Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. haldmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„hör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dal. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer mittwochs und samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum 8. Januar 1937 44. Jahrgang Nummer 6 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mum Breite 50 Pf. im Textteil, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 5 Pf., kleine Anzeigen(nicht geschäftlicher Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Tertteil 10 Pf., Auskunft= und Ziffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig, Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck sernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 675 51, 52, 53 Gbfbedere-Aoutonrtrier sordert Deutschland im spanischen Bürgerkrieg— Deutsche UAntwort an London und Paris—. Auch Rom antwortete dnb Berlin, 8. Januar. Wie wir erfahren, ist dem hiesigen britischen und französischen Botschafter am Donnerstag die Antwort der Reichsregierung auf die von ihnen vor kurzem übermittelten Vorschläge ihrer Regierungen hinsichtlich der Verhinderung des Zustroms von Freiwilligen nach Spanien mitgeteilt worden. Die Antwort der Reichsregierung ist im Benehmen mit der italienischen Regierung verfaßt worden, die gleichzeitig eine entsprechende Antwort erteilt. Die deutsche Antwort hat folgenden Wortlaut: 1. Die deutsche Regierung muß zunächst ihrem Befremden darüber Ausdruck geben, daß die KöniglichBritische und die französische Regierung es für nötig erachtet haben, neben dem Verfahren des Londoner Nichteinmischungs=Ausschusses zum zweiten Male einen besonderen direkten Appell an andere, in diesem Ausschuß vertretene Regierungen zu richten. Die den Gegenstand dieses Appells bildende Frage des Verbots der Teilnahme fremder Freiwilliger an den Kämpfen in Spanien steht zur Zeit in dem Londoner Ausschuß zur Beratung. Es ist nicht abzusehen, inwiefern diese Beratungen durch die Methode derartiger besonderer diplomatischer Aktionen einzelner Regierungen gefördert werden könnten. Hält man aber das Verfahren in dem Ausschuß für die Beratung der spanischen Fragen nicht für ausreichend oder zweckmäßig, dann wäre es im Interesse der Klarheit und Einheitlichkeit der Behandlung dieser Fragen besser. auf eine Fortsetzung des Ausschußverfahrens überhaupt zu verzichten. 2. Die deutsche Regierung muß sich dagegen verwahren, daß durch den neuen Schritt der Königlich-Britischen und der französischen Regierung der Eindruck erweckt wird, als ob das Problem der fremden Freiwilligen im spanischen Bürgerkrieg von Deutschland verschuldet oder auch nur verkannt worden wäre. Sie stellt deshalb erneut fest, daß sie und die Königlich=Italienische Regierung es waren, die von Anfang an die Verhinderung der Ausreise von freiwilligen Teilnehmern an den spanischen Kämpfen gefordert haben, und daß es anderseits die Königlich=Britische und die französische Regierung waren, die ein solches Verbot ablehnten. 3. Die anfängliche Haltung der Königlich=Britischen und der französischen Regierung in dieser Frage ließ sich nur so erklären, daß beide Regierungen in dem Zustrom von Freiwilligen keine unzulässige Einmischung in die spanischen Angelegenheiten sehen wollten. Wenn die beiden Regierungen jetzt einen anderen Standpunkt einnehmen, so muß sich die deutsche Regierung ernstlich fragen, ob das vorgeschlagene Verbot im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht faktisch eine einseitige Begünstigung der die nationale spanische Regierung bekämpfenden Elemente zur Folgehaben würde. Nach dem monatelang ungehinderten Zustrom bolschewistischer Elemente ist es in der Tat schwer, sich des Eindrucks zu erwehren, daß das Verbot jetzt allein der bolschewistischen Partei in Spanien zugute kommen würde, die offenbar hinreichend mit fremden Freiwilligen aufgefüllt ist. 4. Da aber die deutsche Regierung von Anfang an für die Verhinderung des Zustroms von Freiwilligen nach Spanien eingetreten ist, ist sie auch jetzt noch bereit, alle diesem Ziele dienenden Maßnahmen zu unterstützen. Sie muß dabei jedoch die Erwartung aussprechen, daß nun aber auch alle Möglichkeiten für eine direkte oder indirekte Einmischung in die spanischen Kämpfe ein für allemal ausgeschlossen werden. Deshalb macht sie ihre Zustimmung von der Voraussetzung abhängig, daß a) die anderen beteiligten Staaten sich zu der gleichen Haltung entschließen, b) auch die Lösung der sonst noch mit der indirekten Einmischung zusammenhängenden Fragen unverzüglich in Angriff genommen wird, und e) alle beteiligten Regierungen einer unbedingt wirksamen, an Ort und Stelle durchzuführenden Kontrolle der zu vereinbarenden Verbote zustimmen. Die deutsche Regierung wird ihren Vertreter in dem Londoner Ausschuß anweisen, auf dieser Grundlage die weiteren Verhandlungen zu führen. Sollte über die Verhinderung der anderen Formen der indirekten Einmischung eine Einigung nicht zu erzielen sein, so müßte sich die deutsche Regierung vorbehalten, auch ihre Stellungnahme zu der Frage der Freiwilligen erneut zu überprüfen. Die beste Lösung des Freiwilligen=Problems würde nach Ansicht der deutschen Regierung erreicht werden, Die Terpsteipes Hereirtel Völlig erschöpft— 72 Stunden ohne Essen— Wie die schwierige Rettung erfolgte— Der Führer förderte das Rettungswerk dnb Berchtesgaden, 7. Januar. Die alpine Rettungsstelle Berchtesgaden teilt mit, daß die beiden Münchener Bergsteiger Frey am Donnerstag um 12.30 Uhr gerettet worden sind. Sie wurden etwa 150 Meter unterhalb der Südspitze angetroffen. In welcher Verfassung sich die beiden Münchener befinden, ist noch nicht bekannt. Der Aufstieg zum Gipfel wird mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Erst dann kann der Abstieg zur Wimbachgries=Alm angetreten werden, die man etwa um die achte Abendstunde zu erreichen hofft. Auf dem Gipfel herrscht furchtbarer Stucm, der jedes Vorwärtskommen außerordentlich schwierig gestaltet. Ueber die Rettung der beiden Bergsteiger in der Watzmann=Ostwand teilte die„Deutsche Bergwacht" am späten Abend mit: Nach dem Aufstieg am Donnerstag früh sind die Leute der Bergwacht um 10 Uhr am Watzmanngipfel eingetroffen. Es wurde sofort mit den Vorbereitungen zum Ausbau der am Gipfel befindlichen Schneehöhle begonnen. Um 10.30 Uhr wurde Aschauer(Berchtesgaden) in die Ostwand abgeseilt. Dort hatte er Hilferufe vernommen. Er stieg etwa 150 Meter in Richtung die Hauptschlucht ab, konnte dann aber in der Wand keinerlei Wahrnehmungen mehr machen, dauernd Lawinen abgingen. Aschauer selbst hat eine Lawine losgelöst, die an der oberen Abbruchstelle eine Schneehöhe von einem Meter zeigte. Er ließ sich dann wieder ein Stück aufseilen. Dann folgten Schmaderer und Goettner, am Schluß Kurz aus Berchtesgaden, in die Wand hinunter. Um 11.30 Uhr unternahm Schmaderer noch einen letzten Versuch und ließ sich noch tiefer in die Wand hinunter. Dabei entdeckte er vierzig Meter unter sich unter einem Ueberhang die beiden Frey. Er ließ ihnen sofort Essen hinunter. Sodann begann das mühevolle Aufseilen. Sowohl die beiden Frey als auch die Rettungsmannschaft mußten herausgezogen werden, da sie in dem lockeren, meterhohen Pulverschnee einfach versanken. Um 15 Uhr war alles oben am Gipfelgrat wieder versammelt. Nach einer halbstündigen Ruhepause begann dann der Abstieg in zwei Partien. Kurz selbst stieg als letzter ab. Die beiden Frey sind zur Wimbachgries=Hütte hinuntergegangen, allerdings mit Unterstützung. Die erste Partie erreichte bereits nach Eintritt der Dunkelheit um 17.40 Uhr die Hütte, die zweite Partie um 18 Uhr. Während der ganzen Unternehmung herrschte ein orkanartiger Sturm. Sogar die Leute, die bereits im Kaufasns und Himalaja=Gebiet waren, brachten zum Ausdruck, daß sie etwas Derartiges noch nicht erlebt hätten. Die Schneelage neigte zu außerordentlicher Lawinengefahr. Es mußten deshalb alle Geräte und Ausrüstungsgegenstände, Zelte, Seile usw. zurückgelassen werden, wenn man nicht eine neue Katastrophe heraufbeschwören wollte. Die beiden Frey hätten ohne fremde Hilfe den Gipfel unter keinen Umständen mehr erreicht. Seit drei Tagen hatten sie keinen Proviant mehr. in der Die letzte Nacht verbrachten sie ohne Zeltdecke, da sie gegen die Hauptschlucht, ab, konnte dann aber ir. 5g in der Annahme, den Gipfel am Mittwoch noch zu erreichen, den Zeltsack zurückgelassen haben. Beide haben sich die Füße erfroren und werden in der Wimbachgries=Hütte zur Zeit unter der Obhut von Dr. Karl von Kraus sachgemäß behandelt. Von den vom Flugzeug abgeworfenen Proviantund Ausrüstungssäcken konnten sie nichts erreichen. Ein Paket mit Lebensmitteln fiel etwas tiefer, als sie selbst waren, und sie wollten sich die Mühe des wiederholten Aufstieges nicht machen. Ein zweites Paket lag oberhalb von ihnen, und sie glaubten bestimmt, es erreichen zu können. Eine unbegehbare Felsstufe machte (Fortsetzung auf Seite 2) Die Trauung im Haag Unser Funkbild zeigt einen Ausschnitt aus der Kirche. Im Vordergrund das Brautpaar.(Den Bericht über die Hochzeitsfeierlichkeiten finden unsere Leser auf Seite 2, ein weiteres Funkbild auf Seite.) Scherl-Bilderdienst wenn es sich ermöglichen ließe, alle nichtspanischen Teilnehmer an den Kämpfen, und zwar einschließlich der politischen Agitatoren und Propagandisten, aus Spanien zu entfernen, um so den Zustand vom August vorigen Jahres wiederherzustellen. Die deutsche Regierung würde es sehr begrüßen, wenn in dem Londoner Ausschuß sofort geprüft würde, in welcher Weise eine solche Maßnahme wirksam durchgeführt werden könnte. Sie ist ihrerseits bereit, hierbei in jeder Beziehung mitzuarbeiten. Berlin, den 7. Januar 1937. Auch die italienische Antwort überreicht dnb Rom, 7. Januar. Die italienische Antwort auf den französisch=englischen Schritt in der Freiwilligen=Frage ist am Donnerstagabend von dem italienischen Außenminister dem englischen Botschafter und kurz darauf dem französischen Geschäftsträger überreicht worden. Reiner Jisch Berlin, 7. Januar. [Von unserer Berliner Schriftleitung. „Weder Italien noch Deutschland dulden, daß man die Rollen vertauscht und der Verantwortung mit dem Versuch der Anklage zu entwischen sucht!“ So schrieb der italienische Leitartikler Gayda 24 Stunden vor der Ueberreichung der deutschen und italienischen Antwort an die Botschafter Großbritanniens und Frankreichs in der Frage der spanischen Freiwilligen. Dieser Satz umreißt klar und bündig die Einstellung der Regierungen Deutschlands und Italiens zu dem diplomatischen Taschenspielerkunststück, das sich London und Paris am 26. Dezember leisteten, als sie in einer besonderen Note von Berlin und Rom eine bündige Antwort zur Freiwilligenfrage verlangten. Diese Antwort ist ihnen heute sowohl in Rom wie in Berlin in aller Deutlichkeit gegeben worden. Auf die erstaunliche Anfrage oder vielmehr auf den Versuch hin, den wirklichen Sachverhalt in der Freiwilligenfrage zu verdrehen, ist eine Erwiderung erfolgt, die in ihrer Eindeutigkeit auf der Seite der Fragesteller ein vielleicht nicht erwartetes Erstaunen auslösen wird. Die deutsche Antwort läßt für diplomatische Deuteleien keinen Raum. Sie greift die Materie beim Schopf, das heißt, sie richtet sich eingangs gegen die Methode, mit schwungvollen Phrasen und diplomatischen Kunststückchen aus den berufenen Anklägern gegen die unhaltbare spanische Politik der genannten Mächte plötzlich die Angeklagten zu machen. Bereiks in den Verhandlungen des spanischen Nichteinmischungs=Ausschusses im August in London hatten die Regierungen Deutschlands und Italiens von der französischen ebenso wie von der englischen Regierung die Einbeziehung des Verbotes der Freiwilligenentsendung in das spanische Neutralitätsabkommen verlangt, aber man wand sich damals mit Wenn und Aber um die Dinge herum und lehnte schließlich im Nichteinmischungs=Ausschuß das Verbot ab. Seitdem sind fast fünf Monate vergangen.„Jene beschönigende Haltung Englands und Frankreichs hat es in der Zwischenzeit aber den spanischen Bolschewisten ermöglicht, ihre Reihen durch Freiwilligenzustrom aus allen„demokratischen" Ländern, insbesondere aus Sowjetrußland und Frankreich, aufzufüllen und die Munitions= und Kriegsmaterialbestände so weit zu ergänzen, daß man jetzt den Augenblick für gekommen sieht, um auf eine weitere Oeffnung der spanischen Grenzen für den Hereinstrom von bolschewistischen Freiwilligen verzichten zu können. Dies vorausgesetzt, sind die Noten Frankreichs und Großbritanniens um so anmaßender. Mit Recht sieht Deutschland in der reichlich späten Erkenntnis in London und Paris eine nicht unbeachtliche Anmaßung. Versucht man dort vielleicht auf diesem Wege eine Sondergarantie für die spanischen Mordbrenner herauszuschlagen? Wahrlich, die Zumutung an Deutschland und Italien ist zu plump, als daß ein vernünftiger Staatsmann solchen Gedankengängen, denen die diplomatische Hintertür nur zu deutlich anzumerken ist, folgen könnte. Und dennoch setzt Deutschland an die Stelle der Spitzfindigkeiten oder Fallstricke— ganz gleich, wie man es nennen will— gemäß seiner soundso viele Male bewiesenen Friedenseinstellung den positiven Vorschlag. Wir sichern zwar eine unverzügliche Behandlung der Freiwilligenfrage zu, aber wir machen eine solche Erörterung von noch wichtigeren Fragen abhängig. In der Lösung der Freiwilligenfrage allein können wir das spanische Problem, so wie es in die europäische Politik hinüberstrahlt, nicht gelöst sehen. Die Forderung nach totaler Abriegelung des spanischen Kriegsgebietes von allen Einflüssen wirtschaftlicher, politischer und militärischer Art erscheint uns in diesem Zusammenhang nicht nur als eine Forderung der absoluten Neutralität, sondern ebenso der europäischen Vernunft, wobei wir aber besonders die Frage stellen, ob es für solche Maßnahmen nicht schon zu spät ist, und ob solche Maßnahmen nicht nur einseitig den Bolschewisten zugute kommen würden. Zu dieser totalen Abriegelung würde nach deutscher Auffassung nicht nur das Verbot gehören, den spanischen Goldschatz zum Ankauf von Kriegsmaterialien für die Roten zu verwenden, sondern ebenso die Ausweisung und Ausschaltung aller bolschewistischen Provokateure und Agenten aus Spanien und weitere Maßnahmen, die den Einfluß nichtspanischer politischer Persönlichkeiten auf die bolschewistische spanische Regierung unmöglich machen. Wir sehen zusammen mit dem übrigen antibolschewistischen Europa voller Spannung der Antwort entgegen, die Paris und London auf die Vorschläge einer absoluten Neutralität im spanischen Kriege zu geben bereit sind. Diese Antwort wird ein Prüfstein für die Aufrichtigkeit der Note vom 26. Dezember und für die englisch=französische Neutralitätspolitik überhaupt sein. Deutschland und Italien haben geantwortet. Ihre Sprache ist ruhig und sachlich. Ihre Seite 2 Nr. 6/ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 8. Januar 1937 Seite 3 Nr. 6 Vorschläge sind so positiv und grundsätzlich, daß mit ihrer Annahme sich der sicherste Weg zur Verhinderung weiterer Verwicklungen nach menschlichem Ermessen schaffen ließe. Paris und London haben jetzt das Wort. Die Tatsache, daß die Antworten nach ausgiebiger Aussprache zwischen Berlin und Rom ein Deuteln an der restlosen Uebereinstimmung beider antibolschewistischen Länder nicht zulassen, wird hoffentlich auch die kindliche Auffassung zerstreuen, als ob es hier irgendeine Meinungsverschiedenheit gäbe. Wir selbst wollen auch in dieser Stunde noch nicht den Glauben an die politische Vernunft jenseits der Grenzen aufgeben, auch wenn schon in einzelnen Auslandszeitungen von Gegenmaßnahmen die Rede war, die Frankreich und England ergreifen könnten. Hier zitieren wir nur die bündigen Worte der römischen„Tribuna“, die diesen Fragenkompler mit dem Satz abtut: „Eine Seeblockade, die England und Frankreich über Spanien verhängen würden, würde Thorez, Cot und Konsorten Passagefreiheit, also für die Freunde des roten Caballero Waffen, Munition, also Bewaffnung gegen Franco bedeuten. Seeblockade bedeutet auch die Möglichkeit, längs der dichtbewachsenen, schwer kontrollierbaren Pyrenäenküste zu machen, was man will. Die Blockade ist unannehmbar.“ Der Freueenug der Airbreinner Die Hochzeitsfeierlichkeiten im Haag— Das junge Paar stürmisch umjubelt Die Bergsteiger gerettet (Fortsetzung von Seite 1) jedoch auch dieses Vorhaben unmöglich. Die Teilnehmer der Expedition und auch die geretteten Bergsteiger befinden sich nunmehr wohlbehalten auf der Wimbachgries=Hütte und werden Freitag, wenn sie sich einigermaßen erholt haben, den weiteren Abstieg nach Berchtesgaden durchführen. Ein Teilnehmer der Rettungsexpedition, der Obergefreite Meyer von der 11. Kompagnie der Reichenhaller Jäger, machte am Donnerstag abend dem Deutschen Nachrichtenbüro fernmündlich Mitteilung über das geglückte Rettungswerk. Er schilderte, daß die beiden Frey völlig erschöpft etwa 150 Meter unterhalb des Gipfels angetroffen wurden. Sie hatten nicht einmal mehr die Kraft, auf die Rufe der Rettungsmannschaft zu antworten, obwohl diese schon in nächster Nähe war. Drei Tage und Nächte lang haben die beiden nichts mehr zu essen gehabt. Dazu kam, daß sie die Nacht zum Donnerstag ohne jeglichen Wärmeschutz verbringen mußten, da Schlafdecken und Zeltbahnen durch Schnee und Sturm nicht mehr zu gebrauchen, teilweise auch fortgerissen waren. Die Bemühungen der Rettungsexpedition, die beiden Münchener Bergsteiger Frey aus ihrer furchtbaren Lage an der Watzmann=Ostwand zu befreien wurden auch im Berghof“, mit lebhaftester Aufmerksamkeit verfolgt. Der Führer ließ sich dauernd von dem Stand der Rettungsarbeiten unterrichten und brachte dem Rettungswerk die größte Anteilnahme entgegen. Am Donnerstag hat der Führer einen geländegängigen Kraftwagen mit Vierradantrieb, zur Verfügung gestellt. Brigadeführer Schaub brachte diesen Wagen nach Berchtesgaden, wo er mit Lebensmitteln und Funkgerät bepackt auf dem Weg zur Wimbachgries=Alm eingesetzt wurde. Auf diese Weise wurde der Transport für die Rettungsmannschaften wesentlich erleichtert und das ganze Rettungswerk erheblich gefördert. China trauert um einen Freund Gedächtnisseier für Seeckt in Nanking Nanking, 7. Januar. Eine Gedächtnisfeier für den verstorbenen Generalobersten Hans von Seeckt, die in den Räumen des Klubs der in Deutschland studierten Chinesen abgehalten wurde, gab Zeugnis von der großen Verehrung, die Hans von Seeckt in China entgegengebracht wird. Zu der Gedächtnisfeier waren Vertreter der Reichsämter und Ministerien, der obersten Militär= und Stadtbehörden sowie viele Angehörige aus Wirtschaftsund Wissenschaftskreisen erschienen. Der deutsche Botschafter Dr. Trautmann war mit den Herren der Botschaft und den in Nanking lebenden Vertretern der RSDAP zugegen. Marschall Tschlangraischek, der sich zur Wiederherstellung seiner Gesundheit auf dem Lande aufhält, hatte zwei Kränze gesandt und ließ sein Bedauern aussprechen, nicht persönlich an dieser Gedächtnisfeier teilnehmen zu können. Botschafter Dr. Trautmann gab eine Würdigung des großen Soldaten und ging auf die Verdienste und die Sympathien ein, die sich von Seeckt während der kurzen Zeit seines China=Aufenthaltes erworben habe. Man könne mit Recht sagen, daß von Seeckt eine neue Brücke für die chinesisch=deutsche Zusammenarbeit geschlagen habe. General Falkenhausen schilderte den militärischen Werdegang Seeckts. In seiner Gedenkrede würdigte Kriegsminister Hoyingschin die Bedeutung des Generalobersten von Seeckt für China und betonte, daß sein soldatisches Können seine klugen Ratschläge und sein ganzes Wesen in China immer in Erinnerung bleiben werden. Von Seeckt habe in der kurzen Zeit seines Wirkens Großes für den Ausbau des chinesischen Heeres geleistet, und es sei ihm zu verdanken, daß die chinesische Armee vorangekommen sei. Sein Zielbewußtsein, seine Treue zu seinem Vaterland, seine überragende Persönlichkeit seien den chinesischen Offizieren ein großes Beispiel, so daß der Name von Seeckt und seine Verdienste immer mit der chinesischen Wehrmacht verbunden sein werden. Als Vertreter Tschiangkaischeks in seiner Eigenschaft als Ministerpräsident sprach dann Professor Ongwenhao, der Generalsekretär des Reichsvollzugsamts Er sand ebenfalls erhebende Gedenkworte für den Toten, der es stets aufrichtig mit Tschiangkaischek und China gemeint habe. Heute stehe ganz China voller Trauer an seinem Grabe.— Eine große Zahl der Kranzspenden wurde nach Abschluß der Feierlichkeit am Grabmal der Revolutionskämpfer niedergelegt. and Den Haag, 7. Januar. Den Haag, das die Holländer auch heute noch mit berechtigtem Stolz„das schönste Dorf Europas“ nennen, hat seine vornehme patriarchalische Ruhe aufgeben müssen. Zum ersten Male seit langer Zeit hat die Residenz, die in der Altstadt aristokratisch, in den Außenbezirken weltstädtisch und ländlich zugleich ist, eine Nacht bewegtester Freude, erfüllt von lebhaftem Betrieb, ununterbrochener Musik und fröhlichem Singen, hinter sich. Die Polizeistunde war aus guten Gründen aufgehoben worden, denn obwohl auch die umliegenden Städte zur Unterbringung der Besucher in Anspruch genommen waren, war es einfach unmöglich, für alle Quartier zu beschaffen. So verbrachten die Besucher die Nacht in den Gasthäusern, um schon in den ersten Morgenstunden, mit Klappstühlen und anderen Sitzgelegenheiten bewaffnet, die Plätze an den Straßen, durch die der Hochzeitszug kommen wird, einzunehmen. Aber auch die Tribünenbesucher mußten Frühaufsteher sein; denn viele Stunden vor der Ankunft des Zuges war in der Innenstadt an ein Durchkommen nicht mehr zu denken. Nur für die Wagen der Gäste an der Trauungsfeierlichkeit war eine schmale Gasse von den Absperrungen freigelassen. Erfreulicherweise ist das schlechte Wetter des Vortages von schönstem Wetter abgelöst worden. Am Bahnhof herrschte unbeschreiblicher Betrieb. Abständen von nur zehn Minuten treffen die Sonderzüge ein, aber durch eine geschickte Verkehrsregelung werden die Massen in die Innenstadt geleitet. In den frühen Morgenstunden zieht schon das Militär in Feldgrau mit Stahlhelm und aufgepflanztem Bajonett mit klingendem Spiel zur Absperrung auf. Der Brautzug Vor dem Königlichen Palast Noordeinde hat sich inzwischen der Brautzug formiert, der von einer berittenen Polizei=Abteilung eröffnet wird. Einer Abteilung reitender Artillerie und Kavallerie mit Standarten und Musikkorps folgen zweispännige Staatskarossen mit den Brautjungfern und den Brautführern. Begeisterter Jubel begrüßt die berühmte goldene Kutsche, die mit acht prächtigen Perden bespannt ist und unter Vorantritt zweier Postillone auffährt. Die goldene taatskarosse, in der das Brautpaar zur Trauung fährt, ist von einem festlich galonierten Kutscher bei jedem der acht Pferde und vier Lakaien an jeder Seite begleitet. Der Kommandant der Zweiten Husaren, des Regiments, dem Prinz Bernhard als Rittmeister angehört und dessen Gala=Uniform er trägt, reitet zur Rechten, der Kommandant der eskortierenden Eskadron zur Linken der goldenen Kutsche. Mit begeistertem Jubel wir dauch die mit vier Pferden bespannte gläserne Kutsche mit der Königin und der Prinzessin Bernhard zur LippeBiesterfeld empfangen. Die Hunderttausende, die sich in den Straßen der Stadt drängen, werden nicht müde, Das Fr in Kleinasten loo. Französisch=türkische Spannung wegen syrischer Gebietsteile— Vor einem bewaffneten Zusammenstoß? dem Brautpaar und der Landesmutter ihre Verehrung zu bezeigen. Die bürgerliche Trauung im Rathause An dem zu einer Triumphpforte verwandelten Eingang des alten Rathauses wird das Brautpaar von dem Bürgermeister der Residenz empfangen und in das Arbeitszimmer des Bürgermeisters geführt, der auch die bürgerliche Trauung vollzieht. Unter erneutem Jubel geht der Brautzug dann zur Großen Kirche weiter, die im Gegensatz zu dem farbenfrohen Bild der Straßen im Innern mit betonter Schlichtheit gestaltet wurde. Sie bedarf in der Schönheit ihrer gotischen Architektur, der dunklen Holztäfelung und der schweren kostbaren Teppiche keiner weiteren Ausschmückung, um einen der Feier angemessenen würdigen Eindruck hervorzurufen. Nur im Kanzelraum deutet ein dezenter, aus Blattpflanzen und weißen Lilien bestehender Aufbau rings um die Kanzel auf das festliche Ereignis. Vor der Kanzel stehen hinter einem kleinen Betpult die Sessel für das Brautpaar. Als die goldene Kutsche auf der zum Fischmarkt gelegenen Seite vor der Kirche vorfährt, wird das Brautpaar an der Tür durch den Oberkammerherrn in das Konsistorium geleitet, gefolgt von der Königin und den übrigen Gästen. Staatspräsident setzte darauf seine Reise fort, während die übrigen nach Ankara zurückkehrten. Im französischen Außenministerium, so besagen die einlaufenden Meldungen übereinstimmend, sei man über die Entwicklung der Lage beunruhigt, zumal die Mitteilungen der in Alexandretta und Ankara weilenden Diplomaten ebenfalls mit der Möglichkeit eines bewaffneten Eingriffs der Türkei rechnen. Um so beunruhigender sei die Situation, als die in Alexandretta liegenden französischen Besatzungstruppen nur zwei Bataillone zählten. Besondere Besorgnis verrät der heutige Artikel des„Echo de Paris“, der es als einen ernstLaufe der nöchsten haften Fehler der französischen Politik bezeichnet, daß Jahre einer Autonomie, d. h. staatlichen Unab= man seinerzeit nicht das Problem der türkischen MinderAnkargs geläst habe. In PaBerlin, 7. Januar(Eig. Drahtber.) Zu dem spanischen Krisenherd ist für die europäische Politik, oder besser gesagt für die Lage im Mittelmeer, eine neue Gefahr hinzugetreten. Seit einigen Monaten besteht zwischen der Türkei und Frankreich ein Streit um den Bezirk Sandschak, Alexandretta und Antiochia in Kleinasien. Diese Gebiete waren früher ein Landesteil der Türkei, der den Türken nach dem Weltkriege genommen wurde. Man schlug ihn zu dem neugebildeten Staat Syrien, über der Frankreich ein Völkerbundsmandat erhielt, das im Laufe der nächsten drei hängigkeit Syriens, Platz machen soll. Vergangenen heiten zur Zufriedenheit Ankaras gelöst habe. Herbst hat die türkische Presse einen Feldzug eröffnet, um in Frankreich Verständnis für die Rückgabe des Sandschaks, Alexandrettas und Antiochias an die Türkei zu wecken, da das Gebiet rund um die beiden Städte fast ausschließlich von Türken bewohnt sei. Es kam dann auch zu diplomatischen Vorstellungen der Türkei in Paris und in Genf. Auf der letzten Völkerbundstagung Mitte Dezember wandte sich der türkische Außenminister grundsätzlich dagegen, daß der Sandschak, Alexandretta und Antiochia durch die kommende syrische Anatomie ohne weiteres zu einem syrischen Gebietsteil gemacht werden sollen, und kurz vor Weihnachten verhandelte die Türkei unmittelbar mit Frankreich in Paris. Diese Besprechungen scheiterten jedoch, da man auf französischer Seite zwar zu einer Erweiterung der kulturellen und religiösen Rechte der türkischen Bevölkerung im Sandschak, nicht aber zur Wiedervereinigung des Gebietes mit der Türkei bereit war. Wie heute französische rechtsgerichtete Blätter erklären, hat der türkische Außenminister schon anläßlich seines Pariser Besuches darauf hingewiesen, daß die Türkei ihre Forderungen mit bewaffneter Macht durchsetzen müsse. Jetzt liegen in Paris und London Nachrichten aus Syrien ver, nach denen zwei türksche Divisionen, andere Meldungen sprechen sogar von zwei türkischen Armeekorps, an der Nordgrenze des Sandschaks zusammengezogen seien. Es heißt weiter, daß sich der Präsident der türkischen Republik Atatürk schon zu den Truppen begeben habe. Wieweit das richtig ist, können wir nicht nachprüfen, Tatsache ist, daß der türkische Staatspräsident, der sich nach einer Meldung aus Ankara auf dem Wege nach Konia befindet, in Eskischehir mit dem Ministerpräsidenten, dem Chef des großen Generalstabes, dem Minister des Auswärtigen und dem Minister des Innern zusammentraf und mit ihnen eine vierstündige Unterredung hatte. Der riser unterrichteten Kreisen rechnet man mit der Entsendung französischer Kriegsschiffe in die gefährdete Zone. Dennoch hofft man, daß Frankreich und England gemeinsam noch eine verhängnisvolle Entwicklung aufhalten werden. Demgegenüber steht aber die Aeußerung des führenden türkischen Blattes, das rundweg feststellt, die türkische Regierung werde, gleichviel mit welchen Mitteln, ihre Forderungen im Sandschak durchsetzen und für einen Krieg, wenn er entstehen sollte, Frankreichs verantwortlich machen. Besonders diese Ausführungen haben die Stimmung in Paris keineswegs gehoben. Man hat bereits am Mittwoch abend halbamtlich erklärt, daß Frankreich und England fest entschlossen seien, jeden Gewaltstreich der Türkei zu verhindern, falls Atatürk die Mächte vor eine vollendete Tatsache stellen wolle. Soweit die aus den europäischen Hauptstädten und aus der türkischen Hauptstadt vorliegenden Meldungen. Der englische„Daily Herald“ meint sogar, daß die türkischen Forderungen auf den Sandschak nur ein erster Schritt der Türkei seien. Die Außenpolitik Ankaras ziele, so sagt das Blatt, auf die Beseitigung der verschiedensten territorialen Bestimmungen des Friedensvertrages hin, und der nächste Schritt der Türkei werde die [Wiedergewinnung der Oelfelder von Mossul sein, die die Türkei dem Jrak hat abtreten müssen. Das sind, wie gesagt, Betrachtungen der englischen Presse, deren Richtigkeit noch nicht nachzuprüfen ist. Fest steht, daß Truppenbewegungen an der Grenze von Syrien stattgefunden haben. Da zwischen Ankara und Moskau, wie die vorjährige Dardanellenkonferenz gezeigt hat, nähere Beziehungen bestehen, so will man in der heutigen Entwicklung auch einen gewissen Einfluß Moskaus sehen, das die auf der Dardanellenkonferenz erzielten Vorteile weiter auszubauen versucht. Dadurch aber wäre die ganze Angelegenheit nicht nur sensationell, sondern auch gefährlich. Wenerer Vermarsch der Ruttonunsten 325 Grippe=Tote in einer Woche Die Grippe=Epidemie in England London, 7. Januar. Die in England herrschende Grippe=Epidemie hat sich in den letzten acht Tagen beträchtlich verstärkt. Sie forderte in der letzten Woche 325 Tote, während in der Woche vorher 97 Todesfälle durch Grippe zu verzeichnen waren. an der Front bei Madrid— Zwei rote Flieger abgeschossen Salamanca 7. Januar. und für Reparaturarbeiten an Straßen und Brücken zu Der Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca meldet, daß am Mittwoch die Operationen an der Front von Madrid mit Erfolg fortgesetzt worden sind. Die nationalen Truppen besetzten die Ortschaften Las Rozas und El Plantio, ferner das bei Remisa liegende Gehöft Casa de Lospinos sowie die Bahnstation Pozuelo de Alarcon. Die Kommunisten leisteten an der nach La Corona führenden Landstraße heftigen Widerstand, wurden aber bald von den mit großem Schneid stürmenden Nationalisten aus den Gräben geworfen. Die Bolschewisten erlitten hohe Verluste an Menschen und Material. An der HuescaFront schlugen die nationalen Truppen einen kommunistischen Angriff mit Leichtigkeit zurück. Von der nationalen Südarmee werden Geländegewinne gemeldet. Zum Heeresbericht wird