Pern 9 WD ER Pessssele arunbpreile für 1 mm Dibe in 22 un Mreise 85 u. seischrist„dor mit mir 45 Bf. monatlich Hel. dier Sonntagen und H5., Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der ung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. wird, können keine Ersatansprüche gestellt werden. u— GeVerchiutert wirz, nten keinz grlagensprisch, gesiell, werden, u. Ge. schäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer mittwochs und samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag, 16. Juli 1937 44. Jahrgang Nummer 164 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 um Höhe in 22 mm Breite.5,Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Bf. im Tertell. Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf. Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 5 Pf., kleine Anzeigen(nicht geschäftlicher Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Textteil 10. Pf, Auskunft, und Zitfergebühren, 25 Pf. Zur, Zeit itt. liste Nr. 9 gülng,„Nachlaßstaltel,„.,— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich ausgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551— 54 Die Aufnahme des Kompromißvorschlages Nachftaten nerweners London nicht begeistert- Zurückhaltung in Paris Berlin, 15. Juli. Von unserer Berliner Schriftleitung. Der gestern den 27 Mächten des Nichteinmischungsausschusses überreichte englische Vorschlag für eine modifizierte Kontrolle wird am Freitag in einer Sitzung des Ausschusses beraten werden. Das steht fest. Der Sitzung wird sowohl in London wie in Paris nur eine formelle Bedeutung beigemessen, denn der ebenso weitgehende wie komplizierte englische Plan macht Rückfragen notwendig, deren Beantwortung für die ernsthafte und erschöpfende Durcharbeitung sowie für die Prüfung unerläßlich ist. Frankreich selbst hat bereits durch seinen Botschafter Corbin derartige Rückfragen gestellt. Auch die deutsche Reichsregierung wird demgemäß verfahren, denn nur bei völliger Klarheit der Materie würde sich der Wunsch der britischen Regierung nach„größerer internationaler Zusammenarbeit“ in der Spanienfrage erfüllen, einer Zusammenarbeit, von der gerade Deutschland in allen bisherigen Verhandlungen zur Genüge Beweis abgelegt hat. Braucht man an die Beilegung des„Deutschland“= Falles und die hierbei von der Reichsregierung bezeugte Zurückhaltung zu exinnern? Oder ist es noch notwendig, noch einmal das Versagen der internationalen Solidarität im Falle des Kreuzers„Leipzig“ ins Gedächtnis zurückzurufen? Wenn die englische Regierung in dem Vorspruch zu dem neuen Plan davon spricht, daß„sich ein Geist größerer internationaler Zusammenarbeit beweisen müsse, als er sich in der Vergangenheit gezeigt habe“, so darf man wohl annehmen, daß England hierbei nicht nur eine Ermahnung an die übrigen Mächte aussprechen wollte, sondern daß hierbei ebenso ein englisches Versprechen zum Ausdruck kommt. Deutschland hat sich seiner Verpflichtung gegenüber der europäischen Solidarität bisher nicht entzogen. Es erkennt ebenso wie England die Gefahr der augenblicklich ungeklärten Lage an und begrüßt den britischen Vorschlag zum mindesten als eine Basis, auf der Rückfragen und Antworten zu einer klärenden Aussprache führen können, denn wo im Zuge der Spanienkrise Deutschland und auch Italien ihre Zustimmung zu Vorschlägen oder Verhandlungsmethoden verweigern mußten, gaben grundsätzliche, Erpägungen, den Ausschlag, weil jene Pläne mit den Grundrichtlinien der deutschen Außenpolitik nicht vereinbar waren. Wenn heute der britische Plan die Frage der Freiwilligenzurückziehung mit den übrigen Fragen wie Zuerkennung der Kriegsrechte an die spanischen Parteien verkoppelt und die Auslandspresse gerade hierin den entscheidenden Gesichtspunkt erblickt, so gestatten wir uns, auch wenn wir den Plan als eine Verhandlungsgrundlage werten, dennoch den Hinweis, daß gerade diese Sire gag..; lige weit escl Bechen iier Barie Gegenseite verfielen. Gewiß wird bei gutem Willen aller Beteiligten ein Weg gefunden werden, auch wenn die britische Presse den Vorschlag als das„letzte Wort Englands“ bezeichnete. Hierzu aber wäre es notwendig, daß man sich zur Zeit auch jenseits der Westgrenze eine Zurückhaltung auferlegte und von Brandreden Abstand nähme, wie sie anläßlich des sozialistischen Parteitages in Marseille und gestern beim französischen Nationalfeiertag von den Politikern der Volksfront vom Stapel gelassen wurden. England hat große und ernste Aufgaben übernommen. Das erkennen wir an. Schließlich wird aber auch die praktische Anwendung des britischen Planes nicht nur vom guten oder bösen Willen der Nichteinmischungsstaaten, sondern in gleichem Maße auch von der Entscheidung der in Spanien kämpfenden Parteien selbst abhängen. Bolschewistische Offensive vor Madrid restlos zusammengebrochen dnb Salamanca, 15. Juli. Staatschef General Franco hat am Mittwoch im Hauptquartier von Salamanca die dort anwesenden ausländischen Pressevertreter sehr herzlich empfangen und ihnen mitgeteilt, daß es ihnen gestattet sei, sich an die Madrider Front zu begeben. um von dort aus frei und wahrheitsgemäß an ihre Agenturen und Zeitungen zu berichten. Dort würden sich die ausländischen Pressevertreter davon überzeugen können, daß nach einer Kette wütender Angriffe der Bolschewisten deren Offensive zusammengebrochen und die Kämpfe so gut wie beendet seien. Die militärischen Operationen der Nationalen beschränkten sich augenblicklich nur auf kleine Verschiebungen der Vorpostenstellungen. Ferner dankte General Franco den Pressevertretern in herzlichen Worten für ihr Interesse an dem Befreiungskampf des nationalen Spaniens. Er nehme an, daß sie sich von der Ruhe und Ordnung im Hinterlande und von der Begeisterung der an der Front kämpfenden nationalen Truppen und Freiwilligen hätten überzeugen können. propagandissen gingen und gehen ün die Setriebte Reichsminister Dr. Goebbels hat es, wie gemeldet, kürzlich zu einer ständigen Einrichtung erhoben, höhere Beamte und Landesstellenleiter des Propagandaministeriums auf acht Wochen als Hilfsarbeiter in Fabriken und landwirtschaftliche Betriebe zu schicken, wo sie aus eigener Anschauung heraus erfahren sollen, wie der deutsche Arbeiter fühlt und handelt, welche Nöte und Sorgen, aber auch welche Freuden er hat. Die erste Gruppe führender Propagandisten hat bereits acht Wochen in den Betrieben hinter sichgebracht. Darunter auch der Leiter der Landesstelle WestfalenSüd des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda in Bochum, Pg. Brust. Wir sehen ihn hier als Hilfsarbeiter in der Schokoladenfabrik Mauxion mit Besen und Schaufel hantieren. □∆ V S O Hoffmann München im Festschmuck Zum„Tag der Deutschen Kunst“ ist alles bereit München, 15. Juli. Am Freitag vormittag um 11 Uhr wird in Münchens schönstem Versammlungsraum, im Kongreßsaal des Deutschen Museums, der Tag der Deutschen Kunst feierlich eröffnet und damit eine Folge festlicher Veranstaltungen eingeleitet, die ohne Beispiel sind. Sie werden eine großartige Huldigung für deutsche Kunst und Kultur sein, aber auch ein symbolhaftes Bekenntnis der deutschen Volks= und Kulturgemeinschaft zum Kulturwillen und zur Kulturgesinnung des Dritten Reiches sein. München hat ein Festkleid angelegt, wie es so schön noch niemals eine deutsche Stadt getragen hat. Ein Wald von Fahnen und Pylonen ist emporgewachsen. Lohrot lodert die tausend Meter lange Vig triumphalis, die Prinzregentenstraße. Der Platz Rei Echo auf den Londoner Vorschlag London 1 F F # 2 vor der Feldherrnhalle ehrt in seinem Ernst die Opfer des 9. November 1923. Zur Linken der Feldherrnhalle über der Residenzstraße weht die schwarze Novemberfahne, ihr zur Rechten über der Theatinerstraße die Fahne der Kunst. Der Königliche Platz mit den steinernen Zeugen des neuen Bauwillens und der neuen Baugesinnung des Dritten Reiches ist ohne Schmuck geblieben, ebenso die königlichen Bauwerke. Besonders prunkvoll sind der Bahnhof und sein Vorplatz ausgeschmückt. Vor dem Bahnhof säumen 243 Masten das weite Rund und von jedem der über 11 Meter hohen Masten weht in buntem Wechsel eine Kunstfahne oder das Banner der Bewegung. Dazwischen wuchten 14 Meter hohe sichtenumkränzte Pylonen, goldene Schilde und goldene Fackeln als Seitenschmuck tragend, und betonen die Eingänge zu den Abfahrtsstraßen. Ueberall in der ganzen Stadt ranken sich die Kränze an den Häuserwänden entlang. Das Diplomatische Korps nimmt teil München, 15. Juli. Zum Tag der Deutschen Kunst wird ein großer Teil des Diplomatischen Korps aus Berlin als Gast der Reichsregierung in die Hauptstadt der Bewegung kommen. Die Diplomaten treffen am Freitag morgen unter Führung des Chefs des Protokolls, Gesandten von Bülow=Schwante, in München ein. Münchener Festtage im Rundfunk anb Berlin, 15. Juli. Die bevorstehenden Münchener Ereignisse werden von allen deutschen Sendern und für die Deutschen in aller Welt vom deutschen Kurzwellensender übertragen. — Die Eröffnung des Tages der Deutschen Kunst im Kongreßsaal des Deutschen Museums am Freitag von 11 bis 12 Uhr wird vom Reichssender München und Deutschlandsender übertragen und am gleichen Tage, jedoch zu anderen Zeiten, von allen übrigen deutschen Sendern wiederholt. Von der Jahrestagung der Reichskammer der bildenden Künste am Samstag bringen„Reichssender München und Deutschlandsender von 15.30 Uhr bis 16.45 Uhr bemerkenswerte Ausschnitte. Am Sonntag, von 10.30 bis 12 Uhr, wird von allen deutschen Sendern einschließlich des deutschen Kurzwellensenders die feierliche des Hauses der Deutschen Lit angleich die Eräffnung der GroParis tanzte auf Straßen und eben Blägen ungezähster Musitop le=z4C Just Jatisielsft: Basteshzetagte 84. Weltbild sels mie Br. Auf unserem dichtgedrängte Paare beim Einweihung des Hauses der Deutsch# Kunst und damit zugleich die Eröffnung der Großen Deutschen Kunstausstellung übertragen. Darüber hinaus sieht der Reichssender München als Sender der Hauptstadt der Bewegung zumeist gemeinsam mit dem Deutschlandsender die Uebertragung der bedeutsamsten Ereignisse in der Zeit vom bis Sonntag vor, dazu eine Reihe von Funkberichten. Das Programm des Reichssenders München wird von den übrigen Reichssendern wechselweise übernommen. London, 15. Juli. Der britische Plan für die Fortsetzung der Nichteinmischungspolitik in Spanien wird in der englischen Presse nirgendwo mit besonderer Begeisterung aufgenommen. Auch die der Regierung nahestehenden Blätter erklären, daß der Plan keineswegs ideal sei. Im allgemeinen sehen die Zeitungen im Regierungslager den Plan als durchführbar an, wobei sie aber, ebenso wie es die Regierung tut, voraussetzen, daß die Vorschläge in einem Geiste des Kompromisses angenommen werden. Auch betont man, daß die Möglichkeit zu Veränderungen bestehe. Die Blätter wollen auch wissen, daß die Aufnahme des Plans in den internationalen diplomatischen Kreisen im allgemeinen nicht ungünstig sei. Man rechnet für die nächsten Tage mit einem lebhaften diplomatischen Kampf der verschiedenen Gruppen im Nichteinmischungsausschuß, um Veränderungen in dem Plan herbeizuführen. Von den konserpativen Blättern ist nur der Dailh Expreß“ lehnend. Er meint, der neue Plan sei nicht das Papier wert, auf dem er gedruckt sei; denn er stehe und falle mit der Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien, und die Freiwilligen könnten nicht aus Spanien zurückgezogen werden. Das linksliberale„News Chroniele“ sieht die größte Schwäche des Plans vom internationalen Standpunkt darin, daß er in so starkem Maße von der Zustimmung der beiden Parteien in Spanien abhänge. Völlig ablehnend gegenüber dem Plan verhält sich die Arbeiterpartei. Die Auffassung der Arbeiterpartei ist, wie der„Daily Herald“ darlegt, die, daß General Franco nur ein Rebell gegen die verfassungsmäßig gewählte spanische Regierung sei, und daß es im Widerspruch zum internationalen Recht stehe, wenn er mit den Machthabern von Valencia auf dieselbe Stufe gestellt werde. Gegen diese Auffassung wendet sich die„Times“, indem sie von der„selbstgebildeten Regierung von Valencia“ spricht und weiterhin darlegt, daß es immer allgemeiner Brauch gewesen sei, auch Rebellen oder Aufständischen die Rechte einer kriegführenden Macht zu gewähren, wenn sie in der Lage gewesen seien eine organisierte Regierung zu bilden, und wenn ihr Aufstand die Form eines Krieges angenommen habe. Diese Bedingungen träfen im Fall des Generals Franco unbedingt zu. Die Gewährung von Rechten kriegführender Mächte habe zudem mance erhebliche Vorteile, indem die anerkannten Parteien für den Schaden verantwortlich gemacht würden, den sie britischem oder anderm nicht spanischen Eigentum zufügten, mit Ausnahme natürlich, wenn der Schaden diejenigen treffe, die die Blockadebestimmungen verletzten. Beide Parteien bekämen einen juristischen Status und die gleichzeitige Anwendung der Neutralitätsbestimmungen werde den Handel mit Spanien regulieren. Parts Aos Gu 15 Ju. Der englische Vorschlag wird hier zunächst mit größter Zurückhaltung aufgenommen, Bemerkenswert ist die Ansicht des der Regierung nahestehenden„Petit Seite 2 Nr. 164, Bochumer Anzeiger„ Freitag, 16. Juli 1937 ∆ Parisien“, der schreibt, daß der englische Plan, dem das Lob erteilt werde, daß er äußerst geschickt sei, sehr wohl die Grundlage für eine fruchtbare Aussprache im Nichteinmischungsausschusse bilden könne.= Die französische Regierung müsse jedoch in London noch Aufklärungen über ein paar entscheidende Punkte verlangen. Die morgige Sitzung in London werde daher wohl nur formeller Natur sein, da der französische Botschafter in London nicht in der Lage sei, zu dem englischen Vorschlag Stellung zu nehmen, wenn die gewünschte Aufklärung nicht rechtzeitig in Paris eingetroffen sei. Der „Matin“ meint, daß der englische Plan von sämtlichen Thesen inspiriert sei, die sich bis heute gegenübergestanden hätten. Man könne daraus schließen, daß er kein Land ganz zufriedenstellen werde. Das„Journal" bezeichnet es als selbstverständlich, daß der Eindruck über das britische Dokument am Quai'Orsay der sei, weitgehende Zurückhaltung zu üben. Das Dokument erfordere in einem seiner wesentlichsten Punkte die prinzipielle Zuerkennung der Rechte einer kriegführenden Macht an beide Parteien. Dieser Punkt aber dürfte für eine Regierung schwierig sein, die bisher lediglich die Valencia=Bolschewisten habe anerkennen wollen. Das britische Dokument enthalte jedenfalls eine Reihe von Punkten, die der näheren Aufklärung bedürften, und wie alle Lösungen, die die ganze Welt zufriedenstellen sollen, beginne der britische Vorschlag offensichtlich damit, allenthalben Unzufriedenheit zu erwecken. Als einziges Blatt begrüßt der„Figaro“ die britischen Vorschläge restlos. Die„Ordre“ meint, von französischer Seite erachte man die britische Note weniger als abgeschlossenen Plan, sondern eher als einen letzten Versuch, vor der Weltöffentlichkeit das spanische Problem von Grund aus zu erörtern. England habe, mit einem Vergleich beauftragt, allen Ansichten Rechnung tragen müssen, und infolgedessen schienen auf den ersten Blick nicht alle Punkte des britischen Dokuments mit der französischen These in Einklang zu stehen. Für Frankreich stelle besonders die Zuerkennung des Rechtes eines kriegführenden Staates an Franco eine heikle Angelegenheit dar. Auf jeden Fall erfordere das Dokument französischerseits eine eingehende Prüfung. Versorgung der polizeiwachtmeister Anstellung auf Lebenszeit Couintenruaß ees Fühherer Die Zuständigkeit bei Ernennungen und Versetzungen in den Ruhestand Berlin, 15. Juli. In der Zeitschrift der„Akademie für Deutsches Recht" beschäftigt sich Oberstleutnant Dr. Wolfstieg mit der Versorgungsfrage der Polizeibeamten. Diese Versorgung muß bei einem Alter zwischen 30 und 35 Jahren sichergestellt sein, denn im allgemeinen haben die Wachtmeister bis dahin eine Familie gegründet und sind für die Umschulung auf einen anderen Beruf nicht mehr geeignet. In Zukunft sollen die Wachtmeister der Schutzpolizei und der Gendarmerie in unkündbare Stellen der Polizei übernommen werden, so daß auf diese Weise ein Ausscheiden von kündbaren Wachtmeistern nach 12jähriger Dienstzeit vermieden wird. Sie werden zunächst als Beamte auf Widerruf ihre Anstellung finden und bei Erfüllung der vorgeschriebenen Bedingungen nach einer 12jährigen Dienstzeit im Polizeidienst des Reiches oder der Gemeinden auf Lebenszeit Anstellung finden. Wawel=Konflikt beigelegt anb Warschau, 15. Juli. Der Konflikt zwischen der polnischen Regierung und dem Krakauer Erzbischof ist durch Vermittlung des polnischen Außenministers, der den Staatspräsidenten in seinem Sommeraufenthalt in Jurata aufsuchte, beigelegt worden. Wie amtlich verlautet, hat sich der Krakauer Erzbischof in einem erneuten Schreiben an den Staatspräsidenten entschuldigt. Er habe nicht beabsichtigt, in irgendeiner Weise den Staatspräsidenten zu verletzen. Als Bischof und Staatsbürger fühle er sich verpflichtet, dem Staatspräsidenten gegenüber die ihm gebührende und unveränderliche Ergebenheit zu erklären und zu versichern. Zum Schluß heißt es in der amtlichen Verlautbarung, daß der Staatspräsident unter diesen Bedingungen die Erklärung des Erzbischofs annehme. Angesichts dieser Tatsache betrachtet die Regierung die ganze Angelegenheit als erledigt. Reichskriegsminister von Blomberg in Flensburg. Dienstag abend traf Reichskriegsminister von Blomberg mit dem Segelschulschiff„Horst Wessel“ in Flensburg ein. Am Mittwoch besichtigte der Reichskriegsminister die Marineschule Flensburg=Mürwick. Hier wohnte er dem theoretischen und praktischen Dienst der Fähnrichsausbildung bei, um anschließend vor dem Offizierkorps das Standortes zu sprechen. Am Nachmittag trat der Reichskriegsminister, in dessen Begleitung sich der Kommandierende Admiral der Ostsee, Admiral Albrecht, und der Inspekteur des Bildungswesens Admiral Saalwächter befanden, die Rückreise nach Berlin an. Berlin, 15. Juli. Im Reichsgesetzblatt wird ein vom Reichsinnenminister Dr. Frick mitunterzeichneter„Erlaß des Führers und Reichskanzlers über die Ernennung der Beamten und die Beendigung des Beamtenverhältnisses" veröffentlicht, in dem es u. a. heißt: Auf Grund des deutschen Beamtengesetzes vom 26. 1. 1937 bestimme ich unter Aufhebung meiner Erlasse über die Ernennung und Entlassung der Reichsund Landesbeamten vom 1. 2. 1935 und über die Beteiligung des Stellvertreters des Führers bei der Ernennung von Beamten folgendes: Ich behalte mir vor, die Beamten in Planstellen der Reichsbesoldungsgruppen A 2, c 2 und aufwärts oder der entsprechenden Länderbesoldungsgruppen zu ernennen und in den Ruhestand zu versetzen, wenn nicht durch besondere Vorschriften etwas anderes bestimmt wird. Diese Beamten werden durch mich entlassen, jedoch nur, soweit sie jederzeit in den Wartestand versetzt werden können. Beamten, die ich in den Wartestand versetzt habe, kann für den Fall, daß es einer förmlichen Ernennung durch mich nicht bedarf nur mit meiner Zustimmung im Staatsdienst eine Planstelle wieder übergeben werden. Ich behalte mir vor, von den Wartestandsbeamten Staatssekretäre, Botschafter, Ministerialdirektoren, Gesandte erster Klasse und Oberreichsanwälte in den Ruhestand zu versetzen. Die Vorschläge werden von den zuständigen Reichsministern, für Preußen vom Ministerpräsidenten, eingereicht. Vor der Einreichung der Vorschläge auf Ernennung von Beamten und deren Einweisung ist, soweit es sich nicht um Beamte der Wehrmacht handelt, der Stellvertreter des Führers zu hören. Ich übertrage die Ausübung des mir zustehenden Rechtes zur Ernennung und Versetzung in den Ruhestand und zur Entlassung der übrigen Beamten, soweit ich einen Vorbehalt nicht ausgesprochen habe, den Reichsministern, für Preußen dem Ministerpräsidenten die ihre Befugnis mit Zustimmung des Reichsministers des Innern und des Reichsministers der Finanzen weiter übertragen können. Für besondere Fälle behalte ich mir das Recht der persönlichen Entscheidung auch bezüglich dieser Beamten vor. Die zur Durchführung dieses Erlasses erforderlichen Vorschriften erlassen die Reichsminister des Innern und der Finanzen. Zu den hierzu in der gleichen Ausgabe des Reichsgesetzblattes erschienenen Durchführungsvorschriften werden die neuen Muster der Ernennungs= und Entlassungsurkunden gegeben Die Ernennung und Entlassung von Beamten, die bisher im Namen des Reiches bzw. des betreffenden Landes erfolgten, werden künftig „im Namen des deutschen Volkes“ vorgenommen. Ainsrurscht? Ein polnisches Blatt zum Ablauf des Oberschlesien=Abkommens Berlin, 15. Juli. Von unserer Berliner Schriftleitung. Die durch Erlöschen des Oberschlesien=Abkommens in der Minderheitenschutzfrage entstandene Lücke soll durch weitere Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen geklärt werden. In den seit Monaten gepflogenen Besprechungen ließ sich bis zum Stichtag am 15. Juli ein Uebereinkommen nicht finden. Dasselbe gilt für die Frage der beiderseitigen Optanten, die wir bereits gestern behandelten. In Polnisch=Oberschlesien befinden sich zur Zeit noch 1500 deutsche Optanten, auf der deutschen Seite rund 700 polnische Optanten. Mit Ablauf des Abkommens wird selbstverständlich auch die rechtliche Stellung dieser Optanten akut. Während die polnische Agrarreform auf Polnisch=Oberschlesien bisher nicht angewandt wurde, hat der polnische Staat jetzt das Recht zu ihrer Durchführung. Deutschland vertritt hierbei den Standpunkt, daß bei einer kommenden Enteignung der volle Wert des Eigentums ausgezahlt werden muß, wogegen sich Polen seine in den Agrarreformgesetzen vorgesehenen Maßnahmen der Abschätzung und der Teilauszahlung der enteigneten Werte vorbehält. Im Geiste des Januar=Abkommens von 1934 darf man auch hier eine schiedliche Regelung in offener Aussprache erwarten. Während das Ende des Oberschlesien=Abkommens in der deutschen Presse mit Zurückhaltung und im Geiste der Verständigung behandelt wurde, lassen einzelne polnische Blätter diese Zurückhaltung vermissen. So gibt zum Beispiel der„Illustrierte Krakauer Kurier“ eine umfassende Schilderung der Polenaufstände in Oberschlesien, während die„Gazeta Polska“, Statistiken über die Entdeutschung bringt, die geradezu Bände sprechen. So wird hier festgestellt, daß der deutsche Anteil an dem im Abstimmungsgebiet investierten Kapital von 100 auf 40 Prozent zurückgegangen ist, daß die Zahl der in der Industrie tätigen polnischen Angestellten von 0 auf 70 Prozent erhöht worden ist, daß das Handwerk heute von 56 Prozent Polen und der Handel sogar von 69 Prozent Polen geleitet und ausgeübt wird. In der staatlichen Verwaltung seien jetzt 30 000 Polen in Oberschlesien tätig. Soweit die Statistik des polnischen Blattes, das selbstverständlich verschweigt, wie groß der deutsche Anteil an Wirtschaft und Kultur bis zum Tage der Abstimmung und auch noch später gewesen ist. Die deutsche Oeffentlichkeit sieht jedenfalls in derart selbstzufriedenen Darstellungen der polnischen Presse nicht das geeignete Mittel, um die beiden Grenzbevölkerungen sich näher zu bringen und den Geist vergessen zu machen, der die oberschlesische Abstimmung und jene das In Berchtesgaden errichtet: Neuer Viensigebauer der Reiherunztel dnb Berlin, 15. Juli. Da während des Aufenthalts des Führers und Reichskanzlers auf dem Obersalzberg die Aufgaben der Reichskanzlei zum Teil sogleich in Berchtesgaden erledigt werden müssen, wurde auf Anweisung des Führers in Berchtesgaden ein neues Dienstgebäude für die Reichskanzlei errichtet. Der Bau ist nun vollendet. Die Innendekoration ist so weit fertiggestellt, daß der Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei, Dr. Lammers, mit den erforderlichen Mitarbeitern in diesen Tagen in das. neue Gebäude einziehen konnte und dort den Dienstbetrieb für die Zeit des Aufenthaltes des Führers in Berchtesgaden ausgenommen hat. Der Neubau der Reichskanzlei wurde im September 1936 begonnen, und schon am 18. Januar dieses Jahres konnte in Anwesenheit des Führers das Richtfest begangen werden. Das neue Dienstgebäude der Reichskanzlei ist ein beredtes Zeugnis nationalsozialistischen Bauwillens. Sein Schöpfer, Architekt Alois Degano in Gmund am Tegernsee, hat es verstanden, klare Schlichtheit mit gediegener Würde zu vereinen. Der Neubau fügt sich vortrefflich in die Gebirgslandschaft ein. Er liegt darin mit jener ruhigen Selbstverständlichkeit, als stände das Haus schon immer an seinem Platz und sei aus dieser eindrucksvollen Landschaft herausgewachsen. Das Bauwerk besteht aus einem nach Süden gerichteten Hauptgebäude, einem Verbindungsbau und einem Nebengebäude, das die benötigten Wohnräume enthält. Unter Betonung bester handwerklicher Arbeit wurden ausschließlich bodenständige Baustoffe verwendet, zum Beispiel Königsseer Marmor in der Eingangshalle und deutsche Hölzer wie Lärche, Fichte und Eiche bei der Innenausstattung. So entstand ein Gebäude, das ein Schmuckstück im schönen Berchtesgadener Land darstellt. Die Arbeit in diesem Gebäude, die nach den Worten des Führers beim Richtfest dem Nutzen des deutschen Volkes dient, hat begonnen. Reichsgerichtspräsident a. D. Dr. Simons 4 dnb Potsdam, 15. Juli. Im Alter von 75 Jahren starb Mittwoch nachmittag in seiner Wohnung in Nowawes Reichsgerichtspräsident a. D. Dr. Simons. Dr. Simons wurde am 24. September 1861 in Elberfeld geboren. Nach vollendetem Studium trat er zunächst in den Justizdienst und 1911 als Justitiar in das Auswärtige Amt. In dieser Eigenschaft nahm er an internationalen Konferenzen teil. Im Dezember 1918 zum Ministerialdirektor im Auswätrigen Amt ernannt, wurde er mit der Vorbereitung der Friedensverhandlungen betraut. In Versailles war er Generalkommissar der deutschen Friedensdelegation. Am 21. Juli 1919 erbat er seinen Abschied wegen der schmachvollen Unterzeichnung des Diktats. Im August 1919 übernahm er die Leitung des Reichsverbandes der deutschen Industrie, bis er im Juli 1920 als Reichsaußenminister wieder Gelegenheit fand, das Reich auf den Konferenzen in Spa und London zu vertreten. Das Ergebnis der Londoner Konferenz hielt er für unannehmbar und trat zurück. Im Januar 1922 war Simons Mitglied der deutschen Delegation für die Verhandlungen in Oberschlesien. Im Juli 1922 wurde er zum Präsidenten des Reichsgerichts ernannt. Dieses höchste Richteramt hatte er bis November 1928 inne: dann legte er es aus Protest gegen eine Brüskierung durch die damalige Systemregierung nieder. Durch sein Amt wurde er von März bis Mai 1925 dazu berufen, Stellvertreter des Reichspräsidenten zu sein. Nach dem April 1929, bis zu welchem Zeitpunkt er noch die Geschäfte des Reichsgerichtspräsidenten geführt hat, war er als Professor in Leipzig tätig. Er war Präsident des EvangelischSozialen Kongresses. An seinem 70. Geburtstage verlieh ihm der Reichspräsident den Adlerschild des Deutschen Reiches. Grenzland erschütternden polnischen Aufstände seinerzeit hervorrief. Juden klatschen Bosel Beifall Der Richter des jüdischen Schiebers läßt die Tribünen räumen dnb Wien, 15. Juli. Im Strafverfahren gegen den jüdischen Finanz= schieber Bosel stellte der Staatsanwalt vor seinem Strafantrag fest, daß seiner Ansicht nach der Angeklagte des Meineides schuldig sei, der nach dem österreichischen Strafgesetz als Betrug gewertet wird. Der Staatsanwalt verlangte demnach eine Strafe von fünf bis zehn Jahren. Nach der Rede des Verteidigers Bosels, der in seinen Ausführungen den Schieber und Kriegsgewinnler am Schluß sogar als einen„Wohltäter des Vaterlandes“ hinzustellen suchte, brach das hauptsächlich aus Juden zusammengesetzte Auditorium in Bravorufe und Beifallsklatschen aus. Der Vorsitzende ließ daraufhin durch Justizbeamte den Saal räumen. Geheimrat Bosch zum Präsidenten der Kaiser=Wilhelm=Gesellschaft ernannt. Reichsminister Rüst hat auf Vorschlag des neuen Senats der Kaiser=Wilhelm=Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften Geheimrat Bosch zu deren Präsidenten ernannt. Professor Bosch ist der bekannte Erfinder der Stickstoffverbindungen aus der Luft, die Deutschland die völlige Unabhängigkeit auf dem Gebiete der Düngemittel und Sprengstoffe einbrachten. Zum ersten Vizepräsidenten der KaiserWilhelm=Gesellschaft wurde Staatsminister Dr. Wacker, der Chef des Amtes Wissenschaft im Reichserziehungsministerium, berufen. preußische Akademie der Künste Umgestaltung und Verjüngung dnb Berlin, 15. Juli. Auf Vorschlag des Reichs= und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung als Kurator der Preußischen Akademie der Künste in Berlin hat Ministerpräsident Generaloberst Göring die Satzung der Preußischen Akademie der Künste mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Der Ministerpräsident beauftragte Reichsminister Rust, eine neue, nationalsozialistischen Grundsätzen entsprechende Satzung auszuarbeiten und sofortige Maßnahmen zur Umgestaltung und Verjüngung der Akademie zu treffen. Weiter übernahm Ministerpräsident Generaloberst Göring das Amt eines Protektors der Akademie. Zugleich hat Reichsminister Rust zunächst folgende Künstler als ordentliche Mitglieder in die Preußische Akademie der Künste ausgenommen: a) Architekten: Prof. Brinkmann, Bremen, Fick, München, die Professoren Gall, München, Giesler, Sonthofen, Klotz, Köln, March, Berlin, Sagebiel. Berlin, Dr. Schumacher, Hambura, Speer. Berlin, und Robert Tischler, München. b) Bildhauer: Prof. Breker, Berlin, Philipp Harth, Berlin, Prof. Richard Klein, München, Prof. Knecht, München, Gerhard Marcks, Berlin, Prof. Scheibe, Berlin, Schmid=Ehmen, München, Prof. Thorack, München, Prof. Waldschmidt, Stuttgart. c) Maler: Prof. Burmann, Berlin, Georg Emig, Berlin, Otto Herbig, Berlin, Kasper, München, Kowalski, Breslau, Prof. Lenk. Berlin, Mahlau, Lübeck, die Professoren Nebel, Kassel, Partikel, Königsberg, Peiner, Kronenbura(Eifel), Preetorius, München, Ferdinand Spiegel, Berlin. d) Kunsthandwerker: Prof. Douglas=Hill, Berlin, Prof. von Eiff. Stuttgart, Prof. Esser, Berlin, Emil Lettre, Berlin, Julius Schramm, Berlin, F. R. Wilm, Berlin, e) Musiker: Prof. Dr. Furtwängler Berlin, Prof. Dr. Knab, Berlin, Heinrich Kaminski. Thiengen, Hermann Reutter, Frankfurt a. M. Ausgeschieden ist bereits der größte Teil von Mitgliedern einer vergangenen Kunstevoche, die einer nationalsozialistischen Neubelebung der Akademie nicht im Wege stehen wollten. Die in der Akademie Verbleibenden werden, um jungem Nachwuchs Platz zu machen, zum Teil in eine inaktive Grupve übergeführt werden. Sträflinge als„Stoßarbeiter“ Moskau, 15. Juli. Die ungewöhnlich große Zahl von Strafgefangenen und Zwangsarbeitern, die vermutlich beim Bau des Wolga=Moskwa=Kanals eingesetzt worden sind, geht aus einer in Moskau veröffentlichten Mitteilung hervor. Danach wurde eine große Reihe von„Begnadigungen“ für die Sträflinge ausgesprochen, die sich während der 4½jährigen Bauzeit durch besondere„Stoßarbeit“ ausgezeichnet haben. Der Bekanntmachung zufolge handelt es sich um 55 000(!) Mann. Die Gesamtzahl der am Kanalbau tätig gewesenen Sträflinge muß demgemäß noch beträchtlich größer sein. Neuer belgischer Justizminister. Nach einer Meldung aus Brüssel hat sich der liberale wallonische Abgeordnete Maistriau, Bürgermeister der Stadt Mons, bereit erklärt, in das Kabinett van Zeeland als Justizminister einzutreten. Mit seiner Ernennung sind die Forderungen der liberalen Partei erfüllt worden, die darauf bestanden hat, daß der Justizminister mit einem Wallonen und einem Parlamentarier besetzt würde. Verhandlungen in Nordchina. Nach den neuesten aus Nordchina vorliegenden Nachrichten sind die Kämpfe um Peiping ganz eingestellt worden. Während die Truppenzusammenziehungen auf beiden Seiten andauern wird zwischen den örtlichen chinesischen und japanischen amtlichen Stellen verhandelt, um den ganzen Konflikt auf friedlichem Wege beizulegen. Explosion in einer amerikanischen Kohlengrube. In einer Kohlengrube nahe der Stadt Sullivan im Staate Indiana entstand eine Explosion. Nach den bisherigen Meldungen wurden vier Arbeiter getötet. 