— O„ O Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„hör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dal. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr. Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonio Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum. Donneretag 25. Juni 1936 4. Tohrgang Nummer 146 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, Familienanzeigen und Stellengesuche,§.,Pl.z,„ Verslusanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote. Anzeigen privater Ari) 8 Bf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Terttell 10 Pf. Auskunft= und Kiffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 7 gültig, Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich ausgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Wrhfrustung kur net. Aufsehenerregende Rede Hoares „Die Welt braucht eine starke britische Flotte“ dnb London, 24. Juni. Der Erste Lord der Admiralität, Sir Samuel Hoare sprach am Mittwoch in London vor der Royal Empire Society über Englands Wiederaufrüstung. Vor allem tue, so sagte er. Schnelligkeit not. Großbritannien müsse sein Haus in Ordnung bringen, bevor eine Krise hereinbreche. Es sei aber keine Ursache für eine Panik vorhanden. Man brauche nicht anzunehmen, daß ein Krieg unvermeidbar sei. Kein Land in Europa wünsche den Krieg, und weil dies der Fall sei, würde es eine verbrecherische Verrücktheit sein, anzunehmen, daß der Krieg unvermeidbar sei. Es sei wohl empfindsames Material in Europa vorhanden, so daß ein Funken genüge, eine große Explosion auszulösen, wenn nicht große Mächte wie Großbritannien stark genug seien um ihren Einfluß zugunsten des Friedens in die Waagschale zu werfen. Deshalb rüste Großbritannien auf. Wenn die britische Armee, die britische Flotte und die britische Luftwaffe angemessen und rechtzeitig verstärkt würden, werde es keinen Weltkrieg geben. Wenn es gelinge, eine gut ausbalaneierte Flotte zu haben, die in der Lage sei, den Feind zu schlagen und die Meere offen zu halten, und die so ausgerüstet sei, daß sie überall hingehen könne, werde es keinen Weltkrieg geben. Es erhebe sich auch die Frage, ob man eine solche Flotte unter den Bedingungen der Gegenwart überhaupt bauen könne. Es handele sich um die schwerste Frage, die jemals in der Geschichte der englischen Flotte zu verzeichnen gewesen sei. Hoare nahm hierauf Stellung gegen die weitverbreibete und in der englischen Oeffentlichkeit in der letzten Zeit lebhaft umstrittene Ansicht, daß durch das Aufkommen der Luftwaffe Kriegsschiffe unnütz geworden seien, weil sie allzusehr durch Luftangriffe verwundbar seien. Er sei der Ansicht, daß die Luftwaffe die Aufgaben der Flotte nicht geändert habe und daß es keineswegs unmöglich sei. eine Flotte zu bauen, die in der Lage sei, ihren traditionellen Pflichten gerecht zu werden. Das Kriegsschiff gehöre keineswegs ins Museum. Mankönne die neue Flotte zumwichtigsten und mobilsten Faktor gestalten. Wenn weiter gefragt wird, warum man trotz des Völkerbundes eine starke Flotte hauen wolle, so sei darauf hinzuweisen, daß die kollektive Sicherheit ihre Ideale noch nicht erreicht habe. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre hätten sich zwei Lehren herausgebildet Die erste laute, kollektive Sicherheit heiße in der Praxis, daß die britische Flotte im Mittelmeer sein müsse. Wenn die Flotte zweimal so stark gewesen wäre, als sie es heute sei, würde die Krise niemals entstanden sein. Trotz aller Kritik der Ignoranten habe die britische Flotte ihre Aufgabe erfüllt, indem sie eine Ausdehnung des Streites verhindert habe. Die zweite Lehre besage, daß trotz der Theorie von der Vereinigung der Stärke von 50 Nationen der praktische Wert der Streitkräfte gänzlich von der Bereitschaft der verschiedenen Länder abhänge, zum Kriege gegen den Angreifer zu schreiten. Er wolle niemandem einen Vorwurf machen, aber der einzige Staat des Völkerbundes, des bereit gewesen sei, wirksame Vorbereitungen zu treffekk, sei Großbritannien gewesen. Dürfe man angesichts des gegenwärtigen Zustandes der Welt annehmen, daß man sich in entfernten Gegenden der Welt, in denen die führenden Mächte nicht Mitglieder des Völkerbundes seien, auf die kollektive Unterstützung im Völkerbund nicht verlassen könne? Diese Lehren zeigten, daß die Welt eine starke britische Flotte brauche. Er(Hoare) bemerke mit Interesse, daß die Zeitschrift der amerikanischen Flottenliga einen Vorschlag für die Zusammenarbeit der britischen und amerikanischen Flotte ausarbeite, um einen künftigen Krieg unmöglich zu machen. Die Tatsache bleibe bestehen, daß das britische Reich von seinen Seeverbindungen abhänge. Körperliche Leistungsprüfung alljährlich bei der Polizei Berlin, 24. Juni Der Polizeidienst im nationalsozialistischen Staat erfordert vom Vollzugspolizeibeamten einen dauernden Zustand höchster körperlicher Leistungsfähigkeit und vorbildlicher Haltung. Obwohl im heutigen Dienstplan der Polizei die dienstliche Körperschulung breitesten Raum einnimmt, muß deshalb der Polizeibeamte, wie ihn der Staat heute haben will, auch außerdienstlich jede Gelegenheit wahrnehmen. körperlich an sich dauernd zu arbeiten. Um festzustellen, wie weit jeder einzelne Beamte dieser Forderung nachzukommen bemüht ist, ist die Abhaltung alljährlich stattfindender körperlicher Leistungsprüfungen vom Reichsminister des Innern angeordnet. Diesen unvermutet und unvorbereitet abzuhaltenden Prüfungen hat sich jeder Polizeivollzugsbeamter zu unterziehen. Selbstverständlich sind die Forderungen hierbei für die einzelnen Altersklassen bis zum 45. Lebenssohr verschieden. Bei Beamten über 45 Jahren tritt an Stelle der Forderung nach gestaffelter sportlicher Leistung die Forderung nach Mindestleistungen auf einzelnen Prüfungsgebieten. In vollem Umfange haben die Jahrgänge bis zum 30. Lebensjahr den im Rahmen der angeordneten körperlichen Leistungsprüfung gestellten Forderungen nachzukommen. Diese Jahrgänge gelten als Ausgangsund Aufbaugruppe und haben auch nach ihrem Aufrücken in die höheren Altersklassen die ungemilderten Bedingungen der Leistungsprüfung zu erfüllen. Zum erstenmal wird der körperliche Zustand der Polizeibeamten auch bei ihrer dienstlichen Bewertung in Ansatz gebracht. Das Ergebnis der Leistungsprüfung ist bei Beförderungen und Ernennungen zu berücksichtigen, d. h. bei sonst gleichen fachwissenschaftlichen Kenntnissen und Leistungen im gleichen Dienstalter wird der Beamte, der bei der letzten Leistungsprüfung die Bedingungen restlos erfüllte, vor anderen, die sie nicht erfüllten, vorgezogen. Es besteht die Absicht, mangelhafte oder unzureichende Leistungen zum Anlaß zu nehmen, um bei starkem Mißverhältnis vom Gewicht zur Körpergröße sogar die Dienstfähigkeit des betreffenden Beamten in Frage zu stellen. In Zukunft sollen nur noch durchtrainierte straffe Gestalten den Polizeidienst in der Oeffentlichkeit versehen als würdige Repräsentanten der Staatsautorität. Der Strafantrag im Groß=Heringer dnb Naumburg, 24. Juni. In dem Prozeß gegen die beiden Lokomotivführer Dechant und Bande beantragte der Oberstaatsanwalt unter Zubilligung mildernder Umstände gegen Dechant eine Gefängnisstrafe von 1½ Jahren, in die die Untersuchungshaft von ungefähr zehn Wochen eingerechnet werden soll. Gegen Bande wurde eine Gefängnisstrafe von einem Jahr beantragt. Das Urteil wird am Donnerstag um 16 Uhr verkündet. Sattulter in der belgischen Kammer Regierungserklärung mit Zwischenfällen— Die Flamen verlangen Flämisch als Amtssprache Zeel Gleich dnb Brüssel, 24. Juni. der Kammer verlas Ministerpräsident van land am Mittwoch die Regierungserklärung. Bleich zu Beginn forderten die Mitglieder des Nationalflämischen Blocks mit heftigen Zurufen den Ministerpräsidenten auf, seine Erklärung nicht in französischer, sondern in flämischer Sprache vorzutragen. Der Tumult war so groß, daß van Zeeland zunächst nicht mehr zu Worte kommen konnte. Mehrere flämische Abgeordnete standen auf und erhoben Einspruch dagegen, daß heute noch im Parlament der französischen Sprache offiziell der Vorzug gegeben werde, obwohl die Mehrheit sich aus Flamen zusammensetze. Van Zeeland wollte beschwichtigend wirken, indem er erklärte, daß zum Ausgleich im Senat die Regierungserklärung zuerst in flämischer Sprache verlesen und dann erst ins Französische übersetzt werde. Diese Erklärung van Zeelands hatte jedoch nicht die erhoffte Wirkung. Verschiedene Nationalflamen entgegneten, für sie sei es eine grundsätzliche Forderung, daß künftig Flämisch die offizielle Sprache sei, die mit Rücksicht auf die flämische Mehrheit Belgiens den Vorzug vor der französischen verdiene. Der Kammerpräsident Huysmans, der selbst Flame ist, konnte in dem allgemeinen Lärm weder sich noch dem Ministerpräsidenten Gehör verschaffen. Schließlich legte sich der Sturm, und van Zeeland konnte seine Erklärung in französischer Sprache fortsetzen. Am Schluß kam es jedoch zu neuen Zwischenfällen, als Finanzminister de Man(Flämischer Sozialist) auf die Rednertribüne trat, um die Regierungserklärung ins Flämische zu übersetzen. Unter lauten Protestrufen verließen die Mitglieder des nationalflämischen Blocks geschlossen den SitzungsStamtssereetar=Battein Freundlicher Empfang der italienischen Gäste dub Berlin, 24. Juni. Auf dem Fliegerhorst Staaken traf am Mittwoch um 11.45 Uhr mit einem Sonderflugzeug in Erwiderung des Besuches des Reichsministers der Luftfahrt Generaloberst Göring und des Staatssekretärs der Luftfahrt General der Flieger Milch der Staatssekretär und Chef des Generalstabes der königlich=italienischen Luftwaffe Valle ein. Der italienische Gast, der vom Chef der italienischen zivilen Luftfahrt Pellegrini, dem früheren italienischen Luftattaché in Berlin, Oberst Senzardenari, Oberstleutnant Biseo, Hauptmann Tondi und dem deutschen Luftfahrtattaché in Rom, Oberstleutnant Schultheiß, begleitet wird wurde nach Landung des Flugzeuges von Staatssekretär General der Flieger Milch herzlichst in Berlin willkommen geheißen. Das Musikkorps des Fliegerhorstes Staaken spielte die italienische Königshymne und die Giovinezza und leitete über zum Präsentiermarsch, als die ausländischen Gäste nach der Meldung der Ehrenkompanie durch Oberst Kastner die Front abschritten. Die italienischen Gäste werden während ihres fünftägigen Aufenthalts Gelegenheit haben, Einrichtungen der deutschen Luftwaffe, der deutschen Luftfahrt und der einschlägigen Industrie zu besichtigen. Der Fliegerhorst Staaken hatte zu Ehren der italienischen Gäste die Reichskriegsflagge und die italienischen Farben gesetzt. Der erste Besuch führte den hohen italienischen Gast und seine Begleitung nach dem Ehrenmal Unter den Linden, wo Exzellenz Valle im Gedenken der Gefallenen des Weltkrieges in Gegenwart des Staatssekretärs der Luftfahrt General der Flieger Milch einen Kranz niederlegte und mit einer Minute des Schweigens der gefallenen Helden gedachte. Eine Ehrenkompanie der Luftwaffe erwies dabei die Ehrenbezeigung, worauf sich ein Vorbeimarsch anschloß. Zahlreiche Berliner wohnten der Gefallenenehrung bei und bereiteten den ausländischen Gästen einen freundlichen Empfang. Die italienischen Flieger statteten am Nachmittag dem Reichsluftfahrtministerium einen Besuch ab, wo sie Staatssekretär General der Flieger, Milch, in Vertretung von Generaloberst Göring empfing. Am Abend vereinigte ein Zusammensein im Haus der Flieger die italienischen Gäste mit den Angehörigen der verschiedenen Zweige der deutschen Luftfahrt. Im Auftrage der Reichsregierung und im besonderen des Reichsluftfahrtministers Generaloberst Göring hieß General der Flieger Milch die italienischen Flieger mit herzlichen Worten willkomen. Staatssekretär Välle dankte für den liebenswürdigen Empfang. Scherl-Bilderdienst Unser Bild zeigt General Balle, gefolgt von Staatssekretär General der Flieger Milch, und dem italienischen Botschafter in Berlin, Exzellenz Attolico, nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal beim Abschreiten der Frout der Ehrenkompagnie der Luftwaffe saal mit der Erklärung, daß sie an der Uebersetzung einer französischen Rede kein Interesse hätten. Die Regierungserklärung Ministerpräsident van Zeeland begann seine Erklärung mit dem Hinweis, daß die neue Regierung in einem besonders schwierigen Augenblick gebildet worden sei. Fragen von außergewöhnlichem Ernst hätten sofort in Angriff genommen werden müssen. Der Ministerpräsident zählte dann die einzelnen Maßnahmen auf, die die Regierung auf sozialem Gebiet unter dem Druck der Gewerkschaften und der Sozialdemokraten zur Beruhigung der Massen ergriffen habe und die teilweise schon in Form von Gesetzentwürfen dem Parlament zugegangen seien. Es handle sich um die Angleichung der Löhne, die grundsätzliche Einführung der 40=Stunden=Arbeitswoche, die allgemeine Einrichtung von Kollektivverträgen und paritätischen Ausschüssen in der Industrie, die Pflichtversicherung gegen Arbeitslosigkeit, die Sicherung des gewerkschaftlichen Vereinigungsrechtes, die Reform der Arbeitslosenversicherung und der Alterspensionen und die Fortsetzung der öffentlichen Arbeiten. Van Zeeland stellte ferner in Aussicht, daß die Regierung dem Siedlungswesen künftig ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden werde. Im wirtschaftspolitischen Teil seiner Ausführungen kündigte er im wesentlichen an, daß das Programm der früheren Regierung fortgesetzt werde. Er teilte jedoch mit, daß die Waffenfabrikation und gewisse Industriezweige, die den Charakter von Monopolen erhalten hätten, unter Staatskontrolle gestellt würden, um die Wahrung der öffentlichen Interessen wirksamer zu gestalten. Ein Teil des Regierungsprogramms ist gewissen politischen Teilreformen gewidmet, als deren Zweck eine stärkere Stabilisierung der Exekutive und die Herstellung einer Verbindung zwischen den politischen Organisationen und den wirtschaftlichen Kräften genannt wird. Unter den politischen Reformen, die die Regierung in Aussicht genommen hat, befinden sich— allerdings vorläufig nur in sehr allgemein gehaltenen Formen— zahlreiche Forderungen, die die Rexbewegung in ihrem Kampf gegen das heutige System erhoben hat u. a. Herabsetzung der Zahl der Abgeordneten, die Einführung der Volksbefragung, das System einer berufsständischen Organisation, die Einsetzung von Wirtschaftsräten, die Schaffung eines obersten Staatsrates sowie das Verbot der Bekleidung von Aufsichtsratsposten durch Mitglieder der Regierung und des Parlaments. Die praktische Durchführung dieser Reformen wird allerdings in der Regierungserklärung größtenteils dem Parlament überlassen. Zur Außenpolitik beschränkte sich van Zeeland auf die Feststellung, daß die bisherige Politik fortgesetzt werde, um Belgien in der vollständigen Unabhängigkeit, aber auch in der Achtung seiner internationalen Pflichten die Sicherheit und den Frieden zu erhalten. In der Frage der Landesverteidigung werde die Haltung der Regierung durch die Ergebnisse der Beratungen bestimmt werden, die augenblicklich in dem gemischten Militärausschuß stattfinden. Die Regierung werde aber mit den wirksamsten Mitteln die Unverletzlichkeit des Staatsgebietes sichern. Auf die Forderung der Flamen ging die Regierungserklärung gleichfalls nur mit wenigen Sätzen ein. Die Regierung sei fest entschlossen, die vollständige und loyale Anwendung und Durchführung der Sprachengesetze zu gewährleisten. Die Rede van Zeelands wurde wiederholt von den nationalen Flamen und den Rexisten mit Zwischenrufen unterbrochen. „Das verfluchte Regime“ Degrelle zur Parlamentseröffnung in Belgien— Soziales Hilfswerk der Rexbewegung in den belgischen Streikgebieten dnb Brüssel, 24. Juni. Die Rexbewegung hat in den Hauptstreikgebieten von Lüttich und Charleroi ein soziales Hilfswerk ins Leben gerufen. In den letzten fünf Tagen sind über tausend Kinder streikender Bergarbeiter in Seebädern an der belgischen Küste und in Luftkurorten in den Ardennen untergebracht worden, wo sie unter der Obhut von Frauen der Rexbewegung beherbergt werden, Das Hilfswerk steht unter der Leitung der Frau des Rexistenführers Degrelle. Man hatte in politischen Kreisen damit gerechnet, daß Degrelle bereits in der Eröffnungssitzung des belgischen Parlaments am Dienstag das Mandat seines Brüsseler Vertreters Olivier übernehmen und in die Kammer eintreten würde. Degrelle war aber noch nicht erschienen. Falls Degrelle in die Kammer eintritt, sind stürmische Auseinandersetzungen zwischen ihm und seinen politischen Gegnern unvermeidlich. Degrelle hat sich im Wahlkampf die Todseindschaft der anderen bel— ise 0 15 Seite 2 Nr. 146 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 25. Juni 1936 gischen Parteien, namentlich der katholischen und der einseitig lösen zu können sich anmaßte. Die Besetzung Ssco# Einen Rorge= der entmilitarisierten Rheinlandzone war die notwenEinen BorgeSI sozialdemokratischen Partei, zugezogen. schmack von der Kampfesweise Degrelles liefert der heutige Leitartikel, mit dem Degrelle in seinem Organ„Le Pays Réel" zur Parlamentseröffnung Stellung genommen hat. Es heißt darin:„Während Hunderttausende von Streikenden in einer erdrückenden Hitze jetzt für Brot und würdiges Leben kämpfen, haben sich heute nachmittag 180 Politiker in großer Verwirrung versammelt unter dem wachsamen Auge unserer 21 Gerechtigkeitsvollstrecker(Rex hat in der Kammer 21 Abgeordnete. Die Schriftl.) Die Politiker sind nicht sehr stolz. Ihre Glieder sind noch ganz steif von den Schlägen, die sie bei den Wahlen am 24. Mai erhalten haben. Sie beschnüffeln sich und schauen ängstlich auf unsere Straßenkehrer(Anspielung auf die politische Reinigungsaktion, die Rex erfolgreich begonnen hat. Die Schriftleitung.). Sie rechnen mit schlimmen Katastrophen, und sie haben recht. Denn diese Katastrophen werden kommen. Noch niemals in unserer Geschichte hat man einen solchen parlamentarischen Mischmasch gesehen. Ihr Mißkredit ist vollständig. Der Streik hat ihren Verrat und ihre Lügen zum Durchbruch gebracht. 200000 Arbeiter haben sich gegen die Knechte der Hochfinanz und die Veranstalter des Volkselends erhoben. Rex steht für jeden Kampf bereit und ist entschlossen, das verfluchte Regime in die Luft zu sprengen. Nicht durch Sabotageakte, sondern durch aufbauende Arbeit wird Rex die Kuhhandelsgeschäfte der Politiker und ihr Konkubinat zur Explosion bringen. Rex hat seine zweite Schlacht gewonnen.“ Herr Blum hat gesprochen Neue Töne— Alte Ansichten Berlin, 24. Juni. Von unserer Berliner Schriftleitung. Das außenpolitische Programm der französischen Volksfrontregierung, das gestern vom Ministerpräsidenten Léon Blum und dem Außenminister Delbos dem Parlament unterbreitet wurde, bedeutet inhaltlich zwar keine Ueberraschung, ist jedoch einer stärkeren Beachtung wert, da sich die Ausführungen im formalen Tone immerhin beachtlich von den Regierungserklärungen unterscheiden, die wir in den letzten Jahren immer wieder aus französischem Munde hören mußten. Nachdem in den letzten Tagen recht umfangreich über den Inhalt dieses außenpolitischen Programms orakelt worden ist und von denjenigen, die immer an einer deutsch=französischen Spannung ein lebendiges Interesse bekunden, Hoffnungen über Hoffnungen auf die Kammererklärung gesetzt worden sind, verstehen wir die Enttäuschung dieser Kreise und ebenso die ängstliche Zurückhaltung, mit der der größte Teil der französischen Blätter die Kammerrede des Ministerpräsidenten begleitet. Herr Blum hat sich bemüht, einen verständigeren Ton gegenüber Deutschland anzuschlagen, und hat auch den französischen Willen zur Verständigung unterstrichen. Zum ersten Male ist französischerseits die Prüfung der großzügigen Friedens= und Ausgleichsvorschläge des deutschen Führers zugesagt worden. Eine immerhin bedeutsame Zusicherung, um die sich die vorhergehenden Kabinette aus ersichtlichen Gründen herumdrückten. Herr Blum hat weiter zum Ausdruck gebracht, daß seine Regierung nicht die Absicht habe, an den Worten des Frontkämpfers Adolf Hitler zu zweifeln. Wir nehmen auch dieses Wort als eine Selbstverständlichkeit zur Kenntnis, weil wir nur in dieser Achtung den Geist sehen können, aus dem heraus sich eine gleichberechtigte, erfolgversprechende Aussprache zwischen den beiden Nationen herbeiführen läßt. Jener in der anschließenden Kammeraussprache gefallene Zwischenruf,„Sprecht unmittelbar mit Deutschlano!“, war für die Stimmung großer französischer Volkskreise ebenso bezeichnend wie für die Kritik, die selbst in Frankreich an der doch zum mindesten nicht scharfmacherischen Erklärung geübt wird. Daß die Behandlung des deutsch=französischen Verhältnisses einen gegenüber früheren Regierungsäußerungen verhältnismäßig großen Raum einnahm, ist eine Selbstverständlichkeit. Denn der Lauf der Dinge hat zur Genüge bewiesen, daß die hohe Diplomatie Europas, Frankreich eingeschlossen, an Deutschland fürwahr nicht vorbeizugehen vermag. Einzelheiten, wie sich die Regierung Blum die Neugestaltung des nachbarlichen Verhältnisses denkt, wurden vermieden. Deutschland, durch die Erfahrungen und Tatsachen von eineinhalb Jahrzehnten gewitzt, muß notgedrungen auch Herrn Blums und Herrn Delbos' Bekenntnisse einstweilen mit jenen Vorbehalten aufnehmen, die unserer Ansicht nach in außenpolitischen Dingen immer noch die beste Rückversicherung gegen Enttäuschungen sind. Gewiß, das deutsche Volk geht im Ziele eines dauernden Friedens mit dem französischen Volke einig. Hüben wie drüben mühen sich entschlossene Männer, die Brücke zu schlagen. Das Angebot des deutschen Führers vom 31. März 1936 bedeutete den ersten Grundpfeiler. Aber über die Methode, wie dieses herrliche, für beide Nationen glückbringende Ziel einmal erreicht werden soll, darüber gehen die Meinungen auseinander, und es will uns scheinen, daß auch das neue französische Kabinett Blum hier den alten Weg seiner Vorgänger einstweilen nicht verlassen hat und auch nicht verlassen will. Man hat zwar gestern die „Irrtümer der Barthouschen Politik“ zugegeben, aber man verschweigt nicht nur die Art der neuen Wege, sondern man pocht auch auf die Unteilbarkeit des eurowäischen Friedens“, auf den Völkerbundskollektivismus und auf die traditionellen Freundschaften, obwohl der Abschluß des französisch=bolschewistischen Militärabkommens gerade eine neue Spannung„zwischen Deutschland und Frankreich auslöste. In diesen Fragen also unterscheidet sich auch die künftige Politik des Kabinetts Blum einstweilen in keiner Weise von der Grundeinstellung seiner Vorgänger, ja, es besteht der Eindruck, daß trotz aller innerpolitischen Gegensätze die charakteristische Einigkeit unter den verschiedenen Parlamentsgruppen im Punkte Außenpolitik weiter bestehen bleibt. So bleibt die Grundfrage des europäischen Zusammenlebens, insonderheit das Verhältnis zu Deutschland, unbeantwortet. Auch Herr Blum und sein Außenminister haben sich nicht der Mühe unterzogen, die Gründe sachlich zu betrachten und zu würdigen, die Deutschland in den vergangenen Jahren zu seinen grundsätzlichen Schritten führten. Oder gibt man zu, daß sich die Irrtumer des Herrn Barthou und seiner Nachfolger gerade am deutsch=französischen Nachbarverhältnis schon bitter gerächt haben? Historisch und psychologisch war der französische Aufrüstungsbeschluß vom 15: März 1935 der zwangsläufige Grund zur Erklärung der deutschen Wehrhoheit durch den Führer, nachdem keine französische Regierung ihren Abrüstungsverpflichtungen aus dem Versailler Vertrag nachgekommen war Der Abschluß des französisch=bolschewistischen Militärbündnisses machte dann den Locarnovertrag hinfällig, der, wohlgemerkt. auf zweiseitiger Bindung beruhte, die aber Frankreich der entmitltnr zen beheinlandzone war die nollbendige deutsche Antwort, eine Tat der Selbstwehr. Frankreich mißachtete den Vertrag von Locarno und gab damit Deutschland das Recht, seinerseits Schutzmaßnahmen zu treffen. An dem Ausbau der Bündnisse hält auch die Regierung Léon Blums fest. Obwohl sie sich als„fortschrittlich mit internationalem Einschlag“ bezeichnet, beschreitet sie damit die unheilvollen Wege der Vorkriegsallianzen, versucht jedenfalls nicht, hier die Irrtümer Barthous zu berücksichtigen, was aber nichts anderes bedeutet als: In der Hauptlinie der Außenpolitik bleibt es beim alten. Diese Feststellungen jedoch machen es uns zur Pflicht, bei aller Anerkennung der formalen Korrektheit der gestrigen Erklärung den weiteren Gang der Entwicklung mit kritischer Reserve, wenn auch mit dem grundsätzlichen Willen zum Frieden und zur Verständigung abzuwarten. Nacfenler=Whäfell negi sonl Matrosen erbrechen gewaltsam die Vorratskammern— Ausdehnung des Streiks auf die übrigen Mittelmeerhäfen Paris, 24 Juni. Der„Matin“ berichtet, daß sich die Streikbewegung im Marseiller Hafen weiter ausgedehnt habe. Ueber 68 Schiffen wehe die rote Fahne, rund 4000 Streikende hielten die Schiffe, die von ihren Kapitänen und Offizieren verlassen worden seien, besetzt. Der Hafenverkehr ruhe völlig. Ein einziges Schiff, das Feuerwehrboot„Alerte“, das der Handelskammer gehöre, habe nicht die rote Fahne gesetzt. Einige wenige Schiffe, die noch im Laufe des Tages ohne Schlepperschiffe in den Hafen eingelaufen waren— die meisten ausländischen Schiffe werden auf andere Häfen umgeleitet—, konnten ihre Postladung, leichtverderbliche Lebensmittel und Passagiere noch abladen, woran sich aber sofort die Arbeitsniederlegung und Besetzung der Schiffe anschloß. Die Verpflegung der Streikenden wird, soweit möglich, aus Schiffsvorräten beschafft, wobei es, wie der„Matin“ weiter meldet, sogar zum gewaltsamen Aufbrechen der Türen zu den Vorratskammern gekommen sein soll. Dem Streik haben sich nicht nur die Matrosen der Hafenrundfahrtschiffe, der Schlepper und auch der kleinsten Boote angeschlossen, sondern sogar die Schiffsreparaturarbeiter, die Schiffsanstreicher und die Dockarbeiter. Der„Ami du Peuple" berichtet, daß sich die Streikbewegung auch auf die anderen französischen Mittelmeerhäfen auszudehnen beginne. So sei der Verkehr des Hafens Port=Vendres völlig stillgelegt. Auch hier wehe die rote Fahne an den Masten der Schiffe. Das Blatt erklärt, diese Vorfälle ließen darauf schließen, daß der Bolschewismus im Anmarsch sei. Bei einem Empfang streikender französischer Matrosen aus Marseille legte Ministerpräsident Blum diesen die Wiederaufnahme der Arbeit zu den von den Arbeitgebern inzwischen angenommenen Arbeitnehmerforderungen dringend nahe. Bei den Automobilwerken Chenard und Walcker in Paris ist es infolge von Unstimmigkeiten bei der Einführung des Einheitsrahmenvertrages zur erneuten Arbeitsniederlegung gekommen. Die Belegschaft hat die Werke besetzt. Die im Luftfahrtministerium geführten Verhandlungen zwischen Vertretern der Arbeiter und der Direktion der Flugzeugbauwerke Latecoere und Dewoitine in Toulouse haben zu keinem Ergebnis geführt. Die Arbeiter haben daraufhin den Streik erklärt und die Werkshallen besetzt. Die Stadt Versailles ist seit Dienstag ohne [Straßenbahnverkehr, da die Angestellten der Straßenbahngesellschaft in den Ausstand getreten sind. Giscentäuten=töster 100 Peselen spanische Marxisten besteuern dnb Madrid, 24. Juni. Der Bürgermeister von Casas Bajas hat dem Ortsgeistlichen eine Entschließung der marxistischen Gemeindeverwaltung mitgeteilt, wonach in Zukunft für Gebetsläuten, für Läuten für die Frühmesse, für Rosenkranz und Katechismus je 25 Peseten, für das Läuten zum Hochamt 50 Peseten, für die„Sterbeglocke 15 Peseten Steuer zu entrichten sind. Festlauten sämtlicher Glocken kostet 100 Peseten, Begräbnisläuten erster Klasse 200, zweiter Klasse 100 und dritter Klasse 50 Peseten.(Ein Peseta gleich 34 Reichspfennig.) Bei Brandläuten fällt die Steuer weg. Wenn„der Pfarrer sich an die Gläubigen richten will“, so heißt es in dem amtlichen Dokument weiter, so hat er dies dem Bürgermeister rechtzeitig mitzuteilen und ihm die Predigt einzureichen. Falls die Erlaubnis erteilt wird soll ein Delegierter der Gemeindeverwaltung an der Messe teilnehmen, um darüber zu wachen, daß der Geistliche die Predigt so hält, wie sie dem Bürgermeister vorgelegt wurde. Bei Mißbrauch erfolgt gerichtliche Bestrafung. Auch für die Begräbnisse, deren Trauergefolge sich mit einem Kreuz durch die Straßen bewegte, sowie von solchen Pfarrern, die sich in der Oeffentlichkeit in ihrem Priestergewand zeigten, werden besondere Steuern erhoben. Generalstreik in Huelva dnb Madrid, 24. Juni. In Huelva ist am Mittwoch unerwartet der Generalstreik ausgerufen worden, wodurch jeglicher Verkehr stillgelegt wurde. Die Geschäfte sind geschlossen und die Brotversorgung erfolgt durch das Militär. Auch die Bankangestellten haben sich dem Ausstand angeschlossen. Der Gouverneur hat den Streik für ungesetzlich erklärt und das Streikkomitee verhaften lassen. Aus Badajoz, Sevilla und Cadiz sind starke Polizeiabteilungen nach Huelva abkommandiert worden. Ernstere Zwischenfälle haben sich bis jetzt noch nicht ereignet. Frage der Arbenklosigten 10oprozennig Veiest Eine spanische Stimme zum deutschen Wiederaufstieg dnb Madrid, 24. Juni. Die Madrider Zeitung„Informaciones" bezieht sich in einem„Arbeit, die Grundlage für den Bestand“ überschriebenen Artikel auf die jüngste Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Während die Zeitungen, so heißt es in den Ausführungen, von der Fortdauer der Streiks in Frankreich, Belgien, Spanien und anderen Ländern berichteten, komme aus Deutschland die Nachricht, daß die Arbeitslosenziffer auf 1 490000 gesunken sei und allein der Monat Mai eine Abnahme von 270000 gebracht habe. Die Vergleichszahlen aus den vergangenen Jahren ließen darauf schließen, daß es sich bei der jüngsten Entwicklung um mehr als nur eine saisonmäßige Besserung handele. Wenn man berücksichtige, daß sich der Arbeitsmarkt in ganz Europa ganz erheblich verschlechtert habe und die Staaten in erhöhtem Maße mit Devisenund Einfuhrbeschränkungen aufwarteten, so müsse das Ergebnis der deutschen Wirtschaftstätigkeit als außerordentlich befriedigend bezeichnet werden; es zeige sich deutlich, wie dank den von der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung angewendeten Maßnahmen nach und nach die verfügbaren Arbeitskräfte vollständig wieder in den Produktionsprozeß eingefügt würden. Da die Zahl von 1,5 Millionen Arbeitslosen noch um 800000 gekürzt werden könne, die nicht mehr voll arbeitsfähig seien, so bliebe nur noch eine Zahl von 700 000. Es sei also der Beweis geliefert, daß der Nationalsozialismus das Problem der Arbeitslosigkeit hundertprozentig gelöst habe. In Deutschland hätten heute alle fähigen Arbeiter Brot und Lohn; ihr Leben spiele sich geregelt und ordentlich ab ohne unangenehme Ueberraschungen und ohne fortgesetzte Ungewißheit, die der Familie des werktätigen deutschen Menschen früher das Leben unmöglich machte. Aus dieser Tatsache erkläre sich auch die Liebe des Volkes zu seinem Kanzler Hitler. „Erefeinler Echmiter un Schatler Das Schlußwort Baldwins in der Unterhausaussprache— Für Zusammenarbeit Deutschlands, Englands und Frankreichs des Völkerbundes zur Sprache bringen, und sie stehe darüber zurzeit mit den Dominions und mit Frankreich in einem Gedankenaustausch. Baldwin knüpfte dann an eine Bemerkung des Führers der Arbeiterpartei Attlee über den kürzlichen Jahrestag der Schlacht von Waterloo an und sagte dazu, er glaube, daß Attlee eine sehr merkwürdige Schlußfolgerung aus dieser Tatsache gezogen habe. Waterloo sei eine Schlacht gewesen, die eine lange Zeit von Kämpfen abgeschlossen und Europa den Frieden auf ein Menschenalter hinaus gegeben habe. Er entnehme den Worten Attlees, daß dieser den Jahrestag von Waterloo dadurch feiern wolle, daß er einen Krieg in Europa beginne. Bei Waterloo habe Wellington die Hilfe der Preußen erwartet, um seinen Erbfeind, die Franzosen, zu besiegen. Hundert Jahre später hätten Englands Erbfeinde, die Franzosen, Schulter an Schulter mit ihm gegen diejenigen gekämpft, die Englands Verbündete bei Waterloo gewesen seien. London, 24. Juni. Wie wir gestern schon berichteten, wurde der Mißtrauensantrag der Arbeiterpartei gegen das Kabinett Baldwin im Unterhause mit 384 gegen 170 Stimmen abgelehnt. Die außenpolitische Aussprache wurde vom Ministerpräsidenten Baldwin abgeschlossen. Er sagte u.., die Tatsachs sei nicht aus der Welt zu schaffen, daß nur noch ein paar örtliche Gouverneure in Abessinien übrig geblieben seien, und Waffen könne man nur einer wirklich autoritären Regierung liefern. Baldwin führte, um die Stellungnahme seiner Regierung in der Sanktionsfrage zu verteidigen, die zustimmende Haltung Kanadas, Australiens und des irischen Freistaates und besonders auch der französischen Regierung an. Die Franzosen, gleich welcher Partei, meinte er, seien große Realisten und hätten erheblich mehr Grund. einen Krieg zu fürchten, als die Engländer. Deshalb lehne er es ab, irgendeine Regierung für den Fehlschlag der Sanktionen zu tadeln. Aber man habe Grund gehabt, einen Bruch in der Sanktionsfrage zu fürchten, und es sei besser, Sanktionen zu beenden, als sie abbröckeln zu lassen. Baldwin wiederholte seine Weigerung, die Eroberungen Italiens anzuerkennen, und teilte mit, daß die Regierung das Verbot für Anleihen, die irgendwie für Italien bestimmt seien, weiterhin aufrechterhalte. Kredite und private Anleihen könnten nur für reine Handelszwecke gewährt werden. Weiter erklärte der Ministerpräsident, daß die Regierung trotz des Rückschlags auch zukünftig den Völkerbund unbedingt unterstützen werde. Sie werde die Lehren bei der Septembertagung Englisch=russische Gegensätze in der Meerengenfrage dnb London, 24. Juni. Die Londoner Abendblätter berichten in großer Aufmachung über Gegensätze zwischen England und Sowjetrußland, die sich auf der Konferenz von Montreux herausgestellt hätten. Sie seien so ausgeprägt, daß die britische Abordnung auf neue Anweisungen aus London warten müsse. Nach Reuter drehe sich die Meinungsterschiedenheit um die Durchfahrt für Kriegsschiffe durch die Dardanellen. Großbritannien sei nur dann bereit, sich mit Einschränkungen abzufinden, wenn sie allgemein und ohne Ausnahme gelten würden. Die Sowjetunion dagegen wünsche daß die Schwarz= meerstaaten, so viel Schiffe, wie sie wollten, in das Mittelmeer, senden dürfen, daß aber die anderen Mächte nur eine begrenzte Tonnage aus dem Mittelmeer in das Schwarze Meer schicken dürfen und auch dies nur unter besonderen Bedingungen In unterrichteten Kreisen hält man es für möglich, daß sich die Sitzung des britischen Kabinetts am Donnerstag u. a. auch mit dieser Frage beschäftigen wird. 25 bis 35 Araber getötet dnd Jerusalem, 24. Juni. Bei einer militärischen Aktion im Gebirge bei Tulkarem, über deren Ergebnis eine amtliche Meldung noch fehlt, wurden Pressemeldungen zufolge von einer etwa 60 Mann starken arabischen Gruppe 25 bis 35 Freischärler getötet. Der Rest wurde zerstreut. Seitdem sind die samarischen Städte und Dörfer ruhiger. Auf eine Kraftwagenkarawane wurde auf der Jerichostraße erneut ein Feuerüberfall ausgeführt. Die Angreifer konnten nach 40 Minuten von Militär zurückgeschlagen werden. Durch Zerstörung einer Brücke über die Straße nach Jericho wurde der Verkehr von Jerusalem zum Toten Meer vorübergehend stillgelegt. Eine Strafexpedition gegen ein Dorf in Nordpalästina ergab bei Haussuchungen Waffen= und Munitionsfunde in drei Fällen. Die drei Häuser wurden daraufhin niedergerissen. Neun Personen wurden verhaftet und die Erntebestände gepfändet. Auch in Südpalästina wurde gegen ein Dorf eine Strafexpedition unternommen. Sie stieß jedoch in der Nähe von Artuf auf Widerstand. Die englischen Truppen machten von der Waffe Gebrauch und töteten drei Araber. Mehrere Araber wurden außerdem verwundet. Große Erregung in Japan Chinesischer Zollkutter beschoß japanisches Frachtschiff dnb Tokio, 24. Juni. Nach Meldungen der Agentur Domei und Pressestimmen der letzten 24 Stunden hat die Beschießung eines japanischen Frachtschiffes durch einen chinesischen Zollkutter große Erregung in den japanischen Kreisen ausgelöst. Domei glaubt, eine sehr scharfe Protestnote des japanischen Flottenkommandos Port Arthur und des Generalkonsulates in Tientsin an die chinesischen Zollbehörden ankünden zu können. Weiteren Meldungen der Agentur zufolge besteht die Möglichkeit der Entsendung eines japanischen Kreuzers nach Tangku. Die Japaner fordern weitgehende Entschädigung. Genugtuung und Zusicherungen, daß derartige Vorkommnisse in Zukunft unterbunden werden. Die Agentur Domei kündigt einen offiziellen Protest Tokios in Nanking an. Kurz=Nachrichten Reichsärzteführer Dr. Wagner in Budapest. Reichsärzteführer Dr. Wagner traf am Mittwoch abend, einer Einladung des Nationalvereins ungarischer Aerzte folgend, in Budapest ein, um die Einrichtungen des ungarischen Gesundheitswesens und die medizinischen Forschungen und das Bildungswesen Ungarns kennenzulernen. Reichstagung der nationalsozialistischen Journalisten in München. Im Mittelpunkt des ersten Tages der Reichstagung der nationalsozialistischen Journalisten und Presseamtsleiter standen grundsätzliche Ausführungen Dr. Dietrichs, der sich zunächst eingehend mit der Entwicklung der NS.