— es Anzeigenbreise: Grundpreise für 1 mm Höbe in 22 mm Breite 85 Pl. Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„hör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höbere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird. können keine Ersatzansprüche gestellt werden. u. Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckonio Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag 26. Juni 1936 43. Jahrgang Nummer 147 Einzelpreis 10 Pf. Gratten fucte sichh Prrrect „Giornale'Italia“ spricht von einer„beharrlichen Flottenbelagerung dnb Rom, 25. Juni. In einer Polemik gegen die„Times“, die von den „Belästigungen einer ehrgeizigen Nation im Mittelmeer“ gesprochen hatte, erklärt das halbamtliche „Giornale d' Italia“ nochmals mit Nachdruck, daß von einer italienischen Drohung im Mittelmeer nicht gesprochen werden könne. Wohl aber könne man davon sprechen, daß Italien und die übrigen Mittelmeerstaaten bereits in einem Dauerzustand der Bedrohung lebten, seidem sich England auf Malta, Cypern, in Aegypten, im Sudan und später in Palästina festgesetzt und seitdem Frankreich sein Kolonialreich bis tief hinein in das Innere Afrikas erweitert habe. Im Gegensatz zu den Erklärungen Hoares, wonach die englische Flottenkonzentration im Mittelmeer die Ausdehnung des italienisch=abessinischen Konfliktes verhindert habe, sei in Wirklichkeit dieser Kolonialkrieg durch Italien lokalisiert worden, das weder einen europäischen Konflikt, noch eine radikale Aenderung im Mittelmeer wollte„ Gn Wenn man also von einer neuen Bedrohung im Mittelmeer sprechen wolle, so müsse man sie in den neuen Tatsachen suchen, die auf Initiative Englands in unmittelbarer Zusammenarbeit mit Frankreich entstanden seien, d. h. in den neuen Flottenabmachungen Englands mit Frankreich, Jugoslawien, Griechenland und der Türkei, die einen ausschließlich und klar feindseligen Charakter gegen Italien trügen, der sich nach dem Zusammenbruch der Sanktionen nur noch deutlicher zeigen werde. Diese Gruppe sei bestrebt, die wirtschaftliche Belagerung der Sanktionen in der Form einer beharrlichen Flottenbelagerung mit Hilfe einer Einkreisungskoalition zu verlängern. Einer derart feindseligen Politik antworte Italien mit seiner unausgesetzten militärischen Vorbereitung zu Wasser, zu Lande und in der Luft, aber auch mit seinem entschiedenen Willen, keinen Konflikt zu provozieren, ja sogar eine klarere Mittelmeerverständigung herbeizuführen. Eine solche Verständigung sollte jedem die gebührenden Garantien gewährleisten, inbegriffen die Freiheit der Schiffahrt durch alle Meerengen. Sie müßte aber von Voraussetzungen ausgehen und Ziele verfolgen, die grundverschieden von den in der Sanktionszeit entstandenen Flottenabmachungen seien.“ Solange eine ehrliche Verständigung nicht erreicht sei, werde im Mittelmeer ein Zustand des fehlenden Gleichgewichtes und der Feindseligkeit bestehen bleiben, der jede Abwehr Italiens rechtfertige und allen anderen Mittelmeerstaaten, ausgenommen Spanien, zur Last gelegt werden müßte. Eine Million offene Stellen Rekordnachfrage bei den Arbeitsämtern Berlin, 25. Juni. Wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mitteilt, stellt die Inanspruchnahme und Vermittlungstätigkeit der Arbeitsämter im Mai d. J. einen bisher nicht erzielten erfreulichen Rekord dar, der zeigt, daß der Gedanke der öffentlichen Stellenvermittlung sich immer mehr durchsetzt. Im Berichtsmonat wurden den Arbeitsämtern einschließlich eines Restes aus dem Vormonat nicht weniger als 1 008 186 offene Stellen zur Besetzung gemeldet. Eine so hohe Zahl der zu besetzenden offenen Stellen, die die Millionengrenze überschreitet, hat den Arbeitsämtern in der Reichsanstalt bisher noch nie in einem Monat zur Verfügung gestanden. Eine weitere erfreuliche Entwicklung unseres Arheitseinsatzes ergibt sich aus dem gleichfalls soeben bekannt gemachten vorläufigen Ergebnis der Krankenkassenmitgliederstatistik für Mai 1936. Während nämlich die Arbeitsämter nur eine Verringerung der Arbeitslosenziffer um rund 272 000 im Mai melden konnten, ergibt sich aus den Zahlen der Krankenkassen, daß tatsächlich in diesem Berichtsmonat 481 420 Personen neu in Lohn und Brot gekommen sind. Am 30. April wurden nämlich bei allen berichtenden Krankenkassen rund 21 397.000 Mitglieder gezählt gegenüber rund 20 993000 am Monatsbeginn. Noch 192000 Streikende in Frankreich.— Auch die französische Kriegsmarine in Mitleidenschaft gezogen dnb Paris, 25. Juni. In ganz Frankreich wurden am Mittwoch 192 110 Streikende gezählt. Es ist also eine Zunahme von 1013 gegen den Vortag zu verzeichnen. In Paris allein zählte man noch 19177: im Departement Nord sind noch 36 129 Arbeiter im Ausstand. Die Streiklage in Marseille ist vorläufig noch unverändert. Nach wie vor sind die Schiffe von ihren Mannschaften besetzt, und die rote Fahne weht auf den Masten. Auch die französische Kriegsmarine ist durch die Streikbewegung in Mitleidenschaft gezogen worden. Etwa 300 Arbeiter der Werft von St. Denis bei St. Nazaire, die an Bord zweier Kreuzer und an Bord von vier Unterseebooten Ausbesserungsarbeiten durchführen, haben die Arbeit niedergelegt. Die Arbeiter sollten zuerst an Bord der Schiffe bleiben und sie nach bekanntem Vorbild„besetzen“. Später entschlossen sie sich aber, zwei in der Nähe der Werst liegende Hallen zu besetzen, dort die rote Fahne zu hissen und hier die Erfüllung ihrer Forderungen abzuwarten. 400 Arbeiter der Loire=Werft St. Denis bei St. Nazaire der Abteilung Turbinenbau haben ebenfalls den Streik erklärt und die betreffenden Werftanlagen besetzt. Die Hafenarbeiter von Oran in FranzösischNordafrika haben sich der Streikbewegung angeschlossen und haben die dort im Hafen liegenden Dampfer besetzt. Wie sehr gerade der Marseiller Schiffahrtsstreik sozialradikale Kreise mit Besorgnis erfüllt, geht aus dem Leitaufsatz des Herriot nahestehenden Blattes „Ere Nouvelle“ hervor, in dem es u. a. heißt, die Geschäftskreise von Algerien hätten mit Recht auf die schwerwiegenden wirtschaftlichen Schäden des Schifffahrtsstreiks in Marseille aufmerksam gemacht. Man möge nun nicht kommen und von einer friedlichen und ruhigen Besetzung der Schiffe sprechen, die keine Folgerungen für das Leben des Landes habe. Außerdem müsse man auf eine symbolische Entwicklung in diesem Zusammenhang hinweisen: Man habe die rote Fahne auf französischen Schiffen gezeigt! Die große Bedeutung dieser Tatsache entgehe in Anzeigenielg ieslengezuacherg Frelte 50 Vi. im Terigt, Begligze, Hur Zeit ist Preisliste Nr. 7 gültig. Nachlatzstassel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frübmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Der Negus protestiert gegen die Aufhebung der Sühnemaßnahmen. dnb London, 25. Juni. Der englische Außenminister Eden reiste gegen 16 Uhr mit dem Flugzeug nach Paris ab. Etwa zur gleichen Zeit verließ der Negus London mit der Bahn um sich nach Genf zu begeben. Zur Abreise des Negus hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden. Haile Selassie erklärte, er wolle sich in Gen ernstlich bemühen, von den dort versammelten Nationen die Gerechtigkeit zu fordern, die das abessinische Volk als sein Recht beanspruche. Die Londoner abessinische Gesandtschaft veröffentlicht eine Verlautbarung über die Unterredung zwischen dem Negus und Außenminister Eden am vergangenen Dienstag. Darin heißt es u..: „Das Ergebnis der Aussprache war die Versicherung, daß Großbritannien die Völkerbundssatzungen beachten und die Annektierung Abessiniens durch Italien nicht anerkennen wird. Es anerkennt vielmehr auch weiterhin das alte Abessinien. Der Kaiser brachte seine Enttäuschung über den Beschluß der britischen Rezierung, die Sühnemaßnahmen aufzuheben, zum Ausdruck und kündigte Eden seine Absicht an, vor dem Völkerbund rechtlich gegen die Einstellung der Sanktionen zu protestieren. Der niemand. Es scheine nicht angebracht, daß diejenigen, die die Regelung dieses Streiks zur Aufgabe hätten, nur den einen Wunsch hätten, so schnell wie möglich den Schleier des Vergessens über all diese Dinge fallen zu lassen. Das sei eine Vogel=Strauß=Politik. Der Vogel Strauß schaffe jedoch dadurch, daß er sein Haupt verhülle, die Gefahr nicht aus der Welt. Lebenslängliches Zuchthaus für einen Spion dnb Berlin, 25. Juni. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der Volksgerichtshof hat den 39jährigen tschechoslowakischen Staatsangehörigen Erich Seveik aus BodenbachSeltnitz wegen eines fortgesetzten Verbrechens der Ausspähung von Staatsgeheimnissen zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Seveik hat in der der Sanktiggen Zeit von Januar bis Mai 1935 im Auftrage einer Kaiser wird die Anwendung aller Maßnahmen fordern, ausländischen Macht versucht, eine Garnison und meh die in den Satzungen vorgesehen sind und die er als rere Flugplätze in Sachsen zu Verratszwecken auszu= die einzige Sicherheitsgarantie für große und kleine kundschaften. Staaten sowie für den Weltfrieden betrachtet.“ Srautsserrelus=von=Dulbw=Veigereht Der Führer bei der Trauerfeier in der Kaiser=Wilhelm=Gedächtniskirche dnb Berlin, 25. Juni. Wieder einmal wehten von den Gebäuden in der Wilhelmstraße die Fahnen auf halbmast. Aus einem aufopfernden, anderthalb Jahrzehnte langen Wirken heraus hat der Tod den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Dr. Bernhard Wilhelm von Bülow, in die Ewigkeit abgerufen. Am Donnerstag mittag nahmen seine Mitarbeiter im Amt. fast das gesamte Diplomatische Korps, zahlreiche Minister, viele Staatssekretäre und die Amtsund Abteilungschefs der anderen Ministerien in einer Trauerfeier in der Kaiser=Wilhelm=Gedächtniskirche Abschied von dem unermüdlichen Beamten. Der Führer ehrte durch seine Teilnahme an der Trauerfeier den Mann, der bis zum letzten Atemzuge die Interessen des Deutschen Reiches im Ausland erfolgreich vertreten hat. Im Vorraum empfing der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath die Trauergäste und nahm ihr Beileid entgegen. Als die Angehörigen des Verstorbenen, die Stiefmutter, drei Schwestern und der Schwager, in der Kirche erschienen, erhob sich die Trauergemeinde zum stillen Gruß von den Plätzen und begrüßte auch stehend den Führer, der vom Reichsaußenminister in die Kirche geleitet wurde. Zur Rechten saß der Führer mit dem Reichsaußenminister, hinter ihnen das persönliche Gefolge, zur Linken die nächsten Angehörigen. In der ersten Bankreihe sah man die Reichsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, Freiherrn von Eltz=Rübenach, Graf Schwerin von Krosigk und Seldte und den Reichsleiter Rosenberg. Der preußische Ministerpräsident war durch Staatssekretär Körner, Reichsminister Dr. Goebbels durch Staatssekretär Funk, Botschafter v. Ribbentrop durch Herrn von Raumer vertreten. Auch von der Partei und ihren Gliederungen sah man viele Vertreter. In den linken Bankreihen hatte das gesamte Diplomatische Korps Platz genommen. Leise klang die Melodie des Orgelpräludiums von Bach auf und leitete über zur Liturgie die der Pfarrer des Elisabeth=Krankenhauses, Freiherr von Rotenhan, abhielt. Wieder erfüllte Musik, von der Orgel und der Kapelle des Wachtregiments gespielt, das Kirchenschiff, die die Ansprache des Pfarrers einleitete, der der Vers 24 aus Johannes 1 zugrunde lag:„Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch, es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt's allein: wo es aber erstirbet, so bringt's viele Früchte.“ Der Geistliche schilderte die aufrechte, zuverlässige, von innen heraus vornehme Persönlichkeit des Verstorbenen.„Wilhelm von Bülow hatte einen ganz großen persönlichen Auftrag für sein Vaterland, für den er sich verantwortlich wußte, verantwortlich gerade auf dem Wege, den er geführt wurde und gehen mußte. Immer hatte er ein Ziel vor Augen, für das er sich Die Trauerfeier für den Staatssekretär von Bülow Scherl-Bilderdienst In der Mitte des Bildes sieht man den Führer und Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath; rechts daneben in der ersten Bank die Mitglieder der Reichsregierung. In der rechten unteren Ecke des Bildes das diplomatische Korps. Seite 2 Nr. 1477 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 26. Juni 1936 verantwortlich wußte und dem seine selbstlose Arbeit galt: Deutschland!“.. 63, Jrasf und Li. a. Mit vollen Akkorden setzten die Orgel und die Kapelle des Wachtregiments ein und erfüllten das bis auf den letzten Platz besetzte Gotteshaus mit der Melodie „Wachet auf, ruft uns die Stimme". Der Geistliche segnete die Leiche aus und sprach das Vaterunser. Dann erklang das Largo von Händel, das den Abschluß der Trauerfeier bildete. Nach dem allgemeinen Segen sprach der Führer noch einmal den nächsten Anverwandten sein Beileid aus und verließ, begleitet von Reichsaußenminister von Neurath die Kirche. Die sterblichen Ueberreste des Staatssekretärs von Bülow wurden nach dem Zwölf=Apostel=Friedhof in Berlin=Schöneberg übergeführt. Vor der mit Grün geschmückten Friedhofskapelle fand der mit der Reichsdienstflagge geschmückte Sarg seine letzte Aufbahrung Beamte des Auswärtigen Amtes hielten zu beiden Seiten die letzte Ehrenwache. Vor der ganzen Front der Kapelle waren die unzähligen Kranzspenden ausgebreitet, in der Mitte der ersten Reihe der Lorbeerkranz des Führers. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Staatssekretär Dr. Meißner, der persönliche Freundeskreis des Verstorbenen und seine Mitarbeiter im Auswärtigen Amt nahmen auf dem kleinen Parkfriedhof Abschied von dem Toten und geleiteten ihn mit den schwer geprüften Angehörigen zu seiner letzten Ruhestätte. Das Musikkorps des Wachtregiments Berlin spielte zu Beginn der Feier das Lied„Wenn ich einmal soll scheiden". Dann schritt die Trauergemeinde unter den Klängen des Trauermarsches von Chopin zur miliengruft der Familie von Bülow. Als der Sarg in die Gruft hinabgelassen wurde, senkten sich die Fahnen des Kyffhäuserbundes und der Regimenter des Verstorbenen über dem Sarg. und die Trauergäste erhoben die Rechte zum Deutschen Gruß. Dann sprach der Pfarrer des Elisabeth=Krankenhauses, Freiherr von Rotenhan, die Grabliturgie und das Vaterunser und erteilte den letzten Segen. Während drei Gewehrsalven über das offene Grab krachten, spielte das Musikkorps das Lied vom guten Kameraden. Nach der Trauerfeier legten der Führer des Reichskriegerbundes Kyffhäuser, Oberst Reinhard, als der letzte Kriegskommandant des 4. Garderegiments, sowie Abordnungen des Reichskriegerbundes Kyffhäuser und der Offiziersvereinigung des 2. Gardedragoner= regiments am Grabe Kränze nieder. Orfund und sauler ist das gesamte Finanzwesen der NSDAp.— Ein interessanter Vortrag des Reichsschatzmeisters Schwarz Die deutsche Luftwaffe besichtigten die italienischen Flieger and Berlin, 25. Juni. Der Staatssekretär im Königlich=italienischen Luftministerium, General Valle, und die anderen gestern in Berlin eingetroffenen italienischen Flieger besuchten am Donnerstag in Begleitung des Staatssekretärs der Luftfahrt, Generals der Flieger Milch, vur Fluggeschwader Nr. 152„Hindenburg“, Gruppe Greifswald die Flak=Artillerieschule in Wustrow. Um.30 NSK München, 25. Juni. Die Reichstagung der nationalsozialistischen Journalisten nahm am Donnerstag im Alten Münchener Rathaus ihren Fortgang. Hohe Führer der Partei nahmen an der Tagung teil, die vom Reichspressechef der NSDAP., Dr. Dietrich, mit einer Ansprache einEaaung unmeih der Sinn und Bedeutung dieser Dann sprach, von lebhaftem Beifall begrüßt, Reichsschatzmeister Schwarz zu dem Thema„Führung und Verwaltung". Er gab einen von großen politischen Gesichtspunkten getragenen Ueberblick sowohl über Größe und Umfang der Verwaltung der NSRAP. wie auch über die geistigen Gesetze, auf denen sich dieses gewaltige organisatorische Werk gründet. Seine Rede ging von einem Rückblick auf die parteigeschichtliche Bedeutung der Parteiverwaltung aus.„Nicht mit Mitteln der Finanz, sondern mit der unerschöpflichen Kraft haben wir unseren heroischen Kampf aufgenommen und zum Siege im Reich geführt.“ Der Reichsschatzmeister kennzeichnete dabei die neuen Methoden der Verwaltung— völlig aufgebaut auf dem verantwortlichen Führerprinzip—, nach denen die Verwaltung der Partei bereits seit dem Jahre 1925 organisiert war, schon damals in ihren Grundzügen auf die künftige Machtübernahme abgestimmt. Hr IfAr. Hräichem Garliagungen Ai. Nach weileren aufschlußreichen Darlegungen, die ein Bild entstehen ließen sowohl von dem Umfang der Verwaltung der Partei wie auch von ihrer straffen Gliederung, auf der ihre Sauberkeit und ihre Aktivität begründet sind, setzte sich Reichsschatzmeister Schwarz in grundsätzlicher Weise mit dem Zusammenklang der Kräfte„Führung" und Verwaltung“ auseinander. Er erklärte u..:„In der NSDAP. wird der Grundsatz der„Trennung der Führung und Verwaltung", straff durchgeführt. Führung und Verwaltung sind keine gegensätzlichen Pole. Das Verhältnis der Partei als Ganzes zum Staat entspricht ungefähr dem Verhältnis zwischen politischer Führung und Verwaltung in der Partei. Die Partei stellt die lebendigen Grundsätze auf. Sie ist der an keine starre Erscheinungsform gebundene Träger des politischen Willens und gibt dem Staat seine Gestaltung und den Staatsorganen die Prinzipien, denen sie zu folgen und die sie damit zu pflegen und zu verwalten haben.„. 4—62 Das Gesetz hat die Bewegung aus der ursprünglichen Rechtsform eines bürgerlichggerlickhenngeage rperschaft des Wesen, dem Wert und der Bestimmung der NSDAP. keinesfalls ausreichend entgegenkommt. Die NSDAP. wird auch nach neueren Rechtsauffassungen als vorehmste de gesamte Staats= und Volksleben nen Vereins zur„Körperschaftgpes offentluhen Fechts“ erhoben. Soweit überhaupt die Anwendung einer Rechtsreform des bisherigen Rechtslebens notwendig war, ist zum Begriff der Körperschaft festzustellen, daß er dem nehmste, oas gesamte Staats= und Voltsleven gestaltende Körperschaft des öffentlichen Rechts oder aber als die einzige politische Gemeinschaft des deutschen Volkes bezeichnet. Der Rechtsform als äußeres Merkmal setzt die Verwaltung den Grundsatz der bewußten Verantwortlichkeit vorauf. Die Fanale der nationalsozialistischen Verwaltung sind: Gesinnung, Verantwortung und Leistung! Wenn diese Eigenschaften nicht der Grundsatz beim Aufbau der Verwaltung der Partei gewesen wären, hätte ich bei dem Umfang derselben die Verantwortung nicht kragen können.“ Diesen Ausführungen ließ Reichsschatzmeister Schwarz eine interessante Uebersicht über Methode und Struktur der Finanz= und Verwaltungsgebarung der Partei folgen. Weiter erklärte er im Zuge seiner Ausführungen zur Mitgliedersperre der NSDAP.: „Die Aufnahme in die Partei ist bekanntlich seit dem 1. Mai 1933 gesperrt eine Lockerung dagegen vorgesehen. Bei der Prüfung der Frage, ob ein Volksgenosse in die NSDAP. aufgenommen werden kann, werden partei= bzw. staatspolitische Grundsätze maßgeblich sein, keinesfalls dagegen der Vermögensstand und dergleichen des Vorgeschlagenen. Die Mitgliedersperre nahm die Partei als Gelegenheit, eine gewisse Sichtung der Parteimitglieder vorzunehmen. Mit dem Aufnahme= bzw. Mitgliedschaftswesen ist das Parteirecht ebenfalls in Beziehung zum staatlichen Recht getreten. Es sind hier das Wehrgesetz und das Arbeitsdienstgesetz anzuziehen.“ Zur systematischen Ueberprüfung des gewaltigen Verwaltungsapparates erklärte Schwarz:„Daß dieser Verwaltungsapparat einer fortlaufenden organisatorischen Prüfung bedarf, ist klar. In meinem Reichsrechnungsamt und meinem Revisionsamt ist ein Stab von ausgewählten Fachleuten im Innen= und Außendienst für den ordnungsmäßigen Lauf meines Geschäftsbereichs besorgt. Soweit bisher Unregelmäßigkeiten innerhalb der Partei festgestellt wurden, bin ich in der angenehmen Lage, mitteilen zu können, daß sie, auf die Gesamtzahl der Verwaltungsstellen bezogen, einen minimalen Umfang einnehmen. Dies zeugt von der in den Parteidienststellen herrschenden Sauberkeit im ganzen Finanzwesen sowie von der außerordentlich gesunMinisterpräsident wurde ermächtigt, einen Gesetzentwurf zur Eröffnung von Krediten für öffentliche Arbeiten zur Verbesserung der wirtschaftlichen Ausrüstung Frankreichs vorzulegen. Außerdem plant der Kabinettsrat Maßnahmen zur Bekämpfung der Preissteigerung. Der Innenminister legte in großen Linien den Inhalt seiner Rede dar, die er am Freitag in Beantwortung der vorliegenden innerpolitischen Anfragen in der Kammer halten wird. Zu der Verdoppelung der Löhnung für die Soldaten und Matrosen ist zu bemerken, daß diese bisher täglich nur 25 Centimes (etwa vier Pfennig) betrug. Künftig werden die Soldaten also 50 Centimes(8½ Pfennig) täglich erhalten. Meerengenkonferenz vertagt den Basis der Finanzgebarung der NSDAP.“ altendem Beifall dankten die VersamMit lang anhaltendem melten dem Reichsschatzmeister. Uhr starteten in Berlin=Tempelhof zwei Sonderflugzeuge zum Fluge nach Greifswald. Hier wurden die gesamten fliegerischen Anlagen besichtigt und anschließend führte das Kampfgeschwader„Hindenburg" uebungen im Verband vor...,„. 18beim murch Nach einem Frühstück im Offiziersheim wurde am Nachmittag der Flak=Artillerieschule in Wustrow ein Besuch abgestattet. Die Lehrabteilung der Schule zeigte schulmäßiges und gefechtsmäßiges Schießen mit schweren und leichten Flakbatterien und Aufklärungs= und Tieffliegern. Dann erfolgte eine Besichtigung der Feuerleitgeräte. Die Wirkung der Flakgeschosse wurde an einem beschossenen Flugzeugrumpf gezeigt. Gegen 17 Uhr starteten die beiden Sonderflugzeuge von Wustrow zum Rückflug nach Berlin. Das kr dus„Srwzeipaburter Zwölf Punkte eines dänischen Kommunisten über Sowjetrußland Mindestens 6 Millionen Menschen schmachten in Zwangsarbeitslagern In dem dänischen Metallarbeiterorgan„Jern=ogs 9. Ebenso hat sich der Bür=kratismus in Metalarbejderen“ faßte kürzlich der dänische Ing [Schandorff, der selbst Kommunist ist, sein Die englisch=sowjetrussischen Gegensätze dnd London, 25 Juni. In amtlichen englischen Kreisen sind die Berichte über einen scharfen Zusammenstoß zwischen England und Sowjetrußland auf der Meerengenkonferenz mit einigem Mißbehagen ausgenommen worden. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, hat man in maßgebenden Kreisen den aufrichtigen Wunsch, die seit einiger Zeit gebesserten englisch=sowjetrussischen Beziehungen nicht durch Meinungsverschiedenheiten in der Meerengenfrage zu gefährden. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, daß die englische Regierung erst in den letzten zwei oder drei Tagen ausreichende Gelegenheit zur Einsicht in die türkischen Konferenzvorschläge gehabt habe. Daher seien die von der britischen Abordnung in Montreux vorgebrachten Ansichten nur von vorläufiger Natur. Lord Stanhope habe natürlich davon abgesehen, auf der Konferenz irgendwelche ins einzelne gehende Bemerkungen zu machen, da er die türkischen Pläne vollständig den verschiedenen britischen Regierungsstellen in London und dem Kabinett vorlegen wolle, bevor er seinen Standpunkt festlege. Man rechnet nunmehr damit, daß die neuen Anweisungen des englischen Kabinetts in den nächsten Tagen an Lord Stanhope abgehen werden. In einer Reuter=Meldung aus Montreux heißt es, daß die Zukunft der Meerengenkonferenz zum großen Teil von dem Ergebnis der Genfer Sitzung abhänge. Die Vollversammlung könnte zu einer Neuorientierung der Politik mehrerer Mächte führen. Auf jeden Fall wisse man, daß sich Italien in der Lage sehen werde, an den Verhandlungen teilzunehmen. Nach der ersten Lesung des Abkommensentwurfes wurde die Konferenz am Donnerstag auf unbestimmte Zeit vertagt. Hierzu sagt Reuter, es müsse zugegeben werden, daß sehr viele politische und auch wirtschaftliche Fragen vorhanden seien, deren Lösung einige Schwierigkeiten biete. Es sei jedoch noch zu früh, von einem toten Punkt zu sprechen, da sich die Konferenz im Anfangsabschnitt befinde. Es sei aber unwahrscheinlich, daß Großbritannien mit seiner Jahrhunderte alten Meerengenpolitik ohne weiteres irgendeiner Konvention zustimmen würde, die den sowjetrussischen Kriegsschiffen volle Bewegungsfreiheit geben würde während die britischen Schiffe vom Schwarzen Meer ferngehalten würden. Das wäre die Verneinung aller Grundsätze, für die sich Großbritannien in den Tagen vor dem Krimkrieg eingesetzt habe. Kreuzer„Leipzig“ in Danzig dnb Danzig, 25. Juni. Danzig stand am Donnerstag ganz im Zeichen des Besuches des deutschen Kreuzers„Leipzig". Mit reichem Flaggenschmuck grüßte die Bevölkerung der alten deutschen Hansestadt das deutsche Kriegsschiff. Der Kreuzer„Leipzig" erschien gegen 8 Uhr früh auf der Reede von Danzig=Neufahrwasser, worauf sich der Danziger Komplimentieroffizier Oberleutnant Scharenberg und Konsul Dr. Eckner als Vertreter des deutschen Generalkonsulats zur Begrüßung an Bord begaben. Während des Besuches kreiste eine Staffel der Fliegerlandesgruppe Danzig über dem Kreuzer. Dann begab sich der Kommandant der„Leipzig“, Kapitän zur See Schenk an Land, um die amtlichen Besuche bei dem Danziger Senatspräsidenten, dem deutschen Generalkonsul, dem diplomatischen Vertreter der Republik Polen und anderen amtlichen Persönlichkeiten zu machen. Auch dem Gauleiter Forster stattete der Kommandant einen Besuch ab. Nachmittags lief der Kreuzer in den Danziger Hafen ein, wo er bis Sonntag abend bleibt. „POrs,=p Ingenieur r uins tige sein Arteil über die Sowjetunion, die er aus eigener gründlicher Anschauung kennt, in 12 Punkten zusammen. Schuld an der katastrophalen Lage in der Sowjetbevölkerung seien folgende Umstände: 1. Eine ungeheuerliche Vergeudung von Arbeitskraft und Material; 2. Maschinen und Apparate werden nicht repariert; wenn sie absolut verbraucht sind, wandern sie zum Abfall; 3. Unglaublichste Schlamperei im Post= und Eisenbahnwesen, vom Arbeitsplatz bis zu den höchsten Verwaltungsstellen; 4. Maschinen, Transportmittel usw. werden nur zum geringsten Teil ausgenützt; 5. Alle Büros und Kontore sind mit Personal überfüllt; 6. Diebstähle und Unterschlagungen sind an der Tagesordnung. Anzeigen scheitern an den Formalitäten; 7. Versammlungsbeschlüsse werden nicht durchgeführt: 8. Das Partei= und Cliquenwesen hat sich bis zur Unerträglichkeit gesteigert; der 5. Ebenst hnt sich der Burotratismus furchtbarsten Weise entwickelt; 10. Die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und Ressorts wird in geradezu katastrophaler Weise vernachlässigt; 11. Alle Versuche von Kontrollorganisationen, Fachvereinigungen, Parteistellen und Zeitungen, Ordnung in diesen Schlendrian zu bringen, sind vergeblich: 12. Die Bevölkerung lebt indessen in tiefster Not und Armut, jedenfalls weit schlechter, als die Verhältnisse es bedingen. Dieses Urteil ist um so bemerkenswerter, als es nicht von kommunistenfeindlicher Einstellung diktiert ist, sondern aus der Verzweiflung eines Anhängers des Marxismus über dessen verheerende Praxis geboren ist. Schandorff kommt zu dem Ergebnis, daß der Arbeiter, dem zuliebe doch angeblich die Sowjetmacht aufgerichtet worden sei, im Durchschnitt ungefähr so lebe wie ein Arbeitsloser in den Weststaaten. Auch die Mitteilungen, die Schandorff über Zwangsarbeit in Sowjetrußland macht, sind äußerst interessant; sie bestätigen die kürzlich in der Broschüre von Dr. Hermann Greife„Zwangsarbeit in der Sowjetunion“ verBerliner Einsturzprozeß Im Berliner mann Greife„Zwangsarbeit in der Sowje öffentlichten Angaben, wonach mindestens 6 Millionen Menschen in den Zwangsarbeitsanb Berlin, 25. Juni. rliner Bauunglücksprozeß wurde am Donnerstag die Vernehmung des Diplomingenieurs Geißlreiter, des Statikers der Berlinischen Baugesellschaft, fortgesetzt. Der Zeuge bezeichnete den Angeklagten Noth als einen ausgezeichneten Fachmann. Eine der Ausrammungen, die von dem Zeugen Geißlreiter und dem Angeklagten Noth seinerzeit als unsinnig“ gekennzeichnet worden ist, soll auf Veranlassung des Mitangeklagten Reichsbahnrat Schmitt erfolgt sein. Von dem Auftreten von Bremskräften durch die an der Baugrube entlang führende Straßenbahn will der Zeuge erst nach dem Einsturz gehört haben. Bei der weiteren Vernehmung Geißlreiters kam zur Sprache, daß die BVG., die die Straßenbahn längs der Baugrube betreibt, die statische Sicherung der westlichen Mittelwand des Tunnels ausdrücklich verlangt hat. Das entsprechende Schreiben der BVG. ist an Weyher gerichtet worden. Der Zeuge betonte aber, seiner Darstellung nach konnte er sich dieser Frage nicht eingehender widmen, weil er vollauf mit anderen Arbeiten beschäftigt war. Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt. lagern schmachten. Nach Schandorffs Schätzungen ist die Zahl dieser modernen Sklaven sogar noch erheblich höher. Neun Monate Gefängnis für einen katholischen Pfarrer Verteaut Wiun. L2„Hindenburg“ hat Gegenwind dnb Hamburg, 25. Juni. Wie die Deutsche Seewarte mitteilt, befand sich das Luftschiff„Hindenburg" am Donnerstag um 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf 56 Grad Nord und 24¾ Grad West. Wegen Gegenwindes hat sich die Fahrt des Luftschiffes verlangsamt. Um 19 Uhr meldet es, daß es bei Gegenwinden in etwa 200 Meter Höhe eine Geschwindigkeit von knapp 100 Kilometer habe. Es fliegt mit Kurs auf Schottland. Da das Luftschiff später eintreffen wird als zuerst angenommen, wird sich die Ankunft Schmelings entsprechend verzögern. Freitag mittag Arteilsverkündung im Groß=Heringer Prozeß dnd Naumburg, 25. Juni. Das Urteil im Groß=Heringer Prozeß konnte am Donnerstag zu der festgesetzten Zeit, um 16 Uhr, nicht verkündet werden, da die Verteidigung während der Urteilsberatung einen neuen Antrag gestellt hatte. Zur Beratung dieses Antrages wurde nochmals in die Verhandlung eingetreten und für deren Dauer die Oeffentich die Presse, ausgeschlossen, weil die öffentdnb München, 25. Juni. Der 51 Jahre alte katholische Pfarrer Camillus von Lama aus Oberfinning bei Landsberg am Lech hatte in einer Predigt am 6. Januar in verhetzender und die Autorität des Staates bedrohender Form gegen Aussprache über die Regierungserklärung— Vertrauenserklärung angenommen trauenswürdigkeit abgesprochen, ferner, obwohl schon und dem Reich gebe es seit dem 7. März eine ernste war, in einer späteren Predigt die Glaubwürdigkeit sias Mlaukristrn Deutschf die sich, noch Duxch war,„irten; der über die bekannten Verfehlungen der Franziskaner ausgegebenen Gerichtsberichte bezweifelt. Pfarrer Camillus von Lama wurde nun vom Sondergericht München wegen Vergehens gegen§ 2 des Gesetzes vom 20. Dezember 1934 und wegen Vergehens des Kanzelmißbrauches nach§ 130(A) zu insgesamt neun Monaten Gefängnis verurteilt. lichkeit, auch die Presse, ausgeschlossen, weil die öffentliche Verhandlung die Gefährdung eines Betriebsgeheimnisses der Reichsbahn bedeuten würde. Nach längerer Verhandlung unter Ausschluß der Oeffentlichand Paris, 25. Juni. Im Senat begann Donnerstag nachmittag die außenpolitische Aussprache. Zuerst befaßte sich der unabhängige rechtsstehende Senator Graf Blois mit der Frage der Sühnemaßnahmen. Er erklärte, die Regierung hätte eine schnellere Entscheidung treffen sollen, anstatt die Haltung Englands abzuwarten. Der Vorsitzende des auswärtigen Senatsausschusses, Henry Berenger begrüßte es, daß die Regierung der Armee ihre besondere Aufmerksamkeit schenken wolle. Die Aufhebung der Sühnemaßnahmen gegen Italien dürfe nur eine erste Etappe darstellen. Eine deutschfranzösische Verständigung sei für den europäischen Frieden unerläßlich.„ Senator Lemery gab seinem Bedauern Ausdruck, daß die Regierung keine aufbauenden Vorschläge eingebracht habe. Er begrüße es, daß die Regierung die Notwendigkeit einer italienisch=französischen Freundschaft unterstrichen habe. Nach einer Kritik des französisch=sowjetrussischen Paktes, der Frankreich in einen Krieg mit Deutschland stürzen könne, bezweifelte Lemery die Hoffnungen, die die Regierung in eine Abrüstung setze. Deutschland werde nicht abrüsten. Anderseits werde die Fahne Frankreichs heute nahezu als aufrührerisch anNach einer kurzen Pause erschsen auch Ministerpräsifingerge. Oxrhalhlung anter aubschlug her Beffenlisch= keit teilte der Vorsitzende, als die Oeffentlichkeit der Verhandlung wiederhergestellt worden war, mit, daß die Urteilsverkündung am Freitag mittag erfolgen werde. Dann trat die Große Strafkammer des Landgerichts Naumburg wieder zur Vollsitzung, der Urteilsberatung, zusammen. Die Verteidiger hatten den von ihnen eingebrachten Antrag wieder zurückgezogen. einer kurzen Pause dent Blum. Er antwortete auf einige Aeußerungen eines Debatteredners, der von deutschen Vorherrschaftsbestrebungen sprach und forderte, daß keine Verhandlungen mit Berlin gefrührt würden. Léon Blum erklärte, daß er nicht gewillt sei, eine Gegenüberstellung vergangener und gegenwärtiger Auffassungen zuzulassen. Er weigere sich auch, Grabreden zu halten, wie z. B. die von der toten kollektiven Sicherheit. Frankreich wolle nicht auf die gegenseitige Unterstützung verzichten. Auch Außenminister Delbos wies darauf hin. daß die Regierung nach kollektiver Sicherheit strebe. Auf Deutschland übergehend, erklärte er, zwischen Frankreich sive Aufrustung Deutschlands, die aber niemanden bedrohe", verschlimmert habe. Der von Deutschland begangene Fehler(?), der diese Meinungsverschiedenheiten heraufbeschworen habe, sei um so schlimmer, als es zwischen den Auffassungen der beiden Länder nichts Unvereinbares gebe. Der deutsche Reichskanzler habe betont, daß er keine territorialen Forderungen mehr zu stellen habe. Keines der beiden Länder dürfe sich zum Richter des Regimes des andern aufwerfen. Der Senat nahm anschließend mit 185 gegen 58 Stimmen eine radikalsozialistische Vertrauenserklärung für die Regierung an. Frankreich verstaatlicht Kriegsindustrie Der französische Kabinettsrat bewilligt Kredit für die Beteiligung an den Olympischen Spielen and Paris, 25. Juni. Der Kabinettsrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag vormittag beschlossen, Gesetzentwürfe einzubringen, die die Bereitstellung eines Kredits von einer Million Frank(165 000 RM.) für die Beteiligung französischer Sportler an den Berliner Olympischen Spielen und von 600 000 Frank(100000 RM.) für die Beteiligung an den Arbeiterspielen in Barcelona vorsehen Auf Vorschlag des Ministers für Landesverteidigung Daladier hat der Kabinettsrat beschlossen, vom Parlament die notwendigen Kredite anzufordern, um eine Verdoppelung der Löhnung der Soldaten und der Matrosen der Kriegsmarine zu ermöglichen und um die Aufwendungen für die Verpflegung in der Armee und in der Flotte zu erhöhen. Weiter hat der Kabinettsrat einen vom Landesverteidigungsminister eingebrachten Gesetzentwurf gebilligt, der die Verstaatichung der Kriegsindustrie vorsieht. Der Deutsche Diplomaten beim Führer. Der Führer Fer ar zmufing am Hanngrstag den deutund Reichskanzler empfing am Donnerstag *F, Batschafter in Peris Graf Weleze schen Botschafter in Paris, Graf Welczeck und den ttschen Gesandten in Do##enhe deutschen Gesandren in Kopenhagen, von Fink. Renthe= r. Hans Schulke. Velanzworn. I. Poelmi, g kummunglvolttik und Stadtzeile:„Adgll, Beddingbaus Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schrztd.! Gerichtsdienst und Briefkasten: Mar Flege!, Sport: Hans Hornberg, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin=Karlsvorst, Dönhoffstraße 19. Anruf Karlshorft 0340. Berliner Anzeigenvertretung:„F. W. Pempe, BerlinEdarlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf O., Steinplat 6813. Verlag„und Druck: Laupenmüdlen 8 Dierichs in Bochum, Ruf 67551, 52 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gAlits, Nachlaßstaffel B.