„— C Sg Apsstaerprate: Grurdprst: u. 1 um Pöhe l- M mm Pret: 85 Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„hör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das, Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. berhindert wird, können keine Ersatzansprüche, gestelli werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer mittwochs und samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Dienstag, 13. Juli 1937 44. Jahrgang Nummer 161 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise;, Grundpreise für 1 mm Hoyg in 22 mm Breite.5, Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil. Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 5 Pf., kleine Anzeigen(nicht Art) 8 Pf., Anzelgen im Vereins= oder Sportkalender Im Tertteil 10 Pf., Auskunst= und Zitsergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 9 gültig., Nachlaßstafsel,.“— Schluß der annahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551— 54 auf Fer Sudhe Das diplomatische Wochenend=Stelldichein Frankreich hebt die Kontrolle auf— Auf französischen Wunsch ein Provisorium? Berlin, 12. Juli. Von unserer Berliner Schriftleitung. Das diplomatische Wochenend=Stelldichein, das sich Englands Außenminister Eden und— wie sich inzwischen herausgestellt hat— der englische Botschafter in Paris Sir Erie Phipps sowie der holländische Minister van Swindern, der am Freitag in London den Vermittlungsantrag gestellt hatte, an Bord der Jacht„Princeß" im französischen Hafen Deauville gaben, steht im Mittelpunkt der politischen Betrachtungen in allen europäischen Hauptstädten. Während Sir Erie Phipps seinen Außenminister über die französische Auffassung in der spanischen Kontrollfrage und über die übrigen europäischen Probleme unterrichtete, hat das englische Außenministerium über Sonntag den„Vermittlungsplan“ für die spanische Nichteinmischung ausgearbeitet, zu dessen Fertigstellung England bekanntlich durch einstimmigen Beschluß des Nichteinmischungsausschusses am Freitag aufgefordert worden war. Inzwischen ist von Frankreich, anfangs in ultimativer Form, dann in abgeschwächter Fassung, dem Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses mitgeteilt worden, daß die Kontrolle an der französisch=spanischen Pyrendengrenze am Dienstag mittag 12 Uhr aufhöre. Der französische Botschafter in London, der diesen Beschluß übermittelte, soll hinzugefügt haben, daß die Grenzen jedoch nach wie vor geschlossen blieben und daß es sich lediglich um die Einstellung der Tätigkeit der internationalen Kontrolleure handele. Londoner Nervosität Wie auch immer der Ton und die Form der französischen Mitteilung über die Kontrollaufhebung gewesen sein mag: sie erleichtert die Lage und die Vermittlerrolle des britischen Außenministers keinesfalls. Es ist nicht ohne Reiz, wiederum feststellen zu können, daß die Presse der britischen Hauptstadt gerade in solchen Augenblicken zu einer bestimmten Nervosität neigt, wo sich in den englisch=französischen Beziehungen eine Unterschiedlichkeit der Auffassungen herausstellt, wie dies durch die Mitteilung über die Kontrollaufhebung geschehen ist. Pläne Dennoch wird man diese Unstimmigkeit nicht zu tief veranschlagen dürfen. Die telephonische Rückberufung des englischen Außenministers vom diplomatischen Wochenendausflug— Eden wurde Sonntag mittag von London aus telephonisch zurückberufen und verließ Deauville am Sonntag abend— zeigt vielmehr, daß England entschlossen scheint, seinen ihm vm Nichteinmischungsausschuß erteilten Auftrag bis zur Mitte der Woche zu erledigen und einen Kontrollplan auszuarbeiten, der beispielsweise heute von der„Morningpost“ folgendermaßen umrissen wird: 1. Aenderung der Flottenkontrolle durch Hinzuziehung neutraler Mächte wie Norwegen, Schweden und Holland(wobei die Zustimmung dieser Staaten natürlich abzuwarten bleibt. Die Schriftleitung.), 2. Ersatz der Flottenkontrolle durch eine neutrale Kontrolle an Ort und Stelle, 3. Gewährung der Rechte vom Kriegführenden an beide Parteien in einer beschränkten Form,, g 4. Beginn der Zurückziehung der Freiwilligen aus#####; daß Spanien. Auch heute gibt man sich in den englischen Länder 8 Zeitungen keinen besonderen Hoffnungen über die Aussichten eines Kompromisses hin. Nachgeben gegenüber Frankreich? Da aber bekannt ist, daß Frankreich das Zugeständnis des Rechtes von Kriegführenden an die spanischen Parteien(sprich Franco! Die Schriftleitung.) ablehnt, so darf man auf die Weiterentwicklung gespannt sein. Oder sollte es sich in der„ultimativen Ankündigung" Frankreichs tatsächlich nur um einen neuen Schreckschuß handeln, mit dem man die übrigen Parteien des Richteinmischungsausschusses einzuschich. tern gedenkts Auffallend bleibt immerhin, daß sich in der Londoner Montagspresse versteckte Anzeichen dafür befinden, daß man vielleicht einer französischen Anregung nachzugeben gewillt ist, die darauf hinausläuft, einstweilen ein Provisorium zu schaffen. England könnte, so meinen Blätter, mit einem solchen Provisorium Zeit gewinnen und eine gebesserte europäische Atmosphäre abwarten, die dann auch gestatten würde, andere europäische Probleme in Angriff zu nehmen. Fürs erste sind alst alle Tiuge in der Schwehe. „Fürs erste sing 4sb alle Dinge in der Schwebe. Der Nichteinmischungsausschuß, der auf Donne####t0.g oder Freitag zusammenberufen werden soll, schaut auf England. England muß beweisen, daß es die Rolle des ehrlichen Maklers, die ihm vom Ausschuß auferlegt wurde, zur Befriedigung aller erfüllt. Denn schließlich sind es nicht allein die zwischen den Westmächten und der Achse Berlin— Rom bestehenden Meinungsverschiedenheiten, die hier zur Debatte stehen, sondern ebenso die Ansprüche, die General Franco angemeldet hat. Seine Einstellung zu England hat sich bis zur Stunde keineswegs gebessert, heißt es doch sogar, daß er die nach Nordspanien entsandten englischen Konsuln nicht eher anerkennen wolle, als nicht chce Rs Weltbild Deutsche Kriegsschiffe auf dem Rhein Wie gemeldet besucht augenblicklich die 1. Räumbootflottille der Reichskriegsmarine die Rheinhäfen. Die Boote steuerten über Holland in den Rhein ein. Hier sehen wir sie im Hafen von Emmerich. Es ist dies seit 25 Jahren das erste Mal, daß deutsche Kriegsschiffe rheinaufwärts fahren und auf dem Rhein die deutsche Kriegsflagge zeigen. orcd England der lvonischng at zingenizugt gaß, dos..-Geist— Wehrgeist Dn Ma u er lechenlenunlicen Konshen Recht einer kriegführenden Bericht bis Freitag dnb London, 12. Juli. #aussprache über Spanien erIn einer Unterhausa. eine Anfrage Attlees, klärte Eden am Montag auf. ung abgeben, daß er könne dem Unterhaus die Versicher! Faren über die ich die englische Regierung voll im 1. iublicklichen Dringlichkeit einer Bereinigung der auge.: NichtLage sei. Aus diesem Grunde habe er den. einmischungsausschuß bereits angekündigt, daß die aglische Regierung auf jeden Fall bis zum Freitag Bericht erstatten werde. Die Vorschläge würden cht erstatten werd:: Die Vorschläge schnell und so wirkungsvoll wie möglich ausgearbeitet werden. Kriegeinbustrie in Friebenszelten Englands Riesenrüstungen im italienischen Licht Rom, 12. Juli. Die Rüstungspolitik Englands wird vom Direktor des halbamtlichen„Giornale'Italia“ am Montag abend an Hand statistischen Materials einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Mit besonderem Nachdruck wird darauf hingewiesen, daß die Rüstungsausgaben für die englische Flotte sich im laufenden Rechnungsjahr gegenüber dem Jahre 1929/30 bereits mehr als verdoppelt hätten, und daß der ganze Mehrbetrag für Neubauten verwendet würde. Die Ausgaben für die Luftwaffe hätten sich gegenüber dem Vergleichsjahr mehr als vervierfacht, während die Heeresgusmaben um das Zweieinhalbfache gestiegen seien. Der Mehraufwand betreffe auch in diesen beiden Fällen hauptsächlich die Motorisierung des Heeres und die damit verbundene neuzeitliche technische Ausrüstung. Ohne zu dieser Entwicklung kritisch Stellung zu nehmen, macht der Direktor des halbamtlichen Blattes zwei Feststellungen: damit die Hetzmeldungen demokratischer gegen den„Militarismus der faschistischen StaaWeltbild König der Belgier beglückwünscht unsere Autosieger Die deutschen Rennwagen und Rennfahrer setzten auch beim„Großen Preis von Belgien“ ihren Siegeszug fort. Die beiden Auto=Union=Fahrer Hasse und Stuck belegten die ersten Plätze, Lang auf Mercedes=Benz den dritten Platz. Wie wir gestern bereits berichteten, beglückwünschte der König von Belgien die beiden ersten Sieger nach Beendigung des Rennens. Im Bild König Leopold von Belgien(gang links) im Gespräch mit Haus Stuck(rechts neben ihm) und dem Sieger Hasse(mit Beille). ten“, die allein an dem Wettrüsten schuld sein sollen, gegenstandslos würden. 2. daß das Rohstoffproblem angesichts der englischen Milliardenausgaben auf den Weltmärkten, mit denen England möglichst viele Rohstoffe für die Zwecke der stark vergrößerten englischen Rüstungsindustrie an sich reißen wolle, einen ganz anderen Charakter erhalten habe, als das noch vor einem Jahr der Fall war, da England nicht nur seine Kriegsindustrien versorgen, sondern zugleich auch die Belieferung der übrigen Mächte, die ebenso wie England für ihre militärische Ausrüstung auf die Beschaffung von Rohstoffen angewiesen sind, unmöglich machen wolle. Auch müsse man sich fragen, gegen welche Nationen die Rüstungen gerichtet seien, mit denen der englischen Nation zum erstenmal in der Geschichte in Friedenszeiten die Lasten einer bis einzelne organisierten Kriegsindustrie auferlegt werden. Nationale Gegenoffensive an der Madrider Front dnb St. Jean=de=Luz, 12. Juli Nationalspanische Rundfunksender melden, daß die nationalen Truppen im Laufe des Montags eine Gegenoffensive an der Madrider Front eingeleitet hätten. Nach gründlicher Artillerievorbereitung seien die nationalen Truppenabteilungen, begleitet von Tanks und Panzerwagen, gegen den zahlenmäßig weit überlegenen Feind vorgegangen, hätten ihn in einer Tiefe von anderthalb Kilometer zurückgedrängt und Stellungen besetzt, die die Lage der Bolschewisten an diesem Frontabschnitt stark gefährdeten. Der nationale Heeresbericht vom Sonntag meldete über die Kämpfe vor Madrid: In der Nacht auf Sonntag und am Sonntag selbst hat der Kampf im Abschnitt von Brunete weiter angedauert. Der Gegner wurde zurückgedrängt und verfolgt. Er hatte schwere Verluste. Die stärksten feindlichen Angriffe erfolgten bei Villanueva de Pradilla. Sie wurden nach heftiger Artillerievorbereitung und mit Unterstützung von 40 sowietrussischen Tanks durchgeführt und konnten in der Umgebung dieser Ortschaft abgewiesen werden. Im Abschnitt des Madrider Stadtviertels Lueero wurde durch einen nationalen Gegenangriff ein bolschewistischer Schützengraben erobert. Der Gegner verlor zahlreiche Tote und vier sowjetrussische Tanks. Eine feindliche Schwadron, die in unsere Stellungen einbrechen wollte, wurde überrascht, zurückgewiesen und hinterließ 60 Tote. Sechs Tote bei einem Autounglück in der Nähe von Orleans. Ein Automobilunglück ereignete sich in der Nähe von Orleans, wo zwei Privatkraftwagen in voller Fahrt zusammenstießen und Feuer fingen. Die beiden Insassen des einen Wagens und vier des anderen verbrannten. Nur einer der Insassen konnte gerettet werden, doch sind seine Verletzungen so schwer, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die hinter uns liegenden Jahre des Kampfes um die Macht formten einen Menschentyp, der durch den Begriff„natürliche Kampfauslese“ gekennzeichnet ist. Der Einsatz für eine Idee, die aus dem blutmäßigen und volksverbindenden Empfinden der Besten eines Volkes heraus entstand, wurde getragen von der bewußt rstellung eines jeden Mitstreiters. So kämpferischen Ein, des Kampfes vor der Machterfolgte in den Jahren„. willensharter, geistig ergreifung die natürliche Auswayr 10 und körperlich geschulter Männer, die zu jever Zeil vereit waren, ihre Person einzusetzen für die durch sie selbst verkörperte Idee. So hat die SA. im neuen Reich eine Erziehungsaufgabe übernommen, die von der Einheit des Geistes und Körpers ausgeht und beide gleichermaßen zur Vollendung führen will. Während früher körperliche Leistungsfähigkeit und charakterlich=weltanschauliche Haltung meist unabhängig voneinander, das sportliche Können also ohne Rücksicht auf Opferwillen und Hingabe an die Idee des Führers, gewertet, wurden, wird zukünftig durch die Uebungen für das SA.=Sportabzeichen und beim Erwerb dieses deutschen Ehrenzeichens neben der Erfüllung der körperlichen Anforderungen ganz besonders auch die politische Haltung undsittliche Führung des einzelnen ausschlaggebend in Betracht gezogen. Damit ist das SA.=Sportabzeichen durch die Bestimmungen der Stiftungsurkunde des Führers zum zweckdienlichen Mittel geworden, um Körper, Charakter und Geist in jene Bindung zueinander zu bringen, die das Volk zurhöchsten Leistung befähigt. In den Männern, die unter den Sturmfahnen der SA. ihr Leben opferten, prägten sich die sittlichen Kräfte aus, die im deutschen Volkstum schlummerten. Die SA. war der Erwecker und Erneuerer dieses deutschen Mannestums. Daher muß die SA. immer ihre kämpferische Haltung bewahren und auf Generationen unverfälscht übertragen, weil ein Sieg nur im kämpferischen Denken und Handeln behauptet werden kann. Dieser Wehrwille ist ihre Kraft, dieser Wille ist die Stärke der Partei. Nach der ursprünglichen Auffassung des Begriffs Wehrgeist liegen diesem in erster Beziehung tiefe und innere seelische Kräfte zugrunde. Wenn wir also von Wehrgeist und Wehrwillen in Verbindung mit SA und SA.=Geist sprechen, so sind diese Begriffe nur nach der Seite dieser seelischen Kräfte und nicht nach deren materieller Auswirkung zu verstehen.„Von jeher verstanden wir unter SA.=Geist die Verkörperung des Kampfwillens der Partei, geboren aus der Kraft der nationalsozialistischen Weltanschauung. Nach dem Willen des Führers schickt sich die SA. heute neben ihrer immerwährenden politischen Aufgabe an, ihr Bekenntnis zum Wehrgeist durch Haltung, Vorleben, Beispiel und Tat über ihre eigenen Reihen zinaus tief ins Volk zu tragen.„Gelingt es der SA.“,— und wohl niemand zweifelt an der Erfüllung dieser Aufgabe— für die Erhaltung und Stärkung der seelischen und körperlichen Wehrkraft des Volkes Bestes zu leisten, so wird die Geschichte diesen, ihren zweiten entscheidenden Sieg vielleicht einmal höher werten als den ersten“, so formulierte es Hermann Göring. Nur die freie Entfaltung der in Blut und Boden liegenden Kräfte sichert das ewige Leben eines Volkes. Es ist daher unsere Aufgabe, diese urbedingten Lebenskräfte in seelischer und physischer Beziehung zu wahren, zu fördern und zu verteidigen. Wir wissen, daß dieser Kampf um die Wahrung der Lebensrechte des deutschen Volkes nicht die Angelegenheit einzelner Personen oder Schichten sein kann, sondern, daß dieser Kampf sich auf das Volk in seiner Gesamtheit erstreckt. Der Erfolg des Lebenskampfes hängt also davon ab, wieviel Kräfte das gesamte Volk einzusetzen vermag und einzusetzen bereit und willens ist. Aus den Werten der Bluts= und weltanschaulichen Verbundenheit, des Wissens um die Volks= und Schicksolsgemeinschaft. aus dem Erfühlen und Erleben dieser Volksgemeinschaft bildete sich der Wehrgeist und somit der Wehrwille. Erst der Wille schafft bleibende und sieghafte Gestalt. Der Führer brachte die Rettung, er schöpfte aus den heiligen Gütern deutschen Volkstums und baute das Dritte Reich auf. Er erkannte das Ringen des deut Seite 2 Nr. 161 Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 13. Juli 1937 schen Schicksals gegen die vernichtenden Mächte der liberalistisch=marxistischen Welt; in ihm erwachte die Sehnsucht zum großen geeinten deutschen Vaterland; er vollendete das Werk zum Aufbau, indem er die notwendigen und erforderlichen Kräfte in allen Schichten des Volkes suchte und fand, bildete und erzog. Er entfachte den urdeutschen Wehrwillen und Wehrgeist und formte die nationalsozialistische Lebensgestaltung aus dem ganzen Volke. Dadurch entstand aus der Schau des neuen Lebensbildes der Geist und der Wille zur Wehr gegen alle volksfremden und vernichtenden Kräfte, die dieser Neuformung entgegenstanden. Aus dem Erwachen des Geistes und des Willens erhob sich die Kraft, und aus der Kraft entstand die tatsächliche Macht, nun aber nicht allein Staatsmacht im Sinne der Lebensauffassung der Vergangenheit. sondern als Volksmacht. Das Dritte Reich wird seinen Lebenskampf aber nur dann mit Erfolg ausfechten und bestehen können, wenn in Gegenwart und aller Zukunft im gesamten Volk die einmal gewonnenen Erkenntnisse lebendig bleiben. Ein Blick in die deutsche Geschichte genügt, um zu erkennen worin im Schicksals= und Lebenskampf eines Volkes der Sieg begründet liegt. Er zeigt aber auch, daß die Früchte dieses Sieges nur dann dem Volke nutzbar gemacht werden können, wenn der sieghafte Geist erhalten bleibt. SA.=Geist ist urdeutscher Geist; er wurde geboren aus der Erkenntnis der ewigen Kräfte von Blut und Boden. aus den ethischen Werten deutscher Volkskraft und deutschen Mannestums. Niemals darf daher wieder dieser SA.=Geist als das geistige Fundament zur Wehr aus der Kraft der nationalsozialistischen Weltanschauung verlorengehen. Diese aufsteigende Linie der körperlichen und geistigen Ertüchtigung des deutschen Menschen empfing ihre Krönung durch die Proklamition der Nationalsozialistischen Kampfspiele und die Bestimmung der SA. als ihr Träger. So wird in Zukunft die alte Reichsstadt Nürnberg als die Stadt der Reichsparteitage in den NS.=Kampfspielen eine Leistungsschau bieten zu welcher die Gesamtheit des Volkes antritt, um bei dieser Gelegenheit Zeugnis abzulegen von der Arbeit. Sie soll die Schau des ewigen an Leib und Seele wehrhaften nationalsozialistischen Mannestums sein. 34 Aufführungen Die Reichsfestspiele Heidelberg 1937 dnb Heidelberg, 12. Juli. Am 20. Juli werden im Heidelberger Schloßhof die IV. Reichsfestspiele, für die Reichsminister Dr. Goebbels die Schirmherrschaft übernommen hat, eröffnet. Unter der Gesamtleitung des Intendanten Ingolf Kuntze(Berlin) finden in der Zeit vom 20. 7 bis 22. 8. 34 Aufführungen statt. Der diesjährige Spielplan umfaßt Heinrich von Kleists„Amphitryon", Shakespeares„Romeo und Julia“, Paul Ernsts„Pantalon und seine Söhne" und Goethes„Götz von Berlichingen". dnb Berlin, 12. Juli. Der Präsident des Reichsbundes der deutschen Freilicht= und Volksschauspiele e.., Reichskulturwalter SA.=Brigadeführer Moraller, hat im Auftrage des Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsministers Dr. Goebbels, einen ständigen Reichsfestspiele Heidelberg herufen hören folgende Persä Leirat für die und Ga###itan„en. Diesem Beirat ge#ten an: Reichsstatthalter ane Gauteller Robert Wagner(Karlsruhe), Minister= präsident Walter Köhler(Karlsruhe), Landeskulturwalter Adolf Schmid(Karlsruhe), Kreisleiter Seiler (Heidelberg), Oberbürgermeister Dr. Neinhaus(Heidelberg), Präsident Dr. Reiner Schlösser(Berlin) und ein Vertreter des badischen Ministeriums für Kultus und Unterricht. Eenste Vrirgegefahe in Feeleon=Tsten Moskau mischt sich in den neuen japanisch=chinesischen Konflikt ein Mikado bricht seinen Sommerurlaub ab Berlin, 12. Juli. (Von unserer Berliner Schriftleitung.) Die Befürchtungen um den Ausbruch eines regelrechten Krieges zwischen China und Japan halten an. China hat die Forderungen der japanischen Besatzungsarmee abgelehnt. Japan hält an seinen Forderungen fest. Es erklärt, daß die chinesischen Truppen das Abkommen über Nordchina verletzt hätten, und fordert nach wie vor die Zurückziehung der Japan feindlich gesinnten chinesischen 29. Armee. Seit Sonntag abend sind die Ufer des Yungting=Flusses zu einem regelrechten Kriegsschauplatz geworden. Nach den letzten Meldungen aus Peiping hält das schwere Geschützfeuer im Abschnitt der Marco=Polo=Brücke unvermindert im Abschnitt der Marco=Polo=Brücke unvermindert Rolle der interessierten„Zuschauet zukomn an. Auch um Wanpinghsien und Hauangtupo an der wenn der japanisch=chinesische, Zwischenfau Tientsn=Bayn und bei Fengrai sinp die Kampfe in Krieg auswachsen####### ist ein Ueberspielen an Auch um Wanvinahsien und Tientsin=Bahn und bei Fengtai sind die Kämpfe in vollem Gange. Das Angriffsziel der japanischen Truppen sollen hier das chinesische Militärlager und der Flugplatz Nanyuan sein. Auf Befehl der Nanking= regierung sollen große chinesische Truppenverbände, die in die Zehntausende gehen, zur Unterstützung der Nordtruppen in Marsch gesetzt worden sein. Anderseits wird aus Tokio gemeldet, daß der Mikado seine Sommerresidenz verlassen habe und nach Tokio zurückgekehrt sei. Diese plötzliche Rückreise stehe im Zusammenhang mit der Entwicklung in Nordchina. Weiter wird aus Tokio gemeldet, daß die öffentliche Stimmung in Nanking, Peiping und anderen chinesischen Großstädten zu einem entschlossenen Abwehrkampf gegen die japanische Annexion beeinflußt werde. Zeichen einer friedlichen Beilegung des Peiping=Konfliktes auf der Grundlage von Verhandlungen zeigten sich einstweilen nicht. Die schwüle Atmosphäre werde obendrein durch sowjetrussische Einmischungsversuche verschärft. In einer Meldung der japanischen Agentur Domei aus Schanghai heißt es, sowjetrussische Stellen seien mit der Nanking= regierung in Verbindung getreten, und zwar mit dem Vorschlage, die nordchinesische Armee, die augenblicklich gegen die japanischen Abteilungen im Felde steht, gegen die Japaner aufzuwiegeln und den Kampf unter der Bevölkerung auch politisch zu organisieren. * Ostasien ist in einer Neuordnung durch eigene Kraft und mit eigenen Mitteln begriffen, bei der heute auch den großen Kolonialmächten einstweilen nur die Rolle der interessierten Zuschauer zukommt. Selbst japanisch=chinesische, Zwischenfau in einen Frieg auswachsen wuroc ist ein Ueberspielen jener Erseignisse auf andere Erdteile kaum zu erwarten. Das dürfte besonders von England gelten, das mit der Sicherung des Mittelmeerweges und der europäischen Grenzen auf absehbare Zeit stärker beschäftigt ist, als daß es mit der Einmischung in die fernöstlichen Auseinandersetzungen zu den diplomatischen Verwirrungen des Augenblicks noch ein fernöstliches Kriegsrisiko sich leisten könnte. Wie im übrigen sich die Lage in Nordchina entwickeln wird, ist nicht abzusehen. Japan erblickt in dem Verhalten der chinesischen Truppen den Bruch der Boxerprotokolle und anderer späterer Vereinbarungen. China erklärt, daß Japan über jene Protokolle hinaus, die die Unterhaltung einer Sicherungsabteilung für die Bahn Tientsin—Peiping zugestanden, seine Truppen vertragswidrig verstärkt habe und daß es gegen das Militärabkommen vom Jahre Für'8 Hennig Wöchentliaf nach Torte Ein Werk schickt Gefolgschaftsmitglieder zu den Olympischen Spielen 1940 Sechs Monate Gefängnis für einen Kaplan wegen Verächtlichmachung des Deutschen Grußes und des dnb Aachen, 12. Juli. Der 27jährige Kaplan Johann Nießen aus Richterich bei Aachen wurde vom Sondergericht Köln, das am Montag in Aachen tagte, wegen mehrerer Verstöße gegen das Heimtückegesetz zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte Schüler, die ihn auf der Straße mit dem Deutschen Gruß grüßten, als„dumme Jungen" bezeichnet, und ein anderesmal hatte er dabei mit dem Finger an die Stirn getippt. Einem Schüler, der als Letzter mit dem Deutschen Gruß die Klasse verließ, hatte er sogar eine Ohrfeige gegeben! Endlich hatte er, als ihm ein WHW.=Abzeichen angeboten wurde, frech geantwortet:„Es ist doch noch nicht Fastnacht, daß ich ein solches Ding anstecke(!).“ In der Verhandlung entschuldigte sich der Angeklagte mit einer Krankheit, die seine Selbstbeherrschung herabgemindert habe. Das Gericht folgte den Darlegungen und dem Antrag des Staatsanwaltes, indem es die Handlungen und die Aeußerungen des Angeklagten als Verächtlichmachung des Deutschen Grußes und des WHW. wertete und bestrafte. polens teuerste Stadt „Fest des Meeres“ in Gdingen dnb Warschau, 12. Juli. In Gdingen wurde am Sonntag in Anwesenheit des Staatspräsidenten der„Tag des Meeres“ gefeiert. 20 000 Polen waren in Sonderzügen hingebracht worden. Der Vorsitzende der See= und Kolonial=Liga, General Kwasniewski, erklärte, daß sich Polen auf der Liste der Kolonial= und Seestaaten befinden müsse, die über Frieden oder Krieg entscheiden. Der Ausbau der Kriegsflotte müsse nicht nur Sorge der Regierung, sondern des gesamten Volkes sein. Vizeministerpräsident Kwiatkowski, der Erbauer des Gdinger Hafens, wies darauf hin, daß das„Fest des Meeres“, die Gedanken und Gefühle sämtlicher Polen in der Welt vereinige, die sich an diesem Tage dieser jüngsten und teuersten Stadt in Polen zuwendeten, die die Wacht an der polnischen Küste halte. Nach drei oder vier weiteren Jahren werde man wieder Gdingen mit dem Gdingen von 1937 vergleichen, denn es gebe keinen Monat und kein Jahr, in dem die polnische Machtstellung an der See nicht gefestigt und gestärkt werde. Vom Deck des Torpedobootes„Mazur“ nahm dann der Staatspräsident eine Parade der polnischen Seestreitkräfte und anschließend in einer Gdinger Straße eine Truppenparade ab. Die„Schlacht der goldenen Sporen“.— Erinnerungsfeiern an den flandrischen Freiheitskampf. In Flandern und Brabant fanden am Sonntag zur Erinnerung an die„Schlacht der goldenen Sporen" am 11. Juli 1302, in der die Flamen der von Philipp dem Schönen gegen sie entsandten französischen Ritterschaft eine Niederlage beibrachten, die für die politische Selbständigkeit Flanderns entscheidend wurde. eindrucksvolle Volksfeiern statt. Mannheim, 12. Juli. Die Gefolgschaft eines Mannheimer Betriebes hat beschlossen, einigen Arbeitskameraden— die ausgelost werden— die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1940 in Tokio zu ermöglichen. Jedes Gefolgschaftsmitglied zahlt von seinem Wochenlohn fünf Pfennig in eine Kasse ein. Aus dem Betrag, der davon bis zu den Spielen in Tokio 1940 aufläuft, werden die Reisespesen nach Japan gedeckt. Die Anregung zu dieser Tat echte schaft ging gemeinsam von der Betr'#c BetriebsgemeinBetriebszelle aus. Die iebsführung und der hat sich verpflichtet Jetriebsführunkg selbst der Gefolgschaft für jeden einzelnen Angehörigen Poche in die weitere fünf Pfennig pro 10 der Gemeinschaftskasse zu zahlen, so daß prak#. ooppelte Betrag zusammenkommt. Jeder Betrie, angehörige über 21 Jahre kann, sofern er Lohnoder„Gehaltsempfänger ist, in die Gemeinschaftskasse Einzahlungen machen. Mehr als zehn Pfennig in de Woche darf aber kein Gefolgschaftsmitglied einzahlen. Durch diese Maßnahme soll von vornherein vermieden werden, daß bei der späteren Auslosung der Fahrtteilnehmer sich ein Gefolgschaftsmitglied auf seine größeren Einzahlungen berufen kann. Die Beiträge müssen pünktlich ab 1. August gezahlt werden. Auch neu in den Betrieb eintretende Volksgenossen können Reiseanwärter werden, wenn sie vor Beginn der Olympischen Spiele 1935 den chinesischen Einfluß in Nordchina gänzlich ausschalten wolle. Unbestreitbar hat sich die japanische Einflußnahme auf Nordchina seit der Errichtung des Mandschukuo=Staates erheblich verstärkt. Die schnelle Beilegung der erwähnten Konflikte zwischen den japanischen Mandschukuo=Truppen und Sowjetrußland längs der Nordgrenze deuteten aber schon darauf hin, daß Japan irgendwelche Absichten im Norden, also über die Amurgrenze hinaus, nicht mehr hat, daß es aber im Hinblick auf Kolonisationsmöglichkeiten der Zukunft einen Expansionskurs nach Süden verfolgt. Dies allein könnte den Peipingkonflikt über die augenblickliche lokale Bedeutung hinaus zu einer Großaktion ausufern lassen. Europa wird auch in diesem politischkriegerischen Schauspiel den Zuschauer abgeben, denn wie die europäischen Nationen zur rationellen Selbständigkeit erwacht sind, die die Grundlage jeder Handlung und jeder zukünftigen Entwicklung darstellt, so hat ebenfalls der Ferne Osten sein Geschick längst in die eigene Hand genommen. Neue Abwehrmaßnahmen gegen die Juden in Polen anb Warschau, 12. Juli. Die große Zahl jüdischer Kapitalverbrechen und Gaunereien veranlaßt das polnische Volk, Schutzmaßnahmen in immer stärkerem Maße zu ergreifen. Die großen Fachorganisationen beginnen mit der Einführung des Arierparagraphen; jetzt hat wieder ein Berufsverband, der der Elektrotechniker, entsprechende Satzungsänderung bei den Behörden beantragt. Die Eisenbahndirektion in Kattowitz hat, da sich die Juden wiederholt über das abweisende Verhalten der übrigen Fahrgäste beklagten, auf einer Hauptstrecke besondere Abteile eingeführt. Die jüdische Presse ist über diese Lösung des Problems„entrüstet" und beklagt sich darüber, daß die Eisenbahnbeamten jüdische Passagiere, die in andere Abteile einstiegen, mit Gewalt in die für sie bestimmten Sonderabteile beförderten. Zu einer Selbsthilfemaßnahme sind die Markthändler in Kalisch geschritten. Als die Behörden eine Teilung des Marktes nicht bewilligten, besetzten die polnischen Markthändler nachts geschlossen die eine Hälfte des Platzes, so daß die später ankommenden Juden mit der anderen Hälfte des Platzes vorlieb nehmen mußten. Flugblätter unterrichteten das polnische Publikum, wo es einzukaufen habe. Unter den jüdischen Markthändlern entspann sich prompt Zank und Streit über die besten Stände in Tokio mindestens ein Jahr dem Betriebe angehörten und die Beiträge ab 1. August 1937 nachzahlen. Eingezahlte Beiträge verfallen bei Ausscheiden aus dem Betriebe zu Gunsten der Betriebsgemeinschaft. Es werden demnach keinerlei Beträge zurückgezahlt. Die Feststellung der Teilnehmer an der Reise geschieht durch eine im Betriebe öffentlich vorgenommene Auslosung. Man rechnet damit, daß bis zu dem Zeitpun“ da sie.