildete eine Versammlung des gesamten Handels der Ortswaltung Felsenburg am Montag abend in der Gaststätte E. Backwinkel an der Wiemelhauser Straße. Nach der Begrüßung und einleitenden Worten des Ortswalters machte Gaubetriebsgemeinschaftswalter Gundlach wichtige Ausfuhrungen über die Aufgaben und Ziele der Deutschen Arbeitsfront unter besonderer Berücksichtigung unserer wirtschaftlichen Lage. Der Redner schilderte eingangs seiner Darlegungen die Zustände in Frankreich und kam dann auf die Notlage des gewerblichen Mittelstandes in der Zeit vor der Machtübernahme zu sprechen, wo die gesamte Wirtschaft nach liberalistischen Grundsätzen geleitet Man sei damals nur auf seinen eigenen VorFür die Angebörigen der Angestelltenberufe teisfbedacht gewesen, und dieser Zustand habe zwangssaben sich die Unterbringungsmoglichtetterireträzten läufig zum Kampf aller gegen alle geführt. Hinzu kam erichtsmonat gebessert.„nzter„tzuczigen, uh gur her noch, daß durch die Gewerbefreiheit der Handel übersetzt wurde. Bis heute sei durch die nationalsozialistische Wirtschaftsführung für den Handel getan worden, was geschehen konnte. Im Hinblick auf die weltgeschichtliche faabe das deutschen Volkes mißten wir in vurden vor allem Bautechniter gesucht. Auch von der Eisen= und Metallindustrie wurde eine Anzahl offener Stellen für technische Angestellte gemeldet. Guter Fortgang auch in Bochum 1658 Arbeitsuchende weniger als Ende Mai! Das Arbeitsamt Bochum berichtet: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hat sich im Monat Juni in unverminderter Stärke fortgesetzt. Der günstigste Stand vom Oktober vorigen Jahres mit 16953 Arbeitsuchenden ist bereits um 4034 Arbeitsuchende unterschritten. Damit rückt das Ziel der Beseitigung der Arbeitslosigkeit auch im Bezirk des Arbeitsamts Bochum immer näher. Sie konnte bis jetzt auf 11 663, das ist ein Viertel der Arbeitslosigkeit des Jahres 933, gesenkt werden. Für eine Reihe von Berufen, besonders für Metall= und Baufacharbeiter, ist die Arbeitslosigkeit schon vollständig überwunden. Erfreulich ist vor allem, daß in erheblich stärkerem Umfange als früher arbeitslose Berg= und Hilfsarbeiter in Dauerarbeit gebracht werden konnten. Die Anforderungen der Landwirrschaft werden immer dringender. Rund 900 Jugendliche wurden im Juni in die Landwirtschaft vermittelt. Der JugendHoffnungen, die zuschanden wurden Aufgabe des beutschen, Volles mußten wir in selbstloser Hingabe alle Kleinlichkeiten über Bord werfen und gemeinsam an dem großen Ziel arbeiten. Nur nach dem Grundsatz„Gemeinnutz geht vor Eigennutz dürfe gehandelt werden. Durch die zielsichere deutsche Wirtschaftspolitik habe man in diesem Jahre zum ersten Male wieder einen ausgeglichenen Staatshaushalt aufzuweisen. Als Gesamtbewertung der wirtschaftlichen Lage könne man sagen, daß der unter den schwierigsten Verhältnissen geführte Wirtschaftskampf zu einem vollen Erfolg geführt habe. Um die noch vor uns stehenden Aufgaben erfolgreich durchzuführen, sei es Pflicht eines jeden deutschen Volksgenossen, sich einzuschalten in den Kampf um Deutschland. An die noch Außenstehenden richtete er den Appell, der Organisation aller Schaffenden, der Deutschen Arbeitsfront, beizutreten. So wie man im Weltkriege in den Schützengräben keinen Standesunterschied kannte und den Kameraden nur fragte, ob er gewillt sei, für Deutschland zu kämpfen, werde man auch in der DAF. nur fragen, wer gewillt sei, im Glauben an den Führer zu kämpfen; denn der Glaube an den Führer sei gleichbedeutend mit dem Glauben an die Zukunft des Volkes. Eine undermeid bule=Piene Kirchmeister Heinrich Vieregge1 Am Sonntag morgen wurde der Rektor i. R. Kirchmeister Heinrich Vieregge in ein besseres Leben abberufen. Die evangelische Kirchengemeinde Altstadt hat Ursache zu tiefer Trauer; denn dieser Mann hat mit großer Umsicht und vielem Geschick die Geschäfte der Gemeinde in treuen Händen gehalten. Um die Jahrhundertwende kam der Genannte als Lehrer nach Bochum an die Schule an der Wittener Straße. Ein ganzes Menschengeschlecht hat hier zu Füßen eines Erziehers gesessen, der ein Schulmann war nach dem Vorbilde Pestalozzis. Ein Sohn westfälischer Erde, der Soester Börde entstammend, wurzelte er ganz in seiner Heimat. In wenigen Wochen würde er sein 72. Lebensjahr vollendet haben. Nicht drückte ihn etwa die Fülle der Jahre. Im Gegenteil, er war ein Mann, der stets das Bild strotzender Gesundheit bot. Vor vier Wochen traf ihn ein leichter Schlaganfall, der zwar einige Lähmungserscheinungen im Gefolge hatte, von dem er sich jedoch wieder erholt zu haben schien, da trat plötzlich ein neuer Schlagfluß ein, der nunmehr dem Leben ein plötzliches Ende setzte. Sanft und schmerzlos ist der Kranke dann hinübergeschlummert. Heinrich Vieregge ist mit der Geschichte der Kirchengemeinde Altstadt aufs innigste verbunden. Ihm war die Gemeindepflege zur wahren Herzenssache geworden. Im September 1921 berief die Gemeinde ihn zum Kirchmeister. Zeitweilig bekleidete er auch das Amt eines Kirchenrendanten. Die Instandhaltung und Erneuerung kirchlicher Gebäude war seine Hauptsorge. Dem Verlangen der einzelnen Bezirke nach ausreichenden Vereins= und Arbeitsräumen brachte er Verständnis entgegen. Das Bodelschwingh=Haus, das soeben an der Düppelstraße für den vierten Bezirk entsteht, sieht er nun nicht mehr in seiner Vollendung. Er dachte sicher nicht an einen schnellen Tod, als er in voller geistiger Kraft und Frische und ohne jedes Anzeichen körperlichen Zusammenbruchs Mitte Mai das Richtfest dieses Hauses so feierlich gestaltete. Die Kriegerehrung in der Vorhalle der Christuskirche ist auf seine kraftvolle Förderung hin so würdig ausgestaltet worden. Die äußeren Geschäfte der Gemeindeverwaltung lagen sämtlich in seiner Hand, seit er zum Kommissar für die Großgemeinde berufen war. Nun ist er so schnell von uns gegangen, aber das Andenken an diesen stets arbeitsfrohen und hilfsbereiten Mann, dem es Ernst war um das Wohl der Kirche und der Gemeinde, wird nie erlöschen. Möge er in Frieden ruhen! M. F. Einen Kameraden vom Tode errettet Die zur Zeit beim Militär in einer Garnison an der Ostsee stehenden Rekruten Bernhard Rübsam aus Bochum=Riemke und Willi Stephan aus der Nachbarstadt Castrop=Rauxel bemerkten bei Gelegenheit eines Ausflugs bei dem Orte Nest, wie ein Soldat im Wasser plötzlich von einem Unwohlsein befallen wurde und unterging. Rasch entschlossen entledigten sich beide ihrer Uniform und sprangen ins Wasser. Es gelang ihren vereinten Bemühungen, den dem sicheren Tode geweihten Kameraden zu bergen und durch Wiederbelebungsversuche dem Leben zurückzugewinnen. Volkstümliches Konzert Bei der Aufstellung des Programms für einen volkstümlichen Liederabend hatte der NS.=Volkschor natürlich mit sommerlicher Witterung und einem Konzert im Freien gerechnet. Volkstümliche Schlichtheit bei Betonung froher Stimmung war der Grundcharakter der Vortragsfolge, die nun im Saal abgewickelt werden mußte. Akustisch bedeutete diese Notwendigkeit einen Vorteil. In dem geschlossenen Raum kam das in der zahlenmäßigen Besetzung gleichbleibende gute Stimmaterial weit besser zur Geltung, und auch die Vortragsnuancierung konnte mit schönerem Gelingen durchgeführt werden. Es ist immer erfreulich, zu beobachten, wie dieser Chor in jeder Aufgabe, auch hier bei den einfachen Volksweisen, mit sichtbarem Ernst bei der Sache ist und dem natürlich und ungekünstelt deutenden Dirigenten eifrig und willig folgt. Hermann Esser, der fleißige und erfolgreiche Leiter des „Volkschors", läßt dem schlichten Volksgut seine naturgegebene Einfachheit und ist äußerst sparsam mit übermäßigem Ausdruck, wie er auch jede eigenwillige Färbung künstlerisch vermeidet. Und musikalisch ist es ungemein interessant, wie er die Folge eines volkstümlichen Liederabends nach der künstlerisch wertvollen Seite durch Chöre unserer großen Meister zu erweitern versteht, ohne den durchaus volkstümlichen, leichtverständlichen Ton des Abends zu unterbrechen. So standen mit Recht und bestem Erfolg auch Lieder von Gluck, Telemann, Schulz, Reichard und Haydn im Programm, und wurden von dem wie immer in den Konzerten dieses Chores sehr zahlreichen Publikum ebenso dankbar und erfreut ausgenommen, wie die unvergänglichen Weisen eines Silcher und die feinen Volksliedbearbeitungen neuerer Tonsetzer. Der lebhafte und aufrichtige Beifall zeigte, wie sehr dieser einfache und doch recht wertvolle Abend gefallen hatte. 8. Aus der (Nach Bekanntmachungen der Partei) Montag, 13. Juli Barometer 24 Uhr: 1648 Thermometer 34 Uhr: 115 8 Zeiten für Sonne und Mond am 14. Juli: (DAufg..23, Unterg. 20.48; C Aufg.—.—, Unterg. 17.09 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Stadttheater: 20 Uhr: Spiel an Bord. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Paul und Pauline. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Schmeling— Louis. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Henker, Frauen und Soldaten. Odeon: ab 15.30 Uhr: Kirschen in Nachbars Garten. Skala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Kirschen in Nachbars Garten. Touhalle: ab 15.30 Uhr: Donogoo Tonka. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Knox und die lustigen Vagabunden. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Anna Karenina. Capitol: ab 15.15 Uhr: Mazurka. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Tanzmusik. Café Suchs=Grünewald. Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Der Anklagefall betreffend verspätete Anmeldung des Konkurses, fehlende Bilanzziehung und Untreue spielt in Witten und betraf ein Kaufhaus, das einst in jüdischen Händen war, dann die Umstellung mitmachte und später doch nicht mehr gehalten werden konnte. Die Gebrüder., die einstigen Inhaber, unter Anklage gestellt, kamen unter Amnestie, da ihre Verfehlung unter die große Amnestie vom August 1934 fällt. Der Hauptangeklagte ., der auch nach der Umstellung noch mit Geld an der neuen G. m. b.., wie an manch anderen Unternehmungen beteiligt blieb und hinter den Kulissen den Chef spielte, auch die Seele des Geschäfts blieb, ist vor einigen Wochen in Dresden gestorben. Als einziger Angeklagter blieb nur noch jener Angestellte übrig, der nach den Gebrüdern S. von C. als Teilhaber und Geschäftsführer gewonnen worden war, um vor der Oeffentlichkeit die vollzogene Gleichschaltung aufzuzeigen. Der verstorbene., wie auch dieser Angeklagte, mögen eine Zeit lang der Meinung gewesen sein, daß die Verhältnisse sich zum Besseren gestalten würden. Aber das Gegenteil war der Fall und schließlich verlor auch C. die Hoffnung und blieb mit seinen Bürgschaften, auf die der Geschäftsführer in seinem Optimismus rechnen zu dürfen glaubte, zurück. So war bereites eine Ueberschuldung der G. m. b. H. eingetreten, als der Geschäftsführer den Konkurs anmeldete. C. bekam fortgesetzt Kontoauszüge und kannte den Stand des Unternehmens ganz genau. Die Verteidigung machte geltend, ob bei einer so einwandfreien, klaren und vorbildlichen Buchführung, wie der Angeklagte sie gehabt habe, überhaupt das Gesetz betreffend Bilanzziehung verletzt sei, müsse man angesichts der Rechtsprechung des Reichsgerichts bezweifeln, die eine bestimmte Bilanzform gar nicht vorschreibe; der Stand des Unternehmens sei aus der Buchführung und den monatlichen Abrechnungen an den unterdes verstorbenen C. jeden Tag klar nachweisbar gewesen. Falls eine Schuld vorliege, so sei sie nur formater Art. Die Untreue wurde darin erblickt, daß der Geschäftsführer aus dem Vermögen der G. m. b. H. ohne Wissen der Gebrüder S. an C. weiter gewisse Prozente abführte, auf welche C. einen besonderen Anspruch zu haben glaubte. Aus dem Schriftwechsel schien hervorzugehen, daß C. den Geschäftsführer in den guten Glauben zu versetzen verstanden hatte, auf diese Prozente begründeten Anspruch zu haben wie C. überhaupt seinen suggestiven Einfluß außerordentlich stark geltend machte. Der unbestrafte Geschäftsführer, der auch auf den Konkursverwalter wie auch auf das Gericht den Eindruck eines gewissenhaften, geschickten, umsichtigen und strebsamen Kaufmanns machte, ist infolge der Verwicklung und Entwicklung der persönlichen, geschäftlichen und politischen Verhältnisse in eine Strafsache mithineingeschliddert, bei der er der am wenigsten schuldige Teil war. Das kam auch schon bei dem Antrage des Staatsanwalts zum Ausdruck, der zwar den Angeklagten in allen Teilen für überführt erachtete, aber doch nur drei Monate Gefängnis als Gesamtstrafe in Ansatz brachte, während der Verteidiger der Ansicht war, es könne Freisprechung bzw. Einstellung des Verfahrens erfolgen, da das Verschulden doch nur sehr gering sei. Wenn irgendwann die Amnestie angebracht sei, so hier. Das Gericht sah die beiden ersten Anklagepunkte als geringes Verschulden an, die unter das Straffreiheitsgesetz fielen. Von der Anklage der Untreue wurde der Angeklagte freigesprochen, weil ihm die Gutgläubigkeit nicht abzusprechen war. Dienstag, 14. Juli RSDAP. Ehrenfeld. 20 Uhr: Antreten sämtlicher Polischen Leiter an der Geschäftsstelle. NS.=Frauenschaft Erbhof, Hofstede=Riemke. 14 Uhr: Treffinkt am Bergbaumuseum, Bödestraße, zur Fahrt ins RSDAP. Stiepel. 20 Uhr: Zusammenkunft der Polischen Leiter bei Becker, Kemnader Straße. NS.=Frauenschaft Hordel. 20 Uhr: Pflichtabend im ugendsaal, Fichtestraße. Vollzähliges Erscheinen wird erartet. „Kraft darch Freube Olympische Spiele in Berlin. KdF.=Sonderfahrt. Für in 11. August ist bereits wiederholt eine Fahrt zu den lympischen Spielen in Berlin angekündigt und darauf hinewiesen worden, daß die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch reude" für das Handballspiel beziehungsweise für das soxen am 12. August eine Anzahl Eintrittskarten zur Verigung hat. Der Preis für die Fahrt einschließlich einer er beiden Eintrittskarten sowie einer Karte zum Besuch er Ausstellung:„Deutschland“ mit der Sonderschau„Bern, das Schaufenster des Reiches" beträgt 12,80 RM. In lesem Preis ist das Eintopf=Mittagessen eingeschlossen. Anjeldungen zu dieser Fahrt nimmt jeder KdF.=Orts= und betriebswart oder die Verkaufsstelle Kortumstraße 62 ent1gen. #Rraft durch Freude. Tagesplan für Dienstag, 14. Juli Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 30 bis 17.30 Uhr, Gymnastikschule in der Hauptpost, Bom; von 18 bis 20 Uhr Turnhalle der Studienanstalt, ildring: von 20 bis 21.30 Uhr Gymnastikschule, Rottiße 29; von 20 bis 22 Uhr Turnhalle des Reformreal= mnasiums, Bochum=Langendreer, Unterstraße. Spezialgymnastik für Frauen von 20 bis 21 Uhr, Gymttschule in der Hauptpost, mm Schwimmen und Rellungsschwimmen für Männer von 30 bis 22.30 Uhr in der Städtischen Badeanstalt, MaVolkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, irnhalle der Alleeschule, Alleestraße. (Weitere Lokalnachrichten Seite 12.) Seite 5 Nr. 162.„ Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 14. Juli 1936 EndUr VomParn Bildoben rechts: Das Gummiboot als Hilfsmittel für den Olympia=Film. Um die einzelnen Bewegungsphasen der Olympia=Schwimmer festzuhalten, benutzt der Operateur des Olympia=Films ein Schlauchboot, das mit einer Leitungsstange versehen ist und vom Rande des Schwimmbeckens aus bewegt werden kann. Hier probiert der Filmoperateur mit der deutschen Meisterschwimmerin Ruth Halbsguth die sinnvolle Konstruktion aus. Nächste Bilderreihe: Links: Bayreuth im Zeichen der Reichstagung des NSLB., zu der 30 000 Erzieher und Erzieherinnen gekommen sind. Während des Begrüßungsabends im großen Festzelt. Rechts: Reichsminister Dr. Goebbels verlas am Samstag abend das Kommuniqué über das Abkommen zwischen Deutschland und Oesterreich, das durch den Rundfunk über alle deutschen Sender verbreitet wurde. Dr. Goebbels vor dem Mikrophen. Bilderreihe Mitte: Links: Stets findet man bei den japanischen Olympia=Teilnehmern die Teekanne und in jeder Sportpause erfrischen sie sich mit dem heimatlichen Getränk.— Rechts: Auf der olympischen Radrennbahn, die zu Füßen des Berliner Funkturms liegt, haben die ausländischen Mannschaften bereits eifrig mit dem Training begonnen. Hier sehen wir die Australier Gray und Jonson auf der Bahn. Bilderreihe unten: Links: Am Samstag entzündeten französische Frontkämpfer an der Heiligen Flamme des Grabmals vom unbekannten Soldaten in Paris eine Fackel, die feierlich zu dem großen internationalen Frontsoldatentreffen nach Verdun gebracht wurde und am Sonntag abend bei der Feierstunde am Beinhaus auf dem Donaumont zum Zeichen des Friedens erstrahlte.— Rechts: Da England„storcharm“ ist, wurden auf englischen Wunsch von der deutschen Vogelwarte Rossitten 20 junge Störche im Flugzeug nach der englischen Vogelwarte Haslemere gebracht. Die große Frage ist jetzt, ob England die„zweite Heimat“. der Stärche werden wird, oder ob die Störche nach dem Herbstflug wieder nach Rossitten zurückkehren werden. Auf unserem Bilde sehen wir den Leiter der Haslemere= Vogelwarte mit einigen seiner Zöglinge. Hch. Hoffmann(5) Scherl-Bilderdienst(2) Seite 6 Nr. 162. 7 Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 14. Juli 1936 Kunst und Wissen Weltlendung Baureuth am Dorabend der Glumptichen Spiele Der deutsche Rundfunk wird, wie im„B..“ bereits mitgeteilt, auch in diesem Jahre eine Bayreuther Festspielaufführung für Deutschland und die Welt übertragen: die Eröffnungsveranstaltung„Lohengrin" am 19. Juli. Es ist vielfach die Frage aufgetaucht, ob man Wagners Musikdramen ungekürzt in Originalfassung im Rundfunk vermitteln soll oder ob es nicht funkgerechter sei, nur einzelne, in sich geschlossene Akte zu senden oder für den Rundfunk bearbeitete Kurzfassungen. Trotz dieser Erwägungen hat sich die Reichssendeleitung wie in den vergangenen Jahren auch dieses Mal entschlossen, Bayreuth durch die Uebertragung der Festaufführung des„Lohenarin“ der ganzen Welt als starken Ausdruck deutschen Kulturwillens unmittelbar nahezubringen. Die Sendung dauert von 15.45 bis 22 Uhr. Der deutsche Rundfunk bringt um 15.45 Uhr einen kurzen Einführungsbericht aus dem Festspielhaus. Um 16 Uhr beginnt die„Lohengrin"=Uebertragung. Die Reichssendeleitung hat hier bewußt davon abgesehen, die für Bayreuth charakteristischen ausgedehnten Pausen durch ein besonderes Programm auszufüllen. Für die Pausen ist grundsätzlich Funkstille vorgesehen, die lediglich von zwei kurzen Betrachtungen unterbrochen werden. In der ersten Pause spricht Alfred Lorentz„Vom Schwanenritter der Sage zum Lohenarin Wagners“, in der zweiten Friedrich Würzbach„Zum Kampf der Wagen und Gesänge. Gedanken um Olympia und Bayreuth." „Nieler Straße" und nicht„Kielerstraße“ Pflege der deutschen Sprache bei der Deutschen Reichspost. In einem Erlaß weist der Reichspostminister die verkehrsanstalten der Deutschen Reichspost darauf hin, daß einzelne staatliche und städtische Behörden Straßennahmen, die aus älterer Zeit stammen, noch nicht durchweg nach den Regeln der jetzigen Rechtschreibung schreiben. So findet sich die veraltete Schreibweise„Kielerstraße" statt„Kieler Straße" u. ä. noch häufig auf Straßenschildern, in Verzeichnissen und Druckwerken vor. Der neue Erlaß hält alle Dienststellen der Deutschen Reichspost an, in amtlichen Aushängen und Druckschriften wie auch im Schriftwechsel stets die gültige Rechtschreibung anzuwenden. In den amtlichen Fernsprechbüchern und in den Verzeichnissen der Postscheckkunden wird die Bereinigung in dieser Hinsicht beim nächsten Neusatz der Druckwerke durchgeführt. Ferienhonorar für private Muliklehrer Von der Reichsmusikkammer wird die Oeffentlichkeit auf die noch nicht hinreichend bekannten und beachteten Unterrichtsbedingungen für den Privatmusikunterricht hingewiesen. Die Reichsmusikkammer, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, hat auf Grund einer bindenden Reichsrecht darstellenden Anordnung Unterrichtsbedingungen aufgestellt, deren wesentliche Bestimmungen auszugsweise folgende sind: a) Die Festsetzung eines Mindesthonorars verbietet jedem Musiklehrer ohne ausdrückliche Genehmigung der Reichsmusikkammer Unterrichtsverträge unter dem vorgeschriebenen Mindestsatz abzuschließen. In dem Honorar ist der Beitragsanteil des Schülers bzw. des Erziehungsberechtigten an den gesetzlichen Versicherungen einbegriffen. b) Das für den Monat festzulegende Unterrichtsgeld ist für die 12 Monate des Jahres jeweils bis zum 10. des laufenden Monats zu entrichten. c) Der Musiklehrer hat Anspruch auf eine jährliche Ferienzeit von 4 Wochen unter Fortgewährung des Honorars. Aus Zweckmäßigkeitsgründen werden diese Ferien in der Regel mit den Sommerferien der Schulen zusammenfallen. d) Der Musiklehrer als Mitglied der Reichsmusikkammer wird bei Zuwiderhandlungen gegen die Unterrichtsbedingungen in Geldstrafe genommen bzw. aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen. Mit dem Ausschluß verliert er das Recht zur weiteren Berufsausübung. Aus diesem Grunde werden die Schüler bzw. deren gesetzliche Vertreter gebeten, den Bemühungen der Zum dritten Male im neuen Deutschland wurden am Sonntag die Reichsfestspiele auf dem Schloßhof in Heidelberg feierlich eröffnet. Die Festvorstellung auf dem Schloßhof gestaltete sich zu einem glanzvollen Ereignis. Neben dem Schirmherrn der Festspiele, Reichsminister Dr. Goebbels, sah man u..-Reichsstatthalter Gauleiter Robert Wagner, den badischen Ministerpräsidenten Köhler sowie die badischen Minister Dr. Wacker und Dr. Pflaumer, Reichshandwerksmeister Schmidt, Generalmajor Ritter von Schobert, Reichskulturwalter Moraller, den Prasidenten der Reichstheaterkammer Ministerialrat Dr. Schlösser, den Geschäftsführer der Reichstheaterkammer Frauenfeld und den Heidelberger Oberbürgermeister Dr. Neinhaus, ferner andere führende Vertreter von Staat, Partei, Wehrmacht und Kunstleben. Bei der voraufgehenden Eröffnungsfeier im Schloßhof begrüßte der Präsident des Reichsbundes der deutschen Freuicht= und Volksschauspiele, Reichskulturwalter Moraller, die Festgäste. Er wies darauf hin, daß es heute über 230 Freilichtspielstätten in Deutschland gibt— eine Zahl, die fast genau derjenigen der stehenden Bühnen entspricht. Der Präsident der Reichstheaterkammer, Ministerial= rat Dr. Schlösser, führte u. a. aus: Wenn wir uns zum dritten Male auf dem geschichtlich geweihten Boden der„schicksalskundigen" Burg zusammenfinden, um die Heidelberger Reichsfestspiele zu eröffnen, so scheint es an der Zeit, Rechenschaft abzulegen über Sinn und Wesen dieser kulturpolitischen Tat des nationalsozialistischen Deutschlands. Wer empfände in diesem Augenblick, an dieser Stätte, nicht, was jeden Deutschen mit unwiderstehlicher Gewalt nach Heidelberg zieht? Wie den Romantikern kunden auch uns diese Steine von der Unerschöpflichkeit und dem Reichtum der deutschen Seele. Wo immer wir heute also spielen, ob in Heidelberg, ob vor der Marienburg, stets feiern wir damit die Romantiker, die vor mehr denn 100 Jahren auszogen, das ewige Deutschland zu finden. In diesem Sinne gründet sich das große künstlerische Unterfangen der Reichsfestspiele auf die Ueberlieferungen der Romantik. Sein letzter nationalsozialistischer Wille kann sich hierin aber sicher nicht erschopfen. Ganz gewiß ist unsere Denkweise auch Romantik. Aber sie ist stählerne Romantik. Unser durch nichts zu erschütternder Glaube geht darauf hinaus, das ewige Deutschland zu finden, von dem die Romantik nur einen Teil gefunden hat. Die Romantiker nannten sich eine Freischar. Darin liegt Unverbindlichkeit und Unverbundenheit. Die stählerne Romantik ordnete jeden ein und half so, die braunen Bataillone der Zucht zu formieren. Die Romantik träumte einen Traum vom Reich, die stählerne Romantik schuf es uns. Das Schicksal hat uns gelehrt, daß es nicht geht, Ruinen zu erneuern, sondern daß es notwendig ist, sich selbst zu erneuern. Wir benutzen die Musiklehrer zur Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen die notwendige Einsicht und Bereitwilligkeit entgegenzubringen. Ein neues Staatsarchiv in Marburg. Unter der Bauleitung von Regierungsbaurat Heinrich läßt der preußische Staat zur Zeit in Marburg a. d. Lahn einen Neubau für das Staatsarchiv errichten, für den ein Kostenaufwand von 1,8 Millionen RM. vorgesehen ist. In dem neuen Archiv sollen die wertvollen urkundlichen Sammlungen, die zur Zeit noch im Landarafenschloß und teilweise auch in auswärtigen Museen untergebracht sind, zu einem großen Archiv vereinigt werden. Heidelberger Spieltage viel weniger, um Tradition zu pflegen, als um eine Ueberlieferung, unsere Ueberlieferung zu schaffen. Hier soll Deutschland und der Welt bewiesen werden, zu welchen Leistungen der neue Geist des Dritten Reiches das Freilichtspiel zu steigern vermag. Hier stellen wir die jungen Kräfte heraus, um deren Zukunft zu dienen, und die zur Auffuhrung gelangenden Werke wählen wir nicht etwa nach ihrer Altertümlichkeit, sondern danach aus, ob sie auf uns und unsere Jugend schöpferisch auszustrahlen vermögen. Die Klänge der Gluckschen Ouvertüre zu„Iphigenie in Aulis“ und die nationalen Weihelieder gaben der Eröffnungsfeier einen erhebenden und würdigen Abschluß. Herrlichstes Wetter begünstigte die Festaufführung, die mit Fanfarenstößen eröffnet wurde. Friedrich Hebbels„Agnes Bernauer“ gestaltete sich in dem idealen Rahmen des Schloßhofes zu einem vollen Erfolg. „Rilf-mit-Treis des NILB.“ ausgelchrieben Jugendschrifttum durch Preise gefördert. Der Gauleiter und Hauptamtsleiter der NSDAP., Reichswalter des NSLB., Wächtler, hat einen jährlich zur Verteilung gelangenden„Hilf=mit=Preis" zur Förderung des Jugendschrifttums ausgeschrieben. Der NS.=Lehrerbund stiftet im Einvernehmen mit der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums, als der bewertenden Stelle in Ergänzung zum„HansSchemm=Preis“ für das deutsche Jugendschrifttum einen Preis für die besten Jugendgedichte, Jugendgeschichten und=erzählungen. Der Verlag der vom NS.=Lehrerbund herausgegebenen Schülerzeitschrift„Hilf mit“ hat dem NSLB. und der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums zu diesem Zweck einen Betrag von 3000 RM. jährlich zur Verfügung gestellt. Diese Stiftung soll der Förderung des gesamten Jugendschrifttums dienen, das nicht in Buchform erscheint, sondern in Jugendzeitschriften, Jugendbeilagen der Tageszeitungen und in Jugendschriften veröffentlicht wird. Der Hilf=mit=Preis wird wie folgt ausgeschrieben: Jugendgedichte: 1. Preis 800 RM., 2. Preis 400 RM.: Jugendgeschichten und=erzählungen: 1. Preis 800 RM., 2. Preis 400 RM., 3. Preis 300 RM., 4. Preis 200 RM., 5. Preis 100 RM. Die Arbeiten sollen für Jungen und Mädel bis zum Alter von 14 Jahren geeignet sein. Sie dürfen einen Umfang von zehn Schreibmaschinenseiten nicht übersteigen und müssen unveröffentlicht sein. Die Manuskripte sind an die Jugendschriftenstelle der Reichswaltung des NS.= Lehrerbundes in Bayreuth. Haus der deutschen Erziehung, zu senden. Jeder Einsendung muß eine Erklärung des Verfassers beiliegen, daß er arisch und Angehöriger des deutschen Volkes ist. Letzter Einsendungstermin ist in jedem Jahr der 1. Oktober, also erstmalig der 1. Oktober 1936. Bulchmänner im Naturschutzpark Etwas Neues ist, daß nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch Menschenrassen unter„Naturschutz“ gestellt werden. Das geschieht jetzt mit den Buschmännern, einem südafrikanischen Stamm, von dem heute nur noch ein kleiner Rest vorhanden ist. Die Buschmänner, eine scheue und den Weißen gegenüber äußerst zurückhaltende Rasse, leben in größter Primitivität. Sie ernähren sich hauptsächlich von der Jagd. Wenn die drohende vollständige Vermischung mit den Hottentotten fortschreitet, werden die letzten Ueberbleibsel der Buschmänner=Rasse sehr bald verschwunden sein. Dem soll nun ein Riegel vorgeschoben werden. Die Engländer planen, 30 reinblütige Buschmänner mit ihren Frauen in dem Gemsbock=Nationalpark in Kalahari anzusiedeln. Die Buschmänner können ungestört leben, ihren Gewohnheiten treu bleiben und sind vor Angriffen geschützt. Auch von Berührung mit anderen Negerstämmen werden sie abgehalten. So hofft man, daß die Rasse eine neue Möglichkeit findet, weiterzubestehen und sich fortzupflanzen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der norwegischen Nordpolar=Expedition auf der„Maud" sind nunmehr in einem umfangreichen, aus fünf Bänden bestehenden Expeditionswerk niedergelegt worden. Die Expedition, die sich sechs Jahre hindurch, von 1918 bis 1925, teils freiwillig, teils durch Eiseinschluß gezwungen, im Nordpolarbecken aufhielt, hat in erster Linie geophysikalische Beobachtungen angestellt, daneben aber auch wertvolle botanische und zoologische Sammlungen heimgebracht. 