Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer 1,85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„hör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Donnerstag, 9. Juli 1936 43. Jahrgang Nummer 138 Einzelpreis 10 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, Familien= Hur Zeit ist Breisliste Nr. 7 gültig, Nachlatzstassel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Oer SoTersttn,, Einge Weihl Ein Zeuge für den friedlichen Aufbauwillen des Führers dnb Frankfurt a.., 8. Juli. Der Gautag Hessen=Nassau konnte nicht eindrucksvoller eingeleitet werden als durch die Einweihung des neuen Flug= und Luftschiffhafens Rhein=Main, jener großen Schöpfung, die den Gau Hessen=Nassau in einen der Brennpunkte des Weltverkehrs rückt. Hakenkreuzflaggen auf der riesigen Luftschiffhalle und an zahlreichen Masten künden von der Bedeutung dieses Tages. Ehrenabteilungen der Luftwaffe sowie aller Gliederungen der Partei, des Arbeitsdienstes, des Luftschutzes hatten auf dem schönen Platz vor dem Verwaltungsgebäude Aufstellung genommen. Um 14.30 Uhr trafen auf dem neuen Flugplatz Staatssekretär General der Flieger Milch, Generalmajor Christiansen, Oberst üdet und Staatssekretär„ M Posse vom Reichswirtschaftsministerium ein. Eben=Vier hohe iratienische Fliegeroffiziere von abessiSanderflunzeue kamen der Präsident nischen Freischärlern Jubel der Zuschauer über dem neuen Weltluftschiffhafen. Da sich auch L3„Hindenburg“ zu diesem Zeitpunkt gerade mit Ehrengästen an Bord auf einer kurzen Fahrt über Frankfurt und seiner Umgebung befand, erlebte die Frankfurter Bevölkerung das herrliche Schauspiel, daß beide Luftschiffe gemeinsam einige Zeit über der Stadt des deutschen Handwerks und ihrem Heimathafen kreuzten. Ueberall auf den Straßen und Plätzen und vor allem auch auf den Dächern standen die Menschen und winkten den beiden Luftriesen zu, die sich wundervoll gegen den abendlichen Himmel abhoben. Ueberfallen und niedergemetzelt Ail. Ne Uruperkt der Se. Leibstandurie der=Gericht Ein Jahr Gefängnis für den Fahrer des Fernlastzuges falls in einem Sonverftuggrug tumen ver Präsident des Luftschutzbundes Generalleutnant von Roques und Freiherr von Gablenz von der Deutschen Luft=Hansa sowie ein Vertreter des Reichspostministeriums an. Inzwischen hatten sich die Spitzen der Partei, des Staates und der Wehrmacht eingefunden, ferner Dr. Eckener und Chefkonstrukteur Dr. Dürr. Nachdem General der Flieger Milch zusammen mit dem Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die Front der Ehrenformationen abgeschritten hatte, begaben sich die Gäste zu der Stelle, an der vor zweieinhalb Jahren der erste Axthieb zum Bau des neuen Luftschiffhafens fiel. Hier wurde dem Gauleiter die Fertigstelung des Baues gemeldet und ihm eine, das Reiguts festhaltende Urkunde zur Einmauerung in den Schlußstein übergeben. Anschließend nahm der Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger das Wort, um zunächst dem Führer den Dank abzustatten. Ohne den Sieg Adolf Hitlers, rief er unter Beifall aus, wäre dieses Monumentalwerk niemals entstanden. Der Gauleiter gab einen Rückblick auf die Entstehung des neuen Flug= und Luftschiffhafens und dankte dem Reichsluftfahrtminister Generaloberst Göring und allen, die für dieses Werk geworben und gearbeitet haben, besonders aber auch den Arbeitern, die in zäher, vielfach ungewohnter Arbeit Hand angelegt haben. Dieser Flug= und Luftschiffhafen sei ein Zeuge für den friedlichen Aufbauwillen unseres Führers. Staatssekretär General der Flieger Milch überbrachte dann die Grüße des Generalobersten Göring, der allen Flugzeugen und Flugschiffen, die von dem neuen Weltflughafen in ferne Lande gehen oder hierher zurückkehren, ein Glückab" wünsche. Staatssekretär Milch wies darauf hin, daß schon in der Zeit, da nach unserer Niederlage unsere Luftfahrt durch den Gegner abgedrosselt wurde, die deutsche zivile Luftfahrt sich dennoch Geltung verschaffte. Der neue Flug= und Luftschiffhafen in Frankfurt a. M. sei einer der größten, die es in der Welt gebe. Seit der Machtergreifung und seit dem Wiederaufblühen aller Zweige der deutschen Wirtschaft habe auch die deutsche Luftfahrt wieder den Weg nach oben genommen. Es liege ein Bauprogramm vor, nach dem noch zahlreiche Zeppeline vom Stapel kommen sollten, die dann von diesem Flugund Luftschiffhafen aus die Fahrt in ferne Lande antreten würden. Staatssekretär Milch gedachte dann des alten Generals und Pioniers der Luftfahrt Graf Zeppelin, der gerade an dem Tage der Einweihung seinen Geburtstag feiern könnte. Sein Wille, sein Wollen und sein heißes deutsches Herz seien für alle Luftfahrer Vorbild. Die Persönlichkeit des Grafen Zeppelin werde mit diesem neuen Luftschiffhafen immer eng verknüpft sein. Daß gerade Frankfurt den einzigen Luftschiff= und Flughafen in Deutschland erhalten habe sei allein der Initiative der Männer zu verdanken, die nach 1933 hier eingesetzt worden seien. Von hier aus habe man sich zuerst beim Reichsluftfahrtministerium für diesen Gedanken tatkräftig eingesetzt. Zum Schluß wünschte General Milch dem Hafen und allen, die ihn besuchen, ein„Glückab". Er weihte darauf den Flughafen im Namen des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generaloberst Göring.„ 77 84rt Dann übernahm der Vorsitzende des Aufsichlorates der Deutschen Flugbetriebs AG. Rhein=Main, Oberbürgermeister Dr. Krebs(Frankfurt), den Flugund Luftschiffhafen mit einer kurzen Ansprache. Die Kundgebung schloß mit einem Gedenken an den Führer Adolf Hitler und mit dem Gesang des Deutschland= und Horst=Wessel=Liedes. An den Führer und an Generaloberst Göring wurden vom Gauleiter Danktelegramme abgesandt.,.. Guztschiff Hindenbura“ Anschließend startere das Luftschiff„Hindenduig zweimal mit Gästen an Bord zu Fahrten über Frankfurt und nähere Umgebung. „Hindenburg“ und„Graf Zeppelin“ kreuzen über dem Weltflughafen Das Luftschiff„Graf Zeppelin“, das am Mittwoch um 18.03 Uhr in Friedrichshafen unter Führung des Kapitäns von Schiller zu den Einweihungsfeierlichkeiten gestartet war, erschien kurz vor 21 Uhr unter dem dnb Rom, 8. Juli. Die mit drei Flugzeugen am 26. Juni bei Lekenti (Provinz Wollega) gelandete, aus hohen Offizieren bestehende italienische Militärmission, die damals von den örtlichen Behörden und der Bevölkerung gut aufgenommen worden war, ist nach einer Meldung der Stefani zwei Tage darauf von einer Gruppe abessinischer Krieger, die früher zum regulären abessinischen Heer gehört hatten, aber seither Plünderungszüge machten, überfallen und bis auf einen begleitenden katholischen Missionar niedergemetzelt worden. Die Mission bestand aus dem General der Luft Magl= iocco, aus dem Oberst des Generalstabes Calde= rini, aus dem Major Locatelli, dem Ingenieur Praffs und dem katholischen Missionar Pater Vorella. Nach der Meldung der italienischen TelegraphenAgentur Stefani hat sich die Mission, die überraschend angegriffen wurde, heldenmütig geschlagen, mußte aber angesichts der überlegenen Zahl der Freischärler unterliegen. Pater Borella allein konnte sich retten und den italienischen Militärbehörden am 5. Juli Mitteilung von dem Ueberfall machen. Die italienischen Militärbehörden haben sofort eine größere Anzahl Flugzeuge zu Vergeltungsmaßnahmen in das Gebiet entsandt, in das sich die Freischärler geflüchtet hatten. Mexikanisches Dorf vernichtet Ursache: Unwetter— Mehrere Todesopfer dnb Mexiko, 8. Juli. Einem schweren Unwetter ist fast die ganze Ortschaft Tonaya im Staate Jalisco zum Opfer gefallen. Ein Wolkenbruch, der über der Ortschaft niederging, verwandelte den die Siedlung durchfließenden Bach in kurzer Zeit in einen reißenden Strom, der die Häuser unterspülte und sie zum größten Teil zum Einsturz brachte. Mehrere Ortsbewohner wurden unter den Trümmern begraben und fanden den Tod. Zahlreiches Vieh ertrank in den Wiesen. Der Schaden ist sehr groß. dnb Magdeburg, 8. Juli. In dem Prozeß wegen des Verkehrsunglücks, das die Kapelle der SS.=Leibstandarte bei Reesen betroffen hatte, wurde der angeklagte Kraftwagenführer Richard Weber von der Großen Strafkammer zu insgesamt einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der Verlauf des prozesses In Reesen an der Straße Burg—Genthin verhandelte am Mittwoch unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Schultze(Magdeburg) die Magdeburger Große Strafkammer gegen den Kraftwagenführer Richard Weber aus Pivitsheide bei Detmold, um die Schuld an dem Unglück zu klären, das die Kapelle der SS.=Leibstandarte betroffen hat. Wie erinnerlich, begegnete dem Omnibus der Kapelle, die nach Berlin zurückfuhr, an der genannten Stelle ein Lastzug, aus der Richtung Genthin. Dieser geriet nach den bisherigen Angaben auf der schlüpfrigen Straße ins Schleudern. Der Fahrer verlor die Herrschaft über den Wagen und fuhr gegen einen Baum. Dabei rutschte der Anhänger so unglücklich über die Straße, daß er die Seitenwand des zweiten Wagens der SS.=Leibstandarte aufriß. Das Unglück forderte vier Tote, sechs Schwerverletzte und drei Leichtverleste., g cher 19 ban Gegen den Kraftwagenfuhrer Wever ist von der Magdeburger Großen Strafkammer Anklage erhoben worden. Es wird ihm zur Last gelegt, auf der Reichsverkehrsstraße zwischen Burg und Hohenseeden unter Außerachtlassung der ihm auf Grund seines Berufes als Kraftwagenführer besonders auferlegten Pflicht zur Aufmerksamkeit den Tod von vier Menschen und die Körperverletzung von neun weiteren Menschen verursacht zu haben. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Weißkopf. Es sind zehn Zeugen und ein Sachverständiger geladen. Die Vernehmung des Angeklagten Der Angeklagte Richard Weber ist 28 Jahre alt. Er ist seit 1928, so erklärte er, im Besitz des Führerscheines der Klasse I, der im März 1929 auf die Klasse II und III erweitert wurde. Nach seinen eigenen Angaben ist er vor Jahren einmal als Wagenführer mit einer Geldstrafe gerichtlich bestraft worden. Der Lastzug wurde am 1. Juli abwechselnd von dem Angeschuldigten und dem Zeugen Totemeier gesteuert. Der Angeschuldigte hatte, nachdem die Stadt Berlin durchfahren worden war, das Steuer von Totemeier übernommen. Er fuhr nach seinen Angaben etwa 45 bis 48 Kilometer Geschwindigkeit. Bereits bei Potsdam war der Angeschuldigte in ein Gewitter mit schweren Niederschlägen geraten, wobei sein Anhänger auf einer Abfallstraße ins Schleudern geriet. Bei Hohenseeden hatte der Angeschuldigte wieder ein Gewitter Dr. Schacht in Teennane Photo: Hoppe. Unerwartet traf gestern mit dem Flugzeug Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht in Dortmund ein und hielt auf einer Sitzung der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe eine grundsätzliche Rede über die Führerpersönlichkeit in der Wirtschaft und über die neue Reichsanleihe. Nach seiner Rede fuhr Dr. Schacht nach Bochum weiter, wo er übernachtete.— Unser Bild ist nach der Landung Dr. Schachts in Dortmund ausgenommen worden. von links: * Syndikus der Industrie= und Handelskammer, Bochum; Dr. Schacht: Dr. Dr. Hugo, 1. Vorbet(B Barth (Hochum); Präsident der Wirtschaftskammer Westfalen=Lippe, Oberregierungsrat Ner. ; M i n i s t e r i a l d i r e k t o r D r. P o h l.( S i e h e a u c h d i e R e d e D r. S c h a c h t s a u f S e i t e 1 1.) Dr. durchfahren. Von dort bis zu der Unfallstelle mußten einige Kurven und Höhenunterschiede überwunden werden. Kurz vor der Unfallstelle hatte der Angeschuldigte eine Rechtskurve zu durchfahren und dann eine Steigung zu nehmen. Die Straße führte in eine Mulde und lief weiter in ein leichtes Gefälle aus, die der aus entgegengesetzter Richtung von Reesen kommende Omnibus der SS.=Leibstandarte als Steigung zu nehmen hatte. Der Angeklagte hat nach seinen eigenen Darlegungen auf der leicht abschüssigen Straße den Omnibus gesehen, der auf der rechten Seite ihm entgegenkam. Er selbst sagte. er habe das Gas weggenommen und darauf den Lastzug mit dem Motor gebremst, weil er gemerkt habe, daß zunächst der Anhänger und alsdann auch der Motorwagen ins Rutschen gekommen sei. Diese Auslassung hat der Angeklagte in der heutigen Verhandlung dahin berichtigt, daß er das Gas weggenommen habe, weil der Lastzug im Gefälle gefahren sei und kein Gas gebraucht habe. Als er das Gas weggenommen habe, habe er bemerkt, daß der Anhänger ins Schleudern geriet und dadurch der Triebwagen in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Beim Näherkommen der beiden Kraftfahrzeuge, die mit dem Musikzug der SS.=Leibstandarte Adolf Hitler besetzt waren, sei es ihm gelungen, die Maschine rechts anzuschlagen. Diese Bewegung habe anscheinend der Anhänger nicht rechtzeitig mitgemacht. Er sei nach links herübergeschleudert und habe so den Führeraufbau des Omnibus erfaßt. Diesen letzten Vorgang habe der Angeschuldigte nicht gesehen. Er habe aber die Schleuderbewegung mit dem Steuer aufgefangen und habe auch versucht, langsam zu fahren. Schließlich sei es ihm dann gelungen, den Lastzug zum Halten zu bringen. Der Vorsitzende schilderte dann kurz die Folgen des Unglücksfalles und.fragte den Angeklagten, wie er sich diesen Unfall erkläre. Der Angeklagte erklärte dazu, er könne sich in keiner Weise vorstellen, wie es dazu gekommen sei. Er habe alles getan, um korrekt zu fahren, und habe sich auf der rechten Seite gehalten. Er habe auch früher nicht bemerkt, daß der Anhänger schleuderte oder seitwärts drückte. Sonst hätte er schon längst dafür gesorgt, daß dem Uebelstand abgeholfen würde, oder er wäre langsamer gefahren. Die Zeugenaussagen Besichtigung der Unglücksstelle— Wiederherstellung der Vorgänge bei dem Unglück Im Anschluß daran wurde zunächst als erster Zeuge der Fuhrunternehmer Lobeck, der Arbeitgeber des Angeklagten, vernommen, der dem Angeklagten das denkbar beste Zeugnis ausstellte. Der Zeuge Totemeier, der mit Weber zusammen den Lastzug führte, gab an, daß der gesamte Lastzug, Motorwagen und Anhänger, erst fünf Wochen vorher in einer Werkstätte einer Generalüberholung unterzogen worden sei. Bei nassem Wetter habe, allerdings nur gelegentlich, der Anhänger etwas geschleudert, aber nur, wenn der Lastzug leer gewesen sei. Die nächsten Zeugen, die dann vernommen wurden, konnten über das Unglück und seine Zusammenhänge nichts Wesentliches bekunden. Die Große Strafkammer begab sich dann mit dem Angeklagten und den Zeugen an die Stelle des Unglücks, die im Walde zwischen Reesen und Hohenseeden liegt. Die Besichtigung der Stelle und die möglichst getreue Wiederherstellung der Vorgänge bei dem Unglück nahmen mehrere Stunden in Anspruch. Der Detmolder Lastzug, der mit dem Autobus der Leibstandarte zusammengestoßen war, wurde von Reesen aus rechtzeitig nach Hohenseeden geschickt mit dem Auftrag, von hier aus in der gleichen Weise wie an jenem Unglückstage die Strecke zwischen Hohenseeden und der Unglücksstelle zu durchfahren. Hinter dem Lastzug fuhr unmittelbar der Wagen mit der Strafkammer, um zu prüfen, wie der Anhänger des Lastzuges während der Fahrt sich verhalten werde. Der Angeklagte Weber saß im Wagen des Gerichts neben dem Fahrer, um die notwendigen Weisungen zu geben. Es ließ sich bei dieser Fahrt aber nicht feststellen, daß der Anhänger des Lastzuges nennenswert nach den Seiten ausschlug. An der Stelle, wo sich das Unglück ereignete, wurde dann ein Wagen aufgestellt, der die Fahrtrichtung des SS.=Autobusses kennzeichnete. Ebenso wurde der Detmolder Lastzug dort aufgestellt, wo er schließlich auch nach den aufgenommenen Lichtbildern zum Halten gekommen war. An Ort und Stelle wurde dann eine Reihe von Zeugen vernommen so vor allem einer der wichtigsten Zeugen, ein Dr. Maesse aus Genthin, der an dem Unglückstag mit seiner Frau zusammen in seinem Wagen unmittelbar hinter dem Detmolder Lastzug gefahren war. Dr. Maesse erklärte ebenso wie seine Frau, daß der Anhänger des Lastzuges sehr stark geschleudert habe, und zwar so sehr, daß er selbst nicht gewagt habe, den Lastzug zu überholen. Ueber die Einzelheiten des Zusammenstoßes konnte der Zeuge aber keine Angaben machen. Von den weiteren Zeugenaussagen am Tatort ist vor allem die des Fahrers des SS.=Autobusses von Bedeutung. Er hat den Lastzug ebenfalls schon vorher kommen sehen, erklärt aber, daß der Lastzug sehr Seite 2 Nr. 158„ Bochumer Anzeiger“, Donnerstog, 9. Juli 1936 korrekt gefahren sei und daß er gegen die Fahrweise des Angeklagten nicht das geringste einzuwenden bobe„ 5 Die Große Straftammer begav sich dann wieder in das Dorf Reesen, wo die weitere Beweisaufnahme vorgenommen wurde. Die weitere Vernehmung der Zeugen ergab, daß der Angeklagte Weber in sehr schnellem Tempo gefahren war und der Anhänger sehr stark geschleudert hatte. Es stellte sich ferner heraus daß der Angeklagte kurz vor der verhängnisvollen Rammung plötzlich, offenbar weil er das Schleudern des Anhängers merkte, nach links gefahren war, so daß der Anhänger mit seiner Spitze eine regelrechte rechtsseitige Bewegung gegen den Autobus der Leibstandarten=Kapelle ausführte. Die Ansicht der Sachverständigen Der erste Sachverständige Dipl.=Ing. Johanning(Magdeburg) erklärte, der Angeklagte hätte berücksichtigen müssen, daß ein leeres Fahrzeug auf der Chaussee ganz anders liege als ein beladenes, wie auch, daß sich im Gefälle eine ganz andere Bewegung ergebe als auf ebener Strecke. Der Angeklagte hätte auch beachten müssen, daß bei dem Fahren auf der regennassen Asphalt=Beton=Chaussee besondere Vorsicht geboten sei. Die beiden anderen Sachverständigen, Polizeihauptmann a. D. Fiedler(Berlin), und Direktor Otto(Berlin) vom Reichskraftwagenbetriebsverband, sprachen sich zugunsten des Angeklagten aus. Elnnbung zu den Locarno=Besprechungen in Brüssel Der Strafantrag Der Anklagevertreter, Erster Staatsanwalt Weißkopf, trat für einen Schuldspruch ein, wobei er sich den Ausführungen des ersten Sachverständigen Johanning anschloß und erklärte, der Angeklagte habe diese vom Sachverständigen angeführten Gefahrenmomente nicht bei seinen Ueberlegungen berücksichtigt. Vor allem habe er ein unzulässiges Tempo eingehalten, so daß die Fahrlässigkeit seines Verhaltens zu bejahen sei. Der Staatsanwalt wies sodann auf die für den Angeklagten sprechenden Umstände hin, die zu berücksichtigen seien und beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten. Das Urteil der Großen Strafkammer lautete, wie bereits gemeldet, auf insgesamt ein Jahr Gefängnis. In der Arteilsbegründung wird dem Angeklagten Weber ein zu rasches Fahrtempo und eine nicht genügende Beachtung der unterschiedlichen Straßenlage eines leeren und eines beladenen Lastkraftwagenzuges zum Vorwurf gemacht. Ein Verschulden des Angeklagten liege weiter auch darin, daß er das Schleudern des Anhängers auf der neuen Chaussee und den Uebergang der Straßendecke von Asphalt zu Beton nicht genügend berücksichtigt habe. Der Angeklagte hätte alle Vorsichtsmaßnahmen bei der Begegnung mit dem voll besetzten Autobus ergreifen müssen. Zugunsten des Angeklagten spreche der Eindruck seiner Gesamtpersönlichkeit, seine tadellose Führung und die Tatsache, daß ihm für seine Ueberlegungen über die zu ergreisenden Maßnahmen nur eine ganz kurze Zeitspanne zur Verfügung gestanden habe. Bei der Urteilsbemessung sei schließlich auch seine Offenheit berücksichtigt worden. Auf Grund dieser Umstände sei das Landgericht zu einer Strafe von insgesamt einem Jahr Gefängnis unter voller Anrechnung der Untersuchungshaft gekommen. Versammlungsruhe für die ASDAp. NSK Berlin, 8. Juli. Winterfeldzug und Reichstagswahl haben die Redner und die Politischen Leiter sowie die Männer der Gliederungen und angeschlossenen Verbände an der Front des politischen Kampfes gesehen. Eine Versammlungswelle größten Ausmaßes ist über Deutschland gerollt, wobei die nationalsozialistischen Redner in ununterbrochener Arbeit Abend für Abend Aufklärungsarbeit leisteten. Nach den Olympischen Spielen, dem Reichsparteitag und dem Erntedanktag werden erneut größte Anforderungen an die Propagandisten der Bewegung gestellt. Um ihnen die zur Erfüllung der bevorstehenden Aufgaben notwendige Entspannung und Zeit zur Erholung zu gewähren, ordne ich deshalb für die Zeit vom 1. August bis 7. September 1936 für die NSDAP., einschließlich aller Gliederungen und angeschlossenen Verbände, Versammlungsruhe an. (gez.) Dr. Goebbels, Reichspropagandaleiter der NSDAP. Neuer Leiter des Jugendamtes der and Berlin, 8. Juli. Der Leiter des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung und Führer des Gebietes Berlin der HitlerJugend, Obergebietsführer Axmann, hat wegen Arbeitsüberlastung im Einvernehmen mit dem Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley und dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach die Leitung des Jugendamtes der Deutschen Arbeitsfront niedergelegt. Als Leiter des Sozialen Amtes der RöF., dem das Jugendamt als Hauptreferat für Berufswesen beigeordnet ist, behält er nach wie vor die Gesamtführung der sozialen Jugendarbeit. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsjugendführer Baldur von Schirach haben Obergebietsführer Armann in seiner Eigenschaft als Leiter des Reichsberufswettkampfes erneut bestätigt. Zum neuen Leiter des Jugendamtes wurde Oberbannführer Moosbrugger ernannt, der durch den Leiter des Personalamtes der DAF., Marrenbach, in sein Amt eingeführt wurde. Moosbrugger war Kriegsfreiwilliger und ist seit 1931 Mitglied der RSDAP. Er ist aus der Berliner Hitler=Jugend hervorgegangen und seit 1933 in der Jugendarbeit der Deutschen Arbeitsfront tätig. Oesterreichs Vizekanzler in Budapest anb Budapest, 8. Juli. Der österreichische Vizekanzler und Innenminister Baar=Barenfeis ist am Mittwoch im Kraftwagen zu einem mehrtägigen Besuch in Budapest eingetroffen. Der Vizekanzler, der kurz nach seinem Eintreffen Besprechungen mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Daranyi und dem Außenminister von Kanya hatte, erklärte Vertretern der ungarischen Presse, daß im Rahmen seiner Budapester Verhandlungen auch allgemeine mitteleuropäische Fragen zur Sprache kommen würden. Zu der Habsburger Frage äußerte Baar=Barenfels, daß eine Aenderung der inneren Lage Oesterreichs nicht bevorstehe. Der österreichische Vizekanzler wurde am Mittwoch nachmittag von dem Reichsverweser Admiral von Horthy in Audienz empfangen und begab sich sodann zum Besuch des erkrankten Ministerpräsidenten von Gömbös auf dessen Landgut. dnb Rom, 8. Juli. Die Note der belgischen Regierung, mit der Italien zur Teilnahme an den Locarno=Besprechungen in Brüssel eingeladen wird, ist, wie von unterrichteter italienischer Seite verlautet, nunmehr in Rom eingetroffen. Die Note wird zur Zeit von der italienischen Regierung, die sich ihre Stellungnahme auch im Hinblick auf die ungeklärte Lage im Mittelmeer noch vorbehält, einer Prüfung unterzogen. Der Brüsseler„Peuple“ macht zu der geplanten Konferenz einige Angaben, die deshalb eine gewisse Beachtung verdienen, weil das Blatt als Hauptorgan der sozialistischen Partei in engen Beziehungen zum belgischen Außenminister Spaak steht. Das Blatt glaubt zu wissen, daß die Konferenz wahrscheinlich am 2 2. und 23. Juli in Brüssel stattfinden werde. Die Zusammenkunft werde nicht den Charakter einer eigentlichen Konferenz haben. Es handele sich vielmehr um Besprechungen zwischen den Westmächten, um die neue Lage, die sich aus der Aufhebung der Sanktionen gegen Italien ergeben habe, zu besprechen und es Italien zu ermöglichen, wieder mit den Mitunterzeichnern des Locarno=Vertrages Fühlung zu nehmen. Das Hauptziel der Brüsseler Zusammenkunft bestehe keineswegs darin, die gemeinsame Haltung der Rest=Locarno= Mächte gegenüber Deutschland zu bestimmen. Man denke schon jetzt an die Einberufung einer zweiten Konferenz, auf der gewisse Punkte der deutschen Denkschrift vom 7. März einer eingehenden Prüfung unterzogen werden sollen. Der Außenpolitiker des„Echv de Paris“ glaubt nicht, daß die Vertreter Englands, Frankreichs und Belgiens sich bereits über ein Programm für diese Besprechungen geeinigt hätten. Die Genfer Unterhaltungen seien außerordentlich unbestimmt gewesen. Schon jetzt kündigten sich Schwierigkeiten an. Rom wende sich dagegen, daß die vorübergehenden militärischen Abkommens Englands mit der Türkei und Griechenland zu Dauerabkommen würden. Außerdem wolle Rom abwarten, bis die englische Admiralität die Stärke ihrer Mittelmeerstreitkräfte auf den Stand herabsetze, wie er vor der abessinischen Krise war. Schließlich ergebe sich aus wahrscheinlich inspirierten Artikeln in der italienischen Presse, daß Italien nur mit Deutschland zusammen in den Locarno=Kreis zurückkehren wolle. Dies behagt dem Verfasser des Artikels nicht. Er tritt dafür ein, daß England, Frankreich und Belgien sich über ein gemeinsames Auftreten einigen auf Grund folgender Punkte: Verteidigung der französischen und belgischen Grenze, Uebereinstimmung der militärischen Vorbereitungen der drei Länder, Feststellung der Haltung hinsichtlich Mittel= und Osteuropas. Dürfe man Osteuropa sich selbst überlassen oder bis zu welchem Grade müsse man da helfen? Die Absichten der französischen Diplomatie darüber seien seit langem festgelegt, aber London habe sich niemals klar ausgelassen. etaue nicht diplomatischer Natur— Lord Halifax bei Baldwin dnb London, 8. Juli. Die Tatsache, daß der englische Außenminister Eden sich zu einem achttägigen Urlaub aufs Land begibt, wird von den meisten Morgenblättern ohne längere Kommentare verzeichnet. Es wird lediglich darauf hingewiesen, daß Eden nach den Anstrengungen der letzten Monate einen Urlaub benötige, um so mehr, als ihn die bevorstehende Brüsseler Konferenz der Locarnomächte vor neue Aufgaben stellen werde. Das Oppositionsblatt„News Chronicle möchte die Erholungsbedürftigkeit Edens als„Zusammenbruch“ gewertet wissen und behauptet dazu, daß dieser Zusammenbruch im Unterhaus angesichts der internationalen Lage„beträchtliche Besorgnis" verursacht habe. Außer diesem Blatt behauptet lediglich die so ganz anders gerichtete konservative„Morning= post“ in sensationeller Aufmachung, daß die Urlaubsabsichten Edens und seine Vertretung durch Lord Halifar gerade in diesem Augenblick„gewaltige Ueberraschung“, hervorgerufen haben. Die„Morningpost“ möchte darin die Andeutung eines Kurswechsels in der auswärtigen Politik sehen und polemisiert mehr zwischen als in den Zeilen gegen eine größere Nachgiebigkeit in allen Deutschland interessierenden Fragen, die das Blatt unter Berufung auf konservative Unterhauskreise Lord Halifax zuzuschreiben geneigt ist.... g.. ecHreiteten Wes. Die von der französischen Presse vervreiteten Merdungen, wonach der Urlaub Edens diplomatischer Natur sei, werden in London als nicht zutreffend bezeichnet und es wird darauf hingewiesen, daß der Außenminister seit achtzehn Monaten keinen Urlaub gehabt habe und daß er überarbeitet sei. Nunmehr biete sich ihm die Gelegenheit, ohne technische Schwierigkeiten einen einwöchigen Urlaub zu nehmen. Es bestehe kein Grund, anzunehmen, daß Eden an der Konferenz der Rest=Locarno=Mächte in Brüssel nicht teilnehmen werde., 4t.. Minist, Lord Halifar, der, wie gemeldet, Außenminister Eden vertritt, hatte Mittwoch vormittag eine Besprechung mit Baldwin. Die übliche Kabinettssitzung fiel aus, da der Schatzkanzler Neville Chamberlain an der Gedenkfeier für seinen Vater Joseph Chamberlain in Birmingham teilnimmt. Espie sten un Arsenal den Wrenich Fünf Tote, darunter ein bekannter englischer Artilleriesachverständiger dnd London, 8. Juli. In der Versuchsstation des Arsenals von Woolwich ereignete sich am Mittwoch nachmittag eine Explosion, bei der fünf Personen ums Leben kamen. Wie verlautet, ist bei dem Unglück Commander Long, einer der Abteilungsleiter des Arsenals, getötet worden. Long war während des Weltkrieges Sachverständiger für artilleristische Fragen. Er ist nach dem Bericht anscheinend bei einem Versuch, der in einem der Laboratorien gemacht wurde, getötet worden. Mit ihm fielen zwei Kinder und zwei Arbeiter des Arsenals dem Unglück zum Opfer. Die starke Explosion wurde auch außerhalb von Woolwich gehört. Das Laboratorium ist durch die Explosion völlig zerstört worden. Der„Evening Standard“ berichtet, daß anscheinend die Explosion eines Geschosses die Ursache des Unglücks gewesen ist. Sehr peinlich Die Auslieferung der französischen Flugzeugkanone 23 an Sowjetrußzland Paris, 8. Juli. Die Veröffentlichung der von Henry de Kerillis in der Kammer geplanten Anfrage über die Auslieferung von Plänen der französischen Flugzeugkanone 23 an Sowjetrußland hat den Luftfahrtminister sehr erregt, da es bisher üblich war, die Anfragen über die nationale Verteidigung zuvor dem Ministerrat zuzuleiten. Der Luftfahrtminister befürchtet außerdem, wie er in den Wandelgängen der Kammer zu erkennen gab, daß sich durch diese Anfrage insofern diplomatische Unzuträglichkeiten ergeben könnten, als über die Natur der Beziehungen zwischen Frankreich und Sowjetrußland ein falscher Eindruck erweckt werden könnte. Der Minister hat sich bereit erklärt, am kommenden Freitag auf die Anfrage bezüglich der Flugzeugkanone 23 zu antworten. Nach der Veröffentlichung der geplanten Anfrage hat sich der Erfinder, Oberst Bellanger, dazu entschlossen, dem Luftfahrtministerium die letzten Zeichnungen über die Zielapparatur nicht auszuliefern. In einem Brief an das „Echo de Paris“ erklärt Bellanger:„Entweder muß sich Pierre Cot verpflichten, alle Erfindungen, die ich für die Sache der nationalen Verteidigung gemacht habe, für Frankreich, und zwar ausschließlich für Frankreich, zu verwerten, oder ich werde mich weigern, ihm meine Pläne anzuvertrauen.