25 sind noch von der Außenwelt abgeschnitten. .*.„mit und in brüberlchem Eindernehinen Angarns Verhältnis zur deutschen Minderheit— Erfreuliche Erklärungen des ungarischen Innenministers dnb Budapest, 15. Juli. Der ungarische Minister des Innern von Szell gab einem Vertreter des Ungarischen TelegraphenKorrespondenzbüros eine längere Erklärung zur Minderheitenfrage ab. in der er zunächst die auf streng völkerrechtlicher Grundlage beruhende loyale Stellung des offiziellen Ungarns gegenüber den in Ungarn lebenden Millionen Seelen betragenden Minderheiten unterstrich und betonte, daß er diese Erklärung im Einvernehmen mit den zuständigen Ministern abgebe.„Unter den in Ungarn lebenden Staatsangehörigen nichtungarischer Sprache", so heißt es dann in der Erklärung,„steht an erster Stelle, als die zahlenmäßig größte, die ungarländische deutsche Minderheit, die ihre unverbrüchliche Verbundenheit nicht nur mit dem ungarischen Staat, sondern auch mit der ungarischen Nation, wie stets in der Vergangenheit, so gewiß auch in der Zukunft bewahren wird. Unsere deutschen Landsleute sind als herbeigerufene Siedler nach Ungarn gekommen zur Auffüllung der damals gelichteten Reihen des Ungartums das in der Verteidigung Europas, im Kampf gegen den das Christentum bestürmenden Islam große Verluste erlitten hat. Diese deutschen Siedler lebten mit uns stets in bürderlichem Einvernehmen. Sie sind Deutsche geblieben dort, wo sie in Massen lebten. In der unmittelbaren Nähe der ungarischen Hauptstadt aibt es noch heute deutschsprachige Gemeinden. Diese konnten zwei Jahrhunderte hindurch unbehelligt leben und sich in ihrer deutschen Kultur entwickeln. Wenn diese nicht so gewesen wäre, gäbe es heute keine deutschen Minderheiten mehr in Ungarn. Der allgemeine Leitsatz unserer Minderheitenpolitik ist, daß Ungarn seine deutsch= oder anderssprachigen Staatsangehörigen wenigstens so gut behandeln will, wie dies ungarischerseits von jenen Staaten erwartet wird, auf deren Gebiet Minderheiten ungarischer Muttersprache leben. Unsere einschlägigen Rechtsbestimmungen stehen mit dieser Zielsetzung in vollkommenem Einklang. Hieraus ergibt sich, daß Ungarn keine neuerlichen grundlegenden Verfügungen auf dem Gebiet des Minderheitswesens zu treffen hat. Es ist nur notwendig, daß die bisher erlassenen Bestimmungen im praktischen Leben restlos verwirklicht werden, und dies ist auch der vorbehaltlose, feste Vorsatz der ungarischen Regierung. Falls diesen Absichten der Regierung entgegengesetzte unverantwortliche Bestrebungen auftauchen sollten, ist die Regierung entschlossen, von ihrer Autorität in jedem Falle Gebrauch zu machen, wenn die Durchführung der grundlegenden Leitsätze des Staates in der Minderheitsfrage gefährdet erscheint.“ Deutschland befriedigt Eine Erklärung des Stellvertreters des Führers. dnb Berlin, 16. Juli. Zu den Ausführungen des ungarischen Innenministers über Ungarns Einstellung zu der Minderheitenfrage gab der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heb. folgende Erklärung ab:„Die Erklärungen. die der ungarische Innenminister von Szell in der ungarischen Presse über den Standpunkt seiner Regierung in der Volksgruppenfrage abgegeben hat, sind in der deutschen Oeffentlichkeit mit Befriedigung aufgenommen worden. Wenn er sich zu dem Wunsch bekennt, daß die ungarischen Volksgruppen, die inmitten fremder Staaten leben,„im Besitze ihrer vollkommenen politischen Freiheit ihre geistige und wirtschaftliche Kultur entwickeln und somit weiterhin bestehen können", so deckt sich diese gerechte Forderung durchaus mit unserer Auffassung hinsichtlich der deutschen Volksgruppe in Ungarn. Eine große Beruhigung enthalten für uns die Worte Herrn von Szells, mit denen er den festen Vorsatz der ungarischen Regierung ankündigte, hinsichtlich der deutschen Volksgruppe„die bisher erlassenen Bestimmungen im praktischen Leben restlos zu verwirklichen". Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, die die freie geistige Entfaltung des deutschen Volkstums in Ungarn gewährleisten sollen. Wenn Herr von Szell darauf hinweist, daß er seine Erklärung im Einvernehmen mit den zuständigen Ministern abgegeben hat, und daß die ungarische Regierung entschlossen ist, von ihrer Autorität in jedem Falle Gebauch zu machen, wenn die Durchführung der grundlegenden Leitsätze des Staates in der Minderheitsfrage gefährdet erscheint, so stellen wir dies mit aufrichtiger Genugtuung fest. Wir können daher auch das Vertrauen haben, daß die deutsche Volksgruppe in Ungarn neben der politischen Freiheit und wirtschaftlichen Gleichstellung auch die Möglichkeit zu einer ungehemmten kulturellen Entwicklung haben wird. Angesichts der Jahrhunderte alten Freundschaft zwischen dem deutschen und ungarischen Volk ist es— das möchte ich ausdrücklich erklären— unser Wunsch und unsere Haffnung, daß die ungarländische deutsche Volksgruppe wie bisher so auch in Zukunft in Treue dem ungarischen Staat dienen und dadurch auch weiterhin eine Brücke zwischen beiden Völkern darstellen wird.“ Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Fritz Schmidt. Verantwortlicher Schriftleiter: Politik: Rudolf Foest (in Urlaub), t..: Fritz Schmidt, Bochumer Teil: Hans Schulte, Wirtschaft und Bilder: Fritz Schmidt, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Sport und Provinz: Hans Hornberg. Nachbargebiet und Stadtteile: Paul Borke. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt. Berlin=Karlsdorst, Heiligenberger Straße 25, Ruf 500 340. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer mittwochs und samstags, von 16—17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Verlag und Druck: Laupenmühlen mp; Dierichs. Bochum, Rathausplatz 8 Ruf 675 51—54. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Kurt Scholz. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe. BerlinCharlottenburg, Ublandstraße 194. Ruf 316 813. Durchschnittsauflage Juni 37 über 28.000. Zur Zeit ist Anzeigen=Preisliste Nr. 9 gültig. Nachlaßstaffel B. Seite 3 Nr. 164 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 16. Juli 1937 Der platz an der Sonne Wenn die Sowbulen... Bochum in Freuden der Einquartierung Dieses Bild ist zwar nicht ungewöhnlich, weil, schon laut Sprichwort, unversöhnlich seit alters her sind Hund und Katze mit Kläffen, Beißen und Gekratze! Und trotzdem, wenn ich mit Vergnügen das Kätzchen seh' da oben liegen und Flock und Waldi sich bemühen, sie aus der Sonne wegzuziehen, eröffnet sich zum Schluß darin mir deutlich ein gewisser Sinn: Wenn du einmal, so wie das Kätzchen, dir grad' ein schönes Sonnenplätzchen zu deinem Glücke hast erobert, hat's schnell ein andrer ausbaldowert, der dir es neidet und in Flucht daraus dich zu verjagen sucht. Mach's dann, mein Freund, wie jene Kleine, streck' wohlig von dir deine Beine, laß dich von Kläffern nicht beirren und so in deiner Wahl verwirren. Denk lieber und auf jeden Fall: „Das Volk der Neider kann mich mal im Sonnenscheine liegen sehen!"— dann werden sie schon weitergehen! Flax Heute abend Ratshofkonzert. Heute, 21 Uhr, findet bei günstiger Witterung im Ratshof ein Konzert mit folgendem Programm statt: 1. Florentiner Marsch(I. Fucik), 2. Ouvertüre zur Oper„Der Freischütz“(C. M. von Weber), 3.„Fröhliche Jugend", Walzer(A. Krause), 4. Ballettmusik aus„Coppelia"(L. Delibes), 5. Marsch mit der Nationalhymne(E. Golde). Leitung: Konzertmeister Curt Hofmann. „.. durch die Stadt marschieren" Wie alt ist das Lied, möchte man fragen.— So alt wie die Soldaten selbst, möchte man antworten. Jeder Mann, jedes Mädel, jede Stadt hören das Lied gern, weil alle die Soldaten gern sehen. Bochum gehört seit Donnerstag zu den Städten, die Soldaten in ihre gastlichen Mauern aufnehmen können. Das heißt, ganz stimmt das Lied nicht. Die Soldaten marschierten nicht, sie fuhren, und die Mädel konnten nur den rasch entschwindenden Wagen nachsehen. Wenn schon einer der graugrüngelbbraunen Wagen durch die Stadt fährt, wenden sich für einen Augenblick alle Köpfe. Diesmal waren es nicht zwei, auch nicht fünf, nein, eine Vielzahl. Und auf ihnen saßen die braungebrannten Soldaten, und sie schauten sich„ihre“ Stadt, den Ort ihrer Einquartierung an. Hoch aufgeschichtet lagen Strohballen auf den Wagen; die Soldaten schlafen auf ihnen gut. In den Vororten, vor allem im nördlichen Bochum, laufen die Jungen. So einen aufregenden Tag wie Donnerstag hatten sie selten.„Mensch, Kerl, da unten sind se! Sie'ße'se? Oh!“ Vor den Gaststätten und Schulen halten die heranspritzenden Wagen. Große Mannschaftswagen. Kleine flinke„Schlitten". Jungen sehen achtungsvoll zu, wie die jungen, straffen Soldaten abspringen. In den Sälen der Gaststallen und Hallen der Schulen erfüllen die Strohballen ihren Zweck Sauber gefaltet liegen daneben die Die Offiziere haben„Wegtreten" befohlen. Die Gaststuben füllen sich. Die„Kranführer" am Schenktisch lachen und schenken ein. Die Wirtin lacht und die Stark von Bochum beeindruckt Die ungarischen Studenten abgereist Mädel in der Gaststätte ganz besonders. Zwischendurch klappen irgendwo die Hacken. Der„Spieß“ gibt Befehle.„Schneidige Kerls, wat?“ sagen die Männer, die von der Schicht kommen. Die schon gedient haben, nicken verständnisvoll, die anderen, Jungen, schauen erwartungsvoll drein und rechnen nach, wie lange es mit ihnen noch dauert, bis... Vor einem Hause hängt eine kleine schwarze Tafel, auf der das Wort„Leitungsstab" steht. Ein Posten steht davor Wache,„stahlbehelmt", das Gewehr auf der linken Schulter. Um ihn die Jungen. In kurzen Zeitabständen jagen die Kraftwagen heran und wieder davon. Steigen Offiziere aus und ein, dann knacken die Absätze des Postens, und die Haltung wird straff. Wenn die Kraftwagen kommen, warten die Jungen immer gespannt auf das Absatzknacken... Auch die Mädel, die es eilig haben, können nicht umhin, ein wenig langsamer zu gehen und den Posten und die Soldaten, die hineingehen und herauskommen, ein wenig zu beschauen. Und es wird auch zurückgeschaut...! Auf einem Schulhof parkt eine große Anzahl Kraftwagen. Müssen die Jungen nicht hineinklettern und nachschauen, wie so ein Ding eigentlich richtig ausschaut? Wenn's zu toll wird, kommt der Posten, und ein kräftiges Soldatenwort schafft Ruhe. Aber nicht lange. Dafür sind die Jungen zu neugierig, und dafür kennen sie die Soldaten zu gut.„Kann ich ma dein Käppi aufsetzen?"„Wie schwer is dein Stahlhelm? „Mensch, Karl, wat meinze, wat die Knarren ballern!“ 1 Wie lange ist es her, daß Bochum Einquartierung hatte? Was liegt nicht alles dazwischen...? Und doch, es ist, als sei es nie anders gewesen! tp. Uebel 20000 Bacher und Hesie gestohlen Schwerer Einbruch in einem Tagerkeller in Bochum In der letzten Zeit brachen Diebe in einen Lagerkeller an der Hattinger Straße 14 in Bochum ein und entwendeten Bücher, Musikalien, Schultafeln und alte Rechnungsordner. Bei den Büchern handelt es sich um selbstverfaßte platt= und hochdeutsche Bücher und etwa 20 000 Liederhefte. Letztere sind in der deutsch=polnischen Mundart geschrieben und mit„Was singt Kamerad“ betitelt. Angaben zu diesem Diebstahl erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer Nr. 243. Gnädig vorübergegangen. Die schwarzen Gewitterwolken, die am Donnerstag abend zwischen 18 und 19 Uhr urplötzlich den Himmel verfinsterten, hielten erfreulicherweise nicht das, was sie mit ihrem men anzudrohen schienen. Es wurde ein ganz harmloses Sommergewitterchen als Folge der unerwartet wieder starken Wärme. Und wenn auch Blätter im Sturmwind flogen und dicke Regentropfen klatschten, es dauerte nur kurze Zeit, bis der doch noch schöne Sommerabend zum Feierabendspazierganz ins Freie lockte. Mit leichten Schürfwunden davongekommen— Zusammenstoß Motorrad— Fahrrad. Am 14 Juli, gegen 21.30 Uhr, erfolgte auf der Kohlenstraße vor dem Toreingang der Rombacher Hütte ein Zusammenstoß zwischen einem Motorrad und einem Radfahrer. Beide Fahrer erlitten leichte Hautabschürfungen. Sie konnten ihren Weg fortsetzen. Die Fahrzeuge wurden leicht beschädigt. Von 10000 auf 280000 284000 Mitglieder der NSV. im Gau Westfalen=Süd Die Entwicklung des Mitgliederstandes in den letzten drei Jahren im Gau Westfalen=Süd ergibt folgendes Bild: Dezember 1984 geinher 1935 Dezember 1936 Mai 1937 10 401 Mitglieder 185 419 253 862 284 984 Der Gau Westfalen=Süd steht in der Reichsstatistik von 32 Gauen an 14. Stelle. Erfaßt sind 10,93 Prozent der Einwohner des Gaues Westfalen=Süd. Die ungarischen Studenten, die sich, wie bereits gemeldet, auf einer Studienfahrt durch Deutschland befinden, benutzten den Donnerstag zur Besichtigung Bochumer Betriebe. Der Vormittag war dem Bochumer Verein gewidmet, der den ausländischen Besuchern ein eindrucksvolles Bild von der Industriestadt Bochum vermittelte. Gegen Mittag schloß sich eine kurze Besichtigung des Rathauses an. Im Parkhaus nahmen die Gäste ihr Essen ein. Auch von den Eindrücken des Nachmittags, der dem Besuch des Bergbaumuseums und des Geologischen Museums galt, sprachen sich die Studienfahrer begeistert aus. Der Abschluß des Tages galt der Besichtigung der Schlegel=Scharpenseel=Brauer Gegen 21 Uhr ging es dann weiter nach Duisbure 6000 Besucher der Ausstellung der Bochumer Ortsgruppe des RSFK. Die von der Ortsgruppe des Nationalsozialistischen Fliegerkorps in der Ausstellungshalle an der Bessemerstraße veranstaltete Werbeausstellung ist geschlossen. Die Ausstellung ist von 6000 Erwachsenen und Jugendlichen besucht worden: Allen Förderern der Ausstellung gebührt herzlicher Dank für ihre Mitarbeit im Dienste der deutschen Luftfahrt. Radfahrer schwer verletzt Mit einem Auto zusammengestoßen Am 14. Juli, gegen 11.45 Uhr, erfolgte auf der Cäcilienstraße, Ecke Overhoffstraße, zwischen einem Personenkraftwagen und einem Radfahrer ein Zusammenstoß. Der Radfahrer erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und Schnittwunden im Gesicht. Er wurde in das Josefshospital eingeliefert. Beide Fahrzeuge sird leicht beschädigt worden. Das Gestänge brach Lastkraftwagen=Anhänger riß sich los— Zum Glück nur Sachschaden Am 14. Juli, gegen 17 Uhr, befuhr ein Lastkraftwagen mit zwei Anhängern die Herner Straße. Vor dem Hause Nr. 120 brach das Gestänge zwischen dem ersten und zweiten Anhänger. Nachdem sich der Anhänger gelöst hatte riß er vor den Häusern Herner Straße 134 und 136 zwei Bäume um und kam etwa 20 Meter weiter auf dem Bürgersteig zu stehen. Per sonen wurden nicht verletzt. Fahrraddiebe in der Stadt Gestohlen wurden am 11. Juli an der Ecke Kleiner Spitzberg— Große Beckstraße in Bochum ein Herrenfahrrad Marke„Waffenschmied“ und am 12. Juli an der Hauptpost in Bochum ein Herrenfahrrad Marke „Ideal". Wer kann sachdienliche Angaben machen? Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Zimmer 243. Bei der Kriminalpolizei in Bochum sind sichergestellt zwei Herrenfahrräder Marke„Bussard“, Nr. 541 690, und Marke Goldrad“ Nr. 45 879. Eigentumsberechtigte wollen sich auf Zimmer 243 des Polizeipräsidiums in Bochum, Uhlandstraße 35, melden. 190 Ein Blick in die Geschichte der Steinkuhler Das„neue“ Schulhaus für Steinkuhl, das 1877 an der heutigen Steikuhlstraße erbaut wurde Das am 3. Januar 1903 bezogene Schulhaus an der Markstraße ..-Brüning Im letzten Kriegsjahre 1918 hätte die Steinkuhler Schule, eine der ältesten in Bochum, ihr 150jähriges Bestehen feiern können. Doch es ist zu verstehen, daß in dem Unglücksjahr keine Möglichkeit dazu bestand. Von der Gründung dieser Schule heißt es in einer Urkunde aus dem Jahre 1817 des Pfarrers der evangelisch=lutherischen Gemeinde in Bochum:„Diese Schule ist von der Frau von Ossenbruch, als der jetzigen Besitzerin des Hauses Steinkuhl, fundiert.“ Die Fundationsakten konnten noch nicht aufgefunden werden. Nach der Verfügung der Königlichen Kammer Hamm vom 4. September 1806 ist den Eingesessenen zu Steinkuhl bereits 1768 von der Landesregierung diese Lehranstalt verstattet..„„„„ Die Schule war eine simuttane Neben=, Heck= oder Winkelschule mit vorwiegend evangelischem Charakter. Die Kinder katholischer Konfession besuchten die Schule nur bis zum 10. Jahre und alsdann die katholische Schule in Bochum.(Ein nach unseren heutigen Begriffen recht weiter Schulweg, besonders beim damaligen Zustand der Wege.) Dieses zweite Verhältnis blieb auch bestehen bis zum Jahre 1868, da die katholischen Eingesessenen der Gemeinde Wiemelhausen sich eine eigene Schule und Kapelle bauten. Die Steinkuhler Schule umfaßte zuerst die Ortschaften Steinkuhl und Brenschede und außerdem einige Familien aus den angrenzenden Gemeinden Querenburg, Wiemelhausen und Altenbochum. In Brenschede bestand jedoch eine Nebenschule(Heckschule), die bis ungefähr 1835, trotz mehrfachen Verbotes des Landrats Grafen von der Recke=Volmarstein, weitergeführt Da später— nach 1839— die Schülerzahl auf 130 stieg, wurde die Schule zweiklassig Weil nun wegen Mangel an geeigneten Räumlichkeiten die Erbauung einer zweiten Schule Bedürfnis geworden war, so wurde nach langem Beraten beschlossen, die Schulgemeinde zu trennen und für Steinkuhl sowohl als für Brenschede je eine neue besondere Schule einIn der Natorpschen Urkunde heißt es dann weiter: „Von der Frau von Ossenbruch ist ein Grundstück zum Bauplatz angewiesen. Auch hat sie auf demselben ein kleines Häuschen zur notdürftigen Wohnung eines Lehrers mit einem Schulzimmer erbauen lassen. Das ganze Gebäude ist jetzt(1817) in einem sehr baufälligen Zustand. Das Grundstück nebst Häuschen und einem Scheffeise Landes“ ging dann durch Kauf in den Besitz des Bergmanns Buschmann zu Steinkuhl über. Als im Jahre 1837 die Schule etwa 80 Kinder zählte und die Räumlichkeiten der damaligen alten Schule nur als notdürftige Wohnung des Lehrers hinreichten, so mietete die Schulvertretung zur vorläufigen Aushilfe in dem Nebengebäude des H. Kracht in Steinkuhl ein Zimmer zur Erteilung des Unterrichtes. Zwei Jahre wurde dieser Raum benutzt, und nun wurde die Einrichtung eines neueren Schulgebäudes notwendig. Da damals Steinkuhl und Brenschede zusammen noch eine Schulgemeinde bildeten, den Kindern von Brenschede der Weg nach Steinkuhl aber zu weit war so bestanden die Gemeindeeingesessenen von Brenschede darauf, daß die neue Schule etwa in der Mitte beider Ortschaften zu errichten sei. Das erforderliche Grundstück wurde von dem damaligen Kötter Georg Espei (nachheriger Besitzer Heinrich Berke nach diesem Fr. Dettring, darauf Schankwirt Karl Cramer, weiter der Bergmann Bernhard Brändel, nach des letzteren Tode seine Witwe) für„einhundert Kronthaler oder zweihundert gemeine Thaler“ angekauft. Hier wurde 1839 die neue Schule erbaut. Um die Kosten nicht zu sehr zu erhöhen, und weil der Bau ohne Wissen und Genehmigung der Regierung ausgeführt wurde, so kaufte man eine noch nicht alte Scheune an, die zum Hause Steinkuhl gehörte, wofür 300 Thaler bezahlt wurden, und verwandte deren Holz zur Erbauung. Als später die Schülerzahl auf 130 stieg und die Schule zweiklassig wurde, wurde als weiterer Unterrichtsraum ein größeres Zimmer im Hause des Wirtes Fr. Dettring— heute„Steinkuhler Hof"— gemietet. 1877 erhielt, wie bereits erwähnt, Brenschede seine eigene Schule, und das bisherige Steinkuhler Schulgebäude wurde für 6550,— RM. an den vorhin genannten Wirt Cramer verkauft. Das neue Schulhaus für Steinkuhl wurde in dem letztgenannten Jahr auf einem Grundstück des Wirtes Heinrich Köllermann an der heutigen Steinkuhlstraße erbaut und im Jahre 1892 ein weiteres Schulhaus neben diesem für 18 000 Reichsmark zur Unterbringung einer zweiten Klasse. Da später die Einrichtung einer dritten Klasse erforderlich wurde, das Schulgrundstück aber wegen Bodensenkungen, durch den Bergbau verursacht, keinen sicheren Baugrund mehr aufwies, wurde es samt den beiden darauf stehenden Schulgebäuden an die Besitzer der Zeche„Julius Philipp“ verkauft und ein 28,36 Ar großer Bauplatz an der Markstraße gegenüber der Einmündung der Steinkuhlstraße, von dem Kötter und Schulvorsteher Wilhelm Drilmann für 8000.—, RM. zur Errichtung eines neuen Schulhauses mit vier Klassenzimmern und zwei Lehrerdienstwohnungen käuflich erworben. Am 3. Januar 1903 wurde es bezogen und hat bis zum 23. Dezember 1930 der Steinkuhler Jugend als Unterrichts= und Erziehungsstätte gedient. Mit Beginn des neuen Jahres erfolgte dann die Auflösung dieser alten, an Traditionen reichen Schule unserer Stadt und wies ihre Schüler, deren Zahl immer über 100 betrug, den benachbarten Schulen in Querenburg und Altenbochum zu.„ Seite 4 Nr. 164/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 16. Juli 1937 10 Jahre in Viensie der Schatzenfacht Der Bürgerschützenverein„Blau=Weiß“ Griesenbruch jubiliert Am 25. Juli Festzug und Feier Zu den angesehensten Vereinen im Griesenbruchviertel gehört der Schützenverein„Blau=Weiß". Er besteht jetzt zehn Jahre, aber diese verhältnismäßig kurze Spanne Zeit hat für ihn genügt, um sich„seßhaft" zu machen. Der Gründungstag, der 4. Dezember 1927, fiel in eine unruhige und bewegte Zeit. Die Wogen der politischen Leidenschaften gingen damals recht hoch. Aber es waren echte Bochumer Jungen, die in dem heute noch bestehenden Lokale Lehmbrink an der Nibelungenstraße zusammensaßen und trotz der Ungunst der Zeiten den Enkschluß faßten, die Schutzenfahne in den vaterstädtischen Farben„blauweiß" zu hissen und sie unter oer Parole„Ueb' Aug' und Hand fürs Vaterland“ voranzutragen. Darunter befanden sich Männer im schlohweißen Haar, die aber in ihrem Herzen die Begeisterung der Jugend hatten, wie der 71 Jahre alte„Vater Lehmbrink", so genannt, weil er der geistige Vater des Schützengedankens gewesen ist. Heute ist er 81 Jahre, und immer noch steht er in vorderster Front und ist ein begeisterter Verfechter der Schützensache. Um ihn schart sich die Garde der Gründerjubilare Emil Schmidt, August Zander, Franz Kikulski und Heinrich Lehmbrink jun., von denen jedem einzelnen ein gerütteltes Maß von Würde und Bürde zuteil geworden ist. In den zehn Jahren des Vereinslebens überwogen die Alltage die Sonn= und Feiertage. Aber sie wurden erlebt und von der Arbeit am deutschen Schützengedanken so ausgefüllt und ausgestaltet, daß der Erfolg nicht ausbleiben konnte. Allmählich füllte sich die Mitgliederliste mit Namen. Und nach der Machtübernahme war der Zeitpunkt gekommen, da die„Kompagnie Nibelungen“ ihre volle Kompagniestärke erreichte. Unter der zielbewußten Leitung des Vereinsführers Wilhelm Stuhlmann, der auch heute noch dem Bürgerschützenverein prasidiert, ging die innere und äußere Entwicklung schnell nach oben. Der besonders pfleglich behandelte Schießsport brachte Erfolge„am laufenden Band". Auf den Schießtreffen des Deutschen Schützenverbandes holten sich die Griesenbrucher Schützen die wertvollsten Preise. So gelang es ihnen, um nur ein Beispiel anzuführen, bei dem Kreisverbandsschießen im Jahre 1935, an dem sich insgesamt 25 Schießgruppen beteiligt hatten, den zweiten Ehrenpreis heimzuführen. Es versteht sich von selbst, daß die Griesenbrucher Schützen unter sich die beste Kameradschaft pflegen. Das hat sich mit der Zeit unter den Volksgenossen des Griesenbruchs herumgesprochen, und sie versäumen es nie, zu den alljährlich im Vereinslokal Grothe am Moltkestattfindenden großen Kameradschaftsappellen in stattlicher Zahl zu erscheinen, um im frohen Schützenkreisen echteste und von Herzen kommende Kameradschaft zu erleben. Wenn nun der Bürgerschützenverein„Blau=Weiß". Griesenbruch am Sonntag, 25. Juli die zehnte Wiederkehr seines Gründungstages im festlichen Rahmen begeht, dann ist es sicher, daß die Bevölkerung des Griesenbruchs an dem Festtage ihrer Schützen den herzlichsten Anteil nimmt. Damit rechnet auch die Vereinsführung des Burgerschützenvereins. Sie hat sich entschlossen, die Gründungsfeier schön und volkstümlich zu gestalten. Sie findet im großen Saale des Evangelischen Vereinshauses an der Mühlenstraße statt. Vorher ist ein Festzug durch die Straßen der Stadt, an dem sich zahlreiche Gastvereine beteiligen werden. Ebenso hat die Führung ihr Erscheinen zugesagt. Im Mittelpunkt der Festfeier steht die Ehrung der Gründerjubilare. Preisschießen, Fahnenreigen, humoristische und theatralische Darbietungen bilden die Umrahmung des Festes, das, nach den Vorbereitungen zu urteilen, ein großes Griesenbrucher Volksfest zu werden verspricht. In echter Kameradschaft Betriebsausflug der Hauptverwaltung der Gewerkschaft Ver. Constantin der Große, Bochum. Wie bereits in den vergangenen Jahren veranstaltete die Betriebsführung der Hauptverwaltung mit ihrer Gefolgschaft einen gemeinsamen Betriebsausflug, der diesmal ins Bergische Land führte. Mit Autobussen fuhren die 170 Teilnehmer über Hattingen, Langenberg und Neviges nach Wupvertal=Elberfeld. Nach gemeinsamer Besichtigung des Zoos mit seinen interessanten Tiergruppen und einer kleinen Stärkung im ZooRestaurant, erfolgte gegen 18 Uhr die Weiterfahrt über Hiddinghausen und Haßlinghausen nach Silschede zur Gaststätte„Zum Handweiser". Hier war alles vorbereitet, um allen Teilnehmern einige frohe Stunden zu bereiten. Der Gefolgschaftsführer, Direktor Dr. Verres, erinnerte mit launigen Worten an die gemeinsam verlebten Stunden und wünschte allen noch recht gute Unterhaltung. Bald wurde nach den flotten Weisen der Kavelle das Tanzbein geschwungen. Die zur Laute erfreuten durch gute Darbietungen. Die Kleinen wurden im Garten mit lustigen Spielen und süßen Ueberraschungen erfreut. Gegen 22 Uhr erfolgte die Rückfahrt in die engere Heimat, wo man in fröhlicher Stimmung und mit dem Bewußtsein wieder eintraf, einen herrlichen Taa in der schönen Natur und in echter Werkskameradschaft verlebt zu haben. prüfung der Luftschutzarbeit in der Reviergruppe III des RLB. Griesenbruch Die Reviergruppe III des RLB. läßt in den nächsten Tagen in sämtlichen Häusern durch ehrenamtliche Mitarbeiter Feststellungen machen über den Stand der Luftschutzmaßnahmen im einzelnen Haus. Die Bevölkerung wird gebeten, den Mitarbeitern bereitwilligst die erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Die Hauswarte oder Hauswartstellvertreter sind verpflichtet, den MitGesangabteilung der Hauptverwaltung und ein Sänger arbeitern bei den Feststellungen weitgehendst zu helfen. Gefache um Haracrsledlung dom=Wehrdienst nicht an das Wehrkreiskommando richten! Gewittrig Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr Durch die Verlagerung des Festlandhochs in östlicher Richtung konnte ein Tiefdruckausläufer über Westeuropa wetterbestimmend werden. An seiner Vorderseite herrschte zwar am Berichtstag noch sommerlich warmes Wetter, doch setzte bereits am Nachmittag der erste Rückseitenvorstoß ein und brachte stellenweise heftige Gewitter und Schauer, die mit starken Böen bis zu 20 Meter in der Sekunde verbunden waren. Die eigentliche Rückseitenströmung dürfte uns im Laufe des Nachmittags noch erreichen und uns auch gewittrige Schauer bringen, doch wird später wieder Wetterberuhigung eintreten. Die Aussichten für Freitag: Morgens meist wolkig und stellenweise noch gewittriger Nachregen. Später aufklärend. Aufkommende örtliche Gewitter. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wolkig bis heiter. Oertliche Gewitter. Sommerlich warm. Donnerstag, 13. Juli Barometer 24 Uhr: 163·0 Thermometer 34 Uhr: 4# S ". Zeiten für Sonne und Mond am 16. Juli Gaufg..25, Unterg. 20.46: 3 Aufg. 14.38, Unterg. 