1500 Kronen für die beste Eskimodichtung. Eine dänische Schriftstellervereinigung hat einen Preis von 1500 Kronen für denjenigen Eskimodichter ausgesetzt, der bis zum Ablauf des Jahres die beste Dichtung in der Eskimosprache schrieb. Internationaler Freiluftschulkongreß in Bielefeld. Professor Dr. Mola aus Montevideo in Uruguay, der Präsident des Komitees für Freiluftschulen, ist zur Teilnahme am 3. Internationalen Freiluftschulkongreß in Bielefeld angekommen. Das Internationale Komitee für Freiluftschulen, das in Paris gegründet wurde, hat die Aufgabe, internationale Freiluftschulkongresse in regelmäßigen Abständen anzuregen. Es setzt sich zusammen aus den verschiedensten Persönlichkeiten aller Länder, Mediziner, Pädagogen, Hygieniker, Architekten. die diesen Fragen Interesse entgegenbringen. Bisher sind Vertreter von 24 Nationen zu dem Kongreß gemeldet. Aelter als der Neandertaler. Bei Ausarabungen in der Martinskirche in Düsseldorf=Bilk, die noch aus dem 8. Jahrhundert stammt, stieß man auf drei in eine Tiefschicht eingebettete fast erhaltene Schädel, die nach dem bisherigen wissenschaftlichen Gutachten als älteste Spuren menschlichen Lebens auf der ganzen Welt anzusehen sind. Die ein Zentimeter dicken Schädelknochen weisen eine besonders stark zurückfliehende Stirn auf. eine Knochenbildung, die zweifellos an den berühmten Neandertalfund erinnert. Aber gerade die flachere Schädelbildung der drei neuen Funde läßt darauf schließen, daß diese menschlichen Schädel einer Zeit entstammen, die noch hinter der des Neandertalmenschen zurückliegt. Geschichtstafel 14. Juli 1909 war der erste der drei mit diesem Datum verbundenen deutschen Schicksalstage, eines in acht Jahren dreifachen Kanzlerwechsels, an dem Fürst Bülow, nachdem er es zur verhängnisvollen Einkreisung Deutschlands hatte kommen lassen, zurücktrat und von Bethmann Hollweg als Nachfolger empfahl. Cronnung der sreidewberger Venspleie Dom sinn der neuen deutichen Romantik Voe Neb KES MALTG 2) Als er damals bei der bekannten Taucherfirma um ein Engagement bat, da lachte das ganze Geschäft, aber schließlich ließ sich Krischan Bosse doch erweichen— die große Schnauze des guten Prell schaffte es— und Prell wurde angestellt, durfte volontieren. Zu aller Erstaunen wurde doch aus ihm ein erstklassiger Taucher. Der Vierte im Bunde war der mittelgroße Friese Jan Maar, der schweigsamste der vier, der darin sogar noch seinen englischen Kollegen übertraf. Jan Maars Gesicht war hart und kantig, aber ein Charakterkopf, wie man ihn selten noch fand. Als Freund konnte man sich restlos auf ihn verlassen. Die vier Taucher lebten wie Brüder zusammen, alle vier waren jung, unverheiratet und strotzten vor Lebenskraft. Wenn von einer Seite manchmal ein Mißton hineinkam, so kam es von Fritze Prell. Der Berliner war maßlos ehrgeizig, und es wurmte ihn manchmal, daß ihn Hinner in der Leistung überflügelte, aber das waren nur augenblickliche Anwandlungen, die ein lachendes Wort Hinners bisher immer gleich aus der Welt geschafft hatte. Die vier Taucher standen im Büro, und wer jetzt die schmucken Jungen in ihrem Sonntagsstaate gesehen hätte, der wäre kaum darauf gekommen, daß vier prominente Taucher da vor ihm stünden. „Grüß Gott, Vater Bosse!“ rief Hinner und drängte auf den Chef zu. Herzlich schüttelte er ihm die Hand. „Da sind wir wieder, Vater Bosse. Alle wohl und munter!" „Freut mich, Hinner! Freut mich, Jungens! Na, ihr seht ja gut aus, als wenn ihr aus den Ferien kämt!“ „Ferien waren es ja nicht, Vater Bosse!“ entgegnete Hinner gutgelaunt.„Die wollen wir jetzt machen. Gefreut haben wir uns bannig, als wir den Kasten, die „Marokko", leer hatten. Und das alte, liebe Hamburg hat uns manchmal sehr gefehlt.“ „Glaub's wohl, Hinner! Also, mein Junge, ich fahre jetzt mit Krüger und Riebethau und mit dem Steuermann in mein lüttes Haus, und wenn ihr fertig seid, dann kommt ihr nachlt „Gemacht, Vater Bosse.s Wir wollen nur unseren lieben Herrn Seff in bißchen leichter machen.“ „Ist gut. Also ich erwarte euch.“ „Gruß an Meike, Vater Bosse!“ rief Hinner den Davongehenden nach. Die Tür schloß sich, und die vier Taucher begrüßten das Büropersonal herzlich. Jan Maars Züge klärten sich auf, wurden weicher, als er Hede Petersen, die er besonders verehrte, die Hand drückte. Der Berliner tat mit Senta Sonntag einen Schwatz, während sich der Engländer John Condall mit seinem Bürofreund Richter unterhielt. Hinner aber trat gravitätisch zu Thomas Seff. „Grüß Gott, Herr Seff! Was macht die Arbeit? Immer bißchen was zu tun?“ Seff sah den Spötter strafend an „Bißchen was! Ich danke, es langt! Ihr fahrt da draußen spazieren, und wir können hier vor Arbeit nicht aus den Augen gucken!“ Hinner setzte ein bedauerndes Gesicht auf. „Das tut mir aber leid, Herr Seff. Sorgen haben Sie. Wissen Sie was, wir tauschen einmal. Das Zahlenreinmalen in die Bücher kann doch nicht so schwer sein. Und Sie fahren dann mal mit der„Leonie" und tauchen... nur ein bißchen. Ach, nur zwanzig Meter tief, tiefer braucht's nicht zu sein. Und ich sitze dann schön warm hier und kann mich über die lütten Deerns freuen, während Sie mit den Haifischen Skat spielen!" „Ich muß doch bitten, Herr Handewitt!" „Aber nein, ich mache das gern. Ich werd's sagen!“ „Sie sind wohl toll! Ich in meinen Jahren und tauchen!“ brauste Seff auf. „Aber warum denn nicht? Fahren zur See spazieren. Fein ist das. Und immer ein Buddel mit Rum. Nicht wahr, so haben Sie sich doch unser Leben vorgestellt. Das sieht doch schon eine Ecke anders aus. Also Herr Seff, ich brauche Geld!" „Geld...?“ „Ja. Und meine Kameraden auch!“ „Ja... ich habe nicht viel.“ „Was?“ „Ich muß morgen erst auf die Bank schicken.“ „Ach nee. Sie wissen wohl nicht, daß wir jedesmal, wenn wir von der Reise kommen, Geld brauchen? Sie wissen wohl nicht, daß heute früh Krüger telegraphiert hat? Jungens, habt ihr gehört, der Herr Seff hat unser Geld vergessen!" Hinners Kameraden kamen näher. „Fünfhundert Mark, Herr Seff!“ erklärte Fritze Prell, der Berliner.„Und ein bißchen plötzlich, wenn ich bitten darf!" „Was erlauben Sie sich! Ich habe kein Geld da!“ „Aber Herr Prokurist", fiel jetzt Senta ein,„wo Sie mich erst auf die Bank geschickt haben. Ich mußte doch dreitausend Mark abheben!“ „Die habe ich dem Chef gegeben!" Hinner sah seine Kameraden an.„Habt ihr's gehört? Gut, wir gehen sowieso jetzt zu Vater Bosse. Dann muß er auspacken. Jawohl.“ Da wurde Seff mit einem Male gescheit, er merkte, daß er eine Dummheit begangen hatte. „Ich kann Ihnen ja was geben, meine Herren!“ „Nein“, sagte Hinner,„soll der Chef nur auspacken. Ach, Vater Bosse gibt es mir gern. Auf Wiedersehn!" Und im Handumdrehen waren sie draußen. Da wurde es dem Prokuristen doch seltsam zumute. Er ärgerte sich über sich selber, Geldausgeben verursachte ihm einen wahren seelischen Schmerz, und den Tauchern, die nach seiner Meinung vielzuviel verdienten, gab er es zu ungern. Aber was würde der Chef jetzt sagen? Er hörte ihn in Gedanken schon brüllen:„Sin Sie verrückt geworden, Herr Seff?“ Er überlegte und rief dann Hede Petersen zu:„Rufen Sie die Herren doch noch mal zurück!“ Hede tat das sofort, aber diese dachten nicht daran, zu kommen, nein, jetzt wollten sie dem Schubiak mal eins auswischen. * Das Auto hielt vor dem stattlichen Hause Bosses. Der biedere Autolenker sah sich um. Nanu! Die Herren machten ja gar keine Anstalten auszusteigen. Er kletterte hinter dem Steuer vor. „Sie müssen aussteigen, meine Herren! Das ist Bosses Haus!“ „Wir haben kein Geld, Verehrter. Gehen Sie doch mal rein und fragen Sie den Hausherrn, ob er uns gütigst auslösen will.“ Bei Hinners lachendem Gesicht wußte der Chauffeur nicht, ob es ein Scherz war oder nicht. Als er zögerte, sagte Hinner abermals:„Gehen Sie mal rein. Sie kriegen dann eine Mark extra. Es ist ein Spaß!" Da öffnete sich ein Fenster, und Bosse steckte seinen Kopf heraus. Er wunderte sich, daß die Jungens nicht ausstiegen. Was war denn eigentlich los? „Die Herren haben kein Geld nicht, Herr Bosse. Sie sollen sie man auslösen!“ Bosse machte ein verdutztes Gesicht und schloß das Fenster. Dann lachte er. Das war sicher so ein Scherz von den Jungens. Er rief Meike, seine Tochter. „Geh, Deern“, sagte er,„löse die Jungens mal aus. Sind mit dem Auto gekommen und sagen, sie hätten kein Geld. Hier hast du zehn Mark.“ Meike tat nichts lieber als das. Sie lief aus dem Hause und bezahlte 5,60 Mark an den Chauffeur. „So, jetzt könnt ihr aussteigen!“ rief sie lachend ihren vier Freunden zu, und diese kletterten eiligst aus dem Wagen. Meike reichte Hinner zuerst die Hand und sah ihn lachend und froh an.„Tag, Hinner! Du machst ja schöne Scherze!" „Kein Scherz, schönstes Mädchen von Hamburg!" lachte Hinner und gab ihr einen Kuß.„Wir sind tatsächlich abgebrannt. Der Seff hat uns doch kein Geld gegeben!“ Jetzt kamen auch die anderen dran, und jeder holte sich seinen Kuß. Das war nämlich eine Tradition. Sie hatten Meike alle noch als Schulmädel gekannt, und da war dieser traditionelle Kuß eingeführt worden. Den bekamen sie immer, wenn sie von einer Reise zurückkehrten. Es war ein herzlicher Freundschaftskuß, an dem keiner etwas fand, selbst Bosse lachte dazu. Er hatte diesmal mit Käppen Krüger gewettet, daß der Hinner seinen Kuß genau so fordern werde, obwohl Meike inzwischen zu einem siebzehnjährigen reizenden Mädchen erblüht war. Und richtig, er hatte gewonnen. „Was? Der Seff hat euch kein Geld gegeben? Papa wird ja Augen machen!“ sagte Meike. * Krischan Bosse war außer sich und rief sofort im Geschäft an. Sie hörten nicht, was Seff einstecken mußte, hörten nicht, daß Bosse sagte:„Wenn das noch einmal vorkommt, dann kündige ich Ihnen, Herr Seff! Jetzt habe ich aber den Kram mit Ihnen satt. Als ob es Ihr Geld wäre, tun Sie ja gerade!“ Aber an seiner Gesichtsfarbe, die ins Graue spielte, erkannten sie, daß Seff der Kopf ordentlich gewaschen wurde. * Die vier Taucher wurden herzlich aufgenommen. Krischan Bosse und alle, die zur Familie gehörten, waren mit der Besatzung der„Leonie van Leuwen“ wie eine große Familie. Da gab es kein Hinter=dem=Bergehalten, keinen falschen Stolz, keine steife Zugeknöpftheit, sondern alles wurde frei von der Seele gesprochen. Trotzdem kam es nie vor, daß sich Krischan Bosse etwas vergab. Er blieb der Chef, den sie respektierten, wenn das Respektieren auch nicht äußerlich in Worten und Gebärden zum Ausdruck kam, nein, ihr ganzes Handeln, ihr Schaffen und Arbeiten für ihn gab viel beredter Ausdruck. Krischan Bosse hatte ganz klein angefangen. Das haben viele, aber die meisten vergessen es. Krischan Bosse vergaß es nie. Er kannte keinen falschen Stolz, er war für alle wie der Vater und kümmerte sich um jeden. Weihnachten beschenkte er sie reichlich, und jedes Stück suchte er selber aus, es war eine richtige Verbundenheit in dem kleinen Kreise. Das Tauchgeschäft war nicht das einzige Geschäft, das Krischan Bosse betrieb, nein, er besaß noch eine Schiffsreederei, und drei Segler und vier Dampfschiffe von ihm befuhren als Frachter die Meere. Und wenn einer von Bosse kam, dann wußten die anderen, daß mit dem Manne zu arbeiten war. Er hatte immer das beste Personal. Meike war überglücklich, daß Hinner wieder da war. Sie schätzte alle vier, aber Hinner war ihr doch der liebste. Seine lachende Jugend riß sie immer mit. Ihm hatte sie stets alles anvertraut. Ihre Freundschaft war fest wie mit Tauen zusammengebunden. Und dabei gab es gar nicht, daß sich Hinner etwa zu Vertraulichkeiten hinreißen ließ, es war keine Liebelei, auch kein Verhältnis, sondern eine Freundschaft, die blitzblank vor allen Augen offen dalag, und die jeder Kritik standhielt. Hinner war jung, und ans Heiraten, nein, daran hatte er noch nie gedacht. Noch nie hatte er sich darüber Gedanken gemacht, ob er etwa die Tochter des Chefs einmal heimführen würde, könnte oder sollte. Nein, die Dinge beschwerten ihn vorläufig nicht. Die Freundschaft, die geschlossen wurde, als Meike noch ein Schulmädel war, genügte beiden. „Bannig fein siehst du aus, Deern!“ sagte Hinner zu Meike.„Und eine kleine Dame bist du geworden. Dann werd' ich wohl„Sie“ zu dir sagen müssen!" „Aber Hinner!" lachte Meike. Und wenn ich mal zehn Jahre älter bin, und wenn ich sogar einen Mann hätte, du müßtest immer„du“ zu mir sagen! Du... und ihr alle! Schmeckt dir der Tee nicht, Hinner?“ „Doch...!“ „Ich habe dir doch auch den Rum hineingeschüttet.“ „Ja, ich schmeck's schon! Tee mit Rum... ohne Tee wäre mir lieber!" „Aber du wirst doch nicht!“ Plötzlich sann sie nach, und ein spitzbübischer Zug erschien auf ihrem frischen Mädchengesicht. „Weißt du noch, Hinner, voriges Jahr... im Juni... als ich Vater die Flasche Johannisberger aus dem Keller stibitzte?“ „Fein war’s. Und das Zeugs hat groß geschmeckt.“ „Ja. Er ist alle.“ „Schade. Hat Vater was gemerkt?“ „Nein, ich hab's ihm doch gleich gesagt.“ „Das gefällt mir. Ist auch besser so, sonst wundert ser sich, und jemand anders kann in falschen Verdacht kommen. Du, Meike, wie ist's morgen mit einem kleinen Bummel?" denn?“ „Morgen? Hm ja, gern. Wohin willst du „Ich habe Sehnsucht nach Vierlanden. Ich will meine Mutter einmal besuchen.“ „Deine Mutter?“ „Ja. Sie lebt dort in ihrem Häuschen friedlich allein. Eigentlich ist's ja gar nicht meine Mutter, sondern nur die Frau, die mich erzogen hat.“ (Fortsetzung folgt.) Seite 9 Nr. 162 Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 14. Juli 1936 Große Hunser nur noch im Werte von 46 Milionen RM. vorhanden Abschied von den alten Silbermünzen Die vor etwas über 2½ Jahren in Angriff genommene Durchführung der deutschen Münzreform geht bereits ihrer Vollendung entgegen. Im Laufe der letzten 2½ Jahre sind fast genau zwei Drittel der alten Silbermünzen eingezogen und durch einen entsprechenden Betrag neuer Fünf= und Zweimarkstücke aus Silber und Einmarkstücke aus Nickel ersetzt worden. Der Gesamtumlauf an neuen Münzen hatte. Mitte dieses Jahres, wie aus folgender Tabelle ersichtlich ist, bereits den Betrag von einer Milliarde Reichsmark nahezu erreicht. Umlauf in Millionen RM. alte Münzen neue Münzen Dezember 1933 1488 20 Juni 1934....... 1334 153 Juni 1935...... 910 574 Juni 1936....... 495 997 Von den alten großen Fünfmarkstücken waren Mitte des Jahres nur noch rund 46 Millionen Stück, d. h. 229 Millionen Reichsmark im Umlauf gegenüber 762 Millionen Reichsmark Ende 1933. Gut eingebürgert haben sich die neuen Fünfmarkstücke, von denen im Juni dieses Jahres für 196 Millionen Reichsmark im Umlauf waren gegenüber nur 1 Million Reichsmark Ende 1933. Per 30. Juni 1936 wies die Reichsbank einen Gesamtbetrag von 1698 Millionen Reichsmark Scheidemünzen aus. Davon sind durch die Reichsbank 1543 Millionen Reichsmark in Umlauf gesetzt worden, 153 Millionen Reichsmark befinden sich in ihrem Bestand. Vergleichsweise sei bemerkt, daß der Scheidemünzenumlauf Ende 1928 nur 967,4 Millionen Reichsmark betrug; er hat also um etwa 50 v. H. zugenommen. Auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet, beträgt der Bestand an Scheidemünzen rund 25 Reichsmark. Aufwertungshypotheken Regelung der Behandlung von Aufwertungshypotheken durch Versicherungsunternehmungen. Nach einer Anweisung des Reichsgruppenleiters sollen die Versicherungsgesellschaften bei fällig werdenden Aufwertungshypotheken den Schuldnern hinsichtlich der Verlängerung weitgehend entgegenkommen. Bei einer Verlängerung auf zehn Jahre kann eine einmalige Gebühr erhoben werden, die bei Hypotheken bis 25 000 RM. bis zu 1½ Prozent, bei Hypotheken bis 50 000 RM. bis zu 1¼ Prozent und bei höheren Hypotheken bis zu 1 Prozent betragen kann. Für kürzere Festlegungsfristen sollen geringere Gebühren und bei Festlegung unter fünf Jahren überhaupt keine Gebühren erhoben werden. Aligummi und Gummiabfälle Vernichtungsverbot und Bestandsmeldungen Die Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest hat im„Deutschen Reichsanzeiger“ Nr. 159 vom 11. Juli 1936 eine Anordnung über die Bewirtschaftung von Altaummi und Gummiabfällen veröffentlicht. Die Anordnung verbietet allgemein die Vernichtung von Altaummi und Gummiabfällen und bestimmt, daß Altaummi und Gummiabfälle pfleglich behandelt werden müssen. Sie enthält u. a. Bestimmungen über den Einkauf und die Verwendung von Altgummi und Gummiabfällen und verpflichtet Unternehmungen und Personen, deren Bestände in Altaummi und Gummiabfällen 500 Kilogramm überschreiten, oder die in einem Monat mehr als 500 Kilogramm Altgummi und Gummiabfälle verarbeiten, zu monatlichen Meldungen der Bestände und der von ihnen verarbeiteten Mengen. Lumpenerwerb neu geregelt Die Ueberwachungsstelle für Wolle und andere Tierhaare hat durch Anordnung— WL. 1— bestimmt, daß Betriebe, die Lumpen und Abfallmaterial verarbeiten, diese nur noch von solchen Sortier= und Handelsbetrieben erwerben dürfen, die zu diesem Zweck von der Ueberwachungsstelle zugelassen worden sind und einen entsprechenden Ausweis in Händen haben. Die Händler, die einen derartigen Ausweis nicht haben, können ihre Ware an diese zugelassenen Betriebe abliefern. Diejenigen Reißereien, die keine Spinnerei betreiben, also nur Reißspinnstoffe für eigene Rechnung zu Handelszwecken herstellen, dürfen auch von nicht zugelassenen Händlern Lumpen kaufen, sind aber nicht befugt, Lumpen an Verarbeiter weiterzuveräußern. Diese Regelung ist notwendig geworden, weil sich in dieses große Handelsgebiet zahlreiche Händler eingeschoben haben, die eine ungleichmäßige Versorgung der weiter verarbeitenden Betriebe mit Lumpen herbeigeführt und zu ungerechtfertigten Preiserhöhungen beigetragen haben. Gesellschaften berichten Hamburg=Südamerikanische Dampfschiffahrts=Gesellschaft: Im Gegensatz zu Havag und Lloyd will das Unternehmen, das jetzt seine Abschlüsse für 1984 und 1935 vorlegt, noch keine Sanierung vornehmen. Denn im letzten Geschäftsjahr wurde mit der vergrößerten Flotte soviel verdient, daß hohe Abschreibungen gemacht werden konnten. Die Gefolgschaft von Hamburg=Süd stellte sich Ende 1935 auf rund 5200 Köpfe gegen 2400 Ende 1933.— Deutsche Grammophon=AG. in Leipzig=Wahren: 257 000 RM. Verluste wurden aus außerordentlichen Erträgnissen gedeckt. Im neuen Jahr Umsätze auf Vorjahrshöhe.— Waggonfabrik Jos. Rathgeber AGh. in München: 1935 rund 29000 RM. Reingewinn, die auf neue Rechnung vorgetragen werden.— Vogt& Haeffner AG.(Schaltwerke und Apparatebau) in Frankfurt a..: Aus dem 1935 erzielten Reingewinn von 46 000 RM, fließen 30.000 RM. in den Wohlfahrtsfonds der Rest wird auf neue Rechnung vorgetragen. — Schwan=Bleistift=Fabrik AG. in Nürnberg: Der Hauptteil der im Geschäftsjahr 1935/36 eingetretenen Umsatzsteigerung entfällt auf das Inlandsgeschäft. Mitteilungen über das finanzielle Ergebnis werden noch nicht gemacht.— Rheinag, Rheinische Energie AG. in Köln: 10 Prozent Dividende.— AG. Sächsische Werke in Dresden: 6(5) Prozent.— Rheinische AG. für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation in Köln: : In der o. GV. wurde der bekannte Abschluß, füx 1935/36 mit wieder 12 Prozent Dividende auf 35,6 Millionen Reichsmark dividendenberechtigtes AK. von nomial 72,9 Millionen AK. einstimmig genehmigt und die ab 15. Juli zahlbar gestellte Bardividende auf 8 Prozent festgesetzt, während die restlichen 4 Prozent an die Golddiskontbank abgeführt werden. Generaldirektor Gustav Brecht führte in Ergänzung des Geschäftsberichts noch aus, der Brikettabsatz habe im neuen Geschäftsjahr die Vorjahreszahlen bisher kaum überschritten.— Die Deutsche Beamten=Versicherung, die älteste und größte öffentlich=rechtliche Lebensversicherungsanstalt Deutschlands, hat einen Versicherungsbestand von rund.5 Milliarden Reichsmark. Der Neuzugang von Einzelversicherungen erreichte im vergangenen Jahr 122 Millionen gegen 69 Millionen 1934, nahm also um 79 Prozent zu. Der Gesamtgewinn beträgt.13(i. V. .17) Millionen. Er fließt an die Versicherten, und zwar werden 2 Prozent der bis zum Schluß des Jahres eingezahlten Beitragssumme verteilt. Die Rücklagen wurden verstärkt. Die Steigerung des Neuzugangs hat im laufenden Jahre angehalten. Sie liegt 50 Prozent höher als im Vorjahr. Die vom Statistischen Reichsamt errechnete Kennziffer der Großhandelspreise stellt sich für den 8. Juli auf 104,1(1913 gleich 100): sie hat sich gegenüber der Vorwoche(108,.9) um.2 Prozent erhöht. Der Reichsfinanzminister macht ausdrücklich darauf aufmerksam, daß Antrag auf Gewährung eines Ehestands=Darlehens noch vor Eingehung der Ehe gestellt werden muß. Börsen fest Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf An der Börse wandte sich das Hauptinteresse dem Montanmarkte zu. auf dem sich beachtliche Kursbesserungen ergaben, und zwar im Ausmaß von ½ bis 2½ Prozent. Von den Sonderwerten gaben Westdeutsche Kaufbof ¼ Prozent nach. Festverzinsliche Werte bei stillem Geschäft freundlich. Reichsbahn=Vorzüge zogen ¼ Prozent an. Der Kurenmarkt eröffnete in durchaus fester Haltung, wobei wiederum Kohlenwerte im Vordergrund des Interesses standen. Von den Kohlenkuxen konnten Carolus Magnus um rund 100 bis 150 Reichsmark und Constantin um 75 Reichsmark anziehen. Deutschland erzielten einen Tagesgewinn von 10 Reichsmark. Diergardt dagegen konnten ihren Samstag=Höchstkurs nicht ganz halten. Am Braunkoblenmarkt zeigte sich wieder gute Nachfrage für Leonhardt=. Michel= und Besta=Kure. Umsätze kamen mehrfach zustande. Der Kalikuxenmarkt blieb still. Neunenswerte Kursänderungen sind nicht zu berichten. Mar nachbörslich 50 Reichsmark niedriger. Im Freiverkehr Kaliaktien ohne Geschäft. Auf dem Kohlenaktienmarkt litten Bergbau Lothringen unter größeren Abgaben und büßten 1½ Prozent ein. Auch Lothringen=Genüsse lagen etwa 2 Prozent schwächer. Ewald konnten dagegen ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen und wurden zundchst 1½ Prozent, und im Verlauf 4 Prozent höher bezahlt. Im weiteren Börsenverlauf wurden verschiedentlich Glattstellungen vorgenommen und die Kurse erfuhren teilweise Rückgällge. So büßten Harpener 1½ Prozent, Klöckner ¾ Prozent und Rheinstahl ½ Prozent ein. Fest waren Dahlbusch, die gut 1 Prozent gewannen. Berliner Börse Die Börse begann die Woche in recht zuversichtlicher Haltung. Auf fast allen Aktienmärkten lagen die Anjangskurse bis zu 1 Prozent, zum Teil auch mehr, über Samstag. In einigen Monianwerten gab es sogar neue Höchstkurse. Die Stimmung wurde begünstigt durch die deutsch=österreichischen Vereinbarungen, die zweifellos einen Entspannungsfaktor in der Außenpolitik bilden. Sodann verwies man auf die Neußerungen Dr. Schachts, wonach man keine steuerliche Belastung, sondern den Anleiheweg für die Finanzierung der Staatsaufgaben wähle. Beachtet wurde auch eine Neuemission der Preußischen Landespfandbriefanstalt, die gerade in diesem Augenblick die günstige Verfassung des Kapitalmarkts beweist. Der Anleihemarkt war ruhig, aber ziemlich freundlich. Altbesitz etwas Höber. Im Verlauf machte sich etwas Glattstellungsbedürfnis bemerkbar, wodurch sich allgemein kleine Rückgänge einstellten. In der letzten Stunde neigte die Börse weiter zu Abgaben. Am Geldmarkt Tägliches Geld 3 bis 3¼ Prozent. Am Devisenmarkt notierten: Dollar unverändert.484, Pfund 12.490(12,495), französischer Frank unverändert 16,435, Gulden 169,24(169.25), Lira unverändert 19,55. Rhein=Mainische Abendbörse in Franksurt a. M. An der Abendbörse war das Geschäft klein. Für Aktien herrschte vorwiegend etwas Abgabeneigung, während Kauforders kaum vorlagen. Bei Montanwerten ergaben sich meist Rückgange von ¼ bis ½ Prozent. Renten waren still und kaum verändert. Im Verlauf war die Umsatztätigkeit klein. Die Aktienschlußkurse lagen vorwiegend unter dem Berliner Stand. Montanwerte waren allgemein leicht angeboten. Die Auslandsbörsen Newyork: Freundlich. London: Freundlich. Amsterdam: Fest. Paris: Geschlossen. Brüssel: Stetig. Zürich: Schwächer. Wien: Befestigt. Mailand: Gut behauptet. Rheinisch-Wefffälische Vichmärkte Bochum 13. Juli Dortm. Easen s 3 8 8 8 Auftrieb Auftrieb S SSES Schon Auftrieb Oortm. Auftried 255E5 Merhnner=Semtschung zum Benzol 10:1 Im Reichsanzeiger Nr 159 vom 11. Juli sind die arbeiternachwuchses. Die deutsche gewerbliche WirtAnordnungen Nr. 4 und 5 der Ueberwachungsstelle für schaft braucht aus vielen Gründen eine große Zahl gpordnzugen 24 ,ht#u“##r#i# grite Haktim; hochqualifizierter Arbeitskräfte. Aus diesem Grunde ist auch die Industrie dazu übergegangen, in ähnlicher Mineralöl veröffentlicht, von denen die erste Bestimmungen über Methanol=Beimischung zum Benzol, die andere ein Verbot der Abgabe alkoholfreier Kraftstoffe enthält. Beide Anordnungen sind erlassen worden im Zuge der Bestrebungen, die deutsche Kraftstoffbersorgung aus heimischen Quellen sicherzustellen, und stehen im Zusammenhang mit neuen Vorschriften der Reichsmonopolverwaltung für Branntwein über die Herstellung von Kraftstoffen. Nach der Anordnung Nr. 4, welche am 1. August 1936 in Kraft tritt, darf Motorenbenzol im freien Verkehr, d. h. verzollt bzw. mineralölversteuert, nur abgegeben werden, wenn zu je zehn Gewichtsteilen Benzol ein Gewichtsteil Methanol(Methylalkohol) zugesetzt worden ist. Die die Erzeuger und Importeure des Benzols treffende Beimischungsverpflichtung kann mit Zustimmung der Ueberwachungsstelle und soll auf ihr Verlangen auf Vertriebsstellen oder Unternehmungen des Kraftstoffhandels übertragen werden. Die eigene Zumischung kommt jedoch nur für Händler in Frage, die einen gewissen Mindestumsatz an Benzol aufweisen, da Methanol nur kesselwagenweise bezogen werden kann. Aus dem gleichen Grunde sind die kleineren Benzolerzeuger hinsichtlich der von ihnen unmittelbar zum Verbrauch abgegebenen Mengen vom Methanolzusatz ausgenommen. Die Anordnung Nr. 5(Verbot der Abgabe alkoholfreier Kraftstoffe) beseitigt vom 1. Oktober 1936 an die in der Kraftstoffwirtschaft bisher noch bestehenden spritfreien Zonen“ und erreicht dadurch, daß künftig in allen Teilen des Reiches gleichartige Motorenkraftstoffe geliefert werden. Industriefacharbeiter und Meisterprüfung Die Leiter der Reichsgruppen Industrie und Handwerk, Staatssekretär i. R. Dr. Trendelenburg und Reichshandwerksmeister Schmidt, behandelten bei einer Aussprache die Heranbildung des QüalitätsWeise wie das Handwerk eine Regelung des Prüfungsund Ausbildungswesens vorzunehmen. So sind bei den Industrie= und Handelskammern Facharbeiterprüfungen eingeführt, die hinsichtlich der gestellten fachlichen Anforderungen den handwerklichen Gesellenprüfungen zwar nicht als gleichartig, aber als gleichwertig anzusehen sind. Der Reichshandwerksmeister betonte, daß der gut ausgebildete Industrielehrling keine schlechtere Lebensaussicht haben solle als der Handwerkslehrling. Deshalb soll nun der Industriefacharbeiter, der nach einer ordnungsmäßigen Lehre eine Facharbeiterprüfung abgelegt hat, bei der Zulassung zur handwerklichen Meisterprüfung den Handwerksgesellen gleichgestellt werden. Diese gleiche Lebensaussicht verpflichtet aber den Industrielehrling und den industriellen Lehrherrn dazu, für eine bestmögliche Ausbildung zu sorgen. Mit dieser Erklärung des Reichshandwerksmeisters wird das nationalsozialistische Leistungsprinzip die formalen Hemmnisse überwinden, die bisher einer gleichen Wertung der Industriefacharbeiterprüfung mit der handwerklichen Gesellenprüfung entgegenstanden. Die Leiter der beiden Reichsgruppen waren darüber einig, daß die bereits in Vorbereitung befindliche hierzu notwendige Gesetzesänderung mit größter Beschleunigung durchgeführt werden müsse. Mit den westfälischen Hütten hat der Eisenerzbergbau an der Lahn, Dill und in Oberhessen das bestehende Abkommen um ein Jahr bis zum 1. Juni 1937 verlängert. Die Gesamtabnahme der westfälischen Hütten wurde, wie der WHD. erfährt, auf 685 000 Tonnen gegen bisher 445000 Tonnen erhöht. Damit ist für den Eisenerzbergbau im Lahn=Dill=Gebiet eine leichte Förderungs= und Absatzsteigerung zu erwarten. Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 13. Juli 1936: 53 Reichsmark für 100 Kilogramm, Aluminium, 98 bis 99 Prozent, Bl.: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz oder Dr.: 148 Reichsmark. RREEUCHSSENDER K SLN Ess aSTRENE 10.00 Volksliedsingen. Liederfolge—7 12.00 Die Werkpause. Uebertragung aus den Vereinigten Westdeutschen Waggonfabriken AG. in KölnDeutz. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt) 13.15 Mittagskonzert. Das Westdeutsche Kammerorchest. (Hermann, Hagestedt) 14.15 Tanzmusik. Das Westdeutsche Kammerorchester (Hermann, Hagestedt) 16.00 Hausmusik. 1. Gespräch mit einem Musiklehrer in Horst bei Gelsenkirchen. 2. Kinder musizieren (Hans Leo Abshagen) 16.45 Wir von der Somme. Aus einem neuen Kriegsbuch von Franz Franziß, 17.15 Jungmädel besuchen die Schlangen und Krokodile am Drachenfels 17.30„Ich will euch erzählen und auch nicht lügen.“ (Von Stuttgart). Mädel aus allen Gauen erzählen Schnurren und Schelmengeschichten 18.00 Musik auf Schallplatten 18.15 Die Schokolade. Neue Folge„Was wir essen und trinken". Ein Lehrspiel 19.00 Kleine Kostbarkeiten aus dem Schallplattenschrank. Zusammengestellt von Ernst Kalthoff 19.40 In den Folkwangschulen zu Essen. IV. Fachschule für Tanz(Dr. Ernst) 20.10 Werke von Paul Graener(Uebertragung aus der Universität in Bonn). Das Große Orchester(Der Komponist) 21.10 Zur Natur= und Heimatschutzwoche des Reichssenders Köln. Nur ein Ameisenhaufen. Ein kleines Erlebnis von Rolf Mayr 21.15 Von Dorfschnurranten. Verfasser und Sprecher: Franz Peter Kürten. Dazu ländliche Musik, gespielt vom Kleinen Orchester(Leo Eysoldt) 22.30 Wiedererweckung der Spiele und Ausblick auf die XI. Olympiade(Vom Deutschlandsender, Reichssendung).„ 22.45 Heut' wird getanzt mit dem Kleinen Orchester (Willy Steiner)(Von Berlin) Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend! — 20.10: Aus der Truhe des Königswusterhäuser Landboten: Juli.— 21.00: Robert Schumann. — 23.00: Wir bitten zum Tanz!(Georg, Nettelmann)6 Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 10. Juli hastgealt en billelm Schaor, auntgerene Bochum, Bongardstraße 14 Portiautende wotierungeg„.7. 