Tern Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. Bezugspreis mit Botenlohn:?"5 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkmit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 5 Bse. bei fün Sonntagen im Ronal.“— Wenn das Erschelten der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dal. verhindert wird, können keine Frsatzansprüche egiglig pegberz u, Gemittwooch 8. Juli 1936 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum 43. Jahrgang Nummer 137 Einzelpreis 10 Pf. in Anseidernte g illengteuicheP Vfe“Hgeleisbaen“ Tertigie, Bichl se: Svortalender Preiäsiste.“,gullg, Nachlatstassel.— Schluß dei Zeltaise um 16 Uubr des Vortages. Feür den ergostack sern. mündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Hoontns Horn)PrIiser.!. Schacfe Keni am Volkerdund Chiles Hauptvertreter sagt:„Die gegenwärtige Anwendung der Völkerbundssatzung führt zum Weltkrieg“ dnb Berlin, 7. Juli. - Der„Angriff“ veröffentlicht in seiner Spätausgabe am Dienstag eine Unterredung mit dem chilenischen Hauptvertreter beim Völkerbund und Botschafter in Rom, Rivas Vieuna, der bekanntlich den überraschenden Vorstoß in der Frage einer Reform des Völkerbundes unternommen hat. In der Unterredung, in der die große Sorge deutlich zum Ausdruck kommt, mit der nicht nur Chile, sondern sämtliche südamerikanischen Staaten die Entwicklung der Genfer Einrichtung verfolgen, hebt der chilenische Völkerbundsvertreter unter Berufung auf die Neutralität Chiles im Weltkrieg hervor, daß nunmehr der Augenblick gekommen sei, um sich mit der Reform der Völkerbundssatzung zu befassen. Dabei müßten aber auch die außenstehenden Nationen nach ihrer Ansicht gefragt werden. Rivas Vicuna fährt dann fort: „Was ferner die Reform selbst betrifft, so ist es noch verfrüht, einen genauen Wortlaut zu unterbreiten. Aber soviel können wir schon jetzt sagen, daß es ein unmöglicher Zustand ist, wenn bestimmte Artikel der Völkerbundssatzung in den Vordergrund gestellt werden, während die wichtigsten ganz in Vergessenheit geraten. So wird z. B. Artikel 8, der die Abrüstung betrifft, überhaupt nicht geachtet. Die Völkerbundsstaaten haben die schwere Verfehlung begangen, daß sie den gefährlichen Rüstungswettlauf im Nachkriegseuropa nicht verhindert haben. Es sind weiter alle jene Verpflichtungen außer acht gelassen worden, die vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung kriegerischer Auseinandersetzungen verlangen. Es ist schließlich nichts dafür getan worden, um den Artikel 19 anwendbar zu machen, der unhaltbare Zustände und damit Kriegsursachen beseitigen soll. Solange der gegenwärtige Zustand andauert, halten wir es für dringender, örtliche Streitfälle zu begrenzen und nicht in allgemeine Kriege militärischer und wirtschaftlicher Art ausarten zu lassen, wie es der Artikel 16 vorschreibt. Diegegenwärtige Anwendung der Völkerbundssatzung führt zum Weltkrieg. Solange diese Gefahren nicht durch eine Reform beseitigt sind, müssen wir uns das Recht vorbehalten, jeden Streitfall nach freiem Ermessen nach seinen Ursachen, Verantwortlichkeiten und Wirkungen zu untersuchen, ehe wir uns zu irgendwelchen Maßnahmen entschließen.“ Danzig empfing Greiser jubelnd Danziger Hetblätter beschlagnahmt dnb Danzig, 7. Juli. Senatspräsident Greiser traf am Dienstag früh mit dem fahrplanmäßigen Zug wieder in Danzig ein. Obwohl die Ankunft Greisers nicht bekanntgegeben worden war, strömte doch eine große Menschenmenge zusammen, die den Senatspräsidenten mit jubelnden Heilrufen begrüßte. Greiser dankte aus seinem Wagen mit kurzen Worten für die Vertrauenskundgebung der Danziger Bevölkerung. Auf Anordnung des Danziger Polizeipräsidenten sind die Dienstag=Ausgaben der sozialdemokratischen „Danziger Volksstimme“ und des Zentrumsorgans„Danziger Valkszeitung“ beschlagnahmt worden. Die Hetze dieser beiden Blätter war in zunehmendem Maße dazu angetan, fortgesetzt Unruhe zu erzeugen und die Danziger Regierung auch außenpolitisch in peinliche Lagen zu versetzen. Vor allem muß einmal mit aller Deutlichkeit festgestellt werden, daß die Beziehungen Danzigs zum Reich auf die Dauer nicht durch die unausgesetzte Hetze dieser Organe gegen das Dritte Reich und seinen Führer belastet werden können. In der Danziger Bevölkerung besteht der dringende Wunsch, daß den beiden Hetzblättern das Handwerk endgültig gelegt wird. 120 spanische Faschisten verhaftet, weil sie den Polizeichef grüßten dnbd Madrid, 7. Juli. Der Generaldirektor der spanischer, Poliszei, teilte Pressevertretern mit, er habe 120 Faschisten verhaften lassen, die ihn in Villalba bei einer Autofahrt mit res Se f 5e, K aldi Ehnpaiase uit der seik inger Zeit im Ausstand befindlichen Arbeitern und Angestellten des Handels von dem dortigen Arbeitersyndikat der Generalstreik erklärt worden. KaffeeGeruoUPOR?iyter.. Der geweronchen Wietschäft Dezentralisierung— Stärkung der Selbstverantwortung ersten Schwierigkeiten in der Lebensmittelversorgung. Die Streikenden fordern in erster Linie die Entlassung derienigen Arbeiter, die nicht den linksradikalen Gewerkschaften angeschlossen sind. In Malaga sind 9000 Arbeiter und Angestellte des Handels in den Streik getreten. In dem Ort Miguelturra(Provinz Ciudad Real) wurden bei einem Feuergefecht zwischen Marxisten und spanischen Faschisten zwei Personen getötet und zehn verletzt, darunter vier lebensgefährlich. Fabrikbesetzungen sollen in Frankreich nicht mehr geduldet werden— Arbeiter setzen zwei Fabrikdirektoren gesangen. dnb Paris, 7. Juli. Bei einer Aussprache im Senat über die öffentliche Sicherheit gab Innenminister Salenoro im Namen der Regierung die Erklärung ab, daß Besetzungen von Fabriken undanderen Betrieben und sonstige Angriffe gegen die öffentliche Ordnung in Zu: kunft nichtmehrgeduldetwerden. Der Senat nahm mit 230 gegen eine Stimme eine Entschließung an, in der er Kenntnis von den Erklärungen der Regierung nimmt. Wie der„Matin“ meldet, haben die streikenden Arbeiter der Citroen=Werke in Froncles(Departement Obere Marne), nachdem ihre Forderung auf Entfernung zweier Ingenieure von der Werksleitung abgelehnt worden waren, zwei leitende Direktoren in der Fabrik eingeschlossen, die eigens zur Regelung des Streitfalles nach Froncles gekommen waren. Der Präfekt des Departements, der von diesem Zwischenfall in Kenntnis gesetzt wurde, hat einen Arbeitsinspektor an Ort und Stelle entsandt. Berlin, 7. Juli. Der Reichswirtschaftsminister hat durch einen Erlaß an die Reichswirtschaftskammer eine Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft in Kraft gesetzt. Durch die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen war das frühere freie Verbandswesen in die neue Organisation übergeführt und eine Verbindung zwischen Kammern und Gruppen angebahnt. Nunmehr soll in Ausführung von Gedankengängen, die Präsident Dr Schacht bereits in seiner Rede vor der Wirtschaftskammer Berlin=Brandenburg im Dezember 1935 dargelegt hat, diese Verbindung bei den Wirtschaftskammern durchgeführt werden. Gleichzeitig werden Bestimmungen erlassen, die eine Vereinfachung der Organisation, der Beitragseinziehung und Kontrollen bei der Verwendung der Mitgliedsbeiträge vorsehen. Bindeglied zwischen Regierung und Wirtschaft In dem Erlaß wird zunächst die Notwendigkeit einer selbständigen Organisation der gewerblichen Wirtschaft betont. Diese Organisation soll das Instrument der Reichsregierung für die Durchführung ihrer Wirtschaftspolitik und Bindeglied zwischen Regierung und Wirtschaft sein. Soweit dabei bisher selbständige landschaftliche Organisationen, wie die Bezirksgruppen der Reichsgruppe Industrie und der Wirtschaftsgruppen des Handels, zum Teil auf alter Tradition aufgebautes Eigenleben aufgeben müssen, soll dies keinen Verzicht auf die besondere landschaftliche Prägung bedeuten. Vielmehr wird bei einer Zusammenfassung dieser Gruppen mit den entsprechenden Wirtschaftskammern der landschaftsliche Charakter in den einzelnen Bezirken gefördert werden. Der organisatorische Umbau Die Verbindung von Gruppen und Kammern wird zunächst bei den Wirtschaftskammern erfolgen. Die Urder 100 Vonzeidennns=Terirht bei den Zusammenstößen in Paris dnb Paris, 7. Juli. Innenminister Salengro hat in einer Erklärung über die Vorgänge am Sonntag am Grabe des Unbekannten Soldaten, wo, wie erinnerlich, 8000 Personen, zumeist Mitglieder der aufgelösten Kampfbünde, einen Umzug zu veranstalten versuchten, angekündigt, daß die Regierung es den aufgelösten Kampfbünden nicht länger gestatten werde, Ehrenfeiern für den Unbekannten Soldaten dazu zu benutzen, um im Herzen von Paris Unordnung zu stiften. Bei den im Verlaufe der Kundgebung erfolgten heftigen Zusammenstößen mit der Polizei seien außer einem Divisionskommissar und einem Kommissar des betreffenden Bezirks der städtischen Polizei ins gesamt 105 Polizeibeamte, darunter auch einige höheren Ranges, verletzt worden. 30 Beamte hätten infolge der erlittenen Verletzungen ihren Dienst vorläufig aussetzen müssen, während sechs Beamte in ein Krankenhaus eingeliefert worden seien. Auch am Nationalfeiertag, dem 14. Juli, werde die Regierung die Truppenparade mit dem nötigen Glanz abhalten, aber nicht dulden, daß sich am Nachmittag Szenen der Die Streikenden Stadt die Nahhäuser und Geschäfte sind geschlossen. halten auf den Landstraßen vor der rungsmitteltransporte an. Granada dauert der am Samstag begonnene Transportarbeiterstreik an und verursacht die Unordnung abspielten. Die Polizei werde auf den Champs=Elysées und in den Zugangsstraßen jede Ansammlung verhüten, so daß keine Unruhe den Tag stören werde, an dem die Nation die Republik ehren werde. Der Justizminister hat einen Untersuchungsrichter mit der Einleitung eines Verfahrens gegen Unbekannt wegen des Vergehens der Wiederbildung aufgelöster Vereinigungen beantragt. In der Nacht zum Dienstag kam es in Ajaccio auf Korsika zu schweren Zusammenstößen von Angehörigen der Rechtsparteien mit der Polizei und der Volksfront. Rund 500 Mann Gendarmerie mußten in der Stadt zusammengezogen werden, um die Ordnung wiederherzustellen. Auch Militär und Marine befand sich im Alarmzustand. Auf beiden Seiten sind Verletzte zu verzeichnen. Wenn auch vorläufig die Ruhe wiederhergestellt ist, ist die Stimmung noch außerordentlich gespannt. Nähere Einzelheiten über die Zusammenstöße sind noch nicht bekannt geworden. bisherigen Bezirksgruppen der Reichsgruppe Industrie werden in Industrieabteilungen der Wirtschaftskammern und die Bezirksgruppen der Wirtschaftsgruppen der Reichsgruppe Handel(Groß=, Ein= und Ausfuhrhandel, Einzelhandel, Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe und ambulantes Gewerbe) in Unterabteilungen der Wirtschaftskammern übergeführt: die Unterabteilungen können in einer Abteilung Handel zusammengefaßt werden. Diese Abteilungen und Unterabteilungen erhalten Leitung, Beirat und Geschäftsführer, bei deren Berufung die zuständige Reichsgruppe oder Wirtschaftsgruppe mitwirkt. Die Industrie= und Handelskammern des Bezirks werden in einer Kammerabteilung der Wirtschaftskammer zusammengefaßt, die an die Stelle der aufzulösenden landschaftlichen Zweckvereinigungen oder dustrie= und Handelstage tritt. Die beteiligten Reichsgruppen und Wirtschaftsgruppen erhalten fernerhin Einfluß auf den Haushalt der neuen Abteilungen und Unterabteilungen, der für diese gesondert von dem allgemeinen Haushaltsplan der Wirtschaftskammern aufgestellt wird. Die Beitrags= und Haushaltsregelung Hinsichtlich der Beitrags= und Haushaltsregelungen unterscheidet der Erlaß entsprechend der bei der Organisation des Verkehrs getroffenen Regelung zwischen Hauptmitgliedern, Fachmitgliedern und Listenmitgliedern. Eine Unternehmung wird Hauptmitglied bei ihrer Betreuungsgruppe, das ist diejenige Wirtschaftsgruppe, bei der das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung liegt. Wenn sie darüber hinaus auch noch im Gebiet einer anderen Wirtschaftsgruppe tätig ist, so wird sie Fachmitglied bei dieser. Handelt es sich bei ihrer gewerblichen Tätigkeit außer derjenigen als Hauptmitglied um einen Hilfsbetrieb oder um sogenannte unerhebliche gewerbliche Nebentätigkeit, so wird sie lediglich als Listenmitglied erfaßt und braucht in diesem Falle an die betreffende Wirtschaftsgruppe keine Beiträge zu zahlen. Sie wird dann mit einem entsprechend höheren Beitrag bei ihrer Betreuungsgruppe beitragspflichtig. Unerhebliche gewerbliche Nebentätigkeit liegt dann vor, wenn die Betätigung neben der die Hauptmitgliedschaft begründenden Tätigkeit ausgeübt wird und alle Tätigkeiten zusammen ein steuerpflichtiges Jahreseinkommen unter 3000 RM. erbringen oder wenn die Tätigkeit innerhalb einer von den Reichsgruppen festzusetzenden Unerheblichkeitsgrenze, liegt. Die Beiträge sollen innerhalb jeder Wirtschaftsgruppe nach einheitlichen Maßstäben und in einem Betrage eingezogen werden. Es kann also eine Unternehmung, die nur einer Wirtschaftsgruppe angehört, in Zukunft nicht mehr von einzelnen Fachgruppen oder Fachuntergruppen zu verschiedenen Terminen zu mehreren Beiträgen herangezogen werden, sondern die Heranziehung erfolgt nur zu einheitlichen Terminen für alle der Wirtschaftsgruppe angehörenden Untergliederungen. Für die Haushaltspläne der Gruppen unterhalb der Reichsgruppen ist jeweils die Genehmigung der übergeordneten Gruppe angeordnet worden. Ferner ist die Einrichtung einer Prüfstelle für den gesamten Bereich der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vorgesehen, die die Finanzgebarung der Gruppen oder Kammern prüfen soll. Unser Bild von den Scherl-Bilderdienst Zusammenstöben in Paris zeigt, daß Biergläser, Kaffeetassen, Stühle und Tische als Wurfgeschosse gegen die Polizei dienten Vereinfachung und Erhöhung des Wirkungsgrades Weiterhin sieht der Erlaß Einzelbestimmungen zur Vereinfachung und Erhöhung des Wirkungsgrades der Organisation vor Die Reichsgruppen und Wirtschaftsgruppen sollen ihre Organisation auf die Möglichkeit der Vereinfachung von Dienststellen und der Zusammenlegung von Fachgruppen und Fachuntergruppen nochmals überprüfen und hierüber terminmäßig berichten. Statistische Erhebungen der Fachgruppen und Fachuntergruppen bedürfen in Zukunft der Zustimmung der azuständigen Wirtschaftsgruppe. Weiterbin macht der Reichswirtschaftsminister den Leitern und Geschäftsführern sämtlicher Gruppen zur Pflicht, engste Fühlung mit ihren Mitgliedern zu halten und ihnen in unmittelbarer Gegenüberstellung und Aussprache die Wirtschaftspolitik des Dritten Reiches, ihre Schwierigkeiten und Erfolze vor Augen zu führen und von den Mitgliedern Wünsche und. Sorgen entgegenzunehmen, wobei die Gruppen auf vereinfachte Möglichkeiten der Abhaltung von Bezirksversammlungen hingewiesen werden. Einführung einer Ehrengerichtsbarkeit Der Reichswirtschaftsminister stellt ferner die Schaffung eines Ehrengerichtshofes der deutschen Wirtschaft bei der Reichswirtschaftskammer und von Ehrengerichten bei den Wirtschaftskammern zur Einführung einer Ehrengerichtsbarkeit in Aussicht und ordnet die Einsetzung eines Ausschusses unter Leitung des Rechtsanwaltes Graf von der Golt bei der Reichswirtschaftskammer zur Ausarbeitung von Vorschlägen an. Unterstrichen wird schließlich noch einmal, daß die Reichsgruppen den Wirtschaftsgruppen und ihren Unter Seite 2 Nr. 157 Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 8. Juli 1936 9 gliederungen, die Wirtschaftsgruppen den Fachgruppen und die Fachgruppen den Fachuntergruppen übergeordnet sind und daß die Bezirkswirtschaftskammern von ihren körperschaftlichen Mitgliedern Auskünfte aller Art einfordern können und auf die Beteiligung und rechtzeitige Unterrichtung bei der Behandlung von Fragen von grundsätzlicher Bedeutung Anspruch erheben können. Der Reichswirtschaftsminister bringt zum Schluß zum Ausdruck, daß er nach Durchführung dieser Reform die Organisation der gewerblichen Wirtschaft, die nunmehr eine in Gruppen und Kammern gegliederte Einheit ist, in stärkerer Weise als bisher in die Tagesarbeit der Wirtschaftspolitik einschalten werde. Schon jetzt sollen die Kammern und Gruppen auf ihre Mitglieder dahin einwirken, daß sie Einzelanträge nach Möglichkeit nur über die Organisation der gewerblichen Wirtschaft an das Reichs= und preußische Wirtschaftsministerium leiten. Wer ist glaubwürdiger? Weyher oder Noth?— Der 46. Verhandlungstag im Berliner Einsturzprozeß dnb Berlin, 7. Juli. Im Berliner Baugrubenunglücks=Prozeß wurde am Dienstag der Reichsbahnoberinspektor W. vernommen, der zuletzt Expedient, im Büro des mitangeklagten Streckendezernenten Kellberg war. Er bekundete, daß der Angeklagte Weyher mit der Ausarbeitung der Sicherungspläne für die zu kurzen Rammträger beauftragt worden sei. Die Pläne seien aber vor dem Einsturz nicht mehr eingegangen. Noth vertritt nach wie vor den Standpunkt, daß Weyher die Tieferschachtung angeordnet habe, mithin darüber vollkommen im Bilde gewesen sei, während Weyhers Verteidigung darauf hinausläuft, daß hinter seinem Rücken in den letzten Tagen vor dem Einsturz, als er nicht mehr auf der Grubensohle war, der Aushub unter die zulässige Tiefe vorwärts getrieben wurde. Der Vorsitzende betonte, daß man immer wieder auf die Kernfrage zurückkomme, die schon vor zwei Monaten angeschnitten worden sei, wer nämlich die größere Glaubwürdigkeit verdiene, Weyher oder Noth. Bringe die weitere Verhandlung keine Klarheit hierüber, dann werde sich das Gericht auf Grund der sehr eingehenden Beweisaufnahme sein Urteil bilden und die Entscheidung nach pflichtgemäßem Ermessen fällen müssen. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt. Landesverräter hingerichtet and Berlin, 7. Juli. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der vom Volksgerichtshof am 1. Februar 1936 wegen des Unternehmens des Landesverrats zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilte 24jährige Walter Scheve ist heute morgen in Berlin hingerichtet worden. Fremdenverkehr dient dem Frieden RerKeinl PrrOTtoftehe Weepener. Leit=Rartolutsszrunteinde? Klarstellungen eines konservativen Unterhausmitgliedes anb Godesberg, 7. Juli. Der Reichsausschuß für Fremdenverkehr trat am 4. Juli in Bad Godesberg zu einer Sitzung zusammen, die durch die Teilnahme der Leiter und Geschäftsführer der 24 deutschen Landes=Fremdenverkehrsverbände eine besondere Note erhielt. An der Tagung nahm u. a. teil Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Walter Funk als Vertreter der deutschen Reichsregierung. Nach Begrüßungsworten des Staatsministers a. D. Esser ergriff Staatssekretär Funk das Wort zu einer bedeutsamen Rede, über die wir schon in der Montagsnummer berichteten. Dann sprach Präsident Staatsminister a. D. Esser. Er führte u. a. aus, man müsse sich zweierlei vor Augen halten: Fremdenverkehrsförderung sei ein Werkzeug zur Sicherung des Erfolges der nationalsozialistischen Revolution. Sie sei außerdem Garant dafür, daß das Vertrauen des gesamten deutschen Volkes zur neuen Staatsführung immer stärker untermauert und gefestigt werde. Die Arbeit diene der Volksgesundheit und damit der Erhaltung der deutschen Wehrhaftigkeit. Sie habe die Schönheiten der deutschen Landschaft und vor allem die wertvollen Schätze unseres Bodens diesem Ziele dienstbar zu machen. Der deutsche Fremdenverkehr arbeite für die Verständigung der Völker untereinander und damit für die Sicherung des Friedens. Niemand, dem seine wirtschaftlichen Verhältnisse höhere Ansprüche gestatteten, dürfe im Fremdenverkehr soziale Hilfsstellung in Anspruch nehmen. Sinn des großen nationalsozialistischen Hilfswerkes könne es nur sein, den finanziell schwächeren Volksgenossen unter die Arme zu greifen. Die Betriebe des Fremdenverkehrs könnten ihren Beitrag zu den öffentlichen Leistungen nur aufbringen, wenn sie auch etwas verdienten. Wir könnten auch die Ergebnisse der Verkehrsförderung nur dann verbessern, wenn wir gewisse wirtschaftliche Grundlagen schafften. Dazu gehörten aber nicht nur Männer, die Mut zu neuen Unternehmungen hätten, sondern auch Mittel. Staatsminister a. D. Esser überreichte hierauf den für die Zeit vom 1. Juli 1936 bis 30. Juni 1939 in den Reichsausschuß für Fremdenverkehr berufenen Mitgliedern und ihren Stellvertretern die Berufungsurkunden, die vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda unterzeichnet sind. Er begrüßte seine engeren Mitarbeiter. Man sei berechtigt, im Fremdenverkehr mit froher Zuversicht in die Zukunft zu gehen. Nachdem die Versammlung ein an den Führer und Reichskanzler gerichtetes telegraphisches Treuegelöbnis begeistert begrüßt hatte, schloß der Präsident die erste gemeinsame Tagung des Reichsausschusses für Fremdenverkehr mit den Leitern und Geschäftsführern der deutschen Landes=Fremdenverkehrsverbände. Große Streikschäden in Frankreich dnb Paris, 7. Juli. Die Streikschäden sind nach einer Havas=Meldung im ganzen Staate sehr bedeutend. So habe z. B. nur die Stadt Boulogne einen Schaden von mehreren Millionen Frank erlitten. Aus dem Bericht der Handelskammer sei ersichtlich, daß allein der Fremdenverkehr zwischen Frankreich und England in den ersten zehn Junitagen um 20 v. H. zurückgegangen sei. Auch Waren seien in großer Menge verdorben. So hätten einmal 120000 und ein andermal 270000 Kilogramm Fleisch vernichtet werden müssen. Ein Versuch, die Fische unentgeltlich den Krankenhäusern und Hospitälern zu überlassen, ehe sie noch verdarben, sei gescheitert, weil die Streikenden sich geweigert hätten, die Fische vom Kai in die Stadt bringen zu lassen. Die Fische allein hätten einen Wert von 1½ Millionen Frank(250000 RM.) gehabt. Sie seien im Meer versenkt worden. Durch das Erlöschen zweier Hochöfen sei ein weiterer Schaden von etwa 2 Millionen Frank (335 000 RM.). entstanden. Das Juli=Heft der„Europäischen Revue" enthält u. a. einen Beitrag des konservativen Unterhausmitgliedes Duncan Sandys, der den ersten Teil einer Auseinandersetzung mit den deutsch=englischen Problemen darstellt. D. Sandys gehört als Abgeordneter eines Londoner Wahlkreises zur konservativen Gruppe Winston Churchills, mit dessen Tochter er verheiratet ist. Er war mehrere Jahre Mitglied des britischen auswärtigen Dienstes, u a. als Botschaftssekretär an der britischen Botschaft in Berlin 1930 bis 1932 und vertauschte schließlich den diplomatischen Dienst mit der aktiven Politik. Duncan Sandys überschreibt seinen Artikel mit der Frage:„Warum mißversteht England den Nationalsozialismus?“ und kommt auf Grund seiner Kenntnis der britischen Anschauungsweise und in dem Bestreben nach einer objektiven Beurteilung des neuen Deutschlands zu bedeutungsvollen Wertungen und Erkenntnissen. So heißt es u..:„Ungeachtet der sehr starken und ganz ausgesprochenen Wertschätzung und Bewunderung der Fähigkeiten und Leistungen des deutschen Volkes und ungeachtet einer Sympathie, die sich dem einzelnen gegenüber bis zur Zuneigung steigert, fehlt es in England vollständig an einer Würdigung oder einem Verständnis für das neue Deutschland. Wenn, wie ich fest überzeugt bin, Deutsche und Briten sich von Grund auf freundschaftlich gesinnt sind und mehr als wahrscheinlich die Bestimmung haben, gemeinsam eine entscheidende Rolle in der Geschichte zu spielen, dann brauchen wir uns gewiß nicht davor zu scheuen, unsere Meinungsverschiedenheiten unumwunden und ohne Ausflüchte zu prüfen und ihnen auf den Grund zu gehen. Die Gründe für die Zeindseligkeit Viele der neuen Entwicklungen im politischen Denken und Handeln Deutschlands laufen den Grundsätzen und Idealen, die in den demokratischen Ländern Europas und insbesondere in England seit alters hochgehalten wurden, gerade zuwider. Das ist aber nicht der einzige Grund für jene Feindseligkeiten des In weitem Ausmaße sind Stärte und Heftigkeit ausländischer Kritik an deutschen Ideen zuzuschreiben erstens einer völligen Unkenntnis der deutschen Nachkriegsgeschichte und der deutschen Nachkriegsprobleme, zweitens einem mangelnden Verständnis für die Größe und Tragweite der Tatsache, welche die Machtergreifung des Nationalsozialismus bezeichnet, und drittens der hartnäckigen Weigerung, die Segnungen, die das neue Regime des Dritten Reiches dem deutschen Volke gebracht hat, anzuerkennen und diesen Tatsachen GlauDie meisten ausländischen Kritiker scheinen zu vergessen oder mit Absicht zu übergehen, von welcher Sinnlosigkeit und Rechtlosigkeit, von welchen, Hag n welcher Bestechlichkett, Erniedrigung, za Zweutrief diese unrühmliche Seite deutscher Geschichte vom Waffenstillstand bis zum Erscheinen Hitters gekennzeichnet ist. Die englische parlamentarische Regierungsform ist das Ergebnis von Jahrhunderten politischer Erfahrung und Entwicklung. Den deutschen parlamentarischen Einrichtungen fehlte die geschichtliche Grundlage. Lange vor der Machtergreifung des Nationalsozialismus deutsche parlamentarische System zusammengebrochen. Diese demokratischen Rechte waren in Deutschland so mißbraucht worden, daß sie schließlich nicht einen Schutz, sondern eine Bedrohung der allgemeinen Freiheit darstellten. Die Behandlung der Juden durch die deutsche Regierung hat mehr als irgend etwas sonst Unwillen und Feindseligkeit im Auslande hervorgerufen. In den meisten Ländern Westeuropas gibt es so etwas wie eine Judenfrage nicht. Besonders in England haben Juden und Christen stets gemeinsam an den Angelegenheiten des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens in einem Geiste der Herzlichkeit teilgenommen. In Anbetracht dieser Verhältnisse im eigenen Lande ist es nicht weiter erstaunlich, daß es den meisten Engländern überhaupt nicht gelingt, die Bedeutung und Ausdehnung der Judenfrage zu begreifen, der sich das Nachkriegsdeutschland gegenübergestellt sah. Ich habe zahlreiche jüdische Freunde in Deutschland, die die ersten sein würden, zuzugeben, daß ein großer Teil ihrer jüdischen Rassegenossen in Deutschland in seinen Gefühlen und seinem Verhalten nicht vom gleichen Geiste beseelt war wie die englischen Juden in ihrem Verhalten zu England. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man die ungeheure Zahl der I# den fremder, insbesondere polnischer Herkunft in Betracht zieht, die erst in jüngster Vergangenheit nach Deutschland gekommen waren, um dort ihr Heim aufzuschlagen. Es erregte sehr bald allgemeine Entrüstung, als im Zeichen des Sozialismus den Juden nicht etwa nur gleiche Möglichkeiten zugestanden wurden, sondern ihnen in vielen Fällen gegenüber den Christen eine Vorzugsstellung eingeräumt wurde. Der jüdische Kriegsgewinnler und der jüdische sozialistische Abenteurer erlangten die Kontrolle über den Lebensstrom der Nation. Schritt um Schritt wurden sie zu einer Art herrschender Klasse. Obwohl die Juden einige der höchsten Stellen auf allen Gebieten des nationalen Lebens Deutschlands einnahmen, fühlten sie sich unzweifelhaft erst einmal als Juden und nur in zweiter Linie als Deutsche und trugen, was noch schlimmer war, dieses Bewußtsein offen zur Schau. Für die Sünden derer, die ihre Macht, ihren Reichtum und ihre Stellung auf Kosten des Volkes mißbraucht hatten, hatte in dem ersten triumphierenden Aufwallen der öffentlichen Empörung die deutsche Judenschaft in ihrer Gesamtheit zu büßen. Die Srhnungender=Raltnatsohiattemnur “ di: der Fatsache zuzuschreiben daß der NationassozialisDas Eigenartigste an alledem ist aber, daß die sinnfälligen Segnungen, die der Nationalsozialismus Deutschland gebracht hat, im Ausland so wenig gewürdigt und so selten erörtert werden. Der männliche Angriff der deutschen Regierung auf das ungeheure Arbeitslosenproblem und die Erfolge ihrer Maßnahmen werden so gut wie übersehen. Vermerkt man aber diese Tatsachen überhaupt, dann pflegt man sie meist mit einigen geringschätzigen und auf völlig falsche Informationen zurückgehenden Bemerkungen über das Wesen deutscher Arbeitslager abzutun. Die deutsche Regierung nimmt für sich in Anspruch, durch ihre Machtergreifung Deutschland vor dem Bolschewismus gerettet zu haben. Aus einem unerklärlichen Grunde stößt diese Behauptung im Ausland gewöhnlich auf Unglauben. In der Geschichte ist es nahezu unmöglich, durch Beweis zu erhärten, was geschehen wäre, wenn etwas anderes nicht geschehen wäre. Dennoch kommt man nicht um die Tatsache herum, daß bei den deutschen Wahlen vom Jahre 1932 die kommunistischen Stimmen die erschreckende Ziffer von nahezu sechs Millionen erreicht hatten. Schließlich— und dies ist der wichtigste Punkt— hat die mit den Tatsachen nicht vertraute Auslandsmeinung nie den Geist der Erniedrigung und Hoffnungslosigkeit. der Verzweiflung berücksichtigt, der das deutsche Volk unter der marxistischen Regierung bedrückte. Ausländer schenken daher natürlich nicht der bedeutendsten aller Taten des Nationalsozialismus die gebührende Beachtung, nämlich der Wiederherstellung der Selbstachtung des deutschen Volkes und seines Glaubens an seine nationale Bestimmung. So seltsam es scheinen mag, einer der Hauptgründe für den Mangel an wohlwollendem Verständnis für die Behandlung der innerdeutschen Fragen im Ausland ist der Tarsache zuzuschreiben, vaß der Nationalsozichis. mus ohne Blutvergießen an die Macht kam, ohne innere Wirren und allein in Ausübung des demokratischen Stimmrechtes und auf dem Wege der bestehenden Verfassung. Der Wechsel vom alten System zu den neuen Formen nationalsozialistischer Regierung war aber eine Revolution allererster Ordnung. Die Tatsache, daß sie sich glatt und friedlich vollzog, ist ein hohes Zeugnis für den friedlichen und ausgeglichenen Charakter der Deutschen. Man scheint ferner übersehen, daß, obwohl die Revolution zur unvergänglichen Ehre des deutschen Volkes mit friedlichen und gesetzmäßigen Mitteln durchgeführt wird, für die Zeit der Neugestaltung, die noch längst nicht beendet ist, die Notwendigkeit strengster Ueberwachung durch die Regierung unverändert bestehen bleibt. Geschichte, besondere Umstände, die nationale Eigenart und die Belange Deutschlands und Englands sind ausgesprochen verschieden. Aeußere Formen täuschen jedoch oft. Die Tatsache, daß formen, unter denen das deutsche und das englische Volk regiert werden, Gegenpole sind, bedeutet daß unbewußt nicht viel Gemeinsames in der Extwicklung des politischen Denkens in beiden Ländern besteht. Deutschland und England sollten sich in ihrgr, Sierlung zueinander weniger bei vein äußerlichen,„Fger. aufhalten. Sie sollten sich frei machen von losen und verderblichen Betonung von Unterschieden. Unbelästigt voneinander mag sich jedes seinen Weg bahnen, auf dem es sein inneres Heil zu finden vermag. Mögen Deutschland und England vielnehr ihre Bemühungeg,#rgepein ten, ihr schon so weites Feld, gemei samer Uebereinstimmung auszubauen und zu erweitern! Neue Guensonen um Surzranm Der englisch=ägyptische Militärvertrag vor dem die englischen Militärsachverständigen eine neue Strategie für den mittleren Osten ausarbeiten. Ein großer Teil der zur Zeit in Kairo stationierten britischen Streitkräfte werde nach Palästina gebracht werden. dnb London, 7. Juli. Nach Meldungen aus Kairo ist der militärische Teil der englisch=ägyptischen Verhandlungen nahezu abgeschlossen. Der neue Vertrag wird wahrscheinlich noch vor Ende des Sommers in London unterzeichnet. Eine der bemerkenswertesten Maßnahmen, so meldet die „Times“, bestehe darin, daß die Verteidigung Aegyptens und des Suezkanals gegen ausländische Angriffe letzten Endes von Aegypten elber und nicht mehr von England übernommen wird. In der Uebergangszeit, d. h. bis zu dem Zeitpunkt, an dem die ägyptischen Streitkräfte die Verteidigung selbst übernehmen können, werde die britische Garnison bestehen bleiben. Ihr Hauptsitz werde jedoch nicht mehr in Kairo, sondern in der Wüstenstadt Ismaiha sein. Nur das Hauptquartier werde in Kairo bleiben. Gleichzeitig mit der Verstärkung der ägyptischen Streitkräfte solle die britische Garnison verringert werden. Die in Aegypten stationierten britischen Luftstreitkräfte werden erhöht und in Alexandria Land= und Marinetruppen stationiert. Die ägyptische Regierung werde sich ihrerseits verpflichten, gute Straßen zu bauen, um gegebenenfalls die schnelle Beförderung der britischen Streitkräfte von Ismaiha nach anderen Teilen Aegyptens zu ermöglichen. Das Rothermere=Blatt„Daily Mail“ greift die Regierung wegen ihrer verschiedenen Zugeständnisse an Aegypten an, das anscheinend bereit sei, in diesem kritischen Augenblick die strategische Stellung Englands im Mittelmeer zu gefährden. Das Kabinett habe sich über die Ratschläge der militärischen Berater hinweggesetzt und wolle über die Zurückziehung eines Teiles der britischen Truppen aus Aegypten verhandeln. Als Gegenleistung sei Aegypten bereit, ein Angriffs= und Verteidigungsbündnis mit England abzuschließen und zu versprechen, keine für England nachteiligen Verträge mit anderen Nationen einzugehen. Die Zurückziehung der Truppen aus Kairo werde wahrscheinlich erst nach einigen Jahren vollzogen werden, nachdem Aegypten Kasernen für die Unterbringung von 15000 Mann britischer Truppen in der Suezkanalzone zur Verfügung gestellt haben werde. Die ägyptische Armee werde um 8000 Offiziere und Mannschaften verstärkt und ihre Waffen und ihre Ausrüstung werde sie aus England beziehen. Angesichts des Beschlusses der Räumung Kairos müßten Ueber 50 Tote der Hitzewelle in Amerika Chikago, 7. Juli.(Drahtber.) Der seit fünf Tagen andauernden Hitzewelle in Mittelwesten sind bisher über 50 Menschen zum Opfer gefallen. Davon ertranken über 20 Personen beim Baden, weitere 20 Personen erlitten Hitzschläge. Für Mittwoch wird ein weiterer Temperaturanstieg befürchtet. Die Wetterwarte Washington teilt mit, daß in den nächsten zwei bis drei Tagen keine Witterungsänderung zu erwarten sei. Infolgedessen wird mit weiteren Dürreschäden gerechnet. Massenflucht von Fliegern aus der Kanton=Armee dnd Tokio, 7. Juli. In Hongkong befinden sich nunmehr 40 Flieger der Kanton=Armee, die fahnenflüchtig geworden sind. Sie veröffentlichen einen Aufruf an das chinesische Volk, in dem sie die Führer der Südwestprovinzen als selbstsüchtige Volksfeinde bezeichnen, die sich gegen die Einheit des Reiches versündigen. Sie erklären, daß in der Fliegertruppe der Kanton=Armee starke Unzufriedenheit herrscht, weil man an die japanfeindlichen Beweggründe der Südwestgenerale nicht glaubt. Aus japanischer Quelle wird die Flucht von wei teren zwölf Kwangsi=Flugzeugen gemeldet, die Anfang Juli zu den Truppen der Nanking=Regierung übergegangen sein sollen. Kurz=Nachrichten Ehrung eines Hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat dem Albertus Claassen in Heiden aus Anlaß der Vollendung seines 100 Lebensjahres ein Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Ein führender Mann Chinas in Berlin. Am Dienstag vormittag traf in Berlin der Präsident des Chinesischen Obersten Reichsamtes für Prüfungen, Tai Chi Tao, ein. Er besucht anläßlich der Olympiade im amtlichen Auftrag Deutschland. Im französischen Ministerrat, der am Dienstag vormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik im Elyse zusammentrat, gab Außenmigißer Delbos einen Bericht über die außenpolitische Tage, die Genfer Verhandlungen und die Besprechungen, die er in diesem Zusammenhang geführt hat. Der Rat billigte einstimmig die Haltung der Vertreter in Genf, ebenso die Haltung auf der Konferenz in Montreux. Anschließend setzte Finanzminister Vincent Auriol den Rat über seine Absicht, am nächsten Freitag die Ausgabe der Schatzscheine zu eröffnen, in Kenntnis. Sondersitzung des englischen lische Kabinett beschäftigte sich am Montag abend in einer zweistündigen Sondersitzung mit der internationalen Lage. Außenminister Eden erstattete Bericht über die letzte Sitzung des Völkerbundes und über die Besprechungen, die er mit Staatsmännern anderer Länder hatte. Neben der Entscheidung, die Sanktionen aufzuheben, und neben den Besprechungen über die Reform der Völkerbundssatzung wurden auch die bevorstehende Zusammenkunft der Locarno=Mächte und die Danzige Frage besprochen. Erholungsurlaub Edens. Gutem Vernehmen nach hat sich der englische Außenminister Eden auf Rat entschlossen, einen achttägigen Urlaub auf dem wird ihn Lordsiegelbewahrer Lord Halifax vertreten. Kltsicgr bac, Keste.