23.43 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Immer wieder werden Gesuche um Zurückstellung vom Wehrdienst an das Wehrkreiskommando in Münster gerichtet. Die Gesuchsteller sind dabei offenbar entweder im unklaren über den richtigen Weg, oder sie meinen, auf diese Weise schneller und sicherer zu ihrem Ziele zu kommen. Tatsächlich aber erschweren oder verzögern sie sich selbst die Erreichung des erstrebten Erfolges. Das Wehr kreiskommando ist nämlich für die Entscheidung über Zurückstellungsgesuche unzuständig. Es wird damit überhaupt nicht befaßt, nicht einmal als Beschwerdeinstanz. Es muß also alle bei ihm eingehenden Zurückstellungsgesuche entweder an den Gesuchsteller zurückgehen lassen oder sie— in offenbar wenden. eiligen Fällen— an die zuständige Behörde abgeben. Zuständig für die Entgegennahme von Zurückstellungsgesuchen ist nur die Kreispolizeibehörde (Landrat beziehungsweise in kreisfreien Städten Oberbürgermeister), die für den Ort in Betracht kommt, an dem der Zurückzustellende polizeilich gemeldet ist. Ueber das Zurückstellungsgesuch entscheidet dann nach Erhebung der erforderlichen Unterlagen seitens der Polizei der zuständige Wehr bezirkskommandeur im Einvernehmen mit der Kreispolizeibehörde. Es ist deshalb gänzlich zwecklos, sich in Zurückstellungsangelegenheiten an das Wehrkreiskommando zu Terneue Zahtraretief Schähgegen Zahrradrier staht Die Mechanikrr=Innung Bochum Wattenscheid tagte 70000 Kinder aufs Land Die Kinderlandverschickung im Gau Westfalen=Süd 69 870 Kinder aus dem Gau Westfalen=Süd wurden von der NSV. aufs Land verschickt, um dort in mehrwöchigem Aufenthalt ihre Gesundheit zu stärken. Blasse und schmalbrüstige Großstadtkinder fahren in die Ferien, frische, kräftige und braungebrannte Kinder kehren wieder in die Heimat zurück. Die Erholung soll sie stärken, den jungen Leib stählen und hart machen, auf daß sie dereinst das Leben nicht zu weich finden möge. Die Zahl verteilt sich auf die einzelnen Jahre wie folgt: 1934: 15 735 Kinder, 1935: 24471 Kinder, 1936: 24 884 Kinder, 1937: 4780 Kinder bis Juni 1937. Gefolgschaftsausflug der Firma H. u. M. van de Sand G. m. b. H. Die Gefolgschaft der Firma H. u. M. van de Sand G. m. b. H. unternahm am Dienstag einen Gefolgschaftsausflug mit Frauen. Mit Gesang und Musik fuhr man hinaus ins Sauerland Ziel war das schöne Städtchen Dahlerbrück. Feine Nasen witterten schon von weitem den guten Kaffee, und herrlich gedeckte Tische luden zum Essen und Trinken ein. Von da wurde ein Spaziergang zur Glörtalsperre unternommen, wo Gelegenheit zum Schwimmen und Rudern war. Nach einem kräftigen Schluck Bier ging es zurück nach Dahlerbrück, wo schon ein reichhaltiges Abendessen wartete. Der Gefolgschaftsführer Heinrich van de Sand führte aus, daß wir es nur unserer heutigen Regierung zu verdanken hätten, daß ein solcher Ausflug ermöglicht werden konnte. Begeistert stimmten alle in ein auf den Führer ausgebrachtes„Sieg=Heil" ein. Die Stimmung stieg immer höher. Anschließend wurde getanzt, gesungen. Vorträge gehalten und herzlich gelacht. Große Freude machte es der Belegschaft. ihrem Gefolgschaftsführer zum 60. Geburtstag gratulieren zu können. Nur zu schnell war es Mitternacht und der schöne Tag war zu Ende. Aber noch lange, lange wird jeder gern daran zurückdenken. Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft, 3. Bezirk. Zu der am Sonntag, 18. Juli, um 10 Uhr, auf dem Schießstand Thiemannshof stattfindenden Versammlung ladet hiermit ein. Der Bezirksführer. Stadttheater: 20 Uhr: Jan und die Schwindlerin. Tonhallen=Diele und=Gaststätte: Konzert und Tanz. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Der Betielstudent. Capitol: ab 15.30 Uhr: Martha. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Donaumelodien. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Eine Nacht an der Donau. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Gordian der Tyrann. Lichtspielhaus: Vorübergehend geschlossen. Odeon: ab 15.30 Uhr: Die Liebe des Maharadschah. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Gold nach Singapore. Ufa=Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Wenn Frauen schweigen. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Es geht um mein Leben. Apollo Weitmar: Die Botschaft von Garcia. Capitol Langendreer: Madame Bovary. Capitol Werne: Hilde Petersen postlagernd. Kammerlichtspiele Gerthe: Moral. Lichtburg Langendreer: So weit geht die Liebe nicht. Schauburg Wanne=Eickel: Der geheimnisvolle Mister. Die Mechaniker=Innung Bochum=Wattenscheid hatte ihre Mitglieder zu einer wichtigen Tagung versammelt. Hauptgegenstand der Aussprache bildete die Lage des Mechanikerhandwerks. Nach Aufhebung der Organisationsruhe ist die Eintragung der Nebenbetriebe von Unternehmungen des Handels, der Industrie usw. insoweit möglich geworden, als diese Betriebe im Auftrage Dritter Leistungen vollbringen, die im übrigen dem Handwerk zustehen. Diese Neuregelung, die in der ersten Verordnung zum Aufbau des deutschen Handwerks vorgesehen war, ermöglicht es nun, die Nebenbetriebe der Fahrradhandlungen ebenso in die Handwerksrolle einzutragen und in der Innung zu erfassen wie die Nebenbetriebe der Büromaschinenhandlungen. Der Bezirksinnungsmeister des Mechanikerhandwerks, Blattner, befaßte sich in seinem Vortrage eingehend mit diesen Fragen. Er führte ferner aus, daß gerade in der heutigen Zeit dem Mechanikerhandwerk eine ganz bedeutende Rolle in der Ausbildung des Nachwuchses zufalle. Interessant waren auch seine Mitteilungen, daß höchstens ein Drittel der gesamten Lehrlinge späterhin im Beruf bleibt, die übrigen zwei Drittel wandern ab zu den verschiedenen Abteilungen der Wehrmacht und zur Industrie. Es gelte aber, gerade der Wehrmacht besonders gut ausgebildete Lehrlinge zu überweisen, da die Anforderungen auf dem Gebiete der Mechaniker in der Wehrmacht außerordentlich groß seien. Auch die immer weiter fortschreitende Spezialisierung der Büromaschinen fordert eine sorgfältige Vorbildung der Gehilfen und Meister des Handwerks. Die Frage der Lehrlingsausbildung erhalte so ganz neue Bedeutung und ziehe den Kreis der Aus= und Fortzubildenden auch über die Gesellen und sogar die Meister des Handwerks. Der Reichsinnungsverband habe daher Sonderkurse für Meister und Gesellen eingerichtet. Darüber hinaus bemühe sich aber der Reichsinnungsverband des Mechanikerhandwerks, auch den Abnehmern von Fahrrädern größere Sicherheit bei dem Betriebe von Fahrrädern zu geben. Seit einiger Zeit schon sei der Fahrradbrief für neue Fahrräder eingeführt und habe sich gut bewährt. Damit nun beim Ankauf von alten Fahrrädern die Käufer nicht benachteiligt würden und die Sicherheit hätten, unter allen Umständen ein betriebssicheres Fahrzeug zu erhalten sowie vor Diebstahl der Fahrzeuge geschützt zu sein, habe der Reichsinnungsverband den Fahrradbrief auch für gebrauchte Fahrrader eingeführt. In den Nachbarstädten hat sich dieser Fahrradbrief für gebrauchte Fahrräder bereits glänzend bewährt. Er wird nun auch in Bochum eingeführt. Der Fahrradbrief wird ausgehändigt gegen eine Verwaltungsgebühr von 0,10 Mark und sichert den Inhaber des Fahrradbriefes einmal vor Fahrraddiebstahl, weil in dem Fahrradbrief jede Einzelheit, Fabriknummer des Rahmens, des Freilaufs usw. sorgfältig vermerkt ist. Der Händler führt ein Sonderverzeichnis über jedes verkaufte Fahrrad, daneben besteht in Berlin eine Stelle Zentralkartei, bei der die Nummer jedes Fahrradbriefes verzeichnet wird. Wird ein Fahrrad gestohlen, so meldet man dieses zunächst der Polizei, dann dem Händler, während dieser dem Berliner Zentralregister Mitteilung macht. Auf Grund der genauen Beschreibung und der Nummer des Rades besteht dann die größtmogliche Wahrscheinlichkeit zur Wiedererlangung des gestohlenen Fahrrades. In dem Fahrradbrief für gebrauchte Räder wird sinngemäß eingetragen, was an Einzelheiten des Fahrrades festzustellen ist. Es wird also auch vermerkt, ob der Rahmen etwa schon einmal repariert ist, wie groß die Betriebssicherheit des Fahrrades veranschlagt wird usw. Die Geschafte, in denen der Fahrradbrief für gebrauchte Räder ausgegeben wird, sind durch ein besonderes Schild gekennzeichnet. Das Publikum soll also regelmäßig bei Ankauf eines neuen Fahrrades den Fahrradbrief verlangen und sich bei Ankauf eines gebrauchten Fahrrades ebenfalls die Sicherheit verschaffen, daß allen Anforderungen, die man berechtigterweise an ein Fahrzeug stellen kann, Genüge getan ist, Die Innungsversammlung, die unter Leitung des Obermeisters Rudolf Schulz stand, befaßte sich ferner mit einer Anzahl Innungsangelegenheiten und machte die Vorschriften der Ueberwachungsstelle für Verwendung von unedlen Metallen eingehend bekannt. die Gerichend Wiltten Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Laß deine Zunge gleich der Zunge sein an der Waage, Mensch, wo sie stillsteht, ist ihre beste Lage. Es war im vorigen Spätherbst, als die Höchstpreise kamen. Es wurde da von Metzgern und Bauern hier und dort in der Gegend gegen die Verordnung verstoßen. Dann gab es Gerichtsstrafen und es wurde in der Erregung so manches Wort gesprochen, was besser unterblieben wäre. Es richtete sich so manch ein Wort des Unmuts und einer falschen Selbstentschuldigung auch gegen andere; wie das so ist im Leben! Wenn ich bestraft werde, müßte er auch bestraft werden. Aber mit solchen rein nur aus dem Aerger heraus geborenen Sprachsünden soll man doch recht vorsichtig sein! Leicht kommt man in Teufels Küche, wenn man dann für seine Worte und Angaben keine Beweise vorbringen kann. Worte wirken nicht nur wie Nadelstiche, sie können wie Dolchstöße verletzen und dem andern wie mit scharfem Messer die Ehre abschneiden. * Vor dem Einzelrichter am Bochumer Landgericht stand ein Beleidigungsprozeß gegen einen Angeklagten aus Harpen an. Der Beleidigte war der Kreisjägermeister., der sich heftig gegen ein Gerücht wehrte, das gegen ihn aufgekommen war. Zur Abwehr solcher Verdächtigungen hielt sich der Beleidigte um so mehr für verpflichtet als er auch Hauptabteilungsleiter III der Westfälischen Landesbauernschaft war und das höchste persönliche Vertrauen und begründetes berufliches Ansehen genoß. In dem Beleidigungsprozeß brachte F. eine Erklärung des Reichsbauernführers bei, in der F. bescheinigt wurde, daß auch nicht der geringste Schatten auf ihm laste, er stehe in jeder Hinsicht gerechtfertigt und untadelig da. * Wie die Sache ausging? Der Staatsanwalt beantragte einen Monat Gefängnis. Mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten ließ es das Gericht jedoch bei einer Geldstrafe bewenden. Sie mußte aber empfindlich(500 Mark) ausfallen, da dem Beleidigten schwere Mißhelligkeiten bereitet worden waren und die völlige Haltlosigkeit des Vorwurfs sich erwiesen habe. Man solle doch mit solchen Behauptungen und Verdächtigungen recht vorsichtig sein. Am das Aufsatzheft eines Kindes Ein recht peinlicher Vorfall in einer Schule in Bochum=Riemke brachte eine Frau und Mutter vor das Schöffengericht. Zwischen ihr und der Lehrerin ihres zarten und Rücksicht heischenden Töchterchens kam es in der Schule zu einer tätlichen Auseinandersetzung, da die Mutter der Meinung war, das Kind würde falsch behandelt. Nun darf man solche Gespräche über Erziehungsfragen und Strafmittel nicht mit der Faust führen. Die sehr leicht und stark erregbare Mutter hatte die Lehrerin derartig mißhandelt, daß die ebenfalls körperlich nicht starke Person nachher infolge Nervenklapses krank feiern mußte. Und eine Anzahl Kinder hatten die Szene gesehen. Im Interesse der Aufrechterhaltung der Schuldisziplin könnte nach Ansicht des Gerichts eine derart schwere Ausschreitung gegen eine Lehrerin nicht mit Geldstrafe gesühnt werden. Das Urteil lautete auf zwei Monate Gefängnis wegen Körperverletzung und Beleidigung. Ein Steinwurf Ein Angeklagter aus Wattenscheid hatte nach einem Wirtshausstreit gegen einen andern mit einem Ziegelstein geworfen, weil er sich von diesem und dessen Bruder bedroht fühlte. Der Stein traf den Verletzten an den Kopf und verursachte eine erhebliche Wunde, die zum Glück aber wieder ohne Komplikationen verheilte. Um ein Haar konnte der andere tötlich getroffen sein; der Angeklagte konnte von Glück sagen, daß er nicht jetzt wegen Tötung vor dem Schwurgericht stand, daß die Sache wieder eingerenkt war und der ganze Vorfall als Trunkenheitsfolge angesehen wurde. So kam er mit hundert Mark Geldstrafe davon. Neue Zeugen nötig Der Wattenscheider Totschlagsprozeß, der auf Grund eines aufgehobenen Urteils das Bochumer Schwurgericht zum zweiten Male beschäftigt, wurde vertagt, da der Staatsanwalt neue Zeugen laden wollte. Der Angeklagte wurde aus der Haft entlassen, da das Gericht einen Fluchtverdacht nicht als vorliegend ansah. Der gefälschte Krankenschein Zwei junge Leute wollten die Knappschaft prellen und fälschten einen Krankenschein mehr aus jugendlichem Leichtsinn und Unvernunft, denn aus verbrecherischer Energie. Da es sich aber bei einer Urkundenfälschung um ein Verbrechen handelt, konnte nur auf Freiheitsstrafe erkannt werden. Sie lautete auf sechs bzw. drei Wochen. Verschönerungsarbeiten. Gegenwärtig sind an der Dreifaltigkeitskirche an der Feldsieper Straße umfangreiche Verschönerungsarbeiten aufgenommen worden. Mit hohen Gerüsten ist ein Teil der Kirche umgeben. Aehnlich wie das Hauptpostgebäude, wird auch die Kirche wieder ausgebessert, gefugt und mit einem farbfrohen Anstrich versehen. Auf der Abbruchstelle verunglückt. Der 24jährige Maurer Hans., Teilmannstraße 77, geriet bei Abbrrucharbeiten an einem Kesselhaus unter plötzlich einstürzendes Gestein, das ihn mitriß und erheblich verletzte. Mit inneren Verletzungen und einem Bruch der Schulter mußte der Verunglückte dem Krankenhause zugeführt werden. Unfall beim Umzug. Beim Hinunterschaffen eines Kleiderschrankes während eines Umzuges glitt der Arbeiter D. von der Blücherstraße auf der Treppe aus, wobei die schwere Last auf ihn stürzte, so daß er erhebliche Verletzungen erlitt. Er mußte einem Krankenhause zugeführt werden. Kind in heiße Lauge gestürzt. Dem Krankenhause zugeführt wurde am Mittwoch nachmittag das fünfjährige„Söhnchen der Eheleute C. von der Gußstahlstraße. Das Kind stürzte in einem unbewachten Augenblick in ein Gefäß, das bis zum Rand mit heißer Lauge gefüllt war. Es trug Verbrühungen am ganzen Körper davon. Beim Spiel den Arm zweimal gebrochen. Die elfjährige Tochter der Familie A. von der Malteserstraße erlitt am Dienstag abend einen dopvelten Armbruch. Beim Spielen rutschte sie so unglücklich aus daß sie stürzte und den rechten Arm zweimal brach. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht. Das Schienbein gebrochen. Das fünfjährige Söhnchen Heinz der Eheleute., Moltkemarkt, prallte beim Spiel mit einem andern Svielkameraden zusammen und erlitt hierbei einen Schienbeinbruch. Die Stadthauptkasse mahnt. Von der Stadthauptkasse Bochum werden im Anzeigenteil der heutigen Aus855 die im Monat Juli 1967 fälig gewordenen rücktändigen Steuern und Abgaben öffentlich angemahnt. Die nach dem 22. Juli 1937 noch vorhandenen Rückstände werden eingezogen. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Freitag, 16. Juli 19.30 Uhr: Antreten sämtlicher Politischen Leiter in Zivil auf dem Sportplatz des Bochumer Vereins an der Essener Straße. RSKOV. Kreis Bochum An der Einweihung des Krieger=Ehrenmals in Werne am kommenden Sonntag nimmt die NSKOV. mit der Ehrenabteilung und den marschfähigen Amtswaltern der Kreisleitung und der Kameradschaften teil. Antritt um.30 Uhr an der Trankgasse 5. Das Erscheinen sämtlicher Kameraden der Ehrenabteilung und der marschfähigen Amtswalter „Kraft durch Freude“ Zum Nürburgring! Am 24. Juli steigt auf dem Nürburgring das Autorennen um den Großen Preis von Deutschland". Die Deutsche Arbeitsfront,„NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, hat für diesen Tag einen Sonderzug bereitgestellt, der so früh abfährt, daß die Teilnehmer rechtzeitig um 11 Uhr zu.; Start erscheinen können. Das Rennen wird gegen 13.30 Uhr schätz Leinz. Im Gegensatz„zu den bishei diesmal nicht nur Waldplatzkarten, bie.53 Rmi. kosten. sondern auch andere Karten zum Preise von.10 RM. für die Quiddelbacher Höhe, das Wehrseisen=Karussell und den Schwalbenschwanz bestellt. Auch können Programme zum Preise von 0,50 RM. auf den Dienststellen gekauft werden. Der Fahrpreis mit Eintritt beträgt 4,50 RM. beziehungsweise 510 RRt. ab Lagen. 431s65u16 Zur Rundsunkausstellung! Ein weiterer Sonderzug führt uns vom 4. bis 8. August zur Rundfunkausstellung nach Berlin. Der Fahrpreis beträgt 20,20 RM. ab Hagen und enthält Eisenbahnfahrt, dreimal Uebernachtungen mit Frühstück und Eintritt. Ohne Uebernachtung und Frühst### stellt sich der Preis auf 12,20 RM. Vom 29. um Start erscheinen können. 0 uhr schätzunggweise geendet bisherigen,„ Faygzen werden karten, die 0,55 Rmr. kosten, Fruhstuck Juli bis 2. August wird ebenfalls ein Sonderzug zur Rundsunkausstellung nach Berlin fahren. In dieser Zeit ist gleichzeitig das internationale Sportfest im Schwimm= bzw. OlympiaStadion und das RSKOV.=Treffen in Berlin. Die Abfahrt erfolgt ab Hagen gegen 23 Uhr und die Rückfahrt am 2. August, abends, um dieselbe Zeit. Der Fahrpreis ist genau wie für die vorgenannte Fahrt. Die Elntrittskarten zum internationalen Sportfest kosten 0,90 RM. Anmeldungen nimmt die Verkaufsstelle Kortumstraße 62 entgegen. Ein musikalischer Abend im Stadtpark. Der bereits vor einiger Zeit angekündigte musikalische Abend findet am Samstag, 17. Juli, um 20 Uhr, im Parkhaus statt. Die flotten Weisen des Walzerkönigs Strauß werden gespielt von dem Orchester des Bochumer Vereins, das uns bereits wiederholt mit ähnlichen Abenden auswartete. Weiter hat sich der Gesangverein„Gußstahlglocke“ zur Verfügung gestellt und wird mehrere seiner schönen Lieder zu Gehör bringen. Es ist zu begrüßen, daß die Deutsche Arbeitsfront, NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". Ortswaltung Griesenbruch, diese sich eines großen Zuspruchs erfreuenden Abende aufzieht. Der Samstagabend wird im Zeichen des Musikkönigs Strauß allen Zweiflern zeigen, daß deutsche Musik nie ihre Hörer verloren hat. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 12.) Seite 5 Nr. 164, Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 16. Juli 1937 Land Westsalen=Süd tfalen=Süd wurickt, um dort in dheit zu stärken. der fahren in die ebrannte Kinder sie Erholung soll nd hart machen, zu weich finden elnen Jahre wie 24471 Kinder, inder bis Juni G. m. b. H. N. van de Sand einen Gefolgang und Musik war das schöne witterten schon herrlich gedeckte ein. Von da erre unternomen und Rudern r ging es zurück tiges Abendessen nrich van de inserer heutigen solcher Ausflug timmten alle in Sieg=Heil" ein. schließend wurde und herzlich geelegschaft. ihrem gratulieren zu ernacht und der inge. lange wird g. sind an der Straße umfangmmen worden. Kirche umgeben. wird auch die mit einem farbDer 24jährige geriet bei Abter plötzlich eind erheblich verinem Bruch der Krankenhause erschaffen eines s glitt der Arer Treppe aus, so daß er ereinem Krankenn Krankenhause tag das fünfder Gußstahlwachten Augenit heißer Lauge ganzen Körper ochen. Die elfMalteserstraße lten Armbruch. h aus, daß sie ach. 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Ar Unsere Bilder: Oben links: Der Führer mit Professor Paul Ludwig Troost(]), dem Erbauer des Hauses der Deutschen Kunst, beim Festzug des Tages der Deutschen Kunst 1933 in München. Oben rechts: Die herrliche Front des Hauses der Deutschen Kunst. Mitte links: Die Ausstellungssäle werden durch eine Beleuchtungsanlage, die unter dem Dach des Hauses angebracht ist, erhellt. Mitte rechts: Die ganze Stadt erhält eine einheitlich großartige Ausschmückung. So wird Münchens Hauptbahnhof aussehen „Appell am 23. Februar 1933.“ Gemälde des Münchener Künstlers Elk Eber Treppenhaus im„Haus der deutschen Kunst“ mit dem Bild„Hitler spricht zur ersten Versammlung Blick in Saal 15. Im Hintergrund Pros. Zieglers Gemälde„Die vier Elemente“ Sämtliche Aufnahmen: Hoffmann * 6 Nr. 164 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 16. Juli 1937 Unterhaltung Das Kans in der icanis Weiner Döts Rüddecke Die drei Männer kamen vom Osten her. Dahinten — ein paar tausend Kilometer weg von der Zivilisation, im Herzen Australiens— hatten sie den Boden nach Edelmetallen und Wasseradern durchsucht. Nun hatten sie diese verdammte Wildnis ziemlich hinter sich. Es war nur noch ein kurzer Weg zu den Städten der westlichen Küste. Kurz— gemessen an den ungeheuren Entfernungen, die sie in diesem wilden Land hatten zurücklegen müssen. So acht bis zehn Tagereisen, roh gerechnet. Es war gegen Einbruch der Dämmerung— dieser violettblauen australischen Dämmerung, die die fernsten Dinge in schier greifbare Nähe rückt, Percy hatte als erster die Hütte entdeckt. Sie klebte wie das Nest eines einsamen Wüstenvogels unter dem Felsen. Als die Männer näher kamen, merkten sie, daß das Nest leer und unbewohnt war. Die Türen und Fenster hingen aus den Angeln, auf den Dielen wuchs bereits ein dünnes, hellgrünes Gras. Brandt, der Deutsche, trat als erster ein. Die Hütte bestand aus zwei Räumen, und war noch teilweise „möbliert". Ein Tisch, der morsch und zerfressen auf drei Beinen gegen die Wand gelehnt stand, ein kleiner Schrank, ein zerbrochener, blinder Spiegel, zwei Hocker und in dem angrenzenden Raum ein Bett. Brandt drehte sich zu den anderen herum. Gentlemen, ich begrüße Sie und biete Ihnen das höchste Gut, das einem Menschen gegeben werden kann: ein Bett!" Percy, der lange schlaksige Australier und Dodge, der grauhaarige Engländer, verbeugten sich.„Wir danken, Sir!“ Dodge machte sich sachgemäß an die Prüfung der Matratze, auf der noch ein paar zerfressene Wolldecken lagen.„Geht in Ordnung", stellte er fest. Dann bereiteten sich die Männer ihre Abendmahlzeit. Milchigweiß, wie dampfende Lava, kamen die Abendnebel aus der Ebene und krochen an den Hängen empor. Ein paar fremde Sternbilder flimmerten am Himmel. Dann kam die Nacht. „Gehen wir schlafen“, sagte Dodge und erhob sich. „Ich denke, die Frage mit dem Bett ist wohl klar. Das kriegt Brandt, wegen seiner gebrochenen Rippen. Dem tut es gut, mal wieder anständig zu schlafen.“ Der Deutsche hatte sich erhoben.„Ich werde mit jedem von euch gern einen Ringkampf machen, mit meinen gebrochenen Rippen. Und wenn es einer fertig kriegt, mich umzukippen, werde ich mich in das Bett legen und die guten Onkels können mich zudecken. Im übrigen, Dodge ist wohl der Aelteste und hat auch das erste Anrecht auf die Kiste. Gebrochene Rippen! Das hab' ich besonders gern! Vielleicht befördert Ihr mich in Zukunft auch noch auf einer Bahre!" Der Engländer zog heftig die Luft durch die Nase. „Ich will das mit dem Alter nicht gehört haben, Brandt“, sagte er. Du weißt, das ist meine verwundbare Stelle. Im übrigen, Gentlemen—, wenn der Brandt trotz seiner geknickten Rippen nicht in diesem wundervollen Bett schlafen will, ist nach meiner Meinung Percy der nächste Anwärter. Er hat, wie sich in der Praxis herausgestellt hat, die meiste und schwerste Arbeit. Also— rein in die Klappe. Der junge Australier ließ wohlgefällig die Muskeln unter dem grobkarierten Camphemd spielen und gähnte gelangweilt.„Wie Ihr meint“, nickte er freundlich. „Gehen wir also schlafen.“ Er nahm Decke und Schlafsack, ging in den anstoßenden Raum und richtete sich auf dem Fußboden ein Lager her. Die anderen beiden folgten schweigend seinem Beispiel. Es wurde still in dem Raum. Brandt zog die Decke fester über den Schultern zusammen. Die Kühle der Nacht strömte wie eine Welle durch die zerbrochenen Fenster. Percy schien schon eingeschlafen zu sein. Er atmete ruhig und gleichmäßig. „Hallo, Dodge?!“ „Was ist denn?“ „Mensch, ich meine, du solltest dich wirklich in diesen herrlichen Kasten legen. Denk doch mal, ein richtiges Bett! Deine Rüstigkeit in allen Ehren, aber schließlich kannst du doch von uns Jüngeren nicht verlangen, daß Dodge, der Grauhaarige, pfiff leise vor sich hin. Das war immer ein beunruhigendes Zeichen. „Dann nicht“, brummte Percy und begann leise und falsch vor sich hin zu singen. Der Engländer richtete sich halb auf.„Ruhe zum Donnerwetter, ich will endlich schlafen!" Die beiden Jungen grunzten vergnügt in sich hinein. Eine Weile war es wieder still. Dann war plötzlich in der Richtung, wo das Bett stand ein Rascheln zu hören. Eine Taschenlampe blitzte auf.„Was war denn das?"„Na, was schon! Das Bett natürlich. Es hat gestöhnt. Dodge— hat es gestöhnt! Ich habe es ganz deutlich gehört.“ Ein zweiter Lichtkegel flammte auf.„Noch ein Wort, Boys— und ich schlage die Kiste kurz und klein!“ sagte der Engländer ruhig. „Ganz meine Meinung Alter“, nickte Brandt.„Aber zufällig habe ich da zuvor eine Idee. Wie wäre es, wenn wir um den Sarg knobeln. Wer verliert, kommt rein!“ Percy war begeistert. „Los, raten! In welcher Hand habe ich meine Signalpfeife?" Brandt zögert einen Augenblick.„Sagen wir mal — rechts.“ „Schuft! Gewonnen. Also jetzt Dodge. Los Alter — rechts oder links.“ Der Schein von zwei Taschenlampen beleuchtete Percys geballte Fäuste. „Links“, knurrte der Engländer. Percy öffnete die linke Hand. Sie war leer. Sie mußte allerdings auch leer sein, denn der Australier hatte die Pfeise vorher schnell seinem deutschen Kameraden zugesteckt. Jetzt brachen die beiden in ein Triumphgeschrei aus.„Los, Alter! Marsch ins Bett!" „Schlafen gehen, Papa! Bübchen bringt dich in die Klappe!“ Dodge erhob sich langsam.„Na, schön“, sagte er. „Hab ich eben verloren. Will aber erst mal sehen, ob dies Bett noch etwas verträgt.„Er ging in den anstoßenden Raum und kam nach einer Weile mit einer Axt wieder. „Mal sehn“, sagte er— und schlug zu. Einmal, zweimal— dreimal. Plötzlich hielt er inne. Etwas Weiches, Glitschiges war ihm auf den Fuß gefallen, wand sich, zuckte noch einen Augenblick und lag dann still. Auch die beiden anderen hatten es gesehen und sprangen zu. Wortlos standen sie um die tote Schlange. Ihr Atem ging schwer und pfeifend aus den Lungen. Brandt, der Deutsche, fand als erster die Fassung wieder. Kettenviper“, sagte er.„Da hätte kein Arzt mehr geholfen.“ Dodge legte die Axt still beiseite und betrachtete lächelnd seine Hände, die leicht zitterten.„Da“, sagte er,„ich glaube, Ihr habt wirklich recht. Ich werde alt.“ Klatschend fuhr ihm die flache Hand des Australiers ins Genick. „Verdammter Lausejunge! Marsch auf dein Lager!“ Eine Stunde später, als der Mond über die Felsen geklettert kam, hörte man in der Hütte nur noch den tiefen, gleichmäßigen Atem der Schlafenden. Sie hatten einen gesunden Schlaf die drei— obwohl ihr Lager verdammt hart war. Natürlich— ein Bett wäre schon besser. Ein Bett für jeden! Denn— ein Bett für einen von drei Kameraden allein— das ist ein unmögliches Ding! Der verkotene Sckul Von Gerkard Kontne Grell stach der Scheinwerfer durch die Dunkelheit und verwandelte die Bäume am Straßenrand in seltsame Gestalten. Hier und da hoppelte ein aufgescheuchter Junghase vor dem Auto daher, bemüht, dem magischen Strahlenbündel zu entkommen. Eintönig fsurrte der Motor. Nur ganz selten blendete die Wand eines einsam stehenden Gehöftes auf. Sonst Wald, nichts als Wald! „Hast du noch eine Zigarette?“ Wie er diese Frage haßte! Konnte denn das Mädchen neben ihm nicht eine Stunde ohne Rauchen auskommen? „Nein, jetzt nicht!“ „Es müssen aber noch welche da sein, du hast doch vorhin erst eine ganze Schachtel gekauft." „Sind hinten im Koffer!“ „Dann tu mir die Liebe und halte!“ „Höre, wir kommen sowieso schon spät genug nach Haus „Auf die fünf Minuten kommt es auch nicht mehr an!“ Das Lied kannte er mit allen Abarten zur Genüge. Lieber nahm er das Gas weg und ließ den Wagen auf dem Sommerweg ausrollen, ehe er diese ärgerliche Auseinandersetzung ins Endlose fortsetzte. Ah, diese Stille ringsum! Und diese wundervolle Luft! Es tat doch gut, die Fahrt mal ein paar Augenblicke zu unterbrechen. Ein schönes Fleckchen hier! Zu seinen Füßen raschelte dürres Heidekraut. Wie hilfeflehend streckte eine mächtige Eiche ihre knorrigen Aeste zum Himmel. Der Mond kam über den Waldrand und schien durch ihre Zweige. Schweigend nahm er den Platz am Steuer wieder ein; schweigend rauchte das Mädchen die Zigarette. Er wartete wortlos, bis er den Rest wie ein Glühwürmchen durch das Fenster schwirren sah, dann ließ er die Maschine wieder anspringen. Zehn Minuten später führte eine Kurve sie in ein Dorf. Der Scheinwerfer griff nach einer bunt beklebten Plakattafel; ein plötzlicher Windstoß wirbelte eine Staubwolke auf, die in seinem Licht wie Rauch aussah. Das Mädchen legte ihm zögernd die Hand auf den Arm:„Wirst du sehr böse sein, wenn ich dich um etwas bitte?“ „Nein, wenn es keine Zigarette ist!" „Diesmal nicht; aber fahr' doch noch einmal zurück!“ „Zurück? Wohin denn?“ „Nur bis dahin, wo wir eben gehalten haben. Ich glaube, ich habe etwas sehr wichtiges verloren.“ „Verloren? Aber du bist doch gar nicht ausgestiegen?“ „Nein, aber ich habe die Tür etwas aufgemacht, wie du die Zigaretten holtest. Dabei muß mein Schuh rausgefallen sein.“ „Ist ja reizend. Wenn wir die Stelle nun nicht wiederfinden? Vielleicht gewöhnst du dir dann einmal ab, die Schuhe bei jeder Gelegenheit auszuziehen!“ Sie fanden den Platz schneller als erwartet. Mit einem Satz sprangen beide aus dem Wagen. Es glimmte und glühte nämlich dort im Hetdekraut unheimlich, und an einzelnen Büschen züngelten schon die hellen Flammen empor. Nicht sehr geschickt, aber rasch gingen sie ans Löschen. Zum Glück ließ sich die größte Gefahr durch Niedertreten des Gestrüpps beseitigen, und Sand zum endgültigen Ersticken lag genug in der Nähe. Als auch dem letzten Funken das Lebenslicht ausgeblasen war, sahen sie sich aufatmend an und lachten. „Sauberer sind wir nicht geworden. Meine Hände sehen gut aus, und deine Schuhe—— aber du hast ja beide Schuhe an?!