“ Lebenslängiich Züchthaus für Spion dnb Berlin, 8. Juli. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der Volksgerichtshof hat den 37jährigen tschechoslowakischen Staatsangehörigen Emil Storch aus Wernstadt zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt, weil er im Auftrage eines ausländischen Nachrichtendienstes versucht hat, sächsische Garnisonen auszukundschaften und einen deutschen Soldaten zum Landesverrat zu verleiten. sonst die Türkei genötigt sehen würde, diesem Anspruch nach eigenem Ermessen Geltung zu verschaffen. Auch die englische Presse beurteilt die Aussichten der Konferenz sehr schlecht. „Danziger Volksstimme“ verboten auf fünf Monate dnb Danzig, 8 Juli. Der Danziger Polizeipräsident hat die sozialdemokratische„Danziger Volksstimme“ auf die Dauer von fünf Monaten verboten. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß das Blatt trotz wiederholter kurzer Verbote, Beschlagnahmen sowie mehrfacher Bestrafung des Chefredakteurs auch in den letzten Tagen durch seine Auslassungen immer wieder die öffentliche Sicherheit und Ruhe sowie durch die fortgesetzten gehässigen Angriffe gegen das deutsche Mutterland und gegen dessen leitende Staatsmänner die freundschaftlichen und lebensnotwendigen Beziehungen der Freien Stadt Danzig zum Deutschen Reich gefährdet habe. Auch die gutnachbarlichen Beziehungen der Freien Stadt Danzig zur Republik Polen seien mehrfach durch die unrichtige und entstellende Berichterstattung der„Danziger Volksstimme“ gestört worden. Anwetter in Frankreich dnb Paris, 8. Juli. Ueber Tarbes und Umgebung ist am Dienstag nachmittag ein ungewöhnlich heftiger Hagelsturm niedergegangen. Ungewöhnlich große Hagelkörner fielen auf die Dächer und schlugen zum Teil Löcher. Außer der Stadt Tarbes wurden noch etwa 20 umliegende Dörfer heimgesucht. Schätzungsweise sind 1500 Häuser durch den Hagel beschädigt worden. Durch den Regen ist in einem staatlichen Tabaklager für eine Million Frank Tabak unbrauchbar geworden. Die Elektrizitätsversorgung von Tarbes war zu zwei Dritteln unterbrochen, ebenso der Fernsprechverkehr. Die Stadtverwaltung hat sofort Zeltbahnen verteilen lassen, damit die Dächer wieder abgedichtet werden können. Auch aus den umliegenden größeren Städten sind größere Mengen Zeltbahnen nach Tarbes gesandt worden. In der vergangenen Nacht ist die Gegend von Moulins von einem schweren Gewittersturm heimgesucht worden. Mehrere Straßen sind überschwemmt und zwei Baukräne von 32 Meter Höhe vom Sturm umgelegt worden. Der Negus bittet um Geld Aufruf an die englische Bevölkerung— Er will Kleinkrieg organisieren London, 7. Juli. Der Negus, der gestern wieder in London eingetroffen ist, hat durch seinen Gesandten Dr. Martin einen Aufruf an die englische Bevölkerung gerichtet, in dem er um finanzielle Unterstützung bei seinem Kampf gegen die Italiener bittet. Der abessinische Gesandte erklärt, daß Abessinien für seinen Befreiungskampf mindestens hundert Kampffiugzeuge und einen Kriegsschatz von zunächst 26 Millionen Mark brauche. 1¼ Millionen Mark sind bereits gezeichnet worden. Zur Unterstützung dieses Aufrufs werden in einigen englischen Zeitungen sensationelle, aber unkontrollierbare Berichte über die militärischen Vorbereitungen zu einem neuen abessinischen Kleinkrieg veröffentlicht. Der neue abessinische Widerstand sei bereits organisiert und werde bei Beginn der unmittelbar bevorstehenden Regenzeit gegen die Dschibutibahn, die Hauptstadt Addis Abeba und die Städte Dessie und Gondar losbrechen. Arise der Meerengenkienseren, Sowjetrußland droht mit dem Verlassen der Konferenz Montreux, 8. Juli. Die Meerengen=Konferenz ist gleich nach dem Beginn des zweiten Verhandlungsabschnittes in ernste Schwierigkeiten geraten. Die englische Regierung hatte, wie wir in der Dienstagsausgabe berichteten, zu dem türkischen Vertragsentwurf Gegenvorschläge eingereicht, die formell auch weiterhin eine freie Durchfahrt der Kriegsschiffe durch die Dardanellen, praktisch aber besondere Höchstgrenzen für die Durchfahrt und den Aufenthalt im Schwarzen Meer vorsehen. Diese Vorschläge sind vor allem auf den Widerstand der Sowjetrussen gestoßen, so daß man am Dienstag in Montreux ergebnislos verhandelt hat. Der einzige Erfolg war, daß sowohl die sowjetrussische wie auch die englische Abordnung Abänderungsvorschläge eingebracht haben, über die man sich bisher aber auch noch nicht hat einigen können. Wie ernst die Krise ist, geht aus einer Erklärung in Kreisen der Sowjetabordnung hervor, wonach Litwinoff von seiner Regierung die Weisung erhalten habe, die Konferenz zu verlas sen, wenn gewissen sowjetrussischen Forderungen hinsichtlich der Durchfahrtsbestimmungen für die Kriegszeit nicht Rechnung getragen wird. Den Sowjetrussen geht es vor allem darum, das Durchfahrtsrecht für ihre gesamte Schwarze=Meer=Flotte zu erhalten, um sie gegebenenfalls nach der Ostsee werfen zu können. Das Durchfahrtsrecht ist aber nicht die einzige Frage, in der die Meinungen auseinandergehen. So meldet der Londoner„Daily Telegraph“ französische Abordnung im Hinblick auf das Bündnis mit der Sowjetunion nicht nur die Durchfahrt für Schiffe, sondern auch die Ueberfliegung der Meerengen sichern wolle. Anscheinend schwebe den Franzosen vor, daß eine zur Unterstützung Frankreichs bestimmte sowjetrussische Luftflotte in der Lage sein müsse, die Meerengen zu passieren. Nur auf dem Wege über die Dardanellen könne eine Luftstreitkraft schnell nach Frankreich kommen, ohne das Gebiet eines anderen Staates passieren zu müssen. Der Meinungsaustausch über diese Frage sei bisher vorläufiger Natur gewesen. Schon dabei aber habe sich gezeigt, daß Moskau dem Plan nicht sehr gewogen sei. Sowjetrußland befürchte anscheinend, daß dann auch fremde Luftstreitkräfte die Meerengen passieren und das Schwai Operationsbasts benutzen könnten. Frankreich sei ferner bemüht, für russische, nach den französischen Mittelmeerhäfen bestimmte Truppentransporte freie Durchfahrt zu erhalten. Ueberhaupt, meint das Londoner Blatt, daß durch die Dardanellenfrage beinahe sämtliche Konfliktsstoffe der internationalen Politik aufgerührt worden seen... grschläge hahen in##### Die englischen Gegenvorschluge haden in turkischen Regierungskreisen keinen günstigen Eindruck gemacht. Man hegt dort schwere Befürchtungen über das Schicksal der Konferenz und bereitet durch die Presse die Oeffentlichkeit auf ein mögliches Scheitern der Verhandlungen vor. Dabei fehlt es in den maßgebenden türkischen Zeitungen nicht an Warnungen an die Großmächte, den türkischen Anspruch auf Sicherheit weiter hinauszuzögern, weil sich Kurz=Nachrichten Dr. Reischle besucht den englischen Landwirtschaftsminister Elliot. Der Stabsamtsführer Dr. Reischle stattete am Dienstag in Begleitung des deutschen Geschäftsträgers in London Fürst Bismarck dem englischen Landwirtschaftsminister Elliot einen Besuch ab. In der Unterhaltung wurden verschiedene landwirtschaftliche Fragen erörtert. Deutsch=amerikanische Zollverhandlungen. Eine deutsche Abordnung verhandelt zur Zeit mit dem Schatzamt und dem Außenamt über die von Amerika auf deutsche Einfuhrwaren erhobenen Zuschlagszölle. Französische Sozialgesetze trieben Industriellen in den Tod. Der Direktor einer großen Brauerei in Rouen hat sich aus Kummer über die neuen sozialen Lasten, die seinem Betrieb eine Mehrbelastung von 20 000 Frank auferlegen und damit die Fortführung des Unternehmens gefährden würden, erschossen. In einem hinterlassenen Brief erklärt er: Die Politik Léon Blums treibt mich in den Tod. Warnung des französischen Wirtschaftsministers vor Preissteigerungen. Der französische Wirtschaftsminister Spinasse erklärte am Dienstag abend in einer Rundfunkansprache, die Regierung werde auf keinen Fall zulassen, die Hoffnungen des Volkes durch eine ungerechtfertigte Preissteigerung enttäuscht zu sehen. Wenn die gegenwärtigen Gesetze zur Bekämpfung einer Preissteigerung nicht ausreichen sollten, werde man neue Gesetze schaffen. Schweden hebt die Sanktionen auf. Die schwedische Regierung beschloß am Mittwoch, die Sanktionen gegen Italien vom 15. Juli an aufzuheben. Die weitere Verstärkung und Beschleunigung der britischen Aufrüstungsmaßnahmen wird dadurch gekenn: zeichnet, daß am Dienstag abend neue Zusatzhaushalte für die Flotte und die Luftstreitmacht im Unterhaus scheostst wrochen. Kommunalpoltik und Stadtltelle!“.“ Gerchlüdlenst und Brlestaten: Mezug“e 6651, Speni 1lc in Boqum. Berliner Soristleltu=gsi.T Keiäosest bc Berliner Anzeigenberireiung: F. W Pempe BerlinHa. ostenburs, Vote=Zrucg!= Laupenmüblen 8p Dierschs.i3 vonn Hachlatsasen B. 2. Da VI. über 3g36a., Sprache unden ver Honr sig pis 12- Göt.9 Fak unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten Seite 3 Nr. 158 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 9. Juli 1936 Freude am Kleinen Ist der Mensch wirklich nur der Glücklichere, der mit seinem Wagen hinausjagen kann? Gewiß, er kennt keine Grenzen seines Hinauswollens und Hinauskommens. In sausender Fahrt trägt ihn der Motor ans Ziel seiner Wünsche, heute hierhin, morgen dorthin. Es ist etwas Schönes darum, so Herr der Entfernungen sein und je nach Belieben alle Blätter der bunten Welt aufschlagen zu dürfen. Eines aber sollte man darüber nicht vergessen! Die Freizde, am Kleinen, am Geringen. Auch die stille, bescheivene Welt rings um uns, in unserer unmittelbaren Nähe ist voll heimlicher Wunder und sie scheint uns nur so wenig beachtenswert, weil wir einen falschen Maßstab anlegen und weil wir allzugern den Blick in die blaue Ferne lenken und meinen, daß die Natur dort einzig und allein ihre strahlenden Schätze offenbart. Gewiß, da sind die Bergriesen mit ihren schneegekrönten Gipfeln, sind die tiefgrünen, geheimnisvollen Seen, die buntblühenden Matten und die seltenen Blumen am Steilhang, da rauscht im Norden das Meer sein uraltes Lied, da wogt im Westen der Rheinstrom durch die grünen Rebenhügel und wiegen im Osten sich märkische Kiefern im Sommerwind. Ueberall in der Welt Wunder über Wunder, die das All gebar. Aber vollkommen wird das Erlebnis dieser Offenbarungen der Natur erst dann sein, wenn wir gelernt haben, Freude am Kleinen und Geringen zu empfinden. Nicht alle Menschen können das, aber wer es kann, ist unendlich reich! Ihn macht der blanke Tautropfen glücklich, der im ersten Morgenglühen am schwankenden Roggenhalm glitzert, er freut sich des blauen Gottesauges im Ackergrund und der sonnentrunkenen Libellen über dem Schilf. Er folgt in Gedanken dem weißen Segel der wandernden Wolke und entdeckt im Grase immer neu die stillen, bescheidenen Blumen, von denen jede einzelne eine Welt für sich, ein Wunder ist. Es muß aber hier etwas von innen zu dem kommen, was von außen auf den Menschen einwirkt, das ist das ganze Geheimnis der Freude am Kleinen und Geringen. Dann erkennen wir, daß das Kleine gar nicht so klein ist, sondern daß es der gleichen Ehrfurcht wert ist, wie die ragenden Schöpfungen der Natur draußen in der Welt. Ostoberschlesische Mädchen als Gäste in unserer Heimatstadt. Vom 7. bis 18. Juli weilt eine Gruppe von 14 Mädeln aus Ostoberschlesien in Bochum. Die Mädel befinden sich auf einer Studienfahrt durch das Reich, die ihnen die Bundesleitung des Volksbundes für das Deutschtum im auslano ermöglicht hat. Fur die Dauer ihres hiesigen Aufenthalts hat die Frauengruppe des BDA., die die Betreuung übernommen hat, eine abwechslungsreiche und anregende Tageseinteilung ausgearbeitet, so daß unsern lieben auslandsdeutschen Gästen reichlich Gelegenheit gegeben wird, unsere Stadt und das schöne Land an der Ruhr mit den freundlichen und fleißigen deutschen Menschen, mit denen sie die über alle Staatsarenzen hinwegreichende deutsche Volksgenossenschaft verbindet, kennenzulernen. Mögen sich unsere deutschen Mädchen hier recht wohl fühlen und aus ihren Erlebnissen und Eindrücken neue Kraft schöpfen für den schweren Kampf um ihr deutsches Volkstum! Ein Toter, mehrere Verletzte durch Verkehrsunfälle am Dienstag Nachdem in der Mittwochsausgabe bereits über einen tödlichen Verkehrsunfall, der sich am Dienstag in Bochum ereignete, berichtet werden mußte, meldet die Polizei jetzt vom Dienstag noch folgende Unglücke: Auf der Brückstraße wurde am 7. Juli ein Radfahrer von einem Lastkraftwagen angefahren. Der Radfahrer erlitt erhebliche Verletzungen und wurde nach Anlegung eines Notverbandes dem Elisabeth= Krankenhaus zugeführt. Am 7. Juli erfolgte auf der Ecke Steinrig= und Brunsteinstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Lastkraftwagen und einem Kraftdreirad. Der Führer des Kraftdreirades und ein Beifahrer erlitten leichtere Verletzungen. Das Kraftrad wurde schwer beschädigt und mußte abgeschleppt werden. Auf der Kaltehardtstraße wurde am 7. Juli ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren. Der Radfahrer wurde verletzt und dem Knappschaftskrankenhaus in Bochum=Langendreer zugeführt. Das Fahrrad wurde stark beschädigt. Ein sechsjähriger Schüler wurde am 7. Juli auf der Wittekindstraße in Bochum=Werne von einem Personenkraftwagen angefahren. Das Kind erlitt Verletzungen am Kopfe und wurde nach Anlegung eines Notverbandes in die elterliche Wohnung gebracht. Jugendliche Radfahrerin verunglückt Am Mittwoch ereignete sich gegen 12.15 Uhr vor der Unterführung am Hauptbahnhof ein folgenschwerer Verkehrsunfall, bei dem die 15jährige Haustochter Ilse D. eine Gehirnerschütterung, einen Beckenbruch und schwere Quetschungen erlitt, so daß sie dem AugustaKrankenhaus zugeführt werden mußte. Das Mädchen hatte mit dem Fahrrad eine Besuchsfahrt unternommen und befand sich auf der Heimfahrt, als sie von einem Auto erfaßt wurde und zwischen den Bordstein und die Hinterräder geriet. Der Autofahrer, der den Verkehrsunfall nicht bemerkt hatte, wurde von Passan= ten und einem Kraftradfahrer aufmerksam gemacht und nahm sich des schwerverletzten Mädchens an. Einbrecher überrascht Unerkannt entkommen, aber Beschreibung vorhanden Am 4. Juli, gegen 10 Uhr, wurde in dem Hause Danziger Straße 3 eingebrochen. Der Täter, der überrascht wurde, flüchtete. Er wird wie folgt beschrieben: 28 bis 30 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß, gelbliche Gesichtsfarbe, bartlos, stechende Augen, trug grauen Anzug, grauen Hut und schwarze Schuhe. Wer hat den Täter gesehen? Büroeinbruch und Gelddiebstahl Am 6. Juli, während der Mittagszeit, wurde im Hause Diekampstraße 22 ein Büro aufgebrochen und Bargeld entwendet. In der Nacht zum 5. Juli wurde aus einem Stall des Hauses Paulstraße 14 ein schwarzweißgeflecktes Riesenkaninchen entwendet. Angaben zu den vorstehend aufgeführten Diebstählen erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Die Feuerlöschpolizei mußte helfen. Am 7. Juli sank ein Anhänger eines Lastkraftwagens auf der Ecke Ziegelstraße und Krümmede infolge plötzlicher Bodensenkung etwa 75 Zentimeter tief ein. Das Fahrzeug wurde durch die Feuerlöschpolizei gehoben und konnte alsdann die Fahrt fortsetzen. Der Lastkraftwagen wurde leicht beschädigt. Hannersten. im Wiesental Rechts: Dicht umlagert von hocherfreuten Zuhörern war die Schutzpolizeikapelle beim ersten Platzkonzert im schönen Wiesental. Unten: In den herrlichen Anlagen sitzt es sich bei frohen Klängen noch einmal so schön! Aufnahmen:..-Muthherr #S Ein hates Siad Heimalgesciaf Der Tönshoff=Kotten in Hordel 140 Jahre alt Für die Bewohner des südlichen Stadtviertels und für alle die vielen Freunde und Besucher der im schönsten Grün und in Blüten stehenden Anlagen„Im schönsten Wiesengrunde“ gab es am Mittwoch nachmittag zwischen 17 und 18 Uhr eine besondere Freude: zum erstenmal wurde im Wiesental ein Platzkonzert durchgeführt, mit dem sich die Schutzpolizeikapelle verdient machte und großen Beifall holte. Das Wiesental hat in den letzten Jahren immer mehr Besucher bekommen, und so war natürlich auch zu diesem vorher ja angekündigten Konzert der „Andrang“ groß. Bei dem schönen Freien und dann noch kostenlos Musik dabei, das war so recht nach dem Herzen aller Spaziergänger, die für Wiederholungen nur dankbar sein werden. Unbekannter Toter gefunden im Wald auf dem Kalwes in Bochum=Querenburg 1 7 Im leuchtenden Schwarz=Weiß des Fachwerks steht der Kotten da wie eine stolze Burg In den frühen Morgenstunden des 8. Juli wurde =Quere #urtenburg in dem Wald auf dem KalF K Ki F STTTI OA T Privataufnahmen Der Eingangsspruch über dem Eingangstor zeugt vom redlichen Sinn der Erbauer des Hauses Vorgestern am 7. Juli, wurde der Tönshoff=Kotten in Hordel 140 Jahre alt. Seine Geschichte ist mit der Entwicklung des Ortsteils Hordel eng verknüpft, und einige Angaben aus seinem„Lebenslauf" sind interessante Beiträge zur Hordeler Heimatgeschichte. Tönshoff war ein freier Besitz, aber an Haus Dahlhausen gebunden und ihm tributpflichtig. Man nannte das„in Gewinn geben". Der Erbpächter Tönshoff war verpflichtet, von seinen Erträgnissen an Roggen, Gerste und Hafer einen bestimmten Teil an Haus Dahlhausen abzugeben, ferner Flachs, ein überjähriges Schuldschwein, ½ Pfund Pfeffer, zwei Gäuse und sechs Hühner. Er mußte an einem Tage in der Woche einen Mann mit Pferd und Wagen dem Pachtherrn zur Verfügung stellen, falls er hierzu aufgefordert wurde, erFerner hatte er jährlich zwei Kohlenfahrten nach Dorsten oder zwei andere Fahrten nach auswärts zu Die geforderten Leistungen, soweit sie die Bereithaltung von Gespannen betrafen, waren aus wirtschaftlichen Gründen notwendig, um die Bestellung und Abin Fässern von Köln nach Essen zu transportieren. für und für Kohlenfuhren vom Hauptstapelplatz in Dorsten an der Lippe waren fremde Gespanne nicht zu entbehren. Die Straßen befanden sich seinerzeit in einem trostlosen Zustande, die Wagenlasten konnten nur unter Verwendung eines zahlreichen Vorgespannes fort“ bewegt werden. 1684 taucht der Tönnishof zum ersten Male in der evangelischen Kirchengeschichte auf. Aus überlieferten Erzählungen ist jedoch zu entnehmen, daß der alte Tönnishof abgebrannt ist und im Jahre 1796 von Görgen Heinrich Tönshoff und Anna Elisabeth Brunckhorst wieder aufgebaut wurde, wie aus der Inschrift des Hauses zu entnehmen ist. Zu allen Zeiten haben die Tönshoffs die Kötterei und ein Fuhrgeschäft betrieben, das auch die jüngste Tochter Hedwig Wigging= haus, geborene Tönshoff, ihrem Sohne Kurt zu erhalten verstanden hat, nachdem ihr Gatte schon im Jahre 1907 das Zeitliche segnete. 1906 ging der Tönshoff=Kotten in den Besitz der Friedrich=Krupp=AG. in Essen über, da die erheblichen Bergschäden an dem an sich sehr soliden Bau dieses geboten erscheinen ließen. Aber noch immer sitzen die Tönshoffschen Nachsviger auf ihrem alten Familiensitz, wenn auch nur als Pächter. in Bochun.=Querenburg in dem Wald auf wes, in der Nähe der Zeche„Klosterbusch“, eine männliche Person erhängt aufgefunden. Die Personalien des Toten konnten noch nicht festgestellt werden. Es handelt sich bei dem Toten um einen Mann im Alter von ungefähr 55 Jahren, der allem Anschein nach dem Arbeiterstand angehört. Beschreibung: 1,65 Meter groß, schlank, graues kurzes Haar, kleine stumpfe Nase, volles gesundes Gesicht. Hat an dem linken Oberarm eine Tätowierung, die einen Eichenlaubkranz darstellt, in dessen Mitte ein Schuh, ein Schusterhammer und eine Zange gezeichnet sind. Bekleidung der Person: Schwarze, abgetragene hohe Schnürschuhe, graue wollene Strümpfe, dunkle Hose, die mit rötliche weißen Streifen durchsetzt ist. Weiter trug der Tote einen schwarzen Leibriemen,, helle Hosenträger, ein weißes Hemd, graue Strickjacke mit grünem Rand, eine blaue verwaschene Jacke und einen grauen abgetragenen Schlapphut. Wer kennt den Toten? Wo wird ein Mann, auf den die Beschreibung paßt, vermißt? Zweckdienliche Mitteilungen sind zu richten an die Kriminalpolizei Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer Nr. 96, oder jede andere Polizeidienststelle. Südwestfälische Jungen bei der wirtschaftskundlichen Fahrt der Reichsberufswettkampfsieger durch den Gau Württemberg= Hohenzollern. Kürzlich berichteten wir schon von dem Start der wirtschaftskundlichen Fahrt der Reichsberufswettkampfsieger aus Westfalen=Süd nach Süddeutschland. Heute schildert uns der Fahrtenleiter den weiteren Verlauf der Von Stuttgart aus ging es weiter nach Reutlingen, wo wir nach der Besichtigung einer Maschinenfabrik zur Hohenzollernburg fuhren. Wir hatten Glück. Bei dem herrlichen Wetter war die Sicht klar. Wir konnten von hier aus das ganze Schwabenland überschauen. Nach einem Rundgang durch die Burg schilderte uns ein Mitarbeiter der Verwaltung in einem einstündigen Vortrag die Entstehung und Geschichte der Burg. Dann fuhren wir nach Ebingen, um am nächsten Morgen die dortige Wagenfabrik August Sauter zu besichtigen. Wir haben gestaunt, was hier die Arbeiter für Präzisionsarbeit leisten müssen. Daran anschließend besuchten wir eine Spiralbohrerfabrik, die Bohrer von 0,2 Millimeter bis 110 Millimeter herstellt. Zu unserer Freude konnten wir feststellen, daß der Stahl für diese hochwertigen Bohrer natürlich aus unserer Heimat geliefert wird. Nun wissen unsere Kameraden, die in ihrem Beruf täglich mit Bohrern umgehen, wie solch ein Spezialwerkzeug entsteht. Nachmittags fuhren wir durch das herrliche Donautal nach Friedrichshafen. Die landschaftlichen Schönheiten machten auf unsere Jungen einen starken Eindruck und die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als der Bodensee in Sicht kam. In Friedrichshafen verlebten wir einen herrlichen Abend. Bei einem wundervollen Sonnenuntergang konnten wir in der Ferne die Schweizer und die Oesterreichischen Alpen sehen. Am nächsten Morgen besichtigten wir die Lehrwerkstatt der Motorenfabrik Maybach.=Hier lernten wir eine wirklich vorbildliche Werkstatt kennen, aus der unsere Jungen viele neue Anregungen mit in die Heimatbetriebe genommen haben. Anschließend hörten wir zwei fachberufliche Vorträge über die Entstehung des Benzinmotors und über die Entstehung des Dieselmotors. Nach diesen Ausführungen wurden uns die Fertigfabrikate an Motoren und Wagen vorgeführt. Nachmittags hatten wir Gelegenheit, den Luftschiffbau Zeppelin zu besichtigen. Wir sahen den Arbeitern beim Bau des dritten Riesenluftschiffes„LZ. 130“ zu, der im Herbst nächsten Jahres dem Verkehr übergeben werden wird. Um uns einen Gesamtüberblick über die Geschichte des Zeppelin=Baues zu geben, wurde uns anschließend das Zeppelin=Museum gezeigt. Der Abend brachte einen Höhepunkt: wir waren von dem Standort der Hitler=Jugend Friedrichshafen zu einem Kameradschaftsabend in der„Krone“ eingeladen. Wir verlebten mit 450 Kameraden vom„Schwäbischen Meer“ einen schönen Abend wo wir uns kennenlernten und unsere Erlebnisse und Erfahrungen austauschten. Am nächsten Morgen war bereits um 5 Uhr — Seite 4 Nr. 158 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 9. Juli 1936 Wecken. Um 6 Uhr starteten wir zu einer anderthalbstündigen Motorboolfahrt auf dem Bodensee, um die Schweizer Grenze kennenzulernen. Für unsere Jungen ein großes Erlebnis! Gar zu schnell mußten wir unsere Fahrt abbrechen, da wir an die Rückfahrt in unsere Heimat denken mußten. Wir danken an dieser Stelle den Betriebsführern, die es den Jungen aus ihren Betrieben durch einen Zuschuß ermöglicht haben, an dieser Fahrt teilzunehmen. Wir hoffen und wünschen, daß es noch recht vielen Jungarbeitern vergönnt sein wird, als Anerkennung für ihre Leistungen im Reichsberufswettkampf 1936, eine solche Fahrt miterleben zu können, einmal im Interesse ihrer beruflichen Weiterbildung, zum anderen, damit sie die landschaftlichen und baulichen Schönheiten unseres Vaterlandes kennenlernen. Heimabend des SGV. Bochum Die Heimabende des Sauerländischen Gebirgsvereins erfreuen sich eines ständig steigenden Zuspruches. Bezirksdietwart Schebstadt hatte es wieder ausgezeichnet verstanden, den Abend stimmungsvoll auszugestalten. Vereinsführer Döring hieß die Mitglieder herzlich willkommen und machte auf die kommenden Wanderungen aufmerksam. In humorvoller Weise schilderte dann der Wanderführer Claes die Erlebnssie der Siebentagewanderung durch das Hochsauerland und Oberhessen, dabei mit reichem Bildmaterial die schöne Wanderung eindrucksvoll wiedergebend. Aus technischen Gründen konnte der Film dieser Wanderung nicht gezeigt werden; die Vorführung späteren Heimabend überlassen. wußte die eindrucksvolle Fahrt derzug des SGV. nach Fredeburg spannend wiederzugeben. Wanderfreund Sparbier hatte die Fahrt der Gesangabteilung in Liedform gefaßt und Fräulein Müller, die über eine schöne Stimme verfügt, stand es ausgezeichnet, das Lied vorzutragen; vertete reichen Beifal Einer der ältesten ugt sie ernwunderführer, Fritz Kraushaar, der schon seit seinen jahren das Sauerland bewandert, brachte plattdeutsche Gedichte zum Vortrag und half den Abend verschönern. Am nächsten Heimabend wird Fräulein Osterling von der Städtischen Lichtbildstelle einige schöne Schmalfilme vorführen. Mehr Verkehrsdisziplin! Mien Weriehteseratrich.... unet Ein Aufruf des NSKK.=Korpsführers Hühnlein bleibt einem Vereinsführer Döring mit dem ersten SonEeninrerer Die ersten pfifferlinge Der Mittwochmarkt In der Krimm war entgegen den vorigen Markttagen bedeutend ruhiger, obwohl das Angebot an sommerlichem Frischgemüse und an Obst sehr vielgestaltig und reichhaltig war. Vor allem war für die einmachfreudige Hausfrau mit schwarzen Johannisbeeren Himbeeren und Sauerkirschen gut gesorgt. Die Nachfrage nach Butter und vor allem nach Eiern war sehr stark. Die Fischstände waren, der warmen Jahreszeit entsprechend, recht mager beschickt. Viele Ausländer werden die Olympischen Spiele im August besuchen, und viele von ihnen befahren Deutschland im Kraftwagen. Eine Steigerung des Verkehrs ist also zu erwarten. Darum ist es nur zu verständlich, wenn sich der Führer des Nationalsozialistischen Kraftfahrtorps und des deutschen Kraftfahrsportes, Korpsführer Hühnlein, in einem Aufruf an alle deutschen Volksgenossen wendet, mit der Aufforderung, dem gesteigerten Verkehr durch Selbstdisziplin und gegenseitige Rücksichtnahme praktisch Rechnung zu tragen. Ein rechtes Wort vor den Olympiawochen Mehr als 4000 Kilometer habe ich in den letzten Wochen im Kraftfahrzeug durch alle deutschen Gaue zurückgelegt. Zahllos sind meine Beobachtungen über leichtsinniges, unvorschriftsmäßiges und rücksichtsloses Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Die vom Reichs= und preußischen Verkehrsminister wöchentlich veröffentlichten Verkehrsunfallzahlen zeigen ein erschreckendes Bild. Hunderte von Volksgenossen werden im Straßenverkehr getötet. Tausende nehmen schweren Schaden an ihrer Gesundheit, unendliche Sachwerte werden vernichtet. Während der Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes jede Arbeitskraft erfordert, müssen zahlreiche Volksgenossen im Krankenhaus die Folgen von mangelhaftem Pflichtbewußtsein und unzulänglicher Beherrschung des Fahrzeuges auf der Straße büßen. So geht es nicht weiter! Die Olympischen Spiele 1936 stehen vor der Tür und haben einen verstärkten Verkehr auf allen deutschen Straßen im Gefolge. Mit dem Kraftwagen und dem Kraftrad und zu Fuß werden Hunderttausende— Deutsche und Auländer— nach Berlin eilen, um an dem größten Sportereignis der Welt teilzunehmen. Mit großer Sorge sehe ich diesen Wochen entgegen, wenn nicht endlich einmal Disziplin und Rücksicht im Straßenverkehr Einzug halten. Es notierten die Preise am 1. Juli Stachelbeeren Erdbeeren Kirschen Aprikosen Pfirsiche Johannisbeeren Himbeexen Frische Möhren Scwarzwurzeln....... Gzg s 10 ......... Stück 30-35 3 ½ be 38- 60 J 30—35 3 ½ ke 8 3 Bund 25 J ½/3 ke 18 S 1 ke 15 .56 30 ½ ke 25—30 J ½ ke 25- 40 1. ke 30 ½ ke 50—60 S ½ ke 30 S ½ ke 55 12 ke 20 J ½ ks 20— 30 J ren Verkehrsteilnehmer und vergeßt nicht, daß ihr als Führer der schnellsten Fahrzeuge die größte VerantworMeidet den Alkohol vor und während der Fahrt! Gebt das Steuer nicht an Freunde und Bekannte, die keinen Führerschein haben und achtet auf die VerkehrsDer deutsche Kraftfahrer muß seinen Volksgenossen mit dem besten Beispiel vorangehen; denn er ist der Träger des Fortschrittes und der Motorisierungswünsche des Führers. Deutsche Radfahrer! Eure Zahl von 17 Millionen verpflichtet euch zu besonderer Rücksicht und Vorsicht. Ihr seid nicht allein auf der Straße, sondern nur Glieder des allgemeinen Straßenverkehrs. Benutzt die Radfahrwege, die für euch gebaut sind! Sorgt dafür, daß an euren Rädern vorschriftsmäßige Rückstrahler vorhanden sind, da ihr euch 9 Fahrt im Dunkeln nicht ohne Licht und bringt Laternen richtig an, um entgegenkommende Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden! Ihr behindert den übrigen Verkehr stets, wenn ihr zu mehreren nebeneinander fahrt. Fahrt daher hintereinander... 