— m. zu vind 3000 stattfindet, der Betrag von## an des sich prompt Zank und Streit über die Mark zusammenkommt. Wie viele Arbeitskamerad.: s“ auf der für sie bestimmten Markthälfte. Betriebes auf Kosten der Gemeinschaftskasse nach Tokio fahren können, richtet sich demnach ganz nach den Reisekosten, zuzüglich eines Taschengeldes von 150 bis 200 Mark. Für die Glücklichen, die die Reise nach Tokio antreten dürfen, ist es besonders bedeutungsvoll und beruhigend, daß sich die Betriebsführung verpflichtet hat, ihnen den Lohn oder das Gehalt für die Dauer ihrer Abwesenheit nach wie vor weiterzuzahlen... gat.5 auf dm Wie nicht anders zu erwarten, hat sich auf den ersten Aufruf hin die gesamte Gefolaschaft geschlossen bereit erklärt, die fünf Pfennig wöchentlich in die Gemeinschaftskasse einzuzahlen. Die Tatsache, daß dadurch einigen Arbeitskameraden ein ganz großes Erlebnis ermöglicht wird, wird im Betriebe eifrig und begeistert diskutiert. Man ist stolz darauf, einem Betriebe anzugehören, in dem dieser Geist herrscht. Verumwerlungereira Niistil Eine deutsch=österreichische Uebereinkunft im Sinne des ubkommens vom 11. Juli 1936 wenn auch mit Hilfe des Gummiknüppels, diesmal die Kurze Nachtichten Abschluß des schwedischen Panzechschifftsbesuches in Kiel. Die aus den Panzerschiffen„Sverige" und „Drottning Viktoria“ und dem Flugzeugkreuzen„Gotland" bestehende Erste schwedische Panzerschit####### verließ Montag vormittag nach mehrtägigem Aufenthalt den Reichskriegshafen Kiel wit dem Ziel Aerösund, um dort an einem großen schwedischen Flottentag teilzunehmen. anb Berlin, 12. Juli. Bei den vom 6. bis 10. Juli durchgeführten deutsch=österreichischen Besprechungen im Sinne des Abkommens vom 11. Juli 1936 wurden auch die Fragen der gegenseitigen Pressebeziehungen eingehend erörtert. Bei diesen Besprechungen war der Gedanke maßgebend, daß gerade die Haltung der Presse in den beiden Ländern für eine gedeihliche Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten von größter Bedeutung ist. Demgemäß wurde im Zuge der in freundschaftlichem Geiste geführten Unterhaltung die Beobachtung gewisser Grundsätze für notwendig erklärt. Es sollen künftig im Nachrichtendienst und in der Presse keinerlei Nachrichten, die im anderen Lande. Anstoß erregen und eine Polemik entfesseln könnten, ungeprüft veröffentlicht und auch keine Nachrichten aus notorisch unfreundlich gesinnten Blättern und Agenturen übernommen werden. Ferner sollen sich die Berichterstattung und der Artikeldienst in loyaler Weise auch mit den positiven Leistungen in den beiden Ländern befassen und sich nicht ausschließlich in negativer Richt besonders sollen Angriffe persönticher Natur unterFragen der Weltanschauung und der Staatsauffassung sollen auch dort, wo Meinungsverschiedenheiten gegeben sind, sachlich und in nicht beleidigender Form behandelt werden. Die Presse soll sich jeder Unterstützung oder Ermutigung einer gegen den anderen Staat und dessen Regierung ge richteten Betätigung enthalten und sich der Verantwortung bewußt sein, die der Publizistik beider Staaten durch deren Zugehörigkeit zum deutschen Volk auferlegt ist. Marxisten=Terror im Streik des Pariser Gaststättengewerbes Unzufriedenheit der Streikenden mit Chautemps Paris, 12. Juli. Aus dem bisherigen Verlauf des Streiks im Pariser Gaststättengewerbe läßt sich heute schon feststellen, daß von einem Generalstreik, wie ihn die Gewerkschaften proklamierten, keine Rede sein kann. Von 50000 Gasthausangestellten streiken etwa 6000. Diese allerdings versuchen, einen Terror auf die übrigen Hotel= und Kaffeehausangestellten auszuüben. So kam es am Sonntag abend in verschiedenen Gegenden der Stadt zu provozierenden Zwischenfällen, bei denen die Polizei einschreiten mußte. Eine Reihe von Fensterscheiben ging in Trümmer und in verschiedenen großen Lokalen versuchten marxistische Hetzer mit Gewalt, ihre arbeitswilligen Kollegen von der Bedienung der Gäste abzuhalten, um die Schließung verschiedener, inzwischen wieder geöffneter Kaffeehäuser zu erzwingen. Ueberall Freiheit der Arbeit gewährleisten, so daß die etwas beschränkte Bedienung der in Paris weilenden ausländischen Gäste sichergestellt war. Die von marxistischen Terroristen geführten Streikenden wandten mehrfach folgende Taktik an: Um in das Innere der aufs Korn genommenen Lokale zu gelangen, nahmen sie einzeln oder in kleinen Gruppen in dem betreffenden Lokal Platz. Auf einen Pfiff hin bemächtigten sich die Streikhetzer dann aller auf den Tischen herumstehenden Gegenstände wie Flaschen, Gläser oder Tassen, mit denen sie dann ihre arbeitenden Kollegen, Fensterscheiben, Spiegel und dergleichen bewarfen. Gleichzeitig drangen von der Straße her. Trupps ein, bei dem Verwüstungswerk zu helfen. Die Polizei konnte in jedem Falle die Rädelsführer verhaften. Ernste Verletzungen wurden bisher nicht gemelder.„Ia, und Wuasstellten des Gatel. Die streikenden Arbeiter und Angesteuren des Hotel=, Gaststätten= und Kaffeehausgewerbes veranstalteten am Montag nachmittag eine Versammlung. In einer Entschließung wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Regierung Chautemps zum ersten Male aus ihrer Neutralität, und zwar zugunsten der Arbeitgeber, herausgetreten sei. Es wurde beschlossen, den Streik noch zu verschärfen bis zur„Erringung des vollständigen Sieges". Die Kundgebung wurde mit der Internationale geschlossen. Krach auf dem Sozialistenkongreß In der Solailag Partexongregen in äußerst„levg#, üder die in Hutunf and Paris, 12. Juli. In der Sonntagabendsitzung des sozialdemokratischen rteikongresses in Marseille kam es zu einer bhaften“ Aussprache anläßlich der Debatte über die in Zukunft zu führende allgemeine Politik der Partei. Der zum linksradikalen Flügel gehörende Abgeordnete Pivert behauptete gleich zu Beginn, der Kongreß sei betrogen worden, weil die Zahl der Abgeordneten, die Anhänger Blums und Faures seien, ungerechterweise eine Erhöhung erfahren habe. Dieser Vorstoß Piverts wurde von einem großen Teil der Kongreßabgeordneten mit ohrenbetäubendem Beifall ausgenomEs kam hierbei, wie das radikalsoziale„'Oeuvre“ bestätigt, zwischen den feindlichen Brüdern der Zweiten Internationale zu Faustkämpfen, und an mehreren Stellen des Kongreßsaales glaubte man, einem Massenborkampf beizuwohnen. Rufe wie„Provokateure", „Saboteure" ertönten allenthalben. Leon Blum bemühte sich die Ordnung wiederherzustellen, schrie sich aber am Mikrophon vergeblich heiser. Er forderte die Streitenden immer wieder auf, die Sitzung nicht in einen allgemeinen Skandal ausarten zu lassen. Nach langem Hin und Her kehrte schließlich die Ruhe im Kongreßsaal wieder ein, und nach kurzen Worten des Postministers Lebas ergriff Auriol das Wort, um Gauleiter Bohle in Cattolica. Gauleiter Bohle hat in Begleitung des Sekretärs der Berliner Fascio die große Sommer= und Badeferienkolonie besichtigt, die für die Auslands=Italiener bei Cattolica vor einigen Jahren errichtet worden ist und zur Zeit 2000 BalillaKinder aus dem Auslande beherbergt. Gauleiter Bohle wurde während des Besuches überall die herzlichste Aufnahme zuteil. Umfangbeschränkung für italienische Zeitungen. Nach einer amtlichen italienischen Mitteilung dürfen die italienischen Zeitungen von Mitte Juli an bis auf weiteres mit nicht mehr als acht Seiten erscheinen. Die einschränkende Maßnahme wird mit der Knappheit der Zellulose und mit ihrem hohen Preise begründet. Abgeordneter Lansbury zum zweiten Male beim Duce. Der frühere englische Arbeiterführer Lansbury, der am Sonntag im Palazzo Chigi eine längere Unterredung mit dem italienischen Außenminister Graf Ciano hatte, ist am Montag abend von Mussolini zum zweitenmal empfangen worden. Großkundgebung der Freiheitsfront Doriots. In der Nähe von Nantes fand Sonntag abend eine von etwa 50000 besuchte Kundgebung der Freiheitsfront Doriots statt. Eine Reihe von Rednern, darunter auch Doriot selbst, sprachen zu dem gleichen Thema„Kampf dem Kommunismus— Kein Streit mehr unter den Parteien der Freiheitsfront". Jugoslawiens Generalstabschef in Paris. Der Chef des Großen Generalstabes des jugoslawischen Heeres, General Miloutin Neditsch, traf in Begleitung seines Kabinettschefs in Paris ein. Der Besuch des Generals Neditsch trägt offiziellen Charakter. Die arabische nationale Verteidigungspartei lehnt den Teilungsplan ab. Der Führer der arabischen nationalen Verteidigungspartei Palästinas gab anschließend an eine Parteitagung einen Aufruf an seine Anhängerschaft heraus, der den Palästina=Teilungsplan in seiner gegenwärtigen Fassung ablehnt und gleichzeitig zur Ruhe auffordert, damit die Parteiführung über Verbesserungen verhandeln kann. Wieder Streikunruhen in Amerika. In Massilon (Ohio) ist es zwischen den Streikhetzern der LewisGewerkschaft und Arbeitswilligen erneut zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen, in die die Polizei mit Tränengas und Maschinengewehren eingriff. Bis jetzt wird ein Toter gemeldet. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertretender Verantwortlicher Schristleiter: Boltie: Rudolf Koest (in Urlaub), I..: Fritz Schmidt, Bochumer Teil: Hans Schulte, Wirtschaft und Bilder: Fritz Schmidt, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann. Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Sport und Provinz: Hans Hornberg. Nachbargebiet und Stadtteile: Paul Berliner Schriftlettung: Michael Haupt. Berlin=Karlsdorft, Heiligenberger Straße 25, Rus 500 340. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags. außer mittwochs und samstags, von 16—17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Verlag und Druck; Laupenmühlen& Dierichs. Bochum, Rathausplatz 8. Ruf 675 51—54. Verantwortlich für den Anzeigentetl: Kurt Scholz. Berlinkonnte die Polizei jedoch rechtzeitig eingreifen, und, seine Finanzpolitik zu verteidigen. Berliner„Anzeigenverzzezung: K.., Pemp# Charlottenburg, Ubhlandstraße 194. Ruf 316 813. Durchschnittsauflage Juni 37 über 28.000. Zur Zeit ist I Anzeigen=Preisliste Nr. 9 gültig. Nachlaßstaffel k. Seite 3 Nr. 161 7 Bochumer Anzeiger, Dienstag, 13. Juli 1937 Bochumer Nachrichten PSseen. * ein Einfluß in Nordchina gänzlich ibestreitbar hat sich die japanische ordchina seit der Errichtung des erheblich verstärkt. Die schnelle nten Konflikte zwischen den japa=Truppen und Sowjetrußland deuteten aber schon darauf hin. elche Absichten im Norden, also hinaus, nicht mehr hat, daß es if Kolonisationsmöglichkeiten der nsionskurs nach Süden verfolgt. n Peipingkonflikt über die augentung hinaus zu einer Großaktion opa wird auch in diesem politischel den Zuschauer abgeben, denn Nationen zur rationellen Selbständie die Grundlage jeder Handlung n Entwicklung, darstellt, so hat. 9 Osten sein Geschick längst in die ien. bwehrmaßnahmen ie Juden in Polen anb Warschau, 12. Juli. jüdischer Kapitalverbrechen und das polnische Volk, Schutzmaßärkerem Maße zu ergreifen. Die ionen beginnen mit der Einführaphen; jetzt hat wieder ein Ber Elektrotechniker, entsprechende i den Behörden beantragt. Die Kattowitz hat, da sich die Juden abweisende Verhalten der übrigen auf einer Hauptstrecke besondere die jüdische Presse ist über diese is„entrüstet" und beklagt sich nbahnbeamten jüdische Passagiere, einstiegen, mit Gewalt in die für berabteile beförderten. Zu einer sind die Markthändler in Kalisch Behörden eine Teilung des Markbesetzten die polnischen Marktissen die eine Hälfte des Platzes, ommenden Juden mit der anderen rlieb nehmen mußten. Flugblätter nische Publikum, wo es einzukaujüdischen Markthändlern entspann d Streit über die besten Stände mten Markthälfte. Nachrichten wedischen Panzecsschiftshesuches in Panzerschiffen„Sverige" und und dem Flugzeugkreuzex„Gotschwedische Panzerschiff=Division ittag nach mehrtägigem Aufenthalt Kiel wit dem Ziel Aerösund, um n schwedischen Flottentag teilzuin Cattolica. Gauleiter Bohle hat sekretärs der Berliner Fascio die Badeferienkolonie besichtigt, die aliener bei Cattolica vor einigen en ist und zur Zeit 2000 Balillalande beherbergt. Gauleiter Bohle Besuches überall die herzlichste ung für italienische Zeitungen. i italienischen Mitteilung dürfen ungen von Mitte Juli an bis auf ehr als acht Seiten erscheinen. Die ahme wird mit der Knappheit der hrem hohen Preise begründet. nsbury zum zweiten Male beim englische Arbeiterführer Lansbury, Palazzo Chigi eine längere Unterenischen Außenminister Graf Ciano abend von Mussolini zum zweitenden der Freiheitsfront Doriots. In tes fand Sonntag abend eine von te Kundgebung der Freiheitsfront Reihe von Rednern, darunter auch en zu dem gleichen Thema„Kampf — Kein Streit mehr unter den eitsfront". eneralstabschef in Paris. Der Chef ilstabes des jugoslawischen Heeres, Neditsch, traf in Begleitung seines aris ein. Der Besuch des Generals ellen Charakter. iationale Verteidigungspartei lehnt ab. Der Führer der arabischen igungspartei Palästinas gab anParteitagung einen Aufruf an seine aus, der den Valästina=Teilungsenwärtigen Fassung ablehnt und he auffordert, damit die Parteiführungen verhandeln kann. nruhen in Amerika. In Massilon chen den Streikhetzern der LewisArbeitswilligen erneut zu blutigen en gekommen, in die die Volizei mit laschinengewehren eingriff. Bis jetzt neldet. Paul Dierichs. Stellvertretender schriftleiter: Politik: Rudolf Koest .: Fritz Schmidt, Bochumer dulte, Wirtschaft und Bilder: Kulturpolitik und Unterhaltung: mann. Gerichtsdienst und Briefgel, Sport und Provinz: Hans achbargebiet und Stadtteile: Paul g: Michael Haupt. Berlin=Karlsdorft, be 25, Rus 500 340. riftleitung wochentags, außer mittwochs 16—17 Uhr. Für unverlangte Einsenlicht. Rücksendung nur bei Rückporto. auvenmühlen m Dierichs. 8. Ruf 675 51—54. Anzeigenteil: Kurt Scholz. etung: F. W. VerlinK,#., Pempe. ndstraße 194. Ruf 316 813. uni 37 über 28.000. Zur Zeit int Nr. 9 gültig. Nachlaßstaffel B. Stadtrat Benking Ernennungen bei der Stadtverwaltung Nach Anhörung der Ratsherren und auf Vorschlag des Kreisbeauftragten der NSDAP. ist mit Einverständnis des Oberpräsidenten der Stadtdirektor Benking zum hauptamtlichen Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung„Stadtrat“ für die Städtischen Beleuchtungs= und Wasserwerke, mit denen die Geschäftsführung des Verbands=Wasserwerks Gmbch. und der Fernheizungsgesellschaft Gmbch. verbunden ist, ernannt worden. Zum Stadtdirektor wurde Stadtamtmann Wiegemann ernannt. * In Stadtrat Benking haben nun die Städtischen Beleuchtungs= und Wasserwerke einen neuen Dezernenten erhalten, der für diesen wichtigen Posten alle Voraussetzungen mit sich bringt. Als Sohn des jetzt 93jährigen Erbhofbauern Dietrich Benking in Hiltrop, dessen Verdienste um die frühere Gemeinde Hiltrop als deren langjähriger Vorsteher durch die Bezeichnung einer von Hiltrop nach Gerthe führenden neuen Straße als„Dietrich=Benking=Straße“ geehrt wurden, im Jahre 1887 geboren, ist er mit den heimischen Verhältnissen aufs engste vertraut. Nachdem er das Reifezeugnis erhalten hatte, studierte er an mehreren Universitäten Jura und Kaufmannschaft. Um seinen Blick zu weiten, gina er nach England und betrieb dort kaufmännische Studien. Als der Weltkrieg ausbrach, eilte er zu den Waffen. Gegen Ausgang des Krieges wurde er durch eine feindliche Kugel schwer, verletzt und geriet in englische Gefangenschaft. Zurückgekehrt nach seiner Heimat, widmete er sich dem Verwaltungsfach, um die Laufbahn eines leitenden Kommunalbeamten einzuschlagen. Er war auf dem Landratsamt des früheren Landkreises Bochum und beim Kreisausschuß, sodann auf dem Amte in Gerthe tätig. Bei der Eingemeindung von Gerthe trat er in die Dienste der Stadt über und bewährte sich auf verschiedenen Posten. Schon früh durfte er sich zu den überzeugten Anhängern des Führers Adolf Hitler zählen. Nach der Machtübernahme wurde ihm das Amt eines Stadtdirektors übertragen. Hier zeigte er sich als ein Mann von Umsicht und Menschenkenntnis, erfüllt von sozialer Gesinnung. Seiner Initiative verdankt das an der Ruhr in Stiepel gelegene Kameradschaftsheim der städtischen Gefolgschaften sein Entstehen. Stadtrat Benking hat auf dem Gebiete der Beleuchtungs= und Wasserversorgung sich eingehende Kenntnisse erworben und ist somit der rechte Mann am rechten Platz. Er steht im besten Mannesalter und die städtischen Betriebswerke dürfen von ihm eine tatkräftige Führung zu gedeihlicher Fortentwicklung erwarten. ap. 12851 Mütter in Erholung Eine gewaltige Leistung der 12 851 erholungsbedürftigen Müttern aus dem Gau Westfalen=Süd gab die NSV. in herrlich gelegenen Erholungsheimen neue Kraft und neuen Lebensmut. Sie schafft damit die erste Voraussetzung für ein gesundes, frohes und starkes Volk. Die NSV. gewährleistet eine Hilfe für Mutter und Kind, wie sie im vergangenen System niemals durchführbar gewesen wäre. 1934 waren es 2988 Mütter, 1935 waren es 4819 Mütter, 1936 waren es 3757 Mütter und 1937 bis Juni 1287 Mütter zusammen 12 851 Mütter BEW.=Erholungsheim geweiht Feierstunde in Winterberg. Unter Teilnahme der Gefolgschaften der VEW.= Bezirksgruppen Bochum, Dortmund, Münster und Arnsberg und der Zechengefolgschaften von„Alte Haase",„Caroline" und„Gottessegen“, fand am Samstag die Weihe des neuen Erholungsheims der Vereinigten Elektrizitätswerke in Winterberg statt. Nach einigen Märschen der Werkscharkapelle sprach Direktor Müller herzliche Grußworte und wies kurz auf die bisher in bezug auf Schönheit der Arbeit von den VGW. erzielten Erfolge hin. Er weihte das Heim dann mit den Worten:„Möge es immer eine gerechte Stätte der Gemeinschaft bleiben, die der Erholung unserer Arbeitskameraden gewidmet ist.“ Gauwalter Stein(Bochum) dankte den VEW. für die große Leistung und spornte zu weiterer Arbeit an, damit das Ziel, ein Musterbetrieb zu werden, erreicht werde. Unter Leitung von Dr. Kranzhoff sang dann der Männerchor die Hymne„Heiliges Vaterland“ und mit Orchesterbegleitung das„Westfalen=Marschlied". Anschließend an die Feierlichkeiten fand eine Besichtigung des neuen Heimes statt, das aufs beste eingerichtet ist. Räume mit je zwei Betten bieten insgesamt 70 Gefolgschaftsmitgliedern Raum. Nach der Feier fand im Festzelt ein kameradschaftliches Beisammensein statt. Tag der Ehre und hehen Werpficchtaus! Ueberreichung der Ehrenurkunden und goldenen DAF.=Nadeln an die NS.=Musterbetriebe des Gaues Westfalen=Süd— Stellv. Gauleiter Vetter über den kommenden Weg Um das Rednerpult des Ratsherrensitzungssaales, vor dem der Stellvertreter des Gauleiters, Oberbürgermeister Better=Hagen(links), und Gauobmann Stein, Leitgg,#ber„Arheize, kammer Westfalen=Süd, Platz genommen hatten, standen die vier goldenen Bag.=Fuynen der Musterbetriebe des Gaues Westfalen=Süd. Die 5. Arbeitstagung der Arbeitskammer WestfalenSüd, zu der sich die Mitglieder und geladenen Ehrengäste am Montag vormittag zwischen der zehnten und elften Stunde im Ratsherrensitzungssaal des Rathauses versammelten, war für Bochum ein großer Tag. Schon das äußere Bild kündigte das an: auf dem Rathausplatz stand das Spalier der Werkscharmänner bis zum Straßendamm, auf dem die Gäste vorfuhren. Im Ratshofe konzertierte der Musikzug der Gau=Werkschar und viele Volksgenossen umrahmten das Ganze. Mit der Ankunft des stellvertretenden Gauleiters Vetter, bei dem sich Gauobmann Ernst Stein, Leiter der Arbeitskammer Westfalen=Süd, und Gaupropagandaleiter Brust befanden, begann die feierliche Sitzung im Saale der Ratsherren, zu der sich neben den Mitgliedern dder Arbeitskammer führende Männer der Bewegung als Ehrengäste eingefunden hatten, die dem Höhepunkt der Tagung, der Ueberreichung der Urkunden und goldenen DAF.=Nadeln an die vier nationalsozialistischen Musterbetriebe des Gaues, belwohnen wollten. So waren führende Persönlichkeiten aus dem gesamten Gaugebiet versammelt zu der Stunde, die zugleich eine Stunde besonderer Ehre unserer Heimatstadt sein sollte, da drei von den vier Musterbetrieben des Gaues zu Bochum rechnen. Feierlich war der große Saal mit Grün geschmückt, vorn am Podium standen die vier goldenen DAF.= Fahnen und feierlich klang die Musik zur Einleitung Gur." Wp. Si Er.en Gauobmann Stein, Leiter der Arbeitskammer, eröffnete die 5. Arbeitstagung der Arbeitskammer Westfalen=Süd mit Grußworten, die besonders auch dem Stellvertreter des Gauleiters galten, der gekommen sei, den vier nationalsozialistischen Musterbetrieben im Namen des Führers Urkunde und goldene DAF.=Nadeln zu übergeben. Er ließ sodann die Namen der Männer verlesen, die neu als Mitglieder in die Arbeitskammer berufen sind, um jeden einzelnen durch Handschlag zu verpflichten. Zum Schluß des Verpflichtungsaktes traten die Gefolgschaftsführer und Betriebszellenobmänner der vier Musterbetriebe vor, die ebenfalls in die Arbeitskammer berufen worden sind..1, M mst Nach der Verpflichtung hörten die Versammelten aus berufenem Munde die Hauptansprache des Tages, die dem künftigen Weg galt: Der Stellvertreter des Gauleiters Oberbürgermeister Better(Hagen), führte aus: „Die NSDAP. hat die Verpflichtung, das Leben des deutschen Volkes nationalsozialistisch auszurichten und die Zukunft der Nation zu sichern. Unter den vielgestaltigen Lebensformen nehmen Wirtschafts= und Sozialgestaltung eine nicht unwesentliche Rolle ein. Also hat die Partei nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, den Weg aller Wirtschaftsdinge und die Formung sozialer Probleme vorzuschreiben. Niemals werden Bewegung und Staat selbst Wirtschaft betreiben, da sonst unter anderem der für die Wirtschaft so notwendige Wagemut und Einsatz des wirklichen Unternehmers unterbunden würde. Wenn aber Maßnahmen der Wirtschaft sich nicht für oder sogar gegen die Gemeinschaft aller auszuwirken drohen, dann müssen Partei und Staat eingreifen. Niemand wird ernsthaft ein solches Vorgehen als ein unberechtigtes Eingreifen oder sogar Selbstwirtschaften bezeichnen können. Es kann heute absolut nicht danach gefragt werden, ob diese richtige Einstellung und Haltung jedem paßt. Der Wirtschaft ist im nationalsozialistischen Staat die natürliche Stellung— nämlich Dienerin am Leben der Nation zu sein— zugewiesen worden. Somit werden volksschädigenden, kapitalistischen Auswirkungen wie wir sie früher kannten, jetzt grundsätzlich jede Berechtigung abgesprochen. Der uns versteckt gemachte Vorwurf, wir Nationalsozialisten hätten den sogenannten Kapitalismus geschont, zerfällt nach dieser Feststellung in ein Nichts zusammen. Selbst kleinere Rückfälle in alte Sünden ändern nichts am grundsätzlichen Zustand. Wirtschafts= und Sozialpolitik sind nicht voneinander zu trennen; sie dürfen aber nur aus der Gesamtschau deutschen Lebens betrachtet werden. Nur eine gesunde Volkswirtschaft kann dem Volke eine möglichst aute Sozialhaltung garantieren. Eine gerechte, den Möglichkeiten entsprechende Sozialpolitik sichert aber wiederum den Bestand und die Entwicklung der Wirtschaft. Die NSDAP. hat mit der nationalsozialistischen Bearbeitung dieser Fragen die Deutsche Arbeitsfront beauftragt, die das sozialvolitische Instrument der Partei ist. Alle Handlungen der Deutschen Arbeitsfront sind somit Hoheitsakte namens der RSDAP. Der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront ist als Gauamtsleiter der Partei dem Gauleiter für seine Arbeit politisch und dem Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront fachlich verantwortlich. Ebenso sind der Kreisobmann dem Kreisleiter, der Ortsobmann und Betriebsobmann dem Ortsgruppenleiter politisch unterstellt. Es kann wahrhaftig niemand behaupten, die Deutsche Arbeitsfront sei eine Gewerkschaft und damit einseitig. In Wahrheit ist die Deutsche Arbeitsfront die Mittlerin zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft und kennt als Richtschnur allen Handelns nur Die Besitzurkunde der Verleihung des Abzeichens der nationalsozialistischen Musterbetriebe durch den Führer Der Betriebsobmann ist der politische Beauftragte der Partei. Als politischer Leiter hat er seinen ihm anvertrauten Betrieb nationalsozialistisch auszurichten und dementsprechend alle Erscheinungen zu werten. Da er aber als politischer Leiter dem Hoheitsträger der NSDAP. unterstellt und allein verantvortlich ist, kann er nur von diesem oder seinem beauftragten Amtsleiter Befehle entgegennehmen und hat daher laufend seinen vorgesetzten politischen Dienststellen zu berichten. Die politisch vorgesetzten Dienststellen des Betriebsobmannes können niemals als nicht zuständig bezeichnet werden: ein pflichtgemäßes Weiterleiten von Nachrichten auch nicht als Verstoß gegen den Gemeinschaftsgedanken des Betriebes angesehen werden, da die Bewegung ja selbst die höchste Hüterin der Gemeinschaft ist. Der große Befehl des Führers an das deutsche Volk: „Vierjahresplan“, zwingt die Bewegung, die Aufgaben im Rahmen dieses Befehls ganz besonders zu fördern. Der Grundgedanke des Vierjahresplanes ist die Schaffung der wirtschaftlichen Sicherung des nationalsozialistischen Deutschlands. Der Träger der deutschen Wirtschaft ist der deutsche Mensch. Die Erhaltung des Lebens, der Gesundheit und der Arbeitskraft sind in ihrem tiefen Sinn Fragen höchster politischer Bedeutung. Und wiederum werden sich pflichtgemäß Partei und DAF. um alle Einzelmaßnahmen nach dieser Richtung hin kümmern müssen. Allein die in der letzten Zeit in diesem Gebiet aufgetretenen gräßlichen Unglücksfälle mahnen, stets alles zu tun und vorbeugend zu wirken. Selbst der kleinste Unfall kann, wenn er richtig behandelt wird, große Lehren zur Vermeidung weiterer Unfälle geben. So hat auch der geringste Unfall für uns ein hohes politisches Interesse. Nach der Verordnung des Führers vom 24. Oktober 1934 ist es Aufgabe der Deutschen Arbeitsfront, für die gesamte Berufsbildung der Schaffenden Sorge zu tragen. Deutschlands Wirtschaft kann nur aus eigener Kraft sich weiter festigen. Je mehr es uns gelingt, den arbeitenden Menschen beruflich richtig zu ..-Muthherr Seite 4 Nr. 161/ Bochumer Anzeiger, Dienstag, 13. Juli 1937 formen und weiter zu fördern, um so sicherer ist der Bestand unseres wirtschaftlichen Lebens. Je beruflich tüchtiger der deutsche Arbeitsmensch ist, um so freier und stolzer wird er sein und das Recht für sich restlos in Anspruch nehmen, der beste Arbeiter der Welt zu sein. Unsere Berufsbildung tann nur dann großmöglichste Erfolge erzielen, wenn sie betriebsgebunden ist und wiederum auf der Plattform der Betriebsgemeinschaft steht. Selbstverständlich ist, daß alle fördernden Maßnahmen dieser Richtung auf der Grundlage freiwilliger Teilnahme aufgebaut sein dürfen. Die Richtigkeit unseres Wollens beweist weiter die immer größer werdende Teilnehmerzahl des Leistungswettbewerbes der deutschen Jugend, des Reichsberufswettkampfes. Es gehört zu den vornehmsten Aufgaben der deutschen Betriebe, dafür zu sorgen, daß die in der deutschen Jugend vorhandenen Kräfte geweckt, ausgebildet und vervollkommnet werden. Der Begriff„Ungelernter Arbeiter“ muß aus dem deutschen Wortschatz verschwinden. Die Zahl der Lehrlinge muß in einem gesunden Verhältnis zu den Möglichkeiten des Betriebes und Wirtschaftszweiges stehen. Durch Bereitstellen von Lehrstellen und Arbeitsplätzen für Jung= und Umschulungsarbeiter muß die Sicherung des Facharbeiternachwuchses vorgenommen werden. Daß die jugendliche Arbeitskraft einer besonderen Sorge und Pflege bedarf, ist eine Selbstverständlichkeit. Für sie muß ein entsprechender Urlaub gewährt werden: und auf der anderen Seite darf diese Kraft nicht durch Akkordarbeit vorzeitig geschwächt werden. Die betrieblichen Anlagen, insbesondere der Arbeitsplatz, müssen eine Gestaltung finden, die den Forderungen von Volksgesundheit und „Schönheit der Arbei't“ hervorragend Rechnung tragen. Auch in„Schönheit der Arbeit“ hat die Deutsche Arbeitsfront gemeinsam mit den Betrieben schon Hervorragendes geleistet. Die Arbeitsplatzgestaltung muß sauber, zweckmäßig und möglichst jede Gefahr ausschaltend sein. Gute Aufenthaltsräume und Ruheplätze, sowie Grünanlagen sollen den Gefolaschaften ausreichend zur Verfügung stehen. Alles in allem ist es eine wesentliche Aufgabe einer nationalsozialistischen Arbeitsführung. die im schaffenden Volk ruhenden guten Kräfte zu entwickeln und sie im Kampf um Leben und Raum einzusetzen. Aus der inneren Verpflichtung dem Volk gegenüber ergibt sich, daß die Leistung des einzelnen der Gemeinschaft nutzbar gemacht werden muß. Das Bewußtsein ehrlicher Selbst= und Mitverantwortung läßt das eigene Wollen an dem der politischen Führung ausrichten und macht damit die Ziele des Führers und seiner Bewegung zum eigenen Schaffensziel. Ausdruck nationalsozialistischer Selbstverantwortung ist der nationalsozialistsche Musterbetrieb. Die Auszeichnung deutscher Betriebe als nationalsozialistische Musterbetriebe durch den Führer selbst ist ein Appell an das Gefühl der Selbstverantwortung, an die Gemeinschaftsverpflichtung, an die nationalsozialistische Gesinnung aller Arbeitsbeauftragten der Nation.,.