* Bezugsbreis mit Botenlohn:.15 Mionatlich ober 93 Pg. Halbmonatlich. monatlich, Selbstabholer.85 Nw.„Ausgtrierte: 30 Pf., monatlich, FunkBezugspreis, für die„Bochumer, Vun)., zlich bei vier Sonntagen und zetschrift„vor mit mir“ 45 Vf. monat.“, Wenn das Erscheinen der Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum FWUU UA T. 14 Ber., ne Scharfe Abrechnung Greisers Abberufung Lesters gefordert Wozu noch einen Völkerbundskommissar? Genf, 4. Juli. schon lange nicht mehr gesprochen worden. Die Gegesetzte Danziger Frage. Der Sprecher, der diese deutwar. Grundlage der Aussprache war der BeMontag 6. Juli 1936 e 43. Jahrgang Nummer 133 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm PöPgin ,27 Pextieste Facikilien: im Anzeigenteil und in 78 mm Prei:gereinsanzeigen(die nicht der Pirischaftswerbung dienen) kleine einspaltige Anzeigen.(StellenWirtsog,-Prrhung hewen) Kriz 8= Pf. Anzeigen im Vereins= ooer engebote, undeigen ervg 10 Bf“ Austunft= und Zissergebühren 25 Pl. Zeitung um 18 Uhr dei mündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 ewvee 2 beim Völkerbundskommissar. Senatspräsident Greiser gab zunächst seinem ErstauSil. Dausher Broger Oesenlichel den Eunhrisck en anderer Zusammenhänge ablenken sollen. Besonders erstaunt sei er aber uber die Tatsache, er den Bericht des Völkerbundskommissars Lester ers, in Heren Komwpeigt Hers Zesier müir noch vor redung in Gegenwart von Zeugen, seiner Genugtuung darüber Ausdruck gegeben hat, daß die Regierung Maßdie einzig richtigen seien, um eine weitere ruhige und friedliche Entwicklung in Danzig zu gewährleiteggg, dieser Unterredung hat auch tatsächlich die Luge in Danzig keinerlei Veranderung erfahren. Jeder Danziger Staatsbürger geht weiterhin friedlich seiner Beschäftigung nach. Wenn in dem Berichte Lesters davon die Rede ist, daß die Tatsache der Verweigerung eines Besuches des Kommandanten eines deutschen Kriegsschiffes bei dem Herrn Hohen Kommissar Erwähnung finden muß, so möchte ich als Nationalsozialist und Deutscher meiner Meinung dahin Ausdruck geben, daß man sich nach der taktlosen Handlungsweise des Herrn Kommissars bei dem letzten deutschen Kriegsschiffbesuch im vorigen Jahre über das Unterbleiben des Besuchs des Kommandanten des Kreuzers„Leipzig“ nicht weiter zu wundern braucht. Bevölkerung muß im Gegenteil sogar jährlich mehrere die zurschen den Villebdud uph,kerzik oiche.c34 der Dan= gaß, der Unterhaltung des Kommisars des der seine Einnahmen in Gold und Devisen erhält, in einem krassen Mißverhältnis zu der wirtschaftlichen Votage bapurchmicht abgeschpächt Dese Tafache konn. 9pieser Kosten von der Republik konnte nd Sordaß sich der Völkerbung sen um die Beseitigung der Arbeitslosigkeit gemacht hätte. Die nationalsozialistische Regierung hat sich in den vergangenen drei Jahren mit allen ihren Kraften bemüht, dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. Es ist ihr auch im Rahmen des Möglichen gelungen.“ Wenn die nationalsozialistische Mehrheit sich diesen Terror einer Minderheit zur Wehr setzt, dann ist es für alle, die Danzigs Bevölkerung kennen und lieben, verständlich. Sie können ja auch schließlich nicht verlangen, meine Herren, daß ich als Regierungschef eine Bewegung unterdrücke, die meine eigene Regierung trägt, oder daß ich diese Bewegung bestrafen lasse, wenn sie sich in Notwehr befindet. sichen Zustand in Denzig und des Auswege aus der Lage Im Namen von 400000 deutschen Menschen Die Tatsache, daß die Danziger Regierung hier zum zweiten Male im Verlaufe eines Jahres sozusagen vor der Weltöffentlichkeit zur Rechenschaft gezogen wird, legt mir die Verpflichtung auf, einmal grundsätz lich auf alle Fragen, die die Freie Stadt Danzig bewegen, einzugehen. Dabei möchte ich betonen, daß ich mich vor meinem eigenen Gewissen zu der Pflicht durchgerungen habe, hier einmal nicht als Beauftragter tote: Buchstaben und theoretischer Paragraphen zu sprechen, sondern als Regent von 400000 de n ge Menschen, die ihr Schicksal nicht auf alle an den Völkerbund ketten wollen und die Ideologie dieses Instituts letzten Endes gar nicht verstehen, sondern die durch Blut und Rasse an das deutsche Volk gebunden sind. Die Danziger Bevölkerung hat mit mir den Eindruck, daß ihre Heimat Danzig nicht aus den Gründen vom Mutterland abgetrennt worden ist, die man in der Weltöffentlichkeit immer wieder behauptet. Warum erfolgte dann überhaupt die Abtrennung? Die Republik Polen sollte einen freien Zugang zum Meer haben, welcher ihr durch den Danziger Hafen gewährleistet wurde. Das neuerstandene Polest hat diesen unbehinderten Zugang ausdrücklich und laut betonen möchte, erhebt das polnische Volk diesen Anspruch zu Recht. Wenn es aber allein nur um diesen Zugang zum Meere zu tun gewesen wäre, hätte man ja unsere Heimat Danzig nicht von Deutschland abzutrennen brauchen. Wenn aus Danzig trotzdem ein sogenannter Freistaat gemacht worden ist, dann müßte man fast annehmen, daß diese geschah, um im Osten Europas einen dau ernden Herd der Unruhe und der Reibung zwischen Deutschland und Poren zu besitzen. Der Völkerbund hilft Danzig nicht Neben dem Fehlen vieler Hoheitsrechte, Big, rhueg selbständigen Staat zukommen, hat es der Po. bisher unterlassen, dieser Freien Stadt Wanz## in sident Greiser schilderte unmöglichen Jastan in Lanzig und dus frühere unmögliche Verhaltnis zu Polen, um dann u. a. fortzu„Erst zwei Männer mußten kommen, die es kraft ihrer Persönlichkeit und kraft ihrer Autorität und insbesondere kraft der Größe ihres ehrlichen Wollens fertigbrachten, innerhalb kürzester Frist alle Konfliktsstoffe zu beseitigen, Ruhe und Ordnung in die Dinge hineinzubringen und eine sichere Entwicklung für die Zukunft zu gewährleisten: Adolf Hit kannte Führer des deutschen Volkes, und Joseph Pilsudski, der große und ehrwürdige Marschall Polens. Beide Soldaten und unvoreingenommen und geradlinig in ihrem Wesen. Wahrlich, zwei Männer, so überragend unter den Großen der Welt, daß ich es wohl verstehen kann, wenn andere Völker uns um diese beiiun Süher beocben. daß der Wille einer Mehrheit nach Sitte und Gesetz zur Geltung gebracht werden soll. Das Verhalten des Hohen Kommissars in Danzig geht aber darauf hinaus, diesen satz der Demokratie zu mißachten und einer sich destruktiv betätigenden Minderheit, die in sich selbst zerrissen ist, die Möglichkeit zu geben, die verfassungsmäßig geschaffene Mehgheit in schamlosester Weise zu terteristeren. Durch die Taktik Ihres Kommissars, meine Herren, ist ganz von selbst eine Einstellung gegen diesen Mann entstanden, eine Einstellung, an der nicht die Danziger Regierung schuld ist, sondern einzig und allein der Mann, der die Mentalität der deutschen Danziger Bevölkerung nicht begreift, zumal er nicht einmal ihre Sprache kennt. Wenn Sie nicht glauben, daß das, was ich Ihnen eben als Danziger offen und ehrlich ins Gesicht gesagt habe, wahr ist, so bin ich bereit, Ihnen den realen Beweis für meine Behauptungen zu bringen. Wenn Sie wollen, werde ich innerhalb kürzester Frist eine Volksabstimmung in der Freien Stadt Danzig veranlassen, bei welcher die Danziger Bevölkerung selbst in vollkommen freier und geheimer Abstimmung zum Ausdruck bringen soll, ob sie mi dem Wirken Ihres Vertreters einverIch wil jedoch nicht mich dem Vorwurf aussetzen, daß ich Ihnen heute lediglich Wünsche und Sorgen der Danziger Regierung und der Danziger Bevölkerung vor Augen geführt hätte, ohne selbst in der Lage zu sein, einen Ausweg aus dieser Situation weisen zu können. Auswege sind in verschiedener Richtung hin zu finden. Zum Beispiel: der Hohe Rat des Völkerbundes entsendet nach Danzig einen neuen Kommissar mit der Anweisung, ebenso wie alle früheren Kommissare sich innenpolitisch vollkommen zurückzuhalten und der Größe seiner Stellung und seines Auftrages im außenpolitischen Leben Danzigs gerecht zu werden. Hierbei möchte ich offiziell und mit allem Nachdruck betonen, daß ich ermächtigt bin, im Namen der Danziger Regierung die Erklärung abzugeben, daß bei dieser Neuordnung der Dinge sowohl alle aus allen Verträgen und Abkommen resultierenden Rechte der polnischen Minderheit im Gebiet der Freien Stadt Danzig als auch ebenso alle Rechte für den polnischen Staat unangetastet Oder ein anderer Ausweg wäre der, daß der Hohe Rat des Völkerbundes den Beschluß faßt, bei der bevorstehenden Neuordnung und Reform des gesamten Völkerbundes überhaupt keinen Kommisser mehr nach Danzig zu entsenden. Die vom Völkerbund nach wie vor auszuübende Garantie könnte alsdann in eine direkte Unterstellung und persönliche Verantwortlichkeit des Präsidenten des Senats als Regierungschefs dem Völkerbund gegenüber übergeleitet werden.“ Nach Uebersetzung der Rede erklärte Eden, daß man Danzig aus Höflichkeit und nicht etrg regen einer Aktion gegen Danzig eingeladen habe.. kerbundsrat könne sich um übrigen nicht mit ven#### neren Angelegenheiten Danzigs beschaftigen. Er habe nur einen allgemeinen Auftrag auszuführen. Greiser Teschimzft Anerhörte Zwischenfälle und kallich Terreh. im Völkerbundsgebäude Nach der Rede Greisers kam es zu unerhörten Zwischenfällen. Der Senatspräsident war während idigenden Zwischenrufen unterbrochen worden. Als Präsident Greiser sich vom Ratspräsidenten und dem polnischen Außenminister Beck mit dem Deutschen Gruß verabschiedete, ertönten wiederum auf der Pressetribüne höhnische Zwischenrufe. Als Greiser dann beim Verlassen des Saales an der Pressetribüne vorbeiging, gab er seiner Phepggiegz##rch ringschätzige Handbewegung ernnich Ausbruck. Darauf erhob sich auf den vollbesetzten Bänken der internationalen Presse ein wüster Lärm. geaglen Als Präsident Greiser den Sitzungssaal Anssen hatte, wurde er von zahlreichen internationalen Journalisten und Tribünenbesuchern, unter denen sich auff lend viele Inden befanden, umringt und mit Schmährufen überschüttet. Der offizielle Vertreter der Freien Stadt Danzig, der in amtlicher Mission in Genf weilte, wurde sogar tätlich bedroht. Die Ruhe, die Greiser an den Tag legte, steigerte noch die Wut derjenigen, die ihn umdrängten. Ein Beamter des Völkerbundssekretariats richtete an den Präsidenten der Freien Stadt das unerhörte Ansinnen, durch eine Hintertür das Völkerbundsgebäude zu verlassen. Greiser weigerte sich, indem er erklärte:„Ich bin durch den Haupteingang in dieses Gebäude hineingekommen, und ich werde es auch auf jeden Fall wieder durch den Hauptausgang verlassen.“ Der Senatspräsident blieb noch etwa 10 Minuten in der Wandelhalle und verließ dann mit seiner Begleitung das Völkerbundsgebäude durch den Hauptausgang. Schon als Greiser am Samstag nachmittag das Gebäude betrat, war es zu einem unerquicklichen Vorkommnis gekommen. Beim Betreten des Gebäudes wurden ihm von Saaldienern Schwierigkeiten gemacht, obwohl er sich ordnungsgemäß angemeldet hatte. Greiser protestierte vor dem Völkerbundsrat energisch gegen dieses unerhörte Verhalten. Von seiten des Völkerbundssekretariats sind diese Vorfälle damit entschuldigt =worden, daß man besondere Sicherheitsmaßnahmen gerade zum Schutz Greisers getroffen habe und daß die Kontrolle am Eingang des Gebäudes besonders verstärkt worden sei, um auf alle Fälle Kundgebungen gegen die Danziger Vertreter zu vermeiden.(!) Eine Entschließung Der polnische Außenminister Beck verwies kurz auf die schon vorgelegte Entschließung. In ihr wird behauptet, daß dieser Zwischenfall einen internationalen Charakter habe. Unter Hinweis darauf, daß Polen die außenpolitische Vertretung Danzigs obliegt, wird in der Entschließung der Vertreter Polens beauftragt, auf diplomatischem Wege den Zwischenfall zu regeln dem Völkerbundsrat bei seiner nächsten ordentlichen Tagung Bericht zu erstatten. Der polnische Vertreter erklärte, daß er dies für praktisch halte. Im übrigen sei es ungerecht, dem Rat und dem Berichterstatter Voreingenommenheit vorzuwerfen. Zu den allgemeinen Problemen, die der Senatspräsident Greiser angeregt habe, behalte er sich ausdrückliche Bemerkungen zu einem Zeitpunkt vor, den seine Regierung für richtig erachte. Gewaltiger Eindruck in Genf Die große Rede, die der Danziger Senatspräsident Greiser am Samstag in der Ratssitzung gehalten hat, hat auf die Mitglieder des Rates und auf den Publikums= und Pressetribünen einen ungeheuren Eindruck gemacht und großes Aufsehen erregt. Greiser sprach mit großer innerer Leidenschaft. Je mehr er seine Anklagen gegen den Völkerbund und seinen Vertreter in Danzig steigerte, um so größer wurde die Betretenheit auf den Gesichtern der Ratsmitglieder, die mit einer solchen Rede offenbar nicht gerechnet hatten. Schon nach den ersten wuchtigen Sätzen Greisers steckten die Mitglieder des Rates und der Abordnungen die Köpfe zusammen. Sichtlich beeindruckt hörte der Danziger Völkerbundskommissar Lester zu. Der Ratspräsident Eden sprach hier und da mit dem französischen Außenminister Delbos und dem Generalsekretär des Völkerbundes Avenol, der vollkommen die Fassung verloren zu haben schien. Eine starke Bewegung ging durch den Saal als Greiser mit erhobener Stimme den Ratsmitgliedern zurief, daß die Bevölkerung der Stadt Danzig nicht gewillt sei, auf alle Ewigkeit ihr Schicksal an das des Völkerbundes zu ketten. Angeheure Begeisterung in Danzig dnb Danzig, 5. Juli. Die mannhafte Rede des Danziger Senatsprästdenten Greiser vor dem Völkerbundsrat ist von der Danziger Bevölkerung mit unbeschreiblicher Begeisterung ausgenommen worden. Die Lautsprecher, durch die die Rede Greisers in ihren wesentlichen Teilen verbreitet wurde, waren von dichten Menschenmassen umlagert, die immer wieder in spontane Begeisterungskundgebungen ausbrachen. Vor allem in bei dem schönen Sommerwetter lebhafter Verkehr herrschte, nahm die Begeisterung der Massen fast beängstigende Formen an. Die Extrablätter des nationalsozialistischen„Danziger Vorposten“ mit den Berichten aus Genf wurden den Verkäufern aus den Händen gerissen. Ueberall sammelten sich Gruppen, die die Rede des Senatspräsidenten lebhaft besprachen und Heilrufe auf Greiser sowie auf den Führer und das nationalsozialistische Deutschland ausbrachten. Der Vorschlag Greisers an den Völkerbund, eine Volksabstimmung über den Völkerbundskommissar in Danzig zu veranstalten, wurde mit wahren Stürmen der Begeisterunz aufgenommen. K Seite 2 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger# Montag, 6. Juli 1936 Der zweite Tag der Zehnjahresfeier „Wemnur hal sens dratsche Tereutung=Wirrer Die historische Tagung im Deutschen Nationaltheater— Der Führer über das Wesen der nationalsozialistischen Parteitage und die inneren Gesetze der Partei nen. Sie und unser neues Deutschland und in diesem neuen Deutschland unsere deutsche Stadt Weimar Heil! Heil! Heil! (Tiefergriffen von der Größe dieser Stunde erheben sich die alten Kämpfer im Nationaltheater und jubeln dem Führer in unbeschreiblicher Begeisterung zu.) Historischer Marsch— Hstorische Rund gedung Weimar, 4. Juli. Mit der historischen Tagung im Deutschen Nationaltheater, wo vor zehn Jahren die Getreuen Adolf Hitlers versammelt waren, begann der zweite Tag der Zehnjahresfeier des ersten Reichsparteitages. Auf der Bühne hatten die Blutfahne und die vor der Machtergreifung verliehenen Feldzeichen Aufstellung genommen. Davor saßen die Reichs= und Gauleiter. Gauleiter Sauckel hielt die Begrüßungsansprache. Er wies auf den Siegesflug der stolzen Standartenadler hin und hob die Treue als Fundament der Bewegung hervor. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, erinnerte daran, welch reiches Erleben mit den letzten zehn Jahren hinter uns liegt. Am Anfang habe der Führer und am Ende Deutschland gestanden. Er schilderte die Tagung von 1926 als eine Demonstration des Trotzes, die den Wiederanstieg der Partei einleitete. Damals wurde die Zersplitterung der völkischen Bewegung beendet.„Die alten Ideale“, so betonte er, werden auch in Zukunft Deutschlands Ideale sein; denn Deutschland wird leben, weil das Schicksal ihm einen Adolf Hitler gab. Große Rede des Führers Dann sprach der Führer, an den entscheidenden Stellen immer wieder von Beifall unterbrochen. Ausgehend von einem Vergleich der nationalsozialistischen Parteitage und jenen der vergangenen Parteien= welt, die er ebenso sarkastisch wie treffend als Demonstrationen der eigenen Unfähigkeit und abschreckende Schaustellungen kleinlichen Parteigezänks kennzeichnete, gab der Führer zunächst eine historische Darstellung des Ursprungs und der Entwicklung der Parteitage der NSDAP. Der Führer kennzeichnete dann die inneren Gründe der organisatorischen Aufteilung der Parteitage in den Delegiertenkongreß und die Sondertagungen.„Es ist“, so erklärte der Führer unter stürmischem Beifall, auf unseren Parteitagen, glaube ich, mehr an Weisheit produziert worden als auf sämtlichen bürgerlichen und marristischen Kundgebungen der Vergangenheit zusammen. Alle jene Parteigenossen, die einmal im Jahr aus ihren kleinen Orten zu einem Reichsparteitag zogen, wurden nicht erfüllt mit Zweifeln, mit Unklarheit, die sich aus Einwendungen der Opposition, aus Diskussionen usw. hätten ergeben können, sondern sie kehrten zurück erfüllt mit einem neuen blinden Vertrauen und neuer, unerhörter Zuversicht.(Tosender Beifall.) Wenn der kleine Mann, der aus seinem Kreise aus seinem Dorfe, aus seinem kleinen Marktflecken einmal in diese geistige Zentrale der Bewegung kommt, dann will'er dort nicht das Gezänk zwischen einzelnen Führern hören, die sich nicht verstehen können oder wollen, sondern er will in diesen Tagen für seinen schweren Kampf draußen eine neue Stärkung erhalten.(Brausender Beifall) Er will die Ueberzeugung mit hinwegnehmen:„Meine Führung weiß, was sie will! Denn wenn sie nicht weiß was sie will, wie soll ich es dann wissen, wie sollte ich dann darüber entscheiden?" (Stürmische Zustimmung.) Diese Männer kamen zu den Parteitagen, um wieder einmal aufgerichtet zu werden.“ Der oberste Grundsatz der Bewegung Anschließend erklärte der Führer die Bedeutung der Sondertagungen, die dem Kongreß angegliedert sind und ihn ergänzen:„Zweck dieser Sondertagungen ist es, bestimmte Probleme rein sachlicher Art zu behandeln, wobei auch hier der Grundsatz berrscht: niemals wird durch Mehrheitsbestimmungen ein Beschluß gefaßt! Niemals! Der Leiter der Sondertagung hört sich verschiedene Meinungen an und trifft dann seinerseits eine Entscheidung. Es gibt keinen Entschluß, für den nicht einer die Verantwortung zu tragen hat. Das ist das oberste Prinzip unserer Bewegung(stürmische Zustimmungskundgebung). Es ist das Prinzip einer altgermanischen Demokratie, das nicht Verantwortung nach unten und Autorität nach oben kennt, sondern das nur kennt Autorität nach unten und Verantwortung nach oben!(Stürmischer Beifall.) Die höchste Stelle ihrerseits erkennt dann als ihre oberste Instanz wieder an das gesamte deutsche Volk, dem zu dienen wir uns alle verpflichtet und auch verantwortlich fühlen.“ Warum Abstimmungen? Die Rede des Führers steigerte sich hier zu einer eindrucksvollen geistigen Abrechnung nationalsozialistischer Volksführung mit dem Mehrheitsprinzip der parlamentarischen Demokratie: „Ueber Dinge, die klar sind, braucht man nicht abzustimmen. Man braucht also nur abzustimmen über Dinge, die unklar sind. Welche Dinge sind unklar und für wen sind sie unklar? Es gibt Dinge, die auch der geistigen Führung einer Bewegung oft in ihrer Erkenntnis und Lösung Schwierigkeiten bereiten, die also auch den bedeutendsten Köpfen einer Bewegung— daß an der Spitze einer Bewegung nicht die Dümmsten stehen, darf ja wohl vorausgesetzt werden— nicht klar sind und über die dann Zweifel oder verschiedene Meinungen bestehen. Das sind also die Fragen, über die abgestimmt werden soll. Wer sollte nun darüber abstimmen? Die Massen der Parteigenossen? Aufgaben oder Fragen, über die sich die besten Köpfe der Partei vielleicht nicht ganz klar sind, sollten also nun von diesen Köpfen selbst einem mit diesen Fragen überhaupt nicht befaßten weitesten Kreise zur Abstimmung unterbreitet werden? Damit würde der Politiker auf die geistige Führung überhaupt verzichten; denn dann müßte logisch auch die Masse führen. Wer trägt aber dann die wahre Verantwortung? Halten Sie es für möglich, daß eine wirkliche Persönlichkeit eine Verantwortung übernehmen wird die ihr von irgendeiner Majorität aufoktroyiert wird? Man wird sagen, daß die bürgerliche Welt und der Marrismus das doch so gemacht haben. Gewiß, aber wir haben auch den heroischen Ausgang dieser Experimente erlebt. Sie haben ausgeführt, was ihnen die Masse befahl, aber sie haben nie den Mut zur Uebernahme der Verantwortung gehabt. Die Folgen dieses falschen Prinzips liegen auf der Hand, es war überhaupt niemand da, der nun bereit war, eine Verantwortung zu übernehmen. Wenn niemand die Verantwortung zu übernehmen bereit ist, führt das zur Vernichtung jeder Autorität und damit aller Persönlichkeitswerte. Eine wirkliche Persönlichkeit konnte unter diesen Umständen gar nicht in Erscheinung treten. Und wenn man sagt: ja, Sie lassen ja auch abstimmen. Ja! Niemals aber über Detailfragen, sondern stets nur über ganz große, dem ganzen Volke sichtbare Aufgaben! Das heißt: ich erwarte, daß, wenn ich für das deutsche Volk einen Schritt in der Wiederherstellung seiner Ehre oder seiner Freiheit tue, das Volk ihn versteht und dann hinter mich tritt.(Minutenlange Zustimmungskundgebungen brausen durch den Saal.) Ich werde auch dann nicht etwa sagen, ich möchte gern diesen Schritt tun, aber erst muß ich gedeckt werden, erst muß abgestimmt werden und dann erst, wenn die Abstimmung gut verläuft, dann werde ich diesen Schritt wagen! Nein! Das wird eine wirklich nationalsozialistische Führung nicht tun! Sie wird ihre Entscheidung treffen und allenfalls hinterher erklären: Volk, wir haben nach bestem Wissen und Gewissen diese Entscheidung getroffen: Bitte, nun urteile! Und wir wissen ganz genau, wie dann das Volk urteilt. Je mehr man nämlich das Volk anruft, in Wahlen zu den es am tiefsten bewegenden gewaltigen Fragen Stellung zu nehmen, und je mehr ein Volk zum Bewußtsein kommt, daß es wirklich eine entschlossene Führung an der Spitze hat um so entschiedener wird es dann hinter seine Führung treten. Denn das Volk ist in seinem Kern urgesund. Schlechte Systeme oder schlechte Führungen waren selbst in Jahrtausenden nicht in der Lage, diesen gesunden Kern abzutöten. Aber man könnte nun sagen: Irgendwie ist das doch eine Regierung ohne Volk. Nein! Das würde dann der Fall sein, wenn ein einzelner Mann sich anmaßen wollte, an die Spitze der Nation zu treten und zu erklären: Ich regiere. Da könnte man mit Recht fragen:„Warum regierst du? Wieso regierst du? Und weshalb regierst du? Jeder könnte ja nun hintreten und das gleiche verkünden": Nein, die Partei steht als lebendiger Volksorganismus hinter dieser Führung! Sie ist das Volk! Sie ist die Organisation der politischen Führung des Volkes, und sie ist dabei, genau wie alles im Leben, das Ergebnis eines bestimmten Ausleseprozesses. In ihr ist alles das aus dem Volk herausgelesen und zusammengefaßt, was überhaupt in politischer Richtung veranlagt ist, was irgendwie die Empfindung im Innern trägt, sich politisch betätigen zu müssen. Die Parkel als Audiefeerhantsutten Die Partei ist in ihrem Aufbau eine Auslese der politischen Elemente unseres Volkes. Sie ist damit die Führung und tatsächlich die Gesetzgebung. Der Staat ist die Verwaltung, und ihm obliegt die Exekutive. Die Partei als Ausleseorganisation erfüllt damit alle Voraussetzungen für eine wirklich volksverbundene Regierung, denn der ganze Apparat, der an der Spitze des Staates und Reiches steht, läuft von unten bis nach oben durch diese Bewegung. Wenn jemals von einer Bewegung behauptet werden kann, sie sei nicht auf zwei Augen aufgebaut, dann gilt das von unserer Bewegung. Gewiß, ich habe sie ins Leben gerufen. Allein die Grundsätze, nach denen sie wurde, haben mir dann allmählich eine Unzahl von besten Menschen an die Steite gestellt. Und wir sind eine unzerstörbare Gemeinschaft geworden. So entstand diese wunderbare, unzerstörbare Gemeinschaft zwischen oberstem Führer, seinen Mitarbeitern und der ganzen Gefolgschaft. Diese Führung kann niemals entbehrt werden. Damit aber ist die Partei ewig. Die Bedeutung des parteitages von Weimar liegt für uns darin, daß wir damals hierherkamen, um in einer sehr schweren Zeit all die treuen, braven, kleinen Parteigenossen, die aus dem ganzen Reiche kamen, wieder mit neuem Glauben zu erfüllen. Wir wollten ihnen zeigen: Euer Kampf geht nicht für eine verlorene Sache! Die Bewegung steht wieder! Wir haben die Freiheitsfahne entrollt, und es ist uns damit gelungen, eine deutsche Stadt, eine Metrovole deutschen Geistes, deutscher Wissenschaft, deutscher Kunst, wieder zu rehabilitieren. Wie so oft haben unsere Gegner es auch damals verstanden, gerade die Stadt zum Tummelplatz ihrer moralischen und politischen Exzesse zu erniedrigen, die einst ein Höhepunkt deutschen Geisteslebens war. Sie mußten mit der erbärmlichen, von einem Juden fabrizierten Verfassung nach Weimar gehen, um hier auch noch eine deutsche Kulturstätte zu schänden. Es ist für uns ein Triumph gewesen, in diesem Raum, wo die Genossen der Erbärmlichkeit, der Feigheit und der Korruption tagten, die Wiederauferstehung unserer Bewegung zu feiern. Wir sind nicht zurückgewichen, wie so manche Bürgerlichen, die sich fürchteten vor diesen Gegnern, wir sind dort hingegangen, wo sie sich eingedrängt hatten. Und wir haben sie wieder hinausgefegt und haben damit Weimar wieder zu einer deutschen Bedeutung erhoben! Und so wie damals das Weimar des Jahres 1919 zu Weimar von 1926 wurde— es erscheint uns das fast von symbolhafter Bedeuso ist das Deutschland von 1918 zum Deutschland von heute emporgestiegen! Unter solchen Eindrücken und mit diesem Empfinden sind wir hierhergekommen, um den stolzen Tag von damals wieder gemeinsam zu feiern und zu erleben. Ich bitte Sie am Schlusse dieser Tagung, sich zu erheben und mit mir derer zu gedenken, die damals mit uns kämpften und heute nicht mehr bei uns sein könAm Samstag nachmittag fand der historische Marsch der Führerschaft der NSDAP., der alten Garde und der Teilnehmer des Jahres 1926 statt. Die Straßenzüge, durch die der Marsch führte, waren umsäumt von Tausenden von Menschen, Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, gab das Kommando zum Abmarsch. Der Blutfahne nach setzte sich dann der lange Zug vom Bahnhof aus in Bewegung und marschierte die Straßen entlang, die 1926 jene Kämpfer für Adolf Hitler durchschritten. Ueberall wurde der Zug, an dessen Spitze Rudolf Heß marschierte, mit Begeisterung begrüßt. Der Blutfahne nach marschierten die Reichsleiter, die Führer der Formationen und der Gliederungen der Bewegung. Die silbernen Adler belebten das Bild des„Braunen Zuges“. Ueber 500 Standarten der SA., der SS. und des RSKK. wurden mitgeführt. Ein Bataillon des SS.=Regiments marschierte danach. In ihrem Marsch= schritt zeigte sich der Rhythmus der 4200 Marschteilnehmer von 1926. Den Schluß des Zuges bildeten Ehrenstürme der SA., SS. der RSKK. und wiederum einige Kompanien des SS.=Regiments. Am Marktplatz nahm Adolf Hitler wie vor zehn Jahren den Vorbeimarsch ab, bei dem damals zum ersten Male der Deutsche Gruß ausgetauscht wurde. Darauf wurde Aufstellung genommen zu der historischen Kundgebung. Der Marktplatz hat, um sein Gesicht gegen die damalige Zeit nicht zu verändern, keine Tribünen erhalten. Er prangt aber in fabelhaftem Schmuck. Alle Dächer und Fenster sind mit Menschen besetzt. Tannengebinde mit goldenen Schleifen überdecken das Rathaus. Ein Wald von Fahnen weht rundum an den Gebäuden. Kein Fenster ohne Fahne oder Fahnenbehang. Schon lange vor Beginn der Kundgebung hatte sich auf dem Marktplatz und den anliegenden Straßen eine vieltausendköpfige Menschenmenge eingefunden. Um 14.20 Uhr ging eine lebhafte Bewegung durch die Menge, und stürmische Heilrufe ertönten: der Führer verließ das Hotel„Elefant". Trommelwirbel wurde von fern hörbar, kam näher und näher, und dann hatte die Spitze des Zuges den Marktplatz erreicht. Der Stellvertreter des Führers erstattete dem Führer Meldung und nahm mit dem thüringischen Gauleiter neben dem Wagen des Führers Aufstellung, an dem nun die Kampfgetreuen mit ihren alten Sturmzeichen, blumengeschmückt vorbeimarschierten. Mit erhobenem Arm grüßte Adolf Hitler seine getreuen Kämpfer. Freude und Stolz spiegelten sich in seinen Zügen. Und immer wieder brandeten die Heilrufe der Tausende empor. Nach dem Badenweiler=Marsch eröffnete Gauleiter Sauckel die Kundgebung mit einem Gruß an den Führer. Dann sprach, wie vor zehn Jahren, Gauleiter Streicher, um noch einmal jene Zeit des Kampfes und Ringens der Bewegung in der Erinnerung wachzurufen."„Ein Jungbennnen“, so sagte der Gauleiter,„ist diese Bewegung. Bleibt ihm treu und marschiert in die Zukunft hinein. Ich bin überzeugt, wenn wir in zehn Jahren wieder hier versammelt sind. dann wird vielleicht Weltgeschichtliches geschehen sein!“ Nach dem Gesang des Niederländischen Dankgebetes schloß Gauleiter Sauckel die historische Stunde mit einem Sieg=Heil, Kampf=Heil und Hitler=Heil! Aeschluß dre Wennater=Ernerungepurtenaor! Appell der Ehrenformationen— Massenkundgebung im Stadion dnb Weimar, 5. Juli. Ein machtvoller Auftakt des dritten Tages der Zehnjahresfeier des ersten Reichsparteitages 1926 war im Schloßpark zu Tiefurt bei Weimar der große Appell der Ehrenformationen der SA., SS., des RSKK., des Arbeitsdienstes aus dem Reiche und der Formationen des Gaues Thüringen. In Reih und Glied stand der Heerbann der Formationen angetreten. Von hohen Fahnenmasten wehten rings um den Platz die Symbole der nationalsozialistischen Bewegung. Auf der Ehrentribüne, die vom Hoheitszeichen der Partei gekrönt war, beherrschte der Block der Standarten das Bild. Der Führer schritt unter stürmischen, begeisterten Zurufen durch die Mittelstraße des Aufmarschgeländes zur Tribüne. Darauf marschierte die Leibstandarte, voran die Blutfahne, ein, um in der Mittelstraße Aufstellung zu nehmen.„Volk ans Gewehr“ erklang; dann grüßte der Führer seine Kampfgenossen, und die Zehntausende entboten ihrem Führer ihren Gruß:„Heil, mein Führer.“ Hierauf gedachte Rudolf Heß jener Männer, die für ein neues Reich ihr Leben gaben und die durch ihren Opfertod bewiesen, daß die Forderung„Treue bis zum Tode“ keine leere Phrase blieb. Die Standarten und Fahnen senkten sich, Flammen loderten von den Pylonen und die Weise vom guten Kameraden vereinte alle zum stillen Gedenken an die Gefallenen. Nun gelobten nacheinander Korpsführer Hühnlein Reichsführer des Reichsarbeitsdienstes Hierl, Reichsführer SS. Himmler und Stabschef Lutze im Namen ihrer Männer dem Führer erneut unwandelbare Treue. Nach dem Badenweiler=Marsch hielt der Führer, jubelnd begrüßt, eine Ansprache an seine Getreuen. Er würdigte den Opfergeist der Männer des ersten Reichsparteitages 1926 in Weimar, deren höchster Lohn die Erinnerung sei, damals mitgekämpft zu haben. Stürmischer Jubel füllte das Feld, als der Führer davon sprach, daß in den kommenden zehn Jahren die Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung genau so jeder Gefahr trotzen und niemals kapitulieren würden, wie in den zehn vergangenen Jahren. Dann werde die Vorsehung auch weiterhin diesen Kampf segnen und die Bewegung und Deutschland stehen für alle Ewigkeit. Mit einem Sieg=Heil auf Deutschland, die nationalsozialistische Bewegung und das deutsche Volk schloß der Führer. Ein tausendfältiges Echo antwortete ihm. Nach den Liedern der Nation schloß Gauleiter Sauckel die Kundgebung mit einem Sieg=Heil auf den Führer und auf Deutschland. Und noch einmal jubelten die Tausende dem Führer zu. Vorbeimarsch am Karlsplatz Um 11.15 Uhr begann der Abmarsch der Formationen. Die Bevölkerung Weimars nahm, soweit sie nicht den Weg von Tiefurt durch die Webichtallee besetzt hatte, um dem Abmarsch der Formationen aus nächster Nähe beizuwohnen, an der Uebertragung der Feierstunde teil. die durch den Reichsautozug Deutschland auf alle Hauptstraßen und Plätze der Stadt erfolgte. Schon lange vor der für den Vorbeimarsch der Formationen am Karlsplatz festgesetzten Zeit war die gegenüber der Hauptpost aufgebaute Tribüne voll besetzt. Auf der Straße aber drängte sich die Menge. Gegen 12 Uhr, nachdem die Führerschaft der Partei eingetroffen war, kündigte eine von Straße zu Straße sich fortpflanzende Bewegung der Massen das Kommen des Führers an, der von seinem Wagen aus die anmarschierenden Kolonnen begrüßte. Die Männer, die schon seit Stunden in sommerlicher Hitze unterwegs gewesen waren, rissen sich zusammen und in ausgezeichneter Haltung und Disziplin zog ein gewaltiger Zug stundenlang am Führer vorbei. Heller Jubel brach stets los, wenn einer der in Zwölferreihen vorbeiziehenden Marschblöcke einen besonders frischen und strammen Eindruck hervorrief. Hinter dem als letzte Formation aus dem Stadion ausmarschierenden Bataillon des SS=Regiments, das unmittelbar vor der Tribüne Aufstellung nahm, waren 20000 Volksgenossen aus den größten Industriebetrieben angetreten, darunter solche aus den Zeiß=Werken und aus den Betrieben in Seebach, Ruhla und Mühlhausen. Ihre Betriebe haben ihnen zu dem Erlebnis verholfen, den Führer einmal aus nächster Nähe zu sehen und aus seinem Munde neue Ausrichtung für ihre weltanschauliche Haltung entgegenzunehmen. Die Abschlußkundgebung Der Erinnerungsparteitag in Weimar fand am Sonntag nachmittag seinen Abschluß mit einer Massenkundgebung auf allen Sportplätzen des Stadions und der Weimarer Sportanlagen. Wieder waren die Formationen, die Kampfgetreuen des Führers Mann für Mann aufmarschiert. Mit ihnen hatte sich eine vieltausendköpfige begeisterte Menschenmenge, Männer und Frauen aus dem Thüringer Land und dem Reich, eingefunden, um Zeugen dieser Schlußkundgebung zu sein. Tannengrün, Blumen und die Kampfzeichen der nationalsozialistischen Bewegung schmückten die Tribünen. Groß war die Zahl der Ehrengäste aus dem Herzen des Reiches und aus den Gauen unseres Vaterlandes. Unter ihnen sah man guch den Staatssekretär Gruppenführer Körner in Vertretung des während des Erinnerungsparteitages plötzlich verhinderten Ministerpräsidenten Göring. Gauleiter Sauckel eröffnete die Kundgebung. Darauf sprach Reichsminister Dr. Goebbels Einleitend erklärte er, daß Weimar neben München und Nürnberg zu den wenigen Städten in Deutschland gehöre, die den Nationalsozialisten besonders lieb und vertraut seien. Dr. Goebbels sprach von dem großen Erlebnis das diese Tage der Erinnerung für jeden alten Mitkämpfer bedeuteten, und führte die Gedanken der Teilnehmer in die Tage zurück, als der Nationalsozialismus die Macht übernahm. Damals habe die gegnerische Seite Inflation, Bürgerkrieg und Cha prophezeit. Was aber sei eingetreten?„Wir haben die Wirtschaft aufgebaut, wir haben die Arbeitslosigkeit bis auf einen kaum noch beachtlichen Rückstand überwunden. Wir haben den Bolschewismus, der uns damals den Kampf ansagte, beseitigt; wir haben an seiner Stelle eine Volksgemeinschaft aufgerichtet und Deutschland zu einem Hort der Ordnung, der Stärke und des Friedens gemacht. Wenn es heute überhaupt noch eine Hoffnung auf ein besseres Europa gibt, dann ist Deutschland dieser Hoffnung sicherster Garant!“ Dieser deutschen Insel der Ordnung, Ruhe und Disziplin stellte Reichsminister Dr. Goebbels die Wirren und Unruhen, Streiks und Aussperrungen in aller Welt gegenüber. Deutschland wolle nichts weiter als seinen inneren Aufbau fortsetzen. Wenn es sich eine Wehrmacht geschaffen habe, so nur deshalb, um diesem inneren Aufbau den nötigen Schutz zu geben. Mit stärkstem Nachdruck verwahrte sich Dr. Goebbels gegen, den Vorwurf, die nationalsozialistische BeFortsetzung auf Seite 6. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rud. Foeft, Kommunalpolttik und Stadtteile: I. V. Paul Borke, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolktik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schmidt, Gerichtsdienst und Briefkasten: Mar Flegel. Sport: Hans Hornberg, Anzeigen:, Kuri Schols, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin=Karlsdorst, Dönhoffstraße 19. Anrus Karlsbörst 0340. Berliner Anzeigenvertretung:„F. W. Pempe, BerlinCharlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf O 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlen 8 Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstaffel B.— DA VI. über 26.300. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Udr. Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten Rauschender Ausklang des Großen Volksschützenfestes 1936— Das neue Königspaar: Masor Dr. Willi Klute und Frau Elisabeth Köhler Großmut ziert jeden Mann, und den Schützen vor allem. Die Bochumer Schützen aber überluden sich fast mit solcher Zier, denn sie gestatteten, daß kaum 50 Meter vom Königsvogel entfernt,„dessen 95 sich längst schon im Todeskampf verzichtend zu neigen begonnen hatte, eine Schießbude im Kirmestrubel ihre Pforten geöffnet hielt.: Und— ei, der Daus! „Konkurrenzunternehmen“, erfreute sich lebhaften Zuspruchs, auch hier tobte um Tonpfeifen und Papierschmetterlinge erbitterter Kampf, als ginge es zwischen den Zeltwänden nicht weniger um Königswürde Diadem als oben zur Seite des Schützenhofes. Und doch, welch ein Unterschied! Geschossen ist doch nicht geschossen! Wie geht hier alles würdevoll zu, wie atmet hier jede Bewegung des Hauptmannes, der seine Schützen zum Stande befiehlt, gesammelte Ruhe und wahre Autorität. Es ist, als prallte der Lärm des Rummelplatzes an dieser Ruhe ab wie an einer unsichtbaren Mauer. Und doch ist das Schützenfest nicht zu denken ohne den Jahrmarktstrubel, und daß diese beiden Welten der gemessenen„Würde und der lärmenden Fröhlichkeit beim Bochumer Volksschützenfest so hart aneinanderstießen, erschien fast als glückliche Fügung. Der Rasen der Kompagniereviere unter den Bäumen des Schützenplatzes hat dem harten Tritt der Schützenstiefel schon tüchtig Tribut zahlen müssen, und der Boden vor der Theke der„Vierten“ schimmert in bräunlicher Nacktheit durch das spärlich gewordene Kleid des Rasens wie im Strafraum eines Fußballfeldes. Heute ist auch der Lautsprecher richtig in Tätigkeit gekommen, und der„Flachs“ sprießt mächtig aus der Membrane. Grade hat das Landesgruppenorchester des Deutschen Luftsportverbandes eine Atempause eingelegt, da fragt der Mann am Mikrapheg den Kapellmeister:„Zu wie vielen seid Ihr, Meister Roy?“ — Der läßt rasch abzählen(der dicke Trommler und sein Freund vom großen Horn trinken schon aus in Erwartung dessen, was da Neues kommen soll) und ruft die Zahl hinauf:„Zperppigenzi.— Kommt die Rückfrage:„Sie, seton mtgezagtt:. „Selbstverständlich!“(Der Wirt hat die ersten acht Pils schon gezapft.)— Ertönt die Stimme durch den Lautsprecher: Na ja, dann weiß sch, jsa, Bescheid, wenn mich mal jemand danach fragen sollte.“ Der Wirt verkaufte die acht Pils anderweitig, und die Musiker sandten giftige Blicke zum Mikrophon. Der Schütze und das Geld Der Kummer läßt sich auch durch das Holzgewehr des Postens vor den Kompagnierevieren nicht schrecken, er findet seinen Weg selbst durch blauweiße Ehrenpforten und ins Herz braver Bochumer Schützen. Ich weiß, daß es so ist, von einem, dessen blauweißes Herz von Schmerz zerrissen war: Er hatte durch seiner Hände redlichen Fleiß einen braunen ZwanzigmarkEs gibt ein altes Wort— und es liegt ein guter und tiefer Sinn darin—, das sagt: beas de Sicaitene Legelt sd uis dauen du. Seithiur schalce densdten den denl Bochumer Schüiten wieder neuen großen Tagen der blauweißen Sache entgegenträunen, dann Bace Sehalten in den Buld, das boit en Sonslan laten: Ein grauet Jechentonr mit feichen Grün und blauweißen Wimpeln zur Ehrenpforte Bochumer Heimatstolzes gemacht! Und alam Nachmitag des Samstags der Krönungszug im Weichbild der Stazt, eintzaß, gg. chpgge sendes Schasen und vollestige Freude verdanden sch zu wundervoller Harmonie: Ein Lächeln aus blühendem Traum um die Lippen und glühend dem Kampf hingegeben—.— Bochum hatte seinen Freudentag. Der glückliche Schützenkönig nach dem Meistertreffer schein verdient, mit dessen allmählicher Verwandlung in gelbschäumendes Bier er den letzten und größten Schützenfesttag mit strahlendem Glanz mehr zu umgeben gedachte, als es mit Hilfe des Fünfmarkstückes möglich gewesen wäre, von dessen Existenz und Zweckbestimmung auch seine wackere Ehefrau Kenntnis hatte. So hatte er denn am Freitag abend seinen Zwanzigmarkschein in die Tasche des„Poussiertüchleins“ gesteckt und schlief, von den Freuden des kommenden Tages träumend, fest und zufrieden ein. Als er aber am Samstag morgen, mit dem Umbinden des papiernen Schützenkragens vollauf beschäftigt, vor dem Spiegel stand, wurde er zweifelhaft, ob er auch die Schützenrosette noch im Anzug stecken hätte. Und so bat der Unselige seine Gemahlin, in den Taschen des Schützenfracks Nachschau zu halten. Dort fand sich die Posette, dort fand sich aber auch der braune Zwanzigmarkschein. So kam es, daß unser braver Schütze„ohne denselben“ zum Antreten der Kompagnien kam, und das bene Fünfmarkstück reichte kaum aus, seinen, Kumnmer zu ertränken. Dadurch, daß er die Geschichte leichtsinnigerweise seinen Kameraden zum besten gab, ward ihm auch nicht wohler, denn wenige Minuten später ward sein Mißgeschick schon durch Lautsprecher verbreitet, und sein weiteres Schützendasein glich an diesem Tage mehr einem Spießrutenlaufen durch ein Spalier hämischer Bemerkungen. Gegen 11 Uhr ward dem Vorsitzenden des Wetterund Presseausschusses, Hauptmann z. b. V. Anton Kaup, etwas mulmig um die grünweiße Rosette. Besorgt steckte er die Nase aus dem Revier und hatte dann anschließend eine sehr ernste geheime Besprechung mit der Wetterfirma, in welcher Besprechung er mit Nachdruck an die Einhaltung des für diese drei Tage geschlossenen„Stillhalteabkommens“ mahnte. So zogen denn die drohenden Wolken noch einmal vorüber, es blieb schön bis zum Nachmittag. Dann goß es für eine gute halbe Stunde in Strömen, und als dann ein lichter blauer Himmel sich über dem Schützenhof wölbte, deuteten die Mannen des Wetterausschusses stolz nach oben und sagten:„Gelernt ist gelernt.“ Den Gulaschkanonen entströmte gar lieblicher Duft, teils von Kalbsragout, teils von Pfefferpotthast herrührend. Des wurden die Zehn= und Elfjährigen unter den Schützengästen rasch inne, und was sie da zur Zeit des großen Schmausens nach dem Königsschuß an Behältnissen angeschleppt brachten, das würde zur Ausstattung des Museums einer mittleren Stadt bequem hinreichen, und die Abteilung„Vorgeschichtliche Eßgeräte“ würde dabei nicht mal schlecht wegkommen. Und der Koch gab ihnen reichlich. Immer wieder entleerte sich sein Schöpflöffel in die Schüsseln und Näpfe aus Glas, Ton und Emaille und aus dem Gebüsch„hörte“ man, mit welchem Appetit die zukünftigen Schützen aßen und wie es ihnen mundete. Einer Schützenkönigspaar nach der Einholung der Schützenkönigin Der Dank des Schützenkönigs(Mitte) nach der Krönung: rechts von ihm die Schützenee Son.. Zönigin, links vorn Stadtrat Stumpf .: Konpagnie), Frang Biermann(.), W. Patt(.) Kopf an Kopf drängten sich die Freunde der Schützensache während die Stadt Seite 4 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger" Montag, 6. Juli 1936 der kleinen Gäste stattete dann seinen Dank mit„klingendem Lohn" ab. Er nahm— ein Fünfjähriger— eine„Quetschkommode“ zur Hand und spielte das Bochumer=Jungen=Lied, daß den Mannen um Herbst und Roy der Neid aus den Augen sah. Das Glück mit Blau=Weiß Und dazwischen dröhnten die„dreifachen BlauWeiß", mit denen hier der Geburtstag eines Schützen, dort die Ueberreichung eines Geschenkes an das„Arbeitspferd der Kompagnie“, den schneidigen Adjutanten, seine rechte Weihe bekam, wie Donnergebraus durchs Revier. Wie dankbar müssen die Bochumer Schützen ihren Vorfahren sein, die 1829 Blau=Weiß zu den Bochumer Nationalfarben machten. Wenn der Chronist recht berichtet hat, war das Blau=Weiß damals durchaus nicht so ganz sicher. Beinahe wäre vor mehr als hundert Jahren Grün=Weiß=Rot für die Fahne herausgekommen: Grün von der alten Fahne der Junggesellen und den grünen Aufschlägen der blauen Uniform der Markaner Landwehr von 1813, Weiß von dem Buche im Bochumer Wappen, Rot vom Schachbalken im Wappen der Grafschaft Mark. Was für ein Glück, daß Blau=Weiß gesiegt hat, denn stellt euch vor, wie es klingen würde, wenn der Hauptmann ruft:„So entschädigen wir denn unseren lieben überzähligen Gefreiten Ullus dafür, daß er durch einen Druckfehler im Festprogramm zum gemeinen Schützen degradiert wurde, mit einem dreifach kräftigen GrünWeiß=Rot!“ Seht, da ist doch„Blau=Weiß“ ein anderer Schlachtruf, eine wuchtige Bekräftigung, ein Schlußpunkt, der besagt, daß an dem, was vorher gesagt wurde, nichts mehr zu rütteln ist. Blau=Weiß, Ullus! Ich sehe dich schon im nächsten Jahre unter den Unteroffizieren prunken.. 17u23 Es ist jetzt der Ort, an Hand der mitteleuropaischen Zeit den Ablauf der programmäßigen Ereignisse des Samstags zu schildern..30 Uhr: Weckruf. Dieser Programmpunkt ist insofern nicht unbedingt wörtlich zu nehmen, als ein Weckruf bekanntermaßen nur dann Zweck hat, wenn die zu Weckenden tatsächlich noch oder schon schlafen. Was die Bochumer Schützen betrifft, so ist in vielen Fällen der Ton auf„schon" zu legen. Trotzdem: der Weckruf erscholl, und er tat seine Wirkung dergestalt, daß bei der Paradeaufstellung auf dem Moltkemarkt, der seit einigen Jahren immer eine Menge des Schützenfestschimmers mitbekommt, die Front wie mit der Schnur ausgerichtet stand. Hinan ging's zum Schützenhof, mit einem Ziel, das des Schweißes der Edlen wert schien: Fortsetzung und Schluß des Vogelschießens! Wenn einst Odysseus auf seiner Irrfahrt ausgerechnet eine Taube zwischen den tückischen Felsen Scylla und Charybdis hindurchfliegen ließ(welchem sanften Vogel denn auch prompt von den nußknackerartig bewegten Felsen die Schwanzfedern abgeklemmt wurden), so mag er mit dem Orakel hadern, daß es ihn nicht die Taube durch einen Schützenvogel ersetzen hieß, denn die hölzernen Schwanzfedern dieses Aars wären geeignet gewesen, selbst dem Druck der tückischen Felsen zu widerstehen. Die Mengen Blei jedenfalls, die der Bochumer Schützenvogel am Gefieder seines untersten“ Körperteiles wirkungslos abprallen ließ, hätten genügt, mehrere Bleisoldatenregimenter auf die Beine zu stellen. Auch hier machte es nicht ein Kerntreffer allein, sondern der Schwanz mußte sozusagen mit dicht aneinandergereihten Schüssen abgesägt werden. Und dennoch: das Werk mußte vouender werden durch einen Volltreffer: Schütze Moritz Hünnebeck aus der 3. Kompagnie feuerte ihn ab und machte damit die Bahn frei zum entscheidenden Abschnitt des Kampfes: zum Schießen auf den Rumpf. Es waren feierliche Augenblicke, als die Eisenplatte, die wie eine sichere Brustwehr bisher den edelsten Teil, das Herzstück des Vogels, vor Verletzungen geschützt hatte, von kundiger Hand abgenommen wurde. Und nun prangte des bunten Vogels Brust im rot und gelb leuchtenden Gefieder, die Spannung wuchs von Sekunde zu Sekunde, die Zuschauer stiegen auf Tisch und Bänke, und die Bildberichterstatter stoben am Stand umher wie ein aufgescheüchter BienenDann krachten die ersten Schüsse gegen das edle Ziel. Unter dem bunten Federkleid trat schon nach wenigen Minuten das Fleisch, festes Holz, zutage. Es flogen die Späne, als die Volltreffer Zug um Zug saßen. Aber der Königsvogel war gewillt, seine Haut teuer zu Markte zu tragen. Endlich, die Sonne hatte den höchsten Punkt ihrer Tageslaufbahn erreicht, erzitterte die Luft vom Aufschrei der Menge:... es war Probealarm, noch war der nicht gefallen. Zwar war die eine Hälfte des Rumpfes abgesplittert zur Erde gesaust wie weiland der Türke zu beiden Seiten des Pferdes, aber noch war das schwerste Stück zu tun. Wieder trat Major und Bataillonskommandeur Dr. Klute an den Stand. Während er zielte, hätte man im Zuschauerrund eine Stecknadel fallen hören können. Da krachte der Schuß, da sank der Vogel ins Herz getroffen todwund zu Boden, Bochum hatte seinen neuen Schützenkönig! Unter dem unbeschreiblichen Jubel der Menge wurde der neue König auf die Schultern gehoben, die Kapelle setzte sich an die Spitze des Zuges und durch einen einzigen Ehrenbogen begeistert erhobener Hände zog der Schützenkönig 1936 in sein Reich ein. Im Revier der zweiten Kompagnie sprach der erste Vorsitzende des Schützenvereins, Stadtrat Stumpf dem neuen Bochumer Schützenkönig, Major und Bataillonskommandeur Dr. Willi Klute, die Glückwünsche aus. Die Zeit des Interregnums sei vorüber, Bochums Schützen seien stolz, wieder einen König zu haben, einen König nach ihrem Herzen dem sie gern und willig Treue gelobten, westfälische Treue, Bochumer Treue. Mit einem dreifachen„Blau=Weiß“, in das Schützen und Zuschauer begeistert einstimmten, wurde das Treugelöbnis bekräftigt.„Es lebe das Schützenfest 1936— Blau=Weiß", rief der König und dankte für die Huldigung seines Volkes.: Alter Schützentradition gemäß wählte er dann seine Königin. Frau Elisabeth Köhler erkor er sich zur Mitregentin, und alsbald sprengten die Herolde zum Tor heraus, der neuen Herrscherin die Nachricht zu bringen. Der Hofstaat setzte sich wie folgt zusammen: Hofdamen: Fräulein Carola Klute, Frau Apotheker P. Köhler, Frau Dr. Isbruch, Frau Geißler, Frau Hauptmann Müller; Kammerherren: Zahnarzt Dr. Franz Köhler(der Gatte der Königin), Hauptmann Müller, Apotheker P. Köhler, Dr. Isbruch, Herr Geißler Bel-h1, Dann schritt der König mit seinen Palaoinen zum Königsmahl im Schützenhof. Draußen hub zwischenzeitlich frohes, buntes Schützenlagerleben an, und die beiden Kapellen, das Landesgruppenorchester des Deutschen Luftsportverbandes unter Leitung von Musikzugführer Fred Roy und die Kapelle Herbit hatten wenig Zeit zum Verschnaufen. Alles ward bereit gemacht zum Empfang der Königin, und als die ersten Kutschen den Berg heraufbrausten, ballte sich die erwartungsfrohe Menge am Schützenhoftor zusammen. Als dann die Auserwählte des neuen Königs in prächtiger Kalesche durchs Tor fuhr, begrüßte sie der Jubel ihres begeisterten Volkes, dem ihr huldvolles Lächeln schönster Lohn war. Dann erreichte der Nachmittag einen neuen stolzen Höhepunkt: Feierliche Krönung des Königspaares Bis zum letzten Platz war die weite Halle gefüllt, als das Offizierskorps mit den Ehrendamen durchs Spalier schritt, und brausender Jubel erscholl, als das Königspaar die Stufen zur Empore hinaufstieg. Stadtrat Stumpf begrüßte den neuen König als einen Herrscher, wie ihn sich Bochums Schützen gewünscht hätten, einen König, der wisse, daß der Stadt Bochum nichts geschenkt werde, und daß Bochum sich jeden Fortschritt schwer erkämpfen müsse und der für die vaterstädtischen Belange seine ganze Kraft einsetze. Treue sei ein entscheidender Wesenszug der Westfalen, und auf die Treue der Bochumer könne der neue König Häuser bauen. Er schmückte ihn mit der altehrwürdigen Schützenkette, verlieh ihm den Orden des Schützenvereins 1388 und überreichte ihm den Silberbecher, von dem er hoffte, daß er oft in froher Schützenrunde kreisen möge. Der Königin wünschte er, daß sie auf dem Thron bald heimisch werde. Ihr drückte er das Diadem ins Haar, verlieh ihr den Orden und übergab ihr als Ehrengeschenk ein Diadem, das auch über die befristete Dauer ihres Schützenköniginnentums hinaus Andenken an das große Volksschützenfest des Jahres 1936 bleiben möchte. Bevor nun aber die Schützen wieder unter Gewehr traten, bevor wieder der Jubel aufklang, der das Königspaar wenige Minuten später begleitete, als es durch das Spalier der Menge, die sich Kopf an Kopf drängte, aus dem Saal schritt, nahm Stadtrat Stumpf die Ehrung der Schützen vor, die beim Preisschießen auf den Vogel erfolgreich waren, deren Schüsse den Vogel aus bestem Tannenholz Krone, Hals, Reichsapfel, Zepter, die beiden Flügel und schließlich den Schwanz gekostet hatten. Die Auszeichnungen erhielten: Leutnant Schütte(2. Kompag= nie), Leutnant Birkenfeld(1. Kompagnie), Leutnant Wille(3. Kompagnie), Leutnant Dr. Dierichs(4. Kompagnie), Leutnant Bergermann (2. Kompagnie), Hauptmann Wiegand(1. Kompagnie) und Schütze M. Hünnebeck(3. Kompag= nie). Und immer, wenn ein neuer Name aufgerufen wurde, wenn einer der Preisträger aus der Hand Stadtrat Stumpfs die Auszeichnung empfing, brach aufs neue der Jubel los.„„ Draußen aber scharrten die Pferde der Konigskutsche längst ungeduldig den Boden. Ein klarer, blauer Himmel, in dem einige weiße Wölkchen zufrieden schwammen, wölbte sich über Bochum, als der Krönungszug durch die Stadt angetreten wurde. Voran das Trommlerkorps und Musikkorps, die Fahne, die Königskompagnie, die den Rest des einstmals so stolzen Vogels mit sich führte, dann folgte, von vier edlen Rappen gezogen, der Wagen des Königspaares, gefolgt von den Wagen der Hofdamen und der Ehrendamen, den Wagen des Vorstandes, der Ehrenmitglieder und der Kammerherren. Und dann marschierten nacheinander die übrigen Kompagnien mit den Fahnen auf. Vom Schützenhof führte der Zug durch Kurfürsten=, Kaiser=Wilhelm=, Horst=Wessel=, Große Beck=, Rosen=, Bongardstraße über den Hellweg zum Graf=Engelbert=Brunnen, der historischen Stätte Bochumer Schützentradition. Durch die Kortumstraße führte der Weg, am Hause der Schützenkönigin vorbei, dessen Eingang mit frischem Grün und Lorbeerbäumen geschmückt war, durch die Brückstraße, Herner Straße, Vidumestraße, Blücherstraße zum KaiserFriedrich=Platz. Und wo immer der Zug in Sicht kam, stockte der Verkehr auf Straßen und Plätzen, und die Wogen der Freude brandeten hoch. Auf dem Kaiser=Friedrich=Platz fand die große Königsparade statt: Grüßend fuhr das Königspaar die Front der unter Gewehr angetretenen Schützen ab, dann öffnete sich das mächtige Viereck der Zuschauer zu einem Ausgang, die Rappen legten sich ins Geschirr und sprengten die Straße heraus zur Innenstadt zurück.„ Der Abend brachte dann mit dem Großen Krönungsball den Ausklang des Volksschützenfestes 1936. Schützenhof und Festzelt waren überfüllt und mußten in den späten Abendstunden geschlossen werden. Die weite Halle des Schützenhofes bot ein prächtiges, farbenfrohes Bild, als gegen 10 Uhr das Königspaar mit dem Hofstaat erschien. Der erste Vorsitzende des Schützenvereins, Stadtrat Stumpf, hielt die Begrüßungsansprache. Schützenkönig Major Dr. Klute dankte im Namen der Königin und im eigenen Namen für den überaus herzlichen Empfang, den das Königspaar in Bochum gefunden habe, und sagte, daß das Volksschützenfest 1936 sich den früheren glänzenden Schützenfesten Bochums würdig zur Seite stellen könne. Das Königspaar eröffnete dann den Ball mit dem ersten Tanz, dann folgten die Hofdamen und KammerDa nun der bisherige Major und Bataillonskommandeur Dr. Klute Schützenkönig geworden ist, wurde der bisherige Hauptmann Prinzenberg zum Major und Bataillonskommandeur ernannt. Während im Schützenhof und im Schützenzelt das festliche Treiben in vollem Gange war, fand draußen die feenhafte Stadtparkbeleuchtung die Bewunderung einer großen Zuschauermenge. Mit unzähligen bunten Lichtern war hier ein geradezu zauberhafter Eindruck erzielt worden. Und auf dem Festplatz drängte sich die Menge Kopf an Kopf, die Buden vermochten kaum dem Andrang zu widerstehen. Und immer noch fand Schießbude den stärksten Zuspruch, und daß die Bochumer Schützen auch„nach getaner Arbeit“ schießen wie die Wilddiebe. Und sie sangen. Gegen 3 Uhr tönte plötzlich ein Lied aus dem Schützenzelt, dessen Inhalt dem Kenner der Verhältnisse zunächst nur ein ungläubiges Lächeln ablocken konnte, welches Lächeln aber bei der Wiederholung der Liedzeile einer starken Bestürzung wich. Aus rauhen Bochumer Schützenkehlen tönte nämlich im Chor die Losung ins Freie:„Nach Hause!“— 3 Uhr, und nach Hause? Man traut seinen Ohren nicht. Und wieder schallt es nach draußen:„Nach Hause“. Ja, gibt's denn dös! Um 3 Uhr! Die nächste Zehntelsekunde brachte die Erlösung, denn mit volltönender Wucht ward das Lied zu Ende gesungen:„Nach Hause gehn wir nicht!“ Und also ward es gehalten. P. B. splin geblieben und kam in altem preußisch=deutschen Soldatengeist in das innerlich bereits zerrüttete Vaterland zurück, wo es in Gronau im Dezember 1918 aufgelöst wurde.....g Gashatmih Deutschlandlied, Horst=Wessel=Liev, Soidatenlieder, das Regimentslied stiegen. Erinnerungen wurden ausgetauscht. Es waren Stunden herzlicher Kameradentreue, die in der Erinnerung der Teilnehmer noch lange fortklingen werden. Schatzensen in Böchum=Dankaufti. Glänzender Verlauf— Krönung des neuen Königspaares Im Stadtteil Dahlhausen wehten am Sonntag die grünweißen Fahnen und Fähnchen im besonderen Maße und belebten das Straßenbild eindrucksvoll. Anlaß des Ausschmückens der Straßen war das diesjährige Schützenfest des Bürgerschützenvereins Bochum=Dahlhausen 03, das in allen Teilen schön verlief und im Geiste echter Schützenkameradschaft durchgeführt wurde. Der Bürgerschützenverein 03 leitete den feierlichen Tag mit einem Kirchgang im Gedenken an die im großen Weltenringen gefallenen Schitzenbrüherg, ein.n Kompagnien nahmen daran geschrossen teit, um Nachmittag wurde die eigentliche Schützenfeier mit dem Abholen der Königin Karoline I. eingeleitet. Gegen 17 Uhr wurde zunächst König Willi l. mit dem Wagen durch den Adjutanten Wilhelm Nöcker abgeholt, dann ging es zum Hause der Königin. nigin nahm neben dem König Willi I. Platz und kurze Fahrt ging zum Festlokal Josef Wibbecke an der Kassenbergerstraße, wo inzwischen die drei Kompagnien des Bürgerschützenvereins unter ihren Hauptleuten angetreten waren. Die erste Kompagnie wurde von Hauptmann Josef Wibbecke geführt, die zweite von Hauptmann Heinrich Nöcker und die dritte von Hauptmann Fritz Reppel. Oberst Wilhelm Braukemper als Vereinsführer konnte dem Schützenkönigspaar melden, daß das gesamte Bataillon angetreten sei. Dann schritt das neue Königspaar die Front der Schützen ab und hielt die Parade ab. Der Festsaal bot ein prächtiges Bild und zeigte neben den grünweißen Fahnen und Fähnchen viel Grün. Rechts neben dem Königspaar stand, von frischem Grün umrahmt, die Königsscheibe, auf der König Willi I. seinen Meisterschuß tat. Das Köstersche Streichorchester aus Linden bot einleitend schmissige Marschmusik, dann entbot Vereinsführer Oberst Braukemper allen Festteilnehmern und vor allem den Gästen ein herzliches Willkommen. Anschließend wurde die Krönung des neuen Königspaares vorgenommen. König Paul I.(Wirtz), der bisher die Königswürde bekleidete, überreichte dem neuen König Willi I. die Königskette. Der neuen Königin wurde ihr Diadem von den Ehrendamen überreicht. König Willi l. richtete an sein Volk eine kernige Ansprache und hoffte auf ein gutes Einvernehmen zwischen Königspaar und Volk. Vereinsführer Braukemper nahm dann ebenfalls nochmals das Wort. Der weitere Verlauf der Feier brachte noch verschiedene Ansprachen von Ehrengästen, dann verlebten die Schützen und die übrigen zahlreich versammelten Volksgenossen noch einige recht unterhaltungsreiche Stunden. Das Dahlhauser Schützenfest nimmt heute im Festlokal Wibbecke seinen offiziellen Ausklang mit dem Schützenkommers. Wohin gehen wir heute? Wiedersetzenrtag der„Inldläner Die 190er trafen sich in Bochum nasiasten, zeichnete trefflich die Stimmung, unter der sich die 190er jährlich einmal und dann alle fünf Jahre Auf großer Fahrt Die Abfahrt der Bochumer Kyffhäuser=Kameradschaft zum Reichskriegertag Am Samstag mittag begab sich der Kreisverband Bochum im Reichskriegerbund„Kyffhäuser" auf große Fahrt. Zur alten Soldatenstadt Kassel ging es, zum Reichskriegertag. Am Hauptbahnhof wartete ein langer Sonderzug von 21 Wagen. Für die Abordnungen der Kriegerkameradschaften aus der Innenstadt und aus den südlichen und westlichen Randbezirken mußten allein neun Wagen bereitgestellt werden. Hundert Kameraden hatten sich anfangs gemeldet und mehr als dreihundert waren gekommen. Man kann sich denken, daß Kreisführer Major a. D. Oberingenieur Bering auf seine Mannschaft stolz war. In einer solchen Stärke auf dem Kasseler Reichskriegertag vertreten zu sein, ist für Bochum höchst ehrenvoll. Von der Reichsbahn. Reichsbahnassistent Binkhoff in Blankenstein=Ruhr, früher Bochum, ist zum Reichsbahninspektor, Wagenaufseher Horstmann vom Bahnhof Bochum=Riemke zum Wagenmeister befördert. Angestellt sind die Bediensteten: Lokomotivheizer Zorn und Brake in Bochum=Langendreer. Assistent Josef Lutter ist als Dienststellenvorsteher von Bochum=Präsident nach Kirchhellen versetzt worden. Fahrer eines Motordreirades gesucht wegen eines Unfalles im Mai vor der Verwaltungsakademie Der Fahrer des Motordreiradwagens, der am 16. Mai, gegen 16.40 Uhr, auf der Wittener Straße, an der Straßenbahnhaltestelle Verwaltungsakademie, eine Frau und ein Kind angefahren hat, wird ersucht, sich umgehend auf Zimmer 90 des Polizeivräsidiums in Bochum, Uhlandstraße 85, zu melden. Der Fahrer ist etwa 28 bis 30 Jahre alt und von mittlerer Statur. Diebe erbeuten Bargeld Am 1. Juli, in der Zeit von 16 bis 18 Uhr, wurde aus einer Kaffeestube am Lohberg Nr. 60 ein Geldbetrag gestohlen. Am 2. Juli wurde in den Nachmittagsstunden aus einer Wohnung des Hauses Schmechtingstraße 32 ebenfalls ein Geldbetrag, und zwar eine größere Summe Wer kann zu diesen Diebstählen Angaben machens Zweckdienliche Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Aus der katholischen Gemeinde. Der Reichsverband des Kreuzbundes, eine Organisation der Karitas, dem auch die Bochumer Kreuzbund=Pfarrvereine angeschlossen sind, hält vom 10. bis 18. Juli in Essen seine rige Landestagung ab, an der auch Vertreter der Bochumer Vereine teilnehmen werden. Mit der Tagung ist zugleich das 40jährige Jubiläum des Kreuzbundes verbunden. Weihbischof Dr. Hammels(Köln) und Bischof Kaller(Ermland) werden zu der Tagung erscheinen. Bundesdirektor Czeloth(Berlin), der früher Vikar an der hiesigen Josephskirche war, wird mehrere Referate halten. In der Ferne vom Tode ereilt. Von einem schweren Schicksalsschlage wurde die Familie Hermann von der Drusenbergstraße betroffen. Der 13jährige einzige Sohn der Familie, der sich zu einem Landaufenthalt auswärts befand, kam durch einen tragischen Unglücksfall zu Tode. Der Verunglückte findet in der Heimat seine letzte Ruhestätte. Den hartgeprüften Eltern bringt man tiefstes Mitgefühl und aufrichtige Teilnahme entgegen. Durch Unfall ein Auge verloren. Der Angestellte Hans., Hattinger Straße, erlitt im Betriebe eines hiesigen Werkes bei der Ausübung seines, Berufes einen schweren Unfall. D. stürzte von der Bühne ab und blieb schwer verletzt liegen. Der Augapfel des rechten Auges wurde dabei so schwer getroffen, daß unmille#####r nach dem Sturz eine Netzhautablösung stattfand. Der Verletzte wurde einem Krankenhause zugeführt, wo ihm das Auge herausgenommen werden mußte. In die Schaufensterscheibe gefahren. Am 4. Juli fuhr ein Personenkraftwagen infolge Straßenglätte in eine Schaufensterscheibe eines Cafés am Rathausplatz. Der Personenkraftwagen wurde leicht beschädigt. Bochumer Veranstaltungen der Serte u als Pflichtvorstellung das statt. Dieses Lustspiel gllt gleichzetig als Wahlvorstellung für die Serten B und C. Der Verkauf beginnt am Freitag, 3. Juli, Wir verweisen nochmals darauf, daß die Geschäftsstelle nicht mehr im Lueghaus ist, sondern Viktoriastraße 38, Erdgeschoß, Nähe Deutsche Arbeitsfront Kreisfachschaft„Friseure“. Die Kreisfachschaft„Friseure“ in der„Deutschen,„Arbeits: front veranstaltet am Dienstag, 7. Juni 20.15—un Saale des Evangel. Gemeindehauses, W. Stein, Moltkemarkt 12, eine Kreisfachschaftsversammlung. Es wird erwartet, daß jeder Betriebsführer mit seiner gesamten Gefolgschaft geschlossen an dieser Versammlung teilnimmt. —— Wohin gehen wir heute?— Stadttheater: Geschlossen. 94144, Sepenent. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Leichte Kavallerie. Capitol: ab 15.15 Uhr: Oberwachtmeister Schwenke. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Polenblut. Hammer Lichtspiele: ab 15.30 Uhr: Ich war Jack Mortimer. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Die Puppensee. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Ein Walzer um den StefansOdeon: ab 15.30 Uhr: Ein junger Mann aus USa. Stola=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Ein Staia=gimespigg. ab 17 Uhr: junger Mann aus Uen. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Hilde Petersen postlagernd. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Es geschah in einer Nacht. Als am Sonntag vormittag die ehemaligen Kameraden des Infanterieregiments 190 am Kriegerehrenmal an der Königsallee zum 20jährigen Gedenken an die Sommeschlacht für die gefallenen Kameraden einen Kranz niederlegten, werden sich die Zuschauer gewundert haben, daß die 190er eine Nadei oder ein seidenes Abzeichen trugen, einen Indianerkopf darstellend. Der Spitzname „Indianer", zuerst kritisch gemeint, ist dann in der Sommeschlacht, wo sich die 190er gegen die englische Uebermacht mit allergrößter Tapferkeit schlugen, zum Ehrennamen erhoben worden, und unter diesem Namen sind die 190er in die Kriegsbücher eingetragen. Morgens war Empfang im Stammlokal Märkischer Hof. Die rührige Bochumer Kameradenvereinigung hatte die Freude, wohl an 300 Gäste von nah und fern begrüßen zu können, u. a. auch den „Vater des Regiments, Oberstleutnant Molle (Essen), den Führer des Offiziersvereins des RegiDie eigentliche Wiedersehensfeier vereinigte die Kameraden in der Bürgergesel schaft, wo nach einem Begrüßungslied durch den Männergesangperein Bochum=Ehrenfeld der Bochumer Kameradschaftsfuhrer Bengestrate den Willkommgruß entbot. Das Gesich die 19der jährlich einmal un.... Ins Jahre in Essen treffen, wo das Ehrenmai des Regimenis steht ein Obelisk aus Marmor mit der schlichten Inschrift.=R. 190.„„ 6nf 1 Daß man bei der Bochumer Zusammentunft im Saale eine Gefallenenehrung vorgesehen hatte, versteht sich von selbst. Die Gedächtnisansprache hielt Oberleutnant d. R. Pleitgen. Der Männergesangverein Bochum=Ehrenfeld ließ das „Sanktus“ von Schubert erklingen. Kamerad Oberleutnant Kayser(.=Elberfeld) hielt einen Vortrag über die Sommeschlacht, der bei den Kameraden die Erlebnisse jener heißen Tage des Jahres 1916 wiederaufleben ließ. Der Redner gab eine Schilderung der Kämpfe vom Anfang Juli 1916. Das im Kriege zusammengestellte Regiment war eine auserlesene Schar kampferprobter Soldaten das sich in den Sommeschlachten, wo es zweimal eingesetzt wurde und schwere Verluste erlitt, unverwelklichen Lorbeer errang. Die Namen Bapaume und Pierre=Vorast bleiben unvergeßlich bei jedem Kameraden. Dieses Regidicht„Kriegskameraden“ des jüngst verstorbenen Dich=lben unvergeßlich bei jedem Kameraden. Dieses Regiters Heinrich Lersch, vorgetragen von einem Gym= ment ist bis zum Schlußz des serieges in vouer DisziTagesplan für Montag, 6. Juli. Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Freiherr=vom=Stein=Ober= Frößliche Gymnasik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle in Höntrop; von 20 bis 22 Uhr Turnhalle des Gymnasiums, Bismarckstraße. Reichssportabzeichen für Frauen und Manner von 20 bis 21.30 Uhr in der Turnhalle der Drusenbergschule, DruSchwimmen für Frauen und Männer von 21.15 bis 22.30 Uhr in der Städtischen Badeanstalt, von 20 bis 21 Uhr im Osthafen der Badeanstalt, WanneEickel; von 19.30 bis 20.30 Uhr im Freibad Beckmannshof, Rouschuhlausen für Frauen und Männer von 29. 813 22 Uhr. Turnhalle des Reformrealgymnasiums, Königsauce. Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle der Friedenschule, Friedenstraße; in der Turnhalle des„Reformrealgvmgassums,„Bochum=Langenvreer, Unterstraße 73: ab 19.30 Uhr für unsänger, ab 20.30 Uhr für Fortgeschrittene. Kdf.=Schwarzwaldfahrt gesperrt. Schon wieder meldet die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Gau Westfalen=Süd, daß eine neue Urlaubsfahrt, und Iwar, die Schwarzwaldfahrt vom 1. dis 16. August nach Talmühle, ausverkauft sei. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 14) Seite 5 Nr. 153/ Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. Juli 1936 Bild rechts oben: Die Standarten vor dem Deutschen Nationaltheater in Weimar. Der Führer wird erwartet, ausgerichtet stehen die Standarten, ihrer Mitte das Denkmal Goethes und Schillers Bilder Mitte: Links: Adolf Hitler begibt sich, gefolgt von Rudolf, Heßg leiter Sauckel, Dr. Goebbels, Dr. Frick und Dr. Ley, durch rus Spalier der alten Garde zum Staatsempfang ins Schloß.— Rechts: Der historische Marsch durch Weimar. Der Führer nimmt den Vorbeimarsch ab Bild rechts unten: Auf dem Wege zum Staatsempfarg grnn, echleß, schreitet der Führer die Front der im Schloßhof angetretenen Ehrenformationen ab Scherl-Bilderdienst 3, Hch. Hoffmann 2 CST#. Ine STTT Cramm verlor ghegen Pelth Bei dem Endspiel um die Englische Tennismeisterschaft schlug, wie berichtet. der Titelverteidiger Fred Perry(England) den durch eine bei einem Autounfall in London erlittene Beinverletzung stark behinderten deutschen Meisterspieler Gottfried v. Cramm in drei Sätzen :1,:1,:0. Unser Bild zeigt: Nach dem Spiel begleitet der glücklichere Perry seinen Gegner, der Schmerzen hat, vom Platz Seite 6 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 2 Montag, 6. Juli 1936 Hohepankk des Reichoreirgertager Nust uns sur Ern yeisser.se?. Der Aufmarsch der 200000 auf der Karlswiese— Auch französische und englische Frontkämpfer vertreten Nächstes Jahr besucht der Führer den Reichskriegertag P. P. Kassel, 5. Juli(Eig. Drahtber.) Von unserem Sonderberichterstatter. Es ist schwerlich auszudenken, daß die freudig bewegte Stimmung, die seit dem Samstagmorgen, als die ersten Sonderzüge aus dem Reich in Kassel eingetroffen waren, über der Stadt lag, noch gesteigert werden wird. Vom frühen Morgen bis in den späten Abend liefen die Sonderzüge aus allen Gauen Deutschlands ein. Die Kameraden aus Westfalen, darunter die Bochumer, erreichten Kassel gegen 6 Uhr abends und wurden unter Vorantritt einer SA.=Kapelle ins Standquartier geleitet. Hier erfolgte die Ausgabe der Quartierzettel. Ein Teil von den Kameraden des Industriegebietes wurde in der Bürgerschule, ein anderer, kleinerer, in Bürgerhäusern einquartiert. Die Bundesleitung empfing am Nachmittag die Vertreter der Presse im Hotel Schirmer. Bundesführer SS.=Oberführer Oberst a. D. Reinhard dankte den Männern der Presse für die Unterstützung der Ideen, die den Reichskriegerbund beseelten, und wies darauf hin, daß sie damit teilhätten an dem großen Werk, das der Führer dem Bunde aufgetragen habe und das dieser in altem, soldatischem Geist erfüllen werde. Mit besonderem Nachdruck gab der Bundesführer seiner Freude über das Erscheinen mehrerer Vertreter englischer und französischer Frontkämpferverbände Ausdruck. „Der Frontgeist echter Soldatenkameradschaft", so sagte er in diesem Zusammenhang,„läßt uns mit Achtung an unsere Gegner von einst zurückdenken. Die Millionen ehemaliger Soldaten, die sich in unserm Reichskriegerbund zusammengeschlossen haben, kennen genugsam den Krieg und denken daher an keinen neuen. Wir sind vielmehr mit unserem Frontkameraden und Führer der gleichen, festen Ueberzeugung, daß die Frontsoldaten der ehemals feindlichen Völker dazu berufen sind, die Brücke zurendlichen und restlosen Verständigung über die Gräben des Weltkrieges zu schlagen und damit den Völkern Europas Gesundung und Frieden zu schaffen.“ Dieser Wille sei das Vermächtnis unserer gefallenen Helden, das wir zu erfüllen hätten. Von gleichem Geiste beseelt war die Begrüßungsansprache, die am Abend des Samstags Oberbürgermeister Lahmeyer beim Empfang der Ehren gäste in den Rathaussälen an die Teilnehmer richtete. Als Zeichen persönlicher Verehrung des Bundesführers und der kameradschaftlichen Verbundenheit mit den Millionen Frontkämpfern des Kyffhäuserbundes übergab Oberbürgermeister Lahmeyer dem Obersten a. D Reinhard ein Bild vom Schloß Wilhelmshöhe. SS.