“ „Ich muß dir ein Geständnis machen“, sagte das Mädchen,„es war gar nicht der Schuh. Als wir in das Dorf einbogen, fiel mir an der Anschlagtafel blitzartig ein Waldbrand=Plakat ins Auge. Es schien mir fast, als sei unser Baum hier von Flammen umgeben, abgebildet. Die Beschriftung konnte ich natürlich nicht erkennen aber ich habe sie vorher schon so oft gelesen. „Volk, schütze deinen Wald!" steht darauf. Als dann noch die Staubwolke kam und du die Bemerkung von der Trockenheit machtest, wurde mir zur Gewißheit, daß ich mit meiner Zigarette den Wald angesteckt hatte. Ich mußte zurück, und wenn ich das ganze Stück hätte laufen sollen.. „Bist doch ein braver Kerl“, sagte er und nahm sie in den Arm,„aber wäre es nicht einfacher und sicherer gewesen, die Zigarette gleich auszudrücken?" Sie schmiegte sich an ihn:„Es soll das letztemal gewesen sein. Du wirst sehen, ich bessere mich jetzt überhaupt!“ Einträchtig fuhren sie von dannen. Aber muß es dazu erst brennen? So schlimm ist's nicht Sie:„Bitte, Gerhard, gib doch das Trinken meinetwegen aufg Er:„Aber, Maus, ich trinke doch nicht deinetwegen!“ KouAs vos Gaut GtoE 6) „Fabelhaft, der Wagen!“ sagte er.„Der Wagen einer Millionärin!" Susi verzehrte seelenruhig ihr Wurstbrot. „Meinen Sie?“ „Wenn man sich so einen Wagen leisten kann!“ „Es gibt auch Leute mit weniger als einer Million, die einen solchen Wagen haben!“ „Sicher!— Ach, was ich sagen wollte Fräulein Bayer, ich habe da.. ganz durch Zufall natürlich nur.. zwei schöne Karten fürs Deutsche Theater. Darf ich Sie nicht dazu einladen?“ „Sie dürfen... es ist nur die Frage, ob ich annehme!" Er lächelte. „Hm... ich verstehe... Sie können sich das bei den heutigen Umständen natürlich allein leisten. Aber ich dachte nur, zu zweien ist es schöner..“ „Ich es auch... für Sie! Ich gehe doch lieber allein!“ „Aber wer wird denn so... so“ „... kratzbürstig sein, meinen Sie?“ „Nein, nein, das eigentlich nicht!“ dämpfte er. Und legte die Arme vertraulich auf die Kühlerhaube. „Warum machen Sie sich nicht selbständig, Fräulein Bayers „Selbständig, wieso?“ „Wenn man sein eigener Herr ist! Ich wünsche mir das schon lange und bin auf der Suche nach einem Kompagnon!“ Er lächelte liebenswürdig.„Es kann auch eine Kompagneuse sein! Wäre das nicht fabelhaft, wenn wir beide zusammen einen eigenen Laden aufmachen!“ „Haben Sie denn Geld dazu?“ fragte sie harmlos. „Geld... hm! Das müßte natürlich mein Kompagnon haben. Sie wissen ja aber zur Genüge, daß ich über unerhörte Fachkenntnisse verfüge, ohne die das beste Geschäft nichts ist!“ „Das verstehe ich!“ „Ueberlegen Sie sich das einmal! Wir beide ein Geschäft... und vielleicht... man kann alles nicht wissen vielleicht wird mit der Zeit noch etwas mehr daraus!“ „Sie sind sehr offen, Herr Berling!“ „In geschäftlichen Dingen ist Offenheit Haupterfordernis!“ „Sehr richtig! Und deshalb sage ich Ihnen: Ich mache mich nicht selbständig... und wenn doch einmal, dann nicht mit Ihnen! Auf Wiedersehen!" Sie streichelte Nuschi, der der Platz im Wagen außerordentlich zu gefallen schien— und ging ins Haus. Am nächsten Morgen kam Susi Bayer fünfunddreißig Minuten zu spät. Schuld daran war natürlich wieder das Wagenungetüm, das diesmal nicht vom Fleck zu bringen war. Am übernächsten Tage begnügte sie sich mit einer zwanzigminütlichen Verspätung. An dem Morgen, der darauf folgte, stand sie eine Stunde früher auf. Es fiel ihr zwar sehr schwer... mit Bedauern dachte sie an die Zeit, in der sie in Ruhe ausschlafen, in Ruhe ihren Kaffee trinken, sich in Ruhr fertig machen und in derselben Ruhe zur nächsten Untergrundbahnstation gehen konnte. Jetzt mußte alles schnell gehen. Zehn Minuten nach sieben Uhr war sie in der Garage. Aber Susi hatte kein Glück. Erst einmal war der Garagenwächter nicht da. Und als er endlich um halbacht Uhr schläfrig angelatscht kam, und Susi ihn mit sanften Vorwürfen empfing, meinte er leicht gekränkt: „Jottenee, Fräulein, ick an Ihrer Stelle würde jleich die Nacht über hier bleiben! Unsereener will doch ooch mal ausschlafen!" „Ich bin bisher jeden Tag zu spät ins Büro gekommen!" „Dafür kann ick doch nich! Loofen Se doch zu Fuß, vielleicht kommen Se dann pünktlich!" Umständlich öffnete er das Garagentor. Susi erschrak: Da war ja noch ein Wagen hinzugekommen! Und natürlich stand„Mucki“— sie hatte ihrem Wagen inzwischen diesen Namen gegeben— wieder ganz hinten. „Geht denn das nicht...“ „Nee, det jeht nich!“ wurde sie unterbrochen, bevor sie zu Ende gesprochen hatte.„Oder Sie müssen jeden Abend bis um zwei Uhr spazierenjondeln! Wenn Sie Ihren Wagen dann bringen, kann er vorne stehen!" An diesem Morgen war es.47 Uhr, als Susi das Büro betrat. Herr Vogel wartete schon auf sie. „Also. Fräulein Bayer, so geht das nun nicht mehr weiter! So sehr ich Sie schätze... zu meinem Bedauern muß ich Ihnen sagen: Wenn Sie noch einmal zu spät kommen, können Sie sich als entlassen betrachten!" „Aber, Herr Vogel...“ wollte Susi durch die schwere Arbeit des Herausbugsierens ihres Wagens sowieso schon nervös, dem Weinen nahe, erwidern; aber Herr Vogel winkte nur ab: „Wir haben uns nichts weiter zu sagen! Ich erwarte, daß Sie von morgen ab wieder punkt acht Uhr kommen, andernfalls muß ich Sie, wie gesagt, entlassen!“ Susi warf von ihrem Arbeitsplatz aus an diesem Vormittag mehr als einen Blick auf den Hof hinab, auf dem ihr Wagen stand. Im Fond lag ruhig Nuschi und schlief den Schlaf des Ahnungslosen. Ließ sich von der Sonne bescheinen und wußte nichts von dem Kummer ihres Frauchens. An diesem Abend brachte Susi ihren Wagen wirklich erst kurz nach ein Uhr in die Garage und stellte mit Befriedigung fest, daß alle anderen Fahrzeuge schon vertreten waren. Morgen früh also würde sie nur kommen, sich hineinsetzen und losfahren können! Befriedigt ging sie mit Nuschi nach Hause und legte sich zu Bett. Und schlief beruhigt ein. Schlief traumlos die ganze Nacht hindurch, von keinen Sorgen beschwert. Wachte am andern Morgen auf, reckte sich, gähnte und richtete sich auf. Sah auf die Uhr und blieb vor Schreck starr sitzen. Raffte sich dann auf, nahm die Uhr und blickte sie genau an, um festzustellen, ob etwas an ihr nicht in Ordnung war. Die Uhr tickte. Die Zeiger standen auf.53 Uhr! Wie sie ging und stand, im Pyjama, riß Susi die Tür auf. Frau Zeidler!" Frau Zeidler kam aus der Küche. „Was ist denn, Fräulein Susi?“ „Es ist ja gleich neun Uhr!“ schrie Susi fassungslos. „Ich glaube, das stimmt so ungefähr!" „Aber ich muß doch um acht Uhr im Büro sein!" jammerte Susi zwischen Tür und Angel. Frau Zeidler kam gleichmütig daher. „Es wird nochmal achte, wenn Sie noch ein bißchen warten!" „Warum haben Sie mich denn nicht geweckt?“ „Ja, aber erlauben Sie mal, Fräulein Susi, wie kann ich denn wissen, daß Sie geweckt werden wollen!" „Ich wollte ja gar nicht geweckt werden..“ „Was wollen Sie denn dann von mir?“ meinte Frau Zeidler vorwurfsvoll.„Erst beklagen Sie sich, daß ich Sie nicht geweckt habe und dann...“ „Ist ja schon gut!“ Susi klappte die Tür zu und begann sich mit rasender Eile anzukleiden. Der Pyjama flog in die Ecke, statt des täglichen Bades begnügte sie sich heute mit ein paar Tropfen Wasser, auf den Kaffee mußte sie auch verzichten und... Ja, heute würde sie mit der Untergrundbahn fahren! Bevor sie zur Garage kam, tankte, den Wagen herausholte... Nuschi kam unter der Bettdecke hervorgekrochen unter der sie— wehe, wenn Frau Zeidler das wüßte— die Nächte verbrachte, und schautt verschlafen blinzelnd, auf ihre Herrin, die durch das Zimmer raste. Nuschi begriff das nicht. Sie war für Gemächlichkeit. Besonders am Morgen, wenn ihr der Schlaf noch in den Gliedern saß. Dann aber mochte ihr zum Bewußtsein kommen, daß sie seit nahezu acht Stunden keinen Baum berochen hatte sie sprang aus dem Bett und lief zur Tür. Susi verzweifelte fast. Jetzt mußte Nuschi auch noch hinuntergeführt werden! Sie riß die Tür auf. Nuschi lief sofort zur Korridortür. „Frau Zeidler!" „Herrjeh, was ist denn nun wieder kaputt?“ „Ist Ihr Kurt da?“ „Natürlich ist er da! Was soll er denn?“ „Lassen Sie ihn doch mal mit der Nuschi hinuntergehen! Ich habe keine Zeit mehr dazu!“ „Nehmen Sie den Köter heute nicht mit?“ „Nein, ich fahre mit der Untergrundbahn!“ Kurt kam gemächlich an, pfiff und verschwand mit Ruschi. Susi sauste in ihr Zimmer zurück, stülpte die Kappe auf, zupfte noch ein wenig an ihren Locken herum— Frau Zeidler kam mit einer Tasse Kaffee. „Einen Schluck wenigstens!“ sagte sie. „Ich habe ja keine Zeit! Gestern hat mir Herr Vogel angedroht, wenn ich wieder zu spät komme...“ „Nun trinken Sie man schon!“ Susi nahm einen großen Schluck, stellte die Tasse hin und jagte hinaus. Als sie auf die Straße trat, fiel ihr Blick auf Kurt, der nach allen Seiten Ausschau hielt, kräftig pfiff und im übrigen ziemlich ratlos schien. „Was ist denn los. wo ist Nuschi?“ fragte sie, sich vergebens nach ihrer Hündin umblickend. Kurt zuckte die Achseln. „Ich weiß= nicht, wo das Biest geblieben ist! Ich komme runter mit ihm... er setzt sich hin... und dann haut er ab! Ich pfeife, rufe... er hört nicht... um die Ecke rum... und weg ist er!“ Susis Verzweiflung erreichte ihren Höhepunkt. Ein Blick auf die Uhr: Halbzehn! Aber sie konnte doch jetzt nicht ins Büro, während Nuschi vielleicht heimatlos durch die Straßen irrte. Keine ruhige Minute hätte sie! „Warum haben Sie denn nicht aufgepaßt!“ schrie sie den Sohn Frau Zeidlers an. Der machte ein beleidigtes Gesicht. „Aufgepaßt! Passen Sie mal auf, wenn der seine Beine in die Hand nimmt und losrennt!" Susi lief bis zu Ecke. Von Nuschi war weit und breit nichts zu sehen. Sie rief ihren Namen. Laut, ängstlich, bittend, befehlend. Keine Nuschi war da. Ein junger Bursche kam vorüber. „Haben Sie nicht einen kleinen braunen Dackel gesehen fragte Susi. „Ree, aber halten Se mal eenen Wurschtzippel hin... vielleicht kommt er dann wieder!“ Kurt stand mit den Händen in den Hosentaschen und mimte Interesselosigkeit. „Suchen Sie ihn doch!“ fuhr ihn Susi an. „Suchen! Pft! Ich wüßte nicht, wo ich den suchen soll!“ Susi hatte Halluzinationen: Sah einen kleinen braunen Dackel über die Straße laufen... ein Auto kam.. ein gellender Schrei... Gleich dreiviertel zehn Uhr! Sie lief die Straße entlang. Immer wieder Nuschis Namen rufend. Immer wieder Leute fragend. Keiner hatte sie gesehen. Nuschi war vom Erdboden verschwunden. Sie hatte fast das Haus erreicht, in dem die Garage lag. Sollte Nuschi...“ Susi lief das letzte Stück Weges, bis ihr der Atem verging. Stand vor der Garage. Der Wächter lachte. „Heute kommen Sie aber spät, Fräulein!" „Haben Sie meinen Hund nicht gesehen?" „Ihr Hund? Der kleene Braune? Der Rollmops mit Beene? Gucken Sie mal in Ihren Wagen...“ Susi befolgte den Rat. Da lag Susi harmlos auf dem Polstersitz und blinzelte sie vergnügt an. Susi riß sie auf und nahm sie in die Arme. Ungeheuer erleichtert, ungeheuer glücklich, daß ihr nichts passiert war. „Du Schlingel, du erbärmlicher! Solltst du denn fortlaufen? Frauchen hat gräßliche Angst ausgestanden!“ Nuschi, an und für sich für allzu stürmische Liebkosungen nicht empfänglich, protestierte und sprang in den Wagen zurück. Bellte, was auf deutsch hieß:„Na, los. es ist spät genug!“ Susis Blick ruhte auf der Armbanduhr. Sieben Minuten vor zehn! Na, das Theater, wenn sie jetzt ins Büro kam! Und wenn Herr Vogel seine Drohung wahr machte... Es war vielleicht besser, den Sturm erst ein wenig abzulenken, indem sie sich telephonisch anmeldete. Am Telephon ließ sich eine Entschuldigung viel besser anbringen als Auge in Auge. „Sie haben doch Telephon hier?“ wandte sie sich an den Garagenwächter. „Natürlich haben wir'ne Quasselstrippe!“ Und Susi Bayer telephonierte. Erst war einmal Fräulein Berger am Apparat. Als Susi ihren Namen nannte, antwortete ein kurzes Lachen, das Susi sehr verdächtig vorkam— und dann war Herr Vogel selbst da. „Herr Vogel...“ wollte Susi beginnen, aber sie kam nicht weiter. (Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 164„ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 16. Juli 1937 und Wissen Interellante Spielplan-Statiltik Aus der Statistik über das vergangene Spieljahr der deutschen Bühnen ist zu ersehen, daß„Der Etavpenhase“ nicht weniger als 2363 Aufführungen auf den deutschen Theatern erlebte. In weitem Abstand. aber immerhin mit einer großen Aufführungszahl, folgen„Vier Gesellen" von Jochen Huth(783), „Towarisch“ von Deval=Götz(457),„Der Nachbar zur Linken“(429). An fünfter Stelle der Statistik der aufgeführten Bühnenstücke stehen die Frankfurter Autoren Impekoven=Verhoeven. Ihr „Kleines Hofkonzert“ wurde an den deutschen Bühnen, nach der Frankfurter Uraufführung. 415 mal gespielt. Friedrich Bethaes„Hungermarsch der Veteranen“ erreichte 129 Abende. Wie hören die Inlekten? Schallwahrnehmung ohne Trommelfell. Daß Insekten hören können, müssen wir schon daraus folgern, daß die Grillenmännchen durch ihr Zirven nachweislich die Weibchen anlocken. Wir wissen auch, daß eigenartige Trommelfellapparate bei manchen Insekten der Schallwahrnehmung dienen. Jedoch in vielen Fällen zeigte es sich, daß das Hörvermögen nach Ausschaltung dieser Trommelorgane noch nicht restlos beseitigt war und daß zweifellos auch die Insekten und Spinnen hören können, die überhaupt keinen derartigen Aufnahmeapparat besitzen. Dr. H. Autrum(Berlin) weist nun neuerdings an Hand eingehender Versuche darauf hin, daß wir den Schall bis jetzt immer nur einseitig von unserm Standpunkt aus untersucht haben und lediglich den Schalldruck, nicht aber die Schallwelle beachtet haben. Wenn Schallwellen gegen eine Platte, also zum Beispiel eine Membran(ein Trommelfell) prallen, übertragen sie die Schallstöße in bestimmten Druckrbythmen auf unser Sinnesorgan. Hörorgane, die aber nicht mit Druck und Membranen„arbeiten“, sondern die die Schallschnelle empfinden lassen, brauchen nichts anderes als feine Härchen und Borsten darzustellen. Tatsächlich gelang es dem Forscher, nachzuweisen, daß zum Beispiel Ameisen mit ihren Fühlern, die von der Schallschnelle sozusagen mitgerissen werden, Schall wahrnehmen können. daß sie aber selbst den stärksten Geräuschen gegenüber taub sind, wenn von diesen nur ein Schalldruck wirksam werden kann. So erklärt der Verfasser nun auch das Hörvermögen aller der Insekten, die keinen Membran=, wohl aber einen Fühlerapparat besitzen, mit dem sie eben die Schallwelle als eine ganz bestimmte Empfindung wahrnehmen. Spinnen, welche kein Trommelfell haben, vermögen nämlich auch dann ein Insekt am Brummton zu erkennen, wenn dieses noch gar nicht im Netz sitzt, mithin keine Erschütterung vermitteln kann, die die Spinne in ihrem Versteck bemerken könnte. Nähert sich dem Netz ein großes, also tief brummendes Insekt, so entzieht sich die Spinne rechtzeitig der Gefahr, die das feine Netz und sie selbst bedroht; beim Annähern eines kleinen Insekts aber lauert sie so lange, bis sich ein Tier in ihrem Netz verstrickt. Auch Mücken werden sich durch Empfindung der Schallschnelle am Fluaton erkennen und auf diese Weise ihre Schwärme in der„richtigen“ Weise zusammensetzen können. auf die Zuverlässigleit der amtlichen Reaistrierungen ver= am Hhgg“'sse pder-hogländische Dichter Edward B. Koster lassen, die nicht mehr nur nach ein vaar, Linien geben. 29m. Mutug u, 75. Zahren gestorben. Haster ist alle schlingen, lassen, die nicht mehr nur nach ein vaar, L sondern vor allem am vergrößerten„Stechbild“ charakteristischen Stellen der Papillarlinien, Sa### Gabelungen, Unterbrechungen. Wirbel und womöglich auch Narben genau angeben. Die Fingerabdrücke des Menschen aber bleiben sich das ganze Leben hindurch gleich, vom Tage der Geburt bis zum Todestage, und selbst wenn sie an der Leiche (vor allem bei Ertrunkenen) schon undeutlich geworden sind, kann man sie durch Einspritzen von wässerigem Glyzerin unter die Haut noch einmal auf kurze Ze sichtbar machen. Und falls wirklich einer, dem seine Fingerabdrücke Sorge machen, weit. Ezgaften“#T,eratigr Koster ist besonders bekannt geworden durch seine lyrischen Dichtungen und seine Shakespeare=Uebersetzungen. Frühzeitiges Ende. In Hollywood starb im Alter von 88 Jahren der amerikanische Komvonist in dessen Bestreben war, die Jazzmusik auf eine höhere Stufe zu Komposition ist die„Sinfonie in Blau“. Die Geschichte des Weltkrieges in 152 Bänden. Die ein umfassendes Werlk wird 152 Bände umfassen und ist in 22jähriger Arbeit schaffen worden. zu gut bekannt sind, sich der schmerzcaften Oberation vterpomtöglich durch Transblantation fremde Haut] Die lüicke aulegen lesage. uist im Michise. Lenn 13 8/zesz, Gelgenbeit wicd, Ttellen, senen Grostin einiger Zeit sind ihm die eigenen Fingexabdrucke ve: Afriegnug uraufführen, und zwar in in alter Charatteritit wieder gewachsen und das Ein=“„Seipi.— Lidg neuerrichteten Großfilmtbeater. zige, was er davon behält, sind Narben. dem auf dem „Internationale Schau der Filmkunst“ 10. bis 30. August in Venedia stattfinden. Bei Gelegengen wird Italien kum Tag der deutichen Kunst Bas daus der deutidten Kunn Ein Bekenntnis zum deutschen Baustil Nm 18. Jul wied in Bozgenbe Ggg-=Panst inschaniserung und Zersetzung, gegen den Baubolschepisz, schen Kunst das Haus der Leutscen Kunst in schanisterzng laut und deutich, was der deutsche Oti. München seierlich eröfnig und seiner Beztypzrge heze Dritten Reiches nicht ist. Sein Anschlutz an die organisch gewachsene deutsche Baukunst und der unmißübergeben. Das Haus der weutschen Kunst, oas Professor Paul Ludwig Troost in engster Fühlungnahme mit dem Führer geschaffen hat, ist der erste Monumentalbau, den der Führer in Angriff nehmen ließ. Daß dieser der deutschen Kunst gewidmet ist, läßt erkennen, wie nahe dem Führer die Kunst steht, daß er in München erstand, erhellt die führende Rolle, die der Führer München als Kunststadt im Dritten Reich zuweist, daß er so erstand, wie er heute vor aller Augen steht, zeigt die Richtung und die Erfüllung des Kunstwillens des Führers. Wenn man heute die Monumentalbauten des Dritten Reiches überschaut, die in rascher Folge entstanden sind: nach dem Haus der Deutschen Kunst, den Ehrentempeln und Parteibauten an der Arcisstraße, die Bauten Nürnberg und Berlin und an anderen Orten, lassen sich gemeinsame charakteristische Merkmale feststellen, die diese Bauten als Ausdruck der jungen nationalsozialistischen Epoche im Leben des deutschen Volres rennzeichnet: es ist der Stil des Dritten Reiches. Es ist zwar erst vier Jahre her, aber das Gedächtnis der Menschen ist kurz und es ist gut, immer wieder daran zu erinnern, um was es damals in Deutschland der Baukunst ging: um nichts Geringeres, ob der in Merkmalen der Zersetzung behaftet, auch in Deutschland zum endgültigen Sieg gelangen sollte oder ob das Bauwerk als vornehmster Ausdruck hochgemuter leiblichgeistiger Haltung als ein beseelter, einheitlicher und gehershmten Kri=schlossen gesehener Organismus sich behaupten würde. Vor Jahren, gab es einmal einen verunmten##oi-##pi: Provinzen Deutschlands waren bereits Fingerabdrücke und Statiltik minalfall, der die ganze Wissenschaft und Praris der Weite Pfreienen mepuhlik war der Zwang der öffentsenand auf Grund seiner Fiungerabdrücke verurteit idas„Neuzeiliche, Bongschangestliu venen beiette, hautte, der unschzlbig vor, Dy Firgeratgrüiche der Fsein wismus umschezsicgzisigg psck. dag as so gut wie aushatte,„der unschuldig war. Durch Zufall, wies der wirk= wis schie 2äter„sat die gleichen kingeraurgut, wie leinso gut wie aushchtezg, uiste, e- Fethemesh Bruder auf. Inzwischen hat man aber gelernt, die Unterscheidung viel feiner und gründlicher vorzunehmen. Nun bliebe aber immer noch die Möglichkeit, daß zufällig zwei Leute wirklich die gleichen Abdrücke aufweisen. Allein,=wenn wir auch alle Menschen der Erde zusammennehmen, so müßte doch, bis diese Tatsache der Wahrscheinlichkeitsrechnung aufträte, eine Anzahl von Jahrhunderten darüber vergehen, die als eine 2 mit 48 Nullen dahin zu schreiben wäre. Das ist aber ein viel längerer Zeitraum, als ihn die Astronomen für die Erkaltung der Sonne und damit auch für das Ende alles Lebens auf Erden bewilligen. Angesichts solcher Unwahrscheinlichkeit darf man 9y wie audscntlichen Wettbewe“ zu gewinnen für einen Architekten, der sich nicht bedingungslos zenden abins Schlepptau des Mechanistischen und Zersetze. nehmen ließ. Diese Tatsache läßt sich heute nicht leugnen; die Dokumente stehen leider weitverbreitet und nicht zur Zierde im Lande.„. 626„# 76.55 Es ist Münchens bleibender druym, oaß es so zuy und nachdrücklich und unbekümmert um das gehässige Geschrei von seiner Rückständigkeit, das eine linksgerichtete Presse zu entfesseln wußte, die Sache der Baukunst vertrat, daß es Keimzelle und Ausgangspunkt sich also schon für die Baugesinnung des Dritten Reiches werden verständliche. Ausdruck nationalsozialistischer Geisteshaltung sind seine positiven Merkmale. In München hatte sich in der doppelten Front gegen einen wilden, nicht gekonnten Historismus wie gegen die Entgleisungen des Jugendstils nach der Jahrhundert wende jung und lebensfrisch, aber in organisatorischem Anschluß an die gute deutsche Tradition, eine gesunde und künstlerische Bauweise entwickelt—„Stil munichois“ nannten ihn die Franzosen. Es war die Berücksichtigung der Gesetze des Auges, es war seine Schaubarkeit, die diesen Münchener Stil charakterisierte. Paul Ludwig Troost war einer der namhaftesten Vertreter dieser Richtung. In dieser selbstverständlichen Berücksichtigung der Schaubarkeit, d. h. der leichten Auffaßbarkeit der Architektur durch das Auge, liegt die Grundlage der eindeutigen Absage des Führers und der nationalsozialistischen Bewegung an die Kräfte des Abgrunds. Denn was war aktiv zersetzend, wenn nicht das bewußte Erschweren der Auffaßbarkeit, das Zerreißen des Konturs, das Vernachlässigen aller Maßstäbe, das Ungegliedertund damit Unfaßbarlassen des Baues? Und aufs engste mit dieser Zertrümmerung der Form hing die geistige Leere und Seelenlosigkeit solcher Bauten zusammen, das Schablonenhafte und Unkünstlerische. Hier zeigt sich, wie notwendig und folgerichtig im Künstlerischen eines aus dem anderen folgt: Man konnte sich nicht zur Schaubarmachung des Ganzen durch seine Teile bekennen, ohne diese Teile, ihren Zusammenklang mit dem Ganzen und das Ganze selbst durch die Verhältnisse zum Ausdruck eines Seelischen zu machen. Die Verhältnisse eines Bauwerkes enthalten das Geheimnis seines seelischen Ausdrucks. Die unendlichen Möglichkeiten der Verhältniswahl gruppierten sich um die zwei Pole: gesättigte, beruhigte Proportionen einerseits, spannungsreiche, bewegte anderseits. Ruhe ist gesammelte Kraft. Der Führer empfindet die Ruhe gesättigter Verhältnisse und die Harmonie ihres Zusammenklangs als den entsprechenden Ausdruck der gesammelten und klar und reich gegliederten Kraft der NS.=Bewegung, als das Bild der zum Kosmos des Volkes gewordenen Massen. Es ist bedeutsam, wie Paul Ludwig Troost's Ausdrucksstil bei unveränderter künstlerischer Grundlage entsprechend der höheren Aufgabe eine Steigerung ins Einfache, Monumentale, Heroische erfahren hat. Und die Mittel, deren er sich bediente: das klare Herausarbeiten der zeitlosen baulichen Funktionen des Tragens und Lastens, ihre Schaubarmachung und Verhältnisse, die große Klarheit und Weglassen alles kleinlichen Beiwerkes, das Bekenntnis zum Kompromißlosen und Wesentlichen. Darin sehen wir heute das Neue, den Ausdruck nationalsozialistischer Geisteshaltung. Und dieser Ausdruck ist echt, ist blutUnd es ist schön, wie der geniale Gedanke eines deutschen Gelehrten, Herders, auch heute wieder seine Bestätigung findet, der die Baukunst als den feinfühligen Gradmesser der geistig=seelischen Haltung eines Volkes und jeder geschichtlichen Epoche dieses Volkes bezeichnet hat. Dr. Hans Kiener Konzertplan der Berliner Philharmonie. Von den zehn großen Konzerten der Berliner Philharmoniker im kommenden Winter wird Wilhelm wurtwänaler sieben leiten. Für die drei anderen wurden O. Kabasta(Wien), D. Molinari(Rom) und E An sermet(Genf) verpflichtet. An der Berliner Staatsoper wird Furtwängler ferner als Gast 10 Abende leiten. Pola Negri spielt die Hauptrolle in dem Film der Terra Filmkunst„Die glückliche Insel“. Piel bereitet zur Zeit einen neuen Film vor, der unter dem Titel„Der unmögliche Herr Pitt“ erscheinen wird. Faust— der größte Sommererfolg in Paris. Der größte Erfolg der Sommerspielzeit „Faust". Seit Wochen wird das Werk in einer französischen Bearbeitung bei täglich ausverkauften Häusern gespielt. Mozart=Festwoche in Straßburg. Der Verein der Straßburger Musikfreunde führt demnächst eine Mozart=Festwoche durch, deren Programm einen Ueberblick über das Schaffen des Salzburger Meisters geben soll. Im Mittelpunkt der Veranstaltung wird eine Festaufführung der Oper„Cosi fan tutte" stehen, für deren Leitung Franz von Hoeßlin verpflichtet wurde. Deutschlands bekanntester Aegyptologe gestorben. In Berlin starb im Alter von 83 Jahren der bekannteste deutsche Aegyptologe, Professor Adolf Ermann. Das Hauptwerk des Gelehrten, dessen Heimgang einen großen Verlust für die deutsche Wissenschaft bedeutet, ist das große ägyptische Wörterbuch, an dem er und seine Mitarbeiter 80 Jahre hindurch gearbeitet haben. Wilhelm Furtwängler, bixscigrt, diginge, änzeige Aurführungen„Lobenarin“=Abende der Bahreuther des„Parsifal Tietien die Emil Jannings wird 50 Jahre. Am 28. Juli begeht der weltbekannte Staats= und Filmschauspieler Emil Janninas seinen 50. Geburtstag. Helatialtslaler 16. Juli 622 Hedschra(Uebersiedlung Mohammeds von Mekka nach Medina). Beginn der mohammedanischen Der norwegische Polarsorscher Roald Amundsei, n Porie geboren(verschollen im Wasserflugzeng 1928), Der Dichter Gottfried Keller in Zürich gestolven geTod von Fischer und Korn auf Burg Saalack. 1872 1890 Nie „Vel. ER eg KRI MINALROMAN VON J. M. VOALSA 21) Copyright by Wilhelm Goldmann, Leipzig Es mußte Anne sein! Die Aehnlichkeit war so groß, daß er seinen Weg nicht fortsetzte. Die beiden schienen sich gerade voneinander zu verabschieden. Der Mann zog die Frau plötzlich an sich, und obwohl sie sich wehrte, küßte er sie mehrmals. Als Slade das sah eilte er vorwärts. Der Mann hörte es. wandte sich schnell nach der Richtung, und trotz des Nebels glaubte Slade Lanty zu erkennen, den er den ganzen Tag über gesucht hatte. Aber der Mann wartete nicht länger; er drehte sich plötzlich um und verschwand im Nebel. Slade machte keine Anstrengung, ihm zu folgen, denn unter jetzigen Umständen war das hoffnungslos. Aber er wandte sich Anne zu. Als sie ihn erkannte, schrak sie zurück. fl, tan# „Ach, du bist es“, sagie sie konlos. Viele Gedanken wirbelten durch Slades Hirn. Marsden hatte ihm gesagt, daß sie ausgegangen aber sie mußte doch aus ihrem Hause gekorzgeg,lein. Der Butler hatte ihm also absichtlich nicht heit gesagt. Und was hatte Lanty bei ihr zu „Anne“, sagte er schnell und faßte sie am Arm, das war doch Lanty—... Lam der ander, Sie sah hinter sich in den Nebei, in vem der andere verschwunden war, dann nickte sie. „Anne“, bat er dringend,„sage mir doch, was du nit ihm hattestk...: Ttgsien= „Ich... habe ihn vorhin gerrossenzg„ „Ich sah, daß du aus dem Hause kamst.“ Sie schaute ihn erschreckt an.„Das hast du gesehen?“ fragte sie atemlos, und ihre Stimme klang unsicher.„Hast du nicht mehr beobachtet?“ Er sah sie fest an.„Ja. Ich habe auch,ögener r, ah du dich gegen ihn wehrtest, als er dich küssen woulle. Warum hast du denn nicht um Hilfe gerufen?“ „Ich wollte keine Szene machen. Wenn ich um Hilfe gerufen hätte, wären die Leute herbeigeeilt, und bann wäre auch die Polizei gekommen... Es hätte einen Skandal gegeben......„ Gerbrecher der „Aber der Mann ist doch ein Verorecher, der von Polizei gesucht wird!“ erwiderte er erstaunt. ihn so müde und verzweifelt an, daß er alles gehört hast. Lanty... mag ja ein Verbrecher sein“— sie sprach so leise, daß er sie kaum noch verstehen konnte—„aber... er ist mein Mann.“ 25.„ Anne sah, daß Slades Gesicht bleich wurde, und sie schrak zurück vor dem wilden Ausdruck seiner Augen. Eine Sekunde lang glaubte sie, er würde sie schlagen, und sie war so verzweifelt, daß sie sich nicht einmal dagegen aufgelehnt hätte. Am liebsten wäre sie davongelaufen und hätte sich im Nebel versteckt, aber sie konnte Aber dann wurden seine Züge weicher, und er faßte sie am Arm. Aber sie wich zurück.„Ach, bitte.. bitte, laß mich gehen“, stammelte sie,„Du mußt mich 9 Nein. Ich hasse höchstens mich selbst, weil ich so töricht war. Aber eins mußt du mir noch erklären. Quaile und ich haben alle Akten durchgearbeitet, die sich auf Lanty beziehen, ug. sezzeg, Herkug Zögernd und unsicher folgte sie seiner Aufforderung, dann wandte sich Slade an den Chauffeur. „Fahren Sie eine halbe Stunde in der Gegend umher. Es ist mir ziemlich gleich, welche Straßen Sie benützen, nur müssen Sie hier in der Nähe bleiben.“ Der Mann schaute ihn fragend an, denn das war ein ungewöhnliches Verlangen. Aber Slade beruhigte ihn dadurch, daß er ihm eine Pfundnote in die Hand drückte. Dann stieg er ein, und der Wagen fuhr ab. Ab und zu warf Anne einen verstohlenen Blick auf seine undurchdringlichen Züge. Sie wußte nicht, was er vorhatte, sie wußte auch nicht, welche Wirkung ihre Enthüllung auf ihn gehabt hatte aber sie fühlte sich klein und erbärmlich ihm gegenüber. „Hältst du es nicht für besser, mir alles zu erzählenk“ fragte er hart, J6,„(aat. u. haffnungs. „Ich kann nicht viel erzählen“, sagre sie hoffnungslos.„Wir ließen uns in Newyork auf dem StandesWir haben uns auch mit ver Geschichte deiner Familie“m: zinbfeure Flitterwochen habt ihr bei den Niagaraeschäftigt, als wir Nachrichten über deinen Bruder#„##u# erwoch sammelten, aber wir haben nichts gefunden, was sich auf deine Verheiratung beziehen könnte.