Bezugspreis mit Sotenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. daldmonatlich, Selbsiabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. balbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„bör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das, Erscheinen der Zeitung durch vöhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dal. verhindert wird. können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer mittwochs und samstagg, von 16 bis 12 Udr. Dr Holschestonis Dorimund 1280. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Dienstag 13. April 1937 44. Jahrgang Nummer 83 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 gam Breite.5 Vi im Anz,=genteil und in 78 um Breite 50 Pf. im Texttell, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 5 Pf., kleine Anzeigen(nicht geschäftlicher Art) 8 Vl., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender Im Textteil 10 Pf. Auskunft= und Ziffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig, Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck sernmündlich ausgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 5: Großkundgebung der HJ. im Bochumer Schützenhof „Dochum= Ein raltureter=Mittelpunrt Baldur von Schirach und Dr. Rainer Schlösser sprachen— Der zweite Tag der Woche der Dramatiker der HI. b Bochum, 12. April. Nie bot der große Schützenhofsaal bei aller Schlichtheit und Sparsamkeit der Ausstattung ein feierlicheres Bild als an diesem Montagabend, der die Gäste der Reichstheatertage der H J. zu einer Großkundgebung in diesem Raum vereinigte. Im hellen Schmettern der Fanfaren, im Leuchten der Fahnen, im Brausen des Beifalls und im befreienden Lachen der Jugend, in allem lebte der kraftvolle Schwung dieser Tage, die das Gesicht der Jugend tragen. Bis auf den letzten Platz war der mächtige Saal gefüllt, und draußen vor den Toren hatte sich noch eine große Menschenmenge eingefunden, um der Anfahrt der Ehrengäste beizuwohnen. Einige ganz Vorwitzige hatten das Hallendach erklettert, um wenigstens durch die gläserne Wand der Dachluken Zeugen der Ereignisse zu werden. Im Saale selbst bot die Einheitlichkeit der braunen Uniformen und weißen Blusen ein straffes, streng gegliedertes Bild, ergänzt durch den schlichten Grünschmuck der Bühne, auf der Chor und Orchester Platz genommen hatten. Stürmisch begrüßt, erschien der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach mit seinem Gefolge im Saal. Hell schmetterten die Fanfaren,„Auf hebt unsere Fahnen“ sang der Große Chor des Standortes Groß=Bochum der HJ., und dann wurden die Fahnen in den Saal getragen. Die Kundgebung begang In der Reihe der Ehrengäste bemerkte man u. a. Kreisleiter Riemenschneider, Oberbürgermeister Dr. Pielum, SS.=Brigadeführer Schleßmann, Gruppenführer Schramme, Gauschulungsleiter Dr. Schwarzschulz, Stadtrat Stumpf und Kreispropagandaleiter Riemenschneider. Obergebietsführer Cerff eröffnete die Kundgebung „Jugend und Theater“, die ein Bekenntnis der Jugend zum Theater und zur Kunst sein solle. Das Städtische Orchester unter der Leitung von Professor Leopold Reichwein spielte darauf die Festliche Musik von Heinrich Spitta. Anschließend nahm Reichsdramaturg und Präsident der Reichstheaterkammer Dr. Rainer Schlösser das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte: „Der Anlaß, der uns heute hier zusammenführt, ist durch die Schirmherren dieser Woche gekennzeichnet: Dr. Goebbels und Baldur von Schirach, die Namen des kulturpolitischen Treuhänders des Führers für das gesamte deutsche Theaterwesen und des Treuhänders des Führers für ein kommendes neues nationalsozialistisches Geschlecht: sie beide wollten durch die Gemeinsamkeit ihres Vorgehens auch auf einem künstausgeschlossen, daß die junge Kraft der politischen Führung nicht ihre Spiegelung im Künstlerischen gefunden hätte. Damit ist noch nicht einmal ein wesentlicher Unterschied gegen früher, jedenfalls soweit es sich um innerlich gesunde Zeiten handelte, eingetreten. Denn fast immer ist es die Jugendkraft des deutschen Volkes gewesen, welche uns die größten Werke und Werte geschenkt hat. Schon aus dieser ganz kurzen Andeutung leuchtet ein, daß im Leben des Volkes das Theater eine notwendige Bedeutung besitzt, von Anfang an auch eine ganz besonders unmittelbare Beziehung zur Jugend.„Vieser Tatsache müssen das Theater und die in ihm Berufstätigen gerecht werden, genau so muß aber auch das Volk und die Jugend dem Theater gerecht werden. Wer Forderungen erheben will, muß immer auch Pflichten erfüllen. Ich weiß, daß manch einer jetzt vielleicht denkt: Was geht mich die Kunst an? Wenn ich sonst ein ganzer Kerl bin, müßte es doch genügen. Früher haben wir alle, wo der Fremdgeist die Kunst zu einem Narrenhaus gemacht hatte, so gedacht. Inzwischen aber haben wir uns auf etwas sehr Wichtiges besonnen. Wir wissen heute, daß die Kunst und das Leben des Volkes zueinander in allertiefster Bezogenheit stehen. Staatsführung, Kunst und Wehrmacht stehen durchaus in einer Linie. Wollen wir auf eins von diesen drei Dingen verzichten, verdienten wir nicht, ein Volk zu heißen. Das wissen wir Nationalsozialisten heute, und so empfinden wir ganz tief, wie wenig es für uns noch eine Frage des Beliebens sein kann, sich im Theater erschüttern oder erheitern zu lassen, oder in stillen Stunden bei der Lektüre eines wertvollen Werkes innere Einkehr zu halten. Das ist nicht eine Frage der willkürlichen Entscheidung, sondern unsere Pflicht als Deutsche vor Gott und unserem geliebten Führer Adolf Hitler. Deswegen nämlich sprechen wir von einer Verpflichtung zur Kultur, weil wir in ihr die höchste Form dessen bejahen, was wir unter Propaganda verstehen. Ein Kunstwerk, das wir betrachten, es propagiert etwas in uns. Vor uns galt die Kunst für eine Angelegenheit, die sich abseits des lebendigen Lebens abspielte. Wir dagegen rücken mit unserer Auffassung von der Kunst als Propaganda, diese herrlichste und heiligste Erscheinung des Völkerlebens in den Mittelpunkt unseres ganzen Seins. Sie, die in Stein gemeißeltes, Musik gewordenes, im Wort verdichtetes ewiges Deutschtum verkündet, muß von uns sorgfältiger gepflegt werden als ehedem. Sie muß im letzten der Führung desjenigen Mannes unterstellt sein, der Deutschland ist und dem sich infolgedessen schlechterdings alles zu unterwerfen hat. Daß wir das alles heute wissen, verdanken wir einzig und allein dem Führer. Ihm verdanken wir das Wunder der politischen Wiedergeburt Deutschlands, ihm das vielleicht noch größere Wunder unseres neuen kulturellen Erwachens. Immer wieder gilt es, sich in unserer schnellebigen Zeit dessen zu entsinnen. Dem offenen Aufstand der zerstörenden Anarchie entsprach die totengräberische Arbeit eines System=Theaters. Auch dieses Beispiel zeigt, wie unauflöslich Politik und Geistesleben miteinander verflochten sind. Die Zerstörung im Politischen beschwört die Zerstörung im Künstlerischen herauf. Umgekehrt, und das ist die erhabende und große Festkehrt, und das ist die erhabendste und große Feststellung dieser Stunde, zwingt der politische AufDie große erhebende Friedenstat des Führers im vorigen Jahr die wiederhergestellte volle Souveränität des Reiches im Rheinland, seine innere Befriedung der Nation, zieht nach sich die Entfaltung aller schönnen Künste. Wie sich Deutschland aus eigener Kraft politisch zur Großmacht erklärt hat, indem es vor einem Jahr die junge Wehrmacht in die Garnisonen des Westens einziehen ließ, so ist der Wille in uns erwacht, uns auch kulturell wieder als Geistesgroßmacht zu bewähren, nachdem wir uns von den schmählichen Fesseln der Ueberfremdung frei gemacht haben. Eines von vielen Symptomen dieser Entwicklung aber ist die Woche„Dramatiker der H3.“ sie verband!“ Immer wieder von Beifall unterbrochen, rief Baldur von Schirach aus:„Das ist die wesentlichste Ursache, weshalb wir alle, die mit der kulturellen Führung der Hitler=Jugend betraut sind, aus dem ganzen Reich hierher gerufen haben. Der andere Grund ist der: Uns geht es nicht darum, eine Huldigung der allzu vergänglichen Stars zu beginnen, sondern wir wollen aufschauen zu den ewigen unvergänglichen Sternen der deutschen Kultur, und deshalb wollten wir gerade in dieser Stadt, die eine Stadt harter Arbeit, aber auch ein kultureller Mittelpunkt Deutschlands geworden ist, unsere Tagung abhalten!“ In sarkastischen Ausführungen befaßte sich der Reichsjugendführer mit den durchsichtigen und grundlosen Verdächtigungen der Auslandspresse über die kulturellen Ziele der HJ.„Meine Herren von der Auslandspresse, die Sie so oft mit seherischen Fähigkeiten begabt sind, hier haben Sie in dieser Woche in Bochum die Beweise eines kulturlosen und kulturfeindlichen Nationalsozialismus. Hier haben Sie die wilden Männer, die bereits Zehnjährige in preußische Uniformen stecken und sie an Geschützen und mit Handgranaten ausbilden, damit sie einst fremde Völker untersochen. Hier haben Sie die Jugend, die keine Tradition anerkennt, die gottlos, kulturlos und amusisch ist. Es mag sein, daß die Jugendorganisationen in anderen Ländern viel bessere und tiefere Theaterwochen veranstalten, vergessen Sie dabei aber nicht, daß wir nur eine ganz kleine und bescheidene Vereinigung sind, daß wir mit unseren sieben Millionen gar nicht konkurrieren können mit den Jugendorganisationen liberalistischer Herkunft, mit denen wir einst beglückt wurden.“ Die kulturellen Ziele der HJ. Nach dieser Abrechnung wandte sich Baldur von Schirach den kulturellen Zielen der Hitler=Jugend zu. Die HJ. werde die Marschrichtung der Kampfzeit für alle Zukunft einhalten, und es sei keineswegs beabsichtigt, die Vereinbarungen vom 1. Dezember 1936 dazu zu benutzen, die Hitler=Jugend und ihre Einrichtungen chaft auswirkt, dafür ist das ZustandeDramatzher dar 59“ ein überder Kameradschaft auswirkt, dafür ist das kommen der Woche„Dramatiker der H3.“ zeugendes und erhebendes Beispiel. Verennns zur Fagens des Nuhrgeoteis Die Rede des Jugendführers des Deutschen Reiches K Schietr, der 9 nalsozialistisch und Darstellung Seshas esc ce se eie und Darstellungskunft der Gestaltungswille einer neuen und jungen Zeit. Bei der unbedingten Verflochtenbeit von Staat und Kultur, von Politik und Kunst war es Stürmisch begrüßt, nahm nun der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, das Wort... 4257z Eimmmet: u Gesi Der Reichsjugendführer erinnerte zu Beginn seiner Rede an den Tag, da er zum letzten Male im Bochumer Schützenhof gestanden habe, an den 29. Januar 1933, den Vorabend der Machtergreifung, als die Führerschaft der Bochumer Hitler=Jugend zu einer großen Tagung in diesem Saale zusammengekommen sei.„In jener Stunde haben wir noch nichts von dem Wunder. das sich so wenig später vollziehen sollte, geahnt“, so fuhr der Reichsjugendführer fort.„Wir waren zusammengekommen in jener Stimmung, die nur die verstehen werden, die diese Zeit als wahre Kämpfer erleben durften“. Der Redner erinnerte an die Wandlungen und tiefgreifenden Umgestaltungen, die sich in der HI. seit jenem Tage vollzogen haben. Vieles habe sich gewandelt, äußerlich und innerlich, aus der HI. jener Tage sei eine große und starke Kameradschaft geworden, eine Jugendgemeinschaft, wie sie die Welt noch nie zuvor kennengelernt habe. Aber geblieben sei alles Grundsätzliche in der HJ., die große Marschrichtung, die der Führer befohlen habe. „Wenn wir uns nun hier vier Jahre später in dieser Stadt zusammenfinden", erklärte der Reichsjugendführer weiter,„so, um einmal wieder vor aller Oeffentlichkeit ein Bekenntnis abzulegen zu dieser Jugend, der wir so unendlich viel verdanken, der Jugend des Ruhrgebietes, der Jugend der harten Arbeit, die einst von einem verständnislosen Bürgertum als vaterlandslos bezeichnet wurde und die doch unseren Reihen die besten Kämpfer gegeben hat. Wir wollen uns der Hunderttausende erinnern, die aus den ärmsten Hütten zu uns stießen und die im Kampf ihr Leben einsetzten für den Glauben, der und Keichstheatertage der K1. Tagungsfolge für Dienstag, 13. April: 10.00 bis 12.00 Uhr: Thema:„Ueber die Frage der Kunstbetrachtung unter besonderer Bezugnahme auf das Theater.“ Es sprechen: Pg. Körber vom Propagandaministerium, Abt. IV; Wolf Braumüller(Völkischer Beobachter); Walter Thomas(Chefdramaturg am Stadttheater Gauleiter 12.00 bis 13.00 Uhr: Aussprache. 15.00 bis 16.30 Uhr: Thema:„Ueber die Arbeit der Reichstheaterkammer.“ Es spricht: Frauenfeld. 17.00 bis 17.30 Uhr: Aussprache. 17.30 bis 18.00 Uhr: Thema:„Ueber die arbeit zwischen Kulturabteilung im HJ.=Gebiet und Landesleitung der Reichstheaterkammer.“ Es spricht: Landesleiter Schwerdt(Breslau). 20.00 Uhr: Aufführung im Stadttheater:„Der Vasall.“ Schauspiel von Friedrich Wilhelm Hymmen. ZusammenHI.=Gehiet b eNSC ME M S A RC e A5 e ce S# e e eihe sch e E S M SE M W S Seite 2 Nr. 85„ Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 13. Aptil 1937 zu verbeamten. Er habe nicht die Absicht, nach Beendigung dieser Kundgebung jeden Gefolgschaftsführer zum Gefolgschaftsassessor zu ernennen, zu einem Beamten mit steigender Pension bis zum 65. Lebensjahr, damit er noch mit wallendem Barte vor der Jugend einherstelze und über das Prinzip der jugendlichen Führung doziere. „Wir werden uns auch in Zukunft nicht ändern, die HJ. bleibt, was sie war und was sie ist. Wir bleiben Treuhänder der nationalsozialistischen Jugend, Treuhänder der Elternschaft und Treuhänder des ganzen Volkes“, so rief Baldur von Schirach unter dem jubelnden Beifall der Zuhörer aus. Die HJ. habe sich die Aufgabe gestellt, das gesamte Leben der jungen Nation in allen seinen Aeußerungen zu führen. Aus diesem Grunde habe sie schon lange vor der Machtübernahme programmatische Forderungen auf dem Gebiete beispielsweise der beruflichen Erziehung aufgestellt, und wenn heute oftmals von Zwangsmaßnahmen der HJ. auf berufserzieherischem Gebiete gesprochen werde, so gebe es kein besseres Mittel zur Widerlegung solcher Behauptungen als den Hinweis auf die Tatsache, daß 1,8 Millionen junger Deutscher sich aus freiwilligem Entschluß am Reichsberufswettkampf 1937 beteiligt haben. Mit der gleichen kraftvollen Entschlössenheit arbeite die HJ. aber auch an der kulturellen Führung der jungen Nation. Baldur von Schirach erörterte dann die Tätigkeit des Kulturamtes der HJ. unter der Leitung von Obergebietsführer Cerff und betonte, daß die Dichter, welche die Woche Dramatiker der HJ. in Bochum gestalteten, nicht irgendwie eingekleidet, sondern wahre Exponenten der jungen Gemeinschaft der HJ. seien, Soldaten, die nicht von geistlosen Diktatoren beherrscht würden, sondern deren Feldherr ausschließlich der Glaube an ihre Sendung und an den nationalsozialistischen Staat Adolf Hitlers sei. Dieser Glaube sei die Kraft, die einst die jungen Nationalsozialisten zur Hitler=Jugend geführt habe über alle Klüfte des Herkommens, des Berufes und der Konfessionen hinweg. Und aus diesem Glauben nehme die HJ. die Kraft, zu bekennen, daß sie nicht Diener von Standesinteressen, nicht Diener der Kirchen sei, sondern Diener Deutschlands und nur Deutschlands. Unter dem jubelnden Beifall der Zuhörer schloß der Reichsjugendführer seine Rede mit den Worten:„Wenn wir den Schaft unserer Fahne fassen, greifen wir des Höchsten ewige Hände, und wir wissen, die Treue zur Fahne ist die Treue zu Deutschland, und die Treue zu Deutschland ist die Treue zu Gott!“ Minutenlanger Beifall durchtoste nach der Rede Baldur von Schirachs den Saal, ausmündend in das Sieg=Heil auf den Führer. Das Lied der Jugend,„Vorwärts, vorwärts“, klang auf, dann wurden die Fahnen aus dem Saal getragen, die Kundgebung war zu Ende. Langsam strömten die Tausende in die Stadt zurück. Gesunderhaltung der Schaffenden Neue Maßnahmen— Betriebsuntersuchungen in vier Gauen. dnb München, 12. April. Im Münchener Aerztehaus fand auf Einladung des Reichsärzteführers Dr. Wagner als Leiter des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP. und des Amtes für Volksgesundheit der DAF. eine Besprechung über Maßnahmen zur Hebung des Leistungszustandes des deutschen Menschen und der Gesundheit des deutschen V dieser Besprechung nahmen neben dem iem Steu. erreint=Tlrader Tilbuds un Eine überraschende Sondersitzung des englischen Kabinetts am Sonntag London, 12. April. In einer am Sonntag überraschend einberufenen Sondersitzung des Kabinetts, die über zwei Stunden dauerte, beschäftigten sich die Minister mit der Lage, die durch die Blockade Bilbaos durch nationalspanische Flotteneinheiten entstanden ist. Das Kabinett kam zu der Auffassung, daß ein Eingreifen britischer Kriegsschiffe in spanischen Territorial= gewässern nicht angebracht sei. Damit hat England die Blockade Bilbaos praktisch anerkannt. Nach dem Völkerrecht kann eine Blockade als bestehend nur dann anerkannt werden, wenn die beiden Parteien als kriegführende Mächte anerkannt sind und wenn die Blockade wirkungsvoll ist. Den ersten Fall sieht Großbritannien nicht als gegeben an, dagegen betrachtet es die Blockade als wirkungsvoll. Die Vorgeschichte der Kabinettssitzung ist folgende: Mehrere englische Handelsschiffe, die Bilbao anlaufen wollten, waren in französischen Häfen zurückgeblieben, weil ihnen die britische Flotte kein Geleit zusagen konnte. Die englische Regierung hielt diese Lage für besonders dringlich, was schon darin zum Ausdruck kam, daß sie den Kreuzer„Shropshire“ und das Großkampfschiff Hood“ von Gibraltar nach den nordwestspanischen Gewässern entsandte, um die dort liegenden britischen Flottenstreitkräfte zu verstärken. Durch den Beschluß des außerordentlichen Kabinettsrats ist die Lage geklärt: den englischen Handelsschiffen, die versuchen wollten, die Blockade General Francos bei Bilbao zu durchbrechen, wird keine Unterstützung durch die englische Kriegsflotte gewährt. Der Kommandant eines der englischen Zerstörer hat den Kapitänen der in französischen Häfen liegenden britischen Handelsschiffe diesen Beschluß mitgeteilt und sie gewarnt, daß sie sich der Gefahr einer Beschießung aussetzen würden, falls sie versuchen sollten, Bilbao dennoch zu erreichen. Die Morgenblätter betonen, daß sich die Anerkennung der Blockade nur auf Nordwestspanien bezieht, und daß sich im übrigen die Stellungnahme der englischen Regierung gegenüber General Franco nicht geändert habe. Wie Reuter meldet, wird die Blockade der nationalspanischen Flotte immer wirksamer, und es gelinge nicht einmal mehr kleinen und schnellen Motorbooten, Bilbao zu erreichen. Eine Erklärung Baldwins Ministerpräsident Baldwin gab am Montag im Unterhaus eine Erklärung über die durch die Blockade von Bilbao entstandenen Fragen ab. Er sagte, es sei notwendig gewesen, die praktische Seite in Rechnung zu stellen, die sich daraus ergeben habe, daß die Nationalen den Versuch gemacht hätten, Bilbao vom Meer und vom Lande her einzuschließen. Bilbao befinde sich in unmittelbarer Nähe der Kriegszone; es seien daher ständige und schwere Gefahren für die Schiffahrt im Hafen von Bilbao gegeben, die von Bombenabwürfen Volkes statt. un Reichsärzteführer und seinem llvertreter teil: Vertreter des Beauftragten für den Vierjahresplan und der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung, Vertreter des Reichskriegsministeriums, des Reichsluftfahrtministeriums, des Reichsarbeitsministeriums, des Jugendführers des Deutschen Reiches, des Reichsarbeitsführers, der Reichstreuhänder der Arbeit für Bayern, die Präsidenten der vier Landesversicherungsanstalten der Gaue Hamburg, Köln=Aachen, Kurhessen und der Bayrischen Ostmark und Vertreter der Industrie. Reichsärzteführer Dr. Wagner nahm das Wort zu grundsätzlichen Ausführungen über die Aufgaben der Gesundheitsführungen. Reichsamtsleiter Dr. Bartels sprach über die Maßnahmen, die geplant sind für die Betreuung der schaffenden deutschen Menschen in den Betrieben, und über die Durchführung der Betriebsuntersuchungen in den genannten vier Gauen. Die Untersuchungen in den Gauen sollen dazu führen, Krankheiten der schaffenden Volksgenossen frühzeitig zu erkennen bzw. ihrem Entstehen durch rechtzeitiges Einsetzen der Mittel der Versicherungsträger bzw. der RSV. und anderer Organisationen vorzubeugen. Bei allen beteiligten Stellen bestand völlige Einmütigkeit über die notwendige Zusammenarbeit, die von Arbeitskreisen getragen wird, insbesondere aber darüber, daß die vom Haupt= und DAF.= Amt für Volksgesundheit in Angriff genommenen Maßnahmen eine gemeinschaftliche Aufgabe darstellen, für die alle ihre Kräfte einsetzen werden. Was ist mit den Führer=Marken in der Tschechoslowakei? and Prag, 12. April. Tschechoslowakische Blätter meldeten am Samstag, daß die vor einigen Tagen von der Deutschen Reichspost ausgegebenen Hitler=Markenblocks bei ihrem Erscheinen in Prag von der Polizei heschlagnahmt worden seien. Das tschechostowarische Pressebüro stellte am Sonntag abend diese Meldungen in Abrede. * Es ist erfreulich, aber wohl auch notwendig, daß diese Meldung einiger tschechoslowakischer Blätter von dem Prager amtlichen Pressebüro in Abrede gestellt werden konnte. Immerhin wäre es interessant, festzustellen, welche Vorgänge die tschechoslowakischen Blätter veranlaßten, die Meldung von der Beschlagnahme der Marken mit dem Bild des Führers zu bringen, zumal die besagten Vorgänge vorschiedenen ausländischen Pressevertretern in Prag von Augenzeugen ebenfalls berichtet worden waren. Beschränkte Haftpflicht des Soldaten dnb Berlin, 12. April. April 1937 ein Geerlassen, das für alle Soldaten von größter Bedeu tung ist. Verursacht ein Soldat im milltärische Dienst einem Dritten einen Schaden, so tritt nach dem Gesetz über die Haftung des Reiches für seine Beamten vom 22. Mai 1910 das Reich für den Soldaten ein. Das Reich konnte sich aber nach diesem Gesetz, wenn es dem Dritten den Schaden ersetzt hat, bei dem Soldaten schadlos halten, so daß der Soldat auch bei einem nur geringen Verschulden für den Schaden in vollem Umfange aufzukommen hatte. Diese uneingeschränkte Haftpflicht war geeignet, die Entschlußfreudigkeit des Soldaten zu lähmen und das im Soldatendienst verpönte Zaudern zu fördern. Das neue Gesetz bestimmt daher, daß das Reich wegen seines Schadens den Soldaten nur dann in Anspruch nehmen wird, Die Reichsregierung hat am 7. setz erlassen, das für alle Soldaten von größter, Bedeuherrührten. Hierzu müsse das Auslegen von Minen in Rechnung gestellt werden. Es bestehe somit ein schweres Risiko fur jedes Schiff, das in den Hafen gelangen wolle, falls nicht vorher innerhalb der spanischen Hoheitsgewässer die Minen weggeräumt seien. Die britische Regierung sei daher zu folgender Entscheidung gekommen: Sie könne Rechte einer kriegführenden Macht in dieser Sache weder anerkennen noch voraussetzen, und sie könne keinerlei Behelligung der britischen Schiffahrt auf See dulden. Sie warne jedoch die britische Schiffahrt angesichts der Zustände in der Umgebung von Bilbao davor, sich in dieses Gebiet zu begeben, gegen dessen Gefahren man sie gegenwärtig nicht schützen könne. Der Vizeadmiral, der das Schlachtkreuzergeschwader kommandiere, sei an Bord der„Hood“ an die Nordküste Spaniens entsandt worden. Die britische Regierung wünsche, daß sich mit Rücksicht auf die schwierige Lage in diesen Gewässern eine angemessene Seestreitkraft unter dem direkten Kommando eines Flaggoffiziers in Admiralsrang befinde. Absage an die Valencia=Bolschewisten England und Frankreich lehnen Marokko=Angebot ab London, 12. April. Die bolschewistischen Machthaber in Valencia hatten, wie seinerzeit berichtet, am 9. Februar ein Schreiben an die Regierungen in London und Paris gerichtet, in dem ein Angebot bezüglich der spanischen MarokkoZone gemacht wurde, das angesichts seiner landesverräterischen Tendenz starkes Aufsehen erregte. Jetzt sind die Antworten der englischen und der französischen Regierung veröffentlicht worden. Beide Regierungen lehnen das Angebot der Valencia=Bolschewisten ab. Eine Prüfung der Frage könne nur erfolgen, wenn friedliche Zustände in Spanien zurückgekehrt seien. Bolschewistische Angriffe abgeschlagen Salamanca, 12. April. Nach dem nationalen Heeresbericht griffen an der Front von Madrid die Bolschewisten nach Artillerievorbereitungen mehrmals sehr heftig an, sie wurden aber völlig zurückgeschlagen. Bei einem Tankangriff der Bolschewisten fielen den nationalen Trup pen sieben Tanks in die Hände. Die heftigsten Kämpfe wurden in den Cerro del Aguila und Cuesta de Perdices geführt, wo starke Kontingente ausländischer Bolschewisten zum Einsatz kamen. Alle Angriffe endeten aber mit einer schweren Niederlage der Bolschewisten. Der Heeresbericht berichtet weiter über eine rege Gefechtstätigkeit auch an den anderen Fronten, wo ebenfalls bolschewistische Angriffe zurückgeschlagen wurden. so bei Cigan an der Satander=Front, bei Robledo de Chavela. an der Avila=Front und an verschiedenen Frontabschnitten der Südarmee. Eine Rede des englischen Außenministers in Liverpool London, 12. April. Außenminister Eden sprach am Montag zum ersten Male seit der Parlamentspause wieder in Liverpool vor der Unionistischen Ortsvereinigung. Er äußerte sich hierbei eingehend zu den Ereignissen in Spanien, zur Politik der Kleinen Entente und über die Grundsätze der englischen Politik in Europa. Seit Beginn des spanischen Konfliktes, so führte Eden u. a. aus, habe die britische Regierung zwei hauptsächliche Ziele gehabt. Zunächst habe sie eine Ausbreitung des Streitfalles über die Grenzen Spaniens hinaus verhindern wollen. Weiter sei sie bestrebt gewesen, die politische Unabhängigkeit und gebietsmäßige Unversehrtheit Spaniens zu erhalten. Deshalb habe sie von Anfang an die Politik der Nichteinmischung unterstützt.