=Oberführer Oberst a. D. Reinhurd dankte dem Stadtoberhaupt und ernannte Oberbürgermeister Lahmeyer zum Ehrenmitglied des Reichskriegerbundes unter gleichzeitiger Ueberreichung einer Kassette mit Aufnahmen vom Kyffhäuser und seiner Umgebung. Bis in die späten Nachtstunden herrschte in Kassel reges Leben. In nahezu dreißig Wiedersehensfeiern trafen sich die Kameraden der verschiedensten Landsmannschaften und Truppenteile zu fröhlichem, von altem Soldatengeist beherrschtem Beisammensein. Die Westfalen hatten sich das Gildehaus auserkoren. Kurz war die Nacht zum Sonntag, denn die Freude det in Kassel weilenden alten Soldaten, wieder einmal beisammen zu sein, ließ nur wenig Schlaf zu. Am Sonntag morgen gellten die Pfeifen dröhnten die Kalbfelle unerbittlich. Aufstehen, hieß es. Antreten zum großen Aufmarsch auf der Karlswiese An den vorbezeichneten Stellplätzen, fanden sich die Landesverbände ein, und es begann ein Aufmarsch, der stets in der Erinnerung derer wachbleiben wird, die Zeugen dieses herrlichen Schauspiels sein durften. Die Karlswiese, ein weiter halbrunder Wiesenplan von mehreren hundert Metern in Breite und Länge, in Kassels schönem Auepark gelegen, glich einem wogenden Meer von Farben und Menschen. Gegen das sommerliche Grün der den Platz abgrenzenden Bäume standen die leuchtenden Farben der Fahnen und Uniformen. Da wogte die Glut der vielhundert Fahnen des Reiches. Da winkten die blauweißen Stadtfarben Kassels. Zu gewaltigen Blöcken formiert, waren die Kameraden des Reichskriegerbundes aufmarschiert. Ueber ihren Köpfen flatterten zum erstenmal die neuen Fahnen des Bundes, das große Eiserne Kreuz mit dem Symbol des Dritten Reiches in der Mitte. Und wie die Fahnen in ihrer Pracht untereinander wetteiferten, so auch die Uniformen. Den Hauptton gab das dunkle Blau der Kyffhäusermänner an. Auch die Abordnung des Soldatenbundes, die zum erstenmal an einem solchen Aufmarsch teilnahm, trug den tiefblauen Rock. Dazwischen die khakifarbenen Röcke der Kolonialsoldaten, das Olivgrün des Arbeitsdienstes, das Braun der SA., die schwarzen Uniformen der SS., das Feldgrau der Wehrmacht, eine Kompagnie des Fliegerhorstes Rotwesten in blaugrauen Monturen, die Abordnung der Marine aus Wesermünde in weißen Blusen— alles das gab einen Farbentanz, wie ihn das Auge selten zu sehen bekommt. Ueber das weite Rund der Karlswiese dröhnt die Marschmusik der eintreffenden Kolonnen. Eifrige Photographen sausen über den Platz auf der Jagd nach zünstigem Schuß. Auf einem Riesengerüst ist das Aufnahmegerät einer Filmgesellschaft aufgebaut. An allen Ecken sorgen Lautsprecher für die Uebertragung der Reden. Die Tribünen der Ehrengäste sind dicht besetzt, und um den Platz herum stehen zusammengedrängt unabsehbare Menschenmassen. Ein leichter Sprühregen, von allen nur angenehm empfunden, hatte dafür gesorgt, daß die Straßen staubfrei blieben. Die Sonne. so gern man sie auch mit bei der Partie gesehen hätte, blieb hinter den Wolken, so daß den Sanitätern viel Arbeit erspart wurde, weil es nicht so heiß war. Mit militärischer Pünktlichkeit vollzieht sich der Aufmarsch der 200 000. Als letzte treffen die Abordnungen der Wehrmacht ein, die Fahnenkompagnie, die Formationen der Marine und der Luftwaffe. Die Kangeriner Füsiliere tragen die historische Fahne ihrer 150jährigen Kriegerkameradschaft voran. Ehrerbietig grüßen die Hunderttausende das Feldzeichen aus der Zeit des großen Friedrich, das seinen Truppen in mancher Schlacht voranwehte. Bundesführer SS.=Oberführer a. D. Reinhard betritt den hochgebauten Rednerstand zur Begrüßung der Ehrengäste und Kameraden. Sein Gruß gilt vor allem der Abordnung der englischen Frontkämpfer, deren Nationalflagge und Fahne der British Legion unter ihm wehen. Er heißt auch die zu Gast weilenden schen Frontkämpfer willkommen, denen der laut aufbrandende Jubel der vielen Tausende zeigt, daß die französischen, ungarischen und bulgariWaffenbrüderschaft so gut wie die ehemalige Gegnerschaft geachtet wird. Als der Bundesführer sich dann an seine Kameraden wendet, gelten seine Worte dem Geist, zu dem die neue Fahne des Reichskriegerbundes alle verpflichtet, dem Geist, der aus den Gräben des Weltkrieges erstand. In beredten Ausführungen erinnert er an die gewaltigste Schlacht des großen Krieges, an das monatelange Ringen an der Somme vor zwanzig Jahren, das als Vernichtungsschlag gegen die deutsche Westfront geplant war, deren heldenhafter Widerstand aber alle Angriffe des vielfach überlegenen Gegners zuschanden machte. Tiefe Ergriffenheit bewegt die Herzen, als Oberst Reinhard der Gefallenen des Krieges an allen Fronten und in allen Lagern gedenkt, als die Fahnen sich senken und das Lied vom guten Kameraden erklingt. Nachhaltig ist die Zustimmung der Hunderttausende, als der Bundesführer sagt: „Meine Kameraden der britischen und französischen Front, nehmen Sie es als Gewißheit auch von mir mit, daß uns deutschen Frontkämpfern nichts näher am Herzen liegt als eine endgültige Verständigung mit Ihren Völkern. Der Krieg ist seit 17 Jahren aus. Lassen Sie uns nun für den Friedenkämpfen. Wir haben in Ehren die Klingen gekreuzt, nun wollen wir den ehrenvollen Frieden als das kämpferische Hochziel der Frontgenerationen aller Nationen!“ Im Anschluß an den Bundesführer begrüßt der Vertreter des Reichskriegsministers Generalleutnant Oßwald, Kommandant der 9. Divisidn, der Vertreter des Deutschen Soldatenbundes, begrüßen General der Infanterie a. D. Schniewind, der Oberpräsident der Provinz Hessen=Nassau, Prinz Philippvon Heslen, der Reichskriegsopferführer Oberlindober und der Gauleiter und Staatsrat Weinrich die alten Soldaten. Gauleiter Weinrich kündigt für das nächste Jahr die Teilnahme des Führers am Reichskriegertag an, eine Mitteilung, die hellen Jubel auslöst. Der Bundesführer gibt das Telegramm bekannt, das der Reichskriegerbund an den Führer gesandt hat, und die Antwort Adolf Hitlers, der den Kameraden des Bundes seine herzlichen Grüße entbietet. Wie ein gewaltiger Treuschwur steigt das brausende Sieg=Heil auf den Führer über den Hunderttausenden empor, wuchtig klingen die Nationallieder, mit deren Gesang der Aufmarsch endet. Die Formationen rüsten zum Trbennesch a auf dem Friedrichsplatz. In mustergültiger Weise haben Polizei und SA. für Sperrketten gesorgt. Alles verläuft in militärischer Ordnung. Tief gestaffelt stehen die Einwohner der Stadt am Einmarschweg der Soldaten, klein und groß ist auf den Beinen und jubelt den Gästen begeistert zu. Vor den Tribünen sind den schwerverletzten Kriegskameraden Plätze frei gehalten. wo sie Zeugen des Vorbeimarsches sein können. Oberst Reinhard richtet herzliche Worte an die schwerverletzten Kameraden, die ihre Gesundheit dem Vaterlande geopfert haben. Durch Lautsprecher erfolgt die Ankündigung des Vorbeimarsches. Die Ehrenformationen der Wehrmacht, die die alten ruhmreichen Feldzeichen, wie die Waterloo=Fahne und andere sieggewohnte Banner, mit sich führen, eröffnen den Zug. Wieder ist des Jubels kein Ende, als die Fahne der Wangeriner vorbeizieht. Die Zeugin großer Vergangenheit grüßt die Banner des zukunftsgewissen Reiches. Ebenso stark ist die Begeisterung, als die Fahnen der englischen Frontkämpfer vorbeiziehen und auf der Tribüne des Bundesführers postiert werden. Unter den Klängen schneidiger Marschmusik rücken die Landesverbände des Reichskriegerbundes an, jedem Landesverband vorauf die Fahnen seiner Kameradschaften. Rund 7500 dieser Wahrzeichen alten Frontkämpfertums ziehen an den Tribünen vorbei. In Zwölferreihen marschieren die Bundeskameraden an dem Führer ihrer großen Kameradschaft vorbei, ihm fest ins Auge schauend. Der Beifall schwillt gewaltig an, wenn unter den Führern der Kolonnen Kriegsverletzte voranschreiten und trotz ihrer Verletzungen paradieren. Die Abordnungen des Landesverbandes Westfalen mit den nahezu 400 Fahnen machen einen ausgezeichneten Eindruck und werden stürmisch bejubelt. Als unter den Ostpreußen eine Abordnung aus Danzig, im Landesverband Niederrhein Kameraden aus Eupen=Malmedy mitmarschieren, jubeln die Zuschauer diesen Gästen besonders herzlich zu. Zweieinhalb Stunden währte der Vorbeimarsch Zweieinhalb Stunden sind die Herzen aller emporgerissen unter dem gewaltigen Eindruck dieses Erlebnisses, und als gar gegen Ende des Marsches eine Kette von Flugzeugen aus dem Geschwader„Hindenburg", das der Reichskriegerbund dem Führer im Vorjahre zum Aoschluß des Wennater=Partenagee Fortsetzung von Seite 4 gebührt der Dank für die treue Hingabe und von ihr erwartet der Führer, daß sie genau so in der Zukunft wegung sei gottesfeindlich.„Ich bin der Meinung", so sagte er,„daß die Bewegung so erhaben über diese Vorwürfe ist, daß sie dagegen gar nicht verteidigt zu werden braucht. Diejenigen, die nicht müde werden, diese Vorwürfe zu erheben, sollten sich lieber darum kümmern, daß wieder Moral und Gottesfurcht in ihren Franziskanerklöstern Einzug halte.(Stürmische Zustimmung.) Da steht ihnen ein so weites Gebiet der Betätigung offen, daß man annehmen müßte, sie fänden zur Beschäftigung mit uns überhaupt keine Zeit mehr.(Erneuter starker Beifall.) Daß in Deutschland überhaupt noch Kirchen und Altäre stehen, verdankt das deutsche Volk nicht etwa der Kanzeltüchtigkeit der Konfessionen, denen diese Kirchen gehören, sondern uns, die wir den gottesleugnerischen Atheismus zu Boden geschmettert haben!" „Die Partei ist unsere Heimat, und zu dieser Partei bekennen wir uns“, so fuhr Dr. Goebbels unter dem Jubel der Tausende fort.„Der Partei geben wir unsere Kraft, solange auch die Partei uns ihre Kraft gibt. Wir gehören zusammen, um in einer ewigen Folge dem deutschen Volke eine nationalpolitische Erziehung angedeihen zu lassen und ihm in ebenso ewiger Folge für die Zukunft sein politisches Führerkorps zu schenken. Nichts wäre Deutschland ohne die Partei, und nichts wäre die Partei ohne ihre alte Garde. Ihr ihre Pflicht tun wird wie in der Vergangenheit. Sie kämpft unermüdlich weiter, um dem Führer die Möglichkeit zu geben, Zug um Zug das nationalsozialistische Programm in die Wirklichkeit zu übertragen.“ Reichsminister Dr. Goebbels sprach zum Schluß noch einmal von den ergreifenden Stunden dieser Tage des Wiedersehens. In warmen Worten gedachte er des Führers, des Beispiels und Vordermannes im Kampfe um die Macht wie auch in der Führung des Reiches, und schloß mit den Worten:„Für ihn leben wir und für ihn arbeiten wir. Solange sein Auge auf Deutschland ruht, ist uns um die Zukunft unseres Volkes nicht bange!“ Begeistert stimmten die Tausende in das Sieg=Hei auf den Führer ein. Stürmischer Beifall, der die Aus führungen des Ministers begleitete, war überzeugender Beweis dafür, daß Dr. Goebbels allen aus tiefinnerstem Herzen gesprochen hatte. Gauleiter Sauckel gab darauf Kenntnis von einem Grußtelegramm, das 30000 Nationalsozialisten von der Grenzlandkundgebung aus Deutschlands nordöstlichster Stadt Tilsit den Teilnehmern der Zehnjahresfeier des Reichsparteitages in Weimar sandten. Heil AusAnd wieder sprach der Führer Geburtstagsgeschenk machte, über den Platz saust, schwoll der Jubel orkanartig an. Haben die Paradeaufstellung und der Vorbeimarsch dem Reichskriegertag seinen Höhepunkt gegeben, so ist die abendliche Aufführung des Schauspiels„150 Jahre Kyffhäuserbund“, die durch die Anwesenheit und die Ansprache des Reichsführers SS.= Himmler, eine besondere Bedeutung erhält, ein ebenso machtvoller Ausklang des Tages. Wieder sind viele Zehntausende auf der Karlswiese versammelt und stehen unter dem tiefen Eindruck des Spiels. Ein Riesenfeuerwerk, gepaart mit Marschmusik, beendet den Sonntag und damit die Veranstaltung des Reichskriegertages. Stolz auf die alten Fahnen Geleitwort des Bundesführers Reinhard zum Reichskriegertag in Kassel Der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes(Kyffhäuserbund) e.., SS.=Oberführer Oberst D. Reinhard, hat dem Reichskriegertag 1936 ein Geleitwort gewidmet, in dem er darauf hinweist, daß die Kameradschaften diesmal mit besonderem Stolze ihre Bundesfahnen entfalten werden, weil sie zum ersten Male im Kreuz von Eisen das vom Führer verliehene Hakenkreuz tragen. Der diesjährige Aufmarsch der Frontsoldaten stehe im Zeichen des 150jährigen Bestehens des Reichskriegerbundes. Denn im Todesjahr des großen Preußenkönigs, 1786, fand sich im Pommernstädtchen Wangerin als„Militärische Schützenbruderschaft“ die erste Kriegerkameradschaft zusammen. An dem Weg seitdem stand das Dreigestirn soldatischer Weltanschauung: Pflichttreue, Disziplin, Kameradschaft. Das Führerwort„Meine Ehre heißt Treue" solle heute wie für alle Ewigkeit verpflichten. Der Bundesführer gedenkt dann heißen Herzens und unwandelbarer Dankbarkeit des Frontkameraden Adolf Hitler, der es unternahm, die deutsche Ehre wiederherzustellen und unserem Volk die Freiheit wiederzugeben. Er grüßt besonders die Kameraden aus den wieder wehrhaft gewordenen Westmarken und grüßt vor allem auch die Frontsoldaten von der anderen Seite des großen Krieges, die der Einladung nach Kassel gefolgt sind. „In Uebereinstimmung mit dem Führer unseres Volkes zu dem wir unerschütterlich fest und treu stehen“, heißt es weiter.„sind wir alten Frontsoldaten überzeugt, daß die Gesundung und der Friede Europas nur durch das Frontsoldatentum geschaffen werden können. Der Weg zur endlichen und dauerhaften Verständigung zwischen den Völkern geht über die Brücke, die nur der Frontgeist gegenseitiger Achtung und aufrichtigen Friedenswollens über die Gräben des Weltkrieges schlagen kann.“ Zehn Jahre Hitler=Jugend Erinnerungskundgebung auf dem Marktplatz in Weimar dnb Weimar, 4. Juli. Die Hitler=Jugend feierte mit einer machtvollen Kundgebung auf dem Marktplatz zu Weimar im Rahmen des Erinnerungsparteitages am Samstag abendihren zehnjährigen Namens= und Parteitag. Denn vor zehn Jahren wurde auf dem ersten Reichsparteitag zu Weimar nach der Neugründung der Partei der nationalsozialistischen Jugend einheitlich für das gesamte Reichsgebiet der Name des Führers verliehen. Damit wurde der Grundstein gelegt zu einer Entwicklung, die von wenigen hundert Jungen zu der größten Jugendorganisation der Welt führte. 8000 Hitlerjungen und BDM.=Mädel sowie Ehrenabordnungen aller nationalsozialistischen Gliederungen waren auf dem Marktplatz angetreten. Reichsjugendführer Baldur von Schirach erinnerte in seiner Ansprache daran, daß Weimar der Ausgangspunkt für die nationalsozialistische Bewegung war.„Hier erhielt die Jugendbewegung den Namen Hitler=Jugend und damit die Verpflichtung der Gemeinschaft und jedes einzelnen auf das Vorbild, auf die Persönlichkeit und Idee des Führers, dem wir alle dienen und dem wir alle verschworen sind.“ Nach der Rede des Reichsjugendführers erschien der Führer am Fenster seines Hotels und grüßte nach allen Seiten die angetretene Jugend. Minutenlang wollten die begeisterten Heilrufe der Jungen und Mädel. kein Ende nehmen. Der Reichsjugendführer legte nun im Namen der ganzen deutschen Jugend das Treuegelöbnis zum Führer ab. Das Sieg=Heil des Reichsjugendführers auf den Führer fand ein vieltausendfältiges Echo bei den Jungen und Mädeln, und immer wieder klangen erneut die Heilrufe der begeisterten Jugend auf. Wenige Minuten darauf erschien, wiederum von den Tausenden begeistert begrüßt, der Führer, während der Badenweiler=Marsch erklang. Gauleiter Sauckel richtete an ihn herzliche Worte der Begrüßung. Als der Führer zum Abschluß der Weimarer Wiedersehenstage noch einmal das Wort zu einer kurzen Ansprache ergriff, scholl ihm der Jubel von 120 000 Menschen entgegen, von denen viele Tausende zum erstenmal den Führer von Angesicht zu Angesicht sahen. Der Führer zeigte in seiner Ansprache den Unterschied zwischen der Revolte von 1918 und der Revolution von 1933 auf und wies darauf hin, daß eine Machtübernahme an sich noch keinen legalen Zustand schaffe, sondern erst die segensreiche und erfolgreiche Auswirkung einer solchen Machtveränderung. Die Revolutionäre von 1918 hätten diese segensreiche Auswirkung nicht herbeigeführt, sondern in 15 Jahren eingerissen und das Wort wahrgemacht, das einer der Ihren einmal dem Volke zugerufen habe: Alle Räder stehen still, wenn unser starker Arm es will! Sie hätten allerdings nicht vermocht, die Räder auch wieder in Gang zu setzen, das habe in dreieinhalb Jahren, einer beispiellos kurzen Zeit, der NationalGsialismus getan. AAnet, Im Bli.kam Maitzislen A. Der Führer kennzeichnete an vielen Beispielen den Zerfall der 15 Jahre marxistischer Wirtschaft und den Aufbau des nationalsozialistischen Staates in dreieinhalb Jahren. Er wies darauf hin, daß jede der größten Aufgaben allein schon geeignet sei, die nationalsozialistische Herrschaft für alle Zeiten unsterblich zu machen, sei es die Wiederschaffung der Wehrmacht, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, der Bau der Reichsautobahnen u. a. m. Wenn dieser oder jener das Ausmaß des Aufbaues vielleicht nicht ganz zu überschauen vermöge, dann solle er sich daran erinnern, daß auch derjenige den Umfang des Waldes nicht übersehe, der unter den schattigen Bäumen stehe. Als letzte Legalisierung der Revolution des Jahres 1933 werde die Nachwelt feststellen können:„Dieser Revolution vom Jahre 1933 verdankt das deutsche Volk wieder eine aufblühende Wirtschaft; es verdankt dieser Revolution eine neue deutsche Kultur: es verdankt dieser Revolution einen neuen deutschen Menschen.“(Stürmische Heilrufe und minutenlanger Beifall.) Als der Führer geendet, hatte, schloß Sauckel die machtvolle Kundgebung, Liedern der Nation ausklang. Die Zehnjahresfeier des ersten Reichspaxteitages 1926, der Adolf Hitler, durch seine Anwesenheit und seine Darlegungen die Weihe gab, hatte damit ihr Ende gefunden. Sie ist in die Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung und der Nation eingegangen. Gauleiter die mit den Besprechungen der Rest=Locarno=Nächte Weitere Zusammenkunft noch im Juli? anb Genf, 4. Juli. Am Freitag abend haben der belgische Ministerpräsident van Zeeland, der französische Außenminister Delbos und der englische Außenminister Eden gelegentlich eines gemeinsamen Abendessens eine neue politische Besprechung abgehalten, die den Fragen gewidmet war, die seit dem 7. März zwischen Deutschland und den Rest=Locarno=Mächten in der Schwebe sind. Nach einer amtlichen Mitteilung wurde vereinbart, daß eine weitere Zusammenkunft der Mächte, die die Abkommen vom 19. März in London abgeschlossen haben, zu einem nahen Zeitpunkt wünschenswert sei, um die augenblickliche Lage zu prüfen“. Aus englischen Abordnungskreisen verlautet, daß die Zusammenkunft gegen Ende dieses Monats stattfinden soll. Die Ansichten der drei Abordnungen seien bisher noch nie so weitgehend in Uebereinstimmung gebracht worden wie in der Freitag=Besprechung. Man wünsche diese grundsätzliche Uebereinstimmung auszunützen, um zu einem„neuen Locarnoabkommen unter Teilnahme Deutschlands“ zu gelangen. Weitere politische Nachrichten auf Seite 15. Glänzender Verlauf des 10. Provinzial-Reit-,Spring- und Fahrturniers— 10000 Zuschauer am Sonntag— Reit- und Fährverein Greven gewinnt die Provinzial-Standarte— Sportlicher Höhepunkt des Turniers: Neuer Hochsprungrekord von SA.-Obertruppfuhrer Staupendah mit 1,90 Pieter Links: Der Reiterfestzug durch Bochums Straßen bildete den Auftakt zum Haupttag des Provinzialturniers. Das Trompeterkorps der SA.=Reiterstandarte 67, voran der Kesselp Festzug an.— Rechts: Aus den Vorführungen der Wehrmacht, die an beiden Tagen einen besonderen Höhepunkt des Programms bildeten. Zum zweiten Male seit dem Bestehen der alljährlichen großen Heerschau der westfälischen Turnierreiter übertrug der Provinzialverband westfälischer Zucht=, Reit= und Fahrvereine sein großes Provinzialturnier in Bochum, einer westfälischen Industriestadt, deren Bewohnern das Summen der Kraftwagenmotoren vertrauter ist als das Hufgeklapper der Pferde, in der rauchende Schlote, hochragende Fördertürme und langgestreckte Fabrikgebäude das Hohelied der Arbeit künden. Im Jahre 1933 noch ein Versuch, dürfte sich durch die glänzende Durchführung in diesem Jahre das Provinzialturnier einen festen Platz im sportlichen Programm Bochums gesichert haben, da die Bochumer Bevölkerung trotz des Zusammenfallens des Provinzialturniers mit dem Bochumer Schützenfest ihr großes Interesse für das Turnier bewiesen hat.„Stadt und Land— Hand in Hand!“ Zur Erreichung dieses Zieles bedeuten Reitturniere in Großstädten einen wertvollen Bei trag. Die Spertönen-Krershiese des-Gumstage Der Samstagnachmittag brachte den Auftakt zum diesjährigen Jubiläumsturnier, der anscheinend noch von den Ereignissen auf dem benachbarten Schützenplatz überschattet wurde, da für die Bevölkerung der Kurven in der Hauptsache die Bochumer Schuljugend sorgte. Das fehlende Sachverständnis ergänzten die Rangen durch eine außerordentliche Begeisterungsfähigkeit; Jugend ist ein dankbares Publikum. Als die Dreikäsehochs nach kurzer Zeit„spitz" hatten, daß es bei den Jagdspringern darauf ankommt,„daß man nix umkippt“, mußte der Ansager verschiedentlich darauf hinweisen, während der Ritte die Pferde nicht durch Beifallskundgebungen zu stören. Wehe aber dem Reiter, der mehr als drei Fehler machte, er wurde erbarmungslos in Acht und Bann erklärt. Der Samstag wurde so zu einem Tag der Jugend und damit zu einer wirkungsvollen Propaganda für die Zukunft. Darüber hinaus machten sich die jugendlichen Turnierbesucher besonders verdient als Pferdehalter; um dieses Ehrenamt wurden buchstäblich heiße Kämpfe ausgefochten, und mit Stolz wird mancher Junge noch wochenlang an den großen Augenblick zurückdenken, als er zwischen zwei Jagdspringen für 10 Minuten das in den Jagdspringen erfolgreiche„Räschen“ spazieren führen durfte. Hin und wieder tauchte auf der Tribüne eine blate Mütze auf, spärliche Abgesandten der Bochumer Schützen. Das Stadion bot mit seinem reichen Flaggenschmuck einen prächtigen Anblick, wenn sich auch der Fußballplatzbesucher zunächst daran gewöhnen muußte, daß an Stelle der Tore in anscheinend unregelmäßigem Durcheinander Hindernisse aller Art aufgebaut waren, daß sich die Gespräche auf der Tribüne nicht um„Weh“und„Achsysteme“, sondern um Gebäude, Gangwerk und Temperament der Pferde drehte. Schien es anfänglich so, als ob der Auftakt zum Turnier eine verwässerte Angelegenheit werden würde(das erste Jagdspringen wurde im strömenden Regen ausgetragen, und alles rennt, rettet und flüchtet ins Zelt), so klärte sich später glücklicherweise das Wetter wieder auf. Es blieb trocken bis zum Schluß, der den Höhepunkt des Nachmittags brachte; die große Vorführung der Wehrmacht. Mit riesigem Interesse und angehaltenem Atem verfolgte jeder die exakten Uebungen, und rauschender Beifall dankte zum Schluß aunseren Feldgrauen für ihre großartigen Leistungen. Aber auch die Schaunummer unserer braunen Reiter vom Bochumer Reitersturm 6/67, eine Quadrille, wußte allgemein zu gefallen. Von SA.=Truppführer Düren geführt, zeigten die 16 Reiter neuartige Figuren, die durch ihre saubere und fehlerlose Durchführung den besten Eindruck hinterließen und Beweis dafür sind, daß die SA.=Reiterei auf jedem Gebiete ihren Mann steht. Als dritte Sondervorführung ritt an beiden Tagen der Deutsche Meister im Dressurreiten, SS=Untersturmführer Andreas, auf seinem Dressurpferd „Indra“ dem Publikum einige Aufgaben aus der Olympia=Dressurprüfung vor, zu denen Major Mitzllaff die erklärenden Worte sprach. In verständlichem Aufbau und in geschickter Steigerung zeigte SS.= Untersturmführer Andreas Trab= und Galopp=Lektionen. Auch diese Einlage wurde vom Publikum interessiert verfolgt und zum Schluß jeweils mit rauschendem Beifall bedacht. Der Samstag brachte die offizielle Eröffnung des Turniers mit der Vielseitigkeitsprüfung, eine Eignungsprüfung für Reit= und Wagenpferde, die 16 Teilnehmer fand. Die goldene Schleife sicherte sich berta“, die von SA.=Oberscharführer Platvoet meisterhaft herausgebracht wurde. Eine enorme Besetzung hatte die nachfolgende Dressurprüfung der Anfängerklasse aufzuweisen. Bei 33 Teilnehmern wurde es den Richtern nicht leicht gemacht, zumal die Pferde nur ganz minimale Unterschiede bei ihren Produktionen zeigten. Auf Sümmermanns„Fervor“ kam SA.=Obertruppführer Staupendahl zum ersten Sieg. Das Jagdspringen Klasse A wurde als erstes Springen entschieden. Ueber sechs Hindernisse führte der Kurs, wobei 12 zu bewertende Sprünge zu absolvieren waren. Es starteten 30 Teilnehmer, von denen sechs fehlerlos das Ziel passierten. Sieger wurde SA.=Rottenführer Althüser auf„Castor“, der 62 Sekunden für den Umlauf benötigte; an ihn fiel auch der zweite Preis, da er mit 67 Sekunden auch„Schwabenprinz“ über die Klippen steuerte. Die Eignungsprüfung für Reitpferde Klasse A erfuhr eine Unterteilung in leichte und schwere Pferde. Geßmanns„Schalmei“ unter Gillhaus endete in Front in der ersten Abteilung, während in der zweiDie beliebten Jagdlpringen Der erste Tag ging zu Ende mit zwei gen über den Kurs der Klasse L. 19 Teilnehmer bewarben sich um das erste Springen, das bei einer Mindestzeit von 90 Sekunden in 12 Sprüngen über sieben Hindernisse führte. Auch dieses Springen war Angehörigen der SA.=Gruppe Westfalen und des SS.= Reiterabschnittes 7 reserviert. Es gelang fünf Bewerbern, ihre Pferde ohne Fehler über die Springbahn zu bringen, doch die gute Zeit von 70 Sekunden, die SA.=Obertruppführer Staupendahl auf Tönnies ten Abteilung Sümmermanns„Fervor“ unter ST.= Obertruppführer Staupendahl den Sieg davon trug. Pferde der Schutzpolizei Bochum starteten in einer Eignungsprüfung für Reitpferde, die den Pferden im Staatsbesitz offen war. Diese wurde von Oberwachtmeister Sedat auf„Aula“ gewonnen. Der Fahrsport kam in einer Eignungsprüfung für Wagenpferde zur Geltung, wo den Richtern Zweispänner vorgefahren wurden. Die beiden schwungvoll tretenden Passer „Nuance" und„Schatzi“ in der Hand von SS.= Sturmmann Rotthoff kamen hier zu Siegesehren. „Reiten erhält jung"; unter dieser Devise starteten die„Alten“ Herren in einer Dressurprüfung Klasse L. Ueber 45 Jahre alt waren die acht Teilnehmer. Die goldene und die weiße Schleife führte SA.=Obertruppführer Henschel heim, der auf„Schwalbe“ bzw. auf „Magnet“ sehr gute Lektionen zeigte. Den zweiten Preis eroberte Budde auf„Amazone“. Bemerkenswert war, daß in dieser Konkurrenz auch der Senior der westfälischen Reiter, Schulze=Westen(Brackel), startete, der von Major Mitzlaff einen Ehrenbecher überreicht bekam, weil er zum zehnten Male seit der Abhaltung des Provinzialturniers in dieser Prüfung gestartet war. Fünfzehn Teilnehmer bestritten hierauf eine. Dres: surprüfung der Klasse L, die den Angehörigen der SA.=Gruppe Westfalen und des SS.=Reiterabschnittes 7 vorbehalten war. Für seine eindrucksvolle Produktion auf„Orfe“ bekam SA=Sturmführer Prümer die„Goldene“ vor SA.=Obertruppführer Staupendahl auf„Coralle" und Westermann auf„Anwalt“. Jagdsprin=]„Näschen“ herausritt, brachte ihm den Sieg. Auch der zweite Platz fiel an den glänzend reitenden Staupendahl, da er„Coralle“ mit acht Sekunden Vorsprung vor SA.=Scharführer Wibbeling auf„Norma“, die 80 Sekunden für den Umlauf benötigte, über die Bahn brachte. Einen spannenden Verlauf nahm das springen um den Preis des„Bochumer Anzeiger“, da naturgemäß jeder Reiter versuchte, unter Vermeidung Links: Wachtmeister Hippe der auf Scheik des spannende Glücksjagdspringen gewann.— Mitte: SA.=Obertruppführer Staupendahl, der auch das Zeitjagdspringen um den Preis des„Bochu Anzeigee“ gewann, stellte im Hochspringen der Provinz Westfalen auf Scheik mit.90 Meter einen neuen Hochsprungrekord für SA. und ländliche Reiter Deutschlands auf.— SS.=Untersturmführer Andreas auf seinem bekannten Dressurpferd Indra während seiner Sondervorführung bei der schwierigen Lektion des Baloppwechsels. Seite 8 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger# Montag, 6. Juli 1936 sieren. Dem Starter stellten sich 25 Teilnehmer, die zehn Hindernisse in 14 zu bewertenden Sprungen überwinden mußten. SA.=Sturmführer Prümer auf „Alte Liebe“, der als erster gestartet war, stellte mit 65 Sekunden gleich eine gute Leistung auf, doch SS.= Oberscharführer Beyersmann auf„Hellebarde“ unterbot diese Zeit um 3 Sekunden. Als dann Wachtmeister Hippe auf Staupendahls„Scheik“ in der Bahn erschien, stieg die Spannung aufs höchste. Es glückte ihm, den braven Falben in 60 Sekunden durchs Ziel zu bringen, womit er allgemein als Sieger angesehen wurde. Nach ihm sprang SA.=Obertruppführer Staupendahl, der mit„Näschen“ noch ein zweites Eisen im Feuer hatte. Und tatsächlich gelang ihm der Coup, nach elanvollem Ritt in 57 Sekunden über die Bahn zu kommen, ein Bravourstück, das ihm den vierten Sieg am Eröffnungstage einbrachte. Unter brausendem Jubel ritt der erfolgreichste Reiter des ersten Tages die Ehrenrunde. Als einzige Amazone beteiligte sich an diesem Springen die Bochumerin Frl. Bruch, die auf Reitlehrer Haaks„Haizuru“ nur beim vorletzten Hindernis vier Fehler machte und Dus War-Ru-Slauspark-Kour-ian au Der Reitcrabend ein voller Erfolg— Rielenandrang zur Parkbeleuchtung Schon in den späten Abendstunden des Samstags und den ganzen Sonntag über stand der aus Anlaß des 10. Provinzial=Reit= und Fahrturniers am Samstag in allen Farben beleuchtete Stadtpark im Mittelpunkt jeder Unterhaltung. Viele in hundert bunten Hüllen steckende Kerzenlichter, die auf den Rasenflächen in den verschiedensten Figuren aufgestellt und ebenso viele Lampions, die an den Bäumen. Beeten und an den Rändern des Stadtparkteichs angebracht waren, gaben ein farbenprächtiges, herrliches Bild. Die kurz nach dem Dunkelwerden angezündeten Lichter hatten bald eine so große Menschenmenge angelockt, daß an ein Durchkommen gar nicht zu denken war. Im allgemeinen war man sich einig darüber, daß es so etwas in unserem Stadtpark noch nicht gegeben hat. Der Reiterabend auf den Terrassen des Parkhauses selbst erfreute sich eines außerordentlich guten Besich an zehnter Stelle placierte. Eine beachtliche Leistung suches. Der SA.=Musikzug der Reiterstandarte 67 erder jungen Reiterin, da Frl. Bruch erst zum zweiten Male an einem Turnier teilnahm. Ergebnisse des ersten Tages: 4. Große Westfälische Eignungsprüfung für Wagenpferde(m..) Dauerzugleistungsprüfung(Sternfahrt). 1. Fr. Lütgemüllers 8j..=St. Sportfee(Schwerte), und desselben 9j..=St. Sybilla(Fr. Lütgemüller), Strecke 156 Kilometer, Note 6,4. 2. H. W. Otto Mullers(Soest) 8j. Sch.=W. Trocadero und Adams 7j..=W. Falter(Scharf. G. Adam), Strecke 3. Fr. Liederlacks(Greven) 8j. Sch.=W. Amaranth. und B. Thünings 5j. dbr. St. Helga(Alb. Flake), Strecke 104 Kilometer, Note 8,4. Sonderehrenpreis für die längste Gesamtleistung: Gespann„Trocadero" und„Falter"— Fahrer Scharf. G. Adam.(165 Kilometer). Abteilung B. Mehrspänner 1. Wilh. Borks(Datteln) 5j. Sch.=St. Addi, Iflands 5j. Sch.=W. Amor, B. Schulte Rüpings,§j. Sch.=St. Amsel, H. Heiminks 4j. Sch.=At. Anette(Wily. Vork). Strecke 118,3 Kilometer, Note.90...„„ 2. H. W. Otto Müllers(Soest) vj. or. W. Castor, Schulze Ardeys 7j. br. W. Markulf, D. Klewitz' 9j. br. W. Orkan, C. Planges 6j. br. W. Orpheus(Oberscharf. D. Klewitz). Strecke 86 Kilometer, Note 9,10. Bielseitigkeitsprüfung— Eignungsprüfung für Reitund Wagenpferde(o..) 1. H. Gr. Höckesfelds(Appelhülsen) a. br. St. Horiberta(Fritz Platvoet). Note 1,0. 2. Wilh. Wibbelings(Barop) a..=W. Magnet (Truppf. H. Wibbeling). Note 1,1. 3. Th. Möllenbecks(Recklinghausen) 6j..=W. Nanu (Hans Möllenbeck). Note 1,3. Dressurprüfung, Kl. A: 1. Fr. Sümmermanns(Froendenberg) 6j. br. W. Fervor(SA.=Obertruppführer Herb. Staupendahl). Note .6. 2. Wilh. Wibbelings(Barop) 5j. br. St. Hera(Truppführer H. Wibbeling). Note 077.,.„ M0 9 3. K. Sch. Neuhoffs(Froendenberg) 91. dr. W. keuno (Bes.). Note 0,8, Jagdspringen, Kl. A (Preis der Deutschen Ammoniak=Verkaufsvereinigung). 1. Aug. Althüsers(Bodelschwingh) 5j..=W. Castor (SA.=Rttf. A. Althüser). Fehler 0, Zeit 62. 2. desselben 9j..=W. Schwabenprinz!(SA.=Rttf. A. Althüser. Fehler 0, Zeit 67. 3. B. Sch. Gronovers(Greven) 7j..=St. Amsel(B. Brüggemann). Fehler 0, Zeit 73. Eignungsprüfung für Reitpferde, Kl. A(o..) Abteilung A. a) leichte Pferde: 1. Karl Geßmanns(Appelhülsen) 4j. Sch.=St. Schalmei(Hans Gillhaus). Note 4,25. 2. Frl. M. Lombergs(Lüttgens) 7j..=St. Sulamit 8. W. Staupendahls(Bodelschwingh) 7j..=St. Coralle(SA.=Obertruppf. H. Staupendahl). Note 4,45. b) schwere Pferde: 1. Fr. Sümmermanns(Froendenberg) 6j. br. W. Fervor(SA.=Obertruppf. H. Staupendahl). Note 4,00. 2. Th. Möllenbecks(Recklinghausen) 6j..=W. Nanu (Hans Möllenbeck). Note 4,15. 8. G. Buddes(Brackel) 6j. Sch.=St. Amazone(Rich. Steiner). Note 4,50. Abteilung B: 1. Schutzpolizei Bochums 5j..=St. Aula(Oberwacht2' derselben 5j..=W. Adam(Oberwachtm. Otter). 3. derselben 8j..=St. Veronika(Oberwachtm. Sprenger). Note 5,85. Eignungsprüfung für Wagenpferde(o..), Zweispänner 1. Th. Rotthoffs(Bottrop) a. br. St. Nuance und Frau Mettes 5j. Sch.=Stute Schatzi(Th. Rotthoff). 2. Adams(Soest) 7j..=W. Falter und H. W. Otto Müllers 8j. Sch.=W. Trocadero(Scharf. G. Adam). 8. Fr. Lütgemüllers(Schwerte) 8j..=St. Sportfee und desselben 9j..=St. Sybille(Fritz Lutgemüller). Seniorenreiten.— Dressurprüfung, Kl. L 1. Dr. Noltings(Barop) a..=St. Schwalbe(Obertruppführer W. Henschel). Rote.1,—. gugrung(Ges.) 2. G. Buddes(Brackel) 6j. Sch.=St. umazone(Bes.) Note 1,5. 3. Wilh. Wibbelings(Barop) a. (Obertruppf. W. Henschel. Note 1,7. Dressurprüfung, Kl. L (Preis der Westf. Volkszeitung, Bochum) 1. Oberlt. a. D. Dr. H. Möllers(Dortmund) a..=St. Orfe(SA.=.=Sturmführer B. Prümer). Note 1,1. 2. W. Staupendahls(Bodelschwingh) 7j. Fa##t. ralle(SA.=Obertruppf. Herb. Staupendahl), Rote 1,2. 3. Fr. Westermanns(Brackel) 6j..=W. Anwalt Ges.) Rote.. 2.ggnringen 6 Jagospringen, Kl. T (Preis der Gelsenkirchener Bergwerks=AG.) 1. Fr. Tönnies'(Bodelschwingh) 9j..=St. Näschen (SA.=Obertruppf. H. Staupendahl). Fehler 0, Zeit 70. 2. W. Staupendahls(Bodelschwingh) 7j..=St. Coralle(SA.=Obertruppf. H. Staupendahl. Fehler 0, 3. Wilh. Wibbelings(Barop) 7j..=St. Norma (Schf. W. Wibbeling). Fehler 0, Zeit 80. Jagdspringen, Kl. L— Zeitspringen (Preis des„Bochumer Anzeiger") 1. Fr. Tönnies'(Bodelschwingh) 9j..=St. Näschen (SA.=Obertruppf. H. Stauvendahl). Zeit: 57 Sek. 2. W. Staupendahls(Bodelschwingh) a. Falb.=W. Scheik(Wachtm. Hippe). Zeit: 60 Sek. 8. Fr. Beyersmanns(Hagen) a..=St. Hellebarde (Bes.) Zeit: 62 Sek. Ein Fußball-Länderspiel Schweden— Norwegen:0(:0) in nordischen Kreisen mit großer Spannung erwartete Fußball=Länderkampf zwischen Schweden und Norwegen kam in Göteborg zum Austrag. Die Schweden blieben mit:0(:0) siegreich. Die Mannschaft hatte eine ausgezeichnete erste Hälfte, blieb aber mit ihren Leistungen nach dem Wechsel stark zurück. öffnete den Abend mit flottgespielten Marschweisen. Der Vorsitzende des Provinzialverbandes westfälischer Reit=, Zucht= und Fahrvereine, Sümmermann, begrüßte nach dem feierlichen Einmarsch der Standarten die Erschienenen, darunter Vertreter der Partei, der Wehrmacht und der Behörden. Sein besonderer Gruß galt dem Vertreter des Oberbürgermeisters Dr. Piclum, Stadtrat Stumpf, dem er namens der westfälischen Reiterschaft mit bewegten Worten seinen Dank aussprach für die freundliche Unterstützung, die man den Reitern und Fahrern in jeder Beziehung zukommen ließ. Das zweite in den Mauern Bochums abgehaltene Reit= und Fahrturnier habe wiederum gezeigt, daß Bochum doch der rechte Ort für derartige Veranstaltungen sei. Der Redner sprach dann über die Charaktereigenschaften der westfälischen Reiter und zeigte, daß sie auch in Deutschlands schwersten Tagen immer unter dem Leitwort„Furchtlos und treu“ gehandelt hätten und damals freudig dem Ruf des Fuhrers gefolgt seien. Namens des Oberbürgermeisters Dr. Piclum erwiderte Stadtrat Stumpf, daß man sich besonders darüber freue, die westfälischen Reiter in so kurzer Zeit zum zweiten Male in Bochums Mauern wiederzusehen. Daß man die Gäste gerne in Bochum sehe und daß Bochum der rechte Ort für derartige Veranstaltungen sei, gehe schon daraus hervor, daß sowohl Reiter als auch Pferde mit Unterstützung- seiner Mitarbeiter Stadtoberinspektor Surhoff und Stadtinspektor Arndt so gut untergebracht werden konnten, wie es wohl nirgends besser möglich sein könnte. Er hoffe und wünsche, daß alle Gäste angenehme Erinnerungen mit nach Hause nähmen und daß man bald wieder die westfälische Reiterschaft in Bochums Mauern begrüßen könne. Anschließend übermittelte Major Mitzlaff die Grüße des Kommandierenden Generals des Wehrkreiskommandos VI. Generalleutnants von Kluge. Er sprach kurz über die Bedeutung der westfälischen Pferdezucht und betonte, daß gerade der Reiter, der ein Warmblut züchte, ideal veranlagt sein müsse. Der Geschäftsführer des Provinzialverbandes Westfälischer Reit=, Zucht= und Fahrvereine. Dr. SchulteSiebeck, übermittelte zunächst die Grüße des Reiterführers Spring und des Chefreiterführers Graf Metternich. Auch er wies darauf hin, daß gerade die westfälischen Reiter sehr viel für diese gute Sache geleistet haben. Im Auftrage des Westfälischen Reitund Fahrvereins überreichte er dem Vorsitzenden [Sümmermann eine Plakette für besondere Verdienste.„So wie es bisher war, so soll es auch in Zukunft bleiben, und zwar allezeit Westfalen voran“, das waren die Schlußworte Dr. Schulte=Siebecks. Im Anschluß an den offiziellen Teil wurde bei der festlichen Beleuchtung, die sich auch über die Terrassen des Parkhauses erstreckte, unter den Klängen der Reiterkapelle draußen und im Freien getanzt. 10000 Zuschauer bejubeln Obertrappfährer-Sladpehaume-Koherdspfung Reiter-Feitzug durch Bochums Straßen als Auffakt des 2. Turniertages Am Sonntag sind die seit Donnerstag das Bomer Straßenbild beherrschenden blauweißen Mützen Auf dem Rapp=Wallach„Magnet“ kam hier .=W. Magnet chüner Siraßenhild begertschenogn blaume. der Schutzen verschwunden; die fahnengeschmückten Bochumer Straßen gehören nun den westfälischen Reitern, die die sportlichen Ereignisse des Sonntags mit einem großen Reiterfestzug einleiten. Unter tritt des Trompeterkorps der SA.=Reiterstanoarte 67, dessen Kesselpauker natürlich das Hauptinteresse der Passanten erweckte, ritten die Turnierteilnehmer mit klingendem Spiel vom Volkssportplatz aus durch die Straßen der Innenstadt und über die Castroper Straße wieder zurück zum TuS.=Stadion, wo vom Vorsitzenden des Provinzialverbandes, SA.