=Presse beschäftigte und sich anschließend mit der durch die deutsche Pressereform erreichten Befriedung im Pressewesen befaßte. Dr. Dietrich gab dann die Grundsätze bekannt, nach denen in Zukunft die Auslese des Führernachwuchses der Parteipresse erfolgen soll. An seinen umfassenden informatorischen Ueberblick über die politische Lage schloß sich eine ausgedehnte Aussprache. Eden Ehrendoktor von Oxford. Dem englischen Außenminister Eden wurde am Mittwoch von der Universität Oxford der Ehrendoktortitel verliehen. Zu Kundgebungen gegen die österreichische Regierung und gegen die Habsburger kam es in Graz und in Gleisdorf bei Graz. Bei den Zusammenstößen mit der Polizei gab es eine Anzahl Verletzte. 60 Kundgeber wurden festgenommen. „Die Juden sind Wegbereiter des Kommunismus!“ Der Warschauer„Dziennik Narodowy“ beschäftigt sich eingehend mit der kommunistischen Gefahr und hebt die Rolle der in Osteuropa so zahlreichen Juden als Wegbereiter des Bolschewismus hervor.— Die Warschauer Polizei hob eine kommunistische Konferenz aus und verhaftete 18 bekannte Agitatoren, größtenteils Juden. Das lege ihm die Frage nahe, ob denn nicht die Zeit für diese drei großen Länder gekommen sei, sich zusammenzuschließen und eine Politik der Befriedung Europas herauszufinden.„Wir sind“, so erklärte Baldwin,„äußerst bemüht, mit diesen Verhandlungen voranzukommen.“ „Graf Zeppelin" nach Südamerika gestartet. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist am Mittwoch um 21.50 Uhr zu seiner siebenten diesjährigen Fahrt nach Südamerika gestartet. Die Führung hat Kapitän von Schiller. Alle Kabinen sind belegt. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs(abwesend). Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortl. s. Politik: Rud. Foest, Kommunalpolittt und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Lokales: Hans Schulte. Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schmidt, Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Sport: Hans Hornberg, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin=Karlsvorst, Dönhoffstraße 19. Anrus Karlshorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe, BerlinCharlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf O 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlen a Dierichs in Bochum, Ruf 67551, 52 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstafsel B.— DA V. 36 über 26 500. Sprechstunden der Schriftlettung wochentags, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten Seite 3 Nr. 146 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 25. Juni 1936 Es öbstelt im Garten... Ins Gartenparadies zu gehn, ist lohnend jetzt in jedem Falle, weil in der Pracht des Reifens stehn die Kirschen und die Beeren alle. Die Kirschen hängen herzblutrot und übervoll an schwanken Aesten, sie spotten aller Nahrungsnot und laden ein zu satten Festen. Und tief am Grund im grünen Blatt reift, uns zur Freude und zum Wohle, die Frucht, von der den Namen hat die vielgerühmte Erdbeerbowle. Am im Arro in Wechum um kacestenist Ein angenehmer Rundgang bei 28 Grad im Schatten grünen Strauch hält sich versteckt im Netze dornenspißer Speere, zur herben Süßigkeit geweckt, die pralle Frucht der Stachelbeere. Süß reifen jetzt im Sonnenschein auch der Johannisbeere Knöpfchen, die, destilliert zu dunklem Wein, ergeben ein erlesen Tröpfchen! Doch ist beliebt auch die Idee, Johannisbeeren auszupressen und ihre Säfte als Gelee auf seinem Frühstücksbrot zu essen. Nimmt man hinzu die Himbeerfrucht, die dunkelrot sich färbt am Strauche, so freut man sich der edlen Zucht, gereift im warmen Sonnenhauche. Man wandert durch sein Paradies und achtet keine Frucht geringe und dankt dem Schöpfer, der da ließ so köstlich reifen alle Dinge! Wau-Wau Fünfzehnjährige vermißt Seit acht Tagen verschwunden— Zuletzt im Zillertal mit unbekanntem Mann gesehen Vermißt wird seit dem 17. Juni das Lehrmädchen Elisabeth Draba, geboren am 21. April 1921 zu Bochum, in Bochum, Juliusstraße 9, wohnhaft gewesen. Die Vermißte ist etwa 1,65 Meter groß, stark, schlank, hat hellblondes Haar, graue Augen und hohe Stirn. Sie war mit einem Lederolmantel bekleidet, einem rotkarierten Kleid, rosa Unterrock, lachsfarbenen Strümpfen und schwarzen Wildlederschuhen. Die Vermißte ist zuletzt am 17. Juni, gegen 19.40 Uhr, in der Nähe des Zillertals(und zwar in einer Schonung sitzend), mit einem bisher noch unbekannten Manne, der wie folgt beschrieben wird, gesehen worden: Beschreibung des unbekannten Mannes: etwa 19 bis 21 Jahre alt, mittelgroß, schwarze Haare, schlank, hatte gebräuntes Gesicht und sah unsauber aus. Er war mit einem dunklen Anzug bekleidet und trug eine braune Hornbrille und SA.=Sportabzeichen. Da Verbrechen beziehungsweise Unglücksfall nicht ausgeschlossen ist, wird um öffentliche Mitfahndung ersucht. Meldungen über Wahrnehmungen jeder Art nimmt die Vermißtenstelle beim Polizeipräsidium und jeder anderen Polizeidienststelle entgegen. Fleischerläden mittags geschlossen von 13 bis 16 Uhr Von der Fleischerinnung wird mitgeteilt: Wegen der warmen Witterung ist es notwendig, die Fleischerläden außer samstags während der heißesten Tagesstunden von 13 bis 16 Uhr zu schließen, damit die Ware vor den Einflüssen der Hitze in den Kühlräumen geschützt werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, den Käufern auch bei der großen Hitze stets einwandfreie Ware zu liefern. Um das Fleisch frisch und wohlschmeckend zu erhalten und vor äußeren Einwirkungen zu schützen, ist es darüber hinaus notwendig, den Fleischverkauf noch weiter einzuschränken. Der Fleischverkauf findet vorübergehend bis 12 Uhr und abends von 18 bis 19 Uhr statt. Es liegt im eigenen Interesse der Käuferschaft, während der geschlossenen Stunden kein Fleisch zu verlangen. Diebstahl bei einer Schlägerei Wie erst jetzt bekannt geworden ist, geriet ein junger Mann in der Nacht zum 1. Mai auf der Herner Straße in Bochum mit mehreren Personen in Streit, nach dessen Verlauf das Fehlen eines zweireihigen Tuchmantels von blauer Farbe mit blauem Samtkragen, eines graugrünen Hutes und einer Hornbrille festgestellt wurde. Wer kann zu dem Vorfall Angaben machen? Wer weiß etwas über den Verbleib der entwendeten Sachen? Mitteilungen werden von der Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 242, entgegengenommen. Spandauer Jungmannen bekamen Besuch Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Padberg bei den Schülern der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Wir berichteten bereits, daß Schüler der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Spandau als Jungmannen und Jungknappen auf„Constantin der Große" vor Kohle arbeiteten. Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Padberg stattete jetzt den Jungmannen auf der Zeche einen Besuch ab. Gefolgschaftsführer Bergassessor Windmöller erklärte, er sei überrascht und erfreut, wie rasch die Jungen sich einlebten und wie tatkräftig sie bestrebt seien, zu lernen und ordentlich zuzufassen. Betriebsführer Ostertag unterstrich dieses Lob des Gefolgschaftsführers. Die Jungmannen waren gerade über Tage in der Anlernwerkstatt mit der Reparatur alter Förderwagen beschäftigt. Man sah, daß diese Arbeit ihnen wirklich Spaß machte. In der Arbeitspause erzählten die Jungmannen, daß die Arbeit auf der Zeche und die Unterbringung in Bergmannsfamilien der Zechenkolonie ihnen Freude mache. Bochumer gewannen 500 Mark am Stande der Braunen Glücksmänner Wenige Wochen sind erst die Braunen Glücksmänner wieder in Bochum heimisch, und schon gehören die 500=Mark=Gewinne sozusagen zum„guten Ton“. Es scheint so, als wolle die Bochumer Glücksgöttin nicht hinter der Herner„Kollegin“ zurückstehen, die Anfang der vorigen Woche am Bahnhofsplatz in Herne 500 Mark aus ihrem Füllhorn goß. Am Freitag voriger Woche rollten auch in Bochum die ersten„500“ an, und gestern folgte prompt der„zweite Streich“: Am Alten Markt gewannen am Spätnachmittag fünf Bochumer, drei Bergmänner, ein Metzgergeselle und ein Schausteller, zusammen 500 Mark. Und sie waren den Braunen Glücksmännern recht dankbar dafür. den. Zuvor aber sei versprochen, daß wir uns von einer der häßlichsten menschlichen Eigenschaften auf diesem Rundgang freimachen wollen: freimachen vom gelben Neid. Denn neidisch könnte man beispielsweise auf den Herrn Maschinisten einer Eisfabrik werden. Hier ist natürlich nicht von einer„FürstPückler"= oder Vanilleeisfabrik die Rede(was sollte hier der Maschinist?), sondern von einer Roheisfabrik. Bei den erwähnten 28 Grad im Schatten nämlich arbeitet dieser Maschinist in angenhmer Kühle. Für ihn ist es gleich, ob das Quecksilber sich faul auf„15“ herumräkelt, oder ob es neckische Sprünge auf„28“ oder 35“ macht. Wir braten in der Junisonne wie die Wüste auf dem Rost, und er kommt über 10 Grad nicht hinaus. Und für all das sorgt jener elektrisch angetriebene Kompressor, der einen Rohstoff erzeugt, den uns die Natur im Sommer grundsätzlich und hartnäckig versagt: Kälte. In 12 Stunden ist der Fall der erzeugung erledigt, und der Maschinist hat dabei an seinem Arbeitsplatz eine Temperatur von vier bis fünf Grad unter Null. Und dabei läßt sich's ja leben! Wie gesagt, das ist nicht jedem vergönnt. Aber es gibt ja noch mehr derart angenehme Berufe. Es braucht ja nicht gerade eine Eisfabrik zu sein, Brauerei tuts auch schon. Und dabei handelt sich's nicht einmal ums Trinken. Auf unserem Rundgang zu den kühlsten Arbeitsplätzen Bochums führte uns der Weg auch in die Bieraufbewahrungsräume einer Bochumer Brauerei ..-Muthherr Ein Bild aus dem Bierkeller. Die dick mit Reif bedeckten Rohre geben eine Vorstellung von der angenehmen Kühle, die hier herrscht. In diesen Tagen unstäten Nomadenlebens zwischen Arbeitsplatz, häuslichem Herd(natürlich ohne Feuer) und Strandbad hat man sich daran gewöhnt, in den Vorrat der täglichen kleinen Schimpfereien eine Reihe ergebener Stoßseufzer über die außgrordentliche Hitze einzustreuen, wobei vom Stanopunti der Vernunft allerdings zwei Fragen offen bleiben: a) In welcher Weise wird die Außentemperatur durch den in kurzen Abständen ausgestoßenen Seufzer, „Oh, diese Bullenhitze!", beeinflußt? b) Was haben überhaupt Pferde, Bullen und Affen mit der Hitze, zu der sie in der blumenreichen Sprache des schwitzenden Bochumers so gern in Beziehung gesetzt werden, zu tun? Man kann natürlich bei einer Temperatur von 28 Grad im Schatten keinem ordentlichen Christenmenschen die Lösung dieses Sprachwissenschaftlich nicht uninteressanten Problems zumuten, zumal ja dadurch nicht die Möglichkeit gegeben wäre, die allmählich größenwahnsinnig gewordene Quecksilbersäule des Thermometers auch nur um ein Hundertstel eines Grades herabzudrücken.„... pur., Kesuk...#. Bleibt als Ausweg nur der Besuch eines der erfreulicherweise recht zahlreich vorhandenen Freibäder in Bochums Mauern. Aber für gewöhnlich bringt es— wenn wir vom edlen Beruf des Bademeisters absehen — die Notwendigkeit der Nahrungssuche mit sich, daß der Aufenthalt in den kühlen Fluten der Ruhr immer nur von sehr befristeter Dauer sein kann. Oder wollten Sie beispielsweise damit zufrieden sein, wenn Ihr Schneider den neuen Sommeranzug an den Gestaden der Ruhr oder gar in ihren Fluten anfertigen? Wenn man also den Bademeister ausnimmt, so bleiben gewiß nur ganz wenige in Bochum übrig, denen es vergönnt ist, selbst bei dieser Hitze ihren Beruf in angenehmer Kühle oder gar in winterlicher Kälte auszuüben. Diesen wenigen Arbeitsplätzen mit einer Temperatur unter Null soll hier ein Besuch abgestattet werUnd wir müssen sagen, ein Spaziergang in diesen wohltemperierten Verhältnissen bekommt einem ausgezeichnet. Besonders wenn man dabei von einem Fachmann geführt wird, der weise den Schulmeisterfinger hebt. auf große Tanks deutet und dabei sagt:„Hier wird das Bier aufbewahrt.“ Und dabei stellt man sich dann die Menge von kleinen Hellen vor, die in diese gemäße hineingehen, stellt sich vor, wie das jetzt in der Kehle zischen würde, trinkt dann draußen noch „einen Halben" und muß anerkennen, daß sich auch hier durchaus angenehm leben ließe Nun ist ja Bier zweifelsohne eine der ganz großen und unerhört wünschenswerten Annehmlichkeiten dieses Daseins, aber vom Bier wird man bei dieser Hitze leicht müde und deswegen mag uns der Weg nun zum Gen Momag staf kingesu!.(. Grubenunfall in Herne— Verständigung mit dem verschütteten Hauer durch Klopfzeichen— Befreiung am Donnerstag zu erwarten Auf der Schachtanlage„Shamrock 1/2“ in Herne ging die Bergestrecke Ort 5 Osten im Flöz Röttgersbank auf der 7. Sohle zu Bruch. Die zwei Mann, die an der Bruchstelle mit einem Kreiselwipper Bergewagen kippten, konnten sich in Sicherheit bringen. Hinter der zu Bruch gegangenen Strecke arbeitete der Hauer Schmidt im Querschlag allein, da sein Arbeitskamerad, der sich am Samstag vorher den Fuß verstaucht hatte und schon vorzeitig ausgefahren war, am Montag feiern mußte. Von der Werksverwaltung wurden sofort die Rettungsarbeiten intensiv in Angriff genommen, mit dem Erfolg, daß am Dienstag früh der Hauer Schmidt Klopfzeichen gab. Auch die Vertreter der Bergbehörde waren am Montag morgen gleich zur Stelle und standen mit ihren jahrelangen Erfahrungen der Werksleitung mit Rat zur Verfügung. So gelang es am Dienstag früh, sich mit dem Eingeschlossenen zu verständigen und ihm durch ein besonderes Rohr Nahrungsmittel nach ärztlicher Anordnung zuzuführen. Die Nahrung besteht aus Traubensaft und Haferflockensuppe mit Ei. Schmidt, der verheiratet ist und dessen drei Brüder in demselben Revier arbeiten, befindet sich ganz wohl und ist guter Laune, besonders da er weiß, daß auf jeder Schicht sich ein Bruder an den Rettungsarbeiten beteiligt; seinen Aufenthalt, der sich auf einen Querschlag von zirka 20 Meter mit einer brennenden Preßluftlampe beschränkt, wird er wohl bald verlassen können, da die Werksleitung mit der Befreiung im Laufe des Donnerstags rechnet. Bochumer Wasserwerk Imn Fein..ppri schenl führen. Der Weg ist zwar weit, aber er lohnt sich, es ist sehr kühl dort, und es fällt einem leicht, in diesen wohltemperierten Räumen über eine Außentemperatur von 28 Grad im Schatten zu schreiben. Und es fallen einem bei dem Rundgang durchs Wasserwerk mancherlei Beziehungspunkte zu dem Aufenthalt im Bierkeller ein. Hier wie dort kann man's wohl aushalten, aber es ist leider nicht jedem gegeben, seine heißen Sommertage an solchen Orten zu verbringen. So bleibt uns nur ein Ausweg, den wir vorher so sehr ablehnten: der gelbe Nerd! Heute wieder Ratshofkonzert Unter Leitung von Konzertmeister Curt Hofmann findet heute abend das 2. Ratshofkonzert statt, für das folgendes Programm vorgesehen ist: 1. Türkischer Marsch von L. v. Beethoven, 2. Oberon=Ouvertüre von C. M. v. Weber, 3. a) Lied„Am Meer“ von Franz Schubert, b) Lied„Frühlingsromanze“ von Alschausky (für Posaune und Orchester), Solist: Kammermusiker Schwieder, 4. Künstlerleben, Walzer von Johann Strauß, 5. Sinfonische Dichtung Capriccio Italien von Das Piano in den Musikstücken war beim ersten Konzert leider an verschiedenen Stellen des Ratshofes kaum zu hören. Damit alle Volksgenossen, die das Konzert besuchen, sich an der herrlichen Musik erfreuen können, wird gebeten, äußerste Ruhe zu wahren. Kinder können das Konzert nur in Begleitung von Erwachsenen besuchen. Ferner ist Vorsorge getroffen, daß Jugendliche, die das Konzert durch unschönes Benehmen stören, vom Ratshof verwiesen werden. Durch Sturz vom Heuboden schwer verletzt. In erheblich verletztem Zustande mußte am Dienstag nachmittag der Gehilfe Fritz., Wittener Straße, dem Krankenhaus zugeführt werden. Der 30jährige erlitt durch den Sturz vom Heuboden eine schwere Schädelund eine Rückenverletzung. Schüler erleben malerische Bochumer Bilder „Der Zeichenunterricht muß lebendig sein", pflegte unser Zeichenlehrer früher immer zu sagen.„Draußen in der Natur bekommt man die besten Eindrücke, und erst da vermögen sich die richtigen Talente zu entwickeln.“ Und diesem Grundsatz huldigt man auch an den Schulen unserer Stadt. Da ziehen die Zeichenlehrer mit ihren Schülern bei schönem Wetter hinaus aus der Klasse. Irgendwo wird ein schöner Fleck gewählt, und nun können sich die Schüler loslassen. Der eine nimmt sich die Propsteikirche vor, den anderen lockt ein besonders stiller und schöner Winkel in der Altstadt, wieder ein anderer hat sich einen Stuhl besorgt und zeichnet aus der Froschperspektive einen Baum inmitten des Betriebes der Großstadt. Der lärmende Betrieb rings umher und auch die vielen kleinen und großen Zuschauer, die kommen, um einmal einen Blick auf den großen Zeichenblock zu werfen, können die Schüler nicht stören. Hier draußen sind sie in ihrem Element, hier haben sie sich jetzt selbst eine Aufgabe gestellt, die sie nach besten Kräften zu lösen beabsichtigen. Der Zeichenlehrer macht inzwischen seine Runde, giht hier und da Anweisungen und gute Ratschlage, macht auf Fehler aufmerksam und verbessert sie. Ebenso schön wie hier sitzt man im Bochumer Zoo, in dem man fast jeden Tag eine andere Schülergruppe mit ihren Zeichenmappen Links unten: Was falsch gemacht wird, stellt der Lehrer richtig Rechts: Ein altes Fachwerkhaus erregt sofort Interesse sehen kann. Hier hat es die Vogelwelt den Schülern angetan, und in eifriges Arbeiten vertieft sitzen sie vor den lebenden Modellen, die ihnen dann auch den Gefallen tun und schön ruhig sitzen bleiben. Nur der Papagei wagt einige abfällige Bemerkungen, die nicht recht zu verstehen sind, denn wenn er sich einmal sein Bild besehen wollte würde er anderer Meinung sein und vor lauter Eitelkeit überhaupt nichts anderes mehr als die zeichnenden Schüler zu sehen wünschen. Seite 4 Nr. 146 Bochumer Anzeiger7 Donnerslag, 25. Juni 1936 Seite 5 Nr. 14 Sechums Frauen und das Schatzensest Sie geben der Feier Glanz und Ansehen Wir haben in den vielen Berichten über die Vorbereitungen des bevorstehenden Schützenfestes immer wieder das Interesse, das die Männer und die männliche Jugend bewegt, hervorgehoben. Und doch ist es an der Zeit, auch das große Interesse zu würdigen, welches Bochums Frauen und Jungfrauen seit Jahrbunderten in Bochum diesem Volksfest stets entgegengebracht haben und auch dem Volksschützenfest 1936 entgegenbringen. Ein deutsches Schützenfest mit all seinem volksverbundenen Zauber ist aar nicht zu denken ohne Frauen. Wenn man die mehrhundertjährige Geschichte der Bochumer Schützenfeste durchblättert, findet man immer wieder Begebenheiten aufgezählt, die bekunden, daß gerade Bochums Frauen und Jungfrauen den Schützenfesten lebhafte Förderung haben zuteil werden lassen, gaben sie doch stets den Volksschützenfesten den lichtvollen Zauber. Wenn wir nur die Namen der Schützenkönigspaare seit 1829 betrachten, so finden wir unter ihnen die Namen hochherziger Frauen und Jungfrauen Bochums wieder, entstammten doch die Königinnen der Bochumer Schützenfeste zumeist heimatlichen Geschlechtern, die sich in der Förderung des Bochumer Stadtlebens einen klangvollen Namen erworben haben. Manche haben in Stiftungen dazu beigetragen, den Bochumer Schützenfesten Ansehen für die kommenden Jahre zu erhalten. Frauen und Jungfrauen Bochums übernahmen es, im Jahre 1829 für die Beschaffung einer Schützenfahne zu sammeln. Eine Frau Theodore von Lothum überreichte auf dem Schützenfeste 1830 dem König den neuen Silberbecher. Zur Bekränzung des Königspaares wurden damals zwölf Jungfrauen Bochums auserwählt. Und noch heute nach mehr als 100 Jahren ist es Tradition des Schützenbataillons, dem Hofe des Schützenkönigspaares besonders ausgewählte Ehrendamen beizugeben. Vom Schützenfest 1842 ab bis weit ins Ende des 19. Jahrhunderts hießen die Ehrendamen„Rosenmädchen, da sie der Schützenkönigin Blumen streuten. Im Jahre 1842 einigten sich die Ehrendamen auf einen gleichen Kopfputz, auf blaue Röschen mit Silberblättern, später nahmen sie Immergrün ins Haar. Auf dem Schützenfeste 1845 überreichten Bochums Frauen und Jungfrauen auf dem Alten Markte dem Schützenbataillon eine von ihnen gestiftete und heute noch erhaltene Fahne. Man könnte die Reihe der Stiftungen der Frauen und Jungfrauen noch fortsetzen, wodurch diese ihre Liebe und Anhänglichkeit zum Bochumer Schützenfeste zu allen Zeiten bewiesen haben. Bochums Schutzen waren sich der Gunst der Frauen bei allen Schützenfesten bewußt und viele der noch erhaltenen Schützenlieder singen das Lob der Schützen für Bochums Frauen und Jungfrauen. Naht das Schützenfest, so bringen die Frauen die Schützenmontur in einen repräsentablen Zustand, die weißen Schützenhosen werden gereinigt, geplättet und mit haltbaren Knöpfen versehen, die Mützen geputzt und die Orden blankgeputzt. Da man mit Kind und Kegel auch zur Schützenfestwiese mit dem Rummelplatz zieht, muß auch mit der Garderobe der Kinder in ähnlich entsprechender Weise verfahren werden: und wo gar beiratsfähige Mädchen in Frage kommen, ist die Arbeit eine dreifache. Und da man zum Schützenfest Besuch von auswärts erwartet, wird auch die Wohnung, der Stolz der Hausfrau, hergerichtet. Der Besuch will aber nicht nur sein Schaubedürfnis befriedigen, sondern auch unterhalten und ernährt sein mit dem Motto: viel, aber gut! Besuch und Festtag bedeutet für die Hausfrau stets„erhöhte Alarmbereitschaft". So wird denn auf Vorrat eingekauft, gekocht, gebacken und gebraten, und der Arbeit ist schier kein Ende, während der Mann über den„Reinmachefimmel“ knurrt und womöglich, wenn er mittags ein leckeres Bohnengericht vorfindet, den berüchtigten Ausspruch tut:„Frau, ist dat en Fressen für'ne Leutnant?" Für die Männer ist die Vorbereitung zum Schützenfest lediglich ein Vergnügen. In zahlreichen Versammlungen trainieren sie ihren Magen bei flotten Märschen und gemeinschaftlichen Gesängen auf eine Höchstaufnahme kalten Bieres und sonstiger stärkender Sachen, während die Frauen wie Veilchen im verborgenen ihre anstrengende Tätigkeit mit aufopfernder Selbstlosigkeit ausüben. Denn wenn der Mann müde von dem vielen Herummarschieren, der„Arbeit" im Lagerquartier und der Stillung eines unbezahlbaren Durstes in den heißen Schützentagen den heimatlichen Penaten zusteuert, so findet er die liebevolle Aufnahme seiner Schützenhälfte. Ja, die Männerwelt ist gedankenlos und undankbar. In keiner Festrede der Kompagniefeiern werden der Frauen Verdienste um das Schützenfest gepriesen, keiner feiert ihre Arbeit, die als etwas Selbstverständliches hingenommen wird nach dem Motto:„Für den Spatz ist das Vergnügen, für die Spätzin sind die Pflichten.“ Die heimischen Dichter aber sollten ihren Pegasus satteln und in klangbarer Form ein Preislied auf Bochums Schützenfrauen anstimmen! Da lob' ich mir den Beschluß des Schützenvorstandes, daß jeder eingeschriebene Schütze eine unentgeltliche Ehrenkarte für seine Frau oder beim Junggesellen für dessen Mädel erhält, mit der sie unentgeltlich berechtigt sind, jeder Veranstaltung des kommenden Schützenfestes beizuwohnen und sie mitzumachen, ausgenommen das Schießen auf den Vogel, das nur den Männern vorbehalten bleibt. Darum dringe Du Bochums Frau darauf, daß Dein Mann sich zum Schützenfest noch einzeichnet sofern er sich dieser Pflicht noch nicht unterzogen hat. Das beste Geschenk, das der Mann am Schützenfeste seiner Frau machen kann, ist die Ehrenkarte zu den schönen Veranstaltungen des Schützenfestes. Versteigerungen im Stadtleihamt Bochum. Auf die am Donnerstaa, 9. Juli, Donnerstag, 16. Juli und Donnerstag, 23. Juli, im Stadtleihamt, Trankgasse 5, stattfindenden Versteigerungen der verfallenen Pfänder aus dem Monat November 1985 wird aufmerksam gemacht. Einlösung— nicht Erneuerung— ist noch bis zum 8. Juli 1986 vormittags zulässig. Auf die Bekanntmachung im Anzeigenteil und die darin erwähnten neuen Vorschriften über den Erwerb von Goldsachen wird besonders hingewiesen. Sezimn Tul des Bochumel=Taderhanr wentk meister Schramm bat nochmals die Anwesenden, der Vorlage ohne Vorbehalt zuzustimmen. Die anschließende Abstimmung ergab dann eine einstimmige Annahme der Vorlage. Das Abstimmungsergebnis wurde mit Beifall ausgenommen. Bezirksinnungsmeister Grobe erklärte, daß sich die Bochumer Bäckerinnung mit der Annahme ein Denkmal für alle Zeiten gesetzt habe. Besonderer Dank für das Zustandekommen der Selbsthilfeaktion gebühre dem Geschäftsführer Brune und dem Obermeister Schramm. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten und nach einem Abschlußlied der Gesangabteilung schloß Obermeister Schramm die Versammlung mit einem Sieg=Heil auf den Führer, das von den Anwesenden begeistert ausgenommen wurde. Durchführung einer Selbsthilfeaktion— Einstimmige Annahme einer entsprechenden Vorlage durch die Mitgliedsversammlung der Bäckerinnung Die Bäckerinnung Bochum hielt eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab, zu deren Beginn die Gesangabteilung nach dem Germaniaspruch das Lied sang„Ein starkes Wort". Obermeister Schramm begrüßte die Erschienenen, darunter besonders den Bezirksinnungsmeister Carl Ewald Grobe und dessen Geschäftsführer Tubbesing. Der im letzten Vierteljahr verstorbenen Kollegen wurde in ehrender Weise gedacht. Der verlesene Sitzungsbericht der letzten Versammlung wurde genehmigt. Obermeister Schramm machte dann einleitende Ausführungen zu Punkt 2 der Tagesordnung:„Wichtige Mitteilungen über den Versuch einer Entschuldung der in Not geratenen Mitglieder unserer Innung.“ Neu sei der Begriff, aus eigenen, selbstlos zur Verfügung gestellten Mitteln dem bedrängten Kollegen zu helfen. Darum müsse hier der Gedanke an die Konkurrenz ganz ausgeschaltet werden und an dessen Stelle der der Berufskameradschaft und des Gemeinschaftsgefühls, verbunden mit opferfreudigem Idealismus, gesetzt werden. In diesem Sinne bäte er die Mitteilungen aufzufassen und die folgenden Erläuterungen des Geschäftsführers Brune entgegenzunehmen. Zweck und Ziel der Selbsthilfe Geschäftsfüher Brune erklärte vorweg, daß es eine wesentliche Aufgabe der Geschäftsführung einer Innung sei, bestrebt zu sein, den Innungsmitgliedern durch Rat und Tat Hilfe angedeihen zu lassen. Die wirtschaftliche Lage im Bäckerhandwerk bedinge eine soziale Einstellung, da bei über 400 Mitgliedern in der Innung Bochum arm und reich vertreten seien und somit der Starke dem Schwachen, der in Not geraten sei, zur Seite stehen müsse. Um diesen Gedanken zu verwirklichen, müsse man zur Tat schreiten. Dabei müsse man grundsätzlich die eigene Hilfe voranstellen, wozu die Regierung die Grundlage gegeben habe. Eine Voraussetzung sei selbstverständlich die Unterstützungswürdigkeit des Antragstellers, zwecklos sei es auch, Betriebe zu retten, wo eine Hilfe als aussichtslos zu bezeichnen sei. Die Wege zu einer wirklichen Selbsthilfe seien gegeben durch eine sorgsam ausgearbeitete Vorlage, die Gegenstand reiflicher Ueberlegung gewesen sei und die die Billigung des Obermeisters und des Beirates wie auch die des Bezirksinnungsmeisters und der Geschäftsführung gefunden habe. Sie beruhe auf dem Gedanken des Idealismus, des Berufsstolzes und des Gemeinschaftssinnes. Hierauf erläuterte Geschäftsführer Brune in allen ihren Einzelheiten die Vorlage, die folgenden Wortlaut hat: Wie die Selbsthilfe organisiert wird Von einem bestimmten Zeitpunkt an zahlen sämtliche Innungsmitglieder einen Hefeaufschlag von 5 Pfennig pro Pfund. Die Gelder werden an die Hefehändler gezahlt, die sie an die Innung abführen. Von den einkommenden Beträgen erhalten unterstützungswürdige Mitglieder gegen Sicherheitsleistung Darlehn bis zum Höchstbetrage von 3000 RM. Innerhalb einer Frist von acht Jahren zahlen die Darlehnsnehmer das Darlehn in vierteljährlichen Raten zurück. An Zinsen und VerOertliche Gewitter! Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr. Das Hochdruckgebiet, das gestern über Frankreich lag, hat sich etwas nach Norden verlagert und erscheint heute nur noch als Anbau eines mächtigen Hochs auf dem nördlichen Atlantik südwestlich von Island. Bei der dadurch einsetzenden nördlichen Luftzufuhr hat es am Mittwoch im norddeutschen Flachlande infolge eindringender Kaltluft leichte Niederschläge gegeben. Im ganzen behält die Witterung aber noch einen freundlichen Charakter, der nur durch Frühnebel und vereinzelte örtliche Gewitter unterbrochen wird. Aussichten für Donnerstag: Bei schwachen nördlichen Winden morgens teilweise Bodennebel, vor allem im Norden des Bezirks, tagsüber wechselnd bewölkt mit nur geringer örtlicher Gewittertätigkeit, Temperaturen bis 25 Grad, schwül. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei leichter Unbeständigkeit langsame Abkühlung. Mittwoch, 24. Juni Es ist noch immer nicht so um den Hausfrieden bestellt, wie ihn der Reichseinheitsmietverrag gern schaffen helfen will. Es gibt leider Mieter sowohl wie Hauswirte, die vom Geist der neuen Zeit noch immer nicht erfaßt sind, sie reiten gegeneinander den Prinzipiengaul und merken gar nicht, daß ein Steckenpferd ist, mit dem sie sich nur narren. Sie machen keine Heldenposse, sondern erscheinen vielmehr als Possenhelden. Laßt Vernunft zwischen euch walten! Manchmal ist's zum Haareausraufen, was man bei Räumungsprozessen hört. sind, auch für die Gerichte ein Schrecken, denn Barometer4 Uhr: ,65.5 Thermometer i3 Uhr: 185 S Zeiten für Sonne und Mond am 24. Juni: ( Aufg..08, Unterg. 20.57; J Aufg. 11.29, Unterg. 23.31 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Wohin gehen wir heute? Stadttheater: Geschlossen. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Junges Blut. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Die letzten Vier von Santa Cruz. Capitol: ab 15.30 Uhr: Oberarzt Dr. Monet. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Königswalzer. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Unsterbliche Melodien. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Die Liebe des Maharadscha. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Der Dschungel ruft. Odeon: ab 15.30 Uhr: Der Student von Prag. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Das Einmaleins der Liede. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Mein Herz der Königin. waltungskosten werden höchstens 1,5 v. H. berechnet. Die der Innung auf diese Weise zur Verfügung stehenden Beträge werden im Wege der Auslosung wieder an die Mitglieder zurückgezahlt, die sie durch den Hefegeldaufschlag aufgebracht haben. Es erleiden auf diese Weise auch die Kollegen keinen Nachteil, die ein Darlehn nicht erhalten, da ihnen der so zwangsläufig gesparte Betrag nach einigen Jahren wieder ausgezahlt werden kann. Karteimäßig wird für jedes Innungsmitglied der von ihm aufgebrachte Betrag jeweils festgestellt. Ueber die Bewilligung von Darlehn entscheidet eine aus dem Obermeister und aus mindestens sechs Mitgliedern bestehende Entschuldungskommission, die sich vorher mit den in Frage kommenden Gläubigern über einen Nachlaß der Forderung bei größerer Zahlung in Verbindung setzt. Mit großer Aufmerksamkeit lauschten die Anwesenden den Ausführungen. Die Aussprache An die Darlegungen des Geschäftsführers Brune schloß sich eine eingehende Aussprache an, wobei verschiedentlich Bedenken darüber auftauchten, ob sich eine solch großzügige Hilfsaktion überhaupt durchführen lassen würde. Diesen Bedenken brachte Obermeister Schramm in seiner Entgegnung volles Verständnis entgegen, wobei er zugab, daß eine solch große Idee noch nicht sofort von allen vollständig verstanden werden könne. Sie sei in ihren Grundzugen als ideal zu bezeichnen und trage deutlich den Stempel des Nationalsozialismus der Tat in sich! abe sagte in seinen Bezirksinnungsmeister Gro Ausführungen: Vorherrschend bei der Vorlage sei, daß keinem etwas geschenkt werden solle und daß die Entschuldungsaktion geeignet sei, zu der wirtschaftlichen Gesundung des Bäckerhandwerks in Bochum erheblich beizutragen. Der Innung Bochum spreche er für das Aufgreifen dieses Gedankens der Selbsthilfe durch schäftsführer Brune und dessen warmherzige Förderung durch den Obermeister wie auch den Innungsbeirat seine herzlichsten Glückwünsche aus. Grobe richtete an die Mitglieder den dringenden Appell, diese Stunde nicht ungenutzt vorübergehen zu lassen sondern eine soziale Tat ins Leben zu rufen, der sich spätere Generationen noch dankbar erinnern würden. Der heutige Tag sei geeignet, ein Markstein in der Geschichte des Bochumer Bäckerhandwerks zu werden, und vielleicht sei der Entschluß zu dieser Tat maßgebend für andere bedeutsame Entschlüsse.„Sorgen Sie dafür, so schloß der Bezirksinnungsmeister seinen Appell, daß Ihre Kinder freie glückliche Handwerker in einem freien deutschen Vaterlande werden, indem Sie dazu beitragen, daß die wirtschaftliche Zukunft des Nachwuchses im Bochumer Bäckerhandwerk sichergestellt wird." Arbeitstagung der Bochumer Elektro=Innung Die in der„Uhle“ abgehaltene Arbeitstagung der Bochumer Elektro=Innung brachte eine Fülle von bedeutsamen Entscheidungen für das gesamte Bochumer Elektrogewerbe. Nach Bekanntgabe der Eingänge und Mitteilungen erstattete zunächst Geschäftsführer Dr. Grünewald den Rechenschaftsbericht, der ohne Aussprache genehmigt wurde. Größtes Interesse fand der Vortrag über die Zweckbestimmung der neugegründeten Treubau.