Bezagspreis mit Votenlodu: z B. mionatlich oder 33 Pj. Halbmonatlich. Bezugspreis für die Bocumer Ilustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funtdor mit. 45 bf monatlich, bei vier, Sepnztagen und rist.Pr:, mir 40 big, monatlich„enn das Erscheinen der 55 vi. bei sunf Sonntagen im Monat.— Pgetriepsstorung u. del. Zeitung durch böhere Gewalt, Verbot ober, gestegt werden.— Ge. erbin, eute wiäh, 2 von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag 3. Juli 1936 43. Jahrgang Nummer 153 Einzelpreis 10 Pf. im Anzelgenteil und in 78 Breite 50 Bs. im Terttell, HamiltenAnzeigenannadme für die sechsmal wöchentsch frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Erbuuer=dee Neiche! Gebentfeler für nenig Heilein, I. im Dom zu Quedlinburg— Reichsführer SS. Himmler sprach dub Quedlinburg, 2. Juli. Aus ganz Niedersachsen sind am Morgen des 2. Juli die Zehntausende herbeigeeilt, um das Gedenken des deutschen Volkskönigs, des Gründers des ersten Deutschen Reiches, des Städtebauers und Bauernkönigs durch die Schutzstaffeln würdig zu feiern. Seit den frühen Morgenstunden ist die Stadt trotz des regnerischen Wetters in Bewegung. Die Absperrungsmannschaften und Formationen der nationalsozialistischen Gliederungen aus ganz Niedersachsen marschieren mit klingendem Spiel durch die Straßen Quedlinburgs, das sich in seinem schönsten Festgewand zeigt. Auf dem Schloßberg bilden SS.=Männer der Verfügungstruppe und der Führerschule Braunschweig Spalier. Der Dom zeigt sich nach der Entfernung des Gestühls in seiner echt deutschen Monumentalität. Die Wande sind über den Säulen mit blauem Königssamt bekleidet und mit 20 Wappen, der niedersächsischen Städte geschmückt. Durch die Scheiben fällt gedämpftes Licht, das den eigenartigen Zauber, der von dieser traditionsumwobenen Stätte ausgeht, noch erhöht. Vom Domschiff fällt der Blick durch das offene Tor in die eigentliche Grabkrypta, die mit Kerzen erleuchtet ist. Zwei SS.=Männer halten hier die Ehrenwache an den Gräbern König Heinrichs I. und seiner Gemahlin Mathilde. Als einzigen Schmuck tragen die Wände Lorbeerkränze. Ueber der Krypta haben auf der Empore die Fahnen der Bewegung Aufstellung genommen. Wenige Minuten vor 12 Uhr trifft der Reichsführer SS. Himmler mit den Ehrengästen, von der Wigbert=Krypta kommend, ein, schreitet die Front der angetretenen SS.=Formationen ab und betritt dann den Dom, von 1200 Männern aller nationalsozialistischen Gliederungen, die im Kirchenschiff angetreten sind, mit dem Deutschen Gruß gegrüßt. In der Begleitung des Reichsführers SS. und Chefs der deutschen Polizei Heinrich Himmler befinden sich die Reichsminister SS.=Obergruppenführer Darré, Or Frick, Dr. Frank und Rust, die Reichsleiter Dr. Ley, Rosenberg, Baldur von Schirach, Buch, mann, Bouhler, Grimm und Hierl, die Chefs der Ordnungs= und Sicherheitspolizei, Seezeghezgrupgentohger Daluege und SS.=Gruppenführer# Oberabschnitts= und Abschnittsfuhrer der SS., von der Wehrmacht die Generalmajore Otto und Schubert, ferner Staatssekretär SS.=Gruppenführer Körner in Vertretung des preußischen Ministerpräsidenten Generaloberst Göring, NSKK.=Gruppenführer Offermann in Vertretung des Korpsführers Hühnlein, Ministerpräsident SS.=Gruppenführer Klagges, Oberpräsident SA.= Obergruppenführer Ulrich, SA.=Gruppenführer,##5, Stabsführer Lauterbacher, Hauptamtsleiter####emeldt, der Präsident der Reichsschrifttumskammer SS.=Ober= gruppenführer Hanns Johst, Ministerialrat SS.= Standartenführer Berndt im Auftrage des Reichspropagandaministeriums sowie die Reichsfrauenführerin Frau Schaltz=Klink. Die Feier im Dom Himmlers Gedenkrede Weihevolle Fanfarenklänge der altdeutschen Luren, gespielt von Männern der SS. auf der Orgelempore, leiten die Feier Punkt 12 Uhr ein. Es folgt das symphonische Vorspiel von Trenmer, gespielt von der Staatskapelle Dessau. Dann begibt sich der Reichsführer SS. Himmler mit den Ehrengästen durch die mit Tannengrün geschmückte offene Eingangspforte in die Krypta, wo er angesichts der Grabstellen Heinrichs I. und seiner Gemahlin Mathilde im Auftrage des Führers und im Namen des deutschen Volkes die germanische Führerpersönlichkeit eines der größten aller Deutschen würdigt als ein leuchtendes Beispiel von Führer= und Gefolgschaftstreue und staatsmännischer Größe. Er gibt Heinrich I. den höchsten Ehrentitel:„Erbauer des Reiches!“ Himmler erinnert an den heutigen tausendsten Todestag König Heinrichs l. und gibt einen umfassenden Ueberblick über das tatenreiche Leben Heinrichs von seinem Regierungsantritt im Jahre 919 bis zu seinem Tode. Heinrich sei König geworden, als ein Deutsches Reich kaum noch dem Namen nach bestanden habe. Zäh und zielbewußt sei er seinen Weg gegangen. Bei seiner Königswahl habe er— ohne auch nur mit einem Wort verletzend zu werden— die Salbung durch die Kirche abgelehnt. Er habe dann Bayern und Schwaben dem Reiche eingegliedert und das bereits völlig verlorene ElsaßLothringen zurückgewonnen. Ausführlich behandelte Reichsführer SS. Himmler die Züge der Ungarn, die besonders die bayrischen, fränkischen, thüringischen und sächsischen Lande verwüsteten. Den neunjährigen Waffenstillstand mit den Ungarn habe Heinrich zur Heeresreform benutzt, er habe Burgen an der Ostgrenze angelegt, aus denen dann namhafte deutsche Städte entstanden seien. Dank dieser Vorbereitungen Heinrichs sei der Einfall der Ungarn im Jahre 933 für diese zu einer vernichtenden Niederlage bei Riade an der Unstrut geworden. Dann habe Heinrich auch die im Norden unter seinen Vorgängern verloren gegangenen Gebiete dem Reiche wieder angegliedert,.(, fchr.ickstät„Es hat manch anderer“, so fuhr Reichsfuhrer Himmler fort,„eine längere Zeit regiert und kann sich nicht rühmen, einen Bruchteil eines derart tausendjährigen Erfolges für sein Land zu haben wie Heinrich I. Er war, wie seine Zeitgenossen berichten, ein Führer, der seine Gefolgsleute an Kräften, Größe und 4A Queölinburgs großer des angetretenen Ehrensturms der SS. vor mit dem Losungswort:„König Heinrich— Deutsch= — Unser Bild zeigt den feierlichen Augenblick. Weisheit überragte. Er führte durch die Kraft seines starken und gütigen Herzens, und es wurde ihm gehorcht aus der Liebe der Herzen heraus, der alte und ewig neue germanische Grundsatz der Treue des Herzogs und des Gefolgsmannes zueinander wurde von ihm im schärfsten Gegensatz zu den karolingischen, kirchlich=christlichen Regierungsmethoden wieder eingeführt. So streng, wie er gegen seine Feinde war, so treu und dankbar war er zu seinen Kameraden und Freunden. Heilig war ihm das gegebene Wort und der Sosehr er die selbst vor einem Meuchelmord nicht zurückschreckenden Wege politisierender Kirchenfürsten Der Zühlerdei der Träuerfeier für die tödlich verunglückten SS.=Männer der Leibstandarte dnd Berlin, 2. Juli. In der ehemaligen Kadettenanstalt Lichterfelde, dem Standort der Leibstandarte„Adolf Hitler", fand am Donnerstag abend die Trauerfeier für die vier bei Magdeburg tödlich verunglückten Kameraden des Musikkorps der Leibstandarte statt. Noch lagen die Strahlen der untergehenden Sonne über dem weiten Kasernenhof, auf dem die Toten aufgebahrt waren. Ehrenposten standen nehen den mit Hakenkreuzfahnen bedeckten Särgen, auf denen die Stahlhelme der Verunglückten, des SS.=Unterscharführers Teichmann des SS.=Rottenführers Weißner und der SS.=Männer Dünnebier und Pohland, lagen. Aus vier von SS.=Männern getragenen Pylonen leuchtete Feuerschein zum Himmel empor. Im offenen Viereck waren das 1. und 3. Bataillon, das Musikkorps sowie die technischen Einheiten und das Führerkorps der Leibstandarte angetreten. Gegen 21 Uhr erschien der zruyrer in Begleitung von Obergruppenführer Brückner, Obergruppenführer Sepp Dietrich und Generalleutnant Schaumburg. Leise setzte das Musikkorps mit einem Trauermarsch ein. Als die Melodie verklungen war, trat der Kommandeur der Leibstandarte, Obergruppenführer Sepp Dietrich, vor die aufgebahrten Kameraden, um ihnen einen letzten kurzen Abschiedsgruß zuzurufen. Es sei nicht soldatisch, zu klagen und zu weinen, so führte der Obergruppenführer aus, sondern stark zu bleiben, wie es die Toten bis zum letzten Augenblick gewesen seien. Wer sich den Beruf des Soldaten ausgesucht habe, der müsse jeden Tag zum Sterben bereit sein. Er erinnerte daran, daß das Musikkorps auf seiner zehntägigen Konzertreise noch unendlich vielen Volksgenossen habe Freude bereiten können und daß als Zeichen der Beliebtheit, deren sich das Musikkorps erfreue, unzählige Beileidsschreiben eingegangen seien. Während anschließend das Lied vom guten Kameraden erklang, die Fahnen sich senkten und der Führer stumm die Toten grüßte, dröhnte als letzter militärischer Abschiedsgruß der Ehrensalut über den Platz. Noch einmal erklangen das Deutschland= und das Horst=WesselLied, das die Toten sooft in ihrem Leben in den Reihen ihrer Kameraden gespielt hatten, gen Himmel. Dann trat das 1. Bataillon mit dem Musikzug zu einem letzten Vorbeimarsch an. Langsam verließ der Führer den Platz, über dem tiefes Schweigen lag. Hierauf wurden die Särge in die Eingangshalle des Adolf=Hitler=Hauses getragen, wo sie über Nacht stehen bleiben, bis am Freitag die Ueberführung in die Heimatsorte der Toten stattfinden wird. kannte und daher mit unnahbarer Selbstverständlschkeit jede Einmischung der Kirche in die Dinge des Reiches abwies, so wenig griff er in religiöse Angelegenheiten ein oder behinderte die fromme Gesinnung seiner von ihm geliebten und zeitlebens umsorgten Frau, der Königin Mathilde, des alten Widukinds Urenkelin. Er hat keinen Augenblick seines Lebens vergessen, daß die Stärke des deutschen. Volkes in der Reinheit seines Blutes und der odalsbäuerlichen Verwurzelung im freien Boden beruht. Er schuf eine starke Reichsgewalt und bewahrte verständnisvoll das Leben der Provinzen. Zutiefst danken müssen wir ihm, daß er niemals den Fehler beging, den deutsche und auf der anderen Seite europäische Staatsmänner durch Jahrhunderte hindurch bis in unsere heutige Zeit begangen haben: außerhalb des Lebensraumes— wir sagen heute geopolitischen Raumes,— eines Volkes sein Ziel zu sehen. Er verzichtete dabei, wie wir wohl annehmen können, bewußt auf den klangvollen Titel des„Römischen Kaisers deutscher Nation". Er war der Erste unter Gleichen, und es wurde ihm eine größere und wahre menschliche Ehrfurcht entgegengebracht als später Kaisern, Konigen und Fürsten, die sie nach volksfremden byzantinischen Zeremoniell forderten, je zuteil wurde. Er hieß Herzog und König und war ein Führer vor tausend Und nun muß ich zum Schluß ein für unser Volk tieftrauriges und beschämendes Bekenntnis sagen: die Gebeine des großen deutschen Führers ruhen nicht mehr in ihrer Begräbnisstätte. Wo sie sind, wissen wir nicht. Wir können uns nur Gedanken darüber machen. Es mag sein, daß getreue Gefolgsmänner den ihnen heiligen Leichnam an sicherer Stelle würdig, aber unbekannt beigesetzt haben, es mag sein, daß finsterer, unversöhnlicher Haß politisierender Würdenträger seine Asche in alle Winde zerstreute. Wir stehen heute vor der leeren Grabstätte als VerAiei Eisenbahnraurer= Erschessen Erbitterter Feuerkampf mit den Volksschädlingen Hermann und Willy Schüller anb Breslau, 2. Juli. Die in aller Stille, aber mit größtem Nachdruck beScherl-Bilderdienst(2) Die Ehrenwache an der Grabstelle König Heinrichs I. triebene Fahndung nach den flüchtigen Eisenbahnräubern Gebrüder Schüller hat am Mittwoch dank der vorbildlichen Zusammenarbeit von staatlichen Forstbeamten und Gendarmerie zu einem vollen Erfolg geführt. In den Morgenstunden des Mittwochs beobachtete der staatliche Hilfsförster Goebel im Forstamtsbezirk Poppelau, Kreis Oppeln(Oberschlesien), zwei verdächtige Männer, die im Forst lagerten. Er verständigte, ohne daß er von den Verdächtigen bemerkt worden war, sofort den zuständigen staatlichen Revierförster Ritschel. Beide Forstbeamten begaben sich mit dem alsbald hinzugezogenen zuständigen Gendarmeriemeister Bachmann zu den Verdächtigen, die noch an der Lagerstelle angetroffen wurden. Bei der Prüfung des von den Männern mitgeführten Gepäcks und der verdächtigen Personen selbst, in denen Hermann und Willy Schüller festgestellt wurden, zogen die Gestellten, die anfangs eine harmlose Haltung vorgetäuscht hatten, blitzschnell ihre schußbereit verborgen mitgeführten Pistolen. Dem Revierförster Ritschel gelang es, den ihn mit der Waffe bedrohenden Hermann Schüller im letzten Augenblick durch einen Schuß tödlich zu verletzen, während Willy Schüller ein lebhaftes Feuer aus zwei Pistolen gegen den Gendarmeriemeister und den Hilfsförster Goebel richtete. Obwohl der Gendarmeriebeamte durch drei lebensgefährliche Schüsse schwer verletzt wurde, gelang es ihm, Willy Schüller zwei Pistolenschüsse beizubringen, während der Hilfsförster, der ebenfalls von Willy Schüller angeschossen wurde, diesem eine sofort tödliche Verletzung beibringen konnte. Die beiden verletzten Beamten wurden einem Krankenhaus zugeführt. Gendarmeriemeister Bachmann, der zwei schwere Bauchschüsse erhalten hatte, wurde sofort operiert. Mit der Unschädlichmachung von Hermann und Willy Schüller gelang es, zwei der schwersten Volksschädlinge zur Strecke zu bringen. Nach dem letzten noch flüchtigen Täter— Erich Schüller— wird gefahndet. und haben Kränze der Ehrfurcht und des Andbracht. Wir legen auch einen Kranz auf dem Steinsarg der vor mehr als 9½ Jahrhunderten neben ihrem Gatten bestatteten Königin Mathilde, des großen Königs großer Lebensgefährtin, nieder. Wir glauben auch damit den großen König zu ehren, wenn wir in seinem Sinn der Königin Mathilde, diesem Vorbild höchsten deutschen Frauentums, gedacht haben. Dieses einstmalige Grab, auf dem seit Jahrtausenden von Menschen unseres Blutes bewohnten Burgberg mit der wunderbaren aus sicherem germanischen Gefühl heraus geschaffenen Gotteshalle soll eine Weihestätte sein, zu der wir Deutschen wallfahrten, um König Heinrichs zu gedenken, sein Andenken zu ehren und auf diesem heiligen Platz im stillen Gedenken uns vorzunehmen, den menschlichen und Führertugenden nachzuleben, mit denen er vor einem Jahrtausend unser Volk glücklich gemacht hat und um uns wieder vorzunehmen, daß wir ihn am besten dadurch ehren, daß wir dem Mann, der nach 1000 Jahren König Heinrichs menschliches und politisches Erbe wiederaufnahm, unserem Führer Adolf Hitler für Deutschland, für Germanien mit Gedanken, Worten und Taten in alter Treue dienen.., auden Wänner han B. Ergriffen wohnen die fuhrenven Munner von Partei und Staat dieser eindrucksvollen Ehrung des großen Sachsenkönigs durch den Reichsführer in dem schlichten Grabgewölbe bei. Nach der Kranzniederlegung an der Grabstätte Heinrichs I. und am Steinsarg der Königin Mathilde kehrt Reichsführer Himmler wieder in den Dom zurück. e Fahnenweihe der Hitler=Jugend Nun trat Reichsjugendführer Baldur von Schirach vor, um 500 neue Bann= und Jungbannfahnen der Hitler=Jugend und des Deutschen Jungvolks zu weihen. Er hielt eine Ansprache, in der er u. a. sagte: „Heute stehen wir hier im Dom zu Quedlinburg an der Gruft jenes großen Sachsenherzogs, der später deut Seite 2 Nr. 133 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 3. Juli 1936 scher Kaiser und Gründer unseres Reiches wurde. Ich weihe euch, ihr Fahnen der Jugend, in seinem Gedächtnis! Wenn Ihr(das sagt der Reichsjugendführer zu den Fahnenträgern gewandt) jetzt an seiner Gedächtnisstätte vorübermarschiert, seid Euch dessen bewußt, daß Ihr Euch würdig zu erweisen habt eines Jahrtausends der deutschen Geschichte, und fühlt Euch verpflichtet, eine Jugend zu führen in ein neues Jahrtausend gleicher Größe und Ehre!" Gegrüßt von den erhobenen Rechten der Ehrengäste und der Männer aller nationalsozialistischen Formationen, ziehen nun die Fahnenträger mit den neuen HJ.= und Jungvolkfahnen unter den Klängen des Liedes „Nun laßt die Fahnen fliegen“ von den beiden Seiten des Domschiffes durch die Pforten in die Krypta, vorbei an den heiligen Grabstellen und hinaus auf den Schloßberg. Vor dem Dom präsentiert der SS.=Ehrensturm der Verfügungstruppe das Gewehr. Die Klänge des Fahnenliedes vereinigen sich mit den Fanfaren zu einem gewaltigen Schlußakkord, der die weihevolle Feier beendete. Eine große historische Stunde, die im Zeichen der symbolhaften Einigkeit alter deutscher Tradition und nationalsozialistischer Jugend stand, hatte damit ihr Ende gefunden. Das Niedersachsenvolk und darüber hinaus ganz Deutschland hat einem seiner größten Söhne eine würdige Ehrung bereitet, wie sie einzigartig in der ganzen Geschichte dasteht. Die Zehntausende, die außerhalb des Domes, am Schloßberg und in allen Straßen Quedlinburgs am Lautsprecher an der Feier Anteil nahmen, waren auf das tiefste beeindruckt von der gewaltigen Feier in den Mauern der alten Quitlingaburg. Am Nachmittag fanden auf dem herrlich gelegenen Sportplatz Moorberg bei Quedlinburg reiterliche und sportliche Wettkampfspiele der SS. statt. In Anwesenheit des Reichsführers SS Himmler und zahlreicher Ehrengäste zeiglen die SS.=Männer vor vielen Tausenden ihre reiterlichen Kunststücke, wie Fuchsschwanzjagen, Hindernisspringen usw. Am Abend erglänzte Quedlinburg wieder im Lichte unzähliger Kerzen, die den strahlenden Rahmen für den großen Zapfenstreich der SS. bildeten. Ein großartiges Höhenfeuerwerk auf dem Schloßberg beendete den festlichen Tag. Englische Frontkämpfer im Rathaus Charlottenburg Mitelseder der. m. und Verlin, 2. Juli. 17 Mitglieve. der Britischen Legion aus Wales, die unter Führung des Generalmajors John Vaughan seit Mittwoch in Berlin weilen, waren am Donnerstag Gäste im Charlottenburger Rathaus, wo sie von Vertretern der Bezirksverwaltung sowie von einer Abordnung des Deutschen Reichskriegerbundes(Kyffhäuserbund) empfangen wurden. Der Kameradschaftsführer der englischen Frontkämpfer, Leutnant Johns, dankte für den freundlichen Empfang und legte dann am Ehrenmal im Rathaus einen Kranz nieder. In der anschließenden Feierstunde wies Stadtrat Dr. Zimmermann in Vertretung des Staatskommissars auf die seelische Verbundenheit der Frontkämpfer und ihre Aufgabe als Vorkämpfer der Völkerversöhnung hin. Er dankte besonders Seiner Majestät König Eduard VIII. für die zur Verständigung dargebotene Hand und schloß seine Ausführungen mit einem Hoch auf den König und das mächtige englische Volk. Leutnant Johns dankte herzlich und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, daß das deutsche Volk durch seinen Führer einem weiteren Wiederaufstieg entgegengehe. Generalmajor John Vaughan sprach anschließend den Wunsch aus, zu der Zahl seiner englischen Freunde von nun an auch noch die gewaltige Zahl der Freunde aus dem Kyffhäuserbund zählen zu dürfen. „Aeberflüssige Fragen“ Englischer Lord kritisiert den Fragebogen der englischen Regierung .„.„ anb London, 2. Juli. Im Oberhaus übte Lord Rennell scharfe Kritik an dem Fragebogen der englischen Regierung an Deutschland. Er sagte u.., der von der britischen Regierung an Deutschland gerichtete Fragebogen müsse beträchtlich überraschen, besonders im ersten Punkt, in dem gefragt werde, ob Deutschland sich nunmehr in der Lage sehe,„echte Verträge“ abzuschließen. Ein Absatz in der Note, die Herr von Ribbentrop am 26. März übermittelt habe, stelle fest, daß durch die Rückgewinnung der Souveränität über sein eigenes Gebiet Deutschland die notwendigen Voraussetzungen geschaffen habe, um derartige echte Verträge abzuschließen. Auch die Vorschläge, die Hitler am 7. März durch seinen Botschafter in London zur Schaffung eines Systems friedvoller Sicherheit in Europa habe übermitteln lassen, hätten die Feststellung enthalten, daß der Grund für die deutsche Bereitschaft, wieder in den Völkerbund einzutreten, darin liege, daß Deutschlands Gleichheit der Rechte und die Wiederherstellung seiner vollen Oberhoheit über sein Gebiet erreicht worden sei. Angesichts dieser Feststellungen scheine ihm die Frage, die an die deutsche Regierung gerichtet worden sei, sehr überflüssig zu sein. Wenn man diplomatische Dokumente abfasse, müsse man die Art und Weise, in der sie vom Adressaten gelesen werden könnten, stets im Auge behalten. Die Form, die in der britischen Antwort gewählt worden sei, könne den Verdacht der Unaufrichtigkeit erwecken. „Die„Times“ unterstreicht in ihrem Leitartikel diese Ertlarung Lord Rennells ganz besonders und erklärt, es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß der Lord in seiner Kritik für die große Mehrheit gesprochen habe. Diese Kritik komme nicht von einem leidenschaftlichen Amateur sondern von einem geschulten Diplomaten von großer Erfahrung. Italienisches Bollwerk Mitten im Mittelmeer ein neues Malta London, 2. Juli. Die englischen Blätter wissen von einer Befestigung der Insel Pantellaria im Mittelmeer durch die Italiener zu berichten und zeigen sich hierüber sehr beunruhigt. Die Insel liegt 160 Seemeilen nordwestlich von Malta und halbwegs zwischen Sizilien und Tunis im westlichen Teil der Meerenge und dem Festland. Die Insel beherrscht damit den einzigen Tiefwasserweg. Sie liegt 50 Seemeilen von Afrika und 80 Seemeilen von Sizilien entfernt. Ihre Größe ist nicht ganz zwei Drittel der Insel Malta. Pantellaria ist vulkanischen Ursprungs, besitzt aber einen kleinen Hafen. Die Insel, hebt der Flottensachverständige der„Morning Post“ hervor, sei von großer strategischer Bedeutung für eine Macht, die das westliche vom östlichen Mittelmeer abschnüren wolle. Besonders geeignet sei die Insel als Stützpunkt für =Boote und ähnliche Zwecke. Ererssnung des=Keichetrikgerlager Festakt in der Kasseler P. P. Kassel, 2. Juli.(Eig. Drahtber.) Vonunserem Sonderberichterstatter Noch hämmern fleißige Werkleute am Aufbau der Tribünen, noch werden Zelte errichtet und Girlanden gezogen zum Schmuck der Häuser, und schon steht Kassel völlig im Zeichen des Reichskriegertages 1936, obwohl die Haupttage noch bevorstehen. Das Straßenbild der an Uniformen nicht armen Garnisonstadt ist um den schmucken Anzug der Kyffhäuserkameraden bereichert. Am Donnerstag morgen fand in feierlicher Form in der Stadthalle die Eröffnung der Tagung statt. Selten wohl hat der riesige städtische Saalbau im Glanze so herrlichen Schmuckes gestanden. Ueber dem von mächtigen Säulen getragenen Hauptportal weht eine Kyffhäuserfahne. Der Platz vor dem breiten Eingang ist flankiert von ragenden Fahnenmasten, an denen die Fahnen des Dritten Reiches lustig im Winde flattern. Eingebettet in einen farbensprühenden Blumenschmuck, steht in der Vorhalle des Festsaales eine Nachbildung des Kyffhäuserdenkmals. Der Festsaal selbst erglüht unter dem leuchtenden Rot der Hakenkreuzfahnen. Dazwischen wallen die Banner des Bundes herab. Die weiträumige Bühne wirkt durch Aufstellung roter, goldgeränderter Bogen wie ein wuchtiges Monument, von dessen Mitte eine überlebensgroße Büste des Führers auf die Festversammlung herabschaut. Zu beiden Seiten der Bühne sind die goldschimmernden Hoheitszeichen der Partei aufgestellt. So lag über dem ganzen Bild jene festlich beschwingte Stimmung, die nur großen Ereignissen eigen ist und die jeden in ihren Bann zieht, der daran beteiligt ist. An Stelle des dienstlich nach Quedlinburg abgerufenen Bundesführers Oberst a. D. Reinhard eröffnete Generalmajor von Kuhlwein die Tagung. Sein erster Gruß galt dem Führer, auf den die Festversammlung ein dreifaches Sieg=Heil ausbrachte. Namens der Stadt Kassel hieß Oberbürgermeister Lahmeyer, namens des gastgebenden Landesverbandes Generalleutnant a. D. Fett die Kameraden herzlich willkommen. Dann gedachte Generalmajor a. D. von Kuhlwein der verunglückten SS.=Männer des Musikzuges der Leibstandarte. Der Rechenschaftsbericht, den anschließend der Stellvertreter des Bundesführers über den Zeitraum zweier Jahre erstattete, gab ein glänzendes Bild von der Größe und Bedeutung des Reichskriegerbundes. Unter begeistertem Beifall führte der Redner dann weiter aus, daß gerade die alten Frontsoldaten in erster Linie dazu berufen seien, den Geist des Friedens zu erhalten, den der Führer erstrebe. Mit besonderem Stolz gab der Redner das Anwachsen des Bundes bekannt, der seit dem 1. Januar 1934 um 2750 Kameradschaften mit rund 250000 Mitgliedern zugenommen habe. Nach der Mitteilung, daß der Bund durch namhafte Spenden für alle großen sozialen Hilfswerke allezeit regsten Anteil an den großen Fragen und Aufgaben unseres Volkes nehme, schloß der Vortragende mit dem Appell an alle Kameraden, weiter alle Kräfte zu sammeln und wachzuhalten im bereitwilligen Dienst am großen nationalen Werke des Führers. Anhaltender Beifall belohnte die aufschlußreichen und kernigen Ausführungen. Nach einer kurzen Anspruche des stellvertretenden Gauleiters Landrat Dr. Burkhardt übermittelte Oberst Keitel der Chef des Generalstabes des 9. Armeekorps, die Grüße des Kommandierenden Generals des 9. Armeekorps General der Artillerie Dollmann und hielt dann im Auftrage des Reichskriegsministers einen längeren Vortrag über den Aufbau des neuen deutschen Volksheeres. Er fand selbstverständlich bei den alten Soldaten offene Ohren und Herzen. Die umfangreiche soziale Tätigkeit des Bundes erläuterte Generalleutnant a. D. von Fabeck, der stellvertretende Präsident der Deutschen Kriegerwohlfahrtsgemeinschaft. Interessante Zahlen über die Zusammensetzung des Bundes nach Alter, Landsmannschaft und Waffengattung der einzelnen Mitglieder gab Major a. D. Goedecke. Nachdem Architekt Eckardt über die Erholungsheime des Bundes und Major a. D. von Jena über das Führerkorps des Reichskriegerbundes längere Ausführungen gemacht hatten, schloß Generalmajor von Kuhlwein die Tagung mit dem Wunsche, daß der diesjährige Reichskriegertag wieder einmal allen Kameraden frohe und erlebnisreiche Stunden bringen möge. Wennar ist Herufter zur Zehnjahresfeier des ersten Reichsparteitages anb Weimar, 2. Juli. Die um diese Jahreszeit sonst nur vom Fremdenverkehr belebte thüringische Gauhauptstadt Weimar hat in diesen Tagen ihr Aussehen völlig verändert. Ein geschäftiges Kommen und Gehen, ein bis zur äußersten Grenze vermehrter Kraftwagenverkehr erfüllt die im Schmuck der Fahnen und grünen Gewinde prangende Stadt. Nur wenige Stunden noch, dann wird jeglicher Fahrverkehr ruhen, werden die einziehenden Kolonnen der Formationen das Straßenbild beherrschen. Die Stäbe und Vorkommandos sind bereits eingetroffen. Die frohe Erwartung der Bevölkerung wird ganz erfüllt werden. Ein einzigartiges Erlebnis wird die Hunderttausende drei Tage lang in Atem halten. Belohnt werden soll die treue Gefolgschaft des Führers, die Alte Garde, die Teilnehmer an dem ersten Reichsparteitag im Juli 1926. Belohnt werden soll aber auch die Einwohnerschaft für ihre Haltung damals vor zehn Jahren und seither bis auf diesen Tag. Wer Weimar so sieht, wie es sich in diesen Tagen darbietet, mit den prächtig geschmuckten Häuserfronlen, die den Hintergrund für die Aufmärsche abgeben werden, ist entzückt von der Lebensfreude, die von dieser Stadt ausgeht. Einen Höhepunkt bildet der Marktplatz mit dem Rathaus, wo bei der Erinnerungsfeier Gauleiter Streicher sprechen wird, wie er es 1926 in der damaligen großen Kundgebung tat. Der Weg über den Fürstenplatz, vorbei an dem mit roten Fensterteppichen und frischem Tannengrün geschmückten Fürstenhaus hin zum Schloß, bietet wundervolle Bilder. Wohin das Auge blickt, überall der gleiche Eindruck, der in der Erkenntnis gipfelt: Weimar ist gerüstet und bereit, der Zehnjahresfeier des ersten Reichsparteitages einen würdigen Rahmen zu geben. Dune urbenteranrahen in Polen Die Polizei schießt— 15 Tote, zahlreiche Verletzte dnb Warschau, 2. Juli. Auf einem Gutshof im Preise Rudki(Woiwodschaft Lemberg) ist es zu einem schweren Zusammenstoß zwischen einer Polizeiabteilung und Gutsarbeitern gekommen. Auf dem Gute Ostrow Tuliglowski waren Saisonarbeiter beschäftigt, die von den Dorfeinwohnern seit einigen Tagen an der Arbeit verhindert wurden. Die Dorfarbeiter forderten die Entlassung der Saisonarbeiter und gingen mehrfach tätlich gegen sie vor. Die Polizei, die zur Herstellung der Ruhe herbeigeholt worden war, wurde von den erregten Dorfbewohnern angegriffen, so daß sie gezwungen war, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Dabei wurden sieben Personen erschossen und drei verwundet. Auch in Krzeczowice im Kreise Przeworsk (Galizien) ist es zwischen streikenden Landarbeitern und der Polizei zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Kommunistische Agitatoren hetzten dort die Landarbeiter zu einem Angriff auf die Polizei, die eine Salve abgeben mußte. Es wurden acht Personen getötet und eine bisher nicht bekannte Anzahl verwundet. Danzig am Samstag vor dem Völkerbundsrat dnb Genf, 2. Juli. In der vertraulichen Ratssitzung, die nach der Völkerbundsversammlung am Donnerstag abend abgehalten wurde, ist beschlossen worden, die Danziger Frage auf die Tagesordnung des Rates am Samstag zu setzen und den Senatspräsidenten Danzigs aufzufordern, sich nach Genf zu begeben. Prugeiszeien tnupp Sernneden Stürmische Nachtsitzung des spanischen Landtags— Vorstöße der Rechtsopposition dnd Madrid, 2. Juli. Die Sitzung des spanischen Landtages, die bis in die frühen Morgenstunden des Donnerstags dauerte, stand unter einer außerordentlich starken Spannung zwischen Regierung und Volksfrontgruppen einerseits und den Abgeordneten der Rechtsparteien auf der anderen Seite. Im Laufe der zwölfstündigen Sitzung gerieten die Abgeordneten wiederholt in so scharfe Auseinandersetzungen, daß Prügelszenen nur mit großen Schwierigkeiten vermieden werden konnten. Zur Aussprache stand auf Antrag der Agrarier die kritische Lage, in die die spanische Landwirtschaft nach dem Regierungsantritt der Volksfront geraten ist. Da die Marxisten mit allen Mitteln die für sie unangenehme Aussprache zu vereiteln suchten, drohten die Rechtsparteien mit dem Auszug aus dem Parlament und erreichten dadurch schließlich ihr Ziel. Ein Abgeordneter der Agrarpartei führte deutliche Beispiele an, die die haltlosen Zustände auf dem Lande widerspiegelten. Er sprach von der Willkür der Gemeindebeamten und der Volksfrontbürgermeister in den Provinzen, die jeden, der ihnen nicht genehm sei, ins Gefängnis steckten oder Gefängnisstrafen androhten, wenn sie die von den Arbeitern gestellten Forderungen nicht erfüllten. Der Redner erinnerte den Ministerpräsidenten daran, daß dieser während seiner ersten Ministertätigkeit im Jahre 1932 selbst die Ernte für heilig und unantastbar erklärt habe, daß aber heute die Regierung zusehe, wie durch die schreiende Ungerechtigkeit von unberufenen Verwaltungsbeamten nicht nur die Ernte, sondern auch das Eigentum der Bauern vernichtet würde. Der Arbeits= und der Landwirtschaftsminister bestritten die Feststellungen des Oppositionsredners zum größten Teil, bezeichneten die Unternehmer als die Alleinschuldigen an den Arbeitskonflikten und machten die früheren antimarxistischen Regierungen verantwortlich für die gegenwärtige Krise auf dem Lande. Der monarchistische Abgeordnete Calvo Sotelo griff die Regierung und die Politik der Volksfront heftig an. Die jetzige Agrarpolitik der Regierung laufe auf eine Proletarisierung des Landes hinaus. Der Redner führte dann Zahlen über die sowjetrussische Landwirtschaft an, um den Hörern zu beweisen, daß die Proletarisierung der Industrie und des Landes notwendigerweise zum Ruin führen muß. Als Calvo Sotelo schließlich rief, daß es Männer in Spanien gebe, die jederzeit den Versuch, eine marxistische Herrschaft zu errichten, vereiteln würden, entstand ein großer Tumult. Die marxistischen und kommunistischen Abgeordneten sprangen von ihren Bänken und versuchten sich auf Calvo Sotelo zu stürzen, der von den Rechtsabgeordneten umjubelt wurde. ##. Verwaltungsvereinfachung in Baden. Die badische Staatsregierung hat ein neues Gesetz verkündet, durch das am 1. Oktober 1936 von 40 Bezirksämtern 13 aufgehoben werden. Durch eine den geschichtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen Rechnung tragende Neuordnung entstehen 27 Bezirksämter, die den Landkreisen in Preußen entsprechen Grabreden auf die Sanktionen Die weitere Aussprache im Völkerbund Genf, 2. Juli. Der Völkerbund setzte heute die Aussprache fort Nach den gestrigen Reden Edens, Blums und Litwinoffs war heute das Interesse der Oeffentlichkeit sichtlich erlahmt. Zu Worte kamen die Vertreter Australiens, Dänemarks, der Schweiz, Hollands, Uruguays, Litauens, Chiles, Schwedens, Irlands, Neuseelands Oesterreichs, Ungarns, Chinas und Irans. Bis auf den Vertreter Neuseelands, der sich grundsätzlich für die Aufrechterhaltung der Sanktionen aussprach, betonten alle Redner die Nutzlosigkeit weiterer Sanktionen. Aber auch der Vertreter Neuseelands erklärte, sich bei der Abstimmung den andern Mächten anschließen zu wollen, da eine Einstimmigkeit für die Aufrechterhaltung der Sanktionen nicht zu erreichen sei. Fast alle Redner befürworteten die lange geplante Abrüstung und eine Reform des Bundes. Mehrere Vertreter beklagten den Mangel an Universalität des Bundes. Der irische Ministerpräsident de Valera sagte u.., nicht die Paktreform sei das Wichtigste, sondern der Frieden hänge von dem Willen der Staatsmänner ab. Darum sollten sich die Völker Europas schon jetzt zu einer großen Friedenskonferenz vereinigen, die nach dem großen Krieg noch kommen müsse. Der Mechanismus des Paktes müsse unverzüglich dazu benutzt werden, schreiende Ungerechtigkeiten zu beseitigen, die augenblicklich den Weltfrieden bedrohten. Auch der ungarische Vertreter wünschte die Anwendung des Revisionsartikels, um Zuständen abzuhelfen, die den Weltfrieden gefährden könnten. Der Vertreter Chinas, Dr. Wellington Koo, bezeichnete das jetzige Versagen des Völkerbundes als die Krönung einer langen Reihe von andern Mißerfolgen. Der Vertreter Irans warnte davor, den Pakt abzuändern, da dadurch seine Autorität geschwächt werden könnte. Der französische Ministerpräsident Léon Blum hat Genf am Donnerstag mittag wieder verlassen. Der Negus verlangt eine Völkerbundsanleihe Der ehemalige abessinische Heerführer Ras Nasibu übergab Donnerstag abend dem Generalsekretär des Völkerbundes eine Note des Negus, in der die Versammlung zur Abstimmung über zwei Entschließungsentwürfe aufgefordert wird. In der ersten Entschließung sollen die Völkerbundsmitglieder ihre Treue zu den Artikeln 10 und 16 des Paktes verkünden und auf Grund dieser Artikel erklären, daß sie keine gewaltsame Annexion anerkennen. Die zweite Entschließung empfiehlt den Regierungen, dem Kaiser von Abessinien eine Anleihe von zehn Millionen Pfund Sterling(125 Millionen Reichsmark) zu verschaffen und fordert den Rat zu einer Beschlußfassung in diesem Sinne unter Heranziehung des Finanzausschusses des Völkerbundes auf. Kurz=Nachrichten Handschreiben Görings an Grauert. Der preußische Ministerpräsident Generaloberst Göring hat an Staatssekretär Grauert anläßlich seines Ausscheidens aus dem Staatsdienst ein Handschreiben gerichtet, in dem er ihm für seine treuen Dienste zugleich im Namen der preußischen Staatsregierung herzlichen Dank ausspricht und die großen Verdienste Grauerts im Staatsdienst bei der Machtergreifung mit herzlichen Worten anerkennt. Der Präsident der Tschechoslowakei ernannte durch Handschreiben den Leiter der Deutschen Christlich=Sozialen Partei, Abgeordneten Erwin Zajicek, zum Minister ohne Geschäftsbereich. Eine Gesellschaft zur Bekämpfung des Kommunismus in Warschau gegründet. Unter Führung der Föderation der polnischen Frontkämpfer wurde in Warschau eine Gesellschaft zur Bekämpfung des Kommunismus in allen seinen Erscheinungsformen gegründet. Baldwin stellt Rücktrittsgerüchte in Abrede. Der englische Ministerpräsident Baldwin hielt am Donnerstag abend auf der Jahrhundertfeier des Londoner konservativen Verbandes eine Rede, in der er den Gerüchten, die von seinem baldigen Rücktritt wissen wollten, entgegentrat. Die Gründe der englischen Regierung für die Aufhebung der Sanktionen seien nach seiner Ansicht unanfechtbar. Verlängerung der Schulzeit in Frankreich. Die französische Kammer hat den Gesetzentwurf über die Verlängerung der Schulzeit mit 468 gegen 80 Stimmen angenommen. Zusammenkunft der Rest=Locarno=Mächte Mitte Juli? Der Sonderberichterstatter des„Paris Soir“ meldet aus Genf, daß für den 14., 15. und 16. Juli in Brüssel eine Zusammenkunft der Rest=Locarno=Mächte mit oder ohne Italien vorgesehen sei. Ausweisung der italienischen Völkerbunds=Journalisten. Die italienischen Völkerbunds=Journalisten, die den Negus am Dienstag ausgepfiffen hatten und deswegen bis Mittwoch um 22.30 Uhr in Haft saßen, wurden ausgewiesen. Sie mußten den Kanton Genf bis Mittwoch mitternacht verlassen. Die Ausweisung wird in italienischen politischen Kreisen als unrechtmäßig zurückgewiesen. Die Erregung in der italienischen Presse über die Genfer Vorfälle hält an. Neue Bluttaten in Spanien. In Madrid und Barcelona wurden wieder mehrere Personen erschossen. Ferner wurden in einem im Bau befindlichen Hause in Madrid zwei Bomben zur Explosion gebracht, die großen Sachschaden anrichteten und zwei Personen verletzten. Sowjetrussische Kritik an der türkischen Meerengenpolitik. Die Moskauer Zeitung„Iswestija“ übt scharfe Kritik an der türkischen Meerengenpolitik. Der türkische Entwurf des neuen Meerengenvertrages könne von der Sowjetunion nicht als freundschaftlich bezeichnet werden. Er übersehe die berechtigten Interessen der Sowjetunion. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rud. Foest, Kommunalpolitik und Stadtteile: t. V. Paul Borke, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolttik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schmidt, Gerichtsdienst und Briefkasten: Mar Flegel. Sport: Hans Hornberg, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin=Karlsvorst, Dönhoffstraße 19. Anrus Karlshorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe, BerlinCharlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf O 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlen a Dierichs in Bochum, Ruf 67551, 52 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstaffel B.— DA V. 36 über 26 500. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Die heutige Nummer umfaßt 20 Seiten Schützenmarsch durch Bochums Innenstadt— Zapfenstreich auf dem Rathausplatz Ehrung und Ehrengeschenk für Stadtrat Stumpf— Hochbetrieb auf dem Schützenplatz Schmetternde Marschweisen und marschierende Kolonnen werden in alle Ewigkeiten eine elektrisierende Wirkung ausüben. Den„Alten“ zuckt es wie einst im Mai in den morschen Knochen, sie riskieren einen Hundertmetermarsch im Stechschritt, blicken triumphierend nach rechts und links:„Ist ja alles ganz gut und schön heute, aber einen Parademarsch, wie ihn unsere Kompanie 1908 beim Kaisermanöver hinlegte, ne, laß man stecken...!“ Die Dreikäsehochs hüpfen umher wie Füllen, die männlichen Jahrgänge 16 bis 20 sehen sich im Geiste bereits in der feldgrauen Uniform marschieren, während die weiblichen Jahrgänge besonders kritisch die Kleiderbestände durchstöbern, hier noch ein Löckchen kokett in die Stirn legen, die Blumen1 PEETT TETEET Sargreschageiter 1388 ernennt hierdurch sein Mieglieb 1e##— sen. in Anerkennung#inerlangjährigentreuen und unermüdlichen Thligkeit im Verein zum — Threnmitall den.Juli ## Fichhernide: Der biechmungsDer-Bader: Die Ehrenurkunde des Bochumer Bürgerschützenvereins 1388 erhielten als neue Ehrenmitglieder in diesem Jahre vier um die Bochumer Schützensache altverdiente Männer: Gustav Ascheuer sen., Eduard Döhmann, Ewald Hager und Karl Hölscher. vorräte plündern und dann mit edler Freigebigkeit wieder verteilen. Endlich durften auch die Bochumer Ehemänner und Familienväter wieder mit geschultertem Holzgewehr unter der blauen Mütze marschieren, und daß sie schon lange darauf brannten, die Konkurrenz der Junggesellen einmal aus dem Feld zu schlagen, bewies der über ein Kilometer lange stattliche Schützenzug, der am Freitag abend die Feierlichkeiten des Bochumer Volksschützenfestes einleitete. Es ist 18 Uhr, also der im Programm festgelegte Zeitpunkt für das Sammeln der Bochumer Kompanien und der auswärtigen Gäste am Stadttheater auf der Königsallee. Vergebens und besorgt späht alles nach den berühmten blauen Mützen aus, man spitzt die Ohren, aber kein dröhnender Paukenschlag erschüttert das Trommelfell.„Bitte, hier steht's klar und deutlich im B..“: 18 Uhr vor dem Stadttheater. Vielleicht ein Druckfehler, es soll ja schon mal vorkommen..“ Bis dann der erste von der Hattinger Straße herüberrollende flotte Trommelwirbel die Setzerehre wieder herstellte. Es ist halber sieben, die eine halbe Stunde vorher noch drohend am Himmel vorübersegelnden dunklen Regenwolken(eine Flüssigkeit, für die der Schütze ausnahmsweise nicht schwärmt!) sind verschwunden: die in allen Regenbogenfarben vertretenen Sommerkleidchen des selbstverständlich anwesenden stattlichen Damenflors werden keinen Schaden erleiden. Hurra, die erste Gruppe wird sichtbar! Und nun geht's Schlag auf Schlag, die Trommeln und Pauken wetteifern miteinander, es dröhnt der Hohenfriedberger Marsch in den Badenweiler; liebliche Disharmonien. Die Buben raufen sich um die Transparente, die zur Unterrichtung der„Publikümer“ den einzelnen Gruppen vorangetragen werden. Schützenfahnen, Blumen, Hochstimmung im Zuschauerkreis. Da kommt der Wagen mit dem bunt angepinselten Vogel, dessen Vernichtung im eigentlichen Sinne das Schützenfest gilt. Er trägt in der einen Klaue den Reichsapfel, in der anderen das Zepter und hat es sich zudem nicht nehmen lassen, mit einer blauweißen Bochumer Fahne zu winken. Seine Stunden sind gezählt, bald wird er zerrupft und zerzaust von seiner stolzen Höhe herabsinken und dennoch ewig wertvolle Trophäe bleiben. Welchen König wird man ausrufen, wenn er seinen luftigen Standort zwangsweise aufgeben muß? Der lange Zug hat in mustergültiger Organisation die Königsallee hinauf Aufstellung genommen, Punkt 7 Uhr erfolgt der Abmarsch. Die Schützen sassen die Gewehre fester, die Unteroffiziere pressen die Birkemeier wie ein kostbares Gut an die blumengeschmückte Brust, das Landesgruppenorchester Westfalen des Deutschen Luftsportverbandes, die traditionelle Maischützenkapelle Herbst und die zahlreichen Trommlerkorps der 16 auswärtigen Vereine des Schützenkreises Bochum lassen flotte Marschweisen aufklingen. Es geht durch die Königsallee, Oskar=Hoffmann=Straße, Kortumstraße, Hellwegstraße, Rottstraße, Königstraße, den Moltkemarkt, die Metzstraße, Alleestraße, Kleine Humboldtstraße, Malteserstraße, Blücherstraße, Vidumestraße, Herner Straße, Brückstraße, Augustastraße und Mühlenstraße und damit zum Endzweck des einleitenden Aufmarsches am Donnerstag abend: zum großen Zapfenstreich! Jubelnd und lachend grüßten die längs der Straßenzüge Spalier bildenden Bochumer männlichen und weiblichen Geschlechts, ohne Rücksicht auf Altersabstufungen. Der Blumensegen, von zarten Mädchenhänden gespendet, senkt sich schon jetzt auf die Marschierer hernieder. Kunststück— seit sieben Jahren wieder Volksschützenfest in Bochum. * Tausende umsäumten, den Rathausplatz, als das Landesgruppenorchester Westfalen unter Leitung von Musikzugführer Roy den Großen Zapfenstreich intoniert. Damit ist die erste Etappe des Aufmarsches beendet. Junggesellenhauptmann und Major Klute gibt das Kommando, zum Weitermarsch Richtung Schützenhof. Hochstimmung schon am Einleitungsabend... Wer klug war wie die Schlangen, ohne Falsch wie die Tauben, zudem nicht belastet mit der Neugierde der Evastöchter, der hat den Ausbau des Bochumer Volksschützenplatzes nicht etappenweise verfolgt; er hat sich nicht die Pointe vorweggenommen und wird nun um so überraschter sein. Jede Kompagnie ist stolz auf ihr im Schützenhofgarten abgeteiltes Revier, an deren Eingängen jeweils ein blauweißes Schilderhaus thront. Auf dem Schützenplatz, auf dem im Vorjahre noch der Spinat der Kleingärtner wuchs, herrschte bereits am Donnerstag abend ein Riesenbetrieb. Die Karusselle drehten sich, auf der Schiffsschaukel versuchte man tollkühn die Riesenfelge, hier wird um einen prima Rheinaal gewürfelt, dort um einen„Keiloff“ geschossen. Es gibt zu den Wiener Brezeln nach Wahl Rollmops mit Brötchen oder geräucherten Schellfisch. Geschiebe und Gedränge allüberall... Stadtrat Stumpf wird geehrt Während sich so die Schlachtenbummler hemmungslos ins Gewühl der Schützenwiese stürzten, zogen die 1. und 4. Kompagnie in den Schützenhof, die 2. und 3. Kompagnie in das große Festzelt, das von den Vorgängen im Saal durch eine Lautsprecherverbindung unterrichtet wurde. Stadtrat Stumpf hieß zunächst alle Gäste herzlich willkommen. Sein sehnlichster Wunsch, daß alle Bochumer Schützenvereine gemeinsam marschieren, sei heute abend in Erfüllung gegangen. Der gemeinsamen Sache, den gemeinsamen Interessen zu dienen, sei Aufgabe des diesjährigen Volksschützenfestes in Bochum, das nicht zum ersten= und nicht zum letztenmal gefeiert werden würde. Der Geist der Schützenvereine sei kein reaktionärer, sondern ein lebendiger; er diene dem Gedanken, alles zu pflegen, was wir von unseren Vätern übernommen hätten. Aufgabe der Schützenvereine sei es, die Liebe zur Vaterstadt, zur Heimat und zu Deutschland in jedem Mitbewohner zu wecken. Die beifällig aufgenommene Ansprache schloß mit einem„Sieg=Heil“ auf den Führer, dem sich das Absingen der Nationalhymnen anschloß. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Major Baltz ehrte nun Stadtrat Stumpf für seine 25jährige unermüdliche Tätigkeit als Vorsitzender des Bochumer Bürger= und Schützenvereins von 1388 durch Ueberreichung eines Ehrengeschenkes. Stadtrat Stumpf dankte mit bewegten Worten und stellte heraus, daß es ihm in den 25 Jahren seiner Tätigkeit als Vereinsvorsitzender stets Herzensaufgabe gewesen ist, den Schützengedanken ins Volk zu tragen. Der Schützengeist diene der Wehrhaftmachung unseres Volkes. Er dankte allen Mitarbeitern, die zum Gelingen des diesjährigen Festes in uneigennütziger Weise beigetragen haben und ernannte unter dem Beifall der Anwesenden die Schützenkameraden Gustav Ascheuer sen., Eduard Döhmann, Ewald Hager und Karl Hölscher zu Ehrenmitgliedern, während er den Mitgliedern Major Sauerbier und Das Diadem der Schützenkönigin 1936, ein kunstvolles, schönes Schmuckstück Pressewart Hauptmann Kaup seinen besonderen Dans für ihre Tätigkeit aussprach. * Inzwischen erhoben sich immer wieder einzelne Gruppen„spontan“ von ihren Sitzen, um das dreimalige „Blau=Weiß“ in die Gegend zu schmettern. Wenn das „Blau=Weiß" der Gruppe„Speckschweiz“ im Festzelt ein besonderes Echo erweckte, dann lag der bedeutungsvolle Grund darin, daß Leutnant Schulte nach seiner durch Hauptmann Biermann vorgenommenen Ernennung zum Oberleutnant endlich Gelegenheit hatte, den seit Wochen in der Weste verborgenen Stern an der Achselklappe zu befestigen... Die Stimmung hatte bereits einen beachtlichen Höhepunkt erreicht, als um 23.30 Uhr das Kommando zum Rückmarsch ertönte, sintemalen der Donnerstagabend „nur“ die Einleitung,„nur“ den Vorgeschmack zu den Dingen bedeuten sollte, die sich Freitag und Samstag ereignen sollen. Daß nach der Rückkehr zur Innenstadt die einzelnen Gruppen in die einzelnen Lokalitäten einfielen wie die Tauben nach einem Preisslug in die heimischen Schläge, ist nach dem strapaziösen Marsch nur allzu verständlich. Hbg. 20. Juli 1930 Meldepflicht für gediente ältere Jahrgänge Der Polizeipräsident Bochum teilt im Anschluß an die bereits in der Presse veröffentlichten Bestimmungen über die Meldepflicht für gediente ältere Jahrgänge mit: Zwecks Erfassung der militärisch ausgebildeten Wehrpflichtigen älterer Jahrgänge haben sich 1. die Offiziere und Beamten aller Gattungen, die dem aktiven oder Beurlaubtenstande des früheren Heeres, der Schutztruppe, der Kaiserlichen Marine und der Reichswehr(Reichsheer oder Marine) angehört haben, 2. alle seit dem 1. Januar 1921 aus der Wehrmacht oder Landespolizei ausgeschiedenen Deckoffiziere, Unteroffiziere und Mannschaften sowie alle Männer, die durch eine von der Wehrmacht oder Landespolizei veranlaßte kurzfristige Ausbildung militärisch geschult sind, und zwar sofern sie einem älteren Geburtsjahrgang als 1913 angehören, bei den für sie zuständigen Polizeirevieren zu melden. Die Meldung hat bis zum 20. Juli 1936 während der Dienststunden von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr unter Vorlage der Familien= und MiDas Offizierkorps während des Marsches auf der Königsallee litärpapiere zu erfolgen. Wer seiner Meldepflicht nicht oder nicht pünktlich nachkommt, hat schwere Strafen zu erwarten. Heute zwischen 16 und 18 Uhr Eintreffen der Teilnehmer an der Sternfahrt Die an der Sternfahrt zum Provinzial=Reit= und =Fahrturnier teilnehmenden Fahrzeuge werden Freitag nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr in Bochum auf dem Kirmesplatz an der Castroper Straße eintreffen, wo auch die Abnahme stattfindet. Sonntag Reiterzug durch Bochum Am Sonntag, von 13 bis 14 Uhr, findet anläßlich des Reit= und Fahrturniers ein Reiterzug durch Bochum statt. An der Spitze reitet das Trompeterkorps der Reiter=SA. Es folgen die verschiedensten Reitergruppen und auch Turnierwagen. Ferner werden Fahrzeuge der Sternfahrt nach Bochum teilnehmen. Der Zug nimmt seinen Anfang am Volkssportplatz und bewegt sich durch folgende Straßen: Castroper Straße, Schwanenmarkt, Jahnstraße, Arndtstraße, Trankgasse, Brüderstraße, Hellweg bis Graf=Engelbert=Brunnen, Kortumstraße, KaiserWilhelm=Straße, Kurfürstenstraße, Cäcilienstraße, Castroper Straße zum Turnierplatz im Stadion. Die Schuljugend und das Reit= und Fahrturnier Unter Bezugnahme auf die gestern in den Tageszeitungen veröffentlichte Bekanntmachung bezüglich des Besuchs des Reit= und Fahrturniers durch die Schuljugend wird hierdurch mitgeteilt, daß die Schuljugend zu den Vorführungen des Reit= und Fahrturniers am Samstag, 4. Juli 1936, 14 Uhr, zum verbilligten Preise von 0,20 Mark, worin die Gebühr von 0,10 Mark für ein Olympia=Heft enthalten ist, Zutritt hat. Es wird gebeten, die Schuljugend möglichst geschlossen zu führen. Der Einlaß zum Turnierplatz (TuS.=Stadion) erfolgt nur durch den Eingang bei Dieckmann. Ausdrücklich wird hervorgehoben, daß die Vorführungen der Wehrmacht und der SA. auch am Samstag erfolgen. Die Schulverwaltung Provinzialverband westf. Zucht=, Reit= u. Fahrvereine Seite 3 Nr. 153 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 3. Juli 1936 Besonderes Interesse erweckte während des Marsches der Schützen der Wagen mit dem Schützenvogel Aufnahmen:..-Muthherz Tausende wohnten dem großen Zapfenstreich auf dem Rathausvorplatz bei Seite 4 Nr. 153 7 Bochumer Anzeiger„ Freitag, 3. Juli 1936 Die Dochainel=Karchenerlafsschae mit Haushaltungs= und Gewerbeschule Bochum im Geschäftsjahr 1935/36 zwei Religionslehrkräften. Durch Erkrankungen innerhalb des Kollegiums wurden insgesamt 700 VertreIm Berichtsjahr wurde die Mädchenberufsschule von insgesamt 8619 Schülerinnen besucht. Es bestanden 22 Handwerkerinnenklassen, 81 Klassen für Verkäuferinnen, fünf Klassen für Kontoristinnen und 84 für Haustöchter, Hausgehilfinnen und ungelernte Arbeiterinnen. Die Schule ist in zehn Schulbezirken untergebracht. Die Einrichtung der Schulräume und die Lehrmittelsammlung fur die verschiedenen Abteilungen der Schule wurden erneuert und ergänzt. Es konnten drei Unterrichtsräume völlig neu ausgestattet werden. Die Beteiligung am Reichsberufswettkampf war sehr rege. Erfreulicherweise konnte eine Schülerin der Berufsschule, Grete Beyer, als Reichssiegerin aus dem Wettkampf hervorgehen. Vor versammelter Konferenz wurde ihr in Anerkennung ihrer Leistungen das Hausbuch der deutschen Mutter überreicht. Die Lehrkräfte haben an der Durchführung des Berufswettkampfes erheblichen Anteil. Die Gehilfinnenprüfungen erbrachten den Nachweis, daß die berufliche Ausbildung im Zusammenwirken von Werkstatt und Berufsschule zu guten Ergebnissen geführt hat. In der kaufmännischen Abteilung ist eine starke Zunahme der Schülerzahl zu verzeichnen gewesen. Leider ist bei diesen Lehrlingen die Berufseignung oft nicht genügend vorgeprüft, so daß insbesondere in den Klassen des Lebensmittelhandels noch viele ungeeignete Lehrmädchen vorhanden sind. Es ist zu hoffen, daß die Gehilfinnenprüfungen, die zunächst als freiwillige Einrichtung durch die Industrie= und Handelskammer durchgeführt werden, zu einer besseren Auswahl der Lehrlinge, insbesondere im Verkauf, führen, und daß sie einen Ansatz zu ernsterer Berufsauffassung bieten wird. Durch Landverschickung, Landjahr und durch das hauswirtschaftliche Anlernjahr wurde die vermehrte Einrichtung von Sonderklassen erforderlich; sie bedingen eine große Zahl von Umschulungen und vermehrte Verwaltungsarbeit. Der staatspolitischen Erziehung wurde in Lehrplänen, Schulfeiern und bei Sonderveranstaltungen besondere Pflege zuteil; die Schülerinnen nehmen regen Anteil am Zeitgeschehen. Besonders anerkennenswert war die Opferbereitschaft der Lehrkräfte bei den Winterhilfssammlungen und beim Muttertag. Auch für die Arbeit des Reichsmütterdienstes haben sich die Lehrkräfte der Mädchenberufsschule ehrenamtlich bereitwillig zur Verfügung gestellt. Die seit Ende Juli 1935 verfügte Anfertigung von Hausaufgaben hat zu einer Besserung der Leistungen geführt. Leider wird die unterrichtliche Arbeit erheblich beeinträchtigt dadurch, daß die Betriebe noch nicht in dem wünschenswerten Ausmaß die Schulferien für die Beurlaubung ihrer Jugendlichen ausnutzen, so daß die Beurlaubungen innerhalb der Schulzeit einen erheblichen Umfang angenommen haben. So haben bei den gewerblichen Lehrlingen 11,5 vom Hundert, bei den kaufmännischen Lehrlingen sogar 20,3 vom Hundert und in der hauswirtschaftlichen Abteilung 2 vom Hundert Urlaub während der Schulzeit gehabt. Es ist zu erhoffen, daß in Zukunft der Ministerialerlaß stärkere Berücksichtigung erfährt, der den Lehrherren und Betriebsleitern nahelegt, für die Beurlaubung der Berufsschulpflichtigen in erster Linie die Schulferien wahrzunehmen. Das Kollegium bestand im Berichtsjahr aus 89 hauptamtlichen Lehrkräften, einer nebenamtlichen und tungsstunden erforderlich, dadurch wurde die vorübergehende Einstellung zweier Gewerbelehrerinnen notwendig. Die Betätigung im Schulgarten diente gleichfalls der körperlichen Ertüchtigung der Schülerinnen. Die Gartenerzeugnisse wurden im hauswirtschaftlichen Unterricht verwertet. Sehr lebhaft war die Tätigkeit in der BDA.-Gruppe, die in wöchentlichen Heimabenden zusammenkam und neben ernster Arbeit auch Spiel, Volkstanz und Spielturnen pflegte. Auch wurden für bedürftige BDA.=Jungen Pimpfenjacken genäht. An der BDA.=Tagung in Königsberg nahmen zwei Mädel, die Gruppenleiterin und einzelne Mitglieder des Kollegiums teil, die der Frauengruppe des BDA. angehören. Auch an den Sammlungen für den BDA. und am Fest der deutschen Schule hat sich die Gruppe beteiligt. Die Haushaltungs= und Gewerbeschule hat ebenfalls einen Aufschwung genommen. Die Zahl der Schülerinnen betrug 882. Es wurden insgesamt sechs Jahreslehrgänge und elf Halbjahreslehrgänge durchgeführt. Bei der Schule für Kinderpflege= und Haushaltgehilfinnen ergab der Abschluß ein gutes Ergebnis. Die Schülerinnen konnten alle in Haushaltsstellen untergebracht, ja der Nachfrage konnte nicht genügt werden. Der zur Schule für Kinderpflege und Haushaltgehilfinnen gehörige Kindergarten wurde gut besucht. Dank der regelmäßigen Ueberwachung durch die Schulärztin brauchte er wegen Infektionskrankheiten nicht geschlossen zu werden. Zur Schule wurden acht Kinder entlassen. Am Ende des Schuljahres fand eine kleine Ausstellung von Schülerinnenarbeiten aus dem Nadelarbeitsunterricht aller Klassen statt, die in bezug auf Technik und geschmackliche Ausgestaltung durchweg gute Leistungen zeigte. Durch die zunehmende Schülerinnenzahlen bei beiden Schulen wird auch die Raumnot der Schule wieder größer. Die Bereitstellung eines weiteren Schulgebäudes zur Zusammenfassung der verstreuten Klassen ist dringend erforderlich. Die Aufnahme eines Neubaus der Mädchenberufsschule in das Bauprogramm der Stadt ist für die Zukunft der Schule von ausschlaggebender Bedeutung. Sonderzug nach Detmold Zum Frontkämpfer= und Kriegsopfertreffen Am 8. und 9. August 1936 findet in Detmold ein Frontkämpfer= und Kriegsopfertreffen der NS.= Kriegsopferversorgung(NSKOV.) statt. E ist beabsichtigt, für die Teilnehmer an dieser Veranstaltung aus dem Bezirk Dortmund einen Sonderzug ab Dortmund über Soest, Lippstadt nach Detmold einzulegen. Der Preis beträgt ab Dortmund etwa 2,80 RM. Gegen Vorzeigen der Sonderzugfahrkarte wird den Teilnehmern auch für die Zubringerzüge eine Fahrpreisermäßigung von 75 Prozent gewährt. Abfahrt ab Dortmund gegen 7 Uhr, Rückfahrt ab Detmold gegen 20 Uhr. Die Großkundgebung, deren Höhepunkt die Rede des Reichskriegsopferführers Oberlindober bildet, beginnt am Sonntag, 9. August, um 11 Uhr. Während der Tagung sind für die Teilnehmer an der Veranstaltung ermäßigte Fahrpreise für Straßenbahn usw. bewilligt worden. Es wird allen Kameraden und Kameradenfrauen reichlich Gelegenheit geboten, nicht nur die alte, schöne Hauptstadt von Lippe=Detmold und die landschaftlichen Reize des Lipperlandes, sondern auch besondere Sehenswürdigkeiten(Hermannsdenkmal, Externsteine) kennenzulernen. Die Mitglieder der NSKOV. Bochum, die sich an dem Frontkämpfer= und Kriegsopfertreffen in Detmold beteiligen wollen, werden aufgefordert, sich bis spätestens Mittwoch, 8. Juli, in der Geschäftsstelle, Trankgasse 5, oder bei ihrem zuständigen Ortsgruppenleiter zu melden. Nähere Einzelheiten über das Kriegsopfertreffen werden den Teilnehmern an der Veranstaltung noch bekanntgegeben. Lastkraftwagenfahrer flüchtete nach Verursachung eines Verkehrsunfalles Am 29. Juni, gegen 13.45 Uhr, wurde in Höhe des Hauses Wittener Straße 804 in Bochum=Langendreer ein Radfahrer von einem ihn überholenden Lastzug mit Anhänger gestreift und zu Boden gerissen. Der Radfahrer erlitt Verletzungen am Kopf und an den Händen, konnte aber nach Anlegung von Notverbänden seinen Weg fortsetzen. Der Führer des Lastzuges ist unerkannt entkommen. Wer ist Zeuge des Verkehrsunfalles gewesen? [ Sachdienliche Angaben nimmt das 6. Kriminalkommissariat in Bochum=Langendreer und auch jede andere Polizeidienststelle entgegen. Hasenplage. Ueberall hört man Klagen über die Hasenplage, die in den Querenburger Gärten großen Schaden verursacht. Diese ungebetenen Gäste haben sich anscheinend ungemein stark vermehrt und sind ziemlich dreist geworden. Sommerwetter mit Gewitterschauern Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim 355 um 21 Uhr Die Großwetterlage zeigt wenig Neigung zu einer wesentlichen Umgestaltung. Das Diefdruckgebiet über England bleibt für die nächste Zeit maßgebend für die Witterung unseres Gebietes und befördert unausgeglichene Luftmassen verschiedener Temperaturen an seiner Südseite auf den Kontinent, wobei es beim Einbruch kühlerer Luft jedesmal zu gewittrigen Niederschlägen und starken Winden kommt. Auch weiterhin wird also das Wetter leicht unbeständig und nur mäßig warm sein. Aussichten für Freitag: Bei frischen südwestlichen Winden anfangs noch kräftig bewölkt mit einzelnen Schauern, dann vorübergehend aufheiternd, in den Nachmittagsstunden erneut Bewölkungszunahme, Temperaturen nur wenig über 20 Grad ansteigend.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Kühl, aber nicht unfreundlich. Wettervorhersage vom 2. bis 11. Juli Herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersagen des Reichsamtes für Wetterdienst Das Wetter wird in den nächsten drei bis vier Tagen in ganz Deutschland leicht unbeständig sein, indem Aufheiterung mit kurzen, vielfach gewittrigen, manchenorts vielleicht ziemlich heftigen Niederschlägen abwechselt. Bei gleichfalls wechselnden Temperaturen wird es im allgemeinen mäßig warm sein. In Ostpreußen ist wenigstens in den nächsten Tagen mit noch sonnigerem warmen Wetter als im übrigen Deutschland zu rechnen. Etwa mit Beginn der nächsten Woche wird voraussichtlich in ganz Deutschland ein mehrtägiges heiteres und trockenes Wetter mit wieder ansteigenden Temperaturen eintreten. In der zweiten Hälfte der nächsten Woche wird, mit Gewittern beginnend, die besonders im Voralpenland häufigere und stärkere Niederschläge bringen werden, neuerdings leicht unbeständige Witterung herrschen. Die Sonnenscheindauer wird in der Summe der zehn Tage meistenorts zwischen 60 und 90 Stunden betragen. Mittwoch, 1. Juli Barometer4 Uhr: 61·8 Thermometer 2. Uhr: 13 S Zeiten für Sonne und Mond am 3. Juli: ( Aufg..12, Unterg. 20.55; J Aufg. 20.05, Unterg..41 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Arrenriagung der kommanaten Aulhl.e, astier Grundsätzliche Vorträge über gemeindeamtliche Aufgaben Wohin gehen wir heute? eer. Uhr: Ein Waizer um den StephansStadttheater: 18 Uhr: Die Walküre. Schüyenhof: 20 Uhr: Schützenball. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Polenblut. Hammer Lichtspiele: ab 15.30 Uhr: Ich war Jack Mortimer. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Die Puppensee. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uh turm. Odeon: ab 15.30 Uhr: Ein junger Mann aus USn. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Ein junger Mann aus uen. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Hilde Petersen postlagernd Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Es geschab in einer Nacht. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Leichte Kavallerte. Capitol: ab 15.15 Uhr: Oberwachtmeister Schwenke. Case Fuchs Grünewald. Schwvente. Die kommunalpolitischen Arbeitstagungen, für die Das Thema Bochum nachgerade eine Art Vorort zu werden beginnt, jdeutschen Geme erfreuen sich in Fachkreisen eines großen und, man darf sagen, grundsätzlichen Ansehens, werden hier doch die vielen überaus wichtigen Probleme, die den Gemeindeverwaltungen im nationalsozialistischen Staate gestellt sind, in einer Form behandelt, die zugleich wissenschaftlichen und praktischen Charakter trägt. Am Donnerstag morgen wurde die von der Verwaltungsakademie„Industriebezirk“ gemeinsam mit den Gauleitungen der NSDAP., den Aemtern für Kommunalpolitik, den Gauen Westfalen=Süd und Nord, dem Deutschen Gemeindetag und der Provinzialdienststelle Westfalen einschließlich Lippe durchgeführte Tagung in der Verwaltungsakademie eröffnet. Nach einem musikalischen Vortrag der Städtischen Bläservereinigung begrüßte Prof Dr. Naendrup(Münster) namens der Westfälischen Verwaltungsakademien die Teilnehmer und entwickelte in den Grundzügen die Bedeutung der zu leistenden Arbeit. In Vertretung des Oberbürgermeisters Dr. Piclum begrüßte Stadtrat Stumpf die Gäste, unter ihnen vor allem Vizepräsident Dellenbusch, der den Regierungspräsidenten von Arnsberg vertrat, ferner den Vorsitzenden des Deutschen Gemeindetages(Provinzialdienststelle Westfalen einschließlich Lippe), Landeshauptmann Kolbow, sowie den geschäftsführenden Präsidenten des Deutschen Gemeindetages und Direktor des Kommunalwissenschaftlichen Institutes an der Universität Berlin Dr. Jeserich. „Gegenwartsfragen der eindepolitik“ behandelte in ausführlichen und wissenschaftlich ergründenden Darlegungen Dr. Jeserich. In der kommunalen Arbeitsund Verwaltungszelle besteht noch am ehesten die Möglichkeit, in der lebendigen Volksgemeinschaft zu wirken. Der Kommunalbeamte, gewissermaßen auf der dem Volke nächstgelegenen Sprosse der staatspolitischen Verwaltungsleiter stehend, habe sich als wertvollstes Bindeglied des großen Gemeinschaftsgedankens zu empfinden. In diesem Sinne sei ein starkes Berufsbeamtentum, das seine Aufgaben mit der nötigen Zivilcourage, aber auch mit der entsprechenden Rückenstärkung angehe, von außerordentlicher Bedeutung. Nicht nur technisch, bürokratisch, verwaltungsmäßig habe der Kommunalbeamte seine Gemeinde zu betreuen, er sei vielmehr der dem Staate verantwortliche Träger und Führer seiner Gemeinde. Ueber„Grundsätze und Entwicklung der öffentlichen und privaten Fürsorge" sprach der Vizepräsident des Deutschen Gemeindetages, Dr. Zeitler(Berlin). Den letzten Vortrag des ersten Arbeitstages hielt Oberbürgermeister a. D. Prof. Dr. Most(Duisburg), der sich mit dem Thema„Gemeindliche und private Wirkschaft: vergangene und gegenwärtige Entwicklungslinien“ beschäftigte. Abends folgten die Teilnehmer einer Einladung der Stadt Bochum und besichtigten das Rathaus, die vorbildliche Arbeitsstätte unserer Kommunalpolitiker, die in ihrer repräsentativen Bau= und Raumgestaltung allgemeine Bewunderung auslöste. 6. Sie mal vom Bock herunter Aate=Trhunen, 7s Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Im Verkehr mit der Polizei ist es immer besser, schön die Ruhe zu behalten. Aufgeregtheit führt leicht zu unangenehmen Zwischenfällen, an denen keiner nachher seine Freude hat: der Aufgeregte nicht die Polizei nicht und am wenigsten der Richter, der das letzte Wort sprechen soll, was durchaus nicht immer sehr leicht ist. Bekanntlich wird durch die Polizeibehörde gegen alle diejenigen Fuhrwerkslenker vorbeugend vorgegangen, die im Straßenverkehr etwa betrunken sind oder sichtbar dösen. Man holt sie lieber aus dem Verkehr heraus, bevor erst ein Unheil geschieht. Nun war es einem Wagenlenker auf der Alleestraße, als er mit Kohlen von einer Zeche aus Wattenscheid kam, geschehen, daß er von einem Polizeibeamten für schlafend und als betrunken angesehen worden war. Dieser veranlaßte die Sicherstellung des Wagens der Fahrer mußte sich mit ihm nach dem Krankenhause begeben, um eine Blutprobe machen zu lassen. Da der Mann sich nicht für betrunken hielt und auch nicht geschlafen haben will, war ihm das Zwischenspiel natürlich sehr peinlich, obgleich sich seine Schuldlosigkeit dort herausstellen würde. Er traf unterwegs einen Bekannten, den er aufforderte, seinen Wagen in Obhut zu nehmen und seine Frau zu benachrichtigen. Bei dieser Sache gab's eine heftige Auseinandersetzung mit dem Beamten der einen Stoß vor die Brust erhielt und— der Widerstand gegen die Staatsgewalt war fertia. Es konnte sich nachher zwar herausstellen, daß keine Alkoholzeichen bei dem Fahrer gefunden wurden— es war aber unterwegs eine strafbare Handlung entstanden, die an sich Sühne verlangte. * Ruhe ist die erste Bürgerpflicht! Die Polizeibeamten haben in unserm Gebiet keinen leichten Dienst. Sie müssen deshalb vor Gericht durchaus gegen Angriffe und Anwürfe geschützt werden. Der Beamte war nach seiner Amtspflicht korrekt verfahren und konnte sich zum Einareifen berechtigt halten. Es ist besser, dann ruhig und gemessen zu folgen und die Aufkläruna der Dinge gelassen abzuwarten, als seinem Unmut über ein vermeintliches Unrecht Ausdruck zu geben, wodurch der Fall sehr leicht auf die Spitze getrieben wird, wie hier, da der Beamte den Mann nun am Knebel zum Krankenhause führte. Und die Strafanzeige kam hinterher. Zwei Monate Gefängnis hielt der Staatsanwalt für durchaus angebracht. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde Umstände aus dem ganzen Verlauf des Zwischenspiels zu und ließ es mit einer Geldstrafe von hundert Reichsmark genug sein. Aus dem Falle möge man lernen, unangenehmen Weiterungen aus dem Wege zu gehen. Niemals, auch nicht, wenn man sich im Rechte glaubt, darf man die Hand gegen einen Polizeibeamten erheben. Man verbaut sich für später damit das Beschwerderecht. Verkehrsleben hat die Polizei die große Aufgabe, Unfälle verhüten zu helfen. Sie wird also nach ihren Pflichten einschreiten, wo sie Gefahren kommen sieht. Es ist lange nicht so schlimm, wenn dabei einmal fehlgegriffen würde, als wenn die Dinge laufen gelassen würden, wie sie wollen. Auch wenn man im Rechte zu sein glaubt, folge man lieber zunächst dem Stärkeren, und das ist in solchem Augenblick der Polizeibeamte. * Allzubefeuchtete Maienfreude Den Spruch„Freut euch des Lebens" vom ersten Mai haben alle diejenigen nicht ganz richtig ausgelegt, die ihn als eine Aufforderung auffaßten, sich mal ordentlich zu beschläuchen. Meist schämt man sich dessen, man im umnebelten Kopfe tat. So war's auch bei einem Angeklagten der Fall, der irgendwo an der Gußstahlstraße die Scheiben zerschlagen hatte, von der Polizei gefaßt wurde, Widerstand leistete und in der Zelle auch noch Unfug verübte. Er konnte froh sein, daß das Gericht milde gestimmt war und mit zusammen achtzig Reichsmark die Rechnung vom 1. Mai als beglichen ansehen will. Bochumer Stadtwerbung zu den Olympischen Spielen — Seit einigen Tagen ist in die Portomaschine der Stadtverwaltung ein neuer Freistempel eingebaut. Das Stempelbild zeigt die Olympia=Glocke mit der Umschriftung:„Bochum, die Heimat der Olympia=Glocke. Sehenswerte Industriegroßstadt". Alle von der Stadtverwaltung zum Versand gelangenden Postsachen erhalten diesen Aufdruck, der einmal eine Olympia= und zum andern eine Stadtwerbung ist. Ausgezeichnet für Bochum Unsere endgültigen Patenorte für die Weinwerbewoche 1936 Die folgenden Patenorte sind der Stadt Bochum für die diesjährige Weinwerbewoche nunmehr endgültig zugeteilt worden: Cochem=Cond(Mosel), Rüdesheim (Rheingau), Laubenheim(Rheinhessen), Bad Dürkheim (Rheinpfalz). Der SGV. bei Fritz Harkort Die Berge und Wälder des nahen Ardeygebirges zwischen dem Louis=Berger=Denkmal in Witten und dem Fritz=Harkort=Denkmal in Wetter sind eines der beliebtesten Wandergebiete der Bochumer Wanderer. Neben dem Genuß lohnendster Fernblicke auf das gesegnete Ruhrtal und der Bewunderung zahlreicher, vielhundertjähriger Baumriesen lockt immer wieder der Weg zu einem Waldfriedhof, zu der Ruhestätte eines der besten und treuesten Söhne der roten Erde, unseres Fritz Harkort. In, stillster Waldeinsamkeit, inmitten eines Buchenhochwaldes, kaum eine halbe Stunde vom Bahnhofe Wetter entfernt, in der Nähe des Hauses Schede ruht der Begründer der westdeutschen Eisenindustrie, der Beherrscher der märkischen Volksseele seiner Zeit, der mutvolle Kämpfer von Ligny, der Mann„aufrecht nach oben und unten“, der Mann, der„hunnertdusend guede Frönne im Lanne hadde“, dessen Lebensgrundsatz war und blieb: Das Leben gilt nichts ohne die Treue, der hohe Staatsbelohnungen ausschlug, um in seiner stillen Kammer in einem kleinen Schieferhäuschen in Wetter seinem Volke zu dienen. In ergriffenem Gedenken lauschte eine starke Abteilung älterer Wanderer der Abteilung Bochum des SGV. den Worten ihres Wanderführers, der am Grabe dieses treuen Mannes anfeuernde Lebensschilderungen gab. In Stille schied die Schar, in dem Gefuyl: Hier ist heiliger Boden, hier ruht Fritz Harkort. Neue Tiere im Tierpark Füchse, Iltisse und Eichhörnchen Seit einigen Tagen ist im Tierpark ein erfreulicher Zuwachs zu verzeichnen. Durch Stiftungen wurde der Tierpark bereichert, und zwar um 2 Jungfüchse(Stifter Dr. med. Haerter, BochumWeitmar); 1 Jungsuchs(Stifter Direktor Dorn); 4 Iltisse(Stifter Ernst Vormholz) sowie 2 Eichhörnchen(Stifter Steiger Hülsebusch). Die Tiere sind in großen, geraumigen Gehegen untergebracht, erfreuen sich guter Gesundheit und wunschen, recht bald einmal besucht zu werden. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) RS.Frauenschaft Gerthe. 19 Uhr: Pflichtabend bei Kalthoff. NS.=Frauenschaft Hamme. 16 Uhr: Zusammenkunft im Gemeindesaal am Hindenburgplatz. Lichtbildervortrag und Berabreichung von Marmeladenkostproben. NSDAP. Linden. 20 Uhr: Zusammenkunft der Polttischen Leiter im Parteiheim. RSV. Weitmar=Nord. 19 Uhr: Zusammenkunft sämtlicher Zellen= und Blockwalter sowie Frauen bei Floren, Normannenstraße. „Kraft durch Freude“ Verkaufsstellen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". Die Verkaufsstelle der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ befindet sich in der Kortumstraße Nr. 62. Hier werden Einzahlungen, Anmeldungen und die Ausgabe der Fahrkarten und sonstiger Karten vorgenommen. Das Kreisamt„Kraft durch Freude“ und die Abteilung „Sport“ befinden sich in der Kortumstraße 114. Die Teléphon=Nummer ist: 62779. Verbilligte Karten zum Volksschützenfest heute und morgen werden in den KdF.=Geschäftsstellen an alle Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront abgegeben. Fahrplan für den KdF.=Sonderzug vom 4. bis 12. Juli nach Brohl—Rheintal. Abfahrt am 4. Juli ab Hagen Hbf. um 13.30 Uhr; ab Haspe 13.40 Uhr, Gevelsberg 13.50 Uhr. Milspe 13.55 Uhr, Schwelm 14.11 Uhr, Oberbarmen 14.21 Uhr, an Rolandseck 16.18 Uhr, an Oberwinter 16.25 Uhr, Remagen 16.34 Uhr.— Rückfahrt am 12. Juli ab Remagen um 10.19 Uhr, ab Oberwinter 10.29 Uhr. Rolandseck 10.36 Uhr, an Oberbarmen 12.31 Uhr, Schwelm 12.42 Uhr, Milspe 12.51 Uhr, Gevelsberg 12.56 Uhr, Haspe 13,04 Uhr, Hagen 13.10 Uhr. Mit KdF. zur Ahr! Hast du daran gedacht, daß wir am 5. Juli, vormittags 6 Uhr, vom Wilhelmsplatz mit dem Omnibus zum wildromantischen Ahrtal fahren? Du weißt doch, daß das Ahrtal seine besonderen Schönheiten hat: rauhe Felswände, rebenumkränzte Höhen, sattes Grün, Burgen usw. Der Preis für diese Fahrt beträgt 5,55 RM. Anmeldung sofort beim Betriebs= oder Ortswart der NS.= Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ oder in der Verkaufsstelle Kortumstraße. Segeln mit„Kraft durch Freude“ auf dem Steinhuder Meer. Für die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront und Inhaber der Jahressportkarte hat die NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Segelkurse auf dem Steinhuder Meer nach untenstehendem Lehrgang eingerichtet. Der Teilnehmerpreis für den sechstägigen Lehrgang beträgt 23.50 RM. Das Fahrgeld ist darin nicht enthalten. Die Lehrgangsteilnehmer erhalten für die Reise vom und zum Wohnort Fahrpreisermäßigungen von 50 vom Hundert. Meldeschluß ist jeweils 10 Tage vor Beginn der Fahrt. Auch hier ist eine schnelle Entscheidung angebracht. Setzen Sie sich deshalb umgehend mit Ihrem Betriebs= oder Ortswart der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" oder aber mit der Verkaufsstelle Kortumstraße in Verbindung. Lehrgangsplan: Lehrgang Nr. 2: vom 5. Juli bis 11. Juli;, Nr. 3: vom 12. Juli bis 18. Juli: Nr. 4: vom 19. Juli bis 25. Juli: Nr. 5: vom 26. Juli bis 1. August; Nr. 6: vom 2. August bis 8. August; Nr. 7: vom August bis 15. August;„Nr. 8: vom 16. August bis 22. August: Nr. 9: vom 23. August bis 29. August; Nr. 10: vom 30. August bis 5. September: Nr. 11: vom 6. September bis 12. September; Nr. 12: vom 13. September bis 19. September: Nr. 13: vom 20. September bis 26. September; Nr. 14: vom 27. September bis 3. Oktober. Freitag, 3. Juli. von 17 bis 18.30 Uhr in der Gymnastikschule, Rottstraße 29; von 17 bis 18.30 Uhr im Lichtund Lusthad Ddes Naturheilvereins, Königsallee. Froyliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr im Licht= und Luftbad des Naturheilvereins Königsallee, nur bei Regenwetter in der Kommunal= bank Schützenbahn; von 16.30 bis 18.30 Uhr im Gymnastikraum in der Kommunalbank; von 20 bis 22 Uhr Turnhalle des Reformrealgymnastums, Bochum=Dahlhausen. Kleinkaliverschießen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Schießzstand des Volkssportplatzes an der Castroper Straße. Schwimmen für Frauen und Männer von 19 bis 20.30 Uhr, Freibad in Bochum=Langendreer; von 19.30 bis 20.30 Uhr Kreibad Beckmannsdos, Wattenscheid. Tennis für Frauen und Männer von 19.30 bis 20.30 Uhr in Wanne=Eickel, Wilhelmstraße. Lokalnachrichten auf Seite 8. 12. 15 bis 191 Seite 5 Nr. 153 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 3. Juli 1936 Aus aller Unterredung mit Teni Riefenstahl Die der Echipla Znmn=Prrrerener=Wire Mit 500000 Meter wird gerechnet— Vom Einsatz der Technik und Wesen der Filmschöpfung Vorbereitung mehr als halbe Gesamtleistung— Die Kamera vor Problemen Zum Generalintendanten ernannt Durch die in Berlin bevorstehende Uraufführung des Films von den Olympischen Winterspielen richtet sich das Interesse in besonderem Maße auf die gewaltigen Vorbereitungen für die filmische Erfassung der großen Berliner Olympia=Geschehnisse, von denen man hie und da Einzelheiten gehört hat. Leni Riefenstahl, die von Dr. Goebbels den Auftrag zur Herstellung des Films von den 11. Olympischen Spielen erhielt, hat in einem ersten Interview der RSK. umfassenden Einblick und Aufschluß über die Vorarbeiten und darüber hinaus über das Wesen der Filmschöpfung gegeben, die für die gesamte Welt den Ablauf und den Geist des größten sportlichen Ereignisses festhalten und für die Zukunft erhalten soll. Auf dem Langen See bei Grünau, der Ruderbahn des Berliner Regatta=Vereins, sind die letzten Rennboote zu ihren Stegen zurückgekehrt. Ein Motorboot, das mitgefahren und dann noch lange auf der Kampfbahn hin= und hergekreuzt war, hat jetzt auch festsemacht..,, men bi. aemissanhaften hVon den Tribunen kommen die gewissenyaften, begeisterten Nachzügler, die mit Wenn und Aber den Ergebnissen der zwölf Rennen des Nachmittags immer noch wieder eine neue Seite abzugewinnen verstehen. Männer mit schweren Leder= und Metallkästen über den Schultern klettern die schmale Eisentreppe im Tribünen= bau herab...., Grämen hurchetSportsleute und Zuschauer strömen durcheinander. Nur das satte Grün des breiten Uferstreifens liegt schon menschenleer. Doch über die Rennstrecke ergießt sich jetzt neues Leben. Sie ist freigegeben und Ruderboote aller Gattungen, Segler und Motorboote eilen spreeauf, desto stiller aber hat sich der Abend über die vereinsamten Regatta=Anlagen gesenkt. So geht das seit langen Wochen... An einem der vielen leeren Tische ist tropfenweise eine Gruppe von wetterfesten Männergestalten zusammengeströmt. Auch die Kletterkünstler mit den gewichtigen Kästen sind darunter. Hier bespricht Leni Riefenstahl das Ergebnis des Tages und berät sich mit dem Stabe ihrer Kameraleute und ihren vertrauten Helfern. So geht das Tag für Tag nun schon seit vielen Wochen, und alles, was geschieht, ist„nur“ Vorarbeit für den unerbittlichen Ernst des fröhlichen, ehrlichen Wettkampfes der Völker während der Olympischen Spiele.. 4.. und wes 29 b. 4h. Denkt vielleicht zemand, was es da schon viel vorzubereiten gebe, im Gegenteil, man werde mehr Aufnahmen drehen können, als sich verwerten lassen, und höchstens müsse man überlegen, daß die Kameraleute rechtzeitig zur Stelle sind und von guten Plätzen aus ungestört kurbeln können? Mehr als man braucht, wird man bestimmt drehen. Es wird mit 400000 bis 500000 Meter gerechnet. 130 000 waren es bei dem letzten Reichsparteitagfilm„Triumph des Willens". Aber dieses Zuviel hat seinen tieferen Grund. Und darin offenbart sich die Größe des Auftrages, den Reichsminister Dr. Goebbels Leni Riefenstahl erteilt hat, als er sie mit der Herstellung des Films von den„11. Olympischen Spielen 1936 zu Berlin" betraute. Worauf es ankommt Die Vorbereitung ist, wie man in einer Unterredung mit Leni Riefenstahl bestätigt fand, in der Tat weit mehr als die Hälfte der ganzen Leistung, die es zu bewältigen gilt. Aber die Ausnützung jedes wichtigen Augenblicks, jeder filmreifen Sekunde und dann weiter die Gewinnung des denkbar besten Blickpunktes und schließlich die Hauptsache: das Erhaschen des letzten Geheimnisses eines sportlichen Kampfes und des gerade ihm und nur ihm eigenen Wesens— das will vorher erwogen, erdacht, erprobt und wenigstens einmal wäh rend der Ausscheidungskämpfe versucht sein. Gewiß kommt es in diesem Film darauf an, den Einsatz des sportlichen Könnens und der menschlichen Persönlichkeit festzuhalten, die sich in den Einzeldisziplinen und im Mannschaftskampfe jeweils zur Geltung bringt. Aber darüber hinaus ragt noch ein anderes, und das ist der Geist dieses Films und zugleich die künstlerische Verpflichtung, die er auferlegt, und die beide nur dort gefunden und verewigt werden können, wo die letzte Herzkraft und der verborgenste Willenseinsatz entschleiert werden, die untrennbar sind von der inneren Forderung einer bestimmten Sportart. „Ich sah auch hier wieder bei diesen Ruderern“, sagt Leni Riefenstahl,„wie unermeßlich reich die„Szenerie" ist, die an uns vorübereilt. Wie fesselnd und mitreißend war doch dieser verbissene Kampf der Männer! Und wie entscheidend kommt alles darauf an, die Einstellungen nach den fliehenden Augenblicken sportlicher Höchstspannung und nach dem Sinn der Sportart herauszufinden. Ein Studium ist es wert, zu wissen, wo und wie wir ansetzen wollen. Deshalb müssen wir eine Fülle von Eindrücken sammeln können und müssen auf jeden Fall verhüten, daß die Kernstücke des sportlichen Ereignisses darin fehlen. 20 Sportfilme„nebenbei“. So wird es allein auch möglich sein den Olympiafilm für ausländische Fassungen den Wünschen der Länder anzupassen, also im einzelnen Falle die Olympiakämpfer derjenigen Nation besonders ausführlich in die Erscheinung treten zu lassen, für die er bestimmt ist. Auch sind gewissermaßen für Archivzwecke etwa 20 Sportfilme im engeren Sinne des Wortes vorgesehen, um als Kurzfilme Lehrzwecken zugänglich gemacht zu werden. Das Reichssportfeld hat Leni Riefenstahl natürlich längst„in der Tasche". In Kiel ist sie erst neulich gewesen mit Walter Frentz, dem Spezialisten der Wassersportfilme, und hat die Kämpfe der Segler verfolgt, überall unterstützt von der Marine, und keine Minute ohne Beobachtung für alle die vielen, zum Teil winzigen Kleinigkeiten der Organisation, in der ihr Walter Traut zur Seite steht, einer, der bei„SOS Eisberg" dabei war, der Rasmussen bei seinem Film „Palos Brautfahrt“ begleitet und jetzt den Borneo=Film nach Hause gebracht hat. Sieht und hört man von außen zu, dann geht es ihr immer um technische Dinge, und doch dient alles einem in weiter Ferne liegenden, nur in der Idee und in der inneren Haltung erkannten oder auch nur erst vorausgeahnten großen Werk. Aber die unermüdliche Kleinarbeit dieser Künstlerin fügt Teil an Teil, um später alle erdenklichen Voraussetzungen mit ins Spiel bringen zu können. Vom Dach, Floß und Ballon Sie wendet sich weiter an ihre Mitarbeiter, fragt, ob die Kamera auf dem Tribünendach fahren kann und denkt besorgt an die 250 Meter lange Fahrseinem verankerten Floße aus den letzten, äußersten Krafteinsatz erfassen und der ruhigen Beobachtung näherbringen kann. Auch ein Fesselballon gehört zum eisernen Bestande der komplizierten Ausrüstung. Wie er vor dem Winde und nicht zu hoch über dem Wasser zu verankern sei, ohne den Zornesblitz des Olympischen Komitees auf sich herab zu beschwören— denn Sport ist Sport und! Film bleibt Film trotz aller Freundschaft—, ist eine Leni Riefenstahl probiert auf dem Reichssportfeld mit dem Kameramann Ertl eine Einstellung mit der Fernobjektivkamera rampe entlang an der Ufermauer knapp über dem Wasserspiegel. Aber es ist noch ungewiß, ob diese Fahrbahn errichtet werden wird, weil sie die Ruderer stören könnte, obwohl sie noch so weit ab von den Booten wäre, daß mit Teleobjektiv gedreht werden müßte. So muß auch die Psychologie bei den Kämpfen berücksichtigt werden. Schnell hat sich Leni ein Blatt gegriffen und zeichnet die Fahrtlinien der ankommenden Boote am Ziel darauf, weil jetzt erwogen werden muß, ob die Zeitlupe dort am Auslauf, wenn die Ruderer am Ende ihrer Kraft sind und die Riemen ins Wasser gleiten lassen— oder vielleicht kurz vorher— von weitere Frage ernster Ueberlegung. Es hat sich immer wieder gezeigt, daß es sehr schwierig ist, die [Apparate so nahe an die Sportsleute heranzubringen, wie es der Film gern haben will. Die Proben bei den Ausscheidungs= kämpfen gelten oftmals allein den Bemühungen, hier einen vermittelnden Weg zu finden. Eine Mannschaft großer Könner Da werfen dann die Kameraleute ihre reiche Erfahrung in die Waagschale, und so groß und vielseitig auch das Können dieser Männer ist, die zum Teil, wie Die Uebergabe des Olympischen Dorfes B..-Archiv Eugen Klöpfer. wurde vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels als Generalintendant mit der Gesamtführung der Theater am Nollendorfplatz und in der Saarlandstraße sowie der Volksbühne am Horst=Wessel=Platz beauftragt.(Siehe auch Seite 6 der heutigen Ausgabe.) Guzzi Lantschner selbst auch Sportsleute sind, so bleibt Leni Riefenstahl doch immer mit ihren Ideen und Anregungen und der Schärfe ihres vorausdenkenden Verstandes in der Führung. Es ist ein Reiz für sich, zu verfolgen, wie sie mit unfehlbarer Genauigkeit das Wesentliche erkennt und alle Kräfte weckt, die zusammenwirken müssen, und wie sie, Führer und Kamerad zugleich, die Seele dieser Olympia=Film=Gemeinschaft bildet.„ Tausende kleiner Züge sind es, aber alle unerläßlich und nie versagend, und auch im scheinbar Nebensächlichen, so in der Neufassung einer Mitarbeiterliste— „nur alphabetisch, die Stellung oben oder unten schaffte sich jeder selbst, ich hole schon die Besten für das Schwierigste“— erweist sich die Persönlichkeit, die der Führer schon bei der Uebertragung der Reichsparteitag=Filme erkannt und durch den Auftrag ausgezeichnet hat. Eine Mannschaft wunderbarer Kerle ist hier zusammengeschweißt, in der das süddeutsche Blut überwiegt. Da wären also noch: Ertl, der Münchener, auch einer aus dem Kreise von Dr. Fanck, zuletzt bei Leni Riefenstahls Wehrmachtfilm; dann Guzzi Lantschner, eben aus Hannover von einer Expedition zu Reitaufnahmen— wie baut man an Hürden störungsfrei eine Kamera ein?— und zu Kameraproben in der Tanzschule Loges zurück, weiter Kurt Neubert ein Zauberer der Zeitlupe, und Ketterer, zuletzt die rechte Hand von Sepp Allgeier, und in Griechenland ist Willi Zielke auf der Motivsuche für die Aufnahmen vom Fackellauf durch sieben Länder, der am 20. Juli angeht, und den Heinz von Jaworsky und Albert Kling, der Stuttgarter, filmen werden. Kling ist auch für Flugzeugaufnahmen vorgesehen, und schon muß errechnet werden, wann der Kameraeinbau in Udets Maschine erfolgen kann. Alles, was dem Gelingen dient, ist eingesetzt. Der Wendigkeit der Schmalfilmapparate von Körner und Wünsch sind erst recht schwierige Einstellungen vorbehalten, große Aussichten für die Liebhaberfilmerei!— Und das tauglichste Material ausfindig zu machen, sind Probeaufnahmen am gleichen Objekt nicht gescheut worden. Zwei Randfiguren, Rädchen, unentbehrlich wie jeder einzelne, greifen mit ein in das reibungslose Getriebe: Rolf Lantin, der Mann, der alles knipst, was einmal die Geschichte dieses Films sein wird, und Sepp Rederer, bekannt aus Fancks„Weißem Rausch". Ihm und dem neuesten Sepp, der nun auch dabei ist, dem Rist, sind besondere Aufgaben vorbehalten. Die Herzkammer des Olympia=Films Wo aber wird das große Hauptquartier des Films sein?— Dort, wo heute schon die Regiebesprechungen im allerkleinsten Kreise stattfinden: im Hause Ruhwald, unerbittlich abgesperrt gegen die Außenwelt. Noch harren viele Räume der Kamerameister, die erst eintreffen werden, noch ist es viele Stunden am Tage still in dieser Herzkammer des Olympia=Films, über die der Hauptmann der Aufnahmeleiter, Arthur Kiekebusch, wacht und erst am Abend bis tief in die Nacht hinein, wenn die Kerntruppe um Leni Riefenstahl mit der Arbeit des Tages„fertig“ ist, beginnt hier das Prüfen, Sichten und neue Vorbereiten. So wächst eine Aufgabe zu ihrer gigantischen Größe empor, so gewinnt eine Idee Fleisch und Blut, so wird ein Film zum Träger und Künder der Kräfte, die Menschen und Völker bei den Olympischen Spielen in friedlichem Wettstreite vereinigen und begeistern werden. Hch. Hoffmann Wie gemeldet, übergab der Kommandant des Olympischen Dorfes, Oberstleutnant von und zu Gilsa die Wohnstätte der Olympiateilnehmer an das Olympiakomitee beziehungsweise an dessen Präsidenten, Staatssekretär a. D. Lewal d. Unser Bild hält diesen Augenblick fest. Im Hintergrund die Olympiaordonnanzen Ueber Berlin Schwere Gewitter und Wolkenbrüche Berlin, 2. Juli. Die Reichshauptstadt und ihre Vororte wurden am Mittwoch nachmittag erneut von einer Reihe von örtlichen Gewittern heimgesucht, die zum Teil außerordentlich schwer waren. Zahlreiche Blitzschläge und Wolkenbrüche richteten in verschiedenen Stadtteilen verheerenden Schaden an. Sämtliche Wachen der Berliner Feuerwehr hatten den ganzen Nachmittag über Ausnahmezustand. Weite Strecken des Straßenbahnnetzes konnten wegen Ueberschwemmungen nicht befahren werden und einzelne=Bahn=Abschnitte mußten ebenfalls zeitweise wegen Ueberflutung außer Betrieb gesetzt werden. Erst gegen 19 Uhr ließen die Unwetter nach. Die Feuerwehn hatte jedoch noch bis in die Nacht hinein zu tun, um die Schäden zu beseitigen. Seite 6 Nr. 153 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 3. Juli 1936 und Wissenl Worte aus„Dolk ohne Raum“ Vor zehn Jahren erschien das deutsche Schicksalsbuch von Hans Grimm Im Januar 1926 schrieb Hans Grimm dies Geleitwort: „Diese deutsche Erzählung ist, so meine ich, eine politische Erzählung und läßt also unser deutsches Schicksal sehen, wie es Schulen und Parteien freilich nicht lehren, weil sie es weder könnne:. noch wollen. Wem dürfte ich dann das Buch anders zuschreiben als meinen toten Eltern, und meiner Mutter zumeist, und meinen zwei Kindern, voran meinem jungen Sohne, zwischen denen ich Glied bin in der Kette und durch die ich zu meinem Volke gehöre.“ Weil nun in dem Leben das in diesem Buche geschildert wird, unser gemeinsames deutsches Schicksal sein Antlitz nackend zeigt, wie es ja zuweilen geschieht, daß die Geschichte eines einfachen Mannes zugleich das Geschick seines Volkes enthüllt, weil also in unsere ungeheuerlichste Angelegenheit hier ein breitere Einblick sein wird, deshalb müssen diesem Buche Glocken vorausläuten! Oder meinst du, daß es irgendein Größeres gebe auf Erden und im Himmel als die letzte Schiasatsfrage unseres Volkes? Du aber reckst überlegen den Kopf, du aber sagst, das deutsche Volk werde jedenfalls leben und allen Schicksalsfragen entgegen? Was heißt Leben, Freund? Es lebt der Sieche und lebt der Dieb, und lebt die Hure und lebt das Gewürm das einander frißt, aber der deutsche Mensch braucht Raum um sich und Sonnen über sich und Freiheit in sich, um gut und schön zu werden. Soll er bald zwei Jahrtausende umsonst darauf gehofft haben? * Schau um dich, schau vor dich und bedenke die Enkel und Neugeborenen! Es gibt eine Sklavennot der Enge, daraus unverzwungene Leiber und Seelen nie mehr wachsen können. Ich aber, mein Freund, ich weiß, daß meine Kinder und mein Geschlecht und das deutsche Volk ein und dasselbe sind und ein Schicksal tragen müssen. * Im Nebelmonat dieses Jahres in den verwirrten Locarnotagen, wurde die deutsche Erzählung Volk ohne Raum beendigt. Das ist gewißlich wahr, Glockenläuten bedeutet gar nichts, Glocken läuten kein Schicksal fort. Und das ist auch wahr, deutsche Kinder werden immer kürzer lachen, noch schwerer als wir vom Kriege und wir von Versailles und wir von Locarno, ohne deutschen Raum. Und das ist zu dritt wahr, wo das deutsche Volk den Unterschied je lernen soll zwischen dem eitlen und dem tätigen Worte, muß einer mit demütiger Hilfe beginnen und den Mut zur kleinsten Sache aufbringen. Darin hat Melsene Friebott recht. Neuordnung im Berliner Theaterwelen Eugen Klöpfer als Generalintendant beauftragt Im Zuge der Neuordnung des Berliner Theaterwesens sind die Theater am Nollendorfplatz und in der Saarlandstraße mit der Volksbühne vereinigt worden. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Provaganda Dr. Goebbels hat den Staatsschauspieler Eugen Uechence*) KI 23) Und in der Tat, Mady hatte nicht einmal mehr das Interesse für Billy, daß sie kleine Angriffe gegen ihn losließ. Sie hatte vielmehr sofort Billy stehen lassen und war zu de Sole übergesprungen, der Traute so unangenehm war, wie einem nur überhaupt ein Mensch unangenehm sein konnte.„Ist er nicht fabelhaft?“ hatte Mady gefragt— und damit nicht etwa Billy gemeint! Und Traute hatte beinahe bissig geantwortet:„Was fabelhaft? Fabelhaft arrogant, oder fabelhaft aufgedrahtet oder—?!“ Und dann hatte Traute eingelenkt. Wenn man jemand lieb hatte, war man doch unbelehrbar.„Sei mir nicht böse, Mady, aber ich kann mir nicht helfen, für mich ist der Boy Billy—“ ... Für mich auch, Traute, dachte Mady, nur, du darfst es offen sagen, und ich nicht. Und Mady hatte Langeweile gemimt. Traute aber hatte schweren Herzens das Thema Billy aufgegeben. Sie hatte dem Boy, so uneigennützig wie nur ein Mensch sein konnte, helfen wollen. Wenn es ihr vorheigelungen war, so lag das an dem Boy, der in einer gewissen Unvernunft nach den Sternen gegriffen hatte. Eines schönen Morgens lag der Neptunsbrunnen, um den herum allmorgendlich das Leben auf Kummerow mit Frau Henriettes herrlichem Kaffee und lecker zurechtgemachtem Frühstück begann, verwaist da. Nicht etwa, daß die Pensionsgäste den so liebevoll betreuten Tisch Frau Henriettes verlassen hatten! Gott bewahre — sie waren noch alle vollzählig vorhanden. Es goß nur! Es goß so scheußlich, daß man selbst mit Herrn Neptun Mitleid haben konnte, dessen ureigenstes Element doch das Wasser war. Man wunderte sich nur, daß er nicht plötzlich anfing, sich zu schütteln wie ein Pudel. Es gehörte eben schon eine steinerne Ruhe dazu um sich auf diesem Platze zu behaupten! Regentage wachsen sich für unglücklich Liebende zu wahren Brutstätten der Melancholie aus. Auch Billy, der, wie schon gesagt, seit einiger Zeit als Zweifler auftrat, war um eine Ecke von ihr überschattet. Mady aber saß wie unter einer schwarzen Gazeglocke. Und darum empfand sie es als riesig nett, daß Riccardo diese Dunkelheit um sie zu durchdringen suchte, indem er ihr den Vorschlag machte, ein wenig in dem alten Schlosse herumzustöbern. Damit aber nicht andere auf die gleiche Idee kamen und störend wirkten, weil doch Riccardo den Wunsch der Gnädigen nach Einsamkeit kannte, hatte er sich von der kompakten Majorität— damit war Frau Henriette Käselau gemeint— gegen ein gutes Douceur den Schlüssel für einen sonst nicht zugänglichen Teil der Zimmerflucht des ersten Stockwerkes und die Erlaubnis erwirkt, hinter sich abschließen zu dürfen.„Ich meine eine Vorliebe für alte Dinge bei der Gnädigen bemerkt zu haben“, sagte der schöne und ach so zartfühlende Riccardo,„und gerade dieser Teil des alten Baues soll Kunstschätze in Hülle und Fülle bergen.“ Mady aber, trotzdem sie die Nettigkeit dieses Vorschlages anerkannte, überlegte sich doch ein paar Augenblicke ob sie ihn annehmen sollte. Wenn der Boy zwischen sie und sich auf der einen und der Außenwelt auf der anderen Seite hätte eine verschlossene Tür legen wollen, so mürde sie keinen Augenblick gezandert haben, mit ihm hinter diese verschlossene Tür zu gehen. löpfer als Generalintendant mit der Gesamtführung dieser Theater beauftragt, nachdem der preußische Ministerpräsident Generaloberst Göring Eugen Klöpfer für diese Aufgabe freigegeben hat.— Im Einvernehmen mit dem Intendanten der preußischen Staatsschauspiele Gustaf Gründgens wird Eugen Klöpfer in der nächsten Spielzeit bei den preußischen Staatstheatern noch in zwei Rollen auftreten. Generalintendant Eugen Klöpfer übernimmt die Führung der Volksbühne. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat die Führung des Theaters am Nollendorfplatz dem Intendanten Bernhard Graf Solms, die Fuhrung des Theaters in der Saarlandstraße dem Intendanten Ingolf Kuntze, dem derzeitigen Leiter der Reichsfestspiele Heidelberg, übertragen. Verleihung des Renaissance=Preises in Paris. Nach einer Abstimmung, die elfmal wiederholt werden mußte, fiel der Renaissance=Preis, der in Paris jährlich vergeben wird, diesmal an Jean Cassou für sein jüngstes Werk„Les Massacres de Paris“ in welchem er den Pariser Kommune=Aufstand schildert. Man kannte ihn schon als den Verfasser von Arbeiten über spanische Dichtung, Literatur und Kunst und als Romanschriftsteller. Beriii ternt Kaltonumgneiten Aus der Gelchichte der Nationalhumne— Fünf europäische Länder haben zwei Das Musikkorps des Lehr=Bataillons ist zur olympischen Kapelle bestimmt worden. Sie hat in erster Linie die Nationalhymnen der an den Olympischen Spielen beteiligten Nationen zu spielen. 58 Nationen haben sich zu den Olympischen Spielen gemeldet. Die olympische Musikkapelle hat also eine große Verantwortung, damit sie im gegebenen Augenblick die richtige Nationalhymne zu spielen imstande ist. Die meisten wird sie auswendig kennen. Einige seltenere muß sie natürlich nach Noten spielen, die auf Gummiblätter gedruckt worden sind, damit die Musiker auch im Regen blasen können. Die landläufige Meinung, daß Nationalhymnen schon seit langem bestehen, ist nicht richtig. Im Gegenteil, die meisten Nationalhymnen sind erst in neuerer Zeit entstanden. Einige Länder haben sogar zwei Lieder, die zusammen den Nationalgesang ergeben. Dahin gehört in erster Linie Deutschland seit Errichtung des Dritten Reiches, Italien, das neben dem Königsmarsch, der 1884 von Gabelli komponiert wurde, seit 1928 das Giovenezza=Lied spielt. In den Niederlanden wird das um die Mitte des 16. Jahrhunderts entstandene Lied Wilhelmus van Nassouwen neben der Hymne Wien Neerlandsch bloed gesungen. Oesterreich hat neben der Nationalhymne, die in der Haydnschen Weise mit der unsrigen übereinstimmt, neuerdings das Dollfußlied als zweite Weise. Schweden hat ebenfalls zwei Nationallieder, die einander den Rang streitig machen. Die Altschweden halten an der Weise„Du alter, du freier, du felsenhoher Nord" fest. Neuerdings ist die Königshymne„Aus des Schwedenherzens Tiefe tönt ein Sang“ mehr in den Vorderarund getreten. Polen genügt seine bisherige Nationalhymne „Jeszcze Polska nie zainela“(und zwar seit März 1985) nicht mehr. Dieser Text„Noch ist Polen nicht verloren“ stammt noch aus der Zeit Napoleons. Deshalb war es verständlich, daß die polnische Literaturakademie anläßlich des Namensfestes Pilsudskis 1985 ein Preisausschreiben zur Erlangung einer neuen Nationalhymne erließ. Belgien singt die„Brabanconne“, ein Freiheits= und Revolutionslied, dessen Text von dem belgischen Freiheitsdichter Dechet, die Melodie von Francois von Campenhout stammt. Frankreich hat seine„Marseillaise", gedichtet von dem Genietruppenoffizier Claude Rouget de Lisle(1792), von dem auch die Melodie stammt. Musikalisch schön ist die dänische Nationalhymne„König Christian stand am hohen Mast". Sie verherrlicht den Mut König Christians IV. in der Seeschlacht im Kieler Hafen. Die englische Nationalhymne„God save the Kina"(Gott erhalte den König) wird oft noch durch das Nationallied„Rule Britannia“(Herrsche Britannia) ergänzt, das wie das dänische König=Christian=Lied aus einem alten nationalen Singspiel stammt. Nach der Melodie dieses englischen„God save the King" wird auch die schweizerische Nationalhymne„Rufst du, mein Vaterland“ gesungen; vielerorts löst aber der pfalmartige Nationalsang„Trittst im Morgenrot daher“ schon oft die alte Schweizer Nationalhymne ab. Die gleiche Melodie hat Liechtenstein für sein Heimatland übernommen„Oben am deutschen Rhein, lehnet sich Liechtenstein an Alvenhöhen“.„..5 gurg fans Islands nationaler Sang„O gus vors lands, o lands vors gud“(Gott unsres Landes, unsres Landes Gott) wurde 1874 zur Tausendjahrfeier der Islandsbesiedlung durch den Heimatdichter Jochumssohn gedichtet und von Sveinbjörn Sveinbörnsson in eine fast choralhafte Musik gesetzt. Auch stark landgebunden in ihrem Tert, aber melodisch nicht ganz so versonnenschwerblütig ist Norwegens Nationalhymne„Ja, vi elsker dette landet"(Ja, wir lieben dieses Land), deren Text von Björnstierne Biörnson stammt, deren Musik der nordische Tonmeister Richard Nordraak schuf. Finnland singt„Unser Vaterland“, nach einer Dichtung von Johan Ludvig Runeberg und der Musik von Fred. Pacius. Die Letten singen nach einer Weisen von K. Baumann(auch der Text ist von ihm) ganz schlicht„Gott segne Lettland" und Litauen„Litauen, mein Vaterland, du Erbteil unserer Ahnen". Die Griechen halten ihren Text viel kriegerischer. „An der furchtbaren Spitze deines Schwertes erkenne ich dich.“ Gedichtet wurde diese Nationalhymne von Dionysos Solomos, komponiert von Manzaros. Diese Nationalhymne wurde vom König Georg I. selbst ausgewählt. Noch blutiger erscheint die BulgarenNationalhymne, die mit den Worten beginnt„Schäumt die Maritza, vom Blute gerötet".„Unser König lebe in Frieden und Ehre“ wurde zwar von einem Rumänen gedichtet(Basill' Aecsandri), aber von einem Deutschen vertont(E. A. Hübsch). Südslawiens Nationalhymne ist die einzige serbische„Gott der Gerechtigkeit, der du bewahrst", während die Tschechoslowakei sich wieder heimatlich orientiert und das von Tyl gedichtete und auch komponierte melodische Lied singt„Wo ist meine Heimat?“ Ungarns weihevolle Nationalhymne„Isten ald meg a magyart“ heißt zu deutsch„Gott schütze den Ungar“. Luxemburg nennt sein Nationallied„Ons Hômecht“(Unsere Heimat); es beginnt mit den Worten:„Wo die Uolzecht durch die Wiesen zieht." Ja, selbst die kleine Republik San Marina hat eine Nationalhymne„Jubelt vor Liebe ihr Brüder" Spaniens Nationalhymne liegt nicht fest. Dort singt man die Marseillaise Rouget de Lisles, andernorts andere Weisen. Es bleibt vorerst das„gärende Land". Aus allen Beispielen aber ist ersichtlich, daß entweder die Heimat oder ihre Führung oder die Forderung des Vaterlandes nach Beistand in irgendeiner Notlage besungen werden. Aus allen Weisen ist die völlige Hingabe an die Heimat und ihre Führung textund tonvorherrschend. Eigentlich sollte es für ganz Europa nur eine einzige Nationalhymne geben, die da beginnen müßte„Ich liebe meine Heimat, mein Vaterland.“ Denn schließlich ist das Bekenntnis durch eine Nationalhymne doch nichts anderes als die Leistung eines Schwurs, eines freiwillig ausgenommenen Eides, alles einzusetzen zu seiner Ehre, für seinen Bestand und ihm fortdauernde Treue zu bewahren. Professor Max Clarenbach von der Düsseldorfer Kunstakademie erhielt den ehrenvollen Auftrag, für das Reichsluftfahrtministerium drei dekorative Bilder, welche die niederrheinische Heimat verherrlichen, zu malen. Neuer Intendant für Oberhausen. Kurt Gerdes, der frühere Intendant des Stadttheaters Altona, wurde zum Intendanten des Stadttheaters in Oberhausen(Rheinland) ernannt. Streik auch in der Pariser„Komischen Oper". Nach Beendigung der Dienstagabend=Vorstellung der„Komischen Oper" blieb ein Teil der Künstler und das Pecsonal im Hause und hielt dieses besetzt, um einige Forderungen durchzusetzen. Um 2 Uhr nachts veranstalteten die Streikenden zum Zeitvertreib unter den Klängen eines Teiles des Orchesters der„Komischen Oper“ einen Ball. Indische Tempeltänzerinnen— gewerkschaftlich organisiert. Zur Verbesserung ihrer sozialen Lage und Wahrung ihrer Berufsinteressen haben sich die Tempeltänzerinnen Mittelindiens zu einer Gewerkschaft zusammengeschlossen. In einer Eingabe an die britische Regierung protestieren sie gegen die Ausbeutung der Bajaderen und beantragen die Einführung des Achtstundentages. Geschichtstafe! 3. Juli 1676 wurde Fürst Leopold von Anhalt=Dessan genannt„Der alte Dessauer", als Sohn Georgs II. zu Dessau geboren und 1698 als sein Nachfolger Gemahl der Dessauer Apothekerstochter„Anneliese", Föse. welche. 1701 in den Reichsfürstenstand erboben, für ihre Kinder das Nachfolgerecht erhielt. Als preußischer Offizier führte er den Gleichschritt und eisernen Ladestock ein, zeichnete sich im spanischen Erbfolgekrieg, besonders bei Höchstedt und Turin, aus und wurde 1712 Feldmarschall. 1890 wurde der Schriftsteller Hanns Johst in Seerhausen bei Riesa geboren und 1933 zum künstlerischen Leiter der Staatsschauspiele in München und in die Dichterakademie berufen. Seine ersten Dramen und Romane waren noch von einem expressionistischen Grundton bestimmt, der in den seit 1919 erschienenen, auch Gedichtsammlungen, einer herotsch=nationalen Stimmung wich, die ihren höchsten Ausdruck in den Dramen„Thomas Paine" und„Schlageter“ und im Roman„So gehen sie hin“ fand. Denn hinter verschlossenen Türen und hinter Hecken gab es manchmal Küsse. Die wollte sie jedoch im Falle Riccardo vermeiden. Aber dann nahm sie das Anerbieten doch an. Die Korrektheit de Soles hatte sie in Wochen erprobt. An seiner Zurückhaltung war selbst hinter verschlossenen Türen nicht zu zweifeln. Billy hingegen, der die Verhandlungen zwischen Frau Henriette und de Sole von einem Nebenraum aus mit angehört hatte, war ganz anderer Meinung. Er zweifelte sogar sehr stark an dieser Zurückhaltung, was man jedoch einem Liebenden, dessen gutes Recht es war, eifersüchtig zu sein, nicht weiter übelnehmen durfte. Billy dachte auch, daß es möglicherweise ganz aufschlußreich sein könnte, einmal so ein Privatgespräch zwischen de Sole und Mady gleichsam als unsichtbarer Schloßgeist mit anzuhören— wenn sich ansonsten für einen hilfsreichen Geist keine andere Arbeit fand. Frau Henriette hatte auch ihre Befürchtungen. Sie lagen jedoch nach einer ganz anderen Seite hin.„Man muß aufpassen, daß der Kerl keinen Klebstoff an den Fingern hat“, sagte sie zu ihrem jungen gnädigen Herrn,„denn daß den sein Geigenspiel ernährt, kann ich mir nicht so recht denken.“ So urteilte Frau Henriette, die doch— weiß Gott— alles andere als musikalisch war. Jedenfalls war es ihr eine Beruhigung, daß ihr junger gnädiger Herr ihre etwas voreilig gegebene Erlaubnis auf etwaige Folgen hin kontrollieren wollte. So kam es, daß die so oft profanierten zwei Worte, die Lohengrin zu Frau Elsa sagt, nicht zutrafen, als der schöne Riccardo hinter sich und Mady den Schlüssel herumgedreht hatte. Wobei zu seiner Ehre gesagt werden muß, daß er ihn nun nicht etwa, wie ein Gangster, auch noch abzog und in seine Tasche gleiten ließ. Man war nicht endlich und nicht allein zu Zweien, wie der schöne Riccardo doch allen Grund hatte anzunehmen, sondern zu Dreien. Billy hatte sich, weil ihm hier Pünktlichkeit am Platze schien, schon vorher eingefunden. Daß man ihn zu sehen kriegte, wenn es nicht nötig war, brauchte er nicht zu befürchten. In solch einem alten Schloß standen einem so viele Tarnkappen zur Verfügung, daß man die Auswahl hatte. Hauptsache war nur, daß der„Geist“ insofern ein wenig Glück hatte, als man sich in Hörweite bei ihm niederließ. Und hier war nun Billy mit großem Raffinement zu Werke gegangen, indem er sich auf Madys auserlesenen Geschmack verließ. In dem Gemach nämlich, das nach seinen Begriffen das schönste und interessanteste des ganzen Schlosses war, war er rechtzeitig hinter einem schweren Gobelin verschwunden, der eine in alten Schlössern so häufige Geheimtür verdeckte. Er hatte diese Tür offen gelassen, und sich in den Gang, den sie erschloß, einen bequemen Stuhl gestellt. Er nahm nämlich an, daß Mady nach der Besichtigung der übrigen Räume bestimmt mit de Sole hier Platz nehmen würde. Und warum sollte er dann der einzige sein, der stand! Er sagte sich zwar, daß es eines Justus von Eichsfeld unwurdig war, zu lauschen. Aber er saß eben als Billy hier. Wenn es nötig war, daß Justus eingriff, dann würde er es auch verantworten können, daß ein Eichsfeld gehorcht hatte. Daß Billys Rechnung richtig gewesen war, bestätigte ihm Mady schon nach den ersten zehn Minuten. Ein Laut des Entzückens drang an sein Ohr, als Mady das Gemach betrat. Es war alles aus Rosenholz hier. Der Duft von Tausenden von gestorbenen Rosen hing in der Luft. Seltsam, märchenhaft, geheimnisvoll. Mady war, als raune ihr eine wesenlose Stimme eine Geschichte von sommerlichen Rosengärten und viel, viel Liebe ins Ohr. Denn, wo Rosen blühten unter heißer Sommersonne, da fand sich auch die Liebe ein. Was hätten sonst die Rosen und die Sommersonne für einen Zweck, wenn sie nicht vermöchten, die Liebe herbeizulocken? Sie treiben Gott Amor die Kundschaft zu und machen, daß kein Pfeil daneben geht. Und auf Schränken, Türen und Tischplatten, um Stuhlbeine und=lehnen rankten in kostbaren Intarsien aus schillerndem Perlmutt Rosen, Rosen und wieder Rosen. Sie fügten sich um Bezuge aus mandelgrüner Seide. Sie fügten sich um hohe, schmale Spiegel. Sie umrankten sogar die Porträts von Menschen, die einst in ihrer Rosenzeit von Malershand festgehalten worden waren. „Hier möchte ich eine Weile bleiben“, sagte Mady verträumt, benommen von dem schweren, starken Duft des Holzes,„die übrigen Räume können nichts Schöneres bergen. Man kann sie an einem anderen Tage betrachten— ich glaube, es wird noch lange regnen.“ Bravo, Mady, dachte der hinter dem Gobelin und wäre gern aufgestanden, um Mady seine Reverenz zu erweisen. Aber Geister hatten die Verpflichtung, lautlos zu sein, besonders, wenn sie etwas hören wollten. Doch Billy hörte eine ganze Zeitlang gar nichts, trotzdem er seine Ohren sozusagen in Lampestellung gebracht hatte. Und er würde unbedingt um Mady besorgt gewesen sein, wenn nicht eine unter normalen Verhältnissen wenig geschätzte Motte so gefällig gewesen wäre, ein kleines Löchlein in den Gobelin zu fressen. Als hätte sie gewußt, daß dies Löchlein dermaleinst gebraucht würde. So sah Billy, daß Mady in Gedanken versunken war und der schöne Riccardo sie in dieser Beschäftigung nicht störte. Ganz unverkennbar besah auch er sich ein wenig von inwendig. Billy war nur außerstande, festzustellen, ob das zynische Lächeln, das höchst unangenehm um die Mundwinkel des schönen Riccardo geisterte, seiner eigenen werten Persönlichkeit galt, oder ob es mit irgendwelchen Plänen zusammenhing, an denen er andere nicht sehr günstig zu beteiligen gedachte. Billy konnte sich mun einmal nicht helfen, er sah diesen de Sole von Plänen umringt, die nicht mit Arbeit, wohl aber mit Schwindel zusammenhingen. Und plötzlich ist das zynische Lächeln de Soles wie weggewischt. Er wirft einen schnellen, prüfenden Blick auf Mady.— Offenbar ist er mit sich über irgendetwas ins Reine gekommen. „Man sollte den alten Bau kaufen“, sagte er leise in das Rosenmärchen hinein, als wünsche er, daß Mady wie im Halbschlaf weiter träume,„man sollte hier um eine geliebte Frau werben in jeder Minute, in jeder Sekunde. Ich kenne einen schönen, stolzen Vogel, der sich verflogen hat und nun nicht weiß, wohin er gehört. Ich möchte, daß er seine Heimat erkennt in diesem alten Bau.