- Gchreie Kleäckei in bie von 64 Jahren gestorben. Korruptionsskandal in Lemberg. In Lemberg(Polen) wurde der Präsident der dortigen Handwerkskammer und der Direktor der Handwerkszentralkasse wegen umfangreicher Unterschlagungen verhaftet. Charlotenburg, Ablandstraße 194. Anruf O.,Sizzblge 6813, Verlag und„Trug: Pzuerzeli ist Grezzunte Nr. 6 Bochum, Rut 67551, 5g. D2. P. yI. über 26300. Sprechsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur dei Rückporto. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten Seite 3 Nr. 157# Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 8. Juli 1936 Bochumer Nachrichten potz Donner und Gewitter! War das ein Wetterchen am Dienstag. Vormittags ging es ja noch an, und die vielen Hausfrauen, die mit Netzen und Körbchen gerade jetzt allmorgendlich ihre Wochenmarktausflüge unternehmen, weil die Zeit des Einmachens in der Blüte steht, kamen noch trocken nach Hause. Aber die Mittagsstunde war kaum herum, da ging es auch schon heftig los. Es hatte fast den Anschein, als könnten sich die in der Luft liegenden Gewitter nicht richtig entladen, denn es grollte und brummte bei schwärzlichem Himmel dauernd, ohne daß sich ein richtiggehendes kräftiges Gewitter einstellte. Dafür gab es aber so etwas wie einen kleinen Wolkenbruch der in der vierten Nachmittagsstunde wie aus einer Riesengießkanne niederbrauste. An manchen Stellen und auf manchen Straßen konnten die Kanalisationen die Wassermassen gar nicht so schnell schlucken, wie sie vom Himmel herunterkamen. Und man sah— noch nicht einmal mit Mißvergnügen—, wie die holde Weiblichkeit mit mehr oder minder zierlich gerafftem Rock Sprünge und Sätze machen mußte, um den rettenden Bürgersteig zu erreichen. Für das in Garben stehende Korn war diese Wolkenentladung ja sehr unerfreulich, sonst aber dürfte sie den Garten= und Feldfrüchten gut tun. So, wie die Abkühlung durch das am Abend nach 20 Uhr noch folgende Gewitter die Menschen nach einem schwülen Tag erquickte. Vom Lastauto getötet 40jähriger Radfahrer aus Bochum=Gerthe verunglückt Ein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich am Dienstag mittag kurz vor 17 Uhr auf der Castroper Straße in Höhe der 1. Parallelstraße. Ein etwa 40jähriger Radfahrer geriet bei dem Versuch, einen schweren Lastkraftwagen mit Anhänger zu überholen, mit dem Rad in die Straßenbahnschienen und fiel unmittelbar vor den Lastkraftwagen, dessen Räder ihm über Kopf und Körper hinweggingen. Der Verunglückte, ein verheirateter Mann aus Bochum=Gerthe, konnte nur tot geborgen werden. Kleinkinder weg von der Straße 2½ jähriger Junge vom Auto erfaßt Am 6. Juli wurde auf der Straße Am Sattelgut ein 2½jähriger Junge von einem Personenkraftwagen erfaßt und zu Boden geworfen. Er erlitt Verletzungen am Kopf und wurde von dem Führer des Personenkraftwagens dem Krankenhaus zugeführt. Zusammenstoß mit glimpflichem Ausgang. Am Dienstag, gegen 16.10 Uhr, fuhr auf der Castroper Straße ein aus Richtung Harpen kommender Motorradfahrer gegen einen von Bochum gekommenen Personenkraftwagen, der etwa in Höhe des Hauptportals der Eisen= und Hüttenwerke wenden wollte. Der Motorradfahrer und der Fahrer des Personenautos kamen mit unerheblichen Verletzungen davon, dagegen entstand an beiden Fahrzeugen größerer Sachschaden. Nur Sachschaden entstanden. Am 6. Juli stießen auf der Dortmunder Straße, Ecke Kornharpener Straße, ein Personenkraftwagen und ein Radfahrer zusammen. Das Fahrrad wurde schwer, das Auto leicht beschädigt. Unglücklicher Sturz von der Haustreppe. Am Montag abend glitt die betagte Ehefrau M. von der Hattinger Straße bei ihrer Tochter in der Kohlenstraße derart unglücklich auf der Haustreppe aus, daß sie einen Bruch des linken Fußes, Schädel= und Rückenverletzungen davontrug und ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Wettkampf der Geschäftsradler + per Reätcheprodler? % Kacht altt Bau Die kieine Malo. Bei einem Bummel durch die Stadt, der ab und zu sein Gutes hat, da sah ich das, was hier, bebildert, in kurzen Worten sei geschildert. Im Norden Bochums, auf'nem Bau, wo sonst nur Männer kraftvoll=rauh bei schwerster Arbeit heftig schwitzen, bemerkte ich ein Mägdlein sitzen. Es trank, wie Männer, aus der Pulle, verzehrte eine dicke Stulle, und hatte an— nee so’ne Chose!— ne richtiggeh'nde Maurerhose! Die Arbeitspause war herum, ich sah von weitem zu ganz stumm und dachte voller Heiterkeit: „Was macht am Bau die kleine Maid?“ Auf einmal— Donner, seh ich recht? Ist das das schwächere Geschlecht?— da fing die Maid zu schuften an, gerad' so gut, als wie ein Mann! Mit ihren Arbeitskameraden sah ich sie in der Sonne braten, ich sah sie schleppen, Karren ziehen und sich, ganz wie ein Alter, mühen! Ein Maurerlehrling? Ei der Daus, das sieht nach ganz was Neuem aus Und weil ich das noch nicht gesehn, versucht' ich, näher ranzugehn! Und da erfuhr ich dann sofort, warum die Maid an diesem Ort: sie lernt das Bauhandwerk perfekt, denn sie wird einmal— Architekt! Dr. Te, in Westsaten=Eul Einweihung der Schule IIl in Hattingen und Großkundgebung in Hagen krieg als aktiver Flieger mitgemacht, wandte sich in seiner Heimat im Sauerland, wo er in Grevenbrück ansässig war, schon früh dem Nationalsozialismus zu und gründete in stetem Einsatz für die Ideen des Führers die SA. im Kreise Olpe. Nachdem er bisher die Standarte 130 in Siegen führte, wurde er jetzt zum Führer der Standarte 17 ernannt. Wer ist der schnellste Bochumer Brorchenraoier: Was den Berliner und Pariser Zeitungsradlern recht ist, sollte eigentlich schon lange den Bochumer Brötchenradlern billig sein. Stimmt doch? Dieses bedauerliche Nachhinken hinter den beiden genannten Landeshauptstädten soll in Zukunft aufhören. Die Frage, wer Bochums schnellster Brötchenradler ist, wird am 19. Juli geklärt. Damit sich aber nun nicht die Fleischerjungen und die übrigen fliegenden Boten der Bochumer Geschäftswelt beschweren können sind auch sie zu dieser inoffiziellen Stadtmeisterschaft der Bochumer Geschäftsradfahrer eingeladen. Wir veröffentlichten bereits gestern im Sportteil die offizielle Ausschreibung zu dieser vom Radfahrerverein „Sturmvogel“ in Verbindung mit dem„Bochumer Anzeiger“ zur Durchführung gelangenden neuartigen Radsportveranstaltung, deren von der Beteiligung der Bochumer Firmen abhängt, die in ihren Betrieben irgendwie Radfahrer zur Erledigung kleinerer Besorgungen(wenn auch nicht ausschließlich) beschäftigen. Die fliegenden Radler sollen ihre mit dem Firmenschild versehenen Räder am 19. Juli viermal im Wettkampf„Rund um Weitkämper" steuern; auch ihnen, die in Wind und Wetter durch die Bochumer Straßen kurbeln, soll einmal die Freude eines radsportlichen Wettkampfes vermittelt werden. Wir weisen die Bochumer Firmen auf diese neuartige Radsportveranstaltung hin. Meldungen müssen bis zum 16. Juli an Jos. Klöpper, Bochum, Bongardstraße 25 abgegeben werden. Nähere Auskunft erteilt dieser(Tel. 69 862) und die Sportschriftleitung des„B..“ Nicht im Stadtpark, sondern im Wiesental der Schutzpolizeikapelle. Das für den 8. Juli angesetzte Konzert der Schutzpolizei am Denkmal im alten Stadtpark findet am gleichen Tage von 17—18 Uhr in den Anlagen des Wiesentals statt. Ratshofkonzert des Städtischen Orchesters. Bei günstiger Witterung findet heute(Mittwoch) um 21 Uhr das nächste Ratshofkonzert statt. Zu Gehör kommt das Programm, das für den kürzlich ausgefallenen Konzertabend vorgesehen war, und zwar 1. Türkischer Marsch von L. v. Beethoven, 2. Oberon=Ouvertüre von C. M. von Weber, 3. a) Lied„Am Meer“, d) Lied„Frühlingsromanze“ von Alschausky(für Posaune und Orchester), Solist: Kammermusiker Schwieder, 4. Künstler= leben, Walzer von Joh. Strauß, 5. Sinfonische Dichtung Capriccio Italien von Tschaikowsky. Waldfest in Bochum=Weitmar. Das für den 5. Juli angekündigte Waldfest der Deutschen Arbeitsfront, Ortswaltung Weitmar, ist wegen des ungünstigen Wetters auf den 12. Juli verschoben worden. Falls auch an diesem Tage das Wetter ebenfalls schlecht sein sollte, wird ein Saalfest stattfinden. Auf Einladung des Gauwalters, Parteigenossen Ernst Stein, wird der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, im Rahmen seiner Deutschlandfahrt am 15. Juli wieder einmal im Gau Westfalen=Süd weilen. Dr. Ley besichtigt morgens die Siedlung in Dortmund=Oespel und anschließend die Papierfabrik Kabel in Hagen. Am Nachmittag nimmt der Reichsorganisarionsleiter dann die Weihe der Schule III,„Schule der Deutschen Arbeit“, in Hattingen vor. Für den Abend ist eine Großkundgebung aller Schaffenden auf der Springe in Hagen angesetzt, auf der Dr. Ley das Wort nehmen wird. Das genaue Programm geben wir noch bekannt. Neuer Standartenführer der SA.=Standarte 17 Die SA.=Standarte 17 hat mit sofortiger Wirkung in Standartenführer Emil Georg einen neuen Führer bekommen. Standartenführer Georg hat den WeitAuf einen Schlag zwei Jahre älter Was Ahnenforschung zutage förderte Seit undenklich langen Zeiten hat die Witwe Grabowski in Bochum=Kornharpen, Kornharpener Straße Nr. 150, ihren Geburtstag am 7. Juli gefeiert, und das Geburtsjahr war ihr von Kind an nicht anders als 1849 bekannt. Bei der Ahnenforschung eines Enkels hat sich nun herausgestellt, daß diese betagte Volksgenossin nicht am 7. Juli, sondern vielmehr am 4. Februar, geboren, und daß das Geburtsjahr nicht 1849, sondern 1847 ist. In der guten alten Zeit nahm man es nicht so genau; wieviel Irrtümer mag die Ahnenforschung schon richtig gestellt haben? Jedenfalls kann „Oma Grabowski“ im kommenden Februar statt ihren 88., gleich ihren 90. Geburtstag feiern. Feuer und Eihblung ful ante Die Grünanlage an der Westseite der Kolonie Stahlhausen Spielkasten für die Kinder und Ruheplätze für die Alten Längs der Generotzkystraße in Stahlhausen, dort, wo sich früher der unschön wirkende freie Platz hinzog, der nunmehr von der Werksbahn des Bochumer Vereins durchzogen wird, hat der Bochumer Verein eine schmucke Grünanlage erstehen lassen. Nach der Seite der Werksbahn mit Sträuchern, nach der Straßenseite mit gepflegtem Liguster eingefaßt, bietet diese Anlage jetzt ..-Muthherr einen prächtigen Anblick. Inmitten dieser Grünfläche sind Sandkasten für die Kinder angelegt. Die längs der ganzen Straße sich hinziehende Baumreihe spendet wohltuenden Schatten. Diese schmucke Anlage wird von den Bewohnern Stahlhausens rege in Anspruch genommen und findet allenthalben dankbare Anerkennung. Flax. Zur Freude der Naturfreunde Eröffnung der Aquarien= und Terrarienanlage im Wiesental am Sonntag, 12. Juli. Der Aquarienverein„Roter vom Rio“ hat im Wiesental, hinter dem Tennisplatz auf dem Eickhoffschen lände in aller Stille, in zäher Ausdauer und harter Arbeit eine schmucke Aquarien= und Terrarienanlage geschaffen. Die Arbeiten sind nunmehr soweit gediehen, daß die Anlage am Sonntag, 12. Juli, der Oeffentlichkeit übergeben werden soll. Am Warmwasserhaus wiro der letzte Anstrich vollendet und die letzte Hand angelegt zur Innenausstattung um alles rechtzeitig fertigzustellen. Die Aquarienständer sind bereits aufgebaut und auf ihnen ist ein Teil der Aquarien untergebracht. Die Zierfische sind teilweise bereits eingesetzt, während der Rest in diesen Tagen nachfolgt. Auch draußen auf den Wegen und an den Gartenanlagen sind viele fleißige Hände bestrebt, Ordnung zu schaffen, damit die Anlage auf die Gäste und ersten Besucher den besten Die Eröffnung und Einweihung wird Sonntag vormittag 10 Uhr durch die Verbandsleitung der Aquarien= vereine in Gegenwart der Gäste und Vertreter der Behörden vorgenommen. Der Verein hat außerdem noch eine ganze Anzahl Nachbarvereine des Aquarien= und Terrarienverbandes zu seiner Feierlichkeit eingeladen. Die neue Anlage des Vereins„Roter vom Rio“ hat den Namen„Hermann Löns" erhalten. Diese schmucke Anlage, die die erste ihrer Art in unserer Stadt ist, verdient Interesse und Unterstützung aller Bochumer Naturfreunde. Die Bochumer Schulen werden hier reiches Anschauungsmaterial finden, das ständig ausgebaut und vermehrt wird. Das Schlosserhandwerk wirbt Arbeitstagung der Bochumer Schlosserinnung Die Bochumer Schlosserinnung hielt Dienstag in der „Uhle“ ihre satzungsgemäße Vierteljahresversammlung ab. Zur Eröffnung gab Innungsobermeister Wicking die geschäftlichen Eingänge bekannt. Den Bochumer Innungsmitgliedern ist es anheimgestellt, sich an den Arbeiten für die Reichs=Autobahnen zu beteiligen. Die näheren Bedingungen sind unverzüglich bei der Kreishandwerkerschaft einzusehen. Größtes Interess fand der Vortrag des Geschäftsführers Dr. Grünewald über Bestimmung und Aufbau der Treubau AG., die bekanntlich vom Reichsinnungsmeister ins Leben gerufen ist um auf dem Wege des Gemeinschaftssparens den Eigenheimbau zu Anschließend gab Obermeister Wicking einen Bericht über den Schlassertag in Heidelberg. In diesem Zu: sammenhange wies er auf das bedeutsame Werk„Das Schlasserhandwerk wirbt“ hin, das in mehreren Sammelmapven 200 Entwürfe für Bau= und Kunstschlossereien enthält. Unter diesem bezeichnenden Titel übergibt nämlich der Reichsinnungsverband der Oeffentlichkeit, den Bauämtern im Reich, in Ländern und Gemeinden sowie der deutschen Architektenschaft und nicht zuletzt dem Schlosserhandwerk selbst ein Vorlagewerk als Ergebnis eines Ideenwettbewerbs unter den deutschen Schlossermeistern und den Fachschulen des Handwerks. Es soll mit ihm ein Beitrag geleistet werden zum schöpferischen Schaffen des Handwerks, auf dem sich die große gestaltende Kunst aus allen Jahrhunderten aufbant. Es spricht für die Bedeutung dieses einzigartigen Werkes, daß die Arbeit von der Reichskammer der bildenden Künste sowohl ideell als auch finanziell unterstützt wurde. Sein besonderer Wert liegt noch darin, daß es ganz neue Wege in der Arbeitsbeschaffung aufzeigt. Es versteht sich, daß die Versammlung sich ganz ausgiebig mit diesem Vermächtnis des deutschen Schlosserhandwerks befaßte. Wie die Innungsleitung bekanntgab, wird demnächst den Mitgliedern in einem Schmalfilm die Bedeutung dieses Werkes veranschaulicht werden. Bezüglich der schon seit einiger Zeit vorgesehenen Zwischenprüfung wurde beschlossen, diese Mitte Sevtember stattfinden zu lassen. Sie ist obligatorisch, weshalb um geschlossene Beteiligung gebeten wurde. Wie Lehrlingswart Flasche ausführte, ist das Ergebnis der Zwischenprüfung maßgebend für die Bewertung der Gesellenprüfung. In diesem Jahre steht der Bochumer Schlosserinnung ein großes Ereignis bevor. Am 1. Dezember kann sie 4 Nr. 157 7 Bochumer Anzeiger Mittwoch, 8. Juli 1936 auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Im Sinne alter Bochumer Handwerkertradition soll dieses Jubiläum festlich begangen werden. Wenn möglich, wird im Rahmen dieser Jubelfeier auch die neue Innungsfahne ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Ausgestaltung des Festes ist einer besonderen Kommission übertragen worden. In Bochum tagte die Westfälische Arbeitsgemeinschaft volksmissionarisch tätiger Pfarrer und Laien Die Westfälische Arbeitsgemeinschaft volksmissionarisch tätiger Pfarrer und Laien trat am Montag zu einer Tagung im Ruhrlandheim in Bochum=Querenburg zusammen. Den Beratungen ging eine kurze Waldandacht voraus, in der Prases D. Koch(Oeynhausen) unter Zugrundelegung eines Schriftwortes von der Bedeutung der volksmissionarischen Arbeit im Raume der Kirche sprach. Das Wesen der volksmissionarischen Arbeit wurde von Pfarrer D. Merz, dem Leiter der theologischen Fakultät in Bethel, in einem Vortrage, der den ganzen Vormittag ausfüllte, fest umrissen und klar abgegrenzt. Der Redner ging von der grundsätzlichen Erwagung aus, daß die Frage der Volksmission eine Frage des kirchlichen Auftrages sei. Die volksmissionarische Arbeit habe die Aufgabe, alle kirchlich Entfremdeten und Gleichgültigen wiederzugewinnen. Am Anfang der volksmissionarischen Arbeit stehe das biblische volksmissionarische Zeugnis.„. Das Referat brachte eine Fuue von neuen Gedanken, die in der Aussprache am Nachmittag sich in der allgemeinen Erkenntnis verdichteten, daß eine Neuordnung und Umgestaltung der volksmissionarischen Arbeit erfolgen müsse. Der Leiter der Westfälischen Arbeitsgemeinschaft, Pfarrer Heilmann(Gladbeck), berichtete über die Erfolge der volksmissionarischen Arbeit in der Kirchenprovinz Westfalen. Im vergangenen Jahre wurden 106 Evangelisationen durchgeführt. Rund 100 000 Evangelisationsschriften nahmen ihren Weg in die Gemeinden. Sechs Hausmissionare wurden neu beauftragt. Der Vorschlag des Vorstandes, eine Wagenmission einzurichten, fand bei den Tagungsteilnehmern vollstes Verständnis. Zum Schluß befaßte man sich mit internen Organisationsfragen. Die Herbstkonferenz wird nach Völlinghausen einberufen. Gemeinschaftsarbeit aller erforderlich Erste Fachschaftsversammlung der Fachgruppe „Friseure“ in der DAF. Im Evangelischen Gemeindehause am Moltkemarkt traten am Dienstag abend die in der Deutschen Arbeitsfront, Fachgruppe„Friseure", zusammengefaßten Berufskameraden zusammen, um aus berufenem Munde über die Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront aufgeklärt zu werden. Wie Kreisfachschaftswalter Obermeister Wüst nach der Begrüßung durch den Fachschaftswalter Talmann erklärte, sei nur der kleinste Teil aller Berufskameraden von den Aufgaben, die jeder als deutscher Volksgenosse zu erfüllen habe, unterrichtet. Es sei eine irrige Auffassung, zu glauben, die Friseurinnung allein könne alle Berufsfragen Anschließend ging Kreispresse= und Propagandawalter der Deutschen Arbeitsfront Schmidt näher auf die von allen Volksgenossen zu erfüllenden Aufgaben ein. Mit Nachdruck betonte er, daß man nicht und hob hervor, daß die Hebung der Gesamtberufe die mit Zwang versuchen wolle, die Berufskameraden für Hebung der einzelnen Berufe zwangsläufig mit sich die Gemeinschaftsarbeit zu gewinnen, denn in diesem Falle würde man keine aufrichtigen Kämpfer erziehen. Der Wille, an Deutschlands ewiger Sendung mitzuarbeiten, müsse aus innerem Herzen kommen und erst dann, wenn jeder zu seinem Kameraden Vertrauen habe, sei es möglich, das wahrzumachen, was wir uns ersehnen. Allerdings müsse man auch, wenn man als echter deutscher Volksgenosse für Deutschland kämpfen wolle, den Glauben an unseren Führer, an Deutschland in sich verspüren. In diesem Zusammenhang richtete der Redner seinen Blick nach Frankreich und Spanien und betonte, daß in diesen Ländern Aufruhr und Mord an der Tagesordnung seien. Dahin wäre auch Deutschland gekommen, wenn unser Führer nicht mit eiserner Hand das deutsche Volk von dem Bolschewismus befreit hätte. Da es auch heute noch um das Leben des deutschen Volkes gehe, sei es Aufgabe jedes Berufskameraden, den anderen Volksgenossen für die große Gemeinschaftsidee zu gewinnen. In den einzelnen Versammlungen wolle man dann feststellen, wie weit dieser Gemeinschaftsgedanke fortgeschritten sei. bringe. Kreisfachschaftswalter Obermeister Wüst sprach über die bisherigen Erfolge des deutschen Handwerks, die gerade mit dem großen Befähigungsnachweis dem Handwerk eine wichtige Grundlage für seine Gesundung geschaffen haben. Zum Schluß der Versammlung behandelte Gaufachgruppenwalter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel, Braun, Betriebs= und Wirtschaftsfragen, ein Vortrag, der von allen anwesenden Berufskameraden mit großem Interesse entgegengenommen wurde. Das Finanzamt mahnt. An die Entrichtung folgender Steuerbeträge wird erinnert: 1. Umsatzsteuer für Juni(fällig am 10. Juli); 2. Umsatzsteuer für das zweite Vierteljahr 1936(fällig am 10. Juli); 8. die nach den Steuerbescheiden für 1935 bereits fällig gewesenen Abschlußzahlungen an Einkommen=, Körperschafts= und Umsatzsteuer; 4. die durch Nach= und Neuveranlagungen fällig gewesenen Steuerbeträge; 5. Tilgungsbetrage auf Ehestandsdarlehen für Juli(zahlbar bis 15. Juli). Ab 12. Juli wird ein Säumniszuschlag in Höhe von 2 v. H. Nach diesen Ausführungen kam der Vortragende auf des rückständigen Betrages erhoben. Ab 16. Juli erfolgt die Berufsfragen des deutschen Handwerks zu sprechen Beitreibung. Ham ersten Kale um goldene Inconiden Kreiswettflug der Bochumer Brieftauben ab Küstrin Anbeständig, aber vielfach beiter Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen um 21 Uhr. In dem Zustrom feuchtwarmer Luft aus Süden ist es im ganzen Bezirk am Berichtstag zu Gewittern gekommen, die sich auch bis in den ersten Teil der Nacht ausdehnten. Es sind größtenteils Wärmegewitter, die aber ihre Auslösung zum Teil aus einer von West vordringenden Welle kühlerer Luft erhalten haben. Mit geringem Temperaturabsinken wird sich die unsichere, gewittrige Wetterlage nicht erheblich ändern, solange die Zufuhr feuchler Luft anhält. Die Aussichten für das Industriegebiet, Münster= und Sauerland für den 8. Juli: Morgens diesig. Nach geringer Abkühlung in der Nacht weiter schwul. Bei mäßigen, zeitweise frischen Winden zwischen Süd und West meist stark bewölkt mit örtlichen Für den 9 Juli: Noch keine wesentliche Aenderung der Witterung. Nachlassen der Gewittertätigkeit. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Leicht unbeständig, aber vielfach heiter. Dienstag, 7. Juli Barometer 24 Uhr: 760.8 Thermometer 2. Uhr: HfS Zeiten für Sonne und Mond am 8. Juli: (Aufg..17, Unterg. 20.53; C Aufg. 22.19, Unterg..56 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Am vergangenen Sonntag wurde der erste größere Wettflug von den Groß=Bochumer Reisevereinigungen durchgeführt. Die Reise ging ab Kustrin über eine Flugstrecke von rund 525 Kilometer. Dem Wettbewerb hatten sich sämtliche Reisegruppen angeschlossen, weshalb er auch als Kreisflug seine besondere Bewertung fand. Zum ersten Male für den Bochumer Bezirk wurden goldene Medaillen ausgeflogen. Es versteht sich, daß nur die besten Tiere geschickt wurden. Wenn trotzdem keine überragenden Flugzeiten erzielt wurden, so lag das an den widrigen Wetterverhältnissen. Es wehten starke Westwinde. Im Hannoverschen gab es strichweise Regenfälle. Deshalb wurde schon von vornherein mit einer verspäteten Ankunft der Tiere gerechnet. Um 5 Uhr morgens war der Auflaß. Kurz nach 3 Uhr trafen die ersten Tauben ein. Der Konkurs dauerte allgemein zwei Stunden. In der Reisevereinigung Bochum und Umgegend fiel die erste Taube um.15,42 Uhr mit einer Minutengeschwindigkeit von 855 Meter, die letzte um.37,11 Uhr mit einem Minutenmittel von 670 Meter. Die ersten Preisträger waren: 1. Hucht(„Rote Erde" Bochum); 2. Dickhoff(„Columbia“ Bochum); 3. Bentrop(„Sturmvogel“ Stiepel); 4. Pflug(„Luftbote" Wiemelhausen); 5. Hammerschlag(„Radio" Weitmar); 6. Pepmöller(„Siegespalme“ Stiepel); 7. Hellmann („Ruhrbote" Bochum); 8. Aschmoneit=Hartmann(„Flugpost" Bärendorf); 9. Krampe(„Edle Taube“ Dahlhausen); 10. Büscher(„Kameradschaft" Linden). Insgesamt flogen 1349 Tauben, die um 387 Preise konkurrierten. Die Serienpreise holten sich: Pelmer(„Ruhrsender" Stiepel): Pepmöller(„Siegespalme" Stiepel); Hülsmann(„Tempo" Linden); Schöpe(„Siegespalme“ Stiepel); Bentrop(„Sturmvogel“ Stiepel). Außerdem### wurden noch Derbypreise ausgeflogen, in die sich Umgegend). folgende Züchter teilten: 1. Dickhoff(„Columbia“ Bochum; 2. Pflug(„Luftbote“ Wiemelhausen); 8. Pepmöller(„Siegespalme“ Stiepel); 4. Flumann(„Luftpost“ Bochum); 5. Pohle(„Sport“ Wiemelhausen); 6. Kroniger(„Siegespalme“ Stiepel); 7. Voßkuhl(„Heimatliebe“ Stiepel); 8. Senft=Rechner(„Auf zur Heimat" Altenbochum); 9. Gebrüder Neveling(„Columbia" Bochum); 10. Krupka(„Luftkreuzer" Laer). Die Reisevereinigung Bochum=Nord hatte 410 Tauben gemeldet, denen 102 Preise zuerkannt wurden. Die erste Taube war um.19,33 Uhr konstatiert (855,4 Meter Geschwindigkeit in der Minute), die letzte um.36,33 Uhr(693,1 Meter). Die Siegerliste beginnt 1. Reiffert(„Fortung" Bochum); 2. Neumann(„Sturm“ Hofstede); 3. Spukalski(„Blauer Vogel“ Hofstede); 4. Mey(Roter Vogel“ Hamme); 5. Lückert jun.(„Vereinte Freunde“ Hamme). Die Serienpreise fielen an Disse(„Wiedersehen“ Hamme) und Grell(„Heimkehr" Hamme).: An dem Kreisflug beteiligten sich rund 400 Tauben. Es ging um 99 Preise. Im einzelnen waren vertreten die Reisevereinigung Bochum und Umgegend mit 97 Tauben, die Reisevereinigung Gerthe mit 18 Tauben, die Reisevereinigung Langendreer mit 53 Tauben, die Reisevereinigung Bochum=Nord mit 2 Tauben, die Reisevereinigung Hattingen mit 155 Tauben und die Reisevereinigung Werne mit 71 Tauben. Die Siegerliste beginnt mit den Züchtern: 1. Niedergehtmann(Hattingen); 2. Eckhardt(Hattingen); 8. Homberg(Hattingen); 4. Hammerschlag(Bochum und Umgegend); 5. Kroniger (Hattingen); 6. Feldmann(Bochum=Werne); 7. Meuser (Hattingen); 8. Kürthen(Hattingen); 9. Fuhrmann (Hattingen); 10. Fahlbrück(Hattingen). Die goldene Medaille sicherten sich Pepmöller(Bochum und Umgesend); Meuser(Hattingen) und Pelmer(Bochum und Ausschneiden und mit in den Betrieb bringen!— Lied der Werkpause Am 8. Juli:„Ein Sträußchen am Hute“ Ein Sträußchen am Hute, den Stab in der Hand Zieht rastlos der Wandrer von Land zu Land. Er sieht so manch Städtchen, er sieht manchen Ortz Doch fort muß er wieder, muß weiter fort. So liebliche Blumen am Wege auch stehn, Der Wandrer muß eilend vorüber doch gehn. Sie blühen so herrlich, sie winken ihm hin; Doch fort muß er wieder, muß weiterziehn. Wohl sieht er ein Häuschen am Wege dort stehn. Umkränzet von Blumen und Trauben so schön. Da könnt's ihm gefallen, da sehnt er sich hin; Doch fort muß er wieder, muß weiterziehn. So bietet das Leben ihm manchen Genuß, Das Schicksal gebietet dem strauchelnden Fuß. Da steht er am Grabe und schauet zurück; Hat wenig genossen vom irdischen Glück. Wer fährt mit nach Berlin? Besichtigung des Reichssportfeldes und der DeutschlandAusstellung Für die Hunderttausende deutscher Volksgenossen. die nicht die Möglichkeit finden können, während der Zeit der Olympischen Spiele vom 1. bis 16. August die Ausstellung„Deutschland“ zu besuchen, werden Sonderzüge organisiert, die durch ihre außerordentliche Verbilligung es jedem ermöglichen, die Ausstellung zu besuchen und darüber hinaus noch das Reichssportfeld mit seinen gewaltigen Kampfstätten, und Bauten, dem Olympia=Stadion mit Plätzen für 100 000 Zuschauer, Schwimmstadion, Reitplatz mit Tribünen und Reiterhaus, Dietrich=Eckart=Freilichtbühne mit Plätzen für 20000 Besucher, Aufmarschgelände und dem Glockenturm, in dem die rund 280 Zentner schwere Olympia=Glocke ihren Platz gefunden hat, Sportforum. Hockeystadion, Basketballfelder und dem Haus des deutschen Sports zu besichtigen. Im Hinblick auf die dann in den folgenden Tagen dort stattfindenden friedlichen Wettkampfe von ungefähr 52 Nationen ist diese Besichtigung für die hier in Frage kommenden Sonderzugteilnehmer schon ein Erlebnis für sich. Wollen Sie das Reichssportfeld, den Kampfplatz der Olympischen Spiele, kennenlernen? Dann benutzen Sie den Sonderzug des Gaues Westfalen=Süd am 18. Juli 1936 von Bochum Hbf.— Dortmund— Hamm nach Berlin. Fahrpreis ab Bochum Hbf. 12.40 RM. einschließlich freier Besichtigung der Ausstellung„Deutschland“ und des Reichssportfeldes. Meldungen umgehend an die Kreisleitungen und Ortsgruppen der NSDAP. Die Sparsamkeit am falschen Orte Eine Ers psirina nap Eeht geid zatten Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Donnerstag, 9. Juli NS.=Frauenschaft Hunscheidtsfeld. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Wegener, Drusenbergstraße 78, Lichtbildvortrag. Dedische Arbensstont Achtung! Bäcker! Heute abend um 20.15 Uhr findet im Lokal Bischoff, Alleestraße, eine Versammlung der Deutschen Arbeitsfront, Fachschaft Bäcker, statt, zu der alle Arbeitskameraden und =kameradinnen hiermit nochmals eingeladen werden. „Kraft durch Freude“. der: ErOrt Essen Kahler Asten Brocken Hambu München Jugspitze Wger S W K e Stadttheater: 20 Uhr: Spiel an Bord. Parkhaus: Nachmittags Konzert. Städtische Gemäldegalerte: Sonn= und feiertags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr. Heimatmuseum Haus Rechen, Königsallee 17: Sonn= und feiertags von 10 bis 13, werktags von 10 bis 16 Uhr. Bergbaumuseum, Vödestraße: Besichtigungszeiten: Werktags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, an Mittwochund Samstag=Nachmittagen bei freiem Eintritt; sonntags von 10 bis 13 Uhr.(An Feiertagen geschlossen.) Geologisches Museum der Berggewerkschaftskasse, Herner Straße 45: Mittwochs von 15 bis 18 Uhr, samstags von 15.30 bis 18 Uhr. Nach Voranmeldung jederzeit innerhalb der Dienststunden. Einiritt frei. Städtische Schwimm= und Badeanstalt, Marienstraße: Mittwochs von 16 bis 19 Uhr: Familienbad. Tonhalle: ab 15.45 Uhr: Stützen der Gesellschaft. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Es geschah in einer Nacht. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Fährmann Maria. Capitol: ab 15.15 Uhr: Mazurka. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Polenblut. Hammer Lichtspiele: ab 15.30 Uhr: Ich war Jack Mortimer. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Die Puppensee. Lichtfvielhaus: ab 15.30 Uhr: Ein Walzer um den StefansOdeon: ab 15.30 Uhr: Ein junger Mann aus Uea. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Ein junger Mann aus USn. War da irgendeine Lebensmittelfiliale einer Gelsenkirchener Großfirma in einem Bochumer Stadtteil. Sie wurde verwaltet von einem jungen, kaum großjährig gewordenen Mädchen, ohne besondere Geschäftsund Warenkenntnisse, ohne jede kaufmännische Erfahrung. Der Warenverkehr zwischen dem Laden und dem Lager war so primitiv wie möglich. Es hatte schon früher in dieser Filiale nicht geklappt, indem große Fehlbeträge entstanden. Jetzt sollte das junge, unerfahrene Ding„den Laden schmeißen": Das Vertrauen hatte sie und darin bewährte sich die junge Kraft auch, indem sie den Kundenkreis zu vergrößern wußte. Aber obgleich sie„eigentlich Filialleiterin“ spielen mußte, bekam sie doch nur das Gehalt einer Verkäuferin. Im übrigen arbeitete die Filiale mit Lehrmädchen. Von einer Art„Autorität“ war überhaupt nicht die Rede. Die Sache wuchs der Verkäuferin über den Kopf. Sie selbst hielt sich für viel zu schwach für diesen Posten. Ein Nachwiegen oder eine Nachprüfung der eingelieferten Waren unterblieb, die Monatsabrechnung wollte nie stimmen. Es ergaben sich immer größere Verluste. Viel Ware verdarb auch durch Fahrlässigkeit bei der Lagerung. Das Mädel bat, abgelöst zu werden, aber das geschah nicht. Als dann nach reichlich anderthalb Jahren endlich mal durchgegriffen werden sollte, rechnete man einen Schaden von 8000 Mark heraus und lief voller Entrüstung zum Staatsanwalt. * Das ist die Geschichte einer Untreue verbunden mit Unterschlagung, wegen deren die junge Verkäuferin, die man als„Filialleiterin“ bezeichnete, vor dem Schöfsengericht stand. Die Angeklagte beteuerte unter Tränen, daß sie keine Waren beiseitegebracht und auch kein Geld unterschlagen habe. Für das Manko habe sie überhaupt keine rechte Erklärung, so groß könne der Verlust an Gewicht und Verderbnis nicht gewesen sein. Aber man wies der Angeklagten nach, daß sie absichtlich die Bestandsaufnahmen fälschte, daß sie die„Lehrlinge" nicht in guter Zucht hielt, etwas leicht war und die Reife für die verantwortliche Führung eines solchen Ladens sowie als Vorgesetzte über ein, wenn auch nur kleines, Personal noch nicht besaß. So sprach genügend der Schein gegen sie. Sie war strafbar geworden. Als der Staatsanwalt aber dann anderthalb Jahre Gefängnis wegen der fortgesetzten Unterschlagung und Untreue beantragte, drohte dem tief erschreckten Mädchen ein Schwächeanfall. Es war nun die Aufgabe des Verteidigers,„die andere Seite der Medaille“ auch mal aufzuzeigen, nämlich die ursächliche Fahrlässigkeit der Geschäftsleitung, die ein solch unerfahrenes Mädchen nie und nimmer hätte so lange an einem Posten halten dürfen, auf dem es so oder so scheitern mußte. Wenn dann solche Verluste entstehen, darf man sich nicht wundern. Sie ganz allein auf das Konto der armseligen Angestellten zu setzen, ginge nicht an. Das erkannte auch das Gericht, das in seinem Urteil zwar eine Schuld der Angeklagten feststellte, aber auch nicht verschwieg, daß die Firma selbst hier nicht richtig verfahren sei. Das Urteil lautete auf fünf Monate Gefängnis. Hätte die Firma eine ältere, erfahrene, geschulte Person als wirkliche Filialleiterin genommen, so hätte sie wahrscheinlich die Verluste vermieden und hätte einen„reinen" Betrieb. Freilich hätte sie dafür auch entsprechenden Lohn zahlen müssen. Aber wie dieser Fall zeigt, hätte sie dabei noch das viel bessere Geschäft gemacht. Ein arger Bösewicht Ein Angeklagter B. aus Witten stand vor der Großen Strafkammer wegen schweren Verbrechens gegen die Sittlichkeit. Gegen ihn zeugten die geschiedene Ehefrau und deren Töchterchen aus erster Ehe. Der Mann tat, als ob die argen Beschuldigungen nur auf Haß aufgebaut seien. Das Gericht mußte infolgedessen in die Beweisaufnahme eintreten. Die Bilder, die sich nunmehr ergaben, zeigten den Mann, der diese Frau als Witwe geheiratet hatte, als einen so widerlichen und zynischen Wüstling, daß der Verteidiger wegen der falschen Angaben, die ihm der Angeklagte bisher gemacht hatte, sich veranlaßt sah, die [Verteidigung niederzulegen und den Gerichtssaal zu verlassen. Man kann sich schwer einen Begriff machen von den Dingen, die hier zur Sprache kommen mußten, als sich die früheren Ehegatten vor Gericht als Feinde gegenüberstanden. Das Urteil lautete gegen den Angeklagten auf drei Jahre Zuchthaus und Ehrverlust. Der Mann wurde sofort in Haft genommen. Die Häufung gerade solcher Prozesse vor den Gerichten wirkt geradezu niederdrückend. Vor der Großen Strafkammer wies am Dienstag in einer weiteren Verhandlung der Anklagevertreter mit ernsten Worten auf die Zunahme solcher Prozesse hin, die düstere Bilder von Entartung zeigten und erkennen ließen, wie stark und vielfältig die Jugend gefährdet sei. Zum Schutze der Jugend durfe Milde gegen solche Verbrecher nicht mehr angewendet werden, sondern diese müßten die ganze Schärfe des Gesetzes kenneulernen. Das Gericht erkannte in allen drei weiteren Sachen auf schwere Zuchthausstrafen mit langjährigem Ehrverlust. Ein Vater, der sein Kind mißhandelt Eine häßliche Anklage! Was gibt es wohl Widerlicheres, als die Mißhandlung eines Kindes! Ein Wesen, das sich nicht wehren kann, und dann in seiner Angst mit seinen Schmerzen und Wunden auf die Straße flüchtet, wo sich fremde Leute seiner annehmen. Das Kind hatte ganz still dagesessen, als der Vater mit der Mutter eine Auseinandersetzung hatte, infolge deren der Mann seine Wut an dem Kinde ausließ. Nun war er zur Anzeige gelangt. Das Jugendamt hat sich bereits eingeschaltet. Die Eltern sind beide arg nervöse Leute. Der Vater, ist obendrein etwas beschränkt. Die Kinder sind in bedenklicher Umwelt. Fraglich, ob diese Eltern ihre Kinder überhaupt zu erziehen imstande sind. Auch das Gericht äußerte Bedenken. Es wird die Akten dem Gesundheitsamt zuleiten. Es handelt sich um Leute, bei denen weitere Nachkommenschaft nicht erwünscht erscheint. Das Urteil gegen den Vater lautete auf drei Monate Gefängnis als Mindeststrafe. Der Unverbesserliche Der Angeklagte Kro... ist ein Mann mit einer schweren Vergangenheit. Im März wurde er zum xten Male rückfällig. Stand ein Kraftwagen verschlossen auf der Straße. Er hat schon einen Schlussel verpaßt. Zwei Decken langt er sich heraus und verkloppt sie. Einen Freund prellter um dessen Mantel. Ein sehr häßlicher Zeitgenosse, das darf man wohl sagen. Solcher Ansicht war auch das Gericht, es nahm den mehrfach Rückfälligen in eine hohe Strafe, es schickt ihn jetzt ein Jahr und sieben Monate ins Zuchthaus Nach Feudingen im Hochsauerland(Lahn=Ilsetal), Ferienort mit Sportbetreuung. Ferien der wahren holung findet man in Feudingen(Wittgensteiner Land). Dieser liebliche Ort mit seinen 4 Gasthöfen, mit dem breiten Lahn= und dem idyllischen Ilsetal, mit seinem kristallklaren Schwimmbad, seinen Spiel= und Sportplätzen, bietet gerade für wirklich erholungsbedürftige Männer und Frauen, Knaben und Mädchen einen idealen Sommeraufenthalt. Den Besuchern dieses Ferienortes wird durch das Gauamt der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ außerdem Gelegenheit geboten, sich während des Ferienaufenthalts körperlich zu erholen und zu ertüchtigen durch Schwimmen, Wandern, Spiele im Freien und durch geselliges Beisammensein. Selbstverständlich brauchen bie Teilnehmer nicht an den Erholungskursen teilzunehmen. Der Aufenthalt kostet pro Woche einschl. bester Verpflegung und Unterkunft 18,70 RM. Die Teilnehmer an der sportlichen Betreuung bezahlen außerdem für sechs Tage, ie .40 RM.