Sasrtonreiteintmin Sergtel. Zwei Tote— Große Vollmachten für das eingesetzte Militär Weilere Ausbehnung des Silens dnb Brüssel, 19. Juni. Zu einem Feuergefecht zwischen streikenden Arbeitern und Gendarmerie ist es am Donnerstag abend in Monsville im Bezirk Borinage gekommen. Die Arbeiter hatten die Zufahrtsstraßen zu dem Ort durch Barrikaden versperrt und zur Behinderung der Gendarmerie Glasscherben ausgestreut. Am späten Nachmittag wurde ein größeres berittenes Gendarmerieaufgebot nach Monsville geschickt, um die Ordnung wiederherzustellen. Als die Truppen auf der Chaussee anrückten, wurden sie zunächst mit Steinwürfen empfangen. Dann fielen von seiten der Arbeiter Schüsse. Es entwickelte sich ein regelrechtes Feuergefecht. Die Arbeiter mußten schließlich die Flucht ergreifen und liefen in das nahe gelegene sozialdemokratische Volkshaus. Die Gendarmerie drang mit schußbereiten Karabinern nach und verhaftete alle Insassen. Später wurde vor dem kommunistischen Parteilokal ein 26jähriger Arbeiter tot aufgefunden. Er hatte einen Bauchschuß. Aus Erregung über die Vorfälle fiel auf der Straße kurz darauf eine 51 jährige Frau tot nieder. Aus einem vom Innenminister veröffentlichten Bericht über die Streiklage geht hervor, daß nicht nur in Monsville, sondern auch in mehreren anderen Orten die Streikenden dazu übergegangen sind Straßenbarrikaden zu errichten. Die durch Truppenkommandos verstärkte berittene Gendarmerie soll überall die auftretenden Unruhen erstickt haben. Am Donnerstag abend ist in den Hauptstreikgebieten der Bevölkerung durch Maueranschlag ein gemeinsamer Erlaß des Ministers für Landesverteidigung und des Innenministers über das Requirierungsrecht der Armee bekanntgegeben worden. Durch diese Verordnung, die Hand in Hand mit der Einsetzung des Militärs in den Streikgebieten geht, werden die Militärbehörden ermächtigt, Requirierungen in den Gemeinden vorzunehmen. Auf Grund dieser Verordnung sind die Truppenkommandos uneingeschränkt ermächtigt, Fabriken, Geschäfte und öffentliche Betriebe aller Art zu beschlagnahmen und eventuell die Wiederaufnahme der Arbeit in lebenswichtigen Betrieben zu erzwingen. Die Militärbehörden sind zu Entscheidungen dieser Art niemandem Rechenschaft schuldig. In der Provinz Brabant werden seit Donnerstag abend die Gas= und Elektrizitätswerke von Truppen überwacht. Auch am Freitag hat sich die Streikbewegung weiter ausgedehnt. In der Umgebung von Lüttich machten sich Versuche bemerkbar, auch die Landwirtschaft in den Streik hineinzuziehen. Angehörige der jungen sozialistischen Garden und Kommunisten durchfuhren auf Fahrrädern das Land und versuchten teilweise mit Gewalt, die Landarbeiter zur Niederlegung der Arbeit zu veranlassen. In Namur haben heute vormittag die meisten Geschäfte geschlossen. Der Straßenbahnverkehr ruht. In Brüssel befinden sich zahlreiche Fabriken im Streik. Auch im Hafen von Brüssel ist die Arbeit niedergelegt worden. Heute vormittag haben Streikende versucht, das Personal der großen Warenhäuser zur Arbeitsniederlegung zu veranlassen. Aus Charleroi wird gemeldet, daß die Arbeiter der Gas= und Elektrizitätswerke heute vormittag in den Streik getreten seien, daß aber die Gas= und Elektriziätsversorgung gesichert sei. In Antwerpen sind die Schlichtungsverhandlungen gescheitert. In Gent, wo gestern bereits 50 000 Arbeiter der Textil= und Metallindustrie streikten, hat sich der Streik heute vormittag auch auf das Baugewerbe ausgedehnt. In der Nähe des Hafens haben Streikende mehrere Lastwagen umgeworfen. Angesichts der drohenden Haltung der streikenden Arbeiter haben auch in Genf mehrere Geschäfte geschlossen. Die Autodroschkengesellschaften haben gleichfalls den Betrieb eingestellt. Aus verschiedenen Orten Flanderns werden Sabotageakte gemeldet. „Wir wollen den Frieden erhalten“ Dr. Schacht an die internationale Presse dnb Budapest, 19. Juni. Reichsbankpräsident Dr. Schacht empfing am Freitag nachmittag vor seiner inzwischen erfolgten Abreise in den Räumen der Ungarischen Nationalbank die Vertreter der in= und ausländischen Presse. Dr. Schacht erklärte u.., er würde es als eine große Erleichterung empfinden, wenn die Presse sich heute mehr und mehr bewußt würde, daß sie erheblich zur Ausdehnung des Friedens beitragen könne, wenn sie nicht gleich jedes alberne Gerücht und jede Verleumdung verzeichne, sondern wenn sie sich immer den großen und hohen Zweck aller, die im öffentlichen und politischen Leben wirken, vor Augen halte, nämlich, daß wir alle unter allen Umständen den Frieden erhalten müßten. Berechtigte Wünsche müßten durch das Mittel friedlicher Verständigung ihre Erfüllung finden. Er wisse, daß er in dieser Auffassung mit der Zustimmung aller Volksgenossen in Deutschland spreche. Wenn man jeden Versuch der Schuldnerländer, durch einen gesteigerten Warenverkehr ihre und bessern, bekrittele und verdäc frage stellen, ob denn die auf ihre Schuldenforderungen an Deutschland zu verzichten. Eins von beiden könne man nur tun. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wies Dr. Schacht die Behauptungen der ausländischen Presse zurück, als habe seine Besuchsreise irgend etwas mit politischen Aspirationen zu tun. Dr. Schacht fuhr fort:„Es war ganz selbstverständlich, daß ich in meinen Unterhaltungen mit den führenden Männern der Länder, die ich besucht habe, eine ganze Reihe finanzieller und wirtschaftlicher Fragen besprochen habe, aber weder habe ich die Absicht, wie ich in einem französischen Blatt gelesen habe, nach Ankara zu fliegen, um eine Offerte für die Befestigung der Dardanellen zu machen, noch habe ich sonst irgendwelche dunkelpolitischen Pläne vorgelegt. Im Gegenteil, mein Besuch zeigt, wie sehr wir die souveränen Interessen anderer respektieren. Wenn es aber in einer gewissen Presse übel vermerkt wird, daß nun möglicherweise die wirtschaftspolitischen Beziehungen, die uns mit diesem Teil Europas verbinden, auch in politischer Hinsicht freundschaftlichere Einstellungen herbeiführen könnten, so möchte ich diese Art von Presse einmal fragen, ob ihr das unerwünscht ist. Nur dadurch, daß wir versuchen, die Lebenshaltung der Völker zu verdurch können wir das Gespenst bannen. Wir Deutschen warten Deutschland will seinen Teil an Welt mit beitragen.“ des Bolschewismus nicht auf andere. der Gestaltung der Bootsunglück in Amerika 13 Kinder ertkunken dnb Newyork, 19. Juni. Eine Schulklasse der städtischen Schule in Machias im Maine=Staat hatte eine Motorbootfahrt auf dem Gardener See unternommen. Aus noch nicht geklärten Gründen kenterte plötzlich das Boot, so daß die fünfzehn Kinder in das Wasser stürzten. Ein großer Teil der Kinder konnte nicht schwimmen. Viele versuchten, sich an dem gekenterten Boot über Wasser zu halten. Ehe Hilfe zur Stelle war, waren jedoch 13 der Kinder in den Fluten untergegangen. Den vereinten Bemühungen sofort alarmierter Rettungsmannschaften gelang es in kurzer Zeit, sämtliche Kinder an Bord zu ziehen. Wiederbelebungsversuche hatten jedoch nur bei zwei Kindern Erfolg. Dreizehn der jungen Menschen waren beTheorie und Traxis Worte zur Unterhausdebalte Der Kurs der englischen Sanktionspolitik gegenüber Italien ist mit dem gestrigen Tage geändert. Derselbe englische Außenminister, der noch im Vorjahre von den Sanktionen eine schnelle Beendigung des abessinischen Unternehmens im britischen Sinne und zugleich eine Rückenstärkung des stark mitgenommenen Völkerbundskollektivismus erhoffte und deshalb auch als schärfsten Gegner seines Vorgängers, des Außenministers Hoara, galt, hat sich gestern der nicht gerade erfreulichen Aufgabe unterziehen müssen, diesen Frontwechsel um 180 Grad der britischen Oeffentlichkeit begreiflich zu machen. Ob mit Geschick, bleibt der Untersuchung durch die öffentliche Meinung Englands vorbehalten. Das ist eine rein englische Angelegenheit. Die Sanktionen sind auf dem Programm der englischen Regierung gestrichen, und nachdem sich am Freitag auch der französische Kabinettsrat im gleichen Sinne ausgesprochen hat, ist das Urteil über diesen interessanten wie trabessern durch eine Belebung des Welthandels, nur da=reits tot. Auftart zuln=Baupaelenag Presseempfang— Feierstunde im Dortmunder Stadttheater sten deutschen Menschentums. Schlicht und edel kündeten die Bauten des Führe Nalk atmeren die Lied Dr. Stk. Dortmund, 19. Juni. (Eigener Bericht) Stadt um Stadt im Gaugebiet Westfalen=Süd gibt in diesen Tagen des politischen Führer= and Mannschaftsappells das glühende Leuchten der Fahnentücher weiter. Ein Feuer scheint sich am anderen zu entzünden, sie wehen und flackern mit uns auf Dortmund, die Stätte des diesjährigen Gautages, zu und vereinen sich dort, in den Straßen und Gassen der alten Hansestadt, zu Bränden und Bächen unter blauem Sommerhimmel. Wie schön werden selbst die häßlichsten Fassaden, die es ja mitunter auch gibt, unter dem wallenden, wehenden und kränzenden Schmuck der Farben, die in tausenderlei Gestalt da sind, die Bewegung des Gaues zu grüßen und ihren Empfang festlich zu gestalten. Den Auftakt des Tages bildete gestern nachmittag der Empfang der südwestfälischen Presse im Festsaal des Alten Rathauses, sowie abends die Feierstundeim Dortmunder Schauspielhaus. Im Rathaus begrüßte Gauamtsleiter Dr. Pfafferott die Berufskollegen und erteilte dem Stellvertretenden Gauleiter Emil Stürtz das Wort, der kurz über den Sinn und über die Bedeutung des Gautages sprach. Anschließend hieß der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund Dr. Banike die Presse willkommen und dankte für den allerseits beobachteten Einsatz, den Gautag 1936 auch vor der Oeffentlichkeit wirksam und seiner Bedeutung gemäß zu vertreten. Kurze Zeit darauf empfing Gauleiter Wagner im Hotel„Römischer Kaiser" die Ehrengäste des Gautages, Vertreter der Bewegung, des Staates und der Wehrmacht. Ein Abbild der festlich geschmückten Stadt war abends das mit Fahnen und Eichen= und Tannenlaubgewinden verschönte Theater, das vom Kunst= und Kulturwillen der nationalsozialistischen Bewegung und ihres Staates Zeugnis ablegen und Zeuge zugleich sein sollte. Breite rote Bahnen deckten die Bühne seitlich über den Proszeniumslogen ab, angefüllt war das Haus mit den politisch führenden Männern des Gaues, Persönlichkeiten der Staats=, Provinzial= und Kommunal= behörden, der Wehrmacht und der verschiedensten Formationen der Bewegung. An ihrer Spitze, in der Mittelloge des ersten Ranges, Gauleiter Oberpräsident Josef Wagner, stellvertretender Gauleiter Emil Stürtz, SA.=Gruppenführer Schramme, SS.=Brigadeführer Polizeipräsident Schleßmann, Gauschulungsleiter Dr. Schwarzschulz, Gauwalter der DAF. Ernst Stein und viele andere mehr, die allesamt namentlich aufzuführen uns die große Zahl der Erschienenen verbietet. Eingeleitet wurde die Stunde mit einem schneidigen Fanfarenruf des Jungvolks, das sich mit blitzenden Hörnern und mächtigen Landsknechtstrommeln vor einem mit dem riesenhaften silbernen Hoheitszeichen der Partei geschmückten Tuchgrund aufgebaut hatte. Namens des Gauleiters begrüßte Gauschulungsleiter Dr. Schwarzschul:(Bochum) die Erschienenen unter ihnen vor allem Vertreter fremder Nationen, die auf Einladung der NSDAP. zum ersten Male einem Gauparteitag beiwohnen. Dieser Tag und die ihm folgenden Tage werden, so führte der begrüßende Gauschulungsleiter aus, ganz im Zeichen der Bewegung stehen. Um das auch äußerlich zu dokumentieren, werde man morgen zur Grundsteinlegung des geplanten Gauhauses schreiten. Man erfülle damit keine repräsentative Geste, sondern gebe nur der unerschütterlichen Ueberzeugung Ausdruck, daß einzig und allein der Nationalsozialismus berufen sei, Volk und Nation zusammenzuschließen. Die Kulturgüter, die man mit reinen Händen empfangen habe und m gehegt und Bauten des Führers von diesem Willen, Liebe zum Volk atmeren die Lieder unserer Jugend. Im Namen des Gauleiters erklärte der Gauschulungsleiter sodann den Gautag 1936 für eröffnet. Unter der Stabführung des Düsseldorfer Kapellmeisters E. Martini gelangte darauf die Suite in Fedur von Händel(für Streichorchester und Cembalo bearbeitet) zu musikalisch fesselndem Vortrag. In seiner Festrede beschäftigte sich Professor Stange (Bonn)— sein Thema lautete„Der Kunstwille des Nationalsozialismus“— mit der Wiedergewinnung des gesamten Volkes für die Dinge der deutschen Kunst und Kultur.„Kein Volk lebt länger als die Dokumente seiner Kultur“, dieses Wort des Führers vom letzten Reichsparteitag stellte er seinen Ausführungen voran. Unzertrennlich seien Volk und Kunst, so sagte er u.., alle früher aufgestellten gegenteiligen Behauptungen volksfremder Aestheten und Formdogmatiker hätten sich als unsinnig und betrügerisch erwiesen. Ueberall in Deutschland sei heute das Bestreben festzustellen, in der RS.=Kulturgemeinde, in der Deutschen Arbeitsfront, in den Gliederungen der SS., SA. und der Hitler=Jugend, die verschütteten Quellen dieser Volkskunst wieder freizulegen. Nicht die Höhe, der Wille zur künstlerischen Leistung allein sei entscheidend, denn nur so könne der Boden für eine zukünftige, aus nationalsozialistischem Geist wachsende Künstlergeneration vorbereitet werden.„Unser künstlerisches Wollen ist revolutionär und traditionsgebunden zugleich. Schroffe Ablehnung gebührt dem, was unmittelbar hinter uns gestanden und den Wert der biologischen Kulturbetrachtung geleugnet hat. Aus diesem Grunde ist der ästhetische Formalismus von Grund aus abzulehnen, da für uns Deutsche eine reine Formkunst nicht denkbar ist, die nicht auch zugleich innerlichster Ausdruck der Art und des Blutes wäre. Alle großen Kunstleistungen sind aus der Gemeinschaft entstanden, das Volk ist ihr Träger.“ Nach den zahlreichen Ansätzen einer neuen nationalsozialistischen Kunst sei auf eine elementare künstlerische Wiedergeburt unseres in Staat und Nation geeinten Volkes zu hoffen. Wie diese dermaleinst aussehen werde, wisse niemand. Des einen aber dürfe man sich versichert halten: Man werde nur eine Kunst gelten lassen, die vom Symbol herkomme und zum Monumentalen strebe. Dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine künstlerisch außerordentlich schöne Wiedergabe des Regerschen Chorwerks„Weihe der Nacht“ nach den Worten Friedrich Hebbels. Mit einem herrlich klingenden Sopran erfreute die Solistin Fräulein Höngen(Düsseldorf), von einem Dortmunder Männerchor begleitet, die Hörer. Mit einem der deutschen Imperative Lagardes leitete Schauspieldirektor Hans Tannert die Szenen aus Gerhart Hauptmanns„Florian Geyer“ ein. Wurde die Dichtung des schlesischen Meisters auch nur in kurzen Zügen sicht= und spürbar, so enthielten diese doch den ganzen und vielleicht konzentrierten Gehalt dieses herrlichen Bekenntnisses für Deutschland. Wohl selten hat das Dortmunder Haus den leidenschaftlichen Appell des Geyer„Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz“ glühender, gläubiger und wissender aufgenommen als die hier vereinigten Kämpfer der Bewegung im Gaugebiet Westfalen=Süd. Und was hier Ende und Höhepunkt der abendlichen Feierstunde bedeutete, ist zugleich der große, in unvergängliches DichFeiern, Veranstalmit reinen Händen weitergeben wolle, souen terwort geprägte Auftakt zu den Fe id gepflegt werden als Wesensausdruck echte= tungen und Arbeiten der kommenden Tage. Ke.Sieg Schmelng. ader Touis Ausführlicher Bericht im Sportteil gikomischen Abschnitt der europäischen Politik gesprochen. Der Sitzung des Völkerbundes am Monatsende bleibt also nur noch die Bestätigung übrig. Die sich über dem Mittelmeer zusammenziehenden Gefahren und nicht zuletzt die unerträgliche Lage, in die Großbritanniens Diplomatie nicht ohne Selbstverschulden hineingeraten war, forderten nachdrücklichst die Begleichung dieses nicht ungefährlichen Zwischenspiels. Die Sanktionen sind gefallen. Daran werden auch die sehr lebhaften Kritiken nichts ändern, die bereits gestern von der Unterhausopposition am Kurswechsel der britischen Regierung geübt wurden. Das englische Kabinett wird noch in der kommenden Woche die Zustimmung seines Parlaments erhalten. Gewiß ein bedeutsames Ereignis, das sich in der europäischen Diplomatie wie in den Bemühungen um die Völkerbundsreform auswirken wird. Und doch hat sich juristisch und psychologisch an der Gesamtlage noch nichts geändert, denn die vom Völkerbund seiner Zeit ausgesprochene Verurteilung Italiens als„Angreifer" bleibt rechtlich weiterstehen, und ebenso wird, wie der englische Außenminister ausdrücklich betonte, die englische Mittelmeerflotte ihren seit Ausbruch des abessinischen Streitfalles erhöhten Stand tatsächlich weiter behalten. Ja, selbst die von Großbritannien damals mit anderen Mittelmeerstaaten getroffenen Schutzvereinbarungen bleiben weiter bestehen. In Italien sind diese Erklärungen nicht gerade mit sonderlicher Genugtuung ausgenommen worden. Rom lobt zwar die„traditionelle englische Vernunft", stellt aber gleichzeitig die Frage nach den Gründen, die England zur Beibehaltung der Flottenhäufung im Mittelmeer bewogen haben. In dieser Frage aber liegt allein schon ein deutliches Anzeichen dafür, daß eine völlige Bereinigung der englisch=italienischen Gegensätze bisher weder erreicht ist, noch daß nunmehr schon der Weg zur Inangriffnahme einer Völkerbundsreform frei ist. Hier werden noch Monate notwendig sein. Solange aber Italien sich auch weiterhin von den allgemein europäischen Fragen zwangsläufig fernhalten muß, ist unserer Ansicht nach das englische Drängen nach einer deutschen Antwort wenig stichhaltig und wenig begründet, handelt es sich doch hierbei in erster Linie um das neuzugestaltende Locarno, in dem Italien und Großbritannien ebenso wie beim ersten Locarnovertrag als Vertragsgaranten gelten sollen. Außenminister Eden hat sich in einigen Sätzen auch mit dem deutsch=englischen Verhältnis beschäftigt. Der ruhige Ton seiner Ausführungen verdient Würdigung. Dennoch fordern sie zu sachlicher Kritik heraus, weil sie die Besonderheiten der politischen Stellung Deutschlands in Europa außer acht lassen und Aufforderungen an Deutschland richten, die um so weniger begründet sind, als Deutschland mit dem großzügigen Angebot des Führers vom 7. und 31. März dieses Jahres den wertvollsten und weitestgehenden Ausdruck seines Mitarbeitswillens gab. Dieser Friedensvorschlag besteht nach wie vor in seinem ganzen Umfange. Wir erinnern weiter, daß eine positive deutsche Erklärung zum Luftpakt vorliegt. Daß Deutschland aber gegenüber der englischen Absicht, diesen westlichen Luftpakt auch auf andere europäische Staaten des Ostens zu erweitern, bestimmte und begründete Bedenken hegt, darüber dürfte man auch in London längst unterrichtet sein. Allen diesen deutschen Angeboten steht bisher keine bündige Antwort von England gegenüber, so daß die Ermahnungen Edens an die falsche Adresse gerichtet scheinen. Wir nehmen nicht an, daß hier ein geschickter Dreh gesucht werden soll, um eine„diplomatische Schuld" herzustellen, wir erkennen vielmehr— Nr. 142 7 Bochumer Anzeiger" Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 Herrn Baldwins Ausführungen bewiesen das weit besser als Herrn Edens Rede—, daß sich langsam eine gewisse Uebereinstimmung der großen Ziele herauszuschälen beginnt, daß aber das amtliche und öffentliche England die besonderen Beweggründe und die Sonderstellung Deutschlands im mitteleuropäischen Raum immer noch nicht vollauf zu würdigen versteht. Mit Genugtuung nehmen wir die wägenden Worte des Premierministers Baldwin zur Kenntnis, der sich von einer deutsch=englisch=französischen Konferenz und Zusammenarbeit für Europa recht viel verspricht. Aus dem Munde seines Vorgängers Ramsay Macdonald hörte man bisher immer nur die Betonung des englisch=französisch=italienischen Dreibundes, wie er sich auf der Stresa=Konferenz letztmalig geäußert hatte. Die Abessinienfrage hat das Stresa=Einvernehmen getrübt und in jähen Mißklang umgewandelt. Der Wunsch Baldwins, die drei Mächte Deutschland, England und Frankreich an den Konferenztisch zu bringen, ist darum ein Zeichen des wachsenden Verständnisses für Deutschlands Haltung und Bedeutung. Wenn sich dennoch stille Zweifel an dem praktischen Wert dieser Feststellungen und Wünsche bei uns regen, so nicht deshalb. weil wir vielleicht Herrn Baldwins Worte nicht vollauf würdigten, sondern weil wir, durch die Verschleppungstaktik der Gegenseite während langer Jahre gewitzt, abwarten werden, wieweit hier Englands Theorie mit seiner diplomatischen Praxis in Einklang steht. Denn jedem sachlichen Betrachter der großen Politik während der letzten Monate drängt sich der Eindruck auf, daß nach wie vor Großbritanniens Außenpolitik und Diplomatie auf eine Rettung des Völkerbundskollektivs abzielen, daß man Zeit gewinnen will, um mit einem erneuerten Völkerbund die erlittenen mehr oder weniger großen Schlappen des Völkerbundes und der eigenen Politik aufzuholen. Sollten aber die Aeußerungen der britischen Minister mehr als eine diplomatische keit sein, so würden sie in Deutschland ein noch aufrichtigeres und herzlicheres Echo finden, als es die Erfahrung zweier Jahrzehnte uns heute erlaubt. Die Feststellung, daß Theorie und Praxis in sichtbarer Uebereinstimmung ständen, würde für Europa ein Tag neuer und berechtigter Hoffnungen. M. H. Dritte Nordamerikafahrt des L3.„Hindenburg“ dnb Frankfurt a.., 19. Juni. Das Luftschiff„Hindenburg“ ist am Freitag um 21.50 Uhr mit vollbesetzten Kabinen zu seiner dritten Nordamerikafahrt gestartet. Deutsch=französisches Abkommen unterzeichnet dnb Berlin, 19. Juni. Heute wurden im Auswärtigen Amt von dem französischen Botschafter Francois=Poncet und dem Ministerialrat im Reichsfinanzministerium Vogels ein Abkommen und eine Vereinbarung über die Versorgungsbezüge der ehemaligen Beamten der Regierungskommission des Saargebietes mit französischer Staatsangehörigkeit unterzeichnet. Noch 250000 Streikende in Frankreich and Paris, 19. Juni. Am Donnerstag abend waren in ganz Frankreich noch 250000 Arbeiter im Ausstand. In St. Bel bei Lyon ist ein Bergarbeiterstreik ausgebrochen. Etwa 600 Arbeiter, davon die Mehrzahl Polen und Tschechen, haben, noch während die Verhandlungen im Gange waren, das Bergwerk besetzt. Die Verhandlungen wurden hierauf einstweilen unterbrochen. In Lyon haben die Straßenbahner am Freitag gegen 19 Uhr den Streik erklärt. Sie zogen sämtliche Straßenbahnwagen aus dem Verkehr und fuhren sie in die Straßenbahnhöfe zurück, so daß gegen 20 Uhr kein Wagen mehr in der Stadt zu sehen wor.„7er,“ a vicharamersemn uns In den staatlichen Elsässischen Kalibergwerken und auf dem Kalibergwerk„St. Therese“ ist der Streik von neuem ausgebrochen. In Paris ist das Personal des amerikanischen Krankenhauses von Neuilly in den getreten. Kurz=Nachrichten Der Führer gratuliert Gauleiter Koch. Gauleiter Erich Koch, der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen, beging am Freitag seinen 40. Geburtstag. Der Führer und Ministerpräsident Hermann Göring sandten ihm telegraphisch herzliche Glückwünsche. Geburtstagsglückwunsch des Führers an Hugenberg. Der Führer und Reichskanzler hat dem Geheimrat Dr. Hugenberg zum 71. Geburtstag telegraphisch„in Erinnerung an gemeinsame Arbeit im Dienste der Wiedererneuerung des deutschen Volkes herzlichste Glückwünsche" ausgesprochen. Panzerschiff„Deutschland“ in Kopenhagen. Am Freitag vormittag traf das Panzerschiff„Deutschland“ mit dem Chef der Linienschiffe, Admiral Carls. an Bord zu einem sechstägigen Besuch in der dänischen Hauptstadt ein. Die neue schwedische Regierung Pehrsson—Bramstorp ist gebildet und wurde von König Gustaf bestätigt. Sie ist die erste Regierung des Bauernbundes. Von den elf Kabinettsmitgliedern gehören fünf dem Reichstag an. Die übrigen Minister sind Beamten= und Fachkreisen entnommen. Außenminister ist, Professor Westman. Mit Ausnahme von Professor Westman bekleidete kein Regierungsmitglied früher einen Ministerposten. Gesetz über die 40=Stunden=Woche auch vom französischen Senat angenommen. Der französische Senat hat in einer Nachtsitzung die Beratungen über die 40Stunden=Woche fortgesetzt und das Gesetz schließlich mit 182 gegen 84 Stimmen verabschiedet. Internationale Arbeitskonferenz beschließt 40=Stunden=Woche in der Textilindustrie. Die Internationale Arbeitskonferenz in Genf hat den Abkommensentwurf über die Einführung der 40=Stunden=Woche in der Textilindustrie gegen die Stimmen der Arbeitgeber und einiger Regierungsvertreter, darunter Englands und der Schweiz. angenommen. Nach der Geschäftsordnung muß im nächsten Jahr eine erneute Aussprache und Abstimmung stattfinden, ehe das Abkommen zur Ratifizierung aufgelegt werden kann. Kein britischer Gesandter mehr in Addis Abeba? Nach dem diplomatischen Mitarbeiter des„Daily Telegraph“ wird der britische Gesandte in Abessinien, Sir Sidney Barton, der zur Zeit nach England unterwegs ist, sehr wahrscheinlich nicht mehr auf seinen Posten enrückehren. Die Folgen der Dre pungei,, Fepen ens beudinent=Waldwin Die Arbeiterpartei will das englische Volk gegen die Regierung mobilmachen— Genf findet Englands Entschluß über die Aufhebung der Sanktionen unverständlich— Zurückhaltung in Italien London, 19. Juni. Nach der Unterhausaussprache richtete die parlamentarische Fraktion der Arbeiterpartei am Donnerstag abend einen Protest unter der Ueberschrift„Der große Betrug“ an die englische Nation. Darin heißt es u.., daß die Zukunft des Völkerbundes und des Weltfriedens auf dem Spiele stehe. Die britische Regierung habe ihre Versprechungen, daß der Völkerbund und die kollektive Sicherheit der Angelpunkt der britischen Politik bleiben würden gebrochen und sei jetzt bereit, nicht nur den italienischen Angriff in Abessinien zu verzeihen, sondern das ganze kollektive Sicherheitssystem aufzugeben. Die Regierung befürworte die Begrenzung der Völkerbundsfunktionen und die Zurückziehung Englands von jeder Verantwortlichkeit für die Aufrechterhaltung des Friedens außerhalb gewisser enger Gebiete, in denen England Sonderinteressen habe. Die Annahme einer solchen katastrophalen Politik würde zu neuen Angriffshandlungen ermutigen. Es sei noch nicht zu spät für das englische Volk die drohende Katastrophe ebenso erfolgreich zu verhindern, wie es vor einigen Monaten die üblen Hoare=LavalVorschläge vereitelt habe. Die Oeffentlichkeit wird aufgefordert, ihre Meinung noch vor der Völkerbundsratstagung durch öffentliche Kundgebungen, Entschließungen und Briefe an den Ministerpräsidenten und die Abgeordneten kundzutun. Ein sofortiges und energisches Vorgehen sei erforderlich. in der Londoner presse Mit Ausnahme der Oppositionsblätter, die ihre Angriffe gegen die Regierung weiterhin verschärfen, stellt sich die Morgenpresse hinter die Erklärung Edens im Unterhaus, wonach England in Genf die Aufhebung der Sühnemaßnahmen befürworten wird. „Times“ schreibt, die öffentliche Meinung billige die Stellungnahme der Regierung, wenn auch mit äußerster Zurückhaltung. Wenn die Sanktionen nun aufhörten, so bedeute das nicht, daß der Schandfleck der schlimmsten Vertragsverletzungen getilgt sei, die in der neueren Zeit vorgekommen seien. Durch die Aufhebung der Sühnemaßnahmen werde das Vertrauen zu Italien nicht wiederhergestellt. Die sogenannte Stresa=Front, eine an sich unheilvolle Schöpfung, bleibe ein Trümmerhaufen: ferner verpflichte die Aufhebung der Sanktionen England weder zur Anerkennung der Eroberung oder Unterwerfung Abessiniens noch zur Mithilfe dabei. Das britische Volk höre mit Freuden, daß die normalen englischen Verteidigungsanlagen im Mittelmeer fortlaufend verstärkt werden sollen, und daß das gewissen Mittelmeermächten gegebene Versprechen, mit dem Völkerbund zusammenzuarbeiten, aufrechterhalten bleibe. Das Organ der Arbeiter=Opposition„Daily Herald“ schreibt, die Regierung plane eine vollständige und bedingungslose Kapitulation. Die„feierlichen Völkerbundsverpflichtungen“, der englischen Regierung von ehedem seien zu Papierfetzen geworden. Das englische Volk sei öffentlich entehrt. In ähnlichem Tone schreibt die liberale„News Chronicle“. Mehrere führende Morgenblätter heben in ihren Kommentaren auch die Erklärungen Edens über die Notwendigkeit der deutschen Mitarbeit für den Frieden Europas hervor. Die„Times“ schreibt, das greifbare Ziel der künftigen britischen Europa=Politik könne nur durch Verhandlungen mit Deutschland gesucht und erreicht werden Die Gelegenheit sei jetzt gegeben. Papierne Kreuzverhöre" seien umständlich und unergiebig. Man könne von jemandem, mit dem man verhandeln wolle, nicht verlangen, daß er zunächst vor aller Oeffentlichkeit Zusicherungen über sein künftiges Wohlverhalten gebe. Besprechungen könnten erweisen, ob es grundlegende Gegensätze zwischen britischen und deutschen Zielen gebe. Pariser Pressestimmen Die große Unterhausaussprache gibt einem Teil der Pariser Presse noch einmal Gelegen!, festzustellen, daß die französische Politik einen eißerfolg erlitten habe. Man bedauere es, daß Frankreich die Gelegenheit verpaßt habe, von sich aus die Aufhebung der Sanktionen vorzuschlagen. Im übrigen sind die Blätter der Ansicht, daß Außenminister Eden sehr geschickt vorgegangen sei. Sein persönliches Ansehen habe trotz der völlig veränderten Lage nicht gelitten.„Petit Journal“ und„Oeuvre“ knüpfen an die Tatsache, daß Eden auch die Verhandlungen mit Deutschland berührte, polemische Ausführungen über die deutsche Politik, die mit Edens Aeußerungen nicht das geringste mehr zu tun haben, sondern nur von dem Wunsch diktiert sind, gegen Deutschland Stimmung zu machen. Genf mißbilligt Englands Entschluß Nach einer Reuter=Meldung aus Geuf wird die britische Beschluß zugunsten einer Aufhebung der Sanktionen in Völkerbundskreisen als„unverständlich und beinahe unglaublich" bezeichnet. Es werde erklärt, daß England weitgehend unterstützt worden wäre, wenn es sich für die Aufrechterhaltung oder Verstärkung der Sanktionen entschieden hätte. Durch die Aufgabe der Sanktionen verliere der Völkerbund seine einzige Waffe, und England werde durch seine Initiative an Ansehen verlieren. kom hält sich zurück dnb Rom, 19. Juni Die Rede Edens im Unterhaus wird hier in journalistischen und politischen Kreisen bei aller Anerkennung der einstimmigen Abkehr der englischen Regierung vom Sanktionskrieg mit einer fühlbaren Zurückhaltung ausgenommen. Der Anlaß dazu scheint vor allem das beabsichtigte Weiterbestehen der von England mit mehreren Mittelmeerstaaten getroffenen Flottenabmachungen und die Ankündigung zu sein, daß England im Mittelmeer dauernd ein verstärktes Flottenaufgebot unterhalten will. In zuständigen Kreisen will man vor dem Vorliegen des vollständigen amtlichen Textes auf jede Stellungnahme verzichten, da sich erst aus einer genauen Prüfung ergeben könne, über welche Punkte Italien etwa weitere Aufklärung für nötig erachten werde. Nach England Frankreich Französischer Ministerrat für Aufhebung der Sanktionen dnb Paris, 19. Juni. Am Freitag vormittag um 10 Uhr ist der Ministerrat erneut unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik zu einer Sitzung zusammengetreten. Die amtliche Mitteilung darüber besagt, daß Außenminister Delbos seinen Kollegen einen Ueberblick über die außenpolitische Lage und insbesondere über die Probleme, die auf der kommenden Genfer Tagung zur Erörterung stehen werden, gegeben hat. Die Regierung, die dem Prinziv der kollektiven Handlung treu bleibe, werde sich jeder Entscheidung, die von den Staaten des bundes angenommen werden sollte, anschließen. Im Hinblick auf den augenblicklichen Stand der Sanktionen halte es die Regierung für richtig, ihre Aufbebung anzunehmen.,„ 4. Schrei, Weiter hat der Ministerrat den Wortlaut der Schreiben gebilligt, die noch im Laufe des Freitags vom Außenminister den diplomatischen Vertretungen im AusFJruptratns huee Unnohil Frankreichs Finanzminister vor der Kammer— Schwebende Schuld um 20 Milliarden gestiegen— Steuerreform, Kontrolle der Banken und Aktiengesellschaften angekündigt Paris, 19. Juni.(Drahtber.) Am Freitag nachmittag ist die Kammer zusammengetreten, um den Bericht des Finanzministers Vincent Auriol zu hören. Das Finanzprogramm der vorausgegangenen Legislatuxperiode habe, führte der Minister aus, den ehemaligen Frontkämpfern, den Beamten, den Gemeinden und den Rentnern schwere Einschränkungen auferlegt. Dennoch sei das erhoffte Gleichgewicht nicht hergestellt worden. Der Fehlbetrag könne für 1936 mir dem 1. Juni als Stichtag auf 6 bis 7 Millionen Frank (ein Frank gleich 16,4 Pfennig) beziffert werden. Für 1986 habe das Schatzamt für Ausgaben in Höhe von 18 700 Millionen aufzukommen und die schwebende Schuld sei um 20 Milliarden auf 66 Milliarden gestiegen. Auriol sprach sich gegen die einseitige Entwertung aus. Großen Beifall erhiel ter, als er auf jene Abwertungs=Finanzmänner hinwies, die mit der Zurückbeförderung ihrer nach dem Ausland verbrachten Kapitalien warten, um dabei Gewinne einzustreichen. Eine einzige Politik sei möglich, nämlich die Nation aufzufordern, sich selbst und ihre Währung zu retten. Der Betrag der von Franzosen seit Januar 1935 nach dem Ausland verbrachten Kapitalien werde auf 26 Milliarden geschätzt. Der Betrag der gehorteten Banknoten dürfte sich auf 80 Milliarden belaufen. Im ganzen fehlten also der französischen Wirtschaft französische Kapitalien in Höhe von 60 Milliarden Franken. Zur Kapitalflucht=Amnestie erklärte er, daß die Frist, bis zu der die Eigentümer ihre Auslandsguthaben anmelden können, bis zum 15. Juli verlängert werde. Wer aber auch dann seine Auslandsauthaben nicht angebe und später entdeckt werde, habe strenge Strafen, unter Umständen Aberkennung seiner Bürgerrechte, zu gewärtigen. In einigen Tagen werde die Regierung die Sparer zur Zeichnung kurzfristiger kleingestückelter Schatzanweisungen aufrufen. Bis am Abschluß dieser Zeichnung werde die Regierung bei der Bank von Frankreich ihr Konto überziehen. Als Gegenleistung hätten die Anleihegeber das Recht, die Möglichkeit einer klaren und freimütigen Kontrolle zu verlangen, und deshalb bringe die Regierung einen Gesetzentwurf zur Einführung einer öffentlichen Verrechnung ein. Der zweite Abschnitt werde dann die Organisation des Kredits und die Steuerreform sein. Hierzu gehöre die Reform der Satzungen der Bank von Frankreich. Die Regierung habe nicht die Absicht, die privaten Banken zu nationalisieren, aber sie werde die Kontrolle der Banken und der Aktiengesellschaften in die Wege leiten. Auch denke sie an die Herabsetzung des Goldsatzes zur Belebung der Wirtschaft. Die Steuerreform werde auf eine Vereinfachung der Steuerbestimmungen und auf eine strengere Eintreibung der übersichtlich neugeordneten Steuern hinauslaufen. Zum linken Flügel der Volksfrontmehrheit gewandt, bezeichnete es Auriol als gefährlich und überdies unmöglich, die von kommunistischer Seite geforderte Kapitalabgabe vorzunehmen, die die Sozialisten auch vorgeschlagen hätten, aber zu einer Zeit des Wohlstandes. 1936 würde die Kapitalabgabe das blutarme Kapital töten. Das Land müsse sich selbst retten. Die Regierung könne nur den Weg angeben. Der Finanzminister brachte dann die verschiedenen in seinen Ausführungen angekündigten Gesetzentwürfe in der Kammer ein. Ministerpräsident Blum wohnte der Kammersitzung bei.„.6#, Nach der Rede Auriols verteidigte der Abgeordnete Paul Reynaud seinen abwertungsfreundlichen Standpunkt. 60 Toit, 35 Schider und Leichlderiechte Die bisherige Verlustliste der Unruhen in Palästina dnb London, 19. Juni. In der heutigen Unterhausaussprache nahm der Kolonialminister Ormsby=Gore zu der„gegenwärtig so beklagenswerten Lage in Palästina“ Stellung. Der Minister wies u. a. auf die Verschlimmerung der Lage durch Streiks usw. hin. Einige Stadtverwaltungen hätten zwar gemeinsame Sache mit den Streikenden gemacht, aber im wesentlichen sei der öffentliche Dienst aufrechterhalten worden. Ormsby=Gore gab dann einen Ueberblick über die behördlichen Maßnahmen. Auf die Frage des konservativen Abgeordneten Winterton bezüglich der Todesstrafe erklärte Ormsby=Gore, daß kein Todesurteil ohne die Bestätigung durch den Oberkommissar vollstreckt werde. Der Kolonialminister wies dann mit Bedauern auf die Anschläge auf die Eisenbahnlinien, auf die Vernichtung der Ernte und Pflanzungen hin und gab bekannt, daß während der letzten beiden Wochen etwa 15 Feuerüberfälle auf die Truppen und auf die Polizei unternommen worden seien, und daß innerhalb 24 Stunden manchmal bis zu zehn Bombenanschläge auf Telephon= und Telegraphenleitungen zu verzeichnen gewesen seien. Die kürzlich vorgenommene Verstärkung der militärischen Streitkräfte habe aber schon viel Schaden verhindert und für die Zukunft würden seitens der Behörden die stärksten Bemühungen gemacht, um Leben und Eigentum zu schützen. Ormsby=Gore führte dann einige Zahlen an. Bis heute seien 42 Mohammedaner getötet, 109 schwer und 275 leicht verletzt worden. Weiter seien vier Christen getötet, 24 schwer und 54 leicht verwundet worden. Die Anzahl der getöteten Juden belaufe sich auf 38, die der schwerverwundeten auf 65 und die der leichtverletzten auf 84. In den die Christen betreffenden Fällen seien ein getöteter britischer Polizist und 26 mehr oder weniger schwer verwundete Angehörige der britischen Polizei einbegriffen. Die Verluste der britischen Truppen beliefen sich auf einen Offizier und fünf Soldaten. Hier handelt es sich um Verwundete. Weiter seien zwei arabische Polizisten getötet, drei schwer und sieben Offiziere und 27 Mann von der Palästinapolizei leicht verwundet worden. Nach weiteren statistischen Angaben Ormsby=Gores wurden 1206 Araber und Christen und 328 Juden verurteilt. 81 grabische Führer befinden sich in Konzentrationslagern und 122 stehen unter Polizeiaufsicht. Je zwei jüdische bzw. armenische Kommunisten sind ebenfalls in Haft genommen und 60 andere jüdische Kommunisten stehen unter Polizeiaussicht. Dann wandte sich der Minister der Zukunft zu. Nach Wiederherstellung des Friedens werde dem König die Ernennung einer Kommission zur gründlichen Untersuchung der Ursachen des Aufruhrs und der Beschwerden empfohlen werden. Hauptziel der britischen Regierung sei, einen unparteitschen Bericht zu erhalten, der sie in die Lage versetze, allen Teilen der Bevölkerung Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Auf die Anfrage des konservativen Abgeordneten Taylor, ob die Araber ihre Beschwerden formuliert hätten antwortete Ormsby=Gore, daß sie eine völlige Einstellung der jüdischen Einwanderung, ferner eine Einstellung aller Landverkäufe an Juden und eine Ueberleitung der Regierung aus der jetzigen Verfassung auf eine nationale forderten, die einer zu wählenden Volksvertretung verantwortlich sei. Solchen Forderungen könne er unmöglich zustimmen. Teile der Altstadt Jaffas gesprengt Große Teile der hauptsächlich von Arabern bewohnten Altstadt von Jaffa sind gestern von englischen Pionieren durch umfangreiche Sprengungen niedergelegt worden, um Raum für den Bau breiter Verkehrsstraßen und die Errichtung neuer hygienisch einwandfreier Gebäude zu schaffen. Daneben dürfte auch der Wunsch mitgesprochen haben, einen alten Unruheherd zu beseitigen, in dessen engen und verwickelten Gassen in den letzten Wochen unzählige Bombenanschläge und Feuerüberfälle auf Polizei= und Militärpatrouillen erfolgten. Die Beschießungen von Militärpatrouillen und Eisenbahnzügen sowie der Polizei setzen sich in ständiger Wiederholung fort, dennoch scheint die scharfe Grenzüberwachung und die Verhinderung der illegalen Waffeneinfuhr bei den Terroristen bereits Munitionsmangel hervorzurufen. Gegen die Nägelstreuer ergingen die ersten Urteile über 25 Pfund(etwas über 300 Mark) Geldstrafe oder zwei Monate Gefängnis. Ausnahmezustand in Kowno dnb Kowno, 19. Juni.(Drahtber.) Der Kownoer Kriegskommandant hat heute morgen zurch Anschlag bekanntgegeben, daß er über die Stadt kowno den Ausnahmezustand verhängt hat. Zwichen 22 Uhr und 4 Uhr ist jeder Verkehr sowie das betreten der Straßen verboten. Zuwiderhandlungen verden mit Geldstrafe bis zu 5000 Lit(etwa 2100 RM.) oder drei Monaten Arrest bestraft. Personen, die der solizei Widerstand leisten, werden vor das Feldgericht jestellt. Vorläufig streiken die meisten Arbeiter noch Den Großen Belt durchschwommen Die dänische Schwimmlehrerin Lilly Andersen dnb Kopenhagen, 19. Juni(Drahtber.). Am Freitag gelang es der früheren dänischen Meisterschwimmerin, der jetzigen Schwimmlehrerin Lilly Andersen, den Großen Belt zu durchschwimmen. Um.30 Uhr ging sie bei Korsör ins Wasser und stieg um 12.45 Uhr bei Knudshoved(Nyborg) an Land. Sie hat die etwa 18 Kilometer lange Strecke zwischen den Inseln Seeland und Fünen in etwa 7¾ Stunden durchschwommen. auptschriftletter: Dr. Paul Dierichs(abwesend). Stellvereter: Hans Schulte. Verantwortl. f. Politik: Rud. ommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Beddingbaus, okales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaltung: Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schmidi, erichtsdienst und Briefkasten:„Max„Flegel. ans Hornderg, Anzeigen: t..: Erich Sadowski, imtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, erlin=Karlshorst, Dönhoffstraße 19, Anrus Karlsdorst 0340. erliner Anzelgenvertretung: F. W. Pempe, Berlinbarlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf O 1 Steinplatz 13. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in ochum, Ruf 67551, 52 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 tig, Nachlaßstaffel B.— DA V. 36 über 26 500. Sprechinden der Schriftlettung wochentags, außer Mittwochs und amstags, von 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte Einndungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Die heutige uummer umfaßt 30 Seiten Seite 3 Nr. 142.; Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 Bochumer Nachrichten Erdsch st nach langen Regen jetzt die Sonne eingetroffen. und die Wälder, Felder. Bäder, steh'n der frohen Menschheit offen. Zwar von Finsternis behindert war die Sonne Freitag morgen, aber für ihr weit'res Wirken, braucht man sich, scheint's. nicht zu sorgen. Freudig greift zur Badekappe jedermann, und zum Trikot, um ein Bad mal zu genießen, irgendwann und irgendwo. O wie herrlich ist die Freude, so zu baden mal im Freien, sei's alleine, sei's zu vielen. oder sei es auch zu zweien! Liebe sonnentrunkene Bochumer beiderlei Geschlechts! Indem ich von Euch nicht hoffe, daß Ihr das Baden zu zweien vorzieht, weil dann nämlich immer nur einer ese De üidet hostgen Kaitete Bchadäche haich kühle Bierchen und ähnliche Flüssigkeiten vor. Wer gerade 35 Jahre alt ist, kann beide Behandlungsarten für sich beanspruchen, was leider für mich nicht in Frage kommt. Dagegen werde ich aber bestimmt dafür sorgen, daß ich irgend etwas von der guten Sommerluft und dem schönen Wasser an diesem Wochenende für mich schnappe, zu welchem Zwecke ich mich hinab ins Ruhrtal begeben werde. Bei der Planung für dieses Wochenende war ich mir allerdings zuerst sehr im unklaren darüber, an welcher Stelle und in welchem Bad ich meinen ebenmäßigen Körper dem Wasser anvertrauen sollte. Ich habe mich inzwischen aber für das Bad unterhalb Blankenstein entschieden, nachdem ich am Donnerstag im„B..“ gelesen habe, daß es dort Lebensmittel geregnet hat. Es waren zwar Lebensmittel für Ochsen in Gestalt von Heu, das eine Windhose von den Wiesen um Haus Kemnade entführt hatte und auf Blankenstein niederfallen ließ und ich bin ja schließlich nicht gerade ein Ochse. Aber was nicht ist, kann noch werden. Womit ich nicht meine, daß ich noch ein Ochse werden könnte, wohl aber, daß so eine freundliche Windhose vielleicht mal versehentlich aus irgendeinem Rauchfang ein ordentliches Stück Wurst oder Schinken entführen und auf mich niederregnen lassen könnte, wenn ich gerade an jener offenbar nahrhaften Stelle des Ruhrtales die Sonne auf mich scheinen lasse. Besonders viel verspreche ich mir in dieser Beziehung von der Zeit, wenn die Birnen und Aepfel reif werden, und ich stelle mir schon geradezu vor, wie mir so eine saftige„Gute Luise“ wie im Schlaraffenland ins Mündchen fliegt. Hoffentlich sind keine Maden drin! übrigen haben wir ja in diesem Sommer in Bochum zweimal Badesaison für Wasser und dazwischen noch eine besondere Saison von allerdings kurzer Dauer, in der sich mehr die innerliche Anfeuchtung einstellen wird. Die erste Badesaison hat am Donnerstag begonnen und dauert bis einschließlich 1. Juli. Die Zwischensaison findet vom 2. bis 4. Juli beim Bochu5mer Volksschützenfest statt. Die Schützen sind ja am Vorbereiten dran, daß es nur so hagelt. Und wenn man die gute Stimmung auf den verschiedenen Kompagnie= und Werbeabenden gesehen hat, dann weiß man schon gewiß: es wird ein ganz großes Fest. Wie wir allerdings dabei mit den in Bochum vorhandenen Getränkeerzeugungsstätten auskommen sollen, für den Fall, daß es vom 2. bis 4. Juli genau so heiß sein sollte wie jetzt, ist mir noch einigermaßen schleierhaft. In einer Kompagnie soll bereits der Plan erwogen werdan dar hesten Schützen außer der üblichen Nerwerden, den besten Schutzen außer der üblichen Verpflegung noch Dauerlutscher zu verabreichen, was ja entschieden nette Bilder geben wird. Einstweilen sind es aber noch fast zwei Wochen bis dahin, und wir werden zunächst heute und morgen unsern südwestfälischen Gautag erleben, an dem hoffentlich das Wetter so schön ist wie an den letzten Tagen. Bochums Junggesellen scheinen inzwischen schon durch äußerste Solidität eifrig für die nächsten Ereignisse zu trainieren. Sie trinken sozusagen überhaupt nur noch Kaffee und Wasser. Freitag abend war ich beispielsweise in einem Cass auf der Kortumstraße, wo 20 jüngere männliche Gaste und nicht ein einziges Mädchen zugegen waren. Abgesehen von der erfreulichen Mäßigkeit unserer Bochumer Jungen habe ich das als sehr bedauerlich gefunden, da ich als Mitglied des bekanntlich eingebildeten männlichen Geschlechts der Meinung bin, daß diese jungen Männet ihre Gesellschaft lieber einer der reizenden Töchter Bochums hätten widinen sollen. Mein Vorschlag, am Schaufenster ein Schild mit der Aufschrift„20 unbesetzte junge Herren zu vermieten!“ anzubringen, wurde von einem die Kuchentheke betreuenden jungen Mädchen entrüstet abgelehnt, was ich fürchterlich selbstsüchtig finde. Ich hätte im umgekehrten Falle ganz gern von 20 ein paar abgegeben. In der Hoffnung, daß Ihr am Wochenende alle die rechte Lehre aus diesem betrüblichen Falle wünsche ich Euch viel Vergnügen. Euer Flax. Nur noch drei Tage! 23. Juni letzter Einsendetag BA.=dreisauschreibens Nur noch drei Tage sind es bis zum Einsendeschluß des großen Preisausschreibens des„Bochumer Anzeiger“. Einsendungen, die nicht bis zum 23. Juni in unseren Besitz gelangt sind, können bei der Preisverteilung nicht mehr berücksichtigt werden. Es wird also die höchste Zeit, zur Feder zu greifen. Die Aufgabe ist ja bekannt: Es sollen in Erlebnissen und Geschichten in gedrängter Form geschildert werden: Vorteil der Zeitung für den Leser oder aber der Nachteil des Nichtlesens Wir erwarten keine schriftstellerische Leistung, sondern nur eine kurze und schlichte Schilderung aus Ihrer eigenen Beobachtung oder Erfahrung heraus, so als wenn Sie einen Brief schreiben würden. Sie haben damit die Möglichkeit, einen der 33 Preise von 50 RM. bis 5 RM, zu gewinnen, die der„Bochumer Anzeiger“ für die besten Einsendungen ausgesetzt hat. Wenn die Wände wackeln... Verkehrserschütterungen und Gebäudeschäden— Beratungsstelle bei der Westfälischen Berggewerkschaftskasse zu Bochum .o Der Wirbelwind,'s ist allerhand, versetzt uns ins Schlaraffenland! hwimmen kann und der andere auf die Sachen aufassen muß, begrüße ich Euch mit einem hocherfreuten Gut Naß“. Was jeder von Euch natürlich nach der hm angenehmen Weise auslegen kann. MerkwürdigerEs ist eine bekannte Tatsache, daß der ständig wachsende Verkehr, besonders in den Straßen unserer Städte, nicht selten mit so starken Erschütterungen auf die anliegenden Häuser und Bauwerke einwirkt, daß dadurch oft nicht nur ihre Lebensdauer merklich herabgesetzt wird, sondern häufig auch schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit sich nicht unbeträchtliche Schäden in Form von mehr oder weniger großen Rissen im Verputz der Decken und Wände, aber auch im festen Mauerwerk selbst zeigen. Treten derartige Schäden in Bergbaugebieten auf, so werden sie meistens ohne weiteres als „typische Bergschäden“ dem Bergbau zur Last gelegt. zumal die durch Erschütterungen entstandenen Risse sich in ihrem Aussehen fast gar nicht von den durch Bergbau verursachten unterscheiden. Hinzu kommt, daß unsere menschlichen Sinne nicht ausreichen, Ausmaß und Wirkung einer Erschütterung, mag sie nun durch den Verkehr oder durch andere Ursachen, wie z. B. durch den Maschinenbetrieb industrieller Anlagen oder durch Sprengungen, hervorgerufen sein, auch nur einigermaßen zutreffend abzuschätzen. Erst durch den Bau geeigneter Instrumente, sogenannter Erschütterungsmesser, deren Wiedergabetreue auf besonderen Eichanlagen ständig geprüft werden muß, ist man in der Lage. Größe und Stärke der durch eine Erschütterungsursache ausgesösten Boden= und Gebäudebewegungen mit jeder gewünschten Genauigkeit auszumessen. Man erhält so die notwendigen Unterlagen für eine einwandfreie Entscheidung der Frage, ob die eingetretenen Schäden ganz oder teilweise auf Erschütterungen des Gebäudes durch Verkehr oder Industrie zurückzuführen sind. Der Eintritt eines solchen Erschütterungsschadens, ist allerdings häufig außer von der Schwingungsbeanspruchung, die sich stets in elastischen und plastischen Verformungen des ganzen Gebäudes oder einzelner Gebäudeteile auswirkt, auch noch von seinen Untergrundverhältnissen— guter oder schlechter Baugrund— und seiner Bauweise— Konstruktion und Material— abhängig. Aus den durch genaue Messungen der Bewegungsvorgänge erzielten Ergebnissen lassen sich weiter wirksame Maßnahmen zur Verhütung von Erschütterungsschäden ableiten. So ist es u. a. durch Messung des Schwingungs= zustandes des Untergrundes sowie durch Ermittlung der zwischen Bodenschichten, Fundamenten und Gebäudeteilen häufig auftretenden Resonanzen schon heute möglich, besonders starke durch Maschinen erzeugte Schwingungen großer Bauwerke entweder ganz zu vermeiden oder doch auf ein unschädliches Maß herabzusetzen. Durch derartige Messungen erhält man ferner aus der Feststellung der Schwinafähigkeit des Baugrundes wertvolle Einblicke in das Verhalten des Bodens bei dynamischer Beanspruchung und kann daraus die Tragfähigkeit des Baugrundes vor Errichtung großer Industriebauten bzw. vor der Gründung von Maschinenfundamenten usw. beurteilen. Zur ständigen Untersuchung dieser und ähnlicher Aufgaben ist von der Westfälischen Berggewerkschaftskasse zu eine besondere Forschungs= und Beratungsstelle für Boden= und Gebäudeschwingungen eingerichtet worden, um insbesondere die für den Bergbau wichtigen Fragen der Schadenfeststellung und der Schadenverhütung in allen vorkommenden Erschütterungsfällen klären zu können. Erhöhte Nachfrage nach Ehestandsdarlehen 5240 Anträge in Bochum— Antrag rechtzeitig stellen! Im ersten Vierteljahr 1936 sind in Bochum von 449 Brautpaaren Anträge auf Gewährung eines Ehestandsdarlehns gestellt worden. In der gleichen Zeit des Vorjahres betrug die Zahl der Anträge 326. Es sind demnach 123 Anträge mehr gestellt worden. Diese Steigerung von rund 38 Prozent muß als ein Zeichen der fortschreitenden Gesundung unseres Wirtschaftslebens angesehen werden. Bis 31. März 1936 sind in Bochum insgesamt 5240 Ehestandsdarlehen beantragt worden. Bei Zugrundelegung eines Durchschnittsdarlehns von 600 Reichsmark sind durch die Gewährung der Ehestandsdarlehen etwa 3 Millionen Reichsmark der Bochumer Wirtschaft zugeflossen; ein Betrag, der dazu beigetragen hat, die Arbeitslosigkeit zu vermindern. Die Anträge auf Gewährung von Ehestandsdarlehen müssen vor der Eheschließung gestellt werden. Später gestellte Anträge verfallen der Ablehnung. Der Reichsminister der Finanzen kann auf Antrag Ausnahmen zulassen. Bei solchen Anträgen ist mit Verzögerungen zu rechnen, die bei rechtzeitiger Stellung der Anträge vermieden werden. Wer also von der Gewährung eines Ehestandsdarlehns Gebrauch machen will, muß vor allen Dingen darauf sehen, daß er den Antrag rechtzeitig stellt und zwar sofort nach Bestellung des Aufgehots beim Wohlfahrtsamt, Rathaus, Zimmer 253, oder, sofern die Antragsteller in den eingemeindeten Stadtteilen wohnen, bei den Standesämtern der Verwaltungsstellen. Vorschlag für ein prächtiges Wochenende: 20 Kllometer an der Ruhr entlang Vom Bählhäusen=Sleeiel Grenzwintel zul Kuhraue bei Mitte galen: Ein wondervole Kusschalt aus der Raselandschat bei Wiaz. Recis Aternstimnung in der Rautraue an der Bocham=istener Stadtgreige. Hin und wieder kommen auf dem Hauptpostamt in Bochum Briefe an Adressaten in unserer Stadt mit der Ortsbezeichnung„Bochum an der Ruhr“ an. Diese Ortsbenennung ist durchaus nicht falsch, denn seit sieben Jahren bildet unser Heimatfluß, der dem ganzen rheinisch=westfälischen Industriebezirk seinen Namen gab, den größten Teil der südlichen Bochumer Stadtgrenze. Die unmittelbaren Beziehungen, die Bochum mit der Ruhr verknüpfen, sind jedoch schon viele Jahrzehnte älter. Solange es eine Wasserleitung gibt, solange trinken die Bochumer auch das aus der Ruhr gewonneue Wasser und die geschichtlichen Beziehungen, die Seite 4 Nr. 142; Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 Bochum mit der Ruhr verbinden, sind schon viele Jahrhunderte alt. Es gibt wohl kaum einen Bochumer, der noch nicht auf einer Wanderung oder auf einem Spaziergang sich an den landschaftlichen Schönheiten der Ruhrlandschaft erfreute. Wohl aber die wenigsten Bochumer haben sich der Mühe unterzogen, einmal an der vom Ruhrfluß gebildeten Stadtgrenze von einem Ende bis zum anderen zu wandern. Eine derartige Grenzwanderung gehört unstreitig zu den schönsten und interessantesten, die sich überhaupt im engeren Heimatgebiet durchführen lassen. Vom Dahlhausen=Steeler Grenzwinkel bis zur Stadtgrenze in der Ruhraue bei Herbede=Heven sind es rund 20 Kilometer, genau 19,5 Kilometer. Wem es darauf ankommt, 20 Kilometer möglichst schnell zurückzulegen, wird den Ruhr=Wanderweg für einige Stunden henutzen. Wer aber die Fülle des Schönen und Eigenartigen auf dieser Grenzflußwanderung ganz in sich aufnehmen will, sollte sich einen ganzen Tag dafür frei machen. Die erwähnten 20 Kilometer Wanderweg an der Ruhr führen nicht ausschließlich an Bochums Stadtgrenze entlang, denn wie ein Keil schiebt sich die große Ruhr=Halbinsel von Baak, die ja zu Hattingen und dem Ennepe=Ruhr=Kreis gehört, vor das Bochumer Stadtgebiet. Von der Stelle bei der Fabrik von Dr. Otto im Dahlhausen=Steelev Grenzwinkel, wo die Stadtkreise Bochum und Essen sich berühren, beträgt die Bochumer Grenzflußstrecke bis zur Zeche hauser Tiefbau", wo Bochum mit der Landseite an den Ennepe=Ruhr=Kreis anstößt, genau 2,6 Kilometer. Auf dem Landwege, über die Baaker Höhen, ließe sich die Stadtgrenze auf der anderen Seite der Baaker Halbinsel beim Bochumer Wasserwerk in einer knappen Stunde erreichen. Wer jedoch den Ruhrfluß entlang wandert, muß einen Weg von 9,3 Kilometer zurücklegen und gerade dieses Stück Wanderweg ist besonders reich an landschaftlichen Schönheiten. Vom Ausgang des Rauendahls beim Bochumer Wasserwerk bis zum östlichsten Bochumer Grenzwinkel bei Herbede=Heven, in dem die Stadtgemeinden Bochum und Witten sich berühren, sind es weitere 7,6 Kilometer. Zwischen der Bochum=Essener und Bochum=Wittener Stadtgrenze aber bietet das Ruhrtal dem Wanderer soviel schöne Eindrücke, daß selbst ein ganzer Wandertag kaum ausreicht, um die ganze Fülle der Erlebnisse in sich aufnehmen zu können. Der Heimatfreund, dem es auf die Bereicherung des Wissens um das geschichtliche Geschehen in alter Zeit im Ruhrland ankommt, kommt ebenso auf seine Kosten wie der Naturfreund, der seine Aufmerksamkeit der geologischen Beschaffenheit der Landschaft oder deren Pflanzenreichtum widmet. Wer ausschließlich landschaftliche Schönheiten sucht, wie sie das Ruhrtal mit seiner weiten Aue und den zu beiden des Flusses aufsteigenden, bewaldeten Höhenzügen in immer neuen, anziehenden Bildern aufweist, kann in jeder Hinsicht zufrieden sein. Nicht weniger als acht Burgen und Burgruinen grüßen den Wanderer auf dieser Bochumer Grenzflußwanderung. Im DahlhausenSteeler Grenzwinkel sehen wir die alte Burg Horst und vom jenseitigen Ruhrufer erblicken wir die Mauern der Ruine Burg Altendorf. Wie ein großer Taubenschlag erscheint von weitem der Turm des Ausflugspunktes Horkenstein auf den Dahlhauser Steilhöhen. Wie Schwalbennester kleben kleine Wohnhäuschen an den Felswänden von Dahlhausen. Vom Knappenfleiß künden die sich emsig drehenden Seilscheiben des Förderturmes der Zeche„Dahlhauser Tiefbau". Das ganze Baaker Land und die Hänge von Dumberg, Altendorf und Niederwenigern zeigen rein ländlicher Gepräge und überall dehnen sich weite Kornfelder. Auf dem„Loreley=Felsen“, des Ruhrtales, auf dem Isenberg vor Hattingen, stand einst eine stolze Burg, von der nur noch die Trümmer der Grundfesten zu finden sind. Bei dattingen erhebt sich auf schroffer Felsenklippe, die zurgruine Klyft und in unmittelbarer Nähe der Henrichshütte das alte Adelshaus Bruch. An den Steilhöhen von Sundern vorüber geht es zum landschaftlich reizvollen Stiepeler Land. Und wenn wir den Turm der Burg Blankenstein erblicken, nähert sich die Wanderung ihrem Ende. An Haus Kemnade vorüber geht es durch die immer breiter werdende Ruhraue, die vielleicht doch einmal das Bett des geplanten Bochumer Stausees werden wird, zur Bochumer Grenzecke von Herbede=Heven mit dem alten Haus Herbede, das mehr als 400 Jahre alt ist. Auf besondere Einzelheiten, die der Wanderer auf der Grenzflußstrecke vorfindet, kann im Rahmen dieses Aufsatzes wegen der Knappheit des zur Verfügung stehenden Platzes nicht eingegangen werden, aber wer einen erlebnisreichen Wandertag genießen will, gehe selbst einmal den Weg im Ruhrtal entlang von der Bochum=Essener bis zur Bochum=Wittener Stadtgrenze. Es gibt noch viel Schönes und Unbekanntes dort zu entdecken. Nedes aus In der Wirtschaft auf die Sachen aufpassen! Am 14. Juni wurde einem Gast aus einer Wirtschaft in Bochum=Dahlhausen ein blauer Stadtkoffer mit einem Photoapparat 9 mal 12, zwei weißen Damenhüten und Lebensmitteln entwendet. Sachdienliche Angaben zu diesem Diebstahl erbittet die Kriminalpolizei in BochumLinden=Dahlhausen. Achtung, gestohlene Fahrräder! Gestohlen wurden am 18. Juni an der Bahnpost in Bochum von einem etwa 15jährigen Burschen ein Fahrrad, Marke Wanderer. Nr. 515677, und am 16. Juni an der Apotheke am Alten Markt in Bochum ein Herrenfahrrad. Marke Adler, Nr. 976333. Vor Ankauf der Räder wird gewarnt. Sachdienliche Angaben werden erbeten von der Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35. Zimmer Nr. 243. Eigentümer eines Fahrrades gesucht. Bei der Kriminalpolizei in Bochum ist ein Herrenfahrrad Marke Suprema, mit verchromten Felgen, Nr. 266 933, sichergestellt, das am 12. Juni 1936 an der Wittelsbacherstraße in Bochum vertauscht wurde. Eigentumsansprüche können bei der Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 243, gestellt werden. Festgenommen wurde ein Mann auf Grund eines Haftbefehls. Straßensperrung wegen der Pflasterung der Friederikastraße. Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Die Friederikastraße zwischen der Stolze= und Wiemelhauser Straße soll gepflastert werden und wird zu diesem Zweck für den Durchgangsverkehr vom 17. Juni an auf die Dauer von etwa fünf Wochen gesperrt. Die Absperrung und die erforderlichen Sperrschilder sind aufgestellt. Die Umleitung erfolgt in westlicher Richtung über Wiemelhauser, Oskar=Hoffmann=Straße und Waldring; in östlicher Richtung über Königsallee, OskarHoffmann=Straße und Waldring. Radfahrer vom Auto angefahren Die täglichen Verkehrsunfälle Auf der Ecke Wiemelhauser und Haderslebener Straße wurde am 18. Mai ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren und verletzt. Aerztliche mußte in Anspruch genommen werden. Das Fahrrad wurde schwer beschädigt. Am gleichen Tage erfolgte auf dem Löbkerring, in Höhe des Schlachthofes, ein Zusammenstoß zwischen Der einem Personenkraftwagen und einem Motorrad. Motorradfahrer wurde leicht verletzt. Beerdigung an verbotener Stelle Aufklärung des Fundes einer Kindesleiche Zu der am 18. Juni erschienenen Notiz über den Fund der Leiche eines neugeborenen Kindes wird vom Polizeipräsidium in Bochum mitgeteilt, daß die Kindesmutter ermittelt worden ist. Das Kind ist bei der Geburt gestorben und beim Standesamt ordnungsgemäß gemeldet. Die Eltern haben lediglich ohne Wissen der Behörde den Leichnam an verbotener Stelle beerdigt. Achtung, Verwandtenkinder=Transporte Fahrpreis einzahlen! Die Abfahrt der Verwandtenkinder=Transporte steht bevor. Die Eltern der gemeldeten Kinder werden daher gebeten, den Fahrpreis für die Hinreise am Montag, 22. Juni, bei der Kreisamtsleitung der NS.=Volkswohlfahrt, Trankgasse 5, Eingang E, einzuzahlen. Die Janehaltung des Termins ist wegen der Abrechnung mit der Reichsbahn erforderlich. Jedem Volksgenossen sein Eigenheim! Werbe= und Aufklärungsversammlung der Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot. In der Bürgergesellschaft fand am Donnerstag abend eine Werbe= und Aufklärungsversammlung der „Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot“ statt, über deren Tätigkeit ein Vortrag des Bezirksleiters Görlitzer erschöpfend Aufschluß gab. Die Bausparkasse, das älteste deutsche Unternehmen dieser Art, versucht auf dem Wege der organisierten Selbsthilfe das Problem des Eigenbesitzes zu lösen. Bis jetzt hat sie schon über 80000 Volksgenossen über 750 Millionen Reichsmark zur Eigenheimfinanzierung zur Verfügung gestellt. 16000 Bausparern wurde bereits ein Eigenheim zu erschwinglichen Mitteln erstellt. Den Ausführungen des Redners entnahm man, daß jedem Eigenheiminteressenten die gesamte Finanzierung seines Vorhabens ermöglicht wird mit zinsbilligem, unkündbarem Geld. Der Bausparer genießt außerdem steuerliche Vorteile, weil seine Bauspareinlagen bei der Einkommen= oder Lohnsteuer je nach seinen Familienverhältnissen verrechnet werden können. Allerdings wird auch von jebem Mitglieder der entsprechende versönliche Einsatz verlangt. Das Unternehmen folgt dem bewährten Grundsatze:„Ohne Fleiß kein Preis.“ Erstrebt wird die Wiederverwurzelung breitester Volkskreise mit der deutschen Scholle. Das Bauen bedeutet weiter Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Die Zuhörenden, die sich für die Ausführungen des Redners sichtlich interessiert zeigten, erhielten in der Aussprache Gelegenheit, sich über die Ziele der Bausparkasse weiter zu unterrichten. Ein ganz toller Fall Gewissenle sigten auf dem Hoheranti Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen tst Schöne Sommertage Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr In dem Warmluftstrom, den das kräftige Hochdruckgebiet aus dem Osten des Kontinents nach Westen führt, ist es durch die Trockenheit auch heute nicht zu Gewittern gekommen, obwohl die Temperaturen wieder bis auf 60 Grad anstiegen. Von Südwest her einsetzender Druckfall deutet darauf hin, daß Randstörungen eines Diefs über der Biscaya nach Nordost ziehen so daß auch wir durch das Vordringen kühlerer Ozeanluft Schauer= und Gewittertätigkeit erhalten werden. Die Sommerwitterung wird dadurch jedoch wenig gestört. Aussichten für Samstag: Mäßige, zeitweise frische Winde aus Ost bis Süd, noch heiter, später zunehmende Bewölkung und Gewittertätigkeit, sehr warm.— Aussichten für Sonntag: Geringer Temperaturrückgang, aber immer noch schwül und gewittrig.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Temperaturen über 20 Grad, Aenderung noch nicht zu übersehen. Freitag, 19. Juni Barometer a4 Uhr: 1658 Thermometer i8 Uhr: H# S Zeiten für Sonne und Mond am 20. Juni: ( Aufg..06, Unterg. 20.56; J Aufg..15, Unterg. 21.56 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags S Das Schwurgericht beschäftigte sich am Freitag wiederum mit einem Meineide. Diese Verhandlung nahm einen ganz außergewöhnlichen Verlauf. Angeklagt war ein noch junger geschiedener Mann, weil er den Offenbarungseid verletzt hatte. Die geschiedene Ehefrau hatte eine Anzahl ihr gehöriger Sachen zurückgefordert, die der Mann beiseite gebracht hatte. Es waren Sachen ohne besonderen Wert; ein Bügeleisen, eine Schere, ein Schlüpfer, ein Unterrock. Nur widerborstiger Eigensinn konnte diese Dinge der Frau vorenthalten. Er aber hatte das Zeug, das jetzt auf dem Gerichtstisch lag, zu Verwandten gebracht, um es der Frau zu entziehen. Jetzt saß der Mann wegen Meineids vor dem Richter und blieb hartnäckig dabei, daß die Frau die Sachen bereits mitgenommen habe. Eine Nachsuchung bei Verwandten des Mannes förderte jedoch diese Dinge zutage. Obgleich nun die Sachlage klar war, blieb der Mann auch vor dem Gericht beim frechen Leugnen. Anscheinend hatten mehrere Verwandte als Zeugen den Wunsch und die Absicht, den Angeklagten herauszupauken, indem sie so taten, als wüßten sie nichts oder als ob der eine Schwager die einem Ehescheidungsverfahren vor dem Landgericht Bochum geleistet. Der Angeklagte gestand seine Tat ein. Unter Beachtung des Milderungsparagraphen 157 des StGB., der eine Milderung der Strafe vorsieht für solche, die sich durch Angabe der Wahrheit selbst einer Verfolgung aussetzen würden, beantragte der Staatsanwalt ein Jahr drei Monate Zuchthaus. Das Gericht verurteilte den Angeklagten unter Versagung mildernder Umstände zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus sowie zur Aberkennung der Fähigkeit der Eidesleistung. In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende, daß grundsätzlich bei Eidesverletzungen in Ehescheidungsverfahren die Zuchthausstrafe am Platze sei, da der Eidesverletzer den Rechtsfrieden durch seine verwerfliche Handlung schwer beeinträchtige. Aus Liebe zum Kinde Vor der Großen Strafkammer erschien als reumüP M tige und gebrochene Sünderin ein sollte versucht haben, einen jungen in ihrem Ehestreite gewisse Beziehungen gen, die sie bei ihrem Prozesse in eine schie junges Weib. Sie Mann zu verleiten, zu verschweiese Lage brinOrt Essen Kahler Asten Brocken Bertin München Zugspitze Kucdruck in mm 7654 681•9 682.2 767.9 467.4 765.4 536.1 Winoricht u. Stärte 9NO 2 LeO 4 C 4 ONO RNW 1 stin tn TemperaJur C Wetter +22 +19 +15 +21 +22 + heiter. Dunst heiter wolkenlos wolkenl., Dunst wol enl., Dunst wolkenl., Dunst heiter Wohin gehen wir heute? Stadttheater: Samstag, 20 Uhr: Der blaue Heinrich.— Sonntag. 18.80 Uhr: Faust II. Städtische Gemaldegalerte: Gonn= und fetertags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr Heimatmuseum Haus Rechen, Konigsallee 17: Conn= und feiertags von 10 bis 13, werktags von 10 bis 16 Udr. Bergbaumuseum, Bödestraße: Besichtigungszeiten: Werktags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, an Mittwochund Samstag=Nachmittagen bei freiem Eintritt: sonntags von 10 bis 13 Uhr.(An Feiertagen geschlossen.) Geologisches Museum der Bergacwertschaftstasfe, Herner Straße 45: Mittwochs von 15 bis 18 Uhr, samstags von 15.30 bis 18 Udr. Nach Voranmeldung jederzeit innerhalb der Dienststunden. Eintritt frei. Stadtische Schwimm= und Badeanstalt, Marienstraße: Sonntags von 7 bis 12 Uhr: Kamilienbad. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uihr: Unsterdliche Melodten. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Die Liebe des Mabaradscha. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Der Dschungel ruft. Odeon: ab 15.30 Uhr: Das Einmaleins der Liede. Stala Lichtspiele: ab 17 Uhr: Der Student von Prag. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Mein Herz der Königin. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Junges Blut. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Die letzten Vier von Santa Crnz. Capitol: ab 15.30 Uhr: Oberarzt Dr. Monet. Gloria Palast: ab 15.30 Uhr: Königswalzer. Weitere Veranstaltungen slehe Vergnügungsseite. Apeei„. Sachen selbst mitgenommen hätte. Die Unwahrheit stand den Leuten auf der Stirn geschrieben. Es war eine gen konnten. Der Zeuge bekannte aber die Wahrheit. Zu ganz tolle Stunde im Schwurgerichtssaal. Als nun ein einem falsche:„ c7#, weiterer Zeuge in Abwesenheit des Angeklagten vernommen wurde, der die letzte Aufklärung gab, daß die Sachen von dem Ehemann für drei Mark an den Schwager verkauft worden waren, ergab sich, daß die anderen Jetzt redete der Verrewiger seinem Klienten erneut ins Gewissen, daß doch jedes weitere Leugnen seine Lage nur verschlimmern würde. Endlich legte der junge Mann namens Silvester von Wensierski aus Herne=Sodingen ein Geständnis ab.„Er habe auf Freispruch geeinem fatschen Eide ist es nicht gerommen. Dieses Verbrechen des Versuchs der Verleitung wird vom Gesetzgeber auch schon mit Zuchthaus bedroht. Der Grund, weshalb der junge Mann diese Beziehungen verschwei§:a(tricht wiederum glatt helogen hatten gen sollte, war für die Frau der Wunsch, daß ihr das Zeugen das Gericht wieberum glatt velogen hatten. Kind aus der Ehe verbleiben sollte, an dem sie mit aller der Verteidiger seinem Klienten erneut ins Mütterlichkeit hing. Es waren nur wenige Worte, die Arbeitsstellen frei! Jugendliche Arbeiter für die Torsindustrie dringend gesucht! Das Arbeitsamt Bochum braucht für die oldenburgische Torfindustrie ungelernte männliche Arbeitskräfte im Alter von 16 bis 30 Jahren. Die Entlohnung erfolgt nach Tarifsätzen. Unterkunft ist frei. Für die Zeit der Einarbeitung(sechs Tage) wird ein Lohn von täglich 2,70 Reichsmark bzw. von 3 Reichsmark pro Tag gezahlt. Der Preis für Mittagessen und Kaffee beträgt 50 Pfennig. Nach 40 Arbeitstagen übernimmt der Arbeitgeber die Hinreisekosten. Da der Transport am 22. Juni 1936 fährt, ist sofortige Meldung unbedingt erforderlich und zwar in Bochum, Arbeitsamt, Kreuzstraße 10, Zimmer 4/5, und auf der Nebenstelle Wattenscheid und der Zweigstelle in Langendreer. Katholisch=Kirchliches. Die Redemptoristen=Klostergemeinde begeht am Sonntag das Schutzvatronatsfest ihrer Kirche. Aus diesem Anlaß sind nachmittags und abends Festandachten.— Am Sonntag wird das Fest des heiligen Aloysius von Gonzaga gefeiert. Offiziersversammlung der Schützen Bochumer Bürgerschützenverein, 1. Kompagnie. Je näher die Tage des großen Bochumer Schützenund Volksfestes heranrücken, um so eifriger ist man in allen Lagern des Schützenbataillons dabei, die letzten Vorbereitungen zu treffen, um ein gutes Gelingen der großen Sache zu garantieren. Diesem Zwecke diente auch die am Mittwoch abend bei dem Kameraden W. Bechstein stattgefundene Offiziersversammlung der eisernen 1. Kompagnie. Dem Rufe des Hauptmanns Herm. Wiegand war das gesamte Offizierkorps gefolgt, ein Beweis dafür, wie sehr alle mit dabei sein wollen, wenn es gilt, der vaterländischen Schützensache zu dienen. Aus dem Umfang der Besprechungen und dem Ausmaß der zu bewältigenden Arbeiten ist zu entnehmen, daß das diesjährige Schützenfest zu einem glanzvollen Festerleben gestaltet werden soll. Es ist natürlich, daß im Rahmen der Besprechung die Vorarbeiten für die Bewirtschaftung der Kompagnie bei dem Lagerleben auf dem Schutzenhofe anläßlich der Festtage den größten Raum einnahmen. Was hier der kameradschaftliche schützengeist an Opfersinn, Arbeitslust und Freude zu Tage gefördert hat, ist kaum zu überbieten; ein gutes Zeugnis für den neuen Hauptmann der„Eisernen". dem seine Offiziere und Mitarbeiter in williger Gefolgschaft zur Seite stehen. Für alles und für alle ist gesorgt; denn die Verpflegung der Kompagnie liegt bei den Wirtschaftsoffizieren Kamerad Ewe und Tegethoff in guten Händen, Männer vom Fach und mit reichlicher Erfahrung! Recht eifrig wird im Kompagniebezirk geworben, um der edlen Schützensache neue Mitglieder zuzuführen. Nachdem der Hauptmann noch einmal den großen Rahmen des diesjährigen Schützenfestes erläuterte, gab er der Versammlung die Namen der von der Kompagnie zu stellenden Ehrendamen bekannt. Mit einem Aufruf zur restlosen Beteiligung an dem in kommender Woche stattfindenden Kompagnie= Exerzierabend schloß der Hauptmann die außerordentlich wichtige und interessante Besprechung. Es ist alles in bester Ordnung, und zuversichtlich geht's den schönen Tagen des Schützenfestes entgegen.„Mag's stürmen und donnern, mag kommen das Schwerste, wir bleiben die alte, die eiserne Erste", das war der Ausklang der letzten Offiziersversammlung vor dem Feste. Auf zum Kompagnieabend der Vierten. Die Kompagnieabende des Bataillons des Bochumer Bürgerschützenvereins werden am heutigen Samstag, 20 Juni. abends.30 Uhr, mit dem Komvagnie= und Werbeabend der vierten Komvagnie abschließen. Die vierte Kompagnie, welche das Bahnhofsviertel, Ehrenfeld und Hunscheidtsfeld umschließt, erwartet für diesen Kompagnieabend, der beim Kameraden Hugo Schulze. Ecke Rott= und Hellwegstraße, stattfindet, jung und alt die zur Schützenschar bekennen wollen, zu einem fröhlichen und humorvollen Schützen= und Komvagnieabend. An diesem Abend werden auch die Richtlinien des Lagerlebens der vierten Kompagnie und des gesamten. Schützenfestes bekanntgegeben. Aus der (Nach Bekanntmachungen der Partei) Samstag, 20. Juni. RSDAP. Stiepel. 14 Uhr: Antreten sämtlicher Politischen Leiter an der Geschäftsstelle zur Abfahrt nach Dortmund(Marschanzug). Deutsche Arbeitsfront Achtung! Arbeitskameraden vom Bau! Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung, in Verbindung mit der Kreisbetriebsgemeinschaft Bau führt folgende Kurse für das Baugewerbe durch: Fachkurse für Maurer. Technisches Zeichnen. Fachkurse für Beion= und Eisenbetonwerker. Lehrgang zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung. Es macht sich schon heute an fast allen Stellen ein starker Bausacharbeitermangel bemerkbar. Es werden heute mehr denn je qualisizierte Facharbetter nicht nur in der Industrie, sondern auch vor allen Dingen im Baugewerbe gebraucht. Die Deutsche Arbeitsfront will jedem Arbeitskameraden in seinem fachlichen Fortkommen helfen, damit jedem die Möglichkeit gegeben wird, das fachliche Wissen und Können zu ergänzen. Anmeldungen für die Teilnahme an vorstehenden Kursen nimmt die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der DAF. Kreiswaltung Bochum, Alleestraße 46(Zimmer), entgegen. B hofft, nun aber wolle er von der ganzen Sache nichts mehr wissen.“ Frivoler ist wohl noch kein Eid verletzt worden, aus niedrige Motiven noch nie gelogen worden und gewissenloser noch keine Bearbeitung von Verwandten erfolgt. Dieser Mann hätte Geschwister und Schwäger glatt ins Zuchthaus bringen können. Eine Bereidigung fand aber nicht statt. Damit hatte der Angeklagte gerechnet. Daß ihm dieses Geständnis bei solch hohem Grade von Frechheit und gemeiner Gesinnung nicht mehr zur Strafmilderung dienen konnte, kann man verstehen. Der Staatsanwalt beantragte drei Jahre Zuchthaus. Das Gericht glaubte, in diesem Falle ein abschreckendes Beispiel geben zu müssen; es verhängte fünf Jahre Zuchthaus und Ehrverlust und dauernde Aberkennung der Eidesfähigkeit. Der Eid sei das letzte Mittel des Gerichts, im Falle von Unklarheiten im Prozeß die Wahrheit zu erzwingen. Wer vor Gericht lügt, untergräbt die Rechtssicherheit, die eine der stärksten Säulen eines geordneten Staates ist. Er macht sich zum Volksfeind und Staatsfeind und sei für immer aus der Volksgemeinschaft auszuschließen. * Wieder Meineid Vor dem Schwurgericht Bochum hatte sich ein Max Waldhaus aus Westerholt wegen Meineides zu verantworten. Der aus der Untersuchungshaft vorgeführte Angeklagte hat diesen Falscheid als Zeuge in Fahrradhändler ist von zwei jungen langer Zeit um Geld und Gut besie in dieser Richtung zu dem Zeugen gesprochen hatte und sie wurden ihr zum furchtbaren Verhängnis. Nach Lage der Sache erkannte das Gericht auf die geringste in solchem Falle zulässige Strafe von einem Jahre Zuchthaus. Das Gericht sah aber davon ab, auf Ehrverlust zu erkennen, weil die Absicht für das Vorgehen der Angeklagten nicht unedlen Beweggründen entsprang. Leichtsinnige Burschen verbauen sich das Leben Ein hiesiger Angestellten seit trogen worden. Sie arbeiteten einander als„stille Teilhaber“ in die Hände, ließen die Zahlungen für verkaufte Waren und hergestellte Reparaturen in die eigene Tasche fließen. Mit der Zeit wurden sie immer dreister und frecher, so daß der Geschäftsmann seinen Schaden heute auf etwa 9000 Mark beziffert. Von dieser Summe hat der eine Bursche, der in dem Geschäft vom Lehrling an aufgestiegen war und das Vertrauen seines Arbeitgebers genoß, den Löwenanteil eingesteckt. Bruder Leichtsinn brachte das viele Geld in schlechter Gesellschaft durch und hinterließ bei manchen Wirten obendrein noch Schulden. Ganz systematisch wurden von den Burschen die Zahlbogen und Kassenbelege gefälscht bzw. vernichtet, um die Veruntreuungen zu verdecken. Der Haupttäter K. wurde zu 2 Jahren Gefängnis und sein Mittäter F. zu einem Jahr zwei Monaten Gefängnis verurteilt. * Ein älterer Angeklagter namens Str. wurde wegen Verbrechens an seinem Stieftöchterchen zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. „Kraft balch Freube Fahrt nach dachen. Bist du schon mal in der alten Krönungsstadt Aachen gewesen und hast dir drüben die Sebenswürdigkeiten dieser Grenzstadt angesehen! Weißt du, daß Aachen besondere Heilquellen hat! Die herrlichen Anlagen und Sehenswürdigkeiten ziehen dich bestimmt in ihren Bann. Ueberlege einmal, ob du dir diese günstige Gelegenheit entgehen lassen willst. Wir fahren am 28. Juni um 7 Uhr vormittags ab Wilhelmsplatz mit dem Autobus. Die Fahrtkosten betragen 4,70 RM. Nach Haltern und Schloß Berge. Hast du daran gedacht, daß wir am Mittwoch nächster Woche Autobusse für dich derest stehen haben, die dich zum Strandbad Haltern bzw. nach Schloß Berge bringen sollen? Die Abfahrt soll um etwa 15 Uhr vom Wilhelmsplatz aus stattfinden. Die Fabrtkosten nach Haltern betragen.45 RM. und nach Schloß Berge.05 RM. Bitte, melde deine Teilnahme sofort bei deinem Orts= oder Betriebswart Kdß. oder in der Verkaufsstelle Kortumstraße 114 an. 6 Rraft durch Freude. Tagesplan für Samstag, 20. Juni Kürverschule nur für Männer von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle des Resormrealgymnastums in Bochum=LindenDahldausen. Hallentennis in Herne ab 15 Uhr in der Tennishalle auf der Schachtanlage von der Heydi, Herne, Haltestelle der Linie 8, Bahnhof Herne. Kursus zur Erwerbung des SA.=Sportabzeichens ab 17 Uhr auf dem Volkssportplatz an der Castroper Straße. Tagesplan für Sonntag, 21. Juni Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 9 bis 11 Uhr, Sportplatz am Pappelbusch, Altenbochum. Tenniskurse auf dem„TuS.“ Stadion an der Castroper Straßse von 8 bis 9, 9 bis 10, 10 bis 11, 11 bis 12 Uhr. Weitere Lokalnachrichten siehe Seiten 11 und 14 Westsalen und Tchennans Seite 5 Nr. 142„ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 Kufia!. Zum Saalag BA.-Muthherr. Am Freitag nachmittag wurde der Gautag mit einem Empfang der Presse des Gaues WestfalenSüd im alten Rathaussaal zu Dortmund eingeleitet. Im Rahmen des Empfangs sprach der stellvertretende Gauleiter Emil Stürtz über Sinn und Bedeutung des Gautages. Unser Bild zeigt den stellvertretenden Gauleiter während seiner Ansprache Einfat ree Keicheur: Riekrrirster im Schneebruchgebiet Sauerland, Westerland und Taunus Bilderdienst Bittner Mit der Motorsäge geht die Arbeit nochmal so leicht und schnell Sechzehntausend Arbeitsmänner sind zur Zeit in von der Schneebruchkatastrophe am 17. und 18. April heimgesuchten Forstgebieten im Sauerand, Siegerland, Westerwald, Taunus und Odenwald ingesetzt, um einer Vernichtung der Baumbestände durch das Auftreten des Borkenkäfers vorzubeugen und die sesamte Forstwirtschaft vor weiterem Schaden zu bewahren. Die Aufgabe des Arbeitsdienstes besteht hauptsächlich darin, die durch den Schneebruch beschädigten Stämme zu schlagen und für die sofortige Entrindung und Entfernung zu sorgen, um zu verhüten, daß der Borkenkäfer durch eine zu erwartende Massenvermehrung auch noch gesunde Stämme befällt. die in unseren Tagen Führertum und Führerstellung beanspruchten." Das Landgericht Münster sprach den Kaplan am 15. November v. J. von der Anklage eines Vergehens nach§ 130 des StGB.— dem sogenannten Kanzelparagraphen— frei. Nach dieser Gesetzesbestimmung wird ein Geistlicher, der in Ausübung seines Berufes öffentlich Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstand einer Verkündung oder Erörterung macht, mit Gefängnis oder Festungshaft bis zu zwei Jahren bestraft. Das Landgericht kam zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte sich nicht in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise betätigt habe. Der erkennbare Vergleich habe sich auf frühere Persönlichkeiten bezogen, die kurz zuvor von der Partei aus ihren Reihen ausgemerzt worden seien. Der Angeklagte habe also nur auf die Sittenlosigkeit ganz bestimmter Personen hingewiesen. Die örtliche Staatsanwaltschaft legte gegen das freisprechende Urteil Revision beim Reichsgericht mit dem. Ziele der Verurteilung des Angeklagten ein. Die Angriffe der Anklagebehörde erwiesen sich jedoch als unbegründet, da die Vorinstanz die beanstandeten Aeußerungen des Angeklagten in rechtlich bedenkenfreier Weise ausreichend gewürdigt hätte. Das Reichsgericht verwarf daher, wie der Reichsgerichtsdienst des DNB. meldet, die Revision, womit der Freispruch rechtskräftig geworden ist. Giftmord aufgeklärt Ehemann von seiner Frau und deren Liebhaber umgebracht Solingen, 18. Juni. Nach außerordentlich schwierigen und umfangreichen Ermittlungen ist es jetzt der Kriminalpolizei gelungen, einen äußerst raffiniert und brutal ausgeführten Giftmord, der an dem 36jährigen Schleifer Karl Meyer aus Solingen=Wippe verübt wurde, aufzuklären. Meyer wurde am 2. Mai dieses Jahres unter verdächtigen Krankheitserscheinungen, die auf eine Vergiftung schließen ließen, in die städtische Krankenanstalt eingeliefert und starb hier am 29. Mai. Unter dem Verdacht, dem Verstorbenen Gift beigebracht zu haben, wurden die gleichaltrige Ehefrau des Meyer und deren Liebhaber, der 35 Jahre alte Robert Marx festgenommen. Beide stellten jedoch verabredungsgemäß gegenseitige sträfliche Beziehungen in Abrede, wie sie auch energisch leugneten, dem Ehemann Meyer Gift beigebracht zu haben. In mühevoller Kleinarbeit konnte jedoch die Kriminalpolizei derart viel Beweismaterial zusammentragen, daß die beiden Festgenommenen in den letzten Tagen unter dem Druck des Belastungsmaterials das Leugnen aufgaben und sich nunmehr bequemten, ein umfassendes Geständnis abzulegen, das ein erschütterndes Bild des Leidensweges des vergifteten Meyer ergab. Im Jahre 1923 war der Verstorbene mit der Frau die Ehe eingegangen, aus der zwei Kinder hervorgingen, die jetzt im Alter von fünf und 13 Jahren stehen. Das Eheleben war fast kaum getrübt, bis im Jahre 1934 der erwähnte Robert Marx, ein Freund des Meyer, auftrat und in dem Familienleben eine verhängnisvolle Rolle zu spielen begann. Aus dem anfänglichen Freundschaftsverhältnis entwickelte sich bald zwischen Frau Meyer und Marx ein Liebesverhältnis, das dem Ehemann Meyer mit der Zeit nicht unbekannt bleiben konnte, zumal Marx vorübergehend bei Meyer Wohnung genommen hatte. Es kam schließlich soweit, daß Frau Meyer zunächst versuchte, durch Ehescheidung von ihrem Mann loszukommen. Der eingereichte Scheidungsantrag wurde jedoch schon einige Tage später von ihr wieder zurückgenommen. Im Sommer vorigen Jahres reifte nun bei Frau Meyer und ihrem Liebhaber der furchtbare Entschluß, den Ehemann mit Gift aus dem Wege zu räumen. Mit einer unglaublichen Gefühlsroheit ging das verbrecherische Paar an die Ausführung der Tat. Im März des Jahres machten sich bei Meyer starke Krankheitserscheinungen bemerkbar, die zweifellos durch die ständig beigebrachten Gifte hervorgerufen worden waren. Aber nicht im geringsten ahnte der gutmütige Ehemann, welches schändliche Spiel seine Frau und deren Liebhaber, die gemeinsam das Gift einkauften und über die Verabreichung berieten, mit ihm trieben. Stets wußte die Frau, die nach außen die zärtliche und teilnahmsvolle Gattin spielte, die Herbeirufung des Arztes zu verhindern, obwohl der an qualvollen Schmerzen leidende Mann immer dringlicher danach verlangte. Als der Zustand des Mannes immer bedenklicher wurde, veranlaßten Angehörige des Mannes energisch die Hinzuziehung eines Arztes, der sofort die Ueberführung des Kranken ins Hospital anordnete. Die Hilfe kam aber zu spät. Das dem Manne systematisch beigebrachte Gift hatte eine solche Wirkung gehabt, daß die Kunst der Aerzte nichts mehr ausrichten konnte. Hari neue=Ennzeiderhundlungen im Prozeß gegen die 275 Franziskanerbrüder Stabschef Lutze bei der niederrheinischen SA. Düsseldorf, 19. Juni. Vom 20. bis 22. Juni findet in Düsseldorf, Köln und Aachen durch den Stabschef des Führers, Pg. Viktor Lutze, eine Besichtigung der einzelnen Brigaden der SA.=Gruppe Niederrhein statt. Diese Besichtigung ist der Abschluß der großen Besichtigungsreise, die der Stabschef seit seinem DienstKoblenz, 19. Juni. In der Reihe der Einzelverhandlungen in dem großen Prozeß gegen die Franziskanerbrüder stand heute, Freitag, der 29 Jahre alte Bruder Markus Auerbach vor der Großen Strafkammer. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, in drei selbständigen, teilweise in sich fortgesetzten Handlungen in den Jahren 1930 bis 1934 mit drei Ordensbrüdern sich gegen den§ 175 vergangen zu haben. Aus den Angaben des Angeklagten und aus der Vernehmung der drei Zeugen ergibt sich, daß Auerbach bis zur Ablegung seines Gelübdes in mehreren Fällen sich mit anderen Ordensbrüdern gegen den§ 175 vergangen hat, wobei es sich jedoch um als verjährt geltende Delikte handelt. Weitere Fälle hingegen konnten dem Angeklagten nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden. Das Gericht erkannte demgemäß auf Freispruch und sofortige Haftentlassung.„. I änhung führt. 9—# In der urteilsvegrundung fuhrte der Gerichtsvorsitzende aus, daß das Gericht an die Beurteilung der Straftaten im vorliegenden Falle mit äußerster Vorsicht herangegangen sei. Das Gericht habe in den bisherigen Verfahren nur dann eine Strafe ausgesprochen, wenn der Schuldbeweis einwandfrei erbracht war. In diesem Falle sei die Schuld nicht genügend festgestellt. Infolgedessen habe das Gericht auf Freisprechung erkennen Die zweite Verhandlung gegen die Franziskanerbrüder befaßte sich mit den Straftaten des Bruders Robert Eisenhauer, der heute 30 Jahre alt ist und dem Orden noch angehört. Der Angeklagte wird beschuldigt, durch drei selbständige Handlungen mit männlichen Personen im Jahre 1985 strafbare Handlungen Eisenhauer ist von Beruf Koch und kam am 17. Adril 1982 ins Kloster. Im Mai 1935 legte er die ewigen Gelübde ab. Aus seiner Vernehmung ergibt sich das gleiche widerliche Bild von dem Treiben in den Franziskanerklöstern. Eisenhauer hat sich in der scheunlichsten Weise an Klosterbrüdern vergangen. Auf die Vernehmung der Zeugen wurde, da der Angeklagte geständig war, verzichtet. Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer aus, wenn von gewisser Seite behauptet wurde, es handele sich bei den hier verhandelten Dingen um harmlose Sachen, die in den Klöstern längst abgéstellt seien, dann sei diese Verhandlung der eindeutige Beweis für das Gegenteil. Noch in einer Zeit, da bereits feststand, daß in den Klöstern diese schmutzigen Dinge umfangreich betrieben würden, habe der Angeklagte sich in der scheußlichsten Weise an andern Brüdern vergangen. Eine große Schuld trage hier der Orden, der den Angeklagten einfach ausgenommen habe, ohne sich um sein Vorleben zu bekümmern. Es liege hier ein Fall vor. der nach der neuen Fassung des§ 175 verurteilt werden müsse. Das Urteil lautete wegen Verbrechens gegen den § 175 in drei Einzelfällen auf eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß der Angeklagte anscheinend durch die Umstände zu seinem Treiben verführt worden sei und bei entsprechender Gelegenheit dann allerdings hemmungslos seinem Trieb nachgegeben hatte. Mit Rücksicht auf das Geständnis des Angeklagten wurde der größte Teil der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Rechtskräftig freigesprochen von der Anklage des Kanzelmißbrauchs rwd Münster, 19. Juni. Am 5. August 1934 führte der Kaplan Hans Buddenbrock in der in einer westfälischen Dorfkirche gehaltenen Predigt aus:„Jedenfalls ist die Sittlichkeit des Alten Testaments und der zehn Gebote höher als die Sittlichkeit mancher, Steuersteckbrief dnb Hagen;, 19. Juni. Gegen den früheren Rechtsanwalt und Notar Dr. Paul Heinemann, zuletzt wohnhaft in Hagen (Westf.), Hallestraße 38, jetziger Aufenthalt wahrscheinlich Newyork, ist vom Finanzamt Hagen(Westf.) wegen Reichsfluchtsteuer von 12000 Reichsmark Steuersteckbrief erlassen worden. Es ergeht hiermit die Aufforderung, den obengenannten Steuerpflichtigen, falls er im Inland betroffen wird, vorläufig festzunehmen und ihn gemäß§ 11 Abs. 2 der genannten Verordnung unverzüglich dem Amtsrichter des Bezirks, in welchem die Festnahme erfolgt, vorzuführen. Mit der Sense die Pulsader durchschnitten. In Dollberg bei Ahlen rutschte ein Landwirtschaftsgehilfe beim Schleifen der Sense mit der rechten Hand so unglücklich aus, daß ihm die Pulsader durchschnitten wurde. Schwerverletzt schaffte man den Unglücklichen in ein Krankenhaus. Am Herdfeuer verbrannt. In der südlich der Lippe bei Wesel gelegenen Ortschaft Hünxe wollte die über 70 Jahre alte Witwe Scholten das Herdfeuer durch Stochern entfachen. Dabei sprangen Funken auf Kleid über. Die alte Frau war unfähig, schnell genug die brennenden Kleider abzustreifen, und rief um Hilfe. Als ihr Sohn herbeieilte, war es schon zu spät. Nach kurzer Zeit starb sie an den erlittenen Brandwunden. Sich vende Lander d. Srreht- Meodsen 58 6 Nr. 142 7 Bochumer Anzeiger 7 Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 Weutsche Wlrlschaft Doc Mittonen ** fanlenen uns Rinlo filmateliers um 31 Prozent besser ausgenutzt als 1933 Die Aufwärtsbewegung der deutschen Filmwirtschaft hat, wie der Verlauf des Theatergeschäfts während der Hauptsaison in den Wintermonaten 1935/36 zeigt, weitere Fortschritte gemacht. Die Filmtheater sind die Kassen der Filmwirtschaft, eine Belebung des Theaterbesuchs oder Steigerung der Eintrittspreise wirkt sich daher auf sämtliche Zweige der Filmwirtschaft günstig aus. Die Besserung des Theatergeschäfts, die sich seit Mitte 1933 durchgesetzt hat, ist in erster Linie eine Folge der günstigen Einkommensentwicklung; darüber hinaus wurde aber das Geschäftsergebnis durch die verschiedensten Maßnahmen der Filmkammer günstig beeinflußt, die im Rahmen des organischen Aufbaues der Filmwirtschaft getroffen wurden(Regelung der Eintrittspreise, Beseitigung des Zweischlagerprogramms). Wie sich die Lage gebessert hat, zeigen folgende Zahlen im neuesten Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung: Während sich 1933 der durchschnittliche Erlös je Eintrittskarte zwischen 0,67 und 0,74 Reichsmark bewegte, stellte er sich im ersten Vierteljahr 1936 auf 0,72 bis 0,78 Reichsmark. Bei rund 300 Millionen Besuchern der Filmtheater im Jahr würde das also eine Mehreinnahme von etwa 12 bis 15 Millionen Reichsmark bedeuten. Lösten im ersten Vierteljahr 1933 noch 50,4 Prozent aller Filmtheaterbesucher in Großstädten und 42,6 Prozent in Mittelstädten Eintrittskarten von 0,10 bis 0,55 Reichsmark, so kamen im ersten Vierteljahr 1936 nur noch 35,7 und 27,4 Prozent der Theaterbesucher auf diese Platzkategorien. Auch der Besuch der Filmtheater selbst hat gegenüber 1933 fühlbar zugenommen; so wurden in den erfaßten Städten im Durchschnitt des ersten Vierteljahres 1936 rund 34 Prozent mehr Besucher gezählt als 1933. Den Filmtheatern war es daher möglich, im ersten Vierteljahr 1936 rund 42 Prozent mehr an Bruttoeinnahmen zu erzielen als im gleichen Zeitraum 1933. Die günstige Gestaltung des Filmtheatergeschäfts führte auch zu einer kräftigen Belebung der Verleihtätigkeit und regte damit die Filmproduktion wesentlich an. Im ersten Vierteljahr 1936 waren z. B. die Filmateliers um etwa 31 Prozent besser ausgenutzt als 1933; die Rentabilität der Ateliers hat also beträchtlich zugenommen. Auch die durchschnittliche Einnahme je Film erhöhte sich. 1933 wurden 206 1935 201 lange Spielfilme(einschließlich der Auslandsfilme) angeboten. Da die Bruttoeinnahmen der Theater in der gleichen Zeit um 24 Prozent zugenommen haben, müssen die Einnahmen des Verleihs und der Filmherstellung je Film erheblich gestiegen sein. Lediglich das Auslandsgeschäft läßt noch zu wünschen übrig; eine gewisse Belebung ist im Vergleich zu den Vorjahren freilich auch hier zu beobachten. In den kommenden Monaten ist zwar saisonmäßig mit einem Rückgang des Besuchs und der Einnahmen zu rechnen. Immerhin dürften aber die Ergebnisse, wie den jüngsten Berichten zu entnehmen ist, günstiger sein als im letzten Jahre. meldet weitere Konsolidierung In der HV. der Bergbau AG. Ewald—König Ludwig(Herten i..) wurden die Verwaltungsvorschläge einstimmig und ohne Erörterung genehmigt. Die Verwaltung gab über die Entwicklung in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres und über die Aussichten einen verhältnismäßig günstigen Bericht. Von Januar bis Mai 1936 hat die Beschäftigung im Syndikat bei Kohle 47,31 Prozent(42,31 Prozent in derselben Vorjahrszeit) betragen. Bei Koks beträgt die Beschäftigung 26,3(23,71) Prozent. Die Feierschichten haben bei dem Unternehmen trotz Förderungssteigerung etwas zugenommen. Die Förderung hat sich um 11,1 Prozent erhöht. Bei Koks beträgt die Zunahme 18,8 Prozent. Die Gasabgabe hat sich beträchtlich erhöht, und zwar um 38,5 Prozent. Etwas rücklaufig war die Stickstofferzeugung, und zwar um 5,8 Prozent. Diese Entwicklung hangt zusammen mit den Verträgen, die zu Anfang vorigen Jahres zwischen der Gesellschaft und dem Stickstoffsyndikat abgeschlossen wurden und die vorsehen, daß das zugebilligte dritte Kontingent ab 1. Juli 1935 von der Gesellschaft nicht selbständig ausgenutzt wird; dafür erfolgt eine Entschädigungszahlung durch das Syndikat. Nach dem Bericht hat sich die Finanzlage weiter günstig entwickelt. Man war, wie die Verwältung betont, bemüht, die Schulden soweit als möglich, zu ermäßigen. In den ersten fünf Monaten konnte ein Schuldenabbau in Höhe von 5,36 Millionen Reichsmark erreicht werden; darunter befinden sich 0,6 Millionen Reichsmark realisierte Kursdifferenzen. Für neue Anlagen sind im Laufe des Jahres 1936 3,72 Millionen Reichsmark vorgesehen. Für kurzlebige Wirtschaftsgüter(Förderbänder und Ausrüstungen unter Tage usw.) seien 1,27 Millionen Reichsmark vorgesehen. Der Stand der Verpflichtungen wird Ende 1986 rund 65 Millionen Reichsmark betragen, davon etwa 50 Millionen Bankschulden. Man glaube für 1936 ein befriedigendes Ergebnis vorlegen zu können, das mindestens dem des Vorjahres entspreche. Bis Ende 1936 würden etwa 5,9 Millionen Reichsmark Abschreibungen vorgenommen; für kurzlebige Wirtschaftsgüter stünden rund 3,15 Millionen Reichsmark zu Abschreibungen zur Verfügung. Der Aufsichtsralsvorsitzende, Staatsrat Dr. Fritz Thyssen, wies darauf hin, daß das Unternehmen durch die gute Zusammenarbeit zwischen Leitung und Gefolgschaft weitere Fortschritte gemacht habe. Die Verwaltung bemühe sich, die Schuldenregelung beschleunigt durchzuführen; denn in rund zweieinhalb Jahren liefen die Stundungsabmachungen mit den Banken ab. Bis dahin solle Ewald—König=Ludwig nach Möglichkeit auf eine geordnete finanzielle Grundlage gestellt werden. ntt Mart Ungenutzte Von 820kg jährlichen Hausalzfällen eirer --opfigen familie and: 6 1 lapier 20„H.5 knochen 19 k nistalle.####h H EEN GEEHNEHEN IRHAKKNT 25 Cerumpel#2kg Kohle u. Rots 76#0 Schlacke. Der Volksmund sagt:„Das Geld liegt auf der Straße", zutreffender könnte man sagen: Im Mülleimer. Auf der Ausstellung„Die Deutsche Gemeinde" ist in einer Zahlenübersicht der jährliche Müllabfall einer vierköpfigen Familie dargestellt, der sich auf 820 Kilogramm beläuft. Die größten Posten nehmen Asche mit 865 und Küchenabfälle mit 169 Kilogramm ein. Die wertvollen Abfallstoffe haben wir in unserem Bilde veranschaulicht. Auf die 17,7 Millionen deutschen Haushalte umgerechnet, ergibt sich, daß unsere wackeren Mülleimer tagtäglich ein Vermögen in ihre Wagen versenken, deren Inhalt dann vor den Toren der Stadt abgelagert wird. Schon seit langem sind Maßnahmen ergriffen, um die Abfallstoffe auszuwerten. Mehr noch könnte geschehen, wenn gleich in den einzelnen Haushalten die wertvolleren Stoffe wie Konservenbüchsen, Lumpen, Knochen und Papier ausgesondert und für sich gesammelt und abgeholt würden. Auch hier sind schon Bemühungen im Gange. Als rohstoffarmes Land sind wir gezwungen, alle nur irgend verwertbaren Abfallstoffe möglichst restlos auszunutzen. Durch eine umfassende, im ganzen Reich organisierte Sammeltätigkeit könnten der deutschen Volkswirtschaft riesige Werte erhalten bleiben, die heute noch den Weg der Vernichtung gehen. der Westsung=Einneneun Errppel=A. Generaldirektor Möllenberg über die Geschäftslage und die Aussichten In der gestrigen ordentlichen GV. der WestfaliaDinnendahl=Gröppel AG., Maschinenfabriken für Aufbereitung und Bergbau in Bochum, die von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Generaldirektor Dr.=Ing. e. h. Hold(Essen), geleitet wurde, vertraten 45 Aktionare ein Kapital von 1 121300 Reichsmark. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende des Aufsichtsrates in warmherzigen und ehrenden Worten seines langjährigen und verdienstvollen Vorgängers, des Generaldirektors a. D. Philipp Lenze (Königswinter). Die Regularien wurden dann einstimmig genehmigt. Es wurde beschlossen, aus dem nach Tilgung des Verlustvortrages aus dem Jahre in Höhe von 79 275,02 Reichsmark verbleibenden Reingewinn von 106 236,35 Reichsmark eine Dividende von 5 Prozent(Vorjahr 0 Prozent), zu verteilen. Auf neue Rechnung wurden vorgetragen 21 742,35 Reichsmark. Anschließend führte Generaldirektor Albert Möllenberg zur Geschäftslage und zum Geschäftsbericht u. a. folgendes aus: Das Jahr 1935 stand im Zeichen einer fortschreitenden Belebung unserer Absatzmarkte, so daß die Hoffnungen und Erwartungen, die wir zu Beginn des vorigen Jahres aussprachen, nicht enttäuscht wurden. Auftragseingänge. Erzeugungs= und Absatzziffern bewegten sich auf einer stetig ansteigenden Linie. Die in früheren Jahren so oft zu Tage getretene und stets kostenverteuernde Leerlaufarbeit konnte vermieden werden; wir gelangten wieder zu einer vollen Ausnutzung unserer Betriebe und erreichten eine Umsatzsteigerung von etwa 60 Prozent. Hand in Hand mit der Ausdehnung unseres Geschäftsumfanges ging eine laufende Erhöhung der Zahl unserer Gefolgschaftsmitglieder, die sich gegenüber 1933 verdoppelt hat. Die Steigerung des Umsatzes ist in der Hauptsache dem Inlandsmarkt zu verdanken, es muß aber hervorgehoben werden, daß auch das Auslandsgeschäft wieder eine Besserung erfahren hat und aller Wahrscheinlichkeit Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 19. Juni Mitgetellt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fertlaufende Notlerungen 19.6. 19.6, 19.6. 18.6, Div. Anfang Schlus Kassal Schluß Atbesitz..-112.75 112.62 112 37/113.00 5% Hoesch RM.— 101.87—.— 108.62 6% Krupe RM.— 102.87 102.87 102.87 6% Mittelstahl— 103.25—.- 103.25 — 102.50 102.50 102.37 4104.62—.— 105.62 S/131.00 130.00 130.00 4/132.12 132.00 131.62 7 123.00 123.00 123.8|123.12 7/170.37 171.87 171.87172.37 6/128.50 126.50 128.75 4133.50 134.00 133.50|134.00 5 113.50 114.00 113.87 6% Ver. St. RM. Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Otsch. Erdöl O. Reichsbahn .6. Farbenind Feldmühle Felten& Guille Goldschmidt Harpen Hoesch-Köln Kall-Aschersl. 115.25 127.50 129.00 129.75/129.00 3/108.62 109.50 108.501 5 133.00—.— 130.50|133.00 109.50 . 6. 19.6. 19.6. Div. Ant Klöckner-W. 3/104 00 104.87 104.50 MannesmannS 99.62)—.— 100.12 Masch. Untern. 0 110.87 111.50 111.12 Reichsbank 12195.00—.— 195.00 Rhein. Braunk. 12 247.75 Rhein. Stahlw. 4/132.75—.— 132.87 Rh.-.-Elek. 6 135.62135.00 134.87 Saizdetfurth 74 184.87 Schuckert& Co. 4 157.00 157.50 156.62 Siemens 4p; Hal. 8 203.50 204.00 204.00 Gebr. Stollw. 5—.——.— 114.50 Ver. Stahlw. 3“ 95.50 95.50 95.121 Westd. Kaufh. 0 48.50 46.50 46.87 Westeregein 5 130.37]—.—131.25 5 123.50 123.75 123.00 6—.——. I. 18. s21 Schl Wintershall Zellst. Waldhof Kuxe Steinkehlen 19..1 18. 6. Geld Brief Geld Briet Carolus M. 46504950 4700 4950 Const. b. 6. 7150 7550 7200 7650 Deutschl. 385 420 390 420 Schwerin1— 4700— Heinr. 10600 11130 10730 11330 Langd 13200 13900 13200 13800 Braunkehlen Beoht A——1— Gutetleffn. 3930 4200 2000 4300 eonh. 10400 10400 10400 1100 Michel 13700 14300 13800 14400 Vesta 10200 10700 10200 10700 Bernbareth.— 1600— 1600 Kall Beienrode 112601310 1290 1340 Burbach 4850 52004900 5200 Neu-Staßt.——-— Siegtr..118800 8900 6400— Win. 11900 12300— 12700 Preiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Nure 19. 6. 18. 6. Geld Brief Geid Brief biergardt 8200 6309 6225 6630 Westtalen 9000— 9000 Sellerh.— 4100— 4100 Kalikuxe 19. 6. 18. Erichsseg Habigh. Heimbold. Hope Jisenburg Mariagl. Marte Marie L. Mar Neusollst. Rensbach Reicheld Thöringen 6600 69006400 3400 36503400 2700 2850 2700 2900 3050 2900 5600 39005650 300—, 300 7600 80007600 2700 2900 2700 2700 2900 2700 2700 2900 2700 2800 3000 2850 3800 4000S700 Die Erneuerung und Ergänzung unserer Betriebsanlagen haben wir auch im vergangenen Jahre planmäßig weitergeführt und in gleicher Weise gefördert, wie die praktische Forschungsarbeit, die auf dem Gebiete der Aufbereitungstechnik für Kohle und Erz stets ihre besondere Bedeutung hat. Man muß hierbei berücksichtigen, daß gerade die für die Forschung gemachten Aufwendungen nur in den seltensten Fällen dem Geschäftsergebnis desselben Jahres unmittelbar zugute kommen, sondern meistens Aufwendungen auf längere Sicht bedeuten, die aber trotzdem für den Fortschritt unerläßlich sind. Es liegt im Wesen der Aufbereitungsindustrie begrundet, daß der Schwerpunkt der Erfahrungen weniger auf fabrikatorischem' Gebiet als auf genauer Kenntnis der Technologie der Aufbereitungsvorgänge, in unserem Falle für Kohle und Erz, beruht. Die Frage, ob und in welcher Weise eine Ergänzung vorhandener Arbeitsgebiete vorgenommen werden kann, unterliegt daher auch ständig einer ernsten Prüfung durch die Verwaltung. Wir vertreten dabei aber den Standpunkt, daß nicht etwa Vielseitigkeit das Ziel unserer Bemühungen sein kann, sondern in erster Linie eine gesunde Abrundung des Vorhandenen und Bewährten. Zur Wiederaufnahme der Dividendenzahlung saate Generaldirektor Möllenberg weiter: Wenn wir durch unsere Bilanz, die selbstverständlich wieder mit kaufmännischer Vorsicht und unter Berücksichtigung angemessener Abschreibungen aufgestellt ist, die Ausschüttung einer Dividende vorschlagen, dann sind wir uns dabei durchaus bewußt gewesen, daß das Verhältnis vom Eigenkapitel zum Fremdkapitel einen solchen Vorschlag nicht ohne weiteres rechtfertigt. Anderseits aber glaubten wir, nach einigen ertrags= und dividendenlosen Jahren davon ausgehen zu durfen, daß wir nach Deckung des Verlustvortrages aus dem vorvergangenen Jahre noch einen befriedigenden Gewinn ausweisen konnten und daß die durch die Ausschüttung einer Dividende entstehende Belastung, gemessen an der gegenuber Div. adb. Feuerv. (öln. Hagelv. (öln. Lioyc A. V. (öln. Rückv. gr. (öln. Rückv. kl. Rentenwerte Rhw..-Cr. Ghyp.Pid. S. 4. 6. 12. 10 dto. dto. S. 1 ½ dto. dto. S. 11 dto. Gold.-Kom. 1926. 1927 S.—6 19.118.6. 265.0265.0 40 760.0760.0 8 90.0 90.0 — 235.0s240.0 6 120.0120.0 — 80.0 800 97.0 97.0 eldlan 95.0 99.2 95.0 96.2 Freiverkehre-Aktien 19. 6. 18. 6. Geld Brief Geld Brief Jurd. K. 89.0 71.O 70.0 72.0 51s2 C. 118.0122.0119.0123.0 104.5 Kortum..—. 68.0 70.0 Lothrin. 97.5100. S 96.5 100. 5 Lothr. 6. 75.0 77.0 75.0 77.0 Manst. Masch. Krl—.—.—. Ach. Berg—. 85.0—. 85.0 Rh. Linol. wi. Oinn. 101.0 10S. C 102. 2 105.0 w. Kopf. 91.5 94.5 92.5 95.5 Oyck. Wie 109. 6 112.0 109.0113.0 Steuergutscheine tllg ab f. 4. 1994 "" 1. 4. 198 "" 1. 4. 1926 "" 1. 4. 1937 "" 1. 4. 1939 Berliner Börse, 19. Juni Mitgetellt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinsfuß 5% Einheltskurse Industriewerte 19..118 6. Dittmann Neuh. 0 32.0, 52.0 Otmd. Akt.-Brau. 10185.5186.5 Union-Brau 12/210. 2/214.0 Dürener Metall 6137.0135.5 Oyckersh. Widm. 6147.0 kkumulatoren Aku A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaft Zellst. nalke U Basalt Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Karlsr. ind. „ Nr. u. Licht „ Maschinenb. Buderus 12/204 0205.0 0 56.2 57.0 0 36.2 36.2 105.5106.5 105.11108.0 0 77.0 77.5 0 10.0 10.2 6138.7/140.0 5 85.1/,85.6 6/138.5139.0 0—.— S140.2/140.2 8151.2151.2 5130.21130.0 4 106.7/104.2 lektr. Lieferg „ Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Union Feinjute pharl. Wasser 54/115.3s116.0 U Chem. Geisenk. 44—..a Conti Gummi 111191.0192.5 19../18.6. 107.6103.8 107.6107.8 111.8111.8 112.3112.3 6/134.0134.0 154.2155.0 0 99.3/100.1 119.5— 112.2112 a aimier Benz 0125.7/125.0 Otsch. Atlant. 6—. Otsch. Baumwolle 8/145.0146.0 „ Cont Gas 7/120.1121.0 „ Kabel 6— 143.0 „ Linoleum 8186.0182.0 „ Steinzeug 9146.0149.0 „ Tel. u. Kab. 7— „ Eisenhand. 4142.8148.0 jebhardt& Co. 8/135.0135.0 German. Cem. 4/107.0106.0 Ges. f. ei. Untern. 6/141.6142.0 Gildemeister 7/152.5135.0 Gladb. Wolle 10 12-#—. Gruschw. Textil 31/110.7111.5 Guanowerke 5—. 104.0 ackethal Draht 81/133.0132.7 Hageda 6118.0117.7 Hamb. Elektr. 8143.0143.7 Hindr.-Autferm. 6/129.0127.5 Hoffmann Stärke 6½. Hohenlohewerke 0149.1 125.1 Holzmann Ph. Hotelbstr.-Ges. 1 Serober Dise Genus ösenbeck Brau. Junghans Gebr. 4124.0125.1 90.2 91.0 6170.5171.7 6137.2137.5 9 76.5 0101.0100 chaf Wir dem Geschäftsumfang zweifellos geringen Höhe unseres Aktienkapitals, als durchaus tragbar angesehen werden muß, vor allem dann, wenn man annehmen darf, daß auch die Rentabilität eine fortschreitende Verbesserung erkennen läßt und unser Vertrauen zur weiteren Entwicklung rechtfertigt. Schon heute steht fest, daß uns das laufende Jahr im Endergebnis eine weiter zunehmende Beschaftigung bringen wird, und eine gute Beschäftigung ist im allgemeinen die beste Voraussetzung für die Herbeiführung und Aufrechterhaltung einer gesunden Rentabilität. Nicht zu entbehren ist aber neben einer guten Beschäftigung eine sichere und solide Kalkulations= und Preisgrundlage, die in den letzten Jahren angesichts der ungesunden Wettbewerbsverhältnisse erheblich ins Wanken geraten war. Die Folgen einer solchen für unsere Begriffe kurzsichtigen Geschäftstaktik wirken sich auf die Dauer sowohl auf das Unternehmen selbst als auf die Abnehmer nur ungünstig aus. Sie bedeuten allzuleicht eine Verschlechterung der Qualität der Erzeugnisse, eine Verminderung der Absatz= und damit auch der Exportfähigkeit und eine Hemmung des wirtschaftlichen und technischen Fortschrittes. Wir sind weit davon entfernt, einer Verteuerung der Erzeugnisse unserer Arbeitsgebiete das Wort zu reden, die einem Aufbau und einer Produktionserweiterung nur binderlich sein könnte. Es besteht aber kein Grund, den Boden einer ehrlichen und in jeder Hinsicht vertretbaren Selbstkostenerrechnung zu verlassen. Der Grundsatz der Preiswahrheit und Preistreue muß wieder zur Geltung kommen und zur Richtlinie für Angebote und Geschäftsabschlüsse gemacht werden. Alles andere ist vom Uebel und bringt weder dem Hersteller noch dem Abnehmer Nutzen. Diese Erkenntnis hat sich mehr und mehr durchgesetzt und auch auf den für uns in Frage kommenden Marktgebieten eine wenigstens bescheidene Besserung der bis vor kurzem noch durchaus unzulänglichen Preise herbeigeführt. Diese Tatsache in Verbindung mit der guten Beschäftigung aller Abteilungen und Betriebe unserer Gesellschaft hat den Verlauf der ersten Monate des neuen Geschäftsjahres entscheidend beeinflußt. Der zur Zeit vorliegende Auftragsbestand ist gegenüber dem durchschnittlichen Auftragsbestand des Vorjahres wesentlich gestiegen und gibt uns volle Beiftigung für mehr als 6 Monate. heurteilen deswegen auch die weitere Entwicklung dieses Jahres durchaus zuversichtlich und glauben, ein befriedigendes Ergebnis für 1986 in Aussicht stellen zu können. Börsen im Verlauf erholt Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse eröffnete auf den Aktienmärkten wieder schwächer. Es machte sich eine gewisse Ermüdung bei der Bankenkundschaft bemerkbar Für einige Werte bestand etwas Abgabeneigung, wodurch die Kurse durchweg abglitten, wobei es in einigen Fällen zu Abschwächungen kam. die über 1 Prozent hinausgingen. Ganz wenige Werte erzielten Kursbesserungen. Das Geschäft hielt sich in engen Grenzen. Nach den ersten Umsätzen traten kleine Kursschwankungen ein, ohne daß sich das Geschäft belebt hätte. Der Kuxenmarkt lag gehalten bei stillem Geschäft. Von Kohlenkuren wurden Carolus knapp behauptet umgesetzt. Constantin, Deutschland und Diergardt lagen billiger im Markt; auch Heinrich wurden etwas niedriger genannt. Braunkohlenwerte ohne Umsatz. Gute Hoffnung leicht ermäßigt angeboten. Auf dem Kurenmarkt zeigte sich weiter steigende Nachfrage für Siegfried und Einigkeit, ohne daß es zu Umsätzen kam. Die übrigen Werte waren wenig verändert. Die Rentenmärkte verkehrten wenig verändert. Altbesitzanleihe etwas leichter. Der Verlauf der Börse war bei leichten Kursschwankungen zum Teil freundlicher. Berliner Börse Die Börse eröffnete ziemlich lustlos bei zunächst uneinheitlicher Kursentwicklung. Zu Beginn überwogen an den Aktienmärkten die Abgaben. Es kam vielfach zu Kursrückgängen bis 1 Prozent und darüber. Später wurde die Haltung freundlicher. Am Montanmarkt setzten Harpen, Hoesch und Mansfeld etwas schwächer ein, holten aber später wieder auf. Von Elektrowerten gaben Siemens 2 Prozent nach, von Bauwerten Berger ebenfalls 2 Prozent. Auch die Anleihemärkte zeigten keine ganz einheitliche Haltung. Altbesitz gaben ½ Prozent nach. Der Verlaus der Börse war unter leichten Schwankungen ziemlich widerstandsfähig, während der Schluß gut erholt lag. Der Geldmarkt war wieder leichter. Tägliches Geld 2¾ bis 2¼ Prozent. Am Devisenmarkt notierten: Dollar .488(.486), Pfund 12,510,(12.500), französischer Frank unverändert 16,55, Gulden 168,10(168.01), Lira unverändert 19.55. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. An der Abendbörse waren teilweise leichte Befestigungen zu verzeichnen, da von der Kundschaft kleine Aufträge vorlagen. Insgesamt konnte sich der Markt gut bebaupten. Der Verlauf der Börse blieb ruhig. Der Rentenmarkt lag ruhig. und unverändert. Getreidegrohmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 ka S. 6. 220 19 6. 220 123 0 Roggenm,.997A. Viktoriaerbsen[35.0 38 035 038.0 32 0 35 5 32.-35.5 24.•26 024.-26.0 Speiseerbsen Futtererbsen Weizen märk.## 247 Roggen märk. 183.0 183.0 Industriegerste Hater märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche)—.—-.— * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 19. Juni: Unverändert 52,50 Reichsmark. Aluminium, 98 bis 99 Prozent, Bl.: 144 Reichsmark; Aluminium, Walz o. Dr.: 148 Reichsmark. Wokswerke I Kölner Gas Krefft W. Kromschroeder Kronprinz Metall Küppersbusch Tahmeyer L Laurahütte Leopoldsgruben Lindes Ess Lingnerwerke Lorenz C. 6/137.5138.1 3 78.3 78.5 0—. 79.0 5/108.0109.0 79— 167.0 9—. 121.5 7139.1—. 0 22.0 22.2 0106.3106.3 8154.0153.7 8—.—. 49—.— -zinu. Horte 8163.0 miag 0108.0109.0 Mimosa 10/154.5153.0 Mölheimer Berg. 6158.0156.5 grenst. 4 Hoppel o 92.0 92.5 Oenabr. Kupfer 61—. Ponge amp; Zahn 14 Absin. El. Werte Rhein.-W. Kalk 6—. Riebeck Montan.2—. Rütgerswerke 6/129.0130.0 Siem.& Halske Stollberg. Zink ghüringer Gas Tuch Aachen Union chem. ger.Otsch. Nickel Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht wegger a Co, wandererw. Warsteiner Grub. Westtalen Draht Wicküler Brau. 8204.0204.0 0 75.2 75.5 —. 141.5 7 109.5110.0 5113.7 1010 0140.0138.0 7148.0151.5 6150.5150.0 S 111.0112. 8174.0170.0 0 74.0 73.5 5136.0— 9—.—. P- Ssssate Sarort Schlege Schles. Berg. u. 2. „ Berg. Beuth. „ Elekt. u. 6as Schub.& Salzer Schultheis-Patz. Siegersdorfer W. Siemens Glas 20—. 295.0 5 95.2 95.0 40.2 40.5 0—. 96.0 7—. 140.5 10147.2147.5 4111.5110.8 5118.5118.5 4 100.5100.51 Verkehrewerte A. 6. für Verkehr Boch.- Geisenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Südamer Nordd. Lieyo 5123.7124.2 0—.— 0 14.8 14.2 0 28.2 29.2 13.8 15.5 Nestonnerte 15 Dt. R. Schatz. 41 4 Dt. R. Anleihe 44 54 0. R. Vounganl. 4 Reichsbahn Sch. Westfalen Altbesitz 4 Sochum Anl. 45 Duisburg. Anl. 44 Düsseld. Anl. 45 Elberfeld. Anl. 45 Essen Anl. 99.1 99.1 103.2102 5 99..99.7 115.5115.21 92.2/91.7 91.2/91.0 93.7 94.0 93.0 33.0 —. 92.30 4½ Mölh.-Ruhr Anl: 6 Ruhrverbd. Anl. 36 44 Pr. Ldpf. A. Pfd. 4# Labk. Westf. Pfd. 45 Ldbk. Westf. Kom. 440t. Komm. Goldan 44 Westf. Idsch. Pfd. #0t. Hyp. B. Bln. Pfd. 4# Pr. Centr. B0d. Pfd. 4½ Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. 4 Basalt obi. 6 Concord. Berg. Obl. 103. 6 Daimler Benz Obl.106. 6 Klöcknerw. Obl. 101. 6 Mont Cenis Obl. 44 Ver. Stahl 60 45 Ver. Stahl 47/81 6 Ver. Stah 6 Siem. u. H. Obl. 6 Farbenbonds Umsch. Anleihe 102. 95. 95. 137. 99. 94.1 93.3 95.3 95.6 .5 96.5 0 96.0 7 96.7 89.8 .5— .3106.0 .1/101.3 .6/103.0 93.7 8 95.7 .90.7 177.5 0136.0 .1 89.2 R. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 4319 5 Essen Steink. 42 45 Harpener 49 45 R. W. E. 52/8 5 R. W. E. 50 45 Ruhrchemie 48 45 Ruhrgas 33 55 Ruhrwasser 53 4 Ruhrwohng. 59 41 V. E. W. 32 19..19.6. Geld Srief 99.8100 99.1 97.6 96.5 99.5101.5 93.2 94.7 99.2100.7 96.2 96 5 95.0 96.5 93.0 94.0 94.2 95. 93.2 94.5 6 Westtalenbank A. Ausföhrung eAmtlleher -G. Bochum Sankgeschafte Gdlerkäriermewieher! Wenn Sie Wertpapiere kaufen oder verkaufen wollen, sprechen Sie mit uns. Wir erteilen ihnen gern kostenlos unseren fachmännischen Rat unter Wahrung Ihres pereönlichen Interesses. Commerz- und Privat-Bank Fillale Bochum Wilhelmeplatz-4, Fernepr. 800s: Seite 1 Nr. 142; Bochumer Anzeiger" Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 Tuenen und Sport ** Ree Kariarsaar Wehmenferialdn 10e Leuis-HrderIz, Ründe k. ö. gelehllagen Stunden vor dem Kampf! „Wetten wir um eine Ohrseige!“ Die vierundzwanzigstündige Verlegung des Boxkampes Max Schmeling gegen Joe Louis hat das Interesse an dieser Ausscheidung um die Schwergewichtsweltmeisterschaft ungeheuer belebt. Was wäre der Sport, wenn er in seinem ewigen Reiz der Ungewißheil nicht immer wieder aufs neue Gelegenheit zu harmlos=fröhlichen Meinungsverschiedenheiten bieten würde? Und wie enden sportliche Mennungsverschiedenheiten meist unter Sportsanhängern, die im Sport das suchen und finden, was er sein will: eine körperliche und geistige Anspannung, Stunden der Erholung vom Alltag?... Sie wetten! Um größere und kleinere Einsätze, meist in flüssiger Form. Bitte, da sind vier ehrbare Bochumer Pohlbürger, die sich für die„Nachtder Boxer“ Urlaub auserbeten hatten. Ein Ausscheidungskampf um die Weltmeisterschaft im Boxen soll auch für Ehefrauen ein stichhaltiges Argument sein. Sie verstehen von dem ganzen Kampf soviel, daß Joe Louis ein Neger ist: dem die um Spitznamen nie verlegenen Amerikaner ob seiner gefürchteten Schlagkraft den Beinamen der„braune Bomber“ zugelegt haben.„Mensch, wenn der Louis dir einen tunkt, schläfst du drei Tage!“ Dann ist Louis erst 22 Jahre, Max Schmeling fast einunddreißig Jahre alt. Aber Schmelings Schläge sind auch nicht von Pappe, er muß nur zusehen, daß er über die ersten 6 Runden kommt. Die ersten 6 Runden, um die dreht es sich bei allen Debatten.„Also, wetten wir!“ Debatten pflegen verständlicherweise die Gemüter zu erhitzen und die Kehlen auszutrocknen, die bei der augenblicklichen Hitzewelle ohnehin nach Feuchtigkeit lechzen. Kurz und gut, der gefechtsbereite Lautsprecher schwelgte noch in Straußschen Walzerweisen, als den Boxbegeisterten der Betriebsstoff ausging und sie vor der unerfreulichen Tatsache standen, daß ihren Wettgelüsten jedwedes Fundament fehlte. Die wahre Geschichte wäre ohne ihre immerhin nicht alltägliche Pointe nicht des Erzählens wert. Es wurde nämlich folgende Grundlage für die Wette geschaffen. Wenn Karl gewinnt— das heißt also, wenn Schmeling siegt— darf er dem Emil eine Ohrfeige verabreichen, daß(im genauen Wortlaut) die Backzähne im Mund Klavier spielen“. Gewinnt Emil— das heißt, wenn Louis' Bomben für Schmeling unverdaulich waren— darf er dem Karl„eine tafeln“, daß der Ringrichter bis 100 zählen kann... Und so saßen wir dann zum ersten Male seit 1933 wieder im traulichen Familienkreise, an qualmenden Stammtischen um den Lautsprecher herum, der Stimme jenseits des Großen Teiches" lauschend. 1930 verkündete sie uns die nach 4 Runden erfolgte Disqualifikation des heute längst Pripatmann gewordenen Jack Sharkey und die Weltmeinterschaft„Schmelings. 1932 haben wir weidlich auf die amerikanischen Punktrichter geschimpft, als im Revanchekampf Jack Sharkey der Punktsieg über Schmeling gegeben wurde, und 1933 hätten wir am liebsten den Apparat zertrümmert, als der kalifornische Max den deutschen in der zehnten Runde durch technischen.=o. besiegte. * Kampf wird um 3 Uhr beginnen!“ Wenn eine Uebertragung zwischen 1 und 4 Uhr angesagt worden ist, darf man mit Fug und Recht für 2 Uhr mit dem Beginn der Hauptsache, in diesem Falle der Auseinandersetzung zwischen Schmeling und Louis, rechnen. Und dann kam für die vieltausendköpfige Zuhörerschaft die erste Enttäuschung:„Wir werden mit der Uebertragung des Kampfes Schmeling, Louis etwa gegen 3 Uhr beginnen! Für die Hörer, die (unverständlicherweise; die Sportschriftleitung), Nacht nicht aufbleihen wollen, bringen wir um.15 Uhr noch einmal einen Ausschnitt aus dem Kamgf, für die Unentwegten füllen wir die Zeit bis zum Beginn des Kampfes mit Unterhaltungsmusik aus.“ Peng, Um das Gefühl für eine gemeinsam durchwachte Nacht zwischen den Millionen deutschen Rundfunkhörern zu stärken, begann diese Ausfüllungsmusik mit dem Straußschen Walzer„Seid umschlungen, Millionen“ (Besten Dank, wir warten— nun wesentlich milder gestimmt— weiter.) „Achtung, Achtung! Der Kampf fällt...“ Sie haben häßlichen Unfug mit unserer Boxbegeisterung getrieben, die Rundfunkleute. Gegen.30 Uhr brach plötzlich der schmelzende Tango ab... Wir spitzen erwartungsfroh die Ohren und Bleistifte.„Achtung, Achtung! Soeben erreicht uns aus Newyork eine Sondermeldung, der Boxkampf Schmeling gegen Louis fällt..“ Und dann ein hämisches Lachen in typisch Düsseldorfer Mundart.(Doch, das kann man sogar am Lachen hören.)„Meine Damen und Herren, keine Wutanfälle, bitte, die Sondermeldung war eine Ente aus dem Düsseldorfer Hofgarten von Jupp Hussels, der genau so geduldig und gespannt auf die Uebertragung wartet, wie ihr!“ Da uns der Jupp anschließend von außerordentlicher Sachkenntnis getrübte Boxeranekdoten erzählte, sei ihm der grausame Scherz verdie Nacht der Boxer“ war bisher eine Nacht des Flaxes... Jetzt läßt sich ein„Dichter“ wie folgt vernehmen: Was soll das Getue, bei uns jehts mit die Ruhe! Das Stadion wird voll und voller, Der Sitzplatz kostet hundert Doller! Wer wurde noch voller und voller...“ je schwerste Niederlage Beginn des Aufstiegs. Zwischendurch eine ernste Abhandlung über Schmeigs Laufbahn. Es ist bekannt, daß Schmeling seine ste und einzige..=Niederlage 1928 in Frankfurt urch den Zigeuner Gipsp Daniels erlitt. Unbekannt ist es aber vielleicht, daß dies: Niederlaze Schmelung den rechten Weg gewiesen hat. Sie war bestimmend für seine weitere Laufbahn. Ruhm und Verherrlichung können für einen jungen Sportsmann Gift bedeuten Als Mar Schmeling gegen den Italiener MiHhele Bonaglig durch einen schnellen..=Sieg in der ersten Runde seinen Titel als HalbschwergewichtsEuropameister, den er im Jahre zuvor dem hervorragenden Belgier Delarge abgenommen hatte, erfolgreich verteidigte, drängten ihn falsche Freunde in die für einen Sportler gefährliche Rolle eines„Salon=Helden". Schmeling vernachlässigte sein Training und mußte gegen den gefürchteten Zigeuner zum ersten Male in seiner langen Laufbahn die Bitterkeit einer hundertprozentigen.