“ —— das möchte ich auch, denkt Billy.— „Ich möchte den schönen, stolzen Vogel mit einer goldenen Kette an mich fesseln, solange bis er freiwillig bei mir bleibt.“ Er räubert einen ganzen Hintertreppenroman aus, denkt Billy. Ob nur das Mädel nichts merkts Natürlich möchte ich den Vogel auch fangen, mir gefällt sein kupferroter Kamm schon lange, aber ich würde denken, daß er auf solch einen Köder nicht fliegt. Billy kommt in eine ziemlich desparate Stimmung. Jedoch verhehlt er sich nicht, daß ein Justus von Eichsfeld auch nicht den geringsten Grund hat, einzugreifen. Seine Liebeserklärungen konnte jeder formulieren, wie er wollte. Wenn von der Gegenseite kein Protest wegen schlechten Stils kam! Aber der kam nicht! Die selbstsichere Mady war in dieser Stunde wie ein kleines Mädel, das kritiklos alles hinnahm, was nur irgendwie nach einem Trost aussah. Draußen graute der Himmel schwer und trostlos, als wollte die Sonne nie wieder scheinen. Der Regen schlug mit leisen, schwermütigen Klopftönen gegen die Scheiben. Irgendwo hinter den Tapeten hatte sich ein bißchen Mörtel selbständig gemacht und rieselte herunter. Eine Dachtraufe schluckte und gluckste wie ein heulendes Kind, das von der Fülle seiner Tränen überwältigt wird. Sogar ein Holzwurm hatte sich angestellt zum Klopfen. Nicht weil er einen Toten ansagen wollte, sondern weil ihm das gerade so in seine Zeiteinteilung hineinpaßte. Und in diese Atmosphäre von Sterben und Gestorbensein— die meisten unglücklich Liebenden denken an Sterben— klang die Stimme eines Mannes, dem eine lange Praxis auf dem Gebiete des Heiratsschwindels etwas Betörendes gegeben hatte. „Ich kenne den Grafen, dem das Schloß gehört“, hub die Stimme wieder an zu reden. Nanu?!— Jetzt wird er zum Märchenerzähler, denkt Billy, und setzt sich fester auf seinen Stuhl. Jetzt wurde die Sache interessant! Wenn der Brave wüßte, daß sein Auditorium neben einem sichtbaren und momentan unkritischen Teil, auch noch aus einem unsichtbaren kritischen Teil bestand!— „Man kommt mit soviel Menschen im Leben zusammen, daß man den einen über den anderen oft von heute auf morgen vergißt! Und plötzlich zuckt es dann in einem auf und beleuchtet den oder jenen wie mit Blitzlicht. So auch im Falle des Grafen Eichsfeld. Ich war sogar noch vor kurzem mit ihm zusammen. Wir lernten uns in Hamburg im Ueberseeklub kennen. Ich kam von drüben und wollte alte Bekannte treffen. Da wurde mir der Graf vorgestellt. Ein noch junger Herr mit reichlich abstehenden Ohren, die mir sehr komisch vorkamen— ich besinne mich jetzt auf alles wieder sehr genau. Ich habe die ganze Zeit darüber nachgegrübelt, wo ich den Namen Kummerow schon gehört hatte. Jetzt weiß ich es, von ihm, von dem Grafen Eichsfeld! Er sprach mir von diesem seinem Schlößchen und erzählte mir, daß er es verkaufen wollte. Er nannte mir, soviel ich mich erinnere, einen lächerlich niedrigen Preis— schien nicht viel Interesse an dem Erbe seiner Väter zu haben. Ich muß sogar seine Adresse noch haben. Er gab sie mir, weil wir uns an jenem Abend ein wenig angefreundet hatten. Ich möchte das Schlößchen erwerben! Soll ich es erwerben, gnädiges Fräulein?" Billy hinter dem Gobelin war beinahe zu einer Figur herabgesunken. Er war beim Theater, als er seine Mutter Mady noch betreute, mancher Frechheit begegnet. Und auch mancher„faustdicken" Lüge. Theaterleute hatten zuweilen eine Bombenfantasie, um die sie mancher Autor hätte beneiden können. Aber für die Vorstellung, die soeben diese bestimmt imitierte Südfrucht gegeben hatte, hätte der Kerl wirklich Entree nehmen können. Schon allein: Besondere Merkmale des Grafen Eichsfeld: abstehende Ohren! Der Schwindel, an den er schon immer geglaubt hatte, war also bereits in vollem Gange. Man wußte nur noch nicht, wohin er führte. Aber das würde sich ja bald herausstellen. Daß dieser de Sole— wenn er wirklich so hieß, Billy zweifelte jetzt alles an— nicht mit Bummel=, sondern mit Blitzzügen fuhr, war zu merken. (Fortsetzung folgt.) Seite 9 Nr. 153 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 3. Juli 1936 Suae kneider! Auftragseingang wesentlich höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres Erhöhte Abschreibungen— Größere Exportgeschäfte Die GV. genehmigte den Abschluß. Aus dem mit .45 Millionen Reichsmark ausgewiesenen Reingewing sollen 4½ Prozent Dividende ausgeschüttet und 641 000 Reichsmark vorgetragen werden. Dem Bericht ist zu entnehmen, daß die mit der wirtschaftlichen Rückgliederung des Saargebiets verbundenen Schwierigkeiten dank dem weitgehenden Verständnis der Regier rungsstellen und der in Frage kommenden Wirtsch#### Die Maschinenbau AG. Balcke in Bochum legt jetzt ihren Abschluß für das am 31. Dezember 1935 zu Ende gegangene Geschäftsjahr vor. Wie seinerzeit schon mitgeteilt, schließt das Geschäftsjahr nach 174000(i. V. 88 887) Reichsmark Gesamtabschreibungen mit einem Reingewinn von 15 785 Reichsmark, der sich um den Vortrag aus 1934 mit 16 069 Reichsmark auf 31 855 Reichsmark erhöht und auf neue Rechnung vorgetragen werden soll.(Im Vorjahre hatte sich ein Reingewinn von 107 848 Reichsmark ergeben, von dem der Verlustvortrag aus 1938 mit 91273 Reichsmark abgezogen worden war.) Ueber die Lage des Unternehmens sagt der Geschäftsbericht: Am Schluß unseres Berichtes über das Geschäftsjahr 1934 haben wir gesagt, daß sich in den ersten Monaten des Jahres 1985 der Auftragseingang in erfreulicher Weise günstig weiterentwickelt habe. Diese Entwicklung hat auch im Laufe des Jahres 1985 angehalten, begunstigt durch die allgemeine Aufwärtsbewegung in der deutschen Industrie. In der Hauptsache war es das Inland, das uns diesen Mehreingang an Aufträgen brachte, und zwar zum weitaus größten Teil die Privatindustrie. Aber auch unseren Export konnten wir im Jahre 1935 trotz der bekannten Hemmungen weiter steigern. Obschon unsere Auslandsfilialen teilweise einen Verlust erbracht haben, möchten wir diese doch weiter aufrechterhalten, um die Brücken zu unseren ausländischen Auftraggebern nicht abzubrechen und durch doppelte Anstrengungen zu versuchen, eine weitere Steigerung des Ervortes zu erreichen..I. ktigung unserer Mars. Kak. Durch die bessere Beschaftigung unserer Werke haben wir die Zahl unserer Gefolgschaftsmitglieder auf 1026 Anfang 1986 erhöhen können. Daraus ergibt sich, daß die gezahlten Löhne und Gehälter, die im Jahre 1934 1 388 183 Reichsmark betrugen, im Jahre 1935 auf 1 995 983 Reichsmark gestiegen sind. In ähnlicher Weise haben, wie aus der Gewinn= und Verlustrechnung ersichtlich ist, die gesetzlichen und freiwilligen Aufwendungen sowie die Steuern und Abgaben eine entsprechende Erhöhung erfahren. Unserer Gefolgschaft gebührt für die hingebende treue Mitarbeit unser aufrichtiger Dank. Die Verkaufspreise auf unsern Arbeitsgebieten waren, wie das ja auch von anderen Firmen des Maschinenbaues in ihren Geschäftsberichten festgestellt wurde, im allgemeinen noch sehr gedrückt. Es ist uns aber gelungen, die Steigerung der Unkosten verhältnismäßig niedriger zu halten als die Erhöhung des Umsatzes, und dadurch haben wir zum ersten Male seit mehreren Jahren wieder einen Betriebsgewinn erzielen können. Unsere Bilanz schließt mit etwa dem gleichen Ergebnis wie im Vorjahr ab; sie stellt jedoch eine wesentliche Verbesserung dar, weil im Vorjahre nur eine außerordentliche Einnahme von 406 944 Reichsmark aus Kursgewinnen die Möglichkeit eines Ausgleiches gegen den Betriebsverlust ergeben hat, während im Berichtsjahr eine entsprechende Sondereinnahme fehlte, dabei aber über die Unkostendeckung und die bisherigen normalen Abschreibungen hinaus noch außerordentliche Abschreibungen im Betrage von 75 790 Reichsmark(20000 Reichsmark Sonderabschreibungen auf Anlagewerte und 55 790 Reichsmark andere Abschreibungen) vorgenommen werden konnten. und zerfällt in 500 auf den Namen lautende Aktien über je 200 RM., die zum Nennbetrag ausgegeben werden. Zu den Gründern des Unternehmens gehört auch Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt(Berlin) in amtlicher Eigenschaft als Führer der Spitzenvertretung des deutschen Handwerks. Guter Verlauf der Zeichnungen auf die neue Reichsanleihe Am 29. Juni haben bekanntlich die Zeichnungen auf die neue 4½ prozentige Reichsschatzanweisungsanleihe begonnen, deren Zeichnungsfrist bis zum 14. Juli d. J. läuft. Auf Grund einer Umfrage des WHD. bei den Zeichnungsstellen kann der Beginn der Zeichnungen auf die Reichsanleihe als gut bezeichnet werden. Sämtliche Depositenkassen der Berliner Großbanken melden einen flotten Verlauf der Einzeichnungen, auch die Privat= bankiers haben bereits einen beachtlichen Teil der ihnen zugeteilten Quoten untergebracht. Diese Tatsache ist eine Bestätigung für den günstig gewählten Zeitpunkt der Auflegung der Anleihe und ein Beweis für den starken, infolge fortschreitender Kapitalneubildung vorhandenen Anlagebedarf. Der gute Verlauf der Reichsanleihezeichnungen während der ersten Tage zeigt aber zugleich das große Interesse der Volksgenossen für die neue Reichsanleihe als gute Anlage und läßt erwarten, Vermögen Jahresabschluß am 31. Dezember 1935 Schulden Anlagevermögen Beteillgungen Umlautvermögen: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Halbfertige Erzeugnisse, Fertigfabrikate Wertpapiere Hypotheken Geleistete Anzahlungen, Forderungen auf Grund von Warenlieferungen und Leistungen, Sonstige Forderungen....:„...4 Kassenbestand einschließlich Reichsbank- und Postscheckguthaben, Andere Bankguthaben Bestand am 31. 12. 33 RM4 Bestand am 81. 12. 34 RM Sl. 12. 38 814 31. 12. 34 814. 2 090 454 1 1 209 693 4 964 18 955 1923434 83744 2 136 316 1 946 159 1 32 657 1264 549 94 153 Aktienkaplte Gesetzliche Rücklage Rückstellungen Wertberichtigungen Verbindlichkelten Hypotheken Oerichen........ 44 466 Jei Anzahlungen von Kunden. 301 550(191371) Verbindlichkeiten auf Grund von Warenlieferungen und Leistungen... 773097(437147) Löhne.......... 15 298(11 790 Sonstige Verbindlichkeiten 168732(238 317) Akzeptverbindlichkeiten. 459 707(299381) Bankschulden..... 451 474(273 895) Nicht abgehobene Dividende 3981(3985) Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen Gewinn- und Verlustkonto Vortrag aus 1934 16069(Oberschuß 1134= 107 343, davon gingen ab 91273 RM. VerlustVortrag aus 1933) Oberschuß aus 1835 15 705 Kur 246 Konann 2 100 000 210 000 58 663 28 667 295 000 300 000 2 176 841 130 218 31 855 5331 246 2 100 000 210 000 40122 27691 537 150 gruppen gelöst werden konnten.— A. W. Faber CastellBleistiftfabrik AG. in Stein bei Nürnberg: Wieder 6 Prozent Dividende beschlossen. Lausendes Geschäftsjahr befriedigend.— Bleistiftfabrik vorm. Johann Faber AG. in Nürnberg: Wieder 4 Prozent Dividende beschlossen. Im neuen Geschäftsjahr steigender Absatz.— Tyüringische Zellwolle AG. in Schwarza: Wie im ersten Abschluß der vor einem Jahr unter der Firma Thüringische Spinnfaser AG. gegründeten Gesellschaft mitgeteilt wird, kann Ende dieses Monats mit der Aufnahme der Erzeugung begonnen werden. Auf Vollleistung hofft man im Herbst zu kommen.— Siegener AG. für Eisenkonstruktion, Brückenbau und Verzinkerei in Geisweid(Kreis Siegen): Die GV. genehmigte einstimmig den Abschluß für 1935 und beschloß, aus dem nach 115610(64 546) RM. Abschreibungen sich ergebenden Reingewinn von 180 877 RM. die Dividendenzahlungen mit 8½ Prozent auf das AK. von 0,75 Millionen Reichsmark wiederaufzunehmen, 100000 RM. zur Bildung einer Sonderrücklage zu verwenden und den verbleibenden Restgewinn von 4627 RM. vorzutragen (i. V. war die Erfolgsrechnung ausgeglichen).— Dortmunder Matten= und Läuferfabrik M. Dietrich AG. in Bochum: Die GV. genehmigte den Abschluß für das... Geschäftsjahr 1935, das nach Abschreibungen von 40·357.: (40 179) RM. mit einem Reingewinn von 33.804. (23978) RM. abschließt, und beschloß, diesen Reingewinn zur Verringerung des Verlustes aus den Porjahren von 132 246 RM. zu verwenden. Börsen weiter fest es darauf ankommt, die Erfolge der allen Volksgenossen Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf zugutekommenden Wirtschafts= und Arbeitsbeschaffungs= Die Börse eröffnete mit etwas regeren Umsätzen als an politik der Regierung zu sichern. 1 453 887 88 916 16 069 4473 837 801 Gewinn- und Verlustrechnung Haben Verustvortrag aus 1939..55 Löhne und Gehälter..1995983(1 388 183) Gesetzliche soziale Abgaben 153072(109137) Weitere soziale Aufwendungen 30245(15845) Abschreibungen auf Anlagen.. 118210(88887) Andere Abschreibungen..... 55790(—) Zinsen........... 82 485(65 711) Besitzsteuern 119257(87 108 Sonstige Steuern und Abgaben 118074(64 867) Sonstige Aufwendungen. 846 779(592202) Blanzkonto: Vortrag aus 1934..... 16069 Oberschus aus 1935.... 18 788 1935 RM. 3519 898 31 855 3 551 753 1334 RA 91 274 Vortrag aus 1934 Rohertrag nach Abzug ber Aufwendungen für RohHllfs- und Betriebsstoffe Sonstige Erträge 2 411 943 16 069 2 519 267 1933 RM. 1934 RM 16 069 S 458 079 77 603 3 551 753 2032 343 486 943 Tas nn Zur Bilanz und Gewinn= und Verlustrechnung wird folgendes bemerkt: Aktiva: Bei dem Zugang handelt es sich in der Hauptsache um die Anschafs nen. Di im böht. Unsere Bestände an Rohstoffen, Halb= und Fertigfabrikaten haben sich infolge der besseren Beschäftigung von 946 159 Reichsmark Ende 1934 auf 1 209693 Reichsmark Ende 1935 erhöht. Aus dem gleichen Grunde haben die Forderungen, die Ende 1934 1 264 549 Reichsmark betrugen, eine Steigerung erfahren auf 1 923 434 Reichsmark. Unser Wechselobligo aus den von uns begebenen und girierten Wechseln belief sich am 31. Dezember 1935 ohne die von den Reichsarbeitsbeschaffungsstellen verbürgten Wechsel auf 315 728 Reichsmark. Passiva: Infolge der gänzlichen Abstotzung unserer englischen Darlebensschuld haben sich die Hypotheken von 537150 Reichsmark auf 295000 Reichsmark ermäßigt. Hiergegen erscheinen 300000 Reichsmark als uns gegebene befristete Darlehen. Die gleiche Ursache, welche wir für die Erhöhung des Umlaufvermögens angeführt haben, gilt auch für die Erhöhung unserer Verbindlichkeiten. Diese haben sich von 1 453 887 Reichsmark Ende 1934 erböht auf 2 176 841 Reichsmark Ende 1935. Die in der Bilanz ausgewiesenen Bankschulden und die oben erwähnten Darleben sind in voller Höhe durch Abtretung von Forderungen oder durch hypotbekarische Eintragungen gesichert. Die Balcke=Riwag AG. haben wir auf Grund des Gesetzes über die erleichterte Auflösung von Kapitalgesellschaften mit Wirkung ab 1. Januar 1935 mit unserer Gesellschaft verschmolzen. Die Bilanzzahlen unserer Tochtergesellschaften in Wien, Prag, Kattowitz und Genua sind, wie in früheren Jahren, auch jetzt wieder mit den unfrigen zusammengezogen. Für das Jahr 1935 haben die Bezüge des Vorstandes 41000 Reichsmark und die des Aufsichtsrates 16 875 Reichsmark betragen. In das Geschäftsjahr 1936 haben wir einen um nahezu 90 Prozent größeren Auftragsbestand als im Vorjahre herübergenommen, und auch in den ersten vier Monaten des Jahres 1936 war der Auftragseingang wesentlich höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Hierdurch ist die Beschäftigung unserer Werkstätten wie auch unserer Gefolgschaft bis in den Herbst hinein voll gesichert. Es handelt sich bei den Aufträgen in erster Linie um unser altes bewährtes Arbeitsgebiet; erfreulicherweise konnten wir aber auch in neuen Abnehmerkreisen erfolgreich Fuß fallen. In den letzten Monaten konnten wir wiederum einige größere Ervortgeschäfte zum Abschluß bringen. GV. am 17. Juli in Bochum. Westfälische Handwerksbau AG., Dortmund Unter diesem Namen ist in Dortmund eine Gesellschaft gegründet worden, deren Zweck die Förderung der Bauwirtschaft des Handwerks durch die Erstellung von Bauten und die Uebernahme von Bauausführungen aller Art sowie deren Weitergabe an die im Baufach tätigen Handwerksbetriebe, unter besonderer Berücksichtigung handwerkspolitischer Grundsätze, ist. Das Grundkapital des Unternehmens beträgt 100000 RM. Kurze Nachrichten Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 80 Juni nahm die Gesamtanlage der Reichsbank in Wechseln und Schecks, Lombards und Wertpapieren um 805,3 auf 5383,4 Millionen Reichsmark zu. Halbjahresultimo und Einzahlungen auf die neue Reichsanleihe dürften vermutlich mitbestimmend für die hohe Beanspruchung gewesen sein. Der Gesamtumlauf an Zahlungsmitteln stellte sich auf 6348 Millionen Reichsmark.(Ultimo des Vormonats 6440 Millionen Reichsmark.) Die Goldbestände haben um 0,7 auf 71,7 Millionen Reichsmark zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 0,2 auf 5,1 Millionen Reichsmark abgenommen. Eine im Reichsgesetzblatt veröffentlichte Verordnung bestimmt, daß aus Anlaß des Uebergangs der öffentlichrechtlichen landwirtschaftlichen Berufsvertretungen auf den Reichsnährstand. aus Anlaß der Eingliederung von wirtschaftspolitischen und fachlichen Vereinen in den Reichsnährstand sowie aus Anlaß der Auflösung solcher Vereine weder Grunderwerbs=, Wertzuwachs= und Stempelsteuern noch Gerichtsgebühren erhoben werden. Durch eine Anordnung des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer wird den Einheitspreis=, Kleinpreisund Seriengeschäften der Handel mit Büchern untersaat. Bestehende Buchabteilungen sind bis zum 31. Dezember dieses Jahres aufzulösen. Nicht betroffen von der Bestimmung wird der Verkauf von verlagsneuen Schriften bis zu einem Preis von 50 Pf., von Malund Bilderbüchern für kleine Kinder sowie von Gesang= und Gebetbüchern. Im Reichsanzeiger Nr. 149 wird eine Bekanntmachung des Aufsichtsamts für Kreditwesen veröffentlicht. Durch sie wird der Satz festgesetzt, bis zu dem von einem Kreditinstitut an ein und denselben Kreditnehmer Kredite gewährt werden dürfen. Für Kreditinstitute mit einer Bilanzsumme von 500000 RM. und weniger beträgt dieser Satz 15 Prozent der Bilguzsumme, bei einer Bilanzsumme von über 500000 RM. 10 Prozent. Die Dortmunder Stifts=Brauerei AG., Dortmund: Hörde, beruft zum 24. Juli eine ao. HV. nach Köln ein, auf deren Tagesordnung Wahlen zum Aufsichterat stehen. Wie verlautet, steht die Einberufung im Zusammenhang mit einer Aenderung in den Besitzverhältnissen bei dieser Dortmunder Brauerei durch Einflußnahme der Industriellenfamilie Funke. Aus dem Anlaß soll der Aufsichtsrat eine Umbesetzung erfahren. Die Familie Funke, deren Name eng mit der Essener Actien=Bierbrauerei verbunden ist, besitzt seit einigen Jahren an Brauinteressen auch die Aktienmehrheit der Hirsch=Bräu AG. Köln. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Juni 1936 durch den Reichsanzeiger“ 208 neue Konkurse— ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung— und 40 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 284 beziehungsweise 60. Die litauische Notenbank hat am 1. Juli den Diskontsatz von 6 auf 5 v. H. herabgesetzt. Gesellschaften berichten Wieder 6 Prozent.— A. Riebecksche Montanwerke AG. in Halle: Wieder 4,2 Prozent.— Neunrircher Eisenwerk AG. vorm. Gebr. Stumm in Neunkirchen(Saar): den Vortagen. Die Kursbildung war zwar nicht ganz einheitlich, der Grundton aber durchaus freundlich. Die Baukenkundschaft hatte eine Reihe von Kaufaufträgen an die Börse gegeben. Bevorzugt waren Montanwerte. Bei einzelnen Werten kam es schon zu Beginn der Börse zu guten Umsätzen. Nach den ersten Geschäften machte die Befestigung weitere Fortschritte. An den Aktienmärkten hatten größere Veränderungen: Siemens& Halske minus 2 Prozent, Schuckert minus 1 Prozent, Aschersleben plus 1¼ Prozent, Muag plus 1⅛ Prozent, Rheinmetall plus 1¼ Pro—: zent, Dortmunder Union plus 1½ Prozent. Der Kurenmarkt lag still, aber gut behauptet. Von Kohlenkuren wurden nur Carolus zu weiter anziehenden Preisen aus dem Markt genommen. Braunkoblenwerte blieben nur genannt. Auf dem Kaltkurenmarkt kam es vereinzelt zu Umsätzen in Beienrode bei knapp behauptetem Kurs. Höhere Nachfrage bestand nach Hope und Wintershall. Die Rentenmärkte lagen freundlich. Im Freiverkehr wurden von Kohlenaktien Lothringen bei lebhaften Umsätzen knapp behauptet gebandelt, desgleichen Genußscheine höher bezahlt. Ewald gewannen erneut 3½ Prozent. Von Kaliaktien waren..: Burbach leicht gebessert. Von Industrieaktien wurden Alexanderwerk wieder lebhafter gehandelt, wobei sich eine Kurssteigerung bis 1 Prozent ergab. Auch Dolerit Basalt, KöschFölzer und Elsa Zement lagen je 1 Prozent höher. Der Verlauf war weiter fest. Berliner Börse Die Börse verkehrte wieder freundlich. Das Geschäft hat: im allgemeinen etwas zugenommen. Verhältnismäßig lebe haft waren aber nur einzelne Werte, im besonderen Montanaktien. Hier regen die Berichte aus der Montanindustrie an. An den Aktienmärkten lagen von Montanwerten nur Rheinstahl ½ Prozent schwächer. Mit größeren Veränderungen sielen auf: Hamburger Elektrizität plus 1½ Prozent, Karlsruher, Berliner Maschinen und Rheinmetall je 1 Prozent höher, Stemens minus 2 Prozent, Schuckert minus 1 Prozent, Braubank minus 1¼ Prozent. Auch von den Anleihemärkten gingen Anregungen aus. Altbesitz zog etwas an. Kommunale Umschuldungsanleihe etwas erholt. Industrieobligationen teilweise befestigt. Reichsanleiben im allgemeinen wenig verändert. Länderanleihen still. Provinzanleihen unterschiedlich. Pfandbriefe und Kommunalobligationen behauptet. Stadtanleihen befestigt. Im Verlauf waren nur wenige Märkte etwas lebhafter. Im Vordergrund blieben Montanaktien. Die Börse schloß ruhiger, aber weiter fest. Am Geldmarkt Tägliches Geld 3 bis 3¼ Prozent. Am Devisenmarkt notierten: Dollar 482(2,484), Pfund unverändert 12.460, Gulden 169,29, französischer Frank 16,46(16,465), Lira unverändert 19.55. Rhein=Mainische Abendbörse in Franksurt a. Die Abendbörse war durch geringe Umsatztätigkeit gekennzeichnet, jedoch war die Grundstimmung für Aktien weiterhin ziemlich fest. Die erhöhten Mittagsschlußkurse nannte man durchweg Geld. Deutsche Anleihen blieben ohne Umsatz. Die Kurse hörte man unverändert. Im Verlauf wiesen Aktien weiterhin feste Haltung auf. Die Auslandsbörsen Newyork: Stetig. London: Meist freundlich. Amsterdam: Nachgebend. Paris: Schwankend. Brüssel: Nachgebend. Zürich: Ruhig. Wien: Ruhig. Mailand: Gut behauptet. Roggenm. 0. 997 A.—.—— Viktortaerbsen 35.0 38 0/35.-38 0 Speisserbsen 132 0 35 5·32.0 33.5 Futtererbsen 24.-26 024.-26.0 Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 2. Juli 1936: 53 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium. 98 bis 99 Prozent, Bl.: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz oder Dr.: 148 Reichsmark. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 2. Juli Mitgetellt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Portlaufende Notierungen .7..7..7. Div. Anfang Schluß Kassa Altbesltz... 5% Hoesch RM. 6% Krupp RM. 6% Mittelstahl %Ver. St. RM. Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Otsch. Erdöl D. Reichsbahn .6. Farbenind. Feldmühle Felten& Gullie Goldschmidt Harpen Hoesch-Köln Kall-Aschersl. 112.50 112.5 101.62/101 103.00103 102.000 102.50102 50112.374 50/101.50 001103.50 12/102.12 50103.00 104.75106.00106.12 76 130.50132. 130.15s130 0—.—— 4/129.25/129. 7 121.62/122 7 1169.62/169. 6/129.87/129. 4 132.87/134. 0 3/113.37 S/128.37 112.50 103.00 124102.12 2105 00112 75/129.87 00 122. 87/169.6 75/129.621 25/132.25 00s114.12 25/126.25 75/114.6 — 128.7 .7. Schluß! Div. 00 128.50 121.50 169.50 130.00 00 50 126.00 13.37 00112 62|16 251132. 12113 Köckner-W. Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank Rhein. Braunk. Rhein. Stahlw. Rh.-.-Eiek. Salzdetfurth Schuckert&Co. Siemens& Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Wosteregelg Wintershall Zellst. Waldhof .7..7..7. Antagg Schlub Kassal 499 43 3 103.62 114.12 12194.50 12 142.87 6/136.87 75 4/155.50 81205.50 5 3½ 98.25 0 44.37 5/125.87 5 124.00 6 104.3 113. 871 00 25/103. 37.103.87 00115. — 196.37 —241.00 12/144.00 62|137.12 103.50 13.12 00 37195. 124. 156.25 206.00 116.00 12 99.00 .50 44.5 — 125.5 25 124.00s124.25 .7. Schlus 108.25 143.25 136.50 96.00 44.00 Kuse Steinkohlen „ a.., I. 7. Gard Brief Geld Brief Cerölus M. 4700,5000 4700 49 Censt. b. 6. 7200 7500 710075 Deutschl. 390 420 390 420 Schwerin—--——450 Heinr. 10600 11100 10600 1110 Langbs1320013800 1320013700 Michel—.—.-!— Vosta 10200— 10200]— Bernharsth. 1825142513501450 Kall Belenrode 11200 1270 12201260 — 5250— 5230 6300 6600 7000 Braunkehlen Bruckd.-N.—— GuteHoffn. 3900 4 200 3900 4 100 Leonh. 10100 10709.-— 10700 Burbach Neu-Staßt. Slegfr. lu. 11 6800 win. 12200 12100 1210012300 Preiserkehe Steiakohlen- u. Braunk.-Kuxe s. 7. J, 1. 7. Geld Brief Geid Brief Diergaret 8300 8530 8200 Westtalen 900— 900 Sellerh.#0410fSS01100 Kallkuxe Frapnschn. 610 „lnigkest Erichsseg Habigh. Heimbeld. Hope Jsenburg Merlagl. Marie Marie L. Mar Neusellst. Rensbach Reicheld. Thoriagen 2. f. I. 7. Geid Brier Geid 6450 6130 6550 Brief oodgggrtene 855 3830 — 810 2630 263 2650 296 Industrieaktien(Einheitsk.) Balcke Masch. Berg. G. Dahl. V. Bonner Bg. u. H. Bösp. Walzw. Braunk. Zuk. Dortm. Ritterbr. Ddss. Hoef.-Br. OOss. Masch. B. Oynamit.Nod. Eschw. Berg. V. Glas- u. Sp. S. Glückauf-.A6. Gebr. Goedh. 46 Hallesche Salz. Hochtlef A6. Kabelw. Rheydt Kall-Chemie Mölheim. Berg. Rhein. Metal! Rhein. Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl.AG. Bgd. Schieß-Detries Schleg. Scharp. Waggonf. Uerd. Wasserw. Geis. .7. 1. 7. 79.0 79.0 155.0155.0 145.0145.0 120.0121.0 137.0137.0 113.5114.0 10 Oiv. Colonia Rückv.— Gladb. Feuerv. 40 Köln, Magelv. 8 Köln. Lioyd.V. Köln. Rückv. gr. Köln. Röckv. kl. Rentenwerte 83.0 119.0117.0 146.0145.0 130.0130.5 194.0193.0 133.2 158.5 91.1 Bankaktien Berlin, Hand. 8. Com.- u. Pr.-O. O. Bank u..-6. Dresdner Bank Rb. W. 8b. Cr. S. Weste. B..-A. 110 3000 4050 Verrichernggenklles RM. Aach.-Mönch.N 32--—.— Aach. Rückvers 14.8238.0 238. All.- u. Stuttg.W S. 2249.0—. seolcelenie! .7..7 265.0265.0 780.0780.0 .0 93.0 235.0253.0 117.0120.0 78.0 80.0 97.0 101.7 95.0 Rhw..-Cr. Ghyp.Pfd. S. 4. 6. 12. 10 97.0 Oto. dto. S. 1 5½ dto. Oto. 8. 11 dto. Gold.-Kom 1926, 1927 8.—6 95.0 7½ Wd. Bod. Gpfd. 6 # dto., Em. 3, 8/1t, 14 96.9 96.3 Freiver kehre-Aktien 2. 7. 1. 1. 7. Geid Brief Geld Brief 70.5 76.5 70.0 72.0 119.0123.5118.0122.0 113.0121.5114.0118.0 Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Zinheitskurse Industrie merte .714 Burd.K. Eisa C. E. K0. L. Goedh.h Hann. K. Nomb. 0u 102. 5 Kortum Lothrin Lothr. 6. Manst. Masch. Ko 73.0 105.5102.0105.5 67.0 100.0102.7 100 01030 79.5 67.0 5surh. Berg 84.5 96.8 84.0 31es 1128 150 0—.—. R n. Linef wr. Oien. w. Kupf. Oyek. Wiel Alesergrtechelge tllg ab f. 4. 1894 1. 4. 1933 1. 4. 1928 f. 4. 1n I. 4. 123 91.0 97.0100 0 91.5 94.5 91.5 94.5 107.5110.8— 97.0 100 .7 12.9112. Berliner Börse, 2. Juli Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Fillale Bochum A Kölner 64 6130.0130.11 nomer Gas 3 77.317.0 Krefft W. 0 79.0 79.5 Kromschroeder 5 105.21108.4 Kronprinz Metall 7•174.5175.0 Köppersbusch##—.—. In Aen-etoren — A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaff. Zellst. palke U Baselt Gayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Karler. Ind Kr. u. Licht Maschinend. Buderus chen. Wasser Chem. Geigenk. Conti Summi 12/212.0205.0 0 53.1 53.5 .36.2 34.6 0106.0106.0 0101.5106.2 Dittmann Neuh.10—. Otmd. Akt.-Brau. 1#8. Union-Brau 12 208.0 Dürener Metall 6140.0 Oyckersh. Widm.— Flektr. Lieferg. 61132.4 ., Licht u. Kr. 7/158. Engelh. Brauerei 0 99. Enzinger Unlon 9/117. 0 79.0 79. 0 10.3 10.0 6143.0143.5 5 86.8 86.1 6/137.7/136. 0—. 109. 5137.0141.0 8155.0153.4 5134.0132.1 4106.0/105. aimter Benz Otsch. Atlant. Otsch. Baumwolle Contl 6a3 Kabel Lineleum Steigzeug 117.7117.7 100.5 194.3193.5 Feinlute gepharot& Co. derman. Cem. Ges. f. ei. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Textll Guenowerke 0/206.5 0140.0 9132.1 5/158.5 .3100.0 .7117.7 7—. 132.5134.5 106.0106.0 6140.0139.7 158.8157.5 eP h 0122.6129. 0—. 8155.0154. 122.0121.7 9. 143.6 8/191.0191.0 Steinseus# Tel. u. Kab. 7137.0139.7 Eisenhand. 8140.0 Ih-gae agede Hamb. Elektr. Mindr.-Aufferm. Hottmenn Stärke Hehenichewerke Holzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. 1 Dise Genus Jsenbeck Brau. Junghens Gobr. 9130.5 0/116.0 125.0123. 89.8 89.3 171.0163.0 6134.5134.1 9—. 73.0 6 96. 0 82.5 ahmever Laurahdtte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Lorönz C. 7141.5141.7 23.1 23.5 0107.0106.7 8157.2157.7 81161.0 49—. -g. Hotte Mlag Aimose 10 Mölheimer Berg.## 0104.8104 6 9—. 191.5 Siem. ap; Halske Stollberg. Zink hüringer Gas Tuch Aachen Union chem. er. Otsch. Nicke! Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht Inlagner& Co, W Wandererw. Warsteiner Grub. Westtalen Draht Wickdler Brau. renst. 4 Koppel O 82.0 81.2 I Osnabr. Kupfer 6—.—. — Ponge amp; Zahn 14—.—. hein. El. Werte 6131.0—. Rhein.-W. Kalk 6/136.0— Riebeck Montan.2—. 1116.0 Rötgerswerke 6128.5129.5 s·chsenmer 28291.0#—. Sarotti 5 95.8 97.0 Schlege„9—.—. Schles. Berg. u. Z. 0 40.1 39.2 „ Berg.Beuth. 0 95.8 95.7 „ Elekt. u. 69s 71138.7138. Schub.& Salzer 10.—.—. Schultheis-Patz. 9113.7112. Siegersdorfer W. 8118.0118.0 Siemens Glas 4/100.2100.6 8206.0207.6 0 75.0 75.0 43521350 7 103.0100.0 —.— 8163.0—. 138.0138.0 7148.0—. 6130.0150.0 5115.0113.5 9171.0168.7 72.2 72.5 9—.— Verkehrswerte A. 6. für Vertehr Boch.- Gelsenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Südamer Norod. Lioye 5117.2117.7 0—.— 14.7 14.7 0 42.7 43.0 0 16.2 16.2 Restennerte 45 Dt. R. Schatz. 41—. 4 Ot. R. Anleihe 44 96. 5# D. R. Vounganl. 101.5 4 Reichsbahn Sch. 99.2 Westtalen Altbesitz 113.2 44 Bochum Anl. 45 Duisburg. Anl. 4# Dösseld. Anl 45 Elberfeid. Anl. 45 Essen Anl. —. 0 98.0 5 101.1 2 99.1 2115.2 92.21 91.4 93.0 92.6 92.6 42 Mülb.-Ruhr Anl.—. 92.01 6 Ruhrverbd. Anl. 36—. 45 Pr. Ldof. A. Pfd. 97.5 97.5 4# Ldbk. Westf. Pfd. 95 1 4# Ldbk.Westf. Kom. 93.3 93.3 #0t.Komm.Goldani 95.3 95.5 4 Westf. ldsch. Pfd. 96.0 96.0. #0t. Hyo. B. 8/n. Stc. 96.0 96.0 45 Pr. Centr. Bod. Pfd. 96.0 96.0 45 Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. 96.7 96.7 4 Basalt Obl. 89.8 90.0 6 Concord. Berg. Obl. 103. 2 102. 7 6 Daimler Benz Obl. 101.7106.0 6 Klöcknerw. Obl.. 101.0 6 Mont Cenis Obl. 103.0102.3 #5 Ver. Stahl 60 94.0 93.0 45 Ver. Stahl 47/31 94.3 94.2 6 Ver. Stahl 99.1 99.0 6 Siem. u. H. Obl. 180.2180.0 6 Farbenbonds[131.5130.2 Umsch. Anleihe 88.0 87.9 R. Schuldb. F. 28 R. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 4 3/8 5 Essen Steink. 42 45 Harpener 49 45 R. W. E. 52/5 5 R. W. E. 50 45 Ruhrchemie 48 4 Ruhrgas 53 45 Ruhrwasser 33 4 Ruhrwohng. 90 45 V. E. W. 81 2. 7..7. Geld Brief 98.6 97.2— 97.0 93.5 M4.2 99.50 94.2 95.7 94.5 96.5 92.2 93.7 94.1 95.8 92.5 05.5 Westtalenbank A. Austührung samtlleher -G. Bochum Bankgeschafte Turnen und Sport 10 Nr. 153/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 3. Juli 1936 E Heute wieder Berufsrennen auf der Radrennbahn Banrerkei-Rale Sienerskeienn. Um den Nelken- und Rosenpreis über 15 und 25 Kilometer Omnium der Berufsfahrer— 4. Lauf um den Silberpokal von Bochtim Halbschwergewicht: Seelenbinder(Berlin), Deutscher Meister 1936; Böhmer(Reichenhall): Ehret(LudwigsSchwergewicht: Kurt Hornfischer(Nürnberg), Freistilmeister 1936; Geora Gehring(Ludwigshafen), Deutscher Meister 1886. znd Wg nigkt kesgunt. Die einzelnen Paarungen sind noch nicht bekannt; das Los wird die Gegner in den einzelnen Gewichtsklassen bestimmen. I7. Tcmeieut(Marlins#. Im Mittelgewicht gilt Schweikert(Berlin). der von seiner Verletzung wieder völlig hergestellt ist, als sicherer Anwärter für unsere Olympia=Mannschaft im griechischrömischen Ringen. 54,29 m Hammerwurf von Hein beim Leichtathletik=Abendsportfest in Frankenthal. Unter Beteiligung einiger Olympia=Kandidaten wurde am Donnerstag abend in Frankenthal ein Leichtathletik=Sportfest veranstaltet. In ganz großer Form stellte sich erneut der Hamburger Hammerwerfer Hein (St. Georg) vor, der mit fünf Würfen über 52 Meter kam und schließlich mit einem Wurf von 54,29 Meter seinen eigenen deutschen Rekord um 11 Zentimeter verbesserte. Auch der Mannheimer Greulich war recht erfolgreich. Keiner seiner Würfe war unter 50 Meter und mit einem Wurf von 51,20 Meter wurde er Zweiter. Die Sprinter fanden keine guten Bedingungen vor, da die Bahn durch den voraufgegangenen Regen reichlich weich geworden war. Aber immerhin kam Reckermann(Mannheim) über 200 Meter auf genau 22 Sekunden und Metzner(Frankfurt) erzielte über 400 Meter 48,7 Sekunden. Das Kugelstoßen gewann der Saarbrücker Lampert mit 14,67 Meter. Belichtigung des Reichssportfeldes in Berlin Aenderung der Besichtigungszeiten für den 5. Juli Die Reichssportfeldverwaltung teilt mit: Eine am Sonntag, 5. Juli, im Olympiastadion stattfindende Probe macht es notwendig, das Reichssportfeld am kommenden Sonntag von 12 Uhr ab für Besichtigungen zu sperren. Die letzte Führung geht um 11.30 Uhr vom Olympiator ab. Dafür wird im Gegensatz zu den Wochenführungen, die erst um.30 Uhr vormittags beginnen, die erste Führung am Donnerstag bereits um .30 Uhr vor sich gehen. Die„Royal Henley“ begann Die bedeutendste englische Ruderregatta, die„Royal Henley", begann wegen ihrer Rekordbesetzung bereits am Mittwoch mit den Vorrennen. Der Besuch der Rennen war im Hinblick auf die Ereignisse von Wimbledon noch recht schwach. Es herrschte recht heißes Wetter. Da der Kurs nur einen Zwei=Boote=Start zuläßt, müssen zahlreiche Vor= und Ausscheidungsrennen gefahren werden. Im ersten Lauf zum Großen Achter um den Grand Challenge=Cup siegte der Verteidiger Pembroke=College, die bekannte englische FairhairnMannschaft. nach hartem Kampf mit dreiviertel Länge nach 7,23 Minuten über den Thames Rowing Club, der in Ostende von den Kölner 77ern geschlagen worden Die Vorläufe zum Großen Einer brachten schon sehr interessante Kämpfe. Besondere Beachtung schenkte man dem Start des Vorjahrssiegers der Diamond Skulls, dem Schweizer Rufli, der den Brasilianer Branco sehr leicht nach 9,30 Minuten besiegte. Der Cambridger Warren siegte in 10 Minuten gegen den Amerikaner Bates. Auch der zweite Amerikaner, Freeman, schied aus. Er mußte gegen seinen Landsmann Johnson antreten, der ihn besiegte. Der Engländer Tyrell siegte in der bisher besten Zeit von 9,28 Minuten über seinen Landsmann Palmer. Turnklub Bochum=Weitmar 1882. Der Verein hat seinen gesamten Uebungsbetrieb nach, dem neuen Vereinslokal Wirtschaft„Waldschlößchen“, Inhaber Josef Arens, verlegt, da für die Erfassung der Vereinsmitglieder das neue Lokal mit seiner Lage in WeitmarMitte geeigneter ist. Die Turnstunden finden wie folgt statt: Montag und Donnerstag: Schülerinnen und Turnerinnen; Dienstag und Freitag: Schüler und Turner: Samstag: Volkstümliche Uebungen auf dem Sportplatz am„Waldschlößchen"(Hasenkampstraße). An dem Unterkreis=Turnfest in Welper, das am kommenden Sonntag stattfindet, beteiligt sich der Verein mit 43 Wettkämpfern und Wettkämpferinnen. Vom Turf Auteuil, 2. Juli 1..: 1. Brididi(Bates), 2. Hong Voi. 3. Oldmeallow. Toto: Sieg 48. Platz 16. 19, 16. Ferner: Tosnav. Attacus, Antschrist, Gennino, Sasodia, Tchigri, Tribulation, Eylau, Cavla, Tabidonienne Vanette.„ Sin u. 8 2..: 1. Rallve Puisaye(Chauffour), 2. Artel II, 3. Demonio. Toto: Sieg 15. Drei liefen. 3..: 1. Lord Magique(Lock). 2. Cuenca. 3. Myron. Toto: Sieg 42, Platz 18 26, 18. Ferner: Golden Clipper, Dirie Kid, Barricade. Montlucon. Mercenaire, Stournelle, Empressor, Harnika, Mobarram, Catsgorique, Lucon 4..: 1.’Orage(Tremeau). 2. Serpolet, 3. Oeil de Boeuf. Toto: Sieg 36, Platz 16, 15. Ferner: Sultiana, Sot Gille. 5..: 1. Kirdul(Rochet), 2. Clain, 3. Prince de Chine. Toto: Sieg 55. Platz 21, 26, 19. Ferner: Kislar. SaintCyrien. Falstaff, Rosier, Mareuil, Take my Word, Jean 6..: 1. Merlot(Tremeau), 3. Sport Reign, 3. Ebeick Rama. Toto: Sieg 73, Platz, 13, 12, 11. Ferner: Frégate III, Parthenon II, Week End, Herbigny, Chiquet. Hoppegarten, 2. Juli 1..: 1. Graviter(Held), 2. Osterblume, 3. Poppaca. Toto: Sieg 20, Platz 11, 12, 16. Ferner: Themis, Der Wind, Angreifer, Mädchenfreund, Francofurtia, Wehrmacht. 2..: I. Omega(W. Printen), 2. Pyramide, 3. Galleria, 4. Adjunta. Toto: Sieg 25, Platz 11, 16, 13, 12. Ferner: Alaja, Poste restante, Porta, Ernte, Schwertlilie, Serena, Grollezu, Perbellina.4 e 5 3..: 1. Crivelli(Rastenberger), 2. Blason, 3. Scävola. Toto: Sieg 31, Platz 13, 14, 12. Ferner: Amaranto, Whist, Novalis, Rücert.„ichele(m Mrintam) 8 Sarig 8 Saen4..: 1. San Michele(W. Printen), 2. Floria. 3. Wörbzig. Toto: Sieg 18, Platz 11, 14. Ferner: Prinzregent, 5..: 1 Leibbusar(Zehmisch), 2. Freischärler, 3. Wüstenwind. Toto: Sieg 22. Platz 14, 21, 18. Ferner: Werner. Männeken. Erntedank, Burgunder, Marco Polo. 6..: 1. Martini(Böhlke). 