ergänzend bekannt: Die Ortschaft Las Rozas, wo die Kommunisten starke Befestigungen(dreifache Gräbenlinien und dreifache Drahtverhau=Systeme) errichtet hatten, wurde von den nationalen Truppen umzingelt und nach kurzem Kampf genommen. Die Artillerie und die Flugwaffe beteiligten sich an den Operationen in hervorragender Weise. Bei den Kämpfen an der Landstraße nach La Corona kam die Durchschlagskraft und die Geschicklichkeit der Nationalisten im Nahkampf besonders zur Geltung. Die Zahl der roten Ueberläufer war am verwenden. Im Abschnitt Basurero— Villaverde wurde bei einem Luftkampf ein roter Jagdflieger zum Niedergehen gezwungen. Bei Brunete wurde ebenfalls ein roter Flieger abgeschossen. In einer Unterredung mit Largo Caballero erklärte der Bolschewistenhäuptling von Santander, daß es dort zu Kundgebungen gegen die bolschewistischen Machthaber gekommen sei, bei denen Aufgabe des Widerstandes gefordert worden sei. Die kirchliche Trauung In der Kirche haben inzwischen die Gäste ihre Plätze eingenommen. Seit 10 Uhr sind alle Plätze im eigentlichen Kirchenschiff mit den Mitgliedern des Kabinetts, fast allen Staatswürdenträgern, der hohen Generalität und Admiralität besetzt, während die Offiziersabordnungen in großer Uniform vor dem Rathaus, der Kirche und dem Schloß die Ehrenwachen stellen. In der Kirche sieht man ferner die Spitzen aller Behörden und öffentlichen Körperschaften, die Gäste des Hofes, den gesamten Hofstaat bis zu den Pächtern, Arbeitern und Angestellten der königlichen Güter, endlich die ausländischen Chefs der diplomatischen Missionen und die führenden Vertreter der holländischen und der ausländischen Presse. Unter feierlichem Orgelklang betritt das Brautpaar die Kirche. Der Hosprediger Prof. Dr. Obbing schildert die Freude der Niederlande bei der Nachricht von der Verlobung der Prinzessin, die Freude, die aufs neue emporgelodert sei, als das Volk den Auserwählten der Braut kennenlernte, der sogleich durch seine Person und sein Auftreten alle Herzen gewonnen habe. Schließlich machte sich der Hofprediger, zum Vermittler der Glückwünsche des ganzen holländischen Volkes. Das niederländische Volk wolle in dem Paar, das viele und segensreiche Aufgaben in den Niederlanden zu erfüllen habe, ein Vorbild in Treue, Pflichterfüllung und Gottvertrauen sehen. Die kirchliche Handlung der Trauung nahm darauf der greise Althofprediger Dr. Welter vor. Unter Orgelspiel kehrte das junge Paar dann in das Konsistorium zurück, um dort die Wünsche der Eltern und Verwandten entgegenzunehmen. Die Feier im Schloß Noordeinde Dann trat das junge Paar die Rückfahrt nach Noordeinde an. Von allen Seiten klangen ihm die Glückwünsche der Bevölkerung entgegen. Im Schloß angelangt, mußten sich das junge Paar, die Königin und die Mutter des Prinzen immer wieder der Menge zeigen. Ununterbrochen schallten die Hochrufe und die Klänge vaterländischer Lieder zum Schloß empor. Das Schloßinnere war in einen einzigen Blumengarten verwandelt. Im großen Festsaal fand ein Hochzeitsfrühstück statt, zu dem die Königin 210 Personen geladen hatte. Das Brautpaar und die Blutsverwandten saßen an einer großen Tafel, die übrigen Gäste an vielen kleinen Tischen. Unter den Geladenen befand sich auch als Vertreter der Regierung der holländische Ministerpräsident Dr. Colijn, der Minister für die Auswärtigen Angelegenheiten, als Vertreter der Wehrmacht der Kommandeur des Feldheeres, Leutnantgeneral Roell, und der Chef des General= stabes, Leutnantgeneral Riinders, ferner der Erste Kommissar der Königin van Kranebeck. Außerdem waren alle Offiziere des Militärkabinetts, die an dem Festzuge teilgenommen hatten, zur Tafel geladen, unter ihnen auch der indische Prinz Mangkoe Vegoro, der als Adjutant der Königin zu besonderem Dienst im Zuge mitgeritten war, weiter waren die Bürgermeister von Amsterdam, Rotterdam und der Residenzstadt den Haag anwesend. Vom Diplomatischen Korps waren der deutsche Gesandte Graf Zech, der englische Gesandte und der Gesandte von Schweden, der Doyen des Diplomatischen Korps geladen. Am Nachmittag trat das junge Paar die Hochzeitsreise in ein Wintersportgebiet an. Die Vorgänge im Rathaus und in der Großen Kirche waren durch zahlreiche auf den Straßen aufgestellte Lautsprecher der Menge bekanntgegeben worden, die so zum Zeugen des festlichen Ereignisses wurde. England haut die größte Geschoßfobrik. Wie„Eve*: ning Standard" berichtet, hat die britische Regierung den Auftrag zur Errichtung einer Waffenfabrik in Lancashire gegeben. Es handele sich um die größte Geschoßfabrik, die je in Auftrag gegeben wurde. Die Kosten an Gebäuden und Maschinen betragen 72 Millionen Mark. Mittwoch viel größer als an den Vortagen. Sie berichten übereinstimmend von der wachsenden Entmutigung, die in den Reihen der Roten Platz gegriffen hat. erhoht, Die allgemeine Mißstimmung wird noch dadurch daß die Löhnung so gut wie ganz ausgeblieben ist. Die roten Söldner haben in den letzten drei Monaten nur 48 Peseten erhalten anstatt der 900, die ihnen versprochen worden waren. Angesichts der hohen Zahl der roten Ueberläufer hat die nationale Heeresleitung beschlossen, diese zu Kolonnen zusammenzustellen Ermordete Geiseln in Zementöfen verbrannt Paris, 7. Januar. Das„Echo de Paris“ berichtet wiederum Einzelheiten über die von den Roten in Spanien begangenen Greueltaten. Danach ist in Katalonien der Abgeordnete der Provinz Gerona, Louis Pinol, von Anarchisten und Kommunisten erschossen worden. In dem früheren Kloster San Gevasio in Barcelona, in dem die katalanische Tscheka ihr Hauptquartier aufgeschlagen hat, werden täglich gegen 100 Gefangene ermordet. Um jede Spur von den beispiellosen Verbrechen zu verwischen, wurden die Leichname in den Oefen eines Zementwerkes verbrannt. Der Chef der katalanischen Tscheka, Aiera, ist nicht weniger als 93mal verurteilt worden. Zum prinzen der Niederlande ernannt Haag, 7. Januar. Eine Sonderausgabe des holländischen Regierungsanzeigers, die am Donnerstag erschienen ist, enthält drei königliche Beschlüsse. Laut erstem Beschluß verleiht die Königin der Niederlande Prinz Bernhard zur Lippe=Biesterfeld den Titel Prinz der Niederlande mit dem Prädikat Königliche Hoheit. Durch zweiten königlichen Beschluß wird der Prinzessin Juliane der Niederlande der Titel Prinzessin zur Lippe=Biesterfeld gegeben und im dritten Beschluß wird Prinz Bernhard der Niederlande in den Staatsrat aufgenommen. (Weitere politische Nachrichten auf Seite 10.) Kommunistische Werbeagenten für das rote Spanien in der Tschechoslowakei verhaftet. In der Tschechoslowakei wurde wieder eine Anzahl kommunistischer Werbeagenten für das rote Spanien verhaftet. Unter den Verhafteten befindet sich auch der tschechoslowakische Die heutige Rummer umfaßt 14 Seiten Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs, Stellvertreter: Fritz Schmidt. Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest, Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaliung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft und Bilder: Fritz Schmidt, Gerichtsdienst und Briefkasten: Mar Flegel, Sport: Hans Horndera, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin=Karlshorst, Dönhoffstraße 19. Anruf Karlsborst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe Berlin=Cbarlottenburg. Ublandstraße 194, Anruf C 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum, Ruf 67551, 52. 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig, Nachlaßstafsel B.— DA. XII 36 über 27.000. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer mittwochs und samstags. von 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen kein Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. De Es ist eine zur Arbeitsstätte, Wenn im Morge endet hat, verlasse Menschen ihr Hei Sie beschreiben a Bogen, schreiten Straße und bege Die Gefahr, diese gelegenheit des T Fülle ungeahnter zug hat, als Mo mit Zahlen jong ausrechnen, wied in zehn Jahren, gangen ist, wievie Erdbau reicht, n bekäme er für (Doch ungeheuer Wen vom ver nicht in Ruhe lä keiten hier an Was ist der hage lich begegnet, vo kameraden auf frage ihn, ob au und dann das Feinkostgeschäft 1 vielleicht überhau der netten Verkär des Kunstgewerh, Man sieht al Das wichtigste Menschen, die ur vertraut geworde Fräulein oder d dauert es einige in der Flut der Jeder hat äh wenn auch nicht gegnete mir auf Mann mit einer Seite neigte und welt betrachtete. keit, als wir un gegnendes blonde hieß. Wenn ich mußte ich an der wir uns, und ick stätte sei. Lang eines Tages eir behindert, und a Herr. ine 18000 H Weihnachten i: Eine umfass werk, wie übera gangenen Weihr Haushaltungen halt an Lebensdungsstücken usn richtete. 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NachlaßS ut der samstags. Einsendungen keine Rückporto. t 14 Seiten Seite 3 Nr. 6# Bochumer Anzeiger„ Freitag, 8. Januar 1937 Der tägliche Marsch Es ist eine eigene Sache mit dem täglichen Weg zur Arbeitsstätte, zum Werk, zum Büro, zur Schule. Wenn im Morgengrauen die Stadt ihren Schlaf beendet hat, verlassen zu bestimmten Stunden ungezählte Menschen ihr Heim, um diesen täglichen Weg zu gehen. Sie beschreiben an bestimmten Ecken einen bestimmten Bogen, schreiten meistens im gleichen Winkel über die Straße und begegnen fast immer denselben Menschen. Die Gefahr, diesen täglichen Weg zur eintönigsten Angelegenheit des Tages werden zu lassen, wird durch eine Fülle ungeahnter Möglichkeiten behoben. Wer den Vorzug hat, als Mathematiker geboren zu sein und gern mit Zahlen jongliert, mag auf seinem täglichen Weg ausrechnen, wievielmal er diesen Weg im Jahr geht, in zehn Jahren, beim 25jährigen Berufsjubiläum gegangen ist, wievielmal die erzielte Kilometerzahl um den Erdball reicht, was er mit dem Geld machen würde, bekäme er für jeden Kilometer einen„Schein" usw. (Doch ungeheuer spannend, wie?) Wen vom vergangenen Abend der Kriminalroman nicht in Ruhe läßt, mag seine Sherlock=Holmes=Fähigkeiten hier an seinen lieben Mitmenschen versuchen. Was ist der hagere Herr mit der Brille, der einem täglich begegnet, von Beruf? Willst du deinen Berufskameraden auf seine Gedächtnisfähigkeit untersuchen, frage ihn, ob auf der=Straße zuerst die Konditorei und dann das Feinkostgeschäft kommt, oder erst das Feinkostgeschäft und dann die Konditorei. Er wird vielleicht überhaupt nichts wissen, sich aber desto besser der netten Verkäuferin erinnern, die oft im Schaukasten des Kunstgewerbehauses erscheint. Man sieht also in der Tat ungeahnte Möglichkeiten. Das wichtigste auf dem täglichen Weg sind aber die Menschen, die uns begegnen, die uns als Unbekannte vertraut geworden sind. Wenn uns der Herr, das Fräulein oder der junge Mann einmal nicht begegnet, dauert es einige Minuten ehe die kleine Enttäuschung in der Flut der neuen Begegnungen ertrinkt. Jeder hat ähnliche Begegnungen, auch ich hatte sie, wenn auch nicht ganz so„romantisch". Jahrelang begegnete mir auf dem Schulweg ein großer, hagerer Mann mit einer Brille, der den Kopf ein wenig zur Seite neigte und aus großen, stillen Augen seine Umwelt betrachtete. Er erregte schon meine Aufmerksamkeit, als wir uns noch darum stritten, ob ein uns begegnendes blondgelocktes Mädel Marita, Else oder Inge hieß. Wenn ich mir einen„Büromenschen“ vorstellte, mußte ich an den Herrn denken. Jahrelang begegneten wir uns, und ich hätte gern gewußt, wo seine Arbeitsstätte sei. Lange Zeit nach der Schulzeit betrat ich eines Tages ein Geschäft, der Verkäufer war gerade behindert, und als Ersatz kam aus dem Kontor„mein“ Herr. 18000 Haushalte, 22000 Kinder Weihnachten in Bochum durch das WHW. bedacht Eine umfassende Hilfsaktion hat das Winterhilfswerk, wie überall im Reich, auch in Bochum zum vergangenen Weihnachtsfest durchgeführt. Ueber 18000 Haushaltungen erhielten Weihnachtspakete, deren Inhalt an Lebens= und Genußmitteln aller Art, Bekleidungsstücken usw. sich nach der Kopfzahl der Familie richtete. Bei den öffentlichen Weihnachtsfeiern der Partei in den einzelnen Ortsgruppen sind ferner rund 22000 Kinder beschert worden. Diese Leistung kann sich sehen lassen. Dankbar ist sie als ein Beweis tatkräftiger Volksgemeinschaft von unseren hilfsbedürftigen Volksgenossen anerkannt worden. Ein besonderer Dank gebührt aber auch den zahlreichen Helfern und Helferinnen des Winterhilfswerks, die sich, zum Teil in langer Nachtarbeit, für das Gelingen der Weihnachtshilfe eingesetzt haben...., Mschut Mit dem neuen Jahr beginnt der zweite Abschnitt des Winterhilfswerks 1936/37. In den Hilfsmaßnahmen gegen Hunger und Kälte tritt keine Unterbrechung ein. Nach der umfangreichen Weihnachtsversorgung sind allerdings für die weitere Winterversorgung große Mittel erforderlich. Zum ersten Eintopssonntag des neuen Jahres ergeht deshalb an alle Volksgenossen die Bitte, in alter Opfer= und Gebefreudigkeit den Willen zur Volksgemeinschaft zu bekunden und nicht nur zu spenden, sondern auch zu opfern. Das Ergebnis des Monats Januar muß noch größer sein als im Dezember, damit die Stadt Bochum anderen Kreisen nicht nachsteht. In Verbindung mit dem ersten Eintopfsonntag findet eine Straßensammlung statt, bei der Winterhilfswerkabzeichen aller Art zum Preise von 10 Reichspfennig verkauft werden. Vorfreude ist am platze Am 9. Januar: Erste öffentliche Sitzung der Groboka Am Horizont unserer vergnüglichsten Pläne geht strahlend, die Sonne des Bochumer Karnevals auf. Und am Samstag, 9. Januar, wird sie unsere Stimmung mächtig erwärmen: Die erste öffentliche Sitzung der Groboka(für alle, die es noch nicht wissen sollten: Große Bochumer Karnevalsgesellschaft) steht für diesen Tag im Parkhaus bevor. Das Programm läßt keinen Wunsch offen, und die Namen der Büttenredner allein versprechen schon ein tolles Vergnügen. Im Mittelpunkt des Abends wird selbstverständlich die Proklamation des Prinzen Karneval Willi., des Sanslmütigen, stehen. Die Karnevalsgesellschaften der Stadt Wuppertal(—Ge—Wupp) werden zu der Sitzung eine stattliche Abordnung entsenden, die natürlich feierlich empfangen wird, und die Städte Bochum und Wuppertal werden bei dieser Gelegenheit das närrische Schutz= und Trutzbündnis ihrer Karnevalsgesellschaften kräftig besiegeln. Carl Ott hat mit bewährtem Geschick ein Eröffnungsspiel geschaffen, und damit ist für einen Auftakt gesorgt, den die Erlesenheit der übrigen Darbietungen erfordert. Die Tanzgruppe Gisela Schweitzer=Schräder wird die Besucher mit reizenden Tanzvorträgen entzücken. Fritz Winkelmann, Georg Wüst und Wiemers bringen ihre jüngsten Liederdarbietungen, von denen das Wuppertaler Heimatlied von Fritz Winkelmann der„Clou“ sein dürfte. In der Bütt werden gleich eine ganze Handvoll Redner die Haubitzen ihres Humors auf die Bochumer abfeuern: Leo Sander, Carl Ott, Fritz Winkelmann, Hans Schürmann(Wuppertal) und nicht zuletzt der Präsident der Ka—Ge— Wupp, Scharmitzel. Die„Melodia“ singt ein Quartett, und der bergwerkstiefe Baß Brucks wird mit Trinkliedern erfreuen. Zeremonienmeister wird von Richthofen sein, und da die Wuppertaler noch besondere Ueberraschungen versprochen haben(drei große Büttenredner=Hoffnungen), sind hochgespannte Erwartungen am Platze. Von den weiteren Veranstaltungen sei die Fahrt der Groboka nach Wuppertal am 17. Januar erwähnt und schließlich die Prunksitzung in der Bürgergesellschaft am 31. Januar Raum für 90 Verginanins famten Die Bergmanns=Siedlung an der Grenze Laerfeld— Werne im ersten Bauabschnitt hoch— Geplanter Gesamtumfang: 130 Wohnungen Ammiziüätic K * 1 — BA.-Muthherr Unten die Hauptstraße, oben die westliche Nebenstraße der neuen Siedlung. Wer sich im Jahre der großen Eingemeindungen 1929 als guter Bochumer einmal gründlich seine nun mit dem Vorzeichen„Groß"= versehene und geschmückte Vaterstadt ansehen wollte, wer einmal genau wissen wollte, wie nun eigentlich dieses Gebilde Groß=Bochum im Gesamteindruck war, der mußte im wesentlichen zu dung ig in gleichem Maße Rechte und Pflichten erwuchsen. Die Schnelligkeit, mit der sich in den letzten Jahren die Riesen=Baulucken im Gesicht Bochums zu schließen begonnen haben, mit denen der vorhin als„luftleer“ bezeichnete Raum neue Straßen, Häuser und Siedlungen aufzunehmen begann, mit der Bochum im Begriffe ist's zu seinen äußersten Grenzen hin fest zusammenim Gesamteindruck war, der mußte im wesentlichen zu gen aufzunehmen.., g, aummmn chuet folgendem Eindruck kommen: es war eine Stadt mitist, dis zu seinen festem Altstadtfern einem graßen Rina an diesen her= zuwachsen, ist verblüffend. Kaum jemand hat das vorfestem Allstabltern, einem großen ning un viesen herangewachsener Stadtteile und dann einem größeren „luftleeren“ Raum, um den sich wieder größere Gemeinden und Siedlungen schlossen, die nun zu Bochum gehörten. So ähnlich war es tatsächlich, wenn man die räumlichen Verhältnisse betrachtete. Und wenn man dazu die politischen und wirtschaftlichen Zustände bei uns und im ganzen Vaterlande besah, über denen Grau in Grau die Wolken hingen, dann fragte man sich mit gewissen Zweifeln, ob es überhaupt in absehbarer Zeit möglich sein könnte, daß daraus nicht allein verwaltungsmäßig, sondern auch räumlich ein geschlossenes Ganze werden könnte. Und die, denen solche Zweifel kamen, waren bestimmt nicht die schlechtesten Freunde ihrer Heimatstadt, der ja schließlich aus der Eingemeinzuwüchsen,„Ist verblafend. Kaum jemand hat da... aussagen rönnen, dieses uns allen sichtbare Teilstuck des wunderbaren deutschen Aufbaues unter der Führung Adolf Hitlers. Aber; wer Augen hat, zu sehen, der kann jetzt deutlich feststellen, daß Bochum immer mehr zusammenwächst und gerade in den Richtungen, die früher die größten Lucken aufwiesen: nach Osten und nach Süden hin! In Richtung Weitmar—Linden hat das sicher jeder von uns selbst im verflossenen Jahre bei Ausflugsfahrten zur Ruhr schon feststellen können. Und die meisten werden auch selbst bereits bemerkt haben, daß sich nach Osten die Häuserreihen Altenbochums entlang der Wittener Straße immer dichter an den Stadtteil Laer heranschieben. Jetzt vollzieht sich durch ein großes SiedZam Wehn aulel Albenslanteraden Erweiterung der Anlagen für die Gefolgschaft in der Schlegel=Scharpenseel=Brauerei K77 8 ..-Muthherr Die schöne Erweiterung des bisherigen Gefolgschaftsraumes durch einen großen Anbau in Form eines Wintergartens Im Rahmen der Bestrebungen zum Wohle aller Gefolgschaftsmitglieder gerade in der Freizeit. hat die Schlegel=Scharpenseel=Brauerei jetzt die großen Anlagen für die Arbeitskameraden erweitert, die einen großen Aufenthaltsraum mit Flügel und Radioanlage, einen Dachgarten, Werksbücherei und anderes umfassen. Neu errichtet wurde ein Anbau in Form eines Wintergartens, der den bisherigen Aufenthaltsraum fast um die Hälfte seines bisherigen Umfanges vergrößert. Dieser künstlerisch ausgestattete Raum macht in seiner lichten, luftigen Art jedem Freude, der Gelegenheit hat, sich diese Anlagen zu beschauen. Er dient, wie das Bild schon zeigt, nicht nur als Raum zu festlichen Anlässen, sondern steht stets den Arbeitskameraden auch zur Mittagspause offen. lungswerk eine auffällige Füllung der Lücke, die auf dem Gebiet zwischen der Grenze Altenbochum—Laer am Abzweig Werne und dem Stadtteil Werne selbst liegt. Die Bergmannssiedlung Werne, deren erster Bauabschnitt im wesentlichen unter Dach ist, wird als ein kleines Stadtviertel für sich den größten Teil dieser Lücke unmittelbar vor dem großen Bahndamm, hinter dem das eigentliche Werne beginnt, schließen. Der erste Bauabschnitt dieser Siedlung, deren Bauherr die Bergmannssiedlung GmbH. ist, wurde nach dem Entwurf und unter der Leitung der Bochumer Architekten Fr. Kirchmeier und Dipl.= Ing. Prein bereits bis zu den Dächern hochgeführt, obwohl die Arbeiten erst im November überhaupt begonnen wurden. Dieser Bauabschnitt wird 90 deutschen Bergmannsfamilien, und zwar solchen von Schachtanlagen der Harpener Bergbau=AG., Wohnraum und Gartenland bieten. Errichtet sind bereits 34 Einfamilien=Doppelhäuser für 68 Familien und zwei lange Blocks, von denen der eine 14, der andere acht Wohnungen umfaßt. Die Einfamilien=Doppelhäuser sind als Siedlungshäuser gedacht. Sie haben nach Typen der Planstelle Essen der Bergmannssiedlung außer Keller= und Bodenraum je eine Wohnküche, einen Wohnund zwei Schlafräume. Angebaut ist je ein Stallanbau für Kleintierhaltung mit einer vorgelagerten Futterküche. Zu jedem Haus wird für jede Familie eine Anbaufläche von 500 Quadratmetern Gartenland gehören. Anders ist es mit dem Wohnraum in den Blocks. Sie enthalten 2½= und 3½=Zimmer=Wohnungen mit eingerichtetem Baderaum. Da es sich dabei um sogenannte „Etagen=Wohnungen“ handelt, sind keine Ställe für Kleintierhaltung vorgesehen. Das Gartenland wird ebenfalls für jede Familie kleiner sein und etwa 200 bis 250 Quadratmeter umfassen. Die Kosten des ersten Bauabschnittes betragen eine halbe Million Reichsmark. Die Harpener Berabau=AG. gibt dazu pro Wohnung ein Förderdarlehen in Höhe von 1000 Reichsmark. Nachdem der Rohbau nun zum größten Teil vollendet ist, wird mit der Fertigstellung bis etwa 1. Mai bis 1. Juni gerechnet. Die Umgebung der auf dem Gelände der früheren Zeche„Vollmond“ gebauten Siedlung wird in ihrem Bilde zur Zeit durch zwei Bahndämme und zwei große Schlackenhalden beherrscht, doch wird dieser Zustand auf die Dauer einem freundlicheren und schöneren weichen. Die eine der beiden großen Schlackenhalden wird zunächst verschwinden und an der Stelle, wo sie liegt, ist eine größere Grünanlage vorgesehen. Damit wird das äußere Bild der Siedlung, von dem man sich jetzt noch nicht die richtige Vorstellung machen kann, sicherlich den Schönheitsvorstellungen entsprechen, die wir heute für den Wohn= und Siedlungsraum des deutschen Menschen haben. hs. Auch das zweite Opfer geborgen Das Unglück auf„Elisabethenglück“ In der Nacht zum Donnerstag, gegen 2 Uhr, wurde auf der Zeche„Elisabethenglück“ in Durchholz auch der zweite bei dem Wassereinbruch tödlich verunglückte Bergknappe Willi Lose geborgen. Am Sonntag Eingliederung der Landjahrjugend 1936 in die Hitler=Jugend Am kommenden Sonntag, 10. Januar, findet für sämtliche Landjahrteilnehmer des Jahres 1936, die im Dezember zurückgekehrt sind, auf dem Gummertshof, Malteserstraße 14, die offizielle Eingliederung in die Hitler=Jugend beziehungsweise in das Jungvolk statt. Sämtliche Landjährjungen aus dem Bereich des Bannes 67(Stadtbezirk Bochum) haben hierzu um 10 Uhr vormittags in vorschriftsmäßiger Uniform auf dem Gummertshof anzutreten. Diese Anordnung gilt auch für diejenigen Landjahrteilnehmer, die inzwischen bereits ihren Dienst in den Einheiten der Hitler=Jugend aufgenommen haben. Erfeige des Zähler 1330 Jahresrückblick der Gaubetriebsgemeinschaft„Bergbau“ Um Rechenschaft abzulegen für das verflossene Jahr und Richtlinien aufzustellen für das begonnene neue Jahr, traten in Bochum die Kretsbetriebsgemeinschaftswalter der Gaubetriebsgemeinschaft 11„Bergbau" zu einer Arbeitstagung zusammen. Sie wurde geleitet von Gaubetriebsgemeinschaftswalter Pg. Siebert, der zunächst allen seinen Mitarbeitern für ihre erfolgreiche Tätigkeit dankte. Er hob hervor, daß dank der immer größer werdenden Einsicht von Gefolgschaftsführern und Gefolgschaftsleuten das der Deutschen Arbeitsfront vom Führer aufgegebene Ziel seiner Verwirklichung näherkomme, wenn auch noch vieles zu tun übrigbliebe. Weiter wies er auf den zweiten Vierjahresplan des Führers hin und die dadurch gerade an den Bergbau im höchsten Maße gestellten Anforderungen und forderte seine Mitarbeiter auf, mit noch verstärkter Einsatzbereitschaft alle Kräfte zur Bewältigung der Aufgaben anzu spannen. Anschließend betonte Gauobmann Stein eindringlichst die Wichtigkeit des Bergbaues gerade für den Gau Westfalen=Süd sowie den dadurch bedingten besonders großen Arbeitsanfall und stellte klar die Schwierigkeiten heraus, die sich bisher bei der Gemeinschaftsarbeit ergeben haben. In erster Linie sei es Aufgabe der Deutschen Arbeitsfront, die nicht eine Gewerkschaft alten Stiles, sondern die Gemeinschaft aller schafsenden Deutschen vom Generaldirektor bis zum jüngsten Lehrling ist, als Wirtschaftsbeauftragte des Führers dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. Es müsse und werde auch gelingen, alle schwebenden Fragen im Bergbau zu lösen und die Durchführung des Vierjahresplanes sicherzustellen. Nachdem die einzelnen Referenten der Gaubetriebsgemeinschaft„Bergbau“ Auskunft über die Einzelheiten der zunächst in Angriff zu nehmenden Aufgabengebiete gegeben, wurde die ersprießliche Arbeitstagung geschlossen. Sturmschäden über Bochum Der heftige Sturmwind. der gestern morgen über Bochum wütete, richtete nicht unerhebliche Sachschäden an. Auf der Herner Straße warf der Sturm zwei junge Lindenbäume um, am Mühlenweg wurden mächtige Aeste von den alten Bäumen abgebrochen. An der Vierhaus= und an der Berastraße wurden einige Hausdächer abgedeckt, selbst ein Baugerüst warf der Sturm an der Gudrunstraße um, auch zertrummerte der Sturm Fensterscheiben am St.=Josephs=Hospital. An der Ecke Bongard- und Große Beckstraße drückte der Sturm die große Spiegelscheibe der Geschäftsfiliale Hill ein. Auch der Eckhausgiebel wurde ara mitgenommen. Viele Transparente und Firmenschilder lagen gestern auf den Straßen und Bürgersteigen zersplittert umher. Auch in den Straßen der Vororte ging der Sturm nicht spurlos vorüber. Am Hammer Amtsplatz wie auf der Dorstener Straße lagen viele Baumkronen und Aeste umher. Auf dem Ruhrschnellwea(Löbkerring) wurden viele Beleuchtungskörper zertrümmert, ebenso am Hindenburaplatz und an der Herner Straße in Riemke. Das Gelände zwischen der Wasserstraße und Hattinger Straße, das man in mühseliger Kanalisations= arbeit trocken gelegt hat, ist, wie das Klärgelände an der Zeche Prinz=Regent erneut wieder überschwemmt worden. Viele der hier noch verbliebenen alten Weiden W Seite 4 Nr. 6„ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 8. Januar 1937 und Pappelbäume wurden durch den Sturm der Kronen beraubt. Auf der Fahrt zur Morgenarbeit wurde gestern früh der jugendliche Berglehrling Ernst P. aus der Neulingstraße auf der Karl=Friedrich=Straße durch den Sturm vom Fahrrad geworfen, wobei er nicht unerhebliche Verletzungen davontrug. Der Dachdeckerlehr= ling Andreas.. Goldhammer Straße, der in der Kruppkolonie Günnigfelder Straße mit einem Gehilfen Dachrevaraturen ausführte, alitt durch den beftig aufkommenden Sturm aus und stürzte ins Hofaelände hinab wo er verletzt liegen blieb. Nachdem ein Arzt dem Aermsten die erste Hilfe geleistet hatte, sorate dieser für die Ueberweisung ins Augusta=Krankenhaus, wo neben einer Brustbeinverletzung ein Schlüsselbeinbruch festgestellt wurde. Rektoreinführung in der evangelischen Volksschule an der Alleestraße Die evangelische Volksschule an der Alleestraße hat einen neuen Schulleiter erhalten. Als Nachfolger von Rektor Rohlfs, der sich am 1. Oktober des vergangenen Jahres wegen Erreichung der Altersgrenze zur Ruhe setzte und mit besonderen Ehrungen verabschiedet wurde, ist Hauptlehrer Petermann berufen worden. Er kommt von der evangelischen Volksschule an der Günnigfelder Straße im Stadtteil Hordel, die er seit dem Umbruch leitete. Davor war er Hauptlehrer in Bochum=Laer gewesen. Rektor Petermann steht jetzt im 26. Dienstjahre. Er bringt die notwendige Erfahrung mit, um seinem verantwortungsvollen Amte mit Erfolg vorstehen zu können. Als örtlicher Schulungsbeauftragter der Partei kennt er die Größe und Bedeutung des nationalsozialistischen Erziehungsideals. Die evangelische Volksschule an der Alleestraße hat damit einen Schulleiter erhalten, dem der Ruf eines verantwortungsbewußten Erziehers vorangeht. Diese Worte sagte Schulrat Fischerworring am Donnerstag morgen bei der feierlichen Einführung vor der versammelten Lehrerschaft. Die herzlichsten Geleitwünsche gab er Rektor Petermann mit, dem er besonders ans Herz legte, dafür Sorge tragen zu wollen, daß das schulische Leben in seiner Gesamtheit nach dem Willen des Führers ausgerichtet werde. Rektor Petermann versicherte in seiner Dankansprache, daß die Verantwortung vor dem Führer, vor dem Elternhaus und vor dem Kinde Richtschnur seiner Arbeit sein werde. Er bat um vertrauensvolle Mitarbeit und aufrichtige Kameradschaft. Denn nur mit vereinten Kräften werde das angestrebte Ziel der nationalsozialistischen Volksschule Wirklichkeit werden. Mit einem Sieg=Heil auf Führer, Volk und Vaterland wurde die schlichte Feier geschlossen und so dem Schulanfang des Jahres 1937 unter neuer Führung ein verheißungsvoller Auftakt gegeben. Warntafeln an Eisenbahnübergängen Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei weist in einem Runderlaß die Verkehrspolizeibehörden an, für die Aufstellung von Merktafeln(Baken) an Eisenbahnübergängen auch innerhalb geschlossener Ortsteile aus Gründen der Verkehrssicherheit grundsätzlich zu sorgen. Nach einem bisherigen Erlaß zur Durchführung der Verkehrsordnung über die Kennzeichnung von Eisenbahnübergängen war die Aufstellung von Merktafeln innerhalb geschlossener Ortsteile nur dann angeordnet, wenn aus Gründen der Verkehrssicherheit ein unbedingtes Bedürfnis hierfür besteht und die Verkehrspolizei die Aufstellung fordert. Fahrrad in der Trankgasse gestohlen. Gestohlen wurde am 4. Januar in den Vormittagsstunden am Städtischen Leihamt in der Trankgasse ein Herrenfahrrad, Marke„Dürkopp“, Nr. 1 484 364. Wer kann zu diesem Diebstahl Angaben machen? Sachdienliche Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 243. Radfahrer leicht verletzt. Am 5. Januar, gegen 20 Uhr, wurde auf der Ecke Castroper Straße und Cäcilienstraße ein Radfahrer angefahren. Dabei kam der Radfahrer zu Fall und erlitt Schnittwunden an der rechten Hand und Hautabschürfungen am rechten Knie. Der Verletzte konnte seinen Weg allein fortsetzen. Das Fahrrad wurde leicht beschädigt. In der Dunkelheit die Treppe hinuntergestürzt. Als am Mittwoch morgen der in der Brückstraße wohnende Arbeiter V. seine Wohnung verlassen hatte, um zur Arbeit zu gehen, stürzte er plötzlich die Treppe hinunter. Der betagte Mann erlitt Kopf= und Rückenverletzungen. Hausbewohner brachten ihn in seine Wohnung. Aerztliche Hilfe war erforderlich. Schnee= und Regenschauer Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr. Hinter dem kräftigen Sturmtief, das sich mit seinem Kern jetzt über der Ostsee auffüllt, hat starker Luftdruckanstieg eingesetzt. Dieser wird zum Ausbau eines Hochs über England führen und uns an seiner Ostseite die Zufuhr kälterer Luft bringen. Anschließend wird Beruhigung der Wetterlage einsetzen. Aussichten für Freitag: Bei frischen, nach Tord drehenden Winden wechselnde Schauerbewölkung mit einzelnen Schnee= und Regenschauern, kühler mit leichtem Nachtfrost in der Nacht zum Samstag.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Kalt. Donnerstag, 7. Januar Barometer 24 Uhr:.5 Thermometer 24 Uhr: F 8 Zeiten für Sonne und Mond am 8. Januar: (DAufg..39, Unterg. 16.35; C Aufg..58, Unterg. 