„ geuse gor 4 um Aibe in 2 mu Breite 85 9 Kusgernpreie. Grunbpraig nr 1an gose u R an Sreiz. 95.3. Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. haldmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. dalbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Bl. monatlich, Funkseitschrift„bör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dal. vberbindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden. u— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, gußer mittwochs und samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Sametag SSonntag ./3. Januar 1937 44. Jahrgang Nummer 1 Somstogsausgabe 13 Pf. 20 Pf. mit„Bochumer Illustrierte".. w Anzergund, Siellengesuche 6 Pl. Vereinsanzeigen(die nicht der Aris“ 3“ Pf., Anzeigen im Vereins, oder Sporikalender im Teriteil üshe e, u ächlessasel. V,gchlus Der Anzelgenannadme für, die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Neujahrsaufruf des Führers an Partei und Wehrmacht Die Purris=Eirlot. And furSrurschtartt Brutschland Bönwrer gegen den Volschewismas und Garant des Zeirdens An die partei dnb Berlin, 1. Januar. Der Führer hat, wie die NSK meldet, zum neuen Jahre folgenden Aufruf an die NSDAP. gerichtet: Nationalsozialisten! Nationalsozialistinnen! Parteigenossen! hebt mir vier Jahre Zeit.“ So lautete die Bitte, die ich am Tage der Machtübernahme 1933 an das deutsche Volk richiete.... gag Das vierte Jahr ist nun beendet. Noch niemals aber konnte in der Geschichte ein Regime mit stolzerer Genugtuung auf die Erfüllung seines Programms zurückblicken als die Nationalsozialistische Partei an der Wende dieses Jahres auf das ihre.. Ungeheures, ja kaum Faßbares ist in diesen vier Jahren geleistet worden. Auf allen Gebieten unseres nationalen Lebens, innen=, außen= kultur= und wirtschaftspolitisch erlebten wir den Sturm der größten Revolution unserer deutschen Geschichte. Ein tiefgedemütigtes, politisch und moralisch geschlagenes, wirtschaftlich ruiniertes Volk hatsich wieder erhoben! Was bedeutet dieser gewaltigen geschichtlichen Tatsache gegenüber das stupide Beiseitestehen oder gar Kritisieren der einzelnen wenigen Unbelehrbaren in unserem Volk? Ihre Namen, ja die Erinnerung an sie werden vergehen, aber die Tatsache der deutschen Wiederauferstehung wird als ein Wunder eingehen in die Geschichte. Dieses Wunder ist das Werk der Nationalsozialistischen Partei! Ihr gebührt das Verdienst, diese große Zeitwende der Nation vorbereitet, herbeigeführt und vollendet zu haben. Was sie in vierzehnjährigem phantastischem Kampfe um die Macht ankündigte, wurde in vier Jahren in einem wahrhaft seltenen geschichtlichen Ausmaß durchgeführt. Der Aufbau unseres neuen Heeres aber wird dem nationalsozialistischen Reiche der Deutschen die Kraft zur Behauptung in einer Welt geben, die mehr denn je bedroht ist von den Schatten einer schweren internationalen Gefahr. Dieses vierte Jahr kann nicht abschließen, ohne daß ich mich der unendlichen Treue, aber auch der unendlichen Opfer erinnere, die die Millionen unserer Parteigenossen mir und damit Deutschland gebracht haben. Den gewaltigsten Ausdruck fand diese nationalsozialistische Erziehungsarbeit unseres Volkes in der Märzwahl 1936. Wann hat sich jemals in unserer Geschichte die Nation zu einem so einheitlichen Willensausdruck erhoben wie in unserer heutigen Zeit. Dies ist das Verdienst der nationalsozialistischen Erziehung und Führung unseres Volkes. Und dies ist damit in erster Linie euer Verdienst, meine Parteigenossen und Parteigenossinnen! Indem ich dieses feststelle, weiß ich aber auch, daß wir den Aufgaben der Zukunft nicht schwächer, sondern nur noch stärker gegenübertreten werden. Deutschland wird immer mehr ein Bollwerk sein der europäischen Kultur und Zivilisation gegenüber dem bolschewistischen Menschheitsfeind. Deutschland wird damit aber gerade dadurch auch sein ein sicherer Garant eines starken europäischen Friedens! Wenn die Vorsehung dieses große Werk der nationalen Wiederaufrichtung unseres Volkes gelingen ließ, dann danke ich am Ende des vierten Jahres all denen, die mir durch ihre opferbereite und gehorsame Treue die Voraussetzungen für den Erfolg meiner Arbeit gegeben haben. Ich danke all den Hunderttausenden meiner politischen Mitarbeiter in der Partei und in ihren gewaltigen eigenen und angeschlossenen Organisationen. Ich danke den Führern und Kämpfern in meiner SA., in der SS., im Arbeitsdienst, in der Hitler=Jugend. Ich danke den Führern und Führerinnen der Arbeitsfront, der Frauenschaft und des BDM. und all der zahlreichen sonstigen Verbände. Ich danke den Männern unserer Propaganda und unserer Presse! Ich danke aber wieder vor allem den unzähligen namenlosen Volksgenossen, die als Nationalsozialisten die Träger des Willens der heutigen Führung im Volke selbst sind! Ich will aber auch in diesen Dank mit einschließen all die unzähligen deutschen Volksgenossen in führenden und nichtführenden Stellen, die als Nichtparteigenossen dennoch in treuester Pflichterfüllung und bedingungsloser Hingabe dem deutschen Staat und der deutschen Ration dienten und so mithalfen, den Verfall der Vergangenheit zu überwinden und den Aufbau der Gegenwart zu fördern. Das Jahr 1937 findet uns Nationalsozialisten entschlossen, den neuen gewaltigen Kampf für die Selbstbehauptung der Nation auf wirtschaftlichem Gebiete aufzunehmen. Das politisch aus den Fesseln des Versailler Vertrages erlöste Volk wird in den kommenden vier Jahren auch die wirtschaftlichen Fesseln lösen. Ueber dem Gespöt und Gerede der anderen wird wieder stehen die nationalsozialistische Tat! Das Bekenntnis zu ihr sei das feierliche Gelöbnis an dieser Jahreswende. Wenn manche kleine Journalisten vier Jahre lang glaubten, den Erfolg der nationalsozialistischen Arbeit einfach weglügen zu können, so haben sie ihre unzweideutige Widerlegung durch die Wirklichkeit erfahren. Wenn sie heute mit denselben Phrasen den Erfolg der kommenden vier Jahre anzuSperefih.“ der Zitene Versuch dieser Entschluß, in noch größerer Liebe zu unserem Volk keine Arbeit, kein Opfer und keine Mühe zu scheuen, um seinen irdischen Lebensweg zu sichern vor jeder Not und Gefahr. Dann wird uns aber auch in der kommenden Zeit so wie in den vergangenen Jahren der Segen des Allmächtigen nicht verlassen, den wir in Dankbarkeit zweiteln versuche zzeg,wverdeg, wir dem eszicge naßher u„ gpz heraßflehen auf unser deutsches Polk und Irxeführung der öffentlichen Meinung die gleiche natio= und Demur herapfleyen#uung###ch### und nalsozialistische Belehrung zuteil werden lassen: Am unser eigenes redliches Sorgen. Tun und Schaffen. Ende der vor uns liegenden vier Jahre wird sich erweide der vor uns liegenden vier Jahre wird sich sen, daß die Resultate eines entschlossenen Willens und unentwegter fleißiger Arbeit stets größere sind als die Ergebnisse des Wirkens ewig nur schwätzender Kritikaster! Indem wir am Beginn des neuen Jahres noch einmal rückblickend die gewaltigen Leistungen des alten an unserem Auge vorüberziehen lassen, fassen wir den Borgen, Tun und Schassen! nationalsozialistische unser eigenes redliches Es lebe die Bewegung! Eslebe unser einiges Deutsches und Reich! Volk Berlin, den 1. Januar 1937. (gez.) Adolf Hitler. Role Freiwilnge aus Ainlerira Sonderkolonne für Madrid Newyork, 1. Januar. Wie das Zentralbüre der Sozialistischen Partei Amerikas mitteilt, haben sich über tausend Mitsagt, die zur Verfügung stehenden Mittel müßten erheblich sein, da auch die Ausrüstung gestellt würde. Für Flugzeugführer würden 50 Reichsmark pro Tag geboten K 390 Reichsmark für jedes ehgeschossene FluazeuFlugzeugführer würden 50 Reichsmark pro Tag glieder der Partei, meist Kriegsteilnehmer, zum und 1200 Reichsmark für jedes abgeschossene Flugzeug Kampf in Spanien auf seiten der Roten zur Verfügung der Nationalisten. gestellt. Die Freiwilligen solen der„Internetionalen„ 4e Brigade“ als Sondersolonue angegliedert wer: 38 Deutsche in GpL.=Kerkern den, die nach dem Begründer der Partei den Namen 30 Tonssche m OxeIr „Eugene Debs“ erhält. Für den Transport eines Neue Verhaftung eines Deutschen in Leningrad 00 Mann hat die Partei 50.000, dub Moskau, 1. Januar. Zu den bisher bekannten 37 Haftfällen von Reichsersten Schubes von 500 Mann hat die Partei 50000 Dollar aufgebracht. Die zweite Gruppe von 500 Mann wird auf ähnliche Weise nach Rot=Spanien gebracht werden. Der erste Transport ist bereits für den 19. Januar vorgesehen. Bei der Anmeldung müssen die„Rekruten“ nachweisen, ob sie Mitglieder der Arbeitergewerkschaften sind und wie sie bei der letzten Wahl abgestimmt haben. Auch englische Freiwillige dnb London, 1. Januar. Die„Daily Mail“ weist darauf hin, daß jetzt auch auf Befehl Moskaus in England umfangreiche Anwerbungen von Freiwilligen für die Roten in Spanien vorgenommen würden. Nach dem Blatt seien bisher in Liverpool 50, in Schottland 200, in Südwales 50 und in London ebenfalls 50 Freiwillige angeworben worden. Alle gesetzlichen Bestimmungen würden geschickt umgange7.„ Jeder Angeworbege erhalte einen Tagessold von deutschen in der Sowjetunion kam am 30. Dezember noch ein neuer hinzu. In Leningrad wurde in der Nacht zum 30. Dezember der reichsdeutsche Sportlehrer Meier ven der GPU. verhaftet, nachdem dort erst kurz vor Weihnachten der reichsdeutsche Straßenbauingenieur Dr. Metzger mit seiner Frau festgenommen worden war. Das Ehepaar Metzger ist nach Moskau gebracht worden. Die Zahl der verhafteten Reichsdeutschen beläuft sich damit für Leningrad auf 15, für die gesamte Sowjetunion, soweit sie den amtlichen deutschen Stellen bekannt wurde, auf 38. Die Opfer der ersten Verhaftungswelle von Anfang November sind nunmehr schon über eineinhalb Monate in den Gefängnissen der GPu. festgesetzt, ohne daß bisher auch nur in einem einzigen Falle die Besuchserlaubnis für Angehörige oder Vertreter deutscher Konsulate erteilt worden ist. Auch ist bis heute nicht bekanntgegeben worden, welche konkreten strafbaren An die Wehrmecht. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht richtet an die Wehrmacht folgenden Aufruf: Soldaten! Ein bedeutungsvolles Jahr deutscher Wehrgeschichte hat geendet. Seit dem 7. März 1936 stehen unsere Regimenter wieder am Rhein. Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit aber festigt das Gefüge der Wehrmacht und stärkt dadurch die Sicherheit des Reiches. Ich danke Euch für Eure treue Pflichterfüllung. Gehorcht auch im neuen Jahr der ewigen Losung: Alles für Deutschland! Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht erläßt folgenden Aufruf: An die Wehrmacht! In einmütiger Anspannung aller Kräfte wurde im vergangenen Jahr der Ausbau der Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und in der Lust fortgesetzt. Höchster Ansporn war uns dabei die Auerkennung des Führers und das Vertrauen des Volkes. Auch im neuen Jahre wollen wir den alten Soldatentugenden getreu für unser Deutschland arbeiten. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht von Blomberg. einen Tagessold von nicht bekanntgegeben worden, welche konfreten strafb 24 Reichsmark. Für die Frauen der Angeworbenen Handlungen den einzelnen Verhafteten zur Last gelegt würden 12 Reichsmark pro Tag gezahlt. Das Blatt werden. „Kreuzzug gegen das Gift des Bolschewismus“ Neujahrsansprache General Francos dnb Salamanca, 1. Januar. seinst der neuen Welt eine hohe kulturelle Tradition chef General er sich an das spanische Volk, an die ibero=amerikanischen Bewegung in Spanien stellen. Nationen und an alle diejenigen wandte, die in der nationalen Erhebung eine hohe geschichtliche Berufung des spanischen Volkes erblicken. Spanien habe im abgeschlossenen Jahr, so führte General Franco aus, getreu seiner Tradition und von reinsten Idealen erfüllt, einen neuen Kreuzzug begonnen, um die geistigen Werte der Welt gegen das Gift des Bolschewismus zu schützen. Der Krieg in Spanien sei nicht wegen Parteidifferenzen oder wegen falschen Ehrgeizes einzelner ausgebrochen. Vielmehr komme darin das Erwachen des spanischen Volkes zum Ausdruck, das nicht untergehen wolle. Er sei der lebendige Ausdruck seines aufs schwerste bedrohten Kulturwillens, des Vertrauens der gepeinigten Nation auf seine inneren Kräfte und der Erkenninis der Lebensnotwendigkeiten eines Volkes, das nicht nur den spanischen Boden, sondern ganz Europa gegen die kommunistische Gefahr verteidige. Daher sei die nationale Bewegung unbesiegbar geseit gegen alle„Versöhnungsversuche“, die unter dem Deckmantel der Demokratie unternommen würden. Jedes selbstbewußte Volk ziehe den Tod einer unwürdigen Knechtschaft vor. Spanien habe sich wiedergefunden. Nach fünf Monaten fortgesetzter Siege werde es im neuen Jahr mit verstärkter Kraft die Vernichtung der internationalen Horden Moskaus herbeiführen. Wenn der Friede errungen sei, werde der neue Staat nach den Grundsätzen sozialer Gerechtigkeit aufgebegt gerden, Den Völkern Südamerikas rief General Franco zu, sie dürften nicht den Geist verleugnen, der Der belgische Ermordet! Botschaftssekretär in der Roten Madrid ein Opfer London, 1. Januar. Wie Reuter aus Brüssel bestätigt, ist das Mitglied der belgischen Botschaft in Madrid, der Erste Sekretär Baron de Borchgrave, über dessen Verschwinden vor kurzem berichtet wurde, auf eine geheimnisvolle Weise in Madrid umgekommen. Nach den bisher angestellten Ermittlungen ist der Belgier ermordet worden. Dieser Bericht wird vorerst jedoch noch nicht„amtlich" bestätigt, doch hat Reuter zufolge der belaische Außenminister Spaak von dem Vertreter der Roten in Brüssel verlangt, daß ein Beauftragter der belgischen Regierung an der Untersuchung über die Ermordung des belaischen Diplomaten beteiligt werden solle. Zugleich ist dem besonderen Interesse der belgischen Regierung an der Aufklärung dieses Falles Ausdruck gegeben worden. Das Ziel der NSDAP. Danzigs im neuen Jahr. In einem Neujahrsaufruf betont der Danziger Gauleiter Forster, es werde das unabänderliche Bestreben der RSDAP. sein, der Danziger Regierung im nächsten Jahre die uneingeschränkte Handlungsfreiheit im Innern zu wahren und zu festigen. Der Oberbefehlshaber des Heeres erläßt folgenden Aufruf: An das Heer! Führung und Truppe können mit Stolz auf das vergangene Jahr zurückblicken. Entschlossener und zielbewußter Ausbau des Heeres kennzeichnet ihre erfolgreiche Arbeit. Ich bin gewiß, daß auch im neuen Jahr das Heer seine Pflicht in Manneszucht und Treue erfüllen wird. Der Oberbefehlshaber des Heeres Frhr. von Fritsch. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine erläßt folgenden Aufruf: An die Kriegsmarine! Rastlos ist im vergangenen Jahr, das uns den 20. Gedenktag der Skagerrakschlacht brachte am Wiederaufbau der Kriegsmarine gearbeitet worden. Stolz erfüllt uns alle ob des Erfolges unsrer Arbeit. Unser Streben sei, im neuen Jahr mit gleicher Hingabe und Entschlossenheit die uns vom Führer gestellten Aufgaben zu erfüllen. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Raeder. Der Oberbefehlshaber der Lustwasse erläßt folgenden Aufruf: An die Luftwaffe! Kameraden! Ich danke Euch für Eure treue, fleißige und erfolgreiche Arbeit im Jahre 1936. Gemeinsam wollen wir auch im neuen Jahre weiterarbeiten für unsern geliebten Führer, für Ehre und Sicherheit unseres deutschen Volkes. (gez.) Göring. Admiral Foerster im Ruhestand Vizeadmiral Carls zum Flottenchef ernannt dub Berlin, 1. Januar. Admiral Foerster, der bis zum 21. Dezember die Dienststellung als Flottenchef inne hatte, scheidet mit dem 31. Dezember 1936 aus dem aktiven Wehrdienst aus. Konteradmiral Carls ist mit Wirlung vom Jairfield vor Rosemeyer Im„Großen Preis von Südafrika“, erwies sich der Deutsche Bernd Rosemeyer als weitans schnellster Fahrer. Obwohl er in einzelnen Runden Rekordzeiten erzielte, konnte er doch gegen den mit einer erheblichen Vorgabe bedachten Pat Fairfield nicht zum Siege kommen und belegte den zweiten Platz. (Siehe den Sportteil!) 2 Nr. 1 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag,./3. Januer 1932 1. Januar 1937 zum Vizeadmiral befördert und zum Flottenchef ernannt worden. Die Dienstübernahme des neuen Flottenchefs war am Neujahrstage am Hauptsitz der deutschen Flotte in Kiel mit einem kurzen militärischen Akt verbunden. Die Reichsflagge in Holland Die Zwischenfälle zum Teil erledigt Berlin, 1. Januar. Bei den befremdlichen Kundgebungen in Holland, über die wir berichtet haben, spielte auch die Tatsache eine Rolle, daß es den Reichsdeutschen in Holland unmöglich gemacht worden war, die Reichsflagge zu zeigen. Wo sie gehißt worden war, kam es zu lärmenden Demonstrationen vor den Wohnungen der Reichsdeutschen, wobei die Polizei sich nicht zum Schutze der deutschen Hoheitszeichen einsetzte, sondern den Wohnungsinhabern empfahl, die Hakenkreuzflagge einzuziehen. Hiergegen waren von deutscher diplomatischer Seite Vorstellungen erhoben worden, die jetzt zu einem zufriedenstellenden Ergebnis geführt haben. Der holländische Minister des Auswärtigen hat nämlich über diese Vorgänge sein Bedauern zum Ausdruck gebracht und zugesagt, das Nötige zu veranlassen, um weitere Zwischenfälle ähnlicher Art zu vermeiden. Damit ist allerdings nur ein Teil der unliebsamen Begebenheiten beigelegt worden. Die peinlichen Ereignisse beim Fußballspiel zwischen einer deutschen und einer holländischen Auswahlmannschaft im Haag sind zum Beispiel noch nicht aus der Welt geschafft worden. Vorläufige Aufbringung eines roten spanischen Dampfers durch deutsche Seestreitkräfte dnb Berlin, 1 Januar. Nachdem die roten Machthaber in Bilbao es abgelehnt haben, den bei Freigabe des deutschen Dampfers „Palos“ zurückgehaltenen Teil der Ladung und den ebenfalls zurückgehaltenen Passagier an den deutschen Kreuzer„Königsberg“ auszuliefern, sah sich, wie angekündigt, die deutsche Regierung gezwungen, ihrer Forderung durch Gegenmaßnahmen Nachdruck zu verleihen. Im Verfolg dieser Aktion zur Verteidigung deutschen Hoheitsrechtes gegen den Akt von Piraterie ist heute ein roter spanischer Dampfer von deutschen Seestreitkräften in den Gewässern um Spanien vorläuia aufgebracht worden.„. 126###. Es ist einwandfrei festgestellt, oaß der Dampfer „Palos“ seinerzeit weit außerhalb der Hoheitsgewässer der spanischen Küste, und zwar 23 Seemeilen nordöstlich von Cap Machichaco, aufgebracht wurde. Der Kapitän der„Palos“ hat sich deshalb auch geweigert, ein Protokoll zu unterschreiben, wonach die„Palos“ fünf Seemeilen von der Küste aufgebracht sein sollte. Dieser angebliche Aufbringungsort liegt im übrigen ebenfalls außerhalb der Drei=Seemeilen=Grenze und damit außerhalb des Hoheitsgebietes. Der Silvester an den Fronten Verlustreiche Angriffsversuche der Roten— Zunahme der inneren Steitigkeiten Salamanca, 1. Januar. Wie aus dem Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca hervorgeht, erfolgten an der Aragon=Front am letzten Tage des vergangenen Jahres erneute kommunistische Angriffe auf die nationalistischen Stellungen bei Teruel, die ohne Schwierigkeiten abgewehrt werden konnten. Die Roten mußten hierbei den Nationalisten drei sowjetrussische Tanks überlassen; ihr Bataillonskommandeur Moliner wurde getötet. An der gleichen Front soll auch ein Artillerieoberst der Bolschewisten gefallen sein, der in der Oktoberrevolution wegen Feigheit vor dem Feinde zum Tode verurteilt worden war, später aber begnadigt wurde. Im Bereich der 6. Division wurde eine auffallend große Anzahl von roten Ueberläufern gemeldet.„„„„„ In der Provinz Jaen hatten die Truppen der Südarmee weiteren Terraingewinn zu verzeichnen. Unter den Gefallenen und Gefangenen der roten Gegner befanden sich viele Franzosen und Sowjetrussen. Die Ortschaft Parauta wurde unter starken Verlusten des Gegners von den Nationalisten eingenommen. Unter der Beute befanden sich 300 Kisten Munition. An der Madrid=Front verlief der letzte Jahrestag ohne besondere Ereignisse. Ein erneuter Gegenangriff der Roten bei Pozuelo konnte im Keim erstickt werden. Hierbei fielen den Truppen zahlreiche Gefangene in die Hände. Die ohne jede Kraft und planlos vorgetriebenen Gegenangriffe der Roten sind ein deutlicher Beweis für die Ratlosigkeit dek Madrid=Verteidiger. Angesichts der unsicheren Haltung der roten Miliz sind deren Führer anscheinend bestrebt, ihre Leute irgendwie zu beschäftigen, ungeachtet der großen Verluste an Menschen und Material. Die Truppen an der nationalen Front begingen bei bester Stimmung den Silvesterabend, wozu eine Lastwagenkarawane aus Sevilla Liebesgaben in Gestalt von Lebensmitteln, Zigaretten, Kognak und Wein nach vorn gebracht hatte. Bei den Truppen herrscht die Ansicht, daß mit dem alten Jahr der schlimmste Teil des Kampfes vorüber sei, da die Roten sich durch die immer stärker werdende jüdisch=bolschewistische Willkürherrschaft ihr eigenes Grab graben. Aus erbeuteten Madrider Zeitungen geht hervor, daß in der Hauptstadt die inneren Streitigkeiten immer größeren Umfang annehmen. Bemerkenswert ist, daß die berüchtigte Sozialistenführerin Margarete Nelken zur kommunistischen Partei übertrat. 10 Jahre Gefängnis für Tschanghsueliang Schanghai, 1. Januar. General Tschanghsueliang, der Marschall Tschiangkaischek zwei Wochen lang in Sianfu gefangenhielt, wurde am 31. Dezember von einem militärischen Sondergericht, das aus drei Generalen bestand, zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach übereinstimmenden Meldungen aus Nanking wird Tschanghsueliang aber schon in Kürze begnadigt und in Freiheit gesetzt werden, wie auch heute schon seine Gefangenschaft mehr symbolischer Art ist. So wohnt er mehr als Gast denn als Gefangener im Hause des Finanzministers Kung, eines Schwiegersohnes Tschiangkaischeks. Die Kriegsgerichtsverhandlung dauerte nicht ganz zwei Stunden und spielte sich in den höflichsten Formen ab. Tschanghsueliang nahm die volle Verantwortung für die Vorgänge in Sianfu auf sich, beteuerte aber, daß er nur aus vaterländischen Gründen gehandelt habe und nach wie vor ein loyaler Diener des Hut, Monns unter der Grwzeigergel Grauenhaftes Schicksal einer spanischen Stadt— Von den Bolschewisten verwüstet Kirchen werden zu Kinos— Hunderte von Einwohnern ermordet Fensterscheiben und Türen waren zer- Sowjetrussen, Franzosen, Tschechen und Spaniern zuvon anb Salamanca, 1. Januar. Ein von einer Inspektionsreise in das Kampfgebiet Cordoba zurückgekehrter spanischer Jurist stellte dem Sonderberichterstatter des DNB. das von Augenzeugen, Flüchtlingen und Ueberläufern gesammelte Material über die unmenschlichen Grausamkeiten der kommunistischen Banden in Andalusien und Estremadura zur Verfügung. Diese Unterlagen sind, wie sich aus einer eingehenden Nachprüfung ergab, völlig einwandfrei. Die spanischen Behörden, die mit der Untersuchung der von den Roten verübten Verbrechen beauftragt sind, entledigen sich dieser Aufgabe mit besonderer Gewissenhaftigkeit, da die Furchtbarkeit der Greueltaten leicht bezweifelt werden könnte. Alle Augenzeugen wurden genauestens vernommen und alle Angaben und Unterlagen gründlich untersucht und dokumentarisch festgelegt. Einst eine blühende Stadt... Ein entsetzliches Bild enthüllt der Bericht von der kleinen, einst blühenden Stadt Montoro. die erst kürzlich von den nationalen Truppen der Südarmee aus den Klauen der roten Schreckensherrschaft befreit werden konnte. Montoro war das kommunistische Hauptquartier an der Südfront und wurde wegen seiner geschützten Lage inmitten hoher Berge noch zwei Tage vor der Einnahme im bolschewistischen Rundfunk als „uneinnehmbar“, bezeichnet. Der Anblick, den dieser wegen seiner landwirtschaftlich reichen Umgebung wohlhabende Ort beim Einmarsch der nationalen Truppen bot, war grauenvoll. In der ganzen Stadt traf man nur fünf Einwohner an, darunter eine taubstumme Greisin, einen Irren und eine alte Nonne, die sich in einem Hospital versteckt hatten. In den winkligen Gassen lagen die Leichen mehrerer Einwohner, die sich geweigert hatten, dem Räumungsbefehl der roten Bandenführer Folge zu leisten. Ein Arzt, der sich in Erwartung des Eintreffens der nationalen Truppen vorzeitig die rote Sowjetarmbinde abnehmen wollte, wurde von den bolschewistischen Verbrechern überrascht und ebenfalls niedergeschossen. Alle Geschäfte waren restlos geplündert. Der Hausrat lag zu Bergen aufgetürmt auf den Stra„Helden" er= Sowjetrussen, Franzosen, Tschechen und Spe Ahnenbilder und Heiligenfiguren, die lsammengesetzten und aus Albacete abkommandierten auf internationalen„Elitetruppen“ geschildert, wie sie bei der Eroberung der andalusischen Ortschaften besonders auffallend war. Auf ihrer kopflosen Flucht vor den Nationalisten hatten sie weit über 1000 Tote. In ihrer maßlosen Verwirrung, in der sie sich als Landfremde auf verlorenem Posten befanden, verloren sie jede Orientierung, versteckten sich in Abwässerkanälen oder auf Olivenbäumen. Ganze Scharen flohen in falscher Richtung und liefen der siegreichen nationalen Truppe direkt in die Arme. Eine Verständigung unter ihnen ist kaum möglich, da jeder eine andere Sprache spricht. Viele sind unter falschen Versprechungen nach Spanien angeworben und hier vollkommen in der Gewalt der Roten. ßen. Sämtliche trümmert. Die hier in jedem Haushalt zu finden waren, waren die Straße geworfen und zerstört worden. Ein schreckliches Bild zeigte sich in den drei Kirchen der Stadt. Die Holzverkleidungen der Altäre und Orgeln waren mit Aexten gänzlich auseinandergeschlagen worden. Sogar die steinernen Heiligenreliefs an den Decken und Wänden wurden mit Hilfe von Spitzhacken zerstört. In der Kirche St. Bartholome wurde ein Kino eingerichtet, wobei über den Hochaltar die Filmleinwand gespannt wurde. Die Kirche Carmen Jesus mußte Kartoffelspeicher dienen. dieser Werke hatten zwei Tage als Die„Held vor der Einnahme des Ortes in Voraussicht der nationalen Offensive Montoro bereits in mehreren geestohlenen Luxusautos verlassen. Die Bilanz ihrer fünfmonatigen Schreckensherrschaft wies u. a. auch die Ermordung von über 300 [Einwohnern, darunter auch viele armselige Bauern auf. Diese unglücklichen Opfer bolschewistischer Unmenschlichkeit wurden oft auf öffentlichen Plätzen oder häufig in ihren Wohnungen angesichts ihrer Familienangehörigen erschlagen und erschossen oder langsam zu Tode gequält. Andere Einwohner des Städtchens wurden zunächst in den Kirchen eingesperrt, wo sie nachts einer nach dem andern zur Richtstätte abgeholt wurden. Mehrere Gefangene, die die tagelangen Todesqualen nicht auszuhalten vermochten, stürzten sich vom Kirchturm herab. Einem Lehrer wurden die Ohren und die Nase abgeschnitten, bevor er erschossen wurde. Der kommunistische Kassierer der Bank von Spanien raubte vor seiner Flucht den gesamten Barbestand. Das „Revolutionskomitee" gab Banknoten“ heraus, die aus Kartonsetzen bestanden, auf die man den Sowjetstempel gedrückt hatte. Internationale„Elitetruppen“ die Im weiteren Teil des Berichtes wurde vor allem unübetztreffliche Feigheit der aus Ca uppenl un den Spferwitten Zur Sammlung für das WHW. am 2. und 3. Januar dnb Berlin, 1. Januar. Die Oberste SA.