— Baman 553 Mir wird heute die Ehre zuten, im Namen des Führers vier Betriebsgemeinschaften aus dem Gau Westfalen=Süd durch Uebergabe der Urkunde auszuzeichnen. Die Verwirklichung der Betriebsgemeinschaft und das Verhältnis von Betriebsführer und Gefolgschaft waren bei der Beurteilung für die Auszeichnung „Nationalsozialistischer Musterbetrieb" ausschlaggebend. Die nationalsozialistischen Musterbetriebe sollen Vorbild sein für die Verwirklichung des deutschen Sozialismus. Sie sollen darüber hinaus zeigen, daß alles, was für das Betriebsleben von Wichtigkeit ist, durch verständnisvolle Zusammenarbeit von Führer und Gefolgschaft im Betriebe selbst erledigt werden kann. Die vom Führer ernannten Musterbetriebe haben sich besonders bemüht, alle Dinge des Arbeitslebens, ihre Heimstätten= und Wohnungsfragen, sowie die Probleme des sauberen und schönen Betriebes zu lösen. Im Vorderarund aller Forderungen stand und steht aber die Betriebsgemeinschaft. Der Beweis für die wahre Kraft und den großen Wert einer solchen Gemeinschaft ist dadurch erbracht, daß feststeht, daß diese in der Gemeinschaft vorbildlichen Betriebe auch vorbildlich in ihrer Leistung sind. Gemeinschaft ist etwas Versönliches, sie ist das Verhaltnis von Mensch zu Mensch. Entscheidendes Merkmal einer richtigen Menschenbetreuung ist daher, das muß ich nochmals betonen, versönliche Fühlungnahme und Mitleben des Betriebsführers mit seiner Gefolgschaft. Nationalsozialistische Menschenbetreuung dient der Erhaltung deutscher Volks= und Arbeitskraft. Sie ist der große Quell gegenseitigen Vertrauens und bedeutet die Garantie für eine unlösbare Betriebs= und Volksgemeinschaft. Es ist nicht zuletzt ein Verdienst der Deutschen Arbeitsfront Westfalen=Süd. von 80 Musterbetrieben des Reiches allein vier zu stellen. Wenn das, was der Führer uns in den langen Jahren immer wieder or Augen gestellt hat. Wirklichkeit werden soll, dann ist es notwendig, daß jeder einzelne Betrieb in Deutschland zuerst innerlich ausgerichtet ist. Das ist eherne Voraussetzung, wenn das deutsche Volk mit seiner Wirtschaft lebenskräftig werden soll. Wenn ich Ihnen das Dokument des Führers und dazu die goldene Nadel überreiche, so steht neben dieser hohen Ehre zugleich die ebenso hohe Verpflichtung, noch mehr als bisher alles einzusetzen, damit aus der Kraft der Gemeinschaft des Betriebes die Kraft für das Leben unserer Nation erwächst. Ich. als der Stellvertreter des Gauleiters und der verantwortliche Hoheitsträger des Gebietes, bin stolz darauf. vier Musterbetriebe in Westfalen=Süd zu wissen. Und mit Genugtuung ist festzustellen, daß unsere nationalsozialistische Arbeit auch hier von Erfola gekrönt sein durfte. Gefolgschaftsführer und Betriebszellenobmänner des Bochumer Vereins, der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen=AG., der Schlegel=Scharpenseel=Brauerei=AG. in Bochum und der Eisen= und Metallwerke Lippstadt empfingen aus der Hand des Stellvertreters des Gauleiters die Urkunden und aus der Hand des Gauobmannes die goldenen Nadeln der DAF. Dann fuhr der Stellvertreter des Gauleiters fort: Halten Sie, Führer und Betriebsobmänner der südwestfälischen Musterbetriebe, die goldenen Fahnen, die Ihnen der Führer versönlich übergab, fest in den Händen und tragen Sie die Banner als leuchtendes Vorbild nationalsozialistischer Gemeinschaft in eine noch bessere deutsche Zukunft. Zum Abschluß ergriff nochmals Gauobmann Stein das Wort, um dem Stellvertreter des Gauleiters für seine programmatischen, klaren Ausführungen zu danken, die allen Richtschnur sein sollten. Er richtete dann die Gedanken darauf, daß diese Stunde, in der man mit der Uebergabe der Ehrenurkunden die Krönung des arbeitspolitischen Wirkens im Gau erlebe, nur dadurch möglich geworden sei, daß ein Mann uns voraufging und uns den Weg wies: der Führer. Mit dem SiegHeil auf den Führer und den Nationalhymnen war die 5. Arbeitstagung der Arbeitskammer Westfalen=Süd beendet. Im Anschluß daran begaben sich die Mitglieder der Kammer und die Ehrengäste zu einer Musterbetriebes der Schlegel=Scharpenseeldes Weniger Hauptunterstützungsempfänger Zahlen aus dem Wohlfahrtsamt Im Monat Juni 1987 wurden im Wohlfahrtsamt in der offenen Fürsorge insgesamt 8553 Hauptunterstützungsempfangex(HlIE.) mit 17947 Köpfen(.) im Vormonat 8798 Huc. entfallen auf: ger(Hheh ant 1. er. Ropicg in“, mit 18 501 K. betreut. Davon krauerei. Nech einmat„Jal Der Ausklang des Schützenfestes in Weitmar Ein Uebermaß reicher Eindrücke und festlichen Geschehens hatte der Sonntagabend den Weitmarer Schutzen beschert. Neben der Ehrung des verdienten Vereinsleiters Friesen überbrachte der erschienene Stadtrat Stumpf die Grüße des Oberbürgermeisters Dr. Piclum und sprach dem Verein zu seinem 10jährigen Bestehen seine herzlichsten Glückwünsche aus. Im gleichen Sinne äußerte sich Ortsgruppenleiter Pg. Etwas wärmer! Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr Das Witterungsgeschehen Europas wird beherrscht durch zwei ausgedehnte Tiefdruckgebiete, deren Kerne über Litauen und Island liegen. Der Westen Deutschlands befindet sich im Zwischengebiet zwischen diesen beiden Zentren und hatte dabei als einziger Bezirk Deutschlands freundliches Wetter. Da der Luftdruck von der Vorderseite des westlichen Teiles nicht mehr fällt, wird unser Bezirk von ihnen nur gestreift werden. Vorhersage für Dienstag: Bei schwachen, nach West zurückdrehenden Winden anfangs noch heiter, später von West nach Ost fortschreitendg„Vewölkungszunahme, aber noch geringfügige Nieverschuge. Temveraturen etwa 3 Grad geringer als am Vortag; für Mittwoch: Bei südwestlichen Winden wechselnde Bewölkung, zeitweise auch aufheiternd. aber nicht regensicher, mäßig warm. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: etwas freundlicher. Montag, 12. Juli Barometer z4 Uhr: 135 0 Thermometer 34 Uhri## 8 Zeiten für Sonne und Mond am 13. Juli: (Aufg..22, Unterg. 20.49; 3 Aufg. 11.10, Unterg. 22•38 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Bald, dem sich der Kreisschützenführer Loewe anschloß. Er überreichte dem Vereinsleiter die Ehrenurkunde des Deutschen Schützenverbandes(Berlin), in der dem Verein Anerkennung für seine Verdienste um die Schützensache und die wehrsportlichen Ziele ausgesprochen wird. Vom Montag als dem dritten Festtag zu sprechen, ist nicht ganz richtig. Wenn die Festordnung bestimmte, daß der Abschlußball um 20 Uhr seinen Anfang nehmen sollte, dann besagt das, daß dem Montag ganze vier Stunden noch zustanden, wobei die Frage ganz offen gelassen sein soll, wie weit der Dienstag die Schützen noch beschäftigte. Diese späte Ansetzung des Abschlußballs geschah in der weisen Voraussetzung, daß... Nun, jeder Teilnehmer wird bestätigen, daß zwei Tage Schützenfest kein Pappenstiel sind, und daß es der nötigen Sammlung bedarf, um sich frisch in den dritten stürzen zu können. Daß diese„salomonische" Regelung durchaus ins Schwarze traf(um in der Schützensprache zu reden), bewies der Strom der Festteilnehmer, der sich gegen„Achte" durch das Tohuwabohu des Kirmesplatzes seinen Weg zum Festzelt bahnte. Und wäre auch nur die kleinste„Benebelung“ bei irgend jemandem vem Samstag und Sonntag zurückgeblieben, einmal „Schiffschaukel“ oder ein Rollmops mit Brötchen am nahen Stand hätte zur Aufmunterung genügt. Auch nicht die geringsten Anstrengungen brauchten gemacht zu werden. um etwaige fehlende Stimmung herbeizuzaubern. Sie war da und wuchs in dem Maße, wie der Himmel über dem Zelt dunkler und dunkler wurde und im Zelt die Kapelle Roy hinsichtlich des „Luftschnappens“, die letzten Anstrengungen machte. Noch einmal dankte Vereinsführer Friesen für den Beweis echten Schützengeistes, da fast 80 v. H aller Vereinsmitglieder die Büchse zum Meisterschützenschießen an die Wange hoben, für drei Tage Weitmarer Schützenfest. Noch einmal hieß es:„Gut Schuß!“ Wie lange?. Tp. Vorprobe für Breslau Als stände man vor einem kritischen Publikum aus allen deutschen Gauen, wie es demnächst in Breslau sein wird, sangen in Herne die unter dem Namen „West fälische Chorgemeinschaft" verbundenen, von Albert Lamberts dirigierten Männerchöre des westfälischen Industriegebiets in musterhafter Art ein Konzert, das, vom Reichssender Köln verbreitet, allen Gesangsfreunden einen Vorgeschmack auf die bedeutsamen, interessanten und vielfältigen Sonderveranstaltungen des großen Bundesfestes zu geben vermochte. Und wenn— woran wir nach den Erfahrungen der letzten Zeit zu zweifeln keinen Anlaß haben— die Leistungsfähigkeit dieser vereinigten Chöre, ihre imponierenden stimmlichen Qualitäten, die tonliche Ausgeglichenheit und die durch untadelige musikalische Beherrschung gesicherte Vortragsdisziplin im Breslauer Konzert die gleiche sein werden, muß der Erfolg— auch im Rahmen dieses von den besten Chören des Reiches bestrittenen Sängertreffens— nicht gerade alltäglich sein. Nur teilweise kann der Rundfunk das wirkliche klangliche Bild vermitteln, aber schon dieser akustisch gewaltige Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene 99 HUE. mit 147 K. Sozialrentner 2721„„ 5298 K. Kleinrentner 453„„ 673 K. Armenpfleglinge 2503„„ 5007 K. Blinde 51„„ 80 K. Wohlfahrtserwerbslose 2218„„ 5124 K. Zusätzlich unterstützte„„ 116 0 Notstandsarbeiter 22„" 118 K. Zusätzlich unterstützte Alu= und Kru=Empfänger 466„„ 1500 K. Die Zahl der Zusatzrentenempfänger betrug 1805 HUE. mit 2834 K.(im Vormonat 1808 HlIE. mit 2847.) In der geschlossenen Fürsorge(Anstaltsfürsorge) waren untergebracht: Eindruck überzeugte nachdrücklichst von der hervorragenden stimmlichen Besetzung und gesanglichen Fähigkeit der Chorgemeinschaft, die den Ruf westfälischer Männergesangvereine ganz sicher eindringlich bestätigen wird. — In einer Pause des Konzertes wies der Bundesführer, Oberbürgermeister Albert Meister, nochmals auf die künstlerische und nationale Bedeutung der großen Sängertage an Deutschlands östlicher Grenze hin. Dr. Josef Schwermann Schöne deutsche Lieder Auch der duftende Strauß schönster deutscher Liederblüten, die der NS.=Volkschor seinen Freunden und Besuchern zum Liederabend am Sonntag versprach, konnte den Wettergott nicht beeinflussen, für eine milde Witterung draußen Sorge zu tragen. So mußte man denn das Konzert in den Saal verlegen und war trotzdem zufrieden, weil wenigstens die kühle und regnerische Temperatur der Besucherzahl keinen Abbruch getan hatte. Der Freundeskreis des Volkschors weiß eben, daß man von dieser Gemeinschaft immer eine ganz auserlesene und genußreiche Auswahl herrlicher Liedkunst zu hören bekommt— an diesem Abend zumal, da die Vorhersage ausdrücklich eine besonders schöne Folge verhieß. Und es wurde nicht zuviel versprochen, auch gab die schöne Verbindung von kompliziertem Kunstlied und einfach gehaltenem Volkslied jedem etwas. In beiden Gattungen bescherte der Chor neben Kompositionen, die schon einmal in Veranstaltungen des Volkschors erklangen, Werke und Bearbeitungen, die noch nicht aufgeführt waren, und auch bei dieser Gelegenheit freute man sich des kultivierten Geschmacks, den der Leiter Hermann Esser als gediegener und bewährter Musiker mit der Auswahl bezeugte. Das gilt sowohl von Hermann Grabners, dieses tüchtigen Komponisten, schwungvollem und wirkungsstarkem Satz„Jubilate“, wie auch von den köstlichen Liebesliedern nach Walther von der Vogelweides Texten und den Bearbeitungen Walter Reins und Max Gebhardts, die altes=Melodiengut in neuem Geist erklingen lassen. Wie immer noch stand auch jetzt der Vortrag nach der stimmlich veredelten, tonschönen Seite hin wie auch in der musikalischen Darstellung, auf achtunggebietendem Niveau. Fleiß und gründliche Vorbereitung waren ehrendes Zeichen dieses gelungenen Abends, der den Ausführenden hohe Befriedigung und den herzlich begeisterten Zuhörern viel Genuß bereitete. Durch stärksten Beifall und stürmisches Verlangen nach Wiederholungen verlieh das Publikum seiner Freude Ausdruck. Diesmal die Offiziere Schießen des Bürgerschützenvereins 1388. In der Junggesellenkompagnie des Bochumer Bürt= und Schutzenvereins 1388 wird der Schießsport kräftig gepflegt. In jedem Jahre treten Offiziere und Unteroffiziere zu einem Vergleichsschießen zusammen, am Sonntag auf dem Schießstand Borgböhmer in Bochum=Weitmar. Während im Vorjahre die Unteroffiziere die höchste Durchschnittszahl an Ringen erzielten und damit Sieger über die Offiziere blieben, waren es in diesem Jahre die Offiziere, die den Sieg davontrugen mit einer Höchstdurchschnittszahl von 27,5 gegen 23 der Unteroffiziere. Bei den Offizieren war der beste Schütze Kamerad Neuhaus, bei den Unteroffizieren Kamerad Klimeck. Bester Schütze des Tages war Kamerad Neuhaus mit einer Ringzahl von 33. In Krankenhäusern In eigenen Pflegeheimen In Bochumer nichtstädt. Altersheimen In Waisenhäusern In Provinzialheilanstalten In sonstigen Anstalten 505 Pers. 205 Pers. 172 Pers. 12 Pers. 1110 Pers. 22 Pers. im Vormonat 582 Pers. 205 Perf. 172 Pers. 12 Pers. 1102 Pers. 24 Pers. In der halboffenen Fürsorge waren untergebracht: In der Herberge als Wanderer täglich nach dem Wochendurchschnitt 3 Personen. Im Obdachlosenheim täglich nach dem Wochendurchschnitt 1 Person. In den Familienasylen 355 Familien mit 1729 Kövfen (im Vormonat 259 Familien mit 1751 Köpfen). Der Gesamtfürsorgegufwand betrug 549 151 RM.(im Vormonat 613 152 RM.). Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen im Stadtbezirk Bochum sich f. Br gerBeginn des Schwurgerichts Ort Essen Kahler Asten Brocken Beritn München Zugipitze Wohin gehen wir heute? Stadttheater: 19.30 Uhr: Das kleine Hoskonzert. Tonhallen=Diele und=Gaststätte: Konzert und Tanz. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Grenzpolizei Texas. Capitol: ab 15.30 Uhr: Anna Karenina. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Männer vor der Ehe. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Trefspunkt Paris. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Kampf um Indien. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Der kleinste Rebell. Odcon: ab 15.30 Uhr: Standschütze Bruggler. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Standschütze Bruggler. Usa=Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Ein Mädel vom Ballett. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Das Geheimnis eines alten Hauses. Apollo Weitmar: Nur ein Komödiant. Capitol Langendreer: Trefspunkt Paris. Capitol Werne: Die letzten Vier von Santa Cruz. Kammerlichtspiele Gerthe: Eine Nacht mit Hindernissen. Lichtburg Langendreer: Susanne im Bade. Schauburg Wanne=Eickel: Fräulein Josette— Meine Frau. Die Luge ist der Leute Verveieen... Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Am Montag begann am Bochumer Landgericht eine neue Schwurgerichtsperiode, die dritte dieses Jahres. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Dr. Thediek. Zur Mehrzahl stehen wieder Meineidssachen zur Verhandlung, ein Fall wegen versuchten Totschlags ist vom Reichsgericht an das Schwurgericht zurückverwiesen worden, wobei die Schuldfrage erneut zu prüfen ist. Am 20. Juli aber beginnt eine auf zwei bis drei Wochen berechnete Verhandlung gegen einen Angeklagten K. aus Essen und einen Angeklagten M. aus Bochum wegen Beamtenbestechung. Dieser Fall wird wegen seiner rein wirtschaftlichen Hintergrundes im ganzen Industriebezirk das größte Aufsehen erregen, da er in seiner Eigenart wohl einzig dastehen dürfte. Wenigstens ist ein ähnlicher Fall in unserer Gegend noch nicht vor den Gerichten anhängig gewesen. Die erste Verhandlung vor dem Schwurgericht richsich gegen eine geschiedene Ehefrau F. aus Hertete sich Erkenschw. leschiebene Ehefrau *. 9aus OerTränen unge last gegen eine vick wegen Meineids. Unter heißen und wiederholten Beteuerungen versichert die Frau, daß sie nicht schuldig sei des ihr zur Last gelegten Verbrechens. Sie habe in der Ehesache G. vor der Scheidungskammer als Zeugin durchaus die Wahrheit gesagt. Sie habe weder Zärtlichkeiten mit G. ausgetauscht noch sonst sich anders betragen, als es einer „anständigen Frau“ zukommt. Sie sei ihrem Manne stets treu geblieben.: Es sei eine bodenlose Niedertracht, ihr so böse Dinge nachzusagen! Die Zeugen seien von einer früheren Hausgenossin alle gegen sie aufgehetzt. Man war förmlich schon davon überzeugt, daß böse Zungen der jungen Frau wirklich zu Unrecht etwas angehängt hätten. Es wird viel geklatscht und getratscht in einem solch kleinen Nest, wo die eine der anderen Aufpasserin ist. Es gibt ja auch üble Klatschbasen in Männerkleidern. Die Ehre einer kleinen Frau Tränen fließen, als auf der Anklagebank, auf der schon so manche schöne Sünderin mit frommem Augenaufschlag saß und sich nachher als„ein gefallener Engel“ entpuppte, der Gift und Galle spie. Was würde die Beweisaufnahme bringen? Sollten die ehemaligen Hausgenossen alle lügen und aus Haß oder wegen früheren dummen Streits um den Waschküchenschlüssel bereit sein, einen Meineid aufs Gewissen zu nehmen, um die kleine Frau zu vernichten? Dann säßen sie selbst bald auf der Anklagebank! — Das machte der Vorsitzende den Zeugen vor ihrer Vernehmung recht eindringlich klar. Und nun kamen die Aussagen darüber, was man im Hause gesehen und gehört hätte. Da mußte die Angeklagte denn doch„erblassen". Es war bereits ein„Gesprächsthema“ geworden in der ganzen Nachbarschaft, daß die Freundschaft des G. zu der Frau F. sehr, sehr auffällig geworden wäre. Auch, daß es gerade die Vorgänge am verregneten sind, die dann des Himmelfahrtstage Verhältnis ganz 1936 gewesen fius, die vunn das Verhältnis ganz offenkundig werden ließen. Man konnte nur noch staunen darüber, wie die kleine Frau dem allen gegenüber sich noch weiter aufs Leugnen zu legen wagte. Das war ein böser Weg von Himmelfahrt bis jetzt zum Höllensturz, der ihr bevorstand. Sie hätte den Feiertag schlimmentheiligt. Erfolgreiche Arbeit Arbeitstagung des Reichsbundes der Körperbehinderten, Ortsgruppe Bochum Die Bochumer Ortsgruppe des Reichsbundes der Körperbehinderten und ihre Untergliederungen fanden sich am Samstag abend zu einer Arbeitstagung im Bundeslokal Hilgert an der Rottstraße zusammen. Zur Besprechung standen hauptsächlich organisatorische Fragen. Wie Geschäftsführer Beckmann, der die Arbeitstagung in Vertretung des verhinderten kommissarischen Kreisobmanns Flores(Dortmund) leitete, bekanntgab, ist von der Reichsleitung ein Umbau der Organisationen vorgesehen dergestalt, daß den einzelnen Kreisen eine größere Selbständigkeit in bezug auf ihre Führung und Verwaltung eingeräumt wird. Den einzelnen Mitarbeitern wird die volle Verantwortung für ihren Geschäftsbereich übertragen. Geschäftsführer Beckmann versprach sich von dieser Neuordnung, die schon in allernächster Zeit durchgeführt wird, einen neuen Auftrieb in der Mitgliederbewegung. Aus diesem Grunde soll schon jetzt mit einer großzügigen Werbearbeit im Kreise Bochum begonnen werden. Die Ortsgruppenleitung wird dementsprechende Richtlinien für die Durchführung dieser Aktion, von der nicht nur die außenstehenden Körperbehinderten, sondern auch Freunde und Gönner der Bewegung erfaßt werden sollen, ausarbeiten. Einen breiten Raum in der Aussprache nahm der Sommerausflug ein, der sämtliche Mitglieder des Kreises Bochum mit ihren Angehörigen am Sonntag, 25. Juli, zu einem kameradschaftlichen Beisammensein im Lokale Schellenberg(Haarmannsbusch) in Stiepel vereinen wird. Die gemeinsame Abfahrt erfolgt mittags 2 Uhr in Autobussen vom Neumarkt. Versammlung des 2. Bezirks der Schneiderinnung Bochum. Der zweite Bezirk hielt seine Versammlung bei Balkenhol ab. Zu Beginn begrüßte Bezirksmeister Pah die Mitglieder und gab einige Mitteilungen bekannt. Modewart Dreher sprach über die Modetaguna in Weimar und hielt einen sehr lehrreichen Vortrag(Die heutige Mode) mit einer Schnittzeichnung. Obermeister Bube gab einen Bericht von der Besichtigung einer Fabrik zur Herstellung der neuen Faserstoffe. Er streifte einige Innungsangelegenheiten und die heutige Lage des Schneiderhandwerks. Der Bezirksmeister schloß dann die Versammlung. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Dienstag, 13. Juli RSDAP. Stiepel. 20 Uhr: Appell des gesamten Dienstbereiches im Saale Westermann, Kemnader Straße. Hieran haben alle Politischen Leiter, Amtswarte und=walter oder Gliederungen sowie auch sämtliche Führer und Führerinnen der HI., des BDM. und der NS.=Frauenschaft teilzunehmen. NS.=Frauenchaft und Deutsches Frauenwerk Böde. 20 Uhr: Pflichtabend bei Taddey. Es spricht Parteigenosse Hildebrand. anschaft Krähet SAg# NS.=Frauenschaft Erbhof(Hofstede=Riemke). 20 Uhr: Zusammenkunft im Heim, Herner Straße 83. NS.=Frauenschaft Hiltrop=Bergen. 20 Uhr: Ueben der Singschar bei Punge. NS.=Frauenschaft und Deutsches Frauenwerk Altstadt. 20 Uhr: Pflichtabend im Vereinshaus an der Mühlenstraße. NS.=Frauenschaft Querenburg. Uebungsstunde der Singschar am Mittwoch fällt aus.„„ 8 NS.=Frauenschaft Stiepel= Süd. Dienstag, 13. Juli, 15.30 Uhr: Pflichtversammlung bei Frische. Deutsche Arbeitsfront Gaststätten. und Beherbergungsgewerbe stertliels werbes, Köche und Gast berg, Herner Straße. c. Kiche dulch Freuse ist leicht unter die Füße getreten, aber sehr schwer hier Leichtsinn, Scham und wieder reingewaschen. Die Welt ist schlecht! Wer weiß das besser als der Richter. Er weiß aber auch, daß nirgends so viele Und sie brachte dadurch ihren eigenen Mann gar noch in falschen Verdacht sträflicher Duldung aus Eigennutz! Selbst der Verteidiger dürfte ratlos gewesen sein über das Verhalten seiner Mandantin. Das Urteil lautete wegen wissentlicher Eidesverletzung auf ein Jahr und drei Monate Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust. Ja, kurz ist der Wahn, die Reue lang. Wie haben vor der Wahrheit zerstört! Wie soll die Frau den Weg zur Rettung wiederfinden? M. F. Schwimmen und Abnahme für, das Reichssportabzeichen ir Männer von 21.30 bis 22.30 Uhr: Badeanstalt, MartenTagesplan für Dienstag, 13. Juli Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 15.30 bis 17.30 Uhr: Bürgergesellschaft(Privat=Eingang Wilhelmstraße); von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Realgymnasiums, Langendreer. Unterstraße 73. Spezialgymnastik nur für Frauen von 20 bis 21 Uhr: Gymnastitschule, Bürgergesellschaft, Wilhelmstraße 9. Schwimmen und Abnahme für für Kindergymnastik für Kinder von 10 bis 15 Jahren von 16.30 bis 18 Uhr: Gymnastikschule, Rottstraße 29. Iin=Jitsu für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Alleeschule, Alleestraße Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20.30 bis 21.30 Uhr: Gymnastikschule, Rottstraße 29. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Licht= und Luftbad, Königsallee. (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 5 und 10.) Seite 5 Nr. 1617 Bochumer Anzeiger# Dienstag, 13. Juli 1937 Sommerleben im Tierpark Schulklassen erhalten Anschauungsunterricht Wer unseren einzig schönen Stadtpark besucht, der seinesgleichen in Westdeutschland nicht hat, lenkt auch gern seine Schritte zum Tierpark beim Bismarckturm. Birgt er auch keine exotischen Tiere, so gibt er doch Gelegenheit, die heimische Tierwelt in ihrem Leben und Treiben zu beobachten. Ueber 400 Vögel und Säugetiere beherbergt der Tierpark, dessen weiterer Ausbau bevorsteht. Bekanntlich soll das große Gelände der Parkgärtnerei dem Tierpark zur Verfügung gestellt werden. Mit der Räumung der Gärtnerei, die nach dem Hauptfriedhof in Bochum=Altenbochum verlegt wird, ist man schon beschäftigt; man hofft, noch in diesem Sommer mit dem Bau des neuen großen Vogelhauses beginnen zu können, so daß für die Unterbringung der Vögel im nächsten Winter bestens gesorgt ist. Im Frühjahr sollen dann die weiteren Bauten aufgeführt werden, die Gehege nördlich des Weges zum Milchhäuschen werden dann auch in den jetzigen Garten verlegt. Es ist dankbar zu begrüßen, daß Werke, Firmen und Freunde des Tierparks das geplante Vorhaben durch zum Teil namhafte Spenden unterstützen. Der Tierpark soll ja der Allgemeinheit zugute kommen, soll unserer schaffenden Bevölkerung Gelegenheit geben, die heimische Tierwelt kennen und lieben zu lernen. Wir Industriebewohner sehnen uns ja so sehr nach einem Stückchen Natur! Wer in diesen Sommertagen unsern Stadtpark besucht, ist Zeuge der lebhaften Anteilnahme, die alt und jung unserem Tierpark entgegenbringt. Schulklassen gehen unter Leitung ihrer Lehrer und Lehrerinnen von Gehege zu Gehege und genießen hier einprägsamen Anschauungsunterricht. Die Besucher werden nicht müde, dem munteren Treiben der vielen, nach Art und Lebensweise gesondert gehaltenen Singvögel zuzuschauen, das Wassergeflügel, das Volk der Raben, Dohlen, Elstern, Eichelhäher, die Spechte, die Möven, die Eulen und Raubvögel zu beobachten. Der große Geflügelhof ist belebt von Pfauen, Perlhühnern, Ziergeflügel, Tauben und Enten. Und erst die Tierwelt, deren Gehege sich um das Affenhaus gruppieren! Die putzigen Waschbären, die listigen Füchse, der lebhafte Mungo, die raubgierige Pardelkatze, wundervoll gezeichnet, sie sind jetzt im Sommer voller Lebenslust. Nur Meister Grimbart, der Dachs, zeigt sich selten; er ist ja ein Nachttier. Desto lustiger gehts im Affenhaus zu, das bevölkert ist von ernsthaft=drolligen Vierhändern aus der Alten und Neuen Welt. Selbst das erst einige Wochen alte Junge klettert und springt schon mit den Alten um die Wette. Die Papageien kreischen und machen Kapriolen. Man hat seine Freude am Leben und Treiben im Tierpark. Von morgens früh bis abends, wenn die Eulen munter werden, weist der Tierpark viele Besucher auf, die dankbar sind, daß der Verein der Tierparkfreunde mit Unterstützung der Stadtverwaltung und hochherziger Gönner diese Einrichtung geschaffen hat. Sie soll noch weiter ausgebaut werden, auch Rehe und sogar ein Seelöwe sollen hinzukommen, sobald das Gelände dafür frei und hergerichtet ist. Wenn der Verein der Tierparkfreunde die Bürgerschaft um weitere Spenden und rege Unterstützung bittet, so wird er gewiß auf Verständnis rechnen können. ap. an der Front“ Eine große Uebung des Deutschen Roten Kreuzes, Bezirkskolonnenabteilung, in Bochum Am Sonntag, 18. Juli, 10.15 Uhr, wird in Bochum im Rahmen eines Führerlehrganges des Deutschen Roten Kreuzes, Provinzial=Männerverein Westfalen von den Sanitätskolonnen der Kreise Bochum, Castrop=Rauxel, Dortmund, Hamm, Herne, Lünen, Unna, Wanne=Eickel, Wattenscheid und Witten eine Uebung der Bezirkskolonnenabteilung veranstaltet, die den Einsatz von Sanitätsmannschaften an der Front veranschaulichen soll. Dem Ertrinken nahe. Bei einem Ausflug in die Werdener Gegend am Sonntag nahm der 16 Jahre alte Sohn Wilhelm der Eheleute B. aus der Herner Straße in der Ruhr ein erfrischendes Bad. Vor den Augen seiner entsetzten Kameraden, die des Schwimmens unkundig waren, ging er plötzlich unter. Von einem Paddelboot aus wurden Rettungsversuche unternommen, die auch glückten. In schwer erschöpftem Zustand brachte man den jungen Schwimmer ans rettende Land. Kr0U CipWei auf Rheinsatt! Ein herrliches Erlebnis der Werkgemeinschaft Aufnahmen: Alex Fröhliche Landung in Koblenz... ... nach freudiger Fahrt auf dem Rhein! Bochum=Hauptbahnhof,.45 Uhr, Sonntag in der Früh. Ein froh gestimmter Menschenknäul drangt sich zur Sperre, denn oben warten schon drei geschmückte Sonderzüge zur Betriebsfahrt der Eisen= und Hüttenwerke, die anläßlich der 10jährigen Wiederkehr der Inbetriebnahme der Stahl= und Walzwerke mit 2700 Gefolgschaftsleuten eine Rheinfahrt veranstalten. Als die Züge durchs Bergische Land gen Beul rollen, sind die Kameraden der Arbeit erfüllt von erwartungsvoller Vorfreude und nur offen bleibt die Bitte, daß der Wettergott seinen sonnigen Segen dazu geben möge. Aber danach sieht es anfangs nicht aus. Grau verhangen ist der Himmel und heftige Regenschauer klatschen an die Scheiben. Nur manchmal lugt die Sonne durch die Wolken und weckt neue Hoffnungen. So kommen wir in Beuel an, marschieren unter Sang ung Klang über die Rheinbrücke nach Bonn zu unseren Schiffen. Es ist ein herrlicher Anblick, die drei großen bewimpelten Rheindampfer„Ostmark",„Blücher" und„Drachenfels" ankern zu sehen. Jedes der Schiffe nimmt etwa 900 EHWer auf, um dann— in kurzen Zeitabständen hintereinander— rheinaufwärts nach Koblenz zu steuern. Inzwischen hat sich das Wetter befriedigend gebessert. Schönheit altberühmter Rheinstädte, so Königswinter, Godesberg, Remagen, Linz, Andernach und so weiter, alles Namen, die uns schon aus Kindheitstagen mit köstlicher Phantasie bewegen. Und dabei erklingen die Gläser, Rheinwein und Gerstensaft munden alt und jung. Die von„Kraft durch Freude" übernommene Organisation klappt ausgezeichnet und auch die Schiffsleitung ist auf diesen Massenbetrieb bestens eingerichtet. Nach fünfstündiger Fahrt erreicht unser Blick die alte trutzige Festung Ehrenbreitstein und rechts davon dehnt sich an der Mündung der Mosel in all seiner Schönheit das Deutsche Eck in Koblenz. Für die alten Rheinbefahrer und für die Erstbesucher bleibt dieses Denkmal deutscher Kraft und Einigkeit ein unvergeßliches Bild. Als Erwiderung für die herzliche Begrußung durch die Koblenzer erschallt am Ufer des Rheins der westfälische Sängergruß:„Ein schlichter Sang, der Treue Klang, mit Kraft gepaart, Westfalenart!" Wenn auch den EHW.=Leuten nur eine kurze Spanne zur Besichtigung der alten Rheinstadt Koblenz zur Verfügung steht, sie genügt, um für diese Zeit dem Stadtbild das Gepräge des Besuches der Bochumer zu geben. Mit klingendem Spiel durchziehen die Kolonnen die Hauptstraßen und aus allen Lokalen hört man Heimtlieder, erklinat das Bochumer Jungenlied. So ruft ach zu schnell die Schiffssirene zum Abschied. Die Kurbeln der Maschine setzen sich langsam wieder in Bewegung, die Schaufelräder jagen das Wasser schäumend hoch und zurück geht die herrliche Fahrt. Bald entgleitet Koblenz unseren Blicken,— das Deutsche Eck, Ehrenbreitstein. Noch einmal sehen wir im sinkenden stimmungsvollen Abend die vielen schönen Städte am Rhein, die wir schon am Morgen bewunderten. Nach glücklicher Heimkehr wissen wir eins: daß dieser Tag im Kreise der großen Werksfamilie als Ausdruck des neuen deutschen Geistes allen unvergessen bleiben wird. Dieser Tag wird dem Werkskameraden ein großartiges Erlebnis bleiben, ihm neue Kraft für sein Schaffen im Alltag geben. H. M. Neues aus Bochum Aber ob Regen oder Sonnenschein, vom Tal des sagenumwobenen Rheins herauf klingen zu den rebenbekränzten Höhen die lustigen Melodien des Blasorchesters, die Märsche der Knüppelmusik, die beschwingten Schlager der fidelen Schrammler oder die Lieder der stimmgewaltigen Werkssangesbrüder, erklingen die alten Weisen vom Rhein, von Liebe und Lust und Vaterland. Als der Gefolgschaftsführer Direktor Make durch das Schiffsmikrophon in launiger Ansprache seinen Mannen gute Fahrt, Stunden ungezwungener kameradschaftlicher Freude wünscht, da schlagen gewiß im Angesicht der herrlichen deutschen Rheinlandschaft viele Herzen höher und höher. Es ist für den stillen Beschauer ein besonderer Genuß, zu sehen, wie sie schon bald auftauen die sonst so ernsten Leute vom stählernen Werken und Schaffen, Männer mit harten Fäusten und Gesichtern, die vom Schmelzofen, von den Walzenstraßen und Maschinen. Losgelöst vom Alltag sind alle in der Feiertagsstimmung der Werksgemeinschaft, und so kommt auch bald der echte Humor zu seinem Recht, während unsere Schiffe ruhig ihre Bahnen ziehen durch die herrliche deutsche Natur, vorbei an den zahlreichen Städten historischer Romantik, dem Siebengebirge, an Godesberg, Drachenfels, Rolandsbogen, Schloß Rheineck und Ahrenfels, vorbei an der Nicht von der fahrenden Straßenbahn abspringen! Am Samstag, gegen.20 Uhr, wurde auf der Ecke Castroper Straße und Cäcilienstraße ein Mädchen beim Abspringen von der fahrenden Straßenbahn, Linie A. von einem Personenkraftwagen angefahren und zu Boden geworfen. Es erlitt leichte Hautabschürfungen an der linken Hand. Motorrad gegen Lastauto. Am Samstag, gegen 16 Uhr, kam es auf der Ecke Dortmunder und Kornharpener Straße zwischen einem Lastkraftwagen und einem Kraftrad zu einem Zusammenstoß. Der Kraftfahrer erlitt leichte Schnittwunden an der linken Hand. Die Soziusfahrerin erlitt Hautabschürfungen am rechten Schienbein und mußte in das Augusta=Krankenhaus eingeliefert werden. Mit heißer Abwaschlauge verbrüht. Dem Krankenhause zugefuhrt wurde am Samstag nachmittag das 19jährige Hausmädchen Else M. von der Marienstraße. Das Mädchen befand sich bei der Hausreinigung und wusch mit kochender Lauge die Türen ab, als es plötzlich beim Hereinholen der Lauge ausrutschte, mit dem Topf zu Fall kam und durch dessen umherspritzenden Inhalt schwere Verbrühungen an beiden Händen, Unterarm und Brust davontrug. Beim Rollschulhaufen verletzt. Die Schülerin Pr. von der Oskar=Hoffmann=Straße kam am Sonntag morgen beim Rollschuhlaufen zu Fall und erlitt einen Bruch des rechten Beines sowie Verstauchungen. Das verletzte Kind mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Gestohlene und sichergestellte Fahrräder. Gestohlen wurden: am 2. Juli aus einem Fahrradständer des Bochumer Vereins ein Herrenfahrrad, Marke Mifa. Nr. 590123, aus dem Keller des Hauses Poststraße 123 in Bochum in der Nacht zum 6. Juli ein Herrenfahrrad, Marke Standard. Nr. 13141. Wer kann zu diesen Diebstählen Angaben machen? Mitteilungen werden entgegengenommen von der Kriminalvolizei in Bochum, Uhlandstraße 35. Zimmer 243 und von jeder anderen Polizeidienststelle.