12.58 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Wohin gehen wir heute? Stadttheater: 20 Uhr: Neun Offiziere. Tonvauen=Diele und=Gaststätte: Konzert und Tanz. Avotlotheater: ab 15.50 Uhr: 90 Minuten Aufenthalt. Capttol: ab 15.30 Uhr: Es geht um mein Leven. Gioria Palast: ab 15.30 Uhr: Der lustige Witwenball. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Der Abenteurer von Paris. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Du bist mein Glück. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Hilde und die 4 PS. Obeon: ab 15.45 Uhr: Wo die Lerche singt. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Wo die Lerche singt. Usa=Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Ungeküßt soll man nicht schlasen geh'n. Weitlichtspiele: ab 15.15 Udr: Schatten der Vergangenheit. Avollo=Theater, Weitmar: Lockenköpschen. Capitol, Langendreer: Blumen aus Rizza. Capitol, Werne: Ein Lied klagt an. Kammerlichtspiele, Gerthe: Ein Lied klagt an. Schaudurg, Wanne=Eickel: Onkel Bräsig. Die stäriste Graßfr! zwischen 30 und 10 Der Altersaufbau der Bochumer Bevölkerung— Mehr als 13000 über 65 Jahre alte Personen Geburt und Tod halten den Altersaufbau eines Volkes in dauerndem Fluß. Von Jahr zu Jahr entsteht Geburtsjahrgang um Geburtsjahrgang, wandert, durch den Tribut an den Tod allmählich schwächer werdend, Stufe um Stufe die Alterspyramide empor, um schließlich wieder bis auf das letzte Glied zu vergehen. Dieses unaufhörliche Kommen und Gehen der Generationen würde bei gleichmäßigem Ablauf das Bild des Altersaufbaus unverändert lassen. Erst wenn der Kreislauf der Geburten und Sterbefälle vorübergehende oder dauernde Störungen erfährt ändert sich das Gefüge des Altersaufbaus der Bevölkerung; hinzu kommen die Einflüsse der Wanderungsbewegung. Die Spuren des Weltkrieges sind im Altersaufbau von 1925 und 1933 tief eingegraben. So einschneidend die Auswirkungen dieser einmaligen Verluste für Gegenwart und Zukunft auch sind, werden sie doch in ihrer Bedeutung entscheidend übertroffen von den auf Jahrzehnte sich erstreckenden Wandlungen der Geburten= und Sterblichkeitsverhältnisse. Ein Ueberblick über den Altersaufbau der Bochumer Bevölkerung ermöglicht die Erkenntnis der Auswirkungen auf das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben der Nation. Das Statistische Reichsamt veröffentlichte jetzt eine auf Grund der Volkszählung im ersten Jahr der Machtübernahme vorgenommene Ausarbeitung über den Altersaufbau der Bochumer Bevölkerung. Die Aufgliederung der Bevölkerung der Stadt Bochum nach Altersgruppen zeigt uns die Alterspyramide. Am Stichtag der genannten Volkszählung gehörten von der Bevölkerung der Stadt Bochum zur Altersgruppe: Die unseres grundlegenden Aenderungen im Altersaufbau Volkes gegenüber der Vorkriegszeit werden durch die Abnahme der Kinderzahl und die Zunahme der Erwachsenen gekennzeichnet; erst die nationalsozialistische Machtergreifung hat dem anhaltenden Geburtenrückgang 1933 Einhalt geboten. Der Geburtenrückgang war über ein Menschenalter hindurch wirksam und hat das Fundament der Alterspyramide erheblich geschmälert. Der Volkskörper wurde an der Wurzel getroffen und die gesamte Volkskraft geschwächt. Erst mit der Machtergreifung wird auch in dieser Beziehung ein Umbruch erkennbar. Neues aus Bechun Hochzeitsgrüße aus Holland. Daß unser Nachbarland Holland in diesen Tagen im Zeichen der Hochzeit seiner Thronerbin steht, die am Donnerstag vollzogen wurde, ist bekannt. Inzwischen sind sogar auf dem Luftwege Grüße von diesem Hochzeitsfest bis zu uns gekommen. So hat ein kleiner Bochumer am Mittwoch auf der Hofsteder Straße einen orangefarbigen Luftballon aufgefangen, der in schwarzem Aufdruck die Bilder des lachenden Hochzeitspaares zeigt. Aufnahme der Lernanfänger Ostern 1937. Die Anmeldungen der Lernanfänger für die Volksschulen haben in den Schulgebäuden des Stadtbezirkes Bochum am Dienstag, 12. Januar, und am Mittwoch, 13. Januar 1937, jeweils von 9 bis 18 Uhr, zu erfolgen. Wir verweisen auf die Bekanntmachuna in dieser Nummer. Weihnachts=Weihefestspiel. Weihevolle Stunden vermittelte auch diesmal in der Weibnachtszeit die Spielschar der Marienpfarrei durch die Aufführung eines weihnachtlichen Festspiels, das in der Pfarrkirche dreimal zur Darstellung kam. Auch die letzte Aufführung am Dreikönigstage erfreute sich eines zahlreichen Besuches.— Auch in der Provstei= und Christkönigs= kirche fanden ähnliche Aufführungen statt, die durch Darbietung von Chorgesängen eine prächtige Untermalung erhielten. Aus dem Präsidentenviertel. Im nördlichen Stadtbezirk ist eine lebhafte Neubautätigkeit aufzuweisen. Kredit aufs ehrliche Gesicht Neben den großen Bauten der Beraschule werden auch zahlreiche Kleinwohnungsbauten errichtet. An der Querstraße sind zwei neue Wohnhäuser vor einiger Zeit bezogen worden. In dem Geviert zwischen dem Bahnhof Präsident und dem Stadtgebiet BochumHamme sind im Laufe des letzten Jahres sämtliche Baulücken zugefüllt und schmucke Grünflächen geschaffen worden. Unglücklicher Sturz einer Greisin. Die 84jährige Witwe Josefine., Blücherstraße 48, wollte in den Abendstunden die Etagentür verschließen. Hierbei alitt sie über einen Läufer aus und erlitt neben einem linken Oberarmbruch eine leichte Gehirnerschütterung sowie Gesichtsverletzungen. Die Bedauernswerte mußte ins Elisabeth=Hospital gebracht werden. Gewitter über Bochum. Am Donnerstag abend, gegen 11 Uhr, ging über Bochum ein verhältnismäßig heftiges Gewitter nieder, eine in dieser Jahreszeit gewiß seltene Erscheinung. Es regnete in Strömen, und im Nu waren die Straßen wie leergefegt. Jedenfalls haben die Bochumer Schwimmer jetzt auch im Winter Grund, ihr Leib= und Magenlied zu singen: „Wolkenbruch und Sturm, das Lied, das war enurm.“ erste Schultag 1937 Der erste Schultag im neuen Jahre 1937 stand im Zeichen des Treuegelöbnisses zu Führer, Volk und Reich. So hält es die neue Schulordnung, die sich bemüht, das schulische Leben in Einklang zu bringen mit dem, was Sinn und Inhalt des neuen Deutschlands ist. Auf allen Bochumer Schulen gingen Donnerstag morgen vor Beginn des Unterrichtes die Fahnen hoch. Allenthalben fanden auf den Schulhöfen besondere Gemeinschaftsfeiern statt, in denen sich die Schuljugend mit ihren Erziehern zu der deutschen Parole des Jahres 1937 bekannte, die der Führer in der Proklamation des Vierjahresplanes und in der Neujahrsbotschaft niedergelegt hat. * Sehr eindrucksvoll verlief die Feier der Kaufmännischen Schulen zu Bochum, die in der ersten Frühstückspause um 9 Uhr auf dem Vorplatze an der Bismarckstraße veranstaltet wurde. Nach der feierlichen Flaggenhissung hielt Direktor Lucke die Ansprache. Er gedachte zunächst des Ablebens von Generaloberst Hans von Seeckt und des Admirals von Behnke und wies nach einer eingehenden Würdigung ihrer großen vaterländischen Verdienste darauf hin, daß die deutsche Jugend dazu berufen sei, die Lücken auszufüllen, die der Tod in der deutschen Mannschaft der Ehr' und der Wehr gerissen habe. Von den Schülern und Schülerinnen der Kaufmännischen Handelsschule erwarte er den doppelten Einsatz an Verantwortung, Eifer und Leistung, besonders von jenen, die im letzten Schulabschnitt ständen und zu Ostern in das Berufsleben einzutreten gedächten. Direktor Lucke stellte an den Schluß seiner Rede die wegweisende Parole:„Aeußerster Einsatz voraus! Alles für Deutschland!“ Mit den deutschen Hymnen klang die Treueverpflichtung aus. Aus der Ruhrknappschaft Die neue Berufskrankheiten=Verordnung Die neue Verordnung des Reichsarbeitsministers über die Entschädigung von Berufskrankheiten durch die reichsgesetzliche Unfallversicherung ist erschienen. Nachstehend ihr Wortlaut: „Es sind zu entschädigen a) die schwere Staublungenerkrankung(Silikose); b) die Staublungenerkran= kung in Verbindung mit Lungentuberkulose, wenn die Gesamterkrankung schwer ist und die StaublungenverK Kämpfst du nicht mit am Eintopssonntag, schwächst du die Front gegen Hunger und Kälte! änderungen einen aktiv=fortschreitenden Verlauf der Tuberkurose wesentlich verursacht haben.“ Im Gegensatz zur zweiten Berufskrankheiten=Verordnung ist beim Vorliegen der vorstehenden Voraussetzungen die in einem der Unfallversicherung überhaupt unterliegenden Betrieb erworbene Silikose ohne Rücksicht auf die Art des Betriebes zu entschädigen. Der Verordnung ist als Anlage eine Liste beigefügt, in der die einzelnen Berufskrankheiten, die zur Entschädigung aus der Unfallversicherung berechtigen, und die Betriebe und Tätigkeiten, die der Versicherung gegen Berufskrankheiten unterliegen, aufgeführt sind. Diese Liste enthält gegenüber der Liste, die der zweiten Berufskrankheiten=Verordnung beigegeben war, eine Reihe von Aenderungen, von denen für das hiesige Gebiet in der Hauptsache die Bestimmungen über Silikose von Interesse sind, die wir oben wiedergeben. unnn den Besitarn. Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Mit einer ganz schlimmen Betrügerin hatte sich das Schöffengericht zu befassen. Klara A. hieß das Mädchen, dessen Strafregister schon eine Anzahl Betrugsfälle aufweist, so daß ihm wegen wiederholten Rückfalls jetzt eine Zuchthausstrafe drohte. Nun gab es natürlich Heulen und Zähneklappern. Das weinende Mädchen mit dem ehrlichen Gesicht hatte angeblich aus Fürsorge für die notleidenden Familienmitglieder sich zu neuen Unredlichkeiten hinreißen lassen.„Vielleicht wäre die Angeklagte nicht so weit gekommen“, meinte der Verteidiger,„wenn man sie gleich bei den ersten paar Fällen fest angepackt hätte. So aber war Frau Justitia all zu milde und ließ sie laufen, ohne daß sie die Strafen abzubüßen brauchte.“ Erst für die zuletzt erkannten fünf Monate hat sie das Gefängnis wirklich geschmeckt, Jetzt, so meinte der Verteidiger, werde sie wohl geheilt sein und nicht wieder rückfällig werden. Man möge ihr noch einmal Milde zeigen und sie wenigstens vor dem Zuchthaus bewahren. * Die Angeklagte war eine sehr bedenkenlose Person. Einem hiesigen Verlage unterschlug sie 210 Mark Bezugsgelder. Dann legte sie sich auf die Bestellung von silbernen Tafelservicen und versetzte sie sofort. Das alles wenige Tage nach ihrer letzten Verurteilung, bei der dieser frommen Helene die Folgen ihrer bösen Streiche bereits durch eine gehörige Gewissenspauke vom Vorsitzenden klar gemacht worden waren. So brachte sie ein Besteck aus Solingen, eines aus Wuppertal und eines aus Bochum an sich, nur um dafür dann beim Versatzamt Geld zu erhalten. In einem hiesigen Kaufhause schwindelte sie mit tränenfeuchten Augen einen schweren Trauerfall vor, ließ drei Mäntel zur Auswahl für den Bruder kommen und— versetzte alle drei. Dazu gehörte denn doch allerlei Frechheit und Gerissenheit. Daß ihr der Betrug gelang und dann die Versilberung, läßt auf Fehler bei der Kreditgewährung schließen. * Man könnte auf den Gedanken kommen das Mädchen sei nicht ganz gescheit. Die ärztliche Untersuchung ergab jedoch keinen Anhalt für den Paragraphen 51. Immerhin schien dem Gericht doch eine Art geistiger Zurückgebliebenheit vorliegend, und deshalb sah man von der beantragten Zuchthausstrafe von einem Jahre ab, setzte aber anderthalb Jahre Gefängnis gegen diese Betrügerin fest in der Annahme, daß diese längere Freiheitsstrafe genügen wird, sie von weiteren Uebeltaten zurückzuhalten. Das Faustrecht besteht nicht Weil er seine Arbeit in einer Schweißerei völlig ungenügend ausgeführt hatte, war der leicht erregbare Angeklagte K. zur Rede gestellt werden. Die Entlassung und die Einhaltung seines Lohnrestes für den angerichteten Schaden versetzte ihn derart in Zorn, daß er seinen Arbeitgeber D. mit einem Blecheimer derart auf den Schädel schlug, daß infolge einer Gehirnerschütterung das Blut aus Mund und Nase floß. Und auch als D. am Beden lag, habe der Wütende noch auf ihn eingeschlagen. Seit dem 20 November ist der Verletzte in arztlicher Behandlung. Dem Täter wurde jetzt klar gemacht, daß er zum Arbeitsgericht hätte gehen mussen, wenn er sich benachteiligt fühlte. Auf so rohe Weise durch Faustrecht gegen den D. vorzugehen, der durch den Schlag auf den Kopf hätte getötet werden können, sei eine unerhörte Tat. Obgleich die Angaben des D. durch Zeugen bestätigt wurden, wollte der Mann der Zaust durchaus noch gar nicht seine Schuld einsehen. Das Urteil lautete auf sechs Wochen Gefängnis. Die zärtlichen Verwandten Ein junger Mann namens H. hatte einen betagten Verwandten wider besseres Wissen scheußlicher Verbrechen an den eigenen Töchtern beschuldigt. Die Sache war schon einmal verhandelt worden, mußte damals aber aus Krankheit einer Hauptzeugin vertagt werden. Es ergab die neue Verhandlung, daß die Beschuldigungen haltloses Gerede waren.— Wie es in mancher Sippschaft zugeht, dafür lieferte diese Verhandlung einen Beweis. Es ist die höchste Zeit, daß unser Volk wieder lernt, was ehrliche und redliche Sippe ist, daß es etwas Heiliges ist um die Stammverwandtschaft und die Sippe und daß es gilt, sie rein zu halten und hochzuschätzen, zu beschützen und zu beschirmen, statt sie zu verlästern und zu verachten und in schwere Ungelegenheiten zu bringen. Der junge Mann mit dem losen Maul erhielt drei Monate Gefängnis. Bestrafte Frechheit Ein Angeklagter hatte sich während einer Vorführung im Dunkeln gegen einen neben ihm sitzenden jungen Mann so schamlos benommen, daß dieser den Burschen draußen auf der Straße verhaften ließ, als er ihm folgte und ein Schutzmann nahte. Wegen schwerer Beleidigung wurden dem Täter fünf Monate Gefängnis zudiktiert. * Die Große Strafkammer verurteilte einen Josef L. von Wattenscheid wegen Sittlichkeitsverbrechens aus Pkragraph 176, Zifffer 3, in zwei Fällen zu anderthalb Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust.— Der Angeklagte Wilhelm P. aus Bochum erhielt aus gleicher Straftat neun Monate Gefängnis bei Zubilligung mildernder Umstände.— Ein Wilhelm B. von hier war aus Paragraph 175 alter Fassung von der Strafkammer Bochum verurteilt worden. Auf Grund einer Revision war das Urteil wieder an die Vorinstanz gelangt. Diesmal erfolgte die Verurteilung aus Paragraph 175a des StGB. zu dreizehn Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Wenn gehupt wird— Freispruch Eine Frau aus Bochum=Weitmar hatte, als sie mit ihrem Kraftwagen durch Herbede fuhr, gehupt und deswegen einen Strafzettel über 5 RM. bekommen. Sie beantragte gerichtliche Entscheidung. Das Amtsgericht Hattingen beschloß, am Donnerstag nächster Woche einen Ortstermin abzuhalten und dann zu entscheiden, ob verbotswidrig gehupt sei oder nicht.— J.., Bochum fuhr am 1. August vorigen Jahres zwei Hattinger Frauen von Bochum nach Hattingen. Als er den Wagenschlag geöffnet, die Frauen vor ihrer Wohnung am Haldenplatz abgesetzt hatte und das Fahrgeld einnehmen wollte, fühlte sich eine Hattinger junge Frau an dem Vorübergehen mit ihren Kindern durch die offene Wagentür behindert und zeigte M. bei einem Polizeibeamten an, der den Fall selbst nicht gesehen hatte. Gegen den landrätlichen Strafbefehl von.— RM. hatte M. gerichtliche Entscheidung beantragt. Sie endete am Amtsgericht in Hattingen auf Antrag des Amtsanwalts mit kostenloser Freisprechung, weil in dem notwendigen Halten an einer engen Stratenstelle nichts Strafbares gefunden werden konnte. Vorsicht mit Waschbenzin. Am 6. Januar, um 12.45 Uhr. wurde die Feuerlöschpolizei zur Cranach= straße 56 gerufen. In der Waschküche waren in Waschbenzin gewaschene Kleidungsstücke und der Rest des Waschbenzins durch Selbstentzündung in Brand geraten. Hierbei wurde eine in der Waschküche anwesende Hausgehilfin durch Brandwunden im Gesicht leicht verletzt. Sie wurde mittels Krankenwagens dem Krankenhaus Beramannsheil zugeführt. Aus der (Nach Bekanntmachungen der Partei) Freitag, 8. Januar Linden. 20 Uhr: Besprechung der Politischen Letter und Schulungsabend im Parteiheim. RS.=Frauenschaft Hamme. 16 Uhr: Zusammenkunft der Mitglieder bei Heiermann. RS.=Frauenschaft Kreis. 20 Uhr: Fröhlicher Abend der RS.=Kuliurgemeinde im Ernst=Moritz=Arndt=Haus. Königsallec 40, mit dem bekannten deutschen Humoristen Otto Franz Kraus aus Königsberg und Konzertmeister Seidemann, Hagen. Unsere Mitglieder erhalten Vorzugskarten unter Vorlage des Ausweises in der Geschäftsstelle der NS.=Kulturgemeinde, Viktoriastraße 38(10 bis 13.30 und 16 bis 19 Uhr). Der Besuch wird den Frauen wärmstens empfohlen. „Kraft durch Freude“ Buchführung— Die Selbstkostenrechnung in der Industrie— Arbeitskameradschaft für Buchhaltung und Bilanz. Ende dieses Monats beginnen in der Arbeitsschule der neue Buchführungslehrgänge für Anfänger und Fortgeschrittene. Anmeldungen, die bis zum 11. Jannar eingehen, können noch berücksichtigt werden. Außerdem beginnt ein Lehrgang:„Die Selbstkostenrechnung in der Industrie". Wesen und Aufgaben der Kostenrechnung, Warenkalkulation. Zusammengesetzte Kalkulationen, Die Absatzkalkulation Die Versandtalkulation, Buchhaltung und Kalkulation, Die Ertragskalkulation. Industriekalkulation, Kostenarten, Materialkosten, Die Arbeitskosten, Ermittlung der Arbeitskosten, Die Gemeinkosten, Die Verteilung der Kosten, Die kaufmännischen Verwaltungskosten und die Betriebskosten, Handlungskosten—. Beschäftigungsgrad und Kostenverlauf, praktische Beispiele aus einzelnen Gewerbegruppen. Dauer: 20 Abende. Leiter: Wirtschaftsberater Dr. Gothe und eine Arbeitskameradschaft für Buchhaltung und Bilanz. Die Konten: Bestands=, Erfolgs= gemischte Konten; transitorische und antizipative Posten, durchlausende Posten: Wertberichtigungs= und Rückstellungskonten. Der Abschluß: Jahresabschluß bei den verschiedenen Gesellschaftsformen, wie Einzelkaufmann, OHG., KG., GmbH., AG. Die Abschlußtabelle. Gewinnverteilung. Buchführung: Schwierige Buchungsfälle, wie Wechsel=, Kommissions=, Konsortial= u. a. Buchungen. Filialbuchführung. Geheimbuchführung; Durchschreibebuchführung. Dauer: 20 Abende. Leiter: Bücherrevisor Ohnesorge. Zu beiden Lehrgängen können noch einige Anmeldungen berücksichtigt werden, wenn diese bis zum 15. Januar abgegeben werden bei der Kreiswaltung der DAF., Abteilung für Berufserziebung und Betriebsführung, Bochum, Allcestraße 46 Telephon 605 61/62. Wichtig für Fremdsprachler! Französischer Vortrag. Die von der DAF., Abteilung für Berusserziehung und Betriebsführung, Kreiswaltung Bochum, geführte Arbeitskameradschaft„Cerele francais“, veranstaltet am Freitag. 8. Januar, abends 20 Uhr, im Schulungsgebäude der DAF., Bergstraße 57, einen interessanten französischen Lichtbildervortrag. Zu diesem Vortrag, der sich„Besuch auf einer Kohlenzeche" betitelt, sind alle Fremdsprachler und Freunde der französtschen Sprache eingeladen. Eina0 F. Theaterzettel. Die RS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ hält für die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront eine Anzahl Karten zu verbilligten Preisen zur Verfügung, und zwar: Opern(33½ Prozent Ermäßigung):„Am.4. Januar, 20 Uhr: Troubadour; am 15. Januar. 20 Uhr: Boheme; am 17 Jannar, 20 Uhr: Tiefland. Wiederholung der Kleist=Woche: Am 22. Januar, 19 Uhr: Die Familie Schroffenstein; am 28. Januar, 11 Uhr: Amphitrvon: am 23. Januar, 19 Uhr: Robert Guiskard und Der zerbrochene Krug; am 24. Januar, 11 Uhr: Penthestlea: am 24. Januar. 19 Uhr: Kätdchen von Heildronn: am 25. Januar, 11 Uhr: Die Hermannsschlacht: am 25. Januar, 19 Uhr: Prinz von Homburg. Kartenverkauf Kortumstraße 62. Seite 5 Nr. 6/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 8. Januar 1937 — Die ganze Rompagnie: Gurgeln! Zur Abwehr gegen die in England herrschende Grippe=Epidemie müssen die Solda. ten jeden Morgen zum Gurgeln mit einer desinfizierenden Flüssigkeit antreten. Aufnahme auf einem Londoner Kasernenhof. Hoffmann. Zweites Funkbild von der königlichen Hochzeit im Haag Die goldene Staatskarosse mit dem jungen Paar nach der Trauung an der Spitze des Brautzuges a Wege zum Schloß. Siehe auch das erste Funkbild auf der ersten Seite. 8 RENC TLALA Die Beisetzung Erzherzog Friedrichs In Ungarisch=Altenburg fand das feierliche Staatsbegräbnis für den früheren Ober renden der österreichisch=ungarischen Armee, Feldmarschall Erzherzog Friedrich, statt. sche Trauerabordnung wurde von General von Rundstedt als Vertreter des Führers unserem Bilde wird der Sarg aus dem Sterbehaus getragen. Bild rechts oben: Neue Briefmarken aus den italienischen Kolonien. Oben drei Marken aus Eritrea, unten eine besondere Neuigkeit, eine 20Cent=Marke aus Aethiopien(Abessinien) mit dem Poststempel Addis Abeba und dem Bildnis des italienischen Königs und Kaisers von Aethiopien Bild links oben: Zum Tag der Polizei wird dieser kleine „Polizist“ verkauft. Bild links unten: Zur Suvrette=Höhe bei St. Moritz führt ein elektrisch betriebener Aufzug, der das beschwerliche und lange Aufsteigen nach der Talfahrt erspart. Bild rechts unten: Am kommenden Sonntag opfern auch unsere Auslandsdeutschen durch den Eintopf.— Hier ein Bild vom Eintopfessen der Landesgruppe Union von Südafrika der Auslandsorganisation der NSDAP. Scherl-Bilderdienst Weltbild Weltbild Hch. Hoffmann Scherl-Bilderdienst Diese Geldstücke werden, wie gemeldet, jetzt eingezogen. Seite 6 Nr. 6„ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 8. Januar 1937 Unterhaltung Dei ttellei von ktelcoland Rultusgeschichtlicke Skigze von Cebert Oeteisen Grämlich, verbissen stehen in erzwungener Untätigkeit die Männer mit den wetterharten Stirnen und den stahlgrauen, scharfen Seemannsaugen. Rötlich grau steilen sich die vom Mutterfelsen losgelösten Pfeiler und Torbogen aus der schaumspritzenden Flut. Still liegt unten das grüne Unterland. Lang dehnt sich in Südosten die Düne. Und rings in unendlicher Weite wogt das Meer, umrauscht die Nordsee das„Hillige Land“, den ragenden Felsen Helgoland. Verbittert stehen die Männer. Drüben in ihren Fischerhütten herrscht Mangel, Not umlauert die schmucken Häuschen der beschäftigungslosen Lotsen. Was half es, daß man durch den Frieden Anno 1815 endgültig von Dänemark losgelöst wurde, von diesem Dänemark mit seinem Staatsbankkrach und den Reichstalerlappen, die nur noch dazu dienen können, die Pfeife mit ihnen in Brand zu setzen oder die Stube mit ihnen zu tapezieren? Was nützt es, daß man englisch wurde, wo seit 1819 auch das Papierpfund die Goldwährung verdrängte und gerade jetzt— 1825— die Bankkrise den Höhepunkt erreicht? Wo sollen sie gegen annehmbaren Lohn noch Fische loswerden? Wo zeigt sich eine Brigg, die einen Lotsen braucht! an„..6 61. Finster starren sie aufs Meer hinav, bis sich schließlich Peter Thaten langsam wendet:„Was soll das Herumstehen? Ich gehe zu Siemens.“ „Du mit deinem Siemens“, höhnt Broder Edlessen, „der macht uns mit seinen Hirngespinsten nur besoffen.“ „Warum auch nicht?“ lacht Hans Bakker bissig,„mit Rum können wir uns nicht mehr die Sorgen verscheuchen.— Ach, Kerls, waren das herrliche Zeiten damals — die Kontinenkalsperre!" „Die Zeit liegt hinter uns“, ruft Peter Thaten, „Siemens weist uns auf die Zeit, die vor uns liegt.“ „Indem er noch die letzten Sparschillinge aus der Insel saugen will“, brummt einer. „Du! Hast du je bemerkt, daß Jakob Andresen Siemens etwas für sich wollte?“ „Nu, nu, den Kutter, den er dir baut, läßt er sich auch bezahlen.“. g.7.2 uim miat „Aber was er für unsere Insel tun wiu, nicht.“—— Auf seiner kleinen Bootswerft steht der Zimmerbaas Jacob Andresen Siemens und sieht grübelnd dem Lehrling Rickmers zu, der nach der letzten Flickarbeit die Späne vom Platze fegt. Ein aufgeweckter Junge, dieser Rickmers, aber— wird er hier Gelegenheit haben, genug zu lernen, nachdem die letzte— obendrein geringfügige— Arbeit getan ist und kein neuer Auftrag vorliegt? Der Zimmerbaas seufzt schwer. Zweiunddreißig Jahre ist man nun alt und steckt schon voll kleinlicher Sorgen. Hätte lieber noch als Schiffszimmermann auf dem Mittelmeer herumseilen sollen, als so früh schon vor Anker gehen. Aber— Hochmutsteufel? Wollte sich kaufmännisch fortbilden, dann seinen Landsleuten neue Schaluppen und Boote nach neuen besseren Modellen bauen. Ach. seine Landsleute werden sich kaum noch neue Fahrzeuge bauen lassen können, sind ja nicht einmal in der Lage, ihm endlich das Geld für schon geleistete Flickarbeiten zu geben. Die ganze Insel geht zum Teufel, sein Helgoland, auf dem seine Voreltern Gon laßen vor der SSchlapfwpinkel hatte. Verdammt Pertug vioy vutauf: uy, prege aus ven Burgen, was Störtebecker hier seinen Schtupfwinke, hatte., Bgxzggrguz, noch drin ist, und du haft ja auch auf den kaufmann gelernt; du wirst unser Geschäftsführer. Schließlich meint einer:„Vielleicht ist bei mir zu Hause im Strickstrumpf...“ „Könnte ich nicht den Fährbetrieb übernehmen?" beeilt sich Edlessen,„will es gegen mäßigen Lohn tun.“ Keiner beachtet ihn. Bakker streckt Siemens die Hand hin,„Jacob, ich sehe ein: so geht es nicht weiter; geschehen muß etwas. der Vitalter Verlaß dsch darauf; ich presse aus den Häusern. es muß geholsen werden: Warum konnte in Wyr auf Föhr und Norderney ein Seebad gegründet werden? Warum nicht auch hier auf Helgoland? Ist die Düne da unten nicht herrlichster Badestrand?— Er blickt auf; da kommen Peter Thaten Hans Bakker und sogar sein geheimer Gegner Broder Edlessen herangeschlarrt. „Na, keinen neuen Viermaster auf Kiel gelegt?“ spottet Edlessen schon von weitem. „Wenn ich mit dem Bezahlen bis— na, sagen wir 1876, Zeit habe, bestelle ich bei dir ne Vier=Mast=Bark", beißt Bakker. „Laßt doch das unnütze Gerede“, wehrt Peter Thaten ärgerlich. „Das meine ich auch“, ruft Siemens,„denkt lieber drüber nach, was geschehen soll, um die Lage der Helgoländer zu bessern.“ „Darüber denkst du ja seit Jahren nach“, höhnt Edlessen,„also— wie ist es noch mit der verrückten Baderei?" „Na, wie es damit ist, wissen wir ja“, lacht Bakker, „daß die Stadtleute fürs Baden ihr schönes Geld wegschmeißen, was ich nicht einmal umsonst tue, das stimmt schon. Aber nun mal los. Sag, was nicht bloß so drüberweg klingt. Was also soll nach deiner Meinung gemacht werden?" „Geld sollen wir hergeben und haben keins“, spottete Edlefsen,„also— nichts.“ „Ich würde vorschlagen", beginnt Siemens tief atmend,„vorläufig etwa sechs Badekarren zu bauen— ich würde sie zimmern und vorläufig unentgeltlich hergeben. Für den Fähr= und Badedienst brauchen wir natürlich erstmal ein kleines Betriebskapital. Ich bin bereit meine ganzen Ersparnisse herzugeben...“ „Ich auch“, ruft Peter Thaten und fügt leise hinzu, „viel ist es nicht mehr.“ Verlegen stehen die anderen. Knurrend schleicht sich Edlessen weg. Aber— die Gründung des Bades Helgoland ist gesichert. * Fünf Jahre zäher Arbeit. Dann war das Unternehmen gesichert. Sogar einen Badearzt konnte man annehmen. Und nun meldeten sich mehr Leute, welche ihr Kapital vorteilhaft in das„Geschäft" stecken wollten. Und für gewinnbringende Geschäfte kann man keinen uneigennützigen Geschäftsführer brauchen. Ein widerwärtiges Intrigenspiel begann.„Natürlich“ hatte dieser schlaue Zimmerbaas den ganzen Plan nur ausgeheckt, um Badekabinen zu liefern. Daß er sein Vermögen für das Unternehmen geopfert? Nun ja, solch ein Mensch verstand eben nichts von Geschäften. Nach Tausenden zählten schon die jährlichen Gäste der Insel, die zu einer Freistatt der Demagogen wurde. Wienbarg und der Verleger Campe suchten Siemens auf. Hoffmann von Fallersleben dichtete hier„Deutschland, Deutschland über alles...“ Siemens hatte 1833 seine Schrift„Die Insel Helgoland vor ihrem bevorstehenden Untergang" veröffentlicht. In den vierziger Jahren sandte er— trotz eigener Sorgen— an den Deutschen Bund eine Ausarbeitung über Gründung einer deutschen Flotte. Das Bad blühte immer mehr auf, sein Gründer war verarmt und mußte sein Recht in„seiner Hauptstadt“— London suchen. * September 1849. Jin London wütet die Cholera. Im deutschen Hospital der Hauptstadt liegt der Helgoländer Jacob Andresen Siemens, der am 19. September 1849 dort starb. Auf dem Friedhof von Hackney Churchyard schläft er den ewigen Schlaf, fern der Heimat, für welche er grübelte, kämpfte und opferte. Eine ttundegeschickte von DD. E. Riedet Von Sasso, dem vierbeinigen Friedensstifter, will ich erzählen. Aus seinem Alltag und von seiner großen Tat. Sasso, der braune, große Wolfshund, ist ein überaus kluges, treues Tier. Wenn die kleine Trauti, des Nachbars dreijähriges Kind, im Hofe spielt, dann ist stets Sasso bei ihr. Sie streichelt des Hundes weiches Fell, und sollte irgendein anderes Kind Trauti etwas zuleide tun wollen— Sasso läßt es nicht zu! Sasso ist immer da!— Jedoch Trautis Vater kann den Sasso nicht leiden, weil dieser ihn einmal angebellt hat und überhaupt, weil er der Hund von„denen da drüben“ ist, mit denen er schon seit Jahren„verkracht" ist. Sieht er den Hund seines Nachbarn bei seiner Trauti, so nimmt er einen Stock und schimpft:„Hundsvieh, bist“ schon wieder da! Machst, daß du weiterkommst!“ Und hat er Sasso davongejagt, so wartet jedesmal das kluge Tier, bis Trautis Vater außer Sehweite ist um sich dann wieder von der anderen Seite heranzuschleichen; denn er fühlt sich eben einmal als Beschützer KleinTrautis, ungeachtet dessen, daß Trautis Vater nicht einverstanden und daß dieser mit seinem Herrn verkracht ist. Sasso kann Pfötchen geben, Männchen machen, kann bellen, und wenn es sein muß, auch beißen; Sasso kann aber noch mehr.— Heute spielt Klein=Trauti wieder im Hof, und neben ihr sitzt Sasso, ihr Beschützer. Nun geht das Kind an das Ende des Hofes, dorthin, wo der Zaun ist, und das Faß mit dem Wasser steht. Sasso folgt ihr. Ja, hier kann Trautis Vater nicht hersehen, und Sasso hat darum seine Ruhe. Trauti will im Wasser des Fasses. das bis obenauf voll ist, planschen. Sie krabbelt auf die Kiste, die vor dem Faß steht, und nun kann sie mit ihren Händchen schön auf das Wasser klatschen, daß es nur so spritzt. Sasso beobachtet jede Bewegung seines Schützlings. Plötzlich bekommt Trauti, indem sie sich zu weit vorgebeugt hatte, das Uebergewicht und fällt kopfüber in das bis obenauf gefüllte Wasserfaß. Einen Augenblick steht Sasso unbeweglich da und spitzt die Ohren. Es ist, als ob er etwas überlegen wollte. Jetzt springt er auf die Kiste, stützt die Vorderpfoten auf den Faßrand und zerrt und zerrt mit den Zähnen an Trautis Kleidern. Zerrt und zieht mit aller Kraft so lange, bis er Klein=Trauti über den Faßrand heraus gebracht hat und sie auf die Kiste hat abgleiten lassen.— Ohnmächtig liegt das Kind da. Sasso beschnuppert seinen Schützting. Aber er bewegt sich nicht. Einen Augenblick steht das Tier unschlüssig da. Es ist, als ob er über etwas nachdenken wollte.— Plötzlich rennt er wie wahnsinnig nach vorne zum Haus, schlägt mit den Vorderpfoten auf das niedere Fenster zu Trautis Wohnung und heult und bellt und winselt und wimmert. Trautis Vater schimpft:„Hundsvieh bist“ schon wieder da! Machst daß d’ weiterkommst!“— Allein die Hartnäckigkeit und das nicht endenwollende Klagen des Hundes machen den Mann doch stutzig. Er geht zum Haus hinaus und folgt dem davonrasenden Tier in den hinteren Hof. Dort an dem Faß macht der Hund halt und bellt wieder und heult und wimmert. Da sieht der Mann sein Kind auf der Kiste vollständig durchnäßt und regungslos liegen. Ja— jetzt wußte er, das Kleine war ins Faß gefallen, Sasso mußte es herausgezogen haben, und als er sah, daß es sich nicht mehr rührte, da holte das Tier den Menschen zu Hilfe, damit dieser da weiter helfe, wo das Tier nicht mehr helfen konnte. Mit fliegenden Schritten trug der Vater sein ohnmächtiges Kind ins Haus.