=Führung wendet sich mit folgendem Appell an alle Volksgenossen: Weihnachten, Silvester und Neujahr sind kaum vorüber, und schon befindet sich das deutsche Volk wieder mitten in der Arbeit des Alltags, im Kampf um das Leben der Nation. Und das ist gut so. Ein Volk, das nicht täglich im Kampf um und für sein Leben steht, wird schwach und weich. Hart stahlhart muß das deutsche Volk sein und bleiben. Nur dann wird der Gedanke an die Ewigkeitsbestimmung auch Tat werden können. Die nationalsozialistische Bewegung hat in den Jahren des Kampfes vor der Machtübernahme den Grundstein gelegt für ein machtvolles Wachstum der deutschen Nation, sie hat seit dem 30. Januar 1933 ungeheure erfolgreiche Anstrengungen gemacht, um diesem Grundstein auch den Aufbau zu schaffen und zu sichern. Es wäre müßig, alle diese Dinge aufzuzählen, wo Taten dem Volk täglich zeigen, was der vom Nationalsozialis= mus getriebene Wille des deutschen Volkes zum Leben an positiven Zukunftswerten aller Art bereits geschaffen hat. Wir wollen aber nie die Ursache unseres wiederaufblühenden Lebens vernachlässigen oder gar vergessen: die Stimme des Blutes, die der Führer wieder wachgerufen und die im deutschen Volk das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit, der unlösbaren Gemeinschaft neu geweckt hat. Gerade weil die Männer der Sturmabteilungen mit ihren Kameraden von der SS. und vom RSKK. am ersten Sonntag im neuen Jahr wieder zum Opfern aufrufen für die Gemeinschaft des deutschen Volkes, für das Winterhilfswerk, wollen wir uns dieser Tatsache besonders erinnern. Freiwillig und uneigennützig, heute wie früher materielle und ideelle Opfer bringend, versieht der SA.=Mann seinen Dienst. Ohne Anspruch auf klingenden Lohn bestreitet er die Kosten seiner Uniform, seiner Ausrüstung und Ausbildung aus eigenen, oft kärglichen Mitteln. Und wenn diese Männer am Sonntag zum Sammeln antreten und ihren Appell zum Opfer an das deutsche Volk richten, dann sollte dieses Vorbild Ansporn sein. Gewiß— der Zeitpunkt zum Sammeln ist nicht günstig, die Feiertage sind gerade vorüber. Feiertage aber, die das deutsche Volk in einem bisher nie gekannten Maße der Einheit, der Zusammengehörigkeit und im Bewußtsein verleben konnte, daß nicht nur der Friede im Innern gewährleistet ist, sondern daß der Führer auch den Frieden nach außen hin gesichert hat. Diese Feiertage verpflichten zum verstärkten Bekenntnis zur Volksgemeinschaft, sie müssen Impuls sein zu neuer Tat und neuem Opfer. Und so wird auch der erste Sammeltag im Jahre 1937 für das große sozialistische Werk der gegenseitigen Hilfe eines ganzen Volkes zu einem Erfolg werden, der dem Opferwillen des deutschen Volkes für 1937 als Richtschnur dienen kann. Rürze Nachrichsten des Führers zum Tode von ErzFührer sandte an den Sohn des Marschalls sei, Beileidstelegramm herzog Friedrich. Der Fi verstorbenen Erzherzogs Friedrich ein Beileidstelegramm, in dem es heißt:„Seine(des Verstorbenen) Verdienste als preußischer Generalfeldmarschall und bei der Führung deutscher Truppen im Weltkriege werden in Deutschland unvergessen bleiben.“ Ehrung zweier Hundertjähriger durch den Führer. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Karoline Rausch in Dielheim(Kreis Heidelberg) und der Frau Charlotte Rahe in Ennigloh aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Glückwunschaustausch zwischen Handels= und Kriegsmarine am Neujahrstag. Im Hafenkonzert, das der Reichssender Hamburg von Bord des Luxusdampfers „Cap Arcona“ sandte, wurden Neujahrsgrüße zwischen der Handelsmarine und der Kriegsmarine ausgetauscht. Für die Handelsmarine sprach Kommodore Kruse, der Führer des Flaggschiffes der Hamburg—Amerika= Linie, des Schnelldampfers„Newyork". In Vertretung des zurzeit erkrankten Kommandanten des im Kieler Hafen liegenden Kreuzers„Köln“ antwortete der Erste Offizier, Korvettenkapitän Hueffmeyer, namens der Kriegsmarine und ihres Oberbefehlshabers Generaladmiral Dr. d. c. Raeder. Falsche Hoffnungen. Die italienischen Blätter und die Pariser Korrespondenten der römischen Zeitungen wenden sich mit aller Schärfe gegen die in der französischen Oeffentlichkeit unternommenen Unterminierungsversuche des deutsch=italienischen Verhältnisses und stellen fest, daß der Versuch, durch die englisch=französische Initiative die deutsch=italienischen Beziehungen zu entzweien, fehlgeschlagen sei. Die Behauptungen gewisser Londoner Blätter über angebliche imperialistische Pläne Deutschlands werden als völlig absurd bezeichnet. Amerikas Politik gegen Europa. In einer Neujahrsbotschaft des amerikanischen Staatsdepartements heißt es, daß die amerikanische Regierung alle Schritte ergreifen werde, um die Nichteinmischung Amerikas in leuropäische Angelegenheiten zu gewährleisten. Hierzu lwird aus London gemeldet, daß dem amerikanischen Kongreß ein Gesetzentwurf vorgelegt werden soll, der die Waffenausfuhr nach Spanien verbietet. Uebersiedlung Abd el Krims nach Frankreich? Der französische Kammerausschuß für Kolonialfragen hat mit zehn gegen zwei Stimmen beschlossen, die Regierung aufzufordern, dem Ersuchen des auf der Insel Reunion lebenden Rifkabylenführers Abd el Krim auf Erhöhung seines Ruhegehalts stattzugeben und ihm zu erlauben, in Frankreich Wohnsitz zu nehmen. Freundschaftspakt Ingoslawien—Bulgarien bevorstehend. In einer amtlichen Belgrader Mitteilung wird erklärt, daß der Abschluß eines jugoslawisch=bulgarischen Freundschaftspaktes bevorstehe. Unamuno gestorben. Der spanische Philosoph Unamuno starb am Donnerstag nach kurzer Krankheit in Salamanca. Unamuno hatte sich zu Beginn der nationalen Erhebung sofort der nationalen Regierung zur Verfügung gestellt. Eine Gottlosen=Internationale Moskaus nächstes Ziel and Warschau, 1. Januar. „Maly Dziennik“ veröffentlicht neue Einzelheiten zu dem internationalen Gottlosen=Kongreß, der im Februar 1937 in Moskau stattfinden soll, und für den die Beteiligung von 1600 Vertretern aus 46 Ländern angekündigt wird. Auf dem Tagungsprogramm des Kongresses steht die Gründung einer Zentrale zum Mordbrennerei in allen Orten Auch in Villa del Rio haben die Roten schrecklich gehaust. In diesem kleinen Ort wurden 80.Einwohner ermordet. Ein Ehepaar, das durch seine Wohltätigkeit besonderes Ansehen bei der Bevölkerung genoß, wurde zusammengebunden und dann erschossen. Ein Arzt wurde inmitten der Krankenbehandlung ermordet, weil er ein Muttergottesbild bei sich trug. Alle Todesurteile in diesem Ort wurden von einem kommunistischen Kraftfahrer ausgesprochen. Ein von den Roten gesuchter Einwohner hielt sich fünf Monate in einer alten Truhe verborgen. Seinen Bruder hatte man nach unvorstellbaren körperlichen Züchtigungen ermordet, weil er den Ort des Verstecks nicht verraten wollte. Auch in Lopera wurden über 200 Einwohner, die durch ihre soziale Stellung besonders hervortraten, von den Roten erschlagen. Schweres Kraftwagenunglück Drei Tote Rochlitz(Sachsen), 1. Januar. Am Nachmittag des Silvestertages ereignete sich in Rochlitz ein schweres Kraftwagenunglück, das drei Menschenleben forderte. Bei einem Lastkraftwagen einer Berliner Firma versagte bei der Talfahrt in die Stadt die Bremse, so daß der Wagen ins Schleudern geriet. Der Wagen sprang aus der Fahrbahn und fuhr gegen ein Haus, das er bis zur Mitte durchstieß. Dabei wurden eine 25 Jahre alte Frau mit ihrem 1½jährigen Töchterchen und eine 63 Jahre alte Zeitungsträgerin von dem Wagen erfaßt und gegen das Haus gedrückt. Die drei erlagen alsbald ihren schweren Verletzungen. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt. Schwerer Anfall in der Silvesternacht Frankfurt a.., 1. Januar. Am Silvesterabend ereignete sich in Frankfurt a. M. ein schwerer Unfall. Ein 18jähriger Bursche versuchte mehrere mit Karbid gefüllte Büchsen zur Explosion zu bringen. Dabei flogen die Büchsen auseinander, da sie sich schon zu stark mit Gas gefüllt hatten. Der junge Mann wurde auf der Stelle getötet, eine Hausangestellte und ein zweiter junger Mann wurden schwer verletzt. Sie wurden nach dem Krankenhaus übergeführt. Der Zustand der Hausangestellten ist hoffnungslos. Dem jungen Mann mußte noch in der Nacht ein Arm abgenommen werden. Beispielhafte Kameradschaft der ehemaligen kurmärkischen Dragoner Im Jahre 1929 weihten die Angehörigen des ehemaligen kurmärkischen Dragonerregiments Nr. 14 auf dem Eckartsberge bei Breisach ein schönes Denkmal zu Ehren der Gefallenen ihres Regiments. Schmerzlich empfanden es damals diese alten Soldaten der unbesiegten deutschen Weltkriegsarmee, daß die Stätte ihrer feierlichen Zusammenkunft in einem Gebiet des Reiches lag, das durch das Versailler Diktat als„entmilitarisierte Zone" nicht mehr unter der Staatshoheit des Reiches stand. So mancher alte kurmärkische Dragoner hat mit dem heißen Gefühl der Schmach im Herzen sich damals nicht entschließen können, dieses der Feindwillkür preisgegebene Gebiet zu betreten. Als aber am 7. März 1936 unser Führer den Einmarsch der deutschen Truppen in das Rheinland befahl, entstand in den zutiefst dankbaren und freudigen Herzen der Frontkämpfer dieses kurmärkischen Dragonerregiments der Wille, der Befreiungstat Adolf Hitlers ihren Dank durch einen Regimentsappell an dem Denkmal ihrer gefallenen Kameraden auf dem Eckartsberge abzustatten. Ohne die Möglichkeit zu haben, sich an jeden Angehörigen des Regiments direkt zu wenden, meldeten sich im Anschluß an einen kurzen Aufruf viele Hunderte alter kurmärkischer Dragoner, um an diesem Regimentsappell im befreiten Breisach in der Zeit vom 8. bis 10. Mai 1987 teilzunehmen. Es ist selbstverständlich, daß gerade der deutsche Frontsoldat die großen Befreiungstaten des Führers besonders stark und persönlich empfindet, und rührende Briefe der Dankbarkeit und Freude, aber auch der Anhänglichkeit an ihr altes Regiment geben Zeugnis von der Tiefe und Eindringlichkeit dieses Gefühls, mit dem alte kurmärkische Dragoner den Aufruf beantworteten. Dieses Beispiel echten Frontsoldatengeistes läßt sich selbstverständlich auf alle Weltkriegsformationen anwenden. Wir nehmen es aber zum Anlaß, um unserseits zu einem Gelingen dieses Appells beizutragen, indem wir dem Wunsche des Regiments nachkommen und alle ehemaligen Angehörigen des kurmärkischen Dragonerregiments Nr. 14, die sich bisher noch nicht gemeldet haben, auffordern, ihre genaue Anschrift nebst Angaben des Jahrganges und der Schwadron, in der sie gedient haben, umgehend mitzuteilen an Rittmeister a. D. Duevelius(Erfurt), Hohenzollernstraße 16. Weitere politische Nachrichten auf Seite 12 und 13 Fris Schmi d k. Veranwortlich Lur.„Polz: Rudolf Foest, Kommunalpolitik und Stadieue: Adolf Peddingbaus, Lokales: Hans Schulie, Kulturpositik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft Kampf und Bilder: Fritz Schmidt, Gerichtsdienst und gegen die Religion, die Schaffung einer GottlosenInternationale, deren Grundlage der sowjetische Gottlosen=Verband sein soll, und die Gründung internationaler Fonds zur Propaganda der Gottlosigkeit. In den Dienst dieser Gotlosenpropaganda soll eine eigene Rundfunkstation gestellt werden, die mit der Eröffnung des Kongresses ihre Arbeit aufnehmen soll. Dieser Sender soll Vorträge und Hörspiele antireligiösen Inhalts, besonders während der sonntäglichen Gottesdienste, ver= Einsendungen breiten. Besonderer Nachdruck soll dabei auf den Kampf mit dem Katholiziamus gelegt Die heutige Rummer umsaßt 20 Seiten werden. Briefkasten: Mar Flegel. Sport: Hans Hornverg(veurlaubt). i..: Paul Borke, Anzeigen: Kurt Scolz. sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: michaet Haupt, Berlin=Karlshorft, Dönhoffstraße 19, Unruf Karlshorst 0310. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Berlin=Cbarlottenburg. Uhlandstraße 194, Anruf C 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmüblen& Dierichs in Bochum, Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist Preisuine Nr. 8 gültig: Nachlaßstaffel B.— DX. Xk. 36 über 271###. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer mittwochs und samstags, von 16 bis 17 Uhr. Für un##rlangte keine Hastpilicht. Rücksendun k4 Nückvorto. Rechts der Hofmarschall Sr. Tollität. links von diesem bel und Trubel in allen Ecken unter dem Jepter Richthofen), neben ihm Prinz P grerg, Gege der Präsident der BA.-Muthherr Im neuen Jahr.— Rückblick und Ausblick Nu sind im niggen Joahr wi drin, Dat olle es vegangen, Un wi begrüßt met frouhem Sinn Dat nigge met Velangen. Wat et us alle brengen fall, Es lichde optetellen: Gued Wier, Frieden üöwerall, Un dat an allen Stellen Me frouh kann an de Arbäid gohn In usem Vaderlanne, Wo alle wellt tehoupe stohn Trü tau diäm äinen Manne, Dä Dütschland well met starker Hand Diän Frieden siekern un dat Brout Un dat in usem dütschen Land Kein Mensch sall lieen Nout. Dat Siägen breng dat nigge Joahr Un lät in allen Dingen Wat use Häime hä gärn woahr Op't allerbest gelingen. Dat ei met usem Bahnhuof gau Mol wät en Anfang maket, De Stausee bi de Blumenau Nich länger wät vesaket. Liebe Leser des„B..“! Glückauf 1937 zuvor! Ja, da sind wir hineingerutscht ins neue Jahr mit Gläserklingen, am Silvesterabend und Neujahrsprosten am Beginn des neuen Zeitabschnittes. Wir haben am Silvesterabend noch einmal das alte Jahr an unserem geistigen Auge vorüberziehen lassen mit allen Freuden und allen Leiden. Es war reich an Erfolgen deutscher Arbeit, an Mühen und Schweiß; reich auch an Naturkatastrophen und Unglücksfällen, wobei Deutschland noch am glimpflichsten mit fortkam. Dankbar dürfen wir dafür sein, daß unserem Volke der kostbare Friede erhalten blieb, nach innen wie nach außen. Dankbar auch dafür, daß in unserer engeren Heimat die Arbeit ungestört sich entfalten konnte. Die Jahre, wo immer Unruhestifter gerade um die Neujahrstage herum den inneren Frieden zu stören versuchten, liegen dank der tatkräftigen nationalsozialistischen Staatsführung längst hinter uns und wir blicken mit Vertrauen und Zuversicht dem kommenden Jahre entgegen, auch wenn wir wissen, daß es von jedem Volksgenossen Einsicht und den ganzen Einsatz der Persönlichkeit erfordert. „Schwierigkeiten sind dafür da, daß sie überwunden werden" und„Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.“ Steht das deutsche Volk geschlossen da wie Erz und Gestein, so werden wir aller Schwierigkeiten, die uns begegnen, Herr und der Erfolg wird sein: Ein einiges, starkes, deutsches Volk, das auf seiner Bahn mutig voranschreitet. Das ist es, was uns am Beginn des neuen Jahres die Herzen und Sinne erhebt, uns kräftigt zu neuem Werk im neuen Jahr. Kortebusch tutet zum neuen Jahr ..-Brüning Bei einem Rückblick auf das vergangene Jahr dürfen wir mit Genugtuung feststellen, daß es unserer engeren Heimat manchen Fortschritt gebracht hat. Die Arbeit ist gewachsen und hat manchen, der noch die Hände feiern lassen mußte, wieder zu Lohn und Brot gebracht. Die Zahl der Erwerbslosen ging zurück und damit auch die Not in deren Familien. Die erhöhte Opferfreudigkeit macht es möglich, noch mehr als in fruheren Jahren zur Linderung vorhandener Nöte zu tun. Erfreulich ist die rege Wohnungsbautätigkeit, wobei allerdings der„Zug nach dem Süden" unverkennbar war. Viel hat die Stadtbauverwaltung getan für den Ausbau und die Instandsetzung des Straßennetzes. Die künftige Ruhrallee ist ein ganzes Stück gewachsen und was im letzten Jahre auf diesem Gebiete begonnen wurde, das soll im neuen tatkräftig weiter verfolgt werden. Es weht ein frischer Wind! Die Gesundung unserer Kommunalfinanzen, die im verflossenen Jahre begrüßenswerte Fortschritte gemacht hat, gibt uns ja auch etwas mehr Ellbogenfreiheit zur Durchführung von Plänen, deren Ausführung in früheren Jahren eben daran scheiterte, daß kein„Moos“ auf der Hand wächst. Die Stadt Bochum hat, das darf sie von sich behaupten, immer eine vorsichtige Finanzpolitik betrieben; die Früchte dieser Politik werden schon zum Vorschein kommen! Mancher Wunsch wird, wenn die Zeit dafür reif ist, erfüllt werden. Nicht von uns allein — nein, von uns am wenigsten hängt es ab, wann endlich der erste Anfang gemacht wird zur Inangriffnahme unserer Bahnhofsumgestaltung. Vorausgehen sollte die Höherlegung der Gußstahlstrecke, mit der schon im alten Jahre begonnen werden sollte, wovon man aber noch nichts bemerkt hat. Hoffentlich merkt man aber bald etwas.„Still ruht der See“ kann man von dem Bau des Bochum=Herbeder Stausees sagen. Von Jahr zu Jahr werden wir vertröstet; bald tauchen dort, bald da neue Hemmnisse auf. Es gibt Pessimisten, die meinen, man warte damit, bis die Königsallee zur Ruhr durchgelegt und auf dieser„Ruhrallee“ ein verbilligter Straßenbahn=Schnellverkehr eingelegt ist. Freund Bählamm hat in der Neujahrsnacht sogar oon einem solchen idealen Innenstadt=Ruhrverkehr geträumt. Ob das am vielen Grog lag, den er zur Begrüßung des neuen Jahres sich einverleibt und der seine kühne Phantasie rosenrot umnebelt hatte? Sein Mithelfer beim Verzehr des dampfenden Gebräues, der lange Alfred, zog am Neujahrsmorgen wankenden Schrittes ein kleines Holzpferdchen am Seil über die Straßen, was allerhand Rückschlüsse ziehen läßt Aber er war selig, Bochum, die Stadt der Arbeit, hat nie mit trüben Augen in die Zukunft geschaut, sondern stets zuversichtlich und fröhlich, das Leben bejahend, an der Wende eines neuen Jahres gestanden. Wir wissen, daß auch das kommende Jahr mit großen Aufgaben und Forderungen an uns herantreten wird, wir wissen aber auch, daß nur Glaube und Vertrauen die Kraft erschaffen können, die die Zukunft so gestaltet, wie sie zum Wohle unserer Stadt und im Dienste am ganzen Volke sein muß. Wie in den vergangenen Jahren beging auch gestern die Heimatstadt mit Freude und Lachen den Geburtstag des neuen Jahres von dem ja jeder sich nur Gutes erhofft und erwünscht. Jubel und Trubel herrschte in den letzten Stunden des alten Jahres in den Straßen, vor allem aber in den Gaststätten. Hier gab es zum Teil so starken Betrieb, daß die Einlaßpforten geschlossen werden mußten, weil die Räume überfullt waren. Und das will doch sicherlich etwas heißen, wenn man daran denkt, wo überall„etwas los“ war in der Silvesternacht. Wer Donnerstag morgen den„B..“ aufschlug, um nachzuschauen, wo er die letzte Nacht des Jahres bei Musik und Tanz, Bier oder Wein verbringen wollte, der hatte es wahrhaftig sehr schwer, sich zu entscheiden..24, Metä2ie 8. fählich Seinen Höhepuntt erreichte naturlich der frohliche Silvesterspuk um 12 Uhr. Glockenläuten von allen Kirchtürmen, Schüsse, Feuerwerk und fröhliches Neujahrsgeschrei füllten den Himmel über Bochum. In den Lokalen begrüßte man das neue Jahr mit dem vollen Glas in der Hand, mit Tusch und Trara. In vielen Häusern suchte man im Bleigießen die Zukunft zu erforschen. Um einmal noch zum Abschluß des in den letzten Zügen liegenden alten Jahres in Stimmung zu sein und die Geburt des neuen Jahres entsprechend stimmungsvoll zu feiern, hatte auch die Große Bochumer Karnevalsgesellschaft zum Silvesterball im Parthaus Prinz Karneval kündigt das neue Jahr an roten Nebel der Erinnerung ein klares Bild von der Fülle der Ereignisse zu gewinnen. Also der Elferrat saß zunächst noch im dezenten Schwarz=Weiß an einem langen Tisch, auf der Bühne stand die„neu renovierte“ Bütt, der kleine Fredy schwang mit Straußschem Schwung den Taktstock, blies ins Saxophon und auf seiner Flöte, quer durch den Saal hatten sie Wäscheleinen gespannt, an denen Luftschlangen und Ballons zum Trocknen hingen, auf den Tischen lagen Konfettischnibbel, die mir meine Nachbarin heimtückisch ins Weinglas streute. Und Niespulver hatten sie auch in die Luft geblasen. Hatschi... Prost Neujahr! Stimmung, meine verehrten Damen und Herren, prima Stimmung. Punkt 12 Uhr brach die Meute der rotbefrackten Elferratsmitglieder unter Anführung des Präsidentenkarl mit donnerndem„Man tau" durch eine große Papieruhr auf der Bühne. Um diese Zeit begann für viele der Vernebelungszustand, so daß die um 1 Uhr vorgenommene Preisverteilung im Wettstreit um den schlagkräftigsten Karnevalsspruch verpaßt worden ist. Präsident Karl Linden konnte unter Assistenz von Dr. van Elsen vom Verkehrsverein verkünden daß der sich unter dem sinnigen Decknamen„Zucker“ verbergende poetisch begabte Einsender den ersten Preis in Gestalt einer Schreibmaschine für folgenden Werbespruch erhalten habe: „Man tau, ja do verlot di dropp; im Karneval steiht Bochum kopp!“ Wenn die Stimmung des Silvesterballes auch nur annähernd erreicht wird, dann kasse di do wahrhaftig drop verloten. Der zweite Preis(Skiausrüstung) wurde dem Einsender„Kopfstand“, der dritte Preis (Freiflug) dem Einsender zuerkannt, der seinen Vers als„Murks“ bezeichnet hatte.„Brieschnute" und „Hufnoristika“ können sich je einen Neujahrs=Frühstückskorb abholen,„Onkel Bräsig" und„Rheinlandmädel" haben je drei Flaschen Wein gewonnen, auf die Einsendung„Kohlen" und Vaterstadt“ fielen je zwei Flaschen Wein. Allen Einsendern, die während der Preisverteilung mit mir unten an der Theke gestanden haben, mögen sich unter Vorlage einer Schriftprobe und eines Ausweises bis Mittwoch, 6. Januar, abends Hauptniederlage: Brunnen-Zentrale Karl Linden Bochum, Kronenstraße 35.37. Telephon 67131 18 Uhr, im Verkehrtverein(Verzeihung: Verkehrsverein), Rathausplatz 8, melden. Trotz alles Jubels und ausgelassenster Stimmung aber blieb der Betrieb in seinen Grenzen. Keinerlei Ausschreitungen konnten festgestellt werden, und die Polizei durfte zufrieden melden, daß die Silvesternacht 1936/37 den ruhigsten Verlauf genommen habe. Bis 23. Januar 1937 Schriftliche Anmeldungen für die Sexta. der Goethe=Oberrealschule, Goethestraße. des Reformrealaymnasiums, Königsallee, des Reformrealaymnasiums in.=Langendreer, der Oberrealschule in Bochum=Gerthe, des Realprogymnasiums in.