=., die nach Weisungen des Reichshandwerksmeisters die Aufgabe hat, die private Bauwirtschaft zu beleben und die Schaffung gesunder und solider Eigenheime zu leiten. Als Treuhandinstitut übernimmt die Treubau die technische, wirtschaftliche und finanzielle Betreuung des Bauwerks. Sie sorgt für die Vollfinanzierung durch Festsetzung des Finanzierungsplanes. Große Mißstände gilt es zu beseitigen, da vielfach Bauten ohne feststehende Finanzierung in Angriff genommen wurden, so daß die Bezahlung der Handwerkerrechnungen utopisch blieb. In erster Linie werden Eigenheime und Mehrfamilienhäuser ausgeführt, da für kleine Siedlungsbauten bereits öffentliche Baudarlehen und Reichsbürgschaften gewährt werden. Hier wird der Weg des Gemeinschaftssparens gewählt, um dem einzelnen Bauinteressenten die größten Sorgen für die Finanzierung des Bauvorhabens zu nehmen. Am 31. Dezember betrug die Gesamtsumme der von der Treubau zur Verfügung gestellten Baugelder rund 79 Millionen Reichsmark. In dieser Linie bewegt sich auch das jüngst getroffene Elektromaterialabkommen zwischen den Elektromaterial verarbeitenden Wirtschaftsverbänden, das von dem Reichswirtschaftsminister besonders befürwortet wurde. Wie Obermeister Hammerschmidt hierzu erläuternd ausführte, ist in Zukunft der Verkauf von ElektroInstallationsmaterial an nicht geeignete Personen untersagt. Letztes Ziel dieser Maßnahme ist die Unterbindung der Schwarzarbeit. Jedem Innungsmitglied wurde es zur Pflicht gemacht, auf diese Weise für die Reinerhaltung seines Berufsstandes zu sorgen. Auf allgemeinen Wunsch tat man noch ein weiteres und bildete eine Kommission, die über die genaue Einhaltung der Bestimmungen zu wachen hat. Anschließend gab Lehrlingswart Schmidt einen Bericht über die Zwischenprüfung. Inzwischen war Gewerberat Edinger der Leiter des Gewerbeaufsichtsamtes, erschienen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Obermeister ergriff er das Wort zu einem erläuternden Vortrage über die Schutzvorschriften in dem Elektrogewerbe. An zahlreichen Beispielen aus der Praxis zeigte er, wie Gewerbeaufsicht und Elektrohandwerk nutzbringende Gemeinschaftsarbeit leisten können. Seine beifällig aufgenommenen Ausführungen gaben die Anregung zu einer fruchtbringenden Aussprache, in der noch verschiedene Einzelfragen des Bochumer Elektrohandwerks besprochen wurden. Aus der ASDAp. Einstimmige Annahme der Vorlage Nach einer Pause wurden in kurzer weiterer Aussprache mancherlei Mißverständnisse klargestellt. OberDie Hausgemenlschaft sonieden Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen ing für Timpe, Sie jedes Räumungsverlangen bedeutet angesichts des Wohnungsmangels eine große Sorge für den Verurteilten. Der Richter aber will lieber urteilen statt verurteilen, und gibt sich infolgedessen die größte Mühe, die Parteien zum Frieden zu erziehen! Freilich ist der Friede oft derart gestört, daß der friedlose Teil weichen muß. Und da der Hauswirt nicht zum Verlassen seines eigenen Hauses verurteilt werden kann, werden eben die bösartigen Mieter weichen müssen. Oft auch vertragen sich die Mieter unter sich nicht und machen sich das Haus zur Hölle. Da muß eben einer davon schließlich das Feld räumen. Der Hauswirt wird sich natürlich denjenigen zum Wechsel aussuchen, der es am tollsten getrieben hat, wenn er nicht zu seinem eigenen Schaden gerade an dem hängen bleibt, der nur am besten schmusen konnte. Er erlebt dann mit diesem in kurzer Zeit später ein neues„Theater“. O welche Lust, der Schiedsrichter zu sein! 3. Es ist auch empfehlenswert wenn du die Küchentür offenstehen läßt, damit alle Mitbewohner der Wohlgerüche deiner Kochkunst teilhaftig werden. 4. Bist du Rundfunkempfänger, so erfreue deine Mitbewohner und Nachbarn durch freien Empfang, indem du mindestens bis Mitternacht die höchste Lautstärke bei offenen Fenstern ertönen läßt. 5. Wenn du Hauswirt bist, so vergrößert es bestimmt dein Ansehen, wenn du die notwendigen Auseinandersetzungen mit deinen Mietern im entsprechenden Tone auf den Hausfluren pflegst. Du wirst sehen, wie großartig solche Erziehungsarbeit wirkt. 6. Hast du dich über eine Anordnung des Hauswirts geärgert, so ist es nicht mehr als recht und billig, daß du deinem Unmut durch häufiges heftiges Türenschlagen Ausdruck gibst. 7. Willst du dich besonders beliebt bei deinen Hausgenossen machen, so brauchst du ihnen nur Fußmatten, Teppiche und so weiter durchs Fenster hinaus so auszuklopfen, daß ihnen der Staub in die Stuben fliegen muß. 8. Hast du ein Musikinstrument oder spielt deine Tochter Klavier, so ist es ein Hochgenuß für die anderen, wenn du gerade dann üben und spielen läßt, wenn die anderen gern ihren Mittagsschlaf halten möchten. 9. Kommst du nachts nach Hause, so hast du durchaus das Recht, mit den Stiefeln kraftvoll durch dein Reich zu streichen, damit alle Mitbewohner erwachen und gewahr werden, daß du wirklich und wahrhaftig ein Mann bist, dem seine Frau den Hausschlüssel nicht vorzuenthalten wagte. 10. Du mußt niemanden gegenüber auch nur den zehnten Teil der Rücksicht üben, den du— ob Mietei ob Hauswirt— unbedingt in jedem Falle und von jedem für dich verlangst. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Donnerstag, 25. Juni RSDAP. Altstadt. 20 Uhr: Schulungsabend im Rathaus, Zimmer 301. RS.=Frauenschaft, Kreis. 15 Uhr: Kreistagung Kulturwärtinnen und Spielscharleiterinnen bei Alleestraße. NS.=Frauenschaft Wiemelhausen. 20 Uhr: Pflichtabend bei Hanefeld. RS.=Frauenschaft Weitmar=Nord. Zusammenkunft fällt aus. Teilnahme an der Beerdigung des verstorbenen Mitgliedes, Frau Schichol, Felix=Scharf=Straße 1. Treffpunkt 16.15 Uhr: Walzwerk. NS.=Frauenschaft Linden. 20 Uhr: Pflichtabend bei Scheidtmann. Es spricht die Gauschulungsreferentin Frau Lydia Becker. NS.=Frauenschaft Stiepel=Süd..30 Uhr: Treffpunkt Frische bzw. Haarmann=Thiemann zum Ausflug ins Bergische Land. NS.=Frauenschaft Laer. 15.30 Uhr: Heimnachmittag. NSDAP. Werne. 20 Uhr: Schulungsabend bei Kersten. NS.=Frauenschaft Gerthe. 20 Uhr: Heimabend bei Kalthoff. RS.=Frauenschaft Kornharpen. 20 Uhr: Zusammenkunft in der Schule an der Wieschermühlenstraße. Alle Mitglieder werden erwartet. Schulungsabend ine wichtige BeRSDAP. Hofstede=Riemke. 20.15 Uhr: im Josef=Wagner=Heim,„Anschließend, ist eine wichtige Besprechung, an der ebenfalls sämtliche Politischen Leiter teilnehmen müssen. NS.=Frauenschaft Block Riemke. punkt an der Tippelsberger Straße. Heute 16 Uhr TreffWillst du dich in deiner neuen Wohnung recht beliebt machen, so befolge einige Regeln. 1. Du mußt dich cofort den Mitbewohnern des Hauses als denjenigen vorstellen, der allein was zu sagen hat. Was dagegen der Hausherr sagt, ist doch alles bloß Quatsch! 2. Bist du Hauswirt, so wirst du sehr im Ansehen steigen, wenn du den Mietern von vornherein erklärst, daß sie nur Pflichten, aber keine Rechte haben; denn du bist der Herr! Du überwachst nicht nur die Hausordnung, sondern auch die Besuche der Mieter und trittst alle vor den Bauch, deren Gesichter dir nicht passen. „Kraft durch Freude“ Donnerstag, 25. Juni Iin=Jitsu für Männer und Frauen. sus wird noch bekanntgegeben. Beginn des KurDas sind so zehn Regeln, nach denen verfahren worden ist. Man kann noch zwanzig andere anfügen. Aber es sei genug des grausamen Spiels. Wollen wir nicht lieber lernen, uns zu vertragen? Uns lieber gegenseitig zum Geburtstag oder zur Verlobung gratulieren, uns schwesterlich und brüderlich helfen und fördern in allen Nöten? Suchen wir durch eine freundliche Aussprache bei Kaffee und Kuchen oder bei einm Pott Bier und einer Zigarre die Giftgase aus dem Hause zu scheuchen. Suchen wir nach dem freundlichen Leben, und nicht so sehr nach dem toten Paragraphen. M. F. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 18 bis 20 Uhr in der Gymnastikschule, Kommunalbank; von 20 bis 22 Uhr in der Gymnastikschule, Rottstraße 29. Spezialgymnastik nur für Frauen von 20.30 bis 21.30 Uhr in der Hauptpost, Viktoriastraße 2. Kindergymnastik für Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren von 14.30 bis 16 Uhr in der Kommunalbank, Schützenbahn. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle der Drusenbergschule, Drusenbergstraße. Schwimmen nur für Frauen von 20.15 bis 21.15 Uhr, Städtische Badeanstalt, Marienstraße; von 21.15 bis 22.15 Uhr. Städtische Badeanstalt, Marienstraße. Tenniskurse auf dem TuS.=Stadion an der Castroper Straße von 8 bis 9 9 bis 10, 10 bis 11, 11 bis 12 Uhr; von 15 bis 16, 16 bis 17, 17 bis 18. 18 bis 19 Uhr. Sportärztliche Beratung von 18.30 bis 19.30 Uhr in der Privatpraxis des Herrn Dr. med. Lennemann, Bochum, Jahnstraße 9. Die Beratung erfolgt kostenlos. Mit Kdf. irch Zum Bodensee! Alle lockt es, in den Ferien in Urlaub zu fahren, um die Schönheiten der deutschen Landschaft kennenzulernen. Wie herrlich ist es da, an den Bodensee zu reisen, in eine der schönsten deutschen Landschaften. Hier vereinen sich die Pracht des Hochgebirges und die Majestät einer gewaltigen Wasserfläche zu einem unvergeßlichen Anblick. Fahre mit vom 3. bis 12. Juli für 42,20 RM., denn du wirst die Bodenseefahrt nie vergessen. zum Stadttheater. Die NS.=Gemeinschaft Kraft durch Freude“ hat eine Anzahl Theaterkarten für die nachfolgenden Vorstellungen: Samstag, 27. Juni, 20 Uhr,„Der blaue Heinrich“: Sonntag, 28. Juni, 20 Uhr, „Der blaue Heinrich“; Donnerstag, 2. Juli, 20 Uhr,„Die Famille Schroffenstein": Samstag, 4. Juli, 20 Uhr:„Der blaue Heinrich“. Demnächst wird für die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude"„Faust“ 1. und 2. Teil gegeben. Karten sind sofort beim Orts= oder Betriebswart anzufordern. Der Proze Dei Im weiteren Dienstag im Proze gab der Nachlaßp mögen und Gr auf 93.000 RM. den des Anwesens anderen Geldsorter kassenbüchern, auf Eine Reihe vo sie von Ludwigs 1 seien. Ludwigs he keine Besuche. Ein weiterer gehabt, daß Ludw Ein von Mai jungeging we von 5 RM. weg Ludwigs in Sin Ludwigs für eine Böses nachsagen k Mittwoch vorn das Anwesen in s hatte Frau Graß Ludwigs ihren stä Ein Run vermittelt einen wilderten Grundst große Areal ist, n durch mehrere Hec werk und schmied Fläche war von die größere aber hochwuchernden 1 zwischen wieder Rasen. Nur die nung. An der Si teich, der jetzt au dem Leichnahm d hat. An anderen Erde ausgehohen, zu finden. Das dreckt und dase neuerungsarbeiten Westen. Dieser A nahezu haushoher ßen kein Einblich Ludwigs soll diesem Fenste haben. In Gartenteil ha klage leichtd tigen, ohne b ßen Ein kleines Gen lassen, man hat 1 werk gesucht, jed setzten Seite dies die nur zum Te stapeln sich uralt Stuhlbeine und einem Stall ein wegen seines Al konnte, aber nie Graß aus ihrer tung der Tiere, zuließ. So füh Gänse ein fried einem besonderen ans Haus grenz ten, in denen d Wetter wurde e dem drei mit G in denen sich da 9 herrschte ein D ist. Zwar hat aber immer nock von Gerümpel, sind meist blin herunter, ausger nach dem Verse wohnlich herrich nur drei Schlafzimmer,e all hängt Spini zählige Tauben In dem Schla kleine Madonna „Die Madonna Kopf der Mad Seiten hin siche hat, mit dem n kann sich gar: Küche ein Men Frau Graß brecher fur konnte wegen schwerlich jema Furcht vor Fe vom ersten St Porzellan daß ein Eindri nung kommen hindernis" lau Man hat d pen, die in Je Pfund: gesamt nah daß man a (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 12 und 13.] In der K platten ausgeh ist in einem 9 gehoben und stoßen worden, Geld verborger aus dem Gefäl ihm die angeb sei, angeben zu schiedenen Ste gefunden. Die Seite 5 Nr. 146 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 25. Juni 1936 aller Welt Der Prozeß um das Verschwinden der Frau Graß Srieresichnthunz nn sverwulscheien Berge von Schmutz— Kaum vorstellbar, daß hier Menschen haben leben können Justizwachtmeister in Grün Köln, 24. Juni. Im weiteren Verlauf der Zeugenvernehmung am Dienstag im Prozeß um die verschwundene Witwe Graß gab der Nachlaßpfleger Aufschluß über deren Vermögen und Grundstücke, deren Einheitswert sich auf 93·000 RM. beziffert. Gefunden wurden im Garden des Anwesens 600 RM. in Gold und 200 RM. in anderen Geldsorten, außerdem eine Menge von Sparkassenbüchern, auf zumeist geringe Markbeträge lautend. Eine Reihe von Zeugen gab die Erklärung ab, daß sie von Ludwigs nicht in das Haus eingelassen worden seien. Ludwigs habe stets erklärt, Frau Graß wünsche keine Besuche. Ein weiterer Zeuge hat von Ludwigs den Eindruck gehabt, daß Ludwigs ein Bohemeleben geführt habe. Ein von Mai bis Juli 1928 beschäftigter Hausjunge ging wegen des zu geringen Monatslohnes von 5 RM. weg und arbeitete bei den Brüdern des Ludwigs in Sinnersdorf drei Jahre lang. Er hält Ludwigs für einen„frommen Mann“, dem er nichts Böses nachsagen könne. Mittwoch vormittag besichtigten die Prozeßbeteiligten das Anwesen in Köln, Am Botanischen Garten 1. Hier hatte Frau Graß in Gemeinschaft mit dem Angeklagten Ludwigs ihren ständigen Wohnsitz. Ein Rundgang durch das Anwesen vermittelt einen Eindruck von einem unvorstellbar verwilderten Grundstück. Das nahezu 5000 Quadratmeter große Areal ist, wie die„K..“ in ihrem Bericht sagt, durch mehrere Hecken, Drahtzäune, Blechplatten, Mauerwerk und schmiedeeiserne Tore aufgeteilt. Die kleinere Fläche war von Ludwigs als Garten angelegt worden, die größere aber ist eine unentwirrbare Wildnis aus hochwuchernden Unkräutern, stacheligem Gestrüpp, dazwischen wieder Bäume, hin und wieder ein Fleckchen Rasen. Nur die Drahtzäune und Tore sind in Ordnung. An der Südostseite liegt ein verwahrloster Ententeich, der jetzt ausgetrocknet ist und in dem man nach dem Leichnahm der verschwundenen Frau Graß gesucht hat. An anderen Stellen wieder hat man metertief die Erde ausgehoben, ohn jedoch eine Spur der Vermißten zu finden. Das Schlafzimmerfenster, auch völlig verdreckt und das einzige, das Ludwigs bei seinen Erneuerungsarbeiten nicht anstreichen ließ, liegt nach Westen. Dieser Westwinkel des Grundstücks ist von einer nahezu haushohen Hecke umstanden, so daß von draußen kein Einblick möglich ist. Ludwigs soll die Leiche der Frau Graß aus diesem Fenster hinausgestürzt oder herabgelassen haben. In diesem hermetisch abgeschlossenen Gartenteil hatte er nach der Annahme der Anklage leicht die Möglichkeit, die Leiche zu beseitigen, ohne befürchten zu müssen, daß von draußen jemand zuschauen konnte. Ein kleines Gewässer, das hier stand, hat man abgelassen, man hat tief in den Boden gegraben, im Mauerwerk gesucht, jedoch ohne Erfolg. An der entgegengesetzten Seite dieser Wildnis liegen mehrere Stallungen, die nur zum Teil benutzt wurden. In einem Schuppen stapeln sich uralte Sofareste und Matratzen, zerbrochene Stuhlbeine und anderes Gerümpel. Nebenan war in einem Stall ein 33jähriges Pferd untergebracht, das wegen seines Alters kaum noch auf den Beinen stehen konnte, aber nicht getötet werden durfte, weil Frau Graß aus ihrer krankhaften Tierliebe heraus die Tötung der Tiere, die sie auf ihrem Grundstück hielt, nicht zuließ. So führten Hühner, Tauben, ein Hund und Gänse ein friedliches Dasein. Vier Katzen waren in einem besonderen Gehege untergebracht, das unmittelbar ans Haus grenzt. In diesem Gehege sind kleine Grotten, in denen die Katzen sich sonnten. Bei schlechtem Wetter wurde ein kleines Fensterchen geöffnet, hinter dem drei mit Gerümpel angefüllte Zimmer liegen, und in denen sich dann die Katzen irgendwo verkrochen. leicht auch, daß er sich hat überzeugen wollen, ob man schon an einer bestimmten Stelle nachgegraben hatte. Weitere Zeugenvernehmung Die Verhandlung am Mittwoch begann wegen der Ortsbesichtigung erst gegen Mittag. Wenn man hört, daß Frau Graß jeden Morgen den Mädchen, die bei ihr beschäftigt waren und die außerhalb des Hauses in einem Raum neben dem Pferdestall untergebracht wurden, den Kaffee in einer Schüssel vor die Tür auf die Steintreppe stellte, dann kann man schon auf die Lebensart der Frau und des Angeklagten schließen, sobald man die Besonderheit dieses„Morgenkaffees“ kennt. In der Schüssel befand sich nämlich etwa dreiviertel Kaffeegrund, während nur ein Viertel die Kaffeebrühe bildete. 1 dieses merkwürdige Verhältnis der in der Schüssel befindlichen Mischung war aber dadurch zustande gekommen, daß Frau Graß Monate hindurch immer wieder auf denselben Kaffeesatz etwas heißes Wasser aufgoß. Außer diesem Morgentrank bekamen die Mädchen noch ein paar trockene Brötchen. Die ersten Zeugen, die vernommen wurden, erklärten u.., daß Ludwigs eifersüchtig auf Leute gewesen sei, die mit Frau Graß gesprochen hätten. Hinter dem tücken der Frau Graß habe Ludwigs sehr verächtlich von ihr gesprochen: Auf die Frage was einmal mit dem Vermögen der Frau Graß geschehen werde, soll Ludwigs gesagt haben: Das wird schon testamentarisch geregelt, die Alte verreckt doch bald. Deutsche Reichspost sorgt für schneliste Uebertragung Schinpia Zun sul die ganze Ausbau der Zeesener=Anlagen—. Amerika, Asien, Afrika hören mit Berlin, 24. Juni. Die Deutsche Reichspost hat durch die größte Anlage der Welt dafür gesorgt, daß der deutsche Kurzwellenrundfunk die Ergebnisse jedes einzelnen Kampfes der Olympischen Spiele in alle Welt verbreiten kann. Die Anlagen in Zeesen wurden zu diesem Zweck erweitert. Darüber hinaus ist eine vollkommen neue Anlage erstanden. Nicht nur die Zahl der Sender ist erhöht, auch die Leistung der einzelnen Sender ist so weit gesteigert worden, wie es technisch im Augenblick möglich ist. Im Juli vergangenen Jahres wurde mit dem Bau zweier neuer Sendehäuser mit umfangreichen technischen Einrichtungen begonnen. Zum Beginn der Olympiade werden alle neuen Einrichtungen zum Betrieb bereit sein. Jedes der beiden neuen Häuser steht im Schwerpunkt einer Richtstrahleranlage. Die eine Anlage dient im besonderen dem eigentlichen Kurzwellenrundfunk, während die andere für den„Ipa=Dienst" (internationaler Programmaustausch) vorgesehen ist. Beide Antennenanlagen strahlen die elektrischen Wellen nach Nord=, Mittel= und Südamerika, nach Afrika, nach Süd= und Ostasien aus. Da die Kurzwellen nur zu bestimmten Jahres= und Tageszeiten günstigste Uebertragungsbedingungen erfüllen, müssen für jede Richtung zwei bis drei Wellen vorgesehen sein. Zu den zehn bereits vorhandenen Richtstrahlern sind elf neue hinzugekommen. 1 In jedem der beiden Häuser sind Kurzwellensender in ausreichender Zahl mit je 40 Kilowatt Telephonieleistung aufgestellt worden, was nur durch gewaltige vorbildliche Leistungen der deutschen Funktechnik in der Röhrenherstellung, in der Durchbildung der Senderteile und der Modulation zu lösen war. Der deutschen Funktechnik gebührt besondere Anerkennung, daß sie in so kurzer Zeit solche Sender entwickelt, hergestellt und aufgebaut hat. Die zum Betrieb notwendige elektrische Enerlgie liefert das Märkische Elektrizitätswerk. In jedem Haus befindet sich eine Hochspannungsverteilungs= und Schaltanlage. Die Leistungsstufen der Kurzwellensender enthalten wassergekühlte Röhren. Für die dauernde Bereitschaft des erforderlichen Kühlwassers sorgt eine umfangreiche Kühlanlage mit vielen Pumpen, kupfernen Gegenstromkühlern und riesigen Kesseln für die Wasseraufbereitung. Schweres Anwetter in Paris „Saum des Friedens vom Dilh zerschinenlert 50 Verletzte— Ueberschwemmte Untergrundbahnstrecken und überflutete Straßen Paris, 24. Juni. Der„Baum des Friedens“ wurde am Dienstag abend bei einem ungewöhnlich schweren Gewitter in einem Pariser Park vom Blitz getroffen. Mit gewaltigem Krachen stürzte der Baum auf einen Pavillon, in dem viele Frauen und Kinder vor dem Regen Schutz gesucht hatten. Der Pavillon brach zusammen. Unter den Trümmern wurden etwa 50 Frauen und Kinder verletzt. Sie wurden von der Feuerwehr in Krankenhäuser gebracht, aus denen sie jedoch größtenteils nach Anlegung von Notverbänden wieder entlassen werden konnten. Der„Baum des Friedens“ wurde 1919 aus Anlaß der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles im Rahmen eines feierlichen Aktes gepflanzt. Das Unwetter, im Verlaufe dessen der„Baum des Friedens" durch Blitzeinschlag zerstört wurde, hat auch sonst im Stadtgebiet von Paris ganz beträchtliche Schäden verursacht. Hunderte von Kellern wurden überschwemmt. Große Wassermengen drangen in verschiedene Untergrundbahnschächte ein, wodurch der Verkehr streckenweise mehrere Stunden lang lahmgelegt wurde. Vorschiedentlich mußte die Feuerwehr gerufen werden, um die Fahrgäste aus den überschwemmten Untergrundbahnhöfen herauszuholen. Zahlreiche Bäume wurden durch die Gewalt des Sturmes abgeknickt. In manchen Straßen von Paris stand das Wasser bis zu einem Meter hoch. Im Walde von Vincennes konnten etwa zehn Personen, die mit ihren Kindern von dem Wassermassen eingeschlossen waren, nur mit Hilfe der Feuerwehr befreit worden. Eine Vorortbahnstrecke wurde über ein Kilometer Länge überschwemmt, so daß der Verkehr eingestellt werden mußte. Straßendammlockerungen und Wasserrohrbrüche wurden in mehreren Stadtteilen verzeichnet. Bei einem Bruch der Straßenbahnoberleitung erlitten drei Personen durch die Kurzschlußstichflamme leichtere Brandwunden. Innern des Hauses herrschte ein Durcheinander, das einfach unglaublich ist. Zwar hat man inzwischen notdürftig aufgeräumt, aber immer noch starrt das Haus von oben von Gerümpel, Dreck und Unrat. Die Fensterscheiben sind meist blind, Gardinen hängen nur als Fetzen herunter, ausgenommen in dem Zimmer, das Ludwigs nach dem Verschwinden der Frau Graß einigermaßen wohnlich herrichten ließ. Im ganzen Haus wurden nur drei Zimmer benutzt, und zwar ein Schlafzimmer, eine Küche und ein Wohnzimmer. Ueberall hängt Spinngewebe, auf den Teppichen liegen unzählige Taubenfedern, Holzreste, Papierschnitzel usw. In dem Schlafzimmer steht auf einem Eckbrett eine kleine Madonna, der die Kriminalbeamten den Namen „Die Madonna mit dem Schleier“ gaben, weil vom Kopf der Madonna über den Rücken und über die Seiten hin sich ein dichtes, verstaubtes Spinngewebe gelegt hat, mit dem man eine Pfundtüte füllen könnte. Man kann sich gar nicht vorstellen, daß in der sogenannten Küche ein Mensch einen Bissen essen kann. Frau Graß war offenbar von einer starken Einbrecherfurcht befallen. Vom Garten und Hof her konnte wegen der festen Zäune und schweren Türen schwerlich jemand in das Haus eindringen. Da sie Furcht vor Fassadenkletterern hatte, war die Treppe vom ersten Stockwerk aufwärts mit unzähligen Porzellanteilen zugestellt weil sie glaubte, daß ein Eindringling von oben her nicht in die Wohnung kommen könne, ohne daß durch dieses„Porzellanhindernis" laute Geräusche entstanden. Man hat die unbrauchbaren Kleider und Lumpen, die in dem Haus zuhauf lagen, verkauft. Je Pfund wurde mit drei Pfennig bezahlt. Insgesamt nahm man mehr als 100 RM. ein, so daß man ahnen kann, welch ein Durcheinander im Haus herrschte. In der Küche hat die Kriminalpolizei die Steinplatten ausgehoben und nach Spuren gesucht. Ebenso ist in einem Raum im Erdgeschoß der Fußboden abgehoben und die Kellerwölbung von oben her durchstoßen worden, weil hier nach den Angaben Ludwigs Geld verborgen sein sollte. Man hat Ludwigs nachts aus dem Gefängnis in das Haus geführt, um sich von ihm die angeblichen Stellen, an denen Geld verborgen sei, angeben zu lassen. Man hat das Mauerwerk an verschiedenen Stellen durchstoßen, Geld wurde jedoch keins gefunden. Die Polizei nimmt an. daß Ludwigs nur eine Gelegenheit zur Flucht hat bekommen wollen, vielDas aderfahtene=Eignat Der Prozeß um das Eisenbahnunglück von Groß=Heringen dnb Groß=Heringen, 24. Juni. Im weiteren Verlauf der Zeugenvernehmung im Groß=Heringer Prozeß erklärte der Hilfsweichenwärter Böhm, der Angeklagte Dechant habe ihm nach dem Unfall zugerufen:„Geh weg, Kamerad, ich habe das Signal überfahren.“ Sodann wurden mehrere Beamte aus Weißenfels über die Zurverfügungstellung der Vorspannmaschine für D 44 und über das ihr beigegebene Bedienungspersonal vernommen. Es wurde dabei festgestellt, daß der Angeklagte Bande Vorspann verlangt habe, weil er nur noch wenig Wasser hatte und eine Pumpe schadhaft war. Der Vorstand des Maschinenamtes Weißenfels, Reichsbahnrat Nocol, stellte bei einer Versuchsfahrt am 4. Januar mit einem dem D 44 entsprechend zusammengestellten Zug fest, daß sich infolge ungünstiger Witterung und Niederschläge an den Scheiben der Lokomotive Trübungen ergaben, aber nicht derart, daß es unmöglich gewesen wäre, die Signale beobachten du können. Jtor Bauf B. H1.:(MeißenReichsbahnoberinspercor Paui Richter(Weißenfels) gibt an, daß ihm Dechant als äußerst sympathischer Fahrer bekannt sei. Er zeige viel Interesse für den Dienst, sei eifrig, impulsiv und tatkräftig. Reichsbahnrat Kirschstein, der Leiter der Bremsversuchsabteilung in Berlin=Grunewald, gab als Sachverständiger sein Gutachten dahin ab, daß der Bremsweg für den D 44 von ihm und seinen Mitarbeitern nach genauen Berechnungen auf 484 Meter berechnet worden sei. Reichsbahnoberrat Wahrendorf(Mainz) schloß sich dem Gulachten Kirschsteins an. Bei 95 Stundenkilometer wurde von ihm ein Bremsweg von 480 bis 500 Meter berechnet. Er erklärte, der Angeklagte habe bei einer Geschwindigkeit von 95 Stundenkilometer unter Annahme ungünstigster Umstände 171 Meter zu spät gebremst, also etwa erst 109 Meter vor dem Hauptsignal. Ein Anhalt dafür, daß die Bremsen nicht in Ordnung waren, liege nicht vor. Der Angeklagte Dechant erklärte demgegenüber abermals in sehr entschiedener Weise, daß er ofort die Bremsen gezogen habe. Der Sachverständige, Lokomotivführer i. Krupe(Berlin), der Leiter der Rechtsberatungsstelle der Fachschaft Lokomotivführer, glaubt, daß der D 44 eine größere Geschwindigkeit als 95 Stundenkilometer gehabt habe. Er kommt zu dem Ergebnis, daß er diesbezüglichen Angaben Dechants richtig sind, daß er 22 Sekunden vor dem Zusammenstoß bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometer gebremst habe. Zu Beginn des dritten Verhandlungstages im Groß=Heringer Prozeß wurden die beiden Berliner Leumundszeugen für den Angeklagten Lokomotivführer Bande vernommen. Während ihrer Vernehmung wurde die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit oder eines wichtigen Betriebsgeheimnisses ausgeschlossen. Reichsbahnrat Witte und Reichsbahnamtmann Teichert vom Maschinenamt des Anhalter Bahnhofs in Berlin stellten Bande ein gutes Dienstzeugnis aus. Zu weitgehenden Erörterungen führten hierauf die Ausführungen der Sachverständigen. Der auf Antrag der Angeklagten zugezogene Sachverständige Lokomotiv= führer a. D. Krupe von der Fachschaft der Lokomotivführer wandte sich in erster Linie gegen die Berechtigung der Anordnungen des Fahrdienstleiters Kaden in Groß=Heringen. Mittelbar trage nach Ansicht Krupes der Fahrdienstleiter Kaden ein Mitverschulden an dem Unglück. Es entspannen sich längere Auseinandersetzungen über die Festlegung der Bremsstrecken und der Zeiten, die bei den verschiedenen Stundengeschwindigkeiten von 92 bis 100 Kilometer zu ihrer Zurücklegung nötig waren. Die Meinungen gingen auseinander. Sachverständiger Krupe beanstandete dann, daß man Dechant in Weißenfels einen Heizer mitgegeben habe, der nicht zum Schnellzugdienst zugelassen war, und daß Dechant dadurch von seinen Pflichten als Lokomotivführer abgelenkt worden sei, weil er seinen Heizer bei der Feuerung unterstützen mußte. Zusammenstoß zweier französischer Flugzeuge Bei einem Gruppenflug, den vier französische Wasserflugzeuge über der Militärflugvasis von Cherbourg ausführten, stießen zwei Maschinen in etwa 200 Meter Höhe zusammen. Die beiden Apparate stürzten brennend zur Erde. Fünf Mann der Besatzung wurden auf der Stelle getötet. Hch. Hoffmann Auch die deutschen Justizbeamten erhalten jetzt eine neue einheitliche Uniform. Sie ist aus grünem Tuch hergestellt und mit blauen Spiegeln besetzt. Der Schnitt entspricht dem der deutschen Polizeibeamten. Luftschiff„Hindenburg“ zur Rückfahrt gestartet dnb Lakehurst, 24. Juni. Das Luftschiff„Hindenburg“ ist am Mittwoch um .25 Uhr mitteleuropäischer Zeit zur Rückfahrt gestartet. Nach dem Aufstieg flog das Schiff über der Marinestation eine Schleife und flog dann nach weiter. Unter den Passagieren befindet sich auch Max Schmeling. Einweihung des Luftschisshafens Rhein=Main am 8. Juli dnb Frankfurt a.., 24. Juni. Die Weihe des Luftschiffhafens Rhein=Main durch Gauleiter Sprenger ist auf den 8. Juli worden. Aus diesem Anlaß werden beide Luftschiffe in Frankfurt a. M. sein. Das Luftschiff„Hindenburg" wird über Frankfurt und über der näheren Umgebung eine Gästefahrt unternehmen, während der„Graf Zeppelin“ am Abend nach Südamerika startet. Außerdem findet am gleichen Tage die Uebersiedlung der Lufthansa=Maschinen auf den neuen Flugplatz statt. Auch eine Reihe von englischen Flugzeugen trifft zur Weihe des Weltlufthafens ein. „Queen Mary“ überfuhr einen Walfisch London, 24. Juni Auf ihrer zweiten Fahrt über den Großen Teich konnten die Fahrgäste des englischen Riesendampfers „Queen Mary“ einen seltsamen Zwischenfall miterleben. Die„Queen Mary“ war in einen Schwarm großer Walfische geraten, die sich lustig um das Schiff tummelten, aber vergeblich mit dem Dampfer Schritt zu halten versuchten. Plötzlich tauchte unmittelbar vor dem scharfen Bug des Dampfers ein Walfisch auf, der nach den Angaben aller Augenzeugen gut und gerne eine Länge von 35 Meter hatte. Ehe es noch verhindert werden konnte, war der Zusammenstoß geschehen. Der scharfe Bug der„Queen Mary“ rammte sich mit großer Gewalt in den Leib des Riesensäugers und gleich darauf war er mittendurchgeschnitten Eine Blutfontäne spritzte auf und das Meerwasser färbte sich im weiten Umkreis rot. Das Schiff selbst erlitt nicht die geringste Beschädigung. Ja, der Zusammenprall wurde nicht einmal gespürt. Vom Blitz getötet Während eines schweren Gewitters, das über Mering bei Augsburg niederging, schlug ein Blitz in eine Holzhütte, in der neun Arbeitsdienstmänner des dortigen Arbeitsdienstlagers vor dem Regen Schutz gesucht hatten, ein. Ein 21 Jahre alter Arbeitsmann, Johann eislinger aus Burgau, wurde getötet, zwei Arbeitsmänner erlitten Verletzungen. Die übrigen, die sich in der Hütte befanden, wurden betäubt. Zehnjähriger aus dem Hinterhalt erschossen Bei St. Pölten in Niederösterreich wurde ein zehnjähriger Knabe aus dem Hinterhalt durch drei Gewehrschüsse getötet. Von dem Täter fehlt bisher jede Die Bevölkerung der Gegend ist durch das Vorkommnis in großer Erregung. Eisenbahnverkehr Salzburg—Innsbruck durch Erdlawine unterbrochen In der Nähe der Ortschaft Werfen verschüttete eine Erdlawine die Eisenbahnstrecke, wodurch der Verkehr Salzburg—Innsbruck unterbrochen wurde. Die Aufräumungsarbeiten sind sofort begonnen worden. 17 japanische Soldaten bei einem Zusammenstoß mit mandschurischen Banditen getötet Bei einem Zusammenstoß mit mandschurischen Banditen, etwa 250 Kilometer, nordöstlich von Charbin, wurde eine japanische Militärpatrouille, Offiziere und Mannschaften, zusammen 19 Mann, in ein heftiges Nahgefecht verwickelt. Die Banditen, die in der Uebermacht waren, töteten 17 Japaner. ist nun ein flotter Kaufmannslehrling. Sein Lehrherr lobt ihn. Mit Recht. Denn Fritz ist gescheit er weiß, daß man gute Dinge an der Marke erkennt, z. B. die bewährten Dr. OetkerErzeugnisse an dem bekannten„hellen Kopf“. Die verkauft er besonders gern. Achtung= ausschneiden! Dreisaufgabe? # Seite 6 Nr. 146 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 25. Juni 1936 1500hervorragende Willenschaftler des In= und Auslandes als Gäste in Heidelberg An der 550=Jahr=Feier der Universität Heidelberg werden auch, wie der Rektor der Heidelberger Universität, Professor Dr. Groh, in einer Presseunterredung mitteilte, rund 1500 hervorragende Vertreter der Wissenschaft des In= und Auslandes teilnehmen. die zu der internationalen Hochschullehrerkonferenz kommen. Das Welttreffen der Studenten wird dann Hunderte weiterer Gäste in Heidelberg vereinigen. Einige ausländische Delegationen sind mit mehreren Mitgliedern vertreten. Am stärksten beteiligt sind die Vereinigten Staaten, die Vertreter der 18 Hochschulen entsenden. Unter den vielen privaten Gästen, Ehrendoktoren und Freunden der Universität Heidelberg aus USA. befinden sich der 82jährige frühere amerikanische Botschafter Schurman, einer der stärksten Förderer der Universität, sowie Professor Lindsey Blayney Dean vom Carlton College, der im Jahre 1904 als Schüler von Geheimrat Hoops in Heidelberg seinen Doktor gemacht hat. Professor Dean kam nach Kriegsende als Leiter einer amerikanischen Kommission nach Südwestdeutschland, um die Ernährungsverhältnisse zu prüfen. Das Ergebnis dieser Prüfung war ein unverzügliches Einsetzen in Paris um Freigabe der in Belgien aufgespeicherten amerikanischen Lebensmittel für die deutsche Ernährung. Die zum erstenmal in Deutschland veranstaltete Internationale Hochschullehrerkonferenz vom 24. bis 27. Juni vereinigt die Gelehrtenwelt aller Länder, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, zu gemeinsamem Dienst an der Wissenschaft in Heidelberg. Die Regisseure der Heidelberger Festspiele Bei den Heidelberger Reichsfestspielen(12. Juli bis 80. August), deren Gesamtleitung Ingolf Kuntze hat, werden folgende Regisseure tätig sein: Richard Weichert inszeniert Hebbels Trauerspiel„Agnes Bernauer“; Paul Mündorf führt Regie in Shakespeares „Komodie der Irrungen“: den„Götz von Berlichingen“ (Urfassung) inszeniert Heinrich George, der auch wieder wie in den letzten Jahren die Titelrolle spielt. In Paul Ernsts Lustspiel„Pantalon und seine Söhne" hat Hans Schweikart die Spielleitung. Agnes Miegel erhält den Herder=Preis der Johann=Wolfgang=vonGoethe=Stiftung. Der Herder=Preis der Johann=Wolfgang=von=GoetheStiftung, der jährlich eine außerordentliche geistige Leistung des Deutschtums im Osten auszeichnen soll, ist von der Universität Königsberg erstmals für das Jahr 1936 der Dichterin Agnes Miegel zuerkannt worden. Agnes Miegel hat ostdeutsche Landschaft, ostdeutsche Geschichte und den ostdeutschen Menschen meisterhaft gezeichnet und in ihren Balladen, Liedern, Erzählungen dichterisch gedeutet. Sie ist, wie es in der Verleihungsurkunde heißt, im Charakter ihrer Dichtung der reichste, wahrste und höchste Ausdruck des ostdeutschen Menschen. Die beiden neuen Einakter von Richard Strauß heißen:„Der Friedenstag" und„Daphne: Die Textbücher stammen von dem Wiener Theaterarchivar Professor Josef Gregor. Text zu„Dichter und Bauer“. Manchen wird es überraschen, zu erfahren, daß es keine Overette „Dichter und Bauer“ gibt. Suppé hat nur die bekannte Ouvertüre dieses Werkes beendet. Gustav Quedenfeldt und Eug. Rer haben jetzt ein Textbuch geschaffen, das dem Titel der Ouvertüre die Handlung angleicht. Dichter und Bauer sind eine Person: der Dichter lernt erst die harte Arbeit des Bauern am eigenen Leibe verspüren, ehe er zum erfolgreichen Vertreter des „Schrifttums reift. Die Musik hat Franz Werther aus Melodien Suppés zusammengestellt. Unter Mitwirkung von 700 Sängern bietet die bayrische Hauptstadt im Sommer als kulturelle Veranstaltung besonderer Art eine Aufführung von Händels „Festoratorium Deutsch=ägyptisches Gemeinschaftslager. Auf Einladung der Reichsführung der Deutschen Studentenschaft kommen vom 1. bis 20. August 70 ägyptische Studenten nach Deutschland und werden in einem deutsch=ägyptischen Gemeinschaftslager über die Fragen der studentischen Jugend und der Wissenschaft arbeiten. In Verbindung mit dem Gemeinschaftslager wird auch eine Deutschlandfahrt durchgeführt. Aachener Künstler stellen in Maastricht aus. In Erwiderung des Besuches Limburger Künstler in Aachen, die dort eine beachtenswerte Kunstschau gezeigt hatten, fand jetzt eine Ausstellung Aachener Kunst in dem Maastrichter Haus„Die Goldene Rose“ statt. Aus diesem Anlaß hatten sich nicht nur zahlreiche Künstler, Maler und Bildhauer, von hüben und drüben zusammengefunden, sondern es waren auch wieder die Vertreter der amtlichen Stellen von Maastricht und Aachen erschienen. Um das Zustandekommen der Ausstellung ist auf deutscher Seite der Deutsch=Niederlandische Arbeitskreis unter Leitung von Professor Cadenbach und in Maastricht die Künstlervereinigung Limbura besonders tätig gewesen. Insgesamt 19 Künstler aus Aachen und dem gesamten Regierungsbezirk haben ausgestellt. Karl Götz führt nach Kanada. Der Träger des volksdeutschen Schrifttumspreises, Karl Götz, wird, wie wir erfahren, in nächster Zeit nach Kanada fahren, um hier Eindrücke zu einem neuen Buch zu gewinnen, das der auslandsdeutschen Jugend gewidmet werden soll. Reichstagung der Chemiker. Der Bund Deutscher Chemiker, der im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers auf Anordnung des Beauftragten für Technik und deren Organisationen, Dr. Todt, als die Gesamtorganisation der deutschen Chemie gegründet wurde, hält in der Zeit vom 7. bis 11. Juli in München das erste Reichstreffen der deutschen Chemiker ab. Wertvolle Kunstwerke gestohlen. Aus dem Provinzialmuseum in Segovia wurden fünf wertvolle Bilder gestohlen. Es befinden sich darunter die Kreuzabnahme von Dürer und Bildwerke von Dürer. Auch Walfische werden markiert. Eine englische Forschungsgesellschaft schießt den Tieren ein langes Geschoß in Speck und Muskulatur. 