— Und nach zwei Tagen saß schon wieder KleinTrauti im Hof neben Sasso und streichelte sanft ihres vierbeinigen Lebensretters braunes Fell.— Das kalte Bad hatte ihr weiterhin nicht geschadet. Alle Hausbeelt brachten Sasso allerlei wohner waren versammet und vruchten Sasso Leckerbissen. Auch Sassos Herr war da und klopfte dem braven Tier belobigend auf den Rücken.— Und auch Klein=Trautis Vater kam heran, fiel Sasso sogar um den Hals und sagte immer wieder:„O du liab's, gut's Hundsvieh!"— Dann reichten sich Sassos Herr und Klein=Trautis Vater nach jahrelanger Feindschaft die Hand zur Versöhnung.— Und Sasso, der vierbeinige jevensretter und Friedensstifter wedelte dazu freudig mit dem Schweife. Helle hat seinen Hausschlüssel verloren. Er sucht ihn in allen Taschen. Immer aufgeregter wird er. Der Hausschlüssel findet sich nicht. „Haben Sie schon in der rechten Hosentasche nachgesehen, Helle?“ „Nein.“ „Warum nicht?“ „Ich traue mich nicht.“ „Warum nicht?“ „Wenn er da auch nicht drin ist, bin ich verloren!“ „Berl. Ill.“ S..M BraLtS EIN VARIETE ROMAN DUN HEINFiCR SeIEN 15) Sie drehte ihm das Gesicht zu:„Mein Spiegelbild hat sich in dein Bett gelegt“, sagte sie lächelnd und deutete auf den Spiegel, der im Nebenzimmer stand.„Komm, ich habe hier einen Palinka“, sagte sie und füllte zwei Likörgläser aus der ungarischen Flasche mit dem bunten Etikett, auf dem ein Honvedhusar abgebildet war, der ein Mädel zu sich in den Sattel hob, mit auffliegenden Röcken. Innig lächelnd stieß sie mit ihm an, ihr Hals bog sich zurück, und während sie das Glas in zwei, drei Schlucken leerte, sah sie ihm mit einer wunderlichen Art von Erwartung in die Augen. Es störte sie dabei maßlos, daß die Musik aufgehört hatte und die Nadel surrend über die Platte lief. Er stellte das Glas zurück. Sonderbarerweise erinnerte ihn der Geschmack des Likörs an den scharfen Schnaps, den er mit dem verzweifelten Petersen hatte trinken müssen.„Ich muß mich ankleiden“, sagte sie. Sie stand abgewendet vor dem Kleiderschrank und warf den schwarzen Kimono ab, das altrosa Seidentuch war noch um das blonde Haar gewunden, so daß nicht eine Strähne des Haares zu sehen war. Sie bückte sich, um die Strümpfe überzustreifen. Ihre Beine waren hoch und schlank, elfenbeinern und fest. Umdämmert stand er da und sah sie an. Langsam ging er auf sie zu, sich seiner eigenen Bewegung nicht bewußt. Da kniete er plötzlich nieder und riß das Platinkettchen aus der Tasche, das er vorhin in dem Gepäck gefunden hatte. Yester war auf einmal eine Statue, mit einem Ausdruck des Entsetzens um den Mund, widerstrebend wich sie zurück. Er griff nach ihrem Bein und hielt den nackten Fuß in seinen Händen.„Ich liebe dich“, rief er, die Zehen ihres Fußes küssend, und legte ihr, bevor sie es verhindern konnte, das Platinkettchen um die Fessel. 10. Nach jedem Trick wurde die sanfte leise Seiltänzermusik von Applaus übertönt. Von der Kulisse aus war nichts zu sehen, als das Nickelpodest, an dem das Draht„Ruh dich aus, Dan“, sagte sie und strich ihm mit der Hand über die Brust. Rasch erholte er sich, und dankbar küßte er ihre Hand.„Wart auf mich, es dauert nicht lange“, sagte er und lief in die Garderobe. Sie blieb in der Kulisse stehen und sah den JacksonRex=Girls zu, die unter den Klängen des KontinentalFoxtrotts auf die Bühne glitten. Noch in der Garderobe glichen die zwölf Mädchen den Insassinnen eines strengen Pensionats, die in Zucht gehalten wurden; hatten sie aber erst einmal die Kleider abgeworfen, wurden junge wendige Geschöpfe aus ihnen, kühn gewachsene Turnerinnen, die sich für eine Viertelstunde den Menschen zeigen durften. Sie waren wie eine Maschine, die aus vierundzwanzig gelenkigen Beinen bestand, die im rasselnden Rhythmus auf und nieder flogen. Herr Jackson Rex schien nur auf einen Knopf drücken zu müssen, um die Maschine aus Mädchengestalten wenden und wir gehen zu dir aufs Zimmer und trinken den ganzen Palinka aus!“ „Nein, wir gehen nicht zu mir aufs Zimmer, was fällt dir ein“, sagte sie, fühlte sich aber auch so glückselig leicht, als wenn der Geliebte zu ihr zurückgekehrt wäre. Halb träumte sie den Traum mit, den er träumte, einen Nlaum, aus dem man immer wieder jäh erwachen mußte. Als Truxa und Yester an der Loge des Bühnenportiers vorüberkamen, humpelte ihnen der alte Habel entgegen:„Ich habe eine große Bitte, mein Fräulein", stammelte er und war sich nicht ganz klar darüber, wie man eine Frau anredete, die Yester hieß. Sie legte ihm die Hand auf die Schulter:„Was gibt?“ Durch die beschlagenen Brillengläser sah der kleine gebückte alte Mann mit dem großartigen Kaiser=FranzJoseph=Bart die Tänzerin sehnsüchtig an und hielt ihr ein Bild hin:„Ich bitte Sie um Ihre Unterschrift, mein Fräulein! Sie sind nämlich die allerschönste Frau, die ich in fünfundzwanzig Jahren gesehen habe!“ „Gern!“ Lächelnd zeichnete Yester ihren Namenszug auf das kleine Bild. „Sie sind noch viel schöner als die Duncan mein Fräulein!“, rief der alte Habel begeistert und riß das Bild der Duncan von der Wand. Es mußte Desters Bild weichen. So wird man einst auch mein Bild wegwerfen, dachte Yester, als sie, dem Alten zulächelnd, mit Truxa das Varieté verließ. Scheu an die Wand gedrückt, stand Petersen vor dem Welcher Roman gefiel Ihnen am besten? Ihre Antwort bis zum 15. Januar erbeten M schwenken zu lassen. Die großen Drehscheinwerfer tauchten die zwölf Mädchen in bezaubernden Glanz. Die Nummer war noch nicht beendet, als Truxa in Hut und Mantel zurückkam.„Ich muß noch rasch ins Büro“, sagte er und zog Yester von der Bühne. Sie stiegen die Eisentreppe zu Direktor Burmester hinauf, der, von Plakaten und Kranzschleifen umgeben, vor dem Rapport der Abendkasse saß.„Kommen Sie rein, Truxa“, rief er, ohne den Blick von den gebündelten Geldnoten zu heben, die vor ihm aufgestapelt waren “.“ in rasender Bewegung schwingend Einz d# wie ein Opfer, das die Bürger der Stadt einer Gottheit seil hing, in rasender Bewegugg schwingend. Einer der, dargebracht hatten, die sich nicht scheute, das Geldopfer Arbeiter hielt, sich mit den Füßen gegen den Boden stemmend, den Zugstrick. Dann brach die Musik ab, aus den Kesselpauken stieg ein langsam anschwellender Wirbel, der dumpf in die Stille schlug. Der Arbeiter, der den Zugstrick etwas lockerte, hielt den Atem an und starrte voll Spannung und Entsetzen auf die Bühne. Dann sah man, wie ein Lächeln über das Gesicht des Mannes glitt, er spuckte sich in die Hände und zog den Strick wieder straff, brausend fiel die Musik ein, und tosender Beifall erscholl. Wie ein Gladiator in einer römischen Arena mit den Fäusten grüßend, stand der Seiltänzer im buntfunkelnden Harlekinsgewand vor den dreitausend tobenden Menschen. Truxa kam schweißüberströmt von der Bühne, von der schon das Gepolter des Umbaus drang; alles, was Kraft in ihm war, nahm die Arbeit aus ihm heraus; erschöpft ließ er den Kopf auf Desters Schulter sinken, die ihn in der Kulisse erwartet hatte. persönlich nachzuzählen. Truxa bat um Vorschuß, der bewilligt wurde.„Wollen Sie fünfhundert? Sie können auch tausend haben!" Als Truxa das Geld in Empfang nahm, wurde es ihm bewußt, daß der Name, den er trug, mit Gold aufgewogen wurde. Dester im Vorraum sah, wie er das Geld an sich nahm, und erneutes Mißtrauen überkam sie. Hatte er sich den Namen Truxa dieses Geldes wegen angeeignet, hatte die hohe Gage ihn dazu verlockt? Er schob das Geld aber so unbesorgt in seine Hosentasche, daß man ihn eines Betruges nicht für fähig halten konnte. Er hatte den Betrug auch gar nicht nötig: seine Arbeit war so gut, daß er auch unter jedem anderen Namen Erfolg gehabt hätte. Was konnte ihn bewogen haben, das Leben eines Menschen fortzusetzen, der gestorben war? Er lächelte beglückt, da er soviel Geld in der Tasche Bühneneingang, Truxa erriet sofort, daß er hier stand, um auf die Linda zu warten.„Komm mit uns, du bist eingeladen“, forderte er ihn auf. „Ich kann ja nicht!“ „Du kommst mit uns“, beharrte Truxa, ergriff ihn bei der Hand und zog den Widerstrebenden zu Dester heran.„Mein Freund Petersen", stellte er ihn vor. Petersen riß den Hut vom Kopf und zwinkerte vor Verlegenheit mit den fast weißen Wimpern, in denen noch etwas Tusche saß:„Freut mich, Fräulein! Ich habe Ihre blauen Schuhe schon letzte Nacht vor Ihrer Tür gesehen und mir gleich gedacht, daß da die Füße einer Tänzerin hineingehören.“ Sie gingen in die„Ewige Lampe“ und wurden von Frau Schilp empfangen. Sie empfahl sofort fast alle Speisen, die an diesem Tag auf der Karte verzeichnet waren. Man konnte sich für all diese Speisen gar kein besseres Werbemittel denken, als die imposante Leibesfülle der Hotelbesitzerin.„Wenn Sie tanzen, sieht man all Ihre Rippen, meine Liebe! Sie müssen mehr essen, wie wäre es mit einem Omelett mit Hühnerleber?“ sagte sie mit einem boshaften Blick auf Yester und rauschte davon. Am Stammtisch in der Ecke des Lokals hatten bereits einige Artisten Platz genommen, die im ersten Teil des Programms beschäftigt gewesen waren. Truxa sah, daß auch Alvater dasaß, es ging jedoch nicht an, sich an einen anderen Tisch zu setzen. Henry Reves und Hardy der Fänger der fünf Stuarts saßen außerdem noch da. Voll Widerwillen sah er zu, wie Alvater hatte, wie er noch nie in seinem Leben besessen:„Komm, sich erhob, um Desters Hand zu küssen mit so tief geneigtem Kopf, daß ihm das weiße Haar in Strähnen ins Gesicht fiel. Henry, der Partner von Yester, hatte ein ähnliches Gefühl des Widerwillens, das sich aber nicht nur gegen Alvater, sondern auch gegen Truxa richtete, der von Yester geliebt wurde. Er konnte ihm das nicht gönnen; von dieser Frau geliebt zu werden, mußte wie ein Wunder sein. „Hast du die Kritiken schon gelesen? Hör zu, Dester, ich lese dir die Kritiken vor!“ Henry hielt einen Stapel von Zeitungen auf den Knien und begann vorzulesen. „Die Leistungen des akrobatischen Tanzpaares Dester und Henry fanden viel Beifall. In dieser bezaubernden Frau scheint eine fast brutale Kraft zu stecken. Endloser Beifall ertönt, wenn der Partner den Körper der Frau, die Gestalt an beiden Beinen haltend, im Raum umherwirbeln läßt... Wenn man den Namen Yester im Programm liest ahnt man sofort, daß eine Frau von großer Leidenschaft tanzen wird...“ Yester hörte kaum zu, als er die Kritiken vorlas, und eine dumpfe Verzweiflung befiel ihn. Er gehörte unlösbar zu ihr, er war in ihre Geheimnisse eingeweiht, er kannte sie in all ihren Verwandlungen, er pflegte sie, wenn sie krank war, er war mit ihrer Kunst vertraut wie mit der eigenen, auf jeder Probe und in jeder Vorstellung hing ihr Leben von seiner Kraft und Geschicklichkeit ab; war aber die Vorstellung beendet, so entglitt sie ihm in die Arme anderer Männer. War er nicht gut gewachsen? War er nicht gut gekleidet? Dachte er nicht jedesmal an sie, wenn er sich neue Handschuhe, neue Hemden kaufte? Konnte er es nicht mit diesem Trura aufnehmen, der die Liebe der Tänzerin wie eine Tatsache hinnahm, die nicht mehr aus der Welt zu schaffen war? Henry hatte die Zeitungen sinken lassen und spürte plötzlich die sonderbare Stimmung, die entstanden war. Zwar waren die Worte, die Alvater und Trura wechselten, belanglos und unauffällig; während sie aber diese Worte wechselten, sahen sie einander scharf aus den Augenwinkeln an, als hätten die Worte noch eine andere, nur ihnen verständliche Bedeutung. Henry spürte den Kampf, der um Dester war. Die beiden taten aber wie Freunde, man konnte ihnen nicht anmerken daß sie sich in einen Kampf eingelassen hatten, und Dester saß kühl lächelnd da. „Nun haben Sie es geschafft, Truxa. Erinnern Sie sich noch, wie Sie es in Newyork gar nicht erwarten konnten, Yester wiederzusehen?“ sagte Alvater mit einem schattenhaften Lächeln. „Wenn man sich zwei Jahre lang nicht sieht kann man wirklich ungeduldig werden. Ich bin froh, daß ich es nun geschafft habe!“ „Ja, zwei Jahre ist es her, als die Sache in Kopenhagen begann. Sie warn plötzlich mit Dester verschwunden, es mutete direkt wie eine Entführung an. Was muß das für eine Liebe gewesen sein! Lieben Sie immer noch so?“ fragte Alvater mit einer fast weibischen Gebärde. Ohne Befangenheit entgegnete Truxa:„Ich liebe immer noch so.“ „Wenn Sie nun Dester statt in Kopenhagen erst in Berlin kennengelernt hätten, wären Sie auch heute noch imstande, sie zu entführen?“ „Ich wäre heute erst recht dazu imstande“, sagte Truxa, von ungestümer Siegeszuversicht getragen.„Ich würde heute genau so handeln! (Fortsetzung folgt.) Seite 9 Nr. 6 7 Bochumer Anzeiger Freitag, 8. Januar 1932 Deutsche Steueraufkommen 1936: S AnnnareeitAimn rher Staatssekretär Reinhardt:„Höhepunkt noch nicht erreicht“ Einen steuerlichen Rückblick und Ausblick zur Jahreswende veröffentlicht der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Fritz Reinhardt, in der von ihm herausgegebenen„Deutschen Steuer=Zeitung". Darin heißt es: „Das Aufkommen an Steuern des Reiches ist im Rechnungsjahr 1935 nicht nur um 1,2, sondern um 1,4 Milliarden Reichsmark größer gewesen als im Rechnungsjahr 1934, und es wird im gegenwärtigen Rechnungsjahr 1936 um mindestens 2 Milliarden Reichsmark größer sein als 1935. Die Aufwärtsentwicklung hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Es sprechen alle Anzeichen dafür, daß sie sich im Jahre 1937 in gleicher Wucht wie bisher fortsetzen wird. Die glänzende Entwicklung des Aufkommens an Steuern des Reiches ist zum großen Teil auf die Maßnahmen zurückzuführen, die zu Beginn des Jahres 1936 als Ziffer 4 der finanzund steuerpolitischen Aufgaben der Gegenwart angekündigt wurden. Diese Maßnahmen sind noch nicht abgeschlossen; sie werden fortgesetzt werden. Einen besonders bemerkenswerten Fortschritt auf dem Gebiet des Steuerrechts stellen die Erläuterungen zu§ 1 des Steueranpassungsgesetzes dar. Eine grundlegende Neuerung auf dem Gebiete des deutschen Steuerwesens stellt die Realsteuerreform vom 1. Dezember 1936 dar. Die Neuerung besteht in Vereinheitlichung und Vereinfachung der Realsteuern und in der Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichmäßigkeit der Besteuerung auch auf dem Gebiet der Realsteuern. Sie ist die wesentliche Voraussetzung für die weitere und abschließende Neugestaltung und Vereinfachung des Reichs. Ein Rückblick auf das Jahr 1936 ergibt, daß alle Erwartungen, die auf dem Gebiet der deutschen Finanzen und des deutschen Steuerwesens zu Beginn des Jahres gehegt worden waren, übertroffen worden sind. Ein Ausblick in das neue Jahr läßt uns voller Hoffnung und Zuversicht sein, daß sich die günstigen Entwicklungen auf allen Gebieten fortsetzen werden. Wir alle— Steuerpflichtige, Steuerberater, Helfer in Steuersachen und Finanzbeamte— wollen nach wie vor dem Führer treue Helfer im Kampf um die Gesundung und um die Sicherung der Lebensrechte der Nation sein. Steuerehrlichkeit und Steuerpünktlichkeit sind wesentliche Voraussetzungen jeder Treue zu Führer und zu Volk.“ Neue unverzinsliche Reichsschatzanweisungen Angesichts der bedeutenden Geldmarktverflüssigung der letzten Tage und des hieraus entspringenden Bedarfs an kurzfristigen, erstklassigen Anlagewerten ist gestern eine Emission unverzinslicher Reichsschatzanweisungen per 16. Juli 1987 zu einem Diskontsatz von 3¼ v. H. begeben worden. Dies ist die erste Emission, die nach längerer Pause wieder begeben wird. Die Höhe der Diskontsätze Das Urteil lasse im Sinne eines wohlverstandenen Leistungsprinzips die Tendenz erkennen, einer Verwässerung des Facharbeiterbegriffs vorzubeugen und nur dem Gefolgsmann den Genuß der höheren Entlohnung vorzubehalten, der ihn durch ein bestimmtes Maß an Mühen und der notwendigen Arbeit an sich selbst wirklich verdient habe. Krupp Treibstoffwerk Gmbß. Eine Neugründung der Fried. Krupp AG. Wie mitgeteilt wird, ist von der Fried. Krupp AG. in Essen unter der Firma„Krupp Treibstoffwerk G. m. b. H. eine Gesellschaft gegründet worden mit dem Sitz in Essen, deren Zweck es ist, Treibstoffe und Mineratöle, besonders unter Anwendung des Fischer=Tropsch=Verfahrens in Verbindung mit der Steinkohlenschwelung, zu gewinnen. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 20 Millionen Reichsmark. Zu Geschäftsführern wurden bestellt Dr.=Ing. Fritz Müller und Dr. zur. Alfons Althaus. Weitere Steigerung des Stromabsatzes beim RWE. In der GV. der Rheinisch=Westfälischen Elektrizitätswerk AG. waren 187612000 RM. Inhaberaktien mit 469 030 Stimmen und 9389 040 RM. Namensaktien mit 469452 Stimmen vertreten. Der bekannte Abschluß für 1935/36 wurde einstimmig genehmigt und die Verteilung einer Dividende von wieder 4 Prozent beschlossen. Auf Anfrage eines Aktionärs (von Waldthausen) teilte der Aufsichtsratsvorsitzende, Generaldirektor Dr. h. c. Vögler, mit, daß die Auswirkungen des Gesetzes über die Abwertungsgewinne für das RWE. noch nicht genau festzustellen seien. Es bestände aber die Vermutung, daß die Belastungen nicht allzu groß seien. Diese gleiche Vermutung äußerte auch Generaldirektor Dr. Koepchen in seinem Ausblick auf das neue Jahr, in dem er feststellte, daß sich die Aufwärtsentwicklung in der Stromabgabe fortgesetzt habe, und zwar habe das RWE. allein in der Zeit von Juli bis Dezember 1936 eine Steigerung des Stromabsatzes von 13½ Prozent gehabt. Auch die anderen, dem RWE. gehörenden Unternehmungen hätten ähnliche Zugänge aufzuweisen Deshalb sei mit einem ähnlichen Ueberschuß wie im abgelaufenen Jahr zu rechnen, wenn nicht, was man nicht glaube, die Auswirkungen des neuen Abwertungsgesetzes diese Entwicklung verhinderten. Die Punkte der Tagesordnung wurden alle einstimmig genehmiat, auch die Uebertragung eines kleinen Postens Namensaktien vom Landkreis Grevenbroich= Neuß auf den Landkreis Düsseldorf=Mettmann. Für den aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Oberbürgermeister Riesen(Köln) wurde Oberburgermeister Dr. Schmidt gewählt. Für den aus dem Beirat ausgeschiedenen Direktor Dr. Rosdeck(Mannesmann) wurde Bergwerksdirektor Mockewitz(Rheinstahl) und für den gestorbenen Dr. Krawehl wurde Bergassessor Winkhaus (Düsseldorf) in den Beirat gewählt. Außerdem sind aus dem Beirat infolge Niederlegung des Amtes ausgeschieden: Landrat Eich(Kleve), Oberbürgermeister Maerz(Mülheim=Ruhr), Landrat Murray(Opladen), Dr. Peche(Bersenbrück). Landrat Rademacher(Trier) und Landrat Buttler(Duisburg). Dafür wurden in den Beirat neugewählt: Oberbürgermeister Hasenjaeger(Mülheim=Ruhr) und Landrat Hohbera(Cochem). Essener Bergwerksverein König Wilhelm Uebergang auf Gebrüder Stumm genehmigt Eine außerordentliche GV. beschloß die Uebertragung des Vermögens unter Ausschluß der Liquidation auf die Gebrüder Stumm G. m. b. H. in Neunkirchen(Saar). Die außenstehenden Aktionäre erhalten keine Geschäftsanteile der Firma Stumm, da diese eine Familiengesellschaft ist. Der Entschädigung wurde der im Interessengemeinschaftsvertrag vorgesehene Kurs von 250 Prozent für die Stammaktien und 805 bzw. 340 Prozent für die Vorzugsaktien zugrunde gelegt. Für die Aktionäre, die ihre Aktien bereits früher umgetauscht haben, ist eine Entschädigung von 150 Prozent zuzüglich 100 Reichsmark je Aktie vorgesehen. Die Entschädigung selbst wird in Form von 5prozentigen Schuldverschreibungen gewährt, die nach Art der im Jahre 1935 begebenen ausgestattet sind. Daneben wird der Anleihestock ger Gesellschaft aufgelöst. Die freien Aktionäre erhalten hieraus noch 8 Prozent je Stammaktie und 18 Prozent je Vorzugsaktie. Wie auf Anfrage mitgeteilt wurde, ist die Firma Gebrüder Stumm G. m. b. H. auch bereit, eine Barabfindung zu leisten. Die Durchführung dieser Vorschläge hinge noch von der Genehmigung des Reichswirtschaftsministers ab. Der GV. lag der Abschluß fur das am 30. November 1936 beendete Rumpfgeschäftsjahr vor. Bei einem Betriebsüberschuß von 7,94(7,49) Millionen Reichsmark fur 1935, wieder 0,16 Beteiligungserträgen und 1,30(1,24) außerordentlichen Erträgen verbleibt nach wieder 0,96 Anlageabschreibungen und 0,19(0) Abschreibungen auf Beteiligungen ein Reingewinn von .27 Millionen Reichsmark. Börsen weiter fest Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse eröffnete in fester Haltung. Eine gute Stütze bot die günstige Entwicklung des rheinisch=westfälischen Eisenmarktes. Teilweise war das Geschäft gegenüber Mittwoch etwas lebhafter. Die Kursbesserungen am Montanmarkt lagen bei 1 Prozent. Im Verlaufe kam es dann zu weiteren Kurserbolungen. Wintershall gewannen 2 Prozent. Der Kuxenmarkt lag fest unter Bevorzugung von Kohlenwerten, von denen Constantin und Heinrich je 150 Reichsmark höher bezahlt wurden. Auch für Diergardt wurden steigende Preise gezahlt; für die übrigen zeigte sich erhöhte Nachfrage. Braunkohlenwerte ebenfalls meist höher gefragt; doch kamen Umsätze nicht zustande. Kalikuxe bei gut behaupteten Preisen ebenfalls geschäftslos. Die Rentenmärkte lagen nicht einheitlich. Altbesitz knapp behauptet. Psandbriefe unverändert. Im Freiverkehr gewannen von Kaliaktien Burbach ½ Prozent. Am Kohlenaktienmarkt stiegen Bergbau Lothringen im Verlause um 2 Prozent, dagegen büßten Ewald 2 Prozent ein. Im weiteren Börsenverlauf zogen Montanwerte noch ungefähr Prozent an. Bei lebhafterem Geschäft gewannen Farben gegenüber dem Anfang 3 Prozent. Berliner Börse Die Börse war ruhig, eröffnete aber ziemlich freundlich. Auf fast allen Aktienmärkten überwogen leichte Kurssteigerungen. Man spricht von einer Kapitaltransaktion bei J. G. Farben in Höhe von 160 bis 180 Millionen Reichsmark. Montanwerte lagen im allgemeinen ½ bis ¾ Prozent höher. Wintershall gewannen 1¾ Prozent, Atlanten plus 1½ Prozent, Stöhr plus 1¼ Prozent. Der Verlauf war fester. Am Montanmarkt wurden die Anfangskurse um 1 Dollar: 2,49(Vortag 2,49) Rm. 1 Pfund: 12,23(Vortag 12,24) Rm. 100 holländ. Gulden: 136,30(Vortag 136,38) Rm. 100 französ. Frank: 11,63(Vortag 11,64) Rm. 100 Schweizer Franken: 57,21(Vortag 57,24) Rm. 100 Lira: 13,10(Vortag 13,10) Rm. ¼ bis ½ Prozent überschritten. Die Börse schloß ruhig, aber ziemlich fest. Die Anleihemärkte lagen gut gehalten, teilweise auch freundlicher. Kommunale Umschuldungsanleihe gewannen ½ Prozent. Altbesitz unverändert. Stadtanleihen etwas freundlicher. Am Geldmarkt Tägliches Geld 2½ bis 2¾ Prozent. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. Bei ruhigem Handel erhielt sich an der Abendbörse die feste Grundstimmung. Zu den Berliner Schlußkursen bestand verschiedentlich Kauflust, anderseits erfolgten auch kleine Abgaben, so daß die Kurse zunächst nicht weiter gesteigert waren. Im Verlaufe erhtelt sich die freundliche Grundstimmung, die Umsätze erreichten kein größeres Ausmaß. Die zur Notiz gekommenen Papiere waren zumeist voll behauptet, teilweise ergaben sich auch Besserungen um ¼ bis ½ Prozent gegen den Berliner Schluß. Die Auslandsbörsen Newyork: Stetig. London: Befestigt. Amsterdam: Geschlossen. Paris: Freundlich. Brüssel: Fest. Zürich: Meist gehalten. Mailand: Schwächer. Wien: Unregelmäßig. Der Automat im Restaurant Getreidegrotmarkt zu Berlin Anti. Preise, Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg. Weizen märk. Roggen märk. ndustriegerste Hater märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche) 36..40 5 36.0 40 23.-36.0s33.36 24.-26.0124.-26 U vom 7. Januar: lluminium, 98 bis Wer Nahlk Eir Der Reichsfinanzminister nimmt Stellung Was ist ein„Facharbeiter“? Voraussetzung drei Jahre Lehrzeit Das Reichsarbeitsgericht hatte sich kürzlich mit der Frage zu befassen, ob ein Gefolgsmann, der in einem Betrieb zunächst als Facharbeiter und dann nach Erwerb des Führerscheins als Kraftwagenführer beschäftigt wurde, über den Spitzenlohn für angelernte Arbeiter hinaus Anspruch auf den Spitzenlohn eines gelernten Facharbeiters geltend machen konnte. Das Gericht hat die Frage verneint. Es ist davon ausgegangen, daß der allgemeine Sprachgebrauch unter einem gelernten Facharbeiter einen Gefolgsmann versteht, der eine mindestens dreijährige Lehrzeit in dem ausgeübten Fach zurückgelegt hat. Von größter Bedeutung für die Abgrenzung des Begriffs Facharbeiter ist, wie die DAK. hervorhebt, das Erkenntnis des Gerichts, daß bloße Sonderkenntnisse, mögen sie auch durch eine besondere Prüfung dargetan sein, noch keinen gelernten Arbeiter ausmachen, denn Sonderkenntnisse habe sich auch der angelernte Arbeiter angeeignet. In vielen Gaststätten findet man heute Automaten; seien es große, die Zigaretten hergeben, oder auch die kleinen Tisch=Automaten, die mit Salzmandeln oder Nüssen gefullt sind. Häufig ist der Gastwirt nicht der Aufsteller dieser Automaten, sondern ein Unternehmer, der auch die Automaten selbst füllt. Von dem Erlös erhält dann der Gastwirt einen Teil. Vielfach ist nun die Frage aufgetaucht, wer eigentlich den Umsatz bewirkt, d. h. also steuerlich, wer die Umsatzsteuer für die durch den Automaten verkauften Waren zahlt. Um im Interesse beider, sowohl des Unternehmers, der die Automaten aufstellt, als auch des Gastwirts, in dessen Räumen sich der Automat befindet, Klarheit zu schaffen, hat der Reichsfinanzminister jetzt einen Bescheid ergehen lassen, der in der„Deutschen SteuerZeitung veröffentlicht wird. Danach ist der Reichsfinanzminister damit einverstanden, daß ab 1. Januar dieses Jahres bei der Umsatzversteuerung der Lieferungen durch Automaten, die in Gast= oder Schankwirtschaften aufgestellt sind ein Kommissionsverhältnis zwischen dem Gastwirt und den Automaten=Aufstellern angenommen wird. Dabei versteuert der Automaten=Aufsteller, der den Automaten füllt, die Erlöse, die er aus den Automatenverkäufen erhält. Als Erlös ist hierbei der Gesamterlös des Automaten abzüglich des von dem Aufsteller an den Gastwirt gezahlten Rabatts anzusehen. Die Liefernung des Automaten=Aufstellers gilt als Lieferung an den Gastwirt. Sie ist demgemäß eine Lieferung im Großhandel. Der Gastwirt dagegen hat den Gesamterlös aus dem Automaten, also einschließlich derjenigen Beträge, welche der Aufsteller bei der Abrechnung erhält, zu versteuern. Er liefert im Einzelhandel. Die so gefundene Neuregelung ist auch von der Fachgruppe Schankgewerbe ausdrücklich befürwortet worden. Zur Vermeidung einer steuerlichen Mehrbelastung der Gastwirte hat sich die Fachgruppe Automatenaufstellgewerbe dahin entschlossen, bei Inkrafttreten det Neuregelung die Nutzenspanne des Gastwirts generell für alle Zigarettenpreislagen um 2 Prozent zu erhöhen. Es ist somit eine auf wirtschaftlichem und steuerlichem Gebiet gleich bedeutungsvolle Klärung der Verhältnisse zustandegekommen, der sich auch der Reichswirtschaftsminister vom gewerberechtlichen Standpunkt angeschlossen hat. Die Aufstellung von Zigarettenautomaten durch die Tabakgeschäfte hat sich derart eingebürgert, daß dem Schuldner einer der gepfändeten Automaten belassen werden muß. Es muß ihm, wie die„Juristische Wochenschrift“ mitteilt, die Möglichkeit gegeben werden, ebenso wie die anderen einschlägigen Geschäfte seine Waren auch nach Geschäftsschluß und an Sonn= und Feiertagen anzubieten, da er andernfalls nicht konkurrenzfähig bleiben würde. Die zum Michelkonzern gehörende Niederrheinische Bergwerks=AG. in Moers(Niederrhein) konnte 1930 nach ausreichenden Abschreibungen(i. V. insgesamt .83 Millionen RM.) wieder einen Ueberschuß erzielen (i. V. Reingewinn von 0,12 Millionen RM.), der zur weiteren Abtragung des Verlustrestes von.27 Millionen RM. verwendet werden soll. Mit der Wiederaufnahme der Dividendenzahlung ist noch nicht zu rechnen. Im Berichtsjahr war eine Steigerung der Förderung möglich, so daß die Zahl der Feierschichten erneut zurückgegangen ist. Der Schatzmeister der Deutschen Arbeitsfront, Hauptamtsleiter Paul A. Brinckmann, hat in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der DeutscherRing=Versicherungs=Gesellschaften den Vorsitzenden des Vorstandes dieser Gesellschaften, Rudolf Kratochwill, zum Generaldirektor ernannt. In letzter Zeit ist eine Reihe von Werkstoffen für Schuhsohlen auf den Markt gebracht worden, die den an solches Material zu stellenden Anforderungen nicht genügen. Zum Schutze der Verbraucher und um volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigte Investitionen zu verhindern, bat die Ueberwachungsstelle für Lederwirtschaft in einer Anordnung 80 bestimmt, daß für Schuhsohlen nur solche Werkstoffe verarbeitet werden dürfen, die von ihr hierfür besonders zugelassen sind. * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung 68 Reichsmark für 100 Kilogramm. 99 Prozent, Bl.: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz od. Dr.: 148 Reichsmark für 100 Kilogramm. SieSSE 10.00 Ein Leben für Deutschland(Von Hamburg). Feierstunde für Houston Steward Chamberlain 10.30 Fröhliches Spiel für die Kleinsten 11.00 Was ist los im Sport? 12.00 Musik am Mittag. Orchester des Reichssenders Breslau(Ernst Josef Topitz) 14.15 Wochenendkonzert(Ernst Kalthoff) 15.15 Ein neu Beginnen mit frohem Singen 16.00 Blasmusik. Das Trompeterkorps der Reiterstandarte 71(Sturmführer Max Meier) 17.00 Und was meinen Sie. Gespräche zur Zeit 15.00 Männerkonzert. Männergesangverein Cäcilia 1885. Alstaden(Hermann Pagé). 1. Sechs Chöre: Der träumende See(Schumann); Die stille Wasserrose(Abt); Irrkraut(Knöchel); Stehn zwei Röslein gar so schön(Steinhauer); Untreue(Silcher); Die drei Roselein(Silcher). 2. Variationen über das Volkslied„Ach, wie ist's möglich dann“, für zwei Klaviere, Werk 29(Rößler). 8. Drei Chöre: Die Auserwählte(Silcher; Einkehr(Zöllner: Ins Heu(Bein) 18.00 Der neue Funkplan 18.05 Zur Unterhaltung(Kammerquintett). 1. Strahlender Himmel(Löhr). 2. Mira, Tango(Rust). 8. Bubi's Tanzliedchen(Buder). 4. Teepuppenparade(Noiret. 5. Zitternde Herzen(Becce). 6. Dem Licht entgegen(Cortopassi). 7. Der Liebesbote(Köpping). 8. Heimlichkeiten(Rust). 9. Anita(Meisel). 10. Die frechen Spatzen(Löhr). 11. Herzen und Blumen(Czibulka) 19.00 Mit Hechel und Spinnrad. 20.10 Der frohe Samstag=Nachmittag mit dem„Lustigen Kleeblatt". Else Veith(Sopran); Cornelius Wiygers(Tenor); Hubert Kirsch(Bariton); Jupp Schmitz, Leo Kowalski(auf zwei Flügeln), der Frauenchor(P. Klug); das Kleine Orchester(Leo Eysoldt) 22.30 Heitere Nachtmusik. Münchener Tanzfunkorchester (Franz Michalovic). Josef Kühberger(Akkordion) Deutschlandsender: 16.00: Nach dem Schaffen reger Hände— ein sorgenfreies Wochenende! 18.00: Volkslieder— Volkstänze. 18.45: Sport der Woche. Worschau und Rückblick. 19.00: Guten Abend, lieber Hörer! 20.10: Die große Sehnsucht (Leipzig). 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Wir bitten zum Tanz(Oskar Joost) Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 7. Jan. Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Portlaufende Motierungen 17.1. 1.1. f. 1. Atbesitz..—117.37117.37117.37 5% Hoesch RM.——. #% Krupg Ru.— 10200 102.00 102.00—. 6% Mittelstahll— 102.00 102.00 102.00f— Bemberg 0 104.82/106.00 105.62 Berger... 6—.——. 135 62—. Buderus.. 4—.