“ „Ich habe nicht in diesem Land geheiratet“, sagte sie niedergeschlagen.„Es— war auf einer Reise nach Amerika. Ich... traf ihn auf dem Dampfer. Er faszinierte mich vollkommen, ich war damals noch jung und unerfahren und...“. „Warst du schon einundzwanzig?“ fragte er schnell. „Nein, so alt war ich noch nicht, aver oarauf kommt es sa nicht an. Lamit Jinnerstanden“. „War dein Vater vamit einverstanden?“ „Nein, er hat es erst vor kurzer Zeit erfahren, als jemand anders es herausfand. Ich kann nicht sagen, wer es ist, und im Augenblick ist das auch gleichgültig. Der Betreffende hat es meinem Vater mitgeteilt, um Das heißt mit anderen Worten: er wollte ihn ergehe jetzt wohl besser.“ „Nein“, entgegnete er bestimmt.„Wir sind noch „Was willst du nochs“ Sie zitterte. „Ich bin immerhin ein Polizeibeamter.“ Sie sah ihn groß an.„Ich weiß es“, sagte sie „Ich habe weiter keinen Anspruch auf deinen Schutz, aber bitte, verurteile mich nicht. Ich war damals leichtsinnig und jung, und dir gegenüber habe ich schlecht gehandert. Mein ganzes Leben ist dadurch zerstört, aber du mußt doch einsehen, daß andere mir auch schweres Unrecht getan haben." „Ich kann es nicht einsehen, wenn du mir nicht alles Ein Taxi kam langsam im Nebel daher, und Slade winkte dem Chauffeur. Als der Wagen anhielt, sagte Sie sah shn beftürzt on.„Wohin wilst du mich 49, Frank“, kagte,.se gebrggcgr,„früber ep, bu hringens. ter mutzt ou es doch ersahren. Ja weis Hicht,..— vtg. pi. unterwegs entscheiden.“ darüber denkst. aber verurteile mich nicht, bevor du nicht!„Das werden koil unterwegs entsche der Sie -Ac, Prau“, Hote die gebrzche kg., F hseg, oder soisäuen verbrachtt vemerkte er sarkastisch, als sie zögerte, weiterzusprechen. gE5angt Lein: Sitenmachen“ „Nein, es gab überyaupt keine Flinerwochen“, erwiderte sie leise.„Kurz nach der Trauung sagte er etwas Schreckliches, und ich erkannte plötzlich seinen chlechten Charakter. Es gelang mir, mich von' ihm zu trennen, und ich versteckte mich. Mein Gepäck war noch bei der Aufbewahrung, und so fiel es mir leicht, zu entkommen.“... Tramme versassen s: „Du hast ihn gleich nach der Trauung verlassen: (Eie sah geradeaus. Die Zukunft erschien ihr öde „Ja“, man kann es wohl nicht anders nennen“, entgegnete sie leise. L5.— 89 vi „Erzähle doch weiter, das kann doch nicht alles sein.“ „Was willst du sonst noch wissen? Am besten ist es, wenn du einzelne Fragen an mich stellst. Ich werde versuchen, sie zu beantworten, das fällt leichter....., mi.; zsechen)„Wann hast du ihn wiederges „Ein Jahr später. Ich brach meinen Aufenthalt in Newyork sofort ab, weil ich mich fürchtete. Dann kam ich nach London zurück, sagte aber niemand etwas. Ich glaubte, die Sache würde so leicht nicht entdeckt werden. Inzwischen konnte ja auch viel geschehen, vielleicht kam er mit der amerikanischen Polizei in Konflikt... Aber dann stieß ich eines Tages, als ich mich schon sicher fühlte, wieder mit ihm zusammen. Er verlangte nicht, daß ich zu ihm zurückkehrte, er wollte nur Geld von mir haben. Er hatte uns in der Hand, weil ich mich mit ihm eingelassen hatte, außerdem kannte er aber auch meinen Bruder. Das machte er sich zunutze und glaubte nun, eine bequeme Einnahmequelle zu haben. Aber ich konnte nicht immer zahlen, das Einkommen meines Vaters schwankte zu sehr...“ „Inspektor Quaile hat mir erzählt, daß Lanty deine Tasche gestohlen haben soll— stimmt das!“ mir die schüttelte den Kopf. Nein, er hätte sie mir nicht wegzureißen brauchen.“ Aber dann verbesserte sie sich schnell.„Wenigstens hätte ich die Sache nicht bei der Polizei angezeigt. Ein anderer hat sie mir ge“ dem Polizeiprotokoll steht auch, daß Lanty eine Flasche Ammoniak zerbrochen haben soll— weißt du etwas darüber?“„., gerschiedene Wal„Nein. Ich habe ihn seitdem verschievene Male gesehen. Du weißt ja, daß die Nebelhanditen an dem Abend viele Ueberfälle machten. Vielleicht sollte er irgendeinen Auftrag mit dem Ammoniak ausfuhren, hatte aber nicht den Mut dazu. Es ist auch möglich, daß er die Flasche zufällig fallen ließ.“ Slade nickte.„Und als du Ashlins Geldschrank aufbrechen wolltest, hast du dich an ihn gewandt, daß er dir die Einbruchswerkzeuge verschaffen sollte. Nun verstehe ich auch, warum die Sache bekannt wurde.“ „Du meinst, bei der Polizei? Glaubst du, daß er mich verraten hat...“ „Nein, nicht direkt. Aber er machte kein Geheimnis daraus, für wen er die Werkzeuge beschaffte. Seine Freunde oder Bekannten haben dann zweifellos die Sache weitererzählt.“ „Was wirst du nun mit mir machen?“ fragte sie kleinlaut.„Du kannst mich doch auf der Stelle verhasten.“ 5 „Du meinst wegen des Einbruchs bei Ashlink Ja, das könnte ich, aber das werde ich nicht tun. Von mir hast du nichts zu fürchten.“ „Du willst es einem anderen überlassen? Nun ich kann dir keinen Vorwurf deshalb machen. Ich habe niemals den Mut gehabt, den Tatsachen entgegenzutreten. Immer habe ich mich treiben lassen, wenn ich mich durch Energie hätte behaupten sollen.“ Sie hörte auf zu sprechen, ihr Atem ging schnell, und sie sah ihn bittend an. Obwohl er hart gegen sie sein wollte, hatte er doch Mitleid mit ihr. „Schließlich bin ich selbst nicht ganz frei von Schuld. Wenn ich meine Pflicht getan hätte, wäre alles anders gekommen.— Aber hier sind wir wieder der Nähe des Ausgangspunktes. Wohin soll ich dich bringen?“ Sie lächelte müde.„Nach Hause. Das ist meine einzige Zuflucht, und auch dort bin ich nicht vollkommen sicher. „Wohin wolltest du denn vorhin gehen, als ich dich traf!“ Sie zuckte die Schultern.„Ich weiß es nicht. Er wollte mit mir sprechen, und er sagte, ich müßte mitkommen. Wohin er gehen wollte, weiß ich nicht.“ Er gab dem Chauffeur ein Zeichen, anzuhalten. Sie blieb noch sitzen, und es schien fast, als ob sie allen Mut zusammennähme, um ihm noch etwas zu sagen. Aber er reichte ihr die Hand. Ist das der Abschied) Io:(Forisazung folgt.) Seite 8 Nr. 164„ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 16. Juli 1937 Dis Lerhcteie=Teiche Ein Lustspiel im Hafen von Marseille Aus aller Welt Marseille, 15. Juli. Zu dramatisch bewegten Szenen kam es kürzlich am Hafen von Marseille. Das Publikum nahm Stellung gefühlskalten Zöllner und Polizisten, die ohne Rucksicht auf den Schmerz der Leidtragenden einen Leichenzug aufhielten. Die weinende Witwe in schwarzer Trauerkleidung schrie klagend auf:„Mein teurer, auf verstorbener Gatte wollte in der Heimat ruhen. Keiner vbarf dem Toten die Ruhe rauben!" Damit warf sie sich jammernd über den Sarg. Es war eine Szene wie im Film, die herumstehenden Zivilpersonen entblößten die Häupter und führten die Taschentücher an die Augen. Die Ergriffenheit verwandelte sich in Zorn, als die beamteten„Schergen der Gewalt“, die weinende Witwe vom Sarg ihres teuren Entschlafenen zerrten. Die Wut auf die Beamten aber wich wiederum anderen Gefühlsäußerungen, als der Sarg geöffnet und das Leichengefolge mit der Witwe verhaftet wurde. „.„Es war ungeschickt, Madame“, sagte der die Verm leitende Polizeioffizier,„daß Sie in einem Monat schon bei der dritten korsikanischen„Leiche" die trauernde Witwe spielen. Ich wollte Sie eigentlich wegen Bigamie oder Trigamie verhaften.“ Das boshafte Lächeln des Offiziers wurde vom immer zahlreicher gewordenen Publikum mit lautem Gelächter begleitet, die „Witwe; dagegen weinte jetzt wirkliche Tränen— der Wur. aus dem offenen Sarg aber holten die Zollbeamten viele Pakete dicken Tabak mit englischen Firmenßezeichnrungen. Die Marseiller Behörden hatten einem schon seit „Monaten durchgeführten korsikanischen Schmugglerveirug ein Ende gemacht. Nach einem alten #eg dürfen die Korsikaner englischen Tabak zolltei Anfuhren, während sonst in Frankreich unter der Herrschaft des staatlichen Tabakmonopols hohe Tabakzölle bestehen. Diese Zollsperre besteht natürlich in den französischen Häfen auch gegenüber dem aus Korsika chäftstüchtige“ umgehen, kamen geverstorbenensSchmuggler auf die Idee des in Korsika Witme“ unde Sarg von der io den Verwanoten zur Bestattung in der Heimaterde im Hafen von Marseille feierlich abgeholt wurde— bis die Beamten den Braten rochen. ihr Kind. Die weiteren Nachforschungen ergaben, daß die Hebamme bereits mehrmals Neugeborene gestohlen und an kinderlose reiche Frauen verkauft hatte. Sie wurde verhaftet, desgleichen die Frau, die das letzte Kind gekauft hatte. Reisen nach Belgien und Luxemburg Einzelheiten des neuen Abkommens 1a.... Berlin, 15. Juli. Zwischen der deutschen und der belgischen Regierung ist, wie bereits kurz gemeldet, am 5. Juli ein Abkommen über den Reiseverkehr nach Belgien und dem Großherzogtum Luxemburg abgeschlossen worden. Nach dem jetzt veröffentlichten Runderlaß der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung(RE. Nr. 106/37 D. St. vom 13. Juli) wird mit Wirkung ab 15. Juli für keisen nach Belgien und Luxemburg der Höchstbetrag, der ohne Genehmigung für die Person und den Kalendermonat über die jeweils geltende deutsche Freigrenze hinaus erworben und nach Belgien und Luxemburg verbracht werden kann, auf 400 Mark festgesetzt. Für Geschäftsreisen kann das Abkommen nicht in Anspruch genommen werden. Reisekreditbriefe und Reiseschecks dürfen insgesamt je Person und Kalendermonat nicht über den Betrag von 150 Mark hinaus abgegeben werden. Darüber hinaus können Beträge bis zur Erreichung des Höchstbetrages von 400 Mark je Person und Kalendermonat nur in Gutscheinen abgegeben werden. Die Abgabe von Gutscheinen ist im Rahmen ichen Höchstbetrages von 400 Mark an keine Höchstgrenze gebunden. Typhusepidemie in Istanbul Die Typhusepidemie, die seit einigen Wochen in Istanbul herrscht, breitet sich allmählich auf alle Stadtviertel aus. Täglich werden etwa 20 neue Krankheitsfälle gemeldet, währeno 40 bis 50 Menschen täglich sterben. le Ladenverkäufer und fliegenden Händler müssen sich in, den öffentlichen Impfstellen, die täglich von mehr ais 2000 Personen aufgesucht werden, einfinden. in Das schillerzbone=Gesicht Gefährlicher Trick von Straßenräubern brecher gehandelt hatte, die schon versucht hatten, den Prager Iuwelier durch diesen a ue ucht, hatten, den Prag, 14. Juli. Spuk in der Kirche Ein Rabe machte nächtliche Ausflüge In der Kliche von Feld Ps 15. Juli. es in letzter Zeit nicht.5. dbers in Mähren war . 1e nlicht geheuer. Zu dieser Annahme mußten vie Bewohner des kleinen Städtchens kommen, abmobl sich dirce des Nachts oft das Licht brannte, Lowohl sich darin niemand aufhielt. Um diesem Spuk ein Ende zu machen, ließen sich Kirchendiener eines Abends in die einschließen. Kurz nach Mitternacht flammte plötzlich das Licht auf und bald darauf hörten die beiden entsetzten Männer Orgeltöne erklingen. Dazu hallten Frächzende Laute durch das Kirchengewölbe. hart einenenner stiegen nun auf die Empore und sahen gerichtet hatte. Der Hden; der sich oben häuslich eindas Licht einschalte genau, daß sich urs acht einschgle, wenn er auf den Schalterknopf flog, #### seltsamsten Töne erklangen, sobald er auf der ##el spazieren.ging. Als der Rabe die beiden Gestalten erblickte, flog er fort. Am nächsten Tage konnte er gefangen werden und wurde in einen Käfig gesteckt. Tamit fand der geheimnisvolle Spuk sein Ende. kürzlich zwischen Böhmisch=Leipa und Haida Nordoohmen ein Prager Juwelier des Nachts mit seinem Wagen auf der Landstraße fuhr, sah er auf der Fahrbahn einen offenbar überfahrenen Mann liegen. Er hielt an, um dem angeblich Verunglückten zu helsen. Als er ausstieg, wurde er plötzlich überfallen. Er konnte sich aber rechtzeitig in seinen Wagen retten und mit Vollgas davonfahren. Der Juwelier hatte in seinem Auto verschiedene Schmuckstücke im Werte von einer Million Tschechokronen. wa Ztut#cher gleichen Strecke spielte sich in der letzten ###in ähnlicher Vorfall ab. An einer einsamen Steue lagen zwei Männer auf der Straße, neben ihnen bemerkte man zwei Fahrräder. Es sah aus, als seien die beiden zusammengestoßen und schwer verletzt worden. Mit schmerzverzerrtem Gesicht streckte der eine der Männer einem vorbeifahrenden Autofahrer den Arm entgegen. Dieser schöpfte jedoch Verdacht und machte einen Bogen um die verdächtigen Gestalten. er eine kurze Strecke weitergefahren war, lag ein dritter Mann mit einem Fahrrad auf der Straße. Auch ihm wich der Autofahrer glücklich aus. Er meldete den Vorfall der nächsten Polizeistation, die feststellte, daß es sich tatsächlich wieder um die gefährlichen Ver# m durch biesen Tria auszuplündern. Einer der manner wurde erkannt. Es ist ein gefährlicher Verbrecher aus der Gegend von Böhmisch=Leipa. Die freundliche Kreuzotter oder wie man's macht, ist's verkehrt Eine Sren:#:. Wien, 14. Juli. gerade heimn. Konhits in Herzegowina, die ihr Tleines Kinzs den war und sich deshalb nicht um gin kümmern tonnte, füllte einen Suppenteller voll Daach, gab dem Kinde einen Löffel in die eisse shifa in den Garten auf den Rasen und daneben. Nach einiger Zeit schaute die Mutter durch das Küchenfenster hinaus nach ihrem „Zu ihrem Entsetzen sah sie eine Kreuzotter neven ihrem Kinde, die sich an der Milch labte. Dem Kleinen schien dies aber nicht zu gefallen, denn er schlug die Kreuzotter wiederholt mit dem Löffel auf den Kopf. Die Schlange ließ sich aber nicht stören und griff das Kind auch nicht an. Die erschreckte Mutter holte einen Nachbarn herbei, der die Giftschlange erschlug. Das hatte die Kreuzotter für ihr gesittetes Verhalten nicht verdient.(D Schriftl.) Wahrheit klagt an Elendsbilder von der Tage der Sudetendeutschen nach tschechischen Feststellungen In geht natürlich nicht Hebamme stiehlt Neugeborene Prag, 14. Juli. einer kleinen Stadt im Bezirk Irschawa der Ostslowakei wurd, Stadt im Bezin Irschana in ####### warde eine Hebamme verhaftet, die im Veroacht steht, in den letzten Jahren eine Anzahl Neugeborener an kinderlose Frauen verkauft zu haben. Die Sache wurde durch Zufall entdeckt. Eine Frau hatte Prarste schmse Zwilinge zur Welt gebracht. Sie era##chwer, so daß ein Arzt gerufen werden mußte. sie nicht Zwilinge Seine Frage, ob geboren habe, verneinte die Frau. und verständigte die aaf, diese Angabe nicht stimmte, und verständigte die Polizei. Laufe der Untersuchung gestand die Hebamme, ohne Wissen der Mutter, die bei der Geburt das Beverloren hatte, ein Kind gestohlen und für 50 Mark verkauft zu haben. Tatsächlich fand man den Säugling im Besitz einer Frau, die ihn bereits hatte taufen lassen. Sie hatte ihrem Mann, der einen Erben für seinen reichen Hof haben wollte, gesagt, dies sei Ran uns ve###.###.: Berlin, 15. Juli. Von unserer Berliner Schriftleitung. Die soziale und wirtschaftliche Lage der im tschechoslowakischen Staatsgebiet zusammengeschlossenen 3½ Millionen Volksdeutschen ist seit geraumer Zeit von einer innertschechischen Angelegenheit zu einem mitteleuropäischen Problem geworden. Mit dem Bekenntnis zrührer loyalen Pflichterfüllung gegenüber dem tschecho=-., g. n bem stowalischen Staate haben die deutschen Parteien, in slowakischen Grenzen große S ea" phot: Hoffmann Verrückter geht's nicht! Auf einer englischen Modenschau wurde dieses neuartige Kostüm gezeigt, das das„Kleid der Zukunft“ genannt wurde. Schlimmer wird es hoffentlich nicht werden. denen das Sudetendeutschtum seine staatsrechtliche Vertretung findet, immer wieder von der Prager Regierung in Denkschriften, Notstandsstatistiken und Anträgen die Abstellung der unhaltbaren Zustände gefordert. Prag hat diesen Forderungen bisher die kalte Schulter gezeigt. Selbst der tschechische Staatspräsident Dr. Benesch, der erst kürzlich eine Inspektionsreise durch die deutschen Grenzlande unternahm, hatte verbindliche Worte, aber keine greifbaren Taten sprechen lassen. Im Gegenteil wurde in den letzten Monaten sowohl die Tschechei wie das Ausland durch eine Unflut von Broschüren und Artikeln überschwemmt, mit denen der Versuch unternommen werden sollte, in der an der Minderheitenfrage überhaupt und besonders an der Lage der Sudetendeutschen interessierten Welt den Eindruck zu erwecken als seien die vom Volksdeutschtum vorgebrachten Beschwerden und Anklagen gegen die Entnationalisierungspolitik des tschechoslowakischen Staates unbegründet. In bewußter Absicht suchte man die Hilferufe des Grenzlandes in eine Anklage umzuwandeln. vergaß aber hierbei, daß eine Unzahl von Feststellungen aus tschechischem Munde vorliegen, die das Elend der deutschen Grenzbevölkerung in den grauenhaftesten Farben schildern. Diese Feststellungen namhafter tschechischer Persönlichkeiten und Zeitungen wurden nunmehr in einer Broschüre von Hans Richter unter dem Titel: „Die Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei nicht unterdtückt?“ zusammengestellt. Das inhaltsschwere und aufschlußreiche Werk ist im Verlag Wilhelm Braumüller (Leipzig— Wien) erschienen. Man kann aus den Elendsbildern, die die Auszüge aus Zeitungsartikeln und Reden tschechoslowakischer Staatsbürger enthalten, nur eine kleine Auslese geben. Es ist auch nicht nötig, hierbei in die Breite zu gehen, weil. in allen diesen mit den Namen der Verfasser und Zeitungen gezeichneten Schilderungen nur ein einziger sammer auftritt, der als Schande für die europäische Zivilisation bezeichnet werden muß. Um ein drastisches Beispiel herauszugreifen: Nach der Prager Zeitung „Sozialdemokrat" steht es besonders schlimm in dem politischen Bezirk Karlsbad, also einer Gegend, die man wahrhaftig zu den reichen Gebietsteilen des tschechoslowakischen Staates rechnen darf. Aus diesen Bezirk und aus dem angrenzenden Bezirk Neudeck wurden im verflossenen Sommer achtzig erholungsbedürftige Kinder in ein schönes Heim gebracht, das eine Schöpfung der Bezirksvertretung Karlsbad ist. Es handelte sich durchweg um Kinder gänzlich Erwerbsloser. Von diesen Familien hatten nur 32 einen eigenen Raum. Nur drei Kinder hatten ein eigenes Bett. Die übrigen müssen es mit den Geschwistern teilen. Ueber den Gesundder kleinen Feriengäste sagte der beigezogene Arzt u..:„Ungefähr 75 Prozent der aufgenommenen Kinder zeigten bei der Aufnahme Symptome der Unterernährung. In vielen Fällen wurde auch eine Vergrößerung der Schilddrüsen wahrgenommen. 27 Kinder konnten sich zu Hause überhaupt nie satt essen, 19 Kinder kannten kein geschmiertes Brot, 38 Kinder bekamen nie Milch zu trinken. Von 40 Kindern waren 24 untergewichtig, manche bis zu 16 Kilogramm.“ „ Dak. gleiche Prager Blatt behandelt in einem anderen Artitel die grauenhaften Zustände des Grenzlandes in Verbindung mit der reichsdeutschen Nachbarschaft und sagt u..:„Adolf Hitler tut im reichsdeutschen Grenzgebiet, soweit es uns benachbart ist, alles, um die sudetendeutsche Grenzbevölkerung unter agitatorischen Druck zu setzen.“(Daraus spricht eine ganz schiefe Beurteilung der deutschen Sozialpolitik. Die Schriftltg.) Und tatsächlich sagen uns die vertrauenswürdigen Meldungen aus dem Grenzgebiet, daß jenseits der tschechoerertischen Srenzen große Straßenbauten im Gange sind, daß unkultivierter Boden gerodet und die Bevölkerung bald aus dieser, bald aus jener Aktion beteiligt wird Wie erschreckend die Lage der Bevölkerung bei uns ist, hat der Schreiber dieser Zeilen auf r Wanderung durch die Elendsgebiete des Waldviertels und Böhmer Waldes eben erst erfahren. Ueberall unermeßliche Not! Die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft ist jetzt nach jahrelanger Unterstützung fast überall ausgesteuert, und die Heimarbeit trägt bei einer 14stündigen Arbeitszeit am Tage bestenfalls zwei bis drei Kronen. Die Schulkinder tragen schon wirklich sichtbar das Stigma der Unterernährung und gefährlichen Siechtums auf den Gesichtern.“ Die tschechische Schriftstellerin Pujman schreibt in einer Prager tschechischen Zeitschrift über die traurige Lage im Reichenberger Gebiet: In den Wohnungen in Grottau, wo sechs bis sieben Personen in einem Zimmer wohnen, wird nur Petroleum gebrannt. Die Arbeitslosen nähren sich vom Brot aus dem schimmeligen, vorjährigen Mehl der Staatslager, von Suppe, Kartoffeln, Zichorie und Margarine. Der Gesundheitszustand ist danach. Der Arzt in Weißkirchen berichtet, daß die Menschen schon im dreißigsten Lebensjahre krebskrank werden.“ Diese entsetzliche Schilderung bestätigt der bekannte tschechische Staatsrechtler Dr. Traub aus eigener Anschauung. Er schreibt u..:„Wir haben Orte besucht, in denen 75 Prozent der gesamten Bevölterung ohne jedes Einkommen ist. Erwerbslose zeigten uns unter Tränen das letzte, zerlumpte Hemd. Andere erklärten, drei Tage keinen Bissen Brot verzehrt zu haben. Die Kinder können wegen der Unterernährung dem Unterricht nicht mehr folgen.. ihre eine Beichsser kis un. BA.-Archir Reichsgerichtsprasident a. D. Dr. Simons; Im Alter von 75 Jahren starb Mittwoch nachmittag in seiner Wohnung in Nowawes bei Berlin Reichsgerichtspräsident a. D. Dr. Walter Der Verstorbene übernahm das höchste Richteramt im Jahre 1922 und legte es 1928 aus Protest gegen eine Brüskierung durch die damalige Systemregierung nieder Bravo, Jacqueline! Lieber einen Mann als die Millionen S. 94—:—. London, 15. Juli. Die 24jährige Witwe Jacqueline Montefiore in London hat jetzt einen notariellen Verzicht auf das über 4½ Millionen Mark betragende Vermögen ihres Gatten unterschrieben. Ihr Mann, ein Neffe des Grafen Bearsted, kam im April 1935 bei einem Flugunfall ums Leben und hinterließ seiner Frau sein großes Vermögen. Allerdings knüpfte er daran die Bedingung, daß sie nur dann in dem Besitz der Millionen bliebe, wenn sie sich nicht wieder verheirate. hat sich die junge Witwe mit einem 22jährigen Studenten in Cambridge verlobt, der seine Studien in nächster Zeit beendet. Arm wie eine Kirchenmaus wird Frau Montefiore aber nicht in zweite Ehe treten, denn ihr bleibt immer noch Jahresrente von 30000 Mark. Einstellung von Finanzschülern Berlin, 15. Juli. „Dis Reichsfinanzverwaltung hat bei der Einstellung ochlaßmärtern zn die gehobene mittlere und Zouinspektor=)Laufbahn bisher nur solche berücksichtigt, die das Reifezeugnis, mindestens die Oberprimareife besaßen. In Zukunft wird, erstmalig im Frühjahr 1938, an Vorbildung nur noch die Reife für die Obersekunda einer öffentlichen höheren Lehrdas Abschlußzeugnis einer zweijährigen Die Einstellung der Anwärter iuit ghusäHf, Vorbildung sol im allgemeinen unmittelbar Arceits, an die Schulentlassung und vor Ableistung des gebens= und Wehrdienstes erfolgen. uns deutschblütiger Abstammung u. daß sis jederzust sein und die Gewähr dasie jeverzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten. Die Zugehörigkeit aux Pan oder einer ihrer Gliederungen(H3., SA., 8% REFK.) ist zwingende VorausSem v. Die Ausbildungszeit für Abiturienten und Overprimaner wird kürzer bemessen sein als für Bedie Gehensalterhöchstgrenze Für alle Zivilanwärter ###ene auf 25 Jahre festgesetzt. Firstellung in den Zolldienst werden solche jungen Manner bevorzugt, die mindestens eine lebende fremde Sprache, beherrschen. Einstellungsgesuche sind sparenens Anfang 1938 an die Oberfinanzpranidenten zu richten, in deren Bezirk die Bewerber einferufen, au werden wünschen. November 1937 werden in die Laufbahn des gehobenen mittlern Dienstes der Abteilungen und Zoll noch Zivilanwärter unter den bis#####ng beeingungen eingestellt. Gesuche um EinOberfinansprdichent an die Vbelsmnanzprasiventen einzureichen. Neue jüdische Frechheiten in Polen Zu Zusammenstößen zwischen Ukrainern und Juden kam es in der Kreisstadt Sotkal am Bug. Am orthodoxen Fest Peter und Paul hatten die Ukrainer den jüdischen Markthändlern das Abhalten des Marktes untersagt. Die Juden störten sich aber nicht daran und lösten ihre Stände nicht auf, was zu Tätlichkeiten führte. Am Abend fiel eine Judenhorde über eine kleine Gruppe von Ukrainern mit Messern und Knüppeln her. Das Eingreifen der Polizei verhinderte, daß die jüdische Herausforderung ernste Folgen hatte. In diesen traurigen Farben rollt das Elendspanorama des Sudetendeutschtums schier endlos dahin. Bezeichnend ist, daß auch die politischen Gegner der Sudetendeutschen gegenüber den furchtbaren Tatsachen die Augen nicht verschließen können. So schreibt der Redakteur des Prager Blattes„Ceské Slovo“, Hejda, am Schlusse eines Rundreiseberichtes durch das Grenzgebiet, der wie eine bittere Anklage folgendermaßen endet:„Ich glaube, daß es in einem solchen Falle die heilige Pflicht der herrschenden Nation ist, den ersten zu tun..“ Da genügt es nicht, im Winter im iesengebirge Ski zu fahren, oder im Sommer in die sächsisch=böhmische Schweiz zu gehen. In erster Linie sollten unsere Politiker die Industriekreise Böhmens und Mährens kennen lernen, nicht nur die tschechische Bevölkerung, sondern auch die deutsche. Dann wäre vielleicht klarer, was heute als der ernsteste Grund für die gegenwärtige politische Orientierung der Deutschen segen Prag ist. 0as es vor allem eine Hungersfront Die ganze Broschüre ist eine Anklage gegen die Minderheitenpolitik der Prager Regierung. Sie sollte in verbreitet und aufmerksam gelesen werden. um eine zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei auszutragende Streitfrage, sonTern. um ein Problem der europäischen Zivilisation und Sechs Rersanen—.: phot: Roftmann Personen und eine Handharmonika wurde jetzt diese Riesenhandvon zwei Meter Höhe gebaut, die von eutbalk fnen zu spielen ist. Das Instrument enthatt 1564 Stimmen und hat 432 Tasten für die Baßbegleitung Seite 9 Nr. 164/ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 16. Juli 1937 DeirirbSfahrer,annisster bunipfer „Leistungskampf der deutschen Betriebe“ verkündet Be Vor den Kreisobmännern und fachlichen Mitarbeitern der Gauwaltung Düsseldorf sprach der mit der Gesamtleitung des„Leistungskampfes der deutschen Betriebe" beauftragte Reichsamtsleiter und Stabsobmann der NSBO., Pg. Dr. Hupfauer, über die Durchführung dieses Kampfes und die besonderen Aufgaben des deutschen Betriebsführers. Mit der Verkündung des„Leistungskampfes der deutschen Betriebe“ ist, wie Dr. Hupfauer ausführte, die deutsche Arbeitspolitik in ein weiteres entscheidendes Stadium ihrer Entwicklung von liberalistischen zu nationalsozialistischen Grundsätzen getreten. Vom Gedanken der sozialen Selbstverantwortung ausgehend, soll dem Betriebsführer nicht befohlen werden, das sollst du tun und jenes, sondern aus freiwilliger Verpflichtung und nationalsozialistischer Haltung soll ein jeder Betriebsführer auf seinem Arbeitsgebiet an der Verwirklichung der Ziele Adolf Hitlers arbeiten. Die nationalsozialistische Bewegung hat den Betriebsführern durch die Uebertragung der Führereigenschaft ein großes Vertrauen geschenkt. Durch ihre restlose Teilnahme am Leistungskampf sollen jetzt die Betriebsführer beweisen, daß sie dieses Vertrauens würdig sind Kein deutscher Betrieb darf sich bei diesem Kampf ausschließen, alle müssen beweisen, daß sie mitmarschieren. Der Leistungskampf geht um die Auszeichnungen „Gaudiplom für hervorragende Leistungen“ und „Nationalsozialistischer Musterbetrieb". Das Gaudiplom wird vom Gauleiter der NSDAP. in feierlicher Form vor der Gauarbeitskammer verliehen. Die Auszeichnung„Nationalsozialistischer Musterbetrieb" verleiht der Führer selbst an die wurdigsten zetriebe vor der Reichsarbeitskammer. Durch den Leistungskampf um diese Auszeichnungen wird der sportliche Wettkampfgedanke in das Arbeitsleben getragen. In Zukunft werden die deutschen Betriebe nicht mehr nur in wirtschaftlicher Beziehung miteinander konkurrieren, sondern jetzt auch um den schönsten Betrieb, die mustergultigste Betriebsgemeinschaft, die froheste und gesündeste Gefolgschaft. Im Leistungskampf werden nicht nur die Betriebsführer, sondern auch die Gefolgschaften mobilisiert. Jeder Betrieb soll sich, wie Reichsamtsleiter Pa. Dr. Hupfauer ausführte, im Leistungskampf festumrissene Aufgaben stellen und an diesen soll die gesamte Betriebsgemeinschaft vom Betriebsführer bis zum letzten Lehrjungen mitarbeiten. Durch den Leiftungskampf werden überall auf freiwilliger Grundlage die schönsten Sozialleistungen entstehen. Betriebsführer und Gefolgschaft werden zu einer Einheit zusammenwachsen, und ein jeder von ihnen wird sich nur noch, wie es der Führer will, als Arbeitsbeauftragter der Nation fühlen. Reichsamtsleiter Dr. Hupfauer ging dann noch auf die Beteiligung der Klein= und Mittelbetriebe im Leistungskampf ein. Am Leistungskampf sollen nicht nur die Großbetriebe, die mit großen Zahlenreihen und Erfolgsstatistiken aufwarten können, teilnehmen, sondern auch die große Zahl von Klein= und Mittelbetrieben, die mit wenig finanziellen Mitteln, aber mit um so mehr Freude und Willen einen vorbildlichen Betrieb und eine mustergültige Betriebsgemeinschaft schufen. Die Tatsache, daß unter den 30 ersten vom Führer ausgezeichneten Musterbetrieben drei Kleinbetriebe waren, beweist, daß sich auch Kleinbetriebe mit vollem Erfolg um die Auszeichnungen im Leistungskampf bewerben können. Bei der Beurteilung zur Auszeichnung werden auch niemals allein die finanziellen Aufwendungen entscheidend sein, sondern vielmehr der im Betrieb herrschende persönliche Kontakt zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft der Geist der Betriebsgemeinschaft und die aus diesem entstandenen Leistungen. Der deutsche Betriebsführer wird in diesem Kampf zu beweisen haben, so führte Parteigenosse Dr. Hupfauer aus, daß er sich— so wie es seine Führerstellung von ihm verlangt— als der aktivste Kämpfer für die Durchführung der Ziele der nationalsozialistischen Revolution auf dem Gebiete der„Arbeiterpolitik“ fühlt und danach handelt. Die Beteiligung am Leistungskampf wird der NSDAP. und der in ihrem Auftrage handelnden Deutschen Arbeitsfront als Gradmesser dafür gelten, inwieweit die Betriebsgemeinschaften