113.113.7 113.7 M11.1 Div. Antang Schlus Kasse Schlpe, S116 121118.25s115.50 115.75 Astbesitz...— %ioesch BUl. 6% Krupo RAL. 8% Mittelstahl %oVer. St. RMl. Boderus Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Dtach., Erdöl . Reichsbahn .6. Farbenind. Feldmöhle Felten& Soille Goldschmidt Harpen. Hoesch-Köln Kal-Aschersl. 13.7. 13. 7. 1I8. 7. 111. 7. Div. Antang Schludl Kasse Schlud 112.80 112.50s112.59 112 50 103.25 102.37 102. 75 4/112.78 5/129.37 6 4136.37 7/123.12 7168.62 6133.75 4135.09 S1114.82 103.25 102.25 102.75 110.87 130.50 129.75 123.00 168.50 135.00 113.00 0134.84/134.00 3119.23113.25 102.87102.25 103.12 102 25 1102.74 112.00 130.30 129.87 123 12 168.62 1135 25 113.25 133.12 116.75 102.12 112.25 129.00 123.00 167 75 118.87 S 127.75 127.50127.82/126.25 Rüoekaonr-Nr. Mannesmann Masch. Untern. 016.82 Reichsbank 12/197.00 Rhein, Braunk. 12 237.00 Rhein, Stahlw. Rh.-.-Elek. Saizdetfurth Schucker t apCo. Siemens&a Hal. Gebr. Stollw. 134.00 Ver. Stahlw. 134.00) Resta. Kaufh. Westeregein 132 501 Vinterehell 148.50 137.25 181.87 3 111.00 110.00 110.87|110.37 116.00 116.25/116 25 195.00 195 3719500 237.73 147.50 148.00148.00 136.12 136.75 182.50 165.37168.50 164.75/164.00 203.25 202.00 202.O0P01.00 .— 115.00 109.82 108, 62 109.00 107.25 46.00 46.00 46.00) 48.25 5 127.25127.00 127.00 S 127.00 127.00 121.00|126.37 Zellst. Walchof 6—.——.— Kuse Steinkohlen I 19..1 U. J. 65id Brief Geld Briefls Carolus M. 4900, 520048505150 Const..6. 7300 7700 71507600s Deutschl. 390 420 380 410 Schwerin 4200450042504550 heinr. 10800 1110010500 11000 Langd 13000 13800 1300013600 Braunkohlen Bruckd.-N.—-—— Gutehioffn 3850 41508800 4100H Loonh.10300 11300 10800 11200 MMichel 1 3500 14400 13700 14400 Veste 10800— 10650— Beraherstn.—1425—1425 Kall Beienrode 11260 131012601300 Burdach 48005100— 5250 alsen-Stast.——-— Siegfr.lu. 1 6700 70006500 6900 vih. 12300 12800 1230012800 Preiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Kuxel 1 1 3. 7. 1 1 1. 7. Gelcd BrieffGeld Brief Diergardt 8850 7250 7100 7300 Westtalen 8000— 9000— Sellerh.— 4100— 4050 Kallkeze 13. f. 1 11. 7. Geid Brief Geid Briefl Srapnschw. 6000 6400 6090 6350 Einiokelt 8100 70006500 S300. Erichsseg—3530—3550 Habigb, Iassa 3899 2800 Heimbold. 2850 30002859 3050 Hoge. 5750 60005750Aisenburg Mariagl Marie Maris I Mar Neusolist. Rensbach Reicheld. Thöringen .320 230 8100— 27502600 230 2600 2800 2550 2700 2900 3300 320 8150 2809 Industrieaktien(Einheitsk.) Div. 13,7 1; 83.8 84.519 Balcke Masch. Bero. G. Dahl. V. Bonner 8g. u. H. Bösp. Walzu. Braunk. Zuk. IDort m. Ritterdr. ElDüss. Hoef.-Br. 00ss Masch. 8. Oynamit A. Rod,.5 Eschw. Berg. V. 14 Glas- u. Sp, S. 10 (6löckauf-.46.5 Gebr Gosch. 46 Hallesche Salz. Hochtief A6. Kabelv, Rheyof Kall-Chemie Mölheim. Berg. IRhein, Hetall Rhein, Spiegel. Roodergr. Brnk. Sacht, A6. B8gd. Schieß-Oefries Schleg. Scharp. Waggonf.Uerd. 145.0145.0 146.7146.0 122.0122.0 135.0135.0 —. 118.5 86 0 86.0 57.0 —. 2700 171.0170.0 —. 120.0 146.0146.0 129.5 Colonis Röckv. Slacb, Feuer. Köln, Hagelv Köln. Llova A. V. lKöln, Rückv. gr. 6 Koln. Röckv. Kl.— 92.1 193.5 134.0 156 8 92.1 119.1 120.11 90.0 118.0 120.0 90.0 Wasserv. Gels..5 187.5—. Bankaktien Berlin. Hand. 6. Com- u. Pr-B. Io. Bank u.-G. albresdner Bant 8h. N. d. Cr. 8. Westa. 8..-4 959 95. 97.0 97.7 97 5 123.8123.7 95.5 275026002800 27502 420 2600 2800 27002900 31004050 320— Versicherungsaktien au. Aach.-Mönch.F 32 6.Aach. Röckvers 14.8238.0238.0 4gripe S. l4.- 370.0370.0 ali. u. Stuttg..2248.0248. 4Ii. u. St..-V..9. Colonis,F.-.K..4/137.0137.0 Div. 113 7 111 7. — 265.0265.0 40 785.0785.0 s 95.0 95.0 — 235.02330 6 117.0111.0 78.0 78.0 Rentenwerte 5 Rhw..-Cr. Ghyp.; Pid. S. 4. 6. 12. 10 97.0 97.0 Gto. Oto..1.87.—. 513 oto. Sto. 8. 11 101.7102.1 6 dto. Gold.-Kom. 1928. 1927 S.—8 95.0 95.0 112 Wd. Bod. Gpfd. 6—. s dio. Em. 3, 9s2. 14 98.3 96.3 Freiverkehrs-Aktien I 13. 7. I1. J. Geld Brief Geld Brief sord K. 78.5 80..—. Elsa C. 121.012.40119.0121.5 IE. K0 I. 121.0126.0 118.0122 5 Goech.h 181. 0155.0148.0182.0 9 hann. Kl g. komp on 109.3112.9110.9 Kortum. 18s Lothrig. 99.0103.0100. 104.1 Lothr. 6. 80.0 83.0) 32.0 84.0 Manst. nasch. be urch. Berg Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstoß 5% Einheitskurse Industriewerte 13..11 7. 8h. Linct. S wI. Oiag. 7 u. Kugt. 70.0 35.0 112.5 70.0 35.0—. Berliner Börse, 10. Juli Mitgsteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum Dittmann Neuh. 0 87..—Otmd. Akt.=Brau. 10.—. 182.0 Union-Brau 12 208. 7 208.5 Dörener Metall Oxekerh. Wom. A begustoren AkU E. G. Anhalter Kohle Aschaff Zellst. Dalke 8asal 6ayr. Motoren Semberg Berger Julius Bergmann El. Ser. Karfier. ind. Kr. u. Licht 12213.1212.5 o 32.8 32.8 0 37.2 36.7II 0106 5106.2 0119.0118. 9 83.7 84.5 0 10.0 10.0 6139.2138.0 5. 88.0 85.5 6139.5139.5 0110 2110.2 5137.8136.73 8 156.3156.1 Engelhd. Brauerei Enzinger Union Feinjute Maschigend, 5135.7135.18 Boderos 9112.0111.0 96.0101.0— 110.0 —. 97.0100.0 oget. wie 110.5 113.5110.0113.0 Steuergutscheine 12. 1 tällg ab f. 4. 1834 1. 4. 1935 1. 4. 1929 1..1997 112.3112.3 I. 4. 1933 112.3112.3 ohan. Wasser 58 117.0118.5 6 Chem. Geisenk. 49 102. 2100.5 Conti Gummi 103.6103.61 esione 111.80 oPgie Ben: Otsch. Atlant. Otsch. Baumwolle „ Coati Gas Kabel " Linoieum „ Steinzeug Tel. u. Kad. 190.0189.5 0s123.3122.7 9— 1174 9— 7122.0122. 6144.0 8191.7190.5 —. 140.0 6134.51340 glektr. Lieferg. 8133.0132.5 Licht u. Kr. 7/160.0189.8 0 99.0 99.5 9— -banente Kölner Gas Kretft W. Kromschrosder Kronorigz Hetall Köppersbusch Jehmever I Taurahütte Lsopoldseruben Lindes Eis Lingnergerte Loronz C. 6131.3130.61 3 11.3 71.3 0 80.0 80.0 5107.7107.8 79168.2—. 6129.0—. 114331923 0 22.7 22.6 O107. 8107.0 8 159.0158.7 9—. 158.0 89—.— 11110 gepvrn a Co. 8130.8 German. Cem. 4/109.1109.2 Ges. f. al. Uatem, S144. 1142.1 2äidemeister Gladd. Wolle Gruschw. Tertl Goanomerte 7153.0156.0 10178.0—. 55 107.2107.2 3 111.0109.7 7 Eisenhang. 8139.2 133.2 -sste brcht Mageda Hamb. Elektr. Findr.-Aufferm. Hofimana Stärke Ilicheniohewerte Holzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. air Gn dise Genus Isenbeck Brau. 2 Junghans Gedr. 65132.5132.0 6117.8117.0 81430 1449 6134.7133.7 69 145.6 0150.0150.0 4125.0124 5 9 902 900 6173.0176.0 6137.5135.2 3. 78.0 77.0 0100.0 98. Auerinh, Hotse 9#. 190.0 Miag 0113.0111.0 Mimoss" 10—..— Mülheimer Berg. 8—. 152.0 grenst. 4 Koppel Ol 83.7 82.5 Oenabr. Kupfer 8—.—. Ponge 4 Zahn 14/171.0171.0 Rbsin. El. Werte 6132.21302 Rhein.-N. Kaik 8—.— Riebeck Rontan(.2119.2118.01 Rütgerzwerte 6130.0129.0 5 Ssoti. Sarott Schlege Schles. Berg. u. 2. " Berg.Beuth. „ Fletl.833 Schub. 4 Salzer Schultheis-Patz Siegersdorfer W. Siemens Glas 20 293.0 5 95.0, 95.3 5120.0120.0 0 38.5 38.5 0 95.5 95.0 7139.5138.7 10145.7144.0 4109.0109 5 115.7116.3 4108.0108.2 Siem.& Halske Stollberg. Zink Thüringer 68 I Tuch dach 8 202.0201.0 0 75.2——, Aachen 7 109.1109.0 Union chem. S 110.5—. vez-Otsch. Hickel 8183.5162.5 Ver. Glanzst. 0149.7149.5 Ver. Uitramarin 7146 5—. Vogel Oraht 6150.0 wigg: a Co. Wandererv. Warsteiner Grub. Westfalen Oraht Wickbler Brau. S 114.7114.0 S 171.0—. 0 74.5 740 5 * Verkehrewerte A. 6. für Verkehr Soch.-Gelsenk. Ramb. Amer.Pak. 0. Ramb. Södamer. 0 Nordd. Lioye— S 5118.2117.0 0— 1 13.6 14.0 45.0 44.5 14.5 15.0 Rentenwerte 45 Dt. R. Schatz. 411 98.8 98.81 4 0f. R. Anleihe 44 97.3 97.31 35 0. R. Voungagl. 102 51020 45 Reichsbahn Sch. 98.9 99.0 Westtalen Altbesitz 115.2115.7 45 Bochum Aal. 92.2—. 45 Obisburg. Anl. 92.5 92.1 45 Düsseld. Anl. 94.0 95.0 45 Eberfeld, Aal. 93.9—. 45 Essen Aol. 92.8 92.2 44 Mülh.-Ruhr Ant.—. 6 Ruhrverbs. Anl. 35 4# Pr Loof. A. Pic. 45 Ldbk. Westf. Pfo. 45 Lobk. Westt.Hom. 450t. Komm. Goldan 44 Westf. dsch. Pfo. 420t. Hyo. B. Bin, Pfd. 4# Pr Centr.B0d.Pfd. 4# Pr Pfddr. Bk. Pfo. 45 Baselt Obl. 5 Concord. Berg. Op. 193.1 6 Daimier Benz Obl. 105.81 6 Köckgerv. Obl. 10f 21 6 Mont Genis Obl. 45 Ver. Stahl 69 45 Ver, Stahl 47/31 6Ver. Stahl 6 Siem. u. H. Opi. 6Farbenbonds Umsch. Anleihe 97.5 95 93.3 95.-9 24 2 —.— 96 0 96.7 89.5 103.2 190.0 129.81 83.4 91.5 93.1 93. 95.3 960 96.0 96.7 89.0 105 8 101.1 95. 95.2 179.5 129.1 87.7 R. Schuldb. F 36 8. Schulab. F. 38 R. Schuldb. F. 40 R Schulcb. F. 42 R. Schulob. F. 43/8 5 Essen Steink. 42 45 Maroener 49 45 R. W. E. 52/8 5 R. W. E. 50 45 Ruhrchemie 49 45 Ruhrgas 53 45 Ruhrwasser 53 44 Ruhrwohng. 56 55 V. E. N. 32 13..13.7. Geld Brief 99.9—. 93.5— — 808 97.8 98.5 98.5100.0 93.5 95.0 93 5 94.5 100. 94.5 95.7 91.5 96.0 92.0 93.5 94.0 850 92.5 94.0 Westtalenbank.Ausführung sämtlicher „„G. Bochum Bankgeschafte Sorsfältige Ausführung aller bankmäßigen Geschäfte Dregdner Bank Filiale Bochum Humboldtstr. 10 Fernrut 80001 Seite 10 Nr. 162„ Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 14. Juli 1936 Turnen und Sport Links: Bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften gelang es dem Leipziger Wöllner mit einem Dreisprung von 15,06 Meter endlich dem seit 14 Jahren mit 14,99 Meter von Holz gehaltenen Rekord das Lebenslicht auszublasen.— Mitte: Zielaufnahme vom 100=Meter=Endlauf. Horwberger (Frankfurt)— zweiter von links— zerreißt mit klarem Vorsprung vor Kersch(Frankfurt)— Startnummer 297— und dem ganz links auf der Außenbahn laufenden alten Meister Erich Borchmeyer(Stuttgart) das Zielband. Ganz rechts der an 4. Stelle einlaufende Steinmetz(Karlsruhe).— Rechts: Unsere Hammerwerfer bewiesen auch in Berlin ihren ständigen Leistungsaufschwung. Der neue Deutsche Meister Hein stellte mit der auch international erstklassigen Leistung von 54,26 Meter einen neuen deutschen Rekord auf 2 Bilder Hrch. Hoffmann. 1 Bild Scherl. Kanadas Olympia-Ruderer sind da Berlin, 13. Juli. Als achte Auslandsgruppe traf am Montag mittag die zehnköpfige Ruderermannschaft Kanadas mit ihrem Trainer auf dem Lehrter Bahnhof ein. Sie hat zu den Wettkämpfen in Grünau einen Doppelzweier, einen Vierer und einen Achter gemeldet. Die Hauptmannschaft Kanadas in Stärke von 139 Mann und 30 Jugendlichen wird erst etwa am 25. Juli in Berlin ankommen. Die Ruderer wurden auf dem Bahnhof durch den Attaché für Kanada, A. W. Treadwy, begrüßt. Von deutscher Seite waren u. a. der Ehrendienst=Offizier Oberleutnant Heinrichs sowie Professor Müller von der Ruderergesellschaft Wiking, dem Patenverein der kanadischen Mannschaft, erschienen. Auch die Inder angekommen Berlin, 13. Juli. Wenige Stunden nach der Ankunft der kanadischen Ruderer traf am Montag nachmittag über Marseille— Paris kommend auch die indische Olympiamannschaft in Berlin ein. Die 26 Inder boten ein malerisches Bild auf dem Bahnhof Friedrichstraße. Die Mannschaft, die sich aus Leichtathleten, Ringern und Hockeyspielern zusammensetzt, wurde von dem Indischen Studentenbund in Berlin und von deutscher Seite durch den Leiter der Sportabteilung des Olympischen Komitees, Meyer, Platzmajor Hauptmann Fürstner und den Sportattaché Hauptmann Fanelsa empfangen. Die Gäste fuhren mit Wagen der Wehrmacht zu einem Empfang bei Staatskommissar Dr. Lippert, der die indische Mannschaft im Namen der Reichshauptstadt begrüßte. Er überreichte dem Führer der Mannschaft, Kapitän Jagan Nath, die Olympia=Erinnerungsmedaille der Stadt Berlin. Gleichzeitig erhielt jeder Teilnehmer das Buch„Altes und neues Berlin".— Mit einem kurzen Dank des Mannschaftsführers schloß der feierliche Empfang im Rathaus. Zwei Sportgrößen heirateten Vor dem Standesamt im Rathaus Berlin=Schmargendorf fand gestern die Trauung der Fliegerin Elly Beinhorn mit dem bekannten Rennfahrer der Auto=Union Bernd Rosemeyer statt. Beim Verlassen des Standesamtes wurden die Neuvermählten begeistert begrüßt. Scherl-Bilderdienst 1500 Meter in 3,49,9 Glanzvolle USA.=Ausscheidungen Bei den Kämpfen der amerikanischen Leichtathleten um die Vertretung in der Olympiamannschaft sandte auch am Sonntag die Sonne wieder ihre sengenden Strahlen auf das neue Stadion auf Randalls Island nieder. Ungeachtet der tropischen Glut wurden wieder ausgezeichnete Leistungen erzielt. Im 3000=Meter=Hindernislauf bestätigte Menning seinen Meisterschaftssieg durch ein glänzendes Rennen in 9,08,2— eine Zeit, die in diesem Wettbewerb bisher noch nicht erreicht worden ist. Etwa 50 Meter zurück belegte Joe Me. Cluskey vor Glenn Dawson den zweiten Platz. Die hervorragenden Mittelstreckler lieferten sich ein scharfes Rennen. Unter atemloser Spannung der Menge bogen Glenn Cunningham, der junge Sanromaini, Gene Venzke und Bill Bonthron dichtauf in die letzte Runde ein. Etwa 200 Meter vor dem Ziel lieferten sich Cunningham und Sanromaini einen mörderischen Endkampf, den Cunningham wie schon bei der Meisterschaft nur um ein viertel Meter in der großartigen Zeit von.49,9 zu seinen Gunsten entschied. Venzke wurde acht Meter zurück Dritter vor dem Weltrekordmann Bill Bonthron, der in einem weiteren Abstand von 5 Meter mit dem undankbaren 4. Platz vorlieb nehmen mußte und dadurch seine Aussichten auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen eingebüßt hat. Das Kugelstoßen fiel an den Riesen Jack Torrance aber mit 15,65 Meter kam der Kalifornier noch nicht annähernd an seinen Weltrekord heran. Näher bei den Meisterschaftsleistungen lag der Speerwurf von Lee Bartlee, der mit 68,05 Meter vor Malcolm Metcalfe(65,52) und Allen Terry(65.20) gewann. Die 400 Meter wurden eine Beute von Williams, der in 46,7 Sek. Luvalle, Fitch, Smallwood, Young, Cagle und'Brien hinter sich ließ. Venzke gewann die 1500 Meter. Weitere Ergebnisse: 110 Meter Hürden: Sieger Towns in 14,3 Sek. vor Staley. 400 Meter Hürden: Hardin Sieger in 52,9 Sek. vor Schofield. Amerikas Meldungen für Berlin Großartiges Leichtathletik=Aufgebot Nach den überaus erbitterten Kämpfen, die sich Amerikas Leichtathleten um die Einreihung in die Olympia=Mannschaft lieferten, hat das Olympische KoEidmiammne-Terellcg.e „ Tatfachenberichte aus der Geschichte der Olympischen Spiele 2) Von F. R. Roever Das zerbrochene Stemmbrett Wie der Deutsche Bernhard von Gaza um den Olympischen Sieg kam. Die Olympischen Spiele des Jahres 1908 in Lonvon dürfen ein großes und unvergeßliches Verdienst für sich in Anspruch nehmen: sie brachten die Rettung der Olympischen Idee. Denn, seien wir offen, Paris 1900 und St. Louis 1904 waren trotz allen guten Willens der Veranstalter keine Olympiaden gewesen, würdig des großen Namens und der großen Ueberlieferung. Man hatte beidemale den schweren Fehler gemacht, die sportlichen Kämpfe der Besten der Welt im Rahmen einer gleichzeitigen allgemeinen Weltausstellung aufzuziehen, und so stark war damals die rein sportliche Idee noch nicht, daß sie sich dem lauten Prunk einer solchen Schaustellung gewachsen fühlen konnte; beide Olympiaden gingen auf eine schmerzliche Weise mehr oder minder unter in dem allgemeinen Taumel, in den zwei Riesenstädte für Wochen und Monate versetzt waren. Als die ausländischen Teilnehmer, stärker an und Können als je zuvor, in den ersten Augusttagen des Jahres 1908 sich in London zusammenfanden, da präsentierte sich ihnen als Kampfstätte ein Stadion, wie sie es noch nie gesehen, wie sie es in ihren kühnsten Träumen sich nicht zu erhoffen gewagt hatten. Im Osten Londons war dieses Riesenstadion, Sheppards Bush, aus dem Boden gewachsen, ein gigantischer Bau aus Eisen und Zement. Rund 100000 Zuschauer fanden Platz in dieser Arena, und alle hunderttausend hatten guten Ueberblick auf die Ereignisse. Ein prachtvoller kurzer, weicher Rasenteppich breitete sich im Innern der gewaltigen Anlage aus, rund herum führte eine musterhaft angelegte Laufbahn von 530 Meter Länge. Hier lief der unschlagbare M. W. Sheppard seine Olympischen Mittelstrecken in Zeiten, die erst fast zwanzig Jahre später ein Nurmi schlagen konnte. Hier feierte Walker, der Südafrikaner, seinen vielbejubelten Sieg gegen die Uebermacht der amerikanischen Sprinter, hier brach Pietro Dorondo am Ziel jenes tragischen Laufes zusammen, der unvergessen bleiben wird in der Geschichte der Marathonstrecke, hier trat aber auch jener Deutsche auf, auf dessen herrlichem Können und unbeugsamem Kampfgeist sich alle späteren Siege der deutschen Leichtathletik aufbauten: Hanns Braun, der Held der Mittelstrecke, der König des Endspurts, der unglückliche und vielleicht gerade deswegen nie vergessene erste große deutsche Läufer der Vorkriegszeit. Doch wenden wir unsere Blicke ab von Sheppards Bush und seinen Kämpfen und betrachten wir eine andere Arena Olympischer Kämpfe, die zu gleicher Zeit im Brennpunkt des Interesses stand: Henley. Zum ersten Male in der jungen Geschichte der Olympischen Spiele war eine großzügige Ruderregatta in das Programm der Spiele ausgenommen worden. Und während das Riesenstadion von Sheppards Bush alle seine Vorgänger weit in den Schatten stellte durch die Größe seiner Dimensionen und die Zweckmäßigkeit seiner Anlagen, bot sich den Ruderern der Welt in Henley die berühmteste und traditionsreichste Rennstrecke dar, die es je im Wassersport gegeben hatte. Aus Italien und Ungarn, aus Norwegen, Belgien, Holland, aus Kanada und Deutschland waren die besten Rudermannschaften, über die diese Länder verfügten, gekommen, um hier auf der klassischen Ruderstrecke der Welt den Kampf aufzunehmen gegen die Elite der englischen Meisterruderer. Die Senlation der 1. OlympiaRegatta Unter den deutschen Ruderern war damals einer, der als einziger berufen schien, den großen Engländern einen ebenburtigen Kampf zu liefern: Bernhard von Gaza, ein großer kräftiger Mann mit sympathischem Gesicht. Er war Mitglied des Berliner Ruderklubs Wiking und hatte im Jahre 1907 die deutsche Einermeisterschaft überlegen gewonnen. Er war der erste Festländer, der sich den modernen englischen Professionalstil zu eigen gemacht hatte. Wenn einer die Möglichkeit besaß, den Engländern auf ihrer ureigensten Domäne, auf der traditionsreichen Strecke von Henley, beizukommen, dann war er es. Gleich das erste Rennen dieser Olympischen Regatta sah Gaza am Start. Er hatte den Ungar Killer gegen sich. Die geringe Breite der Bahn von nur knapp 40 Meter, gestattete stets nur den Start zweier Boote, so daß es durchweg zu spannenden Zweikämpfen kam, ein besonderer Leckerbissen für das sportkundige englische Publikum. Gaza machte an diesem Tage nicht viel Federlesens mit seinem Gegner, er schlug ihn hochüberlegen und als seine Zeit verkündet wurde, 9 Minuten und 35 Sekunden, die er ohne allzugroßen Kampf erzielt hatte, da stellte sich heraus, daß es die absolut beste Zeit war, die ein Skuller bisher im Training wie im Rennen auf dieser neuen Strecke erreicht hatte. Man begann, aufmerksam zu werden auf diesen Deutschen. Aber man gab ihm doch wenig Chancen als er am folgenden Tag gegen den Kanadier Schloes antreten mußte. Dieser Schloes war einfach Sonderklasse. Er hatte in Kanada alle Einer des Landes in überzeugendster Weise geschlagen, er war dann 1905 nach Henley gekommen und hatte zum Entsetzen der englischen Sportwelt ihren Abgott, F. S. Kelly in einem mörderischen Kampf besiegt, es würde schwer sein, diesen Schloes daran zu hindern, daß er nun auch den Olympischen Sieg nach Kanada heimfuhr. Der Deutsche mochte ein guter Mann sein, gegen einen Schloes gab es nichts zu gewinnen. Und wirklich schien der Verlauf des Rennens den Experten recht zu geben. Von Anbeginn geht der Kanadier mit bombenmäßigen 28er Schlägen los. Jetzt steigert er sogar noch seine Geschwindigkeit. Die halbe Bahn ist zurückgelegt, und Kanada liegt klar vorne. Adien Gaza! Doch was ist das? Da geht doch plötzlich der Deutsche vor! Ein Schrei des Erstaunens geht durch die Massen. Mitten in dem tollen Tempo des Kanadiers setzt der Deutsche zu einem Zwischenspurt an, kommt heran, da, jetzt geht er sogar vorbei! Aber nein, Schloes wird jetzt erst zeigen, was er kann. Er rückt nach, holt auf! Aber der Deutsche gibt nicht nach! Ein Spurt des Kanadiers bringt ihn auf eine Länge heran, aber da spurtet auch schon Gaza wieder und wieder sind es zwei Längen, die die beiden Gegner trennen. Und so wiederholt sich vor den Augen der entzückten, der tobenden, der restlos faszinierten Zuschauer dieses Schauspiel drei= vier=, fünfmal. Spurt auf Spurt, tausend Meter lang Spurt auf Spurt! Unter landlied klingt auf. Schloes ist geschlagen, der unschlagbare Kanadier ist besiegt. Jetzt gibt es nur noch einen Olympiafavoriten: den Deutschen Bernhard von Gaza! Der dritte Tag der Regatta brachte die letzten Ausscheidungen. Der Besuch war gut, denn man war vor allem auf das erste Auftreten des belgischen Achters gespannt, der denn auch die junge Mannschaft der Universität Cambridge leicht schlug. Dann aber wollte man auch Gaza wiedersehen, der nun heute gegen H. T. Blackstaffe kam, den besten englischen Skuller, der am Vortag den zweiten Kanadier, Borler, dadurch leicht besiegen konnte, daß Borlers Boot kurz nach dem Start kenterte. Allgemein gab man, so traurig dies auch war, dem Deutschen die besseren Chancen. Ein Kanonenschuß erdröhnt, die Glocken erklingen zum Zeichen, daß die Bahn frei gemacht werden muß. Schon nahen die Dampferchen der Stromverwaltung, um auch den letzten noch auf der Bahn Weilenden zum Ufer zurückzutreiben. Das Rennen beginnt! Ein fragisches Mißgeschick Man wird die Ursache des tragischen Mißgeschicks wohl nie ganz ergründen können, das an diesem Tage Bernhard von Gaza betraf und ihn um den wohl sicheren Olympischen Sieg brachte. Man weiß nur, daß er, wie stets, mit seinen ruhigen 24er=Schlägen das Rennen begann, daß nach etwa 30 Meter beide Gegner auf gleicher Höhe lagen und daß nun plötzlich, zum fassungslosen Erstaunen der Zuschauer, der Deutsche jäh zurückblieb, noch ein paar Dutzend Schläge ausführte und dann aufgab... Am Ziel stand eine vieltausendköpfige Menge und wartete sehnsüchtig, bis die Boote herannahen sollten. Man machte sich wieder auf ein unerhörtes Finish gefaßt, auf ein Duell wie am Tage zuvor. Doch dann erschien mit einem Male nur ein Boot im Gesichtskreis der Menschen am Ziel. Es war H. T. Blackstaffe, der ruhig und langsam im Alleingang über die Strecke ging. Wenig später wurde es bekanntgegeben: Dem deutschen Ruderer Bernhard von Gaza war nach wenigen Schlägen das Stemmbrett des Bootes ausgebrochen. Er hatte noch einige Schläge gemacht, aber dann das Aussichtslose eingesehen, mit kampfunfähigen Boot das Rennen weiterzuführen und hatte aufgegeben. Der große Favorit war ausgeschieden. Am Tage darauf siegte H. T. Blackstaffn, der damals schon 40 Jahre alt war, im Endlauf des Olympischen Einerrennens nach hartem Kampf gegen seinen jungen Landsmann A. M. Culloch. Was half es Bernhard von Gaza, daß er, wenige Wochen später, auf den Regatten von Staines und von Goring die ganze englische Skullerelite in glänzender Weise schlug. Ein zerbrochenes Stemmbrett hatte ihm den schönsten Sieg, den Olympiasieg zu Henlen, gekostet. (Fortsetzung folgt.) dem tosenden Beifall der Tausenden geht Bernhard von Gaza mit anderthalb Längen durchs Ziel. Das Deutsch Seite 11 Nr. 162. Bochumer Anzeiger# Dienstag, 14. Juli 1936 Mannschaft gehören nicht weniger als zehn Neger an. Das Sternenbanner wurde einer Elite der Weltbesten anvertraut. Für die einzelnen olympischen Leichtathletik=Wettbewerbe wurden von den Vereinigten Staaten folgende 66 Athleten gemeldet:.„.tral100 Meter: Jesse Owens, Ralph Metcalfe, Frank Wykoff. 200 Meter: Jesse Owens, Mac Robinson, Robert Packard.„. g„." Garathe Mp.a 400 Meter: Archie Williams, Harotos Mallwood, James Luvalle....„Karlag Garnhent 800 Meter: John Woodruff, Chartes Hornvostel, Harry Williamsen.„.5.2: 8 1500 Meter: Glen Cunningham, urchie San Romani, Gene Venzke.„ 9.#. 5000 Meter: Donald Lasy, Louis Szamperelli, Thomas Deckard.„„„„„ K. 10000 Meter: Donald Lash, Eine Penti, Stanley Wudyka. 110=Meter=Hurden: Forest Towns, Fred Wollard, Roy Stanley.„ I8 Malt.rs, 400=Meter=Hürden: Glen Hardin, Joe Patterson, 3000.Meter=Hindernis: Harold Manning, Joe Me Cluskey, Glen Dawson. Staffeln: 4X100 Meter: Foy Draper, Martin Glickman, Sam Stoller, Mac Robinson: 4X400 Meter: Alfred Fitsch, Robert Young, Harold Cagle, Edward 50=Kilometer=Gehen: Ernest Köhler, George Grosbie, Albert J. Mangin... I5nf, Hochsprung: Cornelius Joonson, David Albritton, Delos Thurber.„ Stabhochsprung: Earle Meadows, William Seften, Bill Graber.„. Ramerg C. NTar Willina Mil. Dreisprung: Roland momero, Dudley Wurins, William Brown. Grags: P#k. Weitsprung: Jesse Owens, Joyn Brooks, Robert Clark.„„„„„„ 9 Kugelstoßen: Jack Torrance, Sam Francig, Dimitri Diskuswerfen: Gordon Dun, Kenneth Carpeiter, Walter Wood. Speerwerfen: Lee Bartlett, Malcolm Metcalf, Alton Terry. Hammerwerfen: Henry Dreyer, William Rowe, DoZehnkampf: Glen Morris, Robert Clark, Jack Parter. Marathonlauf: Ellison Brown, William Mc Mahon, John A. Kelley. Hollands Streitmacht für Berlin Nachdem sich ein großer Teil der besten holländischen Leichtathleten an den englischen Meisterschaften in London beteiligte und ihr Abschneiden im Hinblick auf die Olymvischen Sviele in Berlin mit besonderer Spannung erwartet wurde, hat der Verband am Sonntag abend noch die Auswahl für Berlin getroffen. Unter Führung von Strengholt wird sich am 29. Juli in Amsterdam folgende Mannschaft auf die Reise nach Deutschland begeben: Männer: 100 Meter: Berger, Osendarv, van Beveren.— 200 Meter: Osendarp, van Beveren.— Viermal 100 Meter: Bousman, Berger, van Beveren, Osendarp. Ersatz: Goul, Mesman=Schultz.— 50=KilometerGehen: Toscani.— Weitsprung: Klasema.— Hochsprung: Brasser, Carlier.— Dreisprung: Klasema.— Sveerwerfen: van der Poll.— Hammerwerfen: Houtzager.— Zehnkampf: Brasser.— Frauen: 100 Meter: Koning, Koen, de Vries.— 80 Meter Hürden: Doorgeest, ter Braake.— Viermal 100 Meter: Koning, ter Braake, Koen, de Vries. Ersatz: Mesman, Doorgeest.— Hochsprung: Koen, Koopman.— Sveerwerfen: de Kock.— Diskuswerfen: Koopman, Niessik. Japans Schwimmer immer schneller Das unermüdliche, manchmal fast unmenschlich harte Training der japanischen Schwimmer Tag für Tag im Sportforum bringt Leistungen hervor, die immer wieder Staunen erregen. Die gesamte Mannschaft wurde nun zum ersten Male nach ihrem Eintreffen in Berlin einer Prüfung unterzogen. Dabei kraulte Arai die 100 Meter in 56,6 Sekunden herunter, die beste Zeit, die im Freiwasser auf einer 50=Meter=Bahn erreicht wurde. Yusa und Taguti blieben mit 57,1 bzw. 58 Sek. ebenfalls noch weit unter der Minutengrenze. Ueber 100 Meter Rücken erwies sich Olympiasieger Kijokawa mit 1,08,4 Min. vor Yosida(1,08,8) und Ake, der nur auf 1,11 kam, noch als der Beste. Ueber 200 Meter Kraul war Sugiura mit 2,12,6 Min. vor Turacka über 200 Meter Brust kam Hamuro mit 2,42 Min. der von Higgins bei den amerikanischen Ausscheidungen erzielten Freiwasserbestzeit von 2,41 Min. nahe. Ganz überlegen schwamm Makino in 4,47 Min. über 400 Meter Negami und Ishiharada davon, die sich um über vier Sekunden geschlagen bekennen mußten. Udo, Tanaka und Terada waren die drei Schnellsten über 1500 Meter Kraul, wobei der Sieger 19,30,2 Min. erreichte. Deutsche Atlanfik-Jacht gesichtet Der deutsche Schnelldampfer„Bremen“, der sich zur Zeit auf der Fahrt von Bremen nach Newyork befindet, hat nach seinem Heimathafen folgenden Funkspruch gerichtez; „Passierten am Montag.30 Uhr mittlerer Greenwichzeit die Segeljacht„Peter von Danzig“ auf 45 Grad 31 Minuten Nord und 43 Grad 8 Minuten West.“ Ballon„Stadt Elfen II“ Sieger im Emil=Kirdorf=Pokal=Freiballon=Wettbewerb Den in Gelsenkirchen eingegangenen Meldungen nach urteilen ist der Ballon„Stadt Essen 2“ unter Führung von F. Ebener(Essen) aus dem diesjährigen Freiballon=Wettbewerb um den Emil=Kirdorf=Pokal mit 210 Kilometer Fahrstrecke als Sieger hervorgegangen. An zweiter Stelle lag der Ballon„Ernst Brandenburg" (Führer C. Goetze jun., Düsseldorf) mit 190 Kilometer, an dritter Stelle Ballon„Roland“(Führer H. Nebeltau, Bremen) mit 170 Kilometer. Die endgültige Entscheidung, die erst nach Eingang und Prüfung der Bordberichte erfolgen kann, dürfte an dieser Reihenfolge kaum etwas ändern. Zielsegelflug Berlin— Stettin Eine neue beachtliche Segelflugleistung vollbrachte am Montag Flugkapitän Otto Babekuhl von der Deutschen Lufthansa. Babekuhl ließ sich in Tempelhof von Peter Riedel mit dem Motorflugzeug hochschleppen und erreichte mit einem Rhönsperber nach etwa 3½ Stunden den 130 Kilometer entfernten Flughafen Stettin, den er vorher als Bestimmungshafen angegeben hatte. I, inpie-Aderateldungen aberan Leichtathletik-Nachleie Gute Leiftungen in Hellingfors Ausscheidungen der finnischen Leichtathleten Die Ausscheidungskämpfe der finnischen Leichtath= leten, die für Sonntag und Montag nach Helsingfors angesetzt wurden, waren am ersten Tage mit rund 20 000 Zuschauern, darunter das norwegische Kronprinzenpaar und die japanische Olympiamannschaft, sehr gut besucht. Bei herrlichem Sommerwetter gab es ausgezeichnete Leistungen. Hervorzuheben sind vor allem der Hochsprung von Kotkas, der mit 2,03 Meter den Landesrekord um zwei Zentimeter überbot und zugleich einen neuen Europarekord aufstellte, sowie die Leistung im Kugelstoßen von Bärlund mit 16,23 Meter. Für die großartige Form von Bärlund sprechen die weiteren Stöße, denn er erreichte hintereinander 15,80 Meter, 15,97 Meter, 16,23 Meter und 15,79 Meter. Ein großes Rennen gab es über 5000 Meter, das Gunnar Höckert in 14,30,8 Minuten nur mit Brustbreite vor Salminen zu seinen Gunsten entschied. Im Hammerwerfen versagte überraschend der Meister Perhölä, der nicht über die 50=Meter=Grenze kam. Die Ergebnisse: 200 Meter: 1. Strandvall 22,3 Sekunden, 2. Storskrobb 22,8, 3. Koskinen 23.