900 Wale sollen dadurch bisher gekennzeichnet sein. Festgestellt sind dadurch 20 Wale, die in ihren ursprünglichen Aufenthalt zurückgekehrt sind. Auf Grund dieser Markierungen ist geplant genaueste Vorschriften für die Schonung des Wales ergehen zu lassen. Verführungskünste einer Salonschlange zur Verfügung. Mit Wissensdurch, Geschwätzigkeit und erheiternd natürlicher Taktlosigkeit gepaart, stellt sich die Lübecker Lehrerin in Gestalt von Johanna Koch=Bauer vor, die ihre ungewöhnliche Begabung für das komische solchen altjüngferlich karikierten Rollen immer wieder erweist. Den dunklen Ehrenmännern geben Willi Schröder und Ernst Schröder hochstaplerischen Umriß auf Pariser Schick, einen stelzbeinigen, gut getarnten Borddetektiv steuert Demetrius Galbierz mit allem Notwendigen aus. Ansonsten waren mit Auszeichnung zu nennen Adolf Schneiders geheimnisvoll in der Gegend herumschnüffelnder Sekretär Mister Black(der einzige, der den sagenhaften Milliardär kennen dürfte), Wilhelm Grimms Schiffsarzt, ein gemütliches altes Haus, ferner Willi Bitterns sympathischer Leutnant Frenssen. Das trotz sommerlicher Wärme gut besuchte Haus bereitete dem hübschen Lustspiel, zweifellos dem hübschesten, das wir von dieser Kategorie im Westen sahen, eine sehr herzliche Aufnahme und zeichnete die qualitätvolle Inszenierung mit lebhaftem Beifall aus. Dr. Stt. Bilanz des Doktors Seit 1983 ist die Zahl der Studierenden Jahr für Jahr etwas zurückgegangen und liegt heute um etwa 35 Prozent unter dem einstigen Hochststand. Die Doktoranden aber haben zugenommen! Es waren 1933 rund 7500 Promotionen zu verzeichnen, 1934 wurden mehr als 8800 gezählt, und für das neue Berichtsjahr 1935 bringt das amtliche Verzeichnis der Hochschulschriften nahezu 9000 Doktorpromotionen. Während der Vorkriegszeit lag der Jahresdurchschnitt bei rund 3000; in den vierzehn Nachkriegsjahren bei etwa 7000— seit 1983 nun bei 8000! Kleine Lanspiel Mile Feruttig! Eine hüblche Erltauttührung im Stadttheater Axel Ivers entzückender Dreiakter„Spiel an Bord" stellt eine willkommene Ausgleichsbewegung zu den plötzlich über uns hereingebrochenen Hundstagen dar. Es handelt sich um eine kleine Brise, die dem erhitzten Denkmechanismus Kühlung zufächelt und auf den kunstgenießenden, des Schweißes der Edlen nicht ermangeinden, Theaterbesucher ähnlich erfreuliche Wirkungen ausübt wie ein erfrischendes Bad in verschwiegener Bucht. Das ist bildlich gesprochen, denn in Wirklichkeit spielt sich die flotte und dialogmäßig sauber und gescheit gefaßte Handlung an Bord des Luxusdampfers„Atlantis“ ab. Ein wahllos zusammengewehter Schwarm von Reisenden vertreibt sich die Langeweile der Ueberfahrt zur Neuen Welt bei Flirt, Spiel und Gesprächen, die lästig zu werden beginnen, wenn sich Fräulein Distelmann, ihres Zeichens Lehrerin an der Höheren Töchterschule in Lübeck, des Fadens bemächtigt und ihn in Richtung mathematischer Unterrichtsmethoden für die Obersekunda weiterspinnt. In dieser vergnüglich charakterisierten Gesellschaft— sie wird durch einen geschäftstüchtigen Industriellen nebst mondänem Töchterchen, durch zwei dunkle, des Pokerspiels beflissene Ehrenmänner, ein armes Hascherl namens Sybille Schröder, ferner durch einen Herrn Hübner, einen Mister Schulze, den Schiffsarzt und einen jungen Leutnant ergänzt— kristallisiert sich ein Abenteuer von detektivistischem Anstrich. Daß der Milliardär van Lohe eine Kabine besetzt hält, in der er sich hartnäckig verbarrikadiert, spricht sich natürlich schnellstens herum. Mit der gleichen Schnelligkeit aber verbreitet sich auch das Gerücht, er gehe unter dem schlichten Namen Schulze inkognito an Deck spazieren, und so liegt es in der geheimnisvollen Anziehungskraft von Milliardene begründet, wenn man teils erhitzt und teils errötend den Spuren des Herrn Schulze folgt. Dieser sympathische junge Herr mag nun dementieren, soviel er will, man glaubt ihm seine oftmals versicherte journalistische Existenz nicht und macht ihm mit einer Zähigkeit den Hof, die fast schon übertrieben ist. Eine tut nicht mit, und diese eine ist Sybille Schröder, das arme Hascherl, das in Newyork Revuetänzerin werden möchte. Dramaturgisch bewanderte Leser ahnen sicherlich, daß in der Tatsache ihrer Zurückhaltung des süße Happy end des Lustspiels verborgen liegt. Ihre Ahnung bestätigt sich, der Schluß zeigt des Pudels Kern: einen Journalisten, der Erfahrungen sammelt für eine Reportage „Als blinder Passagier auf dem Ozeandampfer", und besagte Sybille Schröder, die in absehbarer Zeit Frau Schulze heißen wird. Der heiteren Angelegenheit kommt das Geschick zugute, mit dem Viktor Ahlers so scharmante Tatbestände zu inszenieren pflegt. Leicht und spritzig, flott im Tempo, die Dialoge durch hübsche Einfälle unterstrichen, fesselt das Salonabenteuer von der ersten bis zur letzten Szene, der Georg Pescheck ein elegantes und wirklichkeitsechtes Bühnenbild angemessen hat. Eine Bombenrolle, weltmännisch sicher und überlegen, mit einer Beimischung von jungenhafter Schalkheit und Verliebtheit, spielt Willy Mayenknecht als Mister Schulze, ein Kerlchen, das in die Welt paßt und dem Journalismus Ehre macht. Seine Partnerin ist Inge Thiesfeld, die ihr reiselustiges Backfischchen Sybille mit Haltung durch den Reigen der Verwicklungen steuert. Mit einem breiten, jovialen Geschäftemacher=Typ waktet Ernst Holznagel auf, für das mondäne Luderchen Astrid stehen Heidi Kuhlmann die etwas schwülen „Germansky wojenno plenny“ von W. von Nivvold(Verlag„Der Westfale", Münster i..). Nach seinen Tagebuchblättern hat der Verfasser hier ein Buch geschrieben, aus dem nach dem Vorbild der Werke des Dichters Edwin Erich Dwinger die erschütternde Tragik und die große seelische Kraft der Männer spricht, die als Gefangene in Rußland und Sibirien ihren Weltkrieg des Leidens, des Opfers in der Not erlebten. Hinter Eis und Schnee und hinter dem„Stacheldraht“ asiatischer Weite stand hier die Armee der Kriegsgefangenen, den Blick auf die Heimat gerichtet. Härte und Tod schlugen wie Flammen aus dem bolschewistischen Aufruhr. Von einer Ecke des unendlichen russischen Raumes wurden die Germanskys“ in die andere gejagt, sie sahen Macht und Not, Tiefe und Rätsel im Antlitz russischer Erde und ihrer Menschen. Immer wieder mußten sie sich gegen die Schicksalsschläge aufrichten, und schließlich fällt einer und noch einer in der Front der Kriegsgefangenen. Daß aber der deutsche Soldat im Tode noch sich selbst getreu und seiner Heimat ein Wächter der Ehre ist, läßt dieses Buch erleben, das hinter den Worten Gefangenschaft, Bürgerkrieg und Heimkehr deutsche Mannesgröße aufsteigen läßt. Geschichtstafel 25. Juni. 1530 Verlesung der Augsburger Konfessien auf dem Reichstage zu Augsburg. 1845 Der Großindustrielle Adolf Kirdorf in Mettmann geboren(gestorben 1923). 1919 von Hindenburg legt den Oberbefehl nieder. KII 16) Inzwischen hatte sich auch Billy zu der Gruppe gefunden. Das heißt, man hatte ihn im Vorübergehen angehalten. Irgend etwas ließ sich ja immer finden, um eine Verbindung mit dem hübschen, schlagfertigen, lustigen Gärtner herzustellen, der sich auf der ganzen Linie als untadeliger Kavalier erwies. Man vergaß mitunter ganz, daß man nicht seinesgleichen vor sich hatte. Auch Riccardo de Sole schien einen Wunsch zu haben. Seinem Gesichtsausdruck nach schien er ihn so vorzubringen, wie er vor ein paar Stunden versucht hatte, Billy den Regenmantel über die Schulter zu werfen, von wo er leider abgeglitten war. Billy berücksichtigte grundsätzlich nur die Wünsche von Damen. Kavaliers= und Liebesdienste waren eines Justus von Eichsfeld nicht unwürdig. Bedienten aber für solch einen„Lackel" zu spielen— diesen harten Ausdruck hätte Billy bestimmt nicht für Herrn de Sole gefunden, wenn er nicht gerade mit Mady auf Kummerow eingefahren wäre— also Bedienten in einem solchen Falle zu spielen, das brachte Billy nicht einmal in einem improvisierten Lustspiel mit praktischen Hintergründen fertig. Nicht minder Kavalier, wie der Schwarzgeteerte, winkte Billy rückwärts, wo Frau Henriette in gemessener Entfernung vom Neptunbrunnen für etwaige Bedarfsfälle August den Großen postiert hatte. Der kam mit langen Schritten angelaufen, sagte, nachdem Billy auf den Herrn gedeutet hatte, der seinen Adel von Frau Sonne bezog:„Sehr wohl, gnädiger Herr!", Bekam aber nunmehr von Herrn de Sole keinen Auftrag. Riccardo de Sole hatte nämlich— natürlich nur in seinem Innern— für Billy eine Bezeichnung gefunden, die einem„Lackel“ gleichwertig war, und die besagte, daß die Sympathie, die man füreinander hegte, auf Gegenseitigkeit beruhte. Es hatte Herrn de Sole nur daran glegen, den Herrn hervorzukehren und diesen Hampelmann in Bewegung zu setzen. Da ihm das vorbeigelungen war, hatte er auch kein Interesse mehr daran, sich aus seinem Zimmer seine Zigarettendose holen zu lassen. Fabelhaft!“ sagte Mady, die wie ein Zuschauer im Theater die Szene richtig ausdeutete, und lachte. Und Traute klatschte im Schutze ihres Schoßes in die Hände. Sie konnte es nicht ändern, sie liebte diesen Billy, auch wenn er nur herrschaftlicher Gärtner, und zwar in der Hauptsache für Schnurbäume, war. Ein freundlicher Blick Miß Shortlands, der jedoch hinter den blauen Brillengläsern unsichtbar blieb, streifte die beiden Girls. Am Abend bot sich Miß Violet Gelegenheit festzustellen, daß Riccardo den Trick mit dem berühmten Violinvirtuosen heibehalten hatte. Eine unters Kinn geklemmte Geige und reichlich Tremolo zogen wohl noch immer und brachten alle Grade zum Schmelzen. Der gute Riccardo spielte auch wie ein Varieté=Künstler, der mit seiner„Nummer“ durch die ganze Welt zog, noch immer die gleichen Stücke. Das„Ave Maria“, von Gounod, war dabei, von Grieg„Ich liebe dich“, ein ungarisches Zigennerlied, bei dem er, wenn er es spielte, wie schon vor zehn Jahren, bemänteln mußte, daß ihm die ein Passage schwer fiel. Es waren so ungefähr ein Dutzend Stücke, die stets wieder da capo verlangt wurden und den guten Riccardo eigentlicher Programmsorgen enthoben. Sie wußte das alles ja von sich selbst. Und auch gleich am ersten Abend, genau wie damals, verlegte er seine anseblichen Konzerte weit ab vom Schuß. Entweder dasin, wo gleich hinterher die Eskimos anfingen. Oder nach den Galapagos=Inseln. Oder nach Indien, wohin zu kommen man ja ebenfalls wenig Gelegenheit hatte. Riccardo de Sole war eben ein Künstler, der die weitesten Wege nicht scheute, weil sie ihm alle mit Gold gepflastert wurden. Und er war der einzige männliche„Kurgast“ auf Kummerow! Er war sozusagen eine Delikatesse für die etwas ausgehungerten Flirtbereiten! Man fand es darum auch verständlich, daß sich Miß Shorthand nicht, wie sonst, gleich nach dem Abendbrot zurückgezogen hatte, sondern, daß sie sich für den ganzen Abend eine Ecke in der großen Halle„mietete“. Von dorther blitzten geheimnisvoll ihre runden, blauen Brillengläser. Es war ihr ein Genuß zu sehen, wie der gute Riccardo sich mühte, ein Geschäft in Gang zu bringen, an dem er seine Zeit verlieren würde. Sie sah ihren eigenen Reinfall gleichsam nach zehn Jahren als Theaterstück. Das heißt, vorläufig nur den ersten Akt davon. Der Held hatte nicht ein bißchen dazugelernt, stellte sie wie ein Rezensent fest! Noch die gleichen Blicke, die je nach Bedarf feurig oder verschleiert waren. Noch die gleichen Phrasen. Nur die Kulissen waren andere und die Kostüme, weil ja die Mode wechselte! Miß Shorthand schüttelte den Kopf über sich selbst, daß sie seinerzeit einem solch schlechten Komödianten den Abgang, noch dazu mit ihrem Scheckbuch, überlassen hatte, daß sie nicht rechtzeitig aufgestanden war und selbst Schluß gemacht hatte. Es war schon so: Rosenlauben, die zu gewissen Zeiten wachsen und blühen, hindern eben jede Frau an der Sicht. Riccardo de Sole war bemüht, zu gleicher Zeit zu werben und Eifersucht zu entfachen. Er hatte die Kurgäste vom Kummerow in zwei sehr ungleiche Teile geteilt. Auf der einen Seite stand Mady Eckhardt, auf der anderen die hübschen Statistinnen vom Neptunbrunnen, die gar nicht merkten, daß sie keine Hauptrollen spielten. Sie umringten den Löwen internationaler Konzertsäle wie tändelnde Kätzchen,„aber des Löwen feuriger Blick suchte über sie hinweg immer nur die Eine.“ Diese Randbemerkung zu dem Lustspiel stammte von Miß Shorthand und war durchaus sarkastisch gemeint. Doch diese Eine interessierte augenblicklich der Löwe nur dann, wenn der Herr über Schunrbäume in der Nähe weilte. Es war unerhört von diesem Billy gewesen, Mady kam das erst jetzt eigentlich zum Bewußtsein, den Glauben zu erwecken, als sei Miß Shorthand eine zarte, blonde Blume, wiewohl ihm„wörtlich“ nichts nachzuweisen war. Er hatte nichts über Miß Shorthand bekanntgegeben, was auch nur im entferntesten nach wie ein Steckbrief oder dem Teil eines Steckbriefes hätte aussehen können. Er hatte nur geheimnisvoll gelacht und von Miß Shorthand mit viel Besorgnis gesprochen. Aber das war ja gerade genug, um einen Verdacht aufkommen zu lassen. Und daß dieser Verdacht hochkam, hatte der Boy gewünscht. Das geheimnisvolle Lachen hatte ihr und nicht den jungfräulichen Reizen Miß Shorthands gegolten. Sie, Mady Eckhardt, hatte der Gärtner Billy foppen wollen! Als ahne er, daß sie sich zu Zeiten mit ihm zu beschäftigen pflegte. Und die Andeutungen, die er über eine zweite Mady gemacht hatte, gehorten in das gleiche Fach! Und Pa hatte diesem unglaublichen Boy noch Pulver geliefert, indem er ihm erzählte, daß er über Schnurbäume unterrichtet war. Aber das war noch nicht alles! Pa hatte sogar am Telephon gelacht, und damit gleichsam die Schnurbäume unterstrichen. Hier unterbrach Mady plötzlich den Gedankengang und lächelte über die Breite der Halle hinweg Riccardo de Sole zu. Es war in dem Augenblick, als der Gärtner Billy die splendide Treppe herunterkam, die vom ersten Stockwerk in die Halle führte. Miß Shorthand vergrub ein Ah in ihrem Busen. Ein fragendes, aufdämmerndes Ah! Miß Shorthand kümmerte sich wenig um Menschen. Aber zwei in diesem alten Castle gefielen ihr. Das Girl mit dem roten Schopf, hier war sie mit Billy einer Meinung, und „dieses merkwürdige Mann, das nicht tat sammeln money“. Und zwischen diesen beiden Menschen hatte Miß Violet soeben einen Zusammenhang gesehen. Der Blick des Girls, mit dem es nach dem Boy geschaut hatte, war zweiteilig gewesen. Ein kurzes Aufleuchten— Trotz! Und dann war der Blick abgesprungen hinüber zu Riccardo. Auf das Lächeln, das dem Teuren wurde, brauchte er sich nichts einzubilden. Es war für den anderen bestimmt, der es, von dem Girl ungesehen, lächelnd quittierte. Miß Shorthand lächelte auch. Ebenfalls ungesehen. Zwei schöne Menschen! dachte sie befriedigt.— Miß Shorthand kannte keine sozialen Unterschiede, weil sie an ihren beiden Vätern erfahren hatte, daß, wer heute arm war, übermorgen reich sein konnte. Jeder tüchtige und arbeitsame Mensch hatte Anwartschaft auf einen Treffer! Sie sammelte für diesen Billy schon das Sparkonto zusammen, von dem aus er es ihren Vätern gleich tun konnte. Vielleicht wäre es aussichtsreich für ihn, wenn er von dem Grafen der sein altes schönes Castle so wenig achtete, dies Castle zu einer besseren, selbstverständlich auch würdigen Ausnutzung pachtete— und dann später erwarb. Miß Shorthands Phantasie reichte gleich ein bißchen sehr weit. In der nun folgenden Nacht passierte Miß Shorthand etwas höchst Seltsames! Der Mann nämlich, der vor zehn Jahren mit ihrem Scheckbuch durchgegangen war, brachte ihr ein mitternächtliches Ständchen.— Miß Shorthand, als sie sich einigermaßen ermuntert hatte, begriff schnell. Sie lächelte sarkastisch. Das Schicksal leistete sich doch manchmal recht gute Witze! Miß Shorthand saß im Bett und schlug mit der Hand zu„Leise flehen meine Lieder“ den Takt. Miß Shorthand war selbst sehr musikalisch und hatte schon damals beanstandet, daß der gute Riccardo den von Meister Schubert vorgeschriebenen Takt verschleppte und die Fermaten zu lang nahm. Miß Shorthand wußte, wem das Ständchen galt, und sie ahnte, wer dem Troubadour die„falsche Tür" gewiesen hatte. Das machte Miß Shorthand viel Vergnügen! Sie lobte den Gärtner Billy, wiewohl er das gar nicht hören konnte, daß sie mit ihm zufrieden war, und beschloß, seinem Konto für dies nächtliche„Amüsement“ einen Tausender gutzuschreiben. Was machte ihr ein Tausender aus angesichts der Millionen, in deren Besitz sie ihre beiden Väter gesetzt hatten! Zwei Verse lang ließ Miß Shorthand Riccardo de Soles Geige schluchzen, dann stieg sie gemächlich aus dem Bett. Ein Fensterflügel öffnete sich leise, wie das ja ein Troubadour erwartet und verlangen kann. Und in eine der zu lang geratenen Fermaten hinein klang eine Stimme: Sie sich haben irren in das mein Herr! Ich nicht lieben Lärm bei die night!“ Eine Saite riß drunten— natürlich nur bildlich gesprochen! Meister Schubert kam um ein paar Verse zu kurz! Jemand nannte jemand einen Hampelmann, der dies, wenn er darum gewußt hätte, mit einem „Lakel“ quittiert haben würde. Es sprachen nun wieder ganz allein die Geräusche der Nacht. Miß Shorthand schlief zufrieden ein! Billys Konto war bereits um einen Tausender gewachsen. Man soll nichts aufschieben, hatte Miß Shorthand gedacht, und den Tausender beinahe liebevoll zu den„Brüdern" geschoben. Mady aber hatte von dem Intermezzo nichts gehört, trotzdem sie nicht schlief!— Sie hatte ganz andere Sorgen! Die drehten sich um eine sozusagen nicht standesgemäße Liebe. Freilich, Pa war ja eigentlich auch nicht standesgemäß, wie sie ja von den diversen Seiten, deren Türen sie aus diesem Grunde„nicht düsterte", erfahren hatte. Aber er hatte etwas geleistet und aus diesen Leistungen war eine große und bekannte Fabrik geworden. Und seine Tochter— ein roter Schopf stob auf— hatte sich so erzogen, daß sie sich in Gesellschaft jeder Lady bewegen konnte. Ob aber dieser Boy Billy das eZug in sich hatte, jemals mehr zu werden, als ein gräflicher Gärtner, Spezialität Schnurbäume und Edelobst—? Vorläufig ließ sich nur feststellen, daß er hübsch, und wenn man sich mild ausdrücken wollte, schlagfertig war. Aber eigentlich traf man den Nagel besser auf den Kopf, wenn man ihn ohne Umschweife frech nannte. Er war ein Frechdachs auf der ganzen Linie, der manchmal durch erstaunliche Sicherheit des Benehmens verblüffte. Wie zum Beispiel am heutigen Nachmittag diesem Herrn de Sole gegenüber! Es mußte ein regelrechter Kinnhaken gewesen sein, mit dem der Boy geantwortet hatte, denn Herr de Sole hatte durchaus nach knockout ausgeschaut. Einen solchen parkettsichern Herrn aber zum Rutschen zu bringen, das war immerhin eine Leistung für einen einfachen Gärtner. Bei den mancherlei Punkten, die Mady hinsichtlich Villys durchnahm, fiel ihr auch die Geschichte von der Miniatur ein, von der Traute am Nachmittag gesprochen hatte und der Boy Billy ähnlich sehen sollte. Das war lächerlich von Traute. Mady fand überhaupt, daß Traute die Segel nach diesem Boy hin viel zu voll setzte! Es sah ja beinahe so aus, als dächte Traute ernstlich daran, auf Kummerow Schnurbaumgärtnerin mimen zu wollen! Und sie selbst? Nun ja! Aber sie spielte ja eigentlich mehr mit einem Gedanken. Der Boy gab ihr in gewissem Sinne ein Rätsel auf. Und auf dies Rätsel stieß sie in einem alten Schlosse. In einem alten Schlosse, das mitten hinein in den Frühling gestellt war. Ergab sich nicht aus all diesen Umständen eine ganze Schleppe von romantischen Gedanken? Außerdem— Traute war arm, und Pa hatte eine der größten Schokoladenfabriken. Pa konnte den Boy mit in seine Fa—— Hier fand es Mady für richtig, einen Gedanken abzureißen, der sich aus den blauen, silberdurchwirkten Gehegen der Romantik heimlich, still und leise fortschlängeln wollte auf regaler Gebiete. Aber Mady kam von der Gesichte um und mit dem Boy nicht los. Hurtig, wie im Trickfilm, sprangen die zwei zerrissenen Gedankenenden wieder zusammen— und nun ging's weiter! Oder eigentlich ging es zurück! Zurück zu der billyähnlichen Miniatur, von der Traute gesprochen hatte. *(Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 146 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 25. Juni 1936 Anterhaltung SommerTON RENLSCEE „Na endlich!“ Registrator Gänsekiel warf sich mit diesem Seufzer der Befriedigung auf das altertümliche rauhen BehSofa, das ob dieser..##. Tchandlung in allen Fugen krachte. Er steckte sich umständlich eine Zigarre an, streckte die Beine weit von sich und dachte nach. Ferien! Wie lieblich sich das anhörte. Vier lange Wochen nichts tun, rein gar nichts. Nur den müden Leib pflegen und spazieren führen. Und das wollte er gründlich besorgen, philosophierte er weiter. Ganz besonders gründlich diesmal. Morgens bis 10 Uhr in den Federn liegen, dann ein Täßchen guten Kaffee schlürfen, von der treusorgenden Gattin mit Liebe zubereitet, dann ein wenig in den Garten gehen, vielleicht auch eben zu Wirt Großkrug hinüberspringen, um den süffigen Frühschoppen nicht zu versäumen, und dann— ja dann war es wohl Zeit zum Mittagsbrot. Nachmittags mit den lieben pausbackigen Kinderchen hinaus in Gottes freie Natur, abends ein wenig dem Rundfunk lauschen, selbstverständlich vorher einen guten Happen pappen, vor dem Schlafengehen noch schnell das gewohnte Gläschen und dann wieder in die Betten bis zum nächsten Morgen 10 Uhr. So dachte Registrator Gänsekiel, tat einen langen Zug an seiner Zigarre und wollte weiter träumen, als es plötzlich an der Tür zu seinem Zimmer klopfte. „Liebes Männchen!?“ Gänsekiel war platt.„Liebes Männchen“ hatte er zum letzten Male gehört, als seine Frau einen neuen Hut von ihm verlangte. Etwas Vorsicht war da immerhin am Platze. Die Tür öffnete sich behutsam und Frau Registrator trat über die Schwelle. „Ja, sieh mal Männe, Herr Aktuar Säuerlich geht morgen auch in die Ferien. Da hatte ich mich nun mit Frau Aktuar Säuerlich verabredet daß wir beide euch bitten wollten, uns doch für 14 Tage zu beurlauben, du wirst doch selbst zugeben, daß ich dringend ausspannen muß. Der Arzt...“ „Der Arzt geht mich gar nichts an...“ wollte Registrator Gänsekiel aufbrausen, „Wolltest du etwas sagen, Theobald? Nein! Ja, sieh mal, der Arzt hat auch schon davon gesprochen. Schatz, sage„Ja“. Es trifft sich alles so fein. Erst gehe ich 14 Tage in die Erholung, und wenn ich dann wiederkomme, können wir die letzten 14 Tage schön zusammen verleben. Viel Arbeit hast du doch nicht. Drei Kinder sind doch schnell betreut. Schlimmstenfalls hast du auch noch das Dienstmädchen.“ „Aber“, entgegnete Registrator Gänsekiel mit einem verzweifelten Versuch, seiner Stimme Männlichkeit zu verleihen,„du mußt doch zugeben, daß ich unmöglich.“ Aber Theobald, soviel entbehrst du doch gar nicht", schnitt ihm seine Gattin schnell das Wort ab.„Du hast deine nächtliche Ruhe, die Kinder schlafen wie die Engel, du kannst dir ein Täßchen Kaffee kochen, kannst den Garten in Ordnung halten und es bleibt dir auch noch Zeit genug, um mit den Kindern an die frische Luft zu gehen. Die Sachen habe ich schon alle gepackt, weil ich wußte, daß du mir nichts abschlagen kannst, wenn ich dich darum bitte.“ Gänsekiel fiel vom Stengel. Was konnte man dagegen machen? Protestieren wai hier, wie er aus Erfahrung zur Genüge kannte, völlig unangebracht. Verheultes Gesicht, Vorwürfe, giftige Blicke waren die unausbleiblichen Folgen eines etwaigen Vetos. Nein, der Fall war wirklich aussichtslos. „Ja, du hast recht, Thereschen“, bemerkte er mit Ueberzeugung.„Es wird die allerhöchste Zeit, daß du ausspannst. Deine Nerven müssen auf die Dauer versagen. Denke nur, der stete Aerger mit den Dienstmädchen und vor allen Dingen die aufreibenden Kaffeekränzchen. Frau Therese musterte ihren Gatten mißtrauisch. „Jetzt wirst du wieder anzüglich, Theobald.“ „Von Anzüglichkeit kann doch gar keine Rede sein. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ich wollte dich mit dem gleichen Vorschlag überraschen. Nun ist mir allerdings die Freude verdorben. Aber das schadet nicht viel. Uebrigens beurlauben wir natürlich für die Dauer meiner Ferien auch das Personal. Ich sitze ja doch den ganzen Tag im Hause. Warum da noch unnötige Kosten? Wenn du willst, kannst du dir von der Ersparnis eine bessere Verpflegung angedeihen lassen. Ich müßte dann nur mal eben...“ „Du Guter", flüsterte Frau Registrator zärtlich. „Ich müßte dann nur mal eben“, nahm Gänsekiel seinen unterbrochenen Satz wieder auf,„mir eine kleine Zeiteinteilung machen, damit ich einigermaßen im Bilde bin. Vielleicht hilfst du mir nachher ein wenig. Kann ich sonst übrigens noch etwas für dich tun?" „Augenblicklich wohl kaum, Schatzi, ich muß noch schnell nach den lieben Kleinen sehen. Theobald Gänsekiel war allein. Er tat einen Zug an seiner Zigarre und stieß den Rauch mit dem Schnauben eines ausgewachsenen Nilpferdes von sich.„Schockschwerenot!“ fluchte er. Da hätte ich ja beinahe Ferien gehabt. Alles futsch! Am nächsten Morgen setzte sich Frau Registrator Gänsekiel in Bewegung, um den Weg in die frische anzutreten. 9n3 „An Lorchen wirst du venten, wanne, nicht wahr? Halte bitte die Fütterungszeiten immer richtig ein. Praktisch wird es ja auch sein, wenn du täglich einmal den Käsig reinigst.“.. 4362 sn „Ich hoffe, zu deiner Zufriedenheit lung zu sein, entgegnete Gänsekiel mit sanftem Augenaufschlag. „Die Zimmer", fuhr Frau Registrator fort,„mußt du mit Ausnahme der besten Stube täglich naß aufwischen. Eine große Freude würdest du mir auch machen, wenn du die schmutzige Wäsche aus den letzten vier Wochen schon ein wenig in Angriff nähmst. Das wäre ja wohl alles. Ich werde dir, falls es notwendig ist, brieflich zur Seite stehen.“ Acht Tage voller Sonnenschein und Frühlingsdüfte waren ins Land gezogen. Acht Tage, in denen Registrator Gänsekiel gewiß schon einen Fortschritt in seinem körperlichen Wohlbefinden hätte verzeichnen können, wenn nicht— ja, wenn nicht——— Er stand seit dieser Zeit dem Haushalt vor. Er bewegte sich abwechselnd zwischen brodelnden Kochtöpfen und duftender Kinderwäsche. Aber nicht nur das. Er wusch fleißig, machte hurtig die Betten, säuberte mit Ausdauer die Zimmer, pflegte und betreute große und kleine Kinder, fütterte mit Liebe den Papagei und hiel: den Garten in Ordnung. Das war wohl alles. Sein körperliches Aussehen stand dagegen im krassen Gegensatz zu seinen Leistungen. Wann hatte er zum letzten Male einen Rasierpinsel gesehen? Frau Schulze, eine mitleidige Nachbarin, hatte ihm schon einmal ihre Hilfe angeboten........ „Wird es Ihnen denn mit der Zeit nicht zu viel, Herr Registrator?“ hatte sie ihn mit einem kleinen Bedauern in der Stimme gefragt.„ „Aber nein, im Gegenteil, Frau Schulze“, hatte er erwidert und sie dabei mit einem irren Lächeln angesehen Da war sie entsetzt geflohen. Gänsekiel wurde zusehends weniger, und das nicht nur körperlich, nein, auch geistig. Nur die Hoffnung und Aussicht auf bessere Tage gaben seinem verlöschenden Lebenslicht noch den nötigen Brennstoff. Mit der Ausdauer eines weiland Robinson machte er den Kalender am Abend um einen Zettel ärmer. Aber es sollte anders kommen. Ein Brief, der eines Tages von seiner besseren Ehehälfte einging, gab ihm den Rest. Das Schreiben lautete etwa folgendermaßen: Mein lieber Theobald! Frau Aktuar Säuerlich und ich sind nun schon fast 14 Tage hier und wir fühlen uns so wohl, daß wir uns von all den lieben Menschen, die wir hier getroffen haben— denke dir nur, Frau Assessor Winter, diese eingebildete Gans, ist auch hier— nur schwer trennen können. Jeden Tag Ausflüge zu Wasser und zu Lande. Abends dann Konzert, Tanz, kurz, einfach großartig Wie geht es Dir denn, liebes Männchen? Wirst Du auch mit allem fertig? Ich vergaß, Dir noch beim Abschied zu sagen, daß wir in der kommenden Woche auch den Trockenboden reinigen müssen. Lieber Theobald! Wir, das heißt, Frau Aktuar Säuerlich und ich, haben uns nach schwerem Kampfe entschlossen, noch weitere 14 Tage die herrliche Luft an der Ostsee zu genießen..... Sonst wüßte ich nichts Neues. Es grußt Dich und die lieben Kinderchen in Liebe Therese. Als Gänsekiel den Brief zu Ende gelesen hatte, schlug er eine fürchterliche Lache an. Dann setzte er sich an den Tisch und schrieb: „Liebe Theres! Gut gelaunt setze sch mich an den Schreibtisch, um Dir für die große Freude, die Du mir bereitet hast, zu danken. Wie Du Dir ja denken konntest, bin ich mit allen Vorschlägen einverstanden. Mit meiner Arbeit werde ich jetzt ganz gut fertig. Bezüglich des Trockenbodens kannst Du vollkommen beruhigt sein. Entgegenkommender Weise habe ich ihn in der vergangenen Woche auch noch für Frau Bärbeißer, die dringend in eine Frauenversammlung mußte, geputzt. Hahaha!!,,..4Jun2 nicht biel Beit. Für Spaziergänge haute ich oistang nicht viel Zeit. Seitdem ich meine neue Methode beim Waschen der Kinder anwende, ist das anders geworden. Patent, sage ich Dir! Ich stecke sie alle drei der Reihe nach in die Waschmaschine, schaukele eine Zeitlang und drehe sie dann durch den Wringer. Sie wehren sich zwar noch ein bischen, aber das wird sich noch geben. Hahaha! Alles klappt vorzüglich. Lorchen, Dein Papagei, macht seit einiger Zeit nicht mehr mit. Dieses unvernünftige Tier wollte sein Fressen nicht mehr. Da habe ich ihm denn eins mit dem Kochlöfsel gewischt. Seit dieser Zeit rührt er sich nicht mehr. Hahaha! Du kannst unbesorgt sein. Es umärmelt Dich Dein glücklicher Gatte und treusorgender Vater Deiner Kinder.“ Zwei Tage später erschien Frau Registrator Gänsekiel und nahm die Zügel in die Hände. Gänsekiel sitzt seit dieser Zeit in einer privaten Irrenanstalt und verlangt von den Wärtern mit dem Eigensinn eines verwöhnten Kindes Beschäftigung in der Küche. Dann wieder will er den Trockenboden pusen.. 422 Kershigt In letzter Zeit hat er sich eiwas beruhigt. Wahrscheinlich, weil er in Aktuar Säuerlich einen Leidensgenossen gefunden hat. die Grund zum Lachen Balzac schlief den Schlaf des Gerechten. Da wacht er durch ein verdächtiges Geräusch auf, lauscht eine Weile und hört, wie jemand an seinem Sekretär herumhantiert. Balzac bricht in schallendes Gelächter aus. Der Einbrecher fragt erschrocken:„Wer lacht da? Der Dichter antwortet ihm, noch immer lachend, vom Bett aus:„Sie Idiot, auf die Gefahr hin, erwischt zu werden, gehen Sie mitten in der Nacht in ein fremdes Haus und suchen mit einem falschen Schlüssel an einem Orte nach Geld, wo ich bei hellichtem Tage mit dem richtigen nichts finde, und da soll man nicht lachen? Der Herr Landrat hat dem Gemeindediener befohlen, auszurufen, daß ein tollwütiger bunter Hund mit schwarzer Schnauze entlaufen und bei Auffinden totzuschlagen sei. Der Gemeindediener macht sich mit seiner Klingel auf den Weg und schreit echt ostpreußisch „Ein bunter Hund is verloren jejangen, auf Befehl des Härrn Landrats, welcher eine schwarze Schnauze hat, wer ihm findet, soll ihm jleich totschlagen!" Angst vor der Kontwäsche? Die kennt Klein=Mariechen nicht mehr, seit ihr Haar immer mit dem seifenfreien, nicht=alkalischen Kinder=Schaumpon Schwarzkopf„Extra=Zart“ gewaschen wird. Denn es brennt nicht in den Augen und dann ist das Haar auch sooo schnell wieder trocken!5 „Extra=Zart“ mit dem Spezial=Krauteroao(DRP angem.) ist aber noch mehr als eine Kopfwäsche: es führt zartem Haar und jugendlicher Kopfhaut die nötigen Aufbaustoffe zu. Durch besondere Abstimmung lassen sich Schinnen und Schuppen, sprödes oder fettiges Haar wirkungsvoll behandeln. Versuchen Sie es einmal! u. Wiachteg, ven Bill Sehm Er hatte die Laden aufmachen lassen, und eine Wolke von Staub hatte sich von den wenigen und eine Wolke von Staub hatte sich von den wenigen Möbeln erhoben. Riesige Spinnengewebe hingen in den Ecken. Auf einem halbzerrissenen Sofe hatte sich eine Katze mit ihren Jungen häuslich eingerichtet. Papuolus stürzte den Ankommenden entgegen und verbeugte sich tief. „Euer Hochwohlgeboren, die Zimmer sind bereit", meldete er und wandte sich dabei an Ingeborg Keller. Dann führte er die Gesellschaft höchst feierlich durch den Flur auf die Terrasse, und Ingeborg Keller blieb fragend vor dem Eingang zu ihren Zimmern stehen. Man hatte ihr Gepäck dort auch noch so aufgestapelt, daß der Eindruck einer Rumpelkammer verstärkt wurde. Münsingen und Gordon, die hinter ihr standen, mußten lächeln. Sie kannten den Betrieb in Papuolus Hotel und hatten nichts anderes erwartet. Ingeborg drehte sich mit fragendem Blick um: „Mein Gott, soll ich hier wohnen?“ Die beiden Männer lachten. „Ich sagte es Ihnen ja gleich, wir sind es nicht gewohnt, Damenbesuch zu empfangen; aber warten sie nur, es wird schon werden“, meinte Gordon. Dann wandte er sich an Papuolus: „Das ist ein Stall, aber kein Zimmer, in dem man wohnen kann.“ „Aber was soll ich tun, Euer Gnaden“, wimmerte Papuolus verzweifelt. Münsingen machte einen Vorschlag:„Darf ich Ihnen zunächst eines meiner Zimmer anbieten?" „O, danke, es ist wirklich sehr freundlich von Ihnen, aber ich weiß nicht, ob ich das annehmen kann", bedankte sich Ingeborg Keller.„Vielleicht könnte man hier noch ein bißchen sauber machen?“ „Lassen Sie nur, gnädiges Fräulein“, mischte sich Pond in das Gespräch.„Ich werde unsere beiden Burschen herschicken, dann geht es ganz gut. Bis morgen wohnen Sie am besten bei Herrn Munsingen.“ So wurde ein Teil des Gepäcks in das eine Zimmer von Klaus gebracht. Der Captain und der Leutnant verabschiedeten sich, nachdem man sich zu einem gemeinsamen Abendbrot verabredet hatte. Ingeborg Keller packte aus. Sie war keineswegs ärgerlich über diesen schlechten Empfang, denn sie hatte sich bei Antritt ihrer Reise vorgenommen, sich durch nichts die gute Laune verderben zu lassen, und sie fand das Ganze eher amüsant als tragisch. Außerdem hatte sie keinen Grund, sich zu beklagen, denn das Zimmer von Klaus war sauber und an den Umständen gemessen, gut möbliert. Nachdem sie sich umgekleidet hatte, trat sie wieder auf die Terrasse hinaus. In der Ecke saß Münsingen und verhandelte gerade mit Ali, er bekam den Auftrag, Kaffee zu bringen und verschwand. „Sie sprechen gut arabisch“, fragte Ingeborg. „Ja, einigermaßen", antwortete Klaus.„Man lernt es rasch, wenn man muß. Und wie gefällt es Ihnen hier?“ Ingeborgs Blick ging über den Garten, ehe sie antwortete.„Ich kann nicht sagen, daß es mir schlecht gefällt, nein, es gefällt mir gut, aber alles ist so fremdartig, daß ich mich erst daran gewöhnen muß, diese Landschaft, diese Eintönigkeit, Ruhe und Kahlheit wirken befremdend auf mich. „Sie haben schon recht“, nickte Klaus nachdenklich, „als ich das erste Mal in den Orient kam, ging es mir nicht anders, aber nach einiger Zeit beginnt der Zauber der Landschaft und der Menschen auf uns zu wirken, und wir können uns nur sehr schwer losreißen. Sie kannten den Orient noch nicht? Ingeborg Keller schüttelte den Kopf.„Nein, es ist meine erste große Reise, die ich mache. Sind Sie schon lange hier?“ „Funf Monate.“ „Ich glaube, so lange könnte ich es nicht aushalten; „Nun, ich nehme an daß Sie kein Mensch dazu zwingen wird“, lächelte Münsingen. „In der vordersten Baracke des Militärlagers saßen sich Captain Gordon und Leutnant Pond gegenüber. Es war ein kleiner, nüchterner Raum, dessen einziger Tisch dicht an das Fenster gerückt war. Die beiden Männer hatten die Röcke aufgeknöpft und rauchten ihre Pfeifen. Pond erstattete ausführlichen Bericht über den letzten Ueberfall auf die Karawane. „Ich kann mir nicht denken, Pond, daß dieser El Ferd allein und ohne jede Hilfe arbeitet.“ Pond zuckte die Schultern. „Natürlich ist anzunehmen, daß er Helfer hat oder wenigstens Spione, aber er kann ebensogut allein arbeiten. Es ist immer die gleiche Taktik bei ihm, er gräbt sich ein, wartet bis die Karawane herbeigekommen ist und schießt ruhig einen nach dem anderen ab.