2. Egmont, 3. Silberstreif. Toto: Sieg 42. Platz 18, 15. Ferner: Pontifer, Bona fide. 7. R: 1. Alp(W. Printen), 2. Glücksgöttin, 3. Cortina. Toto: Sieg 41. Platz 15, 15. Ferner: Granikos, Camse, Teutoburger Wald, Stammesflagge. Unsere Voraussagen: Le Tremblay, 3. Juli 1..: Tulipe— Pharés. 2..: Edmar— Treve des Consissears. 3..: Boissise— Roi des Pitres. 4..: Ange Gardien— Saint Andrews. 5..: Babhinga— Die Sicherrennen heute abend auf der Bochanter=Kudreinbahn beginnen um 20 Uhr. Kassenöffnung 18.45 Uhr. Eintrittspreise von.80 bis 1,60 RM. Kinderkarten ab.20 RM. 6 2001 Zum ersten Male nach Wiedereröffnung der Bochumer Radrennbahn werden innerhalb des heutigen Abendprogramms auch die Steher zur Geltung kommen, denen in der Wettkampffolge zwei abgeschlossene Rennen vorbehalten bleiben, und zwar der über 15 Kilometer führende Nelkenpreis und der über 25 Kilometer gehende Rosenpreis. Vereinigt das Feld auch keine Klassefahrer am Start, so verspricht dennoch gerade das entgegen der ursprünglichen Absicht nun doch hinter schweren Motoren zur Durchführung gelangende Steherrennen einen interessanten Verlauf. Es ist selbstverständlich, daß die Rennbahnleitung ihre Programme in Zukunft steigern wird, wenn die Gewähr gegeben ist, daß ausgesprochene Großveranstaltungen(Welcher Bochumer Radfreund träumt nicht heute schon von einem Zweikampf Metze—Lohmann in Bochum?) heute in Bochum kein Risiko mehr sind. Im ersten Steherrennen auf der Bochumer Radrennbahn werden sich folgende vier Fahrer vorstellen: Walter(Zürich), Breuer(Köln), Iffland(Düsseldorf) und Hans Guzek(Bochum). Also vier Nachwuchsfahrer, die ihren ganzen Ehrgeiz darinsetzen, zur Extraklasse vorzustoßen. Besonders erfreulich ist es, daß endlich wieder dem Bochumer Hans Guzek Startmöglichkeit geboten wird. Guzek ist bekanntlich zusammen mit Fffland, der für den gestürzten Anton Hodey einspringt, und dem Kölner Breuer aus der Elberfelder Steherschule hervorgegangen und bewies beim Steherrennen dieser Nachwuchsschule in Bochum sein ohne Zweifel vorhandenes Talent. Leider hatte sein Bochumer Sieg für ihn nicht den gewünschten Erfolg; Hans Guzek hatte nach einigen guten Rennen seit mehr als einem Jahre keine Gelegenheit mehr, sich nach vorn zu arbeiten. Hinter dem Schrittmacher der Dortmunder Westfalenhalle, Geppert, wird er, der seit Wochen eifrig im Training ist, mit ganzem Einsatz bei der Sache sein, denn es geht in diesem Rennen für die Fahrer um mehr als um den Sieg. Iffland wird hinter Wenzel(Köln), Breuer hinter Wißmann (Dortmund) fahren. Beide sind, wie bereits erwähnt, Nachwuchsfahrer, im Können kaum unterschiedlich. Zu ihnen gesellt sich als ausländischer Teilnehmer der Schweizer Werner Walter(Zürich). Walter war Amateur=Fliegermeister der Schweiz und wurde nach seinem Uebertritt zum Berufssport eigenartigerweise Steher. Er wird von Krahe(Köln) geführt. Walter soll in kleineren Rennen in der Schweiz und in Süddeutschland recht erfolgreich gewesen sein. Alles in allem kann man von einem ausgeglichenen Feld reden, und gerade darin liegt der Reiz des Rennens, das uns gewiß keine Rekordzeiten, sicherlich aber einen kampfreichen Verlauf verspricht. Vier Fahrer im Omnium! Omnium ist ein gräßliches Wort der Sportsprache, das man am ehesten mit Vielseitigkeitsprüfung übersetzen kann. Wer in einem Omnium siegreich bleiben will, darf kein Spezialist irgendeiner Art des Rennsportes sein. Das Omnium besteht aus folgenden Radsportarten: Rundenzeitfahren, Fliegerlauf, Punktefahren über 15 Runden und— eine seltene„Zugabe“ — einem 10=Kilometer=Fahren hinter Schrittmachermaschine auf der Fliegermaschine. Wer in diesem Wettkampf siegen will, muß die Schnelligkeit eines Fliegers und das Stehvermögen eines Stehers besitzen. Auch in diesem Wettbewerb gehen vier Fahrer an den Start: Prieto(Spanien), Lothar Ehmer(Berlin), Willi Bremer(Bochum) und Robert Ilse(Bochum). Bochums Lokalpatriotismus ist für diesen Renntag also in jeder Richtung hin Rechnung getragen worden. Ein Spezialist für derartige Vielseitigkeitsprüfungen ist der Berliner Lothar Ehmer, der eine ebenso große Vergangenheit als Flieger wie als Mannschafts= und Sechstagefahrer hat und auch als Steher gute Erfolge erzielte. Das Mannschaftspaar Ehmer—Kroschel hat manchen Sechstagefreund begeistert. Lothar Ehmer wird sich sicherlich noch viel von seinen hervorragenden Fahrereigenschaften erhalten haben, um auch in Bochum zu gefallen. In dem Spanier Prieto stellt sich ein starker Steher vor, dessen Kampffreudigkeit ihm die Sympathien der Zuschauer sichert. Prieto lebt seit Jahren in Deutschland, das ihm, da er ein deutsches Mädchen heiratete, zur zweiten Heimat geworden ist. Prieto ist Spaniens Stehermeister und dürfte seinen Konkurrenten namentlich im 10=Kilometer=Rennen überlegen sein. Die beiden Bochumer Ilse und Bremer werden in bester Form antreten müssen, um gegen diese beiden starken Fahrer zu bestehen. Sie sind zweifellos zu einer Ueberraschung fähig, da die Publikumsunterstützung. ein oft entscheidender Faktor, auf ihrer Seite liegt Willi Bremer gibt in Bochum nach der Rennbahn=Eröffnung sein Debut. Er hat sich zusammen mit seinem Partner Tertilte aus Münster in zahlreichen Mannschaftsrennen gut geschlagen, dasselbe ist von Robert Ilse zu sagen, der beim letzten Bochumer Mannschaftsrennen trotz seiner Sturzverletzungen ein gutes Rennen mit dem Dortmunder Göbel gefahren ist. Der vierte Lauf um den Silberpokal von Bochum beschließt das Rennprogramm. Diesmal treffen die Bochumer Amateure in einem Fliegerrennen aufeinander. Die Einteilung zu den drei Vorläufen wurde wie folgt vorgenommen: 1. Vorlauf: Büdenbender, Schlegel, Grobmeier; 2. Vorlauf: Molenda, Dankowski, Bergmann; 3. Vorlauf: Hoffmann Tenthoff, Pinnow. Die Sieger der Vorläufe gelangen in den Endlauf. Die Zweiten der Vorläufe ermitteln in einem Hoffnungslauf den vierten Teilnehmer des Endlaufes. An der Spitze im Gesamtklassement liegt bisher Erwin Hoffmann, der sich der besonderen Gunst der Zuschauer erfreut. Zu hoffen bleibt ferner, daß sich auch diesmal der Renntag der Gunst des Wettergottes erfreut, dann wird der Erfolg nicht ausbleiben. Hbg. Turnier-Beginn in Düffeldorf Frau von Opel in beiden Jagdspringen siegreich. Auf dem neugeschaffenen Turnierplatz am Grafenberg in Düsseldorf begann am Donnerstag das Internationale Reitturnier, das durch die Teilnahme der offiziellen Olympia=Reiter und=Pferde von Ungarn, Japan und Rumänien noch an Bedeutung gewinnt. Die beste deutsche Reiterin, Frau Irmgard von Ovel, feierte einen vielbejubelten Doppelsieg auf ihrem hervorragenden Schimmel Arnim. In dem nur von neun Pferden bestrittenen Amazonen=Springen erzielte Frau von Opvel mit Arnim die beste Zeit mit 67 Sekunden und gewann verdient gegen„Ben Hur“(Frau Oetker) und Nora(Frl. Backhaus). Das mittelschwere Springen um den Preis vom Hofgarten zog sich mit seinen 80 Teilnehmern bis in die späten Nachmittagsstunden hin. Nur vier Pferde sprangen den Kurs fehlerlos. Die beste Zeit holte auch hier wieder Frau von Opel mit Arnim heraus. Sie brachte den Parcours in 73,8 Sekunden hinter sich und verwies damit den ungarischen Oberleutnant von Platthy auf Selle(79 Sekunden), Oberleutnant von Bongardt (82 Sekunden) und den Rumänen Oberleutnant Tudoran auf Hunter(83 Sekunden) auf die Plätze. Metze liegte in Leipzig Zu den Radrennen, die am Mittwoch abend in Leipzig stattfanden, hatten sich über 15000 Zuschauer eingefunden. Im Mittelpunkt des Programms stand ein 100=Kilometer=Dauerrennen um den„Preis der Stadt Leipzig", den Erich Metze nach scharfem Kampf gegen Möller und Hille gewann. Es gab prächtige Positionskämpfe. Metze setzte sich dann nach 45 Kilometer an die Spitze und wies alle Angriffe ab. Er siegte in der guten Zeit von:24:47,3 Stunden. Die Ergebnisse: Preis der Stadt Leipzig über 100 Kilometer: 1. Erich Metze(Dortmund):24:47,3 Stunden; 2. Möller(Hannover) 30 Meter zurück; 3. Hille(Leipzig) 80 Meter; 4. Lacquehay(Frankreich) 260 Meter; 5. Lohmann(Bochum) 495 Meter; 6. A. Wambst(Frankreich) 1475 Meter zurück. Auftakt zum Provinzialturnier Fieute Eilhrelleider Sterhährer 16 Zweispänner und 4 Vierlpänner werden erwartet ..-Muthherr Die Wehrmacht bei der Generalbrobe ihrer Vorführung zum Bochumer Reit= und Fahrturnier Im Bild unserer Stadt wird sich schon heute das große reitsportliche Ereignis, das Bochum am Samstag und Sonntag mit dem 10. Provinzialturnier erleben wird, bemerkbar machen. Aus allen Teilen der Provinz Westfalen treffen Reiter und Pferde ein, um in Bochum Quartier zu nehmen. Darüber hinaus werden die Teilnehmer an der großen Eignungsprüfung für Wagenpferde erwartet, die in der Zeit zwischen 16 und 18 Uhr im TuS.=Stadion eintreffen müssen. Ein großer Teil der Bewerber ist schon am Vormittag des gestrigen Tages in Marsch gesetzt worden; dabei handelt es sich um die Teilnehmer, die die weiteste Anmarschstrecke zu erledigen haben. Die 16 Zwei= und 4 Vierspänner nehmen ihren Weg auf Umwegen von Brackel, Greven, Ahlen, Soest, Appelhülsen usw. nach Bochum, um eine möglichst stattliche Kilometerzahl zu erreichen, die für den Sieg in dieser Sternfahrt ausschlaggebend ist. Bei dieser Sternfahrt handelt es sich um eine Dauekzugleistungsprüfung, wobei das westfälische Pferd seine Ausdauer unter Beweis zu stellen hat. Die Bewertung der Gespanne erfolgt nach der Verfassung der Pferde bei der Ankunft, wie auch das Gebäude und das Gangwerk neben der zurückgelegten Strecke zur Bewertung steht. Die letzten acht Kilometer sind im Schritt und Trab ohne Halt zu erledigen. Die Sollstrecke beträgt 50 Kilometer an einem Tage, für jede 25 Kilometer mehr erhält das Gespann einen Zusatzpreis. Mit dieser Prüfung wird das Jubiläumsturnier des Provinzialverbandes weitfälischer Zucht=, Reitund Fahrvereine offiziell eröffnet. Letzte Heerschau der Ringer Olympia=Ausscheidungen in München. Im Münchener Zirkus Krone werden am 2. und 3. Juli die letzten Ausscheidungen der deutschen Ringer für die Olympischen Spiele vorgenommen. Reichssportwart Steputat(Berlin) gibt nun die Meldungen für die Kämpfe im griechisch=römischen Stil bekannt: Bantamgewicht: Justin Gehring(Friesenheim), Deutscher Meister 1936; Jakob Brendel(Nürnberg), Olympiasieger 1932, Deutscher Freistilmeister 1936; Schrader(Dortmund=Hörde): Johann Herbert(Stuttgart). Federgewicht: Eduard Sperlina(Dortmund), Deutscher Meister 1936; Sebastian Herrana(Neuaubing). Leichtgewicht: Fritz Nettesheim(Köln) Deutscher Meister 1936 in beiden Stilarten; Wolfgang Ehrl (München). Weltergewicht: Gawenda(Mainz), Deutscher Meister 1936: Fritz Schäfer(Schifferstadt); Fink(Göppingen); Eckweiler(Bingen=Büdesheim): I. Paar(Reichenhall), Freistilmeister 1936. Deulahdhas„Tathehnes Enlepaur Elly Beinhorn und Bernd Rosemeyer aufgeboten B..-Archiv Am 13. Juli werden die bekannte Fliegerin Elly Beinhorn und der erfolgreiche Rennfahrer“ der Auto=Union Bernd Rosemeyer, wie einem auf dem Standesamt Berlin=Wilmersdorf aushängenden Aufgebot zu entnehmen ist, getraut. Das junge Brautpaar heiratet zwar am Dreizehnten, der allerdings kein Freitag ist, aber die Ehe dürfte trotzdem sehr gut werden, da sich Bernd Rosemeyer ja auch dadurch seiner zukünftigen Frau„angepaßt“ hat, da er neben dem Rennfahrer nun auch Flieger geworden ist. Seite 11 Nr. 153 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 3. Juli 1936 Drehaute Temhenmerzuhrvon 193s Exzellenz Lewald über die Olympischen Spicle Um den Austragsort der Spicle 1940 Berlin, 2. Juli. Nach der Uebernahme des Olympischen Dorfes durch das Organisationskomitee der XI. Olympischen Spiele gewährte der Präsident des Organisationskomitees, Erzellenz Lewald, dem Vertreter des DRB.=Sportdienstes eine Unterredung, in der er feststellte:. „Die Zahl der teilnehmenden Nationen bei den XI. Olympischen Spielen hat alle unsere Erwartungen bei weitem übertroffen, insbesondere auch die zahlenmäßige Stärke, mit der die einzelnen Länder in Berlin vertreten sein werden. Noch jetzt erleben wir es fast täglich, daß einzelne nationale Olympische Komitees die Zahl ihrer aktiven Teilnehmer erhöhen. Trotzdem können wir durch das Entgegenkommen des Reichsluftfahrtministeriums die später ankommenden Teilnehmer noch ebenso gut unterbringen wie die bereits jetzt einGewiß hängt die Beteiligung der Nationen, die diejenige von Los Angeles um fast das Dreieinhalbfache übersteigen wird, mit der günstigen Lage Deutschlands im Mittelpunkt Europas zusammen, aber sie beweist auch das rückhaltlose Vertrauen aller Länder der Erde und die Sicherheit und Festigkeit der deutschen Verhältnisse und den Glauben an die Gastfreundschaft und die Organisationskraft Deutschlands und besonders des eut schen Kampf um den Austragungsort der XII. Olympischen Spiele 1940 erklärte Exzellenz Dr. Lewald, das Internationale Olymvische Komitee werde, am 29. Juli in der alten Aula der Friedrich=WilhelmUniversität in Berlin zusammentreten. Die beiden folgenden Tage seien die eigentlichen Sitzungstage. Der wichtigste Punkt der Besprechungen werde die im vergangenen Jahr in Oslo vertagte Frage der Vergebung der XII. Olympischen Spiele 1940 sein. Um sie bewürben sich schon seit langem Tokio und Helsing fors. Als große Ueberraschung seigjetzt der Antrag von London, das schon im Jahre 1wos die IV. Olymvischen Spiele veranstaltete, eingegangen. Nach dem Ende des abessinischen Krieges wolle auch Rom, das sich bereits einmal beworben, aber wieder verzichtet habe, auf dem Berliner Kongreß erneut seine Kandidatur vertreten. Die Abstimmung über die Vergebung der Sviele 1940 erfolge auf dem Berliner Kongreß geheim und sei endgultig. Fast das gesamte Internationale Olympische Kamitee werde in Berlin versammelt sein, was bisher noch nie der Fall gewesen sei. Von den 63 Mitgliedern würden 55 in Berlin sein. Neuer Rekord des Luftschiffes„Hindenburg“ Ji 30 Stunden Frankfurt=Neuhr.. L3.„Hindenburg“ gelang die schneliste Ozeanüberquerung— Bisheriger Rekord um 8 Stunden verbessert For den Eindteidungen in Willbiedon Hilde Sperling oder Helen Jacobs?— Englands gutes Männerdoppel Der Donnerstag fand bei den All=England=Meisterschaften in Wimbledon nicht den Zuspruch der letzten Tage. Im Frauen=Einzel stand die Vorschlußrunde auf dem Programm. Hilde Sperling=Krahwinkel hatte in der französischen Meisterin Frau Mathieu keine dankbare Gegnerin. Es kam zu einem eintönigen Kampfe, in dem die frühere Essenerin keinen großen Widerstand fand und:3,:2 siegte. Zwar gewann Frau Sperling im ersten Satz erst jedes Spiel nach wiederholtem Einstand, doch fehlte dem Kampf jede Farbe. Es standen sich eben zwei ausgekochte Turnierspielerinnen gegenüber, von denen Frau Mathieu kaum was riskierte. Im zweiten Satz gelang es der Französin, drei Matchbälle abzuwehren und erst nach endlosem, vorsichtigem Hin und Her glückte der Dänin Spiel, Satz und Sieg. Oben kam es zwischen Helen Jacobs und Hedwig Jedrzejowska zu einem weit spannenderen Kampf. Das glatte Ergebnis von:4,:2 für „Helen“ überraschte nach der glänzenden Leistung, die Jedrzejowska gegen Kay Stammers zeigte. Ausgezeichnet ist England vertreten im Männerdoppel, wo am Donnerstag die„letzten Vier" ermittelt wurden. Borotra—Brugnon treffen nach ihrem großen Siege über die Titelverteidiger Crawford—Quist und dem:=,:=,:7=:=Erfolge über Cunninggin— E. Itoh auf das englische Ueberraschungsdoppel Hare— Wilde. Unten stehen sich Hughes—Tuckey und Allison— van Ryn gegenüber. Wenn nicht alles trügt, kommt es zu einer Endrunde zwischen Englands Davispokaldoppel Hughes—Tuckey und den Wimbledonsiegern von 1932 und 1933, Borotra—Brugnon. Mit James—Stammers, den Titelverteidigern, Fabyan—Jacobs und Henrotin—Andrus haben drei starke Mannschaften im Frauendoppel die Vorschlußrunde erreicht. Budge—Fabyan sind nach ihrem Erfolge über Kukuljevic—de la Baldene die ersten, denen es gelang, im Gemischten Doppel die Vorschlußrunde zu erreichen. Die Ergebnisse: Männerdoppel: Borotra=Brugnon— Cunninggin=Itoh:2,:5,:7,:2; Allison= van Ryn gegen Mc. Grath=Sproule:4,:3,:4.— Gemischt. Doppel: Olliff=Nuthall—Planner=Kraus:2,:5; Budge=Fabyan gegen Kukuljevic=de la Valdene:0, :2; Petra=Mathieu—Cunninggin=Mc. Ostrich:4, :5; Martin Legeay=Henrotin—van Ryn=van Ryn :1,:5. Von Cramm-Perry im Deutschlandfender Das Endspiel im Männereinzel in Wimbledon zwischen dem Deutschen Meister Gottfried von Cramm und dem Titelverteidiger Fred Perry(England) wird am Freitag, 3. Juli, vom Deutschlandsender übertragen. Die deutschen Hörer werden also Gelegenheit haben, das auf dem großen Meisterschaftsplatz von Wimbledon stattfindende Endspiel in seinen einzelnen Phasen mitzuerleben. Die Uebertragung ist 15.30 Uhr. dnd Hamburg, 2. Juli. Das Luftschiff„Hindenburg“ erreichte nach Meldung der Deutschen Seewarte am Donnerstag um .30 Uhr deutscher Zeit Newyork. Die gesamte Fahrzeit von 50 Stunden für die Strecke Deutschland— Newyork, die durch die Ausnutzung günstiger Winde über dem Nordatlantik erreicht wurde, stellt die schnellste Ozeanüberquerung dar, die bisher einem Luftschiff gelungen ist. Donnerstag morgen um.50 Uhr Newyorker Zeit erschien das Luftschiff über dem Lufthafen Lakehurst. Es hat die Reise Frankfurt am Main— Lakehurst in der kurzen Zeit von 51 Stunden, 29 Minuten zurückgelegt und damit die bisher schnellste Flugzeit um acht Stunden verringert. Die Landung erfolgte um.20 Uhr Newyorker Zeit(11.20 Uhr deutscher Zeit). Der neue Rekord wurde erreicht durch geschickte Ausnutzung der Wetterlage. Es wurden zeitweise über 200 Kilometer Stundengeschwindigkeit erreicht. Die Fahrt ging diesmal über Kanada. L3.„Hindenburg" bricht Postrekord Luftpostbrief von USA. nach Palästina sieben Tage unterwegs Jerusalem, 2. Juli. Erstmalig in der Postgeschichte Palästinas traf in Jerusalem ein Luftpostbrief aus Amerika ein, der nur sieben Tage unterwegs war. Der Brief war vom Luftschiff„Hindenburg“ in Amerika mitgenommen und nach Europa befördert worden, von wo er per Flugzeug nach Jerusalem gebracht wurde. Eine Luftschiff=Anfrage im Unterhaus Das Wöchielende der Fürtiel Ausscheidungsturnen für die Olympischen Spiele Das ursprünglich für den 4. und 5. Juli in der Dietrich=Eckart=Buhne des Reichssportfeldes geplante letzte Ausscheidungsturnen der Turner und Turnerinnen für die Olympischen Spiele findet nunmehr an den gleichen Tagen in der Hanseatenhalle in Hamburg statt. Beteiligt sind hieran 12 Turner und 12 Turnerinnen, die sich als die Besten aus den bisherigen Kämpfen herausgeschält haben. Die Teilnehmer sind: Turner: Beckert(Neustadt), Frey(Bad Kreuznach), Friedrich(München), Kleine(Bad Dürrenberg), Sandrock(Langenfeld), Schmelcher(München), Schwarz= mann(Wünsdorf), Stadel(Konstanz), Steffens(Bremen), Volz(Schwabach), Winter(Frankfurt a..), Stangl(München).z,(Gucdmiashafen) Turnerinnen: Schowalter(Luowigshafen), Bürger (Eberswalde), Sohnemann(Hamburg), Iby(Nürnberg), Schmitt(München), Hollfelder(Dortmund), Fischer(Leipzig), Pöhlsen(Hamburg), Meyer(Hannover), Bärwirth(Kiel), Frölian(Dresden), Högel (Wiesbaden)., Iun#at#u. Blig:. sturnmart Die Oberieitung hat der Reichsmannerrurnwart Martin Schneider(Leipzig). Unterkreisturnfest in Welper Im benachbarten Welper geben sich am Wochenende die Turner und Turnerinnen des Unterkreises Bochum 1 ein Stelldichein um hier ihr erstes Unterkreisturnfest zu feiern. Die Meldungen zu den Wettkämpfen sind sehr zahlreich eingegangen, so daß die Veranstaltung eine große turnerische Kundgebung zu werden verspricht. Eingeleitet wird das Fest am Samstag nachmittag mit der Kampfrichtersitzung auf der Burg Blankenstein, der sich ein Begrüßungsabend anschließen wird. Am Sonntag morgen kommen auf dem Sportplatz an der Horstschule die zahlreichen Mehrkämpfe zum Austrag, die für die Geräteturner aus einem Zwölfkampf(Oberund Unterstufe), für die Volksturner aus einem Fünfkampf in zwei Klassen, für die Altersturner aus einem Siebenkampf und Neunkampf in zwei Klassen; für die Turnerinnen aus einem Siebenkampf(Ober= und Unterstufe), einem gymnastischen Dreikampf und einem volkstümlichen Drei= und Vierkampf und für die Jugendturner und Jugendturnerinnen aus einem Siebenkampf bestehen. Nach kurzer Mittagsrast werden sich die Vereine zum Festzug formieren. Anschließend folgen auf dem Sportplatz die Sondervorführungen der Vereine, Mannschaftskämpfe, Staffelläufe und allgemeine Freiübungen der Turner und Turnerinnen. Mit der Siegerehrung auf der Burg Blankenstein wird das Unterkreisturnfest ausklingen. London, 2. Juli. Auf eine Anfrage im Unterhaus über Luftschiffe antwortete der Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium, Sir Philipp Sassoon, die britische Regierung hätte seit der Katastrophe des„R 101“ die Möglichkeiten dieses Verkehrsmitteltyps beobachtet. Er könne versichern, daß die Regierung sich, sobald sie der Ueberzeugung sei, daß Luftschiffe sich als nützliches und wesentliches Instrument erwiesen hätten, wieder mit dieser Frage beschäftigen würde. Auf die Frage, ob Großbritannien gegebenenfalls zu stolz wäre, Flugboote und Ueberseeflugzeuge ev. Zeppeline von anderen Ländern zu beziehen, falls sie für besser gehalten würden als die eigenen, antwortete Sir Philipp Sassoon er halte die britische Industrie für vollkommen und fähig genug, Flugboote und Ueberseeflugzeuge genau so gut bauen zu können, wie andere Länder. Riesige Flugplätze baut Amerika in Alaska und im Nordwesten Washington, 2. Juli. Das Kriegsministerium hat mehrere Offiziere beauftragt, in der Nähe der Stadt Fairbanks in Alaska eine geeignete Stelle für die Anlage eines großen Flugplatzes ausfindig zu machen. Dieser Flugplatz soll so groß sein, daß die gesamten Luftstreitkräfte der Armee, die gegenwärtig aus 1000 Flugzeugen bestehen, innerhalb von 24 Stunden untergebracht werden können. Die Armee beabsichtigt, eine Reihe weiterer strategischer Flugplätze dieser Art zu bauen. Vorerst sind sieben Flughäfen geplant, die wahrscheinlich innerhalb eines großen Dreiecks liegen werden, dessen Spitzen von den Städten Spokane im Staate Washington, Portland im Staate Oregon und Salt Lake City im Staate Utah gebildet werden.. 16. Si.sr.8675. Es ist bemerkenswert, daß der erne dieser kostspieligen riesigen Flughäfen, für deren Bau der Kongreß vor einem Jahr besondere Zuwendungen bewilligte, in der Mitte von Alaska gebaut werden soll und daß die nächsten wahrscheinlich ebenfalls in der Nähe der Nordwestküste des Stillen Ozeans liegen werden. Die ungenügende Verteidigungsstärke Alaskas ist schon seit langem das Sorgenkind von Armee und Marine gewesen. Man erinnert sich in diesem Zusammenhang der Aussage, die vor wenigen Monaten ein vereidigter Zeuge vor dem Untersuchungsausschuß des Kongresses machte. Dieser Zeuge sagte damals aus, daß 250 aus. Stahl gebaute, angeblich Fischfang betreibende und von japanischen Reserveoffizieren bemannte Boote mit einem Aktionsradius von 8000 Meilen vor der Küste von Alaska ständig kreuzten. =Zug Warschau—posen entgleist Bisher zwei Tote und 13 Verletzte Warschau, 2. Juli. Auf der Strecke Warschau—Posen ereignete sich gestern, wie die Warschauer Morgenzeitungen heute berichten, ein schweres Eisenbahnunglück. Der=Zug Warschau—Posen, der um 9 Uhr morgens Warschau verläßt, entgleiste um 13.27 Uhr hinter einer kleinen Station in der Nähe von Kostschin. Der Lokomotivführer, der im letzten Augenblick die Gefahr eines drohenden Zusammenstoßes erkannt hatte, bremste mit aller Kraft. Die Wirkung der Bremsen war so stark, daß die Lokomotive aus den Schienen sprang und sich tief in die Erde einbohrte. Die nachfolgenden fünf Wagen entgleisten ebenfalls. Der Gepäckwagen wurde völlig zertrümmert. Der Postwagen sowie zwei Wagen erster und zweiter und ein Wagen dritter Klasse entgleisten ebenfalls und stürzten um. Nach den bisherigen Meldungen fanden der Lokomotivführer und ein Postbeamter den Tod. 13 Personen, unter ihnen der schwedische Gesandtschaftsrat Reiterskjöld aus Teheran, wurden verletzt. Dem offenbar am besten unterrichteten Warschauer Blatt„Kurjer Poranny“ zufolge ist die Katastrophe dadurch erfolgt, daß der Stellwerksbeamte der Station Gutkow den Unglückszug auf ein totes Gleis leitete. Der Beamte hatte dies geistesgegenwärtig getan, um ein noch größeres Unglück zu verhüten, da in wenigen Minuten schon der aus Posen kommende Luxuszug zu erwarten war. Gleichzeitig mit der Umleitung waren Notsignale gegeben worden, die den Lokomotivführer des Warschauer Schnellzuges zum Halten auffordern sollten. Offenbar wurden die Signale zu spät bemerkt, so daß der Lokomotivführer die Bremse auf einer zu kurzen Strecke betätigen mußte. Vermutlich ist er dann noch gegen den Prellbock gefahren. Warschau, 2. Juli. In der Nähe von Wreschen(Woiwodschaft Posen) entgleiste ein Personenzug. Dabei wurden der Lokomotivführer, der Heizer und ein Postbeamter getötet, während ein Eisenbahnbeamter und vier Fahrgäste verletzt wurden. 40 Milliarden Gold Unrden Lirenpren desrühters Großer Motorrad-Preis von Europa in Hohenstein) Ernstthal schenkte er der Welt London, 1. Juli. Mitte der achtziger Jahre wurden von einem Manne die größten Goldfelder der Welt am Witwatersrand in Südafrika entdeckt. Jetzt, nach einem halben Jahrhundert erst, wird sein Name bekannt, nachdem die Archive in Pretoria eingehend durchforscht wurden. Danach fand der australische Goldgräber George Harrison im April 1886 bei Langlaate eine mächtige Goldader. Der Besitzer der Farm Langlaate schrieb dem Präsidenten Krüger,: daß Harrison Goldfelder entdeckt habe, auf die er Anspruch erhebe. Harrison erhielt auch den Entdeckeranspruch zugewiesen. Harrison hatte nichts Eiligeres zu tun, als seinen Titel zu verkaufen und andere ernteten die Früchte seiner Arbeit.„„ Im ganzen haben die Goldfelder im Laufe der Jahre Gold im Werte von 40 Milliarden Mark ergeben. Von Harrison aber hörte man nichts mehr; er mag gute Gründe gehabt haben, das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen. Kurz nachdem er mit mehreren: hunderttausend Mark, dem Erlös für seinen Anteil, aus Südafrika verschwunden war, traf eine Nachfrage der australischen Polizei nach einem gewissen George: Harrison ein, auf die man keine Auskunft geben konnte. Biidke in die Wen Auf dem Sachsenring bei Hohenstein=Ernstthal wird der 12. Große Motorradpreis von Europa am kommenden Sonntag ausgefahren. Die ONS. veranstaltet zum zweiten Male das 1925 vom internationalen Motorradverband geschaffene Rennen auf dieser 8,6 Kilometer langen Rennstrecke, die bereits zur ersten Durchführung in Deutschland im Vorjahre umgebaut wurde und sich diesmal mit noch verbesserter Straßenlage darbieten wird. Zu den Wettbewerben, die in vier Klassen durchgeführt werden, haben 117 Fahrer von Rang, darunter 48 Deutsche, ihre Meldungen abgegeben. Dem schnellsten Fahrer des Tages winkt ein Ehrenpreis des Führers und Reichskanziers, während außer den Geldpreisen von insgesamt 9450 RM. noch goldene, silberne und bronzene Medaillen an die einzelnen Klassensieger verteilt werden. Die Goldmedaille wird allerdings nur dann vergeben, wenn der Sieger des Wettbewerbs seiner Klasse schneller als der Sieger der nächstniederen Klasse war. Der Kurs hat seine Schwierigkeiten; die Maschinen können kaum ausgefahren werden. Kurven und Steigungen zwingen zum Schalten. Trotzdem wurde im Vorjahr ein Durchschnitt von 126 Stundenkilometer vom schnellsten Fahrer erzielt— und wenn nicht alles täuscht, wird man am Sonntag noch schneller sein. Das wird sich wahrscheinlich schon beim Training zeigen, wo jeder Fahrer zehn Qualifikationsrunden mit einer Mindestgeschwindigkeit zurücklegen muß. Zehn Maschinen starten in der Klasse nicht über 175 Kubikzentimeter(30 Runden gleich 258 ter). Der einzige deutsche Fahrer ist Walfried Winkler, der auf einer kleinen DKW. startet. In der Klasse bis 250 Kubikzentimeter(35 Runden gleich 301 Kilometer) ist das deutsche Aufgebot weit stärker. Die Auto=Union tritt mit Geiß, Klöpfer, Kluge, Winkler und Häußler an. Die schnellen DKW.=Maschinen werden ein Höchstmaß an Leistung erreichen müssen, wenn sie gegen die starken ausländischen Maschinen, die u. a. von den Engländern Manders, Mellors und Tyrell Smith gefahren werden, bestehen wollen. Für die 350=Kubik= zentimeter=Klasse(40 Runden gleich 344 Kilometer) liegen 38 Meldungen vor. RSU. wird mit Fleischmann, Sönius und Steinbach vertreten sein. Diese Mannschaft hat englische Excelsior=, Velocette= und Norton=Maschinen zu schlagen, die von Mellors, Guthrie, Rowley und Sandri gesteuert werden. Auch die schwedische Husquarna wird nicht fehlen. Hier geht also ein Klassefeld an den Start. Der Kampf der Halblitermaschinen, von denen ebenfalls 38 über 344 Kilometer gehen werden verspricht neben dem deutschen Großkampf zwischen DKW.—NSu. —BMW. auch noch eine harte Auseinandersetzung mit schnellen ausländischen Maschigen. 21 deutsche Fahrer, unter ihnen Müller, Mansfeld, Steinbach(DKW.), Fleischmann, Soenius(NSU.), Gall, Ley(BMW.) werden auf 17 Ausländer treffen, die auf so schnellen Fabrikaten wie Norton, Guzzi, Husquarna und Bianca sitzen werden. Guthrie, Tenni, Sunngvist, Tumagalli sind die bekanntesten Fahrer. 14 Nationen sind vertreten. Neben 48 Deutschen starten 14 Engländer, je zehn Belgier und Italiener, neun Oesterreicher, je sechs Schweizer und Tschechen, je vier Schweden und Spanier, zwei Franzosen und je ein Finnländer, Holländer, Irländer und Däne Der Präsident der Reichsfilmkammer besichtigte Münchener Ateliers Der Präsident der Reichsfilmkammer, Staatsminister a. D. Professor Dr. Lehnich, besuchte in diesen Tagen die Münchener Filmtheater und Ateliers. In Anwesenheit von Vertretern der Regierung, der Partei und der Wirtschaft fand auch eine Besichtigung der großen Atelieranlagen der Bavaria=Film=AG. in Geiselgasteig statt, bei der Gauleiter Staatsminister Wagner und Professor Pr. Lehnich grundsätzliche Ausführungen über die Zukunft des deutschen Films in München machten. Die Eltern mit dem Beil erschlagen In Bad Homburg wurde ein Milchhändlerehepaar ermordet aufgefunden. Beide waren mit einem Beil erschlagen worden. Als Täter kommt der 20jährige Sohn der Ermordeten in Frage, der mit seinem Fahrrad geflüchtet ist. Die Polizei ist auf der Spur des Täters, der sich vermutlich in Frankfurt(Main) verborgen hält. Doppelmord Der Milchhändler Maibach und seine Ehefrau wurden am Mittwoch vormittag erschlagen in ihren Betten in amgiha# de vermutlich mit auf einem=„Hühergs berschwunden. Man ni der Mörder ist. Erst am Dienstag hatte es wieder schweren Streit zwischen ihm und den Eltern gegeben. fiel er sie und tötete sie nach einem verzweifelten Kampf. Ein Verdächtiger wurde verhaftet. Jüdischer Schieber in Wien verhaftet Der jüdische Schieber und Bankbesitzer Siegmund Bosel wurde von der Wiener Polizei in Haft genommen. Bosel ist der bekannteste österreichische Spekulant der Nachkriegszeit. Besonders bekannt sind seine Geschäfte mit der Oesterreichischen Postsparkasse, die mit ungeheuren Verlusten des staatlichen Instituts und der Flucht des damaligen Finanzministers Dr. Ahrez nach Brasilien endeten. Bad Homburg aufgefunden. Die Tat wurde vermutlich mit einem Bei ausgeführt. Mainachs Haus liegt außerhald des Ortes. Der zwanzigjährige Sohn ist mit seinem Fahrrad verschwunden. Man nimmt an, daß er Eine Verwandte Liszts ermordet In der burgenländischen Stadt Oberwarth wurde in der Nacht zum Donnerstag eine Verwandte des berühmten Musikers Franz von Liszt, die 59 Jahre alte Klara Liszt, ermordet. Der Mörder hatte sich in einem Schrank versteckt. Als die Frau heimkehrte, überSechs Personen vom Blitz erschlagen Ueber einem großen Teil Südbulgariens gingen im Laufe des Dienstags schwere Gewitter nieder, die großen Flurschaden anrichteten und auch Menschenopfer forderten. In der Nähe der Stadt Stara=Sagora hatten sechs Personen vor dem strömenden Regen Zuflucht unter einem großen Baum gesucht, in den der Blitz schlug. Alle sechs Personen wurden vom Blitz erschlagen und völlig verkohlt. 20 Personen durch Hochwasser ertrunken In Südtexas sind durch einen Dauerregen und das damit verbundene Hochwasser verheerende Ueberschwemmungen eingetreten. 20 Personen sind ertrunken, 14 werden noch vermißt. Der Sachschaden soll über eine Million Dollar betragen. Autobus rafte gegen eine Felswand Wie aus Natural Bridge(Virginia) gemeldet wird, raste ein vollbesetzter großer Autobus auf der dortigen berühmten Naturfelsenbrucke in der Nacht bei einem schweren Gewitter gegen eine Felswand und schlug unmittelbar am Rande eines 70 Meter hohen Steilabhanges um. Von den Insassen des Wagens fünf getötet und 28 zum größten Teil lebensgefährlich verletzt — Nachrichten aus Groß=Bochum Kleine Aneidungen aus den=Sladienen Stadtteil Hamme Totenglocke. Ein bekannter Hammer Mitbürger wurde nach kurzer, schwerer Krankheit jetzt durch den Tod abberufen: der Bierverleger Alex Reitz vom Schlageterring 45. Der Verstorbene, der im 45. Lebensjahre stand, erfreute sich überall der größten Wertschätzung und Beliebtheit. Städtische Gesundheitsfürsorge in Bochum=Hamme. Die städtische Gesundheitsfürsorge, Bezirk 2, für den Stadtteil Hamme hält im Hause Wanner Straße 2, neben der Ortsgruppenleitung der NSV., ihre Sprechstunden ab. Dienstags von 15 bis 16 Uhr sind hier Sprechstunden für Lungenleidende. Die Sprechstunden für Säuglinge und Kleinkinder bis zu 6 Jahren sind montags von 15 bis 16 Uhr mit Arzt und donnerstags von 15 bis 16 Uhr ohne Arzt. Stadtteil Riemke Hohes Alter. Die Witwe Wilhelmine Köster vom Steinweg 9 feierte in bester Gesundheit und Frische ihren 79. Geburtstag. Silbernes Dienstjubiläum. Der Schrankenwärter Christian Helsper von hier feierte auf der Zeche „Shamrock“ sein silbernes Dienstjubiläum. Ausflug nach Lippolthausen. Die Gruppe Riemke des Bundes heimattreuer Ost= und Westvreußen veranstaltete eine Fahrt nach Lippolthausen. Mit 430 Personen fuhr die Gruppe des Morgens nach Herne, wo drei Dampfer zur Weiterfahrt bereitstanden. Am Ziel selbst fanden Kinderbelustigungen und Spiele für Frauen statt. Ein Fußballspiel der Alten Herren fand großen Anklang, und auch ein Preisschießen wurde veranstaltet. In anerkennenswerter Weise hatte sich die SA.=Reserve 17 mit einer Kapelle zur Verfügung gestellt, deren Musik viel zum Gelingen der Fahrt beitrug. In ausgezeichneter Stimmung erfolgte abends die Rückfahrt. Die Fahrt wird noch lange in bester Erinnerung bleiben. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Bestandene Meisterprüfung. Fräulein Hildegard Mertens, Tochter des Bürobeamten Ernst Mertens, bestand mit gutem Erfolg ihr Examen als Kindergärtnerin. Bund heimattreuer Ost= und Westpreußen. Ueber die vom Bund heimattreuer Ost= und Westpreußen durchgeführten Sonderzüge sowie Ferienkindertransvorte nach Ostpreußen gibt für die Ortsgruppe Marmelshagen Hermann Wiechert, Dorstener Str. 330, nähere Auskunft. Stadtteil Grumme=Böde Zwischen Schwungrad und Zugfeder. Einen schweren Betriebsunfall erlitt gestern nachmittag der Schlosserlehrling Eugen Mö. aus der Josephinenstraße, der in einem Eisenwerk beschäftigt ist. Bei der Reinigung einer Brechermaschine geriet er zwischen Schwungrad und Zugfeder, wobei er einen Mittelfußbruch, einen Knöchelbruch und Quetschverletzungen davontrug, die seine Einlieferung ins Augusta=Krankenhaus notwendig machten. Stadtteil Hiltrop Brieftaubenwettflug. Die Reisevereinigung BochumGerthe schickte zu dem Wettflug ab Oebisfelde für alle Tauben 368 Tiere, die um 92 Preise flogen. Der Auflaß erfolgte um.15 Uhr, die erste Preistaube erreichte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 942,8 Meter in der Minute den heimatlichen Schlag um 11.10 Uhr in Grumme=Vöde. Der Konkurs dauerte 31 Minuten. Die ersten Preisträger waren: 1. Radzanowski („Blauer Vogel“, Bochum); 2. Simelka(„Wandervogel", Bochum); 3. Claus(„Edeltaube“, Gerthe); 4. Schütrumpf(„Froh Wiedersehen“, Harven); 5. Stache(„Ohne Furcht", Gerthe). Straße, Beckhausstraße und Oesterheidestraße von Nr. 34 bis 78. Rev.=Oberw. Giese ist unter Fernsprechnummer Amt Bochum 71186 zu erreichen. Zur Entgegennahme von Beschwerden und zur Auskunfterteilung sind für den Landposten Sprechstunden, mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und des Samstags nachmittags, von 9 bis 10 und von 16 bis 17 Uhr eingerichtet worden. Ist der Landposten nicht zu erreichen, kann Hilfe pp. beim 12. Pol.