— 800 Meter: 1. O. Teileri 1,54,5 Minuten, 2. Kurkela 1,55, 3. Peussa 1,55,9.— 5000 Meter: 1. Gunnar Höckert 14,30,8 Minuten, 2. J. Salminen Brustbreite zurück, 3. Mäki 14,41,6 Minuten.— 400 Meter Hürden: 1. Nora 55,8 Sekunden, 2. Nuortio 56,7, 8. Arniala 58,8.— Hochsprung: 1. Kotkas 2,03 Meter, 2. L. Kalima, 3. S. Peräsalo beide 1,90 Meter.— Weitsprung: 1. H. Luoma 7,10 Meter, 2. A. Laine 6,97 Meter, 8. Nissile 6,89 Meter.— Kugelstoßen: 1. Bärlund 16,23 Meter, 2. Kuntsi 15,07 Meter, 3. Vimpari 14,21 Meter.— Hammerwerfen: 1. A. Koutonen 52,35 Meter, 2. Heine 50,23 Meter, 8. Hammula 49,78 Meter. Schwedens Leichtathleten stehen feit Auswahl auf Grund der Ausscheidungen getroffen. Schwedens Leichtathletik=Verband hat auf Grund der Stockholmer Ausscheidungen seine Vertretung für die Olympischen Sviele namhaft gemacht. Lediglich die Teilnehmer am 10000=Meter=Lauf und ein dritter Hammerwerfer müssen noch bestimmt werden. Die schwedische Olympia=Mannschaft hat danach folgendes Aussehen: 100 und 200 Meter: L. Strandberg, L. Lindaren. 400 Meter: V. Wachenfeldt. 110 Meter Hürden: O. Lidman. 1500 Meter: Ny. 5000 Meter: H Jonsson. Marathonlauf: T. Enochson, Palme. 3000Meter=Hindernislauf: F. H. Ekman, H. Holmquist, L. Larsson. Hochsprung: A. Oedmark. Dreisprung: J. Andersson. Kugelstoßen: G. Bergh. Diskuswerfen: Harald Andersson, A. Hedvall, G. Berah. Hammerwerfen: G. Jansson, E. Linne. Zehnkampf: Dahlaren. O. Berel. Viermal 100 Meter: Strandberg, Lindaren, J. Ternstroem, Sandstroem. Viermal 400 Meter: V. Wachenfeldt, Danielsson, Edfelt, Stroemberg. Frankreichs Leichtathletikmeister Die französischen Meisterschaften standen unter einem wenig günstigen Stern. Ein heftiger Dauerregen hatte die Bahn schwer und locker, das Gras naß gemacht. So blieben die Zeiten und Weiten stark hinter den Erwartungen zurück. Die besten Leistungen vollbrachten die Mittel= und Langstreckler. Die 5000 Meter gewann Lefevre in 14:56,4 vor Lecuron(15:03), Solaut und Chatillon(beide 15:08,4). Rochard wurde in 15:14 nur Fünfter. Jois sicherte sich in:56,4 die 1500 Meter, Soulié siegte über 800 Meter in:54,6 vor Petit(:54,8). Skavinsky(48,6) und Tostain(31:33,2) waren die Sieger über 400 und 10000 Meter. Dortmunder TG. fiegt bei den Männern Faustball=Gruppenmeisterschaften in Hamm In Hamm fanden die Faustball=Gruppenspiele der Kreise Bochum, Dortmund, Hamm und Padervorn statt. Bei den Männern setzte sich in allen drei Klassen die Dortmunder Turngemeinde erfolgreich durch. In der ersten Männerklasse wurden Polizei Bochum, Westfalia Hamm und Paderborn geschlagen, während der Kampf um den zweiten Platz vorerst unentschieden blieb, so daß besondere Entscheidungsspiele angesetzt wurden, in denen sich Westfalia Hamm als die bessere Fünf behauptete und so ebenfalls an den Gaumeisterschaften teilnehmen wird. Bei den Frauen siegte der Post=SV. Dortmund überraschend über die Bochum=Ehrenfelder TG. Ergebnisse: Männer, Klasse 1: Dortmunder TG.— Westfalia Hamm 37:28, Polizei Bochum— Germania Paderborn 33:43, Dortmunder TG.— Paderborn 35:24, Dortmunder TG.— Polizei Bochum 40:29, Westfalia Hamm— Paderborn 33:23; Westfalia Hamm— Polizei Bochum 23:27.— Entscheidungsspiele: Paderborn— Westfalia Hamm 29:30, Westfalia Hamm— Polizei Bochum 35:23.— Klasse 2: Dortmunder TG.— Westfalia Hamm 53:21, TV. Wanne— Westfalia Hamm 40:36, Dortmunder TG.— TV. Wanne 48:32. — Klasse 3: Dortmunder TG.— TV. Unna 50:22, TV. Unna— Dortmunder TG. 25:50.— Frauen: Post=SV. Dortmund— TV. Hörter 45:31, TG. Bochum=Ehrenfeld— TV. Hörter 51:44, Post=SV. Dortmund— Bochum=Ehrenfeld 44:36. Horpetantel-KuhmemlEhrenlänter dermotel-ni. Glänzender Verlauf der Hl.-Motorfahrt durch den Harz Die diesjährige große HJ.=Motorfahrt durch den Oberharz, die am Sonntag durchgeführt wurde und 186 Angehörige der Motorsportscharen im Alter von 16 bis 18 Jahren aus allen Gebieten des Reiches in Mannschaften und Einzelfahrern am Startort sah, ist von Anfang bis zu Ende programmäßig verlaufen. Höchst bemerkenswert ist die Tatsache, daß von den gestarteten Führern nicht weniger als 161 das Ziel erreichten. Die vom besten Wetter begünstigte Fahrt führte bei einer Länge von rund 120 Kilometer von Goslar nach Osterode und von dort über Torfhaus zum Ausgangspunkt zurück. Korpsführer Hühnlein und Reichsjugendführer Baldur von Schirach nahmen Gelegenheit, sich auf der ganzen Strecke von den höchst anerkennenswerten Leistungen zu überzeugen. Am Abend erfolgte vor der altehrwürdigen Kaiserpfalz in Goslar die Verteilung der Preise. Der Schlußappell war verbunden mit einer besonderen Ehrung des Führers des RSKK., Korpsführer Hühnlein. Der Reichsjugendführer würdigte in einer längeren Ansprache die Verdienste des Korpsführers um die motorsportliche Ertüchtigung der Jugend und teilte die Ernennung Hühnleins zum Ehrenführer der Motor=HJ. mit. Korpsführer Hühnlein nahm die ihm zuteil gewordene Ehrung mit Worten der Freude und des Dankes entgegen. Er wertete sie als die Anerkennung der engen Zusammenarbeit zwischen Motor=HJ. und RSKK. Die Aufgabe der Betreuung der Motor=HJ. betrachte er, als eine der schönsten, stolzesten und dankbarsten Aufgaben, die ihm überhaupt gestellt seien. Den Wanderpreis des Korpsführers, eine Broncestatue„Der Trommler“, die bei der vorjährigen Harzfahrt von einer Mannschaft des Gebietes Ruhr=Nieder= rhein, gewonnen worden war, erhielt diesmal die Mannschaft 51 des Gebietes Franken, die sich aus drei Nürnberger Fahrern zusammensetzt. Der Preis des Reichsjugendführers fiel an die Mannschaft 54, die ebenfalls aus dem Gebiet Franken stammt. Preise des Amtes für Körperschulung der Reichsjugendführung erhielten die Mannschaften 36 Niedersachsen, 61 Ostland und 49 Nordmark. Bester Einzelfahrer war ein Fahrer aus dem Gebiet Ostland. Stellvertr. Gauleiter Stürtz erhielt bei der Westfalen=Lippe=Fahrt eine Goldmedaille Bei der zwölften Westfalen=Lippe=Fahrt wurde ein überaus günstiges Ergebnis erzielt, das den westdeutschen Motorsportlern das beste Zeugnis ausstellt. Von den rund 350 Teilnehmern erhielten 218 die goldene Medaille, was einem Prozentsatz von stark 65 entspricht. Unter den Goldmedaillen=Preisträgern befindet sich auch der stellvertretende Gauleiter von Westfalen, Stürtz, auf Adler, und zwar in der Klasse für Kraftwagen über 2000 Kubikzentimeter. Wie wir bereits gestern mitteilen konnten, hat sich in der Klasse für Motorräder bis 500 Kubikzentimeter auch Holzapfel(Bochum) auf NSU. eine Goldmedaille geholt. Korpsführer Hühnlein gratuliert Adler Der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, hat an die Adler=Werke nach dem Sieg im Großen Preis von Belgien folgendes Telegramm gesandt: „Mit ihrem Sieg beim Großen Preis von Belgien für Sportwagen und der Erringung der Mannschaftstrophäe des belgischen Königs haben die Adler=Werke für die deutschen Farben einen Erfolg errungen, zu dem ich ihre siegreichen Fahrer und mit ihnen die Betriebsführung und Gefolgschaft aufrichtig beglückwünsche.“ AdsreiVeriauf der deundten-Fahrer Die 6. Efappe der 30.„Tour de France“— Sieger Meulenberg(Belgien) Nach einem Ruhetag wurde am Montag in Evian die sechste Etappe der„Tour de France" nach dem 212 Kilometer entfernten Evian=les=Bains in Angriff genommen. Nach etwa 56 Kilometer— kurz vor Bonneville— unternahmen ganz plötzlich die drei Deutschen Bautz, Roth und Kijewski zusammen mit Bulla (Oesterreich), Verwaecke(Belgien) und Marie(Frankreich) einen energischen Vorstoß, der ihnen zunächst auch gelang. Das Feld ließ aber die Ausreißer nicht außer Sichtnähe und als es einige Kilometer später auf den nahezu 1500 Meter hohen Col des Aravis hinaufging, änderte sich das Bild schnell. Die Spanier Berrondero, Ezquerra, Molina und Alvarez arbeiteten sich an die Spitze und Molina erreichte die Paßhöhe als erster vor S. Maes, Ezquerra und Verwaecke. Der Träger des gelbene Trikots, Archambaud, lag schon fast zwei Minuten zurück, als er noch zu allem Unglück Pedalbruch hatte und drei weitere Minuten einbüßte. Auf der Talfahrt riskierte der Franzose aber alles, trotz der Gefährlichkeit der Strecke mit ihren vielen Windungen jagte er— streckenweise im 65=Kilometer= Tempo— der Spitze nach, die sich inzwischen auf 14 Fahrer vergrößert hatte. Im Endspurt siegte etwas überraschend der Belgier Meulenberg nach einer Fahrzeit von:24:51 Stunden vor A. Magne, Mersch, Neuville, A. van Schnedel, Archambaud und den Belgiern S. Maes, Verwaecke und Wierinckx. Die deutsche Mannschaft ist gesprengt worden Der Dortmunder Bautz, der Frankfurter Roth und Kijewski, die auf der sechsten Etappe den Versuch unternommen hatten, die Stellung der Deutschen zu verbessern, gaben später auf, so daß nur noch Händel, Weiß, Funke, Heide und Weckerling im Rennen liegen. Die Placierung der Deutschen bei der sechsten Etappe war: 58. Händel 6,49,19, 59. Weiß, dicht auf, 60. Funke 6,51,06, 64. Heide 6,54,03, 71. Weckerling 7,14,16. Die Länderwertung: 1. Belgien 119,49,56, 2. Frankreich 119,51,54, 3. Spanien=Luxemburg 119,57,57, 4. Schweiz 121,13,29, 5. Holland 121,30,36, 6. Deutschland 124,36,49, 7. Oesterreich, 8. Jugoslawien. Einzelwertung: 1. Archambaud(Frankreich) 39,52,05, 2. S. Maes(Belgien) 39,55,42, 8. Wierinakx(Belgien) 39,55.49, 4. P. Clemens(Luxemburg), 5. Magne.— 56. Funke 41,12,04, 61. Heide 41,33,28, 68. Händel 41,51,16, 64. Weiß 41,53,49, 68. Weckerling 42,17,12. Die Turngemeinde.=Ehrenfeld trat am Sonntag auf der Terrasse im Stadtpark mit ihrem diesjährigen Schauturnen an die Oeffentlichkeit, das trotz des unfreundlichen Wetters außerordentlich gut besucht war. Man weiß eben, daß man bei der Turngemeinde stets Gutes zu sehen bekommt. Den Auftakt der Veranstaltung bildete die OlympiaWerbung, die von fünf Turnern und fünf Turnerinnen mit Fahnen und den fünf olympischen Ringen eindrucksvoll dargestellt wurde. Ausgezeichnet vorbereitet wickelte sich dann eine fein zusammengestellte Vorführungsfolge unter der Leitung des Oberturnwartes Ramsberg ab. Den Beginn machten allgemeine Freiübungen der Turner und Turnerinnen. Nette Turnspiele der Schüler schlossen sich an, denen ein Gemeinschaftsturnen der Schülerinnen folgte. Die Jugendturner warteten mit Mut= und Gewandtheitssprüngen am hohen Tisch auf. Sehr gut gefallen konnte der Glühwürmchentanz der Kleinsten. Auch die Altersriege hatte sich in den Dienst der Sache gestellt und zeigte gefällige Uebungen an zwei Barren. Ein besonderer Genuß wurde den Zuschauern durch eine Gesangseinlage geboten. Opernsänger Müller vom Stadttheater Magdeburg sang mit klangvoller Stimme den Prolog zum Bajazzo, wofür er stürmischen Beifall erntete. Volkstänze der Turnerinnen und ein Turnen der Turner am Pferd und Barren leiteten dann zu dem Höhepunkt, dem Marschtanz der Turnerinnen, über. Ein Kürturnen am hohen Reck beschloß den vorzüglich verlaufenen Vorführungsabend. Ein voller Erfolg, zu dem wir gratulieren. Zehnte Vereinsmeisterschaften des Postsportvereins Das war ein fröhliches Leben und Treiben auf der wunderschönen Anlage am Freigrafendamm. Selbst durch den Regen, der oft genug im Laufe des Sonntags herunterkam, ließen sich die Wetttämpfer und Zuschauer die Stimmung nicht verderben. Der Nachmittag brachte den Höhepunkt der Kämpfe. An dem Einmarsch beteiligten sich alle Abteilungen des Postsportvereins mit Bannern und Wimpeln. Vereinsführer Arens hielt einleitend eine Ansprache. Die Stimmung auf der Kampfbahn stieg von Wettkampf zu Wettkampf. Die Schauvorführungen der Boxer sowie das rege Leben auf den Tennisplätzen riefen den Beifall der Anwesenden hervor. Nach Schluß der Kämpfe fanden sich alle zu gemütlichem Beisammensein vor dem Klubhaus ein, wo auch die Siegerehrung stattfand. Mit sichtbarem Interesse verfolgte Oberpostrat Leupold die Veranstaltung. Den wertvollen Wanderwimpel für die beste Leistung im Aufmarsch erhielt die Kleinkaliber=Schießabteilung. Ergebnisse: Vierkampf, Männer bis 32 Jahre. 100=Meter=Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung, Keulenweitwurf: 1. Wiemann 124,2 Punkte, 2. Iger 123,2., 8. Werner 121 4. Breuing 108 P. Dreikampf, Männer 82 bis 40 Jahre: 100=MeterLauf, Kugelstoßen, Weitsprung: 1. Muck 72 Punkte, 2. Pioreck 70., 3. Quilleng 62 P. Vierkampf, Jugend: 100=Meter=Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung, Keulenweitwurf: 1. Stammer 114 Punkte, 2. Büsching 99., 3. Wigmann 95 P. Dreikampf, Frauen: 75=Meter=Lauf, Hochsprung, Ballweitwurf: 1. G. Wiegand 96 Punkte, 2. M. Thielen 94., 3. A. Grasedieck 91., 4. E. Brüggmann 90 P. 1500=Meter=Lauf: 1. Grafft 4,44,6 Min., 2. Schulte 4,48,8 Min., 3. Wietmann 4,51,6 Minuten. Kugelstoßen: 1. Werner 9,58 Meter, 2. Graf 9,09 Meter, 3. Pristulla 8,36 Meter. 100 Meter: 1. Hohaus 12,9 Sekunden, 2. Stammer 13,1 Sekunden, 3. Wiemann 13,6 Sekunden. Hochsprung: 1. Schmied 1,55 Meter, 2. Wiemann 1,50 Meter, 3. Wiechmann 1,45 Meter. 4X100=Meter=Staffel: 1. Leichtathl.=Abt. 53.0 Sek., 2. Leichtathl.=Abt. 54,0 Sek., 3. Tennis=Abt. 54,0 Sek. 1000=Meter=Hindernis=Lauf: 1. Graf 4,14,4 Min., 2. Funke 4,22,2 Min., 3. Wiegmann 4,27,6 Minuten. 3000 Meter: 1. Kunkler 10,18,0 Min., 2. Breuing 10,53,2 Min., 8. Hagedorn 11,03,0 Minuten. Rumänischer Sieg beim Verdener Turnier. Zu einem großen Tag gestaltete sich sofort am Beginn des internationalen Turniers in Verden an der Aller der Sonntag, der vor 10000 Zuschauern als Hauptprüfung ein schweres Jagdspringen der Klasse Sa brachte, das mit einem rumänischen Siege durch Oblt. Tudoran auf Hunder endete. Der Kurs führte über 740 Meter mit 19 Hindernissen, darunter zwei-Doppelsprüngen. Die Mindestzeit betrug 112 Sekunden. Zeitüberschreitung wurde in Fehler umgerechnet. Rittm. von Salviati auf Christa. SS.=Untersturmführer Petzel auf Ferror, Oblt. Tudoran auf Hunder und Wachtmeister Pöschke auf Landaraf blieben als einzige fehlerlos und gelangten in den Stichkampf. Die Hindernisse wurden erhöht. Mit vier Fehlern sprang Oblt. Tudoran am besten, während Wachtmeister Pöschke acht Fehler machte ebenso SS.=Untersturmführer Petzel. Rittm. von Salviati verzichtete auf das Stechen infolge der Jugend seines Pferdes. In den Rahmenkämpfen blieben Frau Franke mit Trojaner und A. Staek mit Draufgänger in den Dressurprüfungen siegreich. Enghien, 13. Juli 1..: 1. Mabama(Cames), 2. Flamme, 3. Vérimigs. Toto: Sieg 33, Platz 18. 38. Ferner: Boucaro, Timbre Poste. 2..: 1. Provence(Gleizes), 2. Vanette, 3. Barricade. Toto: Sieg 16, Platz 13, 17. Ferner: Mafizy, Gabalta, Estafette. 3..: 1. Disraeli(Galaurchi), 2. Toutva II, 3. Mannganut. Toto: Sieg 70. Platz 30, 29. Ferner: Apres Nous. 4..: 1. Ulefeld(Bonaventure), 2. Controle, 3. Tchigei. Toto: Sieg 19. Drei liefen. 5..: 1. Folle(Sables), 2. Saint=Cvrien, 3. Bleuette. Toto: Sieg 23, Platz 17, 36. Ferner: Gandelain, Marfac, Emprise. 6..: 1. totes Rennen zwischen'Arbre Brové(Kallen) und Harrar(Pelat), 3. Dark Way. Toto: Sieg 11 und 11. Platz 13, 13.. Ferner: Old Glory. Unsere Voraussagen: Bad Harzburg, 14. Juli 1..: Norddeich— Gustavsburg. 2..: Pantber— Wilderich. 3..: Perkeo— Pfalzgraf. 4..: Rolanda— Sergeant. 5..: Pontiser— Herzober. 6..: Frauenfreund— Torquato. 7..: Varus— Stall Mülhens. Saint=Cloud, 14. Juli 1..: Hades— A Propos. 2..: Brian Boroimbe— El Mers. 3..: Réaumur— Ornando. 4..: Carius— Stall E. de Rothschild. 5..: Patata— Magic Grey. 6..: Stall Volterra— Baby Rose 11. # Uhhce rein artsch! gouARD LINGEL:SCHUHFABRIK.-.:ERFURT rein arisch! Verkaufsstelle Bechum Kortumstraße 59 Telephon 62000 Seite 12 Nr. 162.; Bochumer Anzeiger# Dienstag, 14. Juli 1936 Kieine Meidungen aus ven=Siadnenen Stadtteil Gertbe Hohes Alter. Reichsinvalide Ernst Marschall, Castroper Hellweg 218, feierte bei bester Gesundheit am Samstag seinen 73. Geburtstag. In den Ruhestand getreten. Waschmeister Gerhard Reschen von der Bergbau=Aktiengesellschaft„Lothringen“ in Bochum=Gerthe, wohnhaft Lothringer Straße Nr. 42, ist in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Gerhard Neschen wurde am 10. April 1868 in Altenessen als Sohn eines Bergmanns geboren. Nach der Entlassung aus der Volksschule verfuhr er seine erste Schicht als Bergeklauber auf der Zeche„Karl" in Altenessen. Bis zu seiner Militärpflicht, der er in den Jahren 1890 bis 1892 beim Infanterieregiment 130 in Metz genügte, war er auf verschiedenen Zechen des Ruhrgebiets unter und über Tage tätig. Von 1901 bis 1913 bekleidete Neschen die Stelle eines Waschmeisters auf verschiedenen Zechen des Ruhr= und Saargebiets sowie des Aachener Reviers. Während dieser Zeit war er auch in Holland und Frankreich tätig. Im Jahre 1913 wurde er als Waschmeister auf der zum Lothringenkonzern gehörenden Zeche„Freie Vogel und Unverhofft“ eingestellt und 1925 nach Bochum=Gerthe zur Bergbau=Aktiengesellschaft„Lothringen" versetzt, wo er bis zu seiner jetzt erfolgten Pensionierung verblieb. Waschmeister Neschen hat dreiundzwanzig Jahre in den Diensten der Gesellschaft gestanden. Während dieser Zeit hat er sich stets durch treue Pflichterfüllung und besonderen Diensteifer ausgezeichnet. Lothringer Bergknappen in Rüdesheim. Die Ortsgruppe Bochum=Gerthe der NSG.„Kraft durch Freude" unternahm Sonntag eine Rheinfahrt nach Rüdesheim mit rund 600 Teilnehmern, die sich zum größten Teile aus Gefolgschaftsmitgliedern der Schächte I bis IV der Bergbau AG. Lothringen und deren Angehörigen zusammensetzten. Um.15 Uhr morgens brachten 11 Sonderwagen der Straßenbahn die Fahrtteilnehmer nach Bochum, wo sich noch rund 400 Bochumer anschlossen. Von hier aus ging es im Sonderzug nach Koblenz, wo Warum bist Du noch nicht in der D23.? Diese Frage muß sich jeder angesichts der großen Werbeaktion vorlegen, und in der persönlichen Beantwortung liegt die eigene Einstellung zur Arbeit, zur Gemeinschaft aller Schaffenden. Auch du solltest dich zu ihr bekennen! Komm mit deiner Gefolgschaft in die Versammlungen deiner Fachschaft! Heute Handel 20.15 Uhr: Gesamter Handel der Ortswaltungen: Riemke, Hamme, Marmelshagen, Hordel, GrummeVöde, Altenbochum und Laer. Fachgruppe Einzelhandel der Ortswaltungen: Altstadt und Griesenbruch. Fachgruppe Vermittlergewerbe des Kreises Bochum, Geschäftsreisende Kaufmännisches Hilfsgewerbe usw. Haus= und Grundstückswesen, Ambulante Gewerbe des Kreises Bochum. Handwerk Facharuppe Metallhandwerke: Schmiede, Schlosser, Klempner, Elektrotechniker, Mechanik und Kraftfahrzeughandwerk. Uhrmacher. Fachgruppe Bauhandwerke: Bildhauer, Steinmetze, Dachdecker, Maler, Glaser, Schornsteinfeger, Stukkateure, Givser, Tapezierer, Polsterer, Töpfer, Ofen=setzer, Zimmerer, Sattler, Glas= und Gebäudereiniger. Lokal: Parkhaus, Bochum. Redner: Parteigenosse Theiler. Handel 20.15 Uhr: Gesamter Handel der Ortswaltungen Gerthe. Hiltrov=Bergen und Harven. Handwerk Gesamtes Handwerk der Ortswaltungen Gerthe, Hiltrov=Bergen und Harven. Lokal: Kalthoff. Gerthe, Lothringer Straße Redner: Parteigenosse Plankermann. Morgen Handel 20.15 Uhr: Gesamter Handel der Ortswaltungen Linden, Dahlhausen und Sundern. Handwerk Gesamtes Handwerk der Ortswaltungen Linden, Dahlhausen und Sundern. Lokal: Lutz, Linden. Redner: Parteigenosse Poetter. Handel 20.15 Uhr: Gesamter Handel der Ortswaltungen Stievel, Wiemelhausen und Querenburg. Lokal: Metmann, Wiemelhausen. Redner: Parteigenosse Gundlach. Handwerk 20.15 Uhr: Fachgruppe Bekleidungs= und Reinigungshandwerk: Schneider, Schneiderinnen, Putzmacher, Schuhmacher. Lokal: Bischoff, Alleestraße 26. Redner: Parteigenosse Braun. mann=Kost ihre Monatsversammlung ab, in der Geschäftsführer Schneider über die in Bochum stattgefundene Ortsrinasitzuna berichtete. Nach eingehenden Besprechungen über eine Rheinfahrt nach Königswinter wurde der Spielplan für das Winterhalbjahr 1936/37 festgelegt. Der erste Spielabend steigt im September Stadtteil Laer Nächstenliebe der Tat 40 Jahre Evangelische Frauenhilfe Uemmingen Für die evangelische Kirchengemeinde Uemmingen war es eine besondere Freude, die Wiederkehr des 40. Gründungstages ihrer Frauenhilfe am Sonntag in festlichem Rahmen zu begehen. Den Auftakt bildete morgens ein Festgottesdienst, in dem Pfarrer Bastert (Soest), der Leiter der Westfälischen Frauenhilfe, die Festpredigt hielt. Darbietungen des Frauenhilfschores, unter Leitung von Fräulein Brodowski, gaben der gottesdienstlichen Weihestunde die Umrahmung. Es entsprach ganz der Bedeutung des Stiftungsfestes, wenn man sich nachmittags zu einer besonderen Feier im Lokal Hahne an der Buscheystraße im Ortsteil Querenburg zusammenfand. 17 Mitbegründerinnen der Frauenhilfe galt es zu ehren. Sie hatten an der festlich geschmückten Kaffeetafel ihren Ehrenplatz. Pfarrer Kuhlmanns Begrüßungsansprache war ein einziger Dank an die Jubilarinnen, deren Tätigkeit in dem von ihm gegebenen Jubiläumsbericht an erster Stelle gewürdigt wurde. Im Jahre 1896 war die Frauenhilfe von Pfarrer Overhoff ins Leben gerufen worden. Ueber ihre Tätigkeit in den ersten Jahren liegen keine genauen Angaben vor Der Dienst am Nächsten wurde in der Stille getan. Doch die Erfolge stellten sich von selbst ein. Die Mitgliederzahl wuchs von Jahr zu Jahr. Der Krieg brachte neue Aufgaben: die Betreuung der Kriegerhinterbliebenen, die Speisung der Armen und Bedürftigen und vor allem den Hilfsdienst an den feldgrauen Soldaten. Liebespakete ohne Zahl wanderten an die Front. Die Nachkriegsjahre mit ihrer Not stellten noch größere Anforderungen. In den Jahren 1930 bis 1932 war die Evangelische Frauenhilfe Trägerin des Freiwilligen Arbeitsdienstes für Mädchen. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung blieb die geistige und religiöse Vertiefung des Vereinslebens die Hauptaufgabe. Freudig stellten sich die Mitglieder in den Dienst der NS.=Volkswohlfahrt und des Winterhilfswerkes und halfen mit, Not zu lindern, wo es möglich war. Der von Frau Pfarrer Kuhlmann erstattete Rechenschaftsbericht über das 40. Vereinsjahr, eingeleitet mit einem Gedichtvortrag von Frau Schumacher, war Zeugnis dafür, daß in der Frauenhilfe Uemmingen mit ihren 430 Mitgliedern Tatgeist lebt. Ueber die Zeitaufgaben der Evangelischen Frauenhilfe verbreitete sich Pfarrer Bastert in seinem Festvortrag, dem das gemeinsam gesungene Frauenhilfslied einen sinnvollen Abschluß bescherte. Dann schritt man zu dem Festakt der Jubilarehrung. Zuvor sang der Frauenhilfschor ein Gratulationslied. Pfarrer Kuhlmann überreichte den jubilierenden Mitgliedsfrauen, die 40 Jahre treu zur Frauenhilfe gestanden haben, ein kunstvoll eingerahmtes Bild mit Widmung. Die Singeschar der weiblichen Gemeindejugend von Querenburg sang unter Schwester Marthas Stabführung zur Laute und bereitete damit der Jubilargemeinde eine große Ueberraschung. Zahlreiche Jubelgrüße wurden übermittelt. So sprach Pfarrer Schloemann(Werne) als Vertreter des Bochumer Kreisverbandes der Evangelischen Frauenhilfe. Herzliche Glückwünsche überbrachten auch die Frauenhilfen Langendreer, Werne, Stiepel=Dorf, Stiepel=Haar, Auf der Krone, Kaltehardt und Wiemelhausen. Von VikarBaumann begleitet, ließ die große Festgemeinde ihre Jubellieder erschallen. Es war ein herzliches Sichfreuen über ein Fest, das in allen seinen Teilen auf den Grundton der Liebe abgestimmt war. Ein Weihefestspiel aus der Reformationszeit unter dem Leitwort: „Zur Freude wird jeder Tag, auf dem der Arbeit Segen lag“ sicherte der Jubiläumsfeier einen schönen Ausklang. * Fettscheinausgabe. Die Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine ist beendet. Volksgenossen, die ihre Scheine noch nicht abgeholt haben, können diese am Donnerstag, 16. Juli, im Verwaltungsgebäude, Hemkestraße 5. von .80 bis 12 Uhr in Empfang nehmen. Stadtteil Werne Aus dem Brieftaubensport. Die Reisevereinigung Bochum=Werne und Umgegend schickte 396 Tauben, die um 99 Preise konkurrierten, nach Gardelegen. Die Tauben wurden um 6 Uhr geworfen. Die erste Preistaube erreichte ihren heimatlichen Schlag um 11.13.22 Uhr mit einer Fluggeschwindigkeit von 984,8 Meter in der Minute, während die letzte Preistaube um 11,45,43 Uhr mit einer Minutenleistung von 888,5 Meter ihren Schlag fand. Erster Sieger wurde Racherbäumer(„Vereinte Freunde" Laer). Weiter folgen H. Borg(„Vereinte Freunde" Werne), Bahr(„Kurier" Werne) Brako („Heimkehr". Laer), Feldmann(„Oelzweig" Laer), O. Scholl(„Kurier“ Querenburg), H. Scholl(„Kurier" Querenburg), Rikus(„Ruhrbote" Langendreer). Den Sondersatz erhielt H. Borg(„Vereinte Freunde" Werne). Feldmann(„Oelzweig" Laer) erhielt die erste Serie, die zweite Serie Brozio(„Unverhofft" Laer) und die dritte Serie H. Scholl(„Kurier" Querenburg). Stadtteil Langendreer Ausklang des Langendreerer Kriegerjubiläums. Auch der dritte Jubiläumstag der Krieger= und Landwehrkameradschaft Bahnhof nahm den erwarteten guten Verlauf. Noch einmal hatten sich die alten Soldaten des Stadtteils Langendreer mit ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten im großen Festzelt eingefunden, um Abschied zu nehmen von der Stätte, wo drei Tage Freude und Frohsinn geherrscht hatten. Ja seiner Schlußansprache richtete Vereinsführer Dierkes noch einmal an alle den dringenden Appell, weiter für den Kameradschaftsgedanken sich einzusetzen und die wahre Volksgemeinschaft, wie der Führer sie wolle, zu fördern. Ein buntes Programm hielt die Teilnehmer noch einige Stunden in fröhlicher Runde beisammen. Tinern Tnnaufti=Arnzen die Westfalen vom Gau Koblenz=Trier der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" willkommen geheißen wurden. Auf dem Rhein wartete der Rheindampfer„Hindenburg“ auf die Gäste, um diese rheinaufwärts nach Rüdesheim zu bringen. Prächtig mundete allen auf dem Dampfer das gute Mittagessen. Um 14.30 Uhr traf man am Reiseziel in Rüdesheim ein. Nach dreistündigem Aufenhalt brachte der Dampfer die Reisenden zurück nach Koblenz und mit dem Sonderzug traf man um Mitternacht wieder in Bochum ein. Brieftaubenwettflug. Die Reisevereinigung BochumGerthe führte am Sonntag ihren Rückflug ab Gardelegen für alle Tauben durch. Um.10 Uhr erfolgte der Auflaß von 296 Tauben, die um 74 Preise flogen. Die erste Preistaube bewältigte die 303 Kilometer in der Durchschnittsgeschwindigkeit von 944,3 Meter in der Minute. Die ersten Preisträger sind: Recko„Brüderlichkeit".=Harpen, 2. Düppe„Heimatliebe", Voßkuhle, Szuka„Wandervogel“ Grumme=Vöde, Lippe„Wandervogel“. Grumme=Vöde, Mansfeld„Edeltaube“ Gerthe, Hartlieb„Wandervogel“. Grumme=Vöde, Hegemann „Siegespalme“, Bochum, Schlottmann„Richthofen" Bochum=Gerthe, Sadlowski„Laßt uns reisen" BochumHarpen, Dankowski„Laßt uns reisen" Bochum=Harpen. Stadtteil Harpen Zur letzten Ruhe. Unter großer Teilnahme der Harpener Bevölkerung, der Arbeitskameraden vom Bochumer Verein und der Deutschen Arbeitsfront wurde der bei einem Verkehrsunfall zu Tode gekommene Aug. Striewski am Samstag zur letzten Ruhe geleitet. Pfarrer Leich hielt die Trauerrede; dann spielte die Kapelle zum letzten Gruß das Lied vom guten Kameraden. Sterbeauflage Harpen. Die Sterbeauflage Harven hielt im Lokale Fleitmann(Hoffmann) ihre Monatsversammlung ab. Der Hauptpunkt betraf den Anschluß an eine andere Sterbekasse. Die Versammlung faßte den einstimmigen Beschluß, ihre Selbständigkeit zu wahren. Der Witwenbeitrag wurde mit Wirkung vom 1. September an auf.50 RM. festgesetzt. Volksbühnengemeinschaft Harpen. Die Volksbühnengemeinschaft Harpen hielt im Vereinsheim Strath79 Jahre alt. Bei bester geistiger und körperlicher Rüstigkeit konnte in diesen Tagen der auf der Kassenbergerstraße in Bochum=Dahlhausen wohnhafte Volksgenosse Heinrich Becker sein 79. Lebensjahr vollenden. Im Silberkranz. Das Fest der silbernen Hochzeit begingen Sonntag die Eheleute Johann Hehl und Frau Wilhelmine, geborene Meischein, Hattinger Straße 853 a. Uebung der Freiwilligen Sanitätskolonne BochumLinden. Die Freiwillige Sanitätskolonne BochumLinden hielt auf der Verbandsstraße eine Uebung ab, die bewies, daß die Sanitäter voll und ganz auf dem Posten sind, wenn einmal ein Ernstfall an sie herantreten sollte. Diesmal lag der Gesamtübung der Annahmefall eines schweren Kraftwagenunfalls an der Brücke Verbandsstraße—Donnerbecke zugrunde. Insgesamt beteiligten sich an der Uebung rund 30 Sanitater und zehn Helferinnen. Kolonnenführer Claholz befand sich an der„Unfallstelle" und ebenfalls Kolonnenarzt. Dr. Kreitz, die die Uebung überprüften und für eine ordnungsmäßige Durchführung sorgten. Nach der Uebung kamen die Sanitäter in der Gaststätte Mönninghoff zu einem Kameradschaftsabend zusammen, der mit herzlichen Grußworten durch Kolonnenführer Claholz eingeleitet wurde. Kameraden der Artillerie tagten. Die Artilleriekameradschaft Bochum=Linden=Dahlhausen kam im Kameradschaftsheim zu einer Tagung zusammen, um vor allem über den diesjährigen Ausflug zu beraten, der am kommenden Sonntag nach der Loemühle durchgeführt werden soll. Auf der Hinfahrt soll das Schiffshebewerk Henrichenburg besichtigt werden. Gardekameradschaft Bochum=Linden. Bei guter Beteiligung unternahm die Frauengruppe einen Ausflug, der für die Teilnehmerinnen einige recht unterhaltsame Stunden brachte. Mit Großomnibussen ging die Fahrt von Linden aus nach dem schönen Bad Ems, wo die Frauen einige herrliche Stunden der Erholung verlebten. Linden=Dahlhauser Kumpels fuhren zum Rhein. Als endlich Sonntag früh die Stunde der Abfahrt für die seit langem geplante Fahrt zum Rhein gekommen war, schauten die hunderte Kumpels der Zechen„Friedlicher Nachbar" und„Prinz=Regent" betrübt zum Himmel, der mit Wolken überzogen war und kaum schöne Aussichten auf diese Fahrt verhieß. Trotzdem aber wurde das Bündel geschnürt und in Linden=Dahlbausen füllten sich bald um die frühe Morgenstunde die Sonderwagen der Straßenbahnen, die die Linden=Dahlhauser Kumpels zunächst zur Innenstadt bringen sollten. Hier vereinigte man sich mit Kameraden der Zeche„PrinzRegent“ und dann ging es, trotz der weniger guten Witterung, mit frohem Lachen und Scherzen zum Sonderzug.38 Uhr ab Bochum. Die erste Strecke der Fahrt zum schönen deutschen Rhein führte bis Bonn. Dann ging es mit dem Dampfer weiter nach Koblenz, wo die Sehenswürdigkeiten einer Besichtigung unterzogen wurden. Gemeinsam wurde auf dem Dampfer das Mittag= und Abendessen eingenommen, das allen Kumpels sehr gut mundete. Wenn auch zeitweise Regen herrschte, so konnte er aber dennoch der allgemeinen Freude keinen Abbruch tun. Pensionärverein der Reichsbahn= und Kommunal= beamten. In ihrem Vereinsheim kamen die Mitglieder des Pensionärvereins für Reichsbahn= und Kommunal= beamte Linden=Dahlhausen zu einer Tagung zusammen, in deren Mittelpunkt die Besprechung über den diesjährigen Ausflug stand. Hierzu wurde beschlossen, den Ausflug am 22. Juli zum Ausflugsort Brämer in Buchholz bei Blankenstein zu unternehmen. Frauen= und Mädchenchor Bochum=Dahlhausen. Den traditionellen Jahresausflug unternahmen die Mitglieder des Frauen= und Mädchenchors Bochum=Dahlhausen bei guter Beteiligung zum nahen Baldeneysee. Stadtteil Weitmar Zwei schwere Stürze. Samstag abend kam die achtjährige Elfriede., Rubensstraße, beim Radfahren auf der Stensstraße zu Fall und erlitt außer einem Schulterbruch erhebliche Kopf= und Gesichtsverletzungen, so daß ihre Ueberführung ins Krankenhaus erfolgen mußte.