=Ober= scharführer Sümmermann, kommandierte und von Generalmajor Adam abgenommene Vorbeimarsch stattfand. Von gutem Wetter begünstigt, war dem zweiten Turniertag ein außerordentlicher Publikumserfolg beschieden. Etwa 10000 Zuschauer verfolgten jeden Wettbewerb in glänzender Stimmung, die ihren Höhepunkt mit der wiederum glänzend verlaufenen Vorführung der Wehrmacht und dem sportlichen Ereignis des zweiten Tages erreichte, dem neuen Hochsprungrekord Obertruppführers Staupendahl. Auf der Ehrentribüne sah man u. a. den Reitergruppenführer Obersturmbannführer Scheunemann, NSKK.=Oberführer Niederwestermann(Bochum=Langendreer), Gauwalter der DAF. Stein (Bochum), die Stadträte Loerbroks und Stumpf, Kd.=Gauwalter Breidenbach, Kreispropagandawart und Leiter der Ortsgruppe Bochum des DRL. [Link Stadtoberinspektor Surhoff und den Leiter der Pressestelle der Stadt Bochum, Arndt, die sich beide um die Ausrichtung des Turniers sehr verdient gemacht haben. Mit Genugtuung dürfen wir darauf hinweisen, daß der Vorsitzende des Provinzialverbandes, SA.=Oberscharführer Sümmermann, sich über den Verlauf und die Organisation des Bochumer Turniers in jeder Weise zufriedenstellend äußerte und versprach, Bochum auch in Zukunft bei der Vergebung des Provinzialturniers bevorzugt zu berücksichtigen. Die Unterrichtung des Publikums war am Sonntag durch Vermehrung der Lautsprecheranlagen weitaus besser als am Vortag, so daß die Zuschauer jederzeit durch den Ansager, Rottenführer Kahlert, über den Verlauf des Turniers und die Bedeutung der einzelnen Wettbewerbe auf dem laufenden gehalten wurden. Den bunten Reigen der Wettbewerbe des zweiten Tages leitete die Siegerverkündigung der MannschaftsWettkämpfe ein. Zum siebten Male wurde dem Reitund Fahrverein Greven die Provinzial=Standarte von Generalmajor Adam für seine Leistungen überreicht. Den Wander=Ehrenpreis des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen erhielt der Reit= und Fahrverein Bodelschwingh. In der Einzelplacierung im Wettkampf um die Provinzial=Standarte teilten sich Karl Gössing(Brackel) und B. Brüggemann(Greven) den Sieg, während SA.=Reiter Pape die beste Gesamtleistung im Wettkampf um den Wander=Ehrenpreis des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen zeiste. Kre rzm F. einnslest. Das reitsportliche Programm wurde eingeleiet mit einer Dressurprüfung, Klasse L, die Mitgliedern des Vereins ehemaliger Reit= und Fahrschüler der westfäliführer Wibbeling zum Siege. Ossen fur alle Reiter und Reiterinnen war ebenfalls eine Dressurprüfung der leichten Klasse, die Hauptwachtmeister Hildebrandt auf Wibbelings„Magnet“ als Sieger sah. Um den schaftswettbewerb der Kreisverbände, der als StafettenZeitspringen über den Kurs der Klasse L führte, bewarben sich bedauerlicherweise nur zwei Mannschaften des Kreisverbandes Dortmund. Der Parcours führte über acht Hindernisse, die in zwölf Sprüngen zu erledigen waren. Die Mannschaft SA.=Obertruppführer Henschel auf„Schwalbe", SA.=Obertruppführer Staupendahl auf„Näschen" und SA.=Sturmm. Keller auf „Cuno“ wurde mit 251 Sekunden Sieger. Amateur=Reitern war eine weitere Dressurprüfung, Klasse L, offen, die Frl. Lomberg mit„Sulamit“ in Front sah. Ein imponierendes Bild bot die Eignungsprüfung für genpferde, die drei Viererzüge in das Oval der Kampfbahn führte. Viererzugfahren verlangt von den Fahrern höchste Leistung, und nicht vielen gelingt es, dieses Ziel zu erreichen. Der erste Preis fiel an SA.=Oberscharführer Klewitz(Soest). Anschließend an diese Prüfung wurde der Preis des Bochumer Vereins entschieden, eine Dressurprüfung, die in drei Abteilungen zur Durchführung gelangte. SS.=Untersturmführer Andreas, der„Indra“ in höchster Vollendung durch die Klippen der mittelschweren Lektion brachte, kam hier zweimal zur goldenen Schleife. Eine Abteilung wurde von Dr. Möller auf„Orfe“ gewonnen. Mit dem Beginn der Jagdspringen, die auch in Bochum das größte Interesse erheischten, wurde das Publikum auch Sonntag wieder in höchste Spannung versetzt. Als erstes Springen stand ein Glücks=Jagdspringen auf dem Programm, das die Höchstzahl von 24 Sprüngen verlangte. Die Leistungen der 19 Teilnehmer waren durchweg gut. Nur wenige schieden bis zum zehnten Sprung aus. Fünf Teilnehmern gelang es, die verlangte Höchstzahl zu erreichen, wobei für die Placierung die erzielte Zeit ausschlaggebend war. Nachdem lange Zeit hindurch SA.=Sturmf. Prümer auf„Alte Liebe und SA.=Obertruppf. Staupendahl auf„Coralle“ mit 105 Sekunden in Führung lagen, startete als zweitletzter Wachtmeister Hippe vom Reiter=Regt. 15 auf Staupendahls„Scheik“, der mit 101 Sekunden die Führung übernahm. Ein Versuch von SA.=Obertruppf. Staupendahl auf„Näschen“, den Sieg an sich zu reißen, mißlang, da ihm beim elften Sprung ein Versehen unterlief. Wachtmeister Hippe, zum ersten Male Sieger im Jagdspringen, wurde vom Publikum stark gefeiert. Die Elite der in Bochum versammelten Springpferde erschien darauf in einem mittelschweren Jagdspringen, in dem die Hindernisse bis zu.30 Meter hoch waren. Auf vielen Diagonalen mußten zehn Hindernisse, die in geschickten Kombinationen von Hpt.=Wachtmeister. Hildebrandt zusammengestellt waren(der auch die ubrigen Springbahnen entworfen hatte), in 16 Sprüngen überwunden werden. Zehn Pferde wurden für dieses Springen gesattelt, von denen„Hellebarde" unter SS.=Oberscharf. Beyersmann als einzige den Parcours fehlerlos beendigte. Die drei nächsten Plätze belegte SA.=Obertruppf. Staupendahl mit„Scheik",„Näschen" und„Coralle“, die je einmal ein Hindernis abgeworfen hatten. Seinen Höhepunkt erreichte das Turnier mit dem Rekord=Hochspringen der Provinz Westfalen, an dem 8 Bewerber teilnahmen. Nach dem Probesprung von 1,20 Meter begann das Springen mit der Höhe von 1,30 Meter, bei dem zwei Pferde ausschieden. Das Hochsprunggestell wurde nach und nach auf 1,55 Meter erhöht, und es zeugt für die Leistungsfähigkeit der Pferde, wenn diese Höhe noch von fünf Pferden übersprungen wurde. Nach der Abmessung von 1,60 Meter waren noch„Scheik",„Amaranth“,„Amsel" und„Näschen“, für die Höhe von 1,65 Meter startberechtigt, die die Entscheidung des Hochspringens brachte, das Obertruppführer Staupendahl auf„Scheik“ gewann. Von sportlichem Ehrgeiz beseelt, unternahm der Sieger den Versuch, seinen erst im Mai neu aufgestellten Rekord von 1,85 Meter zu brechen, was die Zuschauer in höchste Spannung versetzte. Das Hochsprunggestell war auf 1,90 Meter erhöht worden. Der erste und der zweite Versuch mißlangen, da„Scheik“ die Latte jedesmal mit der Hinterhand abstreifte. Als der Reiter zum letzten Versuch startete, lag äußerste Stille über der ganzen Kampfbahn, und nicht enden vollender Jubel brach aus, als der brave 15jährige Falbe, zu höchster Leistung aufgefordert, seinen Reiter nicht im Stich ließ und die 1,90=Meter=Latte glatt übersprang. Die Ehrenrunde ritt der Sieger in dem Bewußtsein, den Bochumer Turniergästen eine Leistung gezeigt zu haben, die das Glanzstück des ganzen Jubiläumsturniers darstellte, das damit einen würdigen Abschluß fand. Die Ergebnisse des zweiten Tages: Wettkampf um die Provinzial=Standarte. 1. Reit= und Fahrverein Greven, Note 43,24. 2 R e i t= u n d F a h r v e r e i n B a r o p, N o t e 4 7, 6 0. 3. Landw. Reiterverein Kalthof, Note 48,72. Einzelplacierung: 1. Karl Gössings(Brackel) 6j..=St. Ahaus(K. Gös1. B. Sch. Gronovers(Greven) 7j..=St. Amsel(E. Brüggemann). Note.46.„ 4 8 3. Wilh. Wibbelings(Barop) a..=W. Magnet(H. Wibbeling). Note 10,10. Wettkampf um den Wanderehrenpreis des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen 1. Reit= und Fahrverein Bodelschwingh, Note 19,13. 2. Reiterverein Osterwick, Note 22,39. 3. Zucht=, Reit= und Fahrverein Soest, Note 23,59. Einzelplacierung: 1. A. Schulte Günnes(Soest) 6j..=W. Antrazith (SA.=R. Pape). Note 3,10. 2. Kl. Große Lembecks(Osterwick) 9j..=W. Held (Felix Große Lembeck), Note 8,90. 3. A. Althüsers(Bodelschwingh) 9j..=W. Schwabenprinz(A. Althuser). Note 4,15. Dressurprüfung, Kl. L 1. W. Wibbelings(Barop) a..=W. Magnet(Scharführer W. Wibbeling). Note.0...„, K. g, 2. W. Staupendahls(Bodelschwingh) 71..=.. Colle(SA.=Obertruppf. Herb. Staupendahl. Note 1,1. 8. Hub. Geisthövel=Pellengahrs(Ahlen) a..=W. Fiffikus(Bes.) Note 1,2. Dressurprüfung, Kl. L 1. W. Wibbelings(Barop) a..=W. Magnet(Hpt.= Wachtm. Hildebrandt). Note 1,0. 2. Oberlt. a. D. Dr. H. Möllers(Dortmund) a..=St. 3. G. Springorums(Dortmund) 7j..=St. Maust (Bes.) Note 1,5. Mannschaftswettbewerb der Kreisverbände. StafettenZeitspringen, Kl. L 1. Kreisverband Dortmund(Gesamtzeit 251 Sek.) K. Schulze Neuhoffs 9j. br. W. Kuno(SA.=Stm. Fr. Tönnies'(Bodelschwingh) Näschen(SA.=Ober= truppf. H. Staupendahl). Dr. Noltings(Barop) a..=St. Schwalbe(SA.= Obertruppf. W. Henschel). 2. Kreisverband Dortmund(Gesamtzeit 301 Sek.) Dressurprüfung, Kl. L 1. Frl. M. Lombergs(Lüttgens) 7j..=St. Sulamit 2. W. Staupenmahls(Bodelschwingh) 7j..=St. Colle(SA.=Obertruppf. Herb. Staupendahl). Rote 1,1. 8 Oberlt. a. D Dr. H. Höllers(Dortmund) a..=St. rallde. Loeln u. u. Dr. 6. Hölers(Dortmund) Orfe(Bes.) Eignungsprüfung für Wagenpferde(o..), Mehrspänner 1. H. W. Otto Müllers 9j. br. W. Castor— Sch. Ardeys 7j. br. W. Markulf— D. Klewitz' 9i. br. W. Orkan— C. Planges 6j. br. W. Orpheus(Oberscharf. D. Schulte Günnes 6j..=W. Antrazith— Sch. Barnholts 8j..=St. Carola— Frau Dir. Werthemanns a..=W. Hermann— Müllers 8j. Sch.=W. Trocadero (Scharf. D. Nottebohm, Soest). Dressurprüfung, Kl. M Abteilung A 1. SS.=.=Sturmf. C. H. Andreas'(Hagen) a..=W. a. D. Dr. H. Möllers(Dortmund) a..=St. 8. Wilh. Wibbelings(Barop) a..=W. Magnet(Hpt.= Wachtm. Hildebrandt). Note 1,7. Abteilung B 1. Oberlt. a. D. Dr. H. Möllers(Dortmund) a..=St. Z. Wilh. Wiöbelings(Barop) a..W. Magnet 3. 2..Jigt. 15s(Paderborn) a..=W. Hofgänger (Unteroff. Telzerow). Note 1,9. Abteilung C 1. SS.=.=Sturmf. C. H. Andreas'(Hagen) a..=W. Ip# p Obit. a. D. pr. H. Möllers(Dortmund) a..=St. 3. Wilb. Wibbelings(Barop) a..=W. Magnet(Hpt.Wachtm. Hildebrandt). Note 1,7. Glücksjagdspringen, Kl. L 1. W. Staupendahls(Bodelschwingh) a. Scheil(Wachtm. Hippe). 24 Hindernisse,„Sez,1% 2. B. Prümers.(Dortmund) a.###n Liebe (SA.=Sturf. B. Prumer). 24 Hindernisse. Zeit: 105. 2. W. Staupendahls(Bodelschwingh), 7j..=St. Coralle(SA.=Obertruppf. Herb. Staupenoaht). 24 Hindernisse. Zeit: 105. Jagdspringen, Kl. M is(Hagen) a..= Nuch Ands-SpeliingP Krondmker-geschlagen Die reftlichen Entscheidungen in Wimbledon scheik(SA.=Obertruppf. H. 3. Fr. Tönnies'(Bodelschwingh) 9j..=St. Näschen (SA.=Obertruppf. H. Staupendahl). Fehler: 4, Zeit: 10 Rekord=Hochspringen der Provinz Westfalen. 1. W. Staupendahls(Bodelschwingh) a, Scheil(SA.=Obertruppf. H. Staupendahl).,.30 Meter. Der Schlußtag in Wimbledon ging wiederum vor ausverkauften Tribünen vor sich, doch kam nicht die sonst gewohnte Endspielstimmung auf, da die 10000 noch zu sehr unter dem Eindruck des mißglückten. Endkampfes zwischen Fred Perry und unseres Meisters Gottfried von Cramm standen. Immer wieder hörte man Worte des Bedauerns, daß dieser Höhepunkt des Turniers durch die Verletzung des Deutschen zu einer einseitigen Angelegenheit werden mußte, immer wieder dabei auch Worte höchster Anerkennung für unseren Finalisten, der trotz ziemlicher Schmerzen sich zum unsleichen Kampfe stellte. ,. Traugneinzels trafen sich In der Entscheidung des Frauenernege## die Amerikanerin Helen Jacobs und Hild####.#, ling=Krahwinkel, die beide schon bis zum undspiel durchzudringen wußten, aber noch nie den Titel erobern konnten. Jetzt ist der Amerikanerin beim fünften Anlauf der Erfolg geglückt, mit:2,:6,:5 sicherte sie sich den wertvollsten Sieg und trat das lvegerzpeGieherlagkg(Greven) 9j. Sch.=W. Amaranth Erbe ihrer großen, Landsmännin Helen Moody=Wills /0 Waltermann)..60 Meter. Erbe ihrer großen, Landsmännin., 8 an, die ihren Titel nicht verteidigte. Das Männerdoppel war eine ausschließlich englische Angelegenheit. Mit:4,:6,:9,:1,:4 fiel der Sieg an HugbesTuckey.„ Keri nen 8, Im Frauendoppel konnten die Englanderinnen James Stammers ihren Titel erfolgreich verteidigen. Ihre Endspielgegnerinnen Jacobs Fabyan wurden mit :2,:1 überraschend glatt geschlagen. Entscheidungen in Wimbledon: Frauen=Einzel: Helen Jacobs(USA)— Hilde Sperling=Krahwinkel(Dänemark):2,:6,:5.— Männerdoppel: Hughes Tuckey(England)—Hare[Wilde (England):4,:6,:9,:1,:4.— Frauendoppel: James Stammers(England)— Fabyan Jacobs(USA) :2,:1. 9 G Schulze Gronovers(Greven) 71..=St. Amsel 2. B. Schulze, Gronovers(Greven) 1„.., Amsel (B. Bruggemann). 1,60 Meter. SV. Rotthausen u. Boruffia Dortmund Borussia Dortmund schlägt Recklinghausen 13 nur:3 Erwartungsgemäß hat sich neben der..,. Pott: hausen Borussia Jortmund den Aufstieg zn vir ge# fälische Gauliga erkampft. Das letzte Spel gegegriz, linghausen 13, das ebenfalls noch ohne Lenz besteillen werden mußte, gewannen die Borussen vor 6000 Zuschauern knapp mit:3, nachdem sie bei der Pause schon mit:1 klar geführt hatten. Dieser Sieg bringt den Borussen den zweiten Platz ein, während die lange Zeit Seite 9 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger" Montag, 6. Juli 1936 in Führung gelegenen Bochumer Preußen sich um einen Punkt geschlagen bekennen müssen. Bemerkenswert ist, daß die Dortmunder nicht eines der zehn Spiele verloren haben, allerdings fünfmal unentschieden spielten. Nach langen Jahren hat nun Dortmund wieder einen Verein in der obersten Fußballklasse. Indien—DeutschlandHolland Die Rangfolge für das Olympische Hockenturnier Der Technische Ausschuß des Internationalen Hockeyverbandes trat am Sonntag in Paris zu einer Sitzung zusammen, in deren Mittelpunkt die Rangeinteilung der am Olympischen Hockeyturnier teilnehmenden Nationen stand. Deutschland war durch Detmar Wette(Köln) vertreten. Wie nicht anders zu erwarten war, führen Indien, Deutschland und Holland die drei Gruppen an. Die offizielle Rangliste lautet: 1. Indien, 2. Deutschland, 3. Holland, 4. Frankreich, 5. Belgien, 6. Schweiz, 7. Spanien, 8. Afghanistan, 9. Dänemark, 10. Japan, 11. Ungarn, 12. Tschechoslowakei, 13. USA, 14. Jugoslawien. Nach dem bereits vorliegenden Plan wurde dann die Gruppeneinteilung wie folgt vorgenommen: Gruppe A: Indien, Ungarn, Tschechoslowakei, USA, Jugoslawien; Gruppe B: Deutschland, Afghanistan, Dänemark, Japan; Gruppe C: Holland, Frankreich, Belgien. Schweiz, Spanien. Die Wertung in den einzelnen Gruppen erfolgt nach dem Punktsystem. Die Gruppen A und B stellen je eine Mannschaft für die Vorschlußrunde, die Gruppe C. die die gleichmäßigste Besetzung aufweist, wird mit zwei Mannschaften zum Halbfinale zugelassen. Hier spielt der Sieger der Gruppe A gegen den Zweiten der Gruppe C, während der Sieger der Gruppe B gegen den Sieger der Gruppe C anzutreten hat. Die beiden in der Vorschlußrunde siegreichen Länder bestreiten das Endspiel, während die Unterlegenen um den dritten Platz kämpfen. Das Olympische Hockeyturnier nimmt am 2. August seinen Anfang. Nur 6666 Punkte Bonnet Deutscher Zehnkampfmeister Die restlichen fünf Uebungen der im Rahmen der brandenburgischen Gaumeisterschaften begonnenen deutschen Zehnkampfmeisterschaft wurden am Sonntag auf dem Allianz=Sportplatz Berlin= Mariendorf gemeinsam für alle Anwärter aus dem Reich durchgeführt. Vor nur schwachem Besuch und bei zumeist regnerischem Wetter wurden nicht die Leistungen der vergangenen Jahre erreicht. Den Meistertitel errang in Abwesenheit der verletzten Favoriten Hans Heinz Sievert und Gerhard Stöck der 25jährige Bonnet von der Luftwaffensportschule Spandau mit 6666 Punkten. Bonnet ist seit 1931 Zehnkämpfer. Seine Leistungen waren recht gleichmäßig, doch ist mit einer Steigerung in einzelnen Uebungen schon in Kürze zu rechnen. Der Titelverteidiger Huber vom DSC. Berlin belegte mit 6458 Punkten den zweiten Platz. Die restlichen fünf Uebungen brachten folgende Ergebnisse der Erstplacierten: Bonnet: Hürden 16,8, Stabhoch 3,53, Speer 60,10, Diskus 42,05, 1500 Meter: 5,01,2; Huber: Hürden 16,2, Stabhoch 3,22, Speer 55,88, Diskus 35,10. 1500 Meter 4,52,8; Müller: Hürden 17,6, Stabhoch 2,90, Speer 53,71, Diskus 35,29, 1500 Meter 4,47. Das Endergebnis: 1. Bonnet(Luftwaffensportschule Spandau) 6666 Punkte(Leistungen: 21,1, 6,19, 12,74, 1,75, 54,7, 16,8, 3,53, 60,10, 42,05, 5,01,2). 2. Huber 6458 Punkte, 3. Müller(Gera) 6289 Punkte, 4. Eckard(Zeulenroda) 6199 Punkte, 5. Schepe(Langenbielau) 6101 Punkte, 6. Böhme(DSC. Berlin) 6062 Punkte. Herner Turnklub fiegt im erlten Kampf der Sonderklaffe Der erste leichtathletische Klubkampf der Sonderklassenvereine des Kreises Bochum fand gestern auf dem Westfalia=Sportplatz in Herne statt. Die Beteiligung der Aktiven war sehr rege, während der Besuch, wie üblich, sehr schlecht war. Leider fehlten die Vertreter der TV. 48 Bochum. Die Leistungen in den Laufwettbewerben waren unter Berücksichtigung der schweren Bahn zufriedenstellend. Der Kampf wurde vom Herner Turnklub mit 9230,08 Punkten gewonnen vor Westfalia Herne(9010,43) und TuS Bochum(8761,72) welcher leider auf einige seiner besten Leute verzichten mußte. Um so erfreulicher ist es aber, daß dieser Verein in den insgesamt 16 Wettbewerben siebenmal den Sieger stellte. Hervorzuheben sind die Leistungen des TuS=Mannes Ehrlich, welcher die 110=Meter=Hürden in genau 16 Sekunden und den Weitsprung mit 6,60 Meter gewann. In der 4X100=Meter=Staffel siegte ebenfalls der TuS Bochum in der Besetzung Ehrlich— Hommer—Pappert—Lütteke überlegen vor Herner Turnklub und Westfalia Herne. Die Zeit von 45,4 Sek. ist in Anbetracht der schlechten Bahnverhältnisse und dito Wechsel als gut anzusprechen. Die Wiederholung dieses Klubkampfes, in der der Tus den Spieß umzudrehen gedenkt, findet am 19. Juli im TuS=Stadion an der Castroper Straße statt. Die Ergebnisse: 200=Meter=Lauf: 1. Hommer Tus 22,8 Sek., 2. Lütteke TuS 23,1 Sek., 2. Kittel Westfalia 23,1 Sek., 3. Thöne Turnklub Herne 23,2 Sek. 400=Meter=Lauf: 1. Pappert TuS 54,1 Sek., 2. Siebold TuS 54,4 Sek., 3. Wille Westfalia 55,4 Sek. 800=Meter=Lauf: 1. Weßling Westfalia 2,09,5 Min., 2. Mattich Westfalia 2,10,5 Min., 8. Kopetsch Tus 1500-Meter=Lauf: 1. Wille Westfalia.29.2 Min., 2. Weßling Westfalia 4,32,0 Min., 8. Kopetsch Tus 5000-Meter=Lauf; 1. Habel Tus 17.12.0 Min., 2. Madrich Turnklub 17,36,3 Min., 8. Reutemeister Turnklub 17,55,2 Min. 110=Meter=Hürden: 1. Ehrlich TuS 16,0 Sek., 2. Fastabend TuS 18,01 Sek., 3. Wietelmann Turnklub 400=Meter=Hürden; 1. Skischally Tus 2. Nöthe Turnklub 67,4 Sek., 3. Fröschler TuS 67,8 Sek., 8. Kassert Westfalia 67,8 Sek. Hochsprung: 1. Wietelmann Turnklub.70, Meter, 2. Schleael Turnklub 1,65 Meter, 8. Padbera Westfalia .60 Meter, 8. Stratmann Turnklub 1,60 Meter. Weitsprung: 1. Ehrlich TuS 6,60 Meter. 2. Graf Westfalia 6,31 Meter, 3. Deh Westfalia 6,22 Meter. Dreisprung: 1. Wietelmann Turnklub 12.43 Meter. 2. Stratmann Turnklub 12,06 Meter, 8. Graf westStadhachsorung: 1. Casperle Turnguz, K P. rsech 2. Rocholl Turnklub 2,90 Meter, 8. Fachon Turntius Zugelstoßen: 1. Subling Turnklub 11/88 Meter, 2. Schlegel Turnklub 11,53 Meter. 8. Brox Turnklub Disluswurf: 1. Subling Turnklub 35.90 Meter, 2. Malcharek Turnklub 34,20 Meter, 8. Koslowski WestSperwurf: 1. Deb Westfalia 47.50 Meter, 2. Subling Turnklub 46,00 Meter, 8. Weßling Westfalia Hammerwurf; 1. Lepsti, Westfalig 81.88 Meter, 2. Happert Westfalia 81,76 Meter, 8. Malcharek Turn4X100=Meter=Staffel;„1. Tus Bochum 45,4 Sek., 2. Herner Turnklub 46,2 Sek., 8. Westfalia Herne 47,1 Sekunden. Zahlreiche Ausfälle in allen Klaffen Enghschs Ciess-i honchstem-Erhsttkhal Großer Motorradpreis von Europa— 240000 Zuschauer Der 12. Große Preis von Europa, der am Sonntag auf der sächsischen Rundstrecke bei Hohenstein=Ernstthal zum zweiten Male auf deutschem Boden zur Entscheidung gelangte, begegnete einem gewaltigen Publikumsinteresse. Nicht weniger als 240000 Zuschauer umsäumten die Strecke, die sich in ausgezeichnetem Zustand befand. Da bei bedecktem Himmel und daher nicht zu warmem Wetter äußerst günstige Witterungsverhältnisse gegeben waren, durfte man mit einem einwandfreien Verlauf des Rennens rechnen. Um so überraschender kommen daher die äußerst zahlreichen Ausfälle in allen Klassen, von denen die deutschen Maschinen in gleichem Maße betroffen waren wie die ausländischen. Ganz schlimm war es in der kleinsten Klasse, wo von den fünf gestarteten Maschinen keine bis zum Schluß durchhielt. Auch sonst kamen wiederholt Favoriten durch Getriebe= oder Motorenschaden um ihre Chancen. Rennen ohne Sieger In der kleinsten Klasse war der Italiener Bonazzi auf MM. nach 15 Runden nur noch allein auf der Bahn, aber auch ihn ereilte fünf Runden später das Geschick, so daß keiner der fünf Teilnehmer die 30 Runden (258 Kilometer) zu Ende fahren und damit auch kein Sieger ermittelt werden konnte. Ein großes Rennen war Walfried Winkler gefahren, der sich auf seiner DKW. sofort an die Spitze, setzte und nach neun Runden vier Minuten Vorstrung hatte. Vergaserschwierigkeiten kosteten ihn seine führende Position, und als sich dann auch noch Getriebestörungen einstellten, mußte der Favorit in der 14. Minute das Rennen einstellen. zer Zelle, während Wiking Berlin auf die verzichtete. Würzburg konnte die Grünauer mit einer halben Länge schlagen. Ergebnisse: Erster Jungmann=Einer: 1. RG. Viktoria 7/44.—Zweiter Vierer o. St.: 1. Berliger, RC. russia.49,2.— Erster Vierer:#. elle Tyrell Smith vor Kluge. Groß war die Zahl der Ausfälle auch in der Klasse nicht über 250 ccm, denn von den 23 Gestarteten durchfuhren nur sechs die 35 Runden(301 Kilometer). Geiß war hier erklärter Favorit, der auch auf der schnellen DKW. die ersten sechs Runden die Spitze hatte. Ein Getriebeschaden setzte seinem Siegeszug ein Ende. Jetzt war die Bahn für den bekannten Italiener Tenni auf Guzzi frei, aber auch er schied alsbald aus, da ihn ein Schaden an der Oelzufuhr zum Aufgeben zwang. Bis sechs Runden vor Schluß lag dann Alberti auf Benelli in Front, auch hier vernichtete ein Motorschaden die berechtigten Siegeshoffnungen. Dadurch kam der spätere Sieger Tyrell Smith auf den ersten Platz, den der Ire auch bis zum Schluß nicht mehr abgab. Mit 111,9 Stundenkilometer kam er allerdings nicht an den Vorjahrsrekord von W. Winkler und E. Kluge heran, die 114,8 Stundenkilometer erzielt hatten. Ewald Kluge sicherte DKW. den zweiten Platz. Tyrell Smith und Ewald Kuge fuhren zwei Ehrenrunden. Der Ire hatte dem Deutschen seinen Siegerkranz umgehängt und trug nur die Schleife. Eine sportliche Geste, deren Anerkennung im Beifall der Zuschauer mitschwang. Großer Jubel umtoste Bernd Rosemeyer, den Sieger vom Eifelrennen, als er mit seinem Auto=Union=Rennwagen zwei Runden drehte, bevor 28 Maschinen der 350 ccm=Klasse am Start Aufstellung nahmen. Fleischmann und Steinbach erwischten mit ihren NSU. einen guten Start und setzten sich vor dem jungen Engländer Frith, dem Ueberraschungssieger der Tourist=Trophy, an die Spitze, doch schon in der zweiten der 40 Runden(344 Kilometer) ging dieser vor und ließ sich nicht mehr verdrängen. In überlegenem Stil überrundete er einen seiner Gegner nach dem anderen und legte. Selbst Fleischmann und Steinbach mußten sich überrunden lassen. Frith kam als Sieger mit 117,8 Stundenkilometer ebenfalls nicht an die im Vorjahr gefahrenen Geschwindigkeiten(119,2) heran. Dem Rennen der Halbliterklasse wohnte auch Korpsführer Hühnlein bei, wie man auch auf der Ehrentribüne u. a. die Reichsstatthalter von Bayern und Sachsen, General Ritter von Epp und Mutschmann, gewahrte. Sieger im Großen Preis von Europa wurde der Engländer James Guthrie(Norton) und wiederholte damit seinen Vorjahressieg in Irland. Für die 344 Kilometer lange Strecke stellten sich 30 Fahrer dem Starter. Tenni(Italien), fraglos favorisiert, hatte unheimliches Pech, denn nach 450 Meter wurde er aus der Kurve getragen und durch Sturz außer Kampf gesetzt. Fast alle Teilnehmer mußten sich in der 20. Runde zum Tanken bequemen, wobei Steinbach reichlich Pech hatte. Seine Maschine stürzte um, und das Benzin entfloß dem Tank. So sehr man auch Jagd auf Guthrie machte, behielt er seinen ersten Platz doch sicher. Müller wurde von White überholt; an vierter Stelle lag Steinbach vor Fleischmann, Ley, Mansfeld und Sunnquist. Wenig Glück hatte Sönius, der mit seiner NSl. einige Schwierigkeiten hatte und zweimal von seinen Gegnern überholt wurde. Sieger wurde Guthrie in der neuen Rekordzeit von:40:02,1 Stunden. bei einem Stundendurchschnitt von 126,8 Kilometer. Mit nur 34 Sekunden Abstand folgte Müller(Bielefeld) als Zweiter, der übrigens mit:51.2 Minuten(134,8 Stundenkilemeter) die schnellste Runde des Tages fuhr. Steinbach, der erst die vierte Stelle einnahm, kam zu Fall und fiel zurück. Mansfeld wurde damit Vierter, während eine Runde zurück Fleischmann, Sunnquist und Ley folgten. Die Ergebnisse: Krafträder nicht über 175 ccm(30 Runden= 258 Kilometer): fünf gestartet, keiner am Ziel.— Krafträder nicht über 250 ccm(35 Runden= 301 Kilometer): 1. Tyrell Smith(Irland, Excelsior):42:28,2 Stunden= 111,9 Stundenkilometr, 2. Ewald Kluge(Deutschland, DKW.):46:07,6= 109,5 Stundenkilometer. Eine Runde zurück: 3. Toni Port(Deutschland, Rudge), drei Runden zurück: 4. J. Goor(Belgien, Benelli), 5. H. Marschall(Deutschland, Rudae), sechs Runden zurück: 6. G. Dickwell(Belgien, Barbe Jap); 23 gestartet, sechs am Ziel.— Krafträder nicht über 350 ccm(40 Runden= 344 Kilometer): 1. Frith(England, Norton):56:20,6 Stunden— 117,8 Stundenkilometer; eine Runde zurück: 2. O. Steinbach(Deutschland, NSU.):56:22, 3. H. Fleischmann(Deutschland, NSU.), 4 E. Mellons(England, Velocette); zwei Runden zurück: 5. Thomas(England, Velocette); drei Runden zurück: 6. C. Bagenholm (Schweden, Husgvarna), 7. F. Kammer jun.(Deutschland, NSU.): vier Runden zurück: 8. A. May(Deutschland, Rudge); fünf Runden zurück: 9. B. Ahlswede (Deutschland, Excelsior), 10. F. Hänni(Schweiz, Norton); 28 gestartet, 10 am Ziel. Krafträder nicht über 500 ccm(40 Runden= 344 Kilometer): 1. James Guthrie(England, Norton):40:02,1 Stunden= 129,9 Stundenkilometer (Gewinner des Großen Preises von Europa; beste Zeit des Tages und neuer Streckenrekord), 2. H. Müller (Deutschland,(DKW):40:36,1(129,5 Stundenkilometer) 3. J. White(England, Norton):40:40,1(129.), 4. K. Mansfeld(Deutschland, DKW.):43:31,2(128.); eine Runde zurück: 5. H. Fleischmann(Deutschland, Grünau.00,4, 2. Fachamtszelle Wurzvurg Lamgurg Zweiter Jungmann=Achter: 1. Germanig, Vinngburg Zweiter Einer: 1. Jlehzer: Kopr obe Horse. Stez I, Kergelihagnente Henblieb schließlich der einzige, der die Gesamtstrecke zurück NSU.), 6. R. Sunnquist(Schweden, Husgvarna). Stabnoch a, a2,8= Wellsbrung.8e Motel Rckordmeisterschaften in den USA. Zweiter Achter: 1. RGh. Wiling Verli 2. Frankfurter RG. Germania 6,23,4.— Erster hundert) Achter: 1. Fachamtszelle 4. Kölner RV. 77 6,17,2, 5. Berliner RC. Zelle Grünau abermals geschlagen Höhepunkt der Hamburger Jubiläums=Rudexregatta bildete der Haupttag der Regatta. Vor Tausenden Zuschauern gab es prächtige Kämpfe, die nicht ohne Ueberraschungen blieben. Vor allem war es hier der Kampf im Ersten Achter um das„Blaue Band per Alster". Hier stellten sich zum Start die der Zellen Würzburg, Berlin=Grünau, Kölner Wiking Berlin und Berliner RC. Bis 500 Meter blieb das Feld geschlossen, dann schob sich die Zelle Würzburg langsam vor und hatte bei 1000 Meter etwa eine Viertellänge Vorsprung vor dem in einer Front folgenden übrigen Feld. Bei 1500 Meter legten die Würzburger im Schlag zu und vergrößerten ihren Vorsprung. Im Endspurt legte Würzburg einen 40er=Schlag vor und siegte klar mit einer Länge Vorsprung vor der Zelle Ergebnisse: Erster Junior=Einer: 1. Mainzer RV.(van de Bergh):24. Erster Junior=Vierer: 1. Frankfurter RC.:14. Erster Einer(Alsterpokal): 1. Favorit Hammonia Hamburg,(Schulz) 7. 5gzeree (Blaues Band der Aister): 1. Fachamt Rudern, Zeue gesellschaft„Dresden“(Haslebner):55,8. Erster uchter Wurzburg:19,2, 2. Zelle Berlin=Grünau:24 8, 3. Kölner RV.:25,2, 4. Wiking Berlin, 5. Berliner RC. Leichter Vierer: 1 Berliner RV.:32,2. Erster Jungmann=Achter: 1. Mainzer RV.:28,2. Dritter Vierer: 1. RG. Victoria Berlin=Grünau:24.8. Erster DoppelZweier o. St.: 1. Tangermünder RC.:14,8. Erster Zweier o. St.: 1. Berliner RV.:29, 2. AK.=Ruderer „Angaria“ Hannover:41, Alstervierer: 1. Renngemeinschaft Schwerin:14,4. 2. RV. Münster:41. Erster Vierer o. St.: 1. RG. Wiking. Berlin:41,2, 2. Zelle Würzburg:48. Schluß=Achter: 1. Frankfurter RG. Germania:30,4, 2. Bremer RV.:36,2, 3. RC. Alemannia Hamburg:37,2. WSV. Bocholf wieder an der Spitze Um die westfälische Wasserballmeisterschaft Im Bocholter Freibad Tonmühle richtete der Wassersportverein Bocholt die ersten Spiele um die westfälische Wasserballmeisterschaft aus die in Vor= und Rückrunde ausgetragen werden. Der Titelverteidiger WSV. Bocholt konnt sämtliche Spiele etwas überraschend auch in diesem Jahre siegreich gestalten und hat damit gute Aussichten, seinen Titel zu behalten. Die Ergebnisse: Münster 91— Rote Erde :6(:): WSV. Bocholt— 1. SV. Paderborn:1 (:); WSV. Bocholt— Münster 91:2(:); Rote Erde Hamm— 1. SV. Paderborn:3(:); Münster 91— 1. SV. Paberborn Bocholt— Rote Erde Hamm:2(:). Die Tabelle: Die im Palmer=Stadion der Princetown Universität durchgeführten zweitägigen Meisterschaften von USA. in der Leichtathletik brachten eine wahre Rekordernte. Rund 1000 Wettkämpfer stritten an beiden Tagen um die heißbegehrten Titel und Plätze, denn nur die besten Athleten werden zu den Endausscheidungen zugelassen, die bereits am kommenden Wochenende im neuen Stadion auf Randall Islands durchgeführt werden. Nichtbeteiligt waren die kalifornischen Athleten, die ohne weiteres für die Schlußkämpfe startberechtigt sind. Zwei Glanzpunkte gab es bei den Titelkämpfen in Princetown. Der eine war der neue Weltrekord von George Varoff im Stabhochsprung mit 4,425 Meter, und der zweite die neue Weltbestleistung von Jesse Owens im Weitsprung mit 7,99 Meter. Der Neger hat damit den Japaner Nambu um ein Zentimeter übertroffen. Die Fabelleistung des Schwarzen mit 8,13 ist als Rekord nicht angemeldet worden. Owens holte sich auch die Meisterschaft über 100 Meter in 10,4 Sekunden, während über 200 Meter Ralph Metcalfe in 21,2 Sekunden auf den Titel Beschlag legte. Harold Mallwood ließ über 400 Meter die schnellen Neger Louvalle und Williams in 47,3 Sekunden hinter sich. Die Hürdenstrecken beherrschten Forrest Towns, der die 110 Meter in 14,2 Sekunden gewann, und Glenn Hardin, der über 400 Meter mit 51,5 Sekunden einen neuen amerikanischen Rekord aufstellte.„„„ Ergebnisse: 100 Meter: 1. Jesse Owens 10,4 Set., 2. Ralph Metcalfe. 3. Sam Stoller.— 200 Meter: 1 Metcalfe 21,2 Sek., 2. Robert Packard, 3. Robert Rodenkirchen.— 400 Meter: 1. Harold Mallwood 47,3 Sek., 2. Louvalle, 3. Archie Williams.— 800 Meter: 1. Charles Beetham 1,50,3 Min., 2. John Woodruff, 8. Charles Hornbostel.— 1500 Meter: 1. Glenn Cunningham 3,54,2 Min., 2. San Romani, 3. Gene Venzke, 4. Bill Bonthron.— 5000 Meter: 1. Donald Lasy 15,04,8 Min., 2. Normann Bright, 3. James Smith.— 3000=Meter=Hindernis: 1. Harold Manning.15,1 Min., 2. Glenn Dawson, 3. Josef Mc. Cluskey.— 110=MeterHürden: 1. Forrest Towns 14,2 Sek., 2. Philcope, 3. Alfin Moreau.— 200=Meter=Hürden: 1. Hamilton Hucker 23,8 Sek., 2. Milton Green, 3. Jack Lattimer.— 400Meter=Hürden: 1. Glenn Hardin 51,5 Sek.(USA.=Rekord), 2. Dale Schofield, 8. Lorin Benke.— 4X100 Meter: 1. Milwaukee Marquette Club(Sengpill, Dinges, Jesse Owens, Metcalfe) 41,3 Sek.— 4X400 Meter: 1. Newyorker AC.(Scallon, Brown, Hofstetter, Kien) 3,15,1 Min.— Hochsprung: 1. Cornelius Johnson 2,03 Meter, 2. Melvin Walmer, 3. David Dallbrighton 2,03 Meter(durch Stechen entschieden).— Stabhochsprung: 1. George Varoff 4,425(Weltrekord), ? E a r l e M e a d o w s 4, 3 4 M e t e r, 3. W i l l i a m S e f t o n 4, 2 7 Meter.— Weitsprung: 1. Jesse Owens 7,99 Meter (Weltrekord). 100 Meter in 11,7 Helen Stephens gewann drei Titel. In Providence wurden die Meisterschaften und Ausscheidungskämpfe der amerikanischen Leichtathletin=## goch erfolgreich nen ausgetragen. Die erfolgreichste Teilnehmerin war gestartet waren, traten sie am Sonntag das junge Farmermädel, Helen, Stephens, die einem zo=Kitometer=Mannschaftsfahren nicht weniger als drei Meisterschaften an sich brachte Die 100 Meter gewann sie in der neuen Weltrekordzeit von 11,7, das Kugelstoßen mit einer Leistung von 12,71 und das Diskuswerfen mit 37,04 Meter. Wilh sioml und Lietel Badrsegehertel. auf dem Dortmunder Großflugtag Diederichs wieder Meister Meisterschaft des Industriebezirks Unter Ausrichtung der Sportgemeinschaft Hoesch kam am Sonntag auf der 100 Kilometer langen Strecke Dortmund— Derne— Lünen— Werne— Herbern— Drensteinfurt— Hamm— Unna— Aplerbeck— Dortmund die diesjährige Meisterschaft des Industriebezirks zum Austrag, zu der 36 Fahrer am Start erschienen. Kurz vor Dortmunds Toren, in Aplerveck, machen sich fünf Fahrer für den Endspurt bereit, aus dem der Titelverteidiger Diederichs mit drei viertel Längen vor dem Dortmunder Schreer als Sieger hervorgeht. Die Zeit von genau drei Stunden ist in Anbetracht der widrigen Witterungsverhältnisse als recht Das Ergebnis: Meisterschaft des Industriebezirks über 100 Kilometer: 1. Diederichs(Sturm Hombruch) 3 Stunden; 2. Schreer(Dortmund, 3. Pütter(Dortmund), 4. Schiemann(Dortmund), 5. Gruß(Dortmund), alle dichtauf. Hoffmann Büdenbender siegen in Herne Nachdem die beiden Bochumer Amateure am Freilag noch erfolglenh, auf, der Bochumer Radrennbahn gentackel„waren, kenten sie uum Spnnlag in Herne zu einem(=Kilometer=Mannschaftsfahren an. stärkster Konkurrenz gewannen die Bochumer das Rennen vor dem Bielefelder Favoritenpaar Viehmeiervan der Abe. Vor Zehntausenden von Menschen, die in schönstem Sommerwetter zum Flughasen hinausgepilgert waren, ging gestern nachmittag das große Flugereignis des Industriegebietes, der Großflugtag in Dortmund“, vonstatten. Die von der Flugsportortsgruppe Dortmund in Verbindung mit der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Kreisamt Dortmund, durchgeführte Veranstaltung, wurde zu einem flugsportlichen Erlebnis ersten Grades, da mit Willi Stör dem Deutschen Kunstflugmeister 1935 und Liesel Bach, der Europa=Kunstflugmeisterin, die Elite der deutschen Sportfliegerei an den Start ging. Beide zeigten denn auch ein Kunstflugprogramm, das an Schwierigkeit der Uebungen so wenig überbietbar erscheint wie an wundervoller Exaktheit der Ausführung. Neben diesen beiden Matadoren, die von den Zuschauern stürmisch gefeiert wurden, erweckten die Flieger des„HorstWessel"=Geschwaders ein besonderes Interesse, da mit ihnen die junge deutsche Luftwaffe hier im Westen erstmalig in einer großen Veranstaltung Proben ihrer fliegerischen Schulung und Arbeit zum besten gab, Proben von solcher Vielseitigkeit und soviel Schneid, daß das Staunen so groß war wie der Stolz auf diese Waffe. Für das vorübergehende Herzklopfen aller sorgte die jüngste deutsche Fallschirmpilotin Irma Brumann zusammen mit den männlichen Kollegen Bahr, Schneider und Müller. Das weitere Kunstflugprogramm bestritten mit schwierigsten Flugfiguren der Dortmunder Flieger Förster und der Paderborner Fritsch, der sich erst kürzlich die Kunstflugmeisterschaft 1936 der Niederlande holte Segelflugvorführungen, Ballonrammen und zum Abschluß ein japanisches Tagesfeuerwerk waren die weiteren Delikatessen des vielgestalteten Programms Jubiläumsregatte in Hamburg Die erste große Entscheidung fiel im Hammonia, einem Viererrennen, das einen großen Kampf zwischen der Berliner Zelle und dem Würzburger Boot brachte. Die Berliner, die schon in Grünau über die Süddeutschen triumphiert hatten, siegten auch diesmal unangefochten von der Spitze aus und belegten in 7,004 Minuten den ersten Platz.„ 14 Der Jahrhundert=Achter bildete das Hauptereignis des ersten Tages. Es starteten das Grünauer Boot mit Franzke am Schlag, die Würzburger und die MainUnlere Handballer gerüftet Zwei Probespiele in Lintfort— Hervorragende Leistungen der=National=Auswahl Die besten deutschen Handballspieler sind augenblicklich im schönen Bundesheim zu Duisburg zu einem letzten Olympia=Vorbereitungskursus versammelt; hier werden sie letztmalig auf Herz und Nieren ggepruß, Dann erfolgt in wenigen Tagen die endgültige Auewihl für unsere Olympiavertretung, die insgesamt 22 Spieler umfassen wird. Zweimal während der Dauer des Kursus treten die Olympiakandidaten in Wettkämpfen an die Oeffentlichkeit. Zum ersten Male hatten sie am Samstag abend in Lintfort eine derartige Probe abzulegen. Zunächst trat eine sogenannte deutsche=Mannschaft gegen eine Kombination SpV. Bergheim an und siegte knapp mit 10:8(:), und anschließend fertigte die=Nationalmannschaft eine niederrheinische Nachwuchself mit nicht weniger als 17:5 (:2) ab. Leichtathletikkampf in Corbach Westfalen— Hessen 22 891,56:21 809,98 der Hermann=Göring=Kampfbahn zu Corbach kam am Sonntag bei schönem Wetter der Leichtathletikkampf zwischen den Mannschaften von Westfalen und Hessen zum Austrag,„Die Westfalen vziegten guch, schliegzlich sprechenden Leistungen auf und im Gesamtergebnis mit 22 891,56:21 809,98 Punkten. Den 100=Meter=Lauf sicherte sich der Gelsenkirchener Buthe=Pieper in 10,7 Sekunden vor Leinweber(Fulda) 10,9, während im 200=Meter=Lauf Leinweber den Spieß umdrehte und mit 22.8 Sekunden Buthe=Pieper(23) Seite 10 Nr. 155# Bochumer Anzeiger; Montag, 6. Juli 1936 auf den zweiten Platz verwies. Die beiden Staffeln wurden eine sichere Beute der Westfalen. Die Ergebnisse waren: 100 Meter: 1. ButhePieper(Gelsenkirchen) 10,7, 2. Leinweber(Fulda) 10,9. 