=Revier im Amtshaus Bochum=Langendreer, Rufnummer Bochum 71161, angefordert werden. * Goldene Hochzeit. Gestern begingen die Eheleute Heinrich Ellenberger, Uemminger Straße 12, ihre goldene Hochzeit. Dem beliebten Jubelpaare gingen von allen Seiten zahlreiche Glückwunsche zu. Personalnachrichten vom Bahnhof. Der Beamte Knierim wurde vom Bahnhof Langendreer nach Bochum=Nord versetzt. Oberinspektor Müllensiefen wurde von Emmerich nach Gelsenkirchen=Wattenscheid versetzt. M. war früher lange Jahre in Langendreer tätig. Der Bedienstete Ladleif wurde als ReserveLokomotivführer angestellt. Weiter wurden von seiten der Direktion Essen die Bediensteten Zorn, Brake und Docorte als Lokomotivheizer angestellt. ReserveLokomotivführer Disselhoff ist zum Lokomotivführer befördert. Weichenwärter Buschmeyer ist auf Grund seiner Prüfung zum Stellwerksmeister ernannt und befördert worden. Vereinsjubiläen stehen bevor. Der Stadtteil Langendreer steht am Samstag und Sonntag im Zeichen mehrerer Vereinsjubiläen. Der Paderborner Verein begeht im großen Rahmen die Feier seines 40jährigen Bestehens. Die Vorarbeiten sind nunmehr abgeschlossen. Für die Ausgestaltung dieses Jubelfestes hat man das Städtische Orchester Witten, den Theaterverein Deutsche Bühne„Edelweiß“ und den bekannten Solisten Hanns [Sonner(Dortmund=Hörde) verpflichtet. Im Mittelpunkt der Feier steht ein großes Festkonzert, das am Sonntag nachmittag in den Räumen des Reichshofes stattfindet.— Der Männergesangverein„Eintracht" kann auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Auch diese Jubelfeier wird, nach den Vorarbeiten zu urteilen, glanzvoll verlaufen. Mit dem Bau des großen Festzeltes, in dem die Feierlichkeiten abgehalten werden sollen, hat man bereits begonnen. Der gesamte Sängerkreis Witten wird zur Jubelfeier erscheinen. Abschlußprüfung der Bergjungmänner auf den Schachtanlagen der Harpener Bergbau AG.. In der Anlernwerkstatt der Zeche„Neu=Iserlohn" fand wieder eine Abschlußprüfung der Bergjungmänner statt. Der Prüfung unterzogen sich die Bergjungmänner der Zeche„Siebenplaneten“ und„Neu=Iserlohn". Sie bezog sich auf Kenntnisse des Ueber= und Untertagebetriebes, der Polizeiverordnung sowie der Unfallverhütung. Die Prüfung fand im Beisein des Bergassessors Heitmann, des Betriebsführers Wohlfahrt und des Dipl.=Ing. Köker statt. Ausbildungsleiter Funke stellte die Fragen. Betriebsführer Wohlfahrt gab den aus der Ausbildung scheidenden Bergjungmännern noch einige Ermahnungen mit auf den Weg. Den Prüflingen wurde die Eignung als Gedingeschlepper zugesprochen. Mitgliedern und ihren Angehörigen einige frohe Stunden zu vermitteln. Nacheichtage. Im Lokale des Wirtes Maaß findet am Samstag,., und Dienstag, 7. Juli, eine Nacheichung der Gewichte, Waagen und Maße statt. Stadtteil Wiemelbausen NS.=Kriegsopferversorgung. Am Samstag, 4. Juli, 19 Uhr, hält im Lokale„Unter den Linden", Markstraße 272, die NSKOV., Ortsgruppe Wiemelhausen, ihre zweite diesjährige Pflichtversammlung ab, zu der alle Kameraden und ihre Angehörigen eingeladen sind. Der Kreisamtsleiter des Kreises Bochum, Deuschle, wird über das Thema„Frontsoldaten marschieren" sprechen. Ferner findet die Verpflichtung aller im Laufe der diesjährigen Werbeaktion neu ausgenommenen Kameraden statt. Im Anschluß an die Versammlung wird ein Kameradschaftsabend veranstaltet. Der Männergesangverein„Liedertafel", Bochum=Wiemelhausen und die Kapelle Kindermann haben sich uneigennützig zur Verfügung gestellt und werden durch Lieder= und Musikvorträge den Abend verschönen. Ferner sorgt ein guter Humorist für den heiteren Teil des Abends. Anschließend: Deutscher Tanz. Stadtteil Linden=Dahlbausen Ueber 1000 Bergknappen mit Kraft durch Freude nach Helgoland. Am Samstag, Sonntag und Montag unternahmen rund 1000 Bergknappen der auf der gegenüberliegenden Ruhrseite auf der Ruhrhalbinsel liegenden Gewerkschaft„Heinrich“ mit Kraft durch Freude eine dreitägige Fahrt nach Helgoland, an der Bergknappen aus Linden=Dahlhausen, die dort auf der Zeche beschäftigt sind, teilnahmen und einige frohe Stunden der Gemeinschaft verlebten In hellen Scharen strömten die Beraknapven am Tage der Abreise mit ihren Angehörigen zur Sammlungsstätte und dann ging es mit der Eisenbahn los. Durch das Gebiet von Kohle und Eisen gina die Fahrt zunächst nach Oldenbura, wo kurze Rast gemacht wurde. Dann ging es weiter bis Wilhelmshaven, wo nach sechsstündiger Bahnfahrt wieder eine Unterbrechung der Reise stattfand. Hier besichtigten die Kumpel den Kreuzer „Schlesien" und trafen sich abends zu einem Kameradschaftsabend. Mit dem KdF.=Dampfer„Glück auf“ wurde am andern Morgen in der Fruhe die Fahrt nach Helgoland angetreten, und die herrliche Insel hinterließ bei allen Teilnehmern der Fahrt einen tiefen Eindruck. Wenn auch die Aufenthaltsdauer auf der Insel selbst mit nur drei Stunden knapp bemessen war, so wurde dennoch fröhlich die Heimfahrt angetreten. Kurz vor Mitternacht trafen die Fahrer wieder in ihrer Heimat ein, um einige Tage frohen Erlebens reicher und neu gestärkt zum frohen Schaffen in tiefer Erde. Linden=Dahlhauser Schützenbund 1862. Die Mitglieder des Linden=Dahlhauser Schützenbundes 1862 kamen im Vereinsheim zu einer Tagung zusammen und befaßten sich vor allem mit der Beschlußfassung über die Teilnahme am großen Zapfenstreich des Bürger= und Schützenfestes in Bochum. Es wurde beschlossen, daß die Linden=Dahlhauser Schützen geschlossen heute, Donnerstag, teilnehmen, und zwar werden sie mittels Großautobus nach der Innenstadt befördert. Stadtteil Baak=Sundern Stadtteil Querenburg Stadtteil Gertbe Bestandene Meisterprüfung. Fräulein Eleonore Braß, Bochum=Gerthe, Gerther Landwehr 15, bestand an der Handwerkskammer zu Dortmund ihre Meisterprüfung im Damenschneiderinnen=Handwerk. Stadtteil Altenbochum Bürger= und Verkehrsverein. Der Bürger= und Verkehrsverein Querenburg, mit 240 Mitgliedern der größte Verein des Ortsteils, rüstet zu einem Sommerfest, das Samstag, 4. Juli, 19 Uhr, im Lokale Hahne, Querenburg, Buscheystraße, stattfinden und sämtliche Mitglieder anläßlich dieser geselligen Veranstaltung wieder einmal vollzählig vereinen soll. Die Vorbereitungen für diese Veranstaltung sind beendet. Ein kurzweiliges Programm ist aufgestellt und verspricht, allen Bochumer Junge vom Tode des Ertrinkens Am Mittwoch morgen konnte durch eine beherzte Tat ein Bochumer Junge vom Tode des Ertrinkens in der Ruhr gerettet werden. Zwei 17 Jahre alte Burschen aus Bochum badeten in der offenen Ruhr unterhalb der Henrichshütte. Einer der Jungen war des Schwimmens nicht kundig. Dieser wagte sich nun zu weit hinaus und als er fünf Meter weit gekommen war, verließen ihn plötzlich die Kräfte. Der den Vorfall beobachtende Schwimmeister Walter Rettig aus Welper sprang kurz entschlossen ins Wasser, und es gelang ihm, den Jungen zu fassen. Sofort angewendete Wiederbelebungsversuche waren glücklicherweise von Erfolg gekrönt. Die Neuordnung im Sachverstandigenwesen Im Saale der Schlegel=Gaststätten sprach am Donnerstag Dipl.=Ing. Dreyer über:„Die Entwicklung der Reichsfachschaft für das Sachverständigenwesen innerhalb der Deutschen Rechtsfront, im besonderen Behandlung der Zulassungsordnung und der Satzung der Reichsfachschaft, sowie über die Neuordnung des Sachverständigenwesens." Der Vortragende führte u. a. aus. daß nach einjähriger Pause nunmehr die Voraussetzungen für den Zusammenschluß der Sachverständigen verwirklicht worden seien. Dr. Todtals Präsident der Reichsgemeinschaft der technisch=wissenschaftlichen Arbeiten und Reichsjuristenführer Reichsminister Frank von der Reichsfachschaft für das Sachverständigenwesen haben der Reichsfachschaft für das Sachverständigenwesen einen klaren Weg gewiesen, um die Sachverständigen restlos zusammenzuschließen. Inzwischen seien die früher in den einzelnen Ländern bestehenden Vorschriften aufgehoben. Verschiedene Wege, die zur Bestellung von Sachverständigen beschritten worden seien, hätten nicht immer den gewünschten Erfolg gezeitigt. In Uebereinstimmung mit der Leitung der Deutschen Rechtsfront sei auf dem Grundgedanken einer besonderen Auswahl nach fachlicher und versönlicher Eignung nunmehr eine Neuzulassung der Sachverständigen in der Deutschen Rechtsfront eingeleitet worden. Die Neuordnung berechtige jeden deutschen Sachverständigen, der nach Persönlichkeit und Können befähiat sei zur Mitarbeit, sich in den Dienst der Rechtsfront zu stellen. Durch diese Neuordnung wurde vor allem den Gerichten eine deutsche Sachverständigenschaft bereitgestellt werden, die allen Erfordernissen Rechnung trage. Der Redner verbreitete sich dann länger über den Aufbau der Deutschen Rechtsfront der Reichsfachschaft für das Sachverständigenwesen und führte weiter aus, daß in Zukunft nur solche Sachverständige in die Reichsfachschaft ausgenommen wurden, die über den Durchschnitt gebende entsprechende Leistungen aufzuweisen hätten. Aus dem Vortrag des Bezirksfachschaftsleiters ging hervor, daß heute in der Rechtsfront nur Sachverständige zugelassen werden, die auch tatsächlich das Zeug in sich haben, sowohl fachlich wie auch als Person als Sachverständige zu gelten. Achtung, Reichsberufswettkampfteilnehmer! Die Rückgabe der abgegebenen Arbeiten erfolgt im Sitzungszimmer der DAF.=Kreiswaltung, Bochum. Alleestraße 46, wie folgt: Handel, weiblich, Leistungsklassen 1 und 2: am 8. Juli, 20 Uhr: Handel, weiblich, Leistungsklassen 8 und 4: am 9. Juli. 20 Uhr: Handel, männlich, Leistungsklasse 2 und Verwaltungsberufe: am 10. Juli, 20 Uhr: Handel, männlich, Leistungsklassen 1 und 8 und Handelshilfsarbeiter: am 11. Juli. 18 Uhr: Kinderpflegerinnen Friseusen, Kindergärtnerinnen. Druck, weiblich; am 18. Juli, 20 Uhr: Friseure, Kellner, Techniker: am 14. Juli. 20 Uhr; Hausgehilfinnen, Bekleidung, weiblich: am 15. Juli. 20 Uhr: Bau, männlich: am 16. Juli, 18 Uhr: Holz, männlich: am 16. Juli, 20 Uhr: Nahrung und Genuß(Bäcker und Fleischer): am 20. Juli, 20 Uhr. Den Teilnehmern der nicht angeführten Berufsgruppen werden die Arbeiten durch die Berufsschule beziehungsweise durch die Betriebe zurückgegeben. Die Termine sind unbedingt einzuhalten, eine spätere Rückgabe erfolgt nicht! Aus dem Bei der Arbeit verunglückt. Dem Krankenhaus mußte am Mittwoch abend spät der in der Wasserstraße wohnhafte Anstreicher R. zugeführt werden. Beim Aufstellen eines Gerüstes kam der junge Mann zu Fall; er trug tiefgehende Fleischwunden und eine Gehirnerschütterung davon. Im Krankenhause. wohin man den Verletzten sofort schaffte, wurde außerdem noch ein Schlüsselbeinbruch festgestellt. Badeanstalt drei Wochen geschlossen. Infolge Erneuerung der Kesselanlage bleibt die Badeanstalt an der Wasserstraße für etwa 3 Wochen geschlossen. Gelegenheit zum Kaltbaden ist auch weiterhin vorhanden. Stadtteil Laer Ein Richtkranz in schwindelnder Höhe. Gelegentlich des Umbaues der Kokerei auf der Schachtanlage der Zeche„Dannenbaum“ wurde auch ein neuer Kamin hochgezogen. In einer Höhe von 67 Meter vollendeten die Kaminbauer vor einigen Tagen ihr Werk. Nach Anbringung des Richtkranzes feierten die Beteiligten den Erfolg ihrer Arbeit im kameradschaftlichen Kreise. Stadtteil Werne Hohes Alter. Heute 8. Juli, begeht Frau Konrad Göbel, Rüsingstraße 78, ihren 86. Geburtstag. Frau Göbel erfreut sich noch der besten Gesundheit, sie verfolgt noch täglich mit viel Interesse den„B..“. Stadtteil Langendreer Uebernahme des Gendarmeriepostens„Siebenplaneten“ durch den Landposten(I) der Schutzpolizei Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Mit dem 1. Juli 1936 wird das Gebiet des Gendarmeriepostens„Siebenplaneten“ im Ortsteil BochumLangendreer infolge Versetzung des GendarmerieHauptwachtmeisters Born durch den Landposten I, Revieroberwachtmeister der Schutzpolizei Giese,.= Langendreer, Hauptstraße 5 wohnhaft, übernommen. Stadt Wattenscheid Morgen abend wird der Festspielplatz eingeweiht. Die Vorbereitungen für die Weihe des neuen Festspielplatzes sind nunmehr abgeschlossen. Für die Weihefeier werden die Tore des Platzes am Samstag abend schon um.15 Uhr geöffnet. Eine besondere Einladung an die einzelnen Vereine und Organisationen ergeht nicht, es wird aber erwartet, daß alle Wattenscheider Vereine sich geschlossen an der Weihefeier beteiligen werden. Ebenso wird erwartet, daß auch die Wattenscheider Bevölkerung an der Feier teilnimmt, zumal ein Eintrittsgeld nicht erhoben wird. Nur Kindern unter 16 Jahren ist der Eintritt ohne Begleitung erwachsener Personen nicht gestattet. Am Tag des deutschen Liedes wird auf dem Festspielplatz von allen Wattenscheider Gesangvereinen die Komposition von Böttcher„Oratorium der Arbeit" aufgeführt. Diese Komposition wurde seinerzeit von der Deutschen Arbeitsfront preisgekrönt und gelangt in Westdeutschland zum ersten Male zur Aufführung. Neben den verpflichteten Solisten und dem Ruhrlandorchester nehmen rund 600 Sänger und Sängerinnen an der Aufführung teil, deren Leitung in Händen von Studienassessor Eugen Klein liegt. Der Sängertag in Höntrop. Die Höntrover Gesangvereine werden in diesem Jahr den Taa des deutschen Liedes in größerer Form aufziehen als in den vorherigen Jahren. Der Tag soll wirklich eine Werbung für das deutsche Lied sein. So werden sich an der Veranstaltung, die bei freiem Eintritt Sonntag in der Waldbühne vorgesehen ist, alle Höntrover Gesangvereine und Gesangsgruppen beteiligen. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Saale Knappmann statt. Um der Feier ein besonderes Gepräge zu geben, versammeln sich alle teilnehmenden Chöre und Vereine zunächst im Saale Knappmann, wo die Generalprobe stattfindet, und marschieren von hier geschlossen um 10.45 Uhr zum Südpark, wo in der Waldbühne die Werbeveranstaltung vorgesehen ist. Stadt Wanne=Eicke! Goldene Hochzeit. Heute. Freitag, können die Eheleute Pensionär Franz Schramowski und Frau, Katharina geb. Zaremba, aus dem Stadtteil Eickel, Königstraße 8, das schöne Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der am 26. Februar 1861 in Stuhm(Kreis Stuhm) geborene Jubelbräutigam hat viele Jahre im Bergbau treu und redlich seine Pflicht getan. Im Silberkranz. Gestern feierten die Eheleute Invalide Gustav Schärmann und Frau, Elfriede geb. Backes, Horst=Wessel=Straße, das Fest der Silberhochzeit. Dienstjubiläum. Am 1. Juli beging der Lehrer Karbe, der an der Laurentiusschule tätig ist, sein 25jähriges Orts= und Dienstjubiläum. Die Stadtverwaltung hat dem Jubilar ihre Glückwünsche dargebracht. Stadt Herne Mahnung an Eltern und Erzieher. Am 30. Juni wurde ein Personenzug gegen 14 Uhr im Stadtteil Bladenhorst mit Steinen beworfen. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Es wird an dieser Stelle nochmals auf das Verwerfliche dieses Tuns hingewiesen und an die Eltern und Erzieher die dringende Bitte gerichtet, die Kinder entsprechend zu belehren. Stadt Gelsenkirchen Tod im Lichtschacht. In der Nähe kirchener städtischen Fuhrparks an der Alleestraße wurde am Mittwoch in einem Lichtschacht der 36jährige Vorarbeiter Johann Karla tot aufgefunden. Karla ist offenbar einem Unglücksfall zum Opfer gefallen. Ennepe-Ruhr=Kreis Kreistag der NSDAP. Ennepe=Ruhr am 1. und 2. August in Wetter Am Samstag und Sonntag, 1. und 2. August, wird in Wetter der diesjährige Kreistag der NSDAP. Ennepe=Ruhr unter dem Leitwort„3 Jahre Aufbauarbeit im Ennepe=Ruhr=Kreis" durchgeführt. Die Tagung nimmt ihren Auftakt mit einer großen Führerkundgebung am Samstag nachmittag um 5 Uhr im Saale des Märkischen Hofes, in der vor den politischen Leitern der Ortsgruppenführung und den Führern der Formationen und Gliederungen der Gauorganisationsleiter Pg. Hein Diehl(...) grundsätzliche Ausführungen über die Marschrichtung der kommenden Monate halten wird. Am Abend wird ein Spiel, dargeboten von der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". die Teilnehmer und die Bevölkerung von Wetter erfreuen. Sonntag vormittag finden in den verschiedenen Lokalen Sondertagungen der einzelnen Aemter statt, darunter eine Graßtagung der DAF. Nachmittags ist dann auf dem großen Platze auf dem Harkortberg eine Kundgebung, zu der auch die politischen Leiter aus den einzelnen Ortsgruppen erscheinen werden, um zusammen mit den Formationen und Gliederungen anschließend einen Marsch mit Vorbeimarsch vor dem Rathaus zu unternehmen. Sprecher auf der Großkundgebung sind: Gauleiter Pa. Josef Wagner und Gauwalter der DAF. Pg. Stein. Für alle, die verreisen wollen! Der Verkehrsverein Bochum, Rathausplatz 8, bietet Auskünfte über alle Zug= und Postverbindungen. Er stellt den Reisenden Prospekte, Karten und Pläne zur Verfügung. Durch seine Vermittlung ist Schulen, Vereinen und Korporationen Gelegenheit geboten, die Bochumer Sehenswurdigkeiten zu besuchen und an Führungen teilzunehmen. Bei Tagungen und Kongressen übernimmt der Verkehrsverein die Betreuung der Gäste in Bezug auf Unterbringung, Unterhaltung und Ausflugsfahrten. Traditionsecke Sonderzug zum Reichskriegertag Abfahrt Samstag 12.08 Uhr ab Bochum=Hauptbahnhof Der Sonderzug für den Kreisverband Bochum zum Reichskriegertag in Kassel fährt am Samstag um 12.08 Uhr ab Bochum=Hauptbahnhof. Die zum Reichskriegertag mitfahrenden Kameraden werden ersucht, um 11.45 Uhr mittags am Hauptbahnhof zu sein. Karten für den Sonderzug sind vergriffen. Kameradschaft ehem. 131er Bochum. Die Monatsversammlung wurde vom Kameradschaftsführer Kreigenfeld mit Worten ehrenden Gedenkens für die verstorbenen Generale Litzmann und Wever eingeleitet. Propagandawart Julius Zillekens erstattete Bericht über die Sitzung der Propagandawarte des Kreiskriegerverbandes bei Hasselkuß und über die Führerbesprechung im Parkhaus. Die Einrichtung der Tätigkeit der Propagandawarte hat sich bereits zu einem großen Erfolge für die einzelnen Kameradschaften ausgewirkt.— Ferner wurde noch auf den Regimentsappell in Arnsberg und auf den Reichs=Kriegertag in Kassel hingewiesen. Die Abfahrt nach Arnsberg erfolgt per Autobus am nächsten Sonntag um 14.15 Uhr ab Vereinslokal Kestermann. Bochamel=Veranstättungen Stadttheater Bochum. Heute:„Die Walküre.“ Das letzte Werk der Kölner Oper, die„Walküre“, erlebte bei der Aufführung am Dienstag einen außerorventlich starken Erfolg. Wieder einmal erweist sich die Kölner Oper als eine der führenden Wagner=Bühnen des Reiches. Selten hört und sieht man dieses geniale Wagner=Werk in solcher stilistischen und musikalischen Vollendung.(Vormiete C und Blauer Ring.) Auf die„Faust"=Fremdenvorstellung am Sonntag sei noch einmal besonders hingewiesen. Es wird kaum möglich sein,„Faust l“ in dieser Spielzeit noch einmal zu sehen. Auch diese Fremdenvorstellung wird wieder im Zeichen eines starken Interesses auswärtiger Besucher stehen. ist es doch eine seltene Gelegenheit, die beiden Teile des großen' Goetbeschen Weltgedichtes innerhalb einer Spielzeit hintereinanderfolgend zu sehen. Die Besetzung ist wie bei der ersten Fremdenvorstellung. Die liegt in den Händen von Dr. S. Schmitt. Die Vorstellung ist außer Vormiete. Auswärtige erhalten bei Vorzeigung des Fahrtausweises besondere Ermäßigungen. Die nächste Fremdenvorstellung von„Faust II“ ist am Sonntag, 12. Juli. RS.=Kulturgemeinde. Am Mittwoch, dem 8. Juli, 20 Uhr, findet für die Mitglieder der Serie A als Pflichtvorstellung das Lustspiel„Spiel an Bord“ von Axel Ivers statt. Dieses Lustspiel gilt gleichzeitig als Wahlvorstellung für die Serten B und C. Der Verkauf beginnt am Freitag, 3. Juli. Wir verweisen nochmals darauf, daß die Geschäftsstelle nicht mehr im Lueghaus ist, sondern Viktoriastraße 38, Erdgeschoß, Nähe Marienkirche. Die Geschäftsstunden sind täglich von 9 bis 13 Uhr und 16 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr. Provinzlalverbandes der Reitervereine Westtalene. Am Sonnabd., 4. u. Bonnt., B. Juli in Bochum, Tus.-Stadien Nachmittage 2 Uhr betinnend. Vorprüfungen an beiden Vormittagen. Dressurprüfungen, Eignungsprüfungen für Wagenpferde und Jagdeptingen Vorführungen der Wehrmacht und der Reiter-SA. Sternfahrt aus der ganzen Provinz nach Bochum. Eintrittspreise von 50 Pl. an Sonnabend, 20.30 Uhr, Reiterabend mit Beleuchtung des Parkes im Parkhaus Bochum. Mitglieder des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmblute haben beim Turnier auf allen Plätzen 50% Ermäbigung. Statt Korten Ihre Vermählung geben behannt Hochbau-Technther Hans Lohmann Gertrud Lohmann geb. Nemy Bochum, 3. Juli 1936 Castroper Hellweg 21 — Schlüllelbund Verloren Bitte abzugeben Drusenbergstr. 106. Gold. Armbanduhr Kortäimiz Saza Telephonisch Mittwoch können Sie jederseit verloren. Geg. Be= Anzeigen für den lohnung abzugeb.„B..- aufgeben. Dr. Kiermayr,###onl f Wanne=Eickel, TRulcheltersslan Hindenburgstr. 224. Heute morgen entschlief nach langem. schwerem Leiden unser lieber Vater. Schwiegervater. Großvater. Schwager und Onkel, der Steiger i. R. Stir. Engeforechh im Alter von 70 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Geschwister Engelbrecht und Anverwandte .-Werne(Vollmondstr. 17)..-Langendreer. Dortmund-Wickede, Witten-Heven. Querenburg und Vormholz, den 1. Juli 1936. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 4. Juli 1936, nachm. .20 Uhr von der Friedhofskapelle in Bochum-Werne aus statt Trauerteler 20 Minuten vorher Du bist nicht tot. Schloß auch Dein Auge sich, In unsern Herzen Bist Du ewiglich. Heute morgen 9 Uhr verschied plötzlich und unerwartet infolge Unglückstalles, mein lieber. unvergeßlicher Mann, unser herzensguter Vater. unser lieber Bruder. Schwager und Onkel, der wohlachtbare Ferl Ccffecel im Alter von 47 Jahren Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wwe. Carl Nieder Maria, geb Remmert Ingeborg Nieder Elisabeth Nieder und Anverwandte Bochum(Grabenstraße%), den 2. Juli 1936 Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 3. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Trauerhalle am Freigrafendamm aus Trauerfeler um.30 Uhr daselbst Am gestrigen Nachmittag ist unser lieber Vater. Schwiegervater. Großvater. Bruder. Schwager und Onkel Rentner „ TSchheider plötzlich und unerwartet im Alter von 74 jahren nach kurzem, schwerem Leiden von uns gegangen. Er folgte seiner lieben Frau und unserer Mutter nach einem halben jahr. Die trauernden Hinterbliebenen Bochum(Roonstraße 33)..-Dahlhausen, Heringen.d. Werra, Kassel. Witten, Heide(Holstein) und Blankenheim..Fulda, den 2. Juli 1936. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 4. Joli, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Friedhofes an der Blumenstrabe aus statt. Trauerfeler ½/8 Stunde vorher. Von Belleidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen Für alle unserer teuren Entschlafenen und uns bezeugten Liebe und Teilnahme sagen wir herzlichsten Dank Friedrich Hallemeier Herta Hallemeier Hete Hallemeier Werner Hallemeier Bochum, im Juli 1936 Fleißiges, res und ehrliches Mädchen nicht unter 20., welch. tochen kann u. mit all. Hausarb. vertraut ist, zum 15. 7. oder v. 8. 1936 gesucht. Emscherst.18, 2. E. l. Je ein jüngeres Madchen für Haushalt und zum Milchaustragen gesucht. Kortumstraße 36, Laden links. Tuche für sofort ein sauberes (Geluche 0. sucht Stelle Samstag, 14.30 Uhr: Autobusfahrt nach Konigswinktel „Der Rhein in Flammen!“ Rückfahrt 1 Uhr nachts. 4,50 RM. Abfahrt Wilhelmsplatz. Anmeldung Autobus-ZentralbüroR. Genieser, Kortumstraße 60. Rut 68072/73 W Kanalisationsarbeiten ] Die Herstellung von 380 ljd. Meter Straßenkanal in der Alleestraße soll Verdingungsunterlagen sind bei der Kanalbauabteilung, Rathaus, Zimmer 312, solange der Vorrat reicht, erhältlich. 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Sönnighus war Besitzer der Zelterwerke in Solingen, jenes riesigen Unternehmens, das die halbe Welt mit Stahlwaren versorgt.—„Altägyptisch?“ fragte der Industrielle interessiert. „Viertausend Jährchen“ antwortete Karmann mit einigem Stolz. Sönnighus gab einen pfeifenden Laut von sich, der Respekt und Bewunderung vor so viel Alter ausdrücken sollte, stand auf und betrachtete die Vasen aufmerksam.—„Was haben Sie dafür angelegt, alter Freund?“ fragte er schließlich, Karmann lehnte sich zurück:„Fünfzig Pfennig pro Jahr...“ sagte er dann mit einem kleinen Seufzer. Sönnighus nickte und nahm einen mächtigen Zug aus seiner Zigarre:„Haben Sie eigentlich mal das alte Schwert auf meinem Schreibtisch gesehen, Karmann?" „Den alten Damascener meinen Sie?“ „Ganz recht, den alten Damascener. Ein prachtvolles Stück. Ein englischer Fachgelehrter bestätigte mir, daß die Klinge gut 1300 Jahre alt ist. Es besteht nach seinem Urteil sogar die große Wahrscheinlichkeit, daß mit diesem Schwerte in der Hand der Kalif Omar im Jahre 644 Ktesiphon erobert und den Sassanidenthron gestürzt hat... „Donnerwetter! Was für ein historischer Säbel!" rief Karmann bewundernd.— Und dabei eine Waffe, die auch in meinem Leben manches entschieden hat", bemerkte Sönnighus nachdenklich. „Ta ta ta ta ta!“ machte Karmann und rieb sich die Nase.„Haben Sie einen Konkurrenten damit abgestochen oder...“ „Nee, das gerade nicht... aber’ne gute halbe Million gespart.“ „Wie bitte?“ fragte Karmann ein wenig verwundert. Sönnighus zog eine kleine Weile schweigend an seiner Zigarre.„Also hören Sie mal zu“, sagte er endlich.„Als ich das Zelter=Werk von meinem Vater übernahm, liefen gerade Verhandlungen mit der Heeresverwaltung über eine große Lieferung...“ Ich hatte Glück, bekam den Auftrag— und trat bald darauf durch eine Empfehlung des Reiches mit der Türkei in Handelsbeziehungen. Zum Abschluß des ersten Vertrages wurde ich nach Konstantinopel gerufen. Die Verhandlungen mit der Pforte liefen zufriedenstellend aus, und ich glaubte, mir einen kleinen Urlaub bewilligen zu dürfen. Bereiste Kleinasien und Aegypten, machte einen Abstecher nach Mesopotamien und landete auf der Rückreise eines Tages in Damaskus— in Damaskus...“ Karmann schob dem„großen Sönnighus“ die Zigarrenkiste und einen Kognak hinüber.„Und in Damas= kus?“ fragte er. „Bummelte ich durch die Straßen der Altstadt, durch jene Altstadt, deren Mauern und Tore noch heute so stehen wie damals, als Paulus seinen Verfolgern entfloh.— Sie können sich denken, daß mich als Stahlfachmann und neugebackenen Waffenschmied des Osmanischen Reiches besonders jenes Damaskus anzog, dessen Klingen einmal Weltruf hatten. Die Waffenschmiede der Kalifen haben ihr Geheimnis, Stahl so hart zu schmieden, daß man mit ihren Klingen Kieselsteine zerhauen kann, ohne die Schneide schartig zu machen, mit ins Grab genommen. Ich hatte bis zu jener Zekt einen solchen Damascener noch nie in der Hand gehabt und brannte darauf, eine Klinge dieser Art zu sehen. Mein Dragoman, dem ich diesen Wunsch mitteilte, versprach mir, sich danach umzutun und versicherte mir, daß es ihm gelingen werde, mir einen echten Damascener vorzuführen. Ich ließ mich von ihm zu einem mehrtägigen Aufenthalt bestimmen— und eines Tages, als ich schon drauf und dran war, abzureisen, kam der Bursche endlich und erzählte mir, daß er einen Mann gefunden hätte, der ein ganz altes und besonders kostbares Schwert aus der Kalifenzeit besäße.— Mein Entschluß, die Wafse nach Möglichkeit zu erstehen, stand schon in diesem Augenblick fest. Um jedoch auf keine Fälschung hereinzufallen, äußerte ich den Wunsch, einen Kenner dieser Dinge mitzunehmen. Mein Dragoman empfahl mir einen englischen Professor namens Brown, der speziell auf dem Gebiete der Waffenkunde eine anerkannte Autorität sei. Ich machte Brown einen Besuch und lernte in ihm einen würdigen Gelehrten kennen, der sich mit Vergnügen dazu bereit erklärte, mich zu begleiten— und die Honorarfrage fast entrüstet zurückwies. Mein Dragoman also führte Brown und mich durch ein Labyrinth von Gassen, durch Gewölbe, Mauerdurchbrüche, über Trümmer und Schutthaufen, durch verwahrloste Höfe und enge Lichtschächte zu einem uralten Hause. Vor einer schulterhohen Tür machte mein Führer endlich halt und forderte Einlaß, indem er mit beiden Fäusten gegen das Holz trommelte. Nach einiger Zeit öffnete uns ein zahnloser, halbtauber und gespenstischer Greis, der uns nach einem endlosen Palaver mit dem Dragoman, immer noch mißtrauisch, eintreten ließ. Nach langem Zögern und Feilschen um ein Trinkgeld war der Kerl endlich dazu bereit, den Damascener herbeizuholen. Der Anblick der Waffe entschädigte Brown und mich reichlich für unsere Mühen und riß uns zu spontaner Bewunderung hin. „Vier Jahre über Kamelmistfeuer geschmiedet... vier Jahre über Kamelmistfeuer geschmiedet...“ wiederholte der alte Kerl fortwährend. Dabei kaute er Bethel und spie den roten Saft so sorglos in die Gegend, als ob er allein wäre.— „Was soll die Klinge kosten?" fragte ich. Der Alte schüttelte feindselig den Kopf.„Unverkäuflich"... dolmetschte mein Dragoman und weiter, daß der alte Kerl ein direkter Nachkomme der sunnitischen Kalifen sei und das Schwert als das kostbarste Erbe des Kalifats nie einem Andersgläubigen überlassen würde. Ich sah Brown an... und der fast verzückte Gesichtsausdruck des Gelehrten steigerte meinen Wunsch, die Waffe zu besitzen, ins Unermessene. Ich zog Brown beiseite. „Halten Sie die Klinge für echt Professor?“ „Sogar Griff und Scheide!“ antwortete er und konnte sich vom Anblick des Damasceners gar nicht losreißen. „Der Wert?“ fragte ich leise. „Sozusagen unbezahlbar“, flüsterte er mir zu;„beste, edelste, klassische Arbeit. Eine Rarität allerersten Ranges..“ Und dann begann ein Kampf, der von mir und dem Alten mit beispielloser Hartnäckigkeit geführt wurde. Meine Angebote bis zu fünfzehntausend Reichsmark scheiterten an dem verteufelten Alten wie an einem Felsen. Am Abend gab ich's auf, zog unverrichteter Dinge ab, verbrachte am andern Morgen samt Brown und Dragoman wieder vor der kleinen Tür. Das alte Gespenst war inzwischen womöglich noch unzugänglicher geworden. Ich bot sechzehn, siebzehn, achtzehntausend der Alte blieb eisenfest und wurde umso härter, je mehr ich den Kopf verlor. Kopfschütteln und„Vier Jahre über Kamelmistfeuer geschmiedet", war alles, was ich aus dem Alten herausholen konnte. Bis dann schließlich Brown sich mit ins Zeug legte und wir endlich doch handelseinig wurden. Zwanzigtausend Reichsmark habe ich für die Waffe hingelegt, nachdem Brown sie einen Tag lang untersucht und mit Bestimmtheit in das erste Jahrhundert nach mohammedanischer Zeitrechnung datiert hatte. In die ersten beiden Jahrzehnte nach der Hedschas sogar...“ Sönnighus legte die erloschene Zigarre in den Aschenbecher. Karmann sah ihn erwartungsvoll an. „Tscha...“ fuhr der Industrielle nach kurzer Pause fort,„und dann kam ich nach Hause, mit nicht ganz ruhigem Gewissen vor meinem alten, braven Prokuristen Langenbusch, der alte Damascener zwar recht nett fand. die Ausgabe von zwanzigtausend Reichsmark aber mit respektvoller Energie als bodenlosen Leichtsinn bezeichnete und dem Werk ein schlimmes Ende prophezeite... Immerhin war er auf die Klinge evenfalls neugierig, und das versöhnte mich mit den vorwurfsvollen Blicken, die er im Kontor zwischen mir und dem lebensgroßen. Bilde meines alten Herrn hin= und herpendeln ließ. Also Langenbusch nahm den Damascener in die Hand und zog die Klinge aus der Schelde, betrachtete sie, nickte wortlos und bewundernd, wie es mir schien Und dann ging er an den Korrespondenzschrank. Abteilung Ausland. Rubrik D bis F. Blätterte in einer Mappe herum und nahm schließlich ein Schreiben heraus. Schob die Brille von der Stirn auf die Nase und las halblaut:„Bestätigen dankend Empfang von tausend Stück ziselierten Klingen in der von uns gepünschten Ausführung. Bitten aber, da der Stückpreis von sechs Reichsmark uns zu hoch erscheint, bei Neubestellung von fünftausend Stück um günstigeres Angebot. Damaskus, Lebrun et fils.“ „Alle Teufel!“ rief Karmann erschrocken,„Sie wollen doch damit nicht etwa sagen: „Allerdings!" bestätigte Sönnighus ruhig,„daß die Klinge in den Zelterwerken zu Lebzeiten meines Vaters hergestellt war.“ Karmann rutschte auf seinem Sessel unruhig herum: „Aber der Gelehrte... Mister Brown!“ wandte er verblüfft ein. „Steckte mit dem direkten Nachkommen des Kalifen natürlich genau so wie mein tüchtiger Dragoman unter einer Decke“, antwortete Sönnighus weiterr,„aber der Damascener ist trotzdem nicht zu teuer bezahlt... wissen Sie, lieber Karmann, er hat in der Folgezeit eine ungeheure Menge von Dummheiten in jenem Stil verhütet. Sönnighus stand langsam auf, er streckte sich ein wenig und ging mit ein paar elastischen Schritten zu den ägyptischen Altertümern seines Freundes Karmann. „Diese hübschen Tongefäße“, sagte er und klopfte mit dem Knöchel leicht gegen die Vasen,„werden in Dresden bei Hensel& Kruger— übrigens eine Manufaktur, die auch Ihre Warenhäuser beliefert, alter Freund— zum Dutzend für sieben Reichsmark hergestellt.— Ach Gott“, seufzte er auf und klopfte dem armen Herrn Karmann gefühlvoll auf die Schulter,„der Orient steckt doch noch immer voller Märchen! Sagen Sie selbst, Karmann,— wo gibt es heute sonst noch ein Land, in dem man Geschäfte mit zehntausend Prozent macht...?“— Die Pelzerralmn.. Von Gruno Mannee Der Knabe Karl hegte eine tiefe Zuneigung für die gehobenen Stände. Da er auch gut rechnete, seine Handschrift nichts zu wünschen übrig ließ und er selbst in Deutsch eine Eins bekam, ließ ihn sein Vater Kaufmann werden. Karl kam in ein Porzellangeschäft. Dort wurden ihm die Elemente der Nationalökonomie beigebracht: das Anfeuchten von Briefmarken, die Handhabung des Staubwedels und das für die kaufmännische Praxis so wertvolle Einholen von Kaffee und Kuchen für den Prinzipal. Damit Karl auch von der Buchführung einen richtigen Begriff bekam— zunächst von der einfachen—, durfte er die Ware zur Kundschaft bringen. Und dies vermittels eines Handwagens. Karl war nicht nur ein tüchtiger, er war ein kommender Mann der Porzellanbranche. Leider ist nur Porzellan allzu zerbrechlich. Eines Tages wurde ihm vom Expedienten eine beispiellos gewaltige Fuhre aufgehalst.„Aber passen Sie auch gut auf“, sagte der Expedient,„damit Sie lernen, was für Gefahren ein Kaufmann manchmal zu bestehen hat!“ Karl schob von dannen, mitten durch die Wogen des Verkehrs. Das linke Rad quietschte vor Vergnügen. Plötzlich gab es einen dumpfen Knall— rums! Denn ein Rad, das andauernd quietscht, geht schließlich mal entzwei. In Scharen versammelten sich die Neugierigen um Karls geborstene Fracht. Sie stellten Vermutungen an über die Höhe des Schadens und meinten:„Nun weine man nicht, mein Junge. Das kann doch nicht den Kopf kosten!" Weil aber Porzellan davon nicht wieder ganz wird, räusperte sich ein älterer Herr... ahöö... und sagte:„Glaubst du, daß du das deinem Chef ersetzen mußt?“ Karl sah dem älteren Herrn ins Gesicht, erbleichte und murmelte betreten:„Ich weiß nicht. Bisher ist mir das noch nie passiert. Da blickte der Herr auf die Zuschauer, strich sich den gutmütigen Bart und rief wie ein Versammlungsredner: „Meine Herrschaften! Sie haben wohl gehört: der Junge muß das alles seinem Chef ersetzen! Also halten wir nicht die Hände in den Schoß. Zeigen wir, daß wir Mitempfinden haben.“ Womit der bessere Herr zwanzig Pfennig aus der Tasche angelte. Nun taten die anderen ein gleiches. Karl hielt die Mütze auf, und die Nächstenliebe ließ es hineinregnen. Dem Jungen ward grün vor Augen, und er dankte innig. Als es ausgeregnet hatte, schwebte ein frisiertes Wesen herbei, streichelte träumerisch Karls Tolle und bemerkte liebevoll:„Siehst du, mein guter Junge, das ist gemeinsame Hilfe der Tat. Und wem hast du das zu verdanken? Dem Beispiel des edelmütigen alten Herrn dort drüben!" Karl sah dem edelmütigen alten Herrn versonnen nach. Und als er außer Sicht war, sagte er:„Dem soll ich auch noch danken: Das war doch mein Chef!“ Kurze Tredigt Als Peter der Große von Rußland in Zardam einmal auch das Bethaus der Menoniten besuchte, wünschte er von seinem Freunde Calf. der dort das Amt eines Lehrers dieser Sekte bekleidete, eine gute Prediat zu hören. Darauf bestieg Calf die Kanzel und sagte; „Denke gut, sprich gut, und handle gut.— Amen.“ Dieses durfte wohl die kürzeste Predigt sein, die ein Herrscher von einem Diener der Kirche gehört hat. zurschen Männere- Mächts..