=Niederlgge hinnehmen. Diese Niederlage hat ihm die Augen geöffnet.„Während sich die Oeffentsache einer schlaflosen Nacht. Aus dem Lautsprecher Kinn zu landen. Louis treibt Schmeling weiter, muß erklingt wieder Tanzmusik. Wir haben, der jungen aber wieder eine Rechte nehmen. Schmeling vermeidet Dame von Nummer 9 zu Gefallen, den Hörer vorschriftswidrig nicht eingehängt... Zum zweiten Male gegen Louis! Interessantes Zwiegespräch mit Franz Diener, der gegen Schmeling 1928 die Deutsche Schwergewichtshat ihm die Augen geöffnet. Während sich die Oeffent= meisterschaft verlor, Franz Diener, heute lichkeit bereits wieder von ihm abwandte, arbeitete er Bäckermeister im Thüringischen, erinnert daran, daß mit verdoppeltem Fleiß an sich selbst, und der Erfolg Mar Schmeling in, dieser Nacht zum zweit war auf seiner Seite. Punktsieg über Franz Diener, gen Louis kämpft! Kein S# Deutsche Schwergewichtsmeisterschaft. Fahrt über den jedoch war der erste Louis kein Neger sondern ein Luis. „Großen„Teich„Siege über Ige Sekyra, Pietro Corri, burger Junge., Als blutiger Anfänger borte Mi Johnny Risko, Paolino. Jack Sharkey.. und Welt= Schmeling im Jahre 1924 in Bochum gegen den meisterschaft. Das ist der Pommer aus Klein=Luckan. Duisburger Louis, den er in der ersten Runde.o, Es geht auf 3 Uhr zu; wieder war Schmeling Ur=schlug. Ein glückliches Omen, hoffen wir es! Wetten Itehen 10:1 für Louis! 85000 Zuschauer im Yankce-Stadion Endlich ist es soweit, endlich ist die jähe Unterbrechung der Unterhaltungsmusik nicht Vorspiegelung falscher Tatsachen gewesen:„Wir schalten um auf Amerikal“ Stimmengewirr, kratzende Geräusche, aber endlich dringt die Stimme des Ansagers durch. 85000 Zuschauer haben sich im Pankee=Stadion eingefunden, also ist die Riesenanlage doch nicht ausverkauft worden. Am Ring alle ehemaligen Borergrößen der Neuen Welt, u. a. der unvergeßliche Jack Dempfey, der ungeschlagen abgetretene Weltmeister Gene Tunney, das Vorbild der amerikanischen Jugend, der Mittelgewichtweltmeister Mickey Walker, den Schmeling einmal furchtbar zugerichtet hat, und der derzeitige Weltmeister Braddock, der weniger Beifall erhielt als Jack Dempsey. Die Favoritenstellung des Negers Louis ergibt sich klar daraus, daß die Wetten am Kampfabend 10:1 zu seinen Gunsten stehen! Das ist die bisher höchste Quote bei einer derart wichtigen Entscheidung. Im Weltineisterschaftskampf zwischen Max Baer und Braddock wurde Baer mit:1 als Favorit gewettet, und doch verließ er als geschlagener Mann den Ring. Jack Dempsey äußert seine Meinung, auch er sieht in Joe Louis den voraussichtlichen Sieger, wenn er auch Max Schmeling zu einer Ueberraschung fähig hält. Gene Tunney iü zurückhaltender. Die letzten Vorbereitungen sind vorüber. Das Mikrophon wird aus der Mitte des Ringes in die Höhe gezogen. Das Gong tönt zur 1. Runde: Schmeling kommt in gut gedeckter Position zur Mitte des Ringes. Louis empfängt den Deutschen abwartend, muß aber bald eine Rechte kassieren. Max vermeidet durch Rücknehmen des Oberkörpers einen Konterschlag des Negers, der sich sehr ruhig zeigt, plötzlich aber eine Linke gegen Schmelings Kopf sticht, die ihr Ziel erreicht. Bei Schmeling zeigt sich oberhalb des rechten Auges eine Rötung. Louis schlägt rechts nach, aber durch einen Side=step vermeidet Schmeling den Schlag. Es folgt Nahkampf. Louis hält rechts und erwischt Schmeling dann mit einer Linken. Louis sucht nun den Nahkampf, in dem er Vorteile hat. Den Nahkampf am Ende der Runde trennt das Gong. 2. Runde: Der Kampf wird bisher von beiden Boxern sehr vorsichtig geführt. Der Ansager gibt bekannt, daß die Rötung über dem rechten Auge Schmelings keine Verletzung aus dem Kampf ist, sondern vom Training berrührt und keine Bedeutung habe. Schmeling eröffnet die Kampfhandlungen und kommt mit einer Rechten durch, der Neger stoppt gut und kontert gut. Gegen Mitte des Kampfes hat er Schmeling in eine Ecke festgenagelt und bringt seine hervorragende Linke ausgezeichnet ins Gefecht. Schmeling wird mehrfach am Kopf erwischt, kann aber gegen Ende der Runde eine Rechte anbringen, die am Auge des Negers eine Schwellung hinterläßt. 3. Runde: Die dritte Runde steht im Zeichen des Negers. Louis landet sofort zwei Linke im Gesicht Schmelings. Schmeling weicht etwas zurück, scharf gefolgt von dem Neger. Nach einer dritten Linken in sein Gesicht landet Schmeling seine Rechte am Kinn des Schwarzen, der aber keine Wirkung zeigt. Louis führt seine Linke ausgezeichnet ins Gefecht, doch gelingt es dem Deutschen, diese Waffe seines Gegners zurückweichend abzustoppen. Schmelings Haltung ist ausgezeichnet, er ist durchaus nicht in Verwirrung. Wieder wird der Deutsche von Louis mit der Linken im Gesicht erreicht und der Neger kommt auf Halbdistanz noch mehrmals herein. Schmeling befindet sich am Seil auf dem Rückzug und muß seinem Gegner diese Runde überlassen. Louis bis 7 zu Boden! 4. Runde: Die vierte Runde brachte den ersten dramatischen Höhepunkt des Kampfes. In Newyork wurden mit :1 Wetten aufgelegt, daß Schmeling die vierte Runde nicht erreichen würde, und gerade die vierte Runde sollte die große Sensation bringen, daß Joe Louis, der gefürchtete..=König, auf einen harten Rechten Schmelings hin bis 7 die schützenden Bretter aufsuchen mußte. Nur dem Gong verdankt es Louis, daß er den ununterbrochenen Schlagferien des jepzt ganz groß herauskommenden Deutschen entging. Das Publikum raste und schrie vor Begeisterung.„Bravo, Maxe!“ ertönte es. 5. Runde: Den vorsichtig aus der Ringecke kommenden Louis zwingt Schmeling zu einem Kampf auf Biegen oder Brechen. Er landet zwei Rechte und beginnt den Neger vor sich herzutreiben. Nachdem der Deutsche einen rechten Upperent durchgebracht hat, gibt es Schlagaustausch in der Ringmitte. Lonis' Schläge lassen die bisherige Kraft vermissen. Ein Treffer Schmelings schließt dem Neger das linke Auge. Schmeling schickt einen Rechten auf die gleiche Stelle hinterher und zeigt sich in einer Form, die die Zuschauer überrascht und begeistert. Dabei läßt der Deutsche die der Linken des Negers gegenüber gebotene Vorsicht nicht eine Sekunde außer Acht. Allmählich scheint sich Louis zu erholen. Es kommt Nahkampf, aber gegen Rundenschluß landet Schmeling wieder mehrere Male rechts, und der Neger erreicht nur taumelnd den Schluß der Runde, die klar an Schmeling fällt. Louistaumeltdurchden Ring Die 6. Runde Louis geht taumelnd in die 6. Runde, in der Max Schmeling der klar überlegene Mann war. Max überfällt ihn mit einem Hagel von Schlägen, immer wieder kommt seine Rechte ins Ziel, unter ohrenbetäubendem Beifall der Massen geht er immer wieder dem Neger zu Leibe, der sich mit dem Mute der Verzweiflung wehrt, aber Treffer auf Treffer hinnehmen muß, während er selbst wie schon in der 5. Runde keinen einzigen Schlag anbringen konnte. Er versucht, Max in den Nahkampf zu drängen, und klammert sich über die Runde zu bringen. Unter den Zuschauern gibt niemand auch einen Pfifferling um den Neger, der ein verlegenes Lächeln auf seinem Kindergesicht zeigt. Er ist völlig überrascht, in Schmeling nicht einen alten Mann, sondern eine Kampfmaschine anzutreffen, die erst jetzt auf volle Touren gekommen ist. Der schwarze Ulan vom Rhein ist da. Gegen Schluß der für Schmeling haushoch überlegenen 6. Runde muß Louis wiederum einige Rechte hinnehmen. Er taumelt in seine Ecke. 7. Runde: Unter unbeschreiblicher Aufregung der Zuschauer beginnt die siebente Runde. Man hört aus den Rängen Rufe wie„kill him, Maxe“ und„go on, boy“, die zeigen, daß sich das Stimmungsbarometer zugunsten des Deutschen neigt. Louis ist indessen jetzt wieder gut erholt. Seine Versuche, zu mischen, scheitern aber daran, daß Schmeling sich auf nichts einläßt. Der Deutsche weicht leichtfüßig zurück, läßt Lonis oft verfehlen, um selbst dann plötzlich einen harten Rechten an Louis alle Treffer, auch einen gefährlichen Aufwärtshaken. Louis forciert den Angriff, kann aber Schmeling nicht zum Schlagaustausch zwingen. Die Runde bleibt offen. 8. Runde: In der Pause zur achten Runde wird in der Ecke des Negers Louis fieberhaft gearbeitet, um dem Schützling wieder auf die Beine zu helfen. Tatsächlich kommt Lonis auch etwas erholter in die neunte Runde. Max Schmeling weiß, daß die Schläge eines angeschlagenen Mannes sehr gefährlich sind, und er verhält sich als erfahrener Ringstratege dementsprechend. Er läßt den Neger kommen, stoppt ihn links und schlägt ihm seine harte Rechte gegen Körper und Kinn. Mitte der achten Runde geht Schmeling dann wieder zum Angriff über. Er überschüttet den Neger mit einem Hagel von Schlägen, er ist völlig Herr der Lage, während Lonis wiederum an zu taumeln fängt. Gegen Schluß der Runde wird Lonis, nachdem er vorher einen in Amerika nicht bestraften Nierenschlag anbringt, wegen zwei klarer Tiefschläge vom Ringrichter verwarnt. Runde klar für Schmeling. 9. Runde: Gut gedeckt kommt Schmeling aus seiner Ecke. Louis ist nicht mehr ganz sicher auf den Beinen, trotzdem aber beobachtet der Deutsche alle gebotene Vorsicht. Die Ringstrategie Schmelings ist unübertrefflich. Er läßt den Neger mehrere Angriffe verfehlen und zeigt sich von überragender Sicherheit. Die Linke des Negers, erst seine gefährlichste Waffe, kommt schon ohne rechte Kraft. Schmeling läßt den Neger sich austoben, um dann plötzlich drei schwere Rechte durchzubringen. Louis klammert. Der braune Bomber, der hohe Favorit, macht jetzt einen zerschlagenen Eindruck und kann kaum mehr richtig die Arme zur Deckung hochnehmen. Seine Versuche, mit Uppereuts durchzukommen, scheitern. Der Neger erreicht wankend und zerschlagen den Schluß der klar an Schmeling fallenden Runde. 10. Runde: Louis sitzt, in der Pause zur zehnten Runde wie ein Häuflein Unglück in seiner Ringecke, während Schmeling frisch und wachsam von seiner Ecke aus die große Aufregung unter den Betreuern seines Gegners betrachtet. Diesen Verlauf des Kampfes hatte kein Fachmann vorausgesehen, am wenigsten die Leute um Louis. Auch die zehnte Runde zeigt wieder klar, daß nur ein Ueberraschungsschlag Schmeling den bereits sicheren Sieg entreißen kann. Der Neger zeigt in dieser Runde wenig Herz, er greift nicht mehr an und landet wieder einen klaren Tiefschlag, jedoch ist Max Schmeling zu fair, um zu reklamieren. Immer wieder dringt er mit seiner Rechten durch, das linke Auge des Negers ist völlig geschlossen. Schmeling versucht den Neger durch Oeffnen der Deckung zu einem Angriff zu veranlassen, aber vergeblich. Gegen Schluß der Runde muß er eine Rechte hinnehmen, die ihm nur ein Lächeln abnötigt. 11. Runde: Schmeling treibt sofort nach Rundenbeginn den Neger vor sich her. Der Deutsche, der den Reger immer wieder links verfehlen läßt, zeigt wenig Kampfspuren, ist aber trotzdem sehr vorsichtig. Louis schlägt einen Aufwärtshaken daneben und muß sich gefallen lassen, daß Schmeling die Kampfesführung in überlegenem Stile behält. Louis muß zurück und muß dabei eine ganze Serie von Rechten nehmen. Er ist erschöpft und hat dem unter Vermeidung jeden Risikos borenden Deutschen nichts Gleichwertiges entgegenzustellen. Fast mit dem Gongschlag läßt ein Rechter Schmelings den Neger erneut taumeln. An Schmelings Sieg ist laum mehr zu zweifeln. Der K..-König ilt k..! Loui's Untergang in der 12. Runde Schmelings Sieg steht fest. Haushoch liegt er zu Beginn der 12. Runde in Führung, die die letzte sein sollte. Der Neger ist nur noch ein Wrack, obwohl er nun verzweifelt einen letzten Ansturm unternimmt, aber von Schmeling überlegen lachend und mit eisiger Ruhe, immer wieder abgewiesen wird. Schmeling kontert links ab und schickt dann dem Neger serienweise den Rechten zum Körper und zum Kopf. Wieder landet nun Louis einen Tiefschlag, den vierten in diesem Kampfe. Jetzt drängt er Schmeling gegen das Ringseil, aber Schmeling nagelt ihn in der Ecke fest. Der Neger klammert sich taumelnd an Schmelings Körper, Schmeling löst sich aus der Umklammerung, und wie Schmiedehämmer sausen nun seine Schläge auf den völlig hilflos in der Ecke stehenden Neger nieder. Lonis geht zu Boden, macht verzweifelte Anstrengungen, wieder hochzukommen, schüttelt den Kopf. Der Ringrichter rudert mit den Armen, die Zuschauer springen von ihren Sitzen hoch. Und nun das„Out“—„Aus!“ Schmeling hat den gefürchteten Neger in der 12. Runde ausgeschlagen, der Weg zur Weltmeisterschaft ist frei. Riesenbeifall, Braddock beglückwünscht Schmeling, der mit dem Deutschen Gruß den Ring verläßt. „Bravo, Maxe!“ Und wenn sich alle, die in dieser Nacht mit wachsender Spannung am Lautsprecher saßen, zu einem Massenchor vereinigt hätten, dieses„Bravo, nicht zu ihm gedrungen. Aber er wird, als richter seine rechte Hand als Sieger hob, das Gefühl gehabt haben, daß ihm über den Ozean binweg die Herzen seiner Landsleute entgegenschlagen. Max Schmeling hat in dieser Nacht im Yankee=Stadion also dennoch das unmöglich Scheinende möglich gemacht, er hat einen Boxer, einen gefürchteten Kämpfer. geschlagen, den man auf Grund seiner großartigen Siegesserie für einfach unwiderstehlich hielt. Grthrie Sieger der„Senior 1..“ Steinbach und Fleischmann schieden aus. Nun ist auch das letzte klassische Motorradrennen auf der Insel Man gefahren; die berühmte„Tourist Trophy“ 1936 klang aus„ Ein geradezu ideales Rennwetter lockte am Freitag noch einmal die Motorsportenthusiasten, hinaus zur Rundstrecke zum Kampf der„Senior TT.“, der Maschinen bis zu 500 Kubikzentimeter. Auch sie hatten 425 Kilometer hinter sich zu bringen. Guthrie auf der schnellen Norton, Stanley Woods im Sattel der verbesserten Velocette und Frith, der Sieger aus der □Sport-Ralender.) Plas an der Landwebe Sonntag, 21. Juni, 4 Uhr nachmittags. Aufstieg zur Bezirksliga Um der 26. Bochum=Ehrenfeld — 5//B. Borlng Vorber Spiel der Reservemannschaften. Seite 8 Nr. 142. 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 „Junior TT.“, auf Norton fuhren von der Spitze weg. ein Rennen auf Biegen oder Brechen. Guthrie schraubte den Rundenrekord von 189,3 Stundenkilometer auf 189,9 Stundenkilometer. In der letzten Runde setzte der forsche Stanley alles auf eine Karte und drehte sogar ein Stundenmittel von 140 Kilometer, aber es war zu spät. Guthrie ließ sich die Führung nicht mehr entreißen, brauste mit 18 Sekunden vor Woods durch das Ziel und nahm so an seinem Bezwinger aus 1935 Revanche. Dicht hinter ihnen kam der junge Frith über den Zielstreisen. g. GI., Bartamaurt, Sias ir Ein feiner Erfolg für die Norton=Leute. Sieg in der „Junior" und Sieg in der„Senior". Die Deutschen kamen aus der bösen Pechsträhne nicht heraus. Heiner Fleischmann auf der Halbliter=DRW. und Steinbach auf der kopfgesteuerten NSl. mußten das Rennen schon vorzeitig aufstecken. In der vierten der sieben Runden wurde der Tank an Steinbachs RSU. ausgerechnet eine halbe Meile vor den Boxen leck, und schließlich mußte er wegen Maschinenschadens aus dem Sattel. Fleischmann lag ausgezeichnet im Rennen und hätte bestimmt gut abgeschnitten, da stellte sich in der fünften Runde ein Reifenschaden ein. Der Deutsche mußte abstoppen. Das kostete so viel wertvolle Zeit, daß er die aussichtslos gewordene Sache aufsteckte. Das Ergebnis: 1. Guthrie(England) auf Norton:04:43= 138,050 Stundenkilometer(neuer Rekord); 2. Stanley Woods (Irland) auf Velocette:05:01= 137,800 Stundenkilometer: 3. Frith(England) auf Norton:07:35= 185,900 Stundenkilometer. Hans Stuck am schnelllten Training zum Großen Preis von Ungarn Das erste Training zu dem Sonntag zur Austragung gelangenden Großen Preis von Ungarn am Freitag war keine reine Freude. Der Veranstalter hatte es gut vorgehabt. Er ließ die Straße erst vor wenigen Tagen neu teeren und mit Splitt bestreuen. Aber das wirkte sich genau entgegengesetzt aus. Im Training zog jeder Fahrer einen förmlichen Sturzregen hinter sich her, und an ein Ueberholen war nicht zu denken. Nach dem Training machte die Strecke einen geradezu ungepflegten Eindruck, von dem neuen Belag war nichts mehr zu sehen und in einer Kurve trat sogar der Schotter zutage, so daß ein Warnungsposten aufgestellt werden mußte. Unter diesen Umständen erreichte natürlich keiner der Fahrer die von dem Ausrichter angenommene Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometer. Die schnellste Runde fuhr Hans Stuck auf AutoUnion, der mit seiner bekannten Bergrenntechnik auf 2,52,2 gleich 1045 Stundenkilometer für die fünf Kilometer kam. Nicht viel schlechter war Manfred von Brauchitsch auf Mercedes=Benz mit 2,53. Rudolf Caracciola, Bernd Rosemeyer und Achille Varzi kamen auf 2,54. Auch die beiden Nachwuchsfahrer Lang(Mercedes=Benz) und von Delius(Auto=Union) rundeten die Strecke nach einigen Versuchen schon in drei Minuten. Für die Scuderia Ferrari starten Nuvolari. Taddini und Farina, der für den in Frankreich beschäftigten Brivio einspringt. Besonders für den„Kurvenreiter" Nuvolari ist die Strecke wie geschaffen. Der Radlport am Wochenende Der Radsport am Wochenende steht im Reich im Zeichen weiterer Meisterschafts=Entschejdungen. In Bonn werden die Titelträger im Saalsport und im Radballspiel ermittelt. Mit dieser Veranstaltung ist eine Reichs=Wanderfahrt verbunden. Die Beteiligung an den Meisterschaftskämpfen ist außerordentlich gut ausgefallen, sowohl qualitativ als auch quantitativ läßt sie keine Wünsche offen. Im Bahnrennsport hebt sich die Veranstaltung in Saarbrücken hervor, da hier die Nationalmannschaft an den Start geht. Die westdeutsche Klasse der Amateurfahrer gibt sich größtenteils ein Stelldichein in Minden. Am Samstag geht Toni Merkens in HerneHill an den Start. Außerdem finden am Samstag Rennen in Kopenhagen und Morlanwelz(Belgien) statt. Hier wird Albert Richter ein weiteres Mal mit WeltScherens und der europäischen Berufsfliegerelite zusammentreffen. Für Sonntag sieht dann noch die üblichen Wettbewerbe vor. Als Hauptereignis wird es auf der Prinzenparkbahn einen Fliegerkampf mit dem deutschen Meister Richter geben. Auf der Landstraße hebt sich die Radrundfahrt durch die Schweiz hervor. die am Samstag ihren Anfang nimmt. Auch Deutschland ist mit einer offiziellen Mannschaft, die aus acht Fahrern besteht, vertreten.— Die Nationalmannschaft geht bei„Rund um Berlin“ über 100 Kilometer an den Ablauf. Aus dem Ausland interessiert ferner der Große Preis von Schweden in Upsala. an dem mit den Deutschen Scheller, Löber und Schöpflin drei Mitglieder der Olympia=Kernmannschaft beteiligt sind.— Die Fernfahrt Bordeaux—Paris, die hinter Motorradführung ausgetragen wird, vereint auf der 590 Kilometer langen Strecke vor allem die französische Straßenfahrerelite am Start.— In Westdeutschland steht der Große Straßenpreis der Samtund=Seide=Stadt Krefeld im Mittelpunkt des Interesses.— Mit dem Radfahrer=Reichstreffen in Bann ist ein Bergrennen zum Drachenfels verbunden, das ebenfalls eine recht gute Beteiligung gefunden hat. Die Mitglieder des Radfahrer=Vereins Westfalia 1895 Bochum unternehmen Sonntag eine Wanderfabrt Hammertal. Abfahrt um 7 Uhr vom Bülowplatz. Freunde des Radwandersports sind willkommen. Die Gesellschaftsspiele König Fußball hat ausgespielt, ausgespielt zu einer Zeit bereits, in die die bedeutendste Entscheidung der Saison fällt. Fußballendspiel in Berlin. Das ändert nichts an der Tatsache, daß auf dem flachen Lande der Fußball doch abgewirtschaftet hat. Zwar gibt es noch eine Reihe von guten Gesellschaftsspielen. aber am übernächsten Sonntag ist endgültig Schluß. Nach den verregneten drei vorangegangenen„Sonntagen dürfte das Wetter diesmal hochsommerlich sein. Die Spiele: Samstag: Spu Sp. Stiepel— Sprockhövel Witten 92— Castrop 02 Urania Lütgendortmund— Langendreer 07 Preußen Wanne— SV. Sodingen Sonntag: PfB. Annen— SV. Höntrop SC. Dahlhausen— Preußen Steele Germania Herne— MBV. Linden TuS. 26 Altenbochum— Tus. Engelsburg Langendreer 04— Witten 07 Viktoria Herne— Preußen Wanne Weitmar 09— Bochum=West Wattenscheid 09/30— Schwarz=Gelb Gladbeck Union Günnigfeld— Küppersbusch Postsportverein Bochum— Borussia Bochum Preußen 11 Bochum=Böde— Germania Bochum(Res.) Concordia Bochum— Reichsbahn Bochum Phönix Bochum(Res.)— BC. Hordel MSv. Wesel— Tus. Bochum Wie wir erfahren, spielt der TuS. Bochum am Samstag gegen den Militär=Sportverein Wesel in Wesel. Bei der guten Form der Bochumer ist mit einem klaren Siege zu rechnen. Ertällt Fortuma des Wedtens Hoffnungen? Höhepunkt der Fußballlaison: Endlpiel Fortuna Dülleldort/1. FC. Nürnberg in Berlin— Nürnbergs lechite oder Dülleldorfs zweite Meilterschaft? Als Aufiakt Schaike 04—Vorw.)Ral. Gieiwitz um den dritten Platz Meisterschaftsendspiel, Höhe= und Schlußpunkt der, alljährlichen deutschen Fußballsaison. Sie war in diesem Jahre erfüllt von allen Höhen und Tiefen der sportlichen Begeisterung, sie hat die Gemüter erregt wie selten ein Meisterschaftsjahr vorher, und sie hat für den Fußballgau Westfalen mit dem vorzeitigen Ausscheiden des zweimaligen Meisters Schalke 04 einen schönen Traum vernichtet. Auch an dieser großen Mannschaft erfüllte sich im Jahre 1936 das Gesetz der Serie, auch ihr blieb versagt, was bisher noch keiner Mannschaft vergönnt war: zum dritten Male in ununterbrochener Reihenfolge den ersehnten Titel zu erringen. Schalke 04, in seiner Form nicht so beständig wie im Vorjahre, ist dennoch ehrenvoll in der Vorschlußrunde aus dem Wettbewerb geschieden, es unterlag— ungeachtet der für den zweimaligen Meister äußerst ungünstigen Begleitumstände— einem Besseren, dem im neuen Glanze wiedererstandenen 1. FC. Nürnberg, der sich zum sechsten Male in der Siegestrophäe verewigen will. Als das Los in der Vorschlußrunde den„Club" und Schalke 04 paarte, während Fortuna Düsseldorf in Dresden gegen den Außenseiter Vorwärts=Rasensport Gleiwitz die leichteste Aufgabe der Vorschlußrunde gestellt wurde, sprach man in Fußball=Deutschland von dem vorweggenommenen Endspiel.„Wer in Stuttgart gewinnt, wird Deutscher Fußballmeister 1936!“ So die Stimme des Volkes. Nun, der Sonntag wird lehren, ob man der Fortuna nicht doch unrecht getan hat, ob sie den Weg ins Endspiel nicht Fortuna, sondern dem eigenen Können zu verdanken hat. Der Höhepunkt der diesjährigen Fußballsaison hat zudem eine Neuerung gebracht, die sicherlich beibehalten wird:„Am Tage vor dem Endspiel tragen die Unterlegenen der Vorschlußrunde den Kampf um den dritten Platz aus. Obwohl es für Schalke 04 als zweimaligen Deutschen Meister ein bitteres Gefühl und billiger Trost sein wird, diesmal nicht Mittelpunkt, sondern nur Staffage zu dem diesjährigen Fußballgroßereignis zu sein, wird es die Gelegenheit nicht außer acht lassen, um sich gegen Vorwärts=Rasensport Gleiwitz eine nachträgliche Rechtfertigung zu holen. Der Weg ins Endspiel unterstreicht nur Nürnbergs Favoritenstellung, und wir möchten hier schon einschalten, daß es eine gefährliche Favoritenstellung ist, daß sich nichts für Nürnberg bitterer rächen könnte, als ein Unterschätzen des Gegners, der zweifellos Schalke in seiner augenblicklichen Verfassung in verschiedenen Punkten überlegen ist. Der „Club“ hat nach dem unvermeidlichen allmählichen Ausschalten der alten Recken, von denen sich der Verteidiger Popp am längsten(1934 Endspiel gegen Schalke in Berlin) in der Mannschaft gehalten hat, nach einem ebenso unvermeidlichen Leistungsstillstand seine junge Garde wieder an die Hochform der ruhmreichen alten Elf herangebracht, die in den Jahren 1920—1927 in sieben Endspielbegegnungen nicht weniger als fünfmal den höchsten Titel des deutschen Fußballsportes erkämpfen konnte. Ohne Niederlage hat sich die Mannschaft in überlegenem Stile die Gaumeisterschaft des an Klassemannschaften gewiß nicht armen Gaues Bayern gesichert, ohne Niederlage kam sie auch durch die Gruppenspiele der Deutschen Meisterschaft. Nur Wormatia Worms gelang im ersten Spiel ein:2, das der Club durch einen:=Sieg im Rückspiel korrigierte. Wesentlich schwerer hatte es im Gau Niederrhein die Düsseldorfer Fortuna, die zweimal geschlagen wurde(PfL. Benrath und Borussia Gladbach), mehrmals unentschieden spielte, dann doch aber zum Schluß infolge des Abfallens der Benrather ziemlich sicher zum Gaumeistertitel kam. In großem Stile begannen dann die Düsseldarfer die Kämpfe um die Gruppenmeisterschaft. Hanau 93 wurde im ersten Sviel:0, der gefährlichste Widersacher Waldhof gar:0 geschlagen, dann kam in Kassel der Rückschlag. Die Hanauer schlugen den aus allen Wolken fallenden Niederrheinmeister:1! Auf einer u. E. unnötigen Gesellschaftsspielreise ins Hannoversche mußte sich der Niederrheinmeister gar eine:=Nieder= lage durch Arminia Hannover gefallen lassen. Damit war, wie man aus dem Lager der Fortunen hört, die Krise überwunden, obwohl es in der Vorschlußrunde erst einer:=Führung der Gleiwitzer bedurfte, ehe die Fortunen den in der 75. Minute noch:1 stehenden Kampf im Endspurt dennoch verdient mit:1 zu ihren Gunsten gestalteten. Fortuna Düsseldorf steht zum zweiten Male im Endspiel, zum zweiten Male als Außenseiter. Auch Schalke 04 war 1933 in Köln haushoher Favorit. als die Düsseldorfer mit einem klaren:=Siege zum ersten Male in der Geschichte der deutschen Fußballendspiele den Titel nach Westdeutschland brachten. Das 28. Fußballendspiel wird Sonntag in dem 50.000 Zuschauer fassenden Berliner Poststadion vor sich gehen und unter Leitung des ausgezeichneten Berliner Unparteiischen Birlem stehen. Zwei Mannschaften marschieren auf Die Situation in Berlin ist weitaus günstiger für Fortuna als in Stuttgart für Schalke 04. Berlin ist für den westdeutschen Vertreter kein„feindlicher Boden", die Sympathien dürften prozentual gleich verteilt sein. Allein aus Düsseldorf sind zwei Sonderzüge nach Berlin eingesetzt. Auch aus Gleiwitz wird ein Sonderzug erwartet. Fortuna Düsseldorf hat nach seinem siegreichen Kampf gegen Gleiwitz nichts mehr unternommen und selbst das sicherlich für Fortuna nicht schwere Pokalspiel gegen den westfälischen Bezirksligisten Klafeld abgesagt. Wir sagten einleitend, daß wir Fortuna in verschiedenen Punkten für stärker hielten als Schalke. Das bezieht sich auf die Hintermannschaft. Pesch, Janes und Bornefeld bilden ein sicherlich stärkeres Schlußdreieck als Mellage, Bornemann und Schweißfurth. Namentlich der international oft erprobte Janes, ein Spieler mit einer virtuosen Ballbehandlung, dürfte dem technisch hervorragenden Nürnberger Sturm oft ein energisches Halt gebieten. Eine weitere große Stärke besitzt Fortuna in ihrer Läuferreihe Mehl, Bender, Czaika, in der der frühere Stürmer Mehl sich immer mehr zu einem Läufer von großem Format entwickelt. Bender hat ebenfalls in den letzten Wochen stets gute Kritiken erhalten, während der Essener Czaika den außer Form gekommenen Breuer längst übertröffen hat. Und dennoch hält diese in ihrer Gesamtheit sicherlich ausgezeichnete Hintermannschaft nicht ganz den Vergleich mit der Nürnberger Deckung aus, die sich wiederum mit Köhl: Billmann, Munkert; Uebelein Carolin und Oehm zum Kampf stellt. Es ist schwer, die fünf famosen Kämpfer in einer Rangliste aufzuführen. In Stuttgart waren Billmann, Uebelein und Carolin die hervorstechendsten Spieler. Die Verfassung des Sturmes wird u. E. für den Ausgana des Kampfes maßgebend sein. Immer noch muß Nürnberg auf seinen hervorragenden Linksaußen Spieß verzichten, für den auch Sonntag der im Verhältnis zu seinem Kameraden schwache Ersatzspieler Schwab aufgestellt worden ist. Der große Reißer des Nürnberger Sturmes ist der Rechtsaußen Gußner, der von dem Dribbelkünstler Eiberger gut in Szene gesetzt wird. Der alte Kämpe Seppl Schmitt, der hervorstechendste Spieler des Nürnberger Sturmes in der ersten Halbzeit, vervollständigt mit dem Torschützen des Spieles gegen Schalke, Mittelstürmer Friedel, die Angriffsreihe, der zu ihren technischen Eigenschaften noch eins fehlt: die Wucht und Durchschlagskraft im gegnerischen Strafraum. Dieser Nachteil könnte sich gegen Fortuna Düsseldorf folgenschwer auswirken, da der Fortunensturm, kommt er in Fahrt(siehe Waldhof), energischer ist. An den letzten Sonntagen ließ jedoch die Schußkraft auch bei Düsseldorf zu wünschen übrig. Die Mannschaft hatte aber Zeit genug, sich in Ruhe auf das Endspiel vorzubereiten, sie hat vor allen Dingen nicht den nervenraubenden Stuttgarter Kampf hinter sich. Nürnberg hat in Stuttgart einen Höhepunkt an Leistung erreicht, und es ist bekannt, daß allzu häufig nach einem solchen Höhepunkt ein Rückschlag folgt. Der Fortuna=Sturm spielt in folgender Aufstellung: Albrecht, Wigold, Nachtigall. Zwolanowski und Kobierski. Mit der Einstellung von Nachtigall ist ein entschlossener Zug in den Angriff gekommen, von dem auch Wigold und Zwolanowski profitierten. Weit unter ihrer Bestform spielten allerdings die internationalen Außenstürmer Kobierski und Albrecht, vor einigen Jahren die besten deutschen Spieler auf diesen Posten Routinierte Spieler und international erprobte Leute pflegen gerade bei den schwersten Belastungsproben oft angenehm zu überraschen Es muß Sonntag in der Gesamtmannschaft der Düsseldorfer manche angenehme Ueberraschung geben, wenn des Westens Hoffnung nicht vernichtet werden soll. Um den dritten Platz Schalke 04— Vorw.=Rasensport Gleiwitz Am Vorabend des Endspieles treffen sich die Unterlegenen der Vorschlußrunde, Schalke 04 und VorwärtsRasensport Gleiwitz, im erstmaligen Kampf um den dritten Platz auf der Anlage von Hertha-BSC. Schalke wird nichts unversucht lassen, um durch einen deutlichen Sieg zu beweisen, daß seine Rolle im deutschen Fußballsport noch lange nicht ausgespielt ist. Leicht wird ein Sieg gegen die tapferen Schlesier allerdings nicht sein. Hbg. Die Tip-Ecke Diogenes& Co. Regentropfen in Stuttgart, Sonnenstrahlen voraussichtlich in Berlin. Schalke— Gleiwitz am Samstag iw Schatten von Nürnberg— Fortuna Düsseldorf. Was sagen unsere Propheten? Was Diogenes meint: 1 FC. Nürnberg— Fortuna Düsseldorf:1 Schalke 04— Gleiwitz:1. Um den Aufstieg zur Gauliga: Sportfreunde Siegen— Preußen 07 Bochum:9 VfB. Bielefeld— SV. Rotthausen:0 Recklinghausen 13— Borussia Dortmund:1. Um den Aufstieg zur Bezirksliga: TG. Bochum=Ehrenfeld— VfB. Börnig:2 Union Haspe— Viktoria Dortmund:0 SV. Herbede— SV. Hombruch. Und August Schrömmel: 1. FC. Nürnbera— Fortung Düsseldorf:0 Schalke 04— Gleiwitz:2. Um den Aufstieg zur Gauliga: Sportfreunde Siegen— Preußen 07 Bochum:9 VfB. Bielefeld— SV. Rotthausen:8 Recklinghausen 18— Borussia Dortmund:4. Um den Aufstieg zur Bezirksliga: TG. Bochum=Ehrenfeld— VfB Börnig:1 SV. Herbede— SV. Hombruch:0 Union Haspe— Viktoria Dortmund:1. Pokallpiel-Zwischenrunde beim DSC. 31 Bochum Am Sonntag steigt auf dem Platz am Lohbero die Zwischenrunde um den Pokal des DSC. 81 Bochum. SC. Altenbochum und Polizei Bochum bestreiten das Nachmittagsspiel, während der LFC. sich am Vormittag mit Phönix Bochum um den weiteren Verbleib bzw. die Teilnahme am Endspiel streitet. Es ist anzunehmen, daß diese Zwischenrundenspiele mit aller Erbitterung durchgeführt werden, da die beiden Sieger bekanntlich am kommenden Sonntag das Endspiel bestreiten. Die Spiele: LFC. Laer— Phönix Bochum(vorm.) SC. Altenbochum— Polizei Bochum Galopprennen in Köln-Merheim Mit acht Rennen setzt der Kölner Rennverein seinen Gästen am Sonntag ein überaus reichhaltiges Programm vor, das als Hauptereignis den Preis des Stabschefs, einen Ausgleich II über 1800 Meter, aufzuweisen hat. Im übrigen hat der Rennverein für den ersten Tag seines Juni=Meetings ein ausgezeichnetes Nennungsergebnis gefunden, so daß mit großen Feldern auf der Merheimer Bahn zu rechnen ist. Unsere Voraussagen 1..: Mitropa— Debatte. 2..: Hut ab— Bronceluster. 3..: Ma Clochette— Gassenjunge. 4..: Sifaro— Leithirsch. 5..: Palastherold— Gnom. 6..: Glanz— Laufpaß. 7..: Janina— Enthusiast. 8..: Hagestolz— Lertha. Trabrennen in Gelsenkirchen Sonntag nimmt das große Sommermeeting auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn seinen Fortgang. Da die Nennungen wieder sehr zahlreich abgegeben worden sind, weisen die einzelnen Rennen eine gute Besetzung auf. Es ist mit gutem und interessantem Sport zu rechnen. Unsere Voraussagen Die Lehmswven Neinl hauf Whhbledent! Englands internationale Meisterschaften vor dem Beginn Vor einem neuen Finale Perry—von Cramm? Das größte Tennisturnier der Welt die internationalen Meisterschaften von England in Wimbledon, werden auch in diesem Jahre wieder die gesamte Elite auf den Plan rufen. Von Montag, 22. Juni bis Sametag. 4. Juli, werden die mit Recht betitelten„Inoffiziellen Weltmeisterschaften" die Tenniswelt in Spannung halten. Auch Deutschland ist an Wimbledon in diesem Jahre wieder stark interessiert, vielleicht noch mehr als im Vorjahr, obwohl Gottfried von Cramm schon hier bis ins Finale vorrückte, aber dem Engländer Fred Perry noch nicht gewachsen war. Diesmal aber, vor allem nach dem sicheren Erfolg von Paris über den Weltranglisten=Ersten, darf sich von Cramm auch Hoffnungen auf einen Wimbledon=Sieg machen. Die Auslosung, die am Mittwoch vormittag beim All=England=Club erfolgte, wurde denn auch so vorgenommen, daß es, falls Ueberraschungen ausbleiben, wieder zu einem Endkampf Perry— von Cramm kommt. Der Engländer führt als Vorjahrssieger das erste Achtel an, während die Liste der acht„gesetzten" Spieler von dem Deutschen beschlossen wird. Dazwischen rangieren vo noben nach unten der Amerikaner Bryan Grant, der Australier Adrian Quist, der Amerikaner Donald Budae, der Engländer Bunny Austin und der Australier Jack Crawford. Von Cramm hat es demnach schon vor dem Entscheidungskampf mit Perry mit so hervorragenden Spielern wie Crawford und Austin zu tun. In der ersten Runde erhält der deutsche Meister einen wenig bekannten Engländer zum Gegner, der kein Hindernis sein wird. Hecht(Tschechoslowakei) dürfte in der zweiten Runde schon mehr zu beachten sein, vorausgesetzt, daß er vorher den Kanadier Murray schlägt. Henner Henkel hat es nicht gut getroffen, denn er muß bereits in der ersten Runde gegen den starken Amerikaner Grant spielen, der namentlich auf Rasenboden ein Gegner von Format ist. Kaj Lund wird im dritten Viertel den Engländer Sherwood schlagen können und auch vielleicht die nächste Runde gegen Plougman(Dänemark) oder Jones(England) überstehen. Bei den Frauen wird die Liste der„Gesetzten" von der Amerikanerin Helen Jacobs angeführt, der nach unten Anita Lizana(Chile). Kay Stammers (England). Hedwig Jedrzejowska(Polen), Simone Mathieu(Frankreich), Fabyan(USA.), Hilde Sperling(Dänemark) und Dorothy Round(England) folgen. Marielouise Horn, die einzige Deutsche, spielt sofort gegen die vorzügliche Amerikanerin Fabyan. Hilde Sperling pausiert in der ersten Runde, sie wird in der zweiten die Engländerin Connell leicht schlagen, und in der dritten Runde hat sie dann als nicht zu unterschätzende Gegnerin Caroline Babcock(USA). 200 Ungarn kommen zu den Olympischen Spielen Auf der am Donnerstag abgehaltenen Sitzung des ungarischen Landessenats für Körperkultur wurden die vorläufigen Meldungen für die XI. Olympischen Spiele in Berlin zusammengestellt, wobei die von den einzelnen Sportverbänden gelieferten Unterlagen den Ausschlag gaben. Sicher ist die Reise bis jetzt für 200 Sportler, doch besteht begründete Aussicht, daß ein größeres Aufgebot entsandt werden kann 1..: Greif— Karola D.— Feinsliedchen. 2..: Weltruf— Edi Guy— Luitpold. 3..: Tujy„Guy— Vogel— Mallorca. 4..: Brauner David— Dina— Angelus. 5..: Bello Watts— Herenjunge— Baumberger. 6..: Hilde S.— Heide— Fiedler. 7..: Maria R.— Peter Breit— Adolf Lee. Weitere Voraussagen Hamburg=Horn, 21. Juni 1. R: Landmädel— Marquisette. 2..: Treuer Gesell— Wiener Walzer. 3..: Pan— San Michele. 4. R: Sturmvogel— Idomeneus. 5..: Lufthauch— Laus. 6..: Egmont— Item. 7..: Matador— Helden=Faust. 8..: Ailas— Gondola. Auteuil, 21. Juni 1..: Archtmede II— Fair Boy. 2..: Falstaft— Saint=Honorat. 3..: Grelot— Menes II. 4..: Militärrennen. 5..: Gaboulaß— Semt Ton. 6..: Bronzino—’Orage. Maisons=Laffitte, 19. Juni 1..: 1. Mangoust(Monnter) 2. Tulipe, 3. Phares. roto: Sieg 86, Platz 30. 54, 22. Ferner:: Copprigbt. Rose des Bots. Pitchonun, Cormerv, Inspekteur. Mlle Rosine, T# des Heuskia, Rabouillere. Sa Payse, Fordreutl. Triora. Costakt, Fraulen, Comptégne, Coquin, Réale, Palmar, Argoutat, Sweetlace. 2..: 1. Zasar(Ricard), Sapotille, 3. Bardon. Toto: Sieg 188, Platz 51, 33. 18. Ferner: Toute Rose, Doucette, Muscadet, Zahra, Le Calme, Tamaris II, Lame, Oeulina, Statuette, Duleinée, Hot Bun. 3..: 1. Tarbox(Rabbe), 2. Mondicourt, 3. Tate my Word. Toto: Sieg 56. Platz 17. 12, 58. Ferner: San Juan, Ontarto, Neüus, Insernet, Canadienne, Good Think, Floche Rinove, Bonheur, No, Agent Secret, Carambas, Nasr, Recoure, Mahama, Picaflor, Rose Tremière III, Tammany, Capuchon. 4..: 1 Mulato(Hart), 2. Mar Bella, 3. Liari. Toto: Steg 521, Platz 143, 22, 21. Ferner: Zapan, Östris, Impératriee, Margarita II, Dragse Haute. 5..: 1. Hellespont(Lock)? Cartown, 3. Moron. Toto: Sieg 52. Platz 19. 20, 110. Ferner: Granada Siklos, Haltéa, Drillestie, Antechrist, Estafette, Anthonia, Puck. 6..: 1. Madhinia(Semblat). 2. Dakv, 3. Terre Promise II. Toto: Sieg 39, Platz 16, 12, 123. Ferner: Kitzbuhel, Lurdy Gurdy, Hordeville. Centurson III, Oserate, Bianca Cappelo, Royal Legend, Dala. 7..: 1. Lord Magique(Lock), 2. Ou Bas=Tu, 3. Carpia. Toto: Sieg 14, Platz 11, 14, 12. Ferner: Boutirky, Gennino, Baker Pasha, Mafizy, Micky, Gia Long, Caracalla. KE WSESTTE TE E 0 e LE e** 7 % 513 M 1 —4 5 4% 5 78 S 5 11 der den Sihmpischen Eemmerspieten 1830! Das große Olympia=Preisausschreiben des„Bochumer Anzeiger“ in 5 Fortsetzungen 15 Freifahrten zum Endspiel des olympischen Fußballturniers für die besten Voraussagen Das Olympische Feuer, das am 16. Februar in Garmisch=Partenkirchen erloschen ist, wird am 1. August in Berlin zur Eröffnung der XI. Olympiade wieder aufflammen. Die Welt blickt in diesen Tagen nach Berlin, wo die besten Sportler aller Völker im friedlichen Wettstreit ihre Kräfte um den olympischen Siegeslorbeer messen. 16 Tage, vom 1. bis 16. August, gibt sich die Jugend der Welt, die die Bochumer Olympiaglocke zum Kampf ruft, zur Feier der XI. Olympiade auf den modernen Anlagen des Reichssportfeldes, auf grünem Rasen, auf der Aschenbahn, im Boxring, im nassen Element, ein Stelldichein. Je näher wir dem Zeitpunkt der Olympischen Spiele rücken, um so mehr beschäftigt sich nicht nur die Sportwelt, sondern jeder mit der Frage nach den Aussichten der einzelnen Nationen und besonders nach den voraussichtlichen Siegern in den einzelnen Wettbewerben. Mit ganz besonderem Interesse und großer Begeisterung befaßt sich die deutsche Oeffentlichkeit mit den Olympischen Spielen, ist doch Deutschland erstmalig in der 40jährigen Geschichte des modernen Olympias Ausrichter dieses FrieWie schon zu den Okympischen Winterspielen in Garmisch=Partenkirchen, so will der„Bochumer Anzeiger“ in einem Preisausschreiben zu den Olympischen Sommerspielen diese Frage behandeln, um auch so das Interesse für die Olympischen Spiele immer mehr zu wecken. Wir werden uns in den nächsten Wochen eingehend mit den Olympischen Spielen in Berlin beschäftigen, und eine Uebersicht über die Leistungen der einzelnen Länder geben, an Hand derer die Leser sich selost ein Urteil bilden sollen, welche Länder Siegesaussichten besitzen. Eine große Unterstützung finden unsere Leser, wenn sie den Sportteil unserer Zeitung laufend beachten, denn wir werden regelmäßig über das Traning der einzelnen Mannschaften berichten..., g###, Unsere Leserschaft erwartet„Tips“ für die großen Wettkämpfe. Hier möchten wir den sportbegeisterten und sportkundigen Teil unserer Leserschaft selbst heranziehen, von dem wir erwarten, daß er durch kluges Abwägen auf Grund der bisherigen Leistungen die Sieger zutreffend bestimmen wird. Der Bochumer Anzeiger“ wird allen aber dabei helfen, indem er die wichtigsten Wettkämpfe(insonderheit die unter das Preisausschreiben fallenden), in der Art ihrer Durchführung erklärt, so daß jeder Leser weiß, um was es sich handelt. Anschließend werden wir übersichtlich über den Stand der Leistungen der einzelnen Länder, der Mannschaften und Wettkämpfer, berichten, damit sich nicht nur der interessierte Sportfachmann, sondern auch der Laie ein Bild über die Kräfteverhältnisse zwischen den einzelnen Nationen machen kann. Wir hoffen, daß auf diese Weise auch derjenige begeistert mitgerissen wird, der sich bisher wenig oder gar nicht um den Sport gekümmert und der bis dahin den Olympischen Spielen gleichgültiger gegenübergestanden hat. Jeder deutsche Volksgenosse muß zu der Ueberzeugung geführt werden, daß es sich bei den Olympischen Spielen um mehr als ein großes Sportfest handelt, daß vielmehr das zum ersten Male auf deutschem Boden stattfindende gewaltige Sportereignis auch kulturell und wirtschaftlich von größter Bedeutung ist. Unser Preisausschreiben ist deswegen auf die erste Woche der Olympischen Spiele abgestellt, weil wir es ermöglichen wollten, den Siegern des Wettbewerbs eine Freifahrt zum Endspiel des Olympischen Fußballturniers am Samstag, 14. August, zur Verfügung zu stellen. Zur Erleichterung der Aufgabe werden wir nicht nach den Siegern in allen Wettbewerben fragen, sondern nur aus verschiedenen Sportarten die wichtigsten Kämpfe herausgreifen. Für die Beteiligung am„.=.“=Preisausschreiben genügt die Angabe der siegreichen Länder, nicht die namentliche Aufführung der Sieger. s Aufgaben, 10 Fragen Die in 10 Fragen unterteilten fünf Aufgaben unseres Preisausschreibens werden in wöchentlichen Abständen wie folgt gestellt: Die Aufgaben lauten: 1. Aufgabe am Mittwoch, 24. Juni, 2. Aufgabe am Mittwoch, 1. 3. Aufgabe am Mittwoch, 8. 4. Aufgabe am Mittwoch, 15. 5. Aufgabe am Mittwoch, 22. Juli. 1. Aufgabe:„Welche vier Länder gelangen in die Vorschlußrunde des Olympischen Fußballturniers?“ 2. Aufgabe:„Welche Länder stellen den., 2. und 3. Sieger im Olympischen Fünfkampf?“ 3. Aufgabe:„Welche Länder stellen den 1. 2. und 3. Sieger im 100=Meter=Lauf, im Zehnkampf, im Marathonlauf und in der 4X100=Meter=Staffel?“ 4. Aufgabe:„Welche Länder stellen den., 2. und 3. Sieger im Gewichtheben der Leicht= und Mittelgricheliose? 5. Aufgabe:„Welche Länder stellen den., 2. und 3. Sieger im 1000=Meter=Malfahren und 100=Kilometer=Straßenrennen?“ Fragen nicht einzeln beantworten! Genau wie bei unserem Winter=Olympia=Preisausschreiben dürfen auch diesmal die insgesamt 10 Fragen nich einzeln beantwortet werden. Zusammen mit der 5. Aufgabe werden wir am Mittwoch, 22. Juli, einen Vordruck, enthaltend sämtliche Fragen des Wettbewerbes und Raum für den Namen und Wohnort des Wettbewerbsteilnehmers, veröffentlichen. Dieser Fragebogen muß aus unserer Zeitung ausgeschnitten und ausgefüllt unter dem Kennwort: „Olympia=Preisausschreiben des„B..“ an die Sportschriftlsitung des„Bochumer Anzeiger“ gesandt werden. Letzter Einsendetermin ist Samstag, 1. August, also der Tag der feierlichen Eröffnung der XI. Olympiade. r e Preise: 15 Freifahrten zum Fußballendipiel in Berlin Sieger unseres Wettbewerbs ist der Teilnehmer der die meisten Punkte errungen hat. Bei Punktegleichheit entscheidet das Los. Durch das Punktsystem ist auch jenen Teilnehmern, die bei den ersten Fragen Fehlschläge zu verzeichnen hatten, die Möglichkeit geboten, im Verlaufe des Wettbewerbs Punkte aufzuholen und sich dennoch einen Preis zu erobern. Für die 15 punktbesten Wettbewerbsteilnehmer setzen wir folgenden gleichen Preis aus: Je eine freie Hin= und Rückfahrt(OlympiaSonderfahrt) zum Endspiel des Olympischen Fußballturniers(einschließlich Eintrittskarte) am Samstag, 15. August. Die Bekanntgabe der Sieger wird voraussichtlich am Mittwoch, 12. August, erfolgen. Wir behalten uns vor, die Einsendungen solcher Leser, die ihre Tips mit einer Begründung bringen und sich in einem Aufsatz darüber, warum sie den einzelnen Kampfteilnehmern Aussichten geben, breiter auslassen, gegen Honorierung zu veröffentlichen. Wir hoffen, allen Freunden des„B..“ und allen Freunden des deutschen Sportes durch unser OlympiaPreisausschreiben eine besondere Freude zu bereiten und gleichzeitig damit für die olympische Idee zu werben. Und nun frisch ans Werk! * „Olymdia, eine nationale Aufgabe des deutschen Volkes!“ Unter dieses Motto hat Deutschland die XI. Olympiade gestellt. Eine nationale Aufgabe, die nicht nur Deutschlands Sportler, sondern das ganze deutsche Volk angeht. Die Winterspiele in Garmisch=Parten= kirchen gehören der Vergangenheit an. Ihr glänzender Verlauf hat der deutschen Organisation in der ganzen Welt ein begeistertes einstimmiges Lob eingetragen. Die Sommerspiele in Berlin stehen vor der Tür. Das große Rüsten der Nationen zum friedlichen Kampf ist nahezu abgeschlossen, und so legt sich jeder die Frage vor:„Welche Kämpfer werden siegreich sein!“ Die Teilnehmer am Wettbewerb haben also genügend Zeit, um sich in Ruhe ihre Voraussagen zu überlegen. Die Sieger werden durch ein Punktsystem ermittelt, das folgendermaßen zur Anwendung kommt: Bei der Aufgabe Fußballturnier erhält jeder Wettbewerbsteilnehmer eine Gutschrift von einem Punkt für jede von ihm als Teilnehmer an der Vorschlußrunde vorausgesagte Nation, also insgesamt bei 4 richtigen Voraussagen, 4 Punkte. In den übrigen Wettbewerben erfolgte für jeden richtig vorausgesagten 1. Sieger eine Gutschrift von 3 Punkten, für jeden richtig vorausgesagten 2. Sieger eine Gutschrift von 2 Punkten und für jeden richtig vorausgesagten 3. Sieger eine Gutschrift von 1 Punkt. # Seite 10 Nr. 142/ Bochumer Anzeiger, Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 Aus aller Welt Aideiin der Wautnol=Einie Ansemnfahlunder ssver beutschen Ponzel Frankreichs„Sicherheitsmaßnahmen“ in der Nacht vom 6. zum 7. März 1936 In der illustrierten Wochenzeitschrift„Arbeit und Wehr“(Ausgabe vom 21. Juni) finden wir einen interessanten Aufsatz über die MaginotLinie, als dessen Verfasser Hauptmann(.) Theodor von Zeska(Reichskriegsministerium) zeichnet Wir entnehmen dem Aufsatz folgende Angaben. Die Schriftleitung. Es war kurz vor Mitternacht am 6. März 1936. Die Dunkelheit der Nacht breitete sich über Städte und Dörfer; in friedlicher Ruhe lag das weite Land diesseits und jenseits der Grenze, Da durchdringt das Läuten des Fernsprechers die Stille im Arbeitszimmer des französischen Kriegsministers. Aus den Händen seines Kabinettschefs nimmt er den Hörer. Als er ihn wieder angehängt hat, wendet sich der General Maurin an seine Mitarbeiter:„Meine Herren, die Regierung hat soeben beschlossen, sofort Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.“ Und als der Morgen des 7. März tagte, jenes Tages, an dem durch die Tat des Führers die Souveränität des ganzen Reiches wiederhergestellt wurde, da schoben die Franzosen, noch bevor in den Mittagsstunden dieses Tages der erste deutsche Soldat seine neue Friedensgarnison im Rheinland erreichte, ihre Regimenter nach der Grenzlinie vor. Noch ein Befehl— und weitere 60 000 Reservisten aus den Grenzbezirken hätten sofort die französischen Truppen in den Grenzbefestigungen verstärken können. Die Kernstücke dieser französischen Festungsfront stellen die als Werke bezeichneten Befestigungsanlagen dar. Jedes von ihnen ist wieder gegliedert in eine große Anzahl von Blocks, die miteinander durch unterirdische Hohlgänge mit Feldbahnanlagen verbunden sind. Keiner dieser Blocks ist größer, als es der Raum für die darin aufgestellten Schnellfeuergeschütze oder Maschinenwaffen, für die Munition und die(bewußt schwach=gehaltene) Besatzung fordert, denn alle Bedienungsvorgänge sind weitaehend mechanisiert. Unterirdische Kasernen, Magazine. Munitionslager und elektrische Zentralen ermöglichen die Unterbringung großer Mannschafts= und Munitionsreserven. Infolgedessen können die Befestigungsanlagen selbst bei völliger Einschließung durch den Angreifer einen langdauernden Widerstand leisten. Häufig sind mehrere solcher Befestigungswerke zu Gruppen zusammengefaßt, die mit einer in die Hunderte gehenden. Zahl von Maschinengewehren und stärksten artilleristischen Kampfmitteln Stützpunkte bisher noch nicht gekannter Verteidigungskraft, darstellen. Die zwischen den Werken liegenden und befestigten Zwischenräume sind durch Kasematten mit Maschinengewehren und Panzerabwehrwaffen geschützt, um eine lückenlose, tiefe, mehrfach durch Feuer überlagerte „Zone des Todes“ zuschaffen. Hinter diesen liegen noch betonierte und für sich verteidigungsfähige Unterstände, die Reserven und Ablösungen aufnehmen, Alle diese Werke, Gruppen und Kasematten sind, einerlei ob sie nun unter der Erdoberfläche oder über dem Boden angelegt sind, weitgehend gegen die Durchschlagskraft selbst schwerster Geschosse durch eine Eisenbetondecke bis zu 4 Meter Stärke und durch schwere Felspackungen geschützt. Die Scharten für die Geschütze und Maschinengewehre aber, die die einzigen weniger geschützten Punkte bilden, sind so angelegt, daß sie, von der Front her unsichtbar, nur in das Zwischengelände wirken, während das Vorgelände aus Panzerkuppeln unter Beobachtung und Feuer genommen werden kann. Vor der ganzen Festungskront befinden sich außer breiten Infanteriehindernissen starke Kampfwagensperren die an einzelnen Stellen aus Gräben und Mauern, meistens aus mehreren hintereinanderstehenden Schienenreihen bestehen. In der Tiefe dieses Festungsgürtels sind ferner— bereits jetzt im Frieden— ein Teil der Infanterieund Artilleriestellungen. Gefechtsstände und Fernsprechverbindungen sowie Nester von Panzerabwehrgeschützen ausgebaut. Der Armierungshau eines anderen Teils der Infanteriestützpunkte, Batteriestellungen, Schall= und Lichtmeßstellen sowie der Beobachtungen ist sorgfanng vorbereitet Zahlreiche Ausladebahnhöfe, Feldbahnen und Straßen, Kraftleitungen, Munitions= und Betriehsstofflager stehen für die Versorgung des ganzen Befestigungsgürtels zur Verfügung. Diese gewaltigen Befestigungsanlagen wären wertlos ohne eine Besatzung, die nicht bis ins kleinste ihren Dienst versteht. Seit 1935 hat Frankreich daher besondere Brigaden für diese besestigte Zone geschaffen. Ihre Stärke wurde sehr reichlich bemessen, damit jederzeit ein gutes Funktionieren auch bei Ausfällen gewährleistet ist. Zwölf franzosische Festungsinfanterie=Regimenter— bezeichnet nach dem Namen der ihnen zugewiesenen Abschnitte— mit zahlreicher Artillerie und mit Pionier=, Nachrichten= und Aufklärungsverbänden sind bereits im Frieden unmittelbar ira Festungsgürtel untergebracht. Die sogenannten Deckungstruppen bestehen aus sie: ben motorisierten und einer leichten mechanisierten Tivision. Ferner liegen im Grenzgebiet außer einer Kavalleriedivision starke Fliegertruppen und— in reichlicher Ausstattung— Verbände der allgemeinen Heeresreserve. Bevor das Reich mit dem symbolischen Einmarsch einiger weniger deutscher Truppeneinheiten die Hoheitsrechte am deutschen Rhein wieder übernahm, standen in Frankreich unmittelbar an der deutschen Grenze auf Grund des Alarms vom 6. März kurz vor Mitternacht in der„Maginot=Linie“ kampfbereit und in den dahinterliegenden Garnisonen der Grenzweyrbezirke marschbereit mindestens 90 bis 100 zum größten Teil motorisierten Infanteriebataillone, 10 teils berittene, teils mechanisierte Kavallerieregimenter mit Panzerwagen= und Kraftradschützenabteilungen und etwa 100 Artillerieabteilungen, ungerechnet der zahlreichen fest eingebauten Batterien des Befestigungsgürtels und der bereitgestellten Reservebestände. Der Mannschaftsbestand dieser Truppenverbände beläuft sich friedensmäßig bereits auf 169 000 Mann. Im Kriegsfall können die Festungsregimenter innerhalb weniger Stunden durch Einberufung der in unmittelbarem Umkreis wohnenden Reserven um ein Vielfaches erhöht werden Auch bei den Formationen der Deckungstruppen ist Vorsorge getroffen, daß die Reservisten im Ernstfall so schnell wie möglich die Truppe erreichen können. Da die Beweglichkeit der Reserven von ausschlaggebender Bedeutung ist, hat man sich beizeiten um eine motorisierte Reserve bemüht. Rückwärts der Front in Lothringen bieten die Festung Diedenhofen und die neu ausgebaute und besonders an der Ostfront verstärkte Festung Metz einen starken Rückhalt. Hinter der ganzen ersten Linie der französischen Ostbefestigungen erstreckt sich ferner als zweite Linie die der Festungen Belfort—(obere Mosel)— Epinal—Trouée de Charmes—Toul—Nancy—(mittlere Maas)—Verdun. Belgien hat die„Maginot=Linie“ fortgeführt Eine Sperrlinie von Stützpunkten von den Ardennen bis zum Hohen Venn führt über Vielsalm, Malmedy und Eupen zum Plateau von Herve, das in einer Tiefe von 35 Kilometer bis unmittelbar an die deutsche Grenze gegenüber der offenen Stadt Aachen das Kernstück der belgischen Grenzbefestigungen umfaßt: die befestigte Zone von Lüttich. Unterhalb von Lüttich schließt sich die befestigte Maas=Linie an mit der starken Feste Eben=Emael, den Befestigungen um den Maastrichter Zipfel und einer im Ausbau befindlichen Sperrlinie gegen Holland, von Maeseyck bis Turnhout. Zusammen mit den modernisierten Werken von Namur und den der Hch. Hoffmann Wie bereits berichtet, ernannte der Führer und Reichskanzler den Reichsführer:SS. Himmler zum Chef der deutschen Polizei. Im Reichs= und preußischen Ministerium des Innern fand die feierliche Amtseinführung des Reichsführers SS. Himmler durch Reichsminister Dr. Frick statt. Unser Bild zeigt Minister Dr. Frick während der Ansprache im Hofe des Ministeriums. Links neben ihm Reichsführer SS. Himmler, rechts der zum General der Polizei ernannte General Dalnege und SS.=Gruppenführer Heydrich. Nordostfront von Antwerpen vollenden diese Befestigungen die„Maginot=Linie“ in Belgien. Der belgische Befestigungsgürtel findet eine Ergänzung im sogenannten„réduit national“, einer rückwärtigen Verteidigungsstellung mit Front nach Südosten von Courtrai bis Gent an der Lys und von Gent bis Antwerpen. Sternwarten in Aufruhr Ueberraschung am Himmel Sonnenfinsternis gut beobachtet— Ein neuer Stern entdeckt Potsdam, 19. Juni. Die Sonnenfinsternis konnte in aller Frühe bei schönstem Wetter vom Potsdamer Astrophysikalischen Observatorium beobachtet werden. Einen ganz besonderen Reiz gewann diese Finsternis durch ihr völlig zufälliges Zusammentreffen mit dem Auftreten eines sehr hellen neuen Sterns. Gegen 1 Uhr nachts kam plötzlich von der Sternwarte Berlin=Babelsberg folgende Alarmnachricht:„Ein heller neuer Stern dritter Größe ist im Sternbild des Epheus entdeckt worden.“ Wer nur einiger maßen weiß, was eine solche Entdeckung bedeutet, wird ermessen können, in welcher Aufregung sämtliche Instrumente des Observatoriums sofort klar gemacht wurden, um die kurze Zeit bis zum Hellwerden noch für die Beobachtung des neuen Sterns auszunutzen. In der Tat konnte dieser Stern, der von Dr. Hoffmeister, dem Leiter der Abteilung Sonnenberg der Babelsberger Sternwarte, entdeckt wurde, in Potsdam sehr genau beobachtet und sein Spektrum aufgenommen werden. Sofort gingen nun die Telegramme in alle Welt hinaus, um alle Sternwarten der Erde zur weiteren Beobachtung aufzurufen. Pünktlich um.23 Uhr trat der Anfang der Sonnenfinsternis ein. Der Anblick der Sonne war dabei durch eine große Sonnenflächengruppe besonders eindrucksvoll. Der weitere Verlauf der Finsternis konnte am Fernrohr genau verfolgt und am Turmteleskop in einer Reihe von photographischen Aufnahmen festgehalten werden. Um.12 Uhr war die Sonne bis auf ein Drittel ihrer Fläche angedeckt. Die ganze Landschaft schien in ein fahles Dämmerlicht getaucht. Dann gab der Mond die Sonne wieder frei. Kurz nach 6 Uhr war alles wieder, als ob nichts gewesen wäre. Der neue Stern Heidelberg, 19. Juni. Der neue Stern, der heute nacht entdeckt wurde, wurde auch von der Sternwarte auf dem Königsstuhl gesehen, und zwar um 23.10 Uhr von dem Astronomen Kurt Himpel. Der Stern befand sich ungefähr 3 Grad südöstlich des Sterns Delta im Sternbild Cepheus. Zur Zeit der Entdeckung war er zwischen dritter und vierter Größe. Brand im Riesengebirge Spindelmühle(Böhmen). 19. Juni. In der Adolf=Baude im böhmischen Riesengebirge entstand am Donnerstag nachmittag ein Brand, der infolge Wassermangels große Ausdehnung annahm Nach Mitteilung des Gendarmeriepostens in Spindelmühle ist der Brand wahrscheinlich infolge Entzündung alter Farben an den Fensterrahmen der Baude entstanden. Unter dem Dach gerieten Hobelspäne in Brand, und bald darauf stand die Adolf=Baude in hellen Flammen. An der Brandstätte hatten sich die Feuerwehren aus Spindelmühle und Umgebung eingefunden. Es gelang ihnen, die Einrichtungsgegenstände zu retten. Am 28. Juli seierliche Eröffnung der Teilstrecke der Nord=SüdOst=Bahn anb Berlin, 19. Juni. Am 28. Juli wird nach 2½jähriger Bauzeit, also gerade zeitig zu den Olympischen Spielen, der nördliche Streckenabschnitt der Nord=Süd=Ost=Bahn Stettiner Bahnhof—. Bahnhof Friedrichstraße dem allgemeinen Verkehr übergeben werden. Hiermit wird insbesondere für die Bewohner des Berliner Nordens und der nördlichen Vororte, die bisher mit der Reichsbahn nur bis zum Stettiner Bahnhof fahren könne, eine erheblich weitergehende Verbindungslinie nach der Stadtmitte geschaffen, zumal auch auf dem Bahnhof Friedrichstraße eine ausgezeichnete Umsteigemöglichkeit zur Stadtbahn gegeben ist. Bei Inbetriebnahme der Teilstrecke wird der heutige Stettiner Vorortsbahnhof aufgegeben, und sämtliche Züge der drei Nordstrecken von Bernau, Oranienburg und Velten werden in den=Bahn=Tunnel eingeführt. Teilstrecke Königsberg—Elbing der ostpreußischen Reichsautobahn eröffnet Königsberg, 19. Juni. Am Freitag morgen wurde die erste Teilstrecke der ostpreußischen Reichsautobahn Königsberg—Elbing feierlichst eröffnet. Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen Dr.=Ing. Todt war nach Ostpreußen gekommen, um mit einer kurzen Ansprache die Eröffnung vorzunehmen. Die gesamte Arbeiterschaft der Baustrete war durch Abordnungen vertreten. Sämtliche Parteigliederungen hatten Ehrenformationen gestellt. Kurz nach 10 Uhr erschienen Generalinspekteur Dr. Todt und Gauleiter Oberpräsident Erich Koch mit den Ehrengästen. Namens der Obersten Bauleitung Königsberg meldete Oberbaurat Braun dem Generalinspekteur die Fertigstellung der ersten Teilstrecke der Reichsautobahn Königsberg—Elbing in einer Länge von 15,5 Kilometer. Dann sprach Gauleiter Koch, der in seiner Dankrede besonders den Vertreter des Hohen Senats der Freien und Hansestadt Danzig begrüßte. Anschließend wurde ein Danktelegramm an den Führer abgesandt. Feuergefecht um eine Fabrik Streikposten und Arbeitswillige im Kampf Vierzehn Verwundete Newyork, 19. Juni. Wie aus Kent(Ohio) gemeldet wird, kam es vor der dortigen Werkzeugfabrik, in der seit zwei Monaten gestreikt wird, zu einem blutigen, sechsstündigen Gefecht zwischen ungefähr 3000 Streikposten, die mit Gewehren bewaffnet waren, und ebenfalls bewaffneten Streikbrechern. Bei dem lebhaften Kugelwechsel wurden insgesamt vierzehn Mann verwundet, darunter einige schwer. Die Unruhen begannen, als die Streikposten versuchten, zwei Lastkraftwagen mit Streikbrechern an der Einfahrt in die Fabrik zu hindern. Die Arbeitswilligen auf den Lastkraftwagen eröffneten ein heftiges Gewehrfeuer und warfen Tränengasbomben, um sich die Einfahrt zu erzwingen, worauf die Streikposten das Feuer erwiderten. Die Streikposten gaben später die Belagerung der Fabrik auf. Todesopfer durch Blitzschlag Schwere Gewitter im Staate Newyork Newyork, 19. Juni. Die schweren Gewitter und Wolkenbrüche, die bereits zur Verschiebung des Borkampfes Schmeling — Louis geführt haben, haben im Stadtbezirk Newvork sowie in den mittleren Teilen des Staates Newyork erheblichen Sachschaden verursacht. Vielfach ist die Ernte völlig vernichtet. In der Umgebung von Newyork wurden durch Blitzschlag drei Personen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Sintflut in Algerien Paris, 19 Juni. Ueber Tebessa und Umgebung(Algerien) ging am Donnerstag ein ungewöhnlich schweres Gewitter, begleitet von sintflutartigem Regen, nieder. In wenigen Minuten stand das ganze Eingeborenenviertel unter Wasser. Zwei Baracken wurden vollkommen überflutet. Ihre Einwohner, drei Frauen und drei Kinder, kamen ums Leben. Zwei andere Eingeborene wurden von den Wassermassen fortgeschwemmt. Bau eines Schwesterschiffes der„Queen Mary“. genehmigt Schatzkanzler Neville Chamberlain erklärte am Donnerstag im Unterhaus, daß er grundsätzlich dem Ersuchen der Cunard White Star Line um Genehmigung des Baues eines Schwesterschiffes der„Queen Mary“ ugestimmt habe. Penks Mdehst'8 Tärisrsehing. Für nur I3 Dfennig löst Zenko über Nacht den Schmutz von der Wäsche! So wenig nur brauchen Sie anzulegen, um das umständliche Dorwaschen, das mühsame Reiben und Bürsten der Wäsche zusparen! Henkels Wesch= und Bleichsode— Die Waschhilfe füe 18 pfg. Seite 11 Nr. 142. 