200 Meter: 1. Leinweber(Fulda) 22,8, 2. Buthe=Pieper (Gelsenkirchen) 23. 400 Meter: 1. Goldhausen(Hörde) 50,4, 2. Glagowski(Hörde) 50,8. 800 Meter: 1. Seibert (Kassel):55,5, 2. Neu(Kassel):56,3. 1500 Meter: 1. Saake(Hamm):08,6, 2. Rieß(Kassel):10,8. 5000 Meter: 1. Kelm(Hamm) 15:42,1, 2. Neidel(Heuchelheim) 16:12,4. Weitsprung: 1. Flug(Weidenau) 6,82 Meter, 2. Völlmke(Dortmund) 6,76 Meter. Hochsprung: 1 Behrendt(Hörde) 1,75 Meter, 2. Staus(Neheim), Peter(Lautenbach), Humann(Kassel je 1,70 Meter. Dreisprung: 1. de Labey(Minden) 13,60 Meter, 2. Stein (Menden) 12,93 Meter. Stabhoch: 1. Regener(Dortmund) und Janke(Kassel) je 3,50 Meter. Kugelstoßen: 1 Werring(Gronau) 15,12 Meter, 2. Luh(Gießen) 15,05 Meter. Speer: 1. Menkel(Kassel) 61,79, 2. Haneboth (Marburg) 58,80 Meter. Hammer: 1. Löring(Dortmung) 50,79, 2. Storch(Fulda) 47,07 Meter. Diskus: 1 Kilo(Gießen) 42.11, 2. Hoffmeister(Münster) 41.37 Meter.=mal=100=Meter=Staffel: 1. Westfalen 43.6 Sekunden, 2. Hessen 43,8 Sekunden. 10 mal ½ Runde: 1. Westfalen:54,9, 2. Hessen:58,8 Minuten. Kloth bei Schalke 04 Mit dem Eintritt in die Sommerpause setzen gewöhnlich die Spielerwanderungen ein, so auch in diesem Jahr. Beim Ermeister FC. Schalte 04 haben sich zwei Spieler angemeldet, und zwar der bekannte Torwart Kloth vom BV. 12 Gelsenkirchen und der Läufer Paprotta von Union Gelsenkirchen.— Der ehemalige Schalter Verteidiger Zajons ist aus Sonnborn zurückgekehrt und wird jetzt für Sportclub 07 Gelsenkirchen spielen.— Der SV. Höntrov verliert den guten Verteidiger Happel, der nach STV. Werne abgewandert ist, auch der Halbrechte Eckert verläßt Höntrop und spielt für Wattenscheid 09/30 in der kommenden Spielzeit. Rennen zu Dortmund Windsor gewinnt den Preis der Roten Erde Obschon der Himmel mit regenschweren Wolken behangen war, hatte der Dortmunder Rennverein an seinem ersten Juli=Renntag einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen. Der gebotene Sport hielt die zahlreich erschienenen Zuschauer in bester Stimmung, zumal sich im Verlaufe des Nachmittags die Sonne durchkämpfte. In der Hauptprüfung des Tages wartete der Außenseiter Windsor mit einer kräftigen Ueberraschung auf, da er dem heißen Favoriten Kameradschaftler nach scharfem Kampf knapp die Eisen zeigte. Die Doppelwette fiel durch den Sieg des Außenseiters Frauenfreund im Fredenbaum=Rennen mit 3144:10 Mark überaus stattlich aus. Dortmund, 5. Juli. 1. Mein erster Sieg: Diltheys Tivo(Pinter), 2. Debatte, 3. Gastgeber.— Ferner: Heidjer, Chonzertleiter, Bastkorn. Toto: S. 58, Pl. 13, 12, 13. 2. Kronenburg=Rennen: 1. Böckers Vockerode(H. Schmidt). 2. Bastler. 3. Schwede.— Ferner: Alpha, Standlaut, Wellenberg, Paul Feminis. Toto: S. 42. Pl. 13, 18.13. 3. Malkasten=Jagdrennen: Ravensbergs Laputz(Weber), 2. Sonny Boy, 3. Vagabund.— Ferner: Anführer, Lorbaß, Rolandia. Toto: S. 23, Pl. 13, 13, 15. 4. Preis der Roten Erde: Dillmanns Windsor(Haut), 2. Kameradschaftler, 3. Lösfelmann.— Ferner: Mein Fürst, Gnom. Moorau, Monnt Lavinia, Curator, Verxes. Toto: S. 149. Pl. 31, 20. 21. 5. Fredenbaum=Rennen: 1. Hopes Frauenfreund(Loer), 2. Patroklus, 3. Tirade.— Ferner: Laufpaß. Ventre a terre. Liebeswalzer, Le Bougnat, Szegeban, Dorsch. Toto: S. 73. Pl. 43, 18, 13. 6. Fehmlinde=Jagdrennen: 1. v. Metzschs Santini(Obst), 2. Stora, 3. Agnus.— Ferner: Memlinck. Toto: S. 45, Pl., 21, 18. 7. Juli=Ausgleich: 1. Hutgens Steinmetz(Knoche), 2. Zauberin. 3. Ziethen, 4. Chianti.— Ferner: Gemse, Bronceluster. Asti, Titanic, Ambrosius. Maktonia, Gildetraut. Toto: S. 53. Pl. 18, 15, 22, 27. 8. Preis vom grünen Rasen: 1. Kunsts Golf(Hochstein), 2. Sonnensunke. 3. Lonskv. 4. Torpedo.— Ferner: Hausmarke, Bummelant. Georgina, Stolz des Hofes. Schatzsinder. Horaz, Gratiola. Toto: S. 61 Pl. 11. 10, 12, 11. Doppelwette: Windsor— Frauenfreund 3144:10. Saint=Cloud, 5. Juli 1..: 1. Monnats Naaman(Besson), 2. Réaumur. 3. Yorktown.— Ferner: Timbale, Turkish Delight,'est sa soeur. Sandbank, Ornando. Northumbria, Finestar, Perle Fine IV, Ballée de Fleur, La Flamme III. Toto: S. 124. Pl. 51, 43, 27. 2..: 1. Wallons May Wong(Bouillon), 2. Cathéri= nette, 3. Jafar.— Ferner: Doncette, Allumeur, Savoisienne, Monclo, Ribnik. Toto: S. 45, Pl. 17, 17, 21. .: 1. Straßburgers Rasivus(Duforez). 2. Chaucrona, 3. Rebuffade.— Ferner: Noirville, Impératrice, Organdi, Tracias. Propos Galant. Noroc. Magic Grev. Island, Lassie, Budos, Huguette III, Kitzy, Azoni, Prostor. Toto: S. 77. Pl. 30, 56, 79. 4..: 1. Boussacs Corrida(Elliot), 2. Vantellor, 3. Bouillon.— Ferner: Lorenzo de Medici, Kant. Toto: S. 19. Pl. 13. 15.„ gimemts TaMan 5..: 1. de Alzaga Unzues Pimental(Sables), 2. A 'Arrivée. 3. Gna Koué.— Ferner: Astrophéle, Prince Rouge. Goutte'Or, Msle. de Pungarau, Emprise, Avalanche. Gouvatte, Harewood, Harra, Quinquenet. Toto: S. 96. Pl. 31, 19, 35.„ 945„ 6..: 1. de Laniamets Mascaron(Duforez). 2. Térentia. 3. Grieff.— Ferner: Leuillet Ronge, Toyasambu, Daky, Requin, Carpia. Toto: S. 193. Pl. 29, 16, 14. Max Baer wieder..-Sieger Erweltmeister Mar Baer versucht sich weiter an kleinen Leuten. In Newyork wurde ihm jetzt Buck Roger gegenübergestellt, der sich in der dritten Runde auszählen lassen mußte. Das erlte Hohenlyburg.Bergrennen— Nürburglieger Streit erfocht den zweiten Erfolg für Bochum P B. Hohensyburg, 5. Juli. Warum hat es so lange dauern müssen, bis dieses wundervolle Rennen geschaffen wurde! Und wenn es tatsächlich den Kraftfahrern entgangen sein sollte, daß diese kurvenreiche Bergstrecke in herrlicher Landschaft ein Prüfstein für Fahrzeug und Fahrkunst sein kann, wie man ihn nicht oft in ähnlicher Vereinigung von Streckenschwierigkeit und Schönheit der Landschaft findet, die Radfahrer haben das lange erkannt, wenn sie schon kurz hinter der Hengsteyseebrücke„in den Keller gingen“, mit Ach und Krach bis zum Viadukt hinaufschnauften, um dann den Rest des Weges zur Jugendherberge auf Schusters Rappen zurückzulegen. Wenn dann ein protziger Achtzylinder, dem sein Besitzer kräftig auf den Kopf trat, aufheulend in der Haarnadelkurve verschwand, die jenseits des Viaduktes den Weg über die Brücke zurückführt, durch deren Bögen man soeben noch donnernd gebraust ist, dann mag der brave Radlersmann wohl geseufzt haben:„Na ja, für euch Benzinfahrer ist das ja recht, dies Weglein bergauf, aber runter schaffen wir's auch.“ Und diese Arbeitsteilung hat sich nun auch in der Praxis bewährt. Auf dieser Strecke erreichen die Ritter des Pedals beim Rennen„Rund um Dortmund“ in tollkühner Abfahrt oft Geschwindigkeiten von über 70 Kilometer. Die Motorsportler aber hatten den Ehrgeiz, es ihnen bergauf gleichzutun. Es ist ihnen am Sonntag beim ersten Hohensyburg=Bergrennen gelungen, mehr noch: in phantastischer Fahrt haben sie Geschwindigkeiten herausgefahren, deren Stundendurchschnitt die Grenze der„Achtzig“ weit überschritt. Findige Motorsport=Kiebitze Seit den ganz frühen Morgenstunden dröhnte der Donner der Motoren aus dem Ruhrtal herauf und brach sich tausendfach an den Felsen; die hier steil und schroff aufragen und doch an ihren höchsten Punkten in so sanft geschwungener Linie verlaufen, daß die natürliche Wildheit der Landschaft unter dem grünen Laubdach schier völlig verschwindet. Und längst haben die ersten Zuschauer schon ihre Lager an den Kurven aufgeschlagen. Dabei ist zu bemerken, daß die Motorsport=Kiebitze in puncto Lagerleben den„Kollegen" aller anderen Sportfakultäten bei weitem überlegen sind. Wie geringe„Trainingsmöglichkeiten“, sind in dieser Hinsicht doch auch beispielsweise den Fußballhasen gegeben, wenn man bedenkt, daß die Stammgäste des Nürburgringes aus der Eifel nach jedem Rennen neue Anregungen mitbringen, die an der Hohensyburg, ganz gleich, ob es sich um das Grammophon im Beiwagen oder das Wiener Schnitzel unterm Sozius handelt, von großem Nutzen sein können. Es zeigte sich auch, daß es unmöglich wäre, eine Lage auszudenken, in der die Besucher des Hohensyburg=Bergrennens hilflos wären. Man könnte sich vorstellen, daß sie, wenn eine unvermutete Sonnenfinsternis ausbräche, im Handumdrehen aus den ungeheuren Draht= und Isolierbandmengen, die sie aus ihren Werkzeugkisten zu zaubern imstande sind, eine komplette Lichtanlage fertigstellen würden. Als beispielsweise eine Stunde vor Beginn des Rennens ein rechter Landregen losging, gaben diese Werkzeugkisten für jeden ein undefinierbares Kleidungsstück her, dessen Zweckbestimmung zwar zwischen Ueberjacke und Putzlappen zu schwanken schien, das aber als Regenschutz ausgezeichnete Dienste tat. Im gleichen Augenblick, als aber eine Sozia, die, auf die Gunst des Sommers allzusehr vertrauend, nicht im entferntesten daran gedacht hatte, sich bei der Abfahrt mit einem Regenmantel zu versehen, plötzlich mit einer buntgewürfelten Tischdecke belehnt und gegen die Unbill des Wetters geschützt wurde, da sah der Regen die Unsinnigkeit seines Unterfangens ein. Alsbald schloß der Himmel seine Schleusen, und die ersten schüchternen Sonnenstrahlen sorgten schon dafür, daß die Strecke bald wieder trocken wurde. Nur die Ausweisfahrer der kleinen Klassen fuhren noch über nassen Asphalt. Als die Fünfhunderter an den Start geschoben wurden, war die Strecke bereits in allerbester Verfassung. Und sie blieb es bis zum Schluß. Rennen gegen die Uhr Zuschauer, die zu Bergrennen kommen, müssen darauf verzichten, jene Rad=an=Rad=Kämpfe auf der Strecke zu sehen, die doch eigentlich erst den Reiz aller Schnelligkeitswettbewerbe bilden. Und auch dem Fahrer selbst wird nicht jener Ansporn der eigenen Leistung zuteil, den der Anblick des Hinterrades seines Vordermannes in ihm auszulösen pflegt. Es gibt keinen Vordermann beim Bergrennen, es gibt hier keinen Gegner, den man vor sich sieht oder dessen Herannahen man mit der seinen Witterung des Gehetzten zu spüren vermöchte. Und dennoch haben die TeilnehImer am Bergrennen einen Gegner, der ungleich stärker ist, ungleich hartnäckiger und unüberwindbarer ist als der beste Motor. Es ist die still dahinfließende Zeit, die den Bergfahrer vom Start ins Ziel hetzt. Jeder Fahrer befindet sich allein auf der Strecke und muß trachten, sie in möglichst kurzer Zeit zu durchmessen. Sieger ist, wer die kürzeste Frist brauchte. In allen Klassen gibt es ausschließlich Rennen gegen die Stoppuhr, die der Zeitnehmer oben in seiner taubenschlagähnlichen Behausung in der Hand hält. Jedes Rennen ist eine tolle Wettfahrt mit dem unerbittlich kreisenden Zeiger dieser Uhr. Bochum glänzend vertreten Bochum war beim ersten Hohensyburg=Bergrennen ausgezeichnet vertreten. Einer der aussichtsreichen Bewerber allerdings, der Bochumer Nürburgsieger Herberholz, hatte das Pech, im Rennen der Seitenwagenmaschinen über 600 ccm für Ausweisfahrer schon kurz nach dem Start an der ersten Unterführung durch Sturz auszuscheiden. Und dennoch hatte das Glück seine Hand mit im Spiel: Der Sturz sah ungeheuer gefährlich aus, aber er verlief glimpflich. Fahrer und„Schmiermaxe“ kamen mit leichten Hautabschürfungen davon. Der andere Bochumer Nürburgringsieger, W. Streit, kam zu einem neuen schönen Erfolge. In der Klasse von 351 bis 500 cem kam er mit seiner Norton in 2,18,2 Minuten für die 3,2 Kilometer mit 83 Kilometerstunden zu einem viel bejubelten Siege. Die schnellste Zeit des Tages erreichte der Bochumer Burge auf Imperia in 2,16 84,6 Kilometerstunden. Wo immer der rote Sturzhelm Burges in der Kurve auftauchte, brach der Beifall los, der sich zu einem gewaltigen Jubel steigerte, als das Ergebnis bekanntgegeben wurde, das gleichzeitig Tagesbestzeit und Streckenrekord bedeutete. In den Wagenrennen fuhr Berg(Altena) auf Alfa Romeo mit 2,17,4 Minuten(83,9 Kilometer= stunden) die schnellste Zeit. In der Klasse der Sportwagen(Ausweisfahrer) startete auch der stellvertretende Gauleiter des Gaues Westfalen=Süd, Emil Stürtz, auf Adler. Mit 2,45,2 Minuten erreichte er eine Zeit, die der des Siegers dieser Klasse, Ibing (Dortmund), mit 2,39,4 nur ganz wenig nachsteht. Die Ergebnisse: Klasse bis 250 cem(Ausweisfahrer): 1. Lottes (Marburg DKW., 2,47,1 89 Kilometerstunden; 2. Kilhof(Dortmund) Villiers, 2,57,2, 65 Kilometerstunden; 3. Lettmann(Bochum) Douglas, 2,59, 64 Kilometerstunden. Klasse von 251 bis 350 ccm(Ausweisfahrer): 1. Sprafke(Duisburg=Hamborn) Kühne, 2,17,2, 84 Kilometerstunden. In dieser Klasse starteten nur drei Fahrer. Der Fahrer Hüls auf NSl. stürzte ausgangs der letzten Kurve am Ziel, zog sich aber nur Hautabschürfungen zu.— Klasse von 351 bis 500 ccm (Ausweisfahrer): 1. Streit(Bochum) Norton, 2,18.2, 83 Kilometerstunden; 2. Brabender(Remscheid) RSI., 2,27, 78 Kilometerstunden; 3. Beinicke(Dortmund) NSU., 2,30,2, 76,7 Kilometerstunden.— Seitenwagen bis 600 cem für Ausweisfahrer: 1. Fülling(.=Elberfeld) NSU., 2,37,1, 72,3 Kilometerstunden; 2. Schneider(Köln) FN., 2,40,1, 72 Kilometerstunden.— Seitenwagen über 600 ccm für Ausweisfahrer: 1. Lohmann(Dortmund) BMW., 2,31.1, 76,3 Kilometerstunden; 2. Schilling(Düsseldorf) Imperig 2,42,2 71,2 Kilometerstunden; 3. Mohr(Düren) BMW., 2,47, 69 Kilometerstunden.— Der Fahrer Herberholz(Bochum) auf BMW., einer der aussichtsreichsten Bewerber dieser Klasse, schied vorzeitig durch Stürze aus, ohne sich aber ernstlich zu verletzen. Ergebnisse der Lizenzfahrerklassen für Motorräder Klasse bis 250 ccm für Lizenzfahrer: 1. Hierl(Düsseldorf) auf DKW., 2,29,1, 77,2 Kilometerstunden. — Klasse von 251 bis 350 ccm für Lizenzfahrer: 1. Doevel(Bad Oeynhausen) NSl., 2,19,4, 82,8 Kilometerstunden; 2. Werner(Dortmund) Imperia, 2,20, 82,2 Kilometerstunden.— Klasse bis 500 ccm für Lizenzfahrer: 1. Burge(Bochum) Imperia, 2,16, 84,6 Kilometerstunden. Gleichzeitig schnellste Zeit des Tages und Streckenrekord. 2. Lange(Holzhausen) Rudge, 2,25,1, 79,4 Kilometerstunden; 3. Brockpähler(Dortmund) Imperia, 2,28,4, 77,6 Kilometerstunden.— Seitenwagenmaschinen bis 600 ccm für Lizenzfahrer: 1. Röhmer(Vohwinkel) Norton, 2,33,2, 75,2 Kilometerstunden.— Seitenwagen über 600 ccm für Lizenzfahrer: 1. Brinkmann(Münster) BMW., 3,35,4, 53,6 Kilometerstunden. Sportwagen für Ausweisfahrer Bis 750 ccm: 1. Wiedau(Emsdetten) DKW.,.22, 57 Kilometerstunden; bis 1100 ccm: 1. Sahm(Grenzhausen) Fiat, 2,45,2, 69,8 Kilometerstunden; bis 1500 ccm: 1. Ahrem(Barmen) BMW., 2,34,2, 74,6 Kilometerstunden; 2. Kleßmann(Gütersloh) BMW.,.40,2, 72 Kilometerstunden: über 2000 ccm: 1. Ibing(Dortmund) Hanomag, 2,39,4, 72,3 Kilometerstunden. Sportwagen(Lizenzfahrer) Bis 750 ccm: 1. Lang(Düsseldorf) Austin, 2,39,3, 72,3 Kilometerstunden; 2. Deutz(Lüdenscheid) Austin, .41,4, 71,2 Kilometerstunden; bis 1100 ccm: I. Odenthal(Köln) MG., 2,39, 72,5 Kilometerstunden; über 2000 ccm: 1. Berg(Altena) Alfa Romeo,.17,4, 83,8 Kilometerstunden(schnellste Zeit der Sportwagen). Die grons-Orymplagrese-Ensster-Türher Steffens knapp vor Winter Die Olympia=Ausscheidungskämpfe der deutschen Turner stehen vor dem Abschluß. In Hamburg fanden sich die besten Turner und Turnerinnen ein, um in letzten Ausscheidungskämpfen die endgültige Besetzung für die Olympischen Sviele zu ermitteln. Der Vormittag brachte einen Empfang der Teilnehmer durch den Hamburger Senat, an dem auch die deutschen Ruderer teilnahmen. Zu den Pflichtübungen in der Hanseatenhalle stellten sich elf Turner. Schwarzmann mußte auf ärztlichen Rat wegen einer Erkältung fernbleiben. Der Besuch war überraschend schwach. Es zeigte sich erneut, daß die deutsche Spitzenklasse durch die eingehende Vorbereitung nur noch geringe Unterschiede im Können aufweist. Eine Ausnahme machte lediglich Sandrock, der stark zurückfiel und selbst bei wesentlich verbesserten Leistungen in den Kürübungen kaum noch Boden gutmachen dürfte. Steffens(Bremen) hat sich in den Pferdübungen überraschend verbessert. Er erzielte am Längspferd 9,767 und am Seitpferd 9,900 Punkte, so daß er im Gesamtergebnis nach den Pflichtübungen die Führung hat. Der Stand nach den Pflichtübungen: 1. Steffens(Bremen) 58,167., 2. Winter(Frankfurt) 57,366., 8. Frey(Bad Kreuznach) 57,200., 4. Stanal(München) 56,933., 5 Stadel(Konstanz) 56 700., 6. Becker(Neustadt) 56.633., 7. Schmelcher (München) 56.400., 8. Volz(Schwabach) 55,768., 9. Friedrich(München) 55,100., 10. Kleine(Bad Dürrenberg) 53,933., 11. Sandrock(Immigrath) 53,404 P. Den Höhepunkt des Olympischen Ausscheidungsrennens in der Hanseatenhalle in Hamburg bildeten die Kürübungen der Männer. Die Leistungen der Turner standen auf einer hohen Stufe. Daß das Ergebnis der Pflichtübungen bei den Turnern schon fast für das Endergebnis ausschlaggebend ist, bewies die Kür der Männer, die in der Reihenfolge so gut wie nichts änderte. Als bester Turner erwies sich der Bremer Steffens, der im Gesamtergebnis 115,733 Punkte erreichte, und damit den Frankfurter Winter auf den zweiten Platz verwies. Winter wurde nun schon zum siebten Male bei einer derart wichtigen Prüfung nur knapp geschlagen. Geraume Zeit nach Beendigung des Turnens in der Hanseatenhalle teilte Männer=Turnwart Martin Schneider die nachstehende Aufstellung der deutschen Olympia=Turnmannschaft als endgültig feststehend mit: Walter Steffens(Bremen), Winter(Frankfurt am Main), Beckert(Neustadt). Frey(Kreuznach), Volz(Schwabach), Stadel(Konstanz), Stanal(München), Schwarzmann(Wünsdorf). Ersatz: Schmelcher(München), Sandrock(Immigrath). Mannschaftsführer: Gau=Männer=Turnwart Gebhardt. Es werden weiter drei deutsche Kampfrichter bestimmt: Gau=Männer=Turnwart Eichinger(Minchen), Heeressportlehrer Strauch(Wünsdorf) und Koch(Villingen). Gute Leiltungen bei dem Olympia=Ausscheidungsturnen der Turnerinnen Die besten deutschen Turnerinnen kämpften am Sonntag vormittag in der Hamburger Hanseatenhalle um den Platz in der deutschen Olympiavertretung. Es ist bei diesem Frauenturnen, das in der Vollständigkeit des olymvischen Programms mit drei Pflichtübungen, drei Kürübungen, der Gymnastik und dem Keulenschwingen erst zum zweitenmal in Deutschland im öffentlichen Wettkampf gezeigt wird, die höchste Auszeichnung und Anerkennung für die Arbeit der Turnerinnen, wenn sie nach der Prüfung das Prädikat „Gut“ verdient haben. Ergebnis: 1. Friedel Iby(Nürnberg) 85,975 Punkte 2. Käthe Schnemann(Hamburg) 81,100 3. Julie Schmidt(München) 81,075 4. Paula Pöhlsen(Hamburg) 78,950 5. Trudi Meyer(Hannover) 78,525 6. Isolde Fröbian(Dresden) 7. Erna Bürger(Eberswalde) 76,725 8. Anita Bärwirth(Kiel) 74.625 9. Hanni Högel(Wiesbaden) 73.200 10. Marga Fischer(Leipzig) 73.075 11. Miele Schowalter(Ludwigshafen) 70,720 Roschiun des-Gusscidorter-Kontturmers Aufnahme: B. A.(Borke) Blick auf eine Kurve während eines Sportwagen=Rennens. Der erste Haupttag des internationalen Düsseldorfer Reit= und Fahrturniers erfreute sich eines sehr guten Besuches, zumal am Samstag auch das Wetter recht günstig war. Im Mittelpunkt des vorletzten Tages stand der„Preis der Köln=Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt“, ein Jagdspringen über 12 Hindernisse mit insgesamt 16 Sprüngen, das den rund 70 Teilnehmern nicht geringe Schwierigkeiten bereitete. So kam es, daß nur Hauptmann Großkreutz auf seinem Harras fehlerfrei blieb, während den besten der übrigen Teilnehmer vier Fehler unterliefen. Die Kavallerieschule Hannover kam im„Preis von Kaiserswerth“, einer Eignungsprüfung für Zweispänner, zu einem Doppelerfolg, die folgende Dressurprüfung für Reitpferde Klasse M. sah F. Stecken auf Mona Lisa(Dir. Broege, Berlin) erfolgreich, während sich Jean Flau(Köln) die Eignungsprüfung für Einspänner mit Queen Mary sichern konnte. Im„Preis vom Rheinland“, einer Eignungsprüfung für Reitpferde, blieb W. Günther auf Allo von Frau Brügelmann(Köln) siegreich. Die Ergebnisse des Samstags: Preis der Köln=Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt, Jagdspringen(Klasse Sa): 1. Hauptmann Großkreutz' Harras 0 Fehler, 91/8 Sek.: 2. Kal. Ungar. Ministerpräsidenten Julius v. Gömbös' Ungarns Sellö(Rittmeister v. Platthy) 4 Fehler, 83 Sek.; 3. Rittmeister von Barnekows Preisliste 4 Fehler, 85,8 Sekunden; 4. Rittmeister Brandt siegt auf„Baron“ Dem Schlußtag des internationalen Düsseldorfer Reitturniers war ein voller Erfolg beschieden. Ueber 20 000 Zuschauer hatten sich auf der herrlichen Anlage auf dem Staufenplatz eingefunden, die ausgezeichnete Leistungen zu sehen bekamen. Im Mittelpunkt des Sonntags, an dem man unter den Ehrengästen u. a. Reichspressechef Dr. Dietrich, Regierungspräsident Schmid, Generalleutnant Kühne und General Stieler von Heydekampf bemerkte, stand ein schweres Zeitspringen um den Preis der Stadt Düsseldorf, das in vier Abteilungen von insgesamt 62 Teilnehmern bestritten wurde. Der Kampf gestaltete sich vor allem deshalb ungemein spannend, weil die drei besten Ritte erst in der letzten Abteilung— und hier bei stetiger Leistungssteigerung— erzielt wurden. Hier sicherte Rittmeister Brandt auf„Baron“ den deutschen Sieg, nachdem zuerst der Ungar Schaurek und dann der Rumäne Tudoran die Spitze erobert hatten. Seite 11 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger* Montag, 6. Juli 1936 unld Wössen Die Tante aus Spanien Ein Walter=Kollo=Schwank. Der„musikalische Schwank“. Theo Haltons heißt: „Besuch aus Spanien.“ Der Besuch aus Spanien ist eine Erbtante, die dem jungen Ingenieur Hans Fleming die Moneten geben soll, damit er seine umstürzende Motorerfindung für das„Au=fü=je"(Auto für jedermann) in die Tat umsetzen und Annemi, die hübsche Tochter des Autofabrikanten Lüders heiraten kann. Der Witz soll nun darin liegen, daß die Tante zwar nicht kommt, Fleminas Hausfaktotum und dralle „Stütze" Auguste sich aber als rettender Engel in die Dame aus Spanien verwandelt und mit vielen heißblütigen„Ohlé'!" alles in Ordnung bringt. Hierzu hat Walter Kollo gefällig klingende und kräftia rhythmisierte Tänze und Schlager geschrieben. Der musikalische Schwank wurde in der Komischen Oper mit viel lachendem Beifall ausgenommen. KEK. Gelangschüler im Rostüm Was ist die markigste Baßarie, was die innigste Sopran=Kantilene und die schönste Koloratur gegenüber ein paar Takten der zur Wirklichkeit gewordenen Rolle in Kostüm und Maske auf der Bühne. Das ist ja doch der heimliche Wunschtraum aller Gesangbeflissenen, und ein Gesanginstitut kann den Schülern keinen größeren Gefallen erweisen, als ihnen einmal Gelegenheit zu geben, auf den improvisierten„Brettern, die die Welt bedeuten", zu stehen. Groß die Freude der Schauspieler, und ebenso groß der Genuß der Zuschauer, wenn sie ein Stückchen Opernwelt so gelungen und der echten Bühne nahekommend erleben wie beim öffentlichen Abend der Gesangschule Glettenberg. Interessantes Debüt junger Kräfte, die unter Anleitung eines erfahrenen Bühnenfachmanns, Opernspielleiters Herbert Decker(Dortmund), ihre ersten„Gehversuche“ auf der Bühne machten und je nach Anlage, Temperament und Mut überraschend sich in die— fragt sie nur selbst— gar nicht so leichte Darstellung und schauspielerische Bewegung hineinfanden. Vielleicht ist gerade das Unterschiedliche der Begabung und Ungehemmtheit der interessante Moment solcher künstlerischen Laienaufführung. Es ist nicht jedem soviel persönliche Anmut und darstellerischer Charme verliehen wie Mia Roll, die denn auch von ihren natürlich wirkenden Fähigkeiten sowohl als schelmische Waffenschmied=Marie wie als bezaubernde Susanna im„Figaro" mit schönster Wirkung und ohne Lampenfieber Gebrauch machte. Jawohl, man gab neben Szenen aus dem genannten Lortzing sogar den gesamten ersten Akt der graziösen MozartKomödie„Figaros Hochzeit“.„Anmaßung", könnte man sagen, wenn man nicht erlebt hätte, wie gesanglich beschwingt— besonders auch in den Rezitativen nach dem neuen Anheißerschen Text—, wie darstellerisch flüssig und lebendig man die Sache bewältigte. Neben der zierlichen Susanna hatten die andern freilich einen schweren Stand, aber erstaunlich gewandt in Ton und Spiel Herbert Beils Figaro, sehr fein und glaubhaft Käthe Königsbüschers Cherubim, außerordentlich beweglich Marie=Luise Sieburgs Marzelline und wie auch Josef Schneiderr als Graf, Hermann Friese als Bartolo und Adolf Warring als Basilio recht annehmbar ihre Rolle verkörperten. Bei allen gemeinsam zu loben die ungemein sichere musikalische Beherrschung und die gute Behandlung des Mozart=Stils bei gesanglich sorgfaltiger Haltung. 8664 68 In den„Waffenschmied=Szenen paßte sich der stimmbegabte Heinz Hockermann mit schönem Erfolg seiner niedlichen Marie an, und Luise Heymühle ließ als saftige Imentraut über ihre drastische schauspielerische Veranlagung nicht im Zweifel. Vorweg gab's noch einige Opern=Arien zu hören, und mit besonderem Genuß lauschte man dem ausgesprochen schönen, schlanken und außerordentlich duftig behandelten Sopran Leni Scherers. Auch Hans Rump mit seinem schon sehr fülligen Bariton und Kurt Dittrichs umfangreicher und druckloser Tenor behaupteten sich ausgezeichnet neben dem prächtigen Material Hockermanns. An dem herzlichen Beifall, mit dem der zahlreich besuchte Abend bedacht wurde, hatte auch Fritz Rohde der gründliche und umsichtige musikalische Leiter des Abends, verdienterweise erheblichen Anteil. Vilma In der Au begleitete feinfühlig die Mozart=Rezitative. Sch. Eine neue deutiche Rimalaja-Expedition unter Führung von Paul Bauer. Der bekannte Alpinist und Pionier der deutschen Himalaja=Expeditionen, Paul Bauer, wird zusammen mit Dr. Karl Wien, Adolf Göttner und Dr. Günther Hepp demnächst eine neue Fahrt in das Himalaja=Gebiet unternehmen. Paul Bauer hat die Leitung. Ihr Zweck ist, die Vorbedingungen für einen größer angelegten Angriff auf den Nanga Parbat im nächsten Jahr zu schaffen. Die Fühlung mir den englischen Behörden ist ausgenommen. Die Abfahrt soll in den nächsten Tagen stattfinden. Das Unternehmen wird größtenteils aus privaten Mitteln finanziert, hauptsächlich werden die Ersparnisse aus den beiden ersten Expeditionen Paul Bauers und die Erträgnisse aus seinen Büchern und Vorträgen verwendet. Dazu kommen ein Zuschuß der Sektion München des Alpenvereins und eine Gabe aus Mitteln der deutschen Himalaja=Stiftung, die unter der Aufsicht des Reichssportführers steht. Die Freilichtbühne auf dem Isenberg bei NierenhofRuhr hat am vergangenen Sonntag wieder ihre Heimatfestspiele eröffnet. Gleich der Besuch am ersten Tage zeigte, wie stark sich diese Spiele bereits in das Bewußtsein der Freunde der Heimat und des Volksschauspiels eingepragt haben. Gegenwärtia spielen die „Isenberger" das historische Schauspiel„Friedrich von Isenberg“, das den Streit des Isenberger Grafen mit seinem Oberherrn, dem Erzbischof von Köln und damaligen Kanzler und Herzog von Westfalen in dramatischen Szenen zur Darstellung bringt. Entdeckung einer 1100jährigen Pergamenthandschrift. In Unseburg bei Staßfurt stieß ein dortiger Einwohner bei der Bearbeitung seines Gartens auf eine alte, stark verrostete Truhe, die neben Münzen aus der Zeit der Karolinger auch eine Pergamenthandschrift enthielt. Soweit bisher festgestellt werden konnte, handelt es sich um eine Abrechnung über Bier, das zu einem Reichstag geliefert worden ist, wie er beispielsweise im Jahre 805 in Staßfurt stattfand. Kaltn man Kagleuge unpeiren durch Infrarot-Strahlen? Diese äußerst aktuelle Frage behandelte kürzlich eine italienische Fachzeitschrift, wobei untersucht wurde, ob die vom heißen Motor ausgehenden Strahlen es gestatten, das Flugzeug im Nebel und bei Nacht aufzufinden. Wir wissen ja, daß die Photographie mit „Wärmestrahlen“ inzwischen ein auch dem Liebhaberphotographen zugängliches Anwendungsgebiet geworden ist, und daß es gelingt, mit besonders„sensibilisierten“ Platten Bilder von oft recht eigenartigem „Lichteffekt“ aufzunehmen. Der Italiener aber behandelt die ganze Frage natürlich nur vom militärischen Gesichtspunkt aus, nämlich inwieweit man Feindflieger auf solche Art ähnlich wie beim Schallmessen anvisieren kann. Unter Strahlung ist im folgenden jene Energieausbreitung zu verstehen, die sich gleichmäßig nach allen Richtungen verteilt und dabei Lichtgeschwindigkeit. also eine solche von 300 Millionen Meter in der Sekunde, annimmt. Die Wellenlänge, das Kennzeichen der Strahlungsart, kann dabei von Kilometern bis zu Mikron(Milliontel Meter) verschieden sein. Dabei ist stets die Strahlungsenergie von der Strahlungsart scharf zu scheiden. Die Energiemenge kennzeichnet die Intensität, die Strahlungsart dagegen ist verantwortlich für die Wirkung, die eine jeweilige Strahlung auf die Körper ausübt, auf die sie auftrifft. In der Hauptsache unterscheidet man daher: Hertzsche Wellen, deren Länge zwischen 20 Kilometer und einigen Millimetern schwankt, dann Infrarot=(oder Ultrarot=) Strahlen von einigen Millimeter Länge bis zu 0,2 Mikron herunter, ferner die sichtbaren Strahlen(das Licht im engeren Sinne) zwischen etwa 0,7 und 0,4 Mikron liegend, schließlich Strahlen noch geringerer Wellenlänge, zu denen u. a. auch die Röntgenstrahlen gehören. Erwärmt man feste Körver, so senden sie eine Strahlung aus, die allmählich die ganze Skala der Wellenlängen durchläuft, gleichsam, wie man=sagen könnte, ein kontinuierliches Spektrum aufzeichnet, erst dunkle Strahlen, schließlich Lichtstrahlen aussendet. Also muß auch ein Verbrennungsmotor aus seinen Zylindern solche Straolen entsenden. Nach Untersuchungen des amerikanischen Bureau of Standard sind aber die im Zylinder selbst bei der Verbrennung entstehenden Strahlen in der Hauptsache ultrarot und entwickeln ein nichtkontinuierliches Spektrum, das zum Teil vom Verbrennungsergebnis„Kohlensäure=Anhydrid“ CO., herrührt und zwischen 2,7 und 4,4 Mikron liegt, und zum anderen Teil vom Wasserdampf stammend, einen Wellenwert von 1,5 und 1,9 sowie 5,9 und 6,5 Mikron zeigt. Auch die heißen Außenteile des Motors entsenden eine Ultrarotstrahlung. Da ergibt sich nun die Frage, ob man diese Strahlung nicht auf weite Entfernung bereits aufspüren kann. Ein Mittel dazu bietet sich in der Thermoelektrischen Zelle oder in der Lichtzelle mit Schwefel=Thallium, wie sie u. a. der Amerikaner Case 1920 konstruierte. Im Prinziv handelt es sich dabei um weiter nichts als um die bekannte Erscheinung, daß Photozellen einen Strom liefern, wenn die von einer für sie kennzeichnenden Strahlung getroffen werden. Um Flieger am Nebelhimmel oder in der Nacht festzustellen, würde es sich also nur darum handeln, die von ihren Maschinen ausgehende Strahlung mit Hilfe von Hohlspiegeln aufzufangen. Die Stellung stärkster Wirkung der Strahlen, die man auf dem Milliamveremeter ablesen könnte, wäre seine Achse dann genau nach dem Flugzeug. Leider breiten sich die Strahlen dieser Art genau so aus wie Rundfunkwellen, so daß ihre Strahlungseneraie schon sehr rasch zerstreut ist. Die Ultrarotstrahlen der Kohlensäure und des Wasserdampfes werden wohl vollkommen durch das Wasser des Kühlmantels absorbiert, bei Luftkühlung wohl auch nicht viel weniger von den Metallteilen. Die strablenden Teile des Metallmantels aber senden nur je Quadratmillieinige Milliardstel Watt an Energie, und die Atmosphäre verschluckt gleichfalls die ultrarote Strahlung, wenn auch nicht so stark wie die sichtbare. Die Auffangfläche des Suchspiegels dagegen läßt sich nicht beliebig groß machen, sonst würde ein solches Gerat zu unhandlich, so daß es zwar möglich wäre, mit dieser Anordnung ein Flugzeug festzustellen, jedoch nur auf verhältnismäßig geringe Entfernung. Bomber aber schon 440 Stundenkilometer und demnächst wohl noch mehr fliegen, handelt es sich ten Vorschlag um ein wissenschaftlich zwar mögliches; praktisch aber unausnützbares Mittel, das nicht mehr ist als eine Laboratoriumsspielerei. Zu diesem Schlusse kommt der italienische Berichterstatter, setzt aber ans Ende seiner Betrachtung die einschränkende Folgerung, daß sich bei gründlicher Weiterbearbeitung des Problems eines Tages doch eine brauchbare Lösung finden ließe. ftk. Wo sie malten.„In aufgeräumten Zimmern oden vor leeren Wänden muß alle Phantasie verkümmern", pflegte Gerhard von Kügelgen zu sagen, daher war seine Werkstatt angestopft mit lauter Waffen, Gipsabgüssen und allerhand anderem Kram, der einmal als Modell gedient hatte. Dagegen stand der Arbeitsraum von Caspar David Friedrich, des Biedermeier=Romantikers, fast leer, nur einen Tisch, einen Stuhl und die Staffelei duldete er, selbst Malkasten, Farbflaschen und Wischtücher warf er, da sie ihn störten, in das Nebenzimmer und verwies darauf, daß er alle Anregungen aus der eignen Brust und nicht von außen hole. Degas hatte einen ausgesprochenen Widerwillen gegen alle Blumen, die rasch aus seiner Umgebung verschwinden mußten. Für Menzel war der Arbeitsraum etwas Heiliges, denn als Kronprinz Vilhelm die kleine Exzellenz samt dem Sessel in die Luft hob, zürnte der Meister:„Königliche Hoheit, Sie vergessen, wir sind hier nicht in der Kaserne, sondern im Atelier.“ Emil Pirchan erzählt in der Julifolge von [Westermanns Monatsheften in anschaulicher Weise in dem Aufsatz„Wie sie malten, was sie malten, wo sie malten", von den Gepflogenheiten berühmter Künstler bei ihrer Arbeit. Eisen gegen Sonnenbrand. Auf einer Versammlung der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft zu San Franzisko berichtete L. Eder von der Santa=BarbaraKlinik über die Behandlung von Kindern, die leicht Sonnenbrand bekamen, mit Eisen. Wurden Eisenpräparate gegeben, so sank diese Ueberempfindlichkeit, dabei hob sich das Allgemeinbefinden. Mangel an Eisen läßt sich nach Eders Ansicht nicht aus der Feststellung des Hamoglobingehaltes allein behaupten, da dem Körver noch andere Eisenvorräte zu Gebote stehen. Geiatlältsicher 6. Juli. 1415 Johann Hus wird in Konstanz als Ketzer verbrannt(geboren wahrscheinlich 1369.) 1887 wurde der vaterländische Dichter Walter Flex als Sohn eines Gymnasiallehrers in Eisenach geboren und nach vollendetem Studium Erzieher im Hause Bismarck. Hier schrieb er die Kanzlertragödie und gleichnamige Erzählung„Klaus von Bismarck“, die Novellen„12 Bismarcks“ u. a. über Gestalten aus der Bismarckschen Familiengeschichte. Da er im Weltkrieg als Kompagnieführer in den Kämpfen auf der: Insel Oesel am 16. Oktober 1917 fiel, sind manche Dramen teils unvollendet geblieben, teils aus seinem Nachlaß herausgegeben, wie auch Anekdoten unter dem Titel„Wallensteins Antlitz". Von seinen Kriegsdichtungen ist besonders das Prosawerk„Der Wanderer zwischen beiden Welten“ bekannt geworden. Seinen deutschen Geist kennzeichnet der Spruch auf dem schwarzen Granitkreuz des Friedhofs zu Oesel, wo er bestattet wurde:„Wer auf die preußtsche Fahne schwört, hat nichts mehr, was ihm selber II 25) Die einzigen, die nicht flüchteten, waren neben den beiden tapferen Fahrern, Mady und Traute. Mady konnte sich einfach, trotz aller vernunftlichen Gegengründe nicht von dem Boy trennen. Und Traute hatte die Verpflichtung, da zu sein, wo Mady war. Eine Trennung von dem Boy wäre ihr natürlich auch schwer gefallen, trotzdem sie sich, genau wie Mady, sagte, daß eine solche Einstellung strikte gegen den gesunden Menschenverstand ging. Aber auf den konnte man sich in Liebessachen nicht berufen. So kam es, daß sich zu den gemeinsamen Mahlzeiten nur noch Miß Shorthand, de Sole, Mady und Traute einfanden. Und nach ein paar weiteren Tagen saßen sich, o wunderliches Schicksal, eines Mittags nur noch Miß Shorthand und Riccardo de Sole gegenüber. Mady klagte ebenfalls über Halsschmerzen und lag zu Bett und Traute saß bei ihr. Billy aber hatte nicht ohne Besorgnis an den Onkel Doktor telephoniert und an August Eckhardt, und beide hatten versprochen, schleunigst zu kommen. Der schöne Riccardo und Miß Shorthand an der mittäglichen Tafel, waren beide überhöflich zueinander. Und beide wußten sie, daß sie sich gegenseitig nicht ausstehen konnten und daß einer dem anderen kaltblütig das ganze Salzfaß auf den Teller hätte entleeren können, nur um ihm Frau Henriettes wirklich delikates Mittagessen gründlich zu versalzen. Trotzdem nötigte man sich gegenseitig zum Zulangen. Und der schöne Riccardo verzichtete zugunsten Miß Shorthands auf eine Perlhuhnkeule, nur weil er nichts sehnlicher wünschte, als daß der Knochen besagter Keule dieser Brillenschlange im Halse steckenbleiben möchte. Ein Wunsch, der von keiner bösen Fee aufgefangen wurde, und infolgedessen unvollstreckt blieb. Und wieder kam die Riesenspinne mit dem Onkel Doktor angekrochen. Wieder wurde ein Puls gefühlt. Ein Löffelstiel schob sich zwischen kleine, weiße Zähne, um ein sonst recht flinkes Zünglein herunterzudrücken. Der Onkel Doktor war umständlich, wie nur ein Landarzt umständlich sein kann. Aber während der Untersuchung hellte sich des Doktors Miene, die bei seinem Eintritt auf sorgenvoll gestanden hatte, auf.