— 123.87/123.75|122.00 Dahlbusch St. 6/135.001135.00 136.37/135.00 Otsch. Atlantenl 6/117.50 117.37/117.00 Otsch. Erdöl S/149.37/149.75/149.751148.37 O. Reicheb. V. 7/125.12/125.25|125.25 Dortm. Unlon 112/200.00 199.00 .6. Farbenind. 7/169.00171.87/170. 871169.00 Feldmöhle. 6/—.—144.50 145.00145.37 Feiten& Sulllel 61140.50 142.00 141.37|140.00 Goldschmidt. S—.—131.00129.37|129 00 Harpen... 18 1/155.50—.— 155.00155.50 Steinkohlen-Kuxe ellen-Staßt. 7. 1. 1 6. 1. Geid Brieff 6s1d Brief! 6. 1. Schlus ..1 f. 1. f. 1. Div. Anfang Schlub Kassel Hossch Köln-K. 3B 118. 73119.30 119.121 Kall-Ascheral. Klöckner-W Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank Rhein. Braunk. Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert&Co. Siemens& Hal. Gebr. Stollwerk Ver. Stahlwerke Westd.Kaufhof Westeregein Wintershall 5 136.75 45 126.87 118.87 132.12 188.00 226.50 151.50 134.50 159.62 195.25 113.12 56.67 134.25 6/137.75 135.50 135.50s135.0 128.00 128.30 119.25 119.37 133.62 133.75 —.—168.37 —.—226.25 151.75 151.75 134.75s134.87 139.73—. —.— 196.75 111.00 110.87 118.50 118.75— 57.25 57.12 134.00— 137.62/137.50135.75 6. 1. Schlus 117.75 126.25 118.00 131 37 150.50 134.50 55.12 133.00 Carolus A. 5850 615057506150 Const. b. 6. 8400 8800 8300/ 8600 Deutschl. 395 420 385 420 Schwerin——— Heinr. 13000 13500 12800 13400 Langd 14500 1500014100— Braunkohlen-Kuxe GuteHoff. 5200 5600 5200 5600 ei Niche 15200]— 13000 1560 Vosta(113001— 11200 Beraherers. 1323/14001325/1425 Kall-Kuxe Beienrode 11 175/1225/1175/1225/cinigass Berbesn.— 3130— 8150TEricheseg.[33003500s#— Siegfr. iu. 1/8000— 80008500 wih. 17000 17700 11200 17800 Preiserkehr Steinkehlen- u. Branak.-Gaxe 7. 1. J, 6. 1. Geid Brieff Geld Briefl Oerparet(7800 8250 7700 8100 Westfalen——— Sellerh. 1000——Kallkuxe 7. 1. 1. 6. 1. 6eid Brief Geid Briet Jraussene. 6200 6500 8100 at beonesen 7800 Habigh, Heimbold. Hope Jisenburg 290 Mariagl.#300 Marie310 Marie L 3100 Mar 8190 Neusollst. Rensbach Reicheld. Thönngen Industrieaktien(Einbeitsk.) Div..1, 6. 1. 290 1300 7800 3 10030 3250|3100 3250 32503100 3300 2730— 330— 2750 350 Balcke Masch. Berg 6. Dahl. Bonner Bg. u. H. Bösp. Walzw. 95.0 95.0 136.0195 146.51148. 912 Braunk. Zuk. Dortm.Ritterbr. Düss. Hoef.-Br. Düss. Masch. B. Oynamit.Nob. Eschw. Berg. V. Glas- u. Sp. S. Glöckauf-.A6. Gebr. Goedh. A6 Hallesche Salz. Milges Hindr.-Aufferm Hochtief 46. Kabelw. Rheygt Kall-Chemie W. Kreftt N. Lehm& Co. Mülheim. Berg. Rhein. Metall Rhein. Spiegel Roddergr. Brnk. Sachtl.A6. Bgb. Schleß-Detries Schleg. Scharp. Ver. Kumpus Waggonf. Uerd. Wasserw. Geis. Bankaktien Berlin, Hand. 6. Com.- u. Pr.-B. O. Bank u..-G. Dresdner Bank Rh. W. 8b. Cr. B. Westd. B..-A. .1..1. 137.51315 113.0114.8 —. 128.0 130.0130 0 88.8 87.0 Köln. Hagelv. Köln. Lioyo A. V. Köln, Röehr. g 165 0 143 3 127.7 1690 129.5 152.0152.0 142.1— 128.3129.21 193.0199.0 Köln. Rückv. Reutenwerte 4# Rn.-.-B...12.10. 5½ dto. dto. 8. 11 4½ dto. Gold.-Kom 1926. 1927 S.—6 95.0 95.0 1½ Wd. Bod. Gpfd. 97.0 Em. 3. 9/12, 14 4½ dto. Gold-.-Obl. Freiverkehrs-Aktien 7. 1. 6. 1. Geld Brief Geid Brie! 133.5133.0 117.5 149.0 149.5 161.1— 126.2126.0 110.5110 113.0 103.0 95.6 114.0 100 134. 100 .1/6.1 93.093.0 265.0s265.0 111.0/111.0 74.074.0 97.2 97.2 101.2/1012 91.0 97.0 94 7 94.7 Reichsbankdiskont 4% CLombardzinstus 5% Einheltskurse lodsatrionerte 7..6. 1. Adter Alerand 3 urd.K. SUtt.-M— Oo1. Bas. 72.5 47.5 69.0 49.5 71.5 47.0 68.5 49.0 70.5 73.5 n denustcenn AKU A. E. 6. Anhalter Kohle Ischaff Zellst. S 75.0 70.5 Dyckerh 139.0134.0 128.5 eisa C. 127.0131.0. 130.0 Sw.-Lu. 140 0144.0142.5s145.5 Goedh. b 114.0—. 114.0 Hann. K. 67.0—. 66.0 Hom b. 0N 126.5128.5124.5s127.5 Kortum-.-.— .-Falz. 88.0 90.0 87.0 89.0 Versieherungeaktien #ch.-Mönch. F 32 1070 1070 Aach. Rückvers 14. 8 220.0220.0 Agripp.., Fl. L. Alll.-u. Stuttg. All.. St..-V. Colon a,.-V. K. Colonia Rück“ Glade. Feuerv. Lothrin. 109.9 Lothr. 6. dasch. Kr urn. an. Linol Str. b. Mla. v. Aupt. #I. Oien. 112 0107 5110.0 84.5 86.0 53.5 86.0 99.0101.5 97. 5100. 5 165.0—. 165.0— 83.0 85.5 81.5 84.5 124.910.5/107.5s108.0 126.0s129.0129.0128.5 Slovergriechelse Berliner Börse, 7. Jan. Mischer end e Commerz- und Privat-Bank Fillale Bochum „Dittmann Neuh. 9—.—. Otmd. Akt.-Brau. 10 179.8—. Union-Brau 121201.71—.0 Dürener Metall Oyekersh. Widm. alke Basalt Bayr. Motoren Semberg Berger Julius Bergmann El. Serl. Karlsr. Ind. Kr. u. Licht Maschinend. Buderus ahan. Wasser Chem. Gelsenk. Conti Gummi 12201 5201.0 0—. 52.7 0 38.6 38.3 4/123.5125.2 51139.7/139.5 95.3 95.0 15.0 6/141.0 Flektr. Lieferg #., Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Union 14.71 140.5 105.5104.0 6/135.6135.7 322.0 153.0/161.7 8/164.6/164.6 9137.6138.0 123.7121.4 Pa bens Disch. Atlant. Otsch. Cont 6as " Kabel " Linelsum " Steinzeug " Tel. u. Kab. Eisenhand. oiche 55/120.5119. 4 0 Feinjste „ebhardt& Co. German. Cem. des. f. el. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Textil Suanowerke 123.7/122.5 6/117.2115 9119.7108 6/146.9146.5 10 106. 5166.5 9— .•.— 6144.5143.5 19 166.5163.5 kt nagede Hamb. Elektr. Hindr.-Autferm. Hottmann Starke Hohenionewerke Holzmann Pn. Hotelbetr.-Ges. 146. 138.9139.0 151.0150.0 84.0 84.0 113.0115.7 145 01692 149.5114.7 113.21— 6/144.2143. 153.0152.4 —. 117.0117.0 116.5— okswerke Kölner 6as Krefft W. Kromschroeder Kronprinz Metall [tAsperndusch ahmever Laurahütte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Lorenz C. aximil. Hötte Wieg Aimosa Mülheimer Berg. grenst. 4 Koppe V Osnabr. Kupfer 6 Pongs& Zahn #e u. El. Werte Rhein.-W. Kalk Riebeck Montan Rütgerswerke 67.7 5103.2 7 5/148.0 67.0 7124.5 15.3 4135.0 123.6 15.5 35.0135.0 8165.0/164.5 9— Siem.& Halske Stollberg. Zink hüringer Gas Tuch Aachen Union chem. er. Otsch. Nickel 8/165.0 Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht 8194 0—. 4119.2—. 42.0/141.0 39.5 Hjagner& Co, Wandererw. Warsteiner Grub. Westtalen Draht Wickdler Brau. 6/134.51: 6— .2118.011 6190.3 65137.0136.8 6119.5118.3 8130.0119.0 6143.0140.2 0 6138.0—. 83.2 32.2 e Jise Genus Ssenbeck Brau. lungpass Gehs. Sachsenwerk 0 Sarott Schlegel Schles. Berg. u. Berg. Beuth. Elest. u. Gas Schub.& Salzer Schultheis-Patz. Siegersdorter W. Siemens Glas 183.0 6148.7147.8 3 88.0 87.0 0116.7115.21 .0100.1 117.5 .5112.7 133.9133.5 139.9— 104.9101 9—. 129. 4107.|10 8/196.7190.0 7112.0 —. 91.5 137.2 166.5 142.0 161.0 0—. 1142.2 6—. + 5116.0113.2 8169.0]— 0 88.8 88.7 Verkchranerte A. 6. für Verkehr Boch.-Gelsenk. damb. Amer. Pak. damb. Südamer Norod. Loye Resteanerte 45 Dt. R. Schatz. 41 4 Ot. R. Anleihe 44 55 O. R. Tounganl. ## Reichsbahn Sch. Westtalen Altbesitz 145 Bochum Anl. % Duisburg. Anl. ##s Düsseld. Anl. 96.7 93.1 102.3 99.1 120.2 92. 92 7 93.9 92.7 96.7 98.0 102.5 99.9 120.0 92.7 15 Elberfeld. Anl. 45 Essen Anl. 4½ Mülb.-Ruhr Anl. 44 Pr. Ldpf. A. Pfd. 4# Ldbk. Westf. Pfd. 4# Ldbk. Westf. Kom. 15Ot. Komm. Goldan “4 Westf. Idsch. Pfd. 440t. Hyp. B. Bin. Pfd. 4 Pr. Centr. Bod. Pfd. 15 Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. 45 Basalt Obl. 5 Concord. Berg. Obl. 6 Daimler Benz Obl 6 Klöcknerw. Obl. 6 Mont Cenis Obl. 4# Ver. Stahl 60 42 Ver. Stahl 47/81 5 Ver. Stah 5 Siem. u. H. Obl. 5 Farbenbonds Umsch. Anleihe R. Schuldb. F. 39 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 4 3/8 1 Essen Steink. 42 15 Harpener 49 55 R. W. E. 52/3 5 R. W. E. 50 55 Ruhrchemie 42 45 Ruhrgas 53 %# Ruhrwasser 53 4. Ruhrwohng. 58 55 V. E. W. 52 93 93.0 97.5 93.5 92.7 97.5 96.7 97.1 94.6 94.1 96.4 0 96.7 96.5 97.9 96 2 96.0 97.0 96.5 97.0 95.0 102.3102.8 106.0— 100 11004 122.0— 93.8 93.6 94.8 95.0 99.5 99.7 174.0172.0 137.2136.5 90 2 89.8 I../ 7. 1. Saig Bne 99.2100.0 98.21 99.0 97.7 96.6 99.0100 94.5 95.5 93 9 91.5 99.5— 91 5 95.2 94.0 95.5 92.0 93.5 93.5 91.5 .0 99.5 92. Westialenbank A. Austanrung samtlieher -G. Bochum Bankaesenatte Seite 10 Nr. 6/ Bochumer Anzeiger7 Freitag, 8. Januar 1937 Teischelisteraug der Tschechostswatel „Tschechoslowakische Armee wird als Vorposten der Komintern ausgebildet“. Ein aufschlußreicher Bericht des Budapester„Magyarsag“ Berlin, 7. Januar. Der„Völkische Beobachter“ meldet aus Budapest: Der außerordentliche, ständig wachsende Einfluß, den Sowjetrußland heute in der Tschechoslowakei gewonnen hat und die planmäßige Durchdringung des gesamten öffentlichen Lebens der Tschechoslowakei mit der kommunistischen Propaganda wird heute in einem höchst aufschlußreichen Prager Bericht des„Magyarsag“ auf Grund reichen Tatsachenmaterials geschildert. Der Bericht stellt zunächst fest, daß heute in führenden bürgerlichen Kreisen der Tschechoslowakei geradezu Entsetzen und Besorgnis über den unglaublichen Einfluß und Druck herrsche, den Sowjetrußland gerade in den letzten sechs Monaten auf allen Zweigen des staatlichen Lebens in der Tschechoslowakei ausübe. Die Moskauer Regierung habe es verstanden, sich in der Tschechoslowa= kei eine weitverzweigte, glänzend ausgebaute Maschinerie zu schaffen, die in alle Zweige der inneren Verwaltung, des Heeres, der Polizei und Gendarmerie, der Volkserziehung und der Minderheiten eingreife. Die militärischen Vertrauensmänner und Sachverständigen Moskaus kontrollierten heute tatsächlich die gesamte tschechoslowakische Armee. Wenigstens 2000 militärische Sachverständige der Moskauer Regierung seien heute in der Tschechoslowakei tätig. Neben der offiziellen Kanzlei des tschechoslowakischen Staatspräsidenten arbeite ein militärisches und polizeiliches Büro der Komintern. Täglich träfen aus Moskau Meterzentner von Propagandamaterial verschiedenster Art, Tausende von Telegrammen, Zeitschriften und Drucksachen ein, die von dem kommunistischen Büro an die verschiedensten Stellen verteilt würden. Mit großer Besorgnis und Angst würde von den älteren Mitgliedern des tschechischen Generalstabes festgestellt, daß die gesamte tschechoslowakische Armee heute mit großer Planmäßigkeit und Geschick von den militärischen Sachberatern in der Richtung umgebildet würde, daß das tschechoslowakische Heer in Zukunft weniger dem Schutze des tschechoslowakischen Staates dienen werde, sondern vielmehr einen Vorposten der Komintern in Europa bilde. Die Offiziere des tschechoslowakischen Generalstabes seien vor kurzem verpflichtet worden, sich im Laufe von drei Monaten eingehende Kenntnis der Organisation und der Methoden der sowjetrussischen Armee anzueignen. Die von den sowjetrussischen militärischen Ratgebern geforderte volle Umorganisation der tschechoslowakischen Armee werde schon nach sechs Monaten abgeschlossen sein. Die Artillerie, die Flugwaffe und die technischen Truppen seien bereits auf Grund der sowjetrussischen Vorschriften umgebildet worden. Auf Anweisung von 16 sowjetrussischen Generalstäblern seien in den letzten Monaten Milliardenbeträge für bestimmte, von ihnen als unerläßlich notwendig erklärte Anschaffungen ausgegeben worden. Die gesamte innere Verwaltung des Landes würde jetzt . Ilegout sine vin voltische Grndlage unge. stellt. Die Ausbildung der Polizei und Gendarmerie erfolge auf Grund der Lehrbücher des Moskauer Politbüros, in denen das Hauptgewicht auf den inneren Spionagedienst gelegt werde. In Zukunft würde das Beamtentum und Militär von der kommunikeit im Sinne Moskaus geprüft und kontrolliert. Die tschechoslowakische Industrie gerate gleichfalls immer stärker unter den Einfluß Moskaus. In den Hauptindustriezweigen würde jetzt das entscheidende Gewicht nicht auf die Leistungsfähigkeit, sondern auf die Zugehörigkeit der Arbeiterschaft zu der kommunistischen Partei gelegt. Ueberall im Lande, von den großen Städten bis in die kleinsten Dörfer, seien Vereine der „Freunde Sowjetrußlands“ gegründet worden, die mit weitgehender Unterstützung der staatlichen Stellen offene Propaganda für Moskau betreiben. Sowjetrussische Agenten hielten auf den Veranstaltungen dieser Vereine stundenlange Vorträge, in denen in einer außerordentlich geschickten Form Propaganda für den Kommunismus gemacht werde. Ueberall würden harmlose Gesang= und Musikvereine gebildet, die nach außen hin rein wissenschaftlichen Zwecken dienten, tatsächlich jedoch ausschließlich im Dienste der Komintern ständen. Besonders auffallend sei die äußerst lebhaft betriebene Propaganda in den Minderheitengebieten, in denen Agenten in deutscher, ungarischer und slowakischer Sprache kommunistische Vorträge halten. In den Minderheitengebieten erschienen plötzlich Zeitungen in der jeweiligen Minderheitensprache, die in getarnter Form kommunistische Propaganda betreiben. Die Zahl der in den Minderheitengebieten tätigen sowjetrussischen Agenten würde auf mindestens 1500 geschätzt. Ferner seien allein zu Weihnachten in den deutschsprachigen Gebieten der Tschechoslowakea und Rumäniens über 500000 kommunistische Flugzettel verteilt worden. Der Bericht gibt zum Schluß die Aeußerung eines nach der Tschechoslowakei entsandten kommunistischen Professors wieder, der sich außerordentlich befriedigt über die Erfolge der kommunistischen Propaganda in der Tschechoslowakei äußert und feststellt, daß die kommunistischen Ideen in der Tschechoslowakei einen besonders günstigen Boden fänden. Der„Völkische Beobachter“ schreibt zu dem Bericht des„Magyarsag":„Auf die täglichen Meldungen von der fortschreitenden Bolschewisierung der Tschechoslowa= kei weiß das amtliche Prag lediglich mit Verdächtigungen zu antworten, indem es alle Tatsachenmeldungen über die ungehinderten bolschewistischen Umtriebe der Komintern und die militärische Zusammenarbeit mit den Sowjets, die selbst schon zur Preisgabe militärischer Geheimnisse des tschechischen Generalstabs geführt hat, kurzerhand als„Propagandameldungen mit durchsichtiger Tendenz" bezeichnete. Nun entrollt ein ungarisches Blatt ein Bild von den Zuständen der Tschechoslowa= kei, wie es von uns und der gesamten deutschen Presse in voller Uebereinstimmung gezeichnet worden ist. Vielleicht hat man in Prag das Gefühl für die Gefahr des Bolschewismus verloren. Um so notwendiger erweist es sich, wie der veröffentlichte alarmierende Bericht zeigt, die Vorgänge an der Moldau genau zu verfolgen.“ Reichsmark) bestanden habe, während der Exporteur den Rest des Auftrages im Werte von über 2 Millionen Dollar am Kai zurücklassen mußte, weil er für die beschleunigte Abfahrt des spanischen Dampfers nicht rechtzeitig genug verpackt werden konnte. Weitere Verschiffungen nach Spanien würden jedoch von keinem Hafen der Vereinigten Staaten mehr erfolgen können. Für 26 ½ Millionen Dollar Kriegsmaterial innerhalb eines Jahres ausgeführt Nach einem Bericht der Bundesbehörde für Munitionskontrolle betrug der Wert des in der Zeit vom 6. November 1935 bis zum 30. November 1936 aus den Vereinigten Staaten ausgeführten Kriegsmaterials 26 569 000 Dollar(rund 66,5 Millionen Reichsmark). Luftsperrgebiet zwischen Oder und Warthe dnb Berlin, 7. Januar. Nach einer im„Reichsanzeiger“ veröffentlichten Polizeiverordnung ist der Luftraum zwischen Oder und Warthe bis auf weiteres für Luftfahrzeuge gesperrt worden. Das gesperrte Gebiet wird begrenzt im Süden: durch die Oder zwischen Crossen und Tschicherzig, im Osten: durch die Verbindungslinie der Orte Tschicher— Züllichau— Brätz— Prittisch—Schnittpunkt der Warthe mit der Verlängerung der Linie Brätz— Prittisch, im Norden: durch die Warthe zwischen dem genannten Schnittpunkt und Landsberg a. d.., im Westen: durch die Verbindungslinie der Orte Landsberg— Zielenzig— Sternberg— Crossen. Das Verbot gilt nicht für Luftfahrzeuge der Luftwaffe. Weitere Ausnahmen kann der Reichsminister der Luftfahrt genehmigen. Die nach Polen fliegenden oder aus Polen kommenden Luftfahrzeuge, die über die deutsch=polnische Einflugzone bei Bentschen fliegen, haben das Sperrgebiet entweder nördlich auf dem rechten Warthe=Ufer oder südlich auf dem linken Oder=Ufer zu umfliegen. Zuwiderhandelnde werden nach den Bestimmungen des Luftverkehrsgesetzes bestraft, sofern nicht nach anderen Strafgesetzen eine höhere Strafe verwirkt ist. Baldwin wieder in London dnb London, 7. Januar. Ministerpräsident Baldwin kehrte am Donnerstag von seinem Urlaub zurück. Er empfing am späten Nachmittag den Außenminister Eden und hatte mit ihm eine Aussprache über die außenpolitische Lage. Wie verlautet erstreckte sich die Besprechung insbesondere auf die Lage in Spanien. Am Samstag wird sich Baldwin zum König nach Sandringham begeben, um dort das Wochenende zu verbringen. Die erste Kabinettssitzung ist erst für Mittwoch nächster Woche vorgesehen. Schweres Erdbeben in London aufgezeichnet London, 7. Januar. Die Londoner Erdbebenwarte in Kew verzeichnete am Donnerstag ein schweres Erdbeben, das sich etwa 6000 bis 7000 Kilometer von London entfernt— in Zentralasien oder Westindien— ereignet haben muß. Es soll ebenso stark sein wie das Erdbeben in Quetta (Indien) im Juni 1935. Zunächst liegen nur Berichte über ein Beben in der Stadt Pyrgos im westlichen Peleponnes(Griechenland) vor, das aber keinen besonderen Schaden angerichtet haben soll. Russische Aufmarschstraße nach der Westgrenze. Die Sowjetregierung baut gegenwärtig mit größter Eile eine große strategische Aufmarschstraße nach der Westgrenze, die noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll. Die Straße wird von politischen Gefangenen gebaut. Eine Abzweigung führt nach der lettischen Grenze bei Dünaburg. Aineriraverdicter Wassenausfahr nach Spanien— Alle Ausfuhrgenehmigungen aufgehoben Washington, 7. Januar. Der 6. Januar 1937 war für die Vereinigten Staaten von Amerika außenpolitisch von historischer Bedeutung, da an diesem Tage Regierung und Parlament innerhalb von wenigen Stunden eine Jahrhunderte alte Neutralitätspolitik über den Haufen warfen und beschlossen, auf Gewinne aus fremden Kriegen einschließlich der Bürgerkriege zu verzichten. Nach dem Senat nahm auch das Repräsentantenhaus die von Senator Pittman eingebrachte Entschließung, die die Ausfuhr von Kriegsmaterial nach Spanien verbietet, an. Die Notstands=Entschließung wurde darauf sofort dem Weißen Haus zur Unterzeichnung weitergeleitet. Die Vereinigten Staaten wollen durch diese Entschließung eine weitere Sicherheitsmaßnahme gegen eine Verwicklung in fremde Konflikte schaffen. Bei der Aussprache im Repräsentantenhaus wurden Stimmen laut, die stürmisch die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie verlangten. Andere setzten sich für ein Ausfuhrverbot der Rüstungsindustrie oder für die Wegsteuerung ihrer Gewinne ein. Diese Forderungen zeigen den wesentlichen Unterschied in den Auffassungen in den Vereinigten Staaten, wenn man zurückdenkt an das phantastische Waffenlieferungsgeschäft an Deutschlands Feinde im Weltkrieg. Man hat also aus den Erfahrungen des Weltkrieges gelernt und will selbst auf sonst sehr willkommene Einnahmen verzichten, um möglichst von der einziehung in einen Krieg oder sogar schon in kleinere außenpolitische Spannungen verschont zu bleiben. Die Notstands=Entschließung hebt alle bereits gewährten Genehmigungen für die Waffenlieferungen an die spanischen Bolschewisten auf. Die Entschließung bezeichnet die Kämpfe in Spanien als einen „Krieg von ungewöhnlicher Brutalität, der sich über die Grenzen Spaniens hinaus auszudehnen droht". „Die Ausfuhr von Waffen, Munition und Kriegsmaterial an eine der beiden kämpfenden Parteien ist", so heißt es in der Entschließung weiter,„gefährlich für die Sicherheit und den Frieden der Vereinigten Staaten und verstößt gegen die Politik der Nichteinmischung der amerikanischen Regierung in interne Angelegenheiten eines fremden Staates, wie sie vom Präsidenten bereits zum Ausdruck gebracht worden ist. Es besteht ein Notstand, der eine sofortige gesetzgeberische Handlung erfordert.“ Die Entschließung sieht die Verhängung einer Geldstrafe von 10 000 Dollar(25000 RM.) oder von fünf Jahren Gefängnis oder beides für denjenigen vor, der „Waffen. Munition oder Kriegsmaterial von irgendeinem Ort der Vereinigten Staaten oder deren Besitzungen nach Spanien oder nach irgendeinem andern fremden Land ausführt zwecks Weiterbeförderung nach Spanien zur Verwendung für eine der sich dort gegenüberstehenden Parteien“. In der Entschließung werden als Kriegsmaterial alle Waren bezeichnet, die vom Präsidenten Roosevelt in seiner Proklamation vom 10. April 1936 aufgeführt wurden, und in der Munitionssendungen zur Verwendung im italienisch=abessinischen Konflikt verboten wurden. Das Staatsdepartement erklärte am Donnerstag, daß die am Mittwoch abgegangene Sendung nach Spanien nur aus acht Flugzeugen und einem Motor im Werte von insgesamt 720000 Dollar(1,8 Millionen Aus Vesfalen und Abeinland VViersachel Meieei=Schunf=gesapt Mutiges Verhalten einer Gutspächterin ermöglichte die Verhaftung Hagen, 7. Januar. Das Polizeipräsidium in Hagen teilt mit: Der schnellen Benachrichtigung der Gutspächterin von Gut Schöpplenberg ist es zu verdanken, daß der aus der Provinzial=Heil= und Pflegeanstalt entwichene vierfache Mörder August Schüler durch das Hagener Ueberfallkommando festgenommen werden konnte. Von der Polizeiverwaltung Hagen erfahren wir zu der Festnahme des aus der Provinzial=Heil= und Pflegeanstalt Dortmund=Aplerbeck entwichenen vierfachen Mörders August Schüler auf Gut Schöpplenberg noch folgende Einzelheiten: Der Gutspächterin Frau Brinkmann kam eine Person, die bei ihr um Obdach nachsuchte, verdächtig vor. Sie bat den Mann ins Zimmer, wo sie ihn unter Aufsicht zurückließ, um dann das Ueberfallkommando zu alarmieren. Der Hagener Polizei war es zwar bekannt, daß sich der Mörder in Hagen herumtrieb. Es war schon alles getan worden, um den Entwichenen wieder dingfest zu machen. Daß sich Schüler aber in der Breckerfelder Gegend aufhielt, hatte man nicht erwartet. Das Ueberfallkommando war kurz nach dem Anruf auf Gut Schöpplenberg, wo festgestellt wurde, daß man den gesuchten Mörder Schüler vor sich hatte. Er wurde festgenommen und in das Hagener Polizeigefängnis eingeliefert. Wie Schüler aus der Provinzial=Heil= und Pflegeanstalt entwichen war, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Auch der dritte Verbrecher gesaßt Nun konnte auch der 66 Jahre alte Gustav Gerhardt aus Schwerte in Soest ermittelt und festgenommen werden. Dem raschen Zugriff der Polizei ist es zu verdanken, daß auch der aus der Heilanstalt Eickelborn ausgebrochene 50jährige Gattenmörder Joseph Müller aus Hirschkowen(Kreis Straubing) in Bochum(wie bereits gestern gemeldet) wieder hinter Schloß und Riegel gebracht werden konnte. Der Danziger Mordfall Essen, 7. Januar. Durch Urteil des Essener Schwurgerichts vom 8. Dezember 1936 wurde der 36 Jahre alte Bernhard Filbrandt aus Gelsenkirchen=Buer wegen schweren Raubes, begangen vor 16 Jahren an dem Landwirt Narloch auf Danziger Gebiet, zu zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Während Filbrandt das Urteil rechtskräftig werden ließ, legte der Staatsanwalt, der auf Mord angeklagt und plädiert hatte und die Todesstrafe forderte, Revision ein. Zu einer Begründung der Revision kam es allerdings nicht mehr; das Urteil des Schwurgerichts ist somit in allen Teilen rechtskräftig geworden. Der Angeklagte Filbrandt wird nunmehr zur Verbüßung seiner Strafe aus der Untersuchungshaft in ein Zuchthaus übergeführt werden.— Die seinerzeitigen Komplicen des Filbrandt, Karl Sarnetzki und Albert Budnewski, die im Essener Prozeß als Zeugen auftraten, werden nach Danzig übergeführt, um in dem demnächst vor dem Danziger Schwurgericht steigenden Mordprozeß als Angeklagte zu stehen, da sie als Danziger Staatsangehörige von einem deutschen Gericht nicht verurteilt werden können. Die Voruntersuchung gegen sie ist inzwischen soweit gediehen, daß in absehbarer Zeit die öffentliche Anklage erhoben werden kann. Das Essener Aktenmaterial wird hierbei als Unterlage mitverwertet und Filbrandt als Tatzeuge vernommen werden. Seltsamer Tod eines jungen Ehepaares Aachen, 7. Januar. Vor acht Tagen starb eine 26 Jahre alte Frau, und wenige Tage später mußte auch der 24 Jahre alte Ehemann dem Krankenhaus zugeführt werden Der Mann verlor das Augenlicht und starb dann ebenfalls unter eigenartigen Umständen. Es ist nunmehr eine Untersuchung der Leichen angeordnet worden, da die Möglichkeit einer Nahrungsmittelvergiftung, aber auch einer infektiösen Erkrankung vorliegen kann. Der eigenartige Tod des jungen Paares ist um so tragischer, als ein Kind von einem Jahre zurückbleibt. Auf den Gatten geschossen Unglückselige Tat einer Ehefrau Kohlscheid, 7. Januar. In der Nacht zum Mittwoch kam es zu einer folgenschweren Auseinandersetzung zwischen einem Ehepaar, in deren Verlauf die Ehefrau ihrem Mann eine Pistole aus der Tasche riß und einen Schuß auf ihn abgah. Die Kugel durchschlug die Kiefer und blieb im Nacken sitzen. Als die Frau sah, was sie angerichtet hatte benachrichtigte sie sofort einen Arzt, der die Ueberführung des Schwerverletzten in ein Krankenhaus anordnete. Die Frau, die sich durch ihre Gereiztheit zu dieser unglückseligen Tat hatte hinreißen lassen, erlitt einen schweren Nervenzusammenbruch. Todesopfer durch betrunkenen Kraftfahrer Velbert, 7. Januar. In geradezu unverantwortlicher Weise befuhr der Lastkraftwagenführer Paul Norres mit seinem Wagen die Heidestraße in Velbert. Zahlreiche Fußgänger gerieten in Lebensgefahr, da der Wagen im Zickzackkurs die Straßenseiten wechselte. Plötzlich näherte sich dem Lastwagen ein Mortorrad, das von dem Velberter Hermann Damm gesteuert wurde. Der Motorradfahrer erkannte die Gefahr nicht rechtzeitig. Er wurde von dem Lastwagen erfaßt und so schwer verletzt, daß der Tod bald darauf eintrat. Ohne sich um sein Opfer zu kümmern, fuhr Norres, der betrunken war, weiter. Er konnte aber bald darauf festgenommen werden. Die älteste HJ.=Fahne des Rheinlandes Köln, 7. Januar. Im Rahmen einer Feierstunde, zu der sich im großen Saal des Kölner Gürzenichs die Formationen der HJ., des DJ. und des BDM. mit ihren Fahnen und Wimpeln versammelt hatten, übergab Stabsführer Lauterbacher dem Gebietsführer Wallney die älteste HIJ.=Fahne des Rheinlandes. Er betonte, die Hitler=Jugend habe vom Führer die Aufgabe erhalten, die deutsche Jugend zu politischen Menschen und zu treuen Kameraden zu erziehen. Es sei für ihn eine besondere Freude, daß er als ehemaliger Gebietsund Obergebietsführer des Westens die älteste Fahne der rheinischen Hitler=Jugend in die treuen Hände junger Nationalsozialisten geben könne. Zwei Ernten im Jahre Beachtenswerte Anbauversuche. Minden i.., 7. Januar. Die Anbauversuche mit Landberaer Gemenge, die im letzten Jahre von zahlreichen Bauern gemacht worden sind, haben durch die hohen Erträge an eiweißreichem Grünfutter, das noch einen halben Monat eher gemäht werden kann als der erste Rotkleeschnitt, viele Bauern, auch in den Dörfern des weiten Umkreises, zu vermehrtem Anbau veranlaßt. sämtliches Land, das 1937 mit Kartoffeln bebaut werden soll, ist mit diesem Gemenge bestellt. Die vorjährige Kartoffelernte erbrachte nach dem Gemenge die höchsten Erträge in Güte wie auch in Mengen. Auch Futterrüben gaben auf diesen Aeckern sehr gute Erträge, trotz verhältnismäßig geringer Mistdüngung. Eine Fruchtfolge, die zwei Ernten in einem Jahre bringt, außerdem einen guten Acker für Getreide hinterläßt, verdient in der Erzeugungsschlacht besonders herausgestellt zu werden. 