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 Bochumer Eilmschau Gapne..„Oreinzi Dr. Monel Ein„Arzt aus Leidenschaft“ ist dieser„Dr. Monet“ nicht. Es bleibt überhaupt für das seelische Erlebnis, das der Film aufzuzeigen strebt, so gut wie belanglos, daß man die Handlung in ein Nervensanatorium verlegte. Daß eine Frau, hier zufällig Medizinerin, ihr Dasein nach einer verlorenen Liebe in ihrem mit Hingebung ausgeübten Berufe ausgefüllt sieht, um dann bei der Begegnung mit dem Manne, der für sie eine Erinnerung verkörpert, die totgeglaubte Stimme ihres Herzens zu vernehmen, könnte immerhin den Stoff zu einem inneren Konflikte— Liebe oder Beruf— abgeben, der einer filmischen Bearbeitung wert wäre. So wie die Amerikaner hier das Thema angefaßt haben, bleibt nichts übrig als eine zahme Liebesgeschichte, bei der man froh ist, daß wenigstens mit der Rührseligkeit sparsam gewirtschaftet wurde. Es kommt dem Film merklich zugute, daß so ausgezeichnete Darsteller wie Charles Boyer als Oberarzt Dr. Monet und Claudette Colbert in der Rolle der Aerztin Jane Everest der etwas müde ablaufenden Handlung Plastik verleihen und die langwierigen Dialogszenen durch ihre schauspielerische Eigenart lebendig halten. Neben ihnen verdient noch Helen Vinson als verwöhnte, flirtgewandte und Eifersucht stiftende Schwester des Dr. Monet eine Hervorhebung. Die Regie(La Cava) hatte bei der Zeichnung der Sanatoriumsatmösphäre, durch die sich die Colbert mehr in Gesellschaftskleidern als im weißen Aerztekittel zu bewegen hat, nicht immer eine alückliche Hand. grinat neken den asten. Das Beiproaramm oringt neven den aktuellen Zeitberichten der Wochenschau einen sehr interessanten landschaftlichen Kulturfilm und einen aufschlußreichen Einblick in die deutsche Hummerzucht. Tonhalle:„Mein Herz der Königin“. Nach dem zahllosen amerikanischen Filmimport dürfkigster Güte berührt dieses Filmwerk wie eine wohlwende Ueberraschung. Mit wahrhaft künstlerischem Ernst hat sich Victor Saville, der schon aus anderen Filmen von drüben gut empfohlene Regisseur. dieser Arheit, eines wirklich dramatischen Stoffes, angenommen. der trotz seines historischen Gewandes in der feinen, so gar nicht amerikanisch gesehenen seelischen Problematik seitlos ist und den Zuschauer auf das tiefste gefangenhimmt. Es ist die tückische Atmosphäre einer Hofkamarilla, die einen bedeutenden Mann zum Sturze bringt und eine große Liebe zerstört. Drebbuch(R. Busch und R. W. Noack), Spielleitung und Kamera Franz Planer) wirkten in ausgezeichneter Zusammenarbeit. Die Inszenierung, sorgsam auf Stilwalrung bedacht und mit verschwenderischen Mitteln arbeitend, lieferte das imposante Bild eines prunkvollen Königshofes, an dem sich eine Herzenstragödie vollzieht. Elive Brook, männlich, aufrecht, sparsam in den Gesten, gibt der Figur des Dr. Struensee eine unübertreffliche Verkörperung. Madeleine Carroll ist seine ebenbürtige Partnerin. Sie bringt in Spiel und Erscheinung alles mit, was die reine Gestalt einer menschlich großen, in ihrer Ehe enttäuschten jugendlichen Königin verlangt. Von den ausnahmslos gut besetzten übrigen Rollen seien Emlyn Williams als König Christian und Helen Haye als Königinmutker genannt.„.4537. An Gsthter A. Das Beivrogramm enryatt ein Lustspiel, einen Trickfilm und die neueste Wochenschau mit fesselnden Bildern aus dem großen Nürburgrennen vom letzten Sonntag. Lichtburg:„Die Liebe des Maharadscha“. Eine Pianistin, die den Maharadscha liebt und sich nach langem Hin= und Her zuguterletzt für den Geiger ihres Quartetts entscheidet, steht im Mittelpunkt des Films. Diese Handlung ist, möchte man meinen, ein Hintertürchen, durch welches der Nicht=Schauspieler Vasa Prihoda in den Film schlüpfen darf. Man verzeiht ihm die dilletantische Geste und die Unzulänglichkeit seines Wortes, weil Prihodas Geigenspiel hierbei ja eAes ist. Wenn der Meister, dessen Ruf über den ganzen Erdball reicht, Dvorak, Tschaikowski oder Sarasate interbretiert, dann wird es Ereignis, daß ein Kinopublikum sich nach wenigen Bogenstrichen in eine andächtige Gemeinde verwandelt und eine Stunde tiefer Erbauung erlebt. Regie führt diesmal der von der Bühne her bekannte Arthur Maria Rabenalt. Die Spielleitung hat jeden Darsteller fest in der Hand. Es gelingt ihr, sogar die an sich nach dem Drehbuch unwahrscheinliche Maharadscha=Rolle durch Gustav Dießl ertraglich und den Leibarzt mit Attila Hörbiger glaubhaft und fesselnd zu machen. Anton Pointner bekam die Arbeit unter Rabenalt noch am besten: nie sahen wir ihn so gelöst und frei wie in der Rolle des jovialen Lebemannes. Rudolf Carl aber, wir können uns nicht helfen, blieb Moser=Imitation. Zwei Frauen, die man nicht vergißt: Hilde von Stolz, die eine erstaunliche Entwicklung zu beginnen scheint, und Isa Miranda. Man sieht ihr die Italienerin, die sie von Geburt her ist, kaum an. Ihr Aussehen erinnert zuweilen an die Crawford, ihr Stil klingt an den der Dieterich an. Man wird dieser Frau wahrscheinlich noch viele M. Leinwand begegnen. nale auf der deutschen Glorka:„Künigewalger“ In diesem glänzend ausgestatteten musikalischen Großfilm atmet man die Münchener Luft des Jahres 1852, weidet man sich an dem lawinenartigen Anschweilen einer harmlosen galanten Begebenheit zum ausgewachsenen kgl. bayr. Residenzskandal, erwärmt man sich an verliebten Wellen von Herz zu Herz und ist glücklich mit den Glücklichen dieser verklungenen Evoche. Paul Hörbiger ist ein König, der beim Tanz hohe Politik macht, Heli Finkenzeller versorgt ein ganzes Offizierkorps mit„Körben", und Willi Forst trägt in der Liebe den Sieg über die kgl. bayr. Offiziere davon. „Königswalzer“ ist für alle, die sich im Genuß dieses einzigartigen Films zusammenfinden, eine Freude für Auge, Ohr und Herz.— In dem ausgesuchten Beiprogramm sieht man zwei kurzweilige Filme:„Unter vier Augen und„Der rote Faden", ferner einen der besten Kulturfilme:„Wunder des Vogelzuges“ und die Tonwoche aus aller Welt. „Der Dschungel ruft“ Harry Piel, der König der Abenteurer, macht in seinem 101. Film seinem Beinamen alle Ehre. Enttäuscht von der modernen Zivilisation sucht er im Dschungel des Malaischen Archivels eine neue Heimat im friedlichen Zusammenleben mit den Tieren. Die Zivilisation, versonifiziert in einem leicht angetrottelten Forscher (Paul Henckels), in einem ebenso prahlerisch=anmas den wie feigen Son einer liebegirrenden Amerikanerin in einem tapferen Professorentöchterlein ley), bricht in den heiligen Frieden des Urwalds ein, um Bobby, den angeblich verschrobenen Einsiedler, zu bekehren. Im Mittelpunkt steht Harry Piel und sein Spiel mit den Tieren. Wir können nicht anders als nur seine Hausgefährten, wie den Schimpansen Puck und den geschwätzigen Kakadu und vor allem die Tigerkatze Byla liebgewinnen.— Das Beiprogramm ist auf sommerliche Unterhaltung abgestellt. „Junges Blut“ In herrlicher, unberührter Schöne ersteht vor unsern Augen Ostpreußens denkwürdigste Landschaft, das von tausend Seen umrahmte Masurenland. Echt ist das Leben, echt die Natur, echt sind die Menschen. Die Handlung ist ein wirklichkeitsgetreues Spiegelbild des masurischen bäuerlichen Lebens mit seinen uralten Volkssitten und Bräuchen. Die Darsteller. Menschen ihrer Erde und ihrer Scholle, mit Ausnahme des Liebespaares, dem der Regisseur Kurt Skalden und Maria Paudler das Gewicht ihrer Kunst mitaeben, spielen nicht, sondern sie leben, sie sind einfach da. Man kann den Film nicht beschreiben, man muß ihn erleben. — Das große Beiprogramm ist ein ausgezeichneter Rahmen. Apollo:„Die letzten Vier von Santa Cruz“ Es gibt nicht viele Filmerzählungen, die so im Innersten aufwühlen wie diese Lebens= und Leidensgeschichte der vier Seeleute. Vergessen und verstoßen, ihrer Existenz beraubt, erkämpfen sie sich nach furchtbarsten Strapazen und Abenteuern den Weg in die Heimat zurück als unerbittliche Rächer der Ehre und der Freiheit, die ihnen schändlicherweise genommen wurden. Es ist ein Film der stärksten Gegensätzlichkeiten: hier der sinnBritts=Kelatnagung Keratlaten dnd Lübeck, 19. Juni. Die Dritte Reichstagung der Nordischen Gesellschaft wurde am Freitag vormittag in der Lübecker Stadthalle eröffnet. Der Feier voraus ging eine Sitzung des Obersten und Großen Rates, in der über die Tätigkeit der Nordischen Gesellschaft im abgelaufenen Jahr Bericht erstattet wurde. Zu der Eröffnungsfeier hatten sich Vertreter des Reiches und der Länder, der Reichsleitung, der Partei, die Mitglieder des Lübeckischen Senats sowie zahlreiche führende Persönlichkeiten aus Staat, Partei, Wehrmacht, aus Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft eingefunden. Ferner bemerkte man Vertreter der Geandtschaften und viele hervorragende Männer der nordischen Länder sowie die Leiter der Kontore der Nordischen Gesellschaft aus dem ganzen Reich. Nach der Aufführung der„Saga“ des finnischen Komponisten Jean Sibelius durch das Sinfonieorchester Lübeck hielt der Präsident des Lübeckischen Senats und Vorsitzende des Großen Rates der Nordischen Gesellschaft, Bürgermeister Dr. Drechsler die Begrüßungsansprache, in der er im Auftrage des durch Erkrankung an der Teilnahme verhinderten Leiters der Nordischen Gesellschaft, Gauleiters und Oberpräsidenten Lohse(Kiel), die erschienenen, besonders die zahlreichen ausländischen, Gäste willkommen hieß und seiner Freude Ausdruck gab, daß das nordische Ausland in diesem Jahre einen weit größeren Anteil an der Reichstagung der Nordischen Gesellschaft nehme als früher. Er sprach die Hoffnung aus, daß in der Anwesenheit der nahezu 700 Gäste aus dem Norden ein Zeichen des fortschreitenden gegenseitigen Verständnisses gesehen werden könne. Dann sprach der Leiter der Abteilung Nord im Außenpolitischen Amt der NSDAP., Thilo von Trotha über„Das Persönlichkeitsgefühl beim nordischen Menschen“. Es dürfte wohl nicht zu weit gehen, so führte er u. a. aus, wenn wir die Behauptung aufstellen, daß das Bewußtsein des Einzelhofs jedem nordischen Menschen im Blut stecke und daß demzufolge durch Rasseanlagen, Umwelteinflüsse und Ueberlieferungen in allen nordischen. Menschen nick verwirrende Glanz einer großstädtischen Luxuswelt, dort die zur Verzweiflung bringende Trostlosigkeit einer einsamen Südseeinsel. An erster Stelle gewinnt sich Hermann Speelmanns alle Sympathien durch die zahlreichen Vorzüge seiner schlichten, zuverlässigen Persönlichkeit. Weiter ist noch Erich Ponto zu nennen, eine Verbrechergestalt von unheimlich wirkender Lebendigkeit. Das Beiprogramm mit dem Kulturfilm verdient besondere Beachtung. Odeon:„Das Einmaleins der Liebe“ Das entzückende Liebesspiel mit der großen Künstlerin Luise Ullrich in der Hauptrolle und Paul Hörbiger, Theo Lingen, Paul Henckels als Partner begeistert das Publikum. Mit der Postkutsche geht es in die gute alte Zeit. Dazu wird ein tolles Luitspiel: „Ida, die Perle“, ein entzückender Farbfilm, die Wochenschau und ein Kulturfilm gezeigt. Ab Dienstag täuschen Odeon und Skala ihr Programm. Skala=Theater:„Der Student von Prag“. Das Thema vom Kampf des guten und des bösen Ich in der Brust eines jungen Mannes, die Figur des von Dämonen Gehetzten sind wirksam in diesem neuen Film mit Adolf Wohlbrück in der Hauptrolle dargestellt. Der Film ist für Adolf Wohlbrück ein Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn. In weiteren Rollen sind Dorothea Wick und Theodor Loos zu sehen. Dazu läuft der spannend=lustige Sensationsfilm mit Carlo Aldini: Carlos schönstes Abenteuer", Wochenschau und Kulturfilm. Hammer Lichtspiele:„Unsterbliche Melodien“. Die Premiere einer bekannten Strauß=Operette steht im Mittelpunkt unseres Films. Wir sind erschuttert, weil dieser Film hineinleuchtet in die Seele eines Künstlers, den wir nur immer als den feschen, lustigen k. u. k. Hofballmusikdirektor kennen lernten. Der Regisseur Heinz Paul, hat diesen Film, trotzdem er in der Zeit des tanzenden Wien svielt, eine ergreifende Tragik gegeben. Die Besetzung: Maria Paudler, Alfred Jerger, Alizzi Holzschuh, Leo Slazek, Rudolf Carl. Im#. programm laufen das Lustspiel„Gerda hat Rechr, Kulturfilm und Wochenschau. dischen Menschen nicht nur skandinavischer Länder ein Selbständigkeitsbewußtsein, ein Herrengeführ und auch ein Einsamkeitsbedürfnis vorhanden sei, das stärker als bei sämtlichen anderen Völkern und Rassen ausgeprägt sei. Hier sei es aber nicht angebracht, den Begriff des „Individuums“ anzuwenden, der als Gegenpol des Begriffes der Masse bedürfe, sondern man könne nur von der Persönlichkeit sprechen, von der Goethe sage,„sie sei das höchste Glück der Menschenkinder“, und die als ihren naturgegebenen Gegenpol die Gemeinschaft bedinge. Das Persönlichkeitsgefühl des nordischen Menschen habe, unterstützt von seinem außerordentlichen Organisationsvermögen, alle jene freiheitlichen Gemeinschaftsformen hervorgebracht, die die germanischen Völker auf den so hohen Stand ihrer Kultur hinaufgeführt haben. Ministerialdirektor Dr. med. Gütt vom Reichsministerium des Innern sprach sodann über„Aufartung durch Familienpflege". Alle nordund westeuropäischen Völker, so betonte er, gehen, volksder BeleisclaltEronner biologisch gesehen, dem Abgrund entgegen. Während um die Jahrhundertwende noch jede vierte Ehe an der jährlichen Geburtenzahl beteiligt war war es im Jahre 1933 nur noch jede 14. Ehe. Die Zahl der Lebendgeborenen sank von 1900 bis 1933 in Deutschland von rund zwei Millionen auf unter eine Million ab. Der Nationalsozialismus sieht es daher als seine größte Aufgabe an, die Aufartung und Bestanderhaltung der deutschen Familien zu gewährleisten. Volk und Rasse haben im Mittelpunkt der Staatspolitik zu stehen! Der Staat kann aber nicht alles tun. Familienpflege und Familiensinn sind letzten Endes Probleme, die nur von den einzelnen selbst gelöst werden können. Familienpflege läßt sich aber nicht ohne die Frau treiben. Gerade die Frau werde sich wieder auf sich selbst besinnen müssen. Sie werde selbstbewußt zu den Erkenntnissen unserer germanischen Vorfahren von der Heiligkeit der Ehe und der hohen Auffassung der Sittlichkeit zurückfinden müssen. Die Frau dürfe sich nicht abfinden mit einer„Ehe auf Zeit, mit dem Begriff der„Kameradschaftsehe“, mit dem jüdisch=bolschewistischen Geist. Die Frau müsse werden die Hüterin der Sitte die Bewahrerin der Art und Bräuche in einer Sippe. Ueber den nordischen Gedanken in der deutschen Wohlfahrtspflege sprach Hauptamtsleiter Hilgenfeldt. Nordisches soziales Denken geht wie alle anderen Lebensäußerungen nordischer Kultur von dem Primat der Ehre, von der Verantwortung und der Pflicht zur Selbsthilfe aus. Dieser Wille zur Selbsthilfe aber war nicht eigensüchtig, sondern war gestellt unter die Gemeinschaft der Familie. Sie und die Sippe sind eine Kampfgemeinschaft im Kriege wie im Frieden. Damit wird auch die Stellung der Frau als Trägerin der Zukunft bestimmt, damit ist auch der Besitz zahlreicher gesunder Kinder höchster Stolz und höchste Verpflichtung des Germanen. Diesem nordischen Gedanken war das deutsche Volk bis zum Jahre 1933 immer mehr entfremdet worden. Nach der Zerstörung jeglicher Gemeinschaft traf man auch die Familie ins Mark. Die nationalsozialistische Wohlfahrtspflege will demgegenüber den nordischen Gedanken der Selbsthilfe wieder als Grundsatz der deutschen Wohlfahrtspflege anerkannt wissen. Sie verlangt, daß der einzelne erst dann die Stellen der Wohlfahrtspflege um Hilfe angeht, wenn seine Familie ihm nicht mehr zu helfen vermag. Die nationalsozialistische Wohlfahrtspflege hilft als Vertreter der deutschen Volksgemeinschaft durch besondere Maßnahmen daran mit, die Grundlagen für eine gesunde und leistungsfähige Familie der Zukunft zu schaffen. Die nordische Erkenntnis von der Bedeutung der Frau hat zur Errichtung des Hilfswerkes„Mutter und Kind“ geführt. In der gleichen Richtung einer Stärkung der deutschen Familie liegt die gesundheitsfürsorgerische Maßnahme fung und Erwachsenen=Verschickung. So ist das Grundprinzip neuer deutscher Wohlfahrtspflege die Stärkung der Volkskraft, die Fürsorge für die Zukunft. Damit war die Eröffnungsfeier beendet. Die nächlten Tremieren im Bochumer Stadltheater Das Pochumer Schauspiel bereitet zum Ende des Monats Juni noch zwei Schauspielaufführungen vor. Das ist zunächst die Einstudierung der fast nie mehr gespielten„Familie Schroffenstein" von Heinrich von Kleist,— ein Jugendwerk, in dem man trotz vieler noch unentwickelter Ansatze schon den großen des spater genialen Dramatikers verspürt; dieser Kleist ist der zweite in dieser Spielzeit und ist bereits für die Kleistwoche 1936 eingerichtet. Die szenische Leitung liegt in den Händen von Dr. S. Schmitt,,# Erstaufführung der„Familie Schroffenstein, in auf Bord“ nennt sich ein heiteres Unterhaltungsstück von Axel Ivers, das den diesjährigen Sommerspielplan bereichert. Die Spielleitung liegt in den Händen von Viktor Ahlers. Die Erstaufführung findet am Dienstag statt..643örige M Die Kölner Oper. die ihre diesjahrige Gauspielreihe im Bochumer Stadttheater so erfolgreich mit dem Wagnerschen„Tristan" begann, wird ihre Gastspiele auch wieder mit einem großen Wagnerwerk beschließen, und zwar mit der„Walküre“, die in der ersten Kölner Besetzung am Dienstag, 80. Juni, erstmalig im Bochumer Stadttheater zur Aufführung kommt. Die Inszenierung besorgt Generalintendant Alexander Spring. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Generalmusikdirektor Fritz Zaun. Theater und Kunst in den Nachbarltädten Die Spielpläne der kommenden Woche Dortmund. Stadttheater: Samstag 20 Uhr: Die Boheme: Sonntag 20 Uhr: Zar und Zimmermann; Montag 20 Uhr: Frau im Tal; Dienstag 20 Uhr: Charleys Tante: Mittwoch 20 Uhr: Die Boheme; Donnerstag 20 Uhr: Frau im Tal; Freitag 20 Uhr: Zar und Zimmermann. Ende der Spielzeit. Lalg Dusseldorf. Schauspielhaus: Samstag 19.30 Uhr: Maria Stuart; Sonntag 20 Uhr: Meine Tochter— deine Tochter: Montag 20 Uhr: Pastor Geesch: Mittwoch 19.30 Uhr: Egmont; Donnerstag 19.30 Uhr: Maria Stuart: Freitag 20 Uhr: Pastor Geesch; Samstag 20 Uhr: Meine Tochter — deine Tochter. Duisburg. Stadttheater: Samstag 20 Uhr: Paganinit Sonntag 19 Uhr: Othello: Montag 20 Uhr: La Traviata: Dienstag 20 Uhr: Der Vetter aus Dingsda; Donnerstag 20 Uhr: Wenn ich König wär; Freitag 20 Uhr: Polenblut; Samstag 20 Uhr: Fidelio. Essen. Opernhaus: Dienstag, Donnerstag und Freitag 20 Uhr: Der Bettelstudent. Köln. Opernhaus: Sonntag 20 Uhr: Donna Diana; Dienstag 18 Uhr: Die Walküre; Mittwoch 20 Uhr: Martha; Donnerstag 18 Uhr: Siegfried: Freitag 20 Uhr: Tosca; Samstag 17.30 Uhr: Götterdämmerung. Bochumel Veranstältungen Stadttheater Bochum. Morgen:„Faust II“. Der zweite „Faust“=Teil wurde bei seiner Neuaufnahme im Bochumer Stadttheater genau so dankbar von allen Theaterfreunden begrüßt wie die Wiederaufnahme des„Faust“. Die morgige Aufführung ist als Fremdenvorstellung angesetzt. Sie wird wieder zahlreiche auswärtige Gäste nach Bochum führen. Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Dr. S. Schmitt. Die Besetzung ist die der Premiere.— Heute: der große Lachschlager der Sommerspielzeit:„Der bkaue Heinrich.“— Der allgemeine Wunsch, die beiden„Faust“= heile in einer gültigen Wiedergabe zu erleben, dürfte sich wohl in der ausverkauften Fremdenvorstellung am Sonntag, 14. Juni, hinlänglich bewiesen haben. Auch die Fremdenvorstellung von„Faust II“ am Sonntag, 21. Juni. (30 Prozent Ermäßigung bei Vorzeigung des Fahrtausweises Beginn der Vorstellung 18.30 Uhr) dürfte im gleichen Zeichen stehen. Vorbestellungen nimmt die Theaterkasse entgegen. Rückfahrtmöglichkeiten nach Schluß der Vorstellung nach allen Richtungen. RS.=Kulturgemeinde. Als nächste Pflichtvorstellung der Serten B und E findet am Freitag, 26. Juni, 20 Uhr, das Schauspiel „Die Familie Schroffenstein" von Kleist statt. Der Vorverkauf beginnt am Montag. 22. Juni. in der Geschäftsstelle, Lueghaus, Zimmer 1. Traditionsecke der Verwandtenverschickung. Dem deutschen Kinde, seiner Gesundheit und seiner Verwurzelung mit der deutschen Heimat soll die Kinder=Landverschickung dienen. Der Betreuung erziehungsbedürftiger und gefährdeter Jugendlicher gilt die Jugendhilfe. Daneben stehen unzählige andere gesundheitsfürsorgerische Einrichtungen, wie Tuberkulose=Hilfswerk, BerrenveschafKameradschaft 6. und 7. Gardisten und Sitz Bochum. Der am 6. Juni im Kameradschaftsbeim Hotel Fork in Bochum, Kortumstraße 4, abgehaltene Kameradschaftsabend war ein voller Erfolg. Zum fünften Male hatten sich die Kameraden der Garde=Ersatz=Division zusammengesunden, um die Tradition und die Kameradschaft aufrechtzuerhalten und weiter zu pflegen. Kamergdschaftsführer Zynda begrüßte die so zahlreich erschienenen Kameraden. Ein besonderer Gruß galt dem Kameraden Pape, dem Inhaber des Goldenen Verdienstkreuzes, der es sich nicht hatte nehmen lassen, von Minden aus herbeizueilen, um ein paar schöne Stunden im Kameradenkreise zu verleben. Liebe alte Erinnerungen wurden ausgetauscht, schöne alte Soldatenlieder gesungen. und wie oft bieß es: „Weißt du noch, Kamerad...?“ Demnächst wollen wir wieder im Kameradschaftsheim Hotel Fork zusammenkommen. Alle ehemaligen Angehörigen der Garde=Ersatz=Diviston sind uns herzlich willkommen. Auskunft erteitt Jak Zynda, Bochum, Kortumstraße 4. Bochumer Verbände und Vereine Bund heimattreuer Ost= und Westpreußen Bochum Süd. Am 14. Juni hielt die Bundesgruppe nevst Frauenhilfe im Bundesheim Klann ihre Jahreshauptversammtung ab. Die vorder allen Mitgliedern zugestellte Tagesordnung wurde eingehend behandelt und baldigst erledigt Der Jahres= und Kassenbericht der Gruppe sowie der Frauenhilfe zeigte zufriedenstellende Arbeit. Leitung, Beirat nebst Frauen wurden entlastet. Landsmann Wolter, der seit 1926 als Kassenwart und in letzter Zeit als Gruppenleiter tätig war, legte wegen anderweitiger Ueberlastung seinen Posten nieder und schlug Landsmann Wilb. Niesfalla, Weitmar Natorpstraße, vor. Niessalla ernannte seinen Beirat. Der Punkt„Fünffährige Bestehensfeier der Frauenhilfe“ wurde bis zur nächsten Versammlung vertagt. H. Hüning, Kriminal=Wachtm. a. D. Bochum, Kortumstraße 93. Ermittlungen, Beobachtungen in Ehescheidungs= u. Unterhaltssachen, Spezialauskünfte für Verlobte. Langjähr. prakt. Erfahrungen. Beste Referenzen. Streng vertraulich. Telephon 66224. Pianos neu und gebraucht, preiswert und Zahlungserleichterung. Stimmen, reparieren und modernieleren MalteberStrabe 21 Plano-vieth Peck Ghackr unt kachte trinke man Ablel-Kräufertec kr. 6 Destbewährter, vorbeugender Spesialtee bei obengenannten Krankheiten. Erich Platttast, Relorm- u. Arbsterkess Viktoriastraße 3; Rut 66382. Der Anzelgentell des Bochumer Anzelgers Ist für den Prlvetmenn ebenso wichtig wie für den Geschäftsmann. Die kleinen Anzeigen ImHelmetblett vermitteln allen alles Urlaub auf See Beten uit Gerhrchm Seihr. iut biem mi enindm Sen! 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Stadtteil Hamme Pfarrer Stallmanns Ehrentag Doppeliubiläum in der Lutherischen Gemeinde. Für die Evangelisch=lutherische Kreuzgemeinde auf der Gahlenschen Straße ist dieser Sonntag ein besonderer Freudentag. Pfarrer Heinrich Stallmann blickt morgen auf eine 25jährige seelsorgerische Tätigkeit zurück und ist zehn Jahre in der Gemeinde Hamme tatig. Der Jubilar wurde am 5. Juli 1887 in Allendarf geboren. Nach dem theologischen Studium wurde er am zweiten Sonntag nach Trinitatis des Jahres 1911 in Allendorf in Hessen ordiniert. Zunächst war er dann als Missionar in den Missionsgebieten in Indien tätig. Als mit Ausbruch des Weltkrieges die deutschen Missionare ausgewiesen wurden, kehrte auch er wieder in die Heimat zurück und erfüllte während des Kriegus seine vaterlandische Pflicht als Sanitater. Nach dem Kriege wirkte er zunächst in Wittingen(Hannover) und dann in der Dreieinigkeitsgemeinde Berlin=Nord. Von dort wurde er 1926 in die im Aufbau begriffene Gemeinde Bochum=Hamme berufen. Hier hat er sich um den Ausban der Gemeinde große Verdienste erworben. Am Sonntag morgen findet um 10 Uhr in der Kirche auf der Gahlenschen Straße ein Festaottesdienst statt, den Pfarrer Kerlé hält. Um 16 Uhr ist eine Nachfeier im Saale des Lutherhofes.— Im nächsten Monat blickt der an der gleichen Gemeinde wirkende Pfarrer Kerlé auf eine zehnjährige Tätigkeit in Hamme zurück. * Goldene Hochzeit. Morgen. Sonntag, 21. Juni, feiern die Eheleute Invalide Rudolf Neumann und Frau, Auguste geb. Czarra, Gahlensche Straße 187, in BochumHamme ihre goldene Hochzeit. Der Jubilar wurde am Mai 1861 in Kleine Lewalde in Ostpreußen geboren und seine Gattin am 16. Dezember 1864 im Dorfe Preußen in Ostpreußen. Dort wurden sie auch vor 50 Jahren getraut. Der Goldbräutigam war 30 Jahre auf den Zechen„Dannenbaum",„Vollmond" und„Carolinenglück" beschäftigt und trat im Jahre 1926 in den wohlverdienten Ruhestand. Aus der Ehe entsprossen 14 Kinder, und zwar sieben Söhne und sieben Töchter. Ein Sohn und zwei Töchter leben noch. Ein Sohn machte den Weltkrieg von Anfang bis Ende mit und wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Außerdem sind fünf Enkel vorhanden. Ueber 20 Jahre wohnt das Jubelpaar bereits in Hamme und erfreut sich überall der größten Wertschätzung und Beliebtheit. Die kirchliche Feier findet am Sonntag, vormittags 9 Uhr, in der Kreuzkirche der Evangelisch=lutherischen Gemeinde auf der Gahlenschen Straße statt. Aus der Herz=Jesu=Pfarrei Hamme. Der Herz=JesuVerein, der im Jahre 1896 unter dem damaligen Pfarrer Lohre ins Leben gerufen wurde, begeht am morgigen Sonntag die Feier seines 40jährigen Bestehens. Als Einleitung fanden in dieser Woche durch Pater Mühlen aus dem hiesigen Redemptoristenkloster religiöse Vorträge statt. Am Sonntag morgen ist gemeinsamer Gottesdienst, nachmittags ist Festandacht mit Predigt. Im Anschluß daran findet im Saale von Raeder, Gahlensche Straße, eine Festversammlung statt.— Von dem Verein standen während des Weltkrieges etwa 80 Mann unter den Fahnen, von denen 24 den Heldentod fürs Vaterland starben. Bataillonsexerzieren. In der kommenden Woche nimmt das große Schützenfest, dessen Programm wir bereits eingehend mitteilten, seinen Anfang. Morgen, Sonntag, findet das große Bataillonsererzieren statt. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Um den Pokal. Gegenwärtig herrscht in allen Komvaanien des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Hofstede=Riemke Hochbetrieb. Fleißig wird überall für das bevorstehende Pokalschießen geübt. Die vierte Komvagnie(Hauptmann Menger) hielt ebenfalls ein Uebungsschießen ab. bei dem durchwea aute Ergebnisse erzielt wurden. Stadtteil Riemke Hohes Alter. Frau Witwe Gertrud Stemmermann, hier, begeht heute ihren 83. Geburtstag. Zehn Enkel und Urenkel, sowie vier Kinder können der Hochbetagten heute ihre Glückwünsche darbringen. Von sechs Kinder leben noch vier. Ihren Lebensabend verbringt die Omma St. bei ihrem Sohn, Hofsteder Straße 304. Sie wirkte über 20 Jahre zusammen mit ihrem Mann als Helferin im Kirchendienerdienst an der Livorikirche in Grumme. Wir schließen uns den vielen Wünschen an. Hohes Alter. Sein 80. Lebensjahr vollendet morgen der Invalide Josef Walter, Herner Straße 27. Er wurde in Niesen, Kreis Warburg, geboren und war bis zur Militärzeit in der Landwirtschaft tätig. Von 1878 bis 1881 diente er beim Infanterieregiment 55 in Bielefeld. Fast 40 Jahre war er beim Bochumer Verein beschäftigt, wo er auch 1910 sein 25jähriges Dienstjuviläum feiern konnte. Im Jahre 1924 trat er wegen Krankheit in den wohlverdienten Ruhestand. Aus seinen beiden Ehen gingen fünf Kinder hervor, von denen noch drei Töchter und ein Sohn leben. Außerdem ist eine große Schar von Enkeln und Urenkeln vorhanden. Eisenbahnverein Bochum=Riemke. Im Vereinsheim Diederichs hielt der Eisenbahnverein Bochum=Riemke unter Leitung des Vereinsleiters Reuter seine Versammlung ab. Eine große Anzahl Riemker Kinder soll noch vom Bezirksverband zur Erholung entsandt werden. Beschlossen wurde, die Gesangabteilung, wieder ins Leben zu rufen. Die Vorarbeiten hierzu sind bereits in Angriff genommen. Stadtteil Bergen Der Wettkampf wurde ausgetragen. Auf dem„Albert=Hopstaedter=Sportplatz“ an der Hiltroper Straße trug die katholische Schule an der Bergener Straße am Freitag morgen ihren Sportwettkampf aus. Trotz der großen Hitze wurden gute Ergebnisse erzielt. Gestürzt. Donnerstag nachmittag fuhren zwei Frauen aus Bochum=Gerthe mit ihren Fahrrädern in Richtung Zillertal durch den Bergener Busch. Auf dem steilabfallenden Weg, der zur Bergener Mühle führt, verlor eine der Frauen die Gewalt über ihr Fahrrad und kam zu Fall. Sie trug einen Unterarmbruch davon. Nach erster ärztlicher Hilfe wurde Krankenhausbehandlung angeordnet. Stadtteil Gertbe Berufsunfall. Der Volksgenosse. Karl Radechs, Gerthe=Hiltrop, erlitt auf seiner Arbeitsstelle einen Berufsunfall. Er kam mit seiner rechten Hand unter bereinbrechendes Gestein und zog sich eine schwere Handverletzunge zu. Er Bochum zugeführt. wurde dem Bergmannsheil in Stadtteil Grumme=Böde Arbeiten auf der Ruhrschnellstraße. Gegenwärtig werden auf der Ruhrschnellstraße notwendig gewordene Arbeiten ausgeführt. Mittels eines besonderen Verfahrens erhält die Straße eine Rauhsplittdecke, die sich besonders gut bewährt hat. Stadtteil Altenbochum Durch Hufschlag eines Pferdes schwer verletzt. Der in der Nordstraße wohnende Arbeiter N. bekam beim Anspannen des Pferdes einen Tritt in die Leibgegend. Mit schweren Verletzungen mußte der Mann dem Krankenhause zugeführt werden, wo er in bedenklichem Zustand daniederliegt. Stadtteil Laer In hohem Alter. Der Rentner Konrad Volkenandt, Dannenbaumstraße 15, feiert am Sonntag im Kreise der Familie seinen 74. Geburtstag.— Der Rentner Gustav Rottmann, Wittener Straße 333. vollendete am Donnerstag sein 72. Lebensjahr. Beide Jubilare erfreuen sich bester Gesundheit und Frische. Fünfter Filmabend. Im großen Langbeinschen Saale wird am Donnerstag, 25. Juni, der große Film „Ein Walzer für Dich“, mit dem üblichen reichhaltigen Beiprogramm gezeigt. Es finden zwei Vorführungen, um 17 und 20 Uhr statt. Um 14.30 Uhr ist eine besondere Vorführung für die Kinder, in der der Film „Hänsel und Gretel“ gezeigt wird. Eintrittskarten sind beim Filmstellenleiter Pg. Freese, Wittener Straße 420, bei allen Amtswaltern und auf der Geschäftsstelle Wittenerstraße 443a, zu haben. Vorstandssitzung der„Hilfe am Grabe“. Der Vorstand der Sterbeunterstützungskasse„Hilfe am Grabe“ trat zu einer Sitzung zusammen. In der Werbezeit konnte eine größere Anzahl Volksgenossen ausgenommen werden. Bis zum Jahresschluß können Glieder der evangelischen Kirchengemeinde Uemmingen unter 45 Jahren ohne Eintrittsgeld als Mitglied ausgenommen werden. Stadtteil Werne Helferjubiläum. Auf eine 25jährige Mitarbeit als Helfer im Kindergottesdienst konnte Ewald Röttgers zurückblicken. Der Helferkreis wird in einer besonderen Feier des Jubiläums gedenken. Die Sammlung für die Innere Mission hat in der Gemeinde folgendes Ergebnis gehabt: 1. Bezirk 186,60 Reichsmark, 2. Bezirk 193,54 RM. und der 8. Bezirk 191,70 RM., zusammen 571,84 RM. Stadtteil Langendreer Ortsgruppenversammlung der NSDAP. Im Saal= Mit einem Kraftt bau Grollmann fand am Donnerstaa abend eine Mit= ins Krankenhaus. gliederversammlung der NSDAP. Ortsgruppe Langendreer, statt. Nach einleitenden Musikstucken der Ortsgruppenkapelle hieß Ortsgruppenleiter Pa. Brücher die Erschienenen willkommen und kam dann ausführlich auf den Gautag in Dortmund zu sprechen. Für jeden Nationalsozialisten sei es höchste Pflicht, hier zu bekunden, daß er sich mit der Idee des Führers verbunden fühle. Im weiteren Verlauf des Abends sprach Pg. Brücher über die Neuordnung der Blocks und Zellen. Diese Neuordnung ist geschaffen worden, damit jeder Volksgenosse betreut werden kann und daß ihm, wenn er in Not geraten ist, in jeder Weise fühlbar gemacht wird, daß der Nationalsozialismus Sozialismus der Tar ist. In Langendreer werden in Zukunft rund 200 Blocks geschaffen. Diese Neuordnung bringt natürlich eine große Mehrarbeit, die aber dadurch erledigt werden soll, daß eine große Anzahl Parteigenossen diese Arbeit unterstützen werden. Im Anschluß an die Ausführungen des Pg. Brücher hörte man einen Vortrag vom Kreisamtsleiter des Rassepolitischen Amtes, Pa. Thiemann(Bochum), der dann auch noch einen Film vorführte, betitelt:„Erbkrank.“ In eindringlichen Bildern wurde den Besuchern gezeigt, daß die ergriffenen Maßnahmen zur Verhütung erbkranken Nachwuchses dringendes Gebot waren, um eine Nation stark und innerlich gefestiat zu erhalten. 40 Jahre Bergmanns=Unterstützungsverein„Hoffnung". Der bergmännische Unterstützungsverein„Hoffnung" hielt in seinem Vereinslokal Brautkuhl seine Versammlung ab, die der Vereinsführer Langwasser eröffnete und leitete. Im Mittelpunkt der Besprechung stand die 40jährige Jubelfeier, die der Verein begeht. Der Verein hat in den langen Jahren seines Bestehens sich die Pflege echter Kameradschaftlichkeit angelegen sein lassen. Man beabsichtigt, das Fest im großen Rahmen aufzuziehen. Verschiedene Brudervereine haben bereits ihre Zusage gegeben. Unter den Festteilnehmern befinden sich auch noch einige Gründer, die am Ehrentage besonders ausgezeichnet werden sollen. Der alte Friedhof wurde aufgefrischt. Gegenüber dem herrlichen Kommunalfriedhof und dem Friedhof an der Hauptstraße, die wahre Erholungspunkte des Stadtteils geworden sind, befand sich der alte Friedhof an der Lünsenderstraße in einem ziemlich verwahrlosten Zustande. Diesem Uebelstande wurde in letzter Zeit tatkräftig abgeholfen. Die Anlage bietet jetzt wieder ein schönes und gepflegtes Bild. Stadtteil Weitmar Evangelischer Männerdienst. Am Sonntag, 21. Juni, hat der Evangelische Männerdienst Weitmar einen Schulungstag im Ruhrlandheim“ Bochum=Querenburg. Morgens 10 Uhr findet dortselbst ein Gottesdienst statt. Die Predigt hat Pastor Jungkurt(Weitmar) übernommen. Der Posaunenchor Weitmar nimmt an dieser Veranstaltung teil. Vom Taubenschlag gestürzt. Der in der Hennigfeldstraße wohnende Invalide Alois Schr. hatte einen Arbeitsfreund in der Schützenstraße aufgesucht. Beide unternahmen eine Reinigung und Ausbesserung am Taubenschlag vor. Beim Heruntersteigen rutschte die Leiter in der Höhe von etwa sechs Meter ab, wodurch Schr. stürzte und neben einem Unterarmbruch und Beckenquetschung eine Gehirnerschütterung davontrug. Mit einem Kraftwagen brachte man den Verunglückten Erfreuliche Sammlungsergebnisse Die Sammeltage des 13. und 14. Juni, die neben dem Roten Kreuz und der gemeinschaftlichen Bahnhofsmission der Inneren Mission und der Karitas zugute kamen, haben in Bochum ein durchaus befriedigendes Ergebnis gehabt. Für die gemeinschaftliche Bahnhofsmission wurden bekanntlich 256,93 Reichsmark gesammelt. Für die Zwecke der Inneren Mission wurden rund 11 300 Reichsmark gespendet, für die Karitas rund 17·000 Reichsmark. Die Zahlen des vergangenen Jahres waren 19000 Reichsmark für die Innere Mission, 25 000 Reichsmark für die Karitas. Dem Roten Kreuz brachte die Straßensammlung etwas mehr als 6000 Reichsmark ein. Das Gesamtergebnis der Sammeltage vom 13. und 14. Juni stellt sich in Bochum auf rund 34600 Reichsmark. Lhdf.... uls Aulsbandil Junger Hordeler auf schiefer Bahn— 30 Diebstähle— auch in Bochum in vier Monaten Reuig und mit bitteren Tränen stand vor dem Wanne=Eickeler Schöffaigericht ein in Wanne=Eickel beschäftigter, knapp 19 Jahre alter Laufbursche aus Hordel, dem die Anklage 30 Auto= und Motorraddiebstähle in den Jahren 1935 und 1936 zur Last legt. Der Angeklagte war bei einem Wanne=Eickeler Bäcker als Laufbursche tätig. Er war nach dem Urteil seines Brotherrn pünktlich, fleißig und gewissenhaft und genoß volles Vertrauen im Meisterhaus. Als er schließlich vom Mittagstisch im Meisterhaus weg verhaftet wurde, konnte man es einfach nicht fassen, daß der Bursche sich vier Monate lang als Autobandit betätigt hatte, wie er treffender in Abenteurerromanen nicht geschildert werden kann. Angefangen hat das Abenteurerleben des bisher unbescholtenen Jungen mit der 500=Jahrfeier der Cranger Kirmes im vorigen Jahre. Der Angeklagte war zusammen mit dem ein Jahr jüngeren Freund, der sich demnächst vor dem Jugendgericht verantworten muß, zur Kirmes gegangen. Auf dem Wege schon faßte man den Entschluß, einen Personenkraftwagen zu stehlen, um damit Spritztouren zu machen. Der Freund, der ein Motorrad besaß und auch des Autofahrens kundig war, versuchte alsbald, den Plan in die Tat umzusetzen. Der Angeklagte stand Schmiere. Der erste Versuch mißlang aber, weil die Türklinke abbrach. Planmäßig öffneten die beiden Burschen dann die Autos und fuhren schlieglich mit einem Wagen los. Am gleichen Tage stahl man auch noch ein Motorrad; die Werkzeugtasche wurde leer gemacht und dann das Rad herrenlos liegen gelassen. Diesen Taten folgten von Dezember 1935 bis April 1936 eine Reihe ähnlicher Straftaten. Man stahl hier einen Wagen, um ihn alsbald an anderer Stelle herrenlos stehen zu lassen und sich dann wieder den ersten besten in der Nähe stehenden Wagen anzueignen. Insgesamt wurden auf diese Art dreißig Autos und Motorräder, u. a. in Bochum, Elberfeld, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Köln usw. gestohlen, mit denen man Spritztouren, oft in Begleitung junger Mädchen, und neue Diebesfahrten unternahm. Was sie von dem Wageninhalt gebrauchen konnten, hießen die Burschen ebenfalls mitgehen. Als dritter im Bunde gesellte sich am 14. März noch ein weiterer Jüngling hinzu, der sofort richtig eingeweiht wurde. Auch mit ihm wird sich das Gericht noch befassen. Schließlich aber wurde das saubere Kleeblatt doch erwischt, und als ersten im Bunde verurteilte das Wanne=Eickeler Schöffengericht den gerade 19 Jahre alt gewordenen Laufburschen zu einem Jahr Gefängnis; die Jugendlichkeit und die bisherige Unbestraftheit bewahrten ihn noch einmal vor dem Zuchthaus, doch unterließ es das Gericht nicht, dem jugendlichen Angeklagten klarzumachen, daß, wenn keine Umkehr erfolge, der Weg ins Zuchthaus und zur Sicherungsverwahrung nicht mehr weit sei. dem Nachbargebiet Tuttenschrir2 Ruf gk Fic.. Goldene Hochzeit in Höntrop. Ihre goldene Hochzeit feierten gestern die Eheleute Ruhrmann, Höntrop, Im Loh. An der seltenen Feier nahmen die Nachbarn stärksten Anteil. So hatten die Bewohner der Straße„Im Loh“ überall Ehrengirlanden gezogen und auch das Haus des Jubelpaares festlich geschmuckt. Als Vertreter der Stadtverwaltung überbrachte Bürgermeister Gesenberg dem Jubelpaare neben den herzlichen Glückwünschen des Oberbürgermeisters und der Verwaltung auch ein Ehrengeschenk. Das staatliche Jubiläumsgeschenk sowie die Glückwünsche der Staatsregierung übermittelte namens des Polizeipräsidenten der Reviervorsteher des Polizeireviers Höntrop, PolizeiObermeister Schweers. Von der NSV. wurde durch den Ortsgruppen=Amtsleiter von der zuständigen Zellenwalterin ein großes Paket mit Bedarfsgegenständen überreicht. Nach dem feierlichen Festgottesdienst— das Hochamt zelebrierte Pfarrer Thiemeyer— begab sich das Jubelpaar gestern morgen mit den Festgästen im Zuge zur Wohnung zurück, vor dessen Eingang die Nachbarn dem goldenen Ehepaar eine kurze und schlichte Feier bereiteten. Weißgekleidete Kinder begrüßten die Eheleute mit einem sinnigen Gedicht und überreichten prächtige Blumenangebinde. Dieser schlichte Festakt war der schonste Beweis für das freundnachbarliche Verhältnis, das auf der fast nur von Bergleuten bewohnten Straße herrscht, und für die Verehrung, die man dem Jubelpaare entgegenbringt. Es stellten sich dann noch als Gratulanten ein: Vitar Kurt als Vertreter der Propsteikirche, in der vor fünfzig Jahren das Jubelpaar fürs Leben verbunden wurde, und eine Abordnung des St.=Paulus=Vereins, dem der Ehemann seit mehr als funfzig Jahren als Mitglied angehört. Im Laufe des Tages gingen dann noch sehr viele Glückwunschschreiben und Blumenangebinde ein. Neuer Dirigent. Der Wattenscheider Männergesangverein„Philomele" wählte in der letzten Versamnlung den bekannten Wattenscheider Musiker Studienassessor Eugen Klein zum Dirigenten. Die Vorbereitungen zum Tag des Deutschen Liedes werden in den einzelnen Vereinen bereits getroffen. Wie in den vergangenen Jahren werden die Vereine auch diesmal an verschiedenen Stellen der Stadt Liedvorträge veranstalten, so in Wattenscheid, Günnigfeld, Höntrov, Leithe und Eppendorf. Jahresfest in Günnigfeld. Der Blaukreuzverein Günnigfeld feiert sein diesjähriges Jahresfest am Sonntag. 28. Juni. Am Nachmittag spricht um 15 Uhr außer dem Gemeindepfarrer noch der bekannte Evangelist Pastor Altenpohl aus Essen. Wie wird der Wattenscheider Boden ausgenutzt? Die letzte Bodenbenutzungserhebung zeigt, daß in Wattenscheid insgesamt 2388,47 Hektar Land landwirtschaftlich genutzt werden, davon entfallen auf Ackerland 1 153.46 Hektar, auf Gärten 474,30 Hektar, auf Wiesen 61,18 Hektar, auf Viehweiden 94,28 Hektar, auf Obstgärten usw. 2,10 Hektar, auf Waldungen 1,25 Hektar, auf Oedland 68,50 Hektar, während der Rest sich auf sonstige Flächen, wie Hofflächen, Wege „Meine, Reisesporkanfe „Brauchst Du die denn heute?"„Natürlich! muß mich doch sofort anmelden zur nächsten„Kraft=durch=Freude"=Fahrt icmen Kn und Eisenbahnen, Sportplätze usw. verteilt. Bemerkenswert ist nun, wie das Ackerland bewirtschaftet wird. Der größte Teil dient dem Anbau von Brotfrucht, und zwar sind 267,40 Hektar mit Roggen, 221,99 Hektar mit Weizen 87,70 Hektar mit Gerste und 97,24 Hektar mit Hafer bestellt. Für den Anbau von Bohnen werden 0,38 Hektar, für Wicken 3,42 Hektar und für Hülserfruchtgemenge 2,17 Hektar benötigt. Mit Kartoffeln sind 225,93 Hektar bepflanzt, mit Rüben 80,44 Hektar. Erheblich ist bei der verhältnismäßig starken Viehhaltung auch der Anbau von Futterpflanzen, wie Rotklee, Luzernklee und der anderen Kleearten, insgesamt werden hierfür 129 Hektar benötigt. Der Rest des Ackerlandes wird mit Gartengewächsen bepflanzt. Vermißt. Vermißt wird seit dem 12. Juni der Bergmann Franz Schmidt, geboren am 4. Oktober 1894 zu Schussewze, zuletzt Wattenscheid, Bochumer Straße 51 wohnhaft gewesen. Beschreibung: etwa 1,64 Meter groß, schmächtig, dunkelblondes, glattes Haar, bleiches Gesicht, blaue Augen, große Nase, lückenhafte Zähne. Bekleidung: blaue Schirmmütze, hellgrau karierter Anzug, weißes Biberhemd, graue Strümpfe, schwarze Halbschuhe. Wer kann über den jetzigen Aufenthalt des Vermißten Angaben machen? Speck und Schinken gestohlen. Am 16. Juni, zwischen 16 und 16.30 Uhr, wurden aus einer Wohnung im Hause Birkenfeldstraße 8 durch Nachschließen der Wohnungstür ein schwarzer Lederhandkoffer, 40 mal 80 mal 15 Zentimeter, 1 Seite Speck und ein etwa zwanzig Pfund schwerer Schinken im Gesamtwert von 60 Reichsmark gestohlen. Wer kann bezüglich des Täters Angaben machen? Stadt Wanne=Eickel Ausgabe der Verbilligungsscheine für Speisefette für die Monate Juli, August und September. 1. An alle Wohlfahrtsunterstützungsempfänger— Wohlfahrtserwerbslose, Allgemeine und Gehobene Fürsorge einschließlich Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene in der Stadthalle am Dienstag. 23. Juni, von 15 bis 18 Uhr: 2. an alle Persenen, die keine Wohlfahrtsunterstützung beziehen(Lohn=, Gehalts= und Rentenempfänger) in der Stadthalle, und zwar mit den Anfangsbuchstaben A bis G am Donnerstag, 25. Juni, von 15 bis 18 Uhr: H bis K am Freitag. 26. Juni, von 15 bis 18 Uhr: L bis O am Dienstag, 30. Juni. von 15 bis 18 Uhr: R und S am Montag. 6. Juli, von 15 bis 18 Uhr: T bis Z am Dienstag 7. Juli, von 15 bis 18 Uhr. Wer an den obengenannten Tagen seine Fettscheine nicht abholt, verliert den Anspruch auf die Fettscheine für Juli. * Goldene Hochzeit in Röhlinghausen. Ihre goldene Hochzeit feiern die Eheleute Johann Knierim und Frau, Hofstraße 15, im Stadtteil Röhlinghausen. Der Jubilar. der in Oberaude in Hessen geboren wurde, vollendet im Dezember sein 80. Lebensjahr. Er ist schon 30 Jahre in Röhlinghausen ansässig. Ueber 54 Jahre war er auf der Zeche„Königsgrube" als Bergmann und später als Lampenmeister beschäftigt. Sieben Kinder und eine große Anzahl von Enkeln bringen ihre Glückwünsche dar. 400 Kolonialfrauen machten eine Blaufahrt. Donnerstag mittag um 12 Uhr verließ ein Sonderzug den Hauptbahnbof, der 400 Kolonialfrauen auf ihrer Blaufahrt ins Sauerland brachte. Frau LachmundWehnelt und Frau Langenbach hatten hinreichend Vorsorge getroffen, um der großen Frauenschar fröhliche Stunden zu bereiten. Dahl im Sauerland war das Fahrtziel. Wer wird Schützenkönig im Bürgerschützenverein? Diese Frage wird am kommenden Sonntag das 1000 Mitglieder umfassende Schützenvolk des Bürgerschützenvereins bewegen. Groß wird die Zahl der Bewerber sein, die das Erbe von König August I. antreten wollen. In edlem Wettstreit wird die beste Leistung den Ausschlag geben und den besten Schützen auf den Thron erheben. Selbstverständlich werden Sonntag mittag die Schützen geschlossen und mit Musik zum Schießstand der Flora(Marzina) marschieren, um hier dem schönen Schießsport ihren Tribut zu zollen. Kirchensteuer=Hebetermin in Eickel. Der KirchensteuerHebetermin findet am Dienstag, 23. Juni, von 8 bis 12 und von 3 bis 5 Uhr, und Mittwoch, 24. Juni, von 8 bis 12 Uhr, im Evangelischen Gemeindehaus, RichardWagner=Straße 12, statt. Elli Leistikow Anton Grünhofer Verlobte Bochum, Rembrandtstr. 20, 21. 6. 1936 Don der Reise zurück Dr. Meuer-Porggräfe Zahndratin Wilhelmeplats Statt besonderer Anzeige Donnerstag nachmittag 5 Uhr entschlief nach längerem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter. Schwiegermutter. Großmutter. Schwester. Schwägerin und Tante Frau Wwe. Franz Heine Maria geb. Vortmann im Alter von 74 Jahren, versehen mit den Heilsmitteln unserer heiligen Kirche. In stiller Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Franz Heine, Vicar Bochum, Hellwes 50, Gelsenkirchen, Altenburg 1. Thür., Heerlen(Holland), den 18. Juni 1936. Das teierliche Leviten Seelenamt findet Montag, den 22. Juni, 8 Uhr, in der St.-Marien Kirche, die Beerdigung um 10 Uhr von der Kapelle des Friedhofes an der Blumenstrabe aus statt Familien= Racheichten aus anderen Zeitungen ubernommen= Verlobte: Essen: Ilse Haag mit Herm. Franken. Gelsenkirch.: Margarete Reiser mit Friedrich Grinewald. Gestorden: Castrop=Rauxel: Dr. h. c. Karl Müller=Klönne, 70 J. Dortmund: Heinrich Grüter. Anna ∆ Grün, geb. FuncMeius.„74., Hpe. Eugenie Drehkopf, geb. Zachert, 43 J. Gustav Wienke, 77 Jahre. Gertrud Otte. geb. Spanke. Düsseldorf: Wileimt Beggrg. Jahre. Josephine Schützendorf, geb. Meckler, 39 Jahre. Otto Frenzel, 56 Jahre: Gelsenkirch,: Ka###barina Steffen sen., geb. Lang, 71 Jahre. □ Hamm: Witwe Elise„Lohmann, # geb. Feldmann, 68 Jahre. Köln: Witwe Elisabeth Weisweiler, geb. Nohr, 66 J. kudwig Heck, 86.93. Witten: Gustav Site, 48 Jadre. Horsten Fräul., 43 J. alt nicht unvermög., vollschlank, blond, .70 Meter groß, häusl. erzog., sucht /d. Bekanntsch. ein. ###soliden Herrn in sich„Stellung zw. 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Sie waren kalkweiß oder knallrot vor Erregung, sie hatten die Hosen gebügelt, sie hatten Kragen und Krawatte an, sie hatten in den Augen einen schimmernden Glanz, und munter und aufgeräumt sprudelte die Rede von ihren Lippen. Jeder hatte ein handgeschriebenes Dokument gewichtigen Inhalts in der Tasche, jeder wußte, daß sich heute allerhand entscheiden würde, daß alle die anderen, die jetzt noch so patzig und breitspurig herumsaßen, in wenigen Augenblicken recht jammervolle Gesichter schneiden würden. Sie hockten alle zusammen, auch ein paar Zufallsgäste waren dabei, an einem langen Tisch, in größter Einigkeit und Harmonie, und keinem schien in der Erregung die seltene Vollzähligkeit aufzufallen. Wie würde es sich gut ausmachen und wie einträglich würde es sein, als Wirt hinter der Theke zu stehen! Da kam in einem hellen, sonntäglichen Kleide, Frau Lotte herein und setzte sich zu ihnen an den Tisch, während das Mädchen weiter bediente. Und in das plötzliche Schweigen hinein sagte die Wirtin den Männern, sie möchten doch austrinken; denn sie wolle heute mit ihnen feiern. Sie gedenke nämlich, sich zu verloben, und sie, ihre Freunde, sollten die ersten sein, die davon erführen. (Die Freunde hatten fiebrig heiße Gesichter, ein paar tasteten nach ihrer Brusttasche, wo der Brief saß, andere husteten trocken vor sich hin.) Die Wahl sei ihr gewiß schwer geworden, fuhr die Wirtin fort, denn viele ausgezeichnete und ehrenwerte Bürger hätten sich um sie bemüht. (Einige der Freunde fingen an, sich aufgeregt und umständlich zu schneuzen.) Sie hoffe aber, daß sie am Ende doch den Richtigen gewählt habe; denn sie habe ihn sehr lieben und schätzen gelernt, vor allem wegen einer Eigenschaft.„Er ist nämlich“, sagte sie,„der einzige gewesen unter meinen Bewerbern, der mir nicht, offen oder versteckt, die anderen hat verleiden wollen. Uebrigens wird er gleich kommen— Karl Jensen, der Feldarbeiter.“ Wie sie sich anstarrten! Wie ihre Köpfe noch röter wurden! Wie etliche Hände zu zittern begannen! Wie sie ihren Glückwunsch heraus=, wie sie ihr Bier hereinwürgten! Heil wie sie davonschlichen, einer nach dem andern!——— Man erzählt sich, daß Lotte die Kundschaft ihrer Freier durch diese Begebenheit verloren habe. Das mag wahr sein. Wahr ist aber auch, daß sie die Mehrzahl der Dorfbewohner für immer gewannen hat. DasschaffeisürVen Eine Brahms-Schumann-Novelle von Stephan Georgi sn Zuge, der von Düsseldorf, vom Rhein her kam, wo die Weinbauern gerade die 1853er Lese hielten, saß ein zwanzigjähriger Jüngling mit wallendem blonden Haarschopf, einem jugendglühenden Weltstürmergesicht und graublauen, sprühenden Augen. Abermals— wie oft schon!— zog er aus der Rocktasche die letzte Nummer der in Leipzig erscheinenden„Neuen Zeitschrift für Musik“ hervor. Und wieder las er:„Er ist gekommen! Ein junges Blut, an dessen Wiege Helden und Grazien Wache hielten. Am Klavier sitzend, fing er an, wunderbare Regionen zu enthüllen. Er heißt Johannes Brahms...“ So und mehr hatte Robert Schumann, in Worten höchsten Lobes, den„Blonden Aar“ ankundigend, über den jungen Hamburger geschrieben. Immer wieder, wenn Johannes diesen Artikel las, bemächtigte sich seiner eine geheime Angst. War das nicht zu viel? Konnte er das, was man nun voraussetzend von ihm erwartete, wirklich erfüllen? Doch— war ihm nicht schon vieles gelungen, worauf er vor Jahren nicht zu hoffen gewagt hatte? Besaß er nicht das vorzügliche Fundament einer hoffnungsvollen Lehrzeit bei dem bedeutenden Tonmeister Eduard Marxens? War er nicht trotz seiner Jugend schon bewundert bei Franz Liszt, dem Weimarer Tongott, ausgenommen worden? Hatte er nicht Josef Joachim, den großen Geiger, zum vertrauten Freunde? Und nun gar diese edle, zum Licht fördernde Freundschaft Robert Schumanns! Ach, diese Wochen bei Robert und Klara Schumann! Diese tausendfältige Sprache verwandter Herzen, gleichklingenden Geistes! Ihre Feierstunden! Ihre Festtage ohnegleichen! Schumann, der Hohe, der helfende und schützende Freund; und gar erst Klara Schumann, die weltberühmte Pianistin, die Gütige, Verstehende, sanft Leitende, die immer Zeit gefunden hatte, den jungen Gast mit liebevoller Mütterlichkeit zu umgeben, ihn heimisch werden zu lassen in ihrem Heim und mit ihm zu teilen, was sie an künstlerischer Vollendung voraus hatte. Doch dann begannen düstere Wolken das Strahlende zu verdunkeln. Robert Schumanns Nervenkrankheit hatte beängstigende Formen angenommen und er, der junge Brahms, trug noch jetzt das unsagbar beklemmende Gefühl in sich, das er angesichts der ersten Symptome vom Untergange eines großen Geistes erhalten hatte. Aber Schumann fühlte sich bereits wieder wohl und begleitete seine Frau auf einer Konzertreise nach Holland. Johannes legte den Kopf zurück und schloß die Augen. Ein glückliches Lächeln legte sich um seinen Mund. Robert Schumann, du großer= Künstler, du edler Freund! Und im Halbschlaf, ins monotone Rädergerassel hinein: Klara! Domina! Hannover. Johannes hielt im Gewühl der Aussteigenden vergeblich Umschau nach Josef Joachim. So zog er kurzerhand die mitgeführte Trompete aus dem Futteral und ließ einige weithin hallende Töne #ufen. Das half. Mit langen Schritten kam der unge, dunkelhaarige Geiger herbei.„Ich sage dir, Johannes, das G auf deiner Blechblase klingt schauderhaft; geh hin und tausche sie gegen einen anständigen Flügel um.“ Er blinzelte einem adretten Mädchen zu und fuhr lebhaft fort:„Also los! Willkommen bei uns! Auf zu neuen Taten! Schumanns Artikel in der„Neuen“ habe ich gelesen. Die Bahn ist frei. Johannes Brahms kann marschieren. Ich schreite mit meiner Stradivari als Herolo voran!“—— Während Johannes Brahms seinen Weg in die Welt nahm und mit jugendlich ungeduldigen Schritten dem Platz an der Sonne entgegeneilte, ballten sich über Düsseldorf die drohenden Wolken dichter susammen und entluden sich in einem vernichtenden Blitz: Robert Schumann hatte sich in einem Anfall ggeistiger Umnachtung in den Rhein gestürzt. Noch lebend geborgen, war er in einer Privatheilanstalt in Endenich bei Bonn untergebracht worden. Ein hoffnungsbanges Jahr. Gleich nach dem Eintreffen der Unglücksbotschaft war Johannes nach Düsseldorf zurückgekehrt, der bedrängten, alleinstehenden Frau helfend beiseite zu sein. Ich muß dorthin! fühlte er und war trotz seiner ungefestigten materiellen Lage in letzter Aufopferung bei Klare geblieben. Monat um Monat— und nun konnte er nicht mehr fort. Herbst war es geworden, als der erste Brief des Kranken aus Endenich eintraf und auf Klaras blasses, still gefaßtes Gesicht wieder einen Hauch zuversichtlicher Hoffnung legte. Doch dann wieder dunkles Schweigen, bedenkliches Achselzucken in den ärztlichen Briefen. Nur für Klara lebte Johannes. Alles Neue, was er geschrieben, brachte er ihr zur ihm so wertvollen Kritik. Wie sehr hatte sie sich über das Hdur=Trio gefreut, das unter dem belobenden Einfluß Joachims in Hannover entstanden war. Dann aber wieder konnte sie sagen:„Ihre Musik, Johannes, ist Anregungsmusik; sie kommt von außen her, von den Eindrücken, die Ihnen die Sinne übermitteln. Deshalb ist sie so schwer und wärmt so wenig. Wo bleibt Ihr Herz! Haben Sie Ihr Herz noch nicht entdeckt?“ Und Johannes senkte den Kopf und sprach unhörbar vor sich hin:„Wer weiß etwas von meinem Herzen?" Als Frau Klara ihm dann sein Werk selbst vorspielte, hatte er nur den einen Gedanken: Jetzt ist es geweiht! Die Nachrichten aus Endenich wurden nicht besfer. Die Schumannsche Familie geriet in materielle Bedrängnis. Klara entschloß sich, wieder auf Konzertreisen zu gehen. Sie fuhr nach Rotterdam. Grau und tot war der erste Tag des Alleinseins für Johannes. In quälender Unruhe rückten die Stunden vor; sein Denken und Wollen war wie ausgelöscht. Er lief den Rhein entlang, hastig, irrwegig; er schloß sich in seinem Zimmer ein, versuchte zu arbeiten, aber es gelang nicht; er griff zu den Büchern und warf sie alsbald wieder beiseite. Da raffte er das Geld zusammen, das ihm Joachim vor kurzem geliehen, rannte zum Bahnhof und löste eine Karte nach Rotterdam. Wochen später. In seinem engen Düsseldorfer Zimmer saß Johannes, das Haupt in die Hände gelegt, und starrte auf das vor ihm liegende Manuskript. Der erste Satz eines neuen Klavierquartetts war entstanden. Nein, das durfte ihr nicht vorgelegt werden, auch das andere nicht, der Anfang der ersten Symphonie. Da lag zu viel von ihm selbst drin, zu viel, was ihn verraten könnte. Ein mit sich selbst Kämpfender steht darin, ein qualvoll hin und her gerissener Mensch, dem nichts weiter übrig bleibt, als seinem Leben ein Ende zu bereiten. Hastig erhob er sich, öffnete das Fenster und sah in den kühlen Abend hinein. Und wieder, zum vieltausendsten Male, standen ihm zwei Gestalten gegenüber. Ein blasses, ovales Antlitz mit großen, dunklen Augen, einem schmalen Reif über der weißen Stirn: Klara! Und dahinter ein vollweiches Gesicht mit sinnendem Mund, mit einem führenden, bahnweisenden Blick: Robert Schumann, der Freund! Erschaudernd schlug Johannes die Hand vor die Augen. Klirrend schlug das Fenster zu; hinaus in den Abend; durch die Straßen in wilder Flucht... Und nun stand er doch vor ihr mit seinen Blättern. Er mußte. Beethovens Totenmaske hing dort an der Wand; Bach, Mozart, Schubert und Mendelssohn schauten herab. „Oh, eine Symphonie haben Sie begonnen? Und das hier?" „Der erste Satz meines Klavierquartetts in =moll.“ Johannes' Stimme klang heiser. Er fror bei ihren Worten:„Das müssen Sie mir gleich vorspielen.“ Mit Schritten, in denen Unabwendbares lag, ging er zum Flügel. Das Allegro. Schon nach den ersten Takten begann Klara zu stutzen. Aufhorchend vor neuen, unbekannten Tönen lauschte sie einer seltsam zerrissenen, sprunghaft schwankenden Musik, die sich gequält, von geheimen Schauern durchbrochen, dahinrang, sich wild aufbäumte und wieder in vergrübelte Selbstzerfleischung versank. Was war das? Welche Grundtiefe tat sich hier auf? Welch eine zerrissene, zerquälte Seele offenbarte sich hier? War das Johannes Brahms? Als der Spielende geendet hatte, erhob er sich zögernd und schwer. Klara trat langsam, mit weitGeöcgeterz fragenden Augen, auf ihn zu. Sie erchlut, uis sie, das verstörte Gesicht im Scheine der Klavierkerzen say.„Johannes!? Da stürzte er vor ihr nieder, umklammerte ihre Knie und schrie:„Klara!“ Und noch einmal, ganz leise:„Klara! Domina!“ Dann war es still im Zimmer, so ruhig, daß einer des andern Herzschläge vernehmen konnte. Eine Hand strich langsam über wallendes blondes Haar.„Steh auf, Johannes.“ Und als er vor ihr stand, reichte sie ihm die Hand und sagte mit Abend an der Ems dem milden Lächeln schmerzerfüllter Güte:„Wir wollen Freunde bleiben, Johannes, wo immer wir uns auch begegnen.“ Wie er über die Nacht hinausgekommen war, wußte Johannes am Morgen nicht. Nach langen Monaten erst rang sich aus dem dunkel=wallenden Gefühlschaos heraus der Weg zum Leben. Eine Stimme, mächtiger als das Ringen mit dem Leid der Entsagung, war Rettung und Weisung geworden:„Er ist da, der kommen mußte!