gewillt sind, die Ziele Adolf Hitlers zu ihren eigenen zu machen. Kein deutscher Betrieb, so führte Pg. Dr. Hupfauer zum Abschluß seines Referates aus, der anständig und sauber nach nationalsozialistischen Grundsätzen arbeitet und eine Prüfung seines Betriebes und seiner Arbeitsmethoden nicht zu fürchten hat, darf deshalb in diesem Kampf als seinem inneren Bekenntnis zu den Zielen der nationalsozialistischen Revolution fehlen. Kreditauskünfte nahmen zu Reichstagung des Verbandes der Vereine Creditreform Der Verband der Vereine Creditreform hielt in diesen Tagen in Nürnberg seine Reichstagung ab. Gegenstand der Beratungen war die Lage des Auskunftswesens unter den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen. Es konnte festgestellt werden, daß die Zahl der Kreditauskünfte im letzten Jahr zugenommen hat, wenngleich die Steigerung nicht der Geschäftsbelebung in den übrigen Teilen der Wirtschaft entspricht. Zu erwarten sei, oaß die Umstellung auf neue Roh= und Werkstoffe, wie AnSteisie der Vierjahresplan vorsieht, automatisch zur knüpfung neuer Beziehungen und damit zu einer gerung des Auskunftsbedarfs führen wird. Die Zunahme der Kreditsicherheit, die sich erfreulicherweise in dem Rückgang der Zahlungseinstellungen zeigt, spiele bei der Auskunftseinholung nicht die Rolle, wie gemeinhin angenommen werde. Kreditgewährung werde immer mit einem gewissen Risiko verbunden bleiben und setze Kenntnis des anderen Teils voraus. Für die angestrebte Säuberung des Auskunftsgewerbes sei das in Aussicht stehende Auskunftsgesetz wichtig. Seine Verkündung werde ohne Zweifel das Vertrauen der Wirtschaft zu den bestehen bleibenden Auskunfteien stärken und die Lage der Auskunfterteiler selbst verbessern. Bemerkenswert waren auch die Ausführungen auf der Tagung über die Fortentwicklung der Publizität im Geschaftsleben. Das Bedürfnis nach Geheimhaltung sei heute nicht mehr so groß. Betriebsstatistiken und Erfahrungsaustausch werden bereits von vielen Wirtschaftszweigen mit Erfolg betrieben. Erfreulich sei, daß das Auskunftsund Inkassogeschäft auch im Verkehr mit dem Ausland eine Steigerung aufweist. Frachtverbilligung der Reichsbahn In den nächsten Tagen wird die Reichsbahn die Tarife für Kalkdüngemittel der Ziffern III B. D. E und F des Ausnahmetarifs 11 B1 und 4B8 senken. Hier tritt ein Frachtnachlaß um rund 50 v. H. gegenüber den heutigen Sätzen ein. Die deutsche Landwirtschaft soll damit in die Lage versetzt werden, die künstliche Düngung zu erweitern und dem Boden in ausreichendem Umfange die Stoffe zuführen zu können, die seine höchstmögliche Ausnutzung für die deutsche Volksernährung ermöglichen. Neukonstruktion des Flick=Konzerns Umwandlung der Siegener Eisenindustrie AG. Die Siegener Eisenindustrie AG., die als Vermögensverwaltung der Familie Flick neben fast dem gesamten Kapital der Mitteldeutsche Stahlwerke AG. auch das Stahl= und Walzwerk Hennigsdorf besitzt, ist vor kurzem in eine Personalgesellschaft umgewandelt worden unter dem Namen„Friedrich Flick, Kommanditgesellschaft". Seit mehreren Jahren bestand zwischen dem Stahl= und Walzwerk in Hennigsdorf und dem Blechwalzwerk der Mitteldeutschen Stahlwerke in Brandenburg ein Pachtungsverhältnis. Zur Ausgestaltung dieser bewährten Betriebsgemeinschaft ist beabsichtigt, das Werk Brandenburg aus den Mitteldeutschen Stahlwerken auszugliedern und auf die Kommanditgesellschaft zu übertragen. Als Gegenwert sollen die Mitteldeutschen Stahlwerke nom. 12 Millionen Reichsmark eigene Aktien erhalten. In der Aufsichtsratssitzung der Mitteldeutschen Stahlwerke wurde dieser Plan genehmigt und beschlossen, im Einvernehmen mit den zuständigen Reichsbehörden einer auf den 14. August 1937 einzuberufenden ao. HV. die Einziehung dieser Aktien vorzuschlagen. Den wenigen außenstehenden Aktionären läßt die Friedrich Flick, Kommanditgesellschaft, durch ein Bankenkonsortium den Umtausch ihrer Mittelstahl=Aktien im Verhältnis:1 gegen mit einer achtprozentigen Dividendengarantie ausgestattete Marhütte=Aktien anbieten. Diese Neuordnung des Flick=Konzerns wird den Bestrebungen von Partei und Staat gerecht, die unmittelbare Verantwortlichkeit dem Unternehmer selbst zuzuführen, der sich nicht hinter Aktien verstecken, sondern als Unternehmerpersönlichkeit hervortreten soll. Die Anteile der neugegründeten Kommanditgesellschaft befinden sich ausschließlich im Besitz der Familie Flick. Nach Durchführung der einzelnen Umgruppierungen wird der Aufbau des FlickKonzerns folgendermaßen aussehen: Die Friedrich Flick Kommanditgesellschaft, besitzt 99 Prozent der MittelstahlAktien, das Werk Brandenburg und das Werk Hennigsdorf. Sie ist also nicht mehr, wie bislang die Siegener Eisenindustrie AG., eine reine Holdinggesellschaft. Mittelstahl besitzt rund 80 Prozent der Maxhutte=Aktien, den Waggon=Konzern sowie Lauchhammer und die Maxhütte schließlich Harpen. 16½ Millionen Die Arbeitslosen in der Welt In„Wirtschaft und Statistik“ werden die neuesten Angaben über die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Ausland veröffentlicht. Unter dem Einfluß der im vergangenen Jahr erheblich gebesserten Weltwirtschaftslage ist hiernach auch die Weltarbeitslosigkeit bedeutend zurückgegangen. Sie wird für das Ende des ersten Vierteljahres 1936 noch auf 20 Millionen und zum Jahresende auf 16,5 Millionen geschätzt. Die einzelnen Länder zeigen entsprechend der Gesamtentwicklung ebenfalls ein günstiges Bild. Immerhin liegen im Jahresdurchschnitt 1936 die Arbeitslosenzahlen in Frankreich, den Niederlanden, in der Schweiz und in Dänemark noch über denen des Vorjahres. In den nordischen Ländern ist— mit Ausnahme von Dänemark— Arbeitslosigkeit nur noch in geringem Ausmaß vorhanden. Auch in der Schweiz und in den Niederlanden wird nach der seit Jahren anhaltenden Verschlechterung in den ersten Monaten dieses Jahres über eine Besserung berichtet. In den Vereinigten Staaten von Amerika, die die bei weitem größte Zahl Arbeitsloser aufweisen, ist nach übereinstimmenden Berichten eine beträchtliche Entlastung eingetreten. Trotzdem wurde die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten für Februar noch immer auf beinahe neun Millionen geschätzt. Bersen nicht ennhentich, Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Grundstimmung an den Aktienmärkten war weiterhin freundlich. Allerdings unterlagen die Kurse leichten Schwankungen nach oben und unten. Vom Publikum wurden wiederum einige Anlagegeschäfte vorgenommen. Der An1 Pfund Sterling: 12,36½(Vortag 12.37) RM. 100 Dollar: 249,00(Vortag 249,10) RM. 100 holländ. Gulden: 137,13(Vortag 137,21) RM. 100 französische Frank:.66(Vortag 9,66½) RM. 100 Schweizer Franken: 57,07(Vortag 57,09) RM. 100 österreich. Schilling: 49,00(Vortag 49.00) RM. 100 italienische Lire: 13,10(Vortag 13.10) RM. Am Donnerstag fand in Venedig eine Zusammenkunft deutscher und italienischer Industrieller statt. Die deutsche Abordnung unter Führung von Staatssekretär Trendelenburg traf am Mittwoch in Venedig ein. Auf Anregung des Reichsarbeitsministers hat die Deutsche Reichsbahn die für die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen 1936 für Notgebiete gewährte Frachtermäßigung von 20 v. H. auf die im Jahre 1937 für die Notgebiete geplanten Arbeiten ausgedehnt. Die Geltungsdauer dieser Frachtermäßigung ist bis auf jederzeitigen Widerruf längstens bis zum 30. November 1938 verlängert worden. Ab 1. August ist die Verwendung von Kraftfahrzeug=Luftreifen an Gespannwagen allgemein untersagt. Die Verwendung von runderneuerten, sogenannten neuprojektierten Kraftfahrzeug=Luftreifen und die Weiterverwendung von Luftreifen, die sich bei Inkrafttreten der neuen Anordnung an Gespannwagen befinden, ist dagegen zugelassen. lethemarkt lag still und teilweise etwas befestigt. Der Kuxenmarkt verkehrte ebenfalls in ruhiger Haltung bei behaupteten Kursen. Constantin wechselten auf letzter Basis ihren Besitzer und blieben nach Festsetzung der Notiz etwas höher gesucht. Von Freiverkehrswerten bröckelten Bergbau Lothringen ½ Prozent ab. Berliner Börse Die Tendenz an den Aktienmärkten war im wesentlichen fest, das Geschäft allerdings kleiner als an den letzten Tagen. Sehr still waren Montanwerte. Die Kursverluste betrugen meist nur Bruchteile. Die Anleihemärkte lagen ruhig. Es machte sich aber vereinzelt etwas Nachfrage bemerkbar nachdem in den letzten Tagen Abgabeneigung zu beobachten war Reichsanleihen im allgemeinen wenig verändert. Altbesitz auf 126¼ zurückgehend. Umschuldungsanleihe gebessert. Der Verlauf war still und meist abbröckelnd. Die Börse schloß nicht einheitlich, fest. Am Geldmarkt Tägliches Geld 2¾ bis 2¾ Prozent.. 4 Geld 2% Rhein.=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. Die Berliner Mittagsschlußkurse waren an der Abendbörse gehalten. Das Geschäft verlief ruhig. Im Verlauf zogen die Kurse am Aktienmarkt bis zu ½ Prozent über den Berliner an. Getreidegrotmarkt zu Berlin Amti. Preise, Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 ko Roggenm. 0. 997 A. Viktoriserbsen Speiseerbsen Futtererbsen 21.10 21.10 34.-36.0s34.0 360 33.-35.033 O 35.0 24.-26.0s24.•260 2a Zerliner, Elektrolytkupfer=Notierung vom 15. Juli 1937: 80.50 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent, in Blöcken: 133 Reichsmark: Aluminium, Walz oder Draht: 137 Reichsmark für 100 Kilogramm. * Das deutsche Hutmachergewerbe und die deutsche Hutindustrie haben in den Monaten Januar bis Mai d. J. nicht weniger als 3 Millionen Stück Männer= und Frauenhute in das Ausland bringen können, wobei es sich um halbfertige und fertige Waren handelte. Der Devisenerlös, der aus dieser Ausfuhr erzielt werden konnte, beträgt rund 4,68 Millionen Reichsmark. große Milchwirtschaftliche Ausstellung am Kaiserdamm hausfrau gibt durchschnittlich 15 bis 20 Prozent Lebensmittel bestimmten Wirtschaftsgeldes aus Die des für für Milch, Butter und Käse. Milch und alle Milcherzeugnisse spielen also in unserer Ernährungswirtschaft eine besonders große Rolle. Und so ist man kaum überrascht, wenn man hört, daß der gesamte Wert der deutschen Milchwirtschaft beispielsweise größer ist als der Wert der Kohlenförderung. Molkereiprodukte werden alljährlich im Gesamtbetrag von rund 3 Milliarden Mark umgesetzt, während die Kohlenproduktion einen Wert von 2 Milliarden Mark hat. Dieser Vergleich zeigt die Wichtigkeit dieses landwirtschaftlichen Betriebszweiges und damit auch die Bedeutung eines großen internationalen Kongresses, der vom 21. bis 29. August in Berlin stattfindet. Zu diesem Weltkongreß in Berlin, der mit einer Milchwirtschaftlichen Ausstellung verbunden ist, werden 1500 Aussteller aus annähernd 50 verschiedenen Ländern erwartet. Die Fragen der Milchwirtschaft werden von in= und ausländischen Fachleuten erörtert. Dieser internationale Erfahrungsaustausch kann natürlich von großem Nutzen sein, und daher verspricht man sich sehr viel von diesem Weltkongreß der Milch, dessen Schirmherrschaft die Minister Darré, Freiherr von Neurath, Dr. Frick und Rust übernommen haben. In einer Presse=Vorbesprechung machte Ministerial= dirertor Dr. Moritz vom Ernährungsministerium darauf aufmerksam, daß Deutschland nach den Vereinigten Staaten das Land mit der größten MilchkuhHaltung ist. Darüber hinaus ist es nach England der zweitgrößte Käufer für Molkereiprodukte am Weltmarkt. Die Milchwirtschaft steht in Deutschland mithin in besonderer Blüte und man wird es besonders wurdigen können, daß wir seit drei Jahren stabile Preise für Milch und Butter haben, wobei die Trinkmilch im Durchschnitt 3 bis 4 Pfennig je Liter billiger als in der Krisenzeit ist. Die Milchwirtschaftliche Ausstellung in den Hallen am Funkturm wird großes Interesse erwecken. Sie wird nicht nur dem Fachmann Anregungen bieten, sondern auch dem allgemeinen Publikum, das hier über die Herstellung von Molkereiprodukten viel Anschauliches finden wird. Während der Ausstellung werden in bestimmtem Umfange Kostproben von Butter und Käse abgegeben. Ein Kulturfilm, der in diesen Tagen in den Berliner Kinos läuft, bringt schöne Bilder von deutschen Landschaften, in denen seit alters her die Viehzucht betrieben wird. Wieviel Kleingeis tauft um: Während sich die großen Zahlungen Unternehmen meist mit Scheck, Wechs zu von Unternehmen neist mit Scheck, Wechsel oder in großen Banknoten vollziehen, erfolgen die Zahlungen der breiten Volksmasse für ihren täglichen Bedarf zu einem sehr großen Teil in„Kleingeld". Hier spielen das=, 2= und=Mark=Stück und die kleinen Münzen eine entscheidende Rolle. Wieviel Kleingeld gibt es nun in Deutschland? Wir bewältigen, wie der Reichsanzeiger vom 9. Juli in einer Aufstellung mitteilt, unsere Zahlungen zunächst mit zwei Silbermunzen, dem 5- und 2Mark=Stück. An=Mark=Stücken laufen rund 964 Millionen Reichsmark und an=Mark=Stücken 37,3 Millionen Reichsmark um. Das=Mark=Stück und das 50Pfennig=Stück sind aus Nickel.=Mark=Stücke gibt es rund 299 Millionen Stück, 50=Pfennig=Stucke gibt es rund 173,8 Millionen Stück. Unsere 10= und=PfennigStücke bestehen aus einer Legierung aus Bronze und Aluminium. Es laufen rund 799 Millionen 10=PfennigStücke und 187 Millionen=Pfennig=Stücke um. An Kupfermünzen zu 2 Pfennigen gibt es rund 300 Millionen Stück und zu 1 Pfennig rund 892 Millionen Stück. 4 OOEIOTHSSENDERROLN SLNCESUENE 10.30 Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten 12.00 Musik am Mittag. Das Nordschlesische Grenzland=Orchester Glogau(Kurt Anders). 1. Ouvertüre zu„Die Schweizerfamilie(Weigl). 2. Zug (Grieg). 8. Fantasie aus„Halka“ (Moniuszko). 4. Slawischer Tanz Nr. 8(Dvorak). 5. Ouvertüre zu„Der Barbier von Sevilla“(Rossini). 6. Potpourri aus„Gasparone“(Millöcker). 7. Pester Walzer(Lanner). 8. Ouvertüre zu„Paragraph 3“(Suppé). 9. Troika=Fahrt(Tschaikow= sky). 10. Potpourri aus„Der Zarewitsch"(Lehar). 11. Rokoko=Menuett(Müller=Berghaus). 12. Lagunenwalzer(Joh. Strauß). 13. Adler= flug, Marsch(Blankenburg) 15.15 Jungmädel singen und erzählen: Wer so ein faules Gretchen hat... 16.00 Nachmittagskonzert(Uebertragung aus der Reichsausstellung„Schaffendes Volk“ in Düsseldorf). Die DAF.=Kapelle der Firma Niehues& Dütting, Nordhorn(W. Kluge). Darin: Von Düsseldorf: Bericht von der Internationalen Motorbootregatta 18.00 Der neue Funkplan 18.05 Zur Unterhaltung. Robert Beyer(Klav.). 1. Rankender Wein(Kaiser). 2. Im Rosenhag(Lautenschläger). 3. Liebesgruß(Elgar). 4. Serenade (Metra). 5. Kleine Unterhaltungsmusik für Klavier(Beyer). 6. Lied der Nachtigall(H. Haaß). 7. Mein Frühling, Lied(Häuser). 8. Novellette (Gade). 9. Schlummerlied(Schumann). 10. Tarantella(Fischer) 19.00 Ehret eure deutschen Meister. Kunst und Künstler am Niederrhein und in Westfalen20.10 Der frohe Samstagabend. Das Westdeutsche Kammerorchester(Hermann Hagestedt) 22.30 Funkbericht vom Marinetag und Großer Zapfenstreich der Kriegsmarine in Düsseldorf 23.00 Tanzmusik. Die Melodie=Serenader. Aus der Reichsausstellung„Schaffendes Volk“ in Düsseldorf 24.00 Tanzmusik(Von Berlin). Kapelle Hans Bund; Kapelle Waldemar Haß Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 15. Juli Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Steinkohlen-Kuxe 13. 7. 14. 7. (Geld Briefl Geld Briefl Carolus M. 6600 1000 6600 7000 Const. 10000 10600 10100 10550 Deutschl. 385 420 390 420 Schwerin[5100— S20S6U0 Heinr. 16300 16800 16300 16900 Langb 21600 22500 2293022700 Braunkonlen-Kuxe Gute Hoff. 8300 8700/8250 8650 Leonh. 12300 13000 12500 13100 Michel!— 17600— 17500 Vosta 125001320012600/13400 Berahereth. 1450 1550 1430 1550 Kall-Kuxe Beienrode 1120 1180 111 101170 Burbach 12800!— 12600— Neu-Staßt.—--— Siegtr. lu. 111— 16750—— Wth.(1920020200 19800 20200 Preiverkehr Steinkehlen- u. Braunk.-Kure 13. 7. 14. 7. Geld BrieflGeld Brief Dierg. 12000 12600 12200270 Westtalen 10501— 1050— Bellerh. 4300 46004 1504400 Kall-Kuxe „13. 7. 16. 7. (Beid Brief(Geld(Briefl erapnechml— 18500 6100 G400 einigkelt—-1-!— Erichsseg Habigh. Jisenburg Mariagl. Marie Marie L. Mar Neusollst. Reichsld Thöringen — 45032003450 — 2500— 2450 290— 290— — 7500—— — 3000— 3000 — 3000—3000 — 3000— 3000 24002575/2300 2600 —— 280— Industrieaktien(Einheitek.) Baicke Masch. Berg. 6. Dahl.V. Bonner Bg. u. H. Bösp. Welzw. Div. 115. 7. 16. 7. 121.2121.5 5(156.0/196.0 6 1141.0s140.9 — 126.9126.3 Braunk. Zuk. Dortm.Ritterbr. Düss. Hosf.-Br. Düss. Masch. B. Oynamit.Nod. Eschw. Berg. V. Ewald-K-Ludw Glas- u. Sp., S. Glückauf-.A6. Jabr. Goedh. A6 Hallesche Salz. Milges Hindr.-Aufferm Hochtief 46. dabelw. Rheydt Kall-Chemie w. Kreftt H. Lehm& Co. Mülheim. Berg. Rhein. Metal! Rhein, Spiegel. Roodergr. Brnk. Sachtl.AG. Bgb. Schieß-Oefries Schleg. Scharp. Ver. Rumpus Waggonf.Uerd. Wasserw. Gels Bankaktien Beriin. Hand. 6. Com.- u. Pr.-B. O. Bank u..-G. Dresdner Bank Rb. W. 8b. Cr. B. Westd. B..-A. 15.7. 141.0 14. 7. 111.0 138.1 137.5137.5 38.8 87.6 169 3169.0 180.0190.0 132.5132.6 168.0168.0 143.0143.0 149.6/149.7 210.02100 157.51— 90.0 147.7146.0 182.0s181.5 119.1 .5 148.8149.3 5 128.7126.6 0 144.0141.0 S—.—. 01—. 171.0 114.5114.3 121.5121.5 100.0/1050 136.6/138.0 116.9/116.0 Vereicherungeaktien Aech.-Mönch.F 32.— 1105.6 Aach. Röckvers Agripp..,#. L. Alll.- u. Stuttg. AllI.-u. St..-V. Colonie,.-V. K. 1 0392.3 266.0 208.0 14.8210.0 — 392.0 .2/268.0 .8207.5 .6/135.0135.0 Ceionis Röchv4— 1258.0228.0 15.7. 795.0 90.0 14.7. 180.0 92.0 — 247.0247.0 6 120.0120.0 — 79.0 79.0 96.0 98.2 99.21 99.2 98.0 96.2 Gladb. Feuerv Köln Hagelv. Köln. Lioyd.V. Köln Rückv. gr. Köln. Rückv. kl. Rentenwerte 40Rb.-.-...12.10 99.2 99.21 59 dto. dto. S. 11. 101.7/101.8 4dto. Gold.-Kom 1926, 1927 S.—6 I5 Wd. Bod. Gpfd. Em. 3. 9/12, 14 # dto. Gold-.-Obl. Freiverkehre-Aktien „ 15. 7. 14. 7. Geld Brief Geld Brief Alexand 67.5 70.0 68.0 70.0 Burd. K. 64.5 66.5 64.5 67.5 Bött.-W—. 110.0—. 110.0 Ool. Bas. 101.0104.0 99.5103.0 Oyckerh 132.0133.7132.0135.0 Eisa C. 1133.5136.5133.5136.5 Hann. K. 80.0 82.0 81.0 83.0 Numb. DN 146.5149.0146.5150.5 Kortum 63.0—.. .-Fälz. 113.0116.0113.0116.2 Lothrin. 127.5130. 5128.0131.0 Lothr. G. 79.0 81. 5 80.0 83.0 uch. Bero 120.0— 120.0 an. Lino!— st. b. NIa. 113.5117.0113.0116.5 w. Aupf. 1 10.5/113.5110. 5113.5 vr. Oinn.„ 146.5130.0 H. Schött 87.5 59.0—. Walther[127.5/131.0s128.5s131.5 Senergriechelse 13..14.7. fällig ab 1. 4. 1894—. 103.5 I. 4. 193— 107.5 I. 4. 1926.—. 111.5 1. 4. 1997 115.7115.7 I. 4. 1n 116.7/116.2 Berliner Börse, 15. Juli Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Fillale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinsfuß 5% Einheitskurse Industriewerte „13. 74 7. 12—. 231.0 0— akkumulatoren N Ako A. E. O. Anhalter Kohle Aschaff. Zeilstoft 6 Basalt Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Kr. u. Licht " Maschinend. Buderus Char- Wasser Unem. Geisenk. Conti Gummi Ohiater den: Otsch. Atlent. Otsch. Conti Gas " Kabel " Linoleum " Steinzeug " Tel. u. Kab. " Waften " Eisenhand. Dierig 0134.0132.0 4- 127.0 3/147.0146.0 0121.3121.3 .48.044.7 6/148 7/148.6 0153.0152.0 6/142.0s141 0 4142.0s141.0 8 165.7165.5 6/152.2s152.7 4130.7132.0 S9 116.9115.7 49—.—. 11/190.0s191.0 Dittmann Neuh. Otmd. Akt.-Brau. Union-Brau Dürener Metall Oyckersh. Widm glektr. Lieferg. I" Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Union Feinjute Gegasra 4 ce. German. Cem. Ges. f. ei. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Textil Guanowerke 138.0133.3 6/122.7122.0 3—. 128.6 6/160.0161.0 10167.5168.0 7—. 1145.0 6/175.0176.0 6/152.2s152.5 169.8 3—. 10188. 12216 6181.0 6 6135.0 7 0 93.3 6/126. 0186.0 2215.2 0 01135.0 156.2 3 92.2 5s126.2 149.0 4116.7117.0 6154.5154.0 59 116.7116.0 s121.7121.7 gackethal Draht Hageda Hamb. Elektr. Hindr.-Aufferm. Hoftmann Starke Hohenlohewerke Holzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. se Bergbau Jise Genus Isenbeck Brau. Junghans Gebr. 3.315 65/142.3140.5 6/129.5126.0 8156.5155.0 8161.5160.7 64—. 1148.2 0 3— 6/130.5150.6 94.0 94.8 15 4161.1 142.0 K Holner 6as Krefft W. Kromschroeder Kronprinz Metall 74 KOppersbusch 6 ahmeyer * Laurahütte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Lorenz C. -zig. Horte Mlag Mimosa Mülheimer Berg. Orenst. 4 Koppel Usnabr. Kupfer Pongs& Zahn 6/162.5s163.5 3 79.8 80.7 0 90.1 88.7 5114.8113.0 152.0 132.0 6/130.5 0 4134.2 9171.80 8165.5 8/204.0/204.0 4 146.5/146.7 8152.5153.0 6/181.5/181.5 0/17 128.5 20.7 134.2 177.0 115.2 6 10 Phein. El. Werte el Rhein.-W. Kalk 6 Riebeck Montan.2 Rötgerswerke 6 S·ssse Sarotti Schlege Schles. Berg. u. 2. " Berg. Beuth. " Elekt. u. 6a3 Schub.& Salzer Schultheis-Patz. Siegersdorfer W. Siemens Glas 131.6 143.5 117.5 152.2 20— 113.0 5/129.0 0—. 126.5 7 1255 165.0165.2 101.0100.3 5139.3139.5 4129.5130.0 115.3 136.0 Siem.& Haleke Stollberg. Zink rhdringer Gas I Tuch Aachen Unien chem. Igger. Dtsch.Nickel V Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht Iljagner& Co. W Wandererw Warsteiner Grub. Westialen Draht Wickdler Brau. 130.6 116.0 152.2 390.0 111.0 9223. 0 97. 143. 0222. 93. 119 120.7 5133. 8/179. 3117. .0/163 249. 51148. 144. 9131. 0/180 S.17. Vertehranerte 45 Elberfelder Anl. 45 Essener Anl. 44 Mölh.-Ruhr Anl. 45 Ruhrverbd. Anl. 36 45 Pr. Ldpf. A. Pfd. 45 Ldbk. Westf. Pfd. 45 Ldbk. Westf. Kom 41Df. Komm. Goldan 4# Westf. ldsch. Pfdl 440f. Hyp B. Bln. Pfd. 4# Pr. Centr. Bod. Pfd. 44 Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. 45 Basalt Obl. 6 Concord. Berg. Obl. 6 Daimier Benz Obl. 6 Klöcknerw. Obl. 6 Mont Cenis Obl. 44 Ver. Stahl 60 4# Ver. Stahl 47/31 5 Ver. Stahl 6 Siem.& H. Obl. 6 Farbenbonds Umschuld. Anleihe A. 6. für Verkchr Boch.-Geisenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Südamer Norad. Lioye 0130. Nertennorte 45 Df. R. Schetr. 41 4 Ot. R. Anleihe 44 51 O. R. voungani 4# Reichsbahn Sch. Westtalen Altbesitz 45 Bochumer Anl. 48 Duisburger Anl. 45 Odsseldorfer Anl. 7 99. S 96. 5— 100. 0132.0 96.: #. 96.7—. 98.5 98.7 99.2 98.2 98.0 99.5 98.7 99.2 99.2 99.0 965 101.7 R. Schuldb. F. 39 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldd. F. 42 R. Schuldb. F. 43/8 5 Essen. Steink. 42 44 Harpener 49 45 R. W. E. 82/8 5 R. W. E. 80 55 Ruhrchemie 42 55 Ruhrgas 53 55 Ruhrwasser 53 45 Ruhrwohng. 30 e5 V. E. W. 50 98.2 96.0 99.6 99.0 99.2 99.0 99.0 104.6 105.1 102.2 98.0 96.0 100.111001 102.0101.6 134.5134.7 93.0 93.0 15../15.7. Geid Brief 100 100.1 99.7 99 2 101.0102 99.5100 97.21 98.7 101.7 97.5 90.0 98.01000 97.0 96.5 96.0100.0 97.0 90.5 Westtalenbank.-G. Bochum Austöhrung sümtlleher Bankgeschafte Seite 10 Nr. 164/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 16. Juli 1937 Tuenen und Sport Finks: Berlin bereitete Bernd Rosemeyer, dem Sieger im Rennen um den Vanderbilt=Pokal, einen jubelnden Empfang. In der Mitte der Nenschenmasse, die sich Dienstag abend auf dem Bahnhof Zoo in Berlin eingefunden hatte, sehen wir Bernd Rosemeyer mit seiner Frau Elly der am Boxsonntag den„Großen Preis von Belgien“ gewann, ganz rechts in weißem Mantel Ernst Se hristen###igab#ssch, purch Rehel, und Passerläufe waren den Teilnehmern an der Internationalen Sechstagefahrt für Motorräder auf der dritten Tages=Etappe beschieden. Klopfer(DKW.), unser kleinster Fahrer, zog es vor. seine Maschine eigenhändig durch einen See zu tragen. Gangrin der-Haneher Camuflo holf auf der 13. Tour-Etappe 8 Minuten auf— Wengler diesmal auf der zweiten Teilftrecke Dritter schwierigkeiten forderten ihre Opfer. Die Tschechoslowaken Stanislav und Juhan verloren ihren Kameraden Vitvar durch Sturz, dadurch ist die Trophaenmannschaft gesprengt. Deutschland und England machen jetzt das Ende unter sich aus. Der Ausfall von Vitvar ließ auch die junge tschechoslowakische Silbervasen=Mannschaft sowie die Jawa=Klubund Fabrikmannschaft auffliegen.„Geplatzt“ sind weiterhin die holländische Eysink=Fabrik= und die Utrechter Klubmannschaft, ferner zwei englische Fabrikmannschaften und eine englische Klubmannschaft. Strafpunkte Unerbittlich brannte die Sonne auf die 58 Teilnehmer der Tour de France, die sich am Donnerstag zur 13. Etappe von Montpellier nach Perpignan über 166 Kilometer auf den Weg machten. Wieder war die Strecke unterteilt. Der erste Abschnitt führte bis Narbonne über 103 Kilometer, die zweite Teilstrecke zum Etappenziel in Perpignan mit 63 Kilometer. Herrliche Straßen führten immer am Golf von Lion entlang durch das landschaftlich schöne und fruchtbare Weinbaugebiet am Mittelmeer. In Perpignan können die Fahrer nochmals der Ruhe pflegen, dann geht es in die Pyrenden, den gefürchteten Teil der ganzen Fahrt. Italiens Berufsfahrer haben sich durch das Ausscheiden Bartalis nicht in ihrem Vorsatz beeinflussen lassen, vor Eintritt in die Pyrenäen noch Boden gutzumachen. Schon kurz nach dem Start in Montpellier hatte sich Camusso vem Felde gelöst und war allein abgegangen. In rasender Fahrt vergrößerte er auf den guten Straßen seinen Vorsprung immer mehr, wobei er ein Tempo vorlegte, daß er auch von der sich in der Führung ablösenden Haupttruppe nicht erreicht wurde. Nach 103 Kilometer traf der Italiener in Narbonne ein, hatte also einen Durchschnitt von 40.480 Stundenkilometer gefahren. Ueber acht Minuten später traf erst der Haupttrupp ein. Meulenberg holte sich im Spurt in 2,40,46 hier den Sieg vor Danneels, Frechaut(bester Einzelfahrer), Ducazeaux und 50 weiteren Fahrern. Camusso hatte sich durch seinen großartigen Sieg in Schon jeßzt daxf. darauf, bingewissen werden, oaß der Gesamtwertung auf den achten Platz vorgeschoben. dem Saalsportfest am Samstag, 24. Juli, in der BörDie deutschen Fahrer hielten sich auch auf dieser Strecke gergesellschaft der Deutsche und Europameister im Einerganz hervorragend und alle wurden auf den sechsten kunstfahren Camyes, der im vorigen Jahre auf erhielten die NSU.=Fabrikmannschaft, die=Mannschaft Hollands in der Silbervase und die DD AC.=Klubmannschaft. Fußball-Notizen Estnischer Fußballsieg über Rumänien Der junge estnische Fußballverband trug am woch in Tallien sein erstes Länderspiel aus Gegner war Rumäniens Nationalelf. Vor 6000 Zuschauern feierten die Esten einen stürmisch bejubelten:(:)Sieg. Ferenevaros schlug Vienna Das dritte Spiel zwischen Ferencvaros Budapest und Vienna Wien um den Mitropa=Pokal fand am Mittwoch in der ungarischen Hauptstadt vor 12 000 Zuschauern statt. Ferenevaros siegte verdient mit:1 (:0) Toren und trifft nun am Sonntag in der Vorschlußrunde in Wien auf Austria. Saahporken und Fellkeris Der Auffakt zu den deutschen Amateur-Bahnmeisterschaften in Bochum Nur wenige Tage trennen uns noch von dem großen Sportereignis der Radfahrer. Mit allem Eifer wird gearbeitet, um Veranstaltungen aufzuziehen, die der Stadt Bochum und dem Radsport zur Ehre gereichen. schon jetzt darf darauf hingewiesen werden, daß bei Platz gesetzt. Wengler und Bautz unter den Ausreißern Vom Start weg zur zweiten Teilstrecke von Narbonne nach Pervignan über 63 Kilometer wurde gejagt. hatte sich doch der Himmel etwas bedeckt, wenn es auch schwül war. Bald bildete sich eine Spitzengruppe mit Neulenberg. Verwaecke. Chocque, Canardo. Cosson und den beiden Deutschen Wengler und Bautz, die dem Feld davoneilten. Aber die Verfolger ließen die Spitze nicht aus den Augen, wenn es auch nicht gelang, sie einzuholen. Kurz vor dem Ziel verlor Canardo etwas an Boden und Meulenberg holte sich in mächtigem Spurt in 1,31,08 Stunden vor Chocque und dem starken Wengler sowie Cosson, Bautz, Garmard und Verwaecke den Sieg. Geyer kam als 48. in 1,33,41 und Hauswald als 49. in 1,35.58 am Ziel ein. Nach mie vor führt Maes In der Gesamtwertung gab es nur durch den Italiener Camusso eine Veränderung, der vom 12. auf den 8. Platz vorrückte. Der Belgier S. Maes führt weiterhin mit 84,28,32 Stunden vor Lapevie 84,30,50, Vicini 84,33.45 und Disseaux 84,33.49 Stunden. in der Länderwertung weiter mit 253,52.03 Stunden vor Frankreich 254,01,13 und Deutschland 257,03,43 in Front. Das Ergebnis: 1. Teilstrecke: Montpellier— Narbonne 103 Kilometer: 1. Camusso(Italien) 2,32,39, 2. Meulenberg (Belgien) 2,40,46, 3. Danneels(Belgien), 4. Frechaut (Frankreich)(Einzelfahrer), 5. Ducazeaux(Frankreich) (Einzelfahrer). 6. 50 weitere Fahrer. 2. Teilstrecke: Narbonne— Pervignan 63 Kilometer: 1. Meulenberg(Belgien) 1,31,08, 2. Chaque(Frankreich), 3. Wengler(Deutschland), 4. Cosson(Frankreich)(Einzelfahrer), 5. Bautz(Deutschland), 6. Gamard(Frankreich), 7. alle übrigen Fahrer mit Ausnahme des Englanders Holland, der drei Minuten zurücklag. Endgültig Dr. Vordenbäumen Sieger in der Freiballon= Wettfahrt um den Kirdorf=Pokal Nach dem amtlichen Ergebnis des Preisgerichts für den Emil=Kirdorf=Freiballon=Wettbewerb 1937 wurde der erste Preis und damit der von Geheimrat Kirdorf gestiftete Wanderpokal dem Freiballonführer Dr. Vordenbäumen Bochum) mit dem Gelsenkirchener Ballon „Emil Kirdorf“ zuerkannt. Zweiter Sieger wurde Freiballonführer Pratie mit dem Ballon„Münsterland II“, dritter Sieger Freiballonführer Ebener mit dem Ballon „Stadt Essen II“. Zweikampf England-Deutschland 4. Tag der Internationalen Sechstagefahrt In strömendem Regen wurde die 420 Kilometer lange vierte Schleife gefahren. 189 Fahrer, von denen erst 16 Strafpunkte aufwiesen, machten sich am Donnerstag morgen auf die Reise. Von den Mannschaften blieben noch 48 strafpunktfrei, die drei in der Trophäe und acht der„ Silbervase gehörten zu ihnen. Die übrigen 24 Mannschaften hatten zum großen Teil schon über 100 Strafpunkte. 