=Linden=Dahlhausen. des Freiherr=vom=Stein=Oberlyzeums mit dreijähriger Frauenschule und Lehrgängen für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen, Arndtstraße, des Lyzeums mit realaymnasialer Studienanstalt, Waldring. der Mädchenmittelschule, Abe=Straße, der Mädchenrektoratschule in Bochum=Langendreerkönnen jederzeit bei den Anstaltsleitungen bis zum 23. Januar 1937 eingereicht werden. Mündliche Anmeldungen nehmen die Anstaltsleiter vom 18. bis 23. Januar 1937, von 11 bis 18 Uhr, entgegen. Die Anmeldefristen gelten auch für die Aufnahme in die Untertertia der Realgymnasialen Studienanstalt (Waldring), in die Schülerinnen nach dem exfolgreichen Besuch der Quarta eines Lyzeums ohne Prufung aufgenommen werden können. Bei der Anmeldung sind Geburtsschein(Familien= buch), Impfschein und das letzte Zeugnis vorzulegen. Die Eltern werden darauf hingewiesen, ihre Kinden möglichst den Schulen ihres Wohnbezirks zuanführen. Seite 3 Nr. 1 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag,./3. Januor 1937 der lange Alfred und sang Kinderlieder. Hoffentlich hat er glücklich die„Heia“ erreicht. * Daß der 2. Januar ein Arbeitstag ist, wo doch schon der 3. wieder ein Sonntag ist, will so manchem nicht einleuchten. Was soll dieser Arbeitstag, wo man doch einmal so nett am feiern ist? Es lohnt sich kaum, das Werkeltagsgerät wieder in die Hand zu nehmen. Manche Behörden haben daher davon abgesehen, für diesen einen Tag wieder alle Räume zu heizen und alle Lichter anzuzünden. Post und Eisenbahn hingegen hatten gestern und haben heute Hochbetrieb. Nun, von Montag an ist alles wieder im alten Gleise, die Festtagszeit ist vorüber, die volle Arbeit tritt wieder in ihre Rechte. Die Hausfrau hat die Weihnachtsstube aufgeräumt. Es bleibt nur die Erinnerung. Nun heißt es wieder schaffen. Daß für alle seine Leser das Wirken im neuen Jahr gesegnet sei und 1937 für unser liebes deutsches Volk ein glückliches Jahr friedlicher, erfolgreicher Arbeit werden möge, wünscht mit herzlichem „Glückauf 1937“ Euer Gottlieb vom Tippelsberg eingeladen. Der Präsident im roten Frack rief, und alle, alle kamen... Mit„Man tau, helau“, Gläserklang und Walzertakt wurde das alte Jahr beerdigt und das neue aus der Taufe gehoben. Als Präsident Karl Linden den Brunnen seiner Beredsamkeit öffnete, waren alle Säle rappelvoll. Es erscheint ratsam, schon jetzt Tischbestellungen für den nächstjährigen, Verzeihung, diesjährigen Silvesterball der Groboka aufzugeben. Kleine Ueberlegungspause, um aus dem rosaBochum feierte den Jahresanfang S eite 4 Nr. 1, Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag,./3. Januar 1932 Steuerfälligkeit im Januar Die Stadtkasse Bochum macht darauf aufmerksam, daß bis zum 4. Januar 1987 das Schulgeld für die Staatlichen höheren Lehranstalten und die Unterhaltsbeiträge für Januar 1937, bis zum 10. Januar die Getränkesteuer für Dezember 1936. bis zum 15. Januar die Biersteuer und Gewerbesteuer von der Lohnsumme für Dezember, die Abgaben vom Grundbesitz(staatliche Steuer vom Grundvermögen. Hauszins- und Gemeindearundsteuer nebst Gebühren und Beiträgen), die Vergnügungssteuer für ständige Veranstaltungen, die städtischen Schulgelder für Januar 1937, die 2. Rate der Berufsschulbeiträge für 1936 und die Gebühren für die im Dezember 1936 ausgeführten Krankenwagen= fahrten an die Stadtkasse— Steuerkasse— während der Kassenstunden von 8 bis 13 Uhr zu zahlen sind. In den eingemeindeten Stadtteilen kann Zahlung an die örtliche Zahlstelle und an den bekanntgegebenen Kassentagen erfolgen. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, die im Januar 1987 fällig werdende Bürgersteuer bei den Lohnzahlungen vom 10. Januar 1937 ab vom Arbeitslohn einzubehalten und an die obenbezeichnete Kasse unter Angabe der Heb.=Nr. abzuführen. Die Ueberweisung auf ein Bank= oder Postscheckkonto der Stadtkasse wird empfohlen. Die Stadtkasse hat Konten bei allen Bochumer Banken und Postscheckkonto Dortmund 19637. Weihnachtsfeier bei der Die Kriegerkameradschaft Westwacht„Graf von Haeseler" Bochum, hielt am dritten Weihnachtstag im Kameradschaftsheim August Balkenhol, Klosterstraße 33, ganz kurz ihren Monatsappell ab. Die Tagesordnung wurde schnell erledigt. Ausgenommen wurde ein Kamerad. Im Anschluß hieran fand die Weibnachtsfeier mit Kinderbescherung statt, wozu sich die Kameraden mit ihren Angehorigen in überaus großer Anzahl eingefunden hatten. In Vertretung entbot der stellvertretende Kameradschaftsführer Peinecke den Erschienenen in herzlich gehaltenen Worten ein Weihnachtswillkommen und wies in seiner Weihnachtsansprache auf die Bedeutung des urdeutschen Weihnachtsfestes hin, welches bei allen Deutschen, auch weit über unsere Grenzen hinaus in würdiger Weise begangen werde. Seine Ausführungen klangen aus in ein dreifaches Sieg=Heil auf unseren Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Nach dem gemeinsamen Gesang„O du fröhliche, o du selige“ führten Kinder der Kameraden den prächtigen Weihnachtsreigen„Stille Nacht" auf. Auch die vier Schornsteinfeger und das Theaterstück„Meister Nadelstich“, ebenfalls gespielt von Kameradenkindern, lösten große Freude aus und reicher Beifall wurde den Kindern gezollt. Freudia strahlten die Kinderaugen. als der Nikolaus mit seinem Knecht Ruprecht und seinen Engelchen den Saal betrat und allen Kindern eine volle, schöne Weihnachtstüte mit allerlei süßen Sachen überreichte. Die feierliche Stunden werden allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. Kameradschaftlicher Verein ehemaliger Unteroffiziere Bochum Am dritten Weihnachtstag fand im Restaurant Stöhr, Hofsteder Straße 25, das Wandervreisschießen des Vereins statt. Kamerad Schröder brachte mit 91 Ringen den Silberbecher für das Jahr 1937 an sich. Um 4 Uhr fand beim Kameraden Reier, Dorstener Straße, die diesjährige Weihnachtsfeier statt. Es waren 39 Kinder mit den Eltern erschienen. Schön vorgetragene Lieder und Gedichte der Kleinen unter der bewährten Leitung der Frau Schenn leiteten die Feier ein. Punkt 5 Uhr erschien der Nikolaus und wurde von den Kindern mit dem Liede:„Vom Himmel hoch, da komm ich her!" empfangen. Dann erschien der Weihnachtsmann. Nachdem der Nikolaus noch verschiedene kleine Sünder ermahnt hatte, wurden unter großem Jubel die diesmal besonders reichhaltigen Tüten verteilt. Die Kinder feierten noch bis 7 Uhr und traten dann den Heimweg an. Um 8 Uhr fand die eigentliche Weihnachtsfeier für die Kameraden und deren Frauen statt. Kamerad Kalwa begrüßte die Erschienenen, besonders das Ehrenmitglied Major a. D. Donisch nebst Gattin. In seiner Rede betonte Kamerad Kalwa, daß unser Fuührer Adolf Hitler jederzeit auf die alten Frontsoldaten und Tressenträger rechnen könne, wenn das Vaterland rufe. Dann wurden das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied gesungen. Nach gemeinsamem Abendessen wurden bei Vorträgen, Liedern und einer Verlosung noch einige fröhliche Stunden verlebt. Am 14. Februar 1937 findet das Schießen für das Winterhilfswerk für die Kameradschaften Bochum und Wattenscheid im Lokale Stöhr, Bochum, Hofsteder Straße Nr. 25, nachmittags von 3 bis 8 Uhr, statt. Die Siegerverkündung findet am selben Abend durch das Ehrenmitglied Kamerad Major a. D. Donisch statt. (Vereima-Sinlender) Allgemeine Sterbekasse Bochum und Umgegend. Sonntag. 10. Januar 1937, morgens 11 Uhr, findet die ordentliche Generalversammlung im Vereinslokal Grothe statt. Erscheinen ist Pflicht. Der Vorstand. Neues aus Decham absehbarer Zeit die Fürsorge in Anspruch nehmen müssen, werden daher vor dem Zuzug nach Bochum dringend gewarnt. Vom Landjahr in die Mädchenberufsschule. Die Schülerinnen, die im Dezember 1986 aus dem Landjahr zurückgekehrt sind, werden durch eine Bekanntmachung in dieser Nummer aufgefordert, sich am Montag, 4. Januar, oder Dienstag, 5. Januar 1937, in der Zeit von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr, in der Geschäftsstelle der Mädchenberufsschule, Bochum, Wittener Str. 23, zur Einschulung einzufinden. Brückenumbau= und Erneuerungsarbeiten an der Redemptoristenstraße. Die Eisenbahnbrücke an der Redemptoristenstraße wird jetzt gründlich überholt. Man ist dazu übergegangen, die Brucke mittels Sandstreugebläse vollständig zu entrosten. Die Brücke ist zum Teil hochgewunden. Nur für die Fußgänger ist ein Durchgangsweg vorhanden. Abbruch von Gebäuden an der Präsidentstraße. Die ersten zwei Gebäude oberhalb der Präsidentstraße, in Höhe der bergisch=märkischen Eisenbahnstrecke, sind nunmehr dem Erdboden gleichgemacht. Oberwesel im Rundfunk. Dem romantischen Winzer= und Schifferstädtchen Oberwesel am Mittelrhein, bekannt durch seine mittelalterlichen Baudenkmäler und seine Weinmärkte, ist eine Sendung des Reichssenders Frankfurt am 6. Januar zwischen 17.30 und 18 Uhr gewidmet. Verfasser des Hörbildes, das in origineller Form die Schönheiten der alten Stadt in Lied und Wort lebendig macht, ist Dr. Christian Jansen. Zimmerbrand durch Explosion einer Benzinlampe. Am 29. Dezember, gegen 19.30 Uhr, rückte die Feuerlöschpolizei zum Hause Kortumstraße 20 aus. Dort war durch Explodieren einer Benzinlampe ein Zimmerbrand entstanden. Es verbrannten ein Schreibpult und die Fenstergardinen. Neujahrsarbeit der Feuerlöschpolizei. Die Städtische Brandwache mußte am Jahresanfang gleich zweimal in Tätigkeit treten. Gestern nachmittag vor 6 Uhr entstand im Hause Vereinsstraße 6 ein Fußbodenbrand. Ein schadhafter Kamin war die Ursache. Nach halbstündiger Tätigkeit war jede weitere Gefahr beseitigt.— Bald danach wurde die Feuerlöschpolizei zum Hause Ehrenfeldstraße 2 gerufen. Hier war ein Zimmerbrand entstanden. Die Hausbewohner waren ihm sofort zu Leibe gerückt, so daß die Feuerwehrleute nicht viel Arbeit mehr hatten. In beiden Fällen entstand nur geringer Sachschaden. Spitzbubentätigkeit Diebstahl einer Grubenlampe mit Kranz. In der Nacht zum 27. Dezember haben unbekannte Täter vom Hause Dibergstraße 2 eine Grubenlampe mit Kranz entwendet. Wer hat den Diebstahl beobachtet? Wer kann sonst zweckdienliche Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 242. Handtasche gestohlen. Einer Frau ist am 23. Dezember, gegen 11 Uhr, in einem Kaufhaus an der Bongardstraße eine Handtasche mit einer Geldbörse, in welcher sich 28 Reichsmark befanden, entwendet worden. Wer hat den Vorfall beobachtet oder kann sonst sachdienliche Angaben machen? Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 45, Zimmer 242. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Paket von der Theke entwendet. Am 23. Dezember, um 17.30 Uhr, wurde von unbekannten Tätern in einer Wirtschaft in der Nähe des Alten Marktes von der Theke ein Paket entwendet, in welchem sich ein dunkelblauer Badeanzug befand. Wer kann zu diesem Diebstahl Angaben machen? Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 242. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Diebstahl eines ausgeschlachteten Schweines. Wie erst jetzt bekannt wurde, haben am 21. Dezember unbekannte Täter aus der Vorkühlhalle des Schlachthofes Wenn man zurückschaut in Bochum ein ausgeschlachtetes Schwein gestohlen. Das Schwein trug auf Schinken und Schultern die Stichstempel„W. T..“. Wer kann zu diesem Diebstahl irgendwelche Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstr. 35, Zimmer 242. Allerlei Anglücksfälle an der Jahreswende Schwer verbrüht. Am Silvesterabend verunglückte der Invalide August R. von der Eickeler Straße derart schwer, daß er auf ärztliche Veranlassung ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. R. war mit der Anrichtung eines Glühweines beschäftigt, als er plötzlich über die Fußbank stolperte und mit dem glühendheißen Glühwein hinstürzte. Er fiel hierbei so unglücklich, daß er von dem heißen Wein übergossen und schwer verbrüht wurde. Arge Verbrennungen durch Feuerwerkskörper. Der 12jährige Schüler Oskar Sch., Wittener Straße, vergnügte sich am Silvesterabend mit Feuerwerkskörperabbrennen. In seiner Hand zündete wohl zu früh ein Sprengfrosch, wobei er arge Hand= und Gesichtsverbrennungen erlitt, die krankenhausärztliche Behandlung notwendig machten.— Der 15jährige Werksarbeiter Albert Gr. aus der Schmechtingstraße wurde von einem Kanonenschlag derart heftig ins Gesicht getroffen, daß das rechte Auge arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Am Neujahrsmorgen überfahren und schwer verletzt. Der 52jährige Ofenmann August Krüger, Bessemerstraße 61, wurde, als er auf dem Wege zur Arbeit war, auf dem Bürgersteig von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Der Bedauernswerte wurde ins Elisabethhospital gebracht. Sein Befinden war gestern abend, wie uns auf Anfrage mitgeteilt wurde, ernst.— Bei einer Spritzfahrt, die mehrere junge Leute am Silvesterabend machten, geriet auf der Hattinger Straße der Wagen auf den Bürgersteig und schlug um. Einer der Insassen wurde verletzt und mußte zum Arzt. Der Wagen wurde abgeschleppt. Angefahren. Am 81. Dezember wurde ein Radfahrer auf der Wittener Straße von einem Personenkraftwagen von hinten angefahren und schwer verletzt. Er wurde dem Elisabeth=Krankenhaus zugeführt. Schülerin vor Lastkraftwagen geraten, aber nur leicht verletzt. Am 29. Dezember wurde auf der Herner Straße, Ecke Vidumestraße, eine zehnjährige Schülerin von einem Lastkraftwagen beim Ueberschreiten des Fahrdammes angefahren und zu Boden geworfen. Sie wurde leicht verletzt, konnte jedoch ihren Weg fortsetzen. Zwei Lastkraftwagen zusammengestoßen. Am 29. Dezember erfolgte auf der Wittener Straße ein Zusammenstoß zwischen zwei Lastkraftwagen. Personen wurden nicht verletzt. Ein Fahrzeug wurde derart beschädigt, daß es abgeschleppt werden mußte. Ein neuer Sturz in den Abgrund In der Silvesternacht, gegen 11.80 Uhr, ereignete sich ein neuer Autounfall an der Ecke Hattinger und Friederikastraße. Ein unbeladenes Lastauto einer Wattenscheider Speditionsfirma rannte von der abschüssigen Hattinger Straße über den Bürgersteig, zerstörte bei dem heftigen Anprall die Einzäunung und sauste in den Abgrund. Das Auto wurde sehr stark beschädigt. Der Führer und ein Mitfahrer erlitten einige Verletzungen, so daß der Unfall noch einigermaßen glimpflich ablief. Den ganzen Neujahrsnachmittag hindurch hatten zwei Autos schwere Mühe, den Lastwagen wieder herauszuziehen, da dieser in dem Lehmboden stark eingesunken war. Es ist als Glück zu bezeichnen, daß der weitaus größte Teil des Abgrundes inzwischen durch Erdmassen angefüllt worden ist, sonst hätte es ein größeres Unglück werden können. In absehbarer Zeit wird der ganze Abgrund völlig ausgefüllt und damit einer der gefahrlichsten Gefahrenpunkte Bochums für den Auto= und Fuhrverkehr beseitigt sein. Von der Schaldant oi zul Antagerunt Lehren eines Gerichtsjahres Gei Wohin gehen wir? Stadttheater: Samstag 20 Uhr: Gastspiel der Tanzgruppe der Kölner Oper: Sonntag 16 Uhr: Der gestiefelte Kater; 20 Uhr: Petermann fährt nach Madetra. Parthaus: Sonntag 16 Uhr: Freikonzert. Tonhallen=Diele und=Gaststätte: Konzert und Tanz. Städtische Gemäldegalerie: Sonn. und seiertags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr. Heimatmuseum Haus Rechen, Königsallee 17: Sonn= und feiertags von 10 bis 13, werktags von 10 bis 16 Uhr. Bergbaumuseum, Bödestraße: Besichtigungszeiten: Werktags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, an Mittwochund Samstag=Nachmittagen bei freiem Eintritt; sonntags von 10 bis 13 Uhr.(An Feiertagen geschlossen.) Geolvgisches Museum der Westsälischen Berggewerkschaftskasse, Herner Straße 45: Mittwochs von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 10.30 bis 13 Uhr, mit Ausnahme der Feiertage. Nach Voranmeldung jederzeit innerbalb der Dienststunden. Eintritt frei. Städtische Schwimm= und Badeanstalt, Marienstraße: Sonntags von 7 bis 12 Uhr: Familienbad. Tonhallen=Varieté(KdF. Theater): Samstag 20.15, Sonntag 16 und 20.15 Uhr: Vartets=Programm. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Moskau— Schanghal. Capitol: ab 14.30 Uhr: Es gebt um mein Leben. Gloria Palast: ab 15.30 Uhr: Der lustige Witwenball. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Wir sind vom schottischen Insanterie=Regiment. Lichtvurg: ab 15.15 Uhr: Du bist mein Glück. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Mädchenpensionat. Odcon: ab 15.45 Uhr: Waldwinter. Stala Lichtspiele: ab 17 Uhr: Waldwinter. Usa Tonhalle: Samstag ab 15.30 Uhr, Sonntag ab 14 Uor: Unter heißem Himmel: Samstag 22.15 Uhr, Sonntag vermittag. 11.30 Uhr: Im Trommelseuer der Westfront. Weitlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Schlußakkord. Avollo Weitmar: Schloß Vogeldd. Capitol Langendreer: Stadt Anatol. Capitol Werne: Das Frauenparadies. Kammerlichtspiele Gerthe: Weiberregiment. Schauburg Wanne=Eickel: Gold nach Singapore. Restaurant Zum Wiesental: Tanz. Gaststätte Union=Palast Zwischen Weihnachten und Neujahr haben die Gerichte nicht viel zu tun. Die Hallen sind leer die Räume verlassen. Es ist hier so manchem seine Torheit oder Schlechtigkeit„angestrichen“ worden. In diesen Tagen wird auch„angestrichen". Aber dieser Anstrich ist weniger schmerzhaft. Der Malerpinsel läuft um. Die Kommission, die vor Monaten die hiesigen Justizgebäude beaugenscheinigte, hat eingesehen, daß da manches mangelhaft war. Nun wird alles neu hergerichtet. Auf den großen Neubau eines Justizgebäudes haben wir einstweilen noch nicht zu rechnen. Der Vierjahresplan ist dringlicher. Wir freuen uns auch so, zumal die Kriminalität gegen früher stark abnahm und die Gerichte auch in Zivil= und Privatklagen lange nicht mehr so viel zu tun haben als früher. Es wird schon allerlei durch den richterlichen Strafbefehl erledigt, also ohne Hauptverhandlung. Die kleinen Beleidigungssachen bringt meist der Schiedsrichter schon in Ordnung, und seit wir den Schuldnerschutz haben, sind die Gläubiger mehr als früher zu einem gütlichen Ausgleich„auf Stottern“ geneigt. Die Wechselklagen haben sehr stark abgenommen. Die Zahl der Konkurse und Zwangsversteigerungen ist im Vergleich zur Systemzeit erheblich zurückgegangen dank der Maßnahmen, die seitens der Regierung gegen die Verschleuderung des Volksvermögens ergangen sind und sich auf der ganzen Linie segensreich auswirken. Beispielsweise auch bei den Grundstücksversteigerungen. : Was noch weiter angenehm ins Auge fällt, ist die Beschleunigung des Rechtsganges, die zugleich auch eine Verbilligung darstellt. Man kann binnen wenigen Wochen mit einer Klage vom Amts= ans Landgericht gehen und auch der Weg nach Hamm und Leipzig ist schon erheblich kürzer geworden. In zwei besonderen Fällen ist das ganz klar geworden. Beim Prozeß Wreschinski der sogar zweimal das Bochumer Schwurgericht beschäftigte, und bei dem Fall Kulicke. Die Tat des letzteren lag Ende Juli. Und Mitte Dezember hatte bereits auch das Reichsgericht gesprochen. Mit diesen beiden Fällen sind zugleich die allerschlimmsten Straftaten bezeichnet, mit denen sich Bochumer Gerichte befassen mußten. Möge das neue Jahr von solch bösen Dingen freibleiben. Im übrigen sah man in den Sälen der Gerechtigkeit so manchen stürzen, von dem man glaubte, er stehe fest. Alte Leute wurden schuldig, junge Leute strauchelten und kamen zu Fall. Und was lag da an Entgleisungen, Irrungen und Wirrungen alles dazwischen! Sie ist lang, sehr lang, die Reihe der Gestürzten, von denen viele sich nicht mehr zu einem freudigen Leben erheben werden, da frivoler Meineid und schwere Untreue an fremdem Gut und Geld, da schwere Verbrechen gegen das Eigentum wie gegen Moral und Sittlichkeit den Richter veranlaßten, des Gesetzes volle Schärfe gegen die Schuldigen zu verhängen. Und die neuen Gesetze geben dem Staate das Recht, solche Menschen sogar dauernd aus der Volksgemeinschaft zu entfernen, die auch später wahrscheinlich eine Gefahr für die Oeffentlichkeil, für die allgemeine Sicherheit, für den Staat, für die Gemeinde, für die heranwachsende Jugend bilden würden. Man darf hoffen, daß derlei Prozesse in Bochum immer seltener werden und daß die Abschreckung, die auch in der Veröffentlichung all der Fälle und in den verhängten Strafen liegt, ihre volle Wirkung tut. Das deutsche Volk soll wissen, wie seine Gerichte arbeiten. Es hat Anspruch darauf über den Gang der Dinge unterrichtet zu werden, sowohl was den Zivilprozeß angehl als auch was den Strafprozeß betrifft. Wir wollen auch im neuen Jahre den Sprüchen des Rechts unsere volle Aufmerksamkeit schenken und, sowiel an uns ist, mitarbeiten an der Entwicklung und dem Aufbau eines volksnahen deutschen Rechts, damit solches sich in den Gedanken und in den Herzen des deutschen Volkes fest verankere. Man sollte schon auf der Schulbank beginnen, den deutschen Menschen mit den Dingen des Rechts in Verbindung zu bringen und ihn so erziehen, daß er die Anklagebank fürchtet. Es gibt so viele, ach so viele junge Deutsche, die davon keine Ahnung hatten und deshalb schuldig wurden. Darüber mögen die Berufenen einmal tiefer nachdenken. Schulbank und Anklagebank— auf beiden erhält man seine Zeugnisse. Auf der einen kann man gute Noten erringen, auf der anderen gilt man leicht von vornherein als Versager. Schule und Gericht sind beide Erziehungsanstalten. Möge die Erziehung an der Jugend so wirken, daß die Erziehung durch das Strafgericht immer seltener wird. „ M. F. Warnung vor dem Zuzug nach Bochum! Auf Grund der Vierten Verordnung zur Aenderung der Reichsgrundsätze über Voraussetzung, Art und Maß der öffentlichen Fürsorge vom 10. 2. 1934 ist die Stadt Bochum durch Erlaß des Reichs= und Preußischen Ministers des Innern vom 16. Juli 1934 als Notstandsgemeinde erklärt worden. Diese Anordnung besteht noch fort. Sie besagt, daß in Bochum die Fürsorge für zuziehende Volksgenossen unter strengster Prufung der Voraussetzungen der Hilfsbedürftigkeit auf das zur Fristung des Lebens Unerläßliche oder unter Ablehnung offener Pflege auf Anstaltspflege beschränkt werden muß. Einzelne Volksgenossen oder Familien, die in Samstag und Sonntag im Zeichen der 4. Reichsstraßensammlung! Heute und morgen werden die Januar=Abzeichen des Winterhilfswerks verkauft. Es handelt sich um die bekannte„Eiserne Rose". Der Mindestverkaufspreis beträgt 20 Rpf. Die Straßensammlung wird durch die SS., SA. und RSKK. durchgeführt. In bewährter Einsatzbereitschaft stellen sich diese Formationen wieder in den Dienst des Winterhilfswerks. An die Bochumer Volksgenossen ergeht die Bitte, ihre Volksverbundenheit durch Gebe= und Opferfreudigkeit, wie bei den früheren Sammlungen, auch zum Beginn des neuen Jahres zu bekunden. Am Sonntag vormittag um 9 Uhr führt der Motorsturm 12 der Motorstandarte 69 eine Propagandafahrt und einen Propagandamarsch durch die Straßen der Stadt durch. Der Musikzug der Standarte 17 veranstaltet am Sonntag vormittag von 11 bis 13 Uhr ein Platzkonzert auf dem Schwanenmarkt. Neujahr im KdF.=Theater Spielwechsel im Tonhallen=Varieté Der Erfolg des Weihnachtsprogramms hat dazu geführt, ein Neujahrsprogramm im gleichen echten Varietésinne folgen zu lassen. Man darf sagen, die Besucher werden wieder ihre Erwartungen erfullt sehen. Ellen Nordmann beginnt als Vortragskünstlerin mit Ernst und Scherz. Als sie die Männer„besang“, konnte sich mancher„getroffen“ fühlen und durfte sich fragen: „Lacht sie mich an, oder lacht sie mich aus?“ Und dann folgen packende Darbietungen der Kleinkunstbühne. Der Mann mit der Maske, er nennt sich Edgardo, macht geheimnisvolle Zauberkunststückchen mit Spielkarten und einem fremden Zwanzigmarkschein. Er findet ein sehr verwundertes Publikum, lüftet aber seine Maske und seine Kunstgriffe nicht. So fragt man in doppeltem Sinne: Wer und was steckt dahinter? Schäffer und sein Gehilfe ist der Liebling der Sportsleute. Wie der Kraftmensch mit den starken Armen mit so beiläufig 175 Pfund Stahl„spielt" und dieses Gewicht schließlich über dem Kopfe rundschwingen läßt, das läßt den Atem schier stillstehen. Ist Schäffer der Mann der starken Arme, so ist sein Partner der Mann mit den leichten Füßen. Am Ende hält„August der Starke“ ein kleines Tanzpodium mit den Zähnen, während der Bruder Leichtfuß darauf schuhplattelt. Inge René im Schmetterlingstanz ist etwas fürs Auge. „Akrobatik im Blitztempo“ bieten die beiden Herbertis. Kraft, Gewandtheit, Kühnheit und Schönheit klingen hier in Harmonie zusammen. Der akrobatische Akt der beiden Delcliseur erregt das Entzücken und die Bewunderung aller, die etwas von höherer Turnkunst verstehen. Mit welcher Leichtigkeit sie miteinander Kopf= und Handstand und andere tolle Dinger— die Leiter hinauf und hinunter— zeigen, ist erste Klasse. Dazu kommen noch aus dem Weihnachtsprogramm die beiden Peters mit ihrem tollen Radakt, Kucki und Reni, die drastischen Kugeltänzer, und Araßko, das Wunder am Trapez.