-Bill Behm 13) Er bemühte sich, zu verstehen, daß ein Mann wie Klaus an dieser Holzfigur Interesse hatte denn schließlich war er Künstler, und er freute sich für Ingeborg, daß sie auf ihrer ersten Reise an einer Entdeckung teilhatte, die es wahrscheinlich nicht alle Tage gab; doch für sich selbst wollte er mit dieser Sache möglichst wenig zu tun haben. In Gedanken versunken, starrte Gordon in die Wüste hinunter. Die Luft war so ruhig, daß der Rauch seiner Pfeise wie ein dünner Faden senkrecht in die Höhe stieg. Plötzlich wurde seine Aufmerksamkeit durch einen Reiter erregt, der aus dem Gebirge zu kommen schien und nun parallel zu den Bergen in der Richtung der Oase ritt. Er saß auf einem fast weißen Kamel, einem jener kostbaren Tiere, die an Schnelligkeit und Ausdauer ein Pferd weit übertreffen. Von hier oben sah er winzig klein aus, und neugierig zog Gordon das Fernglas aus dem Futteral. Auf einmal wurde sein Gesicht hart. Dies Kamel kannte er, und er kannte auch den Mann der darauf saß und nachlässig eine Flinte auf dem Rücken trug. Zwar konnte er die Gesichtszüge des Mannes nicht erkennen, da sie durch die Kopfbedeckung halb verdeckt waren, doch gab es für Gordon keinen Zweifel: das war El=Ferd. Ohne sich auch nur einen Augenblick zu besinnen, sprang Gordon auf und stürmte den Steilhang hinab. Es war kein Klettern mehr, sondern ein Sich=fallenlassen, ein Springen von Fels zu Fels, und mehr als einmal war er nahe daran, kopfüber in die Tiefe zu stürzen. Das Gepolter der Steine, die er mit sich riß, hatten die beiden Burschen aufmerksam gemacht, und noch ehe er sie erreicht hatte, befahl er ihnen sein Pferd fertig zu machen. Trotzdem verlor er einige kostbare Minuten bevor er im Sattel saß. „Sagen Sie Mr. Münsingen, er soll nicht auf mich warten“, rief er Ridell zu und ritt davon. Gordon schonte das Pferd nicht und langte in einer Zeit am Fuße des Berges an, die er unter normalen Umständen für unmöglich gehalten hätte. Mensch und Tier zitterten vor Anstrengung und waren naß vom Schweiß. Gordon hatte den Karabiner Ridells mitgenommen und überzeugte sich schnell davon, daß die Waffe geladen war. Auch seinen Revolver untersuchte er flüchtig, bevor er den Weg fortsetzte. Seiner Berechnung nach mußte er den Mann noch erwischen, wenn er gerade am Taleingang vorbeiritt. Gordon verlangsamte sein Tempo, und am äußersten Felsen stieg er sogar ab und schlich sich nach vorn. Vorsichtig blickte er um die Ecke. Er hatte sich nicht getäuscht, kaum fünfhundert Meter war der Mann entfernt, nur ritt er viel weiter draußen in der Wüste, als Gordon angenommen hatte, und es gab nur die eine Möglichkeit, ihn von rückwärts zu überraschen. Gordon rannte zu seinem Pferd zurück. Dann schoß er unvermittelt im Galopp aus dem Tal direkt auf den Kamelreiter zu. Er verringerte den Abstand um fast zweihundert Meter, bevor der andere auf ihn aufmerksam wurde. Dann aber riß jener plötzlich das Kamel herum, trieb es mit einem schrillen Schrei an und jagte den Weg zurück, den er gekommen war. Gordon hatte kaum die Absicht des Reiters bemerkt, als er auch schon seinem Pferd eine Wendung gab und in vollster Karriere hinter dem Flüchtenden einhersprengte. Er hielt sich dabei näher zur Wüste, um dem Kamelreiter den Weg in das offene Gelände abzuschneiden, denn er wußte sehr wohl, daß er mit seinem Tier das Rennkamel seines Gegners niemals einholen würde. Er hatte nur die einzige Möglichkeit, diesem im ersten Spurt den Weg abzuschneiden und ihn zu zwingen, in die Berge zu flüchten, wo er mit dem Kamel nicht weit kommen würde. Dem Kamelreiter schien indes dieses Manöver gleichgültig zu sein. Er hatte die Flinte vom Rücken genommen und schwang sie höhnisch durch die Luft, ohne sie zu gebrauchen. Jetzt konnte Gordon sein Gesicht erkennen. Er hatte sich nicht getäuscht, es war El=Ferd. Dennoch brauchte auch Gordon die Waffe nicht, denn er hatte es sich in den Kopf gesetzt, den Mann lebendig zu fangen. Eine volle Viertelstunde währte die Jagd. Der Abstand zwischen beiden Reitern wurde immer größer, obwohl Gordon aus seinem Tier das letzte herausholte. Schon wollte er halten, um das Kamel abzuschießen und auf diese Weise den Reiter in die Hand zu bekommen, als El=Ferd plötzlich auf die Berge zulenkte und gleich darauf zwischen den Felsen verschwand. Gordon hieb auf sein Pferd ein, daß es laut stöhnte. Da sah er plötzlich den Mann nur zweihundert Meter von sich entfernt aus den Bergen kommen und wieder in die Wüste reiten. Offenbar erschien ihm eine Flucht nur in der flachen Sandwüste möglich, und er war nur in die Felsen geritten um Gordon aus der Richtung zu bringen. El=Ferd hatte das Tempo seines Kamels bedeutend verlangsamt, es dauerte aber trotzdem fast zwanzig Minuten, ehe Gordon ihn soweit eingeholt hatte, daß der Reiter sein Rufen verstehen mußte.„Halte an, oder ich schieße!“ schrie Gordon. Zum Erstaunen des Captains hielt El=Ferd das Kamel an ließ es niederknien und stieg ab. Er hatte einen Zipfel seines Burnusses so über das Gesicht gebunden, daß nur die Augen zu sehen waren. Auch Gordon hielt, er konnte nicht wissen, was der andere plante. El=Ferd ließ das Kamel stehen, ging einige Schritte Gordon entgegen und ließ sich dann im Sande nieder. Er schien nicht zu Feindseligkeiten gewillt zu sein. Auch Gordon stieg ab und ging auf den Mann zu. Er hatte den Revolver in der Hand und war bereit jeder Heimtücke sofort zu begegnen. Aber El=Ferd schien nichts dergleichen zu beabsichtigen. Ruhig saß er da, während seine Hände im Sande spielten. Einige Schritte vor ihm blieb Gordon stehen. uhNach den Gesetzen der Wüste hatte er das erste Wort, und er blieb auch dem Feind gegenüber höflich, wußte er doch genau, daß die Taten El=Ferds bei den Arabern mehr Bewunderung als Abscheu erregten. „Allah jdim hajatak. Gott gebe dir ein langes Leben“, grüßte daher Gordon, wenn auch etwas ironisch. „Haharak said. Möge dein Tag glücklich sein!“ gab der andere zurück. „Was tust du hier?" „Was habe ich getan, daß du mich verfolgst und mich mit der Waffe bedrohst?“ fragte El=Ferd dagegen. „Antworte auf meine Frage“, sagte Gordon stren „Ich sitze im Sande“, sagte der Mann ruhig, wäl rend ein verhaltenes Zucken seine Augen umspielte. Gordon spürte den Hohn dieser Worte. „Wer bist du?“ „Deine Höflichkeit kennt keine Grenzen“, höhnte der andere weiter. „Rede nicht, sondern antworte, sonst werde ich dich zwingen", sagte Gordon ärgerlich. „Der Hund bellt, die Karawane schreitet weiter", antwortete der Mann mit einem arabischen Sprichwort. „Ich habe dich vorhin erkannt, El=Ferd“, es hat keinen Zweck, Widerstand zu leisten“, sagte Gordon ernst.„Nimm deine Hände hoch.“ Der Araber war ein guter Psychologe, er spielte ruhig weiter mit dem Sand.„Du irrst, ich bin nicht jener El=Ferd, den du zu suchen scheinst. Vernimm denn meinen Namen: Khalil ben Fazul.“ Gordon wußte nicht, was er von dieser Antwort halten sollte, weiß der Teufel, was dahinter steckte. „Nimm deinen Schleier ab, damit ich dein Gesicht sehen kann.“ „Allah sagt, Kindern und Weisen soll man gehorchen“, meinte der andere und entfernte das Tuch. Nur schlecht konnte Gordon seine Enttäuschung verbergen denn das war nicht El=Ferd. Er hatte den Mann nie gesehen. Der Fremde besaß die scharfen Züge der Araber, ein kleiner Spitzbart verzierte das Kinn, und um seinen Mund spielte ein belustigtes Lächeln. Khalil ben Fazul, oder wie er sonst heißen mochte, machte einen außergewöhnlich schlauen und gerissenen Eindruck, und Gordon wußte genau, daß er ihn zum Narren hielt, aber er wußte ebenso genau, daß es nicht der Mann war, den er zuerst beobachtet hatte. Plötzlich erkannte er, daß er sich hatte übertölpeln lassen wie ein Anfänger, und ein böses Lächeln zeigte sich in seinem Gesicht. Während das Kamel in den Bergen verschwunden war, hatte El=Ferd mit diesem Mann den Platz gewechselt. Was sollte er jetzt tun? Er hatte keinen Grund, den Mann festzuhalten, und er hatte auch keine Lust, sich länger aufzuhalten. Trotzdem wollte er ihm noch einige Fragen stellen. „Warum bist du vor mir geflohen?“ Der andere hob erstaunt die Augenbrauen. „Du wirst wissen, Effendi, daß es Räuber in dieser Gegend gibt, und als du auf mich zurittest, hielt ich dich für einen Räuber. Erst später erkannte ich den Irrtum und hielt an, um mit dir zu sprechen. Er tat unschuldig wie ein neugeborenes Kind, denn schließlich mußte er Gordon an der Uniform erkannt haben. Gard „Wohin woutest du reitene; fragte Goroon weiter. „Nach dem Wadi es Simdi, Effendi.“ Die Stimme des Mannes klang jetzt sanft und freundlich. Gordon steckte die Waffe ein. „Du kannst gehen... 7 „Ich danke dir, Effendi“, doch er blieb ruhig sitzen. „Nun, wird es bald?“ „Ich will noch ein wenig hier sitzen bleiben, um mich von der Aufregung zu erholen.“ Da trat Gordon auf ihn zu, legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte ernst:„Khalil ben Fazul, ich glaube, es ist besser, wenn du gleich gehst.“ Der Araber war bei der Berührung zusammengezuckt, und Gordon war ein haßerfüllter Blick nicht entgangen. Doch faßte der andere sich rasch. „Deine Worte erschrecken mich, o Herr, doch es sei, wie du es wünscheft... 5116 mit dur a.... Er stand auf, beruhrte fluchtig mir der Hand die Stirn und ging zu seinem Kamel. Gemächlich stieg er in den Sattel, ließ das Tier aufstehen und setzte es in Gang. Gordon sah ihm nach, wie er ruhig davonritt. Es hatte keinen Sinn, diesen Mann zu verfolgen, denn er besaß ein Kamel, das bedeutend schneller war als sein eigenes Pferd, und Gordon mußte jede Spur verlieren, wenn der Araber nur eine kurze Zeit durch das Gebirge ritt. Mechanisch klopfte er seinem Pferd den Hals und sah ihm nach, bis er als kleiner Punkt am Horizont verschwand. Dann ritt er selbst langsam und nachdenklich zurück. Er mußte sich gestehen, daß er in der Sache El=Ferd bisher keinen Erfolg gehabt hatte. Immer war er im letzten Augenblick entwischt. Gordon sah nach der Uhr und schlug ein etwas schärferes Tempo an.... 3e5en Klaus Münsingen war inzwischen mit seiner Arveir in der Höhle ziemlich fertig geworden, er konnte sie nicht ganz beenden, da er nicht genügend Papier bei sich hatte, und beschloß, am nächsten Tage zurückzukommen, um die Photographien der Figur anzufertigen und den Rest der Schrift abzuzeichnen. Dann wollte er die Statue in die Oase bringen. Heute standen ihnen nicht genügend Hilfsmittel zur Verfügung, denn ehe man die nötigen Leute herbeigeholt hatte, würde es dunkel sein. „Ich möchte nur wissen, wo Gordon geblieben ist? fragte Ingeborg, als Klaus sein Notizbuch eingesteckt hatte. angen sein*** „Er wird spazierengegungen sein, venn ich glaube, die Figur hat ihn nicht sonderlich interessiert", lachte Klaus. 9 „Ja, das ist möglich“, gab sie zurück.„Tassen wir hier alles so, wie es ist?“ „Ich denke, ja. Irgendwelche Kostbarkeiten gibt es nicht, und außerdem weiß ja niemand etwas von der Höhle.“„„.5 fl 59 2 „Höchstens das Medailon“, gub sir zu bebenken. (Fortsetzung folgt) Seite 8 Nr. 153 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 3. Juli 1936 Westfalen und Rheinland „AOUU Nner subeinten=Gungdurchstaus Fortsetzung des Prozesses um das Verschwinden der Witwe Graß nach der Verhandlungspause Se Wantel Auch eräbste er derssuchungsrichter behauptet er habe dem Beanten gesagt. Köln, 2. Juli. Am Donnerstag wurde die Verhandlung im Graß=Prozeß vor dem Kölner Schwurgericht nach viertägiger Pause gegen Josef Ludwigs wiederaufgenommen. Der Angeklagte hat inzwischen die Arreststrafe von zwei Tagen verbüßt. In der Fortsetzung der Zeugenvernehmung wurden zunächst wiederum die verdächtigen Geldausgaben des Ludwigs ausführlich erörtert. Ein Zeuge, ein Kellner, sagt aus, den der Angeklagte wiederholt eingeladen hatte, nach Lokalschluß mit ihm noch andere Wirtschaften zu besuchen. Mal habe Ludwigs, mal die Inge bezahlt, der Ludwigs Geld gegeben habe. Es sei sogar auch vorgekommen, daß der Ludwigs ihm, dem Zeugen, seine Brieftasche gegeben habe, damit dieser für ihn bezahle. Er machte dabei die Bemerkung, es sähe besser aus. Wiederholt hat der Angeklagte auch den Zeugen nachts in seine Wohnung eingeladen. Dieser Einladung sei er dreimal gefolgt. Dabei erzählte Ludwigs, er wolle der Inge ein Geschäft einrichten, weil deren Mann so brutal sei. Die Einrichtung koste 5000 Mark. Von seiner Wohnung habe Ludwigs immer nur als von seinem„Schloß" oder von seiner„Burg“ gesprochen. Gegen Morgen pflegte er seinen Gästen zu sagen, sie müßten jetzt gehen, da seine Arbeiter bald kämen. Der Zeuge erwähnt dann eine Eifersuchtsszene, die Ludwigs der Inge gemacht habe. Ludwigs habe in den Nachtlokalen durchschnittlich 50 Mark je Nacht ausgegeben. Der Angeklagte erklärt dazu, der Zeuge sei nur einmal bei ihm in der Wohnung gewesen, damals habe Frau Graß für ihn, Ludwigs, den Zeugen und Inge Kaffee gekocht. Der Zeuge sagt aber aus, er habe Frau Graß nicht zu Gesicht gekriegt. Ein anderer Zeuge schildert, wie er die Bekanntschaft des Ludwigs gemacht habe. Ludwigs habe ihn und seinen Begleiter zu einem Bummel eingeladen, an dem sich insgesamt fünf Personen beteiligten, für die Ludwigs bezahlt hat. Der Bummel endete im Graßschen Hause. Der Zeuge hatte dabei dem Angeklagten vorgeworfen, daß er das Obst auf den Bäumen verkommen lasse, statt etwas für die armen Leute zu tun. Ludwigs habe da geweint. Eine der an dem Bummel beteiligten Personen, ein Kellner, wurde als nächster Zeuge gehört. Er hatte den Wunsch geäußert, das Anwesen näher kennenzulernen. Darauf sagte Ludwigs, er würde dann das Grauen bekommen. Er gäbe ihm 1000 Mark, wenn er es wagen würde, allein durch das Haus zu gehen. Der Zeuge war dazu bereit, aber Ludwigs nahm ihn nur in den Keller mit, wo Wein geholt Zeuge schätzt die Ausgaben in jener Nacht, die er in Ludwigs' Gesellschaft verbrachte, auf 160 bis 180 M. Er gab sich als Gutsbesitzer aus Einer Zeugin gegenüber gab sich Ludwigs als vermögender Gutsbesitzer aus. Der Angeklagte schenkte ihr in einer Bar aus Mitleid 10 Mark und versprach ihr auch einen neuen wantel. Auch erzählte er der Zeugin, er wolle ihr eine Bar einrichten. Er sei Gutsbesitzer und wohne in der Nähe von Köln. Er müsse nach Köln, um den Kauf einer Villa abzuschließen. Der nächste Zeuge, ein Polizeibeamter, berichtete über seinen Auftrag, am 17. November 1934 Feststellungen im Hause Graß zu machen. Er fand das Haus verschlossen, überstieg den Zaun und kam so zu Ludwigs, der ihn im Hause erwartete. Der Zeuge erklärte, er wolle Frau Graß sprechen. Der Angeklagte erwiderte, das ginge nicht, Frau Graß sei sehr krank. Als der Beamte Frau Graß suchen wollte, sei Ludwigs vorgesprungen und habe erklärt, dann dürfe er nicht allein gehen. Erst als der Zeuge nichts fand, sagte Ludwigs, Frau Graß sei verreist. Ludwigs wurde festgenommen. Auf die Frage, wohin Frau Graß gereist sei, erklärte Ludwigs, er werde es dem Reviervorsteher sagen. Später hat er dann behauptet, er wisse nicht, wohin Frau Graß gereist sei. Ludwigs bemerkt dazu, er habe die beiden Polizeibeamten sogleich ins Haus gelassen, die Beamten hätten ihm aber keine Zeit zu Erklärungen gelassen. Er habe sofort gesagt, Frau Graß sei „krank verreist“ Dabei wies Staatsanwaltschaftsassessor Augustin darauf hin, der Angeklagte habe vor dem Untersuchungsrichter behauptet, er habe dem Beamten gesagt, Frau Graß sei krank, weil ihm der Beamte unsympathisch gewesen sei und er ihn erst habe suchen lassen wollen. Der zweite Beamte, der beauftragt war, Feststellungen im Hause Graß zu treffen, bekundet ebenfalls, Ludwigs habe erklärt, Frau Graß sei schwer krank, sie sei nicht zu sprechen. Erst als die Durchsuchung vergeblich war, habe Ludwigs erklärt, Frau Graß sei verreist. Der Reviervorsteher, dem Ludwigs vorgeführt wurde, erklärte, der Angeklagte habe auf die Frage, wohin Frau Graß verreist sei, erklärt, sie sei nach Borkum. Auf die Einwendung, es sei doch nicht üblich, im Winter nach Borkum zu reisen, antwortete Ludwigs, Frau Graß habe dort Verwandte. Die nächste Zeugin, ein altes Fräulein, berichtet, sie habe Ludwigs nie anders kennengelernt, als„Herrn Graß". Zu Frau Graß habe Ludwigs gesagt„Frau“ Die nächste Zeugin, eine ältere Hausfrau, bekundet, Ende September 1934 hätten vor dem Graßschen Hause drei Männer gestanden, die geheimnisvoll miteinander geflüstert hätten. Unter diesen will die Zeugin den Angeklagten erkannt haben. „Da, komme gleich zuruck Stichworte der Schmuggler vom Petrusheim— Der dritte Tag des Prozesses Kleve. 2. Juli. Der dritte Tag der Verhandlung in dem Schmuggel= und Devisenprozeß gegen die fünf Franziskanerbrüder und weiteren 14 Angeklagten begann mit der Feststellung des Vorsitzenden, Landgerichtsdirektors Bollen, daß das Verfahren gegen den flüchtigen Hauptbeschuldigten Adolf Keller, genannt Bruder Sigisbert, der ordnungsgemäß geladen ist, der neuen Gesetzgebung entsprechend eröffnet sei, und zwar wegen Bandenschmuggels und Devisenverbrechens. Dann beschäftigte sich das Gericht mit den unter Anklage stehenden niederrheinischen Getreidehändlern, die mit Petrusheim namentlich in den Jahren 1931/32 gewinnbringende Geschäfte tätigten. Nach anfänglichem Bestreiten bekannte Goswin Beckers aus Goch in der heutigen Verhandlung rege Geschäftsverbindungen zu Bruder Sigisbert, der das gelieferte Getreide nicht nach Goch, sondern zur Verwischung seiner genauen Herkunft nach der entfernt gelegenen Geschäftsstelle in Uedem beorderte. In den Gocher Geschäftsbüchern der Firma Beckers sind somit keine Angaben für den getätigten Handel mit Petrusheim erschienen. Die Unterlagen der Uedemer Filiale sind durch den Angeklagten später beiseite geschafft worden. Nach der Anklage sollen insgesamt rund 2000 Zentner Getreide von Bruder Sigisbert bezogen worden sein, von denen der Angeklagte jedoch keine genauen Angaben mehr machen kann. Dem Angeklagten Heinrich Beckers waren die Geschäftsbeziehungen zu Petrusheim bekannt. Auch Matthias Dicks aus Weeze machte lohnende Getreidegeschäfte mit Petrusheim. Weseler und Neußer Firmen waren seine ständigen Abnehmer. Die Aufzeichnungen über die erhaltenen Mengen hat der Angeklagte vernichtet: eine ordnungsgemäße Buchführung gab es nicht. Seinem Lagerhalter soll er einmal als Höchstgrenze 1500 Zentner genannt haben, während die Anklage ihm Getreidemengen von insgesamt 10 000 Zentnern vorhält. Die in den Aufzeichnungen des Mitangeklagten Horstmann genau spezifizierten Mengen will dieser auf Grund der Originallieferungs= scheine eingetragen haben. Dicks bestreitet deren Höhe sowie grundsätzlich den Bezug von Gerste. Hafer und Benzin. Es kommen noch einmal die Ferngespräche zur Sprache, die der Kraftwagenführer der Kolonie, Dimmers, mit Bruder Sigisbert nach vollführten Transporten des geschmuggelten Getreides nach dessen Angaben zu führen hatte. War die Fahrt im Inland durch den von Zollbeamten kontrollierten Grenzstreifen glatt verlaufen, dann hatte Dimmers fernmündlich das verabredete Stichwort„Es ist gut“ zu melden, im anderen Falle„Ichkomme gleich zurück“. Auch die über 100 Jahre bestehende Getreidehandlung Leeuw in Calcar ist durch über die Klever Filiale geleiteten Geschäfte in den Prozeß verwickelt. 1928 bezog der Angeklagte Leeuw jährlich rund 5000 Zentner Getreide von Petrusheim, obwohl dort aus eigener Ernte nur 2000 bis 3000 Zentner aufgebracht werden konnten. Von Februar bis Juni 1932 soll der Angeklagte allein 3200 Zentner Roggen, 425 Zentner Weizen, 415 Zentner Hafer, 20 Zentner Kartoffeln und 840 Liter Benzin bezogen haben. Die gesamten Geschäftsbücher bis Ende 1932 hat Leeuw verschwinden lassen, angeblich, weil sie zu viel Raum beanspruchten. Diese geschäftswidrige Anordnung ist allerdings in Abwesenheit des Angeklagten ausgeführt worden. — Der Angeklagte Horstmann bestätigt die Lieferung von Schmuggelware an Leeuw, jedoch läßt er offen, ob diesem die Herkunft bekannt gewesen sei. Für alles Getreide sei jedenfalls der jeweilige Tagespreis gezahlt worden. Der Angeklagte bekundet bezüglich der 840 Liter Benzin, daß diese kleine Menge nichts zu sagen habe bei einem Jahresbedarf seiner Firma von rund 50000 Litern.— Die Ehefrau Maria Leeuw hatte Einblick in jeden Geschäftszweig des Betriebes. Sie nahm u. a. auch selbst Buchungen vor. Die nach einer erneuten Kontrolle durchgeführte Vernichtung weiterer Geschäftsbücher soll sie angeordnet haben. Bestechungen und Beeinflussungen von Angestellten will sie nicht vorgenommen haben, jedoch muß sie Buchungen in Höhe von 15 000 bis 20000 RM. gestehen. Das Geld will sie für wohltätige Zwecke verwondt boven,, Tixma Letpim beschäftigte VnDer im Büro der Firma Leeuw beschäftigte Angeklagte Karl Mingels bekundet im Gegensatz zu früheren Einlassungen, daß alle mit Petrusheim getätigten Geschäfte ordnungsgemäß verbucht seien. Bei den von ihm festgestellten fingierten Buchungen der Frau Maria Leeuw„dachte er sich, nichts“. Auch im übrigen rückt der Angeklagte entschieven von früheren, die Firma Leeuw belastenden Aussagen ab. Die verschwundenen Geschäftsbücher hat er auf Bitten der Frau Leeuw bei seinem Bruder in der Bäckerei verbrannt. Es soll sich dabei um Zettelbücher der Klever Filiale vom Jahre 1935 handeln. Die Verhandlung wird am Freitag vormittag fortgesetzt. PTage Arlus=vom=Echrnursteu Bochumer Jungarbeiter fuhren ins Zeltlager der Hitler=Jugend Oberbannführer Hans Strube begrüßt die neu Bochumer Hitlerjungen „Vorkommando Zeltlager Breckerfeld. Schickt doch heute noch umgehend ein paar Leitungen, dann müßt ihr uns noch einen Koch besorgen.“ Vielgestaltig sind in den letzten Tagen die Wünsche des Vorkommandos des Zeltlagers draußen im herrlichen Sauerland gewesen, die telephonische an die Standortführung der HJ. in Bochum übermittelt wurden. Jede Kleinigkeit ist wichtig, und daß es keine einfache Sache ist, ein Zeltlager für 4000 Jungarbeiter und Pimpfe zu organisieren, davon haben wir uns an Ort und Stelle überzeugen können. Der Oberbannführer selbst leitet diese wichtigen Arbeiten. Da muß für Essen für genügend Zelte, für geeignete Plätze, für den Transport usw. gesorgt werden— damit alle anderen hinterher vierzehn Tage im Zeltlager einen schönen urtaub verleben Vorbildlich hat der Standort Groß=Bochum in diesem Jahr sein Zeltlager aufgezogen. Gleichsam verbunden damit ist eine sozialistische Tat der Hitler=Jugend unseres Standortes, die beweist, welcher Geist die heranwachsende junge Generation beseelt. Das Zeltlager kostet Geld, und die Unterbringung einer ganzen##eice von Hitlerjungen und von Pimpfen wäre in Frage geHierselen, wesetze der eine für den anderen ein. Unter der Parole„Jede Kameradschaft stellt einen Freiplatz für einen ihrer Kameraden“ leitete die HillerJugend in ihren Reihen eine Sammelaktion ein. Jeoer Junge opferte sein, Taschengeld, und je 14 Jungen einer Kameradschaft schickten den fünfzehnten, der eine Erholung dringend notwendig hatte, für 14 Tage ins Zeltlager. Auf diese Weise ist es möglich, noch zusätzins Lager gekommenen So prächtig eingebettet lich einige hundert Jungarbeiter und etwa 800 Pimpfe an den Freuden eines Zeltlagers teilnehmen zu lassen. Noch eines ist wichtig, das wiederum die vorbildliche Arbeit an unserer Jugend im Standort Groß=Bochum der Hitler=Jugend kennzeichnet: Dieses Jahr fahren die Jungarbeiter zum ersten Male für vierzehn Tage ins Zeltlager, während es bisher nur immer acht Tage waren. Und dieses ist ein Erfolg der im vergangenen Jahr für die Jungarbeiter durchgeführten Zeltläger. Gerne stellten die Anlernwerkstätten die Jungarbeiter zur Verfügung; sie betonten dabei, daß die Jungen, die im Zeltlager der HJ. waren, viel disziplinierter, viel arbeitsfreudiger und auch viel aufnahmefähiger wären. Mit den ersten Jungarbeitern nach Breckerfeld Drückend heiß und schwül war dieser Mittwochnachmittag, an dem sich die ersten 200 Jungarbeiter vor dem Gebäude der Standortführung an der Trankgasse mit vollgepacktem Affen einfanden. Freude lag auf ihren Gesichtern. Gestern noch hatten sie den Hammer geschwungen, hatten in den Werkstätten an den Werkbänken gestanden, nun sollte es gleich für volle vierzehn Tage in Urlaub gehen. Wen würde das nicht freuen? Eine lange Kette von Omnibussen fuhr vor. Bochumer, Wanne=Eickeler, Wattenscheider und Wittener Hitlerjungen kletterten hinein, und ab ging die Post. Frohe Lieder schmetterten durch die Straßen Passanten blieben stehen und winkten den Jungen zu. In den kleinen Städtchen des Sauerlandes, die wir durchfuhren, wurden wir überall herzlich begrüßt.„Froher und froher wurde die Stimmung, und auch die dicke Aufnahme Brandt zwischen Wald und Busch ist das Zeltlager der Bochumer HJ. gelegen Wolkendecke diee sich vor die Sonne schob, konnte der freudigen Stimmung keinen Abbruch tun.„Laß es sich vorher noch einmal tüchtig ausregnen“, sagten die Jungen,„dann haben wir nachher im Zeltlager schöne 88996 r ee er b Gicht Nach zweistündiger Fahrt war Breckerfelo##eich. Durch kleine Wald= und Feldwege ging es dem Lager zu. Dann plötzlich eine Lichtung, und vor uns breitete sich das Zeltlager der Bochumer HitlerJJugend aus. Ganz prächtig die Lage.„Ringsum sinv die Zelte von dichten Wäldern eingeschlossen, nur der Ortskundige wird den Weg hierhin finden. Oberbannführer Strube begrüßte die ersten Jungarbeiter. Und dann wurden die 20 Zelte gleich mit je zehn Hitlerjungen belegt. Wir machten derweil einen kleinen Rundgang durch das Lager und ließen uns von der Organisation erzählen. An alles ist gedacht worden. Telephonleitungen wurden gelegt, ein Sanitätszelt ist zur Stelle, ebenso ein Arzt, um die Jungen zu betreuen. Ausgesuchte und bestens geschulte Führer werden die Jungen in diesen 14 Tagen betreuen. 1800 Jungarbeiter werden in den kommenden Tagen und Wochen die Freuden eines Zeltlagers erleben. Sie werden sich hier draußen prächtig erholen, werden frisch und neugestärkt an Körper und Geist an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Und nach ihnen werden rund 2000 Pimpfe die Zeltläger belegen, um hier einen Teil der Großen Ferien zu verbringen. Wir wünschen ihnen allen für diese Tage viel Sonnenschein und sind der Ueberzeugung, daß sie braungebrannt wieder nach Bochum zurückkommen. O. P. B. Reichsbahndirektionspräsident Lamertz trat sein Amt an Essen, 2. Juli. Donnerstag vormittag versammelte sich die Gefolgschaft der Reichsbahndirektion Essen zu einer kurzen Feier, die der Einführung des neuen Reichsbahndirektionspräsidenten Lamertz galt. Der neue Präsident gedachte zuerst, der Männer des Direktionsbezirkes, die im Weltkrieg auf dem Felde der Ehre ihr Leben ließen, die für den Führer und für den Durchbruch der nationalsozialistischen Weltanschauung fielen, und derjenigen, die in Erfüllung ihres Berufes aus den Reihen der Lebenden geschieden sig). Seine Berufung nach Essen, fuhr Reigteg# direktionspräsident Lamertz fort, fasse er als eine besondere Verpflichtung auf. Es sei müßig, gusznzäh. was er in Zukunft zu tun gedenke, Die Aufgaben seien schwer und vielgestaltig schon deshalb, weil man sich hier in einem Bezirk befinde, in dem wie in kaum einem anderen Gau das Lied der Arbeit klinge. Vizepräsident Pirath begrüßte den neuen Präsidenten im Namen der gesamten Gefolgschaft und versicherte, daß alle aus alter Ueberlieferung freudig mitarbeiten würden an den zu meisternden Aufgaben. Tödlicher Verkehrsunfall. Auf der Straße Oberhundem trug sich ein schwerer Verkehrsunfall zu. Der mit seinem Motorrad von Altenhundem komsrn-gegf a Prigs elic lste Sescheie 945 dem Soziussitz sitzende 22jährige Johann Schmelter trug eine Gehirnerschütterung und andere VerREUCHSSENDERKOLN GENEEROENE 10.00 Die Teilung des Reiches(Von Leipzia). Hörfolge 10.30 Fröhliches Spiel für die Kleinen(Liselotte Hoppe) 11.00 Was ist los im Sport?(Richard Heinemeyer) 12.00 Mittagskonzert. Operettenmusik. Das Große Orchester(Otto Julius Kühn): Der Kammerchor (Josef Breuer); Kläre Hansen(Sopran); Melitta Wittenbecher(Sopran); Friedrich Eugen Engels (Tenor); Hubert Kirsch(Bariton)., 1. Aus„Das verwunschene Schloß"(Millöcker), a) Vorspiel, b) Eingangschor, c) Ballade, d) Polonäse, e) Bacchuschor, f) Couplet der Regerl. 2. Melodien aus „Jadwiga“(Dellinger) 3. Aus„Die drei Wünsche“(Ziehrer), a) Vorspiel, b) Schön Gretlein, Lied, c) Duett Nr. 7, d) Chor der Cadetten, e) Lied der Lotti, f) Duett und Quartett. 4 Aus„Der Vetter aus Dinasda“(Künneke), a) Quintett, b) Strahlender Mond, c) Tango=Duett, d) Batavia=Foxtrott, e) Paso doble. 5. Melodien aus„ „Prinz Methusalem"(Joh., Strauß). 6. FünfUhr=Tee bei Robert Stolz(Dostal) Allerlei von Zwei bis Drei(Vom DeutschlandKonzert ist heute angesagt! Für unsere Kleinen Wochenendkonzert(Schallplatten)(Ernst Kalthoff) Männerchorkonzert. Männergesangverein(Franz Ludwig). Erna Balasus(Sopran) Das Kammerquintett spielt zur Unterhaltung. Grete Avril=Kreuzhage(Sopran); Helene Rott (Alt): Hans Jakob Heuken(Klavier). 1 Klein' Kobold, Intermezzo(Eilenberg). 2. Vielliebchen (Murzilli). 3. a) Mein Schatz(Othegraven), b) Frühling(Othegraven). 4. Serenade(Metra). 5. Näscherei, Polka=Mazurka(Ziehrer). 6. a) In einem kühlen Grunde(Herrmann), b) Kommt a Vogerl geflogen(Herrmann). 7. Puppenparade (Oscheit). 8. Püppchens Reverenz(Bucceri). 9. a) Zu Lauterbach(Volkslied), b) Es zogen zwei Spielleut'(Volkslied). 10. Flirt=Galopp(Ziehrer) „Zehnjährige Feier des ersten Reichsparteitages nach Neugründung der Partei in Weimar“.(Von Seivdieo)..s, grichar Vektrick Westdeutsche Funkauslese. Frischer Auftrieb am Vollsender 4„ Vom internationalen Düsseldorfer Reitturnier. Ehrung der Kriegspferde und schweres Jagdspringen Tanzmusik vom Großen Sommerfest derg Pöfuer Karnevals. Das Kleine Orchester(Leo,###ldt). Die sechs frohen Sänger und Willy Schneider (Baß=Bariton)(Uebertragung von den ZooTerrassen“ in Köln) 14.15 15.00 16.00 17.30 18.15 19.00 20.10 22.15 22.45 Sonderbeilage des Bochumer Anzeiger zum Bochumer Schützenund Volkstelt „.—4. Juli 1936 wus die Valer heneot... Die festlichen Tage, die Bochums Schützen und mit ihnen die Stadt mit dem am Donnerstag begonnenen Volksschützenfest erleben, das heute und insbesondere morgen Höhepunkte echten Schützenlebens erreichen wird, lassen die Erinnerung zurückgehen auf die große Tradition des Schützenwesens in unserer Heimatstadt. Der kernige und nur zu Unrecht von Leuten, die ihm innerlich fernstanden, als steif bezeichnete Charakter des Westfalen hat auf allen Gebieten des Lebens in unserer westfälischen Heimat hohe Bewährung gezeigt. Das gilt besonders auch für alles das, was innerlich irgendwie mit den hohen Gedanken der Vaterlandsund Heimatliebe zusammenhängt. gag.x., Backum Es ist deshalb nur folgerichtig, daß sich in Bochum nicht allein das Maiabendfest als einer der ältesten derartigen Bräuche in Deutschland überhaupt durch die Jahrhunderte erhalten konnte, sondern daß auch der Schützengedanke an sich stets zahlreiche und eifrige Verfechter fand. Der alte Schützenspruch„Ueb Aug' und Hand für's Vaterland“ weist schon den Weg, den sich die Schützen bei allem Tun und Treiben vorgeschrieben hatten, deutet darauf hin, daß ihr Sein nicht nur in Worten, sondern vor allem auch in Taten dem Vaterland dienen sollte.... gn 67et, Gewiß, das Recht des Waffentragens, das durch die Jahrhunderte geübt wurde, verloren die Schützen überall in Deutschland nach und nach, genau so, wie sie der praktischen Aufgaben verlustig gingen, die ihnen in mittelalterlichen Zeiten als Wehr= und Waffenträgern zufielen. Die neuen Zeiten und die geänderten Staatsformen wiesen andere Wege. Aber die Schützen Deutschlands blieben doch bis zum heutigen Tage die Hüter einer großen Tradition, die geistigen Erben der nchützen früherer Zeiten, die ihr Waffenspiel übten, weil sie es tatsächlich und häufig im Ernstfalle gebrauchen mußten. Daß sie darüber hinaus in den Zeiten, in denen das deutsche Volk durch Verrat seiner Waffenehre beraubt war, die Kunst des Schießens und die Freude am Schießen weiter übten und Können und Liebe den jüngeren Generationen weitergaben, erhöht den unmittelbaren Wert ihrer Arbeit für das Vaterland. Es ist erfreulich und kann jeden Bochumer mit Stolz erfüllen, daß in unserer Heimatstadt selbst in den dafür ungünstigsten Zeiten in breiten Kreisen des Volkes die Liebe zu altem Brauch und zur Schützensache lebendig geblieben ist. Der Verlauf der Schützenfeste in den Jahren 1927 und 1929 hat das genau so bewiesen, wie die alljährliche Durchführung des Maiabendfestes, die immer Volkssache geblieben ist. Dieses Festhalten und diese Treue wiegen um so schwerer, sind um so höher zu bewerten, als die Schwere der Zeiten unser arbeitsames Gebiet der Zechen und Industrien mit erhöhter Wucht traf, daß die Arbeitslosigkeit bei uns Ausmaße annahm, die selbst im Zeitpunkt des allgemeinen Darniederliegens ungewöhnlich waren. In doppelter Hinsicht war damals der Boden für den Abfall vom Althergebrachten bereitet. Denn auf der einen Seite ließen die mißlichen wirtschaftlichen Verhältnisse kaum einem mehr, als er unbedingt nötig hatte, ja Abertausenden von Volksgenossen.noch nicht einmal das! Und auf der anderen Seite waren politische Verführer am Werke, die diese Umstände, obwohl von ihnen selbst mitverschuldet, auch noch dazu benutzten, alle alten Bräuche und Ideale hetzerisch anzugreifen und zu zerstören. Ja, sie fanden sogar den traurigen Mut, ein auf so uralten Brauch in der übelsten Form zu verunglimpfen. Daß das Althergebrachte diesem Ansturm nicht wich, zurückgehendes Fest, wie das Bochumer Maiabendfest, daß es sich nicht vernichten ließ, beweist sein Verwurzeltsein im Gefühl des Volkes und seinen Wert und tieferen Sinn als Volksgut, den zu pflegen und zu bewahren jeder heimatliebende Bochumer verpflichtet ist. Die Formen wandeln sich zwar, die Gesinnung aber bleibt und vererbt sich durch die Geschlechter weiter. Heute, nachdem der Führer dem Reich den Stolz auf seine alte Geschichte wiedergegeben und die noch unlängst bespöttelte und verfolgte Liebe zur Tradition zu einem der Grundsätze unseres staatlichen Lebens gemacht hat, kann unsere Heimatstadt stolz sein auf ihr Festhalten am Brauch der Väter durch das Auf und Ab der Zeiten, stolz auf den Spruch, der über so vielen Festen seiner Schützen stand: „Was die Väter geliebt, das lieben wir auch, und treu wir bleiben dem alten Brauch!“ Bockamer=Snützen,.“ im Wandel der beschichte Die jahrhundertealte Bochumer Schützentradition feierte im Jahre 1829 eine glanzvolle Auferstehung. 15 Jahre vorher, am 19. Oktober 1814 hatte der Bochumer Landsturm zur Feier des Tages der Leipziger kerschlacht ein Schützenfest gefeiert, und die Erinnerung Die Einweihung des Graf=Engelbert=Brunnens im Jahre 1910 Rechts vom Brunnen die Vertreter des Vorstandes des Bürgerschützenvereins und der Behörden, links auf den Treppen des Brunnens stehend das Schützenkönigspaar 1907/10 Heinrich Winkelmann— Frau Rechtsanwalt Cleffmann an diesen Tag, am 1. August 1829 von dem in diesem Jahre gegründeten Bochumer Wochenblatt aufgefrischt, war ein wesentlicher Anlaß zum Bochumer Schützenfest 1829. Das Landsturm=Schützenfest muß für damalige Verhältnisse schon eine große Sache gewesen sein. Nach dem Gottesdienst in der Pauluskirche waren die Landstürmer mit vielen anderen Bochumern zur Vöde hinausgezogen, um unter kundiger Leitung nach der Scheibe zu schießen. Als Preis war ein silberner Becher ausgesetzt, der die Inschriften trug:„Zum Andenken der großen Völkerschlacht bei Leipzig am 19. Oktober 1814“ und„Das Landsturm=Bataillon Bochum dem besten Schützen am 19. Oktober 1814." Dieser Becher sollte ein ewiger Wanderpreis sein, er sollte„zum ewigen Andenken an die erste Feier dieses denkwürdigen Tages von einer öffentlichen Behörde aufbewahrt, bei Wiederholung dieses Festes jedesmal zur Erinnerung vorgezeigt, der Name des besten Schützen aber darauf eingegraben werden." Jeder Schütze konnte zwei Schüsse tun; der beste Schütze war der Bürgermeistersekretär, der spätere Steuereinnehmer Croner, dessen Name als erster auf den Becher eingegraben wurde. Ein Ball beim Wirt Falkenberg schloß das Schützenfest und die Erinnerung an diesen frohen Tag überstrahlte die Jahr: derart, daß es nur eines leisen Anstoßes bedurfte, um die Wogen der Schützenbegeisterung wieder hoch schlagen zu lassen. Wer als Tambour oder Pfeifer? Und dieser Anlaß war mit dem erwähnten. Artikel im Wochenblatt für den Kreis Bochum im Jahre 1829 gegeben. Am 15. August 1829 erschien dann im Wochenblatt ein aus 26 Paragraphen bestehender Entwurf zum Schützenfest am 19 September des gleichen Jahres. Es heißt in der Einleitung des Aufrufes: „Veranlaßt durch den fast allgemeinen Wunsch, daß auch in Bochum gleich den anderen Städten Westphalens alljährlich ein Schützenfest gefeiert werden möge, sind die Unterzeichneten am 8. und 9. August d. J. zusammengetreten, um einen Vorschlag zur Errichtung desselben zu entwerfen.“ In den 26 Paragraphen, unterzeichnet von G. L. Ecker, Bene, v. d. Bercken, SchulteOestrich, Hager, Honigmann, Elscheidt, I. W. Brinkmann, v. Lothum, C. BrinkEin Schützenaufmarsch in Vorkriegszeiten aus dem Moltkemarkt Die Aufnahme entstand etwa um 1904, als Oberst H. Winkelmann(der vorderste zu Pferde) Bataillonskommandeur war Archiv-Bild Bochumer Anzeiger Bochumer Schützen- und Volksfest —4. Juli 1936 mann, Kaltheuner E. Ostermann, Dieckhoff und v. Beughem, wird jede Frage geregelt, begonnen mit dem Vorschlag, das Schützenfest am 19. September zu feiern, bis zu folgenber wichtigen Bestimmung im Paragraphen 26:„Wer als Tambour oder Pfeiser der Schützengesellschaft nützlich werden kann und will, wird gebeten, dies anzuzeigen. Es versteht sich von selbst, daß ihm das Recht mitzuschießen verbleibt. Er gelangt nach den Unteroffizieren und vor den übrigen Schützen zum Schuß.