3000 Morgen Neuland Arnsberg, 7. Januar. Die von 1983 bis jetzt durchgeführten Landeskulturarbeiten haben sich inzwischen segensreich ausgewirkt. Nach den neuesten Feststellungen sind im Kreise Arnsberg seit 1933 neue landwirtschaftliche Ländereien mit über 3000 Morgen Größe geschaffen und bestehende Ländereien durch Landeskulturmaßnahmen verbessert worden. Die noch vor drei Jahren überall verwilderten Wasserläufe zweiter Ordnung, das sind die Ruhr, die Möhne, die Röhr und die Hönne, sind nunmehr so weit ausgebaut und verbessert worden, daß sie sich heute in einem befriedigenden Zustand befinden. Verkehrssünder werden streng bestraft Essen, 7. Januar In Essen wurde im Monat November von der Polizei gegen Verkehrssünder unnachsichtlich mit gebührenpflichtigen Verwarnungen und Strafanzeigen vorgegangen. So wurden insgesamt 3854 gebührenpflichtige Verwarnungen erteilt und 1220 Strafanzeigen erstattet. Da diese Warnungen erfahrungsgemäß wenig fruchten, wird, wie der Polizeibericht meldet, in Zukunft mit scharfen Strafen gegen Verkehrssünder vorgegangen, damit die Verkehrssicherheit auf den Straßen gehoben und Verkehrsunfälle nach Möglichkeit vermieden werden. Umfangreiche Scheckfälschungen und Unterschlagungen. Der Konrad K. und der Karl G. in Düsseldorf wurden nach einer Mitteilung des Polizeipräsidiums wegen umfanareicher Scheckfälschungen und Unterschlagungen zum Nachteil einer Firma in Gerresheim festgenommen. Soweit bisher festgestellt werden kann, beträgt der Schaden mindestens 50000 RM. Rosenmontagszug in Hagen. Auch in diesem Jahre soll der Hagener Rosenmontagszug, der bereits zu dem festen Veranstaltungsprogramm der Stadt gehört, abgehalten werden. Oberbürgermeister Vetter hat die Bürgerschaft zur Teilnahme aufgerufen und sich das Ziel gesteckt, die beiden voraufgegangenen Rosenmontagszüge an Ausgestaltung zu übertreffen. Jetzt auch der Vater gestorben. Wie wir bereits gestern mitteilten, starb kurz nach dem schweren Motorradunglück in Sprakel der 23jährige Unteroffizier Andreas Heitmann, der auf dem von ihm gesteuerten Motorrad seinen Vater im Sozius mit sich führte, infolge schwerer Gehirnerschütterung. Nun ist auch der Schuhmachermeister Anton Heitmann, ein Mann von 56 Jahren, der dem Krankenhaus in Greven zugeführt worden war, seinen schweren Verletzungen erlegen. Seite 11 Nr. 6# Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 8. Januar 1937 Kunst und „Bauer, Cott und Jeutel“ Eine Beste=Erstaufführung in Gelsenkirchen Konrad Beste, ein gebürtiger Niedersachse aus Stadtoldendorf, ist durch seine Romane„Das heidnische Dorf",„Gesine und die Bostelmänner" und„März“ bekannt geworden. Er ist ein ausgesprochenes Erzählertalent, kräftig, unkonventionell, humorvoll, mit Blick für Einzelheiten, ein behäbiger Genremaler. Das Weserbergland umschließt die Welt seiner Bauern, Ausflüge in die benachbarte Lüneburgische Heide ließen ihn erkennen, daß es neben dem freieren, helleren, künstlerisch aufgeschlossenen niedersächsischen Stromlandmenschen noch den dumpferen, einsilbigen Heidjer gibt, der sich nicht leicht enträtseln läßt. Dieser Bauernschlag beunruhigt den Stadtoldendorfer, er ist ihm innerlich fremd. Um zu ihm zu gelangen, müßte man ihn in seiner Landschaft sehen, die unbeweglich und undramatisch ist. Er erklärt sich nicht, er ist ohne Sprache, stumm und gefährlich manchmal wie das Moor. Konrad Bestes Volksstück, in dem viel gesprochen wird, ist von der Landschaft abgelöst. Die Stadt mit ihren Verfallssymptomen wirkt auf die bäuerliche Welt ein, verdrängt sie und zwingt sie zu Bekenntnissen. Der Bauer Heinrich Grebe ist Gastwirt, Otten Frieda, eine Hofbesitzerstochter, die sich in Barlokalen besser auskennt als in der Landwirtschaft, seine Braut. Von ihm sagen die Leute, daß er mit dem„bösen Blick" behaftet sei und die Menschen krank und unglücklich mache. Alma Köter will von ihm verhext worden sein, auch Else Brandes, die Tochter seines Konkurrenten im Gastwirtsfach, glaubt, ihren Rheumatismus auf Grebes bösen Blick zurückführen zu müssen. In dieser abergläubischen Umwelt hat der Bauer natürlich kein leichtes Dasein. Die vergnügungssüchtige Braut sagt sich von Heinrich los, ein Trunkenbold Päsen Fritz steckt sein Anwesen in Brand, die tüchtige Else Brandes aber bekennt sich, nachdem sie ihren Irrtum und Aberglauben eingesehen, zu dem verfemten Bauern. Der vom Unverstand seiner Dorfgenossen als ein mit zerstörenden und heilenden Kräften begabter Hexerich angeprangerte Heinrich Grebe ist in Wirklichkeit der uneigennützigste und edelste Mensch, den man sich denken kann. Soweit die Handlung in Bestes Volksstück. Ob die Zeichnung der niedersächsisch=bäuerlichen Welt entspricht, ob die schweren grüblerischen Menschen dort oben in der Heideeinsamkeit, die uns durch Hermann Löns und eigenes Verwurzeltsein einzigartig erschlossen wurde, Bestes Sprache sprechen, soll hier nicht erörtert werden. Das Gelsenkirchener Stadttheater bemühte sich unter der Spielleitung Siegfried Kohrts entsprechend seinen Kräften um die Erstaufführung. Neben der verhaltenen und gedämpften Darstellungsform Fritz Dieter Voebels als Grebe und der stillen, anklägerischen Bedrücktheit Erna Loos“ als Else Brandes erwies sich die mit einem tüchtigen Schuß ordinären Temperaments versetzte Otten Frieda Else Freys als wirkungsvoller Gegensatz. Das Gelsenkirchener Haus spendete der Inszenierung freundlichen Beifall. Dr. Emil Strodthof! Tonlicherung im Inltrumentenbau Klangschöne Geigen in Serienherstellung. Daß die Violine den sarkastischen Beinamen„Wimmerholz“, erhalten hat, kam nicht von ungefähr. Für die Dutzendware, wie sie leider immer wieder den geigenden Anfängern zum Grauen der Lehrer in die Hand gedrückt wird, ist die Bezeichnung schon verständlich. Tonqualität konnte man bislang bei der landläufigen Serienware nicht verlangen. Diesem Uebelstand scheint eine Erfindung des Oberingenieurs Robert Meyer— Dozent an der Technischen Hochschule Aachen—. der in Friedrichsfeld eine kleine Werkstatt besitzt, abhelfen zu können. Sein„Tonsicherungs=Verfabren“ erreicht in der systematischen, wissenschaftlich wie praktisch begründeten Ausnutzung der verschiedenen Gütegrade aller zum Bau verwandten Hölzer auch bei der tabellarisch festgelegten, aber sonst schematischen Reihenherstellung von Geigen eine absolut sichere, überraschend gute Tonqualität. Einem großen Kreis von Interessenten erläuterte in der Mülheimer Stadthalle der Erfinder seine Untersuchungen. Forschungen und befriedigenden Ergebnisse, und das Künstler=Ehepaar SchulzePrisca bewies an den verschiedensten musikalischen Beispielen und auf jedem der vorliegenden, zahlreichen, nach der neuen Methode hergestellten Instrumente, daß diese in Serien gebauten, sogar mechanisch mit elektrischem Strom eingespielten Geigen an Tonschönheit sich mit jeder handaefertigten Violine besserer Qualität messen können. Erstaunlich groß und machtvoll tragend ist der Ton— für den Vorführungsraum schon zu stark—. dabei edel und warm im Klang. leuchtkräftig und gelegentlich herrlich blühend, so daß man auch bei skeptischer Einstellung die Ueberzeugung gewinnen mußte, hier sei wirklich eine verheißungsvolle Entdeckung gemacht. Die Reihenfertigung kann auch bei ökonomischer Auswertung einen erschwinglichen Preis garantieren, und die Hoffnung aller Schuler und Lehrer auf ein gutes und preiswertes Instrument ist jetzt nicht mehr so aussichtslos wie ehedem. Dr. Josef Schwermann Wieder eine Thakelpeare-Woche in Bochum Die zweite außerordentliche Tagung der Shakespeare=Gesellschaft Weimar findet 1937 wieder in Bochum statt, nachdem die erste Tagung im Jahre 1928 bereits in unserer Stadt durchgeführt wurde. Gleichzeitig wird in der Zeit vom 1. bis 7. Juli das Bochumer Stadttheater eine Shakespeare=Woche veranstalten, in der die Römer= dramen zur Aufführung gelangen. Kleines Neutikeion Eine Kantate zum 30. Januar. Zur Feier des 30. Januar hat Erich Lauer eine Kantate für einstimmigen Chor, Bläser und Pauken, sowie Einzelsprecher nach Worten von Herbert Böhme geschrieben:„Hoch steht der eine Tag.“ Dieses Werk ist die erste größere Feierdichtung zur Gestaltung einer künstlerisch geschlossenen Gedenkfeier zum 30. Januar. Neben einer dichterisch geformten Schau der historischen Ereignisse dieses Tages ist in der Dichtung auch ein Gedenken an den am 30. Januar 1933 gefallenen Sturmführer Hans Maikowsky enthalten. Ausschreibung des Krefelder Intendantenpostens. Die Krefelder Stadtverwaltung teilt mit, daß sie den Posten des Intendanten für das Krefelder Stadttheater ausgeschrieben hat. Diese Ausschreibung erfolgte auf Wunsch des bisherigen Intendanten=Stellvertreters Peter Fassott, der sich wieder mehr rein künstlerischen Arbeiten bei dem Ausbau des Krefelder Schausviels widmen will. Der neue Intendant wird seine Arbeit mit Beginn der Spielzeit 1987/38 aufnehmen. Neben den üblichen Aufgaben des Intendanten wird er sich vornehmlich mit den Fragen der Over und der Opern=Regie beschäftigen müssen. Hannes Küpper, der in den letzten Jahren als Spielleiter am Düsseldorfer Schausvielhaus tätig war. wird diese Stelle mit Ablauf der jetzigen Svielzeit verlassen, um, berufen von Staatsrat Wüstenhagen, als Regisseur ans Staatliche Schausvielhaus Hamburg zu gehen. Deutschlands ältester aktiver Sänger 90 Jahre alt. Der älteste Sänger Deutschlands, der auch heute noch im Chorgesange mitsinat. Herr Wellsonder, konnte soeben in Moers seinen 91. Geburtstag feiern. Seit 60 Jahren ist er Mitglied des Männergesanavereins Moers von 1851. Der Rundfunk ehrte den Nestor der deutschen Sänger dadurch, daß er von seiner auch heute noch recht frischen Stimme Schallplattenaufnahmen machte. Die Arbeitsgemeinschaft der Verleger von Unterhaltungsschriften überreichte der Obersten Bauleitung der Reichsautobahnen 34 Büchereien mit mehr als 500 Der Doktor Bänden, die den Reichsautobahnlagern zur Verfügung gestellt werden sollen. Heinrich Spoerl, der Verfasser des kürzlich im „B..“ veröffentlichten Romans„Der Maulkorb“ und des Films„Wenn wir alle Engel wären“, schreibt das Drehbuch für den nächsten Carl=Froelich=Film„Die Autobusreise“. Neue englische Südvolexpedition. Im März wird unter Teilnahme von 34 Forschern die„Britische Antarktische Expedition 1937“ zur Untersuchung neuer Gebiete im südlichen Polareis aufbrechen. Der Führer der Expedition ist der Forschungsreisende E. W. Walker, der bereits in den Jahren 1980 und 1931 an einer geologischen Expedition in das Nordvolaracbiet teilgenommen hat. Für die neue Expedition wird die „Discovery“ gekauft werden, das gleiche Schiff, das vor 25 Jahren für die Scott=Expedition mit einem Kostenaufwand von 52000 Pfund gebaut wurde. Das Remscheider Röntgen=Museum, zu dessen Erweiterung sich Remscheid im vergangenen Jahre wegen des Umfanges der Erinnerungsstücke entschließen mußte, ist inzwischen fertiggestellt. Nach der Neuordnung innerhalb des Museums findet die Neueröffnung am 17. Januar im Rahmen einer Feststunde statt. August Hinrichs auf Schwäbisch. August Hinrichs Volksstück„Wenn der Hahn kräht" wurde von Max Strecker ins Schwäbische übersetzt. Das Stück wurde mit dem Titel„Wenn dr Goggeler schreit“ mit großem Erfolg am Stuttgarter Schauspielhaus aufgeführt. Die Aufnahmen für den Film„Pan“(nach dem Roman Knut Hamsuns), die wegen Erkrankung des Hauptdarstellers Christian Kaußler lange Zeit unterbrochen waren, werden jetzt wieder fortgesetzt. „Der Etappenhase“ verfilmt. Nach dem erfolgreichen Theaterstück„Der Etappenhase“ von Karl Bunje wird von der Astra=Film G. m. b. H. ein lustiger Soldatenfilm hergestellt. Die Gesamtlänge der Eisenbahnen der Welt beträgt mehr als 1 800000 Kilometer. Damit könnte man Gleise 31 mal rund um die Erde legen. Dissertationen nur in deutscher Sprache— Wann die Doktorwürde entzogen wird Wichtige Aenderungen der Promotionsordnungen verfügt der Reichserziehungsminister durch Erlaß an die Unterrichtsverwaltungen. Er bestimmt u.., daß die Dissertation von nun an in deutscher Sprache abzufassen ist. Nach der Verdeutschung der Immatrikulationsurkunden ordnet der Minister nunmehr an, daß auch die Doktordiplome, die bisher in lateinischer Sprache formuliert worden sind, in deutscher Sprache ausgestellt werden. Zur Entziehung der Doktorwürde macht der Minister ergänzend darauf aufmerksam, daß sich einer deutschen Doktorwürde in jedem Falle als unwürdig erweist, wer gemäß Paragraph 2 des Reichsgesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt worden ist, nicht aber schon derjenige, dessen Einbürgerung lediglich aus rassischen Gründen widerrufen wurde. Auch rechtfertigt die Tatsache der jüdischen Abstammung allein nicht die Entziehung der Doktorwürde. Bis zu einer in Aussicht genommenen gesetzlichen Regelung der Frage der Entziehung akademischer Grade müsse es zunächst bei der den Fakultäten durch Erlaß vom 18. März 1936 auferlegten Mitteilungspflicht verbleiben. Rimmelblaue und kaltanienbraune Anzüge? Der Farbfilm formt die Herrenmode um Auf Grund einer Umfrage bei einer Reihe der bekanntesten amerikanischen Schneiderfirmen kündigt sich durch den Farbenfilm eine Revolution in der Herrenmode an. Die Vorbilder der amerikanischen Herrenmode, die Filmkünstler, müssen ihre in dunklen Farben gehaltene Garderobe durch hellere Anzüge ersetzen. So ist beispielsweise jetzt schon die schwarze Abendkleidung des Herrn unmodern geworden. Für die Abendveranstaltung wird ein farbiger Smoking vorgeschrieben, der in beige, himmelblauer und kastanienbrauner Farbe getragen wird, dazu die in der Farbe passende Krawatte, während die Beinkleider noch in schwarzer Farbe gehalten sind. Die letzten amerikanischen Farbenfilme bringen bereits auch den Frack in Mitternachtsblau. Ein Amerikaner erfand vor rund 50 Jahren einen Tanzaürtel für Damen, das heißt einen Gürtel mit Handariffen, an denen der Tänzer die Tänzerin führen sollte,„was nicht nur dezenter, sondern unter Umständen auch angenehmer sein würde!" Geschichtstafe! 8. Januar: 1915 landete Kapitänleutnant von Mücke mit der heldenmütigen Emden=Mannschaft in Hodeida, um sich durch Arabien und über Konstantinopel nach der Heimat durchzuschlagen. Während sie auf den Kokosinseln ausgeschifft war, um die englische Funk= und Kavelstation zu zerstören, wurde der Kleine Kreuzer Emden, vom australischen Panzerkreuzer Sidnen zerschossen, vom Kommandeur von Müller brennend auf die Korallenriffe gesetzt, die Besatzung gefangen. Der Landungsmannschaft unter von Mücke gelang es jedoch, den Schoner Avescha zu kapern und so über Sumatra nach Arabien zu entkommen. 1936 Zum ersten Male Markt in Bochum auf dem neu hergerichteten Platz„In der Krim“. ADRIAT TUlpenDIes, hunde hinstellt? Als Betrüger! Abschaum? He, was skaufen, weil meine Kunden keine Wertpapiere kaufen, Roraten 21 Wie eine köstliche Befreiung war es, Hendrik van der Maaßen gegen Willem aufzuhetzen und Willem seinem Schwiegervater auszuliefern, der wiederum nicht wußte, wie er sich vor Ueberraschung geben sollte. „Stimmt das?“ hatte er gefragt und sein Gesicht in Zucht gehalten, obgleich er seine Blässe nicht verbergen konnte. Hier sprangen Funken, hier schwelten Feuer, die noch nicht zertreten waren. Denn Hendrik van der Maaßen kann nicht vergessen haben, daß er die eigene Tochter gegen seinen Willen zum Altar begleiten muß. Er wird die Bitternis und die Beschämung nie verwinden, die ihm bereitet wurde; der Mann, der seine Tochter heimführt, wird ein Fremder bleiben, ein Dieb in seinem Haus, ein Räuber. „Ja, es stimmt“, gab Willem mit einer Art von Trotz und doch befangen zu. „Das also ist die spezielle Mission, die Ihr im Rathaus durchzuführen habt?“ „Gewiß." „Und wann soll diese Treibjagd sein?“ „Sobald es Zeit ist.“ „.,.. Dann— halali.. Sie schienen beide keine andere Art zu kennen, sich zu unterhalten. Mit einer grüßenden Verbeugung ist Willem fortgegangen. * „Er hätte Maler bleiben sollen, sagte Adrian für sich und fühlte doch, daß Hendrik van der Maaßen ihm mit den Augen folgte.„Oder“, überlegte er,„man müßte einen kräftigen Prozeß erfinden, damit der Kerl etwas zu tun hat. Er ist imstande und hetzt uns alle Tulpenbrüder auf den Hals. Ich bin doch meines Lebens nicht mehr sicher!" Unruhig lief er hin und her, die Hände auf dem Rücken. Hendrik van der Maaßen nestelte an seinen Knöpfen. Er ging auf Adrians Befürchtungen nicht ein, weil er noch immer der Ueberlegene war, der große Kaufmann, der zwar den gleichen Weg beschreitet, wie ihn sein Torftnecht geht, der aber diesen Torfknecht nicht eines Wortes würdigt, wenn es nicht nötig ist. Das war der Abstand, der scheinbar niemals ausgeglichen werden konnte; hier gab es keinen Handschlag, keine Freundschaft oder Kameradschaft. „Habt Ihr zu dieser Sache nichts zu sagen?“ fragte Adrian verständnislos. „Nein“, lehnte Hendrik van der Maaßen mit einem dünnen Lächeln ab.„Gar nichts.“— Ganz schmale Hände hatte er bekommen, als hätte er sich kürzlich erst vom Krankenhett erhoben.—„Ich kam in einer anderen Sache", setzte er hinzu und regte sich mit einem Unbehagen, als schüttle er ein leichtes Frösteln von sich ab. Dann hatten seine Augen wieder ihre undurchdringlich klare Farbe. „Was Willem vorhat“, stellte Adrian mit drohend lauter Stimme fest,„gilt nicht nur mir! Es kann uns allen Kopf und Kragen kosten. Wir müssen uns doch wehren!“ Hendrik van der Maaßen winkte ab. „Und wenn man Ernst macht gegen die Tulpisten? Wenn man uns, wie mir berichtet wurde, in Acht und Bann tutk In Verruf bringt? Uns als Lumpendann Mynheer?— Zum Donnerwetter, seid Ihr denn ein Steinblock? Habt Ihr keine Antwort?“ So hatte Adrian sich nie getraut, mit seinem Herrn von ehemals zu sprechen. Und die Röte, die Hendrik van der Maaßen ins Gesicht trat, schien ihn selbst zu überfluten. Er schneuzte sich die Nase und murrte vor sich hin. „Man muß doch deutlich sehen, was im Gange ist. Verhindern muß man diesen Bubenstreich!“ Er sah genau, wie unerbittlich das Zerwürfnis war, das Hendrik van der Maaßen von Willem trennte, und dennoch fragte er den Reeder mit letzter Hoffnung, ihn als Beistand oder zur Vermittlung zu gewinnen: Kann der eigene Schwiegersohn es wollen, daß sein Vater Spießruten läuft? Kann Truus das? Wie?" „Ich habe nichts mit ihm zu tun“, kam eisig die Entgegnung. Er hatte schmalgepreßte Lippen. Jetzt noch ein Funken, dachte Adrian erbittert, und er wird zerspringen und seinen Groll entladen; in seinen Mienen zuckt es. Jetzt war Hendrik van der Maaßen so weit, wie Adrian ihn haben wollte! So muß ein Kapitän sein, dessen Schiff vom Sturm zerschlagen wurde und das nun hilflos treibt. Da fährt ein Rettungsschiff vorbei, das helfen könnte und das mit höhnischem Gelächter weitersegelt. Willem könnte helfen, aber Hendrik van der Maaßen zieht es vor, zu stranden. Er ruft das fremde Schiff nicht an. Er brütet vor sich hin. Es gärt in seiner Seele. Bis zum Gaumen quillt die Galle. Er ruft nicht! Nein, er schweigt! Er trotzt! Er ist der große Hendrik van der Maaßen, der seine Tochter einem anderen geben wollte, um sich an seinen Rettungstauen anzuhängen. Auch Adrian van Snaar ist keine Hilfe. Warum kommt er also? Verdirnt er Mitleid, wenn er nicht von seiner Not getrieben kommt? Wenn er, maskiert wie immer, den großen unnahbaren van der Maaßen spielt? Der trotzdem nicht verbergen kann, wie sehr ihn alles mitnimmt?— Er warf den Funken. Er, Adrian van Snaar, der seinen Schadel nächtelang zermartert hatte, wie man den Anschlag Willems unterbinden könnte, ging unerschüttert seinem Ziel entgegen, sich vollste Klarheit zu verschaffen. „Darf ich auf Euren Beistand rechnen?“ fragte er gelassen,„wenn dieser Tulpenkrieg entfesselt wird?“ „Nein. „Nein?“— Bestürzt sah Adrian an sich hinunter und wiederholte:„Also nein?“. Um langsam, wie erwachend und ins Leere fragend, zu bemerken:„Demnach sollen wir armen Sünder an den Galgen, die ihre Haut zu Markte tragen? Weil man von Euch nichts weiß.. Wie denkt Ihr Euch das eigentlich? Wie wollte Ihr Euch verhalten, wenn die Operation beginnt?“ Er zitterte und überlegte: Hat sich in meinem Hirn etwas verworfen? Bin ich dumm geworden? Er nimmt den Kopf aus allen Schlingen und sträubt sich noch, es zu begründen. Ist er besser als wir alle? Und handelt doch mit Tulpen? Wie reimt sich das?— „Man hat, mich nie in einer Tulpanei gesehen“, sagte Hendrik van der Maaßen nebenhin. Ich bin, wennselbst ich Tulpen kaufe, Kaufmann. Ich führe einen Auftrag meines Kunden aus.“ Es wäre leicht gewesen, ihm ins Gesicht zu schreien: Es ist nicht wahr! Ihr seid auf Grund geraten! Flott werden wollt Ihr wieder! Deshalb handelt Ihr mit Tulpen! Aber pan der Maaßen, der auf seine Fingernägel die nichts wert sind, sondern Zwiebeln wünschen, die sie wiederum nur ihrer Schönheit wegen besitzen wollen. Das ist der Unterschied!“ „Seht“, schlug Hendrik van der Maaßen plötzlich einen anderen Ton an,„seht, Adrian, ich bin der Meinung, daß Ihr im Grunde einseht, wie die Dinge liegen. Da ist zum Beispiel nun in England ein reicher Mann, ein Wissenschaftler, ein Botaniker, der mir geschrieben hat. Er ist mein bester Auftraggeber, ein hoher Lord, der an zweihundert Tulpensorten kennt, der seiner Tulpen wegen schon im Orient war, in Stambul und in Mazedonien, sogar im Kaukasus...“ Warum erzählte Hendrik van der Maaßen diese Dinge? Was wollte er? „Wenn ich ein Schiff besäße" warf Adrian gedehnt hin, obwohl er vor Erregung zitterte,„dann wäre ich schon lange bei den Türken.“ Van der Maaßen überhörte es. „Er schrieb mir also“, griff er den Bericht auf,„ihm alle Tulpen zu beschaffen, die er noch nicht habe, zum Beispiel eine Hoogh Orangie." „Die gibt es nicht!“ fiel Adrian mit einem halben Lachen ein. Nun war ihm deutlich, wie das Steuer und die Segel standen.„Nein, das ist Geschwätz, ein Unsinn, der von Köln heraufkommt. Die Hoogh Orangie existiert nur in der Phantasie! Die gibt es nicht! Das könnt Ihr Eurem Lord nach England schreiben. Die ist genau so erstunken und erlogen wie die blaue Tulpe!" „Schön“, nahm Hendrik van der Maaßen die Erklärung auf.„Nun aber—“, jetzt begann die große Pause, die nur Adrian empfand, weil sie die Wendung bringen mußte, die Offenbarung.„Nun aber", setzte van der Maaßen mit gesenkten Blicken wieder an,„ist doch vor kurzem eine Zwiebel in unsere Stadt gekommen, die meinen Auftraggeber gleichfalls interessiert, die sogenannte Augustustulpe.“ „Semper augustus heißt sie“, sagte Adrian mit tiesem Atemholen und flüsterte den Namen voller Andacht noch einmal:„Semper auguatus* In seinen Augen trat ein Licht auf, das wie Verklärung war, wie enie köstliche Ergriffenheit.„Sie ist die größte aller Tulpen“, sprach er weiter,„die edelste, die schönste. Auf den weißen Blütenblättern züngeln rote Flämmchen; bauchig wölben sich die Blättchen aus dem Blütenstand und hüllen ihre Samenfäden mit den dunkelgrauen Köpsen ein. Semper augustus, die Sehnsucht aller Tulpenfreunde...“ „Ja“, bestätigte ihm Hendrik van der Maaßen,„s# wird sie wohl geschildert, und Ihr könnt Euch denken, daß mein Lord die Tulpe um jeden Preis in seiner Sammlung haben möchte.“ Er sprach so nüchtern, als hätte er gesagt: Mein Lord will einen Flügel von unserem Stadttor kaufen. Aber Adrian fiel ein:„Der Bauer Vinckboons hat seinen Hof dafür gegeben! Seinen Hof mit Kühen und mit Schweinen „Richtig“, nickte van der Maaßen,„daran seht Ihr, wie verrückt der Tulpenwahn den Menschen machen kann. Nun sitzt er drauf gleich einem Tulpenkönig und gibt sie nicht mehr her, selbst wenn er noch ein Tagewerk Land dazu bekäme.“ „Das will der Lord bezahlen?“ „Ich würde es nicht bieten, wenn ich nicht ermächtigt ,wäre.“ Also war es doch kein Strohmann? Ein Lord in England, ein Botaniker, das war der Freund, den Hendrik van der Maaßen hatte? Ein Lord! Ein Wissenblickte fuhr im gleichen Tonfall fort:„Ich habe meine! schaftler, der eine Tulpe nicht ins Fenster stellt, der Mittelsmänner stets beauftragt, nur beste Tulpen anzu Tulpen sammelt, wie andere Pfeifenköpfe sammeln? „Er legt ein zweites Tagewerk zu“, trieb Hendrik van der Maaßen die Erzählung weiter, die Adrian zu einem Flammenbündel der Erregung machte.„Aber haben muß ich sie! Der Bauer Vinckboons stirbt mit ihr! Er ist ein Narr. Er gibt sie nicht heraus!“ „Das weiß ich.“ War nicht der Blick von Hendrik van der Maaßen plötzlich wie verwandelt? Oder war es düsterer geworden? War das Nebelmeer bis an das Haus geschwemmt, daß nun auf einmal eine geisterhafte, gespenstische Beleuchtung den ganzen Raum durchsickern konnte? Daß van der Maaßen plötzlich Krallen an seinen krankhaften schmalen Händen hatte, mit denen er den Unterarm von Adrian erfaßte? Wie mit Fängen eines Riesenvogels? Wie ein Raubtier, das fauchend einen heißen Aiem ausstößt? „Ich muß sie haben!“ sagte Hendrik van der Magßen laut.„Versteht Ihr mich? Ich will sie, und ich muß sie haben!!"— Nun hat auch ihn der Wahn gepackt! „Ihr helft mir doch!?"— „Gewiß Gewiß...“ Die Mühle soll verbrennen. Und wenn er nackt durch Fackeln flieht, dann ist die Zwiebel frei. Wer spricht von Brand?— „Ihr müßt sie mir besorgen!" „Vinckboons ist ein Hartkopf.“ „Seinen Gutshof soll er wiederhaben und zwei Tagewerke Land dazu!“ Sie maßen sich, um gleich darauf einander auszuweichen. „Ich kann mich nicht verbürgen.“ Adrian hob einen Korn. „Mein Kunde drängt mich.“ „Vinckboons ist wie eine Qualle.“ „Ihr habt die rechten Worte...“ „.. vergeblich angewendet, ja.“ „Der Sohn ist da, der einverstanden wäre“ „... und den der irre Vater aus dem Dach der Mühle sturzt, wenn er ihm nahe kommt.“ „Ihr wollt vielleicht den Anteil wissen, den Ihr abbekommt?“ „Um den ist mir nicht angst. Ich kriege ihn.“ „Dann holt Ihr auch die Tulpe.— Eingeschlagen?“— — Ich will's versuchen.— Eingeschlagen.“— Den Mantel eng geschlossen ging Hendrik van der Maaßen aus dem Haus, von Adrian begleitet bis zur Tür. Beide schwiegen. Kaspar stapfte frierend auf dem Gang und sagte: „Es sind noch ein paar Leute dagewesen, die Euch danken wollten, weil Ihr sie gerettet habt Ich schickte sie nach Hause: es sei schon gut. Ich würde es bestellen. Man hat das Eisloch abgefischt und niemand mehr gefunden. Auch wird niemand mehr vermißt.“ Er schwatzte um zu schwatzen und bewies durch seine Blicke, daß ihm die Unterhaltung in der Stube nicht entgangen war. Besorgt sah er in Adrians Gesicht und hatte doch den Mut nicht, ihn zu fragen, weil er finster und verschlossen dreinsah. Endlich zupfte er:„Ihr habt Euch eine schwere Sache aufgeladen.“ Adrian sah über ihn hinweg. „Gewiß“, gab er zur Antwort und sandte einen Seufzer aus,„gewiß. Es geht hier aber um die Wissenschaft, um einen Lord in England. Und dafür lohne es sich.“— (Fortsetzung folgt.) Seite 12 Nr. 6/ Bochumer Anzeiger7 Freitag, 8. Januar 1937 Nachrichten aus Groß=Bochum Aus den=Sidonenen Stadtteil Hamme Goldhamme und Hundhamme im Wandel der Zeiten Der Stadtteil Bochum=Hamme läßt sich ganz scharf in zwei Bezirke zergliedern, und zwar in den Industriestadtteil und den noch ländlichen Stadtteil. Letzterer führt auch heute im Volksmunde noch die Bezeichnung Goldhamme. Der industrielle Ortsteil Hundhamme erstreckt sich von der Hindenburgallee bis nahe zum Bahnhof Präsident einerseits und von der Gahlenschen bis zur Hofsteder Straße anderseits. Unberührt von den Einflüssen der umgebenden Industrie stehen hier alte westfälische Bauern treu zur ererbten Scholle. Grüne Felder sind hier eingebettet von ragenden Schornsteinen und hochaufstrebenden Hochöfen und Schlackenhalden, deren glühende Glut in den Abendstunden ein seltsames Bild abaibt. Goldhamme und Hundhamme werden zuerst im 14. Jahrhundert erwähnt. Der Marbach bildete hier die natürliche Grenze. Der östliche Teil hieß Hundhamme und der westlich vom Marbach gelegene Goldhamme. In der Nähe der Maarbrücke am Marbach befand sich eine heidnische Opfer= und Richtstätte, die noch heute im Volksmunde„Der Galgenplatz“ heißt. Hier mündete auch der sogenannte Hellweg, der wahrscheinlich von den Römern bei ihren Beutezügen benutzt worden ist. In Goldhamme lag auch das bekannte Schloß Overdyk. Im Jahre 1813 erfaßte ein Brand in Hundhamme sechs Bauernhöfe. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Bei der Wäschemangel verletzt. Empfindlich zu Schaden kam gestern nachmittag die 23jährige Haustochter Elli., Hofsteder Straße, die ihrer Tante auf der Poststraße bei der Wäschearbeit behilflich war. Beim Annehmen der gefalteten Wäschestücke alitt sie aus und geriet hierbei mit der linken Hand zwischen Schwungrad und rotierende Preßwalzen, wobei sie neben zwei Fingerbrüchen arge Handauetschungen erlitt, die krankenhausärztliche Behandlung erforderlich machten. was Züchterfleiß und Ausdauer geschaffen haben. Eine große Zahl verschiedener Rassen wird zur Schau gestellt. Die Ausstellung findet in den hellbelichteten Räumen„Zum Nordvol“. Inhaber Karl Feierabend, Bochum=Bergen, statt. Stadtteil Gertbe Ins Getriebe geraten. Auf seiner Arbeitsstelle erlitt der Lothringer Straße 2 wohnende 40jährige Prüfer Wilhelm Sch. einen Unfall, wobei er mit dem rechten Unterarm und der Hand in das Getriebe geriet. Er erlitt neben einem Armbruch nicht unerhebliche Handverstümmelungen, die seine Ueberführung in das Augusta=Krankenhaus notwendia machten. Gusenberger Zoo Ostern fertiggestellt. Während einer Dauer von fast zwei Jahren haben über hundert Arbeiter an der Umgestaltung des Gysenberger Zoos gearbeitet und ihn bis auf winzige Verschönerungsarbeiten jetzt fertiggestellt. Das bergige Gelände verleiht dem Zoo einen romantischen Charakter. Trevven, Wege und Brüstungen sind aus Bruchsteinen gemauert, die die Zeche„Constantin“ zur Verfügung gestellt hat, da der Zoo sich auch eines regen Besuches aus Gerthe, Hiltrov und Bergen erfreut. Da die Jägerprüfungen des Kreises Bochum in Zukunft hier abgehalten werden, hat sich der Neubau eines weiteren Forsthauses im Fachwerkstil als notwendig erwiesen. In den drei Jahren des Bestehens konnte der Tierbestand auf etwa 250 Tiere gebracht werden. So besitzt der Zoo nun drei Löwen, zwei Bären, drei Tiger, zwei Wölfe, drei Füchse, einen Dachs, ein Wildpferd, zehn Stück Rotund Damwild, zwei Beraziegen, zwei Heidschnuckenböcke, vier Wildschweine, zwei Angoraziegen, einen Storch, sieben Affen sowie eine Anzahl Eichhörnchen, reich bevölkerte Volieren: ein Schlangenhaus ist im Bau. Außerdem sind vorhanden Terrarien, ein Meerschweinchengehege und ein Geflugelhof mit allen Arten heimischer und exotischer Tiere. Weitere Neuanschaffungen sind in diesem Jahre geplant. In den nächsten Tagen wird mit dem Anpflanzen von etwa 5000 Bäumen und Sträuchern begonnen. Stadtteil Altenbochum Schützenverein „Jägerslust“ hielt „Jägerslust". Der Schützenverein „Jägerslust“ hielt im Vereinslokal Dietrich Wahl, Buselohstraße, seine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Friedrich Karla verlas den Jahresbericht 1936. Im vergangenen Jahre hatte der Schützenverein „Jägerslust“ gute Erfolge zu verzeichnen: eine goldene, zwei silberne und eine bronzene Schießauszeichnung des Reichsverbandes. Der Schütze Robert Stöber, der Träger der goldenen Schießauszeichnung, und die Schutzen Otto Bahl und Otto Dzeia, die Träger der silbernen Schießauszeichnung, waren stets die Hauptschützen der ersten Gruppe. Der Schütze Otto Dzeia wurde auch im vergangenen Jahre wiederum vom Bezirkssportleiter der KKSV. Robert Schrag zum Vereinsmeister ernannt. Im vergangenen Jahre holte sich der Verein die Stadtmeisterschaft mit der Wehrmannbüchse mit 192 Ringen und im Kleinkaliberschießen belegte der Verein den 7. Platz. Der bisherige Vereinsführer Friedrich Karla wurde einstimmig wiedergewählt. Die übrigen Vorstandsämter wurden wie folgt besetzt: Stellvertretender Vereinsfuhrer Wilhelm Seivel. Geschäftsführer Herbert Raffel Stellvertreter Albert Kater, Kassierer Rudolf Dzeia, Stellvertreter Wilhelm Konetzka, Schießwart Otto Dzeia. Pressewart Wilhelm Plesken, Werbewart Karl Sommer. Der Aeltestenrat setzt sich aus folgenden Schützen zusammen: Gottlieb Dembowski. Robert Stöber. Wilhelm Dzeia und Martin Bahr. Das bisherige Vereinslokal wurde einstimmig beibehalten. Ihren 80. Geburtstag begeht heute die Witwe Elisabeth Lotz, geb. Rückershausen, Clemensstraße 18. Mit 18 Jahren kam sie aus ihrem Heimatort Friedewald in Hessen nach Bochum. 37 Jahre ist Frau Lotz schon Witwe. Ihr Mann und drei Kinder gingen ihr in die Ewigkeit voran. Stadtteil Riemke Häuserinstandsetzungen. Umfangreiche Häuser= und Straßeninstandsetzungsarbeiten sind jetzt in der hiesigen Kruppkolonie zwischen Am Dahlacker. der Schöllmann=, Bergmann=, Herzog= und Meesmannstraße in Angriff genommen worden. Durch Erdsenkungen hatten sich erhebliche Schäden eingestellt, die nunmehr beseitigt werden. Gleichzeitig erhalten Türen. Fenster und verschiedene Innenräume der Häuser= und Anbauten einen neuen Anstrich. Stadtteil Grumme=Böde Jahresbericht. In der Liboriuspfarrei wurden im letzten Jahre 68 Taufen, 47 Sterbefälle, 30 Trauungen und 35000 Jahreskommunionen verzeichnet. Kinderspeisung. In dem früheren Ledigenheim der Schachtanlage„Constantin 6/7“ ist bekanntlich von der NSB. eine Volksküche eingerichtet worden. Aus dieser werden täglich 600 bedürftige Kinder aus den Stadtteilen Hiltrov=Bergen, Grumme=Vöde und HofstedeRiemke gespeist. Stadtteil Hiltrop Gemeindestatistik. In der Pfarrei St. Joseph Hiltrov=Bergen wurden im letzten Jahre verzeichnet: 27 Taufen, 17 Sterbefälle, 11 Trauungen, 33 Erstkommunikanten, 70 Firmlinge, 18 700 Jahreskommunionen. Stadtteil Bergen Geflügelschau. Der Geflügelzuchtverein BergenHiltrov beabsichtigt, am 16. und 17. Januar mit einer großangelegten Geflügelschau an die Oeffentlichkeit zu treten, um in friedlichem Wettbewerb zu zeigen, auf welch hoher Stufe die heimische Geflügelzucht steht und *** ectsteng. * D Sotitikug ** S W Cungeiierinr TnigrVratl Feierliche Uebergabe der HI.