— DA V. 36 über 26 500. stunden der Schriftlettung wochentags. außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto Auf sechs Monate verboten. Die„Rundschau, Sudetendeutsche Wochenzeitung", herausgegeben von Conrad Henlein(Prag), wurde am Donnerstag auf sechs Monate verboten. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs sadwesend) Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortl. f. Politik: Rud. Foest, Komm valvolitik und Stadtteile: Adolf Beddlnabaus, Seite 3 Nr. 14 „Vater, Ueber der Ste Hitze, die die Me und sie nach Kül In der Ferne er schwarze Wolken die vom heißen P neue und immer Platzregen herniet Haustüren Unters Abkühlung, ebenso im Badeanzug in Zungen weit hera den Mund hinein Ich stehe in e dicken, schweren T vielen staubseinen fallen. Da kommt chen angelaufen schlupf. 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Das Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten Immer widaß die abseit zu Wattenschei der vielen Ner tanden sind, vorfliche Fried wohltuender R verweilte, wirk Gesetzentwurf Arbeiten zur stung FrankKabinettsrat r Preiste in großen am Freitag dlitischen Aner VerdoppeMatrosen ist 25 Centimes den die Soltäglich errtagt ensätze 25. Juni. die Berichte England und z mit einigem von unterrichmaßgebenden einiger Zeit hungen nicht Reerengenfrage if hingewiesen. kten zwei oder Einsicht in die *. Daher seien ontreux vorgeNatur. Lord auf der KonBemerkungen sollständig den n London und seinen Standamit, daß die inetts in den en werden. reux heißt es, z zum großen zung abhänge. NeuorienMächte fühItalien in lungen teilmensentwurfes if onbestimmte üsse zugegeben che und auch seien, deren ete. Es sei jekt zu sprechen. tt befinde. Es nien mit seiner ohne weiteres die den sowzsfreiheit geben om Schwarzen sie Verneinung annien in den de. 25. 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Ueber der Stadt hängt eine bleierne, drückende Hitze, die die Menschen schlapp und mißmutig macht und sie nach Kühlung und Erfrischung lechzen läßt. In der Ferne ertönt leises Donnerrollen und dicke, schwarze Wolken senden die ersten Tropfen hinunter, die vom heißen Pflaster schnell verschluckt werden, aber neue und immer mehr folgen, und dann rauscht der Platzregen hernieder. Die Menschen suchen in den Haustüren Unterschlupf, aber sie freuen sich ob der Abkühlung, ebenso wie die Jungen und Mädchen, die im Badeanzug in den Regen hinauslaufen und die Zungen weit herausstrecken, damit ja viele Tropfen in den Mund hineinlaufen.„ 8 Ich stehe in einer Haustür und schaue zu, wie die dicken, schweren Tropfen auf das Pflaster klatschen, in vielen staubseinen Tröpschen wieder emporspringen und fallen. Da kommt ein Mann eiligst mit seinem Söhnchen angelaufen und sucht auch in der Tür Unterschlupf. Sie schütteln die Tropfen vom Anzug und aus Haaren, und der Kleine, ein munteres Kerlchen, schaut tiefsinnig in den Regen hinaus. „Vater, warum regnet es?“— Ein wenig benommen schaut der Vater auf seinen wißbegierigen Sprößling, aber da ich auch noch da bin, muß er wohl oder übel antworten. „Es regnet,—— nun ja, die Felder müssen doch naß werden, damit es eine gute Ernte gibt.“— „Wieso, Vater?"—„Ja, die Pflanzen können die Nährstoffe nicht so.... ach Junge, frag nicht so viel, das verstehst du nicht.“ Perb S „Vater, wo kommt der Regen eigentlich her?“ „Aus den Wolken, Walter.“ „Wenn nun die Wolke leer ist, Vater?“ „Dann kommt eine neue Wolke.“ „Und wenn die wieder leer ist, Vater?“ „Junge, jetzt hör aber auf!“ Poue....64#i Tente Vuns tuchs“ „Vater, regnet es jetzt bei Tante Anna auch?“ „Das weiß ich doch nicht.“ „Ja, aber der ganze Himmel ist doch schwarz, „Das ist doch nur ein kleines Stück, die Erde ist doch rund.“ „Wie Vater, die Erde ist rund?“ Da erbarmten sich die Wolken des gequälten Vakers, sie schlossen ihre Türen, so daß keine Tropfen mehr hinausschlüpfen konnten; und wir, das heißt, Vater und Sohn und ich, setzten unseren Weg fort. Radfahrer flüchtete Schülerin angefahren und erheblich verletzt Am 20. Juni gegen 11.30 Uhr, wurde in Höhe des Hauses Wohlfahrtstraße 64 in Bochum eine Schülerin von einem unbekannten Radfahrer angefahren und erheblich verletzt. Der Radfahrer hat sich entfernt, ohne sich um die Verletzte zu kümmern. Personen, die den fraglichen Radfahrer gesehen oder erkannt haben, werden gebeten, sich beim 1. Kriminalkommissariat in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, zu melden. Ein zweiter Fall von Radfahrerflucht Am 24. Juni wurde auf dem Hellweg, Ecke Kortumstraße eine Radfahrerin von einem Radfahrer angefahren und zu Boden geworfen. Im besinnungslosen Zustand wurde die Radfahrerin zu einem Arzt gebracht. Nach Behandlung konnte sie ihren Weg fortsetzen. Der Radfahrer fuhr weiter, ohne sich um den Unfall zu kümmern. Sechsjähriger Junge verunglückt Am 24. Juni wurde auf der Herner Straße ein sechsjähriger Junge von einem Personenkraftwagen angefahren und verletzt. Auf Anordnung des hinzugezogenen Arztes wurde das verletzte Kind dem Josefskrankenhaus zugeführt. Der Personenkraftwagen wurde leicht beschädigt. Wenn man ausreißen will... Radfahrer gestürzt und verletzt Am 24. Juni, gegen 22.05 Uhr, befuhr ein junger Radfahrer mit seinem Fahrrade ohne Licht die Dortmunder Straße. Beim Herannahen eines Polizeibeamten machte der Radfahrer kehrt und fuhr in rasendem Tempo davon. Er kam hierbei zu Fall und zog sich Verletzungen zu. Ein vorbeifahrender Arzt leistete die erste Hilfe. Das Fahrrad wurde leicht beschädigt. Ein alter Wunsch geht in Erfüllung Seit langer Zeit dauern schon die Bemühungen an, eine Lehrwerkstätte für die Lehrlinge des Baugewerbes einzurichten, um auch ihnen, wie so vielen Lehrlingen aus anderen Berufen eine zusätzliche Berufsschulung zu gewähren. Zur Eröffnung der Lehrwerkstätte, die sich in einem Raum der alten Eickhoffschen Fabrik an der Alleestraße befindet, hatten sich neben den Lehrlingen Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, der Berufsschule, der Baugewerkeninnung und der Kreisjugendwaltung eingefunden. Kreisjugendwalter Jost entbot den Erschienenen einen herzlichen Willkommsgruß und wies dann darauf hin, daß die Jugend neben einer weltanschaulichen Schulung auch eine besondere Berufsausbildung erhalten müsse. Es gelte. eine Jugend heranzubilden, die allen Aufgaben gewachsen sei. Er erinnerte an den Reichsberufswettkampf und bemerkte hierzu, daß man mit diesem Kampf nicht nur Sieger ermitteln wolle. Zwar freue man sich, wenn aus unserem Bezirk Gauoder Reichssieger hervorgehen, vor allem aber wolle man sehen, ob die Jugend schon den Sinn des Lebens erkannt habe. Allen, die sich an der Errichtung der ersten Lehrwerkstätte für das Baugewerbe beteiligt haben, sprach er seinen Dank aus. An die jungen Lehrlinge richtete er die Mahnung, nunmehr den Meistern zu zeigen, daß sie gewillt seien, auch ihrerseits dazu beizutragen, dem gesamten Baugewerbe durch ihre Arbeit zu helfen. Kreisbetriebsgemeinschaftswalter Salmen sprach von der weltanschaulichen und beruflichen Ausrichtung der Jugend und mahnte die Jungen, Disziplin zu wahren. Gewerbeoberlehrer Sondermann verlieh der Freude darüber Ausdruck, daß man endlich diese Lehrwerkstätte auch für das Baugewerbe einrichten konnte. Neben den theoretischen Kenntnissen, die den jungen Menschen in der Berufsschule vermittelt würden, sollen sie nun nach der Arbeitszeit die notwendige zusätzliche Berufsschulung erhalten, da Meister und Gesellen auf den Baustellen bei dem gegenwärtigen Arbeitstempo nicht in der Lage seien, sich mit den Lehrlingen stundenlang zu beschäftigen. In diesem Raum, der zukünftig als Lehrwerkstätte dienen soll, ist bereits das für die zusätzliche Berufsschulung notwendige Werkzeug vorhanden. Mit den praktischen Arbeiten wird am nächsten Donnerstag begonnen. Schatzensent in Onapenone Schaufensterausstattungen auf das große Ereignis abgestimmt Das äußere Leben der Stadt steht schon jetzt im Zeichen des kommenden großen Volksschützenfestes. An allen Plakatsäulen der Stadt und in den Schaufenstern und Eingängen der Geschäfte erblickt man die farbenreiche Ankündigung des Schützenfestes mit dem Festprogramm Einige Geschäftshäuser haben bereits ihren Schaufenstern eine entsprechende Ausstattung zum Schützenfest gegeben. Die Ausstellung des Schützenvogels in dem Schaufenster der Geschäftsstelle„Kraft durch Freude", im Drei=Schützen=Ländereck am Wilhelmsplatz, haben wir schon gewürdigt. Im Bereich der 3. Kompagnie(Altstadt) in der Großen Beckstraße wartet der Schützenbruder Kneider mit einem vorzüglich ausgestatteten Schützenfenster auf, das in der Altstadt den Anziehungspunkt für die Straßenpassanten bildet. Das ganz in den blauweißen Schützenfarben gehaltene und mit Blumen ausgeschmückte Fenster bringt wertvolle Erinnerungsstücke aus dem Schützenleben der letzten Schützenfeste, so den Preis der 3. Kompagnie beim hundertjährigen Schützenfest 1929, den Schwanz des Schützenvogels, den der Unteroffizier Seppel Meermann für die Kompagnie erstritten hat, ferner vier Silberpokale, zwei der 3. Kompagnie, die sie dreimal hintereinander infolge ihrer Schußsicherheit erlangt hat, und zwei des Hauptmanns Hermann Hutmacher, von denen einer auf der Braunen Messe 1934 erschossen ist, dann wertvolle Stiftungen des Unteroffizierkorps und des Offizierkorps der Dritten, zwei wertvolle, in Metall getriebene große Plaketten. Ferner eine ganze Reihe alter Bilder aus dem Leben der 3. Kompagnie bei früheren Schützenfesten. Der Hauptanziehungspunkt dieser schönen Schützenschau ist das große Gemälde des Kunstmalers Franz Schrudde(Bochum):„Schützenstilleben.“„ 9 8 Eine ganz eigenartige, auf das Schützenfest 1936 gemünzte Schau birgt die Schaufensterauslage des Schützenbruders Clauberg an der Bongardstraße. Dort erblickt man eine Nachbildung des Schützenvogels, kunstvoll zusammengestellt aus glitzernden Klingen, ein Meisterstück deutscher Handwerkskunst. Die„Zweite“ exerzierte Die 2. Kompagnie des Bochumer Bürger=Schützen! vereins 1388 trat am Mittwoch abend auf dem Sportplatz an der Feldsieverschule zum Exerzieren an. Die Uebungen unter dem Kommando des Hauptmanns Franz Biermann wickelten sich schneidig ab. Später formierte sich die Kompagnie unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Marsch durch das Kompagnieviertel des nördlichen Stadtteils zum Saale des Kameraden Balkenhol, Klosterstraße, wo man zu einem gemütlichen Kompagnieabend noch mehrere Stunden verblieb. Ansprachen hielten hier der Hauptmann und der Batatllonskommandeur Major Dr. Klute. Märsche und allgemeine Schützenlieder brachten beste Schützenstimmung. Die Einschreibelisten liegen in den Lokalen des Kompagnieviertels noch bis zum kommenden Sonntagabend aus. Da die Werke den am Schützenfest teilnehmenden aktiven Schützen für die Schützentage auch Urlaub gewähren, werden sich sicherlich noch viele Schützen der Kompagnie anschließen. Der letzte Exerzierabend Die 4. Kompagnie des Bochumer Bürgerschützenvereins(Bahnhofsviertel, Ehrenfeld und Hunscheidtsfeld) beschließt am Freitag abend, 20 Uhr, die Reihe der Exerzierabende auf dem Holzplatz Knüwer, zu erreichen von der Oskar=Hoffmann=Straße, Weiher= oder Friederikastraße. Dem Exerzierabend folgt ein kurzer Werbemarsch durch das Kompagnieviertel zur Wirtschaft Hahnefeld an der Hermannshöhe, wo sich ein gemütlicher Schützenabend anschließt. Jetzt kann jeder mitmachen Arbeitsurlaub für aktive Schützenbrüder In weiten Kreisen der Arbeiter=, Angestellten= und Veamtenschaft wird die Frage des Arbeitsurlaubes während der beiden großen Schützentage eifrig erwogen. Mancher hat mit seiner Einzeichnung in die Schützenliste noch gezögert, da er des Glaubens ist, daß er für die Schützentage nicht den entsprechenden Arbeitsurlaub bekommen kann. Der Vorstand des Bochumer BürgerSchützenvereins 1388 als Träger des diesjährigen Bochumer Schützen= und Volksfestes 1936 hat sich mit der Bitte an die industriellen Werke und öffentlichen Körverschaften gewandt, ihren Arbeitern und Angestellten, die das Schützenfest als aktive Schützen mitmachen möchten, doch Arheitsurlaub für die Tage zu geben und ihnen auch Gelegenheit zu geben, den in diesen Tagen entstandenen Verlust in den Tagen nach dem Schützenfeste durch Ueber= oder Nacharbeit wieder einzuholen. Wir können allen jetzt die erfreuliche Mitteilung machen, daß die industriellen Werke und die Körverschaften dieser Ritte gern entsprochen haben. Dahingehende zusagende Zuschriften sind bisher vom Bochumer Verein, der Gewerkschaft„Constantin“ und der Ruhrknappschaft gemacht worden. Es liegen auch bereits mündliche Zusagen von anderen Werken und Körverschaften in gleichem Sinne zum Schützen= und Volksfest vor. Dieses hoch anzuerkennende Entgegenkommen der Werke und der Körperschaften, das dem Gefühl der Volksverbundenheit und Volksgemeinschaft entspricht, wird sicherlich lebhafte Befriedigung hervorrufen. Es ist jetzt die Mäglichkeit gegeben, daß Arbeiterschaft. Angestelltenschaft und Beamtenschaft sich an den schönen Schützentagen beteiligen können. Gelegenheit zur Einzeichnung in die ausgelegten Schützenlisten ist noch bis zum Sonntag abend in den Lokalen Bochums sowie auch bei den in dieser Woche stattfindenden Ererzierabenden gegehen. Daher nochmals die Bitte an alle Bochumer Mitbürger: Traat euch in den nächsten Tagen in die Listen zum Bachumer Schützen=Volkefest ein! Verbindung mit dem verschütteten Kraden unterbrochen Hoffnung auf Bergung noch nicht aufgegeben Wie bereits gestern berichtet, ist auf der Schachtanlage„Shamrock=2“ im benachbarten Hauer Schmidt durch einen Grubenunfall seit Montag früh eingeschlossen. Die Bergungsarbeiten wurden auch am Donnerstag mit größter Energie fortgesetzt. Dennoch blieben die Bemühungen bisher noch ohne Erfolg. Am Donnerstag abend fuhren Direktor Assessor Lenz und Bergwerksdirektor Goebel von„Hibernia“ sowie Bergrat Buddenhorn und Oberbergrat Fink vom Bergrevieramt Herne mit ein, um die Führung der Arbeiten der 18 Mann starken Rettungskolonne zu übernehmen. Bis gegen Mitternacht war es noch nicht möglich, zu dem Verschütteten vorzudringen. Die Bergungsarbeiten sind erneut dadurch erschwert worden, daß wieder ein neuer Bruch einsetzte. Auch der Schicht, die unter Führung von Betriebsführer Langner an der Bergung arbeitete, war es nicht möglich, entscheidend voranzukommen, da sie auf Fließkohle stieß. Der verschüttete Bergknappe Schmidt hat sich zuletzt am Donnerstag gegen 17 Uhr gemeldet. Seither besteht keine Verbindung mehr mit dem Eingeschlossenen, da das Rohr, das der Luftzufuhr und der Nahrungsübermittlung diente, gebrochen ist. Durch die Unterbrechung der Luftzufuhr ist dem Verschütteten auch die Lampe ausgegangen. Es wurde versucht, ihm von einer anderen Seite her ein Beamtenlicht zuzuschieben. Erschwert werden die Rettungsarbeiten auch durch die starke Hitze an der Unfallstelle. Es herrscht dort eine Temperatur, die zwischen 36 und 40 Grad schwankt. In der Nacht zum Freitag soll versucht werden, von Westen her zu dem Verschütteten vorzudringen. Es besteht auch jetzt noch Hoffnung, daß den Bergungsarbeiten der Erfolg nicht versagt bleibt. Eingereiht in die RSV. Alle Welt bewundert unsere NS.=Volkswohlfahrt. Jeder Deutsche ist stolz auf dieses große Werk seines Führers, das seit seinem Bestehen so unendlich viel Not gelindert hat, das so viel Freude und Erholung gespendet hat. Mit Begeisterung verfolgt man seine verschiedenen Aktionen, die das deutsche Volk zu einer gesunden, starken und in aller Welt geachteten Nation machen sollen. Dieser Stolz und diese Freude werden aber im Augenblick noch gedämpft durch das Abseitsstehen so mancher Volksgenossen, die sich bis heute nicht entschlossen haben, der NS.=Volkswohlfahrt beizutreten und dadurch ihre Volksverbundenheit zu bekunden. Es handelt sich doch darum, jedem Deutschen der körperlich und geistig gesund ist, wieder einen Schaffensund Arbeitsplatz zu geben, damit er den Kampf mit dem Leben bestehen kann. Unser Gau hat auf allen Gebieten der NS.=Volkswohlfahrt große Aufgaben zu meistern. Die Mitarbeit aller verantwortungsbewußten Volksgenossen ist dabei eine unbedingte Pflicht. Wenn darum die Helfer und Helferinnen kommen und bitten, die Reihen zu schließen, so ist zu hoffen, daß alle die, die heute noch beiseite stehen, dem Rufe der NS.=Volkswohlfahrt folgen und so mitarbeiten an dem großen Werk, dessen Ziel ein starkes und gesundes deutsches Volk ist. Im Stadtpark spielt die Musikkapelle der Schutzpolizei. Am Samstag, 27 Juni, veranstaltet die Musikkapelle der Schutzpolizei Bochum im Stadtpark auf der unteren Terrasse des Parkhauses von 18.30 bis 19.30 Uhr ein Platzkonzert. „Das Konzert fällt aus.“ So leuchtete es Donnerstag abend schwarz auf weiß von einer Tafel durch die geschlossenen Gitter des Ratshofes. Das zweite Ratshofkonzert wurde abgesagt, und Unzählige kehrten betrübt vor den Gittern um. Diebstähle. In der Zeit vom 7. bis zum 14. Juni ist aus einer Gärtnerei in.=Stiepel ein Mistbeetfenster, Größe 84 mal 154, grau angestrichen, entwendet worden. In der Nacht zum 13. Juni wurde von einem Industrieunternehmen in Bochum Platindraht entwendet. Angaben zu diesen Diebstählen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nimmt die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 245, und auch jede andere Polizeidienststelle entgegen. — rostiiches Kleinds am Kunde der Großstadt=Böchum Aufnahmen: Sisnaiske Die Arbeiten an dem ersten HJ.=Heim schreiten rüstig vorwärts. Der Huunepott, ein alter Weiher in Eppendorf, den jeder Besucher aus Richtung Bochum kommend, sehen muß. Immer wieder kann man die Beobachtung machen, daß die abseits vom Getriebe der Großstadt gelegene zu Wattenscheid gehörende Gemeinde Eppendorf trotz der vielen Neubauten, die in den letzten Jahren entstanden sind, ihren dörflichen Charakter bewahrt Der dörfliche Frieden vermittelt jedem Besucher ein Bild wohltuender Ruhe, und jeder, der hier nur einen Tag verweilte, wird sichtlich erholt zurückkehren. Sonntags ist es allerdings wesentlich anders. Tanzmusik dringt aus vielen Gartenwirtschaften. Viele hundert Volksgenossen sind aus der Großstadt gekommen, um sich hier von den Mühen und Lasten des Alltages zu erholen. Nicht alle können in die Sommerfrische fahren und müssen mit dem in der Nähe der Großstadt gelegenen, aber leicht und billig zu erreichenden Gemeinde Eppendorf zufrieden sein. Innerhalb der engeren Gemeinde am Steigerturm sind gegenwärtig Handwerker damit beschäftigt, das erste Hitler=Jugend=Heim im Bann Groß=Bochum zu errichten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 19. April, am Vorabend des Geburtstages unserers Führers in Anwesenheit des Oberbannführers der Hitler=Jugend, Hans Strube. Neben dem Vertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Wattenscheid nahmen auch viele Eppendorfer Vereine und ein großer Teil der Eppendorfer Bevölkerung an dieser Feier teil. Die Arbeiten an diesem ersten Heim der HJ. sind so weit gediehen, daß man jetzt schon an den Umrissen die Größe des Heims erkennen kann. Am Sportplatz gelegen, bietet die ideale Lage des Heims allen Jungen und Mädel Gelegenheit zu Aufmärschen und Spiel und Sport. Seite 4 Nr. 147 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 26. Juni 1936 Ein alter Brauch lebt wieder auf Johannisfeier des graphischen Gewerbes mit Gautschen, Varieté, Tombola und Tanz Im Rahmen der Johannisfeier der Betriebsgemeinschaften des Buchdruckergewerbes veranstaltet die sche Arbeitsfront, Kreisbetriebsgemeinschaft„Druck“, Bochum, in Verbindung mit der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ am Samstag, 27. Juni, um 20 Uhr, im Parkhaus einen VarietéAbend, der infolge seiner Reichhaltigkeit vielversprechend ist..„„ mirs-2 Anschließend an diese Darbietungen wird das Gautschen der jungen Gesellen vorgenommen. Ein alter Brauch der Zunft der schwarzen Kunst lebt damit wieder auf, dem von dem jungen Gesellen mit„feuchtem". Bangen entgegengesehen wird. Um aber richtiger Geselle zu werden und den Lehrling endgültig ablegen zu können, muß er sich dieser symbolischen Handlung unterwerfen, die allerdings mit reichlicher Wässerung verbunden ist. Ein vollgetränkter Schwamm und eine große Gautschwanne sind die herkömmlichen Werkdeuge. 8 Wer läßt sich gern auf einen nassen Schwamm setzen und gleichzeitig die dem Lehrling anhaftenden Fehler mit noch mehr Wasser abspülen oder gar in die gut gefüllte Gautschwanne setzen? Ohne Sträuben geht das natürlich nicht ab. Aber der Gautschmeister und seine Helfer, die in Zunftkleidung angetreten sind, werden schon dafür sorgen, daß keiner dieser Freisprechung entgeht. Ein junger Buchdrucker kann erst dann als vollwertiger Geselle in die Reihen seiner älteren Arbeitskameraden ausgenommen werden, wenn diese Handlung an ihm vollzogen wurde und er den Gautschbrief erhalten hat. Für die Unbeteiligten ein toller Spaß, aber für den richtigen Gesellen eine Selbstverständlichkeit. Erfüllt ihn doch der Willkommensschluck aller Berufskameraden mit Stolz und entschädigt ihn für alles Ausgestandene. Die reichhaltige Tombola läßt ahnen, daß viele glückliche Gewinner vorhanden sein werden. Lustige Fachsimpeleien werden allen Gästen einen Einblick in die Aufgaben der Männer des graphischen Gewerbes geben. Auch wird das Tanzen die fidele und gemütliche Stimmung noch mehr heben, so daß dieser Abend eine wirkliche Freude in jedem erweckt. Der Vorverkauf der Eintrittskarten hat bereits begonnen. Bitte teilt allen Arbeitskameraden und=kameradinnen dieses mit. Besorgt euch aber umgehend Eintrittskarten, ehe sie vergriffen sind. Die Preise betragen für Arbeitskameraden 1 RM., für Arbeitskameradinnen 0,50 RM. Die Karten sind bei allen Orts= und Betriebswarten der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ oder in der Verkaufsstelle Kortumstraße 62 zu haben. Lebensfragen des Bochumer Buchdruckerhandwerts Im„Haus der Stände“ hielt die Bochumer Buchdruckerinnung eine stark besuchte Arbeitstagung ab. Obermeister E. Kreul behandelte im Anschluß an den Wirtschaftsbericht die Maßnahmen, die von dem Innungsvorstand zur Förderung und Erweiterung des Arbeitsgebietes im Laufe des Geschäftsjahres getroffen worden sind. Ein merklicher Aufstieg ist nicht zu verkennen. Begrüßenswerte Anregungen brachte die in Mainz abgehaltene Tagung des Reichsinnungsverbandes zu denen im einzelnen Stellung genommen wurde. Geschäftsführer Dr. Grünewald legte den Rechnungsbericht vor, dessen zufriedenstellendes Ergebnis allgemeine Anerkennung fand. Obermeister E. Kreul stellte sodann in Anwesenheit des Kreishandwerksmeisters Esch die satzungsgemäß vorgeschriebene Vertrauensfrage, die einstimmig bejaht wurde. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden allgemeine Wirtschaftsfragen sowie Fragen der beruflichen Ausbildung behandelt. Der Vorsitzende des Gesellen=Prüfungsausschusses, Ludolph wertete die Ergebnisse der vor kurzem abgehaltenen Gesellenprüfung und kam in diesem Zusammenhange auch auf die Neuordnung des Meisterwesens zu sprechen. Der Eindruck war allgemein, daß von den maßgebenden Stellen alles getan wird, um das Buchdruckerhandwerk von unsauberen Elementen zu befreien und dem Stand als solchen die Achtung zu verschaffen, die ihm von Rechts wegen gebührt. Kreisbetriebsgemeinschaftswalter Jenke von der Deutschen Arbeitsfront wies zum Schlusse der Arbeitstagung auf die am kommenden Samstag in Verbindung mit den Bochumer Handwerkergruppen und unter der Leitung der NS.=Gemeinschaft Kraft durch Freude“ veranstaltete Johannisfeier im Parkhaus hin, zu der alle Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder des Buchdruckerhandwerks geladen sind. Gruppenlanddienst in Mecklenburg Vor einigen Wochen haben bereits über 50 Jugendliche die Großstadt verlassen, um in Mecklenburg als Gruppenlandhelfer angesetzt zu werden. Sie haben durch die Tat bewiesen, daß sie gewillt sind. zu ihrem Teil mitzuhelfen an der Erringung der Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes. In kürzester Zeit geht ein neuer Transport aus dem hiesigen Bezirk nach Mecklenburg. An alle noch arbeitslosen Jugendlichen von 16 bis zu 25 Jahren ergeht der Ruf: Meldet Euch sofort zum Gruppenlanddienst! Vorzügliche Arbeitsplätze und ausgezeichnete Verpflegung sind gewährleistet: ein echter Kameradschaftsgeist herrscht unter den Helfern. Das Arbeitsamt Bochum veranstaltet am Samstag. 27. Juni, vormittags von 8 Uhr an, eine besondere Werbeaktion, die im Dienstgebäude des Arbeitsamtes, Kreuzstraße 10, Zimmer 58, stattfindet. Ein Vertreter der HJ. wird anwesend sein. Möge jeder, der noch untätig in der Großstadt weilt, von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und zum angegebenen Termin erscheinen. Auch an dieser Stelle sei mit allem Nachdruck betont, daß niemand einen Arbeitsplatz oder eine Lehrstelle erhalten wird, der nicht vorher in der Landwirtschaft tätig war. In Bochum tagt Schaliach Tiphiherie und Taberiadse die bösartigsten, weitverbreitetsten Ansteckungskrankheiten im Ruhrkohlengebiet Unbeständig und Schauertätigkeit Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim, 21 Uhr Die kühlen Luftmassen, die ganz Mitteleuropa überfluten, brachten weiterhin Druckanstieg und Absinken in der Höhe. Infolgedessen kamen Bewölkung und Nebelfelder rasch zur Auflockerung, so daß bei zunehmender Einstrahlung die Temperaturen etwas ansteigen werden. Dennoch bleibt das Wetter weiter unbeständig, und es ist fortgesetzt mit Schauertätigkeit zu rechnen. Vorhersage für Freitag: Morgens diesig und meist stark bewölkt mit einzelnen Niederschlägen. Später, bei vorwiegend nördlichen Winden, Auflockerung der Bewölkung. Temperaturen unverändert.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Noch keine wesentliche Aenderung des Witterungsgeprages zu erwarten. Wettervorhersage bis 4. Juli 1936 herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersagen des Reichsamtes für Wetterdienst. Die in der letzten Voraussage für diese Woche angekündigte Verschlechterung des Wetters und Abkühlung hat im Westen und in der Mitte des Reiches bereits begonnen. Sie wird in den nächsten Tagen an der Küste, teilweise unter Nebelbildung, auch auf den Osten Deutschlands übergreifen. Bei vorwiegend westlichen und nördlichen Winden wird die Abruylung weiterhin, jedoch im Westen und Süden nur langsam, fortschreiten. Dabei ist im Westen und Süden mit vorwiegend freundlichem Wetter und, abgesehen vom Alpenvorland, nur geringen Niederschlägen, in Schlesien und Ostpreußen dagegen mit bewölkterem Wetter und Niederschlagsschauern, die anfänglich gewittriger Art sein werden, zu rechnen. Allmählich wird sich das Wetter in noch starkerem Maße unbeständig und kühl gestalten, dabei jedoch im großen und ganzen wiederum im Westen unter dem Einfluß zeitweilig absteigender Luftbewegung meist warm und freundlicher sein als im Osten. In der zweiten Hälfte der nächsten Woche ist eine Besserung des Wetters wahrscheinlich. Im Mittel über ganz Deutschland wird die Zahl der Tage mit Niederschlag von mindestens 1 Millimeter mehr als vier betragen. Donnerstag, 25. Juni Barometer24 Uhr:, 85.8 Thermometer i3 Uhr: 1# S Zeiten für Sonne und Mond am 26. Juni: (2 Aufg..08, Unterg. 20.57; J Aufg. 12.34, Unterg. 23.46 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Das Institut für Hygiene und Bakteriologie zu Gelsenkirchen berichtet über den Stand der ansteckenden Krankheiten im Ruhrkohlengebiet in der Zeit vom 3. Mai bis 30. Mai 1936(4 Wochen) nach Zusammenstellungen der Regierungspräsidenten in Arnsberg, Düsseldorf und Münster folgendes: Unterleibtyphus: In der diesmaligen Berichtszeit, die sich auf vier Wochen erstreckt, sind 24 Erkrankungen und 1 Todesfall an Unterleibstyphus zur amtlichen Meldung gekommen. Von den Erkrankungen entfalfen 21 auf Essen, je 1 auf Bochum, Dortmund und Oberhausen,„„„„„. Paratyphus: un Paratyphus ereigneten sich 6 Erkrankungen, und zwar 4 im Ennepe=Ruhrkreis und 2 in Dortmund; der Todesfall ist aus Dortmund gemeldet. Nahrungsmittelvergiftungen:„Außer den oben erwähnten Paratyphuserkrankungen sind noch 18 Erkrankungen an Nahrungsmittelvergiftungen gemeldet, die sich mit je 4 auf Gelsenkirchen und den EnnepeRuhrkreis, mit 3 auf Mülheim=Ruhr und mit je 1 auf Essen und Herne verteilen. Ruhr: Erkrankungen an Ruhr wurden in dieser Berichtszeit insgesamt 5 gemeldet, und zwar 8 aus Dortmund und 2 aus Gelsenkirchen; Todesfälle sind nicht gemeldet. Scharlach: Die Zahl der Scharlacherkrankungen betrug in dieser Berichtszeit(4 Wochen) 980 mit 10 Todesfällen, gegenüber 1269 mit 13 Todesfällen im Vormonat(5 Wochen). Von den Erkrankungen entfallen 168 auf Dortmund, 151 auf Essen, 126 auf Bochum, 72 auf Gelsenkirchen, 59 auf Herne, 49 auf Duisburg. Von den Todesfällen ereigneten sich 4 in Dortmund, Diphtherie: Während im Vormonat(5 Wochen) 1416 Erkrankungen und 59 Todesfälle an Diphtherie gemeldet wurden, sind diesmal(4 Wochen) 1111 Erkrankungen und 61 Todesfälle bekanntgeworden. In Dortmund sind 209 Erkrankungen, in Bochum 140, in Duisburg 122, in Essen 106, in Gelsenkirchen 87, in Hagen 58, in Oberhausen 54, in Dinslaken und Gladbeck je 89 zur Anzeige gelangt. Von den Todesfällen treffen 16 auf Dortmund, 10 auf Bochum, 6 auf Essen, 5 auf Bottrop. Genickstarre: Die 18 gemeldeten Erkrankungen an Genickstarre verteilen sich mit 5 auf Dortmund, mit 2 auf Essen und mit je 1 auf Bochum, Herne, EnnepeRuhrkreis. Wanne=Eickel, Mülheim=Ruhr und Gelsenkirchen. Die 7 Todesfälle verteilen sich auf 6 Stadtund Landkreise.„„„„ 7. Kinderlähmung: An Kinderlahmung ereigneten sich 2 Erkrankungen, und zwar je 1 in RecklinghausenLand und Ennepe=Ruhrkreis: Todesfälle sind nicht zur amtlichen Kenntnis gekommen. An Kindbettfieber nach regelrechter Geburt erkrankten im Ruhrkohlengebiet 25 und starben 7 Frauen; im Sauer= und Siegener Land 2 bzw. 1.— An Kindbettfieber nach Fehlgebrt wurden im Ruhrkohlengebiet 23 Erkrankungen und 4 Todesfälle bekannt; im Sauer= und Siegener Land 1 Erkrankung. Tuberkulose: Den 419 Erkrankungen und 280 Todesfällen im Vormonat(5 Wochen) stehen diesmal (4 Wochen) 335 Erkrankungen. und 218 Todesfälle gegenüber. Hieran sind beteiligt: Essen mit 87 Erkrankungen und 39 Todesfällen, Dortmund mit 84 Erkrankungen und 34 Todesfällen, Bochum mit 81 Erkrankungen und 17 Todesfällen, Gelsenkirchen mit 32 Erkrankungen und 15 Todesfällen, Duisburg mit 29 Erkrankungen und 21 Todesfällen, Oberhausen mit 16 Erkrankungen und 11 Todesfällen. Außerdem ist aus Dortmund 1 Infektion mit sogeunton Abortus=Bang=Bazillen amtlich bekanntgeworn Es handelt sich dabei um eine Tierseuche, die auch auf Menschen übertragen werden Unter Auto geraten Ein Verkehrsunfall ereignete sich gestern nachmittag an der verkehrsreichen Ecke der Gerber= und Großen Beckstraße, wobei der von der Fabrik heimkehrende 35jährige Schlosser Fritz Fe. unter die Räder eines Lieferautos geriet und derart verletzt wurde, daß er bewußtlos mit einem Schädelbruch und Rückenverletzungen ins St.