— Diese Aufzählung mag genügen, um die Ansicht zu begründen, daß mit solch glücklich zusammengestellten Spielfolgen auch in Bochum bauernd Erfolg zu erringen sein mußte. M. F. An alle Betriebe und Nebenbetriebe der Eisen= und Metallwirtschaft und des Baugewerbes. Die erste Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes über die Sicherung des Facharbeiternachwuchses ist am 9. November im deutschen Reichsanzeiger Nr. 262 veröffentlicht. Danach sind alle öffentlichen und privaten Betriebe der Eisen= und Metallwirtschaft, sowie des Baugewerbes mit 10 und mehr Beschäftigten verpflichtet, auf einem besonderen Vordruck zum 15. Januar 1937 die Zusammensetzung ihrer Gefolgschaft und die Zahl der Ostern 1937 einzustellenden Lehrlinge zu melden. Die geringe Zahl der bis heute vom Arbeitsamt angeforderten Vordrucke läßt darauf schließen, daß die Mehrzahl der Betriebe sich dieser Verpflichtung nicht bewußt geworden ist. Sie werden hiermit an die notwendige Anzeige erinnert. Vordrucke sind beim Arbeitsamt, Zimmer 17, anzufordern. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß auch solche Betriebe die Anzeige erstatten müssen, die Abteilungen für Bau= bzw. Metallarbeiten nur als Nebenbetrieb unterhalter Am., 8. und 15. Januar Bochum im ersten Monat 1937 im Rundfunk In der Sendung„Griff ins Leben" am 4. Januar 1937 in der Zeit von 17.15 bis 18 Uhr wird Bochum mit drei Schallaufnahmen vertreten sein, und zwar: 1. Einer Szene aus dem„Prinz von Homburg“, 2. der Kortum=Sammlung des Bochumer Heimatmuseums, 3. der Seilprüfstelle der Westfälischen Berggewerkschaftskasse. Die Aufgaben und Einrichtungen der Berggewerkschaftskasse sind ferner vorgemerkt für die Sendung „Freitags zwischen vier und sechs“ am 8. Januar 1937. In der gleichartigen Sendung am 15. Januar ist ein Funkbericht über die Ruhrknappschaft vorgesehen. Verkehrsunterricht in den Schulen In den letzten fünf Jahren haben in Deutschland 6752 Kinder den Tod durch Verkehrsunfälle gefunden. Die unverändert anhaltende hohe Zahl der wöchentlich in den Tageszeitungen bekanntgegebenen Verkehrsunfälle veranlaßt den Regierungspräsidenten in Arnsberg, nachdrücklich in Erinnerung zu ehrs gemeinschaft zu wecken und schon in den Schülern den Willen zur Verkehrsdisziplin, zur Selbstzucht, zur Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme lebendig zu machen. Die Belehrung der Schüler und Schülerinnen über die Verkehrsgefahren und Verkehrsvorschriften soll nicht nur im Klassenunterricht, sondern vor allem auf Lehrgängen und Ausmärschen erfolgen. Die Belehrung soll von praktischen Beispielen ausgehen und mit praktischen Uebungen und Vorführungen verbunden Die Schüler sind vor allem darauf hinzuweisen, daß es gefährlich und verboten ist, vor herankommenden Wagen über die Straße zu gehen, sich an stehende oder fahrende Fahrzeuge anzuhängen, beim Radfahren leichtsinnig zu überholen, mit anderen Fahrzeugen um die Wette fahren, statt einzeln die rechte Straßenseite einzuhalten, Steine oder andere Gegenstände gegen Kraftwagen zu werfen, fremde Fahrzeuge zu besteigen oder Oeffnen der Bremsen vorzunehmen. Ferner ist der Aufenthalt der Schuler auf Straßenabschnitten in der Schulpause oder zur Durchführung turnerischer oder sportlicher Uebungen verboten. In den Volks= und Mittelschulen des Bezirks sollen künftig bis auf weiteres bei jeder sich bietenden Gelegenheit verkehrsunterrichtliche Fragen behandelt werden. Für die Belehrung auf der Straße ist die Unterstützung der Ortspolizeibehörde bzw. Gendarmeriebeamten oder des NSKK. zu erbitten. Wie wichtig der Verkehrsunterricht in den Schulen ist, beweist die Tatsache, daß in England die Schülerunfälle infolge der Aufklärung der Schuljugend um 50 vom Hundert zurückgegangen sind und in Newyork schon vor Jahren ähnlich günstige Ertebnisse erzielt wurden. Seite 5 Nr. 1 7 Bechumer Anzeiger„ Samstag, Sonntag, 2. 3. Januar 1937 1 Eine Stunde der Entspannung in den verschneiten Bergen Der Führer auf einem Feiertagsspaziergang auf dem Obersalzberg im Berchtesgadener Land###### Hen. Hoffmann Hier lagert der Goldschatz Amerikas Die amerikanische Regierung wird ihren Goldschatz im Werte von etwa sechs Milliarden Dollar nach dem einsam gelegenen Fort Knox bringen lassen, das mit den allermodernsten Sicherheitsvorrichtungen versehen ist. Allerdings wird der Transport dieser Goldmengen zu der auserwählten„Schatzkammer“ dem amerikanischen Staat allein 1,5 Millionen Dollar kosten. Blick auf den Festungstresor und seine unmittelbare Umgebung. Weltbild Sitter Sott SAge Feldmarschall Erzherzog Friedrichf Wie gemeldet, starb Feldmarschall Erzherzog Friedrich, der während des Weltkrieges Oberkommandierender der österreichisch=ungarischen Armee war, auf seinem Landsitz in Ungarisch=Altenburg im 80. Lebensjahre. Weltbild 1 Hermann Göring verteilte Silvester=Pfannkuchen Einen frohen Kinder=Nachmittag sah am letzten Tage des alten Jahres die Staatsoper Unter den Linden. In Gegenwart des Ministerpräsidenten und Frau Göring gab es das Märchenspiel„Der gestiefelte Kater“ zu sehen und in der Pause herrliche Silvester=Pfannkuchen, die der Ministerpräsident persönlich verteilte. Unsere Aufnahme zeigt den Ministerpräsidenten inmitten der fröhlichen Kinderschar beim Verteilen der Pfannkuchen. Hoffmann * Mit Baden fängt die Schule an Japans Körperkultur ist vorbildlich. Kein Morgen, an dem nicht der Volksschullehrer mit seinen Schülern in die große Wanne steigt. „„„ Waltbild Nerven entscheiden heute vorwiegend über Gesundheit und Leistungsfähigkeit des menschlichen Körpers. Sie sind es, die in erster Linie die ganze Last unseres Lebenskampfes zu tragen haben. Alle unsere Kräfte müssen aufs äußerste angestrengt werden, denn das Tempo der heutigen Zeit stellt an die Leistungsfähigkeit der Newen ungeheure Anforderungen. Wer geistig viel arbeitet, wer im Trubel der Großstadt lebt, verbraucht mehr Nervenkraft, als aus der täglichen Nahrung ersetzt werden kann. Dieser übermäßige Verbrauch an Nervensubstanz muß daher beizeiten durch den zusätzlichen Gebrauch einer geeigneten Nervennahrung ergänzt werden. Ein solcher vertrauenswürdiger Nerven=Nährstoff ist Biocitin, hergestellt nach dem Verfahren von Prof. Dr. Habermann. Aus dem Biocitin entnimmt die Nervenzelle jene wertvollen Aufbaustoffe, die zu ihrer Erhaltung und Auffrischung notwendig sind. Biocitin verschafft ein frisches Aussehen und eiserne Nerven Nimm es beizeiten, nähre und pflege die Nerven, ehe sie danach verlangen. Biocitin ist in Pulverform von.20 Mor' an in Pchlettenkanm zu 100—4.20 Mark in Apoth. u. Drogerien zu haben Drucksache nebst Kostprobe kostenlos durch die Biocitinfabrik, Berlin SW 29/67. kark an, in Tablettenform zu.70 und.20 BIOChFEe Seite 6 Nr. 1, Bochumer Anzeiger Samstag Sonntag,./3. Januar 1937 Anterhaltung 99 Neme 44 Die Sache hatte sich unheimlich zugespitzt. Nun war die letzte Frist. Doktor Wendler hatte sich festgelegt. Es gab kein Zurück mehr. Das wußte die Untertertia. Wenn der Täter sich nicht meldete, dann kam über sie alle eine Strafe, wie sie Kerle verdienen, die das Vertrauen nicht mehr wert sind, das ihr Klassenlehrer ihnen bisher geschenkt hat. Und dessen er sich gegen den Direktor kürzlich noch gerühmt:„Einen Heimtücker gibt es nicht unter meinen Jungen!" „Kollege Wendler!“ hatte der Direktor gesagt,„ich möchte heute mal zuhören in Ihrer Geisterstunde!"— Doktor Wendler verband nämlich den Unterricht am Knochenmann, der in der Schule seit altersher„Nemo“ hieß, so lebendig mit der Darstellung und Bewegungsdeutung aller Sportarten, daß von der Begeisterung der Jungen Gerüchte bis ins Direktorzimmer gedrungen waren. Zwischen Erwartung und ein wenig Bedenken — denn der Direktor stammte noch aus der alten Zeit— schritt er neben dem jungen Kollegen auf das Zimmer der Untertertia zu. Der Klassenlehrer ergriff die Klinke, um die Tür mit großem Schwunge dem Gewaltigen zu öffnen— und hatte den Messinggriff in der Hand, doch ohne Tür. Drinnen war Stille, tückisch und unheimlich. Der Direktor klopfte an. Nichts rührte sich. Doktor Wendler fügte den vierkantigen Zapfen wieder in die Oeffnung und brachte die Tür nach kurzem Versuchen auf. Er sah mit einem Blick, daß der Stift, der auf der Innenseite beide Griffe zusammenhielt, entfernt war. Spitzbübisch leuchteten die Augen der Jungen, als erwarteten sie, daß Doktor Wendler mit ihnen lachen werde über den gelungenen Streich. Doch dem nahm die Gegenwart des Direktors den Sinn für Scherze. (Und dabei war der alte Herr durchaus nicht so!) Doktor Wendler aber glaubte, er müsse jetzt erst recht seine Macht über die Bande beweisen und fragte streng:„Wer war das?" Die Klasse, die diesen Ton an ihm nicht kannte, schwieg verbissen. Hätte er doch nur gefragt:„Wie ist das gekommen?" Aber so reden die besten Freunde in schicksalhaften Stunden aneinander vorbei! Er ließ die Sache zunächst auf sich beruhen und gab die Stunde, doch nicht so wie sonst. Das war am Dienstag gewesen. Der wahre Sachverhalt war der: Die Fenster hatten offengestanden, als die Ordner den Nemo aus dem Lehrmittelzimmer brachten. Ein starker Zugwind hatte hinter ihnen die Tür sehr heftig zugeschlagen. Dabei mußte der Haltestift der Klinke herausgefallen sein. Den Jungen, die am Ende der Pause noch hereingekommen waren, war es mit der Tür gegangen, wie später Doktor Wendler. Sie hatten die Klinke lose wieder eingefügt und sich auf den Spaß gefreut. War es denn ihre Schuld, daß der Direktor mitkam? Und wer sollte sich denn als Täter melden? Niemand meldet sich! Beschlossen sie. In der Deutschstunde am Dienstag wurde die Frist gestellt: bis zur nächsten Nemo=Stunde am Freitag hatte der Verbrecher sich zu melden.„Ich melde mich!“ wollte sich Schoppe opfern, der Ordner, wax und auf der letzten Bank am Fenster saß.„Sler womöglich unsre Klasse ab.—„Mensch gungt der andre Ordner,„das ist gegen den Klassenbeschluß, und außerdem wäre es Lüge! Wir waren es nicht!"— „ Aber man kann es ihm doch sagen, wie es war!“ 7 Von Wolégang Senker riefen andre dazwischen.„Warum behandelt „Nein!“ er uns wie Verbrecher!" So kam die Stunde der Entscheidung. Stumm saß die Klasse wie vor einem Femegericht. Der Knochenmann stand zwischen Pult und Fenster und sah das erstemal unheimlich aus. Der Himmel draußen war voll dunkler Wollen. Wieder kam der Direktor mit herein. Doch blieb er nahe der Türe stehen und musterte von da aus die Gesichter der Jungen. Die sahen auf ihren Klassenlehrer, der am Pult stand.„Ich will nicht mehr viel Worte machen!" sprach er.„Wenn sich jetzt der nicht meldet, der den Stift der Klinke entfernt hat, muß ich annehmen, es sitzt ein Feigling zwischen euch!" Das Wort saß wie ein Hieb.„Also wer war es?“ Er sah auf seine Armbanduhr:„Ich warte eine Minute!" Eine Minute kann entsetzlich lang sein.„Unter uns ist kein Feigling, Herr Doktor!“ sagte der Klassenerste. „Schweig!“ rief Doktor Wendler streng.„Noch vierzig Sekunden.“ Ueber den dünklen Wolken vor den Fenstern rollte ferner Donner. Der Lehrer stand bleich am Pult, als sei er selbst der Angeklagte. Da knackte es neben ihm, Er wandte sich um. Der Direktor und die Klasse blickten gleichzeitig nach dem Knochenmann, ruckweise hob sich die rechte Hand des Skeletts und blieb mit aufgerecktem Zeigefinger in der Höhe des blanken Schädels siehen. g0.4 2 Nemo hatte sich gemeldet. Alles schwieg. Auch Vortor Wendler, obwohl er gleich den schwarzen Faden entdeckte, der von dem Zeigefinger der Knochenhand nach der Vorhangstange des Fensters und von da nach den hinteren Bänken lief. Er trat zum Nemo, nahm die Hand herunter und steckte den abgerissenen Faden wortlos ein. Mit dieser stummen Tat hatte er die Klasse wieder. „Na“, sagte der Direktor zum Primus,„nun raus mit der Sprache!" Der zögerte.„Los, sag'!“ drängten leise Stimmen. Und so ward denn alles gründlich aufgeklärt. Das Heben der Geisterhand schien der Direktor stillschweigend als ein Wunder hinzunehmen, denn danach fragte er nicht. Die Stunde wurde noch so wunderbar, daß der Direktor Doktor Wendler am Schluß vor allen Jungen die Hand gab:„War mir ein Erlebnis, die Stunde, Herr Kollege— nicht nur der Anfang!" und lächelnd ging Doch Doktor Wendler fing sich dann noch den Schoppe ab:„Was hast du dir denn eigentlich dabei gedacht?“—„Herr Doktor— ich oder Nemo— daß die Luft nur wieder rein wurde— und daß Sie bei uns bleiben!“ Das Kina nuch zein Hanten Kar# Gröger Nie hätte die ehrenwerte Frau Philomela Roth gehofft, daß ihr dieses hohe Glück zuteil würde. Oefter war sie schon die Zunge von wichtigen Ereignissen gewesen, doch eine aufregendere: Botschaft als diesmal durfte sie noch nie verkünden. Ihr gutes breites Gesicht strahlte im Widerschein der Neuigkeit. Wie sie so die Nachbarschaft abrannte mit flatternden Schurzbändern, glich sie täuschend einer vom Nest aufgescheuchten Henne. In jedem Haus erzählte Frau Philomela von dem Kind, das zehn Jahre verspätet ankam. „Und denken Sie bloß: Er schämt sich und geht allen Bekannten aus dem Weg! Weil er nämlich Spötteleien fürchtet! Na, diese Männer!" Bald ging im Viertel ein großes Gackern an, und wo sich zwei Frauen trafen, steckten sie die Köpfe zusammen und mühten sich redlich, dem Kind der Eheleute Dubs ein Ei in die Wiege zu legen. Dieses Kind war vor drei Tagen geboren worden und ahnte nichts von der Aufregung, die seine Geburt hervorrief. Es lag in einem weißen Steckkissen an der Seite Frau Gertrud Dubs', die mit einem schwachen, verlegenen Lächeln zu ihrem Mann aufsah, der bei ihr am Bett saß und ein nachdenklich finsteres Gesicht zog. Christian Dubs war ärgerlich, wirklich sehr ärgerlich und glaubte auch zu wissen, warum.— Zehn Jahre waren sie nun verheiratet und hatten eine sehr bequeme, „Sonst giol Weno=fruhige Ehe geführt. Mensch!“ sagte Anfangs ging ihr Sehnen wohl auch nach einem Kind, aber Jahre einer unerfüllten Hoffnung schläferten den Wunsch sachte ein. Sie hatten sich damit abgefunden, daß sie allein bleiben müßten, hatten sich den Vorteil dieses Zustandes gegenseitig eingeredet und richteten ihr ganzes Leben danach. Manchmal kam es ihnen ja vor, als ob sie sich unmerklich, immer weiter voneinander entfernten und ein Erschrecken fiel in ihre Gemüter. Doch gingen solche Anwandlungen immer schnell vorüber, weil sie beide glücklich veranlagte Naturen waren. Die Eheleute Dubs legten ihr Leben nebeneinander an. Ihr Verhältnis war das von zwei guten Nachbarn, die über den Zaun ihrer Gärten weg freundlich zusammen plaudern und, wenn es nichts mehr zu plaudern gibt, das Gespräch beenden und vom Zaun zurücktreten. Hie und da öffnete wohl auch eins dem andern die Tür des eigenen Gartens, doch wußte jedes, daß es auf diesem Boden nur Gast ist. So vergingen Jahre. Nach außen führten die Dubsleute eine stille, von Stürmen ziemlich verschonte Ehe. In Wirklichkeit bestand diese Ehe nur in einem gemeinsamen Haushalt. Menschlich entwickelten sich Christian und Gertrud Dubs mehr und mehr zu Hagestolzen, denen das seltene Glück helfend zur Seite stand, daß eines die Sonderlichkeiten des andern in ruhiger Freundlichkeit trug. Und sie hatten alle beide ihre Steckenpferde. Christian züchtete Tauben, Gertrud trug ihre Freude und Liebe zu den Blumen. Die Zeit war wie Rost auf ihr Blut gefallen und überzog das ehedem blanke Metall ihrer Gefühle. Dann war dieses Wunder gekommen. Christian Dubs sann nach, wie es eigentlich geschah, und seine Gedanken kamen immer wieder auf einen bestimmten schönen Sommerabend zurück. Daß jedoch das daraus werden sollte, hatte ihm bis in die letzte Zeit Kopfschütteln verursacht. Er glaubte lange nicht an den Zustand Gertruds und wurde erst durch ihre Niederkunft überzeugt. Jetzt gab es ja keinen Zweifel mehr, denn der Beweis lag offen am Tage und schickte sich eben an, lebendig zu werden. Christian Dubs war wirklich sehr ärgerlich. Wie kam dieser kleine Balo, der aussah wie ein gesottener Krebs zu solch abgefeimter Bosheit? Macht ihn ohne viel Umstände zum Vater und reißt ein, was man sich in zehn Jahren mühsam zusammengezimmert hat! Was, auch heulen will der Bengel noch? Dazu hätte wahrhaftig er— Christan Dubs— mehr und bessere Gründe. Verwöhnt durch Jahrzehnte der Stille war es erklärlich, warum Christian Dubs so wütende Gesichter schnitt, als sein Sohn kräftig loskreischte. Kindergeschrei ist jedem anständigen Mann ein Greuel. Wievielmehr noch einem Mann, der Beschaulichkeit über alles stellte! Gertrud Dubs, in der alles aufgewacht war an Mütterlichkeit, was zehn kinderlose Jahre geschlummert hatte, sah mit ruhigen Augen in das unwirsche Gesicht des Mannes. „Gib mir doch den Topf her, Christian!... Ja, den mit Tee!... Obacht, der Tee muß noch ziemlich heiß sein!...“ Christian Dubs pendelte, den Topf hoch in der Rechten, äußerst gewissenhaft heran, übersah jedoch vor lauter Vorsicht und Aufmerksamkeit den Teppich, strauchelte und— da lag er auch schon neben dem Wochenbett. Gleichzeitig schrillte ein schreckliches Gebrüll los. Ein umherspritzender Tropfen mußte das Kind getroffen haben. Aengstlich richtete sich Gertrud im Bett hoch, um nachzusehen, aber noch viel schneller war Christian Dubs auf den Beinen. Das Aergerliche in seinem Gesicht war wie weggewischt. Leichenblaß beugte er sich über das Kind, nahm mit täppisch zugreifenden Fingern die kleinen Hände und blies aus vollen Backen die übrigens ganz harmlose Brandstelle. Es war ein denkwürdiger Anblick, als Christian Dubs sein Pusten einstellte und sich aufrichtete. Da sah er nämlich das halb verwunderte halb gerührte Gesicht Gertruds vor sich und merkte, daß er sich verraten hatte. Schleunigst wollte er wieder seine sauertöpfische Miene aufsetzen, was ihm aber gar nicht gelang. Dafür fluchte er auf den verdammten Teppich, der an allem schuld sei und ging in die Küche hinaus, um Tee zu brauen. Das ist die Geschichte vom kleinen Ludiwg Dubs, der seine Eltern zehn Jahre warten ließ, ehe er zu ihnen kommen mochte. Er ist auch das einzige Kind geblieben, und sein Vater vergißt nie, wenn er von ihm erzählt, so zu schließen: „Ich war wütend auf den Bengel, aber was hat's geholfen? Am dritten Tag schon bin ich vor ihm auf den Knien gelegen. Was sagen Sie dazu?“ SER T. ½molee.an SEIN VAPTETEPTINA Taler EIW VRRTEIE KOMAN VON HEINgICR SCRE“, 10 „Wohin soll ich dich begleiten?“ „Ich will unbedingt wissen, was mit der Tilly geeht, ich halte es nicht aus, das nicht zu wissen! Pir fahren von Lokal zu Lokal!" „Es gibt tausend Lokale in Berlin! Du bist verrückt und nimmst alles viel zu tragisch! Diese alberne Fahrt mache ich nicht mit!" „Du hast es mir aber schon versprochen“, drängte Petersen, ihn am Aermel zerrend.„Ich wette mit dir, daß wir die Tilly finden werden, um was wollen wir wetten? Ich wette um eine Monatsgage!“ „Ich wette aber nicht. Man kann nicht von Lokal zu Lokal fahren, um nach einer Frau zu suchen, die von irgendeinem Mann eingeladen wurde. Was ist auch schon dabei?“ sagte Truxa abwehrend, fühlte sich aber plötzlich unsinnigerweise selbst gedrängt, jenen Mann noch einmal zu sehen. „Dieser Artur de Teneca, das ist nicht irgendein Mann! Du mußt mitkommen ich bestehe darauf“, schrie Petersen, packte den Kameraden fester am Aermel und fing an zu laufen, ein Schnelläufer aus Eifersucht. Sie liefen bis zum Kurfürstendamm und sprangen an der Straßenecke in ein Taxi. Die Verhandlung mit dem Chauffeur gestaltete sich äußerst schwierig, da der Mann durchaus nicht begriff, was die beiden planten. Petersen geriet ganz außer sich vor Ungeduld:„Fahren Sie bis zur Wilmersdorfer Straße und dann bis zur Gedächtniskirche und halten Sie vor allen Lokalen, vor den Cafés und Restaurants!" „Der Mann ist aber mit der Tilly vielleicht in eine Bar gegangen“, wendete Truxa ein, jetzt schon selbst gepackt vom Fieber des Kameraden. „Halten Sie auch vor den Bars!“ rief Petersen dem Chauffeur zu, der kopfschüttelnd losfuhr.„Halten Sie auch vor den Hotels!" Truxa brach in Gelächter aus, als die närrische Fahrt begonnen hatte. Petersen sah ihn erregt von der Seite an. Er kannte den seltsamen Kauz fast gar nicht, hatte ihn vielmehr erst in der Garderobe kennengelernt, und war um so mehr verwundert, daß jener ihn so ohne alle Umstände ins Vertrauen gezogen hatte. Petersen war ein langer, magerer Mann mit knochigem Gesicht, das auf einem zu langen Hals saß, der Adamsapfel trat stark hervor. Seine Augen hatten einen wässerigen Glanz, und die Wimpern waren fast völlig weiß, als hätte er die Schminke nicht ganz entfernt, und zwinkerten ständig. Der Wagen mußte fast vor jedem Hause auf dem Kurfürstendamm halten, Restaurants, Bars und Cafés wechselten einander ab, die Linda war aber nicht zu finden.„Ein Mann, der Artur de Teneca heißt, kann nur in ein erklassiges Lokal gegangen sein“, sagte Petersen, hielt nun aber jedes Lokal für erstklassig und bestand sogar darauf, auch in die Bierstuven hineinzusehen.„Sie brauchten eine Stunde, um den Kurfürstendamm bis zur Wilmersdorfer Straße mit allen Seitenstraßen abzufahren, und auf dem anderen Fahrdamm ging, es zurück zur Gedächtniskirche, ohne das ein einhatte es nicht gewußt, daß er Yester liebte, seit er ihre helle Stimme zum erstenmal im Telephon vernommen hatte, und die Erkenntnis, sie zu lieben, ging so plötzlich in ihm auf, daß es sein Inneres zerriß. In dieser Sekunde war. es ihm, als hätte er mit dem Namen Truxa auch diese Liebe geerbt, die unentrinnbar war wie Geburt und Tod. 7. Alvater sah plötzlich, daß Yesters Augen sich weiteten und starr zu blicken begannen, mit einem ganz dunklen Blick sah sie an ihm vorbei, und Glanz strahlte aus den smaragdenen Pupillen. Fast eine Minute lang blieb sie völlig abwesend, wie in einen Bann geraten, es war etwas geschehen, spürte Alvater deutlich, und hatte sogar eine leise Ahnung, was geschehen war. Da drehte er den Kopf zur Seite und nahm den Bruchteil einer Sekunde lang Truxa wahr oder vielmehr den, der sich für ihn ausgab, Truxa stand da, war aber gleich darauf verschwunden, als wenn ihn jemand zurückgerissen hätte. Dester senkte den Blick, und ihre Brust atmete heftig. Wie kam Dan hierher in das Restaurant Savoy am Potsdamer Platz? Hatte er sie gesucht? War er etwa von Lokal zu Lokal gelaufen, um sie irgendwo zu finziges Lokal oder eine der Nebenstraßen ausgelassen worden wäre. Dann kam die Tauentzienstraße an die Reihe, dann der Wittenbergplatz, dann die Budapester Straße mit dem Riesenhotel, das aus tausend Fenstern Strahlenbündel in die Nacht warf, es gab auch in der Kurfürstenstraße einige Tanzdielen.„Fahren Sie in die Stadt“, befahl Petersen dem Chauffeur und blickte verzweifelt aus dem Fenster in den Strom der Autobusse, Straßenbahnwagen, Wagen und Fußgänger, der fortwährend vorüberzog, ein Karussell von Menschen, die unter dem roten, brennenden Nachthimmel glimmende Gesichter hatten. Wie Türme aus Licht, ragten die Kir= von Lokal zu Lokal gelaufen, um sie irgendwo zu finchen der riesigen Stadt, von Scheinwerfern angestrahlt, den:„Entschuldigen Sie mich eine Sekunde, mein in das Dunkel, unter den Lampen der Automobile blen=“## hast# hend dete der Asphait kalkweiß. Von breiten, leuchtenden Straßenzügen bogen schmale Gassen ab, deren Dunkel voll Geheimnis war, ein Feuerwerk von Zeichen und Buchstaben stieg von den Dächern auf. Anschlagsäulen zogen vorbei, und Truxa sah auf jedem Plakat einen Drahtseiltänzer, der gerade im Begriff war sich mit den Füßen vom Seil und in die Luft zu schnellen. Die Suche blieb auch Unter den Linden und in der Friedrichstraße vergebens. Truxa dachte schon, daß Petersen es nun aufgeben würde; jener aber war noch immer voll Hoffnung, die Linda zu finden, und betrieb die Jagd mit einer Ausdauer, als hätte er sein Leben eingesetzt. Als sie den Alexanderplatz und eine Gegend mit zweifelhaften Tanzlokalen voll Rauch und rollender Musik hinter sich hatten, verlor Truxa die Geduld: „Kehren wir um! Es ist aussichtslos! Ich habe genug und bin außerdem hungrig!“ „Wenn du hungrig bist, laß uns rasch in einer Stehbierhalle eine Kleinigkeit essen und dann weiterfahren!" „Ich fahre nicht mehr weiter!" „Ich sage dir aber, daß wir die Tilly ganz bestimmt in der Gegend des Potsdamer Platzes finden werden, das habe ich im Gefühl! Chauffeur, fahren Sie zum Weinrestaurant Savoy am Potsdamer Platz! Ich wette mit dir, daß wir die Tilly dort finden!" Um in das Weinrestaurant Savoy Eintritt zu erhalten, mußte man die Garderobe ablegen. Petersen wickelte gehorsam den langen Schal ab, ließ den Mantel, der fast den Boden berührte, in die Hände eines Pagen fallen und ging voran. Ein Kellner kam ihnen entgegen und bot einen freien Tisch an.