— Bei der Kriminalpolizei in Bochum sind folgende Fahrräder sichergestellt: 1 Herrenfahrrad, Marke Greif, Nr. 11168, das an der Rombacher Hütte gefunden wurde; 2. Herrenfahrrad, ohne Marke und Nummer, mit schwarzem Rahmen und schwarzen Felgen, das am Rathaus in Bochum gefunden wurde Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Fahrräder aus Diebstählen stammen. Eigentumsberechtigte wollen sich auf Zimmer 243 des Polizeipräsidiums Bochum, Uhlandstraße 35, melden. Ferienzüge zum Saargebiet. Der Ferienzug Nr. 4 über Kaiserslautern nach Saarbrücken am 23. Juli fällt wegen ungenügender Beteiligung aus. Die anderen Zuge am 22. und 23. Juli fahren bestimmt. Anmeldungen sofort bei M. Christ. Rottstraße 26. Sch bon ssiermiie Jum 250.Gesuutstag des Gochumer Lanosmannes Von Rans Schulte 6. Fortsetzung VI: Der Tod Oeters des Grossen- On steigender Mackt unter Latkarina 1. Peters Machtfülle war auf den höchsten Punkt des Glanzes gestiegen, und nicht wenig hatte dazu Catharina beigetragen. Immer noch dachte der Zar an die schweren Stunden am Pruth, wo sie zum Rechten ihm riet mit den anderen. Größte Ehren standen ihr zu im Sinne des Zaren, und so bat er sie schließlich, noch, solange er lebe, sich neben ihm als Zarin und Kaiserin krönen zu lassen. Catharina willigte ein, und so kam das größte Fest zu Regierungszeiten Peters heran: die Krönung der Kaiserin am 18. Mai 1724. Gewaltig war der entfaltete Prunk, der auch Moskau, die Stadt der Krönung, blendete. Hinter dem Kaiserpaar schritten, den kaiserlichen Mantel haltend, Baron von Östermann und der Reichsrat Prinz Demetrius Galliczin. Kissen trugen sie als die Unterlage des hermelinbesetzten, mit Brillantagraffen und Edelsteinketten übersäten Mantels, zwischen denen Rußlands Adler, sein in Gold gestickt, leuchteten. Auf dem Throne nahm das Kaiserpaar Platz, und nun trugen die Mächtigen des Reiches die Insignien der Krönung herbei. Graf von Bruce und Fürst Puschkin, Prinz Dolghoruky, Baron von Ostermann und Prinz Galliczin standen danach auf den Stufen des prächtigen Thrones. Und auch jetzt in der glücklichen Stunde gedachte die Huld des Zarenpaares des Mannes, der so viel zu ihrer Macht getan, des Barons von Ostermann, der in Gemeinschaft mit Galowkin und Dolghoruky mit dem Rang eines General=Lieutenants ausgezeichnet wurde. Höher konnte der Aufstieg Ostermanns schwerlich noch führen. Reichskanzler und Staatsminister, Baron und General=Lieutenant war der Deutsche, als Peters des Großen Kräfte nun bald zu schwinden begannen und das Herankommen seines Endes ankündigten. Trüben Sinnes, mit schweren Sorgen, sah der Baron von Ostermann den Verfall seines Zaren, ständig um ihn, Wünsche empfangend und Vorschläge gebend. Und in der letzten Stunde noch, auf dem Totenbette, empfahl Peter den Seinen„Ostermann als einen Bedienten, den er selbst unterwiesen und der also quid faciendum a faciento(was zu tun sei, aus dem Geschehenen) gelernt hätte, welcher folglich auch das wahre Interesse seines Reiches am besten kenne und demselben unentbehrlich sei“. Man schrieb den 8. Februar 1725, als Ostermanns Gönner, Peter der Große, die Augen für immer schloß, der Zar, der Rußland zur europäischen Großmacht machte mit bestimmender Hilfe des Deutschen, von dem er früher schon einmal gesagt hatte,„daß er in den Pflichten seines Ostermann noch niemals einen Fehltritt gespürt habe“. Trauer und Bestürzung erfüllten Catharina und weite Teile des riesigen Reiches, erfüllten den Kanzler Baron von Ostermann, der mit den russischen Großen Peter zu Grabe trug und seinem toten Gönner den letzten Dienst erwies hinter dem Sarg schreitend und mit anderen einen Zipfel des Sargtuches tragend. Catharina., nun Kaiserin und Selbstherrscherin aller Russen, gedachte nicht nur der großen Verdienste des Barons von Ostermann, nein, zugleich auch war sie stets eingedenk der Empfehlungen des toten Gemahls. Und so häuften sich Arbeit und Ehren für den Erfolgreichen immer noch mehr. Schaffirofs Stelle hatte der Deutsche schon lange nun inne, aber am 5. Dezember 1725 schenkte die Gunst der Zarin ihm ein neues Dekret, in dem bestätigt wurde, daß er ReichsVice=Canzler und Wirklich Geheimder Rath war. Gleichzeitig ward ihm von Catharina das Versprechen, wenn mit dem Tode des alten Grafen Gabriel von Golowkin der Titel des Reichs=Groß=Canzlers frei sei, auch den ihm zu geben. Ostermann diente inzwischen der Zarin mit gleicher Treue wie vormals dem Zaren. Und um die Staatsmaschinerie beweglicher zu gestalten, wurde auf Catharinas Geheiß, aber durch seinen Rat ein neues Kabinett gebildet. So groß war schon das Vertrauen der Herrscherin, daß nur durch Ostermann und durch den Grafen Tolstoi Audienz noch bei ihr zu erlangen war. Und sie fuhr gut dabei, denn der Reichs=Vizekanzler hatte ein wachsames Auge auf Rußlands Wohl. Rückversicherung gegen die im geheimen noch immer feindlichen Schweden holte er sich durch Beistandsverträge mit dem Kaiserhof Wien. Gleichzeitig wurde die Flotte in der Ostsee verstärkt. Und wenn es auch Sr. Groß=Britannischen Majestät nicht behagte: Macht war Ruhe und Frieden und Sicherheit für das Reich, in dem so vieles noch ordnen! Neue Schwierigkeiten kamen, als Polen schon vorzeitig Kurland und Semgallen als erledigte Lehen für sich zurückforderte, wenn der alte Herzog Ferdinand erst tot sei. Das war für Rußland untragbar, und so unterhandelte Ostermann, den die daran Interessierten, wie der Graf Moritz von Sachsen, stillschweigend als den Bestimmenden anerkannten. Zwischendurch war im Lande so vieles zu tun. Schon unter Peter war es ein Lieblingsplan gewesen, auch in Rußland eine Akademie der Künste und Wissenschaften zu errichten. Hartnäckig verfolgte Östermann auch diesen Plan weiter, holte sich Professoren aus Deutschland und gründete noch unter Catharina die Akademie. Ja, so groß war Ostermanns Willen, Besserung zu bringen, wo Mißstände waren, daß er sogar den Haß der Mächtigen nicht scheute. Mißstände waren in Rußlands Mönchsklöster eingerissen. Ostermann sorgte für eine Verordnung, nach der die Zahl der Klöster im ganzen Reiche auf 50 zu beschränken sei und nicht mehr Mönche in einem Kloster sein sollten als nur 52. Und darüber hinaus sollte auch keiner aufgenommen werden, der nicht 40 Jahre alt wäre:„Weil man in diesem Alter erst von verschiedenen Menschen soviel Verstand vermuthe, daß sie urtheilen könnten: ob sie zum Klosterleben tüchtig oder nicht!“ Östermann, dessen Konfession schon ohnehin vielen der griechischorthodoxen Russen ein Dorn im Auge war, ja von dem man nicht einmal wußte, ob er den vielfach gewünschten Wechsel vollzogen, erwarb sich dadurch gefährliche Feinde. Aber danach zu schauen hatte der Vielgeschäftige keine Zeit. Schon rief die Kaiserin ihn zu neuen Pflichten: unhaltbar waren die Zustände im Postwesen des Landes. Wer sollte helfen und ordnen, wenn nicht der Ostermann? Also nahm der Baron zu der übrigen Bürde auch noch die auf die zierlichen und doch so kräftigen Schultern. Und der General=Post=Direktor Ostermann sorgte für Remedur, er erkannte die Fehler und half ihnen ab, so daß schnell auch hier der Wandel spürbar. Neuerlich dankte die Zarin ihm Arbeit und Treue durch die Verleihung des St.=Andreas=Ritter= Ordens am Neujahrstage 1727. Aber das Reich sollte nicht zur Ruhe kommen, denn im April schon erkrankte die Zarin, und wenn auch durch ihr Testament die Thronfolge bestimmt, neue Wirrnisse mußten doch bevorstehen, wenn so die Personen der Mächtigen auf der politischen Bühne Rußlands wechselten. Und zudem: wenn Peter Alexiowitz, der Zarensohn, mit 16 Jahren erst wirklich gekrönt werden sollte, wenn die Regentschaft inzwischen von einem Rat mit den Prinzessinnen Anna und Elisabeth Petrowna zu führen war, dann war alles da, nur nicht die so nötige starke Hand! (Fortsetzung folgt.) Seite 6 Nr. 161 7 Bochumer Anzeiger# Dienstag, 13. Juli 1937 Der Kavalier Von Waldomat Thorsteg Als Marion in den Zug nach Wien einstieg und ihren Platz im Coupé einnahm, hatte sie den jungen Mann gar nicht bemerkt. Erst als sich der Zug in Bewegung setzte und sie an das Fenster im Korridor trat, sah sie ihn aus dem Nebenkoupé herauskommen. Er schaute sie einen Augenblick an, flüchtig, dann ging er an ihr vorbei in den Speisewagen. Marion nahm nach einer Weile wieder ihren Platz ein und kam erst heraus, als der Zug in Dresden hielt. „Darf ich das Fenster öffnen?“ hörte sie eine Stimme hinter sich. 74414, L. Sie drehte sich um und schaute ven jungen Mann mit erstaunten Augen an. „Verzeihen Sie— es war nur eine Ausrede, um Ihre Bekanntschaft zu machen“, lächelte er.„Ich habe Sie schon in Berlin einsteigen sehen—— und wußte nicht—— ich wollte Sie kennenlernen!“ Marion gab keine Antwort. Sind Sie böse““.in Lurchans nichel= Da lachte sie heraus.„Nein— burchaus nicht! Der Zug verließ langsam die Halle. Unter anderem stellte man auch fest, daß das Wetter schön war, daß beide gern tanzten und daß ihr Greta Garbos Frisur nicht gefiel. Als sie die Elbe entlang fuhren, da hatten sie sich schon so angefreundet, daß sie es sich leisten konnten, schweigend die Schönheiten der sächsischen Schweiz sie fahren nach Wien?“ fragte nach einem etwas zu kurz geratenen Tunnel der junge Mann. „Ja— und Sie?“ „Schade, ich fahre nicht so weit!“ Dann schwiegen sie wieder eine Weile. In zwanzig Minuten mußten sie an der Grenze sein. „Ich habe Zigaretten mit— ob das was macht?“ fragte der junge Mann. „Ach wo! Uebrigens— würden Sie mir einen Gefallen tun?“ fragte Marion. „Alles, was Sie wünschen!“ erwiderte der junge Mann— und trotzdem klang es echt. „Ich muß von der Grenzstation sofort nach Wien telegraphieren. Bitte verwahren Sie inzwischen mein Köfferchen ich möchte es nicht ohne Aufsicht hier liegen lassen!“ Sie reichte ihm einen kleinen Koffer aus grünem Saffianleder. „Mit Vergnügen!“ sagte der junge Mann. Er nahm den Koffer und legte ihn zu seinem Gepäck. „Ich glaube, da wird er sicher sein!“ „Vielleicht legen Sie ihn besser nach hinten—— ja, so, da ist er besser verwahrt!" sie lächelte freundlich. „Herzlichen Dank! Vielleicht entdeckt ihn die Kontrolle gar nicht!“ „Gern geschehen!" erwiderte der junge Mann, was eigentlich nicht ganz zu ihrem letzten Satz paßte, und lächelte verständnisvol,„. 9. fuhr fanss. Dann kam Bodenvach. Der Zug fuhr langsamer. Marion stand schon am Ausgang bereit und rief zurück: „Ich komme sofort wieder!“ und als der Zug mit einem leichten Ruck hielt, sprang sie die Treppe hinunter und eilte über die Schienenstränge zum Telegraphenamt. Zwei Beamte hielten sie auf.„Es ist verboten, den Zug vor der Paßkontrolle und Gepäckrevision zu verlassen. Wohin wollen Sie?“ „Zum Telegraphenamt“, entgegnete Marion.„Ich muß dringend ein Telegramm aufgeben!" Shun 1eh. Marion öffnete ihr Handtäschchen zog den Paß heraus und reichte ihn dem Beamten. Der blätterte ihn aufmerksam durch. „Sie sind aus Berlin?“ fragte er. Namohl!“ „Marion Möller selbst?“ gs,.5 „Ja“, erwiderte Marion etwas erstaunt,„yier sehen Sie ja mein Bild!" „Kommen Sie mit!“ „Wieso? Ist der Paß nicht in Ordnung?“ fragte Marion.„Ich habe ihn doch eben erst verlängern lassen!“ „Der Paß schon", erwiderte der Beamte, während er mit Marion das Büro der Zollbehörde betrat.„Aber wir haben aus Berlin die Nachricht vom Einbruch in den Juwelenladen Unter den Linden erhalten. Die Juwelen sollen sich in einem grünen Koffer aus Saffianleder in Ihrem Besitz befinden!" „Das ist empörend!“ protestierte Marion.„Das ist unerhört! Wie können Sie mich so grundlos beschuldigen———!“ „Wo haben Sie Ihr Gepäck?“ fragte der Beamte. Marion hielt dem Beamten ihr etwas ausgewachsenes Handtäschchen hin.„Hier habe ich meinen Paß und die Papiere— ich bin doch schon am Morgen in Wien, da brauche ich nicht mehr! Da— Sie können die Tasche genau untersuchen!" „Regen Sie sich nicht auf, wir werden schon sehen. Der Zug wird jetzt erstmal nach dem grünen Koffer untersucht!“ sagte der Beamte gleichmütig und steckte sich vorschriftswidrig eine Zigarette an.„Wir werden sehen!“,. gn s... Wi, habEin Beamter kam mit einer Meldung:„Wir haben den ganzen Zug genau durchsucht, aber keinen grünen Saffiankoffer gefunden!".. „Auch die Polstersitze herausgenommen: fragte der Beamte...4undmn 9..7— „Auch das— aber nichts gefunven. Ausgeschlossen, daß der Koffer im Zug ist!" „Dann eben Leibesvisitation!“ bestimmte der Beamte, als ob das das Selbstverständlichste der Welt wäre.„Frau Wawerka, Leibesvisitation!“ Frau Wawerka begab sich mit Marion in einen Nebenraum. Nach zehn Minuten kam sie heraus.„Nichts gefunden, keine Juwelen, nichts!“ meldete sie.—„In Ordnung!“ sagte der Beamte.„Dann war es eben ein Irrtum!“. Er entschuldigte sich bei Marion, die von seinen Worten kaum Notiz nahm und rasch in den Zug stieg. „Telegramm aufgegeben?“ fragte der junge Mann. —„Ja, in Ordnung!“ Der Zug fuhr weiter.„Wo ist mein Kösserchen?" fragte Marion.„Uebrigens muß ich Ihnen noch danken...“ „Den Koffer habe ich durchs Fenster geworfen, knapp bevor der Zug hielt!“ erwiderte der junge Mann ruhig.— Marion erblaßte.„Um Gottes Willen— und— der Inhalt?"—„Die Juwelen habe ich zu mir genommen. Ich bin nämlich im Auftrag der Firma nachgereist— und ich finde, es ist immer noch besser, iSe fahren mit leeren Händen nach Wien— als mit gefesselten nach Berlin zurück.“ enn aie Teutr Einen Deger Raden Von Feliz Kiemkasten Aber das, bitte schön, war immer noch zu ertragen. Gefährlicher war es schon, wenn einer von uns das Fenster aufgemacht hatte und der andere dann hinstürzte und schrie:„Ist der Käfig zu?“ Darüber unterhielten wir uns oft, wenn man das eine Unterhaltung nennen will. Ich sagte:„Du mit deinem Fensteraufmachen immerzu!“ Und meine Frau sagte:„Ich habe dir immer schon—!!“ Inzwischen machten sich diese Leute das Leben schön. Ihre Kakteen, nebenbei, begossen wir ebenfalls. Ich hatte meine Frau sofort gewarnt. Ich sagte ihr: „Wenn von unseren eigenen Pflanzen eine eingeht, das macht nichts, das ist nicht zu vermeiden; aber wenn von denen da auch nur ein Blättchen welk wird... Du weißt, wie Menschen sind!“ Zuletzt fürchteten wir uns vor den Kakteen und fürchteten uns vor dem ganz kleinen Vogel. Er regierte uns alle. Er schrie und trillerte und fraß, und wenn er fraß, waren wir glücklich, denn dann fraß er. Wie aber, wenn er zuviel frißt? Tot fällt er von der Stange und hat sich totgefressen. Ich sagte: „Ich gebe ihm jetzt lieber nichts mehr!“ Meine Frau sagte:„Vielleicht geht er aber gerade vor Hunger ein? Wie stehen wir dann da?“ Ich sagte:„Wir können unmöglich jemals dümmer dastehen als jetzt. Aber“, sagte ich,„ich werde mich erkundigen!“ Und dann erkundigte ich mich, aber der eine riet so, der andere anders, und zuletzt ernährten wir den Vogel mit gemischter Kost. Inzwischen schrieben uns die Leutchen, daß sie gestern am Königssee gewesen seien und heute auf den Watzmann wollten, und wir möchten ihnen doch ja nur schreiben, wie es Hänschen erginge. Wir schrieben: „Hänschen geht es gut!“ Wir wollten schon dabei schreiben: und uns um so schlechter!"— „Also du hast das Fenster aufgehabt, während der Käfig...“ „Ich habe dir gesagt...“ „Die Schuld hast du, rede nicht. Und nun, was machen wir nun? Die regen sich auf, die sind uns ewig feind, die werden uns das nie vergessen!" Die, die neben uns wohnen, haben einen Vogel, einen gelben kleinen Kanarienvogel, und sie lieben ihn. Sie haben mit ihrem Vogel geradezu einen Vogel. Ich hätte nie gedacht, daß mich das etwas anginge, denn warum soll nicht jeder Mensch seinen kleinen Vogel haben?..... kan Baa. Was mich angeht, so wurde ich solchen Vogel nie haben. Wenigstens dachte ich so. Und dann, plötzlich, hatte ich ihn doch. Genau eben diesen Vogel. Die guten Leutchen wollten nämlich verreisen, drei Wochen lang, und uns baten sie, ob wir nicht...“ Von da an also hatten wir den Vogel. Wir bekamen ihn mitsamt dem Käfig und dem Futter zu getreuen Händen, es wurde uns auch eine Gebrauchsanweisung gegeben. Und„einen herzlichen Dank im voraus“, gedrückte Hände und einen nassen Blick ins Auge. „Sie glauben gar nicht“, schluchzten die Vogelleute, „wie dankbar wir Ihnen sind!“ Wir haben dann gefunden, daß uns so dankbar überhaupt keiner sein kann. Es war ein ziemlich kleiner Vogel, und wir dachten daher, daß so ein kleiner Vogel ja eigentlich nicht viel... Darum nahmen wir ihn, versprachen alles, vergaßen die Hälfte und verwechselten die andere Hälfte der Gebrauchsanweisung mit ihren einzelnen Teilen in sich und sagten zu dem Vogel am ersten Abend noch ganz wohlgemut:„Nun, Hänschen, nun singe mal!" Das tat er dann gleich die halbe Nacht hindurch. Im Grunde war alles recht spaßig. Da kann man diesem flatterigen kleinen Geschöpf also vormachen, es sei schon Nacht, indem man einfach ein Tuch über den Käfig hängt. Man gibt ihm Wasser und Körner, und abends zieht man das unterste Brett heraus, kratzt es ab und streut Sand darauf. Dann kommt es wieder hinein, und dann kann der Vogel wieder. Ein merkwürdiger Vogel, so ein Vogel. Er sah ganz und gar gelb aus und hatte ganz und gar kein Muster oder Zeichen. Auch sein Gesang war ohne besonderes Kennzeichen. Ich sagte schon bald zu meiner Frau:„Um das Gesang zu nennen, muß man schon einen Vogel haben!“ Und da es Nachbarn waren, so lachten wir schnöde auf ihre Kosten und höhnten sie. Dieser Vogel war wirklich nur ein Piepmatz. Er wurde uns dann in der Folge ziemlich peinlich. Es kommen sehr oft Leute zu uns, und alle diese Leute begannen alsbald zu fragen:„Nanu, Sie haben sich einen Vogel zugelegt?“ Und dann erklärten wir ihnen, daß es nicht unser Vogel sei, sondern der Nachbarvogel; und dann sagten sie:„Na, hören Sie mal, damit können Sie sich aber allerlei Verantwortung aufladen!“ Und dann sagten wir:„Darauf darf es nicht ankommen; sondern es kommt auf die gegenseitige Gefälligkeit an!“ Dies alles fragte und sagte aber so gut wie jeder, und zuletzt antworteten wir die Antwort schon, bevor uns jemand gefragt hatte, so daß nachher einer— ich weiß nicht mehr, welcher— ziemlich erstaunt sagte: „Das will ich ja gar nicht wissen!" Um es ganz kurz zu sagen... Ich nehme an, daß ihn der Habicht gefressen hat. Der Vogelhändler tröstete mich aber und redete mir gut zu. Ich habe einfach einen anderen gekauft, der ebenfalls gelb war, keine Kennzeichen hatte und Körner pickte. „Wenn das gut geht...?!“ zweifelte meine Frau. Es ging wunderbar. Sie haben es gar nicht gemerkt, denn daß nun Hänschen nach drei Wochen anderweiter Unterkunft sich erst gewöhnen mußte, das versteht sich.„ 1642 Tahteu bi# „Und wie schon dick er geworden isr“, lobten die Leutchen uns.„Ordentlich herausgemacht hat er sich.“ „Und ob“, sagten wir,„bei der Pflege!“ „Dafür haben wir Ihnen auch was mitgebracht“ sagten sie und wickelten feierlich eine Kuhglocke aus, auf der geschrieben stand:„Gruß aus den Bergen.“ „Und wenn Sie reisen“, sagten sie,„gießen wir Ihre Kakten.“. 4 S„—( Das sollen sie. Und hatte ich einen Tiger, so sollten sie auch den Tiger pflegen!— Ganz gewiß! Immer im Recht „Meine Frau gehört zu den wenigen Menschen, die wirklich immer recht haben!" erzählt Herr Neuhaus. „Neulich sagte ich zu ihr: Zum Geburtstag bekommst du den teuren Pelzmantel, den du so gern haben willst! Sie gab mir zur Antwort, den schenkst du mir doch nicht! Und was soll ich Ihnen sagen: sie hat wirklich wieder recht behalten!" wandtschaft auch nach dem Tode noch ein bißchen zu 14 KOMAN VoN 3) Der drehte es erst einmal umständlich hin und her, schob die Brille, die seine Nase zierte, auf die Stirn, holte das Taschentuch hervor, schneuzte sich, steckte das Taschentuch wieder ein, nahm das Schreiben abermals zur Hand, las es und reichte es dann dem jungen Mann am gegenüberliegenden Tisch. 6/46646fach, Gaher“ „Bitte sehr, Herr Assessor, Eroschaftssache Baher.“ Der Assessor hob den Kopf und sah Susi Bayer an. Möglich nun, daß die Abwicklung einer Erbschaftsangelegenheit eine persönlichere Note beanspruchte... möglich auch, daß das junge, schlanke und— wie ja schließlich auch einmal angedeutet werden muß— annehmbar hübsche Mädchen dem Assessor gefiel— jedenfalls lächelte er ein wenig und deutete auf einen Stuhl neben seinem Schreibtisch. Blickte einen Augenblick lang prüfend in ihr Gesicht, als gehöre das dazu. Was er zu sehen bekam, war immerhin sehenswert: Ein reizend geformter Mund, der die Verlegenheit, die Susi Bayer vorübergehend beseelte, hinter einem Lächeln verbarg, ein Paar heller, graublauer Augen, denen man es ohne weiteres zutraute, daß sie in freudigen Momenten aufleuchten konnten, ein keckes, genau genommen etwas zu kurz geratenes Näschen, oval die Form des Gesichts— und umrahmt das Ganze von blondem Haar. „Fräulein Bayer?" begann er fragend. Susi Bayer nickte. „Ja... aus Berlin!;„ 1 „Haben Sie irgendwelche Legitimationspapiere bei sich, Fräulein Bayer?“ „Natürlich... hier bitte, mein Paß mein Gein burtsschein... mein Wohnungsschein..... „Danke, das genügt!“ lächelte er, die Papiere Empfang nehmend. Eine kurze Pause, die der Assessor zur Prüfung der Legitimationen benutzte und in der Susi Bayer im Innern, während sie durchs Fenster in den sonnigen Frühlingstag hinausschaute, berechnete, wann sie hier fertig sein könnte, um den ersten Spaziergang am Rhein unternehmen zu können.„ Ius., 155 „Also, Fräulein Bayer, Ihr Onlei, der Photograph Emil Bayer...“ Susi Bayer sah den Assessor überrascht an. „Photograph? War mein Onkel nicht Maler?“ „Sok Möglich... ich kann das nicht so genau beurteilen. Zuletzt war er jedenfalls Photograph! Nach dem Tode Ihres Onkels wurde ein Testament vorgefunden, in dem er die einzige Tochter seines ebenfalls verstorbenen Bruders Karl zur Erbin einsetzte." Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dachte Susi, und unterbrach den Assessor:„Verzeihung, Herr Assessor, bevor Sie weitersprechen... ist denn überhaupt etwas zum Erben das". Ein heiteres Lachen antwortete ihr: „Ich denke doch, denn sonst hätte er wohl kaum ein Testament hinterlassen!“„ 416 „Ach Gott“, meinte Susi Bayer tung,„es gior ja Menschen, die hinterlassen auch Schulden, um die Verärgern: „Ganz so gefährlich ist es hier nicht, liebes Fräulein Bayer! Außerdem darf ich Ihnen aus eigener Kenntnis sagen, daß Ihr verstorbener Onkel nicht der Mensch war, der seine Mitmenschen, auch wenn sie mit ihm zufällig verwandt waren, ärgerte!" „Sie kannten ihn?" „Flüchtig nur! Vor einem halben Jahr habe ich mich einmal von ihm photographieren lassen... prächtige Bilder übrigens! Aber zur Sache: Ihr Onkel hinterläßt ein vollständig eingerichtetes photographisches Atelier, das augenblicklich bis zur anderweitigen Regelung von seiner Assistentin weitergeführt wird. Außerdem befindet sich unter der Erbschaftsmasse ein Auto.“ „Ein Autok“ entfuhr es Susi verblüfft,„ein richtiges Auto““ gun. Jam 46 „Ja! Ferner ein Huno... oder genauer gesagt, eine Hündin, eine Dackelhündin...“ „Wie kommt mein Onkel zu solchen Sachen?“ „Da wir ihn selbst nicht mehr fragen können, wird das wohl ungeklärt bleiben, Fräulein Bayer!“ lächelte der Assessor belustigt.„Und bann sind da noch einige Anzüge, Wäschestücke und andere Kleinigkeiten. Bargeld ist nicht vorhanden!"„„ „Das habe ich mir gedacht! nickte Susi Bayer ernst. „Kannten Sie Ihren Onkel so gut?“ Jetzt erst fiel ihr auf, was sie gesagt hatte. Sie wurde verlegen, Röte stieg in ihr Gesicht. Sie riskierte ein Lächeln, die einzige Möglichkeit, die Situation zu überwinden.(, 426 45 „Nein, das nicht... ich have iyn ja fast zwölf Jahre nicht mehr gesehen... und damals war ich noch ein Kind. Aber ich meinte... ich wollte nur sagen..“ „Na ja! Sind Sie also bereit, die Erbschaft zu übernehmen?“ Susi sah noch nicht ganz klar. Ein photographisches Atelier, ein Auto, eine Hündin, ein paar Anzüge und... und... „Ja... und sonst ist nichts weiter da... ich meine, keine... keine...“ „Nein keine Schulden!“ lächelte der Assessor.„Wenigstens sind keine angemeldet!" „Was raten Sie mir, Herr Assessor?“ Der Assessor warf einen Blick zu dem Kanzlei=Inspektor herüber. Beide blinzelten ein wenig. Susi sah das „Sie müssen mich richtig verstehen...!“ wollte sie sagen, doch der Assessor unterbrach sie: „Ich verstehe Sie sehr gut, Fräulein Bayer. Sie können die Erbschaft beruhigt antreten. Ein photographisches Atelier ist eine gute Existenz, ein Auto kann man immer gebrauchen... na, mit einem Hund werden Sie wohl auch fertig werden?“ „Und die Anzüge?“ „Vielleicht.. hm!.. vielleicht heiraten Sie mal und bringen Ihrem zukünftigen Mann gleich einige „Dann müßte ich mir ja einen Mann suchen dem die Anzüge passen. Erstens wäre mir das zu umständlich, und zweitens... heirate ich überhaupt nicht!“ erklärte Susi mit aller Bestimmtheit. „Dann allerdings!“ lachte der Assessor.„Also, Fräulein Bayer, wollen Sie hier erst mal unterschreiben? Sie bekommen hier dies Schriftstück, das Sie als rechtmäßige Erbin ausweist. Bitte sehr! Das Atelier befindet sich in der Bismarckstraße 71. Es gehört von heute an Ihnen!“ „Danke!" „Die Kostenrechnung bekommen Sie zugeschickt!“ „Was für eine Kostenrechnung!“ „Wenn man erbt, muß man auch etwas zahlen, Fräulein Bayer! Ein Atelier, ein Auto...“ „... Ein Hund, der mich sechzig Mark Steuer im Jahr kostet und der wahrscheinlich gefräßig ist...“ „Solche Hunde soll es geben!“ „Und wieviel werde ich da bezahlen müssen?“ „Ein paar hundert Mark werden schon herauskommen!“ „Dann.., dann müßte ich mir das mit der Annahme doch erst überlegen...“ „Aber, Fräulein Bayer, die Erbschaftssteuer und so weiter... alles beträgt doch nur den Bruchteil des Wertes der Erbschaft!“ „Ich habe aber kein Geld!“ „Dann verkaufen Sie das Auto!“ Sie sah den Assessor verständnislos an. „Warum das Auto?“ „Meinetwegen die Anzüge und den Hund.. „Den Hund auf keinen Fall!“ protestierte sie.„Ich habe mir nämlich schon immer einen Hund gewünscht. Wenn auch gerade keinen Dackel...“ „Na, Sie werden ja sehen, Fräulein Bayer! Jetzt schauen Sie sich Ihr Erbe erst einmal an!“ Susi verabschiedete sich. In Gedanken versunken verließ sie das Amtsgericht. 4. Eine schöne Straße, die Bismarckstraße. Und ein schönes Atelier, das photographische Atelier von Emil Bayer. Ein Schaufenster mit blanken Scheiben. Angefüllt mit Potographien in jeder Größe. Vom Paßbild bis zum vergrößerten Riesenbild. Und hübsch, die Aufnahmen. Mit künstlerischem Geschmack gemacht. Man konnte es nicht anders sagen. Susi Bayer entschloß sich endlich, das Geschäft, das nun vom heutigen Tage ab ihr gehörte, zu betreten. Eine junge Dame kam ihr entgegen, die schlanke Gestalt in einen weißen Kittel gehüllt. Und um den linken Arm des weißen Kittels trug sie einen Trauerflor. „Sie lächelte. „Guten Tag! Womit kann ich Ihnen dienen?“ Susi Bayer sah sich neugierig um. Auch hier im Innern machte das Geschäft einen durchaus netten Eindruck. Die junge Dame verhielt sich abwartend. Wahrscheinlich meinte sie, die Besucherin betrachte die Bilder an den Wänden, um sich die passende Art herauszusuchen. Jetzt wandte sich Susi ihr zu: „Geht das Geschäft eigentlich gut, Fräulein?“ Ein erstauntes Gesicht, dann ein anpassungsfähiges Lächein.... gen(ein Geiher if bas einie „Man muß zufrieben sein. Leider ist vor einigen Tagen der Inhaber verstorben, so daß wir noch nicht wissen, was wird...“ „Ach.. so... nun wird das Geschäft aufgelöst?“ Jetzt schien es der Assistentin Emil Bayers zu viel zu werden. „Wollen gnädiges Fräulein eine Aufnahme?“ Susi Bayer ging, ohne diese Frage zu beantworten, nach hinten in den Aufnahmeraum und betrachtete den Apperat, der hier stand. Ein riesiges Ungetüm, auf einem Fahrgestell aufgebaut. Die Assistentin kam ihr nach und wollte gerade eine neue Frage stellen, da schoß aus einer halbgeöffneten Tür im Hintergrunde ein braunes Etwas hervor. Mit wildem Gebell. Susi fuhr herum und stand der Dackelhündin gegenüber, die ja nun auch ihr Eigentum war. Das Etwas mit dem schmalen, langen Kopf, den dunklen Augen, dem langen Leib und den krummen Beinen machte auf halbem Wege halt, blieb in der Mitte des Aufnahmeraumes stehen, sah aus den dunklen Augen zu Susi empor, kläffte noch ein paarmal hell auf und war dann still. Susi kniete nieder. „Gott, der ist süß!“ sagte sie entzückt.„So kluge, gutmütige Augen, so ein hübsches Feu: Wie heißt er venn“„ g g....594 Jeichmätig## „Nuschi!“. Die Assistentin zuaie gleichmung die Achseln. Scheinbar Hundenärrin. Das mußte man sich erst austoben lassen, bevor man ans Geschäft denken konnte. Susi streckte die Hand vor. „Nuschi! Komm doch her, Nuschi! Komm her zu Frauchen!“..... schief und uuat. Nuschi hielt den Kopf etwas schief und äugte zu ihr hin. Die glänzenden dunklen Augen, die ganze Form des schönen Kopfes, die Haltung— alles deutete auf ein selten gutmütiges Tier hin. „Er ist noch etwas verschreckt!“ meinte die Assistentin.„Seit dem Tode seines Herrchens hat er kaum etwas gegessen. Er sucht nur andauernd herum und kann nicht begreifen, daß er nicht mehr da ist!“ „Das arme Tier! Komm, Nuschi, komm her! Nuschi schien sich endlich entschlossen zu haben, einen Versuch zur Anfreundung zu machen. Sie kam langsam heran, mit vorgestrecktem Kopf. Die Nasenflügel bebten in angestrengtem Schnuppern. Und dann stand sie auf einmal dicht vor Susi und beschnüffelte ihren Mantel. Beschnüffelte die Schuhe, die Strümpfe und bohrte die Nase plötzlich aufgeregt in die Handfläche. Ein leise jaulender Laut, dann stand sie auf den Hinterbeinen, die Vorderpfoten auf Susis Knie stützend. „Er tut ja so, als ob er Sie kennt!