=Elisabeth=Hospital geschafft wurde. nannten ven. gelegentlich kann. Besuche mit dem Nachschlüssel... Wehnungeinateer Wandert ind Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Der Angeklagte Franz Dreifeld aus WanneEickel hat eine Strafliste aufzuweisen, die ihn bereits als gewohnheitsmäßigen Verbrecher erkennen ließ. Jetzt hat er sich wieder als Wohnungsmarder betätigt. Neun Fälle stehen zur Aburteilung; er ging in Wanne und in Kray mittags mit Nachschlüsseln in die fremden Behausungen, stahl Kleider und Wertsachen, versetzte die Beute auf gestohlene Papiere und benutzte das Geld zu seinem Unterhalt. Der Staatsanwalt beantragte acht Jahre Zuchthaus. Das Urteil lautete auf drei Jahre Zuchthaus. Da schon auf Sicherungsverwahrung gegen ihn erkannt ist, wird er wohl die goldene Freiheit, mit der er doch nichts anzufangen weiß, kaum mehr kosten. Am einen„Schnapsgroschen“ Zwei junge Burschen aus Wattenscheid standen vor der Großen Strafkammer unter der Anklage des versuchten gemeinsamen Straßenraubs. Am 20. März hatte ein junger Schmied mit seinem Mädchen ein bekanntes Bierlokal in Wattenscheid verlassen, als ihn auf der Straße ein Fremder um einen Schnapsgroschen ansprach. Der Schmied lehnte ab, dem Fremden diesen Willen zu tun, und erklärte, er möge ihn in Ruhe lassen. Er habe auch selbst kein Geld. Der andere aber folgte ihm einige Schritte, faßte ihn am Halse und zog ihm den Rock in die Höhe, als ob er die Taschen ausschütteln wollte. Das Mädchen war besonnen genug, dazwischenzutreten, und mußte dafür eine üble Bemerkung des Nachtvogels einstecken. In diesem Augenblick son der der Bemeren sonst Wgen aber beide von dem Schmied wieder ab. Dieser aber benachrichtigte sofort die Polizei. Vor Gericht versuchte ste Angeklagte Prtt... zweile Angerlagte eingeschritten sein mit der kung:„Gib ihm schon den Groschen, klatsche ich dir einen!“ Schließlich ließ Wohin gehen wir heute? Stadttheater: 20 Uhr: Die Familie Schroffenstein. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Tanzmusik. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: So endete eine Liebe. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Bosambo. Capitol: ab 15.15 Uhr: Vergitmeinnicht. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Lockenköpschen. Hammer Lichtspiele: Geschlossen. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Der Abenteurer von Paris. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Die scharlachrote Blume. Odcon: ab 15.30 Uhr: Das letzte Fort. Stala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Das letzte Fort. der Hauptangeklagte R. den Vorfall als betrunkene Angelegenheit ganz harmlos zu deuten. Er habe den Schmied wohl angebettelt, aber niemals zu berauben versucht. Die Beweisaufnahme lief jedoch ungünstig für diesen Angeklagten aus. Trotz seiner Vorstrafen wurden R. mildernde Umstände zugebilligt, er kam deshalb mit einem Jahre Gefängnis davon. Der zweite Angeklagte wurde freigesprochen, da sich ein Anhalt für eine gemeinsame bewußte Handlung oder einen vereinbarten Plan nicht erbringen ließ. Der zweite Angeklagte hatte einige Schritte beiseite gestanden und hatte sich an der Tat selbst auch gar nicht beteiligt; noch weniger konnte er auf die Teilung der Beute ausgegangen sein. Aber was kann um einen lausigen Groschen nicht alles geschehen! Wenn einer plakate beschädigt Gegen das freisprechende Urteil des Schöffengerichts hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt. Ein Mann aus Witten wurde beschuldigt, Wahlplakate im April beschädigt zu haben. Das ist Sachbeschädigung und Sabotage gegen Partei und Führer. Der Angeklagte meinte, die Beobachter, darunter ein Polizeibeamter, müßten sich geirrt haben. Er sei überzeugter Anhänger Hitlers und werde solches doch beileibe nicht tun. Die Beweisaufnahme fiel jedoch zu seinen Ungunsten aus. Es waren mehrfach Beschädigungen an Plakaten bemerkt worden, und man hatte mit besonders schaefen Augene hingesehen und den Täter ertappt. Ein Junge hat sogar noch das Einreißen des Papiers mit seinen eigenen Ohren gehört. Ein Zweifel, ein Mißverständnis, ein Irrtum erschien ausgeschlossen. Es mußte infolgedessen das erste Urteil aufgehoben werden. Also wurde H. in zweiter Instanz mit drei Monaten Gefängnis belegt. Fremdes Geld verdirbt den Cbarakter Die Strafkammer verurteilte einen Mann namens B. aus Wanne=Eickel wegen Untreue zu einem Jahre Gefängnis und 800 RM. Geldstrafe bei Anrechnung der bisher verbüßten Untersuchungshaft. Der Angeklagte war als Geldwart auf dem Büro einer öffentlichen Organisation in Wanne=Eickel tätig gewesen. Bei einer Revision ergab sich in seiner Kasse ein Fehlbetrag von etwa 800 RM. Er behauptete in der Verhandlung, daß der Betrag ihm im Frühjahr vorigen Jahres entwendet sein musse. Wenn er dieses nicht seiner vorgesetzten Behörde gemeldet, so sei das geschehen in der Furcht, daß dann Unregelmäßigkeiten bekanntgeworden wären, die er in früheren Jahren bei r anderen Behörde sich habe zuschulden kommen lassen, die aber gedeckt seien. Die Feststellungen der Beweisaufnahme ließen jedoch keinen Zweifer übrig darüber, daß der Angeklagte selbst die betreffende Summe veruntreut hatte. Der Umgang mit fremden Geldern hat schon so manchen Menschen ins Unheil und in Unehre gebracht. Fremdes Geld verdirbt den schwachen Charakter. Der Besuch im Lehrerzimmer Im Lehrerzimmer einer hiesigen Schule wurde mehrfach gestohlen, ohne daß man sich erklären konnte, wie die Dinge zugehen könnten. Die Taschen der Kleider wurden durchsucht kleine Behältnisse mit Sammelbeträgen erleichtert. Unheimlich. Man stellte dem Dieb fallen. Er mußte ja im Hause sein. Und richtig Einmal wurde er gefaßt. Jetzt gestand er alles; der bisher noch unbestrafte junge Mann, der seine Besuche immer so einzurichten wußte, daß keiner im Bau war, hat sich eine schöne Suppe eingebrockt: Neun Monate lang soll er sie auslöffeln. Ein mehrfach vorbestrafter Angeklagter J. wurde wegen Kohlendiebstahls auf Prinz=Regent zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Ein anderer Angeklagter wegen Zechprellerei mit vier Monaten. Auch hier spielten die Vorstrafen eine größere Rolle als der angerichtete, nur sechzig Pfennig betragende Schaden. Eine Weibsperson aus Bochum=Riemke soll nach verbüßter Haftstrafe von sechs Wochen auf längere Zeit ins Arbeitshaus gesteckt werden, damit sie einen anderen Lebenswandel beginnt. Was sie jetzt tut, geht gegen Anstand und Sitte. am 6. Juli die Westfälische Arbeitsgemeinschaft volksmissionarisch tätiger Pfarrer und Laien. Am Montag, 6. Juli, trifft sich die Westfälische Arbeitsgemeinschaft volksmissionarisch tätiger Pfarrer und Laien zu einer Arbeitstagung im Querenburger Ruhrlandheim. Die Leitung hat der Vorsitzende des Westfälischen Provinzialkirchenausschusses, Pfarrer Heilmann aus Gladbeck. Nach der Eröffnung der Tagung durch Präses D. Koch(Oeynhausen) spricht der bekannte Lutherforscher, Pfarrer D. Merz(Bethel). Die Beratungen werden am Nachmittag mit einer Aussprache über den Vortrag fortgesetzt. Anschließend Entgegennahme von Berichten über die volksmissionarische Arbeit in Westfalen, über den Stand der Evangelisation, der Haus= und Schriftenmissionen. Weiter soll über die Errichtung einer Wagenmission gesprochen werden. Den Abschluß der Tagung bildet eine gemeinschaftliche Andachtsstunde. Schützt die Tiere vor Sonnenbrand Im Hinblick auf die heiße Jahreszeit macht der Reichs=Tierschutzbund nachdrücklich darauf aufme'sam, daß eine strafbare Vernachlässigung der Haustiere auch dann vorliegt, wenn den Tieren nicht der nötige Schutz vor Sonnenbrand gegeben wird. Zugtiere dürfen jetzt nicht bei großer Hitze, besonders auf Straßen, längere Zeit in der Sonne anstatt im Schatten stehen gelassen werden. Es wird auch gegen die Vorschriften des Reichs=Tierschutzgesetzes verstoßen, wenn Zugtiere nicht genügend getränkt werden, oder Hunde, insbesondere wenn sie angekettet, zum Ziehen ingespannt oder eingesperrt sind, nicht genügend Schutz vor der Hitze und nicht ständig frisches Wasser erhalten. Auch Weidetieren muß die Möglichkeit gegeben werden, sich vor den sengenden Strahlen der Sonne zu schützen und ihren Durst zu stillen. Vögel, die in Käfigen gehalten werden, müssen ebenfalls eine schattige Ecke als Schutz vor dem Sonnenbrand haben. Das gleiche gilt für Fische, Laubfrösche und dergleichen, die in Gläsern gehalten werden. Leider werden diese und ähnliche Vernachlässigungen in Haltung, Pflege und Unterbringung von Tieren noch nicht genügend erkannt und vermieden. Es ist deshalb die Pflicht aller einsichtigen Volksgenossen, andere zu belehren und Unbelehrbare und Rücksichtslose bei der Polizei oder dem Tierschutzverein zur Anzeige zu bringen. Hierzu ist jedermann berechtigt. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Freitag, 26. Juni NS.=Frauenschaft Ehrenfeld. 20 Uhr: Hauswirtschaftlicher Filmvortrag im Ernst=Moritz=Arndt=Haus. NS.=Frauenschaft Weitmar=Nord. 20 Uhr: Zusammenkunft im Gemeindehaus... mangamft Linden. 20 Uhr: Zusammenrunft der Polttischen Leiter im Parteiheim. Deutsche Arbeitsfront Wirtschaftskundliche Fahrt der Kreiswaltung Bochum— Kreisbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe. Am Sonntag, 28. Juni, steigt im Rahmen unseres Berufserziehungswerkes eine wirtschaftskundliche Fahrt für die Arbeitsgemeinschaft Park—Friedhof nach Rhonsdorf zur Besichtigung des Gartenvaubetriebes Arens. Bei diesem Gartenbaubetrieb handelt es sich um den vorbildlichsten und modernsten Betrieb Deutschlands, der als solcher auch Weltruf genießt. Die Gartenanlagen befinden sich im Augenblick in vollster Blütenpracht. Anschließend erfolgt die Besichtigung der Gartenanlagen des Zoologischen Gartens in Wuppertal=Elberfeld.# kulrs, Wie im Lehrplan vorgeseven, beträgt der Preis zur Teilnahme an dieser Fahrt.50 RM. In diesem Preis sind enthalten Hin= und Rückfahrt, Eintritt in den Zoologischen Garten und ein Mittagessen. Alle Arbeitskameraden der Deutschen Arbeitsfront, Kreisbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe, die im Besitz des Lehrplans sind, d. h. den Arbeitsgemeinschaften angehören, können an dieser wirtschaftskundlichen Fahrt teilnehmen. Die Teilnehmerkarten sind umgehend bei der Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront, Abteilung Arbeitsführung und Berufserziehung, Bochum, Alleestraße 46, anzufordern. „Kraft durch Freude“ Der NS.=Lehrerbund korporativ der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude" angeschlossen. Auf Grund eines Abkommens ist der NS.=Lehrerbund körperschaftliches Mitglied der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“., Die über geringes Einkommen verfügenden Mitglieder des RSLB. haben dadurch die Möglichkeit, an den Fahrten und Veranstaltungen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ zu gleichen Bedingungen wie die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront teilzunehmen. Schon wieder ausverkauft. Gesperrt sind für weitere Anmeldungen ab heute die Urlaubsfahrten: Nr. 19 vom 27. Juni bis 11. Juli nach Norderney; Nr. 32 vom 9. Juli bis 17. Juli nach Weserbergland; ferner die Seefahrt Nr. 805 vom 12. bis 18. August nach Norwegen. Zum wiederholten Male richten wir die dringende Bitte an alle schaffenden Arbeitskameraden, mit der Anmeldung zu den Urlaubsfahrten nicht zu zögern. Ostpreußenfahrer, herhören! Durch die Aenderung der Fahrtroute ist bekanntlich bei den von der Deutschen Arbeitsfront, RS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Gau Westfalen=Süd im laufenden Reisejahre vorgesehenen Ostpreußenzüge zum Teil eine terminmäßige Aenderung notwendig gewesen. Tagtäglich laufen Anfragen ein von Arbeitskameraden, die in der Tagespresse unsere schon mehrfach gebrachten Hinweise übersehen haben. Darum wollen wir noch einmal unseren ostpreußischen Heimatfahrern den genauen Fahrplan bekanntgeben: Nr. 13/36 vom 3..—18. 7. Nr. 35/36 vom 9..—25. 7. Nr. 49/36 vom 5..— 6. 9. Nr. 50/36 vom 6..— 5. 9 Nr. 55/36 vom 9..—24. 8. Nr. 63/36 vom 11..—28. 8. Wichtig für die Teilnehmer der ersten Ostpreußenfahrt ist die Tatsache, daß zu diesem Zuge nur noch 100 Karten zu haben sind. Wer also in der Zeit vom 3. bis 18. Juli noch mit nach Ostpreußen will, dem sei dringend geraten, sich sofort bei dem nächsten Kreisamt oder bei dem Ortswart bzw. Betriebswart anzumelden. Wer lange zögert, muß zurückbleiben. # Rraft durch Freude. 31.30 31.30 M 30.30 30.30 31.30 31.30 Tagesplan für Freitag, 26. Juni. Kindergymnastik von 16.30 bis 18 Uhr in der Gymnastikschule, Kommunalbank; von 17 bis 18.30 Uhr in der Gymnastikschule, Rottstraße 29. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr im Licht= und Luftbad des Naturheilvereins Bochum, Königsallee(nur bei Regenwetter in der Kommunalbank, Schützenbahn); von 16.30 bis 18.30 Uhr in der Gymnastikschule, Kommunalbank; von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle des Reformrealgymnasiums, BochumDablhausen. Kleinkaliberschießen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Schießzstand des Volkssportplatzes an der Castro= Straße. Schwimmen für Frauen und Männer von 19 bis 20.30 Uhr, Freibad Bochum=Langendreer; von 19.30 bis 20.30 Uhr Beckmannshof, Wattenscheid. Schachkursus von 20 bis 22 Uhr im Kosthausrestaurant Stahlhausen, Baarestraße. Achtung! Arbeitsdank Groß=Bochum Samstag, 27. Juni, findet in der Bürgergesellschaft (Weißer Saal), Luisenstraße, ein Kameradschaftsabend statt. Sämtliche Kameradinnen und Kameraden, sowie deren Angehörige sind hierzu herzlichst eingeladen. Für Unterhaltung ist reichlich Sorge getragen. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 12 und 13) Seite 5 Nr. 147/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 26. Juni 1936 Meheinats war Lur wige einem Gestandns nahe Die Donnerstag-Verhandlung im Kölner Prozeß um das Verschwinden der Frau Graß Köln, 25. Juni. Ueber bie weitere Zeugenvernehmung am Mittwoch im Prozeß wegen des Verschwindens der Frau Graß ist noch zu berichten: Eine Zeugin hat Frau Graß bestimmt noch am 4. September 1934 gesehen und zwar auf dem Chlodwigsplatz. Dieser Zeugin gegenüber äußerte sich Frau Graß, daß Ludwigs, weil er keine Existenz habe, eine Hühnerfarm anfangen solle. Die Zeugin hatte den Eindruck, als ob sich Frau Graß damals von Ludwigs trennen wollte. Während fast sämtliche Zeugen mit Sicherheit bekunden, daß ihnen gegenüber Frau Graß niemals etwas von der Absicht einer größeren Reise verlauten ließ, kann eine Zeugin bekunden, daß etwa 1928 die Verschwundene den Wunsch geäußert hat, eine Reise zu machen; es war auch vom Mittelmeer und der Riviera als Reiseziel die Rede. Bei geschäftlichen Verhandlungen bezog sich Frau Graß auf Ludwigs, und dieser umgekehrt auf Frau Graß als maßgebende und entscheidende Person. Alle Zeugen schildern Frau Graß als sehr geizig. Ihr einziges Trachten sei Geld und nochmals Geld gewesen. Die Doppelrolle des Ludwigs' der Frau Graß gegenüber kennzeichnet sich in dessen drastisch unerhörten Ausdrücken wie„Wäre das Biest doch bald verreckt“, die einem Zeugen gegenüber gebraucht worden waren. Ein wahres Martyrium hat eine als Dienstmädchen drei Jahre, von 1923 bis 1926, bei Frau Graß angestellte Zeugin durchgemacht. Frau Graß sei übermäßig geizig gewesen. Wenn sie etwas bezahlen sollte, sei sie den ganzen Tag„ungenießbar“ gewesen. Einmal hatte die Zeugin um ihren Lohn gebeten, da hatte sie Frau Graß geohrfeigt. Auch der Sohn habe mit seiner Mutter wegen des Geldes Streit bekommen, der Sohn sei gut gewesen und habe auch dafür gesorgt, daß sie hin und wieder etwas zum Essen bekommen hat. Einmal sei sie krank gewesen, und man habe sich in ihrer sogenannten Kammer fünf Tage lang ohne Speise und Trank gelassen. Niemand sei zu ihr gekommen. Sie habe sich schließlich, von einem furchtbaren Hunger gequält, aufgerafft, sei durch den Kohlenkeller in einen Raum gekrochen, in dem Büchsenmilch aufbewahrt wurde. Davon habe sie zwei Büchsen genommen und ausgetrunken. Das sei ihre einzige Nahrung gewesen. Man kann es überhaupt nicht verstehen, daß die Zeugin drei Jahre lang in dem„verwunschenen Schloß" ausgehalten hat. Ihre erste Arbeit habe darin bestanden, große Kübel, in denen Exkremente jahrelang aufbewahrt wurden, fortzuschaffen. Sie hätte längst ihre Stellung aufgegeben, wenn ihr der Lohn gezahlt worden wäre. Schließlich habe sie es nicht mehr aushalten können. Als sie den Lohn für die gesamte Dienstzeit— es war ihr bis dahin noch kein Pfennig ausgezahlt worden— beim Verlassen der Stellung forderte, habe sie zunächst einen von Ludwigs ausgefüllten Zettel unterschreiben müssen, daß sie an Frau Graß keine Forderung mehr zu stellen habe. Dann wurden ihr 25 oder 30 Reichsmark ausgezahlt mit dem Bemerken, der gesamte„Rest“ sei für die Invalidenversicherung und für die Krankenkassenbeiträge gezahlt worden.„Sie aber feststellen müssen, daß sie weder in der Invaliden= versicherung war, noch hatte Frau Graß sie bei der Krankenkasse angemeldet. Die Erinnerung an ihren Leidensweg setzte der Zeugin stark zu. Sie schluchzt und weint heftig; schließlich setzt sie sich auf einen Stuhl und verlangt Wasser. Als der Vorsitzende ihr vorschlägt, eine Pause einzulegen, bittet sie darum, die Verhandlung fortzusetzen,„damit sie endlich von der Wiederholung der damaligen Ereignisse befreit werde.“ Der Angeklagte Ludwigs will dartun, daß er für diese Behandlung nicht verantwortlich zu machen sei und fragt die Zeugin, ob sie sich nicht erinnern könne, daß er ihr einen Bonekamp ans Bett gebracht habe. Die Zeugin springt erregt auf, schaut Ludwigs mit großen Augen an und sagt mit Nachdruck: „Das ist nicht wahr! Wohl hat mir nach fünf oder sechs Tagen ein Verwandter eine Rolle Pfefferminz ans Bett gebracht. Ihr hättet mich doch hilflos sterben lassen!“ Ludwigs schweigt. Eine Zeugin hat auch gewisse Zärtlichkeiten zwischen Frau Graß und Ludwigs gesehen, trotzdem hat die Zeugin bemerkt, daß Ludwigs brutal gegen Frau Graß auftrat. Sie hörte auch, daß dem Ludwigs das Vermögen testamentarisch vermacht war, und daß Frau Graß den Ludwigs heiraten würde. Auch der Zeugin gegenüber stieß bei einem an sich geringfügigen Versehen Ludwigs aus:„Wenn sie mich noch einmal herausruft, bleibteiner von uns auf den Platz.“ Zum Schluß der Verhandlung wurden noch zwei Brüder des Ludwigs vernommen, deren Aussagen verworren und unklar bleiben. Einer von diesen Brüdern will Frau Graß noch einige Monate nach einem ihn betreffenden Vergleichstermin vom 19. Juni 1934, also Ende Septemver oder Anfang Oktober, noch gesehen haben, gerät aber in Widersprüche, die durch Ladung eines weiteren Zeugen möglichst geklärt werden sollen. Der Kölner Mordkommissar sagt aus Donnerstag vormittag wurde als erster Zeuge Kriminalkommissar Abstoß vernommen, der Ludwigs festgenommen hat, nachdem er ihm durch die großen Geldausgaben in Kölner Nachtlokalen aufgefallen war. Der Zeuge sagt, er sei mit Ludwigs einige Tage nach der Festnahme nach dem Graßschen Hause gefahren. Hier habe Ludwigs hinter dem Rücken der Beamten einem Manne Zeichen gegeben, der ihm sehr bekannt gewesen sei. Auf Aufforderung hin habe Ludwigs im Hause Geld und Schmuckstücke aus dem Bett der Frau Graß herausgeholt. In der Küche in einem Schubfach hat der Zeuge einen noch nicht geöffneten Brief des Ehemanns der Frau J. an Ludwigs gefunden. Durch Zeugenvernehmung sei festgestellt worden, daß die Frau J. bereits ab 16. Juli wiederholt, auch nachts, in dem Hause der Frau Graß gewesen sei. Kriminalkommissar Abstoß sagt weiter, Ludwigs habe bei seinen Vernehmungen nicht den Eindruck eines Mannes gemacht, der ein reines Gewissen zu haben schien. Ludwigs habe stets sofort Abwehrstellung eingenommen. Bei den Vernehmungen habe Ludwigs nach wie vor behaaptet, Frau Graß sei am 27. Oktober in die Stadt gegangen. Sie sei aber von niemand gesehen worden. Der Zeuge hat dann eine planmäßige Durchsuchung der Räume angeordnet. Das Wohnzimmer war am 15. Oktober neu tapeziert worden. Auf der Spurensuche seien drei Stücke mit Blutspuren gefunden worden, besonders ein kleiner Teppich sei von Blut durchtränkt gewesen, das unmittelbar aus dem Körper herausgeflossen sein müsse. Auch an einem Handtuch und an einem anderen Lappen seien einwandfreie Spuren von Menschenblut gefunden worden. Ludwigs nach seiner Festnahme Kriminalkommissar Abstoß hat Ludwigs nach seiner Festnahme dauernd unter Beobachtung gehabt. Ludwigs sei, so sagte der Zeuge, wohl oft sehr nahe am Geständnis gewesen, das habe sich gesteigert bis zum Januar 1935. In der Zelle habe es Ludwigs nicht fertiggebracht, ihm von Mann zu Mann ins Auge zu sehen. Als der Zeuge dem Ludwigs gesagt hätte, vielleicht habe er sie nur beerdigt, nachdem sie eines natürlichen Todes gestorben sei, hätte der Angetlagte erwidert:„Dann muß ich doch sagen, wo sie ist.“ Der Zeuge hatte dem Angeklagten auch vorgeschlagen, sich einem Priester anzuvertrauen, das hätte Ludwigs aber mit der Begründung abgelehnt, der Zeuge solle ihm helfen. Am 19. Januar sei Ludwigs drauf und dran gewesen, seinen Widerstand aufzugeben. Der Zeuge hatte ihm vorgehalten, er müsse doch die Frau vorsätzlich getötet haben, da habe Ludwigs erwidert:„Vorsätzlich? Das kommt überhaupt nicht in Frage.“ Als der Zeuge Ludwigs nach dem Testament des Sohnes gefragt hatte, leugnete Ludwigs Stein und Bein, etwas davon zu wissen. Erst später habe er zugegeben, das Testament genau gekannt zu haben. Wurde die Leiche durch das Fenster geschoben? Kriminalkommissar Abstoß sagt weiter, ihm sei noch kein Mensch begegnet, der ihm mit seiner Lügerei so unangenehm geworden sei wie Ludwigs. Aus den Spuren am Fenster des Schlafzimmers gehe hervor, daß durch dieses Fenster eine schwere Masse geschoben worden sei. Darauf deute besonders der Befund der Steine am Fenster hin. Die Möglichkeit bestehe, einen Menschen in kurzer Zeit restlos zu beIm Anschluß an die Aussage des Kommissars Abstoß bemühte sich der Angeklagte Ludwigs, alle Rückschlüsse zu entkräften, die etwa aus der Darstellung des erfahrenen Kriminalisten gezogen werden könnten. Er forderte dafür eine Redezeit von 20 Minuten. Er ging dann noch einmal auf alle Einzelheiten ein, die er von seiner Seite gesehen, darstellte, nicht ohne sich zu bemühen, das Vorgehen des Zeugen möglichst in eine schlechte Beleuchtung zu rücken. allen Unterstellungen des Angeklagten nimmt der Zeuge Stellung und führt sie auf die Tatsachen zurück, die ein ganz anderes Bild ergeben. Es wäre zwecklos, auf alle Behauptungen Ludwigs einzugehen, dem auch der Vorsitzende entgegenhält, man habe seine Taktik längst durchschaut. Es wurde einwandfrei Menschenblut gesunden Als Sachverständiger sprach Medizinalrat Dr. Esser über die Blutspuren, die im Graßschen Hause gefunden wurden. Es habe sich um Spuren von Menschenblut gehandelt. Die Suche in der Wohnung nach Blutspuren sei außerordentlich erschwert gewesen durch die unbeschreibliche Verschmutzung der Räume. Es sei mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß das Blut unter keinen Umständen von dem Sohn oder dem Ehemann Graß stammen könnte. Die weiteren Zeugen sagten über das Verhältnis des Ludwigs zu Frau Graß nichts besonderes Neues mehr. Sensation in einem märtischenSiadichen 40 wohlhabende Bürger bildeten eine Wilderergenossenschaft Berlin, 25. Juni. Die Aufdeckung einer Wilderergenossenschaft von Rekordausmaß gelang nach monatelangen schwierigen Ermittelungen besonders geschulter Kriminalbeamter in dem etwa eine Autostunde von Berlin gelegenen märkischen Städtchen Baruth. An dessen Gemarkungen schließen sich unmittelbar umfangreiche Forste, die zum überwiegenden Teil im Besitz des Fürsten SolmsBaruth stehen. Seit langem bemerkten nun dessen Forstbeamte, daß Wilddiebereien großen Ausmaßes nicht nur mit der Schußwaffe, sondern auch mit Schlingen und Fangeisen in ihren Revieren vorkamen. Die Skrupellosigkeit der Wilddiebe ging so weit, daß sie bei ihrer verbrecherischen Jagd Dum=Dum=Geschosse verwandten und in zwei Fällen sogar Forstbeamte anschossen, was bei dem einen die Amputation eines Beines zur Folge hatte. Schließlich gelang es einem als Seifenhausierer auftretenden Kriminalbeamten, in die Kreise der Wilddiebsbande selber Eingang zu finden und ihr Treiben und das ihrer hehlenden Hintermänner systematisch zu verfolgen. In der Nacht von Montag zu Dienstag erfolgte dann unter Leitung des Landrats und Kreisleiters von Luckenwalde mit einem großen Aufgebot von Gendarmerie und Polizei der entscheidende Zugriff. Man war sicher, die Verdächtigen ahnungslos in ihren Betten überraschen zu können, weil sie sich von den Anstrengungen des vorangegangenen zweitägigen Schützenfestes ausruhten. Das ganze Städtchen Baruth und die benachbarte Kolonie Radeland wurden umstellt und annähernd 40 Verhaftungen von Wilddieben, teils mit ihren mitbeteiligten Ehefrauen vorgenommen. Die Angelegenheit erregt um so größeres Aufsehen, als sich unter den Verhafteten sehr angesehene und wohlhabende Bürger Baruths befinden, deren einer die Leitung der ganzen Wilderergenossenschaft innehatte, sie mit Waffen und Munition versorgte und für den Absatz des gewilderten Fleisches nach Berlin Sorge trug. Aus aller Welt Aufsehenerregender Spionagefall bei der amerikanischen Marine dnb Los Angeles(Kalifornien) 25. Juni Ein aufsehenerregender Spionagefall, in den angeblich eine große Zahl von Personen verwickelt sein soll, beschäftigt die hiesige Oeffentlichkeit. Die Großgeschworenen haben gegen den ehemaligen Matrosen der amerikanischen Marine Thompson und in Abwesenheit gegen den japanischen Marineoffizier Toschio Miyazaki Anklage wegen Spionage erhoben. Thompson wird von der Anklage vorgeworfen, daß er sich seit mehreren Jahren als höherer Offizier verkleidet an Bord amerikanischer Kriegsschiffe aufgehalten und dort Abschriften von geheimen Plänen über Flottenmanöver im Stillen Ozean, über neukonstruierte Bombenflugzeuge, Motoren sowie über neue Panzerstahllegierungen abgeschrieben hat. Die Pläne hat er dann an Miyazaki weiter verkauft. Zweimal bestohlen Viel Pech für einen Badenden Prag, 25. Juni. Besonderes Pech hatte in Prag ein Mann, der an der Moldau badete. Diebe stahlen ihm seine Sachen, während er im Wasser war. Zurück blieb nur das Schlüsselbund, das beim Abtransport der Hose aus der Tasche fiel. An der Suche nach den Dieben beteiligte sich ein junger Mann, der den Bestohlenen so aufrichtig bedauerte, daß dieser ihm volles Vertrauen schenkte. Er übergab ihm das Schlüsselbund, nannte ihm seine Adresse und bat ihn, aus seinem Schrank einen Anzug in die Badeanstalt zu bringen. Er wartete und wartete, doch vergebens. Als der Bote auch beim Hereinbrechen der Dunkelheit nicht erschien, ahnte er Schlimmes. Er trat den Heimweg schließlich in einem abgelegten Anzug des Bademeisters an. Zu Hause bestätigte sich sein Verdacht. Der Bote hatte die Wohnung vollständig ausgeräumt und alles in Ruhe eingepackt, was ihm mitnehmenswert erschien. Das Schlüsselbund fand sich im Briefkasten. „Die Eva vom Baum“ Schlechter Scherz polnischer Studenten Warschau, 25. Juni. Ein nicht gerade kavaliermäßiger Scherz ist zwei Warschauer Studenten teuer zu stehen gekommen. Sie hatten sich den Spaß gemacht, sämtliche Kleidungsstücke zweier am„wilden Strand“ der Weichsel badenden Studentinnen malerisch und in beträchtlicher Höhe auf einigen Bäumen aufzuhängen. Auf die empörten Proteste der Studentinnen antworteten sie, die jungen Damen sollten sich die Kleider selbst von den Bäumen herunterholen. Das mußten die Studentinnen denn tatsächlich wohl oder übel tun, wobei sie von den Kavalieren durch Zurufe wie„Achtung, das Trikot platzt!“ ermuntert wurden. Als eine der Studentinnen einige Tage darauf ihre Peiniger auf der Straße traf und einer ihr zurief:„Da schau: die Eva vom Baum!“ rief die junge Dame den nächsten Schutzmann heran und sorgte für die Festnahme ihrer Kommilitonen. Das Ende des Liedes war ein Prozeß, der durch zwei Instanzen ging und bei dem jeder der beteiligten Studenten„wegen böswilliger Belästigung“ zu einer Geldstrafe von 100 Reichsmark und den beträchtlichen Gerichtskosten verurteilt wurde. Neuer Schlag ker„Geisteil Alle Vorsichtsmaßnahmen waren vergebens— Juwelen im Werte von einer halben Million Dollar gestohlen dnb Newyork, 25. Juni. 1400 000 Dollar zu stehlen. Wie üblich, konnte der i Guug Heland Geisterdieb“ entkommen ohne die geringste Spur zu Der von den Multimillionären von Long Island gefürchtete und von der Polizei seit Jahren gesuchte „Geisterdieb“, suchte in der Nacht zum Donnerstag zwei feudale Besitzungen in Locust Valley heim und stahl Juwelen im Werte von insgesamt einer halben Million Dollar. In dem einen Fall drang der„Geisterdieb“ in die Besitzung des Ehepaares William R. Coe ein, die wegen ihrer Orchideengärten und Rennställe sowie ihrer 750 Morgen großen Parkanlage in ganz Amerika berühmt ist. Während im Garten eine BridgeGesellschaft stattfand, gelang es dem Dieb trotz der Anwesenheit von 52 Dienern, Privat= detektiven, Wächtern und einem Dutzend großer dänischer Doggen, über eine Veranda in das Schlafzimmer des Millionärs zu klettern und dort, während dieser schlief, ein berühmtes Perlenhalsband und andere Schmucksachen im Werte 400 000 Dollar zu stehlen. Wie üblich, konn „Geisterbieb“- entlommen, ohne die geringste Spur zu hinterlassen. Nicht alltägliches Vogelfutter Die Sträflinge des amerikanischen Staatsgefängnisses von Illinois in Joliet beantragten bei den Behörden, ihnen das Halten von Kanarienvögeln zu gestatten. Der Antrag wurde bewilligt, aber als den Aufsichtsbehörden die Menge des eingeführten Vogelfutters, das für 3000 Vögel gereicht hätte, verdächtig groß schien, wurde das Futter untersucht, und es stellte sich heraus, daß die Tüten Rauschmittel und sonstige Drogen enthielten. Im ganzen Gefängnis waren überhaupt nur drei Vögel, und auch die wurden jetzt entfernt, und mit von der Lieferung von„Vogelfutter“ ist es nun aus. Sihipische Chindole graßen die Gaste aus ürberser * F Englische Bauern protestieren gegen Kirchensteurn dnb London, 25. Juni. Ein Protestzug von 3000 englischen Bauern, in dem alle englischen Landschaften vertreten waren, bewegte sich am Mittwoch durch London, um gegen die Kirchensteuern Einspruch zu erheben. Der Demonstrationszug trug Banner mit den Aufschriften wie„Der Farmer erarbeitet, was die Kirche vergeudet" und„Die Landwirtschaft ist in Gefahr". Der Demonstrationszug, der großes Aufsehen in London erregte, bewegte sich durch die ganze Stadt und endete schließlich im Hydepark. Der Protest der Bauern richtete sich gegen die Gesetzesvorlage, die die Umlegung des Kirchzehnten auf die Landwirtschaft vorsieht. Luftkampf mit einer Selbstmörderin Boston, 25. Juni. Der Pilot Charles W. Sutherland erlebte dieser Tage sein aufregendstes Luftabenteuer. Er brachte seine Maschine auf dem East=Boston=Flughafen mit einer Hand am Steuer zum Landen, während er mit der anderen Hand ein hübsches, gutgekleidetes Mädchen am Haar festhielt um es daran zu hindern, Selbstmord zu begehen. Der einzige Passagier, den Sutherland zu einem Rundflug über Boston mitgenommen, ein etwa 22jähriges hübsches Mädchen, hatte ihre Flugkarte schon am Tage vorher bezahlt. Als sich das Flugzeug in einer Höhe von 3000 Meter befand, bemerkte der Pilot, als er sich zufällig umwandte, daß das im Rücksitz untergebrachte Fräulein seinen Platz verlassen hatte und mit einem Fuß bereits auf dem Flügel des leichten Doppeldeckers stand. Geistesgegenwärtig ergriff es der Pilot bei den Haaren und hielt es fünfzehn Minuten lang trotz seines heftigen Widerstandes fest, bis er auf festem Boden stand. Die Landung gelang, obgleich Sutherland nur eine Hand zur Verfügung hatte ausgezeichnet, und man brachte den Fahrgast, dessen Personalien nicht festzustellen waren, in das Psychiatrische Hospital. Scherl-Bilderdienst Die Landungsbrücke für die in Curhaven eintreffenden Ueberseedampfer, das Steubenhöft, wurde jetzt mit den fünf Olympischen Ringen geschmückt. Im Hintergrund der Dampfer„Hansa“, der einen Teil der amerikanischen Olympia=Reiter an Bord hat. Französischer Ozeandampfer aufgelaufen Auf der Höhe von Palamos ist auf den Sandbänken von Cala Margarita an der spanischen Küste der französische Ozeandampfer„El Cantara“, der sich auf dem Wege von Oran nach Port Vendres befand, festgelaufen. Das Schiff erhielt beim Auflaufen einen so scharfen Stoß, daß 80 Fahrgäste verletzt wurden, vier von ihnen schwer. Explosion in einer französischen Munitionsfabrik Mittwoch nachmittag ereignete sich in der Munitions. fabrik Brandt in Verconnet bei Vernon ein schweres Explosionsunglück. Eine Halle flog in die Luft und zwei Arbeiter kamen ums Leben. Drei Arbeiter und eine Arbeiterin wurden schwer verletzt. Sieben anders wurden leicht verletzt. Streikzusammenstöße in den Vereinigten Staaten In Kamden(New Jersey) kam es vor dem Eingang einer Fabrik zu schweren Zusammenstößen zwischen streikenden Arbeitern und Polizeibeamten. Im Verlaufe der Unruhen wurden drei Personen verletzt, eine davon schwer. 