„Wir suchen nur Freunde“, sagte Petersen und spähte in die Gesichter der Gäste. Er reckte den langen Hals, so daß der Adamsapfel noch stärker hervortrat, und biß sich auf die Lippen.„Es ist wieder nichts! Komm! Gerade fällt mir ein, daß die Tilly wahrscheinlich in der Taverne ist! Laß uns dort nachsehen“, sagte er. Jäh überrumpelt, blieb Truxa stehen. Sein Herz begann wild zu schlagen, und sein Blick flackerte, er preßte sich die Fingernägel in die Handflächen hinein. An einem der vielen Tische saßen Dester und Alvater. Es war keine Täuschung, da saß Yester! Eine Welle unerklärlicher Eifersucht ging über ihn hinweg. „Komm! Komm! forderte Petersen ihn auf, aber Truxa rührte sich noch immer nicht von der Stelle. Er „Ich ließ mich aber gern rauben „Ich oin Lieber“, rief sie, sich hastig erhebend. Alvater hatte ein verschwommenes Lächeln und sah sie mit einem Blick an, der sie festzuhalten schien:„Bemühen Sie sich nicht! Es war nicht Truxa, den Sie eben gesehen haben“, sagte er und griff nach ihrer Hand. „Es war nicht Truxa? Wer war es?“ Ihm die Hand entziehend, stand Yester fassungslos da und warf den Kopf in den Nacken zurück. „Es war eine Spiegelung“, sagte Alvater, ohne sie noch einmal zu berühren, sog an der Zigarre, die er lässig mit zwei Fingern hielt, und hüllte sich in eine Wolke silbrigen Rauches ein.„Ich habe so stark an Truxa gedacht, daß Sie ihn leibhaftig vor sich zu sehen glaubten, ich habe ihn mit der Kraft meiner Gedanken in den Raum projiziert. Es war eine optische Täuschung!“ Ein wenig bleich um die Nase herum, nahm Dester verwirrt wieder Platz. Ein Trick, dachte sie, ihn zweifelnd betrachtend; konnte dieser Mann wirklich kraft seiner Gedanken diese Täuschung in ihr hervorgerufen haben? Sie war in all seine Tricks eingeweiht, längst hatte sie dieses System von unsichtbaren Versenkungstüren und schwarzen Vorhängen durchschaut, das man benötigte, um Dinge erscheinen oder verschwinden zu lassen, das war ihr aber noch nicht vorgekommen. „Warum haben Sie das getan?“ fragte sie in starker Erregung. „Es war meine Absicht, Sie zu zwingen, in diesem Augenblick an Truxa zu denken.“ „Ich habe in diesem Augenblick an Truxa gedacht. Warum zwangen Sie mich dazu?“ „Sie sollen sich daran erinnern, was vor zwei Jahren war...“ „Ich erinnere mich sehr gut daran und werde es auch nie vergessen..“ Mit spähendem Blick sah Alvater durch den flimmernden Rauch auf das Profil der Tänzerin:„Vor zwei Jahren gehörten Sie zu mir. Es scheint mir, daß Sie das vergessen haben. Sie haben ganz vergessen, daß ich es war, der Ihnen in Montevideo zu Hilfe kam, als die kleine Tanztruppe, mit der Sie reisten, zusammenbrach. Was wäre mit Ihnen geschehen, wenn ich nicht gewesen wäre? Ich nahm mich Ihrer an, und Sie blieben bei mir, bis Truxa kam, der Sie bedenkenlos entführte. Es war Raub“, sagte er mit jäh hervorbrechender Heftigkeit bin aber nicht der Mann, der sich berauben läßt...“ Ein brennendes Gefühl flackerte in ihr auf. Sie sah, wie seine leicht gespreizte Hand sich plötzlich ballte und zur Faust wurde. Quälend und drohend war diese Gebärde. Auf einmal entsann sie sich mit aller Deutlichkeit der Empfindung, die sie gehabt hatte, als dieser Mann ihr zum erstenmal in Montevideo begegnet war. In trostloser Stimmung und ohne einen Centimo in der Tasche war sie über die weißen Wege eines tropisch blühenden Parkes gegangen. Schritte knisterten hinter ihr.„Ich weiß, wer Sie sind, mein Kind, haben Sie Vertrauen zu mir“, hatte er plötzlich mit einer leise streichelnden Handbewegung und einem stillen Lächeln gesagt. Sie hatte in diesem Augenblick, da er vor ihr stand, eine lähmende Angst gehabt, als hätte sich plötzlich einer der bunt blühenden Büsche in einen kleinen, buckligen Mann verwandelt, von dem ein unerklärliches Fluidum ausging. Nie hatte sie diese Empfindung ganz verloren. „Ich bin entschlossen, Sie wieder zurückzuholen. Sie gehören zu mir“, fuhr Alvater unbeirrt fort und hob das Weinglas an die Lippen, das er in einem Zug austrank. Ein wenig Rotwein rann über sein Kinn. Ein Lächeln, fern von der Welt, umspielte Yesters Mund.„Sie irren! Ich war niemals Ihr Eigentum! Geben Sie Ihren Entschluß auf!“ „Sie gehören zu mir“, sagte er noch einmal seine Stimme schien aus einem Schacht zu dringen, und seine Augen schlossen sich. Yester fröstelte wie in großer Kälte, genau so hatte sie in jenem tropischen Park gefroren, als Alvater sie angeredet hatte. Es war unmöglich, sich dem Fluidum dieses mächtigen, weißhaarigen Kopfes zu entziehen. Die fliehende Stirn, die auffallend hellen und scharf blickenden Augen, die große Nase, der Mund mit dem stetigen Lächeln und das vorgewölbte Kinn, jeder Zug dieses gelblichgetönten Gesichtes war von einer ungeheuren Willenskraft beseelt. „Ich hatte Zeit zu warten, ich wartete und sah aus der Ferne zu, was zwischen Truxa und Ihnen geschah. Ein paar Monate, dann war alles beendet. Der Traum, der in Kopenhagen begonnen hatte, war ausgeträumt!“ „Nichts war beendet! Wir trennten uns, als ein paar Monate vergangen waren, weil wir uns zu sehr liebten, wir waren beide von Sinnen vor Liebe und mußten für eine Zeit auseinandergehen. Wir schrieben einander während der ganzen Zeit und warteten auf den Augenblick, uns irgendwo in der Welt wieder zu begeggen. „Der Augenblick ließ aber fast zwei Jahre auf sich warten!“ „Was sind zwei Jahre? Es traf sich unglückseligerweise immer so, daß wir in verschiedene Städte mußten, um unsere Engagements anzutreten.“ Alvater verzog spöttisch den Mund:„Nun, der große Augenblick ist da!“ „Der große Augenblick ist da“, sagte Oester und sah traurig lächelnd in den weißen Raum, der voll karminroter Tischlämpchen und schimmernder Gesichter war. Kellner mit silbernen Platten auf der flachgestreckten Hand glitten umher, und hinter dem Büfett, auf dem in Kristallschalen Mayonnaisen und Salate ausgestellt waren, kostbare Bissen, die man nicht kauen, sondern nur schlürfen konnte, so daß man unwillkürlich Appetit auf ein Stück Schwarzbrot bekam, hinter diesem Büfett stand der Koch mit der hohen, weißen Mütze, der offenbar aufzunassen hatte, daß niemand einen Hummer oder eine Taube stahl. Ein Schatten hatte sich über das Antlitz der Tänzerin gelegt. (Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 1* Bochumer Anzeiger„ Samstag=Sonntag, 2 3. Januar 1932 Turnen und Sport Sellafne WilrFokdhncher Werden Der Endkampf um den Tichammer-Pokal zwischen Schalke 04 VtB. Leipzig im Olympialtadion zu Berlin Zum zweiten Male steigt am Sonntag in der schönsten Kampfbahn der Welt, im Olympiastadion zu Berlin, ein Endspiel um den vom Reichssportführer gegebenen Tschammer=Pokal. Wiederum hat sich der zweimalige Deutsche Fußballmeister Schalke 04 bis zur Entscheidung durchgekämpft. Im Vorjahre stieg der Schlußkampf im Düsseldorfer Rheinstadion und wurde vom 1. FC. Nürnberg mit:0 gewonnen, und ein halbes Jahr später gewann der„Club“ auch die Deutsche Meisterschaft. Am Sonntag nun, im diesjährigen Endspiel, steht den Knappen ein Gegner in der Entscheidung gegenüber, dessen Name ein Stück der ruhmreichsten Geschichte des deutschen Fußballsports umschließt: VfB. Leipzig. Und doch ein Außenseiter, denn der VfB. Leipzig nimmt augenblicklich in der Tabelle des Gaues Sachsen nur einen Mittelplatz ein, er hat keine Internationalen, keine Spieler von Weltklasse in seinen Reihen. Aber es wäre kurzsichtig, wollte man die Bedeutung dieses Endspieles geringer einschätzen als die des Kampfes im Vorjahr, da zwei Gegner zusammentrafen, die beide auch im Hinblick auf ihre Stellung in der Punkttabelle ihrer Gaue eine ganz überragende Stellung einnahmen. Pokalspiele sind mit Meisterschaftskämpfen nicht zu vergleichen, und es ist keinesfalls der Sinn des Pokals, eine zweite Auflage des Meisterschaftsendspieles zu schaffen, sondern der Reiz dieses Wettbewerbs beruht gerade auf dem Ueberraschungsreich= tum, der in jeder neuen Paarung steckt, und der Endkampf Schalke— VfB. Leipzig schöpft die ungeahnten Möglichkeiten des Pokalstils bis zur Neige aus. Der Pokalwettbewerb ist kein Maßstab für die Stetigkeit der Leistung, sondern er räumt alle Aussichten der Mannschaft ein, die im entscheidenden Augenhlick„da“ ist, und diese Eigenschaft hat der BfB. Leipzig in einem Maße bewiesen, die jeden der 5288 ursprünglich zu diesem Wettbewerb angetretenen Gegner erblassen lassen muß. Fußballgeschichte auf dem Briefkopf Ein Blick auf den Briefkopf des Deutschen Altmeisters VfB. Leipzig weckt die Erinnerung an große Zeiten des deutschen Fußballsports, an das Jahrzehnt vor dem Kriege, das man geradezu als das„Jahrzehnt des VfB. Leipzig" bezeichnen kann. Deutsche Meisterschaften, akademische Meisterschaften, mitteldeutsche Meisterschaften und ein Pokalsieg zeugen für den großen VfB. Diese stolzen Erfolge sind: Deutscher Fußballmeister 1903, 1906, 1913, Akademischer Fußballmeister 1913, Mitteldeutscher Fußballmeister 1903, 1904, 1906, 1907, 1910, 1911, 1913, 1918, 1920, 1925, 1927, Mitteldeutscher Pokalmeister 1930. Außerdem unterlag der VfB. Leipzig zweimal in Endkämpfen um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Und nun steht der VfB. vor einem neuen Glanzpunkt seiner großen Geschichte. Folgende Spieler werden im OlymEigstadion, das sicher bis auf den letzten Platz gefüllt sein wird und wahrscheinlich einen neuen kontinentalen Zuschauerrekord für Vereins spiele bringt, die Leipziger Farben vertreten: Wöllner Dobermann Große Richter Thiele Jähnig Breidenbach Schön May Reichmann Holst Ersatz: Haußmann, Müller, Gabriel. An Länderkämpfen hat bisher noch keiner der oben aufgeführten Spieler teilgenommen. Dagegen waren die Spieler des BfB. Leipzig wiederholt für ihre Gau= und Stadtmannschaft in Repräsentativspielen aufgestellt. Die Liste dieser Abstellungen sieht wie folgt aus: Wöllner 3mal, Dobermann 20, Große 10, Thiele 15, Jähnig 5, Breidenbach 27, Schön 6, May 18 für Südwestdeutschland. Die„Knappen" sind bekanntlich im Vorjahre sowohl in der Meisterschaft als auch im Pokalwettbewerb leer ausgegangen, und sie werden natürlich am Sonntag mit dem größten Ehrgeiz bei der Sache sein, um sich den Titel eines Pokalmeisters zu sichern, der von Jahr zu Jahr größeren Wert bekommen wird, je mehr sich die Idee des Pokalwettbewerbes nach englischem und mitteleuropäischem Muster ausbreitet. Schalke hat das Pech, eine seiner stärksten Stützen, den großartigen Stürmer Adolf Urban, nicht zur Verfügung zu haben, weil der blonde Linksaußen noch immer nicht vollständig genesen ist. Die„Knappen“ überwinden dieses Handikap in der Aufstellung dadurch, daß der Rechtsaußen Kalwitzki auf dem linken Flügel stürmen wird, während der hochveranlagte Sonkow(oder Berg) den Posten des Rechtsaußen besetzen wird. Dieses Experiment hat sich bereits wiederholt bewährt, so daß die Schalker mit den größten Aussichten ins Treffen gehen. Schalkes Aufstellung lautet: Mellage Bornemann Schweißfurth Gellesch Tibulski Valentin Sontow(Berg) Szepan Pörtgen Kuzorra Kalwitzki Schalke Favorit, aber nicht„haushoch“ Sosehr auch die Form des VfB. Leipzig in Punktespielen schwanken mag, in Pokalspielen steht er seinen Mann. Das erhellt am besten aus seinem Siegeszug ins Endspiel. Die Leipziger bauen ihr Spiel auf einer außerordentlich standfesten Abwehr auf und pflegen aus der Defensive mit schnellen Vorstößen den Gegner zu zermürben. Selbstverständlich ist diese Abwehr große Klasse, und auch die Läuferreihe ist überragend in der Kunst der eigenen Strafraumsicherung. Es wird alles von der Tagesform des Sturmes abhängen, in dem Schön vermöge seiner glänzenden technischen Schulung das Spiel dirigieren wird. May Is der„Vollstrecker“ des Angriffs, ein famoser Torschütze, während die übrigen Stürmer wertvolle Aufbauspieler sind. Schalke hat seine Generalprobe für dieses Spiel durch den:=Weihnachtssieg über Fortuna Düsseldorf bestens bestanden. Die Mannschaft befindet sich in blendender Form, und die geringe Unsicherheit, die man wegen des Fehlens von Urban im Sturm normal erwarten sollte, wird mehr als wettgemacht durch die einzigartige Verfassung des Mittelstürmers Pörtgen. Die Läuferreihe, in der Tibulski immer mehr in das Aufgabengebiet des Mittelstürmers hineinwächst, ist über jeden Zweifel erhaben, und da auch die Abwehr von Spiel zu Spiel stärker wird, können die Knappen den Ansturm des VfB. mit Ruhe erwarten. Westfalen hofft auf ihren Sieg! P. B. Deutscher Rugbylieg Italien im Nebel mit:3(:0) bezwungen. Silvesterabend traf sich die deutsche Nationalmannschaft in Heidelberg und setzte dann die Fahrt nach Mailand fort, wo am Neujahrstage der zweite offizielle Ruaby=Länderkampf zwischen Deutschland und Italien zum Austrag kam. Der Nebel war teilweise so stark, , daß sich selbst die Spieler von den eigenen Parteien nicht mehr gut erkennen konnten. In Mailand hinterließ die deutsche Vertretung trotz der schlechten Voraussetzungen einen guten Eindruck und siegte dank der besseren Gesamtleistung verdient, und zwar mit :8(.). Hertha/ BSC.— 1. FC. Nürnberg:2(:0) Das Sportereignis des Neujahrstages in der Reichshauptstadt war das Gastspiel des Deutschen Fußballmeisters bei der Hertha am Gesundbrunnen. 11 000 Berliner sahen ein schönes Spiel, das der Club schließlich verdient mit:0 für sich entschied. nachdem der erste Abschnitt torlos geblieben war. Hertha mußte allerdings auf Hanne Sobek, Hahn und Krause verzichten. Prolz-Rekerdlamrtkürzwcher Pat Fairfield vor Bernd Rosemeyer im Großen Preis von Südafrika Der Große Preis von Südafrika leitete am Neujahrstage das Rennjahr 1937 ein. Es war der dritte Wettstreit der Klassefahrer im Motorsport auf der Strecke bei der Bäderstadt East London, und er fand eine überaus starke Anteilnahme. Zum erstn Male in der Geschichte des Großen Preises von Südafrika— 1934 siegte Whitney auf Straight=USA. und 1936 der Italiener Mario Massacuratti— standen deutsche Rennwagen am Start des Rennens. Das steigerte natürlich das Interesse und schließlich waren es 60000 Freunde des Motorsports, die sich das ausgezeichnet besetzte Rennen nicht entgehen lassen wollten. Drückend lag die Hitze des afrikanischen Sommers auf der Rennstrecke und eine frische Brise, die vom Indischen Ozean herüber wehte, vermochte sie nur wenig zu mildern. Die Gedanken vor dem Rennen über die eigentümliche Vorgabeformel waren schon berechtigt.“ Unser Bernd Rosemeyer fuhr auf seinem„Auto=Union“ einen Durchschnitt von 161 Stundenkilometer und drehte auch mit 181,8 Stundenkilometer eine Rekordrunde. Keiner kam in der Schnelligkeit an ihn heran, aber trotzdem kam der Deutsche im Kampf gegen die Rennformel nicht mit. Rosemeyer konnte die reichlich bemessenen Vorgaben seiner Rivalen nicht ganz aufholen und so siegte der Engländer Pat Fairfield in 2,13,37.35 mit einem Mittel von 152,80 Kilometer auf seinem kleinen grünen ERA. mit 28.13 Minuten Vorgabe vor Rosemeyer, der ohne jede Vorgabe 2,34,34,15 herausfuhr und damit Chiappini(Kapstadt) auf seinem 1,1=Liter=Riley mit 48,33 Vorgabe und einer Fahrzeit von 2,36.48 auf den dritten Paltz verwies. Fachleute und Laien unter den Zuschauern waren ganz im Banne des schnellen Rennens. Sie verfolgten mit Interesse den Kampf der schwereren Wagen gegen die mit Vorgabe bedachten minder starken Bewerber. W. Mills mit einem 1,5=Liter=Aston=Martin leitete den Start der Wagen ein. Einer folgte in den festgelegten Abständen dem anderen, alle ausländischen Gegner waren schon längst unterwegs, und immer noch standen die zwei Auto=Union am Start. Fast eine Stunde jagte Mills schon dem Ziel entgegen, als endlich Ernst von Delius das Startzeichen erhielt, und schließlich machte sich.06 Minuten nach ihm auch Bernd Rosemeyer als letzter auf den Weg. Und nun setzte die Jagd der Deutschen über die 340 Kilometer in 18 Runden auf einem schwierigen Kurs ein. Es war für die Auto=Union auf dem Kurs mit seinen vielen Kurven und den spärlich eingestreuten und sehr kurzen Geraden unmöglich, ihre weit überlegene Höchstgeschwindigkeit auszuspielen. Aber trotzdem fuhren die zwei Deutschen ein Rennen für sich. Vor allem der Europameister Rosemeyer löste mit seiner schneidigen Fahrt helle Begeisterung aus. Mörderisch war das von ihm gefahrene Tempo, und so dauerte es auch nicht lange, bis er eine Vorgabe nach der anderen wettmachte und Rundenzeiten fuhr, die früher noch nie erreicht worden waren. Immer schneller fuhr Rosemeyer, immer weiter kam er nach vorn, und in der fünften Runde schraubte er schließlich schon den Rekord auf 181,8 Stundenkilometer. Mit ihm fuhr auch Ernst von Delius ein ausgezeichnetes Rennen, aber der Münchener hatte böses Pech. Sein Reifen nahm Schaden, viel kostbare Zeit wurde verloren, und schließlich zwang ihn das Rennfahrerpech zur Aufgabe. Bernd Rosemeyer trug nun allein die Hoffnungen der kleinen deutschen Kolonie unter den 60 000. Mehr und mehr schmolz das Feld der vor ihm liegenden Mitbewerber zusammen und kurz vor Schluß lagen von den 24 vor ihm gestarteten Wagen nur noch zwei an der Spitze. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt, als die Fahrer aus der letzten Runde erwartet wurden. Und als erster brauste dann Fairfield in seinem kleinen ERA. unter stürmischem Jubel durch das Ziel und hinter ihm jagte Bernd Rosemeyer an den Zielrichtern vorbei. Der Deutsche wurde für sein ausgezeichnetes Rennen stürmisch gefeiert. Telegramm des Korpsführers Hühnlein an Rosemeyer. Der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, richtete von München aus an Bernd Rosemeyer und an die Auto=Union aus Anlaß des hervorragenden Abschneidens beim Großen Automobilpreis von Südafrika folgendes Telegramm: „Bernd Rosemeyer Auto=Union. Zu der ausgezeichneten Leistung, die Sie heute im Großen Preis von Südafrika trotz der ungewöhnlich schweren VorgabeDie Tip-Ecke Was Diogenes meint: Pokalendspiel: Schalke 04— VfB. Leipzig:2 Gauliga: Germania Bochum— Spyg. Herten:1 SV. Höntrov— Borussia Dortmund:2 Hüsten 09— TuS. Bochum:0 Erle 08— Westfalia Herne:2 Bezirksliga: MBV Linden— Wattenscheid 09/30:2 TG..=Ehrenfeld— Tura Altenvoerde:2 STV. Werne— Westfalia Bochum:1 FC. Schwelm— Preußen 07 Bochum:2 Witten 92— SC. Dahlhausen•1 Sportring Gevelsberg— VfB. Börnig:2 Und August Schrömmel: Pokalendspiel: Schalke 04— VfB. Leipzig:0 Gauliga: Germania Bochum— Spog. Herten:1 SV. Höntrop— Borussia Dortmund:1 Hüsten 09— TuS. Bochum:1 Erle 08— Westfalia Herne:2 Bezirksliga: MBV Linden— Wattenscheid 09/30:2 TG..=Ehrenfeld— Tura Altenvoerde:1 FC. Schwelm— Preußen 07 Bochum:1 Witten 92— SC. Dahlhausen:2 Sportring Gevelsberg— VfB. Börnig:0 STV. Werne— Westfalia Bochum:3 bedingungen und unter ungewohnten klimatischen Verhältnissen fernab der heimatlichen Basis aufgestellt haben, spreche ich Ihnen und der Auto=Union meine ganz besondere Anerkennung aus.“ Korpsführer Hühnlein.“ Beginn am 20. Februar Internationale Automobil= und Motorrad=Ausstellung Berlin, 20. Februar bis 7. März Die diesjährige große Berliner Internationale Automobil= und Motorrad=Ausstellung 1937 findet in der Zeit vom 20 Februar bis 7. März 1937 in sämtlichen Ausstellungshallen am Kaiserdamm statt. Wie uns der Reichsverband der Automobilindustrie e.., Berlin, der Veranstalter der Ausstellung, mitteilt. sind die Anmeldungen der Aussteller in so großer Zahl eingelaufen, daß wiederum wie im Vorjahre der Bau einer weiteren Halle erforderlich wurde. Schon jetzt können wir verraten, daß die Berliner Ausstellung sehr viele technische Neuheiten zeigen und damit wieder ihren internationalen Ruf bekräftigen wird, die Ausstellung der technischen Neuheiten zu sein. Die Ausstellungsleitung hat beschlossen, die Ausstellungszeit von vornherein auf 16 Tage zu bemessen, da die vielen Anmeldungen aus dem In= und Ausland mit Recht die Vermutung zulassen, daß die vorjährige Besucher= und Rekordziffer weit überschritten wird. Schon jetzt hat die Deutsche Reichsbahn=Gesellschaft durch die Ausdehnung der Gültigkeitsdauer der Sonntagsrückfahrkarten und den Einsatz zahlreicher Sonderzüge aus vielen Orten des Deutschen Reiches, unterstützt von dem Norddeutschen Lloyd, der Sonderfahrten aus allen großen Städten des Deutschen Reiches durchführt, Vorsorge getroffen, daß jeder Volksgenosse bei weitestgehenden Fahrpreisermäßigungen die Ausstellung besuchen kann. Darüber hinaus gewährt die Deutsche Reichsbahn=Gesellschaft allen Auslandsbesuchern Fahrpreisermäßigungen in Höhe von 60 Prozent bei siebentägigem Aufenthalt in Deutschland. Es dürfte sich mit Rücksicht auf den zu erwartenden Andrang für die auswärtigen Besucher empfehlen, schon jetzt ihre Anmeldungen für die Sonderzüge der Reichsbahn und Sonderfahrten des Norddeutschen Lloyds vorzunehmen. Weltfälischer Gauligafußball Gerinamnd-Bodlamt-empfangrep.g! Herien Tus. in Hülten— In Höntrop Ipielt Borulfia Dortmund, und Weltfalia Herne in Erle Wenn die erste frohe Neujahrsstimmung verflogen ist, wenn die Glocken den ersten Sonntag des Jahres 1937 eingeläutet haben, rüsten sich acht von den westfälischen Gauligavereinen zu den ersten Kämpfen des neuen Jahres. Daß der größte Teil der Vereine das neue Jahr mit nicht geringen Sorgen beginnen muß, ist zwar für die Betroffenen nicht gerade erfreulich, trägt aber sehr dazu bei, den Kämpfen die Spannung zu verleihen, die nun einmal nötig ist, um die Zuschauer richtig warm zu kriegen. Der erste Januarsonntag könnte die Sorgen für den einen oder anderen nicht unbeträchtlich mildern, auf der anderen Seite aber auch die Vereine mit in den Strudel ziehen, die sich zur Zeit noch halbwegs sicher fühlen. So beginnt das neue Jahr, dieweilen der alte und sicherlich auch neue Meister im Pokalendspiel steht, mit Kämpfen, die ausschließlich im Zeichen der Abstiegsfrage stehen. Die Tatsache könnte außerhalb der westfälischen Grenzpfähle die Meinung erwecken, daß der Westfalenfußball sich im Rückmarsch befindet. Man denke sich Schalke aber nur einmal weg und betrachte die Tabelle ohne die Schalker Spitzenstellung. Hat sie etwa ein anderes Gesicht wie in den übrigen 15 Gauen? Gewiß würde die Schalker Mannschaft in der Gruppe Bayern härter zu kämpfen haben, als beispielsweise im Gau Westfalen oder irgendeinem anderen Gau. Selbst im Niederrheingau würden die Knappen ebenso die erste Geige spielen, das hat das Spiel gegen den Tabellenführer Fortung Düsseldorf gezeigt. Und wie in allen übrigen Gauen die Lage noch ungeklärt ist, so ist sie es auch hierzulande, nur hat man sich bei der überragenden Stellung, die die Schalker im deutschen und heimatlichen Fußball spielen, allmählich daran gewöhnt, die Sache eben nur vom Standpunkt der Abstiegsfrage zu betrachten. Das ist der Nachteil, den die westfälischen Gauligavereine gegenüber den Vereinen der anderen Gaue haben und der sich oft sehr zum Schaden selbst für die Mannschaften auswirkt, die hinter Schalke in der Stufenleiter zu finden sind. Schalke ist nicht Westfalen, Schalke ist Sonderklasse, darum schmäht uns unseren westfälischen Fußball nicht! Der Sonntag bringt in Bochum den Meisterschaftskampf der Germanen gegen die SpVg. Herten. Es ist dies der einzige Kampf in dem Meisterschaftsprogramm, der einer der beiden Parteien nicht unbedingt den Sieg und die Punkte bringen muß. Zwar sind die Germanen mit ihren neun Verlustpunkten noch nicht gerettet, aber die Gefahr ist nicht so groß, wie bei den anderen Mannschaften, wie z. B. beim Tus., der das weitaus schwerere Spiel in Hüsten hat. Die Lage könnte sich für die Bochumer Stadionleute sehr verschlechtern, wenn Erle 08 auf eigenem Platz die Herner schlagen würde und der TuS. in Hüsten verlierk. Und wenn die Höntroper auf eigenem Platz zu einem Sieg über Borussia Dortmund kommen? Man sieht also, däß keins der Spiele von untergeordneter Bedeutung ist. Das neue Jahr beginnt mit schweren Sorgen. Germania Bochum— SpVgg. Herten Die Bochumer haben in diesem Spiel fraglos etwas gutzumachen. Selten sind sie von den Hertenern so empfindlich geschlagen worden wie im ersten Spiel am Katzenbusch. Herten hat sich überraschend gut gehalten und liegt mit acht Verlustpunkten relativ an dritter Stelle. Der Sieg am letzten Sonntag über Hüsten ist zudem eine gute Empfehlung. Aber auch Germania gehört nach Verlustpunkten gerechnet noch zur Spitzengruppe. Knapp waren die Siege, die die Bochumer über Herten