— Sonntag morgen stürzte der Fabrikarbeiter Franz., Hattinger Straße, im Hausflur. Hierbei zog sich der junge Mann eine schwere Schädelverletzung zu; er mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Stadtteil Stiepel 75 Jahre alt. Bei bester Gesundheit konnte Samstag Frau Witwe Salzmann von der Henkenbergstraße in.=Stiepel ihr 75. Lebensjahr feiern. Evangelische Kirchengemeinde Stiepel. In diesen Tagen wird die neue Orgel im Betsaal Auf der Haar aufgebaut. Die Einweihung soll am 19. Juli stattfinden. Nachmittags findet eine Kirchenmusikalische Feierstunde statt. Bei dieser Weihestunde wirken der Kirchenchor, der Frauenchor, der Posaunenchor und ein Kinderchor mit. Ganz besonders aber soll neben diesen Darbietungen die neue Orgel erklingen. An diesem Tage wird Musikdirektor Gerres(Schwelm) die Orgel spielen. Personalnachrichten Heute begehen die Eheleute Jakob Hochhaus Overdyker Straße 38, das Fest der silbernen Hochzeit. Achtung, Luftschutz! Der Polizeipräsident in Bochum teilt mitt Am 14. Juli 1936 findet im Stadtgebiet zwischen Wiemelhauser und Düppelstraße in der Zeit von 19.30 Uhr bis 20.40 Uhr eine Luftschutzübung des Selbstschutzes, durchgeführt von der Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes, statt. Uebungsgrenzen: Wiemelhauser Straße— An der Schalwiese— Steinring— Düppelstraße— Finkestraße. An der Uebung selbst sind beteiligt: An der Schalwiese Nr.—15, Am Gerstkamp, Brunsteinstraße, Denisstraße, Oskar=Hoffmann=Straße(zwischen Wiemelhauser### Düppelstraße), Haderslebener Straße, Alsenstraße(zwischen Wiemelhauser und Düppelstraße), Südstraße, Mauritiusstraße, Ferdinandstraße, Finkestraße, Wiemelhauser Straße 11—104. In dieser Zeit von 19.30 bis 20.40 Uhr ist das gesamte Uebungsgebiet für den öffentlichen Verkehr(Fahrund Fußgängerverkehr) polizeilich gesperrt. Der Straßenbahnverkehr auf der Wiemelhauser Straße wird aufrechterhalten. Die Umleitung des gesamten Fahrverkehrs der Oskar=Hoffmann=Straße und Wiemelhauser Straße in beiden Fahrtrichtungen erfolgt im Ringverkehr über Steit Der Beginn der Uebung wird durch eine Sirene (wechselnd hohe und tiefe Tonhaltung) ausgelöst. Das Ende der Uebung wird ebenfalls durch die Sirene(langer, gleichbleibender Ton) bekanntgegeben. Es wird erwartet, daß in allen Häusern, sowie in den Betrieben des erweiterten und Behörden=Selbstschutzes des Uebungsgebietes strenge Disziplin gewahrt bleibt und alles Erforderliche gemäß der erhaltenen Ausbildung veranlaßt wird. Ferner wird von der an den Uebungen nicht beteiligten Bevölkerung erwartet während der Uebungen das Uebungsgebiet nicht aufzusuchen, um den polizeilichen Aufsichtsdienst nicht zu erschweren. Frohe Stunden der Gemeinschaft bei der Abteilung Gießerei der Eisen= und Hüttenwerke AG. Die Abteilung Gießerei der Eisen= und Hüttenwerke AG., Bochum, fand sich am Samstag im gesRaftsaßen eraue zu einem Kamerad„usthabend zusammen, bei dem die Arbeitskameraden mit ihren Angehörigen schöne, freudvolle Stunden verlebten. Nach dem Eröffnungsmarsch der Kapelle, dem Badenweiler=Marsch, richtete Zellenobmann Heinrich Begrüßungsworte an die zahlreichen Teilnehmer des Abends und gab der Freude über den starken Besuch Ausdruck. Zwei Liedervorträge der Gesangabteilung leiteten über zu der Ansprache des Betriebsleiters Oberingenieur Leyers, der im Namen der Gefolgschaftsführung Grüße ausrichtete und den Kameradschaftsgeist der Gießerei ins rechte Licht rückte. Der weitere Verlauf des Abends, der unter dem Motto„Freut euch des Lebens" stand, war mit Musik, Vorträgen und Gesangsdarbietungen einzelner Arbeitskameraden so recht dazu angetan, das Band der Volksund Werksgemeinschaft in schönen Feststunden noch enger zu knüpfen. Im Kreise der Kameraden Ein Abend der Klempnerinnung. Zu einem freudigen Abend der Kameradschaft kamen am Samstag im Parkhaus die Mitglieder der Klempnerinnung Bochum zusammen. Der Obermeister der Innung, Kreishandwerksmeister Esch, begrüßte die Kameraden. Dr. Bielefeld von der Kreishandwerkerschaft sprach zu den Frauen, und der Bochumer Humorist Leo Sander sorgte im Verlauf des schönen Abends dafür, daß Freude und Scherz voll zu ihrem Recht kamen. So verlief denn der Kameradschaftsabend in uneingeengter Form zur vollsten Zufriedenheit aller. Fährst Du auch mit? Geschäftsradler im sportlichen Wettkampf Wenn in diesen Tagen die radelnden Boten der Bochumer Geschäftswelt ihre Fahrzeuge mit gesteigertem Tempo durch die Straßen unserer Stadt steuern, so hat das seinen besonderen Grund. Man trainiert für das große Rennen der Bochumer Geschäftsradler, das der Radfahrerverein„Sturmvogel 04“ kommenden Sonntag in Verbindung mit dem„Bochumer Anzeiger“ erstmalig durchführt. Die Fragen, wer der schnellste Bochumer Brötchenfahrer ist, welche Metzgerei den schnellsten Fahrer besitzt, werden allenthalben erörtert. Die Anregung, alljährlich eine derartige Veranstaltung durchzuführen, ist bei den Bochumer Firmen auf fruchtbaren Boden gefallen. Ueberall besteht großes Interesse für die Veranstaltung, die eine ständige Einrichtung bleiben und alljährlich wiederholt werden soll. Wir weisen nochmals darauf hin, Trdononsrat Garde=Kameradschaft Bochum. Im Vereinsheim Bochumer Hof hielt am Samstag abend die Gardekameradschaft Bochum ihren gut besuchten Monatsappell ab, den Kameradschaftsführer Kieserling leitete. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde des verstorbenen Kameraden Schuliheiß gedacht. Der Kameradschaftsführer erstattete dann den Bericht vom Landes=Kriegertag in Bottrop und von der Teilnahme an dem 70jährigen Jubiläum der Krieger= und Landwehrkameradschaft Stiepel. Mit besonderem Interesse wurde der Bericht vom Reichskriegertag in Kassel, an dem zehn Kameraden der Gardekameradschaft teilnahmen, entgegengenommen. Am Samstag waren die Bochumer Gäste bei den Kasseler Kameraden der Garde. Beim Bundespokalschießen am 28. Juni erzielte die erste Mannschaft der Gardekameradschaft bestehend aus den Kameraden Albert Balzereit, Karl Dröge Heinrich Mohring und Karl Neuse, die schöne Punktzahl von 472 Ringen. Die Bronzene Schießzmedaille erhielten dann die Kameraden Jürgens, 139 Ringe, und Schlenstein, 121 Ringe. Die Ehrenscheibe erhielt der Kamerad Köthe. Der Kameradschaftsführer übermittelte dann dem Kameraden Klagges Glückwünsche zum 25jährigen Geschäftsjubiläum. Nachdem mehrere Neuaufnahmen getätigt waren, berichtete der Schriftführer über den am kommenden Sonntag stattfindenden Sommerausflug nach Wengeler im Lottental. Bereits am Vormittag beginnt das Schießen um den Heise=Wanderpreis und den Oberstleutnant=MeyerWanderpreis. Kameradschaft deutscher Kolonialtruppen, gegr. 1907. Wenn die Heimabende der alten Soldaten sich eines ständig steigenden Zuspruchs erfreuen, so liegt das zweisellos daran, daß die altbewährte Kameradschaft in den meisten Fällen während des größten Weltgeschehens geschlossen beziehungsweise erneuert worden ist. Kameradschaftsführer Hüning, der seine Getreuen für Samstag abend zum Kolonialheim Märker geladen hatte, begrüßte die große Schar der Erschienenen und schilderte dann in kurzen Zügen die Begebenheiten der letzten Wochen. Es folgte dann zunächst Berichterstattung der Kameraden Knoop und Huning über die großen und erhebenden Soldatentage des Reichskriege bundes in Kassel. Besonders hervorzuheben sei hierbei, daß diese Tagung zur Verbreitung und Vertiefung des Kolonialgedankens erstmalig von vielen Kolonialtxiegern in ihrer Schutztruppenuniform beschickt war. Zum Fechimeister wurde Kamerad Stärk bestimmt. Ueber bestehende Unklarheiten, die sich auf das Verhältnis des Kolonialkrieger= bundes zum Marinebund und Kyffhäuserbund beziehen, wurden vom Kameraden Hüning die gewünschten Aufklärungen gegeben. Durch Vermittlung des Obmannes der Kriegsopferversorgung soll am Grabe des in seiner Heimat Zeulenroda verstorbenen Kameraden Paul Beyer an seinem Gevurtstage ein Kranz niedergelegt werden. daß Meldungen bis spätestens Donnerstag, 16. Juli, an Jos. Klöpper, Bochum, Bongardstraße 25, abgegeben werden müssen. Derselbe und die Sportschriftleitung des„Bochumer Anzeiger“ geben in allen noch bestehen den Fragen gern Auskunft. Auf glatter Straße gestürzt. Am 11. Juli kam auf dem Burgersteig vor dem Hause Redemptoristenstraße 67 ein Mann infolge der Straßenglätte zu Fall und zog sich hierbei eine schwere Beinverletzung zu. Er wurde dem Augusta=Krankenhaus zugeführt. Bochamer=Veranstänungen Stadttheater Bochum. Die reizende, unterhaltsamt Schiffskomödie„Spiel an Bord“ des bekannten LustspielAutors Axel Ivers bildet in der kürzlich erstaufgeführten Einstudierung von Viktor Ahlers den Ausklang des diesjährigen Lustspielplanes. Jeder, der noch nicht Gelegenheit hatte, das gerade für den Sommer geeignete, abwechslungsund situationsreiche Stück zu sehen, nehme Gelegenheit, diese letzte Lustspielaufführung heute abend sich anzusehen (außer Vormiete). Morgen und übermorgen finden die letzten Proben zu Kleists„Hermannsschlacht" statt, die in der neuen Inszenterung von Dr. S. Schmitt am Freitag, 17. Juli, und am Samstag, 18. Juli, als offene Werbevorstellungen zu ermäßigten Preisen und als Zusatzvorstellungen für die Vormieten A und B in Szene gehen wird. Seite 13 Nr. 162. Bochumer Anzeiger# Dienstag, 14 Juli 1936 Aus aller Aibennul=Tinmsstsche=Zirnln de Die Duplizität der Ereignisse— Alle Kinder gestorben Newyork, 13. Juli. Nach dem Gesetz der Duplizität seltener Ereignisse sind in den Vereinigten Staaten innerhalb einer Woche zwei Siamesische Zwillingspaare geboren worden, beides Schwesternpaare, die in beiden Fällen an der Schädelbasis, Rücken an Rücken, zusammengewachsen waren. In beiden Fällen ist die eine der Zwillingsschwestern bald nach der Geburt gestorben und in beiden Fällen ist die zunächst überlebende Zwillingsschwester zwei Tage später in den Tod nachgefolgt, und jedesmal, kurz bevor die Aerzte die Trennungsoperation durchführen wollten. Diese Operation hätte auf jeden Fall ein verzweifeltes und wenig aussichtsreiches Experiment bedeutet, da anzunehmen war, daß die Zwillinge ein gemeinsames Gehirn hatten. Das erste Zwillingspaar wurde in Medford im Staat Massachusetts von einer Mrs. Diego Fiarenzo geboren. Während die eine Zwillingsschwester, die bei der Geburt sieben Pfund wog, wenige Stunden später starb, hat ihre fünf Pfund schwere Schwester fast volle zwei Tage länger gelebt. Das andere siamesische Schwesternpaar wurde in Michigan=City von Mrs. Wesley Glick geboren. Auch hier starb die kräftigere Schwester, die 5½ Pfund schwere Nanny, zuerst, eine Viertelstunde nach der Geburt, während die 3½ Pfund schwere Schwester zwei Tage später verschied. Die Trennungsoperation, die die kleine Norabella von ihrer toten Schwester befreien sollte, war ursprünglich für den Tag nach der Geburt vorgesehen, weil das Mädchen erst noch mehr Kräfte gewinnen sollte und weil man noch die Ankunft eines wissenschaftlichen Sachverständigen erwartete. Inzwischen wurde es zu spät. Olympia=Rundfunksprecher flogen nach Athen ab Berlin, 13. Juli. Reichssendeleiter Hadamovsky verabschiedete am Montag früh auf dem Flughafen Tempelhof die Funkberichterstatter, die den Fackellauf von Olympia nach Berlin den Rundfunkhörern der Welt übermitteln werden. Die Mannschaft, die sich aus zwei Sprechern, drei Fahrern, drei Technikern und dem Sendeleiter Dr. Lipp zusammensetzt, wird der olympischen Fackel in Uebertragungswagen durch die sieben Länder folgen. Die Uebertragung beginnt von dem Altar in Olymvia und dann geht es nach Athen, wo die große Weibestunde übertragen wird. Von Athen begleiten die Rundfunk=Männer die Läufer aus sieben Ländern, um fortlaufend über diesen großartigen Lauf zu berichten. Die Berichte werden zum größten Teil telephonisch nach Berlin gegeben werden. Das wird aber nicht immer möglich sein, und deshalb wird man sich anders helfen müssen. Der Wagen des Deutschen Rundfunks enthält selbstverständlich einen Apparat für Schallaufnahmen und ebenso auch einen Schneideapparat. Wenn nun die Rundfunksprecher über den Lauf und seine Etappen, über die Läufer und über die Landschaft sprechen, werden die Ferngespräche gleichzeitig auf Platten geschnitten. Falls einmal die telephonische Berichterstattung nicht klappen sollte, werden die Platten entweder zur nächstgelegenen Rundfunkstation gebracht und von dort übertragen, oder aber sofort nach Berlin geschickt. Alle Rundfunk=Länder haben den deutschen Rundfunk=Männern ihren gesamten funktechnischen Apparat zugesichert. Oesterreich ist uns sogar so weit entgegengekommen, daß es die Uebertragung des Fackellaufs im österreichischen Gebiet zu dem deutschen Rundfunk selbständig durchführt, so daß wir keine Sprecher auf die österreichische Strecke zu entsenden brauchen. 2000 Danziger Hitler=Jungen auf dreiwöchiger Deutschlandfahrt Berlin, 13. Juli. Unter der Leitung des Gebietsführers I(Ostland), Oberbannführers Boeckmann, trafen in den Montagmittagsstunden 2000 Hitler=Jungen aus Danzig in der Reichshauptstadt ein. Diese Jungen werden in einer dreiwöchigen Reise Gelegenheit haben, Deutschland eingehend kennenzulernen; dabei werden sie die Hauptstadt des Reiches, die Hauptstadt der Bewegung, die Stadt der Parteitage besuchen und auf langen Eisenbahnfahrten durch viele deutsche Gaue einen Begriff von Deutschlands Schönheit und Größe bekommen. Im Laufe des Nachmittags unternahmen die Hitler=Jungen einen Rundgang durch die Berliner Innenstadt und das Regierungsviertel. Am Abend fuhren dann die 2000 Danziger Jungen mit Sonderzügen nach Potsdam, von wo sie sich am Dienstag nach Döberitz begeben werden, um an Vorführungen der Luftwaffe teilzunehmen. Schweres Anglück bei einem Automobilrennen in Brasilien Paris, 13. Juli. Nach einer Meldung aus Sao Paulo(Brasilien) ereignete sich dort am Sonntag bei einem großen Automobilrennen ein schweres Unglück. Kurz vor der Beendigung des Rennens, das der Italiener Pintaeuda auf Alfa Romeo gewann, kam die französische Fahrerin Fräulein Helle=Nice, die an dritter Stelle lag, mit ihrem Wagen ins Schleudern und raste in die Menge, wobei sich der Wagen dreimal überschlug. Fräulein Helle=Nice wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Von den Zuschauern wurden fünf Personen getötet und 37 zum Teil sehr schwer verletzt. Radfahrergruppe vom Zuge überfahren Zwei Tote, eine Schwerverletzte Ludwigshafen, 12. Juli. Wie die Reichsbahndirektion Ludwigshafen mitteilt, wurden am Samstag kurz vor 19 Uhr auf dem beschrankten, ortsbedienten Staatsstraßenübergang der Strecke Imsweiler—Rockenhausen von einem Personenzug zwei Radfahrer und eine Radfahrerin überfahren. Bei den Toten handelt es sich um den 28jährigen verheirateten Schreiner August Hag aus Gehrweiler und den 22jährigen Studenten Erich Pollmann aus Radevormwald. Schwer verletzt wurde die 13jährige Landwirtstochter Anna Rubel aus Imsweiler. Nach Vorbeifahrt eines Güterzuges öffnete der Wärter versehentlich die Schranke kurz vor dem herannahenden Personenzug. Der Wärter wurde in Haft genommen. Temperatursturz in Amerika Endlich Regen und Abkühlung Newyork, 13. Juli. Zum erstenmal seit sechs Wochen gingen am Sonntag in den von der Hitze und Trockenheit betroffenen amerikanischen Staaten ausgiebige Wolkenbrüche nieder, die von Temperaturstürzen, teilweise um bis zu 33 Grad Celsius, gefolgt wurden. Ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet bewegt sich rasch nach den östlichen Staaten, wo immer noch Rekordtemperaturen herrschen. Die Zahl der Todesopfer der Hitzewelle stieg am Sonntagabend auf insgesamt über 1000. In den Großstädten wurden die Hitzeopfer meist auf der Straße von einem Herzschlag ereilt und starben vor dem Eintreffen ärztlicher Hilfe. Die Farmer hoffen, falls die Niederschläge anhalten, einen Teil ihres Viehs retten und auf den ausgedörrten Feldern noch Viehfutter anpflanzen zu können. Ausflugsomnibus verunglückt dnh Mailand, 13. Juli. In den Bergamesker Alpen ereignete sich am Sonntag ein schwerer Autounfall. Ein großer Ausflugsautobus mit etwa 40 Fahrgästen fuhr die steilen Windungen zum Presolana=Paß empor. Vor der letzten Kehre brach ein Differenzial, so daß ein Weiterkommen nicht mehr möglich war. Der Wagenlenker kehrte deshalb um und wollte zur nächsten Reparaturwerkstätte zurückfahren. Bei einem steilen Wegstück verlor der Fahrer jedoch die Herrschaft über den schweren Kraftwagen. Der Wagen geriet in immer schnellere Fahrt. Einige Fahrgäste suchten sich durch Abspringen zu retten, erlitten dabei aber schwere Verletzungen. Bei der nächsten Kehre rannte der Wagen gegen die Straßenbrüstung, zertrümmerte sie und fuhr etwa 100 Meter weit über eine abschüssige Böschung. Schließlich prallte er gegen eine Hütte, wobei fast alle Insassen mehr oder weniger schwer verletzt wurden. 14 Fahrgäste mußten ins Krankenhaus geschafft werden. Die übrigen konnten nach Anlegung von Notverbänden nach Hause gebracht werden. L8.„Hindenburg“ in Lakehurst gelandet Das Luftschiff„Hindenburg“ ist am Montag um 12.46 Uhr MEZ. glatt in Lakehurst gelandet. Teutschiands großies Erhblungshenn Ein gewaltiges„Kraft=durch=Freude“=Projekt in Königswinter Tag soll ein großer Transport Gäste ankommen, um gleichzeitig die Rückreisenden mitzunehmen. Köln, 18. Juli. Anläßlich seines Besuches am Sonntag im Gau Köln=Aachen gab Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, wie der„Westdeutsche Beobachter“. J, Cggg Kasmeldet, Mitteilung von einem neuen großen Plan im! Dr. Teys Besuch Rahmen des sozialen Programms der Deutschen!. 64 KülnArbeitsfront. Danach wird in Königswinter das größte im Gau Köln=Nachen Landerholungsheim der DAF. und damit ganz Deutschlands errichtet. Dieses Projekt liegt danach bereits in Reichsleiter der DAF., Dr. Ley, stattete im Rahmen der gewaltigen Seebadeanlage auf der Insel Rügen seiner Inspektionsreise durch Deutschland am Montag stellen. Mehr als 5000 Gäste sollen in der gewaltigen fang hatten sich in Köln zahlreiche führende Vertreter Anlage„gleichzeitig Aufnahme finden können. Zur der Partei, an ihrer Spitze Gauleiter Staatsrat Unterhattung der geplanten Betriebe und zur Be=[Grohs, eingefunden, die an den Besichtie teuzurcgsebenue sind 1000 Mann Ver= Dienststellen der DAF., Siedlungen und Betrieben teilsonat vorgesehen. nehmen. Dr. Ley besuchte zunächst, die„Robert=LeyIn einer Front von 200 Meter werden sich die aus= Schule", die der zusätzlichen Berufsschulung innerhalb gedehnten baulichen Anlagen an einem der landschaft=der Deutschen Arbeitsfront gewidmet ist. Nach Köln lich schönsten Punkte des ganzen Rheinstromes erheben. zurückgekehrt, wurde das Albert=Leo=Schlageter=Heim Die notwendigen. Geländekäufe sind bereits vorgenom= des Arbeitsdankes und anschließend der Betrieb der men und notariell abgeschlossen. Es ergibt sich die Not= Stollwerck AG. besichtigt, wo die gesamte Gefolgschaft wendigkeit, eine Reihe auf den Grundstücken vorhande= angetreten war und Dr. Ley einen herzlichen Empfang ner älterer Gebäude abzureißen, um dem gewaltigen bereitete. Dr. Ley nahm hier eine Zeitlang an der Riesenbau Platz zu machen. Auch der jetzige große Werkpause teil, die mit einer vom Reichssender Köln Kurpark der Stadt mit seiner Kohlensäurequelle ist in in Verbindung mit der DAF. veranstalteten Sendung das Projekt einbezogen. Das bisherige Schulungsge= bestritten wurde. bäude in Königswinter wird, nachdem Dr. Ley kürzlich: Aachen, 13. Juli. den Grundstein zu einem neuen Schulungshaus gelegt] Am Montag nachmittag fand in der Westparkhalle in hat, frei und ist als der verwaltungstechnische Mittel=Aachen ein großer Betriebsappell der Abordnungen punkt der Gesamtanlage vorgesehen. sämtlicher Betriebe des Kreises Aachen=Stadt, AachenUm den Gästen den Aufenthalt nicht nur zur kör= Land und Monschau statt. Mehrere tausend Werktätige verlichen Erholung, sondern auch zum abwechslungs= hatten sich hier eingefunden und bereiteten dem Reichsreichen Erlebnis zu gestalten, sind mannigfache Ein= sorganisationsleiter Dr. Ley einen begeisterten Emprichtungen vorgesehen, so u. a. neben dem eigenen fang. Begrüßungsworte sprach Gauwalter Dr. Schmidt, Theater und Kino, eigene Kurkapellen, zahlreiche Ver= der u. a. mitteilte, daß all den Bergarbeitern des gnügungsmöglichkeiten, große Parks, Badeanlagen so-[Wurmreviers, die in diesem Jahre noch nicht in der wie eine eigene Rheinflottille.. von der DAF. gewünschten Form Ferien nehmen konnDie mit mehr als 5000 Betten ausgestatteten Gast-ten, auf Anordnung des Reichsleiters Dr. Ley seitens zimmer werden so eingerichtet wie die Zimmer des See= der DAF. zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt erholungsheimes auf Rügen. Bei schönem Wetter bieten werden. große Terrassen, bei ungünstiger Witterung geschlossene! Nach Ansprachen von Regierungspräsident Reeder Aufenthalts= und Restaurationsräume sowie eine mit und Gauleiter Staatsrat Grohé richtete Dr. Ley das Glas überdachte Halle einen angenehmen Aufenthalt. Wort an die Tausende. In zundenden Worten sprach Für Gemeinschaftsveranstaltungen soll ein großer Ver=ser von der Schaffensfreude des deutschen Menschen. sammlungsraum zur Verfügung stehen. Die jeweilige! Dr. Ley begab sich sodann mit seiner Begleitung Aufenthaltsdauer ist bei einem Gesamtpreis von 2 RM. wieder nach Köln zurück, wo er in einer großen Kundpro Tag und Kopf auf zehn Tage berechnet. Jeden gebung in der Kölner Messehalle sprach. „Man maß Sahrläusener= gestalten Reichsminister Dr. Goebbels vor dem Arbeitslager des Rundfunkund Kulturamtes der Reichsjugendführung dnd Heidelberg, 13. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels, der aus Anlaß der Eröffnung der Reichsfestspiele in Heidelberg weilte, empfing Montag vormittag die 370 Teilnehmer des Arbeitslagers des Rundfunk= und Kulturamtes der Reichsjugendführung, dessen Hauptlager in der Zeit vom 9. bis 16. Juli auf dem Bierhelderhof bei Heidelberg abgehalten wird. Der Minister nahm Gelegenheit, an die jungen Kameraden bedeutsame kulturpolitische Ausführungen zu richten: „Sie haben im Kulturlager eine ausgedehnte Diskussion über jene großen Fragen gepflogen, die uns alle bewegen; denn nichts wäre uns unerwünschter, als wenn in Deutschland als einem autoritativen Staat die Diskussion abgeschnitten würde. Wir stehen allerdings auf dem Standpunkt, daß, nur wer aufbauend verantwortlich mitarbeitet, ein Recht zur Diskussion und Kritik hat. Es ist nichts selbstverständlicher als die Tatsache, daß, wenn in einem geistig=politischen Umbruch von der öffentlichen Betätigung alle Fähigkeiten eines Volkes aufgezogen werden, die Wissenschaften und Künste manchmal etwas zu kurz kommen. So ist es ja auch heute. Das politische Leben beansprucht eine solche Unmenge von Kräften des Geistes, des Verstandes und des Herzens, daß zeitweilig für die Wissenschaften und Künste kaum noch etwas übrigzubleiben scheint. Ein großer Teil der Männer, die im neuen Deutschland führend sind, würde sich auf einem Gebiet der Wissenschaften oder schönen Künste betätigen, wären sie in einen fertigen und kaum noch zu ändernden Staat hineingeboren worden. Die Not unseres Landes und die Notwendigkeit, dieser Not abzuhelfen, haben sie in die Politik hineingezogen. und sie haben deshalb auch der Politik einen anderen Charakter geben können, als sie gemeinhin hat. Wir verstehen ja nicht mehr unter Politik nur die Beschäftigung mit den materiellen Dingen eines Volkes. Sie hat für uns einen viel umfassenderen Charakter bekommen. Sie bedeutet für uns die Beschäftigung mit allen Fragen, die ein Volk überhaupt bewegen. Daß Sie sich nun als junge Deutsche zusammenfinden, um in gemeinsamer Aussprache die Fragen, die uns gerade auf kulturellem Gebiet beschäftigen, zu klären, auszusondern und auszuscheiden, ist für die deutsche Jugend ein schönes und gutes Zeichen. Wir haben es in unserer Jugend nicht so leicht gehabt Als wir an Gymnasien oder Universitäten studierten, gab es in Deutschland keine Richtung mehr; eine Stellungnahme zu den Dingen der Wissenschaft und Kultur war damals verpönt. Wir haben Stellung genommen und einen Standpunkt vertreten, haben uns bekannt und zu den Dingen nicht mehr„sowohl“ und„zwar“ und „vielleicht" und„man müßte" und„man könnte“ gesagt, sondern haben Ja und Nein gesagt. Die Dinge, zu denen man Nein sagt, haben wir beseitigt, diejenigen, welche man bejahen kann, haben wir zum Siege geführt. Sie geben heute die Fundamente eines neuen besseren, sozialistischen Kulturstaates ab. Sie, meine jungen Freunde, sind einmal dazu berufen, diese Dinge für die nächste Generation zu verteidigen. Wenn wir einmal das Reich in Ihre Hände legen werden wir Ihnen eine Weltanschauung, neue Geletze, eine neue Lebenshaltung, tausende Kilometer, modernster Autostraßen und monumentale Gebäude hinterlassen. Das aber allein würde nicht genügen, um Staat und Volk auch für die nächsten Jahrhunderte Bestand zu verleihen. Es ist nicht genug, von Jahrtausenden zu reden, man muß sie auch gestalten. Sie müssen so denken und fühlen lernen, wie wir denken und fühlen gelernt haben. Sie müssen als selbstverständlich hingehmen können, worum wir einmal jahrelang gekämpft haben. Es muß einmal die Zeit kommen, in der der Nationalsozialismus selbstverständlich geworden ist. Es ist eine alte Erfahrung, daß Gesinnung und Haltung von einem Volk nur ausgenommen werden können, wenn sie ihm vermittelt werden durch eine Schicht, die in sich eine Trägerin von Gesinnung und Haltung ist. Unsere neue Jugend soll einmal als Mittlerin zwischen der Gesinnung und Haltung, die uns erfüllt, und der Weltanschauung, die wir vertreten, zum deutschen Volk funktionieren. Diese Funktion ist vielleicht die wichtigste, die wir heute im öffentlichen Leben kennen und anerkennen müssen. Deshalb, meine jungen Nationalsozialisten, ist es so begrüßenswert, daß Sie sich in gemeinsamen Lagern zusammenfinden, wo diese neue Gesinnung bewährt und erhärtet wird. Es werden auch einmal Zeiten über Deutschland kommen, in denen harte Männer notwendig sind, die noch Ja sagen und die auch den Mut haben, zu gegebener Zeit Nein zu sagen. Dazu kann Sie niemand anders erziehen, dazu müssen Sie sich selbst erziehen. Den Weg dazu finden Sie in der Zwiesprache mit den anderen, aber auch in der Zwiesprache mit sich selbst. Die großen Güter der Politik, der Wirtschaft und vor allem der Kultur, die das deutsche Volk besitzt, müssen wir bewahren, fördern und vermehren. Die Verantwortung dafür tragen wir vor dem Forum der deutschen und der Weltgeschichte. Seien Sie sich dieser Verantwortung immer bewußt. Nehmen Sie das Leben optimistisch, tapfer und in treuer Gesinnung Ihrem Führer, Ihrer Idee und Ihrem Vaterland gegenüber. Dann habe ich die feste Ueberzeugung, daß, wenn wir einmal die Augen schließen, wir unser Erbe in gute, tapfere und feste Hände legen können.