“ Prad Lore Einafeldr. C1 Yaß sich um die junge Witwe des früh ver) storbenen Land= und Gastwirtes Jakob Mertens eine große Schar aufrichtig und hinreißend Verehrender bemühte, wer hätte es nicht verstanden? Sehr früh und unversehens hatte der arme Jakob die Erde verlassen. Er war an einem knallheißen Julitage schweißnaß und überhitzt vom Felde nach Hause gekommen, hatte, dem brennenden burst zu wehren, hastig drei helle Bierchen hinuntergestürzt und war nach den üblichen Verwicklungen unter dem Beistand zweier Aerzte daran gestorben. So war Lotte mit ihrem zweijährigen Buben allein zurückgeblieben, dazu ein schuldenfreies Landund Wirtshaus mit Konzession und Stammkundschaft und etlichen Morgen Ackerland. Lotte aber war erst neunundzwanzig Jahre alt, ein schlankes Frauchen mit blondem Haar und stillen, blauen Aeuglein, und ihre Trauer um den Verstorbenen machte sie noch liebenswerter, als sie es sonst schon gewesen war. Unter diesen Umständen war kein Grund vorhanden, an der Echtheit der Gefühle aller derer zu zweifeln, die bald mit außerordentlicher Beharrlichkeit ihr Lokal und ihre Nähe aufzusuchen begannen. Oder warum sollte man ein wohlhabendes Mädchen weniger lieben können als ein armes? Und konnte ein armes Mädchen schöner, frommer und häuslicher sein, als Lotte es war? So kam es, daß sich viele Männer bereit hielten. Der jüngste war zweiundzwanzig, der älteste vierundsechzig Jahre alt. Alle waren höchst ehrbare und angesehene Bürger, und wenn sie nebeneinander in der Schenke saßen, wie von ungefähr, so geschah es im besten Einvernehmen. Sie tranken Bier, sie rauchten und erzählten einander etwas vor und benahmen sich allesamt ein wenig ungeschickt, wie sich Männer in dergleichen hartbedrängter Lage zu benehmen pflegen, angefangen bei dem zweiundzwanzigjährigen rothaarigen Buchhalter, der nur hochdeutsch und viel von sich selber sprach und der im Gegensatz zu dem achtundzwanzigjährigen, wenig sprechenden und wenig trinkenden Landarbeiter Von Werner Oellers immer fein gekleidet war, bis zu dem vierundsechzigjährigen Senior der Gesellschaft, der nie ohne gestärkte Hemdbrust und Röllchen auftrat und der, wenn er einmal mit Lotte allein war, vor Verzückung kein Wort über die Lippen brachte. Zu dieser Reihe der Liebenden und Liebesuchenden und zu der Reihe der alten Stammgäste gesellte sich mehr und mehr eine große Zahl neuer Kunden aus dem Dorf, denen es offenbar Vergnügen bereitete, in dieser, wie man zugeben muß, mit einer gewissen Spannung geladenen Atmosphäre herumzusitzen und hin und wieder allerhand anzügliche Bemerkungen und Randnoten mit harmlos unschuldigem Lächeln in die Unterhaltung zu werfen. Alle wurden von Lotte mit gleichbleibender und unparteilicher Liebenswürdigkeit behandelt, und keiner hätte sagen können, ob und wohin sich ihres Herzens Schale zu neigen begann. Wohl taute sie allmählich auf aus der Traurigkeit und Trübsal der ersten Witwenzeit, sie lachte wieder und scherzte mit ihren Gästen, und der große Betrieb, der aus ihrer kleinen Kneipe die einträglichste im Dorf gemacht hatte, kam ihr offensichtlich nicht ungelegen. Im Dorf aber hatte sich ein großes Rätselraten um den Ausgang des Liebesderbys erhoben, und an den Stammtischen wurden Wetten abgeschlossen, wer und wer nicht die Palme davontrüge. Alle aber, die Rätselnden und die Wettenden, waren sich darüber einig, daß, wie auch der Wettkampf ausgehen werde, die Witwe Siegerin sein werde, auch dann und erst recht, wenn die Männer allesamt ein totes Rennen laufen sollten. So gingen ein paak Jahre ins Land, und die Möglichkeit eines toten Rennens wurde immer ernstlicher erwogen. Anderseits sah man aber auch ein, daß diese paar Jahre wenig bedeuteten angesichts der großen Zahl der Kandidaten und ihrer vielfachen Gleichwertigkeit. Wie und nach welchen Gesichtspunkten sollte sich die Witwe da entscheiden? Während solcherart das Volk des Dorfes in zahlreiche Lager gespalten war, erhielt eines Morgens „Verlerene Männer“ unter Jee Arbeit an der größten Brücke der Welt„ Merkwürdige Lohniabellen Eines der gigantischsten Werke das je von Menschenhand geschaffen, geht seiner Vollendung entgegen: Die Riesenbrücke, die San Francisco und Oakland verbinden wird. 51 Pfeiler von wuchtigem Ausmaß erheben sich mitten aus dem Meer. Dreizehn Kilometer ist diese Brücke lang, unterbrochen von der Insel Verba Buena, die in einem 165 Meter langen und 23 Meter breiten, 18 Meter hohen Tunnel durchstochen wird. Die Brücke selbst besteht aus zwei übereinander liegenden Fahrbahnen. Auf der unteren, im Gitterwerke eingebetteten Fahrbahn laufen vier Gleise, die für die elektrischen Bahnen zwischen San Francisco und Oakland bestimmt sind. Neben diesen Gleisen befinden sich drei Gleitbahnen für Landesautomobile. 360000 Rutomobile in 24 Sunden Auf der zweiten, oberen Brücke können sechs Reihen von Automobilen nebeneinander dahinrasen. Die inneren dieser sechs Straßen sind für Autos mit einer Geschwindigkeit über hundert Kilometer berechnet. Die Verkehrsdichte dieser Brücke ist genau ausgerechnet worden. 180000 Automobile können sie nach jeder Richtung hin innerhalb von 24 Stunden befahren, also insgesamt 360 000 Automobile! An den beiden Enden dieser Brücke wurden zwei Stahltürme mit einer Höhe von 214 Metern erbaut, die in ihren Ausmaßen siebzigstöckigen Wolkenkratzern gleichkommen. Die schwierigste Arbeit bei diesem Brückenbau war die Grundierung der Pfeiler. Ein großer Teil der Stützpfeiler, die insgesamt eine Last von 182 000 To. Stahl, 765 000 Tonnen Beton, 18,500 Tonnen Stahldraht und 4 600 Tonnen Asphalt tragen müssen, mußte erst in die harten Felsenschicht des Meeresgrundes eingebettet werden. siundenlohn nach dem Rtmolphätendruck Die Arbeit in und unter den Taucherprähmen war lebensgefährlich. Immer wieder hatten Stürme die kleinen Fahrzeuge aus ihrer Verankerung gerissen, oft genug mußten die unter Wasser arbeitenden Taucher preisgegeben werden. Endlich war man so weit, daß man vom Grunde des Meeres in das Innere der Felsen eindringen konnte. Taucher bedienten unterseeische Gesteinsbohrer, sprengten Tunnels, Stollen und Schächte aus, in die sie sich in ihrer schwerfälligen Rüstung verkrochen. Der Ueberdruck, unter dem die Taucher in dieser Tiefe arbeiten mußten, war enorm. Die Leute bekamen die Stunde nach dem Atmosphärendruck bezahlt, unter dem sie arbeiten mußten. Viele brachten es bis zu zehn Dollar pro Stunde! Im lichte der unterleetschen Icheinwerter Solange man sich noch nicht in die Felsen eingefressen hatte, mußten die Taucher im freien Wasser arbeiten. Schwerfällig in ihren Rüstungen, keuchend unter dem Druck, mußten sie alle Kräfte aufbieten, um Von außen arbeiteten die Taucher. Dann dauerte es nicht lange, und die einzelnen Pfeiler erhoben sich aus dem Wasser. Nicht selten mußten die Taucher unter Wasser festgebunden werden, da die Grundsee mit heftigen Schlägen gegen die Pfeiler brandete. Für den Oberbau der Brücke wurden nicht weniger als 1 300000 Faß Zement, 317,000 Granitwürfel, 243 830 Festmeter Holzbalken und dreißig Millionen Quadratfuß Bretter verwendet. Zum Anstreichen des Brückengerüstes werden nicht weniger als tausend Tonnen Farbe verwendet werden. Das Rohe Lied menschlichen Wollens Neben dieser gigantischen Brücke wird noch eine zweite, kleinere Brücke über das Goldene Tor gebaut. Sie ist„nur“ 2800 Meter lang. Immerhin beträgt die Spannung des freiliegenden Mittelstückes 1400 Meter, eine Spannung, die bis heute noch von keiner Brücke der Welt erreicht wurde. Zwei Stahltürme von 272 Meter Höhe tragen die riesigen Ketten, an denen diese Brücke hängt. Jeder dieser Kettentürme erreicht also fast die Höhe des Pariser Eifelturmes. Die geniale Kunst der Ingenieure, die das Produkt ihrer kühnen Phantasie mit ruhiger und kühler Berechnung auf das Zeichenpapier bringen, ist gewiß zu bewundern.— Bewundernswert ist die Arbeit jener Monteure, die zwischen Himmel und Erde, hundert Meter über der See auf luftigen Balken hängen und Nieten hämmern. Bewundernswert ist ihre Geschicklichkeit, mit der sie sich die glühenden Nietenköpfe durch die Luft zuschleudern und mit einem kleinen Eimer auffangen. Einzigartig ist die Arbeit der Taucher, die nicht nur am Rande der See, sondern auch in wassergefüllten Stollen und Schächten ihre Gesteinsbohrer bedienen. Unsere größte Bewunderung gilt aber jenen Männern, die im Druck von vier Atmosphären im Druckzylinder arbeiten, hinter dem Rücken der versperrte Ausgang zur Oberwelt. Ihnen wird das Lied der Arbeit gewidmet sein, das man nach Eröffnung der Brücke singen wird; das Werk der„verlorenen Männer"...! Ern Teben Velt Kaltnehnnar und Ktatttredle Der 75. Ceburtstag des Grafen von Spee am 22. Juni Das Meer, an dessen Strand Maximilian Reichsgraf von Spee, Sohn eines alten rheinischen Adelsgeschlechts, im großelterlichen Haus zu Kopenhagen geboren wurde, bestimmt sein ganzes Leben. Der fünfjährige Knabe, der auffallend eigenwillig und trotzig ist, erklärt, daß er einmal Seemann und nichts anderes werde. Die Eltern ziehen nach Luzern, um dort in aller Ruhe die sechs Söhne und die einzige Tochter aufzuziehen. Aber der junge Graf Maximilian geht den Weg, der ihm seit Kindesbeinen an vorgezeichnet ist, er findet zum Meer zurück und tritt am 23. April 1878 in den Dienst der kaiserlichen Marine. Die erste Ausbildung erhält er auf der alten„Niobe“, mit der er in zweijähriger Reise die Welt umsegelt. Hand in Hand mit der ausgezeichneten, strengen seemännischen Schulung geht bei dem Seekadetten eine gewissenhafte und von seinen Kameraden schon damals bewunderte charakterliche Bildung, die ihn in den Ruf eines bescheidenen, selbstlosen und hilfsbereiten Menschen bringt. Im Januar 1882 wird Graf Spee zum Unterleutnant zur See befördert. Es ist nicht erstaunlich, daß er sich jetzt auch als Vorgesetzter bewährt, denn er fordert niemals etwas für sich, aber alles für den Dienst. auf äußerste gereizt, und die deutsche Munition konnte nicht ergänzt werden. Aus der Tatsache, daß nur drei Kreuzer in Valparaiso einliefen, hatten die Engländer die Legende gewoben, daß die übrigen in der Schlacht vernichtet worden seien. Um so größer war aber die Begeisterung, als einige Tage später auch„Leipzig" und„Dresden“ in diesem Hafen erschienen und damit die englischen Gerüchte Lügen straften. Als aber auch diese Schiffe den Hafen von Valparaiso verlassen hatten, war das Geschwader des Grafen Spee spurlos verschwunden, und es begann ein großes Rätselraten, wo das deutsche Geschwader nun eigentlich geblieben sein mochte. Inzwischen nahm das Schicksal seinen Lauf. Am 6. Dezember hatte die„Scharnhorst“ einen chiffrierten Funkspruch aufgefangen, der dem Grafen Spee mitteilte, daß er an einem bestimmten Tage bei den AlbrohosInseln, nördlich von Rio de Janeiro den Dampfer „Eleonora Woerman“ mit frischen Kohlenvorräten antreffen würde. Graf Spee mußte auf diesen Funkspruch reagieren, denn sein Kohlenvorrat ging bedenklich zur Neige. Zwar mußte er die Falklandinseln passieren, und es war anzunehmen, daß diese Inseln gut bewacht Seine Gerechtigkeit und seine Freundlichkeit erwerben seien, da die Falklandinseln englischer Besitz sind. Graf ratch Vertratzen Spee hegte sogar die stille Hoffnung, daß er bei dieser Gelegenheit den englischen Stützpunkt bei Cap Pembreke nicht an die unterseeische Felsen geschleudert zu werden. Starke Scheinwerfer wiesen ihnen den Weg zu den Arbeitsstellen. Man konnte nicht überall die bei Pfeilerbauten benützten Caissons von der Oberfläche des Meeres versenken und einen direkten Zugang zu den Felsen schaffen. An vielen Stellen wurde mit Caissons gearbeitet, an anderen krochen die Taucher in den neu gebohrten, mit Wasser gefüllten Stollen und Schächten des Felsengrundes und bedienten die Bohrer. Sie arbeiteten wie in einem Bergwerk, nur mit dem Unterschied, daß dieses Bergwerk unter dem Meeresboden lag und mit Wasser gefüllt war. In den Höhlen und Stollen verkrochen sich die Tiere des Meeres, und nicht selten wurde ein Taucher bei seiner schweren Arbeit von einem Polypen angegriffen. Auch dort, wo der Zugang zu den Felsenstollen durch Caissons erfolgte, war die Arbeit nicht leicht. Die unterseeischen Stollen, die oft durch weiches Gestein führten, das den Schlammeinbrüchen wenig Widerstand leistete, wurden durch Schleusenkammern abgedichtet. Je vier Arbeiter mußten in eine Schleusenkammer treten, deren Tür hinter ihnen abgedichtet wurde. Dann wurde in der Kammer auf Ueberdruck umgeschaltet. An der Wand dieser Schleuse war ein Manometer angebracht. Die Leute mußten Luft schlucken, bis sich ihre Lungen an den hohen Druck gewöhnt hatten. An vielen Stellen mußte unter dreibis vierfachem Druck gearbeitet werden. Die Leute krochen eher, als sie gingen. Die größte Gefahr war das plötzliche Entweichen des Ueberdrucks, wenn die Bohrmaschinen in die dünne Felsenwand einen Sprung rissen. Die an den hohen Druck gewöhnten Lungen kamen in Gefahr, zu zerplatzen. Einmal mußten besinnungslose Arbeiter viele Stunden in eingedrungenem Schlamm liegen, bis man sie herausholte. Wenn die Arbeiter nach ihrer Schicht an die Oberfläche wollten, mußten sie erst zwei Stunden in einer Depressionskammer an den verminderten Druck gewöhnt werden. An den Arbeitsstellen mußten sie einen Druck von hundert Kilogramm pro Quadratzoll ihres Körpers ertragen! Und darum„verlorene Männer“ Der vorderste Teil der Stollen war durch eine Sicherheitswand abgeschlossen. Vor dieser Sicherheitswand lag der Druckzylinder. Hinter den Arbeitern im Druckzylinder wurde die Sicherheitswand geschlossen, damit die weiter rückwärts Arbeitenden bei einem Schlammeinbruch nicht gefährdet würden. Die Leute, die dort vorne arbeiten mußten, hießen die„verlorenen Männer“. Wenn der Meeresboden einbrach und der Schlamm unter dem Tiefwasserdruck eingepreßt wurde, mußten diese Arbeiter verlorengegeben werden, um nicht alle unter der See Arbeitenden zu gefährden. Zwanzig Dollar wurden dort für die Stunde bezahlt. Wenn der Schlammeinbruch kam— und an vielen Baustellen ereigneten sich solche—, so schloß der gewaltige Druckunterschied die Türen der Sicherheitswand. Man hätte den Leuten gar keine Hilfe bringen können, selbst wenn man Zeit gehabt hätte. Der Ueberdruck in diesem Zylinder verhinderte, daß die See ins Innere der Stollen eindrang. Glücklicherweise kamen nur selten Unfälle vor. Waren die unterseeischen Stollen ausgesprengt, begann man mit dem Ausbetonnieren der Felsenkammern. Die schweren, stählernen Gitterkonstruktionen der Betonpfeiler mußten fest im Felsen verankert werden. chtigkeit ihm überall rasch Vertrauen. In deutlchen Kolonten Mit der Frühzeit der deutschen Kolonisation in Afrika ist Graf Spee eng verbunden. Er begleitet als Wachoffizier des Kanonenbootes„Möwe“ den deutschen Kommissar, Generalkonsul Nachtigall, nach Togo und Kamerun und nimmt auch an einer Expedition ins Innere von Lüderitzland teil. Mit eiserner Energie überwindet er einen schweren Gelenkrheumatismus und wird bereits ein Jahr später zum Hafenkommandanten von Kamerun ernannt. Kurz ist die Zeit, die er im eigenen Heim verbringen kann. Seine Gattin, die Kurländerin Margarete Freiin von der Osten=Sacken, muß ihn immer wieder an das Meer hingeben, ob er nun mit dem Schiffsjungenschulschiff„Moltke“ in Westindien und vor Südamerika kreuzt, oder als Flaggleutnant des Admirals Prinz Heinrich von Preußen, dem Chef der 2. Division des Kreuzergeschwaders, nach Ostasien geht, das später sein hauptsächliches Tätigkeitsfeld werden soll. Das neue Jahrhundert fängt kriegerisch an. Der Ferne Osten wird von Unruhen geschüttelt, und es gibt mancherlei Gelegenheit, sich in kritischen Lagen als verantwortungsbewußte Führerpersönlichkeit zu bewähren. Als die Balkan= und Tripoliskriege den heraufziehenden Weltenbrand ankündigen, da findet sich kein Besserer als Graf von Spee, um die Stelle des Chefs des Ostasiatischen Kreuzergeschwaders einzunehmen. Das Flaggschiff„Scharnhorst“ ist bald an der ganzen chinesischen Küste, in Japan, dem Sudan=Archipel, in Siam und in der deutschen Südsee bekannt. Die fremden Nationen bewundern die mustergültige Haltung der Besatzungen, und die Auslandsdeutschen sind stolz auf dieses Geschwader und seinen Befehlshaber. Der Krieg beginnt Der Krieg bricht aus. Im gleichen Jahr noch vollendet sich das Schicksal einer der pflichttreuesten und mutigsten Männer der deutschen Marine. Die Geschichte aus diesem Hexenkessel des Krieges nennt den Namen des Grafen Spee gleich in den ersten Wochen, als es ihm gelingt, mit den Schiffen„Scharnhorst" und„Gneisenau“ quer über den Stillen Ozean der drohenden Umklammerung von hun= nieder, und sowohl„Gn derten von Feinden zu entgehen. Und wieder wird sein den schwer getroffen Auf Seiten der Engländer greigenannt, als er sich bei der Osterinsel mit Dres= fen immer mehr Schi überrumpeln könne. Aber als er dorthin kommt und einen Ueberblick über den Hafen gewinnt, bemerkt er, daß er in ein Wespennest gegriffen hat; denn der Hafen wimmelt von englischen Kriegsschiffen. Er muß versuchen, sein Geschwader in Sicherheit zu bringen, das nun von den Engländern entdeckt ist. Es beginnt ein Rennen auf Leben und Tod Zwei große Kreuzer modernster Konstruktion folgen den Deutschen in sicherer Entfernung, während die anderen englischen Kriegsschiffe allmählich zurückbleiben. Graf Spees Absicht geht dahin, die beiden Engländer von ihrem Gros abzuziehen, um sie einzeln erledigen zu können; denn darin liegt die einzige Rettung. Aber diese zwei Bauten der Indomitable=Klasse“ sind den Deutschen an Schnelligkeit bei weitem überlegen, ebenso aber auch an Bewaffnung; denn sie führen 34=Zentimeter=Geschütze an Bord. Bald erkennt Graf Spee, daß bei dieser Schnelligkeitsdifferenz eine Flucht aussichtslos ist. Er beschließt daher, die englischen Riesen anzugreifen und gibt seinen kleinen Kreuzern den Befehl, den Versuch zu machen, zu entkommen. Sofort wird der Befehl ausgeführt; die kleinen Kreuzer verschwinden aus dem Gesichtsfeld, während die Schlacht beginnt. Aber auch der Engländer ist sich im klaren, was das zu bedeuten hat. Sofort lösen sich aus dem englischen Gros einige Schlachtkreuzer los und nehmen die Verfolgung der deutschen kleinen Kreuzer auf. Sie haben ja den Vorteil, aus viel weiterer Entfernung feuern zu können, während sie noch außer Reichweite der deutschen Geschütze sind. Es ist 12.50 Uhr, als die deutschen Geschütze das Feuer eröffnen. Ein Feuerorkan bricht von beiden Jeiten los und auf beiden Seiten entstehen schwere Verluste. Plötzlich hört das Feuer auf. Kein Mensch weiß, was los ist. Der Engländer verschwindet am Horizont, und schon flackert leise die Hoffnung auf, daß man doch noch ** herauskommen könne, zumal Graf Spee gar nicht daran denkt, den Engländer zu verfolgen. Da versucht es der Engländer mit indirektem Feuer. Nun prasselt das Steilfeuer auf die deutschen Schiffe nieder, und sowohl„Gneisenau“ wie„Scharnhorst“ werName genaigtt, alsger sich ber der Ssterzug mn WOter“)onzchur guz“, den" und„Leipzig" vereinigt und am 1. November die ruhmreiche Schlacht bei Coronel liefert. Mit wehender Flagge... Der Seesieg bei Coronel bedeutete für die Engländer in den Augen der Südamerikaner einen gewaltigen Prestigeverlust. Denn so sehr auch die Engländer bemüht waren, ihren Mißerfolg zu vertuschen, die Wahrheit setzte sich doch sehr bald durch. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit war um so stärker ins Wanken gekommen, als man ja auch in Südamerika ganz genau wußte, daß dieses Geschwader vollständig von der Heimat abgeschnitten war und einer unzählbaren Uebermacht triumphierend getrotzt hatte. Als die deutschen Schiffe in Valparaiso Anker warfen— es waren nur drei(denn nach den internationalen Abmachungen durften nicht mehr als drei einen neutralen Hafen anlaufen, und schweren Herzens hatte Graf Spee sich entschließen müssen, die kleinen Kreuzer „Leipzig" und„Dresden“ zum Troß zurückzuschicken, während nur„Gneisenau“,„Scharnhorst" und Nürnberg“ in Valparaiso vor Anker gehen durften)—, wurde ihnen ein Empfang bereitet, wie er wohl kaum zum zweiten Male einem Geschwader bereitet worden ist. Die deutsche Kolonie überbot sich in Begeisterung und Feiern, aber es war Graf Spee durchaus klar, daß sein Sieg nur ein Pyrrhus=Sieg gewesen sein konnte, denn die Uebermacht war zu groß, die Engländer waren deuticher Seite die Munition zu Ende geht. Schiffe in den Kampf ein, während auf Der Kampf ist für das deutsche Geschwader aussichtslos. Da greift Graf Spee zum letzten Mittel. Er will sich mit seiner„Scharnhorst“ opfern, damit die Gneisenau“ und seine anderen Schiffe entkommen können. Er will seinem Kaiser wenigstens die„Gneisenau“ retten und seiner Frau seine beiden Söhne, die sich als Leutnants an Bord der„Gneisenau“ und der Nürnberg" befinden. Mit letzter Kraft geben die Rohre der „Scharnhorst“ her, was sie hergeben können. Aber ein Treffer nach dem andern zerfetzt das stolze Schiff, und um.17 Uhr sinkt es heldenhaft, wie es gekämpft hatte, und mit ihm stirbt der Führer, Graf Spee, den Seemannstod. .... wenn es sein muß, wie ein Reld zu lierben!“ Das Opfer der„Scharnhorst“ zeitigte leider nicht die Früchte, die Spee erwartet hatte. Auch die anderen Schiffe sind schwer lädiert, und spielend holen die Engländer auf. Zwei Stunden noch wehrt sich die„Gneisenau“ gegen die Uebermacht, um.42 Uhr versenkt der Kommandant selbst das todwunde Schiff. Drei Hurras der noch überlebenden Mannschaft hallen über das Deck, dann sinkt auch dieses stolze Schiff mit der gesamten Mannschaft. Ebenso sind die kleinen Kreuzer„Nürnberg" und „Leipzig“ nicht zu retten. Gleich ihren großen Brüdern sinken auch sie in die Tiefe, von heutscher Hand versenkt, mit wehender Kriegsflagge, da eine Rettung ausgeschlossen ist. Nur der kleine Kreuzer„Dresden“ kann der Vernichtung entgehen und sich noch ein Vierteljahr lang auf eigene Faust durchschlagen, bis auch ihn am 14. März 1915 an der chilenischen Küste der Todesstoß der englischen Uebermacht ereilt. So ist am 8. Dezember 1914 Graf Spee zusammen mit seinen beiden Söhnen heimgegangen. Sie sind unsterblich geworden, weil sie kämpfend ihr Leben eingesetzt haben für Deutschlands Größe, weil sie ein Beispiel gegeben haben, eine heldische Verwirklichung jenes Erlasses, den ihr Kaiser am 6. August veröffentlichte: „Ich erwarte, daß der alte kriegerische Geist noch in dem deutschen Volk lebt, jener gewaltige kriegerische Geist, der den Feind, wo er ihn findet angreift, koste es, was es wolle der von jeher die Furcht und der Schrecken unserer Feinde gewesen ist. Ich vertraue auf Euch, Ihr deutschen Soldaten. In jedem von Euch lebt der heiße, durch nichts zu bezwingende Wille zum Siege. Jeder von Euch weiß, wenn es sein muß, wie ein Held zu sterben!" Und das haben auch die Reichsgrafen von Spee gewußt und durch die Tat bewiesen. Telisame Berufe in den Großltädten Wir wollen uns hier einmal nach Menschen umsehen, die mitten unter uns brav und ehrlich ihrem Beruf nachgehen, angestrengt zu arbeiten wissen— die aber dennoch in Verlegenheit geraten, wenn man sie danach fragt, welchen Posten sie im großen Getriebe der menschlichen Gesellschaft einnehmen und ausfüllen. Menschen, die einem Beruf nachgehen, der„eigentlich“ keiner ist... Dieses Wörtchen ist sehr bezeichnend für die Mentalität, mit der die sogenannte europäische Zivilisation an die Beurteilung des lieben Nächsten herangeht. Man sagt:„Dieser oder jener hat gar keinen eigentlichen Beruf.“ Man teilt also die Berufe in eigentliche und uneigentliche ein.„Eigentlich“ ist der Beruf, den die überwältigende Mehrheit, die Masse ausübt: Eisendreher, Schulrat, Postschaffner, Bildhauer, Barbier. Aber das Dasein der Gesamtmenschheit stellt so mannigfache Forderungen, daß es unmöglich ist, mit diesen„eigentlichen“ Berufen auszukommen. Es müssen auch uneigentliche da sein. Und sie sind in den Großstädten Europas auch gar nicht so selten... Da gibt es zum Beispiel den Beruf des Käsekosters, der vor allem in Holland floriert. Daneben existieren noch andere Leute, die ihren guten Gaumen zum Gelderwerb ausnützen. Auch beim Weinbau, bei der Likörund Schokoladenfabrikation braucht man Koster mit einem„gesunden“ Urteil. Und wenn es der Gaumen nicht ist, kann es eben die Nase sein. Die Parfümfabriken haben einen„guten Riecher" immer schon geschätzt. Das ist ja selbstverständlich. Wußten sie aber, daß man auch als Hasriecher sein Brot verdienen kann? Dieser Gasriecher ist eine für die Gasversorgung der Städte hochwichtige Persönlichkeit. Gerade in einem der letzten Winter sind in der Erde viele Gasrohre geplatzt. Derlei Mängel können zu Katastrophen führen, wie sie deren einmal London erlebt hat. Soll man nun alle Rohrleitungen freilegen? Der Gasriecher erübrigt diese kostspielige Arbeit. Er läßt ein paar Pflastersteine herausnehmen und setzt sein Riechrohr an die blanke Erde. Und seine Nase ist so fein, daß er die geringste Spur von Gas wahrnimmt. Er wirkt als lebendige Wünschelrute. Seine Nase ist Goldes wert— er müßte sie eigentlich schlankweg gegen Heuschnupfen versichern... Kanalschatzgräber Weil wir nun schon bei der Nase sind—: es gibt einen merkwürdigen Beruf, bei dem man sein Riechorgan wieder direkt verleugnen muß. Das ist der Beruf der Kanalschatzgräber. Sie leben und wirken in den Kanälen der Großstädte. Wien und Paris sind ihre hauptsächlichsten Wirkungsgebiete. Sie haben ihre eigene Zunft, ihre eigenen Gesetze, die Polizei duldet sie stillschweigend. Der Kanalschatzgräber durchforscht den Schmutz, der mit den Abwässern aus den Häusern in die Hauptkanäle gelangt, nach verwertbaren Dingen. Nach Art der Goldwäscher sortiert er den Schlamm in einem kleinen Sieb, und wenn man bedenkt, wie ungeheuer groß die Zahl der kleinen Gegenstände ist, die in den Großstädten täglich verloren werden, vom Hosenknopf bis zur Armbanduhr und zum Brillantring— dann begreift man, daß dieser Beruf seinen Mann nährt. Der Ferr, der ltändig kauft Wer offenen Auges durch die Straßen der europäischen Großstädte— wir nennen hier vor allem Paris und London— wandert und das Treiben der Straßenhändler verfolgt, wird immer wieder einen „feinen“ Herrn bemerken, der bald vor diesem, bald vor jenem Stand haltmacht, die Waren bewundert, die Brieftasche zückt und kauft— kauft immer im richtigen Augenblick, wenn der Händler seine große Propagandarede gerade beendet hat und die Schar der Neugierigen auf den ersten Käufer wartet, der den Bann bricht. Dieser Herr gehört zur Gilde der„Anreißer". Sein Gewerbe ist durchaus ehrlich, er ist eigentlich eine Art Reklamefachmann, und es gibt in Europa genug größere Firmen, die sich ihn gleichfalls verpflichteten, damit er bewundernd vor ihren Schaufenstern stehe und andere Neugierige und Käufer anlocke. Reklameglatze und Rulogigolo Damit springen wir eigentlich schon über den großen Teich— wenn wir nämlich von den älteren Herren sprechen, die ihre Glatze zu Reklamezwecken vermieten, von den Leuten, die aus unwahrscheinlich langen Nasen, aus=Beinen, Buckeln und anderen Defekten Kapital als Filmkomparsen schlagen— vom Autogigolo, der sich seine Spazierfohrten nebst geistreichen Gesprächen über moderne Literatur, Sport und Mode nach dem Kilometer bezahlen läßt.— Wahrhaftig, man könnte diese Liste ins Endlose verlängern— aber wir glauben auch so schon bewiesen zu haben, daß es neben den„eigentlichen“ Berufen noch ungezählte Möglichkeiten gibt, sich sein Geld auf anständige, wenn auch reich seltsame Art und Weise zu verdienen. Der Mann mit den 365 Anzügen Sehr seltsam ist auch der Beruf des Mannes, der jeden Tag einen anderen funkelnagelneuen Anzug anhat. Man kennt ihn vor allem in London. Er lebt von der Marotte„hoher Herrschaften“, die es nicht über sich bringen können, Anzüge zu tragen, denen man ansieht, daß sie gerade vom Schneider kommen. Der Anzug muß zunächst mal einen ganzen Tag lang spazieren geführt werden, damit er nicht mehr so provozierend neu aussieht— und es gibt Leute, die sich dieses Spazierenführen zum Beruf erkoren haben. Wochenbeilage des„Hochumer Anzeiger 2. Blatt 7 25. Woche Hch, ihr armen Grossmütter! „Der Jungirau Wesen und Wirken“— Ein Handbuch, von einer besorgten Dame geschrieben Angesichts der Freiheit und Selbständigkeit, die heute unsere Mädels genießen, aber auch angesichts der Tapferkeit und Tüchtigkeit, mit der sie sich ihren Platz im Leben erobern, blättert man lächelnd und gerührt in einem Ratgeber für Jungfrauen, der in der Mitte des vorigen Jahrhunderts von einer besorgten Dame herausgegeben wurde und der sich„Der Jungfrau Wesen und Wirken" betitelt. Aus ihm lassen wir einige Zitate folgen, die uns das ach, so wohlbehütete, an das Elternhaus gebundene junge Mädchen des 19. Jahrhunderts zeigen, die aber auch manches Körnlein ewiger Wahrheit enthalten: „Keinen schönern Lobspruch gibt es für ein deutsches Mädchen, als den: sie ist häuslich und pflichtgetreu, ist nirgends lieber, als zu Hause, inmitten der vielfachsten Arbeiten und Pflichten, nirgends glücklicher und heiterer, als im Schoße ihrer geliebten Familie, für die sie lebt, der sie mit vollster Theilnahme anhangt.“ „Die Tochter bleibt die Leuchte des Vaterhauses, bis der Gatte sie demselben entführt... Ihre Anmuth, ihre Zärtlichkeit und Heiterkeit üben eine sanfte unwiderstehliche Gewalt über den ernsten, vielleicht sorgenvollen Vater; er vergißt seine Sorgen, wenn er von des Berufes Wegen müde heimkehrt über ihren fröhlichen Gesang, jede Wolke der trüben Erfahrung in der kalten Welt entweicht seiner Stirn bei ihrem heitern Lächeln.“ „Allzuvieler Verkehr mit der Außenwelt ist lästig und klippenreich; ein mehr zurückgezogenes Leben dagegen im engeren Kreise der Familie und der nächsten Freunde st minder gefährlich, Die Frau st eite Plan die im Schatten duftet." „Nur selten kann ein Mädchen aus eigener Macht ihr Los bestimmen, sie muß es schweigend erwarten.“ (Das wäre etwas für unsere Mädels!) „Sanftmuth ist einer der lieblichsten Strahlen der Seelenschönheit, und wie mit einem Heiligenschein umfliaßt sie vor allem das Haupt der Jeenafrau; aber nur sende, Laute und Stürmische widerspricht der natürlichen Zartheit und Stille eines jungfräulichen Gemüthes.. Anmaßendes Gebahren verdunkelt alle sonstigen liebenswerthen Eigenschaften, während anspruchslose Zurückhaltung und zaghafte Schüchternheit bei sanftem Erröthen— dieses unbewußte Aeußern ihres innersten Seins— sie im hellsten Lichte anmuthender Weiblichkeit zeigt... Die verzehrenden heftigen Leidenschaften stören fast immer unsere und Anderer Ruh und Frieden, während die sanften, aus welchen Liebe, Freundschaft, Freude nud Wohlgefallen an allem Großen und Edlen hervorgeht, nur beglückend wirken.“ „Wenn die Seele übervoll ist und zur Aussprache mächtig drängt, erleichtere sie sich durch Gedanken= und Gefühlsergüsse. Erachte das Tagebuch als ein Mittel, dich selbst kennen zu lernen, damit du durch fortwährende Wachsamkeit zu möglichster Vollkommenheit gelangest, damit es wahrhafte„Bekenntnisse einer schönen Seele“ seien und du einst auch von diesen Blättern in gewissem Sinne sagen kannst: „Ein Zeichen bleibt's, wie sinnig wir gehandelt, So wird ein Nichts zum höchsten Schatz gewandelt!"“ Rasch noch etwas über den„Sport“ der damaligen Zeit: „Bei der so nöthigen Bewegung ist Maß zu halten, daß keine Uebermüdung eintritt. Spazierengehen mit kräftigem Athmen in frischer reiner Luft, Freiübungen Familie und der nächsten im Zimmer, während des Winters Schlittschuhlaufen „Die Frau ist eine Blume, und während des Sommers Schwimmen(war das wirklich schon erlaubt?), auch das Tanzen, wenn es nicht übertrieben wird, sind gesunde Körperbewegungen." Aber:„Vor äußeren Einflüssen der Witterung hat P zut verquirlt man sich vorzugsweise zu hüten, und zwar um so mehr, Juzeten, am besten je zarter der Teint.“ schützt einem prallen Sonnenlicht ausgesetzt hat, dann stellen sich Hautfrieseln und Rötungen ein, die schmerzhaft sind und das Kind stark belastigen. Durchsonnte Luft ist viel gesünder als Sonnenstrahlen. Am besten macht es die Mutter, wenn sie das Kleine unter einem Sonnendach strampeln läßt, es genügt auch ein großer Sonnenschirm. Hier werden die Augen geschützt, das Kleine braucht nicht zu blinzeln, sondern kann sich nach Herzenslust erfreuen. Die durchsonnte Luft ist warm genug, das Kind braucht nicht bekleidet zu sein— aber länger als zehn Minuten soll man es nicht strampeln lassen! Immer wieder muß man den Müttern zurufen: Schützt die Augen der Kinder vor dem grellen Sonnenlicht! Das Herz kann einem weh tun, wenn man sieht, wie unbedachte Mütter ihre Kinder ohne Sonnenschutz im Wagen spazierenfahren. Die Mütter sollten nur selbst einmal so in den Himmel schauen, wie sie es ihren Kindern zumuten, nicht eine Minute könnten sie es aushalten, und die Augen würden tränen— aber daß der Säugling, der flach im Wagen liegt, immer in die Sonne gucken muß— daran wird nicht gedacht! Wie soll das Kleinkind in den heißen Sommertagen ernährt werden? Diese Frage ist für alle Mütter von größter Wichtigkeit, denn Darmstörungen in den Sommermonaten bilden eine ernste Gefahr für den Säugling. Niemals darf die Mutter ihr Baby in heißen Sommermonaten abstillen— der Wechsel von der natürlichen zur künstlichen Ernährung wird nicht vertragen! Kinder, die schon an Flaschenmilch gewöhnt sind, vertragen diese Ernährung natürlich auch in den Sommermonaten, nur muß die Milch da besonders gut gepflegt sein, sie darf nicht verderben. Praktisch sind die Gummiringe, die man um die Milchflaschen legt, sie haben einen Schlauch, der an die Wasserleitung angeschlossen wird. Der Ring berieselt dann die Flasche und hält sie kühl. Ein Hilfsmittel, wenn man keinen Eisschrank hat! Es ist aber kein so sehr großes Unglück, wenn die Milch einmal sauer geworden ist, das Kleinkind verträgt auch einmal saure Milch, wenn man nur darf man nicht zu viel Zucker am besten ist Milchzucker, der auch von dem Seelenschönheit, und wie mit einem, Heiligenschein um: Wie schwer hatten es doch unsere Großglättg, bei 8° /Tas Bahy haf Pürst“.— genau wie der Erwachsene. fließt sie vor allem das Haupt der Zungfrau; aber nur diesen Einengungen und Beschränkungen zu zegröprch, Aber es darf nicht immerfort Milch trinken! Schon das aus zarten, innigen Empfindungen und Gefühlen geht keiten heranzuwachsen, wie wir sie heute in jeder Frau Aber es darf nicht ingerfeez,#ich dieser edle Schmuck hervor Gefühlen, denen jede Härte sehen möchten! und Rauheit, jede Heftigkeit fern ist. Alles Aufbrau= F. Kern. „We wächst eigentlich der Grieft?“ Küchenalltäglichkeiten, die doch Geheimnis sind— Was sind Sago und Graupen? eigentlich Grieß? Schüttelt oder wächst der auf einem „Mutti, wo wächst man den vom Baum, Strauch'“„„ gt 9. mn 4. 4 Ka. 66 Ganz erstaunt sieht die Mutter und Hausfrau ihr wißbegieriges Mädelchen an, das artig seinen Grießbrei löffelt und dabei vielleicht von einem Garten mit Grießbäumen träumt. Ja, wo wächst eigentlich Grieß? Was sind eigentlich Graupen? Und wie entsteht der Sago, der so schön glasklar in der Suppe wird? Wenn wir Hausfrauen ehrlich sind, dann müssen wir uns eingestehen, daß wir uns nicht oft Gedanken über die Dinge machen, mit denen wir in der Küche hantieren. Natürlich, daß es keinen Grießhaum gibt, das wissen wir, und daß man Graupenfelder nicht abernten kann, haben wir auch schon gehört— aber schon beim Sago hört es auf. Wir nehmen den Sago als etwas Selbstverständliches hin und wissen nur, daß es „echten" und„unechten“ gibt. Der echte Sago ist das Mark der Sago=Palme, unechter Sago wird aus Kartoffelmehl hergestellt, in einem komplizierten Vorgang. ist, kommt aus Ostindien und ist der Samen des Kardamonstrauches! Ein weiter Weg, bis er im Lebkuchenherzen landet Küchengeheimnisse sind interessant, wenn man sich einmal mit ihnen befaßt. Wir Hausfrauen dürfen nicht gedankenlos kochen— und auch nicht in der Phantasie die„Grießbäume“ abernten! D. K. Iabg nimmt ein Sonnen Säuglingspflege an heißen Sommertagen hat Durst, was gibt man zu trinken?— pflege besonders wichtig ibad Baby HautHeiße Sommertage sind eine besonders kritische Zeit für das Kleinkind, und die sorgsame Mutter muß in diesen Tagen ganz besonders darauf achten, daß nichts falsch gemacht wird. Zweimonatskind verträgt gekühlten Fencheltee. der gut den Durst löscht, er muß nur schwach gesüßt sein. Der Tee darf natürlich nicht eiskalt sein, sondern muß immer eine lauwarme Temperatur haben. Obstsäfte können vom vierten Monat an gegeben werden, verdünnen darf man sie nur mit sterilisiertem, d. h. abgekochtem Wasser— aber am besten ist unverdünnter Obstsaft. In den Sommermonaten muß besonders gut auf die Verdauung des Kindes geachtet werden. Beim Durchfall sofort die Milch weglassen, nur Haferschleim, in Wasser gekocht, geben— und dann zum Arzt! Die Hausßrau tät... Wenn die Wäsche frisch gebügelt ist Es ist grundverkehrt, frisch gemangelte oder gebügelte Wäsche sofort in den Schrank zu räumen. Sie muß vielmehr erst in einem trockenen, erwärmten Raum zum Nachtrocknen gelegt werden; dadurch werden vorzeitiges Mürbewerden und Stockflecke vermieden. Die zuletzt benutzte Wäsche muß stets unter die noch im Schrank liegende kommen, damit alle Stücke derselben Sorte gleich oft gebraucht werden. Wasserflecke auf polierten Flächen. Um Wasserflecke von polierten Flächen zu beseitigen. bestreut man die Stelle mit Kochsalz und tröpfelt auf dieses Wasser; nach einer Weile trocknet man die Platte Der Sommerhut will gepßlegt sein Warum behandeln wir eigentlich unsere Sommergarderobe immer etwas leichtsinniger als die Wintergarderobe? Der Sommerhut, der ja bei dem schönen Sommerwetter spazierengetragen wurde, den braucht man nicht so sorgfältig zu behandeln! Hat er das verdient? Die zarten weißen oder hellen Hüte wollen besonders gut behandelt werden, denn nichts ist häßlicher, als wenn weiße Hüte schon nach wenigen Wochen ergrauen. Der feine Staub, der sich im Sommer auf alle Dinge legt, überzieht auch den hellen Hut mit einer seinen Schicht. Zuerst merkt man das nicht, der Hut sieht noch tadellos weiß aus, dann aber hat man das Pech, in einen Gewitterregen zu geraten, und schon bilden die Tropfen auf dem Hut einen häßlichen Schmutzrand. Der abgelagerte Staub wird zu einer trüben Brühe, die den Hut verschandelt. Und wie leicht kann man an einem Sommertag einmal in ein Gewitter kommen! Ist der Hut aber immer gut abgebürstet, so schadet ihm der Regen nicht viel! Naß gewordene Strohhüte— sie dürfen allerdings nicht lackiert sein— drückt man vorsichtig in ihre Form und trocknet sie auf dem Hutständer. Sehr weiche Strohhüte, aus dem modernen Exotenstroh, legt man am besten flach hin, stopft den Kopf mit Seidenpapier aus und zieht ihn auf eine Holzform. Ist der hübsche Sommerhut durch den Regenguß aber matt und schlapp geworden, so darf man ihn nicht gleich auf den Müllhausen werfen, sondern man kann ihn sehr gut selbst wieder auffrischen. Nasse Hüte dürfen nie in der Sonne getrocknet werden, sondern immer im Schatten. Die Garnitur wird abgetrennt, Bänder plättet man am besten von links, Blumen werden aufgedämpft und zurechtgebogen. Allerdings ist es in den meisten Fällen dann doch wohl das Beste, sehr zerzauste Blumen durch neue zu ersetzen. Es gibt ja jetzt so billige und hübsche Blumen, da lohnt sich die Auffrischung meistens nicht. Das Kostbarste am Hut ist ja die Hutform! Ist sie schlapp geworden, so muß man sie mit einer Gelatinelösung wieder steifen. Das Mischungsverhältnis richtet sich immer danach, wie steif man die Hutform haben will. Steifungen mit Zuckerlösung, wie man das früher wohl machte, sind nicht zu empfehlen, denn der Zucker löst sich in der Sonnenhitze leicht auf, und dann hat man wohl das Gefühl, einen Bonvon auf dem Kopfe zu haben, den die Bienen und Wespen umschwirren. Hüte aus einfachem Stroh und Kinderhüte bringt man mit einer starken Boraxlösung wieder in die richtige Form. Man trägt die Lösung mit einer weichen Bürste auf, nachdem man dem Hut die richtige Form gegeben hat. Der Rand muß gut beschwert werden, damit er sich nicht verzieht. Jede Drogerie hat heute Reinigungsmittel zu verkaufen, die für die verschiedenen Stroharten passend sind. Panamahüte sollen immer ihre schöne weiße Farbe behalten, ein gelb gewordener Panamahut zeugt davon, daß seine Besitzerin ihn nicht liebevoll behandelte. Mit Quillajarrinde bleibt jeder Panama, wenn man ihn darin baden läßt, schön weiß, doch soll man diese Prozedur nur einmal im Sommer machen! Sind dunkle Hüte ausgeblichen oder durch Regen unansehnlich geworden, so kann man sie wieder neu lackieren. Der Mattlack ist dem glänzenden Lack vorzuziehen, denn auf dem Mattlack sind die Regenflecke nicht so zu sehen. Hat ein frisch lackierter Hut Regen abbekommen, so kann man mit etwas Spiritus die Wasserflecke entfernen, aber man muß vorsichtig tupfen, damit die Farbe nicht abgeht. Sonnenbaden ist gesund! Für Baby auch? Mütter sauber mit einem Tuche ab. Durch Reiben mit einem guten, weichen Kork stellt sich der Glanz bald wieder einem komplizierten Vorgang. lassen sich leicht verleiten, ihr Kind nackt in der Das Kartoffelmehl wird geschlemmt, getrocknet, erhißzt strampeln zu lassen, und das lustige Krähen des Kleizgx ver. Rostlecke auf vernickelten Gegenständen. und voliert— und wenn dann die Sagokügelchen in scheint ja auch anzuzeigen, daß das Kind sich wohltisgr,%— ren Gmmnhe der Suppe sprudeln, dann sieht man es ihnen nicht an, Und doch ist gerade beim Sonnenbad des Babys aller= Will man Rostflecke von vernickelten Gegenstände welchen langen Werdegang sie schon hinter sich haben! größte Vorsicht am Platz. Es ist nicht gut, wenn die entfernen, so bestreicht man dieselben mit einem festen Grieß, Graupen, Grütze und Haferflocken sind alles Sonnenstrahlen den ungeschützten Kinderkörper treffen, Oel und reibt sie nach einigen Tage Mühlenprodukte aus Weizen, Gerste, Roggen, Mais wenn sie auf das unbedeckte Köpfchen scheinen und in Salmiakgeist getauchten Tuche ab. Wenn noch Fleck oder Hafer. Je nachdem die Mahlvorrichtung, des die noch so empfindlichen Kinderaugen blenden. Die zurückbleihen sollten, so wascht mag, dieselben###t. ver: Mühlenwerkes eingestellt wurde, entstehen die verschie= kindliche Haut ist gerade den Strahten gegenüber ganz dunnter Salzsaute und poliert bann mit feinstem so denen Produkte. Die Körner werden enthülst, gespalten, besonders empfindlich, und wenn man das Kind unge Tripel gewalzt oder zermahlen. Graupen und Grütze kann man also nur aus der Mühle ernten. Wie wenig wissen wir z. B. über den Grünkern! In einer Haushaltungsschule der NSV wurde kürzlich im Unterricht eine Definition des Grünkerns verlangt! Fast alle Haushaltsschülerinnen hatten schon Grünkernsuppe gekocht oder zum mindesten doch gegessen, aber nicht eine wußte, was Grünkern eigentlich in Wirklichkeit ist. Am nächsten kam noch die Antwort: Grünkern ist eine Art gemahlener Graupen! Ja, aber auf die„Art“ kommt es an! Grünkern wird aus den unreifen Körnern des Weizens hergestellt, die zu Graupen gemahlen und enthülst werden. Eine große Rolle spielt in der Küche das Würzen der Speisen. Die vielen geheimnisvollen Tütchen mit Pfeffer. Nelken, Zimt und Ingwer, die getrockneten Bündelchen von Kerbel, Fenchel, Majorran oder Bohnenkraut möchten wir Hausfrauen nicht missen. Wo kommen sie aber alle her? Wo ist denn das„Land, wo der Pfeffer wächst", das man so gern im Mund führt und wohin man seine Feinde wünscht?! Fast alle Würzkörner kommen aus den Kolonien, ihr Ursprungsland ist meistens Asien. Im Mittelalter waren diese Gewürze fast unerschwinglich teuer.„Pfeffersäcke“, wie man die reichen Kaufleute nannten, verdienten ihr Geld mit diesen kostbaren Gewürzen. Die Holländer, die seit 1599 durch Eroberung der Gewürzinseln das„Gewürzmonopol“ hatten, legten großen Wert darauf, daß der Anbau von Pfeffer, Nelken und Zimt in Grenzen blieb, damit die Preise für diese Gewürze recht hoch blieben. Pfeffer sind die unreif geernteten Samenkörner des Pfefferstrauches, Nelken sind getrocknete Blütenknospen des Gewürznelkenstrauches, und Zimt ist die getrocknete Rinde des Zimtstrauches! Ingwer wird aus dem Wurzelstock der Ingwerpflanze gewonnen, und die Mu.katnuß wächst als Frucht auf dem Muskatnußbaum. Dies sind nur die gebräuchlichsten Gewürze, die alle aus dem Ausland kommen. Immer mehr kommen jetzt bei uns die deutschen Gewürze wieder zu Ehren. Unsere Vorfahren waren uns in dieser Beziehung weit voraus. Früher hatte beinahe jede deutsche Hausfrau ihr Gewürzgärtlein. Heute sät man wieder: Salbei, Majorran, Dill, Fenchel, Borratsch und Trippmadame, man erntet wieder Bohnenkraut und Beyfuß, auch der Kümmel ist bei uns wieder heimisch geworden. Der Kardamon aber, der unentbehrlich zum Backen von Honig= und Lebkuchen Jetzt hab' ich einen gaaganz grooooßen Fisch! Kräuteressig In den Monaten Juni, Juli, August sind auf den Märkten fast alle deutschen Gewürzkräuter zu haben. Von altersher haben immer schon fleißige Frauen in den Sommermonaten allerlei Kräutlein gesammelt, um sie im Winter den Speisen zuzusetzen oder zu Heilzwecken zu verwenden. Aber auch heute wird keine vorsorgliche Hausfrau es versäumen, für einen kleinen Wintervorrat zu sorgen, denn für Salate wie für Braten sind gerade unsere deutschen Gewürzkräuter sast unentbehrlich. Da aber nicht alle in getrocknetem Zustand ihre Würzkraft behalten, wird die Hausfrau eine Reihe von Kräutern für den Winter zu KräuterEssig verarbeiten. Hierzu gehören vor allen Dingen Dill, Estragon und Boretsch, die als Grundbestandteile nicht fehlen dürfen. Darüber hinaus kann man aber noch vielerlei andere Kräutlein als Zutaten verwenden, wie Fenchel, Thymian, Wermut, Majoran und Salbei. Diese Gewürzpflanzen sind immer zu haben, da sie für den Küchenbedarf die gebräulichsten sind. Zur Bereitung von Kräuteressig darf nur allerbester Weinessig verwendet werden, weil nur dann der feine Kräutergeschmack erhalten bleibt, wie ja auch die Beschaffenheit des Essigs den Geschmack des Salats bestimmt. Ist der Essig schlecht, kann er die feinsten Speisen verderben. Auf keinen Fall darf Essig=Essenz gebraucht werden. Bei der augenblicklichen Wärme wird es ein Leichtes sein, Kräuler zu trocknen, um sie später für Braten, Gemüse zu verwenden. Wenn die Stiele keinen Saft mehr enthalten, zerreibt man die zarten Blätter und füllt sie in saubere Leinensäckchen, die man an einem trockenen Platz aufhebt. Zum Trocknen eignen sich in erster Linie Salbei, Liebstöckl, Bohnenkraut u. a. Kräuteressia Man beschaffe folgende Kräuter: Boretsch, Dill, Estragon, Fenchel, Salbei, Thymian, Wermut, Majoran und verlese sie sorgfältig. Dann wasche man sie tüchtig in kaltem Wasser und lasse sie gründlich abtropfen. Erst wenn das Wasser ganz abgelaufen ist, wiegt man die Kräuter fein. Eine Tasse voll reicht für einen Liter Weinessig. Die seingewiegten Kräuter werden in Literflaschen gegeben und mit bestem Weinessig aufgefüllt. Es genügt, die Flaschen einfach zu verkorken, sie brauchen nicht luftdicht verschlossen zu werden. Kräuter für Kräuter=Tunken. Man verlese und wasche gründlich folgende Kräuter: viel Dill und recht viel Sauerampfer, ferner Bohnenkraut, Basilikum, Boretsch, Fenchel, Majoran, Pimpinelle, Peterstlie, Portulak, Salbei, Weinraute, Thymian. Wenn allos auf einem Haarsieb gut abgetropft ist, wiegt man die Kräuter fein und füllt sie dann in passende Einkochgläser dicht ein. Zum Schluß werden sie mit mildem Weinessig übergossen und im Einkochapparat verschlossen. Bei der Verwendung rechnet man auf einen Liter Tunke v. 4.. Bei der Verwendung Welt-Bildzentrale zwei Eßlöffel Kräuter. 4 A .58 144 8 40 M * 144 A * 54 1 454 40 58 2 b c 5 SH N 5314 95 1 Die letste Gnade) Ton Der gute Freund Alles hat seine Grenzen Sie:„Wer war denn das Mädel, von dem du dich„Warum hast du denn deine Verlobung gelöst?“ J. Droste-Rüfsto# sgoeben verabschiedet hasti, u... u. Seudeg ug Tis,mweige Liebe, Herbert wurde letzhin unerträg. itiu im Reiche.: Haiser brieh nichts anderes Abrig als den Er:„Hm— die Schwester eines alten Freundes lich. Meine Kleider hat er kritisiert, zum Stelldichein Vor Jahrhunderten, als Kaiser Taitsu im Reiche Dem Kaiser blied nichts anberes ubrig, als den von mir.““ kam er dauernd zu spät, stets sollte nur seine Me Shinas herrschte, diente ihm der kluge und upschtige Punsch leines Ministers zu erfülen, Er sotzege die" Sie:„Ist das denn ein Grund, daß du ihr einen gelten; na, und als er denn schließlich noch eine andere Minister Koupao lange Zeit und Land und Bolk de. Boten durch ganz China, um ein Gebiet zu fuchgz, wie guß geben nußztests:.—..., heiratete, da hatte ich genug von ihm und machte fanden sich wohl dabei. Auch nach dem Tode des Herr= Koupag es beschrieben hatte. Aber alle Boten kehrten“ Er:„Ja, ich hab ihn so schrecklich gern gehabt.: Schluß.= schers widmete Koupao dem Thronfolger seine Dienste unverrichteter Dinge zurück. So viel sie das Land durch. Er:„Ja, ich in gleicher Treue. Doch mit dem jungen Herrscher waren streiften, wo sie auch Umschau hielten, nirgends fand sich neue Männer zu Macht und Einfluß gelangt, denen der eine Gegend, die man als verwahrlost bezeichnen konnte. unbestechliche Alte wenig behagte. Sie sprachen so lange Im Süden und Norden, im Osten und Westen: überall auf den jungen Kaiser ein, bis dieser sich entschloß, den blühten reichtragende Obstbäume, überall standen saubere alten Minister zu entlassen....... Hütten, überall arbeiteten zufriedene Bauern auf wohl„Du bist nun zu alt, um die Geschicke des Landes bestellten Feldern. Als die Männer dies dem Kaiser melnoch länger zu leiten“, sprach er zu Koupao,„aber ich deten, ließ er Koupao zu sich rufen und sagte ihm, daß will dir für deine Treue eine reiche Belohnung zuweisen. es unmöglich sei, in China ein Gebiet zu entdecken, das Ziehe dich in eine Gegend meines Landes zurück, die unbewohnt und unfruchtbar sei. dir am besten gefällt, und verbringe deine Tage in Da neigte Koupao wieder die Stirn zur Erde und Frieden.“ erwiderte: Koupao berührte mit der Stirn den Boden.„So hast du, erhabener Sohn des Himmels, also „Erhabener Kaiser, da ich nicht mehr würdig bin, erfahren, wie es heute in deinem Lande aussieht, dessen dir zu dienen, bitte ich dich um eine einzige letzte Gnade: Verwaltung bisher in meinen Händen lag. Nun will laß in deinem Lande ein Gebiet suchen, das völlig öde, ich mich gern in meine Entlassung fügen.“ unbebaut, verwahrlost und so verkommen ist, daß es als Diese Worte machten den jungen Kaiser sehr beStrafe erscheint, dort zu leben. Dort soll mein zukünf= troffen. Er erkannte plötzlich die Verdienste des alten ROPK-ASLL LSNE tiger Wohnort sein.“ Das gibts nur in Hmerika treuen Ratgebers und war klug genug. seinen eigenen Fehler einzusehen. Deshalb setzte er Koupao alsbald wieder in alle früheren Rechte ein und entfernte alle Männer, die für die Entlassung Koupaos gesprochen hatten, augenblicklich von seinem Hofe. Kuropa lacht dazu... „Die Windeln vor„Shirley. Temple, dem kleinen 2= s= kr=............ Flustar, auf einer Versteigerung in Hollywoge,„au Wohltätigkeitszwecken verkauft, brachten 982 Dollar als Erlös. Optische Täuschung. Bei einem Wettbewerb für e schöne Mädchenbeine in Candelaria(Navada) Sammlerwut. R. A. Brighton, Schuhfabrikant aus erhielt die 17jährige Alice Stanton den ersten Preis, Kansas City, hat bekanntgegeben, daß er sich ein Pho= der ihr aber wieder aberkannt wurde, als herauskam, tographiealbum anlegen wolle, das von jedem le: daß ihr linkes Bein aus Holz war. benden Amerikaner ein Porträt enthält; die Sammlung würde nach ihrer Fertigstellung rund 125 Millionen Bilder umfassen. Das macht Spaß. Die Polizisten von Atchinson in * Kansas haben das Recht, jeden Verkehrssünder dadurch In Sapannek(Seun=Kaz) gißt zu bestrafen, daß sie einen Eimer voll Sand in den Scharfe Schützen. In Savannah(Tennessee) 61! Motor seines Autos schütten. es einen Bienen=Schieß=Klub, dessen Mitglieder jede Woche einmal ausammenkommen und Schießübungen„„* Woche einmat zusammenhommen veranstalten: als Ziel dient eine Biene, die in 15 Meter Enffernung von dem Schützen fliegt und durch einen Faden am Bein festgebunden ist. * Unerwünschte Reklame. Der Flieger Charles 'Connor aus San Franzisko wurde mit sechs Monnaten Gefängnis bestraft, weil er das Photo seiner Braut mit ihrem Namen und dem Text„Ein verNa, na! Ein Abendkleid, das sich in einem Fingerhut unterbringen läßt, wurde in einer Modenschau in Los Angeles preisgekrönl. Kreuzworträtsel Bedeutung der Wörter von oben nach unten: 1. Stechfliege, 2. Hauptstadt von Aserbeidschan, 3. Musikinstrument, 4. Kopfbedeckung, 5. deutscher Maler, 8. Gestalt, 11. Sumpfgelände, 14. spanische Münze, 15. Gebetsschlußwort, 16. Raubfisch.— Bedeutung der Wörter von links nach rechts: 2. dän. Ostseeinsel, 6. Geschenk, 7. Schweifstern, 8. ägyptische Stadt, 9. Bodenvorkommen, 10. Höhenzug nördlich vom Harz, 12. blumige Wiese, 13. Schmuckstein, 16. Frauengemach im Orient, 17. Göttergeschlecht der nordischen Mythe (Mehrzahl), 18. Held in Knabenbüchern. Wie heißen die Dichter? Die Vor= und Familiennamen der vier Damen: Marianne Wildt, Dorothee Ronker, Alma Hilweber und Gerla Krok ergeben in der Umstellung ihrer Buchstaben je den Namen eines deutschen Dichters. Wie lauten die Dichter? Scharade Es hatten Freunde mich geladen Zu Tisch. Man bat 1, 2 und 3. Doch als ich wieder heimwärts wollte, Bin ich zu spät zum 1, 2, 3. Zeit ist Geld. In Chikago erreichte ein Extrablatt eine Million Auflage, weil es eine Illustration enthielt, die den Knopftrustpräsidenten Williamson zeigte, wie er von seiner Toilette aus gleichzeitig durch die dorbenes Mädchen“ versehen hatte; allerdings beiden dort befindlichen Telephone sprach. hat er das Bild in 5000 Exemplaren über San Fran=. zisko abgeworfen. Lieber nicht. Nach einem Bericht der Aerztekammer * von Salt Lake City ist das Einnähen von Einheitspreis. Durch Normung aller Kleidungs= Haaren auf der Kopfhaut! stücke würde nach den Berechnungen eines Washingtoner zurchaus ungesunde und selten erfolgreiche Methode Statistikers die Kleidung so billig werden, daß die Glatzenbekämpfung anzusehen. Amerikaner jährlich fast drei Milliarden Dol=* lars sparen könnten. Noch schneller geht's nicht. In Elmira(Newyork) * wurde um 10.05 Uhr vormittags ein Bankbote ard im ermordet und beraubt. Um 10.40 Uhr war der Akustik., Der Fremdenverkehrsverein von Knoxy im Mörder verhaftet, um 11 Uhr trat das Schnellgericht Befragung(Fremdwort) Silbenrätsel Ergänzungsrätsel Bar— Bei— Ehe— Ehren— Fach— Gang Haft— Los— Mals— Nahe— Recht— Rot Schaffen— Scham— Takt— Uebel— Vortell Wert— Wollen— Zwei Durch Aneinanderfügen von je zwei der oben vermerkten Hauptwörter bilde man entweder ein Eigenschaftswort. ein Umstandswort oder ein Zeitwort. Werden die Anfangsbuchstaben dann richtig miteinander verbunden, ergeben sie ein wichtiges Ereignis bei der Aus diesen 59 Silben sind 23 Wörter zu bilden, Schuljugend. deren letzte und erste Buchstaben, beides in der Worta— ar— che— ch!— cho— dat— de—* en— fe— gat— ha— he— 1— Im— in is— ke— ker— kles— Ia— land— le— lei lent— ler— lett— 11— ma— me— mi mus— ns— na— ne— ni— nin— 5— ra re— re— reth— Fl— 11— ro— ros—schll schisch— 90— 90— 901— sto— ta— ter the— u— view— wun— ua folge gelesen, ein bengalisches Sprichwort wiedergeben. Bedeutung der einzelnen Wörter: klares, zehnfaches Echo entsteht. elste e c chicheie s cec genau um 12 Uhr konstatierte der Arzt den Toddes Seuche Delinquenten auf dem Richtplatz. Rette Mischung. Nevil Horace Burnet, der Vorsitzende, der amerikanischen Farhigen=Union, hat in seinen Adern chinesisches, japanisch Negerblut. Union, hat in sei. Kopfarbeit. Die amerikanischen Zeitungen und Zeit; hes, indianisches und schriften veröffentlichen jeden Tag mindestens 20·000 neue Kreuzworträtsel. Rauschmittel des Orients Wienenzsichter Tadiende Werl Biblischer Ort Eins reicht dem andern die Hand Umgeordnet sind die Wörter: Album, Interlaken. Neudeck Minute, Panzerschiff, Exaudi, Korona, Misanthrop anstelle der Zahlen und Felder in die Figur einzusetzen, sodaß der Endbuchstabe eines Wortes Folge einer Verletzung Der Halen Im Tran „Die Prämie ist nur gering“, sagte der Versiche= Herr:„Zum Donnerwetter, hören Sie doch auf Pflanze gungsagent.„Für fünf Mark monatlich ist Ihr Häus= zu klingeln. Sie sind ja an der falschen Tür!“ chen mit dem ganzen Mobiliar gegen Feuer versichert.“ Betrunkener:„W.„wissen Sie das so genau „Also das heißt. Sie zahlen mir zwanzigtausend Vielleicht sind Sie in der f... alschen W. ohnung?“ Mark sofort aus, wenn mein Haus abbrennt?“ Angehöriger der Wehrmacht „Stimmt!“ sagte der Agent.„Allerdings machen wir erst einige Erkundigungen über die Art und die Ursache des Brandes. „Dachte ich mir doch gleich!“ sagte der Besitzer. indem er dem Agenten die Tür zeigte.„Irgendwo würde da ein Haken sein!“ Höflich „Sie sind freigesprochen, Angeklagter. noch etwas zu sagens“ „Entschuldigen Sie, bitte, daß ich Sie vergeblich bemüht habe, Herr Rat.“ Mißverstanden „Was, Gustav war im Gefängnis! Was hat er denn gemacht?:. „Säcke genäht!“ „Aber das wird doch nicht bestraft!“ Der Wecker „Morgens um sechs, wenn mein Nachbar geweckt wird, werde ich auch immer wach!“ „Kann man seinen Wecker denn bis hierher hören!“ „Nein, aber sein Fluchen!“ Der grobe Schuster „Herr Müller. der Schuster war eben wegen des Geldes für die Stiefel hier!“ „Was hat er denn gesagts“ „Das kann ich jetzt nicht wiederholen, die Kinder sind im Zimmer!“ Beweis „Glauben Sie mir, Frau Schmitz: mit Müllers ist das nicht so großartig— die Leute haben alles auf Raten.“ „Woher wissen Sie das?“ „Na, immer wenn der Kassierer zu uns kommt, dann klingelt er nachher auch bei Müllers.“ Wer die Wahl hat... Gast:„Einen Kaffee. bitte!" Kellner:„Mokka? Mokka Double! Kaffee verkehrt? Kaffee turque? Oder Kaffee extra?“ Gast:„Ach, bringen Sie mir lieber einen Teel“ Ehegespräch Er:„Hätte dir doch irgendein Idiot vor der Ehe Haben Sie einen Antrag gemacht.“ Sie:„Er hat es.“ Er:„Dann hätte er dich auch heiraten sollen.“ Sie:„Er hat es!“ Kleiner Mann was nun? Angehöriger des hamitischen Volksstamms in Ostafrika Der griechische Liebesgott Abtrünniger Nähere Bezeichnung eines Individuums Wallensteinscher General Riedermichel Heidenmud[Hrendword) Angedorene Sohabung Noche Spl Schweiserischer Hanton Arlaupsgelt Bolllündlsche Pohupls Standinavische Münzeinheit „Das Beste, was Sie tun können, ist, Sie gehen Deutscher Klassiker nach Hause und regeln die Sache in aller Güte mit Ihrer Frau zu Hause!“ 2 9 wag i. „Und was ist das Zweitbestek“ Echenscher Zeddenr und Staaddmann gleichzeitig der Anfangsbuchstabe des nächsten Wortes wird. Jedes Wort reicht also von der Zahl bis einschl. der nächsten Zahl!— Auf das Wort 9 zu 1 fällt das Fremdwort für„Geschick“! Bei richtiger Lösung nennen die auf die Zahlen 1 bis 9 treffenden Zeichen ein deutsches Buch. Versteckrätsel Dein Lehrer kann dir darüber genaueste Auskunft geben.(Norwegische Stadt.) Laß mich nicht zu lange warten.(Soldat.) Ein Dackel lernt nur selten unbedingten Gehorsam. (Teil des Hauses.) Er kann aber auch anders.(Weiblicher Vorname). Marie sagt niemals, was sie denkt.(Stadt in Sachsen.) Auf seiner Alpenreise geriet er in einen Schneesturm.(Nebenfluß der Elbe in Böhmen.) Der Finger ist ihm unterhalb des ersten Gelenkes weggenommen.(Teil der Pflanze.) Acht Raben saßen auf einem hohlen Baume.(Stadt in der Rheinprovinz.) In jedem der vorstehenden Sätze ist ein Wort von der angegebenen Bedeutung versteckt. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter nennen eine rumänische Stadt. Und Mohammed sprach: Der k und n sei dein Begleiter! Nur m und I, die hilft dir weiter. Auflösungen aus der vorigen Nummer Silbenkreuzworträtsel: Senkrecht: 1 Moder, 2. Liga, 3. Samariter, 4. Owambo. 6. Kosaken. 8. Amatt. 9. Indigo, 10. Lawine,, 11. Sansibar, 12. Amerika, 14, Rogasen, 16. Vaier, 17. Pope. Waagerecht: 1. Mona Lisa, 4. Pder, 5. Gama, 7, Boa, 9. Interlaken, 11. Santtago, 13. Rero, 15. Riva, 17. Posen, 18. Kater Lampe Aus chinesischen Spriüchen: Reeder, Edison, Finte, Utrecht, Crupion. Gebrock, Is, Magaiin, Udei, Lorelel. Büssel. Toledo, Amulett, Hassan— Ein ruhiger Flud hat Nlumige Uler. Gepla#s. Braus Rablo, Abaust mndete Tater Magisches Geviert: Brant, Radio, Admet. Niete, Totem. Besuchskarte: Den Roman„Soll und Haben“. Schlichte Verbindungen: Spitz— Weg, Bier— Baum— Spisweg— Vierbaum... Sum: 2 aa, 6 r Kreuzworträtsel: Waagerecht: 1. Fama, 5. Lar, 6. Preis, 8. üilc. 9. Bel, 10. Klason. 19.: Zwan, 13. grei, 15. Gage, 17. Bein. 18. Inn.