— 2,40 RM. Es wird dafür gesorgt, daß durch das dortige Forstpersonal den Feriengästen Gelegenheit gegeben wird, Wild und Wald beobachten und belauschen zu können. Die Fahrt nach Feudingen geschieht durch wöchentlichen Omnibusverkehr, und zwar geht dieser Omnibus ab Bochum, hält dann in Witten, Dortmund, Hagen und kann außerdem auf der Strecke überall durch Ferienbesucher angehalten werden. Der Omnibus ist gekennzeichnet. Weitere Auskunft erteilt jede KdF.=Dienststelle. Die Fahrten werden an folgenden Tagen durchgeführt: 13. bis 20. Juli, 20. bis 27. Juli, 27. Juli bis 3. August, 3. August bis 10. August, 10. bis 17. August, 17. August bis 24. August, 24. August bis 31. August. Zu den obengenannten Kosten kommen hinzu für Fahrt .50 RM. und für die Jahressportkarte 0,30 RM. KdF.=Wochenendfahrten Juli 1936 Ausschneiden! Aufbewahren! „Kraft Monat Die Deutsche Arbeitsfront, NS.=Gemeinschaft durch Freude", Kreisamt Bochum, beabsichtigt, im Juli die nachstehenden Wochenendfahrten durchzuführen. Da diese Fahrten erfahrungsgemäß schnell ausverkauft sind, bitten wir Sie in Ihrem Interesse, Ihre Teilnahme umgehend in der Verkaufsstelle, Kortumstraße 62, oder bei den Orts= und Betriebswarten anzumelden. 11. Juli: Kafseefahrt nach Kettwig=Werden,.15 RM.; Abfahrt um 15 Uhr ab Wilbelmsplatz. Mgzargggllahrt 11. Juli: Nach Schloß Baldeney mit Motorbootfahrt, 1,45 RM.: Abfahrt um 15 Uhr ab Wilhelmsplatz. 18. Juli: Zum Schwerter Wald,.65 RM.(einschließlich Kaffee mit Zubrot): Abfahrt um 15 Uhr ab Wilhelmsplatz. 18. Juli: Nach Cochem an der Mosel, 11,70 RM.(einschließlich Uebernachtung und Verpflegung). ui###ns, 18. Juli: Nach Dahl, 1,60 RM.(einschließlich Wanderung zur Glörtalsperre): Abfahrt 15 Uhr ab Wilhelmsplatz. 25. Juli: Fahrt ins Blaue, 1,05 RM.; Abfahrt um 15 uhr ab Wilhelmsplat. uach Nachmitlas Salfasfakrt Ins Außerdem jeden Mittwoch nachmittag Kasseefahrt ins Blaue. Der Preis wird jeweils bekanntgegeben; er beläuft sich zwischen 1,10 und.50 RM. Anmeldungen für alle Fahrten sind sosort zu tätigen. Mittwochnachmittagsfahrt am 8. Juli. Abfahrt um 15 Uhr ab Wilhelmsplatz nach Schloß Baldeney mit Motorbootfahrt. Preis.45 RM. Am 11. Juli beabsichtigen wir ebenfalls zum Baldeneysee zu fahren. Preis.45 RM., ferner nach Essen=Werden. Preis einschließlich Kassee mit Fahrt 2,35 RM. Abfahrt 15 Uhr ab Wilhelmsplatz. Anmeldungen werden hierfür umgehend entgegengenommen. ## Rraft durch FreudeJuli füe des Tagesplan für Mittwoch, 8. Allgemeine Körperschule und Reichssportabzeichen Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle Nuatlichen Gymnasiums, Bismarckstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle der realgymnastalen Studienanstalt, Waldring, von 20 bis 22 Uhr Pestalozzischule in Wattenscheid. SA.=Sportabzeichen für Männer von 19 bis 22 Uhr auf dem Volkssportplatz an der Castroper und Lange Straße. Schwimmen für Frauen und Männer von 19 bis 20.30 Uhr, Städtische Badeanstalt, Marienstraße; von 19 bis 20.30 Uhr, Freibad in.=Langendreer; von 20 bis 21 Uhr in Wanne=Eickel, Osthafen. (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 12 und 13.] U Seite 5 Nr. 157# Bochumer Anzeiger Mittwoch, 8. Juli 1936 Zur Einweihung des Luftschiffhafens„Rhein=Main“ Honteumees Cuftberreher Die Vorzüge des neuen Weltflughafens— Deutschlands großer Beitrag zur Entwicklung des Luftverkehrs der Welt Am 8. Juli findet die Einweihung des von der Südwestdeutschen Flugbetriebs=.G.„RheinMain“, erstellten Flug= und Luftschiffhafens Rhein=Main bei Frankfurt statt. Durch Inbetriebnahme dieser, den gesteigerten Anforderungen Rechnung tragenden Anlage, wird einem dringenden Verkehrsbedürfnis abgeholfen; hat sich doch mit zunehmender Sicherheit, Schnelligkeit und Bequemlichkeit der Luftfahrzeuge das Interesse des reisenden Publikums immer mehr dem Luftverkehr zugewendet. In wenigen Jahren ist die Geschwindigkeit des Flugzeugs im planmäßigen Reiseverkehr von 200 auf über 300 Stundenkilometer gestiegen. Gegenüber drei Stunden im Jahre 1932 nimmt heute die Reise von Berlin nach Frankfurt nur 2 Stunden, mit der Blitzmaschine sogar nur 1 Stunde, in Anspruch. Es ist einleuchtend, daß solche Entwicklung eine Modernisierung und Erweiterung der vorhandenen Anlagen nötig machte. Diese Erwägungen veranlaßten die Regierung des Dritten Reichs bald nach der Machtübernahme, durch das Reichskommissariat für die Luftfahrt bzw. das Reichsluftfahrtministerium, größere Mittel auch für den Ausbau der Flughäfen zur Verfügung zu stellen. Vor allem auch im Westen Deutschlands mußte der zunehmenden Verkehrsdichte durch Ausbau der veralteten und zu kleinen Anlagen Rechnung getragen werden. So reifte der Entschluß, den nicht erweiterungsfähigen Flugplatz Rebstock aufzugeben und im weiten Waldgebiet südlich Frankfurt eine den neuzeitlichen Anforderungen entsprechende Anlage zu schaffen. Es lag nahe, mit diesem Flugplatz„Rhein=Main“ auch einen Luftschiffhafen zu verbinden, um für den Personen=, Post= und Kraftverkehr günstige Anschlußmöglichkeiten zu schaffen. Schon lange hatten sich die verantwortlichen Leiter des Zeppelin=Konzerns mit dem Gedanken getragen, die mit zunehmender Schiffsgröße zu klein gewordenen Luftschiff=Verkehrsanlagen von Friedrichshafen nach einem verkehrspolitisch günstigen Ort Mitteldeutschlands zu verlegen. Dieser Wunsch nahm greifbare Formen an, als nach Gründung der Deutschen Zeppelin=Reederei=GmbH. im März 1935 der Bau weiterer Luftschiffe in Angriff genommen wurde. Damit wurden die am Bodensee vorhandenen Hallen ohnehin für den Luftschiffbau benötigt.„„ an Das Land Hessen und die Stadt Frantfure a. Main unterstützten den Plan, einen Weltluftschiffhafen zu schaffen, in großzügiger Weise. Es entstand die erste Halle, der bald eine zweite folgen wird, weil schon 1937 ein dem„Hindenburg“ gleichendes zweites Großluftschiff seiner Verkehrsbestimmung übergeben werden wird. Denn die großen Erfolge unserer Luftschiffe im Nord= und Südamerikadienst haben die Bedeutung des Luftschiffs im Langstreckenverkehr bewiesen und sind Veranlassung gewesen, auch in anderen Ländern das Verständnis für den Wert des Luftschiffs als Verkehrsmittler im Transozeandienst zu vertiefen. Schon heute kann die Deutsche Zeppelin=Reederei=GmbH. die steigende Nachfrage nach Passagen kaum bewältigen, und es ist zu erwarten, daß man nach Durchführung der diesjährigen zehn fahrten nach den Vereiniglen Staaten auch auf dem Nordatlantik zum planmäßigen Luftschiffdienst übergehen kann. Aus aller Welt um=Giade Heist Wesstir nach Ost und Nord nach Süd. Mit kluger Ueberlegung hat man den neuen Flughafen in den Südwestquadranten des Scheitelpunktes der großen Reichsautobahnen Hamburg—Basel und Saarbrücken—Breslau gelegt. Zufahrtsstraßen aus allen Richtungen vermitteln den Anschluß an dies gewaltige Straßennetz. Durch Angleischung der Fahrpläne von Eisenbahn, Flugzeug und Luftschiff ist in weitestem Umfange dafür gesorgt, daß der Reisende in kürzester Zeit sein Ziel erreicht und Postsendungen auf schnellstem Wege dem Empfänger zugeleitet werden. Wirtschaftliche Gründe: Schon in der Blütezeit der Hansa spielte Frankfurt am Main eine Rolle für den Warenverkehr zu Land und zu Wasser. Immer ist in dem rhein=mainischen Wirtschaftsgebiet die Industrie heimisch gewesen. Von hier aus strahlen unsere größten chemischen, elektrotechnischen und Maschinenbau=Unternehmungen ihre Wirkungen in alle Welt aus. Wenn auch der Luftverkehr nur für den Transport eilwertiger Güter in Frage kommt, die Möglichkeit schneller Beförderung von eiliger Post, Konossementen, Mustersendungen, Paketen usw. wird schon jetzt in steigendem Maße von den Handelsunternehmungen ausgenutzt. Diese Gründe ließen bei der Wahl des Luftschiffhasens die Entscheidung zugunsten Frankfurts fallen. Opfer mußten gebracht werden, aber sie werden sich bezahlt machen, sobald die Deutsche Zeppelin=Reederei auch den planmäßigen Nordamerikadienst ausgenommen haben wird und andere Nationen sich entschließen, sich dem deutschen Vorgehen anzuschließen. Denn Luftschiffverkehr ist immer eine Angelegenheit internationaler Zusammenarbeit und nur auf breiter Basis lebensfähig. Durch Schaffung eines, allen Anforderungen entsprechenden, zentraleuropäisch günstig gelegenen Luftschiffhafens entfällt der Anreiz für andere Nationen, eigene Hafenanlagen zu schaffen. Zwischenlandungen sind kostspielig und bedeuten Zeitverlust, der aus meteorologischen Gründen besonders bei Luftschiffen entscheidend sein kann. Frankfurt hat durch Schaffung seines Luftschiffhafens„Rhein=Main“ einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrsentwicklung geleistet. Daran ist zu denken, wenn es sich in Zukunft darum durch ErweiteScherl-Bilderdienst chmittag suchte, wie gemeldet, der Chef der japanischen Militärvolizei von Tokio menarbeit maßgebender Kulturnationen beruhenden Weltluftschiffverkehrs auch noch gesteigerten Anforderungen anzupassen. Oberstlt. Breithaupt Reichsluftfahrtministerium. Bienenschwarm in der„Grünen Minna“. Ein Bienenschwarm setzte sich an einem Baum in Southchurch(England) fest, was die Passanten sehr erschreckte, so daß sie die nächste Polizeistation anriefen. Die hilfsbereiten Polizisten kamen mit einem Arrestantenwagen und einem Bienenzüchter an, der die Bienen mit der größten Vorsicht in den Wagen handeln sollte, die bestehenden Anlagen durch Erweite= der Snrmn mtg###ug, rimme rungsbauten den Erfordernissen eines auf der Zusam=lbrachte. Außer iym wurde niemand gestochen. Derherrene= Witewene n Amlerna Bittgottesdienste in den Kirchen— Bisher 300 Millionen Dollar Schaden Newyork, 7. Juli. welle verursachte Schaden etwa 300 Millionen Dollar g gestagten betragen. Präsident Roosevelt hat selbst die Leitung Seit vier Tagen herrscht in den Getreivenaaten des der Hilfsaktion für die Farmer in den Dürregebieten Mittelwestens ungewöhnliche Hitze, die die Dürreschäden übernommen. weiter erhöht. Das ganze Gebiet vom Felsengebirge bis nach West=Kentucky zeigt durchweg Höchsttemperaturen von 45 bis 50 Grad Celsius. Die Wetterwarte in Warum Frankfurt? Auf Grund sehr sorgfältig durchgeführter Untersuchungen ist die Entscheidung zugunsten Frankfurts gefallen. Triftige Gründe sprachen für die Wahl des Rhein=Main=Gebietes als Zentralpunkt des europäischen Luftschiffverkehrs. Geographisch: In der weiten, landwirtschaftlich nicht genutzten Ebene südlich der Mainmündung standen ausreichende Flächen zur Verfügung, die nur Rodungs= und geringe Planierungskosten erforderten. Das Gebiet liegt 300 Meter tiefer als der Bodensee, nur 100 Meter über dem Meeresspiegel. Daraus ergeben sich verkehrstechnische Vorteile, weil die dünne und damit schlechter tragende Luft in großen Höhen den Auftrieb eines Luftschiffes nachteilig beeinflußt. So kann z. B. ein von Frankfurt aus startendes Luftschiff von der Größe des„Hindenburg“ rund 8 Tonnen Ladung mehr mitführen als von dem höher gelegenen Friedrichshafen. Meteorologisch: Langjährige Windmessungen haben ergeben, daß das neue Flughafengebiet gegen Kaltlufteinbrüche von Nord und Nordwest her durch den Taunus, gegen West= und Südwestwinde durch Hundsrück und Hardt sowie gegen Osten durch Vogelsberg, Spessart und Odenwald besonders geschützt ist. Infolgedessen sind auch die Niederschläge verhältnismäßig gering, sie betragen im Jahresdurchschnitt nur etwa 500 mm. Die über die norddeutsche Tiefebene dahinstreichenden Tiefdruckgebiete lagern ihre Regenmengen im allgemeinen auf der Nordwestseite des Taunus ab. Eine weitere Wirkung dieser Regenarmut ist auch die geringe Zahl der Nebeltage und relative Wolkenfreiheit. Der besondere Vorteil Frankfurts als Luftschiffhafen liegt aber in der Tatsache begründet, daß hier Nordost= u. Südwestwinde vorherrschen. Die Windstärken sind im Jahresdurchschnitt gering, weil die 20 bis 40 Kilometer entfernten Gebirge einen schützenden Wall bilden. Die Möglichkeit, ein Luftschiff bei jeder Windrichtung und=stärke ein= und aushallen zu können, spielt für die Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit des Verkehrs eine große Rolle. Man konnte daher die Doppeltorige Halle in die Hauptwindrichtung Südwest—Nord= ost stellen und darf damit rechnen, daß Hallenmanöver durch ungünstige Querwinde nur in seltenen Fällen beeinflußt werden. Auch die zweite Halle wird auf Grund der gemachten Erfahrungen voraussichtlich parallel zur ersten errichtet werden. Nach Ansicht des bekannten Meteorologen Professot Linke bietet das vollkommen ebene Gelände mit seinen ausgedehnten, die Luftströmungen schwächenden Kiefernwäldern eine in Westdeutschland kaum wiederzufinden de weitgehende Sicherheit gegenüber überraschend auftretenden Böen. Das in der Nähe, 826 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Taunus=Observatorium sowie die täglichen Höhenmeßflüge(bis 5 Kilometer) der wissenschaftlichen Flugstelle Darmstadt geben die Möglichkeit frühzeitiger Unterrichtung über die in größeren Höhen anzutreffenden Winde und damit zuverlässiger Wettervorhersage. Auch verkehrsgeographisch bietet Frankfurt besondere Vorzüge. Es ist einmal ein wichtiger Knotenpunkt für den europäischen Eisenbahn= und Flugverkehr. Hier schneiden sich viele Hauptlinien von West Washington teilt mit, daß innerhalb der nächsten 36 Stunden kein Regen zu erwarten sei. Tausende von Menschen beten in den Kirchen der von der Hitzewelle heimgesuchten Bezirke um Regen. Etwa 3000 mittellose Farmer aus Wyoming, Norddakota und Montana erhielten am Montag Arbeit an Puwa=Projekten. Puwa(das Bundesamt für öffentliche Arbeiten) beabsichtigt, weitere 50000 Arbeitslose in den nächsten Tagen zum Bau von Wasserdämmen und Landstraßen heranzuziehen. In Wyoming und Montana sind Tausende von Menschen mit der Bekämpfung ausgedehnter Waldbrände beschäftigt, durch die bereits großer Schaden angerichtet worden ist. Durch die Hitzewelle werden die Ernten in Minnesota und im Gebiet von Nord= und Süddakota als vernichtet angesehen. Bis jetzt dürfte der durch die HitzeSchweres Anwetter im Höllental Freiburg im Breisgau, 7. Juli. Die bleierne Schwüle, die am Montag über dem Breisgau und dem südlichen Schwarz= wald lag, führte nachmittags im Höllental zu einem schweren Unwetter. Zwei Gewitter waren im Tal hängengeblieben und unter Blitz und Donnerschlag ging ein sturzartiger Regen, verbunden mit Hagelschlag, nieder. Am schwersten betroffen wurde der Ort Posthalde. Die kleinen Berghäche führten riesige Wassermassen mit. Einer der Bäche verließ sein Bett und grub sich ein neues von etwa 1¼ Meter Tiefe. In Posthalde wurden die Keller unter Wasser gesetzt. Beim Bahnhof wurden die Gleise auf 120 Meter Länge durch Felsgeröll und Holz etwa drei viertel Meter hoch verschüttet. 15 Meter des Gleises wurden auch unterspült. Der Zugverkehr zwischen Hirschsprung und Hinterzarten ist unterbrochen, so daß der Verkehr durch Umsteigen in Kraftwagen aufrechterhalten werden muß. Die Räumung und Wiederherstellung der Strecke ist bereits in Angriff genommen und man hofft, in 24 Stunden den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Hch. Hoffmann Der Vorbeimarsch der ehemaligen Kolonialsoldaten vor dem Bundesführer des Kuffhäuserbundes Oberst a. D. Reinhard in Kassel. Film neben Olympia=Fackel Leni Riesenstahl verabschiedete acht Mitarbeiter Berlin, 7. Juli. Leni Riefenstahl verabschiedete am Montag mittag die Filmexpedition, der die Aufgabe gestellt wurde, den Fackelstaffellauf von Olympia zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin zu filmen. Acht Mann nehmen an dieser Fahrt in drei Automobilen teil. Die Schwierigkeiten, die diese Leute zu überwinden haben, sind jetzt noch nicht vorauszusehen. Schon auf der Hinfahrt müssen alle möglichen Falle geklärt werden. Da gibt es Verteidigungsgesetze zu beachten und Zoll= und Tankschwierigkeiten zu überwinden. Rund 3000 Kilometer sind auf nicht immer hervorragenden Straßen zu bewältigen. Schlimmer wird es aber noch auf der Rückfahrt werden, denn die Fackelläufer sind Tag und Nacht unterwegs. Da wird es für die Männer vom Film kaum eine Ruhepause geben. In den Hauptstädten sind die Feiern anläßlich dieses Staffellaufes aufzunehmen, jedes Land soll auch in seiner Eigenart erfaßt werden, kurzum, dieser Film soll ein bleibendes Dokument abgeben für den gewaltigsten Staffellauf, den die Welt je gesehen hat. Aber man hat den Eindruck, daß die Männer die diese Aufgabe auf sich genommen haben, sie auch lösen werden. Es sind durchweg frische, junge, sportlich durchtrainierte Leute, die mit viel Liebe an die Sache herangehen. 15jähriger Mörder verhaftet Die Großmutter erdrosselt und erhängt Hannover, 7. Juli. Die Kriminalpolizei nahm einen 15jährigen Burschen fest, der verdächtig war. seine Großmutter in Jena ermordet zu haben. Nach hartnäckigem Leugnen legte der junge Mensch schließlich ein Geständnis ab. Danach hat er seine Großmutter, die mit seinem Plan, zur See zu gehen, nicht einverstanden war, mit einer Wäscheleine erdrosselt und die Leiche dann aufgehängt, um so den Anschein zu erwecken, als ob die alte Frau Selbstmord begangen hätte. Nach der Tat entwendete er noch aus den Behältnissen der Ermordeten einen Geldbetrag, um eine Reise antreten zu können. Sittlichkeitsverbrechen einer Ordensschwester dnb Darmstadt, 7. Juli. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt mit: Die Große Strafkammer in Darmstadt hat auf Antrag des Oberstaatsanwalts gegen die frühere Ordensschwester Wendelina aus dem Orden der Karmeliterinnen vom göttlichen Herzen Jesu das Hauptverfahren wegen Sittlichkeitsverbrechens eröffnet. Schwester Wendelina war von 1929 bis Ende 1934 als Erzieherin in der Knabenabteilung des Theresien=Kinderheimes der Karmeliterinnen in Offenbach tätig und unterhielt seit 1933 mit einem 13jährigen frühreifen Zögling fortgesetzt unerlaubte Beziehungen, bis sie im Jahre 1934 in eine andere Niederlassung ihres Ordens versetzt wurde. Im Juli 1935 gebar sie dort ein Kind und schied infolgedessen aus dem Orden aus. Die Angeschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft und ist in vollem Umfange geständig. Auszeichnung durch den Reichsforstmeister Generatoberst Göring Der Reichsforstmeister Generaloberst Göring hat dem Revierförster Ritschel und dem Hilfsförster Göbel von der Försterei Klink(Kreis Oppeln) für ihr tapferes Verhalten bei der Unschädlichmachung der Eisenbahnräuber Gebrüder Schüller im Forst bei Poppelan seine besondere Anerkennung ausgesprochen und ihnen den vor einiger Zeit geschaffenen Ehrenhirschfänger verliehen. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer am 1. Juli Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Juli 1936 7430 319 gegenüber 7517240 am 1. Juni. Im Laufe des Monats Juni ist mithin eine Abnahme von 86 921 Teilnehmern (minus 1,16 v..) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 16. Juli befanden sich 570 591 Teilnehmer, denen die Rundfunkgebühren erlassen sind. 444 Tote am Unabhängigkeitstag Der Unabhängigkeitstag in den Vereinigten Staaten hat nach letzten Nachrichten insgesamt 444 Todesopfen gefordert. Davon sind 107 Menschen ertrunken und 205 bei Kraftwagenunfällen umgekommen. Seite 6 Nr. 157 Bochumer Anzeiger* Mittwoch, 8. Juli 1936 Kunst und Wissen Joleph Joe Chamberlain wurde am 8. Juli 1836 geboren Der Vater des durch seine Politik für die Gegenwart außerordentlich wichtigen Austen Chamberlain und des jüngeren Bruders Houston Stewart Chamberlain, des für Richard Wagner und die deutsche Kultur begeisterten Schriftstellers, war als Politiker und Staatsmann ein rücksichtsloser, nüchterner und praktischer Führer. Am 8. Juli 1836 in London geboren, war er schon als Fabrikant und Bürgermeister von Birmingham ein führender Mann, der bereits 1876 Abgeordneter im Unterhaus war. Er und seine Freunde stürzten der irischen Unabhängigkeitsfragen wegen den sie befürwortenden Gladstone und unterstützten die konservative Regierung Salisbury, die sich die sozial= und wirtschaftspolitischen Forderungen Chamberlains zu eigen machten. Als Kolonialminister trat er in das dritte Kabinett Salisbury ein. Sein Ziel war hier die Bildung eines das Mutterland und die englischen Kolonien umfassenden Zollvereins, ein Reichsbund, der England mit den Dominions vereinigen sollte. Mit Nachdruck verfocht er die imperialistische Politik Englands und arbeitete auf den Krieg hin, der die Burenrepubliken 1899 bis 1900 zur Unterwerfung Als Salisbury zurücktrat, empfahl er der Krone Chamberlain nicht zum Nachfolger. Dieser für ihn schwere Schlag sowie der Wunsch, an die Stelle des Freihandels den Schutzzoll zu setzen und den Kolonien Vorzugszölle zu gewähren, führten zu seinem Ausscheiden aus dem Kabinett. Im September 1903 trat er aus der Regierung aus. Als im Jahre 1906 die Wahlen sich zugunsten des völligen Freihandels und für den Liberalismus entschieden, zog er sich infolge dieser Niederlage aus dem politischen Leben zurück. Ein Schlaganfall beendete seine einflußreiche Laufbahn, die, soweit das Schutzzollprogramm in Frage kam, von einer starken Anhängerschaft in der konservativen Partei übernommen wurde. Chamberlain starb am 2. Juli 1914. Reichstelllpiele Reidelbeig 1936 Die Darsteller der Eröffnungsvorstellung In der Eröffnungsvorstellung der Heidelberger Reichsfestspiele am 12. Juli, 20.30 Uhr, im Schloßhof mit Hebbels„Agnes Bernauer“ wird Else Knott, die für die nächste Spielzeit an die Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. verpflichtet ist, die Titelrolle spielen. In tragenden Rollen wirken ferner mit: Werner Hinz und Gustav Knuth vom Staatstheater Hamburg, Walter Kottenkamp vom Staatstheater Dresden, Kart Kuhlmann von den Städtischen Buhnen Altona, Walter Süßenguth(Berlin), Adolf Ziegler vom Staatztheater Dresden, Emil Lohkamp vom Hessischen Landestheater Darmstadt(früher Bochum), Walter Bäuerle und Frau Stein vom Theater des Volkes in Berlin. 15000 Löwen und 20000 Tiger Volkszählung im Urwald schätzungsweise 20 000 Tiger und ebenso viele Panther und Leoparden. In der Bevölkerungsliste der Raubtiere“ sind es aber die schwerfälligen Bären, die das Rennen machen: sie bringen es nämlich rings in der Welt auf die Gesamtzahl von 50 000 Exemplaren. Die 94. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte, die vom 20. bis 23. September in Dresden tagt, erfährt eine erhebliche Ausweitung dadurch, daß zahlreiche befreundete Gesellschaften und Vereine ihre Jahrestagungen im Rahmen der Abteilungssitzungen der Naturforscherversammlung abhalten oder an sie anschließen. Bis jetzt haben folgende Gesellschaften und Vereine sich hierzu angesagt: Gesellschaft für angewandte Mathematik und Mechanik(24. bis 26. September), Deutsche Physikalische Gesellschaft(#xt noch unbestimmt), Deutsche Chemische Gesellschaft(20. September), Vereinigung der Mittel= und Ostdeutschen Chemiedozenten(18. bis 19. September) Kolloid=Gesellschaft(23. bis 24. September), Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft(20. bis 23. September), Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie(20. bis 23. September), Deutscher Biologen=Verband, Gesellschaft für physikalische Anthropologie(25. bis 26. September), Deutsche Gesellschaft für Blutgruppenforschung(25. bis 26. September), Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik(17.—20. September). Deutsche Pathologische Gesellschaft, Deutsche Röntgen=Gesellschaft (19. bis 23. September), Gesellschaft für Röntgenkunde, Deutsche Gesellschaft für Zahn=, Mund= und Kieferheilkunde(23. bis 25. September), Deutsche Gesellschaft für gerichtliche und soziale Medizin(17. bis 19. September), Deutsche Gesellschaft für Rheumabekämpfung(22. bis 23. September), Deutscher Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts (Ortsgruppe Dresden). Kenidten, ale Begrine warden Unsere Generation weiß noch recht gut, daß Graf Zeppelin der Schöpfer des modernen Riesenluftschiffes ist. Aber schon in ein paar Jahrzehnten wird vielleicht der Mensch hinter dem Begriff, den er schuf, verblaßt und vergessen sein. So merkwürdig es tiingt: die Menschheit gewöhnt sich viel leichter an den Gebrauch eines Begriffs, als sie sich mit der Person, die ihm den Namen gab, befaßt... Graf Zeppelin würde damit ein Schicksal teilen, daß unzählige Erfinder und Gelehrte, oft aber auch nur ganz zufällig berühmt gewordene und schnell wieder vergessene Persönlichkeiten ereilte. Wohl nur die Fachleute wissen etwas Näheres über den Konstrukteur des Schwerölmotors, Rudolf Diesel, der kurz vor dem Weltkrieg auf einer Fahrt über den Aermelkanal auf geheimnisvolle Weise von Bord verschwand. Hunderttausende von Metallarbeitern kennen die Bessemerbirne, das unerläßliche Werkzeug der modernen Stahlerzeugung, aber wer kennt den englischen Chemiker Sir Henry Bessemer, der sie um die Mitte des vorigen Jahrhunderts erfand? Noch krasser ist der Fall der Pioniere der Elektrizität Volta, Ohm, Ampère, von denen bestenfalls in der Physikstunde etwas berichtet wird, während die Begriffe, die sie schusen, in den Alltag eingegangen sind. Nicht viel anders verhält es sich mit Réaumur, Celsius und Fahrenheit, die nicht als Forscher, sondern als Wärme= und Kältegrade weiterleben... Beß M. Mensendieck war eine amerikanische Aerztin, die um die Jahrhundertwende ihr rhythmischen Gymnastik in Deutschland einführte. Bald darauf wurde außer„gemensendieckt“ auch„gemüllert", was auf den Verfasser des einst sehr berühmten Buches Ais Name bekannt, als Mensch vergellen In allen Ländern gibt es solche Begriffe, zu denen die dazugehörigen Menschen fehlen. In allen erstklassigen Restaurants der Welt steht der Pfirsich Melba auf wen, vordrang. 15000 gelbe Wüstenlönige angeschte der gewaltigen Ausdehnung Afrikas eine sehr kleine Zahl! Aber in Nordindien, wo vor wenigen Jahrzehnten noch ein Paradies für Löwenjäger war, zählte die Statistik überhaupt nicht, denn da gab es nichts mehr zu zählen. In Nordindien gibt es keine Löwen mehr. Dafür hausen in Indiens Wäldern der Speisekarte, aber wohl kaum einer der Küchenchefs vermöchte zu berichten, daß es einmal eine gefeierte Koloratursängerin namens Nellie Melba gab, der man den Ehrennamen der„australischen Nachtigall“ verlieh. Sie war es, die den Pfirsich auf diese besondere Art zubereitet liebte—, so wie Pauline Lucca, ihre Kollegin, die„Lucca=Augen“, die als schockoladene Feinschmeckereien in den Bäckerläden zu finden sind; aber sie verdanken ihren Namen nicht der Erfindungsgabe der Sängerin, sondern ihrer Farbe, die den braunen Augen der Lucca gleicht. Passionierte Schlittschuhläufer wählen Jackson=Haines=Schlittschuhe, aber nur die wenigsten können sich darunter etwas anderes als einen Standardbegriff vorstellen— Mr. Jackson Haines, vor einem dreiviertel Jahrhundert ebenso berühmt als Eistänzer wie heute Sonja Henie, ist völlig vergessen. Jackson=Haines= Schlittschuhe sind solche, wie sie der große Eisvirtuose trug; sie eignen sich besonders für schwierige Kunstfiguren. Potemkinsche Dörfer— um einen ganz anderen Begriff zu erwähnen— sind eine angebliche Erfindung des Fürsten Potemkin der seiner Zarin Katharina II. auf einer Wolgafahrt Dörfer zeigte, die wie eine Filmdekoration lediglich aus Leinwand= und Pappfassaden bestanden. Damit sollte dargetan werden, daß die dafür zur Verfügung gestellten großen Summen für Siedlungen aufgewendet worden waren— was jedoch 1621 der Fall war. Ob heute noch jeder Pariser der jüngeren Generation weiß, daß der Eiffelturm das zur Weltausstellung errichtete Werk des Ingenieurs [Eiffel ist, mag bezweifelt werden, und noch weniger weiß man von General Sir Henry Havelock, der diesen Karussellchinesen unter Denkmalschutz stellte. Vor nunmehr hundert Jahren hat Basilio Calafatti, Enkel eines italienischen Konsuls in Triest, dieses Ringelspiel im Prater errichtet, um das anstoßende Gasthaus seines Vaters für die Besucher interessanter zu machen. In der folgenden Zeit wurde der CalafattiChinese das„hoffähige“ Ringelspiel Wiens, zu dem man alle kleinen Erzherzoge und Erzherzoginnen führte, aber heute weiß kein Wiener mehr, wer eigentlich dem Calasatti den Namen gab. Und noch ein Ausflug in die Mode: Louise Francoise Herzogin von Laval= lière, die dem Herzen Ludwigs XV. nahestand, ehe sie sich ins Kloster zurückzog, ist die Erfinderin jener flatternden Künstlerkrawatte namens Lavallière, die zum unerläßlichen Requisit der Boheme vergangener Tage gehörte. Ein merkwürdiges Schicksal hat bekanntlich der Begriff Amerika gehabt: Nicht Kolumbus, der Entdecker der neuen Welt, hat ihm seinen Namen gegeben, sondern der Seefahrer Amerigo Vespucci, der erst lange nach Kolumbus den neuen Kontinent erforschte und feststellte, daß es sich nicht um die indische Küste handle, wie Kolumbus geglaubt hatte. Dagegen hat ein„Uncle Sam“, wie die Vereinigten Staaten scherzhaft personifiziert genannt werden, niemals wirklich existiert— es ist nur die Erweiterung der Buchstaben USA. Auch einen John Bull gab es nicht— außer in einem Roman des Engländers Arbuthnot Ende des 17. Jahrhunderts. „Die Briefmarke“.— Große Ausstellung in Dresden. Im Rahmen der Reichsgartenschau wird in Dresden vom 1. bis 16. August, also während der Olympischen Spiele, die Ausstellung„Die Briefmarke" veranstaltet, die außerordentlich reichhaltig beschickt sein wird. Allein das Reichspostministerium beansprucht für sich einen ganzen Ausstellungssaal, in dem auch zum erstenmal die Herstellung deutscher Briefmarken durch die Reichsdruckerei zu sehen sein wird. Ferner wird auf der Ausstellung der Tonfilm„Die Briefmarke des Dritten Reiches im Zeitgeschehen" zur Uraufführung kommen. Bernhard Herrmann der neue Leiter der Fachschaft Bühne. Der Präsident der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Dr. Rainer Schlösser, hat den bisherigen Beirat der Fachschaft Bühne, Oberspielleiter Bernhard Herrmann, zum Leiter der Fachschaft Bühne ernannt. Oberspielleiter Herrmann wurde 1933 in den Amtlichen preußischen Theaterausschuß berufen, als dessen Mitglied er sich große Verdienste erwarb. Er wirkte viele Jahre am Nassauischen Landestheater in Wiesbaden. Rein Shtem“ bon vr., V. HI Heuischer, Mediziner, den Wintermantel gleichen Namens ,konstruierte“. Sein Geschichtstafel 1803 Karl von Basedow war ein der sich als erster mit der systematischen Drüsenforschung befaßte, so daß man eine der verbreitetsten Drüsenkrankheiten nach ihm benannte. Wenn wir heute noch von „Bassermannschen Gestalten“ sprechen, so geht dies auf den Abgeordneten Friedrich Bassermann zurück, der in der Nationalversammlung 1848 die Märzunruhen noch schilderte. Konkurrent, der Menschikoff=Manter— getragen von dem russischen Fürsten Menschikoff— ist heute bereits vergessen. Eine merkwürdige Bewandtnis hat es mit dem Calafatti im Wiener Prater— der Riesenfigur eines Chinesen, um den sich seit Generationen ein Karussell dreht. Es ist eines der Wahrzeichen Wiens und aus dem Prater nicht wegzudenken, so daß man 8. Juli Der Fabeldichter Jean de Lasontaine in Chateau=Thierry geboren(gestorben 1695). wurde der Dichter Julius Mosen in Marteney im Vogtlande geboren. Außer Romanen und Dramen schrieb er Gedichte, von denen mehrere, wie„Zu Mantua in Banden",„Der Trompeter an der Katzbach“,„Heinrich der Löwe“ volkstümlich geworden 1838 wurde der General und Erfinder des lenkbaren Luftschiffes, Ferdinand Graf von Zeppelin, als Sproß eines mecklenburgischen Uradelsgeschlechts in Konstanz am Bodensee geboren. Sohnenbrand Dialon-Puder hilft! Streudose RM.—.72—. Beutel zum Nachfüllen RM.—.49 Oschegar 27) Bricht „Also, Miß Shorthand, um möglichst schnell zur Feuerzange greifen zu können, muß man den Kerl sicher machen. Gern tue ich es ja nicht, aber ich Kerl mit Freundlichkeit förmlich erdrücken. Ich habe das Gefühl, daß der alte Fuchs bei aller Gerissenheit doch so dumm ist, sich von einem ausgestopften Kaninchen bluffen zu lassen.“. Ji. 9746st G— Und August Eckhardt lacht wie ein Aryier, ver den Gegner schon auf dem Teppich sieht. „Und nun wir müssen reden von die Billy“, meint Miß Violet und lehnt sich behaglich gegen das Rückenkissen des so einsam verstorbenen Jobst. Sie findet es so gemütlich neben das große, starke Mann. Hätte Petrus eine Ahnung, daß den beiden in der Hütte seine Güsse ganz willkommen sind, würde er sich wahrscheinlich weniger strapazieren.„Sie haben gesehen richtig, Mr. Eckhardt, wie Ihr Brille is überhaupt richtig fer jede Sache.“ Miß Violet blickt August Eaharot lächelnd von der Seite an.„Miß Mady und diese Billy sich lieben sehr, ich glauben! Aber sie haben Köpfe beide oh so dick— so hart— so von Metall.“ „Bei meinem Mädel Erbteil vom Vater! eher, als daß sie sich biegt.“ „Ist nicht nötig brechen! Sollen sich biegen beide, die Billy und das Mady, so sie kommen zusammen. Ich haben beobachten diese Billy viele Wochen— ist eine gute Boy, eine feine Boy, machen nicht jagen auf Geld! Lachen über Geld, die Billy! Das nicht ist ganz vernünftig, aber ist besser, als rennen her hinter die Money von eine Girl! Die Billy sein eine fleißige Boy, ich nicht hören mein Money machen kling kling auf die Straße, wenn ich davon geben ab ein little an die Boy. Die Boy haben pflegen mein kranke. Hand, er tun machen mich viel, wie sagt man?— Gefauigreiten!? Und er sein vor der Tür ganz schnell, wenn ich will geben ihm Money. Noch nie, seit tot ist meine Vater, hat getan eine Mensch etwas for mich. Jeder hat halten auf seine Hands, wenn er hat sehen mich. Oh, Mr. Eckhardt, das sein schrecklich, ganz furchtbar schrecklich! Aber ich haben geben nichts! Kein Penny! Ich haben sparen viel, wie man sagen in Germany, Trinkgeld. Ich haben sparen zehn Jahre die Trinkgelds. Und jetzt soll haben die Boy von all die vielen Trinkgelds, die sein bleiben bei mich, eine kleine Hochzeitssonvenir. Damit er nicht kommen als arme Mann zu sein Mady. Ich will tun eine little, als wenn er ist my Son.“ „Sagen Sie Bruder, Miß Shorthand! Den Sohn würde Ihnen doch keiner glauben.“ „Oh, Mr. Eckhardt. Sie sein very galant!“ „Nur wahrheitsliebend, Miß Shorthand!“ August Eckhardt lacht sein gutes, lautes Lachen. Er denkt, daß neben ihm ein Mensch sitzt, den man ein bißchen aufrichten muß. Viel Geld und wenig Glück, das war eine schlechte Verteilung, die das Leben vorgenommen hatte. Umgekehrt war es zwar auch nicht richtig, aber doch immerhin noch besser.— Herrgott, mußte das ein Leben gewesen sein, zehn Jahre auf der Welt herumzukriechen ohne das mindeste bißchen Anhang. Eigentlich konnte man hier schon mehr von einem Jammertal reden, das Miß Shorthand durchquert hatte. Und trotzdem hatte das arme Weiblein noch etwas übrig gehabt für seine Mady und für den netten Kerl von Gärtner! War das nicht großartig? Das sollte ihr einmal einer nachmachen! Wieviel sie sonst wohl zu verschenken gehabt hätte, wenn alles seinen normalen Gang gegangen wäre.— Liebe, Verlobung, August Eckhardt räusperte sich. Er möchte Miß Shorthand so gern eine Gutheit sagen. August Eckhardt räusperte sich sonst nie, wenn er jemand etwas sagen wollte, sondern fand immer gleich auf den ersten Anhieb die rechten Worte. Aber hier wollte ihm kein rechtes Wort kommen. Er wußte, wenn überhaupt ein Wort kam, dann war es ein falsches. Und darum dachte August Eckhardt, es war besser, er schwieg jetzt und rückte dafür lieber wieder einmal Miß Shorthand das Rückenkissen zurecht. Das war eine Nettigkeit, mit der man wenigstens nichts verderben konnte. 