“ Gordon klopfte mit dem Bleistift auf den Tisch. „Zugegeben, aber irgendwo muß er ja schließlich bleiben, er kann sich nicht in Luft auflösen. Wir müssen auf jeden Fall sein Versteck ausfindig machen, und es kann doch nicht so schwierig sein. Er muß auch Spione haben, denn er weiß zu gut über die Karawanen Bescheid.“ Gordon nahm die Beine vom Stuhl und richtete 9 auf.#: Band mit-Gen ben###. „Passen Sie auf, Pono, wir mussen den Kerl aufstöbern, und wenn es Monate dauern sollte. Sie reiten morgen mit vierzig Mann nach Westen, bis zu diesem Punkt hier." Gordon bezeichnete einen hellen Fleck auf der Karte. „Sie kennen die Gegend, wir sind da oben schon einmal gewesen und haben wegen Wassermangel umkehren müssen. Sie wissen, es gibt dort eine Schlucht, die können Sie als Standquartier nehmen. Versorgen Sie sich mit genügend Lebensmitteln und Wasser. Von da aus schicken Sie Patrouillen nach allen Seiten aus, und zwar je drei Mann. Die Leute sollen sich Burnusse anziehen. Teilen Sie sich das Gebiet ein. Jede Patrouille soll in einer ganz bestimmten Richtung vorgehen, aber nicht länger als vierundzwanzig oder sagen wir besser sechsunddreißig Stunden fortbleiben. Auf keinen Fall sollen sie sich in irgendwelche Schießereien einlassen, sondern sich gegebenenfalls zurückziehen. Ich schicke Ihnen von hier aus regelmäßig Wasser und Lebensmittel nach. Jedes Geschehnis und jeder Fund ist sofort hierher zu melden. Verstanden?“ zu Befehl, Captain.“ „Ich hoffe, daß alles klar ist, Leutnant Pond; es müßte doch mit dem Scheitan zugehen, wenn wir den Kerl nicht finden würden. Wir müssen eben systematisch das ganze Gebirge absuchen, wenn wir ihn nicht in flagranti erwischen können. Dann lassen Sie doch mal Seldon kommen.“ „Seldon, nanu?“ Pond sah seinen Vorgesetzten fragend an. Seldon war ein Original und einer der gefürchtetsten Spione. Er hatte in früheren Jahren für Scotland Yard gearbeitet, hatte aber wegen einer Lungenegkxankung den Dienst als Kriminalinspektor aufgeben müssen und sich bei der Truppe gemeldet. Seit vielen Jahren befand sich im Süden da er wegen seiner Lunge das Gordon vog nachdentlich an seiner Pfeise. Gndls g, don in krammer Hall sagte er: er /sich Im Gaben, da er wigl,, sener Lung. dus Vondoner Klima nicht vertragen konnte. „Ja, ja“, nickte Gordon ungeduldig. Pond beugte sich zum Fenster hinaus und rief einen vorbeigehenden Mann an. Zwei Minuten später stand Seldon in stramlkr= Galtung vor seinem Captain. Er war von ziemlich kleiner und untersetzter Statur und hatte ein lebhaftes und verschmitztes Gesicht. „Hören Sie genau zu, Seldon. Mit wem sind Sie besonders befreundet?" „Mit Ridell“ antwortete Seldon, ohne zu zögern. „Holen Sie Ridell mal her.“ Seldon verschwand und Leutnant Pond konnte nicht umhin zu fragen:„Was haben Sie denn vor, Captain?“ „Seien Sie nicht so neugierig, Pond. Sie werden es gleich hören.“ Gleich darauf standen die beiden Leute vor Gordon. Er ließ auch Ridell Platz nehmen und reichte ihm den Tabaksbeutel. Ridell war nicht viel größer als Seldon, nur sehr viel schlanker. Er schien der Gewandtere von beiden zu sein. Sein intelligentes Gesicht strahlte, denn er vermutete, daß es wieder einmal eine Extraaufgabe gab.„„.„..sehen 9 „Haben euch die Araver ofters zusammen gesehen: fragte Gordon. „Nicht mehr als mit jedem anderen, antwortete Seldon. „Schön. Seldon, Sie sprechen doch fast alle Araber=Dialekte?" Seldon nickte. Er hatte sich nicht umsonst seit zehn Jahren in dieser Gegend herumgetrieben. „Ja, so ungefähr.".. „Also, passen Sie auf. Ich vermute, daß Ferd hier in der Oase irgendwelche Helfer hat, und es ist notwendig, herauszubekommen, wer das ist. Ich möchte setzt, daß einer von Ihnen pro forma entlassen wird, meinetwegen, weil seine Dienstzeit abgelaufen ist. Er soll dann in der Oase selbst arbeiten, natürlich in Zivil, während der andere die Verbindung zu mir aufrecht erhält.“ Die beiden Männer nickten eifrig. „Darf ich einen Vorschlag machen, Captain?“ fragte seldon. „Natürlich, bitte!“ „Einer von uns beiden übernimmt den Posten von Simmy.“.., 4. g. Hnsen ein S Gordon nickte. Er hatte Munsingen ein Pfero zur Verfügung gestellt und Jimmy war eine Art Bursche bei Münsingen geworden, dessen Klaus sich allerdings nur wenig bediente. „Gut, so haben wir schon mal den einen in der Oase“, fuhr Seldon fort.„Was nun den andern betrifft, so müßte er aus einem Grund entlassen werden, der den betreffenden Arabern gewissermaßen sympathisch ist. Er müßte sozusagen einen schlechten Ruf haben, oder es müßte ein triftiger Grund geschaffen werden, zum Beispiel Diebstahl.“ Seldon sah seinen Vorgesetzten mit rotem Kopf an. „Ich verstehe“, sagte Gordon,„aber ich fürchte, es sickert durch. Es genügt ein einziges unvorsichtiges Wort der Kameraden, und alles ist vorbei, schlimmer noch, die Leute sind dann gewarnt und werden sich erst recht in acht nehmen.(Fortsetzung folgt.) Seite 8 Nr. 146° Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 25. Juni 1936 Seite 9 Nr. 14 Sebeer Sregi, Eine Rundfahrt durch die Einrichtungen des städtischen Jugendund Wohlfahrtswesens— Licht= und Schattenseiten des Lebens— Wo die„Opas“ und„Omas“ ihren Lebensabend verbringen Man wird keinen durchgesessenen Stuhl mehr ansehen können, ohne dabei an„Opa“ Bütterübe zu denken, der nun seit 22 Jahren im Bochumer Männerheim an der Cäcilienstraße mit geschickten Fingern die kranken Stühle wieder„seßhaft“ macht und trotz seiner 72 Jahre lebhaft beteuert, daß es noch„chanz chut cheht!“ Opa Bütterübe will es nämlich heute noch wissen, daß er in seinen Jugendjahren unter Meiers Bäumen in Gütersloh gelustwandelt hat; damals, als diese Bäume noch genau so jung waren wie dieser Veteran des Bochumer Männerheimes, dem zusammen mit allen übrigen Wohlfahrtseinrichtungen am Dienstag nachmittag eine Besichtigungsfahrt galt. Der DezerSeit 22 Jahren betätigt sich„Opa“ Bütterübe im Bochumer Männerheim als geschickter Stuhlund Korbflechter nent für das Bochumer Wohlfahrtswesen, Stadtrat Loerbroks, hatte dazu neben den Leitern des Städtischen Jugend= und Wohlfahrtsamtes, Duisberg und Bosselmann, den Beirat für das Wohlfahrtswesen, den stellvertretenden Kreisleiter der RSDAP., Adamek, den Kreisleiter der RSV., Claes, auch die Bochumer Presse eingeladen, um durch sie der Bochumer Bevölkerung einen umfassenden Ueberblick über die Einrichtungen des Wohlfahrts= und Jugendamtes der Stadt Bochum zu vermitteln. Und so begannen wir diese„Wohlfahrts=Fahrt" dort, wo der Kreislauf des Lebens endet, im Altmänner= und Frauenheim, und endeten nach einem Umweg über die Außenseiter des Lebens, den Ermittierten, am Beginn dieses ewigen Kreislaufes: dem Säuglings= und Kinderheim. * In dem von Efeu umwachsenen Verwalterhaus des Städtischen Männerheimes hängt die im alten Amtsdeutsch verfaßte und versiegelte Urkunde, in der der Magistrat und die Stadtverordneten der Stadt Bochum am 11. Juni 1879 den Bürgern der Stadt Bochum kund und zu wissen gaben, daß beschlossen sei, zur Erinnerung an die goldene Hochzeitsfeier des Kaiserpaares ein Städtisches Waisen= und Armenhaus zu stiften, das mit Allerhöchster Genehmigung den Namen Kaiser=WilhelmAugusta=Hospital tragen würde. Aus dieser alten Stiftung hat sich im Laufe der Jahre das Männerheim entwickelt, in dem die mittellosen, zum Teil invaliden Alten, deren Lebensabend durch keine liebende Kinderhand verschönert werden kann, ihre letzten Tage oder, siehe„Ova“ Bütterübe, auch Jahre verbringen. Die augenblicklich dort wohnenden 130 Alten werken hier, wenn auch„im kleinen Gang“, von morgens bis abends, zersägen Baumstämme, spalten Holz, bearbeiten die 18 Morgen Ackerland, sorgen für die 20 Borstentiere, die sie ebenso liebevoll pflegen wie später verzehren und dürfen das Bewußtsein haben, ihren Lebensabend nicht ganz nutzlos zu verbringen. Da gibt es eine Schuhmacherei, Schreinerei, Stuhl= und Korbflechterei, Klempnerei und Schlosserei, Besen= und Bürstenbinderei, Holzzerkleinerung und Schneiderei, dessen stolzer Inhaber sein Unternehmen als„Hofschneiderei“ ankündigt und elegante Maßarbeit verspricht. Das Leben geht hier seinen geregelten Gang, geordnet nach einem festen Stundenplan, sauber und ohne Aufregungen, die Zeit steht still... Städtischen Frauenheim in.=Langendreer sind die Partnerinnen der Alten aus der Cäcilienstraße untergebracht, die meist ebenfalls zwei Eheringe am rechten Ringfinger tragen. Die mit 70„Omas" bis auf zwei Betten völlig belegten Räume sind von den Frauenhänden weitaus behaglicher ausgestattet worden, man merkt so recht, daß einem Wohnraum mit der Frau auch die Seele fehlt. In dem weiten Garten blühen die Blumen, die Obstbäume zeigen die ersten Fruchtansätze, die Johannisbeeren röten sich bereits und die Stachelbeerensträucher sind übersät mit den nahezu reifen stacheligen und doch so herbsüßen Früchten. Es ist ein geruhsamer und schöner Lebensabend, den die vom Leben teils hart angefaßten alten Damen hier verbringen, und es ist ihnen zu gönnen, daß sie hier noch ein paar Jährchen verbringen, ohne ständig Mutter Sorge neben sich zu fühlen. Da ist das Goldene Jubelpaar Willem und Luise Thal, die vor vier Jahren aus Westpreußen ausgewiesenen Eheleute, da sind eine Reihe von über 90jährigen Mütterchen, die ihre Kinder überlebt haben und jetzt nur noch eine Leidenschaft kennen: „Mensch, ärgere dich nicht“ zu spielen. Die einst so drückenden kleinen und großen Sorgen des Alltags sind dem Verwalter überlassen, sie flicken, verrichten kleinere Hausarbeiten, versorgen den aus Schweinen und Hühnern bestehenden Viehbestand. Und abends singen sie mit brüchigen Stimmen zu den Klängen eines Harmoniums. Ihr Leben ist zu einem einzigen Warten geworden... Exmittiertensiedlungen— Schattenseiten Der Wechsel von den geruhsamen Asylen des Alters zu den leider in keiner Großstadt fehlenden Asylen der Obdachlosen und Exmittierten, der Uebergang zu den Schattenseiten des Lebens kommt nun unvermittelt und schroff. Wer kennt nicht die in den 80er Jahren gebaute und später in wohnlicherer Form erweiterte Siedlung an der Hagenstraße, der der Volksmund den Namen „Sonnenburg" zugelegt hat? In den 298 Räumen sind 187 Familien mit 950 Personen untergebracht, in zwei Räumen leben hier häufig Familien mit sieben bis acht Kindern. Die Bochumer Stadtverwaltung ist sich darüber klar, daß die Unterbringung der obdachlosen Familien in der Siedlung Hagenstraße alles andere als ideal gelöst ist, daß sie darüber hinaus das Stadtbild stört. Namentlich die Baracken der alten Notunterkünfte bieten ein trauriges Bild. Aber es sind Fehler der Vergangenheit, die, wie Stadtrat Loerbrots erklärte, in den nächsten Jahren korrigiert werden sollen. Dem entsetzten Ausruf mancher Bochumer Ehefrau:„Hier würde ich für kein Geld in der Welt wohnen!“ möchten wir jedoch die Tatsache entgegenhalten, daß in dieser Siedlung verschiedene Familien bereits ihr 25jähriges Wohnjubiläum feiern konnten. Want 3iase. Manches tragische Lebensschicksal enthüllt diese Siedlung. Da ist ein deutschstämmiger Russe, der vor Monaten aus dem Sowjetparadies mit drei Kindern ausgewiesen wurde, während man seine Frau, eine Vollblutrussin, mit einem Kind dort behielt. Nach längerem Aufenthalt im Flüchtlingslager Schneidemühl wurde er jetzt der Stadt Bochum überwiesen, die So verbringen die Alten in den Bochumer Altersheimen ihren Lebensabend. Die„Opas“ sägen Holz und die Onag- Pelen „Mensch, ärgere dich nicht!“ ihm Wohnung und Mobilar stellte.„Ja“,„Nein", und, „Danke", das ist sein ganzer deutscher Sprachschatz. Einen wesentlich freundlicheren Eindruck macht die Siedlung an der Meesmanstraße in Riemke, wo in acht Bauten und 152 Räumen 120 Familien mit 479 Personen untergebracht sind. Infolge der günstigeren Lage im freien Feld war es für zahlreiche Familien möglich, sich kleine Gärten zuzulegen, in denen sich die Kinder munter tummeln.— Eifrig gearbeitet wird noch an der Siedlung im ehemaligen Schlachthof in Linden am Krüzweg. In 100 großen Räumen leben 62 Familien mit 360 Personen, 21 Familien mit 90 Personen sind untergebracht in der Siedlung Am Beisenkamp in Werne. Rinder kennen=Leine=Errgen?.. Zeigten uns diese Einrichtungen des Städtischen Wohlfahrtsamtes die Schattenseiten des Lebens, so lernten wir in den Einrichtungen des Städtischen Jugendamtes seine Sonnenseite kennen. 100 Schritt von der Tristheit der„Sonnenburg“ entfernt, liegt eins der beiden städtischen Kindergärten, ein freundlicher Bau an der Ziegelstraße, der hauptsächlich von den Kindern der Siedlung benutzt wird. Sie haben dennoch nicht das Lachen und den Frohsinn verlernt, die braungebrannten Rangen, die von den Hortnerinnen zu allen möglichen Basteleien angeregt werden und tatsächlich, wie eine kleine Ausstellung bewies, hierin Erstaunliches leisten. Die Einrichtung dient zur Aufnahme von vor= und schulpflichtigen Kindern, die aus wirtschaftlicher und sozialer Rot zu Hause nicht die ausreichende Erziehung und Aufsicht finden. Außer dem bereits erwähnten zweiten Kindergarten in Tahlhausen unterhält die Stadt noch in einigen Schulen acht Kinderhorte. Insgesamt werden die Kinderhorte täglich von etwa 460 Kindern besucht. „Wollen Sie nicht jeder eins mitnehmen?“ Diese freundliche Aufforderung wurde im Städtischen Kinder= und Säuglingsheim in Bochum=Hamme an uns gerichtet, das zur Unterbringung von Vollwaisen oder unehelichen Kindern dient. Die Kinder bleiben solange (Höchstalter 2½ Jahre) in diesem freundlichen Heim, dem ehemaligen Amtshause des Amtes Hamme, bis ihre anderweitige Unterbringung erfolgen kann oder die Mütter ihre Kinder wieder zu sich nehmen. Der größte Teil der munteren, wechselweise lachenden, krähenden oder weinenden„Belegschaft"(augenblicklich sind es 32 Säuglinge und 21 Kleinkinder) sind uneheliche Kinder. Die Notwendigkeit zur Aufnahme ehelicher Kinder ergibt sich aus verschiedenen Möglichkeiten: Tod oder Krankheit der Mütter, Zerrüttung der Ehe oder Ehescheidungen. Da ein Arzt dem Heim vorsteht, finden auch kranke Kinder Aufnahme und, wie die braunen Pausbäckchen aller Kleinen zeigen, Heilung und dauernde Gesundung. Dem Heim ist neben einer Mutterschutzstation, in der alleinstehende Mädchen kurz vor oder nach der Geburt vorübergehend Aufnahme finden können, noch eine staatliche anerkannte Säuglings= und Kleinkinderpflegeschule angegliedert. Es war die lustigste Etappe unserer Rundreise, gar zu gern hätte man selbst mit den Buben und Mädeln die berühmten Sandkuchen der Jugendzeit gebacken, mit dem Wirrwarr kleiner Menschenleiber in dem bei gutem Wetter stets im schattigen Garten stehenden Laufstall herumgebalgt. Zum guten Abschluß präsentierte uns die Leiterin noch ein„Galabild“, dessen Beschreibung aus Gründen der Schicklichkeit dem Photographen überlassen bleiven soll. Die Wohlfahrtsbetreuung der Stadt für die aus eigener Schuld oder schuldlos nicht auf eigenen Füßen stehenden Volksgenossen muß buchstäblich von der Wiege bis zum Grabe gehen, also fehlt in unserer Rundreise noch eine Zwischenetappe, die sich im Städtischen Kinderheim in Bochum=Weitmar befindet. Hier werden die Kinder untergebracht, die nach Ablauf des 2½jährigen Aufenthaltes im Säuglingsheim Hamme nicht zu ihren Müttern zurückgekehrt oder anderweitig untergebracht sind. Das Heim zählt 48 Betten, von denen im Augenblick 40 belegt sind. Auch hier wird die Unterbringung in Familienpflegestellen angestrebt. Der beste Beweis dafür, wie wohl sich die Gören in diesem Heim fühlen, ist der, daß sich die Kinder bei unserem schon in der Abendstunde erfolgten Rundgang in ihren weißen Bettchen schlafend stellten, weil sie befürchteten..., daß die bösen Onkels sie mitnehmen würden. Sie haben die Bettzipfel über die rosigen Gesichter gezogen, so daß nur noch die blonden und schwarzen Haarschöpfe sichtbar sind, und schielen ängstlich zu uns herauf. Es war ein lehrreicher und interessanter Rundgang. der uns des Lebens Sonnen= und Schattenseite in bun tem Wechsel zeigte. Licht und Schatten... Das Wohlfahrtsdezernat der Stadt Bochum bemüht sich nach Kräften, das Los derjenigen Volksgenossen, die unverschuldet in Not geraten sind, zu erleichtern. Die zufriedenen Gesichter der Alten im Heim an der Cäcilienstraße und in Langendreer zeigen, daß sie sich in ihren Räumen wohl fühlen, daß sie, denen das Leben einen glücklichen. Lebensabend im Kreise der Familie versagte, in ihren letzten Jahren wenigstens der schlimmsten Sorge um das tägliche Brot enthoben sind. In den Kinder= und Säuglingsheimen, den Kindergärten und =horten werden die kleinen Würmchen, die der sorgenden Mutterhand entbehren müssen, von vornherein zu lebensstarken Menschen erzogen. Wo Licht ist, muß auch Schatten fallen, und diese Schatten sind die Exmittiertensiedlungen, die leider in jeder Großstadt zu finden sind. Unsere Sorge muß es sein, in den dort aufwachsenden Kindern schon frühzeitig das Gefühl dafür zu wecken, daß der eigene Herd das Höchste auf Erden ist, wir müssen verhüten, daß sie der deutschen Volksgemeinschaft verlorengehen, müssen ihnen den rechten Weg ins Leben zeigen und so das Uebel an der Wurzel packen Hibg. „So leben wir. so leben wir, so leben wir alle Tage!" Lustig ist's im Kinder= und Sänglingsheim in Bochum=Hamme. Links: Erstannte Kinderaugen verfolgen den Onkel m „schwarzen Kasten“, der dieses hübsche Idyll aus dem Laufstall im Bilde festhielt. Mitte: Sonnenbad der Kleinsten auf der Veranda. Rechts: Das„Galabild“ ohne Worte, oder die ebenso praktische wie nützliche Erfindung der Leiterin des Säuglings= und Kinderheime Aufnahmen:..-Muthherr Delt“) Mit mit Als erst Dienstag, m Australier f jubelten ihn wo sie von wurden. Ar Olympia=Do Im Haus„Worn Der Olympische formen geleitete di dem Strauß, im Ueber dem Eingan bereits das rote E ein Musikkorvs spiDann schritten die der Führung von grüne Dorf hinau zum Ende der Sp Haus, dessen Nibel nern, rief bei den Rufe der Bewunde kunft auf deutsche gefunden. „Alles, was wir sind wir nur noch sche, Deutschland n strengungen belohn Führer der austral Auch ein richtige Im Dorf bei D Nun springt soga Wiesen. Die Aust Landsmann schenkt lisman“. Im som augenscheinlich gen beinigen Gesellen 38 Mann sind darunter 33 Aktive, die junge Schwimn dern Mädchen aber den die Mädchen i besuchen können,d „tabu“, 13 Ruderer mer, sowie je drei ist Australiens Me „Wir glauben, meint Mr. Alderso gleich mit. Am 1. Schloß Kövenick üb auf der olympischen Burschen marschier lizisten aus Sidne Garrad, der 6 streckler Blackho Hochspringerin Ca schaft sein. Der Goldene Ra Geradezu ergri großartigen Empfe reitet hat.„Der E hauses und die sch immer an Deutsch derson. Sie haben eine hinter sich.— Au den Suezkanal bis Teil der Mannsch kamen sie dann n in rheinischer Lan bis jetzt deutschen große Begeisterung Freundschaft für hatten.“ Inzwischen hab schen in den grür „wie zu Hause“ zu uns Spaß. Die lchn entsteht zum Olyn „Sehen Sie. so sagt Clemens Sch dem Münsterland, und dann unter d 32 Rennbahnen ge venhagen, Warscho Kontinents holte mit seiner westfäl Berlin. Die Hemdsärm der kräftige Manr faßt selbst mit al bewimpelten Richt „Berlin hat ke Vier Millionen Me tausende haben ei Bahn... Aus de wurde nichts meh bahn, aus dieser ließ mir freie Ha bauen. Berlin wi schnellste Fliegerbe ist die Bahn, in d 4½ Prozent, in de Dauerfahrer ist Höchstgeschwindigke zu. Hinter kleiner Gedacht und konst rennen und für sein, die beste Bal stehenden Höchstlei Der Mann. der senkrecht zur Bah weit weniger Dru jeder andern Bahr Wir stehen auf uns liegen die T Deutschlandhalle, sportfeld. „Leider wird der abbrechen müs her natürlich wied Leichtathleten trau wünschen, daß die andern Ort wieder 300 000 Nägel Bahnbelag einzuse nagelt, es können Reifen der Fahrer wird bald geton Komitee die Bahi In= und Ausland reichend Zeit zum die Bahn auch noserer Nationalmar 12000 Zuschat und an den beide Seite 9 Nr. 146„ Bochumer Anzeiger“, Donnerstag, 25. Juni 1936 Turnen und Sport Von Jältngu 0 50 Der anddir Minghrtiges Sraanifetianstomits Mit den Auftraliern im Olympia-Dorf— Ein Gelpräch mit ihrem Mannschaftsführer (Von unserm Olympia=Sonderberichterstatter.) gl. Berlin, 23. Juni. Als erste Olympia=Vollmannschaft sind am Dienstag, wie bereits berichtet, in Berlin die Australier festlich empfangen worden. Tausende jubelten ihnen auf ihrem Zug zum Rathaus zu, wo sie von Staatskommissar Dr. Lippert begrüßt wurden. Anschließend siedelten sie sofort ins Olympia=Dorf über. Im Haus„Worms“ Der Olympische Ehrendienst in seinen weißen Uniformen geleitete die Männer in den grünen Jacken mit dem Strauß im Wappen ins Heim der Kämpfer. Ueber dem Eingang zum Dorf wehte am hohen Mast bereits das rote Sternenbanner mit dem Union Jack, ein Musikkorps spielte noch einmal die englische Hymne. Dann schritten die Leute aus dem fünften Erdteil unter der Führung von Hauptmann Fürstner durch das grüne Dorf hinaus zum Haus„Worms“, wo sie bis zum Ende der Spiele wohnen werden. Das Wormser Haus, dessen Nibelungen=Bilder an die Patenstadt erinnern, rief bei den„Känguruhs" noch einmal lebhafte Rufe der Bewunderung wach. Sie haben seit ihrer Ankunft auf deutschem Boden schon soviel Lobenswertes gefunden..„ I 15. ax5ntich i m. „Alles, was wir sahen, ist außerordentlich gut. Nun sind wir nur noch auf das Stadion neugierig. Ich wünsche, Deutschland möge bei den Spielen für seine Anstrengungen belohnt werden!" sagte Mr. Alderson, der Führer der australischen Mannschaft. Auch ein richtiges Känguruh ist dabei Im Dorf bei Döberitz wird es bald munter zugehen. Nun springt sogar ein richtiges Känguruh über die Wiesen. Die Australier haben es mitgebracht. Ein Landsmann schenkte es ihnen bei der Abreise als„Talisman". Im sommerlichen Deutschland fühlt es sich augenscheinlich genau so wohl, wie die andern zweibeinigen Gesellen seines Heimatlandes. 38 Mann sind aus dem fernen Erdteil gekommen, darunter 33 Aktive, eingerechnet drei Frauen, von denen die junge Schwimmerin Norton klein, die beiden andern Mädchen aber groß und schlank sind. Einmal werden die Mädchen ihre männlichen Kameraden im Dorf besuchen können, dann ist das Dorf aber für Frauen „tabu“, 13 Ruderer, je sechs Leichtathleten und Schwimmer, sowie je drei Radfahrer, Boxer und Ringer— das ist Australiens Mannschaft. 726am baß „Wir glauben, sie werden ein Wort zu sagen haben!" meint Mr. Alderson. Die Ruderer brachten ihre Boote gleich mit. Am 1. Juli siedeln sie ins Rudererlager Schloß Kövenick über. dann beginnt gleich das Training auf der olympischen Regattastrecke in Grünau. Stramme Burschen marschieren für den Achter auf, alles— Polizisten aus Sidney. Der Empire=Meister im Ringen, Garrad, der Springer Metcalfe, der Mittelstreckler Blackhouse, der Boxer Cooper und die Hochspringerin Carter sollen die„Asse“ der Mannschaft sein. Goldene Rathausschlüssel Geradezu ergriffen waren die„Känguruhs“ von dem großartigen Empfang, den ihnen die Stadt Berlin bereitet hat.„Der Goldene Schlüssel des Berliner Stadthauses und die schöne Erinnerungsplakette werden uns immer an Deutschland denken lassen", sagte Mr. AlSie haben eine langwierige, aber störungsfreie Reise hinter sich.— Auf dem Dampfer, mit dem sie durch den Suezkanal bis nach Marseille reisten, konnte ein Teil der Mannschaft sogar trainieren. Ueber Paris kamen sie dann nach Köln, wo sie einen schönen Tag in rheinischer Landschaft verlebten.„Ueberall, wo wir bis jetzt deutschen Boden betraten, bemerkten wir eine große Begeisterung für die Olympischen Sviele und eine Freundschaft für die Gäste, wie wir sie nicht erwartet Inzwischen haben sich die lebensfrohen jungen Menschen in den grünen Jacken bereits überall im Dorf „wie zu Hause“ zurechtgefunden, und das macht auch— uns Spaß. Die Ichnellfte Fliegerbahn der Welt entsteht zum Olympia in Berlin.— Eine Unterhaltung mit ihrem Erbauer. „Sehen Sie, so wurde aus einer Not eine Tugend!" saat Clemens Schürmann, ein blonder Fünfziger aus dem Münsterland, der einst ein guter Rennfahrer war und dann unter die Architekten ging. Seitdem hat er 32 Rennbahnen gebaut. Nach Rom und Mailand, Kovenhagen, Warschau und anderen großen Städten des Kontinents holte man den münsterländer Spezialisten mit seiner westfälischen Zimmermannstruppe nun nach Berlin. Die Hemdsärmel hochgeschoben, braungebrannt, steht der kräftige Mann zwischen den hohen Holzstapeln, er faßt selbst mit an. Lachend weist er auf den buntbewimpelten Richtbaum. „Berlin hat keine Radrennbahn im Freien mehr. Vier Millionen Menschen wohnen in dieser Stadt, Zehntausende haben ein Herz für den Radsport. Und keine Bahn... Aus dem Projekt. eine feste Bahn zu bauen, wurde nichts mehr. Zur Wahl blieb allein eine Notbahn, aus dieser Not aber wurde eine Tugend. Man ließ mir freie Hand, ich konnte ideal konstruieren und bauen. Berlin wird zu den Olympischen Spielen die schnellste Fliegerbahn der Welt haben. 400 Meter lang ist die Bahn, in den Graden hat sie eine Neigung von 4½ Prozent, in den Kurven eine von 27½ Prozent. Für Dauerfahrer ist sie nicht geeignet, sie läßt nur eine Höchstgeschwindigkeit von 70 Kilometer in der Stunde zu. Hinter kleinen Motoren wird man fahren können. Gedacht und konstruiert aber ist die Bahn für Fliegerrennen und für die Flieger wird sie eine Rekordbahn sein, die befte Bahn, die ich je bauen konnte. Die bestehenden Höchstleistungen werden hier ein Grab finden. * Der Mann, der durch die steilen Kurven fliegt, steht senkrecht zur Bahn. er fährt wie auf einer Ebene, hat weit weniger Druckwiderstand zu überwinden, wie auf jeder andern Bahn.### M##### Sms#. Wir stehen auf dem BSC.=Platz an der Avus. Vor uns liegen die Tore der Avus, das Funkgelände, die Deutschlandhalle, hinter uns im Südwesten das Reichssportfeld. „Leider wird man die Bahn nach den Spielen wieder abbrechen müssen, denn der Berliner SC. will nachber natürlich wieder Herr im eigenen Hause sein. Seine Leichtathleten trauern ohnehin schon. Es bleibt aber zu wünschen, daß die Bahn dann in Berlin oder an einem andern Ort wieder aufgebaut werden kann.“ 300000 Nägel waren in die Balken und in den Bahnbelag einzuschlagen. Der Belag wird seitlich genagelt, es können keine Nägel mehr vordringen und die Reifen der Fahrer gefährden. Der letzte Hammerschlag wird bald getan sein. Am 1. Juli will das Olymvische Komitee die Bahn übernehmen. Die Rennfahrer des In= und Auslandes sollen vor den Spielen noch ausreichend Zeit zum Training erhalten. Am 24. Juli wirv die Bahn auch noch einer öffentlichen Generalprobe unserer Nationalmannschaft dienen. 12000 Zuschauer finden auf der großen Trih#inze und an den beiden Längsseiten Platz. In den K# ist nur wenig Raum geblieben, aber es kam auch nicht darauf an, einige tausend Zuschauer mehr oder weniger unterzubringen.„Mein Auftrag lautete, eine gute Bahn zu hauen, und dieser Order hatten sich alle andern Erwägungen unterzuordnen.“ London will Olympische Spiele 1940 Nach Tokio und Helsingfors will sich jetzt ganz überraschend auch London, die Hauptstadt des britischen Weltreiches, um die Austragung der XII. Olympischen Spiele 1940 bewerben. In London hat nämlich Lord Burghley erklärt, Sir Percy Vincent, Londons Oberbürgermeister, beabsichtige, das JOK. einzuladen, die Spiele 1940 in London abzuhalten. Vincent erinnerte daran, daß London die Spiele 1908 bestens chgeföhrt habe und versicherte daß dies auch 1940 Fall sein werde. Lord Burghley meinte, man werde ein einflußreiches Organisationskomitee aufstellen, wenn die Einladung angenommen wird, und garantiere sofort keinen Fonds von 100000 Pfund Sterling, von dem mehr als die Hälfte sofort flüssig sei. Im WembleyStadion sei für 100000 Zuschauer Platz. Um die Olympischen Spiele 1940 Tokio wehrt sich... Die Nachricht, nunmehr bewerbe sich auch London um die Olympischen Spiele 1940. hat in Tokio wie eine Bombe eingeschlagen. Der Oberbürgermeister der Hauptstadt Japans, Ushizuka, erklärte sofort nach Bekanntwerden dieser Meldung, Tokio werde den Kampf um die Spiele fortsetzen, man werde die Vorbereitungen auf die Olymvischen Spiele aufnehmen und im übrigen nichts unversucht lassen, den ausländischen Athleten größtmögliche Erleichterungen in jeder Beziehung zu verschaffen. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, daß verschiedene Blätter bereits melden, Tokio werde sich verpflichten, etwa 75 v. H. der Reisekosten der Gäste selbst zu tragen. Drlter-Tus der AnEnglund-Meistercchaften Gottfried von Cramm liegt— Kaf Lund verliert Lesueur, Legeay, James, Allison,„Stedman, Crawford, Durch herrliches Sommerwetter begünstigt, konnten auch am dritten Tage der All=England=Meisterschaften in Wimbledon die Spiele stark gefördert werden. In den Einzelwettbewerben haben schon zahlreiche Spieler die dritte Runde erreicht. Nach der Niederlage von Henner Henkel durch den Amerikaner Grant schied am Mittwoch auch unser Kaj Lund aus. Der lange Kieler unterlag nach hartem Kampf dem Engländer C. M. Jones:6,:4,:6,:6. Unsere letzte Hoffnung ist also bei den Männern nur noch bei Gottfried von Cramm, der den Tschechoslowaken Hecht in drei Sätzen:4,:3,:4 bebegeatz, James, Alison, Stedman., Era Maier und Quist die dritte Runde bereits erreicht. Bei den Frauenspielen am Mittwoch gab es in erster Linie Favoritensiege. Sehr gut schnitten die Engländerinnen wieder ab, die fast durchweg schon in der dritten Runde sind. Zu erwähnen ist der Sieg von Frau Mathieu, die der Engländerin Dearman eine:3,:2= Niederlage beibrachte. Die Belgierin Adamson, die Amerikanerin Babcock, ferner Hilde Sperling=Krahwinkel, die kleine Lizana und die Engländerinnen Heeley, Stammers, King, Noel und Hartwig kamen eine Runde weiter.. 84.24 im Granansinzel zwang. Der Prager war nicht schlecht, lieferte im ersten!. Nach ihrem großartigen Start im Fraueneinzel Satz ein sehr schönes Spiel, wurde aber immer wieder konnte die Wiesbadnerin Marieluise H im entscheidenden Augenblick von dem vielseitigen und klugen Spiel des Deutschen ausplaciert. Am besten gefiel den zahlreichen Zuschauern das großartige Rückhandspiel von Cramms. Außer von Cramm haben noch Fred Perry, van Ryn, Jamain, del Castillo, Itoh, Budge, der zweiten Runde erfolgreich sein. Frl. Horn schlug die Engländerin Miß Scott:6,:2 und steht damit in der dritten Runde. Ju Männereinzel qualifizierten sich noch Mc. Greath und der Franzose Feret für die dritte Runde. Or,ipiajahr-Ia Leidien der Rehorde Phantastische Höchstleiffungen in Amerika Die 10. Olympischen Spiele in Los Angeles mit ihrer fast ununterbrochenen Serie immer neuer, immer phantastischerer Leichtathletikrekorde schienen unübertrefflich. Zu gigantisch waren die Leistungen, die dort im Kampf der Weltbesten erzielt wurden. Und die Propheten schienen recht zu behalten, denn die 46,2 Sekunden, die Carr für die 400 Meter benötigte, konnten auch in den folgenden Jahren nicht mehr erreicht werden, wurden bereits als der Rekord der Rekorde gefeiert, der— „endlich“— keine Verbesserung mehr zuließ. Und dennoch hate man sich auch hier in der Leistungsfähigkeit der Spitzenklasse geirrt. Die intensiven Vorbereitungen auf die 11. Olympischen Spiele in Berlin hatten in fast allen Ländern der Welt neue Landesbestleistungen zur Folge— und brachten in USA. neue Weltrekorde, die man schon nicht mehr für erreichbar gehalten hatte. Und warum sollten die Ergebnisse auf einer vorbildlichen Anlage wie in Berlin und im Kampf mit der Elite der Welt, im Ringen um den höchsten Ruhm. Olympiasieger zu werden, nicht auch noch übertroffen werden? Unmöglich erscheint uns dies heute nicht mehr. Wir„müssen" uns schon auf ein neues Olympia der Rekorde gefaßt machen. Archie Williams ist Amerikas neuer Stern für die schwere 400=Meter=Strecke, Williams, dem jetzt nach systematischer Leistungssteigerung mit 46.1 Sekunden die Verbesserung des Weltrekords von Carr gelang. Archie Williams, dessen Leistungsvermögen selbst hier noch nicht erschöpft zu sein scheint. Und schon meldet der Draht aus USA. einen neuen Rekord. Jesse Owens, Sprinter und Springer von höchsten Qualitäten, hat nach seinem Weltrekord im Weitsprung, bei dem er als einziger bisher die=MeterMarke zu überspringen vermochte, auch über 100 Meter mit 10,2 Sekunden einen neuen Weltrekord erzielt. Selbst wenn der leichte Rückenwind die Anerkennung der Leistung als Weltrekord verbieten sollte, die Regelmäßigkeit, mit der Amerikas bester Negersprinter mit glanzvollen Leistungen aufwartet, läßt auch in ihm einen— vielleicht zweifachen— Olympiasieger erwarten. Aber damit ist die lange Reihe amerikanischer Spitzenleistungen noch lange nicht erschöpft. Inzwischen sind die Diskuswerfer an die 53=Meter=Grenze herangekommen, haben die Hoch= und Stabhochspringer ihre Olympiareife mehr denn einmal bewiesen. So sei in diesem Zusammenhang nur noch auf einen weiteren überragenden Weltrekord hingewiesen, den Forrest Tonns über die 110 Meter Hürden erzielte. 14,1 Sekunden lautet die neue Weltrekoxdzeit, nicht minder Mauermayer, unsere große Hoffnung im Diskuswerfen, hat gleichfalls wieder mit einer Leistungssteigerung aufgewartet, die das Beste erhoffen läßt. Und im Sveerwerfen haben die Münchnerin Gelius und dann die Dresdnerin Krüger die deutsche Rekordmarke innerhalb von vierzehn Tagen zweimal zu verbessern gewußt. Auch hier erscheint der Weltrekord durchaus nicht unerreichbar. Wenn wir eingangs von einem guten Abschneiden unserer Leichtathleten sprachen, so wird diese Behauptung durch die neuen Jahresbestleistungen des vergangenen Sonntags wirkungsvoll unterstrichen. Hamann lief die 400 Meter in 48 Sekunden, Kisters, Voiat und Blacejecak blieben auch noch unter 49 Sekunden. Harbig und Dessecker liefen über 800 Meter international erstklassige Zeiten heraus, Schaumburg, Böttcher und Dompert sind weitere Mittelstreckler, die für Zeiten unter vier Minuten gut sind. Scheele wird in der langen Hürdenstrecke auch nicht übersehen werden dürfen, von Wegner fehlen noch Zeiten. Im Weitsprung haben wir in Lona und Leichum zwei Leute im Kampf, die beide 7,70 Meter übersprangen und jetzt kamen auch zwei Stabhochspringer über 4 Meter, Müller auf 4,07 Meter und der Berliner Schulz auf 4,02 Meter. USA. und Javan sind damit zwar nicht zu schlagen, das wissen wir, aber in Europa sind die=Meter=Springer dafür um so dünner gesät. Aber auch unsere Sprinterstaffel läßt Gutes erhoffen. Trotz schwachen ersten Wechsels liefen Leichum=Borchmeyer=Gillmeister=Hornberger in Köln 40,7 und 40,8 Sekunden, das sind Zeiten, die in Europa höchstens Holland und Ungarn erreichen können. Noch fehlen sechs Wochen, sie können so manche Steigerung bringen, werden im Kampf unserer Besten auch sicherlich zu noch besseren Ergebnissen führen. Fortuna-Klafeld am Dienstag Das aus der ersten Pokal=Schlußrunde noch rückständige Spiel der Düsseldorfer Fortuna gegen den westfälischen Bezirksklassenvertreter Spva. Klafeld findet nicht am Sonntag, sondern erst kommenden Dienstag, 30. Juni. statt. Die Begegnung steigt auf dem Platz des Düsseldorfer SC. 99, da das FortunaGelände wegen Umarbeitungen nicht zur Verfügung steht. Ueberholen in Kurven verboten Eigenartige Rennvorschrift Seltsame Wege will der Automobil=Club von Frankreich bei seinem Großen Preis für Sportwagen beschreiten, der am kommenden Sonntag mit deutscher Beteiligung in Linas=Montlhery entschieden wird. Der Veranstalter beabsichtigt nämlich nichts anderes, als das Ueberholen in Kurven— wohl verstanden, während des Rennens!