136 Kilometer lang ging es auf dem Schlußabschnitt des vorherigen Tages wieder zurück, dann bog die Straße nach Süden in jenes von 1932 und 1933 her noch berüchtigte Gebiet der Schlammstraßen. Nach der Mittagskontrolle führte die Strecke in das Hochmoor von Ammansoord und kurz vor dem Ziel hieß es den richtigen Weg aus dem„Karussell“ zu finden, jener vierfachen Straßenkreuzung, die schon einmal einigen zum Verhängnis geworden war, da sie mehrmals falsch fuhren und eine reichliche Zahl Strafpunkte für Zeitüberschreitung erhielten. Die unerhörten Anstrengungen der Regenfahrt in der vierten Tagesschleife zusammen mit Orientierungskunstfahren, Compes, der im vorigen Jahre auf dem Nürnberger Parteitage auf besonderen Wunsch des Führers auftrat und Tausende begeisterte, seine große Radfahrer wird aber auch eine Abteilung angegliedert Verwendung des Fahri Kunst zeigen wird. Schon dieser große Künstler allein dürfte die Massen zu dem Saalsportfest führen. Compes bringt aber auch seinen ständigen Partner im Zweierkunstfahren, Krahe, mit. Beide zusammen werden Leistungen zeigen, die sonst kaum erreicht werden können. Auf das sonstige Programm des Saalsportfestes kommen wir noch zurück. Der Festkorso am Sonntag, 25. Juli wird voraussichtlich ein recht buntes Bild zeigen. Dem Korso der werden, die die vielseitige Verwenvung des Fahrrades zeigen wird. Neben besonderen, schon festliegenden Gruppen werden auch die einzelnen Berufsgruppen vertreten sein, z. B. die Beamten, Beamtinnen und Angestellten, Schüler und Schülerinnen, die jeden Tag das Fahrrad benutzen, um schnell und billig die Arbeitsstelle zu erreichen, die Fleischer, Bäcker, Zeitungsbesteller, Schornsteinfeger, Fensterputzer usw., für die große das Fahrrad im Beruf unentbehrlich ist. In dieser Gruppe darf jeder mitwirken, der dazu in der Lage ist. Wir rufen alle, und bitten auch die Geschäftsinhaber, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Angestellten gern und freudig mitmachen. Besondere Kosten entstehen nicht, wohl aber ist es erwünscht, daß die Räder in guter Verfassung sind und schön geschmückt werden. Wer dabei sein will, teile dieses umgehend Herrn Hermann Ilse, Wilhelmstraße 13, Fernsprecher 651 85, mit. Dedilche ais Eilginiche Fielner Sieben deutsche Leichtathleten fuhren nach London Heute früh verließ mit Lutz Long, Karl Hein, sinnerungen an große Kämpfe wach. Fritz Schaumburg, Willi Schröder, Oscar Meisterschaft errangen: Lutz, Hans Woellke und Erwin Blask unter Führung des Sportlehrers Christmann eine starke deutsche Leichtathletik=Mannschaft den Tempelhofer Flugplatz, um am kommenden Freitag und Samstag in London an den seit 1866 ausgetragenen und für die ganze Welt offenen Englischen Meisterschaften teilzunehmen. Wie noch immer, so wird auch diese deutsche Expedition bei den Sitelkämpfen der Briten im Mittelpunkt stehen. Dies um so mehr, als England in den letzten Jahren alles darangesetzt hat, in den bisher vernachlässigten technischen Wettbewerben den Anschluß herzustellen. Alle genannten deutschen Leichtathleten starten eine Woche später bei den Deutschen Meisterschaften im Olympia=Stadion zu Berlin. Man darf hoffen, eine Reihe von ihnen als frischgebackene Englische Meister begrüßen zu können. 16 Deutsche trugen englische Meistertitel Die Zahl deutscher Leichtathleten, die ihren Namen in die Liste der Englischen Meister eintragen konnten, ist recht groß. Die Namen unserer Athleten rufen ErDie Englische 100 Yards(91,44 Meter) 1926: R. Corts 10,0 Sekd. 100 Yards(91.44 Meter) 1927: H. Körnig 10,1 Sekd. 220 Yards(201,16 Meter) 1927: H. Houben 21,8 Sekunden 220 Yards(201,16 Meter) 1928: F. W. Wichmann 21,/7, Sekunden Halbe Meile(804,67 Meter) 1909: Hanns Braun :57.6 Minuten Halbe Meile(804,67 Meter) 1911: Hanns Braun :59.8 Minuten Halbe Meile(804,67 Meter) 1912: Hanns Braun :58,2 Minuten Halbe Meile(804,67 Meter) 1926: O. Peltzer:51,6 Minuten Hochsprung 1911: Robert Pasemann 1,829 Meter Stabhochsprung 1911: Robert Pasemann 3,657 Meter Weitsprung 1927: R. Dobermann 7,29 Meter Diskuswurf 1928: E Paulus 44,81 Meter Kugelstoß 1927: G. Brechenmacher 14,04 Meter 4 mal 100 Yards 1927: Preußen Krefeld 42,2 Sekd. 4 mal 100 Yards 1928: Eintracht Frankfurt 43,2 Sek. 4 mal 100 Yards 1931: Preußen Krefeld 43,0 Sek. sehen, den Kampf mit:2 Punkten gewinnen zu können. Diese Möglichkeit besteht nicht nur allein rechtungsmäßig, sondern kann auch tennissportlich klar begründet werden. Zunächst wird wahrscheinlich keiner der deutschen Spieler in der Lage sein, den Wimbledonsieger Donald Audge(USA.) zu schlagen. Dafür können aber sowohl Cramm als auch Henkel den amerikanischen zweiten Einzelspieler, den jungen Frankie Parker, besiegen. Der Amerikaner schlug in Wimbledon Henkel, aber der Kampf stand auf des Messers Schneide und Henkel war nicht in bester Form, als er unterlag. Da der Berliner jetzt die Spielweise des Amerikaners kennt, besteht viel eher die Möglichkeit, ihn auszupunkten. Auch von Cramm muß Parker sicher schlagen, so daß das Doppel den Ausschlag gibt. Nun wurden die beiden Deutschen Cramm und Henkel ausgerechnet von dem amerikanischen Doppelpaar Budge[Mako besiegt, aber die Niederlage kam auf das Konto des vom vorausgegangenen und verlorenen Einzelkampf ermüdeten und deprimierten von Cramm. Die Deutschen lagen mit:4,:4 schon klar in Führung und hätten bei normaler Verfassung den Kampf glatt in drei Sätzen gewinnen müssen. Der Kampf ist also durchaus offen. Eine wichtige Frage ist, wie sich unsere Spieler mit der erneuten Umstellung auf Grasplätzen abfinden werden. Die Amerikaner konnten sich nach den WimbledonMeisterschaften ausruhen und sich ohne irgendwelche kämpferische Belastung auf die kommende Begegnung vorbereiten. Diesen Vorteil darf man— wie immer auch der Ausgang des Kampfes sein wird— nicht verkennen. Haben wir Glück und treten Cramm und Henkel in einer ihrem wahren Können entsprechenden Verfassung an, dann kann uns ein knapper Sieg gelingen. In diesem Falle könnte Deutschland erstmalig den begehrten Davispokal erobern und die Gefahr wäre gebannt, daß der Pokal nach den USA. wandern würde. Deshalb sind auch die Engländer, obwohl sie Deutschland als Gegner genau so fürchten müssen wie die USA., sehr daran interessiert, daß der europäische Vertreter sich durchsetzt. Die Spitzengruppe behauptet lich Die Ausscheidungskämpfe der Polizei Am Donnerstag wurde mit dem Pistolenschießen die schwerste Uebung des Fünfkampfes um die Deutsche Polizeimeisterschaft durchgeführt. Der Teilnehmer hatte einarmig stehend freihändig nach 50 Meter Anlauf fünf Schuß auf eine 24er Ringscheibe bei 25 Meter Entfernung in 30 Sekunden abzugeben. Die mangelnde Uebung in dieser Disziplin wirkte sich in den erzielten Leistungen aus. Die Ergebnisse des Pistolenschießens: 1. Klasse: 1. Wachtm. Pies 102.; 2. Wachtm. Lause 86.; 3. Wachtm. Kostell 84.; 4. Wachtm. Rechner 82.: 5. Revier=Oberwachtm. Ries 79 R. 2. Klasse: Revier=Oberwachtm. H. Heyer 89 R. 3. Klasse: Hauptwachtm. Lübbe 74 R. Die Placierung: 1. Klasse: 1. Wachtm. Pies 21.; 2. und 3. Wachtm. Koralski und Wachtm. Lause 21,5.: 4. Wachtm. Maroszek 22.: 5. Wachtm. Göddecke 25 P. 2. Klasse: 1. Revier=Oberwachtm. H. Heyer 4.; 2. Revier=Oberwachtm. Stennemann 11 P. 3. Klasse: 1. Hauptwachtm. Lübbe 6.; 2. und 3. Hauptwachtm. Brengemann und Hauptwachtm. Friedel 9 Punkte. Unfreiwillige Pause in der Rhön Nun fünf Deutsche auf den ersten Plätzen Abergläubischen war es von vornherein klar, daß am Donnerstag ein schlimmes Ereignis in der Rhön bevorstand. Und tatsächlich wurde an diesem 13. Wettbewerbstag jeglicher Segelflugbetrieb unterbunden, so daß nicht ein einziger Start vorgenommen werden konnte. Der herrliche Hochsommertag brachte einen so starken Südostwind, daß keinerlei Thermik aufkam, die zu Flügen ausgenützt werden konnte. Die im Laufe des Nachmittags bekanntgegebene Gesamtwertung nach dem Stand vom Mittwoch zeigt nunmehr fünf Deutsche auf den Vorderplätzen. Mit klarem Vorsprung führt Heini Dittmar vor Ludwig Hofmann und Wolfgang Späte, die eine Gruppe für sich bilden. Der Stand: 1. Dittmar(Deutschland) 1405 Punkte, 2. Hofmann(Deutschland) 1109., 3. Späte(Deutschland) 1090., 4. Schmidt(Deutschland) 795., 5. Hanna Reitsch 784., 6. Sandmeier(Schweiz) 779., 7. Baranowski(Polen) 538,5., 8. Baur(Schweiz) 481,5 Punkte 9. Frl. v. Roretz und Prenay(beide Oesterreich) 472,9., 10. Zabski(Polen) 434 Punkte. Schlußakt im Kampf um den Davispokal InAhlerika Zutenllagen! Zum dritten Male im entscheidenden Interzonen-Finale gegen USA. Montag und Dienstag in Wimbledon Der Besitz des Davispokals wird in diesem Jahre bereits mit dem Sieg im Interzonenfinale entschieden. England ist als Pokalverteidiger nach dem Fortgang von Fred Perry zu schwach, um den Pokal erfolgreich verteidigen zu können, so große Hoffnungen man sich auch auf der Insel zu machen versucht. Zum fünftenmal steht Deutschland im Interzonenfinale in der Begegnung zwischen dem besten europäischen Vertreter und dem Sieger in der Amerika=Zone, den USA selbst. Dreimal haben wir bisher im Vorentscheidungskampf gegen die USA. gestanden, dreimal wurden wir geschlagen. 1929 gewannen Tilden, Hunter und Allison van Ryn:0, 1932 schlugen Vines und Shields die Deutschen:2 und 1935 wurden wir:4 geschlagen. Im vergangenen Jahre trafen wir mit einem kranken Henkel und einem nicht ganz in Form spielenden von Cramm auf die Australier und schieden:4 aus. Nach dem Ausgang der Wimbledoner Kämpfe und der auf Grund der Tatsache, daß unsere Vertreter Gottfried von Cramm und Heinrich Henkel sich innerhalb kürzester Zeit von Gras auf Hartplatz und von Hartplatz wieder Grasboden umstellen mußten, muß man die Amerikaner für die kommende Begegnung, die auf Platz Nr. 1 von Wimbledon am Samstag, Montag und Dienstag ausgetragen wird favorisieren. Aber man darf nicht die große deutsche Chance überDer RSpCl.„Misa 27“ Bochum unternimmt Sonntag, 18. Juli morgens 7 Uhr, eine Wanderfahrt nach Dortmund. Treffpunkt Vereinsheim. Unsere Voraussagen Rambouillet, 16. Juli 1..: Huquette Volage— Knoloma. 2..: Nevil Eglantine. 3..: Stall Unzue— Khorassan. 4..: Tracteur— Isdes. 5..: Nappe— Bush Lady. 6..: Monsieur Fernand— Sahre au Clair II. Auteuil, 15. Juli 1..; 1. Passe Partout(Pelat), 2. Petit Diable, 3. Zénodie. Toto: Sieg 32, Platz 29, 35. Ferner: Bimar, Pitchine vong Bot. Wue wechar, Bichlne, „ 2..: 1. Iman(Dubus), 2. Nicotiane, 3. Ensorceleur II. Toto: Sieg 12. Drei liefen. 3..: 1. Pépin le Bref(Tremeau), 2. Incompris II. 3. Malou. Toto: Sieg 30, Platz 16, 17, 51. Ferner: Paraplute, Serene, Claret, Quadi, Roi du Porto, Reve. 4..: 1. Bao Dai(Dubus),? Takvor Pacha, 3. Skiff. Toto: Sieg 15, Platz 14, 15. Ferner: Sultanas Guard, Trader Horn. 5..: 1. Royal Kidney(Kalley), 2. Patatras, 3. Sagar. Toto: Sieg 43, Platz 17, 22, 22. Ferner: Badeb, Haut les Coeurs, Patrician, Feticheur, Pitou, Ortflamme II. Le Clair de Lune..:07, Orislamme II, 6..: 1. Le Solin(Kalley). 2. Gaboulaß, 3. Le Vainqueur. Toto: Sieg 49, Platz 24, 20. Ferner: Week End, Tonia. Hoppegarten, 15. Juli „ 1.„.: 1. Staatsoper(Müller) 2. Calitea, 3. Torerotochrr.;„Toto; Sieg 200, Platz 47, 49, 36. Ferner: Lampadius. Fifalgo. Humbert. Alte Liebe, Alaja, Wildfang. 2..: 1. Götterdämmerung(Zehmisch), 2. Rosenode, 3. Gräfin Isabella, 4. Papi. Toto: Sieg 43. Platz 18. 20, 31, 51. Ferner: Ernst, Altvater. Uhnselsen, Präsent. Sanki Andreas II. Einschlag, Botschafter, Ordinarius, Mathilde Zibebe. Valanda, Beditta, Artadne. .: 1. Goldtaler(Blume). 2. totes Rennen zwischen Elpis und Marquis. Toto: Sieg 59. Platz.26, 22, 22. Ferner: Egmont, Panther, Makrone, Narrhalla. 4..: 1. Elritzling(O. Schmidt), 2. Burgunder, 3. Atts. Fersins“s. 49. Platz 25. 31. Ferner: Blinzen, Hadrian, und: Lsirine. 2. Panheros, 3. Perdeluna, s. uriinie. Toto: Sieg 76, Platz 13, 11, 12, 11. Ferner: Qutrl. Legionär. Albatros, Frühaus. Chronik, Matrose. „.,I.:, k Freischärler(Binzenz).„2. Purpurstern. 3. Orendel. Toto: Sieg 59, Platz 19. 16, 15. Ferner: Blason, Taniris, Glücksvogel, Peloponnes, Iberis . J..: 1. Mimierv(Huquenin), 2. Festspiel, 3. Goldrudin, 4. Lady Rosa. Toto: Sieg 33. Platz 14, 19, 17. 20. Ferner: Metternich, Lerchenau, Feuerbarde, Rosensee, Winnetou. Seite 11 Nr. 164/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 16. Juli 1937 •* Sch bonSsiermanit Jum 250. Gesutstag des gwossen Gochumer Lanosmannes Von Rans Schulte IX: 9. Fortsetzung und Schluß Der Clesckied von den Kindern 7 Mit der Gemahlin als Verkannter in Jilierien Ostermanns Tock am 31. Mai)4) Furchtbareres noch als die grausige Stunde auf dem Schafott stand dem so tief Gestürzten an diesem Tage des Unheils, dem 29. Januar 1741, bevor. Zwar die Kaiserin hatte den Frauen aller Verbannten, wie es der Brauch im Lande, gestattet, mitzuziehen ins ferne Sibirien und zu teilen das schwere Los des Lebensgefährten bis zum bitteren Ende. Und Marfa Iwanowna, die Stolze und Treue aus hohem Geschlecht, hatte nicht eine Sekunde gezögert, mit dem Gefährten des Lebens in Würden und Glanz nun auch das festgesetzten Unterhaltungsgelder hielten die äußere Not fern von dem Hause, in dem ein nie rastender Geist sich im Grübeln zwischen den Stunden der Stille verzehrte. Leiser und stiller flackerte das Lebenslicht des Grafen Andreas von Ostermann, der doch in Wesen und Art Heinrich Johann Friedrich Ostermann aus westfälischer Erde geblieben. Leiden, Podagra und rheumatische Flüsse schwächten den durch erlittenes Unrecht und Gram schon Gebeugten. Fünfmal hatte das Jahr sich gerundet und auch das sechste war verstrichen lautlos und grau, wie die Landschaft, die die Verbannten umfing. Mai war es nun geworden nach schwerem sibirischen Winter. Spärlich wagten sich erste Boten der kärglichen Flora des Landes hin zum Lichte der zaghaft wärmenden Sonne. Aber die langsam sich wieder regenden Kräfte in der Natur konnten die Kraft des leise verlöschenden Grafen nicht stärken. An dem Letzten des Mai im 1747sten Jahre hatte der nun fast 60jährige ausgestritten, ausgelitten... und das Tuch der Toten deckte den schmächtiger noch gewordenen Körper, der ein Sitz so hohen Geistes war. Frisch wölbte sich in den Junimorgen der Hügel des Grabes auf dem Friedhof zu Beresow in Sibirien, der einen Großen an Macht einst und Großen im Geiste trotz allem bis zuletzt deckte... Nackwort als Dame am Hofe. Ihm blieb der Trost und das gute Gewissen, mehr noch: als köstlicher Schatz ihm Marfa Iwanowna erhalten, die so treu wie keine sweite!.2.u Grge in. 4 Vierzig Fahre trennten den Grasen nun fast von der unseligen Flucht aus dem Vaterland. Vierzig Jahre, in denen er alles durchlebt und durchlitten, durchkämpft und erobert, gewonnen und verloren, was dem Geiste nur vorstellbar. Gut denn, auch dieses Ende sollte den Geist ihm nicht beugen. Beresow in Sibirien, das war das Ziel der schrecklichen Reise, die in Schlitten am Morgen des 30. Januar begann. Aechzend lag der schwer leidende Graf unter Pelzen und Decken im Schlitten und doch immer wieder sein Leiden verbergend. Wilde Kosaken preschten zur Seite, streiften mit scheuen Blicken das steinerne Antlitz, das die Macht bisher ihnen verkörperte, blickten voll Achtung auf die ungebeugte, stolze Frau, die Fährnis und Strapazen spottete, wo es galt, die Ehre und Treue zu wahren. Groß war der Zug der Trauer, der in windender Fahrt gen Osten flog, denn für alle Verbannten, Gestürzten galt der gleiche Befehl, galt das „Sofort“! Eines nur verhieß ihnen erträgliche Zeiten: daß Herr von Stresnew, der Schwager des Grafen von Ostermann, auf Befehl der Kaiserin mitfuhr als extra auserwählter Gouverneur für die verschiedenen Orte der Verbannung, die Ziel und Ende bedeuten sollten. Still waren die letzten Jahre des einst mächtigen Grafen von Ostermann in dem festen Haus zu Beresow. in dem vor ihm der unglückliche Herzog von Kurland in Verbannung gesessen. Still und doch bei allem Leiden verschönt durch die Liebe Marfa Iwanownas, die sich so herrlich bewährte. Endlich war den Gefährten, wenn auch erst im Unglück, das Glück gegeben, ganz und nur sich zu leben. Und wenn Pracht, Glanz und Macht auch fehlten, die Sorge des Schwagers und die von der Kaiserin über das Uebliche hinaus Aus Westfalen und Rheinland So endete Heinrich Johann Friedrich Ostermann, dessen bewegtes Schicksal uns alle ergreift als das des Bochumer und westfälischen Landsmannes. Seltsam verstrickt liegen Schuld und büßende Arbeit, liegen Aufstieg und Fall dieses Mannes, der die Erde des Grabes teilt mit deutschen Soldaten, die im Weltkrieg als Gefangene Rußlands so wie er im fernen Sibirien ihr Leben lassen mußten. Sichere Nachricht vom weiteren Leben Marfa Iwanownas, Gräfin von Ostermann, ist nicht auf uns überkommen. Sicher wissen wir nur, daß beide Söhne Ostermanns kinderlos starben, während die Tochter den Obrist=Lieutenant der Artillerie Tolstoi aus altem russischen Adelsgeschlecht heiratete, wobei ihr die Kaiserin Elisabeth als Hochzeitsgabe das früher dem Vater gehörende schöne Landgut Stepanowski schenkte. Ostermanns Söhne starben indessen geachtet, nachdem sie hohe Stellungen in der Armee und im Staatsdienst Rußlands errungen. Einer von ihnen nahm ein männliches Enkelkind der Schwester durch Adoption als eigen an und verband so dem Namen Tolstoi den deutschen Namen des Vaters. Dieser Graf Alexander Iwanowitsch Ostermann=Tolstoy, der 1770 das Licht der Welt erblickte, war ein großer Soldat, kämpfte mit Auszeichnung gegen die Türken und Polen, focht als Heerführer in vorderster Front mit in den Kriegen gegen Napoleon und ließ als Siegespreis nach glücklichem Ueberstehen der Schlachten von Borodino, Tarutino und Bautzen am 29. August 1813 auf dem Schlachtfeld von Kulm seinen linken Arm. Als der Führer des Gardekorps brach er die doppelt stärkere Macht des Marschalls Vandamme. Trotzdem diente er weiter, war dann im Frieden bis 1825 Befehlshaber des russischen Grenadierkorps und füllte seinen Lebensabend aus mit einer Orientreise und Studien, aus denen ihn am 12. Februar 1857 am Genfer See als letzten männlichen Nachkommen des Grafen Andreas von Ostermann der Tod hinwegriß. — Ende.— bahnhof, wo er von der Polizei aufgegriffen wurde. Die Polizei war sich zunächst über die Zusammenhänge nicht klar. Bei seinen Vernehmungen gab der Junge einen falschen Vor= und Zunamen an. Die Polizei sorgte dafür, daß der Junge der Jugendbehörde zugeführt wurde, die ihn dann ins Waisenhaus brachte. Obwohl der Junge als vermißt gemeldet war, konnte er darum nicht ausfindig gemacht werden, weil er bei allen Vernehmungen immer die Unwahrheit sagte. So behauptete er u.., er wäre 14 Jahre alt. Seine Eltern seien tot, er habe zuletzt bei Pflegeeltern in Frechen gewohnt. Die Pflegeeltern hätten ihn, nachdem er aus der Schule entlassen worden sei, aus dem Hause getrieben. Als immer wieder festgestellt wurde, daß der Junge sich aufs Lügen verlegte, wurde ihm am Mittwoch noch einmal zugeredet. Er gestand dann, daß er einen falschen Namen und ein falsches Geburtsdatum angegeben hatte. So konnte man endlich nach drei Monaten den Fall aufklären. Der Brudertotschlag in Nievenheim Der Vater aus Erregung über die Untat einem Herzschlag erlegen Neuß, 15. Juli. Wie wir gestern kurz berichteten, hat am Mittwoch morgen auf der Heimkehr vom Kirmesfest der in den 20er Jahren stehende Heinrich Becker aus Nievenheim seinen zu Besuch weilenden Bruder Bernhard aus Benrath im Streit durch einen Herzstich getötet. Diese furchtbare Tat hat noch weitere verhängnisvolle Folgen nach sich gezogen. Der Vater der Bruder, der ebenso wie die Frauen der beiden Brüder Zeuge der unheilvollen Tat war, erregte sich so, daß er am Mittwoch mittag einem Herzschlag erlag. Die Mutter sowie die Frau des Erstochenen erlitten Nervenzusammenbruch. Sie mußten beide dem Krankenhaus zugeführt werden.— Der Täter ist dem Gerichtsgefängnis in Neuß zugeführt worden. Wie noch bekannt wird, lebten die Brüder schon seit einiger Zeit auf gespanntem Fuß. Beim Verlassen des Festzeltes gerieten sie erneut aneinander, und ehe die Angehörigen es verhindern konnten, hatte Heinrich Becker das Messer gezückt und seinem Bruder den todbringenden Stich ins Herz versetzt. Andreas Graf Ostermann in zeitgenössischer Darstellung.— Unser Bild gibt eine im Besitz der Stadt Bochum befindliche Medaille des deutschen Medailleurs Hedlinger wieder, der zu Lebzeiten Ostermanns an deutschen Fürstenhöfen wirkte traurige Brot Sibiriens gemeinsam zu brechen. Aber die Kinder, die Tochter und Johann und Friedrich, die Söhne, sie, die dem im Herzen immer„der Deutsche“ Gebliebenen mit der Frau durch die guten und bösen Zeiten Heimat und Glück fern der Heimat Westfalen bedeutet hatten, sollten die Augen des Vaters nie mehr erblicken. Sie, die mehr er geliebt als sein Leben, sollten für immer scheiden aus seinem Leben in wenigen Stunden, denn nach dem Willen des Urteils mußte die Reise in die Verbannung eh noch der neue Tag beendet begonnen sein! g1..ef.# Unauslöschlich brannte sich in die Seeie der Kinder Ps AoPWol auf einer=Posikartensene Erstaunlicher„Weltrekord“ eines Altenaer Soldaten im Kleinschreiben Schwach lag vor ihnen auf der Pritsche der alte, schwerkranke Vater. Schluchzend lagen die Söhne, nicht achtend des soldatischen Manneskleides, zu Füßen des Vaters, schluchzend und doch noch bemüht um die weinende Schwester, der der Abschied die Besinnung zu nehmen drohte. Wieder forderte die Stunde Unmenschliches schier von dem über Höhen und Tiefen Gegangenen, der die Weisheit des Alters an Jahren zwar nicht, doch im Geiste errungen. Und es war dem Standhaften doppelter Schmerz und zugleich doch Erlösung, als das Kommando der Wachen den Abschluß gebot. Eins war Trost nur dem allein in der finsteren Zelle Verharrenden, daß die Rache der Kaiserin haltgemacht vor den Kindern, sollten die Söhne doch, wenn auch nicht bei Garden, Offiziere im Heere bleiben und die Tochter Hagen, 15. Juni. Der Gefreite Wilhelm Hömberg aus Altena in Westfalen, zur Zeit bei der Wehrmacht in Frankfurt a..=Rebstock, hat einen neuen Weltrekord“ im Kleinschreiben aufgestellt, und zwar schrieb er die erstaunliche Zahl von 29 423 Worten auf eine Postkartenseite. Es sind keineswegs Silben, sondern Worte, keine Kurzschrift, wie vielfach angenommen wird. sondern regelrechte Druckschrift, d. h. alle Worte sind lesbar ausgeschrieben, die Hauptseite einer gewöhnlichen Postkarte mit 264 Reihen und 29 423 Worten beschrieben, die den vollständigen Text von 122 Seiten aus dem Buch Sven Hedins„Transhimalaja“ widergibt. Rund 180 Stunden wurden hierzu benötigt und acht Bleistifte verbraucht Die Karte ist unter Zeugen ohne Lupe beschrieben worden. Das erforderte nicht nur ein gutes Auge, sondern auch eine ruhige Hand und eine äußerst große Geduld. Bereits vor zwei Jahren stellte Hömberg einen Rekord mit 22500 Worten auf, der aber später von einem Engländer mit 25000 Worten übertroffen wurde. Nun hat der Deutsche denn Rekord des Engländers noch weit übertroffen. Zwei Schüler durch Blitzschlag getötet Moers 15. Juli. Donnerstag nachmittag gegen 18 Uhr schlug in einem Buschgelände bei Moers der Blitz in eine Gruppe von sechs jungen Leuten. WähZfelder Werk Arbeiter aus mit dem Schrecken davonkamen, erlitt ein dritter Brandwunden am Kopf und ein vierter eine schwere Gehirnerschütterung, die seine Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich machte. Die Schüler Heinz Diergardt und Heinz Speyer, die am schwersten verletzt wurden, sind ihren Verletzungen bei der Ueberführung ins Krankenhaus erlegen. Todessturz aus 25 Meter Höhe Duisburg, 15. Juli. Auf einem Hosürzte am Mittwoch ein 29 Jahre alter Arbeiter 25 Meter Höhe ab und erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf der Stelle tot war. Ein nettes Früchtchen Dreizehnjähriger Junge hielt sich drei Monate unter falschem Namen im Waisenhaus auf Köln, 15. Juli. Seit dem 26. April dieses Jahres wurde ein dreizehnjähriger Junge aus einem Kölner Vorort vermißt. Mittwoch nun konnte der Junge in einem Kölner Waisenhaus ausfindig gemacht werden. Die Ermittlungen der Polizei ergaben folgendes: Der dreizehnjährige noch schulpflichtige Junge hatte sich aus der elterlichen Wohnung entfernt. Er trieb sich Türenfabrik in Flammen Detmold, 15. Juli. Am frühen Mittwochmorgen entstand in der Türenfabrik August Wrenger in Laubke bei Lemgo ein großes Schadenfeuer, dem innerhalb weniger Stunden die Fabrikanlage und ein Teil des Wohnhauses zum Opfer fielen. Das noch junge Fabrikunternehmen hat erst kürzlich einen größeren Reichsauftrag erhalten und daher verschiedene neue Maschinen angeschafft, die jetzt durch Feuer vollständig vernichtet wurden. Es gelang, einen Teil der wertvollen Hölzer und die Einrichtung des Wohnhauses zu retten. Die Motorspritzen aus Detmold und Lemgo hatten mit erheblichem Wassermangel zu kämpfen und mußten über 1100 Meter lange Schlauchleitungen legen. Nach den bisherigen Feststellungen ist ein Schaden von über 40 000 Mark entstanden. Man nimmt an, daß das Feuer bei den Luftschächten im Kesselraum entstanden ist. Aufklärung eines Verkehrsunfalles Der Getötete war schuld Münster, 15. Juli. Am 17. Januar hatte der Kraftfahrer Pankratz mit seinem Kraftwagen auf der Fahrt von Münster nach Burgsteinfurt kurz vor Burgsteinfurt einen Mann angefahren und getötet. Der Getötete war mit einer Schnapsflasche in der Hand dem auf der Mitte der Fahrbahn fahrenden Wagen in den Weg gesprungen, von der linken Vorderkante des Wagens erfaßt und zu Boden geschleudert worden, wo er tot liegenblieb. Von der Anklage der fahrlässigen Tötung wurde Pankratz jetzt freigesprochen, da die Beweisaufnahme keine Anhaltspunkte für ein schuldhaftes Verhalten des Kraftwagenfahrers ergab. „Wer mehr arbeitet, muß mehr verdienen“ Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Padberg über bergbauliche Gegenwartsfragen Gelsenkirchen, 15. Juli. Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Padberg sprach am Mittwoch abend vor den Gefolgschaftsführern, Betriebsobmännern und Vertrauensratsmitgliedern des Gelsenkirchener Bergbaues über bergbauliche Gegenwartsfragen. Der Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter befaßte sich u. a. mit der Knappschaftsfrage, die in absehbarer Zeit gelöst werde. Auch das zingewesen müsse eine Lösung im Sinne des nationalsozialistischen Prinzips erfahren: Wer mehr leiste, müsse auch mehr verdienen. Ein Toter Vier Bergleute verschüttet Ibbenbüren, 14. Juli. Infolge Loslösung einer größeren Kohlenmasse wurden im Steinkohlenbergwerk vier Bergleute verschüttet. Die sofort eingesetzten Rettungsversuche hatten den Erfolg, daß drei Bergleute lebend, allerdings mit schweren Verletzungen, geborgen werden konnten. Der Bergmann Richter aus Mettingen konnte nur als Leiche von seinen Arbeitskameraden beU 54 „ Wir bauen In Bochum an der Stensstraße 24 Eigenheime, schon mit einem Elgenkapltal von ca. RM. 3 500,— können Sie Hausbesltzer werden. Die monatlichen Zine- und Tilgungsbeträge belaufen sich auf ca. RM. 73,—, nach 7½ Jahren nur noch auf ca. 60.— RM. Auskunft am Samstag, dem 17. d. M. im Ladenlokal Hattinger Straße 204, Bochum-Weitmar, von 15—19 Uhr. Am Montag, dem 19. d.., von 17— 20 Uhr. W te werden schnell bezeitigt durch Senus Medail. Londen u. 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Zu haben bei Erich Plattiaut, Reform- u. Kräuterhaus Bochum, Viktorlastraße 3, Ruf 933 82 Seite 12 Nr. 164 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 16. Juli 1937 Wernei Ehrenmat=dol dei Wemt Der ganze Stadtteil ehrt seine Gefallenen in der Weihestunde am Sonntag Ein wichtiges Ereignis steht dem Stadtteil Werne am kommenden Sonntag bevor. Unter Teilnahme der gesamten Bevölkerung findet die Einweihung des Kriegerehrenmals statt. Nun ist auch Werne im Besitz einer denkwürdigen Ehrenstätte für die 546 Gefallenen des Weltkrieges. Ueber den Werdegang der Herstellung des Ehrenmals sei kurz berichtet. Die Einladung zur Gründungsversammlung am 28. September 1927 gina von den vereinigten militärischen Vereinen aus. Als Grundstock wurde von den genannten Vereinen ein Ueberschuß aus einer Kriegerfestveranstaltung im Betrage von 1800 RM. zur Verfügung gestellt. Der Anfang war gemacht. Zunächst hieß es, einen günstigen Platz für die Aufstellung des Ehrenmals zu finden, da davon die Art des Denkmals abhängig sein würde. Von den drei in Erwägung gezogenen Plätzen wurde der durch Abbruch der früheren Börneckeschen Besitzung, Mittel= und Heidestraße frei gewordene, im Besitz der Harpener Bergbau=AG. befindliche Platz als der geeigneteste angesehen. Die übrigen Vorschläge, das Denkmal in dem alten Park(Hermannstraße) oder inmitten des neuen Parkes aufzustellen, fand auch seitens verschiedener Künstler gelegentlich deren Anwesenheit keinen Anklang. In dankenswerter Weise stellte die Harvener BergbauAG. ein Stuck des Platzes dem Ehrenmalverein kostenlos zur Verfügung. Immer stärker verbreitete sich jedoch der Gedanke, daß für die Errichtung eines würdigen Ehrenmals nur der ganze Platz geeignet sei. Nun begannen die Verhandlungen mit der Platzeigentümerin und der Stadtverwaltung, um im Tauschwege das ganze Gelände zur Verfügung zu bekommen. Wenn sich die Verhandlungen auch zeitweise langsam hinzogen, so daß es fast schien, als ob der aanze Plan zum Scheitern verurteilt sei. gelang es schließlich doch, zu einer beide Teile befriedigenden Lösung zu kommen. Im Juli 1933 erfolgte die Aufforderung an eine Reihe von Künstlern zur Abgabe von Entwürfen, Infolge der beschränkten Geldmittel durfte eine bestimmte und festgelegte Höchstsumme nicht überschritten werden. Ein aus Vertretern des Ehrenmalsvereins und der Behörden gebildeter Ausschuß beschloß im Oktober 1933, aus den eingegangenen zwölf Entwürfen, den des Architekten Tachill aus Castrop= Rauxel zur Ausführung bringen zu lassen. Und nun begannen die Bauarbeiten. Der Hauptdank gebührt der Stadtverwaltung. die die Platzgestaltung in solch einer mustergültigen und ausgezeichneten Weise gelöst hat. Nicht vergessen seien aber die vielen, vielen Svender, die sich an der Aufbringung der Geldmittel beteiligt haben. Hier bewahrheitet sich wieder das Wort, daß des Volkes ärmster Sohn auch sein getreuester ist. Nun steht das Werk vollendet da. Es ist erwünscht, daß sich die gesamte Einwohnerschaft am Sonntag zur Weihestunde, die um.30 Uhr beginnt, einfindet. Werner Bürger, zeigt, daß ihr eure toten Helden nicht vergessen habt! Bei günstigem Wetter wird das Denkmal am Montag ab 22 Uhr bis 24 Uhr durch Scheinwerfer angestrahlt. * In biblischem Alter. Frau Witwe Grabowski, Vollmondstraße 36, konnte gestern im Kreise ihrer Familie den 82. Geburtstag begehen. Sie erfreut sich noch recht geistiger und körverlicher Frische. Aus der evangelischen Gemeinde(3. Bezirk). Der Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Schoemann findet wegen der Einweihung des Ehrenmals am Sonntag, 18. Juli, nicht um.45 Uhr, sondern erst um 10.15 Uhr statt.