4 Miß Violet wurde sehr verlegen, weil sie sich zu zeitig wieder zurücklegte und sich so einen Augenblick gegen August Eckhardts Hand lehnte. Miß Violet vergaß darüber sogar oh zu sagen... Nun war es ganz mäuschenstiu in dem kleinen Birkenhäuschen Jobst von Eichsfelds. Zwei Menschen, die voneinander das Beste dachten, sahen geradeaus. Und der Regen sang sein Regenlied. Es war ein fröhliches Lied für die, die fröhlichen Herzens waren. Und ein trauriges für die Traurigen. Violet Shorthand und August Eckhardt wußten beide nicht, ob sie nun fröhlich oder traurig waren. Aber eines wußten sie, daß etwas Neues um sie war. Es war ein Glück, daß zu einem Walde auch ein Jäger gehörte. Und zu einem Jäger ein schnuppernder Hund. Sie hatten zwar beide nichts zu tun im Walde um diese Jahreszeit, der Jäger und der Hund, aber immerhin konnte man doch einmal sein Revier abUnd man fand auch was. Zwar waren die beiden in dem Birkenhäuschen keine Hasen, aber beschnuppern konnte man sie deswegen doch, dachte Pluto. August Eckhardt lachte.„Nun hat uns das Leben doch aufgespürt, Miß Shorthand! Aber ich muß schon sagen, auszuhalten wäre es hier, vorausgesetzt, daß zu rechter Zeit etwas zu essen aufgetragen würde. Doch bis hierher reicht wohl die Fürsorge dieser guten dicken Dame mit der la Verpflegung nicht. Wir müssen ihr also schon entgegengehen! Der Verpflegung meine ich natürlich. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag! Wie denken Sie darüber, Miß Shorthand?“ „Ich glauben, ich denken wie Sie, Mr. Eckhart!“ „Und nun nehmen Sie einmal ein bißchen meinen Arm, Miß Shorthand! Die Wege sind glitschig geworden und unsereiner steht immer noch ein wenig fester auf den Füßen, als eine Dame..., 16 Kurz vor Kummerow zog Miß Violet sachte ihren Arm aus dem August Eckhardts.„Mich will scheinen, es sein besser zu gehn solo, Mr. Eckhardt, damit nicht tun lachen die people wegen zwei alte Leute.“ „Und ich dachte gerade, ich wäre in den letzten drei Stunden jünger geworden, Miß Shorthand. „Oh“, sagt Miß Shorthand. Und im Klang dieses Oh ist eine aufsteigende Linie. So etwas wie beim Vogel, wenn er sich vom Boden erhoben hat und in die Luft steigt. Dann wird sein Sang auch heller. Als der schöne Riccardo Madys Vater und die Engländerin mit der blauen Brille einträchtig wieder auf Kummerow einziehen sah, fluchte er, als befände er sich in einer Kaschemme mit an die Kette gelegtem Eßgeschirr und nicht zwischen dem gräflich Eichsfeldschen antiken Familienhausrat. Das fehlte noch, daß die beiden sich irgendwie zusammentaten und ihn gebesyitzelten!. Solche Amateure waren mi meinsam bespigttten: Sotche Amateure waren unter gefährlich!., 4. uun diumat ban8 Der schöne Riccarvo ronnie nun einmal von dem Gedanken, bespitzelt zu werden, nicht loskommen. Aber die Mittagskafel zerstreute wieder seine denken. Donnerwetter nochmal— gab sich der Alte Mühe, ihm zu gefallen! Und auch die Brillenschlange kam ihm weniger beobachtungsbedürftig vor. Hatte offenbar reichlich zu tun, sich mit dem Alten zu beschäftigen. Setzte vielleicht sogar junge Triebe an. Ihm konnte es schon recht sein, wenn er nur geteilte Aufmerksamkeiten genoß... D gizuns Der schöne Riccardo triefte formich vor Zynismus. Aber nach außen hin spielte er den bescheidenen, den sittsamen Mann. Er sprach von seinen Konzertreisen, die sich auf der gesamten Strecke vom Südpol bis zum Nordpol bewegten. So weit reichte auch sein Künstlerruhm. Er ließ, natürlich mit der nötigen Zurückhartung, durchblicken, daß er unheimlich viel Geld verdiene. Nur die hübsche, elegante Frau fehlte ihm, die das Geld unter die Leute bringe. Man würde eben wählerisch, wenn man so viele Frauen sah! Und man hatte vor allem ein Herz! Ein Herz, das einmal schwer enttäuscht worden war und das jetzt wieder begann, sich unter Schutt und Asche zu regen. Der schöne Riccardo dachte, daß das so der rechte Stil für diesen Emporkömmling war, der so unverschämt laut lachte, und kein Hehl daraus machte, daß er nicht immer so im Gelde geschwommen hatte, wie heute. Er erzählte da so etwas von Kakaomasse, die er früher angerührt hatte und von zwanzig Mark Wochenlohn. Als ob ihn so etwas interessieren konnte! Na, wenn es dem Alten Spaß machte, auf seine Armetei zurückzusehen, dann machte man eben mit. Es war ja nur eine vorübergehende Sache! Eine hoffentlich schnell, nein schnellstens vorübergehende Sache! Und so lenkte der schöne Riccardo, um Zeit zu sparen, gleich in den ersten vierundzwanzig Stunden auf Mady über. Und war erstaunt, von dem Alten, der vorgab, als Junge barfuß in einer Kellerwohnung gehaust zu haben, so schnell verstanden zu werden. August Eckhardt sagte, daß seinem Mädel die Musik schon immer gefallen habe, da könne es leicht möglich sein, daß gelegentlich auch einmal ein Musiker mit einbegriffen sei. Seine Mady sei durch ihren Vater so gestellt, daß sie sich jeden Luxus leisten könne. „Das ist es, was mir Sorge macht“, sagte schöne Riccardo, und glaubte nunmehr das volle Recht zu haben, frei von der Leber weg reden zu dürfen, um so mehr, als er auch bei Miß Shorthand ein wohlwollendes Lächeln wahrzunehmen glaubte. Am Ende dachte sie gar noch den Alten zu heiraten und freute sich, auf diese Art die Tochter los zu werden. Dann hätte er ja wieder einmal Glück gehabt! Dann gingen zwei Esel, denen es zu wohl wurde, aufs Eis tanzen, und er konnte unbesorgt sein Geschäft erledigen. Verliebte Leute waren am ungefährlichsten. Denn schließlich stieg man doch nicht ohne Grund bei solchem Schweinewetter, wie es heute wieder war, drei Stunden lang in der Landschaft herum und holte sich nasse Füße!„Es macht mir Sorge“, sagte der schöne Riccardo nach einer Pause, in der er nach Worten zu suchen schien,„daß ich Ihrem Fräulein Tochter nicht mehr bieten könnte, als sie schon hat. In diesem Sinne käme ich als armer Mann. Wo keine Steigerungen sind——. Und Ihre Tochter ist jung und schön— das ist noch nicht alles.“ August Eckhardt lacht scheinbar gutmütig.„Ein junges Mädel ist auch eitel. Zeigt gern etwas auf! Und so ein Name, wie der Ihre, ist für ein junges Ding mehr wert, als der auf Millionen und Abermillionen Schokoladetafeln wiederkehrende Name Eckhardt.“ Miß Shorthand nickt zustimmend. Ganz augenscheinlich ist dies Nicken als Ermutigung für Riccardo de Sole bestimmt. „— ich muß sagen, ich lese mich gern auf meinen schokoladetafeln. Bin auch mit meinem Namen zufrieden. Ein kantiger Name! Weckt so die Vorstellung von Zähne ausbeißen und Schädel einrennen. Das heißt nur für den, der sich der„harten Ecke“ in Unfrieden oder aus sonstigen streitbaren Gründen naht.“ August Eckhardt lacht in schallender Harmlosigkeit und Miß Shorthand lacht mit.— 946 tic. Nur dem schönen Riccardo kommt sein Tachein nicht ganz mühelos. Hörte sich das nicht eben an, als wollte der Alte seinen Worten eine doppelte Bedeutung geben? Und war es nicht, als wüßte die Brillenschlange um diese doppelte Bedeutung? Hatten sich nicht zwei Pferdefüße unter den Tisch geschoben? Und roch es nicht ein wenig nach Schwefel? Jetzt mach' aber Schluß, alter Junge, mit Altweiber=Gespensterei, rief sich de Sole selber zur Ordnung. Alle, die auf dieser Klitsche versammelt waren, hatte der Zufall hierher gebracht und keine Absicht! Es war genau, wie bei ihm selbst! Nur nicht die Nerven verlieren; wenn er sich noch weiter mit großen Objekten abgeben und nicht als Kaffeehausgeiger untertauchen wollte. Beinahe war ihm schon, als winke ihm ein Platz in der zweiten oder dritten Reihe einer Kaffeehauskapelle.,„.. F,.pt micher Gäffig asfast Riccardo de Sole lächen jetzt wieder voulig gefaßt. Wenn er sich nicht ganz auf sich verlassen konnte, dann galt es, sich den Scheck, auf den er es abgesehen hatte, doppelt schnell zu holen. Je eher daran— desto eher davon, mußte jetzt seine Parole lauten. „Mir sind Leute, die Ecken und Kanten haben, immer viel angenehmer gewesen als solche, die wohl abgerundet sind. Man dreht sich an den Runden, Geschliffenen vorbei und vergißt sie. Die anderen behält man entschieden länger im Gedächtnis.“ Wenn es Dir darauf ankommt, mein Freund, dann sollst Du mich nie vergessen, denkt August Eckhardt. Und diesmal ist seinem Lachen ein Schuß von Sarkasmus nicht abzustreiten. ,18 Mahe#. „Herr Eckhardt!“ miccardo de Sole reckt sich, dürfte ich wohl auf der Stelle ein offenes ein ganz offenes Wort mit Ihnen reden, oder würde Ihnen das in Gegenwart Miß Shorthands nicht angenehm sein?“ Riccardo ist nämlich der plötzliche Einfall gekommen, als würde Miß Shorthand die Gelegenheit ergreifen und nachschieben, wenn man sie mit ins Vertrauen zog. „I wo, wie sollte mir das wohl peinlich sein, Herr de Sole!" lacht August Eckhardt.„Miß Shorthand und ich sind die besten Freude! So gute Freunde sind wir, daß ich meine, unsere Freundschaft datierte schon von einem früheren Leben her. Ich gehöre denen, Herr de Sole, die da glauben, daß nicht nur einmal lebt, sondern so und so viele Male. Nach meiner Meinung bin ich jetzt auch noch nicht zum letzten Male auf der Welt. Wenn Sie sich gut stellen, können wir uns in unserem nächsten Leben noch die Hände schütteln.“ August Eckhardt will sich ausschütten vor Lachen.„Na, also was soll's de Sole? Natürlich was, was mein Mädel angeht?“ „Selbstverständlich, Herr Eckhardt! Ich habe gar keinen anderen Gedanken mehr, als Ihr Fräulein Tochter! Sogar meine Kunst...!“ (Fortsetzung folgt.) Seite 9 Nr. 157/ Bochumer Anzeiger# Mittwoch, 8. Juli 1936 Für den Steuerzahler Aus der Prasis fur en Prasik Auch Vierteljahresrate auf die Umsatzsteuer am 10. Juli! Am 10. Juli haben nicht nur die Monatszahler, sondern auch die Vierteljahrszahler—, deren Gesamtumsatz im Jahre 1935 20000 Reichsmark nicht überstiegen hat, eine Vorauszahlung auf die Umsatzsteuer unter Abgabe einer Voranmeldung zu leisten. Inzwischen sind die Veranlagungen zur Umsatzsteuer für das vergangene Jahr, zum Teil im Anschluß an Buchprüfungen, erfolgt. Besonders häufig ist eine Beanstandung der steuerbegünstigten Umsätze wegen nicht ausreichender Angaben in der Buchführung. Erforderlichenfalls können die Finanzämter Erleichterungen wegen des buchmäßigen Nachweises auch rückwirkend gewähren, wie Erklärungen aus dem Reichsfinanzministerium besagen(val. D. St. Ztg. 35 Nr. 31). Vielfach kann seitens der Gewerbetreibenden für 1935 auch nicht nachgewiesen werden, daß nicht mehr als 75 v. H. des Gesamtumsatzes im Jahre 1934 als Lieferungen im Einzelhandel erfolgt sind; es genügt hier nach dem Erlaß vom 7. Dezember 1934, daß diese Voraussetzung nach der Art des Unternehmens zutrifft. In manchen Fällen ist von Steuerpflichtigen ein Steuersäumniszuschlag wegen verspäteter Abführung einer Umsatzsteuerzahlung verlangt, obwohl der Steuerbetrag— in der Zeit seit dem 1. 5. d. J.— 50 Reichsmark im Monat nicht überstieg. Zwar kann ein Säumniszuschlag wegen verspäteter Steuerzahlung hier nicht erhoben werden. Wenn aber auch die Voranmeldung nicht rechtzeitig bis zum 10. eingereicht ist, ist das Finanzamt zur Erhebung eines Zuschlages bis zu 10 Prozent des Steuerbetrages berechtigt. Der Zuschlag wegen verspäteter Abgabe der Voranmeldung wie von sonstigen Steuererklärungen ist jedoch vom Finanzamt zu unterlassen oder zurückzunehmen, wenn die Versäumnis entschuldbar erscheint. Die Bedeutung der neuen Warenausgangsverordnung Durch die Verordnung über die Verbuchung des Warenausgangs(Warenausgangsverordnung) vom 20. Juni 1936 werden Großhändler vom 1. Oktober 1936 an verpflichtet, für steuerliche Zwecke den Warenausgang zu verbuchen. Hierdurch wird ermöglicht, daß alle Warenausgänge festgestellt werden, die beim Einzelhändler und den sonstigen Abnehmern des Großhandels als Wareneingänge im Wareneingangsbuch nach den Vorschriften über die Führung des Wareneingangsbuchs erscheinen müssen. Die Betriebsprüfer werden dadurch in die Lage versetzt, einen Verstoß gegen die Verordnung über das Wareneingangsbuch bei den Abnehmern nachzuweisen. Hinzu kommt, daß dem Abnehmer über jeden Warenposten ein Beleg(Rechnung, Lieferschein oder dergleichen) erteilt wird, den er also in Händen haben muß, wenn die Bücher des Großhändlers einen entsprechenden Warenausgang aufweisen. Der Begriff des Großhändlers im Sinne der Verordnung ist ihrem Zweck entsprechend enger gefaßt als bei der Umsatzsteuer. Als Großhändler im Sinne der Verordnung werden gewerbliche Unternehmer angesehen, die Waren an andere Unternehmer zur gewerblichen Weiterveräußerung liefern. Nicht vorgeschrieben ist die Führung eines besonderen Warenausgangsbuches. Es genügt, wenn sich die erforderten Angaben(Tag der Lieferung, Firma und Anschrift des Erwerbers, Art und Preis des Warenpostens) aus der Buchführung(Verkaufsbuch bzw. Journal, Konto=Korrent usw.) ergeben. Erforderlich ist, wie erwähnt, außerdem, daß der Großhändler über jeden als Warenausgang verbuchten Posten eine Rechnung, Quittung, Kassenzettel oder sonstigen Lieferschein mit den obigen Angaben sowie der eigenen Firma und Anschrift erteilt. Zu verbuchen sind Warenausgänge, bei denen die Lieferung entweder auf Rechnung(Ziel, Kredit, Abrechnung, Gegenrechnung), durch Tausch oder unentgeltlich erfolgt. Wird gegen Barzahlung(Kasse) geliefert, so ist der Warenausgang nur zu verbuchen, wenn entweder dem Erwerber ein Preisnachlaß gewährt oder ein niedrigerer als der Verbraucherpreis, in Rechnung gestellt wird oder der Großhändler die Ware in den Betrieb des Erwerbers überbringt oder übersendet. Sonstige Warenlieferungen gegen bar, insbesondere auf Märkten, sind wegen der damit verbundenen Schwierigkeiten nicht buchungspflichtig. Die Verbuchung des Warenausgangs und die Erteilung der Belege haben spätestens bei Lieferung der Ware zu erfolgen. Die Buchungen sind zehn Jahre aufzuheben. Das Finanzamt kann im einzelnen Fall Erleichterungen bewilligen. Zuwiderhandlungen sind anderseits mit Ordnungsstrafen bedroht, sofern nicht schärfere Strafen verwirkt sind. der Arbeit der RBG. Stein und Erde Greifen wir einige Beispiele aus der Arbeit der Fachgruppen heraus, um in großen Zügen und Umrissen eine Leistungsschau zu zeichnen. Wir sehen dann die triumphalen Erfolge der Aufbauarbeit unseres Fülrers, der Millionen Volksgenossen wieder Arbeit und Brot gegeben hat. Die Lohnsummen in der Natursteinindustrie sind vom Jahre 1932 bis zum Jahre 1984 fast auf das Dopvelte gestiegen, und zwar von 44,5 Millionen Reichsmark auf 87 Millionen Reichsmark. Die Stammgefolgschaften betrugen im Jahre 1982: 80000 Mann, im Jahre 1985 waren insgesamt 125 990 Mann beschäftigt. Bis zur nationalsozialistischen Erhebung waren die Löhne in der Steinindustrie auf 20 Rpf. die Stunde herabgesunken. Heute beträgt der Reichsdurchschnitt 56 Rpf. Die Arbeiterplatzkapazität in der Pflasterstein= und Schotterindustrie ist in diesem Zeitraum von 25,5 Prozent auf 51 Prozent gestiegen. Mit ganz besonderem Nachdruck wurde die Verwendung deutscher Naturgesteine bei öffentlichen und privaten Bauten gefördert. Auch gelang es, den Absatz von deutschem Marmor, dessen vorzügliche Eigenschaften und dessen Farbenschönheit bei weitem noch nicht genügend bekannt sind, ganz erheblich zu steigern. Die deutsche Förderung betrug im Jahre 1932: 1815 Kubikmeter, im Jahre 1935: 9184 Kubikmeter. Damit ist es gelungen, die deutsche Marmorindustrie auf eine völlig neue und gesunde Grundlage zu stellen. Auch die Industrie der Erden und künstlichen Steine hat eine gewaltige Belebung erfahren. Um nur ein Beispiel herauszugreifen, sei darauf hingewiesen, daß in dem großen staatlichen Kalkbergwerk in Rüdersdorf im Jahre 1932 nur noch 180 Gefolgschaftsmitglieder tätig waren, heute sind dort 1150 Mann beschäftigt.... Feel,.r Irkait, Sehr aufschlußreich fur den Erfolg der Arbeitsschlacht ist die stetige Steigerung der Beschäftigtenzahl in der keramischen Industrie. Sie betrug: im Jahre 1932 68 157, 1933 72312, 1934 86 038, 1935 94 092. Die Lohnsumme stieg in der gleichen Zeit von 83,8 Millionen Reichsmark auf 120 Millionen Reichsmark. Die Ziegelsteinindustrie erhielt einen bemerkenswerten Auftrieb durch die erhöhte Bautätigkeit sowie durch die Anbahnung neuer Exportverbindungen, insbesondere nach England. In der Glasindustrie verzeichnen wir ebenfalls einen bedeutenden Aufschwung. Die Produktion an Fensterglas betrug im Jahre 1932: 11,5 Millionen Quadratmeter und im Jahre 1935: 18,9 Millionen Quadratmeter. In der gleichen Zeit stieg die Hohlglasproduktion wertmäßig von 75,8 Millionen Reichsmark auf 106,3 Millionen Reichsmark. Die Ausfuhr der gesamten Glasindustrie stieg von 101 260 Tonnen auf 120102 Tonnen. Die Zahl der Beschäftigten in der Glasindustrie stieg von 49653 auf 68000, die„Lohnsumme von 72 Millionen Reichsmark auf 99.5 Miulionen Reichsmark. Kein Frühschluß im Einzelhandel Da in letzter Zeit wieder Bestrebungen zu beobachten waren, an einzelnen Orten erneut einen Frühschluß der Einzelhandelsgeschäfte an bestimmten Tagen der Woche einzuführen, hat der Reichsarbeitsminister in einem Schreiben an die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel seine bereits im Jahre 1934 geaußerte Rechtsauffassung bestätigt, daß nach der gegenwärtigen Rechtslage der einzelne Geschäftsinhaber nicht veranlaßt werden könne, sich örtlichen Vereinbarungen anzuschließen, daß es ihm vielmehr frei stehe, ob und wie lange er einer solchen allgemeinen Vereinbarung beitreten wolle. In dem Bescheid wird darauf hingewiesen, daß im Hinblick auf die bevorstehende Neuregelung der Gesetzgebung über Sonntagsruhe und Ladenschluß derartige Vereinbarungen als unerwünscht zu bezeichnen sind. Der Reichsarbeitsminister behält sich auch vor, unter Umständen in diese Entwicklung einzugreifen. Hehere=Arhnungrran.........2 durch guten Pfandbriefabsatz Die jetzt bekannt werdende Statistik der Boden= und Kommunalkreditinstitute für Ende Mai läßt erkennen, daß die sehr flüssige Lage des Kapitalmarktes von günstigem Einfluß auf die Absatzgestaltung für Pfandbriefe und Kommunalobligationen gewesen ist. Den Instituten war dadurch Gelegenheit geboten, die Finanzierung des Wohnungsbaues in erhöhtem Maße zu fördern, was gerade im Berichtsmonat sehr zu wünschen war. Die Bodenkreditinstitute konnten im Mai einen Nettoabsatz von 86 Millionen Reichsmark erzielen; im besonderen Maße waren an der Absatzsteigerung die Hypothekenbanken beteiligt. Der Darlehnsbestand ist allerdings nicht in dem gleichen Umfang wie der Pfandbriefabsatz gestiegen: insgesamt wurde bei den WohnungsneubauHypotheken eine Zunahme um 10,4 Millionen Reichsmark erzielt. Das Zurückbleiben der Zunahme des Darlehnsbestandes wird darauf zurückgeführt, daß entsprechend der in der Neubaufinanzierung üblichen Zeitspanne zwischen Abschluß und Auszahlung des Darlehns die durch die Pfandbriefbegebung den Instituten neu zugeflossenen Mittel noch nicht voll zur Auszahlung gelangen. Bezeichnend für die flüssige Lage des Kapitalmarktes war auch die Tatsache, daß es möglich war, den Absatz von Kommunalobligationen zu verbessern. Bisher überwogen hier die Rückflüsse. Der im Mai an Kommunalobligationen abgesetzte Nettobetrag war mit 19,8 Millionen Reichsmark recht beachtenswert. Der Gesamtumlauf an Schuldverschreibungen der Boden= und Kommunalkreditinstitute stieg im Mai um rund 50 Millionen Reichsmark gegenüber einer im April eingetretenen Zunahme von 17,8 Millionen Reichsmark. Ausdehnung der RWE.=Interessen RWC. übernimmt niederrheinische Beteiligungen von Dessauer Gas Die schon in den letzten Tagen umlaufenden Gerüchte über eine neue erhebliche Ausdehnung der RWE.= Interessen am Niederrhein bestätigen sich. Die deutsche Continental=Gas=Gesellschaft in Dessau hat, wie mitgeteilt wird, ihre Beteiligung an der Niederrheinischen Licht= und Kraftwerke AG. Rheydt sowie an der Niederrheinischen Braunkohlenwerke AG. Rheydt(Grube Frimmersdorf) an die Gruppe des Rheinisch=Westfälischen Elektrizitätswerks AG. in Essen abgegeben. Die Dessauer Gas=Gesellschaft besaß von dem Aktienkapital der Niederrheinischen Licht= und Kraftwerke von 10 Millionen Reichsmark etwa 5 Millionen Reichsmark und von dem Aktienkapital der Niederrheinischen Braunkohlenwerke von 9,4 Millionen Reichsmark etwa 7,2 Millionen Reichsmark, die zu etwa Pari verkauft wurden. Westbentschland? Seantendanten In Essen trat die Arbeitsgemeinschaft der west deutschen Beamtenbanken zu einer Tagung zusammen. Ihr angeschlossen sind die Beamtenbanken bzw. Spar= und Darlehnskassen in Essen, Dortmund, Köln, Hamm, Betzdorf, Soest und Lippstadt. Alle sind Mitglieder des Deutschen Genossenschaftsverbandes. Aufgabe dieser Beamtenbanken ist ausschließlich die Betreuung der ihnen beigetretenen Beamten in allen geldlichen Dingen, nicht zuletzt auch eine Darlehensgewährung. Die genannten westdeutschen Beamten=Genossenschaftsbanken konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gesamtumsatz von 125 Millionen Reichsmark ausweisen. An Eigenkapital verfügten sie über 2,5 Millionen Reichsmark. An Darlehen und Krediten waren rund 3 Millionen Reichsmark im Umlauf. Das größte unter den westdeutschen Instituten ist die Westfälische Beamtenbank in Dortmund mit 50 Millionen Reichsmark Umsatz. Sie verfügt auch über das höchste Eigenkapital von 830000 Reichsmark. In den zehn Jahren ihres Bestehens hat sie mehr als fünf Millionen Reichsmark an Darlehen und Krediten gegeben. Die Essener Beamtenbank verfügt über 2200 Mitglieder. Bei einem Umsatz von 25 Millionen Reichsmark beträgt ihr Eigenkapital rund 480000 Reichsmark. 11500 Jeniel Wbut wurden in Paderborn versteigert. Auf der ersten großen Wollversteigerung, die sich in deutschlands größter Wollhalle in Paderborn abwickelte, kamen etwa 17 500 Zentner Schafwolle unter den Hammer. Die angebotene Menge, die in der Hauptsache aus westfälischer und rheinischer Schweißwolle und Rückenwäschen bestand, wurde von den anwesenden 40 Handelsfirmen aus allen Teilen Deutschlands restlos aufgenommen. Die Versteigerung, der eine große Anzahl von Schafhaltern beiwohnte, ging mit großer Schnelligkeit vor sich, so daß für die mehr als 1000 Lose bereits zweieinhalb Stunden der Zuschlag erteilt war. Der Bedarf konnte bei der starken Nachfrage keineswegs gedeckt werden, so daß die Abteilung Paderborn der Reichswollverwertung am 24. Juli in der Kurhessenhalle in Kassel eine zweite große Versteigerung veranstalten wird. Gesellschaften berichten Ferrostahl AG. in Essen. Einschließlich Vortrag stehen 808 167 Reichsmark zur Verfügung, woraus 6 Prozent Dividende ausgeschüttet werden(im Vorjahre diente der Gewinn zur Abdeckung des Verlustvortrages von 768013 Reichsmark, 6725 Reichsmark wurden vorgetragen).— Zellstofffabrik Waldhof AG. in Berlin. Die Hauptverwaltung teilt mit, daß sie etwa 90 v. H. des Aktienkapitals der Vereinigten Zellstoff= und Pavierfabriken Kostheim=Oberleschen AG. aus den Händen einiger Großaktionäre erworben hat.— Kammgarnspinnerei AG. in Düsseldorf. Die GV. genehmigte einstimmig den Abschluß. Der Gewinn von 903 438(63.632) Reichsmark wird zur Deckung des Verlustvortrages von 807101 Reichsmark verwandt, der Gewinnrest von 16 338 Reichsmark wird vorgetragen.— Waggonfabrik Josef Rathgeber in München—Moosbach. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Gewinn von rund 28000 (im Vorjahr 1552) Reichsmark ab, der vorgetragen werden soll.— Die Rewe=Zentrale Deutscher LebensmittelGroßhandelsgenossenschaften eGmbH. in Köln hält am 12. Juli 1936 in der Bürgergesellschaft in Köln ihre 9. Generalversammlung ab. Im Anschluß hieran tagt der Rewe=Revisionsverband. Zu diesen beiden Tagungen werden etwa 500 Vertreter der Rewe=Genossenschaften aus allen Teilen Deutschlands erwartet. Unter dem Namen„Rewe“ haben sich zirka 100 Lebensmittel=Großhandelsgenossenschaften mit etwa 8000 selbständigen Einzelhandelsgeschäften zusammengeschlossen. Mit einem Gesamtumsatz von etwa 80 Millionen Reichsmark ist die Rewe=Zentralorganisation zu einem wichtigen Faktor in der Warenverteilung Deutschlands geworden. Auch im hiesigen Bezirk ist diese Wirtschaftsorganisation vertreten durch die„Ruhrgau" Lebensmittel=Großeinkauf eGmbH., der insgesamt 85 Einzelhandelsgeschäfte angehören. aus der Tarifgemeinschaft ein Zwangskartell bildet. Die Tarifgemeinschaft muß sich infolgedessen darüber schlüssig werden, ob sie den Tarif abändern soll. Die Leipziger Herbstmesse 1936 beginnt am Sonntag, dem 30. August, und schließt am Donnerstag, dem 3. September. Dieser Termin gilt auch für die Textilund Bekleidungsmesse, die bisher zu den Herbstmessen einen Tag eher schloß. Auf dem Ausstellungsgelände wird die Baumesse durchgeführt; sie dauert ebenfalls vom 30. August bis 3. September. einem Erlaß haben sich der Reichsminister des Innern und der Reichswirtschaftsminister damit einverstanden erklärt, daß bei besonderen Gelegenheiten, also nicht an den nationalen Feiertagen oder bei sonstigen allgemeinen Beflaggungen, auf den Gebäuden der Handwerkskörverschaften neben der Reichs= und Nationalflagge die Handwerksflagge gesetzt wird. Der Reichsflagge gebührt die bevorzugte Stelle. Der Wert der industriellen Erzeugung Deutschlands beziffert sich im ersten Halbjahr 1936 auf 31,3 Milliarden Reichsmark. Das sind 13,5 Milliarden mehr als Anfang 1933. Deutschland bestreitet rund 11 Prozent der industciellen Welterzeugung. Die Herstellung von reinem Jutegarn und reinen Jutegeweben ist verboten. Die Ueberwachungsstelle kann vorschreiben, daß zur Verpackung bestimmter Waren nur gebrauchte Jutesäcke Verwendung finden dürfen. In Brasilien soll auch in diesem Jahr wieder ein großer Teil der Kaffee=Ernte vernichtet werden. Die sogenannte Opferquote ist auf 80 Prozent der Ernte festgesetzt worden. Die Farmer müssen den Kaffee zur Vernichtung an das Kaffee=Amt abliefern und erhalten dafür eine Vergütung von 5 Milreis je Sack. Borsen Reunelich, Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse eröffnete bei allgemein ruhigem Geschäft in wenig veränderter Haltung. Die Kursschwankungen nach oben und unten betrugen an den Aktienmärkten nur Bruchteile eines Prozentes. Eine Ausnahme machten Feldmühle, die nach der ersten Notiz 4,5 v. H. erhöht gehandelt wurden. Am Markt der Sonderwerte büßten Dortmunder Union% v. H. und Westdeutsche Kaushof.5 v. H. ein. Festverzinsliche Werte nicht einheitlich. Altbesitz.25 v. H. gedrückt. Reichsbahnvorzüge gewannen bei mehrfachen kleinen Umsätzen ¾ v. H. Industrieobligationen wenig verändert, 6prozentige und 4,75prozentige Stahlvonds leicht anziebend. Der Kuxenmarkt lag behauptet bei kleinem Geschäft. Carolus und Constantin zu leicht anziehenden Preisen gehandelt; auch Diergardt wurden wieder höher bezahlt. Braunkoblen= und Kalikuxe blieben ohne Geschäft. Die Rentenmärkte lagen ziemlich gehalten. Altbesitzanleibe lagen etwas leichter im Markt. Im Freiverkehr wurden von Kaliaktien Burbach zirka ½ Prozent höher bezahlt. Am Koblenaktienmarkt entwickelte sich in Bergbau Lothringen wieder größeres Geschäft. Zunächst konnte das Papier noch leicht gewinnen, als jedoch mehr Material herauskam, brökkelte der Kurs ungefähr 1 Prozent ab. Ewald konnten sich gut behaupten. Im Verlaufe kam es zu weiteren Kursbesserungen, so erhöbten Feldmüble ihren Gewinn auf 5 Prozent. RWE., Kaufhof und Ver. Stahl zogen je Prozent an. Berliner Börse Die Börse war sehr ruhig. Infolge des Geschäftsmangels kam es an den Aktienmärkten teilweise zu leichten Abgaben. Im großen ganzen hielt sich aber die freundliche Stimmung der letzten Tage. Der Montanmarkt war enzschieden ruhiger. Nach den Steigerungen der vergangenen Tage kam es bei einzelnen Werten zu Glattstellungen und leichten Einbußen. Auf den übrigen Märkten gewannen u. a. Waldhof im Hinblick auf die Transaktion 4½ Prozent. Deutsche Telephon und Kabel gewannen 3½ Prozent. Die Anleihemärkte lagen still. Altbesitz und Umschuldungsanleihe etwas schwächer. Sonst waren Reistsanleiben wenig verändert. Deutsche Hypotbekenpfandbriefe und Kommunal= obligationen wurden ¼ Prozent beraufgesetzt. Stadtanleihen nicht ganz einheitlich. Länderanleiben teilweise schwächer, Pfandbriefe und Kommunalobligationen meist schwächer. Der Verlaus der Börse war wenig verändert. Montanaktien teilweise noch etwas unter Anfang. Die Börse schloß im allgemeinen ruhig, für einzelne Werte ziemlich fest. Am Geldmarkt Tägliches Geld 3 bis 3¼ Prozent. Am Devisenmarkt notierten: Dollar.481(.482), Pfund 12.460 (12,465), franz. Frank 16,455(16,460), Gulden 169,23(169.30), Lira unverändert 19,55. Rhein=Mainische Abendbörse in Franksurt a. M. Die Abendbörse war bei der Eröffnung freundlich, das Geschäft hatte aber nur sehr kleinen Umfang, da nennenswerte Aufträge fehlten. Die Kursgestaltung war nicht ganz einbeitlich, es überwogen aber gegen Berlin gut behauptete Notierungen. Renten lagen still. Im Verlauf ging das an und für sich sehr kleine Geschäft auf ein Minimum zurück, da keine Unternehmungslust bestand und man eine abwartende Haltung einnahm. Montanwerte waren ¼ Prozent unter dem Berliner Schluß gesucht. Die Auslandsbörsen Karze Nachrichten Wie bekannt wird, soll die Tarifgemeinschaft der Kraftfahrzeugversicherung für die nächsten Tage zu einer Sitzung zusammenberufen werden, um über die durch den Austritt der Deutschen Feuerversicherungs=AG. geschaffene Lage zu beraten. Es dürfte nicht damit zu rechnen sein, daß das Reichsverkehrsministerium etwa Newyork: Schwächer. London: Ruhig. Amsterdam: Abgeschwächt. Paris: Ruhig. Brüssel: Stetig. Zürich: Ruhig. Mailand: Kaum stetig. Wien: Ruhig. Getreidegrotzmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten ver 1000 kg, sonst per 100 kg Roggenm,.997.—.——. Viktoriaerbsen 35.0 38 0 35.•38 0 Speiseerbsen 32 0 35 S32.-35.5 Futtererbsen. 24.-26 0124.-26.0 Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hater märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche) * Berliner Elektrolntkupfer=Notierung vom 7. Juli: 53,00 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98—99 Prozent. Bl.: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz o. Dr.: 148 Reichsmark. Mitgetellt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Natlerungen .7. f. f. f. f. 1 6. 7. Div. Anfang Schluß Kassa Schluß 112.50 112.5 0112.50s112. 75 Klockner-W. Htbeslz..— 5% Hoesch RM 6% Krupp RM. 6% Mittelstahl %Ver. St. RM. Buderve Dahlbusch St. Otech. Atient. Otsch. Erdbl D. Reichsbahn .6. Farbenind Feldmöhle Felten& Gullie Goldschmidt Harpen Hoesch-Köln Kall-Aschersi. 102.00102.00 102.87/103.00 103.00s103.00 99.00 99.00 99.00102.0 105.62/108.00 10S. 451105.50 131.50130.750 |129.87 123.87 168.12 130.50 4 131.62 5/113.50 01131.62 3 115.25 5/127.37 129.37 123.12 168.25 134.50 131.00 115.30 127.75 Reichsbank[121196.78 Rhein. Braunk. 12/239.75 Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert& Co. Siemens& Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Westeregein Wintershall Zellst. Waldhofl 6—. 129.87/128.75 123.371123.00 168.25168.50 134.12s130.00 131.37131.00 112.50 130.62|132.00 115.12s115 87 127.759128.25 MMichel 1 3300 14100— Vesta 10000— 10100|10600 Bernhareth.—1425— 1425 Kall Beienrode 12501310 12601320 Burbach 4900 5250 4900 5250 Neu-Staßt.)— Siegfr. lu. 11/6600 6900 6600 6900 Wih. 112300 12800 1220012800 Preiverkehr Steinkehlen- u. Braunk.-Kuxe . 7. J. J. 6. 7. Brsunkohlen Geld Brief Geld Brief Brechs.-N.——-— lOiergerdt 6550 6830 6300 6800 GuteHoffn. 3900 4 100 8850 4 100Westfalen 9000— 9000— Soonb. 10000 100 110 ellerh.— 4109— 4100 41144.00 6/137.25 75 41137.75 8/204.00 6—. 31/101.12 0 46.75 5 5/126.25 Naue Steinkohlen s. 7. 7. 6210 Brief Careius M. 4700 5000 4700 4900 Const. b. 6. 7175 7600 7200 7500 I. I. 6. 7. ef Geld Brief Deutschl. Schwerin 385 413 4250 4500 Heir. 100 11100 10600 110 00 13600 13000 13000 385 410 42004500 156.00 198.00 198.00 Slas- u. Sp. S. 240.00—.-(.-Sgsch.1e 1452514.501141 28sasgahe See 136.00 131.87138.37 —.——. 180.50 Mochtief AG. 160.00 157.621157. 75 Kabelw. Rheyot —.— 203.75/204. 00 Kali-Chemie —.—115.87/116.00 Mlhelm. Berg. 101.37/101. 25/101. 37 Rhein. Metall 47.00 46.62) 46. 12/833/, Selegel. 135 J8 138 1 26=/8achl. 16. 80d, 126.00 126.00126.00 Schieß-Defries Schleg. Scharp. Waggonf. Uerd. Kallkese Wasserw. Gels. Geldferet Geidlerief Bankaktien Grausschw. 6000, 62506100,—— Berlin, Hand. 6. Einigkeit 6850 7 100/6650 7 100 Pom.- u. Pr.-B. Erichsseg Habigh. Heimbold Hope Jisenburg Marlagl. Marie Marie L. Men Neusollst. Rensbach Reicheld. Thöringen 2800 5750 300 3730 40003750— 429— 420 Industrieaktien(Einheitsk.) 7. 7. 6. 7. 84.3 85.3 146.0146.5 Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 7. Juli g. Balcke Masch. 0 Berg. G. Dahl. V. Bonner Bg..M. Bösp. Welzw. Braunk. Zuk. 7. 7. 1 7. 7. 1 7. f. M 6. 7. Dortm. Ritterbr. Div. Anfanel Schluß Kasse Schlußloöss. Hosf.-Br. 3,110 37 110.00 110.00 110.50|9 0s, Mas h. 5 Mannesmann S 105.00 105.37,103.00104. 87/Oynamit A. Roo. Masch, Untern. 0/113.50 114.00 113.87H114.25Eschw. Berg. V. 137.0137.0 120.0— 107.1— 85.0 85.0 87.0— —. 2800 148.0 23 9129. 198.0/195.0 132.5 117. 97.9 87.0 .5—. 164.0 120.9120 95.0 3530— 3550-Bank u..-6. 2800—- B00gner Ban Sozeno Mr e i. ie. et 7..3. 900— 8100— 8000 Versicherungsahties 2850 2600 2859 89 2850 2600 2850Aach.-Mönch. F 32. 7— 2850/2600 2850 Aach. Rückvers 14.8238.0 238.0 2900— 2850#gripp.., Pl.#.— 870.0870.0 Alll. u. Stuttg. Alll.-v. St..-V. Celonie,.-V. K. .2255.0 2. 4187.|138.0 .7. 6 7. 265.0265.0 785.0785.0 95.0 95.0 23S.0 235.0 117.0117.0 76.0 78.0 Colonia Rückv. Gladb. Feuerv. Köln. Hagelv. Köln. Lioyd.V. Köln. Rückv. gr. Köln. Rückv. kl. Rentenwerte Rhw..-Cr. Ghyp.Pfd. S. 4. 6. 12. 10 97.0 97.0 dto. dto. 8. 1—.—. 5½ dto. dto. S. 11(101.8/101. 6 dto. Gold.-Kom. 1926, 1927 8.—6 95.0 94.7 1½ Wd. Bod. Gpfd. 6 s dto. Em. 3, 9/12,14 96.3 96.3 Preiverkehre-Aktien „ I. 7. 1 6. 7. Geld Brief Geld Brief Burb. K. 74.0 77..— Eise C.[119.0122.0119.0123.0 Kö..116.5/120.0117.0s120.0 Goedh.—. 148.0— Hann. K.—.—-.— Num b. DAl 10T. 01109.0 104. S/107.0 Kortum 65.0 66.0 63.0—. Lothrin. 108.0 107. 2103.5107.0 KLothr. 6. 84.0 87.0 83.0 S1. 5 99.0— 87.0 84.0 87.0 Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Zinheltskurse Industriewerte Okkumulatoren Aku E. 6. Anhalter Kohle Aschaff Zeilst. Manst. Masch. Kr 66.01— Ach. Berg Rb. Linol wI. Oian. w. Ko84.0 96.0101.0 9. 0101.0 w. Kopf. 94.5 96.5 92.5 95.5 oyek. Wiel1 10.8s113.5/111.0114.0 Steuergutecheine .7. 6. 7. fällig ab 1. 4. 1934 1103.6 1. 4. 1939 107.6 1. 4. 1938. 111.8/111.8 1. 4. 1om. 112.8112. 1. 4. 19—. 13. Berliner Börse, 7. Juli Mitgetellt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Fillale Bochum 1½ 6. 1. 12/208.0215.0 0 51.6 52.0 37.5 36.7 0106.0106.0 118.8112.0 Oittmann Neuh. 0 87.5—. Otmd. Akt.-Brau. 110—.—. Union-Brau 12 209. 2/209. 0 Dürener Metall###—.—. Oyckersh. Wiem. 6/132.0131.0 Balke Basalt Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Karlsr. Ind Kr. u. Licht Maschinend. Buderus PPaP. Wasser Chem. Geisenk. Conti dummi -gaiee Sen: Drsch. Atlant. Otsch. Baumwolle „ Conti Gas "„ Kabel „ Linoleum " Steinzeug " Tel. u. Kab. " Eisenhand. 84.5 85.5 0 10.0 10.0 6138.7/139.0 5 85.2 35.7 6/137.|137.0 108.0106.0 5137.2138.0 8156.1/156.0 5134.0136.0 4105.6/104. 7 S4 117. 7/117.7 497 11/192.0192 122.1122. 6116.2—. 8/161.0156.5 7 121.8121.81 6144.0145.0 8192.7/192.2 9—. 154.5 7139.7— 4126.7138.5 lektr. Lieferg. „ Licht u. Kr. Engelh. Brauere Enzinger Union Feialute gebhardt& Co. 6134.0133.0 7 159.5158.6 0 99.5 99.5 6116.2111.7 sckethel Draht Hagede Hamb. Elektr. Hindr.-Aufferm. Hoffmann Stärke Hohenlohswerke Holzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. 130.0 U German. Cem. 4/107.0106.5 Ges. f. el. Untern. 6/143.5143.5 Gildemeister 71155.2s187.5 Gladb. Wolle 10 Se Gruschw. Textll 54/105.1/109.0 Guanowerke S/106.0s105.0 89132. 9132.0 6/113.1/115.8 8145.0144.7 6132.11415 69145.0 0130.0 4124.0123.2 0 91.2 90 6174.0173.0 6134.2135.2 S 79.2 73. 90.0 90. 191.2 1 Sepber Jise Genus Osenbeck Brau. Juoghans Gebr. -Kat Kolner Gas Kreftt W. Kromschroeder Kronprinz Metall Koppersbusch ahmever Laurahôtte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Lorenz C. Wrun. Hote miag Mimose Mülheimer Berg. 6131.0129.5 77.0 77.2 79.0 78.7 —. 