“ meinte die Assistentin erstaunt.„.(„ 5. Eem nehSusi erhob sich, den Huno in den Arm nehmend. Nuschi schnüffelte aufgeregt weiter. Am Hals, am Gesicht, am Haar. Bellte einmal kurz auf, begann zu zappeln, so daß ihn Susi auf den Boden setzen mußte. Und nun geschah etwas Merkwürdiges: Der Hund jagte in rasendem Tempo durch den Raum, im Kreise herum, jagte hin und her, kam dann wieder auf Susi zugerannt, sprang an ihr hoch und begrüßte sie mit unverkennbar freudigem Gekläff. „Ich weiß nicht, was mit dem Hund ist!“ schüttelte die Assistentin verwundert den Kopf.„Die ganzen Tage über war er still und auf einmal...“ „Ich glaube, er hat mich wirklich erkannt!“ sagte Susi Bayer.„Es muß der Familiengeruch sein...“ „Der... was?“ Die Assistentin starrte ihre Besucherin an, als befürchte sie, es mit einer nicht ganz normalen Vertreterin der Klasse Mensch zu tun zu haben. „Der Familiengeruch!“ wiederholte Susi.„Ich gehöre nämlich zur Familie Bayer!“ „Ach, Sie sind...“ „Susanne Bayer aus Berlin, ja!“ nickte Susi.„Ich komme eben vom Amtsgericht...“.. Nun stellte sich auch die Assistentin vor. Sie hieß Luise Wenk. Sie begrüßte die Nichte ihres verstorbenen Chefs und bat sie ihr ins Wohnzimmer zu folgen, das hinter dem Aufnahmeraum lag. Nuschi, die Hündin, blieb dicht hinter Susi und war mit einem Sprung auf ihren Schoß, als das junge Mädchen sich gesetzt hatte. Kuschelte sich zusammen und duldete es mit leisem, behaglichem Schnaufen, daß Susi ihr das Fell streichelte. Susi sah sich um. Ein einfaches Zimmer, nur mit dem Notdürftigsten ausgestattet. Eine Couch im Hintergrund diente wahrHeinlich gleich als Bet.„orlsezung sel, „(Horiseguns wigt.) 4 Seite 7 Nr. 161 7 Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 13. Juli 1937 Ruttst und Eine Fekunde wbta aen Kanden Eine Kamera, die eine Million Autnahmen pro Jekunde machen kann Der französische Militäringenieur Oberst Libessard hat eine photographische Kamera konstruiert, die mit Hilfe elektrischer Funkwellen eine Million Aufnahmen pro Sekunde machen kann. Diese für die Wissenschaft bahnbrechende Erfindung ermöglicht es, Schnelligkeitsvorgänge 42 000mal langsamer abrollen zu sehen, als sie sich in Wirklichkeit abspielen. Noch vor wenigen Jahren erschien uns die Zeitlupe, mit deren Hilfe wir im Film Hindernisläufe, Sprünge und andere sportliche Wettkämpfe ganz langsam ausgeführt sahen, als ein technisches Wunder. Der Erfindergeist unserer Zeit hat dieses Prinziv in einer Weise verbessert und ausgearbeitet, die in Ziffern kaum mehr auszudrücken ist. Die moderne Zeitmikroskopie vermag mit Hilfe einer Kamera eine Sekunde zu— elf Stunden zu dehnen. Das heißt, ein Bewegungsvorgang, der sich in Wirklichkeit in einer Sekunde abspielt, kann so ausgedehnt werden, daß es auf der Filmleinwand elf volle Stunden dauert, ehe er abgerollt ist. Was diese neue Hexenkunst der Photographie fur die Wissenschaft und Forschung bedeutet, kann man erst ermessen, wenn man bedenkt, wie wichtig es ist, Schnelligkeitsvorgänge, wie etwa den Weg und die Wirkung eines Geschosses, mit Muße überprüfen zu können., Emam 9 Die normate Fumtamera muß genau 24 Aufnahmen in der Sekunde machen, wenn sie die Bewegungen mit derselben Geschwindigkeit darstellen will. mit der sie sich in Wirklichkeit abspielen. Alle Filme, die auf der Welt gedreht werden, stellt man nach diesem Prinzip her. Wenn man nun den Weg einer Gewehrtugel oder eines fallenden Wassertropfens zeigen will, muß das Aufnahmetempo entsprechend beschleunigt werden, denn je mehr Bilder in einer Sekunde von einem Bewegungsvorgang abrollen, desto langsamer erscheint dieser Vorgang auf der Leinwand. Erregte es schon Erstaunen, als die moderne photographische Aufnahmetechnik eine Kamera herzustellen vermochte, die 100000 Aufnahmen pro Sekunde machen konnte, stellt die jüngste Erfindung der Zeitmikroskovie— so nennt man diese neueste Errungenschaft der Photographie— eine so ungeheuerliche Leistung dar, daß man sie kaum in Worte zu fassen vermag. Im Pariser wissenschaftlichen Institut hat der Militäringenieur Oberst Libessard eine Kamera mit drehbarem Objektiv konstruiert, die eine Million Aufnahmen in der Sekunde ermöglicht.„, ErFnhung mact... Diese bahnbrechenve Errinoung macht aus rasenden Gewehrkugeln gleichsam Schnecken, die unendlich langsam durch die Luft kkriechen. Ein Wassertropfen, der vom Leitungshahn ins Becken fällt, scheint sein Ziel niemals zu erreichen, ein Blitz, der sekundenschnell aufflammt, wird zu einem Ereignis, das einen vollen Tag braucht, um sich zu entfalten. Man stelle sich vor, ein Geschoß, das eine Panzerplatte durchschlägt, zu diesem Vorgang etwa eine Sekunde braucht. Nimmt man diese Szene mit der neuen Wunderkamera von Oberst Libessard auf, so dehnt sich diese Sekunde entsprechend der Erfahrung, daß 24 Bilder pro Sekunde der normalen Bewegung entsprechen, ins 42 000fache. Mit anderen Worten, das Geschoß braucht für seinen Weg durch die Panzerplatte auf der Filmleinwand mehr als 11 Stunden. Aehnlich verhält es sich mit dem Schlag des menschlichen Herzens oder mit dem Emporschießen einer Rakete, bei der man allein die im Bruchteil einer Sekunde erfolgende Explosion stundenlang betrachten kann. Oberst Libessard bedient sich bei seiner Kamera der elektrischen Funkwellen und vermag auf diese Weise jeden Zeitbegriff auf den Kopf zu stellen. Damit ist die Wissenschaft in die Lage versetzt, selbst die ungeheuerlichsten Schnelligkeitsvorgänge mit Muße zu beobachten, eine Moglichkeit, die in Forschungsgebieten wie das der Ballistik, der organischen Chemie, der Herstellung neuer Werkstoffe, zu ganz neuen Erkenntnissen führen wird. seite und Seide Daß die Seide aus den Kokons der Seidenraupen gewonnen wird, ist ja allbekannt, ebenso die Tatsache. daß die Kokons gewissermaßen die Schutzwohnungen der Puppen des Seidenspinners sind. Während der Puppenruhe zehrt die Puppe von ihrem eigenen Fett und dieses ist nun in großem Maße vorhanden so daß man neuerdings in Japan daran denkt, dieses Fett wirtschaftlich nutzbar zu machen. Bisher wurden die abgetoteten Puppen als Fischköder oder Düngemittel benutzt, jetzt aber soll Seife daraus hergestellt werden! Jährlich sollen etwa 200000 Tonnen Puppenfett gewonnen werden. Das gibt schon eine Menge Seife! Kunnlalichungen unter gias Eine internationale Ausstellung im Wiener Kunsthistorischen Museum Anläßlich des bevorstehenden Kongresses der Museumsdirektoren in Wien wird das Wiener Kunsthistorische Museum eine aus allen Ländern der Welt beschickte Ausstellung von berühmten Kunstfälschungen eröffnen. Dr. Leo Plansing vom Kunsthistorischen Museum in Wien ist jener Mann, dem es vor neun Jahren gelang, den größten Kunstfälscher des 20. Jahrhunderts. den beruchtigten Alceo Dossena zu entlarven. Nun wird der Gelehrte, einer der hervorragendsten Sachverständigen der Welt für Fälschungen auf dem Gebiete der Kunst, eine einzigartige Schau eröffnen, die durchweg aus„Meisterwerken“, die von Fälscherhand hergestellt wurden, besteht. Es war mit großen Schwiereigkeiten verknüpft, weil die Besitzer derartiger gefälschter Kunstwerke, die auf einen geschickten Betruger hereingefallen sind, zumeist kein Vergnügen daran haben, ihre Blamage auch noch vor den Augen der Welt Dennoch wird man auf der Wiener Ausstellung eine ganze Reihe hochinteressanter Fälschungen zu sehen bekommen, die in der internationalen Kunstwelt wahre Revolutionen hervorriefen. Ganz besonders zahlreich sind die Fälschungen von Antiken, die sich übrigens bis in die Humanistenzeit zurückverfolgen lassen. Beispielsweise hat der Pariser Louvre als Leihgabe für die Schau die„Tiara des Skythenkönigs Saitaphernes", zur Verfügung gestellt, die zu Beginn dieses Jahrhunderts den Anlaß zu einem der großten Kunstskandale Frankreichs gab. Sie war vom Louvre in Paris für einen riesenhaften Betrag erworben worden, wurde aber bereits nach einem Monat als Fälschung erkannt, die statt drei Jahrtausenden— drei Jahre alt war. Die russische Polizei konnte schließlich einen Schullehrer in der Krim als den Hersteller des„antiken Meisterwerkes" verhaften. Aus Venedig kommen eine Reihe von gefälschten Skulpturen des Meisterschwindlers Dossena, an denen ein italienischer Kunsthändler, der diese„antiken Werke" für 10 Millionen Lire erwarb, sein ganzes Vermögen verlor. Denn die ganzen Fälschungen Dossenas sind noch keine 1000 Lire wert, wenngleich es möglich ist, daß sie noch einmal ihrer Originalität wegen als die kühnsten Fälschungen unseres Jahrhunderts einen gewissen Wert bekommen werden. Das wichtigste Stück dieser Sammlung ist ein Wandgrabmal, das angeblich von dem italienischen Meister Nino da Fiesole stammen sollte. Das Kunsthistorische Museum in Wien wollte im Jahre 1920 diese klassische Skulptur erwerben. Man schöpfte aber doch Verdacht, als das riesige Werk ankam und machte den Kauf wieder rückgängig. Trotz der Warnungen der Wiener Museumsleitung kaufte das amerikanische Museum der schönen Kunst in Boston schließlich für einen Betrag von 100 000 Dollar das Grabmal. Man war in USA. nicht wenig entsetzt, als wenige Jahre später das „klassische Kunstwerk“, endgültig als eine Meisterfälschung des Betrügers Dossena entlarvt wurde. Natürlich wird die Wiener Ausstellung auch gefälschte, van Goghs und eine Reihe mit der Signatur Albrecht Dürers versehene Bilder zeigen, die man als Werke des anonymen Zeitgenossen Dürers, des„Meisters vom Aex der heiteren Bnnse Rückblick auf die Berliner Sheaterzeit 1936/37 Die Klage, daß es der deutschen Dramatik an guten Lustspielen fehle, geht nun schon durch Jahrzehnte. Nun, die Berliner Theaterzeit 1936/87 hat gezeigt, daß es erfolgreiche Lustspiele gibt, und, darüber hinaus, daß sich wieder eine eigentümlich deutsche Form der Komödie sieghaft durchsetzt. Dabei kann sogar noch der Rekorderfolg der Hinrichsschen„Schweinskomödie“, die allein in Berlin durch drei Theaterzeiten nicht umzubringen war, als ein Sonderfall beiseite gelassen werden. Aber so starke, mit geschmackvollen, gediegenen und humoristisch edelen Mitteln erstrittene Erfolge, wie sie Charlotte Rißmanns„Versprich mir nichts!" und Kurt Heinickes„Frau im Haus"(Staatstheater), Dietrich Loders politisch=sarkastischer Komödie„Die Eule aus Athen"(„Volksbühne"), Horst und Lommers„Eintritt frei“(Tribüne) und, im volkstümlichen Schwank, Karl Bunjes„Etappenhase"(Lessingtheater) beschert waren, gaben dem verflossenen Theaterwinter geradezu sein Gepräge. Wenn auch, wie sonst Shaw und Wilde herangezogen wurden(„Bunbury", im Staatstheater,„Die Millionärin" und„Pygmalion“ in der Volksbuhne), so stand diesmal doch das heitere deutsche Drama siegreich im Vordergrund und von modernen ausländischen Autoren konnte nur Birabeaus inzwischen auch verfilmter, politischer Schwank„Mein Sohn, der Herr Minister"(Komödienhaus) und das reizende englische Lustspiel„Der erste Frühlingstag“, mit dem Hilpert die Kammerspiele wieder eröffnete, dem deutschen Humor die Waage halten. Auf dem Gebiet des Schauspiels, soweit es von lebenden deutschen Dichtern bestritten wurde, war es in der abgelaufenen Berliner Spielzeit stiller. Als theatralische Ereignisse sind zu verzeichnen Walter Gilbrichts„Marie Charlotte Corday“, die im Deutschen Theater mit Angela Sallocker starken Eindruck machte, Hans Gobschs dramatisch=psychologische Studie aus dem Weltkrieg„Der andere Feldherr“ (Schillertheater), die bis zum Schluß ständig ausverkaufte Aufführung von Adolf Pauls„Hanns Sonnenstößers Höllenfahrt“ im Staatstheater, Gerhart Hauptmanns umstrittener„Hamlet in Wittenberg"(Deutsches Theater) und Roland Schachts auch in der dramatischen Form neuartige „Christine von Schweden, wo Hilde Hildebrand als Tragödin verblüffte und überzeugte(Komödienhaus)..„. 95, anmint 4. Reich war der Berliner Buhnenwinter an großartigen Neuinszenierungen älterer und neuerer Klassik. Vor allem das Staatstheater unter Gustaf Gründgens bot in seinen beiden Häusern szenisch, dramaturgisch und schauspielerisch eine Kostbarkeit nach der anderen: Shakespeares grausigste Historie„Richard III.“ mit Werner Krauß,„Maria Stuart", Grabbes schwierigen„Don Juan und Faust", Hauptmanns „Und Pippa tanzt“, Raimunds„Gefesselte Phantasie". Aber auch sonst triumphierte deutsche und fremde Klassik: im Deutschen Theater„Verlorene Liebesmüh", „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" und „Coriolan“, in der Volksbühne Schillers„Räuber" und der selten gegebene„Fiesco". Rühmend muß auch der kühnen, in vielen Einzelheiten überraschenden Einrichtung des ganzen„Faust" im Volkstheater der Roses gedacht werden. Von nordischen Dramatikern brachte das Staatstheater Hamsuns„An des Reiches Pforten", die Volksbühne Bergmanns„Dollars" und Agnes Straub, im Theater am Kurfürstendamm, Ibsens„Gevenster.. g.....„ Shäner 1u8 95. Es war ein Winter vieler schoner und künstlerisch sehr hochstehender Theaterabende— kein„Winter des Mißvergnügens" also, denn ausgesprochene Versager oder gar„Skandale", wie sie früher kaum in einer Berliner Theaterspielzeit zu fehlen pflegten, störte die hingebende Arbeit am deutschen Drama. Wünschenswert wäre, daß sich in der kommenden Spielzeit wieder mehr Mut zur Uraufführung neuer Stucke zeigte. In den letzten Jahren hat Berlin die schöne Aufgabe, die dramatischen Kastanien aus dem Feuer zu holen, recht weitgehend den Bühnen im Reich überlassen. Karlernst Knatz Tode Mariä“ erkannt hat. Aber auch die Erzeugnisse berühmter Münzfälscher, besonders solche des Hofrates Bever aus Speyer, der schon um 1800 antike Münzen fälschte, werden zu sehen sein, desgleichen literarische Fälschungen, wie angebliche ShatespeareStücke aus der Feder William Irlands und John Colliers, ferner geschichtliche Werke, die angeblich von Ossian oder Ovid geschrieben wurden, während sie in Wirklichkeit erst in unserer Zeit verfaßt worden sind. Londerbares aus aller Welt In Japan läßt sich mit kastanienbraunen Autos kein Geschäft machen, weil die Benutzung dieser Farbe nur der Kaiserlichen Familie zusteht. Auch gelbe Wagen, die Farbe der Trauer, sind auf dem Markt in Javan nicht zu finden. In China gilt dasselbe für weiße Autos, während grün in Indien vervönt ist. Grün ist die Farbe des Teufels. Bei der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin wurde im Jahre 1920 eine Lautbibliothek gegründet, in der bisher Proben von über 250 lebenden und toten Sprachen auf Schallvlatten niedergelegt sind. Kein eingeborener Inder wird am Montag eine Reise ostwärts antreten; am Dienstaa und Mittwoch bringt eine Fahrt nach Norden Unglück: donnerstags fährt er nicht nach Süden und freitags und samstags bringt die Westrichtung Unangenehmes. Gauleiter Josef Wagner stiftet Kunstpreis. Außer dem bereits bestehenden Schlesischen Literaturpreis hat Oberpräsident und Gauleiter Josef Wagner jetzt auch noch einen Schlesischen Kunstpreis in Höhe von 8000 RM. gestiftet. Der Preis soll regelmäßig dem besten Kunstwerk des Jahres verliehen werden, das ein in Schlesien wohnender Maler oder Bildhauer geschaffen hat. Zum ersten Male wird der neue Kunstvreis in diesem Herbst verliehen werden. Internationaler Kongreß für Städtebau. In Paris findet zur Zeit ein internationaler Konareß für Städtebau statt, an dem unter Führung von Ministerialdirektor Dr. Knoll vom Reichsarbeitsministerium eine deutsche Abordnung teilnimmt. Ihre rund zehn Mitglieder setzen sich zusammen aus Bürgermeistern und Gemeindevertretern aus allen deutschen Gauen. Reichsminister Rust auf der 700=Jahr=Feier der Stadt Blankenburg. Trotz ungünstiger Witterung nahm am Samstag und Sonntag die 700=Jahr=Feier der Stadt Blankenbura(Harz) in Anwesenheit zahlreicher Gäste einen festlichen Verlauf. Im Mittelpunkt der Feier stand am Sonntag nachmittag eine große Kundgebung im Saal des Fürstenhofs, auf dem Reichsminister Rust das Wort zu einer Rede ergriff. in der er einen großen Aufriß der deutschen Gesichte gab. Mit einem historischen Festzug fand die Geburtstagsfeier der 700jährigen Stadt ihren Ausklang. Ehrenvolle Berufung. Der Leiter der Deutschen Akademie in Rom, Professor Herbext Gericke, ist in die Königlich=Italienische Akademie S. Luca berufen worden. Gleichzeitia mit Professor Gericke, dem als ersten Deutschen in der Nachkriegszeit diese ehrenvolle Auszeichnung zuteil geworden ist, wurde eine Reihe von italienischen Persönlichkeiten, darunter Marschall Badoalio. zu Mitgliedern der Akademie S. Luca ernannt. Heioliattstäler 1870 1874 1915 13. Juli König Wilhelm I. mit Benedetti in Unterredung schoß der 21jährige Böttchergeselle Kullmann in Bad Kissingen auf Bismaxck und verletzte ihn leicht an der Hand. Als Ursache des Attentats wurde politische Verhetzung durch die Zentrumspresse gericht(bis 17.) Durchbruchsschlacht bei Przasnvz in Polen. Kisarnen gegen Katarrhe und Verschleimung KRIMINALROMAN VON J. M. OALSH 18) Copyright by Wilhelm Goldmann, Leipzig Welche Scheckfälschungen könnte man damit begehen! Aber wenn Sie einmal auf diese Weise hereingelegt werden sollten, wenden Sie sich sofort an mich. Ich werde Ihnen schon zeigen, wie wir den Schuldigen fangen können. Im Augenblick führt es zu weit, Ihnen die Sache zu erklären.“ „Zum Glück kann man Gold noch nicht fälschen", meinte der Bankmann.„In dem Fall würde ich vor Nervosität umkommen.“ „Aber warum denn?“ „In einer Woche erhalten wir eine Goldsendung von den Vereinigten Staaten. Heute bekommen wir die Nachricht, daß sie abgegangen ist. Wir müssen unsere Reserven auffüllen. Sie kommt mit einem langsamen Dampfer nach Liverpool und wird von dort mit der Eisenbahn hierher befördert. Wir werden auch Scotland Yard zu gegebener Zeit benachrichtigen. Ich bin allerdings noch nicht sicher, ob wir Ihre Hilfe brauchen. handelt sich nämlich um Barren und kann infolgedessen nicht so leicht gestohlen werden. Solche schweren Goldklumpen kann man nicht einfach in die Tasche stecken und damit fortlaufen!"..k.. fscher„Seien Sie Ihrer Sache nicht zu sicher, warnte Quaile, der plötzlich nachdenklich geworden war.„Ich glaube allerdings auch, daß man schon das ganze Schiff stehlen müßte, wenn man das Gold an sich bringen wollte.“ „Oder den Zug“, entgegnete der Vorsteher.„Aber davor brauchen wir keine Angst zu haben. Ebensogut könnte man auch die St.=Pauls=Kathedrale oder die Westminster=Abtei stehlen.“ „Es ist nur ein Unterschied dabei. Ein Zug ist beweglich. Aber lassen Sie sich deshalb keine grauen Haare wachsen. So schlau sind die Verbrecher noch nicht.“ 22. „Also, unter uns“, bemerkte Mr. Ashlin,„ich möchte Ihnen klarmachen, daß Sie durchaus noch nicht in Sicherheit sind. Es war allerdings ein ziemlich kühner Streich, den mir Ihre Tochter gespielt hat, und gewöhnlichen Umständen wäre die Sache ja vielleicht auch gelungen. Aber glücklicherweise hab ich es herausbekommen.“ 8 1123 und.. Lord Sandfield sank in einen Gessei zurua, und sein Gesicht sah eingefallen und hager aus. Aber dann blitzten seine Augen auf, denn der Mut der Verzweiflung packte ihn. ste „Vielleicht erklären Sie sich etwas genauer“, sagte er und richtete sich wieder auf.„Ich weiß nicht, was Sie meinen." Ashlin lachte leise. Sie wissen genau, wovon wir reden, und Sie sind auch nicht so dumm, wie Sie sich im Augenblick stellen.“ „Lassen Sie Ihre Redensarten! Ich will wissen, was Sie bezwecken.“ „Ich bezwecke nichts— schlagen Sie sich das nur aus dem Kopf. Ich habe Ihnen nur Tatsachen erzählt. Ihre Tochter hat meinen Geldschrank erbrochen, hat Erfolg gehabt und ist der Polizei entkommen. Ob die Beamten sie in Verdacht haben oder nicht, kann ich nicht sagen, aber ich kann ihre Schuld beweisen. Ich habe klar und deutlchi mit ihr gesprochen, und sie leugnete es nicht. Es blieb ihr ja schließlich auch nichts anderes übrig. „Ich weiß nicht, warum Sie soviel Aufhebens von der Sache machen. Sie scheinen selbst kein einwandfreier Charakter zu sein, Ashlin.“ „Vielleicht haben Sie recht. Das ist Ansichtssache. Aber wir wollen bei den Tatsachen bleiben. Sie sind noch ebenso verschuldet wie früher, außerdem hat Ihre Tochter nun auch noch einen Einbruch bei mir verübt. Und zwar hat sie es ziemlich plump angestellt. Früher hat sie besser und erfolgreicher gearbeitet.“ „Was sagen Sie da?“ fragte der Lord atemlos, aber Ashlin nickte nur.. g Schan bat „Bekanntlich spricht man überall davon, vaß der Führer der Nebelbanditen eine Frau ist.“ „Das habe ich auch gehört, erwiderte der Lord vorsichtig,„aber was hat das hiermit zu tun?“ „Alle Beschreibungen würden auf Anne passen. Sie ist in der Lage, viele Informationen zu sammeln, die den Nebelbanditen sehr nützlich sein können. Ist Ihnen noch niemals aufgefallen, daß alle Einbrüche der Nebelbanditen irgendwie mit Ihnen in Verbindung stehen? Zum Beispiel: Sie sind ein Kunde der Southern and Northern Bank, die von den Verbrechern geplündert wurde. Einen Tag vor dem Einbruch haben Sie unter dem Vorwand, Ihre Schulden bezahlen zu wollen, den größten Teil Ihres Kontos abgehoben. Offenbar haben Sie also gewußt, was geschehen würde. Aber schließlich haben Sie selbst den Schaden davon gehabt. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum Sie einen Einbruch bei sich vortäuschten, bevor die Gewölbe der Southern Bank erbrochen wurden.“ „Sie wissen nicht, was für dummes Zeug Sie reden!“ entgegnete Lord Sanfield heiser.„Die einzige Entschuldigung könnte höchstens sein, daß Sie nicht „Glauben Sief“ fragte ushligz,„Nun, Sie werden bald anders sprechen. Erinnern Sie sich noch an den Einbruch in der Bank von Jones Amering? Der Nachtwachmann war in die Sache verwickelt. Wissen Sie, wer das eigentlich war?“ „Wie sollte ich das wissen?“ fragte Lord Sanfield ergerlich.....44 missen Lann i4. 4 „Nun, wenn Sie es nicht wissen, kunn ich auch nicht dafür“, entgegnete Ashlin äußerst höflich.„Aber es ist ein merkwürdiger Vater, der nichts von seinem eigenen Sohn weiß. Er mag ja nach außen hin immer so tun, als ob er sich von ihm losgesagt hat. Der junge Mann ist ein schlechter Charakter, der meistens im Gefängnis sitzt und der Polizei unter vielen Namen bekannt ist. Seine Strafliste ist so lang wie mein Arm, aber unter seinem eigenen Namen ist er niemals verurteilt worden. Ich frage mich nun: Ist das Klugheit von seiner Seite aus, oder nimmt er Rücksicht auf seinen alten Vater?“ „Ich will zugeben, daß das, was Sie eben über meinen Sohn sagten, mehr oder weniger stimmt“, entgegnete Sanfield, und seine Stimme zitterte leicht.„Er hat mir schon unendlich viel Sorgen und Kummer gemacht. Wie Sie das herausbekommen haben, weiß ich nicht. Bisher ist nicht bekannt geworden, daß er in irgendwelchen Beziehungen zu mir steht. Und nachdem Sie es nun entdeckt haben, wollen Sie mich wohl damit erpressen und zu allen möglichen Dingen nötigen. „Das mag teilweise stimmen“, gab Ashlin zu. „Aber ich bin davon überzeugt, daß Sie auf Vernunftgründe hören, ohne daß man Ihnen drohen muß. Im Prinzip bin ich gegen unhöfliche Gewaltmaßnahmen. Drohungen führen gewöhnlich nur zu Unannehmlichkeiten. Uebrigens fällt mir gerade ein, daß Sie mich das letztemal, als ich hier war, ziemlich scharf bedrohten.“ „Sie haben mich damals zur Verzweiflung getrieben.“ „Habe ich das jetzt nicht auch getan?“ fragte Ashlin und beobachtet den Lord genau. „Heute ist die Lage eine andere, es ist seit der Zeit viel passiert. Ashlin runzelte die Stirn. Sie scheinen mit dem Gang der Dinge ja nicht unzufrieden zu sein. Aber immerhin wäre es Ihnen wohl nicht lieb, wenn man Ihre schmutzige Wäsche in der Oeffentlichkeit wüsche." Lord Sanfield schrak zusammen, aber dann faßte er sich wieder.„Gewiß nicht. Aber manchmal hält man vielleicht ein Ende mit Schrecken für besser als einen Schrecken ohne Ende.“ „Dahinter muß etwas stecken", erwiderte Ashlin düster.„Ich möchte nur wissen, was es ist.“ „Ich will es Ihnen sagen.“ Lord Sanfield schien der Gedanke, der ihm eben gekommen war, besser, je mehr er darüber nachdachte.„Ist Ihnen nicht auch schon aufgefassen, daß Sie mehr über die Tätigkeit der Nebelbanditen wissen als viele anderes“ „Was soll das heißen?“ „Das kann nur eins bedeuten:„Daß Sie selbst im Einvernehmen mit den Verbrechern stehen, ja, daß Sie vielleicht selbst einer von ihnen sind.“ Ashlin sah ihn einen Augenblick erstaunt an, als ob er die volle Bedeutung dieser Anklage nicht erfaßt hätte, aber dann lachte er laut auf, als ob es der beste Witz wäre, den er jemals gehört hätte. Lord Sanfield wußte nicht, was er dazu sagen sollte, denn er glaubte bestimmt, mit seiner Behauptung das Richtige getroffen zu haben. Anderseits zeigte Ashlin weder Bestürzung noch Schuldbewußtsein. „Sie wollen also einer Anklage dadurch aus dem Weg gehen, daß Sie eine Gegenbeschutdigung vorbringen? Das ist an und für sich keine schlechte Taktik, nur haben Sie bei mir kein Glück damit. Ich weiß zu genau, daß Sie im Grunde genommen ein unbedeutender Adliger sind, der nicht das geringste Vermögen besitzt. Manchmal geht es Ihnen allerdings besser, und merkwürdigerweise scheinen Sie gerade jetzt wieder über etwas Geld zu verfügen. Wie kommt das eigentlich g.... Jufach. In Icthtr 9 „Die Antwort ist sehr einfach: In legter Zeit habe ich mich nicht mehr nach Ihren Ratschlagen gerichtet, sondern mein Geld so angelegt, wie ich es für vernüftig und richtig hielt. Ich habe dabei wohl auch hier und da verloren, aber im großen ganzen habe ich mehr mit meinen Transaktionen verdient als damals, als ich mich in Ihre Schwindel einließ.“ Ashlin schaute ihn nachdenklich an. Eine solche Entwicklung hatte er allerdings nicht erwartet. In wenigen Minuten war Sanfield vom hoffnungslos Bedrängten zum Angreifer geworden. „Wir beschuldigen uns gegenseitig, daß wir mit den Nebelbanditen unter einer Decke stecken. Es besteht nur ein kleiner Unterschied: Sie reden aufs Geratewohl, während ich beweisen kann, was ich sage. Ich habe Ihnen schon einige wichtige Punkte genannt, und es wäre langweilig, sie noch einmal zu wiederholen. Ich warne Sie ein letztes Mal. Es gibt einen Weg für Sie, einen öffentlichen Skandal zu vermeiden, und Sie können wohl vermuten, woran ich denke.“ „Sie kommen also wieder mit Ihren alten Vorigen?“ fragte der Lord. Ashlin nickte.„Ich will darüber schweigen, daß Ihr Sohn Arnold mit dem Nachtwachtmann identisch ist, der die Nebelbanditen in die Bank von Jones Amering einließ. Auch will ich vergessen, daß Ihre Tochter Anne einen Einbruch in mein Büro verübte. Sie wissen ja sehr gut, daß ein Ehemann nicht gezwungen werden kann, Zeugnis gegen seine Frau abzulegen. „Mit anderen Worten: Anne soll Sie heiraten und es Ihnen dadurch unmöglich machen, sie anzuklagen?“ entgegnete Sanfield.„Das mag ja sein Gutes haben, aber es ist ein großer Hinderungsgrund vorhanden, abgesehen von Annes unüberwindlicher Abneigung gegen Sie. Sie wissen nicht, warum sie Sie nicht heiraten kann.“ „Doch“, erwiderte Ashlin zu Sanfields Erstaunen. „Sie hat sich anderweitig eingelassen. Das meinen Sie doch?“ „Diese Worte sind keine richtige Bezeichnung für die Lage“, erklärte der Lord. „Eine Distel bleibt eine Distel. Wenn Sie ihr auch einen andern Namen geben, machen Sie doch keine Rose daraus. Aber hören Sie: Ich weiß etwas, was Sie unter keinen Umständen in die Oeffentlichkeit kommen lassen wollen, und als Belohnung für mein Schweigen verlange ich, daß Sie mir anderweitig belsen.“ 4 5 (Worrsetzung foigt.) Seite 8 Nr. 161/ Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 13. Juli 1937 „Halbzeit“ bei der Tour de France Montag war Ruhetag. Rund die Hälfte der großen Frankreich=Rundfahrt haben die„Giganten der Landstraße“ hinter sich. In der Blumenstadt Nizza winkte dem stark zusammengeschmolzenen Feld am Montag ein willkommener Ruhetag, frische Kräfte für die folgenden Tagesstrecken wurden hier gesammelt. Am Dienstag geht es auf den ebenen Straßen längs der„blauen Küste" nach dem 234 Kilometer entfernten Marseille. Doch schon in zwei Tagen werden die Kämpfe in den Pyrenäen ihren Höhepunkt erreichen. Deutsche Juniorenmeisterschaften Vielversprechender Nachwuchs. Die von den Junioren bei den Reichswettkämpfen in Frankfurt erzielten Leistungen müssen zum Teil als ganz ausgezeichnet angesehen werden. So gingen über 100 Meter die drei Ersten fast in Linie in 11 Sekunden durchs Ziel. Ueber 800 Meter liefen nicht weniger als vier Teilnehmer unter 2 Minuten. Der beste Kurzstreckenläufer war der Saarbrücker Velten. Die Ergebnisse: 200 Meter: 1. Velten(Saarbrücken) 22,2 Sek.: 2. Horn(Hambura) 22,9; 3. Gantenberger(München) 22,9. — 400 Meter: 1. Müller(Saarbrucken) 50,2 Sek.; 2. Arends(Braunschweia) 50.8; 3. Jutzeler(Stuttgart) 51.3.— 800 Meter: 1. Zehnter(Kassel):56,7; 2. Makowiak(Dortmund):57,9; 3. Rath(Stralsund):58,1. — 100 Meter: 1. Velten(Saarbrücken) 11 Sek.: 2. Ganzer(Hambura) 11; 3. Wieland(Halle) 11.— 200 Meter Hürden: 1. Hüber(Frankfurt a..) 26.2; 2. Weng(Stuttgart) 26,9; 3. Weber(Nürnberg) 27,2.— 3000 Meter: 1. Friedrichs(Wilhelmshaven):44,8; 2. Eberle(München):49: 3. Adams(Oberhausen):11. Hochsprung: 1. Glötzner(Weiden) 1,80 Meter: 2. Preissecker(Göppingen) 1,80 Meter: 3. Nied(Frankfurt).60 Meter.— Weitsprung: 1. Freiberg(Breslau) 6,66 Meter; 2. Kurzius(Augsburg) 6,59 Meter: 3. Rapp(Stuttgart).46 Meter.