„Man könne, und zwar wahrheitsgemäß, sagen, daß es flagrante Brüche des Abkommens gegeben habe. Aber die Politik der Nichteinmischung habe die ausländische Einmischung, das Einströmen von Waffen und Menschen nach Spanien begrenzt und schrittweise vermindert. Noch wichtiger sei, daß es überhe sei, daß es überhaupt eine Politik der Nichteinmischung gebe. Das Wissen, daß viele Regierungen trotz aller Enttäuschungen für sie arbeiteten, habe die Gefahr eines allgemeinen Krieges stark vermindert. Diese Gefahr sei im Frühherbst sehr beträchtlich gewesen. Sie könne erneut sehr beträchtlich werden, aber das brauche nicht unbedingt der Fall zu sein, solange es ein Nichteinmischungsabkommen gebe. Die britische Regierung sei der Ansicht, daß das neue Abkommen der Ueberwachung der spanischen Land= und Seegrenzen, das in Kürze in Kraft treten werde, so wirksam gestaltet werden könne, daß die Entsendung ausländischer Freiwilliger und weiteren Kriegsmaterials an beide Seiten beendet werde. Eden wandte sich dann dem weiteren Schicksal Spaniens zu. Es heiße, so meinte er, allzu kühn oder allzu schlecht informiert sein wenn man einen schnellen Sieg für eine der beiden Seiten gegenwärtig prophezeien wolle. Der spanische Konflikt lehre nicht nur die schrecken des modernen Krieges, sondern auch die Aehnlichkeit mit früheren Kriegen, deren Dauer man unterschätzt habe. Jetzt wisse jeder, daß ein Krieg von langer Dauer den Ruin von Sieger und Besiegtem bedeute. Sollte dieses Wissen nicht den Frieden festigen? Eden wandte sich dann der Tagung der Kleinen Entente in Belgrad zu, die ihre Ergebenheit gegenüber dem Völkerbund und seinen Grundsätzen erneut bestätigt habe. Die Kritiken, die in letzter Zeit an der englischen Außenpolitik geübt wurden, wies der Minister zurück. Man könne auswärtige Angelegenheiten nicht so führen, wie man möchte, aber die britische Haltung sei keineswegs auf Sorglosigkeit gegründet, sondern auf die gewissenhafte Beachtung der Verantwortlichkeit. Man werde bestimmt zu keiner Handlung schreiten, die Europa in zwei Blöcke teile. Zur britischen Aufrüstung bemerkte Eden, sie sei ein Mittel zu einem Zweck. Es sei notwendig, daß England, während es in einem beispiellosen Maße aufrüste, in seinen Anschauungen Vernunft und Ausgeglichenheit bewahre, daß es das Säbelrasseln lasse und stets an seine Verantwortung denke. Zum Schluß erklärte der Minister zur allgemeinen europäischen Lage, wenn der Grundsatz des„Leben und Lebenlassen“ und der Nichteinmischung in die Dinge der anderen in den internationalen Angelegenheiten nicht befolgt werde, so könne es kein Vertrauen auf den Frieden geben. Der erste und wichtigste Schritt eines internationalen Friedens bestehe darin, daß die Völker Europas einander überließen, die eigenen nationalen Lösungen auf ihre eigene Art zu finden. Francos Ueberlegenheit „Die spanischen Bolschewisten können nicht gewinnen“, sagt der englische Publizist Garvin London, 12. April. Im„Observer“ wiederholt Garvin seine bereits mehrfach geäußerte Ansicht, daß die Bolschewisten in Spanien nicht gewinnen können. Sie könnten nicht gewinnen, da gegen sie zwei Drittel, ja drei Viertel des spanischen Volkes ständen. Dieses Gewicht werde sich immer mehr bemerkbar machen. Die Junta in Valencia habe kein Recht, sich eine Regierung zu nennen. Jeder Zeuge bestätige, daß die zwei Drittel des Landes unter der nationalen Regierung mit leichter Hand verwaltet würden und sich in ausgezeichneter Ordnung befänden. Landwirtschaft und Handel arbeiten in gleicher Sicherheit. Die Lebensmittelversorgung sei weitgehend sichergestellt. Die Bedeutung dieser Reserven müsse mehr und mehr erscheinen. Franco habe unter den Waffen oder in Ausbildung alle Kämpfer, die er benötige, um seine Ueberlegenheit aufrechtzuerhalten. An der militärischen Lage sei durch den örtlichen Rückschlag der italienischen Freiwilligen nicht das geringste geändert worden. Die Hauptsache sei, daß die übertriebenen sowjetrussischen Hoffnungen auf ein bolschewistisches Spanien als Stützpunkt einer kommunistischen Ausdehnung in ganz Westeuropa fehlgeschlagen seien. General Franco sei kein Reaktionär und sei von dem Faschismus durchaus verschieden. Die(ereignisse in Spanien zerstörten alle kommunistischen Träume, die noch vor einem Jahr bestanden hätten „Brechen, nicht nur bremsen“ Ehemaliger Generalsekretär der französischen Radikal= sozialen fordert Bruch mit den Kommunisten Paris, 12 April Der aus der radikalsozialen Partei vor einiger Zeit ausgetretene ehemalige Generalsekretär Pfeiffer richtet an seine früheren Parteifreunde einen Gruß, in dem er sie zum Bruch mit den Kommunisten auffordert. „Ich habe“, so heißt es in diesem Schreiben u. a „vor der unvermeidlichen Teilung des Landes in zwei gegnerische Lager gewarnt. Clichy muß Ihnen die Augen geöffnet haben. Sie können nicht damit einverstanden sein, daß die Kommunisten ihren Willen den Gerichten vorschreiben und die Gerichte durch Drohungen einzuschüchtern versuchen. Sie können nicht zulassen, daß entwaffnete Verbände aufgelöst werden, während die Kommunisten ungestraft ihre Anhänger bewaffnen. Sie können den Revolutionären nicht die Herrschaft der Straße einräumen, zumal die Polizei unbewaffnet ist. Es hilft jetzt nicht mehr, zu bremsen; man muß den Mut haben, mit den Kommunisten zu brechen.“ Diese Ansicht des ehemaligen Generalsekretärs der Radikalsozialen entspricht durchaus der Stimmung auf dem rechten Flügel der Partei Die Mehrheit der Partei wünscht jedoch für den Augenblick noch keinen Bruch mit den Verbündeten der Volksfront. Italienisch=englische Differenzen London, 12. April. Im Unterhaus wurden am Montag Anfragen gestellt, die sich auf Aethiopien bezogen. Zunächst wurden Anfragen wegen der Liquidierung der britisch=indischen Firma Mohammed Eli& Co. in Addis Abeba an den Außenminister gerichtet. Lord Cranborne bestätigte, daß die italienischen Behörden in Addis Abeba am 6. März die Schließung der Firma und die Abreise aller Angestellten der Firma angeordnet hätten. Später sei die Schließung auch aller Zweigstellen im Lande angeordnet worden. Der britische Generalkonsul in Addis Abeba habe auf Veranlassung des britischen Botschafters in Rom Vorstellungen erhoben. Hierauf sei die Aufenthaltsgenehmigung verlängert worden. Dies werde jedoch von der britischen Regierung nicht als ausreichend angesehen. Sie werde weitere Schritte tun, damit der Firma eine ausreichende Zeit für die Regelung ihrer Angelegenheiten zugebilligt werde. Die Behauptung, daß die Firma oder ihre Angestellten Spionage getrieben hätten, entbehre jeder Begründung. Ferner wurde danach gefragt, wie es mit der Ausweisung von sechs britischen Missionaren aus Aethiopien durch die italienischen Behörden stehe. Cranborne bestätigte, daß der britische Generalkonsul in Addis Abeba die Angelegenheit sogleich aufgegriffen habe. Zugleich habe der britische Botschafter in Rom Vorstellungen erhoben. Die Missionare hätten jedoch Addis Abeba verlassen, bevor eine Antwort erfolgt sei. Der britische Botschafter in Rom habe seitdem weitere Vorstellungen erhoben, und zwar insbesondere auch wegen der Behandlung, die man den Missionaren hätte angedeihen lassen. Auch diese Angelegenheit habe sich sehr unbefriedigend entwickelt. Rueh Rrachriuft?.. Dr. Ley in Genua. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley besichtigte bei seinem Aufenthalt in Genua die Betriebe der Ansaldo=Werke, wo ihm von den Arbeitern ein überaus herzlicher Empfang bereitet wurde. Reichsminister Rust besichtigt Epidauros und Mykene. Nach einer wundervollen Seefahrt durch die Bucht von Korinth, durch den Kanal von Korinth und den Saronischen Meerbusen landeten Reichsminister Rust und seine Begleitung in Nauplia. Von hier aus erfolgt die Besichtigung von Epidauros mit seinem berühmten Asklepios=Tempel und der Altertümer von Tiryns und Mühtene. Der König von Grichenland an Rust. Reichsminister Rust empfing von Seiner Majestät König Georg II. ein Telegramm, in dem der König von Herzen für den freundlichen Gruß dankt und für das soeben auf Initiative des Führers begonnene schöne Werk der wiederaufgenommenen Grabungen in Olympia viel Glück wünscht. Die Regierung von Ecuador hat ihre Gesandtschaften in Berlin, Rom und Paris eingezogen. Der bisherige Geschäftsträger von Ecuador in Berlin, Herr Rafael Pino y Noca, ist in seine Heimat zurückgekehrt. Der belgische Justizminister zurückgetreten. Justizminister Bovesse ist am Montag zurückgetreten. Er ist für den Posten eines Gouverneurs der Provinz Namur in Aussicht genommen. wenn er vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat. Staaten. Nach Lord Plymouth besucht Finnland und die baltischen Nach einer amtlichen Londoner Mitteilung wird sich Lord Plymouth, der parlamentarische Staatssekretär im englischen Außenministerium, Ende Mai zu einem amtlichen Besuch nach Finnland begeben. Im Anschluß an seinen Besuch in Finnland wird er sodann die baltischen Staaten Anfang Juni bereisen. Italien baut einen neuen Hafen in Eritrea. Der italienische Ministerrat hat den Bau eines großen Hafens in Assab südlich Eritrea beschlossen. Er soll als Umschlagsplatz für den Landweg über Dessie nach Addis Abeba dienen. Der Bau soll in vier Jahren fertiggestellt werden. Der frühere jugoslawische Ministerpräsident Serschkitsch gestorben. Der frühere jugoslawische Ministerpräsident Milan Serschkitsch ist am Montag in Belgrad im Alter von 57 Jahren gestorben. Er war einflußreiches Mitglied der Radikalen Partei und Mitbegründer der Nationalen Jugoslawischen Partei nach Auflösung der alten Parteien. Zahlreiche Kommunisten in Palästina verhaftet. Der Polizei in Jerusalem gelang es, die Mitgliederliste einer verbotenen kommunistischen Partei aufzufinden. Diese Entdeckung führte zur Festnahme zahlreicher arabischer und jüdischer Kommunisten. Kommunistische Hetzschriften in der Synagoge. In dem litauischen Städtchen Ariogala nördlich von Kowno fand die Staatssicherheitspolizei in der Synagoge unter dem Podium des Rabbiners ein großes Paket kommunistischer Hetzschriften, die für den 1. Mai bestimmt waren. Neues Mittelmeerabkommen? Staatsbesuch des türkischen Ministerpräsidenten in Belgrad Belgrad, 12. April. Der türkische Ministerpräsident Ismet Inönü traf hier am Sonntag abend in Begleitung des Außenministers Rüschtu Aras zu einem dreitägigen Staatsbesuch ein. Die türkischen Staatsmänner hatten am Montag längere Besprechungen mit dem Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch.„Prawda“ zufolge sollen die Besprechungen auch der Frage des Abschlusses eines Mittelmeerabkommens zwischen der Türkei, Jugoslawien und Griechenland einerseits und Italien anderseits gelten. Ismet Inönü und Rüschtü Aras wurden Montag mittag vom Prinzregenten Paul empfangen. 50 000 RM. zum Dankopfer der Nation gespendet. Für den Zentralverlag der NSDAP. zeichnete Reichsleiter Amann 50000 RM. und außerdem persönlich eine größere Geldsumme zum Dankopfer der Nation. (Weitere politische Nachrichten auf Seite 11.) Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs(beurlaubt), Stellvertreter Fritz Schmidt. Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest, Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Lokales: Hans Schulte Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft und Bilder: Fritz Schmidt, Gerlchisdienst und Briefkasten: Max wie#el,„Spgrt; Hans Hornberg, Anzeigen: Kurt Scholz, zumtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin=Karlshorst, Dönhoffstraße 19. Anruf Karlsdorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe, BerlinCharlottenburg. Uhlandstr. 194, Anruf O 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig. Nachlaßstafsel B.— DA. III. 87 über 27000. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer mittwochs und samstags, oon 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Die beutige Nummer umfaßt 12 Seiten Seite 3 Nr. 85 7 Bochumer Anzeiger- Dienstag, 13. April 1937 Bochumer Die Tage der Gitler Zagen! in Wocham Aufnahmen: BA.-Muthherr Der Reichsjugendführer spricht auf einer HJ.=Führertagung im Parkhaus Junge Dichter und Dramatiker in Bochum Der Reichssugendführer spri. evd i. Dichter und Dramatiker teil. Unser Bild zeigt in der ersten Reihe von links nach rechts: Felir L ütkendorff, Curt Langenbeck, Paul Joseph Cremers.— Unter Hinweis auf die Theaterwoche der H3. mitten im Herzen Erlebnis der Formationen charakteristisch sei. Fühlens unserer jungen Gener“t ian eration „Seid ihr gern in der Schule?“ 13. April— Schulbeginn Aaei Ton, act Schweireinhi. Lastauto mit Bochumer Notstandsarbeitern im Siegerland von einem furchtbaren Anfall betroffen Jeder, der morgens die ebenso angenehme wie notvendige Verrichtung vornimmt, seinen Abreißkalender im ein Blatt zu erleichtern, wird am heutigen Morgen, ofern er eine abergläubische Natur ist, ein leichtes Gruseln nur schwer überwinden können. Wir schreiben seute nämlich den Dreizehnten. Nebenbei oder vielmehr der Hauptsache hat der heutige Tag aber noch eine indere Bedeurung, insofern nämlich, als die Bochumer Schuljugend wieder ihren altgewohnten Gang zu den Schulgebäuden antritt, die meistens über die Ferien von innen und außen verschönt und aufgefrischt worden sind. Diese beiden Tatsachen, in Verbindung gebracht, könnten den heutigen Tag als nicht besonders glücklich gewählt für den Neueinzug in die Schule erscheinen lassen. Glücklicherweise ist aber unsere Jugend nicht abergläubisch, im Gegenteil! Wie es dem Lauf der Natur entspricht, wird für die Anzahl Schüler, die nach„oben", das heißt, zu den großen Leuten" abgerückt sind, unten eine Schar „=Dötzchen" nachrücken. Ihnen wird der heutige Tag noch im rosigsten Licht erscheinen, sintemalen der„Herr Lehra" oder das„Frollein“ am ersten Tag noch nicht in die Geheimnisse des Schreibens oder Lesens einzuweihen pflegen. Aber auch später ist es halb so„wito“, und Ein Verkehrsunfall von schwerstem Ausmaße traf am Montag morgen 5 Minuten vor 7 Uhr einen Lastkraftwagen, der 22 Bochumer Notstandsarbeiter aus dem Lager Beienbach zu ihrer Arbeitsstelle befördern sollte, kurz hinter dem Ort Netphen im Siegerland. Der Lastkraftwagen wurde von einem Siegener Lastauto so schwer gestreift, daß seine linke Seite aufgerissen wurde. Durch den furchtbaren Anprall und die Splitterwirkung der zertrümmerten Wagenseite wurden zehn Männer schwer verletzt, zwei kamen mit unbedeutenden Beschädigungen und die übrigen unverletzt davon. Von den Schwerverletzten starb Ernst Weitkämper aus Bochum kurz nach seiner Einlieferung ins Amtskrankenhaus in Weidenau und am Abend zwischen 20 und 21 Uhr forderte der Tod ein zweites Opfer mit dem im Städtischen Krankenhaus in Siegen verstorbenen oritz Michels. Wie wir auf Anfrage bei den Krankenhäusern erfahren, liegen noch sieben Verletzte, von denen einer in Lebensgefahr schwebt, im Amtskrankenhaus in Weidenau und ein ebenfalls lebensgefährlich Verletzter im Marienhospital in Siegen. Der Hergang des Anglücks stellt sich nach unseren an Ort und Stelle angestellten Erkundigungen wie folgt dar: Als der Lastkraftwagen sich kurz vor 7 Uhr etwa 100 Meter hinter Netphen auf der Straße nach Dreistiefenbach befand, kam ihm ein Lastauto aus Siegen entgegen. Die beiden Wagen begegneten sich auf gleicher Höhe in dem Augenblick, als der Fahrer des Siegener Autos einen Radfahrer überholte. Dadurch geriet der Siegener Wagen an das mit den Notstandsarbeitern besetzte Auto mit so starkem Anprall daß dessen linke Seite abgerissen wurde. Durch den starken Stoß und den Umstand, daß die linke Wagenhälfte völlig zersplitterte, wurden zwölf der Bochumer Arbeiter verletzt, davon zehn schwer. Aerzte, Gemeindeschwestern und die Polizei waren aus Netphen unmittelbar nach dem Unglück zur Stelle, leisteten die erste Hilfe und sorgten für die Ueberführung der Schwerverletzten, von denen acht zum Amtskrankenhaus nach Weidenau und je einer zum Städtischen Krankenhaus und zum Marienhospital in Siegen gebracht wurden. Als erster der Schwerverletzten starb unmittelbar nach der Einlieferung in Weidenau Ernst Weitkämper, dem am Abend der ins Städtische Krankenhaus in Siegen eingelieferte Moritz Michels im Tode folgte. Von den sieben noch im Amtskrankenhaus in Weidenau befindlichen Schwerverletzten schwebt einer in unmittelbarer Lebensgefahr. Ebenso bedenklich ist der Zustand des einen im Marienhospital in Siegen befindlichen Schwerverletzten. Die Angehörigen der Verunglückten, die sämtlich in Bochum wohnen, wurden sofort benachrichtigt und trafen schon am Nachmittag in Siegen und Weidenau ein...„„ Geiankach i. In dem Notstandsarbeiter=Lager Beienbach im Siegerland sind zur Zeit etwa 150 Notstandsarbeiter aus Bochum— durchweg Familienväter— untergebracht, die bei Meliorationsarbeiten und Wegebauten Beschäftigung gefunden haben. Ein großer Teil befindet sich seit etwa einem halben Jahr, die anderen sind erst kürdere Zeit in dem Lager.„1, Schushfrege und Die Untersuchungen über die Schuldfrage sind noch nicht abgeschlossen, so daß sich ein Urteil darüber noch nicht abgeben läßt. Gauobmann Stein in Siegen zum Besuch der Verunglückten eingetroffen Bereits am Montag abend traf Gauobmann Stein(Bochum) in Siegen ein, der am Dienstag morgen die Verunglückten in den beiden Krankenhäusern besuchen wird. Durch eine Besprechung zwischen dem Gauobmann und dem Gaubeauftragten für das WHW., Hütwohl(Hagen), war vorher schon festgelegt, daß nicht nur durch die Stiftung„Opfer der Arbeit“, sondern auch durch die NSV. ausreichend für die Verletzten sowie deren Angehörige und die Angehörigen der tödlich Verunglückten gesorgt wird. Vom Scheinwerfer geblendet Motorradfahrer schwer gestürzt— Wer war der Fahrer des Kraftwagens? Am 2. April, gegen 22.45 Uhr, stürzte, wie erst jetzt bekanntgegeben wird. ein Motorradfahrer in der Herner Straße vor der Bergschule, weil er von einem entgegenkommenden Kraftwagen durch Einschalten der Scheinwerfer geblendet wurde. Der Motorradfahrer erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Der Fahrer des Kraftwagens ist weiter gefahren und hat sich um den Verletzten nicht gekümmert. Zeugen des Unfalls werden gebeten, ihre Wahrnehmungen der Kriminalpolizei in Der erBochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 89, mitzuteilen.“ Kraftwagenfahrer wird, in seinem eigenen Interesse, sucht, sich gleichfalls zu melden. Drei Schwerverletzte Mit dem Lastauto gegen ein Haus Am 10. April, gegen 21.30 Uhr, fuhr ein Lieferkraftwagen gegen das Haus Dorstener Straße 369. Außer dem Fahrer befanden sich noch drei Personen auf dem Fahrzeug. Durch den Anprall wurde das Fahrzeug schwer beschädigt. Der Fahrer und zwei Insassen trugen schwere Verletzungen davon. Sie wurden mit einem städtischen Krankenwagen in das Augusta=Krankenhaus gebracht. Kind angefahren Am 11. April, gegen 19.25 Uhr, wurde ein viereinhalbjähriges Kind beim Ueberqueren der Alleestraße von einem Personenkraftwagen angefahren. Das Kind erlitt einen Unterschenkelbruch und wurde in das Augusta=Krankenhaus gebracht. Dr. Goebbels in Berlin unabkömmlich Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat an den Reichsjugendführer Baldur von Schirach ein herzliches Telegramm gerichtet, in dem er bedauert, nicht in der Lage zu sein, sich einen Tag zum Besuch der Bochumer Theaterwoche der HJ. freizumachen, da er mit den Vorbereitungen zum 1. Mai in Berlin festgehalten ist. Dr. Goebbels hat der Bochumer Theaterwoche einen großen Erfolg gewünscht und versichert, daß er ihren Verlauf mit warmem Interesse beobachten werde. es ist eine durchaus verkehrte Erziehungsmethode, mit dem Herrn Lehrer mit dem Stock zu drohen. Die „Lehrers" und„Frolleins" sind bestimmt gar nicht so. In den kommenden Wochen, in denen der Schulbetrieb etwas„sachlicher, vor sich geht, werden die kleinen Jungen und Mädel schnell einsehen, daß die Kenntnisse des Lesens, Schreibens und Rechnens durchaus nötig und auch erfreulich sind. Die um einige Jahre älteren Schüler haben diese„Erfahrungen" schon hinter sich und wenn sie heute in die frisch geölten und gestrichenen Klassen ein Stockwerk nöher einziehen so gilt es auch hier, sich zu bewähren. Halten wir alle den Daumen für einen guten Anfang des neuen Schuljahres. Bochumer Schlachthof im März. Im städtischen Schlachthof wurden im März geschlachtet: 985 Stück Rindvieh, 2240 Kälber 9655 Schweine, 26 Schafe, 15 Ziegen und 4 Pferde. In diesen Zahlen sind Schlachtungen für das Stadigebiet Herne enthalten, und zwar 191 Stück Rindvieh, 227 Kälber, 1412 Schweine und 8 Schafe. Aufnahmen: H. Schulte Während der Vereidigung in der Stadthalle zu Wanne In der Mitte der Bochumer Sturm 12/M 69 unter Obersturmführer leuhaus— Das Bild gibt einen Ausschnitt aus der Stadthalle wieder, in der 600 Männer angetreten waren Wie bereits in der Montagsausgabe des..“ berichtet, fanden am 11. April des RSRR. in Schwelm und Wanne=Eickel statt. An der Vereidigung in Wanne=Einet nahmen auch vie vier Bochumer Stürme des RSKN. teil. Beim Vorbeimarsch am Rathaus in Wanne Vor dem Führer der Standarte Oberführer Sonnenschein (links im Wagen stehend). Im Vorbeimarsch befindet sich gerade der in Bochum=Langendreer stehende Sturm 13/M 69 unter Führung von Obertruppführer Grewe April die Vereidigungen innerhalb des Bereiches der Motorstandarte 60 Fückal nahmen auch die viar Tochumer Stü Seite 4 Nr. 85 7 Bochumer Anzeiger. Dienstag, 13. April 1932 Unsere Forderung Ernst Stein M. d.., Gau=Obmann der 223., zum Leistungskampf der Jugend um die * Nation Jahre durchgeführte LeiReichsberufswettkampf, ist Blanes. WeUnser Volk steht im entscheidenden Ringen Zukunftssicherung. Auf allen Lebensgebieten der sammeln sich die Energien, die, einheitlich ausgerichtet, zur Bewältigung aller Schwierigkeiten und zur Neuordnung eingesetzt werden. Politisch— und das ist eine unumstößliche Tatsache— bildet unser Volk eine Ganzheit und ist damit ein beachtenswerter Faktor in der Weltpolitik. Heute kommt es darauf an, auch die letzten Sicherungen wirtschaftlicher und damit sozialer Art aus eigener Kraft zu schaffen. „Erfüllung der Aufgaben des Vierjahresplanes“ ist unsere Losung. Daß wir mit nationalsozialistischer Zähigkeit an unser Werk gehen, versteht sich von selbst. kur wollen wir eifrig darüber wachen, daß nicht Besserwisser und Schandmauler den Plan des Führers zerreden und sabotieren. Der Vierjahresplan ist die Lebensfrage der Nation und darf nicht nur als eine Angelegenheit des Sammelns von Alteisenabfällen usw. aufgefaßt werden. Der wiederum in diesem stungskampf der Jugend, der eine Teilerfüllung des obigen Planes. Wenn schon die deutsche Arbeitstraft das Beste ist, was wir besitzen, dann muß und soll sie so geformt werden, daß daraus für unser Reich höchstes Leben entsteht. Allein 45000 Jungen und Mädel sind im Gau Westfalen=Süd zum Reichsberufswettkampf angetreten. 90 wurden Gausieger und haben das Gluck, als die Gaubesten ihres Berufsstandes an dem Entscheidungskampf in München teilzunehmen. Die Prüfung der Arbeitsergebnisse des RBW. zeigt nur zu deutlich, daß in der Berufsausbildung noch sehr viel getan werden muß. Die Deutsche Arbeitsfront als das sozialpolitische Instrument der Partei hat immer mahnend auf eine bessere, umfassendere Ausbildung und auf Abänderung der Unzulänglichkeiten hingewiesen. Leider sind nur zu oft alle Mahnungen und Anregungen in den Wind geschlagen worden. Nicht nur im Aufstieg, sondern auch in den Krisenjahren sind gute Ausbildungsstatten notwendig. Freilich können die erzielten Werte nicht in Geld ausgedruckt werden. Der Facharbeitermangel und die Sorge um den fachlich tüchtigen Nachwuchs zwingen nun eine deutsche Staatsfuhrung, das anzuordnen, was die Bewegung schon lange Zeit vorher anregte und was, auch das muß betont werden, einsichtige und kluge Werkführer schon früher taten. Dinge, die unter dem Zwang staatlicher Anordnungen stehen, lösen immer andere Gefühle aus als solche, die vorher gern und freiwillig geschaffen wurden. Etwas mehr Wagemut auf dem Gebiete der Berufsausbildung und Erziehung würde dem, den es angeht, nicht schaden. Der Aufstieg unseres gesamten Lebens ist nicht eine Fiebererscheinung, sondern eine Welle, keine Erscheinungen, die wieder zurückgehen müssen, sondern eine sichere Entwicklung. Zwar läßt sich nicht immer derartiges mit dem Rechenstift kalkulatorisch feststellen, hier muß zuerst der Glaube an unser Volk vorhanden sein. Unsere Mahnung wird nicht nachlassen: Schafft würdige und ausreichende Lehrwerkstätten, in denen der tüchtige Facharbeiternachwuchs herangebildet werden kann. Sorgt für Lehrecken, wenn der Betrieb keine regelrechte Werkstätte einrichten kann. Errichtet Gemeinschafts=Lehrwerkstätten, damit auch kleine und kleinste Betriebe sich an der brennenden Nachwuchsfrage aktiv beteiligen können. Schafft Möglichkeiten, damit der schon vorhandene Arbeiter sich in seinen Fähigkeiten weiter bilden kann. Immer muß die Sorge um Deutschlands Zukunft ausschlaggebend sein. Nicht allein der fachlichen Ertüchtigung der Jugend und Weiterbildung gilt unser Streben, sondern auch der politischen weltanschaulichen Erziehung. Wenn fachliches Können sich mit nationalsozialistischer Lebensauffassung vereint, dann haben wir den deutschen Menschen, der Träger seines Staates sein kann. Hitler=Jugend und Deutsche Arbeitsfront führen deshalb gemeinsam mit allen wichtigen Kräften den Reichsberufswettkampf durch. Auch hier kann von der Forderung nicht abgelassen werden, daß jeder junge schaffende Deutsche bewußt in den Reihen der Staatsjugend zu marschieren hat. Einst wird die Zeit kommen, in der wir der Jugend unser Erbe übertragen müssen. Das Schicksal des deutschen Erbes wird aber dann davon abhängen. ob win zu unserer Zeit unsere Pflicht getan haben. aus Socham 27 Wohnhäuser neu fertiggestellt. Im März wurden in Bochum 27 Wohnhäuser mit 116 Wohnungen fertiggestellt. Für 19 Wohnhäuser wurde die Bauerlaubnis erteilt, und für weitere 29 Wohnhäuser wurde die Bauerlaubnis beantragt. Arbeit für die Feuerlöschpolizei. Die Feuerlöschpolizei wurde im März zehnmal zu Bränden alarmiert und dreizehnmal zur Hilfeleistung, ohne daß eine Feuersgefahr vorlag. Dreimal wurde die Feuerlöschpolizei böswillig alarmiert. 18000 gingen schwimmen. In den städtischen Badeanstalten wurden im März 18 201 Schwimmbäder, 1459 Wannenbäder, 983 Heilbäder und 3143 Brausebäder abgegeben. Von den Regensburger Domspatzen. Ein hoher Kunstgnuß wurde Sonntag morgen den Besuchern der Propsteikirche zuteil. In dem Hochamt um 10 Uhr erfreuten und erbauten die Regensburger Domspatzen die Kirchenbesucher. Die berühmten Gäste sangen drei Werke aus ihrem Revertoire kirchlicher Meister. Nach dem Hochamt wurden die Domspatzen zum Elisabethbospital eingeladen, um auch die Kranken durch ihre Spenden zu erfreuen. Diese genußreiche Stunde wird auch für die Kranken unvergeßlich sein. Leider war am Samstag abend während des Konzerts einer der kleinen Domspatzen erkrankt und mußte dem Krankenhaus zugeführt worden. Film vom Maiabendfest. Im Saale des Kosthauses Stahlhausen steigt am Dienstag, 18. April, 20 Uhr, ein abend zum diesjähriger Maiabendfest für Filmayend zum, diesjähligen Ralllgnofent für die Belegschaftsmitglieder des Bochumer Vereins und der Fabrik Orenstein und Koppel bei freiem Eintritt. Es werden gegeben die Filme: Jahreschronik der Stadt Bochum, Das Maiabendfest in Bochum und Bochumer Schützentage. Auf dem Wege zum Krankenhaus verunglückt. Eine Mutter, die am Montag morgen ihre Tochter auf dem Arm trug und mit ihr schnell zum Elisabethhospital gehen wollte, rutschte auf der Hellwegstraße aus und zog sich eine schwere Armverletzung zu. Das Mädchen, das gleichfalls zu Fall kam, trug eine Gehirnerschütterung und einen Schlüsselbeinbruch davon und mußte von der Stelle sofort ins Krankenhaus geschafft werden. Auch die Mutter mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Wieder RSKK.=Verkehrserziehung! Am Sonntag abend führten die Bochumer RSKK.=Männer auf den wichtigsten Verkehrsstraßen der Innenstadt wieder den Verkehrserziehungsdienst mit sichtlichem Erfolg durch. Zahlreiche kleine und große Verkehrssünder wurden wiederum ermahnt und belehrt. Weiteres Ansteigen der Bochumer Einwohnerzahl— Die Bevölkerung im März Wie der Monatsbericht des Statistischen und Wahlamtes der Stadt Bochum für März 1937 ausweist, betrug am 1. März die Einwohnerzahl der Stadt Bochum 315 207, am 31. März 315 262. 254 Ehen wurden geschlossen. Geboren wurden 487 Kinder. Gestorben sind 292 Personen. Die häufigste Todesursache lautete in 36 Fällen auf Herzkrankheiten, gegenüber 25 im Vormonat. Weiter folgten Krebs und Lungenentzündung mit je 30. Im vorigen Monat starben an Krebs 21 und an Lungenentzündung auch 30 Personen. An Altersschwäche starben im März 26 Personen, im Vormonat 32. 24 Personen starben an Tuberkulose, im vorigen Monat 25. Neun Personen verunglückten tödlich. An Infektionskrankheiten wurden polizeilich gemeldet: Diphtherie 101(111), Scharlach 35(39) und Lungentuberkulose 35(31). Die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf den Vormonat. In den Bochumer Krankenanstalten betrug der Krankenbestand am Schlusse des Monats März 1937 1978 gegenüber 2281 Ende Februar 1937. An einem Tage 110000 Scheine für Fettverbilligung und Margarinebezug an Bochumer Volksgenossen ausgegeben Wie die Stadtverwaltung Bochum mitteilt, wurden am 2. April in der Innenstadt 98939 Fettverbillieine und 11 922 Margarinebezugscheine den zten Volksgenossen von städtischen Beamten und Angestellten zugestellt. Für die Zeit Januar März 1937 sind im ganzen Stadtgebiet ausgejeben 173 672 Reichsverbilligungsscheine und 21 772 kargarinebezugscheine. In diesen Zahlen sind die Zahlen des Arbeitsamtes nicht enthalten. Ma Stets über 600 je Abend Der Besuch des Stadttheaters im März Das Stadttheater Bochum gab im März 20 Schauund 6 Opernvorstellungen. Die Vorstellungen wurden von insgesamt 16 817 Personen besucht, und zwar die Schauspiele von 12 751 und die Opern von 4066 Personen. Die durchschnittliche Besucherzahl betrug für Schauspiele 638 und für die Opern 678. Nachtragshaushaltssatzung 1936 Im Anzeigenteil, dieser Nummer wird die Nachtrags=Haushaltssatzung über den außerordentlichen Haushaltsplan 1936 bekanntgegeben. Der Nachtrag zum außerordentlichen Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1936 wird mit einer Mehreinnahme von 1 990 335 RM., Mehrausgabe von 1 990 335 RM. festgesetzt. Die Einnahme und Ausgabe im außerordentlichen Haushaltsplan erhöht sich hierdurch auf 7624 335 RM. Der Gesamtbetrag der Darlehen, die zur Bestreitung von Ausgaben des außerordentlichen Haushaltsplanes bestimmt sind, wird gegenüber der bisherigen Feststellung in Höhe von 240 000 RM. auf 260 000 RM. festgesetzt. Der neu festgesetzte Betrag von 20 000 RM. wird zum Zwecke der Errichtung von Volkswohnungen an gemeinnützige Wohnungsbauunternehmen weitergegeben. Der Nachtrags=Haushaltsplan liegt vom 14. April bis 20. April im Rathaus, Zimmer 218, öffentlich rund 6000 Arbeitsuchende Ende März in Bochum gezählt Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger beim Arbeitsamt Ende März 1937 betrug 2391, beim Wohlfahrtsamt 10348. Insgesamt wurden beim Arbeitsamt unterstützt 8450= Personen und beim Wohlfahrtsamt 21 628 Personen. Am Schluß des Monate waren noch 5238 männliche und 766 weibliche Arbeitsuchende vorhanden. Jedesmal 6 bis 7 Flaschen Spezialist für Weinkellereinbrüche in Bochum an der„Arbeit“ In der Zeit vom 29. bis 30. März wurden aus einem Keller in der Beethovenstraße sieben Flaschen Wein entwendet. Wer kann über diesen Weindiebstahl sachdienliche Angaben machen? Wo sind leere Weinflaschen gefunden worden, die aus diesem Diebstahl stammen könnten? Der Täter hat hier in Bochum schon aus anderen Kellern Wein gestohlen. In jedem Falle hat er sich sechs bis sieben Flaschen angeeignet. Wo macht sich eine Person auffällig, daß man in ihr den Weindieb vermuten könnte? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 246. Volksgenossen! Achtet mehr auf die Kellerverschlüsse, verschließt aufmerksam die Haustore, macht es den Langfingern nicht so leicht. Werbewoche der Jungmädel in der Zeit vom 13. bis zum 19. April Das Gesetz über die Staatsjugend gibt der Rei jugendführung die Handhabe, die gesamte deutsche In gend in einer Organisation zusammenzufassen. Sie hat aber bewußt darauf verzichtet, in der Erkenntnis, daß der Junge oder das Mädel freudig und freiwillig zu der Jugend stößt, die den Namen des Führers trägt. Die HJ., das IV. und in diesem Fall der Bund Deutscher Mädel, erzieht seine Mitglieder zu natürlichen, echten und straffen Mädeln, die einmal ihre Aufgabe als Frau und Mutter zu erfüllen vermögen. Mit dem heatägen Tage beginnen die Jungmädel innerhalb des i. ihre Werbewoche, die bis Montag, 19. April, dauern wird. In Aufmärschen und Appeuen werden sich die Jungmädel an alle noch abseits stehenden Kameradinnen wenden mit der Aufforderung, sich einzureihen in die Jugend des Führers. Die Festfolge der Werbewoche sieht folgendermaßen aus: 13. 4. Aufruf an alle Jungmädel durch die Schule. 14. 4. JM.=Appelle auf den verschiedenen Schulplätzen. 15. 4. Singen der Jungmädel mit den Spielscharen auf allen Straßen und öffentlichen Plätzen. 16. 4. Volkstanz der Jungmädel auf allen Plätzen der Stadt. 17. 4. Propagandamärsche durch die Straßen mit einer letzten Kundgebung auf den Plätzen der einzeinen Stadtteile. 19. 4. Aufnahme der Jungmädel und Verpflichtung. Die Heimat erwandern! Mit„KdF.“ in den Frühling des Ruhrtals. Trotz des schlechten, regnerischen Wetters der vorigen Woche folgten am Sonntag etwa 20 Wanderer und Wanderinnen jeglichen Alters dem Aufruf der RSG. „Kraft durch Freude" zu einer Wanderung in die nähere Umgebung. Mit der Straßenbahn ging es nach Seier. Dann wurde der Weg unter die Fuße genommen, der durch Brenschede nach Stiepel führt, von dessen Höhen man sowohl nach Norden wie nach Süden weit ausschauen kann. Alle hervortretenden Punkte Bochums wurden nacheinander„angepeilt" und benannt. Ueber die Landstraße tippelte die Wandergruppe hinunter nach Kemnade. Am Steinenhaus wurde die Landstraße von einem Waldweg abgelöst. Eine kurze Rast bot Gelegenheit zum Ausruhen und Frühstücken. Durch die Buchholzer Wäldchen führte der Weg dann über„Kleine Kirch", zwischen Zäunen, auf schmalen Pfaden und durch Fichtenwald nach Stüter und zum Hackstück. Schon oft hatte die Sonne sich ab ging aber ein kleiner Re ntorte niemanden bei der die Sonne schöner denn je, und mit und ohne Ball tummelten sich die Jüngeren und Beweglicheren draußen auf der Spielwiese. Nach drei Stunden erst ging es weiter. Durchs Paßbachtal fuhrte der Weg nach Bredenscheid. Herrliche weiße Wolken und frischgrüne Wiesen und Felder, die von der Sonne in goldenes Licht getaucht wurden, gaben dem Tal ein frühlinghaftes Gepräge. Einige schöne Liedchen paßten gut dazu. Die iße bei Bredenscheid wurde nur gekreuzt und Frühlingswetter Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr milder Luftmassen. Durch die Ausbildung eines Tiefs über der Biscaya wird die Zufuhr warmer Luftmassen erneut begünstigt, so daß die Temperaturen auch noch in den nächsten Tagen für die Jahreszeit verhältnismäßig hohe Werte erreichen werden. Aussichten für Dienstag: Bei schwachen, um Ost schwankenden Winden wolkig bis heiter und trocken, später Bewölkungszunahme, warm.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Vorwiegend trocken. Montag, 12. April Barometer24 Uhr: 84.8 Thermometer 24 Uhr: 412 C Zeiten für Sonne und Mond am 18. April: (Aufg..39, Unterg. 19.24; C. Aufg..24, Unterg. 23.03 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags 125 Ort Essen.. Kabler Asten Brocken Hamburg Berlin Munchen Zugsvite 755.7 668.1 668.7 244 518.1 Cmorte u1. Gi wr Stärte 8 4 S 4 in NW 3 Wum TTemherc= zur C + 9 + 4 + 2 +8 +10 - 8 Wetter halb bedeckt Kouig hetter, Nedel wolkenlos fast bed., Dunst beiter fast bedeckt verletzte Vorfahrtrecht sonnige Hang lud zu kurzer Rast. Bergab ging es noch durch Wald, weiter jedoch durch die schon grünenden Getreidefelder auf Feldwegen nach Welper zu. In der Jugendherberge wurde Gelegenheit geboten, die restlichen Vorräte zu verzehren. Nach einigen Liedern begann der letzte Teil der Wanderung. In einer schönen Abendstimmung führte der Weg hinunter zur Kosterbrücke und durch das Weitmarer Holz zur Blankensteiner Straße, von wo die Straßenbahn alle Wanderer und Wanderinnen nach Hause fuhr. * Die nächsten Wanderungen werden angekündigt durch die Presse, in den Monatsheften und durch Aushang in der Verkaufsstelle, Kortumstraße 62. Die Tehten einer Schudcnerfaßttage beim Abbiegen in Seitenstraßen— Richtungsänderung rechtzeitig dartun! Wohin gehen wir heute? Wohin gehen wir heute?—— Stadttheater: 20 Uhr: Der Basak. Tonhallen=Diele und=Gaststätte: Konzert und Tanz. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Die Julika. Capitol: ab 15.30 Uhr: Der Mann, von dem man spricht. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Der Etappenhase. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Ramona. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Frauenliebe— Frauenleid. Odeon: ab 15.45 Uhr: Das Mädchen Irene. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Das Mädchen Frene. Ufa=Tonhalle: ab 14 Uhr: Lockenköpschen;#b 15.30 Uhr: Und du, mein Schat, fährst mit. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Ungeküßt soll man nicht schlasen gehn. apollo Weitmar: Das Beilchen vom Potsdamer Platz. Capitol Langendreer: Sein bester Freund. Capitol Werne: Die Bolschaft an Garcia. Kammerlichtspiele Gerthe: Kinderarzt Dr. Engel. Lichtburg, Langendreer: Die gläserne Kugel. Schauburg, Wanne=Eickel: Das Beilchen vom Potsdamer Blatz. Auf dem Ruhrschnellweg ereignete sich am 8. September 1935 dadurch ein folgenschwerer Verkehrsunfall, daß ein von Bochum nach Dortmund fahrender Motorradfahrer mit einem ihm entgegenkommenden, plötzlich links in einen Seitenweg einbiegenden Lastzug zusammenstieß. Der Motorradfahrer verklagte den Fahrer und Halter des Lastzuges auf Schadensersatz. Er legte dar, daß sein Vorfahrtsrecht verletzt, die Kurve beim Einbiegen geschnitten und der Fahrtrichtungsanzeiger zu spät herausgestellt worden sei. Das Oberlandesgericht Hamm gab der Klage des verletzten Motorradfahrers statt. Es wies darauf hin, daß der unverändert auf dem Ruhrschnellweg weiterfahrende Motorradfahrer gegenüber dem in einen Seitenweg einbiegenden Lastzug vorfahrtsberechtigt war. Der Lastzugfahrer habe auch den Fahrtrichtungsanzeiger zu spät betätigt, nämlich erst kurz vor dem Einbiegen, so daß es für den Motorradfahrer unmöglich gewesen sei, sich rechtzeitig auf den Richtungswechsel des entgegenkommenden Fahrzeuges einzustellen. Das vorschriftswidrige Kurvenschneid.n beim Linkseinbiegen sei ebenfalls mitursächlich für den Unfall gewesen. Das Reichsgericht hielt zwar alle diese Ausführungen des Oberlandesgerichts Hamm für zutreffend, ordnete aber jetzt nochmalige Verhandlung zur Prüfung der Frage an, ob dem Motorfahrer trotz des überwiegenden Verschuldens des Lastzugfahrers nicht insofern ein Vorwurf zu machen ist, als er erkennen mußte, daß sein Vorfahrtsrecht von dem anderen nicht beachtet würde. In diesem Falle hätte er von sich aus versuchen müssen, den Unfall durch Bremsen und Ausweichen zu vermeiden oder doch wenigstens abzuschwächen. Schließlich kommt es auch noch auf die im Prozeß aufgeworfene Behauptung an, daß die Bremsen des Motorrades nicht ganz in Ordnung gewesen sein sollen.„Reichsgerichtsbriefe.“ (VI 358/36.— 1. 3. 1987.) Die verschobenen Schweine Schwarzschlachtungen vor der Strafkammer Eine gar der ersten Herhit gegen Leit der Pleische die ger und Bauern hatten in cknappung im vergangenen Preisvorschriften und gegen die fen 5 Eine Schlachtbestimmungen verstoßen, und wenn die Zollfahndungsstellen gicht sofort kraftig zugegriff## hätten, so ware aus der Fleischvextnaptung vielleicht eine wirtliche Fleischnot geworden, denn dann wurde einfach weiter wild drauflos geschlachtet und wild drauflos gehamstert worden sein und wir hätten Zustände bekommen wie einst während des Krieges und der Geldentwertung. Es war gewissermaßen ein Glück daß die Beamten einen guten Riecher hatten und der Schwarzsanaerzi, die schon am laufenden Bande ging, ein Ende machten, bevor erst allzu großer Schaden gegenüber der Volksgemeinschaft und der Ernährungswirtschaft angerichtet war. Man stellte also einen schwunghaften Schwarzhandel vom Münsterland ins Ruhrtal fest und ermittelte eine Großschlachterei in Herten als Abnehmer. Die Schweine wurden von einem Fuhrmann aus Polsum angeliefert. Am 9. Oktober packte man ein solches Lieferauto mit neun Schweinen, deren Schwarzschlachtung bereits vorbereitet war und zog die an der Verletzung der Bestimmungen Beteiligten zur Rechenschaft. Man ermittelte, daß in den letzten fünf bis sechs Wochen mindestens fünfzig Schweine und drei Bullen von einem Viehhändler aus Davensberg bezogen worden waren und daß munsterländische Bauern laufend Schweine zur Schwarzschlachtung abgegeben hatten. So stellte man einen Viehhändler in Buldern fest, der zusammen mit einem anderen an zahlreiche Metzger Schweine geliefert hatte, die nirgends zu Buch standen. Bei der Staatsanwaltschaft in Bochum mehrten sich die Akten zum Thema„Schwarzgeschlachtetes Vieh“ und eine ganze Anzahl der Beschuldigten kam in Untersuchungshaft, bis die Gefahr der Verdunkelung beseitigt war. Jetzt hatten sich 16 angeklagte Händler und Metzger vor der Bochumer Strafkammer zu verantworten, von denen noch fünf sich in Untersuchungshaft befanden. Hinsichtlich der Schlachtsteuerhinterziehung sind die Beteiligten schon von der Zollbehörde in Strafe genommen worden, jedoch haben die meisten gegen die Strafbescheide Einspruch nommenen Mengen schwarzgehandelten und schwarzgeschlachteten Viehes. Ueber diese Einsprüche ist noch nicht rechtskräftig entschieden. Die Hauptverhandlung mußte aber schließlich auf unbestimmte Zeit vertagt werden, da das Gericht zur Feststellung der betreffenden Mengen schwarzverkauften und schwarzgeschlachteten Viehes der rechtskräftigen Strafbescheide bedarf. Die erneute Verhandlung erfolgt, wenn diese vorliegen. Mit Zustimmung des Vertreters der Anklagebehörde wurden jedoch die fünf noch in Haft befindlichen Angeklagten aus der Haft entlassen. Erhöhung der Wertgrenze für unversiegelte Wertpakete. Die Wertgrenze für unversiegelte Wertpatete wird mit Wirkung vom 15. April 1987 an von 300 RM. auf 500 RM. erhöht. Die Gebühr bleibt unverändert. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Dienstag, 13. April RSDAP. Ehrenfeld. 20 Uhr: Schulungsabend der Zellen 11 bis 19 und der Amtswalter der DAF. bei Gilleballe, Hattinger Straße 74. RS.=Frauenschaft Grumme und Grumme=Böde. 20 Uhr: Steirischer Abend bei Burrack, Castroper Straße, Pflichtabend. Stiepel. 20 Uhr: Schulungsabend für alle Volitischen Leiter sowie Amtswalter und=warte der Gliederungen. RS.=Frauenschaft Linden. 16 Uhr: Arbeitsstunde im Parteiheim. RSDAP. Hordel. 19 Uhr: Schulung für die Walter und Helfer der NSV. im Heim an der Fichtestraße. RS.=Frauenschaft Weitmar=Bärendorf. 20 Uhr: Pflichtabend bei Schröer. Für den Ortsgruppenstab, die Zellenund Blockfrauen eine Stunde früher. RS.=Frauenschaft Laer. 14.30 Uhr: Ueben der Singschar bei Gilbers. NS.=Frauenschaft Erbhof(Hofstede=Riemke). 20 Uhr: Pflichtabend im Josef=Wagner=Heim, Poststraße. Es spricht Parteigenosse Thiemann. Frauenschaft Werne. 20 Uhr: Lichtbildervortrag (Hauswirtschaft) in der Vollmondschule. RS.=Frauenschaft Harpen und Kornharpen. 15.30 Uhr: Pflichtstunde im Gemeindeheim an der evangelischen Kirche. NS.=Frauenschaft Hiltrop=Bergen. 16 Uhr: Zellenbesprechung der Zelle 6 bei Lukas. RS.=Frauenschaft Gelsendurg. 20 Uhr: Arbeitsbesprechung aller Zeien= und Blockfrauen in der Verwaltungsakadem“e „Kraft durch Freude“ RdF.=Veranstaltungen. Am 15. April: Vereinshaus, 20 Uhr: Großvarieté„Schwabenhansl", Eintrittspreis .80 RM..— Am 25. April: Fahrt zur Obstbaumblüte nach Leichlingen, Fahrpreis 1,65 RM. Lustiger Märchen=Tanz=Abend. Veranstaltung der Deutschen Arbeitsfroni, NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" am 17. April, 20 Uhr, im Vereinshaus. Zur Aufführung gelangt neben anderen schönen Tänzen das Märchenspiel „Der Froschkönig". Tanzleitung: Frau Knupfer. Dieser Abend, an dem auch die Kinder ihre Freude haben werden, verspricht allen Teilnehmern fröhliche und genußreiche Stunden. Eintrittspreis.50 RM. Karten in der Verkaufsstelle, Kortumstraße 62, sowie bei allen Betriebswarten. Tagesplan für Dienstag, 13. April Ausgerückt mit Sack und Pack der Großen Strafkammer in Essen wurde ein Gr. wegen Pfandverschleppung zu zwei ten Gefängnis verurteilt, wegen Betruges zu sechs Monaten, zusammengezogen zu sieben Monaten Gefängnis. Gr. hatte im Eickhaus in Essen ein Ladengeschäft betrieben, die Miete nicht bezahlt, den Vermieter um 2400 Mark geschädigt und war dann bei Nacht und Nebel ausgerückt. In den Fall verwickelt ist ein Händler, der in Bochum im Hause Kortumstraße 101 ein Buttergeschäft eröffnet und zur Sicherheit die gesamte Einrichtung verpfändet hatte, aber bald Konkurs machte, die Einrichtung indes heimlich an vorgenannten Gr. verschob. Dieser dat sie dann abermals verschachert. Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: in Bochum=Werne, Wirtschaft Schulte=Trux, Rüsingstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 15.30 bis 17.30 Uhr: Bürgergesellschaft(Privateingang. Wilhelmstraße); von 19.15 bis 21.15 Uhr: Uebungsraum in der Kommunalbank, Schützenbahn; von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Realgymnasiums, Langendreer, Unterstraße 73. Spezialgymnastik nur für Frauen von 20 bis 21 Uhr: Gymnastikschule, Bürgergesellschaft, Wilhelmstraße 9. Schwimmen und vertungsschwimmen nur für Männer von 21.30 bis 22.30 Uhr: Badeanstalt. Martenstraße. Kindergymnastik für Kinder von 10 bis 15 Jahren von 16.80 bis 18 Uhr: Gymnastikschule, Rottstraße 29. Iin=Jitsu für Frauen und Männer von 20 bis 29 Uhr: Turnhalle der Alleeschule, Alleestraße. (Weitere Lokalnachrichten Seite 10) Seite 5 Nr. 85 Bochumer Anzeiger7 Dienstag, 13. Aprll 1932 Aus aller Welt Der fünfte Tag vor dem Volksgericht Rossaint als Handlanger jüdischer Emigranten dnd Berlin, 12. April. Einen aufschlußreichen Einblick, in wie hohem Maße sich die vor dem Volksgerichtshof unter der Anklage des Hochverrats stehenden katholischen Priester als Mithelfer kommunistischer Zersetzung betätigten, erbrachte die Verhandlung am Montag. Die kommunistischen Agitgtoren, die ihre zersetzende Tätigkeit in den ersten Monaten nach der nationalsozialistischen Machtübernahme noch nicht aufgegeben hatten, erblickten in dem Kaplan Rossaint einen brauchbaren Bundesgenossen, durch den sie versuchten, die in den katholischen Jugendbünden verbliebenen Jugendlichen in staatsfeindlichem Sinne zu beeinflussen. Zu diesem Zweck versahen der frühere kommunistische Funktionär Lohkamp und die Agentin Berta Karg die Angeklagten mit hochverräterischen Zersetzungsschriften. Darunter befanden sich üble Schmierereien, die von jüdischen Emigranten im Ausland kolportiert wurden und die die verlogensten Kombinationen und die absurdesten Verleumdungen Deutschlands enthielten. Der Priester Rossaint ließ es nicht damit bewenden, daß man ihn zum Komplicen kommunistischer Wühlereien machte, er stellt sich auch aktiv in den Dienst jener bolschewistischen Dunkelmänner, indem er diese finsteren Greuelmärchen an den Mitangeklagten Kaplan Kremer weitergab. Er hat früher ausgesagt, die gleichen saint die Beziehungen ab. Die beiden Briese will er in seiner Empörung sofort verbrannt haben. Wie lange Rossaints gefährliche Zusammenarbeit mit den kommunistischen Funktionären fortgedauert hat, Mnis ven sommmm geht daraus hervor, daß sein erster kommunistischer „Lehrmeister", der Funktionär Max Schäfer, noch suchung gefunden und beschlagnahmt wurden. Jülich hat auch, wie sich aus dem weiteren Gang der Verhandlung ergibt, die Bekanntschaft zwischen Rossaint und dem kommunistischen Funktionär Schwippert vermittelt. Als dieser um die Jahreswende 1934/35 nach Holland geflohen war, hat Rossaint ihn geldlich unterstützt und ihn auch mit Greuelnachrichten über die innenpolitische Lage Deutschlands versehen. Endlich hat Jülich Rossaint mit dem kommunistischen Funktionär Herrmanns in Verbindung gebracht, und auch mit diesem Staatsfeind hat sich Rossaint eingehend politisch unterhalten. einmal bei ihm auftauchte, obschon er inzwischen eine 1½jährige, wegen Vorbereitung zum Hochverrat erhaltene Gefängnisstrafe abgebüßt hatte.“ Damit war im wesentlichen die Vernehmung des Hauptangeklagten abgeschlossen. Für Dienstag steht die Vernehmung der Mitangeklagten zu den noch nicht erörterten Anklagepunkten in Aussicht. Hetzschriften auch an seinen Vorgesetzten, den Generalsekretär des Katholischen Jungmännerverbandes Clemens, gegeben zu haben. Jetzt will er das allerdings nicht mehr genau wissen. Aus den Aussagen verschiedener ZeuBriese nach Holland Im Laufe der Nachmittagsverhandlung kamen nochmals und abschließend die Beziehungen zur Sprache, die der Kaplan Rossaint zu dem kommunistischen Funktionär Schwippert unterhalten hat. Um den nach Holland geflüchteten Schwippert mit politischen Greuelnachrichten über das neue Deutschland zu versorgen, ist der vorsichtige katholische Geistliche einfach über die Grenze gegangen und hat seine hochverräterischen Nachrichten sicherheitshalber jenseits der Grenzpfähle in den Briefkasten gesteckt. Erst im November 1935(!) will Rossaint Verdacht geschöpft haben, er könne zu unlauteren„kommunistischen Funktionen“ mißbraucht werden, als er von Schwippert aus Amsterdam einen Brief erhielt mit der Bitte die Einladung ungelesen weiterzuleiten. Nun erst brach RosFurchtbare Familientragödie in Nordböhmen. Warnsdorf(Böhmen), 12. April. Eine furchtbare Familientragödie, die vier Menschen das Leben kostete, spielte sich Montag in Neukreibitz ab. Dort fand man im Schlafraum den 36= jährigen Häusler Heinrich Kindermann, seine 34 Jahre alte Ehefrau Emma sowie seine im Alter von sechs und dreizehn Jahren stehenden Söhne mit durchschnittenen Kehlen auf. Während Kindermann selbst noch schwache Lebenszeichen von sich gab und erst im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag, waren die Frau und die Kinder bereits tot. Ueber den Anlaß zu der furchtbaren Tat wird bekannt, daß sich der sechsjährige Sohn am Samstag beim Spielen mit einem alten Regenschirm ins Auge gestochen hatte, und daß die Verletzung so schwer war, daß man in der Reichenberger Klinik die völlige Erblindung des Knaben voraussagte. Diese furchtbare Nachricht scheinen sich die auch sonst vom Schicksal schwer heimgesuchten(heleute so zu Herzen genommen zu haben, daß sie beschlossen, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. M S e is ceseer cchn S * genau wissen. Aus den Aussagen verschiedener Zeugen geht jedoch hervor, daß Rossaint sich zu einem aktiven Verbreiter der in jenen jüdischen Machwerken enthaltenen Lügenfabrikate gemacht hat. In vielen Gesprächen zog er über die Einrichtungen des neuen Staates her und begründete seine Aeußerungen mit den „Geistesblitzen“, der jüdisch=kommunistischen Hetze. Kennzeichnend für die Einstellung des Angeklagten Rossaint ist der Umstand, daß er 1931 bereits„paziHitische“ Werbezettel an Bäume llebte. In diesen in hieß es u..:„Wer heute für die Wehrpflicht eintritt, macht sich mitschuldig am nächsten Kriege!" In diesem Zusammenhang macht der Vorsitzende den Angeklagten sehr nachdrücklich darauf aufmerksam, daß er auch nach den für katholische Priester geltenden Pflichtbegriffe Biidke in die Wen Gewehrsalven auf Bergleute ######grinen für die deutschen Belange hätte eintreten mussen, da er in Deutschland lebte und tätig war. Andernfalls hätte er ins Ausland gehen sollen. Als anschließend der Generalsekretär Clemens zu der Frage vernommen wird, ob er von Rossaint kommustisch Weil sie sich gegen den Streikunsinn wehrten Galena(Kansas), 12. April. Im ganzen hiesigen Zink= und Bleigrubenbezirk kam es am Sonntag zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen eingesessenen Bergarbeitern und hergelaufenen Mitgliedern einer marxistischen Gewerkschaft, die neue Mitglieder zu werben und die Bergarbeiter zu Streiks aufzuhetzen versuchten. Nachdem bereits in mehreren umliegenden Dörfern verschiedene Gewerkschaftsbonzen ausgepeitscht und Dutzende von Streikagitatoren ver: gelt word wurde die Landesgruppe Württemberg. Es folgen Brandenburg, Ostpreußen, Pommern und München. Den ersten Gruppenführerpreis erhielt der Landesgruppenführer von München, Sondermeier, während den besten Handwerkerpreis Schäuble von der Landesgruppe Württemberg erhielt. Nanga=Parbat=Expedition abgereist Am Samstag haben acht Teilnehmer der Nanga=Parbat=Expedition von München aus die Abreise angetreten. nistische Hetzschriften erhalten hat, stellt er das erneut entschieden in Abrede. Der Anklagevertreter beantragte “ angesichts der Wichtigkeit dieser Frage zur Beurteilung der Schuld des mitangeklagten Generalsekretärs Clemens die Verlesung aller früheren Protokolle, damit genau festgestellt werde, wie Rossaint zu seiner plötzlichen Sinnesänderung gekommen sei. Nachdem im wesentlichen die Verbindungen erörtert worden sind, die der Hauptangeklagte Rossaint mit kommunistischen Funktionären zum Zwecke der Schaffung einer gegen die nationalsozialistische Regierung gerichprüger. worben waren, stürmte eine 500 Mann stttMenge mit Gasbomben das hiesige Hauptquartier der Gewerkschaft. Die Angreifenden wurden dort mit einer Feuersalve empfangen. Elf Bergleute blieben schwerverletzt liegen. In den Gewerkschaftshäusern pflegen Flugblätter mit aufgedruckten pazifistischen Phrasen gespeichert zu werden. Die Tatsache, daß die Anstürmenden die sich gegen die verheerenden Folgen der sinnlosen Streikheze zur Wehr setzen wollten, hier— wie auch in vielen anderen Fällen— mit Gewehrsalven empfangen wurden, igt die ganze Verlogenheit der eigensüchtigen Gewerkaftsbonzen auf. Giftmörder zum Tode verurteilt. Vom Schwurgericht Oldenburg wurde der 27jährige Anton Stienken aus Lindern in Oldenburg, der seine erste Frau durch Arsenik getötet hatte, zum Tode verurteilt. teten Einheitsfront unterhalten hat, wendet sich jetzt die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof einem zweiten Anklagepunkte zu. Es handelt sich dabei um die Beziehungen Rossaints zu dem Mitangeklagten Jülich und den kommunistischen Agenten, die er durch Jülich kennengelernt hat. Der 33jährige Hermann Jülich aus Düsseldorf, der als Sohn einer Halbjüdin im mosaischen Glauben erzogen worden war, kam mit Rossaint dadurch in Berührung, daß er sich auf Wunsch seiner katholischen Frau im Jahre 1933 taufen lassen wollte. Rossaint als sein örtlich zuständiger Priester erteilte ihm monatelang Religionsunterricht in Einzelstunden und nahm gegen Ende 1933 auch selbst die Tause vor. Die beiden Angeklagten kamen sich dadurch näher, daß sie beide politisch links eingestellt waren und beide zum Kommunismus hiunzigun: VOrt zur erstaint auch Tag wurde zur Nacht Schwere Sandstürme in China Peiping, 12. April. An der Lunghai=Bahn richteten am Sonntag schwere Sandstürme, wie sie in solcher Stärke in den letzten 30 Jahren nicht aufgetreten sind, schwere Schäden an. Besonders stark mitgenommen wurden die großen Städte Dschengdschou und Kaifengfu im Norden der Provinz Honan, wo sogar am Tage Licht gebrannt werden mußte. Der Eisenbahnverkehr ist stark behindert. Die Fernsprech= und Ueberlandleitungen sind vielfach unterbunden. Auch der Rundfunk ist gestört. Die Flugzeuge der Euvasia=Gesellschaft werden um das Sturmgebiet herumgeleitet. Kammunismus hinneigten. Jülich hat Rossaint auch zahlreiche kommunistische Hetzschriften ausgesprochen hochverräterischen Inhalts gebracht. Ein Teil dieser Württemberg Sieger im Fliegerhandwerkerwettbewerb Im Rahmen eines von der Stadtverwaltung Breslau gegebenen Empfanges für die Teilnehmer des dritten Fliegerhandwerkerwettbewerbes wurden nach einer Ansprache von Oberst von Arnauld de la Perière als Reichsluftsportführer die Ergebnisse des Wettbewerbs bekanntgegeben. Sieger im Fliegerhandwerkerwettbewerb Weichls Prinz Rikolaus mit seiner Gattin Wie bereits gemeldet, schloß der rumänische Kronrat den Prinzen Nikolaus, den Bruder des Königs Carol von Rumänien, aus der Königsfamilie aus. Der Entschluß wurde damit begründet, daß Prinz Nikolaus seine im Jahre 1931 eingegangene Ehe mit einer Bürgerlichen, Frau Dumitresen, nicht aufgeben wollte. Erneute Zunahme der Rundfunkteilnehmerzahl Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. April 1937 8511 959 gegenüber 8 483 130 am 1. März. Im Laufe des Monats März ist mithin eine Zunahme von 28 829 Teilnehmern eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. April befanden lich 607643 gebührenfreie Anlagen. ein Sabotageakt entdeckt. Unbekannte Personen legten einen schweren Eisenblock auf das Gleis, wenige Minuten, bevor der Expreßzug London—Ramsgate fällig war. Das Hindernis verursachte einen Kurzschluß in der elektrischen Schienenleitung, so daß der gesamte Verkehr unterbrochen war. Amerikanischer Schleppdampfer gesunken Wie aus Chester in Pennsylvanien gemeldet wird, ist auf dem Delaware ein Schleppdampfer gesunken, der 4 ür. S -e eh Mchn Ungeheurer Andrang auf Schulschiff„SchleswigHolstein“. Das im Hafen von Kingstown(Irland) liegende Schulschiff„Schleswig=Holstein“ war am Sonntag das Diel van hundertinsenden Schaulustiger us allen TeiZiel von hunverklausenven Schaulüstiger aus allen Teilen des Landes. Holländischer Ozeandampfer vom Stapel gelaufen In Rotterdam erfolgte im Beisein der holländischen Königin der Stapellauf des Ozeandampfers„Nieuw Rotterdam" Das Schiff, das 36000 Tonnen verdrängt, wird das größte der holländischen Handelsmarine sein. Es ist für den Nordatlantikdienst der Holland=Amerika=Linie in Rotterdam bestimmt und soll im Frühjahr 1938 in Dienst gestellt werden. Leiden Sie on Stuhl-Beschwerden?Seste Dann denken Sie deran, daß Darmträghel sehr oft die Ursache von allgemeinem Unwohlsein, ja sogar von ernstlichen Erkronkungen sein konn. Sorgen Sie also für geregelten Stuhl durch die wohlsch meckenden, mild und sicher wirkenden, unschödlichen 4 KE K Erhöltlich in Apotheken, Orogerien, Refermhöusere sieben Mann Besatzung und ein 15jähriges Mädchen Kapitän und der Erste OfBootsunglück auf dem Tessin— Drei Tote Eine Barke mit sieben Ausflüglern stieß am Sonntag auf dem Tessin infolge der starken Strömung gegen einen Pfeiler der Autobahnbrücke Mailand—Turin und kenterte. Zwei Frauen und ein junger Mann ertranken, während vier gute Schwimmer das Ufer erreichten. Wieder ein Sabotageakt auf der englischen Südbahn Auf der Strecke London— Ramsgate der englischen Südbahn wurde am Sonntag von der Polizei an Bord hatte. Nur der srupliun und der Erste fizier konnten gerettet werden. Zwei italienische Bombenflugzeuge zusammengestoßen In der Nähe von Forili stießen zwei Bomber bei einem Gruppenflug zusammen und fkürzten ab. Die Besatzung beider Flugzeuge, insgesamt acht Personen, konnte bei der geringen Flughöhe von dem Fallschirm nicht mehr Gebrauch machen und hat den Tod gefunden. 