in den vergangenen Jahren an der Castroper Straße erfochten haben. Germanias Sturm hat am zweiten Feiertag im Kampf gegen die Bochumer Preußen zwar ein recht erfreuliches Schußvermögen gezeigt, hat aber die gute Hintermannschaft nur einmal überwinden können. Hertens Schlußdreieck ist aber nicht minder stark, es ist der stärkste Mannschaftsteil, den die Gäste haben, so daß die Germanenstürmer schon einen recht guten Tag haben müssen, wenn sie zu Erfolgen kommen wollen. Gerade die Spiele gegen Herten haben sich beim Germanenanhang einer besonderen Beliebtheit erfreut, und es ist zu erwarten, daß auch der diesjährige sich würdevoll den übrigen anreiht. Ob der Platzvorteil und die stärkere Läuferreihe der Germanen aber ausreicht, um die Gäste zu schlagen, das muß das Spiel ergeben. SV. Höntrop— Borussia Dortmund Erstmalig erscheinen die Dortmunder Borussen im Meisterschaftsspiel am Höntroper Hellweg. Nach der katastrophalen Niederlage, die die Höntroper in Herne erlitten haben, und nach dem Siege der Dortmunder über Erle, könnte man geneigt sein, den Rotblusen eine erneute Schlappe zu prophezeien. Nichts wäre gewagter, als solche Annahme. Die Höntroper haben in Herne gespielt, haben einen technisch guten Fußball gespielt, aber sie haben den taktischen Fehler begangen, die eigene Deckung zu vernachlässigen. Aus ihrer Niederlage in werden die Platzleute gelernt haben, denn wenn den gleichen Fehler gegen Dortmund verfallen ist eine weitere Niederlage unabwendbar. Bleibt Przetak zurück, und verstehen es die Höntroper überhaupt mit der in Herne am eigenen Leibe verspürten Durchbruchstaktik der Herner zu operieren, müßte ein knapper Sieg herausspringen, vorausgesetzt, daß der Sturm weniger kombiniert und mehr schießt. Hüsten 09— TuS. Bochum Man muß die Feste feiern wie sie fallen. Ursprünglich war das Spiel am 10. Januar angesetzt und ist nun vorverlegt worden. Der TuS. braucht darum nicht böse zu sein, denn nach der guten Leistung am ersten Feiertag gegen Rotthausen müßte in der eigenen Mannschaft etwas mehr Zuversicht eingekehrt sein. Schwer ist es, Hüsten auf eigenem Platz zu schlagen, aber mit der Leistung der ersten Hälfte gegen Rotthausen müßte selbst Hüsten niederzukämpfen sein, wenn der Innensturm etwas einsatzfreudiger ist, als bisher. Da sich im Falle einer Niederlage bei den Hüstenern ebenfalls Abstiegssorgen breitmachen würden, muß der TuS. sich auf einen Kampf auf Biegen und Brechen gefaßt machen. Erle 08— Westfalia Herne Man könnte den Hernern einen Sieg in Erle schon zutrauen, wenn die Platzleute nicht auf ihrem eigenen Gelände und in heimischer Umgebung mit weitaus besseren Leistungen aufwarteten, wie in Auswärtskämpfen. Hernes Sturm ist außerordentlich und ist in jedem Spiel für einige Tore gut. Vergißt Erle die konsequente Deckung, so dürften die Punkte wahrscheinlich nach Herne abwandern. Vor dem Wurfkreis Gauklaffe Der erste Spielsonntag im neuen Jahre bringt ein reichhaltiges Programm, denn alle zehn Mannschaften stehen im Kampf um die Punkte. Folgende Spiele sind angesetzt: Hindenburg Minden— Jahn Werdohl MSV. Münster— Westfalia Somborn Eintracht Dortmund— Grün=Weiß Bielefeld DSC. Hagen— Arminia Bielefeld Tv. Spenge— Schalke 04 Bezirksklasse, Gruppe Bochum Am Sonntag gibt es in der Bochumer Gruppe interessante Begegnungen mit folgenden Spielen: TB. Eickel— Tv. Friesen Bochum TuS. Holsterhausen— MBB. Linden Spog. Röhlinghausen— Westfalia Bochum Drei Bochumer Mannschaften sind in Wanne=Eickel zu Gast und stehen vor schweren Aufgaben. Wollen auch Sie schlauker werden? Denn sorgen Sie dafür doß die dem Körper zugeföhrien Nöhrstoffe nicht eis löstige fen bildungen obgelogert. sondern weitgchend durch den Stoffwechsel ebgebeui, ver braucht und wieder ousgeschieden werden. Dies können Sie erreichen mit Hilfe der fenschrend u. stoffwechtelfördernd wirkenden W Schöftlich in Apetheken Dregerien Reternbäusere Seite 8 Nr. 1„ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 2. 3. Januar 1937 Großkämpfe in der Bochumer Bezirksligagruppe BellaupferkenABv. Emden! TG. Bochum-Ehrenfeld- Tura Altenvoerde— Weltfalia Bochum beim STV. Werne— Preußen Bochum, SC. Dahlhaufen und VIB. Börnig Ipiclen auswärts Das neue Jahr beginnt mit einem Meisterschaftsprogramm in der Bochumer Gruppe der Bezirksliga, das so recht den nun einsetzenden Kampf um den Gruppensiea widerspiegelt. Von den sechs Treffen ist nicht ein einziges von untergeordneter Bedeutung. Wo es nicht darum geht, den Anschluß an die Endkämpfe nicht zu vervassen, zwingen Abstiegssorgen zum restlosen Einsatz. Die Spannung hat ihren Höhepunkt erreicht, und sie wird sich solange auf dieser Höhe halten, bis nicht eine Mannschaft dem übrigen Felde enteilt und sich einen solchen Vorsprung sichert, daß sie die Endkämpfe dann unbeschadet übersteht. Es scheint so, als ob der MBV. Linden in die Fußtapfen der Preußen zu treten beabsichtigt, die im vorigen Jahre die zweite Serie in überzeugender Manier abschlossen. Gelinat es dem MBV. Linden am Sonntag, die stark nach vorn drängenden Wattenscheider zu besiegen, so sind die Lindener auf ihrem Wege zum Gruppensieg ein gehöriges Stück weiter gekommen. Die Preußen könnten den Lindenern dabei recht behilflich sein, wenn sie Schwelm niederhalten würden, was in Schwelm aber außerordentlich schwer sein wird. Und wenn gar der PfB. Börnig in Gevelsbera stolvern sollte, dann wäre die Lage für den MBV. schon stark geklärt. Es kann aber auch anders kommen. Wattenscheid hat fraglos das Zeug in sich, die Lindener aus dem Konzept zu bringen, was bei einem Siege der Gäste zur Folge hätte, daß der am letzten Sonntag bestiegene Thron von den Lindenern einstweilen wieder freigegeben werden müßte. Aber lassen wir alle Kombinationen beiseite, denn gewöhnlich kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. „Abwarten und Tee trinken“ ist hier wohl das einzig richtige. Ein Wort noch den Abstiegskandidaten. Dahlhausen scheint uns unrettbar verloren, wenn nicht endlich die Pechsträhne abreißt. Es ist nicht mehr Unvermögen, das die im vorigen Jahre um die gleiche Zeit so starke Mannschaft immer noch auf den ersten Sieg warten läßt. In den letzten Svielen gesellte sich zu einem erfreulichen Formanstieg zu allem Unglück das Svielvech. Und der erV. Werne? Der Silberstreifen am Horizont der Werner hat durch die letzte Niederlage wieder eine recht große Trübung erfahren. Das Sviel am Sonntaa ist wirklich geeignet, die Hoffnungen der Werner zu stärken, denn Westfalia hat fleißig an der eigenen Mannschaft gearbeitet und in den beiden Gesellschaftsspielen gegen namhafte Gegner der Nachbargruppen gute Erfolge erzielt. Unsere dritte vom Abstieg bedrohte Bochumer Mannschaft, die TG. BochumEhrenfeld hat alle Veranlassung, endlich in ein anderes Fahrwasser zu kommen, wenn die Sorgen nicht ins Unermeßliche steigen sollen. Gelegenheit dazu besteht am Sonntag schon, wenngleich Altenvoerde keineswegs unterschätzt werden darf, denn auch die kämpfen mit der gleichen Sorge. Und Gevelsberg? Es hatte am letzten Sonntag gegen Linden den Anschein, als ob auch hier ein spielerischer Aufschwung zu verzeichnen ist. Aber der Widerstand dauerte nur eine Halbzeit, dann brach die Mannschaft zusammen. Ob ihr gegen Börnig das gleiche Schicksal beschieden ist? MBV. Linden— Wattenscheid 09/30. Das ist fraglos die Delikatesse des Tages. Der frischgebackene Tabellenführer hat hier wohl den gefährlichsten Ansturm auf seine Position auf eigenem Platz zu bestehen. Die Wattenscheider Mannschaft hat sich zu einer famosen Einheit zusammengefunden und gleicht in ihrer Spielweise den Lindenern mehr wie jede andere Mannschaft der Gruppe. Eine verläßliche Verteidigung, eine famose Läuferreihe und Stürmer, die aus jeder sich nur bietenden Lage knallen. Der Reißer ist der Halblinke Gräwe, der frühere Dahlhauser. der dem Wattenscheider Sturm einen großen Auftrieb gegeben hat. Aber bei aller spielerischen Fähigkeit stellen wir den Lindener Sturm noch über den der Wattenscheider. Die hinteren Reihen der Platzleute stehen denen der Gäste in nichts nach. Soviel steht jedenfalls fest, daß die Lindener Fußballgemeinde sich als Einleitung des neuen Jahres keinen besseren Kampf wünschen könnte. Bei der Gleichwertigkeit der beiden Mannschaften ist der Ausgang des Spieles sehr ungewiß, und das gibt der Sache den Reiz. TG. Bochum=Ehrenfeld— Tura Altenvoerde. Die Ehrenfelder befinden sich hart am Scheidewege. Wenn das Sviel gegen Altenvoerde verloren gehen sollte, sieht es böse um den Neuling aus. Gegen die Husarentaktik der Altenvoerder kann nur Ruhe und Ueberlegtheit zum Erfolg führen. Ehrenfeld muß sich hüten, durch allzu große Feldüberlegenheit den eigenen Strafraum zu sehr zu entblößen, denn darin hat Altenvoerde schon immer die beste Gelegenheit gesehen durch blitzschnelle Vorstöße zu retten, was zu retten ist. Findet sich Ehrenfelds Sturm zu einigermaßen einheitlichen Leistungen zusammen, so mußte es gelingen, das drohende Unheil einstweilen wieder zu bannen. Leicht wird es den Ehrenfeldern nicht gemacht werden, denn Altenvoerde befindet sich in der gleichen mißlichen Lage. STV. Werne— Westfalia Bochum. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Westfalen am ersten Spieltage des neuen Jahres einen recht schweren Gana tun müssen. Es sei nur an die erbitterten Kämpfe der Vorjahre erinnert, die gewiß kein Ruhmesblatt in der Geschichte der beiden Vereine sind. Wenn aber beide Teile sich befleißigen, das Gewesene zu vergessen, wenn die 22 Spieler mit dem Vorsatz den Platz betreten, das neue Jahr mit einem Sviel echtester Sportkameradschaft und bester Diszivlin zu beginnen, dann müßten die Störenfriede, die sich leider nur oft unter den Zuschauern befunden haben, beschämt von dannen ziehen. Es soll der bessere Sieger bleiben, auch wenn die Niederlage für den Unterlegenen noch so schmerzlich ist. Werne ist auf eigenem Platz eine sehr schwer zu schlagende Einheit, das haben die beiden letzten Heimatspiele bewiesen. Westfalia wird mit hartem Widerstand rechnen müssen. FC. Schwelm— Preußen 07 Bochum. Für die Preußen war die Reise nach Schwelm schon immer eine wenig erfreuliche Angelegenheit. In dieser Saison ist die Sache durchaus nicht leichter. Schwelm ist am letzten Sontag als Tabellenführer entthront worden und würde sich der Hoffnung, in diesem Jahre doch noch„zum Zopf“ zu kommen, begeben, wenn die Partie verloren gehen würde. Die Preußen haben im Gegensatz zu den drei letzten Spielen eine Umstellung vorgenommen, die sich gerade in Schwelm segensreich auswirken könnte. Claus Scheidemantel spielt mit Döring wieder in der Verteidigung und Wittia Mittelläufer. Mit diesem Stopper in der Mitte dürfte vielleicht erreicht werden. den Schwelmer Sturm lahmWitten 92— SC. Dahlhausen. Ob sich das neue Jahr für Dahlhausen besser anläßt? Die Fahrt nach Witten ist kaum dazu angetan, endlich das erste Siegspiel zu bringen. Damit soll nun nicht gesagt sein, daß die Dahlhauser ohne Aussichten auf einen Punktgewinn in den Kampf ziehen. Die Mannschaft ist fraglos auf dem besten Wege, sich wieder aus der Misere herauszuarbeiten. Nur noch etwas mehr Selbstvertrauen, dann dürfte das neue Jahr auch wieder Erfolge bringen. Sportring Gevelsberg—. VfB. Börnig Unter normalen Umständen müßten die Gäste auch über diese Klippe hinwegkommen, wenn nicht Gevelsberg durch die sehr bedrohliche Lage sich zu einer Gewaltleistung aufschwingt. Gute Ansätze dazu zeigte die Platzelf am letzten Sonntag schon. Die Spiele der übrigen Gruppen: Gruppe Gelsenkirchen: SC. Hassel— Gelsenguß Gelsenkirchen, Viktoria Recklinghausen— Schwarz=Gelb Gladbeck, VfB. Bottrop— SpVg. Röhlinghausen, BV. 12 Gelsenkirchen—. Gelsenkirchen 07, TB. Eickel— Union Recklinghausen, Sportfreunde Gladbeck— Union Gelsenkirchen. Gruppe Dortmund: TuBV. Mengede—. Arminia Marten, Alemannia Dortmund— BC. Bövinghausen, Theater und Kunst in den Nachbarltädten Unna 08— DSC. Hagen, Union Haspe— BV. Brambauer, Castrop 02— Hagen 72, SC. Hörde— Sportfreunde Dortmund. Walng für Sporl and Viertrürie. An alle Vereine des Unterkreifes Bochum Das Programm Liebe Kameraden! Am 9. und 10. Januar 1937 findet die erste Arbeitstagung aller Vereinssportwarte der Fachämter 1 bis 5, sowie die Dietwartetagung aller Vereinsdietwarte. der dem DRL. angeschlossenen Vereine statt. Der Verlauf der Tagung ist aus nachfolgendem Arbeitsplan zu ersehen. Jeder Verein der Fachämter 1 bis 5 ist verpflichtet, mindestens zwei Sportwarte seines Vereins zu entsenden. Diese sind verpflichtet, am 9. und 10. Januar an allen praktischen Arbeiten teilzunehmen. Eine vorzeitige Beurlaubung der Teilnehmer ist nicht möglich. Zu der Tagung der Dietwarte haben alle Vereine des DRL. ihren Vereinsdietwart zu entsenden. Auch diese müssen Turnkleidung mitbringen. Zuschauer werden bei allen praktischen Arbeiten nicht zugelassen. Liebe Kameraden, es gilt, die vom Reichssportführer bestimmte Grundschulung, gleich welcher Sportart, in die Vereine des DRL. zu tragen. Dazu ist erforderlich, daß die gesamte Gefolgschaft des DRL. sich mit der ganzen Wucht ihrer organisatorischen und gesinnungsmäßigen Geschlossenheit hinter diese Maßnahme stellt, was zu einem durchschlagenden Aufstieg aller Einzelzellen und damit der Gesamtheit des Bundes führen wird. Beweisen wir durch unsere restlose Teilnahme und Mitarbeit, daß wir in der Lage sind, das Erbe Jahns zu hüten. Heil Hitler! Groll. Schmidt, Kreissportwart. Kreisführer. Schulte, Kreisdietwart. der Tagung der Vereinssportwarte für den Unterkreis Bochum am 9. und 10. Januar 1937 in der Turnhalle an der Bleichstraße. Samstag, 9. Januar 1937: 18 bis 19 Uhr: Praktische Arbeit in der Grundschulung: 19 bis 19.15 Uhr: Völkische Aussprache: 19.15 bis 20.15 Uhr: Praktische Arbeit in der Grundschulung: 20.30 bis 23 Uhr: KameradSonntag: 10. Januar 1937: 8 bis.15 Uhr: Morgenfeier:.15 bis.45 Uhr: Singen:.45 bis.30 Uhr: Fachliche Arbeit für Handball:.80 bis 10 Uhr: Fachliche Arbeit für Schwimmen: 10. bis 10.20 Uhr: aussprache über Sinn und Bedeutung der Grundschulung: 10.20 bis 11 Uhr: Fachliche Arbeit für Gerätturnen; 11 bis 11.40 Uhr: Fachliche Arbeit für Leichtathletik; 11.40 bis 12.30 Uhr: Fachliche Arbeit für Fußball; 12.80 bis 12.45 Uhr: Schlußbesprechung. Tagung der Dietwarte für den Unterkreis Bochum, am 9. und 10. Januar 1937 in der Aula des Lyzeums an der Bleichstraße. Samstag, 9. Januar 1937: 18 bis 19 Uhr: Praktische Arbeit in der Grundschulung: 19 bis 19.15 Uhr: Völkische Aussprache: 19.15 bis 20.15 Uhr: Unsere Aufgaben in den Wintermonaten(Aussprache): 20.80 bis 23 Uhr: Sina= und Kameradschaftsabend. Sonntag, 10. Januar 1937: 8 bis.15 Uhr: Moraenfeier:.15 bis.45 Uhr: Singen:.45 bis 10 Uhr: Das Nordland als Quelle der klassischen Kultur: 10 bis 10.30 Uhr: Feste und Feiern: 10.30 bis 11.15 Uhr: Der Geist Jahns: 11.80 bis 12.15 Uhr: Die Frau im DRL.: 12.15 bis 12.30 Uhr: Schlußbesprechung. Die Spielpläne der kommenden Woche Dortmund. Stadttheater: Samstag 15 Uhr: Brüderchen und Schwesterchen; 20 Uhr: Sly. Sonntag 15 Uhr: Brüderchen und Schwesterchen; 19.30 Uhr: Die lustige Witwe. Dienstag 20 Uhr: Wallenstein, 1. Abend. Mittwoch 20 Uhr: Sly. Donnerstag 20 Uhr: Marsch der Veteranen. Freitag 20 Uhr: Die Fledermaus; Samstag 20 Uhr: Die vier Gesellen. Konzerte: Montag 20 Uhr: 4. Sinsonie=Konzert; Dirigent: Wilhelm Sieben, Solistin: Elly Ney. Düsseldorf. Opernhaus: Samstag 15 Uhr: Goldmarie und Pechmarie; 20 Uhr: Enoch Arden; Sonntag 15 Uhr: Goldmarie und Pechmarie; 20 Uhr: Die Boheme. Dienstag 20 Uhr: Enoch Arden. Mittwoch 20 Uhr: Martha. Samstag 15 Uhr: Goldmarie und Pechmarie; 20 Uhr: Tosca. Schauspielhaus: Samstag 20 Uhr: Genie ohne Volk. Sonntag 20 Uhr: Ultimo. Dienstag 20 Uhr: Genie ohne Volk. Mittwoch 20 Uhr: Einmaliges Tanzgastspiel Marv Wigman. Donnerstag 20 Uhr: Genie ohne Volk. Freitag 20 Uhr: Gastmahl der Götter. Samstag 20 Uhr: Pastor Geesch. Essen. Opernhaus: Samstag 20 Uhr: Frau Luna. Sonntag 15 Uhr: Der Wildschütz. 20 Uhr: Frau Luna. Mittwoch 20 Uhr: Dr. Johannes Faust. Donnerstag 20 Uhr: La Traviata. Freitag 20 Uhr: Der arme Heinrich. Samstag 20 Uhr: Frau Luna. Schauspielhaus: Samstag 15.30 Uhr: Schneewittchen und die sieben Zwerge: 20 Uhr: Spiel an Bord. Sonntag 15.30 Uhr: Schneewittchen und die sieben Zwerge; 20 Uhr: Madame Sans=Gene. Montag 20 Uhr: Wilhelm Tell. Dienstag 20 Uhr: Die blaue Tulpe. Mittwoch 15.30 Uhr: Schneewittchen und die sieben Zwerge: 20 Uhr: Spiel an Bord. Donnerstag 20 Uhr: Wilhelm Tell. Freitag 20 Uhr: Der Etappenhase. Samstag 15.30 Uhr: Schneewittchen und die sieben Zwerge; 20 Uhr: Madame SansGene. Gelsenkirchen. Stadttheater: Sonntag 20 Uhr: Petroleum im Poppenbüttel. Montag 20.15 Uhr: Die neue Tänzerin, Die Puppensee. Mittwoch 20.15 Uhr: Bauer, Gott und Teufel. Freitag 20 Uhr: Der Strom. Konzert: Donnerstag: 4. Konzert; Solist: Professor Hans Münch(Holland). Köln. Opernhaus: Samstag 20 Uhr: Der Wildschütz. Sonntag 15 Uhr: Hänsel und Gretel: 20 Uhr: Der Troubadour. Dienstag 20 Uhr: Armer Heinrich. Mittwoch 17 Uhr: Lohengrin. Donnerstag 20 Uhr: Die Gärtnerin aus Liebe. Freitag 19.30 Uhr: Undine. Samstag 20 Uhr: Tosca. ErrSkanpfete-I Bechuhl am Sonntag, 3. Januar— Die Kreisklaffe vollzählig am Start 42 Kreisklassenvereine des Kreises Bochum starten am Sonntag in 21 Spielen und leiten somit den Beginn des neuen Pokaljahres ein,Hggf, von„Fezgen Mannschaften am ersten Sonntag schon 21 ausscheiben müssen, sofern nach der zulässigen Verlängerung noch keine Entscheidung gefallen ist, ist für die Unterliegenden zwar schmerzlich, führt aber dazu, daß die Spiele in den meisten Fälle mit einem weit größeren Ernst durchgeführt werden, als es in den unteren Klassen bei den Meisterschaftsspielen oft der Fall ist. Da zudem die Paarungen nach rein lokalen Gesichtspunkten getroffen sind, ist auch der wirtschaftlichen Seite Rechnung getragen. Für den Fußballanhänger bilden diese Pokalspiele infolge des..=Systems einen besonderen Reiz, denn je mehr Spannung in solchen Spielen liegt, je lieber ist es ihm; er kommt so eben auf seine Kosten. Nehmen wir zunächst einmal die Spiele unter die Lupe und versuchen wir, die Chancen abzuwägen. Das ist nicht leicht, denn man hat in den beiden letzten Jahren erlebt, daß Mannschaften, die in den Meisterschaftsspielen mehr oder weniger versagt haben, gerade in Pokalspielen ganz groß herauskommen. Rasensport Bochum— Phönix Bochum „Lokalster“. Einschlag. An der Dorstener Straße hat der Neuling der ersten Kreisklasse einen prominenten Vertreter aus der anderen Gruppe zu Gast. Ob es der„Sprößling" schafft? Bekanntlich ist Rasensport Bochum aus Phönix Bochum hervorgegangen, und das gibt dem Spiel einen besonderen Reiz. Bochum=West— TuS. Engelsburg Ebenfalls eine lokale Angelegenheit, eine recht nachbarliche sogar. Engelsburg verfügt als ungeschlagener Spitzenreiter der dritten Kreisnasse über eine Mannschaft, die sich auch in einer höheren Klasse behaupten würde. An der Pestalozzistraße wird Bochum=West also schon alle Register ziehen müssen, um nicht zu unterliegen. Concordia Bochum— Westfalia Weitmar Das Spiel ist wegen des am letzten Sonntag erst in Weitmar stattgefundenen Meisterschaftskampfes der beiden Gegner zur Glücksburger Straße verlegt worden. Es wird hart hergehen, zumal Concordia etwas gutzumachen hat. Ein tüchtiger Spielleiter ist hier am Platze, wenn sich die Unliebsamkeiten vom vorigen Soontag nich wichertolen kollen. Werne 19— Polizei Bochum Zwei Tabellenführer, aber verschiedener Klassen. Werne 19 führt die Tabelle der Gruppe B der zweiten, Polizei die gleiche der ersten Kreisklasse an. Der Platzvorteil dürfte keine geringe Rolle spielen. Ein wertvoller Aufschluß über die derzeitige Stärke der zweiten Kreisklasse. TuS. 26 Altenbochum— Langendreerholz Auf der„Insel“ ist es nicht leicht, zu gewinnen. Die Platzleute sind zur Zeit geschwächt, was dem Vertreter der zweiten Kreisklasse als Gastverein nicht unwillkommen sein dürfte. Langendreerholz unter diesen Umständen aber als Sieger zu betrachten, ist zum mindesten gewagt. VfB. Gerthe— Constantin Bochum Wenn auch die Gerther in den Meisterschaftsspielen keine überragende Rolle spielen: ihren Gegner auszubooten, dazu haben sie doch noch das Zeug. Im vorigen Jahre war der VfB. eine recht starke Pokalelf. LFC. Laer— Bruchstraße Langendreer Wenn die Laerer die unerwartete Niederlage vom vorigen Sonntag überwunden haben, müßte an der Dannenbaumstraße ein ganz klarer Sieg der Platzleute herausspringen. Postsportverein Bochum— Preußen 11 Bochum Selbst am Freigrafendamm, also auf eigenem Platz, werden die Postsportler, Vertreter der dritten Kreisklasse, kaum an einer Niederlage vorbeikommen, dazu hat Preußen 11 eine zu starke Hintermannschaft und einen schußfreudigen Sturm. Union Günnigfeld— Wattenscheid=Ost Die Platzleute sind zur Zeit nicht in bester Verfassung und werden gegen den Verteidiger der zweiten Kreisklasse keinen leichten Stand haben. Wenn der alte Schneid der Günnigfelder im neuen Jahr wiedererstehen soll, muß etwas herzhafter gekämpft werden als in den letzten Spielen. TuS. Hannibal— SV. Holsterhausen Eine recht offene Angelegenheit, denn die Holsterhausener sind weit von ihrer Vorjahrsform entfernt. Carolinenglück— Teutonia Riemke Der Vertreter der zweiten Kreisklasse hat als Platzverein eine nicht leicht zu lösende Aufgabe bekommen. Teutonia Riemke befindet sich zur Zeit in so guter Form, daß die recht tüchtige Elf der Platzleute auf verlorenem Posten zu stehen scheint. Oder sollte es hier schon die erste Ueberraschung geben? Preußen Wanne— Wanne 11 „Der“ Wanner Lokalkampf der ersten Kreisklasse, der zu allen Zeiten zugkräftig war. Die Platzleute sind zur Zeit stärker als die Gäste. Fortuna Bochum— Borussia Bochum(nachmittags) Kampf an der Landwehr. Fortuna befindet sich in aufsteigender Form und müßte die Gäste schlagen können. Reichsbahn Wanne— SC. Altenbochum Die Altenbochumer müssen als einzige Bochumer Mannschaft reisen. Unter normalen Umständen müßten sie aber weiter im Rennen bleiben. Langendreer 07— Schwarz=Weiß Herne Auch die Herner gehen auf„große Pokalspielfahrt", haben es aber nicht so leicht wie die Altenbochumer in Wanne, denn trotz der letzten Punktverluste trauen wir den Platzleuten einen Sieg zu. BV. Gerthe=Hiltrop— Hansa Herne Die Gäste sind ein zu starker Gegner, als daß die Hiltroper große Aussichten auf eine weitere Teilnahmeberechtigung hegen könnten. Germania Herne— Herne=Süd Lokalkampf, den der Tabellenführer der gleichklassigen Vereine als Platzverein gewinnen müßte. Constantin Herne— Fortuna Herne Die Platzleute sind zwar klassenniederer, aber sie sind auf eigenem Platz sehr zu beachten. SV. Sodingen— VfL. Herne Ob Sodingen weiter mit von der Partie sein wird, hängt davon ab wie groß der Widerstand gegen den klassenniederen Gegner sein wird. Viktoria Herne— Rasensport Herne Hier haben die Platzleute zu beweisen, ob sie als Tabellenführer der zweiten Kreisklasse das Zeug in sich haben, die klassenhöheren Rasensportler zu schlagen. Fortuna Wanne— Reichsbahn Wanne Noch ein Wanner Lokalkampf. Die Gäste erscheinen uns zur Zeit stärker als die Platzleute. Mit Ausnahme des Spieles Rasensport Wanne, das schon am Vormittag stattfindet, beginnen die Spiele um 2 Uhr nachmittags. Sport-mlender) Sonntag, 3. Januar 1937: Meisterschafts=Gauligagroßkampf Sps. Herten 07/12— Epp. Gremania 56 Bochum Anstoß.30 Uhr: Platz Germania, Castrover Straße. Vorher: Spiel der Reservemannschaften. Vormittags ab.80 Uhr: Spiele der Jugend= und Jungliga. Platz an der Landwehr: Sonntag. 3. Januar,.30 Uhr nachmittags Bezirksligameisterschaft TG. Bochum=Ehrenfeld— Tura Altenvoerde Korchber: Antere Mannichalten. Kaufs Stdeh Clemenastraße 2, am Hauptbahnhof Radio. Fickermann BIücherstraße 30. Ruf 64639 hadis Binider Inh.: H. Schmale Kortumstraße 60 Ihr SabaGerät von zon Kaufs Luisenstr. 1 7 Ruf 62533 Tellzahlung d. Sparuhrsystem Kadis Schedel Hortumstr. 25 (am Engelbert) VPkasslel Kortumstr. 33 tig. Reparaturwerkstalt Radlo-Geräte Modelle 1936 37—Teilzahlung Planohaus Marks Ecke Kalser-Wilh.