8 Kasten Aantich Gebt beim Abbiegen und beim Anhalten beutlich sichtbare Zeichen mit dem Arm und denkt daran, daß der hinter euch kommende Kraftfahrer euch sonst überfährt oder andere anfährt. Vagruag.. Kastn Fahrt nicht zu zweien auf einem Fayrrao und halter die Lenkstange beim Fahren fest! Freihändiges Fahren und Wegnehmen der Füße von den Tretkurbeln ist kein Zeichen großer Fahrkunst, sondern bodenloser Leichtsinn und verantwortungslose Gefährdung anderer. Mißbraucht das Vertrauen nicht, das man mit der Aufhebung der Radfahrkarte in euch gesetzt hat! Wollt ihr die Einführung des Deutsche Kraftfahrer! große Geschenk der Reichs8. Juli ½ ks 30—35 S ½ ks 15-20 ½ bs 25—40 J ½3 ke 30 S ½ ke 40 S ½ ke 25—30 J 13 ks 50 S Bund 10 15 J ½ ks 20—30 Sick.—15 S Stück 25—35 J 1 kg 38—60 35—40 12 ke 8 S 3 Bund 25 J 1 ks 15 J 1 ke 10 J Stück 15—30 J 5 kg 45+ ½ ks 28—30 J ½ ks 30—35 J ½ ks 60 S ½ ke 14 B —5½ ks 100 J ½ k# 20 J ½ ke 40-60 S ½2 be 15-18 1 ks 8 8 Stück 10,15 J Bund 10 J 12 kg-8 5 Stück 5 J —4 Stück 10 J Stck.-10 J ½ ks 150-160 L 1/2 ke 70 L ½ ke 40 S ½ ke 60—100 J ½ ks 90- 120 J ½ ke 100—130 P ½ ke 100—130 S 12 kg 25 J ½ kg 25 J ½ ks 40 J ½2 be 25 L auf jetzt den auf Ist das der Dank für das große Geschenk der Reich ttobahnen, das euch der Führer gemacht hat: Schon Gurken Aepfel Blumenkohl Mirstna Stielmus Rhabarber Selerteinosten::::..:: Stuczi, 3; Kartoffeln.... 14 28 Bananen..........„ W Pfrferlinge... 1,4414 Zwiebeln Neue Kartoffeln.......—J. 6 16 Sschans:1; B3 Meide............ Gzück 5 3 Radieschen......... Bund 10 Butterkohl..... G Zitroner....—4 Stück 10 cier nv::.... 66.33 Buner..........“ 66 70 Rindsteisco..... i, 6 33—19 Kalbsleiso.........4, 4 10 190 Rolbarsch.......... J6 16 25 4 Koldatsch„ ½ kg 20-) Kühler und Gewitterneigung Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim am 8. Juli um 21 Uhr. Die Haupttendenz der Großwetterlage läßt für die nächsten Tage eine wesentliche Besserung des Witterungscharakters nicht erwarten. Durch die Ausbildung eines Tiefwirbels über der Nordsee, oer sich zur Zen noch weiter verstärkt, ist Westdeutschland nahe an das Zentrum der Wettergestaltung herangerückt. Es ist für die nächsten Tage mit einer neuen Wetterverschlechterung zu rechnen. Vorhersage für Donnerstag: Bei südlichen Winden in den Morgenstunden leicht dunstig, tagsüber wolkig und Schauerneigung. Tagestemveraturen bis gegen 25 Grad ansteigend.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Winde wieder auf West zurückdrehend, stark bewölkt, Neigung zu Niederschlägen in Schauerform. Etwas kühler und möglicherweise Gewitter. Mittwoch, 8. Juli Barometerz4 Uhr: 65·5 Thermometer 32 Upr: 413 S Zeiten für Sonne und Mond am 9. Juli: ( Aufg..18, Unterg. 20.52; C. Aufg. 22 37, Unterg. 10.18 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags zeigt sich, daß die große Geschwindigkeit, die auf Straßen Adolf Hitlers gefahren werden kann, sich die übrigen Straßen überträgt. Schon jetzt ereignen sich auf den Reichsautobahnen Unfälle, die auf Leichtsinn und unvorschriftsmäßiges Verhalten zurückzuführen sind. Schon jetzt werden Stimmen laut. nicht für fähig halten, auf den Autobahnen richtig zu fahren. Wollt ihr, daß Geschwindigkeitsbeschränkungen eingeführt werden? Wollt ihr, daß dem Kraftverkehr wieder Fesseln angelegt werden wie in vergangenen Zei2 Teilt euch eure Fahrten richtig ein, fahrt rechtweg! Fahrt vernünftig und benutzt, wenn ihr Nummernzwanges? Dr. Küppers letzte Fahrt Sie haben einen guten Mann begraben— Uns war er mehr. Dieser Spruch galt wohl für alle die vielen Leidtragenden, die sich als seine Freunde und langjährigen Bekannten auf dem Friedhofe in Wiemelhausen eingefunden hatten, um Dr. Dr. Paul Küppers, dessen lange Lebensarbeit ihn mit allen Kreisen der Einwohnerschaft Bochums in nahe Berührung brachte, das letzte Ehrengeleit zu geben. Dieser seltene Mann hätte sich nicht einsam zu fühlen brauchen; er wäre, wenn er es gewollt hätte, täglich umgeben gewesen von Menschen, die ihn nicht nur schätzten, sondern auch liebten. Ein wundervoller Sommertag mit Sonnenglanz und Vogelgezwitscher war sein Todestag, und bei Sonnenzlanz und Vogelgezwitscher legte man ihn, den großen freund der Natur, in die kühle Erde. In der Kapelle des Friedhofes hielt Pfarrer Hardt eine Totenliturgie. Dann ging der stille Zug der Trauernden hinauf zu der Stelle, wo man vor dreißig Jahren die so früh verstorbene Gattin des Entschlafenen ins Grab legte. An ihrer Seite ruht nun auch der Mann, der andern vorlebte, was Treue sein kann. Es war der Wunsch des Verstorbenen, so führte Pfarrer Hardt aus, daß an seinem Grabe keine lange Rede gehalten werden möchte, das lehnte seine sprichwörtliche Bescheidenheit ab. Er war auch nicht der Mann der frommen Worte, desto mehr war er der Mann der christlichen Tat und der Allergetreuesten einer. Das wissen wir alle. Sein Leben war der Pflichterfüllung bis zum äußersten gewidmet. Im Dienste für den Nächsten, in der Arbeit für die Stadt, die seine zweite Heimat wurde, zehrte er sich auf. In unseren Herzen lebt er fort, und er wird schauen, was er glaubte und„mit seiner Arbeit bewies. Unter der Trauergemeinde sah man Vertreter der Stadt, vieler Behörden, Vereine und Verbände, bei denen er mitwirkte, der Handelskammer, der Industrie, des Handwerks des Evangelischen Männerdienstes. An seinem Grabe häuften sich die Kränze. Schriftleiter Dr. Schwermann legte einen Kranz mit Widmung im N men des Reichsverbandes der Deutschen Presse an der Gruft dieses hochverdienten Berufskameraden nieder, der Reibt wegen ters, der Hingabe an einst die besten Namen, so Deutscher Fußgänger! Die Fahrbahn gehört dem Fahrverkehr, euch gehört die Gehbahn. Beeilt euch beim Ueberschreiten der Straße, geht auf dem kürzesten Weg und ohne AufentAuch für euch gelten die Verkehrszeichen der Polizei und der Ampel! Nur bei grunem Licht ist euch der Weg freigegeben. Springt nicht auf die Straßenbahn stimmen laut, die euch soder den Omnibus auf und von diesen ab! Nur an simmwen lon:, en,„den Haltestellen durft ihr ein= und aussteigen. Wartet auf den Bürgersteigen, wenn die Straßenbahn kommt! Ihr gefährdet euch und andere, wenn ihr auf der Fahrbahn steht! ten: zeitig es nicht sehr eilig habt, die rechte Straßenseite! Schneidet keine Kurven und überholt vorschriftsmäßig! Beachtet die Vorfahrtsregeln und biegt langsam in andere Straßen ein! Nehmt Rücksicht auf alle andeDeutsche Volksgenossen! Schafft endlich die Verkehrsgemeinschaft Straße. Seht in dem anderen Kameraden und Volksgenossen! Disziplin! auf der erkeursreilnehmer den Uebt Rücksicht und Runr sant!.... Bilder aus den Gerichtssalen Stadttheater: 17.30 Uhr: Wilhelm Tell. Parthaus: Abendkonzert des Städtischen Orchesters. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Ein junger Mann aus uen. Tonhalle: ab 15.45 Uhr: Stützen der Gesellschaft. Weltkichtspiele: ab 15.15 Uhr: Es geschah in einer Nacht. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Fährmann Maria. Capitol: ab 15.15 Uhr: Mazurka. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Polenblut. Hammer Lichtspiele: ab 15.30 Uhr: Ich war Jack Mortimer. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Die Puppensee. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Ein Walzer um den StefansOdeon: ab 15.30 Uhr: Ein junger Mann aus USn. Das Herner Schöffengericht fällte ein Urteil, welches für alle Rundfunkteilnehmer, namentlich für solche, die mit ihren Rundfunkgebühren im Rückstand geblieben sind, beachtenswert ist. Die Besitzerin einer häuslichen Rundfunkanlage war mit ihren Rundfunkbeiträgen in Höhe von vier Mark zurückgeblieben. Sie erhielt von der Reichspost die Aufforderung, entweder die Rundfunkgebühren sofort zu bezahlen oder ihre Antennenanlage außer Betrieb zu setzen. Die kam dieser Aufforderung nicht nach und hörte für einige Zeit weiter Rundfunk, war somit nach den entsprechenden Bestimmungen des Gesetzes Schwarzhörerin. Sie hat später den rückständigen Betrag bezahlt. Sie glaubte damit eine etwaige Strafverfolgung wegen Schwarzhörens ausgeschaltet zu haben. Mit dieser Ansicht befand sie sich aber in einem bösen Irrtum, wie sie durch den Antrag der Reichspost auf Strafentscheid und durch die sich anschließende Verhandlung vor dem Schöffengericht belehrt wurde. Wird eben bei ständen die von der Post verlangte Aufhebung der Antenneneinrichtung nicht durchgeführt und der Rundfunkapparat weiter benutzt, so liegt ein Schwarzhören vor, auch wenn später die Zahlung der Gebühren erfolgen sollte. Dahin entschied das Schöffengericht und belegte die Schwarzhörerin mit einer Geldbuße vor 25 Reichsmark, erkannte aber auch gleichzeitig auf Einziehung des Gerätes. Wann ist ein Teftament nicht gültig? Ein Fabrikant N. aus Forst i. d. L. war vor einiger Zeit nebst Frau und Sohn freiwillig aus dem Leben geschieden. Frau N. hatte ein Testament hinterlassen, welches in Forst am 81. Mai geschrieben war; die Jahreszahl war aber nicht angegeben. In dem Testament war eine Dame als Erbin eingesetzt worden. Als letztere einen Erbschein verlangte, wurde dieser Antrag sowohl vom Amtsgericht als auch vom Landgericht in Guben abgewiesen, weil in dem Testament die Jahreszahl fehle. Während das Kammergericht die Beschwerde für begründet erachtete, erklärte das Reichsgericht die weitere Beschwerde der als Erbin eingesetzten Dame für nicht begründet und führte u. a. grundsätzlich aus, aus dem Testament ergebe sich nur, daß Frau N. annahm, sie werde mit ihrem Ehemann und Sohn infolge eines gewaltsamen Ereignisses aus dem Leben scheiden. Aus dem Testament erhelle aber nicht, in welchem Jahre sich das Ereignis abspielen werde. Es gehe nicht an, daß eine unrichtige oder unvollständige Orts= oder Zeitangabe in dem Testament durch einen bestimmten Personenkreis von Angehörigen zu ergänzen sei; auch durch die gewöhnlichen Beweismittel dürfe die fehlende Jahreszahl nicht ermitteit werden. Lediglich der Inhalt des Testaments sei für die Ergänzung des Testaments in Betracht zu ziehen; unter Umständen dürfen allgemein bekannte Erfahrungssätze oder offenkundige Tatsachen berücksichtigt werden, die allen lebenserfahrenen Menschen ohne weiteres bekannt seien.(Aktenzeichen: VI. 5. 85.) Die Villa des Großkaufmanns Der Großkaufmann B. war Eigentümer einer Villa, in der sich auch das Großhandelsgeschäft befand. Die betreffende Villa war ziemlich verschuldet; im April 1938 verkaufte B. die Villa. In den Handelsbilanzen früherer Jahre war die Villa nicht erwähnt worden. Erst Jahre 1038 wurde die verschulbetzmstaggig##er Steuerbilgne nöhnt. Infolge, hiefer„ Un grra ringerte anz erwähnt. Infolge die sich der Gewinn erheblich. erheblich. Das Finungant erachtete es nicht für gerechtfertigt, die Villa in der jähne F. lichen Gesinnung wegen und als berufliches unvergessen. Nennt man wird auch der seine genannt. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Donnerstag, 9. Juli RS.=Frauenschaft Weitmar=Nord. Zusammenkunft fällt aus. Dafür 20 Uhr: Geschlossene Teilnahme an der Kundgebung der RSDAP. bei Floren. Erscheinen ist Pflicht. RSDAP. Altstadt. 20 Uhr: Schulungsabend im RatRS. Frauenschaft Querenburg. 20.30 Uhr: Turnen bei NS.=Frauenschaft Hunscheidtsfeld. 20 Uhr: Zusammencenft bei Wegener, Drusenbergstraße, Lichtbildervortrag. RS.=Frauenschaft Kornharpen. 20 Uhr: Zusammenkunft in der Schule an der Wieschermühlenstraße. RS.=Frauenschaft Laer. Zusammenkunft fällt aus. Amt für Beamte, Kreis Bochum Am 10. Juli Großkundgebung in Dortmund. Am kommenden Freitag, 10. Juli, Grogeundgepung per wird auch bie Hert giepesge pasate der Kohlen= und Eisenstadt„Bochum den Bewegg Pasur ekbringen, daß sie geschlossen sich einsetzt für die Belange des Staates, dem zu dienen ihr als vornehmste Aufgabe übertragen worden ist. und KaBilanz zu erwähnen; die Villa sei als Privatvermögen des Großkaufmanns zu betrachten, da sie früher niemals in der Buchführung erwähnt worden sei. Unter diesen Umständen nehme der Gewinn des Großkaufmanns um 6000 RM. zu. Nach fruchtloser Berufung erhob B. Rechtsbeschwerde beim Reichsfinanzhof, welcher indessen die Rechtsbeschwerde des Kaufmann B. als unbegründet zurückwies und grundsätzlich u. a. ausführte, von den 14 Zimmern der Villa werden kaum zwei Zimmer für das Handelsgeschäft des Großkaufmanns verwendet; da B. in seiner Villa, die vor allem zu Wohnzwecken verwendet werde, nur wenige Räume für seinen Handelsbetrieb verwende, so sei der Teil der Räume, die für den Betrieb des Handelsgeschäfts Verwendung finden, nicht als notwendiges Betriebsvermögen erachtet worden.(Aktenzeichen: VI. A. 778. 85.— 6. 11. 35.) Für Wirte Der Polizeipräsident in Saarbrücken hatte gegen den Gastwirt M. die Klage auf Entziehung der Schankerlaubnis erhoben, da M. sich als habe. M. ging bis zum Oberverwaltungsgericht und behauptete, er sei zur kritischen Zeit krank gewesen und habe keine ordnungsmäßige Aufsicht amsüben können; die Staatsanwaltschaft habe das gegen ihn schwebende Ermittlungsverfahren eingestellt, da ihn kein Verschulden treffe. Das Oberverwaltungsgericht wies aber die Revision des Gastwirts M. zurück. Es könne dahingestellt bleiben, ob M. Kenntnis von den Vorgängen in seinem Gasthof gehabt habe. Da M. selbst zugebe, daß er ein in schlechtem Rufe befindliches Lotal übernommen habe, so habe er erst recht darauf achten müssen, daß sich keine Vorkommnisse ereigneten, welche zu einem Einschreiten gegen ihn führen könnten. Treffe einen Gastwirt an polizeiwidrigen Zuständen in seinem Lokal auch kein direktes Verschulden(das Verschulden traf seine Frau und einen Kellner), so könne er doch seine Aufsichtspflicht derart verletzt haben, daß er ungeeignet erGastwirtschaft an führen.(Aktenzeichen: Achtung, Konditoren! Heute abend, 20.15 Uhr, findet im Lokal Bischoff, Alleestraße, eine Versammlung der Deutschen Arbeitsfront, Fach„Kraft durch Freude“ eiderg, Du, seine.8 im 1. und 2. August 1936 versitätsstadt Heidelberg aufzusucher für beide Tage„mit Verpflegung meldungen bei allen Betriebs= und 14. O Heidelberg Du seine. Wir haben uns vorgeerpflegung etwa 15,70 RM. Anmeihungen Fei allen Betriebs= und Ortswarten oder in der Verkaufsstelle, Kortumstraße 62. Fröhliche Pfalz, Gott erhalt's! KdF.=Fahrt vom 7. bis August. Wie wenig Menschen kennen doch eigentlich die Pfalz! Jeder, der zum ersten Male dort hinkommt, ist überrascht über das sich ihm Darbietende. Es ist schon so, kaum eine Landschaft besitzt solch einen ungewöhnlichen Reichtum wie jenes Stückchen Erde zwischen Rhein Saar. Ein bayrischer König nannte sie einmal den„Garten 250 Burgruinen der Pfalz künden von einer stolzen Vergangenheit dieses uralten deutschen zandes., Aber noch etwas zeichnet diese Rheinpfalz aus. nicht der Süden dürfte uns wegen seiner Wärme locken, denn auch im Winter haben wir, so undenkbar es scheinen mag, in der Rheinpfalz oochstens 10 bis 14 Tage, an denen die Temperatur nicht über 0 Grad steigt. Man braucht nicht über die Algen bis in die Po=Ebene zu reisen, unser Heimatland Zaxogrägrg, bieten. Sollte man glauben, daß in diesem Li deln, Tabak, Edelkastanien, ja sogar Feigen wachsen und zur Reise kommen? Und im pfälzischen Weinbaugebiet liegt, so weit das Auge es fassen ann, Weinberg an Pein; berg. Ein Weingarten Deutschlands. und mitteg in. die##es Gebiet hinein führt unsere KdF.=Fahrt vom 7. uugunt bis 14. August 1936. Die Fahrt kostet 28.30 RM. Endstation ist Edenkoben. Anmeldungen bei allen Betriebs= und Ortswarten oder in der Verkaufsstelle Kortumstraße 62. Mit Köß. ins Blaue! Die RS.=Gemeinschgft.„Krg; durch Freude“ unternimmt in der Zeit vom 1. Angust ois 9 August 1936 einschließlich eine Omnibusfahrt ins Freie. Neun Tage Erholung! Neun Tage Freude! Wobin?— Das soll vorläufig verschwiegen bleiben. Aber eins kann verraten werden, daß es eine waldreiche, bügelige Gegend ½, wo maßsich nach Lust und Liebe austummeln tragen und scheine, eine Gastwirtschaft zu fuhren. III. C. 68. 85.— 28. 5. 86.) Weil er zu hohe Gebühren forderte Der Rechtsberater G. aus Magdeburg war beschuldigt worden, sich wiederholt eines falschen Namens bedient und zu hohe Gebühren gefordert zu haben. In einem Falle hatte er einer Witwe für einen Antrag auf Bewilligung des Armenrechts 168 RM. abverlangt, obwohl er nur 88 RM. berechnen durfte. Auf die von dem Polizeipräsidenten in Magdeburg erhobene Klage hatte das Bezirksverwaltungsgericht gegen G. auf Untersagung des Gewerbes als Rechtsberater erkannt und betont, G. habe von Klienten ein Vielfaches der Gebühren verlangt, die den Rechtsanwälten zugestanden habe; er habe nur die halben Anwaltsgebühren fordern dürfen; ferner habe er sich jahrelang den Behörden gegenüber eines falschen Namens bedient. Die von eingelegte Revision wies das Oberverwaltungsgericht als unbegründet zurück. Mit Recht habe der Vorderrichter die Unzuverlässigkeit des Rechtsberaters aus der Ueberforderung der Gebühren angenommen.(Aktenzeichen: III. C. 88. 85.— 28. 5. 86.) kann. ie Kosten züür, die Fabrt„Verpflegung und Unterkunft beagen insgesamt 15,40 RM. Anmeldungen bei allen Ortsid Betriebswarten oder in der Verkaufsstelle,„Lortum: straße 62. Wir bitten Sie, sich rechtzeitig anzumelben, damit Ihre Teilnahme gesichert ist. durch rriiz## Tagesplan für Donnerstag, 9. Juli Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Gymnastikschule in der Rottstraße 29; von 20 bis 22 Uhr im Licht= und Luftbad des Naturheilvereins, Königsallee. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle der Drusenbergschule, Drusenbergstraße. Schwimmen nur für Frauen von 20.15 bis 21.15 Uhr, und von 21.15 bis 22.15 Uhr, Badeanstalt, Martenstraße. Verlegung des Iin=Jitsu=Kursus! Der bisher im Uebungsraum des Bergmannsheils abgehaltene„Il=Itttu: Kursus, und zwar donnerstags von 19 bis 21.30 Uhr, findet nunmehr jeden Freitag von 20 bis 22 Uhr in der Oberreal= schule, Goethestraße, statt. Dortselbst werden auch Neuanmeldungen für diesen Kursus entgegengenommen. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 10.) Seite 5 Nr. 158 Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 9 Juli 1936 sen— Leidihrigen igefunlange erschaft Ehrenh nicht es gesen, die inz und sonnengroßen dardt ug der dreißig lafenen uch der n. Es Pfarrer tede gedörtliche ann der rchrists wissen bis zum sten, in Heimat lebt er ind„mit eter der de. bei ndustrie, es. An eiter Dr. im Naan der eder, der tr. Dr. Charakft ritterVorbild imen, so F. unst fällt der KundPflicht. im Raturnen bei nsammese rtrag. nmenkunft aus. nd. Ihr. findet ebung der In dieser (Berlin). für jeden. Is. Durch imtenschaft dafür erelange des gabe überhoff. Alleecont, Fachund Kaas vorgeihmte Unin betragen RM. Ander in der n 7. bis eigentlich mmt. ist schon so, öhnlichen sein und „Garten Die über zen Vernoch eten dürfte ter haben alz böchicht über n bis in sseres zu ich Manssen und baugebiet in Weinin dieses ugust bis indstation ind Ortsaft„Kraft August bis ins Freie. Wohin?— eins kann lige Gegend imeln kann. tterkunft beallen Ortsle, Kortummelden, daauen von 20 29; von 20 rheilvereins, von 20 bis Drusenberg= 21.15 Uhr. stenstraße. bisber im e Iln=Jitsu0 Uhr, findet der Oberreal= auch Neuimen. Dieser Koch hat für das leibliche Wohl der Japaner im Olympischen Dorf zu sorgen. Hier hat er die Salatplatten angerichtet. Hch. Hoffmann(4) Scherl-Bilderdienet(3) Bei diesen Uebungen im Olympia=Schwimmbecken sehen wir die Japaner nicht als : Wellenreiter, sondern beim Training der Beinarbeit. Die Kraulschwimmer benutzen ein Brett, um nur die Beinarbeit zu proben Links: Probe mit der Spezialkamera, die während der Olympischen Wettkämpfe im Schwimmstadion auch unter Wasser gebraucht werden soll. Rechts: Die in Bochum gegossene Olympiaglocke, die jetzt fest verankert im Glockenturm der olympischen Anlagen hängt „Sprechen Sie philippinisch, Herr Unteroffizier?“. Eine lustige Szene aus dem Olympischen Dorf Glenn 1Xorris aus California Springs in Amerika hat für den Zehnkampf einen neuen Weltrekord mit 7880 Punkten, das ist 55½ Punkte besser als der Rekord von Sievert, aufgestellt. Auf die Leistungen der amerikanischen Athleten beim Olympia darf man wirklich gespannt sein Dieser Argentinier, der im Haus Bochum im Olympischen Dorf wohnt, hat es sich draußen vor seinem Heim bequem gemacht und schreibt auf der Reiseschreibmaschine einen Brief in die Heimat Seite 6 Nr. 158 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 9. Juli und Die Schlacht bei Jempach Zur Erinnerung an den Reldentod Arnold von Winkelrieds vor 550 Jahren So manche schöne Sage weiß von dem edlen und tüchtigen Volk der Schweizer zu berichten. Schwere Kämpfe hatten diese Jäger, Hirten und Schiffer um ihre Selbständigkeit zu bestehen. Mit Hellebarden, Morgensternen, langen Schlachtschwertern, mit herabgewalzten und geschleuderten großen Steinen kämpften sie gegen die geharnischten Ritter des Hauses Habsburg im 14. und 15. Jahrhundert um ihre Freiheit, die am Ende des 14. Jahrhunderts aufs Neue bedroht war. Die Blüte des österreichischen und schwäbischen Adels hatte damals Leopold III. aus dem Hause Habsburg aufgeboten, um den Eidgenossen die verbürgte Freiheit zu nehmen. Am 9. Juli 1386, in der Nähe von Luzern, bei Sempach, standen auf der Höhe am Saum des Waldes die Eidgenossen, ernste Männer, die, bevor sie den Kampf aufnahmen, zum Gebet auf die Knie sanken. Die Ritter waren von ihren Rossen gestiegen. Mit ihren vorgestreckten Lanzen bildeten sie einen schweren Schlachthaufen. Die Erzählung berichtet, daß der Sturm der Schweizer sich an der eisernen Mauer immer wieder brach. Ein Einbruch schien hoffnungslos. Da stürmte ein Bauer von Unterwalden hervor, Arnold Winkelried von Stans, mit dem Rufe: „Treue, liebe Eidgenossen, sorgt für mein Weib und Kind, so will ich Euch eine Gasse machen."... Schnell war er an den Feind, umschlang mit seinen Armen soviel Svieße, wie er fassen konnte, begrub dieselben in seine Brust und drückte im Fall die Träger der Spieße zu Boden.„Wie Wirbel wühlend. Stoß auf Stoß, mit Schweizer Sturmgewalt" brachen die Bauern voller Schlachtwut durch die Lücke ein. Das Glück des Tages wandte sich. Heiß tobte der Kampf um Leopold III. So mancher Graf und Herr in drückender Rüstung, erschöpft von Durst und Kampf, aab sein Leben hin, ihn zu retten. Mehr als sechshundert war die Anzahl der erschlagenen Grafen, Herren und Ritter. Voll Verzweiflung suchte und fand Leopold III. den Tod. Da wandte sich die übrige Macht der Oesterreicher zur Flucht.„Gott hat zu Gericht gesessen über den mutwilligen Trotz der Herren von Adel." Die Eidgenossen hatten das Vaterland von äußerster Gefahr Diese Schlacht bei Sempach, die in der Reibe der Schweizer Freiheitskämpfe in vorderster Linie steht, bedarf nicht der schmückenden Verschönerung durch die Erzählung von Winkelrieds Heldentat, die spätere Jahrhunderte als Sage erwiesen haben. Es genugt zu wissen, daß hier ein edles und tüchtiges Bauerngeschlecht deutschen Blutes, wie auch noch in späterer Zeit, Gut und Blut für die Freiheit ihres Lebens eingesetzt hat und alle hochmütigen, ehrgeizigen und abenteuerlichen Pläne des Hauses Habsbura vernichtete. Ueber 1000 kaientänzer auf der Dietrich=Eckart=Freilichtbühne. Der nationalsozialistische Staat hat die leben###fbauende Kraft der Freude erkannt, und dieser Erkenntnis verdanken wir auch das Zustandekommen der Tanzwoche 1936 in Berlin. Durch die vorbild(Ibbenbüren). Alle der Schack=Galeri, der Neuen Pinakothek, der Berliner genen Mo Nationalgalerie und aus privatem Besitz umfaßt. naten au den Vorproben untez, STansperzg, Feise Woog, die den vierten Reigen des Tanzwerkes schuf. Unter der Gesamtleitung von Intendant Holl und der Mitarbeit der bekanntesten Tanzfachleute auf, diesem Gebiet, wie Rudolf, von Laban, Heide Wooa, Lotte Wernicke Albrecht Knust, Harry Pierenkämper, wurde ein chorisches Tanzspiel geschaffen und bereits vor etwa 20000 Zuschauern aufgeführt.„Vom Tauwind und der neuen Freude" hieß das Werk mit den Untertiteln der Freude:—„Weibe“. Für viele war dieses Tagzpiel Dieses chorische Tanzwerk soll in Olympischen Spiele am 3. August 1936 wiederholt werden. Bildhauer Professor Ludwig Nick gestorben. In Jena starb im Alter von 63 Jahren der Leiter der Aletiers für plastische Kunst und für Bildhauerei der Kunstakademie Weimar. Professor Ludwig Nick, der 1873 in Münster geboren wurde, als Schüler Heinrich Fleiges die Bildhauerkunst erlernte und in Berlin bei seiner Fortbildung durch den Ankauf einer Marmorplastik durch den Kaiser die erste Anerkennung seines Könnens erlebte. Gleich darauf wurde ihm der Große Staatspreis für Bildhauerkunst zugesprochen, der es ihm ermöglichte, sich in Italien und Griechenland an den klassischen Werken der Kunst weiterzubilden. München ehrt Franz von Lenbach. Anläßlich des 100. Geburtstages Franz von Lenbachs, der der Kunststadt München besonderen Glanz und Ansehen weit üher die Granzen des Vaterlandes hinaus verDie Uraufführung der Oper„Rembrandt van Riin“. Die vom Generalintendanten Professor Otto Krauß in Stuttgart zur Uraufführung angenommene Oper „Rembrandt van Riin“ von Paul von Klenau wird nach einer Vereinbarung zwischen Generalintendanten Tietjen und Generalintendanten, Otto Krauß und dem Komponisten gleichzeitig an der Staatsoper Berlin und in Stuttgart uraufgeführt werden. Die Uraufführung ist für Januar 1937 in Aussicht genommen. Ein Museum der Schlüssel und Schlösser. In Velbert ist soeben ein Deutsches Schloßmuseum eröffnet worden. Alles, was mit Schloß und Verschluß zusammenhängt, ist hier zu sehen. Velberts Sonderstellung innerhalb der deutschen Wirtschaft ist die des bedeutendsten Herstellers von Schlössern und Beschlägen. Schon vor dem Kriege deckte Velbert zum größten Teil den Bedarf Deutschlands und sogar des Welthandels an Schlössern. Dies war für den Aufbau des Deutschen Schloßzmuseums in Velbert mitbestimmend. kulturhistorischen Dokumente, Werkzeuge und dergleichen sind hier gesammelt worden, um Zeugnis abzulegen von der handwerklichen Herstellung der Schlösser. Verfilmung literarischer Werke. Wie groß der Einfluß der Literatur auf die Filmstoffe immer noch ist, läßt sich aus der Tatsache ersehen, daß im Jahre 1935 mehr als die Hälfte aller in Berlin uraufgeführten deutschsprachigen Filme nicht auf Originalmanuskripte, sondern auf literarische Werke zurückzuführen sind. Dorthin gehören nämlich von 106 Filmen 54, und zwar im einzelnen je 20 Romane und Lustspiele, je 5 Novellen und Operetten. 