103.3 132.2142.6 22.3 22.2 0106.0 8159.5137.7 6—. 157.0 R G 81187.5185.5 0106.5106.5 10—.— renst. 8p; Koppell 0 83.5 83.5 Oenabr. Kupfer 61123.0123.0 Ponge 6p Zehn 16—.—. phein. El. Werke 6/131.0131.7 Rhein.-W. Kelk 61136.0— Riebeck Montan.2.. 117.5 Rütgerswerke 6/130.0128.5 g·shsenmort 0—.—. Sarotti 5 95.0 95.0 Schlege„ 9—. Schles. Berg. u. 4. 0 38.5 98.3 „ Berg.Beuth. 0 96.5 96.21 „ Elekt. u. 6as 71—. 188.8 Schub.& Salzer 10145.5—. Schultheis-Patz. 4110.5111.21 Siegersdorfer W. 5117.2118.0 Siemens Glas 4103.0102.0 Siem.& Halske Stollberg. Zink Thüringer 6as Tuch Aschen Unien chem. ger. Otsch. Nieke Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht wigger ap Co. wanderenw. Warsteiner Grub. Westfalen Draht Wicküler Brau. 8 203.7 204.0 0 76.0 75.7 —. 134.2 7 105.0103.0 9—.—. 8—. 163.0 127.5125.0 7 6130.0130.0 S 115.0115.5 8172.0172.5 0 74.5 74.0 9—. Verkehrewerte A. 6. für Verkchr Boch.-Gelsenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Südamer Nordd. Lieye S113.0114.0 0—. 39.0 0 14.5 14.6 0— 42.0 0 13.3 15.5 Restennorke 15 Dt. R. Schatz. 41 90.0—. 0f. R. Anleihe 44 97.2 97.6 34 D. R. Younganl. 102.0102.0 4 Reichsbahn Sch. 99.1 99.1 Westfalen Altbesitz 115.3115.5 4 Bochum Anl. 92.0 92.0 45 Duisburg. Anl. 91.6 92.0 45 Dösseld. Anl.—. 99.7 45 Elberfeid. Anl. 92.5—. 45 Essen Anl. 92.2s 92.1 4E Mölb.-Ruhr Anl. 6 Ruhrverbd. Anl. 36 ### Pr Lopf. A. Pfo, 45 Lobk. Westf. Pfd. 45 Ldbk. Westf. Kom. #Ot. Komm. Goldan 4 Westf. ldsch. Pfd. #Ot. Hyp. B. Bln. Pfd. 4# Pr. Centr. Bod. Pfd. 1# Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. 4# Basalt Obl. 6 Concord. Berg. Obl. 6 Daimler Benz Obl. 6 Klöcknerw. Obl. 6 Mont Cenis Obl. ### Ver. Stahl 60 45 Ver. Stahl 4 7/81 6 Ver. Stah 6 Siem. u. H. Obl. 6 Farbenbonds Umsch. Anleihe —.— 97.5 97.5 95 1 93.1 93.3 93.3 93.2 95.2 —. 96.1 96.2 96.0 96.0 96.0 96.7 96.7 89.8 89.8 102.510.7 106.01060 101.11012 103.3103.0 94.3 94.3 94.6 94.2 99.0 98.6 182.0 130.6131.0 87.8 88.6 R. Schuldb, F. 36 R. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 43/0 5 Essen Steink. 42 45 Marpener 49 45 R. W. E. 82/8 5 R. W. E. 80 45 Ruhrchemie 48 45 Ruhrgas 53 45 Ruhrwasser 53 45 Ruhrwohng. 59 45 V. E. W. 52 .7. I Geld Brief 98 2 90.7 93.0 93.0 92.7 94.2 100.0— 94.7 96.0 94.7 96.2 92.7 93.7 91.2 95.5 92.7 93.7 Westtalenbank A. Austährung sAmtllener „-G. Bochum Bankgeschalte Seite 10 Nr. 157 Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 8. Juli 1936 Tuenen und Sport 3. Aufgabe unseres Olympia-Preisausschreibens Werlicstin der Leichtathletik? Vier interellante Fragen:„Welche Nationen erringen die Gold-, Silber- und Bronzemedaille im 100-Meterlauf, in der 4X100-MeterStaffel, im Marathonlauf und im Zehnkampf?“ Beschäftigte sich die zweite Aufgabe unseres großen Olympia=Preisausschreibens mit den Aussichten der einzelnen Nationen beim Olympischen Fußballturnier, so wendet sich unsere dritte Aufgabe an das sogenannte Kernstück der Olympischen Spiele, die in der ersten Olympiawoche zur Durchführung gelangenden leichtathletischen Wettbewerbe. Gerade die leichtathletischen Wettkämpfe sind es, die sich der besonderen Gunst des Publikums erfreuen. Sämtliche Wettbewerbe zur Debatte zu stellen, würde zu weit führen. Wir haben daher vier der interessantesten Kämpfe herausgegriffen. Zur Erleichterung der Wettbewerbsteilnehmer fragen wir bekanntlich nicht nach den Einzelsiegern, sondern nach den Ländern, die voraussichtlich den ersten, zweiten und dritten Sieger stellen werden. Im 100-Meterlauf starten: Griechenland, Aegypten, Afghanistan, Argentinien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Canada, China, Columbien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Holland, Indien, Island, Italien, Japan, Jugoslawien, Liechtenstein, Malta, Mexiko, Oesterreich, Peru, Philippinen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Südafrika, Tschechoslowakei, Ungarn, Vereinigte Staaten von Nordamerika und Deutschland.(Insgesamt: 37 Nationen.) An der=mal=100=Meter=Staffel nehmen voraussichtlich die gleichen Nationen teil. Im Marathonlauf starten: Griechenland, Aegypten, Argentinien, Belgien, Bulgarien, Canada, Chile, Columbien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Italien, Japan, Lettland, Oesterreich, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Südafrika, Tschechoslowakei, Ungarn, Vereinigte Staaten von Nordamerika und Deutschland.(Insgesamt: 30 Nationen.) Am Zehnkampf nehmen teil: Belgien, Bulgarien, Canada, Chile, China, Columbien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Holland, Island, Italien, pan, Lettland, Norwegen, Oesterreich, Polen, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei, Ungarn, Vereinigte Staaten von Nordamerika und Deutschland. (Insgesamt: 25 Nationen.) Wer Ardel falltenne Ladfer der Wen. Stabwechtel in der KurzItaftel Hornberger(Frankurt) gibt als dritter Läufer der deutschen Länderstaffel den Stab an den Schlutzmann Borchmeyer (früher Bochum, jetzt Stuttgart) weiter, der mit Riesenschritten, dem Ziel zustürmt. Diese beiden Läufer, die der deutschen Kurzstaffel im Länderkampf gegen Frankreich zum Siege verhalsen, werden sehr wahrscheinlich auch in unserer Olympiastaffel starten. So lautet die erste Frage des 3. Teiles unseres Preisausschreibens, die zu beantworten nicht minder schwer ist als die nach der besten olympischen Fußballmannschaft. Warum? Weil nämlich der 100=MeterLauf in der Leichtathletik eine der wichtigsten Konkurrenzen und demzufolge auch in Berlin mit nicht weniger als 37 Nationen die am stärksten besetzte Konkurrenz der gesamten 11. Olympischen Spiele ist. Die Goldene Medaille in dieser Disziplin, die gleichzeitig mit dem Titel des schnellsten Laufers der Welt verbunden ist, gehört zu den begehrenswertesten Trophäen der Olympischen Spiele. Um so schwieriger ist es bei dieser Bombenbesetzung, Prophet zu spielen. Dazu kommt noch, daß gerade im 100=Meter=Lauf so viele auch rein äußerliche Dinge die Leistungsfähigkeit der Läufer beeinflussen können, daß, wie in keinem anderen Wettkampf, der Zustand der Nerven von ausschlaggebender Bedeutung ist, sintemalen ja nur Bruchteile von Sekunden den Sieg entscheiden. Die außerordentlich starke Besetzung erfordert eine ganze Reihe von Vor= und Zwischenläufen, die von den Teilnehmern ein Uebermaß von Konzentration und Nervenkraft beanspruchen, so daß es kein Wunder ist, wenn wir fast bei allen bisher durchgeführten Olympischen Spielen gerade über die kurze Strecke Ueberraschungs= und Außenseitersiege verzeichnen. Erinnert sei nur an den Erfolg des langen Engländers Abraham, der im Jahre 1924 in Paris so ausgesprochene Favoriten wie die Amerikaner Scholz, Bowman, Paddock und Murchinson schlug, oder an den Olympischen Sieg des Kanadiers Williams in Amsterdam, der„entgegen allen Voraussagen, über 100 und 200 Meter die Goldenen Medaillen errang. Wir haben uns bereits früher mit der überragenden Stellung der amerikanischen Sprinter beschäftigt, die sicherlich auch in Berlin dominieren werden, falls ihnen die klimatischen Verhältnisse keinen Strich durch ihre Siegeshoffnungen machen. Noch ist nicht bestimmt, welche Läufer die Amerikaner in Berlin einsetzen, voraussichtlich aber werden die Negerstudenten Metcalfe und Tolan(Olympiasieger von Los Angeles) und Jessie Owens die Union vertreten, vielleicht aber auch Wykoff, Draver oder der Negersprinter Eulare Peacock, die alle für 10,3 bis 10,4 gut sind. Die Entscheidung fällt erst in einigen Tagen. Gefürchtete Gegner der Amerikaner sind die japanischen Sprinter, die in Suzuki ihren besten Mann haben. der im Vorjahr in Berlin beim Fünf=Länder=Kampf die erfolgreichsten 100=Meter=Läufer Deutschlands, Schwedens, Ungarns und Italiens schlug. Auch mit Yoshioka, der in Los Angeles den 6. Platz belegte, ist ebenso zu rechnen wie mit dem wieselflinken Tanuguchi. Europa setzt diesen Spitzenkönnern eine nicht minder starke Gruppe entgegen, an deren Spitze der Holländer Osendarp, der Schweizer Hänni, der Ungar Sir sowie die deutschen Sprinter Borchmeyer, Leichum und Hornberger rangieren. Auch Deutschlands Teilnehmer stehen namentlich noch nicht fest, die Entscheidung fällt erst am 11. und 12. Juli bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Berlin. Gillmeister, Schein und Neckermann haben ebenfalls Aussichten, sich durch gute Leistungen die Olympiateilnahme zu erkämpfen. Wieder amerikanischer Sieg in der Kurzstaffel? Dem Land, das die schnellsten Sprinter der Welt besitzt, wird auch der Sieg in der Kurzstaffel über 4 mal 100 Meter nicht zu nehmen sein. Ein amerikanischer Sieg in dieser Staffel ist Tradition. Die amerikanischen Sprinter holten sich in ununterbrochener Reihenfolge seit 1920 in dieser Konkurrenz die Goldmedaille und gelten auch in Berlin als die großen Favoriten. Mit genau 40 Sekunden stellten 1932 in Los Angeles Kiesel, Topino, Dyer und Wykoff einen neuen Weltrekord auf, während die Deutschen Körnig, Hendrix, Borchmeyer und Jonath acht Meter zurück den zweiten Platz in 40,5 Sekunden belegten, den sich Deutschland auch 1928 in Amsterdam hinter den Amerikanern erkämpfte. Der zweite Platz in dieser Staffel ist also Deutschlands Tradition. Es sei hierbei an das Pech unserer Kurzstaffel 1912 in Stockholm erinnert, die im Endlauf um nur wenige Zentimeter den Engländern unterlag, aber wegen angeblichen Ueberschreitens der Wechselmarke disqualifiziert wurde. Auf Grund von Photos konnte später einwandfrei nachgewiesen werden, daß die Wechselmarke nicht überschritten war. Deutschlands Kurzstaffel, deren Besetzung noch nicht endgültig feststeht, hat kürzlich mit 40,8 Sekunden eine famose Zeit gelaufen, so daß es auch in Berlin für den zweiten Platz langen könnte. Sehr schnell müßte auch die holländische Staffel sein, die in Osendarp und Berger hervorragende Sprinter besitzt. Die Japaner gesellen sich noch hinzu. Gewinnt Zabala den Marathonlauf? Bis vor wenigen Wochen würde man diese Frage mit einem lauten uneingeschränkten Ja beantwortet haben, denn der Argentinier Juan Zabala, der Sieger von Los Angeles, der damals die 42 Kilometer in der olympischen Retordzeit von:31:36 zurücklegte, hat auf seinen olympischen Lorbeeren keineswegs ausgeruht, sondern hat in vielen harten Kämpfen— seit Monaten hält er sich bekanntlich in Deutschland auf — seine Leistungsfähigkeit erhöht, so daß man ihm ohne Vorbehalte auch einen zweiten olympischen Sieg im Marathonlauf, dem Höhepunkt der Leichtathletik, zutrauen konnte. Nun ist ihm in dem zähen Dänen Siefert ein sehr gefährlicher Gegner entstanden, dem es kürzlich in Kopenhagen gelang, den Argentinier knapp, aber sicher zu schlagen. Vielleicht war Zabala an diesem Tage nicht gut disponiert, vielleicht lag ihm auch die Strecke und das Wetter nicht, das weiß man nicht genau, aber immerhin, Zabalas Favoritenstellung ist ein wenig erschüttert. Neben diesem Dänen Siefert und vor allem dem guten Finnen Virtanen werden ihm die Japaner Idenaka. Son und Kusonoki zweifelsohne sehr hart auf den Fersen sein, weiterhin ist mit den Amerikanern Kelly und Dengis, mit dem ausgezeichneten Schweden Enochsson, der die 42 Kilometer schon in:19:12(?) gelaufen haben soll, mit dem Engländer Wood, dem Franzosen Bégeot zu rechnen, während man Deutschlands Teilnehmern, mit dem Breslauer Barsicke an der Spitze, in diesem schwersten Rennen der Spiele kaum eine Chance einräumen kann. Barsicke benötigte für die 42 Kilometer vor einigen Wochen in Berlin:51:22,9, und mit dieser Zeit wird er— selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, daß es an diesem Sonntag irrsinnig heiß war— kaum in die Entscheidung eingreifen. Aber, auch im Marathonlauf kann es Ueberraschungen geben. Wer ist der beite Athlet der Welt? Der Zehnkampf ist die Krone der Leichtathletik! Zehnkämpfer müssen durch eine harte, sehr harte Schule gehen, bevor sie daran denken können, sich um Olymvia=Medaillen zu bewerben. In zehn schweren Disziplinen müssen sie Leistungen erzielen, die über dem Durchschnitt liegen, wenn sie siegen wollen. Laufen müssen sie über 100 Meter, 400 Meter und 1500 Meter und über 110 Meter Hürden, sie müssen weit und hoch springen, sie müssen die Kugel stoßen und den Diskus und den Speer werfen und zuletzt noch einen Stabhochsprung ausführen. An diesem Stabhochsprung scheiterte unser Hans Heinrich Sievert damals in Los Angeles im Jahre 1932. Mit weitem Vorsprung lag er an der Spitze des Zehnkampfes, als er sich in dieser Diszivlin eine Fußverletzung zuzog, die ihn so stark behinderte, daß er auf den 5. Platz zurückfiel. Zwei Jahre später hatte er und Deutschland die Genugtuung, daß er mit 8790,46 Punkten einen neuen Weltrekord im Zehnkampf aufstellte und damit die von dem Amerikaner Bausch in Los Angeles aufgestellte Höchstleistung von 8462,23 Punkten ganz erheblich verbesserte. Mit dieser Leistung war Sievert bis zum vorigen Jahre unsere Olympiahoffnung. Aber Sievert ist vom Pech verfolgt! Bei den Europameisterschaften in Turin erlitt Sievert eine neue Verletzung, an der er leider bisher fast ohne Erfolg laboriert und die bedauerlicherweise nicht zuläßt, seine früheren Leistungen zu erreichen. So sind Deutschlands Hoffnungen auf einen Olympiasieg im Zehnkampf mächtig gesunken, zumal auch der Charlottenburger Stöck an einer Verletzung leidet, die ihn an der vollen Entfaltung seines Könnens hindert. Vor 14 Tagen gelang es, wie bereits ausführlich berichtet, dem Amerikaner Glenn Morris in Milwaukee, Sieverts Weltrekord um 54 Punkte zu verbessern. Obwohl Morris in den meisten Wurfübungen Sievert weit unterlegen war, glich er die Differenz im Laufen nicht nur aus, sondern sicherte sich dadurch den Rekord. Glenn Morris startet selbstverständlich in Berlin und mit ihm seine nicht minder aussichtsreichen Landsleute Clark und Parker. Finnland stützt sich in der Hauptsache auf den Zweiten von Los Angeles, auf Achilles Järvinnen, doch hat sich der Finne ebenfalls eine Verletzung zugezogen, so daß es noch nicht sicher ist, ob er in Berlin in Hochform antreten kann. Die Auswahl der Zehnkämpfer, wenigstens der guten, ist nicht sehr groß, nach unserer Meinung müßte die Entscheidung zwischen Amerika, Deutschland und Finnland liegen. Unsere nächste Aufgabe, die am Mittwoch. 15: Juli, veröffentlicht wird, befaßt sich mit der Schwerath= letik, dem Sport der starken Männer Zusammen mit der fünften und letzten Aufgabe, die den Radsportlern vorbehalten bleibt, schließen wir dann am Mittwoch, 22. Juli, unsere Aufgabenreihe ab. In dieser Ausgabe gelangt der Vordruck zum Abdruck, der nochmals in genauer Reihenfolge alle Aufgaben und Fragen enthält und von den Wettbewerbsteilnehmern zur Einsendung unbedingt benutzt werden muß. Den 15 punktbesten Siegern winkt als Siegespreis je eine Freifahrt(nebst Eintrittskarte) zum Endspiel des Olympischen Fußballturniers am 15. August. apahe-Lerdnalhieien in-Heninglere Am 18. Juli nach Berlin Die Leichtathleten sind als letzter Trupp der japanischen Olympiamannschaft nicht direkt nach Berlin gefahren, sondern haben in Helsing= fors Station gemacht. Der DNB.=Vertreter in Helsingfors hatte mit Dr. Toshimitsu Shibuya, dem Leiter der japanischen Leichtathletikmannschaft, die nachstehende interessante Unterhaltung. Seit einigen Tagen zeigt das Stadtbild von Helsingfors einen japanischen Einschlag. Ueberall, nur in den Vergnügungslokalen nicht, begegnet man kleinen Gruppen japanischer Sportsleute in schmucken blauen Jacken und grauen Hosen. Es ist Japans Leichtathletikmannschaft, die vor ihrem Einzug in Berlin einige Wochen in Finnland Aufenthalt genommen und das Hotel Helsinki vorübergehend mit Beschlag belegt hat. Die Mannschaft kam in einer Stärke von 36 männlichen und 7 weiblichen aktiven Mitgliedern am finnischen Nationalfeiertag, dem Johannitag, nach langer Reise in Finnland an. Unter den Begleitern befindet sich auch der Chefarzt der Städtischen Lungenheilanstalt in Nagoya, Dr. med. Setsuro Aoi. Er hat in Deutschland studiert und vermittelt in vorzüglichem Deutsch die Unterhaltung mit Dr. Shibuya. Dr. Shibuya erzählt, daß die gesamte japanische Leichtathletikmannschaft für Berlin somit in Helsingfors versamAdurem-Ohympialennenler von 1332 Hch. Hoffmann Bekanntlich gründeten die Amerikaner bei den Olymvischen Spielen 1932 in Los Angeles das erste Olympische Dorf. Das amerikanische Olymvische Komitee übergab seinerzeit als Schenkung diese Wohnbaracke, die in Los Angeles den Deutschen als Quartier diente, dem deutschen Olymvischen Komitee. Das Los=Angeles=Häuschen hat nun einen Ehrenplatz im Olymvischen Dorf in Döberitz gefunden. melt ist. Lediglich vier Marathonläufer fehlen, die unmittelbar nach Berlin ins Olympische Dorf gereist sind, um sich an Ort und Stelle mit der Strecke vertraut zu machen. Die erste Frage gilt dem Grund, der die veranlaßt hat, nach Berlin auf dem nicht gerade gewöhnlichen Weg über Finnland zu fahren. Dr Shibuya betont, daß es hauptsächlich die klimatischen Bedingungen gewesen seien, die für Finnland als Uebergangsplatz den Ausschlag gaben. Das Klima ist nämlich um diese Zeit fast das gleiche wie in Japan; hierbei haben die Japaner großes Glück gehabt, denn in den Monaten Mai und Juni wie auch jetzt im Juli herrscht in Helsingfors ungewöhnlich trockenes, warmes und heiteres Wetter, wie es die finnischen Meteorologen seit 1829 in diesem Ausmaß nicht mehr festgestellt haben. Aber dann war noch der japanische Beschluß, zuerst Finnland zu besuchen, von der Sorge diktiert, sich möglichst lange von dem nervenbeanspruchenden Getriebe in Berlin fernzuhalten. In diesem Punkt konnte Dr. Shibuya beruhigt und ihm versichert werden, daß er es in der Abgeschiedenheit des Olympischen Dorfes in Döberitz noch ruhiger als hier in Helsingfors gehabt hätte. Ueber das Training der Japaner berichtet Dr. Shibuya, daß sie die erste Woche nur dazu benutzten, um sich von den Anstrengungen der Reise zu erholen und daß sie erst seit fünf Tagen ein leichtes tägliches Trais ning von zwei Stunden von 15 bis 17 Uhr durchführten. Seine Mannschaft sei jetzt schon so frisch und in gleicher Kondition wie in Japan und er selbst sei überzeugt, daß sie noch in Finnland zu ihrer Höchstform aufläuft. Die Frage, ob die japanische Mannschaft auch an den am 12. und 13. Juli stattfindenden Finnischen Meisterschaften teilnimmt, verneint er. Seiner Mannschaft sollen keine harten Vorkämpfe zugemutet werden, außerdem dürften auch die finnischen Leichtathleten bei ihren olympischen Ausscheidungskämpfen unter sich sein wollen. Dagegen nehmen Mitglieder der Mannschaft in kleineren Trupps an verschiedenen finnischen Provinz=Veranstaltungen der nächsten Tage teil. Hierbei soll jedoch lediglich die Form überprüft werden; es steht auch noch nicht fest, ob finnische Leichtathleten der Olympiaklasse als Gegner an den Start gehen. Im übrigen benutzt man die Gelegenheit, sich auch mit den finnischen Sportmethoden, die finnische Sauna nicht zu vergessen, bekannt zu machen, denn das unvoreingenommene Lernen von anderen Nationen war schon immer eine Stärke der Vertreter Japans. „Am 18. Juli“, beschließt Dr. Shibuya das Gespräch,„reisen wir von Helsingfors über Stettin nach Berlin, voller Hoffnung, unsere Farben in der Reichshauptstadt vor aller Welt würdig zu vertreten.“ Einheitlich am 23. Auguft Kreismeisterschaften im Gerätturnen Die Meisterschaftskämpfe der westfälischen Gerätturner werden auch in diesem Herbst nach einem einheitlichen Plan durchgeführt, der dafür sorgt, daß keinerleir Ueberlastung der teilnehmenden Turner eintritt, anderseits aber auch eine eindrucksvolle Gestaltung der Kämpfe im ganzen Gaugebiet verbürgt. Die Meisterschaften in den 16 Kreisen Westfalens werden am 23. August ausgetragen, die Bezirksmeisterschaften finden für den Bezirk Arnsberg am 30. August, für die Bezirke Minden, Münster und Industrie am 6. Sep Seite 11 Nr. 157/ Bochumer Anzeiger 7 Mittwoch, 8. Juli 1936 tember statt. Die Uebungen sind für die Kreis= und Bezirksklasse die gleichen; die Turner brauchen demnach nicht umzulernen, sondern können sich ganz auf die Kürübungen konzentrieren, bei denen größter Wert auf korrekte Ausführung und saubere Haltung gelegt wird. Geturnt werden je eine Pflichtübung an den Ringen, am Reck, Barren und Pferd, ein Pflichtsprung über das langgestellte Pferd und eine Pflichtfreiübung, ferner an allen Geräten eine Kürübung und eine Kurfreiübung, insgesamt also zwölf Uebungen. Vier Wochen unterweg Olympia=Mannschaft der Philippinen in Berlin dnb Berlin, 7. Juli. Die Olympia=Mannschaft der Philippinen traf am Montag gegen Mitternacht nach vier Wochen langer Reise auf dem Bahnhof Friedrichstraße ein. Ritter von Halt hieß die philippinische Mannschaft im Namen des Organisationskomitees auf das herzlichste willkommen und wunschte ihr beste Erfolge. Schweden kommen mit Sonderzug Das Olymvische Komitee von Schweden hat den Beschluß gefaßt, den größten Teil der schwedischen Olympiabesucher mit einem Sonderzug von Stockholm nach Berlin zu befördern. Dieser Sonderzug soll am 30. Juli Schwedens Hauptstadt verlassen und tags darauf bereits in Berlin eintreffen. Nur einige wenige, die aus irgendwelchen Gründen schon früher in der Reichshauptstadt eintreffen, werden diesen „Olympiadezug“ nicht benutzen. Neue ausländische Gäste in Kiel Nachdem die argentinischen Segler vor wenigen Tagen als erste ausländische Segelmannschaft in Kiel eintrafen und die Japaner ihnen folgten, fand am Dienstag mittag zu Ehren der Sealermannschaften der Schweiz vor dem Olympia=Sealerheim die feierliche Hissung der Nationalflaggen dieser beiden Nationen statt, die von einer herzlich gehaltenen Begrüßungsansprache durch den stellvertretenden Vorsitzenden des Olympia=Seglerausschusses, Ahrends(Kiel), begleitet war. Der Kampf der Nationen in den einzelnen Klassen. Wie jetzt bekannt wird, verteilen sich die Meldungen der 27 Nationen auf die einzelnen Olympia=Segelklassen wie folgt: =Meter==Klasse: 10 Nationen =Meter==Klasse: 13 Nationen Startbootklasse: 13 Nationen Olympia=Jollen: 26 Nationen. Japans Schwimmer schon in Form Die japanischen Schwimmer, die erst seit acht Tagen in der Reichshauptstadt weilen, zeigten beim Training im Sportforumbad am Dienstag, daß sie bereits in guter Form sind. So vermochte Yusa die 100 Meter in 57,6 Sekunden zurückzulegen. Kiojokowa benötigte für die 100=Meter=Rücken 1,08 Minuten und Hamaro legte die 200=Meter=Brust=Strecke in 2,46 Minuten zurück. Schließlich kam Udo über 800Meter=Kraul noch auf 10,10 Minuten. Diese Zeiten schon bestätigen, daß sich Japans Olympiakämpfer bereits glänzend eingelebt und akklimatisiert haben. Bis zu den Spielen werden sie wohl ihre Leistungen noch höher schrauben. Aus Westfalen und Rheinland Dei Pentushenzir zeg un Riide Keine wesentlich neuen Momente der Beweisaufnahme Presesplels unssterOrrmpia-Hundeuher Die-Eif fiegte 15:1(:0)— Die-Elf sogar 20:2(:0) Kleve, 7. Juli. Die Dienstag=Verhandlung im Schmuggel= und Devisenprozeß von Petrusheim litt in der fortgesetzten Beweisaufnahme nach den eigenen charakterisierenden Worten des Vorsitzenden an der fast allgemeinen Gedächtnisschwäche der die Anklage stützenden Zeugen. Der als Zeuge geladene Uedemer Filialleiter Karl Beeker schränkt seine Aussagen im Verlauf der weiteren Vernehmung immer mehr ein. Dazu erklärt der Zeuge Zollinspektor Karl Müller, daß der Zeuge Beeker zunächst jede Geschäftsverbindung mit Petrusheim abgeleugnet und dann auch bestritten habe, daß er überhaupt als Filialleiter im Auftrage der Firma Beckers tätig gewesen sei. Die Vernehmung des Kraftwagenführers Boumanns aus Goch, der mehrere Getreidetransporte im Auftrage des Angeklagten Janssen fuhr, ergab keine neuen Momente. Dem als Zeugen gehorten Lagerverwalter Hermann Hendricks waren Getreidelieferungen von Petrusheim an den Angeklagten Dicks bekannt. Trotz mehrfacher Aussprache mit seinem Arbeitgeber über die etwaigen Prozeßfolgen will er von diesem nicht beeinflußt worden sein. Er solle lediglich die von Petrusheim gelieferte Menge auf 1000 bis 1500 Zentner angeben, die aber nach seinen eigenen Beobachtungen auf 10000 Zentner erhöht werden müßte.— Die abermalige Ladung des Zeugen Henkel führte zur Aufdeckung gewisser Widersprüche in seinen Aussagen bezüglich seiner Feststellung zur Waldbreitbacher Franziskanerbruderschaft, der er früher selbst angehörte. BeDie den ganzen Tag über schon herrschende Gewitterstimmung, die vornehmlich das Bergische Land erfaßte, entlud sich am Nachmittag zu einem anhaltenden Naß, das den Platz des Elberfelder Stadions, wo die Uebungsspiele unserer Handballer am Dienstag fortgesetzt wurden, in einen wenig geeigneten Zustand versetzte. Der Boden war glatt und stellte an die Svieler die größten Anforderungen. Es zeigte sich aber, daß die beiden deutschen Auswahl=Teams solchen plötzlichen Schwierigkeiten in jeder Weise gewachsen sind. Denn sie spielten hemmungslos und übertrafen ihre Lintforter Leistungen bei weitem. Vor allem wußte diesmal die=Elf zu gefallen, deren Angriffslinie ebenso wie die der=Elf eine überraschende Wurflaune an den Tag leate. Die für beide Teams als Gegner aufgestellten Mannschaften fanden sich nur schlecht zusammen, woran zur Hauptsache der glatte Boden schuld hatte. Auch war hier festzustellen, daß die genaue Ballkontrolle und Fangsicherheit den Auswahlspielern starke Vorteile brachten. Im ersten Treffen fertigte die=Auswahl eine Wuppertaler Stadtmannschaft glatt mit 15:1(:0) ab. Von Beginn an zeigte sich die Ueberlegenheit, die auch nach der Pause. nachdem zahlreiche Umstellungen vorgenommen worden waren, nicht getrübt wurde. Der beste Svieler der Elf war unstreitig der Breslauer Ortmann als Mittelstürmer, der auch die meisten Tore erzielte. Die=Auswahl gab der westfälischen Mannschaft sogar mit 20:2(:0) das Nachsehen. Vorweg muß allerdings bemerkt werden, daß nicht Körvers im Tor stand. Sein Ersatzmann, der Hagener Herold, konnte jedoch an dem Ergebnis nichts andern. Handball-Aufftiegsspiele erst nach dem 15. August Die Aufstiegsspiele der sieben westfälischen Handball=Bezirksbesten findet nun erst nach der Sommerpause, die mit dem 15. August endet, ihre Fortsetzung. Rückständig sind noch insgesamt 12 Spiele, doch werden die Begegnungen so angesetzt, daß gegebenenfalls eine Klärung eher erfolgt. SV. Jahn Werdohl und TV. Spenge dürften kaum von den ersten Plätzen zu verdrängen sein, dagegen wird der Kampf um den dritten Platz recht hartnäckig werden, denn alle restlichen fünf Mannschaften haben noch Aussichten. Im Augenblick liegt Westfalia Somborn am günstigsten im Rennen. Bekanntlich hat der Tabellendritte noch Aussichten, die Gauligazugehörigkeit zu erreichen, wenn er den VfL. Hagen als eigentlich aus der Gauklasse absteigenden Verein in einem Qualifikationsspiel schlägt. Durch den Verzicht des MSV. Preußen Paderborn wurde ein Platz in der ersten Klasse frei. züglich der verbrannten Geschäftsbücher der Firma Leeuw bekundet ein Heizer der Gasanstalt in Calcar lediglich, daß in ihr ofter Geschäftspapiere verbrannt worden sind. Nähere Angaben über die Geschäftsführung der Firma Leeuw, insbesondere über die Verbuchungen des von Petrusheim bezogenen Getreides, machte die Buchhalterin Adele Huismann. Danach betrug der Jahresumsatz der regelmäßig von Petrusheim bezogenen Getreidemengen etwa 35 000 bis 40000 RM. Alle Buchungen seien offen und zuverlässig ausgeführt worden. Die Bücherverbrennung stehe ohne jede Beziehung zu den angeblichen Schmuggelgeschäften. Keine belastenden Aussagen macht der als Zeuge geladene Kraftwagenführer Theodor Külmen, der in Petrusheim Bestellungen und Geldzahlungen im Auftrage der Firma Leeuw vorgenommen hat.— Entgegen seinen früheren Einlassungen machte auch der Zeuge Friedrich Theißen keine erschwerenden Aussagen über die Buchverbrennungen. Von solchen Vorgängen im Jahre 1935 wisse er nichts mehr. Wegen einer eventuellen Entlassung will sich der Zeuge das bewußte Getreideanschreibebuch eigenmächtig angeeignet haben, aus dem die Anklage heute die fingierten Buchungen der Frau Leeuw ableitet. Sein Vorhaben mit diesem Belastungsmaterial gibt der Zeuge heute nicht klar an, obwohl er das Buch jahrelang für ganz bestimmte Zwecke aufgehoben hat, um nach seiner Entlassung gegen die Firma etwas in der Hand zu haben.— Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt. Biei Wentere Funs Ar gearirn im Koblenzer Prozeß gegen die Franziskanerbrüder Aus den Furk- und Sportvereiten Ein=sehrengen zeer Auflösun= verdammt voer zumd### Blau-Weiß Schlägt Weltfalen Dortmund:0 Verbandswettkampf der Schwimmer in Dortmund Die westfälischen Schwimmer brachten Sonntag in Dortmund ihren Verbandswettkampf zur Durchführung. Während die erste Mannschaft von Westfalen Dortmund und der Damenschwimmverein Germania Dortmund in Verbandsklasse II starteten, trugen Blau=Weiß Bochum, die 2. Mannschaft von Westfalen Dortmund und Neptun Dortmund diesen Verbandswettkampf in Klasse III aus. Obwohl Bochum mit ersatzgeschwächter Mannschaft an den Start gehen mußte, konnte es seine vorjährige Leistung um zehn Punkte auf 364,6 Punkte verbessern. Auch die erste Mannschaft von Westfalen Dortmund, ohne Bachmann startend, holte mit 685,5 Punkten eine gute Gesamtleistung heraus, während es die Germaninnen auf 943,6 Punkte brachten. Im abschließenden Wasserballspiel schlug die ausgezeichnet zusammenspielende Sieben von Blau=Weiß Bochum Westfalen Dortmund hoch mit:0. Die Ergebnisse: =mal=100=Meter=Kraulstaffel: 1. Bochum 5,01 Min. (Wiener I, Wiener II, Scharfenberg und Rulf), 2. Westf. Dortmund 5,16,8 Min. Zmal=100=Meter=Rückenstaffel: 1. Bochum 4,40,2 (Rulf, Scharfenberg, Thalmann), 2. Westfalen Dortmund 4,40,9. =mal=100=Meter=Bruststaffel: 1. Bochum 6,01,7 (Bastian, Hohendorf, Ratte I, Wiener), 2. Westfalen Dortmund, 6,05. =mal=100=Meter=Lagenstaffel: 1. Bochum 4,11,8 (Thalmann, Rattel, Wiener), 2. Westfalen Dortmund 4,27 Min.(Neptun Dortmund wurde in jedem Wettkampf Dritter). Gesamtergebnis: 1. Blau=Weiß Bochum 364,6 Pkte. 2. Westfalen Dortmund 330,3 Punkte, 3. Neptun Dortmund 394,4 Punkte. Sportfelt der Bergjungmänner Wie in den Vorjahren, so nahmen auch am Sonntag die sportlichen Wettkämpfe der Anlernwerkstätten der Zechen„Robert Müser",„Neu=Iserlohn" und „Siebenplaneten“ einen äußerst guten Verlauf. Nach einigen flotten Märschen der Werkskapelle Zeche„Robert Müser“ und der feierlichen Flaggenhissung nahmen die Kämpfe ihren Anfang. Erbittert wurde in allen Altersklassen um den Sieg gekämpft Der Tag erreichte mit der Siegerehrung, die durch Bergassessor Kleine vorgenommen wurde, seinen Höhepunkt. In seinen begeisternden Ausführungen hob er die Leistungen der einzelnen Sieger hervor und widmete ihnen Worte der Anerkennung. Die ersten Sieger erhielten Ehrenurkunden, während die anderen durch Eichenkränze ausgezeichnet wurden. Folgende Bergjungleute gingen aus den einzelnen Konkurrenzen, die auf der mit Fahnen reich geschmückten STV.=Kampfbahn„Amalia" durchgeführt wurden, als Sieger hervor: Siebenkampf, Altersklasse 16/17: 1. Piotrowski 129 Punkte, 2. König 120 Punkte, 3. Mägdefrau 113 Punkte: Altersklasse 18/19: 1. Schmale 146 Punkte, 2. Kowalzik 141 Punkte, 3. Salewski 138 Punkte; Fünfkampf, Altersklassen 20/21: 1. Rausch 103 Punkte, 2. Giffke 100 Punkte, 3. Semmler 96 Punkte; Dreikampf, Altersklassen 21/22: 1. Kannstein 60 Punkte, 2. Spiekermann 57 Punkte, Czeranna 57 Punkte, 3. Dullweber 53 Punkte. Neugründung einer Handballabteilung Nachdem im Vorjahre die Handballmannschaft der Sportvereinigung 04 Langendreer durch Spielerabwanderungen und Einziehungen zur auftosung veroammt war und auch die Mannschaft des STV. Werne diesen Weg geben mußte, war es mit dem Handballsport in Langendreer=Werne vorbei. Runmehr haben wieder eine Anzahl Freunde dieses schönen Sportes sich zu einer Abteilung in dem alten Turnverein Jahn“ Kaltehardt 91 zusammengeschlossen, um den Handballsport wieder zu pflegen, was allseitig begrüßt wird. Der Turnverein„Jahn“ Kaltehardt 91, jetzt Turnverein „Jahn" Langendreer, hat in seiner letzten Versammlung beschlossen, die Selbständigkeit des Vereins wieder herbeizuführen. Der Vorsitz wurde dem früheren Vereinsleiter August Obermeier übertragen. Zum Spielbetrieb wird der Sportplatz hinter dem„Haus der deutschen Arbeit" benutzt. Die Uebungsstunden des Vereins finden sonntags morgens von 10 bis 12 Uhr und donnerstags abends von 18 bis 21 Uhr statt.— In seinem Vereinsheim tagte der Schwimmklub„Rot=Weiß". Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vereinsführer in bewegten Worten des plötzlichen Ablebens des stellvertretenden Vereinsführers Lehrer Schulte. Für den verstorbenen Lehrer Schulte wurde das Mitglied Lüther zum stellvertretenden wählt. Der diesjährige Sommerausflug des Schwimmvereins steigt am 19. dieses Monats. Die letzte Auswahl 25 Hockeyspieler nach Berlin geladen. Zur letzten Olympia=Vorbereitung wurden 25 deutsche Hockeyspieler vom Fachamt nach Berlin berufen. Unter ihnen befinden sich die Westdeutschen Paffenholz, Menke und Huffmann. Galopprennen in Dortmund Mittwoch fünf Flach= und zwei Jagdrennen. Den Anhängern des Turfs wird am Mittwoch in Wambel der übliche Wochentagssport geboten. Mit Ausnahme des einleitenden Schloß=Sandfort=Jagdrennens, eines Offizierreitens, sind sämtliche Prüfungen gut besetzt, so daß man wieder mit spannenden Entscheidungen rechnen darf. Im Schloß=Cappenberg=Jagdrennen geht es nochmals über die schweren Hindernisse, während der Union=Preis als Amateurreiten ausgeschrieben ist. Der Dotierung nach rangiert der Stahlwerk=Preis an erster Stelle. Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Rolanda—Reizjäger; 2. Rennen: Olearius—Sarafan; 3. Rennen: Ilsenburg—Patroklus; 4. Rennen: Vockerode—Herzober: 5. Rennen: Liebeswalzer—Mogul; 6. Rennen: Wolkenflug—Glanz; 7. Rennen: Giazza—Steinmetz. Weitere Voraussagen Le Tremblay; 1..: Fifrelin— Ilion. 2..: Cosquilla— Bel Olymp. 3..: Le Presse— Hobal Ova. 4..: Capstan— Arvan. 5..: Formosus— Chaucrona. 6..: Aqueduc— Le Chari. Compiegne, 7. Juli. 1..: 1. P. Raviarts Bonne Combine(H. Brierre); 2. Lolotte, 3. Marmome.— Ferner: Dynamo, Ispahan, Motky, Lame, Trionette, Primerose V. Carlo Balzam. 2. K:.°5. Prats Schamil(X. Duputt), 2. Mirallore, 3. Ocana.— Ferner: Fragrance, Rhododendron. Toto: S. 29, Pl. 13. 12. 3..: 1. Jean Sterns Saint Preux(G. Dusorez), 2. République, 3. Belcassem.— Ferner: Picvus. Virvana, Cour'Honneur, Aquilon, Pomone, Belle Amie, Cost Price. Toto: S. 53, Pl. 14, 11, 20.. 4..: 1. J. Foulds Serdie(J. Laumain), 2. Echaugette, 3. Philadelphe.— Ferner: Artaxerxes, Signoretto, Formosor. Toto: S. 156, Pl. 60, 23..s 5..: 1. Marg. de la Fress. Kirsch II(J. Potrier), 2. Coppelia, 3. Clovisse.— Ferner: Scare Doree, Vive le Roi Seg Breeze, La Frousse, Mlle. de Rougemer. Toto: .: 1. Bar. E. de Rotvschlds Hav Market(B. Villecouri), 2. Allusion, 3. Romph.— Ferner: Primrgte. Le Résultat. Ardrossan, Canathos, Itmar, Stella Bella. Toto: S. 64, Pl. 17, 36, 21. Koblenz, 7. Juli. In der siebenten Verhandlungswoche im Prozeß gegen die Franziskanerbrüder beschäftigte sich das Gericht am Dienstag mit drei weiteren Angeklagten.„.6741— M Der 24 Jahre alte Sevastian Mertes, genannt Bruder Kasper, trat 1930 in das Franziskanerkloster Waldbreitbach ein. Bei seiner Vernehmung sagte der Angeklagte, daß er 1932 zum ersten Male von den sittlichen Verfehlungen im Kloster gehört habe. Er selbst habe diese widerlichen Dinge nicht geglaubt. Der Vorsitzende bemerkte dazu:„Sie hätten jedoch besser diese Dinge geglaubt, dann wäre es mit Ihnen vielleicht nicht so weit gekommen, denn heute müssen Sie ja zugeben, daß Sie in dieser Beziehung eine ziemliche Schuld auf dem Kerbholz haben.“ Der Angeklagte ist 1933 von dem Franziskanerbruder Markus bei der Nachtwache verführt worden und hat sich in der Folge auch mit den Franziskanerbrüdern Gregor und Hermann=Joseph vergangen. Der Staatsanwalt wies auf die Widerstandslosigkeit hin, mit der der Angeklagte jeder Versuchung erlegen sei. Begünstigt sei das schamlöse Treiben durch die im Kloster gebildeten Freundschaftsklubs worden, die eine verhängnisvolle Rolle gespielt hätten. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr zwei Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr drei Monaten Gefängnis. Sieben Monate der Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet.. Der zweite Angeklagte ist der 1915 in Westfalen geborene Franziskanerbruder Basilius. Auf Grund einer Zeitungsanzeige, in der junge Männer zum Eintritt in das Franziskanerkloster aufgefordert wurden, kam der Angeklagte im Juli 1934 als Postulant nach Waldbreitbach. Der Angeklagte ist geständig, mit den Brüdern Ildefons und Romuald gegen den§ 175 sich vergangen zu haben. Der Staatsanwalt wies darauf hin, daß der Angeklagte trotz aller guten Vorsätze sich immer wieder im Sinne der Anklage betätigt habe. In wenigen Wochen habe er sich schwerer sittlicher Verfehlungen schuldig gemacht, für die der Staatsanwalt ein Jahr vier Monate Gefängnis beantragte. Der Staatsanwalt stellte hierzu fest: Diese jungen Leute sind unschuldig in das Kloster gekommen, sind einem alten raffinierten Routinier in die Hände gefallen und sittlich verkommen oder sie wußten in ihrer sexuellen Not nicht mehr ein und aus und gerieten widerstandslos in den Kreis der Unzucht treibenden Brüder. Es ist schon so, daß die Hauptschuld an allen diesen Dingen eine Institution trifft, die in unserer heutigen Zeit keine Existenzberechtigung mehr hat. Wenn man hier hört, daß alle diese Scheußlichkeiten im Kloster, obgleich sie bekannt waren, nicht bekämpft wurden, dann ist die ganze Organisation überhaupt nicht mehr zu verstehen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu fünf Monaten Gefängnis. Die Strafe ist durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt. Als dritter Angeklagter hatte sich der 28 Jahre alte Franziskanerbruder Angricola zu verantworten. Der Angeklagte erklärte, daß er im Jahre 1931 in die Franziskanergenossenschaft eingetreten sei. Die Zustände im Kloster hätten ihn später wieder veranlaßt, auszutreten. Im Falle des jugendlichen Bruders Angricola ergab die Zeugenvernehmung wieder ein erschreckendes Bild sittlicher Verirrungen. Der Staatsanwalt wies auf die wüsten Orgien hin, die der Angeklagte mit seinen Klostergenossen in Szene gesetzt hatte, und beantragte ein Jahr drei Monate Gefängnis. Es erging folgendes Urteil: Das Verfahren wird auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 7. August 1934 eingestellt. Der Haftbefehl wird aufgehoben. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, daß die dem Angeklagten zur Last gelegten Fälle bis auf einen nicht restlos nachgewiesen werden konnten. Da mit Rücksicht auf die Tatbestände in einem Falle eine höhere Strafe als sechs Monate nicht zu erwarten war, sei das Gericht gezwungen gewesen, die Amnestie anzuwenden. Der verzauberte Strom Die einzigartige Festbeleuchtung der Siebengebirgsstrecke Bonn, 7. Juli. Die mit großer Spannung erwartete, vom Landesfremdenverkehrsverband Rheinland veranstaltete Siebengebirgsbeleuchtung von Linz bis Bonn, die zweite Rheinbeleuchtung im Programm„Der Rhein in Flammen“, hat am Samstag, 4. Juli, einen Verlauf genommen, der wohl alle Erwartungen übertraf. Eine ganze Flotte von großen Köln=Düsseldorfer Dampfern, von größeren und kleineren Motorbooten, alle von Fahrgästen bis auf den letzten Platz besetzt, trat gegen 22 Uhr von Linz aus die Talfahrt an, als das Motorschiff„Zeppelin“, auf dem auch Staatssekretär Dr. Funk und Staatsminister a. D. Esser Platz genommen hatten, das Signal zum Beginn der Beleuchtung gab. Tausende und aber Tausende von Menschen standen an den Ufern, um das großartige Schauspiel zu genießen, viele Hunderte von Autos folgten der großen Flotte der Rheindampfer zu beiden Seiten des Stroms. Die Fronten der alten Rheinstädtchen: Linz, Ervel, Unkel, Remagen usw., die Berggipfel und die Uferwege erglühten im Scheine vieler tausend bengalischer Lichter. Lodernde Flammenstöße, Fackeln und Lamvions verwandelten die Nacht in ein einziges Flammenmeer. Hier und da stiegen Raketen und Leuchtkugeln hoch in die Luft. Von den Schiffen klangen die Weisen der zahlreichen Kapellen und die fröhlichen Lieder der Fahrgäste. Ueber dreißig Kilometer lang reihte sich so ein prachtvolles Bild an das andere. Die Erpeler Ley und die Ludendorffbrücke verschmolzen zu einem bezaubernden feurigen Bild. Erpels alte Patrizierhäuser zeigten im Flammenschein ihre stilvollen Konturen noch schöner als bei Tageslicht. Auf der Insel Grafenwerth stand im Scheinwerferlicht ein richtiger rheinischer Fähndelschwenker und zeigte seine volkstümliche Kunst. Weißes Flutlicht und bengalische Flammen ließen den Drachenfels weit hinein in die Mondnacht strahlen. Das Godesberger Rheinhotel Dreesen zeigte Hakenkreuzsonnen und ein großes Leuchtbild des Führers. Den Abschluß des prächtigen Schauspiels bildete Bonns Rheinbrücke, die sich im Kranze der vielen hundert kleinen Lichter wunderbar ausnahm. Ein großes imposantes Feuerwerk gab den Ausklang. Bestätigtes Todesurteil Dortmund, 7. Juli. Wie dem RWD. aus Leipzig berichtet wird, verwarf das Reichsgericht die von dem 26jährigen Angeklagten Hans Dürholt aus Dortmund gegen das Urteil des Schwurgerichts Düsseldorf vom 2. April dieses Jahres eingelegte Revision als unbegründet. Mit dieser Entscheidung ist der Beschwerdeführer wegen Mordes rechtskräftig zum Tode verurteilt unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit. Der Angeklagte hatte in der Nacht zum 16. Februar 1936 seine 36jährige Ehefrau von der Neußer Brücke in den Rhein gestürzt. Er hatte vorher eine Lebensversicherung mit der Bestimmung abgeschlossen, daß beim Eintritt eines tödlichen Unfalles 10 000 RM. zu zahlen waren. Englische Frontkämpfer in Warburg Warburg, 7. Juli. Anläßlich der 900=Jahr=Feier der Stadt Warburg erhielt die Stadt am Montag den Besuch englischer Frontkämpfer, die nicht nur die alte Diemelstadt, sondern auch das Warburger Schlachtfeld mit großem Interesse besichtigten; standen sich doch auf diesem während des Siebenjährigen Krieges, als zugleich jenseits des Ozeans der Land= und Seekrieg zwischen England und Frankreich um die nordamerikanischen Kolonien tobte, auch auf deutschem Boden Engländer und Franzosen gegenüber. Für die englischen Frontkämpfer, die noch am Sonntag den gewaltigen Reichskriegertag miterleben durften, handelte es sich hier nicht um eine einfache Reise durch das Warburger Land, sondern es kam darin die innere Bindung mit dem Flecken deutschen Landes zum Ausdruck, wo eine für das englische Imperium bedeutungsvolle Schlacht unter Mitwirkung deutscher Soldaten entschieden wurde. In Warburg wurden die englischen Frontkämpfer auf Einladung der Stadtverwaltung im Festsaal des Rathauses im Auftrage der Staatsregierung durch den Vizepräsidenten Rieck begrüßt, der in kurzen Worten auf die Schlacht bei Warburg und ihre Auswirkungen einging und wiederholt durch starken Beifall der englischen Gäste unterbrochen wurde. Namens der Stadt entbot Bürgermeister Schlötel den englischen Frontkämpfern ein herzliches Willkommen! Der Leiter der British Legion dankte namens seiner Kameraden für den herzlichen Empfang und für die Ueberreichung einer Ehrengabe in Form eines Buches mit einer kurzen, illustrierten Geschichte der Schlacht bei Warburg nebst Gefechtsskizze. Deutsch=englisches Jugendlager Siegen, 7. Juli. Auf der 500 Meter hohen„Eisernen Haardt“ bei Siegen wurde am Sonntag das 8. deutsch=englische Jugendlager, das zugleich das erste deutsch=englische Segelfliegerlager ist, eröffnet. Zur Zeit ist in diesem Lager, das 1933 eingerichtet wurde und seitdem der Obhut von Lagerführer Bennemann anvertraut ist, für die Dauer von drei Wochen ein Segelflugkursus in Stärke von 45 Flugsportschülern, darunter 23 englischen, untergebracht, denen für die Uebungen sechs Segelflugzeuge zur Verfügung stehen. Die Ausbildungsflüge, bei denen die deutschen und die englischen Schüler reichlich die Gelegenheiten zu gegenseitiger Hilfe und kameradschaftlicher Unterstützung wahrnehmen, stehen unter der Anleitung des deutschen Flugsportlehrers Magersuppe, der lange Zeit in England gewirkt und den englischen Segelflugsport aufgebaut hat. Nachdem Sonntag vormittag viele hundert Jugendliche ihre selbstgefertigten Modelle starten ließen und am Nachmittag die englischen und deutschen Segler mehrere gelungene Flüge ausgeführt hatten, nahm Gebietsführer Schulze(Berlin), der Leiter des Auslandsamtes der Reichsjugendführung, auf dem Platz vor dem Lagerheim die feierliche Einweihung des Lagers vor * Seite 12 Nr. 151 7 Bochumer Anzeiger Minwoch, 8. Juli 1936 aus Groß-Bochum 00 Zahle fiirmxagnie Cann... Krieger= und Landwehr=Kameradschaft Batl. Langendreer Am 11., 12. und 18. Juli begeht die„Kompagnie Bahnhof“ der Krieger= und Landwehrkameradschaft, Bataillon Langendreer, die Feier ihres 60jährigen Bestehens. Das Fest beginnt am Samstag, 11. Juli, mit dem Antreten der„Kompagnie Bahnhof" im Vereinsheim Wollenweber, anschließend Abholen der Fahnen beim Kompagnieführer und Abmarsch zum Festzelt. Am Ehrenmal Ehrung der Gefallenen und Kranzniederlegung. Die Kameraden der militärischen Arbeitsgemeinschaft Bochum=Langendreer können sich der Kompagnie anschließen. Am Abend um.15 Uhr erfolgt im Festzelt der Einmarsch der Fahnenkompagnien. Die Jubelfeier wird eingeleitet durch die Begrüßung, die Kompagnieführer Dierkes vornimmt. Die Festansprache hält Kreisverbandsführer Major d. R. a. D. Bering(Bochum). Im Mittelpunkt des Abends steht die Ehrung der Jubilare. Die Feier wird umrahmt durch Liedvorträge des MGV.„Arion" Langendreer. Konzert und Tanz. Am Sonntag, 12. Juli, ist um 6 Uhr morgens das Wecken, um 9 Uhr Antreten der Kompagnie, Abmarsch zum Kirchgang. Der Gottesdienst findet in der Lutherund der Marienkirche statt. Um 11 Uhr wird ein Frühkonzert veranstaltet. Der Nachmittag steht im Zeichen des Festzuges. Der Aufmarsch erfolgt um 15 Uhr in der Dördelstraße(früher Wilhelmstraße). Alle Fahnen der teilnehmenden Kameradschaften marschieren an der Spitze der gesamten Verbände. Der Festmarsch nimmt folgenden Weg: Kaiser=, Uemminger, Mansfelder, Unter= Kaiserstraße, Amtshaus Bochum=Langendreer. Dort findet ein Vorbeimarsch vor dem Landes=, Bezirks= und Kreisverbandsführer und Beirat statt. Anschließend Einmarsch ins Festzelt. Bei der dort stattfindenden Feier hält Bataillonsführer Hauptmann d. R. a. D. Schaeffer(Bochum=Langendreer) die Festrede. Anschließend Konzert und Tanz.— Am Montag, 18 Uhr, ist großes Konzert im Festzelt. Anschließend Liedervorträge des MGV.„Sängerbund" und„WestIm Vereinsheim Reul hielt die Kavalleriekameradschaft ihren fälligen, gut besuchten Monatsapvell ab. der vom Kameraden Klockmann geleitet wurde. Nach einstimmiger Genehmigung des verlesenen Protokolls wurde über die nächsten Ereignisse eingehend berichtet. An der Jubelfeier der„Kompagnie Bahnhof“ wird die Kameradschaft geschlossen teilnehmen. Die Erledigung der Beitragsfrage und interne Angelegenheiten beschlossen den anregenden Appell. * Jubilare der Arbeit. Ihr 25jähriges Dienstjubiläum begingen bei der Gelsenkirchener Bergwerks=AG., Gruppe Bochum, der Wettermann Adolf Wrobel, Hauer Gustav Babst, Zimmerhauer Ferdinand Grduszak, Hauer Heinrich Strauch. Von seiten der Zechenverwaltung wurden den Jubilaren Ehrungen zuteil. Aus den Langendreerer Kriegerkameradschaften. Die Mitglieder der Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener hatten sich im Lokale Grollmann zum Monatsappell eingefunden, den Kameradschaftsführer Dütting eröffnete und leitete. In bewegten Worten gedachte er des verstorbenen Kameraden der NSKOV., Fritz Schulte, der sich gerade für eine Arbeitsgemeinschaft mit den Kriegsgefangenen eingesetzt habe. Kamerad Haag gab die neuesten Paroleanordnungen bekannt. Die Ortsgruppe nimmt am 18. Juli an der Bezirkstagung in Heven bei Witten geschlossen teil, desgleichen tritt dort die Schießgruppe an und beteiligt sich am Wanderpreisschießen. In Soest findet in Kürze der 15. Gautag statt, zu dem sich bisher 75 Kameraden der Ortsgruppe gemeldet haben. An die Versammlung schloß sich ein Uebungsschießen an, bei dem sehr gute Ergebnisse erzielt wurden.— Die Kameradschaft ehem. 30er hielt bei Wegmann ihre Monatsversammlung ab. Kameradschaftsführer Gustav Koch kam nach der Bekanntgabe der Paroleanordnungen ausführlich auf den 1937 stattfindenden Regimentstag zu sprechen. Die Kameradschaft kann im September dieses Jahres die Feier ihres zehnjährigen Bestehens begehen. Die Vorarbeiten hierfür sind bereits ausgenommen.— Die Kompagnie„Bahnhof“ des Krieger= und Landwehrvereins tagte bei Wollenweber. Herzliche Grußworte richtete Kameradschaftsführer Dierkes an die Erschienenen. Kamerad Schweinsberg gab einen Bericht über die Führertagung des Landesverbandes Westfalen am 13. Juni in Bottrop. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde darauf hingewiesen, daß alle Kameraden, die sich am diesjährigen Wanderpreisschießen beteiligen wollen, sich beim Schießwart Leiermann anzumelden haben. Stadtteil Werne Frauengruppe des Vereins„Heimattreuer Ost= und Westpreußen". Im festlich geschmückten Saale Mußweiler hielt die Frauengruppe des Vereins„Heimattreuer Ost= und Westvreußen“ ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Die Leiterin der Gruppe, Frau Walinski, begrüßte die zahlreich erschienenen etwa 250 Frauen. Mit regem Interesse folgte die Versammlung den sehr ausführlichen Berichten der Schriftführerin und der Kassiererin. Der Leiter des Hauptvereins dankte den Frauen für das gute Zusammenarbeiten und wünschte der Gruppe weiteres Blühen und Gedeihen. Dann wurden die fleißigsten Besucherinnen der Vereinssitzungen durch Geschenke belohnt. In dem gemütlichen Teil wurden bei Kaffee und Kuchen 70 Geburtstagskinder besonders geehrt. Zwischendurch trug der Frauenchor einige mehrstimmige Lieder vor und führte einige Einakter„Kaffeekränzchen".„Vagabunden“ usw. vor, die allgemeinen Anklang fanden. Die Hauskapelle trug zur Gemütlichkeit des Festes bei. Am 19. Juli versammeln sich alle Vereinsmitglieder auf dem Bahnhof Langendreer zu einer vielversprechenden Fahrt ins Blaue. Stadtteil Laer Aus dem Bürger=Schützenverein, 1. Kompagnie. Am Sonntag hielt die erste Kompagnie des Schützenvereins 1835 ein Uebungsschießen ab, das bereits die drei Sieger der Freischützenklasse ermittelte. Schütze August Schäfer wartete am Sonntaa bei seinen letzten Uebungen mit zwei Gewehrarten und 12 Schuß mit einer Leistung von 128 Ringen auf, so daß er sich ebenfalls für die Freischützenklasse qualifizieren konnte. Die Freischützenklasse erhielt damit folgende Rangordnung: 1. August Schäfer, 2. Wilhelm Wesemeier, 8. August Knoof. Ferner erwiesen sich Wilhelm Rielinger, Gustav Richmann und Julius Zimmermann als gute Schutzen. Rielinger erfüllte zwei Bedingungen und erzielte bei 24 Schuß 245 Ringe, Richmann bei 12 Schuß 131 Ringe, Zimmermann bei 18 Schuß 194 Ringe. Das letzte Bedingungsschießen findet am 9. August statt. Hartmann durch den Tod erlöst. Der Verstorbene hat das hohe Alter von nahezu 80 Jahren erreicht und war über 35 Jahre als Jugenderzieher tätig. Er hat sich in dieser Eigenschaft einen großen Freundes= und Bekanntenkreis gesichert. Dienstjubiläum. Auf eine 35jährige ununterbrochene und treue Dienstzeit bei der Eisenbahn konnte Eisenbahnbeamter Blockmann aus Riemke zurückblicken. Bestandenes Examen. Der Gerichtsreferendar Günther Lessina promovierte an der Universität in Erlangen zum Dr. jur. „Schönheit der Arbeit.“ Der Eingang zum Fabrikhof des Werkes Gröppel an der Herner Straße ist im Sinne der„Schönheit der Arbeit“ mit Rasenbeeten versehen worden, die mit Sträuchern und Blumen bepflanzt sind. Auch eine etwa dreißigjährige Linde steht dort, die bis vor wenigen Tagen noch blühte. Das Ganze macht einen schönen, gepflegten Eindruck, der sicherlich auch den Schaffenden wohltut, die dort täglich ein und aus gehen. Auf dem Schießstand. Auf dem Kleinkaliberstande Kerkemeier, Hofsteder Straße, war am Sonntag die Ortsgruppe Riemke der RSKOV. stark vertreten, um das Bedingungsschießen und zugleich das Uebungsder Pflege solcher Wiedersehensfeiern hinwies. Für den Herbst dieses Jahres will man ein großes Sippentreffen veranstalten, das wahrscheinlich in Bochum stattfinden soll. Ausstellung. Der Hühnerzucht= und Geflügelverein „Zuchterfolg" veranstaltete am Samstag eine Vereinsausstellung, die etwa 80 Tiere aufwies. Es waren hierunter einige Prachteremplare. Den ersten Preis errang der Zwerghuhnstamm des Züchters Heinrich Wiese. Den zweiten Preis sicherte sich Walter Dechmann mit seinem Rodeländerstamm. Weitere Preise errangeg Paul Pochatzki,„Heinrich Schwemmer„und tungsgerichts, die mündlichen, KommungldipsomprükunAlfred Bauer. Mit der ausstellung war eine kleine gen des Sommersementers 1936 statt. Die KommunalSchau selbstgefertigter Stallgeräte verbunden. Für ein diylomyrüfung bestanden die Herren Dierig(BoRinge, Meier 41 Eisenhut, Brinsa und Jäger mit je 39 Ringen. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Generalversammlung der Sterbehilfe. Im Lokale Uellenbeck auf der Kruppstraße fand am Sonntag die Halbjahresversammlung der Sterbehilfe Provitze(Marmelshagen) statt. Der Leiter der Sterbehilfe, Kamerad Braumann, gedachte eingangs der verstorbenen Mitglieder. Schriftführer Hartwich verlas das Protokoll der Jahresversammlung, das angenommen wurde. Den Kassenbericht erstattete der Kassenwart Peick. Danach war das Kassengeschäft befriedigend. 59 Mitglieder wurden im letzten Halbjahr durch den Tod abberufen. D er Kassenbestand beträgt mehr als 4300 Mark. Die Mitgliederzahl beläuft sich gegenwärtig auf 6448 Mitglieder nebst Frauen, aber ohne Kinder. Wiedersehensfeier. Die Familie Eickhoff veranstaltete für ihre Familien= und Sippenangehörigen eine Wiedersehensfeier, zu der sich etwa 80 Angehörige der Familie eingefunden hatten. Der 76 Jahre alte Rentner Karl Eickhoff aus dem Hannoverschen hielt eine Ansprache, in der auf die Notwendigkeit besonders praktisches und einfaches Fallnest erhielt der Züchter Bär eine Anerkennung. Stadtteil Hamme Hohes Alter. Seinen 74. Geburtstag feierte der auf der Juliusstraße 8 wohnhafte Schmiedemeister i. R. Hubert Heemann. Körperlich und geistig ist der alte Herr noch sehr rüstig. Von seinen zehn Kindern leben noch fünf Töchter und drei Söhne, außerdem sind 18 Enkelkinder vorhanden. Das Geburtstagskind ist Kameradschaftsführer der Bochumer Kürassierkameradschaft, Mitgründer des Münsterländervereins und Förderer zahlreicher anderer Vereine. NS.=Arbeitsopfer. Der Gesamtverband der NS.= Arbeitsopfer Hamme hielt bei Dahlhoff eine Versammlung ab. Der Ausflug wurde für den 9. Juli festgesetzt. Weiter wurden wichtige Angelegenheiten der Arbeitsopfer besprochen. NS.=Frauenschaft Hamme. Im Gemeindesaal der Kirche am Hindenburgplatz hielt die NS.=Frauenschaft unter Leitung von Frau Mönnickes ihre Versammlung ab. Im Mittelpunkt stand ein Lichtbildervortrag, der großen Anklang fand. Personalnachrichten Der Rentner Hubert Heemann, Juliusstraße, beging in guter körperlicher und geistiger Frische seinen 74. Geburtstag. Lange Jahre übte der Hochbetagte das Schmiedehandwerk aus. Acht Kinder und eine stattliche Reihe Enkelkinder sowie Freunde und Bekannte brachten ihre Glückwünsche dar. Nach vorausgegangener dreitägiger schriftlicher Prüfung fanden am Montag. 6. Juli, unter dem Vorsitz des Staatsministers a. D. Professor Dr Dr. h. c. Drews, Präsidenten des Preußischen Oberverwaltungsgerichts, die mündlichen Kommungldiplomprufundae(Sommersomesters 1926 statt. Die Kommunal= biptombrufung, bestanden chum) und Stuhn(Wattenscheid). Aus dem Nachbargebiet 90 Jahre alt Umgeben von drei Generationen, konnte gestern bei bester Gesundheit und geistiger Frische die Witwe Katharina Brunischewski, geb. Stempka, Heidackerstraße 38 ihr 90. Lebensjahr beschließen. In Ostpreußen im Kreise Neidenburg wurde sie am 7. Juli 1846 geboren. Ihrer Heimat blieb sie bis zu ihrem 58. Lebensjahre treu, wo sie mit ihrem Ehemann auf landwirtschaftlichen Gütern beschäftigt war. Im Februar 1903 siedelte sie mit ihrem Gatten nach dem Westen über, wo er im Mai desselben Jahres in Gelsenkirchen starb. Seit sechs Jahren nun lebt sie bei ihrer älteren Tochter, der Frau Makain in Hordel. Trotz der 90 Jahre, die man der Greisin nicht leicht ansieht, erinnert sie sich aller Einzelheiten ihres Lebens bis in ihre früheste Jugend hinein. Von ihren zwölf Kindern leben noch sechs. Zum Wiegenfeste gratulieren die sechs Kinder, zwei Töchter und vier Söhne, 41 Enkel und fast 30 Urenkel. Ansere=Palenstadt=Sochem kaft! Von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Die deutschen Weinbaubezirke an Rhein und Mosel sind seit Jahren Notstandsgebiete. Noch erhöht hat sich ihre Notlage durch die fehlenden Absatzmöglichkeiten für die Weinvorräte aus den verhältnismäßig reichen WeinOst= und Westpreußen ernten der letzten Jahre. Auch die im Vorjahre durchdel des Bundes heingttreuer, Pe, un zurück. Sie geführte, mit großem Beifall aufgenommene Weinwerbeo. imn Jahre 1911 als„Ostpreußisch=evangelischer woche, hat die wirtschaftliche Lage der Winzer nicht ausArbeiterverein“ gegründet. Die silberne Jubelfeier soll lreichend bessern können, so daß weitere Hilfemaßnahmen 19. Juli, verbunden mit einer Abstim= erforderlich sind..8 4c gi,##.. 8 mungsfeier, begangen werden. An der Spitze des Jubel=] In großer hot befinden sich auch die Winzer der vereins steht der Landsmann Franz Gollub. Moselstadt Cochem. Sie hat daher ihre Patenstadt Bochum um Hilfe gebeten. Es kann ihr während der Sommermonate durch einen erhöhten Fremdenverkehr geholfen werden. mirh Haher achatmn“. Die Bochumer Bevölkerung wiro oayer geveren, bei Urlaubsfahrten auch unsere Patenstadt Cochem zu besuchen die mit ihrer berühmten Burg eine der schönsten Moselstädte ist. Eine besondere Möglichkeit für Stadtteil Hordel Einführung des neuen Pfarrers. Der an Stelle des verstorbenen Pfarrers Fröhlich zum Pfarrer der Herz=Jesu=Gemeinde Hordel ernannte Vikar Stolte aus Dortmund(Liebfrauengemeinde) wird am 20. Juli in feierlicher Weise in sein Amt eingeführt. Silberne Hochzeit feierten die Eheleute Heinrich Wegmann, Sonnenscheinstraße 10, in der Kolonie Dahlhausen. 25 Jahre Ost= und Westpreußen. Die Gruppe Hordes Bundes heimattreuer On= und Westvreußen Gennat und in Wanne=Eickel vom 11. bis 19. Juli tengeschwindigkeit; Bender(„Treue Heimat"), 835,6 Meter: Lauber(„Favorit"), 825,1 Meter: Kontora Unter Führung der Kreisleitung der RSDAP, in Verbindung mit der Stadtverwaltung Wanne=Eicel wird nunmehr in der Zeit vom 11. bis 19. Juli von der neu gebildeten Arbeitsgemeinschaft Heimat und Volkstum und der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ eine Heimat= und Volkstumswoche durchgeführt, die zweifellos in mancherlei Richtung wegweisend für Westfalen werden wird. Die Vorbereitungen sind zum großen Teil bereits abgeschlossen. Die Eröffnungskundgebung, findet am 11. Juli in der Stadthalle statt und sieht Ansprachen von GauleiterStellvertreter Stürtz und Gauschulungsleiter Dr. Schwarzschulz vor. Für Sonntag, 12. Juli, ist im Eickeler Volksgarten ein Volksfest unter Mitwirkung der verschiedensten Vereine vorgesehen. Der Montag (13. Juli) gehört dem SGV., der in der Stadthalle eine Werbekundgebung mit einem Referat von Hauptwanderwart Or. Poth(Menden) und einem Lichtbildervortrag „Der SGV. erwandert die Heimat" veranstalten wird. Der Dienstag(14. Juli) steht im Zeichen„Naturliebe und Naturschutz im Dritten Reich". Auf der Kundgebung in der Stadthalle spricht Bezirksbeauftragter für Naturschutz Mittelschullehrer Oberkirch(Essen).„Heimat und Volkstum“ heißt das Thema der Kundgebung am Mittwoch(15. Juli), bei der Dr. Schulte(Münster) und Studienassessor Schlüter(Herne) sprechen werden. Am Donnerstag(16. Juli) haben die Landsmannschaften ihren Tag. Dr. Frohberg wird hier sprechen. Auf dem Appell der Jägerschaft, Jagdkreis Bochum, im Kurhaus spricht der Stabsjägermeister für Westfalen und Lippe und Forstmeister Battenberg=Eder. Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Bergbau Padberg(Bochum) spricht am Samstag(18. Juli) in der Stadthalle bei der Kundgebung der Bergmänner. Eine Massenveranstaltung ist zweifellos der„Fröhliche Sonntag der Schaffenden", veranstaltet von der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" am 19. Juli im Kurhaus und in der Stadthalle. Als Sonderveranstaltungen gibt es das Unterkreissportfest der Fachschaft Turnen im RfL. am 11. Juli, das Treffen der Landsmannschaftlichen Vereinigungen am 12. Juli und das Schwimmfest des SC. Poseidon am 19. Juli im Osthafen. Singen#ogrgen sechs Wettbewerbe, und zwar Schülerwetthe##er städtischen Schulen, Wettbewerb der Stadtburger, Wettbewerb der Bergmänner, Wettbewerb der Landsmannschaften, Stammbaumwettbewerb und der Blumenkastenwettbewerb. Dann ist eine öffentliche Sammlung für das Heimatmuseum vorgesehen. Ferner ist eine Kunstausstellung Wanne=Eickeler Künstler vom 11. bis 17. Juli im Kurhaus vorgesehen. Außerdem gibt es eine Ausstellung systematisch zusammengestellter Gruppen von Gegenständen aus dem Heimatmuseum. Alter. Ihren 70. Geburtstag Gesundheit und Frische die Wi Straße 172, im Stadtteil Röhli feierte gestern Witwe Sorge, Röhlinghausen. Stadtteil Wiemelbausen Aus der Johannespfarrei Wiemelhausen. Die 40jährige Jubiläumsfeier der Marianischen Jungfrauenkongregation der Johannespfarrei wurde am Sonntag in schlichtem Rahmen begangen. Den Auftakt bildete ein Triduum, das an den letzten drei Tagen der vergangenen Woche gehalten wurde. Zu dem Festtag selbst war das Gotteshaus feierlich geschmückt. Die Gemeinschaftskommunion mit dem nachfolgenden Festhochamt gab dem Vormittag das Gepräge. Eine MarienWeihestunde am Nachmittag beendete den Festtag. Auch der verstorbenen Gründerinnen des Vereins wurde gedacht. Stadtteil Riemke Totenglocke. Von einer hartnäckigen Krankheit wurde am Montag der im Ruhestand lebende Lehrer Walter Hohes in bester Bochumer Jubilar der Arbeit. Auf der Zeche„Pluto" blickt der Volksgenosse Gustav Domurath auf eine ununterbrochene 25jährige Tätigkeit zurück. Er wurde von der Gruppenverwaltung der Gelsenkirchener Bergwerks=AG. geehrt. Im Silberkranz. Gestern feierten die Eheleute Kaufmann Otto Rosommeck, Amtmann=WinterStraße 7, die silberne Hochzeit. Kameradschaftsabend der NSDAP. Bei Oelmann in Holsterhausen fand ein in allen Teilen gelungener Kameradschaftsabend der Holsterhauser NSDAP. statt. Ortsgruppenleiter Schubert hatte mit seinen Getreuen reichlich Vorbereitungen getroffen, um allen Parteigenossen und Gästen frohe Stunden zu bereiten. Im Mittelpunkt der Feier stand die Ansprache von Reichsredner Schultheiß, der herzlichen Beifall erntete. Die Sieger im Medaillenflug ab Küstrin. Der Sieger des Goldenen Medaillenfluges ab Küstrin(525 Kilometer) ist Vaupel aus Wattenscheid, der mit seiner Taube eine Minutengeschwindigkeit von 855,4 laufweisen konnte. Die ersten WanneMeter wanne=Eickeler Sieger F#fem:( Porsicht“) 8192 kumbia), 822,0 Meter; Schafers(„Vorsicht"), 819,2 Meter: Habig(„Heimatliebe"), 817,4 Meter; Schütz („Tempo"), 815,4 Meter: Eichener(„Auf zur Heimat"), 813,4 Meter: Gebr. Wehner(„Siegespalme“), 810,4 Meter: Koring(„Luer Dropp“), 809,5 Meter. 1936: 5 Tage 501. Cranger Laurentiusjahrmarkt. Von Freitag, 7. August, bis einschließlich Dienstag, 11. August, findet die 501. Cranger Laurentiuskirmes mit Pferdemarkt statt. Schon jetzt verspricht das besondere Interesse in Kreisen des Ambulanten Gewerbes, daß die Cranger Kirmes diesmal wieder sehr groß wird. Auch die Aufstellung eines Festzeites ist wieder in Erwägung gezogen. Es fand bereits eine vorbereitende Besprechung bezüglich der Platzverteilung statt. Stadt Wattenscheid Silbernes Arbeitsjubiläum. Auf der Zeche Holland blickte das Gefolgschaftsmitglied Wilhelm eine 25jährige Tätigkeit zurück. Der Jubilar wurde in üblicher Weise geehrt. Primizfeier. In der katholischen Pfarrkirche in Günnigfeld konnte ein Sohn der Gemeinde am Sonntag morgen sein erstes Meßopfer feiern, der Neupriester Benediktinerpater Hartwich W. Balzen, Sohn des Berginvaliden W. Balzen, Kirchstraße. Wieder„Valwiger“ in Wattenscheid. gangenen Jahre wird auch in diesem Jahre Wattenscheid die Patenschaft des Winzerdorfes Valwig)(Mosel) übernehmen. Die Vorarbeiten zur festlichen Gestaltung der diesjährigen Weinwoche sind bereits in Angriff genommen. Gesellenwandern. Die Kreisbetriebsgemeinschaft „Handwerk" der DAF. fordert alle Betriebsführer des Handwerks hiermit nochmals auf, ihre Gesellen auf das Gesellenwandern aufmerksam zu machen und sie zum Wandern zu veranlassen. Anmeldungen können bei der Kreisgeschäftsstelle der TAF., Adolf=Hitler=Platz, getätigt werden. Hier werden den Interessenten auch die Richtlinien für das Gesellenwandern bekanntgegeben. Allgemeiner Ostpreußenverein. In der letzten Versammlung gab der Bundesgruppenleiter Weiß einen Bericht über die Arbeitstagung in Recklinghausen. Ein Kassenbericht über das erste Quartal und der Bericht über das Familienfest schlossen sich an. Nach Aufnahme eines neuen Mitgliedes begaben sich die Versammelten nach Günnigfeld, um dem dortigen Bruderverein einen Besuch abzustatten. Kundgebung der Wattenscheider Gehörlosen. Der rührige Ortsbund Wattenscheid des Reichsverbandes der Gehörlosen hatte zu einer Kundgebung im Saale des Wirtes Drenhaus aufgerufen. Der stellvertretende Ortsbundleiter Ferdinand Landwehr hielt nach den Begrüßungsworten des Ortsbundleiters Wilhelm Roß einen Vortrag über das harte Los der Gehörlosen, die Vorurteile gegen die Gehörlosen und die notwendige Widerlegung der unrichtigen Auffassungen der Hörenden über die Gehörlosigkeit. Der Reichsverband der deutschen Gehörlosen als von der NS.=Volkswohlfahrt anerkannter Reichsverband hat nicht das Ziel, Mitleid mit den Gehörlosen zu erwecken, sondern hat den Zweck, im neuen Deutschland mit den aus dem alten liberalistischen Deutschland herkommenden ungerechten Vorurteilen, die auf Unkenntnis und Ahnungslosigkeit der Hörenden beruhen, endgültig aufzuräumen, damit auch den deutschen Gehörlosen im neuen Staat als Volksgenossen von den hörenden Volksgenossen dieselbe Gerechtigkeit entgegengebracht werden soll, die im neuen Staat als das alleinherrschende Prinzip gilt. Der Gehörlose ist keine Last für die Allgemeinheit, wie aus den statistischen Erhebungen bewiesen wurde. In der praktischen Berufsarbeit ist der Gehörlose voll leistungsfähig. Zahlreiche Neuaufnahmen konnten nach dem 152 Tote, 4459 Verletzte Erhöhte Opfer des Straßenverkehrs Als Opfer des Straßenverkehrs in der abgelaufenen Woche sind wieder 152 Tote und 4459 Verletzte zu beklagen. Der Reichsverkehrsminister weist diesmal auf den ursächlichen Zusammenhang hin, welcher zwischen Straßenlärm und Straßenunfällen besteht.„Der Straßenlärm“, so stellt er fest,„macht harthörig und nervös. Er muß mit allen zusätzlichen Mitteln(Nachprüfung der Fahrzeuge, Entziehung des Führerscheins usw.) aufs schärfste bekämpft werden. Knatternde und klappernde Motorräder, heruntergewirtschaftete, geräuschvoll fahrende Lastkraftwagen sind im Straßenverkehr unzulässig. In manchen Städten wird auch noch viel zuviel gehupt. Hupt nicht, fahrt lieber vorsichtig.“ sind: Gleich(„Ueber Berg und Tal"), 886 Meter Deinu= Vortrag vorgenommen werden. einen Ferienaufenthalt ist insbesondeke durch die jetzt eingeführten verbilligten Pauschal=Aufenthalte geschaffen. Erwünscht ist auch, daß Organisationen und Vereine bei ihren Wochenendfahrten Cochem berücksichtigen. Nähere Auskünfte erteilen das Verkehrsamt Cochem, der Bochumer Verkehrsverein und das Kreisamt der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, in deren Geschäftsstellen auch Werbeschriften von Cochem mit Preislisten usw. erhältlich sind. Ferner werden alle Wirte, Weinhändler, Lebensmittelgeschäfte und Volksgenossen gebeten, bei etwaigen Weineinkäufen auch an unsere Patenstadt zu denken und von dort Wein zu beziehen, von dessen Güte sich wohl alle Volksgenossen während der Weinwerbewoche des vergangenen Jahres überzeugt haben. Vorherige Anmeldung richtig Erwachsene in deutschen Jugendherbergen Wenn die Jugendherbergen auch in erster Linie für die Jugend bis zu 20 Jahren geschaffen sind, so haben sie doch von Anfang an auch Erwachsene ausgenommen, die durch einen Mitgliedsbeitrag diese Häuser bauen helfen oder als Führer von Jugendgruppen im Dienste der wandernden Jugend stehen. Voraussetzung ist nur, daß diese Erwachsenen noch so jungen Herzens sind, um sich der auf Jugend zugeschnittenen Herbergsordnung fügen zu können. Diese Herbergsordnung, die an sich eine Selbstverständlichkeit ist, wird jeder ohne weiteres befolgen, der nicht in einer Jugendherberge einen verbilligten Hotelbetrieb erwartet. Sonderwünsche, Bedienung, Bevorzugung müssen in der Herbergsgemeinschaft ausscheiden. Herbergsväter sind keine Dienstmänner, die zu persönlicher Bedienung einzelner anspruchsvoller Sonntagswanderer da sind. Im Gegenteil: alle Herbergsgäste müssen sich zu übertreffen versuchen, um in rücksichtsvoller und anspruchsloser Selbsthilfe einen geordneten und frisch=fröhlichen Herbergsbetrieb zu gewährleisten. Nähere Auskunft, auch über Vergünstigungen die für Familien bestehen, erteilt die DIH.=Ausweisausgavestelle Bochum, Viktoriastraße 46. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Heute„Spiel an Bord“ Mit der heutigen Auffüyrung des reizenden Sommerlustspiels des bekannten Autors Axel Ivers dürfte sich wohl eine der allerletzten Möglichkeiten ergeben, das Stuck im Bochumer Stadttheater zu sehen(außer Vormiete und für die NS.= Kulturgemeinde, Serie). Morgen und übermorgen:„Wilhelm Tell.“ Auf die Volksvorstellung für die Jugend am Freitag(Einheitspreis 50 Pf.) sei besonders hingewiesen. Sonntag: Offene Faust=Fremdenvorstellung:„Faust II“, in diesem Jahr zum letzten Male als offene Fremdenvorstellung angesetzt. Für Auswärtige werden bei Vorzeigung des Fahrtausweises besondere Preisermäßigungen gewährt. Die letzte Inszenierung dieser Spielzeit ist die„Hermannsschlacht" von H. von Kleist im Rahmen der Vorbereitungen zur Kleist=Festwoche 1936. Das Werk gelangt am Freitag, 17. Juli, zur Erstaufführung. Die Spielleitung liegt in den Händen von Dr. S. Schmitt. Nächste Wiederholung: Samstag, 18. Juli(Schluß der Spielzeit). Seite 13 Nr. 157/ Bochumer Anzeiger„.illoch, 8 Jul. 1936 Sechamt. Tonhalle:„Stützen der Gesellschaft“ Nach dem gesellschaftskritischen Schauspiel von Henrik Ibsen geschaffen, besitzt dieser Film in den drei Welten des amerikanischen Farmerlebens, der Zirkusmenschen und der sogenannten„Gesellschaft“, einer mittleren Stadt Norwegens die Gegensätzlichkeiten, aus denen sich ein handlungsgefülltes Werk ergibt. Zwar ist in dem Film die Deutung des Wesens jener hohlen, faulenden „moralischen Gesellschaft", in das arelle Licht der Kamera gerückt, mehr auf die Außenwirkungen abgestimmt, doch erfüllt das Spiel von Heinrich George in seiner breit ausladenden, leidenschaftlichen KonsulBernick=Figur das Schicksal des Mannes mit unheimlicher Echtheit, der von der Erkenntnis, unter allen Dingen nach außen hin den Schein einer Stütze der Gesellschaft zu wahren, sich selbst zerstört. Neben ihm bietet Maria Krahn eine meisterliche Zeichnung der Frau Konsul, die in den bohlen Formen der Gesellschaft Erfüllung findet und zusammenbricht, als diese Welt ihr gegenübertritt. Albrecht Schönhals, Oskar Sima und Susi Graf sind die weiteren ausgezeichneten Darsteller dieses Filmes, der einer bestimmten Gesellschaftsschicht die Maske vom unehrlichen Gesicht reißt. Das Beiprogramm mit einem kleinen Lustspiel kriminalistischen Einschlags und der Wochenschau schließt den Spielplan. Apollo:„Fährmann Maria“. Aus den traumhaften Wirklichkeiten des Lebens heraus ist eine Filmlegende gestaltet worden, wie sie schöner und größer nicht geschaut werden kann. Mensch und Natur sind ein Ganzes. Nicht ein Spiel, sondern ein Geschehnis begibt sich, verklärt von dem Glanze des Dichterischen. Musik. Bild und Ton reden die gewaltige Sprache der Liebe, die Nacht und Tod bezwingt, da sie bereit ist, sich zu opfern, um andere zu retten. Sybille Schmitz, die Titelheldin, ist eine Darstellerin von bezwingendem Format. Peter Voß ist der geheimnisvolle Fremde, Carl de Vogt der Geiger, der betrunkene Vagant. Der Kulturfilm bringt eine geschickt zusammengestellte, lebendig=anregende Bilderfolge aus dem tausendjährigen Hildesheim. KEISHSSERDERRSER Geneste 10.00 Volksliedsingen. Liederblatt 1 bis 7 12.00 Die Werkpause. Uebertragung vom Reichsbahnausbesserungswerk Jülich. Musikzug der Gruppe 215 des Reichsarbeitsdienstes 13.15 Mittagskonzert. Das Westdeutsche Kammerorchester (Hermann Hagestedt). Jupp Schmitz und Leo Kowalsti an zwei Flügeln; Marlen Bertram(Sopran) 1. Victoria=Marsch(Blon). 