-Str., Ruf68375 Für Kenner! Saba-Radio“ Jos. Potthoff Linden, Hattinger Straße 769 Ruf 81671 SONNTAGS. BLATT BOCHUMER ANZEIGER 3. Januar 1937 Wiels, Ger Riahferneher Von Werner Oellers I her sich in Schülerseelen auskannte, hätte 2) schon draußen auf dem Flur bemerken können, daß etwas nicht stimmte. Die äußere Ruhe der Klasse hätte ihn aufmerken lassen, und er hätte wohl von ihr auf eine innere Unruhe der Jungen, auf eine spannungsvolle und nicht freudige Erwartung geschlossen. Als„Pius“ hereinkam, standen alle schweigend an ihren Plätzen. In seiner Rechten hielt er einen blauen Briefumschlag. Sein Spitzname kam nicht, wie man denken könnte, von einer besonders ausgeprägten Frömmigkeit, sondern nur davon, daß Pius, ehe ihm seine Liebe zu den Naturwissenschaften zum Bewußtsein kam, sich einige Semester der Gottesgelehrtheit befleißigt hatte. Später mußten sich dann wohl starke Neigungen zur Medizin bei ihm entwickelt haben, denn es war staunenswert, wie sehr er im Körper des Menschen Bescheid wußte, wie er alle Krankheiten und ihre Symptome kannte und um jegliche Gesundheit aufs innigste besorgt schien. Es war uns deshalb eine liebe Gewohnheit geworden, zu Beginn der Stunde die Sprache auf ein Gebrechen zu bringen, das einer von uns hatte oder zu haben vorgab, worauf dann Pius im Augenblick alle Gleichungen und physikalischen Gesetze vergessen zu haben schien und nicht selten eine ganze Stunde damit vertat, die Krankheit zu erklären und gute Ratschläge zu geben. Seit einigen Wochen nun bedurfte es solcher Vorfragen nicht mehr, denn gemäß dem Lehrplan der Obertertia hatte er jetzt in der Physikstunde den menschlichen Körper„durchzunehmen". „Als Pius am Katheder angekommen war, bedeutete er uns mit kleiner Gebärde, daß wir uns setzen möchten. Wie so oft in letzter Zeit war die ihm eigene, abgeklärte Ruhe von einem Ausdruck innerer Müdigkeit beschattet. „Der Herr Direktor", begann er nun, indem er vor dem Pult stehenblieb und die Hand mit dem Briefumschlag ein wenig aufhob,„hat mir soeben diese Beschwerde gegeben. Es handelt sich um unseren gestrigen Ausflug. In Walgesheim sind in einem Lebensmittelgeschäft sogenannte Rauchpatronen geworfen worden. Die ausgelegten Lebensmittel wurden dadurch zum Teil verdorben. Wer ist es grcer! Es war eine atemlose Stille in der Klasse, in einige Gesichter stieg eine leichte Röte. Erschrocken sahen wir einander an. Keiner meldete sich. „Wer es getan hat“, fuhr Pius mit gleichbleibender, völlig ruhiger Stimme fort,„hat natürlich Strafe zu erwarten. Er möge aber bedenken, daß ihn die Strafe für eine Tat niemals entehren kann, das könnte höchstens die Tat selber. Er möge einsehen, daß ihm im Gegenteil allein das Bekenntnis zur Tat die Ehre und die Achtung wiedergeben kann. lasse euch Bedenkzeit.“ Er ging eine Weile, ohne uns anzusehen, mit gesenktem Kopf vor den vorderen Bänken auf und ab und blieb schließlich am Fenster stehen. Den Rücken uns zugewandt, blickte er sinnend auf die Straße. In der Klasse rührte sich nichts. Wer hätte auch gedacht, daß Lebensmittel verdorben werden konnten? Nun stand auf einmal vor uns das Gespenst der Wiedergutmachung, der dadurch erforderlichen Benachrichtigung der Eltern mit allem, was sie im Gefolge hatte. Vor solcher Drohung schwand jeglicher Peut.„„„.ht G. Jetzt dreyte Pius sich wieder um.„Sehl, Jungens“, sagte er,„ich betreibe diese Nachforschung sehr ungern, und ihr solltet auch wissen, daß wir Lehrer euch nur ungern strafen. Wenn wir es tun so tun wir damit nur eine Pflicht, für deren Erfüllung ihr selber uns einmal verantwortlich machen werdet. Denn ihr werdet auch in eurem Leben, wenn ihr erwachsen seid, nur sehr weniges in Freiheit tun können. Ihr werdet euch einordnen und werdet Rücksicht nehmen müssen. Euch daran zu gewöhnen ist unsere Aufgabe, damit ihr später nicht daran zerbrecht.“ Er sagte das vom Fenster aus, fast beiläufig, wie einen Kommentar des Voraufgegangenen. Den rechten Ellenbogen auf die Fensterklinke gestützt sah er wieder nach draußen. Das Profil seines hageren, aszetischen Gesichts stand ausdrucksvoll gegen die Helligkeit des Fensters, und es war, als schimmerten die vorspringenden Backenknochen durch die dünne Haut. Als er sich aufs neue umwandte und zu sprechen anfing, spürte man wieder die Müdigkeit in Stimme und Gebärde. „Es meldet sich also niemand“, sagte er.„Nun, so werde ich die Verantwortung vor dem Herrn Direktor übernehmen. Ich trage sie ja auch insofern, als ich euch nicht genügend im Auge gehabt habe. Beginnen wir nun mit dem Unterricht.“ Am Pult vorbei ging er zur Tafel. über die eine Karte gehängt war, die einen Vertikalschnitt durch den menschlichen Körper zeigte. In bunten Farben sah man eine schematische Darstellung seiner mannigfachen Organe. „Wir waren das letztemal bei der Leber stehengeblieben“, sagte er, nahm den Zeigestock und wies auf die Leber.„Wir wollen das noch einmal kurz wiederholen.“, g Und er fing an von der Leber zu erzahlen. Wie es seine Gewohnheit war, rief er niemanden auf, es sei denn daß einer sich meldete. Nichts an ihm verriet, daß er soeben eine arge Enttäuschung erlebt hatte in Miene, Gebärde und Sprache war gewohnter Gleichmut, völlige Abgeklärtheit und Ruhe. Die Klasse verharrte weiter in einer Lautlosigkeit und Stille, die etwas Unnatürliches an sich hatten und die Obertertia veränderten, wie eine Maske einen Menschen verändert. Pius freilich schien das nicht uu gewahren.. g. 3, Abersehens fast. „Wir wollen jetzt zur Lunge übergehen“, fagle er und fing an, sie zu erklären: ihre Lage, ihren Zweck, ihre Arbeitsweise ihre Erkrankungen. Er sprach von der Lungenentzündung, vom Lungenspitzenkatarrh, und kam von ihm auf die Lungentuberkulose. Er erzählte vom Tuherkelbazillus, den der Deutsche Robert Koch entdeckt habe, von den Symptomen der Krankheit und von der Ansteckung durch Kranke, die noch husten. MRanf tin zkmt „Es wird kaum einen Menschen geven", fuhr er fort,„der nicht schon einmal oder öfter angesteckt gewesen wäre. Zum Glück führen nur wenige Ansteckungen zu Erkrankungen. Denn der Körper ist im allgemeinen stark genug, die Bazillen unschädlich zu machen. Kommt es aber zur Erkrankung, dann hängt ihr Verlauf in weitem Umfange davon ab, daß sie rechtzeitig erkannt und bekämpft wird. Wenn verdächtige Anzeichen gemeinsam auftreten, sollte man zum Arzt gehen. Solche Anzeichen können sein Hustenreiz, Blässe der Haut, leichtes Fieber, Abmagerung, mangelnde Eßlust, schnelle Ermüdung und Arbeitsunlust. Im Anfangsstadium der Krankheit ist dem Kranken fast immer zu helfen. Anders ist es, wenn erst die weit vorgeschrittene Tuberkulose erkannt wird. Gegen sie versagen bis heute die Heilkünste der Wissenschaft. Solche Menschen mussen sterben. So ist es zum Beispiel mit mir. Als ich zum Arzt ging, war es bereits zu spät. Ihr seht daran, wie wichtig es ist, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen.“ Das alles sagte er wie etwas Selbstverständliches dahin, ohne eine Spur von Bewegung. Ohne Pause fuhr er fort zu erzählen und zu lehren, aber keiner hörte mehr zu. In uns war seltsame, nie gekannte Bewegung.„Als ich zum Arzt ging, war es bereits zu spat“, hatte er gesagt. Hätte das Wort in Flammenschrift zu unsern Häupten gestanden, es hätte uns nicht gegenwärtiger sein können. Ohne zu weichen tönte es in unseren Ohren. Warum nur? Warum nur griff es uns an und packte unser Herz? Hatten wir nicht alle gewußt, daß Pius krank war, daß er einmal lange Zeit in einem Sanatorium gewesen und daß der anfängliche Erfolg rasch wieder vernichtet war? Was uns erschütterte, war wohl die Selbstverständlichkeit seiner Aussage, der vollkommene Gleichmut, mit dem er beiläufig seinen nahen Tod verkündigte. War da nicht einer, der Tag für Tag im Angesicht des Todes seine Pflicht tat, ohne Pathos, ohne große Gebärde? Der sterbend uns noch mit Sorge und Güte umgab, uns führte und unsere Zukunft bereitete? Ich weiß nicht mehr, ob es solche Worte waren, die unsere Gedanken dachten, aber ich weiß, daß der Sinn dessen, was fiebrig durch unsere heißen Köpfe taumelte, derselbe gewesen ist. Ich weiß, daß eine ungeheure Bewegung in mir war, ein heißes Drängen der Seele zu dem Manne, der da vor uns stand und jetzt in gleichmütigem Tone von den Funktionen der Niere sprach.— In unserer Erregtheit schrillte die Schulglocke und beendigte die Stunde. Pius sprach noch ein paar abschließende Sätze, dann setzte er sich auf den Kathederstuhl und begann, die notwendigen Eintragungen ins Klassenbuch zu machen. War es nicht seltsam, daß keiner aufstand und sich anschickte, hinauszugehen? Sekundenlang rührte sich keiner. Dann stand, mit hochrotem Kopf, Heinrich Merten auf, und fast gleichzeitig erhoben sich Peter Balsen und Walter Kirdorf von den Plätzen. In ihren Gesichtern war Unsicherheit, in ihren Augen brannte ein flackriges Feuer, als sie an den Bänken vorbei zum Katheder hinuntergingen. Da standen sie nun, die Köpfe ein wenig gesenkt, bis Pius das Gesicht vom Klassenbuch aufhob und sie fragend ansah. Da hob auch Peter Marten den Kopf, sah Pius an und sagte mit fester Stimme:„Wir sind es gewesen, Herr Studienrat.“ Nie vergesse ich den Ausdruck der Befreiung und Erlösung, der das Gesicht des Lehrers erhellte.„Ich habe es gewußt“, hörten wir ihn leise, wie für sich selber sagen.„Ich habe es gewußt. Das vergesse ich euch nicht.“ Er stieg vom Katheder herab, gab den dreien die Hand und ging, immer noch das Leuchten der Befreiung im Gesicht, an den noch vollen Bänken vorbei hinaus. In der Tür drehte er sich noch einmal um und sagte:„Die drei Sünder werden mit je drei Stunden Arrest bestraft. Weil sie sich freiwillig gemeldet haben, unterbleibt die Benachrichtigung der Eltern.“ Dann ging er ohne ein weiteres Wort. Zwei Monate später haben wir ihn begraben. Von der Wiedergutmachung hat keiner mehr etwas gehört, aber jeder in der Klasse wußte, wer sie geleistet hatte. Die Wohnung des Glücks Von Heinrich Eickmann ein, was ist das nun wieder für ein Lärmen und Erzürnen im Hause. Alle sechs Kinder wollen ihrem Vater entgegengehen und ihn vom Bahnhof abholen. Das sollen sie ja auch, selbstverständlich sollen sie das. Was wäre die Heimkehr des Vaters ohne die Freude und Begeisterung der Kinder? Aber sie müssen sich doch einig sein. Hans ist der älteste, er kann schon Radfahren und seinen Vater darum ganz vom Kirchdorf abholen. Die ganze Woche über arbeitet fleißig der Vater als Maurer in der Stadt, aber am Samstag nachmittag. kommt er nach Hause, um am Montag in aller Frühe mit dem ersten Zuge wieder abzureisen. Naturlich, das ist ein Fest und eine große Begebenheit, wenn der Vater am Samstag kommt, auch die Mutter freut sich sehr. Hans, der Aelteste, schwang sich schon auf sein Rad und fuhr davon. Er hätte gern noch eine halbe Stunde Zeit gehabt, aber er wollte nicht länger warten, er konnte nicht länger warten, er mußte aufbrechen, und wenn er auch noch drei Stunden Zeit gehabt hätte. Denn er will als erster seinem Vater erzählen, daß die Kaninchen Junge bekommen haben und daß er dem Lehrer mit im Garten half und dafür ein schönes Buch vom Lehrer erhielt. Er ist ein großer, kräftiger Junge, elf Jahre alt und will Bauer werden, mit nichts anfangen, sich aber von unten emporarbeiten. Wenn die Bauern Hilfe suchen bei dringenden Arbeiten, ist er als erster zur Stelle, und die Bauern sehen ihn fast für voll an, so groß und stark ist er und soweit hat er schon gebracht. Er hat sich sogar schon für sein Winterzauber einer allen Stadt. Berlholdsbrunnen und Marlinslor in Freiburg i. B, Weltbile eigenes Geld einen eigenen Spaten gekauft. Ein soicher Baas ist er. Nun machen sich auch die vier andern auf den Weg, Hand in Hand, die beiden Kleinen in der Mitte, es geht ja nicht anders. Die Mutter steht in der Tür, ihr Jüngstes auf dem Arm, und begleitet den Auszug ihrer Kinder mit blanken Augen. Wie schier und schmuck und gesund sie alle sind! Er ist ein guter Mann, der Vater. Was tut er nicht alles für seine Kinder! Er ist immer bemüht, das bescheidene Leben weiter auszubauen und zu schmücken. Er richtete einen großen Kaninchenstall ein, erbaute einen hübschen Taubenschlag, er pflanzte Spalierobst an die kahlen Mauern er ist immer darauf bedacht, zu verbessern und für seine Familie zu sorgen. Die junge Frau wird einen Augenblick ganz still in ihren Gedanken an ihn. Sie waren sich immer einig, ihr Mann und sie. Das Leben konnte nicht schöner sein. Am liebsten hätte sie ihn auch ganz vom Bahnhof abgeholt wie ihr Aeltester. Aber was sollten die andern Leute im Dorfe zu solcher Verrücktheit sagen? Nun tanzt sie schon wieder mit ihrem Jüngsten. Es fehlt an nichts, es ist alles in Ordnung. Das kennen sie und ihr Mann nicht anders: immer und überall muß alles in Ordnung sein. Das gehört zu seinem glücklichen Leben. Sechshundert Reichsmark Schulden stehen auf dem Hause, aber in jedem Jahr wird es bestimmt etwas weniger. Sie können sich schon genau ausrechnen, wann Haus und Garten ihnen ganz gehören. Dann sind sie freie Leute. Eiapopeia, was raschelt im Stroh? Nun aber wird er bestimmt bald hier sein, es kann nicht lange mehr dauern.„Sag mal Papa.“ „Ba—ba“, sagt der Jüngste und kräht vor Freude. Nun geht die Frau wieder nach draußen, steht in der Tür und wartet weiter. Und nun kommt Hans auch schon angejagt und meldet die Ankunft des Vaters. Er steigt nicht einmal vom Rade herunter, er hat keine Zeit und muß gleich wieder zurück! Seht! und nun kommt der Festzug anmarschiert. Die Frau läuft ihm entgegen, ihr Jüngstes immer auf dem Arm. Mann und Frau geben sich die Hand und sehen sich glücklich in die Augen. „Ba—ba“, ruft der Kleine und kräht vor Freude und hüpft. Der Vater strahlt über das ganze Gesicht. Und die andern Kinder krähen und hüpfen und strahlen mit Blumen in den kleinen Händen. „Ja, ja, ja, Kinder, ihr sollt euren Vater heute und morgen ganz für euch allein haben!" Nein, was ist das für ein Fest! Der Mutter läuft vor Freude eine Träne über die Backe. Ein Mann aus dem Dorfe bleibt stehen und sagt:„Ich gratuliere auch, Jörn.“„Wozu!?“ fragt der Maurer.„Ich meine, du hättest Geburtstag, weil ihr alle so lustig seid.“ Dann habe ich jeden Tag Geburtstag“, sagt der Maurer, nimmt seiner Frau das Jüngste ab und trägt es nach Hause. Zuerst muß der Mann einen Blick in den Garten werfen, sein Jüngstes immer bei sich tragend. Dann müssen die Kaninchen besichtigt werden. Nachher geht er in den Stall, um einen Ueberblick über das Ganze zu gewinnen. Dann erst tritt er ins Haus. Die Blumen in der Vase auf dem Tisch leuchten auf und grüßen ihn. Der gedeckte Tisch empfängt den Besuch. Jeder will neben dem Vater sitzen, sogar die Mutter. Aber sie hat gesagt, daß die Kinder den Vater heute und morgen ganz für sich haben sollen. Also muß sie zurücktreten. Als am Abend die Kinder endlich zur Ruhe gebracht sind, gehen der Mann und die Frau noch einmal in den Garten. Und nun sagt der Mann:„Ich muß dir noch etwas erzählen, Anna, ich habe nämlich unser Haus verkauft.“ Die Frau erschrickt fürchterlich.„Nein, Jörn“, erwidert sie,„das darfst du nicht tun.“ „Ich habe es mir so gedacht“, sagt er,„wenn wir in der Stadt wohnen, leben wir zusammen. Denn was haben wir so voneinander? Jeder ist die ganze Woche über für sich allein.“ „Ach“, klagt die Frau,„ich mag nicht daran denken.“ „Nun“, sagt der Mann,„so schlimm ist das doch nicht. Ich meinte, du würdest dich darüber freuen.“ Sie begriff ihren Mann nicht, zum ersten Male fühlt sie sich uneinig mit ihm. Sie steht da und wagt nicht, ihren Kopf zu heben. „Bedenk doch, was du alles in der Stadt hast.“ „Nichts“, sagt sie,„nichts—“ „Und hier, was hast du hier?“ „Alles“, sagt sie,„alles!“ Da hebt er seine Frau mit seinen starken Armen hoch.„Hier ist sie, lieber Gott“, sagt er,„sieh sie dir genau an, hier ist sie, meine Frau!“. Und dann lacht er.„Hast du das wirksich geglaubt, Annas Hast du das wirklich glauben können?“ Die Tränen laufen ihr noch immer über die Backen. Aber nun sacht auch sie.„Pfui, Jörn“, sagt sie,„wie konntest du mich so belügen.“ Der Weinalg A den Cciep. Der südlichste Punkt der Erde: Vor 25 Jahren zum erstenmal betreten Am 1. Juni 1910 verließ der Dampfer„Terra dem Ziele zugeeilt. Ueber den letzten Tagen hing Unternehmens, wurde zurückgelassen. Nova“ den Hafen von London und nahm Kurs nach düster und schwer die bange Frage: Waren die NorSüden. An Bord befanden sich 19 mandschurische weger schon dorts Ponys, 33 Schlittenhunde, drei Motorschlitten, Hunde. Am 16. Januar.. hören wir Seott selbst: schlitten, wissenschaftliche Instrumente, Proviant für Dienstag, 16. Januar 1912. Lager 68. Das FurchtJahre— kurz alles, was zu einer Expedition in ein bare ist eingetreten— das Schlimmste, was uns widerLand gehört, das unter ewigem Eis und Schnee be= fahren konntel Die Norweger sind uns zuvorgekomgraben liegt. Zu dieser Expedition des englischen men! Amundsen ist der Erste am Poll All die MühKapitäns Robert Falcon Scotts gehörten insgesamt sal, all die Entbehrung, all die Qual— wofür? Mor32 Mann, Offiziere, Wissenschaftler und Mannschaften, gen müssen wir zum Pol— und dann mit der äußer Gottes Sie wollten die Antarktis ersorschen und als erste den sten Schnelligkeit di= wir unseren Kräften abpressen Bis zul Südpol erreichen, den Shackleton im Jahre 1909 vergeblich angegriffen hatte. Am 3. Juli 1910 ging die„Fram“, das Schiff, in Keuchend legten Weißenstadt. Tausende von Menschen, an einem einzigen sich die entkräftigten Männer in die Riemen. Sonntag einmal 6000. drängten sich um das Werk, Am Donnerstag, dem 12. März. waren sie nur und sogar von Böhmen kamen zahllose deutschstämmige noch etwa 20 Kilometer von ihrem letzten Lager ent Volksgenossen herüber, um das Bild des großen Feldfernt. Aber ein wütender Orkan machte jedes weitere marschalls aus dem havten, dunkelgrünen Porphyrstein Vordringen unmöglich. wachsen zu sehen. Einen ganzen Monat lang stand * Professor Bagdons auf der hohen Leiter und formte Man fand sie acht Monate später im Zelt. Tot. mit Meisterhand die markigen Gesichtszüge HindenSeotts Tagebuch enthielt als letzte Eintragung:„Um burgs. dem Nansen seine berühmte Drift durch das Eis um den Nordpol gemacht hatte, mit seiner norwegischen Expedition unter Roald Amundsen aus dem Hafen der norwegischen Hauptstadt Christiania(Oslo) in See. Ziel angeblich: Erforschung des Nordpolbeckens. A mundsen will zum Südpol „Das Schiff nahm Kurs nach Süden. Von Funchal auf Madeira eilte die Nachricht über die Erde: Amundsen will zum Südpol! Selbst die Mannschaft, die bisher geglaubt hatte. es gehe um Kap Horn hinauf nach Norden, erfuhr erst jetzt das wahre Ziel der Reise. Keiner trat zurück. Die„Terra Nova“ mit Kapitän Scott machte am 4. Januar 1911 am Eisstrand der Roßinsel bei Kap Evens fest. Die Arbeit des Ausschiffens war schwer. Am 8. Januar trieb das Schiff ab, ein Motorschlitten Oft genug schon hatte sein Meißel früher nach willen— sorgt für unsere Hinterbliebenen.“ dem lebenden Vorbild dieses Antlitz zur lebenswahren ten Schnelligkeit, die wir unseren Kräften, abpressen Bis zuletzt hatte der sterbende Mann die Schicksale Plastik geformt. So konnte jetzt ein Standbild entkönnen, zurück! Mir graut vor dem Rückweg!“ seiner Expedition festgehalten. Er hatte noch Abschieds= stehen, das, obwohl es in hepheltex, Lehensgröße gehalUnter furchtbaren Strapazen ging es zurück. Ein briefe an seine Angehörigen und Freunde und an die zen Lit., 617, Leix, lebtzn Fatre,#er gzgi, pon JZeben Monat verging. Zwei Begleiter fanden den Tod. Scott, Angehörigen seiner Gefährten geschrieben, dazu noch durchpulst scheint. In aufrechter soldatischer Haltung Wilson und Bowers schleppten sich weiter. Nicht ein eine Rechenschaft über sein Unternehmen, das sein umklammert die Linke das Schwert, das Stück der Tagebücher und der 16 Kilogramm schweren ganzes Verantwortungsbewußtsein als Führer bis zur Größe eines Mannes erreicht. Die Rechte hält den Gesteinsproben, der wisenschaftlichen Ausbeute des lepten Minute zeigt. Hibt Hos Großtreung des Eisernen Kreuzes fel Genan so, wie das Bild des Reichspräsidenten in den Herzen des Volkes wohnt, ist es von dem Künstler in gewaltigen Ausmaßen festgehalten worden Die monatelangen Mühen. Porphyrgestein als Werkstoff zu gewinnen, hatten sich gelohnt, denn nach dem letzten Schliff, der über das ganze Monument einen seidenweichen, dunkelgrünen Glanz legte, ergab sich, wie lebenswarm sich dieser Stein dem Beschauer zeigt. Nun ist das große Werk vollendet und bald Hindenburg-Standbild für das Nationaldenkmal in Tannenberg Pannerb,ra, 5a.; Monument“erbeben ais in Rohunel für die Ewigkeit, so wie dieser Stein seit undenklichen Das grüne Monument von Tannenberg 16 Pferde ziehen den Porphurblock Zeiten in der deutschen Erde lagerte. Präsident ohne Geldbörse Rasiert auf Staatskosten Das höchste Einkommen aller Staatsoberhäupter der Welt hat der Präsident der Vereinigten Staaten. Aus brach durch das Eis und war nicht mehr zu retten. Am Professor Bagdons(Dortmund) hat soeben das brüchen des Ochsenkopfes im 17. Januar stand die Wohnhütte fertig da. Am 26. Riesen=Standbild des verewigten Reichspräsidenten von wird. Vor eineinhalb Jahren begann die Suche nach dampfte die„Terra Nova“ wieder ab. Hindenburg, das nach dem Wunsch des Führers im einem geeigneten Monolzth, wie man diese Bli Miel. Am 14. Fanuar 1911 wurde das Schif an der rzan Austellung findet, Vol- sich has ürgestein in der gewünschten Form in einem Eisplatte der Walfischbucht östlich von Scotts Lager= E, gab wohl niemanden unter den Bewohnern des fahren Triumphzug nach Weißenstadt gebracht werden platz, vertäut.„Franheig“, die Hütte der Amundsen= zoglischen„Städtchens Weißenstadt, das auf, der Land= konnte.. Welt hat, der Präsident, der Expedition, war am 23. Januar fertig... karte im Herzen des Fichtelgebirges zu finden ist, der„Der erste größere Block. der eine Höhe von fünf dem Jahresbericht des amerikanischen BundesschatzWährend, die Teilnehmer noch„damit beschäftigt in den letzten Wochen und Monaten nicht schon oft zu Meter hatte“, erzählt Professor Bagdons(Dortmund), amtes geht hervor, daß die jährlichen waren, die Vorräte von der„Fram“ in die Hülte 3U jener Steinmetzhütte geeilt ist, die seit Jahresfrist im„war von vornherein nicht zu gebrauchen. Nun mach= des Staates für seinen Präsidenten einschließlich der des4 gnar e Mittelpunkt des Interesses der Bevölkerung gestanden ten wir uns daran, aus dem Felsen einen zweiten Por= Unterhaltungskosten des Weißen Hauses, des Regieschaffen, erblickten sie am Morgen des 4. Februar ein anderes Schiff neben der Fram. Es war Scotts hat. Schon viele erhabene Denkmäler hatte man da phyrquader zu gewinnen, aber er war mit Schwemm= rungs= und Wohnsitzes des Staatsoberhauptes, sich auf Texra Nova“. Um 2 Uhr ,nachmttiggt### ste„ie= im Hämmern und Meißeln der Bildhauer entstehen massen und stürzendem Geröll derart umlagert, daß die etwa 600 000 Dollar belaufen, ein Betrag, in dem die der in See und ließ Amundsen und seine Leute allein, sehen, aber wenn sich das Gesprächsthema in dieser Bergung zuviel Zeit und Kosten verursacht hätte. In= Kosten für die Wäsche, für ärztliche Behandlung, für Am 22. Februar erfuhr Seott von dem Zusammen Stadt des Steins“ immer wieder um diese Kolossal= zwischen war bereits der Winter hereingebrochen, aber den Friseur. für Kinoaufführungen und Blumen, die treffen seines Schiffes mit Amundsen. Er erkannte figur drehte, die an einem der letzten Tage ein großes immer wieder stapften wir im meterhohen Schnee auf nach altem Gesetz der Staat für seinen Präsidenten besofort, welche Vorteile die Expedition seines Wettbe: Aufgebot von Männern und Pferden auf einen Spe= den Berg. Endlich hatten wir einen dritten Block aus zahlt, einbegriffen sind.