=Fahne. Gestern morgen erfolgte die Uebergabe der Hitler=Jugend=Fahne am Realgymnasium zu Langendreer durch den Oberbannführer des Standortes Groß=Bochum Hans Strube. In der Aula hatte sich die gesamte Schülerschaft zu dieser schlichten Feier eingefunden. Studienrat Dr. Schneider leitete die Feierstunde mit einer musikalischen Darbietung ein. Darauf ergriff der Leiter der Anstalt, Studiendirektor Müller. das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er auf die Bedeutung der Uebergabe der Fahne hinwies. Nach dem Liede„Der Gott, der Eisen wachsen ließ" hielt Oberbannführer Strube eine kurze flammende Rede. Dann übergab er der Schule die Fahne der Jugend. Mit dem Sieg=Heil auf Führer und Vaterland und dem Jugendlied„Vorwärts, vorwärts schmettern die Fanfaren“, fand die würdig verlaufene Feier ihren Abschluß. Samariterinnenkursus in Langendreer. Der Vaterländische Frauenverein, ruft Mädchen und Frauen im Alter von 18 bis 55 Jahren zu einem neuen Samariterinnenkursus auf. Anmeldungen werden erbeten im Mutterhause der Rotkreuz=Schwestern(neben dem Knappschaftskrankenhaus) am Freitag, 15. Januar. von .30 bis.30 Uhr nachmittags. Eigenhändig geschriebener Lebenslauf ist mitzubringen. Geflügelausstellung. Die Ausstellung des Langendreerer Geflügelzüchtervereins findet am 9. und 10. Januar im Vereinsheim Lindemann an der Hauptstraße statt. Sie ist geöffnet täglich von 10 bis 19 Uhr. nats fällig gewordener oder noch fällig werdender Abgaben usw.: 1. Lohnsteuer zum 5. und 20. Januar: 2. Umsatzsteuer=Vorauszahlungen zum 10. Januar: 3. Einkommen=, Körperschafts= und Umsatzsteuerabschlußzahlungen für das Steuerjahr 1935 und frühere Jahre zum., 10. und 20. Januar; 4. Tilgungsraten auf Ehestandsdarlehen zum 15. Januar: 5. sonstige und alle nach Ablauf einer Stundungsfrist erneut fällig gewordenen oder fällig werdenden Reichsabaaben. Fur die bereits fälligen Lohn=, Einkommen=, Körverschaftsund Umsatzsteuern ist mit dem 8. Januar, für die gleichen noch fällig werdenden Abgaben mit dem zweiten Werktag, der auf den Fälligkeitstag folgt, ein Säumniszuschlag von 2 v. H. verwirkt. Gegen Schuldner, die binnen einer Woche nach Fälligkeit oder nach Erscheinen dieser Bekanntmachung nicht gezahlt haben, wird die Zwangsvollstreckung eingeleitet. Weiter wird darauf hingewiesen, daß die unpünktlichen Steuerzahler damit rechnen müssen, in die Liste der säumigen Steuerzahler ausgenommen zu werden. Kein Badesommer. Nicht halb soviel Badegäste als im Jahre vorher zählte 1936 die Städtische Flußbadeanstalt in Dahlhausen. Denn während 1935 in den Sommermonaten Juli, August, September hier 23.500 Personen badeten, waren es in dem naßkühlen Sommer 1936 nur 11000. Und wie wird's heuer? Der Winter war bisher kein rechter Mann, ob's dennoch einen rechten Sommer geben wird? Hoffen wir's! Stadtteil Wiemelbausen Aus der St.=Johannes=Pfarrei. Das in der Johanneskirche von der Pfarrjugend zur Darstellung gebrachte geistliche Mysterienspiel„Die Ankunft des Erlösers“ hat eine so gute Aufnahme gefunden, daß das Sviel ein zweites Mal wiederholt werden mußte. Die jugendlichen Mitwirkenden gaben ihr Bestes her.— Der Pfarr=Cäcilienchor der Johannespfarrei veranstaltet am nächsten Sonntag nachmittag in der Pfarrkirche eine Aufführung kirchlicher weihnachtlicher Tonwerke.— Bei Hanefeld beging der Johannes=Männerverein eine stimmungsvoll aufgezogene Weihnachtsfeier, zu der sich auch die Angehörigen der Mitglieder zahlreich eingefunden hatten. Eine Bescherung der Kinder ließ die Feier harmonisch ausklingen. Stadtteil Linden=Dahlbausen Steueranmahnung. Das Finanzamt Hattingen erinnert an die Zahlung folgender im Laufe dieses MoStadtteil Stiepel Geburtstagskalender. Am heutigen Freitaa begeben die Geschwister Frau Lina Buraboff im Haarmannsbusch und Frau Wilhelmine HaarmannStemmann, Kemnader Straße, geborene Haarmann, gen. Gronenberg, im Kreise ihrer Angehörigen ihren diesjährigen Geburtstag. Die Erstgenannte werden zu ihrem 73. Geburtstag außer ihrem Gatten 9 Kinder, 24 Enkelkinder und 2 Urenkel beglückwünschen. Letztere begeht ihr 77. Lebensjahr, ihr werden außer ihrem Gatten 5 Kinder und 6 Enkelkinder ihre Glückwünsche darbringen, denen wir uns anschließen. Von einem Pferd geschlagen. Arg zu Schaden kam Mittwoch abend der Landwirtsgehilfe Paul., der bei einem Unternehmer in Diensten steht. Am Wochenanfang hatte der Dienstherr ein neues Zuapferd aus dem benachbarten Stockum erworben, das der 19jährige Knecht am Abend abfütterte. Plötzlich wurde das noch junge Tier scheu und schlug nach hinten aus, so daß B. derart heftig getroffen wurde, daß er einen rechtsseitigen Ellenbogenbruch und Fleischquetschverletzungen am Oberschenkel erlitt. Man brachte den Verletzten nach Bochum ins Augusta=Krankenhaus. Vem Nache urger... Siadt Wattenscheid Das Gänsereiten— uralter Brauch Germanischer Opferritt. Einer der ältesten und im hiesigen Bezirk bekanntesten Volksbräuche ist das Reiten nach der Gans, das in fast ununterbrochener Reihenfolge noch in Höntrop alljährlich am Rosenmontag ausgeübt wird, das aber ursprünglich viel weiter verbreitet gewesen sein muß. Rektor Schwartz, der Begründer der ersten höberen Schule in Wattenscheid im Jahre 1865, hat Forschungen darüber angestellt. Danach steht fest, daß Günniafeld schon um 1750 herum einen Gänsereiterkönig gehabt hat. Auch in Ueckendorf kamen die Junggesellen in der Fastnachtszeit zusammen, um nach der Gans zu reiten. Das war wohl auch der Fall in Gelsenkirchen, Hüllen und Bulmke Bemerkenswert ist, daß das Gänsereiten vornehmlich in solchen Orten zu Hause war, die in irgendeiner Form zum Stift Essen gebörten. 574 1. Nr 97. Keineswegs getlart ist der Ursprung dieses alten Brauches. Bekanntlich führen die Gänsereiter selbst ihn auf spanische Kriegsvölker zurück. Neuerdings aber steht die Forschung auf dem Standpunkt, daß es sich bierbei mehr um eine Form der germanischen Opferritte handele, wobei man sich auf die Erfahrung stützt, daß diese Spiele immer in eine: Walde abgehalten worden sind. Einige Forscher vermuten sogar in der Nähe Höntrovs eine germanische Rennbahn. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß noch vor wenigen Jahrzehnten die Gänsereiter nach dem Reiten ein Wettrennen veranstalteten, das zwischen den Verheirateten und den Junggesellen des Klubs ausgctragen wurde. Von diesem Brauch wurde erst abgesehen, als einigemal hintereinander schwere Stürze vorgekommen waren....st 225 Lur Gans Uebrigens kennt man das Reiten nach der Gans auch in Brockhausen im Hönnetal. Amt Hemer. so hat sich im letzten Jahre auch hier vieles geändert. Die Wattenscheider Straße hat eine neue Decke erhalten. Auch die Beleuchtung ist hier jetzt ausreichend. Eine sehr schöne Erholungsstätte für die Bürgerschaft ist der Günnigfelder Volksvark, der im letzten Jahre eine weitere Ausgestaltung erfuhr und auch von Fremden aern aufgesucht wird. * Heute abend Kreisappell. Heute abend findet im Saale Marrmeier ein Kreisapvell statt, zu dem das Erscheinen unbedingt erforderlich ist. Es handelt sich um einen Appell im Sinne der Neuordnung in Zellenblöcke innerhalb des Kreises Wattenscheid. Günnigfeld macht sich Wer den Stadtteil.=Günnigfeld einige Jahre nicht besucht bat, ist wirklich erstaunt, welche Wandlung sich hier vollzogen hat. Neue Siedlungen sind entstanden und andere im Entstehen begriffen. An der GünnigfeldUeckendorfer Grenze wächst die KriegsbeschädigtenSiedlung aus dem Boden, in der Südfeldmark wird eine Siedlung errichtet, deren erste 60 Häuser in Angriff genommen wurden. Weiter sind einige Einzelhäuser errichtet worden. Wenn man früher gern von dem weltabgelegenen und vergessenen Aschenbruch sprach. Dienststunden des Unterbannes Wattenscheid in der Swidbertschule. Dienstag: Sprechstunde des Unterbannführers, Donnerstag: Sprechstunde des Geschäftsführers, Freitag: Sprechstunde des Unterbannführers. Die Dienststunden sind jeweils von 20 bis 21 Uhr. Der Ordnungsdienst wird von obiger Aenderung nicht betroffen. Angefahren. Am 6. Januar, gegen 21.15 Uhr, wurde auf dem Hellweg ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren und zu Boden geworfen. Der Radfahrer zog sich dabei eine Kopfverletzung zu. die seine Ueberführung in das Krankenhaus erforderlich machte. Lebensgefahr besteht nicht. Aus Wattenscheider Vereinen. Der Sauerländer= verein besprach nach den üblichen Formalitäten in seiner letzten Generalversammlung die Fastnachtsfeier, die auf den 7. Februar verlegt wurde. Im Anschluß an die Generalversammlung beging der Verein seine Weihnachtsfeier, in deren Mittelpunkt eine Ansprache des Vorsitzenden stand. Für die Kinder war in einer reichen Bescherung gesorat und den Erwachsenen brachte eine Verlosung viele Ueberraschungen.— Die Generalversammlung des Männergesangvereins„Niegedacht“ Günnigfeld=Aschenbruch war sehr stark besucht. Nach einem kurzen Jahresüberblick des Vorsitzenden aab der Schriftführer den Jahresbericht, der ein reges Vereinsleben zeigte. So konnten im vergangenen Jahre nicht weniger als 25 neue Mitglieder ausgenommen werden. Auch der Kassenbericht zeigte sich sehr günstig. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl des Vorstandes und des Vereinsheimes. Stadt Wanne=Eickel Persönliches. Oberpostinspektor Paul Schmalbruch Mozartstraße 13, konnte jetzt auf ein 25jähriges Ortsjubiläum bei der hiesigen Post zurückblicken. Der Jubilar kann in den nächsten Monaten bereits sein 40jähriges Dienstiubiläum bei der Post feiern. Die Gefolgschaft ehrte ihren zur Zeit erkrankten und im Annahospital liegenden Vorgesetzten und Mitarbeiter durch Ueberreichung von Glückwünschen und Blumen. — Steuerinspektor Ernst Gorris vom hiesigen Finanzamt ist in gleicher Eigenschaft zum Finanzamt nach Gelsenkirchen versetzt worden. Der erste Gerichtstag im neuen Jahr. Gestern hielt das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Gerichtsrat Wulff die erste Sitzung im neuen Jahre ab. Ein Volksgenosse aus der Hermann=Göring=Straße sammelte für das WHW. Er konnte die Finger nicht bei sich behalten und brachte sich widerrechtlich in den Besitz von 4,16 RM. Ein Monat Gefänanis ist der Denkzettel. Wirtschaftsgruppe Einzelhandel. Unter dem Vorsitz von Fachgruppenleiter Wenzel hielt die Ortsfachgrupve Nahrungs= und Genußmittel in den Stadtteilen Röhlinghausen, Eickel und Holsterhausen Versammlungen ab. Syndikus Dr. Schaaf sprach eingehend über die Neuregelung der Fettwirtschaft, insbesondere über die Fettversorgung selbst und die Einführung der Kundenlisten. Weiter machte er Ausführungen über die Berufsförderungsarbeit und die Nachwuchsschulung der Fachgruppe. Wanne=Eickel als Eisenbahn=Knotenpunkt. Als Knotenpunkt zweier euroväischer Linien besitzt WanneEickel=, Schnell= und Personenzugverkehr. Es kreuzen sich hier die Linien Kiel—Hamburg—Bremen— Osnabrück—Münster—Wanne—Köln und Basel—Genua bzw. Paris—Brüssel—Köln—Wanze, Hanggpeg.„ Ver: lin. Wanne=Eickel hat somit unmittelbare Verbindung nach Norddeutschland(Lübeck—Hamburg—Bremen— Emden), Schweden—Norwegen—Dänemark, ferner über Köln nach Süddeutschland, der Schweiz und Italien, außerdem nach Ost= und Mitteldeutschland(Berlin) und schließlich durch das niederrheinische Gebiet nach Belgien—Holland—England—Frankreich. Auf den übrigen Eisenbahnstrecken herrscht reger Lokalverkehr: die holländische Strecke Wanne—Bismarck—Winterswyck ist die bedeutendste. Der Güterbahnhof Wanne=Eickel besitzt noch weit größere Bedeutung. Er dient nicht nur dem Empfang und Versand der Güter, sondern auch als Sammelbahnhof, das heißt, es werden hier die ankommenden Güterzüge gesammelt, umrangiert und neue zusammengestellt. Aus Liebeskummer sich unter den Zug geworfen. Am 6. Januar, gegen 18.80 Uhr, wurde auf der Eisenbahnstrecke Gelsenkirchen=Hauptbahnhof—Wanne=Eickel in der Nähe der Blockstelle Pluto eine männliche Leiche aufgefunden. Nach den getroffenen Feststellungen liegt zweifelsfrei Selbstmord vor. Das Motiv der Tat ist Liebeskummer. „Entrümpelung der Haushaltungen.“ Der Jungbann 300 führt eine Entrümpelung der Haushaltungen durch und sammelt Messing, Kupfer, Eisen Metalle sowie Lumpen usw., die mithelfen, durch Rückführung in den Wirtschaftsprozeß Devisen zu sparen. Kreisleiter Bönnebruch=Althoff und Jungbannführer Kingelhoeffer setzten sich in einem Aufruf an die Bevölkerung hierfür besonders ein. Halden verschwinden. Die„Pluto=Thies"=Bergehalde in Röhlinghausen schrumpft mehr und mehr zusammen. Täglich wandern mehrere hundert beladene Wagen als Bergeversatz in die Grube. Die Sicht von Röhling= hausen nach Wanne und Eickel wird immer freier.— Reaster Betrieb herrscht auch auf dem Röhlinghauser Schlackenberg, dessen Material zum Straßenbau verwendet wird. Bochamtel=Veranstättungen Stadttheater Bochum. Die in einigen Tagen im Stadttheater Bochum bevorstehende Neuinszenierung(Dr. S. Schmitt) von Shakespegxes großem Jugendwerk„Romeo und Julia“ mit den Buhnenottern von Dr. H. Mänz weist folgende Besetzung auf: die beiden Titelrollen spielen Horst Caspar und Gisela Uhlen. Weiterhin sind in größeren Rollen beschäftigt: Johanna Koch=Bauer(Amme), Adele Schönfeld(Gräfin Capulet), Curt Bartz(Benvolio), Willi Bittern(Peter). Willi Busch(Merkutio), Harprecht(Paris), Ernst Holznagel„(Egpulet), Walter Kaltheuner(Tybalt), Gerhard Meinecke(Escalus), Willi Mayenknecht(Bruder Lorenzo), Willi Schröder(Montague). — Heute zum letzten Male:„Neun Offiziere", das Frasersche Schauspiel. Die Aufführung ist für die Vormieze angesetzt. Morgen: Gastspiel der Tanzgruppe der Folner# Oper mit dem neuen Programm(Brauner Ring). Städtische Gemäldegalerie Bochum. Die Ausstellung von zwei rheintschen und zwei westsälischen Malern— Adolf Erbslöh und F. M. Jansen, Walter Steineae und Walter Dornseifer(Bochum)— wird mit Sonntag, 10. Januar, geschlossen. Die Gemäldegalerie, Kaiser=Wilhelm=Str. 24, ist täglich von 10 bis 16 Uhr, sonntags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, geöffnet. Die Vereinigung für Heimatkunde veranstaltet am Samstag, 9. Januar, von der Kaiseraue in BochumGrumme beginnend, einen erdkundlichen Rundgang längs des Grummer Baches nach Harpen mit anschließendem Vortrag durch den dabei führenden Herrn Gerbard Sackmann. Trefspunkt um 15 Uhr an der Kaiseraue. Kradnionseue Kameradschaft der Jäger und Schützen. In er. Jahres, hauptversammlung am.6. Januar in der„Uhle- warf Kameradschaftsführer Knop einen Rückblick auf das an bedeutsamen Ereignissen reiche Jahr 1936 und brachte auf den Führer der Geschicke des Reiches, Adolf Hitler, ein freudig ausgenommenes Sieg=Heil aus. Nach einem Nachruf des Kameradschaftsführers auf den Generalobersten v. Seeckt und den Admiral Bebncke erstattete Kamerad Kollege den Jahres= und Kamerad Fabry den Schieß= und Kassenbericht. Im Vorstand der Bochumer Jägerkameradschaft tritt insofern eine Aenderung ein, als ab 1937 Kamerad Herderholz das Amt des Schießwarts und Kamerad Kleeberg das des Vorsitzenden der Vergnügungskommission übernimmt. Kameradschaftsführer Knop brachte nochmals das Opferschießen zum Besten des Winterhilfswerks in Erinnerung, für das sich auch die Bochumer Jägerkamergdschaft in starker Beteiligung einsetzen Kamerad, Verbandsschriftführer Unterdammer, ein Teilnehmer am Weltkriege 1914—1918, berichtete essanten Ausführungen über seine Eindrücke, die er kürzlich bei einer militärischen Uebung gewonnen habe. Im weiteren Verlaufe des Abends sand Kamerad Unterdammer warme Worte der Anerkennung für die verdienstvolle Arbeit die Kameradschaftsführer Knop und seine beiden Mitarbeiter im engeren Vorstand, die Kameraden Kollenc und Fabry, zu Nutz und Frommen der Bochumer Jägerkameradschaft leisten. In Dankesworten des Kameradschaftsführers Knop kam der Wunsch zum Ausdruck, daß die Bochumer Jäger und Schützen auch fernerhin der grünen Farbe die Treue bewahren und sich an allen Veranstaltungen der Kameradschaft— an den Versammlungen, am Schießen usw.— rege beteiligen möchten. bum ten bereits sein st feiern. Die inkten und im id Mitarbeiter und Blumen. m hiesigen Fiim Finanzamt Gestern hielt von Gerichtsrat Jahre ab. Ein =Straße samfinger nicht bei ichtlich in den fänanis ist der ter dem Vorsitz Ortsfachgruppe stadtteilen RöhVersammlungen sehend über die indere über die ja der Kundeni über die Bechsschulung der unkt. Als Knobesitzt Wanneckehr. Es kreuura—Bremen— id Basel—Genua Hannover—Berare Verbindung surg—Bremen— ark, ferner über z und Italien, chland(Berlin) che Gebiet nach Auf den übriokalverkehr: die Winterswyck ist Janne=Eickel bedient nicht nur r. sondern auch den hier die anmrangiert und Zug geworfen. auf der Eisen—Wanne=Eickel männliche Leiche ststellungen liegt tiv der Tat ist ." Der JungHaushaltungen isen und andere fen, durch Rückoisen zu sparen. Jungbannführer fruf an die Behies"=Bergehalde mehr zusammen. dene Wagen als st von Röhling= mmer freier.— n Röhlinghauser Straßenbau vertungen Tagen im Stadtnierung(Dr. S. gendwerk„Romeo on Dr. H. Mänz Titelrollen spieWeiterhin sind in ch=Bauer(Amme), Bartz(Benvolio). Verkutio), Robert Capulet), Walter (Escalus), Willi röder(Montague). nziere", das Frair die Vormiete B ruppe der Kölner er Ring). e Ausstellung von Malern— Adolf enecke und Walter itag, 10. Januar, Wilhelm=Str. 24, bei freiem Eintritt veranstaltet am aue in BochumRundgang längs tt anschließendem rn Gerbard SackKaiseraue. In der Jahres„Uhle" warf ick auf das an ind brachte auf solf Hitler, ein ich einem NachGeneralobersten e Kamerad Kolen Schieß= und Jägerkamerad= I8 ab 1937 Kazwarts und Kader Vergnüistsführer Knop sten des Winterch die Bochumer einsetzen wird. ammer, ein ichtete in interk. die er kürzlich habe. In weid Unterdammer e verdienstvolle n d s e i n e b e i d e n meraden Kollege Bochumer Jägerdes Kamerad= Ausdruck, daß fernerhin der o an allen VerVersammlungen, „ SE 0 us Kustenkonlon, das Oertrauen vordient: Zu haben In: Apotheken, Drogerien und we Plakate sichtbar Schlegel-Scharpenscel-Brauerei A. G. Tadesordnung der am 26. Januar 1937 vormittag 11 Uhr im Parkhause zu Bochum stattfindenden Haupfversammlung. 1. Vorlage des Geschäftsberichtes und des Jahresabschlusses. 2 Beschlubfassung über die Genehmigung des Jahresabschlusses und über die Verwendung des Reingewinnes. Entlastung für Vorstand und Aufsichtsrat. 4. Aufsichtsratswahl. 5. Wahl des Bilanzprüfers. Berechtigt zur Teilnahme sind nur unsere Gesellschafter. solern sie ihre Aktienepätestens bis sum 20. Januar 1937 vor Schluß der Geschäftszeit bei unserer Kasse, der Deutschen Bank und DiscontoGesellschaft in Berlin, deren Zweiggeschäften in Bochum. Bonn, Duisburg. Düsseldorf, Dortmund. Essen, Gelsenkirchen, Herne, Recklinghausen, Soest. Witten, bei elner Effekten-Girobank oder einem deutschen Notar hinterlegt oder die anderweitige rechtzeitige Hinterlegung in einer dem Autsichtsrate genügenden Weise dargetan haben. In den beiden letzten Fällen ist der Hinterlegungsschein einen Teg nach Ablauf der obigen Frist einzureichen. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß die Versammlung pünktlich um 11 Uhr besinnt. Bochum am 28. Desember 1936. Schlegel-Scharpenseel-Brauerei Aktien-Gesellschaft Der Vorst and. WA Aufnahme der Lernanfänger Östern 1937. Die Anmeldungen der Lernansänger für die Volksschulen haben in den Schulgebäuden des Stadtbezirtes Bochum am Dienstag, dem 12. Januar, und am Mittwoch, dem 13. Januar 1937, jeweils von 9 bis 13 Uhr, zu erfolgen. Zur Aufnahme anzumelden sind alle Kinder, die bis zum 30. Juni 1937 einschließlich das 6. Lebensjahr vollenden. Auf besonderen Antrag der Erziehungsberechtigten können noch solche Kinder angemeldet werden, die vom 1. Juli bis 30. September 1937 sechs Jahre alt werden, wenn deren körperliche und geistige Entwicklung ausreichend ist. Diese Kinder sind bei der Anmeldung mitzubringen. Kinder, die bei der Anmeldung Ostern 1936 zurückgestellt sind, müssen erneut angemeldet werden. Bei der Anmeldung ist eine Geburtsurkunde der Kinder oder das Familienbuch der Eltern sowie der Impfschein der Kinder vorzulegen. Bochum, den 7. Januar 1937. Der Oberbürgermeister. W Freibank Verkauf Samstag, .9. Januar, vorm. von 7½ Uhr ab. (Anf.=Nr..) Schlachthofverwaltung. Die Beleidigung gegen Herrn A. Milke, Fahrendeller Straße 8, nehme ich hierdurch zurück. K. Olschewski, Gelsenkirchen II, Königgrätzerstr. 24. Verloren Mittwoch nachm. zw. Höntrov, Zollstraße, u. Bochum, Vidumestr. verlorengegangen. Wiederbr. erh. gute Belohnung. Anruf Wattenscheid 1605. Zwangsversteigerung 14 K 69—36. Gemarkung Linden, Grundbuch von Linden, Band 14, Blatt 504, Flur 4, Nr. 23, Flur 4, Nr. 24, a) Wohnhaus mit Hofraum, groß 6,58 Ar, und Hausgarten, groß 11,09 Ar, Flur 4, Nr. 25, b) Stall, groß 10,42 Ar, Koksstraße 45. Einheitswert nach dem Stande vom 1. 1. 1935: 5330,— RM. Eigentümer: Bergmann Wilhelm Polzenberg in BochumLinden, Koksstraße 45.— Versteigerungstermin am 10. März 1937, vorm. 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, mer 52. Das Amtsgericht in Bochum. Silberne Damen-Armbanduhr gez.Hildegard Groll verlor. Abz. geg. Belohn. Graf=Engelbert=Str. 2, pt. 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Januar 1937 Nouer HSeam=Klelanam Mussolini folgt dem Vorbild der Antike— Die Geschichte des Palazzo Venezia Rom, 7. Januar. Die Pläne für das neue Nationaldenkmal des römischen Imperiums, das an der Via dell'Impero errichtet werden soll, sind jetzt fertiggestellt und haben die Billigung Mussolinis gefunden. So entsteht nun auf dem historischen Gelände des Forum Romanum ein Versammlungsplatz, genau so, wie ihn die Antike kannte. Kein Besucher Roms wird es versäumen, den Palazzo Venezia, jene historichsen Stätte, von der aus Benito Mussolini die Geschicke seines Landes leitet, zu besichtigen. Von dem berühmten Balkon des Palazzo Venezia aus erklärte der Duce den Krieg gegen Abessinien, von hier aus verkündete er Monate später den Frieden. Und jedes Mal, wenn der Kopf Mussolinis hinter der Glastür dieses bedeutungsvollen Balkons erschien, sammelten sich Hunderttausende, um ihrem kraftvollen Staatslenker zuzujubeln. Und doch werden die großen Tage dieses Balkons gezählt sein. Ein neuer Platz ersteht in der ewigen Stadt, der mehr Raum bietet, eine moderne Versammlungsstätte nach antikem Muster, die künftig Zeuge der großen geschichtlichen Augenblicke Italiens sein soll. An der Via dell Impero wird das neue gewaltige Nationaldenkmal des zweiten römischen Imperiums gebaut werden, dessen Pläne jetzt vollendet wurden und die Zustimmung des Duce fanden. Da, wo einst die großen Männer des alten Roms zum Volke sprachen, auf dem klassischen Boden des alten Forum Romanum, wird ein neues Forum emporwachsen, eine Versammlungsstätte von gigantischen Ausmaßen, die, zu Füßen des neuen Monumentes, weit mehr Menschen Platz bietet, als sich bisher vor dem Palazzo Venezia ansammeln konnten. Und von dieser Arena aus wird Mussolini dann zum Volke und zur Welt sprechen— eine Angleichung an die ehrwürdigen Bräuche der Antike. Freilich, wenn auch die Glastür zu dem Balkon am Palazzo Venezia dann geschlossen bleibt, so dient der Palast weiterhin als Regierungssitz Mussolinis und ist damit das Herz Italiens. Es liegt eine seltsame Symbolik in der Tatsache, daß die Piazza Venezia genau der geometrische Mittelpunkt des antiken Roms war und auch des heutigen Roms ist. Als Papst Paul II. im 15. Jahrhundert an diesem Platz den Palazzo Venezia errichten ließ, verwendete er dazu die Quadern aus den Ruinen des Kolosseums. Das Wappen dieses Papstes schmückt heute noch den Palast, der zu einem wuchtigen Bollwerk des mittelalterlichen Papsttums werden sollte. Nach dem Tode Papst Gregors XIV. begann für dieses Gebäude ein wechselvolles Schicksal. Es wurde zweihundert Jahre lang die Gesandtschaft der Republik Venedig, um sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die Botschaft der österreichisch=ungarischen Monarchie beim Heiligen Stuhle zu verwandeln. Bis zum Ausbruch des Weltkrieges gingen hier die österreichischen Diplomaten ein und aus. Und dann kam jener denkwürdige Tag, an dem Benito Mussolini hier seinen Einzug hielt. Heute hält der Duce in den gewaltigen Sälen seine Empfänge ab. Im Weltkartensaal liegt das berühmte Arbeitszimmer des Ministerpräsidenten, ein riesiger leerer Saal, in dessen hinterster Ecke der Schreibtisch Mussolinis steht. In diesem Raum ließ Papst Paul II. im Jahre 1483 die erste Weltkarte aufstellen, zu einer Zeit, da man die Erde noch als eine„Scheibe“ betrachtete. Und von hier aus führt der Weg zu dem bedeutungsvollen Balkon, dessen Bestimmung in Zukunft die neue Arena vor dem Nationaldenkmal übernehmen wird. Lautsprecher auf der Moschee Der Muezzin spricht ins Mikrophon Singapur, 7. Januar. Westliche Zivilisation hat die religiösen Uebungen der Mohammedaner in der Hauptmoschee des Malaischen Archipels, wie die„Times“ mitzuteilen weiß, empfindlich beeinträchtigt. Der Verkehr der Autos scher teilt mit, daß wahrscheinlich auch seine Frau an der Erpedition teilnehmen werde. Seine eigene Leiche als Neujahrsgeschenk London, 7. Janu Der junge Hollywood=Filmstar David Nieven hat als Neujahrsgeschenk von seinem Bruder in England seine eigene Leiche erhalten. Als David Nieven, der aus England stammt, vor fünf Jahren aus der englischen Armee entlassen wurde, war er bettelarm. Er hatte nichts als das Fahrgeld nach Amerika. Da kaufte er sich selbst an ein Hospital, das die Berechtigung erhielt, nach seinem Tode seine Leiche zu sezieren. Nieven erhielt dafür 60 Reichsmark extra, weil er Nichtraucher ist. Er mußte sich allerdings schriftlich verpflichten, niemals im Leben eine Pfeife, Zigarre oder Zigarette anzurühren. Sein Bruder hat jetzt dem Hospital den Betrug zurückgezahlt und David Nieven dies als Neujahrsüberraschung mitgeteilt. Auslieferung beschlossen Flugzeug=Attentäterin Schmeder verläßt England London, 7. Januar. Der Londoner Gerichtshof Bowstreet hat die Auslieferung der Französin Irene Schmeder beschlossen. Frau Schmeder wird beschuldigt, am 20. Dezember im Flugzeug ein Attentat auf den Flugzeugführer Pierre Lallement verübt zu haben. Dem Auslieferungsverfahren wohnte der französische Rechtsanwalt Tahon und ein Mitglied der hiesigen französischen Botschaft bei. Der englische Richter erklärte sich mit der Auslieferung einverstanden, unter anderem auch aus dem Grunde, weil Frau Schmeder selbst mit ihrer Ausliefeer von seinen Verwandten kein Geld borgen wollte, ver=rung einverstanden sei. Zage stade aus allen=Gaden 29. Jauuar bis 7. Februar wieder„Grüne Woche“ in Berlin Berlin, 7. Januar. Alle geht das an, die Bauern, die Hausfrauen, die Jäger und Kleinsiedler, die Handwerker und Techniker. Ob Erfinder, Tierarzt oder Chemiker, Landwirt, Geflügelzüchter oder Hundeliebhaber: am 29. Januar geht es wieder einmal los, das interessante bunte Treiben der Grünen Woche am Kaiserdamm. Bis zum 7. Februar werden alle Hallen am Funkturm angefüllt sein mit Dingen, die das Bauerntum und die gesunde deutsche Wirtschaftspolitik betreffen. Alle Schauen sind so gegliedert und aufgebaut, bieten so viel Neues und Interessantes, daß man mit Recht sagen kann: „Die Grüne Woche 1937 wird schöner und reichhaltiger denn je.“ In vier großen Abteilungen behandelt der Reichsnährstand die Fragen der gesunden Grundbesitzverteilung und Volksentwicklung, die wichtigsten Probleme der Erzeugungsschlacht und Marktordnung im Dienst des Vierjahresplanes, und, was vor allem die Hausfrauen angeht, alle nur erdenklichen Möglichkeiten, die es im täglichen Leben überall gibt, dem Verderb Einhalt zu gebieten. Ein bis ins kleinste durchdachter Küchenbetrieb wird Anleitung für tausend wichtige Einzelheiten geben. Ueberhaupt werden die Frauen am zweckmäßigsten einen großen Notizblock mitbringen, um all die Kochrezepte, die Anweisungen für das Verwerten von Wild= und Nutzfellen, für das Verhüten von Lederschäden zu notieren. In modernen hygienischen Musterstallungen werden sich Prachtexemplare von Kühen, Pferden und Schweinen den Hunderttausenden von Besuchern zeigen.„Das Handwerk als Helfer des Bauern" nimmt ebenfalls einen großen Platz ein. Da werden Schmiede schwere Ackergäule beschlagen, Böttcher hölzerne Gärfutterbehälter und Milchkannen herstellen, Korbflechter und Stellmacher, Küfer und Karosseriebauer ihr Handwerk vom Morgen bis zum Abend in der Praxis vorführen. Es wird eine Halle rastloser, froher Arbeit, die in Gemeinschaft mit der DAF. entsteht. Erstmalig und neu ist die Schau„Wild und Welt“, die Jagdtrophäen aus allen Erdteilen zeigt und als Werbung für die Internationale Jagdausstellung" im November 1937 in Berlin gilt, die zum ersten Male seit 25 Jahren wieder stattfindet. Vierzig Länder haben bereits ihre Beteiligung zugesagt. Die seltensten Beutestücke, vom Elefanten bis zum Alaskabären, wird man bewundern können. Die Kleingärtner und Kleinsiedler bekommen mehr Platz denn je eingeräumt, da die restlose Ausnutzung auch des kleinsten Stücks Landes jeden interessiert, der auch nur das winzigste Gärtchen sein eigen nennt. Neu ist eine große Kaninchenschau, wo prachtvolle Angora=Kaninchen vor allem die Siedlerfrauen interessieren werden. Der Reichsarbeitsdienst zeigt in einem Riesenmodell vom Sprottebruch in Schlesien, welch ein unersetzlicher Helfer des Bauern er ist. Wo früher unbrauchbares Oedland war, da sind heute blühende Dörfer, gesunde Siedlungen, strotzende Aecker und Weiden. Ebenso wird der Einsatz des weiblichen Arbeitsdienstes bei der Siedlerilfe berücksichtigt und dargestellt. Die landwirtschaftliche Industrie tritt in den Hallen 2, 4, 7 und 8 mit einer ganzen Parade der neuesten Geräte, Maschinen, Fahrzeuge und Produkte auf. In Halle 6 wird es in den ersten Tagen wieder vieltausendfach krähen und gackern von dem besten Geflügel aus dem ganzen Reich, das sich zur Dritten Deutschen Rassegeflügelschau ein Reichssiegertreffen gibt. Die letzten Tage aber gehören dem Hundeliebhaber. Eine Reihe von Ehrenpreisen wartet auf die Sieger im Zuchtgruppen= und Gebrauchszuchtgruppenwettstreit. Alle Gaue, Stadt und Land, werden sich wieder treffen— vom 29. Januar an— am Kaiserdamm zur Grünen Woche 1937. Chesiisier=Kdir mal in OS.. Wie Amerikaner über die Heirat denken Aus aller Welt 350 RM. für Reisen nach Italien Berlin, 7. Januar. Durch einen Runderlaß setzt die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung den Höchstbetrag, bis zu dem je Person und Kalendermonat Reisezahlungsmittel im Rahmen des deutsch=italienischin Reiseverkehrsabkommens ohne Genehmigung erworben werden können, auf 350 Mark fest. Wie bisher können die Devisenstellen Genehmigungen zum Erwerb von Reisezahlungsmitteln über diesen Betrag hinaus erteilen, soweit es zur Bestreitung unvorhergesehener Ausgaben, zum Beispiel infolge Unfall, Krankheit, Tod, erforderlich ist. Der Reiseverkehr nach der Schweiz Die getroffene Regelung des Reiseverkehrs nach der Schweiz gilt auch fur das erste Kalendervierteljahe 1937 mit der Maßgabe, daß der Höchstbetrag für Studien= und Erziehungsaufenthalte auf 220 RM. monatlich festgesetzt wird. Mit falschem paß im Zuge der Königin von dnb Paris, 7. Januar. Am Montag wurde in Diedenhofen ein Jugoslawe verhaftet, als er den Grenzbeamten einen gefälschten Paß mit dem Namen Paplovitsch vorzeigte. Die Angelegenheit wäre vielleicht als belangloser Zwischenfall behandelt worden, wenn die Festnahme nicht ausgerechnet in dem Zuge erfolgte, in dem die Königin Maria von Jugoslawien in Begleitung ihres zweiten Sohnes nach Ostende fuhr, um sich von dort aus nach England zu begeben. Die Polizei fragte sich sofort, ob sie es nicht mit einem Mitglied der berüchtigten Ustachis zu tun habe, deren Opfer vor einigen Jahren in. Marseille der König von Jugoslawien und der französische Außenminister Barthou wurden. Die Untersuchung ergab, daß Pavlovitsch, der nebenbei kein Hehl daraus machte, mit falschen Papieren zu reisen, ebenso gut Kalemen heißen könnte. Dabei erinnerte man sich sofort, daß der Mörder König Alexanders zunächst unter diesem Namen bekannt war. Außerdem versuchte man festzustellen, ob zwischen Pavlovitsch und dem berüchtigten Anführer der Ustachis, Pavelitsch, nicht gewisse Zusammenhänge bestehen. Die Untersuchung wird vorläufig noch ganz streng vertraulich behandelt. entlassen. Nichts zu essen für Marh Brian Amerikanische Filmdiva läßt sich in London das Essen aus Hollywood kommen London, 7. Januar. Die amerikanische Filmschauspielerin Mary Brian ist von einer englischen Filmgesellschaft für einige Filme engagiert worden, die in London gedreht werden sollen. Die Amerikanerin befürchtet anscheinend, daß sie in London verhungern muß, denn Engländer haben ihr in scherzhafter Weise versichert, in London gebe es außer Roastbeef und Pudding nichts zu essen. Da Mary aber für beide Gerichte nicht schwärmt und sich auch aus Tee nichts macht, hat sie mit einem Lebensmittelgeschäft in Hollywood einen Vertrag geschlossen, laut dem sie während der Dauer ihres Aufenthaltes in England regelmäßig Pakete mit Hühnchen, Kaffee, Eiscreme und anderen Delikatessen zugeschickt bekommt. Londoner Blätter machen sich über die Filmschauspielerin lustig und meinen, sie wäre eine Art Prinzessin auf der Erbse. Newyork, 7. Januar. In den Vereinigten Staaten hat man in der Sucht, alles Mögliche und Unmögliche zu mechanisieren, jetzt einen Ehestifter=Automaten erfunden, einen Robot, der uns zur Frau unserer Träume verhelfen soll. Der Erfinder, Graham Brooth, hat seinem Heiratsvermittlungs=Automaten eine nüchterne äußere Form gegeben, ähnlich der eines Schokoladen=Automaten, eine Form, die nicht verrät, daß es um Menschenschicksale, vielleicht um romantische Menschenschicksale geht. Durch den Einwurf eines Dollarstücks in den dafür bestimmten Schlitz setzt man den Schicksalsapparat in Tätigkeit. Hinter einer Glasscheibe erscheinen in langer Reihe nacheinander die Photos schöner und weniger bet rufenden Muezzins. Die mohammedanischen Führer zu haben, die als Lebensgefährtin zu einem passen haben nun beschlossen, die neuzeitliche Zivilisation mit ihren eigenen Methoden zu schlagen. Auf den vier Hauptmoscheen wurden große Lautsprecher angebracht. Während man früher den Ruf zum Gebet bestenfalls in einem Umkreis von 100 bis 200 Meter hörte, trägt der Lautsprecher die Stimme des Muezzins über den Straßenlärm fast zwei Kilometer weit. Dieser technische Fortschritt hat aber gleichzeitig das Verschwinden eines vertrauten Bildes zur Folge gehabt. Die auf der Höhe des Minaretts stehende Gestalt des Muezzins mit ausgebreiteten Armen oder schallförmig an den Mund gelegten Händen ist verschwunden. Er kann sich jetzt den täglich sechsmaligen Gang die hohe Wendeltreppe hinauf ersparen: er bleibt in seinem Zimmer und spricht dort ins Mikrophon. Neue Nordpol=pläne Wilkins Southampton, 6. Januar. Der Forscher Sir Hubert Wilkins traf an Bord des Dampfers„Deutschland“ aus Newyork hier ein. Wie er mitteilte, plant er, im kommenden Juli von Spitzbergen aus eine unterseeische Forschungsfahrt zu unternehmen. Er werde in seinem eigens zu diesem Zweck gebauten Unterseeboot 2500 Meilen unter dem Eis zurücklegen, den Nordvol kreuzen und versuchen, die Beringsee zu erreichen. Allerdings werde er die Forschungsreise nur durchführen können, wenn er in England die noch fehlenden 120000 Reichsmark zusammenbringe die nötig seien, um die Expeditionskosten voll zu decken.