„Es ist nichts als ein kleines Erkältungsfieberchen, mein Fräulein! Vielleicht einmal kalte oder nasse Füße gehabt bei diesem Hundewetter. In ein paar Tagen sind alle Wehwehchen beseitigt.“ Der alte Landarzt lächelte auf Mady hinunter wie ein guter Onkel auf eine kleine Nichte. Und Mady lächelte auch. Sie freute sich, daß sie nun nicht fort brauchte von Kummerow und daß Pa kam und, daß die ewig um Billy herumschwirrende Weiblichkeit abgereist war— wiewohl das an der eigenen Lage ja nichts besserte. Draußen stand der Gärtner Billy und schaute dem alten Landarzt erwartungsvoll in die Augen. Der vere stand den Blick auf seine Art.„Diese Kundschaft bleibt ihnen erhalten, mein junger Freund, wenn für die hame sonst kein Grund zur Ahreise vorliegt. Schlechte Zeiten jetzt zum Geldverdienen! Alles, was ein bißchen nach Luxus riecht, unterbleibt heute! Unsereiner wird auch immer erst geholt, wenn die Leute schon halb gestorben sind. Es ist überall das gleiche: gespart muß werden!" Ein wenig später kam dann August Eckhardt vorgefahren. Er war der Riesenspinne noch auf der Chaussee begegnet, und ihretwegen, weil sie soviel Platz brauchte, um ein Haar in den Straßengraben geraten. Billy, der sonst nur Damen den Wagenschlag öffnete, hielt es für ganz selbstverständlich, Madys altem Herrn, der zum erstenmal nach Kummerow kam, beim Aussteigen behilflich zu sein. Aber August Eckhardt wehrte lachend ab:„Nee, mein Freund, so weit sind wir noch nicht!„Alles noch intakt!“ Und August Eckhardt reckt einen seiner mächtigen Arme und krümmt ihn.„Damit habe ich vor fünfzehn Jahren meinen Betrieb geschmiedet. Und bis heute hat sich noch nichts daran geändert. Es wird sich auch nichts ändern! Dafür heiße ich Eckhardt! Eine harte Ecke, an der alles abprallt, was mir nicht paßt. Und Sie sind der Mann mit den Schnurbäumen, der Billy— hm— eine dolle Kiste müssen Ihre Schnurbäume sein, daß sich meine Mady dafür interessiert!“ Und August Eckhardt lacht dröhnend, daß es bis hinauf zu Mady dringt und Mady das Herz weit wird. Gott sei Dank! Pa war da!—„Uebrigens eine harte Nuß, mein Mädel, sogar ihrem alten Pa gegenüber! Läßt nicht locker, wenn sie was will Verbeißt sich in eine Sache, wie’ne Dogge! Das mit dem ernstlich krank sein des Mädels war natürlich nur ein Schreckschuß. Solch eine erbgesunde Rasse, wie mein Mädel, wird überhaupt nicht ernstlich krank! Hatte wohl nur Sehnsucht nach ihrem alten Pa und nahm die geschwollenen Mandeln als Vorwand. Na, auch gut so! Wäre doch nächstens gekommen. Aber manchmal kann ein gewaltsames Los reißen nichts schaden. Unsereinem weht verdammt viel um Nase und Ohren. In meinem Betrieb ist's nicht so friedlich wie zwischen den Kummerower Schnurbäumen. Aber immerhin, man kann die auch mal kennenlernen, schon um ihres Gärtners willen.“ Und August Eckhardt lacht wieder. Er ist bei bester Laune, weil ihm dieser Billy so gefällt wie seinem Mädel. Gefällt nur vom bloßen Ansehen, denn zum Reden hat er ihn noch nicht kommen lassen. „Geben wir uns also mal die Hand, Herr Billy! Billy— übrigens genau so verrückt, wie Mady, ich meine natürlich nur, was den Namen angeht.“ Zwei lachen sich an, von denen einer vom andern das untrügliche Gefühl hat, daß er ein ganzer Kerl ist. Aber August Eckhardt gefällt noch jemandem— Miß Violet Shorthand, die sich von ihrem Fenster aus die Ankunft von das sympathische Vater von die sympathische Girl ansieht. Nach Riccardo de Soles Geschmack ist der alte Eckhardt weniger. Der schöne Riccardo hat es für seine Pflicht gehalten, den Vater des Mädchens, von dessem Gelde er wieder flottzuwerden gedenkt, gleich bei seiner Ankunft zu begrüßen. Viel Vertrauen flößt ihm der Alte nicht ein. Mit einiger Besorgnis mißt er die Reckengestalt, blickt er nach den großen, festen Händen, die den Eindruck machen, als könnten sie nach mehr als einer Seite hin ordnend eingreifen. Trotzdem wartet der schöne Riccardo mit seiner liebenswürdigsten Geste auf:„De Sole! Ich wollte es nicht verfehlen, Herr Eckhardt, den Vater einer zungen Dame, die ich aufs tiefste verehre, als erster zu begrüßen.“ „Erster sind Sie ja nun leider nicht geworden, mein Herr! Da hätten Sie ein bißchen früher aufstehen müssen! Einer ist Ihnen schon zuvor gekommen.“ August Eckhardts Ton schwankt zwischen Spott und Jovialität. Mit so etwas gab sich doch hoffentlich seine Mady nicht ab. Der Kerl sah ja aus wie ein halber Zigeuner, oder wie eine Nummer aus der Kriminalabteilung eines Wachsfigurenkabinetts. Der schöne Riccardo lächelt etwas gezwungen:„Die Bedienung ist mir allerdings zuvorgekommen.“ August Eckhardt kneift ein Auge ein und lacht mit dem anderen Billy an:„Also, wenn Sie denn schon so nett gewesen sind,— Herr Sole, nicht wahr?— und haben sich meinetwegen bemüht, dann nehmen Sie vielleicht einmal mein Handköfferchen, ich habe nämlich noch mehr Gepäck.“ Mit sanfter Gewalt und jeden Widerspruch im Keime erstickend, drückt August Eckhardt dem mehr als erstaunten, nein, dem innerlich weißglühenden Riccardo einen nicht ganz leichten Lederkoffer in die Hand und gibt ihm noch als Zugabe einen Fahrpelz. Bei so feuchtem Wetter hatte man den gebrauchen können. Und de Sole konnte diesen Pelz nicht entgleiten lassen, so wie dieser Hampelmann von Gärtner vor ein paar Wochen seinen Ulster entgleiten ließ. Billy lächelte. Nicht wie ein Gärtner, sondern wie ein großer Herr. Und August Eckhardt lächelte auch. Die Sache hatte geklappt. Jemand so fein beim Kragen zu kriegen, das kam nicht alle Tage vor. Und es lächelte noch jemand. Miß Violet Shorthand. Oh, eine ganz famose Man schien das Vater von die Girl zu sein!— Und Miß Shorthand besichtigte, als die drei ins Schlößchen getreten waren, ihren Dreß. Sie wählte ein Kleid, das ihr besonders hübsch schien, um es beim Abendessen zu tragen. Und sie bedauerte, daß die besonderen Umstände sie noch an die blaue Brille bannten.— * „Na, Mady, ich sehe schon, du hast mich nur herlotsen wollen. Ist ja Gott sei Dank alles blank— die Augen und was sonst noch dazu gehört! War aber eine gute Idee von dir, mich aus der Schokolade zu ziehen. Freiwillig läßt sie mich doch nicht los.“ Und August Eckhardt lacht, und läßt Madys Hand in der seinen verschwinden.„Deinen Schnurbaumgärtner habe ich auch schon kennengelernt. Netter Kerl!“ Traute wird rot. Also doch!— Und Mady sieht ihren Vater flehentlich an wegen Traute und wegen sich selbst. Aber August Eckhardt hat ja gar keine Ahnung von den Verwicklungen, die es hier gegeben hat.„Na, denn nicht. Ein andermal, wenn's genehmer ist!“ sagt er gemütlich.„Was ich sagen wollte, der andere Zeitgenosse in Schwarz gefällt mir schon weniger!“ „Aber mir gefällt er, Pa!“ Madys Stimme klingt energisch und hört sich keineswegs nach geschwollenen Mandeln an. „Das wundert mich nicht schlecht“, meint August Eckhardt etwas kleinlaut. Sollte sein Mädel doch vielleicht Fieber haben? Aber er wagt Mady von diesem Verdacht nichts zu sagen. Nur keinen Streit mit ihr anfangen. Man zieht allemal den kürzeren! Das weiß er aus Erfahrung! Und so wechselt er auf ein harmloseres Gebiet über. Er erkundigt sich, ob es hier wohl nachmittags eine gute Tasse Kaffee gibt, und am Abend einen ordentlichen Happen. Lieber nicht so wenig, aber gut!“ August Eckhardts Lachen füllt das ganze Gemach. Er fühlt sich nicht ein bißchen beengt durch die Erlauchten an den Wänden. Wahrscheinlich haben sie auch alle gern gegessen, wenngleich einige von ihnen ein bißchen mager geraten sind. Auch Mady nimmt nicht an, daß Pa hier unangenehm auffällt. Solch ein Schlößchen, wenn der Besitzer abwesend ist, macht einen ganz vernünftigen Eindruck. Frau Henriette aber drunten in der Küche legte sich für Herrn Eckhardt ordentlich ins Zeug, so, als hätte sie seine Erkundigungen nach ihrer Kochkunst gehört. Denn dieser Herr Eckhardt war der Vater von dem Mädel, das ihr junger, gnädiger Herr gern hatte. Wenngleich in der Liebesgeschichte der beiden— daß es eine war, konnte ihr keiner abstreiten— eine Stokkung eingetreten war. Aber das würde sich alles wieder zurechtziehen, sobald Fräulein Eckhardt über diesen schwarzen Kerl die Augen aufgingen. Lange konnte das ja eigentlich bei einem so vernünftigen Mädchen nicht auf sich warten lassen. Frau Henriette hatte den Abendbrottisch besetzt, daß die Tischplatte krachte— wie Pa noch am selben Abend seiner Mady befriedigt erzählte. Er hatte nur bedauert, daß er all den guten Dingen nicht in Hemdsärmeln, wie zu Hause, hatte zu Leibe gehen können. Diesem— hm— de Sole, hätte er ja den Kummer angetan; war ihm viel zu geziert, der Kerl!— August Eckhardt hatte sich, um diese Feststellung seiner Mady gegenüber veröffentlichen zu können, an einer guten Flasche Rotspohn aus Herrn Jobsts Keller Mut getrunken.— Aber auf die Miß hatte er ja Rücksicht nehmen müssen. Ein ganz nettes, vernünftiges Weiblein übrigens, diese Miß—; hatte sich ganz gut mit ihr unterhalten. Schade nur, daß sie sich so hinter einer blauen Brille versteckte. Und in der Tat, Miß Violet Shortland und August Eckhardt hatten sich so gut miteinander unterhalten, daß sich Herr de Sole schließlich überflüssig gefühlt und zurückgezogen hatte— unter lebhaftem Bedauern Miß Shorthands und August Eckhardts, das, wie es ihm geschienen hatte, stark ironischen Charakter trug. Ein Kavalier aber, wenn er gefoppt wurde, verteilte entweder Ohrfeigen oder ließ sich nichts merken. Da er das erstere nicht konnte, wählte er das letztere. Morgen war ja auch noch ein Tag, für den man klug seine Dispositionen treffen konnte, damit so etwas nicht wieder passierte. Miß Violet aber hatte, als der schöne Riccardo gegangen war, August Eckhardt von ihrem Vater erzählt, der erst ein armer Fabrikweber gewesen, und hernach ein reicher Fabrikherr geworden war. Und August Eckhardt hatte von seiner Schokoladenfabrik gesprochen, die heute noch florierte, daß es eine Lust war, und von der Kakaomasse, die er angerührt hatte, ehe er durch Fleiß und Zähigkeit und ohne fremde Hilfe zum Fabrikherrn wurde.— Und er erzählte auch von den beiden Augusten, die aus Sparsamkeitsgründen ewig auf Pantoffeln gegangen waren, die er bis zu ihrem Tode nur mit aufgekrempelten Aermeln gekannt hatte, ob es nun Sonntag oder Alltag gewesen war, und die das Leben runzelig gemacht hatte wie ein paar Winterreinetten.— Hätten sie sich nur ein wenig Zeit mit dem Sterben gelassen, dann hätte er ihrem Leben, das mühselig und beladen gewesen war, noch ein paar gute Jahre anhängen können. Und der große, starke, lebensfrohe August Eckhardt hatte ordentlich geseufzt, und seine Blicke hatten, was sonst nie vorkam, kein Ziel gehabt. (Fortsetzung folgts Seite 12 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. Juli Aus aller Dus Arten hehen Turwige! 18 Fahre Fachthaue Antrag des Staatsanwaltes im Kölner Mordprozeß: Todesstrafe ten zu lassen. Das Fleisch soll zu Konserven verarbeitet und an die Arbeitslosen abgegeben werden. nde in die Wen Köln, 5. Juli. Am achten Verhandlungstage im Mordprozeß Ludwigs, am Samstag, beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten Ludwigs wegen Mordes, begangen an der 67jährigen Juwelierswitwe Josef Graß, die Todesstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit, ferner wegen Versuchs zur Anstiftung zum Meineid drei Jahre Zuchthaus. Das Arteil Um 19.35 Uhr verkündete der Vorsitzende des Schwurgerichts, Landgerichtsdirektor Dr. Schaefer, nach dreistündiger Beratung das Urteil. Es lautete auf 15 Jahre Zuchthaus wegen Totschlags und wegen Verleitung zum Meineid und 10 Jahre Ehrverlust. Von der erlittenen Untersuchungshaft wird ein Jahr anLudwigs nahm das Urteil vollkommen gefaßt auf. Es folgte eine kurze Urteilsbegründung, in der festgestellt wurde, daß Frau Graß tot ist und daß Ludwigs die Frau Graß gewaltsam beseitigt haben muß. Zu Beginn der Verhandlung am Samstag nahm zunächst u1.3 der Verteidiger des Angetlagten, Dr. Achter, Gelegenheit, auf, dise., Kuß; führungen des als Zeugen vernommenen Kriminalkommissars bezüglich des Umfanges der kriminalpolizeilichen Ermittlungen speziell in Holland zurückzukommen. Er habe am Freitag bei drei der größten Klöster in Holland, die Fremdenheime führen, nach Frau Graß Ermittlungen angestellt und bei dieser Gelegenheit festgestellt, daß bei diesen Klöstern, die er wahllos herausgegriffen habe, niemals eine Nachfrage gehalten worden sei. Wie schon bei seiner Zeugenvernehmung erklärt der Kriminalkommissar, daß, wie auch aus den Akten ersichtlich, bei allen Nachforschungen, gerade auch in Holland, das Menschenmögliche getan worden sei, um etwas über Frau Graß zu erfahren. In ausführlichen Tarbietungen verbreitet sich dann der medizinische Sachverständige Medizinalrat Dr. Kapp, über den Geisteszustand, des Angeklagten. Bei diesem, so betonte der Sachverständige, sei alles Fassade und Maske. Von irgendeiner geistigen Erkrankung bei Ludwigs habe sich nichts feststellen lassen. Auch in serueller Beziehung könne man bei Ludwigs nicht von Anomalie sprechen. Ludwigs habe sich immer sehr beherrscht gezeigt. Der Sachverständige ist der Ansicht, daß Ludwigs von der Angelegenheit mehr weiß, als er zugibt. Immerhin könne die Möglichkeit angenommen werden, daß Ludwigs trotz seines äußerlich ruhigen und sicheren Wesens zu einer Affekthandlung fähig sei. Diesem Gutachten folgte noch ein sich auf Akten und sonstige Schriften stützendes Gutachten über Frau Graß. Danach konnten in vier Generationen der Familie Graß bei drei Personen geistige Erkrankungen festgestellt werden. Bei Frau Graß seien Anzeichen für Schizophrenie(Spaltungirresein) vorhanden, wofür ihr mißtrauisches Wesen, ihr Geiz. gepaart mit Frömmelei und Aberglaube, spreche. Damit war die Beweisaufnahme geschlossen. Sodann nahm der Staatsanwalt das Wort zu seiner Anklagerede. Er führt u. a. aus, daß es nicht das erste Mal sei, daß ein Mensch verschwinde. DasEinzigartige des Falles Graß sei die Tatsache, daß der Mörder es verstanden habe, die Leiche völlig zu beseitigen. Das sei zugleich ein Beweis für die Ueberlegtheit der Tat. Zur Verurteilung genüge die Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten. Frau Graß, so betonte der Staatsanwalt, sei nicht verreist, sondern tot. Ein Selbstmord komme nach den Umständen nicht in Frage. Man habe ihre Bekleidungsstücke vorgefunden, die sie in der Zeit vor ihrem Verschwinden getragen habe, aber auch den Rosenkranz und die Skapuliere, von denen sich Frau Graß nie getrennt hätte. Ebenfalls sei kein natürlicher Tod anzunehmen. Der Tod sei gewaltsam erfolgt durch den, der einzig und allein ein Interesse daran hatte. Für die Schuld des Angeklagten spreche auch dessen veränderte Lebensweise nach dem Verschwinden der Witwe Graß, und für diese Tatsache gebe es keine andere Erklärung als die, daß Ludwigs die Frau Graß tötete. Aber nicht nur Indizien lägen vor, sondern so etwas wie ein Geständnis des Angeklagten sei vorhanden. Hierbei verwies der Anklagevertreter auf die Antworten, die Ludwigs bei den früheren Ermittlungen dem vernehmenden Kriminalbeamten gegenüber machte. So sagte er, als ihm der Kriminalbeamte auf den Kopf zusagte, er habe die Frau vorsätzlich getötet: vorsätzlich kommt überhaupt nicht in Frage. Wenn auch die Leiche der Frau nicht habe gekunden werden können, Teile davon seien doch vorbanden, nämlich das Blut an Wäschestücken und Teppichen Es komme nicht auf die Art an, wie Frau Graß vom Leben zum Tode gekommen sei, jedenfalls sei Gewalt angewandt worden. Die Verbrennung der Leiche sei wahrscheinlich. Für die Beurteilung der Tat gebe nur zwei Möglichkeiten: Mord oder Totschlag. Letzterer könne aber auch nicht angenommen werden, da alle Mamente für eine wohlüberlegte Tat sprechen, besonders auch die Beiseiteschaffung der Leiche und das Verwischen fast aller Spuren. Hinsichtlich des Versuchs von Ludwigs, durch einen aus dem Gefängnis geschmuggelten Kassiber einen Zeugen zu einer für ihn günstigen Aussage zu veranlassen, könne er sich kurz fassen. Der Tatbestand liege klar, der Angeklagte habe sich des Verbrechens der Anstiftung zum Meineid schuldig gemacht. Der Staatsanwalt stellte sodann den bereits mitgeteilten Strafantrag. Nach der Anklagerede machte der Vorsitzende den Angeklagten und seine Verteidignug darauf aufmerksam, daß auch eine Bestrafung wegen Totschlags in Frage kemmen könne.. 64. Jur WrazWagt.# In seinem Schlußwort sagte der Angeklagte, der bleich aber beherrscht der Verhandlung gefolat war: „Ich kann nur sagen, daß ich in dieser Sache herzensrein bin. Ein anderes kann ich nicht angeben.“ In der Urteilsbegründung, der noch eine umfangreiche schriftliche Begründung folgen wird, führte der Vorsitzende u. a. aus: Für das Gericht habe sich zunächst die Frage erhoben: Lebt die Frau Graß noch oder ist sie tot? Dase Gericht habe mit einer an die Gewißheit grenzenden Wahrscheinlichkeit angenemmen, daß Frau Graß tot sei. Grundlage dafür seien die umfangreichen Nachforschungen nach der Witwe im In= und Auslande. Ein Selbstmord sei ausgeschlossei der 6. und 7. Septemeber 1934 anzusehen. Vom 8. September 1934 an datiere die Aenderung in der Lesen. Als Zeitpunkt der Beseitigung der Frau Graß bensweise Ludwigs'. Da habe der Angeklagte gewußt, daß Frau Graß nicht mehr da sei. Die Frage, wer Frau Graß beseitigt habe, könne das Gericht nicht anders beantwerten als damit, daß Ludwigs der Täter sei. Das Mativ der Tat, das nach den Ausführungen der Verteidigung angeblich fehle, sei vorhanden. Niemand anders als Ludwigs habe an der Beseitigung der Frau Graß Interesse gehabt. Die entdeckten Blutspuren seien zwar kein vollgültiger Beweis und nicht restlos zu klären, aber doch sehr stark verdächtig. Das Gericht habe dann die Frage geprüft, ob Mord oder Totschlag vorliege, ob es sich um eine Affekthandlung oder um eine vorsätzliche Tat handele. Viel spreche für Mord, aber auch eine Affekthandlung liege bei Ludwigs nach den medizinischen Gutachten und nach einer zeugeneidlich festgestellten Drohung des Angeklagten einer Angestellten gegenüber im Bereich der Möglichkeit. Dieser Auffassung sei das Gericht beigetreten. Den Schuldbeweis für den Versuch der Anstiftung zum Meineid halte das Gericht ebenfalls für erbracht. Bei der Stcafzumessung sei für das Gericht die Anschauung maßgebend gewesen, daß nur die gesetzlich zulässige Höchststrafe eine angemessene Sühne für die Verbrechen des Ludwigs sei. Doppelmordeines Fünfzehnjährigen Mutter und Bruder erschossen : dub Schneidemühl, 4. Juli. Eine furchtbare Bluttat ereignete sich in GroßDrensen im Netzekreis. Dort erschoß am Freitag der fünfzehnjährige Bauernsohn Heinz Schallehn seinen neunzehnjährigen Bruder und darauf seine Mutter. Der Vater war verreist, während die beiden Söhne im Walde Streu holten. Auf der Heimfahrt zog der fünfzehnjährige Heinz eine Parabellumpistole und feuerte fünfmal auf seinen Bruder, der mit drei Schüssen tot zusammenbrach. Der Täter fuhr darauf mit dem Gespann auf den Hof zurück, wo er aus einem Jagdgewehr aus nächster Nähe auf seine Mutter einen Schuß abgab, der sie tötete. Die Schwester lief zur Gendarmerie. Beim Eintreffen des Beamten versuchte der Mörder Hand an sich zu legen. In schwerverletztem Zustande wurde er in das Schönlanker Krankenhaus übergeführt. Die Hintergründe der Bluttat sind noch nicht geklärt. Deutsches Flugboot schwer beschädigt dnh Berlin, 4. Juli. Am Freitag vormittag mußte ein zu einer Fliegerschule gehöriges Flugboot auf einem Uebungsflug über der Nordsee etwa 25 Seemeilen von der holländischen Küste entfernt eine Notlandung vornehmen, bei der das Flugboot schwer beschädigt wurde. Ein Mitglied der Besatzung kam bei dem Unfall ums Leben. Ein sofort zu Hilfe eilendes belgisches Lotsenboot nahm die anderen drei Besatzungsmitglieder auf, um sie später an den deutschen Dampfer„Parana“, abzugeben, der auch die Leiche des deutschen Fliegers und das Flugzeug an Bord nahm. Im Hafen von Antwerpen wird das dorthin entsandte deutsche Flugsicherungsschiff„Krischan II“ das Flugboot übernehmen. L3.„Hindenburg“ zum Rückflug gestartet Das Luftschiff„Hindenburg“ ist am Samstag um .44 Uhr mitteleuropäischer Zeit zur Rückfahrt nach Deutschland gestartet. An dem Flug nehmen 50 Fahrgäste sowie drei Beobachter der amerikanischen Bundesmarine teil. Raubmörder hingerichtet In Stuttgart wurde am Samstag der 20jährige Gotthilf Hasis hingerichtet, der im Oktober vorigen Jahres die 68 Jahre alte Wilhelmine Rothacker in Schwieberdingen nachts in ihrem Hause, in das er sich eingeschlichen hatte, erwürgt und beraubt hatte. Zwei deutsche Bergsteiger abgestürzt Zwei Münchener Touristen, der 24jährige Hans Teufel von der Sektion Garmisch des Deutsch=Oesterreichischen Alpenvereins und der 25jährige Albert Herbst von der Sektion München sind am Donnerstag beim Abstieg vom Schneehorn im Berner Oberland infolge Ausbrechens eines Eishakens abgestürzt. Während Hans Teufel nach wenigen Minuten seinen schweren Verletzungen erlegen ist, konnte Albert Herbst, der nur leichte Verletzungen erlitten hatte, nach einem Biwak auf dem Gletscher am Freitag von einer Rettungskolonne der Station Eigergletscher geborgen werden. „Jedei Bedische enn Gasigrdel Fremdenverkehr dient der Friedensidee des Führers— Seid hilfreich und entgegenkommend!— Eine Rede des Staatssekretärs Funk dnb Bad Godesberg, 4. Juli. Auf einer Tagung des Reichsausschusses für Fremdenverkehr und der 24 deutschen Landesfremdenverkehrsverbände in Bad Godesberg sprach Staatssekretär Funk über die Fremdenverkehrspolitik im nationalsozialistischen Staate unter besonderer Berücksichtigung der Olympischen Spiele. Staatssekretär Funk behandelte zunächst die günstigen Wirkungen der organisatorischen Vereinheitlichung des Fremdenverkehrs, die unter Führung des Reichspropagandaministers vollzogen wurde. Er erklärte dazu weiter:„Zunächst haben wir den Fremdenverkehr aus der Sphäre der staatlichen und gemeindlichen Zerrissenheit und kleinlichen Kirchturmspolitik herausgehoben, indem wir ihm eine staatspolitische Aufgabe gaben. Der erste Grundsatz der nationalsozialistischen Fremdenverkehrspolitik lautet: Fremdenverkehr verpflichtet. Der nationalsozialistische Staat ist zunächst mit einer tief durchgreifenden Erziehungsarbeit vorgegangen. Wir machen es allen Volksgenossen zur Pflicht, dem Gast und insbesondere dem ausländischen Gast gegenüber in jeder Weise hilfreich und entgegenkommend zu sein. Bei den Olympischen Spielen werden viele Tausende von Ausländern nach Deutschland kommen. Der deutsche Hotelier und der deutsche Hotelangestellte, der Dienstmann und der Droschkenchauffeur vertreten diesen Ausländern gegenüber den nationalsozialistischen Staat. Die Ausländer müssen unser Land in dem Bewußtsein wieder verlassen, daß Deutschland das gastlichste Land der Welt ist. Ungünstige Rückwirkungen auf den Fremdenverkehr muß die Disziplinlosigkeit haben, die wir heute im Straßenverkehr in Deutschland beobachten. Jeder ist hier offensichtlich gegen den anderen. In den anderen Ländern mit starkem Automobilverkehr gibt es so etwas nicht. Die ärgsten Disziplinwidrigkeiken muß man immer wieder bei den Lastwagenfahrern feststellen. Gegen alle Verkehrssünder muß mit viel schärferen Mitteln als bisher vorgegangen werden. Die Automobilisten müssen zur Selbstabwehr schreiten und hierbei von den Behörden weitestgehend unterstützt und geschützt werden. Man gewinnt auch immer wieder den Eindruck, daß Automobile von Leuten gelenkt werden die noch absolut keine Sicherheit im Fahren haben. Nötig wäre auch ein allgemeines Rauchverbot für Autolenker, da es auf der Hand liegt, daß durch das Rauchen am Steuer in Gefahrenmomenten eine Behindeung des Fahrers eintritt. unschließend sprach der Staatssekretär über die bisherigen großen Erfolge der Verkehrswerbung: Unter Führung des Propagandaministeriums ist eine in der Welt bisher noch nie dagewesene Propagandaaktion für die Olympischen Spiele entfaltet worden. Die Ideen dieser Propaganda und ihre Richtung hat der Propagandaausschuß der Olympischen Spiele gegeben, der vom Propagandaministerium ins Leben gerufen wurde. Es ist das Bestreben der nationalsozialistischen Regierung. Ausländer in möglichst großer Zahl nach Deutschland zu holen. Hierin erolikken wir auch eine der wirkungsvollsten Abwehrmaßnahmen gegen die Lügenberichterstattung über Deutschland im Ausland. Im Monat Mai 1936 wurden in Deutschland in 633 Berichtsorten 120000 Ausländer mit rund 341000 Uebernachtungen gezählt. Dies ist eine Steigerung der Zahl der Auslandsfremden dem Monat Mai des Jahres 1935 gegenüber um rund 35 v. H. Bei den Uebernachtungen beträgt die Steigerung gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres 36 v. H. Insgesamt wurden im Deutschen Reich im Mai 1936 1,67 Millionen Fremdenmeldungen und 5,26 Millionen Fremden=Uebernachtungen gezählt, d. h. 24 und 17 v. H. mehr als im Mai 1935. Der Fremdenverkehr ist ein wichtiges Instrument zur Wiedererringung der Weltgeltung Deutschlands. Er dient der Friedensidee, wie sie unser Führer Adolf Hitler der Welt verkündet hat, in hervorragendem Maße. Die Betreuer des Fremdenverkehrs erfüllen somit eine hohe politische Mission. Im Olympischen Jahre 1936 ist jeder deutsche Volksgenosse ein Gastgeber für die Welt. Jeder deutsche Volksgenosse sei sich dieser Aufgabe bewußt und handele danach.“ Bei Unsan der SerTeidstandumk Gerichtliches Verfahren gegen den Fahrer des Fernlastzuges dnb Berlin, 4. Juli. Die Justizpressestelle Magdeburg teilt folgendes mit: Die sofort eingeleiteten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Magdeburg über die Ursachen des schweren Kraftfahrzeugunfalls, von dem der Musikzug der SS.=Leibstandarte Adolf Hitler am 1. Juli 1936 nachmittags in der Nähe von Burg bei Magdeburg betroffen wurde, haben zu folgendem Ergebnis geführt: Bereits am 2. Juli 1936 wurde der Kraftwagenführer Richard Weber aus Pivitsheide in LippeDetmold auf Antrag der Staatsanwaltschaft in gerichtliche Untersuchungshaft genommen. Weber führte den Fernlastzug, dessen Anhänger mit dem mit den Musikern der SS.=Leibstandarte besetzten Kraftomnibus zusammenstieß. Am 3. Juli 1936 wurde gegen Weber Anklage vor der Großen Strafkammer in Magdeburg erhoben. Die Anklage legt Weber zur Last, auf der Reichsverkehrsstraße zwischen Burg und Hohenseben durch Fahrlässigkeit und unter Außerachtlassung der ihm vermöge seines Berufes als Kraftwagenführer besonders auferlegten Pflicht zur Aufmerksamkeit den Tod von vier Menschen und die Körperverletzung von neun weiteren Menschen verursacht zu haben. Die Hauptverhandlung gegen Weber wird voraussichtlich am Mittwoch, dem 8. Juli 1936, 9 Uhr, in der Nähe des Tatortes in Reesen bei Burg beginnen. * Am Samstag mittag fand in Görlitz die Beisetzung des bei dem Autounfall des Musikkorps der Leibstandarte Adolf Hitler bei Burg tödlich verunglückten Görlitzer SS.=Mannes Dünnebier= Hesse unter Teilnahme des gesamten Führerkorps des Standortes und starker Anteilnahme aller Kreise der Bevölkerung statt. Unter den vielen Kranzspenden befanden sich Kränze des Führers des Stellvertreters des Führers, des Reichskriegsministers Generalfeldmarschall von Blomberg und des Reichsführers SS. Himmler. Bune=Rulastepge in OSA. Hunderttausende von Schafen verdurstet— Die Weizenfelder gleichen Wüsten 45,6 Grad Hitze im Schatten Newyork, 4. Juli. Das Thermometer erkletterte heute in den nordwestlichen Staaten in vielen Städten die geradezu unwahrscheinliche Höhe von 115 Grad Fahrenheit(45,6 Grad Celsius). Die Note der Farmer in diesen Staaten ist so groß geworden, daß die Regierung darauf verzichten mußte, am heutigen Unabhängigkeitstag, dem größten Feiertag der Vereinigten Staaten, die Arbeit zu unterbrechen. Den ganzen Tag über wurde in den Regierungsbüros fieberhaft an der Ausarbeitung der Hilfsmaßnahmen für Hunderttausende von Farmern gearbeitet, die durch die Hitze und Trockenheit der letzten Wochen verelendet sind. 164 Die Weizenfelder in diesen Staaten gleichen Wüsten und die gewaltigen Weideflächen, die noch vor wenigen Monaten fruchtbar und grün waren, sind mit den Gerippen von Hunderttausenden von Schafen bedeckt, die verdurstet sind. Der Sommerweizen in den nordwestlichen Staaten ist verloren und die Gesamtgetreideernte der Vereinigten Staaten hat sich um rund 40 Prozent vermindert. Auch aus den südlichen kanadischen Kornprovinzen werden ungeheure Dürreschäden gemeldet und die diesjährigen Ernteaussichten auf rund 25 Prozent der normalen Ernte geschätzt. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat beschlossen, eine Million Rinder, die die Farmer in den Nordweststaaten wegen der großen Dürre nicht ernähren können, anzukaufen und notschlach: Westfalen und Rheinland Museum für Türschlösser Schloß und Schlüssel im Wandel der Zeiten Wuppertal, 5. Juli. Im Rahmen der Bildung des Bezirksverbandes Bergisch=Land im Verband der Rheinischen Museen wurde das Velberter Schloßmuseum seiner Bestimmung übergeben. Das Museum spiegelt in verschiedenen Abteilungen das Werden der Velberter Schloßindustrie wider und erklärt sehr eindrucksvoll unter technischen und kulturhistorischen Gesichtspunkten, wie Velbert mit seinen Schlössern eine Sonderstellung innerhalb der Werkzeugindustrie erlangte. Sehr interessant ist die Sammlung kulturhistorischer Belege, die von der alten deutschen Handwerkerkunst berichten, sehr interessant ist aber auch die Darstellung, wie die Entwicklung des Schlosses technisch vor sich gegangen ist und wie schließlich Schloß und Schlüssel in den einzelnen Kulturperioden vom jeweiligen Zeitstil beeinflußt worden sind. Anschließend wird in einer Sonderschau über die Absatzverhältnisse dargestellt, welchen Weltruf sich die Erzeugnisse der Velberter Schloßfabrikation zu erkämpfen wußten. Steigender Fremdenverkehr im Sauerland Starker Zuzug aus Norddeutschland und Berlin Hagen, 5. Juli. Infolge des anhaltenden guten Wetters hat der stärkere Zustrom in das Sauerland in diesem Jahre bereits Mitte Juni eingesetzt. Während in früheren Jahren die Bewohner des rheinisch=westfälischen Industriegebietes und die Gäste aus den benachbarten Niederlanden den Hauptteil der Besucher stellten, ist in diesem Jahre auch ein stärker fühlbar werdender Zuzug aus Norddeutschland(Emden, Oldenburg, Bremen und Hamburg) sowie auch aus Berlin festzustellen. Für die sauerländische Hauptsaison, die mit den rheinisch=westfälischen Ferien zusammenfällt, liegen in den wichtigsten sauerländischen Orten bereits sehr viele Anmeldungen vor, jedoch ist mit einer Ueberfüllung nicht zu rechnen, da neben den bekannten größeren Luftkurorten und Sommerfrischen geeignete, allen hygienischen Anforderungen entsprechende Unterkunftsmöglichkeiten in kleineren sauerländischen Bergdörfern bestehen. „Tag des Handwerks, bei der Erwitter Festwoche Erwitte, 4. Juli. In dieser Woche fand in der 1100Jahr=Stadt eine: Handwerkertagung statt. Nachdem unter Vorsitz des Landeshandwerksmeisters Schmidt am Morgen die Handwerkerschaft Westfalens getagt hatte, trafen sich am Nachmittag die Kreishandwerkerführer von Westfalen=Süd. Nach einleitenden Worten des Landeshandwerksmeisters hielt Direktor Schmidtke(Berlin) einen Vortrag über die Wichtigkeit rednerischer Schulung für den Handwerksführer. Er wies darauf hin, daß die Landeshandwerkerschaft einen Kursus veranstalte, der am Mittwoch in Dortmund seinen Anfang nehmen werde. Der Direktor der Bank für Industrieobligationen, Freiherr von Bracht, unterrichtete darauf ausführlich die Kreishandwerksmeister über die Kreditgewährung der Industriebank für Handwerker. Anschließend sprach Landeshandwerksmeister Schmidt über Einstellung von körperbehinderten Handwerkern. Nach der Arbeitstagung besichtigten die Handwerkerführer die Reichsschulungsburg. Daran anschließend fand eine große öffentliche Handwerkerversammlung statt. Nach der Begrüßung durch den Kreishandwerksmeister und Bürgermeister Maurer(Erwitte) sprach Landesleiter Schönebeck von der Landesbauernschaft über „Bauer und Handwerk im neuen Deutschland".— Landeshandwerksmeister Schmidt wies darauf hin, daß die Handwerkerschaft gern der Einladung nach Erwitte gefolgt sei, da hier die Zusammenarbeit zwischen Partei, Behörden und Bevölkerung stets eine gute gewesen sei. päpstliche Anerkennung für Pater Jungblut Persönliches Schreiben an den Kumpel=Pater Essen, 5. Juli. Der über das Ruhrgebiet hinaus bekannte Kumpel=Pater Paul Jungblut erhielt am 12. Juni ein in herzliche persönliche Briefform gekleidetes päpstliches Indult(Privileg), das ihm nach vierjährigen Ringen um seine priesterliche Würde das Recht zur Zelebration erteilt. Dieses Recht ist die Grundlag des katholischen Priestertums und die Voraussetzung für die Ausübung sämtlicher anderen geistlichen Amtshandlungen. Zwei eingeschlossene Bergleute befreit Alsdorf(Bez. Aachen), 5. Juli. Auf der Grube „Anna I“ des Eschweiler Bergwerksvereins wurden am Freitag abend durch Zubruchgehen einer Strecke im Revier 10 der 36=Meter=Sohle zwei Bergleute aus Kellersberg eingeschlossen. Nach Bekanntwerden des Unglücks wurden die Rettungsmannschaften der Grube alarmiert, die sofort an die Befreiung der Eingeschlossenen gingen. Die beiden Bergleute konnten sich durch Klopfzeichen mit den Rettungsmannschaften verständigen. Samstag morgen nach 9 Uhr waren die Rettungsarbeiten von Erfolg gekrönt. Die beiden Eingeschlossenen hatten glücklicherweise keinerlei Schaden davongetragen. Seite 13 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. Juli 1936 Unterhaltung Der Spion Ein Erlebnis aus dem Weltkriege von Hustar tialm Anfang 1915, in Konstantinopel. In einem Kabarett. „Sie waren gestern abend in der Allemannia?“ fragte mich mein Gegenüber, ein noch jugendlicher Mann in türkischer Offiziersuniform, ein Vizemajor. „Haben Sie mich dort gesehen?" fragte ich zurück. — Sie tanzten mit einer Armenierin.“—„Das ist richtig“, entgegnete ich.—„Und den Mittag waren Sie bei dem griechischen Kaufmann Laskaris zu Tisch geladen“, sprach er weiter.—„Woher wissen Sie?“ fragte ich, nicht wenig erstaunt.. inam Gedauf, Unentwegt folgte der andere seinem Gedankengange. —„Am Mittwoch abend besuchten Sie mit einer Dame die Garden=Bar, im„Pera=Palast". Sie tranken Sekt. Sie waren am Dienstag fruh in einem Hause in der Rue des Télégraphes und blieben über eine Stunde dort. Ich weiß auch, worüber Sie sprachen. Abends wohnten Sie einer Sitzung der Teutonia" bei und erzählten Ihre Abenteuer am Suez=Kanal. saßen Sie mit drei Herren, darunter dem deutschen Konsul von Tharsus, noch im Vorraum des Café catlian. Sie unterhielten sich über den Krieg. Ist es Mir war, als säße ich vor dem Untersuchungsrichter. Es war alles richtig..„Fämms fchushigs kehr „Ich bin Ihnen eine Erklarung schutoig, fuhr er lächelnd fort.„Ich bin einer besonderen Abteilung des Kriegsministeriums zugeteilt, deren Aufgabe es ist, über jeden hier anwesenden Fremden, besonders Deutsche und Oesterreicher, zu wachen. Sehen Sie die Bevölkerung von Konstantinopel ist ein Mischmasch, in dem hunderterlei trübe Elemente spurlos untergehen. Diese Levantiner, die gewandtesten, aber auch gewissenlosesten Menschen unterscheiden die Nationalität eines Fremden auf den ersten Blick,— und da wird es ihnen ein leichtes, sich an den Ausländer heranzumachen, ihm Auskünfte zu entlocken, vielleicht auch Geld,— ja, es war früher nicht selten, daß Fremde hier verschwanden. Die Hafenkneipen von Galata haben Falltüren zum „Goldenen Horn“. Sie verstehen wohl?“— Ich nickte. „Sehen Sie, das alles soll verhütet werden. Der türnsche Staat garantiert gewissermaßen dem Deutschen Reiche das Leben seiner Untertanen. Anderseits schützt er sich selbst, indem er der Spionage einen Riegel vor„Und Sie sind über jeden einzelnen genau unterrichtet? Welches System muß dazu gehören!"—„Unser Geheimnis!“ lächelte er.„Also lassen Sie auf bösen Wegen ertappen, Herr Kamerad!“—„Keine Sorgel“ gab ich zurück... 664 Damit endete unsere Unterhaltung. Inzwi#.uken die Darbietungen des Kabaretts wieder begonnen. Ein paar übermütige Lieder, ziemlich abgedroschen allerdings,— ein wilder Tanz mit Kastagnettenbegleitung griechische Mandolinenmusik,— und nun ein Schleiertanz, den ich mit besonderer Anteilnahme ver„Habt Ihr so etwas in Alemania auchs“ fragte mich vom Nebentisch her ein einfach gekleideter Mann, der an der fremden Aussprache des Französischen wie an seinem Fes als Türke zu erkennen war.— Ich bejahte.—„Und können Eure Frauen auch so gut setzte hinzu:„Ich glaube, die Mädchen, die hier tanlehrer. Ich habe sie ausgebildet. Willst du dir meine Tanzschule einmal ansehen? Ich würde mich sehr freuen, wenn du kommen wolltest.