— Diskus: 1. Hermann(Frankfurt) 39,33 Meter: 2 Mach(Berlin) 38.78 Meter; 3. Beyer(Hamburg) 38,63 Meter. Pomper. Bodam Boppehleger Die Unterkreismeisterschaften im Schießen auf dem Volkssportplatz Am Sonntag veranstaltete der Unterkreis Bochum des Deutschen Schützenverbandes unter Leitung des Unterkreisführers H. Habekost sein diesjähriges Schießen um die Unterkreismeisterschaft auf allen Schießständen des Volkssportplatzes in Bochum. Geschossen wurde in 5 Wertungsgruppen:„militärischer und beliebiger“, Anschlag. Am Schießen in der militärischen Anschlagsart beteiligten sich etwa 30 Mannschaften des Unterkreises Bochum. Sieger wurde in Klasse A der Postsportverein Bochum mit insgesamt 546 Ringen und der Mannschaft: Arens, K. Haurand, F. Lewerenz und G. Muller. In der Klasse B siegte die KKSV. Ammo#.eron. Bauol mit*00 Ringan und der 90 Müller. In der Klasse B siegte die niak=Verop=Benzol mit 502 mingen und der Mannschaft: Wosingk, Rech, Wills und Schlusche. In der Klasse C siegte der Bürger=Schützenverein Gerthe mit 512 Ringen und der Mannschaft: Hieronimus, Plange, Arendt und Völkmann. In der Klasse O siegte der KKSV. Diana(Bochum) mit 512 Ringen und der Mannschaft: K. Wahl, H. Grothhunsmann, Ruttloh und Schachwacht. Ferner errangen sich die Berechtigung zür Teimhahmg un dem Kreinschiegen die Mannschaft zur Teilnahme an dem Kreisschießen die Mannschaft des KKSV. Schwarz=Weiß Bochum mit 509 Ringen und die KKsV. Ammoniak=Derop=Benzol Bochum, 2. Mannschaft, mit 500 Ringen. In beliebiger Anschlagsart errang der Postsportverein Bochum ebenfalls den Sieg mit der Mannschaft: H. Habekost, G. Müller, Haurand, Schnelle, mit 545 Ringen. In KlasseE, beliebiger Anschlag, errang sich ebenfalls die Berechtigung zur Teilnahme an den Kreismeisterschaftsschießen die 3. Mannschaft des Polizei=Sportvereins Bochum mit 540 Ringen, die 2. Mannschaft mit 538 Ringen und die 1. Mannschaft mit 508 Ringen. Unter den Jungschützen siegte in der militärischen Anschlagsart die 1. Mannschaft des KKSV. Hermann Löns mit der ausgezeichneten Leistung von 463 Ringen, 2. wurden die 1 Mannschaft der KKSV. Diana Bochum mit 357 Ringen und die KKSV. des Reichsbahn=TuS. Riemke mit 350 Ringen. Bester Einzelschütze in beliebiger Anschlagsart wurde F. Lewerenz vom Postsportverein Bochum mit 153 Ringen vor Hieronimus vom Bürger=Schützenverein Gerthe mit 152 Ringen, vor Völkmann mit 150 Ringen, ebenfalls vom BürgerSchützenverein Gerthe. In beliebiger Anschlagsart siegte als Einzelschütze Röwekamp vom Polizeisportverein Bochum mit 146 Ringen, vor seinem Klubkameraden Dreißkämper mit ebenfalls 146 Ringen und vor Schnelle vom Postsportverein Bochum mit 145 Ringen. Bester Jungschütze in militärischer Anschlagsart wurde Kordt vom KKSV. Hermann Löns Bochum mit 123 Ringen vor seinen Klubkameraden Hardt mit 118 Ringen und Ilse mit 116 Ringen.— Zusammen beteiligten sich an dem Schießen 42 Mannschaften des Unterkreises Bochum. USA-Goldtrophäc für Riedel Die alles überragende Leistung von Peter Riedel, der bei der amerikanischen Segelflug=Meisterschaft in Elmira im Streckenflug 214 Kilometer weit gekommen war, findet in der Neuen Welt“ größte Beachtung. Als Ausländer konnte Riedel aber der Titel ausschreibungsgemäß nicht zuerkannt werden, doch erhielt er Preisverteilung die vielbegehrte Goldtrophäe. USA.= Meister wurde Dupont. Hoffmann flog 216 Kilometer Der Montag auf der Rhön Geheimrat Kirdorf Ehrenmitglied des DDAC. Am Sonntag vormittag überbrachte DD AC.=Gauführer Ebel(Köln) im Auftrage des Präsidenten des DDAC., Freiherrn von Egloffstein, Geheimrat Kirdorf die Ehrenurkunde seiner Ernennung zum Ehrenmitglied des DDAC. als einen kleinen Ausdruck des Dankes, den die Kraftfahrer dem Förderer der deutschen Wirtschaft zollen. Geheimrat Kirdorf dankte herzlich für die Ehrüng, die ihn sehr freue, obwohl seine Verdienste nur sehr bescheiden seien. Die neuen Gaumeister A Hlabianmatandes Rolm, gerpreng. Beginn der XIX. Internationalen Sechstagefahrt Die größte und schwerste Zuverlässigkeitsfahrt für Motorräder, die 19. Internationale Sechstaaefahrt, ist Vierte Kann=Gaumeisterschafts=Kurzstreckenregatta in Wanne=Eickel. Trotz Wind und Wetter aab es auf dem RheinHerne=Kanal bei Wanne=Eickel spannende Kämpfe in den Entscheidungen um die Gaumeisterschaft der Kanuten. Obwohl nur sechs Gaumeisterschaften zu vergeben waren, starteten über 250 Teilnehmer. Im Einer=Kajak für Senioren kam der Herdecker Sameit zu Meisterehren, obwohl Kube(„Wanderfalke“ Essen) das Rennen gewann, aber nicht gewertet wurde, da der Essener einem anderen Gaugebiet angehört. Den aleichen Fall gab es im Zweier=Kajak=Rennen. Auch hier siegten die Essener Kube Schwarz vor den Westfalen Tilker Jans aus Herford, die damit Gaumeister wurden. Ganz überlegen wurde die Meisterschaft im Zweier=Kanadier für Senioren von Appel und Diecke (Witten) gewonnen. Zu Meisterehren i VierrerKaiak=Wettbewerb kam die Herdecker Paddelgilde mit Sameit. Liedke und Zimmermann, Steuermann Richter, vor dem Kanuklub Herne. Die Essener Wanderfalken hatten auch zu diesem Rennen eine Mannschaft entsandt. die wohl Sieger war, aber nicht für die Gaumeisterschaft gewertet werden konnte. Eine große Ueberraschung gab es im Einer=Kajak der Frauen, als es Josepha Lehmkühler aus Lippstadt gelang. Elsbeth Krovv(Herford), die in diesem Jahre noch ungeschlagene Eurovameisterin, zu bezwingen. Einen zweiten Sieg konnte Lehmkühler mit Kroll in der KajakMeisterschaft der Frauen nach erbittertem Ringen vor der Herdecker Mannschaft Wellmann und Schäfer erringen. In den Kanadier=Rennen war der LindenDahlhauser Kanuclub sehr erfolgreich. Die neuen Gaumeister: Einer=Kajak: Sameit(Herdecke): Zweier=Kajak: Tilker Jans(Herford): ZweierKanadier: Appel und Dieke(Witten): Vierer=Kajak: Herdecker Paddelailde.— Einer=Kajak(Frauen): Lehmkühler(Lippstadt): Zweier=Kajak(Frauen): Lehmkühler] Kroll(Livpstadt).— Einer=Kanadier, Senioren, 1000 Meter: 1. Ruthenbeck(Linden=Dahlhausen).10.01; 2. Sievering(Linden=Dahlhausen).31.04 Minuten.— Zweier=Kanadier. Senioren, 1000 Meter. Herausfordes Gaues Westfalen: 1. Appel Dicke Kanuklub Witten).35.8; 2. Ruthenbeck Sievering (Linden=Dahlhausen).04.8; 3. Graewe Möller(Wupvertal).22.5 Minuten.— Zweier=Kanadier. Anfänger. 1000 Meter: 1. Möller(Gevelmann(Linden=Dahlhausen) .16.5: 2. Kronenberg(Vorländer(Wuppertal).35.2 Minuten).— Mannschaftskanadier. Aktive, 1000 Meter: 1 Linden=Dahlhausen.15.03; 2. Wuppertal.28.08 Minuten.— Zweier=Kanadier, Jugendliche. Jahrgang 19/20. 600 Meter: 1 Spieker Hohl(Linden=Dahlhausen) .24.5; 2. Soldat Möller(Linden=Dahlhausen).33.7; 3 Sackebier Liedel(Wuppertal).38.2 Minuten.— Mannschafts=Kanadier, Jugendliche. 600 Meter: 1. Linden=Dahlhausen 1. Mannschaft; 2. Linden=Dahlhausen 2. Mannschaft; 3. Wuppertal. am Montag eröffnet worden. In dem im Herzen von Wales gelegenen Llandrindod=Wells haben 213 Fahrer aus neun Nationen den Kampf um die höchsten und begehrtesten Preise und Auszeichnungen, die der internationale Motorradsport für die Bestleistungen von Mannschaften und Einzelfahrern zu vergeben hat, aufgenommen. Nach dem trüben aber trockenen Wetter der letzten Tage setzte in der Nacht zum Montag wieder Regen ein, der erst in der elften Morgenstunde versiegte. Schon um 6 Uhr früh erfolgte in Anwesenheit von Korpsführer Hühnlein der Start zur ersten Tagesschleife, der nahezu zwei Stunden in Anspruch nahm. Den Reigen eröffneten die beiden DKW.=Fahrer H. Kirchberg und E. Barth gemeinsam mit dem Holländer D. H. Evsink, die als erste Kette auf die 408 Kilometer lange Reise gingen. Die deutschen Fahrer sind wie die Vertreter aller übrigen Nationen voneinander getrennt und fahren in bunt zusammengewürfelten Gruppen. Es liegt auf der Hand, daß dadurch die Aufgabe der Mannschaften wesentlich erschwert ist, kann doch der einzelne Fahrer kaum feststellen, wie seine Partner jeweils im Rennen liegen. Zwischen den in regelmäßigen Abständen eingerichteten Zeitkontrollen mußten die je nach der Art des Geländes vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten eingehalten werden. Im Minimum werden 33.8 bis 48,2 Stundenkilometer, im Maximum 58 bis 75,5 Stundenkilometer für die einzelnen Klassen gefordert. Gesteigert sind die Anforderungen für unsere Vertreter durch das ungewohnte Linksfahren. Die Strecke ist durch große Farbkleckse einfach, aber sehr übersichtlich markiert. Blaue Punkte bezeichnen den richtigen, weiße Flecken den falschen Weg. Am ersten Tage führte die Strecke in nordwestlicher Richtung, zum Teil auf guten Hauptstraßen, zum Teil aber auf schmalen Sandwegen mit abwechselnden Steigungen und Gefällen. Für die Fahrer der schweren Maschinen war es hier keine=leichte Aufgabe, bei der hohen Geschwindigkeit noch die Aufmerksamkeit dem unbekannten Weg zu schenken und das Fahrzeug heil durch alle Fährnisse zu bringen. Es gehört wirklich meisterliche Steuerkunst und nie nachlassende Wachsamkeit dazu, um allen auftauchenden Gefahren zu entrinnen. Nach mehr als der Hälfte des Weges trafen fast alle Teilnehmer wohlbehalten in dem 221,6 Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt liegenden Llangollen ein, wo die verdiente Mittagsrast gehalten wurde. Leider ist die =Klubmannschaft des RSKK. schon gesprengt worden. W. Schäfer wurde durch einen Kettenbruch, wobei das ganze Getriebe zerriß, frühzeitig aus dem Rennen geworfen. In vollem Umfang wurde am Montag morgen in der Rhön der Startbetrieb ausgenommen. Nachdem aber ein starker, steifer Nordwest über das Kuppengelände fegte und auch später noch Regen einsetzte, wurden die Startverhältnisse immer schwieriger. Selbst die besten Piloten, wie Schmidt, Späthe und der volnische Major Peterek, kamen nicht weiter als 40 Kilometer. Mit einer ausgezeichneten Leistung wartete Ludwia Hoffmann auf. Er landete in der Gegend von Regensburg und legte 216 Kilometer Luftlinie zurück. 200 Kilometer schaffte der Schweizer Sandmeier. 115 Kilometer Hanna Reitsch und je 100 Kilometer Heini Dirrmat(Deutschland) und der Pole Baradowski. Nach den Ergebnissen der ersten Woche liegen die deutschen Segelflieger Dittmar. Späthe und Hanna Reitsch klar in Front. Mit 2825 Kilometer flogen unsere Piloten auch die größte Gesamtstrecke, vor Polen (1230 Kilometer) und der Schweiz(909 Kilometer). Die längsten Strecken bewältigten Dittmar. Hanna Reitsch und der Pole Minarsky mit je 351 Kilometer. Die größte Höhe erreichte Späthe mit 2245 Meter und mit:54 Stunden erzielte Frena(Oesterreich) die größte Flugdauer.,„5net, Gesamterseh. Das in einigen Teilen erganzte Gesamtergebnis lautet: 1. Dittmar(Deutschland) 1014 Punkte: 2. Späthe(Deutschland) 715 Punkte: 3. Hanna Reitsch (Deutschland) 571 Punkte; 4. Sandmeier(Schweiz) 514,5 Punkte; 5. Ludwig Hoffmann(Deutschland) 444 Punkte. Deutschlands Nationalmannschaften noch strafpunktfrei. Den ersten Tag der Internationalen Sechstagefahrt in Wales überstanden alle drei für den Trophäenwettbewerb gemeldeten Nationalmannschaften strafpunktfrei. Die deutschen BMW.=Fahrer Stelzer, Kraus=Müller und Maier, der sich als vollwertiger Ersatz für Henne erwies, kamen wie auch die englischen Vorjahrssieger Rowsley, Brittain und Waycott und die tschechoslowakische Mannschaft Virvar, Stanislav und Juhan mit sicherem Zeitvorsprung durchs Ziel. Strafpunktlos bliehen auch die deutschen Silberpasen=Fahrer Dagegen ben auch die beutschen Silberbasen=Führer. Tagegen RSKK.=Klubmannschaft durch wurde auch die zweite NSKK.=K Ausfall von Hegendörfer gesprengt. Kieine Streilelfer-Schachturnier 20: 3 Hoher deutscher Handballsieg in Aufsig Im Rahmen der machtvollen Kundgebung, der„Tagung der Erziehung", die vom Deutschen Turnverband in der Tschechoslowakei in Aussig aufgezogen wurde und die am Sonntag mit dem„Tag der Mannschaft" ihren Höhepunkt hatte, stellte sich eine deutsche HandballAuswahlmannschaft in Aussig vor 30000 Zuschauern gegen die Elf des Deutschen Turnverbandes vor. Die Gäste wurden stürmisch begrüßt und siegten nach einem die Zuschauer begeisternden Werbespiel mit 20:3 Toren. Das Bochumer Nationale Schachturnier endete, wie wir bereits berichteten, mit einem Siege des Bochumers Hans Herrmann. Wir freuen uns über diesen Erfolg Herrmanns um so mehr, weil Hans Herrmann seit Jahren die Schachecke des „B..“ bearbeitet. Nachfolgend eine kleine stimmungsmäßige Nachbetrachtung zum Turnier. Millionen deutsche Rundfunkhörer haben im Laufe der Jahre einen Begriff bekommen von den Eigenarten des Sports. Jeder kennt die belle Begeisterung, die die Tausende von Zuschauern bei Fußballkämpfen erfaßt. Wer kennt nicht das Knattern der Schrittmachermaschinen, die in toller Fahrt über die Zementbahnen jagen, wer nicht das Aufheulen der Rennwagen bei den großen Rennen, nicht die begeisternden Anfeuerungsrufe bei allen möglichen Sportarten? Den größten Gegensatz hierzu liefert ein Schachturnier! Größte Ruhe bitte! Man schleicht auf Zehenspitzen durch den Raum und erinnert sich an eine Hochserie eines Billardspielers die ebenfalls unter atemloser Stille geboren wird. Nach der verflossenen Fußballsaison mutet diese Grabesstille wie eine Erholung an. Man fühlt sich in dieser Stille wohl und ist schnell dabei, um Vergleiche zu ziehen. Hier entscheidet der Geist allein. nicht aber der sporttüchtige Körver. Hier kommt es darauf an, Zug und Gegenzug genau zu erwägen und zu errechnen. So nimmt das Schachsviel im Svort eine Sonderstellung ein. Was nützt dem Fußballsvieler der sichere Torschuß, wenn er ihn nicht im richtigen Augenblick anzuwenden weiß?. Was dem Rennfahrer eine starke Maschine, wenn er sie nicht in allen Lagen auszunutzen versteht? Es mag der Billardspielen den genauen Lauf der Bälle berechnen können. doch wenn ihn die sichere Hand verläßt, bleibt der Erfolg aus. Und so gebt es jedem Spieler, der Körver und Geist in gleicher Weise schulen muß, um Erfolge zu erzielen. Unentschieden 11: 11 Tennisklubkampf Preußen Wanne— Tus. Bochum Sonntag fand auf den Tennisplätzen Wanne zwischen den Wanner Preußen und der Tennisabteilung des TuS. Bochum ein Freundschaftsturnier statt. Es spielten von jedem Verein acht Herren und sechs Damen in Einzel= und Doppelspielen. In der Punktzahl verlief der Kampf mit 11:11 unentschieden, wobei die Bochumer Mannschaft mit 28:26 Sätzen und 259:237 Spielen günstiger lag als die Wanner. Die Einzelergebnisse waren folgende: Herren=Einzel: Möller— Knauer II:1, :0; Wiesecke— Harms:2,:4; E. Schäfer— Podzun:6,:0,:2; Neufeld— Ludewig:3,:4; Dr. Wiebke— Gewehr:6,:6; Edel— Drenkelfuß II:8,:1,:7; Küpper— Drenkelfuß I:6, :6; Küpper— Drenkelfuß II 10:8,:6,:6. Damen=Einzel Frl. M. Kleine— Frau Podzun:3,:6,:; Frl. E. Kleine— Frau Gorris :6,:0,:6; Frl. Enke— Frl. Drucks:4,:6, :6; Frl. Allehoff— Frl. Wilhelmsen:4,:7,:6; Frl. Neuhaus— Frau Fischbach:2,:6,:3. Herren=Doppel: Möller Schäfer— Knauer II Drenkelfuß II:4,:3; Edel Wiesecke— Ludewig Gewehr:1,:2; Dr. Wiebke Neufeld— Gebr. Drenkel= Gemischte Doppel: Frl. M. Kleine/E. Schäfer— Frau Podzun Knauer I:7,:6; Frl. E. Kleine Möller— Frau Gorris Harms:6,:6; Frau M. Schäfer Wiesecke— Frl. Drucks(Gewehr:3,:6; Frl. Enke Dr. Wiebke— Frl. Wilhelmsen Drenkelfuß I :6,:1,:3; Frl. Neuhaus Neufeld— Frau Fischbach Ludewig:2,:6,:6; Frl. Allehoff Edel— Frau Gorris Gewehr:4,:1. Wechsel in der Vereinsführung beim Spielverein Höntrov. In der Generalversammlung des Höntroper Spielvereins wurde ein Wechsel in der Vereinsführung vorgenommen. Der bisherige Vereinsleiter Jordan legte sein Amt nieder. An seiner Stelle wurde das Vereinsmitglied Borberg zum as be eichile i. aes Gnldiae Vi, Jar=helachil 42 Spiele absolviert, von denen 21 gewonnen wurden, wahrend 6 unentschieden verliefen und 15 verlorengingen. Ka.-Antüberr Stimmungsbild vom Bochumer Schachturnier Totenstille beim Schachturnier. Die Zuschauer rekrutieren sich aus Kennern, die geduldig Zug um Zug auf den Brettern verfolgen, und die oft fiebern vor Aufregung, wenn der Zug nicht so ausfällt, wie sie ihn sich gedacht haben. Auffallend die Fülle von leeren, halb geleerten und noch dampfenden Kaffeetassen. Fleischbrühe, erfrischende Getränke in jeder Form. Hier ein Blick auf die Uhr, um die Zeit nicht zu überschreiten, dort eine mißmutige Gebarde, wenn der Gegner einen Zug getan hat, der so ganz und aar nicht in die „Rechnung" paßt. Man sieht es den gespannten Gesichtern an, daß das Gehirn unermüdlich arbeitet, man spürt förmlich, daß hinter der Ruhe fieberhafte Gedankenarbeit steht. Ein einziger falscher Zug nur und die Partie ist verloren. Aber wie im„Körver"=Sport, so umschließt auch im„Geistes"=Svort Verlierer und Sieger nach Beendigung des Kampfes das Band echter Sportkameradschaft, die immer über Sieg und Niederlage steht. Jahresversammlung des SpV. Bochum=West. Im Lokal König fand die Jahresversammlung des SpV. BochumWest statt. Durch den Fortzug des alten Vereinsführers W. Stuhlmann war eine Neubesetzung des Vereinsführerpostens erforderlich. Zum neuen Vereinsführer wurde Hch. Schmidt einstimmig gewählt. Dieser bestimmte folgende Mitarbeiter: stellvertretender Vereinsführer W. Opalka: Sportwart P. Krickel, stellvertretender Sportwart A. Gollub: Turnwart E. Goroncy: Leichtathletikwart F. Gollub; Uebungsleiter O. Zinda: Dietwart F. Mischok: Hauptkassierer J. Schild; Kassierer G. Karn, Opalka und Alexander: Werbewart E. Schmidt; Jugendleiter F. Mischok und A. Löhr. Enghien, 12. Juli 1..: 1. Marsac(Pelat), 2. Borréca, 3. Nectar des Dieux. Toto: Sieg 14, Platz 11, 13. Ferner: Pen and Ink. Dragse Haute.„„ Lama, 9 Trame En. 2..: 1. Melba(Frigoul), 2. Romaika, 3. Trame. Toto: Sieg 45, Platz 20. 25, 20. Ferner: Oeuillet Blanc II. Porte Bonheur II. Charlerot, Lys'Angais. Evi Bozantin. Eguzon, Montreau. Le Filon. Kremlin, Guillaume Tell, Ma Tout de Go., La Hezière, Fique Fleur, La Gazelle. 3 N: 1 Hezcalion(Neel) 2 Taurnesol 3 Zirconiu 3..: I. Deucalion(neey), 2. Tournesol, 3. Zirconium. Toto: Sieg 72. Platz 27, 28. 29. Ferner: Isolateur III. Rose Reine, Cloclo, Dolce, Carrousel. 4..: 1. La Reboursière(Tremeau), 2. Nicot, 3. Souna. Toto: Sieg 57, Platz 20, 25, 43. Ferner: Gandelain, Caméa, Massipée, Outremer, Cambolle. 5..: 1. Pellegrino(Pelat), 2. Nicotiane, 3. Pitchourikian. Toto: Sieg 16, Platz 11. 20. Ferner: Barco. 6. und 7..: Trabfahren. Unsere Voraussagen Le Tremblay, 13. Juli 1..: Maroussia— Pomone. 2..: Nu Tete— Drina. 3..: Grain de Sel— Smash. 4..: Alfredo—Solmint. 5..: Bhavant— Ever fit. 6..: Tonkette— Nenours. Seite 9 Nr. 161* Bochamer Anzeiger„ Dienstag, 13. Juli 1937 * 4 4 6 4•* Was erlaubt und was nicht ertausi ist Die Industrie= und Handelskammer Bochum teilt mit: Der diesjährige Sommerschlußverkauf beginnt Montag, 26. Juli, und dauert bis Samstag, 7. August, einschließlich. Der Verkauf ist als Sommerschlußverkauf zu bezeichnen. Die Bezeichnung ist entweder ohne jede Trennung der Wortbestanoteile (Sommerschlußverkauf) oder mit einmaliger Trennung vor„Verkauf“(Sommerschluß=Verkguf) oder mit zweimaliger Trennung(Sommer=Schluß=Verlu#), zu verwenden. Die Verwendung von Trennungsstrichen ist nicht vorgeschrieben. In keinem Falle dürfen jedoch die Wortbestandteile„Schluß" oder„Schlußverkauf" irgendwie(z. B. durch größeren Druck, andere Farbe oder besondere Anordnung in der Schreibweise) herausgehoben werden. Eine starkere Hervorhebung der Wortteile „Sommerschluß“ ist zulässig. Zum Verkauf gestellt werden dürfen Textilien, Bekleidungsgegenstände und Schuhwaren. Ausgenommen sind jedoch parteiamtliche Gegenstände einschließlich der Bekleidungs= und Ausrüstungsgegenstände. Ferner dürfen die nachstehend aufgefuhrten Waren des Textilfachgebiete nicht zum Verkauf gestellt werden: Weiße Wäschestoffe jeder Art einschließlich Rohnessel, Inletts jeder Art, Handtücher jeder Art einschließlich Frottierhandtücher und Küchenhandtücher, Küchengeschirrtücher, Badetucher, Erstlingswäsche, Bettwäsche jeder Art, Bettfedern, Kapok und sonstiges Bettenfüllmaterial, Matratzen, Matratzenschoner, Reformunterbetten, Bettstellen, blaue Mützen aller Art, schwarze steife Herrenhüte, Seidenhüte und Klapphüte, schwarze weiche Herrenhüte, Berufskleidung. Zugelassen sind jedoch Livreen und Chauffeuranzüge, Pelze, pelzgefütterte Mäntel, Teppiche, Brücken und Verbindungsstücke jeder Art einschließlich Läufer und Vorlagen, Fahnen und Fahnenstoffe jeder Art, Herrenschirme und estöcke, Stockschirme, glatte schwarze Damenschirme, Kinderschirme, Gartenschirme. Es ist verboten, Waren zum Verkauf anzubieten, die nach ihrem Verwendungszweck und dem Zeitpunkt ihrer Anschaffung oder Herstellung durch den Verkäufer für den Vertrieb oder Verbrauch in dem künftigen Verbrauchsabschnitt bestimmt sind. Betroffen ist hiervon im wesentlichen Herbst= und Winterware neuer Kollektion. Auf den Sommerschlußverkauf bezugnehmende öffentliche Bekanntmachungen und Mitteilungen, die für einen größeren Personenkreis bestimmt sind, dürfen frühestens Samstag, 24. Juli, ab 19 Uhr, erfolgen. Diese Vorschrift gilt nicht in folgenden Fällen: Soweit bei Tageszeitungen die letzte Ausgabe vor dem Beginn der Verkäufe am Samstag, 24. Juli, vor 19 Uhr erscheint, dürfen Ankündigungen und Anzeigen der Verkäufe bereits in dieser Ausgabe enthalten sein. Bei Zeitschriften und Zeitungen, die mindestens wöchentlich erscheinen, dürfen Hinweise auf die bevorstehenden Verkäufe, die keine Warenangebote enthalten, in der letzten Ausgabe vor dem allgemeinen Beginn der Verkäufe enthalten sein. Mit der Anbringung von Plakaten und der Verteilung von Druckschriften darf am Samstag, 24. Juli, ab 16 Uhr begonnen werden. Dies gilt auch für die Filmwerbung. Alle vor Beginn der Veranstaltung erfolgenden Ankundigungen und Mitteilungen müssen deutlich und unmißverstandlich den Tag des Beginns der Verkäufe angeben. Es ist verboten, Preisherabsetzungen durch Gegenüberstellung der früheren und der während der Verkäufe gültigen Preise in einer Weise anzukündigen, die für außerhalb der Geschäftsräume befindliche Kauflustige erkennbar ist. Preisgegenüberstellungen(auf Preisschildern) dürfen also z. B. nicht in Zeitungen und Schaufenstern erscheinen. In den Gejüdische Kreise es verstanden, das Geschäft an sich zu reißen und Einfluß auf die anständige Geschäftsmoral zu nehmen. Die DAF. wird nun im Rahmen einer durchgreifenden Schulungsarbeit und sonstiger Maßnahmen die Tätigkeit vor allem der Grundstücks= uns Hypothekenmakler gewissermaßen als„sozialpolitische Polizei“ kontrollieren und bis zu einer gesetzlichen Neuregelung für Abhilfe auftretender Mängel sorgen. Neuer Vertrag Reichsbahn=Waggonindustrie Ueber die Erneuerung des zwischen der Reichsbahn und der„Deutschen Wagenbau=Vereinigung“ abgeschlossenen, Ende 1936 abgelaufenen Vertrages, der die Reichsbahnaufträge zum weitaus großten Teil den Vereinigung angeschlossenen Gesellschaften vorvehält, ist eine Einigung erzielt worden. Danach läuft der neue Vertrag drei Jahre, bis zum 81. Dezember 1939 mit der Maßgabe, daß er sich jeweils um zwei weitere Jahre verlängert, falls eine Kündigung seitens der Vertragspartner nicht erfolgt. Die Quoten der einzelnen Mitgliedsfirmen sind im großen ganzen gleich geblieben. Um gewisse Härten auszugleichen, wurden einige kleinere Quoten aufgebessert. Der Anteil, den die ReichsAus Westfalen und Rheinland bahn an die einzelnen Firmen frei vergeben kann, ist auf etwa 15 Prozent gegen bisher 10 Prozent erhöht worden. Neues aus den Betrieben Deutsche Beamten=Versicherung Berlin. Mit 1,6 Milliarden Reichsmark Versicherungssumme(1936 kamen 160 Millioneik Reichsmark hinzu) ist das Unternehmen das zweitgrößte Lebensversicherungsunternehmen Deutschlands geworden. Ausgezahlt wurden 1936 rund 20 Millionen Reichsmark Versicherungssumme. Der Gewinn aus der Lebens= und Rentenversicherung von 4,7 Millionen Reichsmark fließt restlos der VersichertenGewinnrücklage zu. In den ersten vier Monaten 1937 weitere Zunahme der Versicherungssumme um 81 Millionen Reichsmark.— Barmer Ersatzkasse. 1936 Erhöhung der Mitgliederzahl auf 693.000. Bei rund 63¼ Millionen Reichsmark Gesamt=Beitragseinnahmen betrugen die Leistungen 50,4 Millionen Reichsmark gegen 47,2 Millionen Reichsmark im Vorjahr. Die Zahl der arbeitslosen Mitglieder ist auf 2,3 Prozent des Mitgliederbestandes gesunken gegenüber einem Höchststand von 12 Prozent 1932.— Waggonfabrik L. Steinfurt AG. in Königsberg(Pr.). Dividendenvorschlag wieder 6 Prozent. Auftragsbestand für mehrere Monate.— Deutsche Mittelstandskrankenkasse „Volkswohl“ in Dortmund a. G. Versichertenzahl 1936 um 52 162 auf 446 105 gestiegen. Gesamteinnahme 13,4 Millionen RM.(im Vorjahr 10,4 Millionen RM.) An Versicherungsleistungen wurden ausgezahlt 7,35 Millionen Reichsmark(im Vorjahr 5,37 Millionen Rut ura 19330 Arrriens Der Arbeitseinsatz in Westfalen im Juni 1937 schildern mit alter Preisauszeichnung die herabgesetzt neuen Preise angegeben werden, und zwar gegebenenfalls mit Durchstreichung der alten Preise. Die heute allgemein anerkannte Forderung nach Wahrheit und Klarheit in der Werbung macht es notwendig, die Werbung für den Sommerschlußverkauf so zu gestalten, daß Irrtümer der Kundschaft darüber, auf welche Waren sich dieser Verkauf erstreckt, ausgeschlossen sind. Solche Irrtümer sind nicht vermeidbar, wenn im Sommerschlußverkaufsanzeigen auch Waren angeboten werden, die nicht am Sommerschlußverkauf teilnehmen. Bei Schaufensterdekorationen muß, wenn mehrere Fenster nicht zur Verfügung stehen, eine deutliche Trennung stattfinden. Ein besonderer Resteverkauf darf vom 5. bis 7. August in den zugelassenen Waren als Sonderveranstaltung abgehalten werden. Als Reste sind nur solche aus früheren Verkäufen verbliebene Teile eines Ganzen anzusehen, bei denen der verbliebene Teil, für sich genommen, nicht den vollen Verkaufswert mehr hat, den er im Zusammenhang mit dem Ganzen besessen hat. Matikt und Schwarzmattel Feldzug der DAF. zur Bereinigung eines wichtigen Berufsstandes Die Fachgruppe Haus= und Grundstückswesen in der Gaubetriebsgemeinschaft 4— Bau—, die alle im Hausund Grundstückswesen tätigen Personen sozialpolitisch betreut, führt zur Zeit eine große Aktion durch, um das Leistungsprinzip an erste Stelle zu setzen. Vor allem sollen alle unzuverlässigen und ungeeigneten Elemente für alle Zeit ausgemerzt und dem Beruf fern gehalten werden. Es ist nur zu natürlich, daß die Berufsauffassung auch dieses Standes in der Zeit vor dem Umbruch nachteilig beeinflußt worden ist. Auch hier haben Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen hat sich die günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes wahrend des ersten Sommermonats fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen nahm um 11 200 ab, d. s. 19,5 Prozent, so daß Ende Juni im gesamten Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen nur noch 46000 Arbeitslose vorhanden waren. Damit ist, nachdem Ende August vorigen Jahres erstmalig in Westfalen die 100 000Grenze erreicht werden konnte, nunmehr auch die 50 000Grenze unterschritten. Unter den noch vorhandenen Arbeitslosen befinden sich 15000 Volksgenossen, die aus körperlichen oder sonstigen in der Person liegenden Gründen nicht mehr voll einsatzfähig sind. Für eine Vermittlung in vollwertige Arbeitsstellen stehen daher nur noch 31000 Arbeitslose zur Verfügung. Berücksichtigt man, daß diese Zahl nur noch 2 Prozent der in Westfalen beschäftigten 1 500000 Volksgenossen beträgt und daß sich zahlreiche gezählte Arbeitslose nur im Uebergang von einer Arbeitsstelle zur anderen befinden, also nur vorübergehend arbeitslos sind, dann kann im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen die Arbeitslosigkeit als beseitigt gelten.6 Die Zahl der unterstützten urbeitslosen nahm um 8700 ab und zwar betrug der Rückgang bei den Unterstützten der Reichsanstalt 6700 und bei den anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen 2000. Von den jetzt noch vorhandenen Unterstützten entfallen 24000, d. s. rund 70 Prozent, auf die Reichsanstalt und 10.000, d. s. 30 Prozent, auf die Bezirksfursorgeverbände. Bei Notstandsarbeiten wurden 8500 Volksgenossen gegenüber 3700 im Vormonat beschäftigt.1 Von den Saisonaußenberufen hat die Landwirtschaft wieder einen außerordentlich hohen Bedarf an Arbeitskräften. In der Industrie der Steine und Erden hat sich die bisher schon günstige Arbeitslage weiter gebessert. Anhaltend gut war die Beschäftigungslage im Baugewerbe. Im Ruhrbergbau(einschl. der rheinischen Zechen) wurden 3768 Bergarbeiter neu angelegt. Die Gesamtbelegschaft beträgt nunmehr 291 733 Mann, denen nur noch rund 7200 einsatzfähige arbeitslose Bergarbeiter gegenüberstehen. Auch die Eisen= und Metallindustrie rief zahlreiche Arbeitskräfte ab, wobei die Gestellung der angeforderten Facharbeiter erhebliche Schwierigkeiten bereitet..„. v..8 der g Bei den Konsumgüterindustrien hielt sich der Beschäftigungsgrad auf der Höhe des Vormonats. Ferner bestand lebhafte Nachfrage nach jüngeren Bäckern und Metzgern, die jedoch nicht mehr bei den Arbeitsämtern verfügbar sind.„ In den Angestelltenverufen haven sich wayrend des Berichtsmonats nunmehr auch die Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Angestellte gebessert. Auf Grund der 5. Anordnung zur Durchführung des Vierjahresvlanes erklärten sich eine Anzahl Firmen bereit, über 40 Jahre alte Angestellte aufzunehmen. Weiterhin bestand Nachfrage nach jüngeren Büro= und technischen Angestellten. 200 000 Gäste zum Wochenende „Schaffendes Rekordbesuch auf der Reichsausstellung Volk“ Düsseldorf, 12. Juli. Die Reichsausstellung„Schaffendes Volk“ erlebte am Sonntag einen Besuch, wie er bisher noch nicht zu verzeichnen gewesen ist. Trotz wolkigen und windigen Wetters waren bereits am Sonntag bis 20 Uhr 123000 Besucher in der Ausstellung, wobei die 20000 Gardisten, die in geschlossenem Aufmarsch die Schau besuchten, eingerechnet sind. Da am Abend das große Feuerwerk als Abschluß des Deutschen Gardetages stattfand, hielt der Zustrom der Besucher auch nach 20 Uhr ununterbrochen an, so daß in den späten Abendstunden noch über 30 000 Personen die Ausstellung besucht haben. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der sonntäglichen Ausstellungsbesucher auf über 150000. Wenn man dazu noch die Zahl vom Samstag rechnet, die ebenfalls mit rund 45000 einen beachtlichen Erfolg darstellt, so hatte das Wochenende insgesamt 200 000 Besucher zu verzeichnen. Erbhof durch Feuer vernichtet Warburg, 12. Juli. In der Morgenfrühe wurde in Gehrden das Anwesen des Bauern August Havve durch eine Feuersbrunst eingeäschert. Die Nachbarn, durch ein verdachtiges Knistern im Dachstuhl aufmerksam geworden, mußten erst den Eigentümer des Hofes wecken: bald schlugen auch schon die hellen Flammen aus dem Dach. Ortsfeuerwehr und Motorspritze waren schnell zur Stelle. Es konnte aber nur das Vieh und ein Teil der Futtervorräte gerettet werden, während das Anwesen niederbrannte. Grundsteinlegung für Westdeutschlands größtes Jugendheim. Hohensyburg, 12. Juli. Am Samstag abend legte in einer Feierstunde Gebietsführer Langanke den Grundstein für das an der Hohensybura entstehende größte Jugendheim Westdeutschlands. Der Landesverbandsleiter Westfalen des Deutschen Jugendberbergswerkes, Bannführer Grimmelt, sprach zuerst zu den Jungen und Mädchen sowie zu den Gästen, unter denen sich SA.=Gruppenführer Schramme, NSKK.=Brigadeführer Nieder Westermann, Kreisleiter Hesseldieck, Oberbürgermeister Dr. Banike, Hauptmann Hampe für die Wehrmacht und als Vertreter der Polizei Oberst Bernhard befanden.