— zu verbieten. Gaukampf Nordheifen—Weitfalen Die Gaue Nordhessen und Westfalen haben für den 5. Juli einen Leichtathletik=Wettkampf abgeschlossen, der in Corbach durchgeführt werden soll. Die Aufstellung der westfälischen Mannschaft erfolgt nach den am Wochenende in Herford stattfindenden Gaumeisterschaften. Weltrekord der Amerikanerin Holm In Newyork stellte die bekannte amerikanische Rückenschwimmerin Eleonore Holm=Jarret über 220 Yards mit:49,6 Minuten einen neuen Weltrekord auf. Volnsrennag in-Hantburg Hern Doppelerfolg des Gelfüts Erlenhof 5..: 1. totes Rennen zwischen,„Natango(M. Schrriet) und Terres(H. Schmidt), 5. Sarusalzu„Tote; S. 25 und 16. Pl. 21, 21, 22. Ferner: Ilona, Mogul, Edina, Auxel. Tirade(H. Wenzel), 2. Osterluzei, 3. Olegus.— Toto;, S. 23. Pl. 15, 23, 23. Ferner: GnuseWie im Vorjahre, so war auch diesmal der erste Wochenrenntag des Derby=Meetings in Hamburg=Horn als Volksrenntag aufgezogen worden. Bei herrlichem Sommerwetter war die Bahn ausgezeichnet besucht. Im Mittelpunkt der sportlichen Ereignisse standen das Nickel= rins Eintracht=Rennen und der Große=Hamburger Ausgleich, in denen das Gestüt Erlenhof zu einem Doppelerfolg kam.— Die bisher ungeschlagene„Nereids“ errang im Nickel=Eintracht=Rennen ihren achten Sieg in ununterbrochener Reihenfolge.— Im„Großer Hamburger Ausgleich über 3200 Meter holte sich„Glaukos" nach scharfem Kampf knapp vor„Scävola" und„Origenes" den Sien. uin. Serhmmt 1..: 1. Gratianus(Göbl), 2. Dardanos, 3. Hestia.— Toto: S. 100, Pl. 14. Ferner: Elfmeter. 2..: 1. Schwarzwaldreise(Lt.., Both), 2. faust, 3. Leonatus. Toto: S. 21, Pl. 12, 12. Ferner: 3..:.eRereide(C. Grabsc), 2. Reichsfürst, 3. Walzerkönig.— Toto: S. 17, Pl. 14, 18. Ferner Pommern.: 1. Glaukos(E. Grabsch), 2. Scävola, 3. Origenes.— Toto: S. 51, Pl. 16, 22, 15. Ferner: Blinzen, ott.: Ausonius(J. Starosta), 2. Moorau. 3. Pabst. — Toto: S. 49, Pl. 14, 14, 15. Ferner: Wassenschmied, Kameradschaftler, Immerfort. 6..: 1. Glücksstern(Stein), 2. Gnade. 3. Aviso. Toto: S. 28. Pl. 16, 14. Ferner: Demoiselle. 7..: 1, 2 flhr'n,.„(Visek), 2. Pesne, 3. Der Prämiierte.— Toto: S. 38, Pl. 15, 16, 48. Ferner: Neandertal, Lampade, Marlow, Glanzzeit, Feengrotte. Köln, 24. Juni 1.: 1. Prior(Knoche),? Bronceluster. 3. Austria. Sekunden lautet die neue Weltrekoxdzeit, nicht minder— Toto;., 784, Pl. 89, 24, 23., Ferner: Ostgote, Preisbewundernswert als die 46,1 von Archie Williams— fechter, Rußtnacker, Irma. Lebenslust, cham S in Thikgag geschaf 2..: 1. Carna(H. Wenzel), 2. Faland, 3. Szegehan, S. 39 Wl 1, 91 29. Ferner: Gemse. Doppelund beide wurden am gleichen Tage in Chirago geschaffen. Glückliches Amerika, das aus seinem unerschöpflichen„Vorrat" unverbrauchter Nachwuchskräfte immer neue Spitzenkönner von Weltklasse hervorbringt. „Aber auch in Europa geht es aufwärts! Matti Järvinen hat seinen Sveerwurfweltrekord weiter verbessert, hat sich bereits den 78 Meter genähert, um „ganz sicher zu gehen“, denn mittlerweile sind verschiedene Könner bedenklich nahegerückt, ohne aber an diese Weite vorerst herankommen zu können. Italien hofft erneut auf seinen Beccali, der erst jetzt wieder in Budapest im Duell mit dem ausgezeichneten Szabo eine hervorragende 1500=Meter=Zeit herauslief und sich in eindrucksvoller Weise in Erinnerung brachte. Deutsche Weltrekorde Die deutsche Leichtathletiksaison beginnt etwas später als in den meisten übrigen Ländern. Bei uns sind die günstigen klimatischen Voraussetzungen erst später gegeben, so daß sich hier eine schnellere Leistungssteigerung einstellen muß, wenn wir bis in sechs Wochen unsere Spitzenklasse„fit“ haben wollen. Aber schon die ersten Schulungs= und Prüfungskämpfe unter günstigen Bedingungen haben gezeigt, daß wir den schweren Entscheidungen in Berlin mit Zuversicht entgegensehen dürfen. Gewiß, die Amerikaner werden wir in ihren Spezial=Disziplinen nicht schlagen können, aber wir werden im Kampf um die Plätze, im Ringen um die Vorherrschaft auf unserem Kontinent ein sehr ernstes Wort mitreden, und mehr soll und darf man auch nicht verlangen. Nichts ist schädlicher als ein übertriebener Optimismus, nichts allerdings auch verächtlicher, als mangelndes Selbstvertrauen.„„„ Lassen wir den Frauen den Vortritt, zumal sie sich in den letzten Wochen ganz besonders auszuzeichnen wußten. Da ist diesen Sonntag unsere Frauen=Sprinterstaffeln erstmals an die Oeffentlichkeit getreten— und hat den gewiß hervorragenden Weltrekord der amerikanischen Läuferinnengarde von 46,9 Sekunden aleich zweimal unterboten. Albus=Krauß=Dollinger= Winkels liefen in Köln 46,7 und beim zweiten Versuch — innerhalb einer halben Stunde!— 46.5 Sekunden, Toto: S. 29, Pl. 14, 21, 29.„Ferner; Gemse, Doppelsprung. Silbersee, Angelo. Rote Tante, Orion. 3..: 1. Feuereifer. 2. Meister, 3. Bekassine.— Toto: S. 27, Pl. 23, 17, 14. Ferner: Römerfahrt, Sagius, 9 zi. 36: 1, Finör(Andrle) 2. Agnus, 3. Pollur II.— Toto: S. 25, Pl. 20, 24. Ferner: Memlinck, Robinson. mong, Augur, Xeres, Glanz, Sarro.„## Molzn 7..: 1. Ilmenau„(Hochstein),, 2. Graf Moltke, 3. Stahleck, 4. Lösegeld.— Toto: S. 268, Pl. 32, 21. 51. 15. Ferner: Sintflut, Standlaut, Panorama, Aepfelchen, Czardasfürstin, Monarchist, Spanga, Musca, Rosenkönig, Me8..: 1. Imperator(Andrle), 2. Chemielebreg, 3. Fukuruz.— Toto: S. 16. Pl. 15, 21. 23. Ferner Tho Kiß, Selbstvertrauen, Viktorius, Seeräuber, Mahatma. Doppelwette: für Kerxes 84:10 und Natango 132:10.: Auteuil, 24. Juni 1..: 1 Valsine(Gleizes), 2. Jacoby, 3. Hardol.— Toto: S. 28. Pl. 18, 57, 25. Ferner: Souverre. Bonne Histoire, Bridote, Dark Story, Dres Sport, Ricles, 9o2.,;“=Gaffeur(Howes) 2. Bassam, 3. Mpron.— Toto: S. 13. Pl. 11, 15. Ferner: Cimar, Bois de May, Mouchard, Beau Tenebreur...,„ 92 Granz E 3..: 1. Florival(Hieronimus), 2. Le Grans Saut, 3. Minnebaha.— Toto: S. 87, Pl. 31, 25. Ferner Noiseau, Sultanas Guard, Tric Troc. 4..: 1. Céréaliste(Howes), 2. Pamphilos, 3. Lilium. — Toto: S. 64, Pl. 25, 45, 31. Ferner: Baron'ürfé, Imperator II, Tragbetto, Saint Honorat, Morvillars, Tulipier, Pen and Ink, Apres Nous, Cipo. 5..: 1 Mashonaland(de Vulpian). 2. Les Blanchons, 3. Fire Off.— Toto: S. 85, Pl. 27, 19, 32.„Fernex: Artel II Mecene, Trader Horn, Elzevier, Florimond, Tourne Toujours, Presbourg. 6..: 1. Le Clair de Lune(Cames), 2. Cos II, 3. Folle.— Toto: S. 91. Pl. 23, 17, 23. Ferner: Montfort, Kirdul, Ironside, Rosier, Mareuil, Zudan, Pop, Manioc, Jean sans Terre, Vendsenne. Unsere Voraussagen: Longchamp, Donnerstag, 25. Juni. 1..: Republique— Zinara., 2..:„Alfrede—, Bambino. 3..: Blue Bell— St. Andrews. 4..: Coralmv— Dorinda. 5..: Majestic— Valdor II. 6..: Will of the Wisp— Quorn. dseme Operreuischufs und erringt den„BA“-Wanderpreis Das Schwimmen hat vor allen anderen Sportarten die Eigenschaft voraus, daß es ein lebenswichtiger Sport ist, der nicht nur der Freude am spielerischen und kämpferischen Erleben und der Körperertüchtigung dient. Nicht umsonst hat der Deutsche Schwimmverband auf sein Banner den Leitsatz geschrieben: ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Lebensretter!" Daß dieses erstrebenswerte Ziel immer noch nicht Wirklichkeit geworden ist, muß ebensosehr Bedauern wie Befremden auslösen. Gerade während der augenblicklichen ditzeperiode holt sich der nasse Tod Tag für Tag seine Opfer, die nicht notwendig wären, wenn sich jeder deutsche Junge und jedes deutsche Mädel darüber klar sind, daß die Erlernung des Schwimmens ebenso wichtig ist wie die Erlernung des Abe. Um dem Schulschwimmen in Bochum neuen Auftrieb zu geben, um die keineswegs gegen den nassen Tod gefeiten Schulschwimmer zu Sportschwimmern heranzubilden, hat der Schwimmverein Blau=Weiß" Bochum in diesem Jahre erstmalig die Durchführung eines Schülerwettschwimmens für sämtliche Bochumer Schulen angeregt, das gestern nachmittag in der Kaiseraue zur Durchführung kam. Die Tatsache, daß die Nachmeldungen größer waren als die zunächst abgegebenen Meldungen, beweist am besten, daß die Anregung goben Tribüuel— innerhalb einer, balben, Stunzes,— 400 Ser gzselgz auf fruchtbaren Baden gefallen ist, so daß zu hoffen ist, nasiun), der das Inn ven Kurven das sind Zeiten, die sich jeden lassen können. Gisetal auf fruchtrnten Baden gefallen ist, so daß zu hoffen ist, nasium), daß sich die Veranstaltung in ihren alljährlichen Wiederholungen steigender Beliebtheit erfreuen wird und namentlich die diesmal im Verhältnis schwach vertretenen Bochumer Volksschulen stärker in Erscheinung Um dem Kampf eine besondere Note zu geben, wurde innerhalb der Einzel= und Staffelwettbewerbe die Suche nach der punktbesten Bochumer Schule durchge; führt, und zwar wurden die ersten fünf 5, 4, 3, 2 und 1 Punkt bewertet. Nach anfänglicher Führung des Bochumer Gymnasiums sicherte sich die Goethe=Oberrealschule mit 63 Punkten vor dem Gymnasium, das auf 43 Punkte kam, den Sieg. Der GoetheOberrealschule kam beim Kampf die Mitgliedschaft zahlreicher Schüler beim Schwimmverein„Blau=Weiß" Bochum zu Hilfe. Mancher Schüler wird neidisch auf die Träger der blauweißen Badehosen geschaut haben, die einfach nicht zu schlagen waren. Ihnen sei gesagt, daß jeder schnell in den Besitz dieser Badehose gelangen kann. Eltern und Lehrer werden nichts dagegen haben, wenn der Junge in den Uebungsstunden des Vereins eine sportgerechte Ausbilbung erhültz,„grung.a4. einselnen Daß die Wogen der Begeisterung bei den Rennen recht hoch gingen und die Schüler ihre Klassenkameraden lebhaft anfeuerten, war selbstverständlich. Die besten Leistungen zeigte Engelbrecht(GymMeter=Brustschwimmen in der Seite 10 Nr. 146/ Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 25. Juni 1936 ausgezeichneten Zeit von 1,22,4 gewann, und Scharfenberg(Berufsschule), der zwar im 100=MeterKraulschwimmen in 1,09,6 als Sieger einkam, aber wegen Frühstarts zugunsten seines kaum schlechteren Gegners Wiener(Goethe=Oberrealschule) auf den zweiten Platz gesetzt wurde. Scharfenberg und Wiener, die in mehreren Wettkämpfen siegreich blieben, erhielten für ihre ausgezeichneten Leistungen einen Sonderpreis. Die Goethe=Oberrealschule brachte als punktbeste Schule den Wanderpreis des„Bochumer Anzeiger“ mit heim, während sich die Marienschule als beste Volksschule ebenfalls einen Wanderpreis holte. Die im übrigen gut besuchte Veranstaltung wurde durch eine Ansprache des Schwimm=Fachamtsleiters Rechtsanwalts Koch II eröffnet und mit der von W. Kreß vorgenommenen Siegerverkündung beschlossen. Hbg. Die Ergebnisse: 100 Meter Brust Jugend 20 21: 1. Engelbrecht (Gymnasium) 1,22,4 Min., 2. Rohrmoser(Goethe-OR.) 1,27,8 Min., 3. Zänker(Gym.) 1,37,8 Min., 4. Meder (Berufsschule) 1,37,9 Min. 50 Meter Brust, Knaben Jahrgang 24 und jünger: 1. Stock(Goethe=OR.) 51,8 Sek., 2. Dedering(Gym.) 52 Sek., 3. Wolter(Gym.) 54 Sek., 4. Imberg(GoetheLR.) 54,4. 100 Meter Kraul, Jugend 19 und älter: 1. Wiener (Goethe=OR.) 1,10 Min., 2. Scharfenberg(Berufsschule) 1,09,6 dist., 3. Hardt(Marienschule) 1,16,7 Min., 4. Süllberg(Goethe=OR.) 1,18,4 Min. 50 Meter Brust, Knaben 22/23: 1. Dierkes(GoetheOR.) 42,8 Sek., 2. Oberdorf(Berufsschule) 43 Sek., 3. Hardt(Marienschule) 43,2 Sek., 4. Dresel(GoetheOR.) 43,7 Sek. 50 Meter Rücken, Jugend 20/21: 1. Bahrenberg(Marienschule) 39, 2. Wiener(Goethe=OR.) 40.8, 3. Süll= berg(Goethe=OR.) 41, 4. Engelbrecht(Gym.) 42,2. 200 Meter Brust, Jugend 19 und älter: 1. Plugne (Gym.) 3,07,1, 2. Engelbrecht(Gym.) 3,08,1, 3. Höltzke (Gym.) 3,12,4, 4. Rohrmoser(Goethe=OR.) 3,14,9. 50 Meter Rücken, Jugend 19 und älter: 1. Scharfenberg(Berufsschule) 38,1, 2. Cremer(Goethe=OR.) 39,2, 3. Koch(Gym.) 57. 50 Meter Kraul, Jugend 20/21: 1. Wiener(GoetheOR.) 81,2, 2. Süllberg(Goethe=OR.) 88.7, 8. Hardt] (Marienschule) 34, 4. Rohrmoser(Goethe=OR.) 34,4. 50 Meter Kraul, Knaben 22/23: 1. Hardt(Marien= schule) 39,2, 2. Bahrenberg(Marienschule) 39,3, 3. Müller(Marienschule) 39.4, 4. Rauchholz(Ref.=Gym.) 40/8. 6X50 Meter Kraul für höhere Schulen: 1. GoetheOberrealschule 8,38,3, 2. Gymnasium 3,58,2. 4X50 Meter beliebig für Volksschulen: 1. Marienschule 2,53,5, 2. Jusephinenschule 1 3,44,2, 3. Friedenschule 3,46,2. 4X100 Meter Brust für höhere Schulen: 1. Gymnasium.25 Min., 2. Goethe=Oberrealschule 6,29.1, 3. Ref.=Realgymnasium 7,17,8 Min. Das Gesamtergebnis des Schulwettkampfes: 1. Goethe=Oberrealschule 63 Punkte, 2. Gymnasium Bochum 43 Punkte, 3. Marienschule(beste Volksschule) 33 Punkte, 4. Berufsschule 16 Punkte. 5. Reform=Realgymnasium 5 Punkte, 6. Josephinenschule. BA.-Muthherr. „Zieh, Bubi!“ Begeisterte jugendliche Zuschauer beim Bochumer Schulwettschwimmen in der Kaiseraue. Gultav Eder beliegt Niederlage gegen Clinton Der Deutsche Weltergewichtsmeister Gustav Eder (Dortmund) mußte in seinem vierten Kampf in den Staaten die erste Niederlage hinnehmen. Er wurde von Jonny Clinton über zehn Runden nach Punkten geschlagen. Ein Mittwochlpiel Spu Sp. Gerthe— TuS. 26 Altenbochum.1(:0) Dieses Mittwoch=Spiel mußten beide Mannschaften mit Ersatz bestreiten. Der Kampf war durchweg ausgeglichen. Die Gerther Stürmerreihe zeigte sich jedoch erfolgreicher und erzielte bis zur Pause schon einen Treffer durch den Halbrechten, der einen geschlossenen Angriff des gesamten Innensturms für seine Farben buchen konnte. Bald nach der Pause erzielte Gerthes Halblinker das zweite Tor. TuS. 26 konnte zwar ein Tor aufholen, mußte aber den Gerthern bis zum Schluß noch ein weiteres Tor überlassen. VIB. Börnig haf 11:7 Punkte! Auf Grund verschiedener Anfragen teilen wir mit, daß der Tabellenführer der Aufstiegsrunde um den Aufstieg zur Bezirksliga, der BfB. Börnig, nicht 12:6, sondern 11:7 Punkte hat, so daß er die Tabellenführung mit Union Haspe teilen muß. Merkens Dritter in London Auf der Bahn in Herne Hill kam unter starker internationaler Beteiligung der Große Preis von London für Amateure zum Austrag. Weltmeister Toni [Merkens mußte sich nach seinem Sieg im Großen Preis von Kopenhagen über Chaillot und van Vliet in London mit dem dritten Platz hinter dem vorjährigen Sieger Arie van Vliet(Holland) und Denis Horn(England) begnügen. A k Gesehen und geschildert von deutschen Auslandskorrespondenten Nach den Schilderungen von Prag(Bochumer Anzeiger vom 23. Juni, Nr. 144) und Kopenhagen(Bochumer Anzeiger vom 24. Juni, Nr. 145) lassen wir heute den Artikel folgen über: Madrid— die Stadt zwischen Gestern und Morgen Am Rand der breiten Autostraße, die durch eine 600 Kilometer lange rote Steinwüste von Barcelona, der bedeutendsten Stadt Spaniens, zu seiner offiziellen Hauptstadt Madrid führt, stehen vereinzelt niedrige, armselige Strohhütten, in denen Tagelöhner ihr Leben fristen. Ueber solch einem Elendsquartier leuchtet die hunte Reklametafel eines Wolkenkratzers: „Excelsior", Europas komfortabelstes Hotel. 600 Betten, Stockwerke, Tagespension 25 bis 60 Peseten.“ Elend und falscher Glanz. Primitivität und Superamerikanismus. Bauernkarren fahren neben schimmernden Luxusautos, in den Cortes diskutieren Parlamen= tarier ganze Nächte hindurch mit jener Freude an Wort und Geste, die den spanischen Politiker kennzeichnet. Und wenn die Herren nach der Sitzung im Dunkel der späten Stunde nach Hause rollen, dann kann es vorkommen, daß eine brennende Kirche den Weg zuvorkommend beleuchtet... Die Stadt der Ministerien Durch das Zentrum der Stadt führt die„Gran Via“. Einst ein„großer Landweg“, ist sie heute eine Steinschlucht, nach dem Muster des Broadway gebaut, mit Kaffeehäusern an beiden Seiten, die prachtvoller als die Prunksäle des Königsschlosses ausgestattet sind. Hier tummeln sich schlanke schwarze Kavaliere mit glänzendem, geölten Haar, schwatzen endlos vor einem Glas weißgelber Mandelmilch und lassen sich während ihres Aufenthaltes drei= bis viermal die eleganten Schuhe spiegelblank reiben. Das sind die jungen Staatsbeamten, deren Arbeitszeit in den Aemtern von 12 bis 2 Uhr und— wenn es unbedingt sein muß— noch einmal von 5 bis 6 Uhr nachmittags dauert. Sie sind der vorherrschende Typ in dieser Stadt der Ministerien. Es sind lebenslustige Jungen voller Phantasie und Herrentum. Sie ziehen sich in den Automatenbüfetts, deren Speisen nach amerikanischen Filmstars benannt sind, als ersten Gang eine„Greta Garbo“ (Weißbrot mit salzigem Tomatenfisch), als Hauptmahlzeit einen„Wallace Berry“.(gepfefferter Rinderbraten mit weißen Bohnen) und zum Dessert„Laurel und Hardy“(runde, süße Törtchen). Nach diesem reichlichen Mittagessen kann man noch eine knallige, bunte Krawatte vom herumziehenden Straßenhändler kaufen und fühlt sich angeregt genug, den blondgefärbten Spaziergängerinnen„anerkennend„quapa“, das heißt„Allerschönste", zuzurufen. Durch aufwärtsführende, enge Gassen gelangt man zur Puerta del Sol. Kein Platz der Welt hat in den letzten fünf Jahren mehr fluchende, fliehende, gewalttätige Menschenmassen gesehen. Von diesem, von häßlichen Häusern umstandenen Halbkreis haben alle Unruhen ihren Ausgang genommen. Hier wurde 1931 die Republik proklamiert, hier das riesige Porträt Gil Robles nach der letzten Wahl zerfetzt, hier legten mehr als einmal die blauen Guardias'Assalto ihre Gewehre auf die heranbrandenden Fluten der Bürger an. Noch sind die Spuren der Kugeln in allen Wänden zu sehen. Am Ende des alten Jahres versammeln sich auf diesem Platz die Madrider, jeder einen großen, goldgelben Kuchen in der Hand, der aufgegessen werden muß, während die große Turmuhr ihre zwölf Schläge erklingen läßt. Die wenigsten schaffen das. Vielleicht hat das Land darum kein Glück und kommt auch in jedem neuen Jahr nicht zur Ruhe. Spanische„Schlösser im Mond“. Wahrscheinlich ist aber die überschäumende Phantasie dieser Bevölkerung an der ewigen Unzufriedenheit schuld. Sie eilt ständig der Wirklichkeit meilenweit voraus, schmiedet immer neue Projekte und baut Luftschlösser.„Schlösser im Mond“ heißen auf französisch „chateaux’Espagne“, spanische Schlösser. Madrid ist eine Stadt dieser Fabelbauten. Draußen vor dem Panorama der schneebedeckten Sierra stehen gigantische, moderne Fassaden ohne Fensterglas, ohne Inneneinrich= tung. Es sind Ruinen des 20. Jahrhunderts.„Dieses hier soll einmal die gewaltigste Ministerienstadt der Welt werden", erklärt ein Madrider und weist auf hundert Meter lange Rohbauten.„Dort wird die großzügigste Studentenstadt Europas aufblühen!“, fügt er hinzu und deutet auf ein großes Gelände mit halbfertigen Monumentalhäusern. Aber, daß seit Monaten an diesen Projekten nicht mehr oder in bescheidenstem Umfange nur gearbeitet wird, weil das Geld fehlt, das vergißt er hinzuzufügen. Projekte, Projekte... Ein gewaltiges Bewässerungswerk, das aus den spanischen Wüsten fruchtbares Land machen soll, wird seit Jahren in Madrid bearbeitet. Im Flughafen Cuatro Vientos bereitet Oberst Herero einen Stratosphärenflug in offener Ballongondel vor. Juan de la Cierva, der Erfinder des WindmühlenDas neuzeitliche Preß=Associations=Gebäude an der Gran Via in Madrid Scherl-Bilderdienst(3) flugzeuges, plant den Bau esner Flugtaxifabrik. Wann wird das alles verwirklicht? Morgen— Manana! Oder— nie! Nachts wird nicht geschlafen Vielleicht verlegt der Bürger von Madrid seine Träume in die Welt des, Tages, weil er nachts recht wenig zum Schlafen kommt. Abendessen wird nicht vor 9 Uhr verabreicht, und die großen Flanierstraßen beleben sich erst gegen halbelf, wenn in den Kinos die zweite Vorstellung beginnt. Die Tempel der flimmernden Linwand sind hier beinahe noch zahlreicher als im übrigen Europa. Es sind hohe, moderne, eisgekühlte Hallen, wie das„Capitol“, oder sie bauen sich einfach unter dem Riesenzelt des Nachthimmels auf. Die Leinewand unter den Sternen ist eine der angenehmsten Madrider Einrichtungen. Man sitzt in einem Garten, schlürft an niedrigen Tischchen seinen„refresco", und wenn das Spiel der Filmsterne gar zu langweilig wird, so sind ja immer noch die leuchtenden Pünktchen des Himmels da. Um 1 Uhr nachts ist dann das reichliche Programm izu Ende. Ein Bummel durch die hellen Großstadtstraßen beginnt. Verwahrloste Gestalten drängen sich bettelnd an die Passanten. Nur ängstlich und mit aller Vorsicht wird manchmal die Börse gezückt, denn Almosengeben kostet zwei Peseten Strafe. Der Stadtrat hofft auf diese Weise die furchtbare Plage der Bettelei auszurotten. Aber die Not hat er damit nicht beseitigen können. Vor der Nationalbibliothek stützt sich die Statue des Don Quichotte auf die Schultern seines treuen Sancha Pansa und fragt in einem Augenblick der Mutlosigkeit:„ob wir wohl je zum Ziel kommen werden?" Wahrhaftig, der Ritter ohne Furcht, der gegen Windmühlen kämpfte, konnte von dem Sohn keines anderen Landes als Spaniens der Weltliteratur geschenkt werden. Begeistertster Optimismus paart sich oft im Wesen der Kinder der iberischen Halbinsel mit traurigster Mutlosigkeit. Steinerne Zeugen für die Zwitternatur sind die herrlichen Baudenkmäler der vergangenen Epochen, aber auch die ewig halbvollendeten Riesenkästen, deren hölzerne Gerüste und unfertige Giebel immer mahnend zum Himmel zeigen... zb. Eine Hauptstraße in Madrid, die Avenida del Conde de Panalves Das königliche Schloß in Madrid, das nun verlassen dasteh Seite 11 Nr. 146 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 25. Juni 1936 Deutsche Wirtschaft 10330 guhlenee=Hahrhaser beförderte die Deusche Austhansa 1938 ren Die Leistungen des deutschen Flugverkehrs Die Deutsche Lufthansa, die vor zehn Jahgegründet wurde, legt ihren für das Jahr eschäftsbsr# für das Jahr 4935 vor.„Dangch sind auf gen Srrecken der Deutschen Lufthansa im Planverkehr 1985 insgesamt 18.87 Millionen Kklometer geflogen worden, das sind 108 v. H. mehr als im Vorjahre. Auf den Post= und Frachtverkehr entfielen davon.8 Millionen Kilometer. In sonstigen Erwerbsflügen wurden rund 3 Millionen Kilometer zurückgelegt, so daß sich die gesamte Flugleistung des Jahres 1985 auf 16 876 102 Kilometer stellt (20 b.., mehr als 1934). Bei 163987 zahlenden Fluggästen und rund 62 Millionen Fluggastkilometern stiegen die Beförderungsergebnisse im Planverkehr gegenüber dem Vorjahr im Jahre 1935 um 25,4 bzw. 39.4 v H. Während die Gepäckbeförderung um 32,4 v. H.(Mengen in Kilogramm) bzw. 49.8 v. H.(nach Tonnenkilometer) und die Postbeförderung um 86,2 v. H. bzw. 86,9 v. H. stieg, sank infolge der Devisenschwierigkeiten und Zollmauern die Frachtbeförderung der Menge nach um.8 v.., dagegen stieg infolge längerer Frachtflüge die Tonnenkilometerleistung um 14,8 v. H. An Gepäck wurden insgesamt 279 539 Kilogramm, an Fracht 1228 877 Kilogramm und an Post 1 310 174 Kilogramm befördert. Im außereuropäischen Dienst wurden auf der Strecke Deutschland—Südamerika über 2 Millionen Flugkilometer zurückgelegt. Die Zahl der Ozeanüberquerungen betrug im vergangenen Jahre 80. Im Zu= und Abbringerdienst des Nordatlantikverkehrs wurden 107 868 Flugkilometer geleistet. In China betrug die Zahl der geflogenen Kilometer 668847. Während im Südamerikadienst und im Nordatlantikdienst keine Fluggäste befördert wurden, betrug in China die Zahl der beförderten Fluggäste 2513. Lediglich auf der Strecke Bremerhaven—Berlin waren im Abbringerdienst vom Nordatlantik 252 Fluggäste zu zählen. Im Planverkehr der Lufthansa war im Jahre 1935 eine Regelmäßigkeit von 97,2 v. H.(1934 96,8 v..) zu verzeichnen....„ 26 Tuzaitliche und är w. Nach der Umstellung auf neuzeitliche und schnelle Flugzeuge im europäischen Streckendienst wird überwiegend die dreimotorige, 17sitzige Junkers„Ju 52“ verwendet, während der Rest zum größten Teil durch die Schnellflugzeuge Heinkel„He 70“ und Junkers„Ju 160“ beflogen wird. Dazu kommt das viermotorige Großflugzeug Junkers„G 38“ und für den Atlantikabschnitt des Luftpostdienstes Deutschland—Südamerika der 10=Tonnen=Wal von Dornier. In der Probe befinden sich die beiden zweimotorigen Muster„Ju 86“ und„He 111“, die mit zehn Fluggastsitzen und einer Reisegeschwindigkeit von 280 Kilometer und mehr als Ersatz für die ausgeschiedenen sogenannten Mittelflugzeuge(M) gedacht sind und zum Teil an die Stelle der durch die starke Inanspruchnahme zu klein gewordenen Schnellmaschinen treten sollen. Weiterhin wird das mit zwei Junkers=Schwerölmotoren ausgerüstete Flugboot „Do 18“ erprobt, das im Süd= und Nordatlantik Verwendung finden soll. Das europäische Streckennetz erfuhr durch Ausschaltung von fünfzehn Flughäfen eine Vereinfachung. Während im Vorjahr der versuchsweise eingeführte Blitzverkehr mit Schnellflugzeugen nur die Städte Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt a. M. miteinander verband, wurden. 1935 insgesamt elf Blitzstrecken eingerichtet. An neueren Strecken sind zu nennen die Verbindungen Berlin—Brüssel, Amsterdam—Mailand, Hamburg—Amsterdam, Berlin.„Stutzgaxt„Barcelong. und die Frachtstrecke Berlin—Köln—Amsterdam. Dazu kommt die Einlegung weiterer Kurse zwischen Berlin—Hamburg, Berlin—London und Berlin—München. Die Strecken Berlin—Saarbrücken(bzw Karlsruhe), Wien—Sofia, Essen—Köln—Hamburg—München und Hamburg—Kiel —Flensburg wurden im Berichtsjahr erstmalig ganzjährig beflogen. Im Poststreckennetz waren Aenderungen nicht erforderlich. Das Gesamtergebnis der Lufthansa(die Gewinnund Verlustrechnung schließt auf beiden Seiten mit dem Betrage von 45 525 259,20 Reichsmark, die Bilanz mit beiderseits 45 919 535,42 Reichsmark) schließt mit einem Ueberschuß von 250 000 Reichsmark, die in die gesetzliche Reserve gehen. Interessant ist noch aus der Bilanz das Konto„Rücklagen für Selbstversicherung". Die Lufthansa hat nämlich sämtliche Flugzeuge in Kasko=Selbstversicherung genommen, d. h. sie versichert den Flugzeugpark nicht bei Privatversicherungen, sondern macht für Flugzeugschäden eigene Rückstellungen, für die in der Bilanz 1935 4174613,32 Reichsmark ausgeworfen wurden. Das Jahr 1935 schloß so günstig ab, daß die Hälfte der zurückgelegten Prämien nicht gebraucht wurde. Gesellschaften berichten Rudolph Karstadt AG., Berlin: Die Warenhausfirma macht den Besitzern der 10,8 Millionen RM. Genußscheine ein Umtauschangebot. Dabei wird von der Verwaltung erklärt, sie könne an die Lösung der Genußschein=Frage herangehen, weil das Geschäftsjahr 1935 bis 1936 der Firma außerhalb des laufenden Geschäfts RM.(durch Währungsentwertung bei Schulden und Auflösung frei gewordener Rückstellungen) erbracht habe.— Stoda=Werke Pilsen: Die bekannte tschechoslowakische Rüstungsfirma verteilt je Aktie 55 Kronen Dividende, was gegenüber dem Vorjahr fast eine Verdoppelung bedeutet. Die Belegschaft konnte im letzten Jahr um über 5000 Köpfe erhöht werden.— Deutsche Schiff= und Maschinenbau AG., Bremen. In der HV. wurden der Abschluß für 1935, der einen Verlust von 300 000 (1 830000) RM. ausweist, um den sich der Verlustvortrag auf.9 Millionen RM. erhöht und die Einziehung von.60 Millionen RM. eigenen Aktien genehmigt. Der Vorsitzende führte aus, wenn trotz des Verlustabschlusses keine Sanierungsvorschläge gemacht würden, so liege das daran, daß man hoffe, das Jahr 1936 werde einen Gewinn bringen, der eine erhebliche Verminderung der Unterbilanz gestatte.— Alexanderwerk A. von der Nahmer AG. in Remscheid. Die HV. genehmigte den Abschluß für 1935, wonach der Gesamtverlust von 686 140 RM. vorgetragen wird. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde Dipl.=Ing. Hans Schuster. Verwaltungsmitglied der„Kronprinz“=AG. für Metallindustrie, mit der das Alexanderwerk in Interessengemeinschaft steht.— Johs. Girmes& Co. AG. in Oedt. In der GV. wurde beschlossen, 1795(1985) RM. der gesetzlichen Reserve zuzuweisen und den Restgewinn einschließlich 51 252(13.535), RM. Vortrag mit insgesamt 85 343 (51 252) RM. auf neue Rechnung zu übernehmen. In Ergänzung des Geschäftsberichtes führte der Vorstand noch aus, für die ersten fünf Monate 1936 könne festgestellt werden, daß die Geschäftsentwicklung etwa der gleichen Vorjahreszeit entsprach, daß aber Umsatz und Auftragsbestand etwas über denen der gleichen Vorjahrsmonate liegen. Erfreulicherweise konnte der Exportanteil wertmäßig auf rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes erhöht werden. Mengenmäßig sei er noch größer.— Kronprinz AG. für Metallindustrie in Solingen. Nach 801694(793660) Mk. Anlage= u. 22938(162346) RM. anderen Abschreibungen verbleibt einschließlich 78417 RM. Vortrag ein Gewinn von 642 968(513444) RM., woraus nach Ueberweisung von 58 800(—) RM. an die Rücklage und von wieder 100.000 RM. an die Wohlfahrtskassen, wie gemeldet, eine Dividende von wieder 7½ Prozent auf das im verflossenen Jahr von .20 auf.04 Millionen RM, erhöhte AK. verteilt werden soll. Zum Vortrag verbleiben 83 758(78 417) RM. Den Aktionären wird in der GV. die Erhöhung des AK. um einen Betrag bis zu nom. 1 008 000 RM, durch Ausgabe von Inhaber=Aktien mit halber Gewinnberechtigung für 1936 vorgeschlagen werden, die den alten Aktionären im Verhältnis:1 zum Kurs von 115 Prozent zum Bezuge angeboten werden sollen. Das Reichswirtschaftsministerium stellt die Bedingung, daß die bezogenen jungen Aktien ohne seine Genehmigung während einer Frist von fünf Jahren nicht in den Verkehr gebracht werden dürfen.— Basalt AG. in Linz. 708 178 (784 597) RM. Verlust. Die seit drei Jahren notwendige Sanierung konnte auch jetzt noch nicht vorgenommen werden, da die ungünstige Beschäftigungs= und Absatzlage im Geschäftsjahr 1935 anhielt. Es waren noch 5 172 791(5 366 395), RM. Abschreibungen notwendig.— Rheinische Braunkohle in Köln. Aus dem Reingewinn von.25(i. V. 5,41) Millionen RM. erhält auf Grund des Dividendengarantievertrages mit der Roddergrube AG. das gegenwärtig noch dividendenberechtigte Aktienkapital von 35 602 500 RM.(von insgesamt 72.9 Mitlionen RM.) die garantierte Dividende von 12 Prozent, von denen 8 Prozent an die Aktionäre ausgeschüttet werden und der Rest nach Abzug der Kapitalertragssteuer mit 1 281 690 RM. gemäß Anleihestockgesetz an weiter leicht anziehend. Rheinstahl plus ½ Prozent, dagegen Dahlbusch noch ½ Prozent nachgebend. Hoesch minus ½ Prozent. Farben waren um 1 Prozent auf 171½ erholt, Tiemens plus 2 Prozent, Schuckert plus 2¼ Prozent, Felten plus 1 Prozent. Wintersball leicht um ¼ Prozent zunächst erhöht, im Verlauf ging der Gewinn aber wieder verloren. Der Kurenmarkt war knapp gehalten bei geringer Geschäftstätigkeit. Umgesetzt wurden nur Deutschland=Steinkohlenkure. Im Verlauf hielt die widerstandsfah denz an. Im Verlauf hielt die widerstandsfähige TenBerliner Börse Die Umsatztätigkeit war an der Börse etwas reger als an den sehr sillen Vortagen, ohne aber einen größeren Umsang anzunehmen.„Da sich auf den meisten Marktgebieten Angebot und„Nachfrage besser, gusgleichen onnzen, ergaben die Deutsche Golddiskontvank zu uverweisen in. Aus sich bei den Aktenwerten überwiegend leichte Kurserholunden für soziale Sonderzwecke bereitgestellten Mittelngen. Den Kursaufbesserungen standen aber auch noch Rücksoll außer der regelmäßigen Zuwendung an die Wohlfahrtskasse ein Betrag von rund 400000 RM. an die gesamte aktive Gefolaschaft ähnlich wie in den Vorjahren— gleichmäßiger Grundbetrag und nach dem Familienstande gestaffelte Zuschläge— ausgeschüttet werden. Aenderungen in Vorstand und Beirat der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe Auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe, Generaldirektor Dr. Borbet, hat der Reichs= und preußische Wirtschaftsminister den Fabrikanten Karl Ludwig Kümpers(Rheine), zum Stellvertreter des Leiters der Wirtschaftskammer einannt. Ferner hat der Leiter der Wirtschaftskammer Direktor Georg Beyer(Hagen=Boele) und Dr. Buddeberg(Bielefeld) in den Beirat der Wirtschaftskammer berufen. Die Berufungen haben die Bestätigung des Reichs= und preußischen Wirtschaftsministers gefunden. Holland ermäßigt den Diskontsatz Die Niederländische Bank hat den Diskontsatz um ½ v. H. auf 4 v. H. ermäßigt. Der Diskontsatz wurde am 8. Juni um 1 o. H. erhöht. Börsen widerstandsfähiger Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Nach den Abschwächungen der letzten Tage eröffnete die Börse etwas widerstandsfähiger. Die Kursgestaltung am Aktienmarkt war noch nicht einheitlich fester, doch ergaben sich auf verschiedenen Marktgebieten leichte Kurserholungen. Die Geschäftstätigkeit erfuhr auch eine kleine Belebung, da sich auf dem ermäßigten Aktienniveau kleine Nachfrage zeigte. Der Markt der festverzinslichen Werte blieb still. Auch hier waren auf Teilgebieten leichte Kursaufbesserungen zu beobachten. Am Aktienmarkt hatten einige Montanwerte regere Umsätze zu verzeichnen, besonders Ver. Stahl, die 93⅜ einsetzten und im Verlauf zwischen 93¾ und 93½ schwankten. Buderus plus ¾ Prozent, Mannesmann bei 12000 Reichsmark Umsatz ½ Prozent, im Verlaufe noch —„„„ gänge gegenüber. Aus bekannten Gründen blieb das Geschäft am Rentenmarkt klein. Die Gesamtkursgestaltung wies gegenüber den Vortagen keine nennenswerten Veränderungen auf. Nur einzelne Werte gingen leicht um ½ Prozent zurück, so die Umschuldungsanleihe, Zinsvergütungsscheine und späte Reichsschuldbuchforderungen. Länder= und Provinzanleihen nicht unsreundlich. Am Aktienmarkt waren Montanwerte durchschnittlich 1 Prozent gebessert. Von chemischen Werten Farben 171¾ nach 171½. Kokswerke minus ¾ Prozent, Rütgers 127. Von Sonderwerten sanden Zellstoff Waldhof Beachtung bei 140 nach 139¼. Von Braunkoblenwerten waren Bubiag sehr fest. Conti Linoleun waren 1 Prozent höher. Am Markt der Elektrowerte bröckelten ACsG. noch um ½ auf 136 ab: Siemens plus ¼ Prozent, Schuckert plus ½ Prozent. Uneinheitlich lagen Maschinenaktien. BMW. plus ¾ Prozent, dagegen Berlin=Karlsruher minus ¾ Prozent, Berliner Maschinen minus ¼ Prozent, Orenstein minus ¾ Prozent. Schiffahrtsaktien etwas fester. Norddeutscher Lloyd plus ¼ Prozent. Am Freiverkehrsmarkt gingen von Warenhauswerten Karstadt um Prozent zurück, Usa=Film minus 1¼ Prozent. Der Verlauf war kaum belebt, dabei aber gut gehalten und teilweise etwas freundlicher. Der Schluß war sast geschäftslos bei gut gehaltenen Kursen. Am Geldmarkt notierten: Tägliches Geld 2¼ bis 2½, Prozent. Am Devisenmarkt notterten: Dollar.487(.488), Pfund 12.490(12.480), Gulden 168.38(168.65), französischer Frank 16,42(16,415), Lira unverändert 19,55. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. Bei allerkleinsten Umsätzen waren an der Abendbörse etwg Mittagsschlußkurse zu hören. Deutsche Anleihen blieben, vollkommen, still und ohne Veränderung. Der Verzauf, und der Schluß der Abendbörse waren geschaftslos. Die Auslandsbörsen Searsahte=Sess tPDeyjer Erdbeeren der Güteklasse A— Neue Einheitsvorschriften für Stein= und Beerenobst Es ist noch nicht allzu lange her, da gehörte es zum d Newyork: Fest. London: Freundlich. Amsterdam: Teils gebessert. Paris: Freundlich. Brüssel: Befestigk. Zürich: Gehalten. Wien: Lustlos. Mailand: Geschlossen. Getreidegrotmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg Roagenm,.997 A. 1675 55# Viktorigerdsen 35.-38 0 35.-38.0 Speisserbsen 32.35 5 32.-35.5 Futtererdses. /24.-26 0/24.-26.0 außerordentliche Erträge in Höhe von 10 Millionen trocken, sauber, mit Kelch und Stiel, guten„Ton, daß eine Hausfrau das deutsche Obst und Gemüse für minderwertig und schlecht von vornherein hielt. Sie machte sich in den wenigsten Fällen darüber Gedanken, ob es wirklich so war, oder ob es nur einer Voreingenommenheit gegenüber deutscher Ware entsprang. Für sie stand es fest, daß das ausländische Obst und Gemüse, das sich wohl in der Aufmachung und Verpackung schöner und besser darbot als das deutsche, aber in Aroma und im Geschmack gegenüber dem einheimischen zurückstand, da es ja sehr oft unreif gepflückt wurde und erst beim Transport nachreifte, dem deutschen vorzuziehen sei. Bei der ungehemmten Einfuhr und bei der stärkeren Nachfrage nach der ausländischen Ware stieß das deutsche Obst und Gemüse natürlich auf Absatzschwierigeiten Dieser Zustand hat sich jetzt insofern geändert, als durch die gesamte Wirtschaftslage auch das Ueberschwemmen mit ausländischem Obst und Gemüse verhindert ist. Gerechte Preise für die inländischen Erzeugnisse bieten heute die Möglichkeit, die Güte stärker als bisher zu betonen. Deshalb hat in diesen Tagen der Reichsnährstand eine Anordnung erlassen, die bei Stein= und Beerenobst Reichseinheitsvorschriften festsetzt. Danach sind alle Erzeuger verpflichtet, ihre Ware in gleicher Sortierung und Verpackung in den Verkehr zu bringen. Unsortiertes Stein= und Beerenobst darf also nicht mehr auf dem Markt erscheinen. Diese Bestimmung machte es gleichzeitig notwendig, den Begriff der einzelnen Güte= und Größenklassen fest zu umreißen, um dadurch weniger gute Ware dorthin zu lenken, wo sie hingehört, nämlich in die Marmeladenfabriken und nicht auf den Frischmarkt. Bei den meisten Obstarten ist eine Güteklasse A und B eingerichtet. Bei Erdbeeren z. B. muß die Ware der Güteklasse A folgende lEigenschaften haben: Sie muß versandreif, fest. der sorte entsprechend gleichmäßig in Form und Farbe, d Stiel, frei von Krank* Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 24. 