14 Streikende wurden festgenommen. Seite 6 Nr. 147 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 26. Juni 1936 Kunst und Rober! Schumann 80. Todestag am 27. Juni „Mit Myrten und Rosen“, wie es in einem seiner schönsten Lieder heißt, umkränzt unsere Phantasie aufs neue das Erinnerungsbild des Meisters Robert Schumann, dem der Ehrentitel eines„Tonpoeten" wohl am besten unter den deutschen romantischen Komponisten ansteht. Eine höchst eigentümliche Gestalt: Im Umgang höchst schweigsam und bis zum Wunderlichen verträumt, aber mit der geschärften Feder des Musikredakteurs die Fähigkeit geradezu dichterischen Wortausdrucks vaarend; spinnwebfein zeichnend in der Eichendorffschen Mondnacht, und doch vulkanisch ausbrechend in„Ich grolle nicht,— ein entzückender Ziselierer von geistvollen Kleinigkeiten, der wie mit der Uhrmacherlupe zu arbeiten scheint, im Klavierkonzert oder dem Klavierquintett der großzügigste Meister auf der Linie von Beethoven und Brahms. Schumanns Bild hat sich, seit seine Witwe„das" Album seiner Lieder vor allem aus den Zyklen„Myrten",„Dichterlieb" und„Frauenliebe und=leben“ zusammenstellte, aus dem Biedermeierlichen von heute stark ins Absolute verwandelt: Werke, wie sein„Manfred“ oder„Paradies und Peri“ sind etwas zurückgetreten, seine Kernlieder dafür gleich den Sinfonien und mancher Kammermusik in den Vordergrund gerückt. Wir begeistern uns in seinen Klavierwerken, etwa den„Sinfonischen Etuden", vor allem an dem herrlich kraftvollen Schwung, wo er bestes Burschenschaftertum der Vierziger Jahre in Tönen eingefangen hat— der Sänger von„Sonntag am Rhein" und „Hidalgo", der Gestalter der„Eichendorff=Gesänge" und der Frauenchöre ist und bleibt einer der Höhepunkte des musikreichen neunzehnten Jahrhunderts. Hat man ehedem von dem vielseitigen Meister einen zu süßen und weichen Ausschnitt für kennzeichnend gehalten, so fesselt uns heute vor allem seine Dämonie, die sich mit der Linienwirrnis echt nordischer Graphik zu äußerster Verdichtung zusammenzudrängen liebt. Das Huschige, Fantastische, Irreale seiner inneren Gesichte war voreinst schwer verständlich— heute und wohl endgültig verehrt man es als Schumanns urdeutsche Art—. und wenn nach den besonderen Wesenseigentümlichkeiten der deutschen Musik gefragt wird, so darf der einmalige Schumannsche Einschlag nicht fehlen. Dr. H. M. heute in der Hessischen Landesbibliothek zu Kassel als unersetzliches Kulturdokument aufbewahrte, von den Einwirkungen eines mehr als 1000jährigen Alters nicht unbeeinflußt gebliebene Handschrift wird unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen nach Berlin zur Ausstellung „Deutschland" übergeführt werden. Die letzten Nachkommen Lederltrumpts Eine in Newyork gegründete Gesellschaft fü amerikanische Heimat= und Volkslund r amerikanische Heimat= und Volkskunde will jetzt die in den Bergen von Kentucky, in Südkarolina und Tennessee noch vorhandenen Siedlerfamilien, die teilweise direkte Nachkommen von Daniel Boone dem Original=Lederstrumpf, sind, für die Volkskunde besonders berücksichtigen. Die Siedler, Hill=Billids genannt, leben noch in ganz einfachen Verhältnissen. Sie sprechen noch heute die Sprache des elisabethanischen Zeitalters und sind darum kaum zu verstehen. Viele von ihnen haben noch nie eine Eisenbahn gesehen. Viele wissen nicht, daß es Auto, Telephon oder Radio gibt. Fast in jeder Familiengemeinschaft findet man einen Balladensänger, und in diesen selbstgedichteten Balladen lebt auch die Erinnerung an die alte Heimat und ihre Helden und an die großen Indianerkämpfe fort. Kleilt auf der Bochumer Bühne Erstaufführung der„Familie Schroffenstein“. Die Randschrift des Rildebrand-liedes Die große Ausstellung„Deutschland“, die vom 18. Juli bis 16. August unter der Schirmherrschaft des Reichsministers Or. Goebbels auf dem Ausstellungsgelände der Reichshauptstadt stattfindet, zeigt in ihrer zweiten Hauptabteilung im Rahmen der deutschen Landschaft die hervorragendsten Sehenswürdigkeiten deutscher Kultur, des Arbeitsfleißes und der Technik. Als einen der größten deutschen Kulturschätze wird sie auch die Handschrift des Hildebrand=Liedes zum ersten Male öffentlich zur Schau bringen. Diese Handschrift ist die älteste und zugleich einzige, die auf reichsdeutschem Boden von den alten germanischen Heldengesängen urkundlich Zeugnis gibt. Das Lied handelt inhaltlich bekanntlich von dem greisen Helden Hildebrand, der, als Waffenmeister Dietrich von Berns aus der Verbannung am Hofe des Königs Etzel zurückkehrend, auf seinen einzigen Sohn Hadubrand stößt und aus echt germanischem soldatischen Ehrbegriff mit diesem die Waffen bis zum tragischen Ende kreuzt. Zwei Mönche im Kloster zu Fulda fanden an dieser vermutlich aus der Völkerwanderungszeit stammenden Dichtung so großen Gefallen, daß sie es um das Jahr 800 aus Freude am Stoff und aus Lust am Schreiben von einer älteren Handschrift auf die Umschlagdeckel eines geistlichen Buches abschrieben und das Lied so wenigstens in Bruchstücken der Nachwelt überlieferten, nachdem die alte Handschrift verloren gegangen ist. Die Rnr der wiege der„Karburgerkentprele In ihren Festspielen begeht die Universität Marburg heuer ihr zehnjähriges Jubiläum, und das mag Veranlassung sein, der Jahre zu gedenken, da das zarte Pflänzchen der Festspielidee noch von jedem Windstoß arg gezupft wurde und sich selbst den kleinsten Posten im Ausgabenetat bitter erstreiten mußte. Es war die Idee des Marburger Universitätslektors für Vortragskunst, des gebürtigen Westfalen Dr. Fritz Budde, die, durch festspielmäßige Regietätigkeit vorbereitet, zuerst wohl im Rahmen des Theaterwissenschaftlichen Seminars, dann in dem der„Marburger Bühne“, langsam heranreifte, um endlich im Sommer 1926 unter versönlichen Opfern ihres hartnäckigen Verfechters in die Tat umgesetzt zu werden. Die Mitglieder und Mitarbeiter beider Institutionen, die sich schon damals nicht lediglich aus den Reihen der Studentenschaft rekrutierten, werden sich noch heute freudig der Zeiten erinnern, da sich das Theatertemperament Dr. Buddes in der aus Laien zusammengestellten„Marburger Bühne“ eine spielbeflissene Schar junger Menschen schuf, die in den„Stadtsälen“ vor Universitäts= und Stadtpublikum ihre ersten Theaterabende veranstaltete. Noch heute ist mir die Stunde gegenwärtig, da man auch in mir einen leidenschaftlichen Diener an Thespis' Karren vermutete und mich, zunächst unverbindlich, einlud, einmal eine Probe mitzumachen. Das geschah: ich kam, ich sah, und das Theater siegte auf der ganzen Linie. Dr. Budde, ein Mann mit breitem zerklüfteten Westfalenschädel, einer schwarzumrandeten Brille vor den maikäferbraunen Augen, war dabei, das„Nürnbergisch Ei“ von Harlan einzustudieren, Warum sollte nicht ein blutjunger Student im dritten philologischen Semester— wir schrieben das Jahr 1920— auch Komödie spielen können! Bedacht, getan, und so fand ich mich denn binnen kurzem mit der großmächtigen Schaube des Dr. Schedel ausstaffiert und mußte„die Raben über's Kirchendach“ krächzen lassen, daß es einem verehrlichen Publico schaudernd über den Rücken ging. Es folgten Einstudierungen, meist in Dr. Buddes Arbeitswigwam, das„Jedermann“, mit dem wir in Offenbach und sogar in Frankfurt a. M. in der Nikolaikirche gastierten. Meiner Wenigkeit waren die Rollen des Herolds und des Arztes anvertraut, später in Hebbels„Maria Magdalene“ die des englischen Kaufmanns, des Ritters in„Lanzelot und Sanderein" und des Grafen Bruchsal in Lessings „Minna von Barnhelm". Eine tolle Geschichte, die meine hoffnungsvoll begonnene„Theaterlaufbahn" böse in Frage zu stellen schien und einen Heiterkeitsausbruch verursachte, ereignete sich — ich glaube es war in einer besseren Scheune in Laasphe oder Biedenkopf— während einer„MariaMagdalene"=Aufführung. Als englischer Kaufmann hatte ich einen kecken dreispitzartigen Hut auf wallenden Locken zu tragen, diesen Hut in einer Szene zum Gruß zu lüften und ihn artig in der Luft zu schwenken. Wer beschreibt mein Entsetzen, als ich bei Ausübung dieser an sich durchaus unverfänglichen Angelegenheit einen halben Blick in meinen Hut tue, der sich merkwürdig schwer anließ. Also kurz und schlecht: die tückische Perücke war in einem Anfall von Wahnsinn in der Behauptung stecken geblieben, und, offenbar um das Malheur auszugleichen, blieb nunmehr auch ich unter Heiterkeitskundgebungen des Publikums in meiner Rolle stecken. Doppelt unangenehm, weil irgendein hohes Tier aus der Nähe mit seiner Familie auf roten Plüschkissen ehrengasthalber in der ersten Parkettreihe saß! Wie mag der gute Doktor, der das Rampenfieber aller seiner Komödianten mit empfand, übrigens auch selbst höllisch nervös sein konnte in der Kulisse mit den Zähnen geknirscht haben! Als Regisseur war er unbestechlich Falsche Töne hörte er unter hundert echten haargenau heraus, aktiv und lebendig spielte er jede kleinste Szene vor und ruhte nicht eher, bis sie im Schwarzen saß. Wie oft hat er bei Hauptproben irgendwo im Dunkel gehockt und die Kümmerei da oben mit dem tiefen Baß seiner Stimme unterbrochen:„Halt, Herrschaften, halt, so geht das nicht", und schon kam er angerudert. Und dann ging's los, unermüdlich, immer noch einmal und immer wieder an die Sache ran. Wir. vor allem aber „der Doktor“, wie er kurz benamst wurde, hatten mit Schwierigkeiten zu kämpfen, von denen wohl alle icgendeiner Arbeit idealistisch Verschworenen ein Liedlein zu singen wissen. Geld? Ein rarer Artikel, Anerkennung?— ach Du lieber Gott! Wir waren allesamt arme Würstchen, die wir da auf der Bühne in teils eigenhändig herangeschleppten, teils unbezahlten Kostümen dem Marburger Publikum die hohe dramatische Kunst vorererzierten.„.g E. gumgsen#y aterfhier, Die Zeiten dieser relativ varmiosen Theaterspielerei sind dahin, die Leitidee aber, Marburg ein Theater zu schaffen, hat sich erfüllt. Die Schloß=Festspiele sind nun im zehnten Jahre als künstlerisch überaus beachtliche Aeußerungen eines theoretisch und praktisch aufs beste fundierten Theaterfachmanns, der sich auch in den geistigen Diskussionen um die Erneuerung des Theaters einen Namen erwarb, anerkannt und stehen künstlerisch und wirtschaftlich gefeitigt do.„ zind die diesjährig Mit Shakespeares„Sturm sing die Lletläutigen Mit Shakespeares.„Sturm sg#ie Jubiläumsspiele eröffnet worden. Moge biese kleine Plauderei aus den Anfängen des Marburger Theater„Die Familie Schroffenstein" oder„Die Familie Ghonorez“, wie Kleist sein Erstlingsdrama bei der Urniederschrift nannte, ist eines jener Dramen, die aus leidenschaftlich=genialem Jugendtraum, halb visionär halb überlastet an Phantasie, geboren werden. Ein Werk, schrill in der Leidenschaft und heiß in der Gebärde, ohne jede Mäßigung der Reife, anfängerhaft in seinen Mitteln, verworren teilweise in seiner Linienführung— aber dennoch großartig in seinem Temperament und anial in der Kühnheit seiner Situationen und seiner sprachlichen Gewalt. Trotz allem also: ein echter Kleist, ein Werk durchaus von dem Geiste jenes Dramatikers, der mit dem„Prinzen von Homburg“, mit der„Penthe silea", mit dem„Käthchen“, mit der„Hermannsschlacht" dem deutschen Theaterspielplan ein völlig neues Gesicht gab. Vieles an dieser„Familie Schroffenstein", vor allem sein Stoff, erinnert noch an jene schaurigen romantischen Ritter= und Familientragödien, die mit der Zeit wieder hingingen, in denen sie entstanden. Das andere aber, und zwar das Entscheidende, weist weit über jene Gattung schon hinaus und der junge Dichter findet hier schon, ohne das Wissen der Erfahrung und der tieferen Erkenntnis rein gefühlsmäßig eine Form des Theaters, die wieder dort anschließt, wohin sie wieder mußte, an die Zeit Shakespeares. Die Bochumer Aufführung sucht das Originalbild des Werkes zu erhalten, ohne es zu beschädigen, allzu große Jugendkraßheiten abzumildern. Daß dieser Versuch von jenen illegitimen erheblich abweicht, die dem Dichter und seinem Werk Gewalt antaten, beweist schon. daß die Bearbeitung bzw. die Kürzung des Werkes durchaus im Einverständnis und in Zusammenarbeit mit der einzig legitimen und urteilsberechtigten Institution vollzogen wurde, der Kleist=Gesellschaft.— Die morgige Aufführung wird wieder eine große Anzahl von auswärtigen Theaterfreunden nach Bochum führen, da dieser Versuch, die„Familie Schroffenstein“ von Kleist wieder dem lebendigen Theater zurückzuführen, genau so interessant ist, wie etwa die Bochumer„Demetrius"= Erstaufführung vor wenigen Wochen. In Husum starb im Alter von 78 Jahren die letzte Tochter aus Theodor Storms erster Ehe, Gertrud Storm. Sie war die Hüterin des literarischen Nachlasses ihres Vaters und hat sich durch Erinnerungsbücher über ihren Vater und seinen Kreis einen Namen gemacht. Die Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. bringen am 30 Juni die Uraufführung des neuen Schwanks von Impekoven und Mathern:„Der Raub der schönen Helena.“ Geschichtstafel! Plauderei aus den Anfängen des Marburger Theat spielens unter Dr. Budde dazu beitragen, der zu hohem Dienst am Volke berufenen Bühne weitere Freunde zu gewinnen. Dr. E. Stf. Der Musikschriftsteller und Musikpädagoge Max Steinitzer ist in Leipzig im Alter von 72 Jahren gestorben. Er stammte aus Innsbruck und wurde durch seine Strauß=Biographie der früheste Vorkämpfer für die Kunst von Richard Strauß. 26. Juni 1841 Der Baumeister des Reichstagsgebäudes Paul Wallot in Oppenheim am Rhein geboren(gestorben 1912). 1918 Der deutsch=österreichische Dichter Peter Roseggen in Krieglach gestorben(geboren 1843). 1933 Gründung der Akademie für Deutsches Recht. 1935 Reichsarbeitsdienstgesetz erlassen. DoECDeinG G. Es würde eine Aehnlichkeit sein wie die, über die schon Mephisto gewitzelt hatte— von wegen Helenen in jedem Weibe sehen, in diesem Falle Billy in jedem Mann finden. Von was man erfüllt war, das hing einem eben an! Uebrigens, alte Bilder hingen ja hier genug herum, und Mady hatte keine Neigung, zu schlafen. Vertrieb man sich die Zeit, indem man einmal spaßhalber unter den hochadeligen Herrschaften an den Wänden nach Aehnlichkeiten mit Pa, mit sich selbst oder mit der guten, dicken Frau Käselau suchte. Machte man sich überhaupt einmal in dieser angerissenen Nacht mit seiner näheren Umwelt vertraut. Mady kam es plötzlich zum Bewußtsein, daß sie sich in dem Gemach, das sie für Wochen zu bewohnen gedachte, noch eigentlich gar nicht recht umgeschaut hatte. Sie hatte es sich zuteilen lassen und hatte dann ununterbrochen sehr viel zu denken gehabt. Mady gab zu, daß sie sich ein bißchen„durcheinander" fühlte. Das war ein Zustand, der ihr bisher durchaus fremd gewesen war. Wenn Mady nicht weiter wußte, dann ließ sie den roten Schopf tanzen. Damit schnitt sie Themen ab die ihr nicht lagen, gab sie Antworten, für die sie keine Worte fand. Nachdem sie sich also wie vorerwähnt, entlastet hatte, widmete sie ihr Interesse ungeteilt ihrer neuen Umgebung. Es war eine sehr kokette Umwelt, ganz auf Gavotten und Schäferspiele gestellt, in die man sie hineinst hatte. Mady sah jetzt zu mersten Male das Gemit wachen Augen. Der Tag hatte es ihr mit mac seinem Wandelpanorama von neuen Bildern verdeckt! Ueberall, wohin man blickte, traf man auf Zweiheiten. Auf den seidenen Tapeten der Wände lustwandelte man, mit hohen Hackenschuhen angetan, zu Zweit, belauscht von Faunen und flötespielenden Pans. Auf den Sitzen und Lehnen der bocksbeinigen Sessel und Stühle neigte man sich verliebt zueinander unter weißgepuderten Perücken. Auf Paravents saß man sich schachspielenderweise gegenüber. Auf einem Kaminschirm spielte eine schöne Favoritin ihrem turbangekrönten Pascha ein schwermütig' Lied. Selbst seine Füße, wollte man sie ruhen lassen, setzte man auf„Sie“ und„Ihn“. Und paarweise hingen sie nebeneinander in ovalen Rahmen und Rähmchen. Als Silhouetten mit stolz erhobenen Nasen! Mit übernatürlich großen Augen und in pomphafter Aufmachung in Oel gemalt! In zarten Wasserfarben vor verschwimmenden blauen Fernen festgehalten! Und in schmetterlingsflügelgleichen Pastellen! Mit sehr hohen Stirnen und sehr kleinem Munde, mit schmaler Unterlippe und gleich einem Cupidobogen kühn geschwungener Oberlippe! Mady gefielen diese Herrschaften, von denen jedeiner und jedeine als Reis an einem uralten, weitverzweigten Baume saß. Sie gefielen ihr, trotzdem sie wußte, daß sie alle einen Schokoladenfabrikanten nebst Tochter nicht auf Rechnung hatten. Warum eigentlich nicht? Sie vermieteten Zimmer mit Beköstigung, und machte Schokolade. Beides sollte Geld bringen und wurde mit Geld bezahlt, das von irgendwem irgendwoher kam. Adeliges und bürgerliches Geld gab es nicht. Und was das Aussehen anging? Wenn sie, Mady Eckhardt, hinaufstiege, sich in einen solchen Rahmen klemmte und dann von oben herunterschaute, würde sie denen in der Runde an Vornehmheit in der Haltung nicht nachstehen! Oder wenn dieser Boy Billy, rank und schlank, mit dem schmalen Kopf—— „Zum Donnerwetter! Das ist ja aber schon krankhaft!“ rief sich Mady selbst zur Ordnung. Keine zwei Schritte konnte sie tun, ohne auf den Boy zu stoßen! Was sie auch tat und dachte, überall klemmte sich dieser Boy dazwischen! Beinahe hätte sie ihn jetzt auch noch eingerahmt, und die Gefühle derer droben, von Eichsfeld hießen sie ja wohl, aufs gröblichste verletzt! Aergerlich drehte sich Mady um. Sie hatte sich in einen der bocksbeinigen Sessel werfen wollen, und blieb stehen. Jetzt zweifelte sie aber wirklich an ihrem Verstand!— Der Boy war ja bereits eingerahmt! Und lachte ihr, wie das so seine Art war, entgegen! Nein, er lachte sie aus! Nicht mit zwei blendend weißen Zahnreihen, wie üblich, sondern nur mit den Augen! Aber das genügte ja auch schon! Mady hatte Lust, rabiat gegen sich selbst zu werden! Das ging denn doch zu weit! Ueber Traute spottete sie und sie selbst sah auch Gespenster. Und doch war es der Boy, der zu ihr herüberlachte! Von einem schmalen Raume her zwischen zwei hohen Fenstern! Vor sogenannten ersten Blicken geschützt durch sich bauschende schwere verblichene brokatene Gardinen. Als wolle er Versteck spielen mit schönen Frauen, die sich zufällig in dem Raume einfanden. Das sah dem Boy ähnlich! Mady ging zögernd näher.— Mady stand jetzt vor dem Bilde.— Aber die Aehnlichkeit mit dem Boy zerrann nicht. Es war gleich, ob der Kerzenschein über das Bild hinzuckte, oder ob er ruhig darauf lag. Es war das Haar, das helle, gewellte Haar des Boys, das der mit dem Spitzenkragen über ledernem Koller hatte! Es war auch des Boys liebenswürdig spöttischer Blick, der einen vorübergehend irre werden ließ, ob man nun das Vergnügen mit einem Attaché oder mit dem Gärtner von Kummerow hatte. Und es war auch des Boys Mund, von dem man in jeder Minute erwartete, daß er sich zum Lachen öffnete.— Es war das Verkappte, das um den Boy war, das hier ein Maler in Lichtern und Schatten festgehalten hatte, und in Farben, die frisch waren, wie am ersten Tage. Und doch war das ganze eine Mystifikation, ein Spiel, das sich die erlaubten, deren Wohnort Shakespeare zwischen Himmel und Erde vermutete. Und hier fiel Mady noch etwas ein: Dies Bild hier wäre dann ja schon das zweite Doppel dieses Billy in dem alten Schlosse!— Oder hatte sich Traute den Spaß gemacht, das Bild die Zimmer wechseln zu lassen?!— Aber Traute hatte von einer Miniatur, von Dreispitz und Puderperücke gesprochen?— Na ja, schnitt Mady wieder einmal den Faden ab, etwas Wunderliches mußten alte Schlösser schon haben. Und wenn sie es nicht hatten, so trug man es hinein! Es war einfach Ehrensache, daß man in alten Schlössern etwas erlebte, was man anderswo nicht erleben konnte. Durch die Ritzen der brokaten Vorhänge blinzelte der Tag. Mady verschaffte ihm Einlaß. Sie war nicht ein bißchen müde. Kein Wunder, wenn man so jung war! Und wenn der Himmel ausschaute wie lauter rosa Rosen! Der Billy im Lederkoller hatte sich hinter den schweren Falten der zurückgezogenen Brokatvorhänge verborgen, wie immer tagsüber! Mady mußte lächeln. Also darum warst du mir entgangen, mein Freund! Drunten auf dem weiten Platze vor dem Schlößchen ist es still und leer. Noch scheint alles zu schlafen, von Miß Shorthand angefangen, bis zu Frau Käselau. Nur Herr Neptun steht wie immer unentwegt inmitten seiner steinern=fischschwänzigen Gefolgschaft und läßt sich von seiner Mitgöttin Eros rosig anstrahlen! Das macht den moosbewachsenen Herrn nicht jünger. Schwärzlich, unbewegt und undurchdringlich stehen die Taxushecken, einstmals Paravents für die Liebesuchenden, Versteckspielenden einer galanten Zeit. die steckspi Mady lauscht und wartet. So wie sie in der Schule gelernt hatte, hatte ein Gärtner die Verpflichtung, vor Tau und Tag aufzustehen, um als erster das in Empfang zu nehmen, was die Natur über Nacht geschaffen hatte. Ob es dieser Billy wohl anders hielt? Eigentlich müßte es interessant sein, ihm einmal ganz allein zu begegnen. Wie er sich dann wohl benahm? Ja, wie wohl—?! Sollte sich in dieser Herrgottsfrühe nicht eine Antwort auf diese Frage holen lassen? Vielleicht, wenn sie einen kleinen Morgenspaziergang zwischen den Schnurbäumen unternahm? Ein leises Geräusch drang an Madys Ohr. kam von drunten. Es klang, als wenn ein Mensch ging, der sich und sein Gehen zu vertuschen suchte! Sicher der Boy Billy, der damit den Gästen auf Kummerow die schuldige Rücksichtnahme zollte! Aber der Platz war leer. Mady lächelte und hielt die Nase vorsichtig über die Fensterbrüstung. Und gab im gleichen Augenblick ihre Absicht, zwischen Schnurbäumen zu lustwandeln, auf. Drunten schlich Traute vorsichtig an der Hausmauer entlang. Sie mußte sich wie ein Heinzelmännchen fortgestohlen haben. Auf jeden Fall aber auf Strümpfen, die Schuhe in der Hand—— Mady ahnte, wo Traute hinschlich! Sie zweifelte keinen Augenblick daran, daß Traute den gleichen Weg ging, den sie selbst eben hatte gehen wollen. Vielleicht lag diesem Weg sogar eine Verabredung zu Grunde. Wußte sie denn, ob nicht Traute gestern den Boy einmal allein gesprochen hatte? Wohl waren sie gute Freundinnen. Aber ihre Freundschaft spielte sich nicht in der Form der üblichen Mädchenfreundschaften ab, daß keine von ihnen einen Schritt tat, von dem die andere nichts wußte. Sie waren beide frei!— Aber vielleicht gerade darum waren sie einander so verbunden, daß keine der anderen etwas neidete. Traute mißgönnte Mady nicht die gutgehende Schokoladenfabrik ihres Vaters und Mady nicht Traute den frühmorgendlichen Spaziergang mit einem wohl richtig geahnten Ziel. Man fand sich ab, wie und wann es eine gute, ehrliche Freundschaft erheischte! Und darum hielt es auch Mady für richtig, den Kopf zurückzuziehen. Und es war bestimmt nicht ihre Schuld, daß sie noch sah, wie von der anderen Seite her, gleichfalls dicht an der Hausmauer entlang, der Boy, kam. Schade, sagte Mady, und sie gab zum ersten Male etwas voll zu, was sie bis jetzt zu bestreiten versucht hatte——— Traute und Billy aber lachten einander an. Traute streckte ohne Zimperlichkeit die Hand aus, und Billy schüttelte sie herzhaft, so wie Gärtner entgegengestreckte Hände zu schütteln pflegen! „Schönes Wetter heute", lachte Traute. „Ob wohl morgen auch so schönes Wetter ist?“ lachte Billy. Und dann gingen sie wie ganz selbstverständlich den gleichen Weg, als hätten sie bei den Schnurbäumen ein Stelldichein verabredet. Billy lockerte die Baumscheiben und ging auf die Raupenjagd, damit die kostbaren Riesenfrüchte, die die Bäumchen brachten, nicht gefährdet wurden. Jede Frucht war bar Geld. Und Geld konnte man auf Kummerow gebrauchen. Es sah alles äußerst geschickt aus, was Billy tat. Selbst der Fachmann hätte nicht an seiner gärtnerischen Lehrzeit gezweifelt, wie viel weniger Traute. „Ist nun mit Ihrem Beruf ein einigermaßen gutes Einkommen verbunden, Herr Billy?“ fragte Traute treuherzig und konnte es nicht verhindern, daß sie rot anlief. Billy lachte. „Eine Frau ernährt mein Handwerk vorläufig noch nicht! Aber ich lege es darauf ab, daß es das später einmal tut.“ Und hierauf lenkte Billy ohne Umschweife zu Mady über als habe sie irgend etwas mit der späteren Gärtnersfrau auf Kummerow zu tun. Traute merkte sofort, daß das ein Interview war. Und sie sah nicht ohne leises Erschrecken ein Interesse bei Billy, von dem sie bisher keine Ahnung gehabt hatte. Aber trotzdem gab sie Billy ehrlich Red' und Antwort, so wie das ihre Freundschaft zu Mady und ihre Achtung vor Billy heischte. „Mady ist ein guter, lieber Kerl, nur sie hat einen kleinen Hochmutsteufel“, sagte Traute im Verlaufe des Interviews und schaute Billy besorgt von der Seite an, wie er das wohl als gräflicher Schnurbaumgärtner, der nichts, als eben diese Bäume in die Waagschale zu werfen hatte, aufnahm. Aber Billy äußerte sich nicht. Auch nicht einmal mimisch. „Mady ist nicht von Natur aus hochmütig, sie ist es eigentlich mehr aus Achtung vor sich selbst und aus Liebe zu ihrem Vater. Ein prächtiger Mnsch, dieser August Eckhardt! Vielleicht zu aufrecht, weil er der Meinung ist, jedem sagen zu müssen, daß er ehemals als einfacher Fabrikarbeiter die Kakaomasse angerührt hat. Damit sich von ihm absondern kann, wer will! Das tut denn auch die Kreise, in die Mady eigentlich kraft ihrer ganzen Persönlichkeit hineingehört. Wir haben sie immer Fräulein Komtesse in unserm durchaus bürgerlichen Pensionat genannt.“ Traute beobachtet Billy heimlich, während sie tut, if Raupen fahndet. Ob sie als ob sie ebenfalls auf Raupen fühndet. Ob sie ihm wohl jetzt weh getan hat? Oder ob er vernünftig genug ist, zu begreifen, daß Mady nichts für einen Schnurbaumgärtur auf Kumerow ist? Selbst wenn er ein so ausgesprochen hübscher, netter Boy mit gutem Benehmen ist! Aber Billy lächelt. Mit der gräflichen Stellung, Mady, könnte ich dir dienen, denkt er, aber nur dann, wenn du den Gärtner und nicht den Grafen wählst! M..* 2h deines Naters gesundes Blut in dir ist Mai sehen, vo beines Valers gesunden Dtut in dir ist! Daß ich dir nicht so ganz gleichgültig bin, glaube ich verbürgen zu können. Und daß ich deinen alten jedem, der den Wunsch hat, uns auf Eichsfeld zu besuchen, mit Stolz präsentieren würde, das verspreche ich dir! Einer Heirat zwischen uns läge also nichts im Wege! „Ein netter alter Herr“, lobte Billy den Vater. Ich habe ihn neulich durchs Telephon gesehen.“ Billy lacht nit blitzenden Zähnen.„Nicht ein bißchen eingebildet, mir vllgenben Bahnen.„Nicht ein bißchen eingehulte. man merkt ihm nur den Charakter an. Ich denre, die Tochter wird etwas von der gesunden Einstellung des Vaters geerbt haben.“ ung.74 „Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 141 Der 0 Es war im Krilonie auf einer Mi Schutztruppenoffizier Europäer, die Trup Zwar beschäftigte u gab es wenig Abn einmal Post ein. 9 lesen, und auch zug schmäht. So fanden artikeln angeboten die unsere Aufmerk offene, ein Meter he Papier. Daran ein zin oder Spiritus. stieg dieser Miniatu mit unseren Schwar Nach sechs Mon Es waren drei St Teufel, und der dri sches Tier. An einem Sonn leichtem Wind wurk tion, die wir selbst Anhöhe mit schönem Nahe der Station andere lagen weiter Um den„Start lich zu gestalten, ha Zuschauer antreten Dorfes mit seinen Ganz klar war „die guten und böse gelingen würde. 2 bereitet. Als es er entfaltet und von z Behälter mit Spiri Ansprache an die so wir hätten uns aus Polizist) und böse sie jetzt in die Luft die ihre Wege und ihre Steuern bezah und Arbeiter pünkt Geist belohnt, bei Vieh gedeihen und aber denen, die wi stießen! Die bösen ihnen käme Krankh Daß jedes Wor gläubischen Negern meine Geister nun Ich hatte doch möglichen Reinfall digen Erklärungen. Sergeant St. war auf mein Zeichen. an die Reihe. Al die Zeichnung erken war der Druck so und schnell stieg de vom Winde erfaßt großes Waldstück. Der erste böse als bis zu dem W nicht. Dort mage Uns genügte es, zu ler und weit aufg die uns in starrei Den zweiten E dicke Polizist. Als also so stan, aufge ulkig aus. Der d dicke Schnauzbart, „Es darf ebe erfahren", trumpf „Das heißt m den Posten übern meraden als Dieb folgendes machen. Brustbeutel stehl Ridell?“ „Ungefähr zw „Na schön, drehen, das ist Il onizielle Meldung nicht bestrafen, st dung werde ich „Zu Befehl.“ „Schön. 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So fanden wir einmal eine Reihe von Scherzartikeln angeboten und darunter auch Heißluftballons, die unsere Aufmerksamkeit erregten. Es waren unten offene, ein Meter hohe ballonartige ulkige Figuren aus Papier. Daran ein kleiner Aluminiumbehälter für Benzin oder Spiritus. Wir versprachen uns von dem Aufstieg dieser Miniatur=Montgolfieren einige Unterhaltung mit unseren Schwarzen und bestellten sie in der Heimat. Nach sechs Monaten Wartezeit trafen sie endlich ein. Es waren drei Stück. Ein Polizist, ein fratzenhafter Teufel, und der dritte Ballon war irgendein phantastisches Tier. An einem Sonntagvormittag bei klarem Wetter und leichtem Wind wurde der Start angesetzt. Unsere Station, die wir selbst gebaut hatten, lag auf einer kleinen Anhöhe mit schönem Rundblick über Urwald und Steppe. Nahe der Station befand sich ein Eingeborenendorf, andere lagen weiter entfernt. Um den„Start“ möglichst unterhaltend und feierlich zu gestalten, hatten wir die farbige Kompagnie als Zuschauer antreten lassen. Auch der Häuptling des Dorfes mit seinen Schönen war geladen. Ganz klar war es uns nicht, ob das große Werk, „die guten und bösen Geister zum Fliegen zu bewegen“, gelingen würde. Aber unverdrossen wurde alles vorbereitet. Als es endlich soweit war, der erste Ballon entfaltet und von zwei Europäern gehalten wurde, der Behälter mit Spiritus gefüllt war, hielt ich eine kleine Ansprache an die schwarzen Gläubigen. Ich sagte etwa, wir hätten uns aus unserer Heimat gute(das war der Polizist) und böse Geister kommen lassen. Wir würden sie jetzt in die Luft schicken. Die Dörfer und Stämme, die ihre Wege und Farmen immer sauber hielten, die ihre Steuern bezahlten und die die verlangten Träger und Arbeiter pünktlich stellten, würden von dem guten Geist belohnt, bei ihnen würden die Farmer und das Vieh gedeihen und die Kranken gesund werden. Wehe aber denen, die wider das Gebot der Regierung verstießen! Die bösen Geister würden sie bestrafen. Zu ihnen käme Krankheit, Mißwachs und Seuchen. Daß jedes Wort geglaubt wurde, war bei den abergläubischen Negern klar. Klar war mir aber nicht, ob meine Geister nun auch fliegen würden. Ich hatte doch etwas Herzklopfen vor dem eventuell möglichen Reinfall und suchte im Geiste nach glaubwürdigen Erklärungen. Aber mein tüchtiger Büchsenmacher Sergeant St. war seiner Sache sicher und wartete nur auf mein Zeichen. Zunächst kam das phantastische Tier an die Reihe. Als die Hitze den Ballon blähte und die Zeichnung erkennbar war, wich alles zurück. Endlich war der Druck so stark, daß losgelassen werden konnte, und schnell stieg der Ballon wohl 50 Meter hoch, wurde vom Winde erfaßt und trieb ab in Richtung auf ein großes Waldstück. Gleich darauf war er verschwunden. Der erste böse Geist hat es geschafft. Daß er weiter als bis zu dem Waldstück gekommen war, glaubten wir nicht. Dort mag er wohl einige Affen erschreckt haben. Uns genügte es, zumal, wenn man in die offenen Mäuler und weit aufgerissenen Augen der Schwarzen sah, die uns in starrem, staunendem Schweigen umgaben. Den zweiten Start bestritt als„guter Geist“ der dicke Polizist. Als er seine volle Würde erreicht hatte, also so stark aufgebläht war, sah er auch wirklich zu ulkig aus. Der dicke Bauch, die blaue Uniform, der geflohen. Der furchtbare Geist aber habe sich vor sein Der Hapiettenfer frisst ein egerd c#berschlacken. Er slehte nich an, in sein Dorf zu gehen ten Backen verfehlten ihre Wirkung auf die Schwarzen nicht. Sie wurden wieder vergnügt und zutraulich. Doch wichen sie wieder schnell zurück, als er losgelassen gen Himmel wackelte. Leider war er schief abgekommen. Der Behälter war verzogen und so behielt er das Wackeln bei. Nach ein paar hundert Meter ging er in Flammen auf und die Trümmer verschwanden im Urwald. Die Schwarzen begleiten den Vorgang mit aufgeregtem Durcheinander. Meine Worte, daß der gute Geist, um schneller vorwärts zukommen, eine Feuerwolke gewählt habe, wurden restlos angenommen. Der dann startbereite Teufel sah wirklich greulich aus. Diesen Eindruck quittierten die Neger auch durch weites Zurückweichen. Sein Aufstieg war ein voller Erfolg. Er kam wohl hundert Meter hoch und trieb ruhig und gleichmäßig vor dem Winde her. Eine Weile konnten wir ihn noch mit den Augen verfolgen. Als nichts mehr zu sehen war und der Bann von den Leuten gewichen, begab sich alles laut schwatzend und gestikulierend in die Hütten, um das große Ereignis gründlichst durchzusprechen. Auch wir Europäer waren mit der Unterhaltung voll zufrieden. Mehrere Stunden waren vergangen. Wir Europäer pflegten bei der tropischen Mittagsglut in unseren etwas kühleren Buschhäusern der Ruhe. Plötzlich weckt mich Lärm und aufgeregtes Rufen vor meinem Hause. Mein Boy stürzte herein und überschüttete mich mit einer Flut von Worten. Nur soviel verstand ich daß der „böse Geist das ganze Dorf des Häuptlings Tunga gefressen habe. Der Häuptling selbst sei da und jammere um meine Hilfe. Hallo, das brachte mich auf die Beine. Vor meinem Buschhaus standen ein paar schweißtriefende und schweratmende Neger, umgeben von der ganzen Stationsbesatzung. Der Häuptling Tunga war mir wohl bekannt. Er gehörte zu den wenigen Häuptlingen, die stets widerwillig meinen Anordnungen nachkamen und mir viel Scherereien machten. Sein großes Dorf lag knapp drei Marschstunden von der Station entfernt. Als er mich sah, stürzte er auf mich zu und warf sich Hilfe heischend zur Erde. Ein überlebensgroßer schrecklicher Geist sei vom Himmel herunter über sein Dorf gekommen und habe viele seiner Leute verschluckt. Die sich hätten retten können, seien weit in den Busch und dieses Ungeheuer zu vertreiben. Daß mein„Heißluftballon“ diese Panik hervorgerufen hatte, war ja sicher und ich frohlockte innerlich über diesen Zufall und beschloß, ihn nutzbringend zu verwenden. Es reizte mich auch selber, den Schaden zu besehen. Büchsenmacher St. und ich begaben uns sogleich mit ein paar farbigen Soldaten als Begleiter auf den Weg, gefolgt von dem sonst so trotzigen und aufrechten Tunga und seinen Leuten, die aber jetzt klein und häßlich waren.„. wan Eir am Siel an 8. Kurz vor Dunkelwerden kamen wir am Ziel an. Der Häuptling war sichtlich erleichtert, als ich bestimmte, daß die farbigen Soldaten und er vor dem Dorfe warten sollten, während aus Zweckgründen St. und ich allein in das Dorf gingen...