2 SA Gerichtliches Nachspiel einer amerikanischen Kinderehe Im Staate Newyork hatte eine der von ganz Amerika scharf verurteilten Kinderehen ein gerichtliches Nachspiel. Um der zwölfjährigen Tochter die Heirat mit einem 18jährigen jungen Mann zu ermöglichen, hatten der Vater, der Bruder und die Murter der jungen Braut geschworen, daß diese über vierzehn Jahre alt wäre. Jetzt muß die ganze Familie wegen Meineids für ein halbes Jahr ins Gefängnis wandern. che ch jetzt in Staid- Packung(24 Stck..-RM.) bequeme Entnahm der Cigaretten allein hätte uns nie zur Schaffung der PASSION-Spezial-Packung veranlassen können. Im Gegenteil, daß die in langen Versuchen entwickelten susätzlichen Sicherungen von Qualität, Frische und Aroma der Zigarette Jür den Raucher auch eine Annehmlichkeit darstellen, ist eine nicht beabeichtigte, wenn auch gern begrüßte Beigabe. Seite 6 Nr. 85 Bochumer Anzeiger. Dienstag, 13. April 1937 Der Fecktei von Laimona Rursgeschichte von ft. O. Muttig Carmona ist eine kleine spanische Stadt nahe Sevilla. Eines Tages zog die dortige Zollwache mit blanker Wasse vor ein kleines Haus das schon außerhalb der Stadt, dicht am Olivenhain, lag. Caesar Alterez sollte wegen Schmuggelei auf das Stadthaus gebracht werden. Die Verhaftung war erfolgt. Der kleine Zug. Alterez in der Mitte, setzte sich gerade in Bewegung, als der dreizehnjährige José der Sohn des Arretierten, mit einem Rohrstock bewaffnet aus der Tür sprang und mit wütenden Hieben den Anführer der Wach: attakierte. Sein kindlicher Stolz konnte nicht ertragen, daß der Vater abgeführt wurde. Er wollte ihn befreien. Zuerst lachte der Hauptmann über den Knirps. Als aber die Hiebe immer dichter auf ihn niederprasselten, versuchte er sich mit flacher Klinge zu verteidigen. Umsonst! Der kleine José war flinker und geschickter, der Hauptmann, zuerst noch lachend, wurde immer hitziger und unbedachter Schon zierten seine Backen links und rechts dicke rote Striemen, das Ohr war geschwollen, selbst die Hand, die den Säbel führte, war zerschlagen— da gab er es auf. Warf die Waffe weg, stürzte sich auf den Bengel, wollte ihn packen und durchwalken, aber wie eine Eidechse entschlüpfte ihm dieser, zog dem Hauptmann noch eins über sprang über den Zaun und war weg.— Das war das erste Duell des José Alterez. Sieben Jahre später war er einer der gefürchtetsten Fechter und Duellanten ganz Andalusiens.— Aus dem dreizehnjährigen Knaben war ein kräftiger, entschlossener und unerschrockener Bursche mit kühnem, stolzem Gesicht geworden. Seine Liebe zum Waffenhandwerk hatte ihn früh durch die Fechtschulen und Waffenböden Sevillas geführt. War er schon vorher ein Meister im Messerkampf gewesen, so lernt, er jetzt noch den Stockdegen führen, das Florett schwirren zu lassen und den schweren Säbel zu handhaben. Bald übertraf er seinen Fechtmeister und fand in keiner Waffenart mehr einen wirklich überlegenen Gegner. Fechten war damals mehr als ein bloßes Vergnügen. Es war eine Notwendigkeit Bei der Heftigkeit und Leidenschaft der Temperamente öglichkeit, gewisse MeinungsWelt zu schaffen und der bot nur das Duell die Mög gerschiedenheiten„aus der. Degen war die Waffe— Der Kuf José Alterez', des Fechters von Carmona, drang über Andalusien hinaus. Seine Affären häuften sich, drei oder vier Duelle in der Woche waren nichts Seltenes und keines davon dauerte länger als wenige Augenblicke. Meistens erleich nach Beginn des Kampfes. #iterez benorigte für seine ledigte er seine Gegner gleich ne wian sagte von ihm: Jose Al Duelle einen eigenen Kirchhof. Trotz dieses furchtbaren Rufes fanden sich aber immer wieder Kavaliere, die Händel mit ihm suchten. Sein Name war in ganz Spanien und darüber hinaus bekannt Er wurde nach Madrid an den Hof gerufen. Die Gesandten fremder Länder ließen ihre Meisterfechter aus der Heimat kommen Ein grandioses Schauspiel wurde aufgezogen und der Portugiese Gallega, der Elsässer'alumette, der Italiener Volpi, der Deutsche Traßmann sanken nacheinander abgestochen oder durchbohrt in den Sand.— Mit dem Rapier in der Hand galt José Alterez für fast unverwundbar. Ein Provencialischer Edelmann, Meister im Sto degenfechten, forderte ihn einst zu einem Zweikampf dieser Waffe. Stellte jedoch die Bedingung, daß José vorher zu einem Scheinkampf mit ihm antrat Als er aber schon fast mit dem ersten Stoß den Knopf von Josés Waffe direkt in der Halsgrube spürte und während er sich vergeblich bemuhte, einen Stoß anzubringen, wiederholt an derselben Stelle getroffen wurde, verzichtete er auf die Austragung des scharfen Ganges und ward nicht mehr gesehen Auf der Höhe seines Ruhmes, Senor Joss Alterez war längst ein reicher Mann, hatte mehrere Fechtschulen, eine Stierkampf=Arena und viele tausend Peseten beisammen, lieferte der Fechter von Carmona sein letztes und schwerstes Duell. Er hatte in alle Welt die Forderung zu einem Zweikampf geschickt. Und zwar sollte dieses Treffen in allen Waffengattungen, vom Messer über Florett, Degen bis zum Machéto, dem breiten Buschschwert der spanischen Kreolen geführt werden.— Lange dauerte es, daß sich jemand darauf meldete bis Basile Croquere, ein Mulatte, der berühmteste Fechter Louisianas, in Spanien erschien und sich José Alterez stellte.— Er hatte einen Schwur geleistet, nicht in die Heimat zurückzukehren ohne José, den Fechter von Carmona, besiegt zu haben. Unter der ungeheuren Spannung halb Spaniens, das in dem kleinen Carmona zusammengeströmt war, begannen die Vorbereitungen zu diesem Kampf. Draußen vor der Stadt wurde auf dem Felde ein kreisförmiger Platz festgestampft. José legte seine Waffen nieder, Croquere brachte die seinigen. Die Sekundanten stellten sich auf, die Zuschauer nahmen ihre Plätze ein, noch einmal schätzten sich die Kontrahenten gegenseitig ab und prüften ihre körperlichen Qualitäten Ruhig, kalt und beherrscht sah sich José seinen Gegner an Der Mulatte lächelte. Aber es war ein höhnisches, teuflisches Lächeln. Und mit einem tierhaften Instinkt spürte José irgendwo eine lauernde Gefahr. Er faßte Croquere fest ins Auge. Der lächelte noch immer. Da riefen die Unparteiischen den ersten Gang auf. Joss aber ging lich unbewaffnet auf den Gegner los, hob dessen Degen vom Boden auf, lief bis zu den ersten Zuschauerreihen, faßte sich dort einen zufällig herumlaufenden Hund und ritzte ihm mit dem Degen am Ohr. Alles beugte sich vor, kein Mensch wußte, was das bedeuten solle, da... nach wenigen Sekunden lag der Hund steif und verendet. Die Waffen des Mulatten waren vergiftet.— Ein ungeheurer Tumult brach los. Die Spanier stürzten sich auf den Platz, bleich und schlotternd stand der Mulatte, er wäre gelyncht worden, hatte sich nicht José vor ihn gestellt Mit wenigen Worten beruhigte er das Volk, schickte es auf die Plätze zurück, nahm seine Waffen auf und zwang Croquere zum Kampf. Dem blieb nichts anderes als sich zu verteidigen, und so begann das unheimlichste Duell José Alterez'. Er wußte genau der geringste Kratzer bedeutete den Tod. Aber eine Gefahr, die er einmal erkannt hatte, war für ihn keine Gefahr mehr. Atemlos sah das Volk seinen Helden mit dem Gegner die Waffen kreuzen. Hin und her sprangen die Duellanten, fintierten, stießen zu und jeder Ausfall, jeder Stoß war von einem kurzen, leidenschaftlichen Aufschrei begleitet, der den Gegner täuschen und verwirren sollte.— Alle Viertelstunde war Waffenwechsel. Beim Messer bekam Croquere jedoch schon einen tiefen Stich in den Arm. Beim Florett war José noch immer unverletzt, der Mulatte blutete schon aus vielen Wunden, der Säbel zerschnitt ihm Backe und Schulter, und zum Machéto kam es nicht mehr, denn vorher schon hatte Josés Stoßdegen dem Mulatten beide Lungenflügel durchbohrt und langsam sank Croquere vornuber in den Sand. Im Begeisterungstaumel durchbrachen die Spanier die Barriere. José wurde wie ein König geehrt. Ohne die kleinste Schramme war er aus dem furchtbaren Kampf als Sieger hervorgegangen.— Huldvolle Ehrenschreiben wurden ihm überreicht, mit Siegeln von vielen Regenten versehen, zusammen mit dem Dokument, daß ihm die Ritterschaft,„Libre de gastos", verlieh.— Aber es war sein letztes Duell.— Bald darauf trat er mit bloßem Fuß in einen rostigen Nagel Eine heftige Blutvergiftung trat ein, eine volle Woche rang noch der Fechter von Carmona um sein Leben, bis der Tod die tapfere Klinge dieses unerschrockenen Kämpfers überwand. Der Eine Gismarck-Unekdote von Deter Dutzelsaum ruht die„Deichlast“ auf sämtlichen, durch den Deich geschützten Grundstücken. Der„Deichverband“ besteht aus dem Deichgrafen, den Deichschöffen und— als technischem Berater— dem Deichinspektor. Als Gutsherr von Schönhausen war Bismarck— 1846— Deichgraf— er selbst nannte sich„Flußgott“— für den untermagdeburgischen Deichbezirk von Jerichow bis Sandau. Eines Tages benötigte er die Zustimmung der Fischbecker Bauern für einen Kostenbeitrag, der den Deich betraf, und wozu er eine Versammlung einberief. Um 9 Uhr morgens begann sie. Vollzählig waren die Bauern in der Gaststube des Wirtshauses versammelt. Der Tisch, auf dem die Deichakten lagen, stand an einer zu einem kleinen Nebenzimmer führenden Tür. Pünktlich auf die Minute erschien Bismarck, ergriff seinen Stock und haute ihn auf den Tisch, daß die Akten flogen: „Jetzt holt Ji dat Muul, jetzt will ick reden!“ Sofort verstummten die Bauern. Bismarck erklärte ihnen den Umstand mit dem Deich, der schadhaft sei; er benötige zur Herstellung Gelder und mußte daher auf zustimmende Unterschrift bestehen. Da trat ein alter Bauer vor und erklärte bedächtig: „Sä können schon recht häwen, Herr Deichgraf— aberst unnerschrewen du ick nich!“ Ueber Bismarcks Gesicht huschte ein flüchtiges Lächeln. Er winkte seinem Kutscher und flüsterte ihm ein paar Worte ins Ohr. Der Kutscher klemmte sich neben dem Tisch durch, ging durch den Saal nach der Ausgangstür, schloß diese ab, kam mit dem abgezogenen Schlussel in der Hand zurück und legte ihn neben Bismarck auf den Tisch. Die Bauern sahen einander verdutzt an: „Wat sull denn dat? Wat sull dat heeten?“ Bismarck stand auf:„Dat sull heeten, dat Ii nich eher fortkümmt, as bit It unnerschrewen hebbt!“ Doch die Bauern blieben dabei:„Unnerschrewen dun wi nich!“ In aller Ruhe steckte sich Bismarck eine Zigarre an und las seine Zeitung. Dann ließ er durch seinen Kutscher das Frühstück holen. Der räumte den Tisch ab und breitete Brot, Butter, Eier, Schinken und Würste aus und stellte einen großen Humpen Bier dazu. Bismarck frühstückte in aller Behaglichkeit und überließ den dickköpfigen Bauern das Zuschauen. Diese warfen denn auch, da ihr Magen zu knurren begann, sehnsüchtige Blicke auf den wohlbesetzten Tisch. Dann räumte der Kutscher wieder ab, legte die Akten zurecht und Bismarck las in seiner Zeitung weiter. Da kam ein Bauer, der dem Frühstück mit größtem Interesse zugesehen, langsam näher und sagte: „Herr Deichgraf, ick möcht" woll unnerschrewen, aberst..“ „Schön, mein Sohn“, unterbrach ihn Bismarck und sah ihn groß an. Gewiß hatte der Bauer noch mehr sagen wollen, doch unter dem Banne der Augen Bismarcks griff er zur Feder und malte seinen Namen unter die Akte. Nun rückte der Kutscher den Tisch ein wenig zur Seite und wie ein geölter Blitz verschwand der Bauer durch das kleine Nebenzimmer ins Freie. Jetzt war der Bann gebrochen. Einer nach dem anderen trat an den Tisch, und in einer Viertelstunde hatten sämtliche Bauern unterschrieben, als letzter jener, der sich zuerst geweigert hatte. Bismarck gab seinem Kutscher die Akten unter den Arm und meinte lächelnd: „Siehst du, Franz, man muß eben mit der Gesellschaft umzugehen verstehen.“ Ein Uhrmacher hatte in seinem Laden eine große Uhr ausgehängt mit der Inschrift:„Geht 300 Tage ohne Aufziehen!“ Ein Herr trat ein und sagte:„Sie haben da eine sehr interessante Uhr, nur eins möchte ich gern wissen.“ „Nämlich?“ Wie lange geht die Uhr, wenn Fgggzsgzzggen wird?“ beUIPA wird nicht wund- nur Hieleig F. P. VelTa bialon-Puder anwenden Streudose-.I2 RM. Beutel zum Nachtdllen.49 RM Vermamronne onaden O MAN VON HERMANN WEICK ehe sie mit ihm gesprochen n heute abend ihn noch ver19) te) Hielles“; uicht fort, ruricht würde mal. sasten wollen...„ g bein.- 6 Sie öffnete die Tur. Ihr mann vefand sich schon beim Ausgang. Felix!“ rief sie. Er wandte sich um. „Du wünschest?“, Sie suchte nach Worten... K7.bens= „Mußt du jetzt fort? Kannst du nicht hier bleiben? Verständnislos sah er sie an. „Ich muß unbedingt wegfahren!“ „Ich hätte gern etwas mit dir gesprochen..“ Sie wird von Hilligen reden wollen! dachte er bitter. Ich werde ihr nichts in den Weg legen— aber das können wir morgen noch erörtern— das andere ist jetzt für mich wichtiger. „Verzeihe, aber ich habe jetzt keine Zeit!“ erwiderte er ungeduldig.„„„. In Eva wuchs die Erregung ins ungemessene. Der Gedanke, Felix jetzt allein zu lassen, erschien ihr unausdenkbar. Sie wollte bei ihm bleiben— vielleicht konnte Eis, ihm unterwegs sagen, in welcher Gefahr er sich sefand „Darf ich mit dir fahren?" fragte sie in einem jähen Entschluß. Betroffen von dem heißen, angstvollen Klang ihrer Stimme, betrachtete er sie. „Ich kann dich nicht dabei brauchen!“ „Ich will aber mit dir fahren!“ rief sie erregt. Wie in einem unfaßbaren Staunen schüttelte Cessani den Kopf. „Ich verstehe dich nicht, Eva—“. Dann, von neuer Ungeduld erfaßt:„Ich muß mich beeilen! Wenn du also unbedingt mitwillst, komm!" Schweigend saßen sie in dem Wagen. Eva war es, die die beklemmende Stille unterbrach. „Wohin fahren wir?" Kurzes Zögern. „In den Wintergarten.“ „In den Wintergarten?“ wiederholte Eva und meinte, nicht recht gehört zu haben. Ihr Mann, der niemals ein Varieté oder eine ähnliche Vergnügungsstätte besuchte, ging heute, gerade heute in den Winterrie los, daß du— garten?„Was ist im Wintergarten Er unterbrach sie schroff. „Frage nicht! Ich kann dir noch nichts sagen!“ In sich zusammengekauert saß Eva in ihrer Ecke. Sie wollte den Schleier, der vor ihren Gedanken lag, zerreißen, das Geheimnisvolle, Unheimliche der Geschehnisse ergründen—— aber sie fand keine Antwort. Wirr, schemenhaft, wie jagende Gespenster, huschte nochmals an ihr vorbei, was sie erlebt hatte: die Zeitung mit den Bildern, die eine unbegreifliche Wirkung auf ihren Mann gehabt hatten— sein seltsames Gebaren, der plötzliche Aufbruch— nun die Fahrt in das Varieté— und Felix schwieg darüber, was dies alles zu bedeuten hatte... Hing es doch mit den Bildern der illustrierten Zeitung zusammen? Sie sah wieder die einzelnen Photographien vor sich, die Filmbilder, die Lan Artistengruppe. saft, den Gelehrten, die sei ein Blitz vor sie niedergejagt. dem Bild der Artiste Eva war es, als sei ein Blitz vor sie niederg Hatte nicht unter dem Ens det Amsten gestanden, daß sie im Wintergarten auftreten? Besuchte ihretwegen Felix das Varieté? Was aber hatte Felix mit den Artisten zu schaffen? Kannte er sie? Fragen, Fragen, Fragen... Eva fand keine Antwort, keine Lösung des Rätsels, das sie umgab. Eine Ewigkeit lang schien die Fahrt zu wähnen. Endlich hielt der Wagen vor dem Wintergarten. Die Vorstellung war bereits im Gange. Das Haus war nahezu ausverkauft es gab nur noch wenige Karten für die ersten Parkettreiyen. Die dritte Programmnummer begann gerade, als sie ihre Plätze aufsuchten. Eva sah kaum etwas von den Vorgängen auf der Bühne. Unwirklich war ihr, daß sie hier in dem Varieté, inmitten der vielen Menschen, saß. Angst vor etwas, das sie nicht kannte, preßte ihr die Brust zusammen. Sie sah ihren Mann an. Starr blickte er vor sich hin, auch ihn schienen die Vorgänge auf dem Podium nicht zu interessieren. Warum war Felix hierhergegangen? „Gib mir, bitte, das Programm!“ sagte Eva in einem Gedanken, der sie angefallen hatte. Cessani reichte ihr das Programm. Eva überflog die Namen der Mitwirkenden. Plötzlich stutzte sie. „Colenoß“— an diesem Namen blieben ihre Augen haften. Wenn sie sich nicht irrte, hatte so der Name unter dem Artistenbild in der Zeitschrift gelautet. Erst in der zweiten Hälfte der Vorstellung sollte die Colenoß=Truppe auftreten; nach dem Programm bot sie kaum je gesehene Akrobatik. Eva hatte später nicht mehr sagen können, wie die nächste halbe Stunde verstrichen war. Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt; alles in ihr war Erwartung, Erwartung auf die eine Programmnummer. Nun sollten die Colenoß auftreten! Musik spielte, sechs schneeweiß gekleidete Herrn und eine Dame erschienen und begannen sogleich mit ihrer Arbeit. Es war fabelhafte Artistik, die sie boten; das sah man schon in den ersten Minuten. Die schlanken, sehnigen Körper der Männer, die kleine, zierliche Gestalt der schwarzhaarigen Dame schienen keine Schwerkraft zu kennen. Leicht, spielerisch, graziös und doch mit ungeheurem Temperament wirbelten die Körper durch die Luft, sie bildeten Gruppen, lösten sich, jagten aufs neue in Saltos, Sprüngen und Wirbeln umher, fügten sich zusammen in immer neuen Kombinationen. Das Publikum raste vor Begeisterung. Vor allem war es die Dame, die sichtlich das Entzücken der Zuschauer hervorrief. Gleich einem federleichten Ball schienen die Artisten sie einander zuzuwerfen, von einer Schulter sauste sie auf die andere, wie neckisches Spiel sah es aus, und doch merkte man an jeder Bewegung die meisterhafte Beherrschheit des schmalen Frauenkörpers. Wie gehetzt gingen Evas Augen von der Bühne zu ihrem Manne, immer hin und her. Aeußerlich war ihm, seitdem die Artisten die Bühne betreten hatten, keine Veränderung anzumerken. Ruhig wie vorher saß er da. Aber Eva spürte, daß eine ungeheure Erregung in ihm sohte, sie hörte, daß sein Atem rascher ging, nun gewahrte sie, wie seine Hände krampfhaft zuckten. Unentwegt sah er auf die Bühne. Unentwegt folgten seine Blicke den Artisten. Wen von ihnen kannte ers jagte es Ewa durch die Gedanken. Einen der Männer? Die Frau? Evas Augen kamen plötzlich von der weißgekleideten Frau nicht mehr los. Wie von einer fremden Gewalt wurden ihre Blicke immer zu ihr hingezogen. Immer waghalsigere Darbietungen der Artisten folgten einander. Das Publikum hielt vernehmlich den Atem an. Nun brachten Diener eine hohe, schmale Leiter bereig. Die Artisten hoben sie einem von ihnen auf die Schulter, sie bildeten eine Gruppe, hielten die Leiter, die leicht hin= und herschwankte, fest— nun kletterte die Dame blitzschnell an der hohen Leiter hinauf, immer höher und höher— bis sie an der obersten Sprosse angelangt war. Sie richtete sich auf. Nun stand sie. Plötzlich brach die Musik ab. Die Stille, die in dem großen Raume herrschte, hatte etwas Beklemmendes. Die Artisten, die die Leiter gehalten hatten, traten zurück. Nur der eine, der sie auf seinen Schultern trug, und droben die Dame, die dort, als sei es das Selbstverständlichste von der Welt, in schwindelnder Höhe stand, waren auf der Bühne zu sehen. Beifallssturm brach los. Wie zum Gruß hob die Dame die beiden Hände, sie lächelte dem Publikum zu. Auch Eva war gebannt der Vorführung gefolgt. Nun hörte sie neben sich einen erstickten Laut. Sie blickte ihren Mann an. Er hatte sich vorgelehnt. Mit einem Blick, der sie erschauern ließ, sah er empor, dorthin, wo die weißgekleidete Artistin stand. Evas Hand tastete nach Cessanis Arm. „Felix:“ sagte sie leise angstvoll. Da geschah das Unfaßbare. Noch immer stand die Artistin, als wolle sie ihren Triumph möglichst lange auskosten, auf der Spitze der Leiter. das Lächeln auf ihren Zügen. Ihre Blicke, die hinab zu den klatschenden, rasenden Zuschauern gegangen waren blieben an einer Stelle der ersten Reihe, die vom Licht der Bühne her erhellt war, haften. Es schien, als sähe sie da etwas Schreckliches, Furchterregendes Fünf, sechs, sieben Sekunden währte dies. „Wie gebannt starrte die Artistin in das Gesicht Felig Cessanis, das zu ihr emporgerichtet war. Mit einem Male schwankte sie. Die Leiter geriet ins Schwanken. Das Publikum schrie auf. Im nächsten Augenblick stürzte die Leiter, stürzte die Frau von der Hohe herab. Es war, als sei in dem Variets ein Sturm losgebrochen. Alles redete und schrie durcheinander. Das Podium füllte sich mit Menschen. Man sah die weißen Gestalten der Artisten, sie beugten sich über die Frau, die regungslos am Boden lag. Nun senkte sich rasch der Vorhang. Im Zuschauerraum wuchs noch die Erregung. Zahlreiche Besucher verließen das Varieté. sagte Cessani, seine Stimme klang, als splittere Glas. Eva meinte, aus schwerer Betäubung zu erwachen. Sie taumelte, als sie sich erhol. „Komm!“ sprach Cessani nochmals und hielt sie am Arm fest. Im Vestibül blieb er stehen. „Warte hier auf mich! Ich bin bald wieder zurück.“ Er verschwand durch eine der vielen Türen. Eva mußte sich setzen; ihre Beine trugen sie nicht mehr. Sie versuchte, Klarheit in das rasende Kreisen ihrer Gedanken zu bringen, aber alles wurde nur noch verwirrter. * Vor dem Garderobenraum, in den man die verunglückte Artistin gebracht hatte, standen zahlreiche Menschen, die leise, aufgeregt miteinander redeten. Auch die Colenoß=Leute befanden sich darunter; sie machten einen niedergeschlagenen Eindruck. Vielleicht war mit dem heutigen Tage das Ende ihrer ruhmvollen Trut.ommen uppe gekommen. Cessani kam hastig den Gang her. Er wandte sich einen der weißgekleideten Artisten. „Wo ist die Verunglückte? Hier drinnen?" „Ja.“ Cessani wollte auf die Tür zugehen; aber der andere hielt ihn zurück. „Sie dürfen nicht in die Garderobe; der Arzt läßt niemanden hinein, auch wir mußten die Garderobe verlassen!“ sagte er in gebrochenem Deutsch. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür der Garderobe. Ein mittelgroßer Herr mit rundlichem Gesicht trat heraus. Die anderen umringten ihn. In angstvollen Fragen waren die Blicke auf ihn gerichtet. „Hoffnungslos!“ hörte Cessani ihn sagen. Nur das eine Wort, aber ringsumher schien plötzlich das Leben in den Gesichtern der Menschen zu erstarren. Der Herr wollte weitergehen; Cessani trat auf ihn 8u. „Darf ich eine Frage an Sie richten?“ „Bitte!" Cessani nannte seinen Namen. „Direktor Hasse“. sagte der andere. Direktor „Sind Sie der Ja.“ ktor des Varietés?“ „Gie sagten soeben, daß der Zustand glückten Artistin hoffnungslos sei; lebt sie „Im Augenblick ja, aber der Arzt rei daß es sehr schneu zu Ende „Ist sie bei Bewußtsein? fieberhafter Gespanntheit. der verunnoch?“ rechnet damit, sen wird. ragte Cessani rasch, in „Nein sie wird es auch kaum noch erlangen“, antwortete der Direktor und wunderte sich über die Fragen des fremden Herrn. „Ich möchte die Verunglückte sehen!“ sprach Cessani darauf. Hasse sah den anderen überrascht an. Die Erregung, in der Cessani sich befand, entging ihm nicht. „Sie wollen die Frau sehen? Wozuk Sind Sie Arzt?“ Cessani verneinte. „Dann können Sie auch nicht hinein; der Arzt läßt niemanden zu ihr.“ „Ich muß sie sehen!" stieß Cessani erregt hervor. „Sind Sie verwandt mit der Fraus“ „Nein— aber ich stand ihr früher einmal nahe!“ „Es tut mir leid, ich muß mich an die Anordnung des Arztes halten!“ Cessani faßte den anderen am Arm. „Ich kann Ihnen hier nicht auseinandersetzen, worum es geht— aber das eine will ich Ihnen sagen: viel, ungeheuer viel hängt vielleicht für mich davon ab daß ich einmal noch Sonja Laven gegenübertrete—“ „Sonja Laven!"(Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr 85; Bochumer Anzeiger, Dienstag, 13. April 1932 Kunst und I Guum VOA 71.- 18. ∆ P R Um Drama und Theater Fortsetzung der Arbeitstagung der Die in Bochum versammelten Kultur= und Theaterreferenten der Hitler=Jugend sind einer Fülle von geistigen Anregungen ausgesetzt, die nach gehöriger Verarbeitung den kleinsten Kulturzellen ihrer Gemeinschaft im Lande vermittelt werden sollen. In Form einer nach dem Heidelberger Muster aufgezogenen Lageramnergt schaft, fanden sie sich am Montag vormittag im Paltraus zusammen, um von bühnenerfahrenen Tramatikern an die in Drama und Theater eingesprengten a de berangeführt zu werden. Friedrich Betbae srach über die geistige Lituation des im Front= und achtriegserlebnis wurzelnden„Dramatikers und Dichters, für dessen Werk, mag es handwerklich und formal noch so stark gerüstet sein, es nur ein Kriterium gebe: das der inneren. schmerzlich erlebten Echtheit. Diese grundsätzliche Forderung müsse auch von der heranwachsenden Dramatiker=Jugend erfüllt werden, die in Möller und Langenbeck zur großen pathetischen Sprachform überzeugend durchstoße. Der männliche und heroische Dramatiker, dessen vom Ethos bestimmte Linie sich über Schiller, Kleist, Hebbel und Grabbe fortsetze, unterscheide sich von dem erosverhafteten Typus, den in böchster Vollendung Goetbe verkörverte und der sich in der lebenden Generation etwa durch Hans Rehbera und Theodor Haerten abzeichne. Kluge Ausführungen über das Wesen der dichterischen Sprache, die nicht zufälliges Attribut sondern innerste Nötigung der schöpferischen Persönlichkeit sei, machte Curt Langenbeck. Auch er bekannte sich zu dem vom Dr. Schlösser geprägten Begriff der„tragischen Höhe", ohne den der Dichter seine letzte und heiligste Verpflichtung nicht erfüllen könne. Ueber das Theater als Stätte geistiger Entscheidungskämpfe, um deren Form leidenschaftlich gerungen werden müsse, sprach Georg Basner. Wie der Nationalsozialismus das Leben des einzelnen in die Pflicht zur Gemeinschaft gestellt habe, so müsse auch das Theater der Zukunft in diese Bestimmung hineinwachsen. Theater sei ein in vielen Köpfen bis zur krassen Gegensätzlichkeit vieldeutig umschriebener Begriff. für L 1 9 3* her von einer nochmaligen grundsätzlichen Betrachtung absehen. Die einander zugeordneten, durch Horst Caspar und Walther Kaitheuner vertretenen, Rollen des Karl und des Kranz Moor besitzen in ihren Darstellern ein unerhörtes Maß fruchtbarer Spannung, in deren Kraftfeld sich die umsichtig vorbereiteten, kräftig durchgegliederten intimen und großen Auftritte mit der überlegenen Logik künstlerischen gens einfügen. Zum Schluß galt der des Hauses dem Intendanten und seinen Helfern am Werk. Dr. Emil Strodthoff Ein Preisausschreiben des Kriegsministeriums. Das Reichskriegsministerium und der Verlag der Zeitschrift „Die Wehrmacht" haben gemeinsam ein Preisausschreiben erlassen, in dem insgesamt 2000 RM. für die besten Kurzgeschichten aus dem Soldatenleben ausgesetzt werden. Unter dem Thema„Erleben unter der Fahne“ werden lebendige und wahrheitsgetreue Schilderungen aus dem dienstlichen oder außerdienstlichen Leben des Soldaten gesucht, die beim Lesen Freude am soldatischen Leben und an der Wehrmacht erwecken. Teilnahmeberechtigt an dem Preisausschreiben sind alle aktiven Soldaten der Wehrmacht, ferner Soldaten des Beurlaubtenstandes, die in der Zeit vom 1. April bis 1. Juni 1987 Dienst in der Truppe tun. gesammelte, die feste Grundlinje erfindungsstark lokkernde, Bewegung um. Ueber aller szenisch oratorischen, E. 7. Möllers„Frankenburger Würkelspiel“ Welideutlche Erllaufführung in Anwelenheit des Reichsjugendjührers arundsätzden es beileibe keine„Schablone, wohl aber.unds liche weltanschauliche Voraussetzungen zu schaffen gelte. Der von Obergebietsführer Cerff geleitete Arbeitsabschnitt wurde mit einer kurzen Aussprache abgeschlossen. Die„Räuber“ im Stadttheater der Woche„Dramatiker der HJ.