“—„Es sagte ich,„ich werde morgen nachmittag um vier Uhr bei dir sein.“— Damit verabschiedete icgnzictz.,„ höher. Grau, schmucklos, verwahrlost. Der Stuck von der Fassade bröckelt ab. Ich merke mir die Hausnummer und die Zahl der Stufen bis zur Tür. Ein Hund kläfft, als ich die Bronzehand, die als Türklopfer dient, in Bewegung setze. Der Türke öffnet selbst. Er bückt sich tief und sagt:„Dein Eintritt sei gesegnet, Efendi. Du bist mein Gast.“ Ich stehe in einem langen, düstern Flur, an dessen Ende ein flackerndes Oellicht schwelt. Der Tanzlehrer fordert mich mit einer Handbewegung auf, ihm zu folgen. Am Ende des Flures, da, wo die Lampe brennt, öffnet er eine Tür. Es ist ein großes, halbdunkles Gemach, in das er mich führt. Wohl zwölf weibliche Gestalten stehen an der Längswand; sie sehen kaum auf, sind wohl gewöhnt, daß hier Gäste erscheinen. „Setze dich, Efendi“, läd mein Wirt mich ein.—„Ich werde ein Zeichen geben, daß die Tänze beginnen. Es sind heute zwei fremde Damen hier; meine bulgarische Schülerin hat mich gebeten, sie heute tanzen zu lassen.“ Er klopfte mit einem Stäbchen an die Wand. Aus dem Nebenzimmer, dessen Tür ich jetzt erst sah, erklang gedämpfte Musik. Ich unterschied Klavier und Geige, doch schien ein drittes Instrument beteiligt. Die Tänzerinnen nahmen sich an den Händen und reckten sich hoch. Ein schriller, schluchzender Schrei der Musik schlug wie eine Flamme in ihre schlanken Leiber. Wild auflodernd wurde die Gebärde des Tanzes, wirbelnd flogen die Mädchen nach den Ecken des Saales, dann wie eine abebbende Welle nach der Mitte zusammen. Einzelne Gestalten lösten sich aus dem Gesamtbilde und vollführten einen Schleiertanz, zu dem die anderen den rhythmisch bewegten Rahmen bildeten. Dann setzte die Begleitung wieder machtvoller ein, und ein gemeinsamer Reigen beendete die Darbietung. „Willst du die Musikanten sehen, Efendi?“ fragte mich der Türke, mein Lob bescheiden überhörend. Gern sagte ich zu. Er öffnete die angelehnte Tür und trat mit mir in das Nebengemach. Wir traten gleichzeitig ein. Ich sah nur noch, wie er die Tür wieder schloß, im selben Augenblick erhielt ich einen Schlag mit einer Keule oder einem Knüppel und sank besinnungslos um. Als ich erwachte, war es finster um mich. Mein Kopf schmerzte zum Zerspringen. Ich wußte nicht: waren Minuten, Stunden oder Tage vergangen, seit ich den Hieb bekam. Endlich hörte ich eine Stimme, es war die des„Tanzlehrers".„Bist du wach?“ fragte er mich. ch versuchte zu sehen woher die Stimme kam Nicht auch. Nach einer Weile begann er wieder:„Sage es mir, so sollst du deine Freiheit wieder haben: Da geschah etwas, was wir beide nicht erwartet hatten.—„Er ist auch so frei!“ sagte eine Stimme, die mir bekannt schien. Einen Augenblick später krachte die Tür zusammen, Askari, Khawassen drangen ein, im Nu war der„Tanzlehrer" überwältigt und gefesselt, ich frei. Laternen blitzten auf, Bajonette. In ihrem Licht unterschied ich den Vizemajor. Ich wollte ihm danken, er wies auf einige junge, bartlose Menschen und sagte: „Danken Sie denen da! Dieser hier"— er deutete auf einen schlanken, jungen Mann in schwarzem Anzug und dieser war die bulgarische Schülerin unseres famosen Yussuf=Effendi.— Die beiden anderen waren die griechischen Freundinnen. Ohne sie wäre das Verbrechen kaum zu verhindern gewesen. Wir waren dem Manne längst auf der Spur, doch konnten wir keine stichhaltigen Beweise erlangen. Schon seit ein paar Wochen tanzten drei unserer weiblichen Angestellten unter der Tanzgruppe des Verdächtigen. Er hat Mitschuldige unter seinen Musikanten, auch unter den Schülerinnen; doch konnten wir wenig von ihnen erfahren. Gleich nach der Tat ließ Yussuf Sie durch seine Leute durch eine Hintertür wegbringen und holte selbst einen Wagen, in dem er Sie zu diesem Hause schaffte. Unser Agent Wanlian, der junge Armenier hier, der die schöne Bulgarin mimte, konnte im letzten Augenblick hinten aufspringen und sah, wohin man Sie brachte. Ihm verdanken Sie letzten Endes Ihre Rettung.— Denn glauben Sie mir“, damit wandte er sich dem Gefesselten zu—.„der Mensch hier hätte kein Erbarmen mit Ihnen gehabt. Er arbeitet für die englische Regierung, und Sie wissen selbst, wie gewissenlos solche Agenten vorzugehen pflegen.“ Das war unser Abschied. Die Khawassen nahmen den Gefangenen in ihre Mitte und führten ihn weg. Mich riefen meine Geschäfte sehr bald ab. später erfuhr ich, daß Yussuf für seine Ve hingerichtet worden ist. Erst viel errätereien Ich versuchte, zu sehen, woher die Stimme kam. weit von mir sah ich das Flimmern seiner Augen. Fühlend, daß ich gefesselt und machtlos sei, zog ich vor, ihm zu antworten.„Ja“, sagte ich.„Was willst du von mir?"„Du wirst sehen. Sag' mir zunächst, ob du weißt, wo du dich befindest.“—„Ich bin in der Rue Kiras in deinem Hause.“—„Glaubst du?— Nun gut, du weißt es nicht.— Hältst du mich für so dumm?"— Ich schwieg; es war möglich, daß man mich während der Zeit meiner Betäubung weggeschafft Hast du keine Furchts“ fragte er mich nach einer Weile.—„Nein.“—„Du wirst sie noch lernen, wenn du hörst, was dir bevorsteht.“—„Was könnte das Detschiedenes dnekdoten aus dem dustigen Gerein Daher der Name. Die Pioniere hatten ein besonders langes Seitengewehr, das Faschinenmesser, das ehedem dazu diente, Strauchwerk zu Faschinen(Weidenbündel für Böschungszwecke) zurecht zu hauen. „Wie wird das Seitengewehr der Pioniere genannt?“ fragte Unteroffizier Brietzke in der Rekrutennstruttion.„...ser Herr Binteraffi-— „Das Farschinenmesser, Herr Unteroffizier.“ „Und warum heißt es so?“ „Weil es zu Farschiedenem gebraucht wird.“ Mir oder mich. E dürfte wohl als allgemein bekann tvorauszusetzen sein, daß der Berliner fortwährend„mir" und„mich“ verwechselt. Das soll aber auch hin und und wieder einem Nichtberliner passieren, und er setzt dann ein „mich“, wohin eigentlich ein„mir“ gehört. Damit nun ein für allemal Klarheit in die Geschichte kommt und jedermann dann weiß, wann er „mir“ und wann er„mich“ zu sagen hat, erteilen wir nun das Wort dem Füsilier Schulze V, gebürtig Mulackstraße, Berlin j. d. „Wenn ich for mir alleene spreche, dann sage ick imma„mich“— zum Beispiel:„Jib mich mal dein Seitenjewehr“—, wenn ich aber for uns alle zusammen spreche, dann sag ich„mir“— zum Beispiel: „Mir ham heit nachmittag Exerzieren.“ Wer den Schaden hat... Eiskalt fegt der scharfe Ost durch die kahlen Zweige der Lindenbäume, die in vierfacher Reihe die nach ihr benannte Via triumphalis“ Berlins umsäumen. Die Straße ist fast menschenleer, nur ein Schusterjunge— es existierten noch seinerzeit einige Exemplare dieser nunmehr gänzlich ausgestorbenen Rasse— bevölkerte den Damm. 46 681 Grad wie er bei der Kommandantur vorbeiströmte, kam eine baumlange Ordonnanz von den Garde=Küraswie der Feldwebel zu sagen pflegt— sitzt in der Kantine. Auf der Bankneben ihm hockt Ede Paesecke aus der Mulackstraße, Berlin NN. Boomlöper hat mal was in seinem Leben vom„Berliner Kniff“ gehört und fragt nun seinen Freund danach. „Hm“, meint Ede bedenklich,„eejentlich solln wir Berlilner dat keen Ausländer verraten, aber ich will mal nicht so sind, weil du mein Freund bist— un ein Seidel muß dabei nadierlich herausspringen.“ Willem läßt ein Glas Bier bringen, das Ede auch sofort hinterkippt. Also dann vaß auf..., Eisckufatte und fähn Ede legt seine Hand auf die Tischpiatie und fahrt fort: „Nu schlag mal da mit de Faust druff, aber feste!" Willem holt aus, als ob er einen Pfahl in die Erde rammen holle aber als seine Faust niedersaust, zieht Ede blitzschnell die Hand weg... „Donnerwetter!" schreit Willem. „Nu aber nicht verraten,“ sagt Ede, trinkt den Rest des Bieres aus und verschwindet. Eine Zeitlang reibt sich Willem noch die Hand, dann stürzt er davon, sein schmerzlich erworbenes Wissen: bald an den Mann zu bringen. Auf dem Kasernenhof begegnet ihm sein geistesverwandter Freund Fritze Dämlow aus der Priegnitz. „Nu hab ich aber een Berliner Kniff gelernt," verkündet Willem Boomlöper stolz,„den will ich dir mal vorführen. Eigentlich müßte ich'n Tisch dazu haben — aber wart: man, et jeht auch so.“ Damit legt Willem die linke Hand auf die Backe. „So, nun schlag mal mit de Faust druff, aber feste!“ Fritze, nicht faul, haut mit aller Wucht zu, und Willem zieht blitzschnell die Hand weg.„„ Seitdem will er von den Berliner Kniffen nichts mehr wissen. sein?“ fragte ich.—„Der Tod“, erwiderte er ganz kalt, sieren aus dem Torweg heraus, schwenkte links, nahm Da ich schwieg, fuhr er fort:„Hast du gehört, was ich Marschrichtung auf das Denkmal des Ollen Fritzen und tes H, irst sterben Nur eins kann dein Lehen sitt hums!— rutschte auf dem Glatteis aus sagter Du wirst sterven. Nur eins kann dein Leben retten: Du mußt mir Antwort auf meine Frage geben.“ Frage!"— Gut.— Du bist erst eine Woche in Frag !“ 15) - Mächtn..- Bil Behm Gordon hatte sich seinen Sattel als„opfeissen untergelegt, rauchte schweigend eine Pfeife in den Himmel. Er war ermüdet, doch die überreizten Perven bie. gie, mak,Pond, was ist dass: fragte er Ponds Blick folgte der Richtung, die Gordons Zeigefinger andeutete, aber es fiel ihm nichts auf. „Wok“ fragte er daher. „Sehen Sie da drüben den breiten Spait in dem Felsen? Nun gehen Sie mal daran hoch, bis ungefähr zur Mitte und dann nach links.“ wi, Aine Ereun, „Die Form? Gott ja, das sieht aus wie eine Tleppe pder, besser gesagt, wie ein paar Stufen.“ „Richtig, und nun gehen Sie mal die Stufen hinauf, was sehen Sie da?“ Pond richtete sich plötzlich auf und nahm sein Glas i Hite. 6un2 1 „Es scheint ein Stück gelbes Zeug zu sein“, sagte er indem er das Glas absetzte und Gordon ansah. „Ja, das nehme ich auch an, und diese Stufen und dieses Stück Stoff möchte ich mir mal ansehen.“ Wohl über übel mußte Pond ihm folgen, obwohl er innerlich über Gordon fluchte. „Hallo, Pond, ich hatte recht", rief Gordon triumphierend und deutete auf einige ausgehauene Stufen, die im Innern der Spalte in die Höhle führten.„Geben Sie doch mal Ihre Taschenlampe.“ Sie kletterten die Stufen empor. Ungefähr in der Mitte der Spalte fanden sie einen Weg, der aus ihr heraus nach oben führte. Dann kamen die Stufen, die Gordon von unten zufällig entdeckt hatte. Da führte der Weg hinter eine künstlich aufgeschichtete Balustrade, über deren Rand das Stück Stoff hing, und endete vor einem etwa mannshohen schmalen Loch. Vorsichtshalber nahm Gordon den Revolver in die Rechte, schaltete die Lampe ein und trat hinein. „Das ist interessant", rief Gordon und ließ die Lampe spielen. „Goddam, wer hätte das geahnt?“ fluchte Pond, der jetzt neben ihn getreten war. Ein eigenartiges Bild bot sich den beiden Männern. Die Wände der Höhle waren mit Teppichen behängt. Reichlich vorhandene Lagerstätten deuteten darauf hin, daß sich eine größere Anzahl von Menschen hier aufzuhalten pflegte. Gordon schnupperte wie ein junger Hund. „Verdammt, wonach riecht das hier?“ „Es scheint ein Harem zu sein.“ „Exr.— Du bist erst eine Woche in Istambul?“—„Ja!“—„Du hast keine Freunde hier!“ —„Nein!“—„Gestern sprachst du doch mit einem Offizier?"—„Ich kenne ihn nicht.“—„Gut. Ihr hattet Wagen in eurem Eisenbahnzuge, die ganz mit Segeltuch überzogen waren. Was war darauf?"— „Auch das weiß ich nicht.“—„Reize mich nicht! Ich stelle dir jetzt meine letzte Frage: Wohin sollen die Sachen geschafft werden, die du begleitest?"— Ich erwiderte ausweichend:„Darüber erwarte ich noch die Instruktion meiner Regierung.“— Er schwieg,— ich Sie machten sich nun daran, den Raum zu durchsuchen. Als Pond mit seiner Lampe leuchtete, machte er eine Entdeckung, die ihn wie angewurzelt stehen ließ. Ein paar kohlschwarze Augen sahen ängstlich in das Licht der Lampe. Pond beugte sich herab. Halb verdeckt unter Teppichen und Seidenstoffen hockte ein junges Arabermädchen. Sie zitterte an allen Gliedern vor Angst und hielt krampfhaft ein Stück Stoff vor das Gesicht, so daß Pond nur die schwarzen Haare und Augen sehen konnte. Er setzte seine Lampe auf eine Kiste und griff sehr vorsichtig nach einer der kleinen Hände. „Wer bist du?“ fragte er leise. Sie antwortete nicht, sondern sah ihn nur furchtsam an. Jetzt erst fiel es Pond ein, daß er vor Ersteunen englisch gesprochen hatte, und er wiederholte seine Frage arabisch. Ihre Lippen bewegten sich ein wenig, aber sie flüsterten so leise, daß Pond nicht verstehen konnte, was wem sprechen Sie denn da?" tönte Gordons Stimme, der gerade versuchte, eine der Kisten zu öffnen. Pond richtete sich auf und lachte: „Mit dem entzückendsten Arabermädchen, das ich je gesehen habe, Gondon kam und war nicht weniger erstaunt als Da haben wir die geheimnisvolle Bewohnerin. Das ist eine vertrackte Geschichte. Wir wollen sie mal ans Licht ziehen.".. 9, „Wir tun dir nichts, komm nur mit“, sagte Pond leise und freundlich zu dem Mädchen und hob es mit sanster Gewalt auf.„. g,.5 Jker Rand nahm st. Voller Angst sträubte sie sich, aber Pono nahm sie einfach in seine Arme und trug sie nach vorn. Mit gesenkten Armen stand sie vor den Männern. Das Mädchen, fast noch ein Kind, vielleicht 16 oder 17 Jahre alt, war von seltener Schönheit. „Wer bist du?“ fragte Pond nochmals. Zihre", antwortete sie leise und senkte die Augen, als schäme sie sich. Sie war voller Angst und schien sehr schwach zu sein. „Ich glaube, sie hat Hunger und Durst“, meinte Pond und drückte das Mädchen sanft auf ein paar Kisen nieder... 3Hs, und eins ein Stüch Gordon trat vor die Hohle und ging ein Stück Weges zurück, bis er seine Leute sehen konnte. Er rief seinen Burschen an und befahl ihm, Tee und einige Lebensmittel heraufzubringen, und es gab eine kleine Aufregung, als die Männer erfuhren, was ihr Captain gefunden hatte. Im Nu waren sie alle wach, und jede Spur von Müdigkeit war verschwunden. Während Zihre unter Ponds Aufsicht aß, besichtigte Gordon die einzelnen Ballen genauer. Es waren in der Hauptsache Teppiche, Seidenstoffe und Waffen. Unterdessen fragte Pond das junge Arabermädchen vorsichtig aus. Er empfand ihr gegenüber eine starke Zärtlichkeit, wie man sie einem kleinen Vogel gegenüber empfinden mag, der aus dem Nest gefallen ist. „Wer hat dich hierhergebracht, Zihre?“ — sin1— bums:— kulschie auf dem Glatteis aus und segelte der Länge nach hin auf die— verzeihen Sie das harte Wort— Schnauze. Dem Schusterjungen, der grad daneben stand, wäre die Lunge geplatzt, wenn er in diesem Falle keine Bemerkung gemacht hätte.„..„„„ „Noch zweemal so, Sie Lutarsch—“, sagte er zu der seine endlosen Gliedmassen sammelnden Ordonnanz, „un Se sinn am Brandenburjer Tor!“ Der Berliner Kniff. Willem Boomlöper aus dem Oderbruch—„ein guter Junge, aber dümmer, als die Polizei erlaubt“, „Ahmed Fattal“, antwortete sie und schlug die dunklen Augen voller Dankbarkeit zu ihm auf. „So, so, Ahmed Fattal. Wer ist denn dieser Ahmed?“ lächelte Pond. „Er hat mich von meinen Eltern gekauft.“ Nette Eltern, dachte Pond und fragte weiter:„Und wo ist dieser Ahmed Fattal jetzt?“ „Er ist geflohen mit den anderen.“ „Mit welchen anderen?" „Mit den Männern und den Mädchen.“ „Wann ist das gewesen?" „Vor zwei Tagen.“...... 944 Pond überlegte, um diese Zeit war die Patrouille zum ersten Male in dieser Gegend gewesen, und die Leute hatten es wahrscheinlich mit der Angst zu tun bekommen und waren geflohen. „Weißt du, wohin sie gegangen sind?“ „Nein, ich weiß es nicht.“ „Und warum haben sie dich nicht mitgenommen?“ „Ich hatte viel Angst und habe mich versteckt, sie haben mich gesucht, aber nicht gefunden.“ Zihre lächelte und zeigte ihre schönen Zähne. Die Erinnerung schien sie zu belustigen. Sie war schon ganz zutraulich geworden. „Wo leben die Eltern?“ „Im Wadi al makka.“ Pond hatte keine Ahnung, wo dieses Tal lag und nahm sich vor, auf der Karte danach zu suchen. „Möchtest du wieder nach Hause?" Sie schüttelte heftig den Kopf und sagte angstvoll: „Nein, niemals.“ „Wer waren denn die anderen Mädchen?“ „Ich kannte sie nicht, sie wurden auch hierhergebracht, und wir sollten warten, bis die Reise weiterging, aber wir durften nicht miteinander sprechen.“ „Wieviele waren es?“ Pond verstand plötzlich, und er nahm Gordon beiseite, um ihm das Gehörte mitzuteilen. „Ich schätze, wir sind da einer netten Sache auf der schloß er seinen Bericht.„Es sieht verdächtig Spur“, schlog er seinen Grricht.„Ee slehl verbächtig nach Mädchenhandel aus.“. 164 M „Ich habe mir schon so etwas geoachr, meinte Gordon.„Mädchenhandel und Raubüberfälle auf Karawanen. Fehlt nur noch El=Ferd, dann hätten wir alles beisammen.“ Sie beschlossen, die Nacht über in dem Tal zu bleiben. Dann wollte Gordon in die Oase zurückreiten, während eine Wache bei der Höhle zurückblieb, bis die nötigen Tiere da waren, um alle Gegenstände abzutransportieren. Zihre weigerte sich, allein in der Höhle zu schlafen, und so ließ Pond ein paar Decken in das Tal schaffen. Das Mädchen war erst zufrieden, als es sich neben Pond, zu dem es besonderes Vertrauen gefaßt hatte, sein Lager bereitet hatte. Bald lagen alle in tiefem Schlaf, und nur die langsamen Schritte der Wachtposten hallten durch die Nacht An diesem Abend befand sich die Oase in einer Aufregung, die Seldon nach allen Regeln der Kunst ver- Nerven gestählt— „Nach Verbrauch der ersten Packung Heidekraft kann ich Ihnen zu meiner größten Freude mitteilen, daß ich Wirkung überrascht bin. Ich fühle mich frisch, schlafe gut und meine Nerven sind gestählt.“ So schrieb uns unterm 14. 3. 35 Herr Paul Menzel, Tagesarbeiter, Liebersdorf Nr. 43, Post Bad Salzbrunn, Kro. Waldenburg. 13000 DankEmpfehlungsschreiben. Heidekraft ist ein aus 26 hochwirksamen Kräutern und Erdsatzen zusammengesetztes erprobtes Umstimmungemittel. Wer sich schlaff und müde fühlt und keine rechte Arbeits= und Lebensfreude mehr empfindet, der nehme Heidekraft! Originalpackung zu RM..90 reicht ein bis zwei Monate. Doppelpackung RM..50. Heidekraft ist erhältlich in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern. — Heidekral.— Bestimmt erhältlich: Drogerie Störing. Hellweg 1 Drogerien Reinhardt, Moltkemarkt 39 und Brüderstraße Wörishofener Kräuter-Haus, Reinhold Marnach, Kortumstr. 31 wünschte, da sie ihm das Arbeiten nur unnötig erschwerte. Am Nachmittag waren die Automobile eingetroffen, und alles hatte sich in der üblichen Form abgespielt. Am nächsten Morgen, kurz nach Sonnenaufgang, sollten die Autos die Oase wieder verlassen, Seldon hatte sich der Form halber angemeldet. Er war gerade auf dem Wege zum Café, da er hoffte, dort irgendetwas Neues zu erfahren, als ihm einer der Araber zuwinkte. Dann machte der Mann kehrt, nachdem er sich überzeugt hatte, daß Seldon sein Zeichen verstanden, und Seldon folgte ihm unauffällig. Der Weg, den der Mann einschlug, war ihm bekannt, er führte zu dem Hause, in dem schon einmal die Verhandlung stattgefunden hatte. Ohne sich umzusehen, tratder Mann ein und ließ die Tür offen. Seldon folgte ihm und stand gleich darauf dem Händler Habib Morad gegenüber. „Nun, was gibt es?“ fragte er. „Bist du noch immer bereit, zu tun, was wir dir aufgeben?“ erkundigte sich der Händler vorsichtig. „Selbstverständlich, so wie es verabredet war.“ „So höre. Du kennst das Haus von Papoulus. Es gibt da in dem linken Flügel ein kleines Zimmer. Bist du da schon einmal gewesen?" „Du meinst ganz unten das Zimmer?“ „Ja.“ Seldon schüttelte den Kopf:„Nein, ich bin noch nicht drin gewesen, aber ich weiß, welches Zimmer du meinst. Er bewahrt dort Wein auf.“ Und vor Seldons Augen stand die Szene, wie er in der Nacht durch den Laden und den Vorhang in das Zimmer hineingesehen hatte. „Gut, daß du das Zimmer kennst. In diesem Zimmer steht ein Schrank. Er ist aus Eisen und sehr fest. In dem Schrank liegt eine Tasche mit einem Schloß. diese Tasche sollst du bringen.“ „Aber der Schrank wird verschlossen sein“, versuchte Seldon einzuwenden, doch der Araber bewegte die Hand. „Der Schrank wird dir keine Mühe machen. Hier hast du einen Schlüssel; er paßt.“ „Und was soll dann geschehen?“ „Im Laufe der Nacht muß die Tasche in unseren Händen sein. Du wirst sie uns sofort hierherbringen.“ „Und wenn ich erwischt werde?“ „Das ist deine Angelegenheit. Kein Mensch weiß, daß du mit uns in Verbindung stehst. Niemand hat dich mit uns zusammen gesehen.“ „Darum handelt es sich auch nicht, aber wenn ich erwischt werde, wer bezahlt mir den Lohn?" „Wir haben abgemacht, daß du das Geld nur bekommst, wenn du uns die Tasche auch bringst.“ Seldon war klug genug, nicht eher nachzugeben, bis ihm der Händler nochmals zwei Pfund gezahlt hatte. Erst dann verabschiedete er sich und verließ das Hesichen 140 Seite 14 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. Juli 1936 Nachrichten aus Groß-Bochum Dr. Dr. Paui=Kußpk.. Am Samstag nachmittag ist im Bergmannsheil der langjährige frühere Hauptschriftleiter des „Märkischen Sprecher“, der ehemalige Stadtverordnete Dr. Dr. Paul Küppers kurz vor Vollendung seines 78. Lebensjahres sanft entschlafen. Ende März hatte ihn, den Hochbetagten, eine Lungenentzündung aufs Krankenbett geworfen. Man fürchtete ernsthaft für sein Leben. Aber er überstand diese schwere Heimsuchung und erhob sich sogar wieder zu unbeirrbarem Schaffensdrang, der ihn bis zuletzt nicht verließ. Die schwere Krankheit aber hatte des erschlafften Körpers Kräfte bereits allzusehr aufgezehrt. Aus einer Sitzung der Kleinrentnerhilfe, in der er seit Jahren sozialpolitisch mitarbeitete, kehrte er ins Krankenhaus zurück; den Unermüdlichen von jener Sitzung fernzuhalten, war unmöglich gewesen. Seitdem blieb er an seine Krankenstube gefesselt. Es war ihm zuwider, wenn die Oeffentlichkeit von ihm sprach. So wußten auch nur wenige Vertraute, wie es um ihn stand, und er wünschte nicht, daß sie darüber sprachen. So blieb er bis zuletzt bescheiden im Hintergrund. Einsam wie er gelebt hatte, so starb er— allen gefällig, für sich nie etwas heischend. Seine Bescheidenheit ging bis zur Selbstentäußerung eines wahrhaft Gebildeten und eines edlen Mannes, der er nach seinem Charakter immer war. Das Leben mit seinen Enttäuschungen lastete schwer auf ihm. Als er, schon im reifen Mannesalter stehend, dem Herzensdrange folgend eine Frau heimführte, um endlich auch für sich ein stilles Glück zu zimmern, traf ihn das Schicksal mit grausamer Härte. Er wurde zwar glücklicher Vater, aber die Gattin mußte er bald darauf in die kühle Erde betten. Obgleich nun dreißig Jahre darüber hingingen, bei ihm hat selbst diese lange Zeit nicht vermocht, die schwere Seelenwunde auszuheilen. Paul Küppers stammte aus.=Gladbach, wo er am 28. Juli 1858 geboren wurde. Früh verlor er seine Eltern, studierte in Leipzig und Wien Rechts= und Staatswissenschaften, promovierte zum Dr. phil. und begann 1884 seie journalistische Laufbahn in Nürnberg. 1889 übernahm er in Bochum die Schriftleitung des„Märkischen Sprecher", dem er über vier Jahrzehnte lang den Stempel seines Geistes aufzudrücken wußte. In seinem Beruf ging er völlig auf. Welche Anerkennung seine vorbildliche Arbeit im Kreise seiner Arbeitskameraden fand, geht aus der Tatsache hervor, daß der Verein Bochumer Presse Dr. Küppers zum Ehrenvorsitzenden, der frühere Verband der rheinischwestfälischen Presse ihn einst zum zweiten Vorsitzenden und zum Ehrenmitglied machte; eine Auszeichnung, die dieser Mann als Mitbegründer des Verbandes und als entschlossener Kämpfer um Reinheit und Ansehen des Standes wohl verdiente. Er war aber nicht nur ein tüchtiger Mann der Feder, er war auch ein glänzender Redner, der wohl zu begeistern wußte und der feststand in so mancher Wahlschlacht gegen den Marxismus als ein glühender Deutscher und leidenschaftlicher Verfechter des vaterländischen Gedankens. So wuchs sein Ansehen als Mensch und im Berufe weit über die Vaterstadt hinaus, der er eine lange Reihe von Jahren(1910—1929) auch als Stadtverordneter seine Dienste widmete. Dort sprach er nicht viel, aber wenn er das Wort ergriff, dann wußte er durch seine wohlabgewogenen Gedanken zu überzeugen. Was er für die evangelische Arbeitervereinssache, der er mit ganzem Herzen anhing, was er für die Heimstättenbewegung bedeutete, die er in schwieriger Zeit vorwärts trieb, was er in der Mittelstandsfürsorge, Kleinrentnersache und Blindenfürsorge geleistet hat. bleibt unvergessen. Die Literarische Gesellschaft hob er mit aus der Taufe. Er schrieb über die Bochumer Industrie und ihre führenden Männer, bis kurz vor seinem Tode arbeitete er an Bochumer Familiengeschichten. Er behandelte den Ruhrkampf, schuf wertvolle Aufsätze über die Entstehung der Bochumer Rathäuser und Denkmäler— kurz, seine Arbeits= und Spannkraft blieb erstaunlich. Noch im Alter von 69 Jahren promovierte er zum zweitenmal mit dem stadtgeschichtlichen Werk über die Kriegsarbeit der Stadt Bochum, das weit über Westfalen hinaus Beachtung und Würdigung fand, im Jahre 1927 an der Münsterschen Universität zum Dr. rer. pol. Dr. Dr. Paul Küppers ist nicht mehr. Trauernd stehen wir mit seinem Sohne an der Bahre des Entschlafenen. Sein Andenken wird in ganz Bochum fortleben; denn er war eine Zierde seines Standes, ein echter deutscher Mann und ein wahrhaft guter Mensch. M. F. eine stimmungsvolle Unterhaltung, so daß schnell eine Stadtteil Werne fröhliche Feststimmung aufkam und jung und alt mit Begeisterung dem Tanz huldigte. Nur zu schnell vergingen die Stunden im frohen Kreis fröhlicher Menschen. Filmabend der NSDAP. Der am Mittwoch abend stattfindende Filmabend der Ortsgruppe der NSDAP., findet nicht, wie ursprünglich gemeldet, im Saal Bäcker, sondern im Saale des Wirtes Hahne statt. Stadtteil Weitmar Silberne Hochzeit. Die Eheleute Alex Hirschmann, Bochum=Weitmar, Hattinger Straße 195, feiern am heutigen Tage das Fest der silbernen Hochzeit. Commerfest der SA. Im großen Ewaldschen Saale veranstaltete der Sturm 2/R 17, wie alljährlich, sein Sommerfest, das einen äußerst guten Besuch aufzuweisen hatte. Nach einigen Märschen der Standartenkapelle R 17, hielt Sturmführer Meyer die Begrüßungsansprache. Mit einem Schwank erreichte der Abend seinen Höhepunkt. Ferner wurde vom Kameraden Weiß mit Partnerin ein urwüchsiger Bayerntanz vorgeführt, der großen Beifall fand. Auch die Tanzlustigen kamen auf ihre Kosten. Stadtteil Riemke Hohes Alter. Der Invalide Johann Zimmermann, Poststraße 21, vollendete sein 70. Lebensjahr. Ebenfalls 70 Jahre alt wurde der Invalide Karl Brink, Herner Straße 71. Iin Liedd statt, neu dis uns Mart 40=Jahrfeier des Männergesangvereins„Einigkeit“, Bochum=Stiepel Ganz Stiepel feierte mit dem Männergesangverein „Einigkeit" am Samstag und Sonntag die Wiederkehr seines 40. Gründungstages. Beide Tage waren Feiertage des deutschen Liedes. Schon das Festkonzert am Samstag abend im Saalbau Frische entsprach der großen Tradition des Vereins. Der Männergesangverein „Einigkeit" aus Hausberge=Porta war gekommen, um dem jubilierenden Bruderverein die Grüße des Minden=Ravensbergischen Sängergaues zu überbringen. Zu den durch den Vereinsführer Kamplade herzlich begrüßten Gästen gehörte auch der rheinische Männergesangverein„Einigkeit" aus Mülheim=Dumpten. Beiden Sängergilden, die durch jahrelange Freundschaft mit der Stiepeler„Einigkeit" verbunden sind, entbot Stadtamtmann Knoop als Führer des Ruhrkreises im Sängergau Westfalen ganz besondere Grüße. Feierlich erklangen Haydns Variationen über das Deurschiauulied, gespielt von dem Streichorchester O. Scholven aus Wattenscheid. Von deutscher Treue kündete die herrliche Hymne„Volk, baue das Reich“, aus der Feder Ena Ludwigs, mit deren eindrucksvoller Wiedergabe sich die Sängerschar der Stiepeler„Einigkeit" unter der zielbewußten Führung ihres Dirigenten Hans Lüttringhaus nicht enden wollenden Beifall sicherte. Hauptlehrer Linnhoff als Festredner brauchte nach dieser Darbietung nicht mehr die zielstrebige Arbeit des Jubelchores besonders zu wurdigen. Was er in den 40 Jahren seines Bestehens zum Besten des deutschen Liedes und des deutschen Männergesanges, in guten und bösen Tagen getan hat, erzahlt die Vereinsgeschichte, in der sich der Stiepeler Gemeinschaftsgeist, wie ihn die Sänger gehegt und gepflegt haben, ein wertbeständiges Denkmal gesetzt hat. Hierbei der Toten des Krieges und der Bewegung zu geventen, war Ehrensache. Hauptlehrer Linnhoff sprach dann von der Bedeutung des deutschen Liedes im allgemeinen und zeigte dessen Stellung im deutschen Kulturleben. Wer dem deutschen Liede huldige, sei ein Mensch von Treue und Ehre. Aus begeistertem Munde kam das Sieg=Heil auf das deutsche Lied, auf den Führer und das deutsche Vaterland, worauf die deutschen Symnen gesungen wurden. Heinrich Schreier, Friedrich Vogelsang, Wilhelm Königsbüscher, Karl Kroniger, Gustav Hofstiepel, Wilhelm Wengeler und Friedrich Kroniger. Für 25jährige Vereinstreue wurden ausgezeichnet die aktiven Sänger Emil Flasche und Wilhelm Steinelt, die passiven Mitglieder und Förderer Karl Diergardt, Friedrich Frische, Gustav Kestermann, Christian Rehbein, Gust. estermann, Wilhelm Kroniger und Müller. Stadtamtmann Knoop überreichte die Ehrengabe. Zu Ehren der Sangesjubilare erklang der Deutsche Sängergruß. Ueberaus herzlich waren die Glückwünsche des Männergesangvereins„Einigkeit" von Hausberge=Porta gehalten. Die Vereinsfuhrung stiftete einen nagel. Mit dankbar entgegengenommenen Liederspenden entledigte sich die Chorgemeinde, die in H. Schäfer, einem gebürtigen Stiepeler, einen Chorleiter besitzt, ihrer Gratulationspflicht. Nicht minder großer Beifall wurde dem auftretenden. nergesangverein„Einigkeit" von Mulheim=Dümpten zuteil.— Es ging schon auf Mitternacht zu, als der offizielle Teil beendet war.„ Der Jubelverein glaubte, neben seinem Festkonzert noch etwas Besonderes tun zu müssen, und veranstaltete deshalb am Sonntag nachmittag, ebenfalls im Saalbau Frische, ein Freundschaftssingen, an dem sich die Mannergesangvereine der näheren weiteren Umgebung beteiligten. Es waren verl###ten neben dem Männergesangverein berge=Porta die Chorvereinigungen„Liedertafel" Linden=Hohwege,„Sängervereinigung“ Herbede,„Philohymnia“, Blankenstein,„Liederfreund„ Eppendorf, „Einigkeit" Westherbede,„Deutsche Eiche Hammerthal,„Nachtigall“ Weitmar und„Frohsinn" Weitmar. Für die große Festgemeinde war dieser glänzend aufgezogene Liedernachmittag, nach den gebungen zu urteilen, ein hochwertiger Genuß. Der Tag des deutschen Liedes hätte auch nicht schoner bejangen werden können. Vielleicht war es auch diesem mstande mit zu verdauten, 8 418—. Ae mi Volksliedgut en Hymnen gesungen wurden..leitet(Wattenscheider Kavelle O. Scholven bestritt in sicherer Es togte der Festatt der Jubilarehrung, eingere..,z Manier den umfangreichen instrumentalen Teil. Die mit dem Mozartschen, die Gründersubilare Friedrich Stieveler„Einigkeit“ hatte ihrem Gründungsfest einen (noch aktives Sängermitglied), Heinrich Abschluß gesichert, auf den sie mit Recht storz sein Kroniger, Karl Rost, Friedrich Sehrbruch, kann. Schutzen und Bonssent in Wanne=Elltel Kleine Keidungen aus den=Siadienen Stadtteil Wiemelhausen Kameradschaftsabend und Verpflichtung in der NSKOV., Ortsgruppe Wiemelhausen Einen im Geist der Frontkameradschaft stehenden Kameradschaftsabend hatte die Ortsgruppe Wiemelhausen der RSKOV. am Samstag abend im Lokal der „Witwe Karl Bergmann, Markstraße, aufgezogen. Die großzügige Werbeaktion der RSKOV. hatte in Wiemelhausen unter der tatkräftigen Leitung des Ortsgrupven=Amtsleiters Pa. Göttmann einen sehr guten Erfolg aufzuweisen. Diese neuen Kameraden zu verpflichten war der Mittelpunkt der Veranstaltung. In herzlichen Worten begrüßte Pa. Göttmann die in einer stattlichen Anzahl erschienenen Mitglieder und deren Angehörige, insbesondere aber den Kreisamtsleiter Pg. Deuschle. Wenn alte Frontkameraden sich treffen, so führte er weiter aus, so gedenken sie zuerst der Kameraden, die nicht das Glück hatten, mit uns wieder in die Heimat zurückzukehren. Ihrer nicht zu vergessen sei eine Ehrenpflicht. Sie besiegelten ihre Treue und Opferbereitschaft mit dem Tode. Mit ihnen gedachte man auch der toten Kameraden der braunen Armee. Während die Kapelle das Lied vom guten Kameraden spielte, gedachten die Anwesenden schweigend mit erhobener Rechten der gefallenen Kameraden. Nach einem Vorspruch des Hitlerjungen Roßner nahm Kreisamtsleiter Pg. Deuschle das Wort zu einer längeren Ansprache. In mitreißenden Worten wußte der Redner von dem Opfersinn und Kameradschaftsgeist der Frontgeneration zu sprechen. Diesen in Stunden schwerster Not und Entsagung erstandenen Geist der Frontkameradschaft hätte auch die unselige Nachkriegszeit nicht erlöschen können. Der neue Geist, der mit der Machtübernahme Adolf Hitlers in Deutschland einzog, würdigte die Leistungen der Frontsoldaten und Kriegsopfer. Das bedeutet aber eine Pflicht zur Mitarbeit an dem Aufbau. Nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern ein Belenntnis zur Tat muß die Mitgliedschaft in der RSKOVV. sein, auf daß ein Deutschland des Friedens und der Gemeinschaft des deutschen Volkes erstehe. Sodann nahm Pg. Göttmann die Verpflichtung der neu aufgenommenen Mitglieder durch Handschlag vor und appellierte für die Mitarbeit in der Ortsgruppe. Ein Prolog des Hitlerjungen Söndgen leitete zum Abschluß des offiziellen Teils über, indem man mit einem begeistert ausgenommenen Sieg=Heil des Führers gedachte und die beiden Hymnen sang. Der sich anschließende Kameradschaftsabend nahm einen überaus schönen Verlauf. Der Humorist Haverkamp und der MGV.„Liedertafel“ Wiemelhausen unter Leitung des Dirigenten Kindermann trugen viel zur Ausgestaltung des Abends bei. Ein deutscher Tanz verschönte den Abend. Stadtteil Querenburg Sommersest des Bürger= und Verkehrsvereins Daß der Verein auch die gesellige Seite des Lebens zu pflegen versteht, wurde mit dem ausgezeichneten Verlauf des Sommerfestes am Samstag abend im Lokal Hahne bewiesen. Die vielseitige Arbeit des Bürger= und Verkehrsvereins wurde anläßlich der kürzlich stattgefundenen Hauptversammlung bereits gewürdigt. Unter der Leitung des rührigen Vorsitzenden Wilzoch ist der Verein erstarkt und zählt über 250 Mitglieder. Von. dem Vergnügungsausschuß gut vorbereitet, nahm das Sommerfest einen Verlauf, der Zeugnis gab von dem Gemeinschaftsgedanken, den die Querenburger immer schon zeigten. In herzlichen Worten begrüßte der Vorsitzende die in großer Zahl erschienenen Mitalieder und stattete dem vorbereitenden Ausschuß seinen Dank für die geleistete Arbeit ab. Er gedachte in seiner Ansprache des Führers, dem das deutsche Volk neue Lebensfreude und Vertrauen auf eine bessere Zukunft verdanke. Das Konzerttrio Cremer(Harven), mit dem ausgezeichneten Solospieler Jortzik und der Tenor Erwin Cirwes vom Stadttheater Münster sorgten mit einer Reihe auserlesener Darbietungen für Zeichen der grünweißen Farben. Das Schützen= ur Volksfest des Schützenvereins hatte das Interesse der ganzen Stadt. Kein Wunder, daß Samstag abend bei der Krönungsfeier im Stadtgartensaalbau und Zelt drückende Fülle herrschte. Oberst Flaskamp hieß das Schützenvolk und das neue Königspaar herzlich TratschnEireN..g Aufnahmen:..-Muthherr Gruppe 2 unter Leitung von Ernst Clauberg sang auf dem Westfalenplatz Dem deutschen Lied zu buldigen, seine kulturgeschichtliche Sendung und kulturschaffende Schöpferkraft allen Volksgenossen nahezubringen, war Sinn und Zweck des gestern begangenen Deutschen Liedertages. Die deutschen Sänger haben es schon seit Jahren so gehalten, daß sie sich mit öffentlichen Singestunden in den Dienst des deutschen Liedes stellten, daß sie an diesem Tage vor aller Oeffentlichkeit sangen, sich zur Ehre und andern zur Freude. So war es auch gestern wieder, als trotz des trüben Wetters auf den Plätzen der Innenstadt, so am Rathaus, am Denkmal des Bochumer Vereins, auf dem Westfalen= und Kaiser=Friedrich=Platz, am Denkmal des Stadtparks und überall in den Randbezirken die ewig schönen Lieder erklangen. Wo immer ihre Weisen ertönten, war die Begeisterung groß, kargte man nicht mit Beifall. Leider hatte man von der großen Kundgebung auf der Stadtparkwiese wegen der unbeständigen Witterung Abstand nehmen müssen. Dessenungeachtet hat der Deutsche Liedertag in Bochum das gewünschte Echo gefunden. „Konzert im Freien“ Befürchtungen sehr gut an, ebenso auch der Besuch. Die Zahl der Zaungäste war nicht minder groß, ein Beweis dafür, daß die Güte des Programms auch„draußen“ richtig eingeschätzt und gewertet wurde. Dankbar nahm man die Liederspenden entgegen, die dem Wunsche nach einer sommerlichen Sonntagabendunterhaltung ganz entgegenkamen Nichts Schweres lobte die edle Schützentreue und rief das neue Königspaar Franz I.(Metzgermeister Beckmann) und Königin Marie I.(Frau Gastwirt Kumpmann) auf, in echter Schützenart das Regiment zu führen, König Franz I. gelobte auch namens seiner Königin dem Schützenvolk Treue und Pflichterfüllung. Herzliche Glückwünsche überbrachte namens des Schützenbundes Vorsitzender Stienecke. Stadtamtmann Groll sprach das Schlußwort, vertiefte in seinen Ausführungen den Sinn der im Volke verwurzelten Schützensache und schloß mit einem Gedenken, ag, deg.