„. Einfach wüst sah es da aus. Das typische Bild einer Flucht um jeden Preis. Zerbrochene Tontöpfe. herumgestreutes Hausgerät, fortgeworfene Lebensmittel! In einigen Buschhütten waren die tapferen Bewohner durch die rückwärtige Mattenwand durchgebrochen, um so den rettenden Busch zu erreichen. Mein Teufelchen lag tatsächlich nahe dem Palaver= haus auf dem Dorfplatz in sich zusammengesunken. St., der vorsorglich Spiritus mitgenommen hatte, stellte fest, daß die Hülle noch leidlich erhalten war. Es lag uns daran, daß der„gute Eindruck“ den der Ballon auf den Häuptling gemacht hatte nicht getrübt wurde. Die gleich ins Werk gesetzte Auffrischung gelang auch ganz gut. Mit der brennenden Pfanne, leidlich aufgebläht, trugen wir ihn am Kopf haltend zu unseren Leuten. Bei unserem Nahen sprang Herr Tunga mit seinen Leuten in großen Sätzen in den Busch und war verschwunden. Wir konnten uns nur noch unsichtbar mit ihm in lauter Stimme unterhalten. Ich sagte ihm, daß ich den„bösen Geist", der mir gehorche, wieder mitnehme. Seine verschluckten Leute habe er alle wieder herausgegeben, sie seien jetzt im Busch bei den anderen. In der Nacht möge er sich alle zurückholen und ohne Schaden in sein Dorf zurückkehren. Natürlich verwarnte ich ihn schwer, er solle von jetzt an stets willig und gut meinen Anordnungen nachkommen; denn wenn der„böse Geist" noch einmal kommen müßte, dann holte ich ihn nicht wieder zurück. Sein immer wiederholtes jammerndes„Eh, Eh— ja, ja tönte noch lange hinter uns her. Die Monate die ich dann noch im dortigen Bezirk war, waren eitel Friede und Eintracht. Denn auch die übrigen Häuptlinge hatten es sich mit Schreck eine Lehre sein lassen. stimmt, sie selbst habe so etwas nicht nötig und sie dächte auch nicht daran, es sich anzugewöhnen. Puddings und Kompott bereitet unsere Grete mit grimmigem Gesicht, und mehr als einmal mußte ich mir schon sagen lassen, daß man mit den Zähnen und dem ewig lüsternen Gaumen viel Geld klein machen könne. Neulich hatte sie das Pech, zwei wertvolle, alte Porzellanschalen zu zertrümmern. Als sie mein bekümmertes Gesicht sah, tröstete sie mich und meinte, ich solle mich doch nicht ärgern, Porzellan sei doch so viel billiger geworden, und sie habe zu Hause mal so einen großen Wasserkrug(dabei spreizte sie die Arme, so weit es geht, auseinander), zerschlagen und dann durch einen neuen leicht angeschlagenen für nur 95 Pfennig ersetzt! Gleich morgen wolle sie in die Stadt gehen und für sehr wenig Geld zwei neue Porzellanschalen besorgen! Mit den „leicht angeschlagenen Sachen“ war ich aber doch nicht ganz so einverstanden und erbot mich, doch lieber selbst für Ersatz zu sorgen. Kurz nach diesem Vorfall leistete sich Grete etwas. was ich ihr leider nicht so ohne weiteres durchgehen lassen konnte. Ein Vorgesetzter meines Mannes hatte sich mit Frau und Kindern bei uns zu Besuch angesagt. Schon tagelang vorher beriet und besorgte ich mit Grete alles nötige und machte ihr klar, daß diesmal an nichts gespart werden dürfe. Grete fügte sich meinen Anordnungen nur widerwillig, aber sie fügte sich endlich. Und dann kam der so gut vorbereitete Abend heran. Die Gäste waren begeistert von dem nett gedeckten Tisch und des Lobes voll über die so gut gelungenen Gerichte. Mit verkniffenem Gesicht legte Grete die Speisen vor und äugte mißmutig auf die weniger und weniger werdenden Vorräte. Außer mir merkte natürlich niemand etwas davon und der Abend wäre bestimmt ohne peinliche Unterbrechung verlaufen, hätte nicht einer der Gäste, der beim letzten Rundgehen der Schüsseln schon gedankt hatte, sich eines Besseren besonnen, und nun nachträglich noch ein Stück des wirklich herrlichen Bratens verlangt. Bevor ich es verhindern konnte, entriß Grete dem sprachlosen Gast die Fleischplatte und sagte, so laut es eben ging:„Sie haben doch genug gegessen, nicht wahr? Was jetzt noch da ist, bleibt für morgen zum Mittagessen, es ist sowieso schon wenig genug!“ Noch nie hatte ich in meinem Leben so heftig den Wunsch verspürt, in den Erdboden versinken zu können, wie an jenem Abend. Mit viel Ueberedungskunst brachte ich es fertig, der Angelegenheit die Spitze zu nehmen zum Schluß lachten unsere Gäste sogar über die Sache! Grete aber wurde so streng ins Gebet genommen, daß wir einen Rückfall in dieser Beziehung nicht mehr zu befürchten haben werden. Es fragt sich nur, wozu ihre große Sparsamkeit sie das nächste Mal wieder verleitet. lete ist alLzu Spaisam Von d. s. Unsere gute Lina, die viele Jahre lang treu und brav ihren Dienst bei uns versah, hatte es plötzlich noch gepackt, das Feuer der späten Liebe nämlich! Wie, wo und wann sie ihren Karl kennenlernte, hat sie uns nie verraten. Wir erfuhren von seiner Existenz erst an dem Tage, da sie uns ihre Stellung kündigte. Ich war einfach sprachlos, und das will bei mir schon etwas heißen! Als ich mich aber wieder einigermaßen gefaßt hatte, bestürmte ich Lina mit Fragen, ob es ihr bei uns nicht mehr gefiele, ob ihr die Arbeit zu viel sei, oder ob ihr unsere Kinder zu ungezogen seien. Endlich erklärte sie mir mit kurzen Worten:„Ach wo Frau Hahn, das ist es alles nicht, ich heirate man bloß!“ Diese Antwort traf uns alle wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Unsere Lina und heiraten? Das war ja gar nicht möglich! Aber Lina bewies uns, daß noch ganz etwas anderes möglich war, nämlich daß sie. trotz ihrer schon leicht angegrauten Haare, sogar in Kranz und Schleier, schämig lächelnd mit ihrem Karl vor den Altar trat. Und nun haben wir eine neue Lina. Sie heißt zwar dicke Schnauzbart, die rote Knopfnase und die gepluster= Grete, ist sehr viel jünger und in der Arbeit unerfahrener aber trotzdem muß sie es sich gefallen lassen, daß wir sie infolge zwanzigjähriger Gewohnheit ab und zu einmal versehentlich Lina nennen. Grete ist auf jeden Fall ein Kapitel für sich! Sie ist vom Lande und ungeheuer sparsam. Obwohl man diese Eigenschaft nicht genug rühmen kann, muß ich doch sagen, daß sie sie übertreibt. Mir scheint, sie will mit Gewalt reiche Leute aus uns machen, denn jeder Kohlkopf gibt ihr Anlaß, sich mit den Kaufleuten über die viel zu hohen Preise zu streiten. Wehe, wenn ich einmal nicht in der bin, um nach dem Rechten zu sehen, dann sind die Fleisch= und Gemüseportionen so knapp bemessen, daß wir nach beendeter Mahlzeit Hunger auf ein gutes Mittagessen haben. Als ich Grete eines Tages bat, doch nachmittags eine weiße Schürze umzubinden, erklärte sie mir, das sei Firlefanz und die Wäsche zu waschen, koste ohnehin genug! Sie weigert sich ganz energisch, zum zweiten Frühstück ein Brot mit Käse oder Wurst zu essen, und als ich ihr dazu ein Glas Milch vorschlug, lachte sie nur und gab mir zu verstehen, Milch sei ein Luxus, nur für blaßwangige Großstädter beFräulein Aurelie hat Besuch von ihrem Zukünftigen. Sie beabsichtigt, ihn ihrem Papa vorzustellen. „Papa“, meint sie,„wird sich sehr freuen, dich kennenzulernen.“ Fritzchen, der zugegen ist, bestätigt das: „Jawohl. Er hat schon immer gesagt, ich bin nur neugierig, wie der Depp einmal aussieht, der dich heiratet.“ „Ill. Beob.“ Wie soll ein Mädel heute aussehen? Schlank, sportlich und— natürlich braungebrannt! Das ist zeitgemäß und ein Zeichen von gesunder Lebensweise. Und wer schön bräunen will, benutzt NiveaCreme oder Nivea-öl. Es schützt und bräunt zugleich! 44. Von Bill Beilm 4) „Es darf eben niemand den wahren Sachverhalt erfahren", trumpfte Seldon auf. „Das heißt mit anderen Worten, daß derfenige, der den Posten übernimmt, auch tatsächlich vor seinen Kameraden als Dieb gelten soll? Gut, dann können wir folgendes machen. Sie Seldon, werden Ridell den Brustbeutel stehlen. Wieviel haben Sie da drin, Ridell?“ „Ungefähr zwei Pfund.“ „Na schön, das reicht. Wie Sie die Geschichte drehen, das ist Ihre Angelegenheit, jedenfalls wird eine onizielle Meldung gemacht. Ich werde darauf Seldon nicht bestrafen, sondern ihn entlassen. Eine Begründung werde ich schon finden. Verstanden?“ „Zu Befehl.“ „Schön. Seldon zieht sich Zivil an und bleibt zunächst in der Oase. Sie können da ein bißchen herumkrakehlen. und dabei setzt Ihre eigentliche Aufgabe ein. Lassen Sie sich ruhig zu irgendwelchen Dummheiten verführen, wenn es darauf ankommt, aber seien Sie vorsichtig. Angeblich wollen Sie am nächsten Freitag die Autos benutzen, um hier wegzukommen. Sie werden aber die Wagen verpassen. Meinetwegen betrinken Sie sich so sehr, daß Sie die Zeit verschlafen, wenn nicht inzwischen bereits etwas geschehen sein sollte. Damit gewinnen wir dann mindestens wieder eine Woche Zeit. Sie Ridell, werden abkommandiert, und zwar offiziell als Bursche von Miß Keller und von jedem anderen Dienst befreit. Und nun das Wichtigste. Seldon, Sie dürfen sich niemals mit anderen Kameraden sehen lassen, und ich werde dafür sorgen, daß die andern auch ein Zusammentreffen vermeiden. Dagegen müssen Sie mit Ridell etwas ausmachen. wo Sie sich. treffen wollen oder wie Sie in Verbindung bleiben. Wenn möglich, treffen Sie ihn auch nur dann, wenn es unbedingt nötig ist. Fällt Ihnen irgend etwas auf, so haben Sie es sofort zu melden. Ist alles klar?“ „Ja, ich habe nur zwei Fragen“, sagt Seldon. „Das wäre?" „Kann ich meinen Revolver mitnehmen und wo bekomme ich Zivil her?“ „Die Waffe können Sie natürlich behalten, und für einen Zivilanzug werde ich schon noch sorgen. Noch etwas?“ „Wann soll der Diebstahl vor sich gehen!“ fragte Ridell. „Möglichst bald, am besten noch heute abend.“ „Wird gemacht", riefen beide wie aus einem Munde. „Noch etwas“, sagte Gordon nach kurzem Schweigen.„Seldon, ich gebe Ihnen für alle Fälle eine Anweisung, daß jeder Ihrem Befehl zu folgen hat, wenn Sie Hilfe brauchen.“ „Zu Befehl“, grinsten die beiden und strahlten sich an. Das war endlich mal eine Sache, und sie borten sich gegenseitig in die Rippen, als sie sich bald darauf durch die Tür schoben. „Tüchtige Burschen, die zwei“, sagte Pond. „Ich verspreche mir ja nicht allzuviel von der Sache“, meinte Gordon,„aber wir wollen nichts unversucht lassen. Kommen Sie mit? Münsingen wird schon warten.“ „Ich habe noch zu tun und komme eine halbe Stunde später, Captain.“ „Ich freue mich, daß Sie so gute Gesellschaft haben“, sagte Gordon, als er Ingeborg in Gesellschaft Münsingens antraf, und eine kleine Falte erschien auf seiner Stirn. Aus dienstlichen Gründen konnte er sich nicht so um Ingeborg kümmern, wie er es gern mochte. Anderseits aber war Gordon ein wenig eifersüchtig, und zum ersten Male spürte er, daß Ingeborg Keller vielleicht für ihn mehr bedeuten konnte, als er selbst es gern wollte. Ali kam und brachte das Essen. Etwas später kam auch Pond hinzu, doch wollte das Gespräch nicht recht in Fluß kommen. Ingeborg war von der Reise und den vielen neuen Eindrücken ziemlich müde. Gordon machte sich Sorgen um die Sache mit El Ferd, und Münsingen war von Natur aus schweigsam. So blieb es die Aufgabe Ponds, die Unterhaltung aufrecht zu erhalten. Aber alle seine kunstvollen Versuche scheiterten an der Einsilbigkeit der anderen, so daß auch er schließlich schweigsam wurde. Als sich das Mädchen frühzeitig zurückzog, gingen die drei Männer in das Café, um noch einen Whisky zu trinken. Obwohl auch hier kein richtiges Gespräch in Gang kam, blieben die beiden Offiziere hartnäckig sitzen. Klaus wunderte sich darüber, es war sonst nicht Gordons Art, die Zeit totzuschlagen, aber dann schien es ihm. als erwarteten sie irgend etwas. Und richtig, plötzlich kam eine Ordonnanz herbeigelaufen und gab Gordon eine Meldung ab. Der Capkain riß den Umschlag auf und überflog das Papier, dann wandte er sich an Münsingen: „Entschuldigen Sie uns bitte, aber es ist eine unangenehme Sache in den Baracken geschehen, die meine Anwesenheit erforderlich macht.“ Er reichte Münsingen die Hand. Auch Pond verabschiedete sich. „Ich reite morgen auf eine kleine Expedition, und wir werden uns wohl einige Tage nicht sehen. Auf Wiedersehen, Münsingen.“ „Auf Wiedersehen. Und Hals= und Beinbruch.“ * Klaus Münsingen wanderte nachdenklich durch die schweigende Oase. Er dachte an Ingeborg Keller und mußte zugeben, daß sie einen starken Eindruck auf ihn gemacht hatte. Er stellte das ganz sachlich fest, um sich darüber klar zu werden, ob es die Persönlichkeit des Mädchens war, die ihn fesselte oder nur ein plötzlich aufwallendes Gefühl, weil er seit Monaten keine weiße Frau mehr gesehen hatte. So in Gedanken versponnen, ging er weit über die Grenzen der Oase hinaus in die Steppe, ohne auf den Weg zu achten. Erst das laute und ungeduldige Bellen eines Schakals riß ihn aus seinen Träumen. Er war viel weiter gegangen, als er beabsichtigt hatte und gewahrte dicht vor sich die tote Stadt. In dem ungewissen Licht sahen die verfallenen weißen Häuser unwirklich, fast gespenstisch aus. Regungslos stand Klaus vor der Stadt. Plötzlich schien es ihm, als habe er ein paar Schatten zwischen den Ruinen verschwinden sehen. Er sah angestrengt hin, aber nichts rührte sich. Langsam trat er den Rückweg an und bemerkte nicht die beiden Schatten, die lautlos, in einem großen Bogen, auf die Oase zuhuschten. Klaus ging den üblichen Weg durch die kleine Holztür und den Garten. In dem Zimmer, das Ingeborg bewohnte, war es dunkel. Längst mochte sie schlafen. Klaus fand noch einen Rest Kaffee, rauchte eine Zigarette und suchte dann sein Zimmer auf. * Still und ruhig lag die Oase. Es war schon so spät, daß auch das Café bereits geschlossen hatte, als ein Mann mit schnellen Schritten durch die engen Gassen huschte. Vor einem unscheinbaren Hause machte der Mann halt. Er war sehr vorsichtig, denn er blieb lange im Schatten einer Palme stehen, bevor er leise in bestimmtem Rhythmus an die Tür klopfte. Diese öffnete sich rasch, doch ohne daß sich jemand sehen ließ, und der Mann trat in das Dunkel ein. Eine halbe Stunde später verließ er das Haus ebenso vorsichtig, wie er gekommen war, aber um einige hundert Pfund reicher. Mit schnellen Sprüngen durcheilte er lautlos die Oase und lief dann in die Wüste hinaus. Fast eine Stunde ging er mit weitausgreifenden Schritten vorwärts, ehe er zu einer flachen Senkung kam. Ohne zu zögern, wandte sich der Mann etwas nach rechts und stand gleich darauf vor einem am Boden liegenden Pferd. Selbst in dieser Beleuchtung konnte man erkennen, daß das Tier der besten arabischen Zucht entstammte. Es lag gänzlich regungslos und hob nicht einmal den Kopf, nur die kleinen Ohren spielten nervös. Der Mann murmelte ein paar Worte, und gehorsam erhob sich das Pferd. Er strich ihm liebkosend über die weiche Mähne, zog den Sattelgurt enger und schwang sich hinauf. Am Rande der Senke hielt er einen Augenblick an und blickte auf den Weg zurück, den er gekommen war. Dann setzte er das Tier in Galopp und war bald darauf in der Dunkelheit verschwunden. * Das erste was Klaus Münsingen vernahm, als er am nächsten Morgen erwachte, war das Plätschern von Wasser und der unmelodische, wenn auch herzlich gemeinte Gesang einer rauhen Männerkehle. „Du dreifach verfluchte Teufelin. Allah hat deinen Verstand vergessen, als er dich schuf“, hörte er einen Mann schimpfen. Als Klaus den Kopf aus der Tür steckte, bot sich ihm ein sonderbares Bild. Auf der Terrasse stand eine alte, sehr dicke und häßliche Beduinenfrau, die mit einem Besen und einem schmutzigen Lappen drohende Bewegungen vollführte und tausend Verwünschungen, wie sie nur der Orient erfinden kann, in die Richtung der beiden letzten Zimmer ausspie. Gleich darauf erschien im Rahmen der Tür ein Soldat in Hemdsärmeln und schrie sie mit krebsrotem Gesicht an. „Möge dir der Satan den Hals umdrehen, du alte Ziege. Gdide mai, gdide mai, gdide mai!!“ „Was ist denn da los?“ erkundigte sich Klaus lachend. „Ich bitte um Verzeihung", entschuldigte sich der Soldat,„aber dieses verruchte Weib soll Wasser holen und tut es nicht.“ „Geh und hole frisches Wasser“, wandte sich Klaus, noch immer lachend, an die Frau, und ohne zu antworten, verschwand sie mit dem Eimer. „Ich heiße Ridell“, erklärte der Soldat.„Der Captain hat mich abkommandiert als Bursche für Miß Keller und jetzt bin ich gerade dabei, die Zimmer in Ordnung zu bringen.“ „Wo ist Miß Keller!“ fragte Klaus. „O, sie ist schon vor einer halben Stunde fortgegangen, um einen Spaziergang zu machen.“ (Fortsetzung folgt.) Seite 8 Nr. 147# Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 26. Juni 1936 Duc Mastereetf die Saule=Wrftfnien=Eut Bödefeld im Sauerland/ Von Regierungsbaumeister R. Tahl Reghnten miis Tiheliil Nordwestfalens Gautreffen Bilder aus dem Musterdorf des Gaues Westfalen=Süd, Bödefeld im Sauerland. Aufnahme: Lahl Kulturen der Völker sind der untrügliche Gradmesser für den inneren Wert der Menschen, die in jenen Zeitaltern gelebt haben. Wenn auch viele Zeugen der Vergangenheit von der Größe des Schaffens unserer Vorfahren künden, so müssen wir leider zu der traurigen Erkenntnis kommen, daß gerade in den letzten Jahrzehnten Sünden in der kulturellen Entwicklung hinterlassen wurden, die nur mit ganzer Kraftentfaltung und in langer Zeit wieder auszumerzen sind. Hierbei finden wir den sichtbarsten Ausdruck in der planlosen Gestaltung des deutschen Lebensraumes, insbesondere dort, wo Menschen, der Wirtschaft gehorchend. in engen Gebieten zusammengeballt leben müssen. Die Steinwüsten der Großstädte legen ein beredtes Zeugnis von dieser Erkenntnis ab. Sogar ist man nicht davor zurückgeschreckt, mit dieser Sinnlosigkeit dort einzudringen, wo zur Erhaltung deutscher Eigenart die beste Grundlage gegeben war: in die bäuerliche Gemeinschaft. So sehen wir das deutsche Dorf als den Ausdruck dieser Zeitenwende heute vor uns liegen. Es ist kaum noch ein Dorf zu finden, das nicht hätte diese Auswüchse menschlicher Denkungsweise über sich ergehen lassen müssen. Alles Sträuben der Mitbewohner, die aus Blut und Art heraus dieser Entwicklung ablehnend gegenüberstanden, konnte nichts mehr helfen. Ja selbst Gesetze hätten niemals zu erfolgreichem Aufbau geführt, da schon in der Staatsführung die volkliche Abwärtsentwicklung begründet lag. Der junge nationalsozialistische Staat aber, der in jeder Handlungsweise den Gedanken von Blut und Boden zur Richtschnur hat wird auch diesem Treiben ein Ende setzen. In der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" haben wir das Mittel, um durch die Blutbahnen des Lebens zum Wiedererwecken deutscher Eigenart neue Kraft laufen zu lassen. Die Auflockerung der Großstädte hat mit der Bessergestaltung der industriellen Werke durch die„Schönheit der Arbeit" begonnen und bereits aroße provagandistisch wertvolle Erfolge zu verzeichnen. Nun sollen auch die Dörfer in Angriff genommen werden. Bödefeld im Hochsauerland mit seinen 850 Einwohnern ist ausersehen, um richtungweisend für den Gau Westfalen=Süd zu einem Musterdorf umgestaltet zu werden. Von Dorf zu Dorf muß sich danach dieser Gedanke fortpflanzen, bis er zum Allgemeingut geworden ist. Im nächsten Jahr wird dann der Generalangriff in einem Großteil der Dörfer in unserm Gaugebiet erfolgen. den Wänden manch schönes Fachwerk wieder freizulegen. Entrümpelung des Baches und Befestigung von Straßenböschungen sind eine unbedingte Notwendigkeit. Für die Dorfgemeinschaftsabende, die von der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" veranstaltet werden, ist der vor dem Schulhaus befindliche Platz vorgesehen. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, durch den großzügigen Blickfeld eines Platzes sollen entfernt und können an Ausbau eines schon bestehenden kleineren Freibades, das einer geeigneteren Wand wieder angebracht werden, zer= von der Palme gespeist wird, den wassersportlichen VerV Hptt### gzrh wighe,###rzstelen uund wer, anstaltungen Rechnung zu tragen. Dieses sind nur einige Arbeiten aus der Umgestaltungsarbeit. So entsteht durch die Mithilfe aller Volksgenossen ein Musterdorf, das uns aufweist, wie durch Gemeinschaftsarbeit nationalsozialistisches Wollen und Können erreicht werden kann. unwürdig empfunden werden. Vollkommen falsch ist die Einfriedigung mittels der durch Eisengitter verbundenen Ziegelsteinpfeiler, während überall Holz zur Verwendung gekommen ist. Soll nun Bödefeld zu einem Musterdorf umgestaltet werden, so müssen wir hier und in vielen andern Fällen gründlich Wandel schaffen. Anschlagsäulen der Ortsbehörde und Parteidenststellen im fallene Bretterzaune sind wieder herzustellen und werden bei farbigem Anstrich sich gut eingliedern. Blumenkästen mit blühenden Pflanzen vor den Fenstern werden sehr wesentlich zur Verschönerung des Ortsbildes beitragen. Wenn nötig, sind die Fachwerke zu streichen und die Felder weiß zu tünchen. Vielleicht wird es möglich sein, durch Entfernung von Schieferbekleidung an Wie dei Bonner Inlnderraus geschat, Der Fall, der zu dem neuen Gesetz mit beitrug Bonn, 25. Juni.[len. Stellen Sie sich vor Ihrem Geschäft um 6 Uhr die berichtet auffällig hin. Dort bekommen Sie Nachricht und müssen In der vergangenen Woche hat sich, wie verichtet, sofort abfahren. Die Zeit zum Geldholen ist genau beBonn ein Fall von Kindesentführung zugetragen, der zmessen. Ihr Sohn ist in einer Badewanne gefesselt. Warum gerade Bödefeld? Und warum wurde nun gerade Bödefeld im Kreise Meschede gewählt? Das Sauerland in seiner westfälischen Eigenart soll dem„Kraft=durch=Freude"=Verkehr erschlossen werden. Dieses war der Leitgedanke bei der Auswahl des auszubauenden Musterdorfes. Die Urlauber aus den andern Gauen Deutschlands müssen in der Zeit ihres Aufenthalts das Heimatgefühl dieser Menschen und die Schönheit der Landschaft möglichst unverfälscht in sich aufnehmen, um dadurch an der Verbreitung der Erkenntnis über die Verbundenheit der deutschen Stämme mithelfen zu können. Weiterhin sehr wesentlich bei der Auswahl dieses ersten Dorfes war die Möglichkeit einer geeigneten Propaganda, aus der hervorgeht, wie man eine Umgestaltung und Rückentwicklung bei der allbekannten Verschandelung und neuzeitlichen Verbauung vornehmen soll. Denn nur auf diese Weise dienen diese Arbeiten als musterhaftes Beispiel zur Anregung in den andern Dörfern. Im idyllischen Tal des Palme=Baches, angeschmiegt an bewaldeten Hängen liegt unser künftiges Musterdorf Bödefeld. Fast wahllos scheinen die bodenständigen Fachwerkbauten mit ihren grauen Schieferdächern in das Dorfbild hineingestreut und geben in ihrer Gesamtheit dem Beschauer einen reizenden Anblick. Die steilen Giebeldächer und zweistöckigen Fachwerke, die sich so wundervoll in der Landschaft mit den hohen und waldreichen Gebirgskuppen einpassen, zeigen uns, wie die Erbauer westfälischer Bauernhäuser vor Jahrhunderten den Volkstumgedanken in ihre Arbeit hineinzulegen verstanden. In geschlossener Form finden wir hier, wie fast überall im Sauerland die Ansiedlung vor, entgegen der Bauweise im Münsterlande, das in seiner weiten Ebene eine Bebauung in Einzelhöfen zuließ. Wuchtig wird das Dorf von einer altehrwürdigen Kirche überragt, die so von allen Seiten das Blickfeld beherrscht. Mächtige hochgewachsene Bäume tragen in allen Winkeln sowie am durchfließenden Bach entlang zur Belebung des Ortsbildes bei. Gleichsam als Künder westfälischer Eigenart stehen vor den Bauernhäusern die in Tonnenform aufgeschichteten Holzstöße. Der große Holzreichtum der Gemeinde, wie im Sauerland überhaupt, hatte auch in Bödefeld von jeher das Grundelement westfälischen Bauens abgegeben. So wäre es geblieben, wenn nicht das 19 Jahrhundert mit der alles beherrschenden Zweckmäßigkeit und dem technischen Fortschritt seine tiefen Spuren hinterlassen hätte. Der Wille des Bauerngeschlechts, in einer bodenständigen Bauweise die rassige Eigenart ihrer Bewohner widerzuspiegeln, hatte mehr und mehr aufgehört zu bestehen, da nüchterner Geschäftsgeist rücksichtslos ohne jede Hemmung seinen Einfluß ausüben konnte. Ein Haus, das da nicht hingehört Auch Bödefeld ist im Zuge dieser Zeit nicht verschont geblieben. Im Brennpunkt des Ortes der Kirche gegenüber, mußte vor Jahren ein an sich gut erhaltenes Bauernhaus einem neuzeitlichen Backsteingebäude weichen. Jeder Art widersprechend hat man an den Fensterwandungen und Hausecken Sandsteinverkleidungen vorgetäuscht und an den Dachrändern eiserne Verzierungen angebracht. Das auf den Erker aufgesetzte in Bo## ein aun von Kkindesentführung zuge in seiner Ausführung an die übelsten amerikanischen Kidnapper=Methoden erinnert. Die Verhandlung gegen den Täter, die bereits am 30. Juni vor dem Bonner Schwurgericht stattfinden soll, wird der erste Prozeß auf Grund des neuen Gesetzes über Kindesentführung, das mit rückwirkender Kraft ab 1. Juni die Todesstrafe für dieses Verbrechen eingeführt hat, sein. Die Anklage richtet sich gegen den Bonner Kindesräuber Hans Eduard Giese, der am 16. Juni den Sohn eines Bonner Geschäftsmannes entführte und von dem Vater ein Lösegeld von 1800 Mark verlangte. Der Täter, der von den ihn beobachtenden Kriminalbeamten sofort verhaftet werden konnte, ist geständig. Der Brief, den der Erpresser an den Vater des entführten Kindes richtete hat folgenden Wortlaut: „Ehe Sie infolge dieser Nachricht etwas unternehmen, lesen Sie den Brief zu Ende und überlegen Sie ruhig und logisch. Ihr Sohn ist heute morgen von uns entführt worden und wird nur gegen ein Lösegeld von 1800 Mark wieder freigelassen. Halten Sie das Geld bis heute nachmittag in Fünfzig= und Hundertmarkscheinen bereit, gleichzeitig ein Auto. Um die genannte Zeit bekommen Sie Nachricht, wohin Sie kommen solBevor wir zur Geldübernahme schreiten, wird warmes Wasser laufen gelassen. Geht nun alles programmäßig vor sich, nimmt Ihr Sohn nur ein Bad. Im andern Falle töten Sie ihn selber. Das Leben Ihres Sohnes liegt also in Ihrer Hand. Zur Vorsicht schicken wir Ihnen nun einen Boten, der von nichts weiß und in gutem Glauben handelt und im Falle seiner Verhaftung also nichts verraten kann. Der Bote wird beobachtet und im Falle, daß er ausgefragt oder verhaftet wird, ziehen wir uns zurück und überlassen Ihren Sohn seinem von Ihnen gewählten Schisal. Wir wissen, worum es für uns geht, und werden daher nicht mit uns spaßen lassen. In jeder Falle, die Sie uns stellen, fangen Sie sich selbst.“ Der Verbrecher, der am Tattage dank des energischen Eingreifens der Bonner Polizei sofort festgenommen wurde, ist von der Staatsanwaltschaft auf Grund des neuen Paragraphen 239a des Strafgesetzbuches angeklagt worden. Die Anklageschrift ist dem Verbrecher überreicht worden. Da der Angeklagte auf die vorgesehenen Fristen verzichtete, kann die Verhandlung schon am ersten Tage der kommenden Schwurgerichtsperiode des Bonner Schwurgerichts stattfinden. in Gelsenkirchen— Vom 26. bis 28. Juni— Dr. Ley, Baldur von Schirach und Stabschef Lutze kommen Gelsenkirchen, 25. Juni. Nach wochenlangen, umfangreichen Vorarbeiten beginnt am Freitag in Gelsenkirchen das dreitägige Gautreffen des Gaues WestfalenNord der NSDAP. Zum ersten Male findet damit in der Stadt der tausend Feuer ein Gauaufmarsch der nationalsozialistischen Bewegung statt. Gelsenkirchen steht bereits seit Tagen in allen Teilen ganz im Zeichen dieses kommenden großen Ereignisses. Als besonderes Symbol der Stadt der werktätigen Arbeit wurde die Bergmannsgrubenlampe herausgestellt, die von zahllosen Häuserfronten und auf den großen Plätzen der Stadt die Zehntausende und aber Zehntausende der Teilnehmer aus allen dreißig Kreisen des Gaues grüßen wird. An der Gelsenkirchener Ausstellungshalle wurde ein 200000 Menschen fassendes, gewaltiges Aufmarschgelände in wenigen Wochen fertiggestellt. Außer der Ausstellungshalle und den zahlreichen Sälen in der Stadt wurde die große Wagenhalle der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn zur Aufnahme einer Großkundgebung eingerichtet. Von führenden Männern der Reichsleitung werden u. a. erscheinen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley der Chef des Stabes der SA. Lutze und Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Das Gautrefsen beginnt am Freitag um 17 Uhr mit einem Empfang der nordwestfälischen Presse. Um 18 Uhr erfolgt im Hans=Sachs=Haus die feierliche Eröffnung des Gautages mit Ansprachen von Oberbürger= meister Böhmer, Kreisleiter Kossol und Gauleiter Reichsstatthalter Dr. Meyer. Um 20 Uhr finden in allen Alt=Gelsenkirchener Stadtteilen sowie in Buer und Horst Massenkundgebungen mit Reichs= und Gaurednern und sonstigen führenden Männern der Bewegung statt. Große Deutsche Luftschutzausstellung mit einer Kundgebung in Köln eröffnet Köln, 25. Juni. Mit einer großen Kundgebung in der Messehalle und einem Riesenfeuerwerk am Rheinufer wurde die Große Deutsche Luftschutzausstellung eröffnet, die bereits mit außerordentlichem Erfolg in anderen deutschen Städten, u. a. in Düsseldorf, Hannover und Berlin gezeigt wurde. Vor vielen Tausenden von Amtsträgern des Reichsluftschutzbundes sprachen in der festlich geschmückten, überfüllten Messehalle Luftschutzoberführer Helbach, Gauinspekteur Thiel, Oberbürgermeister Dr. Riesen und der Präsident des RLB., Generalleutnant von Roques, über Ziele und Aufgaben des Bundes, über die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Ausstellung, die den Gedanken des Luftschutzes in jedes deutsche Haus bringen wolle. Oberbürgermeister Dr. Riesen betonte, Köln stehe, was die Zahl der Mitglieder des RLB. anbelange, an der Spitze des Rheinlandes. Die Bevölkerung habe in Erinnerung an die 42 Opfer feindlicher Luftangriffe im Weltkriege begriffen, was es heißt, einen wirksamen Selbstschutz zu haben. Als dann die Dunkelheit sich über Stadt und Strom legte, beschloß ein Riesenfeuerwerk die Eröffnungsfeierlichkeiten. der Direktoren und Direktorinnen der höheren Schulen der Provinz Westfalen im neuen Reiche statt, deren Bedeutung durch die Teilnahme des Oberpräsidenten unterstrichen wurde. Die Arbeit der mehrtägigen Tagung, die geleitet wurde von Regierungsdirektor Losse, begann mit einem grundlegenden Vortrag des Oberschulrats Dr. Etterich über die Idee der nationalsozialistischen Erziehung als Synthese und Antithese, als Widerstreit und Neuschöpfung. Oberstudiendirektor Fliedner(Gütersloh) behandelte in seinem Vortrag über den Geschichtsunterricht im Dienst der nationalsozialistischen Erziehung alle Probleme des gegenwärtigen Geschichtsunterrichts. Im Anschluß daran hielt Oberstudiendirektor Klein(Dortmund) einen äußerst fesselnden Experimentalvortrag über die Grundlegung für das Verständnis des Fliegens unter Vorführung von Apparaten, die zum Teil von ihm selbst konstruiert waren. Oberregierungsrat Or. Wagner, der Direktor des Instituts für Leibesübungen an der Universität Münster, der gleichzeitig das Dezernat für Leibesübungen beim Oberpräsidium in Münster verwaltet, sprach über die Leibeserziehung der höheren Schule in ihrer Bedeutung für die Gesamterziehung und gab den Schulleitern reiche Anregungen für den Betrieb des Turnunterrichts aus dem Geist des neuen Staates. Oberpräsident Freiherr von Lüninck würdigte in einer Ansprache die Bedeutung der Erziehung im Dritten Reich im allgemeinen und die Erziehung und Bildung der höheren Schule im besonderen, die im vorwiegenden Maße die schwierige Aufgabe zu erfüllen habe, den Führernachwuchs auf den verschiedensten Lebensgebieten vorzubereiten. Bei der Behandlung des Zieles der Erziehung auf der Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung betonte er besonders die Erziehung zur Ehrfurcht vor Gott und Volk. Bezüglich des Bildungsgutes, wies er dem Geschichtsunterricht eine Kernstellung zu mit der Begründung, daß die Kenntnis der Geschichte unseres Volkes die Grundlage zur politischen Willensbildung ausmache, auf der in hohem Maße die Zukunft des deutschen Volkes beruhe. Im weiteren Verlauf der Tagung wurden in zwei Vorträgen von Studiendirektor Dr. Kopfermann setzte(Dortmund) und Studienrätin Dr. Walter(DortSpitzdach dürfte dem hohen Kirchturm gegenüber nur als mund) die Aufgaben und Fragen der nationalsozialistiGeschichle ais Kein dei Erziehung Versammlung der Leiter und Leiterinnen der höheren Schulen Westfalens Soest, 25. Juni. In Soest fand die erste Tagung schen Lehrgänge für Schüler und Schülerinnen der ####„ dar häheren Schelen hüheren Schule behandelt Daran knünfte sich eine lehyoheren Schule behandelt. Daran knüpfte sich eine lebhafte Aussprache, die bewies, wie groß das Interesse an der Bereicherung der höheren Schulen durch diese neue Erziehungsform der Lebensgemeinschaft(Lagerund Heimgemeinschaft) ist. In der Schlußansprache wies Regierungsdirektor Losse auf die Forderung hin, daß Leiter und Lehrer der höheren Schulen nicht allein in der Arbeit ihres so wichtigen Berufes, sondern auch durch die Betätigung in den verschiedenen NS.=Organisationen, insbesondere im NSLB., ihre selbstverständliche Pflicht zu erfüllen hätten. Ebenso selbstverständlich sei es, daß die gesamte Jugend der höheren Schulen in der HJ. marschiere. Fünfzig Jahre Zeitungsmuseum Aachen, 25. Juni. Oskar von Forkenbeck hat als erster die Zeitung als Zeitdokument erkannt und mit wissenschaftlicher Gründlichkeit gesammelt. Schon 1886 konnte er in Aachen diese Sammlung als ein reichhaltiges Zeitungsmuseum der Oeffentlichkeit vorlegen. Das ist nun genau 50 Jahre her, und es war deshalb wohl berechtigt, im 50. Jahre ihres öffentlichen Erscheinens noch einmal eine weite und große Gemeinde von Zeitungslesern und Zeitungsfreunden auf diese Sammlung hinzuweisen. Sie ist dank der unermüdlichen Arbeit von Archivdirektor Professor Dr. Huyskens, Dr. Bayer und ihres derzeitigen Betreuers, Professors Dr. Hermanns., wirklich die Schau= und Bildungsstätte geworden, die ihr Begründer hatte schaffen wollen. In den letzten Jahren haben zahlreiche Sonderausstellungen aus der jetzt 160 000 Stück zählenden Sammlung, wie z. B.