“ Blau=Weiß siegt Unverzüglich wurde mit den Vorarbeiten begonnen. Vor allem mußte eine Fahne beschafft werden. Der Sieg des„Blau=Weiß" war durchaus noch nicht sicher. Beinahe wäre Grün=Weiß=Rot herausgekommen, aber endlich entschied man sich doch für Blau=Weiß. Frauen und Jungfrauen Bochums sammelten für die Fahne. Das blaue Fahnentuch erhielt ein weißes Wappenfeld mit dem Bochumer Wappen. Die„Oekonomie=Kommission" befaßte sich sogleich mit der Errichtung eines Festzeltes auf der Vöde nebst einer Vogelstange. Der Schmied Ringelband verpflichtete sich, für 12 gute Büchsen zum Vogelschießen zu sorgen und 6„qualifizierte Personen“ zum Laden zu stellen. Ferner sollte er Pulver und Blei beschaffen. Kaufmann Bierhorst lieferte vorläufig schon mal 300 Ellen blauweißes Schützenband, womit die Kappen umzogen werden sollten. An den Oberpräsidenten v. Vincke richtete der Bochumer Schützenverein ein Einladungsschreiben für das der Oberpräsident unterm 13. September dankte und in seinem Schreiben u. a. bemerkte und kann nur empfehlen, auf Steurung aller Mißbräuche ernstlich zu wirken, vornehmlich aber alle Gelegenheit zu vermeiden welche zur Verlängerung des auf 2 Tage bestimmten Festes führen, vielmehr strenge darauf zu halten, daß am dritten Tage alles zu seinen Geschäften zurückkehrt." Und dann stieg das Fest. Das Wochenblatt schreibt darüber:„Den 18. September 1829 und in den beiden folgenden Tagen feierte die Kreisstadt Bochum ihr erstes, und, solange die Stadt steht, einziges Schützenfest, großartig.“ Schützenkönig wurde Justiz=Kommissar von der Leithen, Schützenkönigin Jungfrau M. C. Westhoff. „Unruhiger Maiabend“. Nach langen Verhandlungen wurde beschlossen, auch 1830 ein Schützenfest zu feiern und gleichzeitig festgelegt, künftig höchstens alle drei Jahre zu feiern. Es war aber unterlassen worden, im Jahre 1830 bindende schriftliche Abmachungen zwischen Schützenverein und Junggesellenschaft zu treffen. Das hatte schon im folgenden Jahre eine Reihe unangenehmer und aufregender Zwischenfälle im Gefolge. Der Schützenvereinsvorstand war der Ansicht, die Abgabe des Junggesellenschützenvogels und die Einreihung so vieler Junggesellen in die Schützenkompagnien habe Vereinigung zu einem Schützenverein bedeutet. Dem stimmten auch die Junggesellen zu, soweit es sich um das Schützenfest handele; die Maiabendfeier aber sei und bleibe ihre Sache. Es kam also zu einem im höchsten Grade„unruhigen Maiabend“, mit dem sich sogar die Regierung zu befassen hatte. Als es sich aber erwies, daß der Standpunkt der Junggesellen nur auf einer an sich lobenswerten Anhänglichkeit an eine alte gute Sitte beruhte, genehmigte unterm 20. Januar 1832 der Minister des Innern den Vorschlag der Arnsberger Regierung, von einer Bestrafung der Schuldigen abzusehen und die ganze Sache auf sich beruhen zu lassen. Der Schützenvorstand war zwar noch einige Zeit verstimmt, aber schließlich wurde doch beschlossen, 1833 zu feiern. In diesem Jahre bediente sich der Schützenverein eines neuen Siegels, das zum ersten Male dazu diente, am 10. Juli zu bekräftigen, daß der Hauptmann v. Schell zu Rechen„wegen seiner gezeigten so thätigen Teilnahme" als erstes Ehrenmitglied des Vereins eingetragen sei. Die Listen enthielten fast 400 eingeschriebene Schützen und„Invaliden". Man begnügte sich mit einem Ehrenpreisschießen an Stelle eines Königsschießens. 1888: Bochums glanzvollster Schützenzug Um so prächtiger wurde das Schützenfest vom 30., 31. August und 1. September 1888. Es sollte gleichzeitig eine 500=Jahr=Feier des Maiabendfestes sein. Es wurde der glanzvollste Schützenzug, den Bochum je gesehen hat. Den Königsschuß tat der Vater des letzten Schützenkönigs, G. W. Becker. An die folgenden Schützenfeste werden sich noch sehr viele Bochumer erinnern. Es wurde gefeiert: 24. bis 26. August 1894, 26. bis 28. August 1897, 26. bis] Und nun ist wieder Schützenfest. 28. Juli 1900, 28. bis 30. Juli 1904 und 1. bis 3. und würdiges Fest werden, an dem jeder Volksgenosse August 1907. 1907 wurde ein Gegenstück zum Königs= dieser Stadt Anteil hat. schmuck, der Königinorden am blau=weißen Bande, in Benutzung genommen. Erstmalig trug ihn die Königin dieses Festes, Frau Rechtsanwalt Heydemann, dann wurde er den noch lebenden früheren Königinnen, Frau Dr. Goerdt, Frau H. Winkelmann, Frau Th. Höwing und Frau Dr. Jans, verliehen. Im Rahmen des Schützenfestes vom 4. bis 6. August 1910 fand auch die Enthüllung des vom Schützenverein gestifteten Graf=Engelbert=Brunnens statt, der ein Werk des Bochumer Bildhauers Markus Wollner ist. Das Schützenfest von 1914 war schon von der Vorahnung des drohenden Krieges überschattet. Es kam der Krieg. Es kamen die Jahre der Zersplitterung nach 1918. Und nun ist wieder Schützenfest. Möge es ein großes Die volmennontg.“ Bei dem Schützenfest 1863 wurde nach dem Zapfenstreich als Einleitung des Festballes eine in 200 Teile geschnittene Riesentorte bei den Frauen herumgereicht. In einem Stück befand sich eine Bohne. Die Glückliche, die diese fand, wurde„Bohnenkönigin". Es war Fräulein Pauline Anders, die zum Gemahl sich den Die[estoronun, für die hauptt.“ des Smützenfestes Freitag, 3. Juli: .30 Uhr: Weckruf, Generalmarsch .00 Uhr: Antreten der Kompagnien. Abholen der Fahnen .00 Uhr: Paradeaufstellung auf dem Rathausplatz. Marsch zum Schützenhof Beginn des Vogelschießens Großes Doppelkonzert und Schützenlagerleben 12.00 Uhr: Gemeinschaftliches Essen in den Kompagnien 17.00 Uhr: Einmarsch in die Stadt 20.00 Uhr: Festball. Schluß 24 Uhr Samstag. 4. fuli: .30 Uhr: Weckruf .00 Uhr: Antreten der Kompagnien. Abholen der Fahnen .00 Uhr: Paradeaufstellung auf dem Moltkeplatz. Marsch zum Schützenhof Große Parade Fortsetzung des Vogelschießens Großes Doppelkonzert und Schützenlagerleben Verkündigung des Königsschusses 13.00 Uhr: Königsmahl im Schützenhof 15.00 Uhr: Empfang der Königin auf dem Schützenhof Feierliche Krönung des Königspaares Auszeichnung der besten Schützen durch den Schützenkönig Königsparade Krönungszug durch die Stadt 20.00 Uhr: Großer Krönungsball die sestzage um fteitag und Rumslag Junggesellenhauptmann Ostermann erkor. Ein alter Bochumer, in dessen Familie das Bild dieser„Bohnenkönigin“ über 70 Jahre aufbewahrt wurde stellte es uns zur Verfügung. Hier ist es in Nachzeichnung wiedergegeben. Die Vereine des Schützenkreises Bochum im Schützenbezirk„Industriegebiet" Das blühende Schützenleben Bochums, das jetzt beim Das Kriegbeil begraben Das Schützenfest, zu dem wieder ein Festzelt auf der Vöde errichtet wurde, war wieder ein großer Erfolg. Vor allem aber wurde es auch Anlaß, das Kriegsheil zwischen dem Schützenverein und der Junggesellenschaft zu begraben. Um die Einigungsverhandlungen machte sich der Kaufmann Karl Elscheidt ganz besonders verdient. Am 11. September 1834 kam bei Kaltheuner die Einigung zustande, die am 5. November 1834 von Bürgermeister Steelmann bestätigt wurde. Am folgenden Tage wurde die seit Jahren gewünschte Vereinigung der beiden Schützenvereine sowie die Erinnerung an das 1829 wiedererstandene Schützenfest durch Ausmarsch des gesamten Schützenbataillons und der Junggesellenkompagnie zu einem Sternschießen auf der Vöde gefeiert. In den folgenden Jahren standen Maiahend= und Schützenfeste im Zeichen schönster Eintracht. Die Rangliste des Schützenfestes von 1839 wies erstmalig neben einem Oberst(Natorp) einen Major aus(Schulten). Einer besonderen Regelung schien die Beleuchtungsfrage wert. Es wurde dem Zeltunternehmer aufgegeben:„Auf jedem Tisch im Trinkzelt müssen wenigstens fünf Lichter auf Leuchtern stehen und müssen die Aufwärter stets bereit sein, die Lichter zu putzen. Auf dem Tisch vor dem Throne muß Unternehmer sechs Wachslichter stellen, wozu ihm die Leuchter gestellt werden. Auf das Orchester muß derselbe 16 Lichter und hinreichend Lichtscheren liefern.“ In Folge der Auswirkungen des 1861 in Gotha gefeierten allgemeinen Schützen= und Turnfestes erstand im Sommer 1862 auch in Bochum neben dem bisherigen Bürger=Schützenverein ein Schützenbund als Glied des Deutschen Schützenbundes. 1863 gewann auch der schon Jahrzehnte alte Gedanke an ein„stabiles Schützenhaus“ greifbare Gestalt. Die feierliche Grundsteinlegung wurde mit dem„vierunddreißigjährigen Stiftungsfeste" am 20. und 21. September 1863 verhunden. Am Vorabend dieses Festes wurde auf dem Markte das Stadtbanner geweiht, das von Frauen und Jungfrauen der Stadt gestiftet war und jetzt noch in Gebrauch ist; die weiße Vorderseite zeigt auf einem blauen Wappenfelde ein goldenes Buch. Das erste Schützenfest nach dem Kriege 1870/71 wurde am., 10. und 11. August 1872 gefeiert. Und jetzt war nicht mehr ausschließlich der alte Marktplatz Schauplatz der Feiern, sondern auch der Wilhelms= und später auch der Moltkeplatz bekamen etwas vom Schützenschimmer mit. 16 Jahre lang fand nun kein Schützenfest mehr statt. Zwar hatte man, wie 1849 die aus Baden heimkehrenden Krieger, auch die im Jahre 1866 Wiederkehrenden festlich begrüßt und bekränzt. Und bei den großen Sieges= und Friedensfesten war auch das Stadthanner, von Schützenoffizieren begleitet, war auch der Schützenverein mit den anderen Fahnen mit dabei. Für Schützenfeste aber war nicht die geeignete Zeit, denn die Jahre der wirtschaftlichen Krise, die der Zeit der Gründer folgten, waren auch für Bochum keine Jahre der Feste. Daher war auch die 50=Jahr=Feier des Schützenvereins am 20. September 1879 kein glanzvolles Fest. Freudige Ereignisse für die gesamte Bevölkerung werden heute und morgen die Züge der Schützen durch die Stadt sein, zumal sie durch die Mitführung der Schützenkleinodien und der Fahnen ein besonders prächtiges Bild bieten werden. Der Marsch zum Schützenhof am Freitag beginnt morgens 7 Uhr mit dem Antreten der Kompagnien bei den Hauptleuten und der Abholung der Fahnen durch die 1. Kompagnie bei Schulze, Hellweg. Um.45 Uhr stehen alle Kompagnien auf dem Rathausplatz. Der Weg des Zuges ist: Rathausplatz Kortumstraße Brückstraße Gerberstraße Große Beckstraße Schwanenmarkt Castroper Straße Schützenhof. Die Reihenfolge im Zug ist folgende: Trommler= korps, Fahne, 2. Kompagnie, Musikkorps, Fahne, 3. Kompagnie, Musikkorps, Fahne, 4. Kompagnie. Am Samstag treten die Kompagnien wiederum um 7 Uhr bei ihren Hauptleuten an, die 3. Kompagnie holt die Fahne bei Schulze, Hellweg, ab. Der Marsch zum Schützenhof am Samstag morgen geht. in gleicher Reihenfolge wie am Freitag, nur, daß die Kompagnien in der Ordnung.,.,., 2. marschieren, wie folgt vor sich: Moltkeplatz Marienstraße Marienplatz Kirchstraße Kortumstraße Kaiser=Wilhelm=Straße Kurfürstenstraße Lorenz=Rebbert=Allee(Parademarsch) Schützenhof. Nachdem dann am Samstag mittag die Krönung des Königspaares erfolgt sein wird, findet der Krönungszug am Samstag nachmittag statt, dessen Weg natürlich vorher nicht festgelegt werden konnte, da er sich nach der Lage der Wohnungen des neuen Königspaares richten muß. Die Auflösung dieses Krönungszuges ist voraussichtlich auf dem KaiserFriedrich=Platz. Die Zugordnung für den Königszug lautet: Trommlerkorps, Musikkorps, Fahne, Königskompagnie(den Rest des Vogels tragend), Königswagen mit dem Königspaar, Wagen der Hofdamen, Wagen der Ehrendamen, Wagen des Vorstandes, der Ehrenmitglieder und der Kammerherren, es folgen dann drei Musikkorps und drei Fahnen, hinter denen jeweils die übrigen Kompagnien marschieren. (Ausschneiden! Das Somkämter=matsthahenner Es hann ja nicht immer so bleiben Hier unter dem wechseinden Mond, Es blüht eine Zeit und verinelhet, Was mit uns die Erbe bewohnt. Rehrreim: Und hommen wir inieder zusammen Auf mechseinder Tebensbohn, Sind wie immer noch Die Bochumer jungens. Junge, da haft Di brob verloten, loten, Ioten. Es haben vlei fröhliche menschen kang' vor uns gelebt und gelacht, Den Ruhenden unter dem Rasen Sei fröhlich der Becher gebracht. Rehrreim:... es werden eler frühliche manschen kang' noch uns bes febens sich freu'n. Uns Ruhenden unter dem Rafen Den Becher der Fröhlichheit meinn. Rehrreim:.. 4. Wir sihzen so traulich beisammen Und haben einander so lieb, Erheitern einander das feben. ach, menn es doch immer so blieb. Rehrreim:... 5. Doch well es nicht immer so blelbet, So haltet die Freundschaft rocht fest. Wer weiß denn, wnie bald uns zerstreuet Das Schicksal nach Ost und nach West. Rehrreim:... 6. Und sind wir auch fern voneinanber, so blelben die Herzen doch noh, und allen, sa allen wollt’'s freuen, Wenn einem ias Gutes geschah. Rehrreim:... F. Und kommen inir iniaber zusammen Auf mechseinber Cebensbohn. Sa hnüpfen ans fröhliche Ende Den fröhlichen Anfang init an. Geherreim:... kameradschaft begehen. Geleitet wird der Schützenkreis Bochum von Stadtrat Stumpf(Bochum) als KreisSportleiter, sein Stellvertreter ist Dr. Starke(Bochum=Werne), Kreis=Schießwart Emil Stracke(Bochum) und Kreis=Jungschützenwart Wilhelm Braukemper(Bochum=Linden). Die 17 Vereine des Kreises sind: Bochum Bürgerschützenverein, gegr. 1388, Bochumer Schützenbund, gegr. 1862, Bürgerschützenverein Bochum=Gerthe e.., gegr. 1901, Bürgerschützenverein Bochum=Brenschede e.., Linden=Dahlhauser Schützenbund e.., gegr. 1862. Bürgerschützenverein Bochum=Werne e.., Ruhrtaler Schützenverein Bochum=Querenburg, gegr. 1899, Bürgerschützenverein„Dahlhausen" e.., gegr. 1903, Bürgerschützenverein Bochum=Altenbochum e.., gegr. 1928, Bürgerschützenverein Bochum=Hamme e.., gegr. 1881, Bürgerschützenverein Bochum=Harpen e.., gegr. 1926, Allgem. Bürgerschützenverein Hofstede=Riemke e.., gegr. 1913, Bürgerschützenverein in Bochum=Laer e.., gegr., 1835, Bürgerschützenverein Bochum=Stiepel, gegr. 1888, Bürgerschützenverein Bochum=Weitmar, gegr. 1844, Bürger=Schützenverein Bochum=Weitmar=Mark und Neuling, gegr. 1896 Schützenbund„Voßkuhle“, gegr. 1909. 1 Der Vernauf ne 3. 2• unemein faden und scheitert dann doch Im letzten Augenblick! Deshalb nie auf den Zufall warten, sondern sich gleich an die großen Käuferschichten wenden! Wodurch? Durch Anzeigen im bomümer Anzeiget □ Bochumer Rnzeiger Bochumer Schützen= und Volhsfest ganze Reihe von Namen alter Bochumer Familien zu finden ist, zum anderen aber auch wegen der Formgebung und Ausführung der einzelnen Platten. Besonders beachtenswert erscheint die Form der Platten aus der Zeit nach den Befreiungskriegen, die aus den Jahren 1815 und 1822, die sich in der Form offensichtlich an die des Eisernen Kreuzes anlehnen. Bis etwa 1860 wurden stets einfache Formen gewählt, erst dann nahmen die Königszeichen etwas von der Form von Orden an. In der an sich vollständigen Kette fehlt nur die Platte des Schützenkönigs von 1829, des Herrn von der Leithen, die auch später nicht mehr zu bekommen war. Die alte Kette verdient vollauf die Bewunderung, die ihr an diesen Schützentagen sicherlich wieder gezollt werden wird, und es seien hier noch die Inschriften der Platten vor dem Jahre 1829 aufgeführt, weil aus den auf ihnen aufgeführten Namen noch zu erkennen ist, wie stark heute noch in Bochum bekannte alte Familien schon damals mit der Schützensache verwachsen waren. Diese zwölf, sämtlich weit über 100 Jahre alten Platten tragen folgende Inschriften: P. H. Flügel hoo dono dedit anno 1772 b. 24. Juli als Schützenkönig. J. H. Neuhaus Hat dieses gegeben Ao. 1774 d. 6. Juli als Schützenkönig. Friedr. Höltering„Musquetier v. Wolferdorfschen Regement als Schutzentönig 1776. Christian Endemann als Schützenkönig von der Junggesellen=Companie Bochum 1779. Joh. Bernh. Laarmann als Schützen=König von der Junggesellen=Companie in Bochum 1797(wohl nachträglich angehängt).„.5 Gänig uume Frans M. Massenberg als Schutzen=Konig von der Junggesellen=Companie in Bochum 29. August 1797. Casper Henrich Hoy als Schützen=König der Junggesellen=Companie Bochum 27. August 1803. Henrich Arnold Cramer freiw. Jäger als SchützenKönig den 22. October 1815. Christian Ostermann Schützen=König am 2. Jahrestage nach der Leipziger Befreiungs=Schlagt 1815. Joh. Wilh. Kaltheiner Schützen=König der Bochumschen Junggesellen 8. Mai 1819. Joh. Heinrich Heimeshoff Schützen=König der Bochumschen Schützen=Comp. 30. April 1822. Arnold Weißpfennig Schützenkönig bei den Bochumschen Junggesellen am 30. April 1824. Es sind gute alte Bochumer Namen auf diesen Platten verzeichnet und wie vor 1829, so ist es auch in späteren Jahren bis auf die Jetztzeit geblieben. zumSeilatzensest: falken neraus! Ehrenseis und hanstheidrsseie Das Reich der 4. Kompagnie Tradition verpflichtet, und wenn es sogar darum geht, einen durch sieben Jahre leuchtenden Ruf als Königskompagnie zu verteidigen, so ist die Aufgabe der 4. Kompagnie beim großen Volksschützenfest 1936 gekennzeichnet. Die Vierte weiß, worum es geht, und mit ihr weiß es die ganze Bevölkerung ihres großen Kompagniebereiches, der das Bahnhofsviertel, jenseits der als„Mausefalle" bekanntgewordenen Unterführung, das Ehrenfeld und Hunscheidtsfeld, und nicht minder die Längslinie bis zur Wittener Straße umfaßt. Die Schlagader dieses Bereiches ist die Hattinger Straße, eine der wesentlichsten Straßenzeilen Bochums. Hier ist eine prachtvolle Verbindung zwischen Schützen und Bevölkerung seit Jahr und Tag geknüpft, und der Hauptmann der 4. Kompagnie, Willi Patt, ist gar in die„bodenständige Dichtung" des Kompagniebereiches eingegangen:„Und wenn der Willi das Fähndel schwenkt, dann springt die„Vierte“ övver Stöhl und Bänk!" Was scheren uns die Unebenheiten des Versmaßes, es ist guter Schützengeist, der aus solchen Worten spricht. Und die Begeisterung zur edlen Schützensache war in der„Vierten" und im ganzen Ehrenfeld immer heimisch, das beweist die ruhmreiche Geschichte dieser Kompagnie. Schon beim letzten Schützenfeste des vorigen Jahrhunderts, 1897, war die 4. Kompagnie mit einem überaus stattlichen Aufgebot vertreten. Unter Hauptmann Robert Rose und seinem Premierleutnant zogen weit über 200 Schützen in den Kampf. Beim Schützenfest der Jahrhundertwende war die„Vierte“ nicht weniger ausgezeichnet vertreten. Die Führung hatte in diesem Jahre Hauptmann Willy Habighorst. Ihm standen 33 Chargierte zur Seite. Und schon beim ersten Schützenfest des neuen Jahrhunderts, 1904, wird deutlich die Entwicklung des Kompagniebereiches, das wirtschaftliche Wachstum des Ehrenfeldes, sichtbar, denn bei diesem Schützenfest ist die„Vierte“ mit einer überaus starken Mannschaft vertreten. Und wiederum finden wir an der Spitze der Kompagnie neue Namen, wie überhaupt damals ein steter Wechsel in der Kompagnieführung üblich war. An der Spitze der Kompagnie stand beim Schützenfest 1904 Georg Stille, unterstützt von den beiden Oberleutnants Ew. Hager und Heinrich Buschmann. Einer dieser beiden Oberleutnants, Ewald Hager, ist beim diesjährigen Volksschützenfest zum Ehrenmitglied ernannt worden. Und immer umfangreicher wird die Liste der Schützen, die mit der 4. Kompagnie zum Schützenfest hinauszogen. Im Jahre 1907 marschierte in ihren Reihen, die damals von Hauptmann Franz Gerbens geführt wurden, Bürgermeister Dr. Großmann mit. Und dann erreichte die„Vierte" beim nächsten Schützenfest im Jahre 1910 einen strahlenden Höhepunkt: Unter Hauptmann Ferdinand Berlages Führung stellt sie in diesem Jahre das weitaus größte Aufgebot an Schützen, und wiederum wird die Reihe der Schützen von Bürgermeister Dr. Großmann eröffnet. Das Schützenfest des Jahres 1914 war schon von der Vorahnung des drohenden Krieges überschattet. Dennoch war die„Vierte“ mit Hauptmann Buschey an der Spitze recht stattlich vertreten. Dann kam der Krieg. Und 1927 war die„Vierte“ schon wieder„ganz groß“. Es ging mächtig aufwärts bei den Ehrenfelder Schützen. Und die Entwicklung hielt an. Nicht nur was die Zahl der Schützen anlangt. Denn nachdem die„Vierte“ schon 1914 den Königsschuß getan hatte, gelang es ihr 1927, diese Leistung zu wiederholen. Diese Würde also hat die„Vierte“ beim Volksschützenfest 1936 zu verteidigen. Und sie weiß, worum es geht. Unter Hauptmann Patts Führung— als Hauptmann z. b. V. steht ihm Anton Kaup mit Rat und uralter Schützenerfahrung zur Seite.— tritt eine Kompagnie an, die ihren Mann zu stehen weiß. Muß aen Eebenwwegen Liebe Schützen Ach, was nützen Euch die schönsten Schützen-Mützen, wenn Ihr, weil das Hühnerauge brennt, nicht marschieren und nicht tanzen könnt. Trist nur ist das Fest dann leider darum geht zum Schützenbruder Kneider, kauft das Hühneraugenmittel „Schmerz-laß-nach“— gar zur Wonne macht es Euch den Schützentag. „Schmerz-laß-nach“. Tube 50 Pf. Fußbadetabletten 2 Stück 40 PI. Drogerie J. Kneider Große Beckstraße 10 Billige Weine Pr. e. Ct..35 Apfelwetn FI. Apfeleaft, alboholfret... Fr. U, 19 3Ser Velzheimer...... 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Kompegnie schleget elgund schlegetfatd Karl der Dicke Im Flege Brau Bongerdstraße entbietet den Bochumer Schotzenbröcern einen herzl. Wilkommensgrus Zum Volksschützentest besuchen Sie Konditorel und Café H. Althoff Bochum, gegenüber Hauptpost u. Retheus. Ruf 62074 Beim Bochumer Volksschützenfest zum Rats-Cais Inh. Kurt Böttger nühlenstr. 4 Bis 21.30 Uhr geöffnet! Zum Volksschützenfest besuchen Sie das Theate.-Caié Inh.: Ludwis Korte Fürstenstr. 1 Fernsprecher 621 20 empfichlt sich Konditorel und Café Hienermnann Hattinger Straße 62- Ruf 66660 Die gute Konditorel. des vornehme Femillen-Café! Treffpunkt aller Schützen bei Im „Mbansteikeefeich! Gruppe„Schwanenmarkt“, III. Kompagnie Raunichenihenen bezichen die Konditorel und Café Fraus hlago Vengeler Viktoriestraße 60 Ruf 67028 Des gemütliche Cafe am Hauptbahnhot „ Garienrestaurant Go. imoerg Mm am Stadtpark inhaber: Paul Elbracht empfiehlt während des Volksschützenfestes seine Gaststätte mit besonders schattigem Garten Ruf 68568 2 Caststätte Wwe. Viktor Schulte Dorstener Straße 17 Stendquartler der Gruppen„Speckschweiz“ I. Kompsgnie Bochumer Auzeiger Bochumer Schützen- und Volksfest .—4. Juli 1936 Der bomänserenry.„ Rusrichter und Güftgeder demn Volksschagzensest 1230 Der Bochumer Bürger=Schützenverein, gegründet 1388, als der älteste Bochumer Schutzenverein, ist Ausrichter und Gastgeber beim Volksschützenfest 1936. Seine ist zugleich die Urgeschichte des einheimischen Schützenwesens. Sein geschäftsführender Vorstand setzt sich zusammen aus: Stadtrat Stumpf erster Vorsitzender, Richard Baltz zweiter Vorsitzender, Rechtsanwalt Dr. Klute Major und Bataillonsführer, W. Sauerbier Major=Rechnungsführer, O. Loewe Hauptvonn Schr Whsegga u be FanzeHiermann; Hermann Hutmacher, W. Patt. Dem Stab gehören neben Major Dr. Klute, Major Sauerbier und Hauptmann Oskar Loewe weiter an: Adjutanten: Hauptmann R. Prinzenberg und Leutnant A. Kaisg„Nachrichtendienst: Hauptmann Anton Kaup; Musikleutnants: Oberleutnant Julius Gerke sen., Oberleutnant Josef Bössing, Oberleutnant Hermann Bona, Leutnant Karl Manthey; Kapellmeister: Musikzugführer Fred Roy und Kapellmeister Herbst; Bataillonstambour: Karl Heidorn; Schützenbote: B In diesen Männern ist die erste große Zelle des Schützengedankens in der erweiterten Bochumer Innenstadt zu erblicken, und wer die Liste der Namen liest und mit Bochum verwachsen ist, weiß, daß es auch tatsächlich die Männer sind, die als Träger der alten Schützenideale zu betrachten sind. Das eigentliche Schützenleben durch die von Festen freien Mongte des Jahres spielt sich in den vier Kompagnien des Vereins ab, die auf räumlich getrennten Gebieten die blau=weiße Sache pflegen und bewahren. An hörden stein die 2. kompahme vom Griesenbruch zur Engelsburg, da herrscht die 1. Kompagnie In einem der volkreichsten Gebiete unserer Heimatstadt hat die 1. Kompagnie des Bochumer Burgerschützenvereins, gegr. 1388, die Pflege der Schützensache auf ihre Fahne geschrieben. Alles, was westlich der rechtene Seite der Humboldtstraße liegt, also vor allem das Viertel jenseits der Gußstahlstrecke, ist das Gebiet der Ersten, der damit besonders in den Nachkriegszeiten mit ihren politischen Wirren schwere Aufgaben zufielen. Aber es soll zuerst von glücklicheren Zeiten der Komvagnie die Rede sein, von den Jahren vor, en, Pelt. krieg, in denen Bochum glanzvolle Schützenfeste feierte. Mit dem ständigen und raschen Anwachsen der Stadt Bochum wuchs auch die Schützenbewegung, und beim letzten Schützenfest des vorigen Jahrhunderts, im Jahre 1897, konnte die 1. Kompagnie unter Hauptmann Carl Kuhstoß mit etwa 40 Chargierten und über 360 Schützen auftreten und sich damit zahlenmäßig an die Spitze der Kompagnien setzen. Auch 1900 unter Hauptmann Fritz Dustmann wurde die Werbetrommel im Griesenbruch wieder mit größtem Eifer gerührt mit dem Ergebnis, daß auch bei diesem Feste die Erste wieder die meisten Schützen zur Stelle hatte. So fest war die Schützensache im Gebiet der Ersten verankert, daß auch 1904 beim nächsten Schützenfest die Erst####n er alle anderen Kompagnien in der Zahl ausstach, und Hauptmann Fritz Jansen konnte mit einer riesigen Kolonne ausziehen. Die Blütezeit der Ersten war damit aber noch nicht vorbei, denn Hauptmann Carl Hölscher, der zu den vier Männern gehört, die beim diesjährigen Volksschützenfest zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden, hatte die Erste mächtig in Schwung und hielt sie als ihr Hauptmann auch bei den Schützenfesten 1907 und 1910 voll auf der Höhe. Beim Schützenfest 1914, zu dem Hauptmann Hans Meisert die erste Kompagnie führte, gelang es trotz restlosen Einsatzes der Männer, die die Geschicke der Ersten in der Hand hatten, nicht, die großen Zahlen der früheren Jahre zu erreichen, was gerade in diesem Teil Bochums auf das Schuldkonto der Wühlarbeit aller der politischen. Parteien gesetzt, werden mußte, die dem deutschen Arbeiter Vaterlandsliebe und Heimatsinn zu rauben stets zu ihrem Ziel gemacht hatten. Der Weltkrieg und die Revolte von 1918 Die Schützensache lag am Boden, aber es fanden sich sofort wieder heimatliebende Männer, die den rigkeiten nicht aus dem Weg, dafür aber sofort wieder an den Aufbau gingen. Trotzdem, gerade die Erste hatte unter dem politischen Elend der Nachkriegszeit, sehr zu leiden, und die Knüppel, die ihr gerade in ihrem Kompagniegebiet in den Weg geworfen wurden, erschwerten ihren Marsch mitunter sehr. Aber es wurde festgehalten am alten Brauch gegen alle und so konnte die Erste unter Hauptmann Karl Döhmann jun. zum ersten Schützenfest der Nachkriegszeit 1927 mit einem stattlichen Zug aufmarschieren. Karl Döhmann jun. blieb auch weiter noch Hauptmann der Ersten und hatte die Genugtuung, daß selbst bei weiterer Verschlechterung der Verhältnisse auch 1929 die Kompagnie mit starker Beteiligung ausrücken konnte. sicer aie Caik Sais alt lice Bechereiclise Klote blicken, die au Zazusiecgen hrauicht. Die Erse wird gig gicht eerrrreee aehe beim Volschitzenfelt 1936 in ehren be.— An das Gebiet der im Griesenburch stehenden ersten Kompagnie schließen sich die der 2. und 3. Joxpgenie an. Die 2. Kompagnie umfaßt den nach Rotorg gelegenen Teil der Stadt bis hinauf nach Grumme=Vöde. Als ihre Mittelpunkte kann man die Gegend um den Kaiser=Friedrich=Platz und das Geschäftsviertel an der Brückstraße bezeichnen, aber ihre südlichste Grenze reicht bis zum Rathaus und wird gebildet etwa durch Jolhanniter=, Malteser=, Albert=, Mühlen=, Brück= und Franzstraße. Alles, was dann nach Norden zu kommt, einschließlich des ganzen prächtigen Staotparkviertels, wird von der 2. Kompagnie beherrscht. An der Spitze der Kompagnie steht schon seit über 20 Jahren Hauptmann Franz Biermann, einer der eifrigsten Verfechter der Schützensache in Bochum. Wenn die Schützen an die Oeffentlichkeit treten, sei es bei ihren Volksschützenfesten oder auch beim Majahendfest, dann gehörten Hauptgann Biermann und die Männer um ihn stets zu den Getreuesten. So hat auch die 2. Kompagnie ihren Ehrenplatz in der Geschichte Bochums errungen und stets mit Erfolg behauptet. Auch sie hat in ihren Reihen genügend Männer, die durch ein Menschenalter schon den klauweißen Farben treu geblieben sind und stets zu Opfern für die heimatlichen Sitten bereit waren. In den letzten 20 Jahren vor dem Weltkrieg wechselte auch in dieser Kompagnie, wie es früher üblich war, die Führung häufiger. Hauptmann Alex Soeding führte, sie zum Schützenfest„1897. In seinem Gefolge befand sich damals unter anderen als Gefreiter Fritz Velten, den alle Bochumer noch als begeisterten Freund aller heimatlichen Belange kennen. Beim Schützennfest 1900 war August Wiesmann Hauptmann, in der Führung unterstützt von den Oberleutnants Wilhelm Klüwer und Eduard mann, von denen der letztere jetzt im Jahre nach so langem treuen Festhalten zum Ehrenmitolzzd ernannt worden ist. Beim Schützenfest 1904 hatte W. B. Klüwer inzwischen die Hauptmannswürde und die Führung der Kompagnie erreicht mit Rud. Gerlach und Gust. Becker als Oberleutnants zu seiner Seite. Auch 1907 verzeichnet die Geschichte der zweiten Kompagnie zum nächsten Schützenfest einen neuen Hauptmann: Aug. Balkenhol. An Ob Hauptmann: Aug. Bal die Kompagnie in jenem Buschmann. 1910 ist (kenhol. An Oberleutnants hat Jahr nur einen: Heinrich Bernhard Thiemann jun. der als Oberleutnants Hauptrgrn, der Kompagrgtge, der, 1. Hff, Eduard beinr. Buschngnngstter Allehoff, Eblard [Wiegen und Jean Lütz angehören. So wechseln die Hauptleute einander ab, bis 1914 Hauptmann Franz [Biermann diese Würde übernimmt. Zu diesem letzten Schützenfest auf 13 Jahre hinaus stellt die Zweite zwei Hauptleute, denn auch Heinrich Schütte ist mit dieser hohen Schützenwürde geschmückt. Während des Krieges und nach dem Kriege hält Hauptmann Franz Biermann die Fahne der 2. Kompagnie hoch, und als 1927 die Bochumer Schützen endlich wieder zum Schützenfest zusammenkomnen können, steht Franz Biermann an der Spitze der 2. Kompagnie. Und die Führung der Zweiten bleibt weiter in den Händen dieses Mannes, der sich stets zu vollem Einsatz für die heimatliche Schützensache bereit fand, der nun in diesem Jahre ebenso wie 1929 die 2. Kompagnie zu schönen Tagen froher Schützenkameradschaft führt. Die miistadt=Kompaglir.— die 3. =Kom= in diesem Gebiet und viele bekannte Bochumer Nam Es ist erklärlich, daß zahlenmäßig die Altstadt=) pagnie sehr häufig„den Vogel abgeschossen“ hat, denn ihr Gebiet umfaßt den inneren, am dichtesten bebauten Stadtkern, den Teil der Stadt, um den herum sich Bochum von der Kleinstadt des vorigen Jahrhunderts zur Industriegroßstadt des 20. Jahrhunderts entwickelte. Es ist nur natürlich, daß in der Altstadt gerade viele der Familien beheimatet waren, die uralte Verbindungen zur Schützensache hatten und dem Schützengedanken zu weiterer Verbreitung verhalfen. So befanden sich nur selbstverständlich denn auch im Gebiet der Altstadt die meisten alten Schützenlokale und viele Erinnerungszeichen an alte Schützentage und alte Schützenbrüder. Man versteht das sofort, wenn man weiß, daß der gesamte Stadtkern zwischen der Humboldtstraße, der Hellwegstraße und der Alleestraße einschließlich der eigentlichen Altstadt dazugehört. Die größten Geschäftsstraßen Bochums, eine Anzahl der bedeutendsten Bauwerke, die größten Unternehmungen verschiedener mittelständischer Wirschaftsweige liezen in viesem Gevier und viele bekannte Bochumer, Namen sind in der Geschichte dieser Kompagnie verzeichnet. Der alte Birkemeier der 3. Kompagnie, der bis zum heutigen Schützenfest bei Uhlenbruch stand, trägt eine große Zahl solcher Namen, die Namen der Hauptleute, die die 3. durch viele Jahrzehnte ihrer ruhmreichen Geschichte führten. 1897 beim Schützenfest, an dem die heute den Vorstand bildende Generation schon zum größten Teil mit dabei war, führte Hauptmann Fritz Biebericher, wobei ihm Premier=Lieuteant— so sagte man damals— Louis stand. Fünf Leutnants, ein Fähnrich, ein Feldwebel und 17 Unteroffiziere gehörten weiter zur Führung der damals über 400 Mann starken Kompagnie. Das Schützenfest im Jahre 1900 sah die Dritte unter Hauptmann August Rietkötter wieder stark vertreten und genau so war es im Jahre 1904, als Eduard Döhmann, dem bei dem diesjährigen Schützenfest die Ehrenurkunde des Bürgerschützenvereins verliehen wird, Hauptmann der 3. war. Auch bei den nöchlter 25 Jahre KARL SCHRÖDER ELEKTRO 7 RADIO Malteserstraße-8„ Kortumstraße 25 Farbenmüller Humbol Otstr.48 u. Dorstener Str. 16 Pernrut 67619 Ernst Dönneweg Retheusplatz 10 Ruf 62316 KraftfahrzeugEestcomeleler Auto, Licht, Zündung Phefe— F. P1246 Großer Wagen, kleiner Preis und alles dazu, was zu einem modernen Wagen gehört, wie: Schwingachse, Ein-Druck-Zentralschmierung, hudraulische Vierradbremse, Schnell- bzw. Schongang, reiche Ausstattung. Lassen Sie sich daher den neuen ausführl. Katalog kommen über HANOMAG Garant-Limusinen und Kabrio-Limusinen B o chumerVertretung: Harmoniestraße 2— Telephon 65621 F. 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Zu dem äußeren Gepränge und zu den Ehren= und Erinnerungszeichen der Schützen haben seit jeher die silbernen Schützenkönigsvögel und die an ihnen befestigten Ketten und Königsplatten gehört. Auch Bochum nennt einen solchen Schmuck der Schützen sein eigen, und dieses Schmuckstück kann auf ein ehrwürdiges Alter zurückblicken. An dem Bochumer Schützenkönigsvogel, der die an Stelle des Adlers viel verwandte Form eines Papageien aufweist, zeigt die älteste Platte die Jahreszahl 1772, aber da nach den Forschungen der Vogel selbst viel älter sein muß als diese Platte, kann man ihm ein Alter von etwa 200 Jahren zusprechen. Wie auf dem Bilde zu sehen, hängt an dem Vogel ein Eichenzweig, an dem in sechs Reihen 37 Königsplatten befestigt sind, von denen drei der obersten keine Gravierung aufweisen. Der Vogel ist 20 Zentimeter lang, das Gesamtgewicht mit allen Platten beträgt zweiundeinhalbes Pfund Silber. Dieses an sich schon erstaunliche Gewicht ist aber nichts Ungewöhnliches, denn natürlich kam von jedem Schützenkönig eine Platte hinzu, und es gibt in Deutschland Schützenketten mit sehr hohen Der Bochumer Schützenkönigs=Vogel ..-Muthherz Gewichten wie beispielsweise die von Dresden, bir 21 Pfund wog. Die Bochumer Kette ist in verschiedenster Hinsicht hochinteressant, einmal, weil auf den Platten eine Schützenfesten hatte die Altstadt=Kompagnie jedesmal wieder einen neuen Hauptmann. 1907 war es Gustav Becker und 1910 Karl Kleine. In diesem Jahre gehörte der 3. auch Junggesellenhauptmann Emil Stracke an. Unter den Schützen der 3. Kompagnie waren 1910 an erster Stelle der Oberbürgermeister Graff, der Polizeipräsident von Gerstein und Oberleutnant von Klitzing, der damals Kommandeur des Bezirkskommandos war, verzeichnet. 1914 tauchte dann zum ersten Male in der Führung der 3. Kompagnie als Hauptmann Hermann Hutmacher auf, in welchem gleichen Jahre die 3. in W. Sauerbier wiederum den Junggesellenhauptmann stellte. In Hermann Hutmacher hatte die 3. Kompagnie dann den Hauptmann gefunden, der ihre Führung über zwei Jahrzehnte innehaben sollte und auch in diesem Jahre beim Volksschützenfest wieder innehat. Aus diesem langen Zusammenwirken hat sich in der 3. Kompagnie zum Wohle der Schützensache seit jeher ein glänzendes Verhältnis zwischen den Schützen und der Bevölkerung ergeben, und wenn der Ruf erschallt:„Die Schützen kommen“, dann fliegen die blauweißen Fahnen aus den Fenstern, dann stehen jung und alt am Was unseren Großeltern getiel Es ist wirklich interessant, sich einmal in unserem Ausstellungsraum die Teppiche anzusehen, wie sie um das Jahr 1870 dem Geschmack des Publikums entsprachen. Naturalistische Blumenmotive bestimmten das Bild, und um das Halbdunkel der Räume zu beleben— man hielt das damals für vornehm— benutzte man besonders lebhafte Farben. Heute haben wir ja eine andere Geschmacksrichtung als das vorige Jahrhundert. Und doch hat sich eines nicht geändert: die Qualität der Teppiche. Darauf hat man früher den gleichen Wert gelegt wie heute, und deshalb sagen auch wir immer wieder: Qualität ist das Wichtigste. Sehröder& Baum Tapeten 7 Linoleum /Teppiche 1 Stoffe Fernruf 613 51-52, Kortumstr. 30, gegenüb. d. Reichsbank Lorenz Siepe Elektromeister Dorstener Str. 16, Rut 64381 Ausführg. aller Elektroarbeiten. Reichhaltiges Lager in Beleuchtungskörpern und Radlo sowie Helz- und Kochgeräten. Kostenlose Beratung und Vorführung. Zahlungserleichterung G. m. b. H. Herner Str. 57, Rut69493 Schlosserei Mechanische Werkstätten Radio-Apparate alle Marken— Teilzahlung— der gute Kundendienst Stach-Radio Clemensstr. 2(Ecke Hattinger Straße) Fernsprecher 63926 Seit 1872 Gut und preiswert kauft man bei Wilhelm Schrudde Möbelhandlung Roonstraße 37. Rut 64296 Blau-Weiß der feine Magenlikör ¾ Liter.90 (ohne Flasche) ⅜ Liter....50 Destillation— Weinhannlung MI. ROSE(inh. 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