“ vorgesehene Aufführung von Schillers Schauspiel„Die Rauber“ schon nachmittags statt. Vorherrschend war die Jugend im Hause an der Königsallee vertreten, um dieser in den letzten Jahren im Szenischen und Darstellerischen immer reifer entwickelten künstlerischen Arbeit unseres Intendanten Dr. Schmitt mit ehrfurchtiger Sammjung und iubelnder Zustimmung zu begegnen. Wir haben den Werdegang der„Räuber"=Inszenierung, in der sich der herrliche Idealismus des ewigen und jugendlichsten deutschen Dramatikers verkörpert, seinerzeit in ausführlichen Darlegungen begleitet und durfen daDie im„Frankenburger Würfelspiel“ vor das höchste Gericht, vor Gott und das Volksgewissen, berufene Sozialität ist eines der Grunderlebnisse des jungen gegenwartsnahen deutschen Menschen. Eberhard Wo##gang Möller hat es uns im dramatischen Gleichnis seiner chorischen Dichtung erschlossen, indem er das am Geiste dieser Sozialität geübte Verbrechen des Frankenburger Würfelspiels in einem übergeschichtlichen Szenarium unter das Gesetz der mit höchster richterlicher Befugnis ausgestatteten Idee der Gerechtigkeit stellt. Um Rech und Unrecht zu scheiden, um einen gültigen Spruch zu fällen, der nicht in den Wirbeln einzelmenschlichen Errens treibt, bedarf es einer erhabenen, dem Kreislauf trügerischer Schlüsse und formaler Rechtsbegriffe entrückten, Autorität.„Im Namen des Volks der Deutschen dessen Stimme spricht", lädt der Dichter Mächtige und Unterdrückte vor Gottes Angesicht, vor die Tribüne der Gerechtigkeit. Geladen sind des Reiches Majestät, der mit Rad, Galgen und Schwert auf Entwurzelung des neuen Glaubens dringende Habsburger Ferdinand II. samt dem Bayernherzog Maximitian, seinen Räten und dem in Oberösterreich eingesetzten Vogt Adam von Herbersdorf. Sie alle sind der politischen Todsünden und schwersten Frevel angeklagt, der Zerstörung des Reiches, der Gotteslästerung, des Volksund Glaubensmordes und des schimpflichen Wortbruches. Das Gewicht der Anklage aber erdrückt nicht den durch römische Rechtssophismen getarnten Panzer der Schuldigen, und so muß denn das Schicksal selber das Wort nehmen.„Es wiederhole sich, was längst verjährt. Es hebe sich empor, was eingegraben, und wandle, bis es wieder niederfährt.“ Die von der Stimme des Chors angekündigte magische Beschwörung wandelt die Szene zum Tribunal. Da ziehen die Bauern auf Geheiß des Vogts, der den Waffenlosen BegnadiWiderstand und„Aufruhr" heraus. Auf den Ruf nach dem Henker tritt eine schwarze Gestalt unter die Richter Sie fordert Kaiser, Herzog, Vogt und Räte kraft himmlischen Amtes auf, sich dem gleichen Gesetz der von ihnen an den Bauern geübten Gerechtigkeit zu beugen.„Werft Euer Schicksal gegen mich.“ Das Würfelspiel der Mächtigen beginnt, den höchsten Wurf tut Herbersdorf, doch die Gestalt wirft mehr: das Recht, das nie gerichtet, und das Maß, das nie gemessen, und die Zahl, die nie gezählt.“ Sie wirft— Unendlichkeit. So ist denn zusicherte, heran, und nun wiederholt sich die 1625 im Namen des Kaisers und aller geschichtlich Verantwortlichen begangene feige Tat an den Männern des oberösterreichischen Landes, die an ihrem Glauben hielten und um ihres Glaubens willen in den Tod gingen. Adam von Herbersdorf bricht sein Wort. Sechsunddreißig Bauern läßt er als Geiseln für stebentausend um ihr Leben würfeln und fordert auf schnöde Weise Gottes Wille, vor dem es kein Entrinnen und keine Ausflüchte gibt, an den Tag gebracht, und die Richter brechen den Stab über die schuldigen Herren. Das zu Wort und Gegenwort rhythmisch verdichtete, wahrhaft dichterische und formklare Spiel, das am 2. August 1936 auf der von Professor March erbauten Dietrich=Eckart=Bühne zur Uraufführung gelangte, läßt sich, wie die Bochumer Inszenierung Dr. S. Schmitts beweist, mit der gleichen künstlerischen, wenn auch vielleicht nicht gleichen ideellen und weltanschaulichen Berechtigung im geschlossenen Bühnenraum aufführen. Selbstverständlich wird sich der magische Grundriß der scheinrealistischen Szene nicht durch grobe bühnenbildnerische Gegenständlichkeit zu belasten haben. Der künstlerische Wille Dr. Schmitts zur wirklichkeitsüberlagerten, gleichniskräftigen Sphäre hat sich gegenüber Aufgaben besonderer Art noch immer mit stilistisch gültigen Mitteln durchgesetzt. Und so auch in diesem Falle. Für die Bühne ist, bei geschickter Ausnutzung des Orchesterraumes, die in drei Spiel= bzw. Sprechebenen gestufte Gliederung beibehalten worden. Der von Dr. H. Mänz in dunklen Farben und archaisierend dekorativen Formen entworfene Bildrahmen umschließt die Szene. Da sitzen im erhöhten Halbrund die Schuldigen, über ihnen thronen die Richter. Kräftig rhythmisiert setzt das Spiel nach dem sinndeutenden Vorspruch mit der Anklage ein und steigert sich, in Wort, Bewegung und Musik genau abgezirkelt, zur magischen Realisation des geschichtlichen Vorgangs an Rede und Widerrede. Der Vogt Adam von Herbersdorf tritt vor das Gericht hin, Bewaffnete füllen die Szene, in deren inneren Kreis die Bauern in sternförmiger Ordnung einströmen. Die geistige Klarheit der Dichtung setzt sich in wunderbar in feinste rhythmische Beziehung ausstrahlenden, Bemühung aber steht das Wort als durch sich selbst gestaltungswürdigstes Element der Möllerschen Dichtung. Die Bochumer Bühne hat Sprecher von zwingender Kraft einzusetzen, die sich in einem Ensemble von bekannt hohem Rang zu behaupten wissen. Die aus Not zur Tugend gestempelte chorische Lösung ist mit dem wechselseitigen Einsatz von Einzelsprecherinnen und zusammengefaßtem Chorgesang dramaturgisch und stilistisch gleich Überzeugend. Die künstlerische Leistung der Barsteller ist als geschlossene Ensemblearbeit zu werten. Mit außerordentlich gespanntem sprachlichen Ausdruck setzte sich Gerhard Meinecke für die Rolle des Herbersdorf ein In der überlegenen Führung dieser Gestalt gelangte das von den Trägern der Bauernhandlung auf das lebafteste unterstützte Spiel zu stärkster dramatischer Dichte. Die begeisterte Aufnahme, die dem Stück in der Bochumer Interpretation zuteil wurde, zeugt für die einzigartige Wirkung dieser erstmalig im geschlossenen Bühnenraum inszenierten Dichtung. Dr. Emil Strodthoff Die von Emil Peeters für die Bochumer Aufführung komponierte musikalische Illustration erfüllt nicht nur den Zweck einer Stimmung und Eindruck unterstreichenden Bühnenmusik, sie wird in ihrer prägnanten heroischen Thematik die dem Sinn und der Kraft des chorischen Gleichnisses artverwandt ist, durch die sparsame und sichere Anwendung zu einem Auffühigsfaktor, der in seiner Wirkung nicht unterschätt rann. Sowohl die rein instrumentalen, knapp gefaßten Partien selbständiger Führung wie melodramatischer Stütze und die gelegentlichen Chorstellen— von Gesangschülern der Institute Glettenberg und Thiemann klangschön und bestimmt geboten — kennzeichnen den geschmackvollen, einfallstarken Musiker, der mit großer Einfühlung den Stimmungswerten der Dichtung nachspürt. Schwermann Gudrun Christmann vom Stadttheater Bochum wird in der nächsten Spielzeit am Badischen Staatstheater Karlsrube tätia sein. Geionältsicher 13. April 1564 Shakespeare gedoren(gestorben 1616). 1932 Verbot(bis 17. Juni) der SA. und SS. im ganzen Reich durch Groener. WAEEE K MARIANNE NON ANGERN O S 1 19 Seine Erlaucht ist nicht im Bilde...„Ist denn suchlr emshiabt Mahher. sein.: Mit Se,wruggig Bachern entoloßi Walbberg sein gelbes Raucherge###. Wie in allen Dingen reaktionär, so begegnet er auch Neuerungen auf dem Gebiete der Kunst mit verbissener Opposition.„Der große Dahlen wird uns endlich den richtigen Fidello vorführen. Die Zeitungen sind schon voll von dem Ereignis. Fehlt nur noch, daß auf dem Programm steht„Fidelio, Oper von Dahlen'...„Na ja— der Geist der Zeit. Komponist, Dirigent, Sänger... was bedeuten sie alle schon gegen Seine Hoheit, „Hast Lust, Maltschi?“ wendet sich Erlaucht fragend an seine Gattin.„Wollen wir morgen gehn in die Log'?“ Seit Menschengedenken ist die Balkonloge sieben zur ausschließlichen Benützung der Hoheneggs „Wenn ch ehrlich sein sol, Poldk., also 7/6zeiz bisserl Gusto hab ich drauf. Nimm doch das mit... Ist ja doch ihr Lehrer, der Dahlen, da gehört sich's eigentlich, daß sie auch dabei ist an seinem großen Abend.“ Die Gräfin weiß genau, daß dieser Vorschlag für den alten Herrn die schönste Weihnachtsfreude ist. „Damit sie ihn als Opernkomponisten schätzen lernt“. spöttelt der Graf gutgelaunt und erntet prompt schallendes Gelächter von seiten der Gräfin. Welcher schlechte Witz ihres Poldl hätte jetzt nicht einen Sturm von Heiterkeit bei ihr entfacht, denn immer schon liebte es Seine Erlaucht, für die Blüten seines Humors ein dankbares Publikum zu finden. Gigi, der sich bereits mehreremal unternehmend räusperte, entschließt sich endlich, sein Anliegen vorzubringen. Ob er sich denn nicht auch, als dritter im Bunde, einfinden dürft in die Log'? Nicht wegen der Oper... setzt er gleichsam entschuldigend hinzu... Nur weil halt der Dahlen ein Freund ist von altersher, und bestimmt würde er es übel nehmen... Natürlich ist das ein glatter Schwindel, denn der Dahlen wird sich einen Schmarren bekümmern, ob Gigi seine Leistung wurdigt oder nicht...„ Aber Seine Erlaucht faßt die Sache schon richtig auf... Nein, so egoistisch ist seine Liebe nicht, daß er das Mädel ganz allein für sich haben möchte. Sollen ruhig auch andere ihre Freud' an ihr erleben... „Komm nur“, lädt er Gigi bereitwillig ein:„Platz ist ja da, mehr als zuviel, wo die Maltscherl doch eh' keinen Gusto hat.— Aber Sie gehn doch gern, Thereserl?“ wendet er sich fragend seiner Nachbarin zu, die sinnend auf das Tischtuch vor sich hinstarrt. „Sehr gern“, beteuert Theres auffahrend, und rote Glut steigt ihr ins Gesicht. Eben hat sie ihre Gedanken auf verbotenen Wegen ertappt. Nicht der morgige Abend Dahlens, der heutige beschäftigt sie... Natürlich wird er das Fest in Gesellschaft dieser Journalistin verbringen... Und gerade war sie dabei, sich mit selbstquälerischer Genauigkeit Einzelheiten auszumalen. Sie ahnt nicht, daß der, dem diese bitteren Betrachtungen gelten, sich im Augenblick kaum einige Wegminuten von ihr entfernt aufhält. Eben ist Dahlen im Begriff, die glänzende Versammlung berühmter Namen, die sich in der Hietzinger Villa einer Sängerin von Weltruf zum Weihnachtsessen vereinigten, zu ver„Wie schade...“, sagt bedauernd die schöne Frau des Hauses, als er mit Hinweis auf den bevorstehenden schweren Tag sich verabschiedend über ihre Hand neigt.. Eine Viertelstunde später landet er schon in Irenes gaerb= Stübchen, dem ein Christbaum von lächerlichen Zua#rbäckerformat seinen weihnachtlichen Glanz verniht. Auf iyren ausdrualichen Wunsch darf er sich nicht eher bei ihr sehen lassen, bevor den gesellschaftlichen Verpflichtungen des Abends Genüge getan ist. Wie gut er aussieht im Frack, denkt sie, ihn verstohlen betrachtend. Es ist der Typ, in den sich die Frauen verlieben. Da hilft eben nichts. Eigentlich müßte man glücklich sein... Damit geht sie den Punsch holen... Als sie mit der dampfenden Terrine aus der Küche zurückkehrt, liegt ein geöffnetes Etui an ihrem Platz, und der matte Glanz einer wundervollen Perle hebt sich von dem dunkelblauen Sammetbeschlag des Behälters.. Dar aller nücht Wmm„ ann schlechtes Gewissen haben“, sagt sie, sich zu einem nd. ab. s gibt Tränen... denkt sie betroffen, denn bei suchternen Klugheit ist Ixene abergläubisch. mmer schenren Männer Perlen, wenn sie ein außer Rand und Band werden ion nicht vor die scherzhaften sogar etwas Ton für sich“, Lächeln zwingen. Er geht nicht ein auf ihren „Diesmal hat die Redensart sagt er nachdenklich.,. Hehutg.. 8. Er tritt zu ihr hin und leg. behutsum den urm um sie.— Viel zu behutsam, denkt Irene...—„Habe nur ein wenig Geduld", fährt er leise fort.„Es wirv schon alles in Ordnung kommen. Versteh mich recht... ich bin ein wenig...“ „Wir haben ja noch fünf Monate Zeit“, fär hastig ins Wort. Rein— keine Geständn fällt Irene ihm hastig ins### ein— keine Geständnisse jetzt... Schon die Vermutungen sind quälend genu Und die Gewißheit wird ohnehin nicht lange auf si# warten lassen... Selbst Beethovens herrlicher Fideliomusik ist eine einheitliche Wirkung auf die Zuyörer versagt, stellt Theres verstohlen lachelnd fest, in Ansehung des hingegeben lauschenden Hauses, des gelinde schnarchenden Grafen und des krampfhaft gähnenden Gigi... Erst das rauschende Unisono des Finales läßt Seine Erlaucht aus sanftem Schlummer emporfahren. Die Uebung langer Jahre hat seine Fähigkeit, auch schlafend den Anschein des aufmerksamen Zuschauers zu erwecken, zu einer gewissen Meisterschaft entwickelt. Trotz der Nachbarschaft Theresens und der zärtlichen Wallung des Gemütes, die ihre Gegenwart verursacht, hat die Macht der Gewohnheit diesmal Oberhand behalten. Als das Licht aufflammt, durchbraust ein Beifallsorkan den rotgoldenen Zuschauerraum. Vor der Rampe vollzieht sich der übliche Aufmarsch der Mitwirkenden. Auch der Dirigent hat sich ihnen zugesellt. „Dahlen", tönt es plötzlich von den Stehplätzen des vierten Ranges. Mit Blitzesschnelle verbreitete sich der Ruf über Parkett und Galerien, der Applaus wächst ins Ungemessene, weiße Arme strecken sich, gleichsam fordernd, aus dem dämmrigen Halbdunkel der Logen. Aufgeregt winken die Sänger in die Kulisse. In wildem Durcheinander schießt das technische Personal im Bühnenraum umher. Vergebens sucht man hinter Dekorationen und Versatzstücken. Kein Dahlen kommt zum Vorschein... Und draußen rast das Publikum.. Belustigt sieht Irene aus der Tiefe der Regieloge, darin sie von Dahlen untergebracht wurde, auf das feratene Auditorium. Sie werden ihn nicht vor die Rampe kriegen... Er hat nichts übrig fur diesen Ovationenrummel. Sicher steht er draußen vor dem Bühneneingang und raucht in aller Gemütsruhe seine Zigarette... Gigi klatscht wie in Verrückter...„Ich möchte nur wissen, wo er bleibt“, grollt er sensationswütig. „Ich kann es ihm nachfühlen“, legt sich Seine Erlaucht für den Säumigen ins Zeug:„wenn ich mir so vorstell'— ich sollt da unten stehn und Komplimente machen vor den Leuten...“ Er schüttelt sich... Schweigend und gespannt starrt Therese auf die Bühne... Wenn er nur nicht doch noch erscheint— wünscht sie inständig. Etwas in ihr lehnt sich auf gegen einen Kotau machenden Dahlen... Als der Sturm verebbt ist, äußert der alte Herr den Wunsch, heimzufahren. Er scheint doch recht ermüdet zu sein, denn seltsamerweise tut er der ursprünglichen Absicht, Therese noch zum Abendessen auszuführen, keinerlei Erwähnung mehr. Im Foyer trifft man mit Irene zusammen. Sie kommt vom Büfett. ein Glas Orangeade zwischen den Händen, daraus sie langsam daherschlendernd, durch einen Strohhalm schlürft. Theres erblickend, nickt sie ihr unbefangen zu. Es geht nicht anders, man muß stehen bleiben und ein paar Worte miteinander wechseln. Gigi macht sie mit Seiner Erlaucht bekannt. „Die Herrschaften gehen schon?“ „Ja, die große Pause“, erklärte Erlaucht ein wenig geniert,„ist eigentlich mein weitestes Zugeständnis auf dem Gebiet des Theaterbesuchs.“ „Ein gesundes Prinzip, Graf“, gibt ihm Irene liebenswürdig recht;„der Abschluß eines Theaterabends ist immer illusionsstörend. Man merkt mit einemmal die Mache. Alles drängt zu einer endgültigen Lösung, und im Leben gibt es keine endgültigen Bofungen...... Jt shr zu froß für 20 Eitrig stimmt Seine Erlauch. ay: zr, fe# fu. kun efrühten Aufbru diesem Gesichtswinkel noch nie betrachtet kommen* Eitrig stimmt Seine Erlauch.#9 zu,##,##e. künftige Fäue eines verfrühten—soruchs nunmeht eine 10 plausible Begründung bei der Hand zu haben. Von diesem Gesichtswinkel aus hat er die Sache allerdings lich den Beweis zu liefern, wie himmelweit sie über all schon„hinaus ist......, 6475 „Gern", antwortet Irene einfach;„sovaro mich mein Weg in Ihre Nähe führt...“ Mit steifer Würde hilft Gigi seinem Onkel und Theres beim Besteigen des Wagens. Daß er so selbstverständlich zurückzubleiben hat, verletzt sein vermeintliches Besitzerrecht auf das tiefste. Diesem unerquicklichen Zustande muß sobald als möglich ein Ende gemacht werden... Aergerlich vor sich hinpfeifend, schlendert er in die Nacht hinein... Kurz vor Schluß der Aufführung steckt Dahlen verstohlen den Kopf durch Irenens Logentür: „Ich erwarte dich im Stübl“, flüstert er ihr hastig zu;„sie wollen alle noch feiern gehen... Ich drücke mich rasch.. Immer wieder überwältigt Irene die jedem äußerlichen Getue abholde Schlichtheit dieses Mannes. Das ist wieder mal so recht Dahlen, einen derartigen Abend in der versteckten Hinterstube einer Kneipe zu beschließen. Grübelnd sitzt er mit seiner Zigarre vor einem Glase Pilsner, als Irene erscheint. „Nächstens wird Mama Türangl hier Gesellschaftsanzug vorschreiben wenn wir sie so verwöhnen“, scherzt er mit einem beifälligen Blick auf Irenes geschmackvolles Abendkleid. Lächelnd, streckt sle ihm die Hand entgegen:„Gratuliere...“ Ein Schatten von Verstimmung huscht über seine Züge... „Nicht doch“, wehrt er unmutig ab.„Wir beide wollen uns doch nichts vormachen. Die ganze Sache war ein Mißgriff. Diese Modernisierungsversuche sind und bleiben ein Unfug. Schon während der Proben wurde mir das klar, aber da konnte ich nicht mehr zurück. Jedes Kunstwerk ist nun mal organisch mit der Geschmacksrichtung seiner Entstehungszeit verwachsen. Und als solches geschlossenes Ganzes muß es auch in „Warum ist Dahlen nicht sich vor die Rampe gekommen?“ erkundigt sich Gigi streng, als wäre Irene für dieses Versäumnis verantwortlich;„die Leute waren so begeistert...“„„ 64 „Vielleicht ist er anderer Meeinung als die Leute...“ erwidert Irene leichthin. Sprechen.„„ Sie ihn heute noch? Gigis Gefrage beginnt Irene zu langweilen... „Unwahrscheinlich“, sagt sie zurückhaltend,„da er gewiß nach der Premiere mit den Künstlern zusammen ein wird...“ Scheinbar unbeteiligt hört Theres alles mit an... Es ist das erstemal, daß sie dieser Frau gegenübersteht, seit ihr Dahlens Vorliebe für sie bekannt ist. Sie bemüht sich, unvoreingenommen zu empfinden und die feindliche Regung zu überwinden, die Irenens Anblick unwillkürlich in ihr heraufbeschwört. Nicht ungerecht und mißgünstig werden... Die Frau trifft ja keine Schuld Irenens zwanglos unbefangenes Benehmen läßt sie den heimlich gehegten Verdacht, sie könnte durch Dahlen über alles unterrichtet sein, plötzlich als törichte Einbildung verwerfen. Und was geht sie schließlich, wie die Dinge heute nun mal stehen, die Freundschaft dieser beiden Menschen ans Trotzig gräbt sie die Zähne in die Unterlippe... „Besuchen Sie mich einmal“ preßt sie beim Abschied mit einiger Selbstüberwindung hervor, nur um derner Kledung. Rächtens lassen wie die Finger so was. Aber jetzt wollen wir essen... „Ich verstehe dich nicht. Das Publikum raste. „Weil es augenblicklich zum guten Ton gehört, über jeden Unsinn, der von mir stammt, in Raserei zu geraten. Sprechen wir nicht mehr davon...“ Irene sieht gut aus in ihrer weißen Charmeusetoilette. Auf dem Ringfinger trägt sie die Weihnachtsperle. Er bemerkt es und freut sich darüber. Er ist heute zugänglicher als sonst, weicher, gelöster.. Anregend plaudernd verzehren sie das erlesene kleine Menü, das r zusammengestellt hat. Lachend entsinnt er sich eines geglichen Zwischenfalles„hinter den Kulissen und inat ihn Irene humorvon zur Kenntnis. „Hast du viele Menschen getroffen!“ fragt er beig „Selbstverständlich Gigi...“ „Allein!“ entfährt es Dahlen gegen seinen Willen. „Mit der alten Erlaucht und der kleinen Feuchtinger.“ Er wirft Irene einen schrägen Blick zu.. Immer entdeckt man doch neue liebenswerte Eigenschaften an ihr... Wenige an ihrer Stelle hätten sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, in einer boshaft ironischen Form Kritik zu üben, zumindest die hämische Bemerkung fallen zu tassen, ob Premierenbesuche auch in so einem Stipendium mit einbegriffen seien. Irene denkt nicht an derartiges.(Fortsetzung folgt.) er ergötz! bringt ∆ läufig. Seite 8 Nr. 85 7 Bochumer Anzeiger, Dienstag, 13. April 1937 Deutsche Wirtschaft Die leuer burf en Erund stau senn! Eine Aeußerung des Preiskommissars Der Reichskommissar für die Preisbildung hat an den Zentralverband Deutscher Haus= und Grundbesitzervereine ein Schreiben über die Anwendung der Preisstop=Vorschriften für die Grundstückspreise gerichtet. Danach tritt bei Fehlen eines Preises am Stichtag, am 17. Oktober 1936, der normale Verkehrswert des Grundstückes nach dem Stand vom 17. Oktober. Bei Zweifeln des Käufers oder Verkäufers kann die Entscheidung der zuständigen Preisbildungsstelle eingeholt werden.„Im übrigen werden in nächster Zeit Anordnungen ergehen, die die Preisprüfung bei Grundstücksveräußerungen allgemein zu einem Zeitpunkt, der vor der grundbuchlichen Eintragung liegt, vorschreiben werden, damit Schwierigkeiten, die aus der Preisstop=Verordnung für die Rechtsgültigkeit der abgeschlossenen Verträge entstehen können, vermieden werden.“ Tagung westdeutscher Beamtenbanken Auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft der westdeutschen Beamtenbanken in Dortmund wurde davon Kenntnis gemacht, daß es in Deutschland zur Zeit etwa 50000 Genossenschaften gibt, die sich nach dem Gegenstand ihres Unternehmens in achtzehn Gruppen gliedern. Die Vermögenslage der Beamtenbanken könne als geordnet bezeichnet werden. Bankdirektor Dr. Bredenbreuker(Frankfurt) beschäftigte sich mit den Lehren aus dem Duisburger Bankenprozeß. Der Redner, der in Duisburg als Sachverständiger mitwirkte, führte aus, daß in diesem Prozeß nicht die Beamtengeldwirtschaft oder gar das Genossenschaftswesen auf der Anklagebank gesessen hätten, sondern es sei nur ein Prozeß gegen Personen gewesen, denen zwar der nute Wille nicht gefehlt, denen es aber an der nötigen diesem Prozeß die Lehre ziehen, daß an die Spitze solcher Unternehmen unbedingt Männer gehörten, die die nötigen Kenntnisse und Fahigkeiten hätten. Unser Schweinebestand Nach der Schweinezählung vom 3. März 1937 beträgt der Gesamtschweinebestand 22,62 Millionen Stück. Er liegt 1,4 Millionen Stück gleich 6,6 v. H. über dem Stand vom März 1936. Der Bestand an Schlachtschweinen und Jungschweinen ist danach als ausreichend für die Fleischversorgung in den nächsten Monaten zu betrachten. Fur die spätere Versorgung ist der Bestand an Ferkeln und trächtigen Sauen maßgebend. Er lag bei der Dezemberzählung 1936, wie im Bericht über diese Zählung festgestellt wurde, auf der für Deckung des künftigen Fleischbedarfs erforderlichen Höhe. Nach dem Ergebnis der Märzzählung ist er gesunken. Um nicht die Voraussetzungen für eine ausreichende Fleischversorgung 3. gesahleen,„s eine wellere Emsch des zu gefährden, ist eine weitere Einschränzung des Zuchtsauenbestandes unerwünscht. AEG. im Wiederaufstieg Bereinigte Bilanz Das abgelaufene Geschäftsjahr hat für die Allgemeine Elektrizitäts=Gesellschaft insofern besondere Bedeutung, als es die seit langem vorbereitete finanzielle Neuordnung brachte. Durch die Zusammenlegung des Aktienkapitals von 185 Millionen auf knapp 62 Millionen Reichsmark und anschließende Wieder=Erhöhung auf 120 Millionen konnte der aus der Krisenzeit übernommene Verlust von 57 Millionen Reichsmark beseitigt und darüber hinaus konnten flüssige Mittel für die Finanzierung des stark belebten laufenden Geschäfts bereitgestellt werden. Neue Mittel kamen weiter aus der im vergangenen Jahr aufgelegten 5prozentigen 25=Millionen=Reichsmark=Anleihe herein. Die Sanierungsbilanz schließt ohne Gewinn und Verlust ab, da der im vergangenen Geschäftsjahr erarbeitete Ueberschuß für Rückstellungen und Abschreibungen verwendet wurde. Aus der Umsatzziffer von 316 Millionen Reichsmark gegenüber 273 Millionen im Vorjahr läßt sich feststellen, daß die AEG. recht gut beschäftigt war. Durch Neueinstellungen ist das Konto Löhne und Gehälter entsprechend, und zwar auf rund 106 Millionen Reichsmark, gestiegen(im Vorjahr 88 Millionen). Wie im Geschäftsbericht hierzu bemerkt wird, konnten unter grundsätzlicher Beachtung der durch die einzelnen Treuhander erlassenen Tarifordnungen die Durchschnitts=Einkommen der Arbeiter und Tarifangestellten nicht unerheblich erhöht werden. Außerdem ermöglichte der bessere Geschäftsgang erstmals wieder die Zahlung einer Weihnachtsgabe. Das Bilanzbild spiegelt die gründliche Neuordnung wider. So wurden allein auf Grundstücke und Gebäude 20 Millionen Sonder=Abschreibungen vorgenommen. Auf Maschinen wurden über 9 Millionen Reichsmark abgeschrieben, so daß sie nur noch mit 5 Millionen zu Buch stehen. Das Konto Beteiligungen verringert sich in der Bilanz durch Rückstellungen und Abschreibungen von 105 auf 86 Millionen Reichsmark. Für die Aufgaben der kommenden Zeit ist die Gesellschaft durch ein stark erhöhtes Bankkonto von 84 Millionen Reichsmark gesichert.(Ende des Vorjahres 11 Millionen.) Diese flussigen Mittel stammen hauptsachlich, wie eingangs betont, aus den durch die finanzielle Neuordnung hereinkommenden Gelder. Auf der anderen Seite sind die Bankschulden der AEG. gegenüber dem Vorjahr kräftig abgebaut, und zwar gingen sie von 38 Millionen auf 23 Millionen Reichsmark zurück. Der Auftragsbestand, mit dem das Unternehmen in das neue Geschäftsjahr hineingegangen ist, liegt bedeutend über Vorjahrshöhe. Auch das Ausland ist mit mehr Aufträgen beteiligt, wobei bemerkt wird, daß auch die Preise sich auf langsam steigender Linie bewegen. Für das laufende Geschäftsjahr hofft die Verwaltung, im Hinblick auf die zufriedenstellende Entwicklung, eine Dividende verteilen zu können. Tausenomartscheine in Koufutter Jeder von uns hat mehrere Tausendmarkscheine im Futter seines Rockes eingenäht. Leider sind es aber nicht bereits fertige, knisternde Reichsbanknoten, sondern es ist nur der Rohstoff für künftige, den wir stets bei uns haben. Es sind dies die aus bester Leinwand bestehenden Futtereinlagen, die später, wenn unser Anzug zum Lumpenhändler wandert, in einer Papierfabrik zu bestem Banknotenpapier werden. Wenn auch die übrigen Teile unserer Bekleidung keiner so„angesehenen“ Zukunft entgegengehen, sind sie doch auch wertvolles Rohmaterial. Für über 100 Millionen Reichsmark Lumpen laufen in Deutschland jährlich durch 6000 Sortierbetriebe mit 25000 Angestellten. Mit flinken Händen ordnen diese die durch den Kleinhandel aus Haushalten, Konfektionshäusern und Schneidereien angelieferten Ballen nach Rohstoff, Farbe und Stoffart in Körben. Je nach der Qualitat erfahren diese Stoffreste dann in ihrer weiteren Verarbeitung eine verschiedene Behandlung. Die minderen Sorten werden in großen Zubern mit einem Spezialmittel gewaschen und desinfiziert, während die für die Tuchfabrikation bestimmten besseren Qualitäten auf chemischem Wege von allen etwa noch vorhandenen nichtwollenen Beimengungen befreit werden. Mit rasender Schnelligkeit zerfasert dann die Zerreißmaschine die gereinigten Lumpen. Die so gewonnenen Fasern kommen entweder in die Spinnfabrik oder dienen als Fullmaterial für Matratzen und Steppdecken. 6/5 prozent Daimler=Dividende 295(226) Millionen Reichsmark Umsatz 1936 Die Daimler=Benz AG.(Stuttgart Berlin) konnte 1936 ihren Umsatz auf 295(im Vorjahre 226) Millionen steigern. Die Ausdehnung des Geschäfts ermöglichte wiederum die Neueinstellung von vielen Arbeitskräften. Die gesetzlichen und freiwilligen sozialen Leistungen stiegen auf 7,97(6,36) Millionen Reichsmark. Der Export konnte gegenüber dem Vorjahr erheblich gesteigert werden. Die Neuinvestitionen beziffern sich auf rund 21 Millionen Reichsmark, wie im Vorjahre. Nach Abschreibungen, zum größten Teil auf kurzlebige Gegenstände, in Höhe von 21,7(20,5) Millionen Reichsmark verbleibt einschließlich Vortrag von 378 759(888 245) Reichsmark ein Reingewinn von 6,23(4,11) Millionen Aus Westfalen und Rheinland Die Gesirkalschen=Mirleltkreine Wege zu neuem Miet= und Köln, 11. April. Zum erstenmal hielten in Köln in der Bürgergesellschaft die im Gauverband Rheinland=Westfalen nach der gesetzlichen Neuregelung zusammengeschlossenen Verbande Rheinland, Westfalen und Bergisches Land des Bundes Deutscher Mietervereine ihre Arbeitssitzungen ab. Vertreten waren 119 durch das Reichsgesetz vom 7. März 1935 anerkannte Mietervereine. Auf den Sitzungen, an denen auch der Fuhrer des Bundes Deutscher Mietervereine, Rechtsanwalt und Notar Groß(Dresden), teilnahm, wurden alle Fragen des Mieterschutzes, der Mietsgesetzgebung und des Siedlungswesens durchgesprochen und die Richtlinien für die Arbeit der Mietervereine ausgegeben. Die Arbeitstagung fand ihren Abschluß durch eine festliche Veranstattung des Gauverbandes RheinlandWestfalen, die überaus zahlreich besucht war. Der Versammlungsleiter Henseler(Köln) begrüßte eine große Anzahl von Ehrengästen, u. a. Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht und der staatlichen und Kommunalbehörden. Sein besonderer Gruß galt dem Bundesführer Rechtsanwalt und Notar Groß(Dresden). Bundesführer Groß hielt anschließend einen aufschlußreichen Vortrag über das Thema: „Wege zu einem neuen Miet= und Wohnrecht.“ Die Rechtsnot der Mieter, so führte er u. a. aus, sei alt. Sie habe sich in dem Maße verstärkt, in dem die Entwurzelung des Menschen vom Boden Fortschritte machte, und erlebe in der modernen Zeit als Folge fortgeschrittener Industrialisierung ihren Hohepunkt. Erst das neue Deutschland habe das Steuer dieser verhaugnishollergn Entwigklung herumgeworfen. Nur ein Volk, bessen Wirtschaft unter dem großen Leitgedanken „Gemeinnutz geht vor Eigennutz stehe, sei im Stande, mit einem neuen Recht den Ausgleich zwischen denjenigen herbeizuführen, die den Boden besitzen, und denjenigen, die auf seine Mietung angewiesen seien, und so einem Kampf ein Ende zu bereiten, der bislang als naturgemäß und notwendig erschienen sei. Drei große Gesichtspunkte müßten das neue Mietrecht beherrschen. Die Spekulation aus dem Besitz eines Monovolgesetzes, wie es der Grund und Boden sei, müsse verhindert werden, d. h. die Höhe des Mietzinses müsse geprüft werden können. Der Vermieter solle selbstverstandlich die gerechte Miete erhalten, aber auch nur die gerechte Miete. Hier habe die Stopverordnung bereits eine fühlbare Vorarbeit getan. Der Vermieter dürfe auch nur aus wichtigem Grund kündigen können. Zur Vertiefung dieses Gedankens habe das Gesetz vom 18. April 1936 schon in besonderem Maße beigetragen. Nicht nur Rechte und Pflichten zwischen Vermieter und Mieter müßten neu geregelt werden, sondern auch die Rechte und Pflichten der Hausgenossen untereinander. Mit einem solchen neuen Recht werde die gerechte Grundlage für die gute Hausgemeinschaft geschaffen sein. In Verbindung mit den großen Gesetzen über den Erbhof und die Ordnung der Nationalen Arbeit werde dieses neue Recht einen weiteren Baustein zum Gebäude der Volksgemeinschaft beitragen, die wir alle anstrebten. In einer Schlußansprache wies Gauinspekteur Merzenich auf die große Beachtung, die die Partei der Frage des Wohnens seit der Machtübernahme geschenkt, und auf die vielfachen Erfolge hin, die das Dritte Reich in der Durchführung des Siedlungsprogramms erzielt habe. Drei Motorradfahrer verunglückt Soziusfahrer getötet Walheim(Landkreis Aachen), 12. April. Auf der Hauptstraße wollte ein Motorrad mit Beiwagen ein Pferdefuhrwerk in dem Augenblick überholen, als auf der linken Seite der Straße eine Kleinbahn herankam. Durch eine plötzliche Richtungsänderung des Fuhrwerks streifte das Motorrad das Fuhrwerk und überschlug sich. Der Fahrer, der Insasse des Seitenwagens schlug sich. Der Fahrer, der Insasse des Seitenwagens und der Soziusfahrer— bei den beiden letzten handelt es sich um Brüder— wurden mehrere Meter weit über die Straße geschleudert. Während der Fahrer und der im Seitenwagen sitzende Mann nur mit geringfügigen Verletzungen davonkamen, erlitt der Soziusfahrer so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf starb. Bei dem Getöteten handelt es sich um einen Zollbeamten aus Walheim, der einen in Paderborn dienenden Bruder besuchen wollte. Der Motorradfahrer wurde bis zur Klärung der Schuldfrage von der Polizei festgenommen. Mit Messern und Heugabeln Erbstreitigkeiten: 4 Schwerverletzte Neuß, 12. April. In der Ortschaft Busch bei Kapellen kam es am Sonntag abend zwischen fünf Brüdern, die im früheren elterlichen Haus zu einer Erbauseinandersetzung zusammengekommen waren, zu einem Streit. Das Haus war schon seit einiger Zeit in den Besitz des ältesten Bruders gekommen, und es handelte sich jetzt noch um die Verteilung von Ländereien und des Inventars. Als schließlich einer der Brüder dem Aeltesten unehrliche Absichten vorwarf, kam es zu Tätlichkeiten, die nachher in der Scheune ihre Fortsetzung fanden. Mit Messern und Heugabeln gingen die Brüder aufeinander los. Der älteste Bruder flüchtete schließlich, aber auch jetzt nahm die Auseinandersetzung kein Ende. Nachbarn, die auf den Lärm hin hinzueilten, bot sich ein schreckliches Bild. Sämtliche vier Brüder hatten schwere Verletzungen davongetragen und mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Da die Beteiligten noch vernehmungsunfähig sind, konnte die Polizei bisher keine näheren Feststellungen treffen. Der Jugend würdige Heimstätten Kundgebung des Landesverbandes Westfalen der Deutschen Jugendherbergen. Münster, 12. April. Im Anschluß an eine zweitägige Besichtigungsfahrt der westfälischen Presse zu einigen westfälischen Jugendherbergen fand am Sonntag morgen als Auftakt zu dem am kommenden Samstag und Sonntag stattfindenden Reichsopfertag für das deutsche Jugendherbergswesen im Rathaussaal der Stadt Münster eine Kundgebung des Landesverbandes Westfalen im Reichsverband der Deutschen Jugendherbergen statt, auf der Gauleiter Dr. Meyer und Gebietsführer Langanke über die Notwendigkeit der Heimbeschaffung für die deutsche Jugend sprachen. Nach kurzen Begrüßungsworten des Leiters des Landesverbandes Westfalen, Grimmelt, nahm namens des Oberbürgermeisters der Stadt Münster Schulrat Glowski das Wort, der seiner Freude über die bisherigen vorzüglichen Leistungen des Landesverbandes Westfalen Ausdruck gab und seiner weiteren Arbeit einen vollen Erfolg wünschte. Gebietsführer Langanke wies darauf hin, daß der heutige Taa als Auftakt zu dem großen Sammelund Opfertag des deutschen Volkes für das Jugendberbergswesen und die Heimbeschaffung der nationalsozialistischen Jugend anzusehen sei. an dem es darauf ankomme, allen Volksgenossen die Notwendigkeit vor Augen zu führen, der Jugend würdige Heime zu schaffen. Es gelte, der deutschen Jugend den Stempel eines einheitlichen deutschen Gesichtes aufzudrücken, und dieser Wille musse seinen sichtbaren Ausdruck finden in den Räumen, in denen die deutsche Jugend heute erzogen und geleitet wird. Reichsmark. Der HV. soll vorgeschlagen werden, dem im Vorjahre gebildeten Unterstützungsfonds für die Gefolgschaft rund 1,5 Millionen Reichsmark(im Vorjahre aus den Gewinnen aus 1934 und 1935 je 750000 Reichsmark) zuzuweisen und einen weiteren Betrag von 2,5 Millionen Reichsmark einer neu zu bildenden Sonderrücklage zu überweisen. Auf die Stammaktien soll eine Dividende von 6,5 Prozent(im Vorjahre 5 Prozent) verteilt werden, wovon 0,50 Prozent an den Anleihestock abgeführt wird. Der bisherige Verlauf des neuen Geschäftsjahres lasse wiederum ein befriedigendes Ergebnis erhoffen. Die Kennziffer der Großhandelspreise stellte sich für den 7. April 1937 wie in der Vorwoche auf 106,2(1913 gleich 100). Die Kennziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 104,8(plus 0,8 v..), Kolonialwaren 94,8 (plus 0,1 v.., industrielle Rohstoffe und Halbwaren 97,8(minus 04 v..) und industrielle Fertigwaren 123,6(minus 0,1 v..) Die Kennzahl der Großhandelspreise stellt sich für den Monatsdurchschnitt März auf 106,1(1918= 100); sie ist gegenüber dem Vormonat(105,5) um 0,6 vom Hundert gestiegen. Diese Erhöhung ist hauptsächlich durch die monatliche Staffelung der gesetzlichen Erzeugerpreise einiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie durch die— vom Weltmarkt ausgehenden— Preissteigerungen für Einfuhrwaren bedingt. Der Firmenname der Rheinisch=Westfälischen Werkswohnungs=AG. in Essen, der Werkswohnungsgesellschaft der Vereinigten Stahlwerke, ist durch HV.=Beschluß geändert worden in„Rheinisch=Westfälische WohnstattenA6.— Der Reichsminister der Justiz veröffentlicht im „Reichsgesetzblatt“ eine 14. Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über die Kapitalherabsetzung in erleichterter Form, wonach die Fristen, bis zu deren Ablauf diese Kapitalherabsetzung beschlossen werden kann, bis zum 30. September 1937 verlängert werden. Bei der Allianz= und Stuttgarter Lebensversicherungsbank AG. wurden im Monat März in der GroßLebensversicherung 27 Millionen Reichsmark Versicherungssumme beantragt, in der Klein=Lebensversicherung und Kollektiv=Sterbegeld=Versicherung 8 Millionen Reichsmark Versicherungssumme, so daß der Antragszugang des Monats insgesamt 35 Millionen Reichsmark Versicherungssumme betragt. Börsen sestel Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse eröffnete die neue Woche auf den Aktienmärkten in recht fester Grundstimmung. Bei zahlreichen Werten ergaben sich Besserungen von über 1 Prozent. Rhei1 Pfund: 12,21½(Samstag 12,21½) Rm. 100 Dollar: 249,20(Samstag 249,10) Rm. 100 holl. Gulden: 136,38(Samstag 136,37) Rm. 100 franz. Frank: 11,12½(Samstag 11,18½) Rm. Franken: 56,71(Samstag 56,69) Rm. 9 4 100 ital. Lire: 13,10(Samstag 13,10) Rm. tkohle plus 2, Siemens plus 2¾ Prozent. Der Kuxenmarkt war fest und reger. Kohlenkuxe erneut bevorzugt. Der Rentenmarkt lag fest. Altbesitz zu letzten Kursen gefragt, ebenso Stadtanleihen. Fest verkehrie auch der Freiverkehrsmarkt. Lothringen bei höheren Umsätzen bis 1½ Prozent gebessert, Genußscheine 2 Prozent höher. Der Verlauf war weiter fest und etwas reger. Berliner Börse Die Börse begann die neue Woche in ziemlich lebhafter und fester Haltung. Der flüssige Geldmarkt wird als Grund hierfür angegeben. An den Aktienmärkten lagen Montanwerte zunächst etwas vernachlässigt, holten später jedoch, als die Befestigung auf den anderen Märkten offenbar wurde, auf: Braunkohlenwerte leicht befestigt. Daimler gewannen 4 Prozent. An den Anleihemärkten Altbesitz weiter fest. Pfandbriefe und Kommunalobligationen standen im Vordergrund. Bei Pfandbriefen mußte in größerem Umfange repartiert werden. Der Verlauf war freundlich. Montanwerte holten weiter auf. Die Börse schloß ziemlich fest. Die Kursgewinne gegenüber dem Anfang waren recht unterschiedlich, aber gewöhnlich lagen sie nicht über 1 Prozent. Harpen und Buderus etwa 1¼ Prozent über Anfang. Privatdiskont 3 Prozent. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. An der Börse blieb die Haltung fest da kleine Kundschaftsaufträge vorlagen, während die Kulisse etwas Zurückhaltung übte. Die Berliner Schlußkurse waren vorwiegend behauptet. Das Geschäft vermochte sich im Verlause nicht zu beleben, die Grundstimmung blieb aber fest. Die Kurse kamen größtenteils gut behauptet gegen den Berliner Schluß zur Notiz. Die Auslandsbörsen Newyork: Schwach. London: Nachgebend. Amsterdam: Abgeschwächt. Paris: Schwach. Brüssel: Schwach. Zürich: Behauptet. Wien: Freundlich. Mailand: Träge. Getreidegrotmarkt zu Berlin Amtl. Preise, Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hater märk. Weizenm. Auszm. (0. 820 Asche) * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 12. April: 88 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent, in Blöcken: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz od. Draht: 148 Reichsmark für 100 Kilogramm. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 12. April Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notierungen 12. 4. 12. 4. 12. 4. J 10. 4.„ 12.4,/12. 4. 112, 4. 10. 4. Dir Anfang Schluß, Kassa Schluß) psv. Anfang Schlus Kassa Schlus Ubesln 5% Hloesch Rlf. 6% KrupO RM. 6% Mittelstahl Bemberg Berger Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlanten Otsch. Erdöl D. Reichsb. V. Dortm. Union I. 6. Farbenind. Feldmöhle Felten& Guille Goldschmidt Herpen 122.50 — 101.75 96.62 1112.50 6/146.00 4 126.00 147.75 123.75 149.87 126.75 206.00 170.00 140.62 140.87 134.37 159.25 122.12122. 101.75101. 98.50 98.50 001 51101 * 112.50 146.00 146.00 127.50 127.75 147.75 148.00 124.00124.00 149.75148.87 126.75/126. 170.00s1700 —.—110 142.25142.25 134.75 100.00160.37 122.25 75 98.25 75117 112.25 145.00 125.25 147.75 129.25 149.25 126.75 168.62 140.25 139.00 135.00 1159 90) Hoesch Köln-N. 381 Kali-Aschersl. 5 Klöckner-W. Mannesmann 3 Masch. Untern. 5 Reichsbank /12 Rhein. Braunk. 12 Rhein. Stahlw. 6 Rh.-.-Elek. 6 Salzdetfurth 74 Schuckert& Co. 6 Siemens& Hal. 8 Gebr. Stollwerk 6 Ver. Stahlwerke 35 Westd. Kaufhofl 0 Westeregein. 5 Wintershall 6 119.00 119.50 119. 123.62 124.50124.( 124.871125.75125.8 120.12s121.00120 148.87149.75150 197.12/197.00197. 229.50 228.00 228 161.50 161.00 160. 127.00127.75127.6 164.50 166.00164.5 166.00166.50166.3 196.50198.75198. —.—119.50119. 116.75 117.37II. 59.00 59.00 59.1 122.62/123.25123. 130.50131.25130. 37/118.75 001123.50 87/125.00 871119.75 00|148.25 001196.00 00 871160.50 62|127.50 50/164.00 371166.00 50/195.37 629119.50 37/116.75 12 59.25 00|123.25 .37|130.62 Stolnkohlen-Kuxe 12. 4. 10. 4. Geld Brief Geld Brief Carolus M. 7000 7400 6900 7250 Const. d. 6. 9400 9900 9300 9700 Deutschl. 425 455 430 460 Schworig.—--! Heinr. 1 4700 15300 1460015300 Langb 1710017900 17500— Braunkohlen-Kuxe Gute Hoff. 7600 8050 7600 8000 Leonh.— 13400—.— Michel)— 18000— 18000 Vesta 1270013400 12700 13250 Bernharern. 1600 1700 1623/1725 Kall-Kuxe Beienrode 1 1701210 11160/1210 burback pondesoogssebscelt Neu-Staßf.——-— Siegtr. is..—--Wth. 15800 16500 15600 16300 Preisorkehr Steinkehlen- u. Braunk.-Keue 12.4. 10.4. Geld Brief Geld Briefl Dierg. 10800 11000 1042510925 Westtalen 875—1 873— Sellerh.— 4800—— Kall-Kuxe 12.4. 10.4. Geld BrieflGeld Briefl 8700 Braunschul KEingket Erichsseg1— 8800— 3300 Habigh. 260028002650 2850 Sisenburg 290— 290— Mariagl. 7350 77507300700 Marie[2900310029003100 Marie L. 2900 310029003100 Max 2900310029003100 Neusollst. 2600 2800 2600 2800 Reicheld.— 350— 350 Thöringen———— Jodestriechtten geinheftet.) Balcke Masch Berg. 6. Dahl. V. Bonner Bg. u. H. Bösp. Walzw. Dwv. 112..19. 4, 103.3102.7 S 151.1131.0 6 149.0149.0 Braunk. Zuk. Dortm. Ritterbr. Düss. Hoef.-Br. Düss. Masch. B. Oynamit.Nod. Eschw. Berg. V. Ewald--Ludu Glas- u. So. S. Glückauf-.46. Gebr. Goedb. 46 Hallesche Salz. Hilges Hindr.-Aufferm Hochtief 46. Kabelw. Rheydt Kall-Chemie W. Krettt.. H. Lehm& Co. Mülheim. Berg Rhein. Metall Rhein. Spiegel. Roodergr. Brnk Sachtl.AG. Bgb. Schieß-Detries Schleg. Scharp. Ver. Rumpus Waggonf. Uerd. Wasserw. Gels. Bankaktien Berlin.Hand. 6. Com.-.Pr.-B. O. Bank u..-6. Dresdner Bank Rh. W. Bb. Cr. B. Westd. B..-A. 12../10 4. —. 143.0 117.0117.0 135.0135.2 135.0135.2 90.0 90.0 274.0253.0 124.5122.8 167.0165.2 143.0 152.5149.2 149.8147.5 193.5193.5 Gladb. Feuerv. Köln Hagelv. Köln. Lioyd A. V. Köln Rückv. gr. Köln. Rückv. kl. Rentenwerte 45Rb.-.-.4. 6. 12.10 99.0 98.7 59 dto. dto. S. 11 4 dto. Gold.-Kom 1926, 1927 S.—6 “ Wo. Bod. Gpfb. Em. 3. 9/12, 14 45 dto. Gold-.-Obl. 90.5 79.0 141.5 102.0 99.5 140.7 Adler Alexand Burd. K. 133.6 155.0155.0 95.0 95.0 113.3113.2 117.7/113.2 103.5/103.21 135.0s134.1 —. 1114.8 Versicherungeaktien Asch.-Mönch. F 32 1130 1130 Aach. Röckvers 14.8237.0237.0 #grpp..,..)— 410.04 10 gfflllg ul. S Sste V-43993 V. Stung. Alli-u. St..-V. Colonia,.-V. K. — 410.0410.0 .2294.0254. .6206.0209. .4/135.0135. Gelenie Rückv.— 1265.0265.0 Div. 12. 4. /10. 4. 40 820.5820.0 8 265.0265.0 6[120.0120.0 — 79.0 79. 101.21013 96.7 99.0 96.7 97.0 Freiverkehre-Aktien 12. 4. Geld Brief 10. 4. Geld Brief 66.0 68.0 65.5 67.5 64.0 66.0 64.5 66.0 BOtt.-W—. 95.0—. 95.0 Dol.Bas. 87.5 90.5 87.0 89.0 Oyckern 137.0140.0135.0138.0 Eise C. 133.0136.0131.5134.5 Goedh.N Hann. K. 77.8—. 78.0 Nomb. DM 132.0136.0126.5133.0 Kortum 64.0—. 64.0— .-Fälz. 101.0 1 04.O 100. 0102. 5 Lothrin 122.0126.2121.0124.7 Lothr. 6. 84.0 86.0 82.0 84.0 urh. Berg—. 108.8—. 106.5 an. Lino Str. 5. Nia. 98 5102.0 97.0100.5 w. Kopf. 113. S 116. S 112.5115.0 . 16 vr. Siea—. 142.0—. 142.0 Senerpriecheles ab f. 4. 1994 I. 4. 1935 I. 4. 1936 " I. 4. 1937 1. 4. 1323 12..10 4. 103.0 107.0 111.0 115.3115.3 115.0115.0 Berliner Börse, 12. April Mitgetellt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum 0120.5 7/206.2 .5 Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Einheitskurse Industriewerte 12. 4. Zeiumzletoren AkU A. E. 6. Anhalter Kohle 42.0 122.0 Aschaff. Zellstoff 3139.8/138.0 12209. 0 43.0 4123.71 10.4. Dittmann Neuh. 3125. Otmd. Akt.-Brau. 10— Union-Brau 12205. Dürener Metall 6149. Oyckersh. Widm Dalcke 0 Basalt Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Kr. u. Licht " Maschinend. Buderus #8P. Waser Chem. Geisenk. Conti Summi OPgaie dem ursch. Atlant. Otech. Conti 6as " Kabe " Linoleum " Steinzeug " Tel. u. Kad. " Watten " Eisenhand Dierig 103.5102.7 0 28.0 27.3 6147.7143.5 0113.0112.2 6/147.8145.2 4130.0 8166.0165.6 6/146.0142.0 4127.8125.0 113.2 113.0 195.5195.7 5136.5133.5 124.6 115.2 10178.5 144.5 6166.0165.5 6156.0155.7 H glektr. Lieferg. S" Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Union Feinjute %6as 4ce. verman. Cem. Ges. f. ei. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Gruschw.Textll Quenowocke jackethal Draht Hagede Hamb. Elektr. Hindr.-Aufferm. Hoftmann Stärke Hohenlohewerke Hotzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. Ise Bergbau Jiee Genus senbeck Brau. Junghans Gebr. 6134. 7151. 0 85. 6/123. 7134.0 5149.0 5 85.1 0122.8 8157.0— 4118.0117.7 6149.7 8162.0— 54 117.0 117.0 5119.|119.7 85136.0 6/124.3 8148.1 8153.5 135.5 126.3 148.1 152.0 89.0 152.0152.0 88.8 K Sane Kolner Gas Kreftt W. Kromschroeder Kronprinz Metall Itüggerbuseh Jahmeyer I Laurahdtte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Lorenz C. M e Monte Mlag Mimosa Mölneimer Berg. grenst. 4 Koppel Usnabr. Kupfer Ponge 4 Zohn APein. G. Werte Rhein.-W. Kalk Niebeck Montan Rütgemuache s sasen Sarorti Schlegel Schles. Berg. u. Z. Berg. Beuth. " Elekt. u. 6as Schub.& Salzer Schultheis-Patz. Siegersdorfer W. Siemene Glas 168.5175.0 145.0149.3 4130.2126.8 6146.3147.7 3 81.5 81.0 0 80.5 79.7 5115.5115.0 74152.5152.5 6125.5125.2 0 19.5 18.7 4136.8134.0 8179.5177.0 8— 9—. 8—. 197.0 4131.0128.5 8150.0147.5 6177 9177.0 92.6 10—. 142.7 .2119.0 147.0 4122. 7143. 6153 4 5131. 4122. 91.2 105 146. 102.01010 0121.5 2143.0 0153.5 S 96.7 7131.0 B122.0 Siem.& Halske Stollberg. Zink Thöringer 6as Tuch Aachen Union chem. ger. Otsch. Nickel Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht wrgge 4 co. wanderenw Warsteiner Grub. Westfalen Draht Wickdler Brau. 9199.0195.7 92.5 7 140.0148.5 100.8100.0 8160.0159.0 0— 7 143.5142.5 6/143.5143.5 116.3117.7 9—. 177.71 102.7 103.5 5140.7—. 6—.— Verttchranerte A. 6. für Verkehr Boch.-Geisenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Södamer. Norod. Lioye 0133.0131.2 0 47.5 46.7 0 16.6 16.7 0 44.0 44.2 17.0 17.2 Besionnerte 45 Dt. R. Schatz. 41 4 Ot. R. Anleihe 44 55 O. R. Vounganl 4 Reichsbahn Sch. Westtalen Altbesitz 45 Bochumer Anl. 45 Ouisburger Anl. 45 Oüsseldorfer Anl. 99.71 98.7 103.8 98.8 126.0 97.0 99.7 98.81 104.2 99.8 126.0 96.5 97.21 4 Elberfelder Anl. 45 Essener Anl. 45 Mölb.-Ruhr Anl. 45 Ruhrverbd. Anl. 36 45 Pr. Ldpf. A. Pfd. 45 Ldbk. Westf. Pfd. #5 Ldbk. Westf. Kom. 4101. Komm. Goldan. 45 Westf. ldsch. Pfol 440t. Hyp B. Bin. Pfd. ## Pr. Centr. Bod. Pfd. 44 Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. 45 Basalt Obl. 6 Concord. Berg. Obl. 6 Daimler Benz Obl. 6 Klöcknerv. Obl. 6 Mont Cenis Obl. 45 Ver. Stahl 80 45 Ver. Stahl 47/ 81 .Ver. Stah 6 Siem. amp; H. Obl. 6 Farbenbonds Umschuld. Anleihe R. Schuldb. F. 39 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 43/8 5 Essen. Steink. 42 45 Harpener 49 45 R. W. E. 52/8 5 R. W. E. 50 45 Ruhrchemie 49 ½5 Ruhrgas 53 45 Ruhrwasser 53 45 Ruhrwohng. 58 45 V. E. W. 52 97.2 96.7 96.7 —. 90. 99.1—. 96.7— 93.7 96.7 97.5 97.2 99.0 99.0 98.8 96.7 99.0— 99.7 99.7 104.2104.6 105.5105.5 —. 102.2 97.2—. 96.7 102.0 173.0— 133.7133.1 91.092.0 12..12. 4. Geid Srisf 100.1 99.6 99.11—. 98.8 99.6 101.0— 97.0 98.5 97.0 90.2 101.0— 96.5 90.0 96.0 99 5 96.2 97.5 97.5 99.0 95.8 97.9 Westtalenbank.-G. Bochum Austührung sümtlleher Bankgesenatte Seite 9 Nr. 85; Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 13. April 1937 Tuenen und Sport eden, dem im r die GefolgVorjahre aus 000 Reichstrag von 2,5 den Sondertien soll eine 5 Prozent) den AnleiheVerlauf des befriedigendes stellte sich für 106.2(1913 ippen lauten: alwaren 94,8 d Halbwaren Fertigwaren stellt sich; für 918= 100); um 0,6 vom hauptsächlich setzlichen Errzeugnisse soden— Preisischen Werksnasgesellschaft =Beschluß geWohnstattenfentlicht im ur Durchführabsetzung in bis zu deren issen werden ert werden. ebensversichein der Großtark Versicheisversicherung 8 Millionen der Antragsonen ReichsDüsseldorf den Aktien= Bei zahlreichen Prozent. Rhei½) Rm. ) R m. 136,37) Rm. 11,18½) Rm. ig 56,69) Rm. .00) Rm. 0) Rm. Prozent. Der ure erneut belltbesitz zu letzFest verkehrte ngen bei höheßscheine 2 Proest und etwas emlich lebhafter oird als Grund rkten lagen holten später Märkten offenstigt. Daimler ärkten Altnalobligationen mußte in gröerlauf war s. Die Börse tüber dem Anmnlich lagen sie etwa 1¼ ProProzent. ikfurt a. M. kleine Kundsse etwas Zue waren vorsch im Verlause aber fest. Die n den Berliner n wach. ruptet. idlich. täge. Berlin onst per 100 kg .0 3S 0/34..36.0 33 0 35 0/33.-35.0 24.-26 0/24.-26.0 om 12. April: ium, 98 bis 99 iminium, Walz 17. Anl. NI. r Anl Anl. 36 I. Pfd. t. Pfc. f. Kom Joldan ch. Pfd In. Pfd. od. Pfd. k. Pfd. —. 97.2 96.7 96.7 — 99. 99.1 96.7—. 93.7 96.7 97.5 97.2 99.0 99.0 98.8 96.7 99.0 I. 99.7 99.7 .00l. 104.210. n2 Obl. 105.5105.5 —. 102. 97.20 98.7 102.0 173.0 133.7133.1 91.0 92.0 12../12. 4. Geid Brief 100.1 99.6 99.1 98.8 99.5 101.0 97.0 90.5 97.0 90.2 101.0 96.5 90. 96.0 99 5 96.2 97.5 97.5 90.0 95.8 97.0 sochum eschafte Der Reichssportführer zum Dankopfer der Nation Reichssportführer von Tschammer und Osten hat zum Dankopfer der Nation folgenden Aufruf erlassen: Unbeirrbar und in zäher Arbeit, Jahr für Jahr sortschreitend, führt die Bewegung die Einlosung der sozialistischen Versprechungen durch, die in ihrem Programm liegen. Nationaler Sozialismus denkt an den deutschen Arbeiter zuerst. So kann es keinen Zweifel darüber geben, daß das Dankopfer der Nation, das auch in diesem Jahre wieder die SA. im Monat April durchführt, auf das tiefste Verständnis und die größte Beteiligung im Volke stoßen wird. Alle Kräfte des Volkes dafür einzusetzen, daß dem Arbeiter ein würdiges Heim geschaffen werde, das der Bedeutung seines Werkes im Volke entspricht, ist eine der höchsten Aufgaben der kommenden Jahre. (gez.) v. Tschammer, Reichssportführer und SA.=Gruppenführer Mittelcuropa-Welteuropa am 20. Juni Das Fifa=Spiel endgültig in Amsterdam Die Verhandlungen über die Austragung eines Fußballspiels von zwei Auswahlmannschaften von Mitteleuropa gegen Westeuropa, dessen Ertrag dem FußballWeltverband zur Stärkung seiner finanziellen Verhältnisse zufließen wird, sind nunmehr endgültig zum Abschluß gekommen. Holland, das sich bereit erklärt hatte, die Durchführung des Spiels zu übernehmen, hat nunmehr seinen Standpunkt durchsetzen können, daß der 20. Juni Austragungstag des Treffens sein wird, nachdem die an dem Mitropa=Pokal beteiligten Landesverbände einen Beschluß gefaßt hatten, am 27. Juni zu spielen. Die Austragung des Spiels wird in Amsterdam im Olympischen Stadion vor sich gehen. Die Spielleitung wird bei einem holländischen Schiedsrichter liegen. Die 22 Spieler der beiden Mannschaften werden von dem Fußball=Weltverband(Fifa) ein Erinnerungsgeschenk erhalten. Charlton Athlefik gewann:2(:2) Frankreichs Nationalelf wieder geschlagen Wenig erfolgreich begann die französische Nationalmannschaft die neue Spielzeit. Auf die Niederlagen durch Belgien und Deutschland in Länderspielen folgte am Samstag in Paris eine neue durch die englische Berufsspielerelf von Charlton Athletic, die nach der Absage des Kampfes mit Italien eingesprungen war. Trotz eines schweren Meisterschaftsspiels am Samstag und ganz gegen ihre Gewohnheit, auf dem Festlande nur verhalten auf Sieg zu spielen, gingen die Engländer ganz aus sich heraus und gewannen mit •2(:). Ungarn lagt ab Keine Mannschaft beim Pariser Weltausstellungsturnier Nach Italien hat jetzt auch der Ungarische Fußballverband beschlossen, keine Mannschaft zum Pariser Ausstellungsturnier zu entsenden und auch keinen Spieler für das von der Fifa geplante Spiel Zentraleuropa— Westeuropa zu stellen. Die Ungarn geben an, durch Terminnot zur Absage gezwungen worden zu sein. Kunstlpringen im Mittelpunkt Westfälische Schwimmerprüfung in Erkenschwick— Bochumer Schwimmer gut vlaciert. Im Mittelpunkt des westfälischen Prüfungsschwimmens stand diesmal das Kunstspringen unter der Leitung des Reichstrainers Kefer. In einem fesselnden Kampf siegte schließlich der Osnabrücker Aderholt mit 118,29 Punkten vor Ernst(Iserlohn) 118.67. Dallmeier (Osnabrück) 84,30 und Lorenz(Erkenschwick), der es auf 79,97 P. brachte. In den schwimmerischen Konkurrenzen aab es schöne Kämpfe. Die Ergebnisse: Frauen: 100 Meter Kraul: 1. Lindner(Erkenschwick) 1,19: 400 Meter Kraul: Maus(Dortmund).35.2; 100 Meter Rücken: 1. Pletsch(Hamm) 1,25.2: Männer: 100 Meter Kraul: 1. Höhle(Witten) 1,03.4; 200 Meter Kraul: 1. Bachmann(Dortmund) .28.9: 400 Meter Kraul: 1. Bachmann(Dortmund) .18, 8. Scharfenbera(Bochum).56: 100 Meter Brust: 1. Romanski(Erkenschwick) 1,19.4, 2. Koch(Dortmund) 1,21,8, 8. Heinichen(TG. BochumEhrenfeld) 1,21,9: 100 Meter Rücken: 1. Waßmann(Gelsenkirchen) 1,18,7, 2. Lütgert(Dortmund) 1,19,3, 8. Wiener(Bochum).21. Hoffmann fiegte beim Radrennen in Gütersloh. Bei den Radrennen in Güterslob gewann Erwin Hoffmann(Westfalia Bochum) das Flieger=Ausscheidungsverfahren vor Mertens(Dortmund), Smits (Holland), Schievelhövel(Münster) und Schneider (Dortmund). Bochumer Handball Westfalia Bochum— BfTuB. Henrichshütte:17(:8) Der Hattinger Gruppenmeister, der schon des öfteren in Bochum sein Können zeigte, kam zu einem überlegenen Sieg. Das flüssige Angriffsspiel der Gäste brachte die Bochumer Hintermannschaft oft in Verwirrung. Westfalia versuchte zwar durch energische Gegenangriffe aufzuholen, doch die Stürmer verzettelten sich in Einzelaktionen. Die Hattinger hatten bei der Pause bereits einen klaren Vorsprung, um dann im zweiten Abschnitt mit neun weiteren Treffern ihre bessere Spielauffassung zu beweisen. Postsport Bochum— TuS. Bochum:8 Die spielerische Ueberlegenheit der Bochumer vermochte die Elf des Postsports trotz allen Eifers nicht wettzumachen. Der Gast, der bis zur Pause einen knappen Vorsprung hatte, baute diesen zu einem klaren Sieg aus. Ein Abkommen von großer Bedeutung Die Aillier-JugendternrBokeh Zwischen der Reichsjugendführung(Amt für Leibesübungen) und dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen(Reichsfachamt Boxen) ist folgende Vereinbarung über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Jugendboxens im Rahmen des vom Jugendführer des Deutschen Reiches mit dem Reichssportführer abgeschlossenen Vertrages vom 1. August 1936 getroffen 1. Es besteht Einigkeit, daß die Grundschule des Boxens für alle Hitlerjungen und in den Vereinen des Fachamtes Boxen zusammengeschlossenen Jugendlichen einheitlich sein muß. 2. Nach dieser einheitlichen Grundschule wird das Jungvolk durch die Boxlehrer und Uebungsleiter der einschlägigen Vereine des DRL. im Boxen unterrichtet. Die zustandigen Jungvolkführer setzen sich mit den für ihr Gebietsbereich wohnlich am aunstigsten gelegenen Verein des Fachamtes in Verbindung und vereinbaren mit ihm Zeit und Ort des Unterrichtes. Dieser erfolgt im Rahmen der Grundschule der Leibesübungen in den Uebungsstätten. Trainingsräumen usw. des Jungvolks, oder, wenn solche nicht vorhanden sind, in den Trainingsräumen des Vereins. Der Boxunterricht ist für alle Jungvolkangehörigen ab 18 Jahre Pflicht, sofern die Durchführung gewährleistet ist. Innerhalb der Grundschule für Leibesübungen können im Sommer ein Uebungsnachmittag und im Winter zwei Uebungsnachmittage vorwiegend mit der Boxschule ausgefüllt werden. Boxwettkämpfe sind für Angehörige des Jungvolks grundsätzlich verboten. Für Schauwettkämpfe im Rahmen einer größeren sportlichen Vorführung ist die Genehmigung des zuständigen KS.