„Zucht und Ordnung lassen uns allein groß werden!" Das stellte Gebietsführer G. A. Langanke in seiner Weiherede heraus. Das Werk, das hier entstehe, möge mahnen, wie stets durch gemeinsames Schaffen aller Gliederungen der Bewegung und des Staates Großes geboren wird. Darum sei der Leitsatz des Hauses: Kapitulieren— niemals! Gefängnis für jüdischen Rasseschänder Detmold, 12. Juli. Vor der Großen Strafkammer in Detmold hatte sich der 43 Jahre alte Volljude Rudolf Katz, Viehhändler in Barntrup, wegen Rassenschande zu verantworten. Der Jude hatte am 19. August 1936 in einem Detmolder Lokal ein Mädchen kennengelernt, mit dem er noch zwei andere Lokale besuchte und dann in der Nähe von Detmold in einem Nebenstübchen einer kleinen Gastwirtschaft hinter verschlossenen Türen eine Flasche Wein trank. Dabei näherte er sich seinem Opfer in widerlicher Weise. Ein SA.=Mann sah von draußen das Treiben des Juden und machte ihm ein Ende. Der Jude konnte sich damals aus dem Staube machen, ließ sich in der Nacht mit einem Kraftwagen nach Bielefeld fahren und fuhr von dort nach Dülmen. Erst am 22. März 1937 wurde Katz entdeckt und in Schutzhaft genommen. In der Verhandlung stritt der Jude die ihm zur Last gelegte Tat ab und sprach von einem Versuch. Die Beweisaufnahme ergab jedoch einwandfrei, daß Katz sich der vollendeten Rassenschande schuldig gemacht hatte. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Zuchthaus. Das Gericht verurteilte ihn unter Anrechnung mildernder Umstände zu, einem Jahr und drei Monaten Gefängnis, da das Madchen dem Juden sein Verbrechen sehr leicht gemacht habe. Reichsmark). Wegfall der Wartezeit bei einer Reihe von akuten Infektionskrankheiten beschlossen. Karstadt wieder rentabel Die Rudolph Karstadt AG. in Berlin hat, wie erinnerlich, im vorigen Jahre die bei der Reorganisation geschaffenen 10,80 Millionen Reichsmark Genußscheine abgelöst, um damit die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung-zu schaffen. Nach sechs dividendenlosen Jahren wird jetzt für das Geschaftsjahr 1936, das nach der Verlegung auf das Kalenderjahr nur die Zeit vom 1. Februar bis 31. Dezember 1936 umfaßt, eine Dividende von 4,5 Prozent für das im Vorjahr auf 86,00(28,85) Millionen Reichsmark erhöhte AK. vorgeschlagen. Die Ertragskraft ist im Berichtsjahr weiter gestiegen. Die Einzelhandelsumsätze des Unternehmens, die 1933 mit 190,6 Millionen Reichsmark den niedrigsten Stand aufwiesen, haben sich im Kalenderjahr 1936 auf 233,7(i. V. 213,1) Millionen Reichsmark erhöht. Gleichzeitig konnten die Verbindlichkeiten weiter zurückgeführt werden. Die Kennziffer der Großhandelspreise stellt sich für den 7. Juli 1937. auf 106,3(1913 gleich 100); sie hat sich gegenüber der Vorwoche(106,1) leicht— um 0,2 v. H.— erhöht. Die Umlage auf Verkaufsbeteiligung wird nach Mitteilung des Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikats für den Monat Juni 1937 mit 3,52(Vormonat.62) Reichsmark erhoben. Unter Berücksichtigung des umlagefreien Teils der Verbrauchsbeteiligung stellt sich die Umlage je Tonne Absatz auf Verbrauchsbeteiligung auf 2,60 (2,56) Reichsmark. Eine besondere Bedeutung für den Absatz von deutschen Handwerks=Erzeugnissen im Ausland wird dem in nächster Zeit erscheinenden„Exportbilderbuch“ zukommen. Dieses Bilderbuch, das unter dem Namen „Die Leistung" zur Leipziger Herbstmesse herauskommen wird, soll in deutscher, englischer, spanischer und wahrscheinlich auch französischer und vortugiesischer Sprache erscheinen. Während des Forstwirtschaftsjahres 1937/38 sind in den Waldungen jeder Besitzart 150 Prozent des im Wirtschaftsplan vorgesehenen Abnutzungssatzes einzuschlagen. In Waldungen, in denen ein Abnutzungssatz durch einen Wirtschaftsplan nicht festgesetzt ist, sind 150 Prozent des jährlichen Durchschnitts der in den letzten zehn Jahren gehauenen Holzmengen einzuschlagen. Boisen unengennich Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Im allgemeinen war das Geschäft an den Aktienmärkten still. Eine Ausnahme machten einige Spezialwerte, in denen es zu etwas regeren Umsätzen kam. Die Tendenz war unter diesen Umständen nicht ganz einheitlich. Auch nach den ersten Notierungen trat in der ruhigen Haltung keine Aenderung ein. Der Anleihemarkt lag 1 Pfund: 12,37(Samstag 12,35½) RM. 100 Dollar: 249,30(Samstag 249,50) RM. 100 holl. Gulden: 137.00(Samstag 137,07) RM. 100 franz. Frank: 9,66½(Samstag 9,65½) RM. 100 Schweiz. Franken: 57,06(Samstag 57,08) RM. 100 öfterr. Schill.: 49,00(Samstag 49,00) RM. 100 ital. Lire: 13,10(Samstag 13,10) RM. sehr still. Der Kurenmarkt setzte zum Wochenbeginn besonders für Kohlenwerte in fester Haltung ein. Im Freiverkehr gingen von Kohlenaktien Bergbau Lotbringen 1½ Prozent höher um. Der Schluß der Börse war etwas fester. Berliner Börse geringfügigen Umsätzen verkehrten die Aktienmärkte in uneinheitlicher Tendenz. Das Publikum fehlte Bei völlig am Markt. Montanwerte lagen uneinheitlich. Im Verlaufe wurde hier die Tendenz etwas fester. Die Anleihemärkte lagen still bei einzelnen Sonderbewegungen. Pfandbriefe geschäftslos. Der Verlauf war leicht befestigt. Die leichte Befestigung hielt bis zum Schluß an. Am Geldmarkt Tägliches Geld 2½ bis 2¾ Prozent. Rhein.=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. An der Abendbörse lagen die Kurse zumeist auf der Berliner Mittagsschlußbasis behauptet. Kaufneigung zeigte sich vorerst für Montanwerte. Im Verlaufe lagen die Notierungen am Aktienmarkte zeitweise um ½ Prozent über den Berliner Schlußkursen. Interesse erhielt sich weiter für Montanwerte. Die Auslandsbörsen Newyork: Uneinheitlich. Brüssel: Schwächer. London: Freundlich.. Zürich: Freundlich Amsterdam: Gut behauptet. Wien: Freundlich. Paris: Schwächer. Mailand: Unregelmäßig. Getreidegrohmarkt zu Berlin Amtl. Preise, Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hater märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche 29.30 29 30 Roggenm..997 A. 21.10 21.10 Viktoriaerbsen 34.-36 0s34.0 36 0 Speisserbsen[33.-35.0s33 0 35 0 Futtererbsen[24.-26.0s24.026 0 * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 12. Juli: 80,50 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent, in Blöcken: 133 Reichsmark. Aluminium, Walz oder Draht: 137 Reichsmark für 100 Kilogramm. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 12. Juli Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Portlautende Rotlerugge z.z 112. 7. 12. 7. 12. 7. 910. 7. Div. Anfang Schlus, Kassa Schlus. Div. Anfang Schius Kasse Schluß Mühonin. 5% Hoesch RM. 6% Krupp RM. 6% Mittelstahl Bemberg Berger Buderus Dahlbusch St. Demag Otsch. Atlanten Otsch. Erdöl D. Reicheb. V. Dortm. Union I. 6. Farbenind. Feldmühle Felten& Suille Goldschmidt 126.12/126.12/120.14 126.25 102.25 149.50 140.50 129.25 157.00 6/120.50 5/153.00 127.50 145.37 138.50 5 99.37 102.25 140.50 130.00 99.87 102.25 149.12 140.62 130. 156.50 103.00 150.00 153.25 127.37 165.00 139.00 Cl1: 301156 153.37 127.37 166.00 144.75 139.00 130.00 .00 153.50 127.37 215.00 165.75 140.00 Harpen 3 1/182. Hoesch Köln-N. 34/127. Kall-Aschersl. Klöckner-W. Mannesmann Reichsbank Rhein. Braunk. Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert& o. Siemens& Hal. Gebr. Stollwerk Ver. Stahlwerke Westd. Kaufhof Westeregein Wintershall 125. 233. 6/158. 6/134. 75 /165. 6/179. 8/222. 90/-182 75/148.00128. 123.50130 —.—140 126.00 233.50 135.50 165.00 179.50 179. .00222.00222. — 126 50126. .50123.002 .00 60.25 60.1 35|122. 9— 6/131.90 136.62/138.00|138.25 .03/181.50 .00 .25 .37 62s124.50 .751214.00 .25/233.50 .00158.00 00 001165.50 .00 001223.00 .87 871122.62 12 59.12 Steinkohlen-Kuxe 12. 7. 10. 7. Geld Brief Geldl Briefl Carolus M. 6700 7 1006100 1000 Const. 10200 10150 10200 10750 Deutschl. 380 410 380 410 Schwerin—— 5000— Heinr. 16500 17400 15300 17100 Lange 22450 2 3000 22000 3000 Braunkonien-Kuxe Gute Hoff. /8250/8750 8 100 8500 Leonh. 12100— NNeu-Staßt.]— Siegfr. u. 11— Wth. 20300 21500 Michell 18000— 18000 Vesta[12700—[1260013400 Beraherein.— 1600— 1800 Kall-Kuxe Beienrode 11001 170 1020 1180er Burbach 12450— 400 abhmtrne Preiserkehe Steinkohlen- u. Braunk.-Aure 12..1 10. 7. Geld BriefsGeid Briet Dierg. 12290 12800 12000 12800 Westtalen 10504—. 1050— Sellerh. 4050|4350— 4400 Kall-Kuxe Geld Brief(Geld Brief eraunmhe 6 150 8350 S1S0 6410 —higkeit—..—— — 6003400 — 25002350— 290— 290— T20060000 — 3000— 3000 — 3000— 3000 — 3000— 3000 — /2600 24092600 280 280— Erichsseg Habigh. Jisenburg Mariagl. Marie Marie L. Mar Neusollst. Reicheld. Todnggen Industrieaktien(Einheitek.) 137.5 86.8 168.5 168.5 133.8 Icin 161.71167. 151.0150 210.0210 85.0—. 147.0145 182. Braunk. Zuk. Dortm. Ritterbr. Düss. Hosf.-Br. Düss. Masch. B. Oynamit.Nod. Eschw. Berg. V. Ewald--Ludw Glas- u. Sp. S. Glückauf-.A6. Gebr. Goedh.46 Hallesche Salz. Hilges Hindr.-Aufferm Hochtief 46. dabelw. Rheydt Kali-Chemie W. Krefft H. Lehm& Co. Mülheim. Berg. Rhein. Metall Rhein. Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl.AG. Bgd. Schieß-Detries Schleg. Scharp. Ver. Rumpus Waggonf.Uerd. Wasserw. Gels. Bankaktien Berlin. Hand. 6. Com.-.Pr.-B. O. Bank u..-G. Oresdner Bank Rh. W. Bb. Cr. B. Westd. B..-A. Versicherungeaktien Aach.-Münch. F 32 1 77 14 8 12.7. 19.7. Gladb. Feuerv. Köln Hagelv. Köln. Lioyd A. V. Köln Rückv. gr. v. kl. Baloke Masch. Berg. 6. Dahl. V. Bonner Bg. u. H. Böan. Walzw. Div. — 112 12.7. 121.5 139. 10.7. 121.0 157.0 137.0 126.01126.2 149.6/149. 126.6s126. 146.0— 105.2 114.1 121.2121. 105.0105 137.01135 116.0s115 Aach. Rückvers 18.51210. Agripp.., Fl..#— 392.4 Alll., u. Stuttg. Alll- G. St..-V. Colonia,.-V. K. Colonie Rückv. 210 396s 36 .8/205.5205. .4 133. — 256.0258 12..110.7. 795.0/795.0 90.0 90.0 247.0247.0 120.0s120.0 79.0/79.0 Köln. Rück Rentenwerte 45Rh.-.-.4. 6. 12.10 99.2 99.2 55 dto. dto. S. 11. 101.8101.6 #dto. Gold.-Kom. 1926, 1927 S.—6 98.2 96.2 %5 Wd. Bod. Spfb. 99.2 99.2 Em. 3. 9/12, 14 ## dto. Gold-.-Obl. 96.2 98.2 Freiverkehre-Aktien 12. 7. i 19. 7. Geld Brief Geld Brief 67.5 70.3 68.5 73.0 65.0 67.0 66.0 67.5 110.0—. 10.0 99.5100.51100.0103.0 132.5135.5131.0134.0 133.5136.5133.5s136.5 144.0148.0146.0149.5 63.04 63.0 66.0 110.0113.0112.5115.5 128.5132.5127.5130.5 79.5 82.0 80.0 82.0 120.0— 120.0124.0 112.0115.5112.5114.0 111.0114.5110.5114.0 144.0148.0144.0147.5 86.5 88.5 86.0 88. 127.5190.9—.—. Alexand Burd. K. Bütt.-W Ool. Bas Oyckerh Eisa C. Hann. K. Numd. 014 Kortum .-Fälz. Lothrin, Lothr. 6 uch. Berg an. Line Str. b. Mia. Hupf. Wr. Olnn. 6/ l. Schött Swalther Sienergstschelne 12..10 fällig ab 1. 4. 1924 103.5/103.5 „ I. 4. 1938 107.9/107 5 I. 4. 1928 111.3s111.5 " 1. 4. 1937 115.71115.7 . I. k. im. 116.1/116.1 Berliner Börse, 12. Juli Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum Dittmann Neuh. 3/120.0—. Otmd. Akt.-Brau. 10182.0179.6 Union-Brau 12/215.5/215.0 Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Einheltskurse Industriewerte 12.110.7. 12/230.0 0— 0s131.0130.0 126.5126.5 3145.7145.5 kkumulatoren Aku A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaft. Zellstoft alcke Basalt Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Kr. u. Licht Maschinend. Buderus P0ab. Wasser Chem. Geisenk. Conti Gummi 121.5121.2 43.0 42.1 6/149.2149.7 0149.0150.0 6/140 5140.0 4141.0140.0 81164.8164.8 150.6150.5 130.5130.3 59/114.1 45/106.0 111191.0 Oöaler venz wisch. Atlant. Otsch. Conti 6as " Kabel " Linoleum " Steinzeug " Tel. u. Kab. " Waften " Eisenhand. Dierig 51138.8 Dürener Metall Oyckersh. Widm glektr. Lieferg L" Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Union Feinjute Geass 4 ce. verman. Cem. Ges. f. ei. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Textll Guanowerke 135.2135.5 155.8156.0 92.2/93.0 6/126.6127.0 7—. 116.0 4117.0 6154.0154.0 114.6 1935 138.0 6/120.7121.7 5/128.5s126.8 6158.5158.5 167.0 174.0 6173.0172.5 6153.11152.7 10/169.5169.5 ackethal Draht Hageda Hamb. Elektr. Hindr.-Aufferm. Hottmann Stärke Hohenichewerke Holzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. 65 uise Bergbag Diee Genus senbeck Brau. Uluggrans öche. 9 117.8116.8 S121.0 139.0/136 6/129.0129.7 8151.8/151.2 8/160.2/160. 59148.5 94.2 -. h7.0 6142.0142.5 9—. 9142.1 K Pase Roiner Gas Krefft W. Kromschroeder Kronprinz Metall Köppersbusch ahmeyer a Laurahütte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Lorenz C. Au-znb. Hotte miag Mimosa Mülheimer Berg. grenst. 4 oppel Oenabr. Kupfer Pongs& Zahn 6/165.2165.2 3—. 51.5 0 84.2 85.0 5110.8— 79152.5153.0 6— 6/126.0s125.0 0 20.8 20.8 4134.3s134.3 8177.5178.0 165.5 207.5 146.0142.0 8152.01152.5 6/181.5 116.2116.5 10 140.5 gbein. El. Werke Rhein.-W. Kalk Riebeck Montan Rütgemnacke Ssss Sarotti Schlege Schles. Berg. u. Z. " Berg. Beuth. " Elekt. u. 6as Schub.& Salzer Schultheis-Patz. Siegersdorfer W. Siemens Glas Siem.& Halske Stollberg. Zink hüringer Gas Tuch Aachen Union chem. er. Dtsch.Nickel Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht jagner& Co. Wanderenw Warsteiner Grud. Westfalen Draht Wickdler Brau. 61135.0— 6—.— .2118.5118 0 6/152.5152.0 110.0 29— 4110.0 5 0—. 4125.3s126.0 137.0137.0 6/163.5/161.0 4100.2/100.3 5139.5137.2 9131.0131.2 9221.5221.5 97.0 96.7 143.0— 115.|115.0 8/163.0163.7 0240.0230.0 137.7/148.0 61144.0— 5/131.8 8181.5 3118.0 9 131.5 179.0 118.5 142.0 Verhohranerte 65 Elberfelder Anl. 45 Essener Anl. 4 Mülh.-Ruhr Anl, ½ Ruhrverbd. Anl. 36 44 Pr. Ldpf. A. Pfd. 45 Lobk. Westf. Pfd. 45 Ldbk. Westf. Kom. 15 Ot. Komm. Goldan 4. Westf. ldsch. Pfdl #Dt. Hyp B. Bin. Pfd. ## Pr. Centr. Bod. Pfd. 4# Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. 4# Basalt Obl. Concord. Berg. Obl. Daimler Benz Obl. Klöcknerw. Obl. Mont Cenis Obl. 45 Ver. Stahl 60 ½5 Ver. Stahl 47/31 5 Ver. Stahl 6 Siem.& H. Obl. 5 Farbenbonds Umschuld. Anleihe A. 6. für Verkehr Boch.-Beisenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Südamer Norod. Lioye 0127.0126.7 18.8 46.2 20.7 74.0 18.6 46.7 20.5 Bestennerte 45 Dt. R. Schatz. 41 4 Ot. R. Anleihe 44 5# O. R. vounganl 4# Reichsbahn Sch. Westtalen Altbesitz 45 Bochumer Anl. 48 Ouisburger Anl. /45 Oüsseldorfer Anl. 99.7 99. 98.8 98.4 105.51105 100.7100 132.0s132. 96.21 98. 97.8 96. 93.2] 98. 98.21 98.2 98.7 99 2 98.2 98.0 99.6 99.2 99.2 99.0 99.0 98.2 97.8 99.8 99.2 99.0 99.0 101.8 104.5104 R. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 43/8 5 Essen. Steink. 42 45 Harpener 49 45 R. W. E. 52/3 5 R. W. E. 30 55 Ruhrchemie 48 55 Ruhrgas 53 45 Ruhrwasser 53 45 Ruhrwohng. 50 45 V. E. W. 52 102.0102 96.5 99.799.7 102.21101 134.5133.0 93.8 94.5 12.7. 12. 7. Geid Brief 100.3 100.1 99.7 99 1/100.1 101.0102.5 100.0101 97.5 99.5 101.0— 97.71 98.7 99.0100.5 97.21 96.7 96.7/100. 97.5 98.7 Westtalenbank.-G. Bochum Austahrung samilleher Bankgesenatte Seite 10 Nr. 161/ Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 13. Juli 1937 aus Groß-Bochum Aus den Böchamter=Eiarnemen Statdteil Gertbe Werkstattzug der Motorbrigade Westfalen in Gerthe. Bekanntlich weilt der Werkstattzug der Motorbrigade Westfalen augenblicklich im Bereich der Motorstandarte 69, wo der Wagen mit seiner mustergültigen Einrichtung den einzelnen Stürmen nach und nach vorgeführt wird. Ueber Samstag und Sonntag stand der Wagen nunmehr in Gerthe. Unter recht zahlreicher Beteiligung nahmen die NSKK.=Männer des Motorsturms 11/M 69 unter ihrem Sturmführer, Obertruppführer Bönnemann, am Samstag abend vor der Dienststelle an der Gewerkenstraße die Besichtigung des Wagens vor. großer Aufmerksamkeit folgten die NSKK=Männer den Ausführungen der Begleiter des Werkstattwagens, die allen Zuhörern viel Wissenswertes und mancherlei praktische Anregung brachten. Lothringer Eisenbahner fuhren ins Grüne. Die Eisenbahnerabteilung der Bergbau AG. Lothringen unternahm am Sonntag mit Familienangehörigen in Autobussen eine Fahrt ins Grüne. Am Harkortsee vorbei ging die Fahrt über Hagen, dem Eingangstor zum Sauerland, ins herrliche Volmetal. In Dahlerbruck wartete bereits der Kaffee auf die Ankommenden, und nach reichlicher Stärkung unternahm man eine Fußwanderung über den reizvollen Höhenweg zur Glörtalsperre. Gegen Abend fanden sich alle im Lokale Henke in Dahlerbrück zu einem netten Kameradschaftsabend zusammen, der bei humoristischen Darbietungen, Gesang und Tanz nur zu schnell verging. Die Fahrt ins Grüne brachte allen Beteiligten viel Freude und wird noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Brieftaubenwettflug erst Montag. Der von der Reisevereinigung Bochum=Gerthe am Sonntag ab Gardelegen vorgesehene Brieftaubenwettflug kam am Sonntag nicht zur Ausführung, da die Wetterinformationen äußerst schlecht waren. Die Tiere wurden deshalb am Sonntag festgehalten und erst Montag auf die Reise geschickt. werden angewiesen, die gesammelten Altmaterialien zur Abholung bereitzuhalten. Die Sammlung führt der für seinen Block zuständige Blockleiter, in Verbindung mit dem Deutschen Jungvolk durch. Gesammelt wird Eisen, Knochen, Zink, Zinn, Aluminium, Flaschenkapseln. Bleiund Messingabfälle usw. Stadtteil Baak=Sundern Dienstappell und Kameradschaftsabend der NSDAP., Ortsgruppe Sundern Am Samstag abend fand im„Forsthaus“, Weitmarholz“ der letzte Dienstappell der Politischen Leiter, Walter und Warte der einzelnen Parteigliederungen und der ihnen angeschlossenen Verbände vor der Sommerpause statt. Nach Begrüßungsworten des Ortsgruppenschulungsleiters Heinz Born gab Ortsgruppenleiter Walter Risse einen Rückblick auf die bisher geleistete dienen. Die stattliche Zahl der als Gäste erschienenen Volksgenossen war eine Bestätigung seiner Worte. Die Versicherung des Ortsgruppenleiters Risse, daß die Ortsgruppenleitung ihre ganze Kraft daransetzen werde, die zu einer geschlossenen weltneuaufzunehmenden Parteigenossen, die sich restlos ei gefunden hatten, erging die Mahnung, sich der Gemeinschaft des Nationalsozialismus wurdig zu erweisen. Es folgte der Treueschwur zu Führer, Volk und Reich. In den vorausgegangenen geschäftlichen Beratungen wurde hingewiesen auf den Sommerausflug, der am kommenden Sonntag, 18. Juli, die Parteimitglieder zu der Ausstellung„Schaffendes Volk" nach Dusseldorf fuhren wird. Im Anschluß an den Dienstappell fand man sich zu einem kameradschaftlichen Beisammensein zusammen, dem die Mitwirkung des Vortragskünstlers Max Zirwes, der Rollschuhläuferin Fräulein Klar und der Tänzerin Fräulein Hahn einen schönen Verlauf sicherte. Err del Sippenlag der Zamme Werdennann 10jähriges Bestehen der Sippenvereinigung Dördelmann in Linden Vorstande und besonders dem Vorsitzenden namens der Familie für die gute Geschäftsführung und die erfolgreichen Forschungen. Um 17 Uhr begann die Fidelitas. Die Vergnügungskommissare Hubert und Oskar Dördelmann walteten ihres Amtes zur Freude der ganzen Familie. Um 21.30 Uhr hielt der Vorsitzende die Schlußrede. Er dankte allen für ihr Erscheinen und ihre tatkräftige Mitwirkung und schloß mit den Worten:„Op frohet Wierseihn im nächsten Joahr, im Lanne der Ahnen, wie et immer woar! Heilo Am * Ausgabe von Reichsverbilligungsscheinen für Speisefette. Bezugsberechtigte Volksgenossen, denen die Reichsverbilligungsscheine am 6. Juli nicht zugestellt worden sind, können dieselben am Donnerstag, 15. Juli, von 15 bis 17 Uhr, in der Verwaltungsstelle, Dr.=.=OttoStraße 73, in Empfang nehmen. Familien= und Einkommensverhältnisse sind nachzuweisen. NS.=Frauenschaft Linden. Heute abend um 20 Uhr findet in den Anlagen des NSV.=Kindergartens auf dem Lewacker ein Singe= und Tanzabend der Frauenschaft Bochum=Linden statt. Es wirken dabei der B2M. und die Singegruppe der NS.=Frauenschaft mit. Bei der Beliebtheit, der sich alle Veranstaltungen der Frauenschaft erfreuen, bedarf es kaum der Aufforderung, diesen Abend zu besuchen. Stadtteil Laer Heute Filmvorführung. Die Ortsgruppe der NSDAP. veranstaltet heute wieder einen Filmabend, Vorgeführt wird der großartige Kriminalfilm„Savoy“, Horel 217° mit Hans Albers und Brigitte Horney. Beginn um 20 Uhr im Saale Langbein. Schneller Tod. In der Sonntagnacht erlitt der Polizeibeamte Robert Frombera, Hemkestraße 5, einen Herzschlag, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. Als langjähriger Polizeibeamter des Ortsteils tat Fromberg nach der Verstaatlichung der Schutzpolizei Marktpolizeidienst. Stadtteil Langendreer Langendreer im Straßenbau voran Schon immer war der Stadtteil Langendreer im Straßenbauwesen vorbildlich. Diese Erfahrung hat sich auch in den letzten Wochen wieder bestätigt. Fast sämtliche schadhaften Straßenzüge wurden ausgebessert. So wurden z. B. die Straße„Hohe Eiche“, die Tannenberg= straße, Wernburgastraße und das Krebsfeld mit einer festen Teermakadamschicht versehen, so daß sie sich nun in bestem Zustand darbieten. Ein Schmerzenskind war die Straße„Auf dem Helwe“, die bei Regen nur schlecht zu passieren war. Nun hat der Fahrdamm eine neue Pflasterung bekommen, und auch die Bürgersteige sind grundlegend ausgebessert worden. Ein umfangreiches Projekt stellt die Umlegung der Kurve der Hauptstraße in Höhe der Stiftstraße dar. Diese sonst unübersichtliche Kurve ist jetzt in gerader Strecke durchgelegt worden. womit eine weitere Gefahrenquelle verschwunden ist. Die Arbeiten stehen kurz vor dem endgültigen Abschluß. Die Arbeiten an der Verbandsstraße D VI sind zu zwei Drittel beendet. Das letzte Drittel wird in Kürze in Angriff genommen. Es führt durch das Langendreerholz und die Bömmerdelle auf die Hörder Straße zu, so daß den von Bochum nach Dortmund verkehrenden Fahrzeugen der große Umweg über den gefahrvollen Crengeldanz erspart wird. Wer kann Angaben machen? Am 18. Juni. wurde von einigen Passanten in dem Abwässerungskanal an der Ueberbrückung Bornhalle—Brinkstraße in BochumLangendreer eine etwa 15 Zentimeter lange Leibesfrucht im Wasser schwimmend gesichtet, die sich lich an einem im Wasser liegenden Gegenstand festgesetzt hatte. Eine Frau hat sie freigemacht, aber im Wasser liegen gelassen. Die Ermittlungen über die Herkunft des Fundes sind bisher erfolglos verlaufen. Wer kann zu dieser Sache nähere Angaben machen? Mitteilungen, die auf Wunsch streng vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalvolizei in BochumLangendreer, Amtshaus, Zimmer 22. Stadtteil Werne Fahrraddiebstahl. Am 9. Juli, gegen 18 Uhr, wurde an der Vollmondstraße 48 in Bochum=Werne ein Herrenfahrrad, Marke„Tisuna", Nr. 1122578, entwendet. Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei in BochumWerne. KdF.=Sportkurse. Dienstag, 13. Juli: Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Turnballe des Realgymnasitumz,„Sgpgrzgpger, htergraße, 73.— Mittwoch, 14. Juli: Kleintallverschießen für Frauenund Männer von 20 bis 22 Uhr: bei Kneist in.=Lang#####eer. Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, im Lokal Landau in.=Langendreer, Kaiserstraße. Iin=Jitsu für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Realgymnasium, Langendreer, Unterstraße 73.— Donnerstag, 15. Juli: Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: in .=Werne, bei Höhn, Werner Hellweg.— Freitag, 16. Juli: Schwimmen für Frauen und Männer von 19 bis 20.30 Uhr: im Freibad in.=Langendreer. Stadtteil Weitmar Die ehemaligen Soldaten von Bochum=Engelsburg traten zum Monatsavpell zusammen. Kameradschaftsführer Ellerkmann begrußte die zahlreich erschienenen alten Soldaten und gab den Kameraden eine Uebersicht über die Innen= und Außenpolitik der letzten Wochen und spornte alle Kameraden an, mitzuhelfen am nationalsozialistischen Aufbauwerk. Mit besonderer Freude vernahmen die Kameraden den Bericht über die am 18. Juli steigende Fahrt„ins Blaue". Aus dem Bericht des Schießwarts Kamerad W. Garella ging hervor, daß der Schießsport in diesem Jahre besonders eifrig gepflegt wird. Auch der Fechtwart Kamerad Biermann berichtete über gute Ergebnisse.— An dem Jubelfest des Kreisverbandes nimmt die Kameradschaft mit 30 Mann teil.— Zum Abschluß des Appells ehrte der Kameradschaftsführer den Kameraden Eduard Müller zu seinem 80. Geburtstag. „Dem sind die Ahnen Nullen, wer selber eine Null ist! Bemüh' Dich, eine Eins zu sein, dann werden die Ahnen Dir Zehner sein!“ Unter diesem Leitmotiv stand der zehnte große Sippentag der den Fluren Lindens entstammenden Familie Dördelmann, der am Sonntag in Linden abgehalten wurde. Die Forschungsarbeit der Sippe Dördelmann, um die sich besonders ihr Vorsitzender Wilhelm Dördelmann(Recklinghausen) verdient gemacht hat, ist bereits so weit gediehen, daß eine Vorfahrentafel von 14 Generationen (bis 1500) aufgestellt werden konnte. Doch die Forschung geht weiter, und manche Generation wird in Bälde die stolze Ahnentafel der Sippe Dördelmann noch zieren und vervollständigen. Die Feier begann um 9 Uhr am Sonntag mit einer Gemeinschaftsmesse in der Kapelle des Katholischen Krankenhauses in Linden, an der 80 Familien= mitglieder und 40 Schwestern und Kranke teilnahmen. Die Messe wurde zelebriert von Kaplan Dördelmann. In der Festpredigt betonte Kaplan Josef Dördelmann nicht nur die leibliche, sondern auch die geistige Verwandtschaft der ganzen Sippe. Nach dem Gottesdienst machten 40 Familienmitglieder bei schönstem Marschwetter einen gemeinschaftlichen Spaziergang unter Führung des Vorsitzenden, Obersteigers i. R. Wilhelm Dördelmann, zu den Höfen ihrer Ahnen:„Schwagers", „Bauksiepe",„Dierk an der Purrheere",„Am Dörle“. Nach der Besichtigung ihres Stammhofes, der an der Hattinger Straße gegenüber der Dr. Laarmannschen Besitzung liegt, wanderte die Sippe durch das Heemketal, den Chursbusch über den„Krüzkamp" zum„Horkenstein". Von dort ging es zurück durch das Lindener Feld nach Linden. Der Vorsitzende gab in der plattdeutschen Muttersprache eine überzeugende Aufklärung über Orts= und Heimatkunde. Berg und Tal belebten sich wieder mit den Gestalten der alten Sigambrer — auch die Familie Dördelmann entstammt diesem keltischen Volksstamm— und Römer, sowie der Ritter, Raubritter, Landsknechte und Räuber, und tief im Tale rauschte die alte„Ruhra“(Ruhr) ihre uralten Weisen. Nach diesem schönen Spaziergang nahmen 38 auswärtige Familienmitglieder an dem gemeinsamen Mittagessen um 13 Uhr bei ihrem Versippten Scheidtmann in Linden teil. Eine Dankandacht in der Lindener Pfarrkirche schloß sich um 14.30 Uhr der Tagung an. An dem Familienkaffee um 15 Uhr bei Scheidtmann beteiligten sich 104 Familienmitglieder und einige geladene Gäste. Anschließend begann die Familientagung. Der Vorsitzende begrüßte in plattdeutscher Mundart alle Familienmitglieder und Gäste und ganz besonders die Senioren der Familie, seinen 76jährigen Vetter rich am Dörle von Herten und seine 78jährige Base Anna am Treppen von Dahlhausen. Nach der grüßung verlas die Schriftführerin, Fräulein Lehrerin Aloysia Dördelmann, eine Reihe eingelaufener Glückwunschkarten und Briefe und dann die Niederschrift vom letzten Familientage. Hierauf erstattete die Kassiererin, Fräulein Lehrerin Maria Dördelmann, den Kassenbericht. Dem Vorstand wurde dann Entlastung erteilt. Die Wiederwahl des geschäftsführenden Vorstandes erfolgte. Vorsitzender Wilhelm Dördelmann gab hiernach noch einen Bericht über den Stand der Familienforschung und auf Wunsch noch einen über den Verlauf der Reformation in der Grafschaft Mark und über die ehrenhafte Rolle, die die Aynen Everdt, Johannes und Eberhardt Dördelmann hierbei spielten. Markscheider Hubert Dördelmann dankte dem Mach es Wie die Sonnenatt! Bilder aus den Stadtteilen Grumme und Harpen Das nennt man„Kohlenpott“. Ein prächtiges Bild aus Grumme. ..-Brüning Es wäre ohne weiteres folgender Fall denkbar: Ein gänzlich Fremder, voreingenommen nur durch die Kenntnis der industriellen Bedeutung unserer Stadt. und abgeschreckt durch die Mär vom„russigen Kohlenpott", kommt Stadtteil Stiepel Ausflug der Stiepeler Knappen. Am Sonntag unternahmen die Mitglieder des Knapvenvereins„Gute Hoffnung“ ihren diesjährigen Sommerausflug. Mit zwei großen Omnibüssen ging die Fahrt zur Gruga in Essen und anschließend weiter zum Baldeneysee. Nach einer Stärkung und Wanderung wurde der Besuch des Mulheimer Flughafens zu einem Erlebnis. Stadtteil Querenburg phot.: Vaginer Die Sonnenuhr an der alten Harvener Kirche Achtung Altmaterialiensammlung! In der Zeit vom 14. bis 17. Juli findet in unserer Ortsgruppe die nächste Altmaterialiensammlung statt. Die Luftschutzhauswarte nach Bochum. Er sieht als erstes weder das Rathaus noch eine Zeche, noch den Bochumer Verein, sondern er kommt zuerst in den Stadtteil Grumme und wird dort des Anblicks teilhaftig, den unser Bild festhält: In glühender Mittagshitze melkt ein Schweizer auf der Wiese seine Kühe. Hier dehnt sich ein goldgelbes Aehrenfeld, dort erstreckt sich ein kleines Gehölz. Hier hatte der Fremde auf Schritt und Tritt hochragende qualmende Schornsteine und Fördertürme vermutet, und in seiner Vorstellung war eine Kuh eine Art Museumsstück für die Kinder des Industriegebietes. Er könnte also mit Fug bezweifeln, überhaupt in einer IndustrieGroßstadt wie Bochum zu sein, wenn nicht...— ja, wenn nicht der Hintergrund unseres Bildes wäre, wenn nicht am Horizont die Umrisse der industriellen Anlagen des Stadtteiles Gerthe das prachtvolle Gemälde ländlicher Stimmung beherrschend überlagerten. Der Fremde würde also in den wenigen Minuten seines Aufenthaltes im Stadtteil Grumme eine wichtige Lehre bekommen haben, die mehr über den Charakter unserer Stadt aussagt als das Studium dickleibiger Werke. Er würde nämlich gesehen haben, daß Bauerntum und hochentwickelte Industrie einander nicht ausschließen, sondern daß sie sich auf engem Raum sehr wohl zu harmonischer Ehe verbinden können, und daß Bochum glücklich ist, einer großen Anzahl so ausgezeichneter Verbindungen Wohnung zu geben.,#.#, 8uu Der Fremde könnte diese Ertenninis durch einen nicht allzu weiten Futzmarsch nach Harpen noch wesentlich vertiefen, und er würde sich eines ehrfürchtigen Stannens nicht erwehren können angesichts der alten Harpener Kirche, die wie ein Sinnbild einer alten und stolzen Tradition in das Getriebe dieser Tage ragt. Am Gemäuer zeigt eine Sonnenuhr die Zeit an. Man erinnert sich unwillkürlich eines Spruches, der da empfiehlt:„Mach“ es wie die Sonnenuhr, zähl die heit'ren Stunden nur!" Der Spruch paßt in die sonnige Fröhlichkeit dieser Tage, und wenn vom nahen Kindergarten das frohe Gekreisch der Kinder herübertönt, möchte es fast scheinen, als ob die heiteren Stunden hier immerwährendes Gastrecht hätten. Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen, Landesverband Westfalen, Ortsverband Bochum=LindenTahlhausen. Der bisherige langjährige Geschäftsfuhrer des Ortsverbandes Bochum=Linden=Dahlhausen, Hauptlehrer Lops, ist zum Ortsverbandsführer und der Lehrer Welschebold zum Ortsverbandsgeschäftsführer ernannt. Die Sprechstunde findet in Zukunft jeden Donnerstag im Geschäftszimmer in der Augustaschule(Amtmann=Falke=Straße), in der Zeit von 18 bis 19 Uhr statt. Ausweise werden nur im Geschäftszimmer ausgegeben. Theaterverein für Laienspiele Dahlhausen. Am samstag abend hatte der Theaterverein Dahlhausen seine Mitglieder zu einer wichtigen Versammlung auf den„Horkenstein" eingeladen. Funf neue Kräfte haben sich in dieser Versammlung dem Theaterverein zur Verfügung gestellt. Dann ging man über zu der wichtigsten Sache des Abends. Die Spielsaison 1937/38 soll nicht wie in sonstigen Jahren erst im Oktober beginnen, sondern bereits am 12. September 1937. Als erstes soll dem Publikum das Stuck„Ein toller Einfall“, ein Schwank in vier Aufzügen, gezeigt werden. Am kommenden Donnerstag soll die erste Probe sein. Dann plant der Verein einen großen Sommerausflug am 1. August nach Elfringhausen. An dem Bundestage des Reichsbundes für Volksbühnenspiele nimmt auch ein Dahlhauser Vertreter teil. Ein lang gehegter Wunsch wurde erfüllt. Einem lange geäußerten Wunsch, die Bänke in der Hedtberganlage zu Dahlhausen wiederaufbessern zu lassen, ist die Stadtverwaltung nachgekommen. Mehrere Bänke, die zum Teil ganz beschädigt waren, sind durch neue ersetzt worden. Auch die schadhaft gewordenen Bänke dürften in kurzer Zeit an die Reihe kommen. Damit dürfte der Wunsch vieler älterer Volksgenossen, die tagtäglich die Anlage als Erholungsort aufsuchen, erfüllt sein. Stadtteil Hamme Die Ruhrschnellstraße wird ausgebessert. Interessante Bilder vom Schlageterring. Am Montag morgen hat man auf der Ruhrschnellstraße in Höhe des Schlageterrings in Hamme mit der Ausbesserung der Straße begonnen. Bei dem starken Verkehr, der hier herrscht, kann nur immer ein Streifen der Straße instand gesetzt werden. So hat man zunächst die zum Schlageterring liegende Hälfte in Angriff genommen. Der Verkehr auf der restlichen Hälfte kann immer nur einseitig durchgeführt werden. Oberhalb der Straße hat ein Arbeiter mit einer roten Signalfahne den Verkehr zu regeln und die Fahrzeuge zum Halten bzw. Abstoppen zu bringen. Die Arbeiten werden natürlich mit der größten Beschleunigung durchgeführt. Personalnachrichten. Ein bekannter und verdienter Hammer Mitbürger, der am 2. Februar 1865 in Bochum=Hamme geborene Schuhmachermeister Fritz Osthoff, Prinzenstraße 18, der dort bereits seit 27 Jahren wohnt, blickt auf eine 50jährige berufliche Tätigkeit zurück. Mit 22 Jahren machte er sich in Hamme selbständig. In zwei Jahren kann er die goldene Hochzeit feiern. Der Hochbetagte ist einziger noch lebender Gründer der Feuerwehr Hamme, Mitglied des Schützenvereins und zahlreicher anderer Vereine. Dem „B..“ hat er seit dessen Bestehen stets die Treue gehalten.— Seine Meisterprüfung als Schmied bestand mit gutem Erfolg Ewald Schulte aus der Dorstener Straße.— Seinen 71. Geburtstag beging am Sonntag der Volksgenosse Karl Bergmann aus der Gahlenschen Straße. Von seinen sechs Kindern lebt noch eine Tochter. Aus den Hammer Vereinen. Bei Schulte auf der Von=der=Recke=Straße fanv eine Amtswaltersitzung der Zeche„Carolinenglück" statt. Es wurden hier unter Leitung des Vertrauensratsobmanns Fischer Betriebsangelegenheiten erörtert.— In der Versammlung der Schafzuchter am Sonntag morgen hielt Breder (Dortmund) einen interessanten Vortrag über das Thema„Warum Schafzucht?" Der Redner wies den großen volkswirtschaftlichen Nutzen der Schafzucht an Hand ergiebigen Zahlenmaterials nach. Ueber die Fahrt ins Münsterland und die Besichtigung dortiger Schafherden sprach Zuchter Wolter.— Eine Ehrenurkunde wurde in der Versammlung der Kleintierzüchter„Goldhamme“, dem scheidenden langjährigen Schriftwart Nolte für verdienstvolle Tätigkeit überreicht. Neu als Schriftwart gewählt wurde Stefan. Aus dem Nachbargebiet Ennepe-Ruhr=Kreis Ueberschuß im Finanzwesen der Stadt Hattingen. Nachdem die Rechnungsjahre 1934 und 1935 ausgeglichen werden konnten, ergibt der Jahresabschluß des ordentlichen Haushalts für 1936 erstmalig einen Ueberschuß von 95 354 RM. bei einer Einnahme von 2 246 480 RM. und einer Ausgabe von 2151 126 RM. Das Ergebnis des außerordentlichen Haushalts. 1936 schließt in Einnahme und Ausgabe mir 221 0o7 RM. ab. Aus Vorjahren wies das Rechnungsergebnis 1932 einen Gesamtfehlbetrag von 360 685 RM. und 1933 einen solchen von 403 988 RM. auf. 1934 und 1935 ergab sich der Ausgleich zwischen Einnahme und Ausgabe. 1936 änderte und verbesserte sich der Schuldenstand von 2274 111 RM. auf 2211 425 RM., der Stand der angesammelten Rücklagen von 251 550 auf 315 584 RM. Der gunstige Jahresabschluß 1936 wirkt um so erfreulicher, als es möglich war, längst ersehnte Aufgaben aus städtischen Eigenmitteln, wie Kanalisierungen, Ausbau von Straßen usw., durchzuführen. Stadt Witten Ein siebenjähriges Mädchen überfahren und getötet. Am 8. Juli wurde ein siebenjähriges Mädchen, das die Sprockhöveler Straße überqueren wollte, von einem Personenkraftwagen angefahren und so schwer verletzt, daß es kurz darauf starb. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. 11 Nr. 161 7 Bochumer Anzeiger# Dienstag, 13. Juli 1937 Aus aller Welt Schinlenelinnge abel dei Koroser Von wandernden Luftmassen aufs Meer geschleppt Hamburg, 12. Juli. Die Engländer haben einen neuen Sport erfunden: Schmetterlingsjagden auf hoher See. Aber diesem Sport liegen höchst ernste Befürchtungen zu Grunde. Das Inselreich fürchtet eine Kartoffelkäferinvasion von der französisch=belgischen Festlandküste. Die Ergebnisse der Forschungsfahrt, die der Dampfer„Georges Bligh“ im Auftrage des Landwirtschaftsministerium unternahm, beweisen nämlich, daß der Luftraum über der Nordsee von Millionen Insekten und Kleinschmetterlingen beBei Tag und bei Nacht, bei Nebel und bei Regen, hatte das Forschungsschiff in einer achttägigen Kreuzfahrt auf der Nordsee die Luft abgefischt. An den Mastspitzen waren riesige Netze ausgehängt, und Drachen wurden hochgelassen. Das Ergebnis war verblüffend: zahllose Fliegen und Schmetterlinge blieben im hauchdünnen Garn der Netze und in den Fanggläsern hängen— und alle Tiere waren springlebendig. Verhältnismäßig flugunfähige Insekten hatte man, 150 Meilen vom festen Land entfernt, angetroffen. Für diese seltsame Erscheinung gibt es nur eine Erklärung: wandernde Luftmassen haben die kleinen Tiere auf das Meer hinausgeschleppt, so daß ständig Millionen Insekten über der Nordsee schweben. Die überraschenden Fangergebnisse wurden sowohl an Bord als auch in größerer Höhe gemacht. England wird sich also mit der Möglichkeit abfinden müssen, daß selbst fluguntüchtige, aber schwebefähige Insekten vom Festland her an seine Küste getrieben werden. Angesichts der großen Gefahr, die auf diese Weise eine Kartoffelkäferinvasion von Belgien oder Frankreich her bedeutet, hat man sich entschlossen, die Schmetterlingsjagden im Kanal und auf der Nordsee in erweitertem Umfange fortzuführen. Auch die britische Handelsflotte soll dafür eingesetzt werden. Brasilien=Deutschland in3s Stunden Hervorragende Leistung der Lufthansa Berlin, 11. Juli. Eine ganz hervorragende Leistung wurde jetzt wieder von der Deutschen Lufthansa auf ihrer Südamerikastrecke erreicht. Die am Freitag von Brasilien abgegangene Luftpost war bereits 41 Stunden und 20 Minuten später in Frankfurt am Main gelandet. Am Freitag um 11.30 Uhr verließ, wie allwöchentlich, eines der Dornier„Do 18“— Flugboote mit Schwerölmotoren— Natal in Brasilien zum Flug über den Südatlantik nach Bathurst(Afrika), das von den Flugkapitänen Bayer und Henke geführt wurde. Der Anschlußflug wurde von einem der zweimotorigen Heinkel=Schnellflugzeuge unternommen, das von den Flugkapitänen Haumann und Alisch über Las Palmas, Lissabon und Marseille nach Frankfurt am Main geführt wurde, wo die Maschine am Sonntag früh um.50 Uhr eintraf.. 86s Berücksichtigt man die Aufenthalte, die durch Postumladung und Brennstoffeinnahme an den Zwischenlandeplätzen entstehen, so betrug die reine Flugzeit von Brasilien bis Deutschland gerade 35 Stunden. In dieser Zeit wurde eine Entfernung von 9270 Kilometer überbrückt, nämlich 3050 Kilometer quer über den Atlantik, 3850 Kilometer an der Küste des Atlantischen Ozeans entlang bis nach Lissabon und 2370 Kilometer von dort bis Frankfurt am Main, wo etwa 70 000 Briefe eintrafen. so zu handeln,„wie er es mit seinem Gewissen vereinbaren“ könne. Pater Kaiser schloß darauf die Ehe. Der Staatsanwalt betonte, daß der Angeklagte von Glück sagen könne, daß sich der Fall noch vor dem Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre ereignet habe, denn sonst hätte er sich vor einem anderen Gericht wegen Beihilfe zur Rassenschande verantworten müssen, die er ja tatsächlich geleistet habe. Er habe dadurch entgegen dem Geist des neuen Staates gehandelt und deshalb müsse ihn die höchst zulässige Strafe treffen. Der Staatsanwalt beantragte, gegen den Angeklagten wegen Vergehens gegen das Personenstandsgesetz drei Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu dieser Strafe. In lebensgefährlicher Lage Zwei Gymnasiasten in Kärnten abgestürzt Wien, 12. Juli. Seit zwei Tagen befindet sich der junge Gymnasiast Hans Ratgeb in den Felswänden am sogenannten Koschuttnigturm in einer ebenso schrecklichen wie lebensjefährlichen Lage. Er war dort zu einer gefährlichen Kletterpartie mit seinem Freunde, dem Gymnasiasten Karl Kuths, aufgestiegen. Kuths ging voran, der abstürzte, an die Steinwand mit dem Kopf aufschlug und jetzt, freischwebend über einem Felszacken, als Leiche hängend und ein Gegengewicht bildend, den Kameraden festhält. Am vernehmbaren Rettungsexpedition versuchte in die Wand aufzusteigen, konnte aber nicht bis zu den beiden Gymnasiasten vordringen. Rathgeb war schon so erschöpft, daß er nicht mehr laut um Hilfe rufen konnte. Er findet eine Stütze an einem schmalen Felsvorsprung. Neue Retter sind unterwegs, die hoffen, ihn noch lebend bergen zu Wie jetzt gemeldet wird, konnte am Sonntag eine Alpenjägerpatrouille aus dem Koschutta=Militärschutzhaus in schwierigster Klettertour zu den Verunglückten vordringen und sowohl den Leichnam wie auch den am Leben gebliebenen Bergsteiger abseilen. Die beiden Gymnasiasten, erstklassige Kletterer, hatten versucht, am sogenannten Kainradl=Turm eine Erstbesteigung durchSalzkammergut wurden zwei Bergwanderer Opfer des plötzlich einsetzenden Wettersturzes. Ein Mittelschulprofessor und ein Mittelschüler aus Linz gerieten bei der Wanderung über den Gosau=Kamm in einen Schneesturm und erfroren. Ihre Leichen wurden Beim Aufstieg auf die Rax über einen schwierigen Klettersteig wurde ein Wiener Geschäftsmann infolge Ueberanstrengung von einem Herzschlag betroffen und starb. Ermordet aufgefunden Verbrechen an einem Jugendlichen Hannover, 12. Juli. In einer Kiefernschonung in der Heide zwischen Bergen bei Celle und Soltau wurde der am 12. Dezember 1920 zu Demmin in Pommern geborene Hans Zimmermann mit zahlreichen Stichverletzungen egengein:g....[Zimmermann mit zahl Das Miitostop ennardie ihn Ein Bürstenhaar, ein Sandkorn, ein Mörder und ein Todesurteil London, 11. Juli. Wieviel Beamte gibt es? Interessante Zahlen der letzten Berufszählung Berlin, 12. Juli. Bei der letzten Berufszählung im Jahre 1933 sind 1395000 Beamte, davon 28100 in leitender Stellung, festgestellt worden. In dieser Zahl sind jedoch die Beamten der Wehrmacht nicht enthalten. Wenn man bedenkt, daß die Gesamtzahl der Erwerbstätigen des gleichen Jahres auf 26,4 Millionen beläuft, so erscheint die Zahl der Beamten ziemlich gering, denn sie beträgt nur 5,3 Prozent. Inzwischen hat sich die Zahl der Erwerbstätigen aber bedeutend erhöht, während die der Beamten fast dieselbe geblieben ist. Dadurch ist ihr prozentualer Anteil noch erheblich zurückgegangen. Wie teilt sich nun die Zahl auf die einzelnen Sparten auf? Rund 500000 Beamten entfallen auf Reichspost und Reichsbahn. Beim Reich, den Ländern und Gemeinden sind nur 426000 Beamte tätig. Dazu kommen 260000 Lehrer, 35000 Beamte der Kirche, 36000 Beamte des Gefundheitswesens und 14000 Forstbeamte..... I.dar Renmehut GrmerksSo ergibt sich also, oaß jeoer neunzehnte Erwerbstätige in Deutschland Beamter und jeder zehnte in der öffentlich Wirtschaft tätig ist. Katholischer Geistlicher wegen Vergehens gegen das Personenstandsgesetz verurteilt anb Berlin, 12. Juli. Mit welcher Willkür sich gewisse Kreise der römischkatholischen Kirche über die Bestrebungen des nationalsozialistischen Staates hinwegsetzen, bewies eine Verhandlung, die vor dem Moabiter Einzelrichter am Montag gegen den 57 Jahre alten katholischen Pater ulrich Kaiser von der St.=Paul=Kirche in BerlinMoabit durchgeführt wurde. Der Angeklagte hatte am 31. März 1935 die kirchliche Ehe zwischen einem evangelisch getauften Juden und einer deutschblütigen Frau geschlossen, ohne daß zuvor die standesamtliche Trauung erfolgt war. Dem Angeklagten war bekannt, daß von den Standesämtern damals in Fällen wie dem vorliegenden schon mehrfach die Genehmigung zur Eheschließung verweigert worden war. Auch in dem zur Anklage stehenden Falle hatten das zuständige Standesamt und auch das preußische Justizministerium die Genehmigung versagt. Er wußte weiter, daß ein anderer katholischer Pfarrer diese Eheschließung abgelehnt hatte. Kaiser begründete sein Verhalten vor Gericht damit, daß in diesem Falle ein„sittlicher Notstand“ im Sinne des Paragraphen 26 des Konkordates vorgelegen habe und berief sich darauf, daß das Paar schon jahrelang in wilder Ehe zusammengelebt habe. Dieser„sittliche Notstand“ hat aber tatsächlich zur Erfüllung der Konkordatsbestimmung nicht vorgelegen— es waren z. B. keine Kinder vorhanden—, und das bischöfliche Ordinariat äußerte auch deshalb Bedenken als der Angeklagte sich an diese Stelle wandte. Auf die telephonische Anfrage, wie er sich verhalten solle, brachte der zuständige bischöfliche Sachbearbeiter zwar seine Bedenken zum Ausdruck, erklärte aber schließlich, daß er dem Angeklagten selbst die Verantwortung überlassen müsse und stellte ihm anheim. Am Morgen des 12. April fand man an dem sandigen Heckenweg am Rande der Stadt Leigthon in England Ruby Keen, ein auffallend hübsches, junges Mädchen, erwürgt auf. Die Spuren deuteten darauf hin, daß zwischen dem Mörder und seinem Opfer ein Kampf stattgefunden haben mußte. Ruby Keen hatte vor kurzem ihre Verlobung mit dem 24jährigen Leslie George Stone, einem ehemaligen Angehörigen der britischen Armee, gelöst und stand kurz vor der Heirat mit Pat Smith, einem jungen Polizisten von Leighton Buzzard. Die Trennung von Stone vollzog sich in beiderseitigem Einverständnis, der frühere Bräutigam blieb weiter als Untermieter im Hause von Ruby Keens Nutter... Berdacht u2; m...5 Stone ram in den Veroacht des Moroes, aver es war ihm nichts nachzuweisen. Da trat Dr. Roche Lynch, Englands berühmtester Gerichtschemiker, auf den Plan und begann seine Untersuchungen, die mit einem glänzenden Erfolg endeten. Stone hat an jenem Tage zum erstenmal einen dunkelblauen Anzug an. Die mikrospkopische Untersuchung des Kleidungsstückes, das nur einmal getragen war, zeigte, daß sich ein winziges weiches Bürstenhaar an der Hose in Höhe des Knies befand. Dieses Bürstenhaar entstammte unzweifelhaft der Kleiderbürste, die Stone in seinem Zimmer hatte. Die Bürste hinwiederum enthielt mehrere feine Sandkörner, die genau jenem Sand glichen, der den Heckenweg, an dem der Mord geschah, bedeckte. Bestandteile desselben eigenartigen Sandes befanden sich auch im Aufschlag der Hose. Den lückenlosen Beweis aber lieferte die mikroskopische Untersuchung der Jacke. Man fand an ihr einen kleinen Kunstseidenfaden, der gelb, rot und grün gefärbt war. Ein Vergleich mit dem Kleide der Ermordeten, das gelb war und ein Muster von roten Rosen mit grünen Blättern hatte, ergab, daß der Faden diesem Kleid entstammte und bei dem Kampf zwischen Ruby und Stone an der Jacke des Mörders hängen geblieben war. Das Mikroskop sprach Stone schuldig. Diesem unerbittlichen Beweis fügte sich der Täter und legte ein Geständnis ab. Nach halbstündiger Beratung fällte das Gericht einstimmig das Todes= urteil. Opitz ist geständig Der Braunschweiger Raubmörder gibt endlich seine Verbrechen zu Braunschweig, 12. Juli. Die Justizpressestelle teilt mit: In der Strafsache gegen den Angeklagten Friedrich Opitz wegen Raubmordes ist es der Staatsanwaltschaft nach wochenlangen Bemühungen gelungen, den Angeklagten Opitz zu einem Geständnis zu bewegen. Nachdem er in den Tagen zuvor das Geständnis schon mehrfach mündlich abgelegt hatte, hat er nunmehr in einem Schreiben an den Generalstaatsanwalt zugegeben, die ihm zur Last gelegten Taten begangen zu haben. weniger als 58 Ueberfälle auf nächtlichen Landstraßen, bei denen drei Menschen das Leben einbüßten, wurden dem Angeklagten zur Last gelegt. In einem über drei Wochen währenden Prozeß leugnete Opitz hartnäckig alle ihm zur Last gelegten Straftaten ab, wurde aber auf Grund eines schlüssigen Indizienbeweises, der Aussagen der Sachverständigen sowie der Zeugen wegen Mordes zum Tode verurteilt. Mit diesem Geständnis finden die Ueberfälle, die vor einigen Jahren in Braunschweig und Umgebung große Erregung hervorriefen, eine endgültige Klärung. Furchtbare Bluttat Die Braut erschossen Stettin, 12. Juli. In Anklam ereignete sich in einem Haus in der Tannenbergstraße eine furchtbare Bluttat. Der 22jährige Fritz Frank drang in die Wohnung seiner Braut, der 18jährigen Herta Mähl, und verlangte das acht Monate alte Kind zu sehen, was von der Braut verweigert wurde, die ihm vielmehr wegen seiner versäumten Unterhaltspflicht Vorwürfe machte. Frank zog darauf eine Pistole und gab auf seine Braut fünf Schüess ab, die alle tödlich waren. Dann ging er in das Nebenzimmer und feuerte auf das im Bett liegende Kind einen Schuß ab, das aber nur leicht verletzt wurde. Dann legte er sich neben die Mähl und schoß sich mit der letzten Patrone in den Kehlkopf. Das Kind und Frank wurden in das Krankenhaus eingeliefert, wo Frank hoffnungslos darnieder liegt. Schiffszusammenstoß Neuer Unfall im Bremer Hafen Bremen, 12. Juli. Zu einem neuen Schiffszusammenstoß kam es am Montag früh im Bremer Hafen. Der Argo=Dampfer „Sperber“, der sich auf der Ausfahrt befand, stieß unweit des Hafens II mit dem einlaufenden HapagMotorschiff„Rheinland“ zusammen. Hierbei wurde der Argo=Dampfer im Vorschiff schwer leck geschlagen. Das Schiff ist inzwischen voll Wasser gelaufen und liegt zur Zeit bei der Wesermole auf Grund. Ein Todesopfer längsseits des Dampfers„Sperber“. Er erhielt von dem Argo=Dampfer einen heftigen Stoß, durch den der 31jährige Heizer Robert Scheel über Bord geschleudert wurde. Scheel ist ertrunken. Der bisher stärkste Einsatz 14000 Jungen und Mädel im Landdienst Berlin, 12. Juli. Der Landdienst der Hitler=Jugend leistete in diesem Jahre seinen bisher höchsten Einsatz. Ueber 12.000 Jungen und über 2000 Mädel wurden in ihm untergebracht. Diese verteilen sich auf 518 Betriebsgruppen und 740 Dorfgruppen. Nachdem kürzlich noch die letzten Gruppen im Westen des Reiches eingerichtet wurden, umfaßt der Landdienst der Hitler=Jugend das gesamte Reichsgebiet. Die Gründung des Landdienstes hatte vom Norden und Osten des Reiches ihren Ausgang genommen. Die nächsten Gruppen wurden in Mitteldeutschland eingerichtet, und bald kamen einige Gruppen in Hessen und in der bayrischen Ostmark hinzu. Grauenhafter Selbstmord Sich selbst einen Scheiterhaufen errichtet Stuttgart, 11. Juli. Eine furchtbare Tragödie spielte sich in dem nahe der badischen Grenze gelegenen schwävischen Städtchen Güglingen ab. Eine in den 50er Jahren stehende Witwe beging dadurch Selbstmord, daß sie im Keller ihres Hauses aus Holz und Reisig einen Scheiterhaufen errichtete, den sie anzündete. Sie setzte sich dann in die Flammen und verbrannte. Schwedens größte Jacht durch Explosion zerstört Stockholm, 11. Juli. Die größte schwedische Privatjacht, die Ingenieur Torsten Kreuger, dem Bruder des„berühmten“ Streichholz=Kreuger, gehört, wurde durch eine Explosion zerstört. Das Schiff„Edi“, das außerhalb des schwedischen Hafens Halmstad lag, wurde plötzlich durch eine Explosion erschüttert. Ein Teil des Depots sprang in die Luft, Stühle und Tische wirbelten herum und Feuer brach aus. Torsten Kreuger und die Besatzung versuchten vergeblich, den Brand mit Schaumlöschern zu bekämpfen. Alle an Bord Besindlichen, Kreuger, seine Frau, sein Sohn und zwei Matrosen, konnten im letzten Augenblick das von Flammen umhüllte Schiff in einer Jolle verlassen. Von der 31 Meter langen Jacht blieb nur der eiserne Rumpf zurück. Diamantenrausch Sturm auf ein neuentdecktes Feld Caracas(Venezuela), 11. Juli. Ein großer Diamantenrausch hat viele Einwohner Venezuelas ergriffen. Nach Eintreffen von Berichten aus dem Gebiete des Caroniflusses, etwa 140 Kilometer von Ciudad Bolivar entfernt, daß dort in den letzten Wochen zahlreiche Diamanten von Schürfern gefunden wurden, hat jetzt ein wahrer Sturm von Abenteurern, Grubenarbeitern benachbarter Goldminen und anderen Personen, die schnell reich werden wollen, auf das neuentdeckte Diamantenfeld eingesetzt. Der Ansturm der Diamantensucher ist so groß, daß die einzelnen Sucher kaum genügend Platz zum Schürfen haben und sich gegenseitig bei der Suche behindern. Während der letzten Wochen sollen den hier eingetroffenen Berichten zufolge von etwa 700 Diamantensuchern, die sich der allerprimitivsten Mittel bedienen, etwa 30000 Steine gefunden worden sein, von denen viele sechs Karat wogen. Man glaubt, daß die bisher gefundenen Steine insgesamt 12 000 Karat(ein Karat gleich 200 Milligramm) wiegen dürften. Bremen, 12. Juli. Wie ergänzend gemeldet wird, befand sich der Schlepper„Ueberall“ im Augenblick der Kollision LREEEERENENEENTEEEEN Schuppenbrand in den Daimler=Benz=Werken in Gaggenau In den Gaggenau=Werken der Daimler=Benz=AG. entstand am Samstag nach Betriebsschluß in einem Holzschuppen ein Brand. Starke Rauchentwicklung und das Zerknallen von Sauerstofflaschen ließen zunächst vermuten, daß es sich um ein Großfeuer handelte. Indessen fiel dem Feuer nur der Holzschuppen und ein Lagerraum der Lackiererei zum Opfer. Autobusunglück in Mainfranken. In der Nähe von Gmünden ereignete sich in der Nacht zum Montag ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Ein Omnibus, der 32 Arbeiter zur Arbeitsstätte beförderte, geriet vor der Ortschaft Schaippach in einer Kurve ins Schleudern, stürzte um und überschlug sich. Sämtliche Insassen erlitten hierbei Verletzungen. Die Sanitätskolonne von Gmünden und die Gendarmerie eilten rasch an die Unfallstelle und bargen die Verletzten. Glücklicherweise erwiesen sich die meisten Verletzungen als leichter Natur. GieUSETEE 10.00 Volksliedsingen. gngrsnant, 11.45 Die erste bäuerliche werrpause. Uebertragung aus dem Festzelt auf dem Marktplatz in Wüsten bei Bad Salzuflen„#.#.##. 13.15 Orchesterkonzert der Schlesischen Orchéstergemeinschaft(Fritz Koschinjtz).7fit#8 gran) Sesch 14.15 Bunte Musik. Elisaberh Delseit(Soprun,, Sitscha Bergdolt(Klavier), Reinhard Fritzsche(vlöte) 16.00 Musik am Nachmittag(Otto Dobrindt) 17.00 Ellers Erbe. Eine Erzählung von Rich. Euringer 17.10 Klaviermusik(Herta Waldhauser) 17.30 In den Aehren reift das Korn. Ein Heimavend auf der Diele eines westfälischen Bauernhofes 18.00 Blaskonzert. Musikkorps des 3. Bataillons Inf.= Regts.(7(Max Bellen). 19.00 Musik zum Feierabend(Schallplatten).„„ 20.10 Tanz durch die Jahrhunderte. Das Große Orchester(Otto Julius Kühn), der Kammerchor(Josef Breuer), Robert Gaden 22.30 Das Schatzkästlein: Kammermusik mit Blockflöte. Erika Schütte(Cembalo), Franz Grünkorn(Blockflöte), Willi Isselmann(Violine und Blockflöte). 1. Sonate=moll für Blockflöte, Violine und Cembalo(Händel). 2. Fantasie=Dur für Cembalo (Telemann). 8. Sonate=Dur für zwei Blockflöten und Cembalo(Schickhardt) 23.00 Nachtmusik und Tanz(Harrd Blum)(Uebertragung aus dem„Kaffeehaus Wien am Ring“ in Rön Deutschlandsender: 19.00 Und jetzt ist Feierabend! 20.10: Walzer und Märsche. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Beliebte Tanzkapellen(Schallplatten) K 10.00 Kampf gegen den Hunger(Von München). Hörszenen 10.30 Jeder Deutsche ein Schwimmer(Von München) 12.00 Die Werkpause(in Verbindung mit der DAF.) Das Westdeutsche Kammerorchester(Hermann Hagestedt) 13.15 Musik am Mittag. Das Westdeutsche Kammerorchester(Herm. Hagestedt) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 15.00 Deutschland soll ein Land der Flieger werden. 16.00 Musik am Nachmittag(Otto Dobrindt) 17.00 Besuch bei RSKK. 17.20 Humor im deutschen Lied. Professor Dr. Felix Oberborbeck. Lore Schroter(Sopran) 17.45 Kohle und Verstand, deutsche Rohstoffe. Papier, das nicht brennt— Glas, das nicht bricht. Aufschlußreiche Streifzüge durch die Reichsausstellung Schaffendes Volk“ 18.00 Die Kapelle Hans Bund spielt. 19.00 Hans Haaß spielt 19.15 Tag der deutschen Kunst. Ausschnitt von der feierl. Eröffnung im Kongreßsaal des deutschen Museums in Munchen 20.10 Serenaden=Abend. Aus dem Innenhof des Schnütgen=Museums in Köln=Deutz: Alte Serenaden. Kammerorchester(Helmut Riethmüller 21.00 Neue Serenaden(Aus der Reichsausstellung „Schaffendes Volk“ in Düsseldorf). Das Städtische Orchester Düsseldorf(Hugo Balzer) 22.30 Musik zur Unterhaltung(Vom Ultra=Kurzwellensender Witzleben). Kapelle Willi Stanke, dem NormannTrio(an drei Flügeln) und Walter Pörschmann (Akkordion) Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend!— 20.10: Das Kleine Orchester des Deutschlandsender spielt zur Unterhaltung.— 21.10: Mädels an Bord. Ein Lustspiel.— 22.30: Musik zur Unterhaltung Neuschnee im Allgäu. Der Wetterumschlag mit Regen und Sturm hat ein starkes Absinken der Temperaturen gebracht. Das Thermometer zeigte am Montag früh nur 12 Grad Wärme. In den Bergen ist fast bis zur Weidegrenze herab Schnee gefallen. Die Gipfel zeigen sich von der Zugspitze bis zum Bregenzer Wald in leuchtendem Weit. Hauseinsturz in Oberitalien— Ein Toter In der Ortschaft Paverno bei Verona stürzte, wahrscheinlich infolge Unterspülung des Bodens durch Gewitterregen, ein zweistöckiges Bauernhaus ein, wobei sieben Personen verschüttet wurden. Aus den Trümmern wurden ein Toter und zwei Schwerverletzte geborgen. Der Tod vor dem Mikrophon Einer der bekanntesten und angesehensten Sänger Lettlands, Alexander Jankowski, ist bei einem kürzlich veranstalteten Rundfunkkonzert plötzlich gestorben. Der Sänger hatte kaum seine letzte Arie gesungen, die ihm starken Beifall und zahlreiche Blumenspenden einbrachte, als er plötzlich von einem Unwohlsein befallen wurde. In die Garderobe gebracht, verschied er kurz darauf. Der herbeigerufene Artz konnte nur den infolge Herzschlags eingetretenen Tod feststellen. Taufe des bulgarischen Thronfolgers Der am 16. Juni geborene bulgarische Thronfolger Simeon wurde am Montag vormittag getauft. 230 Hitzeopfer in USA. Die außergewöhnliche Hitze, die seit fünf Tagen über den westlichen Prärien lastet und sich bis zum Nordatlantik ausdehnt, hat eine hohe Zahl von Todesopfern gefordert. Bisher sind 230 Menschen einem Hitzschlag erlegen. Für die uns beim Heimgange unseres unvergeßlichen Vaters. Schwieger- und Großvaters erwiesene Tellnahme sagen wir unseren herzlichsten Dank Familie Grimberg Familie Stickel Bochum. im Juli 1937 Zum 30tägigen Seelenamt am Mittwoch, dem 14. Juli, moriens ½7 Uhr in der St.-Meinolphus-Kirche wird freundlichst eingeladen s. angenehme, lohnende Tätigkeit im Außendienst gesucht. Bei Eignung Dauerexistenz mit fester Anstellung. Fabrtspesenvergütung. Persönliche Vorstellung Dienstag, d. 13. Juli, im Restaurant Scheubly Bochum. Rotstr. 36 v. 11—13 u. 14—16 Uhr(Gesellschaftsz.), K Vergebung von Maurerarbeiten Die Ausführung einer Bruchsteinstützmaner an der Königsallee soll vergeven werden. Verdinga##n unterlagen sind bei der Straßenbauabteilung im Rathaus, Zimmer 370, erhältlich. Termin für die Angebote ist auf Samstag, den 17. Juli 1937, 11½ Uhr, angesetzt. Verspätet eingehende Angebote werden nicht berücksichtigt. Bochum, den 10. Juli 1937. Der Oberbürgermeister. Vergebung von Straßenbauarbeiten Die Ausführung von Pflasterreparaturen in der Königsallee zwischen Farn= und Wasserstraße soll vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind in der Straßenbauabteilung des Stadtbauamtes, Rathaus, Zimmer 370, erhältlich. Termin für die Angebote ist auf Samstag, den 17. Juli 1937, 11 Uhr, festgesetzt. Verspätet eingehende Angebote werden nicht berücksichtigt. Bochum, den 10. Juli 1937. Der Oberbürgermeister. Vergebung der Inneninstallation im Umbau des Kinderkurheims der Stadt Bochum in Bad Rothenfelde Zum Umbau und zur Aufstockung des Kinderkurheims der Stadt Bochum in Bad Rothenfelde sollen die Installationsarbeiten vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei der Bauverwaltung— Bauunterhaltungsabteilung—, Rathaus, Zimmer 342, in Bochum auf und können, so lange der Vorrat reicht, von dort bezogen werden. Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis Montag, den 2. August 1937, 11 Uhr, an die oben bezeichnete Dienststelle rechtzeitig einzureichen, wo um diese Zeit die Oeffnung der Angebote im Beisein etwa erschieneuer Bieter erfolgt. Bochum, den 10. Juli 1937. Der Oberbürgermeister. — Schneiderin, Westsälin, 39., ev., mittelgr., schlank, jugendl. Erschein., mit=Zimm.=Einrichtung, wünscht auf diesem Wege die Bekanntschaft ein. charaktervoll. Herrn bis 45., in pensionsberechtigter Stellung, zw.spät. Heirat Witwer mit einem Kind angenehm. L. 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Die Wellen, in denen der Obere herrscht, gehen Dich gar nichts an: Das sind Radio-Welen!— Du willst wissen, was mein Erscheinen bedeutet? Freude für unsere Rundfunkhörer, und doppelte Freude für die, welche es werden wollen! 7 Kaufe am Mittwoch, 14.., in Bochum, i. Volkshaus, Moltkemarkt, von 12½—1 Uhr, jed. Posten durchsingend. Kanartenhähne und weibchen, auch junge und weiße. Zins, Essen.