3 Dramen und 1 Allgemeines. Aus dieser Statistik läßt sich der Mandie gel an Autoren, die eigens für die Filmkunst Maweir über die Grengen des Gulelmndes hinaus verLeihgaben aus nustrivte schreiben, ohne weiteres ablesen. Somt-Taktzel und Takz Sedanken zu den Tanztelllpielen während der Olumptichen Spiele form. Was damals aber alles mit Worten wie„Rhythmus" und„Dynamik“ bezeichnet wurde, dafür haben wir heute nur noch ein Lächeln übrig. Es sei dabei zugegeben, daß das alte Ballett viele Sünden auch in künstierischer Hinsicht auf dem Kerbholz hatte, es wurde darum nicht besser, als eine Generation mit Klappsandalen und Hängekleidchen durch die Welt zog. Wir wollen aber auch hier wieder nicht ungerecht sein. Es gab damals viele unter denen, die einen neuen Ausdruck des Tanzes forderten, die ehrlich um die neue Gestaltung rangen, aber nur wenige vermochten sich dabei auf Grund ihrer künstlerischen Berufung durchzusetzen. Die„Philosophen des Tanzes" wurden vergessen, als ein gewisses Publikum der Modelaune eines musikund freudelosen Tanzes überdrüssig war. Der Tanz ist eine Angelegenheit des ganzen Menschen. Wir haben unsere Freude daran, wenn eine Herzlichkeit, eine Stimmung im Tänzerischen liegt, die uns mitzureißen imstande ist, und die auch den Gehirnpedanten sich auf seinen Körper besinnen läßt; denn der Tanz ist nicht dazu da, uns mit Grübeleien und problematischen Themen vollzustopfen, sondern er soll zugleich uns, wie dem Tänzer selbst, ein Erlebnisausdruck sein, der in Einfachheit und Natürlichkeit Gleichnis vom Schönsten zu reden versteht. Die Tanzfestspiele während der Olympischen Spiele 1936 in Berlin werden uns Künstler, Künstlerinnen und Volkstanzgruppen aus allen Himmelsrichtungen des Erdballs zuführen. Während der tänzerische Ausdruck mancher Nationen seit Jahrhunderten festliegt, hat der nordische Mensch sich nur erst ganz vereinzelt auf die ihm eigene Tanzgestaltung besonnen. Wir werden deshalb mit ganz besonderem Interesse die Tanzschöpfungen des germanischen Menschen betrachten, die vermutlich weniger künstlerischer Einzelausdruck als Zusammenballung des Willens zu neuer Formgebung in Freude und Gesinung sein wied. Kans Eäper Wenn früher von einem Tänzer die Rede war, erinnerte man sich unwillkürlich an den Tanzlehrer der Kindheitstage oder an einen Ballettmeister, über den meistens recht geringschätzig geurteilt wurde. Ein Tänzer wurde vielfach als eine Art feminines Wesen betrachtet, das sich, durch Eitelkeit und Schwäche gedrängt— unter die Schar der Tänzerinnen begeben hatte. So mancher, dem sonst die Kunst und auch der künstlerische Bühnentanz viele Feierstunden vermittelte, lehnte den Kunsttänzer grundsätzlich ab. Man erkannte wohl seine rein tänzerischen Fähigkeiten an, aber an seine eigene künstlerische Gestaltungskraft glaubten nur wenige. Es kam dazu, daß aus dem eigentlichen Ballett, dem der Tänzer meistens angehörte, kaum irgendwelche neuen künstlerischen Empfindungen ausströmten; es gab vor und nach dem Weltkrieg eine Zeit, wo dieses zur Hauptsache nur noch Domäne menschlicher Eitelkeit war. Wir sehen heute die Ballettkunst von einst mit rsier Sschenis bhei dhr die Leisäae lichtbühne zu schaffenden großeg,. Hexgizcgaßeige werkes zusammen zu schließen. aus Rheintand=West falen waren eine Reihe Arbeitsgemeinschaften vertredie Laientanzaruppe von Heide Wooa aus EssenMülbeim=Duisburg, mit 80 Mitgliedern, die Gruppe Maria Schallenbera(Köln), Else Knüpfer Ballett zum künstlerischen Tanz für unmöglich gehalten. Das Ballett galt als die Heimat des seelenlosen Gestaltens, als der Schauplatz des Effekts, jedwede eigene schöpferische Kraft wurde von dorther abgelehnt und abgeleugnet. Statt dessen trieb eine Unzahl von Tanzbeflissenen mit den Worten„Seele" und„innerste Empfindung" geradezu Schindluder. Man schwelgte in den höheren Regionen eines philosophischen Tanzes, der revolutionär und himmelanstürmend sein sollte und in Wirklichkeit meistens nur verdrängte Komplexe und einen Seelenkitsch übelster Sorte zur Schau stellte. Ueber diese Tanzwut von damals ist die Welle der Zeit hinweggegangen. Der ungarische Tänzer Laban de Varaljas, der Verfasser des bekannten Werkes„Die Welt des Tänzers“, hat damals die Probleme des männlichen Tänzers in den Vordergrund gerückt. Sein Ziel war, durch eine gymnastische Erneuerung und Erziehung des Körpers, als Vorbedingung und Gestaltung einer neuen Tanzkunst, eine Einfühlung des Leibes in die gesamte Umwelt zu erzielen. Wir wollen gern gestehen, daß er dem männlichen Tänzer einen männlichen Weg innerhalb der Tanzkunst gewiesen hat. Er überwand die Gestalt des feminin wirkenden Tänzers und stellte dafür den bewußt primär schöpfenden, überlegenen und übergeordneten Mann auf die Tanzbühne. Aber auch seine Absichten überschlugen sich genau so wie die gleichzeitigen Propheten des Sprechchores. In jenen Tagen entfernte man sich gern mit Riesenschritten vom Natürlichen. Man sah nur noch den Tanz als Weltanschauung, als eine von der Musik unabhängige KunstGeschichtstafel 9. Juli 1386 Sieg der Schweizer über Herzog Leopold von Oesterreich in der Schlacht bei Sempach. greugen und 1807 Friede zu Tilsit zwischen Frankreich, Preußen und 1915 Kapitulation der deutschen Schutztruppe von Deutsch1934(bis 16.) Untergang der deutschen Himalaja=Expedition im Kampf mit dem Schneesturm. 69 sleht sich Welt um. und spart tüchtig. So kommt er bald zu einem eigenen Geschäft. Diel hält er auf gute Ware. Deshalb verkauft er besonders gern Dr. Oetker's Duddingpulver und Backpulver„Backin“ mit dem„hellen Kopf“. Dao schafft treue Kunden! Rchtung ennschgabden! Preisentgeben K 28) „Kenne ich, kenne ich, unter uns gesagt, bin auch gerade im Begriff, meine Schokolade zu vernachAngust Echardt wirft Miß Shorthand eineg. gee radezu jungenhaft übermütigen Blick zu, der sowohl von Miß Violet, als auch von Herrn de Sole verstanden wird. Der alte Herr hatte also doch wohl Ver##auen zu ihm. Und mit den jungen Reisern an altem Gestrüpp schien es auch seine Richtigkeit zu haben, denn diese blaubebrillte Miß— welche Geschmagsperirrung selbst von einem alten Krauter— war erroter, daß man es schon nicht mehr sanft nennen konnte. „Ich habe bereits vor ein paar Tagen eine Frage an Ihr Fräulein Tochter gestellt, Herr Eckhardt! Sie ging dahin, ob ich dies Schloß, das Ihrem Fräulein Tochter so ausnehmend gefällt und das augenblicklich zu außerordentlich günstigen Bedingungen käuflich ist, August Echardt pfiff durch die Zähne.„Donnerwetter, Herr de Sole! Und dann reden Sie davon, daß Sie nichts in die Waagschale zu werfen hätten Mit einem Schloß könnte ich meine Mady nicht ausstaffieren! Meine Schokolade wirft zwar allerlei ab, aber so viel denn doch noch nicht! Ich glaube, Schloßherrin würde das Mädel ganz gern spielen. Dürfte ihr auch nicht schlecht zu Gesicht stehen!“ August Eckhardt ist ganz Jovialität, ganz Wohlwollen, ganz liebevoll „Bravo! Bravo, Herr de Sole! Sesam öffne dich, und bei den Diamanten findet man sich wieder! Eine Sog aber kein ganz sichere Sachel“ Miß Shorthand lächelt.„Tür tun schließen selbsttätig! Schwapp, und man sein drinnen und sitzen in ein Ecken und In diesem Augenblick erschien vor Miß Shorthands möchte versuchen, mich telephonisch mit der Bank in Verbindung zu setzen, die meine Geschäfte erledigt, um sie auf mein Kommen morgen vorzubereiten. Ich werde Kummerow morgen früh so zeitig verlassen, daß ich den Grafen Eichsfeld, den ich bestimmt noch in Hamburg vermuten darf, quasi aus dem Bett trommle. Vielleicht wäre ihm das in diesem Falle nicht einmal unangeNase einer von Frau Henrietes herlichen Buddiugs, ne,Pe, schöne Rieeardo lächelt verbindlich. Er zeigt Seh= und Geruchsnerven gleichermaben in Anyv dez die Haltung eines Mannes, dem unbeschränkte Mittel int gang gobianial, Fung besorgter Vater, der stolz sein würde, seine Tochter in einem Schlosse betten zu können.„, sicher Herr Eck. „Ihrer Einwilligung wäre ich also sicher, Ferr EuWenn ich mein Mädel wäre, würde ich ein lautes Ja sagen. Aber meine Mady hat schon als Dreijährige ohne Souffleuse gearbeitet. Sie verstehen mich Herr de Sole! Was hat sie Ihnen denn auf das Schloßprssent bin geonwort= nicht, pitz vein Meine Verbält„Nicht mit ja und nicht mit nein. Meine Berhattnisse jedoch gestatten es mir“, der schöne Riccardo lebte jetzt völlig in seiner Rolle,„ein Schlaß Kummerow selbst auf eine Ungewißheit hin. zu.g-, 2. gtich. „Das nenne ich Liebe!“ August Eckharol ond Riccardo de Sole anerkennend an.„Was meinen Sie „ob, Mir. de Sole sein eine wonderfalle Manni Er sein wert gefaßt— no, eingefaßt zu werden in die beste Riccardo de Sole lauscht und lächelt. Er muß sich sehr anstrengen zu lächeln. Was war das nun wieder? — wert gefaßt, eingefaßt zu werden?.— Bestes Mezall“ — War das, was sich wie ein wohldurchdachtes Worlspiel anhörte, von dieser Miß wirklich nur durch Zufal zusammengerodeg.,#.gm Geschäft sie, var sich lange durfte er sich bei viesem Geschaft hier nicht aufhalten. Es kam ihm immer mehr wie eine brenzlige Sache vor. Und wenn es wirklich keine brenzlige Sache war, so konnte es durch seine Nervosität zu einer „Mr. Eckhardt, ich habe Wert darauf gelegt, daß Sie mich kennen lernten. Ich bin ein Mann von schnellem Handeln. Es würde mir ein ganz besonderes Vergnügen sein, wenn sich der Schloßkauf so schnell erledigen ließe, daß ich Sie und Miß Shorthand bei meiner Rückkehr als meine Gäste begrüßen könnte. Seh= und Geruchsnerven gleichermaße nehmend. Vertretungsweise serviert von Billy, lautlos, wie sich das für einen Schloßbedienten gehörte, „Hallo, Freund Billy.“ August Eckhardt ist bei bester Laune.„Sie kriegen einen neuen, Hergr, lugh vielleicht auch eine junge Frau in Ihr altes Schu#### Herr de Sole will das Schloß kaufen und heiraten. War es dem schönen Riccardo nicht, als grinsten ihn drei Augenpaare höhnisch an—? Zum Donnerwetter nochmal! Da hatte er sich wieder in der Gewalt.„Ich übernehme niemand von dem alten Personal“, sagte er hochmütig,„sondern engagiere mir neues, bestgeschultes Personal selbst. In puncto der Bedienung bin ich sehr empfindlich. „Oh——!“ sagte Miß Shorthand. „Na, stempeln brauchen Sie ja deswegen wohl noch nicht zu gehen, Freund Billy“, sagte August Eckhardt. „Bewahre, Herr Eckhardt!“ sagte Billy.„Ich hatte ohnedies vor, wieder zu meinem alten Berufe zurückzukehren. Ich habe sozusagen den Gärtnern nur ein bißchen ins Handwerk gepfuscht, weil das gerade so paßte, ich bin nämlich—“ Der schöne Riccardo erblaßt: Also doch! Seine Gedanken jagen! Jetzt wird dieser Kerl, den er gehaßt hat von Anfang an, gleich die Geste machen, die in keiner Kriminalgeschichte und in keinem Kriminalfilm fehlt, auf die das Publikum wartet, auf die es sich freut in seinem sogenannten Gerchtigieztsitzen, Die Drei um ihn herum freuten sich zu uuch schon:„Es war klar, sie stellten eine Szene. Was sie sagte sie taten, war abgekartet und er— war in die Falle gegangen!— Sollte er aufspringen— fliehen. Da vollendete Billy ruhig seinen Satz—„kein gelernter Gärtner—.“ Die Bewegung nach der Jacke, die die Aussicht auf ein bekanntes Schild eröffnete und mit der der schöne Riccardo schon wie mit etwas Unabänderlichem gerech"“ Billg fragt nur in einer Haltung und in einem Ton, der ofenbor=Personaf geHhri.=Molien Her zun besigeschritztern,„Hersonal geh.. Danke, mein Lieber! Mir war nur ein Telephongespräch eingefallen, das ich notwendigerweise erledigen Riccardo war zu Mute, als habe sich eine fremde. unangenehme Hand von der Stelle, die zwischen Genick e bie iun vesidnun bochen, zuei Hazschaelen pieder engeseckt Persz la Mese debrecht worden? Eines war sicher, das so weiter mit ihm ging, ernährte ihn sein Gewerbe „Ihre Geigerei scheint Sie auch nervös zu machen, mein verehrter Herr de Sole“, meint August Eckhardt eso oder Tat, Herr Echardt, Ruhm bezahlt man mit seinen Nerven. Und deshalb will ich auch keinen Tag zögern, das Schloß zu kaufen. Ich hätte dann jederzeit einen ruhenden Pol, der mich aufnimmt, wenn ich von draußen komme, auch— wenn ich das Glück nicht finden sollte, das ich ersehne.— Aber jetzt gestatten die Herrschaften, daß ich mich zurückziehe! Ich Billg geht ihm voraus mit der Würde eines halben Haushofmeisters und öffnet ihm mit einer Verbeugung Ein Danke von seiten des künftigen Schloßherrn erfolgt nicht. Riccardo hat nur einen schnellen etwas mißtrauischen Blick nach diesem Hampelmann geworfen. Der Kerl war doch sonst so sparsam ihm gegenüber mit Höflichkeitsbezeugungen gewesen! „Na, Freund Billy, was sagen Sie nun?“ „Das soll erst noch kommen, Herr Eckhardt!“ Billy lacht mit zwei prachtvollen weißen Zahnreihen, die jede Nuß spielend krachen, und August Eckhardt lacht auch. Sie sehen aus wie zwei Schulbuben, der Alte und der Junge, die etwas auszufressen gedenken zu Ungunsten eines Dritten. „Ich will Ihnen einmal etwas als Richtlinie geben, Freund Billy: Geld ist für mich gar nichts, insofern nämlich, als für meine Mady und mich so viel da ist, daß es zur Not reicht", August Eckhardt schmunzelt, „aber ein tüchtiger, anständiger Kerl ist für mich alles! Und in diesem Sinne würde ich jederzeit meinem Mädel den Kopf zurechtsetzen, falls es nötig sein sollte— was ich aber nicht einmal glaube.“ „Des so sein Mr. Eckhardt!“ sagt Miß Shorthand und wirft August Eckhardt durch die blauen Brillengläser einen bewundernden Blick zu, den er zwar nicht sieht, aber„deutlich ahnt“.„Und ich möchte Sie bitten, Herr Billy, wenn es Ihre Bäume erlauben, kommen zu mich in die nächsten Stunden zu ein little Speech über ein großes Sache— ein großes Sache for hou.“ „Mein Bäume brauchen mich heute nicht, Miß Shorthand denen ist der Regen lieber als ich, denn sie wollen ja Früchte bringen. Bestimmen Sie bitte, wann * ich kommen soll.“ „Dann kommen gleich, Herr Billy, sobald ich sein gegangen auf meine Zimmer!" Zu August Eckhardt aber sagte Miß Shorthand: „Attention, Mr. Eckhardt, jetzt kommen die Trick mit be o o, was ich keinen Augenblick bezweisle, Mißz Shorthand! Ob wohl dem Grafen Eichsfeld die Ohren klingen werden? Man sollte es eigentlich annehmen. Hält sich übrigens zur Zeit in Kairo auf, der Herr Graf, wie mir unsere ausgezeichnete Nährmutter versicherte, bei der ich vorhin einmal für fünf Minuten auf dem Küchenstuhl gesessen habe. Merkrsthige„un so ein Graf! Haben, da vielfach schon so etwar Wunderbares stehen, die Herren, noch ehe sie überhaupt geboren sind, lassen sich aber nicht halten davon. Glovetrotten in den Tropen herum, wenn es in Deutschland frühlingt, oder wenn bei uns der Weihnachtsbaum brennt. Aber möglich, daß wir, die wir über Bütten mit Kakaomasse, oder über Webstühle hinweg, die wir selbst bedienten, reich geworden sind, so verstehen. Wenn ich nicht gerade esofg Scpenglaßen fabrik hätte, die auf mich wartet, aus sor. einem alsen Kasten, wie der hier, ginge ich bestimmt nicht wieder heraus.“ Und Miß Shorthand nickt. Alles, was fühlen Mr. Eckhardt, fühlen auch sie. Bevor Billy bei Miß Shorthand anklopfte, war er noch Ohrenzeuge eines Telephongespräches, das Riccardo de Sole bei angelehnter Tür hielt. Große Zahlen kamen darin vor und der Name Eichsfeld, und Bankguthaben und wieder große Zahlen, die Garantiesummen für abgeschlossene Konzerte sein sollten. Ganz offenbar war bei Riccardo de Sole„alles da“. bin ganz fester Interessent auf Schloß Kummerow“, sagt de Sole wieder.„Die Forderung ist für mich durchaus erschwinglich, der Graf Eichsfeld selbst hat mir die Zahlen genannt.“„. 8 Billy hielt gerade noch zu rechter Zeit riettes Faust auf, die voll Empörung auf die Platte des Küchentisches heruntersausen wollte. Pst, pst, Frau Henriette! Das wäre ein Warnungspfiff für den Herrn da drinnen! Wir wollen doch nicht für ihn Schmiere stehen!" „Das weiß Gott, daß ich das nicht will“, flüstert Frau Henriette zurück.„Aber so fein hat der Kerl seinen Pferdefuß doch nicht verstecken können, als daß ihn Henriette Käselau nicht gewahr geworden wäre. Gauner, das habe ich gleich in der ersten Stunde gefühlt! Das Gespräch, was der jegr führt, kostet bestimmt nichts— ich wette, er hat den Hörer gar nicht abgenommen!" „Ich wette mit, Frau Henriette! Aber trotzdem Ruhe! Wenn der Fuchs Lärm hört, geht er nicht ins Fangeisen! Sie wissen ja, so etwas ist gerissen mißtrauisch und hat flinke Beine, wenn es erst, mal, die Witterung ausgenommen hat.“— Als der schone Riccardo den Raum, der das Telephon birgt und der den Kummerower Wirtschaftsräumen so nahe liegt, verläßt, dienern zwei tief.—— Idioten, denkt der schöne Riccardo und hat die Hoffnung, daß doch noch alles klappen wird. Warum auch nicht!? Den Alten hatte er schon so gut wie in der Tasche. Wer störend wirken könnte, wäre der Graf, falls es ihm einfallen sollte, heute oder morgen merow heimzusuchen. Aber der kümmerte sich ja gar nicht um seine Klitsche! Ließ sich sogar die Einnahmen an ein Berliner Rechtsanwaltsbüro schicken— wie ihm die dicke Dame aus der Küche auf eine vorsichtige Ein wenig später klopft Billy an Miß Shorthands Tür. Unterwegs hat er darüber nachgedacht, was wohl Miß Shorthand von ihm wollen könne. Ahnte sie möglicherweise etwas von dem Schwindel, der sich hier auftun sollte, und wollte sie durch ihn vielleicht de Grafen Eichsfeld warnen lassen?— Daß Madys Vater völlig ahnungslos war, welch ein Gauner sich um sein Mädel bewarb, war wohl anzunehmen. August Eckhardt, der aus ganz anderem Holze geschnitzt war, lehnte nur überhaupt den ganzen Kerl in Bausch und Bogen ab. Nachzudenken über de Sole erübrigte sich deshalb für August Eckhardt. Er hatte bereits sein Basta in der Sache de Sole und Mady gesprochen. Wenn man August Eckhardt nach de Sole fragen würde, so würde er wahrscheinlich antworten: Mir gefällt seine Nase nicht. Das hatte ja seine ganze Haltung vorhin besagt, als er, Justus von Eichsfeld, den Pudding serviert hatte, nur um aus einem etwaigen Tischgesprach auf Weiterungen schließen zu können.— Eines war sicher, Billy lächelte, der Schnurbaumgärtner auf Kummerow besaß August Eckhardts vollste Sympathie und war ihm als Schwiegersohn willkommen. Das hatte er ihm auf seine Art zu versteben gepeben.(Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 158 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag 9. Juli 1936 Unterhaltung Die kleine, große RoLLegin Der Falt des Kunstsckützen Eine müde Mutter hatte ihr in der frühesten Kindheit hundert Namen gegeben, aber als sie drei Jahre alt war, nahm jeder Tag einen wieder fort. Schließlich blieb nur noch der übrig, auf den sie getauft war: Gretchen Hof. Es war ein alltäglicher Name und hatte gar nichts mit ihrer Umgebung zu tun; denn die dünkte sie überaus prächtig. Aber sie ging mit der Zeit so in sie ein, daß sie auch das Prächtige als Alltägliches empfand. Ihr Vater war Kunstschütze, reiste von Stadt zu Stadt, blieb in jeder einen Monat lang, oder, wenn das Glück und der jeweilige Varietédirektor es wollte, zwei. Die Mutter nannte ihn Heinrich. Also hieß er wohl Heinrich Hof. Aber Gretchen, die notdürftig Lesen und Schreiben lernte, erfuhr bald von bunten Plakaten und sonderlichen Photographien, auf denen der Vater lächelnd mit Pistolen und Gewehren stand, daß er noch den anderen Namen Enrico besaß, der noch wichtiger als Heinrich oder Hof sein mußte; denn mit diesem verdiente er wohl das viele Geld, das die flimmernden Kleider der Mutter, die auf der Bühne seine Partnerin war, die schönen Bahnfahrten und die warmen Betten in den Gasthäusern kosteten. Mit sieben Jahren wurde sie ab und zu mit zu den Vorstellungen genommen. Das waren anfänglich Höhepunkte ihres Daseins. Sie bestaunte die turnenden, tanzenden Leute auf der Bühne und konnte hell über das Ungeschick eines Clowns lachen, so hell und laut, daß man ihr sagte, wenn sie sich noch einmal so hinreißen ließe, dürfe sie nicht mehr mitkommen. Von da an pflegte sie zwischen den Kulissen stumm und unbeweglich die Dinge auf der Bühne zu verfolgen. Als sie zum erstenmal Vater und Mutter auf der Bühne sah, war sie etwas erstaunt. Nicht, weil Vater schoß, nicht, weil Mutter die Ziele aufstellte, sogar selbst einige hielt, nein, das alles hatte sie beim Ueben viele Mal gesehen. Aber hier war es doch anders. Zuhause pflegte Vater ein mürrisches, Mutter ein demütiges Gesicht zu tragen, hier lächelten beide so seltsam, wie es Gretchen an ihnen nicht kannte. Und sie verstand die Menschen im Saal nicht, die Bravo! riesen und in die Hände klatschten. Das Schießen und Treffen war doch so selbstverständlich! So selbstverständlich dünkte sie auch das Treffen, daß ihr, als sie wieder einmal den Eltern gelangweilt bei ihrem abendlichen Einerlei zusah, das Blut im Herzen stockte und sie lähmte, weil der Fortgang der Handlung auf der Bühne gar nicht mit dem Gewohnten zusammenhang und wie ihn ihr schläfriger Sinn schon im voraus gesehen hatte. Die Eltern waren bereits bei der Schlußvorführung angelangt. Die Mutter hatte da in jeder Hand eine Spielkarte, ein Herz und ein Karo=Aß, dazu noch auf dem Kopf einen Apfel zu halten. Gretchen wußte, daß nun der entfernt stehende Vater drei schnell aufeinanderfolgende Schüsse darauf abzugeben hatte, und kniff schon gewohnheitsmäßig in Erwartung der Schüsse die Augen zusammen. Aber nur ein Schuß fiel. Warum schoß der Vater nicht weiter? Vorsichtig öffnete sie die Augen einen Spalt breit. Und gleichzeitig drang ein wimmernder Ton in ihr Ohr. Sie sah, wie der rechte Arm der Mutter durch die Luft schlug— hilflos, schlaff— die Herz=Aß=Karte flatterte auf den Boden— dann sank die Mutter zusammen. Der Vorhang schloß sich jäh. Der Vater rannte auf der Bühne umher, faßte sich an den Kopf und fluchte gräßlich. Die Mutter lag leblos da. Als Gretchen aus ihrer Erstarrung erwachte und in den Garderobenraum trat, in den man die Mutter getragen hatte, sah sie um der Mutter Hand und Arm einen weißen Verband. Der Vater saß vor ihr und fluchte nicht mehr. Ganz still blickte er auf die Erde. Später erfuhr Gretchen, daß er statt der Karte die Hand oder den Arm der Mutter getroffen hatte, und das an einem Abend, an dem der Direktor eines angesehenen Entico### Von Clex. Wirtz Varietés der Hauptstadt unter den Zuschauern saß und nachher mit dem Vater ein Engagement vereinbaren wollte. Sie verstand nicht viel davon, daß das Engagement nun nicht abgeschlossen werden sollte. Sie hörte es vom Vater und machte sich wenig Sorge darum. Nur die Mutter tat ihr sehr leid. Sie lag blaß und demütig im Bett und weinte oft. Aber das tat sie wohl nur, weil sie Fieber hatte. Und vom Fieber hatte der Arzt gesprochen. Gretchen schlich sich oft zu ihr und streichelte über ihre Haare. Noch nach Jahren begriff sie nicht, daß jener Schuß, der doch nur eine kleine Kinderhandspanne zu tief gegangen war, das Leben von drei Menschen so ganz, ganz anders gestalten konnte. Es mußte wohl eine Sehne im Arm der Mutter getroffen worden sein— sie hörte verschiedene Mal davon sprechen—, denn er blieb so, wie er damals hingeschlagen war: schlaff und leblos. Er war nicht mehr zu gebrauchen. Die Mutter konnte nun nicht mehr auf der Bühne stehen. Gretchen grübelte später oft über die Zeit nach, die dem unglücklichen Schuß folgte: einige Monate lang hatte der Vater keine Anstellung bekommen. Er hatte versucht, die Ziele selbst auf der Bühne aufzustellen und keinen Menschen mehr als Zielträger zu benutzen. Aber das war wohl nicht aufregend genug. Die Direktoren lernten Enrico vergessen. Und darum lernte Gretchen trockenes und gar kein Brot kennen. Und einen widerlichen Geruch lernte sie kennen, der nun oft vom Vater ausströmte und wie Wirtschaft und Tabak war. Und manchmal wurde sie wach, weil der Vater die Mutter schlug. Nein, sie verstand das alles nicht deutlich. Sie sah die Angst der Mutter, den Zorn des Vaters und alle Not und konnte den Zusammenhang nur ahnen. Nachdem der Vater lange vergeblich versucht hatte, allein Anstellung zu bekommen, kam er eines Tages zu Gretchen, spielte und koste sehr zärtlich mit ihr und stellte sie dann vor die Bleiplatte im Zimmer und gab ihr die Karten zu halten. Gretchen begriff, daß nun ein Neues in ihr Leben trat. Sie lernte die Karten unbeweglich halten, und lernte das demütige Lächeln der Mutter. Und alles dünkte sie wieder selbstverständlich. Sie erhielt ein silbernes, kurzes Kleid, silberne Schuhe und rote Armbänder und eine rote Schürze und ging mit dem Vater auf die Bühne. Sie hieß nun Amine. „Enrico und Amine“ hörte sich sehr schön an. Stur und immer lächelnd stellte und hielt sie die Ziele wie damals die Mutter, genau wie damals. Und sie vergaß über den Jahren den schlaffen, leblosen Arm, vergaß trockenes und gar kein Brot, weil nun wieder Anstellungen kamen. Sie lächelte im Schlaf und Wachsein das immer gleichbleibende arme Bühnenlächeln. So ging es Jahr um Jahr. Sie hielt die Karten und den Apfel und zeigte sich nach drei schnellen Schüssen staunenden Menschen im Saal: Herz= und Karo=Aß waren in Herz und Karo, und der Apfel genau in der Mitte getroffen. So war es immer. So mußte es immer bleiben. Denn nur darum, weil er traf, schlug der Vater die Mutter nicht mehr. Soviel verstand Greichen nun. An einem Nachmittag der Monatsmitte kam der Vater etwas verwirrt vom Varietébüro nach Hause, ganz zerstreut und sagte dann, daß, wie er erfahren habe, in der Abendvorstellung wieder der Direktor jenes bekannten Varietés anwesend sein werde, um mit ihm über ein Engagement zu verhandeln. Gretchen hatte sich nun soviel Erfahrung angeeignet, daß sie um die, in Kollegenkreisen gerühmte und begehrte Ehre, auf jener Bühne ein Gastspiel geben zu können, wußte. Dennoch verstand sie des Vaters Aufregung nicht ganz. Sie dachte darüber nach und schob sie schließlich auf die Erinnerung an den unglücklichen Schuß vor den Augen des mächtigen Mannes, der Ruf und Geld gekostet hatte. Sie sprach beruhigend auf den Vater ein, doch der stieß sie von sich und ging hinaus. Als er kurz vor der Vorstellung zurückkam, roch er wieder nach dem fast vergessenen widerlichen Schnaps. Gretchen blieb still, obgleich auch in ihr sich die Unruhe zu regen anfing. Sie zog das schimmernde Kostüm an wartete neben dem Vater hinter den Kulissen, bis die Reihe an sie kam, dann trat sie lächelnd auf die Bühne. Ihr geübter Blick erkannte schnell in einer Loge vor Wein und reichlichem Essen den allgewaltigen Herrn aus der Hauptstadt, aber ihre Miene veränderte sich nicht. Sie tat, was ihr der Vater mit Blicken befahl, tänzelte hin und her, wie sie es gewohnt war, ja, sogar noch fröhlicher, übermütiger und koketter. Es ging alles gut. Sie stand vor der Bleiplatte, hielt Karten und Apfel und wartete auf die drei Schüsse. Der Vater zielte. Dann peitschte ein Schuß die Luft. Das Lächeln Gretchens erstarrte einen Augenblick, ihr rechter Arm schwankte einige Sekunden lang, dann war das Lächeln, die Ruhe wieder da. Und nach dieser ungewohnten Pause peitschten drei schnelle Schüsse die Totenstille. Gretchen lächelte, verbeugte sich, und während der Vater sich immer und immer wieder verbeugte, schritt sie in den Saal, wies den Gästen die beiden durchlöcherten Karten und den Apfel trat auch vor den Direktor aus der Hauptstadt, knickste und sah ihn freundlich und bittend an. Dann stieg sie wieder auf die Bühne. Der Vorhang schloß sie vom lauten, immer wieder aufflackernden Beifall ab. Und Gretchen sank lächelnd über ihren rechten, schlaffen, blutenden Arm, den sie aus der roten Schürze löste. Sie hatte Fieber aber eine Sehne war nicht verletzt. Sie schrie und lächelte im Fieber. Und der Vater, der vor ihr saß, Tag um Tag, Nacht um Nacht, verstand, daß er die Mutter nicht mehr schlagen solle. Der Direktor aus der Hauptstadt hatte sich von der Sicherheit Enricos überzeugt und engagierte ihn. Enricos Ehre und Wert war gestiegen. Nur langsam sickerte in Kollegenkreisen die Geschichte von den vier statt drei Schüssen durch. Einige wußten von Gretchens blutender Hand zu erzählen. Und auch von ihrem Lächeln. Ja— Gretchen Hof hieß sie zu Hause,„Amine“ vor den vielen fremden Menschen, aber einige haben noch einen anderen Namen für sie gefunden, von dem sie nichts weiß, und den sie ihren Kindern sagen: die kleine, große Kollegin! Stwas mekr Ckarme Citte! Acht Stunden Berufsarbeit liegen hinter mir, anschließend habe ich auf dem Postamt Schlange gestanden und nun erklimme ich ziemlich schachmatt die Linie 18, um nur so bald wie möglich nach Hause zu kommen. Nachdem ich meine Karte habe knipsen lassen, schlage ich die todmüden Beine ein ganz klein wenig übereinander und fange zu duseln an. Doch die kleine Ausspannung ist mir nicht lange vergönnt, denn schon an der nächsten Haltestelle geht mit scharfem Knall die Tür auf und ein großes, blondes, rundliches— um nicht zu sagen umfangreiches— weibliches Wesen, ganz in Dunkelblau gehüllt, rauscht herein, bringt eine Wolke von Duft mit sich und läßt sich mit schwerem Plumps zu meiner Linken nieder. Dabei streift der gute dunkelblaue Mantel meine Schuhspitze. Noch ehe ich die nur in den Fußgelenken übergeschlagenen Beine vorschriftsmäßig nebeneinander setzen kann— zu einer Entschuldigung läßt man mich überhaupt nicht kommen—, pufft eine fette, beringte Hand gegen mein Schienbein, und diese rabiate Bewegung wird außerdem noch von höchst ungezogenen Worten begleitet. Das sorgfältig zurechtgemachte und mit Gewalt um Jahre verjüngte Gesicht verliert im Augenblick völlig seinen Schmelz, es sieht alt und bösartig wie das einer kläffenden Dogge aus. Halb ärgerlich und halb belustigt wende ich mich in überaus freundlicher Weise an die so aufgeregte Dame:„Aber liebe, gnädige Frau, warum denn gleich so heftig, dieses kleine Vergehen, sofern überhaupt von einem solchen die Rede sein kann, wäre doch bestimmt in einer etwas netteren Form zu rügen gewesen. Die Antwort hierauf ist ein breiter, ach, eigentlich viel zu breiter Rücken, den ich nun bis auf weiteres bewundern darf. Am Opernhaus rauscht sie dann wieder hinaus, die erzürnte dunkelblaue Gestalt, nachdem sie mir allerdings noch einen giftigen Blick zugeworfen hat. Der gute Schaffner aber lächelt mich tröstend an und meint: „Na, Frollein, mit der war aber nicht gut Kirschen essen, was? Machen Sie sich nichts draus, wer weiß, was der für eine Riesenlaus über die Leber gelaufen ist!“ Ich sagte lachend:.„Ja, das war Adele Sandrock Nummer zwei!“. Darüber freut er sich königlich, und als ich dann den Wagen verlasse, winkt er mir noch einmal freundlich nach, als müßte er die mir zugefügte Ungezogenheit wieder gutmachen. „Aber eigentlich“, fällt mir nachher noch ein,„war ich doch mit meiner Behauptung durchaus im Unrecht. Denn wenn unsere Adele Sandrock auch eine etwas schroffe Art liebt und sich ihrer bedient, liebe blaue Blondine(), so tut sie es jedenfalls mit mehr Geist und— was für eine Frau besonders wichtig ist— mit tausendmal mehr Scharme, und darauf, liebe Adele Nummer zwei, glaube mir, gerade darauf kommt es an, ganz gleich, ob man nun zwanzig oder funfzig ist.“ Schlott Glück Zwei Berliner Bühnenkünstler, deren Namen— ich will sie hier nicht verraten— in den letzten Jahren einen guten Klang erhalten haben, sitzen friedlich bei Kempinski, essen, trinken und simpeln Fach. Endlich schicken sie sich an, aufzubrechen. „Herr Ober“, ruft der eine. Faßt in die Brusttasche, wird blaß, durchstöbert alle Taschen seines Anzuges und ruft schließlich verzweifelt:„Um Gottes willen— ich habe meine Brieftasche verloren. Nun müssen Sie schon meine Rechnung auslegen, lieber Freund. Ich... ich... Gott sei Dank, da ist sie ja. Lieber Gott, das nenne ich wirklich Glück.