„Ich habe jeden Cent, den ich besaß“, äußerte Wilkins,„für den Bau des Forschungs=Unterseeboots ausgegeben. Die Expeditionskosten werden schätzungsweise 750000 Reichsmark betragen, und ich möchte die fehlenden 120000 Reichsmark in England aufbringen. Davon hängt es ab, ob ich im Juli dieses Jahres oder erst im Juli 1938 zu meiner Fahrt aufbrechen werde. Der Zweck der Expedition ist, zu beweisen daß Unterseeboote als dauernde Stützpunkte für arktische Beobachtunger benutzt werden können.“ Wilkins' Unterseeboot in 25 Meter lang und wird eine Besatzung von sechs Engländern und Norwegern aufnehmen. Es kann fünf Tage ohne Unterbrechung getaucht bleiben. Der Forkönnte, wenn man den gewissen elektrischen Funken verspürt: diese und keine andere:— dann drückt man auf einen Stop=Knopf, worauf der Automat einen Brief von sich gibt. In diesem Umschlag befinden sich nochmals eine Photographie oder auch mehrere sowie alle sonstigen Angaben, die nötig sind, wie Name, Alter, Größe, Haar= und Augenfarbe, Charaktereigenschaften, Liebsabereien und, nicht zu vergessen, die Höhe von Vermögen oder Mitgift. Wer sich in den Kreis der Heiratsangebote einschalten, also sein Photo in dem Ehevermittlungskasten ausstellen lassen will, hat nur die Kleinigkeit von fünf Dollar zu zahlen. VonUSh. nach dem Sowjetparadies Botschafter nimmt 1000 Liter Sahne nach Moskau Newyork, 7. Januar. Die Gattin des neuernannten amerikanischen Botschafters für Sowjetrußland, Davies, will sichergehen, daß während ihres Aufenthalts im„Sowjetparadies“ zum Morgenkaffee auch die Sahne vorhanden ist. Den Zusicherungen des sowjetrussischen Generalkonsuls in Newyork,„daß in Moskau unter bolschewistischer Herrschaft genügend Milch vorhanden sei“, schenkt man wahrscheinlich nicht allzu viel Glauben, sonst würden der Abreise des Botschafters nicht 1000 Liter flüssige Sahne nach Moskau vorausgehen. Diese Sahne— nach einem neuen Verfahren haltbar gemacht— soll angeblich genügen, um den Bedarf des Botschafterhaushalts für die nächsten zwei Jahre zu decken. Weiterhin geht dem Botschafter voraus eine reichliche Sendung konservierter Gemüsearten, weil— wie ihm das amerikanische Staatsdepartement versichert habe—„solche in Moskau schwer zu bekommen seien". Das Dorf der Zwillinge Es liegt am Klima, sagen die Frauen London, 7. Januar. Man hat bisher nur wenig gehört von dem englischen Dorf Ulcombe in der Grafschaft Kent. Dennoch verzeichnet dieses Dörschen eine Merkwürdigkeit, wie man sie in Europa kaum noch ein zweites Mal findet. Ulcombe ist das Dorf der Zwillinge. In den letzten Jahren war durchschnittlich jede fünfte Geburt in diesem Dorfe eine Zwillingsgeburt. Reverend Bredin, der Leiter der Dorfschule, hat nicht weniger als 14 Zwillinge unter seinen 73 Schülern und Schülerinnen. Und Frau Bredin, die die Nähstunde für junge Frauen leitet, betreut unter ihren zehn Zuhörerinnen fünf Mütter von Zwillingen. Dabei hat Frau Bredin selbst in ihrer Ehe drei Zwillingspaaren das Leben geschenkt. In Ulcombe sind Zwillingshochzeiten geradezu an der Tagesordnung. Ein Arzt, der kürzlich im Auftrag der Behörde über diese merkwürdige Erscheinung Untersuchungen anstellte, erklärte diese Häufungen von Zwillingen psychologisch damit, daß die werdenden Mütter schon von Haus aus davon überzeugt seien, Zwillinge zur Welt zu bringen, da das in Ulcombe so üblich sei. Diese Erklärung hat in Ulcombe nur wenig Anklang gefunden, die Bevölkerung behauptet vielmehr, daß das Klima des Ortes die Frauen besonders fruchtbar mache. Auf alle Fälle ist durch diese Debatte Ulcombe nun der Vergessenheit entrissen worden; das„Dorf der Zwillinge“ wurde in den letzten Wochen von zahlreichen Reportern und Aerzten besucht. 20 Tage Kampf mit einem Hai Paris, 7. Januar. Die Bekanntschaft eines hartnäckigen Haies machte Kapitän Jean=Louis Bernicot, der an Bord des kleinen, knapp zwölf Meter langen Segelbootes„Anahita“ allein den Atlantik überquerte. Der bretonische Seemann war am 22. August in Carantec gestartet und landete Mitte Dezember im argentinischen Hafen Mar del Plata, wo er von der französischen Kolonie begeistert gefeiert wurde, aber schon nach wenigen Tagen die Weiterfahrt antrat. Das seltsamste Erlebnis dieser einsamen Ozeanüberquerung, so erzählte Kapitän Bernicot seinen Landsleuten in Mar del Plata, war die Jagd, die ein Haifisch auf ihn veranstaltete. Dieser Haifisch verfolgte das kleine Boot zwanzig Tage lang, offenbar in der Hoffnung, daß eine große Welle es doch umwerfen und seine Hartnäckigkeit belohnen würde. Bernicot versuchte alles, um sich dieses hartnäckigen Raubfisches zu entledigen. Zwanzig Tage lang gab es einen ebenso zähen wie erbitterten Kampf zwischen ihm und dem Hai, der sich nicht vertreiben lassen wollte und der erst in der Nähe der argentinischen Küste die Hoffnung aufgab und kehrt machte. 53000 Streikende in der amerikanischen Autoindustrie Ein bisher nicht vom Streik betroffenes Autowerk der General Motors Gesellschaft in Detroit hat sich am Mittwoch dem Ausstand angeschlossen. Damit ist die Zahl der Streikenden bei der genannten Gesellschaft auf etwa 53.000 gestiegen. Regen, der 2800 RM. kostet London, 7. Januar. In den Filmateliers von Denham ergab sich eine paradoxe Situation. Es wurde gerade eine wichtige Regenszene gedreht, und der Zufall wollte es, daß auch draußen, außerhalb der Aufnahmehalle, der Regen in Strömen gegen die Scheiben peitschte. Der Regisseur versteifte sich aber auf künstlichen Regen, den der Maschinenmeister aber ganz und gar nicht zur Zufriedenheit lieferte. Es entstand ein mehrstündiger Aufenthalt, bis der richtige Filmregen zustande gebracht wurde, ein Aufenthalt, der die Gesellschaft die Kleinigkeit von 2800 Mark kostete, während den ganzen Tag über der schönste und natürlichste Regen gratis zur Verfügung stand. Ein passender Kandidat Paris, 7. Januar. In Beauvais wurde ein Hausverwalter und ehemaliger Richter verhaftet, weil er ihm anvertraute Gelder in Höhe von über 200000 Reichsmark veruntreut hatte. Diese Summe war ihm übergeben worden, um damit Hypotheken zu beleihen. Der Verhaftete hatte noch bei den letzten Kammerwahlen seine Kandidatur aufgestellt und zum Hauptpunkt seines politischen Programms die Festigung des öffentlichen Kredites durch die Kontrolle der Banken sowie der Handels= und Industriegesellschaften gemacht. Ferner hatte er die Verfolgung aller Spekulanten gefordert. Avus wird Autobahn Nach einem Plan Dr. Todts wird die Avus durch eine Verlängerung in südlicher Richtung über Wannsee bis in die Gegend von Saarmund mittelbar an die Süd=Tangente des Autobahnringes um Berlin angeschlossen. Das Reichsautobahnnetz wird mit dieser Abzweigung dicht an das Weichbild Berlins herangeführt. Wenn die Avus für Rennen und Sonderveranstaltungen dem allgemeinen Verkehr entzogen werden muß, werden die Wagen über eine Anschlußstelle in Wannsee abgeleitet. Der Streik bei der Pariser Großmolkerei Maggi beendet Der Streik bei der Pariser Großmolkerei Maggi ist besreits beendet worden. Auch der Ausstand in der Metallindustrie von Maubeuge konnte behoben werden. In den bestreikten Pariser Wäschereien dauern die Verhandlungen zur Beilegung des Streikes dagegen noch an. Zwei Arbeiter durch Starkstrom getötet In Pissy=Poville bei Rouen(Frankreich) kamen bei der Aufstellung von Masten für eine Hochspannungsleitung vier Arbeiter mit der Starkstromleitung in Berührung. Während zwei Arbeiter sofort tot waren, konnten die beiden anderen nach längeren Wiederbelebungsversuchen gerettet werden. Gnadenakt des Gouverneurs Lehman Wie bereits berichtet, sollten sechs jugendliche, wegen Beteiligung an einem Raubmord zum Tode verurteilte Verbrecher am Donnerstag= im elektrischen Stuhl des Sing=Sing=Gefängnisses in Amerika hingerichtet werden. Der Gouverneur des Staates Newyork, Lehman, hat am Mittwoch drei Verurteilte zu lebenslänglichem Gefängnis begnadigt. Seite 8 Nr. 6; Bochumer Anzeiger„ Freitag, 8. Januar 1937 Tuenen und Carapgerenh Deutschlands Studenten-Fußballer verlieren gegen England nur knapp:0(:0) land und Schweden teilnahmen. Die Deutsche Hannieinfinden.„Praktische Arbeit in der Grundschulung" Hölzner(Plauen) hatte dabei wenig Glück.In der ihr steht sowohl für die Svortwarte als auch für die Diet.# unden 100=Meter=Strecke wurde sie in London, 7. Januar. Im Wembley=Stadion kamen am Donnerstag vor 8000 Fußballfreunden die Hochschul=Auswahlmannschaften von England und Deutschland im Studenten=Länderkampf zusammen. Es war die dritte Auseinandersetzung nach einem Unentschieden und einem englischen Siege. Erneut siegten die Briten. Aber der schmale:=Sieg der Engländer ist eine Anerkennung für den deutschen Fußball. Wir haben in Ehren verloren. Unsere Elf schlug sich ausgezeichnet, ein Unentschieden wäre zweifelsohne ein weit besserer Wertmesser gewesen. Vor allem der deutsche Sturm zeigte die weit reifere Zusammenarbeit. Siegtor durch Collins. Das Wetter war ausgezeichnet. Mit dem Anstoß der Engländer setzten auch schon die britischen Angriffe ein, aber Bonk(Halle) stand seinen Mann. So meisterte er eine Bomve des Halbrechten Goodyear spielend. Aber dann waren die Deutschen am Zuge. Im Nu war der Münchener Breindl durch, ließ alles zurück, aber da wurde er im letzten Augenblick von Strasser regelwidrig im Strafraum gelegt, doch der großzügige Schiedsrich= ter übersah die Sache und pfiff nicht zum fälligen Elfmeter. Dann war es wieder Gäßler(München), der mit einem Bombenschuß Reed auf sein Können prüfte, doch der englische Schlutzmann zeigte sich schon hier als ein Meister seines Fachs. Wieder einmal war Prysok (Greifswald) auf dem linken Flugel auf und davon, scharf zischte sein Schuß unter die Querlatte, doch auch diese schwierige Situation meisterte Reed. Bestechend spielte der deutsche Sturm zusammen, England suchte in Durchbrüchen sein Heil. Sekunden vor dem Pfiff zur Pause war es dann geschehen. Collins war durch, schoß hart, und Bonk hatte das Nachsehen.:0 für England und Pause. Nach dem Wechsel kämpften die englischen Studenten viel elanvoller. Ihr Spiel wurde zusehends besser, und nun hatten die Deutschen„alle Beine voll zu tun“ um sich nicht überrennen zu lassen. Aber in Bonk stand ein Klassehuter im Rahmen, mochten Collins, Goodyear und Edleston noch so scharf schießen. Endlich hatte unsere Elf die Kraft, den Druck abzuschütteln. Nun war der Kampf wieder ausgeglichen. Wieder war Prysok durchgebrochen, aber Lindemann versiebte die gute Gelegenheit und jagte den Flankenball über die Latte. Nach einer zwischenzeitlichen erneuten Ueberlegenheit der Engländer machten sich unsere Studenten wieder frei und legten einen ausgezeichneten Endspurt vor. Prysok und Gäßler wollten mit aller Macht mit Bombenschüssen den Ausgleich erzwingen, doch an dem Können eines Reed scheiterte alles. Englands Studenten verteidigten den knappen Sieg. Ein Leichtathlefik-Pionier scheidet Der langjährige leichtathletische Sachbearbeiter des Bezirks bzw. des Kreises Bochum, Willi Meier(TuS. Bochum), hat seinen Posten als Kreisfachamtsleiter für Leichtathletik niedergelegt. Mit Willi Meier scheidet ein alter Pionier der Leichtathletik aus seinem Amte, der achtzehn Jahre hindurch mit Idealismus die Leichtathletik in und um Bochum erfolgreich geleitet hat. Bochumer Schachleben Schachmeister Hans Herrmann bei den Schachfreunden. Simultanvorstellung an 20 Brettern. Der westfälische Schachmeister Hans Herrmann tritt Freitag in Lotz=Bierstuben gegen eine Mannschaft der Bochumer Schachfreunde an, um in einer Simultanvorstellung gemeinsam mit den Schachfreunden für das deutsche Schach zu werben. Diese Veranstaltung hat zugleich lehrreichen Charakter, da Herrmann vor Beginn des Kampfes einen schachtheoretischen Vortrag halten wird. Schon mehrere Male stellten sich in unserer Stadt Großmeister am Schachbrett vor, jedoch interessiert gerade in Bochum das Abschneiden unseres westfälischen Spitzenspielers. Die zahlreichen Nachwuchskräfte der Bochumer Schachfreunde werden sicherlich viel von diesem Abend mitnehmen. Schlußrunde im Bochumer Schachturnier Die Kämpfe um die Bochumer Stadt= und Kreismeisterschaft erreichen Sonntag mit der Schlußrunde ihren Höhepunkt. Die letzten Spiele gewinnen dadurch an Interesse, daß erst Sonntag die Entscheidung fällt. Turnierneulinge und Favoriten streiten hier um die Punkte, die für alle gleich wertvoll sind. Aus diesem Grunde sind große und spannende Kämpfe zu erwarten. Das Interesse wird sich hauptsächlich auf die Begegnungen von Herrmann, Lemke und Josteit richten, die alle drei noch für den ersten Platz in Frage kommen. Es spielen: Schwesig— Lemke Kröger— Herrmann Josteit— Krusch Katzer— Möller Wir erwarten L. Herrmann knapp vor Lemke und Josteit in Front. Perry schlug Vines 18000 im Newyorker Madison Square Garden Bei seinem ersten Auftreten als Berufs=Tennisspieler schlug der dreifache Wimbledon=Sieger Fred erry am Mittwoch abend im Newyorker Madison Square Garden den Amerikaner Elsworth Vines in vier Sätzen:5,:6,:3,:4. Der Madison Square Garden war völlig ausverkauft. 18000 Zuschauer, die größte Menge, die je einem Hallenkampf beigewohnt hat, erlebten einen sehr spannenden Kampf, in dem sich Verry einwandfrei als der bessere Spieler erwies. Die Einnahmen betrugen 58 119 Dollar, was ebenfalls für Tennis einen Rekord bedeutet. Deutschland hat zum Davispokal gemeldet Beim Organisations=Ausschuß für die Davispokalspiele 1937 in London ist die Meldung von Deutschland eingelaufen. Meldeschluß für den Davispokal ist der 81. Januar. In den ersten Tagen des Februar wird die Auslosung des Spielplanes in London in der üblich feierlichen Weise vorgenommen werden. Polizeisportverein im Präsidialbezirk Bochum Vereinigung der Polizeisportvereine Bochum und Herne Auf Anregung des Polizeipräsidenten ist für den Bereich des Polizeipräsidiums Bochum ein Verein geschaffen worden, der die Bezeichnung„Polizeisportverein im Präsidialbezirk Bochum" trägt und die Städte Bochum, Castrop=Rauxel, Herne, Wanne=Eickel, Wattenscheid und Witten umfaßt. Dadurch war eine Verschmelzung des bisher noch selbständigen PsV. Herne mit dem PSV. Bochum notwendig. Mit dieser Verschmelzung ist die Mitgliederzahl auf weit über 1000 gestiegen. In einer erweiterten Führerratssitzung, an der auch der Kameradschaftsbund teilnahm, wurden die notwendigen Anordnungen für die Neuorganisation getroffen. Vereinsführer Hauotmann Muller leitete die Sitzung und gab Erläuterungen. Der Kampfsportbetrieb wird zentral von Bochum aus geleitet Um den zahlreichen älteren Mitgliedern, die nicht mehr am Kampfsport teilnehmen können, Gelegenheit zu geben, sich sportlich zu betätigen, sind Gesundheitssvortabteitungen in den verschiedenen Städten des Präsidialbezirks mit selbständigen Uebungsbetrieben geschaffen worden. Als Leiter des Uebungsbetriebs, Abschnitt Herne(einschl. Castrov=Rauxel), wurde Polizeiobermeister Dörfer, für den Abschnitt Wanne=Eickel (einschl. Wattenscheid) Hauptmann Hossius und für den Abschnitt Witten Kriminalassistent Nölle eingesetzt. Mit dem Kameradschaftsbund, dem die weltanschauliche Schulung obliegt, soll eine enge Zusammenarbeit gepflegt werden. Dietwart Major Rheindorf berichtete über die einzusetzende Dietarbeit. Gemeinsam mit dem Kameradschaftsbund soll in nächster Zeit ein Dietabend im Evangelischen Vereinshaus aufgezogen werden. Der Führer des Kameradschaftsbundes. Obermeister Mette, behandelte weltanschauliche Fragen und Polizeiinsvektor Heutz behandelte ein gehend Fragen des Svortbetriebes. An dem am 16. und 17. Januar stattfindenden Tag der deutschen Polizei wird sich der PSV. beteiligen. Hanni Hölzner geschlagen Internationales Schwimmfest in Kopenhagen Ein internationales Schwimmfest fand am Mittwoch abend in der Kopenhagener Schwimmhalle statt, an dem auch Schwimmerinnen aus Deutschland, Holam meisten ziegenben, 400=Atteg######gwurde sie in :27,3 nur Zweite hinter der Danin Walborg Christensen, die:25,8 benötigte. Ueber 200 Merer Brust siegte die junge Danin Inge Sörensen in:05,3. Walborg Christensen verwies Hanni Hölzner noch nach erbittertem Kampf auf den dritten Platz. Der Zweikampf im Kraulschwimmen zwischen der Holländerin Willie den Ouden und der Dänin Ragnhild Hveger endete sowohl über 100 als auch über 200 Meter mit einem sicheren Siege der Holländerin. Die Ergebnisse: Frauen: 100 Meter Kraul: 1. Willie den Ouden (Holland):08; 2. Ragnhild Hveger(Dänemark):10,3. Anni Timmermanns(Holland) wurde Fünfte.— 200 Meter Kraul: 1. Willie den Ouden:31,4; 2. Ragnhild Hveger:32.— 100 Meter Brust: 1. Walborg Christensen(Dänemark):25,8; 2. Hanni Hölzner(Deutschland):27,3.— 200 Meter Brust: 1. Inge Sörensen (Dänemark):05,3; 2. Walborg Christensen(Dänemark):09,3; 8. Hanni Hölzner. Roth-Rodriguez vorverlegt Der Weltmeisterschaftskampf am 9. Januar Der ursprünglich für den 15. Januar geplante Weltmeisterschaftskampf im Halbschwergewicht zwischen dem IBU.=Titelverteidiger Gustave Roth(Belgien) und seinem portugiesischen Herausforderer Rodriguez ist, wie jetzt aus Rio de Janeiro gemeldet wird, aus technischen Gründen vorverlegt worden. Der Titelkampf soll bereits am 9. Januar in Rio zum Austrag kommen. Aanlpfasend des Bonl. „Fauftkämpfer“ Mülheim als Gegner Nach der unfreiwilligen„Gefechtspause“ findet heute abend im Saale des Tonhallen=Varietés die erste diesjährige Veranstaltung des Boxsportklubs 19 statt. Zahlreiche Erkrankungen von Kämpfern waren für diese Zwangspause mitbestimmend, denn bereits zwei Termine mußten aufgegeben werden, weil keine Möglichkeit bestand, einen passenden Gegner zu verpflichten. Auch diesmal wären die Verhandlungen beinahe gescheitert, wenn nicht im letzten Augenblick durch die Zusage des Postsportvereins Duisburg, der seine beiden stärksten Kämpfer Scheidt I und Bergter zur Verfügung stellte, eine befriedigende Lösung gefunden worden wäre. Durch die Hinzuziehung der beiden Duisburger Kämpfer ist die Kampfstärke der Mülheimer beträchtlich erhöht worden. Jedenfalls müssen die 19er sich in allerbester Form befinden, wenn sie den Gesamtsieg erringen wollen. Die Kontrahenten standen sich in den letzten Jahren nicht mehr gegenüber. Man muß schon bis zum Jahre 1932 zurückgreifen, um die letzte Begegnung ausfindig zu machen. Damals erlitt der BSK. 19 eine klare 10:=Niederlage. Für die Stärke der Mülheimer Staffel spricht schon die Tatsache, daß sie in letzter Zeit alle bekannten Mannschaften geschlagen nach Hause schickte. In technischer Hinsicht hat der BSK. 19 ein nicht geringes Plus zu verzeichnen, für dessen Ausgleich die Mülheimer den Schlagaustausch und Härte im Nehmen und Geben in die Waagschale werfen. Bei den Mülheimern dominieren Scheidt, Dötsch, Börsken und Bergter, die aber in Lehrke, Petermann, Distelrath und Babski gute Gegner haben. Nach den beiden Einleitungskämpfen im JugendFliegen= und Jugend=Bantamgewicht zwischen Wermlinghaus(.) gegen Lennemann(19) und Hammelsbeck(.) gegen Karwatowski klettern als erste Gegner Scheidt(Duisburg) und Lehrke(19) im Fliegengewicht durch die Seile. Lehrke, der noch vor einiger Zeit eine Niederlage durch Scheidt hinnehmen mußte, hat sich gut vorbereitet und brennt darauf, für diese Niederlage Revanche zu nehmen. Im Bantamgewicht stehen sich Feldermann(.) und Manzcyk II(19) gegenüber. Feldermann ist ein erfahrener Gegner, der außerdem über einen harten Schlag verfügt. Im zweiten Bantamgewichtskampf hat Petermann(19) in Dötsch(.) ebenfalls einen Gegner, der anständig „hinlangen“ kann. Die Leichtgewichtspaarung zwischen Zimmermann(.) und Jakubowski(19) verspricht einen sehr interessanten Kampf. Zimmermann, zwar technisch unterlegen, besitzt das richtige Kämpferherz und wird das allerletzte von„Jaku" herausfordern. Eine schwere Auseinandersetzung wird es im Weltergewicht zwischen Koch(19) und Rötz(.) geben. Der Mittelgewichtskampf zwischen Börsken(.) und Distelrath (19) verspricht ebenfalls einen spannenden Verlauf, denn Börsken ist ein ausgesprochener Angriffsboxer. Im Schwergewicht stehen sich zwei der besten westdeutschen Nachwuchskämpfer gegenüber. Babski trifft diesmal auf einen Gegner, der ebenfalls über den sogenannten „Dynamitschlag“ verfügt. stehr sbireht saeen Spornrarn als auch für die 2 warte am Anfang des Programms, das Sonntag vormittag fortgesetzt und gegen Mittag beendet wird. Die Tagung der Sportwarte steht unter Leitung des Kreissportwartes Schmidt, die der Dietwarte unter Leitung des Kreisdietwartes Schulte. Die Kreisfachwarte der einzelnen Sportsparten werden Sonntag nach der Morgenfeier Vorträge über fachliche Arbeiten halten. Wir sind davon überzeugt, daß die beiden Tagungen allen Teilnehmern wertvolle Anregungen für ihre zukünftige Arbeit vermitteln werden. Starkes Punkteprogramm in den Kreisklassen Der Monat Januar bringt den Vereinen der Kreisklassen neben den Meisterschaftsspielen bekanntlich noch die Ausscheidungskämpfe in der Pokalrunde um den Tschammer=Osten=Pokal. Eingeleitet wurde das neue Spieljahr durch die erste Pokalrunde. Am Sonntag gibt es wieder ein volles Meisterschaftsprogramm. Am 17. Januar werden die Pokalsviele fortgesetzt. In der Gruppe A der ersten Kreisklasse muß allerdings das am letzten Sonntaa trotz Verlängerung unentschieden ausgegangene Pokalsviel Preußen Wanne gegen Wanne 11 wiederholt werden, wodurch das Meisterschaftsprogramm eine Aenderung erfahren hat. So spielt Phonix Bochum in Marmelshagen aegen Rasensport Herne und müßte auf eigenem Platz bei der Formverbesserung Sieger bleiben. VfB. Gerthe muß nach Wanne und hat gegen die sehr starken Reichsbahner trotz des Pokalsieges nur dann Aussichten auf einen Sieg, wenn die Mannschaft sich auf frühere gute Zeiten besinnt. Der Tabellenführer Germania Herne wird selbst auf eigenem Platz auf der Hut sein müssen. wenn der Lokalgegner Fortuna niedergehalten werden soll. Die Spiele: Phönix Bochum— Rasensport Herne Reichsbahn Wanne— VfB. Gerthe Germania Herne— Fortuna Herne Die Gruppe B startet ein weitaus größeres Programm und bringt auch die interessanteren Auseinandersetzungen. So hat der SC. Altenbochum am Pappelbusch den Neuling Rasensport Bochum zu Gast. der in der Lage ist, den Platzleuten ein Bein zu stellen. Polizei Bochum müßte am Lohbera mit Union Günnigfeld fertigwerden können, während Langendreer 07 in Stiepel wohl auf härtesten Widerstand stoßen wird. Westfalia Weitmar geht ausgeruht in den Kampf gegen Langendreer 04 und steht hier vor einer sehr schweren Aufgabe. Bochum=West und Reichsbahn Bochum treffen sich an der Pestalozzistraße. Die Reichsbahner liegen den„Western" nicht, so daß es hier zu einer recht interessanten Auseinandersetzung kommen wird. Am Vormittag steigt dann noch das Meisterschaftsspiel Concordia Bochum gegen TuS. 26 Altenbochum an der Glücksburger Straße, das der Platzverein gewinnen dürfte, wenn TuS. 26 nicht bald bessere Leistungen zeigt. Die Spiele: Concordia Bochum— Tus. 26 Altenbochum(vorm.) Polizei Bochum— Union Günnigfeld SC. Altenbochum— Rasensvort Bochum Bochum=West— Reichsbahn Bochum Langendreer 04— Westfalia Weitmar Stiepel 04— Langendreer 07 Diel a. Oportwurtslagung Krunterkreis becham Wochenendtagungen der Sportwarte in der Turnhalle und der Dictwarte in der Aula des Lyzeums on der Bleichstraße Nach den Olympischen Spielen hat der Reichssportführer das Einigungswerk im deutschen Turn= und Sportleben durch den Uebergang aller Organisationen in den Reichsbund für Leibesübungen und die Uebertragung der Gesamtverantwortlichkeit im deutschen Sport an den RfL. vollendet. Damit hat für alle deutschen Turn= und Sportvereine ein bedeutungsvoller Markstein in ihrer Entwicklung begonnen, dem höchste Beachtung zu schenken ist, damit auch das kleinste Vereinsgebilde allmählich in den vergrößerten Aufgabenbereich eines Reichsbundvereins hineinwachsen kann. Wir betonten bereits anläßlich der Vereinsführertagung Aussprachen über völkische Fragen gestellt werden muß, die unter dem Begriff Dietarbeit in zahlreichen Vereinen immer noch nicht richtig erfaßt worden ist. In richtiger Erkenntnis der Notwendigkeit, die neue Marschrichtung des deutschen Sportes jedem Vereinsführer zu Beginn der neuen Jahresarbeit einzuprägen, führt der Unterkreis Bochum am Wochenende zwei Tagungen durch, die für die Sport= und Dietwarte des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen als eine Grundschule ihres Aufgabenbereiches anzusprechen sind. Es handelt sich um Pflichtveranstaltungen der Fachämter 1 bis 5, also Turnen, Fußball Handball, Leichtdes Unterkreises Bochum, daß Sport nicht mehr aus= athletik, Schwerathletik Boxen und Schwimmen. schließlich gleichbedeutend mit Pflege der Leibesübun=] Die Sportwarte versammeln sich Samstag gen ist, daß der deutsche Sport in Zukunft mehr denn abend um 18 Uhr in der Turnhalle an der Bleichwerden muß, daß an die straße, während die Dietwarte sich zur gleichen rein fachliche Fragen die! Zeit in der Aula des Lyzeums an der Bleichstraße se. guch, geistig untermauert werden muß, daß an die straße, Steue der Theorien über Hieins„ule Lehlung gegen-Chäries 2. Kreisklasse: Auch die zweite Kreisklasse ist voll beschäftigt. Leicht hat es der Tabellenführer der Gruppe A. Viktoria Herne, der mit Gerthe=Hiltrov wohl nicht allzu viel Arbeit haben wird. Carolinenglück wird im Kampf gegen VfL. Herne zu beweisen haben, daß die letzten Niederlagen in den Meisterschaftskämpfen nur eine vorübergehende Formschwankung gewesen ist. BC. Hordel hat auf eigenem Platz sehr zu kämpfen, um gegen Constantin Herne zu bestehen. Constantin Bochum weilt bei Schwarz=Weiß Herne und kann nur gewinnen, wenn die Mannschaft sich in allerbester Form befindet. In Wanne steigt noch der Lokalkampf zwischen Fortuna und Rasensport Wanne. Die Spiele: Schwarz=Weiß Herne— Constantin Bochum Carolinenglück— VfL. Herne BV. Gerthe=Hiltrov— Viktoria Herne BC. Hordel— Constantin Herne Fortuna Wanne— Rasensport Wanne Fünf Spiele auch in der Gruppe B. Hier steht der Kimpf Preußen 11 Bochum gegen LFC. Laer an der Krümmede im Vordergrund des Interesses. Der Verlierer kann unter Umständen den Anschluß an die Svitzengruppe verlieren, was bei den Laerern schmerzlicher sein würde als bei den Preußen, die noch besser im Rennen liegen. Der Tabellenführer Werne 19 ist Gast beim SuT. Harven, während der relative Spitzenführer Wattenscheid=Ost bei Fortuna Bochum sicher siegen müßte. Langendreerholz kämpft auf eigenem Vlatz gegen Germania Kaltehardt und Germania Querenburg ebenso gegen Wattenscheid 19. Die Spiele: Preußen 11 Bochum— LFC. Laer Langendreerbolz— Germania Kaltehardt Fortuna Bochum— Wattenscheid=Ost SuT. Harpen— Werne 19 Germania Querenburg— Wattenscheid 19 3. Kreisklasse: Vier Sviele in der dritten Kreisklasse. Postsvortverein Bochum wird am Freiarafendamm einen schweren Strauß gegen Bruchstraße Langendreer aufzufechten haben, Kortum Bochum spielt an der Glücksburger Straße gegen Teutonia Stievel und Borussia Bochum gegen TuS. Hannibal. Sicherer Sieger scheint uns TuS. Engelsburg über den Postsportverein Wanne zu werden.„ Die Spiele: Postsportverein Bochum— Bruchstraße Langendreer Borussia Bochum— TuS. Hannibal Postsportverein Wanne— TuS. Engelsburg Kortum Bochum— Teutonia Stiepel 12 Länder meldeten Eishockey=Weltmeisterschaft. Von den 16 von England eingeladenen Eishockeyländern haben zwölf ihre Teilnahme an den im Februar in London stattfindenden Weltmeisterschaften zugesagt. Es sind dies neben England Deutschland, die Tschechoslowakei, Frankreich, Norwegen, Schweden, Kanada, Oesterreich, Holland, die Schweiz, Rumänien und Polen. Mittwoch abend fand in der Deutschlandhalle zu Berlin ein Voxabend statt. Scherl-Bilderdionet Einer der interUnsere Voraussagen Nizza, 8. Januar 1.: Cuenca— Fleet Foot. 2..: Diesi. Quatre As. Fleet Foot;„2..:„Catz, Nord— 3..: Brididt— Orléans II. 4..: Maroso— ApartSnlender) SoLen Mittwoch abend fand in der Deutschlandhalle zu Berlin ein Box essantesten Kämpfe war die Vorentscheidung um die Schwergewichtsmeisterschaft von Europa zwischen dem Belgier Pierre Charles(links) und dem Solinger Erwin Klein(rechts), die mit einem Unentschieden endete. Heute abend,.15 Uhr im Tonhallen=Varieté. Bochum: Faustkämpfer Mülheim gegen Vox Spoet Klub 19 Einlaß 7 Uhr. Kampfpodium. Anfang.15 Uhr