„Front= und FFeldzeitungen des Weltkrieges",„Seltenheiten und Seltsamkeiten aus dem Reich der Presse",„Zeitungen der Goethe=Zeit" u. a.., große Beachtung in der deutschen und auswärtigen Presse gefunden. Aus Anlaß des Jubiläums hat nun Professor Dr. Hermanns eine Sonderschau„Zeitung im Umsturz“ aus der reichen Fülle sorgfältig ausgewählt und im Neuen Kurhaus in Aachen zur Schau gestellt. Wie die Sammlung selbst, so verdient auch diese Schau das weiteste Interesse aller, die offenen Auges die Zeitungsgeschehnisse von gestern und vorgestern sehen wollen. Krankenschwester tödlich überfahren.: In der Gemeinde Hartefeld bei Geldern ereignete sich ein tragischer Verkehrsunfall, dem eine katholische Krankenschwester zum Opfer fiel. Als sich die Schwester zur Frühmesse begeben wollte, wurde sie plötzlich von einem Motorrad überfahren und so schwer verletzt, daß sie kurze Zeit später gestorben ist. Wem die Schuld an diesem Unfall zuzuschreiben ist, konnte noch nicht ermittelt werden. REICMSSEN Sieirspee 10.00 Aus den Wäldern Germaniens kam der Gedanke der Freiheit in die Welt 10.30 Fröhliches Spiel für die Kleinsten(Lieselotte Hoppe) 11.00 Was ist los im Sport?(Richard Heinemeyer) 11.50 Hier spricht der Bauer 12.00 Buntes Wochenende. Mitglieder des Nationaltheater=Orchesters Mannheim(Karl Klauß). Heinrich Kuppinger(Tenor); Johannes Stegmann(Harfe); Adalbert und Walter Steinkamy (Piccoloflöte). 1. Ouvertüre zu„Der Freischütz" (v. Weber). 2. Ballettmusik aus„Zar und Zimmermann"(Lortzing). 3.„Vater, Mutter, Schwez stern, Brüder“ aus„Undine"(Lortzing). „Peer Gynt“(Grieg); b) Solveigs Lied. 4. Aus a) Stürmischer Abend; 5. Ballade für Harfe und Orchester(Alberskötter). 6. Deutscher Tanz(Mozart). 7.„Ach, wie so trügerisch“ aus Rigo= letto“(Verdi). 8. Ouvertüre zu„Hans Heilll#s, (Marschner). 9. Ouvertüre zu„Fra Diavolo“ (Auber). 10. Die beiden Nachtigallen(Bousquet). 11. Hofballtänze(Joh. Strauß). 12. Wie mei Ahnerl zwanzig Jahr, aus„Der Vogelhändler“ (Zeller). 13. Slavischer Tanz(Dvorak), 14. Die beiden kleinen Finken(Kling). 15. Kaiserwalzer (Joh. Strauß) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 15.00 Jetzt ist die schöne Sommerzeit. Für unsere Kleinen 16.00 Wochenendkonzert. Schallplatten(Ernst Kalthoff) 17.30 Männerchorkonzert. Herner Männerchor(Albert Lamberte)„„(W7 992# 18.15 Zur Unterhaltung. Es spielt das Kammerquintett. Hermann Faßbender(Klavier). 1. Es rauscht die grüne Isar, Walzer(Preißler). 2. Dem Licht entgegen(Cortopassi). 3. a) Papillons (Ohlsen), b) Canzonetta(Dussek). 4. Abschied von Neapel, Tango(Murzilli). 5. Heimlichkeiten, Intermezzo(Rust). 6. b) Schmetterling(Grieg). 7. Mira, Tango(Rust), 8. Csardas aus„Der Geist des Wojewoden“ (Großmann),. 6,.än2liche Winuten Josef 19.00 Zum Feieravend. 45 besinnliche Minuten. Lodenstein spricht Gedichte von Rainer Maria Rilke, Erwin Bischoff spielt Klavierwerke von Chopin und Debussy 19.45 Momentaufnahme K 6 20.10 Westdeutsche Funkauslese. Frischer Auftrieb am Volkssender 22.20 Funkbericht vom Deutschen Springderby(Von Hamburg),. Tun,(#au Gi#.) 9. 22.40 Und morgen ist Sonntag(Von Leipzig). Zum fröhlichen Wochenende tragen bei: Elfriede Hanke (Sopran), Ernst Friedrich Trepte(Bariton), die Mandolinen= und Gitarrengesellschaft„Harmonie 1894“, Fritz Guthe(Kylophon) und das Leipziger Sinfonie=Orchester(Curt Kretzschmar) Deutschlandsender: 16.00: Bunter Reigen. 18.00: Volkslieder— Volkstänze. 19.00: Unterhaltungsmusik. 20.10: Zu guter Letzt(Hamburg). 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Wir bitten zum Tanz!(E. Rambour) Seite 9 Nr. 147/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 26. Juni 1936 Turnen und Sport Der Donneritag in Wimbledon Die„Heiziel. To Mir Hähhereinzer Von Cramm beliegt Bouflus fe London, 25. Juni. Am Donnerstag wurde das Männer=Einzel so rüstig gefördert, daß bereits am Nachmittag die„letzten 16“ eststanden, die nunmehr in der vierten Sie spielen nun die Sieger der einzelnen Achtel aus. Es gab auch am vierten Tage keine Ueberreschungen. Die Favoriten siegten durchweg sogar ohne####m Gottfried von Cramm traf auf den Mako=Bezwinger Christian Boussus, der mit:4,:3,:2, geschlagen wurde. Der Deutsche Meister brauchte sich nicht#nmal voll auszugeben, um den Franzosen klar zu bezwingen. In der vierten Runde ist nun Spaniens Meister, Enrico Maier, der Gegner des Deutschen. Wir erinnern uns des Davispokalkampfes von Barcelona, wo von Cramm sich dem spanischen Spitzenspieler beugen mußte— sind aber nicht abergläubisch!„„ Die Paarungen der vierten Runde sind nun von oben nach unten: Perry— Malfroy, Grant— MeGrath, Quist— Butler, Caska— Budge, Martin Legeay— Austin, Jones(England)— Allison, Crawford— Stedman oder Lee und Enrico Maier— von Cramm. Das Frauen=Einzel kommt auch gut voran. Am Donnerstag fand Hilde Sperling=Krahwinkel in der amerikanischen Wightman=Pokalspielerin Babcock harten Widerstand. Durch wuchtiges Flugballspiel führte die Amerikanerin im ersten Satz schon mit:2, ehe Frau Sperling mit wundervollem Grundlinienspiel Spiel um Spiel aufholte und schließlich mit:5,:1 siegte. Im Frauendoppel kam Marieluise Horn mit der kleinen Chilenin Anita Lizana als Partnerin nicht weit. Jedrzejowska Noel waren zu stark, zumal die deutsche Spitzenspielerin in wenig guter Form war und Frl. Lizana nur schwach unterstützte. Jedrzejowska Noel siegten:3,:6 und stehen in der zweiten Runde. Die Titelverteidigerinnen James Stammers haben im Frauen=Doppel bereits die dritte Runde erreicht. Wirarimdehriandbähllicher! Entlcheidungskampf der Männer und Frauen Sonntag in Dortmund Die Kampfbahn„Rote Erde" in Dortmund ist am kommenden Sonntag Schauplatz der beiden Endspiele um die Deutsche Handballmeisterschaft, die hier acht Tage nach dem Endkampf im Fußball den Abschluß der Rasenmeisterschaften bilden. Im Olympiajahr wird man gerade dem Spiel der Männer mit besonderem Interesse entgegensehen, stehen doch in beiden Mannschaften mehrere Spieler, die schon in Länderkämpfen für Deutschland erfolgreich gespielt haben und vielleicht auch in Berlin berufen sein werden, die deutschen Farben zu vertreten. Da gleichzeitig, wie im einleitenden Frauentreffen der Titel eines Deutschen Meisters auf dem Spiel steht, darf man um den Publikumserfolg nicht bange sein. Stuttgart brachte im Vorjahr mit 20 000 Interessenten einen neuen Rekord. Darüber hinaus sind auch zahlreiche Handballfreunde aus dem gesamten Westen zu erwarten, wie wohl auch die übrigen drei Mannschaften, die hier um höchste Ehren kämpfen, sicherlich einen nicht geringen Anhang nach Dortmund mitbringen werden. Mindens zweiter Versuch Nicht nur Westfalen, der ganze Westen vertraut auf den Gruppensieger Hindenburg Minden, der in prächtigem Stil ohne Punktverlust gegen Spygg. Fürth, TV. Altenstadt=Geislingen und Tvgg. Obermendig sicherer Gruppensieger wurde und seine famose Form noch durch einen eindrucksvollen Vorschlußrundensieg über den Niederrheingaumeister Rasensport Mülheim unterstrich. Dahei hatte Mülheim mit Waldhof und Darmstadt doch gleichfaus zwei deutsche Spitzenmannschaften hinter sich lassen können, aber in Minden erwiesen sich die Soldaten so eindeutig überlegen, daß es keinen Zweifel gab, daß ihr Sieg vollauf verdient war...ng, M 1 Leipzias Weg in die Schlußrunde war auch nicht leicht. BSV. 92 Berlin, Post SV. Oppeln und Hindenburg Bischofsburg waren die Gegner in den Gruppenspielen, die aber mit Ausnahme der Berliner, die zu Hause siegreich bleiben konnten, alle geschlagen wurden. Weit schwerer war aber die Aufgabe in der Vorschlußrunde, wo sich der TV. Oberalster Hamburg zum Kampf stellte, der bis Spielschluß ein durchweg ebenbürtiger Gegner war, aber in der Verlängerung mit 14:10 Toren kapitulieren mußte. Minden oder Leipzig, das ist die Frage des kommenden Sonntags, und wir möchten nicht nur hoffen, sondern auch den Tiv wagen, Hindenburg Minden wird es beim zweiten Anlauf schaffen. Seit Jahren zahlen die Mindener zur deutschen Extraklasse, im Vorjahr kamen sie bereits ins Endspiel, wurden aber in Stuttgart von Magdeburg nach glänzenden Leistungen knapp mit 10:8 bezwungen. Jetzt müßte eigentlich der große Wurf gelingen, denn die Elf ist gerade zur richtigen Zeit in Bestform gekommen und wird sich nur einem Gegner beugen, dessen Tagesform noch besser ist. Leipzig wird es jedenfalls nicht leicht haben, den Meistertitel aus Westfalen zu entführen. Die Mannschaften: Hindenburg Minden: Körvers Pannhorst Reinties Schmitz Knautz Topp Roß II Küter Röttger Strack Roß 1 Sturm Hofmann Höfer Prosser Göllner Steudte„„ Dossin" Langer Schünzel„ Lange MTSA. Leipzia: Wendt VfR. oder SCC.? Eine würdige Einleitung des Dortmunder doppelten Meisterschaftstages bildet der Titelkampf der Frauen, zu dem sich VfR. Mannheim und SC. Charlottenburg qualifiziert haben. Bei den Frauen gilt immer noch nach der Gaumeisterschaft das..=System, das aber in diesem Jahre ohne Zweifel die beiden spielstärksten Mannschaften im Endkampf zusammengebracht hat. Die beiden Endspielteilnehmer haben zumeist ganz eindeutige Siege errungen oder durch klare Ueberlegenheit ihr besseres Können bewiesen, so daß man auch diesem Endspiel mit größter Svannung entgegensehen darf. Zweimal sind die Mannheimerinnen an Eimsbüttel gescheitert. Zu Hause erst nach Verlängerung knapp mit:6 und im Vorjahr in Stuttgart mit:4. Inzwischen hat Badens Meister aber weitere Fortschritte gemacht, so daß es gar nicht ausgeschlossen erscheint, daß in diesem Jahre auch das letzte Ziel erreicht wird. Der SCC. ist zwar Favorit. Die Charlottenburgerinnen haben in der Vorschlußrunde den Titelhalter Eimsbüttel eindeutig mit:2 aus dem Rennen geworfen. Dazu kommt, daß die Vertreterinnen der Reichshauptstadt gleichfalls schon seit Jahren Extraklasse sind, so daß sie gleichfalls über genügend Spielerfahrung für eine derart harte Nervenprobe verfügen, wie sie ein schweres Endsviel mit sich bringt. Uni Frankfurt:1 geschlagen Uni Heidelberg Fußball=Hochschulmeister. Auf dem neuen Universitäts=Sportplatz in Heidelberg standen sich am Mittwoch im Endspiel zur deutschen Fußball=Hochschulmeisterschaft die Mannschaften der Universitäten Heidelberg und Frankfurt a. M. gegenüber. Bei gutem Wetter hatten sich rund 2000 Zuschauer eingefunden. Das temvoreiche Spiel endete mit dem verdienten:=(:=)Siege der Heidelberger, die das bessere Zusammenspiel zeigten. Sonntag Terralfenturnen des Turnvereins„Friesen“ 1887 Am kommenden Sonntag steigt wieder ein Terrassenturnen auf der Stadtparkterrasse, und zwar ist es der Turnverein Friesen, der das Turnen veranstaltet. Es ist ein reichhaltiges Programm zusammengestellt, welches guten Sport verspricht. Vor allem soll bei überraschend den Hannoveraner Wißbröcker im Gesamtergebnis auf den vierten Platz. mst..; Wöller Ergebnisse: 1. Lauf 40 Kilomerer: 1. Moiler 32:24 Min., 2. Metze 100 Meter zurück, 3. Stach 200 Meter zurück, 4. Ehmer 350 Meter zurück, 5. Funda 380 Meter zurück, 6. Wißbröcker 450 Meter zurück.— 2. Lauf 60 Kilometer: 1. Metze 48:14 Min(Bahnrekord), 2. Möller 1200 Meter, 3. Ehmer 3350 Meter zurück, 4. Wißbröcker 3450 Meter zurück, 5. Funda 3570 Meter zurück, 6. Stach 3780 Meter zurück.— Gesamt: 1. Metze 99,900 Kilometer, 2. Möller 98,800 Kilometer, 3. Ehmer 96,300 Kilomteer, 4. Wißbröcker 96,100 Kilometer, 5. Funda 96,050 Kilometer, 6. Stach 96,020 Kilometer. Heute Kamcradschaftsabend des Reichsbundes für Leibesübungen Der heute(Freitag) abend im Evangelischen Vereinshaus stattfindende große Kameradschaftsabend der dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen angeschlossenen Vereine aus Groß=Bochum erhält durch die Anwesenheit mehrerer Sportfuhrer eine besondere Note. Es ist wohl das erste Mal, daß die Bochumer Vereinsführer, Vertrauensmänner(Werbewarte), und Mitglieder der Bochumer Turn= und Sportvereine sich zu einem geselligen Beisammensein einfinden werden, dem die Idee der Olymvischen Sviele zugrunde liegt, denn mit der Zerschlagung der Olymvia=Glocken wird eine Handlung vollzogen, die im engsten Zusammenhang mit der Ausrichtung der Olymvischen Sviele steht. Darüber hinaus wird den Sportlern ein unterhaltsamer Abend geboten, der erwarten läßt, daß die Bochumer Sportvereine mit ihren Mitgliedern zahlreich Brigadeführer Lorenz(Münster) wird voraussichtlich an diesem Abend das Wort ergreifen Heimkehr des Siegers Max Schmeling Freitag nachmittag in Berlin.— Empfang auf dem Flughafen Tempelhof Mit dem Luftschiff„Hindenburg" trifft Max Schmeling am Freitag nachmittag voraussichtlich gegen 12 Uhr in Frankfurt a. M. ein. Ein von Berlin entsandtes Sonderflugzeug wird ihn von Frankfurt a. M. abholen. Die Ankunft auf dem Flughafen Berlin=Tempelhof erfolgt voraussichtlich zwischen 14 und 15 Uhr. Auf dem Flughafen wird Schmeling im Auftrage von Reichsminister Dr. Goebbels von Staatssekretär Funk und durch den Stellvertreter des Reichssportführers Breitmeyer und den Leiter der Fachgruppe für Boxen, Rüdiger, empfangen werden. Umbenhauer beiter Deutscher in der Schweizer Radrundfahrt. Die Radrundfahrt durch die Schweiz wurde am Donnerstag nach einem Ruhetag mit der fünften Etappe von Genf nach Chaux=de=Fonds über 182 Kilometer fortgesetzt. Wieder gab es einen belgischen Tageserfolg durch Eduard Vissers, der nach 5,28,41 vor Litschi (Schweiz) und Barral(Italien) über das Zielband ging. Als bester Deutscher placierte sich abermals der Nürnberger Straßenmeister Umbenhauer, der in der Hauptgruppe auf den zehnten Platz kam. Die übrigen deutschen Fahrer kamen im Mittelfelde ein. Im Gesamtergebnis führt=Zesoger Pehserbach ist gals bester unserer Fahrer Zwanziaster. Genngr Benl. F die Reväliche. Zum heutigen nationalen Kampfabend gegen„Sportsmann“ Hamborn hr cte Gefachte lieferte und# dem Ermeister Zweikampf Varzi gegen Nuvolari Sonntag in Mailand Am Sonntag wird auf einer neugeschaffenen drei Kilometer langen Rundstrecke bei Mailand ein Rennen ausgefahren, das zur italienischen Automobilmeisterschaft zählt. An diesem Rennen werden sich die beiden größten italienischen Fahrer, Tazio Nuvolari auf Alfa Romeo und Achille Varzi auf Auto=Union, beteiligen. Varzi wollte auch ursprünglich auf einem Alfa an den Start gehen, bekam aber dann von der Auto=Union einen ihrer Wagen zur Verfügung gestellt. Es wird im Mailänder Stadtpark ein großes Rennen über rund 150 Kilometer geben, in dem die beiden Lieblinge Italiens im Vordergrund stehen werden. Metze vor Möller in Braunschweig 8000 Zuschauer hatten sich am Mittwoch abend zum „Preis vom Burglöwen“, einem 100=Kilometer=Dauerrennen in zwei Läufen(40 und 60 Kilometer), eingefunden. Sie erlebten in beiden Läufen erbitterte Kämpfe der beiden Vertreter der Extraklasse, Erich Metze und Erich Möller. Während der Hannoveraner im ersten Lauf den Dortmunder um 100 Meter hinter sich lassen konnte, mußte er im zweiten Lauf die Ueberlegenheit von Metze, der neuen Bahnrekord herausfuhr, mit 1200 Meter anerkennen. Der Berliner Ehmer verwies Nach der kürzlich mit einem heiklen Mißton ausgeklungenen Veranstaltung, die bekanntlich wegen des Protestes der Zuschauer durch den Ringrichter abgebrochen wurde, veranstaltet der BSK. 19 am heutigen Abend im Tonhallen=Varieté wieder einen nationalen Kampftag, für welchen er als Gegner die überaus starke und bekannte Mannschaft des Boxklubs„Sportsmann“ Hamborn verpflichtete. Diese beiden Kampfstaffeln standen sich schon mehrfach im Freundschaftskampf gegenüber, bei dem die Hamborner jedesmal den Gesamtsieg erringen konnten. So endete auch das letzte Treffen im August des vergangenen Jahres in Hamborn mit einer 11:=Niederlage der Bochumer. Allerdings fielen, bei heiß umstrittenen Kämpfen, einige Urteile recht knapp zugunsten der Hamborner aus. Dem BSK. 19 ist somit Gelegenheit geboten, den heutigen Rückkampf zu einer eindrucksvollen Revanche zu gestalten, ein Vorhaben, das ihm auf Grund der Verstärkung durch Pries(Wanne) und Schneider(Laer) gelingen dürfte. Die Hauptstützen der Hamborner sind Kosipa, Sturm, Reinert II, Lohmann und Hillers. Bei den Bochumern sind in erster Linie zu nennen Seifert, Müller, Distelrath, Pries und Schneider. Im JugendPapiergewicht haben die Bochumer eine Umstellung vornehmen müssen, da Walter(19) für Kosipa(.) zu unerfahren ist. Für Walter kämpft Manczyk III /19). Im Jugend=Weltergewicht wird Bohlen(.) dem Bochumer Grimm(19) den Sieg kaum streitig machen können, da Grimm die größere Ringerfahrung besitzt. Im Bantamgewicht ist ebenfalls ein Sieg des Bochumers zu erwarten, denn Manczyk II(19) ist erfahrener und schneller als sein Gegner Blumeroth(.). Nach langer Pause kämpt Seifert(19) zum ersten Male wieder im eigenen Ring für seine Vereinsfarben und hat im Federgewichtskampf den„sturmerprobten“ Sturm(.) als Gegner, der zu den besten Federgewichtlern seines Gaues zählt. Im Leichtgewichtskampf treffen sich Müller(19) und Reinert II(.). Beide sind sehr schnell und äußerst erfahren. Der Kampf ist vollkommen offen. Ein schöner technischer Kampf ist zwischen Distelrath(19) und Lohmann(.) zu erwarten. Im Mittelgewicht gibt es eine Neuauflage des kürzlich stattgefundenen Kampfes Matuschewski(.) gegen Pries(Wanne). Eine schwere Auseinandersetzung ist im Halbschwergewichtskampf zu erwarten. Schneider(Laer), der in der Letztzeit sehr gute Gefechte lieferte und u. a. dem Ezmeister Stein(Bonn) einen großen Kampf lieferte, hat aus diesen Kämpfen viel gelernt und wird gewiß auch seinem Gegner Hillers(.) den schärfsten Widerstand entgegensetzen. Im Schwergewicht trifft Vienhofen(19) auf den talentierten Pethofer(.). Groß ist das Interesse, das man dem Revanchetreffen zwischen Röttger(Laer) und Petermann(19) entgegenbringt....6 zi, Sämus, Es sei noch darauf hingewiesen, vaß die Kämpfe auf einem Kampfpodium ausgetragen werden, so daß von allen Seiten die beste Sicht gewährleistet ist. Als Ringrichter für die Kämpfe fungiert W. Köchling(Polizeisportverein Bochum). Zwischen den Seilen Klubkampf BSC. Laer 33— Herne Mit großer Spannung sehen die Boxsportanhänger dem großen Treffen zwischen dem Box=Svort=Club 83 Laer und Herne entgegen. Dieses Treffen, welches am Samstag abend abgewickelt wird, darf als besonderes Ereignis angesehen werden, denn die Herner treten mit der stärksten Aufstellung an. Die Hauptkämpfe des Abends bestreiten die Herner Richter, Gaumeister 1936, Kubiak, Bezirksmeister, und Röttger. Haben die Herner auch ein kleines Plus, so werden die Laerer alles auf eine Karte setzen, um den Hernern den Sieg streitig zu machen. Die einzelnen Paarungen: Schüler=Papier: Scheiba(.)— Neu(.). Jugend=Fliegen: Hier trifft der Laerer Binkle auf den Jugendmeister Hendzelek. Jugend=Bantam: Röttger 2(.)— Both(.). Fliegengewicht: Jenderny(.) hat den flinken Laerer Röttger zum Gegner. Federgewicht: Korte(Polizei) kämpft gegen den technisch guten Röttger I(.). Der Sieg wird Korte wohl nicht zu nehmen sein. Leichtgewicht: Kubiak(.) hat Beckmann(.) zum Gegner. Weltergewicht: Hier startet der technisch gute Nawrocki zum 75. Kampf gegen Musial(.) Bäcker (.) hat in Musial I(.) einen Techniker großen Formats vor sich. Mittelgewicht: Hier stehen sich zwei gleichwertige Boxer gegenüber. Schneider(.) will den Gaumeister 1936 im Halbschwergewicht. Richter(.), zu seinem 75. Kampf nach vier verlorenen Treffen schlagen. Ob sein Vorhaben gelingt, bleibt abzuwarten. Die dedlichen-Farinpfeie Reichswerbetag für die Sommerlpiele am 28. Juni Das deutsche Turnen ist untrennbar verbunden mit dem Turnspiel. Schon zur Jahnschen Zeit, in den ersten Anfängen des deutschen Turnens, wurde von den Turnern mit regem Eifer gespielt. Das alte deutsche Volksspiel, das„Barlaufspiel“, sowie Ballspiele und viele Spiele, die heute mehr von der Jugend geschätzt werden, gehörten bereits zu den ständigen Spielen der Jahnschen Turner. Auch die Freiwilligen des Lützowschen Freikorps, das sich zum größten Teil aus Turnern zusammensetzte, haben außerordentlich viel Turnspiele betrieben, wie uns u. a. Dürre berichtet. In den letzten Jahrzehnten der Geschichte der Deutschen Turnerschaft ist das Turnspiel ganz gewaltig in den Vordergrund getreten, und es bildet heute im Rahmen des Uebungsbetriebes der Turnvereine einen sehr wesentlichen Bestandteil. Welche Turn= und Sommerspiele werden nun in der Turnerschaft betrieben? Da ist zunächst das am meisten verbreitete Faustballspiel, das längst zu einem hochwertigen Kampfspiel geworden ist, das den Kenner fesselt, auch den Unkundigen mitProblem Von Hans Lange(Neuß a. Rh.) 6 Matt in 3 Zügen Lösung in der nächsten Schachspalte. Lösung des Problems aus der vorigen Schachspalte von Izabella Keller, Zweizüger: Kaf, Db7. Tb5, Lhs, Ses, d8, Bet, 14. hö. Kf6, Dgl. Th7, Lob. e4, Bbé, 67, h6. 1. De7l, d6 oder d5 2. De7 oder Dfff. 1.:.. Ldt (06) 2. T15t. Deutsche Siege in Dresden Im Dresdener internationalen Schachturnier zeigte vor allem der Düsseldorfer Engels eine bestechende Form. Wie er manchen Ausländer, darunter den Exweltmeister Aljechin, abfertigte, läßt noch vieles für ihn in der Zukunft erhoffen. Auch die anderen Deutschen zeigten einige Glanzleistungen, von denen wir nachstehend einige unseren Lesern vorführen werden. Fngels feiner Sieg über Keres Eröffnung: Bremer Partie Weiß: P. Keres(Estland) Schwarz: L. Engels(Düsseldorf) 1. c4 e5 2. Ses Sfé 3. g3 d5 4. cd Sdö: 5. Lg2 Sbé 6. S13 Seß 7.—0 Ler 8. d3—0 9. Les Lg4 10. h3 Leß 11. Sa4 Dd7 12. Sc5 Leö: 13. Lob: Tfes 14. Kh2 Tads 15. De1 16 16. Tfdi Sd5 17. b3 b6 18. Las Sd4 Weiß hat zwar das Läuferpaar, Schwarz aber die bequemere und freiere Stellung. Weiß muß, um sein Läuferpaar zur Geltung zu bringen, im Zentrum vorstoßen. Gelingt ihm das, dann wird er besser stehen. Wir werden aber bald sehen, wie Engels dieser Idee treffend entgegentritt.„„„„„ 19. eS Sf3:“ 20. Lfs: co Zl. Lbz Khs 23. d4 cd 23. ed e4! Ja, wenn Schwarz nun auf die d4 nochmals tauschen müßte, dann stünde Weiß ausgezeichnet. Mit seinem feinen Bauernopfer kehrt der Düsseldorfer aber den Spieß um. 24. Lei: Lf5! Das erzwingt den Abtausch des weißen Läufers, wonach Schwarz auf den weißen Feldern schalten und walten kann und damit die des Schutzes beraubte weiße Königsstellung gefährlich bedroht. Weiß kann nun nicht seinen Läufer nach g2 zurückziehen, weil Schwarz mit Tos nebst Tez usw. sofort gewinnen würde: 25. Lf5: Df5: 26. Dd2 h5 27. h4 Tes 28. Tacl Tel: 29. Tdel: Te4 Um freie Hand zu haben, tauschte Schwarz einen Turm. Weiß hätte nun bessere Verteidigungschancen gehabt, wenn er im nächsten Zuge Tel gespielt hätte. Engels wäre wohl dann mit dem Opfer St4 fortgefahren, wonach sich große Verwickelungen ergeben hätten, die zumindest dem Schwarzen ein klares Remis gesichert hätten. Der nächste Zug von Weiß läßt dagegen ein glänzendes Gewinnmanöver zu.„„„„„„ m.A. 99„ 30. De2f Df3!(Droht Tez.) 31. Tf1 Th4:+1 32. gh St4 33. Dest Kh7 34. Df5t Khé 35. Df4:“ Df4:“ aufgegeben.„ P.„ Weiß mußte die Dame opfern, um nicht matt zu werden. Zum Beispiel: 35. Tgl! Df2:“ 36. Khl Dh4:+ 37. Dhs Dh3:f. Sämisch schlägt Maroczy Eröffnung: Albins Gegengambit Weiß: Sämisch(Berlin) Schwarz: Maroczy(Ungarn) 1. 44 a5 2. 64 e5„ Die Korrektheit dieses Gambits ist immer noch umstritten. Gegen Sämisch hat jedenfalls noch keiner damit Glück gehabt.,„„„„„„„ 8. ed d4 4. Sf3 Se6 5. Sbd2 Lg4 ö. g3 Dei 7. Lg2 ——0 8.—0 Seb: 9. Seö: Deb: 10. Dbs 06 11. S13 Des 12. Dat Kbs Weiß hat zwar den Mehrbauern wieder eingebüßt. dafür aber in der Läuferdiagonale g2—c6 einen mächtigen Trumpf in der Hand bekommen. Der letzte Zug des Schwarzen pariert die Drohung bi nebst Da':, aber er läßt dafür einen blitzschnellen Ueberfall des Gegners zu. 19. Sesl„ S Weiß droht nun Sf7:, Sgt: und bil nebet Scé:* nebst Deß: oder erst Lf4“ nebet Thl mit baldigem Matt. Dem ungarischen Großmeister bleibt daher nichts anderes übrig, als zunächst die Dame zu opfern, dann über die Vergänglichkeit alles Irdischen nachzudenken und schließlich die Konsequenzen zu ziehen. 13. Deb: 14. Lf4 Df4: 15. gf Le2: 16. Tel d3 17. Dab bé 18. Dd2 Tes 19. Lfl Sfé 20. Le2: de 21. Te2: Leb 22. Teß:c Tes: 23. Tel Se4 24. Da7 Te7 25. Dds“ Kb7 26. Kg2 aufgegeben. Ein Kabinettstück. Bogoljubows unglückliche Wederich Eröffnung: Damengambit Weiß: Bogoljubow Scwarz: Helling(Berlin) 1. d4 d5 2. c4 c6 3. S13 Sf6 4. e3 Dbé 5. Sc3 Lf5 6. Le2 e6 7. Se5 Sbd7 8. g4 Lei 9. 13 Lgé 10. h4 h6 11. Sgé: fg 12. De2. Das bekannte Manöver des Weißen führt meistens zu einer starken Angriffsstellung und zum Bauerngewinn für Weiß. Hier kann Schwarz aber mit seinem König flüchten und hat dann wegen der vorgeschobenen Bauernstellung des Gegners Gegenchancen. 12.——0 13. Dgé: e5! Um diese Oeffnung der Stellung zu vermeiden, hätte Weiß zunächst 13. c5 versuchen müssen. Nun geht es seinem in der Mitte ungeschützt stehenden König an den Kragen. 14. eded 15. De2 Ldß 16. Ld2 Lg3“ 17. Kdl Kbs! Ein zweites Bauernopfer. Bogoljubow ist optimistisch genug, auch diesen Bauern und dann noch mit der Dame zu nehmen. 18. Sa4 Deßl 19. Seö: Scö: 20. Deö:1 Tes 21. Das Sg4:! Dieser Volltreffer bringt das weiße Schiff zum Sinken.„„ 4 Ein(S Nimmt Weiß das Opfertier, dann wird er(zz. Ig) mit De4 ins Jenseits befördert. 22. Lb5 S12+ 23. Ke2 Shl: 24. Thl: Thfs 25. Tel Die letzten Zuckungen des Bauernhamstere. 25. Dhs 26. 14 Dg2+ 27. Kdl Dfat und Schwarz gad auf. M Wig. Bogoljubow rindet sich mit solchen Verlusten leicht ab:„Die jungen Leute epielen zu stark“, sagt er hinterher. Bearbeitet vom Westiälischen Schachmeister Hanne Herrmann, Bochum Seite 10 Nr. 147/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 26. Juni 1936 reißt, leider aber noch viel zu wenig von der Oeffentlichkeit beachtet wird. Ein Spiel gleich anziehend für beide Geschlechter, von gereifter Jugend bis ins späte Alter, für dieses das Kampfspiel schlechthin. Wie Faustball ist auch Schlagball ganz auf deutschem Boden gewachsen, aber ein Spiel ganz anderen Charakters. Ein gehaltvolles Spiel, namentlich für die Jugend geeignet, erzieht es zu blitzschnellem Handeln, geschicktem Fangen, sicherem Werfen, gewandtem Ausweichen und rasendem Kurzlauf und erfordert— indem sich der Läufer dem scharfen Wurf mit dem Lederball aussetzt— einen Mut, von dem sich der Fernstehende keinen Begriff macht. Dem Spiel gebührt der erste Platz unter den Wehrübungen, — eine heute noch unerfüllte Forderung. Schleuderball, ein hartes Männerspiel, ist die dritte wichtige Spielalte Trommelballspiel und das gefällige neue Ringtennis. Mit frischer Kraft und fachlichem Weitblick, mit alter Treue zum turnerischen Gedankengut werden die Werkleute— Spielwarte und Schiedsrichter— von neuem die Sommerspiele aufbauen. Die Spiele werden ihren Weg gehen: Deutsche Jugend bauen helfen, deutsches Mannestum rüstig erhalten bis ins hohe Alter! HI. B. Der Werbelpieltag in Bochum Entscheidende Kämpfe um die Kreismeisterschaft des Kreises Bochum In Bochum findet der Werbespieltag für Sommerspiele auf dem Reichsbahn=Sportplatz an der Wasserstraße statt und zwar sollen hier in erster Linie die Faustball=Meisterschaftsspiele in den verschiedenen Klassen weiter gefördert werden. Im Vordergrund steht natürlich das Treffen in der jüngsten Männerklasse zwischen den beiden Gruppensiegern Polizei Bochum und Wanne 85, die sich im Entscheidungsart der Sommerspiele. Deutscher Korbball, ursprünglich einer der Vorläufer vom Handball, findet kampf um die Kreismeisterschaft gegenüberstehen werals besonderes Spiel für das weibliche Geschlecht mehr den. Ob die Spiele in der Männerklasse II am Sonnund mehr Verbreitung unter den Turnerinnen. Der lustbetonte, frische und leicht erlernbare Spielkampf vermeidet Ueberanstrengung und männliche Härte. Er wendet sich deshalb nicht nur an Spitzenkönnerinnen, sondern an alle, auch an die schwächsten Spielerinnen. Manch fachliches Neuland wird außerdem beackert werden auf dem Gebiete der Sommerspiele, wie das tag schon zu Ende geführt werden können, steht noch nicht fest. Zu weiteren entscheidenden Kämpfen kommt es dagegen noch in den beiden übrigen Klassen, und zwar in der Männerklasse III zwischen der Turngemeinde Bochum=Ehrenfeld und dem Tv. Bochum 48 und in der Turnerinnenklasse zwischen einde Bochum=Ehrenfeld und dem Tv. Brenschede. Außer den Meisterschaftsspielen bringt der Bochumer Spieltag noch Uebungsspiele im Korbball und Ringtennis, die von den Turnerinnen der Turngemeinde Bochum=Ehrenfeld und des Tv. Breuschede vorgeführt werden. Louis Nr. I1 Leroy Hahnes geschlagen. Der in den letzten Wochen nach Joe Louis meistgenannte Negerborer Leroy Haynes der u. a. zweimal den italienischen Riesen Primo Carnera besiegen konnte wurde in Philadelphia von Al. Ettore über zehn Runden nach Punkten geschlagen. Haynes jetzt noch in die Weltmeisterschafts=Entscheidung zu bringen, dürfte verfehlt sein. Longchamp, 25. Juni 1..: 1. Barbervbush(Bridgland), 2. Republique, 3. Ribnik.— Toto: S. 91. Ferner: Girardiere, Malicorne, Kavak, Feuille de Lierre, Belcyon, Minaudiere, Belle Amie, Cinara. 2..: 1. Loch Neß(Brethes), 2. Alfredo, 3. Buckingbam. Toto: S. 50, Pl. 21, 15. Ferner: Polydor, Sarcopte, Taran. .: 1. Cap Nord(Villecourt), 2. Saint, 3. Treignac. Toto: S. 32, Pl. 17, 27. Ferner: Bluc Bell III, pair, Julie. 4..: 1. totes Rennen zwischen Renommée(Dupuit) und Love Call(Rochetti), 3. Capella.— Toto: S. 43 und 105, Pl. 29 65, 79. Ferner:„Saika, Vexen, Dorinda, Gnoc Da, Bl. de Castille, Coralmy. 15..: 1. Faru(Elliot), 2. Valdor II, 3. Mons.— Toto: S. 62, Pl. 23, 15, 20. Ferner: Hellesvont. Heurt Rochefort, Domino, Cocardas, Magicienne, Latitude. 6..: 1. Will of ibe Wisp(Johnsione). 2. Intrevide, 3. Médea. Toto: T. 44 Pl. 19, 20, 45. Ferner: Quorn, Revendi, Train Bleu, Old England, Céleri, Pimental, Bois Chabot. Unsere Voraussagen: Freitag, 26. Juni Hamburg=Horn: 1..: Limperich— Marquis. 2..2 Purpurstern— Laurus. 3..: Lieber Kerl— Tenor. 4. .: Abendfrieden— Pfeiserkönig. 5..: Blason— Willeburg. 6..: Floria— Kameradschaftler. 7..: Comödiant— Hyksos. 8..: Meldereiter—. Neandertal. Auteuil: 1..: Albany— Zenobie. 2..: Loup de Mer— Vimar. 3..: Fandango.— Stall Veil— Picard. 4..: Golden Clipper— Ost vas=tu. 5..: Rochy Conds— Qugreuil. 6..: Orlsans II— Sot Gille. Sport-mlender) Achtung! Achtung! Heute abend.15 Uhr im Tonhallen=Varieté Kationaler=Kumpfabend im Böten Boxklub„Sportsmann“ Hamborn gegen Box=SportKlub 19 Bochum Einlaß 19 Uhr. Kampfpodium. Anfang 20.15 Uhr. „„ Gesehen und geschildert von deutschen Auslandskorrespondenten In dieser Artikelserie zeigten wir unseren Lesern bisher die vom 23. Juni, Nr. 144), Kopenhagen(„B..“und Madrid(„..“ vom 25. Juni, Nr. 146). Heute schließt Städtebilder von Prag vom 24. Juni, Nr. 145) schließt sich an: Paris— aus der Portierloge gesehen Wer regiert Paris? Der Präsident von Frankreich, der Polizeichef, der Bürgermeister? Keiner von ihnen, sondern— Seine Majestät der Concierge. Würde man dieses Wort seinem ursprünglichen Sinn gemäß mit Portier oder Hausmeister übersetzen, man würde nur einen geringen Teil dieses Begriffs erfassen. Der Concierge ist der Wahlmonarch des Pariser Hauses, der hier mit seiner gesamten Familie bis zu seinem Lebensende herrscht. Kein Concierge unterscheidet sich im mindesten von seinen hunderttausend Kollegen. Er hat eine feststehende, vorherbestimmte Weltanschauung, diejenige, daß Frankreich das Land des lieben Gottes und Paris die Hauptstadt der Welt ist— eine einheitliche Uniform, Schirmmütze, schwarzer Anzug und Nachthemd ohne Kragen für jede Tageszeit, und ewig gleichbleibende Formen der Sprache und des Benehmens. Seine Aufgaben sind seit einem Jahrhundert festumrissen. Sie stammen noch aus der Zeit Napoleons, der das ganze Land mit seinen Geheimdetektiven durchsetzte. Damals wandte man sich an die Concierges als wichtigste Helfer der Polizei. Und so ist es bis heute geblieben. Der Concierge hat seine Mission, das gesamte Leben in„seinem“ Haus zu überwachen, zu regeln und zu bevormunden bis zum heutigen Tag behalten. Er ist der ständige Mitarbeiter der Kriminalpolizei seines Bezirks, durch seine Hand gehen sämtliche Briefe, die an die Hausbewohner gerichtet sind, seiner offiziellen oder inoffiziellen Genehmigung bedürfen alle Dinge, die im Hause vorgehen. Wir setzen uns mit seiner Erlaubnis— wie alles, was der Concierge zu bewilligen hat, mit einigen Frank Geldopfer erkauft— in seine Loge und beobachten von diesem idealen Gesichtswinkel aus das Paris von 1936. Paris, die Stadt des Lichts, der Liebe, der Eleganz, der Boheme... Fast könnte der Fremde glauben, sich in den falschen Zug gesetzt zu haben. Das Ansehen dieser Stadt, aus der Zeit des Cancans stammend, hat länger standgehalten, als Paris selbst. Die kleine, dunkle Gasse mit ihren uralten Häusern, dem abbröckelnden Putz, den verstaubten Ornamenten— das ist unser Ausblick aus dem Concierge=Fenster auf die typische Pariser Straße. Hier hat die Zeit zerstört und nichts neugeschaffen. Selbstverständlichkeiten wie ein Badezimmer sind im Weichbild von Paris eine Ausnahme. Die romantischen Montmartre=Gäßchen, auf deren Stiegen noch Mimis Geist spukt, sind ja nicht nur eine Attraktion für Cook=Reisende, sondern im Nebenberuf die Wohnstätten von lebendigen Menschen und in dieser Eigenschaft ein bazillengeschwängertes, krankheitsförderndes Milieu. Und die Pariserinnen? Sie werden doch keine Enttäuschung sein! Leider sind sie es. Der Typ der Frauen, soweit sie Merkmale des Kernlandes und des Südens von Frankreich tragen, entspricht keineswegs dem internationalen Geschmack, für den der Film ein gewisses Kriterium sein mag. Sie sind alles andere als hübsch. Ihre überschlanken Figuren sehen unterernährt aus, ihre scharfen, betont bemalten Gesichter sind wenig reizvoll. Die Nordfranzösinnen aber, deren Typ in Paris ebenfalls häufig zu finden ist, unterscheiden sich nur wenig von den deutschen Frauen: sie sind blond und blau= oder grauäugig und bilden den entschieden sympathischeren Schlag ihres Landes. Seit Kriegsende findet man in Paris ungezählte Elsässerinnen und Lothringerinnen, die eine ganz neue Note in das Straßenbild gebracht haben— auch akustisch: sie sprechen deutsch. Allerdings nicht sehr laut, denn jedes fremde Idiom stößt bei den Urfranzosen, zu denen selbstverständlich unser Concierge gehört, auf schärfstes MißDer Eiffelturm Scheri-Bilderdienst.