“ „Und ich erst,“ erwiderte sein Freund mit erleichtertem Seufzer. Die kleine Gage Eine fünftklassige Wanderbühne spielt in irgendeinem Dorf im Oesterreichischen Schillers„Wilhelm Tell“. Nach der Aufführung haucht der Schmierendirektor einen der Schauspieler, der den Attinghausen spielte, an:„Was sind Sie bloß für ein Trottel", brüllt er. „In der Sterbeszene, da haben Sie ja gelächelt.“ „Verzeihung", antwortet der Schauspieler.„Aber bei der Gage, die Sie mir zahlen, da ist der Tod wahrhaftig eine Erlösung.“ Armbanduhe, Spiegel und sivea? Eine seltsame Ausrüstung, die Lottchen de ins Strandbad mitnimmt! Aber sie hat sich vorgenommen, sehr schnell braun zu werden. Uhr und Spiegel sollen bestätigen, was Sonne und Nivea in kurzer Zeit schaffen können! Kampf zuvschen Männern- Mäc 18) „So schnell wie möglich zum Captain. Ich möchte aber das viele Geld nicht mit mir umherschleppen, das kann Ridell übernehmen und morgen dem Zahlmeister geben zum Aufbewahren. Die Tasche aber werde ich auf jeden Fall mitnehmen.“ Sie schlossen die Debatte ab. Bis zur Abfahrt der Automobile hatten sie noch zwei Stunden Zeit. Seldon traf mit Ridell noch eine kleine Verabredung, worauf Ridell sich davonmachte. Kurz nach Sonnenaufgang standen die Wagen startbereit, und die Motore schnauften, so daß die ganze Oase mit ihrem Geräusch erfüllt war. Erst im letzten Augenblick, als die Wagen sich bereits in Bewegung gesetzt hatten, kam Seldon angejagt. Einige Araber wollten ihn an der Mitfahrt hindern, doch Seldon schlug einen kurzen Bogen, setzte einem Mann die Faust auf die Nase und war mit einem raschen Sprung auf den Wagen geklettert. „Los, Jack, fahr zu!“ rief er dem Führer zu. Jack wußte zwar nicht, was geschehen war, er hatte nur den Tumult gehört, trat fast instinktiv auf den Gashebel und der Wagen schoß vorwärts. Das Geschrei einiger Männer wurde durch das Rattern der Motore übertont und wurde immer leiser, je weiter die Wagen sich von der Oase entfernten. „Hier mein Junge, damit du Bescheid weißt“, sagte Seldon und hielt Jack die Anweisung Gordons unter die Nase. „Na, Gott sei Dank“, meinte Jack, als Seldon ihm noch eine kurze Erklärung gegeben hatte,„ich hatte mir auch nicht vorstellen können, daß du einen Kameraden beklaust. Nach einer Fahrt von beinahe zwanzig Kilometer ließ Seldon den Wagen halten und stieg aus. „Wo willst du denn hin?“ erkundigte sich Jack. „Ich gehe noch ein Stück spazieren“, antwortete Seldon und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter. „Fahr nur ruhig weiter. Du weißt von nichts, verstanden?“ „O..“, meinte Jack grinsend und schaltete den Gang ein. Seldon sah dem entschwindenden Wagen einen Augenblick nach, dann wandte er sich genau nach Osten. Er war ein guter Geher und nach einer Stunde sah er zwei einzelne Felsen aus dem Wüstensand auftauchen. Dorthin hatte er Ridell bestellt, der bereits auf ihn wartete. Ridell hatte ein zweites Pferd mitgebracht, das einen gefüllten Wasserschlauch und einige Lebensmittel trug. Als Klaus erwachte, war es schon schon spät. Er zog sich rasch an und trat auf die Terrasse. Ingeborg saß in einem Sessel und war eifrigst bemüht, Ali irgend etwas klarzumachen, aber Ali verstand sie nicht. Seine Kenntnis der deutschen Sprache war überaus mangelhaft und beschränkte sich auf die wenigen Worte, die Klaus ihm beigebracht hatte. Nicht viel anders erging es Ingeborg, die natürlich nicht arabisch sprach. Sie blätterte krampfhaft in einem kleinen Lexikon und erklärte dann Ali: „Lazim aktub, Ali, lazim aktub.“ Der kleine Ali nickte heftig mit dem Kopfe:„Faddal, faddal, issit, bitte sehr, bitte sehr.“ Ingeborg warf einen verzweifelten Blick zum Himmel und versuchte von neuem:„Ali, kannst du denn nicht begreifen, wenn man schreiben will einen Maktub, Maktub, Ali, einen Brief, dann braucht man Papier, Tinte und einen Federhalter. „Faddal, faddal, Issit“, versicherte Ali mit dem hilfsbereitesten Gesicht der Welt, aber er rührte sich nicht vom „Eine Berichterstatterin besitzt einen Füllfederhalter". tönte die Stimme von Klaus, und Ingeborg drehte sich um. „Gott sei Dank, daß Sie da sind. Ich glaube, ohne Sie würde ich in dieser Oase verhungern.“ „Nun, so schlimm wird es ja wohl nicht gleich sein, aber ich werde Ihnen helfen.“ Er gab Ali den Auftrag, das Frühstück zu bringen und der Junge schoß davon. „Soviel weiß ich nun auch, daß tirwika Frühstück heißt, meinte Ingeborg,„aber ich wollte eigentlich kein Frühstück, sondern meinen Bericht schreiben.“ Klaus lachte,„Sie gestatten doch, daß ich Hunger habe und Kaffee trinken will. Das Frühstück ist ja auch gar nicht für Sie bestimmt, sondern für mich. Wenn Sie aber glauben, so ohne weiteres Papier und Federhalter zu bekommen, dann sind Sie im Irrtum. Da müssen Sie sich schon an mich wenden, ich glaube, ich bin der einzige Mensch in der Oase, der davon größere Mengen zu vergeben hat. Vielleicht noch die Kantine.“ Nach dem Kaffee gab Klaus dem jungen Mädchen Papier und einen Bleistift und überließ sie ihrer Arbeit, während er selbst sich in das Café begab. Er wollte gern hören, wie Papuolus den Diebstahl aufgefaßt hatte und was er dazu sagen würde. Um diese Zeit war das Kaffee gewöhnlich leer, aber an diesem Morgen hatten sich bereits eine größere Anzahl Araber eingefunden, die noch immer lebhaft über das Erscheinen des Geistes debattierten. Sie überschütteten Klaus mit einer Flut von Fragen, was er von dem Dschin hielte, ob der Afrit sie alle verschlingen würde und was sie tun könnten, um sich zu retten. Klaus versprach, sein Möglichstes zu tun, um den Geist zu vertreiben. Erst nach einer halben Stunde bekam er Papuolus zu sehen. Der Grieche war wie immer übertrieben geschniegelt gekleidet und sein etwas schwammiges Gesicht zeigte keinerlei Unruhe. „Guten Morgen, Hochwohlgeboren", begrüßte er Klaus unterwürfig und machte einige seiner Verbeugungen, in denen er Meister war. „Na,'allim, Papuolus, das Geschäft blüht.“ Der Grieche sah Klaus erstaunt an:„Wieso, Hochwohlgeboren?“ „Na, erst bekommen Sie eine junge Dame und vermieten wieder zwei Zimmer, und dann der Geist? Das Café ist den ganzen Tag übervoll.“ „Ach, so meinen Sie das.“ Papuolus wiegte den Kopf hin und her.„Es ist nicht so schlimm, Hochwohlgeboren, und manchmal überlege ich ob es nicht besser sei, nach Damaskus oder nach Kairo zu gehen. „Nanu“, sagte Klaus,„warum denn auf einmal?“ „Jetzt, wo hier Geister umgehen. „Reden Sie keinen Unsinn, oder glauben Sie wirklich an das Gespenst?“, sagte Klaus ärgerlich. „Was heißt da glauben oder nicht glauben?" zweifelte Papuolus,„kann man wissen?" Er entfernte sich plötzlich ganz gegen seine sonstige Art. Klaus war sich nicht darüber klar, ob Papuolus von dem Diebstahl bereits wußte, aber er schien vor irgend etwas Furcht zu haben, denn der plötzliche Wunsch, fortzugehen, deutete darauf hin. Ja, die ganze Ooase schien von einer unbestimmten Furcht erfüllt zu sein. In den vielen kleinen Gassen herrschte eine Unruhe, die man sonst nicht gewohnt war. Die abergläubischen Bewohner waren aufgescheucht wie ein Bienenschwarm. An der Quelle standen die Frauen und achteten nicht der überlaufenden Krüge. Das Hämmern der Kupferschmiede war verstummt. Eine nervöse Spannung lag in der Luft. Ingeborg hatte sich fast den ganzen Tag über mit ihrem Bericht beschäftigt. Abends saß sie mit Klaus auf mondscheinüberfluteter Terrasse. „Ich finde die Nächte sind das schönste in diesem Lande“, sagte sie.„Am Tage ist alles so grell und monoton.“ „Auch ich liebe die Nächte mehr als den Tag.“ Eine Katze schrie laut auf, und beide lauschten unwillkürlich. Dann aber zuckte Klaus zusammen, leise und durchdringend wurden die Töne einer arabischen Flöte durch den Wind herübergetrieben, reihten sich zu einer Melodie, schmerzhaft sehnsüchtig und doch triumphierend, zu einem Lied, dem Lied der triumphierenden Liebe. „Mein Gott, was ist das?“ Ihre Melodie?“ sagte Ingeborg erstaunt. „Seltsam, ich habe sie doch nur einmal gespielt“, antwortete Klaus und stand auf. Fast mechanisch stieg er die Stufen zum Garten hinunter und trat durch die Holztür auf die Gasse. Er mußte feststellen, wer die Melodie spielte und ging dem Klang nach. Ingeborg war ihm gefolgt, ein wenig ängstlich, von einer sonderbaren Erregung erfaßt. Die Melodie führte sie hinaus aus der Oase, sie schien aus der toten Stadt zu kommen, schien zu schweben, zu rufen, zu locken. Schnellen Schrittes, so daß Ingeborg kaum zu folgen vermochte, ging Klaus auf die Ruinen zu. Plötzlich verstummte die Melodie, und unwillkürlich hielt Klaus den Schritt an. Ingeborg trat neben ihn, und sie lauschten beide in die Nacht hinein, als erwarteten sie ein Wunder. Kein Laut war zu hören. Dann setzte unvermittelt das Lied wieder ein. Es schien von allen Seiten auf sie einzudringen, schien unwirklich zu sein. Es schien keinem menschlichen Instrument zu entstammen. Klaus ging weiter, und je näher sie der toten Stadt kamen, desto deutlicher erscholl das Lied, desto klarer klangen die Töne durch die Dunkelheit. „Es muß in den Ruinen sein“, murmelte Klaus. Ingeborg antwortete nicht, und sie betraten die Ruinen der Stadt. Zwischen den alten Mauern war nicht mehr die genaue Richtung zu unterscheiden, aus der die Töne kamen, und Klaus ging auf gut Glück vorwärts. Die verfallenen Häuser machten einen gespenstischen Eindruck, sie waren tot, und doch schien ein geheimnisvolles Leben in ihnen zu walten. Plötzlich brach die Melodie ab. Sie standen auf einem kleinen Platz und lauschten vergeblich. Nichts war mehr zu hören, als der leise Ton des wandernden Sandes. * Klaus bog in die nächste Gasse ein, als er plötzlich einen leisen Schrei hörte. Das mußte Ingeborg gewesen sein. Klaus machte kehrt und rannte zurück. Das Mädchen stand an der Stelle, wo er es verlassen hatte, und starrte mit entsetzten Augen in eine der winkligen Gassen. „Was ist?“, fragte Klaus und faßte sie an den Armen.„„„ „Ich habe ihn gesehen:, flusterte sie angstvoll. „Dort!“ „Was haben Sie gesehen?" „Den Dschin, den Geist.“ Klaus ließ sie los und wollte in die Gasse hineinlaufen, doch sie hielt ihn zurück. „Nein, bitte gehen Sie nicht, ich habe so entsetzliche Angst.“ Klaus sah Ingeborg genau an. Sie war ganz blaß und zitterte leise. „Aber Fräulein Keller“, sagte Klaus ein wenig vorwurfsvoll. „Ich kann nicht dafür, es ist etwas Unheimliches an ihm. Ihre Augen waren noch immer angstvoll weit geöffnet, während ihr Mund zu lächeln versuchte. „Er war es, die Figur aus der Höhle. Ich sah ihn ganz deutlich. Er stand eine Zeitlang dort an der Wand und starrte mich an, und ich wagte nicht, mich zu rühren. Es ist nichts Menschliches an ihm. Da schrie ich auf vor Angst, und er ging langsam in die Gasse hinein.“ (Fortsetzung folgt) 8 Nr. 158 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstog, 9. Juli 1936 aller Welt Anwenter Aber Surepu Westdeutschland, Fichtelgebirge, Holland, Elsaß und Titauen melden schwere Verwustungen Am Montag, Dienstag und in der Nacht zu Mittwoch wurden große Gebiete von Europa von schweren Unwettern heimgesucht, die fast überall großen Sachschaden anrichteten und auch Todesfälle verursachten. Aus den Unwettergebieten liegen folgende Nachrichten vor: Ein Todesopfer im Bergischen Land Die zahlreichen Gewitter, die am Dienstag nachmittag über ganz Westdeutschland niedergingen und vor allem in den Ausläufern des Bergischen Landes bedeutenden Schaden in Feld und Flur anrichteten, haben in Opladen ein Todesopfer gefordert. Eine 34 Jahre alte Frau wurde, als sie sich auf das Feld begeben wollte, in der Nähe einer Starkstromleitung vom Blitz getroffen und sofort getötet. Auf den Landstraßen und auch in der Stadt Opladen selbst wurden starke Bäume entwurzelt und zahlreiche Lichtleitungen zerstört. Felder und Wiesen stehen streckenweise unter Wasser. Starke Verheerungen richtete das Unwetter auch auf der Reichsautobahn an. Zwischen Opladen und Langenfeld sind an vielen Stellen die Böschungen abgerutscht. Zahlreiche Arbeiterkolonnen sind fieberhaft mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Auch in Leverkusen mußte die Feuerwehr mehrfach eingreifen, um die zahlreichen vollgelaufenen Keller leer zu pumpen. In Leverkusen=Bürrig drang das Wasser bis in die Ringösen der dortigen Ziegelei ein und vernichtete einen großen Teil der Einrichtungen. Der Schaden ist bedeutend. Zahlreiche Telephon= und Telegraphenleitungen sind unterbrochen. Große Schäden im Rhein= und Moseltal Die zahlreichen Gewitter, die in der Nacht zum Dienstag über dem Mittelrheingebiet niedergingen, haben allerorts zum Teil erheblichen Schaden angerichtet. In zahlreichen Orten des Rhein= und Moseltals wurden die Gärten von den Schlamm= und Geröllmassen, die der wolkenbruchartige Regen von den Höhen trieb, zugeschwemmt. Von den höher gelegenen Feldern wurde der ganze Mutterboden abgetrieben. Besonders hart betroffen wurden außer einer Reihe von Moselorten auch die am Rhein gelegenen Städte Andernach und Weißenthurm sowie verschiedene Dörfer an den Rheinhöhen. In Boppard fällte ein Blitzstrahl eine 100jährige Ulme, die sich quer über die Straße legte und den Verkehr zwei Stunden lang aufhielt. Bei dem Sturz des riesigen Baumes wurde auch die Telegraphenleitung der Reichsbahn zerschlagen. Im Strandbad in Boppard richtete das Unwetter schwere Verwüstungen an, die eine Benutzung der schönen Anlage vorerst unmöglich machen. Fünf Tote in Holland In den Nachmittagsstunden des Dienstags entluden sich über den Städten Amsterdam und Rotterdam mehrere schwere Gewitter, die von einem wolkenbruchartigen Regen, wie er seit Jahren nicht mehr zu verzeichnen war, begleitet waren. Auf den überfluteten Straßen machten die Wassermassen jeglichen Verkehr unmöglich, und auch die Straßenhahn, die bei dem fußhohen Wasser verkehrte, stand schließlich still. Zahlreiche Keller wurden überschwemmt, und die Feuerwehr, die in über 100 Fällen angerufen wurde, hatte alle Hände voll zu tun. Vier Personen wurden durch Blitzschlag verletzt. Im ganzen sind bei dem Unwetter fünf Personen durch Blitzschlag getötet worden. Die Sachschäden durch Blitzeinschlag waren bedeutend. Mehrere Bauernhöfe wurden ein Raub der Flammen. Die sermassen haben besonders in Amsterdam schwere Schäden an der Straßendecke verursacht. An vielen Steuen versank das unterspülte Klinkerpflaster, so daß kostspielige Instandsetzungsarbeiten notwendig waren. Schwere Hochwasserschäden im Fichtelgebirge Die schweren Gewitter in der Nacht vom Mittwoch kuchten auch die Fichtelgebirgsgegend schwer heim. Neben zahlreichen Blitzeinschlägen, die mehr oder minder starken Sachschaden anrichteten, war es vor allem der orkanartige Sturm, der zahlreiche Bäume entwurzelte, Telegraphenstangen, Gartenzäune und Hütten umwarf. Zum Teil wurden auch die Hausdächer abgedeckt. Den größten Schaden aber richtete der Wolkenbruch an, der sich besonders über die Marktredwitz— Wunsiedeler Gegend und über Arzberg entlud. In wenigen Minuten waren die Straßen dieser Ortschaften in rauschende Bäche verwandelt. Das Wasser überschwemmte in den Häusern Wohnungen, Geschäftsräume und Stallungen. In besonders tiefgelegenen Stellen erreichte das Wasser eine Höhe bis zu einem Meter. Die Feuerwehren mußten die ganze Nacht in Tätigkeit sein, um die Wohnungen von den eingedrungenen Wassermassen zu befreien. Auch die Felder wurden von dem Wolkenbruch schwer in Mitleidenschaft gezogen, so daß der Gesamtschaden im gesamten Fichtelgebirgsgebiet sehr bedeutend sein wird. In den Gegenden, wo die neuzeitliche Flußregulierung noch nicht vorgenommen ist, ist der Hochwasserschaden besonders stark. Häufig mußte das Vieh aus den überschwemmten Stallungen ins Freie getrieben werden. Ein Todesopser der Unwetterkatastrophe im Oberelsaß Das hintere Hayersberger Tal im Elsaß wurde am Dienstag nachmittag von einer schweren Unwetterkatastrophe heimgesucht. In wenigen Minuten waren mehrere Ortschaften völlig überschwemmt. Schutt= und Trümmerhaufen, Sand= und Steingeröll türmten sich in den Straßen. In Urbeis wurde ein 34 Jahre alter Schlosser von den Fluten mitgerissen und ertrank. Schwere Unwetterschäden in Nordlitauen Ueber Nordlitauen sind schwere Unwetter niedergegangen, die mit Gewitter und Hagelschlägen verbunden waren. Aus Schaulen wird gemeldet, daß von Wirbelstürmen gegen 300 Gebäude umgelegt wurden. Die Ernte von über 30 Dörfern ist vollständig vernichtet. Zahlreiches Vieh ist dem Unwetter zum Opfer gefallen. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Kreischef von Schaulen hat die Regierung um sofortige Hilfsmaßnahmen für die geschädigte Landwirtschaft ersucht. Hinter Schloß und Riegel Einbrecherbande aus der Systemzeit Berlin, 8. Juli. Von Kriminalbeamten der Dienststelle z. b. V. bei der Kriminalgruppe E konnte in letzter Zeit nach und nach eine 13 köpfige Einbrecherbande, die in der Zeit vor der Machtübernahme 139 Einbrüche ausgeführt hatte, festgenommen und ihrer Bestrafung vorbestrafte Geschäfts= und Gewohnheitsverbrecher, denen endlich das Handwerk gelegt werden konnte. Ferner wurden noch weitere 19 Personen festgenommen, die sich zum Teil als Einbrecher, zum Teil als Hehler betätigt haben. Die Einbrecher, die vor der Machtübernahme fast alle Unterweltsvereinen angehörten, hatten vorzugsweise den Südosten Groß=Berlins heimgesucht. Zeitweise waren sie aber auch nach Schlesien gefahren und hatten dort große Einbrüche verübt. Der damals von den Verbrechern angerichtete Schaden beläuft sich nach vorsichtiger Schätzung auf mehrere hunderttausend Mark. Einige der Verbrecher, so die Gebrüder Soppa, schreckten aber auch nicht vor schweren Raubüberfällen zurück. So konnte jetzt ein 1930 verübten Raubüberfall an der Köpenicker Landstraße aufgeklärt werden. Sogar ihrem eigenen jüdischen Rechtsanwalt, der sie mehrfach mit Erfolg verteidigt hatte, statteten einige Mitglieder der Bande einen nächtlichen Besuch ab und stahlen ihm u. a. seine Schreibmaschinen. Tödliche Karussellfahrt Auf dem Schützenfest in Gera ereignete sich ein schwerer Unfall. Eine 26jährige Frau Hella Polder, die erst vor kurzem geheiratet hatte, wurde bei einer Karussellfahrt von ihrem Sitz herausgeschleudert und blieb mit dem Fuß hängen. Sie wurde dreimal um die Fahrbahn herumgerissen und schlug dabei gegen die Karussellpfeiler. Ihre Verletzungen waren so schwer, daß zugeführt werden. Es handelt sich um schon vielfach sie bald darauf starb. Der Iulm uls Benlderziehungenntel Reichstagung deutscher Filmtheater in Dresden Bedeutsame Ausführungen Lehnichs und Hinkels dnb Dresden, 8. Juli. Die Reichstagung deutscher Filmtheater, die am Dienstag mit einer Arbeitstagung und einem Empfang durch die Stadt Dresden sowie einem Begrüßungsabend begonnen hatte, wurde am Mittwoch vormittag mit einem Empfang durch Reichsstatthalter und Gauleiter Mutschmann fortgesetzt. Ihren Höhepunkt fand die Tagung mit einer großen öffentlichen Kundgebung im festlich geschmückten Festsaal des Ausstellungspalastes. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Fachausschusses Fuhrmann hieß Reichsstatthalter und Gauleiter Martin Mutschmann die Tagungsteilnehmer willkommen. Mit Nachdruck wandte er sich gegen die „beliebte“, Verwendung einer sächsischen Type als komischer Figur und bat die Versammlung, Sachsen bei der gerechten Abwehr derartiger Verunglimpfungen zu unterstützen. Oberbürgermeister Zoerner überbrachte die Grüße der Kunststadt Dresden. Dann übermittelte der Präsident der Reichsfilmkammer, Staatsminister a. D. Prof. Dr. Lehnich, zugleich im Auftrage des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Grüße und Wünsche. Der Film dürfe, so führte er u. a. aus, nie wieder zum Tummelplatz wirtschaftsegoistischer Bestrebungen werden! Die Ueberführung des Reichsverbandes deutscher Filmtheater als Fachgruppe in die Reichsfilmkammer sei die endgültige Abkehr vom tenstandpunkt des liberalistischen Denkens, sei AufrechtAus Westfalen und Rheinland erhaltung der Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Durch die vor wenigen Tagen ernannten Fachausschüsse bei den Bezirksleitungen werde ein ständiger fruchtbarer Gedankenaustausch mit dem Ziel gewährleistet, die Privatinitiative in jeder Form zu heben. Der Theaterbesitzer müsse und solle an allen Fragen mitarbeiten, die den deutschen Film als Ganzes betreffen, damit alle aufbauenden Kräfte im deutschen Film nutzbar eingesetzt werden könnten. Das Jahr 1935 habe wiederum eine zehnprozentige Steigerung der Gesamteinnahme der deutschen Filmtheater gebracht. Diese Entwicklung sei auch im ersten Halbjahr 1936 in zum Teil noch verstärktem Maße zu beobachten gewesen. Der Besuch der Filmtheater könne und müsse aber noch erheblich gesteigert werden. Das Durchschnittsniveau des deutschen Films habe sich in der letzten Spielzeit gehoben, Spitzenwerke hätten sich auch im Ausland erfolgreich durchsetzen können. Immerhin müsse die Qualität des Films noch weiter gesteigert werden. In technischer und architektonischer Beziehung müssen die deutschen Filmtheater bis in die kleinste Stadt zu wirklichen Kulturstätten werden, die die Volksgenossen jederzeit gern besuchten. Die Programmgestaltung verlange den zielbewußten Einsatz für den deutschen Kulturfilm, der zu einem unentbehrlichen Volksbildungsmittel geworden sei. Insbesondere gelte es, sich für diejenigen Filme einzusetzen, die in ehrlichem Wollen nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen suchten. Auch der Staat habe an der Erfassung des gesamten Volkes durch den Film das größte Interesse, weil der Film für ihn ein unentbehrliches Mittel zur Ausrichtung des kulturellen, geistigen und politischen Lebens der Nation bedeute. Für den verhinderten Generalintendanten Eugen Klöpfer überbrachte Staatsschauspieldirektor Hans Schlenck(München) die Grüße der deutschen Bühnen= und Filmdarsteller. Reichskulturwalter Hans Hinkel überbrachte die Grüße des Präsidenten der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbels sowie die aller Kameraven der Reichskulturkammer. Als das große, noch zu erreichende Ziel stellte Reichskulturwalter Hinkel die Säuberung des Instinkts des deutschen Volkes dar. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die schmählichen früheren sogenannten Militärlustspiele, die eine niederträchtige Verhöhnung des deutschen Soldaten darstellen. Demgegenüber gelte es nunmehr, durch lebendige Schulung und Erziehung das deutsche Volk zu dem wertvollen, von nationalsozialistischer Zielsetzung getragenen Film hinzubringen. Am zwel Baltelpalinen Vier Tote London, 8. Juli. Wie aus Kairo berichtet wird, kam es in Oberägypten zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen zwei Dörfern über das Eigentumsrecht an zwei Dattelpalmen. Der Streit entbrannte ursprünglich zwischen zwei Fellachenfamilien. Im Verlaufe einer heftigen dersetzung ergriffen jedoch die beiden Dörfer der beiden Familien Partei, bis sich schließlich 200 Personen mit Prügeln, Messern und Feuerwaffen an dem Streit beteiligten. Die Polizei mußte die Streitenden mit Gewalt trennen. Vier Fellachen wurden getötet und 20 schwer verwundet. Der Löwe ist wieder da Auf der im Steinhuder Meer bei Hannoger gelegenen Schinaggeigesi sener Schennnk Weitere Zeugenvernehmung im Detrusheim=Prozeß in Kleve Kleve, 8. Juli. Nach Gerichtsbeschluß, auch in Abwesenheit des wegen Krankheit verhinderten Angeklagten Ludwig Leeuw zu verhandeln, hörte man als ersten Zeugen in der Mittwoch=Verhandlung den aus der Strafanstalt in Koblenz vorgeführten früheren Franziskanerbruder Eduard Bayer. Dieser hat sogar in Waldbreitbach, dem Sitz der Ordensbruderschaft, von den Schmuggelgeschäften des Bruders Sigisbert,„die ein offenes Geheimnis gewesen seien", gehört und von den Angaben, daß letzterer bei jedem Sack eingeschwärzlten Getreides einen Verdienst von.— RM. erzielt hätte. Von Bruder Thomas, dem früheren Zeugen Lorenz Henkel, will er ferner gehört haben, daß Bruder Sigisbert von Petrusheim nach Holland insgesamt 40 000 Gulden geschafft habe bzw. habe schaffen lassen. Unter gespanntem Interesse aller Anwesenden erfolgte darauf die Vernehmung des früheren Generalökonomen der Franziskanerbruderschaft, Otto Görtler, genannt Bruder Epiphan. Der Zeuge, der aus der Strafhaft in Brandenburg(Havel) vorgeführt wurde, verbüßt zur Zeit eine zehnjährige Zuchthausstrafe, der auch die ihm in Verbindung mit dem Petrusheimesrg, zeß zur. Last gelegten Devisenverbrechen moegriffen sind. Man hört von Bruder Epiphan, daß er als Generalökonom im Jahre 1929 eine Schuldenlast der Bruderschaft von 3 Millionen RM. angetroffen habe, die er möglichst habe vermindern wollen. Dr. Hofius habe ihm geraten, zunächst die holländischen Obligationen in Höhe von 400000 RM. abzustoßen,„Die hierzu benötigten Gelder habe er zum Teil selbst auf verschiedenen Wegen über die Grenze gebracht. Bezüglich der Waldnieler Besprechung der Franziskanerbruderschaft sagt der Zeuge aus, daß der frühere Bürogehilfe, der jetzige Angeklagte Horstmann, gegen seinen damaligen Vorsteher Bruder Sigisbert eine Forderung von 1000 RM vorgebracht habe, die dieser als zu hoch ablehnte. Es soll sich dabei nicht um etwaige Schweigegelder für den Horstmann handeln wegen seines Mitwissens um Schmuggelgeschäfte des Bruders Sigisbert, sondern lediglich um eine„Anerkennung für geleistete Arbeit". Bei der Besprechung, auf welche Weise BruEpiphan die Gelder von Petrusheim über die Nach erneuten Rückfragen bei früheren Zeugen der Zollbehörde wurde die Verhandlung dann auf Donnerstag vertagt. Grenze befördert hat, zeigt sich, daß dieser die dortigen mit den Grenzverhältnissen vertrauten Bründer unter größter Mißachtung der gerade von ihm gepredigten Bruderliebe für seine Absichten ausgenutzt hat. Traurige Berühmtheit Neue Verurteilungen im Prozeß gegen die Franziskanerbrüder Koblenz, 8. Juli. In dem großen Sittlichkeitsprozeß gegen die Franziskanerbrüder standen am Mittwoch zwei Brüder vor der Dritten Großen Strafkammer, die für sich die traurige Berühmtheit in Anspruch nehmen können, mit die schwersten Verbrechen auf sittlichem Gebiet begangen zu haben. Als erster Angeklagter hatte sich der Bruder Mathias, mit bürgerlichem Namen Gerhard Burke, zu verantworten, der 1902 im Bezirk Oldenburg geboren wurde. Er kam durch Vermittlung seines Onkels, des Franziskanerbruders Amadeus, nach Waldbreitbach. Als Bruder Mathias wurde er zum Krankenpfleger ausgebildet und war in verschiedenen Niederlassungen des Mutterhauses als solcher tätig. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Rom kam Bruder Mathias nach Darmstadt, wo er von dem Bruder Hubertus verdorben wurde Nach seinen ersten Verfehlungen in Darmstabt kam Bruder Mathias nach Waldniel, wo er Leiter der Krankenstation für schwachsinnige Kiyder war. Dort hat er sich an einem Zögling unter 14 Jahren vergriffen. Der Angeklagte, der im großen und ganzen die Beschuldigungen zugab, wurde wegen Verbrechens gegen §§ 176,3, 174 und 175 zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Der zweite Angeklaate am Mittwoch— der 26. Fall in dem Riesenprozeß überhaupt— war der 35jährige Bruder Roderich, mit bürgerlichem Namen Hermann Lesmeister aus Oberhausen. Er hat 1934 in Waldbreitbach die ewigen Gelübde abgelegt, war im Kloster in der Küche beschäftigt und hatte 20 Zöglinge als Kartoffelschäler zu beaufsichtigen. Mit einigen dieser Zöglinge, die zwischen 15 und 19 Jahren alt waren, hat sich der Angeklagte in unglaublicher Weise vergangen. Der Angeklagte, der zuerst geständig war, machte in der Hauptverhandlung einen verkommenen Eindruck und schränkte seine früheren Aussagen wesentlich ein. Als Sachverständiger bekundet Oberarzt Dr. Otten, daß der Angeklagte zwar geistig minderbegabt, jedoch für seine Straftaten voll verantwortlich sei. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Verbrechens gegen§ 175a des Strafgesetzbuches zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Auf der im Steinhuder Meer bei Hannoper„gelegeper Insel Wilhelmstein steht seit langem ein Denrmar, das einen vier Zentner schweren steinernen Löwen darstellt. Der Löwe wurde wie gemeldet, vor kurzem gestohlen, die unbekannten Diebe scheinen aber keine Verwertung für ihn gefunden zu haben, denn man fand das Denkmal jetzt plötzlich wieder an seinem alten Platz vor. Finanzielle Schwierigkeiten einer englischen Bank. „News Chronicle“ meldet in großer Aufmachung, daß die Anglo=South=American=Bank, die bestbekannte britische Bank in Südamerika, infolge finanzieller Schwierigkeiten zur Einstellung ihrer Tätigkeit gezwungen sei. Bauernhaus niedergebrannt In der Nacht zum Mittwoch brach in einem Bauernhaus in Montanara(Italien) in der Nähe von Mantua Feuer aus, bei dem eine ganze Familie ums Leben kam. Im Erdgeschoß des Gebäudes gerieten zahlreiche Holzgegenstände aus noch nicht geklärter Ursache in Brand. Das im Obergeschoß schlafende Ehepaar, zwei Kinder im Alter von fünf und drei Jahren sowie ein Knecht verbrannten. Schwerer britischer Bomber abgestürzt. Ein schweres Flugzeugunglück ereignete sich, wie aus Kairo berichtet wird, in der Wüste bei Mersa Matruch. Ein schweres Bombenflugzeug stürzte ab. Sämtliche sieben Mann der Besatzung kamen dabei ums Leben. Als dritter Angeklagter wurde am Mittwoch noch der 29 Jahre alte Bruder Redemptus gemäß dem Antrag des Staatsanwalts zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Fünf Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Bruder Redemptus war geständig, mit vier Ordensbrüdern sich gegen den§ 175 vergangen zu haben. Auf Grund seines reumütigen Geständnisses wurden ihm mildernde Umstände zugebilligt. Nachwuchsschulung der Betriebsjugendwalter Ein zweiter Lehrgang in Erwitte Erwitte, 8. Juli. Die erste Nachwuchsschulung für Betriebsjugendwalter auf der Reichsschulungsburg Erwitte der Jugendleitung der Reichsbetriebsgemeinschaft, Eisen und Metall, ist vor kurzem beendet worden. Für die Jugendarbeit war sie ein großer Erfolg. Vor allen Dingen war festzustellen, wie wichtig gerade diese Nachwuchsschulungen für unsere Jugendlichen sind. Die Anmeldungen hierfür waren in einer so großen Anzahl eingegangen, daß es unbedingt notwendig wurde, eine zweite Schulung durchzuführen. Der zweite Lehrgang wurde durch den Treuhänder der Arbeit, Pg. Börger und den Reichsfachgruppenleiter der RBG. 6. Pa. Multhaupt in Vertretung des leider verhinderten Leiters der RBG. 6, Pg. Jäzosch, eröffnet. Es haben sich auch weiterhin wieder namhafte Redner zur Verfügung gestellt. Unter ihnen befinden sich Amtsleiter Pg. Dr. Wagner, der Leiter des Amts für Volksgesundheit, Pg. Bartels vom Jugendarbeitsrechtseminar in Kiel Pg. Dr. Siebert usw. Um aber auch die Verbundenheit der schaffenden deutschen Jugend mit dem Arbeitsdienst und der Wehrmacht zum Ausdruck zu bringen, ist ein Tag vorgesehen unter dem Motto„Tag des Arbeitsdienstes und der Wehrmacht". Für diesen haben sich je ein Vertreter des Arbeitsdienstes und der Wehrmacht zur Verfügung gestellt, die die Betriebsjugendwalter über die Wichtigkeit und Bedeutung gerade in bezug auf Erziehung der deutschen Jugend, des Arbeitsdienstes und der Wehrmacht hinWenn dann auch diese Schulung beendet ist, kann man wohl behaupten, daß wieder 220 junge Arbeitskameraden in ihrem Wissen um vieles reicher geworden sind.. Dann werden sie das, was sie während 14 Tage gelernt haben, den ihnen anvertrauten Jugendlichen in den Betrieben weitergeben und somit an der Erziehungsarbeit der deutschen Jugend Mithelfer sein. Kaliforniens Jugendherbergsführer in Hohenlimburg. Am letzten Sonntag weilten der Führer des Jugendherbergswesens in Kalifornien Capt. Bennet und seine Frau, die beide auch Führer der dortigen Arbeitsdienstbewegung sind, für mehrere Stunden in der Hohenlimburger Jugendherberge. Sie zeigten großes Interesse für die Herbergseinrichtunger, und, ließen sich eingehend vom deutschen Jugendyervergswesen erzählen. Verlangen Sie stets ausdrücklich MAGGI WUrZe Und achren Sie genau garaur, aan inr Flasenenen aUs MAGCAIS Würze und achten Sie genau darauf, daß Ihr Fläschchen aus der großen MAGGlOriginolflasche gefüllt wird. In dieser derf nach dem Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als MAUUP WONZT Waar Seite 9 Nr. 158„ Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 9. Juli 1936 Japans Wallerballer bei der Arbeit Tagkarieuis ClandenFraning Eine Mannschaft ausgelprochener Sprinter Durchschnittszeit.01 Min. für die 100 Mcter Kraul Die Vorläufe zur Deutschen Steher-Meifterschaft Es ist kaum glaublich, mit welchem Heißhunger sich Herbst 1933 aus der Kernmanns Japans Schwimmer tagein tagaus auf das Training stürzen. Von morgens bis abends sind sie im Wasser. Schwimmen, schwimmen und immer wieder schwimmen — das war und ist ihr Schlüssel zum Welterfolg. Schwarzköpfige, kleine, immer lustig und fidele Wasserratten sind es, die in aller Stille am Dienstag einen kleinen„Zwischenspurt“ einlegten. Die Uhren verrieten: Yusa 57,6 Sekunden, Udo 10:10 Minuten für 800 Meter Kraul, Kiokawa:08 Minuten für 100 Meter Rücken.„Keine Bange, Mr. Matsuzawa, Ihre Jungen haben die Strapazen einer fünfwöchigen Reise glänzend überstanden. Berlin gefällt ihnen.“ Nebenan, im Sprungbecken, herrscht nicht so große Freude. Es sind auch Japaner, die hier trainieren. Ernst, fast sogar verbissen arbeiten sie stundenlang mit und ohne Ball. Nur von Zeit zu Zeit erfährt ihr Training kurze Unterbrechungen, wenn Takashige Matsumoto, Japans Wasserball=Trainer, durch einen Pfiff das Zeichen zu irgendwelchen Erläuterungen gibt. Erst nach Abschluß des Morgentrainings, kurz vor der Rückfahrt zum Olympischen Dorf, wo Japans Schwimm=Kolonie gemeinsam ihr Mittagbrot nimmt, gewährt Takashige Matsumoto dem DRB=Vertreter ein paar Minuten des Frage= und Antwortspiels: „Die Entwicklung des japanischen Wasserballsports Ist seit den Olympischen Spielen von Los Angeles doch sicherlich sprunghaft fortgeschritten?“ „Ja, so schnell, wie unsere Schwimmer zur Weltklasse aufschließen konnten, werden wir wohl den deutschen und ungarischen Wasserballmannschaften nicht gefährlich werden. Das Wasserballspiel ist in Japan noch zu jung, vor allem aber fehlen uns die internationl starken Gegner, von denen wir lernen können. Seit Los Angeles wird auch bei uns dem Wasserballsport eine größere Pflege zuteil. Besonders unsere Jungen reißen sich darum, im Rahmen der Schulsportfeste auch Wasserball=Turniere zu bestreiten.“ „Wie haben Sie sich, Herr Matsumoto, die Lehren von 1932 zunutze gemacht und wie bauten Sie das Training der japanischen Olympia=Wasserballmannschaft auf?“ „Bei unserer physischen Größe wäre es natürlich ein Unding, wollten wir uns im Spiel auf lange Nahkampfszenen einlassen. Schon Los Angeles zeigte das deutlich. Unsere verschiedenen Olympia=Filme— fast das ganze Wasserball=Turnier von 1932 haben wir ja auf Filmstreifen— ließen uns alle Fehler klar erkennen. Nach einer gemeinsamen Besprechung, die zwischen mir und fünfzig der besten japanischen Wasserballer im Frühjahr 1933 stattfand, gingen wir an die Arbeit für 1936. Zunächst unterzog ich die Besten einem harten Schwimmtraining. Wer nicht die 100 Meter in 60 bis 62 Sekunden schwamm, schied im Der Erfolg dieser Grundbedingung war groß. Keiner unserer zwölfköpfigen Olympia=Mannschaft benötigt mehr als 1:0 1 Minuten für die 100 Meter Kraul! Ja, Takahashi, der rechte Verteidiger, ist mit 58,8 Sekunden einer der schnellsten japanischen Krauler überhaupt. Kataoka steht ihm mit 59,2 Sekunden nicht viel nach. Und Sakagami, den Spielführer, kennen Sie doch sicherlich als ausgezeichneten Mittelstreckler. Schwimmen konnten meine Jungen also. Ihnen die technischen Feinheiten, das Dribbein, raumgreifendes Kombinieren und vor allem die große Fangsicherheit der Ungarn beizubringen— das kostete manchen„Schweißtropfen“ und dauerte Monate und Jahre. Trotzdem, ich vermied alles, bei meinen Jungen die Freude am„Spielen“ aufkommen zu lassen. Japans Wasserballmannschaft nutzt seine schwimmerische Ueberlegenheit aus, bevorzugt eine Art„fliegende Kombination“ und versucht, aus jeder Lage zu schießen. Für uns gibt es keinen Stillstand oder toten Punkt während des Spiels. Ständig in Bewegung, versuchen wir, unsere Gegner zu ermuden. Eine starre Mannschaftsaufstellung wird es kaum geben, dafür sind vor allem die beiden Verteidiger zu schnell.“ „Mit welchen Spielern werden Sie voraussichtlich die Länderkämpfe gegen Ungarn und Deutschland bestreiten?“ „Das weiß ich selbst noch nicht. Sie sehen ja, unser Olympia=Training ist noch in vollem Gange. Täglich sechs Stunden im Wasser zu arbeien, macht den Spielern, von denen allein acht auf der Waseda=Universität studieren und keiner älter als 24 Jahre ist, viel Laune. Ihre Form steigert sich fast von Woche zu Woche. Wie Japans Sieben endgültig aussehen wird, kann man noch nicht sagen. Zurzeit wäre das unsere stärkste Mannschaft: K. Wada (20); Z. Takahashi(24), T. Kataoka(22); Y. Sakagami(24); K. Tano(21), S. Katzuhisa(24), J. Furusho(22). Am Freitag werden wir unser erstes Trainingsspiel bestreiten, und zwar ist Spandau 04 unser Gegner. Derartige Uebungskämpfe sollen in den nächsten Wochen regelmäßig fortgesetzt werden.“ Udo schwamm 400 Meter in 4,42,8 Der erste bei den japanischen Schwimmeisterschaften im Mai stärker hervorgetretene Mittelstreckler S. Udo, der in Tokio die 400 und 1500 Meter sicher gewann, startete am Dienstag nachmittag im Sportforum=Bad des Reichssportfeldes über 400 Meter gegen seine Landsleute Makino und Negami und siegte dabei in der fabelhaften Zeit von 4,42,8 Minuten. Jack Medica hält über diese Strecke den Weltrekord mit 4,88.7, doch ist in dieser Freiwasserzeit noch keiner so schnell gewesen wie Udo. Makino und Negami kamen nach 4,51 Minuten im toten Rennen ein. 1. Vorlauf 100 Kilometer: 1. Lohmann:24:52,4 Std.; 2. Krewer 420 Meter; 8. Wißbröcker 700 Meter; 4. Kirmse 2200 Meter; 5. Hille 2650 Meter; 6. Ifland 8250 Meter; 7. Nedo 3300 Meter zurück. Mctze vor Möller Den zweiten Vorlauf sicherte sich erwartungsgemäß der Titelverteidiger Metze(Dortmund) vor dem Hannoveraner Möller, der als einziger nicht überrundet eg trug Lohmann(Bochum)sc##ns, davon, der P. Krewer(Köln), Wißbröcker(Hannover) wurde.,, 6i Erstylagiarten der bai. Den Endlauf werden die vier Erstplacierten der beiden Vorläufe bestreiten. Als 9. Teilnehmer wurde vom Bei gewitterdrohendem Wetter wurden am Mittwoch abend die Deutschen Radmeisterschaften in Dresden mit den beiden Vorläufen der Steher in Angriff genommen. Den Kämpfen wohnten über 12000 Zuschauer bei, denen sich im ersten Vorlauf nur ein Starter stellten. Der Krefelder Großimlinghaus und Käb(Hannover) waren nicht erschienen. Da es im Rennen ferner noch den Ausfall von Ehmer(Berlin) und Schäfer (Frankfurt) gab, beendeten schließlich nur sieben Fahrer das Rennen. Den Sieg trug Lohmann(Bochum) und den Hallenser Kirmse auf die Plätze verwies. Diese mit für vier Fahrer qualifizierten sich somn gur den Endlauf. Der Favorit Lohmann erschien bereits nach dem dritten Kilometer in Front und überrundete bis auf Paul Krewer das gesamte Feld. Unangefochten kam er über die Strecke. Daß Kirmse sich für den Endlauf qualifizieren konnte, war lediglich dem Pech des Leipzigers Hille zuzuschreiben, der durch Motorschaden zurückgefallen war. Ergebnis: Sportausschuß der Leipziger Hille bestimmt, der nur durch Pech um seine guten Aussichten gekommen ist. Das Ergebnis des zweiten Vorlaufes: 1. Metze 1,24,35 Std.; 2. Möller 4,50 Meter, 3. Schindler 800 Meter, 4. Schön 1200 Meter, 5. Neustedt 1600 Meter; 6. Stach 1850 Meter, 7 Funda 3450 Meter, 8. Gröning 3560 Meter zurück. Fer großen Ralgarei Die Erfolge des RV. Bochum mit dem RC. Witten und die nächsten Zicle debergube des Mierkatcnaion-Tagendlagere Olympia marschiert weiter— Jugend der Welt beim Reich zu Galt Berlin, 8. Juli. (Von unserer Berliner Schriftleitung.) Mit einer würdigen Feier wurde heute nachmittag das internationale Jugendlager zwischen der Heerstraße und den Havelseen vom Kommandierenden General von Witzleben an den Präsidenten des Olymvischen Komitees, Staatssekretär a. D. Dr. Lewald übergeben. Das Lager, von der 2. Kompagnie des Pionierbataillons Nr. 4 Magdeburg unter dem Kommando des Hauptmanns Klotz innerhalb von fünf Wochen errichtet, dient einem einzigartigen Zweck. Es wird während der Olymvischen Spiele Jugendliche aus allen Nationen als Gäste des Deutschen Reiches beherbergen, die von der Reichsregierung eingeladen sind. Je 30 Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die im Lager an der Heerstraße, und weitere je 80 Sportstudenten, die in einem zweiten Lager an der Avus untergebracht sind, entsenden: Spanien, Griechenland, Bulgarien, Dänemark, Estland Finnland, Großbritannien, Holland, Italien, Jugoslawien, Kanada, Lettland, Luxemburg, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden. Schweiz, Tschechoslowakei, Ungarn und Deutschland. Die Zusage Frankreichs steht noch aus. Doch erwartet man auch hier eine zustimmende Erklärung. Die Idee dieses internationalen Jugendlagers ist in ihrer Art neu. Sie dient der Völkerverständigung und gibt den jungen Menschen in aller Welt Gelegenheit, sich in gemeinsamem Lagerleben kennenzulernen. Die jungen Gäste werden nicht nur die olympischen Wettkämpfe sehen, sondern auch Gelegenheit haben, unter sachkundiger Führung die Sehenswürdigkeiten der Reichshauptstadt, der näheren Umgebung usw. kennenzulernen und unter der Betreuung des Reichsministeriums für Provaganda und Volksaufklärung Vorträge aller Art zu hören bekommen. Hier draußen aber im hügeligen Waldaelände an den Havelseen wird im großen Zeltlager mit seinen rund 1000 Insassen ein kameradschaftliches Leben herrschen, werden sich geistige Brücken der Verständigung bauen, an denen es unter den Politikern der Nationen immer noch so bitter mangelt. „Bau des internationalen Jugendzeltlagers am Rupenhorn", das war der knappe Befehl, der an die 2. Kompagnie des 4. Pionierbataillons am 3. Juni gegeben wurde. Heute, fünf Wochen später, steht das Lager unter Dach und Fach. 75 Hektar Land sind planiert, die Wohnbaracken der Mannschaften und Offiziere gezimmert. 85 Wohnzelte mit allem Zubehör, Küchen usw. sind errichtet worden. Doppelposten an der Freitreppe zeigen, daß auch hier die deutsche Wehrmacht das Protektorat übernommen hat. An Blumenrabatten vorbei führt der Weg zum olympischen Fahnenmast und zum Platz vor den Pionierbaracken, wo die Kompagnien zusammen mit der Musikkapelle und dem Musikzug des Berliner Wachtregiments Aufstellung genommen haben. Der Kommandierende General von Witzleben wird mit dem Präsentiermarsch empfangen. Er schreitet die Front ab, begrüßt die Pioniere und dankt ihnen in knappen Worten für die hier geleistete Arbeit. Mit einem dreifachen SiegHeil auf Führer und Vaterland übergibt General von Witzleben dann das Lager in die Obhut des Präsidenten des Olympischen Komitees, Staatssekretärs a. D. Dr. Lewald. Das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied klingen auf. Staatssekretär a. D. Dr. Lewald gibt dem Dank des Olympischen Komitees Ausdruck und betont die einzigartige Idee, die dieses Lager geschaffen habe. Ständen schon die gesamten Olympischen Spiele unter dem Zeichen der Völkerversöhnung, so werde dieses Jugendlager eine noch höhere Aufgabe haben, nämlich die, unter der Jugend der Welt den Friedensgeist und die Verständigung zu fördern. Vom 24. Juli ab erwartet das Lager seine Gäste, die bis zum 30. Juli vollzählig versammelt sein werden. Bereits beim Ueberschreiten der Reichsgrenzen werden sie Gäste des Deutschen Reiches sein. Mit liebenswürdigem Humor führt uns der Kommandeur der Kompagnie, Hauptmann Klotz, in das Lager. Man darf auf das dort Geleistete stolz sein. Von den Holzbaracken angefangen bis zu den 15 hohen Fahnenmasten und der solide gemauerten Küche mit ihren zehn Koch= und Bratöfen, wurde die gesamte Anlage von den Pionieren der Kompagnie hergestellt. Man sieht es den freudigen Gesichtern der braungebrannten Gesellen an, wie stolz sie auf ihre Leistung sind. Ein herrlich frischer Geist geht hier um. Blitzblank und anheimelnd die Wohnbaracken der Mannschaften und der Offiziere, solide die Wohnzelte mit ihren je 82 Betten und Schränken, mit den blankgescheuerten Tischen und ichemeln. Zwei Speisezelte von je 45 Meter Länge und 12 Meter Breite sind aufgeschlagen, dazu sechs Waschzelte mit Waschtrögen und fließendem Wasser. Gewiß Hotelbetten und=anlagen vom Schlage Adlon und Bristol sind das hier nicht. Hier wird auf Strohsäcken gepennt und an blankgescheuerten Tannentischen gespeist. Aber der Geist hier wird der Olympias sein, dafür bürgt der Kommandant des Lagers, Hauptmann Höbel, der humorvoll und charmant von seinem neuen Kommando plaudert und im geschmackvollen Gästegarten des Lagers seiner Aufgabe als Gastgeber ebenso gerecht wird wie der als Lagerbefehlshaber. Es ist ihm eine Freude, die„Allerweltsjungen“ hier draußen während der kommenden Wochen betreuen zu dürfen. Dort, wo es vielleicht mit der Verständigung noch hapern sollte, sind den einzelnen Zelten Jungen beigegeben, die Englisch, Französisch und Spanisch beherrschen. Die hervorragenden Leistungen der Renngemeinschaft RV. Bochum RC. Witten auf den bisher beschickten Regatten haben gezeigt, daß die Leistungskurve in diesem Jahre ununterbrochen nach oben geht. Die Siege und schönen Plätze auf der Hengstey= und WedauRegatta haben die Bochum(Wittener Ruderer noch mehr angespornt, ihr Können unter Beweis zu stellen. Auf der Baldeneysee=Regatta, die am Sonntag, 12. Juli, zum Austrag kommt, wird die Renngemeinschaft Bochum(Witten erneut zu zeigen haben, zu welchen Leistungen sie fähig ist. In nicht weniger als drei internationalen Rennen werden die heimischen Ruderer sich mit ihren Gegnern messen. Die bisherigen stolzen Erfolge sowie die ständige Verbesserung der Ruderer unter Trainer Braschoß' Leitung läßt auch auf der Baldeney=Regatta wieder ein gutes Abschneiden der Renngemeinschaft erwarten. Sehen wir uns zunächst die Gegnerschaft der Renngemeinschaft RV. Bochum RC. Witten für die kommende Regatta an: Erster Jungmann=Vierer: 1. Renngemeinschaft Bochum(Witten: 2. Ruderriege„Etuf" Essen; 3. Kölner RV. von 1877; 4. RV. Münster 1882; 5. Der Hamburger und Germania RC.: 6. Renngemeinschaft Oriel New College Oxford. Jungmann=Achter: 1. Renngem. Oriel/(New College Oxford; 2. Bremer RV. von 1882; 8. Kölner RV. von 1877; 4. Ruderriege„Etuf“ Essen; 5. Renngemeinschaft Bochum(Witten. Baldeneysee=Achter: 1. Bremer RV. von 1882; 2. Société Royale Nautique Anversaise Antwerpen: 8. RV. Münster 1882; 4. Renngemeinschaft Bochum Witten. Anfänger=Vierer: 1. Kölner RV von 1877; 2. Der Hamburger und Germania RC.: 3. Renngemeinschaft Bochum/ Witten: 4. Ruderriege„Stuf" Essen: 5. RK. „Westfalen“, Herdecke: 6. RV. Munster 1882. Im Ersten Jungmann=Vierer treffen die Bochum Wittener erneut auf„Etuf“, die sie in diesem Jahre wiederholt geschlagen haben. Münster war in Duisburg im gleichen Rennen knapp vor Bochum Witten. Interessant ist, wie die Renngemeinschaft aus der englischen Rudererstadt Oxford hier abschneiden wird. Auch im Jungmann=Achter hat die Renngemeinschaft Bochum(Witten eine erste Chance. Ob die Kölner wieder vor den heimischen Ruderern enden werden, oder ob die Oxforder beiden einen Strich durch die Rechnung machen, muß der Kampf zeigen. Interessant ist, daß die Bochum(Wittener im Baldeneysee=Achter auf einen zweiten internationalen Gegner stoßen, und zwar auf Société Royale Antwerven. Die nicht unerhebliche Formverbesserung der Bochum(Wittener Renngemeinschaft im Vierer und Achter auf den bisherigen Regatten, der Geist, der die Mannschaft beim Training beseelte, läßt durchaus darauf schließen, daß der Höhepunkt der Leistungskurve noch nicht überschritten ist, und die Kämpfe auf dem Baldeneysee werden hoffentlich das große Vertrauen, das die Anhänger der Ruderer aus Bochum und Witten in ihre Rennmannschaften setzen, zu rechtfertigen wissen. Daß bei dem RV Bochum der rechte Ruderergeist eingezogen ist, beweist auch, daß bei der großen Verbandswanderfahrt„Vom Kyffhäuser zur Reichshauptstadt“ der RV. Bochum die stärkste Beteiligung aufzuweisen hatte von allen Vereinen des Reiches. Auch am Bootshaus in Witten=Gedern herrscht alltäglich reues Leben. Vor allem hat auch eine ganze Reihe Jugendlicher in den letzten Monaten zu Riemen und Skulls gegriffen, um, angespornt durch die Erfolge der Aelteren, es diesen gleichzutun und in den nächsten Jahren die Erfolasserie der Bochumer, die übrigens in der Renngemeinschaft Bochum(Witten zahlenmäßig am stärksten vertreten sind, fortzusetzen. Dazu gehört naSeilwache Peider-ABeilmund Die Dortmunder Mittwoch=Rennen gingen zwar bei schönem Wetter und vor gutem Besuch vor sich, doch fielen die Felder zum größten Teil sehr schwach aus, so daß der Umsatz natürlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Im Hauptereignis des Tages, dem Stahlwerkpreis, siegte der Favorit Herzober vom Start bis ins Ziel sicher gegen Bastler und Voltaire II, dagegen gab es im Unionpreis eine Ueberraschung durch Feldscher, während der Favorit Wolkenflug sich noch nicht einmal zu placieren vermochte. Auf die Doppelwette Herzober—Liebeswalzer gab es 86:10. Dortmund, 8. Juli 1..: 1. Jasmin(Lt. W. Hasse), 2. Reizjäger, 3. Feuerland.— Toto: S. 14. Drei liefen. 2..: 1. Teres(L. Haut), 2. Sarafan, 3. Olearius.— Toto: S. 49, Pl. 18. 13. Ferner: Herkules, Irma. 3..: 1. Ilsenburg(Am. C. J. Pastor), 2. Schwertknauf, 3. Pollux II.— Toto: S. 34, Pl. 15, 15. Ferner: Fedeler. 4..: 1. Herzober(H. Wenzel), 2. Bastler, 3. Voltaire II.— Toto: S. 20, Pl. 15, 23. Ferner: Feuereifer, Irmgard. 5..: 1. Liebeswalzer(K. Buge), 2. Mogul, 3. Natango.— Toto: S. 38, Pl. 15, 27, 20. Ferner: Ilona, Szegeban, Odenwald, Faland. 6..: 1. Feldscher(Gefr. Gossens), 2. Arglist, 3. Patroklus.— Toto: S. 91. Pl. 17, 22, 15. Ferner: Panther, Wolkenflug, Glanz, Paulchen. 7..: 1. Steinmetz(Knoche), 2. Segelflug, 3. Sonnenfunke.— Toto: S. 28. Pl. 15, 16, 18. Ferner: Dorsch, Chinaseuer, Torpedo, Maktonia. Doppelwette: 4. und 5. Rennen: 86:10. Le Tremblay, 8. Juli 1..: 1. Ilion(Villecourt),2 Canadienne, 3. Clair de Lune VIII.— Toto: S. 37, Pl. 15, 22, 20. Ferner: Bol’Or. Elombu, Fifrelin, Frévent, Bonbeur, Ontario, Bonnet de. Nutt, Gipsy Queen, Accroche Coeur, Good Think, Charlie II, Northumbria. 2..: 1. Cosquilla(Hoare), 2. Bizoulette, 3. Generalitv.— Toto: S. 22, Pl. 16, 49. Ferner: Girst, Gia Long, Belle Olympe. 3..: 1. Gabes II(Bridgland),? La Presse, 3. Naitevé.— Toto: S. 37, Pl. 21, 27. Ferner: Moon Stone, Atalante, Hobal Ova, Rosamonde. 4..: 1 Sirtam(Crawley), 2. Javelin, 3. Evolene.— Toto: S. 59, Pl. 26, 20. Ferner: Alcantar, Artan, Drina, Gnoc Da.„. Wu 8 Sa##in#. 9 9. 5..: 1. Bellecroix(Matver), 2. Savarin II. 3. Maori. — Toto: S. 81. Pl. 21, 15, 19. Ferner: Castel Mont, Haut les Cocurs Formosus, Gama, La Chonette. 6..: 1. Le Chari(Bouillon), 2. Aqueduc, 3. Ombelle. — Toto: S. 20, Pl. 13, 26. Ferner: Le Zouave, Bucking= ham, Mezzanine. Unsere Voraussagen: Hoppegarten, 9. Juli 1..: Serenade— Hansakind, 2..: Blinzen— Zentaur. 3..: Abendfrieden— Pfeiferkönig. 4..: Ideolog— Schloßherr. 5..: Perlenschnur— Jupiter. 6..: Egmont— Pontifer. 7..: Fortuna— Tenia. Enghien, 9. Juli. 1..: Dark Way— Zirconium. L..: Boucaro— Fair Boy. 3..: Douche— Gabalka. 4..: Dolco— Tatiana. 5..: Crazy Weatder— Eginhard. 6..: Bleuette— Stall Beil— Picard. türlich, daß auch in den Wintermonaten die ernste Trainingsarbeit im Ruderbecken in der Goethe=Oberreal= schule fortgesetzt wird. P. W. Alle Schwicrigkeiten überbrückt USA.=Olympiamannschaft in voller Stärke in Berlin Die Befürchtungen des Amerikanischen Olympischen Komitees, wegen der nicht ausreichenden finanziellen Mittel. die Olympiamannschaft nicht in der vorgesehenen Stärke nach Berlin entsenden zu können, haben sich als grundlos herausgestellt. Der Aufruf des verdienstvollen Präsidenten Avery Brundage hat geradezu Wunder gewirkt. Fast das ganze Land hat sich geschlossen hinter das Komitee gestellt und von überall gehen ununterbrochen Geldspenden ein. Einzelne Gemeinden und Städte sehen ihren Stolz darin, für ihre an den Ausscheidungskämpfen beteiligten Söhne und Töchter die Patenschaften zu übernehmen. Falls ihre jungen Vertreter sich qualifizieren, werden Sammlungen veranstaltet, deren Erträgnisse zur Bestreitung der Reisekosten nach Berlin verwendet werden. In vielen Fällen haben die Gemeinden von sich aus die Mittel vorgestreckt. So ist z. B. die Beteiligung der Hochspringerin Kathlyn Kelley durch das Entgegenkommen ihrer Heimatstadt in Südkalifornien gesichert. Eine andere Leichtathletin verpfändete sogar ihren Verlobungsring, um die letzten fehlenden Mittel für die Reise zusammenzubekommen. Avery Brundage selbst erklärte, daß sich die materielle Frage mit einem Schlage geklärt habe. Es bestehen begründete Aussichten, daß die Gesamtkosten in Höhe von 227000 Döllar noch zur rechten Zeit aufgebracht würden. Für die am Freitag beginnenden Schlußkämpfe der amerikanischen Leichtathleten besteht ein Interesse wie noch nie zuvor. Bereits im Vorverkauf wurden für über 20 000 Dollar Eintrittskarten verkauft. Neue Gäfte Mexikanische Olympia=Mannschaft in Hamburg. Mit dem Dampfer„Saar“ traf eine unter Leitung des Coronel de Caballeria Alfina Flores Cruz stehende mexikanische Olympia=Mannschaft ein, die aus sechs Offizieren und zehn Pferdewärtern besteht. Zu Ehren der Mexikaner fand eine Begrüßung statt, zu der sich neben den Vertretern des Staates, der Partei und des mexikanischen Generalkonsulats zahlreiche Angehörige der mexikanischen Kolonie in Hamburg und viele Sportbegeisterte eingefunden hatten.— Als Vertreter des Hamburger Senats begrüßte Legationsrat Weber die Mannschaft in spanischer Sprache, worauf Gausportbeauftragter Sturmbannführer Ullrich herzliche Begrüßungsworte an die mexikanischen Olympiateilnehmer richtete.— Mit der mexikanischen Nationalhymne und den Liedern der deutschen Nation fand die offizielle Begrüßung ihr Ende.— Heute abend traf in Berlin, ferner die OlympiaExpedition von Peru ein, die aus 43 Mitgliedern bestand. Zweite Etappe der„Tour de France“ Roth(Frankfurt) bester Deutscher. Die zweite Etappe der„Tour de France" führte am Mittwoch von Lille nach Charleville über 192 Kilometer immer hart an der Grenze entlang. Auf den vielen Kopfsteinpflasterstraßen versuchten die Belgier eine Entscheidung zu erzwingen, aber trotz zahlreicher Vorstöße blieben noch 34 Mann zusammen, unter denen sich leider kein Deutscher befand. In der Nähe des Zieles glückte dem Belgier Wierinckx ein erfolgreicher Vorstoß. Bester deutscher Fahrer war diesmal der Frankfurter Roth, der hinter der Hauptgruppe einkam. Die weiteren Deutschen placierten sich im zweiten Drittel des Feldes. Ergebnis: 2. Etappe Lille—#harleville 192 Kilometer: 1. Wierinckr.(Belgien)####:21 Stunden; 2. Tanneveau(Frankreich)(dichtaup# 3. Alb. v. Schendel (Holland):32:44 Std.; 4. Maße(Frankreich):43:57 Std.; 5. Daneels(Belgien); 6. Le Greves(Belgien); 7. Fournier(Frankreich); 8. Romain Maes(Belgien); 9. Hendrickx(Belgien)(alle dichtauf). Einzel=Gesamtwertung: 1. Archambaud 12:38,25 Stunden; 2. Bettini 12:39:15 Stunden. Ballon„Bochum II“ startet in Gelsenkirchen Bei der vierten Freiballon=Wettfahrt um den EmilKirdorf=Pokal am kommenden Sonntag in Gelsenkirchen wird auch der Ballon Bochum II von der Luftfahrt=Ortsgruppe Bochum(Führer Dr. Scholl) starten. Sportärztliche Beratungen Der Sprechstundenvlan für die svortärztliche Beratungsstelle im Krankenhaus Beramannsheil wird fün den Monat Juli 1986 wie folgt festgesetzt: a) Donnerstag, 16. Juli, von 19 bis 20 Uhr. b) Donnerstag, 28. Juli, von 19 bis 20 Uhr. durch Herrn Dr. Ueberfeldt. * 10 Nr. 158/ Bochumer Anzeiger/ Donnerolag, 9. Juli 1936 Sieize Wenmuei=Schahengrsu....“. 40 Jahre Schützengeschichte Weitmar=Mark und=Neuling Augusta=Krankenhaus Der im Jahre 1896 gegründete Bürger=Schützen= Ueberführung berein Weitmar=Mark und Neuling kann in diesen wurde. Tagen auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken. Aus Anlaß dieses denkwürdigen Tages findet am., 9. und 10. August eine große Jubelfeier statt. Die Vorberei: tungen dazu sind in vollem Gange. Die 20jaorige Jubelfeier wird in Verbindung mit dem Königsschießen abgehalten. Samstag 15.30 Uhr Abmarsch der Vereine vom Festzelt zur Vogelwiese. 16 Uhr beginnt das Vogelschießen. 21 Uhr Königsproklamation mit anschließendem Königsball. Sonntag, 14 bis 15 Uhr, Empfang der auswärtigen Vereine. 15.30 Uhr Antreten zur Paradeaufstellung und dann Festzug durch die Gemeinde. Anschließend findet auf dem Festplatz ein großes Militärkonzert statt. Bei dieser Feier wirkt außerdem noch der Musikzug der SA.=Standarte 17 Der im Jahre 1896 in der Wirtschaft Hünnebeck, jetzt, Fernholz, gegründete Verein fand bald viele Anhänger, die sich mit ganzem Herzen der Schützenfache verschrieben. Das alljährlich bis 1900 abgehaltene Königsschießen war für alle Weitmarer ein großes Ereignis, und erst von dieser Zeit ab bis zum Weltkriege gab man sich mehr dem Pokal= und Wanderpreisschießen hin. Während des Weltkrieges ruhte das Vereinsleben fast vollständig, da viele Schutzen hinauszogen, um das Vaterland zu schützen. Nach dem Abzug der Besatzungstruppen ging man wieder eifrig ans Werk und bald sah man wieder die Schützen in Verbindung mit Nachbarvereinen zu ihren gemeinsamen Festen eilen. Bei den Einigungsbestrebungen im Jahre 1933 wurde auch das Vereinsleben der Weitmarer Schützen von Mark und Neuling auf eine andere Grundlage gestellt, und auf Anregung der Schützenleitung wurden zwei weitere Weitmarer Schützenvereine zusammengefaßt und bi deten Kompagnien für sich. Es wurde dann noch eine Kompagnie gebildet, so daß der jetzige verein aus vier Kompagnien besteht. Vorsitzender ist Dr. Bartikowski, der mit seinem Stellvertreter Ziemer die Geschicke der Schützensache in seine Hand genommen hat. Dr. Bartikowski ist zugleich Maior und Bataillonskommandeur. Hauptmann der 1. Kompagnie ist E. Lutz, die 2. leitet Hauptmann E. Pave, die 3. G. Wagner und die 4. Kompagnie Wirt Abbenath. Das Jahr 1934 war für die Schützen von Weitmar=Mark und Neuling von ganz besonderer Bedeutung, denn im Sommer wurde zum Zeichen der Zusammengehörigkeit eine neue Bataillonsfabge,, geweiht. Ganz Weitmar war damals auf den um diese schöne Feier mitzuerleben. Die Wanderkette, um die alljährlich geschossen wird, befindet sich gegenwärtig im Besitz der 3. Kompagnie. ins notwendig Aus der St.