— Genkrecht: 2. Ale. 3. Maidowle, — 4: Arsenal, 6 Pfingsten, 7. Nag, 8. Ulm, 11. Stegen, 14. Ra. 16. Obt. Cerat arer Mentere Reis e- u n d Bä derbe i I age des ,, B □ C humer Anzeiger — Samstag, 20. Juni Schöne niedersächsische Landschaßten Der märchenhafte Reinhardswald Der waldreiche Buntsandsteinrücken zwischen Fulda, Weser und Diemel ist der Märchenwald der Brüder Grimm. Hier begegneten ihnen die deutschen Märchengestalten. Die grünumsponnene Sababurg ist das deutsche Dornröschenschloß hinter der Dornenhecke. Ein Urwaldgebiet von 70 Hektar umgibt als Naturschutzgebiet diese Burg; was hier wächst, soll gedeihen, Kraftloses stürzt und verkümmert. aus den gestürzten Waldrecken grünt neues Leben. Die Sababurg wurde 1331 als Schutzburg der Wallfahrtsstätte Gottesbüren errichtet. Der ganze Reinhardswald aber wurde von dem zum Tode verurteilten Raubgrafen Reinhard angelegt; als letzte Gnade hatte er sich auserbeten, wenigstens die Ernte dieses„Ackers“ erleben zu dürfen. Der einsame Solling. Zwischen Weser, Leine und Schwülme wogt des Weserlandes größtes Waldrevier(50 Quadratkilometer) auf zur Hohen Blöße. Sonnige Buchen und Eichendome mit manchem Baumwunder wechseln mit lieblichen Wiesen und Waldtälern. Hochmoore wurden zu Quellgebieten forellenreicher Bäche. Die Hillebille klingt noch aus einsamen Köhlerhütten. In dem spärlich besiedelten Waldgebirge finden sich die Ortschaften Neuhaus, Fohlenplacken, Silberhorn, Mühlental, Hellental, Holzminden, Hörter, Carlshafen an der Weser, Uslar sind Eingangspforten. Wilhelm Raabe, Hermann Löns und Heinrich Sohnrey wurden zu liebevollen Sängern des Sollings. Der unentdeckte Ith. Der Ith. eine Zwergenbergwelt des Weserberglandes, ist sicherlich für die meisten Deutschen unentdecktes Deutschland! Dieses 22 Kilometer lange, klippenreiche Kalkgebirge beginnt in der Nachbarschaft des Bückeberges, steigt im Knüllbrink zu 439 Meter auf und fällt steil ab. Die Kammwanderung führt von Coppenbrügge über die Teufelsküche, Fahnenstein, Wackelstein, am steilen Hochplateau aussichtsreich nach Laubenstein. Das reizende Bad Pyrmont. In diesem feingepflegten Niedersachsenbad beglückten Natur und Kunstschöpfung in höchster Vollendung. Als einer der schönsten deutschen Kurparks erlebt man in seinen steif geschnittenen Stutzalleen, seinem Rosenweiher, Magnolienrabatten, Fliederlauben, dem Palmengarten am alten Wasserschloß, seinen zu sonnigen Bergwäldern emporschwingenden Wegen, einen seltenen Landschaftstraum. Gartenkunst und Bergnatur einen sich hier meisterhaft. Um die heilsamen Quellen rasteten Germanen und römische Legionäre, strömten im Mittelalter gebrestenhafte Pilger zu Tausenden zuhauf, schritten Europas Monarchen, lustwandelten klassische Dichter, spazieren unsere eleganten Frauen von heute mit dem Brunnenglas in der Hand zu den schmeichelnden Weisen erster Kurorchester. Niedersachsens heiterste Landschaft— hier ist sie: Bad Pyrmont. Das altgermanische Heiligtum des Teutoburgers Waldes Aus dem lieblichen Lippeschen Hügelland schwingt die Bergkette des Teutoburger Waldes emvor. Zwischen Völmerstot, seinem höchsten Gipfel, führt der Hermannspfad am Gebirgsrand hinüber zur Grotenburg mit dem schwertreckenden Germanenfürsten. An der Straße nach Lippspringe ragen die Felsen der Externsteine, 4000 Jahre alte sächsische Kulturstätte um die Irminsäule, die in unseren Tagen erst wieder im Thronsessel der christlichen Skulptur entdeckt wurde, nachdem sie unter Karl dem Franken zerstört wurde. Das wichtigste niedersächsische Heiligtum haben wir in dieser geheimnisvollen Felsenstätte vor uns! Von der Grotenburg grüßt schwertreckend die Idealstatue Armins des Cheruskers und Römerbesiegers mit erhobenem Schwert weit ins Niedersachsenland hinaus. Auch in seinen weniger besuchten südlichem Gebiet, dem Eggegebirge und dem nordwestlichen Gebiet des Osnina(insgesamt 100 Kilometer) stellt der Teutoburger Wald ein bedeutsames Wander= und Rastgebiet dar! Am Steinhuder Meer. Nordkap des Schaumburger Landes ist der 30 Quadratkilometer große Binnensee des Steinhuder Meeres. Er wird von unterirdischen Quellen gespeist und fließt zur Weser ab. Im Marktflecken Steinhude sind vor allem Fischer und Leineweber angesehen; ihre Aale sind ebenso berühmt als die„Hemden ohne Naht". Fischerboote und Torfkähne— der Seeschlamm wird in den niedersächsischen Schwefelschlammbädern verwertet— beleben das„Meer": elegante Segeljachten fliegen traumhaft über seine Fluten. In der Mitte des baute ein Lippescher Fürst anno 1761—65 auf einer künstlichen Insel eine Festung: tüchtigster Schüler dieser Militärschule war Scharnhorst! Am Weißen Bad spielt sich sommertags zeitgenössischer Scebadbetrieb ab. So bietet das Steinhuder jedem etwas! Im Jahr 16 nach Chr. war die Landschaft um den See Schauplatz der Tragödie Germanikus=Armin. Die Westfälische Pforte. Zwischen Wiehengebirge und Weserkette verläßt die Oberweser ihr liebliches Bergland und strömt durch die Westfälische Pforte in ihrem Urstromtal meerwärts. Vom Wittekindberg grüßt das Denkmal des alten Kaisers, der 1871 das zweite deutsche Reich zimmerte; der Jakobsberg trägt als Mahnmal das Schlageterkreuz. Minden liegt zu Füßen, mit herrlichem gotischen Dom und alten Häusergassen eingesponnen in die alten Festungsglacis. Durch die Porta führt wichtiger deutscher Ost= und Westverkehr: vier Schienenstränge bewältigen den starken Eisenbahnverkehr zwischen Köln und Berlin. Unweit von Minden kann man das technische Meisterwerk der Ueberführung des Mittellandkanals in einem 24 Meter langen Trog über die Weser bestaunen. * So sind an vielfältigem Zauber überreich die niedersächsischen Landschaften. Sie bergen in Gebirgen und Städten, um Flüsse und Heilbäder, in Burgen und Denkmalen viel mehr Kulturschätze, als in kurzbemessenen Wandertagen erwandert werden können! Von Konrad Haumann Auf der Höhe bleibt unser Weg an der Ortschaft Dösseln vorbei bis Brenge(25 Minuten). Hier jedoch beginnt der Abstieg über Esbecke nach Kleinhammer im Versetal(210 Meter; 25 Minuten). Auf einem wundervollen Waldweg steigen wir nun in 1¼ Stunden Zwischen Oserlohn und Plettenberg Willst von Wunden du gesunden. Frisch hinaus aus dumpfem Haus, Alles Leid, so du empfunden, Heilt Natur dir liebend aus. (J. G. Seidl.) In dreistündiger Wanderung ist am Samstag nachmittag von Iserlohn aus das SGV.=Ehrenmal zu erreichen. Die Wanderung führt von 245 Meter nach und nach auf die doppelte Höhe, ohne besonders anstrengend zu sein. Der weite Iserlohner Stadtwald nimmt uns schon bald hinter der Hardt(östlich vom Westbahnhof) auf. Der gezeichnete Weg verläuft um den Mühlenberg, dann nahe dem Wolfsplatz vorbei über den Glüsing bis etwa über 420 Meter empor und senkt sich dann langsam durch Felder nach Ihmert hinab(1¾ Stunden). Hier folgt ¼ Stunde Landstraße bis vor Elfenfohren. Nun geht's wieder etwas bergan in den schönen Hochwald des Giebels. Ständig umfängt er uns bis kurz vor dem 514 Meter hohen Kohlberg. Wenige Minuten vor dem turmgekrönten Gipfel biegen wir rechts hinab zum Ehrenmal des Sauerländischen Gebirgsvereins. Es läßt sich kaum ein schöneres Plätzchen als Raststätte denken. Von fast allen Fenstern aus schweift der trunkene Blick wieder und wieder zu den sauerländischen Höhen hinter Altena, zu Lüdenscheid und dem Ebbegebirge hinüber. Und gerade im Schein der versinkenden Abendsonne ergreift dieses Bild immer aufs neue. Am Sonntag nehmen wir zu dem Blatt 2 Iserlohn der Sauerlandkarte:50000 noch Blatt 7 Attendorn der Sauerlandkarte:50 000 vom Sauerland=Verlag zu Iserlohn hinzu. Vorerst verfolgen wir von der Höhe des Kohlberges aus Hauptwanderstrecke 1 bis Eineiche. Nun halten wir unsere bisherige Richtung auf dem bezeichneten Ortsweg nach Dresel zu an. An den Höfen Voßecke und Wahlscheid vorüber gelangen wir ins Tal des Droseler Baches und mit diesem heraah nach des Dreseler Baches und mir diesem vergab nach Dresel (200 Meter; eine Stunde). Nach Ueberschreitung der vor uns liegenden Brücke über die Lenne steigen wir im Zickzack drüben auf bezeichnetem Wege in knapp einer Stunde an Gehöft Bosiepen vorüber zur Hauptwanderstrecke 5 nahe Haus Horst empor(380 Meter). Weiter halten wir uns an Hauptwanderweg 5 südwärts. Nach ¼ Stunde kommen wir an Gehöft Vorderbrenge vorüber, nach weiteren 25 Minuten zum Hof Neuenhaus. durch das Tal der Solmbecke empor zur Kreuzung mit Hauptwanderweg 12(510 Meter), also ganze 300 Meter! Wir jedoch halten das weiße liegende Kreuz mit der Nummer 5 weiter bei. Immer noch begleitet uns prachtvollster Hochwald, wenn wir über Grävinglöh zur 575 Meter hohen Molmert wandern(fast eine Stunde). Freundliche Ausblicke belohnen unsere Leistung. Der Hamm und seine Sole Wer Hamm besucht, wird staunen über die Entwicklung des Grüngürtels und der Kuranlagen. Unser Bild gibt einen Blick auf das Kurhaus. Die Sole ist sehr stark und wird als sehr wirksam von allen Besuchern gepriesen. B..-Archiv Froh in die Ferien... und selbstverständlich nach Prospekte durch sämtl. Verkehrsbüros sowie durch die Badeverwaltung Nadsrulhenburg an der-See und Strandpromenade. Mäßige Preise, fließendes Wasser. Fernsprecher 79. Näheres durch Hausprospekt Hotel Seeburg seiten schöne Lage, direkt an der See, fast alle Zimmer mit Balkon und fließendem Wass. Prospekte auch durch den Verkehrsverein. Tel. 65. Autogarage. E. Stahl Strandschloß Moderne, vornehme Famillenpension am Badestrand. Zimmer mit Balkon und fließ. Wasser. Bestempf. Küche. Tel 17. Prospekt. C. Ehrla Sslsce-Hoterha besond. günst. Lage a. d. offenen See, beste Verpfleg., eigene Landwirtschaft. Zim. mit fließ. Wasser, mäß. Preise. 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Regelmäßig erhalten Sie dann Ihre Zeitung zugestellt. Gochumer Anzeiger S eite 22 Nr. 142 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 Rest des Wandertages bringt ein Gefälle von 350 Meter über das Schäferplätzchen, den Hexentanzplatz und den Schellhagen, meist durch Wald, in gut einer Stunde nach Plettenberg am Zusammenfluß der Oester, Else und Grüne. Wenn das landschaftlich hervorragend gelegene Städtchen auch eine Nebenbahn und eine Dampfstraßenbahn hat, so pflegen die meisten Besucher doch noch knapp ½ Stunde zu dem in der Nachbarortschaft Eiringhausen gelegenen Bahnhof Plettenberg zu gehen und von hier aus auf der Lennebahn heimzufahren. Tekolung am Deister Bad Nenndorf bei Hannover, das im nachsten Jahre auf ein 150jähriges Bestehen zurückblicken kann, ist durch seine natürlichen Heilmittel— Schwefel, Schlamm, Sole— ein ausgesprochenes Heilbad. Kranke, die an Rheuma. Gicht, Ischias leiden, die Hautund Frauenkrankheiten oder Katarrhe der Luftwege haben, kommen seit alters her nach hier und haben durch Nenndorfer Kuren alanzende Heilerfolge erzielt. In fünf modern eingerichteten Badehausern werden die Heilmethoden abgegeben. In diesem Jahre ist eine Erweiterung des Inhalatoriums und die Einrichtung einer Abteilung für Elektrotherapie neu geschaffen. Ein großer Teil der Hotels und Pensionen geben die verschiedenen ärztlich verordneten Diätformen ab. Den Badehäusern vorgelagert ist die Esplanade, die den Mittelpunkt des Bades bildet. Auf ihr entspringen die Hauptquellen, auf ihr befindet sich der Brunnentempel, auf ihr werden die täglichen Kurkonzerte abgehalten. Bad Nenndorf als Heilbad für die leidende Menschheit hat seinen Ruf von alters her; als Ausflugs= und Ruheplätzchen für Erholungsuchende wird es in weiten Volkskreisen von Jahr zu Jahr beliebter. Am Strande von Westerland Die bei einem gewaltigen Herbststurm im Oktober des vorigen Jahres an der Sylter Küste nördlich von Westerland erfolgte Strandung des französischen Frachtdampfers„Adrar“, von Hamburg nach Le Havre bestimmt, dessen Abschleppung man bis jetzt vergeblich versucht hat, erinnert an eine ähnliche Strandung, die kurz nach dem Kriege am Westerländer Strand erfolgte. Damals lief der eiserne Dampfer„Dietrich“, ein deutscher Heringslogger, direkt beim Familienbad auf, von dem noch mehrere Jahre nachher einzelne Teile bei Ebbezeiten mit großer Mühe abgerüstet wurden. Der Dampfer war so unglücklich gestrandet, daß er ein andauerndes Hindernis für die Badenden bildete. Die restlichen Teile dieses Dampfers sind jetzt vollständig versandet. Die„Adrar“, ein 6000=Tonnen=Schiff, ist bedeutend größer und liegt günstiger im Wasser, so daß noch jetzt mit der Abbringung des Schiffes bei ausreichendem Wasserstand gerechnet wird, obgleich schon verschiedene große Hamburger Schlepper den Versuch aufFreuden an Word. Es gibt Leute, die meinen, an Bord eines Schiffes tagelang, ja wochenlang zu weilen, das müßte ermüden. Ach, die Toren! Sie haben noch keine solche Fahrt gemacht, sonst könnten sie nicht so reden. Was erlebt man nicht alles Wundersames an Himmel, Luft, Wasser, Sonne, Wind und fremden Häfen! Wer solche Reise gemacht hat sehnt sich immer aufs neue nach dem Leben an Bord. Von Langeweile ist keine Rede. Im Gegenteil, der Tag ist viel zu schnell um, dabei gibt's keine Hetze, man kann alle Dinge langsam an sich herankommen lassen. Wie verläuft nun so ein Tag an Bord? Natürlich nach Temperament und Eigenart des Fahrgastes verschieden. Ich habe es auf einer Lloyd=Mittelmeerfahrt mit dem Dampfer„General von Steuben“ so gemacht, daß ich nach gut durchschlafener Nacht erst einmal in den Turnsaal ging. Dort finden sich zu körperlicher Begeben mußten. Die Stückgüter sind geleichtert und nach Hamburg zurückgebracht worden. Ein Teil der Besatzung, die aus 38 Köpfen bestand, ist mit dem Kapitän bis jetzt noch auf dem Schiff verblieben. Derartige Strandungen kommen in den letzten Jahrzehnten nur noch selten vor, eine Folge der immer mehr abnehmenden Segelschiffahrt und der technischen Entwicklung der Schiffahrt überhaupt. Das gewaltige Schiff bildete schon gleich nach der Strandung einen großen Anziehungspunkt für die Badegäste sowohl als auch für die Einheimischen, die Sylter Inselbahn veranstaltete Sonderfahrten, die immer ausverkauft waren, nach der Strandungsstelle. Da vor dem Herbst mit größeren Sturmfluten normaler Weise nicht zu rechnen ist, und daher das Schiff vorher nicht abgebracht werden wird, werden auch die in dieser Saison in Westerland weilenden Gäste Gelegenheit haben, sich das gestrandete Schiff anzusehen. „Reichsstatthalter des Verkehrs“ Das Presseamt des Reichsfremdenverkehrsverbandes teilt mit: Der Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes, Staatsminister a. D. Hermann Esser, hat sämtliche Geschäftsführer der 24 Landesfremdenverkehrsverbände zu einer Schulungstagung nach Bad Kissingen gerufen, um als organisatorischer Führer des deutschen Fremdenverkehrs den Geschäftsführern der Landesfremdenverkehrsverbände klare Richtlinien für ihre Arbeit und Aufgaben zu geben. Was in der Politik die Reichsstatthalter sind, das bedeuten die Leiter und Geschäftsführer der Landesfremdenverkehrsverbände für ihr Gebiet im deutschen Fremdenverkehr, und zwar in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für die Durchführung der gemeinschaftlich auferlegten Pflichten und Aufgaben. Das gemeinsame Ziel gebietet, alles zu tun, was den Fremdenverkehr in Deutschland vorwärtsbringt, und alles zu unterbinden, was ihm irgendwie schadet. Mit besonderer Eindringlichkeit wies der Präsident noch darauf hin, daß sich die Anordnungen und Bekanntmachungen der Zentralstelle mit Hoheitsaufgaben befassen, die erfüllt werden müssen. Die Satzung des Reichsfremdenverkehrsverbandes werde in Verbindung mit einer Umlagenordnung in der allernächsten Zeit verabschiedet werden. Dem Reichsfremdenverkehrsverband obliege die Durchführung großer reichswichtiger Aufgaben. Zu diesen gehört u. a. die Erbauung eines Hauses des deutschen Fremdenverkehrs in der Reichshauptstadt, das einem Wunsch und Willen des Führers entspricht. Letztes und höchstes Ziel jeglicher Fremdenverkehrsarbeit sei, Deutschland im Sinne des Willens und Wunsches des Führers zum schönsten und gastlichsten Reiseland der Welt zu gestalten. Eine Belehrung für Zweifelnde tätigung eine ganze Anzahl moderner Sportgeräte, mit denen man nach freiem Ermessen oder unter Anleitung eines Sportoffiziers Uebungen vollführen kann. Im Speisesaal ist indessen schon das reichliche erste Frühstück, das an kleinen Tischen eingenommen wird, mit Genüssen mancherlei Art vorbereitet. Seeluft macht hungrig! Das Schwimmbad, das an Bord den Gästen zur Verfügung steht, verlockt zu erfrischendem Bad und zu frohem Spiel im grünen, wohltemperierten Seewasser. Man springt hinein und ist glücklich. Das Bassin hat keine 100=Meter=Bahn, ist auch nicht geeignet für Dauerschwimmer, dafür kann man in ihm nach Lust und Laune planschen, und wer will, mag auch einige Schwimmstöße tun. Das genügt, denn die fröhliche Gesellschaft läßt gar keine Sehnsucht nach Dauerrekorden aufkommen. Wer dann noch die Beweglichkeitsübungen oder Geschicklichkeitsspiele fortsetzen will, findet auf den großen freien Decks im Angesichte des Meeres, im Sonnenlicht und nervenstärkender Seeluft immer Geräte und Gelegenheit und nette Partner dazu. So tummeln sich bunte Gestalten in Strandanzügen, Badeanzügen und Sportbekleidung, schlanke Frauen und braungebrannte Männer, alles, was jung und fröhlich an Bord ist, hat sich hier versammelt und spielt. Zwischendurch ist ein kleiner Imbiß, den der Decksteward während des Konzerts der Bordkapelle serviert, nicht zu verachten. Auch ein gut gemixter Cocktail, im Rauchsalon eingenommen, empfiehlt sich um diese Zeit. Solche Dinge machen im Verein mit der Seeluft Appetit auf das Mittagessen, das stets in einer hervorragenden Qualität und Reichhaltigkeit im Speisesaal vor uns erscheint und dem verwöhntesten Geschmack gerecht wird. Nach dem Essen tun eine Schale Kaffee in der Gesellschaftshalle oder eine Zigarre oder Zigarette im Rauchsalon ihr Gutes. Wer dann der Ruhe pflegen will, legt sich zum süßen Nichtstun in einen bequemen Liegestuhl aufs Deck. Hier kann man sich allein seinen Gedanken und Träumen überlassen, ein fesselndes Buch aus der vielseitigen Bordbibliothek lesen, ins Blaue hineingucken oder mit einer gleichgestimmten Seele vertraute Zwiesprache halten. Solche Erholung an Deck wirkt Wunder. So lebt man unter Bewegung und Ruhe, Schauen, Pflege und Genießen, betreut von einer Schiffsmannschaft, die den Fahrgästen gleichsam die Wünsche von den Augen abliest, der abendlichen Hauptmahlzeit entgegen, bei der die Küchenmeister immer aufs neue beweisen, daß ihre Kunst auf Erden nicht ihresgleichen hat. Nach dem Essen bereitet sich an Bord eine bunte Fröhlichkeit aus. Musik und Tanz, Kino, kurz Frohsinn und edle Geselligkeit in den Gesellschaftsräumen runden das Bild der freien Seetage in einer Weise ab, die das Gefühl glücklicher Zufriedenheit hervorruft. Das Leben an Bord ist immer bunt, belebend und beglückend. Es gibt auch wohl kaum eine reizvollere Art, Landschaft und Meer zu genießen, als vom Deck eines Schiffes. Die Weite des Horizontes, das gewaltige Schauspiel des Ozeans, das Wechselspiel der Seereise, dazu das behagliche Leben mit erlebnisfrohen Menschen an Bord, alles das macht die Seele frei und leicht. Bald schwimmt der sonnige Himmel in einem festlichen Leuchten ohne Ende, bald blitzen unter dunklem Wolkenzug die Möwen schneeweiß vorüber, bald tauchenaus dem Meere die seltsamsten Landschaften auf, werden größer und erweitern sich schließlich zum bunten Tor eines fremden Hafens voller Geheimnisse und Abenteuer. Seereisen sind immer eine glückliche Zeit! Wandern und Trleben am#kein Ob Du am Rheinstrom wanderst und die Sieben Berge grüßt, oder mit einem der weißen Schiffe an Rebenhügeln und Burgruinen vorbei den Rhein hinauf fährst, ob Du mehr abseits vom großen Verkehr die lieblichen und romantischen Flußtäler suchst, die weingesegneten Täler der Ahr, der Mosel und der Nahe, ob Du dahinziehen willst mit Rucksack und Wanderstab durch die weiten Bergtäler der Eifel und des Hunsrücks, um ihre Stille und Einsamkeit zu erleben, ob Du des Siegtals liebliche Schönheit oder des Westerwaldes weite Hochflächen und blumigen Waldtäter grüßen willst: überall umfängt Dich eine Natur von besonderer vielgestaltiger landschaftlicher Schönheit. „Der Niederrhein in Flammen.“ Die großen Rheinbeleuchtungen des Landesfremdenverkehrsverbandes Rheinland am Niederrhein, für das Siebengebirge(4. Juli) und für den Mittelrhein (25. Juli), werden heute, Samstag, 20. Juni, am Niederrhein mit der großen Beleuchtung der Industrie= und Hafenanlagen von den Mannesmannwerken bei Wanheim bis Duisburg=Ruhrort bzw. von Rheinhausen bis Homberg, eröffnet. Die Beleuchtung des Niederrheins und seiner grandiosen Industrie= und Hafenanlagen ist ein Bekenntnis zur Romantik des industriellen Schaffens. Wenn all die Schornsteine, Hochöfen, Fördertürme, Kessel und Krane im lodernden Schein vielfältigen Lichtes und eines gewaltigen Feuermeeres stehen, dann zeigt sich das Industriegebiet einmal von einer anderen Seite, als man es sonst kennt. Wer daher am Samstag, 20. Juni, die gewaltigen Stätten des deutschen Arbeiters in flammendem Licht erblickt, wer die Flammen zum Himmel emporlodern sieht, der wird gewiß den Wunsch hegen, diese Stätten heldischen Arbeitseinsatzes auch am Tage zu erleben, und den Menschen der Arbeit als deutschen Bruder zu grüßen. Die Marksburg bei Braubach Zeichnung von Fritz Bley Pension K Wochenende:: Prospekt:: Täglich Konzert K URO R T Honnef mit Rhöndorf am RHEIN und SIEBENGEBIRGE bietet ihnen R U HEUND E RH OL UNO Auskunft u. Prospekt durch: Städt. Verkehrsamt Honnef(Rhein) Pension Seint volung,„ Dicht am Walde Fl. Wasser. 4 Mahlz. Tägl. liegend.(In waldreicher Gegend zw. Laacher .50 Haus Mathilde, Niederbreisig einzigartig schön am Wald, an den Bädern u. am Ort gelegen. Ruhigste Lage des Ortes. Flietend. Wasser, Liegewiese, Garage, Terrasse mit herrl. Rheinblick. Gute Verpflegung, 4 Mahlz. Vor= u. Nachsaison.25 M. Hauptsaison.75#. Erholungsuchende u. Dauervensionäre find. frdl. Aufnahme i. schön., waldr. Cugentental. Pensionshaus Engenientol. Post Morsbach, Reg. Bez. Köln. ee u. Rhein, gr. Park a. Kurgart. m. Liegewiesen, moderne belle Zimmer, fl. kalt. u. w.., Bad, bebagl. Gesellschaftsräume, vier Mahlzeiten, von.50 Mk. an, vorz. Küche. Prosp. Achtung! 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Professor Westphal(Hannover) behandelte die Erkrankungen der Gallenwege und ihre Beziehungen zu der Bauchspeicheldrüse. So zieht eine Erkrankung der Gallenwege eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse umgekehrt die der Gallenwege nach sich. Was Professor von Bergmann für den Heilplan der Leber feststellte, konnte er für den Heilplan der Gallenwege vollkommen bestätigen. Ist doch Mergentheim im Laufe der letzten Jahre geradezu zum Gallenbad geworden! Ueber die Möglichkeiten chirurgischer Eingriffe sprach Professor Dr. Schmieden(Frankfurt). Man müsse jugendliche Patienten nicht zu spät, alte nicht vorzeitig operieren, bevor man nicht versucht habe, durch intensive internistische Behandlung den Entzündungszustand zum Abklingen zu bringen oder zum mindesten zu bessern, daß der Eingriff gefahrlos vorgenommen werden könne. Die Gallenblase solle man nicht herausnehmen, weil sie Steine enthalte, sondern weil sie immer wieder Steine bilde. Durch diese feinere Diagnosenstellung des Krankheitsfalles vor der Operation ist die Sterblichkeit, die vor nicht langer Zeit noch 9 Prozent betrug, bis auf 0 zurückgegangen, zumal heute ja in vielen Fällen kaum mehr eine Narkose notwendig ist, um diese Operation durchzuführen und sie durch Verfeinerung der Technik auch zeitlich abgekürzt werden konnte. Der Chirurg ist nicht etwa eine Konkurrenz der Bäder, sondern der Helfer und der Mitarbeiter, denn gerade im intensiven Kurort stellt sich ja oft die Unmöglichkeit heraus, auf internistische Weise zum Ziele zu kommen, so daß dann die Frage der Operation endgültig entschieden ist. Umgekehrt muß der Chirurg feststellen, daß etwa 20 Prozent aller Operierten doch wieder Beschwerden bekommen, was nicht etwa auf Mängel der Operationstechnik zurückzuführen ist, sondern auf die funktionellen Störungen in den Gallenwegen, die natürlich auch durch einen chirurgischen Eingriff nicht grundlegend geändert werden können. Gerade der Chirurg hat die Pflicht, die Patienten, bei denen auch die technisch einwandfreieste Operation keinen endgültigen Heilerfolg zu bringen vermag, in die Kurorte einzuweisen. Gastlichkeits-Ermahnung an alle! Das amtliche Reichsorgan„Der Fremdenverkehr“. richtet eine Gastlichkeits=Ermahnung an alle, in der es heißt:#e4 jeben ein#sf „Die Mahnung:„Seid gastlich: gehr jeden einzelnen Volksgenossen an. Wer sich ausschließt, verstößt gegen die Pflichten der Gemeinschaft. Wer gastlich sein will, der muß Fremdenverkehrsarbeit wie eine Liebhaberei treiben und den Gästen so begegnen, wie er selbst als Gast behandelt, ja. verwöhnt sein möchte.“ Das Vaderiuns der Kurperk des rhoin.-westt. Industriegebietes. Empfehlenswerte Sommertrischen Altastenberg(Hochsauerland) Gasthof Mörchen das altbekannte Haus neuzeitl, eingerichtet Telephon 288 Winterberg Attendorn Altendorn d. Bioht- Pge rui “ 2 km v. u u. nome entf. Herrl., run. Lage i. Biggetal. Garten, Terrassen. ia Verpfl. Pension Wochenend. 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Autobusverbindung mit der Stadt. Prospekte durch das Städt. Verkehrsamt Seite 24 Nr. 142.; Bochumer Anzeiger“ Samstag Sonntag, 20./21. Juni 1936 Kunt und Winlen Khlolegirater=Kreiltag auratJauft 11. Eine kurze Erläuterung der Rauptgeitalten Die Aufführung der Goetheschen Faust=Dich= tung 2. Teil gibt wegen der Fülle der vom Dichter eingeführten mythologischen Gestalten und allegorischen Anspielungen dem Besucher so viele Fragen auf, daß es uns angezeigl erscheint, einen kurzen Gang durch diese etwas entlegene Bildungswelt zu tun, die Gestalten in ihrem Ursprung und in ihrer Bedeutung kurz zu erläutern, um so das Verständnis für die Dichtung zu erschließen. Wenn es auf diesem Wege ein wenig schulmeisterlich hergehen sollte, so bitten wir den Leser von vornherein, es sich nicht verdrießen zu lassen. Mit der Ariel=Szene beginnt der zweite Faust=Teil. Faust liegt nach seinen schrecklichen Abenteuern, in die Mephisto ihn führte, auf blumigen Rasen gebettet. Der Geisterkreis umschwebt ihn. Ariel, nach der mittelalterlichen Geisterlehre ein Wassergeist, ist hier Herr und Sprecher der Luftgeister und Elfen. Er verkündet das Nahen der Sonne, den Sturm der Horen, die in alten Dichtungen als die Jahreszeiten, dann auch als die Stunden, erscheinen. Sie spannten die Rosse vor den Sonnenwagen des Apoll und waren Dienerinnen der Juno, die über den Luftkreis gebietet. In den Kaisersaalszenen treten die Grazien Aglaia, Hegemone und Euphrosyne auf. Sie verkörpern als Liebesgöttinnen, die Zeus mit der Tochter des Ozeans Eurynome erzeugte, die Anmut des Gebens, Empfangens und Dankens. Ihnen baute man im klassischen Altertum Altäre, weihte ihnen Tempel und huldigte ihnen in Künsten und Wissenschaften. Nach den Grazien treten die Parzen auf den Plan, die der„Notwendigkeit" dienenden Schicksalsgöttinnen Klotho(sie hält den Spinnrocken), Lachesis(sie spinnt den Lebensfaden) und Atropos(sie zerschneidet den Faden). Ihnen waren selbst die Götter unterworfen. Mit den Parzen verschwisterte sich häufig die Vorstellung von den Furien: Alekto, die nimmer Ruhende, immerfort Unfrieden Stiftende, Megära, die Zürnende, und Tisiphone, die Rächerin des Mordes. Die Griechen nannten sie Eumeniden, von deren Schar Schiller in seiner Ballade„Die Kraniche des Ibykus“ spricht. Die allegorischen, d. h. sinnbildlichen Gestalten der Furcht, Hoffnung und Klugheit läßt Goethe durch Thersites schmähen. Thersites war ein schmähsüchtiger Greis, der die Griechen nach Troja begleitete, Agamennon begeiferte und von Achilles erschlagen wurde. Sein und der Spruch der Menschen, die ihm gleichen, ist(nach Faust):„Doch, wo was Rühmliches gelingt, es mich sogleich in Harnisch bringt.“ In der Zauberszene am Kaiserhof erscheint auch Plutus, der Gott des Reichtums, in der griechischen Götterlehre ein Sohn der Demeter der von Zeus geblendet wurde. Er wird von der Verschwendung, von der Poesie begleitet, die das austeilt, was dem Plutus fehlt. Im Zuge der Nymphen(Seelen der Quellen, Berge, Wälder und Bäume), der Satyrn(ziegenfüßige, menschenähnliche Gestalten im Gefolge des Bachus) und Faune(den Satyrn verwandte Wesen mit tierisch=sinnlichen Begierden) läßt Goethe auch die Gnomen(Erdgeister und Kobolde) und die Riesen erscheinen, die den großen Pan(eine Göttergestalt, in der sich alle diese Wesen wieder zu einer Einheit zusammenschließen) umtanzen. Durch Spukgewalt erscheint am Kaiserhofe die Gestalt Helenas, der schönsten Frau des klassischen Altertums. Sie ist nach der griechischen Mythologie(Götterlehre) die Tochter des Zeus und der Leda, deren andere Kinder Kastor und Pollur(die Dioskuren) und Klutemnestra waren Helena, Gemahlin des spartanischen Königs Menelaus, wurde von Paris, dem Sohne des Priamus und der Hekuba, nach Troja entführt und war der Kampfpreis des Trojanischen Krieges, wie ihn der griechische Dichter Homer besungen hat. Der zweite Akt des zweiten Faust=Teils führt den Homunkulus(eine Verspottung der Wissenschaft) mit seinen Begleitern auf die Pharsalischen Felder in Thessalien, und sie sind auch der Schauplatz der Klassischen Walpurgisnacht. Hier treffen sie auf die Sphinxe (Ungeheuer mit Löwenklauen und jungfräulichem Antlitz aus dem Geschlecht des Phorkys, der ein Sohn des Meeres war), die Greifen und die Sirenen (verführerische Wesen, die mit verlogenem Sang schon dem Odysseus gefährlich wurden). Die Stromgottheit Peneios, an die Faust dann von den Sphinxen verwiesen wird, verschafft ihm die Begegnung mit Chiron, dem Sohne des alten Gottes Saturn mit Philyra, einer Tochter des Flußgottes Asopus. Um den eifersüchtigen Blicken seiner Gemahlin, der Rhea, zu entgehen, verwandelte Saturn sich in ein Pferd und erzeugte mit Philyra den Chiron, der halb Menschenund halb Pferdegestalt besaß. Er ist mit hoher Weisheit begabt und der Lehrer berühmter Helden, so des Herkules und des Theseus. Er führt Faust zu Manto, der dunklen Priesterin. Indessen lernt Mephisto seine klassischen Schwestern, die Phorkyaden, kennen, unter denen Goethe die sogenannten Gräen, Töchter des Phorkys und der Ceto, erscheinen läßt. Es sind dies Jungfrauen mit nur einem Zahn und einem Auge, die in ewiger Finsternis wohnen. Ihrem Geschlechte gehören u. a. auch die Gorgonen an und der Drache, der die Aepfel der Hesperiden bewacht. In den Felsbuchten des Aegäischen Meeres erscheint Nereus, der Gott der Meeresfläche, der mit Doris. der Tochter des Ozeans, die Nereiden und Doriden erzeugte. Eine seiner Töchter war die liebliche Galatee. An ihrem Muschelwagen zerschellt Homunkulus, der künstliche Mensch, denn alles Leben ist aus dem Wasser geboren. Zur Verherrlichung dieser Zeugungskraft des Wassers führt Goethe den griechischen Naturphilosophen Thales(aus Milet) ein, der nach Aristoteles das Wasser als den Grundstoff der Welt bezeichnete. In den Helenaszenen wird als Sohn Fausts mit Helena Euphorion eingeführt, nach der griechischen Sage der Sohn Helenas mit Achilles. Er wurde von den Blitzen Zeus' getötet. Hinter dieser mythologischen Deutung verbirgt sich bei Goethe noch eine andere, indem er mit der Gestalt Euphorions auf den früh vollendeten englischen Romantiker Lord Byron anspielte. Im letzten Akt seiner Dichtung läßt Goethe das alte Ehepaar Philemon und Baucis auftreten. Nach der griechischen Sage stammen sie aus Phrygien, wo sie eines Tages den in Menschengestalt umherstreifenden Zeus und Hermes Obdach in ihrer Hütte gewährten. Während die zornigen Götter alle diejenigen straften, die ihnen das Gastrecht weigerten, blieb das Hüttchen der beiden Alten vor dem Untergang bewahrt. Auch Lynkeus, der Türmer, ist ein mythologisches Bild. Er war der Sohn des Flußgottes Alpheus und beteiligte sich als scharfäugiger Seher an der Fahrt der Argonauten. Dr. Stf. Kalktung in Kandten Abschluß der 4. Reichstagung der NI.-Kuliurgemeinde Von unserem nach München entsandten Schriftleitungsmitglied. Mit dem„Tag der Gemeinschaft“ und der Rosenberg=Kundgebung hatte die eigentliche Arbeit der 4. Reichstagung der NS.=Kulturgemeinde 1936 ihren Abschluß gefunden. Was München, die Stadt, die jetzt für alle Zukunft Ort der Reichstagung der RSKG. sein soll, den Teilnehmern der Arbeitsgemeinschaften an den beiden letzten Tagen, Donnerstag und Freitag, bot, waren im wesentlichen kleinere Hinweise auf kulturelle Ausbaumöglichkeiten, wie sie in einer heiteren [Laienspielstunde— in der unter Leitung von Walter Eckart eine Spitzbubenkomödie von Margarete Cordes in ungebundener Form aufgeführt wurde— und in einem entzückend graziös und aus eigenem Wesen beschwingten Spiel der Hohnsteiner Handpuppenspiele der NS.=Kulturgemeinde aufgezeigt wurden. Auf der gleichen Linie lag auch der Kabarettabend, an dem„Die acht Entfesselten" die Frage nach der Schaffung einer deutschen Kleinkunstlbühne, nach zeit= und lebensbejahendem Kabarett mit einer durchschlagend positiven Antwort klärten. Humor und Fröhlichkeit, Satire und Parodie aus sauberster Gesinnung und in prachtvollster Form, das sind die Grundformen dieses Kabaretts, das der deutschen Kleinkunst den einzig ehrlichen Weg in das Neuland weist. Neben der Morgenfeier des Studentenringes der NS.=Kulturgemeinde, in deren Rahmen eine Dichtung von Herbert Böhme,„Deutsches Gebet“, geboten wurde, deren packende Sätze eine ausgezeichnet eingestimmte Musik von Erich Lauer unterstrich, stand im Mittelpunkt der Donnerstag=Veranstaltungen die Eröffnung der Urkunden= und Buchausstellung„Das wehrhafte Deutschland— Kampf um das Reich“, die von der NS.=Kulturgemeinde in Verbindung mit der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums durchgeführt wurde. Die im Maximilianeum eingerichtete Ausstellung war in drei Abteilungen aufgebaut. Die Abteilung „Das wehrhafte Deutschland“ zeigte in Urkunden, Handschriften, Büchern und Denkstücken den Weg, den die deutsche Wehrhaftigkeit im Laufe der Geschichte gegangen ist. Den 1200jährigen Kampf der Deutschen um ihr Reich schilderte die zweite Abteilung, während die dritte Bücher des neuen deutschen Wehrwillens enthielt. Den Wert dieser Wanderausstellung, die in ihrem Hauptteil in Westdeutschland bereits gezeigt wurde, hat der „B..“ bereits vor Wochen herausgestellt, so daß sich eine ausführlichere Besprechung erübrigt. Der letzte Tag der Reichstagung brachte am Freitag neben zweistündigen Führungen durch die Stadt Munchen eine gemeinsame Fahrt nach Egern am Tegernsee bei der die Teilnehmer die Erhabenheit bayrischer Berge und die Schönheit ihrer Seen erleben konnten. * Damit ist die 4. Reichstagung der NS.=Kulturgemeinde beendet, die das Sammelbecken aller am kulturellen Leben schaffenden Kräfte sein und sie an den ihnen vom Nationalsozialismus zugewiesenen Stellen im Kampf um die kulturelle, also weltanschauliche Erneuerung Deutschlands einsetzen will. Das aber hat diese Tagung, die in allen Gauen und Orten fruchtbar sein wird, auch bewiesen: nur durch ständige Ueberprüfung der Leistungen des bisher Erarbeiteten und unbeirrbare Fortsetzung des Angriffs auf allen Fronten wird das Ringen um die Werte eine neue urkräftig aus dem Volke gewachsene deutsche Kultur hexvorbringen. Dahin aber geht das Ziel der NS.=Kulturgemeinde: die deutsche Seele zu sich selbst zurückzuführen. Dörnemann Schulz=Dornburg verpflichtet. Für die musikalische Leitung des„Frankenburger Würfelspiels" von Eberhard Wolfgang Moeller, das unter der Regie von Matthias Wiemann und Werner Pleister während der Olympischen Spiele auf der Dietrich=Eckart=Bühne des Reichssportfeldes zur Uraufführung kommt, ist Generalmusikdirektor SchulzDornburg verpflichtet worden. Werner Beer, Solotänzer am Deutschen Opernhaus Berlin, wurde für die kommende Spielzeit als Erster Solotänzer an die Duisburger Oper verpflichtet. Sport in Heidelberg. Im Rahmen der Sportwoche. die anläßlich des 550jährigen Jubiläums der Universität Heidelbera stattfindet, ist als Höhepunkt ein Studentenfußball=Länderkampf Deutschland gegen den Weltmeister Ungarn vorgesehen. Geschichtstafel 20. Juni. 1828 Der Forschungsreisende und Meteorologe Georg von boren(gestorben 1913). 1868 Der Maler und Architekt Richard Riemerschmis in München geboren. 1868 Der Schriftsteller Walter Bloem in Elberfeld geboren. 21. Juni. Der Forschungsreisende und Meteorologe Georg von Neumayer in Kirchheimbolanden geboren(gestorben 1909). 1852 Der Pädagoge Friedrich Froebel in Marienthal gestorben(geboren 1782). 1919 Versenkung der in der Bucht von Scapa Flow internierten deutschen Kriegsschiffe durch ihre Besatzungen. * al KI 18) Der lächelte im stillen. Er kannte die Ungeduld eines Mädels.„„„ 4# „Schnurbäume? Ne, Mädel, daß ich aus der Schokoladenbranche solche Dinger kenne, kannst du nicht von mir verlangen! Aber ein neues künstlerisches Einwickelpapier, so——“ „Weißt du, Pa, ich finde, du wechselst reichlich oft die Packung. „Du vielleicht nicht, Mädel?“ August Eckhardt lacht dröhnend.„Schokolade ist eben eine Sie und für Sie's bestimmt— da heißt's neue Kleider schaffen.“ August Eckhardt amüsiert sich über seine Mady, der man es ansieht, daß ihr das Ueberwechseln von Schnurbäumen zu Schokolade nicht gefällt. Warum es ihr nicht gefällt, wird er schon in den nächsten zehn Minuten wissen. „Was waren das übrigens für Bäume, von denen du vorhin sprachst, Mädle? Fadenbäume?“ „Schnurbäume, Pa! Man merkt, daß du nicht aus deiner Schokolade herauskommst, und daß in unserem Garten ausschließlich nicht eßbare Sachen wachsen. Ich habe die Dinger gestern in dem Nutzgarten des alten Schlosses gesehen, wohin uns unsere Panne verschlagen hatte. Stämmchen ohne Aeste, aber total mit Früchten besetztz“ „Tragen denn dort die Aepfel schon Ende März?“ „Gott Pa, du stellst dich wirklich dümmer als du bist und aussiehst. Man hat dort einen recht intelligenten Gärtner, der mir die ganze Geschichte von der großen Tragfähigkeit dieser Bäume und von der Größe und Schönheit ihrer Früchte erläutert hat.“ „Achja, so ein alter Krauter, der mit der Natur verwachsen ist, lernt beim Zuschauen allerlei. Unter gewissen Umständen kann die Natur den Besuch einer Universität ersetzen.“ Mady sieht ihren Vater etwas unsicher an. Bei ihm ist die Grenze zwischen Ernst und Scherz auch ewig verwischt. „Der Gärtner ist kein alter Krauter“, sagt sie etwas zögernd,„du hast ihn ja soeben selbst als hübschen jungen Mann angesagt.“ „Soo! Na ja, weshalb soll ein junger Kerl nicht auch Schnurbaumverstand haben! Was wollte er denn von dir? Uns Aeppel verkaufen?" „Ach, Pa, das Obst vertilgen die Pensionsgäste auf Schloß Kummerow. Man macht dort Obstkuren. Ich habe nur gestern etwas verloren auf Schloß Kummerow und der junge Mann wollte mich darauf aufmerksam machen.“ „Sooo? Verlieren muß, was Röcke trägt, ja immer etwas! Aber eine Obstkur, das müßte doch was für ein junges Mädel sein! Gibt guten Teint, macht schlank.“ — den habe ich und das bin ich ja, Pa!“ Mady sieht ihren Vater mißtrauisch, mit einem Schuß Kampfstimmung an. Alle, die heute mit ihr sprachen, hatten eine so merkwürdige Art: Die kugelige Wirtschafterin, der Boy und nun auch Pa. Wollte sich eigentlich heute die ganze Welt über sie lustig machen? „Aber Mädel, du kannst ja machen, was du willst! Meinst du, mir macht's Spaß, wenn du draußen in der Welt rumgondelst?“ „Na, nun ist ja Schloß Kummezow nicht die weite Welt, Pa, und ein Stratosphärenbällon ist auch nicht nötig, um auf das Schlößchen zu gelangen. Man könnte beinahe sagen, es gehöre zu unserer Nachbarschaft.“ „Also doch Obstkur?!" „Gott nein, Pa! Ich dachte aber, man könnte sich von dem alten Schlößchen aus, du weißt ja, Altertümer sind nun mal meine Schwärmerei, ein bißchen den Frühling und die Obstblüte anschaun.“ Donnerwetter, das Mädel hat's eilig, denkt August Eckhardt, und hütet sich, diesmal zu lächeln. Und ihr Geschmack hat doch eine ganz solide Richtung! Kein windiger Graf, der einen Haufen Wechsel ausgestreut hat, die der Schwiegervater dann auffangen und bezahlen soll, sondern ein Kunsthandwerker! Denn nach August Eckhardts Begriffen war die Gärtnerei eine Kunst. So wie es ja auch eine Kunst war, Menschen zu formen. Zu beiden Dingen gehörte eine behutsame Hand. Und die wünschte er über seinem Mädel. Uebrigens, wenn August Eckhardt meinte, sein Mädel ging scharf ins Geschirr, so tat er selbst ja auch nichts anderes! Witterte gleich eine Liebe, einen Bewerber und eine Hochzeit. Und das alles wegen eines Gesprächs über Schnurbäume, wegen eines kleinen besonderen Tonfalles in einem anscheinend ärgerlichen Telephongespräch und wegen eines temperamentvoll der Gabel anvertrauten Hörers. „Traute könnte auch ein wenig Luftveränderung brauchen". setzte Mady ihre Verdunkelungsbemühungen fort,„ich finde, sie hat jetzt recht oft Kopfschmerzen.“ „Das wäre selbstverständlich sehr zu bedenken, Mädel! Wann soll's denn losgehen?" Damit hatte August Eckhardt seiner Mady alle Wege die zum Gärtner Billy führten, geebnet. Und er hatte gleichzeitig den Entschluß gefaßt, den Betreuer der Schnurbäume in nicht allzu ferner Zeit selbst einmal „zu beschnüffeln“. Und er versicherte sich noch einmal, daß„Madys Vater“ Glück hatte insofern, als diese Besichtigung keinem Grafen, sondern einem Gärtner galten. Das war ein Beweis, daß sich nicht nur die Sünden der Väter vererbten, sondern zuweilen auch vernünftigere Dinge.. ait ein 8. August Eckhardt rechnete so mit einem Schwiegersohn, als habe Billy bereits angehalten. Mady hatte eben nie geflirtet, trotz des bezaubernden roten Schopfes, trotzdem sie sich selbst eine Bildung und ein Auftreten verschafft hatte, als bereite sie sich zu einer Brautschaft mit einem Thronfolger vor. Mady hatte eben ganz bestimmte Grundsätze. Da, wo sie hinpaßte, paßte ihres Vater dröhnendes Lachen, paßte seine hemdsärmelige Ungeniertheit, seine absolute Abgeneigtheit zu umschreiben, nicht hin. Wo man aber für einen Vater keinen Stuhl hatte, dort sollte sich die Tochter auch nicht setzen! So schrieb es ihr Stolz vor und ihre Liebe zu Pa. Und August Eckhardt kannte die Einstellung seiner Mady. Er war ihr dankbar dafür und stolz darauf. So sah es in dem geräumigen Hause aus, das außer der Bedienung nur drei Menschen beherbergte! * Die Kummerower hatten Glück, wenn man Gottlieb Käselaus gebrochenes Bein abrechnete! Alles, was einem der April sonst an Hartem, Kaltem oder Glitschigem ins Gesicht warf, womit er die Frühjahrsgarderobe traktierte, als habe sie kein Geld gekostet, behielt er für sich. Er kam sanft wie ein Lämmchen und blieb sanft wie ein Lämmchen! Alles lachte! Der Himmel, die Sonne, die Menschen! Wenn einer gute Laune hatte, dann steckte er eben die anderen an. Und das kam Kummerow zu statten! Die Leute auf der Bensdorfer Chaussee fuhren sämtlich in offenen Wagen. Sie rasten auch nicht so, weil der Frühling ja etwas Neues war, und weil jeder geneigt war, allem Neuen Zeit zu opfern. Dieses gemäßigte Tempo war Kummerows Vorteil. Neben allerlei, was sich aus den Blattknospen gezwängt hatte und nun fix und fertig vom Frühling ausgestellt wurde, gewahrte man auch das„Kummerow“ auf der Stange, das aus den gleichen Farbtöpfen gemalt zu sein schien, in die der Frühling seine Pinsel tauchte. Nur das Rot von Madys Schopf, mit dem Billy so verschwenderisch umgegangen war, fehlte. Aber gerade dies Rot hob das ganze Kummerow. Den meisten Menschen gefiel das alte Kummerow. Besonders den jungen, die für Romantik noch etwas übrig hatten, weil die Romantik nun mal zum Frühling des Lebens gehörte. Man fuhr langsamer an Kummerow vorbei und las im Vorüberfahren, was es den Menschen anpries. Einzelne stoppten sogar den Motor ab, weil sie gern alte Bilder sahen. Und es gab sogar Autos, die sich von den einladend ausgestreckten Pfeilen lenken ließen, um sich in dem alten Schlößchen einmal die Bedingungen sagen zu lassen, unter denen man dort ausgenommen wurde. Diesen Wißbegierigen kam eine ältliche, kugelige, nahrhaft und sehr menschenfreundlich aussehende Wirtschafterin entgegen, die bereitwilligst die stimmungsvoll ausgestatteten Räume zeigte und dabei die verlokkendsten Verpflegungszettel aufrollte. Auch ein bildhübscher junger Kerl ließ sich sehen, der die Gärtnerei des Schlößchens betreute und für einen Gärtner sehr gewandt schien. Alles, was jung war, verließ mit dem gleichen Eindruck Kummerow, nämlich, daß man diesen Gärtner nur durch das geeignete Märchentor zu schieben brauchte, das unversehens höfische Kleider spendierte, um ihn zu einem Prinzen zu machen, oder aber, daß man mit einem Zauberspruch seine gegenwärtige Kleidung fortpustete, und er ebenfalls als Prinz dastand. Dieser Gärtner Billy war das zweite gute Aushängeschild für Kummerow, eine Leimrute für hübsche junge Mädels und auch andere Weiblichkeit, wiewohl Billy keineswegs als Leimrute gedacht war und als Leimrute auftreten wollte. Es machte sich nur gerade so— Billy stellte sozusagen den Glücksumstand dar, der zu einem Geschäft nötig war. „Das hätte ich selbst nicht gedacht“, sagte Henriette Käselau, als um die Mitte des April Miß Shorthand allerlei Gesellschaft bekam, an der ihr bestimmt nichts lag. Ein paar fesche Mädels und ein paar junge Frauen, alle mit einem Auto in der Familie, die sich den Winter über müde„getangot“,„gefort" und„geblues't“ hatten, und die sich nun, wie seinerzeit die Watteau=Damen, nach einer butterblumenreichen Wiese und nach einem unschuldsvollen Lämmlein sehnten. Sie wollten Natur trinken mit einem kleinen Schuß Flirt, und dazu schien ihnen das alte Schlößchen Kummerow und der hübsche junge Gärtner, der ein Lachen hatte wie die mädelsherzenerobernden Naturboys in den amerikanischen Filmen, wie gemacht. Ein Tanzwinter, ein bißchen ländliche Einsamkeit und danach ein Modebad, das war so die richtige Reihenfolge. Und Billy lachte. Eigentlich lachte er die Mädels aus. Aber das merkten sie nicht und durften sie nicht merken, denn er betrachtete sie, was keineswegs und nach keiner Richtung hin für die Mädels schmeichelhaft war, als die unumgänglich nötigen Bausteine für Kummerow und sein Glück. Er mußte doch Mady ernähren können! Wenn es nicht anders war— um mit Madys eigenen Worten zu reden— durch einen Gasthofsbetrieb. Lieber geleiert, als cefeiert, war ein altes Schauspielerwort, dessen Quintessenz seine Mutter Mady auf alle Lebenslagen urd=fra#en übertragen hatte. Nichts schändete weniger als Arbeit! Leierte man also um sich den Besitz seiner Vorfahren zu erhalten und sein Mädel heiraten zu können. Mady war in der ersten Hälfte des April leider noch nicht unter denen, die auf Kummerow Aufenthalt nahmen. Sie hatte sich auch noch nicht um die Klaue gekümmert, die den roten Stein hielt. Vielmehr waren ihr in der Sache Kummerow allerlei Bedenken gekommen, die sich um ihre Reputation drehten. Es kam ihr eigentlich vor, als lachten zwei Männer über sie, dieser Billy, über den sie sich nicht klar werden konnte, und Pa. Irgend etwas hatten die beiden gemeinsam. Vielleicht die Hochachtung vor jedweder Arbeit. Auch vor solcher Arbeit, die andere als untergeordnet abtaten. Pa sprach gern von der Kakaomasse, die er früher umgerührt hatte. Und dieser Billy ging in allem auf, was mit seinem Restaurationsbetrieb zusammenhing. Mady sagte Restaurationsbetrieb, weil ihr das am hochfahrendsten klang, man konnte mit diesem Billy, selbst in Gedanken, nicht anders verkehren als hochfahrend. Also, wollte sich dieser Billy vielleicht auf diese Art ein Schloß erobern, so wie sich Pa über das Kakaoumrühren hinweg eine Fabrik erobert hatte? Und als Mady schon so und so oft über ein mögliches Strebertum Billys nachgedacht hatte, fiel ihr plötzlich etwas ein.— Hatte dieser Billy nicht neulich von einer gesprochen oder sprechen wollen, wenn sie ihm nicht das Wort abgeschnitten hätte, die angeblich auch Mady hieß? Warf er sich vielleicht deswegen auf Kummerow so ins Zeug, um— um—? Na und wenn schon! Ein roter Schopf flog auf! Was ging sie das an? August Eckhardt drängelte keineswegs, daß seine Mady reiste. Aber daß sie sich mit dieser Reise und mit Schnurbäumen und was zu diesen Schnurbäumen gehörte, dringlichst beschäftigte, darauf hätte er schwören mögen. Uebrigens hatte Traute eine Grippe. Und August Eckhardt rechnete so, daß, wenn Traute wieder gesund war, Mady dies zum Anlaß nehmen würde, ihre Abfahrt nach Kummerow zu proklamieren— weil Traute eine Erholung nötig hätte, und der Park von Reinhagen für erholungsbedürftige Leute zu klein war — hier lachte August Eckhardt. Aber nicht laut und dröhnend, wie es sonst seine Art war, sondern heimlich. Er war zartfühlend, wie oftmals große, starke Männer mit einem einfachen Gefühlsleben. August Eckhardt hatte doch sein Mädel richtig erkannt! Als Traute wieder gesund war,„spannte“ Mady das Auto an, um ohne jede Anmeldung mit Gepäck für mehrere Wochen nach Kummerow zu fahren. Mady hatte den Wunsch, auf Kummerow Bombe zu spielen und„hineinzuplatzen“ aus dem gleichen Grunde, aus dem seinerzeit Billy auch auf Kummerow und zwischen die beiden Käselaus hineingeplatzt war: Man sah auf solche Art mehr. Aber ehe Mady auf Kummerow„platzte“, platzte vorher ein Autoreifen. Und zwar auf der gleichen Stelle, an der Mady schon einmal vor gar nicht langer Zeit eine Panne hatte: mit der Aussicht auf das gemalte Kummerow. Aber das war noch nicht alles! Der die Arbeit niederlegende Reisen lenkte das Auto noch obendrein tückisch gegen einen Chausseebaum, der es kunstgerecht wie ein Boxer abwehrte. Auszuzählen brauchte man hier nichts. Auch der Nichtsportmann sah, daß das Auto knock out war. (Fortsetzung folgt.) Seite 25 Nr. 142 2 „Berlin sieht jetzt beben“, hat neuliche Eindruck zu kennzeicht in den letzten Fieber Noch sind viele Stra gebaut und gehämmer Unruhe vor dem feier in einem Festkleid v Augen der ganzen 2 laufen auch viele Jun herum, denen ihre A sie hofft, durch Olymz men. In den Zeitun tel täglich vier Mill dern haben, solche A Seele einer möblierte Leipzig erhalten scho aufnehmen wollen, di den, und dann tägli wollen. Am meisten werden die ganze N Fremden zu bewirten oder gar keine finden zeistunde wird weni August ganz fallen. Balkon liegen schon Neuitalien vor, jeder Die Ladengeschäfte n offen halten dürfen. pflichtet, die Wettkän sucht in einem Zeit „hübsche junge Mät entsprechen: echtblon gewachsen". Bei einer junger klingelt es. Ein Herr vom chen. 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Noch sind viele Straßen aufgerissen, noch wird überall gebaut und gehämmert und geschweißt— es ist die letzte Unruhe vor dem feierlichen Augenblick, da sich die Stadt in einem Festkleid von unerhörter Schönheit vor den Augen der ganzen Welt präsentieren wird. Fiebernd laufen auch viele Junggesellen aus dem Berliner Westen herum, denen ihre Wirtin herzlos gekündigt hat, weil sie hofft, durch Olympiagäste mehr Miete hereinzubekommen. In den Zeitungen steht, daß unsere Verkehrsmittel täglich vier Millionen Fahrgäste werden zu befördern haben, solche Mammutziffern verwirren auch die Seele einer möblierten Wirtin. Hotels in Dresden und Leipzig erhalten schon Anfragen, ob sie Olympiagäste aufnehmen wollen, die in Berlin keinen Platz mehr finden, und dann täglich im Blitzzug nach Berlin eilen wollen. Am meisten freuen sich die Gastwirte— sie werden die ganze Nacht offen halten dürfen, um die Fremden zu bewirten, die keine Unterkunft finden sollten oder gar keine finden wollen. Das Monstrum der Polizeistunde wird wenigstens für die Monate Juli und August ganz fallen. Für den Liegestuhl auf meinem Balkon liegen schon Anmeldungen aus Westindien und Neuttalien vor, jedermann hat jetzt eine Chance... Die Ladengeschäfte werden vielleicht bis 10 Uhr abends offen halten dürfen. Vierzig Kameramänner sind verpflichtet, die Wettkämpfe aufzunehmen. Und die Scala sucht in einem Zeitungsinserat für ihre Olympiarevue „hübsche junge Mädchen, die dem deutschen Idealtyp entsprechen: echtblond, blauäugig, mittelgroß, sehr gut gewachsen". Bei einer jungen Kunstgewerblerin in Hannover Ein Herr vom Propagandaministerium will sie sprechen. Das kleine Fräulein hat beim Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend einen ersten Preis für ihre Teilnahme am Plakatwettbewerb erhalten— ein Jahr Freistudium an der Kunstgewerbeschule von Offenk Sie hatte den Entwurf eines Adlers von edler Kühnheit eingereicht, der den Preisrichtern lange in der Erinnerung blieb. Als man jetzt ein Plakat für die große Sommerausstellung„Deutschland“ in Berlin brauchte, man lange Zeit nicht das Geeignete. Ninem Plakatkünstler war etwas Rechtes eingefallen. Da entsann sich einer der Referenten des Propagandaministeriums jenes Adlers der jungen Haungveranertr und es wurde beschlossen, sie sofort aus Hannover nuch Berlin kommen zu lassen. Dort mußte sie den die Deutschlandausstellung„beschriften“. Dr. Goebhelz prüfte selber ihre Arbeit und fand sie so geeignet. nun in Hunderttausenden von Exemplaren der Adler des Fräulein Lotte Fischer aus Hannover für unsere große Sommerausstellung werben wird. Das ist ein fröhlicher Start für eine junge Künstlexin, die mit ihrer ersten verkauften Arbeit gleich solchen Erfolg hat... Kennen Sie die größten Bauwerke Deutschlands? Das sind die 265 Meter hohen Funktürme von Nauen. sie in wollte, erreichte, im Moorgelände. Man mußt turm ein Drahtseil winden, an dem man die Lokomobile wieder aus der Tiefe emporzog. Dann wurde die Station getauft. Auch zu der bei solchen Anlässen üblichen Flasche langte es nicht, sie wurde durch eine bereits zerbrochene Leydener Flasche ersetzt, die bei der Taufe eben noch ein zweites Mal zerbrochen wurde. Nauen war die Sendestation. In Oberschöneweide, am andern Horizont Berlins, hatte man die Empfangsstation gebaut. Aber kein Ton von dem in Nauen Gesendeten kam in Oberschöneweide an. Erst nach einer weiteren Nacht fieberhafter Arbeit kam man hinter die Fehler— und am nächsten Tage funkte Nauen so richIn diesen Tagen haben sie gerade ihren 30. Geburtstag tig, daß man seine Sendung schon in Petersburg, ja hinter sich. Aus diesem Grunde gab es draußen in bereits in Teneriffa empfangen konnte. Nauen eine kleine Feier, an der die heute noch lebenden„ war der Jubel der ersten Pioniere des Funks Teilnehmer jener Gründungsperiode des deutschen Da Funks teilnahmen. Es waren sechsundswanzse gahren Pro5. Jahre erst— und welche gewaltige EntVerliver I/ggischlußz faßztenswalte vor bre Zianksehzeg. Dre'e der Funs bis heute genommen, wo wir zu den kühnen Entschluß faßten, den deutschen Funk. swpicklung hat de..=,,5'8 zeine Mitte dabei sein dig zu machen. Nach langem Suchen entschied man sich Hause am Familientisch durch ze#####el dal für das Nauener Gelände. Man baute zunächst einen können, wenn jenseits des Ozsans Max Sendeturm von 100 Meter Höhe, was für die damalige der Neger Louis aufemnanverstoßen. Schmeling und Die Velkansenten=Körren Von Emie Stredtkofe Es begab sich unlängst, daß in einem von aller Welt verlassenen, am Rande unwirtlicher Hochmoore gelegenen Kirchspiel des Emslandes zwei hoffnungslose Erkrankte in das einzige Spital eingeliefert wurden und nach kurzer armseliger Pflege gemeinsam ihren letzten Schnaufer taten. Der eine, schon betagten Alters, war der Schulmeister des benachbarten Fieckens, der nicht mehr als zwei magere Ziegen, ein paar gelehrte Schwarten, einen Stapel vergilbter Noten und eine Schar flachsblonder trauernder Schulkinder zurückließ. Den anderen hatte man im Straßengraben aufgelesen, einen jener Habenichtse, die schiffbrüchig auf dem Meer des Lebens treiben und zu gelegener Zeit an Land gespült werden. Nun hatte sie beide um keinen Atemzug früher oder später der Sensenmann am Kragen, und es blieb sich gleich, ob der eine das Lesen und Schreiben gelehrt und der andere es verschwitzt und vertrunken hatte. Mit strengen hageren Nasen über den schwindenden Lippen staken sie aus dem buntkarierten Bettzeug, und niemand sah es ihnen an, daß der eine, von geistlichem Zuspruch getröstet, dahingegangen, indes der andere dem schwarzgewandeten Herrn, der liebreich auch um die Se ortsfremden Liederjans gerungen, verächtlich den Rücken gekehrt und sich in Unfrieden vavongemacht hatte. Beiden maß der Sargtischler noch am Abend ihres Heimganges das letzte Häuschen an, und beider Unterkünfte für die Ewigkeit fertigte er aus schmucklos billigen Tannenbrettern, da weder die bettelarme Gemeinde des verblichenen Schulmeisters noch die lumpige Hinterlassenschaft des Gestrandeten eine prunkvollere Bestattung erlaubte. So geschah es, daß sich die im Leben Ungleichartigen im Tode zusammenfanden und verträglich an Seite auf dem gleichen Schragen der Stunde harrten, da man sie und ihr betrübliches Gehäuse dem Staube übergeben würde.„„ 4411 Schon am kommenden Morgen wurde sie dieser Wohltat teilhaftig. Als die Bestatter kamen, den Schulmeister abzuholen, wies ihnen die zittrige Spitalpflegerin, der es bei der nächtlichen Totenwäsche und den üblichen Zurichtungen arg ins Kreuz gefahren, den Sarg zur Rechten. Man hob ihn auf und trug ihn davon Kurze Zeit darauf war auch der Landstreicher an der Reihe, aufgehoben und davongetragen zu werden. Seine Grubenfahrt machte nach dem ausdrücklichen Willen des Verschiedenen keine weiteren feierlichen Umstände erforderlich. Man setzte ihn bei, der Ortsgeistliche empfahl den Unbußfertigen der himmlischen Gnade, und schon regnete ihn die Erde zu..1, Mit dem Schulmeister hatte man es weniger#eing. Ein paar bunte Kränze, wie sie der sterbende Sommer um geringes Geld feil hat, lagen an den tannichten Sarg geschichtet. Im feierlichen Ornat stand, von einer kleinen Schar von Meßknaben umgeben, gesenkten Hauptes der Priester, schwenkte den Weihkessel und war der schulmeisterlichen Seele ein treuer Fürsprecher am b Zust hatte die sterbliche Hülle des betagten Lehrers den letzten Segen empfangen, als eine verspätete Gesellschaft von Leidtragenden eilends durch den Garten herannahte. Es waren Freunde des verstorbenen Magisters, die einen Trupp pausbäckiger Schulkinder betreuten, deren sehnlichster Wunsch es war, den alten Meister noch einmal zu sehen, bevor ihn die Erde für ewig an sich nahm. Was Wunder, daß man den inständigen Bitten wiewohl schweren Herzens und nicht ohne ernste Bedenken nachgab, man den Sarg öffnete und vor dem stillen Antlitz des Ruhenden das Tuch verschob. Ach, man hätte es besser nicht getan, denn was sich da den Blicken entdeckte, waren nicht die verehrungswürdigen und vertrauten Züge des geliebten Lehrers. „Dat is in Lewen nich use Schaulmeester., tönte es, zunächst schüchtern, bald aber laut eifernd von den Lippen der Kinder, die sich in ihren trauervollen Erwartungen aufs ärgste getäuscht sahen. Und die Erwachsenen nicht minder, denn auch ihnen konnte nicht verborgen bleiben, daß hier eine tolle Verwechslung stattgefunden hatte, und daß man drauf und dran war, statt des verehrten Erziehers einen noch in Todesstarre listig schmunzelnden Strolch ins Himmelreich einzuschmuggeln, der sich dort weder einen Platz verdient noch einen solchen beansprucht hatte. Seelenruhig schlummerte der Habenichts und hatte sich nicht gemuckst, dieweil der Schulmeister nebenan ebenfalls keinen Einspruch erhoben und stumm ergeben die schmähliche Rolle des Todeskameraden auf sich genommen hatte. Das Spitalweib, schon ein wenig kraus im grauen Kopf, hatte sich beim Austeilen der Leichen geirrt, da lag der Hase im Pfeffer. Der einsichtige Priester ersparte es dem lieben Herrgott, sein Hauptbuch zu nehmen und darin herumzuradieren. Segen blieb Segen, da war nichts zu machen. Der namenlose Bruder Straubinger hatte ihn weg, und der Schulmeister mußte sehen, wie er sich ohne geistliche: Fürbitte den Weg in die Gefilde der Seligen bahnte. Und da eine solche Absicht im Plan der Vorsehung gelegen haben muß, stünde es uns schlecht an, vor dem Schicksal den überlegenen Weisen zu spielen und ihm eine Rechnung anzukreiden, die zwar die Menschen fehlerhaft dünken mag, die jedoch im unerforschlichen Willen Gottes in Güte ausgeglichen wird. 9Oo steckt die gute Sitte? Man ist in Amerika jetzt sehr für eine Reform der Herrenkleidung, man will nicht mehr bei Bullenhitze in Schafwollpanzern herumlaufen. Und also wird sehr stark Propaganda für die kommende Sommermode gemacht. Hier und da sieht man in den Städten Gruppen von Männern im Pyjama durch die Straßen laufen. So ein Männer=Pyjama hat immer noch mehr Stoff an sich als zehn Damenkleider zusammen. Da ist alles in Ordnung. Wirklich. Nun haben sie es aber in Little Rock— das ist, wenn es jemand nicht wissen sollte, in Kansas— doch zu weit getrieben... meinte der puritanische Frauenverein, in dem alle Jahrgänge über fünfzig die Moral der Jahrgänge unter fünfzig behüten. Die Herren von Little Rock begnügten sich nämlich nicht mehr damit, im Pyjama durch die Straßen zu ziehen— sie gingen hin, und veranstalteten einen Ball. In Pyjamas natürlich. Und das, obwohl sie— wie zu bemerken ist— wissen mußten, daß der Frauenverein dagegen ist. So ein Frauenverein stellt aber eine Macht dar. Er hielt ein großes Meeting ab und zog dann als gewaltige Heersäule von 2500 Köpfen vor das Ballokal, das kunstgerecht umzingelt wurde. Eine Abordnung der Frauen drang zum Sheriff vor und forderte Rettung der Moral von staatswegen. Der Sheriff erschrak, als er der Heeressäule ansichtig wurde, und beschloß schleunigst, die Reform der Herrenkleidung fallen zu lassen. Er besetzte das Ballokal und forderte die Herren auf, sich nach den für moralisch geltenden Gesichtspunkten zu bekleiden, widrigen—falls.... Aber da zeigte sich, daß die Herren alles vorausgeahnt hatten. Sie öffneten ihre Pyjamas, und es war darunter durchaus nichts Unsittliches zu sehen, im Gegenteil lauter tadellose Smokings. Da mußte sich der Sheriff zufriedengeben, die Herren knöpften ihre Pyjamas wieder zu, und die Polizei kam mit der säu Wasserspritze und jagte die Heeressäule zum Teufel. Seither gibt es verschiedene Meinungen über gewisse Themata. Ist das Reform, über dem Smoking noch einen Pyjama zu tragen? Nein, sagen die Herren von Little Rock, es ist nur eine Demonstration, vereint mit einer Vorsichtsmaßregel. Und unter den Puritanern gibt es schwere Kämpfe. Ist es nicht gleichgültig, was unter dem Pyjama sitzt, Haut oder Hemdbrust? Wo steckt sie denn eigentlich, die gute Sitte, innen oder außen...? H W S M * Von Ceci sprechen 25) Er ist ein guter Junge. Was soll ich tun, Onkel Amleto? Wenn ich dich nur könnte! Der Augenblick, wo ich ihm eine ernste Antwort werde geben müssen, wird kommen, und ich weiß, daß er bald kommt. Ich wünschte, du wärst bei mir.