“ Obergebietsführer Cerff dankte dem Minister für seine Worte und versprach im Namen der Lagerkameraden, daß die deutsche Jugend, der Verantwortung gegenüber der Zukunft bewußt, ihre Arbeit immer mit Ernst, Freude und Lebensbejahung anpacken werde. Mord an einem polizeileutnant Madrid, 13. Juli. Am Sonntagabend wurde in Madrid ein Polizeileutnant von vier Unbekannten durch mehrere Pistolenschüsse niedergestreckt. Der Ermordete war seit längerer Zeit von unbekannter Seite mit dem Tode bedroht worden. Man vermutet, daß es sich um einen Racheakt handelt, da der Erschossene vor einigen Monaten gelegentlich der Beerdigung eines von Marxisten ermordeten Polizeibeamten auf den Leichenzug schießen ließ, wohei eine Verwandte des spanischen Faschistenführers Primo de Rivera getötet und eine große Anzahl von Faschisten verletzt wurden. Bauernfoxtrott für König Eduard Erinnerung an den Tiroler Besuch Kitzbühel, 13. Juli. Der jetzige König von England weilte einmal, als er noch Prinz von Wales war, für längere Zeit in Kitzbühel. Er hatte sich dort als besondere Attraktion eine Tiroler Bauernkapelle verpflichtet. Da er an dem alten Tiroler Volkslied„Laß mi schaun, schaun, schaun", besonderen Gefallen fand, bat er den Komponisten Eisenstein, ihm doch dieses Lied für seine Bauernkapelle niederzuschreiben. Das war leichter gesagt als getan. Denn das Lied ist in Tirol unter mehreren Melodien bekannt. Aber Eisenstein wußte sich zu helfen. Er komponierte unter Beibehaltung der heimischen Motive den Tiroler Bauernfoxtrott„Laß mich schaun, schaun, schaun“ und widmete es jetzt dem König. Zum Dank dafür erhielt er(natürlich neben dem klingenden Lohn) ein Dankschreiben vom Englischen Hofe, über das er sich außerordentlich freute. Jude von britischem Soldaten erschossen Wie Reuter aus Jerusalem meldet, wurde am Sonntag ein jüdischer Telephonist von einem britischen Soldaten erschossen. Es soll sich aber um einen Unglücksfall handeln, da sich der Revolver des Briten zufällig entladen habe. Brückeneinsturz bei Palma de Mallorca In der Nähe von Palma de Mallorca stürzte eine im Bau befindliche Brücke zusammen und begrub acht Arbeiter unter sich. Drei wurden auf der Stelle getötet, fünf trugen zum Teil schwere Verletzungen davon. Drahtgetlechte, Weldendrähte, Stacheldrähte, Bindedrähte billigst! Grobe Läger Rösler& Lönne Drahtwerk Dochum, RedemptoristenStrabe 28/30. Nähe Bahnhof Präsident. e Wat tenecheld er Beweis dass auch hre 84 Sechcche -autonremgkeiten durch Auhrarrg # Drula Bleichwachs W Se ece HandharmonikaMueik-Bium vorbumchr atf. Jeiephon tntt! Auto- u. MotorradTanrSchufe Nen- Schertei Wiemelhauser Straße 96 Unterrichts- a. 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April 1868 in Altenessen als Sohn eines Bergmanns geboren. Nach der Entlassung aus der Volksschule verfuhr er seine erste Schicht als Bergeklauber auf der Zeche„Karl" in Altenessen. Bis zu seiner Militärpflicht, der er in den Jahren 1890 bis 1892 beim Infanterieregiment 130 in Metz genügte, war er auf verschiedenen Zechen des Ruhrgebiets unter und über Tage tätig. Von 1901 bis 1913 bekleidete Neschen die Stelle eines Waschmeisters auf verschiedenen Zechen des Ruhr= und Saargebiets sowie des Aachener Reviers. Während dieser Zeit war er auch in Holland und Frankreich tätig. Im Jahre 1913 wurde er als Waschmeister auf der zum Lothringenkonzern gehörenden Zeche„Freie Vogel und Unverhofft“ eingestellt und 1925 nach Bochum=Gerthe zur Bergbau=Aktiengesellschaft„Lothringen" versetzt, wo er bis zu seiner jetzt erfolgten Pensionierung verblieb. Waschmeister Neschen hat dreiundzwanzig Jahre in den Diensten der Gesellschaft gestanden. Während dieser Zeit hat er sich stets durch treue Pflichterfüllung und besonderen Diensteifer ausgezeichnet. Lothringer Bergknappen in Rüdesheim. Die Ortsgruppe Bochum=Gerthe der NSG.„Kraft durch Freude" unternahm Sonntag eine Rheinfahrt nach Rüdesheim mit rund 600 Teilnehmern, die sich zum größten Teile aus Gefolgschaftsmitgliedern der Schächte I bis IV der Bergbau AG. Lothringen und deren Angehörigen zusammensetzten. Um.15 Uhr morgens brachten 11 Sonderwagen der Straßenbahn die Fahrtteilnehmer nach Bochum, wo sich noch rund 400 Bochumer anschlossen. Von hier aus ging es im Sonderzug nach Koblenz, wo Warum bist Du noch nicht in der Diese Frage muß sich jeder angesichts der großen Werbeaktion vorlegen, und in der persönlichen Beantwortung liegt die eigene Einstellung zur Arbeit, zur Gemeinschaft aller Schaffenden. Auch du solltest dich zu ihr bekennen! Komm mit deiner Gefolgschaft in die Versammlungen deiner Fachschaft! Heute Handel 20.15 Uhr: Gesamter Handel der Ortswaltungen: Riemke, Hamme, Marmelshagen, Hordel, GrummeVöde, Altenbochum und Laer. Fachgruppe Einzelhandel der Ortswaltungen: Altstadt und Griesenbruch. Fachgruppe Vermittlergewerbe des Kreises Bochum, Geschäftsreisende, Kaufmännisches Hilfsgewerbe usw. Haus= und Grundstückswesen, Ambulante Gewerbe des Kreises Bochum. Handwerk Facharuppe Metallhandwerke: Schmiede, Schlosser, Klempner, Elektrotechniker, Mechanik und Kraftfahrzeughandwerk, Uhrmacher..; Fachgruppe Bauhandwerke: Bildhauer, Steinmetze, Dachdecker, Maler, Glaser, Schornsteinfeger, Stukkateure, Givser, Tapezierer, Polsterer, Töpfer, Ofen=setzer, Zimmerer, Sattler, Glas= und Gebäudereiniger. Lokal: Parkhaus, Bochum. Redner: Parteigenosse Theiler. Handel 20.15 Uhr: Gesamter Handel der Ortswaltungen Gerthe. Hiltrov=Bergen und Harven. Handwerk Gesamtes Handwerk der Ortswaltungen Gerthe, Hiltrov=Bergen und Harven. Lokal: Kalthoff. Gerthe, Lothringer Straße Redner: Parteigenosse Plankermann. Morgen Handel 20.15 Uhr: Gesamter Handel der Ortswaltungen Linden, Dahlhausen und Sundern. Handwerk Gesamtes Handwerk der Ortswaltungen Linden, Dahlhausen und Sundern. Lokal: Lutz. Linden. Redner: Parteigenosse Poetter. Handel 20.15 Uhr: Gesamter Handel der Ortswaltungen Stiepel, Wiemelhausen und Querenburg. Lokal: Meßmann, Wiemelhausen. Redner: Parteigenosse Gundlach. Handwerk 20.15 Uhr: Fachgruppe Bekleidungs= und Reiniaungshandwerk: Schneider, Schneiderinnen, Putzmacher, Schubmacher.... Im.6t2e. 9 Lokal: Bischoff, Alleestraße 26. Redner: Parteigenosse Braun. mann=Kost ihre Monatsversammlung ab. in der Geschäftsführer Schneider über die in Bochum stattgefundene Ortsringsitzuna berichtete. Nach eingehenden Besprechungen über eine Rheinfahrt nach Königswinter wurde der Spielplan für das Winterhalbjahr 1936/37 festgelegt. Der erste Spielabend steigt im September Stadtteil Laer Nächstenliebe der Tat 40 Jahre Evangelische Frauenhilfe Uemmingen Für die evangelische Kirchengemeinde Uemmingen war es eine besondere Freude, die Wiederkehr des 40. Gründungstages ihrer Frauenhilfe am Sonntag in festlichem Rahmen zu begehen. Den Auftakt bildete morgens ein Festgottesdienst, in dem Pfarrer Bastert (Soest), der Leiter der Westfälischen Frauenhilfe, die Festpredigt hielt. Darbietungen des Frauenhilfschores, unter Leitung von Fraulein Brodowski, gaben der gottesdienstlichen Weihestunde die Umrahmung. Es entsprach ganz der Bedeutung des Stiftungsfestes, wenn man sich nachmittags zu einer besonderen Feier im Lokal Hahne an der Buscheystraße im Ortsteil Querenburg zusammenfand. 17 Mitbegründerinnen der Frauenhilfe galt es zu ehren. Sie hatten an der festlich geschmückten Kaffeetafel ihren Ehrenplatz. Pfarrer Kuhlmanns Begrüßungsansprache war ein einziger Dank an die Jubilarinnen, deren Tätigkeit in dem von ihm gegebenen Jubiläumsbericht an erster Stelle gewürdigt wurde. Im Jahre 1896 war die Frauenhilfe von Pfarrer Overhoff ins Leben gerufen worden. Ueber ihre Tätigkeit in den ersten Jahren liegen keine genauen Angaben vor Der Dienst am Nächsten wurde in der Stille getan. Doch die Erfolge stellten sich von selbst ein. Die Mitgliederzahl wuchs von Jahr zu Jahr. Der Krieg brachte neue Aufgaben: die Betreuung der Kriegerhinterbliebenen, die Speisung der Armen und Bedürftigen und vor allem den Hilfsdienst an den feldgrauen Soldaten. Liebespakete ohne Zahl wanderten an die Front. Die Nachkriegsjahre mit ihrer Not stellten noch größere Anforderungen. In den Jahren 1930 bis 1932 war die Evangelische Frauenhilfe Trägerin des Freiwilligen Arbeitsdienstes für Mädchen. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung blieb die geistige und religiöse Vertiefung des Vereinslebens die Hauptaufgabe. Freudig stellten sich die Mitglieder in den Dienst der NS.=Volkswohlfahrt und des Winterhilfswerkes und halfen mit, Not zu lindern, wo es möglich war. Der von Frau Pfarrer Kuhlmann erstattete Rechenschaftsbericht über das 40. Vereinsjahr, eingeleitet mit einem Gedichtvortrag von Frau Schumacher, war Zeugnis dafür, daß in der Frauenhilfe Uemmingen mit ihren 430 Mitgliedern Tatgeist lebt. Ueber die Zeitaufgaben der Evangelischen Frauenhilfe verbreitete sich Pfarrer Bastert in seinem Festvortrag, dem das gemeinsam gesungene Frauenhilfslied einen sinnvollen Abschluß bescherte. Dann schritt man zu dem Festakt der Jubilarehrung. Zuvor sang der Frauenhilfschor ein Gratulationslied. Pfarrer Kuhlmann überreichte den jubilierenden Mitgliedsfrauen, die 40 Jahre treu zur Frauenhilfe gestanden haben, ein kunstvoll eingerahmtes Bild mit Widmung. Die Singeschar der weiblichen Gemeindejugend von Querenburg sang unter Schwester Marthas Stabführung zur Laute und bereitete damit der Jubilargemeinde eine große Ueberraschung. Zahlreiche Jubelgrüße wurden übermittelt. So sprach Pfarrer Schloemann(Werne) als Vertreter des Bochumer Kreisverbandes der Evangelischen Frauenhilfe. Herzliche Glückwünsche überbrachten auch die Frauenhilfen Langendreer, Werne, Stiepel=Dorf, Stiepel=Haar, Auf der Krone, Kaltehardt und Wiemelhausen. Von VikarBaumann begleitet, ließ die große Festgemeinde ihre Jubellieder erschallen. Es war ein herzliches Sichfreuen über ein Fest, das in allen seinen Teilen auf den Grundton der Liebe abgestimmt war. Ein Weihefestspiel aus der Reformationszeit unter dem Leitwort: „Zur Freude wird jeder Tag, auf dem der Arbeit Segen lag“ sicherte der Jubiläumsfeier einen schönen Ausklang. * Fettscheinausgabe. Die Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine ist beendet. Volksgenossen, die ihre Scheine noch nicht abgeholt haben, können diese am Donnerstag, 16. Juli, im Verwaltungsgebäude, Hemkestraße 5. von .80 bis 12 Uhr in Empfang nehmen. Stadtteil Werne Aus dem Brieftaubensport. Die Reisevereinigung Bochum=Werne und Umgegend schickte 396 Tauben, die um 99 Preise konkurrierten, nach Gardelegen. Die Tauben wurden um 6 Uhr geworfen. Die erste Preistaube erreichte ihren heimatlichen Schlag um 11.13.22 Uhr mit einer Fluggeschwindigkeit von 984,8 Meter in der Minute, wahrend die letzte Preistaube um 11,45,43 Uhr mit einer Minutenleistung von 888,5 Meter ihren Schlag fand. Erster Sieger wurde Racherbäumer(„Vereinte Freunde" Laer). Weiter folgen H. Borg(„Vereinte Freunde" Werne), Bahr(„Kurier" Werne) Brako („Heimkehr" Laer) Feldmann(„Oelzweig" Laer), O. Scholl(„Kurier“ Querenburg), H. Scholl(„Kurier" Querenburg), Rikus(„Ruhrbote" Langendreer). Den Sondersatz erhielt H. Borg(„Vereinte Freunde" Werne). Feldmann(„Oelzweig" Laer) erhielt die erste Serie, die zweite Serie Brozio(„Unverhofft" Laer) und die dritte Serie H. Scholl(„Kurier" Querenburg). Personalnachrichten Heute begehen die Eheleute Jakob Hochhaus, Overdyker Straße 38, das Fest der silbernen Hochzeit. Achtung, Luftschutz! Der Polizeipräsident in Bochum teilt mitt Am 14. Juli 1936 findet im Stadtgebiet zwischen Wiemelhauser und Düppelstraße in der Zeit von 19.30 Uhr bis 20.40 Uhr eine Luftschutzübung des Selbstschutzes, durchgeführt von der Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes, statt. Uebungsgrenzen: Wiemelhauser Straße— An der Schalwiese— Steinring— Düppelstraße— Finkestraße. An der Uebung selbst sind beteiligt: An der Schalwiese Nr.—15, Am Gerstkamp, Brunsteinstraße, Denisstraße, Oskar=Hoffmann=Straße(zwischen Wiemelhauser Düppelstraße), Haderslebener Straße, Alsenstraße(zwischen Wiemelhauser und Düppelstraße), Südstraße, Mauritiusstraße, Ferdinandstraße, Finkestraße. Wiemelhauser Straße 11—104. In dieser Zeit von 19.30 bis 20.40 Uhr ist das gesamte Uebungsgebiet für den öffentlichen Verkehr(Fahrund Fußgängerverkehr) polizeilich gesperrt. Der Straßenbahnverkehr auf der Wiemelhauser Straße wird aufrechterhalten. Die Umleitung des gesamten kar=Hoffmann=Straße und Wiemelhe Stadtteil Langendreer Ausklang des Langendreerer Kriegerjubiläums. Auch der dritte Jubiläumstag der Krieger= und Landwehrkameradschaft Bahnhof nahm den erwarteten guten Verlauf. Noch einmal hatten sich die alten Soldaten des Stadtteils Langendreer mit ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten im großen Festzelt eingefunden, um Abschied zu nehmen von der Stätte, wo drei Tage Freude und Frohsinn geherrscht hatten. Ja seiner Schlußansprache richtete Vereinsführer Dierkes noch einmal an alle den dringenden Apvell, weiter für den Kameradschaftsgedanken sich einzusetzen und die wahre Volksgemeinschaft, wie der Fuhrer sie wolle, zu fördern. Ein buntes Programm hielt die Teilnehmer noch einige Stunden in fröhlicher Runde beisammen. Eine rn Tanigaufti=Kenzen die Westfalen vom Gau Koblenz=Trier der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" willkommen geheißen wurden. Auf dem Rhein wartete der Rheindampfer„Hindenburg“ auf die Gäste, um diese rheinaufwärts nach Rüdesheim zu bringen. Prächtig mundete allen auf dem Dampfer das gute Mittagessen. Um 14.30 Uhr traf man am Reiseziel in Rüdesheim ein. Nach dreistündigem Aufenhalt brachte der Dampfer die Reisenden zurück nach Koblenz und mit dem Sonderzug traf man um Mitternacht wieder in Bochum ein. Brieftaubenwettflug. Die Reisevereinigung BochumGerthe führte am Sonntag ihren Rückflug ab Gardelegen für alle Tauben durch. Um.10 Uhr erfolgte der Auflaß von 296 Tauben, die um 74 Preise flogen. Die erste Preistaube bewältigte die 303 Kilometer in der Durchschnittsgeschwindigkeit von 944,3 Meter in der Minute. Die ersten Preisträger sind: Recko„Brüderlichkeit".=Harpen, 2. Düppe„Heimatliebe", Voßkuhle, Szuka„Wandervogel“ Grumme=Vöde, Lippe„Wandervogel“. Grumme=Vöde, Mansfeld„Edeltaube“ Gerthe, Hartlieb„Wandervogel“. Grumme=Vöde, Hegemann „Siegespalme“, Bochum, Schlottmann„Richthofen" Bochum=Gerthe, Sadlowski„Laßt uns reisen". BochumHarpen, Dankowski„Laßt uns reisen" Bochum=Harpen. Stadtteil Harpen Zur letzten Ruhe. Unter großer Teilnahme der Harpener Bevölkerung, der Arbeitskameraden vom Bochumer Verein und der Deutschen Arbeitsfront wurde der bei einem Verkehrsunfall zu Tode gekommene Aug. Striewski am Samstag zur letzten Ruhe geleitet. Pfarrer Leich hielt die Trauerrede; dann spielte die Kapelle zum letzten Gruß das Lied vom guten Kameraden. Sterbeauflage Harpen. Die Sterbeauflage Harven hielt im Lokale Fleitmann(Hoffmann) ihre Monatsversammlung ab. Der Hauptpunkt betraf den Anschluß an eine andere Sterbekasse. Die Versammlung faßte den einstimmigen Beschluß, ihre Selbständigkeit zu wahren. Der Witwenbeitrag wurde mit Wirkung vom 1. September an auf 0,50 RM. festgesetzt. Volksbühnengemeinschaft Harpen. Die Volksbühnengemeinschaft Harven hielt im Vereinsbeim Strath= 79 Jahre alt. Bei bester geistiger und körperlicher Rüstigkeit konnte in diesen Tagen der auf der Kassenbergerstraße in Bochum=Dahlhausen wohnhafte Volksgenosse Heinrich Becker sein 79. Lebensjahr vollenden. Im Silberkranz. Das Fest der silbernen Hochzeit begingen Sonntag die Eheleute Johann Hehl und Frau Wilhelmine, geborene Meischein, Hattinger Straße 853 a. Uebung der Freiwilligen Sanitätskolonne BochumLinden. Die Freiwillige Sanitätskolonne BochumLinden hielt auf der Verbandsstraße eine Uebung ab, die bewies, daß die Sanitäter voll und ganz auf dem Posten sind, wenn einmal ein Ernstfall an sie herantreten sollte. Diesmal lag der Gesamtübung der Annahmefall eines schweren Kraftwagenunfalls an der Brücke Verbandsstraße—Donnerbecke zugrunde. Insgesamt beteiligten sich an der Uebung rund 30 Sanitäter und zehn Helferinnen. Kolonnenfuhrer Claholz befand sich an der„Unfallstelle" und ebenfalls Kolonnenarzt. Dr. Kreitz, die die Uebung überprüften und für eine ordnungsmäßige Durchführung sorgten. Nach der Uebung kamen die Sanitäter in der Gaststätte Mönninghoff zu einem Kameradschaftsabend zusammen, der mit herzlichen Grußworten durch Kolonnenführer Claholz eingeleitet wurde. Kameraden der Artillerie tagten. Die Artilleriekameradschaft Bochum=Linden=Dahlhausen kam im Kameradschaftsheim zu einer Tagung zusammen, um vor allem über den diesjährigen Ausflug zu beraten, der am kommenden Sonntag nach der Loemühle durchgeführt werden soll. Auf der Hinfahrt soll das Schiffshebewerk Henrichenburg besichtigt werden. Gardekameradschaft Bochum=Linden. Bei guter Beteiligung unternahm die Frauengruppe einen Ausflug, der für die Teilnehmerinnen einige recht unterhaltsame Stunden brachte. Mit Großomnibussen ging die Fahrt von Linden aus nach dem schönen Bad Ems, wo die Frauen einige herrliche Stunden der Erholung verlebten. Linden=Dahlhauser Kumpels fuhren zum Rhein. Als endlich Sonntag früh die Stunde der Abfahrt für die seit langem geplante Fahrt zum Rhein gekommen war, schauten die hunderte Kumpels der Zechen„Friedlicher Nachbar" und„Prinz=Regent" betrübt zum Himmel, der mit Wolken überzogen war und kaum schöne Aussichten auf diese Fahrt verhieß. Trotzdem aber wurde das Bündel geschnürt und in Linden=Dahlbausen füllten sich bald um die frühe Morgenstunde die Sonderwagen der Straßenbahnen, die die Linden=Dahlhauser Kumpels zunächst zur Innenstadt bringen sollten. Hier vereinigte man sich mit Kameraden der Zeche„PrinzRegent“ und dann ging es, trotz der weniger guten Witterung, mit frohem Lachen und Scherzen zum Sonderzug.38 Uhr ab Bochum. Die erste Strecke der Fahrt zum schönen deutschen Rhein führte bis Bonn. Dann ging es mit dem Dampfer weiter nach Koblenz, wo die Sehenswürdigkeiten einer Besichtigung unterzogen wurden. Gemeinsam wurde auf dem Dampfer das Mittag= und Abendessen eingenommen, das allen Kumpels sehr gut mundete. Wenn auch zeitweise Regen herrschte, so konnte er aber dennoch der allgemeinen Freude keinen Abbruch tun. Pensionärverein der Reichsbahn= und Kommunal= beamten. In ihrem Vereinsheim kamen die Mitglieder des Pensionärvereins für Reichsbahn= und Kommunal= beamte Linden=Dahlhausen zu einer Tagung zusammen, in deren Mittelpunkt die Besprechung über den diesjährigen Ausflug stand. Hierzu wurde beschlossen, den Ausflug am 22. Juli zum Ausflugsort Brämer in Buchholz bei Blankenstein zu unternehmen. Frauen= und Mädchenchor Bochum=Dahlhausen. Den traditionellen Jahresausflug unternahmen die Mitglieder des Frauen= und Mädchenchors Bochum=Dahlhausen bei guter Beteiligung zum nahen Baldeneysee. Fahrverkehrs der Oslhauser Straße in beiStadtteil Weitmar Zwei schwere Stürze. Samstag abend kam die achtjährige Elfriede., Rubensstraße, beim Radfahren auf der Stensstraße zu Fall und erlitt außer einem Schulterbruch erhebliche Kopf= und Gesichtsverletzungen, so daß ihre Ueberführung ins Krankenhaus erfolgen mußte.— Sonntag morgen stürzte der Fabrikarbeiter Franz., Hattinger Straße, im Hausflur. Hierbei zog sich der junge Mann eine schwere Schädelverletzung zu; er mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Stadtteil Stiepel 75 Jahre alt. Bei bester Gesundheit konnte Samstag Frau Witwe Salzmann von der Henkenbergstraße in.=Stiepel ihr 75. Lebensjahr feiern. Evangelische Kirchengemeinde Stiepel. In diesen Tagen wird die neue Orgel im Betsaal Auf der Haar aufgebaut. Die Einweihung soll am 19. Juli stattfinden. Nachmittags findet eine Kirchenmusikalische Feierstunde statt. Bei dieser Weihestunde wirken der Kirchenchor, der Frauenchor, der Posaunenchor und ein Kinderchor mit. Ganz besonders aber soll neben diesen Darbietungen die neue Orgel erklingen. An diesem Tage wird Musikdirektor Gerres(Schwelm) die Orgel spielen. Trdonionsat Garde=Kameradschaft Bochum. Im Vereinsheim Bochumer Hof hielt am Samstag abend die Gardekameradschaft Bochum ihren gut besuchten Monatsappell ab, den Kameradschaftsführer Kieserling leitete. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde des verstorbenen Kameraden Schuliheiß gedacht. Der Kameradschaftsführer erstattete dann den Bericht vom Landes=Kriegertag in Bottrop und von der Teilnahme an dem 70jährigen Jubiläum der Krieger= und Landwehrkameradschaft Stiepel. Mit besonderem Interesse wurde der Bericht vom Reichskriegertag in Kassel, an dem zehn Kameraden der Gardekameradschaft teilnahmen, entgegengenommen. Am Samstag waren die Bochumer Gäste bei den Kasseler Kameraden der Garde. Beim Bundespokalschießen am 28. Juni erzielte die erste Mannschaft der Gardekameradschaft, bestehend aus den Kameraden Albert Balzereit, Karl Dröge Heinrich Mohring und Karl Neuse, die schöne Punktzahl von 472 Ringen. Die Bronzene Schießzmedaille erhielten dann die Kameraden Jürgens, 139 Ringe, und Schlenstein, 121 Ringe. Die Ehrenscheibe erhielt der Kamerad Köthe. Der Kameradschaftsführer übermittelte dann dem Kameraden Klagges Glückwünsche zum 25jährigen Geschäftsjubiläum. Nachdem mehrere Neuaufnahmen getätigt waren, berichtete der Schriftführer über den am kommenden Sonntag stattfindenden Sommerausflug nach Wengeler im Lottental. Bereits am Vormittag beginnt das Schießen und den Oberstleutnant=Meyergegr. 1907 eines ständig um den Heise=Wanderpreis Wanderpreis. Kameradschaft deutscher Kolonialtruppen, Wenn die Heimabende der alten Soldaten sich steigenden Zuspruchs erfreuen, so liegt das zweifellos daran, daß die altbewährte Kameradschaft in den meisten Fällen während des größten Weltgeschehens geschlossen beziehungsweise erneuert worden ist. Kameradschaftsführer Hüning, der seine Getreuen für Samstag abend zum Kolonialheim Märker geladen hatte, begrüßte die große Schar der Erschienenen und schilderte dann in kurzen Zügen die Begebenheiten der letzten Wochen. Es folgte dann zunächst Berichterstattung der Kameraden Knoop und Hüning über die großen und erhebenden Soldatentage des Reichskriegerbundes in Kassel. Besonders hervorzuheben sei hierbei daß diese Tagung zur Verbreitung und Vertiefung des Kolonialgedankens erstmalig von vielen Kolonialkriegern in ihrer Schutztruppenuniform beschickt war. Zum Fechtmeister wurde Kamerad Stärk bestimmt. Ueber bestehende Unklarheiten, die sich auf das Verhältnis des Kolonialkriegerbundes zum Marinebund und Kyffhäuserbund beziehen, wurden vom Kameraden Hüning die gewünschten Aufklärungen gegeben. Durch Vermittlung des Obmannes der Kriegsopferversorgung soll am Grabe des in seiner Heimat Zeulenroda verstorbenen Kameraden Paul Beyer an seinem Gevurtstage ein Kranz niedergelegt werden. ner Straße. Der Beginn der Uebung wird durch eine Sirene (wechselnd hohe und tiefe Tonhaltung) ausgelöst. Das Ende der Uebung wird ebenfalls durch die Sirene(langer, gleichbleibender Ton) bekanntgegeben. Es wird erwartet, daß in allen Häusern, sowie in den Betrieben des erweiterten und Behörden=Selbstschutzes des Uebungsgebietes strenge Disziplin gewahrt bleibt und alles Erforderliche gemäß der erhaltenen Ausbildung veranlaßt wird. Ferner wird von der an den Uebungen nicht beteiligten Bevölkerung erwartet während der Uebungen das Uebungsgebiet nicht aufzusuchen, um den polizeilichen Aufsichtsdienst nicht zu erschweren. Frohe Stunden der Gemeinschaft bei der Abteilung Gießerei der Eisen= und Hüttenwerke AG. Die Abteilung Gießerei der Eisen= und Hüttenwerke AG., Bochum, fand sich am Samstag im geschmückten Saal der Kaiseraue zu einem Kameradschaftsabend zusammen, bei dem die Arbeitskameraden mit ihren Angehörigen schöne, freudvolle Stunden verlebten. Nach dem Eröffnungsmarsch der Kapelle, dem Badenweiler=Marsch, richtete Zellenobmann Heinrich Begrüßungsworte an die zahlreichen Teilnehmer des Abends und gab der Freude über den starken Besuch Ausdruck. Zwei Liedervorträge der Gesangabteilung leiteten über zu der Ansprache des Betriebsleiters Oberingenieur Leyers, der im Namen der Gefolgschaftsführung Grüße ausrichtete und den Kameradschaftsgeist der Gießerei ins rechte Licht rückte. Der weitere Verlauf des Abends, der unter dem Motto„Freut euch des Lebens" stand, war mit Musik, Vorträgen und Gesangsdarbietungen einzelner Arbeitskameraden so recht dazu angetan, das Band der Volksund Werksgemeinschaft in schönen Feststunden noch enger zu knüpfen. Im Kreise der Kameraden Ein Abend der Klempnerinnung. Zu einem freudigen Abend der Kameradschaft kamen am Samstag im Parkhaus die Mitglieder der Klempnerinnung Bochum zusammen. Der Obermeister der Innung, Kreishandwerksmeister Esch, begrüßte die Kameraden. Dr. Bielefeld von der Kreishandwerkerschaft sprach zu den Frauen, und der Bochumer Humorist Leo Sander sorgte im Verlauf des schönen Abends dafür, daß Freude und Scherz voll zu ihrem Recht kamen. So verlief denn der Kameradschaftsabend in uneingeengter Form zur vollsten Zufriedenheit aller. Führst Da auch miit! Geschäftsradler im sportlichen Wettkampf Wenn in diesen Tagen die radelnden Boten der Bochumer Geschäftswelt ihre Fahrzeuge mit gesteigertem Tempo durch die Straßen unserer Stadt steuern, so hat das seinen besonderen Grund. Man trainiert für das große Rennen der Bochumer Geschäftsradler, das der Radfahrerverein„Sturmvogel 04“ kommenden Sonntag in Verbindung mit dem„Bochumer Anzeiger“ erstmalig durchführt. Die Fragen, der schnellste Bochumer Brötchenfahrer ist, welche Metzgerei den schnellsten Fahrer besitzt, werden allenthalben erörtert. Die Anregung, alljährlich eine derartige Veranstaltung durchzuführen, ist bei den Bochumer Firmen auf fruchtbaren Boden gefallen. Ueberall besteht großes Interesse für die Veranstaltung, die eine ständige Einrichtung bleiben und alljährlich wiederholt werden soll. Wir weisen nochmals darauf hin, daß Meldungen bis spätestens Donnerstag, 16. Juli, an Jos. Klöpper, Bochum, Bongardstraße 25, abgegeben werden müssen. Derselbe und die Sportschriftleitung des Bochumer Anzeiger“ geben in allen noch bestehen den Fragen gern Auskunft. Auf glatter Straße gestürzt. Am 11. Juli kam auf dem Burgersteig vor dem Hause Redemptoristenstraße 67 ein Mann infolge der Straßenglätte zu Fall und zog sich hierbei eine schwere Beinverletzung zu. Er wurde dem Augusta=Krankenhaus zugeführt. Bochamtel=Veranstättungen Stadttheater Bochum. Die reizende, unterhaltsamt Schiffskomödie„Spiel an Bord“ des bekannten LustspielAutors Axel Ivers bildet in der kürzlich erstaufgeführten Einstudierung von Viktor Ahlers den Ausklang des diesjährigen Lustspielplanes. Jeder, der noch nicht Gelegenheit hatte, das gerade für den Sommer geeignete, abwechslungsund situationsreiche Stück zu sehen, nehme Gelegenheit. diese letzte Lustspielaufführung heute abend sich anzusehen (außer Vormiete). Morgen und übermorgen finden die letzten Proben zu Kleists„Hermannsschlacht“ statt, die in der neuen Inszenierung von Dr. S. Schmitt am Freitag, 17. Juli, und am Samstag, 18. Juli, als offene Werbevorstellungen zu ermäßigten Preisen und als Zusatzvorstellungen für die Vormieten A und B in Szene gehen wird. Seite 13 Nr. 162° Bochumer Anzeiger# Dienstag, 14 Juli 1936 Aus aller Lib ennut=Tillmfrsche Zirunn se Die Duplizität der Ereignisse— Alle Kinder gestorben Newyork, 13. Juli. Nach dem Gesetz der Duplizität seltener Ereignisse sind in den Vereinigten Staaten innerhalb einer Woche zwei Siamesische Zwillingspaare geboren worden, beides Schwesternpaare, die in beiden Fällen an der Schädelbasis, Rücken an Rücken, zusammengewachsen waren. In beiden Fällen ist die eine der Zwillingsschwestern bald nach der Geburt gestorben und in beiden Fällen ist die zunächst überlebende Zwillingsschwester zwei Tage später in den Tod nachgefolgt, und jedesmal, kurz bevor die Aerzte die Trennungsoperation durchführen wollten. Diese Operation hätte auf jeden Fall ein verzweifeltes und wenig aussichtsreiches Experiment bedeutet, da anzunehmen war, daß die Zwillinge ein gemeinsames Gehirn hatten. Das erste Zwillingspaar wurde in Medford im Staat Massachusetts von einer Mrs. Diego Fiarenzo geboren. Während die eine Zwillingsschwester, die bei der Geburt sieben Pfund wog, wenige Stunden später starb, hat ihre fünf Pfund schwere Schwester fast volle zwei Tage länger gelebt. Das andere siamesische Schwesternpaar wurde in Michigan=City von Mrs. Wesley Glick geboren. Auch hier starb die kräftigere Schwester, die 5½ Pfund schwere Nanny, zuerst, eine Viertelstunde nach der Geburt, während die 3½ Pfund schwere Schwester zwei Tage später verschied. Die Trennungsoperation, die die kleine Norabella von ihrer toten Schwester befreien sollte, war ursprünglich für den Tag nach der Geburt vorgesehen, weil das Mädchen erst noch mehr Kräfte gewinnen sollte und weil man noch die Ankunft eines wissenschaftlichen Sachverständigen erwartete. Inzwischen wurde es zu spät. Olympia=Rundfunksprecher flogen nach Athen ab Berlin, 13. Juli. Reichssendeleiter Hadamovsky verabschiedete am Montag früh auf dem Flughafen Tempelhof die Funkberichterstatter, die den Fackellauf von Olympia nach Berlin den Rundfunkhörern der Welt übermitteln werden. Die Mannschaft, die sich aus zwei Sprechern, drei Fahrern, drei Technikern und dem Sendeleiter Dr. Lipp zusammensetzt, wird der olympischen Fackel in Uebertragungswagen durch die sieben Länder folgen. Die Uebertragung beginnt von dem Altar in Olymvia und dann geht es nach Athen, wo die große Weibestunde übertragen wird. Von Athen begleiten die Rundfunk=Männer die Läufer aus sieben Ländern, um fortlaufend über diesen großartigen Lauf zu berichten. Die Berichte werden zum größten Teil telephonisch nach Berlin gegeben werden. Das wird aber nicht immer möglich sein, und deshalb wird man sich anders helfen müssen. Der Wagen des Deutschen Rundfunks enthält selbstverständlich einen Apparat für Schallaufnahmen und ebenso auch einen Schneideapparat. Wenn nun die Rundfunksprecher über den Lauf und seine Etappen, über die Läufer und über die Landschaft sprechen, werden die Ferngespräche gleichzeitig auf Platten geschnitten. Falls einmal die telephonische Berichterstattung nicht klappen sollte, werden die Platten entweder zur nächstgelegenen Rundfunkstation gebracht und von dort übertragen, oder aber sofort nach Berlin geschickt. Alle Rundfunk=Länder haben den deutschen Rundfunk=Männern ihren gesamten funktechnischen Apparat zugesichert. Oesterreich ist uns sogar so weit entgegengekommen daß es die Uebertragung des Fackellaufs im österreichischen Gebiet zu dem deutschen Rundfunk selbständig durchführt, so daß wir keine Sprecher auf die österreichische Strecke zu entsenden brauchen. 