(2) trauen. Die Ausländer, von den Studenten summarisch Mestizen genannt, können sich nur durch großzügige Ausgabe von hochwertiger Valuta eine gewisse Sympathie sichern... Vergeblich halten wir aus unserem Fenster Ausschau nach der eleganten Pariserin. Es läßt sich nicht verheimlichen: die Pariser Frauen sind im Durchschnitt keineswegs sehr schick angezogen. Man könnte sie eher Der Sternplatz(Place de’Etoile) in Paris; in der Mitte der Triumphbogen(('Achre de Triomphe) salopp nennen, wenn sie mit dem Einholkorb und unfrisierten Haaren in Hausschuhen über die Straße zum Krämer gehen. Freilich, die kleine Ladenverkäuferin, die Stenotypistin, die Studentin besitzt einen Scharm. der ihr angeboren ist, der in der sanften Luft dieser Stadt liegt und sie das billigste Kleidchen mit Grazie zu tragen lehrt. Aber die„große Dame“ aus den Modejournalen — wo ist sie? Sie soll angeblich auf den großen Rennen in Auteuil und Longchamps, in den Luxuslokalen des Bois de Boulogne und der Champs Elysées zu finden sein „Paris, die Stadt der Liebe...“ Auch dies ist mehr ein Schlagertext als Wirklichkeit. Wir verraten kein Geheimnis, wenn wir der Durchschnittsfranzösin das Zeugnis einer höchst moralischen, zurückgezogen lebenden, allen Abenteuern abgeneigten Ehefrau ausstellen. Das französische Theater, dem der schlechte Ruf der Pariserin entstammt, zeigt ihr Zerrbild, das nur deshalb interessant wirkt, weil es reiner dichterischer Phantasie entsprießt. Das junge Mädchen aus gutem Pariser Haus jedoch dürfte sich, im Gegensatz zu seinen Altersgenossinnen fortgeschrittener Länder, nicht allein in einem Lokal mit einem jungen Mann zeigen, ohne den Familienruf zu zerstören. Aber die Pariser Fremdenindustrie braucht das Plakat der lockenden Ausschweifung, um Devisen hereinzubekommen, und die Menge der alljährlich eintreffenden Amerikaner und Engländer würde durch Gefährdung des schlechten Rufs von Paris rapid abnehmen. So zaubert man dem Fremden in den Nachtlokalen des Montmartre eine routinierte Lüsternheit vor, die denkbar unfranzösisch ist und eine Sonderindustrie darstellt, wie die Seidenfabrikation in Lyon oder die Sekterzeugung in der Champagne... Und doch ist Paris, wenn man alle kleinen Enttäuschungen verwunden hat und die Wirklichkeit der traditionellen Illusion vorzieht, eine Stadt, in der sich leben läßt Voraussetzung ist allerdings, daß man die Sprache beherrscht und nicht der mißtrauischen Ausschaltung als Fremder verfällt. Dann wird man den Franzosen als warmherzigen Menschen gewinnen, man wird mit ihm, höchste Auszeichnung, vor einer der kleinen Kneipen mit hochtrabendem Namen sitzen und um die nächste Runde Apéritif würfeln, denn man zahlt hier entweder alles oder gar nichts. Man wird seine Familie kennenlernen und erkennen, wieviel Interesse für Literatur, Musik, bildende Kunst und Philosophie hinter der Maske des wurstigen„Ich pfeif darauf“ schlummert. Man wird tausend liebenswürdige Entdeckungen machen: bei den Bouquinisten am Seineufer mit ihren Schätzen, die nicht nur aus alten Kupferstichen, sondern auch gelegentlich aus preußischen Kürassierhelmen von Anno 70 und Goetheschen Erstdrucken bestehen; bei den Straßensängern, die mit erstaunlichem Können Stimme und Akkordeon erklingen lassen; bei den kleinen Verkäuferinnen, die sich geradezu persönlich interessiert mit jedem Kunden abgeben, der an ihren mitten auf dem Bürgersteig stehenden Tisch tritt. Und man wird den französischen Wein zu trinken lernen, der bei keiner noch so billigen Mahlzeit, auf keinem noch so armseligen Tisch fehlt: Sinnbild einer Lebenshaltung die auf nichts so schwer verzichtet, wie auf das Tröpfchen Freude im Becher eines Daseins, das nicht leichter und schöner ist als anderswo im Europa 1936. sh. (Fortsetzung folgt.) Seite 11 Nr. 147# Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 26. Juni 1936 Deutsche Wirtschaft Der Halenwein=konm Wirder Im Herbst abermals Weinwerbewoche— Wir erhalten jetzt drei Sorten Die Gründe, die im vergangenen Jahre zur Veranstaltung des„Festes der deutschen Traube und des Weines" geführt hatten, machen auch in diesem Jahre eine erneute Werbewoche unter dem gleichen Motto notwendig. Wiederum steht eine große Weinernte bevor, und von den alten Jahrgangen liegen noch Tausende von Fudern in den Kellern der Winzer. Die schwierige Lage der Winzerschaft der Westmark unseres. Reiches hält an und erneut wird der Ruf durch die deutschen Lande gehen: Gebt den Volksgenossen an der Westgrenze die wirtschaftliche Möglichkeit, ihre Scholle zu erhalten und damit Grenzposten deutscher Gesittung und Kultur zu bleiben. Daß es sich hierbei wieder um eine Maßnahme handelt, die weit über den Rahmen sonstiger Absatzwerbung hinausgeht, zeigt die Beteiligung des Reiches, der Partei und ihrer Gliederungen. Nicht um eine Propaganda für erhöhten Alkoholgenuß soll es sich dabei handeln, sondern um eine Werbung für alle Erzeugnisse des deutschen Weinstockes. Zur Pflege des Qualitätsgedankens soll den Verbrauchern wiederum Patenwein gereicht werden. Die Erfahrungen des vergangenen Jahres sind so günstig, daß das enge Band, das damals zwischen Winzergemeinde und Patenstadt bestand, verstärkt und neu geknüpft werden soll. Eine lange Vorbereitungszeit wird organisatorisch diese Arbeit sicherstellen.„3s Pag tenweine gelten nur Weine der Jahrgänge 1934 und 1935. Eine Neuerung gegenüber dem vergangenen Jahr besteht darin, daß Gemeinden mit über 75 000 Seelen die Patenschaft nicht mehr über nur eine Winvergemeinde übernehmen, sondern über drei. Z. B. eine am Rhein, eine an der Mosel und eine an der Nahe. Auf diese Weise wird auch der Geschmacksrichtung der Verbraucherschaft besser Rechnung getragen Diese eng„zusammengekappelter Aktionen Weinwerbung und Patenweinabsatz werden nach Genehmigung des Werberates der deutschen Wirtschaft in der Woche vom 1 9. bis 27. September 1936 zur Durchführung kommen. So sind alle Voraussetzungen gegeben, daß das„Fest der deutschen Traube und des Weines 1936“ einen ebenso großen Erfolg haben wird wie seiner Vorgänger, der bekanntlich, trotz seiner kurzfristigen Vorbereitung und dem Mangel an Erfahrungen, einen durchschlagenden Erfolg brachte. Das Fest soll nicht nur einen einmalig großen Absatz sichern, sondern den Winzer zur Qualitätserzeugung erziehen und den deutschen Verbraucher zu einem freudigen und nachhaltigen Kunden des deutschen Weinbaues machen. 10 Milliarden Ziegelsteine Einen guten Einblick in die Arbeiten, Leistungen und Bedeutung der deutschen Ziegelindustrie gibt der Stand der deutschen Ziegelindustrie auf der Ausstellung „Die deutsche Gemeinde“. Danach sind heute in Deutschland etwa 4200 Unternehmen in der Ziegelindustrie tätig. Rund 150.000 Arbeiter finden in ihr Beschäftigung. Der Eigenart des Ziegelei=Erzeugnisses entsprechend ist der Lohnanteil an der Herstellung außerordentlich hoch. Er beträgt etwa 50 Prozent. Im Rahmen der Arbeitsbeschaffung kommt daher der Ziegelindustrie eine besondere Bedeutung zu. Obwohl die Gesamtkapazität der deutschen Ziegelindustrie noch nicht voll ausgenutzt ist, belief sich ihr Absatz 1934 auf etwa 800 Millionen Reichsmark bei einer Erzeugung von 10 Milliarden Mauerziegeln, 1 bis 1½ Milliarden Dachziegeln, ½ Milliarde Klinkern. ½ Milliarde Hohlziegeln und ¼ Milliarde Drainrohren. Die Neuanlagen bei I. G. Farben In der gestrigen HV. der J. G. Farbenindustrie AG. in Frankfurt a. M. wurden die bekannten Verwaltungsvorschläge einstimmig und ohne Aussprache genehmigt, besonders der Jahresabschluß 1935, wonach aus 56,22 (im Vorjahre 53,06), Millionen Reichsmark Reingewinn eine Dividende von wieder 7 Prozent auf die Stammaktien verteilt wird. Die satzungsmäßig ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. Zur Lage sagte Geheimrat Dr. Schmitz u.., die Anlagewerte lägen Ende 1935 mit 423 Millionen Reichsmark um rund 80 Millionen unter dem Höchststand von 500 Millionen Reichsmark, Ende 1929, aber um rund 100 Millionen Reichsmark über dem Stand von Ende 1925. Welche Bedeutung die Neuanlagen hätten, könne man daraus ersehen, daß in den letzten zehn Jahren allein bei der I. G. Farben, ohne angeschlossene Gesellschaften, die Zugänge an Neuanlagen dreiviertel Milliarde betrügen. Diese Zahl beweise eindeutig, daß eine gesunde Finanzlage die notwendige Voraussetzung für eine gedeihliche Entwicklung bilde. Die gesteigerte Inanspruchnahme von Anlagen bedinge einen schnelleren Ersatz und erhebliche Ergänzungen; aber darüber hinaus habe in den letzten Jahren die Umstellung auf die deutsche Eigenversorgung außergewöhnliche Investitionen Zur Gewinn= und Verlustrechnung sagte Geheimrat Dr. Schmitz u.., die freiwilligen sozialen Ausgaben betrügen allein rund 45 Millionen Reichsmark, ohne Berücksichtigung der Jahresprämien an Arbeiter und Angestellte von 10,5 Millionen Reichsmark. Die Jahresprämie selbst sei mit ungefahr der Hälfte, gleich.5 Millionen, von der Höhe der Dividende abhängig. Im laufenden Geschäftsjahr hätten sich die Umsätze weiter gesteigert. Im Interesse einer guten Ernte sei die erhebliche Zunahme im Stickstoffverbrauch volkswirtschaftlich besonders erfreulich. Auch auf allen andern Gebieten befinde sich das Unternehmen in einer steten Weiterentwicklung, so daß für das Jahr 1936 voraussichtlich wieder ein befriedigender Abschluß vorgelegt werden könne. Abermalige Diskontermäßigung in Frankreich Nachdem die Bank von Frankreich erst am 23. Juni eine Diskontermäßigung von 6 auf 5 v. H. vorgenommen hat, ist am Donnerstag eine abermalige Ermäßigung des Diskontsatzes von 5 auf 4 v. H. beschlossen worden. Gleichzeitig wurde der Satz für Vorschüsse auf Wertpapiere von 6 auf 5 v. H. ermäßigt und dementsprechend auch eine Herabsetzung des Zinssatzes für Monatsgelder von 5 auf 4 v. H. durchgeführt. GV. Gerling=Konzern wieder unter Ausschluß der Oeffentlichkeit Die GV. der 19 im Gerling=Konzern zusammengeschlassenen Versicherungsgesellschaften sowie der Friedrich=Wilbelm=Lebensversicherungs AG. fand, wie stets, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Die Abschlüsse sanden einstimmige Annahme, so daß die Aktionäre wieder 8 Prozent Dividende auf das ursprünglich eingezahlt gewesene Aktienkavital erbalten. Weiterbin werden 444 500 RM. auf das Aktienkapital der Sachversicherungsgruppe der Gerling=Konzern=Lebensversicherungs AG. und der Friedrich=Wilhelm=Lebensversicherungs AG. eingezahlt. In der Sachversicherungsgruppe werden auf Grund des IG.=Vertrages aus.33(.37) Millionen RM. Gesamtüberschuß verteilt: Bei Eisen= und Stabl=Versicherungs, Köln wieder 120.000 RM. Dividende, bei Rheinische Feuerversicherungs=AG, Köln, Kronprinz=Versicherungs=AG. Köln. Baverland Versicherungs=AG. München, Elbe= und Saale=Versicherungs=AG. Magdeburg, Köln=Bremer Versicherungs=AG. Bremen, Köln=Düsseldorfer VersicherungsAG. Düsseldorf, Köln=Frankfurter Versicherungs=AG. Frankfurt a.., Köln=Hagener Versicherungs=AG. Hagen, KölnKrefelder Versicherungs=AG. Krefeld, Mosel= und Saar=Versicherungs=AG,„Trier, Niedersächsische„Versicherungs=AG. Hannover. Oberbadische Versicherungs=AG. Freiburg, Rheinische Assekuranz=AG. Wuppertal,„Sächlisch=Tbüringische AG. Leipzig, Schwäbische Versicherungs=AG. Stuttgart, Südwestdeutsche Versicherungs=AG. Mannheim und Westtälische Versicherungs=AG. Münster je wieder 25000 RM. Dividende, 12 500 RM. Einzahlung auf das Aktienkapital. Bei der Köln=Berliner Versicherungs=AG. Berlin werden 9360 RM.(unv.) an Divivenden ausgeschüttet. Bei der Hauptgesellschaft, der Gerlinz=Konzern Allgemeine Versicherungs=AG. Köln, werden weder 80.000 RM. an Dividenden und 40.000 RM. als Kapitaleinzahlung berwendet, Daneben wird bei sämtlichen Gesellschaften eine Einzahlung auf das Rücklagekonto für außerordentliche Schaden(1. V. für schwankenden Jahresbedarf), geleistet, die bei Eisenund Stahl=Versicherung 81 757(25 845) RM., bei den übrigen Gesellschaften 11 821(8077), bei G. K. Allgemeine .037 824(1 025 845) und bei der Köln=Berliner Versicherungs=AGs. 2477(2016) RM. berrägt. Der Pramienzuwachs von etwa 5 Prozent in der Feuerversicherung wird als beachtlich bezeichnet, da die Prämitensätze tellweise gesunken sind. Die Schadensverhältnisse baben sich in den letzten Jahren gebessert. deutliche Abnahme der Kriminalität in Deutschland und gesunde Stärkung des Interesses an der Erhaltung der Sachwerte wirkten sich vorteilbast auf die Schadensquote aus. Die übrigen Sachversicherungsbranchen wiesen einen normalen Schadensverlauf auf. Zu der Kraftfahrzeugversicherung werden ernste Bedenken, zum Ausdruck gebracht, ob sie in bisberiger Form fortgesetzt werden könne, ohne daß eine Beeinträchtigung ihrer Leistungsfähigkeit eintritt. Bei der G. K. Lebensversicherung war 1935 ein Geschäftssahr von Erfolgen, wie sie seit Jahren nicht meyr erzielt wurden. Das Neugeschäft war größer. der vorzeitige Abgang dat weiter nachgelassen. Die FriedrichWilhelm=Lebensversicherungs=AG. Berlin konnte das Neugeschäft um mehr als 34 Prozent gegenüber 1934 steigern, gleichzeitig war der vorzeitige Abgang wesentlich geringer, so daß der Zugang des Versicherungsbestandes mehr als dreimal so groß ist wie 1934.„Im Aufwertungsgeschäft wurden bis Ende 1935 über 43 Millionen RM. ausgezahlt. Die Versichertendividenden sind im wesentlichen wie 1934 #seveden ersten Monaten 1936 war das Neugeschäft wiederum günstiger als im Vorjahr. Die Magdeburger Lebensversicherungsgesellschaft Magdeburg weist bei erhöhtem Neuzugang und vermindertem Storno einen fast doppelt so hohen Reinzuwachs wie 1934 aus. Die Sterblichkeit war günstig, der Schadensverlauf auch in Unfall und Haftpflicht befriedigend, nur in der Autoversicherung ungünstig. Die Versicherten=Gewinnantelle bleiben für 1936 unverändert. An die auswertungsberechtigten Altversicherten sind bis Ende 1935 17.55 Millionen Reichsmark ausgezahlt worden. Im laufenden Jahr setzte sich die günstige Entwicklung bisher fort. Gesellschaften berichten Büssing=RAG. Vereinigte Nutzkraftwagen AG. in Braunschweig. 1935 Gesamtumsatzsteigerung auf 68 Millionen Reichsmark(im Vorjahre 43,5 Millionen Reichsmark). Im Laufe des Jahres wurde ein Teil der Fabrikationsräume der NAG. in Oberschöneweide ausätzlich in Betrieb genommen. Wieder 6 Prozent Dividende auf 4 Millionen Reichsmark Aktienkapital. Gefolgschaft erhält Sonderzuweisung von.1 Million Reichsmark.— Dynamit AG. vormals Alfred Nobel amp; Co. in Troisdorf(Bezirk Köln). 1935 weitere Umsatzsteigerung, die in der Hauptsache auf höheren Sprengstoffverbrauch in Steinbrüchen und im Erzbergbau zurückzuführen ist. Das Geschäft in Jagd= und Sportmunition hielt sich auf Vorjahrshöhe. 1935 wieder 3½ Prozent Dividende.— Ruhrwohnungsbau AG. in Dortmund. Die GV. dieser gemeinnützigen Baugesellschaft, an dem u. a. verschiedene westdeutsche Montankonzerne beteiligt sind, genehmigte den Abschluß für 1935 und beschloß, den Gewinn von 8440(6397) Reichsmark wie im Vorjahre der gesetzlichen Rücklage zuzuführen. Nach dem Bericht hat die Gesellschaft im verflossenen Jahre 68 Stockwerkswohnungen in Rheinhausen in Angriff genommen. Man hofft, im laufenden Jahre 68 Stockswerkswohnungen in Altenessen, 65 Kleinsiedlerstellen in zwei Abschnitten im Raume Dortmund und weiter etwa 25 Kleinsiedlerstellen in Willich bei Krefeld beginnen zu können.— Hochtief AG. für Hoch= und Tiefbauten vormals Gebr. Helfmann in Essen. Die GV. genehmigte den bekannten Abschluß mit wieder 6 Prozent. Börsen wieder fester Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die sich im Börsenverkehr des Vortags durchsetzende Erholung konnte iyren Fortgang nehmen. Die Stimmung war freundlich, doch war der Geschaftsumsang wieder sehr tlein. Am Markt der sestverzinslichen Werse derrschte gleichfalls eine freundliche Stimmung. Es scheint, daß wieder etwas Nachfrage eingesetzt hat. Altbestsanleihe lag jedoch geschäftslos, aber ¼ Prozent höber. tienmarkt waren Montanwerte um ½ bis ¾ Prozent gebessert. Mannesmann etwas stärker befestigt um 1½ auf 99½. Ver. Stabl bei etwas größeren Umsatzen 94 ). Harpener plus ½, Rheinstabl plus ½, Farbenaktien wenig verändert 172⅜(plus), Felten 1¼ Prozent niedriger, Schuckert minus ½, nur Siemens 203¾(plus), Prozent. Von Kaltwerten: Wintershall um ½ Prozent auf 122 erhöht. Etwas beachtet waren Goldschmldt bei 113(Plus. 2¼): Von Sonderwerten konnten Westdeutsche Kaufhof in der ersten Börsenstunde ½ Prozent gewinnen, die übrigen Werte wurden wenig verändert genannt. Auf dem Kurenmarkt hielt sich das Geschäft wieder in sehr engen Grenzen. Constantin lagen vereinzelt 100 Reichsmark billiger. Auch Deutschland bei mehrsachen Umsätzen erneut nachgebend. Die übrigen Werte waren wenig verändert. Braunkohlenkure ohne Geschäft und lustlos. Meist wurden nur Brieskurse festgestellt. Auf dem Kalikurenmarkt wurden Beienrode bei einigen Umsätzen leicht gebessert, dagegen gingen Siegfried 300 Reichsmark niedriger um. Von Aschersleben=Werten wurden Braunschweig=Lüneburg etwas billiger genannt. Im Freiverkehr hatten von Kohlenaktien Lothringen wieder regeres Geschäft zu verzeichnen, wobei der Kurs bis 1 Prozent gewann, dann aber leicht nachgab. Ewald eine Kleinigkeit erhöht umgesetzt. Von Kaliaktien Adler stark erhöht gesucht. Von Industrieaktien wurden Die Einschmeung der Schuldenregelung der überschuldeten Betriebe— Ausgabe von Abssungschulbverschreibungen äffentliche, Grundstückslast: sie haftet daher an dem Adler start erpodt n Tolerit, Karstadt und Büttner behauptet gehandelt, während Tyckerhoff und Kölsch Fölzer 1 Prozent billiger abgegeben wurden. Im Verlause konnten Mannesmann, Rheinstabl, Farben und Erdöl leicht gewinnen. Auch Kaushof anziebend, ebenso Anleihen weiter fest. Berliner Börse Die Grundstimmung war ziemlich freundlich. Die Kundschaft nahm kleine Auschaffungen vor, allerdings zu niedrig limitierten Kursen. Die Banken hielten sich ziemlich zurück, da sie auf größere Flüssigkeit im Hinblick auf den Ultimo und die Anleibezeichnung Wert legen. Der berufsmäßige Börsenhandel schritt dagegen hier und da zu Rückkäufen. Am Anleibemarkt kam eber noch etwas Maierchl heraus, das jedoch glatt ausgenommen wurde. Altbesitz eine Kleinigkeit niedriger, Unischuldungsanleihe ½ Prozent niedriger, Pfandbriese waren still, zum Teil aber etwas freundlicher. Industrie=Obligationen geteilt und ohne große Umsätze. Die Aktienmärkte lagen im allgemeinen befestigt. Mannesmann plus über 1 Prozent. Rheinische Braunkoble über 4 Prozent niedriger. Siemens plus 1 Prozent. Holzmann zogen um 1½ Prozent an. Der Verlauf war durchaus freundlich. Auch der Schluß lag fest, doch ließ das Geschäft sehr nach. Der Geldmarkt war wegen des bevorstebenden Ultimos etwas steifer. Tägliches Geld 2% bis 2¼ Prozent. Am Devisenmarkt notierten: Dollar unverändert.487, Pfund 12.50,(12.490), Gulden 168.30(168.38), französischer Frank 16.41(16.42), Lira unverändert 19.55. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. Die Abendbörse eröffnete mit gut behaupteten Kursen, ohne daß es zu nennenswerten Umsätzen kam. Am Rentenmarkt waren Deutsche Anleiden weiter unverändert. Von. Auslandsrenten waren Merikaner gefragt. Die Berliner Schlußkurse waren im Verlaufe eher Geld. Bevorzugt wurden Montanwerte. Die Auslandsbörsen Das Reichsgesetzblatt(Teil 1 Nr. 57 vom 28. Juni 1936) bringt eine weitere Durchführungsverordnung zum Schuldenregelungsgesetz, durch die die Entschuldung der nach den allgemeinen Vorschriften des Gesetzes nicht entschuldbaren Erbhöfe geregelt wird. Da die Verordnung nur für überschuldete bäuerliche Betriebe Geltung hat, finden die wesentlichen Bestimmungen für das Zwangsvergleichsverfahren des Gesetzes Anwendung.„Ankssicheren Schrlden das Be Sämtliche nicht mündelsicheren Schulden des Betriebsinhabers einschließlich der nach der Eröffnung des Verfahrens fällig gewordenen und bis zu dem Zeitpunkt der Ablösung aufgelaufenen Zinsen werden nach Vornahme der nach der Schuldenregelungsgesetzgebung zulässigen Kürzungen, soweit nicht Barablösung vorgesehen ist, mit Ablösungsschuldverschreibungen abgelöst; hierbei sind 20 v. H. des nach den zulässigen Kürzungen verbleibenden Forderungsbetrages abzusetzen. In Ausnahmefällen können auch mündelsichere Forderungen abgelöst werden, sofern sich eine Entschuldung nur auf diese Weise erreichen läßt. Der Betrieb haftet der Deutschen Rentenbank=Kreditanstalt mit einer jährlichen Entschuldungsrente in Höhe der Differenz zwischen der Zinsleistungsgrenze des Betriebes und der nach dem Vergleichsvorschlage noch verbleibenden Jahresleistung aus den nicht abgelösten Forderungen; anders ausgedrückt: aus der Zinsleistungsgrenze, das heißt aus dem Betrage, den der Betrieb jährlich zur Verzinsung und Tilgung seiner Schulden aufbringen kann, werden zunächst die festgeschriebenen, also in der Regel die mündelsicheren Forderungen befriedigt. Der hiernach noch verbleibende Betrag der Zinsleistungsgrenze stellt die jährliche Entschuldungsrente dar; sie ist auf die Dauer von 52 Jahren zu erbringen. Die Entschuldungsrente ist eine öffentliche, Grundstückslast: sie haftet daher an dem Grundstück, ohne Rücksicht auf die jeweilige Person des Betriebsinbahers.#. „Da die Zinsleistungsgrenze des Betriebes in der Regel nicht ausreichen wird, um die sich aus der Entschuldung ergebenden Verpflichtungen des Betriebes zu decken, und da anderseits durch diese Verordnung vermieden werden soll, daß der Betrieb jährlich Zahlungen zu entrichten hat, die die nachhaltige Ertragsfähigkeit des Betriebes überschreiten, übernimmt das Reich die Verzinsung und Tilgung derjenigen Ablösungsschuldverschreibungen, die aus der Entschuldungsrente des Betriebes nicht mehr gedeckt werden könngn, Es entspricht nur der Billigkeit, wenn die Verordnung verlangt, daß der Bauer und derjenige, der mit Sicherheit als der künftige Anerbe in Betracht kommt, verpflichtet sind, ihr Vermögen zur Verminderung oder zum Ersatz der Ablösungsmittel des Reiches zur Verfügung zu stellen. Das gleiche gilt für den Ehegatten des Bauern; tritt die Erbfolge in der angenommenen Weise ein, oder wird die Ehe des Bauern geschieden, so können die dem Reich zugeflossenen Beträge zurückerstattet werden, sofern dies der Billigkeit entspricht. Auch Betriebe, die noch nicht im Schuldenregelungsverfahren sind, oder bei denen die Eröffnung des Verfahrens abgelehnt, ein Verfahren aufgehoben oder ein Entschuldungsantrag oder ein Wiederaufnahmeantrag nach Maßgabe der Osthilfegesetzgehung abgelehnt war, können während einer Antragsfrist, die am 31. Dezember 1936 abläuft, die Vorteile der Schuldenregelung in Anspruch nehmen, Voraussetzung ist natürlich, daß es sich um einen Erbhof handelt: der Antrag kann vom Betriebsinhaber oder vom Kreisbauernführer gestellt werden. Newyork: Uneinheitlich. London: Gut behauptet. Amsterdam: Meist erholt. Paris: Fest. Brüssel: Widerstandsfähig. Zürich: Gehalten. Mailand: Stetig. Wien; Lustlos. Getreidegrotmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg Weizen märk. Roggen mäck. Industriegersie Hater märk. G4.20 daste)— Roggenm,.997A. Viktoriaerosen Speiseerbsen. Futtererbsen 35.0 38 0/35.0 35.0 32 0 35 532.-355 24.0·26 0 24.-26.0 * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 25. Juni: 52.75 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98—99 Prozent, Bl.: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz o. Dr.: 148 Reichsmark. Nach dem Reichsbankausweis vom 23. Juni verringerte sich die gesamte Kapitalanlage der Reichsbank im Berichtsabschnitt um 182,8 auf 4578,1 Millionen Reichsmark Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellte sich am Stichtag auf 5789 Millionen Reichsmark gegen 5978 Millionen Reichsmark in der Vorwoche, 5860 Millionen Reichsmark im Vormonat und 5469 Millionen Reichsmark zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Goldbestände stiegen um 834000 Reichsmark auf 71 Millionen Reichsmark. der Devisenbestand zeigt eine Abnahme um 55 000 Reichsmark auf 5,3 Millionen Reichsmark. Nach den jetzt vorliegenden endgültigen Feststellungen des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats stieg der Gesamtabsatz der Ruhrmitgliedszechen im Mai gegenüber dem Vormonat auf 8 497099(7753 860) Tonnen(Koks und Briketts auf Kohle umgerechnet). Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 25. Juni Rlsecheie un Aibeien belben. esiearch Bochum, Bongardstraße 14 Portlaufende Notierungen 25. 6. 35.5 35. S. 124.6. Div. Antang Schlud Fassa Schlue Industrieaktien(Einheitsk.) Div 123.6/24. 64 Baicke Masch. 0 Atbeslkz... 5% Hloesch RM.%o Kruoo Rl. 8% Mittelstahi 5% Ver. St. RAA. Buderus Dahlbusch Si. Otsch. Atlant. Dtsch. Erdöl D. Reichsbahn .6. Farbenind. Feldmöhle Felten& Suille Goldschmict Harpen.:. Hoesch-Köln Kal-dacherel. 112.621 — 101.25 102.50 — 102.62 4102.75 5— 4128.50 71122.37 1172.37 612778 41129.75 5/113.00 0125.25 31106.87 3—.— 112.37112 37112.37 1 50 2 73 .621102.25 02. 87/102.00 02.50 29.50 17.00117.00 29.12/128.00 22. 31|122.12 73.00172.25 28.251 30 371131.00 11 50)110.62 25.00124.65 25.00s126.00 101.50 102.75 102.75 103.00 122.50 129.00 122 25 173.25 130.25 112.00 125.00 107.25 125.00 Möekner- N. Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank Rhein, Braunk. Rhein, Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert& o. Siemens&am Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Weid. Kaufh. Westeregeln Wintershall Zellst. Waichof ov Ligtang Schle 2 62 102 75 1 3102 6 3 99.6 0108.6 12 194.5 12/2402 41135. 611328 75/178.2 4155.5 8 203.7 3— 95 940 0 44.0 9 94 5122.0 ..124.6. Schlus Kassa Schlueg 99. 87 109. 75 193.73 243.00 136.37 99.75 110.00 194.00 .87 136.50 .87132.75 .25179.00 50 155 50 .75203.50 .00 94.25 .00 45.25 98.37 108 25 194.00 37|135.25 179.00 155.62 203 50 111.50 94.37 45.12 001 60 00 .00 122.00 122.00|12 Kuxe Steinkohlen 23. 6. 25 S 1 29. 6. 65id Brief Geld Briefls Carolus M. 4600 4850 4600 4850 Lonst. d. 6. 6950 7350 7100 74003 Deutaohl. 380 390 365 395 Schwerin—— 42004500 Heinr. 10600 111001 0600 11100 Lang b 18300 137001/320013800 Braunkohlen Bruckd.-.—..—— Gutefloftn 3900 4 100. 3900 4150 Loond.— 10600/10200 10700/8 MMichell— 14200—(14200 Veste 10800—(10300 10800 Gernheretn. 1375/150013751475 Kell Beienrode 117011240 11601230 Burbsch Neu-Stadt. 5 Sisotr. Iu. 16 — 5250— 5250 .1/8400 8800 6800— s vid.—[12509— 12300 Preiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Kuxe 25. 6. 1, 24. 6. Geld Brief Geld Briefl Oieraardt 6150/6350 6100 6400 Westtelen 900— 900— Sellerh.— 4100— 4100 Hollkune 25. 6. 1 26. 6. Geid Brief Geicd Briefl Sraunschw. Einigkeit Erichsseg Habigh. Reimbold. Hoge.. Aisenburg Mariagl Maris Marie L. Max Neuscllst. Rensbach Reicheld. Thöriagen . 6100 6400 6200 660 6600 7000 6600 6900 3350 35503350 35509 2850/2800 2550 2800 2809 29502800 2950 *— 5850 5850 — 300— 8100 1700 8100 28092650 2800 28002650 2800 2650 28002850 2800 2800 29502750 2950 3700 4003750,3900 420——— 5300 300 2650 2650 26502 Berg. 6. Oahl.V. Sonner Bg..M. 6ösg. Walzw. Braunk. Zok. Oortm. Aitterbr. Oöss. Host.-Gr. 100s.Masch. 8. Ioynamit.HRod. Eschw. Berg.I l6las- u. Se, 8. IGlöckauf-.46. Gebr. Goedh.46 Hallesche Salz. Altiochtist 46. Nabelw. Rheyot EIRal-Chemie „IMüheim. Berg. Rhein, Metall IRhein, Spiegel. Roddergr. Brnk. GLIA Natriz. Schied-Oefries Schleg.Scharp, Waggonf. Verd. Wasserv. Geis. ..1 150.0147.0 144.0144.0 120 0120.0 137.5137.0 130— 83.0 83.0 83.7 „(Owv. 40 125.6124.6. 285.0265.0 775.0760.0 91.0 95.0 235.0235 0 120.0120.0 80.0 80.0 113.7 140.0140.0 33.11 192.5 90.6 132.0 33.0 Colonia Rückv. Glacb. Feuerv. Koln. Hagelv. (öin. Llovd A. V. Köln. Röckv. gr. Köln. Röckv. K. Rentenwerte ls Rhw..-Cr. Chyo. s Pid. S. 4. S. 12. 10 97.0 97.0 dto. 4to. S. 1 s1g dto. dto. 8. 11 s dto. Golg.-Kom. 1928. 1927 S.—9 21, Ro. Bed. Gpid.6 s Cto. Em. 3, 9/12, 14 98.3 96.3 Preiverkehre-Aktien 25. 6. 1. 24. 6. Geicd Brief Geld Brief 67.7/68.7 67.5 69.0 113.0116.0113.0116.0 109.0110.0108.0 Bankaktien Berlin. Hand. 6. Com.- u. Pr.-8. l0. Bank u.-G. Oresdner Bant l8h. B. 8d. Cr. 8. Weste. B..-4. 113.0112.3 119.2113.5 * 116.5115.5 15 15 95.0 95.0 91.7 93.9 93.7 91.7 93.2 93.2 123.0 93.5 94.0 Burb.K. eisa C. E K6..1 S6ech.) Hana. K. Hiome 92 Korum KLothrin. 93.51 Lothr. 6. 74.0 Manst.—. uach. K6 67.0 Tlarh. berg 33.60 8h. Ligel. 2 wr. Dian. v. Aogt. opek.Wie Vereicherungsaktien au. Aach.-Mönch.F 32 1130 1130 dach. Röchvers 14.8240.0 240.0 #ongp..,.. Olalli. u0.Stuttg. TAlli u. St.-V. Celonis,.-.K. — S 70.0S700 .2265.0265.0 .8210.0210.0 .4s140.0140.0 98.0101.0 7. 51005 —..70.0 93.5102.0 96.5 92.0 76.3 85.0 . 70 A 97.3101.0 e 67.0— —4 850 97.0 98.5 94.0 106 5109.5107.5110.5 Steuergutscheine fällig ab f. 4. 1884 "" I. 4. 1935 ." I. 4. 1928 . l. 4. 19 . I. 4. 19m Berliner Börse, 25. Juni Richseh Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstus 5% Zinheitskurse Industriewerte 25..24. 6, Dittmann Nauh. Otmd. Akt.-Brau. Union-Brau oürener Metell Oyckersh. Wicm. fPkumvisteren Aku I. E. 6. Anhalter Kohle Aschaff Zeilet. S 8asel Gavr. Motoren Bemberg Berger Julius Serömang el. Berl. Karlsr. ind. „ Kr. u. Lieht „, Maschinend, sodere 12198.01982 0 55.0 55.2 9 35.8 36.0 0105.0105. 9102.3101.5 Flektr. Lieferg k. Licht u. Kr. lEngelh, Sruerel Enriager Unlon 0 75.3 75.0 0 19.0 10.0 6137.0136.0 9. 84.7 85.0 6137.2134.6 0110.0108.0 9—. 139.1 8152.0151. 618 3130.5129.3 4102.6102.0 -ähssr bituse Chem. Gelsenk. 45 Coutl Gommi 11 25../26.6. 103.6 107.6 111.6111.8 112.3112.3 112.|112.25 Pai ben: Otsch. Atlant. Oisch. Saumwolle Conti Gas „ Habel " Linoieum „ Steigzeug „ Tel. u. Kad. " Eisenhand. .0115.1 100 5 139.0 118. 8116.0 146.0 7119.2 8143.7 8187.5 .1117.6 .0117.0 0144.9 .2119.7 .7 148.0 188.0 .0142.2 0 52.5— 10184.7185.5 12—. 9—. 1135.9 9—. 1453 Feinjute Agsbheret& Co. U German. Cem Ges. f. el. Untem. Gildemeister Glacb. Wolle Gruschw. Texti Pbnarache 6132.0132.0 7154.6153.0 0 96.5 98.0 6118.0117.7 7125.0110.0 8125.0134.0 4—. 105.0 8138.8138 6 7150.5131.0 10169.0 55 107.01083 93.5 99.7 KPbaree Kölner Gas Kreift V. Kromschroeder Krongrigz Retall P poerabusch Pgere Laurahütte Leopoldsgruben Lindes Els Lirgnenwerte Loronz C. Mrugi- Horte Mieg Aimose Moheimer Berg. geckethal Draht Hageda lfamd. Elettr. Thindr.-Aufferm. Hofimann Stacke sichenichewerke Ohfelzmann Ph. Micetebeitr.-Seo. . Sester Aise Genus isenbeck Brau. 2 unghans Gebr. 85181.7130.6 6115.0115.0 3142.0141.5 9— 126.2 65145.0145.0 0150.0150.0 4119.6119.3 0 90.5 90.5 1. 6167.0— 8135.0135.0 9. 16.2 0 96.7 98.0 6126.3126.31 3 78.5 80.0 0 77.5 78.0 5108.0 75167.0167.5 6—. 138.7 0 21.2 21.7 0105.5105.0 8152.0152.2 8160.0160.0 49 8162.0 0107.0106.0 10154.7—. 6158.9—. Siem. amp; Halske 8203.5202.11 Stollberg. Ziak 0 75.0 75.2 rhhrigger I Tuch der Gas 7133..—. Tuch Aachen 7106.6106.2 grst.&4 Kopoel 9 90.0 80.0 Oenabr. Kopfer 8—.—. anin.— ##g. El. Merte 6133.38 Rhein.-W. Kalk 6133.2132.5 Riebeck Montan.2118. 1 116.0 Rötgerswehhe 86126.7126.7 28 296.0—. S 95.0 95.0 5119.0 0 39.8 39.3 0. 94.0 94.0 7138.7139.7 10144.0143.2 4109.2109 5 5 114.0112.7 4101.3100.7 SPchsenrert Sarotti Schlege Schles. Bon..3 " Berg. Beuth. alr Coell..chen Schob&a Salzer Schultheis-Patz. Siegersdogter W. Siemene Glas Union chers. Veren- üiche Des Klannet. Ver. Uitramarin Vogel Oramt Illegner& Co, W Wanderern. Warsteiner Grud. Westtalen Draht Wiekdler Brau. 3— 11.0 8 159.2159.2 9—. 140.0 7— 144.2 6150.0150.0 4 S 109.5108.7 8168.7168.5 0 71.0 71.2 5136.0136.0 8—. Verkehrswerte A. 6. für Verkehr Boch.-Gelsenk. Ramb. Amer. Pak. Hamb. Südamer. Hordd. Lioyd 5122.3121.0 9—. 0 14.9 14.6 0 33.7 31.0 9 15.9 13.7 Rentenwerte 45 Ot. R. Schatz. 41—. 4 0t. R. Agleibe 44 96.5 55 O. K. Vounganl. 102.2 45 Reichsbahn Sch. 99.0 Westialen Altbesitz 115.2 45 Bocaum dnl. 45 Obisburg, Aol. 44 Oösseld. Anl. 45 Elberfeld Anl. 45 Essen Anl. .3 98.61 2102.2 10 99.2 2115.2 91.3 933 91.1 75 44 Mölh.-Ruhr Anl. 92.1 6 Ruhrverbo. Anl. 36 45 Pr. Ldof. A. Pfd. 45 Lobk. Westf. Pfd. 45 Lobk. West. Kom. 93.3 450t. Komm. Goldanl, 95 5 44 Westf. ldsch. Pfo. 95.7 450t Hyo. S. Bin.970., 96.0 4# Pr. Centr.Soc. Pfa. 96.0 ## Pr. Pfodr. Bk. Pfd, 96.7 45 Basalt Obl..— 8 Concord. Berg. Obl.“.0 6 Daimier Benz Obl. 06.5 5 Klöckgerw. Odl. 101. 5 Hont Cenie Ool.— 45 Ver. Stahl 69 93.1 45 Vor, Stahl 47/831 95.5 6Ver. Stachl S Siem. u. H. Obl.— 8rardendoncs(135.7 Umsch. Anleihe 98.5 .1 97.5 95 0 .3 93.3 5 95.5 7. 95.3 0 96 0 0 96.0 .7 95.7 .0103.0 .5 106.5 .1 101.0 103.0 7 935 .5 95.5 990 1752 s. 7 136.0 .5 88.5 R. Schuldb. F. 36 R Schulcd. F. 35 R Schuicd. F. 40 R. Schulcd. F 42 R. Schulcd. F. 430 S Essen Steink. 42 45 Haroener 49 45 R. N. E 32/3 5 R. W. E. 50 45 Ruhrchemie 4 45 Ruhraas 83 45 Ruhrwasser 89 45 Ruhrwchng. 84 45 J. E. N. 32 25..25.6. Geld Brief 99.8 70 93.5 9b.3 97.5 98.1 96.7 97.5 92.1 91. 99.5 94.5 96.0 91. 95.: 94.0 S5.2 93.0.: Westtalenbank.Ausföhrung samtlicher .-G. Bochum Bankgeschafte Sorstältige Ausführung aller bankmäßigen Geschäfte Dresdner Bank Fillale Bochum Humboldtstr. 