=Anna=Gemeinde Weitmar=Nord. Für die Taufen der Kinder an den Sonntagnachmittagen ist in der St.=Anna=Gemeinde ein besonderes Taufgpostolgt eingerichtet worden, desen Ausübung der Mapgte Juß Frauenverein, übernommen hat. Bür Weztaliepere gran und August üben dieses Apostolat die Vössing, Ernststraße, und Frau Siehoff, Straße, aus.— Während der Sommermonate fällt in der St.=Anna=Kirche an den Sonntagen die Nachmittagsandacht aus, dafür ist eine Abendandacht um.30 Uhr.— In der Woche vom 19. bis 26. Juli wird in der St.=Anna=Kirche eine eucharistische Familienwoche gehalten, deren Vortrage Oblatenpater Adam übernommen hat. Die eucharistische Woche endet mit der Feier des Pfarr=Patroziniumsfestes am Sonntag, dem 26. Juli. Stadtteil Gertbe Freiwillige Sterbekasse„Selbsthilfe“. Bochum=Gerthe. Auf Anordnung der Regierung in Arnsbera und des Versicherungsamtes Bochum hatte die Freiwillige Sterbekasse„Selbsthilfe“. Bochum=Gerthe ihre Mitglieder zu einer außerordentlichen Generalversammlung im Lokale Schumacher eingeladen. Auf der Tagesordnung stand die Satzungsänderung und Umstellung der Kasse auf versicherungstechnischer Grundlage. Nach ausführlichen Mitteilungen des Sterbekassenleiters Kaiser wurde dieser Hauptpunkt der Tagesordnung von der Versammlung einstimmig angenommen. Die vorgesehenen Aenderungen werden nach der Genehmigung bekanntgegeben. Stadtteil Hiltrop Vom Bau gestürzt. Der Maurer Wilhelm M. aus Dortmund=Bövinghausen stürzte Mittwoch morgen um 8 Uhr von dem Neubau Bruggestraß am Hillerberg aus 9 Meter Höhe ab. M. war mit dem Ausmauern der Sparren beschäftigt und stürzte infolge eines Fehltrittes auf das Baugelände. Er hatte beim Fallen noch großes Glück, da er unmittelbar neben die Speispfanne fiel. Mit Gesichtsquetschungen wurde der Verunglückte dem Maria=Hilf=Hospital in Gerthe zugeführt. Stadtteil Riemke Bestandene Meisterprüfung. Der Sohn Karl des Werksarbeiters Bruno Kleinert von hier, bestand mit gutem Erfolg seine Meisterprüfung als Klempner und Installateur. Arbeitsschulung der DAF., Betriebsgemeinschaft Constantin 1/2. Am Freitag, 10. Juli, findet in der Reihe der Vorträge über Berufserziehung im JosefWagner=Heim auf der Poststraße ein Vortrag über das Thema Wetter= und Schießlehre statt. Dauer von 18.30 bis 20.30 Uhr. Neuer Tagesraum. Gegenwärtig ist man auf der Schachtanlage Constantin 1/2 in Riemke mit dem Umbau eines Teiles einer alten Maschinenhalle zu einem Tages= und Speiseraum für die Gefolgschafr beschäftigt. Der Raum wird zweckentsprechend eingerichtet und den über Tage Beschäftigten, in Mittagsstunden zum angenehmen Aufenrhatt vienen. Man hat bereits die Steinfliesen gelegt und ist jetzt mit Anstreicherarbeiten beschäftigt. Die Inbenutzungnahme steht bevor.— Am Eingang der gleichen Schachtanlage hat man den alten Zaun entfernt und dafür einige Meter zurück einen neuen errichtet. Der so entstandene Zwischenraum soll mit einer schmucken Grünanlage ausgefüllt werden. Stadtteil Hofsiede=Marmelshagen Vom Spiel ins Krankenhaus. Dem Augusta=Krankenhaus zugeführt wurde der elfjährige Schüler Erich Ka., Hildegardstraße 7, der sich mit mehreren Spielkameraden beim Versteckspielen befand. Dabei glitt der Junge von einer Mauer und brach sich den linten Unterarm, so daß ärztliche Behandlung erfolgen mußte. Stadtteil Hamme Hohes Alter. Die Ehefrau Alfons Waltring, Josephstraße, beging am Dienstag in verhältnismäßig guter körperlicher und geistiger Rüstigkeit und Frische ihren 70. Geburtstag. Ihr gingen viele Glückwünsche zu. Hannoversche Landsleute. Die Vereinigung hannoverscher Landsleute hielt ihre Versammlung ab, die durch die Anwesenheit einiger noch im Hannoverschen wohnender Landsleute besondere Bedeutung gewann. Der Leiter Bremer gedachte eingangs der Verstorbenen. Für den verzogenen Schriftführer Kuhlmann wählte man den Kameraden Bunte. Dann fand ein Vortrag über„Hannover— Land und Leute" bei allen stärkste Aufmerksamkeit. und Scharführer Eckert die silberne Plakette der Sauerländischen Geländefahrt. Wanderpreis und Plaketten sind nebst einer Reihe von Bildern aus dem Dienstbetrieb des Sturmes im Bettenhaus Schneider", Bochum, am Rathaus, ausgestellt. rad zu einem Gartengrungug an der Schützenstraße, ziner Versammlung der um Kartoffeln zu häufeln. Die eiserne Harke führte Kreisleiter Kleschies über Fragen der deutschen er bei sich. Auf, der halben, Strecke, entfiel. Schr. die Frau im nationalsozialistischen Stagt. Die Frau sei Harke und er stürzte so ungtuglich in die Zinen, daß: Wahrerin des wertvollsten deutschen Erbautes und ihm die Nackenschlagader aufgerissen wurde, er erlitt außerdem durch den Sturz einen Schlüsselbeinbruch. Man schaffte den Verunglückten nach Anlegung eines Notverbandes ins Krankenhaus. Stadtteil Linden=Dablbausen Feierstunde der Krieger= und Landwehrkameradschaft. Im Kameradschaftsheim August Vorkötter in Linden kamen die Mitglieder der Ostholzer Krieger= und Landwehrkameradschaft zu einer schönen Feierstunde zusammen. Bereits am Nachmittag hatten sich die Frauen der Kameraden zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken versammelt. Im Mittelpunkt der Abendfeier stand die Auszeichnung einiger Kameraden für leistungen. Der weitere Verlauf der„Fereg giggichte Musikdarbietungen, und mit dem Gesang und Kriegslieder nahm dieser Kameradschaftsabend einen harmonischen Abschluß. Tagung der Linden=Dahlhauser Haus= und Grundbesitzer. Die Mitglieder des Linden=Dahlhauser Hausund Grundbesitzervereins kamen in der Gaststätte Wor# in Bochum=Linden zu einer Tagung zusammen. Der Vereinsführer gab einen Ueberblick über die letzte Sitzung der Gelsenkirchener Bergwerts=Schäden=Gesellschaft und hob hierbei besonders die Herabsetzung der Prüfungsgebühren hervor. Weiter sprach er über d Herabsetzung der Hypothekenzinsen. Im Mittelpunkt der weiteren Tagung stand ein ausführliches Referat von Rechtsanwalt und Notar Vogelbruch über die neuen Reichsmietengesetze und ferner über das Mieterschutzgesetz. Abschließend legte der Redner noch die BestimStadtteil Altenbochum Zwischen Kranlast und Gerüst geraten. Gestern in Unglücklicher Sturz vom Fahrrad. Der Bauarbeiter br. von der Zaxzeggrlhutzaße, fuhr auf, einem Fahr„Kraft=durch=Freude"=Fahrt der Arbeitsopfer. Die RSG.„Kraft durch Freude", Ortswaltung BochumHamme hat für die Arbeitsopfer dieses Stadtteils für heute, Donnerstag, eine Fahrt nach Witten angesetzt, an der etwa 100 Arbeitskameraden teilnehmen werden. Am 15. dieses Monats ist eine Fahrt nach HaßlinghausenSprockhövel geplant. Stadtteil Hordel Bestandenes Examen. Ihr Examen als Kindergärtnerin und Hortnerin bestand mit gutem Erfolg Herta Rumpel aus der Alten Kolonie. Ehrung der Reichssiegerin im Reichsberufswettkampf. Der Turn= und Spielverein Hordel überreichte am vergangenen Sonntag in einer kurzen Feier wackeren Turnerin Grete Beier, die beim diesjährigen Reichsberufswettkampf Reichssiegerin wurde, als Anerkennung das Buch:„Jahrbuch der Turnkunst 1936.“ Kriegerkameradschaft„Westwacht". Bei Stuckmann auf der Hannoverstraße hielt die Kriegerkameradschaft „Westwacht“ Hordel ihren Monatsappell ab. Kamerad Klövfel erstattete einen eingehenden Bericht über den Korpsapvell des Häselerbundes in Bergeborbea. Aus dem Nacht ary Stadt Wattenscheid 25jähriges Arbeitsjubiläum. Wilhelm Hopve, geboren am 15. Oktober 1886, zu Wattenscheid=Sevinghausen, konnte als Gefolgschaftsmitglied der Zeche Holland sein 25jähriges Arbeitsjubiläum begehen. Im Juni 1911 wurde Hoppe auf der Kokerei Holland als Schlosser angelegt. Bei Stillegung der Kokerei wurde er im Avril 1928 der Schachtanlage Holland als Schlosser über Tage überwiesen, wo er bis heute noch in gleicher Eigenschaft tätig ist. einer den frühen Mittagsstunden, kurz vor Beendigung der Schicht, erlitt der 51jährige Monteur Gustav Go. aus dem hiesigen Stadtteil, der auf einer Bochumer Werksanlage beschäftigt ist, einen Betriebsunfall. Auf der Montagenbaustelle erfaßte plötzlich der Werkskran eine Gerüststütze, so daß Go. zwischen Kranlast und Gerüst geriet. Mit schweren Beinverletzungen wurde er ins St.=Elisabeth=Hospital geschafft. Stadtteil Laer Ein Ausflug ins Blaue. Am Dienstag nachmittag unternahm die Handarbeitsgruppe der Evangelischen Frauenhilfe des 1. Pfarrbezirks(Pfr. Kromp###e) einen Ausflug nach Essen. Nach gemeinsamem Naffeetrinken wurde der Gruga ein Besuch abgestattet. Ein hoffnungsvoller Turner. Der 18 Jahre alte Schüler Siegfried Riese, Eulenbaumstraße 57, errang auf dem Unterkreisturnfest in Welver bei Hattingen am 4. Juli im Dreikampf mit 70 Punkten den ersten Preis. Er gehört der Jugendaruppe des Turnvereins Querenburg an. Stadtteil Harpen Im Silberkranze. Die Eheleute Rielka von der Baldurstraße konnten im Kreise der Familie das filberne Ehejubiläum feiern. Verhängnisvoller Berufsunfall. Von einem bedauerlichen Berufsunfall wurde gestern nachmittag der 45jährige Ziegeleiarbeiter Gustav Schm. aus dem Stadtteil Kirchharpen, der auf einer hiesigen Ziegelei beschäftigt ist, betroffen. Er befand sich bei Transportarbeiten, als er plötzlich beim Abziehen einer Lehmlore von der Feldbahn erfaßt wurde. Er erlitt innere Quetschungen und Brustbeinverletzungen, so daß die Kreisleiter Kleschies sprach vor den Frauen. In Versammlung der RS.=Frauenschaft„sprach Fragen der„deutschen Frau im nationalsozialistischen Staat. Die Frau sei heute Wahrerin des werlböusten beutschen Erbautes und darum stehe sie im Mittelpunkt der Aufbauarbeit im Staate Adolf Hitlers. Mit der Aufforderung an die Frauen, stets tatkräftige Förderinnen zu sein für die Erhaltung einer erbgesunden Familie und Erziehung einer starken Jugend, schloß Kreisleiter Kleschies seine Ausführungen. Ortsgruppenversammlung in Günnigfeld. Im Lokale Böcke hielt die Ortsgruppe Günnigfeld der NSDAP. ihre vom Ortsgruppenleiter Stallmann geleitete Ortsgruppenversammlung ab. Mit Interesse lauschten die Parteigenossen den Ausführungen des Redners Pg. Karrasch. In Günnigfeld gibt es wieder ein Volksfest. Das Datum des diesjahrigen Volksfestes ig, warden um auf den 25., 26. und 27. Juli festgesto# wrven. Am Samstag abend wird das Fest mit einem Festball eröffnet. Sonntag morgen versammeln sich die politischen Leiter, Amtswalter und Amtswarte der Gliederungen im Festzelt zu einer großen politkschen Kundgebung, an der sich auch alle Volksgenossen Heteiligen. Nachmittags findet dann ein Umzugucchehen Hrtsteil der Vereine und Orggnisationen zurch ven Ortsteil statt, der sich im Festzelt auflöst und mit einer kurzen Kundgebung geschlossen wird. Der Montag aber gehört der Jugend, der allerlei Ueberraschungen geboten werden. Tödlicher Sturz aus dem Fenster. In der Nacht zum 7. Juli, gegen.30 Uhr, stürzte ein Anwohner der Kirchstraße, als er mit seinem Fahrrad die Trevve emvorstieg, durch das Flurfenster des dritten Stockwerts auf den Hof. Er mußte mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus eingeliefert werden wo er nach zwei Stunden starb. Nach den getroffenen Feststellungen liegt eigenes Verschulden vor. Die Arbeitszeit der Bäcker und Konditoren Fachschaftsversammlung der Bochumer Bäcker. Die der Reichsbetriebsgemeinschaft„Handwerk“ angegliederte Fachschaft der Bäcker hatte die Bochumer Meisterschaft und Gesellenschaft am Mittwoch abend zu einer Versammlung in das Lokal Bischoff an der Alleestraße geladen. Im Vorderarund der Besprechungen stand das neuerlassene Gesetz über die Arbeitszeit in Bäckereien und Konditoreien, das am 1. Juli in Kraft getreten ist. Wie Kreisfachschaftswart Bube in seinen erläuternden Ausführungen bemerkte, ist dieses Gesetz zustande gekommen, nachdem nach Verhandlungen aller beteiligten Kreise eine Einigung über den Arbeitsbeginn, insbesondere zwischen der Meisterschaft und Gefolgschaft, erzielt werden konnte. Das Gesetz enthält genaueste Anweisungen über die Arbeitszeit und Arbeitsruhe. Seit Jahren ist der Arbeitsbeginn in den Bäckereien und Konditoreien sozialpolitisch sehr umstritten gewesen. Die noch aus der Kriegszeit herrührende Verordnung sah ursprünglich einen Arbeitsbeginn von frühestens 5 Uhr morgens an vor. Auf Wunsch des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft erfolgte aus Gründen ernährungswirtschaftlicher Art die Vorverlegung auf 4 Uhr. Durch das neue Gesetz soll nunmehr eine endgültige Befriedung herbeigeführt und unter Zurückstellung erheblicher sozialpolitischer Bedenken den Wünschen des Backgewerbes Rechnung getragen werden. Kreisfachschaftswart Bube gab der Hoffnung Ausdruck, daß in sämtlichen Bochumer Backbetrieben auf die sorgfältige Innehaltung dieses Gesetzes geachtet werde. In diesem Zusammenhang wies er auf manche Mängel hin, deren Beseitigung im Interesse aller Beteiligten notwendig ist. Ganz besonderen Wert legte er auf die sofortige Einführung des Arbeitszeit=Kontrollbuches. Eingebend wurde das Programm der Schulung erörtert. In der allernächsten Zeit findet eine wirtschaftskundliche Fahrt statt, für die eine geschlossene Beteiligung gewünscht wurde. Mit ganz besonderer Freude hieß der Kreisfachschaftswart die Bochumer Ortssieger des Reichsberufswettkampfes willkommen. Ehrenpflicht war es ihm, ihnen im Auftrage der Bochumer Kreisfachschaft die Ehrenurkunde für besondere Leistungen zu überreichen, woran er die Bitte knüpfte, sich auch im nächsten Jahre mit Auszeichnung bewähren zu wollen. Anschließend hielt Kreisredner Schmidt von der Deutschen Arbeitsfront einen aufschlußreichen Vortrag über den deutschen Gemeinschaftsgedanken, wie er sich in der Volks= und Betriebsgemeinschaft zu äußern hat. Eine allgemeine Aussprache über Fachschaftsfragen beschloß die Tagung. Traditionsecke am Sonntag, 12. Vauherungtfagee Führung Hudrtch, Pgehegge etgen P Kaisberg nach Hexhecte— für Heimatkunde des Lehrers Vorhalle über den Hengsteysee.— Hohensyburg und Löttringhausen. Aofahrt.45 Uhr ab Bochum Hbf. oder .40 Uhr ab Bochum=Nord bis Vorhalle. Sonntagsfahrkarte nach Vorhalle=Wittbräucke.50 RM. Minensucher— ahoi! Als im vorigen Jahre zum erstenmal in Essen versucht wurde, die Kameraden der Minenwaffe zu einem Appell zusammenzurufen, da war man erstaunt, daß so viele sich eingefunden hatten zu eintgen frohen Stunden im kameradschaftlichen Geiste. In diesem Jahre, am 3. Oktober, soll in einem weit größeren Rahmen versucht werden, alle Kameraden der engeren und weiteren Umgebung von Rheinland und Westfalen zusammenzurufen zu einem großen Treffen aller Minensucher und Minenräumer zu Wasser und zu Lande. Kameraden, wo seid ihr? Die in so vielen Stürmen der Nord= und Ostsee freudig sich einsetzten für ihr liebes Vaterland? Kamerad, wo bist Du? Wir suchen dich und rufen dir schon heute ein herzliches Willkommen in Oberhausen am 3. Oktober 1936 zu. Anschriften an die Marine=Kameradschaft Oberhausen, Mülheimer Straße 18, oder an die Minensuchkameradschaft Essen, Kameradschaftsführer W. Schwitzer, Essen, Klosterstraße 2. der Verband evangelischer Männervereine nach einer liturgischen Feierstunde eine Führerratssitzung ab. wurde beschlossen, die Sommertagung des Verbandes am 26. Juli beim Bruderverein Leithe=Lohrheide abzuhalten. Im Anschluß an die Sitzung fand eine schlichte Feierstunde statt. Hier wurde Generalsekretär Jakobi aus Anlaß seines 70. Geburtstages und seines kürzlich gefeierten 40jährigen Ehejubiläums besonders geehrt. Er steht seit langen Jahren in vorderster Reihe der evangelischen Männervereinsbewegung. Unsere HJ. in„Im Siepen“ bei Delle. Das Zeltlager des Bannes 300 der HI.(Wanne=Eickel(Wattenscheid) weist in den 20 Zelten etwa 200 Insassen auf, die zwölf Tage Erholungsfreuden rer Hähnel hat sich mit seinen Getreuen für eine mustergültige Ausgestaltung eingesetzt, damit vor allem den Jungarbeitern für zwölf Tage eine richtige Freizeit ermöglicht wird. Badegelegenheit ist genügend im Finkenberger Teich vorhanden. Fünf Sportlehrer von der Polizei sorgen für die körverliche Ertuchtigung. Die besten Kleingärten werden ausgezeichnet. Eine Kommission der Stadtgruppe der Kleingäxtyer unter Führung von„Stadtgruppenschulungsleiter Rluck stattet in diesen Tagen den 17 Kleingartenanlagen innerhalb der Stadt einen Besuch ab, um die schönsten Kleingärten ausfindig zu machen, die prämiiert werden sollen. Die bisherigen Besichtigungen haben bereits gezeigt, daß die theoretische Schulung bei den Kleingärt nern schöne Erfolge gezeitiat hat und daß in Schrebergärten wertvolle Verbesserungen durchgeführt sind. Briefmarkenautomat bestohlen. In der Zeit vom 3. bis 7. Juli wurden aus einem an der Wirtschaft Dorneburg angebrachten Briefmarkenautomaten„Ni leer##twa 100 Briefe, mit Marken. im Werte.Hon#0 10 RM. entwendet. Wer kann bezuglich des Taters Angaben machen? Stadt Gelsenkirchen Gr Semvel u. Josef gegzmner, Der Geihen vvr, Zeächslunis azwpungpisenissk.u, m minter vurgect Erchener Veramany, Zsoser Krämer, er Fahren der Beouu.,.48 Gemeinschaftssahrten im winter ouroe: Stadt Wanne=Eicke Goldenes Dienstjubiläum. Bei der Reichsbahn konnte der technische Reichsbahninspektor noger, Moltkestraße 37, auf eine 50jährige treue Dienstzeit zurückblicken. Der Jubilar leitet seit 20 Jahren das Bahnbetriebswagenwerk. Frauen auf Fahrt. Am Dienstag unternahm der Evangelische Frauendienst Lutherkirche in fünf Omnibussen unter Führung von Pfarrer Bunte eine zauderfahrt, die zunächst zum Hackstück, bei Sprihöpel führte. Von dort ging die Fahrt weizer zum idpuisch gelegenen Hösel. Ein Besuch auf dem Flughafen EssenMülheim beschloß die Fahrt der 150 Teilnehmerinnen. Verband evangelischer Männervereine. Unter Leitung des Verbandsführers Pfarrer Blindow hielt kirchener Bergmann JJose„Krämer, Olympiaden von Athen und London in#er,#ollen 1906 und 1908 teilnahm und zwei Golomeruillen und zwei silberne Medaillen in Athen und eine silberne Medaille in London für Deutschland errang, ist vom Olympischen Komitee als Ehrengast zu den Olympischen Spielen geladen worden. Josef Kr galt vor dem Kriege jahrelang als einer der besten Turner Deutschlands. Ennepe-Ruhr=Kreis Wieder ausgeglichener Haushalt in Hattingen. Für das Rechnungsjahr 1935 ergibt sich in Hattingen folgender Abschluß: Ordentlicher Haushalt: Einnahme und Ausgabe 2267 162 RM., außerggpagticher halt: Einnahme und Ausgabe. 124 160,7= mwe. Auch 1934 war der Haushalt ausgeglichen, dagegen war 1931 noch ein Fehlbetrag von 187 328, 1932 von 129 113 1933 von 42834 RM. zu verzeichnen. Die Zahl der Arbeitslosen ist 1935 von 449 auf 256 zurückgegangen. Im laufenden Rechnungsjahr bringt der Schuldendienst eine erhebliche Mehrbelastung durch die Tilgung Umschuldungsanleihe in Höhe von 1 428 800 RM., die außer der Zinslau eine jährliche Mehrausgabe von rund 43000 RM. erfordert. Daneben sind die Gemeinden zu außerordentlicher Tilgung alter Kredite und zu erhöhten Rücklagen verpflichtet; auf der anderen Seite rechnet man jedoch mit höheren Steuereinkünften infolge Besserung der Arbeitslage. Vei=Bochamei=Erren Schöner Erfolg eines Bochumer AEKK.-Sturmes Der RSKK.=Motorsturm 16/M 69, Standort Bochum, konnte bei der Orientierungsfahrt der Motorstandarte 69 am 28. Juni in Witten einen schönen Erfolg erzielen. Wurde doch dieser Bochumer Stur in der Gesamtwertung der erste. Bei der Städtischen Saalbau Witten überreichte Oberführer Sonnenschein dem Führer des Sturmes 16/M 69, Ober= truppführer Braukämper, den wertvollen Wanderpreis der Standarte 69, bestehend aus einer Bronzebüste des Führers mit anerkennenden Worten. Die siegreiche Mannschaft setzte sich gegengen aus:. Rot Pkw.=Mannschaft: Roltenführer Berges, führer Schneider, Rottenführer Hildebrand; Krad=Mannschaft: Scharführer Lettmann, Rottenführer Dornseif, Sturmmann Kniep. Außerdem erhielten an diesem Tage Scharführer Lettmann und Rottenführer Dornseif die goldene Bochumer Verbände und Vereine Tagung des Rheinisch=Westfälischen Bergsteigergauverbandes Der Rheinisch=Westfälische Bergsteigergauverband(Gaue 9, 10, 11) hielt seine diesjährige Haupwersammlung auf der Essener Hütte im Sauerland ab. An der Tagung nahmen der Leiter des Verwaltungsausschusses des deutschen und österreichischen Alpenvereins, Paul Dinkelacker (Stuttgart), Vertreter der Bergsteiger des Gaues des Fachamts Skilauf teil. Aus dem Geschaftsbericht ist hervorzuheben, daß im vergangenen Winter 84 Vorträge durch Vermittlung des Gauverbandes veranstaltet wurden. Die Vorträge behandelten meist eguigereurophlischen#e Unternebmungen„Anden).“v Eim Peik-Her“Horträge war der Behanbtung alpin=wissenschaftlicher Prosteme. gewienet. Es wurden sechs Gemeinschuftsfahrten im Winter durchgeführt, die sich einer guten Beteiligung erfreuten. Die Ziele waren: Klosterser Schwendi und Praditschöl bei Tarasp(Sektion Aachen), Canazei(Sektion Essen), Gunzesried im baprischen Allgau(Sektion Münster), Sulden (Sektion Düsseldorf), Seiseralp(Sektion Elberfeld). Die seit einigen Jahren mit Erfolg unternommenen Sternwanderungen, die der Pflege der Kameradschaft zwischen benachbarten Sektionen dienen sollen, werden künftig allgemein am dritten Sonntag im Mai durchgeführt. In sem Sommer werden mit tatkräftiger Unzerstützuugg. Verwaltungsausschusses des Alpenvereins unter Führung von erfahrenen verbandsangehörigen steigern Fahrten unternommen, die den Zweck haben, insbesondere jüngere Mitglieder fäbig zu Bergfahrten machen, die ein größeres Maß an Können und Erfahrung ordern. Die Tätigkeitsgebiete für die Felsfahrten sind die Dolomiten, für die Eisfahrten die Ortlergruppe, die Walliser Berge und das Bergell. Als Vortragende für den kommenden Winter wurden wiederum namhafte deutsche Bergsteiger, u. a. einer der Erstbezwinger der Grandes JorassenNordwand, Wissenschaftler, Kultur= und Kunsthistgniter# Aussicht genommen.— Paul Dinkelacker bezonte u. ter dem Beifall der Sektionsvertreter, daß es erste Sorge des Verwaltungsausschusses sei, den Bestand des und Oesterreichischen Alpenvereins in der derzeitigen schwierigen Lage nicht zu gefährden und es den deutschen Sekgen des Reichsministeriums des Innern und des ReichsDes dae eaelische Keaseigen u. siun chest hes Deutschen un„erastelgerverband, durch dan Die Aspenvereinsfektionen dem DRfs, angeschlossen sind, besteht zu 95 DBo m Rahmen der Haupibersammlung des Zeutchen und Oesterreichischen Alpenvereins zusammentritt, die Möglichkeit haben, ihre Wünsche und Anregungen geltend zu machen. Bochamtel=Veranstättungen zu sehen. Samstag: Zum letzten Male„Der blaue Seite 11 Nr. 158 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 9. Juli 1936 Der Uudbad=Eer Orissterre uttautp Weitere Einzelheiten über die Organisationsreform der gewerblichen Wirtschaft Aus den Darlegungen, in denen Ministerialdirektor Dr. Pohl vom Reichs= und preußischen Wirtschaftsministerium den gestern mitgeteilten Erlaß Dr. Schachts über die Neuorganisation der gewerblichen Wirtschaft erläuterte, sind folgende Gesichtspunkte herDas bisherige Nebeneinander von freiwilligen, halb zwangsläufigen und ganz zwangsläufigen Verbänden wird durch die Neuordnung eingeschränkt. Die Grundsätze, die in der Durchführungsverordnung vom 27. Nobember 1934 zum Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft enthalten sind, werden jetzt durchgeführt. Das Gerüst der Organisation der gewerblichen Wirtschaft werden die Bezirkswirtschaftskammern sein. Die übergeordnete Reichswirtschaftskammer ist nur eine Art Ausgleichsstelle. Folgende Zahlen über den Umfang der Organisation verdienen Interesse: der fachliche Sektor in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft umfaßt sechs Reichsgruppen, deren bedeutendste, die Reichsgruppe Industrie, sieben Hauptgruppen enthält. Darunter bestehen 48 Wirtschaftsgruppen mit 391 Fachgruppen und Fachuntergruppen. In den 14 Wirtschaftsbezirken, die insgesamt 18 Wirtschaftskammern aufweisen, und die das Gerüst der regionalen Wirtschaftsorganisation bilden, sind 95 Industrie= und Handelskammern. Daß die Zahlen der Wirtschaftsbezirke und der Wirtschaftskammern nicht übereinstimmen, liegt daran, daß in einigen bedeutenden Industriebezirken(z. B. Ruhrgebiet) zwei Wirtschaftskammern vorhanden sind. Wo wie im Ruhrgebiet auf eine Bezirksgruppe der Industrie zwei Wirtschaftskammern entfallen, werden Sonderregelungen erforderlich. Die zur Zeit bestehenden Bezirksgruppen von Industrie und Handel werden als selbständige Gebilde aufhören zu bestehen. Sie werden als Abteilungen in die Wirtschaftskammern eingegliedert. Wo ein Bedürfnis besteht, können auch Banken, Versicherungswesen und Energiewirtschaftsabteilungen in die Wirtschaftskammern eingegliedert werden. Dies bleibt dem örtlichen Ermessen überlassen. In der Wirtschaftskammer werden Industrieabteilungen gebildet, die nunmehr im wesentlichen den Bezirksgruppen der Reichsgruppe Industrie entsprechen. Außerdem wird noch eine Abteilung Handel gebildet. Schließlich werden die Industrie= und Handelskammern und Bezirkswirtschaftskammern zu einer Kammerabteilung zusammengefaßt, so daß sich die Wirtschaftskammer nunmehr in drei Teile gegliedert; Abteilung Industrie, Abteilung Handel und Abteilung Kammer. Die Abteilung Handel wird wieder in Unterabteilungen der Wirtschaftskammer eingeteilt, nämlich Großhandel, Einzelhandel, Gaststättengewerbe, ambulantes Gewerbe. Die landschaftlichen Zweckvereinigungen der Industrie= und Handelskammern. oder die bezirklichen Industrie= und Handelstage werden mit dieser Reform gegenstandslos und verfallen der Auflösung. Für die spätere Bildung von weiteren Abteilungen bzw. Unterabteilungen bei den Wirtschaftskammern sind die Möglichkeiten offengelassen, wie z. B. für Handwerk, Banken, Versicherungen, Energiewirtschaft und Verkehrsgewerbe. Bis zum 1. Oktober muß die Ueberführung der Bezirksgruppen von Industrie und Handel in die Wirtschaftskammern durchgeführt sein. Das Eigenleben einzelner Organisationen wird nunmehr dem Aufbau untergeordnet. Es mußte zurücktreten, weil die gewerbliche Wirtschaft nicht in regionalen Unternehmungen einerseits und fachliche Unternehmungen anderseits zerfällt, sondern weil alle Unternehmungen zusammen eine Einheit bilden. Der Reichswirtschaftsminister bringt aber in seiner Erläuterung klar zum Ausdruck, daß dies kein Verzicht auf Eigenleben bedeuten soll, es soll nur, wie das auch in der politischen Gestaltung des Reiches als erforderlich sich erwies, hinter die großen Gesichtspunkte einer einheitlichen Führung der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik und den schlagkräftigen Einsatz des Instruments zur Führung der Wirtschaft zurücktreten. Das schließt aber nicht aus, daß z. B. die Forderungen, die sich aus der besonderen Lage z. B. des Ruhrkohlenbergbaus, der Siegener Eisenindustrie usw. ergeben, innerhalb der Wirtschaftskammern eine tatkräftige und nachdrückliche Förderung und Vertretung erfahren. Grundsätzlich soll jeder Betrieb nur für zwei Organisationen Beiträge zahlen, wobei die Erhebung der Beiträge in einer Summe geschieht, und zwar für die regionale und für die fachliche Organisation. Wo aber ein Unternehmen aus verschiedenen wichtigen Betriebsteilen zusammengesetzt ist, werden mehrere Fachbeiträge berechnet werden. In zahlreichen Bezirken wird es genügen, daß an Stelle umfangreicher Fachgruppen einfache Dienststellen eingerichtet werden. Für die geplante wirtschaftliche Ehrengerichtsbarkeit ist eine enge Zusammenarbeit mit der sozialen Ehrengerichtsbarkeit im Rahmen der Organisationen der Arbeit anzustreben. Die Organisationsbereinigung in der gewerblichen Wirtschaft läßt die Leipziger Vereinbarungen mit der Deutschen Arbeitsfront unberührt. Allgemein wird versucht werden, die Aufgaben von der Zentralstelle in Berlin nach unten zu dezentralisieren, dabei aber die Verschiebung von der obersten behördlichen Bürokratie auf eine zentrale wirtschaftliche Bürokratie zu vermeiden. Vielmehr sollen diese Aufgaben in den örtlichen Stellen der wirtschaftlichen Organisation nach dem Grundsatz der Selbsiverwaltung bearbeitet werden. Der Unternehmer darf nicht zu einem staatlichen Organ entarten. Kritik von unten wird nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht sein. Die Beiträge für Wirtschaftskammern werden künftig in Form von Zuschlägen zu den Handelskammerbeiträgen erhoben. Die im Frühjahr 1936 geschaffenen Bezirksausgleichsstellen sind als ein Vorgriff auf die jetzt verfügte Neuordnung anzusehen. Dr. Schacht in Dortmund Die Huhrerpersenniatenn der Wirtschaft Sitzung der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe unter dem Vorsitz von Generaldirektor Dr. Borbet In mund der Industrie= und fand am Mittwoch Handelskammer zu„Dorteine Sitzung der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe statt, an der auch namhafte Vertreter der Partei, der Behörden und der Wehrmacht teilnahmen. Die Tagung erhielt ihr besonderes Gepräge durch die Anwesenheit des Reichsbankpräsidenten und Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht, der im Verlaufe der Sitzung das Wort zu grundlegenden Ausführungen über die Wirtschaftsreform und die zur Zeit aufliegende Reichsanleihe erggf.