2000 Danziger Hitler=Jungen auf dreiwöchiger Deutschlandfahrt Berlin, 13. Juli. Unter der Leitung des Gebietsführers I(Ostland), Oberbannführers Boeckmann, trafen in den Montagmittagsstunden 2000 Hitler=Jungen aus Danzig in der Reichshauptstadt ein. Diese Jungen werden in einer dreiwöchigen Reise Gelegenheit haben, Deutschland eingehend kennenzulernen; dabei werden sie die Hauptstadt des Reiches, die Hauptstadt der Bewegung, die Stadt der Parteitage besuchen und auf langen Eisenbahnfahrten durch viele deutsche Gaue einen Begriff von Deutschlands Schönheit und Größe bekommen. Im Laufe des Nachmittags unternahmen die Hitler=Jungen einen Rundgang durch die Berliner Innenstadt und das Regierungsviertel. Am Abend fuhren dann die 2000 Danziger Jungen mit Sonderzügen nach Potsdam, von wo sie sich am Dienstag nach Döberitz begeben werden, um an Vorführungen der Luftwaffe teilzunehmen. Schweres Anglück bei einem Automobilrennen in Brasilien Paris, 13. Juli. Nach einer Meldung aus Sao Paulo(Brasilien) ereignete sich dort am Sonntag bei einem großen Automobilrennen ein schweres Unglück. Kurz vor der Beendigung des Rennens, das der Italiener Pintacuda auf Alfa Romeo gewann, kam die französische Fahrerin Fräulein Helle=Nice, die an dritter Stelle lag, mit ihrem Wagen ins Schleudern und raste in die Menge, wobei sich der Wagen dreimal überschlug. Fräulein Helle=Nice wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Von den Zuschauern wurden fünf Personen getötet und 37 zum Teil sehr schwer verletzt. Radfahrergruppe vom Zuge überfahren Zwei Tote, eine Schwerverletzte Ludwigshafen, 12. Juli. Wie die Reichsbahndirektion Ludwigshafen mitteilt, wurden am Samstag kurz vor 19 Uhr auf dem beschrankten, ortsbedienten Staatsstraßenübergang der Strecke Imsweiler—Rockenhausen von einem Personenzug zwei Radfahrer und eine Radfahrerin überfahren. Bei den Toten handelt es sich um den 28jährigen verheirateten Schreiner August Hag aus Gehrweiler und den 22jährigen Studenten Erich Pollmann aus Radevormwald. Schwer verletzt wurde die 13jährige Landwirtstochter Anna Rubel aus Imsweiler. Nach Vorbeifahrt eines Güterzuges öffnete der Wärter versehentlich die Schranke kurz vor dem herannahenden Personenzug. Der Wärter wurde in Haft genommen. Temperatursturz in Amerika Endlich Regen und Abkühlung Newyork, 13. Juli. Zum erstenmal seit sechs Wochen gingen am Sonntag in den von der Hitze und Trockenheit betroffenen amerikanischen Staaten ausgiebige Wolkenbrüche nieder, die von Temperaturstürzen, teilweise um bis zu 33 Grad Celsius, gefolgt wurden. Ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet bewegt sich rasch nach den östlichen Staaten, wo immer noch Rekordtemperaturen herrschen. Die Zahl der Todesopfer der Hitzewelle stieg am Sonntagabend auf insgesamt über 1000. In den Großstädten wurden die Hitzeopfer meist auf der Straße von einem Herzschlag ereilt und starben vor dem Eintreffen ärztlicher Hilfe. Die Farmer hoffen, falls die Niederschläge anhalten, einen Teil ihres Viehs retten und auf den ausgedörrten Feldern noch Viehfutter anpflanzen zu können. Ausflugsomnibus verunglückt dnh Mailand, 13. Juli. In den Bergamesker Alpen ereignete sich am Sonntag ein schwerer Autounfall. Ein großer Ausflugsautobus mit etwa 40 Fahrgästen fuhr die steilen Windungen zum Presolana=Paß empor. Vor der letzten Kehre brach ein Differenzial, so daß ein Weiterkommen nicht mehr möglich war. Der Wagenlenker kehrte deshalb um und wollte zur nächsten Reparaturwerkstätte zurückfahren. Bei einem steilen Wegstück verlor der Fahrer jedoch die Herrschaft über den schweren Kraftwagen. Der Wagen geriet in immer schnellere Fahrt. Einige Fahrgäste suchten sich durch Abspringen zu retten, erlitten dabei aber schwere Verletzungen. Bei der nächsten Kehre rannte der Wagen gegen die Straßenbrüstung, zertrümmerte sie und fuhr etwa 100 Meter weit über eine abschüssige Böschung. Schließlich prallte er gegen eine Hütte, wobei fast alle Insassen mehr oder weniger schwer verletzt wurden. 14 Fahrgäste mußten ins Krankenhaus geschafft werden. Die übrigen konnten nach Anlegung von Notverbänden nach Hause gebracht werden. L3.„Hindenburg“ in Lakehurst gelandet Das Luftschiff„Hindenburg“ ist am Montag um 12.46 Uhr MEZ. glatt in Lakehurst gelandet. Teutschianter Fie dier Erhelungshein Ein gewaltiges„Kraft=durch=Freude“=Projekt in Königswinter Juli. Anläßlich seines Besuches am Köln, 18. Ji Sonntag im Gau Köln=Aachen gab Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, wie der„Westdeutsche Beobachter" meldet, Mitteilung von einem neuen großen Plan im Rahmen des sozialen Programms der Deutschen Arbeitsfront. Danach wird in Königswinter das größte Landerholungsheim der DAF. und damit ganz Deutschlands errichtet. Dieses Projekt liegt danach bereits in festen Formen vor und wird sich würdig an die Seite der gewaltigen Seebadeanlage auf der Insel Rügen stellen. Mehr als 5000 Gäste sollen in der gewaltigen Anlage gleichzeitig Aufnahme finden können. Zur Unterhaltung der geplanten Betriebe und zur Betreuung der Erholungsuchenden sind 1000 Mann Personal vorgesehen. In einer Front von 200 Meter werden sich die ausgedehnten baulichen Anlagen an einem der landschaftlich schönsten Punkte des ganzen Rheinstromes erheben. Die notwendigen Geländekäufe sind bereits vorgenommen und notariell abgeschlossen. Es ergibt sich die Notwendigkeit, eine Reihe auf den Grundstücken vorhandener älterer Gebäude abzureißen, um dem gewaltigen Riesenbau Platz zu machen. Auch der jetzige große Kurpark der Stadt mit seiner Kohlensäurequelle ist in das Projekt einbezogen. Das bisherige Schulungsgebäude in Königswinter wird, nachdem Or. Ley kürzlich den Grundstein zu einem neuen Schulungshaus gelegt hat, frei und ist als der verwaltungstechnische Mittelpunkt der Gesamtanlage vorgesehen. Um den Gästen den Aufenthalt nicht nur zur körverlichen Erholung, sondern auch zum abwechslungsreichen Erlebnis zu gestalten, sind mannigfache Einrichtungen vorgesehen, so u. a. neben dem eigenen Theater und Kino, eigene Kurkapellen, zahlreiche Vergnügungsmöglichkeiten, große Parks, Badeanlagen sowie eine eigene Rheinflottille. Die mit mehr als 5000 Betten ausgestatteten Gastzimmer werden so eingerichtet wie die Zimmer des Seeerholungsheimes auf Rügen. Bei schönem Wetter bieten große Terrassen, bei ungünstiger Witterung geschlossene Aufenthalts= und Restaurationsräume sowie eine mit Glas überdachte Halle einen angenehmen aufenthalt. pro Tag und Kopf auf zehn Tage berechnet. Jeden Tag soll ein großer Transport Gäste ankommen, um gleichzeitig die Rückreisenden mitzunehmen. Dr. Leys Besuch im Gau Köln=Nachen Köln, 13. Juli. Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. und Reichsleiter der DAF., Dr. Ley, stattete im Rahmen seiner Inspektionsreise durch Deutschland am Montag dem Gau Köln=Aachen einen Besuch ab. Zum Empfang hatten sich in Köln zahlreiche führende Vertreter der Partei, an ihrer Spitze Gauleiter Staatsrat Grohé, eingefunden, die an den Besichtigungen von Dienststellen der DAF., Siedlungen und Betrieben teilnehmen. Dr. Ley besuchte zunächst die„Robert=LeySchule", die der zusätzlichen Berufsschulung innerhalb der Deutschen Arbeitsfront gewidmet ist. Nach Köln zurückgekehrt, wurde das Albert=Leo=Schlageter=Heim des Arbeitsdankes und anschließend der Betrieb der Stollwerck AG. besichtigt, wo die gesamte Gefolgschaft angetreten war und Dr. Ley einen herzlichen Empfang bereitete. Dr. Ley nahm hier eine Zeitlang an der Werkpause teil, die mit einer vom Reichssender Köln in Verbindung mit der DAF. veranstalteten Sendung bestritten wurde. Aachen, 13. Juli. Am Montag nachmittag fand in der Westparkhalle in Aachen ein großer Betriebsappell der Abordnungen sämtlicher Betriebe des Kreises Aachen=Stadt, AachenLand und Monschau statt. Mehrere tausend Werktätige hatten sich hier eingefunden und bereiteten dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley einen begeisterten Empfang. Begrüßungsworte sprach Gauwalter Dr. Schmidt, der u. a. mitteilte, daß all den Bergarbeitern des Wurmreviers, die in diesem Jahre noch nicht in der von der DAF. gewünschten Form Ferien nehmen konnten, auf Anordnung des Reichsleiters Dr. Ley seitens der DAF. zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. „Nach Ansprachen von Regierungspräsident Reeder #####ine mit und Gauleiter Staatsrat Grohé richtete Dr. Ley das Wort an die Tausende. In zundenden Worten sprach er von der Schaffensfreude des deutschen Menschen. Dr. Ley begab sich sodann mit seiner Begleitung wieder nach Köln zurück, wo er in einer großen Kundgebung in der Kölner Messehalle sprach. „Mun naß Gahtlausende=gestalten Reichsminister Dr. Goebbels vor dem Arbeitslager des Rundfunkund Kulturamtes der Reichsjugendführung dnb Heidelberg, 13. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels, der aus Anlaß der Eröffnung der Reichsfestspiele in Heidelberg weilte, empfing Montag vormittag die 370 Teilnehmer des Arbeitslagers des Rundfunk= und Kulturamtes der Reichsjugendführung, dessen Hauptlager in der Zeit vom 9. bis 16. Juli auf dem Bierhelderhof bei Heidelberg abgehalten wird. Der Minister nahm Gelegenheit, an die jungen Kameraden bedeutsame kulturpolitische Ausführungen zu richten: „Sie haben im Kulturlager eine ausgedehnte Diskussion über jene großen Fragen gepflogen, die uns alle bewegen; denn nichts wäre uns unerwünschter, als wenn in Deutschland als einem autoritativen Staat die Diskussion abgeschnitten würde. Wir stehen allerdings auf dem Standpunkt, daß, nur wer aufbauend verantwortlich mitarbeitet, ein Recht zur Diskussion und Kritik hat. Es ist nichts selbstverständlicher als die Tatsache, daß, wenn in einem geistig=politischen Umbruch von der öffentlichen Betätigung alle Fähigkeiten eines Volkes aufgezogen werden, die Wissenschaften und Künste manchmal etwas zu kurz kommen. So ist es ja auch heute. Das politische Leben beansprucht eine solche Unmenge von Kräften des Geistes, des Verstandes und des Herzens, daß zeitweilig für die Wissenschaften und Künste kaum noch etwas übrigzubleiben scheint. Ein großer Teil der Männer, die im neuen Deutschland führend sind, würde sich auf einem Gebiet der Wissenschaften oder schönen Künste betätigen, wären sie in einen fertigen und kaum noch zu ändernden Staat hineingeboren worden. Die Not unseres Landes und die Notwendigkeit, dieser Not abzuhelfen, haben sie in die Politik hineingezogen. und sie haben deshalb auch der Politik einen anderen Charakter geben können, als sie gemeinhin hat. Wir verstehen ja nicht mehr unter Politik nur die Beschäftigung mit den materiellen Dingen eines Volkes. Sie hat für uns einen viel umfassenderen Charakter bekommen. Sie bedeutet für uns die Beschäftigung mit allen Fragen, die ein Volk überhaupt bewegen. Daß Sie sich nun als junge Deutsche zusammenfinden, um in gemeinsamer Aussprache die Fragen, die uns gerade auf kulturellem Gebiet beschäftigen, zu klären, auszusondern und auszuscheiden, ist für die deutsche Jugend ein schönes und gutes Zeichen. Wir haben es in unserer Jugend nicht so leicht gehabt Als wir an Gymnasien oder Universitäten studierten, gab es in Deutschland keine Richtung mehr; eine Stellungnahme zu den Dingen der Wissenschaft und Kultur war damals verpönt. Wir haben Stellung genommen und einen Standpunkt vertreten, haben uns bekannt und zu den Dingen nicht mehr„sowohl“ und„zwar“ und „vielleicht" und„man müßte" und„man könnte“ gesagt, sondern haben Ja und Nein gesagt. Die Dinge, zu denen man Nein sagt, haben wir beseitigt, diejenigen, welche man bejahen kann, haben wir zum Siege geführt. Sie geben heute die Fundamente eines neuen besseren, sozialistischen Kulturstaates ab. Sie, meine jungen Freunde, sind einmal dazu berufen, diese Dinge für die nächste Generation zu verteidigen. Wenn wir einmal das Reich in Ihre Hände legen werden wir Ihnen eine Weltanschauung, neue Geletze, eine neue Lebenshaltung, tausende Kilometer modernster Autostraßen und monumentale Gebäude hinterlassen. Das aber allein würde nicht genügen, um Staat und Volk auch für die nächsten Jahrhunderte Bestand zu verleihen. Es ist nicht genug, von Jahrtausenden zu reden, man muß sie auch gestalten. Sie müssen so denken und fühlen lernen, wie wir denken und fühlen gelernt haben. Sie müssen als selbstverständlich hingehmen können, worum wir einmal jahrelang gekämpft haben. Es muß einmal die Zeit kommen, in der der Nationalsozialismus selbstverständlich geworden ist. Es ist eine alte Erfahrung, daß Gesinnung und Haltung von einem Volk nur ausgenommen werden können, wenn sie ihm vermittelt werden durch eine Schicht, die in sich eine Trägerin von Gesinnung und Haltung ist. Unsere neue Jugend soll einmal als Mittlerin zwischen der Gesinnung und Haltung, die uns erfüllt, und der Weltanschauung, die wir vertreten, zum deutschen Volk funktionieren. Diese Funktion ist vielleicht die wichtigste, die wir heute im öffentlichen Leben kennen und anerkennen müssen. Deshalb, meine jungen Nationalsozialisten, ist es so begrüßenswert, daß Sie sich in gemeinsamen Lagern zusammenfinden, wo diese neue Gesinnung bewährt und erhärtet wird. Es werden auch einmal Zeiten über Deutschland kommen, in denen harte Männer notwendig sind, die noch Ja sagen und die auch den Mut haben, zu gegebener Zeit Nein zu sagen. Dazu kann Sie niemand anders erziehen, dazu müssen Sie sich selbst erziehen. Den Weg dazu finden Sie in der Zwiesprache mit den anderen, aber auch in der Zwiesprache mit sich selbst. Die großen Güter der Politik, der Wirtschaft und vor allem der Kultur, die das deutsche Volk besitzt, müssen wir bewahren, fördern und vermehren. Die Verantwortung dafür tragen wir vor dem Forum der deutschen und der Weltgeschichte. Seien Sie sich dieser Verantwortung immer bewußt. Nehmen Sie das Leben optimistisch, tapfer und in treuer Gesinnung Ihrem Führer, Ihrer Idee und Ihrem Vaterland gegenüber. Dann habe ich die feste Ueberzeugung, daß, wenn wir einmal die Augen schließen, wir unser Erbe in gute, tapfere und feste Hände legen können.“ Obergebietsführer Cerff dankte dem Minister für seine Worte und versprach im Namen der Lagerkameraden, daß die deutsche Jugend, der Verantwortung gegenüber der Zukunft bewußt, ihre Arbeit immer mit Ernst, Freude und Lebensbejahung anpacken werde. Mord an einem polizeileutnant Madrid, 13. Juli. Am Sonntagabend wurde in Madrid ein Polizeileutnant von vier Unbekannten durch mehrere Pistolenschüsse niedergestreckt. Der Ermordete war seit längerer Zeit von unbekannter Seite mit dem Tode bedroht worden. Man vermutet, daß es sich um einen Racheakt handelt, da der Erschossene vor einigen Monaten gelegentlich der Beerdigung eines von Marxisten ermordeten Polizeibeamten auf den Leichenzug schießen ließ, wohei eine Verwandte des spanischen Faschistenführers Primo de Rivera getötet und eine große Anzahl von Faschisten verletzt wurden. Bauernfoxtrott für König Eduard Erinnerung an den Tiroler Besuch Kitzbühel, 13. Juli. Der jetzige König von England weilte einmal, als er noch Prinz von Wales war, für längere Zeit in Kitzbühel. Er hatte sich dort als besondere Attraktion eine Tiroler Bauernkapelle verpflichtet. Da er an dem alten Tiroler Volkslied„Laß mi schaun, schaun, schaun“, besonderen Gefallen fand, bat er den Komponisten Eisenstein, ihm doch dieses Lied für seine Bauernkapelle niederzuschreiben. Das war leichter gesagt als getan. Denn das Lied ist in Tirol unter mehreren Melodien bekannt. Aber Eisenstein wußte sich zu helfen. Er komponierte unter Beibehaltung der heimischen Motive den Tiroler Bauernfoxtrott„Laß mich schaun, schaun, schaun“ und widmete es jetzt dem König. Zum Dank dafür erhielt er(natürlich neben dem klingenden Lohn) ein Dankschreiben vom Englischen Hofe, über das er sich außerordentlich freute. Jude von britischem Soldaten erschossen Wie Reuter aus Jerusalem meldet, wurde am Sonntag ein jüdischer Telephonist von einem britischen Soldaten erschossen. Es soll sich aber um einen Unglücksfall handeln, da sich der Revolver des Briten zufällig entladen habe. Brückeneinsturz bei Palma de Mallorca In der Nähe von Palma de Mallorca stürzte eine im Bau befindliche Brücke zusammen und begrub acht Arbeiter unter sich. Drei wurden auf der Stelle getötet, fünf trugen zum Teil schwere Verletzungen davon. Drahtgeflechte, Weldendrähte, Stacheldrähte, Bindedrähte billigst! Grobe Läger Rösler& Lönne Drahtwerk Bochum, RedemptoristenStraße 26/30. Nähe Bahnhof Präsident. e Wat tenecheld 6 ehemteieh er uit der Beweis. dass auch Ihre c UNauienreinigkeien dum iuareis. Drula Bleichwachs. Wet esie er Se HandharmonikaMusik-Bium Kordumdtr att. Seiephon 611tt! FAHRRADER schon für 35,-RM. — mit Garantie— Opel, Dürkopp. Triumph usw. billigst Bequeme Ratenzahlung! 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Castroper Strabe; daran anschließend bildet sich um 15 Uhr der Trauerzug zur Beisetzung auf dem Friedhof an der Blumenstraße am Anfange der Blumenstrabe Nachruf Dem allmächtigen Gofl, dem Herrn über Leben und Tod, hat es gefellen, am Sonntag, dem 12. Juli d.., unseren hochverehrten Herrn Kirchmeister, Rektor i. R. Heinrich Vieregge Im 72. Lebensjahre in die Ewigkelt abzurufen. Fast 25 Jahre hei der Entschlafene als Mitglied der größeren Gemelndevertretung und des Presbyterlums unserer Evangelischen Altstadtkirchengemeinde mit Rat und Tat treu gedient und selt fast 15 Jahren auch des schwere und verantwortungsvolle Amt des Kirchmeisters Inne gehabt. Wenn In schwerer Zeil die Finanzverhältnisse unserer Gemeinde steis geordnet geblieben sind, so verdanken wir des vornehmlich seiner weisen, vorsichtigen und gewissenhaften Amtsführung. Die Gemelnde verllert in dem Entschlafenen einen Ihrer treuesten Diener.— Persönlich war er uns allen stets ein zuvorkommender und liebenswürdiger Milarbeiter. Sein Wirken unter uns wird unvergessen blelben. Bochum, den 13. Juli 1936 Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Bochum Matthleu, Pferrer, Vorsltzender Die Trauerandacht findel am Mittwoch, dem 15. Juli, 14.30 Uhr. In der Kopelle der Augusta-Krankenanstalt stalt. Der Trauerzug formiert sich gegen 15 Uhr am Anfang der Blumenstraße(hinter der Unterführung Cast oper Straße) Nach Gottes unerforschlichem Ratschlusse entschlief heute nacht plötzlich und unerwartet in Oberwesel meine liebe Frau, meine gute Mutter. Schwiegermutter, Großmutter. Schwester. Schwägerin und Tante, die Ehefrau Wilhelmine Eilers geb. Busch im Alter von 70 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Ernst Eilers und Familie Schleevoigt Bochum- Weitmar, den 12. Juli 1936 Neulingstraße 22 Ueberführuns in die Heimat ist bereits ertolgt. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 15. Juli 1936, nachmittags 15.15 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Hausandacht eine halbe Stunde vorher. tadttheatel B O CHUM Dienstag, 14. Juli 20 bis gegen 22 Uhr, Außer Vormiete: Zum letzten Male! Spiel an Bord Lustspiel v. Axel Ivers. Preise:.30 bis .50 Mark. Mittwoch, 15. Juli Geschlosen! Rentner findet in Stiepel a. d. Ruhr gute und billige Folgende, stllechte Einzelmöbel zu günstigen Preisen: Offene Stellen Keine Originalzeugnisse einsenden. Wir auchen: Generalvertreter für Bochum sowie in allen Städten im rhein.westf. Bezirk mit nachweisbar RM. 500.— bis RM. 1000.— für Lagerhaltung. wir bieten: eine erstkl. konkurrenzlose Erfindung des täglichen Bedarfs. Ein Einkommen bis RPI. 800.— monatl. Kein Risiko, da großer Absatz garantiert wird. Kein pers. Verkaut. Nur Lieferung und Inkasso. Meldungen bei Lang. z. 2. Reichshof. 10—13, 15—19 Uhr echt Eiche. Renaissance, mit Gobelig, RPI. 95.8 Stühle echt berg. Barock, andefert. 1780. 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Juli 1936, 11 Uhr, bei der obengenannten Dienststelle rechtzeitig einzureichen, wo um diese Zeit die Oeffnung derselben im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. Bochum, den 11. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. Vergebung von Straßenbauarbeiten Die Herstellung von 6700 qm Oberflächenteerungen im Stadtgebiet Bochum soll vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind bei der Straßenbauabteitung des Stadtbauamtes Bochum, Rathaus, Zimmer 370, erhältlich. Termin für die Abgabe der Angebote ist auf Montag, den 20. Juli 1936, 11 Uhr, festgesetzt. Verspätet eingehende Angebote bleiben unberücksichtigt. Bochum, den 14. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. Vergebung von Bauarbeiten Für die Gebäude auf dem Zentral= friedhof sollen die Maler= und Anstreicherarbeiten vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen werden von der Planungsstelle, Rathaus, Zimmer 259, ab 10 Uhr, soweit der Vorrat reicht, abgegeben. Zustellung durch die Post erfolgt nicht. Die Angebote sind verschlossen, mit entchender Aufschrift, bis Montag, an die vorbenannte Dienftstelle einzureichen. Bochum, den 14. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. Seite 7 Nr. 162 Bochumer Anzeiger# Dienstag, 14. Juli 1936 Unterhaltung Klericze geneien unrel den Eisen Von ktans Gargin Immer wenn Heinrich Kegel spät abends— spitzige Zungen faselten gern von Hähnenkrähen— aus seiner Skatgesellschaft heimkehrte, stieg er mit gottlosen Flüchen und heillosen Verwünschungen auf den Lippen ins Bett. Meist drehte sich dann seine Emilie, nicht ohne vorher auf die Weckuhr geschielt zu haben, von der linken auf die rechte Seite und blies mit den Worten„weshalb bleibst du da auch nicht weg, solltest dich lieber mehr deiner Familie widmen!", frischen Sturmwind in die Zorneswogen ihres Heinrich. Die eheliche Szene endete, wie derartige Szenen zu enden pflegen. Heinrich wälzte sich, einem Walroß gleich, schnaubend und prustend auf eine der stattlichen Breitseiten, zog die Decke über die Ohren und ließ Emilie auf die Rückenpartie einsprechen, so bissig und überzeugend es ihr eben gelingen mochte. Noch die Tagesgedanken kreisten zu einem erheblichen Teil um die samstägliche Skatrunde die endgültig zu liquidieren eine der genießerischsten Zwangsvorstellungen Heinrich Kegels war. Auf die Gefahr hin, ein Mißfallen zu erregen, muß bemerkt werden, daß es ihm mit seinen Vorsätzen nicht so arg bedacht war. Ging die Woche zur Neige und nahte der Samstagabend, bequemte er sich langsam zur Nachsicht.„Man darf seine Freunde nicht überscharf beurteilen“, pflegte er sein Gewissen zu beruhigen.„Wohin sollten wir kommen, wenn da jeder splitterrichten wollte“, war die zweite Etappe seiner Duldsamkeit. Und mit den Abschiedsworten„soll ich vielleicht alles auf die Goldwaage legen und wegen meines meckerigen Schwagers den ganzen Skat auffliegen lassen?“, schwang er sich vor Emiliens Ohren vernehmlich in den moralischen Sattel und trabte zum Ratskeller. Hier in einer traulichen Nische, nach altdeutscher Art von eichenem Schnitzgebälk behutet, unter einer schmiedeeisernen Lampenkrone, deren Rahmen das fröhliche Handwerk rundlaufend mit Maßkrügen, Brezeln und allerlei Getier versehen hatte, warteten schon die Freunde, Kegels Schwager Zipplich, ein spuchtiger Herr mit grauem Spitzbärtchen, der Bäckermeister Johannes Detering sowie ein Herr Kunze, den Zipplich mitgebracht hatte. Man ging nicht gleich zum Geschäftlichen über, um Himmels willen! Während die leckeren Schöppchen mit schaumigen Hauben anrollten, die Glimmstengel sachgemäß geköpft und in Brand gesetzt wurden, unterhielt man sich höflich mit dem neuen Tischgast, Herrn Kunze, der sich mit seiner jungen Frau erst vor kurzem im Städtchen ansässig gemacht hatte. Er vertrat die Lederbranche, schien trotz seines landfremden Dialekts ein umgänglicher Mann und versprach eine Zierde der Skatrunde zu werden. Wie schnell er in der Gesellschaft warm wurde, sollte sich in der Folge noch erweisen. In bläulich wabernder Lohe, die sie aus kurzen Pfeifchen und Zigarren bliesen, saßen sie wie die Männer des Feuerofens um den runden Tisch und waren am Kartenknallen, daß die Gläser tanzten. „Achtzehn— gemacht— zwanzig— in Ordnung— zwei=, vier=, siebenundzwanzig— mein Spiel— dreißig— geht mir nicht aus der Hand— sechsunddreißig— nun erst recht— passe!" Da Zipplich wegen eines vor Wochen schweren Reinfalls grundsätzlich auf der Lauer lag, paßte auch er, und Kegel klaubte sich mit dicken Fingern den Skat auf. Bedächtig steckte er die Blättchen zusammen, während er mit schrägen Blicken in Deterings fächerförmig an den Leib gebogenen Segen Einblick zu nehmen trachtete. Wie erschreckte Mäuse nagten seine Glubschaugen an den offenbar wenig erfreulichen Gaben, die ihm das Skat=Christkindchen beschert hatte. Dann ließ er zwei Karten in Ruhestellung gehen, sagte mit forscher Stimme„Herzsolo" und reckte den Hals aus dem Kragen, daß sein Chemisettchen krachte. Der kiebitzende Kunze, mit der Nase tief in Kegels Karten forschend, wandte sich verächtlich ab und meinte zu Zipplich geneigt„na, nu, aber ran wie Hektor an die Bouletten!“ Und Zipplich, solcher moralischen Stärkung keineswegs bedürftig, ging ran und stieg mit einem gesalzenen„contra“ in die für Kegel faule Angelegenheit ein. Sein Spitzbärtchen zitterte vor Begier. Er hatte gegeben, sich selbst drei Jungens vom Besten, dazu Herzkönig,=neun und=acht nebst Pikas, Pilzehn und zwei kleinen Kreuzen. Kegel zog klein Herz, Detering zögerte. Kunze schnaufte mißbilligend, und da ihm zwei Spiele bekannt waren, ermunterte er den Bäckermeister sachverständig mit einem kräftigen„was gibt's den da zu überlegen?! Rin, was Beine hat!“ Und Detering, erleichtert aufatmend, als sei ihm eine Molle mit schwerem Kuchenteig entglitten, haute Karogs dazu. Listig schmunzelnd kassierte Zipplich den Stich mit Herzkönig. Das war zu viel, auch für Kegels Heinrich war das zu viel.„Emilie“, schwor er sich, „Emilie..“ sagte aber noch einigermaßen beherrscht, mit einem blassen Schein um die Nase,„Kiebitze müssen sich raushalten!" Als Zipplich jedoch, während er Zug um Zug seinen Trumpfreichtum lockerte, zu sticheln begann„Junge, Junge, was'n Pech!“ und Herr Kunze etwas von„hier zu Gast" und„Mangel an Lebensart“ murmelte, war es mit der Selbstbeherrschung zu Ende. Skatspieler werden den Aufruhr der Gefühle zu würdigen wissen, der in Kegels Busen tobte.„Jetzt ist's aber Schluß", krachte es mit der Stimme eines Blasmusikers,„Schluß mit allen Kunzes Kiebitzen und Mauerbrüdern!“. Und wie ein Hagelwetter prasselten die Karten auf den Tisch. Gegen alle Gewohnheit frühzeitig langte Kegel daheim an. Rote Herzen flimmerten vor den Augen. Er hatte, das Bedürfnis, seine Emilie zu überraschen, mit ihr allein zu sein. Auf leisen Sohlen betrat er seine Häuslichkeit.. Emilie schien Besuch zu haben, ein paar Damenhüte und=mäntel hingen an der Garderobe. Eben wollte Heinrich ins Zimmer treten, da hörte er Zipplichs Frau, seine Schwester Ida, sagen„bis vierzig halte ich noch", und nach einigem Hin und Her eine süßlich quellende fremde Stimme„nu aber rin, Frau Kegel, gesagt wird nischt!". Dem Herrn des Hauses wurde schwach, unzweifelhaft spielte man da drinnen Skat. „Heinrich... nein du? Seid ihr denn so früh fertig?" Drei mit geröteten Gesichtern dasitzende Skatspielerinnen blickten auf.„Kennst du Frau Kunze schon, unser jüngstes Mitglied in der Harmonie?“, steulte Emilie vor.„Kunzes sind nämlich gute Bekannte von Zipplichs und erst kurze Zeit am Ort, und da ist es ja doch Christenpflicht, nicht wahr, Heinrich...?“ Heinrich nickte. Jawohl, es war Christenpflicht. Er war sprachlos. Ihn schwindelte. Mit zitternden Knien setzte er sich nieder. Frau Kunze schien sich in der neuen Gesellschaft bereits sehr wohl zu fühlen.„Also nur feste rin, Frau Kegel, und gesagt wird nischt!“, nahm sie ihre Skatbelehrung wieder auf. Dann, mit einer Wendung zu dem immer noch der Sprache beraubten Heinrich,„und, nicht wahr, Herr Kegel, Kiebitze gehören unter den Tisch!“ Rete ODeilen im Mergentau Eine Gockjagd-Eizählung von kteimann stuttel Wo in dem schmalen Wiesental der krumme Birnbaum steht, führt ein alter Steg über den Wildbach zum Walde hinüber. Ich kenne diesen Steg besser, als ich selber nicht. Ich halte mein Verbleiben hier sogar für dumm und aussichtslos. Aber es ist irgendetwas in mir hellwach geworden, das den klügelnden Verstand auf mancher Fuhrmann die Landstraße. Denn unzählige den Kopf haut und mir unwiderstehlich zuraunt:„Hier maie vin ich bei Tag und bei Nacht über ihn hinweg=swirst du den Schadbock auf die Decke legen und sonst gegangen, seit ich dem heimlichen Rehbock nachgehe, der nirgends!" Kampf zubescken Männesn- Möchbn. u- Bil Behm 29) Gordon schlug mit der Faust auf den Tisch. Das fehlte ihm gerade noch.