„Fähzer. Der Sonntag begann mit einem Wegen, vus der Spiermannszug durchführte. Mittags brachte die Kreiskapelle der NSDAP. dem neuen Schützenpaar ein Ständchen. Nachmittags marschierten dann der Schützenverein, die benachbarten Vereine aus der Stadt und aus Herne zur Königsparade auf. Oberst Flaskamp meldete den Königspaaren die angetretenen Schützenvereine. Dann nahm das neue Königspaar in eine von vier schmucken Rappen gezogenen Königskutsche die Parade ab. In ihrem Gefolge waren dus Staotkönigspaar, das frühere Königspaar des Schützenvereins, die Königspaare vom Bürgerschützenbund und von„Freischütz“ Eickel. Dann formierte man sich zum Festzug durch die im Flaggenschmuck stehenden Straßen der Stadt. Im Stadtgartensaalbau fand nach einem Konzert, ausgeführt von der Schützen= und der Kreiskapelle der NSDAP., der Königsball statt. Am heutigen Montag bilden ein Kinderschützenfest, an 3000 Kinder teilnehmen, und ein Schützenkommers den Abschluß. Sprechstunde des Oberbürgermeisters. Feierliche Einweihung des neuen Wattenscheider Festspielplatzes Die Einweihung des neuen Wattenscheider Festspielplatzes wurde zu einem großen kommunalpolitischen Ereignis. Mehrere tausend Wattenscheider Bürger hatten sich eingefunden, so daß alle Plätze des großen Zuschauerrunds besetzt waren. Als erster Redner ergriff der Vertreter des Oberfürgermeisters, Bürgermeister Gesenberg, das splatz der Oeffentestspielplatz mitbeschäftigt gewesener Arbeiter— dessen Ehrenplätze angewiesen waren—. Kreisleitgr. Fle: schies würdigte das Verdienst aller an dem Feiztt. platz arbeitenden Personen, und er sprach die Hoffnung aus, daß weiter gearbeitet werde, damit aus dem rauchigen Wattenscheid werde eine Stadt der Blumen und Bluten. Als letzter Redner wandte,Iutz, eheinh pohn ezren unterhaltung, ganz entgegenkamen.#4 fandern Beck an die große Versammlung. gaattenscheid wurde vorgesetzt, aber auch nichts Seichtes, sonvern Goebbels=Wort über Kunst, betonte er, oaß Wartenscheid Zotstimliches, se. 6gnz schen, nicht nur für wenige Bevorzugte. In Sinne weihte Dr. Beck sodann den Platz. Das SiegHeil auf den Führer brachte Kreispropagandawart Pg. Kartenberg aus. Stehend sang die Versat Horst=Wessel=Lied. Dann flammten die Scheinwerfer auf, und mit dem Ausmarsch der Fahnen wurde die Feier geschlossen. Volkstümrches, so ganz im Sinne des Deutsche Lievertages. Der chorische Vortrag unter Leitung von Rudolf Hoffmann und Bernhard Jungewelter zeigte ein Höchstmaß von Disziplin, gelockerter Beschwingtheit und seelischer Einfühlung. Die Mitwirkung des von Kapellmeister Roy geführten Landesgruppenorchesters Westfalen des Deutschen Luftsportverbandes, das sich mit seinen gefälligen Darbietungen dem Gesamtrahmen dezent anpaßte, stellte den großen Erfolg des Abends auch nach der konzertanten Seite hin sicher: Seite 15 Nr. 155 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. Juli 1936 Ruhe- und Friedensliörer Der geohrteigte Völkerbund Der Völkerbund hat seinem traurigen Ruhmeskranz ein neues Lorbeerblatt hinzugefügt. Um seine innere Fäulnis zu verdecken und die tiefen Risse seiner vorgetäuschten Geschlossenheit zu verkleistern, hat er nach alter Gewohnheit wieder einmal die Danziger Frage" zum„Gegenstand einer ebenso unbegründeten wie irreführenden Anklage gegen die Regierung der Freien Stadt gemacht. Weil der Kommandant eines deutschen Kriegsschiffes es ablehnte, einer Einladung des Völkerbundskommissars Lester Folge zu leisten— der Kommandant hielt es unter seiner nationalen und persönlichen Würde, im Hause Lesters mit Leuten an einem Tisch zu sitzen, die als Novemberlinge täglich die führenden Männer Deutschlands schamlos beschimpfen—, weil deutsche Männer in Danzig von haßerfüllten Fanatikern meuchlings hingemordet wurden: darum zitiert der Völkerbundsrat den Danziger Senatspräsidenten Greiser vor das Genfer Tribunal und klagt die Regierung der Freien Stadt an! Präsident Greiser hat in grundsätzlichen Ausführungen mit diesem Ungeist von Rechtsverdrehung und internationaler Ruhestörung deutlich abgerechnet. Einmütig stellt sich neben der gewaltigen Mehrheit der Danziger Bevölkerung auch das deutsche Volk hinter dieses offene Männerwort und gibt seiner Empörung Ausdruck darüber, daß der moralisch bankerotte, geistig ausgehöhlte Völkerbund trotz seiner Weltblamage jetzt noch die Stirn findet, sich zum Ankläger über die 400000 Seelen starke Bevölkerung Danzigs zu erheben und sich sogar schützend und entschuldigend vor jene feigen Gesellen stellt, die zuk Mordwaffe gegriffen haben. Selten hat der Völkerbundsrat seine aufgeblasene Moralität und lächerliche Ohnmacht— siehe Sanktionen!— so eindeutig unter Beweis gestellt wie gestern Es ist ein Vorgang von geradezu tragikomischer Bedeutung, daß der Herr Präsident Eden die Danziger Sitzung des Rates unterbrechen mußte, um der Vollversammlung die Möglichkeit zur Aufhebung der Sanktionen zu geben, mit anderen Worten, daß die Sanktienen so zwischendurch in der Versenkung verschwunden sind. Nicht ohne Grund muß man den Eindruck gewinnen, daß Ratspräsident Eden und alle diejenigen Ratsmitglieder, die aus ihrem Haß gegen die Danziger Regierung und damit gegen das neue Deutschland kein Hehl machen, erst der Streichung der Sanktionen bedurften, um sich dann mit um so höher erhobenem Haupt, aber auch mit gesteigerter Anmaßung als Richter über eine Stadt zu setzen, die durch einen Wahnsinnsvertrag vom Mutterlande gewaltsam losgerissen, von diplomatischen Krawattenmachern verhandelt und schließlich einem Völkerbundskommissar unterstellt wurde, der nicht einmal die einfachste Vorbedingung für dieses Amt mitbringt: Kenntnisse der deutschen Sprache. Derartige Dinge haben wir Deutschen in den vergangenen Jahren wiederholt erlebt. Auch der Kommissar des Saargebietes, Knox, war der deutschen Sprache so gut wie nicht mächtig. Wir ehren den nationalen Stolz der Briten, die ihre Sprache als eine Weltherrschaft ansehen und anderen Völkern aufzwingen. Das mag sich für Indien, Afrika oder sonstwo eignen, in Danzig wird Deutsch gesprochen. Und ein Mann, der die deutsche Sprache nicht versteht, sie entweder nicht verstehen will oder sich sträubt, die deutschen Menschen zu verstehen,— das ist Herr Lester, Kommissar des Völkerhundes Schutzpatron von Kommunisten. Marxisten und allen, denen das famose Völkerbundsstatut Unterschlupf und Jagdfreiheit in Danzig gewählt! Dieser Herr Lester hat eine Anklageschrift gegen die Danziger Regierung verfaßt, derselbe Mann, der Tag für Tag das deutsche Nationalempfinden des Danziger Volkes herausfordert. Senatspräsident Greiser hat vor dem Rat darauf verwiesen, daß Danzigs Regierung bereits persönliche Schutzmaßnahmen für Herrn Lester hat treffen müssen. So„lesterlich“ ist sein Verhalten. Danzig verlangt die Entfernung eines solchen, seinem Amte in keiner Weise gewachsenen Kommissars. Ganz Deutschland versteht in dieser Stunde die helle Empörung, die die Freie Stadt über die unter Herrn Lesters Augen gemordeten Patrioten ergriffen hat. Anstatt der Danziger Regierung das Werk der allmählichen Verständigung und Beruhigung zu erleichtern, hat Lester die Opposition um sich geschart und auf Schritt und Tritt gegen die verfassungsmäßige Regierung stark gemacht. Es sind die aleichen Methoden, die ein englischer Kommissar im Saaraebiet jahrelang anwandte, es ist dieselbe weltanschauliche Verbissenheit hier wie dort, aber auch die für Völkerbundsideologen bittere Erkenntnis, daß nun einmal das Narrensystem von angemaßtem Recht und tönerner Phraseologie Schritt für Schritt vor dem nationalen Rechtsbewußtsein zurückweichen muß. Diese moralische Niederlage des VölkerBundes sollten gerade diejenigen Staatsmänner wie Herr Eden und Genossen erkannt haben, die sich auf dieser letzten Genfer Tagung einige Backenstreiche haben geben lassen müssen. Die Ohrfeige der Aufhebung der Sanktionen, von denen man noch vor zehn Monaten den Völkerbundshimmel auf Erden erwartete, hat man beschämt hingenommen. Dieselbe Ohrfeige wollte der Völkerbund an die Freie Stadt Danzig weitergeben. Die Welt muß nun einmal getäuscht werden, das ist seit nehr als zehn Jahren die Völkerbundsdevise. Greiser hat aber den Schlag mannhaft pariert, als er die Toten von Danzig vor den grünen Tisch von Genf beschwor, Opfer, die auf das Schuldkonto des Versailler und Genfer Ungeistes kommen. Wird Lester aus den Genfer Vorgängen und aus der deutlichen Absage der Freien Stadt Danzig an ihn nun endlich die Konsequenzen eines Gentleman ziehen? Oder will der Ratspräsident Eden seinen Landsmann aus Gründen des Völkerbundsansehens weiter halten? Greiser wirft die Frage auf, wozu überhaupt ein Völkerbundskommissar? Und mit Recht. Seit Bestehen dieser unglückseligen Einrichtung lag die Aufgabe dieses Kommissars anscheinend immer darin, die Danziger Frage als permanente Wunde im nahen Osten, als Streitobjekt zwischen Deutschland und Polen offen zu halten. Erst einem Marschall Pilsudski und einem Adolf Hitler ist des gelungen, in klarer Erkenntnis der nationalen Notwendigkeiten und der wirtschaftlichen Möglichkeiten das deutsch=polnische Verhältnis auf einer neuen, sicheren und normalen Grundlage aufzubauen, aber— und das muß ausdrücklich betont werden— trotz des Völkerbundes und trotz des Danziger Kommissars. Wenn es heute immer noch eine Danziger Frage geben soll, so nur für Deutschland und Polen. Der Völkerbund hat jedes Recht verwirkt, sich in diese Frage einzumischen. Seine Interessiertheit war von jeher nur der Drang zur Quertreiberei. Mündige Völker sind der Vormundschaft des Völkerbundes überdrüssig. Die Forderung nach Beseitigung der Völkerbundsherrschaft in Danzig ist nicht nur ein Verlangen der Danziger Bevölkerung selbst, sondern der deutschen Nation, die heute um so fester den Brüdern im Osten die Hand reicht. Mit Empörung lehnt es die Danziger Bevölkerung ab, abermals dazu herhalten zu müssen, um die Bankrotteure des Völkerbundes aus ihrem moralischen und diplomatischen Ruin herauszupauken. Hände weg vom deutschen Danzig! Weg mit dem Kommissar Lester! Danzig. Deutschland und Polen sind Manns genug, um ohne die Einmischung und Bevormundung aufgeblasener, anmaßender und Unruhe stiftender Diplomatlinge von Völkerbundsgnaden Frieden und Ordnung zu sichern. M. H. Der Untlägen=Gretzder Kein Verständnis in Paris and Paris, 5. Juli. In den Berichten aus Geuf wird, wie kaum anders zu erwarten war, nirgends der Versuch unternommen, den Forderungen und Beschwerden Danzigs und seiner Bevölkerung irgendwelches Verständnis entgegenzubringen.„Lo Jour“ schreibt, nicht nur der Ton Greisers, der„regelrecht nationalsozialistisch“ gesprochen habe, sei beunruhigend gewesen, sondern der Inhalt seiner Rede sei außerordentlich schwerwiegend. Die Außenpolitikerin des„Oeuvre“, die sich über den Genfer Samstag sehr niedergeschlagen zeigt, lamentiert, daß das bisher„so angenehme“ internationale Leben nicht mehr möglich sein werde, nachdem Berlin und Rom nach Genf zurückgekehrt seien. Gewisse Abgeordnete hätten erklärt, man müsse Genf schließen, um„derartigen Zwischenfällen“ nicht mehr ausgesetzt zu sein. Pertinax fragt im„Echo de Paris“ mit künstlicher Empörung, man müsse sich fragen, was nach der „brutalen und unerhörten Kundgebung“ Greisers noch von Genf übrigbleibe, nachdem der Völkerbund verpflichtet gewesen sei, sich zu demütigen und seine Niederlage in der abessinischen Angelegenheit festzustellen. „'Ordre“ erklärt pathetisch, Greisers Rede habe wie ein Blitz in den bewölkten Genfer Himmel eingeschlagen. Kritik in London dnb London, 5. Juli. Das Hauptthema der Londoner Sonntagsblätter ist die Genfer Ratstagung über Danzig, wobei an dem Auftreten Greisers scharf Kritik geübt wird.„Sunday Times“, spricht von einem unvorhergesehenen Zwischenfall während der Sitzung, als Greiser seine verächtliche Geste gegen die Galerie gemacht habe. Greiser sei dann auf den Rat eines Völkerbundsbeamten hin in sein Hotel zurückgekehrt, wobei ihn Detektive begleiteten. Die Rede Greisers habe einen der heftigsten Angriffe auf das Völkerbundsregime enthalten, der jemals vor dem Rat zu hören gewesen sei. Der Korrespondent weist dann darauf hin, daß nach Greisers Rede der polnische Außenminister Beck betont habe, daß sich der Rat mit einem besonderen Fall, nicht aber mit der allgemeinen Verwaltung Danzigs in der Sitzung beschäftige. Der Genfer Vertreter des„Observer“ weist schon in der Ueberschrift auf die Aeußerung Greisers hin, daß er im Namen des ganzen deutschen Volkes in Genf spreche, und hebt die Forderung Greisers hervor, entweder einen neuen Kommissar zu ernennen oder die Aufsicht durch den Völkerbund zu beseitigen. Was die Frage der Weigerung des Kommandanten des Kreuzers„Leipzig“, dem Kommissar den Höflichkeitsbesuch zu machen, anlangt, so weist der Korrespondent darauf hin, daß nach privaten Unterhaltungen zwischen Eden und Beck eine Entschließung entworfen worden sei, wonach Polen, das für die außenpolitischen Beziehungen Danzigs verantwortlich sei, versuchen solle, den Zwischenfall auf dem diplomatischen Wege beizulegen.„Sunday Expreß" unterstreicht die Forderung Greisers nach einer Revision des Danziger Satuts. Die polnische Presse zur Greiser=Rede anb Warschau, 5. Juli. Die Rede des Danziger Senatspräsidenten Greiser in Genf bezeichnen die Meldungen der polnischen Blätter als„sensationellen Angriff“, gegen den Völkerbund und vor allem gegen den Völkerbundskommissar in Danzig. Die Ausführungen des Präsidenten Greiser seien eine ungewöhnlich starke Kundgebung gewesen, und es sei klar, daß der Danziger Präsident nur nach Genf gekommen sei, um demonstrativ seiner Mißstimmung gegenüber Lester, dem Völkerbunde, und dem jetzigen Verhältnis des Völkerbundes zu Danzig Ausdruck zu geben. Wie aus der Erklärung des Präsidenten Greiser hervorgehe, heißt es in halbamtlichen Meldungen, ändere seine kritische Einstellung zum Völkerbund nichts an den Beziehungen zwischen Polen und Danzig. Es sei jedoch zweifellos ebenso selbstverständlich, daß unter dem Vorwande irgendwelcher Reformen des Völkerbundes oder der Aenderung des Verhältnisses des Völkerbundes zu Danzig die polnischen Rechte in Danzig keinesfalls verletzt werden dürften. Die Oppositionsblätter nehmen zu der Rede Greisers entsprechend ihrer gewohnten deutschfeindlichen Haltung Stellung. Greiser von Genf abgereist dnb Genf, 5. Juli. Senatspräsident Greiser hat Sonntag nachmittag mit den Mitgliedern der Danziger Abordnung Genf wieder verlassen. Vor seiner Abreise hatte er eine längere Unterredung mit dem polnischen Außenminister Beck über schwebende politische Fragen. Der Völkerbundsrat hat am Samstag im Anschluß an die grundsätzlichen Auseinandersetzungen, die über das Danziger Problem stattgefunden haben, einen aus einem Franzosen, einem Engländer und einem Portugiesen bestehenden Ausschuß eingesetzt, der die Entwicklung in Danzig weiter verfolgen soll. Dieser Ausschuß soll, wie man hört auch die Vorschläge prüfen, die Senatspräsident Greiser in seiner großen Rede vor den Ratsmitgliedern angeschnitten hat. Dichter und Künstler als Ehrengäste den Olympischen Spielen in Berlin beiwohnen würden. Präsident Lewald gab dem heißen Wunsche Ausdruck daß dem Begründer der Olymvischen Spiele gemäß dem Antrag des Olympischen Komitees in diesem Jahre„der. Friedens=Nobelpreis verliehen werden möchte.„Mit Freude und Spannung“, so schloß er,„sehen wir den Tagen entgegen, wo an jedem Morgen frohe, lichen Wettkampf bereite Jugend in die Mauern Berlins einziehen wird. Ihnen rufen wir ein herzliches Willkommen zu...“ Dann traten die Führer der einzelnen nationalen Olympischen Ausschüsse in den fünf Erdteilen vor das Mikrophon. Immer wieder kam in ihren Worten die Anerkennung für die großzügigen deutschen Vorbereitungen zu den Spielen zum Ausdruck. In ihrem Gruß wurde immer wieder der Gedanke der gegenseitigen Verbrüderung unterstrichen. Der Generalsekretär des deutschen Olympiakomitees Dr. Carl Diem beschloß die Sendung. Revisionsantrag und Gnadengesuch für den Kindesräuber Giese Bonn, 5. Juli. Der Verteidiger des vor kurzem in Bonn zum Tode verurteilten Kindesräubers Giese hat, wie wir erfahreu, vorsorglich Revision eingelegt und gleichzeitig ein Gnadengesuch eingereicht. Sanktionen werden aufgehoben Der Beschluß des Völkerbundes— Anleihe für den Negus abgelehnt Genf, 4. Juli. In der Vollversammlung des Völkerbundes wurde am Samstag abend eine Entschließung zum Abessinien: Konflikt bei 49 anwesenden Staaten von 44 Staaten angenommen. Abessinien stimmte gegen die Entschließung. Vier Staaten enthielten tionen bisher hierfür nützliche Vorschläge Reform des Völkerbundes versucht werden soll, und zwar im September beim Wiederzusammentritt der Vollversammlung. Weiter besagt die Entschließung, daß die Versammlung an den Grundsätzen des Paktes fest hält, wonach eine gewaltsame Regelung texritorigler Fragen ausgeschlossen ist. Diese Grundsäge sollen Nach der Assimmung verlangte der abesinische Vertreter eine Entscheidung über die abessinischen Anträge. Nach längerer Aussprache erklärte der Prandent, daß man über den ersten Teil des abessinischen Antrages, der die Nichtanerkennung der Eroberung Abessiniens fordere, nicht abstimmen könne, weil geschäftsordnungsmäßig dieser Antrag durch die angenommene Entschließung erledigt sei. Der Präsident ließ dann eine Abstimmung über den zweiten Teil des abessinischen Antrages zu, der zehn Millionen Pfund vom Völkerbund fordert. Der zweite Teil des abessinischen Antrages wurde bei 25 Enthaltungen mit 23 Neinstimmen bei einer Jastimme von Abessinien abgelehnt. Darauf beschloß dis„Versammlung, daß die nächste Tagung am 21. Septemver stattfinden soll. Kurz=Nachrichten Rücktritt der bulgarischen Regierung. Der bulgarische Ministerpräsident Küsseiwanoff überreichte dem König den Rücktritt der gesamten Regierung, der angenommen wurde. Küsseiwanoff wurde mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt und hat das neue Kabinett schon gebildet. Wieder ein Feuerüberfall in Madrid. In Madrid ist es wiederum zu einem Feuerüberfall gekommen, wobei zwei Personen getötet und vier verletzt wurden. Neue Unruhen in Oran. In Oran(Nordafrika) kam es am Samstag erneut zu Zwischenfällen, bei denen Mobile Garde und Militär zur Wiederherstellung der Ordnung eingesetzt werden mußten. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. 36 Tote beim Unabhängigkeitstage in Amerika. Die Feier des Unabhängigkeitstages in Amerika erbrachte im ganzen Lande einen Riesenverkehr. Bisher ereigneten sich 36 tödliche Unglücksfälle sowie ungeheuer viel Verletzungen durch Abschießen von Feuerwerken und Autounfälle. General der Kavallerie von Werder gestorben. General der Kavallerie von Werder ist kurz vor seinem 84. Geburtstag nach schwerem Krankenlager in Goslar: gestorben. Im Weltkrieg zog er als Kommandeur der 4. Reservedivision ins Feld, erhielt am 27. Januar 1915 den Charakter als General der Kavallerie und wurde im Oktober 1918 zum Kommandierenden General des stellvertretenden 4. Armeerorp# in Magdeburg ernannt. Seinen Verletzungen erlegen. Der tschechoslowakische Bildberichterstatter Stephan Lux(nicht Luck), der auf einer Tribüne in der Völkerbundsversammlung durch einen Schuß in die Brust seinem Leben ein Ende machen wollte, ist seinen Verletzungen erlegen. Die Schweiz ohne Kraftwagenverkehr. Die schweizerischen Kraftwagenbesitzer ließen am Sonntag ihre Kraftfahrzeuge außer Betrieb, um auf diese Weise gegen den von der Regierung geplanten Alkoholbeimischungszwang zu den Treibstoffen zu protestieren. Wie eine langjährige Freundschaft zu Ende ging Hinz und Kunz uls Piezepgeg“. Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen In den Kammern für Zivilklagen kann man manches aus dem Leben für das Leben lernen. Der Streit um ein Rundfunrgerät brachte eine langjährige persönliche und sachliche Freundschaft zweier sonst ganz vernünftiger, ehrsamer und ge mütlicher Geschäftsleute zu Bruch, so daß sie sich vor dem Landgericht bereits in zweiter Instanz mit aufgekrempelten Aermeln und geballten Fäusten gegeneinander in bissigen Redensarten fechtend und fauchend Wo der Fall spielte, ist gleichgültig. Hinz nud Kunz wollen wir sie nennen. Die Typen sind in Bochum sowohl wie in Wanne=Eickel, Herne oder Witten Hinz und Kunz waren also„Geschäftsfreunde“. Seit vielen langen, schönen Jahren. Sie arbeiteten miteinander und füreinander sozusagen in Gegenrechnung. Bargeldverkehr bestand sozusagen wenig. Am Vierteljahresschlusse oder halbjährig oder ganzjährig— man nahm das nicht so genau— wurden die Abrechnungen ausgetauscht. Man hatte ja gegenseitig das vollste Vertrauen. Weltsendung Die Botschaft des Olympischen Komitees an Deutschland anb Berlin, 5. Juli. Ueber alle Sender des Reiches gina am Sonntag mittag eine Weltsendung, die die Botschaft des Olymvischen Komitees an Deutschland zu den XI. Olymvischen Spielen überbrachte. Wie im deutschen Vaterland, so hörte man zu dieser Stunde auch in aller Welt den ehernen Klang der Olympiaglocke, vernahm man jenseits der Weltmeere den Ruf:„Ich rufe die Jugeno der Welt.“ Staatssekretär a. D. Lewald, der Präsident des deutschen Organisationskomitees, leitete die Weltsendung ein und betonte, daß neben den sportlichen Kämpfern und Kämpferinnen auch Gelehrte, Nun war bei Hinz der Rundfunkappara vor acht Jahren stumm geworden. Es war ein veralteter Kasten. Kunz wurde angerufen:„Bring das Ding mal in Ordnung!“ Kunz besah die Bescherung und meinte, es werde wohl am besten sein, einen neuen Kasten hinzustellen. Und er brachte einen ganz modernen, erstklassigen Apparat zur Probe für 400 RM. Damit konnte man alle Stationen heranholen. Ein wahres Wunder damals, als diese Dinger aufkamen, die man an jedes Netz mit Stahlkontakt anschließen konnte. Von dem alten Apparat war nicht mehr die Rede. Hinz kam Sache aus dem Gedächtnis, denn der alternde Herr hatte selbst keinen Spaß am Rundfunk; mehr Spaß hatten dagegen seine Angehörigen. Aber jetzt kommt das Schönste: Der Apparat führte etzt nach acht Jahren zum Rechtsstreit wegen Hinz sagte: Ich habe den Apparat doch nichtgekauft. Kunz hat ihn solange als Ersatz hingeszeltz, bis der alte wieder gebrauchsfähig war. Ich.u##### nie eine Rechnung gesehen. Wenn nach dem alren Apparat gefragt wurde, ist Kunz immer ausgewichen. Kunz erklärte, daß der Apparat in den Besitz des Hinz übergegangen sei, denn auf länger als einige Wochen könne man doch keinen Ersatzapparat hinstellen. Hinz hätte den Apparat dann zur Verfügung sben vu meinte, der Kunz häte den alten Apparat reparieren und abliefern sollen. Er könne noch heute seinen Ersatzapparat wiederhaben. Kunz erklärt entrüstet, daß das doch gar nicht ernstlich gemeint sein könne. Seit acht Jahren seien doch schon wieder so viele neue Typen herausgekommen, daß der Apparat für ihn unverkäuflich sei und nur noch Altmaterialwert habe. So stritten sie sich heiß und erbittert und wischten sich die Schweißperlen von der gekrausten Stirn, an der die Zornesadern anschwolln. Muggrat betupst „Du hast mich mit dem teuren Apparal beluppt“, sagte der eine.„Nie hätte ich ihn gekauft.“ „Du willst dich von der Bezahlung drücken, aber die Freude des Rundfunkempfanges aus aller Welt habt ihr „Ee llegt gar kein Kaufvertrag vorl“ schrie Hinz „Daß du den Apparat als dein Eigentum betrachtest, beweist aber die Tatsache, daß du ihn sogar hast auf deine Kosten bereits reparieren lassen, allerdings durch eine andere Firma: durch die Konkurrenz! Was sollte der Richter nun zu dem allen sagen? Lag ein Kaufvertrag vor? Warum war nicht früher abgerechnet worden?„Ihr ha beide aber arg geschlampt“, sagte er mißbilligend zu den Parteien und redete ihnen zu, sich zu einigen und wieder zu vertragen.„Ihr seid doch alte Freunde und beide ehrsame Geschäftsleute. In sachen freilich hört jede„Gemütlichkeit" auf. Der Geschäftsverkehr war zu„gemütlich“ geworden, Man stritt sich wohl eine Stunde lang. Aber schließlich gelang nach vieler Mühe ein Vergleich. Man teilte den Schaden, und mit einem Seufzer der Erleichterung schloß der Richter das dicke Aktenbundet. Aergerlich hohe Prozeßkosten sind entstanden aber der schlimmste Schaden: eine altbewährte persönliche und geschäftliche Freundschaft riß in Stücke. Es war keine Freude im Saale über zwei Leute, die sich nicht einmal mehr grüßen werden. M. Fl. Ein böser Wahlspruch Der Angeklagte Alfred Görke aus Wattenscheid wurde von der Strafkammer wegen eines Veraehens gegen die Sittlichkeit zu einem Jahre und neun Ponaten Gefängnis verurteilt. Seine einschlägigen Vorstrafen ließen ihn als einen Menschen ohne Moral und Grundsätze erkennen, der„mit Absicht ein Lump sein will. als solcher lebe man herrlich und in Freuden". Das Gericht kündigte ihm an, daß langjährige Zuchthausstrafen und andere Dinge seiner warteten, wenn er sich nur noch ein einziges Mal aus solchem Anlaß vor Gericht sehen lasse. Wegen der ehrlosen Gesinnung wurde auf fünf Jahre Ehrverlust gegen diesen Angeklagten erkannt. F MT u Ich hab den Berg erstiegen. Der euch noch Mühe macht. Drum weinet nicht ihr Lieben. Ich werd' sur Ruh gebracht. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß starb heute morgen.45 Uhr nach schwerem Leiden unsere liebe, herzensgute Mutter. Schwiegermutter. Großmutter. Urgroßmutter. Schwester. Schwägerin und Tante Frau Wwe. Willlelmine Scilnig geb. Hüggenberg im 83. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Bochum-Stiepel, Hattingen. Querenburg. Bottrop, den 4. Juli 1936 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 7. Juli 1936, nachm. 4 Uhr. vom Sterbehause. Haarstraße 207 a aus statt. Trauerteier ½ Stunde vorher..„ Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging. diene diese als solche. Pieperstr. 15, vart. frdl. mbl. Frontzimmer zu vermieten. Offene Stellen Reins Ortgmalgengnite eintenden Berkeeter zum Verkauf von Saatkartoffeln an Westag=Agent. Vendel, Münster #d Mark wöchentlich und mehr verdienen nachw. meine Agenten durch den Vertrieb meiner neuen TürWagen= und Kumtschilder. Verkauf Krankenversicherung(Verkäuse Bessere -.-Wohng. evtl. Mans., w. v. alleinsteh. Witwe (Rentn.), i. Stadtparkviert. v. 1. Oktob. ges. Preisang. R. S. 10356 Anz. --.-Gohnung am liebst. m. Lag., Garage o. Stallg. ges., gleich wo. St. 10374 Anzeig. Motorras (Triumph, 200 Kubikzent.), gut erh., für 200 Mk. zu vr. Hofsteder Str. 177. Prima Damenrad billig zu verkaufen. Grollmann, Herner Str. 361. Mod. Schlafzimmer kompl., m. Frisierkommode, 295 Mk. Ich zeige gern. Eine Besichtigung lohnt sich. Möbellager Tecklenburg, Fahrendellerstr. 20. tadtcheater BOCHUM Montag, 6. Juli: Geschlossen! Dienstag, 7. Juli, 18.30—21 Uhr, Schüler=Zyklus, 5. Veranstaltung: Prinz Friedr. von Homburg sucht für Bochum und Umgebung haupt= od. nebenberufliche Vertreter mit höchsten Bezügen u. Folgeprovisionen. Für gemeinsame Bearbeitung stellen wir Fachmann W: Wuerr.„„ ∆ 5056 2 Schränke, für 145.— Ml. zu vr. Möbellager mit Wagen zur Verfügung. Tecklenburg, Angebote unt. V. S. 20500 Anz. Fahrendellerstr.20 Gautoerluche)(Germnschtes) Ankauf Verkauf gut erh. Möbel. Breuer, Malteserstr. 34. welche melt“ mit uchausbursche Pferd. u. Maschin(ges. Vorzustellen umgeh. könn., ges. gegen 9 Uhr. Bauer H. Schulte Grothus, Mäter, Castrop= Tabakwaren, R. I, Dingen. Hattinger St. 91. Daunen-Decken 2 mod. neue, seid. Steppdecken, mit rein. Daunenfüll., für 80 Mk. zu verkaufen D. D. 10446 Anz. (Gonitalen) Seumten Gariehn Beinleiden Krampfaderbruch, Salzfluß, fließende oder schwer heilende Wunden, Flechten, Ekzeme und dergleichen behandle man äußerlich mit Vulneral-Wundheilsalbe und innerlich mit Vulneral-Blutreinigungstee. Neun, 12, selbst 17 Jahre alte Leiden sind damit geheilt worden. Tuben kosten RM. 0,62 und RM. 1,39, Dosen RM. 2,69 und RM. 4,58. Für innere Hämorrhoiden kosten Tuben mit Afterkanüle RM. 1,77.=VulneralPräparate werden ärztlich empfohlen. Die Wirksamkeit ist seit 1893 tausendf. anerkannt. In allen Apotheken zu haben. Wenn nicht vorrätig, schreibe man an den Hersteller Paul Grundmann, Berlin W 30, 38. Geisbergstraße: * Beim Einkauf fordere man ausdrücklich die seit Jahr.##TWEPAI zehnten bewährte Marke VOENENAT 0070 katter a Sillig u. Gut Eig. Reparaturwerkstat Brockmeyer Bongardstr. 4 c. Rolh Hellweg 4 Pleperstr. 3 Rur 69329 O ohne Vork. verm. Vsef beachtei A. Wolff, Herne, .=Göring=Str. 8, neben d. Postamt. wird die Familienanzeige im B.“ Nach Gottes heiligem Willen verschied heute morgen um 5 Uhr nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute. treusorgende Mlutter. Schwiegermutter. Schwägerin und Tante PauArmia Bornikesser geb. Kunz im soeben vollendeten 70. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Justus Bornkessel nebst Kindern u. Anverwandten Bochum(Antonlusstr.), Kassel, Wallenstein, Ropperhausen. Toronto(Kanada). Milwaukee (Amerika), den 3. Juli 1936 Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 7. Juli, 15.30 Uhr. vom Freigrafendamm aus. Trauerfeier eine Stunde vorher in der Kapelle der Augusta-Kranken-Anstalt Weiblich Für alle unserer teuren Entschlafenen und uns bezeugten Liebe und Teilnahme sagen wir herzlichen Dank Familie Wilhelm Heine Bochum, im Juli 1936 Wir suchen per sofort 1 Dame im Alter von 25 bis 40 Jahr., gewandt u. mir ausgeprägtem Geschäftssinn als Reisebegleiterin, die mich beim Besuch der Kundschaft unterstützen kann. Vorzust. Dienstag, den 1. Juli. vorm. 10 bis 12 Uhr im Hotel„Bochumer Hof“, Bochum, Alleestraße 17. Einige Damen und Herren für einfache Werbetätigkeit gesucht. Vorkenntnisse nicht erforderlich. Persönliche Vorstellung nur Montag nachmittag zwischen 3 u. 6 Uhr bei H. Cloidt, Restaur. Märkischer Hof, Kortumstr. 6 Für die Geschäftsstelle einer der Partei angeschl. Organisation in Bochum wird eine tüchtige Korrespondentin gesucht, die perfekt stenographiert(mindestens 200 Silben) u. Schreibmaschine schreibt(Continental). Es wird nur auf eine sehr tüchtige Kraft mit Lyzeumsbildung reflektiert. Angebote mit Gehaltsansprüchen unt. O. S. 2215 Anz. Geschäftsverlegung Wir haben unsere Annahme von Hattinger Straße 802 nach HATTINGER STRASSE 831 gegenüber d. kath. Kirche verlegt Färberei Galluschke, Wäschereil S Auforeiten sämtliche Fabrikate. Neugummierung Bremer, Wittener Str. 27 a. Tel. 63718 W Vergebung von Bürgersteigarbeiten. Die Ausführung nen Bürgersteigen in den Stadtbezirken Ehrenfeld und Wiemelhausen soll vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind in der Straßenbauabteilung des Stadtbauamtes Bochum, Rathaus, Zimmer 370, erhält: lich. Termin für die Angedol. Mittwoch, den 15. Juli 1936, 11 Uhr. Verspätet eingehende Angebote bleiben unberücksichtigt. Bochum, den 6. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. Anterricht Elektro-Anlagen sowie Reparaturen Paul Wagner Viktoriastraße 51—.53 Telephon 67906 Sein Wunsch ist erfülleFAHRRAD ein RUT Fahrradhaus am Rathaus Bochum Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren herzlichsten Dank Familie August Schlüter Bochum, im Juli 1936 Witwe ohne Anh., evgl., 44., w. Bekanntsch. eines solid. Herrn von 45—50., Heirat am liebsten vom Lande.„Postlag. u. D. 1500 Wattenscheid. Zum 15. Juli sol., branchekundiges Fräulein für Verkauf und Servieren gesucht. Ang. m. Zeugnisabschr., Lichtbild u. Gehaltsanspr. bei fr. Station an Kondit. u. Café Fritz Enneper, .=Barmen Altermarkt. Für einen Pfarrhaush. i. Außenbez. v. Bochum w. ein kräftig., in all. Hausarbeiten erf. Zuverl., kathol. nicht u. 19 Jahr., d. zu Hause schlaf. kann, gesucht. Kronenst. 12, 1. E. In Drogerien und Apotheken zu haben STADT-OROGERIE ALTMIKUs, noncanbsrnasss Angenehme Sn sowie alle lästigen Körperhaare werden mit der Wurzel für immer beseitigt durch neu erfundenes, wohlriechendes Enthaarungs5l und Pulver als Vorbehandlung. Sofortige Wirkung innerhalb 3 bis 5 Minuten. Erfolg und Unschädlichkeit garantiert. Preis der Kur.- RM. Hochinteressante Broschüre u viele notariell beglaubigte Anerkennungen sendet kostenlos Dr. E. Günther& Co., Rudolstadt Th., Bedanplatz 31. Neue. Lanzkursus ab Freitag, d. 10. Juli. 20 Uhr. Einzelunterricht. Anfragen erb. Jansschule Diel, Bochum Neustr. 5. Fernsprecher 61514 Srauchen Sie Fachleute? Geeignete Kräfte für alle Berufe vermittelt eine Anzeige im„Bochumer Anzeiger“ Für sof. ein flink. mit Rad, in die Lehre gesucht. Vieres, Goldhammer Straße 38. Telegr.-Anschrift: Papfe! Durchschlag Schreibmasch Saugpost usw. Bockau& Freese die alte leistungsfähige Firma Viktorlastr. 25 bei gut. Lohn sucht. Erwünscht ist älter. Mädchen, das in anderen Haush. tätig war und über gute Zeugnisse„verfügt. P. R. 2548 Anz. Tüchtiges Mäschen das melken kann, zum 15. 7. 36 ges. Weitmar, schloßstraße 97. Mädchen oder Frau über 30 Jahre, f. einf. Hebammenhaushalt„sof. ges. Gelsentirchen, König=Wilhelmstr. Nr. 84. Junges, freundl. Mädchen s. Heißmang. ges. Bandt, Malteserstr. 24. Jung., ordentlich. Mäcchen für sofort gesucht. Uphoff. Alleestraße 56. 14—16jährig. Morg. Mädch. sofort gesucht. Wasserstr. 278, pt. Schlatzimmer t. allen Preislagen. Die neuesten Küchenmodelle in groß. Auswahl. Tücht., im Haush. erfahrenes Marchen bei gut. Lohn zum 15. 7. gesucht. Bäck. Schmidtmeier Kronprinzenstr. 8. (Geluche Unabh. Frau, 43 ., sucht Putzstelle i. Haush. o. Büro. S. S. 10376 Anz. Köstritzer Schwarzbier nicht vergessen, Der Mensch lebt nicht allein vom Essen. Das Fachgeschäft für Bandagen-Orthopädie Otto Möller Orthopädie-Mechanikermeister, Bandegist. Rottstraße 34 Stempelsehndel Uefert schnelistens Kortumstr. 19, am Graf-Engelbert-Br., Ruf 67881 2 wir waschen ihrewäsche das Pfund für 18 Pfennig. Wascherei Merten, Morst-Wessel-Straße 22 Zu vermieten) Für Brautleute und 1g. Ehepaare Vier 2= Zimmerwohnung (Altbau) sofort zu verm. Daselbst graße Einzelzimmer. Schumer Wohnungsvermittlung, Diekampstraße 4½-E. Wollng. mit Loggia, eingebaut. Bad und allen Bequemlicht. z. 1. Okt. 1936 zu vermiet. Architekt Herm. Dietrich Bochum, OskarHoffmann=Str. 178. 3. bis=ZimmerWohnungen Stall, Garten usw. ruhige, schöne Wesergegend, z. vm. Sieckmeyer, Möllbergen, Porta Westfalica. Picer-Eiim. in den verschiedensten Größen und Ausführungen. Wer Möbel braucht, soll es nicht verfehlen, meine Möbelausstellung zu besichtige1. Zwanglos zeige ich gern allen Interessenten meine Ausstellung und berate Sie fachmännisch. Möbel werden auf Wunsch frei gelagert. Möbellager Tecklenburg Fahrendellerstr. 20. sof. o. spät. preiswert zu vermieten. Wwe. Bracht, Kortumstr. 99. Ki K A M! an 1 Ehep. ein. eigen. Simmee Je. ält., besseres zu verm., d. ult. Herrn mit ##. Wohn. in flege nimmt. 10398 Anzeig. Ehepaar sucht Ferdinandst. 16, 1. Etg., frdl. möbl. Mans.=Zimm. z. v. -=Zimmer Stad u. Gart. In jede tn LRIUMPE DURABEL Kassapreis 186.- RM von mon..75 RM. an General-Vertrieb E. Trautmann, Bochum, Viktoriastr. 73, Ruf 654 34 Nauzen, Schwaben Kakerlaken, Plöhe u. sonst. Ungeziefer wird mühelos radikal d. meine Spezialmittel beseitigt. Garantierter Erfolg bei einfachst. Anwendung. Dose.55 und vermiet.90 zzasche for, zu vermien 0,75 und 1,20 K. Antoniusstr. 22, 1. Et., frdl. mbl. Frontzimmer an berufst. Dame o. Herrn zu vm. güedene PZennig 1, sage und schreibe ein Reichspfennis, ist umgerechnet auf das einzelne Exemplar der Tagesauflage— etwa der Preis, den der Werbungtrelbende für eine halbe Anzeigenseite im Bochumer Anzeiger bezahlt. Dieser„Süldene Pfennig“ Kommf nicht etme im Märchen vor, sondern ist volle WirklichReif! Im Verhälfnis zur Bezieherzahl und zum schnellen Erfolg ist der Preis für BA.-Anzeigen als unsewöhnlich niedrig zu bezeichnen. Wer auf der Grundlage unanfechtbarer Wirtschaftlichkeitszahlen geschäftlich werben oder auch nur gelegentlich etwas bekannfmachen zrill, veröffentlicht deshalb seine Anzeigen im Bochumer Anzeiger.„Wer soll es schaffen, menn nicht die„Anzeiger“ Anzeige?“— So denkt und spricht der weitblickende Unternehmer, der für seine Ware oder Arbeit durch eine werbektättige Geschäftsanzelge Kunden sucht, und auch der praktische Volksgenosse, der durch eine Kleine Anzeige ein möbliertes Zimmer, seine Arbeitskraft, eine Sache zum prinaten Verkauf oder sonst etwas anbietet. Denn alle Leser sehen im Anzeigentell des BA. das willkommene Mittel, um sich auf dem Markte der Verbrauchsgüter und dem der Großen und Kleinen Merte, der Wohnungen, der Stellen usw. sicher zu orientieren.— Als schnelle, erfolgreiche und preiswerte Vermittler sind schon seit Jahrzehnten in Stadt und Land anerkannt die Ankündisungen im OS MD Kreuzstr. 20, 1. Et. osort zu Simmer Kortumst. 13, 3. E. (link. Aufg.), möl. J. m. Stall u. Gart.(link. Aufg.), mb K. K. 100 Anzeig. Zimmer zu verm. Gr. Drogerie Kneider Bochum, Beckstraße 10.