=Stellenleiters des Jungbannes auf Vorschlag des Kreisjugendwartes erforderlich. 8. Die im Jungvolk begonnene Ausbildung in der Borschule wird innerhalb der Grundschule für Leibesübungen der HJ. fortgesetzt. Für diesen Unterricht stellen sich die Boxlehrer und Uebungsleiter der zuständigen Vereine des DRL. soweit als möglich zur Verfügung. Die für das Deutsche Junavolk festgesetzten Uebungszeiten gelten sinngemäß für die HI. Doch soll der Boxunterricht der HJ. hauptsächlich im Winter durchgeführt werden. 4. Angehörige der HJ., die über die Grundschule des Boxens hinaus sich freiwillig zum Boxkampfsport melden, treten den Jugendabteilungen des zu ihrem Wohnort günstig gelegenen Vereins bei und obliegen ihrem Sport in den Uebungsstätten des betreffenden Vereins. Ihre Zulassung zu den Jugendkämpfen ist von einem Gutachten des Vertrauensarztes des betreffenden Vereins abhängig zu machen. 5. Jugendwarte der Vereine werden in Auswirkung des Vertrages vom 1. August 1936 in Zukunft nur noch im Einverständnis mit dem zuständigen HJ.=Führer bestellt. Sie sind von dem Vereinsführer mit der Durchbildung der Boxschule im Deutschen Jungvolk sowie in der HJ. und für die Ausbildung von jugendlichen Vereinsangehörigen im Boxkampfsport beauftragt und dem Vereinsführer für die enge Zusammenarbeit mit der 59. verantwortlich.„ 6. Der Deutsche neichsbund für Leibesübungen ist bestrebt, so viel als möglich Vereinsübungsleiter in der Grundschule des Boxens an der Reichsakademie zu schulen. Das Amt für Leibesübungen in der Reichsjugendführung ist bestrebt, in Zusammenarbeit mit dem Reichsfachamt Boxen des DRL. ein Lehrbuch für die Grundschule des Boxens so bald wie möglich heraus7. Ueber die Möglichkeit, den Vereinen eine kleine Anerkennungsgebühr für die Benutzung der Trainingsgeräte zu zahlen, erfolgt Vereinbarung zu einem späDer Chef des Amtes für Leibesübungen in der Reichsjugendführung:(gez.) Dr. Schlündex, Deutscher Reichsbund für Leibesübungen. J. u. Leiter des Reichsfachamtes Boren:(gez.) Dr. Metzner. Die Ss Auserwahten Segelflugmodell-Wettbewerb der Luftlport-Landesgruppe 10 in den Borkenbergen Die Luftsportlandesgruppe 10 des Deutschen Luftsportverbandes veranstaltete am Sonntag im Fliegerlager Borkenberge einen Segelflugmodell=Wettbewerb, der die Ausscheidung der 25 besten Modelle für den Reichswettbewerb, der bekanntlich alljährlich zu Pfingsten in der Rhön stattfindet, brachte. Die feierliche Flaggenparade um 8 Uhr früh bildete am Sonntag den Auftakt zu dem Wettbewerb. Gleich im Anschluß an die Flaggenparade setzte dann an den Startstellen, die teilweise an den Hängen der Borkenberge und teilweise in der Ebene lagen, ein lebhaftes Treiben der Jungflieger und DLV.=Männer ein. Schon bei diesen Starts, besonders den Hochstarts, ließen sich die Fortschritte erkennen, die der Modellflugsport im letzten Jahr erzielt hat. Gute Erfolge der Wattenscheider Die vorzügliche Schulung, die die Fliegerortsgruppe Wattenscheid den angehenden Fliegern im Modellbau zuteil werden läßt hat wieder einmal gute Früchte gezeigt. Alle beim Wettbewerb gestarteten Modelle konnten Erfolge erringen, so daß drei Modelle vier wertvolle Preise einheimsten. Auf Wattenscheider Flugzeugmodelle entfielen der 3. Ehrenpreis für Bau auf Modell„Moazagot 1“ der 3. Preis für Hang=Handstart auf Modell„Seeadler“ und der 1. Ehrenpreis im Hochstart auf Modell„Moazagot“. Alle diese Preise wurden in der Gruppe C(Flugzeugmodelle) errungen, und zwar von dem Erbauer und Besitzer E. Richter (Wattenscheid), der zusammen mit Studienrat Dr. Heymann Leiter der Baukurse der Ortsgruppe ist. Ferner erhielt noch einen Preis in der Klasse A(Bauplanmodell) der Untersekundaner Köhler vom Wattenscheider Gymnasium, so daß also alle gestarteten Waltenscheider Modelle erfolgreich waren. Die Bochumer Ortsgruppe konnte weniger gut abschneiden. Als Bester erzielte Radzewitz eine Zeit von 57 Sekunden, die jedoch nicht ausreicht, um mit in die Auswahl für die Rhön zu gelangen. S AuDT Die Punktelpiele der 1. Kreisklaffe Gruppe A: Phönix Bochum— Herne=Süd:7(:1) Es war für den Meisterschaftsanwärter aus Herne bestimmt kein Spaziergang, mit einem zahlenmäßig überlegenen Siege die Punkte aus Marmelshagen zu entfuhren. Mit Ersatz für Dolega und Stirnberg kämpften die Schwarz=Gelben eine Halbzeit lang überlegen, ohne allerdings dieses Plus zahlenmäßig ausdrücken zu können. Immer wieder war es die wuchtige Deckung der Herner, die die bestgemeinten Angriffe der schwarzgelben Fünferreihe durch entschlossenes Dazwischenfahren vernichtete. Es war Pech für die Platzleute, daß zu einer Zeit der Phönix=Ueberlegenheit der Führungstreffer der Gäste durch ein Selbsttor des rechten Verteidigers der Platzleute fiel. Nachdem der Marmelshagener Angriff eine Reihe ausgezeichneter Erfolgsmöglichkeiten vergeben hatte, war es endlich Kramp 1 vergönnt, den längst verdienten Ausgleich herzustellen. Im zweiten Akt wandte sich das Blatt zugunsten der energisch kämpfenden Herner. Die ersatzgeschwächte Deckung der Platzleute vermochte dem dauernden Ansturm der entschlossenen Herner Fünferreihe kaum standzuhalten. In wenigen Minuten hatten die Gäste einen Vorsprung von drei Treffern herausgeschossen. Die Platzleute waren rettungslos geschlagen, als die Gäste durch Seger auf:1 in Front zogen, wenn auch ein von Kramp II verwandelter Elfer den Kampfgeist der Marmelshagener ein wenig stärkte. Teutonia Riemke— SuS. Gerthe:0(:0) Mit dem knappsten aller Ergebnisse erkämpften die Leute aus dem Zillertal am Sonntag einen Sieg über die Gerther, der die Kette der letzten Mißerfolge kurz vor Toresschluß unterbrach. Wenn auch die Gerther den Riemkern eine ausgezeichnete Partie lieferten, so ist der Sieg der Riemker auf Grund der besseren Arbeit ihrer Läuferreihe als durchaus verdient zu bezeichnen. Der Kampf stand meistens im Zeichen zweier schlagsicherer Hintermannschaften die sich den Angriffen der Fünferreihen gewachsen zeigten. Es war Pech für den Gerther Angriff, die Riemker Abwehr in einer Form anzutreffen, die kaum zu überwinden war. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte wurden torlos die Seiten gewechselt. Es war klar, daß der erste Treffer bei der Gleichwertigkeit der Parteien den Kampf entscheiden würde. Mitte der zweiten Hälfte war das Spiel für die Gerther verloren, als der kleine Riemker Halbrechte Lorenz mit einem unhaltbaren Schrägschuß den Sieg der Riemker herausschoß. Wanne 1911— BfB. Gerthe:2(:0) Der Abstieg der Cranger ist nunmehr endgültig besiegelt. Die Mannschaft setzte sich zwar am Sonntag mit voller Energie ein, doch war alles Beginnen umsonst, die Gerther waren gewappnet und ließen sich das Heft nicht aus der Hand nehmen. Im übrigen zeigte die Wanner Mannschaft wenig Disziplin. Nicht weniger als zwei Spieler mußten auf Geheiß des Unparteiischen das Feld räumen und ein dritter Spieler ging freiwillig hinterher. Die Wanner hatten zwar in der ersten Hälfte einige Tormöglichkeiten, die aver der unsichere Sturm ausließ. Nach der Pause war etwa zwanzig Minuten gespielt. als Gerthe nach schöner Kombination zum ersten Treffer kam. Das zweite Tor schafften die Elfer für die Gerther. Ein vom Verteidiger zurückgespielter Ball verfehlte der Wanner Schlußzmann, so daß er ins eigene Gehäuse ging. Der Sieg der Gerther ist gerechtfertigt. Gruppe B: SC. Altenbochum— TuS. Altenbochum:2(:1) Das Lokaltreffen in Altenbochum zwischen dem SC. und Tus, 26 hatte zahlreiche Zuschauer angelockt, die Zeugen eines erbitterten Kampfes wurden. Für die Tus.=Leute war der Ausgang dieses Kampfes von ausschlaggebender Bedeutung. Die Mannschaft spielte mit großer Aufopferung und es gelang tatsächlich— wenn auch mit viel Glück—, die beiden wichtigen Punkte zu erringen. Besonders die Abwehr der 26er war auf der Hut. Ihr ist in erster Linie der Erfolg zu verdanken. Das Führungstor erzielte der TuS. etwa in der zwanzigsten Minute der ersten Hälfte durch den Mittelstürmer. Mit diesem Ergebnis wurden die Seiten gewechselt, obwohl die SC.er zeitweise sichtliche Vorteile hatten. Funfzehn Minuten nach der Pause wurde der Mittellaufer der Gäste im gegnerischen Strafraum hart angegangen. Der vom Schiedsrichter gegebene Elfmeter wurde vom Halbrechten der 26er zum zweiten Tor verwandelt. Erst zehn Minuten vor Spielende kamen die Platzherren durch den Halblinken zum längst verdienten Ehrentreffer. Spu Sp. Stiepel— Concordia Bochum:2(:2) Concordia konnte im Wiederholungsspiel den klaxen Sieg nicht wiederholen. Da beide Mannschaften in Sicherheit sind, bot das Treffen wenig Reize. Die Gäste leiteten das Spiel mit guten Leistungen ein. Sie vermochten ihrer spielerischen Ueberlegenheit mit zwei Treffern bis zur Pause Ausdruck zu geben. Nach, Seiten: wechsel ließen die Gäste nach. Die Platzmannsch#### cam besser in Schwung. Nach dem Gleichstand setzte ein harter Endkampf ein, den Stiepel knapp für sich entschied. Aus den Turn- und Sportvereinen Vereinsturnen des Turnvereins„Friesen“. 1887 e. B. Reges Vereinsleben herrscht beim Turnverein„Friesen“. Das kam so recht beim Vereinsturnen am Sonntag zum Ausdruck. Das Turnen erhielt eine besondere Note durch das 50jährige Bestehen des Vereins an diesem Tage. Es war für die technische Leitung des Vereins unter Führung von Heinrich Platzek eine besondere Freude, eine stattliche Teilnehmerzahl begrüßen zu können. Besonderes Interesse fanden die Kämpfe der Jugendturner und der Turnerinnen. Das Turnen der 1. Männerriege bewies, daß der Verein einen Stamm guter Kräfte besitzt. Das Turnen am Sonntag fand seinen Abschluß mit einer Feststversammlung im Vereinsheim Ising. Sieger in der Altersabteilung wurden Wilhelm Becker und August Faber mit gleicher Punktzahl: 68. 2. Georg Wolf mit 65½, 3. Willi Webel. In der Jugendklasse der Turner siegte Herbert Witt mit 84½ Punkten vor Haus Görtz mit 84 und Fritz Faust mit 82 Punkten. Im Achtkampf der Turner(Oberstuse) slegte Fritz Fladung mit 149½ Punkten vor Lingk mit 134½ und Bruno Wende mit 125½ Punkten.„Eine besondere, Leistung zeigte das Mitglied Schmioimann, der, vierzigjahrig, in dieser Klasse turnte. Da er aber außer Konkurrenz turnte, fiel ihm kein Sieg zu. Im Fünfkampf der Turnerinnen(Unterstufe) slegte Maria Wolf mit 86½ Punkten vor Nawrotzki mit 83½ und Stetza mit 81½ Punkten. Sieger bei den Turnerinnen(Oberstufe) wurde Frau Kraft mit 127 Punkten vor Luise Kirchner mit 126½ und Mia Gottschalk mit 112 Punkten. Die Turner der 1. Riege führten keinen Kampf durch, zeigten aber dafür ein Schauturnen, das bei den zahlreich erschienenen Zuschauern allgemeinen Beifall ausköste. Der Turn= und Sportverein Hamme 1883 hielt am 11. April seine Generalversammlung ab. Nach dem Eingangslied machte der Vereinsführer Wilhelm Mertens die Tagesordnung bekannt. Die einzelnen Fachwarte und=wartinnen gaben über den Verlauf des 1936/37 Berichte. Dem Vereinsführer und seinen getreuen Mitarbeitern wurde mit herzlichem Dank Entlastung erteilt. Es ergab sich die Nolwendigkeit, die Wahl eines neuen Vereinsführers vorzunehmen. Einstimmig wurde als neuer Vereinsführer Friedrich Kerßebaum gewählt, der nach einem Vortrag die Leitung übernahm.„Die tatsächliche Einsatzbereitschaft aller könne erst den Anforderungen der Zeit gerecht werden. Es gereiche einem jeden Turnbruder und einer jeden Turnschwester zur Ehre, sich an dem Aufbau des kulturellen Lebens zu beteiligen“, führte der neue Vereinsführer u. a. aus.„Alle Kräfte zum Segen des deutschen Volkes zur Entfaltung zu bringen, setze der Turnund Sportverein Hamme 83 sich zum unverrückbaren Ziel.“ Als stellvertretender Vereinsführer wurde W. Mertens und als Geschäftsführer W. Müller ernannt. Wegen seiner guten Bewährung in Kassenangelegenheiten wurde Johann Iffland als 1. Kassierer eingesetzt. Die übrigen Fachwarte wurden bis zur nächsten Versammlung bestätigt. Jahreshauptversammlung des Tv. Brenschede e. B. Der Tv. Brenschede hatte seine Mitglieder zur diesjährigen Jahreshauptversammlung ins Vereinsheim Stasius eingeladen. Vereinsführer Finke eröffnete die Versammlung mit einem kurzen Rückblick auf die Ereignisse des vergangenen Jahres. Besonders zu erwähnen sind einmal der große Erfolg bei den aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums durchgeführten Feierlichkeiten und dann weiter die im vergangenen Jahre weiter vorgetriebene Vereinheitlichung im deutschen Sportleben überhaupt. Anschließend verlasen die einzelnen Fachwarte ihre Berichte, woraus bervorging, daß im Tv. Brenschede ein reger Uebungsbetrieb herrscht, was vor allem für die Turnerinnen und die Frauenabteilung gilt. Die Kassenlage des Vereins ist als gesund zu bezeichnen. Mit der Leitung der Turnerinnenabteilung wurde Turnkameradin Toni Diederichs beauftragt. Die bisherige Leiterin der Frauen= und Turnerinnenabtetlung, Fräulein Becker, die sich im Verein große Verdienste erworben hat, mußte wegen Arbeitsüberlastung entlastet werden. Den wichtigen Posten als Leiterin der Frauenabteilung wird sie weiterhin beibehalten. Was das Handballspiel anbetrifft, so hat in letzter Zeit ein eifriges Training der jüngeren Mitglieder eingesetzt. In einer demnächst stattfindenden Turnratssitzung wird der Vereinsführer zwecks Wiedereröffnung eines regelrechten Spielbetriebes einen geeigneten Kameraden mit der Leitung der Abteilung beauftragen. Auch soll in dieser Sitzung nach Rücksprache ein neuer Schriftwart eingesetzt werden. Bei der kurzen Aussprache über die bevorstehende Himmelfahrts=Wanderung wurden mehrere gute Vorschläge gemacht. Dann hielt der Vereinsdietwart Ackermann noch einen kleinen Vortrag über Dietwesen. Vom Turf Saint=Cloud, 12. April 1..: 1. Magie Grey(Degarne), 2. Dame du Turf, 3. Ecquemicourt.— Toto: S. 76, Pl., 26, 20, 76, Ettore, Dame des Bois. Carpia, Lalla Roukh, wrian Boroimbe, Genéralitv, Losso.,(Zillecguug 8 Bari apia# 2..: 1. Organeau„Fluecouri), z. Rart Avis, 3. Sanglot.— Toto: S. 46, Pl. 16, 26, 26. Ferner: Son in Love, Rosier, Canaletto,'Indigene, Philadelphe, Furlico Val de Seine, Tatiana, Gabalka. 3..: 1. Good(di Cicco), 2. Pitchoun, 3. Charente.— Toto: S. 42, Pl. 17, 18, 24. Ferner: Fougy, Genua, Magalt, Girardiere, Lettre de Cachet, Maiz.„ 4..: 1. Arina II(Bridaland), 2. Love Cau, 5. Patachon.— Toto: S. 100, Pl. 33, 75, 44.fl Ferner: Majestic, Farsadette, Artaxerxes, Serdab, Monarkte. . 5..: 1. Tonkelle(Chere1), 2. Aldobrandinie, Corinne, Mlle. Deiri, April Shower, Fath, Ladogas, Gensral Orfé. Fies. Rostabat, Sa Payse. Unsere Voraussagen: Enghien, 13. April. 1..: Zirconium— Le Grand Saitn Hubert. 2. .: Donalda— Evianbis. 3..: Bois de Rose— Disraeli. 4..: Serpolet— Rovaume. 5..: Son of Troy— San Marco. 6..: Saint Potin— Guttton. Spont-Sämlender) Tenmsabtenung des Tue. Samstag, 17. April Sressnung der Spieizen DiU Vvelt Rekmt KAoRs Besserost Püch KR 4M e ee NS O 145 ee e 55 13 er E P RGEERO e3 4 P Seite 10 Nr. 85/ Bochumer Anzeiger# Dienstag, 13. April 1931 Nachrichten=aus Aus den=Eidotienen Stadtteil Grumme=Böde Primiz in St. Liborius. Ein Sohn der St.=LiboriusGemeinde, Redemptoristenvater Josef Niehaus, las am Sonntag in seiner Pfarrkirche seine erste Messe. Am Sonntag morgen geleiteten Pfarrer Dobbelstein. Vikar Sasse sowie die Redemvoristenvatres Schneider und Moritz neben den Abordnungen der kirchlichen Vereine den Primizianten zur Kirche. Bei dem anschließenden Primizamt assistierten die Patres Schneider und Moritz, während Vikar Sasse als Presbyterassistent amtierte. Die Predigt hielt Pfarrer Dobbelstein. Am Nachmittag schloß sich eine Dankandacht an. nach welcher der Primiziant den Primizsegen erteilte. Von einer Lokomotive erfaßt. Das Opfer eines erheblichen Arbeitsunfalls wurde der Rangierer Christoph L. aus der oberen Castrover Straße. Er wurde von einer Grubenlokomotive erfaßt und verletzt, so daß er ins Krankenhaus mußte. Stadtteil Gertbe Jahreshauptversammlung der Sanitätskolonne Bochum=Gerthe Die Jahreshauptversammlung der Sanitätskolonne Bochum=Gerthe war zu einem echten Kameradschaftsabend ausgestaltet. Kolonnenführer Bürgermeister a. D. Ibing konnte eine stattliche Anzahl von Kameraden im Vereinslokal Blome begrüßen. Zu Anfang gedachte er des verstorbenen Gruppenführers Emil Wallich. Dann wurde der Jahresbericht erstattet, der wieder ein erfreuliches Bild ernster Arbeit zeigt. In 658 Fällen wurde erste Hilfe geleistet, 489 Wachen wurden in Sälen und auf Sportplätzen gestellt. Daneben fanden viele theoretische und praktische Uebungen im Kolonnenheim und im Gelände statt. Der Kolonnenführer konnte alsdann eine Reihe von Auszeichnungen, die durch den Provinzial=Männerverein bzw. durch den Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes verliehen, vornehmen. Für fünfjährige Dienstzeit erhielten Auszeichnungen: die Kameraden Hans Pinoli, Heinrich Boczek, Adam Vogel, Karl Recko und Alfred Tocco. Für 15jährige Dienstzeit wurden Halbzugführer Cornelius Köntges und Schriftwart Walter Vaginer ausgezeichnet. Besondere Freude löste die Mitteilung des Kolonnenführers aus, daß der Präsident Karl Eduard Herzog von Coburg mit Zustimmung des Führers und Reichskanzlers dem Kameraden Bergwerksinspektor Mühlenbeck däs Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes verliehen hat, was auch für die Kolonne selbst eine große Genugtuung bedeutet. Im Herbst sollen 50 Sanitätsmänner der Kolonne das SA.=Sportabzeichen erwerben. Ueber den Provinzial=Kolonnentag, der im Juli in Bochum stattfindet, wurde das Nähere besprochen. Der Beitritt der Kolonnenmitglieder zur Sterbekasse des Deutschen Roten Kreuzes hat sich bewährt, weshalb versucht werden soll, nunmehr auch die Frauen der Mitglieder versichern zu lassen. Der neue Dienstplan wurde besprochen. Zum Schluß wurde noch die feierliche Vereidigung einiger Kameraden auf den Führer und Reichskanzler vorgenommen. Ein in allen Teilen wohlgelungenes kameradschaftliches Beisammensein bei Musik, Gesang und Deklamationen entschädigte die Sanitätsmänner fur den anstrengenden Dienst des abgelaufenen Jahres. * Elternabend des BDM. Am Samstag veranstaltete die Mädelgruppe 4/67 im Bund Deutscher Mädel im Saale Kalthoff einen fröhlichen Elternabend. Gruppenführerin Fräulein Mausehund wies in ihrem Grußwort darauf hin, daß dieser Abend den Eltern einmal zeigen solle, daß die Mädel im BDM. neben ernster Arbeit auch im fröhlichen Kreise beieinander sind. Das Programm mit Liedern, Kanons, Gedichten und Volkstanzen verriet jugendfrische Fröhlichkeit. Mit„Klampfen" und„Schifferklavier“, sorgten die Mädels für musikalische Untermalung ihrer Darbietungen. Auch die vierhandig gebotenen Darbietungen am Flügel fanden wie alle anderen reichen Beifall. Viel unrlang fand auch das zum Abschluß aufgeführte Laienspiel„Das verwunschene Schloß". Bunter Abend für Handel und Handwerk. Die NS.= Gemeinschaft„Kraft durch Freude" veranstaltete am Samstag abend im Saale Hanholz einen„Bunten Abend“ für die Betriebsgemeinschaften Handel und Handwerk, um die geschäftlich verbundenen Menschen auch im fröhlichen Kreise einander näher zu bringen. Nach einleitenden Musikweisen und einem Vorspruch richtete Ortsbetriebsgemeinschaftswalter Hugo Cassing Begrüßungsworte an die recht zahlreich erschienenen Gäste. Ortsobmann Hanwahr von der DAF. hielt eine kernige Ansprache. Im zweiten Teil des Abends erfreute„Hans vom Rhein" durch seine zündenden Vorträge. Eine Verlosung brachte manchen schönen Gewinn, während es auf der Kegelbahn„um die Wurst“ ging. Stadtteil Harpen In hohem Alter. Der Invalide Wilh. Röhken, Gerther Straße 271, feiert heute in körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Sechs Kinder, elf Enkel und ein Urenkel überbringen ihm ihre herzlichsten Glückwünsche. Trotz seines hohen Alters nimmt er am Vereinsleben noch rege teil. Als langjähriger Bezieher des „B..“ ist er heute auch noch ein sehr eifriger Leser. Stadtteil Altenbochum Vaterländischer Frauenverein Altenbochum. Die Generalversammlung des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz, Altenbochum, findet nicht Mittwoch, 14. April, statt, sondern wird auf Anfang Mai verlegt. Stadtteil Laer Letzte Fahrt. Ein angesehener Bürger des Ortsteils, der Rentner Heinrich Schüler, wurde am Sonntag nachmittag unter starker Teilnahme auf dem Friedhof an der Schattbachstraße zur letzten Ruhe gebettet. Die Krieger= und Landwehrkameradschaft. der Evangelischkirchliche Männerdienst und der Hessenverein, denen der Verstorbene als Mitglied angehörte, erwiesen ihrem Kameraden und Freund die letzte Ehre. Die letzten Jahre verlebte der Verstorbene bei seinem Sohn in Altenbochum. Neue Dienststunden der NSDAP. Die Dienststunden der NSDAP., Ortsgruppe Bochum=Laer, auf der Geschäftsstelle Wittener Straße 443a sind mit dieser Woche beginnend, neu festgelegt. Die Dienstraume sind für den offentlichen Verkehr künftig mittwochs und freitags in der Zeit von 18 bis 20 Uhr geöffnet. Schulungsabend der NS.=Volkswohlfahrt. Am Donnerstag abend um 20 Uhr findet im Lokale Hans Zeiger ein Schulungsabend der NS.=Volkswohlfahrt statt, der vom Schulungsbeauftragten Pa. Hermann Winter durchgeführt wird. Alle Block= und Zellenwalter sowie die Mitarbeiter der NS.=Volkswohlfahrt haben zu erscheinen. „Der Postillon von Lonjumean.“ Im Saale Langbein fand am Samstag die Vorführung des Tonfilms „Der Postillon von Loniumeau" statt, ein Film nach der gleichnamigen Oper von Adam. Im Beiprogramm wurden Bilder aus der Bewegung und eine reichhaltige Wochenschau gezeigt. Im Laufe dieses Monats findet eine weitere Filmvorführung statt. Schüler musizierten. Im allgemeinen ist es so, daß Schülerkonzerte sich nur vor einem kleinen Hörerkreis abzuwickeln pflegen, der sich für gewöhnlich nur aus den Freunden und Interessenten der jeweilig musizierenden Gemeinschaft zusammensetzt. Musiklehrer Heinz Brandau hatte mit seinem Vortragsabend, der am Sonntag im Lokale Zeiger in Bochum=Laer war, ein vollbesetztes Haus. Viele Besucher mußten umkehren, weil kein Platz mehr in dem geräumigen Saale aufzutreiben war. Das läßt nur den einen Schluß zu, daß die musikalische Erziehungsarbeit des Veranstalters sich durchgesetzt hat und allgemeknem Interesse begegnet. Das aufgestellte Programm war äußerst vielseitig und reichhaltig und stellte an die Ausführenden mancherlei Anforderungen. Rühmenswert war der lebendige und spontane Einsatz, weshalb es auch weiter nicht verwunderlich war, daß alle Aufgaben mühelos bewältigt wurden. Es will fur ein Orchester, das sich aus Anfangern und Fortgeschrittenen zusammensetzt, schon etwas heißen, Haydns„Kindersinfonie" werkgetreu erstehen zu lassen. Hier wie auch in allen anderen orchestralen Darbietungen spürte man die Hand eines Orchestererziehers, der weiß, was er will, und der die Kräfte nach ihrer Eignung an der richtigen Stelle einzusetzen versteht. Zugaben ließen sich nicht umgehen. Im Einzel= und Zusammenspiel zeigten sich die besten Talente. Den stärksten Eindruck hinterließ Franz Wickenburg, der als Geiger Proben eines vielseitigen und gereiften Könnens gab. Neben ihn ist Margot Berghuser zu stellen, eine Pianistin, die ein gediegenes technisches Rüstzeug besitzt. Beste Eindrücke hinterließ auch Erich Kempe im Spiel zur Violine. In dem anspruchsvollen Trio für Violine, Viola und Klavier von Weidig hatten sie Gelegenheit, ihr besonderes Können zu zeigen. Lebhafter Beifall dankte den fleißigen jungen Künstlern. Gründungsfeier der heimattreuen Ost= und Westpreußen. Die Bundesgruppe Laer der heimattreuen Ostund Westpreußen hielt am Sonntag bei Kuhweide ihre diesjährige ordentliche Jahreshauptversammlung ab. die der Leiter Saworra mit einem Gedenken der verstorbenen Landsleute eröffnete. Der Schriftwart erstattete einen ausführlichen Jahres= und der Kassenwart den Kassenbericht, aus dem hervorgeht, daß die Kassenverhältnisse auf gesunder Grundlage beruhen. Der Kassenwart wurde entlastet. Nach Bekanntaabe von Bundesrundschreiben und nach Erledigung des geschäftlichen Teiles ging man zur Gründungsfeier über. Nach einem Gedichtvortrag der Schülerin Anna Ograll sprach der Leiter Saworra herzliche Begrußungsworte an die fast restlos erschienenen Landsleute, die in ein dreifaches Sieg=Heil auf den Führer ausklingen. Anschließend überreichte Saworra dem Landsmann Ludwig Zander das ihm vom Reichsverband verliehene Abstimmungs=Erinnerungszeichen, mit einer künstlerisch ausgeführten, mit den Wapven der Abstimungskreise umrahmten Besitzurkunde. Die Ehrung erfolgte, weil., der wegen Erkrankung an der Abstimmung nicht teilnehmen konnte, die Abstimmungsgeschäfte am Orte leitete. Z. dankte für die Auszeichnung und sprach kurz über die Gründung der Oruppe vor 17 Jahren, die er ins Leben rief. Er schloß mit dem Appell, der Gruppe und somit auch der Heimat die Treue zu halten. Humoristische Vorträge von jungen Mädchen und von Frauen der Frauenhilfe vorgetragen, ernteten reichen Beifall. Der zweite Teil war dem Tanz und dem Frohsinn gewidmet.— Der laufende Monat ist Aufnahmegeldfrei. Anmeldungen bei Adolf Saworra, Dannenbaumstraße 32, und Adolf Pullwitt. Havkenscheider Straße. Versammlung ist jeden ersten Sonntag im Monat bei Kuhweide, Wittener Straße. schießen ein. In der sich anschließenden Versammlung wurden die Vereinsangelegenheiten glatt erledigt. Uebungsschießen der Kompagnie Dorf. Die Kompagnie Dorf war am Sonntag morgen auf dem Bataillonsschießstand Hiby zum Uebungsschießen angetreten. Am Nachmittag fand im Vereinsheim Lindemann der Monatsappell statt, den Kameradschaftsführer Gronenschild leitete. Die Vereinsangelegenheiten wurden rasch erledigt. Sportkalender für Langendreer. Dienstag, 18. April: Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen, von 20 bis 22 Uhr. Turnhalle des Realgymnasiums. Unterstraße 78.— Mittwoch, 14. April: Kleinkaliberschießen für Frauen und Männer, von 20 bis 22 Uhr, bei Kneist in Langendreer: Volkstanz für Frauen und Männer, von 20 bis 22 Uhr, im Lokal Landau, Kaiserstraße.— Donnerstag, 15. April: Jin=Jitsu für Frauen und Männer, von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Reform=Realgymnasiums, Unterstraße 73: Rollschuhlaufen für Frauen und Männer, von 19.80 bis 21 Uhr, und von 21 bis 22.30 Uhr, im Restaurant Köpve. Langendreer, Kaiserstraße 198. Stadtteil Wiemelhausen Von der Schule. Mit Beginn des neuen Schuljahres tritt ein Wechsel an der katholischen Volksschule Borgholzstraße ein. Lehrer Schormann schied am 1. April von hier und übernahm eine Schulstelle an der katholischen Schule in Niederdelfen im Siegerlande. Von dort kommt Lehrer Aloys Schörner, der 18 Jahre lang in Niederelfen in Segen wirkte, an die Borgholzschule; er wohnt Weiherstraße 80. Seine erste Anstellung erhielt er 1912 im Osten, er kann am 16. April sein silbernes Berufsjubiläum begehen. Er machte den Weltkrieg mit und kehrte als Offzier zurück, ausgezeichnet mit dem E. K. I. Stadtteil Querenburg Im Silberkranze. Die Eheleute Bernhard Pieckel und Frau, Klara geb. Schmalz, Lennershofstr. 40, feiern am 18. April im Kreise ihrer Kinder und Verwandten das Fest der silbernen Hochzeit. Das geachtete Jubelpaar ist auch seit 25 Jahren treuer Bezieher des„B..“ NS.=Frauenschaft Querenburg. Die für Mittwoch angesetzte Pflichtversammlung bei Eggermann findet erst Donnerstagnachmittag 4 Uhr statt. Im Anschluß daran wichtige Besprechung für Zellen= und Blockfrauen und alle Amtswalterinnen. Stadtteil Stiepel Stadtteil Werne Evangelische Kirchengemeinde. Am vergangenen Sonntag hielt in der überfüllten evangelischen Kirche im Hauptgottesdienst ein Sohn der Gemeinde. Pfarramtskandidat Herbst. Sohn des Bergmanns, Presbyters Heinrich Herbst, Rüsingstraße, zum ersten Male in seiner Heimatgemeinde die Predigt.