„Lassen Sie den Mann herein und sagen Sie Sergeant Roger Bescheid. Er soll sofort zu mir kommen.“ „Zu Befehl, Captain.“ Der Mann, der daraufhin eintrat, war ein Armenier. Er heftete seine dunklen melancholischen Augen auf Gordon und wartete, bis er aufgefordert wurde, zu sprechen. „Wer bist du?“ fragte Gordon. „Ich heiße Chamma, Sidi, und treibe einen Handel mit Früchten", antwortete der Mann ruhig.„Ich habe mein Lager in der zweiten Straße hinter der Moschee.“ Bevor er weitersprechen konnte, trat Sergeant Roger ein, und Gordon befahl ihm, die Aussage des Mannes zu Protokoll zu nehmen.„Sprich weiter", forderte er dann den Armenier auf. „Neben meinem Lager hat der Händler Habib Morad seinen Stand.“ Gordon fuhr ein wenig auf, so daß der Armenier innehielt.„Weiter.“ „Ich habe mit dem Manne nichts zu tun, und ich liebe ihn nicht sehr. Jedoch wunderte ich mich heute morgen, daß er sein Geschäft geschlossen hielt. Er tat dies nie... Es kam vor, daß er fortging, aber dann sagte er gewöhnlich mir Bescheid, oder er bestellte einen Bekannten, damit er den Laden beaussichtige.“ „Und was geschah heute?" „Ich dachte zuerst, er habe vergessen, jemand zu bestellen, als aber die Zeit verging und niemand kam, wurde ich unruhig. Dann sah ich durch die Ritzen seiner Tür. Er liegt auf dem Boden in einer Blutlache, und ein großes Messer steckt in seiner Brust.“ „Was hast du getan?“ „Ich bin hierher gegangen, Sidi.“ Ueber das Gesicht des Armeniers huscht der Anflug eines Lächelns halb mitleidig, halb bitter. „Ich habe auf der großen Straße vier Söhne und meine Frau verloren, Sidi, und ich habe nicht vergessen, wie ein Toter aussieht.“ Gordon konnte in diesem Augenblick dem Manne nicht in das Gesicht sehen. Er wandte sich ab und gab Roger den Auftrag, sofort einen Boten zu Leutnant Pond zu schicken, nachdem er dem Brief einen kurzen Nachtrag über die Ermordung des Händlers zugefügt hatte. Dann forderte er den Armenier auf, ihm den Laden zu zeigen, wobei er sich von einigen Leuten begleiten ließ. Schweigend drängten sich die Männer durch das Gewühl der Gassen hindurch, das wie immer um die Morgenzeit besonders groß war. Vor einem geschlossedrüben an den waldigen Hängen des Westerwaldes wechselt. Ein Kapitalbock freilich ist es nicht, aber ein „Mörder“ mit knuffigen Rosen und nadelspitzen Stangen, die schon gar manchem braven Bock und so mancher Rike zum Verhängnis wurden. Dieser Schadbock reizt mich mehr als alle anderen Böcke im Revier zusammen, und wenn sie noch so prächtige Kronen tragen. Aber noch immer ist all mein Jagen auf den„Mörder" verloren und umsonst gewesen. . Ich pirschte bergauf und bergab, durch Dickung und Stangenort. Ich habe angesessen tagaus und tagein, habe ganze Nächte im Holz verbracht und auf den frühen Tag gelauert, bin von der Sonne verbrannt und vom Hagelschauer gewaschen worden— alles vergebens. Seit aufgang der Jagd ist der Bock wie verschollen. Als ob er wüßte, daß mein Blei sich nach ihm sehnt. Auch heute habe ich mich wieder in aller Herrgottsfrühe aus dem Dorfkrug getastet, bin über den Hof gestolpert und in die stockdunkle Nacht hinaus. Nun wechsle ich über den alten Steg am krummen Birnbaum hinüber, während dicker Nebel weit und flach auf der Wiese liegt und tausend Grillen zirpen. Droben am Himmel flackern gar lustig die Sterne. Ringsum recken sich die Wälder und Berge pechschwarz in den strahlenden Himmel hinauf. Laut gellt die Eule ihren Weidruf in die Nacht. Gradaus vor mir glotzt finster ein Kiefernort. Weiter das Tal hinauf, wo die Wiese den Kiefernbestand umwinkelt, weiß ich einen Hochsitz. Ich habe diesem Hochsitz bisher noch keine Beachtung geschenkt, da ich es lieber mit den heimlichen Kanzeln weiter oben im Bergwald hielt. Aber heute bleibe ich hier unten. Warum, weiß nen Laden blieb Chamma stehen.„Hier ist es, Sidi, und daneben ist mein Geschäft.“ Durch das Gebaren des Militärs aufmerksam gemacht, hatten sich bereits eine Menge Menschen in der engen Gasse angesammelt, und immer mehr Leute kamen hinzu. Gordon befahl, die Menge zurückzuhalten und trat in den Laden ein, Das Geschäft von Habib Morad unterschied sich kaum von anderen Geschäften dieser Art. Der Raum war mit Waren aller Art angefüllt und nicht sehr groß. Die Waren lagen teils in großen Regalen, teils waren sie am Boden aufgeschichtet. Fast in der Mitte des Raumes lag der Händler, und auch Gordon sah auf den ersten Blick daß der Mann tot war. Die Wunde, in der das Messer noch steckte, mußte sofort tödlich gewesen sein, ohne dem Manne auch nur Zeit zu einem einzigen Schrei zu lassen. Da Gordon über die Oase Porizeigewalt besaß, war er verpflichtet, den Fall zu untersuchen und den Mörder aufzuspüren. Und gerade dieser Mord interessierte ihn. Er hatte kein Mitleid mit dem Opfer. War das eine Rache von Papuolus für das gestohlene Geld? Die plötzliche Flucht des Griechen konnte darauf deuten, aber anderseits war Papuolus zu feige. Ihm war zwar jede Hinterlist zuzutrauen, aber ob er den Mut zu einer solchen Handlung aufbrachte, das erschien doch sehr fraglich. Wenn es aber nicht Papuolus war, wer konnte es dann gewesen sein? Und aus welchem Motiv war Habib Morad beseitigt worden? Hatte man Angst, daß er den Mund auftun könnte? Gordon untersuchte selbst den Ramu. Unter einem Kissen sand er einen Mehrlader großen Kalibers Es war ihm nicht klar, weshalb der Händler die Waffe unter dem Polster verborgen hatte. Gordon suchte weiter und fand schließlich hinter der Treppe eine verschlossene Kiste. Jetzt hatte er ein Motiv gefunden, denn das Schloß der Kiste war erbrochen worden. Er zog die Kiste ans Licht und öffnete sie. Sie enthielt einige Kleidungsstücke, zwei sorgfältig verpackte Gewehre, einen Beutel mit Silbergeld, sowie eine Ledertasche, wie die Kameltreiber sie auf längeren Wanderungen mitzunehmen pflegten. Gordon öffnete sie, doch zu seiner Enttäuschung war sie leer. Offenbar hatte sich der Mörder den Inhalt der Tasche angeeignet. Sorgfältig untersuchte Gordon einen Haufen Abfälle, nahm einen eisernen Haken vom Herd und stocherte darin herum. Bananenschalen, Dattelkerne, Kaffeesatz, eine leere Konservenbüchse, Asche vom Herd, das war alles, und mißmutig wollte er den Haken schon zurücklegen? als er etwas Rundes Blitzendes sah. Er hob es auf. Es war ein Ring in Form einer Schlange von mehreren Windungen. Gordon atmete auf und betrachtete nachdenklich den Ring. Viel konnte er daraus nicht entnehmen, und so steckte er ihn in die Tasche und verließ das Zimmer. Der Mord hatte sich in der Oase schnell herumgesprochen, und vor dem Haus stand eine große Menschenmenge, die schweigend auf eine Erklärung wartete. Vermutungen schwirrten durch die Luft, und da niemand Nun hocke ich auf der alten Kanzel und warte auf den Morgen. Die Grillen zirpen wie närrisch, und drüben am Grenzberg schreit schrill ein Waldkauz. Mit tausend Fragen angefüllt schaue ich nach den Sternen hinauf, von denen einer nach dem anderen verblaßt und schließlich verlöscht. Antwort gab mir keiner. Der Wind hat mächtig ausgefrischt. Das tut er immer, wenn der Morgen kommt. Ich schlage den Rockkragen hoch und lausche dem munteren Schwatz des Wildbaches zu, über dem sich langsam der Nebel zusammenrollt. Der Himmel wird fahl, wird messinggelb und rötet sich. Der Waldkauz, der vorhin noch schrie, ist stumm geworden. Immer deutlicher treten die Berge und die Wälder in das quellende Licht heraus, während sich die erste Lerche trillernd in die Lüfte schraubt. Der Kuckuck ruft seinem kichernden Weibchen„Guten Morgen" zu, und nun hoppelt auch schon der erste Hase über die Wiese ins Tal hinab. Droben, wo sich das Wiesental zwischen Hecken und Waldhängen verliert, tritt ein Sprung Rehe aus, sichert und äst das taufrische Gras und den süßen Wiesenklee. Dicht neben mir singt eine Drossel im Haselstrauch. Aber der Buchfink ist auch nicht faul; keck mischt sich sein glockenreiner Schlag in das Trommeln des Buntspechts. Tausend Vögel sind munter geworden, tausend Lieder erfreuen mein Herz. Käfer und Falter schwirren vorüber. Bunt schillern sie im frühen Sonnenstrahl. In den Fichten drüben ruft der Tauber tief und volk, in der drehwüchsigen Hainbuche neben mir trommelt der Buntspecht immer lustiger drauf los, und hinter mir im Kiefernort wispern die Tannenmeisen und einem Bewohner der Oase den Mord zutraute, war es kein Wunder, daß bei der Einstellung der Araber der Mord sofort mit dem Geist der toten Stadt in Verbindung gebracht wurde. Nach den Ereignissen des Vormittags hatte Gordon das Bedürfnis, etwas auszuspannen. Er wandte daher seine Schritte dem Hotel zu, nicht nur, weil er wünschte, Ingeborg zu sehen und mit Münsingen den Fall zu besprechen, denn er gab sehr viel auf Münsingens Urteil, sondern auch, um festzustellen, wer in der Abwesenheit von Papuolus das Hotel verwaltete und die Gäste bediente. Aus diesem Grunde ging er auch zunächst in das Café und fand dort ein kleines fadenscheiniges Männchen, das sich als Vertreter von Papuolus ausgab. Gordon entsann sich nicht, diesen Mann jemals in der Oase bemerkt zu haben. „„So, so, Papuolus ist verreist?“ sagte er und tat erstaunt. „Sehr wohl. Heute morgen, Captain“, bestätigte das Männchen. „Er ist wohl sehr plötzlich gefahren?“ „Sehr wohl, jawohl, sehr plötzlich, heute morgen", antwortete der Kleine und zuckte hilflos mit den Schultern. „Und er hat Sie beauftragt, das Hotel so lange zu beaussichtigen?“ „Richtig, sehr richtig. Jean Nezereti, sagte er, übernimm das Hotel, und ich übernahm es.“ Gordon brach das Gespräch ab, der kleine Mann schien harmlos zu sein. Aergerlich daß er in keinem Punkt vorwärtskam, stieg er zur Terrasse hinauf und fand dort Münsingen, Ingeborg und Zihre in einem etwas merkwürdigen Gespräch.„Isch libbe disch“, sagte Zihre gerade laut und deutlich, und alle drei brachen in ein lustiges Gelächter aus. „Hallo, da ist Gordon“, rief Münsingen.„Sie kommen reichlich spät.“ Man begrüßte sich, und Gordon zog sich einen Sessel heran. „Es tut mir sehr leid, daß ich Ihre Lustigkeit stören muß, aber es haben sich einige Dinge ereignet, die nicht gerade erfreulich sind. Papuolus ist heute morgen abgefahren.“ „„Ja, wir wissen es bereits, aber offen gestanden, ich sehe darin nichts Unerfreuliches“, lachte Klaus,„er walte ig schan immer daet geuliches“, lacht Goldhähnchen gar emsig ihre hauchfeinen Ströphchen. All, das sehe und höre ich und noch viel mehr. Wie im Frug vergeht die Zeit. Kein Mensch auf der ganzen Welt hat so viel Kurzweil wie ich auf meiner einsamen Kiefernkanzel. Dann aber flammt es plötzlich knallrot vor mir auf! Drüben im Fichtenholz steht zwischen weißem Dorn und gelbem Ginsterbusch der Bock! Einen Augenblick verschlägt's mir den Atem. Dann aber führe ich langsam, langsam das Glas ans Auge — wahrhaftig, der„Mörder"! Rot loht seine Decke im Sonnenstrahl, eisgrau ist sein grindiger Kopf, und zwei Stangen stehen blank darauf wie geschliffene Dolche. Die Entfernung ist reichlich weit. Ich schätze hundertdreißig Gänge. Soll ich den Schuß wagen?— Oder soll ich warten, bis der rote Schadbock mitten in die Wiese tritt?— Drüben vor dem Fichtenort macht die Wiese einen Buckel, der ist über und über mit Marqueriten besät. Dort also wird sich der Bock nicht lange aufhalten, wenn's ihn nach süßem Gras und fettem Klee gelüstet. Denn wo die Marqueriten so dicht beisammenstehen, pflegt der Boden trocken und die Aesung mager zu sein. Aber mitten in der Wiese, wo der gelbe Hahnenfuß glänzt und der rote Blutknopf leuchtet, da blüht der purpurne Wiesenklee gar üppig im saftigen Gras. Doch der Bock ist ein Heimtücker. Ich traue ihm nicht. Am Ende tritt er überhaupt nicht in die Wiese aus, so sehr ihn auch die tausend Näschereien locken mögen. Es ist nicht der erste heimliche Bock, der mir im Leben begegnet. Und so würde ich mich weiß Gott nicht wundern, wenn er im nächsten Augenblick schon wieder hinter Dorn und Ginster im dunklen Fichtenort verschwunden wäre. Also nicht lange fackeln, sondern handeln und schießen! Behutsam hebe ich die Büchse. Der Stachel des Zielglases kriecht langsam in das Blatt des„Mörders“ hinein. In seiner ganzen Pracht steht er dort drüben vor dem weißen und gelben Blütenrausch und sichert herüber. Hell blinken die dolchspitzen Stangen zwischen den argwöhnischen Lauschern. Nun äugen seine Lichter zum letzten Mal... Die Kugel ist gestochen.. der Zeigefinger krümmt sich... mit scharfem Knall flitzt das Blei hinüber. Der Bock kippt um, als wäre er vom Blitz gefällt. Wenig später stehe ich drüben. Die Kugel sitzt mitten auf dem Blatt. Rote Perlen leuchten im Gras und mischen sich mit dem Morgentau. Ueber und über ist der Bock mit alten Narben bedeckt, die an manchen harten Strauß und wilden Kampf erinnern. Aus seiner Todeswunde sickert langsam der hellrote Schweiß und die Lichter sind klar, als wären sie noch voller Leben. Ich breche mir einen frischen Bruch von der Weißdornhecke und stecke ihn an meinen verwillerten Hut. Die Sonne lacht herüber, die Drosseln schlagen, und kaum einen Steinwurf weit turnt ein Braunkehlchen lustig an einem wippenden Grashalm herum. Auch der Specht trommelt weiter, und der Kuckuck lacht, als wäre nichts geschehen. Nur der Wald schweigt und schaut trauernd nach, wie ich den alten Kämpen talwärts trage. Auch Auf der Landungsbrücke des kleinen Ostseebades gab es einen Auflauf. Ein paar Meter von der Brücke entfernt, ragte der Kopf einer Frau aus dem Wasser. Ein Boot trieb kieloben ins Meer hinaus. Die Frau schrie entsetzlich. „Zu Hilfe, oder ich bin verloren!“ „Machen Sie keinen Unsinn!" rief man ihr zu „Waten Sie ans Ufer: Sie haben doch offenbar Grund.“ „So sehn Sie aus!“ antwortete die Frau.„Ich steh' doch auf den Schultern von meinem Mann!“ woute jaschon immer fort. „Wie meinen Sie das“ „Nun, er sagte mir vor einiger Zeit, daß er das Hotel verkaufen wollte, weil der Geist der toten Stadt ihn beunruhigte.“ „So, so“, meinte Gordon etwas enttäuscht, denn dadurch bekam das Verschwinden des Griechen ein glaubwürdiges Motiv. gr.„ Haben Sie seinen Vertreter schon gesehen?“ fragte „Ja, soeben, doch scheint er harmlos zu sein.“ für äußerst durchtrieben“, meinte Münsingen. „heun, man muß es abwarten wie er sich benimmt“, antwortete Gordon und erzählte dann von dem Mord. „Ich fürchte, daß ich in den nächsten Tagen sehr viel zu tun haben werde. Da Sie ja bereits alles wissen, kann ich Ihnen auch verraten, daß wir zunächst die Spureg hier in der Oase verfolgen werden. Ich habe heute Pond von seinem Posten gerufen.“ Ingeborg legte Zihre zärtlich die Hand auf die Schulter und flüsterte ihr zu:„Kleines Captain kommt.“ Eine freudige Röte überzog das Gesicht des Mädchens, gleich darauf aber wurde sie bleich und ihre Augen öffneten sich weit. Gordon hatte nach seinem Zigarettenetui gesucht und dabei den Ring aus der Tasche gezogen, den er bei dem Händler gefunden hatte. „Ma'ak hatim, sid!“ rief sie entsetzt. Unwillkürlich sahen sie alle auf die kleine gewundene Schlange, die Gordon in der Hand hielt.„Es ist das gleiche Symbol wie bei dem unbekannten Gott“, sagte Ingeborg erstaunt. „Was ist mit dem Ring?“ fragte Gordon Zihre. „Es ist der Ring des Mannes, der mich gekauft hat“, antwortete sie noch immer blaß und erschrocken. „Und es ist möglich, daß es der Mann ist, der heute ermordet wurde.“ „O Sidi!“ rief Zihre und es klang, als wenn ein großer Kummer von ihr genommen wäre. Gordon war noch im Zweifel. Der Ring konnte dem Händler gehören, doch war es möglich, daß ein anderer ihn dort verloren hatte, oder daß der Ring aus einem Diebstahl stammte. „Willst du mit mir gehen und ihn sehen, damit ich weiß, ob er es auch wirklich ist?“ Zihre bejahte sofort und stand auf. Ingeborg hatte dem arabischen Gespräch so schnell nicht folgen können und bat daher Münsingen um Aufklärung.„Müsse das kleine Mädchen dazu unbedingt vor der Gordon.„Ger „Müssen Sie len d= tragte de des unbeoingr vor den Loten steltenr flüg..(.dann Gordon.„Genügt es nicht, wenn Sie ihr eine Photographie zeigen?“ „Vielleicht haben Sie recht, wenn es ihr auch nicht viel ausmachen dürfte, denn durch die ewigen Kämpfe zwischen den einzelnen Stämmen sind es auch die Frauen gewohnt, Tote zu sehen. Ich werde sie fragen.“ Aber Zihre wollte davon nichts wissen. Sie wollte den Toten mit ihren eigenen Augen sehen und sich davon überzeugen, daß der Mann, der ihr so viel Leid zugefügt hatte, auch wirklich tot war. So nahm Gordon das Mädchen mit sich und Ingeborg und Klaus blieben allein zurück. Noch immer standen viele Menschen vor dem Hause, die etwas verwundert Gordon und der jungen Araberin Platz machten. Sie beugte sich über die Leiche, und ein triumphierender Ausdruck lag auf ihrem Gesicht, als sie sich an, Gordon wandte.„Ja, Sidi, er ist es. Ich bin „Nanntest du nicht einen anderen Namen des Mannes, der dich von deinen Eltern kaufte?“ fragte Gutdon. „Ja, es ist Ahmed Fattal.“ (Fortsetzung folgt) Seite 8 Nr. 162.4 Bochumer Anzeiger# Dienstag, 14. Juli 1936 Gesehen und geschildert von deutschen Auslandskorrespondenten Man kann das Wesen einer Stadt oft mit einem einzigen Wort erfassen London ist„überwältigend", Paris„graziös“, Berlin„sauber“ und Kopenhagen„fröhlich“. Um Amsterdam, die holländische Hauptstadt, am treffendsten zu charakterisieren, sollte man das Wort „laut" benutzen. Amsterdam ist vielleicht die lärmerfüllteste Großstadt Europas. In den Straßen und in den kleinen Winkelgassen der Altstadt, auf den weiten Plätzen und an den unzähligen Grachten— überall überfällt den Besucher dieser eigenartigen Millionenstadt der Lärm.„ Vom frühen Morgen an schreien und toben die Straßenhändler durch die Stadt. Brüllen Heringe und Obst, Blumen und billige Bonbons aus, Sie ziehen mit ihren Wagen durch die elegantesten Straßen und preisen kreischend ihre Waren an. In diese Disharmonie heiserer Stimmen mischt sich die ebenso laute wie eintönige Musik riesiger Leierkästen, die von mehreren Personen bedient werden müssen, um zur vollen Klanggeltung zu gelangen. In diese Leierkästen sind Trommeln und Pauken, Glocken und Schellen einmontiert, die gleichfalls in dieses Chaos des Lärms einstimmen. Man nennt Amsterdam das holländische Venedig. Es ist nicht festzustellen, ob dies auf die Wasserstraßen, die mit ihren Läufen und Windungen das Stadtbild durchkrenzen, zurückzuführen ist, oder ob man damit die Bettler meint, die hier genau so wie einst in Italien, sich zu einer Landplage entwickelt haben. In Holland ist das Bettlerunwesen zu einem Problem geworden. Nicht die eigenen Landsleute sind es, die ein paar Cents erheischend, durch die es für die Chinesen. Im Laufe der Zeit wurden sie zu armseligen, schleichenden Gestalten, die den Glauben an Arbeit längst aufgegeben hatten und irgendwo in der Amsterdamer Vorstadt ihr eigenes Viertel bezogen. Heute schleichen sie in ihren fadenscheinigen Anzügen, in ihrem zerrissenen Schuhwerk durch die Straßen, bieten Sußigkeiten an und sind selig, wenn man ihnen ein paar Cents in die Hand drückt. Zu einer Plage sind in Amsterdam außer diesen verteufelt armen Gelbgesichtern die zahllosen Motortaxis geworden. Es ist in dieser Stadt nicht Vorrecht wohlhabender Kreise, Auto zu fahren, nein, auch der minderbemittelte Bürger kann es sich leisten, sich in ein Citax (eine bestimmte Kategorie von Kleinautos), zu setzen, und für 25 Cents durch die Stadt zu sausen. Die Fahrer werfen zwar sämtliche Gesetze des Verkehrs über den Haufen, kümmern sich um keine Vorschriften— aber der Erfolg entscheidet und trotz dieser wilden Raserei steht die holländische Hauptstadt an zweiter Stelle auf der Statistik jener Städte, die prozentual die wenigsten Straßenunfälle zu verzeichnen haben. Amsterdam ist eine Stadt der Gegensätze. Es fehlt vielleicht die geschlossene Linie, die andern Großstädten zu eigen ist. Eben noch stand man in lichtumfluteten, modern angelegten Geschäftsstraßen, durch die der Verkehr brauste und jetzt fliegt das Auge an Stätten des Grauens vorüber, an unbeschreiblicher Armut, an grenzenlosem Elend. Daneben gibt es natürlich vorbildlich angelegte, moderne Bezirke mit Hochhäusern, Glaspalästen und wahrhaftigen Wolkenkratzern. In diesen Gegenden lernt man die reizvolle, moderne, holländische Architektur kennen, mit ihren gradlinigen Fronten, den großen FenRembrandthaus in Amsterdam Scherl-Bilderdienst. und hoffen auf das große Geschäft. Oft ist es eine Hoffnung, die sich selbst während der Dauer eines Menschenlebens nicht erfüllt. In den Kellerräumen liegen in den einzelnen Tresoren ganze Berge dieser funkelnden Steine, und sorgenvoll sieht man die Männer, die mit ihnen handeln in ihren zerrissenen Anzügen durch die Räume wandeln. Sie besitzen Diamanten. Ihre Sehnsucht ist Brot! In den Hafengegenden Amsterdams hat die Polizei eine nicht leichte Aufgabe. Schon mehr als einmal fand ein unerwünschter Besucher dieses Bezirks sein Ende in den grauen, trüben Wassern der Grachten. Hier sind die richtigen Spelunken, die echten Aus Westfalen und Rheinland Die Börse Gassen ziehen, sondern eine Riesenarmee arbeitsloser Chinesen, die einst in Zeiten des allgemeinen Wohlstandes von den großen Ueberseedampfern an Land gebracht wurden. Damals blühten die holländischen fen. Es war ein ewiges Kommen und Gehen der internationalen Schiffahrtslinien, die in ihren stickigen Maschinenräumen vorwiegend Chinesen beschäftigten. Man wußte, daß die Gelbgesichter gute Arbeiter und vor allem, daß ihre Ansprüche bescheiden sind. Dann blieben die Schiffe immer zahlreicher im Hafen liegen. Reckten ihre russigen Schornsteine in den wolkenarmen Himmel und schoben den müden Leib irgendwo heran an den Kai. Immer weniger Arbeitsmöglichkeiten gab stern und der Bauart, die nach Licht, Luft und Sonne schreit. Leider sind nur diese Straßenzüge nicht allzu häufig zu finden und werden oft durch die morschen, dumpfen Wohnungen, abgelöst, durch deren niedrige Fenster man bequem einen Blick in das Innere der Räume werfen kann. Weltgeltung besitzt der Amsterdamer Diamantenhandel, der sich in den Vormittagsstunden auf einer eigenen Börse abspielt. Da sitzen die Händler und Zwischenagenten herum, ziehen behutsam kleine, weiße, gefaltete Pakete aus ihren Taschen, in denen sich die glitzernden Steine noch häufig im ungeschliffenen Zustand befinden. Prüfend schauen die Händler durch ihre Lupen, machen vorsichtige Angebote Matrosenkneipen, die man sonst nur in abenteuerlichen Filmstreifen zu sehen bekommt. Gierig flitzen die Katzen an den Grachten entlang. Sie haben bei den vielen Ratten ein gutes Leben. Unten am Kai liegen die Schiffsrümpfe. Ihre Planken sind von Wind und Wetter umweht. Viele von ihnen ruhen schon seit Jahren hier, sind schon eine kleine Ewigkeit nicht mehr auf die Weite des Meeres hinausgesteuert. Sonst ist es ruhig und friedlich hier draußen am Hafen. Nur ein paar alte Matrosen wissen noch Geschichten von jener Zeit zu berichten, als Amsterdam eine Geltung als Welthafen besaß, als die Fremden hier ein Vermögen ließen und Holland von jedem Krisengemurmel verschont war. Die Sirafantrage un Pelrushein Fieger beideu[den####arheiten beschäftiet. Aus noch ni Ein bezeichnendes Bild aus der Stadt der Grachten Kleve, 13. Juli. Nach den Plädoyers der beiden Vertreter der Staatsanwaltschaft, sachlich begründenden Ausführungen der Nebenkläger von der Zollbehörde und der Devisenüberwachungsstelle beantragte Gerichtsassessor Dr. Klempahn(Berlin) in der Montag=Sitzung des Petrusheim=Prozesses als Sprecher der Anklagebehörde folgende Strafen: unt grrher Eigishert Gegen Adolf Keller, genanut Bruder Sigisbert, sieben Jahre Zuchthaus, sechs Jahre Ehrverlust und 2 400 000 RM. Geldstrafe wegen Devisenverbrechens, Bandenschmuggels und Bestechung. Gegen Johann Hoffmann, genannt Bruder Kalixtus, ein Jahr fünf Monate Gefängnis und sechs Monate Zusatzstrafe sowie 2 Millionen RM. Geldstrafe oder weitere acht Monate Gefängnis wegen BandenGegen Johann Conze, genannt Bruder Liborius, eine Gesamtstrafe von einem Jahr drei Monaten Gefängnis und 3 Millionen RM. Geldstrafe wegen Debisenverge bgrhe Hrau#er ganannt Gr der Verlins ei. Gegen Alverr Brenner, genannt Bruder Julius, ein Jahr drei Monate Gefängnis und 50000 RM. Geldstrafe wegen Bandenschmuggels., gr. dar Galanti. Gegen Johann, Neiß, genannt Bruder Valentin, sieben Monate Gefängnis, 2 Millionen RM. Geldstrafe oder acht Monate Gefängnis wegen Begünstigung des Gegen Matthias Koch eine Gesamtstrafe von einem Jahr neun Monaten Gefängnis und 2004000 RM. Geldstrafe wegen Zolldelikts und Devisenverbrechens. Gegen Friedrich Horstmann ein Jahr neun Monate Gefängnis und 2 Millionen Mark Geldstrafe wegen Gegen Heinrich Dimmers sieben Monate Gefängnis, zusätzlich sechs Monate Gefängnis und 50000 Mark Geldstrafe; dasselbe Strafmaß auch gegen Johann Gertzen, und zwar in beiden Fällen wegen B Gegen Peter Janßen insgesamt vier Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und 275000 Mark Geldstrafe wegen Zolldelikts, Bestechung und DevisenverGegen Hermann Haase zwei Jahre Zuchthaus, drei Jahre Ehrverlust und 10000 Mark Geldstrafe wegen Geaen Hermann Schilling eine Gesamtstrafe von vier Jahren Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und 20 300 Mark Geldstrafe wegen Bestechung und Urkundenunterdrückung... D emir Gdrs. e. Gegen Heinrich und Goswin Beaers je ein Jahr Gefängnis und 100000 Mark Geldstrafe wegen Steuerhehlerei. Gegen Matthias Dicks ein Jahr drei Monate Gefängnis und 400000 Mark Geldstrafe wegen Steuerhehlerei. Gegen Ludwia Lecuw ein Jahr Gefängnis und 350000 Mark Geldstrafe wegen Steuerhehlerei. Gegen die Ehefrau Maria Leenw neun Monate Gefängnis und 350000 Mark Geldstrafe wegen Steuerhehlerei. Gegen Karl Mingels acht Monate Gefängnis und 350 000 Mark Geldstrafe wegen Begünstigung. Gegen Wilhelm Wynhaff sieben Monate Gefängnis, zusätzlich einen Monat und 15000 Mark Geldstrafe wegen Beihilfe zur Steuerhehlerei. Zwei Schreiner abgestürzt Einer von nachfallendem Balken getötet Remscheid, 18. Juli. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in dem Betriebe der Deutschen Edelstahlwerke. In dem Kontrollraum waren mehrere Arbeiter einer Remscheider Schreinerfirma mit Deckenbekleidungsarbeiten beschäftigt. Aus noch nicht geklärter Ursache brach plötzlich ein Balken, wodurch zwei Schreiner aus einer Höhe von fünf Metern abstürzten. Einem von ihnen fiel außerdem noch ein nachstürzendes Gerüst mit der Kante auf den Kopf und verletzte ihn schwer. Er ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Der andere kam mit weniger schweren Verletzungen davon. Fünf SA.=Männer bei einem Verkehrsunfall beriest Greven, 13. Juli. In der Bauernschaft Bockolt, zwischen Greven und Münster, geriet der Anhänger eines Lastwagens, auf dem sich fünf SA.=Männer vom SA.= Sturmbann I/132 Hagen befanden, in einer scharfen Kurve ins Schleudern. Dabei kam die Feldküche, die auf dem Anhänger mitgeführt wurde, ins Wanken und fiel nach einer Seite ab. Von den SA.=Männern, die sich auf der Fahrt nach Wilhelmshaven befanden, wurden vier schwer verletzt, während der fünfte leichtere Kopfverletzungen erlitt. Die Verletzten wurden dem Grevener Krankenhaus zugeführt. Im Schlafzimmer überfallen Der Räuber entkommen Laasphe(Kr. Wittgenstein), 13. Juli. Nacht zum Samstag wurde im benachbarten Breidenbach ein dreister Raubüberfall ausgeführt. Mittels einer Leiter drang ein junger Bursche in das Schlafzimmer eines Bäckermeisters und Kaufmanns ein. Der Räuber hielt den Eheleuten, die durch ein von dem Einbrecher verursachtes Geräusch aus dem Schlafe geweckt wurden, einen Revolver vor und erzwang die Herausgabe von 100 Reichsmark, worauf er die Flucht griff. Die Ueberfallenen alarmierten sogleich die Gendarmerie, die jedoch noch keine Spur von dem Einbrecher finden konnte. Der Einbrecher hatte zunächst versucht, die Ladenkasse zu öffnen. Als ihm dies nicht gelang, stattete er dem Schlafzimmer des Ehepaars einen Besuch ab. Westfälischer Landesbauerntag in Detmold Detmold, 13. Juli. Die Landesbauernschaft Westfalen hat beschlossen, den diesjährigen 3. Westfälischen Bauerntag, an dem die Delegierten aus den Gauen Westfalen=Nord und=Süd teilnehmen werden, am 27., 28. und 29. August in Detmold abzuhalten. Das Programm sieht am 27. August den feierlichen Empfang des Landesbauernrates und der Gäste im Rathaussaal vor. Nachmittags sind Arbeitstagungen der verschiedenen Genossenschaftsverbände. Am 28. August ist morgens eine Führertagung, an der neben dem Landesbauernrat alle Ortsbauernführer aus Westfalen teilnehmen. Um 20 Uhr beginnt im Palaisgarten die Aufführung eines großen Bauernfestspiels. Ein Kameradschaftsabend im Neuen Kruge beendet den zweiten Festtag. Der 29. August bringt den Höhepunkt der Tagung. Morgens werden die neuen Landesbauernräte in einer Weihestunde an den Externsteinen vereidigt, und um 16 Uhr spricht der Stellvertreter des Reichsbauernführers, Staatsrat Meinberg, auf einer öffentlichen Massenkundgebung. Weiter werden der Landesbauernführer Habbes und der Reichsabteilungsleiter Heyden vom Reichsnährstand das Wort ergreifen. Der„Bochumer Anzeiger“ veröffentlichte in dieser Artikelfolge bisher (23. Juni, Nr. 144), Kopenhagen(24. Juni, Nr. 145), Madrid Paris(26. Juni, Nr. 147). Heute schließt sich an: Schilderungen von Prag (25. Juni, Nr. 146), und Amsierdam— Stadt der Bettler uns Del Biamanien „„