“ Flora fühlte sich, seit sie den Brief abgesandt hatte, viel glücklicher; wie glücklich aber wäre sie erst gewesen, wenn sie gewußt hätte, daß Mario bei seinem Eintreffen gerade in Rom weilte und ihn gleich zu Gesicht bekam. Amleto beobachtete ihn, während er den Brief las, und ließ gleichzeitig ein Trommelfeuer abfälliger Bemerkunen Dur siechst, was sich dort abspielt. Ich habe mir das gleich so gedacht, als wir sie reisen ließen. England hat das Kind verschlungen, wie es alles verschlingt. Diese Frau, diese junonische Erscheinung, hat es einfach an sich gerissen; ich habe diese Juno von Anfang an nicht leiden können. Das Mädel ist dort nicht glücklich, aber es wird dort bleiben, wird diesen Esel heiraten, und wir werden es nicht wiederbekommen. Wie können wir diese Heirat verhindern? Ich kann nicht nach England elen..519: Gaste Mart. „Warum nicht?“ fragre Mario. „Weil ich weder Englisch spreche, noch es verstehe. — Ach, wir hätten sie nie gehen lassen sollen!“ „Mit Französisch kommt man überall durch. „In England nicht.“ „Ich war in London.“„ „Flora ist nicht in London; sie ist irgenowo im Norden— in einer Stadt, die Manchester heißt.“ Ich glaube ihre Tante is ihr natätlicher Vor. D i e s e r G e d a n k e w a r A m l e t o p e i n l i c h u n d s o o f t e r darauf hingewiesen wurde, geriet er in Hitze. Er wollte und konnte das nicht gelten lassen. Er sagte, das einzige Band, das es zwischen Menschen gebe, sei die Liebe, und kein wie immer gearteter Grad von Verwandtschaft zähle überhaupt. „Ich kann nicht allein reisen“, sagte Mario.„Wie kannst du einen solchen Vorschlag machen? Kannst du glauben, daß Frau Jervis ihrer Nichte gestatten würde, mit einem jungen Mann, mit dem sie nicht verheiratet ist, abzureisen? Wir werden aber zusammen nach Manchester reisen und Flora nach Rom zurückbringen.“ Amleto brummte vor sich hin, daß er ein armer Mann set, daß er nicht Geld genug für eine solche Reise besitze, wenn er nicht etwas von seinen Bildern verkaufe. Mario aber erwiderte, darauf könne er nicht warten. Amleto müsse von ihm das Reisegeld als Darlehen entgegennehmen. Wenn sie überhaupt reisten, dann so fort, oder es könnte zu spät sein; sie wollten auch Flora weder telegraphieren noch schreiben, sondern überraschend im Hause ihrer Tante erscheinen und Flora fragen, ob sie mit ihnen zurückfahren wolle. Heute abend noch würden sie abreisen! Amleto erwiderte, das sei unmöglich. Seine Kleider seien für England nicht gut genug, sein Bart, sei besten Schuhe seien beim Flickschuster. Warum „ Noch im Zuge, den er in seinem alten Anzug und ohne beim Friseur gewesen zu sein, bestiegen hatte, machte er seine Einwendungen gegen diese überstürzte In London ließ er sich den Bart schneiden, und in einem Laden neben dem Hotel kaufte er sich neue Schuhe. Als er an einem Samstag nachmittag in Frau Jervis' Hause eintraf, sah er trotz seines Mantels mit Pelzkragen wie ein„Ausländer“ aus. Die Wilson öff„Ecco, Wilson!“ rief Amleto fröhlich aus.„Come und obwohl die Wilson ihren Namen hörte starrte sie den komisch aussehenden Fremden mißtrauisch und abweisend an. Aber sein gewinnendes Lächeln war entwaffnend und außerdem machte sein junger Begleiter den Eindruck eines Gentleman. Noch ehe sie mit der Musterung fertig war trat Flora unerwartet aus der Salontür und warf sich mit einem Aufschrei des Entzückens in die Arme des Fremden.„Mario!“ schrie sie,„Onkel Amleto!" Der ältere Herr konnte seine Arme von Flora gar nicht loslösen, und der junge sah drein als ob er gerne an seiner Stelle gewesen wäre. Die Wilson, die ihnen beim Ablegen der Mäntel half, wußte Bescheid, obwohl sie kein Wort von dem Wortschwall verstand, den die drei losließen. Sie sprachen sehr schnell sie sprachen sehr laut und alle drei zugleich; kein Wunder, daß die Dame des Hauses herauskam, um zu sehen, was los sei. Sie sah nicht übermäßig erfreut aus; alles was sie sagte, war: „Noch zwei Tassen, Wilson!“ Als die Wilson in den Salon kam, saßen die Fremden zu beiden Seiten Floras, und Peter Dawkins saß auch da. Flora sprühte vor Seligkeit. Peter Dawkins aber hatte begriffen! Er wußte, als die beiden Italiener den Salon betraten: Sie kamen, um Flora zu holen— auf ihre Veranlassung. „Sie haben sie kommen lassen“, sagte er zu ihr. „Stimmt nicht.". „Warum sind sie dann hier? „Sie sind gekommen, um mich nach Hause mitzuNach Hause“! Ist nicht England Ihre Heimats“ Flora blickte auf ihre Tante hinüber, die hinter ihrer Teetasse mit Mario eine holperige französische Konversation führte. Mario sprach fließend, sie aber konnte nur schwer folgen. Sie stellte Fragen über ihre Reise, wo sie in Manchester abgestiegen seien... Amleto schwieg, da ihn außer Flora doch niemand verstanden hätte. Er betrachtete den Teetisch eingehend und die gelben Narzissen, die Peter für Flora mitgebracht hatte; durch das Fenster konnte er ein Stückchen des Gartens mit den Frühlingsblumen und dem glatten, englischen Rasen sehen. „Wollen Sie Ihren Besuch zu uns nach Bradford bringen?“ fragte Peter leise.„Morgen vielleicht? Ich muß sofort weg; wir haben heute abend Gäste zum Diner. Die Familie Effingham— Mirandas Verlobung wird bekanntgegeben. Sie sendet Ihnen viele Grüße und eine Botschaft.“ „Was für eine Botschaft?“ „Können Sie sie nicht erraten?“ „Eine Einladung zu ihrer Hochzeit.“ „Nein— Sie könnten ihr einen Herzenswunsch erFlora bedauerte Peter. Sie war durchaus nicht mehr in der Stimmung, ihn auszulachen wie damals in Venedig. Sie hatte den Wunsch, ein paar Worte mit ihm allein zu sprechen, und ging zu diesem Zwecke mit ihm in die Halle, als er sich zum Abschiednehmen erhob. Sie wußte, daß Mario das unpassend finden würde, aber sie konnte ihm nicht helfen. Der arme Peter! Nur Menschen, die noch nicht geliebt haben, lachen über die Liebe. „Leben Sie wohl, Peter“, sagte sie, als sie in die Halle hinaus kamen, die ebenfalls mit Narzissen geschmückt war, die er ihr heute gebracht hatte. Noch vor einer Stunde hatte er ihr beglückt zugesehen, wie sie mit seinem künstlerischen Geschmack seine Blumen in die verschiedenen Vasen verteilt hatte. „Werden Sie morgen zu uns kommen?“ fragte er. Flora schüttelte den Kopf. Sie reisen doch nicht etwa nach Italien zurück? „Ich weiß noch nicht, was ich tun werde.“ „Sie wissen, was Sie tun sollten wenn es auf meinen Wunsch ankäme. Machen Sie Pfingsten, wenn Miranda Effingham heiratet, mit mir Hochzeit! Das gäbe eine prächtige Doppelhochzeit. Ich würde Sie nach Italien bringen und Sie könnten jedes Jahr ereisen, wenn Sie es wünschen. Und Ihr Onkel könnte „Es tut mir leid Peter. Ich kann nichtl Ich habe Ihnen das immer gesagt.“ „Ich weiß, aber ich habe doch gehofft... Ihre Tante ist auf meiner Seite. Sie wünscht nicht, daß Sie einen Italiener heiraten. Ich habe nicht die Absicht, zu heiraten, ich muß mich um Onkel Amleto kümmern.“ „Ich wünschte, ich könnte mit ihm sprechen, und ich wänschte, Sie brächten ihn zu un:, arsgz. Emsch, Sie verstand, warum Peter das wunschte. Amteto sollte mit eigenen Augen sehen, was man ihr zu Fützen Gie kennen Onkel Amleto schlecht“ sagte sie. Das Einzige, wonach er sich sehnt, ist ein Atelier in Chioggia. Wahrscheinlich werden wir uns dort seßhaft machen. Keiner von uns macht sich etwas aus Geld.“ „Es ist doch nicht das Geld allein“, murmelte Peter, aber er fühlte, daß er alles gesagt hatte, was zu sagen war und vom Leid überwältigt brachte er seinen Wagen in Gang und fuhr zurück nach Bradford. Als Flora den Salon wieder betrat, fand sie Mario noch immer im Gespräch mit ihrer Tante, und Lucia zeigte Onkel Amleto in einem Album Ansichten von Rom. Beide Herren hatten mit der Verkündung ihrer Absichten gewartet, bis Flora zurückkäme. Frau Jervis hatte eben Mario gefragt, ob er und Signor Rapi ganz England zu bereisen gedächten. „Wir wollen überhaupt nicht reisen“, erwiderte Mario.„Wir wollen so schnell wie möglich nach Rom zurück; ich habe gerade jetzt sehr viel zu tun.“ „Wirklich?“ sagte Frau Jervis sehr verbindlich. „Wann kannst du reisefertig sein, Flora?“ fragte Amleto italienisch.„„6112 zu „Ich kann jeden Augenolia ferrig sein.“ Also morgen“....2 ihr: Taute ais.n. „Oh!“ Sie wandte sich an ihre Tanke.„Sie wollen mich morgen nach Italien mitnehmen“, sagte sie. „Unsinn, meine Liebe“, entgegnete Frau Jervis. „Du reist überhaupt nicht mit ihnen. Du bleibst in England und heiratest Peter Dawkins.“ Eine Pause entstand, weil die Wilson eingetreten war, um den Teetisch abzuräumen. Als sie damit fertig war und das Zimmer verlassen hatte, wandte sich Frau Jervis sehr freundlich an ihre Nichte und sagte: „Ich habe mit den Herren wichtig allein zu sprechen. Sei so gut und nimm Lucia mit dir; ich werde euch rusen lassen... 4., Merlansen in 4c. Flora hatte zwar nicht oas Verlangen, zu gehen, sie ging aber, da sie überrumpelt worden war und nicht wußte, was sie anderes tun könnte. Lucia ging widerwilig mit.„„„ e 1 5 Flora wollte allein sein und ging auf ihr Zimmer. Das lebhafte, aber kindische Interesse, das ihre Kusine an ihren Angelegenheiten nahm, fiel ihr auf die Nerven. Was konnte ihre Tante Onkel Amleto und Mario zu sagen haben? Welche gesetzlichen Rechte standen ihr für die nächsten einundeinhalb Jahre zu? Konnte die Tante sie bis zu ihrer Großjährigkeit in England zurückhalten? Sie liebte England, fühlte eine herzliche Dankbarkeit für ihre Tante, konnte auch den Ordnungssinn der Wilson würdigen; aber sie zählte die Stunden bis zu ihrer Abreise nach Italien. Ein Atelier, Pia, die Lagunen— sie würde malen und trödeln, jedenfalls würde Onkel Amleto trödeln, sie nicht mehr. Sie wurde den Haushalt im englischen Sinne führen und den Tisch decken, wie es die Wilson machte. Mario würde kommen und sie besuchen und sehen, was für eine gute Hausfrau sie geworden war. Mariol....„ „Flora! Flora! Rasch! Sie sind im Gehen— sie sind bereits gegangen!“ keuchte Lucia, die atemlos in Floras Zimmer gestürzt kam. Flora sprang auf und horchte; sie hörte das Surren eines fortfahrenden Wagens.(Fortsetzung folgt.) 7. 1 K Vom 21. bis 23. Juni 1938 0 Gleichblelbende Tageseintellung: .55 Wetterbericht für den Landwirt .00 Morgenruf und Frühkonzert .45 Leibesübungen .00 Wiederholung des Morgenrufs. Zeit, Wetter, Nachrichten .15 Morgenkonzert .15 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .20 Frauenturnen ESpmee .00 Tag des Niederrheins. Die Xantener Domglocken läuten den Sonntag ein, anschließend Morgenmusik. Der Kreismusikzug Emmerich und der Emmericher Männerchor .00 Bauernarbeit am Niederrhein. Sellerin in Straelen...— Aus der Gemüsekammer des Industriegebiets— Viehweiden am Strom— Im Trabergestüt Alkemade in Elten— Leuchtende Blumenbeete .25 Zwischen Windmühlen und Vogelparadiesen. Vom Natur= und Heimatschutz am Niederrhein .40 Niederrheinische Kammermusik. Werke von Bernhard Bosselion, Hans Jakob Heuken und Ernst Klüsen. Kläre Hansen(Sopran); Das PeterQuartett .15 Stätten religiösen Lebens am Niederrhein.(Duisburg=Hamborn, Kaiserswerth, Kamp, Kempen, Kevelaer, Xanten).(Domvikar Hubert Leiwering) 10.00 Militärkonzert vor dem Berliner Tor(Aus Wesel). Das Musikkorps 3,.=R. 79. Darin: Ein Funkbericht aus der Schill=Kasematte 11.00 Rheinfahrt der Dichter. Hörfolge von Alfred Erich Sistig...„ 11.45 Deutsches Schicksal in zwei Jahrtausenden Niederrheinischer Geschichte. Der Intendant des Reichssenders Köln, Reichskultursenator Dr. Glasmeier, spricht vom alten Rheinturm in Rees 12.00 Glockenspiel aus Calcar 12.15 Musik aus dem Schloßhof(Aus Moers). Niederrheinisches Konzert=Orchester. Gemischter Chor Bergheim=Vestrum, Doppel=Quartett„Gemütliche Acht" und Bäuerliche Heimatgruppe Moers 13.00 Gruß an das Land. Landeshauptmann Haake spricht 14.00 Kinderspiel und Kinderlied. Der Beitrag der Kleinen 14.30 Schaffende Menschen am Niederrhein. Ein Dutzend Kurzberichte aus niederrheinischem Werktag. 1. Jungbauern siedeln im Lande ältester Bauernkultur. 2. Bei den Töpfern in Sevelen. 3. Alte Holzschnitzerkunst in Calcar. 4. Oldenkott. 5. Underberg. 6. Klumpe, klumpe Klötzken. Bei den Holzschuhmachern in Geldern. 7. Schiffer und Schiffsbau. 8. Im Salzbergwerk 15.30 Kleine Kunstreise zum Niederrhein von Edmund Ringling .45 Zeit, Wetter, Nachrichten 13.00 Mittagsmeldungen 1 14.00 Mittagsmeldungen II 15.30 Wirtschaftsmeldungen 18.40 Vom Tage 18.50 Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 16.00 Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft 17.30 Musikalischer Gruß aus dem Funkhaus. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt). Hans Georg Teumer(Bariton). 1. Vorspiel zur Oper„Das eherne Pserd“(Auber). 2. Traum=Suite: a) Im Konzert=Café; b) Im Varieté: c) Im Tanzpalast (Richter). 3. a) Albumblatt(Gade). b) Italienische Straßensänger(Niemann). 4. An des Rheines grünen Ufern(Gumbert). 5. Melodien aus „Luise“(Charpentier=Mausz). 6. Torerolied aus „Carmen(Bizet). 7. Serenade(Tarenghi). 8. Fideles Wien, Walzer(Komzak). 9. Abschied von Neapel(Murzilli). 10.„Sonst spielt ich mit Zepter" aus der Oper„Zar und Zimmermann“ (Lortzing). 11. Aus„Stimmen der Völker": a) Czardas; b) Cubanische Serenade; c) Baskischer Tanz(Heuser). 12. Isola Bella, Lied(Lincke). 13. Capriziöser Walzer(Richartz).— Darin: Funkbericht von der„Rhein.=westfäl. Hauptregatta“ in Duisburg(Dr. Maus); und Funkbericht vom historischen und Trachten=Festzug zur 3. Niederrheinischen Heimatwoche in Duisburg (Dr. Ernst) 19.00 Germanen siedeln am Niederrhein. Ein Vortrag von Dr. R. Stampfuß. 19.20 Wassers Segen und Not. Der Strom als Segenbringer— Von den Veränderungen des Rheinlaufs— Hochwasser— Hier war Johanna Sebus— Besuch beim Deichgrafen—. Bei den Salmfischern— Dampfer stromauf— stromab 19.50 Sportvorbericht 20.00 Nibelungenlied(Ucaufführung). Ein Hörspiel von Oskar Wessel 21.00 Niederrheinische Bauernhochzeit(Aus Cleve). Ein Spiel von altem Brauchtum mit Lied und Tanz 22.30 Sonnenwendfeier der HJ. und der SS. auf der Zugspitze 23.00 Nachtmusik und Tanz im„Seidenfaden"(Aus Krefeld). Darin: Kleiner Abstecher in eine Duisburger Schifferkneipe 24.00 Ausklang im Lied Deutschlandsender: 15.00: Tanzmusik aus Kopenhagen. 16.00: Musik am Nachmittag. Heiterkeit und Fröhlichkeit. 18.00: Melodie und Rhythmus. 20.10: Alt=Wiener Guckkasten. 23.00 Wir bitten zum Tanz 10.00 Das Spiel vom glücklichen Hans(Von Leipzig) 10.30 Was brachte der Sportsonntag?(Richard Heinemeyer) 11.50 Bauer merk auf! 12.00 Die Werkvause. Uebertragung aus den Dürener Metallwerken. Das Werk=Orchester(Jos. Oebel) 13.15 Schloßkonzert. Das Niedersachsische SinfonieOrchester(Otto Ebel von Sosen). Peter Anders. 1. Roma=Suite(Satz 1 und 2)(Bizet). 2. Melodien aus„Alessandro Stradella"(v. Flotow). 3. Paraphrase über ungarische Nationallieder (Padouk). 4. Traum im Frühling, Walzer (Czernik) 14.15 Konzert auf der Kino=Orgel. Theo Bussard (Orgel). 1. Russische Melodien. 2. Abendglocken, Lied(Melichar). 3. Du sollst mein Glücksstern sein(Brown). 4. Königin der Liebe, Lied(Borgmann). 5. Rendezvous bei Lehar(Hruby) 15.00 Traira, der Sommer ist da... Kinder aus allen deutschen Gauen singen fröhliche Lieder 16.00 Musik am Nachmittag. Das Unterhaltungsorchester des Deutschlandsenders(Otto Dobrindt) 16.50 Die Plauderstunde. In lustiger Kumpanei... mit fröhlichen Volksliedern und heiterer Volksmusit 18.00 Fröhlicher Alltag(Von Stuttgart). Ein buntes Konzert. Elisabeth H. May(Sopran); Carl Jautz(Tenor); Lilly Towsta(Chansons); Max Ladewig und Wilhelm Meister(an 2 Klavieren); Erich Wassielke und Charlotte Nitsch=Wiegand (Bandoneon=Klavier=Duo). Das Rundfunkorchester(Gustav Görlich) 19.00 Lustiger Rätselfunk 19.40 Gautreffen des Gaues Westfalen=Süd 20.10 Die Westdeutsche Wochenschau(Dr. Ernst) 21.00 Unterhaltungskonzert. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt); Maria Dahmen(Sopran). 1. Vorspiel zu„Cavalleria rusticana“(Mascagni). 2.„Kennst du das Land", Arie aus„Mignon".(Thomas). 3. a) Jacqueline(Krome), b) Zigeuner=Intermezzo(Königsberger). 4.„Bin ein schlichtes Kind vom Lande" aus„Der Wildschütz"(Lortzing). 5. Melodien aus„Die lustigen Weiber von Windkor".(Nicolai). 6. Sequidilla aus„Carmen" Bizet). 7. Lotosblumen, Walzer(Ohlsen). 8. Launisches Glück(Joh. Strauß). 9. RozsaCsardas(Hubay) 22.20 Das Schatzkästlein. 1. Gedichte von Clemens Brentano. 2. Phantasiestücke von Robert Schumann.(Robert Grote, Cello). 3. Rheinische Lieder von Peter Cornelius: In der Ferne— Botschaft—. Am Rhein— Gedenken.(Friedrich Engels, Tenor) 23.00 Musik zur„Guten Nacht“. Es spielt die Schlesische Orchestergemeinschaft(Friedrich Weißhaupt). 1. Melodien aus„Hamlet"(A. Thomas). 2. Harlekin=Konzertwalz.(Neumann). 3. SchleierIntermezzo aus„Mona Lisa“.(v. Schillings). 4. Melodien aus„Das Mädchen aus dem goldenen Westen"(Puccini). 5. Csardas Nr. 8 (Michiels). 6. Arabisch Gold(Rust) Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend! 20.10: Alte Meister. 21.00: Der blaue Montag (Breslau). 22.30: Eine kleine Nachtmusik.###oOrchesterkonzert(Frankfurt) EE 10.00 Hurra, das Hänneschen ist da! Das alte KölneHänneschen besucht uns 11.50 Hier spricht der Bauer 12.00 Die Werkpause. Uebertragung aus den Vereinigten Deutschen Metallwerken in Werdohl. NSBO.=Musikzug der Betriebszelle 13.15 Mittagskonzert. Solisten: Franz Hammerla (Klarinette), Otto Bürgermeister(Posaune). Das Leipziger Sinfonie=Orchester(Hilmar Weber) 1. Vorspiel zu„Wintermarchen“(Humverdinck), 2. Romanze und Polonaise aus dem Konzert fun Klarinette und Orchester Nr. 2(v. Weber). 3. Neue slavische Tänze Nr. 3 und 4(Dvorat# 4. Melodien aus der Märchenover„Christelflein“ (Pfitzner). 5. Konzert=Ouvertüre(Meyer=Olbersleben) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 16.00 Neue Kammermusik. Ausführende: Alfons Sccarius(Bariton); Toni Faßbender(Violine); Karl Delseit(Klavier). 1. Lieder von Mare Lotharz Gute Stunde— Arie des Schäfers— Ständ= chen— Wanderung zur Nacht— Lied des„Tyll“. 2. Sonate für Violine und Klavier von Theodor Blumer 16.40 Ernstes und Heiteres von der Tücke des Objekts und von der Liebe zu den Dingen 17.40 Berühmte Opern=Duette(Schallplatten) 18.10 Politische Zeitungsschau(Vom Deutschlandsender) 18.30 Olympia=Hoffnungen— Olympia=Vorbereitungen in aller Welt: 5. Polen; 6. Tschechoslowakei; 7. Ungarn. Ein Funkbericht von den Olymvischen Vorbereitungsarbeiten 19.00 Musik zum Feierabend(Schallplatten) 19.45 Momentaufnahme 20.10 Alle Mann an Bord! Großer Unterhaltungsabend. Kläre Hansen(Sopran); Melitta Wittenbecher(Sopran); Friedrich Eugen Engels(Tenor): Hubert Kirsch(Bariton); Willi Schneider (Baßbariton): Die sechs frohen Sänger; Marita Gründgens(Heiteres); Walter Wielsch(Klavier); Kurt Schäffer(Violine): Hermann Kreisel Walter Vogt(Saxophon); Karl Kretzing(Xylophon): Hawaien=Duett: Theo Bussard(KinoOrgel): Ein heiteres Instrumental=Quartett (Willi Jansen, Hermann Arzig, Edmund Engels, Willi Beuster): Die Funkschrammeln; Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt): Das Große Orchester (Otto Julius Kühn) und der Kammerchor(Josef Breuer) 22.20 Kurzschriftdiktat(Ferdinand Sonntag) 22.30 Englische Unterhaltung:„Schönes Cornwall“ (Ingeborg Hesse. Dr. Kirsch) 22.50 Spanische Unterhaltung(Carmen Müller=Zuleika, Dr. Beinhauer) 23.05 Funkstille Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend! 20.10: Neue Unterhaltungsmusik. 21.00: Die Schraubenwelle. Ein Hörspiel von der See. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Wir bitten zum Tanz!(F. Hippmann) der eogl. Gomeinden Sonntag, 21. Juni 1936. Ohne Gewähr.) Christuskirche:.45: Jeismann, K69.: 11.15: Matthien; 15: Taufseter. Schmidt II. Friedenskirche:.30: Hardt: 11: Winnacker; 12.15: Tauffeier, Winnacker. Do 20: Wochengottesd. Lutherkirche:.45: Matthien: KGD. 11: Schmidt II; 12: Tauffeier; Schmidt II. Pauluskirche: 8: Matthien;.30: Liz. Lotz: 17.15: Hardt. Krankenhauskapelle:.30: Schmidt 1I. Johaneskirche: KGD. 11.15: Henvici. Herberge zur Heimat: 9: Klimmeck. 6. Pfarrbezirk(Gemeindheim): So 8: Frühgottesdienst: 11.15: KGD., Jeismann; 12: Christenlehre. Mo und Di 16 bis 18: Jungbibelschar. Di 20: Freundeskreis. Mi 20: Bibel= und Bekenntnisstunde. Do 20: Jugendbibelstunde. Fr 20: Bibellesestunde: 20.45: Helferstunde. 7. Pfarrbezirk(Jugendheim): Di 20: Frauenhilfschor; 16: Katechumenen= und Koufirmandenmädchen; 19.30: Bibelstunde für die weibliche Jugend. Mi 15.30: Bücherausgabe; 16: Frauenhilfe. Fr 20: Bibelstunde. 10. Pfarrbezirk(Wichernhaus): Mo 20: Jungmädchenverein; Frauenbilfschor. Mi 16: Handarbeitsnachmittag der Frauenhilse: 20: Bibelstunde. Do 20: Wochengottesdienst. Fr 18 bis 21: Jugendarbeit. Bibelstunden: Mi 20: Gemeindehaus am Moltkemarkt und Düppelstraße 25. Do 20: Vereinshaus und Fabrendeller Straße 14. Kirchlich=evangel. Gemeinschaftsverein, Bochum, Adolfstr. 20. So 10: Sonntagsschule: 13.30 bis 15: Posaunenchor: 15 bis 17: Gemischter Chor: 17.15: Evangelisation. Mi 15: Frauenstunde. Do 20: Bibelstunde. Landeskirchliche Gemeinschaft„Melanchthon“, Königsallee 163. So 14: Kinderstunde: 18.30: Evangelisationsstunde. Di 16: Frauenstunde. Do 20: Bibelstunde. Sa 20: Männerstunde. Jugendbund für entschiedenes Christentum, Königsallee 163. So 15: junge Männer, Jugendbundstunde: 16.15: junge Mädchen, Jugendbundstunde. Zweigstelle Konfirmandensaal„Weilendrink".(Johanniskirche). Mi 20: Evangelitgtionsstunde. Stadtmission Bochum, Joachimstr. 8. So 14: Sonntagsschule: 17: Bibelstunde. Mi 15.30: Frauenstunde; 20.15: Jugend. Do 20.15: Bibelbesprechstunde. Bochum=Engelsburg, Betsaal: Jeden Di 20: Bibelstunde. Bochum= Hamme, Glückaufstr. 33: Fr 16: Bibelstunde für jedermann. .=Hamme. Frühgottesdienst an der Maarbrücke: 8. Simon: Hauptgottesdienst in der Kirche:.45, Simon: in Wegescheid:.45, Schroer: KGD. in der Kirche: 11.15, Schroer; im Gemeindebaus: 11.15, Bach. Taufstunde im Gemeindebaus: 12, Bach.— Bibelstunden: Mi 20: an der Maarbrücke: 20: in Wegescheid (Bekenntnisstunde). Do 20: im Gemeindehaus. Frauenhilfe: Do 15: Mi 20: Gemeindebibelstunde. Do 15.30: Frauenbilfsstunde im Lutberhaus: 17.30: Bibelschar V; 20: Bibelstunde für die männliche Jugend. Fr 17: Bibelschar(Katechumenen). Weitmar. So 8: Frübgottesdienst, P. Sauer:.45: Hauptgottesdienst, P. Sassenberg: 11: KGD.: 12: Kirchentaufen.— Bibel=, Gemeinschaftsund Vereinsstunden, Weitmar: Mo 20.15: Kirchenchor. Mi 20: Bibelstunde im Kindergarten a. d. Schütsenstraße. Fr 20: Gemeindebibelstunde im Gemeindesaal an der Kirche.— Blaukreuzverein Weitmar: o 15: Vereinsstunde. Eppendorf: o 14.30: Evangelisationsstunde. Di 20: Gemeinschaftsstunde. Do 15: Reichskirchl. Frauenhilfe, anschließend Ueben des Chors der Reichskirchl. Frauenbilfe.— Bärendorf=Süd: So 17: Männerbibelkreis in der Schützenstraße(Kindergarten).— Weitmar=Mark: Mi 15.30: Jahresfest der Reichskirchl. Frauenhilfe. Bekenntnisgemeinde Weitmar: So 9: Gottesdienst im Vereinshaus, Karl=Friedrich-Straße, P. Sauer: 10: Tagung des evg. Männerdienstes im Ruhrlandheim; 10.15: Kindergottesdienst im Vereinshaus. Karl=Friedrich=Straße. Di: Ausflug der Frauenhilfe Weitmar=Mitte. Mi 20: Bibelstunde im Vereinshaus, Karl=Friedrich=Straße. Do 15: Frauenhilfe Bärendorf=Süd: 15.30: Frauenhilfe Eppendorf=Heide; 16: Frauenhilfe Weitmar=Mark; 19.30: weibliche Gemeindejugend im Vereinshaus, Karl=Friedrich=Straße: 20: Gemeinschaftsstunde im Gemeindesaal neben der Kirche. Fr 20: Bibelstunde in Eppendorf bei Hill. .=Engelsburg, Martinikirche. So .30: Regelmann(Bochum); 11: KG2. Mi: Die Gemeindebibelstunde fällt aus. .=Engelsburg..30: Gottesdienst, P. Regelmann, Bochum. 11: KGD. 12: Taufen. 18: Blaukreuzverein. Di 20.35: Kirchenchor. Do 19: Blaukreuzstunde. Stiepel. So.30: Gottesdienst in der Kirche, Husemever;.45: KGD.: 10: Gottesdienst im Lutherbause, usemener: 11.15: KGD.; 10.30: Bottesdienst in Buchbolz: 11.30: KGT Bibel= und Bekenntnisstunde: Fr 20: im Lutherhause. Mo 20: Jungmütterabend im Lutherhause. Verein: Jugendschar. Dorf: Di 19.30: Haar: So 15.30; Di 19.30.— Bibelschar. Mädchen: Mi 15 und Fr. 15. Knaben: Mi 16.30 und Fr 15.— Frauenchor: Dorf: Di 18; Haar: Mi 17. Uemmingen. So.30: Hauptgottesdienst, Kromberg: 10.45: KGD., Kublmann. Mo 20: Bibelbesprechstunde der jungen Mädchen. Mi 1 Cvorstunde in der Frauenbilfe: 90.30: Bibelabend der Mädchenschar. Do 15: Arbeitsstunde der Frauenhilfe: 20.30: Vorbereitung für den KGD. Fr 20: Bibelstunde in Laer. Linden. So 8: Weber;.30: Pfarrer i. R. Sassenberg; 11: KGD.: 12: Taufen. Mi 17: Taufen, Bäumer.— Vereine: So 14: Jungschar: 16: Jungmädchen. Di 19.30: Bibelstunde für junge Mädchen; 20: Kir1. Bezirk.— Jungmütterabend: Mo 20: 2. Bezirk. Di 20: 3. Bezirk.— Evangel.=kirchlicher Männerdienst: So im Gemeindebaus.— Blautreuzverein: So 16.30: im Kirchsaal. Do 20: in Wegescheid.— Evangelische Gemeindejugend: a) männliche: Mo 20: Bibelgruppe(14= bis 18jährige): 20: Posaunenchor. Di 17: Bibelschar (10= bis 14jährige); 20: Aelterer Jungmännerkreis.— Di 17: Bibelscharstunde(weibliche, 10= bis 14= jährige): 20: Scharabend. Do 20: Scharabend. Altenbochum. So 10: Hauptgottesdienst, Sup. Niederstein; 11.15: KGD., Sup. Niederstein; 12.15: Tausen, Sup. Niederstein: 20: Gemeinschaftsstunde. Mo 16: Bibelschar(3. und 4. Schuljahr): 17.30: Bibelschar(5. und 6. Schuljahr): 18: Knabenbibelschar 20: Singkreis. Di 20: Jungmütterkreis: 20.15: Bibelstunde für die weibliche Jugend; 17.304 Bidelschar(Konfirmanden). Do 20: Gemeindebibelstunde. Sa 20: Gebetsstunde. Wiemelhausen. Melanchthon: So Dr. Klein;.45: Engelbert: 11.15: KGD. und Kirchentaufen(Engelbert). Di 20: Kirchenchor. Mi 20: Bekenntnisbibelstunde. Fr 18: Jungmädchenbibelkreis: 20.15: Hel serkreis. Bergmannsheil: Di 19.30: Dr. Klein.— Petrikirche: So 8: Frühandacht(Christenlebre), Engelbert:.30: Gottesdienst, Bertelsmann; 11: KGD, Vikar Rinne. Mo 19.30: Jugendbibelstunden. Di 18: Frauenchor. Mi 20: Bibel= und Bekenntnisstunde im Paul=GerhardtHaus, Reiffert. Fr 20: Vorbereitung zum KGD., Rinne.— Ruhr= landheim=Waldkirche: So 10: Gottesdienst, Klimeck. Harpen. Kirche Harpen:.30: Hauptgottesdienst; 10.45: KGD.; 11.30: Tause, Ps. Leich. Mi 20: Bibelstunde in Kornharpen. Pf. Leich. Fr 20: Bibelstunde in Harpen(Gemeindeheim), Pf. Leich.— So.30: Gottesdienst im„Lobetal“, Vik. Baumann; 10.45: KGD. 16: Evangelisation des Missionsvereins; 17.15: Gemischter Chor. Di 20.15: Bibelstunde in Kornbarpen. Mi 20.15: Bibelstunde in Kirchbarpen. Do 16: Frauenhilfe bei Berghaus. Fr 20: Bibel= und Gebetsstunde im„Lobetal“ Gerthe. So.30: Hauptgottesdienst (5. Probepredigt), Pfarrer Donnerstag aus Radungen in Schlesien; 10.30: KGD. Mo 17: Bibelstunde für die Mädels von 12 bis 14 Jahren: 20: Bibelstunde für die weibliche Jugend in Bethanien und für die männliche Jugend, im Jugendheim: 20: Jungmütterzusammenkunft in Bethanien. Di: Frühandacht in der Kirche: 20: Bezirksbibelstunde für das Mittelfeld und den Krav. Mi 20: Gemeindeabendmahl. Do 15: Arbeitsstunde der Frauenhilfe: 15.30: Bibelstunde für die Mädel von 10 bis 12 Jahren: 17: Bibelstunde für die Jungen im Jugendheim: 20: Bezirksbibelstunde für Klüsenerstraße: 20: Jugendchor in Bethanien. Fr.7: Frühandacht in der Kirche. Sa 19.30: Betstunde der Gemeinschaft. Hiltrop. So.30: Gottesdienst: 10.45: KGD.: 11.45: Taufen. Mi 20: im Gemeindehaus: Gemeindebibelstunde. Do 20.15: im Gemeindehaus: Gemeinde=Jugendbibelstunde. Mo 17 bis 19: weibliche Bibelschar im Kindergarten. Di 20: weibliche Jugendschar im Kindergarten. Posaunenchor: Mo und Do 20: im Gemeindebaus. Do 15: Gemeindefrauenhilfe: 17: Frauenhilfschor. Hofftede=Riemke. So 8 u. 10: Mühge; 11.15: KGD., Pitsch; 12: Taufstunde. Mi 20: Bibelstunde im Lutherhaus, Mübge; 20: Bibelstunde im Kindergarten an der Riemker Straße, Pitsch. Fr 20: Vorbereitung für den KGD.— Vereine: Männliche Jugend: So 15: Jugendbibelstunde. Mi und Fr 17.30: Jugendbibelschar.— Weibliche Jugend Hofstede=Riemke: So 15 und Mo 20: Jugendbibelstde. Mo und Di 17.30: Jugendbibelschar. — Weibliche Jugend Marmelsbagen: Di 20: Jugendbibelstunde.— Evgl.= kirchlicher Männerdienst HofstedeRiemke: So 16: Versammlung.— Evgl.=kirchlicher Männerdienst Marmelsbagen: So 16: Versammlung. — Kirchenchor: Di 20.30.— Blaukreuzverein: So 15, Do 20. Hordel. 8: Gottesdienst, Pastor Abendroth:.30: KGD. im Gemeindehaus, P. Abendroth; 10: Gottesdienst, P. Höfker: 11.15: KGD., in der Kirche, P. Höfker.— Do 20: Bibelstunde im Gemeindehaus, Past. Abendroth; 20: Bekenntnisstunde im Kindergarten. Wattenscheid. Friedenskirche: 8: Frühgottesdienst: 10: Hauptgottesd.; 14: KGD; 15: Taufen.— Ev. Krankenhaus: 10: Hausandacht.— Kapelle zu Höntrop:.30: Hauptgottesdienst.— Gemeindehaus Leithe: 10: Hauptgottesdienst.— Jeden Donnerstag abend Bibelstunde d. reichskirchlichen Gemeinde in der Alten Kirche. Wanne. Christuskirche: 8: P. Engel:.45: P. Bunte: 11.30: KGD.; 12.30: Taufe. Organistendienst: K. Höhrmann.— Lutherkirche:.45: P. Engel: 11.30 KGD.: 12.30: Taufe. Organistendienst: Lehrer Dietz.— Amtswoche: P. Engel. Eickel. Johanniskirche:.30: Frühgottesdienst. P. Maennel:.30: Hauptgottesdienst. P. Kurras: 11: KGD., P. Kurras: 12: Taufgottesdienst, P. Maennel.— Ev. Krankenhaus:.30: Gottesdienst in der Kavelle. P. Maennel. Röhlinghausen. 8: Frübgottesdienst, Sup Krahn:.30: Hauptgottesdienst. P. Tiages: 11: Kindergottesdienst, Sup. Krahn: 12.30: Taufen. Seiterviennt der tun. chenchor. Mi 19: Gesangstunde der Frauenhilfe Linden: 20: Bekenntnisbibelstunde für Hohwege. Do 15.30: Frauenbilfe Linden; 20: Bibelstunde für junge Männer. Dahlhausen. So.30: Weber: 11 KGD.: 12: Taufen.— Vereine: Mo Jungmädchenverein. Mi 20: Bibelstunde im Konfirmandensaal. Werne. So 8: Frühgottesdienst, P. Schmerkotte:.45: Hauptgottesdienst, P. Schloemann; 11.15: KGD. 12.15: Kirchentaufen; 17: Bibel= und Gemeinschaftsstunde; 18: Blaukreuz= stunde im Oberlinhaus; 19: Blaukreuzstunde im Gemeindehaus. Mi 20: Bekenntnisversammlung im Gemeindehaus. Do 20: Bibelstunde in der Vollmondschule. Sa 20: Gebetsstunde. Kreta. So 10: Gottesdienst: 11.15: K6D. Langendreer. Lutberkirche: So.30 Morgenwache mit Beichte und Feier des hl. Abendmahls;.30: Gottes= mit gem. hl. Kommunion der Jungdienst, P. Schilling; 11: KGD.— frauen; 8: Frühmesse m. Nr.;.30 Sonntag, 21. Juni 1936. (Ohne Gewähr.) Propstei. 6: hl..:.45: bl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Jungfrauen:.45: hl M. m. Pr.: 9: bl. M. für Gymnasium und Oberrealschule: 10: Levitenamt. 11.15 hl. M. m. Pr.: 14.30: KindheitJesu=Andacht mit Opfergang der Kinder, Aussetzung und Segen. Nach der Andacht stille Anbetung. 20: Herz=Jesu=Andacht und Segen. An den Wochentagen ist jeden Mittag 14 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten, danach stille Anbetung. 20: Herz=Jesu=Andacht und Segen. Samstag 20: Gebei zu den hl. Aposteln Petrus und Paulus wegen der Vigil, Komplet, Segen und Reposttio. Christ=König(Franziskanerkloster). 6: erste bl. M. ohne Pr.: 7: bl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion aller Jungfrauen:.15: Kindermesse m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Schulmädchen:.30: Hochamt m. Pr.; 11: letzte hl. M. m. Pr.: 14.30: Christenlehre über d. fünften Glaubensartikel; 20: Herz=Jesu=And. St. Marien..40: erste hl..: .15: Frühmesse m. Pr.:.30: dritte bl. M. m. Pr.:.30: Hochamt mit Pr.; 11: letzte hl. M. m. Pr.; 20: Herz=Jesu=Andacht mit Segen. St. Joseph..45: hl..:.30: bl. M. m. Pr.:.45: hl. M. mit Pr. und gem. hl. Kommunion der Kinder vom Weißen Sonntag: 10: Hochamt m. Pr.: 11.15: letzte bl. M. m. Pr.: 14: Andacht zu Ehren des hl. Alovsius. St. Antonius..30: erste hl. M. Hochamt m. Pr.; 11: letzte hl. M. m. Pr.: 11.30: Herz=Jesu=Andacht. Klosterkirche der Redemptoristen. 5 und 6: stille hl..; 7: Singmesse m. Pr.: 8: Hochamt ohne Pr.: 9: Gotesdienst für die höheren Mädchenschulen: 10.30: polnischer Gottesdienst ohne Pr.: 16.40: Bruderschaftsandacht zu Ehren der Mutter von der immerwährenden Hilfe, Festpredigt u. Festandacht: 19: Rosenkranz, Predigt und Segen für die Erzbruderschaft der hl. Familie. An Werktagen: 6, 7 u. 8: stille bl. Messen; Montags 8: Segensmesse zu Ehren des bl. Gerbard: St. Meinolphus. 6: hl..: 7: bl..; 8: Schülermesse; 9: Kindermesse: 10: Hochamt; 11.30: hl..; 15: Christenlehre; 20: Andacht. St. Johannes,.=Wiemelhausen. .30: erste hl..;.30: Frühmesse m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Kinder der 3. Klasse und der Kommunionkinder von Querenburg: .45: hl. M. m. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Herz=Jesu=Andacht mit Segen. Wallfahrtskirche,.=Stiepel..25: Frühmesse: 10: Hochamt; 16, 17.20 und 19: Andachten. St. Liborius,B.=Grumme. 7: hl. M. m. Pr.: 8: Austeilung der hl. Kommunion;.30: dl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Mädchen: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Andacht zum Hl. Herzen Jesu. Hl. Kreuz..30: Austeilung der hl. Kommunion; 7: hl. M. m. Pr. und gem. bl. Kommunion d. Jungfrauen:.30: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Mädchen. 10.30: Hochamt m. Pr.: 14.30: Andacht zum Hl. Herzen Jesu. Jesu,.=Hamme..30: erste hl. M. mit gem. hl. Kommunion für die Jungfrauen und Jungmänner der Gemeinde. Die Jungfrauen singen die Speirer Dommesse; 8: zweite hl. M. m. Pr., gem. hl. Kommunion der Männer u. Frauen und der Kinder d. Gemeinde;.30: dritte hl.., Levitenbochamt mit Predigt: 11.15: vierte hl. M. mit Pr.(nicht wie sonst um 11): 16: Schlußandacht m. Pr. für die Polen: 17: Schlußandacht für die gesamte Gemeinde und deren Weihe an das hl. Herz Jesu. Herz=Jesu,.=Hordel..30: erste hl..; 8: Frühmesse m. Pr.; 10: feierliches Patronatsbochamt: 14.30: Vesper: 20: Festandacht m. feierlich. Prozession. St. Anna,.=West. 7: hl. M. mit Gesang u. Pr.:.30: hl. Kindermesse m. Gesang u. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Herz=JesuAndacht mit Segen; 15: Taufen. St. Franziskus,.=Riemke..15: bl.., gem. hl. Kommunion der Jungfrauenkongregation;.15: hl. M. m. Pr., gem. hl. Kommunion der Hofsteder Schule;.30: hl. M. m. Pr.;.30: Hochamt m. Pr.; 11: hl. M. m. Pr.: 14.30: Andacht; 15: Taufen; 16: Versammlung und Andacht der Jungfrauenkongregation. Dreifaltigkeit, Bochum..30: Gemeinschaftsmesse m. gem. hl. Kommunion der Jungfrauen; 8: hl. M. m. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.; 14.30: Christenlehre mit Andacht u. Opfergang für den Kindheit=Jesu=Verein; 15.30: Andacht mit Vortrag für die Jungfrauen. St. Franziskus,.=Weitmar..15 Frühmesse als Gemeinschaftsmesse; .20: Austeilung der hl. Kommuuion:.30: zweite hl. M. als Beisingmesse m. Pr.;.45: Hochamt m. Pr.: 10: Kindermesse mit christl. Unterricht. 11: letzte hl. M. m. Pr.; 15: Taufen; 20: Herz=Jesu=Andacht. Liebfrauen,.=Linden..50: Austeilung der hl. Kommunion an Männer, Jünglinge und Frauen; 7: hl. M. m. Pr.;.05: hl. M. m. Ansprache für die Kinder, gem. hl. Kommunion der Kinder der oberen Klassen; 9: Hochamt m. Pr.: 10.30: hl. M. m. Pr.: 14.30: Herz=JesuAndacht: 15.15: bl. Taufe. St. Michael,.=Dahlhausen..30: Frühmesse m. Pr., gem. hl. Kommunion der 3. Klasse; 10: Hochamt u. Pr.; 15: Andacht. Wochentags: .10: Schulmesse. Am Johannestag (24.): feierliches Hochamt. St. Engelbert,.=Dahlhausen. 7: Frühmesse, gem. hl. Kommunion der Jungfrauen der Pfarrei u. der Schulklasse 1 b, Missionspredigt;.30 Hochamt mit Missionspredigt: 14: hl. Taufe: 14.30: Herz=Jesu=Andacht danach Predigt für die Jungfrauen. Fronleichnam,.=Laer..30: Frühmesse m. Pr. und gem. bl. Kommunion der Jungmädchen und Jungfrauen: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Cbristenlehre und Andacht; 15: Taufe. Liebfrauen,.=Altenbochum..30: Frühmesse m. Pr. und Austeilung der bl. Kommunion: 8: bl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Kinder aus der Liebfrauenschule; .30: Hochamt m. Pr. und Austeilung der hl. Kommunion: 11: letzte hl. M. m. Pr.; 14.30: Christenlehre m. Segen; 15: Taufe: 20: Männer= andacht m. Pr. und Segen. Herz=Jesu,.=Werne..45: erste hl..:.15: zweite hl. M. mit gemeinschaftl. hl. Kommunion der Jungfrauen und der Kinder des 4. und 5. Schuljahres der Wittekindschule; 10.15: feierliches Levitenhochamt; 14.30: Vesper; 15: Taufe. St. Marien,.=Langendreer..30: hl..: 8: hl. M. m. Pr. und gem. bl. Kommunion der weibl. Pfarrjugend und der Mädchen des., 7. und 8. Schuljahres: 10.15: Hochamt m. Pr.: 14.30: Christenlehre und Andacht z. hl. Herzen Jesu; 16.30: Andacht für den 3. Orden.— Die Monatsandacht mit Standespredigt für die Jungfrauen ist nicht am Nachmittag, sondern um 20 Uhr. Hl. Geist,.=Harpen. 7: Frühmesse m. Pr.: gem. hl. Kommunion für die Jungfrauen: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Herz=Jesu=Andacht. St. Elisabeth,.=Gerthe. 7: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion für die Jungfrauen;.30: hl. M. m. Pr. 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Herz=Jesu=Andacht: 20: kurze Predigt und gesungene Komplet für die gesamte Jugend. St. Joseph,.=Hiltrop..30: Frühmesse m. Pr. und gem. hl. Kommunion aller Jungmänner und Jungfrauen, der Mädchenoberklasse und der Knaben des 4. und 5. schuljahres: 10: Hochamt m. Pr.; 14.30: Christenlehre mit Andacht. St. Theresien,.=Eppendorf. 7: Frühmesse zu Ehren des hl. Aloysius:.15: Kindermesse m. Pr.: .30: Hochamt m. Pr.: 17: Andacht zu Ehren des Herzens Jesu, Prozession durch den Klostergarten mit dem Allerheiligsten, Te Deum und Segen. St Gertrud, Wattenscheid..30: hl..;.30: hl. M. m. Pr., hl. Kommunion der Jungfrauen und der Lydiagemeinschaft;.30: hl. M. m. Pr.:.30: hl. M. m. Pr. und hl. Kommunion für die höheren Schulen;.30: Hochamt m. Pr.; 11: bl. M. m. Pr.: 14.30: Andacht mit Aussetzung und sakramentalem Segen: 15.15: Taufe. Sonstige Gemeinden Sonntag, 21. Juni 1936. (Ohne Gewähr.) Altkathol. Pfarrei Bochum..15: Deutsche hl. Messe mit Predigt in der Johanniskirche am Weilenbrink. Ev.=Luth. Kreuzgemeinde Bochum. Kreuzkirche, Gahlensche Straße 146: So 9: Festgottesdienst zum 25. Amtsjubiläum des Pfarrers Stallmann, Pf. Kerle; 11: KGD. Mi 20: Bibelstunde, Pf. Kerle.— Gemeindeheim, Lutherhof: So 16: Gemeindeabend zum Amtsjubiläum. Di 20: Kirchenchor. Fr. 20: Jugendstunde. Ev.=luth.(alt=luth.) Gemeinden in Bochum. 1. Gemeinde, Kirche Dibergstr. 52. So.45: Predigt, P. Greve.— 2. Gemeinde, Kirche am Hindenburgplatz:.30: Predigt, Hilfspr. Krüger; 11: KGD.— Mi 19.30: Wochengottesdienst. Do 15: Frauenvereinsstunde. Neuapostolische Gemeinde. Bochum, Rheinische Str. 7: So 9, 16: Mi 20. .=Langendreer, Wallbaumweg 58: So 9, 16: Mi 19..=Linden, Kesterkamp 49a: So 9, 16; Mi 19.30..= Weitmar, Kellermannsweg 51. So 9, 16: Mi 20..=Weitmar: An der Landwehr 65: So 9, 15.30: Do 19. .=Riemke, Auf dem Dahlacker 42: So 9, 16: Mi 19..=Gerthe. Am Südblick 8: So 9, 16: Mi 19..= Kornharpen, Auf der Prinz 135: So 9, 16; Mi 20. Wanne=Eickel, Königstr. 21: So 9, 16; Mi 18..=Röhlingbausen, Füsilier= und Kurfürstenstr.=Ecke: So 9, 16; Mi 18. 1. Baptistengemeinde, Immanuelskirche, Hermannshöhe 21: So.30: Bibelstunde. Prediger Janssen. 11: Sonntagsschule: 16: Gottesdienst, Pred. Dr. Mundhenk: Mi 20: Gebetsstunde, Pred. Janssen.— Gemeindesaal.=Hamme, Hofsteder Str. 131: So.30: Bibelstunde, Pr. Dr. Mundbenk: 11: Sonntagsschule: 17: Gottesdienst: 18.30: Jugendstunde. Do 20: Bibelstunde Predig. Janssen.— Gemeindesaal.=Bärendorf, Goldhammer Str. 17: So.30: Bibelstunde: 11: Sonntagsschule: 20: Evangelisation. Do 20: Bibelstunde. .=Harpen, Kornharpener Straße 241: So 11: Sonntagsschule.— Gemeindesaal Wattenscheid, Bochumer Str. 36: So 9: Bibelstunde! 10.30: Sonntagsschule. Mi 20: Bibelstunde.— Gemeindesaal.=Werne, Am Born 10: So.30: Bibelstunde; 11: Sonntagsschule: 16: Gottesdienst. Di 20.15: Bibelstunde. 2. Baptistengemeinde,.=Weitmar, Am Steinknapp 56. So.30: Bibelstunde: 11: Sonntagschule: 16: Gottesdienst. Christlich=wissenschaftl. Vereinigung (Christian Science Society), Bochum, Emscherstr. 20. So 10: Gottesdienst, Lektionspredigt der Christl. Wissenschaft, Thema:„Hat sich das Weltall, einschließlich des Menschen, durch atomische Kraft entwickelt?“ 11.15: Sonntagsschule. Mi 20: Gottesdienst (Zeugnisversammlung). 4 Hoffer Taschen Mappen sowie a. Reparaturen und Ersatzteile Pauf Köllermann Chem. Lederfärberei Kortumstr. 43 (Ecke Rottstraße) Nicht schlimm, wenn Schuhe nicht passen, Melies längt und weitet „Dawo die Uhr“ Schlerei„Fortschritt“ A. Melies Bochum, Hellweg 20, Fernsprecher 66492; Bochum-Hamme, Reichsstraße 2 2 junge Kähschen zu verschenken. Waldring 88. Ikabotee Nr. 7. Nerven= und Schlaftee beruh. überarbett. u. überreizte Nerven; wirkt vorbeugend geg. Erkrankung des Nerv.= Systems; lindert nervöse Kopf= und Magenschmerzen; vermittelt ruhigen u. gesund. Schlaf. Drogerie und Kräuterhaus .Kneider, Bochum Große Beckstr. 10, Telephon 65176., schreiben sie wie sie M U auch in Jaren Anzeigen. Der persönliche Ton der Werbung sichert in erster Unte den Erlolg Bochumer Anzeiger Sänsallosa! 4n0 21. Juni 1936 NUMMER 25 Adlerauge verteidigt zeine Gestung Eine Besehichte zum 200. Zeburtstage Lederstrumpfs Die Indianer stürmten auf die kleine Festung los. Vor 200 Jahren wurde in dem amerikanischen Staat Pennsylvanien Daniel Boone geboren. Er wurde später einer der berühmten Jäger des wilden Westens. Der englische Dichter Cooper hat ihm ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Denn Daniel Boone war niemand anders als der Lederstrumpf, von dessen Taten Cooper uns im„Wildtöter“ und in dem Buch„Der Letzte der Mohikaner" berichtet hat. Mitten in den dichten Wäldern von Kentucky lag die kleine Ansiedlung, die Daniel Boone um 1760 gegründet hatte. Boonesborough hieß sie, und hinter ihren Holzwällen hausten in ein paar Blockhütten 40 Ansiedler mit ihren Familien. In den weiten Wäldern ringsum gab es reiche Beute für die Pelzjäger: Biber, Bären und Büffel. Weit und breit gehörte alles Land den Indianern, nur wenige Weiße hatten den Mut, Boone in diese Wildnis zu folgen. Es war im Frühjahr 1778. In Amerika wütete der„Freiheitskrieg“. Auch die Indianerstämme von Kentucky hatten wieder das Kriegsbeil ausgegraben und zogen als Verbündete englischer Truppen gegen die Siedlungen der Einwanderer. Und eines Tages kamen die Rothäute auch nach Boonesborough. Daniel Boone verfolgte einen Bären. Nicht weit von der Siedlung stieß er plötzlich auf die Fußspuren indianischer Mokassins. Er folgte ihnen und kam an eine Lichtung, aus der er leises Stimmengewirr vernahm. Vorsichtig schlich er sich näher Seine doppelläufige Büchse lag schußbereit in seinen Händen, als er die Zweige eines Gebüsches beiseite bog und hindurchspähte. Vor ihm saßen um ein kleines Feuer sechs Indianer vom Stamm der Sioux. Sie trugen Kriegsschmuck, und neben den Tomahawks hingen frische Skalpe an den Gürteln. Aus ihren Reden hörte Boone heraus, daß es Späher waren, denen eine ganze Indianertruppe folgte. Und ihr Ziel war Boonesborough. Da eilte Boone heim. Die meisten seiner Gefährten waren auf der Jagd. Es durfte keine Zeit verloren werden. Boone ging zu der Kanone, die er zur Verteidigung seiner Waldfestung gekauft hatte, lud sie und feuerte einen Schuß ab, der ein mächtiges Echo in den Wäldern ringsum weckte Eine Stunde später waren alle Männer der Festung versammelt.„Die Rothäute haben das Kriegsbeil ausgegraben!“ sagte Boone ernst,„und sie wollen uns überfallen. Wir müssen uns zum Kampf rüsten.“ Während die Frauen und Kinder das Vieh zusammentrieben, verrammelten die Männer die Tore und schleppten Kugeln an die Schießscharten hinter den schweren Pallisaden. Am Abend schon waren die Feinde da. Der Wald hallte wider von ihrem Kriegsgeschrei. Fünfhundert Indianer, von acht englischen Offizieren geführt, stürmten mit hochgeschwungenen Beilen und altmodischen Flinten auf die kleine hölzerne Festung los. Aber Boone und seine Kameraden bereiteten ihnen einen blutigen Empfang. Bis auf 200 Schritt ließen sie die Indianer herankommen. Dann kommandierte Boone:„Feuer!“ Und im gleichen Augenblick schlug aus fünfzig Rohren der Tod den Roten entgegen. Boone selbst aber bediente seine Kanone, deren Donner die Angreifer am meisten erschreckte. An diesem Tage wurde der Sturm abgeschlagen. Aber die Indianer blieben vor Boonesborough. Sie erhielten Verstärkung und belagerten die kleine Festung zwei Wochen lang. Immer wieder schlugen die tapferen Verteidiger ihre Angriffe ab. Aber dann wurde die Lage der Eingeschlossenen verzweifelt. Die Munition wurde knapp. Schon mußte die Kanone schweigen. Eines Nachts stieg Daniel Boone über die Pallisade und schlich leise dem Lager der Rothäute zu. Aber sein Plan, die Feinde zu belauschen, mißlang. Denn als er fünfzig Meter von der Festung entfernt war vernahm er ein seltsames Geräusch. Er machte einen Bogen und spähte hinter den Bäumen hervor. Da sah er im Mondlicht, wie die Indianer einen tiefen Graben anlegten, der geradeswegs auf das große Tor der Ansiedlung zuführte. Nun wußte er genug. Er eilte zurück und sammelte seine Kameraden um sich. Ein paar Posten blieben hinter den Pallisaden. Alle anderen ergriffen Spaten und schaufelten vom Tor aus einen Graben gegen den Stollen der Indianer. „Die Kanone her!" befahl Boone. Die Männer zogen das kleine Geschütz in den Graben und richteten es auf die Stelle, an der die Feinde in kurzer Zeit durchbrechen mußten. Boone lud die Kanone mit dem Marianne Reiermann, 14 Jahre. Beim Walddokfor K kar letzten Pulver, das sie besaßen, und pfropfte sie mit Kugeln und Nägeln voll. Eben zuckten die ersten Sonnenstrahlen über die Bäume— da gellten drüben Befehle. Und jetzt sprangen die Indianer in dichten Haufen aus ihrem Stollen in Boones Graben hinein. Im gleichen Augenblick feuerte Boone die Kanone ab. Es gab einen furchtbaren Knall. Das Rohr des Geschützes barst auseinander. Drüben aber brach zugleich ein entsetzliches Geheul los. Dutzende von Rothäuten wälzten sich in ihrem Blut, unter ihnen auch einige der englischen Offiziere. Da packte die Feinde wilde Furcht. Sie flohen in die Wälder zurück, und Boonesborough wurde fortan von ihnen gemieden. Wenige Tage später kamen die Freunde. Unter ihnen befanden sich Mohawks, Angehörige eines tapferen Stammes, die ihren weißen Freund„Adlerauge“ mit neuer Munition versorgten und die Wälder von den Sioux säuberten. Daniel Boone, der Held von Kentucky, aber war der ungekrönte König dieses Landes, das er als erster Weißer erschlossen und besiedelt hatte.... Wer findet sie? H. H. Ost Die folgende Geschichte ist ja nicht besonders geistreich, aber dafür hat sie eine Eigentümlichkeit, und das ist ja auch etwas wert. In den Sätzen sind nämlich die Namen von 21 Dichtern versteckt. Sie sitzen in den Wörtern drin, gehen von einem Wort zum anderen, manchmal über mehrere Wörter zugleich. Wer sie finden will, wird schon ein bißchen suchen müssen. Unten steht zwar die Auflösung, aber erst soll man sich ein wenig das Köpfchen zerbrechen, ehe man nachsieht. Selbst ist der Mann. Die Rätselgeschichte Seit Ostern ist Erik bei der Bank als Stift. Er hat sich jetzt im Betrieb umgesehen und kennt schon 9 □ Au ROMAN VON KURT.TEMANN Hilfsarbeiter sind auch bereits angenommen. Lauter erprobte und zuverlässige Leute. Du kennst sie übrigens schon. Der eine holt gerade Rum und bleibt verdammt lange, der andere richtet die Werksetatt in Werder bereits fachmännisch ein. Da habt ihr's bis zur Avus nicht allzuweit. Ich war leiDer Doktor sieht ihn lange an, ruhig und bewegungslos. Vater Heinrich weiß, daß er viel gewagt hat. Aber er weiß auch, daß er gewinnen wird. Da kracht ihm ein Schlag auf die Schulter, daß er leicht einknickt. „Ihr Schwindler! Ihr Saubande, ihr miserable!" der zu nichts anderem zu gebrauchen und mußte mich quetscht der Doktor hervor.„Ja natürlich will ich!“ mit der Lieferung des Mammons, Zigarren und Rum. Um seine Augen wetterleuchtet es. zufrieden, geben. Na, ich verdien ja auch späterhin ein„Ihr habt mich ig eingemickelt Heidengeld an der Sache!—— Tja, und nun brauch= stillgehalten wie ein kleines Kind. Erst jetzt merke ich, test du eigentlich bloß deine Koffer wieder auszupacken was los ist. Menschenskind, Vater Heinrich! Was und anzufangen.— So, jetzt bin ich fertig. Nun rede seid ihr für eine Gesellschaft. aus, sogar der Himmel. Die Motorboote aller Klassen, Das weiß Korff nun ganz genau. Und interessiert von der kleinen Nuckelpinne bis zu den Rennbooten kann sie an der ganzen Sache nur sein, weil ihr Verkönnen für ihren Kampf kaum besseres Wetter erwarten. Korff hat das Rennboot der Amag„Primus“ taufen lassen. Es sieht bestechend aus, aber er selbst gibt sich keinerlei Illusionen darüber hin, daß es nicht das Beste eben kein„Primus“ ist. Die Versuchsfahrten von der Insel Falkenau aus hatten sehr mäßige Zeiten ergeben. Erst glaubte er es sei die Bootskonstruktion, aber der gleiche Typ lief mit dem Motor der Konkurrenz normale, ja aute Zeiten. Es lag am Motor. An seinem Motor. Irgend etwas klappte noch nicht, und er wußte, daß es„sein“ Vergaser war. Aeußerlich zeigt Korff beste Laune. Es würde ihm nie einfallen, auch nur einen Schimmer von Besorgnis zu verraten. Daß„Primus“ Sieger wird, ist für ihn und die Amag=Leute selbstverständlich. Die drei Ingedu mal ein büschen.“ Heinz sieht ihn mit großen Augen an. Dann, als er spür:, daß ihm die Tränen den Blick trüben, steht er hastig auf und geht ans Fenster. Vater Heinrich folgt ihm aufmerksam mit den Augen. Er kann es nachfühlen, was jetzt in dem Manne dort vorgeht. Eine Weile ist es ganz still im Zimmer. Endlich wendet sich Heinz um und gibt Antwort: „Es... es geht nicht! Ich kann das nicht annehmen... das Bewußtsein, alles von euch zu empfangen... und selbst nichts geben zu können... das würde mich erdrücken! Nein, laßt mich! Ihr seid prächtige Menschen, aber das kann ich nicht. Er wendet ja auch späterhin ein 1.„Ihr habt, mich ja eingenickelt, und ich Schaf hab' pieure, die auf, grg„ Hnse, die Proßgsanrgen betrerzeg, Lhr. haht, mich je eingegickelt, und 19.., hat er vorsorglich auf eine größere Montage nach Hol: land geschickt. So kommt es, daß eigentlich nur er das Boot hat laufen sehen. Und er weiß, daß es schlecht ist. Hambachers Grundidee der neuen Vergaserkonstruktion ist richtig. Das weiß er, das steht für ihn auch heute noch fest. Er hat die Zeichnungen damals gut verwahrt, die er dem armen Kerl aus dem Schrank holen ließ. Aber es ist, als hätte der Tote noch Geheimnisse dabei, Einzelheiten der Ausführung, die er mit ins Grab genommen hat. Oder sein konstruktiver Geist reichte nicht aus. Korff ist sich selbst ein sehr scharfer Kritiker. Aber es hängt viel davon ab, daß sein Motor „System Korff“ einwandfrei arbeitet. Besser gesagt: daß er rationeller arbeitet als jeder andere Motor. Er spürt, daß seine Stellung in der Amag irgendwie anders geworden ist. Dieses Frauenzimmer mit dem Doktortitel hat ihm die Sache auf der Insel scheinbar nicht vergessen. Gestern wurde er zu Thormeyer gerufen. Im Vorzimmer muß er warten. Da kommt sie. Fräulein Doktor Annemarie Ohlsen, herein. Sie scheint noch recht blaß, seit zwei Tagen tut sie erst wieder Dienst. Er Wir bauen versucht einen Scherz, aber sie sieht ihn nur eigenartig an und fragt, warum er die Insel so sehr voreilig geNimm doch mal die Rumflasche kauft habe. Er kann nichts Rechtes erwidern. „Sie sagten gleich bei Ihrer Ankunft, die Insel ** sei gekauft. Alles sei perfekt. Nun hat mir der Generaldirektor aber versichert, er hätte Ihnen Anweisung gegeben, esellschaft. Ihr könnt es fertigbringen, daß ein Kerl wie ich ans Heulen kommt. Vater Heinrich.. da stehen die Koffer, gepackt für die Fahrt. In zehn Minuten ist alles wieder draußen! Frau Fritzschel... Ja, zum Deubel nochmal, wo stecken Sie denn bloß wiederl?... Steh'n Sie nicht'rum wie die Gans, wenn's donnert! Wir bleiben hier! Auspacken! Auspacken!— Vater Heinrich, ich kann nicht mehr! Ich glaube, ich werde verrückt vor Freude! Mir ist zumute, als wäre ich aus einem bösen Traum erwacht.“ „Na, siehst du... da kommt übrigens auch Schorsch zurück.“ „Wie soll ich dir danken... euch allen danken?“ „Indem, daß du keinen Kohl redest, sondern Wasser lich, ab. Hinaus! Nur hinaus! Das alles erstickt ihn für den Grog besorgst. Hast du etwas für ein anständiges Abendbrot das Nein? Also schick deinen Hausdrachen los. Wir essen hier und bleiben zusammen, bis alles in Ordnung ist. Es ist noch'ne ganze Menge zu besprechen.“ Da tritt Schorsch mit zwei Flaschen unterm Arm ins Zimmer. Der Doktor saust auf ihn zu. Da aber hält ihn Vater Heinrich fest. „Du dämlicher Esel!“=donnert er ihn an.„Glaub! du denn, du bist der liebe Gott, daß du mit uns umsepringen kannst, wie's dir gerade in den Sinn kommts! Oder hältst du uns für nichtswürdige Gesellen, die einen Kerl wie dich in seiner ärgsten Zeit sitzen lassen Zum Dongerwetter, ist denn dein Versstand eingeschlafen. Doktor? Was tun wir denn schon besonderes? Wir helfen dir über'n Berg. Fertig. Daß wir nicht nur von Kameradschaft quasseln und nachher alles dier Fz ater wohe. laufen lassen, wie es will, das haft du doch hoffentlich„Zss, Pamegen:...“ schon länger gewußt. Ich habe aber noch nicht gewußt,„Olle Kamellen.“ daß du ein so schlapper Geselle bist, der sich vom ersten Dabei deutet er mit dem Daumen auf Vater Heinernsthaften=toß, den ihm das Leben erteilt, nicht mehr vich,er,###tax pfeift leise burch diaufzuraffen vermag. Da... sieh dir den Schorsch#r Doktor pfeift leise durch die Zähne. an! Der war in die blonde Monika verliebt bis über„Darum also hat das Einholen so merkwürdig Schorsch, alter Junge, ich bleibe hier! den Wagen mit unserem neuen Vergaser.“ „Na, wenn schon! hältnis mit diesem entlassenen Ingenieur Ohlendorff dabei scheinbar einen Knacks bekommen hat. Ob diese Sache zu Ende ist? Er notiert sich das in Gedanken. Er wird sich darüber unterrichten müssen. Dieser Mann ist im Auge zu behalten. Um des Mädchens willen. Er weiß genau, daß dieses Fräulein Doktor ihm die Schuld an ihrem Pech zuschreiben und nichts unterlassen wird, es ihm heimzuzahlen. Bei ihrer Stellung kann das für ihn sehr unangenehm werden. Also muß man auch ihre schwachen Seiten finden, und die werden wohl da sein, wo dieser Ingenieur Ohlendorff sich herumtreibt. Also auch ein Auge auf den halten.—„ Mug: 0 Nun heißt es aber vor allen Dingen: Den Fehler in der Konstruktion finden! Wenn er nur Zeit hätte! Zeit! Aber die Jagd der letzten Wochen machte ja jedes Nachdenken unmöglich. Nun, mochte heute noch einmal der Sieg an die Konkurrenz fallen. Im nächsten Monat wird die Nürburg und das große Rennen entscheiden. Und da kann es nur einen Sieg geben: Korff und sein Motor. Was aber mit dem„Primus“ machen? Er dürfte gar nicht erst ins Rennen kommen!. Er muß vorher defekt werden. Das erspart alle Ausreden, läßt alle Möglichkeiten offen und entlastet ihn von aller Verantwortung, Sehr aut!„.., gu6 gcbt ich fuchend Er pfeift leise vor sich hin und sieht sich suchend um. „Friedrich!“,###. Der Mann, der Korffs Schatten zu sein scheint, bedarf des Rufs nicht. Er ist da, wo sein Herr ist, ein unscheinbarer Mann, mitten in den Dreißigern, sehr unauffällig, klein, schmächtig, mit einem Paar unruhig flackernder Augen. „Friedrich...“ Er zieht ihn dicht an sich, als habe er fröhlich mit ihm zu plaudern.„Bist du mir zu Dank verpflichtet?“ „Das brauchen Sie nicht zu fragen, Herr Doktor. Das wissen Sie selbst.“ „Geh, mein Sohn, dann zeig mir's heute! Du weißt doch, wo der„Primus“ liegt?“ „Er ist noch im Schuppen. Die Rennen beginnen erst gegen drei Uhr „Das ist gut. Du wirst dich von jetzt ab in seiner Nähe aufhalten. Um halb drei rufe ich die beiden Fahrer und die Monteure zu einer kurzen Besprechung die Gaststätte Das mird eine Niertelstunde dauern ahman.n in die Gaststätte. Das wird eine Viertelstunde dauern. sich vorher mit mir ins Einvernehmen zu. In dieser Zeit öffnest du den Verschluß der Oelwanne. Sie nicht getan. Warum nicht, Weißt Bescheid, mein Sohn? Also schön! Das ist Herr Loktor Korff““. ganz einfach. Laß einfach vier Liter Oel herauslaufen. „Weil es zwecklos war. Der Kauf war doch perfekt. In einen leeren Kanister. Stehen in hellen Haufen im gegel setzen. Das haben zwei Liter Meter weit! beide Ohren, und es hat tief bei hm gesessen. Hat er lange gedauert! Dann wußtest du wohl am Ende auch, Ich kannte die Insel gut. Uebrigens bin ich Ihnen Schuppen herum. Bis zwei Liter funktioniert der Oelauch nur mit der Wimper gezuckt“ Hast du überhaupt daß Vater, Heinrich nach Berlin kommt heutes!“...:.0: Jch.: Pachauschaft schaldig Mann,.— Zrugiser exade nach Sachs manigar vier macht uni etwas gemerkt davon? Nein, hast du nicht! Du aber„Heute!“ antwortete Schorsch mit größter Seelensstreckst die Waffen! Läufst davon! Denn mir, mein ruhe.„I wo! Der ist doch schon acht Tage hier Junge, mir kannst du nichts anderes einreden! Du Wir haben schon gründlich vorgearbeitet. Ja. denkst fliehst vor dir selber! Und vor der Affenschande, daß du denn ich hätte dich sonst alleine nach Warschau einer von der Fünf=Männer=Insel flieht, davor will ich pilgern lassen? In deinem Zustand! Kommt doch dich bewahren. gar nicht in Arbeite! Rechtschaffene Arbeit, die den ganzen„Und wenn ich Vater Heinrich abgesagt hätte?“ Mann erfordert, ist das einzige Mittel, das wirklich„Dann hätte ich mir heute abend eins dritter Warhilft. Hau deinen Motor zusammen! Halt ihn den schau genommen, damit du's weißt. Und nun hör Amag=Leuten unter die Nasel Zeig ihnen, daß du mehr mal endlich mit deiner dämlichen Fragerei auf, damit kannst, als sie alle zusammen! Und dann wollen wir wir was zu essen und zu trinken kriegen!“ weitersehen. Alles andere ergibt sich von selbst.„ Sen u 4 Doktor!—— Vater Heinrich ist ein gemutlicher„— Am 7. Juli ist der Tag der großen RennbootwettMensch. Aber sein Wort gilt. Sagst du jetzt nicht kämpfe.. gat gin ansiche Sras sofort„Ia“, dreh ich mich ohne einen Laut herum, geh Der weite See hat sein festlichs Kleid angezogen, meiner Wege und du hast mich zum letzten Mal ge= Wimpel und Fahnen grüßen bunt und lockend. Die schen.— Also Ja—— oder Nein?!" Klubhäuser sind frisch geputzt, es sieht alles blitzsauber darüber kaum irgendwelche Rechenschaft schuldig. Wenn druckmesser gerade noch. Sechs weniger vier macht zwei. der Herr Generaldirektor etwas darüber zu hören Verstanden?“ wünscht.... g.644 Lich##um.„Ja.; aber Herr Doktor! Mit zwei „Noch nicht, Herr Korff. Aber vielleicht wird Ihnen kommt der„Primus“ keine zweihundert die Sache später noch allerlei zum Nachdenken geben. Dann sitzen doch die Kolben fest!“ Es ist alles so sehr... seltsam. Sie kannten die„Geh, sei lieb und kümmere dich nicht darum. Dan„„.61##ust#tt. a#. dack nig##auttss über zerbrech ich mir meinen Kopf. Tu deine Sache, „Natürlich! Sonst hätte ich sie doch nie geraustt sei pünktlich und verschwiegen und eil dich, daß du nach Vom Ansehen oder von der Karte?".„ Haus kommst. Du brauchst das Ende der Rennen nicht „Unsinn! Ich bin wiederholt dort gewesen.“ abzuwarten. Es ist besser, daß die niemand sieht.