— In der Frauenhilfe(3. Bezirk, Oberlinhaus) spricht Dienstag, 13. April. nachmittags 3 Uhr, der blinde Herr von Bühler von der christlichen Blindenmission. Rabattsparmarken=Verein Werne. Im Gasthof Kersten hielt der Rabattsparmarken=Verein Werne eine außerordentliche Verfammlung ab, die fast vollzählig besucht war. Unter Leitung des Vorsitzenden Holtmann kamen allgemeine Angelegenheiten zur Sprache. Endgültig wurde nach langer Beratung beschlossen, den Verein eintragen zu lassen. Als neuen Vereinsführer wählten die Erschienenen sodann E. Tacke, wahrend G. Dieckmann zweiter Vorsitzender wurde. Für den Kassiererposten bestimmte die Versammlung den langjährigen Kassenverwalter G. Koch Schriftführer ist B. Lenfert, Kassenprüfer sind Prasuhn, Sippel und Schievelbusch. Stadtteil Langendreer Musikalische Feierstunde des Posaunenchores. Aus Anlaß seines zehnjährigen Bestehens hatte der Posaunenchor Langendreer am Sonntag abend zu einer musikalischen Feierstunde in die Christuskirche geladen. Um die Vortragsfolge eindringlicher zu gestalten, war der Chor, dem W. Koring vorstand, durch Mitglieder anderer Bläservereinigungen verstärkt worden. Die Festansprache hielt Pfarrer Menzel. Er sprach über die Bedeutung des Posaunenchores für ein reiches Gemeindeleben. Umrahmt war diese Feierstunde durch Lieddarbietungen der Gemeindeglieder. Jahreshauptversammlung der RSKOV. Im Saalbau Köppe hielt die Ortsgruppe Langendreer=Werne der NSKOV. ihre diesjährige Generalversammlung ab. Nach dem feierlichen Einmarsch der Fahnenabordnungen hieß der stellvertr. Ortsgruppenleiter Lehrer Thiering im Auftrage des erkrankten Leiters Dr. Rippel die Kameraden herzlichst willkommen. Er gab einen umfassenden Bericht über die wichtigsten Ereignisse des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Jahresbericht zeigte eine zielbewußte Arbeit im Dienste der Kameraden. Der Kassenbericht gestaltete sich recht günstig, so daß einstimmige Entlastung erteilt wurde. Die Fuhrung blieb auch für das laufende Jahr in Händen des Kameraden Dr. Rippel, wie auch die sonstigen Mitarbeiter beibehalten wurden. Dem offiziellen Teil schloß sich ein gemütliches Beisammensein an. Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener. Die Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, Ortsaruppe Langendreer, hielt am Sonntag im Vereinslokal Grollmann ihren Monatsavvell ab. Kamerad Dütting eröffnete den Appell. Kamerad Haaa gab die Bundesbefehle bekannt und wies insbesondere darauf hin, daß die nächste Bezirkstagung in Langendreer stattfindet. Den Vierteljahresbericht erstattete Kamerad Imbera. Neu aufgenommen wurden zwei Kameraden. Beschlossen wurde, am 25. April einen Theaterabend zu veranstalten. Am 18. Juni wird der Familienausflug stattfinden, und zwar nach Hellmann ins Pavenholz. Der Versammlung schloß sich das Uebungsschießen an. bei dem sehr beachtliche Ergebnisse erzielt wurden. Ehemalige Pioniere und Verkehrstruppen. Am Sonntag morgen fanden sich die Kameraden zum UebungsSilberhochzeit. Heute. Dienstag. begehen die Ebeleute Karl Kestermann und Frau. Auguste geb. Saterdag. Stiepel=Haar, das silberne Eheiubiläum. Stadtteil Weitmar 80 Jahre alt. Der Rentner Emil Rahlenbeck, Hattinger Straße 184, vollendete am Freitag sein 80. srensjahr.„Er erfreut sich bester Gesundheit. Durch ein Mißverstandnis am Fernsprecher war der Vorname unrichtig angegeben und so eine Verwechslung mit Max Rahlenbeck entstanden. Emil Rahlenbeck ist Mitbegründer des Kavallerievereins. Zu seinem Jubeltage gingen ihm viele Glückwünsche zu. Schützenfest Ende Mai. Der Bürgerschützenverein Bochum=Weitmar 1927 e. V. hat das für den., 6. und 7. Juni bestimmte Schützenfest mit Rücksicht auf den Kreisparteitag der NSDAP. auf den 29., 30. und 31. Mai verlegt. Alle Freunde des Schießsports im Ortsteil Weitmar werden gebeten, sich dem Verein anzuschließen. Werbelisten liegen auf in den Wirtschaften: Brandt, Schützenstraße 2; Witwe Stücker, Hattinger Straße 237; Stücker, Wasserstraße 419; Fritsch, Hattinger Straße 264; Brune, Hattinger Straße 312; Rost. Hattinger Straße Nr. 447, und Becker. Hattinger Straße 402. Stadtteil Linden=Dablbausen 25jähriges Arbeitsjubiläum. Auf eine 25jährige Mitarbeit bei der Firma Dr. C. Otto konnten die Volksgenossen Gustav Groth, Theodor Knaak und Paul Kuchenbäcker zurückblicken. Betriebsführer Dr. Meyer sprach den drei Jubilaren auf einer zu ihren Ehren abgehaltenen Werksfeier seinen Dank und seine Glückwünsche aus und überreichte ihnen Ehrenurkunden und ein Geschenk. Im Silberkranze. Die Eheleute Josef Schneider und Frau, Adele geb. Altenfeld, Lindener Straße 33, begingen gestern ihr 25jähriges Ehejubiläum. „KdF.“=Abend der Betriebsgemeinschaft„Friedlicher Nachbar“. Im vollbesetzten Saalbau bei Scheidtmann veranstaltete die Betriebsgemeinschaft der Zeche„Friedlicher Nachbar" in Verbindung mit der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" ihren ersten„KdF.“=Abend. Sowohl die Nachmittags= wie auch die Abendveranstaltung waren äußerst stark besucht. Man hatte mit der Verpflichtung der Essener Truppe„Die Schießbude“ keinen schlechten Griff getan, was die beifällige Aufnahme sämtlicher Darbietungen dieser Truppe bewies. Was besonders auffiel und auch wohl starken Anklang fand, war die Tatsache einer neuartigen Ansage. Liesel Plaß als die Schießbuden=Liesel, Fritz Braun als Papi und Hubert Meuter als Krause und Schützenmitglied eines Vereins verstanden es, die Zwischenzeiten mit köstlichem Humor auszufüllen. Großen Beifall errangen auch Liesel Plaß als vorzügliche Koloratursängerin und Fritz Braun als Baritonist im Duett. Dann erschienen die drei Schommers, Equilibristen und Kautschukmenschen von besonderem Format. Die anmutige und könnerisch gut veranlagte Tänzerin Hella Corri erntete wohl den stärksten Beifall des Abends. Leonhard Brock am Klavier war der gegebene Begleiter sämtlicher Darbietungen. Alfred Bannenberg erfreute die Besucher mit einem Marionettentheater. Was bei dieser Darbietung ganz besanders humorvoll wirkte, war das Auftreten der Puppen als Belegschaftsmitglieder. Die Veranstaltung bot so den Knappen und ihren Angehörigen einige genußreiche Stunden. Stadttell Baak=Sundern Ein Schwan ist zurückgekehrt. Als der Möven große Zahl, kreisend und schreiend die Ruhr am alten Bochumer Wasserwerk belebend, uns verließ, tauchten auf einmal drei Schwanenvaare auf: je ein Paar auf der Strecke Gaststätte Königstein— Gemeinschaftswerk Hattingen=Wuppertal, Ruhrbrücke— Birschels Mühle, Haus Weile— Bauernhof Schepmann im Rauendol. Monatelang durchfurchteten sie ihr Gebiet, bekannt bei allen Leinpfadwanderern und bald so innig vertraut mit ihren Fütterern am Ufer, daß sie hingereichtes Brot aus der Hand fraßen. Hochwasser und Schnee, vor allem aber das Eis, vertrieben sie ruhrabwärts zum Baldeneysee, von dem sie gekommen sein sollten. Vor drei Wochen wurden zwei und drei unterhalb des Ruhrkampf=Ehrenmals an Bochum=Essens Grenze beobachtet, und seit Montag hat ein Schwanenmann wieder Quartier der Henrichshütte gegenüber am rechten Ufer bezogen, dort, wo die Möven in einer Bucht ihren Badeplatz hatten. Wer ihn rudern sehen will— bei Westwind geht es fast fluchtartig ruhraufwärts—. braucht nur zu rufen und zu winken: wie ein gelehriger Hund folgt er, erhascht die Futterbrocken im Wasser und holt am Ufer gierig das Brot aus der Hand des Wanderers. personalnachrichten Auf der Zeche„Dannenbaum“ kann in diesem Monat der Elektriker August Möller sein 40jähriges Dienstjubilaum feiern. Auf eine 25jährige Dienstzeit können zurückblicken: auf der Zeche„Dannenbaum“ Herr Zethoff, auf der Zeche„Engelsburg" Steiger August Krieg, auf der Zeche„Carolinenglück" Steiger Wilhelm Ostkamper, auf der gleichen Schachtanlage Bürobeamter Heinrich Wedeking, auf der Zeche „Bruchstraße" Reparaturhauer Hermann Dietzel und Schmied Hermann Melchers. Die Gruppenverwaltung der GBAG. Bochum ehrte die Jubilare in der üblichen Weise. „Baut Jugendherbergen und Heime!“ Unter dieser Parole sammeln am 17. und 18. April die Politischen Leiter, Hitler=Jugend und BDM.= Mädel. In jedem Jahr ziehen zehntausende Jungen und Mädel unserer Stadt hinaus in die verschiedensten Teile unseres schönen Landes und lernen die Heimat kennen und lieben. Mit zum schönsten Erlebnis einer Fahrt gehören aber auch der Aufenthalt und die Uebernachtung in einer Jugendherberge. Denn hier treffen sie mit Kameraden aus allen Gauen unseres Reiches zusammen und verbringen fröhliche und unvergeßliche Stunden der Gemeinschaft. So sind diese Jugendherbergen nicht nur Statten der Uebernachtung, sondern vor allem Heime der Gemeinschaft. Noch fehlen am Rande des Industriegebietes viele Herbergen, um all die Wanderfreudigen der Großstädte aufzunehmen. Wir richten daher an alle Freunde der Jugend die Bitte: Gebt alle am 17. und 18. April euer Scherflein dazu, damit wir das große Werk der deutschen Jugend weiter ausbauen können. Der Lohn: Heute eine gesunde und frohe Jugend, morgen ein großes starkes Volk! Geschäftsstelle des Verbandes: Bochum, Viktoriastraße 46. Große Leistungsschau des gesamten Friseurhandwerks von Bochum— Wattenscheid Am kommenden Sonntag, nachmittags 5 Uhr, findet im großen Saale der Bürgergesellschaft, Wilhelmstraße. die große Leistungsschau des gesamten Friseurhandwerks von Bochum— Wattenscheid statt. Diese Veranstaltung wird unter allen Berufsangehörigen in einem Ausscheidungsfrisieren zur Teilnahme an der Bezirksmeisterschaft ausgetragen und dient zugleich der Pflege des Gemeinschaftsgeistes. Ein reichhaltiges Programm ist vorgesehen, in dem Mode und Frisur mit der entsprechenden Erläuterung vorgeführt werden. Die Leistungsschau wird an fachlichen Darbietungen zeigen: 1. Ausscheidungsfrisieren zur Teilnahme an der Bezirksmeisterschaft: a) Ondulation, b) Historische Frisur (Puderfrisur), c) Herrenfrisur. 2. Gruppe B, Wasserwelle(Abendfrisur). 3. Ein Lehrlingsfrisieren. 4. Bekanntgabe der Sieger mit Preisverteilung. Hessisches Bundesfest in Bochum Die Hessenvereinigung hielt am Sonntag ihre stark besuchte Monatsversammlung in der Gaststatte Lotz ab. Vereinsleiter Schneidermeister Ide teilte mit, daß die Vereinigung in die NS.=Kulturgemeinde ausgenommen werden solle. Die Hessenvereinigung gehört aber bereits dem„Landesverein für Heimatschutz und Trachtenpflege in Kurhessen und Waldeck e..“(Kassel) an. In diesem Sommer soll ein großes Bundesfest in Essen veranstaltet werden. Der Landesverein wollte zuerst keine Zuschüsse geben für die Herbeischaffung der hessischen Volkstrachten. Nach einer Rucksprache der Bochumer Vereinigung in Kassel ist dieses Ziel nun aber doch noch erreicht worden! Nun wird Bochum die Ehre haben, das Bundesfest, verbunden mit einer großen Trachtenschau, in seinen Mauern feiern zu durfen, und zwar im Mai im Schützenhof. Der genaue Tag wird durch den„B..“ zeitig genug bekanntgegeben. Am 27. Juni wird ein Ausflug nach Eppendorf unternommen. Travinonseue Kameradschaft ehemaliger Artilleristen Bochum 1894 E. V. In der Gastwirtschaft Balkenhol hielt die Kameradschaft ehemaliger Artilleristen am letzten Sonntag ihren üblichen Monatsappell ab. Da der Kameradschaftsführer zur Zeit eine Uebung ableistet, begrüßte Kamerad Wienand die zahlreich erschienenen Kameraden. Er gedachte in seinem Rückblick der großen Osterschlacht vor 20 Jahren, der Doppelschlacht Aisne=Champagne. Der Reichskriegerbund hält im Mai in Berlin ein Treffen aller Flandernkämpfer ab. Damit ist verbunden ein Gedenken an die große Flandernschlacht. Anschließend gab Kamerad Wienand, dann die Führeranordnungen aus dem Parolebuch bekannt. Vom 26. bis 28. Juni ist das jährliche Reichskriegertressen in Kassel. Die Anmeldungen hierzu sind umgebend beim Kameraden Schriftführer Wiesmann zu tätigen. Die Hinund Rückfahrt erfolgt im Sonderzug. Alle ehemaligen Fußartilleristen treffen sich am 8. und 9 Mai in der alten westfälischen Soldatenstadt Münster. Der Verbandstag der Artilleristen findet im Juli in Ratingen statt. Bochumer Verbände und Vereine Bund heimattreuer Schlesier. Der erste Sonderzug nach Schlesten fährt in diesem Jahre am 12. Mai. Wie den Mitgliedern schon bekannt, kommen in diesem Jahre die Heimatfahrten mit Autobus in Fortfall. Dafür sollen ab 5. Juni jeden Monat zweimal Gesellschaftsfahrten nach Schlesien mit der Reichsbahn erfolgen. Bei genügender Beteiligung an diesen Gesellschaftsfahrten wird ebenfalls eine Fahrpreisermäßigung von 50 Prozent gewährt. Der Feriensonderzug fährt voraussichtlich am 22. Juli. Anmelam 12. dungen zur Fahrt mit dem Sonderzug um Mai können beim Landsmann Fräger=Bittner(Zigarrengeschäft), Brüderstraße 12, erfolgen. Auskünfte über die übrigen Fahrten werden dort erteilt. Dochumer=Veranstänungen Aerztliche Fortbildungsgemeinschaft in Bochum. Die sihe des Wintersemesters 1936/37 wird mit dem von der Aerztlichen Fortbildungsgemeinschaft Bochum in Gemeinschaft mit der Medizinischen Gesellschaft Bochum am Mittwoch, 14. April, veranstalteten Vortrag von Professor Dr. Gundel. Direktor des Instituts für Hygiene und Bakteriologie Gelsenkirchen, über„Diphtherteschutzimpfungen“ abgeschlossen. Der Vortrag findet im großen Hörsaal der Verwaltungsakademie in Bochum, Wittener Straße 61, statt. Er beginnt um 20 Uhr. Teilnehmerkarten sind an der Abendkasse zu haben. Hugo=Wolf=Liederabend. Am Freitag findet im Parkhotel Haus Rechen ein Hugo=Wolf=Liederabend statt. Ausführende sind der Bochumer Sänger und Gesangspädagoge Karl Wolff, der Konzertpianist Otto Enke und Dr. Zeller mit einem einleitenden Vortrag. Das Programm enthält eine Auswahl der schönsten Lieder des Komponisten, unter denen sich eine ganze Reihe Erstaufführungen für Bochum befinden. „Drei tolle Tage.“ Die der Reichsfachschaft für Volksbühnenspiele angeschlossene Bochumer Bühnengesellschaft verabschiedete ihr Winterprogramm am Sonntag mit einem Theaterabend im Evangelischen Vereinshaus an der Mühlenstraße. Zur Aufführung kam die von H. Stutz verfaßte Burleske„Drei tolle Tage“, ein übermütiger Schwank, der in seiner glücklichen Mischung von Witz und Situationskomik so recht nach dem Geschmack der Besucher war. Die Erlebnisechtheit der Wiedergabe unter der Spielleitung von Erich Follmer forderte den Beisall geradezu heraus. -3M Perrtal=dertriche Rlocoronen: ind Karl Linsen, Krenenstr. 35-31. 1el. 67151 Rich. Jakebi, Kronenstr. 45, Tel. 68851 Seite 11 Nr. 85 7 Bochumer Anzeiger# Dienstag, 13. April 1937 Aeghsten=Winl eer nn Wälse fein Konferenz zur Beseitigung der Vorrechte fremder Staaten in Aegypten eröffnet Montreux, 12. April. Die ägyptische Regierung hatte zum 12. April nach Montreux die Mächte zu einer Konferenz eingeladen, die in Aegypten gewisse wirtschaftliche und juristische Vorrechte besitzen. Diese Vorrechte werden mit dem Worte Kapitulationen bezeichnet, die Aegypten durch die Konferenz abzuschaffen wünscht. Welcher Art sind die Kapitulationen? Die Ausländer unterstehen heute in Aegypten in allen Strafrechtsfällen nur der Gerichtsbarkeit ihrer eigenen Konsuln; ihre zivilen Streitigkeiten mit Aegypten werden von den Gemischten Gerichten abgeurteilt, die aus ägyptischen Juristen und Angehörigen der fremden Mächte bestehen. Jetzt sollen die Konsulargerichte sofort abgeschafft werden und ihre Befugnisse auf die Gemischten Gerichte übergehen, die aber in den nächsten Jahren ebenfalls abgebaut werden sollen. Das Recht der Gemischten Gerichte, eine Kontrolle über die ägyptischen Gesetzgebung auszuüben, soll sofort abgeschafft werden. In wirtschaftlicher Hinsicht ist das wichtigste Vorrecht der Ausländer die Steuerfreiheit; nur mit besonderer Genehmigung des Genischten Appellationsgerichtshofes konnten sie bisher zur Steuerzahlung herangezogen werden. Jetzt sollen sie in steuerlicher Hinsicht den Aegyptern völlig gleichgestellt werden. Zu den Kapitulationsstaaten— das sind die Mächte, welche die oben bezeichneten Vorrechte in Aegypten besitzen— gehören heute: Belgien Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden und die Vereinigten Staaten. Deutschland, Oesterreich und Rußland haben durch den Welikrieg die Eigenschaft als Kapitulationsmächte verloren, während die Schweiz, ohne sie zu besitzen, stets die entsprechenden Vorrechte genoß. In der heutigen Eröffnungssitzung der Konferenz begründete der ägyptische Ministerpräsident Nahas Pascha nach der Begrüßungsansprache des schweizerischen Bundespräsidenten Motta die ägyptischen Vorschläge. Dann wurde noch das Präsidium gebildet Morgen werden die Vertreter der Kapitulationsmächte zu den ägyptischen Forderungen Stellung nehmen. Die ägyptische Abordnung hat der Konferenz den Entwurf eines Abkommens über die Aufhebung der Kapitulationen unterbreitet. M4g, 1. Ji. H, Der Entwurf bestimmt in Artitel 1: Die Vertragschließenden sind damit einverstanden, daß die Kapitulationen in Aegypten in jeder Hinsicht völlig aufgehoben werden. Artikel 2: Vorbehaltlich der Grundsätze des internationalen Rechtes unterstehen die Ausländer der ägypFamilien-Nachrichten nach anderen Veröffentlichungen und Zeitungen Geboren(Knabe): damm: Wilhelm Schürmann(Doris Hennebohl). Verlobte: Dortmund: Dr.=Ing. Weittenhiller mit Hilde Becker. Gestorben: Baak b. Hattingen: Otto Grischkat 66 Jahre. Blankenstein: Friedrich Michels, 91 Jahre. Bredenscheid: Ida Himmelmann gen. Hansberg geb. Diergardt, 75 Jahre. Dortmund: Johann Heyen, 69 Jahre; Luise Seeber geb. Göllner, 65 Jahre; Regierungslandmesser Max Urban, 61 Jahre; Helene Schulte geb. Kalms, 57 Jahre. Essen=Steele: Christine Hoppe geb. Kaffille, 50 J. Hagen: Hedwig Ahle geb. Kluß, 43 Jahre; Emma Boecker sen. geb. Escher, 73 Jahre. Westherbede: Wwe. Mathilde Lange ged. Papenbruch, 73 Jahre. Sanitäre Anlagen Badeeinrichtungen Seit 1872 Wagner Straße 51Paul Viktoriastraße 51-59 Telephon 679#06 OSOmASCRUReR werHSRR Ro#mann& Co. tischen Gesetzgebung auf straf=, zivil=, handels=, verwaltungs= und steuerrechtlichem Gebiet und in sonstiger Hinsicht.... Psigrung faat.. beim Whichl.“ Die ägyptische Regierung sagr zu, beim Abschluß des Abkommens ein Strafgesetzbuch und eine Strafprozeßordnung vorzulegen, die spätestens am 15. September 1937 in Kraft treten sollen. Die Neuordnung der gemischten Gerichtshöfe soll ab 15. Oktober 1937 gelten. Die Dauer der Uebergangszeit ist im ägyptischen Entwurf offen gelassen. Der Reichsfinanzminister in Kopenhagen dnb Kopenhagen, 12. April. Reichsfinanzminister Graf Schwerin=Krosigk ist heute morgen, aus Berlin kommend, zu einem mehrtägigen Besuch in Kopenhagen eingetroffen. Der Reichsminister, der mit seiner Gattin Gast des deutschen Gesandten ist, wird hier auf Einladung der Deutsch=Dänischen Gesellschaft morgen abend einen Vortrag über Probleme der deutschen Finanz= und Wirtschaftspolitik halten. Am Montag mittag wurde der Reichsfinanzminister in Begleitung des deutschen Gesandten vom König in Audienz empfangen. Seit dem 1. April wieder Heeresarchive anb Berlin, 12. April. Die Errichtung der Heeresarchive wird am 16. April im Heeresarchiv Potsdam, dem Gebäude der ehemaligen Kriegsschule auf dem Brauhausberg, durch eine kurze militärische Feier festlich begangen. Seit dem 1. April hat das Heer eigene Archive. Zum Chef der Heeresberichte wurde Generalleutnant Dr. h. c. von Rabenau ernannt. Ihm unterstehen die Heeresarchive Dresden, München, Potsdam urd Stuttgart. Schlappe Brilischel Truppen in Indien London, 12. April. Wie aus Neu=Delhi berichtet wird, ist es am Freitag an der indischen Nordwestgrenze zu neuen schweren Kämpfen gekommen, bei denen sieben britische Offiziere getötet und fünf verwundet worden sind. Fünf britische Offiziere, ein britischer Unteroffizier, zwei indische Offiziere und 37 indische Soldaten wurden verwundet. Die britisch=indischen Truppen wurden vom Khonain Khel, einem Führer der Erst Erkältung, dann Grippe Mahsud=Stämme, angegriffen. Der Fakir non Ipi hat nunmehr offen im Schaktutal zum„Heiligen Krieg" aufgefordert. Das Indien=Ministerium hat die Liste der britischen Offiziere veröffentlicht, die während des Wochenendes an der indischen Nordwestgrenze getötet wurden. Unterihnen befinden sich ein Major, zwei Hauptleute und vier Leutnants. Unter den Verwundeten werden ebenfalls ein Major sowie zwei Hauptleute und zwei Leutnants genannt. In englischen Meldungen aus Peschawar wird die Lage im aufständischen Gebiet des Wasiristan infolge der neuen britischen Verluste als sehr kritisch bezeichnet. Man erinnert daran, daß die öritischindischen Truppen erst vor zehn Tagen zwei Offiziere und 21 Soldaten verloren haben. Der„Daily Telegraph“ meldet, daß die aufständischen Stämme immer verwegener würden. Die Regierung werde daher bald schärfere Maßnahmen gegen die Anhänger des Fakirs von Ipi treffen müssen. Die bisherigen englischen Bombenangriffe hätten noch nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Es handle sich um eine ernstliche Regierungsniederlage. Die Bemühungen für eine friedliche Verhandlung mit den Aufständischen seien gegenwärtig erschöpft. Der Kampf, der mit einer Schlappe der britischen Truppen endete, dauerte den ganzen Freitag bis Samstag morgen an. Angegriffen wurde ein aus 45 Kraftwagen bestehender Transport, der durch vier Panzerwagen, 125 Mann Infanterie und mehrere Flguzeuge begleitet wurde. Etwa 12 Kilometer von Jandola wurde der Transport von den Aufständischen überfallen. Die Engländer wurden während des Gefechts noch durch Maschinengewehrtruppen und Panzerwagen sowie durch Infanterie und Flugzeuge verstärkt. Erst am Samstag stellten die Aufständischen das Gefecht ein und zogen sich in ihre Bergfestungen zurück. Der Vorschlag Gandhis, zur Lösung des indischen Verfassungskonflikts ein Schiedsgericht einzusetzen, scheint bei den brittschen Behörden keinen Anklang zu finden. Die„Morningpost“ schreibt, es sei höchst unwahrscheinlich, daß der Vorschlag angenommen werde. Auch die Times“ hält die von Gandhi vorgeschlagene Methode für unzweckmäßig. So betreibt Moskau Weltrevolution Freistellen für indische Studenten an Moskauer Hochschulen— Sie kehren alsbolschewistische Agitatoren zurück. London, 12. April. Der Unterstaatssekretär im Indien=Ministerium, Butler, mußte im Unterhaus auf eine Anfrage des konservativen Abgeordneten Ramsay bestätigen, daß an Moskauer Hochschulen für indische Studenten Freistellen geschaffen worden sind unter der Bedingung, daß diese indischen Studenten als kommunistische Werber nach Indien zurückkehren und dort entsprechend wirken. Eine genaue Angabe, wie viele solcher Studenten im Laufe der letzten Jahre nach Indien zurückgekehrt sind, konnte Butler nicht machen. Er glaubt, daß es in den letzten zwei Jahren 40 bis 50 gewesen sind. Auf die Frage des konservativen Abgeordneten, ob diese„Studentenrurse" noch weiter gingen und ob die Regierung nicht klarmachen wolle, daß sie ein derartige Verfahren nicht schätze, erklärte der Unterstaatssekretär, die Mehrzahl der Studenten sei bei ihrer Rückkehr nach Indien von den Behörden genau beobachlet worden. Einige seien verhaftet worden, andere stünden noch jetzt unter Bewachung. Er halte es aber nicht für zweckmäßig, gegenwärtig Vorstellungen gegen dieses kommunistische Verfahren zu erheben. EUEHSSH WaRRHEESG 10.00 Ehre und Preis der Arbeit(Von Stuttaart) 12.00 Die Werkpause. Uebertragung aus der Firma Otenrather Kleiderfabrik 13.15 Musikalische Kurzweil. Das Lanbesorchester Gau Baden(Theo Hollinger). 1. Die Welt ist schön, Walzer(Roesch). 2. Künstlerpech. Ouvertüre (Lautenschläger). 3. Drei Minuten Spanisch (Lindner)... Die lustige Schäferin(Wetzel). 5. Rossiniana, brill. Fantasie(Lahn) 6. Thüringer Wald, Walzer(Joost). 7. Friedensalocken. Marsch(Urbach) 15.00 Für große und kleine Kinder 16.00 Wir treiben Familienforschung.—.5) griedrich 16.30 Nachmittagskonzert(Otto Julius Kunn),#eerich Paul Schmidt(Cello). 1. Ukrainische Tanzsuite (Bullerian). 2. Konzert für Cello und Orchester (Dvorak). 8. Scherzo für Orchester(Haletzki). 4. Musik am Abend(Graener).„„„„ 18.00 Der schaffende Mensch am Feierabond. Besuch einer Ausstellung in Ludenscheid 18.20 Heinz Stadelmann(Baß) singt Lieder von Edv. Grieg. Auf der Reise zur Heimat— Herbststimmung— Mit einer Primula veris— Der junge Lenz— Zur Rosenzeit— Letzter Frühling 18.45 Aus den Briefen des Dichters Adalbert Stifter 19.00 Virtuose Musik. Das Große Orchester(Otto Jul. Kühn), Aldo Ferraresi(Violine), Konzert für Violine und Orchester in=Dur von P. Tschai20.15 Stunde der jungen Nation(Von Köln, Reichssendung) Kohle und Erz——— Stahl und Eisen 20.45 Mit Musik durch die Welt. Serenissimus und Kindermann auf Reisen. Das Kleine Orchester (Leo Spsoldt)...2 Meswsischen Wirt. 22.20: Führergestalten der rheintsch=wenfalischen Wirtschaft. Mathias Stinnes„„„ g 22.35 Unterhaltungs= und Tanzmusik. Das Kleine Funkorchester(Willi Steiner) ist die übliche Reihenfolge. Erkältungen oder den ersten GrippeAnzeichen sofort wirksam begegnen, heißt schwere Erkrankungen in der Regel verhüten.....„ Geißan.: k.:.ck Am besten dreimal täglich eine Tasse heißen Tee, dem ein Guß Klosterfrau=Melissengeist zugefügt ist, trinken, und zwar bei jeder Erkältung oder leichteren Störung des Befindens. Die meist wohltuende und notwendige Schweißbildung, die die Krankheitserreger bekämpft und unwirksam macht, wird dadurch begünstigt. Eine sehr gute Methode der Vorbeugung ist auch bei häufigem Witterungsumschlag, überhaupt bei sogenanntem Grippe=Wetter, gelmäßig täglich zwei= bis dreimal ein Medizinglas, enthaltend Teil Klosterfrau=Melissengeist und zwei Teile Wasser, zu trinken, zwar morgens nüchtern, mittags und abends nach dem Essen. Ist Erkältung bereits da, versuche man folgende Schnellkur: Je einen Eßlöffel Klosterfrau=Melissengeist und Zucker in einer Tasse gut umrühren, kochendes Wasser hinzufugen und möglichst heiß zwei Tassen dieses Gesundheits=Grogs vor dem Schlafengehen trinken. Halten Sie deshalb in Ihrer Hausapotheke stets KlosterfrauMelissengeist vorrätig. Erhältlich bei Ihrem Apotheker oder Drogisten in Flaschen zu 2,95, 1,75 und 0,95 RM. Nur echt in der blauen Packung mit den drei Nonnen. Bestimmt su haben: Stadt-Drogerie Hitmikus, Bongardstraße 12. Fernruf 66564 Urogerie Fischer, Kortumstraße, Ecke Rottstraße Rechen-Drogerie Händler, Pleperstraße 8 Drogerie Kneider, Große Beckstraße 10. Fernruf 65176 Drogerie Kühnel, Amtsplatz. Ecke Dorstener Straße Urogerien Reinhardt, Moltkemarkt 39 und Brüderstraße Drogerle Störing, Hellwes 1 ngt einige Zleinmöbel von Dortmund nach Bochum mit? P. L. 41765 Anz. Stempel Schwäche, 9 OSchilder wrnchossen ges, 24 Pg., Uanet *— Kgesbach, Berlis-Wilmersde Zeugen die d. Motorradunfall Freitag abd. Boch. Ver., Alleestraße, beobachtet haben, wollen sich bitte meld. Capellestraße 6, vorm. o. abends nach 19 U. preiswert, sauber, schnell Bockau≈ Freese 25 Viktoriastr. 25 zwischen Amtsgericht u. Rottstraße AAI AR PAVATE Tell. Viner. beibsr. 23 1Ahr. rung. Aufkiär Schrift u. Prode Is. Unverbindlich. Chemiker Wilmarsdert zo Pestlach 2. Viktoriastraße 11 Ruf 617 41 — Trauring Nähe Altenboch., Schrebergärt„Zeichen H. K. verlor. Geg. Belohn. abz. Schalwiese 2, prt. M SOEINGEN 10 bekanntWC Nachtragshaushaltssatzung über den außerordentlichen Haushaltsplan. Auf Grund des§ 86 Abs. 2 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. 1. 1935(RGBl. 1 S. 49) Ngjguge das Rechnungsjahr 1936 Nachtragshaushaltssatzung gemacht. S 1. Der dieser Satzung als Anlage beigefügte Nachtrag zum dentlichen Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1936 wird mit einer Mehreinnahme von 1 990 335.— RM. Mehrausgabe von 1 990 335.— RM. festgesetzt. S 2. Die Einnahme und Ausgabe im außerordentlichen Haushaltsplan erhöht sich hierdurch auf 7624 335.—, RM. 3. Der Gesamthetrag der Darlehen, Bestreitung wohnungen an gemeinnützige Wohnungsbauunternehmen weitergegeben. II. Die nach§ 86 der Deutschen Gemeindeordnung erforderliche Genehmigung der Aufsichtsbehörde„zu Arnsberg ist unter dem 31. 3. 1937 ertellt. III. Der Nachtragshaushaltsplan kiegt gemäß§ 86 Absatz 3 der Deutschen Gemeindeordnung vom 14. 4. 1937 bis 20. 4. 1937 im Rathaus, Zimmer 218, öffentlich aus. Bochum, den 10. April 1937. Der Oberbürgermeister. Der ertahrene Geschältsmang äßt seine Rnzeigen im B. A. erscheinen well er weld, daß sie bier von einem großen Pobllkum gelesen werden F I werden schnell bezeitigt durch DDRa Dit Felsl. #edail. Londen u. Anfwerpen. Jetzt auch B. extre verst. in Tuben.93. Gegen Pickel. Mitesser Venus Stürke A. Beschleunigte Wirkung durch VenusGesichtswasser.80,.35,.20. Drogerie Anelder, Gr. R. 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