10 Fernrut 60001 Seite 13 Nr. 147 Seite 12 Nr. 147 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 26. Juni 1936 Nachrichten aus Groß-Bochum Kleine Aneidungen aus den=Siadnenen Stadtteil Hordel Kanarienzuchtverein„Kanaria". Der Verein hielt im Vereinslokal seine monatliche Versammlung ab, die vom Vorsitzenden Hederichs geleitet wurde. An Stelle des verzogenen zweiten Schriftfuhrers wurde Paul Wagner bestimmt. Ein Vortrag des Leiters über Krankheiten der gefiederten Sänger fand größte Aufmerksamkeit. In Hordel blüht der Flachs. Auch in unserem Stadtteil ist dem Flachsanbau eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden. An verschiedenen Stellen Hordels, am Hohlweg, am Hordeler Friedhof, an der Goldhammer Straße und an anderen Stellen steht der Flachs gegenwärtig in voller Blüte. Die bläulichen Blumen sind weithin sichtbar und bieten ein schönes Bild. Unglücklicher Sturz von der Leiter. Am Mittwoch abend wollte der Volksgenosse Heinrich G. aus der Günnigfelder Straße Heu vom Balken des Stalles holen. Dabei brach plötzlich an der Leiter eine Sprosse, wodurch G. den Halt verlor und herabstürzte. Er schlug auf einen steinernen Futtertrog auf und zog sich dabei eine leichte Gehirnerschütterung und einen Bruch eine terchne Wehienetschutterung und einen linken Unterarmes zu. Stadtteil Hamme Silbernes Berufejubiläum. Heute, Freitag, 26. Juni, feiert Lehrer Gerhard Fokke von der katholischen Volksschule an der Von=der=Recke=Straße sein silbernes Berufsjubiläum. Am 26. Juni 1911 trat er seine erste Lehrerstellung in Gleidorf bei Meschede an. Im folgenden Jahre genügte er seiner Militärpflicht und ist seit langen Jahren an der katholischen Volksschule in Hamme tätig. In den Kreisen seiner Kollegen und der Schülerschaft erfreut er sich der größten Wertschätzung. Gefallenenehrung in Hamme.— Beginn des Schützenfestes. Heute abend wird zu Beginn des viertägigen Schützenfestes des Bürger=Schützenvereins 1881 eine Kriegsgefallenenehrung am Kriegerdenkmal auf der Von=der=Recke=Straße stattfinden. Zuvor ist ein großer Zapfenstreich. An alle Volksgenossen ergeht der dringende Appell, ihre Verbundenheit mit den gefallenen Söhnen durch Teilnahme an dieser Heldenfeier zu bekunden. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Großes Freundschaftssingen. Aus Anlaß seines goldenen Vereinsjubiläums veranstaltet der Männergesangverein„Sangeslust", über dessen Vereinsgeschichte der „B..“ bereits berichtete, ein großes Freundschaftssingen. Mehrere benachbarte Gesangvereine haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Das goldene Jubelfest soll am 26. Juli gefeiert werden. Die Soziusfahrerin verloren. Auf der Dorstener Straße, unweit der Riemker Straße, ereignete sich am Mittwoch abend ein eigenartiger Unfall. Wohl infolge der Erschütterung eines Schlagloches verlor ein Motorradfahrer seine Mitfahrerin, die glücklicherweise fast keine Verletzungen davontrug. Der Fahrer bemerkte den Vorfall erst, als er fast bei Löns=Mühle war. Stadtteil Riemke (Mutter und Kind) jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag von 17 bis 18.30 Uhr auf der Geschäftsstelle hinter der Schillerschule, Wittener Straße 443a, zu sprechen. Fahrt ins Blaue. 45 Frauen der Frauenhilfe der heimattreuen Ost= und Westpreußen unternahmen am Mittwoch nachmittag eine Fahrt ins Blaue. Die Autobusfahrt ging in die Gegend von Kupferdreh und zum Baldeneysee, wo sich die Teilnehmerinnen mit Motorbootsfahrten vergnügten. In der Waldschenke„Zur Eule“ in Angertal bei Hösel wurde der Kaffee eingenommen. In der Mitternachtsstunde langte alles gut gelaunt in der Heimat an. Stadtteil Langendreer Drei Tage im Zeichen des Sängerfestes. Die Vorbereitungen für die 25jährige Bestehensfeier des Männergesangvereins„Eintracht" Wilhelmshöh stehen kurz vor dem Abschluß. Das Jubiläum soll am., 5. und 6. Juli in einem großen Festzelt, das auf dem Gelände des Landwirts Marke errichtet werden soll, gefeiert werden. Das Fest verspricht ein Volksfest im wahrsten Sinne des Wortes zu werden. Zahlreiche Anmeldungen von Brudervereinen liegen bis jetzt vor. Im Mittelpunkt der Feier steht die Ehrung der Jubilare, die sich um das Sängerwesen große Verdienste erworben haben. Der Kreisführer des Sängerkreises Witten, Pg. Sondermann, wird die Ehrung und Auszeichnung der Jubilare vornehmen. Den Höhepunkt der Jubelfeier bildet das Konzert am Sonntag, 5. Juli, bei dem der gesamte Sängerkreis Witten mitwirkt. Stadtteil Werne Hohes Alter. Der Rentner Josef John Wittekindstraße 30, vollendete am Donnerstag in seltener körverlicher und geistiger Frische sein 80. Lebensjahr. I. beschäftigt sich mit Vorliebe mit Gartenarbeiten. Großveranstaltung der NSDAP. in Bochum=Werne. Am Samstag, 27. Juni, abends.15 Uhr, findet im großen Saale Mar Ewald, Limbeckstraße, eine Großveranstaltung der RSDAP. statt. Es spricht der Reichshauptstellenleiter der DAF. Pg. Gery. Brock(Berlin). Alle Volksgenossen die sich über die derzeitige politische und wirtschaftspolitische Lage unterrichten wollen, sind herzlich eingeladen. AG. im Lokale Grewel, Wiemelhauser Straße, 20 Uhr, eine Versammlung. Als Redner ist Parteigenosse Hilker angesetzt. Aus der St.=Johannes=Pfarrei.=Wiemelhausen. Die St.=Johannes=Pfarrei begeht am Sonntag in feierlicher Weise ihr Patronats= und Titularfest durch ein feierliches Levitenhochamt und eine kirchliche Feierstunde am Nachmittag. Gefolgschaftsversammlung. Sonntag, 28. Juni, 11 Uhr vormittags, findet für die Gefolgschaft der Zeche „Prinz=Regent" im Lokale Klewinghaus eine Versammlung statt. Als Redner wird Pg. Hanwahr sprechen. Erscheinen ist für alle Pflicht. Mit dem Kleinkraftrad gestürzt. Am Mittwoch abend, gegen 9 Uhr, fuhr der Bautechniker Wilhelm K. von der Drusenbergstraße mit seinem Kleinkraftrad auf der Wasserstraße gegen den Bordstein. Der Fahrer blieb in bewußtlosem Zustand auf der Straße liegen; er wurde ins Krankenhaus gebracht. Stadtteil Querenburg Die NSV., Ortsgruppe Querenburg gibt bekannt, daß die Blechdosen, die zum Einkochen gestiftet werden sollen, in der nächsten Woche von Mittwoch ab abgeholt werden. Es wird gebeten, an diesen Tagen die Blechdosen bereit zu halten. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß mit Dank jede Dose angenommen wird, da ja in diesem Jahre der Bestand des Eingekochten möglichst den des Vorjahres übersteigen soll. Der zweite Abschnitt des Ausbaues des Lottentals. Nachdem die erste Teilstrecke des Lottentals von der Stieveler Straße bis Wengeler=Schmuch fertiggestellt worden ist, hat man nun den Bau des 3 Kilometer langen Restteils in Angriff genommen. Der Ausbau wird von der Zeche Klosterbusch her getätigt. Die notwendigen restlichen Erdbewegungen sind bereits im Gange. Goldene Die Eheleute Berginvalide August Gebauer, geboren am 30. Juli 1858, und Frau Auguste, geborene Kniepert, geboren am 10. Juli 1867, wohnhaft im Ortsteil Altenbochum, Lutherstraße 6, feiern am 26. Juni ihre goldene Hochzeit. Das in Bekanntenkreisen hochgeschätzte Jubelpaar erfreut sich bester Gesundheit. Seit 1883 ist Kamerad Gebauer Mitglied der Kriegerund Landwehrkameradschaft Altenbochum und wurde kürzlich in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Lange, harte Arbeitsjahre im Dienste der Vereinigten Stahlwerte AG. stempeln den Jubelbräutigam zu einem fleißigen und ehrsamen Volksgenossen. Ein stolzes Familienglück, 7 Kinder, wovon noch sechs unter den Lebenden weilen, bieten dem Jubelpaar einen wohlverdienten und gesegneten Lebensabend. Stadtteil Weitmar Stadtteil Wiemelhausen 40jähriges Berufsiubiläum. Die Hebamme Frau Anna Schwarz, Kohlenstraße 136, begeht heute, Freitag, ihr 40jähriges Berufsjubiläum. Vom Verein findet eine Ehrung am 14. Juli statt. Verkehrsunfall. Auf der Blankensteiner Straße wurde am Mittwoch abend ein Radfahrer von einem Auto angefahren und auf den Bürgersteig geschleudert. Der Radfahrer erlitt arge Verletzungen am Kopf. Nach Pa. Gerh. Brock(Berlin). Alle kurzem Anhalten fuhr der Kraftwagenlenker in der Richtung Weitmarer Holz davon, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Bei Reparaturarbeiten vom Dach gestürzt. Bei Reparaturarbeiten auf dem Dache eines Anbaues stürzte am Mittwoch abend der Händler August H. von der Hattinger Straße ab. H. brach beide Beine und trug außerdem noch eine Brustquetschung davon. Man brachte ihn sofort ins Krankenhaus. Von der DAF. Am 26. Juni veranstaltet die Ortswaltung der DAF. für die Gefolgschaft der Wehag Dus Schatzenzen in Bau Die letzten Vorbereitungen zum Harpener Schützenfest Silbernes Jubiläum des katholischen St.=Josephs= Vereins Riemke. Die Franziskuspfarrei Riemke steht am nächsten Sonntag im Zeichen des silbernen Jubiläums des St.=Josephs=Vereins der Männer. Der Jubelverein wurde im Jahre 1911 von dem damaligen Pfarrer Berg ins Leben gerufen. der auch das Amt des Präses übernahm. Erster Vizepräses war Anton Becker. Im Weltkriege zogen rund 60 Vereinsmitglieder ins Feld, 13 von ihnen starben den Heldentod fürs Vaterland. Ihre Namen sind auf einer Gedenktafel zum Gedächtnis für die Lebenden niedergelegt. Nach dem Kriege kam der Verein wieder zu voller Blüte. Die Jubiläumsfeier am nächsten Sonntag wird mit Gemeinschaftskommunion in der Pfarrkirche eingeleitet, an die sich ein feierliches Levitenhochamt anschließt. Um 11 Uhr findet im Vereinsheim eine Morgenfeier statt, in deren Mittelpunkt die Ehrung der vier noch lebenden Gründer sowie der 25 Jubilare stehen wird. Eine Jubiläumsfestandacht am Nachmittag wird den Tag beschließen. Stadtteil Grumme=Böde Mit der Hand ins Getriebe geraten. Schwer zu Schaden kam gestern auf seiner Lehrstelle der im hiesigen Stadtteil wohnende Metzgerlehrling Otto Br., der bei einem Bochumer Metzgermeister beschäftigt ist. Bei der Reinigung der Fleischmengmaschine geriet er mit dem rechten Unterarm und der Hand ins Laufaetriebe, wobei er einen Unterarmbruch und Handquetschverletzungen davontrug, die seine Einlieferung in das Augusta=Krankenhaus notwendig machten. Stadttell Hiltrop In der Grube verunglückt. Zwei Grubenunfälle ereigneten sich in einem hiesigen Grubenbetrieb durch Steinfall aus dem Hangenden. Dort wurden der Hauer D. aus Hiltrop und ein Hauer aus der Kolonie„Constantin“, Hermannstraße, derart durch Gesteinsfall verletzt, daß beide ins Bochumer Bergmannsheil übergeführt werden mußten. Das Gerüst des Zeltes ist schon fertiggestellt; Auf dem großen Kirmesplatz an der Ecke Baldurstraße und Harpener Hellweg sind die Zeltbauer eifrig bei den Arbeit. Der Zeltboden ist bereits gelegt und auch das Gerüst steht schon zur Aufnahme der Zeltplanes fertig. Das Zelt hat eine Größe von 1200 Aufnahme: Vaginer hier wird sich der Haupttrubel abspielen Quadratmeter. Auch die sogenannten Kirmeswagen sind bereits eingetroffen, und eifrig sind die Schausteller mit dem Errichten der Buden, Karusselle und Schiffschaukeln beschäftigt, damit am Samstag pünktlich zum angesetzten Beginn alles fertig ist. und Brot gab. Nicht weniger als 6500 Kubikmeter Boden mußten bewegt werden. Die Anlage selbst bietet einen überwältigenden Anblick. Von den Zuschauerplätzen fällt der Blick auf die riesige Bühne, die in drei breiten Terrassen emvor steigt und die im Hintergrund durch ein Haus im Stil der alten Bergmannskotten abgeschlossen wird. Prächtige Blumenanpflanzungen beleben das Bühnenbild, das durch transportable Grünkulissen jeweils verändert werden kann. Eingeweiht wird die Neuanlage der Stadt Wattenscheid am Samstag, 4. Juli, im Rahmen eines schlichten Festaktes. Am darauffolgenden Sonntag findet dann die erste Großveranstaltung auf dem Platz statt durch Aufführung der Böttcher=Komposition,„Oratorium der Arbeit“, die gleichzeitig eine westdeutsche Erstaufführung darstellt. Eine weitere vorbildliche Anlage Wattenscheids, geschaffen durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm, ist das Ehrenmal Wattenscheids, das ebenso wie der Festspielplatz vorbildlich für Westdeutschland sein dürfte. Das mehrere Morgen große Gelände umgibt das eigentliche Ehrenmal mit gärtnerischen Anlagen, die auf den Besucher tiefen Eindruck machen. Namentlich das bewegliche Wasser des Ehrenweihers steht im wirkungsvollen Kontrast zur tiefen Ruhe der Krypta, die zur Besinnung und zum Gedenken zwinat. Wie sehr die Gesamtanlage dem Empfinden des Volkes entspricht zeigt die Tatsache, daß aus der Bevölkerung heraus immer wieder Blumen vor der riesigen Gedenktafel niedergelegt werden. Daß Wattenscheid überhaupt manche in der Umgebung wenig bekannte vorbildliche Anlage besitzt, um die es von mancher Großstadt beneidet werden dürfte, zeigte ein Besuch des Südparks mit seinem Planschbecken und dem Sonnenheim, das seit Jahren schon von der NSV. Wattenscheid als Tageskinderheim benutzt wird. Die Höntroper Waldbühne ist bekannt. Wie man aber aus wenigem etwas Schönes=machen kann, zeigt die Anlage auf der Halde der stillgelegten Zeche Maria=AnnaSteinbank, die, sehr gut bewachsen, von der Stadt mit bequemen Aufstiegen und breiten Promenadenwegen versehen wurde, so daß sie heute mit Recht als jüngste Grünanlage der Stadt bezeichnet werden darf. Bekannt ist das Sol=Thermalbad Beckmannshof, das im Sommer wegen seiner Heilkraft viel auch von auswärts aufgesucht wird, zumal das Freibad ein angenehmer Aufenthalt ist. KdF.=Schwimmkurse. „Kraft durch Freude". Die Schwimmkurse der NSG. finden Montags und Freitags im Stadion Beckmannshof, abends von.30 bis.80 Uhr statt. Anmeldungen können in der Geschäftsstelle sowie in den Kursen direkt erfolgen. Aus der Magdalenenpfarrei.=Höntrov. Morgen. Samstag, von abends 8 Uhr bis Sonntaa morgen 7 Uhr findet im Vinzenz=Exerzitienhaus zu.=Höntrop die Feier der Ewigen Anbetung statt.— Der Seminarpriester Ewald Epke aus Gevelsberg wurde von der erzbischöflichen Behörde als Kooperator und Vikar an die Magdalenenkirche in.=Höntrop berufen. Er hat sein Amt bereits angetreten. Aus dem Nachbargebiet schoue. Stadtteil Gertbe Gerther Sänger am Niederrhein. Der Männergesangverein„Harmonie" Bochum=Gerthe unternahm am letzten Wochenende eine Sängerfahrt zum Niederrhein, und zwar nach dem nahe der holländischen Grenze gelegenen Städtchen Elten. Gegen 7 Uhr abends bereitete der Eltener Männergesangverein den Gerthern einen herzlichen Empfang. Den niederrheinischen Sängergruß des Gastgebers erwiderten die Gerther mit dem westfälischen. Im Vereinsheim der Eltener Sänger fand die offizielle Begrüßung statt. Nachdem die Quartiere, die die Partei in der Führerschule frei zur Verfügung gestellt hatte, besichtigt waren, fand eine schlichte Feier am Eltener Ehrenmal statt. Vereinsleiter Kaiser von Gerthe legte nach dem„Sanctus“ und einer Ansprache des stellvertretenden Vereinsleiters Knop einen Kranz nieder. Im Kurhaus in Hochelten fand dann am Abend ein großer Sängerkommers in Gegenwart von drei benachbarten Eltener Gesangvereinen und der Eltener Bevölkerung statt. Die Gerther überreichten dem Gastaeber als bleibendes Angebinde das Bergmannssymbol Schlägel und Eisen. In echter Sängerkameradschaft blieben Sänger und Bevölkerung noch lange beisammen. Am Sonntag gab es einen Frühschoppen bei einem ehemaligen Gerther Sangesbruder. Der Sonntag verging mit Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten und einem Abstecher zur Grenze. Am Abend nahmen die Gerther Sänger Abschied von ihren Gastgebern, die bald einen Gegenbesuch in Gerthe machen werden. Stadtteil Laer Silberne Hochzeit. Die Eheleute Bergmann Wilhelm Suckert und Frau, Anna geb. Brandener, Vor der Einweihung des großen Festspielplatzes Stadt Wanne=Eicke! phet.: Rnapp Mit den gepflegten gärtnerischen Anlagen bietet der Festspielplatz ein prächtiges Bild. Marie., heißt die diesjährige Schützenkönigin. Das diesjährige Schützenfest des Bürgerschützenvereins wird in erster Linie eine Angelegenheit des Stadtteils Wanne=Süd—Eickel=Nord, denn dieser Stadtteil stellt das diesjährige Königspaar. Metzgermeister Fritz Beckmann als König Fritz I. hat sich nunmehr seine Königin in Frau Gastwirt Kumpmann gewählt, die als Marie I. beim Schützenfest auf den Thron steigen wird. Gestern, Donnerstag, überbrachte das Offizierkorps des Schützenvereins dem neuen Königspaar die Glückwünsche. Das Protektorat über das in 14 Tagen zu feiernde Schutzenfest soll Oberbürgermeister Günnewig angetragen werden. Katholisch=Kirchliches. Der von hier stammende Seminarpriester Paul Wand wurde von der erzbischöflichen Behörde zum Kooperator und Vikar in Neuenkirchen(Kreis Wiedenbrrück) ernannt. Er hat seit kurzer Zeit seine neue Stelle übernommen. 6000 Rosen in Hochblüte. Groß ist täglich die Zahl der Besucher, die im Eickeler Volksgarten wie auch im Wanner Stadtgarten die Rosengärten besichtigen. In allen Farben zeigen sich die Rosen mit tausenden und aber tausenden Blüten. Müllabfuhr. Am Montag, 29. Juni(Peter und Paul), wird Müll im Stadtgebiet nicht abgefahren. Wanne=Eickeler im Rhein ertrunken. Die Eheleute Gruska, Annastraße 17, wurden von schwerem Leid betroffen. Der als Melker in der Kölner Gegend beschäftigte Sohn Ceslaus ertrank beim Baden im Rhein. Scheinbar ist G. beim Baden einem Herzschlag erlegen. Schwerer Grubenunfall auf Pluto=Wilhelm. Das Opfer eines Streckenbruches wurde auf der Schachtanlage Pluto=Wilhelm der Zimmerhauer Rudolf Kroael aus der Melanchthonstraße. K. war in einer Strecke auf der 7. Sohle mit Arbeiten beschäftigt, als ein Streckenbruch eintrat und ihn unter sich begrub. In mehrstündiger Rettungsarbeit konnte der Eingeschlossene zwar gerettet werden, doch starb er beim Transport auf dem Wege von der Unfallstelle zum Schacht. K. hinterläßt Frau und zwei Kinder. Auf einer Besichtigungsfahrt gab die Stadtverwaltung Wattenscheid Gelegenheit, ihre wahrhaft großzügigen Anlagen zu besichtigen, die im Zuge der ArbeitsDannenbaumstraße 65a, feiern am Samstag bei bester heschaffungsmaßnahmen, geschaffen worden sind. Nach Lannenbaumstre..5110eiern am Sa..un.—.#—turzer Begrüßung im hathaus der Stadt, brachte der Gesundheit jubiläum. und geistiger Frische ihr silbernes EheSprechstunden bei der NSV. Der Ortsgruppenamtsleiter ist in allen Angelegenheiten der RSV. kurzer Begrüßung im Rathaus der Stadt. brachte der Omnibus die Teilnehmer zunächst zum neuen Festspielplatz der Stadt, der wohl einer der größten und am vorteilhaftesten angelegten Plätze im Industriegebiet sein dürfte. Er wurde im Laufe eines Jahres— von Mai 1985 bis Juni 1936— erbaut. 18600 Quadratmeter ist die Gesamtanlage groß, davon entfallen allein 2000 Quadratmeter auf die Bühnenfläche, 2500 Quadratmeter sind für die Zuschauer reserviert, für die 3000 Sitzplätze zur Verfügung stehen, und die restlichen 8000 Quadratmeter sind gärtnerisch zu Anlagen ausgebaut, die den eigentlichen Festplatz umgeben. 16600 Tagewerke waren erforderlich, um die Anlage zu erbauen, die 60 Arbeitern auf die Dauer eines Jahres Arbeit Stadt Witten Betrunkener Kraftfahrer fährt in eine Arbeiterkolonne. Am 24. Juni, gegen 7 Uhr, fuhr ein Kraftwagenfahrer aus Bochum, der einen Personenkraftwagen führte, auf der Crengeldanz= straße infolge Trunkenheit in eine Arbeiterkolonne der Westfälischen Straßenbahn. Hiervor wurden drei Arbeiter zum Teil schwer verletzt. Alle wurden dem Marienhospital zugeführt. Kampf Arbeitstagung der Die Bochumer Ko zu ihrer pflichtgemäß zusammen. Von den Beginn gemacht wu Ankündigung von Erg lich erlassenen Tarifo des Konditorengewerk chen werden. Aus de hoff über die in des Reichsinnungsver gebenden Stellen ben ständigen Betrieben mit ihren 80 000 Ang lagen zu sichern. U in Aussicht genomm Arbeitszeit an Sonn im Gange, um auf Beziehungen zwischen Bund der Konditorel Im Mittelpunkt trag des Ingenieurs der Gewerbeförderung Reichsnährstandes in delte und unter dem seine allgemeinwirts ohne Einschränkung Wandel eines jeden Der Vortragende rä Recht eine bedeutend rungswirtschaft ein. Liter Milch und 600 lich in seinen Betrie mengen an Butter u dringlicher war auch tung, die aus dieser legte der Redner an wirtschaft, in der Anton F. Grön Hildegard Grön Vermäh Bochum, Hattinger St# Plötzli woch aber Frau, uns Großmut Fra Boch Dortmul Die nachm. Friedhof Seite 13 Nr. 147/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 26. Juni 1936 Dochalner=Eeden Kampf dem Verderb! Arbeitstagung der Bochumer Konditoreninnung Die Bochumer Konditoreninnung trat am Dienstag zu ihrer pflichtgemäßen Arbeitstagung in der„Uhle“ zusammen. Von den geschäftlichen Mitteilungen, die zu Beginn gemacht wurden, interessierte vor allem die Ankündigung von Ergänzungsbestimmungen zu der kürzlich erlassenen Tarifordnung. Den gerechten Wünschen des Konditorengewerbes soll in jeder Hinsicht entsprochen werden. Aus dem Bericht des Obermeisters Althoff über die in Stuttgart stattgefundene Tagung des Reichsinnungsverbandes ging hervor, daß die maßgebenden Stellen bemüht sein werden, den 8000 selbständigen Betrieben des deutschen Konditorengewerbes mit ihren 80 000 Angestellten die wirtschaftlichen Grundlagen zu sichern. Unter dieses Kapitel fällt auch die in Aussicht genommene Einführung der vierstündigen Arbeitszeit an Sonntagen. Weiter sind Verhandlungen im Gange, um auf dem Wege eines Vertrages die Beziehungen zwischen dem Gaststättengewerbe und dem Bund der Konditoreninnungen zu regeln. Im Mittelpunkt der Arbeitstagung stand ein Vortrag des Ingenieurs H. A. Fiege der im Auftrage der Gewerbeförderungsstelle Dortmund die Stellung des Reichsnährstandes im deutschen Wirtschaftsleben behandelte und unter dem Kennwort Kampf dem Verderb' seine allgemeinwirtschaftlichen Ziele herausstellte, die ohne Einschränkung auch Richtschnur im Handel und Wandel eines jeden deutschen Betriebes sein müssen. Der Vortragende räumte dem Konditorengewerbe mit Recht eine bedeutende Stellung in der deutschen Nahrungswirtschaft ein. Nicht weniger als 250 Millionen Liter Milch und 600 Millionen Stück Eier werden jährlich in seinen Betrieben verarbeitet, wozu noch Riesenmengen an Butter und Obst hinzukommen. Um so eindringlicher war auch die Mahnung und die Verpflichtung, die aus diesen Zahlen sprach. Besonderen Wert legte der Redner auf eine richtig betriebene Vorratswirtschaft, in der einwandfreie und hygienisch eingerichtete Kühlanlagen eine gewichtige Rolle spielen. Zahlreiche praktische Beispiele, unterstützt von einem hervorragenden Lichtbildermaterial, unterstrichen noch den Wert der aufklärenden Worte, die größtes Verständnis fanden. Eine rege Aussprache über allgemeine Wirtschaftsfragen, zu denen Geschäftsführer Dr. Grünewald die notwendigen Erläuterungen gab, beschloß die Arbeitstagung. Ee. für die Monate Juli, August, September 1936 Ausgabe“ Die Maßnahmen der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung werden für die Monate Juli, August und September 1936 in dem bisherigen Umfange fortgeführt. Für die Durchführung der Maßnahmen gelten die bisherigen Bestimmungen. Die Verbilligungsscheine werden ausgegeben für a) alle vom Wohlfahrtsamt Unterstützte(Wohlfahrtserwerbslose, Sozialrentner und Armenpfleglinge, außer Kleinrentner); ). Kriegsbeschädigte:.„ c) aus öffentlichen Mitteln nicht unterstutzte, aver Mltstaßtgebietes. Agrvictes und der Stadtteile Weitmar, Hordel und Riemke im Verwaltungsgebäude an der Trankgasse, Eingang C, an folgenden Ausgabetagen von .15 bis 12.30 Uhr:., 90 A. Ba bis Bl: Dienslag, 50. Juni Bo bis Bz: Mittwoch, 1. Juli C bis D: Donnerstag 2. Juli E bis F: Freitag, 3. Juli G: Samstag, 4. Juli L Ha bis Hi: Montag, 6. Juli Ho bis Hz. I: Dienstag, 7. Juli Ka bis Kl: Mittwoch, 8. Juli Km bis Kra: Donnerstag, 9. Juli Kre bis Kz, La bis Le: Freitag, 10. Juli Samstag, 11. Juli, keine Ausgabe Li bis Lz, Ma: Montag, 13. Juli Me bis Mz: Dienstag, 14. Juli N: Mittwoch, 15. Juli O Pa bis Ph: Donnerstag, 16. Juli Pi bis Pz, O: Freitag, 17. Juli Ra bis Ro: Samstag, 18. Juli Ru bis Rz. Sa bis Si: Montag, 20. Juli Sk bis Sz. Scha bis Schi: Dienstag, 21. Juli Schl bis Schz: Mittwoch, 22. Juli ei bi6 T; Konnerstag. 26. 360. Traditionsecke U. V bis Wa: Freitag, 24. Juli We bis Wi: Samstag, 25. Juli Wl bis Wz, 3: Montag, 27. Juli. Kleinrentner melden sich bei ihrem Sachbearbeiter. Bezugsberechtigte der übrigen Stadtteile(Gerthe, Harpen, Langendreer, Werne, Linden=Dahlhausen, Laer, Querenburg, Stiepel) erhalten die Verbilligungsscheine durch die Verwaltungsstellen nach näherer Bekanntmachung dieser Stellen. Mitzubringen sind Familienbuch, polizeiliche Anmeldung, Rentenvapiere, Lohnbescheinigungen über den Nettoverdienst der Familienmitglieder in den letzten zwei Monaten. Unterstützungsempfänger des Wohlfahrtsamtes haben ihren Unterstutzungsausweis vorzulegen. Volksgenossen, die vormittags auf der Arbeitsstelle sein müssen, können ein mit Vollmacht versehenes Familienmitglied mit der Abholung der Scheine beauftragen. Die Bezugsberechtigten werden gebeten, die ihnen zustehenden Scheine unter allen Umständen an den vorbezeichneten Ausgabetagen abzuholen und die Bestellscheine unverzüglich bei den Verkaufsstellen abzuliefern, damit die rechtzeitige Belieferung sichergestellt Es wird besonders darauf hingewiesen, daß Bezugsscheine nicht ausgegeben werden dürfen, wenn ein Bedürfnis offensichtlich nicht vorliegt. Demnach können Besitzer eigener Landwirtschaft und ausreichender Viehhaltung Bezugsscheine nicht erhalten. Wer diese Tatsachen verschweigt oder unrichtige Angaben über seine Vermögens= und Familienverhältnisse macht, handelt betrügerisch und wird strafrechtlich v 5cc.— Anton F. Gröne, Archtteht Hildegard Gröne geb. Schomann Vermählte Bochum, Hattinger Str. 43, 26. 6. 1936 Freibank Fleischverkauf Samstag, 27.., vorm. v. 7 Uhr an (Anf.=Nr.). Schlachthofverwlt. Wer nimmt =Zimm.=Einricht. am 30. Juni mit nach Berlin? R. M. 99168 Anz. UnterrichtsAnzeigen im„..“ Gott der Herr nahm heute abend unerwartet meine liebe Frau und meine herzensgute Mutter, unseren tapferen Kameraden Pieuwig Nesse geb. Ahmann zu sich in sein himmlisches Reich. Um stille Teilnahme bitten: Enno Hesse Ludwig Hesse Wanne-Eickel, den 24. Juni 1936 Auf Wunsch der Verstorbenen findet die Beisetzung in aller Stille statt. Wir bitten von Belleidsbesuchen abzusehen. Plötzlich und unerwartet verschied am Mittwoch abend 8½ Uhr infolge Herzschlags meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter. Schwiegermutter. Großmutter. Schwester. Schwägerin und Tante Frau Wilhelm Heine Elisabeth geb. Husemann im Alter von 54 Jahren. In tiefer Trauer Wilh. Heine Else Nagel geb. Heine Walter Heine Heinz Nagel Elli Heine geb. Schnippenkötter zwei Enkelkinder Bochum(Castroper Str. 228), Osnabrück, Rabber. Dortmund, Lübbeke, den 24. Juni 1936 Die Beerdigung findet Montag. den 29. Juni. nachm. 3½ Uhr. von der Leichenhalle Grummer Friedhof aus statt Statt Karten Für die uns erwiesene Tellnahme beim Helmgange unseres lieben Bruders, Schwagers und Onkels sagen wir herzlichsten Dank Bochum, den 26. Juni 1936 Joseph Wiemann Im Nemen der Hinterbliebenen: Des 30tägige Seelenamt zu dem hiermit freundlichst eingeleden wird, Ist Samsleg. den 27. Juni, 8 Uhr, in der St.-Meinolphus-Kirche Familien= Nachrichten aus anderen Zeitungen übernommen— Geboren: Knabe: Dortmund: Helmut Winlkelkötter (Lieselotte Frauenheim). Mädchen: Dortmund: Werner Crüwell(Traute Rohne). r Düsseldorf: Rudolf Studte(Anni Kersken). Vermählte: Düsseldorf: Max Klein mit Erna Bergmann. Essen: Reg.=Baumeister Paul Ohrt mit Lotte Schlüter. Hanns Günther zur Nieden mit Hanny Lippe. Herne: Hermann Heisterkamp mit Friedel Dettmar. Gestorben: Dortmund: Fritz Graf 53 J. Heinrich Goesmann, 83 Jahre. Luisburg: Alfred Kreitz, 22 J. Düsseldorf: Heinrich Derks, 67 J. August Diederich, 28 Jahre. Essen: Dr. Jur. Theodor Jachner. Emma Jürgen, 65 Jahre. Heinrich Maas, 80 Jahre. Köln: Frau Irmgard Verenbach, geb. Welcker. Die wirklich leichte und dennoch würzige ZIGARRE ist „Saharillo Durch ein hochwertiges Verfahren ist das Nikotin dieser Zigarre neutralisiert und unschädlich gemacht. Dabei werden alle Aromastoffe des Tabaks nicht nur erhalten, sondern sogar verfeinert. Preislagen: 10.12S15 S20 S 253 u. 308 d. Stck. Alleinverkauf: ZigarrenKlöpper Bochum, Bongardstraße 25, Rut 655 62 Direkt neben dem Automaten Aufruf der Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener Gau Westsalen=Lippe zum Gautag im August Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Gau Westfalen=Lippe, erläßt folgenden Aufruf: Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgesangener, Gau Westfalen=Lippe, rüstet zu ihrem diesjährigen Gautag am 8. und 9. August in der schönen und alten Stadt Soest. Sämtliche Ortsgruppen aus Westfalen und Lippe sind dort mit ihren Fahnen vertreten. Auch Kameraden, die nicht der REK. angehören, werden in großer Zahl dort antreten. Verbunden mit dieser Tagung ist eine große Wiedersehensfeier. Darum bittet die Gauleitung der REK. alle ehemaligen Kriegsgesangenen von Westfalen=Lippe und den Nachbarprovinzen, im August nach Soest zu kommen. Kriegsgesangene aus allen Lagern der Welt treffen sich dort wieder, um ihre Erlebnisse auszutauschen. Als vorläufiges Programm ist vorgesehen am 8. August, 16 Uhr, Arbeitstagung sämtlicher Ortsgruppenführer. Abends Kamerad schaftsabend. Am 9. August Ortsgruppenappell durch den Bundesführer Freiherrn von Lersner(Potsdam); össentliche Kundgebung. Am Nachmittag Festzug, anschließend großes Wiedersehensfest.— Anmeldung beim Gauführer Kamerad Tölle Elsen dei Padervorn, oder beim Kameraden Glaremin, Soest in Westsalen, Windmühlenweg Nr. 7. Bochamel=Veranstältungen heutige Avend bietet wiederum Theaterfreunde ein großes Ereignis, gibt es doch nur höchstens vereinzelt Gelegenheit, das Kleistsche Jugendwerk, „Die Familie Schroffenstein“, auf der Bühne zu sehen. Die Anmeldungen von auswärts sind schon jetzt erfreulich stark. Der Versuch, diesen Kleist wieder lebendig zu wird sicherlich gelingen. Zweifellos werden auch die Bochumer Theaterfreunde dieses neue Klassikerwerk im Spielplan dankbar begrüßen. Die Inszenierung besorgt Dr. S. Schmitt. Die Bühnenbilder entwarf Dr. H. Mänz. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen: Christmann, Ebert, Koch=Bauer, Schönfeld; die Herren: Caspar, Grimm, Harprecht, Holzuagel, Kaltbeuner, Meinecke. Der Abend ist für die Vormiete C. für die RS.=Kulturgemeinde, Serien B und C und für freie Besucher. Verloren Handtasche Inb.: Brille, Geldb. m. Inh., 3 Schlüssel an Goethe=Ober= realschule, KaiserWilh.=Denkm., a. d. Bank liegengelass. Wiederbr. erh. Bel. Ausk. Fundbüro im Rathaus. 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Führertag des Landesverbandes Weattalen am 13. und 14. Juni 1936 in Bottrop. 4. Anordnungen für den Reichekriegertag 1936 am 4. und 5. Juli in Kassel. 5. Vortrag des Kreispropagandawarte: Kaup:„150 Jahre Kyffhäuserbund“ Ich erwarte vollsähliges Erscheinen. Mit bameradschaftlichem Gruß. Hell Hitler Bering, Major d. R. a. D. Kameradschafteführer wom: bs nche brgn haitsf iun enser. Ausuchl nesengrec Nr 36—. 48—. 38- 254 und höber gibf: bei wu fr sio Teah Ssc Bochum, Bongardstraße 25 Raustrauen Statt Konservengläser jetzt Konservendosen. Abschneiden und schlieben gebrauchter Konservendosen. Kochvorschrift, kostenl. im Fachgeschäft Handwerkerbedarf A. Rumberg Eisenwaren und Werkzeuge Bochum, Lulsenstraße 12 Ruf 635 46/47 FAHRRADER schon für 35,-RM. — mit Garantie Opel. Dürkopp. Triumph usw. billigst Bequeme Ratenzahlung Lenker.—. 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Juni 1936 verbunden mit großer Volksbelustigung Sein Wunsch ist erfüllrDie Festfolge ist auf den aushängenden Plakaten ersichtlich.— Festplatz ist zu erreichen mit Straßenbahn-Linie 6, Haltestelle Feldsieper Straße, oder-Linie 1a, Haltestelle Vereinsstraße. FAHKKAD Es ladet zu der Veranstaltung freundl. ein Der Vorstand Fahrradhaus am Rathaus Bochum EEEEEEEEE (Setude)(Meibtig Gut erh. Kinderwagen zu verkauf. Quellenweg 6. Wo kann junger Mann g. Entgeld Elektro= u. AutogenKräftiges Mädchen evgl., 16., schon zu verk. Hattinger Straße 59. Schmidt. Besichtig. nur vormittags. lernen? D. P. 99169 Anz. im Haushalt tätig gew., sucht Stelle. Janzen, Alsenstraße 14. Zu vermieten Gebr. Sportwag. Kinderklappstuhl bill. abzug. Humboldtstr. 38, 2. Et. Singer=Nähmasch. sehr billig zu vri. Roonstr. 37, 3. E. 2mal schellen. dem beste Empfehlungen zur Seite stehen, gesucht. Ausführliche Angebote unter D. D. 2384 Anzeiger Sie können viel beldverdienen! IHbgesch. 42.-Mb. 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Nürnberg und Fußballmeister 1936 triumphalen Empfan ganzen Westen hat d nicht geringer gefeien schaft mit zur rhein bracht hätte. Mitten in dies platzte wie eine Bon Schmelings über de Noch nie sind die „Hindenburg“ mite worden als bei seine kehrte doch Max Se „Triumphwagen“ in wird wie nie zuvor.! der Massen ebenso o ihn". Das Wiedersel zahlreichen Kampfre so oft durch einen ki es ihm durch Begei Schmeling hat große Niederlagen, die dan lichen Laufbahn ge wie eine Ironie des da er sich mit seiner Weg zur zweiten W triumphalen Empfar 1930, wo er als ers gewichtsboxen nach mals, als man es Gegner Jack Shark sich weder durch Ai gen den klaren Blick eine harte Folgerur mann erkennen läßt. des Negers hin, ohn reklamieren.„Ich n zierung des Gegne boxer, der in seine Amateur Vorbild se Luftrennen zwi „Der„Hindenb schen 5 und 7 Uhr in Frankfurt nur i1 sogleich nach Berl feierlichreiten, nur Blumenstrauß." 1 Schmelings Heimk neue Lesarten erhie wind über dem Obis 14 und schließ „Ankunft in Frank fangsfeierlichkeiten. von Frankfurt.“ D um 14 Uhr am Schmelings Empfa mit heimlichen St macher doch die im in diesem besonder blasen zu lassen. Um 15.45 Uh Kölner Rheinbrücke uns fliegt der„Hi zug:„Vielleicht wi Stimme des Volk Majestätisch und r Bahn. Jetzt wird es die um 16.35 Uhr men. 50 Minuten aber unser Flugka die Landemanöver Und tatsächlich, w Kurz vor Fra mehreren Flugzeug Kehrseite und bie Weltluftschiffhafen zum alten Flugha ausgedient hat. D nun unser Taxick unmittelbarer Nä Heidelberg liegend lizei haben das wi Autos, Zehntause