“ „Komisch. Sie kannten die Insel und wußten nicht, daß sie seit fünf Jahren bewohnt ist. Sie haben sie wiederholt besichtigt und wußten nicht, daß ein Blockhaus darauf steht. Eigenartig.“— Dann war Thormeyer gekommen und hatte das seltsame Gespräch unterbrochen. Dieses Mädchen wittert etwas! Friedrich zögert. „Das... das ist... ein Schurkenstreich.“ „Bis du gleich still!“ fährt Korff ihn zischend an. „Du scheinst ganz vergessen zu haben, was unsere schöne Freundschaft so fest und dauerhaft macht. Also mach keine Geschichten und geh.“ eine ganze Menge. Die meisten sind abnungslos, wieviele Abteilungen es in einer Großbank zwischen Keller und Dach gibt. Erik leistet natürlich noch nicht allzuviel, aber sein Abteilungsvorsteher ist mit ihm zufrieden. In der Mittagspause sitzt Erik in der Kantine. Er rückt seinen Stuhl an das Fenster und blickt auf die Straße hinunter. Die vielen Autos, die da vorbeiflitzen, machen ihm immer wieder Spaß Jetzt beobachtet er sogar einen Zusammenstoß. Zwei Wagen fahren aufeinander los, gell ertönt das Kreischen der Bremsen, aber es ist schon zu spät. Ein Krach, sie sitzen ineinander. Von allen Seiten laufen die Menschen zuhauf. Fragen werden laut. Gleich ist auch ein Polizeihauptmann zur Stelle. Es scheint nicht viel passiert zu sein, des einen Wagens Achse ist ein wenig beschädigt. Ein Fahrer ist verletzt, doch kommt er bald zurück. Er trägt jetzt eine Binde um die Stirn. Bald sind die beschädigten Wagen abgeschleppt. Nur eine schillernde Oellache auf dem Pflaster verrät noch, was geschehen ist. Erik geht wieder an seine Arbeit. Aber jetzt ist er zerstreut, er hat nämlich Zahnweh bekommen. Je näher der Abend kommt, desto ärger werden die Schmerzen mit einem Mal. Es singt und braust ihm vor den Ohren. Scheffelweise futtert er die Tabletten, die ihm ein Kollege gibt. Umsonst, er muß um Urlaub bitten, Als das Tor mit lautem Knall hinter ihm zuschlägt, läuft er schnell zum nächsten Arzt. In Ruhe beleuchtet der den Störenfried, dann schwingt er die Zange— ruck— heraus ist der Uebeltäter. Hurra! Aber jetzt schnell nach Haus. Morgen geht die Arbeit mit frischen Kräften weiter. Selter Unterricht Schossy Balig, 14 Jahre. hpandole Elict. 7 Wie ein kleines Mädchen Craddeis Rtuch den Silbersischkönig befreite Weit draußen vor dem Dorf, in einem stillen Winkel des Reiches, im Walde versteckt, liegt ein schmuckes Häuschen. Hier lebte einst eine redliche Familie mit ihren zwei Kindern. Traudel, die ältere der beiden, war ein lustiges und gescheites Mädelchen mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Aber sie war auch eine kleine Träumerin, und wenn sie vom Spiel und Lärm genug hatte, setzte sie sich ins Gras oder in einen Baum und sinnte oder sah dem kleinen Getier nach, oft stundenlang, ohne es leid zu werden. Auch als sie älter wurde, mochte sich Traudel nicht mehr von der Einsamkeit trennen. Aber eines Tages sagten die Eltern:„Wir können nun nicht mehr für dich sorgen, du mußt dir dein Brot selbst verdienen.“ Da wurde sie sehr traurig, ging in den Garten und weinte bitterlich, denn sie sollte in die große Stadt und Köchin werden. Als sie etwas ruhiger geworden war, ging Traudel zur Wiese. Dort tummelten sich zwei niedliche Zicklein,„Sie nahm Abschied von ihnen. Dann setzte Traubei sich an den Bach, lehnte den müden Kopf an den alten Weidenbaum, der ihren großen Kummer kannte, denn die kleinen Bienen hatten es gehört, und dem guten, alten Weidenbaum erzählt. Aber sein Rauschen und Raunen konnte Traudel nicht trösten. Da hörte sie auf einmal ein kleines helles Stimmchen, das rief:„Warum weinst du?" Traudel blickte sich um, und da sah sie, wie ein kleines Silberfischchen auf sie zuschwamm. Diesem Fischchen erzählte Traudel ihr Leid. Da sprach das Silberfischchen:„Komm doch mit zu uns", und nach kurzem Nachdenken sagte sie zu. Da schaute das Fischchen Traudel in die Augen; im gleichen Augenblick waren sie schon auf dem Grunde des Sees. In dem Augenblick, als sie das Wasser berührte, war sie ganz klein und sah in dem hellgrünen Kleid wie eine Wasserjungfrau aus. In der Ferne sah sie ein wunderschönes Korallenschloß in einem wunderschönen Seerosen= und Pflanzenpark. Das Schloß hatte Hunderte von kleinen und einen großen Turm und auf jedem Turm lag eine glitzernde Perle. Solche Pracht hatte Traudel noch nicht gesehen. Da waren sie auch schon vor dem Schloß angelangt, und Traudel hörte ein helles Schellchen. Zwei große Flügeltüren öffneten sich, und heraus trat der König der Silberfischchen. Wie war Traudel erstaunt, denn statt einen Silberfisch zu sehen, stand ein großer hübscher Jüngling vor Traudel, eine goldene Krone im schwarzen Haar, mit weitem, purpurnen Königsmantel. Er lächelte Traudel an und sagte:„Ich bin der König der Silberfischchen und heiße Korallenriff!"—„Ich heiße Traudel und bin ein armes Mädchen!“ Korallenriff nahm Traudel an die Hand und zeigte ihr das ganze Schloß. Soviel Pracht und Schönheit hatte Traudel noch nie gesehen. Da rief sie mit hellem Stimmchen:„Ach, könnte ich immer bei euch bleiben!" Da nahm der König Traudel einfach in die Arme und schaute ihr tief in die Augen bis auf den Grund der Seele und küßte sie auf den roten Mund. Dann nahm er sie auf seine starken Arme, setzte Traudel auf den Thron und ließ sich zu ihren Füßen nieder und erzählte von seinem Schicksal. „Mein Vater war der König von Schwabenland. Ich war der älteste Sohn. Mein Bruder wußte sich die Gunst meiner Eltern zu erobern, und ich wurde verstoßen. Da irrte ich im Lande umher. Schließlich, als ich vom Wandern müde war, setzte ich mich an eine Quelle, um auszuruhen. Da sah ich ein Fischchen, das mich bat, der König der Silberfischchen zu werden, und ich sagte sofort zu. Man empfing mich wie einen König und ich lebte nun drei Jahre lang in diesem Schloß. Da wurde ich unzufrieden und ich sagte, ich möchte wieder zu den Menschen. Das Fischchen sagte: „Wenn sich ein Mädchen an die Quelle setzt, wirst du wieder frei. Ich wartete lange Zeit, da sah ich dich kommen. Ich war froh, und als ich sah, daß du mich gern hattest, war ich erlöst. Morgen soll unsere Hochzeit sein.“ Dann sprang er auf, sah Traudel in die Augen und sprach:„Liebes Trautchen, willst du meine Frau werden?“ Und Traudel antwortete ganz leise:„Ja.“ Da saßen sie auch schon in einer wunderschönen Kutsche mit weißen Pferden davor, und hinter der Hochzeitskutsche kam das große Gefolge. Sie fuhren den Berg hinauf über die Zugbrücke in das schöne Marmorschloß, das ihnen das gute Silberfischchen geschenkt hatte. Sie lebten glücklich bis an ihr Ende. Wenn ihr das Schloß sehen wollt, müßt ihr wandern ins Schwabenland, denn es ist dort weit und breit bekannt. Gertrud Stachowiak, 15 Jahre. Wo der beufel begraben liegt Der Teufel wollte die Bewohner des Wesertales einst zwingen, ihm zu dienen, aber sie wollten nicht. Da dämmte er die Wallücke, durch welche die Weser ihr Wasser in die Ebene nach Norden ergoß. Nun schwoll der Strom im Tal so gewaltig an, daß er fast die Spitze des Gebirges erreichte. Die Leute flüchteten in ihrer Not auf die Berge, aber immer höher kam das Wasser und immer größer wurde die Angst der armen Menschen. Da schickte Gott ein Gewitter, ein furchtbarer Sturm brauste über das Land, und ein gewaltiger Blitz spaltete das Gebirge und bildete eine Schlucht. Da floß das Wasser schnell ab. Als der Teufel nun sah, daß sein Spiel verloren war, geriet er in große Wut. Er packte einen ganzen Berg auf seinen Rücken und wollte damit die Schlucht stoppen. Aber die Last wurde ihm unterwegs zu schwer; an der Grenze des heutigen Lippischen Landes fiel er mit seinem Berg zu Boden und wurde unter ihm begraben. Die Höhe heißt der Bonstapel. Noch heute soll der Teufel da wohnen, und ab und zu hören die Bewohner ihn rumoren. Die Bergschlucht ist die Porta Westfalika. Ursula Ramann, 11 Jahre. Jugendfreund-Beiefkasten Liebe Jungen und Mädel! bin ich nun wieder glücklich im Lande. Habe ich Euch nicht ein prächtiges Wetterchen mitgebracht? Na, das will ich meinen. Jetzt die Butterbrote eingepackt, die Badehosen unter den Arm geklemmt, die Botanisiertrommel umgehängt und dann hinaus ins Planschbad oder gar zur Ruhr. Wie ist es Euch ergangen, und was habt Ihr die lange Zeit getrieben? Wißt Ihr, in Berlin habe ich jeden Sonntag fleißig die Jugendsette studiert, damit ich nur ja immer wußte, was Ihr hier in Bochum so alles erlebt und treibt. Fast hätte ich jetzt, wie das Kasperl im Theater, gefragt:„Seid Ihr auch alle schön brav gewesen?", aber das hat mir ja schon alles der Jugendfreund berichtet, denn der war so voll des Lobes, daß ich es Euch zuerst gar nicht schreiben wollte, denn sonst legt Ihr Euch auf die faule Haut und denkt, bei dem schönen Wetter geht's von selber. Halt, so ist das aber nicht gemeint, denn ich sehe ja nicht ein, warum ich alleine arbeiten soll, vor allem, wenn die Arbeit so viel Freude macht, nicht wahr? Also Tusche, Feder, Tinte an die Front und munter drauflos geschrieben. Was ich so in den acht Wochen, in denen ich nicht in Bochum war, so alles erlebt habe, davon werde ich Euch bald einmal etwas erzählen. Das wäre so was für Euch gewesen, der Berliner Zoo mit seinen tausenden wilden und possierlichen Insassen, mit dem kleinen Elefantenbabn und der frisch eingezogenen See=Elefantenbraut.— Aber zunächst will ich einmal wieder etwas von Euch hören, denn ich bin ja so gespannt auf das, was Ihr mir zu erzählen habt. Also recht viele Grüße, vor allem unseren neuen, kleinen Mitarbeitern. Eure Jugendfreundin Erika. Lore Stemann: Weißt Du, Lore, mit dem Bildchen wollen wir noch warten, bis die Aepfel wirklich reif sind. Dann werde ich aber bestimmt an Dich denken. Anneliese Brodt: Liebe Anneliese, über deine Rosschudkünste vin ich aber wirtlich erstaunt. Das klappt ja besser, als bei Sonsa aus dem Eis. Weißt Du auch, wo ich Dich gesehen habe? Ursula Burkat: Ja, da hast Du ganz recht, die anderen Mitarbeiter wollen auch einmal etwas von sich in der Zeitung sehen. Aber wir legen das Bildchen einfach in die Mappe. Auch das Rätsel kann ich gut gebrauchen. Wilhelm Bentler: Du, das ist sein, daß Du Dir einmal ein anderes Rätsel ausgedacht hast, denn weißt Du, die Rätselmappe ist ganz dick und geschwollen vor lauter Silbenrätsel. Günther Werner: Lieber Günther, das ist prächtig, daß Du nun auch bei uns mitarbeiten willst. Natürlich kann ich Dein Rätsel gebrauchen. Mach nur so zu, Du wirst sehen, wieviel Spaß das macht. „Lütten“. Collmann: Bist Du nun wirklich so klein, daß Du„Lütten" heißt? Dein Ratsel ist recht nett geworden. Willst Du es nicht auch mal mit einem andern Rätsel versuchen? Ein wen Zahlenrätsel Aus den nachstehenden Zahlen sollen 9 Wörter gebildet werden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten gelesen einen Festtag ergeben, den wir im Monat Mai feiern. Die Zahlen ergeben: 5 4 2 4 13 4: Stadt in Spanien Elli Potthoff, 14 Jahre. Eine große Familie Rechnet nur einmal nach. In einem Zimmer sitzen traulich zusammen: 1 Großmutter, 2 Mütter, 2 Söhne, 1 Tochter, 1 Bruder, 1 Schwester, 1 Onkel, 1 Neffe, 1 Enkel.— Wieviel Personen sind es? Edwin Reitemeyer, 11 Jahre. Verwandlungsrätse! Wie wird die Tinte zur Wie wird die Lahn zum Kanne? Bund? TINTE L A H N III!II 1 II!!I K ANNE B U N D Wie wird der Ball zur Saar? B A L I ! I! 1 1 I! S A A R U. Reiermann, 13 Jahre Auflösung aus der vorigen Nummer Silbenrätsel: Dragoner. Ernte, Regenbogen Liebe, Erkelenz, Niobe, Zimmer, Irma, Sternschnuppe, Tango— „Der Lenz ist gekommen.“ Magisches Quadrat: Beet. Esse, Esel, Tell. Flieger im Ungewissen: Regen— s— burg— Regensburg. UE Da duckt sich der blasse Mann und nickt müde. Korff aber pfeift leise in die blaue Sommerluft.— „Na, Korff, wie steht'?“ fragt Thormeyer fröhlich. Er hat sich ordentlich sein gemacht und steht sehr stattlich aus in seinem Klubanzug. „Danke, Herr Generaldirektor! Es ist alles in bester Ordnung. Der Sieg ist unser, wenn nichts Ungewöhnliches dazwischenkommt. Ah, das Fräulein Doktor ist auch mit herausgekommen? Die frische Luft wird Ihnen sicher guttun! Darf ich mich nach dem Befinden erkundigen?" Annemarie sieht an ihm vorbei ins Leere. Sie gibt keine Antwort. Korff verabschiedet sich hastig, indem er wichtige Vorbereitungen vorschützt. „Was haben Sie, Ohlsen? Warum sind Sie so eigenartig zu Korff?. Er ist doch der kommende Mann!“ Thormeyer sieht neben Annemarie aus wie ein stolzer Vater mit seiner schönen Tochter. „Ich mag ihn nicht. Er ist mir unheimlich... und unsauber.“ „O je!" lacht Thormeyer spöttisch.„Das kenne ich ja noch gar nicht an Ihnen, daß Sie sich vor Gespenstern fürchten! Allerdings...“ er wird ernster,„... seit Ihrem Urlaub und Ihrer Erkrankung ist es vielleicht doch möglich. Bitte nehmen Sie mir's nicht übel! Sie waren vorher nicht gerade ein übermütiges Gänschen, aber Sie waren gesund und frisch. Seit dieser Zeit aber sind Sie wie umgewandelt. Sogar in den acht Tagen, die Sie wieder im Dienst sind, Ohlsen, es tut mir leid, aber ich kann das nicht verschweigen. Ja, ja, Sie sind zerstreut, liebes Kind, und in manchen Dingen haben Sie Ihre ruhige Sicherheit verloren, die mir und allen anderen immer das Wertvollste an Ihrer Arbeitskraft war. Maschinenschreiben und Diktate aufnehmen du lieber Gott! Fünfzig täglich springen dafür ein. Aber ich war auf Doktor Ohlsen stolz. Wenn die da war, fuhr ich beruhigt wohin ich mußte. Das ist ein wenig anders geworden. ein Zeichen, daß Sie irgendwie seelisch nicht ganz auf dem Posten sind. Irgend etwas stimmt nicht. Nein, nein, widersprechen Sie nicht, mir können Sie nichts vormachen. Und sowie ich mal Zeit habe, werde ich der Sache auch nachgehen. Ich schätze Sie sehr, Ohlsen. Das sollen Sie immer wissen. Aber ich brauche eine ganze Arbeitskraft. Was ist's denn, was Sie so verändert? Sorgen? Geld? Krankheit?“ Sie wehrt müde lächelnd ab. „Nein, Herr Generaldirektor, es ist nichts. Und bitte, wenn ich irgendeine Nachlässigkeit im Dienst Sie können von Ihrer Sekretärin mit Recht die volle Kraft verlangen.“ „Unsinn:“ entgegnete er ärgerlich.„So hab' ich's nicht gemeint. Es ist ganz einfach Sorge um Sie! Schließlich ist man doch kein Stück Holz und hat Augen und Ohren, wenn man auch Generaldirektor ist. Soviel menschliches Empfinden hab' ich noch immer für meine Helferin. Eine Flaute kommt in jedem Leben mal auf. Man muß nur versuchen, herauszukommen in frischen Wind." Der Startschuß für die Mittelklasse macht dem Gespräch ein Ende. Aufatmend folgt Annemarie ihrem Chef auf die Veranda des Klubhauses. Er ist sehr höflich, besorgt ihr ein Getränk und stellt ihr sein Fernglas zur Verfügung. Oh, sie empfindet diese kleinen Aufmerksamkeiten so dankbar, es ist so wohltuend, dies kleine bißchen Verwöhntwerden, und wenn es nur die freundliche Achtung des Chefs vor seiner Angestellten ist. Jetzt sind sie keinen Augenblick allein am Tisch. Bekannte, Geschäftsfreunde, Direktoren der Amag, Klubkameraden— das ist ein ewiges Kommen und Gehen. Jeder möchte den Herrn Generaldirektor, den mächtigen Herrn der Fabrikstadt im Osten, in irgendeiner Sache für sich in Anspruch nehmen, jeder bemüht sich, eine harmlose Plauderei zu beginnen, Fühler auszustrecken, Fäden zu spinnen. Annemarie sucht die weite Fläche des Sees mit dem Fernglas ab, den Strand, die Terrassen. Viele flüchtig Bekannte entdeckt sie. Aber keinen Freund. Wenn wenigstens noch Monika hier wäre. Sie muß sich zusammennehmen. Wenn sie diesen Namen nur denkt, ist es mit ihrer Fassung bald zu Ende. Monika... das ist der Klang der verlorenen Tage. Das ist bittersüße Erinnerung, das ist Absturz, Verzweiflung, Scham. Sie war nicht auf der Hochzeit der Freundin. Nur einen Riesenstrauß weißer Nelken hatte sie geschickt. Monika wußte, wer ihre Lieblingsblumen kannte. Mechanisch streift ihr Blick auch die benachbarten Häuser. Dort liegt die große Gaststätte. Wie sich die Menschen dort drängen, einen Blick auf den Kampfplatz zu werfen. Und da sie glaubt nicht recht gesehen zu haben! Das Gesicht kennt sie doch... Aufgeregt schraubt sie am Okular herum. Natürlich: Es gibt keinen Zweifel! Das ist Vater Heinrich. Er scheint jemand zuzuwinken, der von hinten herkommt totenblaß läßt sie das Glas sinken: Heinz Ohlendorff. Sie weiß, daß sie sich nicht getäuscht hat. Der rasende Schlag ihres Herzens, der lähmende Schreck in den Knien beweisen ihr, daß sie richtig gesehen hat. „Ja, aber was ist denn mit Ihnen los, Ohlsen? Sie sehen ja aus wie der Kalk an der Wand. Was haben Sie denn?" Thormeyer ist aufgeregt. „Ohlsen, Sie werden mir doch keine Geschichten machen?! Ober, einen Kognak, aber dalli! Kindchen, Kindchen, was sind das für Sachen!— So, nun trinken Sie mal! Soo! Na, besser?..“ „Darf... ich. nach Hause gehen?" „Ja, aber selbstverständlich! Stephan, Stephan! Ach so, der wartet ja draußen! Kommen Sie! Ich führe Sie hinaus!“ Behutsam legt er ihren Arm in den seinen und geleitet sie die wenigen Stufen hinab, am Haus vorbei auf den Parkplatz. „Sie kommen mir morgen nicht ins Büro. Verstanden? Eine kranke Sekretärin kann ich nicht gebrauchen. Stephan, ich lege Ihnen das Fräulein Doktor ans Herz!— Grinsen Sie doch nicht, Mensch! Sie sorgen mir dafür, daß sie wohlbehalten nach Hause gelangt. Und ein Arzt soll kommen, verstanden?" „Jawohl, Herr Generaldirektor!“ „Also denn gute Besserung, Ohlsen!" „Danke, Herr Generaldirektor! Sie sind so. so sehr anständig zu mir!“ „Quatsch. Werden Sie gesund. Ich hab' viel Arbeit.“ Schneidig fährt Stephan los, aber Annemarie hält den Wagen an, sobald Thormeyer wieder im Klubhaus verschwunden ist. „Stephan!“ „Fräulein Doktor?“ „Hier in dieser Gaststätte sitzt auf der Terrasse ein älterer Herr, etwa fünfzig Jahre alt, rotes, breites Gesicht, ohne Bart. Er hat einen großen weißen Strohhut auf. Ganz vorn in den ersten beiden Reihen an der Brüstung sitzt er. Sie können sich kaum täuschen. Wollen Sie mir einen Gefallen tun?" „Dem alten Herrn Nachricht bringen?“ „Ja. Sagen Sie ihm, daß ihn draußen jemand sehr eilig erwartet. Aber nennen Sie bitte meinen Namen nicht.“ Gemacht, Fräulein Doktor!“ In zwei Minuten tritt Vater Heinrich vor die Tür. Er blinzelt erstaunt in die Sonne, reißt dann in ehrlichem Erstaunen die Augen auf und sagt nur:„Da ist sie ja, die kleine Schneiderin!“ „Kann ich Sie irgendwo einmal eine halbe Stunde allein und ungestört sprechen?" fragt Annemarie hastig. „Bitte schlagen Sie es mir nicht ab! Sie sehen, ich vertraue Ihnen! Glauben Sie mir, es hängt viel für mich davon ab, daß wenigstens Sie als der Aelteste und Erfahrenste alles richtig verstehen... und mir vielleicht verzeihen. Nachdenklich und ernst sieht ihr Vater Heinrich ins Gesicht. Und er sieht tiefer, sieht ihr ins Herz hinein. Er fühlt: Hier ist ein Mensch in Not. Und eine Welle warmen Mitleids mit dem blassen Mädchen erfaßt ihn. Auch eine Ahnung glimmt auf, daß das Schicksal hier für ihn einen wichtigen Dienst bereithalten könnte. „Wann soll ich Sie treffen und wo?“ „Können Sie zu mir kommen? Ich glaube, daß ich in den nächsten Tagen etwas Ruhe nötig habe.“ „Glaube ich auch. Gut. Ich komme.“ Hier ist meine Anschrift. Ich bin morgen den ganzen Tag zu Hause, auch wenn Sie um Mitternacht kommen. Nur eine Bitte habe ich: Es darf niemand davon erfahren. Auch keiner Ihrer Freunde.“ „Ist das so wesentlich?“ „Ja. Ich brauche Ihr festes Versprechen, Ihr Ehrenwort, daß Sie niemand von dieser Unterredung hier und von der morgen erzählen. Wollen Sie mir das geben?" „Gut. Wenn's auch schwer fällt bei meiner Schwatzhaftigkeit.“ „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, Vater Heinrich.“ Ihre Augen leuchteten zum ersten Male ein wenig auf, als sie ihm die Hand reicht. Ihr ist zumute, als hätte sie ihr Schicksal jetzt in Freundeshände gelegt und vieles wäre besser geworden. Auf morgen dann!" Vater Heinrich sieht ihr lange nach. Sie hat's nicht leicht gehabt. Das weiß er, das sieht er ihr an. Ganz leise und heimlich steigt in ihm sogar der Verdacht auf, daß der Doktor und sie alle mit ihm hier eine kapitale Dummheit gemacht haben könnten. Als er an den See zurückkommt, schlägt ihm das aufgeregte Schreien der Menge entgegen. „Primus! Primus! Primus!“ brüllt es in allen Tonarten. Hände fahren durch die Luft, Ferngläser werden von den Augen gerissen und wandern von Hand zu Hand. „Er hängt schon jetzt! Noch keine Runde!" Tatsächlich! Primus“ ist das letzte der Rennboote, er macht nur ganz schwache Fahrt. Man hat das Gefühl als schöbe er sich gegen einen unsichtbaren Widerstand. „Da stimmt was nicht!" stellt Thiele Hartmann fest.„Für's Rennen kommen die nicht mehr in Frage!“ „Aus! Da seht doch! Die Kiste liegt still! Motor wahrscheinlich zum Teufel.“ Heinz Ohlendorff steht kopfschüttelnd. „Korff ist ein Schuft, aber ein anständiger Durchschnittskonstrukteur, kein Stümper. Hier steckt eine Schweinerei dahinter." „Soll uns nicht kümmern, Doktor. Er hat verloren, wir haben gewonnen: Zeit nämlich. Kommt, Jungs! Die Geschichte ist doch zu Ende. Auf nach Werder in unseren Wigwam!“ Sie brechen auf, stoßen sich durch die erregte Menze, dis den gänzlich unerwarteten Ausfall des„Primus mit mehr oder weniger fachmännischen Randhemerkungen versieht. Was jetzt noch kommt, interessiert die Freunde nicht mehr. Sie wissen, daß die Entscheidung verschoben ist. Eines ist dem Doktor allerdings sofort klar: Dieser Ausfall sollte kommen, weil der Motor nicht fertig war. Man könnte fast vermuten. aber, aber was geht ihn das jetzt noch an. Er ist nicht mehr in den Amagwerken, auf ihn wartet seine eigene Arbeit. „„* Das beschämende Versagen des„Primus“ am Sonntag verursacht einen Sturm am Montag, der vom Direktionsbüro bis zu den Hilfsarbeitern in Halle 7 und 8 bläst. Die Elektroabteilung kann sich ein hämisches Lächeln nicht verkneifen, und von den Pförtnerhäusern bis in die Abteilungsleitungen zischelt es: „Haben Sie schon gehört? Der große Reinfall? Der Motorenbau hat alles versaut!“ Und jeder der Abteilungsdirektoren hat ein paar mitleidige Worte für Korff und das Gefühl: In deiner Haut möchte ich nicht stecken! Korff aber geht durch das Wetter scheinbar unberührt. Er hat eine lange Auseinandersetzung mit Thormeyer gehabt, in der er überzeugend nachweisen konnte, daß ein unbekannter Täter das Oel abgelassen haben mußte. Welcher Gedanke lag näher, als die Vermutung, daß die Konkurrenz die Hand im Spiel hatte! Polizeiliche Nachforschung! Gott, was sollten die noch zutage fördern? Vielleicht einen armen Teufel, der zehn Mark für die Sache gekriegt hatte. Außerdem denkt die Amag nicht daran, auch nur die Möglichkeit zur Einsichtnahme in ihre Fabrikationsgeheimnisse zu geben. Also bleibt Thormeyer nichts anderes übrig, als Korff laufen zu lassen. Er legt ihm noch einmal eindringlich den Tag der großen Nürburg=Rennen aus Herz, an dem es nun aber endgültig heißt: Zeig, was du kannst! Er nimmt sich und seine unbändige Wut solange in Zaum, als dieser Korff bei ihm im Zimmer ist, denn er braucht den Mann und weiß genau, daß es sinnlos wäre, ihn jetzt kopfscheu zu machen. Korff weiß das übrigens auch, und es fällt ihm gar nicht ein, den Zerknirschten zu spielen.—„Widerlicher Kerl!“ Thormeyer atmet auf, als er endlich allein ist. Aber dann geht's drunter und drüber, und wer nicht gerufen wird, macht einen großen Bogen um die Zimmer des Gewaltigen. Daß Ohlsen auch noch fehlt, wahrscheinlich sogar krank ist, macht ihn auch nicht umgänglicher. Das Büro ist ihm unerträglich heute, er fährt am frühen Nachmittag einfach los. Nach Hamburg zu seiner Schwester. Wenn's ihn so packt, das weiß er, dann ist er für alle Arbeit unbrauchbar versaut und verpatzt alles, darum hat er schon wiederholt diesen Ausweg gefunden. Am nächsten Tag ist alles wieder in Ordnung. Stephan muß langsam fahren, es ist herrliches Wetter. Diese Strecke von Berlin nach Hamburg kennt er wie seine Brieftasche, er begrüßt jeden Gasthof, wie einen alten Bekannten und jede Kurve wie einen guten Freund. Als es dunkelt, läßt er plötzlich umdrehen, trotzdem sie keine halbe Stunde mehr bis zur Stadtgrenze Hamburgs haben. Stephan ist an vieles gewohnt und wundert sich nicht mehr. „Nach Hause! Aber Tempo! Lassen Sie die Karre laufen, Stephan!" Gott sei Dank, denkt er, der Alte ist wieder vernünftig, und die ewige Trottelei zwischen dreißig und vierzig hat ein Ende. (Fortsetzung folgt) Gesnndo Silmme RonUs COETD Ruf nach rechtzeiliger Heiratsmöglichkeit Rassenpolitische Besiektspunkte zur Neuordnung des Berufs= und Bildungswesens gestattet, wenn ein Teil der Beschäftigung der Antrag= als bedauerliche Doppelgänger jene erbbelasteten Famistellerin vor den geforderten 2 Jahren liegt und diese lien gegenüber, in denen hohe Kinderzahl als KrankTätigkeit dann aus zwingenden Gründen nicht mehr heitsanzeichen auftritt, dazu gehören auch die asozialen ausgeführt werden konnte. und Trinkerfamilien. Und wiederum geht die VerwirNach der 5. Durchführungsverordnung vom 24. März rung so weit, daß man diese Großfamilien mit den erb1936 ist nunmehr für die Untersuchung der beiden Ver= gesunden Vollfamilien verwechselt und gedankenlos in Die eine große Gefahr, die uns rassenpolitisch be= fähigem Erbgut kann durch keine andere Maßnahme lobten und die Ausstellung der Zeugnisse durch die Ge= eine Reihe stellt. droht— der Gehurtenrückgang— hat seit seinem Re= mieder ersetzt werden..... sundheitsämter eine Gebühr von 10 Reichsmark zu entainn im Jahre 1876 nicht alle Berufe gleichmäßig er„„Wenn man weiß, daß der größte Reichtum, eines richten. Sonstige Bescheinigungen und Urkunden, die Exlangung von Ebestandsbarlehen sind gebührenfrei. Die Gebühr wird der Geburtenrückgang— hat seit seinem Be= wieder ersetzt werden. ginn im Jahre 1876 nicht alle Berufe gleichmäßig er= Wenn man weiß, daß der größte Feichtum eines richten. Sonstige M. faßt, sondern ist von den sozial besser gestellten Schich= Volkes nur in seinen rassisch wertvollen und erbgesunden von Behörden zur Er ten und Berufsgruppen ausgegangen und hat erst all Kindern besteht, versteht man auch, daß der Rassenpolitis ausgestellt werden, sin den unieres erhoben, wenn ein Ehestandsdarlehen gewährleistet ist. mählich die anderen Volkskreise erfaßt, so daß heute im ker hier den Anspruch erhebt, bei dem Umbau unseres Berliner Osten die Zahl der Kinder nicht größer ist, als Ausbildungs= und Bildungswesens seine Stimme zu die der westlichen Villenvororte. Wir haben daraus erheben. gelernt, daß nicht etwa wirtschaftliche Not und äußere„„86 Umstände allein die Ursachen für den Geburtenrückgang Ergänzungsbestimmungen zur bewährung abgeben, sondern daß die Gründe in der weltanschau. gam KKaltaneladlaplohen lichen Einstellung der Menschen selbst liegen.„Um so„ von shestandsdarlehen erschütternder wirken daher die Angaben des Berliner Der Reichsfinanzminister hat einen Runderlaß zur Rassenhygienikers Fritz Lenz, nach denen Lehrer, Erleichterung der Gewährung von Ehestandsdarlehen Aerzte, Anwälte und Offiziere die geringsten Kinder= ausgegeben. Danach kann ein Darlehen auch nach der ziffern und das späteste Heiratsalter aufweisen. Bei der Neuordnung unseres Bildungswesens, insbesondere des Ausbildungsganges, setzten daher an dieser Stelle die Forderungen einer bewußt positiv eingestellten Rassenhygiene ein. Im Interesse der Erhaltung unserer Volkskraft für spätere Zeiten ist es notwendig, neben der seelischen Umwandlung in der Einstellung zur Familie und zum Kinde den Augehörigen der obigen Berufe auch wirtschaftlich und finanziell eine rechtzeitige Eheschließung zu ermöglichen und hierzu die Heirat beantragt werden, und zwar bis zu 1 Jahr nachHeiratsordnung der Wehrmacht Reichskriegsminister von Blomberg verkündete kürzlich die neue Heiratsordnung der Wehrmacht. Die Erlaubnis wird nicht vor Vollendung des 25. Lebensoder 6. Dienstjahres erteilt. Die Braut muß deutschblütig sein, von einwandfreiem Beruf, aus einer achtbaren Familie, erbgesund und schuldenfrei.(Deutschblütig ist sie schon her, wenn der Antragsteller bis zur Eheschließung ar Blutes ist.) Ferner muß die Führung des Haushaltes beitslos war. Auch aus anderen triftigen Gründen finanziell gesichert sein.— Die Heiratserlaubnis erteilt kann der Antrag noch bis zu 1 Monat nach der Ehe der Vorgesetzte. Sie ist dem Standesbeamten vorzuleschließung eingereicht werden. Ferner sind Ausnahmen gen. Eine Ablehnung muß schriftlich begründet werden. Amerikanischer Forscher fordert Anwendung des Sterilisationsgesetzes in der ganzen Welt Das in Kanada erscheinende Blatt„Mail and Empire“, Toronto, meldet, daß der bekannte amerikanische Professor Dr. Clarence G. Campbell, Ehrenpräsident der Gesellschaft für eugenische Forschung in USA, im Kanadischen Klub in Toronto einen Vortrag über die Notwendigkeit der Reinerhaltung der Rasse hielt. Der Gelehrte trat rückhaltlos für die Maßnahmen ein, die man im nationalsozialistischen Deutschland zur Reinerhaltung der Rasse ergriffen hat. Er forderte die Anwendung der Sterilisationsgesetze in der ganzen Welt. Nach Meldung des Blattes erklärte Dr. Campbell ist sie schon nicht, wenn nur ein Großelter nichtdeutschen Nach Meldung des Blattes Antragsteller bis zur Eheschließung ar Blutes ist.) Ferner muß die Führung des Haushaltes weiter: Deutschland war die einzige Nation der Welt, Gründen finanziell gesichert sein.— Die Heiratserlaubnis ertellt die vernünftig war, die Sterilisation als nationale PoDie Dolkfamilie ist das Natürliche litik einzuführen. Deutschland war das einzige Land, das einsah, daß es sich die Unterstützung und das beständige Anwachsen schwachsinniger geisteskranker und degenerierter Bürger nicht leisten könnte. Eine solche anwachsende Last auf einer Nation könnte nur eine allgemeine rassische Zerrüttung verursachen, die man nicht mehr später zu überwinden in der Lage ist. Wenn die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, d. h. zunächst muß Das deutsche Volk muß wieder hart werden!— Jekluß mit der Umkehrung der Begrisse Welt nicht an einer rassischen, Degeneration leiden soll, Markürzung der Ausbildungszeit um ein Jahr.. g. 4. us.: u. autmartungslos mehr als ein ader zwai Hinder zu so müssen ungefähr 10 v. H. ihrer heutigen Bevölkerung eine Verkürzung oder besser noch oder hesser noch um zwei Jahre eintreten, die heute„„Vollfamilie?“, so fragt man,„ja, sind wir durchaus zu verantworten ist, ohne daß man ein Nach= keine Vollfamilie: Vater, Mutter und zwei Kinder, lassen der beruflichen Fähigkeiten befürchten muß. Sache ist doch richtig?“ Nein, ihr seid keine VollWarum sollte es nicht möglich sein, sowohl in der familie, ihr seid auch keine normale Familie; denn Grundschule als auch in der 9jährigen höheren Schule es ist nicht das Natürliche, daß eine Familie nur zwei je ein Jahr zu streichen, um so mehr, da die charakter= Kinder hat. Sagen Sie das einmal den Eltern einer liche Erziehung im Arbeitsdienst und im Heer weiter= Kleinfamilie! Sie werden erstaunt sein, was Sie da geführt wird. alles zu hören bekommen. Mindestens wird man darauf Ebenso vordringlich sind aber Maßnahmen, die die pochen, wenn zwei Kinder da seien, dann sei der Stamm Arbeitslosigkeit im akademischen Berufsfeld beheben kön= für das nächste Geschlecht erneuert.„Zwei Eltern— nen, welche nicht die Folge eines natürlichen wirtschaft= zwei Kinder— das klappt doch?“ lichen Auslesevorganges ist, sondern auf die allgemeine Mit solchen Leuten kann man natürlich nicht rechUeberfüllung der deutschen Hochschulen während der ten, sie wissen nämlich nicht, daß die durchschnittliche letzten Jahrzehnte zurückgeht. Gerade die Gefahr, daß Kinderzahl mindestens 3,4 betragen müßte, um unser an dieser Stelle infolge der beruflichen Fehlentwicklung Volk zu erhalten, daß sie aber derzeit nur 2,1 beträgt. wertvolles deutsches Erbgut verlorengehen kann, legt uns Aber bleiben wir bei der Vollfamilie. So ist einbesondere Verantwortung auf. Allein in Sachsen beträgt mal festzustellen, daß dies die seit Jahrtausenden übliche nach Erhebungen, die von der Akademischen Selbsthilfe Form der Familie ist, wogegen die Kleinfamilie eine Erdort angestellt wurden, dank der sorglosen Hochschul= findung der letzten dreißig Jahre darstellt, sie ist nichts politik der Vergangenheit, die Zahl der in Berufsnot anderes als eine Verstümmelung, und diese Verstümmestehenden Jungakademiler 2500, wobel die Studien= lung ist zugleich ein Beitrag zum Volkstod. Wer möchte deun ginder kasten einmel verhältnismäßig am stärksten beteiligt sind. es leugnen, daß bei uns die Volfsamilie ihrem Wesen nutz setut hens naturhedingten Erfahrungssatz ab, daß Auf der anderen Seite haben wir eine Ueberalterung des nach gar nicht mehr verstanden wirds, So sieht nan die und lehnt, den naturbedingten Erfahrungssatz, ab,d Lehrkörpers: nur 1,9 Prozent der festangestellten höhe= Kinderreichen an, weil man es für völlig unmöglich hält, ren Lehrer in Preußen sind jünger als 35 Jahre. Durch daß gesunde Menschen sich mit Abscheu von jenen gewisdie in diesem Verhältnis begründete Unmöglichkeit einer senlosen Praktikern abwenden. Für noch unmöglicher rechtzeitigen Eheschließung wird die negative Auslese hält man es, daß sie mit Willen und Verantwortung ständig gefördert. Diese Gefahr ist für uns um so mehr als zwei Kinder aufziehen, daß sie gar darin schwerwiegender, da sie sich erbbiologisch nicht in der einen Lebensinhalt und trotz aller Opfer ein Glück, einen gegenwärtigen, sondern unmittelbar erst in der nächsten Stolz sehen. Jawohl, das gibt es. Generation auswirkt. Dieser Ausfall an leistungs. Dieser Geburtenliberalismus freilich hält es für verantwortungslos, mehr als ein ober zwei sinder I# sterilisiert werden.“ haben, wenn man befürchten muß, daß andernfals die In den Vereinigten Staaten“, so fuhr der ameriKinder manches entbehren oder keine rechte Laufbahn kanische Gelehrte fort,„wo bereits verschiedene Staaten machen könnten. Er baut also rein auf das Einzelinter= die Sterilisationsgesetze seit zwanzig Jahren besitzen, esse der Ungeborenen auf, nebenbei auch auf den Eigen= wurden innerhalb dieser Zeit weniger als 10.000 Sterilisationen durchgeführt. In Deutschland aber wurden Ein Volk, das, aus Sorglosigkeit oder aus Mangel an gutem Willen, sich nicht nach den biologischen Erblichkeitsgesetzen richtet, ist zum Untergang verurteilt. Es ist jedoch ganz falsch, zu glauben, daß diese Gesetze ausschließlich strenge Rächer seien, die wir nur zu fürchten hätten. Recht verstanden und von uns in Taten umgesetzt, bilden sie eine nahezu unerschöpfliche Quelle wahrer Veredlung. Lundborg. in wenigen Jahren bedeutend mehr Personen sterilisiert. Die Sterilisation ist durchaus human und sie bringt nicht nur kein Leiden mit sich, sondern verhütet viel Elend.“ Nurzmeldungen Nach einem Beschluß des Landgerichts in Frankfurt ist die Eheschließung eines Erbgesunden mit einem Erbkranken auch dann unzulässig, wenn dieser unfruchtbar gemacht worden ist. Maßgebend für diesen Entscheid ist der Sinn der Ehe, die wesentlich dazu da ist, dem Volke gesunde Kinder zu schenken. Stalin stellte kürzlich fest, daß Sowjetrußland alljährlich eine reine Bevölkerungszunahme von ungefähr sich die Wirtschaftsentwicklung und damit das Fortkom= 3,000 000 Seelen habe. Dies bedeute, daß Sowjetmen der nächsten Generation nach der Stärke des Nach= rußland jedes Jahr einen Zuwachs um ein ganzes Finnwuchses richtet— nicht umgeßehft, ig, vichig s land bekomme. Während Deutschland die größten AnSo ist denn tatsächlich die Vollfamilie nichts anderes strengungen macht, den Bestand des Volkes rein zahlenals die wirkliche Norm— wir müssen uns wieder auf mäßig zu erhalten, versuchen andere Völker, die an sich die Beine stellen! Die Vollfamilie als die angestammte schon einen großen Geburtenüberschuß haben, diesen Familienform, ohne Verstümmelung, ohne künstliche Ge= Ueberschuß nur deshalb zu erhöhen, um ihre Expansionsburteneinschränkung— das ist Vollfamilie. Ihr stehen gelüste befriedigen und begründen zu tonnen. Der Deutsche Liedertag in Bochum Der Deutsche Liedertag wird in Westfalen des GauSängertages wegen erst am Sonntag, dem 5. Juli, begangen. Die Vorbereitungen zu dem Großtag des deutschen Liedes sind von allen Gruppen des Sängerkreises Bochum in Angriff genommen und für die Innenstadt schon beendet. Die Veranstaltung soll den bisherigen Charakter tragen, auf möglichst vielen Plätzen und in Parks soll das Lied erklingen. Die Gruppe 1 der Altstadt singt nach folgendem Plan: Um 11 Uhr marschieren die Vereine auf. „Schlägel und Eisen“, singt am Rathaus, „Gußstahlglocke“ am Denkmal des Bochumer Vereins,„Liedertafel=Schubertbund“ an der Goethe=Oberrealschule,„Liederfreund=Heimat= liebe“,„Bochumer Männer=Gesangverein“ und„Liederhort=Rebbertglocke“ auf dem Moltkemarkt,„Fleischerinnung“.„Postsportverein“, und die Gesangabteilung der Firma Gebr. Eickhoff auf dem KalserFriedrich=Platz. Nach dem Singen erfolgt der Abmarsch(Sternmarsch) zum Stadtpark, wo gegen 12.30 Uhr auf der Parkwiese gemeinsamer Liedervortrag vorgesehen ist. Zum Vortrag gelangen die Chöre„Das deutsche Lied“ von Kalliwoda und„Wo gen Himmel Eichen ragen“ von Heinrichs. Die Vereine der Gruppe?(Altstadt): BäckerGesangabteilung, Ehrenfelder MGV.,„ABCD.=Chor, Gesangabteilung der Elektrizitätswerke, MGV.„Einigkeit“, MGV. der Eisen= und Hüttenwerke, Quartettverein„Hansa“, Sängervereinigung Bochum, Quartettverein„Melodia“, MGV.„Wachtel“ Laer,„Westfalia“ Altenbochum und„Westfalia“ Bochum treten um 11¾ Uhr auf dem Westfalenplatz geschlossen an und bringen dort unter Leitung von Ernst Clauberg mehrere Lieder zu Gehör. In den Außenbezirken finden ähnliche Kundgebungen statt. Liedertag des 983. Auch in diesem Jahre wird der Deutsche Sänger= Presseangelegenhe bund, von dem der Liedertag ausgeht, ein besonderes Hitler=Platz eine Liedblatt herausbringen, das eine Reihe bekannter und churchführung, an unbekannter Lieder zum Mitsingen enthält. Die deut= goz. schen Gesangvereine werden nämlich nicht nur mehrstimmige Chöre singen und so ein Konzert im Freien veranstalten, sondern auch mit den Hörern gemeinsam singen. Erst dadurch wird der Zweck des Liedertages voll erreicht, indem die Zuhörer selbst, mit Unterstützung des Gesangvereins als Kernchor, Lieder erarbeiteten. Das Liedblatt enthält folgende Lieder:„Wacht auf, ihr schönen Vögelein“,„Kommt ihr'spieln“,„Im Krug zum grünen Kranze“.„Flamme empor“,„Ich habe Lust, im weiten Feld“,„Ueber den deutschen Strom“ und einen Kanon„Wer sich die Musik erkiest“. Wie die Auswahl zeigt, sind neue Lieder neben alte gestellt worden, so daß sowohl alte Lieder aufgefrischt, wie neue Weisen hinzugelernt werden können. Die Liedblätter werden durch die Geschäftsstelle des DSB., Berlin W. 35, abgegeben Am Liedertag beteiligen sich übrigens auch die auslandsdeutschen Vereine, die den Tag durch besondere Feiern ausgestalten, so daß man an diesem Tage von einem„klingenden deutschen Lied in aller Welt“ sprechen kann. Wahlen beim Hamburger Jängertag Beim Hamburger Sängertag wurde, wie wir bereits berichteten, der bisherige Bundesführer Oberbürgermeister Meister(Herne) auf Vorschlag des bisherigen stellvertretenden Bundesführers Oberbürgermeister Memmel(Würzburg) auf zwei weitere Jahre ohne Aussprache einstimmig gewählt. Die Wahl gestaltete sich zu einer spontanen Vertrauenskundgebung für Oberbürgermeister Meister, der sein Amt seit 1934 innehat. Auf Vorschlag des Bundesführers wurde der bisherige stellvertretende Bundesführer Oberbürgermeister Memmel(Würzburg) ebenfalls auf weitere zwei Jahre gewählt. Der Sängertag wählte weiterhin als Rechnungsprüfer Sparkassendirektor i. R. Schabeikow(Berlin) und Franz Seelmann(Frankfurt a..) und als Stellvertreter Johannes Korndörfer(Dresden). Nach den Wahlen gab Bundesführer Meister die Mitglieder des Führerrats bekannt: Bundesschatzmeister des 2 SB., Rechtsanwalt und Notar Dr. Karl Hermann(Frankfurt a.., Leiter der Zentrale für die deutschen Chorverbände im Ausland. Rektor Georg Brauner(Berlin); Obmann des Musikbeirates, Rechtsanwalt Dr Paul Fischer(Koblenz); Rektor Edmund Konsek (Herne); Direktor Dr. Heinrich Langemann(Hannover); Bezirksschulrathelfer Dr. Erwin Richter (Dresden); Innen= und Justizminister Dr. Jonathan Schmid(Stuttgart): Lehrer Karl Schulz.(Berlin Bundesgeschäftsführer Bruno Plonka(Berlin). Der nächste Sängertag des Deutschen Sängerbundes findet in Verbindung mit dem großen Deutschen Sängerbundesfest 1937 in Breslau statt. Verantwortung trägt. Für die Zulassung zum Rundfunksingen entscheidet allein das Programm und die Leistung. Betrifft Wertungssingen. Die Vereine des Sängerkreises Bochum, die an den Wertungssingen im Oktober und November teilnehmen, müssen der Geschäftsstelle des Kreises die Chöre und Lieder einreichen, die sie zur Aufführung bringen wollen. Tag der Hausmusik. Der Tag der Hausmusik findet in diesem Jahre am Dienstag, 17. November, statt. Mitteilungsblatt. Die Zentrale für die Deutschen Chorverbände im Ausland gibt seit dem „Der deutsche Sänger ist Kämpfer für unsere solonsten vuter“ Das Trogramm des Hausängertages in Herne Westsälisch-Lippisekes Jängertressen in der Stadt der Bundesleitung In Herne. der aufstrebenden Stadt im Emschertal, versammeln sich am 2 7. und 2 8. Juni die Vertreter des Sängergaues Westfalen=Lippe zum 3. Gau=Sängertag. Eingeleitet wird die Arbeitstagung am 27. Juni durch eine Zusammenkunft der Sängerkreisführer in der„Westfalenschänke“, anschließend findet in „Koopmanns Gaststätten“ eine wichtige Beratung der Kreischorleiter statt. Der Sonntag beginnt mit Festgottesdiensten in der evangelischen Hauptkirche und der katholischen Bonifatiuskirche. Um 10 Uhr vereinigen sich im Hotel Schmitz die Kreispressewarte zur Erörterung wichtiger Presseangelegenheiten., Danach kommt auf dem Adolfmusikalische Feierstunde zur an der sich 2000 Kinder, Knaben und Mädchen der Volks= und höheren Schulen, die Männerchöre der Stadt Herne, 600 Sänger, und die Kapelle der Gauinspektion I beteiligen.,„In der Lichtburg wird der Werbefilm für das 12. Deutsche Sängerbundesfest in Breslau vorgeführt. Um 15 Uhr beginnt im Saale von„Koopmanns Gaststätten“ der eigentliche Sängertag, dem um 17.30 Uhr ein„Festkonzert“ im Strickmannschen Saalbau folgt.“ Die Vortragsfolge setzt sich zusammen aus den Chören des„Westfällschen Chorbuches“ Den Abschluß des Sängertages bildet ein Kameradschaftsabend in demselben Saalbau. Die Stadt Herne bereitet den Sängern aus allen Gegenden unseres schönen Westfalenlandes einen herzlichen Empfang, dem auch die Stadtverwaltung durch einen besonderen Willkomm im Rathaus Ausdruck geben wird. Aus dem Jängerleben Gauberichterstatter. Zum Gauberichterstatter des Sängergaues Westfalen wurde vom Bundesführer Musikdirektor Albert Lamberts(Dortmund) berufen, der in allen Presseangelegenheiten zuständig ist. Gauschulungslager. Der Sängergau Westfalen veranstaltet in Gemeinschaft mit dem Sängergau Niedersachsen und Sachsen=Anhalt in der Zeit vom 9. bis 15. Juli in Ballenstedt am Harz ein Schulungslager: Meldungen dazu sind sofort bei der Geschäftsstelle in Herne einzureichen. Mitgliedskarten für 1936. Die neuen Mitgliedskarten für Vereine, gültig ab 1. Juli 1936. gelangen zur Ausgabe durch die zuständige Sängerkreisführung. Karte weist den Inhaber als Mitglied des Fachverhandes D. 1 in der Reichsmusikkammer aus. Ohne die Karte zu besitzen, darf kein Verein musizierend auftreten, auch nicht Proben abhalten. Männerchöre im Rundfunk. Zwischen dem Reichssender Köln und dem Sängeraau Westfalen sind bezüglich des Rundfunksingens neue Vereinbarungen getroffen. Regelmäßig soll setzt einmal in der Woche, zunächst Sonntags, der Männerchorgesang zu Wort kommen. Die Auswahl der Vereine trifft die Gauführung, die auch für die Darbietungen allein die 1. April d. J. in Abständen von 1½ Monat ein Mitteilungsblatt heraus, das allen deutschen Gesangvereinen in Europa und Uebersee kostenlos zugestellt wird. Ein Hundertjähriger. Einer der bestbekannten Vereine des Lahngebietes, der MGV.„Teutonia“ Vilmar a. d. Lahn, begeht am 12. Juli seine Hundertjahrfeier. Auslandsreisen. Sängerreisen ins Ausland müssen auf dem vorgeschriebenen Dienstweg über Sängerkreis und=gau der Bundesführung gemeldet werden. Diese veranlaßt dann die Weitergabe an das zuständige Reichsministerium auf dem vorgeschriebenen Dienstweg. Im. Reichsministerium wird über die Genehmigung entschieden. Gedenktafel für Zöllner. Der Bernburger Zöllner=Verein, der das volkstümliche musikalische Erbe Karl Friedrich Zöllners und seines Sohnes Heinrich in besonderem Maße pflegt, weihte in der Heimat des Liederkomponisten in Mittelhausen eine Erinnerungstafel, die, von dem Verein gestiftet, am Schulhause, als der Geburtsstätte des Meisters, angebracht wurde. Ostpreußisches Gausängerfest. Für das „Ostpreußische Gausängerfest“ in Elbing wurde das „Befreiungslied der Deutschen“ von Armin Knab als Massenchor ausgewählt. Ausstellung. Die preußische Staatsbibliothek hat eine Ausstellung der Allgemeinheit zugänglich gemacht, die Beachtung verdient. In Noten und Druckwerken, auch in Handschriften, sind die schönsten und wichtigsten Stücke aus der Geschichte des deutschen Liedes zusammengestellt worden, und alle diese Kostbarkeiten werden, vermehrt durch Bilder, Stiche und seltene Instrumente, in zwei festlich geschmückten Räumen dargeboten Eine Mokäune, Ektenmilcte Fau heradtt Eine neue Tarinerin Riepuras Eine mondäne Frau, etwas exzentrisch, sehr reich, sehr elegant.“ So stand es im Personenverzeichnis des KiepuraFilms„Im Sonnenschein“ zu lesen. Charakteristikum des Drehbuch=Autors für die Trägerin einer der drei Hauptrollen dieses Films. Das Charakteristikum war also da— nun hieß es nur noch, die dazu passende Darstellerin zu finden. Kleinigkeit, nicht?... Ja, vielleicht haben der Regisseur Gallone, der Produktionsleiter und der Hauptdarsteller Kiepura in der ersten, sogar noch in der zweiten Woche ihres gemeinsamen Suchens nach dieser Frau auch so gedacht. Aber nach fast zwei Monaten vergeblichen Suchens hieß es nicht mehr: Kleinigkeit— sondern: jetzt kann uns nur noch ein Wunder retten! Mit allen mehr oder weniger bekannten Stars war wegen dieser Rolle schon verhandelt worden. Die eine war bereits besetzt, die andere krank, die nächste unauffindbar und so türmten sich Hindernisse auf Hindernisse. Man griff in die Schar der Unbekannten, machte Probeaufnahmen über Probeaufnahmen— lauter nette junge und sicher auch begabte Damen, aber nicht das, was im Drehbuch unweigerlich vorgeschrieben stand: „Eine schöne Frau, usw....“ Als man schon am Verzweifeln war, kam der liebe Zufall. Der Produktionsleiter sah zufällig Proben aus dem noch nicht aufgeführten Wiener Film„Silhouetten“, und auf diesen Filmstreifen sah er eine Frau... und er zitierte das Regie= und Produktionskollegium eiligst herbei. Sie war es! Die Gesuchte war gefunden! Und hieß: Luli von Hohenberg. Es war ihre erste deutsche Filmrolle, die sie in dem Film„Silhouetten“, gespielt hatte— und ihre zweite machte sie nun gleich zur Partnerin Kiepuras. Wer war diese Frau, die man da so überraschend gefunden hatte?— Eine junge Frau aus süddeutschem Landadel. In Berlin begann sie: in der Theaterschule Lucie Höflichs, dann kamen ein paar Rollen an Berliner Bühnen— und kurz darauf ein ganz großer Sprung: an das Wiener Burgtheater, wo sie zwei Jahre lang tätig war, und sich in Wien einen guten Namen erspielte Von Wien aus ging Luli von Hohenberg nach London. Zum Vergnügen? Nein, zum Theaterspielen. Denn Luli von Hohenberg war lange Jahre in ihrer Jugend in England„englisch“ erzogen worden, und sie spricht fließend Englisch. Kein Wunder, daß die Engländer deshalb sich diese schlanke Aristokratin für ihre Bühnen holten— denn dieser Typ einer natürlich=eleganten, wirklich damenhaften Schauspielerin ist unter den englischen Darstellerinnen nicht allzu dicht gesät. Sie blieb also mehrere Jahre als„deutsche Schaufpielerin in englischer Sprache“ in London spielte Theater, filmte in englischen Filmen. Bis der Ruf nach Wien kam, für ihren ersten deutschsprachigen Film „Silhouetten“. Für den zweiten Film„Im Sonnenschein", ließ sie das Syndikat schon im Flugzeug aus London holen. Als sie ihre Rolle und ihre Charakteristik in diesem Film als Partnerin Kiepuras las, war sie zunächst nicht restlos zufrieden.„Ich fürchte, das wird ein Vamp, und Vamps will ich nicht spielen!" meinte sie. Aber man beruhigte sie: erstens ist diese Frau, die aus dem kleinen Taxichauffeur den großen Tenor macht(beides: Herr Kiepura), kein Vamp, sondern eine durch große, bittere Erfahrung überlegen gewordene Frau, die nur ihr Ziel und keine Rücksichten kennt. Und zweitens ist es ihr ja freigestellt, die Rolle so zu gestalten, wie sie sie sieht. Das geschah denn auch. Ihre Eleganz betrachtete Luli von Hohenberg nur als äußere Folie, nicht als Inhalt ihrer Rolle— denn schließlich, meinte sie, warum sollen nicht auch elegante Frauen im Film ihre Schicksale haben und spielen... Lonsa Renie für 6 Jahre verptlichtet Mehrere skandinavische Zeitungen haben in der letzten Zeit Meldungen gebracht, daß Sonja Henie mit ihrem Aufenthalt in Hollywood unzufrieden sein sollte und bald heimkehren würde. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Gerade in diesen Tagen hat Sonja Henie einen Vertrag mit der„Fox=Film“ unterzeichnet, wonach sie für sechs Jahre an diese Gesellschaft fest verpflichtet ist. Wahrscheinlich wird sie bereits in diesem Sommer mit den Aufnahmen zu ihrem ersten Film beginnen. Louis Graveure vor neuer Filmarbeit Fast zwei Jahre lang konnte sich Louis Graveure ausschließlich seiner Konzerttätigkeit widmen. Jetzt aber ruft ihn eine interessante filmische Aufgabe wieder in die deutschen Ateliers, in denen er seit langem heimisch geworden ist. Der Künstler wurde für die Hauptrolle des Films:„Ein Lied klagt an“, verpflichtet. Georg Zoch hat ein Drehbuch geschrieben, das den Sänger— abweichend von den fruheren Tenorfilmen — in den Mittelpunkt einer spannenden Kriminalhandlung stellt. Kleine Silmpost Künstlerisch wertvoll. Der Willy=Forst=Film „Allotria" wurde von der Filmprüfstelle zensiert und mit dem Prädikat„Künstlerisch wertvoll“ ausgezeichnet. Englischer Militärfilm. In England wird ein Film gedreht, in dem zum erstenmal die englische Armee in allen Phasen des militärischen Lebens und der Ausbildung gezeigt wird. Grace Moore, der berühmte amerikanische FilmGesangstar gab kürzlich in der Londoner Albert Hall einen Konzertabend, der eine ziemlich zurückhaltende Presse fand— trotz allen Filmruhms. Wessely=Film. Am 1. Juli beginnt man in Wien mit dem neuen Paula=Wessely=Film mit Attila Hörbiger in der männlichen Hauptrolle. Maria, die Magd. Unter der Regie von Veit Harlan beginnen in Kürze die Aufnahmen zu dem Film „Maria, die Magd“, dessen Drehbuch Harlan zusammen mit Axel Eggebrecht schrieb. Für die Titelrolle wurde Jan Kiepura „Im Sonnenschein Luli von Hohenberg Foto Syndteat Hilde Koerber verpflichtet, die mit diesem Film ihre erste große Filmaufgabe erhält. Neben ihr spielen Hilde Hildebrandt, Elsa Wagner, Hans Schlenck, Alfred Abel und Ernst Legal. Elisabeth Eygk wurde für„90 Minuten Aufenthalt“ als Partnerin Harry Piels für die Rolle der Madeleine verpflichtet. „Tönende Herzen.“ Carl Heinz Martin hat in München mit den Vorarbeiten zum neuen Gigli=Film begonnen, dessen Spielleiter er ist. Außer der bereits verpflichteten Isa Miranda(Giglis Partnerin) wurden bisher noch Anni Markart und Erik Helgar engagiert. Giuseppe Becce schreibt die Musik zu dem Film. Ein neuer Lommel=Film. Im Rückblick auf den folg von„Paul und Pauline“ hat sich die Terra entschlossen, einen neuen Lommel=Film in Aussicht zu nehmen. Hierfür wird sie das an etwa 200 deutschen Bühnen erfolgreich aufgeführte Theaterstück des Wiesbadener Schauspielers und Regisseurs Kurt Sellnick„Hilde und die 4 PS.“ verfilmen. Die Hauptrolle des Buchhalters Lohbusch spielt Lommel. und Verkehrswege de. RaheberobauDie Zeit der Entstehung des Ruhrbergbaus, die nach den historischen Quellen etwa in die Wende des 14. Jahrhunderts fällt, stellte infolge der Primitivität der Steinkohlengewinnung auch dementsprechend in bezug auf den Absatz und den Verkehr ziemlich bescheidene Ansprüche. Meistens scheint die Kohle in der Weise abgesetzt worden zu sein, daß arme Leute sie von den Gruben holten und von Tür zu Tür verkauften. Als sich aber im 17. und 18. Jahrhundert in dem naheliegenden Sauer= und Siegerlande sowie dem Gebiete des Herzogtums Berg eine bedeutende Eisenindustrie entmehr, zu produzieren. So wurden im Amte Bochum und Blankenstein 2 Stüber(1 Stüber= 0,04 RM.) in den den Fabriken und Garnbleichereien näherliegenden Revieren Wetter 3 bis 3¾ und in Schwelm sogar 5 Stüber pro Ringel(1 Ringel= 75 Kilogramm) bezahlt. Das erste Mittel, um den Transport der Steinkohle zu bewerkstelligen, war der Kohlentreiber. Dieser war Eigentümer eines kleinen, im Walde gelegenen Bauerngehöftes, das ihm für drei bis vier Pferde dürftiges Futter lieferte. Mit seinen Pferden Die Ruhr bei Baak. 99 An Sn M„""„ phot.: Dr. Hempel Links ein alter Verladearm der Zeche„Baaker Mulde“. wickelt hatte, wurde der Bedarf an Steinkohlen immer dringender. Besonders aber seit Anfang des 18. Jahrhunderts wurde man gezwungen, bei der Verarbeitung des Eisens neben der Holzkohle in weiterem Maße auch Steinkohle mitzubenutzen. Der Mangel an Verkehrsstraßen hinderte indessen ganz erheblich den Absatz und die Versendung konnte nur unter den schwierigsten Bedingungen vonstatten gehen. Zudem war dem Absatz infolge der hohen Transportkosten bald eine Grenze gesetzt, denn je entfernter die Grube von dem Absatzgebiet lag, desto geringer war auch der Preis, den sie für die Kohlen erhielt, und bald lohnte es sich nicht zog der Kohlentreiber bei Tagesanbruch zum nächstliegenden„Putt", um hier jedem der Tiere einen mit etwa 2½ bis 8 Zentner Kohlen gefüllten Sack auf den mageren Rücken zu laden. Gemeinsam mit denen seiner Nachbarn trieb er sie dann den meistens mehrere Meilen entfernten Hämmern zu, wo der Schmied ihrer wartete. Um den Absatz der Gruben zu steigern, wurde gemäß Publicandum vom 19. September 1766 in den preußischen Provinzen Kleve, Moers und in der Mark die Einfuhr fremder Steinkohlen bei Strafe der Festungshaft sowie unter Beschlagnahme der Kohlen, Pferde, Karren, Wagen und Kähne verboten. Sodann wurden in Gahlen an der Lippe und in Duisburg Kohlenniederlagen errichtet. Letztere bewährten sich indessen auf die Dauer nicht, wahrscheinlich wegen des schlechten Zustandes der zu ihnen führenden Kohlenstraßen. Sollte nun den Bergwerken ein weiteres Absatzgebiet erschlossen werden, so mußte eben in bezug auf die Verkehrsverhältnisse gründliche Abhilfe geschaffen werden. Zunächst ging man daran, ein uraltes Projekt, die Schiffbarmachung des Ruhrstromes, zu verwirklichen. Bereits im Jahre 1767 konnte man mit einem regelrechten Versand beginnen. Da indessen aus Sparsamkeitsrücksichten keine Schleusen eingebaut worden waren, so mußten die Kohlen an den 10 bis 15 Wehren jedesmal von einem Schiff ins andere umgeladen werden; meistens kamen sie infolge des vielen Umtransportierens als Staub in Duisburg an. Man entschloß sich daher, nunmehr Schleusen einzubauen. Diese wurden 1781 vollendet. Damit wurde der Steinkohle für das nächste Jahrhundert ein ausgedehntes Absatzgebiet erschlossen, aber auch anderen, im Ruhrtale zur Erzeugung kommenden Massenprodukten, wie Roheisen, Steine, Holz usw. kam die Schiffbarmachung des Ruhrstromes zugute. An den Schleusen entwickelte sich ein reger Verkehr, indem sie die Verlade= und Stapelplätze der anliegenden Zechen wurden. Welche wachsende Bedeutung aber die Ruhr als Wasserstraße in den nächsten Jahrzehnten für den Bergmann gewann, darüber geben einige Zahlen Aufschluß. Im Jahre 1767, bei Aufnahme des Versandes, wurden 6775 Tonnen gleich 11 Prozent der Gesamtkohlenförderung des östlichen und preußischen Teiles, der Grafschaft Mark, auf der Ruhr abtransportiert: 1797 waren es bereit 45 205 Tonnen gleich 29 Prozent. Diese Mengen steigerten sich dann noch weiter rapide; denn in dem Zeitraum von 1820 bis 1850 stellte sich der prozentuale Anteil der Ruhr an dem Gesamtabsatz an Kohlen des Ruhrgebietes durchweg auf 42 bis 45 Prozent. Im Jahre 1855 passierten 8451 Schiffe die Schleusen. Der Transport auf der Ruhr erfolgte zu Tal„treibend“ und zu Berg durch Pferde(2 pro leeres Schiff). Die Kosten eines Transports von 3000 Zentnern beliefen sich von Witten nach Ruhrort Ende der 1860er Jahre auf 0,1135 Mark per Zentner. Eine Talreise von Witten bis Ruhrort dauerte 16 Stunden. In den 80er Jahren kam die Ruhrschiffahrt dann ganz zum Erliegen. Neben der Ruhr wurde in dieser Zeit noch die Lippe als Wasserstraße ausgebaut. Aber ihre Bedeutung reicht nicht im entferntesten an jene der Ruhr heran. Reuß gibt an, daß in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchweg 200 000 Scheffel Kohlen auf der Lippe verschifft wurden, die hauptsächlich aus der Dortmunder Gegend stammten. In einem Zuge mit der Schiffbarmachung der Flußläufe wurde der Straßenbau aufs eifrigste betrieben, vor allem, um das Absatzgebiet nach Süden auszudehnen, wo sich, wie bereits erwähnt, eine aufnahmefähige Eisenindustrie befand. Die bedeutendsten Chausseen nach dorthin wurden in den Jahren 1788 bis 1794 gebaut. Dr. G. H. Das älteste kickeler Bauernhaus 230 Jahre alt In diesen Wochen wurde das älteste Bauernhaus Eickels, wie die Hausinschrift besagt, 230 Jahre alt. Es wurde im Jahre 1706 erbaut und liegt inmitten des Stadtteils Eickel noch unberührt vom städtischen wie auch industriellen Charakter. Von allen Seiten stehen Jahrzehnte alte Bäume, mit mächtig ausladenden Kronen um das Haus und schützen die Fachwerkwände gegen die Unbilden der Witterung. Es ist der lippische niedersächsische Baustil, und in seiner soliden Bauart wird es auch noch weitere hundert Jahre stehen. Schon im Schatzbuch der Grafschaft Mark aus dem Jahre 1776 wird die Familie Vogelsang erwähnt. Die Familie muß aber schon früher hier gesessen haben. Im deutschen Mittelalter war der Hof abgabepflichtig an Aschebrock. Noch wohnt die Familie in dem Hause. In den Jahren 1871 und 1912 brannte ein Teil der Scheunen ab; das Wohnhaus mit Diele blieb glücklicherweise verschont. 2000 Jahre alter Einbaum gesunden Ganz ähnlich wie kürzlich in der Lippe bei Stift Cappel kam man auch in Bentheim bei Arbeiten des RAD. im Niederungsmoor östlich von Hoogstede zur Anlage von Entwässerungsgräben in etwa 80 Zentimeter Tiefe auf einen Einbaum. Unter Aufwendung erheblicher Mühe gelang es den Arbeitsmännern, diesen bemerkenswerten kulturgeschichtlichen Fund zu bergen. Es zeigte sich, daß es sich um einen Einbaum von 4,50 Meter Länge handelte, einen ausgehöhlten Eichenstamm, den unsere Vorfahren als Kahn benutzten. Der Fund ist um so bemerkenswerter, als von diesen Zeugen germanischer Kultur vor 2000 Jahren jetzt bereits der dritte in der Niedergrafschaft Bentheim gefunden worden ist. Der Fund wurde dem Heimatmuseum in Bentheim überwiesen. Düt un Dat in Baukumskem Tlatt (Nich nohdrücken.) Dä Engel Dat kleine Aennken was ne klauke Däine. Wat jähr dä Gouvernant' nich konn erklär'n, dorümme kam sä vuller Wißbegierde tou Mouder stets un woll van dä dat lär’n. Un stolt as junge Mouder op jähr'n Sprößling, gaw gähne Utkunft sä, wenn Aennken kam, indiäm sä vuller Leiw dat kleine Miäken met beide Arme op dän Schouten nahm. „Segg mie, leiw Mouder, doch, wat es en Engel?“ kam jüngst dat mol ut Aennkens Kinnermund. Un Mouder gaw— dat soll poetisch klingen— däm kleinen Blage dann dä Wieshäit kund: „En Engel, Kind, dat es soun himmlisch Miäken met äinem hellen, bloen Ougenpoor, un' n hold Gesichtken, bu ne Danne wassen. op sienem Koppe güllen Lockenhoor un es, do Engel houg im Himmel wuohnet, en grouten Schatz un alle Leiwe wärt, un fleigen kann hä as sou'n lust'gen Geitling, denn jähm sünd ouk twäi Flüäggelkes beschärt.“ Do es dat Aennken müskenstill geworen. Dann meint et:„Segg, bu kömmt dat ower danns Tau Gouvernant stätt Vader:„Süßer Engel!“, un dä doch nich en biättken fleigen kann.“ „Wat?“ reip dä Mouder,„use Gouvernante?“ Dann es en spassig Wunner rasch gescheihn: Dat kleine Aennken konn tau selwen Stunne dän Gouvernantenengel„fleigen“ seihn.