2. Wiener Bürger, Walzer(Ziehrer). 8. a) Schaukelpferd(Kletsch), b) Holz auf Holz(Rixner). 4. Melodien aus dem Singspiel„Aennchen von Tharau"(Strecker). 5. a) Was mein kleiner Liebling mir erzählt(Gebhardt), b) Glatteis(Plessow). 6. Heiteres Vorspiel (Mausz). 7. Schillscher Marsch(Glan). 8. Am Hafen von Port Said, Melodienfolge(Lautenschläger). 9. a) Ja, so singt man nur in Wien, Lied aus„Indigo"(Joh. Strauß), b) In mir klingt ein Lied(Melichar). 10. Barcarole, Walzer (Waldteufel). 11. Frühlingsständchen(Lacombe). 12. Lied der Saffi aus„Zigeunerbaron"(Joh. Strauß). 18. Zigeunerkinder(v. d. Berg). 14. 'schichten aus dem Wiener Wald, Walzer(Joh. Strauß) 16.00 Solo ist Trumpf. Solisten des Kleinen Orchesters (Leo Eysoldt) 16.55 17.15 18.00 18.45 19.45 20.10 22.20 23.00 Deutsche Erzähler der Gegenwart. Später Schüler(Friedrich Schnak) Musikalischer Sommerbericht der Arbeitsgemeinschaft zwischen Reichssender Köln und Staatl. Hochschule für Musik Köln. Schülerinnen und Schüler der Hochschule(Paul Heinrich Gehly) Von allerlei Bienen. Dazu Lieder und viel Musik Wunschkonzert(Schallplatten) Momentaufnahme Abendkonzert. Das Große Orchester(Heinrich Knappstein). Solist: Fritz Zimmermann(Klarinette). 1. Lustspielouvertüre(Recnizek). 2. Kleine Sinfonie=dur(Mozart). 8. Walzer aus„Intermezzo“(R. Strauß).— Ewiges Geplänkel oder Das schwache und das starke Geschlecht.— 4. Juli= nacht(Reuß). 5. Rhapsodie(Debussy). 6. Ressiniana(Respighi) Das Schatzkästlein. 1. Vier Gesänge von Johann Rudolf Zumsteeg. 2. Variationen für Klaviex zu vier Händen(Carl Maria von Weber). 8. Drei Geisterballaden(Karl Loewe). Rolf Pfarr(Bariton), Hermann Faßbender und Karl Ottersbach (Klavier) Heut' wird getanzt mit dem Kleinen Funkorchester (Willy Steiner) Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend! 20.10: Junges Brettl. 20.45: Graener— Brahms. 23.00: Wir bitten zum Tanz! Statt Karten Die glückliche Geburt Ihres Stammhalters Bardo, Anselm zeigen hocherfreut und dankbar an Frau Lenl Ramrath Dr. med. Bruno Ramrath Oberstdorf Allgäu(Krankenhaus) Bochum Im Juli 1936 — Verloren Beerdigungsgeschäft Verloren! 1 Verdeckhülle v. Personenkraftwagen, zwischen Wattenscheid und Bochum verloren. Abzugeb. geg. Bel. Direktor Blum, Wattenscheid, Watermanns Weg 45. Inhaber: Theod. u. Jos. Bössing Hohenzollernstr.-7- Ruf 65501 Zentral-Hoizungen Reparaturen aller Susteme Heute ging mein lieber Mann, unser guter. sorgender Vater. Großvater. Bruder. Schwager und Onkel, der Konrektor i. R. Sustav-Kione Im Alter von 62 jahren in Frieden heim. Im Namen aller Anverwandten: Frau Aletta Klöne ge#. Hostemann und Kinder Bochum, Heiligenhaus und Berlin-Lichterfelde. z. Z. Bielefeld, Stapenhoretstraße 65a. den 6. Juli 1936 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Juli. um.30 Uhr von der Kapelle des Sennefriedhofes in Bielefeld aus statt. Vorfeier.10 Uhr. Viktorlastr.51—53" Tel. 67 906 Unser lieber Arbeitskamerad, der frühere langjährige Hauptschriftleiter des„Märkischen Sprecher“, der Mitbegründer des Vereins Bochumer Presse, dessen Ehrenvorsitzender er war. und Mitbegründer und Ehrenmitglied des Verbandes der rheinisch-westfälischen Presse ist nach langem, arbeitsreichem Leben aus unserer Mitte durch den Tod abberufen worden. Wir stehen trauernd an der Bahre dieses mit hohen Gaben des Geistes und des Herzens ausgestatteten Mannes. Im Kampfe um das Ansehen und die Reinheit seines Berufes stand er stets in der vordersten Linie. Mit Stolz und Freude durften wir ihn zu den Unsrigen zählen. Bochum, den 5. Juli 1936 Reichsverband der Deutschen Presse Verbandskreis Bochum Am Sonnabend, dem 4. Juli, verschied der Chefredakteur im Ruhestand Er. Er. Taul Kuppers Die Wirtschaft des Bochumer Kammerbezirks gedenkt dieses hervorragenden Mannes, der in seltener Aufopferung und schriftstellerischem Verantwortungsbewußtsein seinen Lebensabend damit ausfüllte, bedeutungsvolle Forschungsarbeiten über die Geschichte der heimischen Wirtschaft zu betreiben und in einer umfangreichen, wertvollen Schrift für die Zuhunft niederzulegen. Wir werden dem uneigennützigen Mentor der Bochumer Wirtschaftsgeschichte ein dankbares Gedenken bewahren. Die Industrie- und Handelskammer zu Bochum Dr. Schlitter Dr. Huso Wanderkamerad für die Zeit vom 13. bis 26. Juli einschl., evtl. auch später ges.(Mit Fahrrad durch die Eisel, das Moselu. Lahntal). Uebernachtung in Jugendherbergen u. Selbstabkochen. Günther Wandel, Livoriusstraße 54. Familien= Nachrichten aus anderen Zeitungen übernommen— Geboren: Knaben: Düsseldorf: B. Kosterherm(Elisabeth Kasper). Köln: Fritz Hippe (Berta Tapper). Mädchen: Düsseldorf: Hermann Scherdin (Marianne Köster). Köln: Kurt Jergang(Hildegard Zint). Verlobte: Gelsenkirchen: Hilde Zangerle m. Carl Fritz Pieper. Vermählte: Duisburg: Johannes Tenzer m. Emmi Held. Essen: Josef Arnolds mit Gerti Steinfort. Hamm: Willy Hagedorn.Aenne Hacheney. Gestorben: Dortmd.: Bernhard Kohaupt, 58 J. Theodor Fink, 26 Jahre. Heinrich Schulte, 77 Jahre. Willy Wahle, 24 J. Ewald Beerbenke, 43 J. Franz Drübe 67 Jahre. Sophie Magh geb. Leising, 56 Jahre. Duisburg: Charlotte Fischer geb. Uuverdroß, 55 Wilhelm Becks, 80 Jahre. Düsseldorf: Wilbelmine Vogel geb. Weber, 56 Jahre. Essen: Wwe. Elise Lipeck geb. Schimion, 72 Jahre. Gelsenkirchen: Alice Kaletka geb. Splittstößer, 27 J. Wwe. Elfr. Ansder geb. Czuk, 52 Jahre. Hagen:„August Haake, 85 Jahre. Herne: Witwe Emma Hoppe geb. Bromann, 65 J. Köln: Max Forstmann, 60 Jahre. Gertrud Fischenich geb. Nettesheim, 59 Jahre. Kleinlieferwagen für täglich gesucht. Dorstener Str. 106 1. Etg. links. Ikabo=Blutreinigungstee wirkt entfettend. geg. schlechte Verdauung. Verstopfg. unreines Blut, Gesichtsröte u. Pickeln Großart, Erfolge. Paket.90 Mk. Kauft im Fachgeschäft Mod. Schirme laschenschirme Kinderschirme Stockschirme Spazierstöcke Eigene Fabrikate Nimphlus Bochum Bongardstraße 9 und Kortumstraße 96 Gegründet 1906 Winkt-Kezhn das köstliche Apfelgetränk Karl Linden Ruf 67151. Kronenstr. 35/27 Luft Sonne Wasser Badekleidung und neue Schaufenster Grabenstr.„Bongardhaus“ — Für die Reise— Damen-Unterwäsche, Strümpfe, Böckchen, Nachthemden, Schlafanzüge, Frielerjacken, Teschentücher, Blusen, Dirndl-Kleider. Moderne Strickkleidung für die Reise unentbehrlich. Herren- Unterzeuge, Socken, Schlafanzüge, Nachthemden, Oberhemden, Sporthemden, Sportstrümpfe, Krawatten Hosenträger, Gürtel Seit 68 Jahren- gut u. billig H. Hüning, Kriminal=Wachtm. a.., Bochum, Kortumstraße 93. Ermittlungen, Beobachtungen in Ehescheidungs= u. Unterhaltssachen, Spezialauskünfte für Verlobte. Langjähr. prakt. Erfahrungen. Beste Referenzen. Streng vertraulich. Telephon 66224. Kombi für den Magen Liter 4,— ohne Flasche Mit-Kombi Kräuterbranntwein, Liter 2,40 ohne Fl. empfehlen A. Janzik, Gubstahlstr. 12 F. Strätling, Hellweg 54 Bochum Seit 1868 Verkauf: Bongardstraße am Hellweg U sochum, Kortumstr. 101 Tel. 64862— im Hause Restaur. Ritter Klaren zum Beerenausetten Liter.— RM. Albert Janzik, Gußetahlstr. 12 Ferd. Strätling, Hellweg 54 Zelblnden 5ummistrümpfe liefert Sanitäts=Haus Kortumstraße. Ecke Rottstraße. W K WA Oeffentliche Mahnung An die Entrichtung folgender Steuerbeträge wird erinnert: 1. Umsatzsteuer für Juni(fällig am 10. Juli): 2. Umsatzsteuer für das 2. Vierteljahr 1936(fällig am 10. Juli); 3. die nach den Steuerbescheiden für 1935 bereits fällig gewesenen Abschlußzahlungen an Einkommen=, Körperschafts= und Umsatzsteuer: 4. die durch Nach= und Neuveranlagungen fällig gewesenen Steuerbeträge: 5. Tilgungsbeträge auf Ehestandsdarlehen für. Juli (zahlbar bis 15. Juli). Ab 12. Juli wird ein Säumniszuschlag in Höhe von 2 v. H. des rückständigen Betrages erhoben. Ab 16. Juli erfolgt Beitreibung. Bochum, 6. Juli 1936. Finanzamt(Finanzkasse). ZwangsVerleigerung Auftrage der Allgemeinen Ortskrankenkasse Bochum werde ich am Freitag, 10. Juli, vormitt. 10 Uhr, in der Auktions= halle. Sehr, Ehrenfeldstr. 10(Hof) nachstehende Gegenstände öffentl. meistbiet. versteig. 1 Schreibmaschine (Adler), 1 Schreibtisch(dunk. Eiche). Bochum, 7. Juli. Tillmann, Vollz.=Beamter. F Zwangsversteigerung 14 K 57—33. Grundbuch Linden, Band 5, Blatt Nr. 56, Gemarkung Linden, Flur 15, 146/1, Acker an der Hattinger Straße, groß 9,98 Ar. Eigentümer: Landwirt August SchulzeEyssing zu Linden, Hattinger Str. 30.— Versteigerungstermin am 1. August 1936, 10 Uhr, an Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, Zimmer Nr. 52. Das Amtsgericht in Bochum. * Was gibt es Neues!— Solange diese Frage Interesse hat, wird man täglich Zeitungen lesen, und solange die Kundschaft solches tut, ist sie auch von dieser Seite für Ihr Geschäft zu gewinnen. J. Kneider, Drogerie, Bochum Gr. Beckstraße 10. fragen Rut 61110— 61111 Mobeliransporte F. Spöler Witener Strate 30 Anterricht Vamadel Orig.-Marken- und Spezial-Räder empfiehlt wie seit über 40 jahren Michael Paefgen Am Kalser-Friedrich-Platz e e Neuer Tanzkursus ab Freitag. d. 10. Juli. 20 Uhr. Einzelunterricht. Anfragen erb. Jausschule Diel, Bochum Neustr. 5. Fernsprecher 61514 Auto- und Motorrad- untenichtsErziehungsanzeigen etets im Bochumer Anzeiger Planos vom billigsten Studierplano bis zum erstklaseigen Marken-Instrument zu günstigen Bedingungen Planohaus MARKS Kaiser. Wilhelm-Straße FamilienAnzeigen finden im B. A. weite Verbreitung Sein Wunsch ist erfüllrein FAHRRAD KUT Fahrradhaus am Rathaus Bochum Angenehme Zahlungsweise KI Ist irgendwo ein kleiner Mann mal auf die Welt gekommen. so zeige im B. A. es an, dann hat's die Stadt vernommen! Haarlärben st Vertrauenssache Geprüfte Haarfürber bürgen für naturgetreue Ausführung Partämerie Rob. Pracht amf Haueto. Tel. 67418 u. Parkhotel Könlgsallee Scherzek melhauser Hans Wiemeshanfe: Straße 96. — Kapitalien Hopothekengelder auf Alt= und Neubauten zu sehr günstigen Bedingungen durch W. Bonzek, Osk.=Hoffmann=Str. 10 Telephon 62009 Beamtenkredite zu bankmäßigen Zins. u. Gebüdr. auf 24 Mon. Vorkostenlos. Auszahl. innerhalb weniger Tage durch van Forst, Westfälische St. 23 1000KI. 1. Hopotbek,, auf gut. Geschäfts= u. Wohnhaus gesucht. Jadresmiete zirka 4000 Mark. P. M. 10667 Anz. Paul Köllermann *# L a u h t m a n b e i— K o r t u m s t r. 4 3, S c k e R o t t s t r. wit hr##### Hoffmann& Co. Bochum Fernspr. 61741/42 Viktoriastraße 6 (Postneudau) Der erfahrene beschäftsmang äbt seine Rnzeigen im B. R. erscheinen well er welb, daß sie hier vos Polihan gelosen werden * möchten Sie Ihre Anzeigen geseist haben. damit der Leser von vornherein den besten Eindruck von Ihrem Geschäft bekomme. Richtig— aber daan müssen Sie uns auch genügend Zeit lassen. Geben Sie uns die Anseigen-Vorlagen frühseitig herein. Ste werden an der sorstältigen Ausführung daan Ihre Freude haben. Bochumer Anzeiger Offene Stellen Keine Original=Zeugnisse einsenden Alte deutsche Privatversicherungsaktiengesellschaft, die sämtliche Versicherungszweige beiretbt, hat ihre Hauptagentur vergeben. Gesucht werden Herren mit guten Verbindungen zu allen Kreisen, die Gewähr für den Ausbau des bestehenden Geschäftes und gegevenenfalls auch jeste Zuschüsse werden gewährt. Berufsvertreier erhalten den Vorzug.— Angebote erbeten unter D. O. 683 an Ala Anzeigen Vurpich Lukericbecd Mittelp. d. Stadt, zu vermiet.(10178 Humboldtstr. 31,II. Elsaßstr. 20, 1 Trp. saubere Schlafstelle frei. Ferdinandst. 16, 1. Etg., frdl. möbl. Mans.=Zimm. z. v. Johanniterstr. 2. Etg., Echl stelle frei! Kortumstr. 116, II. lts., möbl. Frontz. m. separ.., an berufst. Pers. zu vm. Kegeirarhoviet•.=Wogn. u. Zahlror,r..,.„52/83, Segenüb. per sofort gesucht. D. G. 10648 Anzeiget der Verwaltungs== Männerchor, 45.., Suche sofort einen akademie,— 50 Sänger, sucht Tohn achtbarer#### 7 Mghnn Zimmer tüchtigen Eltern als /4 /2-.-Wollng. tüchtigen Chorleiter Provezeit Sonntags 10½ Uhr. Ausk. Anz.(10693 Suche für sofort einen jung. Mann (18— 22.) als Molkereiarbeiter. Gehalt 30—35 Mk. Molkerei Espeln, J. G. 10695 Anz. 2 Jungen für Werkstätte u. Verkauf gesucht, z. spät. Eintritt in die Lehre. Fahrzeughandel— Reparaturwerkstätte Otto Rüßler, R. Schulze, Espeln Vidumestraße 19, über Paderborn.! Ruf 66119. Weiblich Hermannshöhe 13, 2. Etg., beide mit oder ohne Garten, z. 1. 10. zu verm. Walther Janzen, Hermannshöhe 13, Ruf 66475. Schöne, helle, sonn. Wohnung in meinem Hause Kortumstr. 71, a. f. Geschäftsräume geeignet, z. 1. 10. zu vermieten. Pet. Mürmann, Vittoriastraße 9. Abe=Str. 15, 1. E. gut möbl. Zimm. sof. od. sp. zu vm. 8, af: Neustr. 18, 3. Et. gut möbl.., mit Schreibt., in ruh. Hause, zu verm. .=Hoffm.=Str. 55a 3. Etg. II., möbl. Frtz. sof. o. 15.7. z. v. Rottstr. 48, 1. Et. frdl. mbl. Frontz. sof. od. spät. z. v. Viktoriastr. 29, II., Nähe Wilhelmspl. möbl. Zim. z. vm. Viktoriastr. 73, II. ., Hbhf., möbl. Z. 1 od. 2 Betten. Sprec ftaneencheriu z. 1. Sept. von prakt. Arzt gesucht. Bedingung: perf. i. Schreibmaschine, Stenogr., Buchführung u. sämtl. Lavoratoriumsarb. Wohnh. in Bochum. Angeb. m. Lichtbild u. Gehaltsanspr. erb. unter V. K. 2702 Anzeiger. Langere Konteristin mit höherer Schulbildung und guter Lehrzeit, für alle Büroarbeit baldigst gesucht. O. P. 2734 Anzeiger Anständiges Schöne Wohnung 5 Räume, Badez., Speisek. u. Heiz., zum 1. 8. zu vm. Näh. Brüderstr. 27 1. Stock rechts. Miets-Gesuche Studiendirektor sucht wegen Versetzung nach Bochum möglichst sofort eine pass. Sehnuns (etwa 6 bis 7 Zimmer mit Küche und Nebengelaß). Angeb. mit Preisangabe erbitte unter O. P. 2268 Anzeiger Haus[=.=.=Wh. Altbau, m. Gart., zum Herbst ges. Mietez der größte Boxkampf des 20. Jahrhunderts: OUFRTVUPTTTS DUU AUUTT Vollständige Aufnahme des Kampfes über alle 12 Runden z. T. Zeitlupen-Aufnahmen. Ab übermorgen, Freitag in der Dr GrrrwePou BOCHUM von ca. 7 Zimm., das sich für klein. z1 gewerbl. Betrieb Gute eignet, evtl. mit Garage, z. 1. 10. zu mieten gesucht. Preisangebot, mit Abgeschlosselle genauen Angaben 1. Stage Gute Mielzahler (1 Kind). F. K. 10602 Anzeiger. Ig. Ehepaar, sich. Mietezahler, sucht #A n ct 800 50 9 8 95 K0 Zur Hilfe im Kindergarten wird z. 1. Sept. staatlich gepr., mus. Hindergärtgerin gesucht. Bewerb. m. Lebensl., Zeugnisabschrift. unter M. V. 10643 Anz. Suche ein älteres, ehrliches, tüchtig. Mädchen für Wirtschaft. Lohn 30 K, frei Kasse. Wilhelm Feuersänger, Essen=Rellinghausen,„Heisinger Straße 170a. für alle Hausarb. gesucht. Brückstraße 6. Sauberes, selbstd. Mäcchen nicht unter 20., mit gut. Zeugn., f. ganze. Tage ges. Ehrenfeldstr. 23, p. Ein Lchl. Mäöchen nicht unter 20., für Wirtschaft u. I. Hausarbeit sof. gesucht.(10650 Ausk. Anzeiger. (Stadtmitte), 5 Zimmer, sofort od. zum 1. 10. zu vermieten. P. S. 2740 Anzeiger. Neuerbaute =Zimmer=Wohng. mit Garten, auch geteilt, an pens. Beamten z. 1. 10., evtl. auch früh., z. vermiet. 1 Min. vom Walde. Heinrich Kohring, Diestelbruch N. 51, bei Detmold. Abgeschlossene =.=Wohng. zum 1. August od. früher zu vermiet. R. T. 10615 Anz. u. V. 10636 Anz.-=.=Wohn. bis zu v. mindest. 7 Räu75 Trei Tüchtiges Kraschen im Alter von 25 ., für Haushalt u. z. Bedienen d. Gäste, ges. Angeb. mit Bild u. Lohnanspruch an Gasthof Danne, Hüsten. Für einen Pfarrhaush. i. Außenbez. v. Bochum w. ein kräftig., in all. Hausarbeiten erf. Alleinmädchen bei gut. Lohn gesucht. Erwunscht ist älter. Mädchen, das in anderen Haush. tätig war und über gute Zeugnisse verfügt. P. R. 2578 Anz. Suche zu sof. ein in Küche u. Haushalt(2 Personen) erfahrenes Alleinmädchen Angeb. m. Bild u. Zeugnisabschr. an Frau M. Sommer, Paderborn, Geroldstraße 62. Kädchen für ganze Tage, d. zu Hause schlaf. muß, nicht unt. 18 Jahren, sofort ges. Frau Zülch, Bochum=Gerthe. Mädchen in die Lehre für sof. ges. Dasselbe muß radfahren k. Wieres, Goldhammer St. 38 Füchtiges Mädchen perfekt im Kochen u. in Hausarbeit, sofort gesucht. Metzgerei Drees, Castroper Str. 285 Schöne -ZimmerNeubauwohnung 1. Etg., in best. Zust., mit einger. Bad, 2 Kellern, weg. Fortzugs sof. zu vermiet. Preis 67 Mk. Besicht. v. 10—12, 17—19 Uhr Katscher, Dorstener St. 140. men z. 1. 10. zu mieten gesucht. Preisangeb. unter R. Z. 10637 Anz. Zum 1. Septemb. 2 h. Wohn. in der Nähe des Straßenb.=Depots, gesucht. K. W. 10608 Anzeiger. -Zimmer= Wohnung sof. oder spät. ges. W. A. 10647 Anz. -6 Zimmer zum 1. 9. gesucht. Preisangeb. unter P. E. 10591 Anz. P. S. 2270 Anz. S " cheuter BOCHUM Mittwoch, 8. Juli, 20 b. geg. 22 Uhr, Außer Vormiete u. NSKG., Serie A: Siel aun Bald Lustspiel von Axel Ivers. Donnerst., 9. Juli, 17.30—20 Uhr, Geschloss. SchülerVorstellung: Wilhelm Tell Jo. Ebepaar;richt Gebr., gut erhalt. u. V. 10631 Anz. lagen, hill. abzug. Witwe mit Tocht. sucht 2 Zimmer, auch durch Tausch. A. T. 10601 Anz. kompl., mit Auflägen, Nia. aozug. Möbellager Tecklenburg, Fahrendellerstr. 20 Wohnung für sof. od. später .Hofstede, Grumme oder Riemke zu mieten gesucht. (3 erw. Personen). R. A. 10614 Anz. Läden Ladenlokal in welch. Brot= u. Backwaren verk. wurden,.Bäckerei zu mieten gesucht. Preisangeb. unter B. W. 10662 Anz. nicht überreden wollen wir Sie von unserer Zimmer Tücht., sauberes, im Kochen u. all. Hausarb. erfahr. Kraschen mit gut. Zeugniss. gesucht. Siepe, Dorstener Str. 16. Suche zum 15. 7. ein junges Karchen welches d. Büfett u. die kalte Küche erlernen will oder sch. dam. vert. ist. I. F. 10694 Anz. Kräftiges Mädchen für Tage sofort gesucht. Wiemelhauser Str. 102. Mädchen für 3mal in der Woche ges. Clemensstr. 31, 2. Et. Suche noch einige saubere Putztrauen A. Nordhoff, jetzt Bongardstr. 6,.E. Abgeschlossene 2 h. Wohn. evtl. mit 2 Mans., 1. Etg., mit Bad u. Zentralbeizg., per sof. od. später zu vermieten. Franziskusstr. 21, Ruf 81462. Abgeschlossene -.Wohn. 1. Etg., mit Balk., einger. Bad und Keller, Neudau 28, an ruh. Leute z. 1. 10. zu vermiet. Ausk. Anz.(10634 Schöne =Zimmer=Wohng. z. 1. 8. zu verm. Näh.: Mühlenstr. Nr. 41, 1. Etage. Lehr. Karchen für Konditorei u. Bäckerei per 1. 8. Nachum=Gerthe, gesucht. Verpfleg. Castroper Hellwegsu. Schlafgelegenh. Nr. 417.(vorhanden. 39. Mädchen Bacere.Kofiöt. f. ganze Tage ges.! Essen=Ueberruhr, Ostar=Hoffmann= Ueberruhrerst. 465 Straße 134. Telephon 59425. =Zimmer=Wohng. mit Stallung, drei Box., sowie Hofraum u. Garage od. Lagerraum, z. 15. 7. zu vermiet. Mauritiusstr. 4b, 1. Etage. 2 Zim. in Altenbochum an anstd. Leute zu vermiet. R. A. 10605 Anz. -.-Wohng. zum 1. 8. zu vm. Ausk. Anz.(10585 Berufst. Dame s. -.-Wohng. mit Bad, in gut., ruh. Lage. Genaue Angebote u. O. F. 10659 Anzeiger. 2½--Zimm.= Wohnung in Bochum oder Umgeb. von sich. Mietezahl. gesucht..„ Gan Preisangeb. unter#evtl. m. voll. Penf. A. B. 10617 Anz. S. O. 2730 Anz. Kaufmann sucht möbl. Zimmer Stadtmitte. St. 10589 Anzeig. Ig. Ehepaar sucht sofort 2 gut möbl. Zimmer mit Kochgelegenh. S. S. 2271 Anz. Städt. Angestellter sucht zum 1. Aug. bess., ruhig., möbl. Innmtel Zu verkaufen Die Besitzung Hermannshöhe 7 und 7a, bestehend aus Wohnhaus mit Einfahrt, Hofraum, sowie großen, massiven Lagerbezw. Werkstattgebauben, ist unter Einheitswert zu verkaufen durch im. Makler 82. Ruf 62962 Lausteilen beste Wohnlage, lastenfrei, zu verkaufen. Auch Finanzierung von Bauvorhaben. Gutshof Altenbochum. Am Pappelbusch 2. Heinrich Dehl, Telephon 68512 Anwesend: Dienstags und Freitags Telephon=Anrufe—10 u.—3 erbeten proßen Auswahl, Preiswürdigkelt und Qualität undere? Möbel Küchen Schälzimmer Speiscziinmei sowie Einzeimöbel aller Art. Ehestandsdarlehn und Kinderreichenbethilfe werden in Zahlung genommen. debr. Eimpthsel Möbelhaus Bochum. Marienstraße 29 Mit Kostproben— Eintritt frei am Donnerstag, dem 9. Juli, nachmittags 4 Uhr, in unserem Geschättshause. Eintrittskarten werden kostenlos an der Kasse abgegeben. Caspar Blume Westdeutschlands größtes Spezial-Ofenhaus Bochum 7 Kortumstraße 111 Ecke Brückstraße Sonderklasse Mod.35, steuerfrei, wenig gel., günst. zu verkauf. Buthe, Wattenschei, Hochstraße###5, Ruf 1416. Ingeborg Theek, Albrecht Schönhals, Paul Hartmann, Fr. Kayssler Del wündersurs Pimmnnedauflahrung Ab heute, täglich ab.15 Uhr Necknummer B. Prierel Einkehr= u. Fremdenheim in waldreicher Gegend, Bahnstation Breckerfeld=Priorei. Tel. Amt Breckerseld 356 Wwe. Kretzschmar. Sparsamkeit allein bedeutet keinen Farsa!“ Wer nicht wirbt, verdirbt. verven Sie durch den Bochumer Anzeiger! arkhaus Bochum VIM STADTPAR K Heute, Mittwoch, nachmittag und Donnerstag abend Könzente des Städtis Bochum n Orchesters Eintritt frei 42s Nunonlag“ steuerfrei, aus Privathand, zu verkf. 23000 km gelauf. Baujahr 1935. K. A. 10616 Anz. Grammophon und großer Sessel f. Alte u. Kranke, billig zu verkauf. Am Gerstkamp 10, 2. Etage. Moderne Schlafzimmer in allen Preislag. sehr günstig. Eine Besichtigung lohnt sich. Möbellager Tecklenburg, Fahrendellerstr. 20 Nähmaschine für 35 M zu verkauf. Krispin, Dorstener Str. 4a. Zu vermieten Schönes leeres Zimmer mit Baderaum, i. Souterrain, mit Gas, Wasser, Licht, Nähe Milchhof, a. allst. Person sof. zu vermieten. Sch. 10588 Anzeig. Gebrauchte Merredes- und FdealSchreidmaschinten billig zu verkaufen. Trautmann, Viktoriastraße 73 Fast neue SrhnuP abgeschlossen, 4 Zimmer, parterre, und 2 Zimmer, Souterrain, renoviert. Velsstraße 16, sof. zu verm. Preis: 100 RM. F. A. Schmidt, Treuhänder Bochum, Albertstraße 25 — Läden In meinem Hause ist ein Nachstehende Wohnungen sind durch uns zu vermieten:.4 916 4 Zimmer, Neubau, mit samn. Zubeh., Garten, am Querenburger Busch, Mietpreis.. in 3 Zimmer, am Querenburger Busch. Mietpreis#.— 3 Zimmer, mit Zubey., in.=Einden, mit Zubeh. Mietpreis Mk. 42.— Zentral=Wohnungs=Nachweis Diekampftraße 1.— Fernruf 67171 SavEe. zu verkaufen.— Besichtigung Bochum, Alleestraße 50 Eichener Ausziehtilch u. 4 eich. Polsterstühle 87.— Mork. Wilh. Schrudde, Roonstr. 37. Altes reelles Geschäft. Nähmnaschine billig zu verkauf. Hähnel, Wilhelmstraße 12. Junge Wellensittiche abzugeb. Blücherstraße 10, 2. Etg. Weck=Bindegläser, inmachlösse zu verkaufen. Rottstraße 21. Schreibtisch Eiche, bill. zu vi Bleichstraße 2. Speise Smoking=Anzug, kl. Figur, zu verk. Ullrich, Castroper Str. 28, 1 Treppe. zimmer billig zu verkauf. Möbellager Tecklenburg, Fahrendellerstr. 20 Eisschrank, Chaiselongue, Bettstelle mit Matr., Kleiderschrank, Spiegel mit Konsole, bill. zu verkaufen. Marienstraße 31. Kohlpflanzen halbboch, zu verk. Nordstraße 33. Kaufgesuche Tadenlokal im Hause Brückstraße 36 sofort zu vermieten. Näheres August Haarkamp, Querenburger Str. 40. Tel. 66417. sof. o. spät. preiswert zu vermieten Wwe. Bracht, Kortumstr. 99. badenlokal Werkstatt, Büro, in.=Ehrenfeld, Lager, sehr billig beste Wohnlage, zu verm. Näheress2= u. 3geschossige Mühlenstr. 41,.]Bauweise, günstig zu verkaufen. P. S. 2729 Anz. Ratze Tadenlokal mit Wohnung zu vermieten. Ignaz Vogt, Bochum=Dahlhausen, Eiberger Straße 28. auf der Hauptstr. in Wattenscheid, f. jede Branche geeignet, per sofort oder später zu vermieten. Wattenscheid, Oststraße 26, Telephon 1219. Bauzaun, Leitern, Bäume, fast neuer Zeichentisch g verkaufen. v. P. 2564 Anzeig. Elegentes Schlatzimmer efr. Birnbeum, mehag nochglanz pol., mit.20 Mtr. breitem Schrank nm. 950.In meinen Schautenstern augestellt Schmiede. knecht Wittener Str. 52-54 Des Haus für gute Möbel Fast neues Plüschiola weg. Platzmangel zu verkauf.(Kein Händler). Zu erfr. Dorkstr. 48, pt. k. Ofen, Bett und Beitschirm bill. zu verkaufen. Fürstenstraße 42. Gebrauchter Setrwagen u kaufen gesucht. Ausf. Angeb. unt. L. L. 2265 Anzeig. Au 2 Spiegelheien Gr. ca. 100 X 200 cm, zu kaufen ges. O. P. 2728 Anz. Weißer Tiefbauwagen billig zu verkauf. Uhlandstraße 124. Gut erh. Kinderwagen bill. zu vr. Bidumestr. 8, prt. Ankauf von Gold u. Silber Goldechmiedemeister Schneider Rottstraße 26 Sportwagen billig zu verkauf. Brückstraße 66. Gut erh. Kinderwagen bill. z. vr. Sophienst.4, 3..r. Gut erh. Kinderwagen bill. z. verk. Boch.=Sundern, Auf der Krücke 74. Schwarz. Klavier zu vk..=Riemke, Herner Str. 340, part. Nach 7 Uhr abends. Telephonisch können Sie jederseit Anzeigen für den B..- aufgeben RufenSie 67551 an Reutig der Buuhs Wer mit mir, dem Pfenniß, gut rechnen Kann, weiß wohl auch mit der Mark richtis umzusehn. Er wird deshalb auch nicht lange überlegen, ob er für eine ihm notwendis oder wünschenswert erscheinende Kleinanzeige„das Geld anlegen“ soll. Der billige Preis erleichtert den Entschluß. Offmals ist schon eine einzige Mark ausreichend, um eine Kleinanzeiße zu bezahlen! Sie ist Groß genug, wenn es sich um ein Kleines Zimmer- oder Wohnungsangebot, ein Stellengesuch oder eine priwate Verkaufsanzeige handelt. Trotzdem dibt es noch immer Menschen, die mit dem Geld für eine Kleinanzeige zurückhalten und dann durch Schaden klug werden müssen, um zu der Einsicht zu Kommen, daß es viel Kostspleliger ist, menn man zur unrechten Zeit an Mark und Pfennigen spart, anstaft sie auszugeben! Denn die Verluste, die durch verlängerte Stellenlosigkeit, verlängertes Leerstehenlassen von Wohnungen, das Hinauszégern prinater Verkäufe oder das Unterlassen einer Verlustanzeige entstehen, wiesen viel, viel schwerer, als die rechtzeitige Aussabe für eine Kleinanzeige! Also Gib aus, wenn du sparen willst! Wer etwas ver haf, was nur oder doch am sichersten durch die Veröffentlichung einer Kleinanzelge zu bewerkstelligen ist, wende sich deshalb sofort an die Zeitung, die sich wegen ihrer Anzeigenerfolge allgemeiner Wertschätzung erfreut, den MSMD MD Seite 7 Nr. 157 Bochumer Anzeiger Mittwoch, 8. Juli 1936 Anterhaltung Ein guter Zeist Vor einer ganzen Reihe von Jahren durchwanderte ich den Bayrischen und Böhmerwald. Man hatte mir gesagt, daß der unmittelbare Abstieg zum Rachelsee nicht ganz leicht zu finden wäre— ich wandte mich daher nach nun fünftägiger Schweigelust recht wider Willen an einen Menschen, der Student gleich mir und wohl auch meines Alters sein mochte. Sein schwarzäugiges Gesicht erhellte sich sogleich zum Lachen:„Ja, über diese Frage dachte ich im Augenblick ebenfalls nach— Gedankenverbindung?" Derweilen hatten wir uns schon abwärts in Bewegung gesetzt und vergaßen über Gebühr die Einzigkeit dieses Weges, der zwischen Legföhren, sturmgekappten Fichten und mannshohen Farnen holprig niedersiel und zwischen den Netzen des Wildwuchses den See mitunter noch zu uns aufzwinkern ließ. Der Begleiter hatte mir unterdessen schon manche Sonderbarkeiten erzählt, die er selbst erlebt haben wollte— weil aber die mitgeteilten Geschichten nicht gerade ans Wunder grenzten, ließ ich sie hingehen. „Da fällt mir noch was ein“, sagte er nach einer geringen Pause.„Im vorigen Jahre wanderte ich auch durch den Böhmerwald: es war auf der Straße von Mauth nach Finsterau, die ich aber noch nie betreten hatte. Plötzlich blieb ich stehen, wie vor den Kopf geschlagen— die ganze Landschaft, sagte ich mir, hab' ich doch schon geträumt: den großen Hainbogen rechts, den Heidhang links, die tiefere Wagenspur auf der rechten Seite mit ihren Tümpeln— na, es paßt eben alles. Aber ich wollte mich prüfen: ich schloß die Augen und suchte den Traum noch genauer wiederherzustellen. Richtig, da war auch noch ein Haus gewesen mit einem zerfallenen Zaun davor— und das fehlte. Ich lachte mich also pflichtschuldigst aus und pilgerte weiter— aber ich hatte die Krümmee der Straße kaum angeschnitten: da lag mein Haus mit seinem zerfallenen Zaun. „So, so“, brummte ich,„wie lange hatten Sie zuvor kein Haus gesehen?" „Wieso!. Nun ich glaube mindestens eine Stunde nicht „Dann war's also wirklich Zeit, daß nun endlich eins kam!" „Und der zerfallene Zaun?“ „Du lieber Gott, haben Sie in dieser armen Gegend schon viele Häuser mit ganz tadellosen Zäunen entdeckt?“ Inzwischen hatten wir uns aufs allerschönste verstiegen, ich fluchte heimlich auf den Reisekameraden, der mit seinen Ahnungen, Träumen und Vorgeschichten mich die Wegachtsamkeit hatte versäumen lassen. Es wurde reichlich dämmerig, auch war jede Neigung des Geländes vorüber, wir wateten durch ungeheure Mooskissen hin, mußten über schmale und breite Wasserläufe setzen— nur vom See fanden wir keine Spur. Bald entdeckte er eine Höhle, die wie ein Schleppschacht schräg niederwärts führte: wir krochen unter, packten unsere Rucksäcke aus, verzehrten den Abendimbiß bei anjezündeten Kerzen und rückten uns in der Grotte wenig sequem zum Schlafen zurecht. Der fremde Geselle schnarchte alsbald so mächtig, daß ich ärgerlich aufstand, um mir draußen ein Lager zu suchen. Ich nahm mein Koppel, spießte es mit einem Stock oberwärts ins Geröll und lehnte sitzend den Kopf auf den Brotbeutel, den ich mir gern bei solchen Gelegenheiten zum Kissen dienen ließ. In wenigen Minuten wußte ich nichts mehr von mir— ich neyme an, daß ich fester schlief, als wohl jemals im Bett. Wie lange ich so saß, bis ich endlich ermachte, kann ich nicht sagen, jedenfalls sah ich die Luft schon leicht grünlich zwischen den Purpurzweigen und die Sterne ein wenig blaß. Mich fröstelte stark— doch erst nach einigen Kämpfen erhob ich mich und rutschte in die Grotte zurück. Kaum aber hatte mich der Schlummer, diesmal etwas dünner, umnebelt, da schrak ich entsetzt empor: über mir holperte es dumpf und schwer, wie wenn ein Pietor Meyei-Lekkaidt großes Felstrumm niederwärts tanzt, dann kam in einem festen Aufklatschen nahbei der Lärm wieder zur Ruhe. Auch mein Begleiter war aufgefahren:„Haben Sie gehört!“ „Freilich— irgendein Stein muß sich gelöst haben.“ Nun, der Schlaf wollte nicht mehr kommen— wir setzten uns hoch und sogen gegen die Kälte brennende Zuge des Enzians, den der Brave in seiner Feldflasche hatte. Ich bekam Appetit zu rauchen und suchte nach meinem Brotbeutel, der auch die Zigarettendose umschloß— aber ich konnte ihn nirgends entdecken. Aber der ist noch oben in der Schlucht, fiel mir ein— und ich kletterte heraus, ihn zu holen. Doch da fand ich ihn auch nicht, obwohl es schon ziemlich hell geworden war: mir war das ganz unbegreiflich. Der Kamerad gab sich alle Mühe mitzuspähen— aber einmal unterbrach er sein Bücken: Sehen Sie mal, ist dieser unbemooste Brocken nicht das Ungetüm, das uns vorhin wachgemacht hat?“ Mir wurde plötzlich unsicher in den Gliedern. „Wegwälzen!" „Warum?“ „Werden schon sehen.“ Mit den Stöcken stemmten wir den Waldschrat beiseite, wenigstens so weit, daß ich mein Koppel leicht vorziehen konnte. Ich riß den zerquetschten Brotbeutel auf und zerrte die silberne Dose ans Licht: sie war trotz ihres Inhalts völlig zusammengebeult, das Deckelpapier gegeneinander verschoben. Die vier jungen Leute hatten sich soeben an den Spieltisch gesetzt, als der reiche Bankier Schröder eintrat. Kurze Zeit danach kam ein neuer Besuch. Baron Schildhorn hatte sich erlaubt, einen Gast einzuführen. Bald waren die Karten gemischt und lustig sprangen die Silberstücke über den Tisch. Der Fremde, den Baron Schildhorn als einen Grafen Esterhaczy vorgestellt hatte, zog auf einmal eine lederne Hülse hervor, der er ein kostbares Armband entnahm und sich um das linke Handgelenk legte. Alles sah diesem seltsamen Gebaren zu und Graf Esterhaczy gab sofort seine Erklärung dazu.„Verzeihen Sie, meine Herren," begann er etwas geziert,„ein kleiner Talisman— ein Aberglaube, den Sie mir bitte nicht verübeln wollen.“ Die Anwesenden betrachteten die kostbare antike Arbeit und die wertvollen großen Smaragden, die das Schmuckstück zierten. „Ein Talisman", erlaubte sich Bankier Schröder einzuwenden,„wie interessant! Und welche Bewandtnis hat es damit, Herr Graf, wenn die Frage gestattet ist?“ „Nichts als ein Aberglaube, meine Herren. Ich muß das Armband beim Spiel tragen, weil ich überzeugt bin, daß es mir Glück bringt.“ Die Herren lachten und Bankier Schröder bat, das kostbare Stück einmal betrachten zu dürfen. Bald ging das Armband von and zu Hand. Der„reiche Bankier“ Schröder, der seld unter 100 Prozent überhaupt nicht auslieh und auch manchen Schmuck schon beliehen hatte, sah sofort, welchen Wert das Schmuckstück hatte.„Aber— verzeihen Sie, bester Graf, etwas leichtsinnig, ein so kostbares Gut bei sich zu tragen. Wie leicht könnte es verloren gehen.“ Der Angeredete lachte.„Wertvoll?“ meinte er mit hochgezogenen Augenbrauen,„ja, wenn es das wäre. Aber die Steine sind leider falsch! Leider!“ Nochmals prüfte der Bankier und murmelte: „Unglaublich!" Dann reichte er das Schmuckstück zurück. Sie glauben es nicht, Herr Schröder? Aber es ist doch so. Meine frühere— äh, meine Gattin hat die Steine herausnehmen lassen, weil sie Geld brauchte, und so wurden dann unechte Steine eingesetzt.“ „Auf dem Beutel, da lag fünf oder zehn Minuten vor dem Niedersturze des Kerls da mein würdiges Haupt“, versuchte ich zu scherzen. „Da hat Sie ein guter Geist behütet“, sagte der andere und faßte mich bei den Händen. „Meinen Sie?“— ich lachte schon wieder.— „Jedenfalls haben weder Sie noch ich einen Vortraum oder eine Ahnung gehabt.“ Wir trennten uns am gleichen Tage in der Jagdhütte des Fürstlich Schwarzenbergischen Unterförsters: dort erfuhren wir auch, daß wir, ohne es zu bemerken, den See umgangen hatten. Als ich ein paar Tage später in Linz eintraf, holte ich meine Post ab: unter den vielen Briefen war auch einer meiner Mutter. Da stand am Schlusse geschrieben: „Es ist gewiß Unsinn— aber in der Morgenfrühe zum Sonntäg(es mochte noch nicht vier Uhr sein) wurde ich in einer gräßlichen Unruhe wach. Ich dachte sogleich an Dich und sagte mir nur, dack Du in dieser Stunde gewiß in einem weichen Federbett tliegen würdest. Aber die Unruhe verließ mich nicht— da hab' ich noch ein Vaterunser gebetet. Schreib mir immerhin sofort, schon deshalb, weil Du allein wanderst— das ist für Dein Mütterlein Grund zur Sorge genug.“ Ich stand an dem Pulte des Postamts, starrte durchs Fenster und rechnete nach— jawohl: die Nacht zum Sonntag war das gewesen mit meinem Erwachen, ehe der Stein niederschlug. Zufall? Gedankenverbindung? Oder sonst was?— Ich kannte den Namen meines Begleiters nicht— sonst hätte ich ihm mitgeteilt, was ihn erfreut haben würde: „Vielleicht hat doch ein guter Geist mich behütet.“ Die Partie nahm ihren Fortgang. Immer wieder hingen Schröders Augen an dem Armband. Mit gierigen Augen betrachtete er das Schmuckstück und hätte darauf schwören können, daß der Graf gelogen hatte. Das sah ja ein Blinder, daß hier keine unechten Steine vorlagen. Langsam ging die Partie zu Ende. Graf Esterhaczy verlor. Bankier Schröder war das nicht entgangen. Er übersah es aber. „Halten Sie es für unbescheiden, lieber Graf, wenn ich Sie bitte, mir das Armband bis morgen einmal zu überlassen. Ich interessiere mich für antike Arbeiten und möchte die wundervolle Arbeit gern zeichnen lassen. Die Herren hier kennen mich als passionierten Sammler antiker Gegenstände.“ „Gern, Herr Schröder, wenn ich Ihnen damit einen Gefallen tun kann. Aber ich mache nochmals darauf aufmerksam, daß das Armband völlig wertlos ist.“ Damit gab er dem Bankier das Schmuckstück, das der mit einem Schmunzeln in die Tasche steckte. Am andern Tag bekam Graf Esterhaczy sein Eigentum wieder. Der Bankier spielte mit ihm Baccarat und siehe da, Graf Esterhaczy verlor wieder. Glück in der Liebe— Unglück im Spiel“, lachte Schröder zu ihm herüber. Bald war des Grafen Geld verspielt. „Darf ich Sie um ein paar hundert Mark anpumpen, Herr Schröder?" bemerkte er kleinlaut.