52.75 Reichsmark für 100 Kilogramm.„Aluminium, Prozent, Bl.: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz o. 148 Reichsmark. Juni: —36 Dr.: heiten, Insektenfraßstellen und Fäulnis sein. Der größte Querdurchschnitt darf nicht weniger als 18 Millimeter betragen. Die Anlieferung muß im allgemeinen in Spankörben zu.5 Kilogramm erfolgen. Nur bei Treiberdbeeren sind Kleinpackungen zu ½ Kilogramm gestattet. Die Güteklasse B hat dieselben Bestimmungen wie die Güteklasse A, doch sind hier auch kleinere und kelchlose Früchte zugelassen. Die Güteklasse C, die bei Erdbeeren auch eingerichtet ist, enthält die Früchte, die den Güteklassen A und B nicht genügen und für industrielle Verwertung bestimmt sind. Damit keine Verwechslung eintritt und damit eine Gewähr vorhanden ist, daß wirklich nur die nach Güteklassen geordnete Ware auf dem Markt erscheint, ist bestimmt, daß die Güteund Größensortierungen durch Schilder oder Anhänger an den Packgefäßen deutlich zu kennzeichnen sind, wobei zur schnellen Erkennung verschiedene Farben benutzt werden. Aehnlich wie bei Erdbeeren sind die Bestimmungen bei Pflaumen, Zwetschen. Aprikosen, Pfirsichen, Mirabellen, Reineclauden, Süß= und Sauerkirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren, Heidel= und Preißelbeeren. Von der Sortierungspflicht ist nur die Ware ausgenommen, die direkt an den Verbraucher abgegeben wird. Es ist selbstverständlich, daß solche durchgreifenden Bestimmungen nicht von heute auf morgen sich restlos auswirken können. Es wird noch beharrlicher Arbeit bedürfen, um auch bei dem letzten Erzeuger das Verständnis dafür zu erwecken, daß er zu seinem Vorteil arbeitet, wenn er gewissenhaft diese Sortierungen durchführt. Der Verbraucher aber muß erkennen, daß die verantwortlichen Stellen heute unermüdlich daran arbeiten, trotz der mannigfachen Schwierigkeiten eine Ware zu liefern, die wirklich gut ist. Der Verbraucher muß dann auch zugeben, daß das deutsche Obst, wenn es gut sortiert ist und in einwandfreier Beschaffenheit angeboten wird, dem ausländischen durchaus gleichzusetzen ist oder es durch seine Frische sogar noch übertrifft. KEUSTISSENDERNSEN Ie 10.00 Von der braunen zur weißen Kohle. Funkbericht vom Goldenberg=Kraftwerl 11.50 Zauer, merk auf!.„ 2## 8g8 12.00 Die Werkpause(in Verbindung mit der DAF.) (Aus dem Funkhaus). Das Kleine Orchester Seo Ehsaldl.,„.##u,.=kr(61a8#. 13.15 Mittagskonzert. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt). 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom DeutschlandVende r.# u m. 16.00 Der Erzähler. Zwei Stunden Plauderei und Musik 18.00 Unterhaltungskonzert. Das Westdeutsche Kammerorchester(Hermann Hagestedt) und„Die sechs Rheinsänger“. 19.45 Momentaufnahme 20 giaus, 426t—8 20.10 Soldaten=Kameraden. SA.=Dienst— einst und jetzt.„SA.=Abend der Gruppe Niederrhein. 21.30 Wo bist du, Kamerad? Funkappell alter Frontsoldaten 22.20 Das Schatzkästlein. Christoph Willibald Gluck: „Der betrogene Kadi“. Personen: Der Kadi (Hanns Kämmel); Fatime, seine Frau(Kläre Hansen); Zelmire(Henny Neumann=Knapp); Nuradin(Heinr. Ludw. Korth); Omar, ein Färber(Hannsjoachim Worringen); Omega, seine Tochter(Liesl Binder) 23.15 Unterhaltungskonzert(Von Stuttgart). Landesorchester Gau Württemberg=Hohenzollern(Julius Schröder). Emma Mayer(Alt); am Flügel: Artut Haagen. Deutschlandsender: 19.00; Und jetzt ist Feierabend. 20.10: Gluck— Beethoven— Rich. Strauß. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Nachtmusik Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 24. Juni ntenaent en ülseln Schat gauntgeurenet Bochum, Bongardstraße 14 Portlaufende Notierungen 24.6. 124. 6. 24..123.6. Div. Antang Schlud Kassal Schluel Atbesitz.. %Hloesch RM. P% Krupp RM. 6% Mittelstahl 8% Ver. St. Rll. Bodervs. Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Disch, Erdöl D. Reichsbahn .8. Farbenind. Feldmöhle Felten& ulie Goldschmidt Harpen... Rossch-Koin; Kall-Aschersl. 112.90 112.37s112.37/1 102.75—. 103.00 102.2: 102.87 102.0 102.75 5/128.50 6—. 4128.37/128.0 7122.12122. 7171.87172.2 61128.00 4/131.00131.0 110.62110 04 3105.62 5126.50 126.0 7310 102.7 .25103.00 .00 102.62 .— 102.00 .001102 112.87 1101.62 102.62 103.00 102 25 102.00 .001 .00117 .00128.25 .12|12212 .25/112.31 128.00 .00130.50 .62s110.5 .65 124.75 — 106 .00s126.00 .00 118.00 8 50 .12 170.87 251128.5 121122.1 501130.0 .00 110.75 124.00 .121—.— 501 Mlbcrnoer-Nr. Mannsmann Masch. Untern. Reichsbank Rhein, Braunk. Rhein, Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert apo. Siemens&am Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw Westo. Kaufh., Westeregein Wintershell Zellst. Weichot 24. 6. 124. 6. 124. 6. B23. 6, Oivz Antagg Schipe Kasse) Schluelo 3102 00 3 98.62 98.37 0 108 37108.25 12193.12/194.00 121—.— 4/135.37/135.25 6132.37/132.00 .501108. 50119 25 240. 98.00 .62 192.50 10.00 75 180.25 4/158.00 8/203.00 —— 95 88.87 0 44 37 51126.00 51122.50 6—.— 180.00 158.00 93.25 2 12 98 87 103 50 194.50 33425 135.00 132.23132.50 180.00 156.00 202.12 110.50 93 37 44.12 121.50 121.12 1153.75 201.50 93.37 126.50 122.25 Kuxe Steinkohlen Michel— 14200— 14300 Vests 1030011080010390 sernhareth. 1378 1 475/14001580 Kall 24..1 23. 6. Geid Brief Geld Briefle Garolus M. 46004850 4650 4950 Const. b.., 7100 7400 7100 7500s Deutschl. 385 395 370 400 Schwerin 42004500— 4700 Heinr. 0600 11100 10650 112001 Langd 3200 1380013500141001 Draunkohlen Bruckd.-N.— Gutetioffn 3900 4150/3900 4100 Leonh. 10200 1070 10200 10700s 1163301180 1230 5250— 5250 Beienrode Burbach Neu-Staßt. Siegfr. v. i wih.— 12500]—[12300 6900— 500 6900 Steinkohlen- u. Brannk.-Kuxe 24.,.1 23. 6. Geld Brief Geld Brief) Diergardt 8100 6400 6100 6200 Westfalen 900— 9000— Bellerh.— 4100— 4050 Kallkure 24. Geid Bref graunschu. Eiaptel Erchsseg Habigh. 6200 6600 3350 2850 Heimbold, 2800 Hoge Sisenburg Mariagl Marie Marie Mar Neusolist. Rensbach Reicheld. Thöringen 5850 300 1700 26502 26502 26502 2750 3750 6. 1 23. 6. jeret Geic 66006250 6800 6900 66006900 35503400 3600 2800 2600 2800 295028002900 58505500— — 300 81007600 8000 28002650 2809 28002850 2800 2800 28502800 29502800 2950 39003700 4000 — 400 — 420— Industrieaktien(Einheitsk.) 101 Balcke Masch. 0 Bero. 6. Gahl. V. Bonner 8g..H. 8öso. Walzw. Braunk Zuk. Oortm.Ritterdr. lodss. Hoef.-Sc. 00ss. Masch. 8. lOygamit 4. Nod. Eschw. Berg. V. Glas- u. Se. 8. Glöckauf-.40. Gebr. Soech.46 Hallesche Salz. Hochtisf 46. abelw. Rheyot Kall-Chemie IMöheim. Berg. Rhein, Metall IRhein, Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl.A6. 6gd. Schieß-Oefries Schleg. Scharp. Weggonf. Uerd. Wasserw. Gels. 24..23.6. 74.3 77.0 147.0144.0 144.0143.0 120.0121.0 137.0138.0 93.0 83.0 33.0 88.7 1178 140.0142.0 132.0132.5 Div. 23. 83 33 265.0265.0 153.6 114.0 Colonis Röckv. Gladb. Feuew. 40 760.0780.0 Köln, Hagelv. 8 95.0 90.0 40in. Liopo.V.— 235.0235.0 Köln.Röckv. gr. 6 120.0s120.0 Köln. Röckv. kl.— 80.0 80.0 Rentenwerte 5 Rhw..-Cr. Shyp.S Pfd. S. 4. S. 12. 10 97.0 97.0 dto, dto..1„. s1 Oto, dto. S. 11 101.7 6 dto. Gold.-Kom 1925, 1927 S.—8 95.0 7½ Wo. Bod. Gptd. 8—. 6 dto. Em. 3, 9/12, 14 98.3 Freiverkehre-Aktien 24. 6. 23. 101.8 95.0 96.3 Reichsbankdiskont 4% Lombardzinsfus 5% Einheltskurse Industriewerte 24.23.6 112.3 113.0119.0 88 0 185.51 Bankaktien Berin. Hand. 9. Com. u. Pr.- 8. 10. Bank u..-G. Oresdner Bant Rh. N. Bb. Cr. 8. Westo. 8..-A. 113.8115.0 92.0 93.5 93.5 91.7 93.2 93.2 123.0 94.0— Vereicherungsaktien au. Aach.-Mönch.F 32 1130 1180 Aach. Röckvers 14.8 240. 0240.0 Agriog.., FlL.— 870.0370.0 Alli. u. Stuttg.W.2265.0265.0 Alli. u. St..-.,.8/210.0210.0 KCoionis,.-.K..4/140.0140.0 97.3100.5 70.0 97.2101.0 890 676 Sorb,.. S7 8. 83.0 Eiss C. 118.0118.0 E.K0.I. 108.0—. Goech.hb Hann. K. Alnome. 92 Kortom Lothrin. Lothr. 6. Manst. Masch. Kr bluch. berIah. Linel. 5IwI. Dian. u. Jugt. Oyek. Wie Steuergutecheine Geic Briet 83.0 70.0 116.0117.0 107.0110.0 67.0 979 97.0/1000 77 5 —. 101.0 79.0— 77.5 850 97.0— —. 85.0 93.5 96.0100.0 94.0— 94.0 107.S110. 5107.8110 #lig ab 1. 4. 194 " 1. 4. 1933 " I. 4. 1923 " 1. 4. 1937 " I. 4. 1939 24../23.6. 103.6 Berliner Börse, 24. Juni Richst Commerz- und Privar-Bank Filiale Bochum Oitmann Neuh...x-—. Otmd. Akt.=Brau. 10/185.5185.2 Union-Brau 12.— 205.0 Dörener Metall 6/135.0—. Opckereh. Wiom. 6148.2147.0 Akkumulatoren Aku I. E. 6. Anhalter Kohle 4schaff Zeist. malke U Basalt Bayr. Moteren Sember Berger Julius Bergmann El. Berl. Karlsr. ind. Nr. u. Licht Maschinend. Boderus 121982199.5 0 55.2 55.2 0 36.0 36.1 0105 7105.7 9101.5101.5 0 75.0 TT.O 0 10.0 10.2 6136.0134.5 5 85.0 85.1 6134.6135.0 01108. 0106.0 5139.1139.5 9151.6151.: 5129 5130.5 4102.0101 54 113.|115.3 G· chen— Chem.Geisenk. 4 100. S Conti Gummi 11/189.0189.0 107.6 111.8/111.8 112.3112.3 112.2 10Pgaler den: Otsch. Atlant. Otsch. Baumwolle Conti Gas Kabel Linoleum Steinzeug Tel. u. Kad. Eisenhang. 4142.|142.0 glektr. Lieferg t. Licht u. Kr. 7 Engelh., Brauerel Enzinger Union reissute gebhardt& Co. German, Cem. Ges. f. el. Untern. MGildemeister Glacb. Wolle 2 Gruschw. Textl Guanowerte nackethal Draht Hagece Hamb. Elektr. Hindr.-Aufferm. Hoffmann Stärke fioheniohewerke Holzmann Ph. Hotelbstr.-Ges. 1. Seber Jise Genuß Isenbeck Brau. Junghans Gebr. 6132.0131.2 7153.0152.8 0/.96 O 95.5 117.7119.0 110.0118.0 8134.0134.5 4105.0105.0 6138.6138.5 7151.0151.0 10. 54108.2108.2 9 99.7100.2 65/130.6130.6 6115.0117.0 3141.5141.5 6126.2126.2 69145.0145.0 0150.0150.0 4119.3119.6 0 90.5 90.5 6—. 167.0 6135.0135.2 3 76.2—. 0 95.0 P7.7 Wokswerke Kölner Gas Kre ft. W. Kromschrosder Kropgrigz Metall Köpperebusch ahmever Laurahotte Leopoldsgruben Lindes Eis Liogsergerke Loronz G. M uar Wute Miag Mimoss Mölheimer Berg. 6128.3s129.6 3 80.0 80.0 0 78.0 78.0 5—. 108.0 75167.5172.5 —•— 7138.7137.5 0 21.7 21.5 0105.0106.0 8152.2153.0 8160.0160.0 89— Siem.& Halske Stollberg. Zink rhüringer Gas I Tuch dachen Union chem. 8/202.1202.0 0 75.2 750 Ia Jlaac 7106.2106.5 111.0111.2 0106.0106.2 10—. 154.7 9— 153.5 Prenst.&4mp; Koppell o 80.0 80.1 Oenabr. Kupfer 6 Ponge 4 Zahn 14 Rbsn. El. Werte 6 1342 Rhein.-W. Kalk 61132.5132.5 Rlebeck Montan.2116.0115.2 Rötgerswerte 61126.7127.0 s Ssstn. be—. Saroti S 95.0,93.0 Schlege,„ 9—. 1190 Schles. Berg. u. Z. 0 39.3 39.61 Bero. Beuth. 0 94.0, 94.7 Elett. u. Gas 7139.7133.2 10143.2148.5 Vegptsgsh.Hicehel 8139.2139.2 Ver. Glanzst. 0140.0—. Ver. Oitramaria 7144.2147.2 Vogel Oradt 8150.01500 w ggag 4 Ce. Schub& Salzer Schullheis-Patz. Siegersdorfer W. Siemens Glas 4109.5110.0 2133 7 141 8 4100.7/101.0 Wandererw. Warsteiner Grud. Westfalen Draht 5136.0 Wichdler Brau. 8—. 5 108.7108.5 8188.5167.1 0 71.2 71.7 Verkehrewerte A. 6. für Verkehr Boch.-Gelsenk. Hamd. Amer, Pak. Hamb. Södamer. Norec. Lioye S121.01203 0—.— 0 14.6 14.4 0 31.0 30.0 0 15.7 15.7 Rentenwerte 45 Ot. R. Schatz. 41—. 4 0t. R. Anleide 44 98.6 35 0. R. Younganl. 102.2 45 Reichsbahn Sch. 99.2 Westfalen Altbesits 115.2 45 Sochum dnl. 45 Ouieburg. Anl. 45 Dösseld. Anl. 45 Elberfeld. Anl. 45 Essen Aol. .S 98.7 .2102.3 927 .2115.2 93 91.1 .1 93.7 93.0 92.21 4E Mölb.-Ruhr Anl. 6 Rührverbo. Anl. 35 44 Pr Ldof. A. Pfd. 45 Ldbk. Westf. Pfd. 45 Lobk. Westt Kom. 0 3 450t. Komm. Golchanl 95.5 ## Wantt ldanb aue 95 S 75 45 Westf. Gsch. Pfo. 440t. Hyo. B. 8in.Pfa. 4# Pr. Centr. B0d. Pfo. 4# Pf Pfddr Sk. Pfa. 45 Basalt Obl. 6 Concord. Bern Oe. 1030 8 Daimier Benz Obl.106.5 6 Köcknerw. Obl. 101. 5 Mont Cenis Obl. 45 Ver. Stahl 60 44 Ver. Stahl 47/81 8 Ver. Stahl 8 Siem. u. B. Obl. 6 bardenboncs Umsch. Anleihe 103.0 93.5 95. 99.0 175.2 138. 93.1 95.3 95.3 .0 96.0 .0 96.0 .7 96.7 99. S 98 5106.2 .0101.0 .0102 5 .5 98 3 .5 9A.3 9 10 99.0 .2—. .0136.0 .6 83.7 R. Schuldb. F. 38 R. Schuldd. F. 35 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schulod, F. 43/6 5 Essen Steink. 42 45 Marpener 49 55 R. N. E. 82 5R. W. E. 30 45 Ruhrchemie 4 45 Rohrgas 89 45 Ruhrwasser 53 45 Ruhrwohng. 55 45 V. E. W. 32 24..24.6. 834 99.9— 97.7 99. 5 97.8 90 8 97.0—. 5 93.0 MAS 99.5—. 94.5 960 91.2 95.7 93.0 94.0 94.0 95.2 93.0 94.5 Westtalenbank.-G. Ausföhrung sämtlicher aa Bochum Inkgeschafte Sorplällge Auslülhrung aler banhmäügen Geschäte Deuische Bank u. Disconlogesellschalt Fillale Bochum Einhenspiatr su Ter. Sasa! Seite 12 Nr. 146 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 25. Juni 1936 Nachrichten aus Groß-Bochum Kleine Aeibungen aus ven=Siadnenen Stadtteil Hordel 40 Jahre Blaukreuzverein Hordel. Der Hordeler Blaukreuzverein blickt jetzt auf eine 40jährige Geschichte zurück und hat in diesen 40 Jahren seines Bestehens viel segensreiche Arbeit geleistet. Seine Gründer waren Heinrich Stvatenhoff, Heinrich Hasenpflug senior und August Maashoff. Der Verein ist einer der ältesten der evangelischen Gemeinde Hordel. Für 50 Pfennig 100 Reichsmark. Glück hatte der Volksgenosse Heinrich Schr. aus der Hordeler Straße, der bei einem Besuch in einer Nachbarstadt von einem Glücksmann ein Los erstand. Groß war seine Freude, als er einen Treffer von 100 Reichsmark gezogen hatte. Stadtteil Hamme Silberjubiläum. In schlichter Weise beging der Verein hannoverscher Landsleute sein silberger„Rer; einsjubiläum, und zwar war das die letzte Ve tung dieses Vereins. Der Leiter Schmidt sprach herzliche Grußworte und betonte, daß man die Auflösung des Vereins beschlossen habe, die dann auch später vollzogen wurde. Den beiden Mitgliedern Friedr. Knebel und Johann Beel überreichte er für ihre 25jährige Mitgliedschaft ein gerahmtes Bild unseres Führers. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Ehrung. Eine besondere Ehrung bereitete der Geflügelzuchtverein„Rassenzucht“ in seiner Versammlung drei Mitgliedern, die dem Verein lange Jahre die Treue gehalten und sich um seinen Ausbau besondere Verdienste erworben haben. Der Leiter Bregenstett stattete ihnen den Dank des Vereins ab und überreichte namens des Vereins jedem einen Stamm wertvoller Rassehühner. Die Namen der drei Geehrten sind: Heinrich Burchardt, bowski und Gerhard Böttcher. den Dank ab. Franz SchlaBöttcher stattete Stadtteil Riemke Bestandenes Examen. Die Tochter Hildegard des Bürobeamten Klaus Böckler bestand mit dem Prädikat„gut“ ihr Examen als Krankenpflegerin. Der Ziegeleiabbruch an der Ruhrschnellstraße. Wie im„B..“ bereits berichtet, wird die an der Ruhrschnellstraße in der Nähe der Hofsteder Straße liegende Ziegelei gegenwärtig abgebrochen. Die Bögen der Ziegelöfen stehen noch, während das Dach und die Außenwände bereits abgebrochen sind. Unter dem Schutt liegt noch das Mauerwerk. Hier wird später etwa 40 Zentimeter Muttererde aufgefahren werden. Der Abbruch des ebenfalls noch stehenden Schornsteines ist für September zu erwarten. Das Gelände, das den Erben Helf gehört, wird später wieder beackert werden. Einige kleine Gartenanlagen werden dadurch verschwinden. Jedoch werden die Kleingärtner auf der anderen Seite der Ruhrschnellstraße anderes Land erhalten. Die der Hofsteder Straße zu liegenden Gärten bleiben dagegen erhalten. Stadtteil Weitmar Totenglocke. Im hohen Alter von 85 Jahren starb nach nur kurzem Leiden der im Ortsteil WeitmarBärendorf bekannte und geschätzte Gastwirt Friedrich Schröer an der Ecke Kohlen= und Schützenstraße. Am Dienstag nachmittag wurde er unter großer Anteilnahme auf dem evangelischen Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. Aus der Franziskuspfarrei Weitmar. Von Freitag abend 8 Uhr bis Samstag morgen 7 Uhr findet in der Kavelle des St.=Vinzenz=Schwesternhauses der Franziskuspfarrei die eucharistische Feier der Ewigen Anbetung statt. Neuer Straßenname. Der Verbindungsweg, der sich im Ortsteil Weitmar=Nord zwischen der Cramer= und der Vereinsstraße befindet, hat nunmehr den Namen „Bruktererstraße" erhalten. An der neuen Straße ist ein mehrgeschossiges Doppelwohnhaus errichtet worden, das jetzt bezogen worden ist. Ausbau der Kohlenstraße. Nachdem im vergangenen Jahre der Teil der Kohlenstraße zwischen Essener und Hammer Straße im Ortsteil Weitmar=Nord vollständig ausgebaut und mit neuen Bürgersteigen und Radfahrwegen versehen worden ist, soll jetzt auch der Teil der Kohlenstraße zwischen Hattinger und Hammer Straße ausgebaut werden. Mit diesen Arbeiten wird nunmehr begonnen werden. Zwischen Wattenscheider und Essener Straße hat man die Schlaglöcher mit festem Material zugeschüttet. Da die Kohlenstraße eine der verkehrsreichsten Straßen ist und die nördlichen Stadtteile mit dem Süden Bochums verbindet, so wird der Ausbau dieser Straße allenthalben sehr begrüßt. Auch die Staubplage wird durch die Pflasterung fast ganz beseitigt. größter Nachsuchungen konnte die Leiche vorerst nicht gefunden werden. Nach 48 Stunden gab die Ruhr am Dienstag mittag ihr Opfer frei. Die Leiche wurde gesichtet und alsbald in unmittelbarer Nähe der Unglücksstelle geborgen. Die Leiche wurde zur Friedhofshalle in Gerthe übergeführt. Stadtteil Harpen Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine für Speisefette. Die Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine für Speisefette für nicht unterstützte, aber bezugsberechtigte Personen erfolgt im Stadtteil Harpen für Bezugsberechtigte mit den Anfangsbuchstaben A bis L am Donnerstag, 9. Juli, M bis Z am Freitag, 10. Juli, nachmittags von 15 bis 18 Uhr. Die Ausgabe erfolgt im Verwaltungsgebäude(großer Saal). Personen, die nachmittags auf der Arbeitsstelle sein mussen, können ein mit einer Vollmacht versehenes Familienglied (nicht Fremde oder Kinder) mit der Abholung der Fettscheine beauftragen. Mitzubringen sind Fettscheinausweiskarten, Familienbuch, Rentenpapiere und Lohnnachweise sämtlicher Familienmitglieder. Die Unterstützungsempfänger der Kleinrentner= und Sozialrentnerfürsorge erhalten die Fettscheine auch in den vorstehend angeführten Ausgabeterminen. Ebenso die Unterstützungsempfänger der allgemeinen Fürsorge, die keine Barunterstützung erhalten. Die Unterstützungsempfänger der allgemeinen Fürsorge, die eine Barunterstutzung erhalten, erhalten die Fettscheine im Zahltermin. Die Unterstützungsempfänger der Erwerbslosenfürsorge erhalten die Fettscheine ebenfalls im Zahltermin. Pflichtarbeiter erhalten die Fettscheine im Zahltermin am 26. Juni, nachmittags, an der Kasse der Verwaltungsstelle Gerthe. Stadtteil Altenbochum Schulungsabend. Der Kleingärtnerverein„Auf der Prinz“ hielt in der Wirtschaft Witwe Deh. Buselohstraße, einen Schulungsabend ab, bei welchem Konrektor Köhler einen Vortrag über die Herkunft, Wirkung und Bekämpfung des Kartoffelkäfers hielt. Weiter erörterte der Vortragende die Bekämpfung des Ungeziefers an den Obstbäumen und Beerensträuchern und erteilte Ratschläge zur Bekämpfung. Den Kleingärtnern wurde aufgegeben, rechtzeitig die durch die zahlreichen Hasen und Kaninchen entstandenen, Wildschäden fruhdaß alle Kleingärtner bis zum 80. Juni eine Brandschadenversicherung eingangen sein müßten. Versammlung der Ortsgruppe Altenbochum der NSDAP. Am Donnerstag, 2. Juli, um 20.15 Uhr, findet eine Versammlung der Ortsgruppe Altenbochum der NSDAP. beim Pa. Senft, Laerstraße 38, statt. Es spricht Ortsgruppenleiter Pg. Gruning. Alle Mitglieder, die am Erscheinen verhindert sind, haben dies bis zum 30. Juni dem Parteibüro, Velsstraße 2, bekanntzugeben. Ost= und Westpreußenverein, Ortsgruppe 323. Altenbochum. In der Versammlung gedachte der Vereinsleiter des verstorbenen Mitgliedes Karl Gemsa. Schulungsbriefe kamen zur Verteilung. Gleichzeitig wurde über die letzte Verbandssitzung Bericht erstattet. Ferner wurde die Abänderung der Fahne in Anlehnung an die Verbandsbeschlüsse besprochen. Es wurde darauf hingewiesen, daß die hiesigen Vereine noch Patenstellen für die Einrichtung von Schulen und Kleinkinderschulen in den bedürftigen Heimatgebieten übernehmen sollen. Laer Rentenzahlung. Bei der Postanstalt erfolgt die Zahlung der Heeresrenten am 29. Juni und die Auszahlung der Invaliden= und Unfallrenten am 1. Juli in den Dienststunden. Die Unfall= und Invalidenquittungen müssen behördlich beglaubigt werden.— Die Knapyschaftsrenten gelangen bei Kuhweide für die Witwen am 1. Juli um 15 Uhr und für die Invaliden am 7. Juli um 14.30 Uhr zur Auszahlung. Personalnachrichten Der Samen= und Pflanzenhändler Anton Ringens, Wittener Straße 15a, feierte am 22. Juni in geistiger und körperlicher Frische seinen 79. Geburtstag. Die Sopranistin Lydia Galka(Klasse Finkgarden) bestand vor der Dortmunder Kommission die Eignungsprufung für das Opernfach. Der Finkgarden=Schüler Hans Decker wurde an die Essener Oper als erster jugendlicher Heldentenor verpflichtet. Heute feiert die Witwe Wilhelm Deiß, Pinagelstraße 12, ihren 70. Geburtstag. Sie ist am 25. Juni 1866 zu Ausbach, Kreis Hersfeld, geboren. Sie verehelichte sich am 26. Februar 1887 mit dem Fabrikarbeiter Wilhelm Deiß zu Bochum. Aus der Ehe gingen vier Mädchen und fünf Jungen hervor. Ein Mädchen und ein Junge sind im frühen Alter gestorben, einer ist auf dem Felde der Ehre gefallen. Die anderen sind verheiratet. Ihren Lebensabend verbringt sie bei ihrem jüngsten Sohn. Stadtteil Werne Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener. Die Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, Ortsgruppe Werne, hielt am Sonntag unter starker Beteiligung der Kameraden auf dem Scheibenstand Hiby ein Uebungsschießen ab. 70 Ringe erreichten: die Schützen Koppmeier, Nieder, Bollmann und Henke, 69 Ringe: Berges, 68 Ringe: Salchert. Stadtteil Linden=Dablbausen Kleine Ursache, unglückliche Wirkung. Dem St.= Elisabeth=Hospital zugeführt wurde gestern nachmittag der 16jährige Werkslehrling Heinrich K. aus dem Stadtteil Linden, Hattinger Straße wohnhaft, der sich mit dem Fahrrad auf der Heimfahrt befand. An der Kohlenstraße geriet er in voller Fahrt in einen Mückenschwarm, wobei ihm einige der Tierchen ins Auge flogen. Er verlor die Gewalt über sein Rad und stürzte. Er erli“; einen Unterarmbruch Kopf= und BeinschürfHasen und Kaninchen entstandenen Wildschäden früh=lEr ertint einen unerarmbruch, zeitig anzugeben, desgleichen wurde darauf hingewiesen, wunden, die ärztliche Behandlung notwendig machten. Aus dem Nachbargebiet Kutenscheie Tiaih. Goldene Hochzeit in Höntrop. Am kommenden Samstag können die Eheleute Johann Bierwulf und Frau, Maria geb. Werner, das Fest ihrer goldenen“ Hochzeit begehen. Beide Jubilare sind in Elbina(Westpreußen) geboren und kamen im Jahre 1876 nach Wattenscheid=Höntrop, wo der Ehemann zunächst als 14jähriger Junge auf der Zeche„Maria=Anna=Stein= bank“ in Arbeit stand. Nach der Stillegung dieser Zeche arbeitete der Jubilar auf der Zeche„Engelsburg" bis zum Jahre 1923, wo er invalidisiert wurde. Der im Jahre 1886 geschlossenen Ehe entstammten 14 Kinder, von denen heute noch 3 Söhne und vier Töchter das seltene Fest der goldenen Hochzeit mit den Eltern feiern können. Zwei Söhne starben den Heldentod während des Krieges. Der Ehemann steht heute im 74. und die Ehefrau im 69. Lebensjahr. Das Jubelvaar erfreut sich bei Freunden und Nachbarn großer Beliebtheit, die auch nicht verfehlen werden, dem Paare an seinem Ehrentage eine besondere Freude zu bereiten. Borawski=Gedächtnis=Marsch. Wie alljährlich seit dem Tode des unvergeßlichen, von Rot=Front erschossenen Fritz Borawski veranstaltet der SS.=Sturm „Fritz Borawski“ auch in diesem Jahre am Todestag des Kameraden einen Gedächtnismarsch, der durch die gleichen Straßen führt, die der Marsch der NSDAP. am Mordtage(26. 6. 1932) berührte. Der Marsch wird mit einer schlichten Erinnerungsfeier am BorawskiGedenkstein an der Mordstelle sowie am Grabe des Freiheitshelden beendet. „Die Zukunftsaufgaben der DAF.“ In einer Arbeitstagung der DAF. sprach Kreiswalter Baum über die Zukunftsaufgaben der DAF. Die Ausführungen des Kreiswalters waren umrahmt von musikalischen Darbietungen des Freudenberg=Trios. Oratorium der Arbeit. Anläßlich der feierlichen Einweihung des neuen städtischen Festspielplatzes wird das große Oratorium der Arbeit von Böttcher seine westdeutsche Erstaufführung erleben. Als Mitwirkende sind gewonnen: sämtliche Wattenscheider Männergesangvereine, ein Kinderchor, der Kammerchor, das Ruhrland=Orchester und Charlotte Hoffmann vom Opernhaus Köln, Paul Lodder vom Stadttheater Münster. Die Aufführung wird durchgeführt in Verbindung mit der Stadtteil Grumme=Böde Aus der evangelischen Gemeinde des 10. Pfarrbezirks. Die„Bochumer Vereinigung zur Pflege alter Hausund Kammermusik" veranstaltet am nächsten Sonntag, abends 8 Uhr, im Wichernhause eine musikalische Feierstunde, die als Gemeindefeier für den 10. Pfarrbezirk Grumme=Vöde aufgezogen wird. Die Programmfolge, eine mehr sommerliche Abendmusik, verzeichnet leicht eingängige Werke von Haydn, G. F. Händel und Bach. I. Stadtteil Gertbe Reichsbund der Kinderreichen. Die Ortsgruppe Bochum=Gerthe im Reichsbund der Kinderreichen hielt eine Versammlung im Lokale Borgmann ab. Nach der Eröffnung durch den Ortsgruppenwart Hemmerich sprach die Gaufrauenschaftsrednerin Frau Rudloff über das Thema„Die kinderreiche Mutter als Nationalsozialist". Danach sprach der stellvertretende Kreiswart Fern(Bochum) über die bevölkerungspolitischen Ziele des RDK. Der stellvertretende Landesleiter Gappa, sprach ausführlich über die Reichsbundestagung in Köln und stellte die des Jahres 1931 in Parallele zu dem jetzigen Ehrentag. Das Mitglied Faust trug ein Gedicht vor. Der stellvertretende Ortsgruppenwart Heimann sprach über die Gewährung von Erholungskuren für kinderreiche Mütter, über Fahrtverbillkgungen bei der Reichsbahn und über die Bedeutung des Landjahres. Neben mancherlei anderen Anregungen stellte er auch die EinrichOrtsgruppenbücherei in Aussicht. Neues Beigwert in Gandern „St. Mathias II“ kommt in Betrieb tung einer Die Ruhr gab ihr Opfer frei. Wie wir in der Dienstagsausgabe ausführlich berichteten, forderte die Ruhr am Sonntag mittag in Herbede ein Todesopfer in dem 16jährigen Hans Reinke aus Gerthe. Trotz — Aufnahme: Altenfeld In dem landschaftlich so reizvollen Bochumer Stadtteil Sundern wird bald eine industrielle Anlage von sich reden machen. Es handelt sich um den neuen Grubenbetrieb von„St. Mathias II“, an dem jetzt eifrig gearbeitet wird. Auf dem Bilde sind die Anfänge eines Schachtgerüstes sichtbar 80 Jahre Der Rentner David Waschke feierte gestern. 24. Juni, seinen 80. Geburtstag. Er verlebt bei seinem ältesten Sohne Albert Waschke. Weitmar, Kohlenstraße 93, seinen Lebensabend ist noch außerordentlich frisch und gesund und verfolgt die Tagesereignisse mit regem Interesse. Seine Kinder, Enkel und Urenkel wünschen ihm einen noch recht langen, glücklichen Lebensabend. RSG.„Kraft durch Freude". Die Gesamtleitung liegt in Händen des Wattenscheider Musikers Eugen Klein. Stadt Wanne=Eicke! Hohes Alter. Heute, Donnerstag, feiert Frau Stellmacher, Hammerschmidtstraße 9, ihren 75. Geburtstag. Neue Meister. Die Maler Heinrich Bürger, Burgstraße 120, und Richard Schloms, Schwerinstraße 27, bestanden vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer in Dortmund die Meisterprüfung. Abschlußfeier des WHW. Mittwoch nachmittag fanden sich im Westfälischen Hof die Zellenleiter, Blockleiter. Helferinnen und Helfer der NSV. zur Abschlußfeier des WHW. zusammen. Ortsgruppenleiter Schemmer konnte eine stattliche Anzahl Gäste begrüßen. Den bewährten Mitstreitern wurden Urkunden überreicht und allen am Gelingen des Werkes Beteiligten herzlicher Dank ausgesprochen. Bund der Kinderreichen. Im Lokale Pütt(Nottebaum) fand eine Ortsaruppenversammlung statt, die vom Schriftführer Maraun eröffnet wurde. Er stellte der Versammlung den neuen Ortsgruppenwart Reckermann vor. Diebe in der Badeanstalt. Am 18. Juni, in der Zeit zwischen 15 und 19 Uhr, wurden aus einer verschlossenen Kabine der Badeanstalt am Osthafen ein Paar neue braune Segeltuchschuhe, Größe 35, mit schwarzen Sohlen und starken Streifen zum Schnüren und ein Paar beige Socken mit blauem Rand gestohlen. Wer kann bezüglich des Täters Angaben machen? Bochumer Veranstättungen Botanische Wanderung. Die Vereinigung für Heimatkunde veranstaltet am Sonntag, 28. Juni, eine botanische Wanderung: Sythen— Fischteiche— Haus Dülmen Sückenbroksbeide— Fliegerlager— Sythen(etwa 20 Kilometer). Die Landschaft ist ehemaliger Meeresboden aus der jüngeren Zeit des Kreidemeeres, die in den Eiszeiten des Diluviums ihre heutige Form erhalten hat. Es werden die Zusammenhänge zwischen Bodengestaltung und der Pflanzendecke gezeigt, wie sie hier die Heideflora geschaffen. Gleichzeitig wird Gelegenheit geboten, die heimische Vogelwelt zu beobachten. Besichtigt wird auch die Biberrattenfarm bei Haus Dülmen. Die Führung dieser lebrreichen Wanderung hat Lehrer Mayr übernommen. Abfahrt: .26 Uhr ab Bochum=Nord bis Sythen. Sonntagsfahrkarte nach Sythen.20 RM. Traditionsecke Kriegsfreiwilligen 1914/18. Die Deutscher Kriegsfreiwilliger 1914/18. Reichstreffen der Sitz Düsseldorf, führt am 29. und 30. August 1936 in Hannover unter Beteiligung von Partei und Wehrmacht ein Reichstreffen durch. Die vom Führer und Reichskanzler im vergangenen Jahr als Weihestätte deutschen Kriegsfreiwilligentums bezeichnete Grabstätte unseres gefallenen Kameraden Hermann Löns in der Lüneburger Heide wird bei dieser Gelegenheit der Obhut der Reichskameradschaft übergeben. Es ergeht an alle ehemaligen Kriegsfreiwilligen der Aufruf an diesem Reichstreffen, zu dem der Führer und seine Getreuesten eingeladen sind, teilzunehmen. Nähere Mitteilungen über Fahrt, Unterkunft usw. erteilt der Propagandawart Kamerad Carl Nippraschk, Düsseldorf, Zietenstraße 32. Ehemalige 17er, Graf Barfuß. Der Regimentsverband mit über 30 angeschlossenen Kameradschaften begeht am 8. und 9 August in Gronau(Westf.) eine große Wiedersehensfeier. Alle ehemaligen Angehörigen des Regiments werden gebeten, an dieser Feier teilzunehmen. Auskunft erteilt Adolf Wagener, Bochum, Drusenbergstraße 70. Kameradschaft ehem. 159/219. Bochum. Die Schützen der Kameradschaft trafen sich im Monat Mai zweimal zum Pflicht= und Uebungsschießen bei Vernholz in Weitmar. Geschossen wurde beim ersten Treffen: um den Vereinsmeister 1936/37, Bedingung 2 Schuß stehend aufgelegt und 3 Schuß stehend freihändig. Die fünf besten Schützen waren die Kameraden Paul, Klüting, Eschbach, Herker und Brockmann. Den Wanderpreis, Stifter Kamerad Kardinahl, erhielt Kamerad Eschbach. Gruppenschießen, 50 Meter, Kleinkaliber, 5 Schuß liegend freihändig, 5 Schuß stehend freihändig und 5 Schuß kniend oder sitzend. Hier waren die fünf besten Schützen die Kameraden, Paul, Klüting, Eschbach, Heide und Brockmann. Beim zweiten Treffen wurde geschossen: Vereinsmeister 1936/37, Bedingung wie oben. Die fünf besten Schützen waren die Kameraden Klüting, Paul, Eschbach, Reier und Kerkemeier. Den Wanderpreis Stifter Kamerad Moll, erhielt Kamerad Reier. Ehrenscheibe, Stifter Wirt Vernholz, erhielt Kamerad Eschbach. Gruppenschießen: 50 Meter, Kleinkaliber. Die fünf besten Schützen waren die Kameraden Eschbach, Paul, Schilling, Schütte und Möller. Am 14. Juni nahm die Schützengruppe am Bundesschießen 1936 in Mülheim(Ruhr) teil. Geschossen wurde um den Bundeswanderpreis, Dr.=Thyssen=Preis und Standartenpreis 159. Außerdem fand ein Ehrenpreisschießen mi Kleinkaliber statt. Die Bochumer Kameradschaft erhielt nach heißem Kampf den Bundeswanderpreis 1936/37: außerdem erhielten die Kameraden Eschbach, Klüting und Paul wertvolle Iyrenpreise. Auf Wunsch####.,##s#cche Bundesschießen 193 in den stattfinden. reise. Auf Munsch den Mauern der Stadt Bochum MAGGI' Bratensoße P aar Rchenge Sate i Nauer Jmd.& Eine gute Soße zu Braten, Gulasch, Schweinekotelett, Bratklopsen, falschem Hasen, Frikadellen, Leder, Nieren usm. Einen Wärfel Maggi's Bratensoße sein zerdrücken, 1/4 Liter Wasser dazugeben, auf nicht zu großer Flamme unter ständigem Rühren zum Kochen bringen und dann noch 3 Minuten bei kleinem Feuer ziehen lassen. Die nun fertige Soße zu dem beim Braten des Fleisches erhattenen Bratensatz geben, gut damit verrühren und kurz aufkochen lassen. Weilere Rezepte kostenles von der MAGGl-Gesellschaft, Berlin W 39 Seite 13 Nr. 14 Koblenz, 24. Ji Dritten Großen St ziskanerbrüder Joh mann und Egon öffnungsbeschluß n brechen gegen den Der Angeklagte 19 Jahren ins Kli Ruhe und Frieden. Bruder beerdigt B tus hatten die Gäst den übriggeblieben Verfehlungen gekon Auf Grund der klagte Johannes e natürlicher Unzucht urteilt. Die Strafe haft verbüßt. Der Josef Neuma sondern wollte in üben. Deshalb habSein Verwandter, land geflüchtet sei, Später habe er sick gelassen, um aus Verfehlungen seien den. Die Hoffnun lassen zu werden,s 1930 habe er dann schaft vollzogen. D sechs Monaten Ge Untersuchungshaft Egon Fillin geboren. Er hat in nach mit anderen phen 175 verstoßen Dom tätig. Bei ein zu Linz wurde er fehlung mit einem Fall geschah im nach. Der Angeklag nis verurteilt. Die haft verbüßt. Der Die 2 Wie bereits ge handlung am Dien Verfahren gegen de Grund der Amne Korczikowski Altegoer wird Jahr acht Mona suchungshaft von Aus der Verha Die Vernehmut giht, daß er in der kaner in Waldbrei Waldniel tätig ge mung des Angekla nehmung der Zeue menden Brüder m zugebender Weise den Angeklagten einmal, bevor sie bare Handlung im sich zur Zeit im A Hauptangeklagte? Der Staatsant daß man bei Bee in diesem Prozeß Netz der Quervei kanerbruderordens gesichts der dauer derungen vor ein hüten. Bei der Be die einzelnen Stre den, und nicht nur vor allem der C Off. Stellen C. Keine Orig.=Zeugn. einsenden! Auf d. Rückseite von Zeugnisabschrift. Lichtbildern usw. stets volle Anschrift des Bewerbers schreiben Jüngerer für Journal und Konto=Korrent sofort gesucht. Angeb. m. Lebenslauf R. F. 2373 Anzeig. Kräftiger Arbeitsbursche für sofort gesucht. Ausk. Anz.(a2375 Suche zum 1. Juli eine perfekte Verkäuferin im Fleischverkauf. Ferner eine Pagsage geig Aug. Forthmann, .=Elberseld, Klotzbahn 30, Telephon 24991. Tüchtige Friseuse sowie tüchtiger Damenfriseur zum 15. 7. gesucht. Ang., mit Altersu. Gehaltsangab. an Salon H. Starkloff, Soest i. W. Friseuse sofort gesucht. Salon Illhardt, Oskar=Hoffmann= Straße 45. Suche für meinKurpension f. sof ein gesund., kräft für Zimmer= un Hausarbeit. Lohi mon. 30.. Kassel frei. Kurpension Fleicher, Bad Lippfpringe. Seite 13 Nr. 146 7 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 25. Juni 1936 und Rheinland Brei Wenete IInnN...... im Koblenzer Prozeß gegen Franziskanerbrüder In der Mittwoch=Sitzung der Koblenz, 24. Juni., In der Mittwoch=Sitzung Dritten Großen Straframmer wurde gegen die Franzistanerbrüder. Johgngg#, Schreiber„Jesefam.: mann und Egon Fi#tinger verhandett, Jusgeröffnungsbeschluß werden allen drei Angggg ux ga#, brechen gegen den Paragraphen 175 StGo. zur Last Der Angeklagte Johannes Schreiber ging mit 19 Jahren ins Kloster. Drei Jahre lebte er dort in Ruhe und Frieden. Im August 1935 wurde ein älterer Bruder beerdigt. Bruder Imbert und Bruder Redemptus hatten die Gäste zu bedienen. Beide tranken nachher den übriggebliebenen Wein und dabei ist es zu den Verfehlungen gekommen. 