— Bis zur Besetzung der Pfarrstelle durch den neugewählten Pfarrer Agena vertritt Pfarrer Beckmann den 3. Bezirk. Pfarrer B. hat seinen Dienst schon angetreten und ist jeden Tag, morgens von 9 bis 11 Uhr, im Pastorat Schloemann zu sprechen. Aus der Frauenhilfe 3. Im Oberlinhaus hatten sich die Frauen des 3. Pfarrbezirks zu einer Geburtstaas= und Abschiedsfeier zusammen gefunden. Die Glückwünsche der Gemeinde übermittelte Pfarrer Schloemann an die Geburtstagskinder. Nach einigen gemeinschaftlich gesungenen Liedern, hielt Pfarrer Schloemann seine Abschiedsrede, in der er den Frauen für ihre treue Mitarbeit seinen Dank aussprach. Stadtteil Langendreer erste Amtshaus Langendreers 85 Jahre In diesen Tagen kann das erste Amtshaus Langendreers auf ein 85jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Haus, das sich an der Unterstraße 14 befindet, verkörvert ein Stück Langendreers Geschichte und hat den gewaltigen Aufstieg Langendreers zu einem bedeutenden Industrieorte miterlebt. Bis zum Jahre 1850 gehörte das Amt Langendreer mit dem Kirchdorfe sowie den Bauernschaften Düren, Stockum, Somborn und Werne zum Amt Witten. Sodann erhielt es eine selbständige Verwaltung. Am 1. Oktober 1851 fand die erste Amtsversammlung statt, und zwar unter dem Vorsitz des neuen Amtmanns Lechner. Kurze Zeit darauf beschloß man den Bau eines Amtshauses an der Unterstraße, der anfangs des Jahres 1852 errichtet wurden. Den älteren Langendreerern ist dieses alte Ziegelsteinhaus an der Unterstraße noch unter dem Namen„Wunderkästchen" bekannt. Es sollte ursprünglich ein Gefängnis werden. Fast wie ein Schildbürgerstreich mutet es an, wenn man erfährt, daß man nach Fertigstellung das Fehlen von Treppen bemerkte. Es wurde von dem Amtsbürgermeister bezogen. Das erste Amtsbüro befand sich in der Dachstube. Als dann aber nach wenigen Jahren Schulze=Vellinghausen Ehrenamtmann wurde, kam das Amtsbüro bald nach Stockum. Das Amtshaus wurde an den Bergmann Plesken vermietet. Erst im Jahre 1880 kaufte die Gemeinde Langendreer das Haus für 6000 Mark dem Amte ab. Es enthielt dann wieder das Gemeindebüro. Als die Einwohnerzahl infolge der industriellen Entwicklung auf 9000 stieg, wurden die Räume zu klein, so daß diese in Middeldorfs Haus untergebracht werden mußten. Das ehemalige Amtshaus wurde fortan als Dienstwohnung des jeweiligen Polizeiwachtmeisters verwandt. Da einer dieser Gesetzeshüter den Namen Wunder trug, kam das Haus zu dem Namen„Wunderkästchen". Nicht es auch so, weil es Gefängniszellen enthielt, in denen die ertappten Uebeltäter eingesperrt wurden. Dem düsteren, vorspringenden Bau sieht man nicht an, daß er schon eine so bewegte Geschichte hinter sich hat. * Langendreerer Volksschüler am Haltener Stausee. Die Oberklasse der Wilhelmsschule verbrachte in dieser Woche zwei Tage am Halterner Stausee. 40 Jungen fuhren in bester Stimmung mit einem modernen Autobus dorthin, wo sie in der Jugendherberge untergebracht wurden. Rektor Schüngel ließ die Jungen nach Herzenslust tollen und sich in der herrlichen Gegend ergehen. Einem Waldlauf folgte am Dienstag ein schöner Ausflug in die Borkenberge. Am Abend ging es dann wieder in die Heimat. Stadtteil Laer Totenglocke. Am Mittwoch wurde der plötzlich verstorbene Polizeibeamte Robert Fromberg, Hemkestraße 5, unter sehr starker Beteiligung zur letzten Ruhe geleitet. Vor dem Leichenwagen schritten Polizeiformationen mit ihrer Musikkapelle. Ihnen folgte die Vereinigung der Kolonialtrupve. die Krieger= und Landwehrkameradschaft und der Verein heimattreuer Ostund Westvreußen. Hinter dem Wagen ging ein großes Trauergefolge. Am Grabe legten mit Abschiedsworten Kränze nieder: Die Vereinigung der Polizeibeamten, die Stadtverwaltung. das Polizeirevier, die Kolonial= truppe und der Verein heimattreuer Ost= und Westpreußen. Bezirkspfarrer Krombera hielt die Grabrede. Stadtteil Altenbochum Neubautätigkeit. Im Stadtteil Altenbochum wird nach wie vor emsig gebaut. An dem neuen Straßenzug gegenüber dem Wohnblock am Freigrafendamm ersteht ein Mehrfamilienhaus, das bis zum Sockel bereits hochgezogen ist. An der Kreuzung Ulmenallee—Velsstraße ist man mit den Ausschachtungsarbeiten für ein Zweifamilienhaus beschäftigt, während bereits ein weiterer Neubau im Rohbau fertiggestellt ist. Auch an der Goystraße gegenüber dem Tipvelspfad wird an zwei Stellen gebaut. Die Straße am Pappelbusch wurde vor kurzem ganz mit einer Teersplittvacklage versehen. Stadtteil Harpen Hohes Alter. Der Reichsinvalide Julius Kruvatz. Donarstraße 3, feiert am Freitag in seltener geistiger und körverlicher Frische im Kreise seiner Angehörigen seinen 81. Geburtstag. Am 16. Juli 1856 in Bublitz (Pommern) geboren, kam er mit 22 Jahren nach Westfalen und übte bis zum Jahre 1921 den schweren Beruf als Bergmann aus. In seinem hohen Alter verrichtet er noch recht rüstig mit seiner Ehefrau, die am 3. Juni 77 Jahre wurde, Haus= und Gartenarbeit. Seine sieben Kinder, 82 Enkel und 15 Urenkel wünschen ihm noch einen recht langen und glücklichen Lebensabend. Statdteil Gertbe Persönliches. Der Fahr= und Wettersteiger Egon Schmidt wurde mit Wirkung vom 15. Juli zum Obersteiger und stellvertretenden Betriebsführer auf der Schachtanlage 1/2 der Bergbau=AG. Lotbringen berufen. Bergbau=AG. Lothringen fuhr ins Sauerland. Die Eisenbahnerabteilungen machten mit ihren Frauen eine schöne Fahrt ins Sauerland. Mit Autobussen ging es am Harkortsee vorbei ins Volmetal zu dem entzuckend schön gelegenen Dahlerbrück. Nach einem Ausflug zur Glörtalsperre fand man sich wieder in Dahlerbruck zu einem Kameradschaftsabend ein, der, mit Gesang und Humor gewürzt, lange noch in aller Gedächtnis sein wird. sich innerhalb von knapp 8 Jahren„St.=MatthiasErbstollen" in Linden entwickeln können. Stück für Stück arbeitete sich das Werk empor. Bis vor kurzem noch fehlte die Einrichtung einer Waschkaue. Heute kann die Belegschaft auch schon in einer den modernen Verhältnissen vollig angepaßten Waschkaue nach der Schicht ihr Bad nehmen. Stadtteil Querenburg „Kommt und laßt uns tanzen, springen. kommt und laßt uns fröhlich sein.“ Sonntag, 18. Juli, morgens in der Zeit von 9 bis 12 Uhr, tanzen und singen die Jungmädel und der BDM., Gruppe Querenburg, bei Richmann, Eggermann. Am Bellenkamp, an der Stieveler und Heintzmannstraße und in Steinkuhl. Alle Eltern und Freunde der Hitler=Jugend sind herzlich eingeladen. Stadtteil Weitmar Die Kohlenstraße Die unter Friedrich dem Großen angelegte Gahlenmt, die sche Kohlenstraße, einst dazu bestimmt. auf den Schöne Blicke aach in Werne Bochum ist in allen seinen Stadtteilen überreich an interessanten und reizvollen Durchblicken, in denen sich immer wieder die Eigenart altwestfälischen Stils mit dem Charakter des Industriellen verbindet. Niemand, der in diesen prächtigen Sommertagen der Werner Badeanstalt einen Besuch abstattet, kann an dem Bilde vorbeigehen, das unsere Aufnahme festhält. Das alte Bauernhaus, blütenumrankt, der Kirchturm und der Förderturm, sie bilden einen so eigentümlichen Dreiklang, wie man ihn in dieser harmonischen Geschlossenheit selten findet. K ..-Brüning LinzWrurses dol dei Tal Drei Tage Jubel und Freude in Linden— Groß wird das Fest Begibt man sich einmal zu dem noch werdenden Festplatz der Deutschen Arbeitsfront an der Hilligenstraße bei der evangelischen Kirche in Linden, so sieht das geistige Auge heute schon die Freuden und die ungebundene Fröhlichkeit von drei Tagen, die das Fest nun einmal bringen wird. Nur noch einen Tag dauert es, bis das mächtige Zelt die Menschenmassen aufnehmen wird, bis die Musik den ersten Marsch in ihm erschallen läßt und bis draußen die Volksbelustigungen aller Art beginnen. Dann geht es„rund“ in Linden, und nichts vermag den Frohsinn und den Jubel aufzuhalten.„„ Een Eveits Der„B..“ brachte vor einigen Tagen bereits einen Programmauszug dieses Festes. Es sollen aber Ueberraschungen geboten werden, die jetzt noch nicht verraten werden können. Daß die Rollschuhläufer. die im letzten Winter bei einer KdF.=Veranstaltung in Linden so ausgezeichnet gefallen konnten, erscheinen werden, sei noch mitgeteilt. Außerdem wird am Sonntag abend Kreiswalter der DAF. Pa. Meinert eine Ansprache halten, in der richtungweisend der Sinn des Festes klargelegt werden soll. Von der Lindener DAF.=Dienststellenleitung konnten wir in Erfahrung bringen, daß der Vorverkauf an Karten stark eingesetzt hat. Man rechnet bereits mit einer gewaltigen Beteiligung, die die Zahlen der vergangenen Jahre noch in den Schatten stellen wird. Für jeden ist die Dauerkarte die beste Lösung: denn sie kostet für alle drei Tage nur.50 RM., während eine Einzelkarte bereits.30 RM. kostet. Sing= und Tanzabend der NS.=Frauenschaft.=Linden Die fortschreitende innere Gesundung unseres Volkes zeigt sich nicht nur darin, daß die Fabrikschlote wieder rauchen, daß das Heer der Erwerbslosen von den Straßen verschwunden ist, daß überall in deutschen Landen sich die Hände regen und Werke schaffen, die aufsehenerregend und einmal in der Welt dastehen. Nein, daß in Deutschland wieder gelacht wird, daß die Menschen wieder Sinn für das Schöne im Leben haben, daß ihre Augen wieder leuchten vor Freude am Dasein, das ist ein sicherer Beweis dafür, daß das deutsche Volk seinen Niedergang überwunden hat. Denn lachende Gesichter und leuchtende Augen können nicht künstlich geschaffen oder gar befohlen werden.„ Eine solche Abendstunde der Freude und des Frohsinns war der Tanz= und Singabend der NS.=Frauenschaft Bochum=Linden, der von sommerlicher Warme begunstigt, im Freien auf der großen Wiese des Kindergartens der NSV. einen schönen Verlauf nahm. Hunderte von Frauen und Männern umsäumten in weitem Rund den Fahnenmast, an dem zu Beginn die Hakenkreuzfahne emporstieg, begrüßt von Lied und Spruch des B2M., der im Verein mit der Jugendgruppe der Frauenschaft unter Fräulein Johanneswerth alte deutsche Tänze darbot und schließlich alle Erschienenen zu Tanz und Lied begeisterte, begleitet von den Klängen des Akkordeons. Die Musiker Erich Wolf und Heinrich Beil waren die Meister dieser wieder zu Ansehen gekommenen Volkskunst. Als dann mit einbrechender Dunkelheit bunte Papierlaternen ihren zauberischen Schein verbreiteten, da war die Freude auf ihrem Höhepunkt. Mit großer Befriedigung über den Verlauf dieses Abends konnte die Frauenschaftsleiterin Frau Burggräf die Feierstunde schließen mit dem Liede:„Kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das unsre weit und breit.“ * Silbernes Arbeitsjubiläum. Auf eine 15jährige ununterbrochene Tätigkeit konnte der Hauer Karl Jager, Welverstraße, bei der Betriebsgemeinschaft„Friedlicher Nachbar" zurückblicken. Ihm wurden von allen Seiten zahlreiche Glückwünsche zuteil. Die Verwaltung ehrte den Jubilar mit einem Diplom, einer Uhr und einem Geldgeschenk. Dahlhausens Realprogymnasium feierte sein Sommerfest. Dieses Sommerfest, das fast schon wieder in Vergessenheit geraten war, wurde zum ersten Male wieder in alter Tradition begangen. Schon um.30 Uhr ging's mit Musik nach Nieding(Altendorf). Bei frohem Spiel und frischem Sport und allerlei huntem Vergnügen ging der Nachmittag schnell zu Ende. Viel Beifall fand vor allem der Start der selbstgebauten Segelflugzeugmodelle. Studiendirektor Th Ernst hieß die zahlreich Erschienenen willkommen. Vor allem galt sein Gruß den Schülern, die Ostern die Schule verließen. Eine für dieses Fest verpflichtete Essener Sängerin zeichnete für den Erfolg der Veranstaltung mit verantwortlich. Nachdem noch eines der urwüchsigen HansSachs=Spiele aufgeführt worden war. trat man gegen 10 Uhr den Heimweg an. Gesangabteilung der Linden=Dahlhauser Eisenbahner. Die Gesangabteilung der Eisenbahner von Dahlhausen hatte am gestrigen Tage die Frauen der Abteilung zu einem gemütlichen Kaffeetrinken eingeladen. So gab es im Vereinslokal Möller auf der Dr.=.=Otto=Straße angenehme Stunden. Am Abend kamen noch die Männer dazu, und unter der Leitung seines Dirigenten Hermann Großjung sang der Chor einige sehr schone Lieder. Aber auch sonst traten Humoristen des Vereins nacheinander auf, die wahre Lachsalven hervorzurufen verstanden. MGV. Liedertafel sang im Krankenhaus. Wie schon oft, sang Sonntag der Männergesangverein Liedertafel in den Anlagen des Krankenhauses. Dankbar lauschten die zahlreich erschienenen Kranken den frischen Weisen. Frauen und Mütter flogen aus. Die St.=Engelbertus=Pfarrei Oberdahlhausen unternahm mit ihren Müttern und Frauen einen schönen Ausflug zur Loemühle. Bei Kaffee und Kuchen, Besichtigungen der alten Loemühle, des Tierparks und manch frohem Spiel aingen die schönen Stunden nur zu schnell zu Ende. Dies und das aus Linden=Dahlhausen. Die Arbeiten, die in den letzten Wochen an der Straße„Am Nehringskamp“ in Linden durchgeführt wurden, nähern sich ihrem Ende. Die ganze Straße hat eine dauerhafte Pflasterung erhalten. Die Anlage von Gehsteigen wird nach der restlosen Fertigstellung des Straßendammes an beiden Seiten in Angriff genommen.— Einen herrlichen Anblick bieten jetzt die Anlagen der beiden Lindener Krankenanstalten. Das katholische Krankenhaus legt für die Kranken einen wunderbaren Erholungspark an. Gepflegte Rasen und Wege wettstreiten mit ebenso schönen Blumenanlagen. Jeder. der diese Anlage zu sehen bekommt ist tief davon beeindruckt.— Vom kleinen„Pütt" bis zur Kleinzeche hat here Bedeutung, als die Ruhrschiffahrt aufblühte, die Eisenbahnen aufkamen. Die Straßen nach Hattingen und nach Essen wurden ausgebaut; die Kohlenstraße wurde vernachlässigt. Erst in neuerer Zeit, mit dem wachsenden Kraftwagenverkehr, gewann sie als Verbindungsstraße zwischen den Ausfallstraßen wieder an Bedeutung. Um dem Rechnung zu tragen, wurde die bis dahin in schlechtem Zustande sich befindende Straße erheblich erbreitert, Verkehrshindernisse durch den Abbruch vorspringender Häuser beseitigt. Diese umfangreichen Arbeiten sind fast restlos beendet und die Kohlenstraße ist jetzt eine vorbildliche Verkehrsstraße geworden. Gegenwärtig werden in der Nähe des Verwaltungsgebäudes der Westfälischen Stahlwerke(zum Bochumer Verein gehörig) Radfahrerwege angelegt, ebenso auch an der Essener Straße. Neue Bauten der Stahlwerke geben der Kohlenstraße auch an dieser Stelle ein freundlicheres Aussehen. Die vielen Gärten an der Straße stehen jetzt im schonsten Sommerschmuck. Der Ortsteil WeitmarNord gewinnt an Ansehen. * Stadtteil Hamme 40 Jahre Männerverein der Herz=Jesu=Pfarrei Hamme. Der im Jahre 1897 unter dem ersten Pfarrer der Hammer Herz=Jesu=Pfarrei Moritz Lohre ins Leben gerufene Männerverein St. Joseph kann am Sonntag sein 40jähriges Bestehen feiern. Morgens ist ein feierliches Levitenhochamt, in dem ein früherer Präses des Vereins die Festpredigt halten wird. Nach einer Andachtsstunde am Nachmittag findet im Saalbau des Lichtspielhauses an der Gahlenschen Straße ein Festakt statt, bei dem ein früherer Seelsorger der Herz=Jesu=Gemeinde die Festansprache übernommen hat. dem Nachbargeviel Stadt Wattenscheid Oessentliche Ratsherrensitzung in Wattenscheid Heute nachmittag um 17 Uhr findet im großen Sitzungssaal des Rathauses eine öffentliche Ratsherrensitzung statt. Die Tagesordnung derselben ist wie folgt: 1. Verwaltungsbericht des Oberbürgermeisters für die Zeit vom 1. April 1933 bis zum 31. März 1936. 2. Bericht des Stadtbaurates über die Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes. 3. Grundstücksangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Damit folgt die Stadt Wattenscheid den Anregungen des Deutschen Gemeindetages, die Ratsherrensitzung öffentlich abzuhalten. Stadt Wanne=Eickel Polizeiliche Anordnung über ein Parkverbot, Aufhebung eines Durchfahrtsverbotes und Anordnung des Richtungsverkehrs in der Kaiser=Wilhelm=Straße in Wanne=Eickel. Auf Grund der§§ 28. Absatz 5 und 84 der ReichsStraßenverkehrsordnung vom 28. Mai 1934 wird angeordnet: Das Durchfahrtsverbot für die Kaiser=WilhelmStraße wird aufgehoben. Die Kaiser=Wilhelm=Straße in Richtung von der Hindenburgstraße zur Langekampstraße wird hiermit zur Einbahnstraße erklärt. Das Parken auf beiden Seiten der Auffahrt zur Blücherstraße zwischen der Kaiser=Wilhelm=Straße und Blücherstraße gegenüber den Häusern 186 bis 192 ist verboten. Wer dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach§ 36 der Reichs=Straßenverkehrsordnung mit einer Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bestraft. Diese Anordnung tritt mit dem Tage der Aufstellung der Verkehrszeichen in Kraft. * Wechsel am Handwerksamt. Der Geschäftsführer des Handwerksamtes, Dr. Felling, ist mit dem 1. Juli aus den Diensten des Handwerksamtes ausgeschieden. Ueber die Nachfolge ist noch nichts bekannt. Wer kennt die Täter? In den Abendstunden des 28. Juni, etwa in der Zeit zwischen 18 und 20 Uhr, wurde von bisher noch unbekannten Tätern an der Eisenbahnstrecke Wanne=Hbf.—Wanne=Unser=Fritz ein Leitungspfahl verbogen und die Leitungsdrähte mit einer Schnur zusammengebunden, so daß das Einfahrtssignal nicht bewegt werden konnte, wodurch eine Betriebsstörung verursacht wurde. Als Täter dürften Kinder bzw. Jugendliche in Frage kommen. Personen, die zur Sache zweckdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei, Gelsenkirchener Straße 25, zu melden. Ennepe=Ruhr=Kreis Die Gauschule in Hattingen ein Jahr Die Gauschule der NS.=Frauenschaft, Gau Westfalen=Süd, von der bereits in der gestrigen Nummer des„B..“ ausführlich berichtet wurde, kann im Juli auf ein einjähriges Bestehen zurückblicken. 21 zehntägige weltanschauliche Kurse mit 887 Teilnehmerinnen, 12 zweitägige Kurzschulungen mit 500 Teilnehmerinnen, acht größere Tagungen, das ist das Ergebnis der Schulungsarbeit des einen Jahres in der Gauschule Hattingen. Welche Menschen gingen nun in diesem einen Jahr durch die Gauschule? Amtswalterinnen der Kreise und Ortsgruppen, als Vertreterinnen der verschiedenen Landschaften unseres Gaues sich ergänzend und ausgleichend. Abteilungsleiterinnen der einzelnen Arbeitsgebiete der NS.=Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks Walterinnen des Frauenamtes der DAF., Landjahrführerinnen, Walterinnen der NSV. und Führerinnen des Reichsnährstandes nahmen an den Kursen teil. Bochumer Verbände und Vereine Sängerkreis Bochum. Achtung Breslaufahrer! Die 2. Chorprobe aller Breslaufahrer des Kreises Bochum findet am heutigen Abend, 20 Uhr, in der Bürgergesellschaft unter Leitung des Gauchorleiters Nellius statt. Wir laden alle Sänger zu dieser Prode nochmals ein. Geschäftliches (Außer Verantwortung der Schriftleitung.) Einem Teil unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der Commerz= u. Privat=Bank Filiale Bochum, Wilhelmsplatz bei, auf den wir unsere Leser hinweisen. — Unseren lieben Bochumer Freunden und Bekannten teilen wir hierdurch die glückliche Geburt unseres dritten Sohnes hocherfreut mit. Winold Begenia.u Filialdirektor Dipl.-Kim. Werner Ebenfeld und Frau Margarete geb. Rohr Düsseldorf, den Mecumstraße 31 14. Juli 1937 Zu früh war uns Dein Scheiden, Zu ditter Dein zu früher Tod: Doch Du bist nun erlöst vom Leiden. Befreit von aller Erdennot. Dienstag abend entschlief plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater. Bruder. Schwager und Onkel JOTlal.PEOtZ arbeitsreichen Leben, im Alter von nach 60¾ einem ahren In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen Bochum(Siepmannstr.35), Frankfurt a.., Offenbach. Hanau und Wallroth, 15. Juli 1937 Die Beerdigung findet Samstag, den 17. Juli 1937 nac 19.00 Unr vom mhüchde. des Phiedhorer-Pren.ain. „„ 15 TIl, in der l elchenhelle.. , uschmittage um.30 Uhr vom Innenhof des Friedhofes Freierafendamm aus. statt.—. Trauerteier um.19 Uur in der Leichenhalle des Augusta, Allen, die aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, diene diese als solche Statt besonderer Anzeige Heute nachmittag 3½ Uhr entschlief unerwartet infolge Herzschlages, nach erst kürzlich überstandener schwerer Krankheit, mein innigstgeliebter Mann, mein guter Vater. unser guter Bruder Kaufmann ENUT SCONeDURT Im Alter von 38 jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lisa Schöneborn geb. Reese Lisalore Schöneborn Bochum, den 14. Juli 1937 Wittener Straße 92 Die Beerdigung findet am Samstag, dem 17. Juli, 15.30 Uhr. von der Kapelle des Friedhofes an der Blumenstr. aus statt. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. Du warst so jung. Du starbst so früh, Wer Dich gekannt. Vergißt Dich nie. Am Donnerstag, dem 15. Juli, starb nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe, gute Frau, meine herzensgute Plutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Enkelin Eise Obelwenl geb. Hampel im Alter von 31 Jahren. Um stille Tellnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen Herne, Bochum-Gerthe, Waldenburg/ Schlesien, 15. Juli 1937 Die Beerdigung findet am Samstag, dem 17. Juli 1937, nach mittags 3 Uhr. vom Trauerhause, Herne, Bergstr. 131, aus statt. Heute vormittag entschlief sanft nach langem. schwerem Leiden meine liebe Frau. unsere gute Schwester. Schwiegertochter, Schwägerin. Tante und Nichte geb. Im Alter von Creutzenberg 48 jahren. In tiefer Trauer: Albert Neumann und Anverwandte Bochum, den 14. Hattinger Strabe 92 uli 1937 Die Beisetzung findet Sonnabend, 17. Juli, um 15 Uhr, von der Halle des Zentralfriedhofes am Freigrafendamm aus statt. Trauerteier 14.30 Uhr daselbst. Belleidsbesuche dankend verbeten. gr. Balkon, Bad, [Nähe Knappschaft, Etg., z. 1. Aug. s. 70 M zu verm. Bochumer Wohnungsnachweis, Kortumstraße 70, Ruf 63597. 4räum. Wohn z. 1. 8. zu verm., n. Ehrenfeld. Miete 48 Mark. Wohnungsn. Schürholz, Rottstraße 11, Telephon 63233. 7 -.-Wohng. N. B.., für 45 M z. 1. 8. zu verm. Vereinsstr. 7, prt. Abgeschlossene -Zimmer=Wohng. m. Mans., an ruhige Famil. zum 1. 10. zu vermiet. E. B. 51906 Anz. Am Samstag, dem 17. Juli, morgens 7¼ Uhr, findet in der St. Marien-Kirche das 1. Jahres-Seelenamt für den verstorbenen Flugzeugführer und Unteroffizier Franz Dahlhoff statt, wozu freundlichst eingeladen wird Abgeschlossene =.-Wohno Nähe Bülowplatz. z. 1. 8. zu verm. Ausk. Anz.(51944 Schöne, für ig. Ehep. geeignete -ZimmerWöhnung in Stadtmitte, Mietspr. 35 ..8..vermiet. L. 5853 Anz. Kleines frdl. Zimmer, leer, m. Licht u. Wasser, sof. zu ##verm. Kortumst. 28, Laden rechts. W Kanalisationsarbeiten Die Herstellung von 210 ljd. Meter Steinzeugrohrkanal in der projektierten Straße zwischen„Auf dem Dahlacker" und Pantaleonstraße soll vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind bei der Kanalbauabteilung, Rathaus, Zimmer lange der Vorrat reicht, erhältlich. Zusendung durch die Post erfolgt Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag, den 24. Juli 1937, 11 Uhr, bei der Kanalbauabteilung einzureichen, wo die Oeffnung der Angebote in Gegenwart der erschienenen Bieter stattfindet. Ungenügend ausgefüllte und verspätet eingebende Angebote bleiben unberücksichtigt. Bochum, den 14. Juli 1937. Der Oberbürgermeister. Oeffentliche Mahnung Die nachstehend aufgeführten, im Juli 1937 sätig gewordenen und nicht gezahlten Steuern und Abgaben Tüchtige hausgehilfin gegen guten Lohn sofort gesucht. Gaststätte „Zur Bungt“. .=Gladbach, Bungtstraße 96. Ordentliches Hausmädchen sofort gesucht. Handelshof, Bochum. Tüchtiges werden hierdurch angemahnt: Am 4. Juli 1937 fällig: Schulgeld für die staatlichen höheren n U n t e r h a l t s b e i t r ä g e f ü r Juli 1937 fällig: r für Juni und Bür#ger Brückstraße Nr. 61 einfach möbl. Zim mer zu vermiet. Brückstr. 36, 1. 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Juli 1937 werden die vorhandenen Rückstände zwangsweise eingezogen. Zahlungen können währeno der Kassenstunden von 8 bis 13 Uhr bei der Stadtkasse, Rathaus, Eingang B, und bei den Zahlstellen erfolgen. Ueberweisung auf ein Bank= oder Postscheckkonto wird unter Angabe der Hebebuchnummer empfohlen. Die Stadtkasse hat Konten bei allen Bochumer Banken und Postscheckkonto Dortmund 19637. Bochum, den 16. Juli 1937. Die Stadtkasse als Vollstreckungs. behörde. für Geschäftshaus. halt gesucht. Geschw. Hinnenberg .=Barmen, Schönebeckstr. 41. Tüchtiges Mädchen für kleinen Haushalt gesucht. Wäsche außer dem Hause. Fritz Maatzen, Willich bei Krefeld, Telephon 344. Vereinsstraße 7, I möbliert. Zimmer an berufst. Dame zu vermiet.(51911 Wagnerplatz Nr.28 gut möbl. Wohnund Schlafzimmer, mit fließ. Wasser, in ruh. Einfamil.= hause, an Angest. oder Beamten sofort zu vermieten. Ig.Ehep. sucht eine -=.=Whng. für sof. od. später. Sich. Mietezahler. G. A. 51892 Anz. =Zimmer=Wohng. such, sich. Mietez. 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Jensen MIt: Karl Ludwig Diehl, Kitty Jantzen, Theo Lingen, Anton Polntner, Zech-Ballot Dieser packende Film schildert den Kampf eines Rechtsanwalts um die Ehre und Freiheit seiner Frau, die in eine geheimnisvolle Mordatfäre verwickelt wird. Dazu: die Filmkomödle„TIII Eulenspiegel“ der Kulturtilm:„Unbekannte Vogelwelt“ u. Wochenschau. Täglich.15,.40, 8 Uhr Nach dem gleichnamigen Roman von Rud. Greinz Tolle Geschichten um den Landeshauptmann Gordlan v. Schwingenbeute! Täglich Beginn Darsteller: Weiß Ferdl(Doppelrolle) Paul Richter, Trude Haefelin, Fred Döderlein, Josef Eichheim, Marliese Ludwig. Leo Peukert Ein derbes Lustsplel von Witz und Komik — ein einzlgartiges Brillantieuerwerk zwerchtellerschütternden Humors. Dazu das reizende Filmspiel Puppenzauber“ und die Wochenschau Täglich.15,.40, 8 Uhr Castroper Straße Poststraße Ein spannender. sensationeller Abenteurertilm mit Jean Harlow. Clark Gable, Wallace Berru Der schöne Romantilm mit Sustav Dießl. sa Niranda. Attila Hörbiger. tadttheater Großes Beiprogramm Großes Beiprogramm B 0CHUM Freitag, 16. Juli, 20—22,30 Uhr, Vormiete B 32: Jan und die Täglich außer Sonntag: Des reizende, musikalische Lustspiel voll Witz, Humor und Fröhlichkeit Sonntag 2 Uhr große Jugendvorstellung Ein blonder Traum mit: Lilian Harweg. Willi Fritsch, Willi Forst Rpollo Weitmar Die Botschaft an Garcia Capitol- Werne Suse Graf Rolf Wanke. Allce Treit Relph A. Roberts. Jacob Tiedtke Peul Heidemenn. Hans Richter in dem überaus lustigen Ufe- Film hilde Petersen postlagernd mit Ide Wöst, Leo Siezek, Dorit Kreyssler, Woltgang Liebeneiner Ab 30. Juli: Der SpitzenfIIm Lumpaci Vagabundus Komödie von Schwenzen. Samstag, 17.Juli: Dezu des Lustsplel: „Achte mir aufs Gakek!“ Kulturfilm Wochenschau Joe Stöckel, der Regisseur des erfolgreichen Fllms:„Der Etappenhase“ als Jakob Schaffleiter in Lapitol kangendreer Nur 4 Tage! POLA NEOR! I: madame Bobary Ein Freuen-Schicksel. Beginni Wochentags 4 Uhr Sonnteg 2 Uhr lichtburg kangendreee so weit geht die liebe nicht mit Wolfgang Liebeneiner, Ceorg Alexander, Maria Andergast, Greti Theimer, Tibor v. Halmay, Oekar Sabo Ein zartes Liebesspiel an der blauen Donau führt von Regensburg bis Budapest und hier, wo die Donauschiffahrt die verschiedensten Nationen zusammenführt, finden sich ein Mann aus dem Hochland und ein Mädchen aus der Pußta zum Lebensbunde Beiprogramm- Sonne, Wind und Wellen-, Lustsplel-Wochenschau Sonntag 2 Uhr Familien-Vorstellung mit: Morgenrot Lucie Englisch Maria Paudler Jee Stöckel versprechen Ihnen zwei vergndste Stunden fahren ins Sauerland und kehren ein im Schauburg Ager“ Wir zeigen vom 16.—22. Juli 1937 einen lustigen Kriminalfilm Der gehelmnisvolle Mister I mit R. A. Robert, Hermann Thimig. Dazu Opter der Vergangenheit (Die Sünde wider Blut und Rasse) — und des übliche Beiprogremm in Ohle, Inh. Fritz Mertens Großer Garten, Liegewiese, herrl. Berggegend. Fremdenpension. Besten im Bilde über das, was in den Kinos gespielt wird, sind Sie nach Studium des.A. Vermischtes Büromöbel liefert preiswert Frautmann Viktoriastraße 73 Ruf 65434 am„Handelshof“ Ruf 66776, Bochum, Rottstr. 29 Flasche von Was für den Textteil der Zeitung gilt, glt auch für den Anzeigenteil: Stets etwas anderes— stets etwas Neues! Gerade durch die Abwechslung fesselt man die Leser— und das ist doch das erste Geboi in der Werbung: Interesse erwecken! Ein großes muslkalisches Lustspiel nach den heiteren Melodien der Oper„Martha“ nhaber Josef Blum VIktorlastr..--ut 6ss 7e HELGE ROSWAENGE— eines der hervorragendsten Mitglieder der Berliner Staatsoper— ein strahlender Tenor. CARLA SPLETTER durch den Rundfunk bekannt und für den Film entdeckt— ein reizendes, helteres Geschöpt mit natürlicher Begabung und glockenklarem Sopran. FRITZ KAMPERS— ein humoriger, saft- und kraftvoller Darsteller, der seine Rolle und das Leben stets richtig anpackt. 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Sonntags ab 8 Uhr Lachen, Reifall und Stimmung in diesem neuen sleghaften Ufa-Erfolg. Jugendliche haben Zutritt. Täglich.50, 6 und 8 Uhr Schönheitswasser Aphrodite Altmikue, Stadt-Drog., Bongardstr. 12 Dros. Fischer, Kortum-, Eche Rottstr. Dros Kneider. Große Bechstrabe 11 Dros. Knepper, Dorstener Strabe 93 Part. Pracht. Kortumstraße 3 Part Hernetfel, Hattinger Strabe 14 Dros. Feuerstein, Bochum-Linden Drog. Peil. Kortumstraße 27 Dros Becker, Hattinger Strabe 19