„Lieber, bester Herr Graf, wie gern möchte ich Ihnen helfen, aber es ist mir beim besten Willen jetzt nicht möglich.“ Der Baron wollte sich an einen andern Tisch setzen. „Moment, Herr Schröder!" Der Bankier blieb stehen.„Ich will Ihnen gern Revanche geben, aber heute ist dies leider nicht möglich, mein Geld ist alle.“ Der Bankier lachte sein undurchdringliches Lachen. „Aber ich bitte Sie, Herr Graf, gegen ein Pfand könnte ich Ihnen selbstverständlich etwas leihen.“ Ausdrücklich betonte er das Wort„leihen". „Wie meinen Sie das, Herr Schröder?“ „Nun, Sie haben doch Ihr Armband, Herr Graf.“ „Ach so.— Aber das ist doch wertlos!“ „Wollen Sie es mir dennoch verkaufen? Ich biete Ihnen 1000 Mark bar dafür, zahlbar sofort!“ „Schelten Sie mich einen Narren, Herr Graf, aber ich will Ihnen 10000 Mark geben.“ Graf Esterhaczy war sprachlos. Offenbar kämpfte er einen schweren Kampf. Endlich schüttelte er den Kopf. Die andern Herren hatten sich dem interessanten Wortwechsel angeschlossen und beobachteten, was nun kommen würde.„Meine Herren“, wandte er sich an die Anwesenden,„Sie sehen hier das Muster eines traditionellen Edelmannes! Ich biete dem Grafen Esterhaczy 10000 Mark für ein wertloses Schmuckstück und er schlägt ab mit der Begründung, es wäre Familienbesitz.“ Der Graf lachte gezwungen auf. Eine peinliche Situation für alle. Endlich raffte er sich auf.„Herr Schröder, das falsche Armband kostet 20000 Mark.“ Schröder machte ein Gesicht als hätte er Essig getrunken. Dann griff er in die Tasche und zählte zwansig Tausendmarkscheine auf den Tisch, die Graf Estersaczy sofort einsteckte. Das Armband wechselte seinen Besitzer und die Sache war erledigt. Ehe er sich verabschiedete, denn die Erinnerung hatte ihn übermannt, entlastete er sein Gewissen:„Meine Herren, Sie sind Zeugen, daß Herr Bankier Schröder ein völlig wertloses Armband von mir für 20000 Mark gekauft hat. Wenn er später den Kauf bereuen sollte, so ist das nicht meine Schuld!“ Sprachs und wandte sich zum Gehen. Einige Zeit später folgte ihm der Bankier. Sein glattes, durchtriebenes Gesicht glänzte. Er wußte, daß die Steine echt waren, und daß das Armband mindestens den doppelten Wert hatte. Unter der Absicht, die antike Arbeit zeichnen zu lassen, hatte er das Armband sich nur geliehen, um es von einem Fachmann prüfen und abschätzen zu lassen. Und so war er nun vollauf befriedigt mit seinem Kauf. Als der Graf einige Zeit später in seine Wohnung zurückkam, öffnete er ein Safe, dem er ein vollständig gleiches Armband entnahm, wie er es eben dem Bankier Schröder verkauft hatte. Lachend legte er das Schmuckstück wieder in seinen Behälter. Es war dieses das echte. Die Nachbildung besaß der Bankier. Am kommenden Abend besuchte Graf Esterhaczy das Lokal wieder und fand dort den Bankier Schröder, der bereits auf ihn wartete.„Sie haben mich betrogen, Herr Graf!“, herrschte er ihn an.„Sie haben mir ein Armband verkauft, das falsch ist. Die Steine sind unecht. Es sind Talmismaragden!" Er kochte fast vor Wut. Esterhaczy blieb aber ruhig.„Selbstverständlich sind die Steine falsch— oder meinten Sie das Gegenteil?— Soll ich Ihnen alle die Herren gegenüberstellen, die bezeugen können, daß Sie das Armband ausdrücklich als unecht gekauft haben?" Der Bankier wurde rot; er rang nach Luft, drehte sich um und verließ eiligst den Ort. Esterhaczy aber lachte. Er besaß zwei ganz gleiche Stücke. Ein echtes und eine Imitation. Das erstere hatte er dem Bankier gegeben und der hatte es abschätzen lassen. Die Nachbildung hatte er dann umgewechselt und der Bankier hatte angenommen, das echte Stück vor sich zu haben. War sein Tun straffällig? Wohl kaum, denn ausdrücklich hatte er ein„unechtes“ Armband verkauft und Bankier Schröder war damit einverstanden. Edmund“, fragt Frau Lehmann süß,„was würdest du tun, wenn ich tot wäre?" „Genau dasselbe, was du tätest, wenn ich tot wäre, meine Liebe!“ erwidert Herr Lehmann. „Aha!“ ruft seine Gattin da empört,„du gemeiner Kerl! Jetzt hast du dich aber mal verraten!" „Ill. Beod.“ Das ClimCand 7 Von 90. Männene 17) Da er sah, daß Ingeborg sich mit dem Doktor unterhielt, zögerte er keinen Augenblick. Er ging dicht an Seldon vorbei. „Kommen Sie doch mal mit, Seldon.“ Seldon stutzte einen Augenblick, doch dann folgte er Klaus auf die Terrasse. Klaus zog seine Brieftasche. „Hören Sie, Seldon, wenn Sie Geld brauchen, um von hier fortzukommen, dann hätten Sie es mir sagen können aber diese Art ist nicht fair. Hier haben Sie fünf Pfund, aber stecken Sie anderen Leuten nicht die Hände in die Taschen und sehen Sie zu, wie Sie die nche wieder in Ordnung bringen. Mechanisch griff Geldon nach der Note und kniff se ebenso mechanisch zusammen. Er war ganz verlegen, denn er wußte einen Augenblick lang wirklich nicht, was er tun sollte. Aber dann entschloß er sich. Münsingen alles zu sagen. Ich danke Ihnen sehr, Mister Münsingen, aber die Geschichte ist etwas anders, als Sie sich denken.“ Der Ton gefiel Münsingen nicht, und er sagte daher kurz:„Machen Sie keine faulen Ausreden, Seldon.“ Seldon sah ein, daß er so nicht weiter kam, und griff seinerseits in die Brieftasche. Dort holte er einen kleinen unscheinbaren Zettel heraus den er Klaus gab. Es war die Anweisung von Captain Gordon, allen Befehlen, die Seldon gab, so Folge zu leisten, als wenn er sie selbst gegeben hätte. Die Anweisung war ordnungsmäßig unterzeichnet. Klaus sah den Mann an.„Was soll das bedeuten, Seidon!“ Und zum ersten Male seit Beginn der Unterredung grinste Seldon über das ganze Gesicht. Dann weihte er Münsingen kurz in die Ereignisse ein und hat ihn, ihm behilflich zu sein, denn es war immerhin möglich, daß er Ridell heute nacht brauchte, und es war besser, wenn Münsingen die Verbindung herstellte. „Und da ich schon einmal hier bin und Sie alles wissen, kann ich mir auch den Brief gleich einmal ansehen“, endete Seldon seine lange Rede. Klaus nickte, und Seldon zog den Brief aus der Tasche. Gemeinsam sahen sie das Schreiben durch, doch enthielt es scheinbar nichts von Bedeutung. „Im Namen des Allbarmherzigen grüße ich Dich Die Kamele stehen bereit, und die Lasten werden morgen abgeschickt. Allah gebe, daß sie unbeschadet ihr Ziel erreichen. Die letzte Sendung wurde nicht bezahlt, gehe hin und hole das Geld und behalte zehn vom Hundert. Allah möge Dir gutes Gelingen geben.“ Das war alles. Eine Unterschrift fehlte. „Ein Geschäftsbrief wie viele andere auch“, meinte Münsingen, indem er Seldon das Schreiben zurückgab. „Es mag sein, aber das ist noch nicht alles. Ich denke mir die Sache so, der Mann, der die letzte Sendung nicht bezahlt hat, ist Papuolus. Wahrscheinlich hat er sich geweigert, denn von ihm soll ich die lederne Tasche holen, und daß sie viel Geld enthält, weiß ich bereits. Mir ist nur nicht klar, weshalb sie den ganzen Aufwand machen, denn der Händler scheint nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Außerdem, wenn es sich um ein reguläres Geschäft handelte, wäre ein Einbruch nicht gleich notwendig, sondern der Kadi wäre am Platze. „Es mag richtig sein, was Sie da sagen“, meinte Münsingen.„Was wollen Sie nun machen?" „Ich werde auf jeden Fall den Auftrag ausführen, aber ich möchte Sie bitten, Ridell Bescheid zu sagen, daß er sich heute nacht in erreichbarer Nähe aufhält, vielleicht kann ich ihn brauchen.“ „Ich werde selbst ausbleiben“, sagte Münsingen, den die Sache interessierte,„und Ridell kann in meinem Zimmer bleiben.“ Seldon war damit einverstanden, und sie trennten sich. * Mitternacht war lange vorüber, als Seldon sich endlich entschloß, den Einbruch zu wagen. Zwar brannte in manchen Hütten noch Licht, im Café selbst aber war es dunkel, und Seldon hatte sich davon überzeugt, daß Papuolus in sein Schlafzimmer gegangen war. Seldon raffte sichd auf. Er wußte, daß der Laden von innen verriegelt war und daß er die äußeren Schrauben lösen mußte. Sorgfältig betupfte er die Holzschrauben mit Oel, bevor er den Schraubenzieher ansetzte. Es dauerte eine geraume Zeit, ehe es ihm gelang, die Schrauben herauszudrehen. Er mußte seine ganze Kraft aufwenden. Keine leichte Arbeit, Einbrecher zu spielen, dachte er grimmig und warf die Schrauben in den Sand. Darauf ritzte er mit einem Glasschneider vorsichtig ein Viereck in die Scheibe, drückte einen Lappen dagegen, den er mit Teer getränkt hatte. Es gab einen seinen, hellen Knacks, als die Scheibe heraussprang. Selden wartete wieder zehn Minuten, erst dann griff er durch die Scheibe und öffnete den Riegel des Fensters. Nun knipste er die Taschenlampe an und leuchtete in das Zimmer hinein. Papuolus benutzte diesen Raum zur Unterbringung von Vorräten. Mit einer raschen Bewegung schwang sich Seldon in den Raum. Dann zog er den Schlüssel aus der Tasche und schlich vorsichtig auf den Schrank zu, der zwar nicht sehr groß, aber fest gebaut und mit starkem Eisenblech beschlagen war. Seldon führte den Schlüssel vorsichtig ein und drehte ihn langsam um. Ohne jedes Geräusch ließ sich der Schrank öffnen. Ein paar Bücher lagen darin, Zigarettenschachteln, und da lag auch die lederne Tasche. Hastig nahm sie Seldon an sich, dann schloß er den Schrank wieder zu und machte sich auf den Rückweg. Es ging alles ganz glatt. Wenige Minuten später stand er im Zimmer von Münsingen. Ausatmend legte er die Tasche auf den Tisch. „Ich habe überhaupt nichts gehört“, meinte Münsingen verwundert. „Ja, das Ding war gut gedreht“, sagte auch Ridell anerkennend und nahm die Tische in die Hand. Sie war mit einem kleinen Vorhängeschloß versehen. Seldon versuchte, das Schloß mit einem Drahthaken zu öffnen, aber es ging nicht. „Vielleicht paßt einer meiner Kofferschlüssel?“ schlug Münsingen vor. Ohne eine Antwort abzuwarten, suchte er seine Schlüssel heraus, und tatsächlich gelang es ihm nach einigem Probieren, die Tasche zu öffnen. Sie enthielt fast hunderttausend Piaster und einige Briefe. „Das Geld interessiert mich gar nicht“, meinte Seldon,„aber die Briefe scheinen mir wichtig.“ Er machte sich mit Ridell sofort an die Uebersetzung, und Münsingen schrieb mit, was die beiden ansagten. Es waren zum Teil Rechnungen über gelieferte Waren, an denen nichts auszusetzen war. Aber dann kamen zwei Schreiben von der gleichen Hand, die Seldon sofort auffielen. Das erste Schreiben war sehr kurz und lautete: „Die Ware ist geliefert und Du mußt bezahlen. Allab gebe Dir Deinen Verstand wieder.“ Das zweite Schreiben war länger und eindringlicher: „Papuolus, Deine Einwände sind nichtig. Ich kann Dir erst dann neue Ware liefern, wenn die alte bezahlt ist. Die neue Ware ist da, und sie ist frisch und jung. Sie wartet auf den Abtransport, aber je länger sie warten muß, desto mehr verliert sie. Die Sonne brennt heiß, und es schwierig, sie frisch zu erhalten, das weißt Du. Uebergib dem Boten das Geld und Du kannst sie bekommen, sonst schenke ich Dir eine Halskette.“ „Ein bißchen unverständlich, diese Angelegenheit", meinte Münsingen und sah die beiden an. Selden kratzte sich nachdenklich den Kopf. „Ich möchte wissen, von welcher Ware der Absender dieser Schreiben spricht und warum er seine Briefe nicht unterzeichnet.“ „Ich glaube du übertreibst die ganze Sache“ gab Ridell zu bedenken„das Ganze kann sehr harmlos sein, es kann sich um Wein oder Datteln handeln oder sonst was.“ „Wollen sehen, ob wir noch was finden“ erwiderte Seldon, der seine Theorie nicht gleich über Bord werfen wollte. Sie fanden noch einen angesangenen Brief, den Papuolus geschrieben haben konnte. Er lautete: „Was ich zuletzt bekommen habe, entsprach nicht den Vereinbarungen. Es war alt und kaum zu gebrauchen, erst wenn ich die junge Ware habe, will ich Dir den versprochenen Preis zahlen. Für die alte zahle ich nur die Hälfte und verliere noch daran. Du solltest nicht so viel reden... „Was hat das ganze nur zu sagen?“ fragte Münsingen. Seldon steckte sich eine Zigarette an und überlegte lange, bevor er antwortete: „Ich glaube, einer versucht den andern zu betrügen. Papuolus hat jedenfalls eine Ware erhalten, die ihm nicht zusagte und die er deshalb nicht voll bezahlen will. Die Gegenpartei will aber auf jeden Fall das Geld haben, und da es sich zum mindesten um Schmuggelware handelt, die sie nicht auf dem gewöhnlichen Wege einklagen kann, beauftragte sie mich, die Tasche zu stehlen, weil sie wahrscheinlich wußte, daß Papuolus darin sein Geld aufbewahrt. Ich ahnte natürlich auch nicht, daß es so viel ist. Es könnte sich vielleicht um Waffen handeln, aber die Ausdrücke in den Briefen lassen auf etwas ganz anderes schließen. Außerdem scheint mir der Preis viel höher zu sein, als bei üblichen Handelsartikeln, selbst bei geschmuggelten Waffen. Ich tippe daher auf junge Arabermädchen.“ Ridell sah Seldon erstaunt an. Hm, sehr unwahrscheinlich, aber es wäre schließlich möglich und würde den Ruf des guten Papuolus nur bestätigen. Doch diese Briese sind kein Beweis dafür.“ „Das ist natürlich richtig.“ „Also können wir, selbst wenn deine Vermutung stimmte, vorläufig gegen Papuolus gar nichts unternehmen.“ „Das können wir sowieso erst dann wenn der Captain von der ganzen Sache weiß. Er hat schließlich zu bestimmen, was geschehen soll.“ „Und was wollen Sie jetzt tun?“ fragte Münsingen. „Stimmt meine Annahme, dann muß der Captain unbedingt diese Briefe bekommen, und ich werde sie deshalb behalten.“ „Und das Geld?“ „Wieder unter der Voraussetzung, daß meine Annahme richtig ist, würde die Gegenpartei, also meine Auftraggeber, die Briese vermissen, denn es ist sehr gut möglich, daß sie es bei dem Diebstahl auch auf die Briefe abgesehen haben. Also werde ich mit der Tasche verschwinden, und da ich doch schon einmal als Dieb gelte, wird man annehmen, ich hätte die Tasche des Geldes wegen behalten.“ „Verdächtig ist die Sache auf jeden Fall“, sagte Münsingen nachdenklich. „Was bedeutet in dem Brief: sonst schenke ich die eine Halskette?" „Das dürfte eine Drohung sein“, antwortete Ridell. „Und wenn sie sich mit ihren Vermutungen irren?" „Dann ist auch noch nichts gewesen. Dann hat eben einer die Tasche gefunden, und sie wird Papuolus wieder zugestellt.“ „Das weiß ich auch nicht. Vielleicht gar nichts, vielleicht sehr viel. Immerhin schadet es nichts, wenn wir die Sache verfolgen, denn dazu sind wir ja schließsich da und verdächtig genug ist sie, wenn uns auch El=Ferd bisher noch nicht als Mädchenräuber begegnet ist.“ „Und wahin wollen Sie jetzt"“ fragte Münsingen. (Fortsetzung folgt) Seite 8 Nr. 157 Bochumer Anzeiger; Mittwoch, 8. Juli 1936 Streifzug durch dle wostdeutschen Bühnen —*—"•— TEGAarTOUUyoG Nichts bezeichnet die Situation des deutschen Theaters wie sie sich bei Abschluß der Spielzeit 1935/36 darstellt, eindeutiger, als ganz allgemein die Feststellung, daß der früher in so reichem Maße betriebene Götzendienst an Startum und Serienspielerei zugunsten einer festen Ensemblebildung und eines dramaturgisch wesentlichen Svielplans aufgegeben worden ist. Das ist ein Gesundungsvorgang, der als solcher in erster Linie da empfunden wird, wo am ärgsten gegen die Gesetze der künstlerischen Diät verstoßen wurde, in Berlin. Die theaterpolitische Planwirtschaft im Sinne künstlerisch notwendiger Ausgleiche, wie sie der deutsche Westen auf seinen großen, in engster Nachbarschaft arbeitenden, Bühnen von jeher betrieben hat, findet damit eine ehrenvolle Bestätigung, in der zugleich die Gründe liegen mögen für die auch nach der Machtübernahme arundsätzlich gewahrte personelle und sachliche Stetigkeit einer nach wesentlichen Erkenntnissen ausgerichteten Aufbauarbeit. Diese Arbeit, soweit sie an westdeutschen Bühnen geleistet wurde, und ihre künstlerische Haltung charakterisiert, soll im folgenden an größeren Aufführungen untersucht und abgewogen werden. Im Zentrum des Industriegebiets gibt es neben der in der künstlerischen Entwicklung stärkeren Schwankungen unterworfenen Dortmunder Bühne zwei Theater, die seit Jahren um eine sehr bewußte Stilform ringen, das Bochumer Stadttheater unter der Leitung von Intendant Dr. Saladin Schmitt und das Essener Schauspielhaus unter der Leitung von Intendant Alfred Noller. Beide Bühnen kennen den Wert eines künstlerischen Gesetzen und nicht zufälligen Anregungen verpflichteten Spielplans. Als Pflegestätte des großen klassischen Dramas bleibt die Bochumer Bühne, der wir nach Beendigung der diesjährigen Spielzeit eine Sonderuntersuchung widmen werden, ihren Traditionen(erinnert sei an die Shakespeare=, die Goethe= und die Schillerwoche) treu, wenn sie für den Herbst 1936 einen Kleist=Zyklus vorsieht, der von der Kleist=Gesellschaft her literaturwissenschaftlich ergänzt werden soll. Ellener Schaulpielhaus farbechten und menschlich fesselnden Romanen ein dichterisch gestaltender Erwecker wurde. Poesiekräftig ist die evische Kleinmalerei, sind die folkloristischen Züge, die zwar der Geschlossenheit des Dramas Abbruch tun, dafür aber der balladenhaften Stimmungsverdichtung dienen. Auf dieser von Hans Tannert behutsam herausgearbeiteten Linie lag denn auch der Erfolg der Aufführung. Mit den genannten Arbeiten hat die Dortmunder Bühne gutes Stadttheater=Niveau gehalten und mit ihren vor der Oper vernachlässigten Schauspielkräften Leistungsmöglichkeiten in angemessenem Umfang erfüllt. Kölner Schaulpielhaus Den Spielplan des Kölner Schauspielhauses beherrschte zeitweilig die leichte und leichteste Muse. Mit Georg Weitbrechts Lustspiel„Anna Susanna", einem kleinstädtischen Milieustück, gab Richard Dornseif eine bunte, temperamentvolle und szenisch wirkungsvolle Studie. Böttchers massiver„Krach im Hinterhaus“, ferner der im Schwankbereich anspruchslose„Hochtourist“, Werner von der Schulenburgs„Schwarzbrot und Kivfel“, Zerkaulens Komödie„Sprung in den Alltag“ und der Schwank„Maushake hat's hinter den Ohren" erschienen in kräftiger, rheinischer Zeichnung, die grundsätzliche Werturteile kaum erlaubt, auf der Bildfläche. Dem klassischen Drama verpflichtete man sich durch Aufführungen der„Maria Stuart",„Penthesilea" und Agnes Bernauer“. Eine Gastinszenierung des inzwischen als Spielleiter verpflichteten früheren Aachener Intendanten Sioli fand mit Shakespeares„Othello“ statt. Vielleicht wäre es lohnender, sicherlich aufschlußreicher gewesen, Sioli eine problematischere Regieaufgabe zu stellen als sie das große Rollenstück fordert. So beschränkte sich der Gastregisseur auf kluge Sprachkontrolle und sorgte für ein mit strömender Leidenschaft durchgetragenes, gesammeltes Spiel. Zu hoffen ist, daß sich die spürbare Festigkeit seiner künstlerischen Haltung auf die reichlich zu schnörkeligem Detail neigende bühnenbildnerische Arbeit Erich Metzoldts übertragen möge, um hier die so notwendige, heute noch fehlende Uebereinstimmung herbeizuführen. Uraufgeführt wurde das Schauspiel„Der weiße Adler“ von Alfred Mühr, das auf ein Stück der Polin Zavolska zurückgeht, dessen Bearbeitung und Ausrichtung auf das moderne polnische Nationalgefühl es darstellt. Den kolportagehaften Szenengehalt arbeitete Alfons Godard unbedenklich theatralisch heraus und verhalf dem Stück mit kräftiger, nicht selten gar beizender Würze, die das Milieu Warschauer Spelunken und Verschwörerhöhlen bereit hält, zu einem starken Publikumserfolg. AnBalteidorterAkaufpieltau. Lust und Begabung zu schnörkelfreudiger Komödianterei, die sich im klassischen Shakespeare=Lustspiel („Zwei Herren aus Verona" nach Rothe) mit der gleichen szenischen Leichtigkeit behauptet wie in Billingers dunkelbunten Unterglasmalercien(„Die Here von Passau"), geben der Essener Schauspielkunst ein unverwechselbares Gepräge. So hatte denn auch gerade der Essener Svielplan kein nur zufälliges Anrecht auf die von Fritz Rumpf nach Molières„Amphitryon“ frei bearbeitete Fassung, die ir einer kabarettistisch gewürzten Aufführung(Rochus Gliese schuf die geistvoll improvisierten Bühnenbilder) mit Essens köstlichsten Darstellern, dem siebzigjährigen Stanislaus Fuchs (Sosias) und der anmutig=klaren Liselotte Schreiner (Alkmene) der gerade herrschenden Karnevalstimmung künstlerisch veredelnd beisprang. Sluytermans tapferes, Mißverständnisse jedoch nicht völlig ausschließendes, Kriegsdrama„Gefreiter Schwaak“ behauptete sich mit einer kräftigen und realistischen Szenenführung in der Nachbarschaft, anderer Zeitstücke, Huths„Der goldene Kranz",„Der Brandnerkaspar schaut ins Paradies“ und des mit evischen Breiten gesegneten bäuerlichen Milieulustspiels„Die drei Eisbären“ von Maximilian Vitus. Leider verriet die „Emilia=Galotti“=Aufführung, ohne daß der verantwortliche Regisseur Adolf Meyer=Bruhns es so offensichtlich hätte betonen müssen, ihre Lessing= Fremdheit im vierten Aufzug vor einer der theatralisch stärksten Szenen. Die Situation fordert einen der ungeheuerlichsten Ausbrüche, die das klassische Drama kennt. Unbegreiflicherweise wurde er als Posseneffekt, der den tragischen Grundton zerstörte und die Bemühungen Ellen Widmanns(Claudia) der Lächerlichkeit preisgab. vorbereitet. Bedeutung gewann der Abend durch Liselotte Schreiners bezaubernd kühle und dämonisch gesteigerte Gräfin Orsina. Die Aufführung des„Scharnhorst"=Schauspiels von Gerhard Menzel, dem erfolgreichen Filmautor, wurde von Karl Werckshagen knapp und klug, das Evisodische im grundsätzlich Begrifflichen aut bewahrend, zusammengehalten. Ein wesentlicher Beitrag zum Preußendramg um 1813 ist dieses Stück, das einen übrigens anfechtbaren Geschichtsunterricht erteilt, nicht. Einen außerordentlich vitalen Scharnhorst von leidenschaftlich soldatischer Haltung spielte Hans Joachim Recknitz, einem neurasthenischen König unter der Bürde der Verantwortung gab Erwin Klietsch kleine und feine Züge, die wenn auch gestrichelt, zum großen königlichen Bilde zusammengingen. Den Stil des mit besonderer Liebe gepflegten volkstümlichen Theaters bezeugten eine Reihe von Aufführungen, Georg Weitbrechts anspruchslos=biedermännisches Lustspiel„Anna Susanna", das ins Geschmacklose und Literatenhafte abirrende„Neuberin"=Schauspiel, das Ellen Widmann in veinlicher Bemühung um das falsche Pathos einer für Agnes Straub geschaffenen Rolle zeigte, und endlich Victorien Sardous Paradestück„Madame Sans=Gene“, das von Adolf Meyer=Bruhns zu einem köstlichen Komödienerfolg geführt wurde. Die famose Wäscherin=Herzogin spielte Liselotte Schreiner, deren Fortgang nach Berlin das Essener Haus einer überaus scharmanten. klugen und vielseitigen Künstlerversönlichkeit beraubt. Es bleibt abzuwarten, ob die zu großen Teilen in ihr verkörperte natürliche Mitte eines lose geführten Ensembles ersetzt werden kann. Der leichte, improvisationsfreudige Charakter des Essener Schauspiels, der in der bühnenbildnerischen Tätigkeit von Rochus Gliese stets seine Ergänzung fand, dürfte in der künstlerischen Bilanz des Theaters eine entscheidende Rolle spielen. Dortmunder Schaulpielhaus Die Dortmunder Bühne gab der klassischen Dichtung, die in Schauspieldirektor Hans Tannert einen einsatzbereiten Anwalt fand, was ihr gebührt, konnte dieses Bemühen auch mit guten Erfolgen(„Iphigenie“.„Der Widerspenstigen Zähmung“ nach Rothe,„Maria Stuart“) rechtfertigen. Zerkaulens rheinische Kirmeskomödie„Sprung aus dem Alltag“, ebenso Friedrich Forsters angkdatischer Bilderbogen„Die Weiber von Redditz“ bürgerten sich in liebenswürdig=lebendigen Aufführungen(Bühnenbilder Dr. Mahnke) ein. Eine, vortreffliche Inszenierung wurde mit Alois Lippl's„Passauer Wolf“ bestritten, auch Ibsens„Kronprätendenten“ gelangten in einer straffenden, auf den Kern des Dramas gehenden, Einrichtung von Karl Wessels zu erfolgreicher Darstellung. Ein Zug zur Intimisierung machte sich bemerkbar. Die harten und herben Farben, mit denen Ibsen malt, die strengen Konturen, die er seinen gedanklichen Konstruktionen verleiht, wurden gleichsam mit warmem Pinsel aufgelockert. Das Mittel zur Erschließung des zeitnahen Ideengehalts, lag nicht so sehr im pathetischen als im psychologischen Stil. Diese Wirkung vom Dramaturgischen her anzustreben und sie im Darstellerischen zu betätigen, lag offenbar in der künstlerischen Absicht Karl Wessels', der mit der Verknappung und Begradigung des Schauspiels zugleich allerdings seine eigentümliche Atmosphäre verdünnte. Neben dem unverwüstlichen Schwank von Brandon Thomas „Charleys Tante“, der in einer modernen und reizvollen Inszenierung(Hans Tannert) auftauchte, gab es Rehbergs„Der Große Kurfürst“ sowie eine Neubearbeitung des Dramas„Die Frau im Tal“ von Hans Friedrich Blunck. Blunck bleibt auch in diesem Werk der geliebten hansischen Geschichtswelt (14: Jahrhundert) verhaftet; der er in kulturhistorisch gab es neben dem zugkräftigen rheinischen Volksstück mit ausgesprochen Düsseldorfer Kolorit„Pastor Geesch“ von Erich Meyer=Düwerth die zeitnahe gestaltete und dichterisch erhöhte Revortage„Panama= skandal“ von Eberhard Wolfgang Möller, dem die in tonreichen und kräftigen Svannungen bewährte Regie Hannes Küppers(mit Peter Esser als Lesseps) einen nachhaltigen Erfolg sicherte. Man sah ferner außer der„Wallenstein=Trilogie" und der „Emilia Galotti“ eine„Egmont“=Aufführung (W. B. Iltz), eine überaus gepflegte, bis in die letzte Feinheit der Gebärde ausstrahlende und geschlossene Ensembleleistung, die zu ihrem Mißgeschick der unumgänglichsten Voraussetzung für die künstlerische Wiedergabe des Gaetheschen Trauerspiels entbehrte: die Dämonie der Dichtung, ihr dunkler erregender Ton und Glanz, wurden in eine geschmackvoll temperierte Spielform, die auch das Bühnenbild(Helmut Jürgens) in einer kühlen und farbig=linearen Gliederung unterstrich, abgeleitet. So lag es im Zuge der Inszenierung, daß die visionäre Erscheinung Klärchens im letzten Auftritt gestrichen wurde. In Karl Klüsner hatte die Aufführung einen edlen und gutherzigen Egmont, ohne daß es ihm gelang, über zuverlässige Charakterisierungsmittel hinaus Anschluß an das magische Gesetz der Egmont=Natur zu finden. Sehr zart und bei aller Gefühlsinnigheit herb, das Klärchen der glänzend talentierten Annemarie Jürgens. Des begabten und frühverstorbenen Darmstädter Mundartendichters Ernst Elias Niebergall und seiner„Datterich“=Posse nahm sich Robert George an. Die im Biedermeier=Stil gehaltene Aufführung ließ in zehn stimmungsvoll behandelten Bildern(Herbert Kirchhoff) die Welt des eigenbrötlerischen Kleinstädtertums mit allen vergnüglichen Bissigkeiten rundschnurren und bewies in der an charakterisierenden Tönen und warmen Schwingungen reichen Spielform erfreuliches Niveau. Eine ansprechende Musik hatte Josef Vorsmann dem Werkchen angedeihen lassen. Hannes Küppers„Maria= Stuart"=Inszenierung stand unter dem Gesetz einer breit ausladenden, anspruchsvollen Theatralik. Küpper ließ das Pathos in voller Instrumentation ausspielen, gab nicht nur den szenischen Anmerkungen durch Aufzüge und feierlich vorgetragenes Zeremoniell weitesten Spielraum, er bezog auch Form und Dynamik des Sprachlichen in den elementaren Zug der Aufführung ein und tat hier des Guten gewiß zu viel. Die sprachlichen und darstellerischen Mittel der Presto=Aufführung erwiesen sich als künstlerisch ungenügend beaufsichtigt und gefährdeten eine an sich begrüßenswerte Arbeit, der es um mehr als um das klassische Alibi zu tun war. Das besondere Interesse galt dem Drama der Gegenwart(Hanns Johsts„Der Einsame“, Dietrich Loders„Eule aus Athen“. Hanz Schwarz'„Pentheus“ und Jochen Huths„Dergoldene Kranz“). Ralph Artur Roberts sommerlicher Schwank„Meine Tochter Deine Tochter“— er könnte aus einem alten, inzwischen mit Recht von Motten zerfressenen Magazinheft stammen— belustigte die Düsseldorfer mit Vorhebalt. JI..412##.51 rimi. 12 ün Mit anspruchsvoller, jedoch nicht völlig ausreichender Bemühung machte sich das Krefelder Stadtthealer an Calderons dramatisches Gedicht„Das Leben ein Traum". So schwer zugänglich diese von christlichkatholischem Formwillen gebändigte, barock ausschweiSoethes Reilewagen unterwegs nach Berlin zur„Deutschland“-schau Scherl-Bilderdienst Eine große Zuschauermenge hatte sich am Montag in Weimar zu der Feier eingefunden, die mit der Abfahrt von Goethes Reisewagen nach Berlin verbunden war, wo das aus dem Jahre 1793 stammende Halbverdeck mit Dienersitz auf der Ausstellung„Deutschland“ zu sehen sein wird. So wie Goethe einst mit dem Wagen fuhr, so reisen die Insassen in der Tracht jener Zeit zehn Tage durch deutsches Land nach Berlin. Unser Bild zeigt die Abfahrt in Weimar. Mar Ichmeling bei der Vereinigung Cail Schurz Hch. Hoffmann Die Vereinigung Carl Schurz gab zu Ehren des erfolgreichen Meisterboxers im Berl Schurz=Haus einen Tee=Empfang. Mar Schmeling dankt für die Ehrung. Von links: rat Leitner, amerikanischer Botschaftsrat Meyer, Max Schmeling, die Frau des ame Botschaftsrates, Dr. Draeger(Vizepräsident der Vereinigung). Berliner Carl= Botschaftsamerikanischen fende Elementarkraft der Calderonschen Szene dem modernen Spielleiter sein mag, so wertvoll ist es für die künstlerische Auflockerung eines Ensembles, sich im Sprachgeist dieser pastosen Dichtung zu bewähren. Mit Ausnahme von Gerhard Geisler, der für die Rolle des Sigismund die ungezähmte Vitalität mitbrachte und ihren traumhaften Schmelzprozeß ins Geistige und Klingende gestaltete, blieben die übrigen Darsteller unter der antreibenden, beweglichen und dennoch unverbindlichen Regie von Hans Dinahaus ohne den Glanz der Calderonschen Diktion. Grundsätzliche Bedeutung ist dem Versuch des Krefelder Hauses beizumessen, das Kammerspiel gemäß seinem Range zum Ausgangspunkt eines neuen bühnenkünstlerischen Wollens zu machen. In diesem Sinne verdiente die Aufführung von Bernard Shaws„Candida“ in der Inszenierung Peter Fassots gewertet zu werden, wenn auch der mysterienhafte Gehalt des Dramas in betont expressionistische Stilformen der Inszene übersetzt wurde. Auch in Gogols„Revisor“(Bearbeitung von Arthur Lange) verdarb sich Dinghaus ein gut Teil der immer noch lebendigen Komödienwirkung dadurch, daß er den letzten Akt mit einem moralisierenden Eifer belastete und ihm zuliebe den realistischheiteren Stil des Abends in hartes expressionistisches Kundgebungstheater ausmünden ließ. Einen Serienerfolg sicherte sich das Krefelder Theater mit dem Lustspiel„Gustav Kilian“ von Harald Bratt, das schon um seines Manufaktur=Stoffes und der soliden Kaufmanns=Moral willen starken Anklang fand. Mit der künstlerisch im ganzen befriedigenden Inszenierung von Shakespeares„Komödie der Irrungen“, die von Hans Dinghaus auf leichten und voetischen Ton abgestimmt wurde, verabschiedete sich die Theaterleitung von ihrem Publikum, nicht ohne für die kommende Spielzeit gewisse Verpflichtungen einzugehen, die sich auf reichere Spielplangestaltung und weniger erperimentierfreudige Regie beziehen dürften. Den Wuppertaler Bühnen fehlt es, um Grabbes„Navoleon“ in der stark verkürzenden, das Genialische ins Zahme verwandelnden, Bearbeitung Günther Starks zu spielen, an einem geschlossenen und mit überdurchschnittlichen Ausgleichskräften aufgebauten Svielkörver. Die Darsteller in ihrer durchgehend starren und konventionellen Spielform reichen nicht aus, diesem Werke, das ganz besondere Anforderungen stellen muß, um nicht ins Banale abzugleiten, gerecht zu werden. Eberhard Wolfgang Möllers Drama„Rothschild siegt bei Waterloo“ kam in einer auf Grotesk=Stil zugeschnittenen Aufführung(Günther Stark), die dem antithetischen Charakter des Stückes bestens entsprach, heraus. Mutig wagte man sich an Rehbergs„Der Große Kurfürst" und an Hauptmanns„Jungfern vom Bischofsberge“. Uraufgeführt wurde Alois Floraths Komödie„Heiter ist die Kunst“, ein wenig ergiebiger Beitrag zum Thema„Künstlerehe". Die Aufführung(Karl Bockr) kam trotz spürbaren Bemühens über kleinbürgerliche Stimmungsmalerei— z. T. mag das in der privaten, undramaturgischen Natur des Dialogs begründet liegen— nicht hinaus. Solange sich die Wuppertaler Bühnen, die wirtschaftlich gewiß stark gehandikapt sind, nicht entschießen, sprachlich und darstellerisch schärfer zu kontrollieren, werden die Leistungen immer ungenau und zwiespältig bleiben. In einer zeitentrückten Biedermeier=Aufmachung inszenierte Bockr übrigens auch Harald Bratts Gustav Kilian". Der Klassikerpflege wurde mit„Kabale und Liebe"“, Goethes„Götz" und Lessings„Minna von Barnhelm“ entsprochen. Im Gladbach-Rheudter Theater, das wegen seiner arenzpolitisch bedeutsamen Lage zu besonderen Aufgaben verpflichtet ist, gelangte u. a. Heinz Steguweits Stück„Der Nachbar zur Linken“ in einer von Rolf Ziegler prall und gegenständlich gehaltenen Inszenierung zur Aufführung. Sie hatte wirklichkeitserfüllte Spannung und arbeitete das dialogische Gegeneinander des deutsch=französischen Verständigungsstückes mit sauberen und theaterwirksamen Mitteln heraus. Im Rahmen einer Stückserie„Lustspiele im Wandel der Zeiten“ wurden die Gladbach=Rheydter Theaterbesucher überdies mit der von Buragraf bearbeiteten Komödie„Turandot“ nach Gozzi bekannt gemacht, deren schwerelose und liebenswürdig voetische Wiedergabe freudigen Anklang fand. Am Tage der Heldengedenkfeier brachte das Ragener Stadttheater Goethes„Egmont" im Verfolg seiner naturgemäß begrenzten darstellerischen Möglichkeiten heraus. Es gelang Horst Hoffmann, dem Hagener Treuhänder des großen klassischen Dramas, eine beziehungsvolle und musikalisch glücklich gebundene Atmotsphäre zu schaffen. Auf breiten fundamentsicheren Mitteln der Sprache und der Darstellung aufgebaut, Walter Sealers Egmont. Des weiteren sahen wir eine entzückende Aufführung von Shakespeares„Was ihr wollt“. mit dem ein klassisches Zweijahresprogramm(Shakespeare, Goethe, Schiller, Lessing und Kleist) zum Abschluß gebracht wurde. Die klare aquarellmäßige und anmutige Inszenierung Horst Hoffmanns, die sich des Pausen sparenden Drehbühnenaufbaues bediente. klärte das höfische Barock auf zeitlose Poesie ab(Buhneubilder von Hans Gaßner) trefflich unterstützt von so liebenswürdigen und mit Kunstinstinkt begabten Darstellern wie Walter Sealer(Orsino) und Dorothea Constanz(Gräfin Oliva). Als Nachtisch einer wertbeständig und erfolgreich durchgestandenen Svielzeit wurde Werner von der Schulenburgs Dreiakter „Schwarzbrot und Kipfel“ gereicht. Des klassischen Tones satt, wenn auch noch fühlbar unter seinem Einfluß, inszenierte Horst Hoffmann das Werkchen um einige Grade gewichtiger als ihm zuträglich sein dürfte. Die Laune wurde künstlich gedehnt und das Bonmot zu breit angelegt, als daß die norddeutschsüddeutsche Verständigung federnde Spannung und scharmanten Glanz hätte halten können.— Im Gelsenkirchener Stadttheater fand Burtes„Katte“(Spielleitung: Siegfried Kohrs) warmherzige Aufnahme. Ohne theatralische Uebersteigerung. den Schluß ausgenommen, in sparsam angelegten Bühnenbildern, konnten sich die Darsteller im Sinne einer verläßlichen Wortregie sammeln. William Adelts Könia blieb im Bereich einer klugen, realistisch gesicherten Lebensnähe. Ueberaus tätig zeigte sich das Weitsälische Landestheater, das vor den NS.=Kulturgemeinden Westfalens Aufgaben zu erfüllen hat, deren Lösung nicht ohne weiteres nach rein künstlerischen Gesichtspunkten bemessen werden darf. Unter Leitung von Josef Hamblock wagte sich die Truppe a. a. an ein so anspruchsvolles Werk wie Heinrich von Kleists„Prinz von Homburg“. Obwohl auf der Linie erheblicher technischer Widerstände gespielt werden mußte, wurden beachtliche Erfolge erzielt. Ganz ausgezeichnete Eindrücke hinterließ die Aufführung eines Spieles von Wilfried Wroost„Petroleum in Poppenbüttel“(Spielleitung H. H. Koch), eines bäuerlichen Milieustückes, dessen sich auch größere Bühnen nicht zu schämen brauchten. Stadttheater in Münkter Im Münsterischen Stadttheater setzte man sich außer für Klassikerwerke(„Kabale und Liebe“,„König Lear“ und Ibsens„Peer Gynt“) auch für Arbeiten zeitgenösischer Dichter ein. Uraufgeführt wurden die reizende Komödie„Der alte Wrangel“ von Otto Brües und Walter Stanietz historisches Drama aus der Zeit der Bauernkriege„Der Bauernkanzler“. Da wir das Münsterische Theater in der vergangenen Spielzeit nur selten besuchten, sei auf eine eingehendere Beurteilung seiner künstlerischen Haltung verzichtet. Dr. Emil Strodthoff 1