„„ gm. 92 6. g7" an se Der Leiter der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe, Generaldirektor Dr. Borbet(Bochum), begrüßte die Erschienenen und dankte dem Führer namens der Wirtschaft für deren Wiederaufbau in den vergangenen drei Jahren. Was wir in diesen Jahren erlebt hätten, stehe heute als weltgeschichtliche Wende vor unseren Augen. Dr. Borbet richtete sodann Worte aufrichtigen Dankes an den anwesenden Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht, durch dessen kühne und willensstarke Wirtschaftsführung das rohstoffarme Deutschland an der Arbeit gehalten worden sei. Er schloß seine Ausführungen unter lebhaftem Beifall mit einem Treuebekenntnis zum Führer und Volk. Nachdem Regierungsrat Dr. Kluy von der Wehrwirtschaftlichen Abteilung des Reichskriegsministeriums über Berufserziehung und Wehrwirtschaft gesprochen hatte, nahm Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht das Wort zu einer Rede, in der er ausführte:„Die gewerbliche Wirtschaft ist eine Einheit, die auch in ihrem organisatorischen Ueberbau eine Einheitlichkeit erfordert. Das soll jetzt auf der Ebene der Wirtschaftskammern herbeigeführt werden. Die Bezirksgruppen der Reichsgruppe Industrie und die Bezirksgruppen der großen Wirtschaftsgruppen des Handels werden mit den Wirtschaftskammern vereinigt. Diese Einheit wird freilich auf dem Papier allein nicht hergestellt werden können. Es muß hinzutreten der feste Wille beider Beteiligten, sich in dieser Einheit zusammenzufinden. Ich rufe zu einer= solchen Zusammenarbeit auf. Eifersüchteleien untereinander darf es nicht geben. Wer trotzdem seine Stellung zur Unterdrückung anderer ausnutzen sollte statt zur Gemeinschaftsarbeit, wird von mir zurechtgewiesen werden. Die selbständige Organisation der gewerblichen Wirtschaft ist für mich als Reichswirtschaftsminister eine Notwendigkeit. Wir brauchen ein solches Instrument zur Durchgabe von Anordnungen an die Wirtschaft und zur geordneten Sammlung von Wünschen der Wirtschaft an die Regierung. Wenn unser neuer Staat die Führung über die Wirtschaft beansprucht, so muß er auch ein Organ haben, durch das er diese Führung verwirklicht,,.### Li. Arsseien. Ich werde dafür sorgen, daß die Organisation der gewerblichen Wirtschaft in Zukunft in stärkerer Weise in die Tagesarbeit der Wirtschaftspolitik eingeschaltet wird.“ Dr. Schacht betonte, daß er dabei entscheidenden Wert darauf lege, daß die Organisation der gewerblichen Wirtschaft nicht zu einem überwiegend von bezahlten Kräften beherrschten Tätigkeitsfeld werde.„Man spricht von Bürokratie“, so führte der Reichswirtschaftsminister weiter aus,„wenn der Funktionär richtunggebende Entscheidungen von politischer Bedeutung zu treffen wünscht, die allein der politischen Leitung zustehen Der im Wirtschaftsleben tätige Betriebsführer muß auch in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft die wichtigsten Entscheidungen selbst treffen. Von ihm selbst müssen die Impulse und die notwendigen Korrekturen für die Tagesarkeit ausgehen. Es ist ein großes Maß an Opferwilligkeit, was gefordert werden muß. Aber ich rufe die Betriebsführer auf, daran zu denken, daß die Frage, ob die Organisation der gewerblichen Wirtschaft echte Selbstverwaltung oder einen bürokratischen Apparat darstellt, für sie alle von schicksalhafter Bedeutung ist. Bürokratisierung bedeutet den Weg zum Staatssozialiemus. Die vom Führer gewollte verantwortungsbewußte Wirtschaft kann nur erhalten werden, wenn die Mitglieder der Organisation der gewerblichen Wirtschaft den Geist der echten Selbstverwaltung in sich tragen und in tätiger Mitarbeit immer wieder aufs neue bekunden. In der Organisation selbst wird daher auch das Schicksal der Wirtschaft entschieden.“ Dr. Schacht wandte sich dann der Reichsanleihe zu und erklärte:„Ich habe den Eindruck, daß das Interesse an der Anleihe in allen Bevölkerungsschichten recht rege ist, und die bisher vorliegenden Zeichnungsergebnisse sind durchaus zufriedenstellend. Mein Appell an die Industrie geht dahin, in der noch vor uns liegenden Zeichnungfrist zu prüfen, wieweit die Industrie ihre im letzten Jahr erheblich gestiegenen Gewinne und Reserven der Reicheanleihe zuführen könnte. Eine solche Anlage in Reichsanleihe stärkt die Liquidität der Werke, denn durch die Börsen= und Lombardfähigkeit besteht die Möglichkeit der jederzeitigen Geldbeschaffung.“ Die industrielle Wirtschaft, so fuhr der Reichsbankpräsident fort, dürfe nicht vergessen, daß ihre gegenwärtige günstige Lage durch den Einsatz öffentlicher Mittel herbeigeführt worden sei. Die Bereitstellung kurzfristiger Geldmittel stehe immer im Zusammenhang mit der Möglichkeit einer Konsolidierung der kurzfristig aufgenommenen Mittel. Abschließend erklärte Dr. Schacht:„In diesem Kreise darf ich besonders betonen, daß es letzten Endes nur zwei Wege für die Finanzierung staatlicher Aufgaben gibt, und zwar entweder Steuern oder Anleihen. Die bisher verfolgte Methode der Anleihe hingegen verteilt die Lasten auf eine Reihe von Jahren und vermeidet eine rigorose Anspannung von Steuern, die die Industrie natürlich in erster Linie treffen würden. Ich glaube, daß ich Ihrer vollen Zustimmung gewiß bin, wenn ich der Erwartung Ausdruck gebe, daß die gewerbliche Wirtschaft auch auf diesem Felde ihr Interesse erkennen und ihre Pflicht tun wird.“ Börsen am Schluß fester Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Nach den rückläufigen Kursen, die in den letzten Tagen auf den Aktienmärkten zu verzeichnen waren, machte sich zu Beginn der Börse an den Aktienmärkten ein gewisses Deckungsbedürsnis bemerkbar. Bevorzugt waren dabet Montanwerte. Aber auch einige Sonderwerte sanden Beachtung. Nach den ersten Kursen machte die Befestigung weitere Fortschritte. Ueber ¼ bzw. ½ Prozent gingen die Besserungen in den meisten Fällen nicht hinaus. Stärker erhöht waren Felten mit plus 1¾ Prozent. Schwächer lagen Goldschmidt mit minus 1¼ Prozent. RWE. mit minus 1¼7 Prozent, Aschersleben mit minus 1¼ Prozent. Der Kurenmarkt lag nicht einheitlich unter Bevorzugung von Kohlenwerten. Von Kohlenkuren wurden Diergardt erneut zu anziehenden Preisen gehandelt, Constantin knapp behauptet im Markt, Carolus wurden zu gestrigen Preisen umgesetzt, auch Deutschland wenig verändert im Markt. Von Brannkahlenwerten blieben Michel=Werte höher gesucht. Kalikure vernachlässigt bei kleinen Umsätzen in Beienrode, die leicht anziehen konnten. Der Rentenmarkt verkehrte ebenfalls nicht einheitlich. Altbesitzanleibe leicht erhöht. Der Freiverkehr verkehrte bei regen Umsätzen nicht einheitlich. Von den Kaliaktien konnten Burbach leicht gewinnen. Am Kohlenaktienmarkt waren die Umsätze in Bergbau Lothringen gegenüber den Vortagen geringer.doch konnte sich das Papier im Verlause um ¾ Prozent bessernEwald dagegen verloren ½ Prozent. Aeotsten der Auid versicherunp Der Leiter der Reichsgruppe Versicherung, Direktor Hilgard, hat an die Tarifgemeinschaft der Kraftfahrzeugversicherer ein Schreiben gerichtet in dem er im Hinblick auf die starke Kritik in der Oeffentlichkeit bittet, das Inkrafttreten der neuen Bestimmungen für die Kraftfahrzeughaftpflicht und die Kaskoversicherung zu verschieben und in der Zwischenzeit in eine Ueberprüfung der neuen Bestimmung im Benehmen mit den zuständigen Stellen einzutreten. Er hat dabei darauf hingewiesen, daß es notwendig sein wird, die neuen Verhandlungen in ständiger Fühlungnahme mit den Leitern der Wirtschaftsgruppen der privaten und öffentlichen Versicherung sowie mit den Vertretern der Gruppe des Versicherungsaußendienstes zu führen. Der Leiter der Reichsgruppe weist in seinem Schreiben noch darauf hin, daß die Neureglung nicht nur dem gerechten Ausgleich der Belange der Versicherten und Versicherer dienen müsse, sondern auch die Förderung der Motorisierung sowie die Hebung der Verkehrsdisziplin nicht aus den Augen verlieren dürfe. Vierteljahresausweis der Ver. Stahlwerke Uneinheitliche Entwicklung in der Erzeugung Nach einer Uebersicht über die Hauptproduktionsziffern der Betriebsgesellschaften der Ver. Stahlwerke für das Vierteljahr April—Juni 1936 zeigt die Gesamtproduktionsziffer bei Kohle einen Rückgang um etwa 6 Prozent. Der Rückgang ist auf die größere Zahl der Feiertage im zweiten Vierteljahr zurückzuführen; arbeitstäglich ist nur ein geringer Rückgang zu verzeichnen. Bei der Koksgewinnung ergibt sich eine Besserung um rund 4 Prozent; hier macht sich sowohl der vermehrte Bezug infolge der Sommerrabatte als auch der anhaltend gute Bedarf der Hüttenwerke bemerkbar. Die Roheisenerzeugung liegt etwa 1½ Prozent unter der des vorhergehenden Vierteljahres; arbeitstäglich ist jedoch der Rückgang auch hier weniger groß. Dagegen zeigt sich bei der Rohstahlerzeugung eine kleine Zunahme von 1½ Prozent in der Gesamtmenge; arbeitstäglich dürfte die Besserung hier zwischen 6 und 7 Prozent liegen. Lothringen=Aktien in Bewegung Im Rahmen der seit einiger Zeit zu beobachtenden Abgaben von Lothringen=Aktien an der Rheinisch=Westfälischen Börse dürften in den letzten Tagen 1¾ Miklionen Reichsmark Aktien ihren Besitzer gewechselt haben. Es handelt sich hierbei um Abgaben der Stellen, die anläßlich der Lothringen=Sanierung, größere Aktienpakete übernommen haben. Die Verkäufe sind durchweg über eine Düsseldorfer Privatbank erfolgt. Man nimmt an, daß das herauskommende Material auch weiter von der Wintershall=Gruppe aufgenommen wurde. Berliner Börse Die Börse eröffnete ziemlich unsicher, wurde allerdings später an den Aktienmärkten wieder freundlicher. Zunächst überwogen Abgaben, beispielsweise bei den am Vortag begünstigten Zellstoffwerten. Dann trat, ausgehend vom Montanaktienmarkt, eine Besestigung ein. Bei der Enge des Geschäfts gab es wieder auf einigen Sondergebieten stärkere Kursbewegungen, so in einigen Papieren mit Auslandscharakter. Vec. Stahlwerke zogen um 1½ Prozent an. Farden eröffneten 1 Prozent niedriger, bolten ober später wieder auf. Conti Linoleum plus 2 Prozent. ACch. und RWE. je minus 1 Prozent. Chade 12 bis 13 Reichsmark höher. Deutsche Kabel und Deutsche Telephon je über 1 Prozent minus. Schultbeiß 1½ Prozent niedriger. Süddeutsche Zucker plus 2¼ Prozent. Die Anleibemärkte lagen außerordentlich still, Altbesitz eine Kleinigkeit niedriger, ebenso Umschuldungsanleibe. Städteanleihen kaum verändert, Pfandbriefe fast ohne Geschäft behauptet. Industrieobligationen uneinheitlich. Im Verlauf machte die Besestigung an Montanwerten weitere Fortschritte. Die Börse schloß fest unter Bevorzugung von Montanaktien. Am Geldmarkt Tägliches Geld 3 bis 3¼ Prozent. Am Devisenmarkt notierten: Dollar.482(.481), Pfund unverändert 12.460, französischer Frank unverändert 16.460, Gulden 169,12(169.23), Lira unverändert 19.55. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. An der Abendbörse zeigte sich wettere Nachfrage nach Bergwerkspapieren, wenngleich gegen den Berliner Schluß nur geringe Erhödungen eintraten und auch die Umsätze nicht sehr lebhaft waren Abgeseben von etwas größeren Umsätzen in Vereinigte Stahlwerke und AG. für Verkehrswesen, die auf 103½ bzw. 117½ anzogen, blieb der Verlauf der Abendbörse recht rubig. Der Grundton war aber fest. Bei einigen Montanwerten wurden die höheren Berliner Schlußkurse nicht ganz erreicht. Die Auslandsbörsen Newyork: Unregelmäßig. London: Freundlich. Amsterdam: Aktien gedrückt. Paris: Freundlich. Brüssel: Fester. Zürich: Ruhig. Wien: Ruhig. Mailand: Stetig. Getreidegrohmarkt zu Berlin Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst oer 100 ke Amtl. * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung„vom 8. Juli: 53 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 93 Prozent, Bl. 144 Reichsmark, Aluminium, Walz oder Dr. 148 Reichsmark. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 8. Juli ausgeast en blhelm Sehaort aungenetet. Bochum, Bongardstraße 14 Portlaufende Notierungen .7. 8..1 8..1 7..!..1 oivr. Antag Schlud Kassa Schludl oi. Antag 112.60 112.50 112.50 112 50 Atbesitz 5% Hloesch Rll. 5% Krupp RM. 6% Mittelstahl 6% Ver. St. Rll. Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlast. Disch. Erobl D. Reichsbahn 1 6. Farbenind. Feldmöhle Felten& Gollie Goldschmidt Haroen.. Hossch-Köln Kal-Aschersl. 102.00 102.00 102.00 102.87 103.00 103.00 102.12102 12 102.12 102.62 102.50 102 50 106.00 106.00 107. 12 131.25131.00 118.00—. 129.12/130.00 123 25 123.25 167 37168.00 125.12 135.00 134.62/134 50 132.37/132.50 133.12/131.00 113.75 113.00 113.12 131.25131.75 131 75 3 116.00 117.25 116.75|115 50 5/126.50 126.50 126.50|127.75 102.00 103.00 102 12 99.00 106.00 130.75 130.00s129.8 123 251123.12 168.00168.25 Klockner-W. Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank Rhein, Braunk. Rhein, Stahlw. Rh.-.-Elek. Saizdetfurth Schuckert 4Co. Siemens 4 Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Mesteregeln Wintershall Zeilst. Weichot J111 301 3/105.37 113.37 12/197.37 12 41143.12 6 136.87 75 180.00 4 160.00 203.50 5 35 101.62 0 48.50 5— 5/125.87 ..1.7. Schlus Kasss 1II. 75 112.00 110.00 107.75 108 621105.37 113.25 113.12 197.00 196. 87/196.00 145.37/145.62 — 136.87 180.00180.00 160 50 160. 12/160.00 204.00 115.75 115 62 102.87 102. 62 47.00 47.00 128.00 128.001126.75 125.87 126.00s126.00 .7. Schlus Div. Balcke Masch. 0 Berg. G. Dahl.V. Bonner 8g. u. H. Bösp. Walzw. Braunk Zuk. Dortm. Ritterdr. Oöss. Host. 85 ouss. Masch. 6. lOynamit A. Nob..5 Eschw. Berg. V. 14 Glas- u. So. S. 10 145 25 138.00 101.37 47.00 Nuxe Steinkehlen „ e. f. i f. J. Gsid Brief Geld Briefl Carolus M. 4700 5000 4700 5000 Const. b. 6. 7200 7550 7175 7600 Deutschl. 385 415 385 415 Schwerin 4400——42504500 Heinr. 10600 1110010600 11100 Langd 13000 13600 1300013600 Braunkohlen Bruckd.-N.——-— Gutefloffn. 3850 41003900 4100 Leonh. 10300 10950 10000 10800 Michel 13600 14300 13500 14100 Vests 10300— 10000— Gernhareth.— 1625— 1425 Kall Beienroge 1126013201289 1310 Burbach— 52504900 5250 Neu-Staßt.——-— Siegfr.Iu. 1/6500 680018800 8900 5 win.(12200 12800 12300 12800 Preiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Kuxe e. f. 1, 7. J. Geld Brief Geld Brief Liergardt 6800 6950 6550 6850 Westtalen 9000— 9000— Sellerh. 3830/4100— 4100 Kallkere .6. f. f. 7. Geld Brief Geid Briet Sraunschw. 6000 6300 6000 6250 Einigkeit 8500—— 6650 7100 1 Erichsseg Habigh. Heimbeld. Hope.. 9senburg Mariegl Marie Marie Mar Neuselist. Rensbach Reicheld Thüringen 2800 925 3550 2800 420— 420 Industrieaktien(Einheitsk.) 8. 7. 81.0 .7. 34.3 146.01460 136.0137.0 119.3120.0 107.01074 66.0 85.0 87.0 2300— Oiv.„8. 7a Colonia Röckv.— 265.0265.0 Gladb. Feuerv. 40 785.0785.0 Koln, Hagelv. 8 95.0 95.0 8oIn.Lloyd.V.— 235.0285.0 Köln. Rückv. gr. 8 117.0117.01 4 v 441 917 Köln, Röckv. Hl.— 78.0 76.0 Rentenwerte Glückauf-.A6. Gebr. Goedh.A0 Hallesche Salz. Hochtief 46. MNabelw. Rheydt IKall-Chemie Mölheim, Berg Rhein, Metall Rhein, Spiegel Roodergg Sgob Sachs P# Sehsten--Peiste. Schleg. Scharp. Waggonf. Uerd. 96s02800— 2950 2800 3000 — 300 8100— 2830— 2830— 2830— 2900— 3200 M000S5 Wasserw. Geis..5 Bankaktien Berlin, Hand. 6. Com.- u. Pr.-B. 0. Bank u..-G. Oresdner Bank Rh. W. Bb. Cr.8. Westd. B..-A. 120.0120.0 148.0148.0 129.0 194.0194 132.5 92. 117.6117.9 99.0 87.0 5 Rhw..-Cr. Ghyp.s Pid. S. 4. S. 12. 10 dto. dto. 8. 51 Oto. dto. 8. 11 # dto. Gold.-Hom. 1926. 1927 S. 4—8 712 Wo. Bod. Gefo.6 6 dto. Em. 3, 9/12, 14 8100 2850 2850 2850 2900 4000 —. 120.8 92.2 95.0 97.2 97.2 97.0 123 94.7 95 Vereicherungsaktien RM. Aach.-Mönch.F 32— Aach. Rückvers 14.8238.0 238 Agripp.., Fl..— 870.0370.0 Alll. u. Stuttg.W.2325.0255. IAll.- v. St..-V..9—. Colonis,.-V. K..4/137.|137.0 97.0 97.0 41 95.0 95.0 a. Freiverkehre-Aktien „. S. 7. 1. 1. Geld Brief Geld Brief Burb.K. 74.0, 17.0 74.0 77.0 Eiss C. 119.0123.0119.0122.0 E. R0.L. 116.0 120.0116.5120.0 Gosch. b 148.0152.0 Jann..—. Nume ou 105.5 109. S107.0 1090 Kortum—. 66.0 65.0 88.0 Lothrin. Lothr. 6. Manst nasch. kr urch. Berg 8b. 1ine1. WI. Oian. v. Aust. 103. 0105 5103. 0107.2 93.5 96.0 84.0 87.0 69.0 84.5 87.0 84.0 87.0 96.0101.0 98.01010 93.0 96.5 98.5 96.5 ogek. wie 1 10.5 118.8 110.8s113.5 Steuergutecheine 8. 7. f. 7. fällig ab f. 4. 1824. 108. 6/103.6; 1. 4. 1835 107.8/107.6 1. 4. 1036 111.8/111.8 1. 4. 1997 112.8112.3 1. 4. 1999 112.8 Berliner Börse, 8. Juli Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Fillale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstus 5% Einheltakurse Industriewerte 6. Oittmann Neuh.1 0 57.0 87.5 Otmd. Akt.-Brau. 10 Union-Brau 12 207 5209.2 Oörener Metall 6140.0 Oyckersh. Widm. 6154 0132.0 IM Aage AkU E. G. Anhalter Kohle Aschaff Zeilet. Basalt Sayr. Motoren Gemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Karisr. ind „ Rr. u. Licht Maschinend. Boderu: 12— 206.0 0 52.6 51.6 O 37.5 37.5 0 106.0106.0 0117.0118.3 9 94.0 94.5 0 10.0 10.0 8138.5138.7 5 84.5 85.2 6 138.5137.1 0110 7108.0 9—.137.2 8 156.0156.1 5134.2134.0 4107.2105.6 char. wasser Seitso11T.I Chem. Geisenk. 45 /100.—. Coati Gummi 11/191.0192.0 O4snier Ben: Otsch. Atlant. Otsch. Baumwolle " Conti Sas " Kebel „ Linoleum " Steinzeug „ Tel. u. Kad. " Eisenhand glektr. Lieferg. 6/134.7134.0 „ Licht u. Kr. 7159.5159.5 Engelh. Brauerei 0 99.5 99.5 Enzinger Union 6116.5116.2 Feiesute %#psret 4 6o. /9#— German. Cem. 4/108.0 Ges. f. el. Unterg. 6143. Gildemeister 7157. Glacb. Weile 10 0122.8122 6117.5118.2 9 161 7121.2121 6 143.5144.0 8193.5192.7 8137.8, 7—. 1139.7 4136.0198.7 Gruschw. Textil Suanowerke ackethal Draht Hagede Hamb. Elektr. Thindr.-Aufferm. Hoffmann Stäcke Hohenichswerke Hlolzmann Ph. Hotelbstr.-Ges. S5 107.2 5109 0107.0 .6143.5 7155.2 2108.7 . 0106.0 Se Jise Genus isenbeck Brau. Junghans Gebr. 89131 5132.3 6116.0115.1 8 145.0145.0 8132.0132.7 69144.0145.0 0150.0150.0 4124.0124.0 0 91.5 91.2 7a A 8174.9174.0 6135.0134.2 9 73.2 78.2 0 95.3 98.0 KPgereste Kölner Gas Krefft W. Kromschrosder Kronprinz Metall Küppersbusch PPgg Laurahütte Leopolds groben Lindes Els Lingnerwerke Lorenz C. 6131.5131.0 3 78.0 77.0 0 78.7 79.0 9— 24 7162. 142.2 0—. 22.3 0 106 2 106.0 8 160.0159.5 8 49—. ezigu. Hotte 9—. 1978 Wieg„9 106.5106.5 Aimose 10152.35 Mülhelmer Berg. 92.2 83.5 123.0 791. 4 Koppell Oenabr. Kupfer# Ponge 4 Zehn 16/117.8 ##0. El. Worte 8—. 191.0 Rhein.-W. Kaik 6—. 136.0 Riebeck Montan.2117.0 Rütgerswerke S129.5130.0 29—. S 97.7 95.0 9—. 9 39.8 0 96.2 96.5 7 139.0 10145.0145.5 3PSgssprest Sarotti Schlege Schles. Berg. u. Z. „ Berg.beuth. „.,Eloft. u. 6as Schub,& Salzer Schultheis-Patz. 4110.5110.5 Siegersdorfer W. S 116.1117 2 Siemens Gias 4105.0103.0 Siem.& Halske Stollberg. Zink 8 203.2 0 75.0 2203.7 .0 76.0 Thüringer Gas 7—. I Tuch Aachen 7108.2105.0 Unlon chem. 8—.—. Wer. Dtsch. Niekel 8164.0 Ver. Glanzst. 0130. Ver. Uitramaria 7—. Vogel Draht 6—. wegper amp 0. Wandererw. Warsteiner Grub. Westtalen Draht Wicküler Brau. 5114. 8171. 0 75.0 S 9—. .0—. .0127.5 130.0 .6113.0 .0172.0 .0 74.5 Verkehrswerte A. 6. für Verkehr Boch.-Gelsenk. Hemb. Amer. Pak. 0 Hamb. Södamer. 0 Norod. Lioyé 0 S118.0113.0 0 3 14.5 3 2 S 13.3 Rentenwerte 45 Ot. R. Schatz. 41 96.8 4 01. R. Anleide 44 97. 55 O. K. vounganl. 102. 45 Reichsbahn Sch. 99.1 Westtalen Altbesitz 113.7 45 Bochum Anl. 92.4 45 Duisburg. Anl. 4 Düsseld. Anl. 45 Elberfeld. Anl. 45 Essen Anl. 96. .2 97.2 .0102.0 .1 99.1 2115.5 .0 92.0 .2 91.6 .5 .7 92.5 .1 92.2 44 Mölb.-Ruhr Anl. 6 Ruhrverbd. Anl. 36 ## Pf. Lopf. A. Pfc. 45 Lobk. Westf. Pfc. 45 Labk. Westf. Kom. -0t. Komm. Goldan! 45 Westf. ldsch. Pfd. 4EDt. Hyp. B. Bin.Pfc. 4# Pr. Contr. B0d.Pfe. 45# Pr. Pfodr. Bk. Pfe. 4# Basalt Obl. 6 Concord. Berg. Obl.1 5 Oaimier Benz Obl. 5 Klöckgerw. Obl. 6 Mont Cenis Obl. 4# Ver. Stahl 60 45 Ver. Stadl 47/81 6 Ver. Stahl 5 Sem, u. H. 0b. 6 Parbendonds Umsch. Anleihe R. Schuldb. F. 38 R. Schulob. F. 36 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldd. F 42 R. Schuldb. F. 43/8 5 Essen Steink. 42 4 Haroener 49 4. R. W E. 32/8 5 R. W. E. 80 4# Ruhrchemie 4 45 Ruhrgss 63 45 Ruhrwasser 33 45 Ruhrwohng. 55 45 V. E. W. 32 91.5 97.5 97 5 95.1 95 93.3 93.3 95.5 95.2 95.0 96.0 96.0 96.7 90.7 96.2 96.0 99.7 39. 8 102.7102 5 106 0106.0 101.0101 103.1103.3 94. 5 94.3 94.5 94.6 98.5 99.0 182.0152.0 1301.130.6 97.7 97.5 .7..2 Geld Brief 96 2 M07 93.5 95.0 92.7 94.2 100.0 94.5 960 94.7 96.2 92.5 93 7 94.2 95.5 92.7 99.7 Westtalenbank.-G. Bochum Ausföhrung sümtlicher Bankgeschaft Ausführung aller bankmäßigen Geschäfte Dregdger Bank Fillale Bochum Humboldtstr. 10 Fernrut 60001 Dienstag morgen 10.30 Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, mein guter, treusorgender Vater, Schwiegervater. Schwiedersohn, Bruder, Schwager und Onkel SIO LIebsch Im Alter von 53 Jahren In tiefer Trauer: Frau Emilie Liebsch geb. Netzer Walter Liebsch und Frau Elisaberh geb. Schulz Bochum-Riemke, Berlin-Spandau, Siemensstadt. Tempelhof. Pritzwalk, den 7. Juli 1936 Die Trauerteier findet Freitag vormittag 11 Uhr Im Krematorium zu Dortmund statt. Da die Beisetzung der Urne nach dem Wunsche des Verstorbenen in Berlin-Spandau erfolgt, wolle man von Beileidsbesuchen und Kranzspenden bitte Abstand nehmen Familien= Nachrichten aus anderen Zeitungen übernommen— Geboren: Knaben: Dortmund: Dr. zur. A. Lebrecht (Margot Reishaus). Mädchen: Düsseldorf: Emil vom Leyn(Marie Schwartz). Verlobte: Dortmund: Lieselotte Barth mit Hans Hammer. Vermählte: Duisburg: hannes Tenzer m. Emmy Held. Hagen: Theo Wellmann mit Hedi Siano. Hamm: Hugo, Brenschede m. Irmg. Bischof. Gestorben: Dortmund: Agnes Wieners geb. Klinke, 49½, Amalie Sichtermann geb. Siebelhoff, 74. Essen: Heinr. Becker, 35. Emil Kusche, 51 Wilh. Hoffmann, 63, Wwe. Susanna Zeller geb. Maienschein, 91. Düsseldorf: Peter Weisbecker, 66. Heinz Wolters, 36. Gelsenkirchen: Heinr. Schroiff, 63, Wwe. Lerch geb. Freße, 71. Hamm: Marie Plappert geb. Rogge, 56. Der Herr, der die Dame am Montag von 3 Wochen im Stadtpark gesehen u. in der Kortumstraße gesprochen hat, wird um ein Lebenszeichen gebeten. Zuschr. unt. M. G. 10763 Anz. Verdingung Für die Errichtung 1. eines Werkstättengebäudes und 2. einer Umwehrungsmauer beim Zentralgefängnis in Bochum sollen die Erd=, Maurer=, Beton=, Eisenbeton=, Putz= und Entwässerungsleitungs=Arbeiten vergeben werden. Die Unterlagen sind, solange der Vorrat reicht, beim Preußischen Staatsbochbauamt, Dortmund, Schönhauser Str. 14 gegen Zahlung von 2 RM. zu beziehen. Angebote sind in verschlossenem, getrenntem Umschlage, porto= und bestellgeldfrei mit der Aufschrift„Angebot auf Ausführung der Erd= usw. Arbeiten für das Werkstättengebäude bzw. für die Errichtung einer Umwehrungsmauer beim Zentralgefängnis in Bochum“ bis zum 17. Juli 1936, zum Eröffnungstermin, vormittags 10 Uhr, bei der obengenannten Dienststelle einzureichen. Preußisches Staatshochbauamt, Meyer, Regierungsbaurat. Lieserung von Zementrohren. Die Lieferung von Zementrohren für die Kanalisation in der projektierten Siedlung zwischen Werner Hellweg und Vollmondstraße in Bochum=Werne soll nach den„Besonderen Bedingungen für die Lieferung von Kanalisationsrohren aus Beton (DIN. 1201)“ vergeben werden. Es werden in bester, abgelagerter Qualität benötigt: ca. 270 m Zementrohre 50/75 cm, ca. 130 m Zementrohre Durchm. 45 cm, ca. 465 m Zementrohre Durchm. 30 cm. Preis ist für Anlieferung frei Baustelle, soweit für Lastwagenverkehr geeignete Wege vorhanden sind, abzugeben. Angebote mit gleichzeitiger Angabe der Lieferfrist und der Herstellungsfirma sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Donnerstag, dem 16. Juli, 12 Uhr, bei der Kanalbauabteilung, Rathaus, Zimmer 311, einzureichen. Verspätet eingebende Angebote bleiben unberücksichtigt. Bochum, den 7. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. W Zwangsversteigerung 14 K. 130—34. Gemarkung Wiemelhausen, Grundbuch von Wiemelhausen, Band 24, Blatt 1349. Flur 6 Nr. 706/57, Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten und Wohnhausanbau mit Büro und Lager, Wiemelhauser Straße 203, groß 24,81 Nr. Einheitswert 1. 1. 1931: 16 000 RM. Eigentümer: Tiefbauunternehmer Julius Stemmann zu Bochum. Versteigerungstermin am 15. August 1936— 10 Uhr— an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer Nr. 52. Das Amtsgericht in Bochum. Zwangsversteigerung Am Freitag, dem 10. Juli 1936, um 11 Uhr, versteigere ich in der Wirtschaft Morjan, Alleestraße 54, folgende Gegenstände: Mehrere komplette Küchen. Es handelt sich um neue Sachen. Versteigerung findet bestimmt statt. Bochum, den 8. Juli 1936. C. Clausen, Obergerichtsvollzieher, Christstraße 42. Jg. Mädchen nicht über 17., z. Milchaustragen u. etw. Hausarb. ges. Vorzust. bei Dillmann, Lasserstraße 17, ab 16 Uhr. Tüchtiges ur alse Rlädch. e Hausarb. Friederirages. straße Junges per sofort gesucht. Oskar=Hoffmann= Straße 47, part. Gesuche Ig., verh. Beamt., sich. Mietez., sucht für sof. od. 1. 8. -.-Wohng. mit Bad. 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August 1904 bringe ich diesen Antrag mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß dagegen von den Eigentümern, Nutzungs= und Gebrauchsberechtigten und Pächtern der benachbarten Grundstücke innerhalb einer Ausschlußfrist von 21 Tagen bei mir als dem von dem Verbandsausschuß des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk Beauftragten Einspruch erhoben werden kann. Bochum, den 3. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. FAHRRADER schon für 35.-RM. — mit Garantie Opel. Dürkopp. Triumph usw. billigst Bequeme Ratenzahlung Lenker.—. Laufmantel.25, Dynamo.30. Schlauch.70, Bremse.65, Schutzbl..60 Hans Scherzek,- Berags# im Zentrum der Stadt, mit Zentralheizung, zu vermieten. Preis 60.— bezw. 30.— RM. pro Monat. Evtl. Auto=Garage. O. P. 2716 Anzeiger. Jaulggrluche) =Wohng. (Jumue) Beamter sucht eingerichtetes in guter Lage. J. B. a2/63 Anz. Felephonisch können Sie jederseit Anzeigen für den B..- aufgeben RufenSie 67551 an Mit Kostproben— Eintritt tre! heute, Donnerstag, den 9. 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Juli 1986 8 Gleichbleibende Tageseinteilung: K .55 Wetterbericht für den Landwirt .00 Morgenruf und Frühkonzert .45 Leibesübungen .00 Wiederholung des Morgenrufs, Zeit, Wetter, Nachrichten .15 Morgenkonzert .15 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .20 Frauenturnen 10.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 13.00 Mittagsmeldungen 1 14.00 Mittagsmeldungen II 15.30 Wirtschaftsmeldungen 18.40 Vom Tage 18.50 Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten EEEEE Funkberichte vom 10.00 Ich rufe die Jugend der Welt. Werden der Olympia=Glocke 12.00 Die Werkpause. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt) 13.15 Mittagskonzert. Das Westdeutsche Kammerorchester (Hermann Hagestedt). Friedel Schröder(Sopran): Paul Schröder(Lieder zur Laute); Josef Bachem (Klavier). 1. Frohes Wandern, Marsch(Frantzen). 2. Vorspiel zu St. Hubertus(Fucik). 3. a) Kommt der Frühling ins Land aus„Die Heilige und ihr Narr"(Friedl), b) Du sollst der Kaiser meiner Seele sein, Lied(Rob. Stolz). 4. Steierische Ländler(Pachernegg). 5. Elfenspiel(Muhr). 6. An der schönen blauen Donau, Walzer(Joh. Strauß). 7. Heimweh(Zeh). 8. Teepuppen=Parade(Noiret). 9. Zur Attacke, Marsch(Siede). 10. Musik zu Pole Poppenspäler"(Stierlin). 11. a) Lauter kleine goldne Sonnen(Löns), b) Unter blühenden Linden(Steinwender). c) Rosenzeit(Schröder), d) Er hört mit ihr den Kuckuck schreien(Holz). 12. Im schönen Tal der Isar, Walzer(Löhr). 18. Lied im Volksmund(Kick=Schmidt). 14. Alte Kavallerie, Marsch(Heuser) 16.00 Der Erzähler. Zwei Stunden Plauderei und Musik Zur Unterhaltung. Marlies Hürten(Sopran); Toni Muhs(Bariton): Josef Bachem(Klavier); Willi Jansen und Willi Meyer(Akkordion): Hans Vries(Zither): Die Funkschrammeln: Das Kammerquintett. 1. Im Zigeunerlager. Marsch 18.00 (Oscheit). 2. Des Alpners Freud' und Leid' (Vries). 3. a) Frühlingsreigen(Fleischmann), b) Trinkspruch(Schmalstich). 4. Frühlingsweben, Walzer(Seybold). 5. a) An den Sonnenschein, b) Wenn ich früh in den Garten geh'(Schumann). 6. Der fidele Schuster, Polka(Meyer). 7. Da draußen in der Wachau(Arnold). 8. Liebeslied (Swoboda). 9. Am Rhein(Humverdinck). 10. Schützenliesel, Rheinländer(André). 11. Lombardo, Walzer(Baltimoro). 12. Melodien aus „Der Vogelhandler“(Zeller) 18. Konzertstück über das Lied„Im tiefen Keller"(Holz). 14. Frühlingsfahrt(Schumann). 15. Malaquena(Albeniz). 16. Erinnerung an Berchtesgaden, Ländler(Seifert). 17. Romanze(Holz). 18. Italienische Dorfmusik, Walzer(Baltimoro). 19. Liebeslegende(Becce). 20. Tango(Holz). 21. Ein Kindertraum, Melodienfolge(Rust) 19.45 Momentaufnahme 20.10 Soldaten— Kameraden. Grenzlanddeutsche Märsche(2. Folge). Stabsmusikzug des Hilfswerks Nord=West, Bad Godesberg 21.00 Wo bist du, Kamerad? Funkappell alter Frontsoldaten 21.30 Lieder aus dem Großen Krieg 22.30 Wir rufen das Reich(Von München). Kantate für Sprecher, Chor und Orchester. 1. Einst kommt der Tag. 2. O heilig Herz der Völker, o Vaterland. 8. Anklage und Mahnung. 4. Und setzet ihr nicht das Leben ein. 5. Unser ist das Reich. (Aufnahme von der Reichstagung der RS.=Kulturgemeinde)