2....2 Ung. Auf Grund der Beweisaufnayme wurde der Angeklagte Johannes Schreiber wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe ist durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Josef Neumann wollte nie Klosterbruder werden, sondern wollte in der Anstalt nur sein Handwerk ausüben. Deshalb habe er auch nie ein Gelübde abgelegt. Sein Verwandter, Bruder Hortulanis, der nach Holland geflüchtet sei, habe ihn deshalb mehrfach geschlagen. er sich mit einer Reihe von Brüdern einherauszukommen. wo sie von zahlreichen Persönlichkeiten des Offentlschez, Räumer zume rechtenl=Eestensftlügel des Sauses zur Verfügung gestellt worden. Am kommenden Montag wird die Großstadt=Mission Bochum, die als synodales kirchliches Amt künftighin die Betreuung aller gefährdeten und ratsuchenden Gemeindeglieder übernimmt, ihre Später habe er sich mit einer Reihe von Brüdern eingelassen, um aus dem Kloster herauszukommen.* Verfehrungen seien dem Novizenmeister mitgeteilt worden. Die Hoffnung des Angeklagten, nunmehr entlassen zu werden, sei aber nicht in Erfüllung gegangen. 1930 habe er dann seinen Austritt aus der Genossenschaft vollzogen. Der Angeklagte Neumann wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Fünf Monate Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Egon Fillinger ist 1911 im Kreise Mannheim geboren. Er hat in dem Kloster zu Linz und Bad Kreuznach mit anderen Ordensbrüdern gegen den Paragraphen 175 verstoßen. 1934 war er als Küster im Kölner Dom tätig. Bei einem Erholungsaufenthalt im Kloster zu Linz wurde er verführt und es kam zur ersten Verfehlung mit einem anderen Ordensbruder. Der zweite Fall geschah im Kloster Marienwörth in Bad Kreuznach. Der Angeklagte wurde zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Die Dienstag=Verhandlung Wie bereits gestern mitgeteilt, wurde in der Verhandlung am Dienstag folgendes Urteil verkündet: Das Verfahren gegen den Angeklagten Spengler wird auf Grund der Amnestie vom 7. August 1934 eingestellt, Korczikowski wird freigesprochen, der Angeklagte Altegoer wird zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr acht Monaten unter Anrechnung der Untersuchungshaft von sechs Monaten verurteilt. Aus der Verhandlung teilen wir mit: Die Vernehmung des Hauptangeklagten Altegoer ergiht, daß er in den Ordensniederlassungen der Franziskaner in Waldbreitbach, Kreuznach, Linz, Ebernach und Waldniel tätig gewesen ist. Sowohl aus der Vernehmung des Angeklagten Altegoer wie auch aus der Vernehmung der Zeugen ergibt sich, daß die in Frage kommenden Brüder mit dem Angeklagten in nicht wiederzugehender Weise verkehrt haben. Bruder Wener, der Leute, die in der Oeffentlichkeit als halbe Heilige angesehen worden seien, wenn sie in Klosterkleidung gemessenen Schrittes durch die Straßen gingen, diese Sachen getrieben, und zwar, wie die Verhandlung ergab, sehr oft an den höchsten kirchlichen Feiertagen. Blutige Familientragödie Vater tot, Tochter schwer verletzt Oberhausen, 24. Juni. In einem Hause in der Hindenburgstraße spielte sich ein blutiger Familien= streit ab. Die 22jährige Tochter der Eheleute Peter Holstein lebte seit längerer Zeit mit ihren Eltern in Unfrieden. Auch am Dienstag kam es zwischen der Tochter und den Eltern wegen Familienangelegenheiten zu Auseinandersetzungen. Die Tochter war im Begriff, das Haus zu verlassen. Hierbei soll sie die Mutter nach deren Angaben tätlich angegriffen und beide Eltern in gröbster Weise beleidigt haben. Im Verlaufe dieses Familienzwistes gab der Vater einen Schuß auf die Tochter ab, wodurch diese am Kopf schwer verletzt wurde. Die Kugel war am Genick eingedrungen und am linken Nasenflügel herausgetreten. Nach dieser Tat brachte sich der 51jährige Vater einen lebensgefährlichen Kopfschuß bei. Beide Verletzten wurden in das St.=Joseph= Hospital in Oberhausen gebracht, wo inzwischen der Vater gestorben ist. Tochter Mussolinis im Rheinland Köln, 24. Juni. Gräfin Ciano, die Tochter Mussolinis und Frau des neuernannten italienischeen Außenministers, weilt, wie bereits gemeldet, seit einigen Tagen in Deutschland. Am Dienstag stattete sie als Gast des Oberpräsidenten der Rheinprovinz dem Rheinland einen Besuch ab. Sie traf morgens in Köln ein, Lebens am Bahnhof begrüßt wurde. Nach einer Besichtigung des Domes und der Stadt besuchte sie das italienische Generalkonsulat und das Petrarcahaus. Am Nachmittag machte sie eine Autofahrt durch das Ahrtal, zum Nürburgring und zum Kloster Maria=Laach. Den Abend verbrachte Gräfin Ciano auf den Rheinterrassen im Rheinhotel Dreesen in Bad Godesberg, wo sie Wohnung genommen hatte. Am Mittwoch fuhr sie von dort nach Koblenz weiter, um anschließend von dem Regierungsdampfer„Preußen“ aus die Schönheiten des Rheintals kennenzulernen. Tätigkeit aufnehmen. Die freigewordenen Räume an der Trankgasse werden demnächst von dem Evangelischen Gemeindeamt bezogen, das sich zur Zeit in einem Anbau des Augusta=Krankenhauses befindet. Freikorps Schulz=Schule in Mülheim Eine Ehrung der Freikorpskämpfer. Mülheim=Ruhr, 23. Juni. In Mülheim trafen sich Wasserrohrbruch auf der Wiemelhauser Straße. Am 23. Juni entstand auf der Wiemelhauser Straße, Ecke Ferdinandstraße, ein Wasserrohrbruch. Die Instandsetzungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen. 80 Reichsmark Schaden durch Gartenfrevel. In der Nacht zum 23. Juni wurden in mehreren Gärten an der Heinrich= und Eckseestraße in Bochum=Gerthe Pflanrigen des Freikorps Schulz, das zen und Stauden herausgerissen und vernichtet. Der Anfana 19ss aus den Soldaten der Regimenter z59 Schadez. beläust sich auf etwa 80 Infanterieregiments 159. Major Schulz, gebildet wurde und sich bei der Bekämpfung der Roten Armee im Industriegebiet große Verdienste erworben hat. In feierlicher Weise wurde der Schule, in der damals das erste Bataillon des Freikorps gelegen hat, der Name Freikorps=Schulz=Schule gegeben: außerdem wurden drei von dem Bildhauer Deus modellierte Tafeln mit den Namen der 43 Gefallenen des Freikorps durch Oberbürgermeister Hasenjäger enthüllt, der in seiner Ansprache betonte, daß das ganze Industriegebiet dem Freikorps Schulz unendlich viel Dank schulde. Für die Freikorpskämpfer dankte Kamerad Giesenhaus(Bochum) der Stadt Mulheim für die Ehrung des Freikorps und seiner gefallenen Helden. Eine große Anzahl Kränze wurden am Fuße der Gedenktafeln niedergelegt. Am Sensenschnitt verblutet. Bei Erntearbeiten stürzte der 16jährige Sohn des Bürgermeisters Temme in Bergholz so unglücklich auf eine Sense. daß ihm die Schlagader am Oberschenkel durchschnitten wurde. Der Verletzte wurde sofort zum Kreiskrankenhaus in Peckelsheim gebracht, wo er infolge des großen Blutverlustes an Herzschwäche starb. in Bochum=Gerthe entgegen. Eirheker Der gestrige Wochenmarkt In der Krimm brachte eine Schwemme in Erdbeeren, die von den Hausfrauen in großen Mengen gekauft wurden. Neu waren Jahannisbeeren auf dem Markt. Sehr schwach beschickt waren die Fischstände. An Gemüse war ein vielseitiges Angebot vorhanden. Es notierten die Preise am 17. Juni 2 ks 25—28 J 2 ke 40—50 J 2 ke 30-40 L ½ ks 30 Cegene uit.„ Reichsfachschaftswalter Beck sprach in Bochum Die Fachschaft Fleischer der DAF. hatte ihre Mitglieder am Mittwoch im Parkhaus zu einer Versammlung aufgerufen, die außerordentlich gut besucht war. Der große Saal des Parkhauses war gefüllt. Nach dem einleitenden Fanfarengeschmetter der HJ. begrüßte der Gaufachschaftswalter der Fleischer, Pg. Darmstädter, die Gäste. Sein besonderer Gruß galt dem Reichsfachschaftswalter der Fleischer, Pg. Rudolf Beck, dem Gaubetriebsgemeinschaftswalter Pg. Plankermann, dem Kreisfachschaftswalter Pg. Jacobs und dem Kreispresse= und Propagandawalter der DAF. Pg. Schmidt. Ueber die neue Tarifordnung und die Sozialordnung und=forderung im Fleischergewerbe machte Gaufachschaftswalter Darmstädter eingehende Ausden Angeklagten Altegoer verführte, und der mit ihm führungen. Pit regem Interesse, felgten da#nn einmal, bevor sie zur Christmette gingen, eine straf= hörer der Rede des Reichsfachschaftskru#„Rudolf bare Handlung im Sinne der Anklage beging, befindet Begk, der über dis. Erzwickhurg##ze### sich zur Zeit im Ausland. Im großen und ganzen ist der Hauptangeklagte Altegoer geständig. g: Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer aus, daß man bei Beginn der fünften Verhandlungswoche in diesem Prozeß wieder einmal Gelegenheit habe, das Netz der Querverbindungen innerhalb des Franziskanerbruderordens festzustellen. Man müsse sich angesichts der dauernd wiederkehrenden widerlichen Schilderungen vor einer Abstumpfung vor diesen Dingen büten. Bei der Beurteilung müßten vielmehr nicht nur die einzelnen Straftaten, die jeweils zur Debatte stünden, und nicht nur die Person der Angeklagten, sondern vor allem der Gesamtkomplex berücksichtigt werden. schaft und der Sozialoronung sprach. Der Reoner gab einen Ueberblick über die feit längerem im Gange befindliche Umstellung im Fleischerhandwerk, die nicht durch Experimente hervorgerufen sei, sondern auf ernährungs= und wirtschaftspolitischen Maßnahmen beruhe, da die nationalsozialistische Agrarpolitik die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes erstrebe. Heute würde nur soviel an landwirtschaftlichen Erzeugnissen in Deutschland eingeführt, als unbedingt für die Ernährung des deutschen Volkes notwendig sei. Der Redner gab einen Ueberblick über die Entwicklung der Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse seit 1929. Härten, die diese Umstellung mit sich brachte, seien hier und da nicht zu vermeiden gewesen. Recht interessant waren auch die Richtlinien, die der Redner über die Berufserziehung des Nachwuchses gab. In Zukunft würde nur der junge Mensch zum Fleischerberuf herangebildet, der schultechnisch und psycholegisch dafür geeignet sei. Einen größeren Raum in seinem Referat schenkte der Redner der sozialen Ordnung in den Betrieben, wie sie in dem Dreiklang„Meister, Geselle, Lehrling" und dem nationalsozialistischen Gemeinschaftssinn zum Ausdruck käme. Gaubetriebsgemeinschaftswalter Plankermann appellierte in seinem Schlußwort an Meister und Gefolgschaft, daß innerhalb der Betriebe Vertrauen herrschen müsse. Schließlich sei noch erwähnt, daß die Gesangabteilung der Fleischerinnung der Versammlung recht beifällig aufgenommene Lieder zu Gehör brachte. Bochum im Ortsverband der Inneren Mission Groß=Bochum. Nachdem am 1. April die NS.=Volkswohlfahrt in Verbindung mit dem Städtischen Jugendamt die Arbeit der Jugendhilfe übernommen hat, ist bei den karitativen Vereinen eine Umstellung ihrer Arbeit notwendig geworden. Im Zuge dieser Umorganisation wird das Evangelisch=Kirchliche Jugend= und Wohlfahrtsamt in eine kirchliche Großstadt=Mission umgewandelt. Die Geschäftsstelle, die bisher in dem Hause Trankgasse 6 untergebracht war, siedelt in das Evangelische VereinsStachelbeeren Erdbeeren Kirschen Aprikosen Pfirsiche Jobannisbeeren.......„ Frische Möhren....... Bund 18 J Schwarzwurzeln....... ½1879- 3 Kovisalat.......... Elag- 46 Revsel::.......... I. 5433 3 Birstng“.::::....: 65. Rhabarber.......... 43 k6.8 3 Spinat ke 15 J Sellerieknollen........ Stück 15—30 Steckrüben.......... 1 kg 8 J Kartoffeln„84 Bananen..........„, U4 58 Tomaten ½ Kg 25—20 L Zwiebeln Neue Kartoffeln....... 1½ k2 50 S Erosest............ ½ 5 35-—4 Buschbohnen......... ½ ke 20—30 Wachsbohnen... Stangenbohnen....... Dicke Bohnen...... ½2 K 19% Melde........ 1 be 8 ·8 Kohlrabi.......... Kuns s- 13 Radieschen Lund-10 Butterkohl Apfelsinen... Zitronen Eier Butter Sahnekäse... Quarkkäse Rindfleisch Schweinefleisch Kalbfleisch 12 ks 10 J Sick.—7 J —4 Stück 10 J Sick.-11 J ½ ks 150—160 S ½ ke 70 J ½ ks 40 S 1/.ks 80—100 ½ ks 90—120 S ½ ks 100—130 S Hammelfleisch..... ½ks 120-130 Tauzlign........ ½ K4.20 L ½ ke 20-40 B 12 ke 15 S ½ ks 40—50 12 ke 25 J ½ ke 60 J ½ ks 35 J ½ kg 25 J ½ kg 30 J Frabelfau Schellfisch Seelachs Fischfilet Rotbarsch Rotzungen Schollen Seeaal Maisisch Makrelen Grüne Heringe ::..: ½ ke 25 ½ ks 12 J 24. Juni ½ ks 30—60 S 12 k9 25—35 J ½ ks 55—00 J ½2 ke 35 J ½ ke 50—60 B 12 ks 50 J Bund 15 J ½ ks 20—30 J Stck.—10 S Stück 30—35 J ½ ke 38-60 J 60 B ½ ke 10 J Bund 18 3 12 ke 18 B ½ ke 50-31 L Stück 02 J 5 ke 45 B ½ kg 38—40 S J ke 5 J ½ ke 50—60 B ½ ke 44 B ½ ks-11 L ½ ke 40—10 S ½ ke 35- 25 J 12 ks 40 J 12 ks 50 J 12 k4 69 B ½2 k4 15 3 ½ be 10 J Stück 10• Bund 10 J ½ kg 6- 8 J -4 Stück 4 3 Stück 17 3 Stak.-10 J ½ ks 150-161 ä ½ ks 70 ½ ke 40 J ½ ke 30— 100 J ½ k890- 120 3 ½ ke 10—130 ½ ke 100—130— ½2 kg 20 J ½ ks 20—40 J 19 ke 15 J ½ ks 20—50 L 1 kg 25 J 4 ke 60 40 L 1 ke 35 ½ ks 25 L ½ k6 30 L ½ kg 25 J ½ ke 12 L Off. Stellen Keine Orig.=Zeugn. einsenden! Auf d. Rückseite von Lichibüldern usd hc stets volle Anschrift des Bewerbers schreiben Jüngerer für Journal und Konto=Korrent sofort gesucht. Angeb. m. Lebenslauf R. F. 2373 Anzeig. Kräftiger Arbeitsbursche für sofort gesucht. Ausk. Anz.(a2375 (Meisich) Suche zum 1. Juli eine perfekte Verläuferin im Fleischverkauf. Ferner eine Suche z. 1. Juli ein nettes, junges Mädchen, welch, selbst. arbeiten kann, m. voll. Familienauschluß. Frau E. Peveling Blankenstein (Ruhr), Hochstr. 3. Freundlich., ehrl. Mraschen f. Hausarbeit und zum Bedienen der Gäste bei gutem Lohn sof. gesucht. Wirtschaft Haarmann, Eppendorf, Telephon 1678. Ig. Mädchen kann sich i. Nähen ausbilden f. eig. Bedarf.„Daselbst ig. Gehilfin f. Dam.= Schneideret ges. D. D. 98970 Anz. In all. Hausarb. erfahrenes, kräft. Mäschen sof. od. z. 1. 7. gesucht. Frau Willy Brüggerhoff Blankenstein, Adolf=Hitler=St. 5 Suche zum 1. Juli tüchtiges, ehrliches Mädchen nicht unter 18 J. Hotel=Restaurant Neubrücker Hof, Letmathe(Wests.). Saub., zuverl., ev. m. Kochkenntn., d. zu Hause schlafen ., f. alle Hausarb. z. 15. 7. od. 1. 8. ges. Hugo=Schultz= Str. 67, 2. Etage. Abgeschlossene -3. Wohn. mit Badezim., z. 1. 7. zu vermiet. Normannenstr. 35, 1. Etage. Fräulein zum Mitbewohnen eines Zimmers gesucht. R. D. 99015 Anz. Nicht heizb., leer. Zim. nebst Küch.= Benutz. sof. z. v. Klosterstr. 35, 2. E. sowie Lagerraum u. Büro zu verm. Hunscheidtstr. 76. Neuzeitliches Landhaus, 5 Zimmer, Küche, Badezimmer v 18—22 J. sof. Aug. Forthmann, .=Elberfeld, Klotzbahr 30. Telephon 24991. Tüchtige Friseuse sowie tüchtiger Damenfriseur zum 15. 7. gesucht. Ang., mit Altersu. Gehaltsangab. an Salon H. Starkloff, Soest i. W. Friseuse sofort gesucht., Salon Illhardt, Oskar=Hoffmann= Straße 45. Suche für meine Kurpension f. sof. ein gesund., kräft. 5 Zimmer, Küche, Badezt großer Garten in Hilgert.=Westerwald, infolge Sterbefalles für 60 RM. monatlich sofort langj. zu vermieten. Geeignet für vensionierten Beamten, dem Gelegenheit gegeben ist, durch Fremdenpension(Sommerfrischler) die Miete herauszuwirtschaften. Herrliche Lage, Wald und Strandbad vorhanden,„Verlangen Sie Prospekte von Fa. Wilh. Remy Sohn, Hilgert u. Höhr=Grenzhausen Schöne-.-Wohllung Tiisuuf parterre, evt. auch geteilt. in gutem Hause zum.7 36 durch uns zu verm. Bochumer Wohnungsvermittlung Diekampstr. 7 Telephon 64464 für Zimmer= und Hausarbeit.„Lohn mon. 30 K. nassen frei. Kurpension Fleicher, Bad Lippfpringe. Zu vermieten) Antoniusstr. 23,prt. möbl. Zimm., sep. Eingang, zu verm. Zimmer Miets-Gesuche ==Zimmer=Wohnung im südlichen Stadtteil(Wiemelhauser bis Wittener Str.), von ruhiger Familie zu mieten gesucht..P. 31 Anzeiger. Rentner, sucht kl. Haus od. 3 Zim. f. bald od. spät., m. Obstgarten und Stall. Ausf. Preisangeb. B. A. 98153 Anz. Zum 1. Oktober -.- M mit Nebenr., Nähe Stadt od. Hamme bis Grumme, von größ. Familie ges. Dauermieter. Kl. Garten angenehm. 3. D. 99032 Anz. hrers Büror mit Heizung, Bongardstr. 14. an der Drehscheibe, sofort zu vermieten Näderes Löbbe. Bongardstr. 14 11. 3½- u.-Zimm.Wohnung m. Bad u. Zubeh., herrlichste, gesunde Wohnlage, Preis mon. 50.55 RM., p. 1. 7. 36 zu verm. W. Scheurer, Bochum=Sundern, Blankensteiner Straße 249, Telephon 81334. Part.--.Altwohnung z. 1. 7. in Ehrenf. zu vermieten. W. K: 99002 Anz: Schöne -ZimmerWohnung sofort zu vermiet. Weiß, Wanne=Eickel, Magdeburgerstr.54 Große Beckstr. 15, Setteneing., saub. Schlafstelle zu vm. Gußstahlstr. 47, I. möbl. Zimmer zu verm., sep. Eing. .=Wessel=St.38, II. Ruh., bess., möbl. Zimmer in gutem Hause, Stadtmitte, z. vm. Humboldtstr. 37,pt. 1 od. 2 sehr gut möbl. Zim. zu v. Königstr. 26, 1. Et. mödl. Zimm., sep. zu vermieten. Moltkemarkt 291, I gut möbl. Zimm. mit Herd, a. Ebeleute zu vermiet. Roonstr. 26, 3. Et. rechts, frdl. möbl. Zimmer zu verm. Trankgasse 11, ruh. bess. mödl. Zimm., Licht,Tel., z. verm. Westfälische St. 23 4. Et., mbl. Zimmer zu vermieten. --ZimmerWöhung mit Bad, außerh. der Stadt, f. sof. od. später gesucht. u. V. 99009 Anz. --.-Wohnung v. ruh. Eheleut., sich. Mietezahl., z. 1. Juli gesucht. 3. S. 99019 Anz. =.=Wohng. zu verm. ab 1. 7. 1936. Riemke, Hofsteder St. 330, v. Leeres od. mödl. Zim. an Herrn o. berufst. Frl. zu verm. Sedanstr. 13 4: Stock rechts: sch möbl. Zimmer im Einfam.=Haus, Königsallee 33, m. Bad, Zentralbeiz. pp. sof. zu verm. Mödl. Wohn= und Schlafzimmer mit Küchenbenutz., Nähe Parkhotel, an Ehep. vretzg. 329. Ehepaar sucht für sof. od. später --.-Wohg. Sich. Mietezahler. H. M. 99044 Anz. Schneiderin sucht sofort billige 3= Mostal. Sch. 98989 Anzeig. Wer überläßt Ebepaar(herufstätig) 2 Zimmer Nähe Kronenstr. O. P. 99023 Anz. -.=Wohn. t. Ehrenf., part. o. 1. Etg., von alten Leuten ges. Miete k. 3 Mon. i. voraus ahlt werden. S. 99020 Anz. Aelt., allst. Dame sucht 1 gr. o. 2 kl. leere Zimm. am liebst. i. Weitmar od. Umgegd. D. O. 9842 Anz. (Imanuge) Möchte meiner =Zimmer=Wohng. mit Zub. u. Balkon, in Ehrenfeld, gegen 3 Zimmer tauschen. E. M. 98999 Anz. Ig. Ehepaar sucht zum 1. 8. o. 1. 9. Wohnung in modern. Hause, Nähe Wittener St. 3 geräum. Zimm., Bad, Küche, evtl. m. Balkon. Preisangebote erb. sof. A. Apel, Koblenz, Joh.=Müller=St. 9. (Verkäufe) =FamilienHaus m. schön. großem Garten preis vert unt. günstig. Bed. zu verkaufen. F. G. 99069 Anz. Alteingeführtes, gut gehendes Eis= geschäft krankheitshalb. zu verk. Erfk. 800 Ausk. Anz.(98971 Ig. Witwe mit 1 Kind sucht ein leeres Zimmer Mans. angenehm. D. E. 99052 Anz. Zimmer Neue 160 cm breit, komplett, für 195 RM. abzug. Möbellager .Hsm u. Fahrendellerstr. 20. Gebr. Metallbettst. u. Kinderwag. b. zu vrk. Abc=St. 11 1. Etg. 1r3. Neues, mod. für 275.— RM. gegen bar an kurzentschlossenen Käufer zu verkauf. Möbellager Tecklenburg, Fahrendellerstr. 20. Mod. w. Metallbett m. g. Aufl., z. verkf. Brunsteinstr. 20, Souterrain Gebr., gut erhalt. Badeeinrichtung umzugsb. billig zu verkaufen. von Schwartzen, Bergstraße 54. Waschmaschine zu verk. Castroper Straße 11, 2. Etg. Sie kaufen beim Fachmann kompl. Kleiderschrauk 2 m für 350 RM. Rüchen f. 180 u. 220 RM. Speisezimmer f. 300 RM. Stür. Kleiderschränke m. Wäscheeinteilg. 65 RM., sowie Einzelmöbel aller Art. Umarbeitung von unmodernen Möbeln. Möbelwerkstätten Szech Jakobstr. 9, Nähe Stadttheater. -.-Wohng. 1. Et., Nähe Katser=Friedr.=Platz, zum 15. 7. gesucht. A. K. 99030 Anz. Ig. Eheleute such. für sof. od. spät. schöge -.=Wohna. Miete bis 36 Mk. U. S. 99012 Anz. Ig. Ehepaar sucht sof. od. sp. schöne Möbl. Zimmer in Ehrenfeld ges. Preisangeb. unter 3. L.=99049 Anz. Geloschrant 2 Kassenfächer, beliebige Einlagen, fast neu, umzuebelr g. H.; g,1-Prseigeten. Angebote unter nnseiger. Wegen Auflösung der Wohnung Mobel und Haushaltungszu verkaufen. Märkische Str. 3, parterre. I besond. billig. Ich zeige gern. Möbellager Tecklenburg, Fahrendellerstr. 20. Schreibt.(Eiche), Schlafz., Küchen, Kinderbett., Herde Wohnz.=Schrank, Kleiderschri., Korbgarnitur, Flurgarderobe u. viele andere gut erhalt. Möbel billig zu verkauf. Breuer Malteserstraße 34. Fabrräder in Ia Ausführung. Fahrradhandlung Kurze, Brüderstr. Neumarkt. Herrenfahrrad, gebr., bill..verkauf. Jos. Pütz, Fahrräder, Marienstr.2. Tiefbau=Kinderwagen zu verkauf. Rottstr. 31, 3. Et. Weiß. Kinderwag. zu verk. Castroper Str. 54, 4. Et. k. Gut erh. Kinderwagen bill. zu vr. Goldhammer Str. Nr. 3, 2. Etg. Kinderwagen zu verk. Schnabel, Alsenstraße 20. Kinderwagen billig zu verkauf. Wasserstr. 7, part. Gut erb. Kinderwagen bill. zu vr. Feldsieperstr. 77.r. Kinderwagen zu verkaufen. Westbofstraße 8. Gut erh. Kinderwagen bill. z. vrk. Riemke, Moritz= str. 26, 1. Etg. r. Waschmaschine mit Wassermotor und Wringer billig zu verkauf. Ausk. Anz.(99017 2türiger Eisichrank sehr gut erhalten, billig zu verkauf. Graf=EngelbertStraße 37, 1. Etg. Ich habe mehrere Morgen gutes Meiere zu verk. Zu erfr. bei Ernst Jung, BochumStiepel, Rauendablstr. 120. Schreibmaschine in gut. Zust., für 60 i zu verkauf. Arnold, Rottstraße 3. Türen Bauholz, Bretter und Dachsanen billig zu verkaufen. Finkenstraße 30a. Motorrad 500 cem, preisw. zu verk. Hattinger Str. 258. Zu bes. zw. 3 u. 6 Uhr. AuelFusshann 6. m. b.., Bochum Gegr. 1880 Anruf 66156 Eisengroßhandlung Stab- und Formeisen Achsen, Wagentedern, Huteisen, Stollen, Griffe, sowie sämtliche Schmiedebedartsartikel und alle Eisenwaren Dianos neu und gebraucht, preiswert und Zahlungserleichterung. Stimmen, reparieren und modernisieren Piano-Vietll se Möbel-Fabrik liefert billig an Private Küchen, Schlaf, Wohnund Speisezimmer Annahme d. Ebestandsd. Zahlungserl. Verlangen Sie kostenloses Angebot H. Gimbel, Herten i. 29. Helutuch Handlungsgebilse u. Eisenbahnasstst. sucht Geschäft zu kaufen od. sich aktiv zu beteilig. Schriftl. ausführl. Angebote u. H. G. 98979 Unzeiger. Flügel, evtl. erstkl. Klavier zu kaufen gesucht. C. Jobs, postlagernd. (Holzboot) z. kauf. gesucht, oder wer fertigt e. Holzboot an Preisang. u. G. A. 99013 Anz. Was gibt es Neues?— Solange diese Frage Interesse hat, wird man täglich Zeitungen lesen, und solange die Kundschaft solches tut, ist sie auch von dieser Seite für Ihr Geschäft zu gewinnen. -=.=Wohn. an Ehep. preisw. in ruhig., Hause. zu vermiet.(a9834 Sich. Mietezadler. Ausk: Anzeiger: H. A. 99046 Anz: Und wenn es köstlich gewesen ist. so ist es Mühe und Arbeit gewesen. Montag abend nahm uns der Tod plötzlich und unerwartet meinen lieben Mann, unsern guten. treusorgenden Vater. Schwiegervater und Großvater, den Kaufmann BacWig Pfaling im Alter von 95 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Wwe. Luise Hüning geb. Krämer nebst Kindern und Anverwandten Bochum-Harpen, den 22. Juni 1936. Itag. Uhr vom Trauerhause,.-Haspen, Flalschützenstr. 106, HarpenerHellweg-Ecke, aus statt. Trauerteier eine halbe Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging. diene diese als solche. An Stelle des Preußischen Stempelsteuergesetzes tritt das Urkundensteuergesetz vom 5. Mai 1936 am 1. Juli 1936 in Kraft. Im Bezirke des Finanzamtes Bochum sind folgende Dienststellen mit dem Verkaufe und zur Verwendung von Urkundensteuermarken beauftragt: Finanzamt (Finanztasse) Bochum, Uhlandstr. 37, Steuermarkenverwalter Georg Leipert, Bochum, Kortumstraße 63. Finanzamt Bochum. Gott der Herr erlöste heute von der Schwachheit ihres Leibes unsere gute, geliebte Mutter. Schwiegermutter und Großmutter Wwe. Bebustian-Heidenreien Endlich kommt er leise, nimmt uns bei der Hand. führt uns von der Reise heim ins Vaterland. Stadtleihamt Bochum Die Versteigerung der verfallenen Pfänder aus dem Monat Novemver 1935, Pfandnummern 526 611 bis 532020, bestehend in Trau= und sonstigen Ringen, Brillantsachen, silbernen und goldenen Damen= und Herrenuhren, Gold= u. Silberwaren und anderen Wert= und Gebrauchsgegenständen, Musikinstrumenten, Wäsche, Kleiderstoffen, Bekleidungsstücken aller Art, Schuhen, phot. Apparaten, Näh. und Schreibmaschinen, 1 Schuster= und 1 Schneidermaschine findet am Donnerstag. dem 9. Juli, Donnerstag, dem 16. Juli. und Donnerstag, dem 23. Juli 1936, vormittags von 8½ Uhr ab, im Stadtleihamt, Trankgasse 5, statt. Der Leihbetrieb ist an diesen Tagen geschlossen. Personen, die bei Goldwaren den Zuschlag erhalten, müssen sich über Namen und Anschrift ausweisen. Bei Goldwaren, die als Alt= und Bruchgold anzusehen sind, muß die vorgeschriebene Bescheinigung der Devisenstelle vorgelegt werden. Die bei den Versteigerungen etwa erzielten Ueberschüsse können nach dem Verkauf innerhalb Jahresfrist bei der Leihamtskasse in Empfang genommen werden. Nach Ablauf dieser Frist verfallen sie zugunsten der ArmenDie Einlösung dieser Bfänder in noch bis zum 8. Juli 1936 vormittags zulässig. Im übrigen werden Erneuerungen bei Ueberschreitung der sechsmonatigen Beleihungsfrist eine Woche vor der ersten Versteigerung grundsätzlich abgelehnt. Die bei den Versteigerungen nicht abgegangenen und vom Stadtleihamt gemäß§ 10 des Gesetzes vom 17.3. 81 erworbenen Gegenstände können nach der Versteigerung während der üblichen Verkehrsstunden im Stadtleihamt freihändig gekauft werden. Bochum, den 17. Juni 1936. Der Oberbürgermeister. Zwangsversteigerung Katharina geb. Dölle Sie starb im Alter von 83 Jahren nach dem Empfane der hl. Sterbesakramente. Ihr Leben war nur Liebe und Sorge für die Ihrigen. Die trauernden Hinterbliebenen Bochum(Brüderstraße 18), Königsberg 1. Pr., Duisburg-Hamborn, Bethel b. Bielefeld, den 23. Juni 1936 14 K 14—.36. Gemarkung Weitmar, Grundbuch von Weitmar, Band 18, Bl. Nr. 996, Nr. 8, Nr. 996/112, Wohnhaus mit Hofraum, Hausgarten und Anbau in Weitmar, Karl=Fried= rich=Straße 104a, groß 9,76a. Einheitswert nach dem Stande vom 1. Januar 1935: 14000 RM. Eigentümer: Händler Wilhelm Bednarz in Bochum=Weitmar.— Versteigerungstermin am 12. August 1936, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, Zimmer Nr. 52. Das Amtsgericht in Bochum. Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 27. Juni 1936, nachmittags.15 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes in.-Wiemelhausen statt. Das Levitenhochamt ist am gleichen Tage morgens 8 Uhr in der Propsteikirche Wmglren BRENNEN— JUCKEN ANSCHWELLUNGEN leichtem Ermüden der Füße und Fubschweiß verwenden Sie das sauerstoffhaltige KuklrolKräuter-Badesalz. Sie werden über die schnelle Wirkung erstaunt sein. 20 Pfg., 75 Pfg. und RM..25 in Apotheken u. Drogerien. Grigor Khatchikian aus Persien PERSER-TEPPICHE Auskunft Eceon Volhinngin a trühere Huttropstr., dir. a. Losch, Heluing str. V, Abhf. Tel. 32622. Gegr. 1912 sowie Reparatur, Reinigung, orig. persische Arbeit. Fachm. Beratung u. Auskunft UI han det olle RADIO-MUSIKHAUS Häßler Kortumstr. 33 FamilienAnzeigen finden im B. A. weite Verbreitung Fahre am 30. 6. leer von Paderborn uach Lochan. Karl Müller, Beethovenstraße 8, Telephon 66185. Weicher Schneider liefert Maßarbeit jeg. neue Küche? rückstr. 4, 1. Et. Familien= Nachrichten K e W S WEE aus anderen Zeitungen übernommen Geboren: Knaben: X6¼ Westdeutschlands größtes Speziol-Ofenhaus Sechtetaeeeeunn SchhSTECE Zwangsversteigerung 14 K 86—35. Gemarkung Linden, Grundbuch von Linden, Band 13, Blatt Nr. 487, Flur 10 Nr. 341/77 und Flur 10 Nr. 540/77, Wohnhaus und Geschäftshaus mit Hofraum und Hausgarten sowie Stall mit Wurstküche und Lagerschuppen am Nehringskamp 17, groß 8,20 Ar. Einheitswert nach dem Stande vom 1. Januar 1935: 23300,— RM. Eigentümer: Gemüsehändler Heinrich Gustav Paßmann in Linden. Versteigerungstermin am 15. August 1936, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer 52. Das Amtsgericht in Bochum. Wenn Sie Ihr Sommerkleld selber schneidern— wenn für den Hausbedarf wichtige Kleinigkeiten fehlen oder ergänzt werden müssen— dann findet die Haustrausleimmergut u. preiswert in unserer Fachabtellung Gummiltze7 Kunstseide, wasch-u. kochber, 5mi 2) Gummilitze 18 gute Schleuchware... Sm 10• Gummlabschnitte för 14 Damenstrumpfhalter, 70 cm lang 10 Damenstrumpfhalter solide Qualitét..... Peer 193•8 Demenstrumpfhelter 2/ gute Gurtwere Peer Kinderstrumpfh. g. Qualitét 143 extre sterk... 20 Sockenhelter„ 2 eus gutem gem. Gl.bend, rest 20Sockenhalter.Ripspette 7 8, besonders gute Quelitét Paar s10. Aermelhalter verstellber Poar 14-, aus starkem Gummiband. Paer 20.c) Baumwolltwist" 10) in sort. Ferben, 4 Knduel 8 5S 108) Seldenglanztwist 1E gute Strumpfferben, 2 Knl..9 8, Leinenzwirn 10 schwarz u. weiß, 4 Steme à 20m 10½ Maschinend! 15„ . 75--Flesche 19 0 Stopfollze 8 lackiert, in schönen Ferben Stecknadeln □ 50 s in Papodose* Sicherheitsnadeln 10. Bügel mit 36 Stück Belßbrettstifte Dose mit 180 Stück Bandmaß Armblätter einseitig Armblätter doppelseitig gefüttert 130 cm iens 10.3 Pess 15.8 Peer 208 Gardinenkordel„ 0 rein Leinen..... J--Stocu### Schuhsenkel 10 90 cm lang..... S Past 10•3 Halbschuhrlemen 10 Päckchen-4 Posr 10•• NengelknOpfe 0 In allen Größen..... Kerte 7 3) Mangelknöpfe.kerte 5 Otz. 17·# *" 4 0 t z. 2 2. 3 9 Hosenknöpfe B ..... Kerte mit 36 Stöck OS Patent-Hosenknöpfe7 . Dose mit 1 Dutzend 9 B Halbleinenband 10) sort. 5x2 m. Pöckchen 10• Nehtband„„ 0 schwerz und weiß„ I0--koue 9# Wäscheträger in verschied. 8. Ausführungen, weiß und rosa Für die Reisezeit! Belseböge! 95 bespannt.... 4 Stck.2 Twistdose mit Nadelkissen, enthält 7 Knquel Twist .23 Praktisches Relsemäppchen gefüllt mit Twist und Nadeln.. Relsepackung 10 Relsepackung 12.3 enthelt. 8 Knduel 35 enthalt 10 Knauel 10• Beachten Sie unser Spezialtenster Harmoniestraße und die großen Auslagen im Parterre Ich warn: jeden Geschäftsmann, mein. Frau etwas zu borgen, da ich für nichts aufkomme.(99070 Engelbert Timmer Roonstraße 85. schreiben sie wie Sie Spreuten 2. Acatung In uissen heißen Tagen Altbier— Altbier-Erdbeerbomle Schattiger Garten Gottiried Hüchter, Bongardstr. 33 Zwangsversteigerung 14 K 24—36. Gemarkung Hordel, Grundbuch von Hordel Band 1, Blatt Nr. 51, Flur 1 Nr. 226/83, Wohnhaus mit Hofraum, Stallgebäude, Backhaus, Stall und Schuppen, Röhlinghauser Straße 9, groß 5,03 Ar. Einheitswert nach dem Stande vom 1. Januar 1935: 15 500.—, RM. Eigentümer: Bäcker Gustav Neu in Bochum=Hordel. Versteigerungstermin am 15. August 1936 — 10¼ Uhr— an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer Nr. 52. Preiswert sind unsere auch in Ihren Anzeigen. Der persönliche Ton der Werbung sichert in erster Unte den Erfolg 1V A Arbeiten führt der werktätige Goldschmied selbst und in eigener Werkstatt aus. Geben Sie deshalb Ihre Reparaturen, Anfertigungen, Umarbeitungen direkt an ihn. Er bietet Gewähr für fachgemäße, gewissenhafte Ausführung. waschmaschinen! Anzahlung .— RM. Lieferung frei Haus Bochumer Anzeiger Velerktätige Soldlchmiedemeister: Eduard Drohn, Marktplatz 6 WIIh. Schneider, Rottstr. 26 Paul Schrader, Kortumstr. 33 Essen: Heinrich Rukrauf(Maria Thiele). Dr. med. Werner Herrmann Milly Loose). Helmut Lewenhardt (Anna Nietsch). Mädchen: Dortmund: Karl Treeck(Hildegard Merten). Verlobte: Dortmd.: Hanny Ruzinski m. Berndt strey. Vermählte: Essen: Willi Franzmann mit Lucie Hoffmann. Münster:Herbert Dreßen mit Hedwig Stübbe=Finkenbrink. Gestorben: Dortmund: Leni Caesar geb.Schneider, 40 J. Frau Dr. med. Jo Bickhoff geb. Schulte, 42 Jahre. Essen: Alfred Sengenhoff, 61 J. Ww.Gertrud Borg= hoff geb. Schlenk, 69 Jahre. Gelsenkirchen: Berta Ewertowfki, 23 Jahre. Marie Offermanns geb. Müller, 38 Jahre. Aenne Stein geb. Stein, 34 Jahre. Herne: Caspar Braun sen., 65 J. Münster: Klemens Fischer, 60 Jahre. Das Amtsgericht in Bochum. Zwangsversteigerung Am Freitag, dem 26. Juni 1936, um 11 Uhr, versteigere ich in der Wirtschaft Morjan, Alleestraße 54, folgende Gegenstände: 1. 3 Speisezimmer(Büfett und Kredenz); 2. mehrere Küchen; 3. Couch und Sessel: 4. lose Farben und Bohnermasse. Es handelt sich zu 1 bis 3 um neue Sachen. Versteigerung findet bestimmt statt. Bochum, den 24. Juni 1936. C. Clausen, Obergerichtsvollzieher. Caspar Blume " theatel B O CHUM Donnerst., 25.Juni Geschlossen! Die Familie Sheshelenr Tragödie von von Kleist. Der Anzelgentell ist der Vermittler zwischen Angebot und Nachfragel Bochum Kortumstraße 111 Ecke Brückstraße Stammhaus 1870 gegr. SchnellHochglanzpolltur für Fusböden Nicht In einer besilmmten Berufsgruppe— Nicht in bestimmten Schichten der Bevölkerung— Nein, In allen Kreisen wird der Bochumer Anzeiger In Bochum gelesen— Und derum ist er le auch ein so vorzügliches Werbemittel! Eir Alteste Drogerie Kortumstr. 97 Rut 65112 Dampfgebogene „Welt=Stabil“ Stühle und Sefsel, elegant und bequem, jahrzehntelange Haltbarteit, sehr billig bei Stuhl=Pillig Bochum, Ecke Hattinger Landwehr, 2Min. Str. Ladowehr vom Bergmannsheil. Ruf 63412 Spezialität: Kräftige Küchenstühle n. Sessel. Große Auswahl in WirtschaftsSaal= und Casé. sühlen. Vorzugspreise u. Mengenrabatt für Grosabnedmer. Telsphonisul können Sie jederzeit Anzeiten für den B..- aufgeben Ruten Sie 67531 an * SET Ein Wegweiser für gediegene u. preiswerte Facharbeit Licht 2 Kralt 2 Radio Artur Bischoff Alleestraße 26 Fernruf 679 37 Sämtliche Reparaturen sowie beizen und polleren der einfachst. u. auch feinst. Möbel. Umarbeiten von unmodernen, Neuanfertigung von Möbeln, führt aus Schreinermeister Gust. Reinke Bochum, Albertstraße 23 FÜLLHALTER e den Sustems werden schnellstens und billig repariert. Einzigste Reparaturwerkstatt am Platze Buchhandlung Brockmeyer Bochum, Bongardstraße 4, Hellweg 6, Pieperstraße 3. Auto- Licht-Zündung Bosch-Batterien Autozubehör Peter Fischer Alleestraße 25/26 Fernrut 689 87 Paul Untheim Polstermeister Bröckstraße 56 olladenfabrik A. Seyda Auto-Rellen Reparaturen jeder Art. Neugummieren, Profilieren Dampfvulkanieleranst. Gustav fasche Humboldtstraße 46 Telephon 61521 Aufpolstern sämtl. Polstermöbel zu reellen Preisen Anfertigung sowie SAm Kreuzatraße 13a Ruf 63033 Fabrikation von Holz- und Stahlrolladen, Jalousien, Markisen, Scherengitter, Rollgitter usw. Reparst DerHandwerker wirbt mit Ertolg Im Bochumer Anzeiger sämtl. Reparaturen fachgemaß Stühle fiechten, Körbe und Sessel reparieren, Kinderwagen aufarbeiten, sämtl. Reparaturen gut u. billig Büromaschinen repariert und reinigt E. Trautmann Verbesserungen Umbauten an Ihrem Reparaturen Kauto H. Möllmann Am Rathaus, Ruf 62113 Staatl.geprüfter BüromaschinenMechaniker-Meist WeChaffker- weister Viktoriastraße 73, Ruf 63434 Rottstraße Ruf 88397 Freitag, 26. Juni. 20 bis gegen 22 Uhr, Vormiete C 32 u. NS.=Kulturgemeinde, Serien B und C: Zum ersten Male! Bezugspreis mit Bo monatlich, Selbstabho Bezugspreis für die zeitschrift„hör mit 55 Pf. bei fünf Son Zeitung durch höher verhindert wird, kön schäftsstelle geöffnet von 11 bis 12 Uhr.— und Samstags, von Verlag und Dru In einer Poler „Beläftigungen ein meer“ gesprochen „Giornale d' daß von einer it nicht gesprochen w davon sprechen, da meerstaaten bereits hung lebten, seiden in Aegypten, im E gesetzt und seitden tief hinein in das Gegensatz zu den lische Flottenkonzer nung des italienis habe, sei in Wi Italien lokalisiert Konflikt. noch eine wollte. Wenn man al Mittelmeer spreche neuen Tatsachen in unmittelbarer standen seien, d. Englands mit Fr und der Türkei, di seligen Charakter dem Zusammenbru zeigen werde. Dies liche Belagerung beharrlichen Flott kreisungskoalition Einer derart mit seiner unausg Wasser, zu Lande nem entschiedenen ren, ja sogar eine beizuführen. Eine gebührenden Gare Freiheit der Sch müßte aber von verfolgen, die Sanktionszeit ent Solange eine sei, werde im M Gleichgewichtes1 ben, der jede Ab anderen Mittelmee Last gelegt werder Eine M Rekordnach Wie die Reich Arbeitslosenversich nahme und Verm Mai d. J. einen kord dar, der zei Stellenvermittlung richtsmonat wurd eines Restes aus 1 008 186 offene so hohe Zahl der Millionengrenze 1 in der Reichsanst zur Verfügung g Eine weitere beitseinsatzes ergi kannt gemachten kassenmitgliedersta lich die Arbeitsät beitslosenziffer 1 konnten, ergibt si daß tatsächlich in sonen neu in sind. Am 30. A. tenden Krankenka zählt gegenüber Noch in Frankreich. marine In ganz Fra Streikende gezähl 1013 gegen den allein zählte man sind noch 36 129 Die Streiklag verändert. Nach Mannschaften bes Masten. Auch die fr durch die Streik gezogen worden. St. Denis bei S zer und an Boi rungsarbeiten du legt. Die Arbeit bleiben und sie Später entschlosse Werft liegende##