„ Au mer werbers, trotz ihrer einfacheren Ausrüstung, hatte: ziallastwagen verlud, so hatte das seine tiefere Ursache, dem Bruch herausgeschnitten, der unseren Wünschen zu Franklin Belano Roosevelt, der zum zweiten Male Amundsen war dem Pol 110 Kilometer näher! Er be. Ist doch hier soeben das gewaltigste Standbild des ver= entsprechen schien. Es war ein Freudentag für Wei= gewählte Präsident der Vereinigten Staaten, kann sich saß eine Menge Hunde, während Seott in der Haupt, ewigten Reichspräsidenten von Hindenburg vollendet ßenstadt, das an den Vorgängen auf dem Ochsenkopf zwar, was sein Jahresgehalt anbetrifft, kaum mit einem sache auf seine Ponys angewiesen war, die sich wider worden, das jemals Künstlerhand formte. Aus deut= stets lebhaften Anteil nahm, als der mehrere hundert Filmstar aus Hollywood messen. Denn er bezieht ein sein Erwarten schlecht bewährten. schem Urgestein, aus dem Porphyr, der in mächtigen Zentner schwere Koloß von sechzehn Pferden vom Berg offizielles Jahreseinkommen von nur 75000 Dollar, Scott sah einen harten Kampf voraus, aber er war Brüchen auf dem 1023 Meter hohen Ochsenkopf un= herab in die Stadt gezogen wurde und schon wenige was doch immer noch weit mehr als die Gehälter der entschlossen, alle Kräfte einzusetzen. weit von Weißenstadt zutage tritt wurde diese gewal= Tage darauf die Lufthämmer ihre knatternde Arbeit übrigen Staatsoberhäupter der Welt bedeutet— Roosetige Plastik geschaffen, die über der Gruft des toten begannen. Schon zeigten sich die ersten Umrisse des velt bekommt beispielsweise das Dreifache von dem, was Dem Pol entgegen Heben im Panaenber=Ralsenalbentwal Kustelung Generalsedmarschall, as die Vehseste mit alen Laie. der Periril. Die Wer dem Amundsen Ses secse La un eus uis esastun e auf 77 Grad in einem von ihm errichteten Lager. Motorschlitten, Ponys und Hunde sollten die Vorräte möglichst weit vorbringen. Aber die Motoren streiken fortwährend, die Ponys litten unter dem Wetter. Während sich Seott und seine Begleiter Ende November tige, Plastik geschaffen, die über der Gruft des toten begannen. Schon zeigten sich die ersten Umrisse des velt bekommt beispielsweise das Dreifache im vor entgegen Helden im Tannenberg=Nationgldenkmal„Aufstellung Genexalfesdmarschals, als die„Arbeiter mur auen Zei; der Premiermininer des britischen Weirreiches, Baldwin, Die Winternacht ging vorüber, die Sonne tauchte findet, um die Krönung eines Mausoleums zu bilden, chen der Erregung zu mir gestürzt kamen! Ein feiner erhält— aber das doch weit hinter den Jahresbezügen dem Horizont auf. Am 20. Oktober marschierte das immer eine Walfahrtsstätte des deutschen Volkes Haarxiß, der durch den ganzen Steinblock lief, machte einer Greta Garbo oder eines Clark Gable zurückbleibt. mit vier Begleitern von„Framheim“ ab— sein wird. alle bisherigen Mühen vergehlich, und so begann die Aber der Präsident von USA. hat praktisch eigentendien mit bier Begleitern von„Franheim“ ab— sein wir. Suche von neuem. Tage und Woche verrannen, bis lich kaum eine Mäglichkeit, Geld ausugeben. Denn das Ewiges Gesteln— ewiges Denkmal Vor 18 Monaten war es, daß der Mann. der jetzt im weißen Kittel zufrieden sein großes Werk betrachten kann, oft abgespannt und müde nach Weißenstadt gekommen war und auf teilnehmende Fragen immer wieder den Kopf geschüttelt hatte. Das bedeutete, daß Suche von neuem. Tage und Woche verrannen, bis ein neuer Riesenblock mit einem Gewicht von mehr als 550 Zentnern gewonnen werden konnte. Bis zur Bruchsohle reichte der Einschnitt, um den ungeheuren Koloß dem Berg entreißen zu können.“ mühsam mit ihren Ponys weiterarbeiteten, immer wie Professor Friedrich Bagdons, der aus dem Wettbewerb lich kaum eine Möglichtest, Geld gubzugrven,„Tenn bur Gesetz bestimmt, daß alle seine Ausgaben für die Lebenshaltung sogar die Reinigung seiner Wäsche, seine Zahnarztrechnungen oder seiner Friseurkosten, vom Staate übernommen werden. Das bedeutet, wenn man die Ausgaben für das dem Präsidenten zur Verfügung stehende Weiße Haus, mitrechnet, eine weitere ZuwenWallfahrt zu einem Kunstwerk stahende Weiße Die Zeit dringte und die acht Blbhauer die do. dung von durchschnitlich 525000 Lolar im Jahr. Da der von Schnestürmen umtost, hatte Arlachestr, be Zex namhafter deutscher Künstler zur Schaflung einer über= mit beschäftigt, waren, aus dem gewaltigen Steinblock Hoslar'tat Fleisen ausgefetzt. Die Sonderzüge, die den den Anstieg von dem verhältnismäßig, flachen Eis der lebensgroßen Plastik, des verstorbenen Reichspräsiden= die gröbsten Umrisse herauszuhauen, arbeiteten Tas Präsihenten jederzeit zur Verfügung stehen, müssen aus Roßeisbarriere auf das Land hinter, sich— eine schwere ten und Feldmarschalls von Hindenburg für das Tan= und Nacht. Den Sommer hindurch hörte man das Zier# lschen werden, Ratürlich sind bier nicht Anstrengung, denn es woren gewaltige Steizgr gunde nenbergdenkmal als Sieger hervorgegangen war, den Prasseln und Stampfen der Lustdruckmeißel, und als die Potesteosten Iuhegriffen, die ebenfalls der Staat beMensch und Tier als,Nahrung. Ras war als Werktoff ausersehen, eine Gesteinsart, die in die Feinarbeit übernahmen, da begann ein wahrer Pil= nung ans Weiße Hausz, wo, sitz einschließlich der Trink. den erforderlichen Riesenblöcken nur in den Porphyr= gerzug aus allen Dörfern des Fichtelgebirges nach nächsten Tagen Mensch und Tier als Nahrung. Was nicht verzehrt wurde, wurde für die Rückkehr aufbewahrt. 18 Hunde, die auf zwei Gruppen verteilt wurden, blieden am Leben. Auch Seotts Ponys mußten sterben. Während Amundsen seine Hunde erst geopfert hatte, als die schlimmste Steigung überwunden war, konnte Scott seine Ponys, die immer wieder durch den vereisten Schnee brachen, beim Aufstieg nicht mehr verwenden. Die Schlitten mußten jetzt von den Expeditionsmitgliedern selbst gezogen werden. Noch war der Weg zum Pol weit. Der südlichste Punkt Amundsen wußte um diese Zeit, daß das Schlimmste hinter ihm lag., Die Gesichter waren erfroren und zu einer blutunterlaufenen eitrigen Wunde geworden. Am 8. Dezember hatten sie zum erstenmal die norwegische Flagge feierlich enthüllt. Sie hatten 88 Grad 23 Minuten erreicht, den südlichsten Punkt, bis zu dem bisher Die Mülionärin an der Schreibmaschine ein Mensch vorgedrungen war.„..5,.u2 Nu.2 an Nun lag alles hinter ihnen, vor ihnen ganz nahe Wenn man das Büro einer Londoner Importgesellnung ans Weiße Haus, wo sie, einschließlich der Trinkgelder— denn auch Trinkgelder bezahlt das Staatsoberhaupt nicht aus seiner Tasche— beglichen werden. Raslerselfe, die der Staat bezahlt Für die Reinigung der Wäsche des Präsidenten einschließlich seiner Kragen und Oberhemden ist ein jährlicher Betrag von 5000 Dollar zur Verfügung gestellt. Am meisten verschlingt der Unterhalt des Weißen Hauses, das ausschließlich dem Präsidenten zur Verfügung steht. Es kostet mit Heizung, Beleuchtung, laufenden Reparaturen und der persönlichen Bedienung für den Präsidenten 140 000 Dollar im Jahr. Das berühmte Weiße Haus enthält 21 Schlafzimmer, 12 Wohn= und Empfangsräume, eine Turnhalle, ein Schwimmbad und eine Reihe herrlicher Gewächshäuser. In der Garage des Präsidenten stehen sechs nur für seinen Gebrauch bestimmte Automobile. Ein Dutzend schläge zur Anlage des Kapitals in den Wind und Chauffeure sind ständig mit der Pflege dieser Wagen erklärte, sie sei fest entschlossen, die ganze Erbschaft mög beschäftigt. Ihre Uniformen, jährlich 2500 Dollar, ihre lichst schnell durchzubringen. Sie hielk ihr Wort, Ge Gehälter, jährlich 17.500 Dollar, und der Unterhalt der dosr loctende Zei der Stbvos. Aus nauhe, Lostäulein enzsangen, das van bed sagen lanmn für eintrilt in ber alen Frna, sete sch lächelnd iun chemn zachlt. Der Prisdent, hetze alszsch, a. estgiele rtz P“, issene Hände die Fahnenstange mit dem zwei Jahre Millionärin g.: Arbeitskleidchen wieder an die Schreibmaschine, und er liche und zahnärztliche, Begandlung, freie Pflege und ewesen g“ vein, af, klärte, sie sei glücklich, nun wieder von der Last des freie Medikamente, wofür 25 000 Dollar ausgeworfen sein und ein zufriedenes Leben sind. Er verfügt ferner über einen eigenen Friseurladen, Erstaunlich rasch hat sie sich wieder den er täglich morgens besucht. zurechtgefunden und versichert es keine Minute bereue, nach wor noch aus pier Leuten.s bestand bevt auder Seot se seher heizepigte, aulgungebden. ESie vole weitedin alten Haut zu steken. ieder in un die Ehr, de ersten am Pel zu sein„Amarsen Zeiner seug Nensgeri, die um dos gebene, Kalz, berg; Der gellohlene Napoleonkut ver bereits auf dem has sege Lager bes Bormarsches, wole nur füe.., Zeit Urlaub nehmen und sich, Luxusjacht und Bibllothek Der Präsident besitzt aber auch seine eigene Druckerei, die ihm kostenlos Druckaufträge erledigt, er bekommt sämtliche von ihm gewünschten Zeitungen und Zeitschriften kostenfrei zugestellt, desgleichen übernimmt er geliohlene Napoleonhut der Staat die Kosten für, die Bücher, die er sich beSac Paaz., Arbeitsplot Lwiesphote de, Erzschaft- Somals der konren Velest iur geniue Verechnr Hait nan Beih. Bont, für dun.=3z. Perhut, Higase, eptgt=hsom Zasi 8i. Zudhalses“ der actensheung asteraidenlich beischeben, Vr. 35t.se Das Ziel war erreicht am Vol flatterte die nor= auz, haß, eine, Summe von 50.000 enguucghen vgun, gar bekanntlich im Museum,„Hote, des, Invasigee, zur Lekensführung, guterordentlicz, bescheiden. Er. lebt. so wegische Flage r——, nicht so schnel durchzubringen set. Fräulein Ellershap Schazggesel zt, entwendete, Der. Veuspauseg grmste: Listac, raie(esot.—. Veln. Vehiergege erizget seden dur gische Flagge nicht so schnell durchzubringen, sei.„Fräulein Ellershap Schau gesellt st. entwendete. Der Journalis erwar= einsach wie zuezg gag sein eegzireiger Hl. 9c“ S war die„Fram“ seeklar und trug hat das Kunststück in zwei Jahren fertiggevracht, Und teie, daß die Zeitungen voll sein würden von alarmie= seine Frau seit 30 Jahren, wie sie selbst eklärt, iszer am 50: Hannar wur vie„eth g%#r y sie erklärte, es sei nicht einmal so schwer, wie sie an= renden Meldungen über den frechen, Diebstahl. Am Samstag zubereitet, sind Rühreier. Punkt die Sieggr wieder nach Norden. Die Welt horchte aut, fänglich gedacht habe. Sie kaufte sich ein Luxusauto, nächsten Tage wollte er dann, erzählte Millard, seine morgens steht Roosevelt auf, liest die Zeitungen, nimmt als das Telegramm eintraf. Man hatte Amundsen kos, miekete sich eine prächtige Villa, schaffte sich einige Renn= Beute wieder heimlich zurückerstatten. Aber nirgends ein bescheldenes Frühstück zu sich und ist dann von vergessen gehabt. Und nun kam die Nachricht: Der pferde an, kaufte sich Schmuck und kostbare Kleider, kurz, war eine Zeile zu lesen, von dem Diebstahl, der doch 10.30 bis 12 Uhr mit Konferenzen beschäftigt. Es folgt Sadvol ist erreicht! sie führte das Leben einer Milionärin. Sie reiste in Aussehen erregen mußte. Nach zwei Tagen ging Millard ein einfacher Lunch, bestehend aus Suppe, Salaten Tode erschöpft der Welt umher, sie gab Einladungen, gewann schnell schließlich wieder in das Museum, um wenigstens hier und einer Tasse Kaffe. Nun arbeitet er wieder bis zum dntoue erseiice„Freunhe“, die g perstanden, auf ihre Kosten mitzu ztwas.von dem Vorfall zu erfahren, Aber— was Abend durch, um dann eine halbe Stunde in Zem eigens „Und die Tat leuchtet hell für alle Zeiten“, schrieb leben sie trug Seidenstrümpfe, die pro Paar vierzig sah ers An der alten Stelle lag ruhig und unversehrt für ihn gebouten Schwin Fridtsof Ransen, der große Polarforscher, am Mark kosteten, sie trank Champagner und stieg in den der Napoleonhut. Das heißt, es war natürlich ein arS. Mai 1912.....„. teuersten Luxushotels ab. Sie warf, das Geld mit vollen derer, der dem ersten aufs Haar glich. Man hatte, ganz seinem Privatkino sich Filme vorführen zu lassen, Scott erreichte mit seinen Gefährten den Pol am Händen aus und freute sich geradezu, wenn es Tag einfach die Angelegenheit verschwiegen und die weligule bei er besonders gern Mickey=Maus=Filme, die so hu28. Januar 1912. Auf den Tod erschöpft waren sie für Tag dahinschwand. Sie schlug alle guten Rat= des Korsen durch eine andere ersetzt. morvoll gezeichneten Grotesken Walt Disneys, sieht. was Abend durch, um dann eine halbe Stunde in dem eigens epri für ihn gebauten Schwimmygo zuzuoxingen. Zweimal in an; der Woche pflegt das amerikanische Staatsoberhaupt in and seinem Privatkino sich Filme vorführen zu lassen, wo And S. Janusr 1937. NUMMER! Sunikant 11. hat der größte Sdelltein einen neuenideckten Doppelgänger? Zu der Krönungsfeier des englischen Königs wurde und bedeckte es oben mit einer Lage Gold. In einer Orten Afrikas schwarze Agenten auf, die angeblich den raße Coellinan der kastharste und größte Diamont dunklen Nacht traf er angeblich mit Negern zusammen. zweiten Cullinan anhaten. stülpten den Goldsack um und erkannten den Betrug. Nach einer schweren Schlägerei wurden die Verhandlungen abgebrochen. Immer wieder aber tauchten an den verschiedensten der große Cuuinan, der kostbärste und größte Diamani dunklen Nacht traf er angeblich mit Negern zusammen, zweiten Cullinan anboten. der Welt, für, die Königskrone neu gefaßt. Zugleich dis ihm ( kommt aus Südafrika die Meldung, daß einige Abenteurer eine Expedition ausgerüstet haben, um nach der verschollenen zweiten Hälfte des Cullinan zu suchen. Der Cullinan ist nämlich nur ein Bruchstück. Wo sich seine andere— vielleicht sogar„bessere Hälfte“ befindet, ist bis heute ein Geheimnis geblieben, obwohl in den vergangenen 30 Jahren unablässig nach ihr geforscht worden ist. Vor einiger Zeit starb der Mann, nach dem der größte Diamant, der bisher gefunden wurde, benannt worden ist: Thomas Cullinan. 1898 ging er als Goldgräber nach Südafrika. In Transvaal erwarb er ein Grundstück, von dem er geträumt hatte, es berge einen Schatz. Dieses Grundstück wurde die Premier=Mine", aus der bis heute rund 100 Millionen Tonnen diamantführenden Gesteins mit einem Ertrage von 28 Millionen Karat Diamanten gewonnen wurden. Im Jahre 1905 aber machte Thomas Cullinan den Haupttreffer. Er hatte bereits ein paar hundert Leute in seiner Mine beschäftigt. Einer der Verwalter stolperte am 25. Januar 1905 über einen faustgroßen Stein in einer offenen Grube des Tagebaues. Er hob den Stein des Anstoßes auf und erkannte in ihm einen Diamanten von unerhörter Größe. Das war der große Cullinan. ein Diamant von 3206 Karat und rein weißer Farbe. Thomas Cullinan legte ihn in einen besonderen Tresor und ließ ihn Tag und Nacht von schwerbewaffneten Männern bewachen. „Ein Jahr lang schlummerte der Diamant in der Schatzkammer Cullinans. Dann erschien eines Tages ein Agent der Regierung von Transvaal bei dem Minenbesitzer. Der große Cullinan ging für einen Betrag von 150 000 Pfund(damals 3 Millionen Mark) in den Besitz der Transvaal=Regierung über. Im Jahre 1907 überbrachte General Botha dem englischen König als Friedenszeichen der Buren den Cullinan=Diamanten. Ein Diamantenschneider in Amsterdam zerlegte ihn und schliff daraus den Krondiamanten für die englische Königsprone. Doch schon bei der Auffindung des riesigen Diamanten stand die Tatsache fest, daß er nur ein Bruchstück war. Die Bruchstellen deuteten darauf hin, daß die fehlende Hälfte mindestens ebenso groß, wenn nicht noch größer sein müßte. Indessen blieben die Nachforschungen nach dem anderen Cullinan erfolglos... Im August 1905 ging ein seltsames Fieber in den Kreisen der südafrikanischen Diamantensucher um: Irgendwo im Lande, so hieß es, sei der zweite Cullinan! Ei unbekannter Neger habe ihn gefunden— oder gestohlen. Niemand kannte den Namen und die Wohnung dieses mysteriösen Mannes.— Aber die Angehörigen eines Negerstammes erzählten davon daß man den Diamanten für tausend Pfund kaufen könne. Ein französischer Abenteurer namens Jean Fourie ging diesen Gerüchten nach. Er besaß zwar nur hundert. Pfund in Gold. Aber er füllte ein Säe die ihm die verschollene Cullinan=Hälfte verkaufen wollEinige Jahre später wurde Jean Fourie gehängt, weil er den Neger Thomas Mathide getötet hatte. Das Gericht vermochte den Grund des Mordes nicht zu ermitteln, denn For sf dle Fourie schwieg hartnäckig über seine gestank Motive. Erst als er unter dem Galgen stand, gestand er, daß Jahren In einer dunklen Nacht trat er mit Negern zusammen ten. Fourie überreichte ihnen den Beutel und behauptete, er sei 1000 Pfund wert. sein Opfer jener Neger sei, der ihm bereits vor den Cullinan angeboten habe, und daß er ihn ermordet habe, weil er sein Geheimnis nicht preisgeben wollte. Zugleich aber behauptete Fourie in seiner Todesstunde, er kenne den Mann, der den fehlenden Diamanten besitze, und es sei schade, daß er gehängt werde, denn nun werde man vergeblich nach dem CullinanBruchstück weitersuchen. Fourie wurde gehängt. Aber seine letzten Worte wurden wie ein kostbares Testament gehütet und weitergegeben. Und heute ziehen noch Abenteurer hinaus nach Südafrika, um jenen geheimnisvollen Negerstamm zu finden, der angeblich den verschollenen Cullinan besitzen Doch die Neger soll. Spät kommt er, doch er kommt und wünscht Euch ein trohes Neujahr, der Herr Schneemann Horst Sent Wie aus Ruaissehwbeinalen in ale Wen kam Sylvester ist des Jahres Schluß, das dürft' bekannt wohl sein. Zum Jahresanfang aber muß ein Ferkelchen beschert euch sein. Dann habt ihr Glück, vorbei die Qual. Ein bißchen„Schwein“ macht immer froh. So ist es heut', so war's einmal, in Zukunft ist es auch noch so. Doch wie das kommt, das wißt ihr kaum. Warum bringt uns ein Schweinchen„Schwein"? ist es erlogen, ist es Traum, kann es vielleicht auch Wahrheit sein? So hört, was die Geschichte saget, von einem reichen, garst'gen Strick, von einem Bauern, der sich plagt, von einem Schwein und recht viel Glück. Es war vor langen Zeiten im Dezember nach den Weihnachtsfeiertagen irgendwo in Süddeutschland. Die Erde war in ein dickes weißes Tuch gehüllt und die kleinen Häuser und Ställe schauten nur mit dem Giebel in die kalte Winterluft. Die Kinder des Dorfes tummelten sich auf dem nahen Weiher. Eine halbe Stunde von diesem Dorf entfernt stand ein großes Gut, das einem reichen, aber auch geizigen Großbauern gehörte. Die Bauern des Dorfes, es waren meistens nur arme, mußten für ihn arbeiten. Nur einer, Seppl Kleeberg, hatte sich gegen diese Gewaltherrschaft An einem kalten Winterabend in der Dorfwirtschaft war es. Die Bauern saßen bei ihrem Maß und sprachen über die neuesten Ereignisse. Auch Seppl war unter ihnen. Die große Uhr in der Ecke schlug zehn. Da hielt vor der Tür des Wirtshauses ein Schlitten und aus ihm stieg ächzend Herr von Kegel.„Faules Gesindel“, schrie er die neugierig dastehenden Bauern an, „könnt ihr mir nicht helfen?“ Er ging in die Wirtsstube und die Bauern folgten ihm. Er setzte sich an einen Tisch, die Bauern rückten ihre Stühle heran, denn sie wußten, der Herr von Kegel ließ gern ein Maß für sie springen. Nur Seppl blieb an seinem Tisch allein sitzen. Herr von Kegel sah ihn geringschätzig an und rief dann: He. Seppl, brauchst dich nicht schennieren, komm auch zu mir heran. Ich kann auch dir ein Maß spendieren, auf eins kommt's mir nicht an. Doch Seppl war nicht mundfaul und entgegnete: Für Ihren Maßkrug besten Dank, Sie sollten endlich wissen, ich tanze nicht nach Ihrem Strang, knie nicht zu Ihren Füßen. Ich bleihe stets für mich allein und schaff auf meinem Feld. Ihr Leibknecht will ich niemals sein, Sie nehmen doch nur Geld! murmelten und schauten böse auf bis jetzt gesträubt. Er war aber der Aermste des ganzen Die Bauern Dorfes und hatte nur zwei Schweine im Stall, so daß Sep##, venn wenn er, Herr, von geger ervost grug, haan sich nicht lange mehr auflehnen kannt: mar'a mit ik Säckchen mit Blei er sich nichr lange mehr auflehnen konnte. Seppl; denn wenn der Herr von Kegel erbost war dann war’s mit ihrem Maß vorbei. Herr von Kegel stand auf und ging hinüber zu Seppl, die Bauern folgten gespannt. Auch der Wirt kam hinter seiner Schenke hervor und schaute zu, was nun kommen werde. Von Kegel rief: Das kommt dir einmal schlecht zu stehn, schon bald wirst du mein Knecht. Mit meinen Schweinen wirst du gehn, denn das geschieht dir recht. Da murmelten doch die Bauern und sagten: Der Seppl hat Euch nichts getan, drum stört Euch nicht an ihn. Er ist ein freier Bauersmann, laßt ihn in Ruhe ziehn. Der Protz schaute sich um, drohte den murrenden Bauern, so daß sie bald verstummten, dann schrie er zornig: Ihr haltet wohl zu diesem Flegel. Er wird trotzdem bestraft, So wahr ich bin der Herr von Kegel. Er spürt noch meine Kraft. Damit ging er wieder an seinen Tisch und die Ruhe war für einige Zeit wiederhergestellt. Nach einer Stunde stand Seppl auf. Er wollte nach Hause gehen. Der Protz hielt ihn aber auf und rief: Die Strafe wird dir nicht erspart. Du brauchst dich nicht beschwer'n. Ein Herr von Kegel bleibt stets hart. Du wirst noch von mir hör'n. Seppl antwortete aber nicht und verließ ohne Gruß die Wirtsstube. Am andern Morgen erhielt er durch einen Boten ein Schreiben, in dem ihm Herr von Kegel mitteilte, wenn er am ersten Tage im Jahre statt zwei Schweinen K WERPEITNP F BoEF.1 2) Der See hatte eine liebliche Bucht im Abend. Frühblühende Kräuter zum Ufer hin dufteten stark und würzig. Während der Himmel im Westen noch immer heimlich glühte von der Wärme der ungewohnten starken Frühlingssonne, hoben sich im Osten schon helle, leicht flimmernde Sterne aus dem stillen sanften Blau. Das Wasser, das den Kahn mit ruhiger Sicherheit trug. atmete bebend und kühl. Der Fischer Otthardt erzählte weiter, als wäre es ihm ein Bedürfnis, sich all dieses, was die Einheimischen schon wußten, vor diesem Fremden, dankbar Zuhörenden von der Seele zu reden, denn es hatte ihn selber zu sehr erschüttert. „Ja, und dann gab das ein schnelles, ganz unerwartetes Ende mit den zwei ewigen Liebesleuten, so, als wolle ihnen der Herrgott eine besondere Vergünstigung schenken und die, welche im Leben nicht zusammengekommen waren, wenigstens im Tode vereinen. Die zwei kamen eines Tages mit schelmischen Gesichtern zu mir und wollten einen Kahn haben. Tja, einen richtigen Kahn, um auf den See hinauszurudern. Ich meinte, wir hätten doch nicht Frühling, es ginge in den Herbst, und so alternde Leute müßten vorsichtig sein. Sie entrüsteten sich über meine Worte und wollten„keine alten Leute“ sein, und sie könnten recht wohl noch rudern, wenn Steffen auch ein wenig Rheumatismus habe, und Antonie nicht mehr ganz schwindelfrei A sie auf seinem Brautbett in der ewigen Hochzeit, denn, gäbe er sie her, so würde die Erde sie wieder trennen und einen jeden von beiden in ein gesondertes Grab legen———“ Hätte nicht das unergründliche und verschleierte Wasser dieses schönen und idyllischen Sees nun etwas Feindseliges für seinen Betrachter haben müssen? Dettmar Winkler empfand nur Erschütterung und Ehrfurcht, aber keinerlei Grauen und Angst. War es nicht von zauberischer Gewall, die beiden auf ewig ungetrennt auf dem kühlen und keuschen Grunde des Sees zu wissen, Dettmar griff das Gespräch von vorhin noch einmal auf und fragte voll Trotz: „Sie vertragen sich prinzipiell mit Ihren Nachbarn, Fräulein Fromholt?" „Ich sage mir: es geht nicht anders, und darum „Ihre Freundlichteit gegen mich ist also auch nur Selbst Arbeit ist euch Sport und der Gang übers Feld ein innerer Zwang für Sie?!" und ein Abend am See. Ihr seid niemals ein Diener Sie stockte einen Augenblick, ehe sie Antwort fand. am Boden, ihr bleibt immer ein Herr, ein feiner Herr, inn sagte sie ruhig: der aus Laune seine„Liebe zur Scholle“ entdeckte.“ Sie sprach wunderbar und mit einer echten, großen, „Wollen wir das nicht auch, Hedwig Fromholt?“ „Wollen! Aber ihr könnt es nicht. Ihr verträumt ja die Tage. Alles ist euch neu und hinreißend und wunderbar, weil ihr nicht hier daheim seid. Ihr jagt den alten Ueberlieferungen, alten Kenntnissen von Sitten und Bräuchen nach, weil es euch ein Sport ist. Dann sagre sie tugig.... W amm faslt, 1 „Sie haben mir nichts getan. Warum sollte ich mich zur Freundlichkeit zwingen müssen?" „Verzeihen Sie, man sollte ein allgemeines Gespräch nicht— persönlich nehmen.“ Und er schwenkte ab auf ein anderes Gebiet.„Otthardt hat mir die Geschichte der letzten Besitzerin meines Hofes erzählt: Sie werden sie vermutlich genau so gut kennen wie er?“ „Gewiß kenne ich sie; jeder im Dorfe und in der Umgegend kennt sie.“ „Sie ist ja auch seltsam genug.“ „Ja, das ist sie.“ Dettmar schaute vorsichtig nach dem großen Mädchen, das so ruhig und ungerührt neben ihm schritt, und dem kühlen und keuschen Grunde des Sees zu, Pister, chen, das so ruhig und ungerührt neben ihm schritt, und„„ Wie sich so, wie der Lehrer Freuk das so schön ausgelegt hatter wieder fiel ihm ihre ernste und starke Schönheit auf. konnte—— hinreißenden Leidenschaft. Dettmar vermochte keinen Blick von ihrem Antlitz zu wenden. Doch wehrte er sich mit gerunzelter Stirn: „Ich war niemals ein„feiner Herr.“ Er fing Hedwigs Blick auf und fühlte sich gedemütigt und beschämt. „Sie sitzen tagelang unter dem Kirschbaum im Hofe und starren in die Blüten oder schreiben Briefe, und was weiß ich sonst noch; das tut aber ein Bauer nicht. Und wir haben doch— weiß Gott— auch ein Empfinden für unsere Scholle.“ Wie sich dieses kühle, fast kalte Antlitz wandeln in der letzten Zeit. Aber heute sei ihr Verlobungstag, und im Kah sich ihre Liebe gestanden, un alles nog, einmal vorstellen, schwindelfr hr vierzigste In der Dämmerung trat eine Gestalt auf den Steg. Sie war schon fast nicht mehr zu erkennen, aber der Fischer hatte ein gutes Auge für einen jeden aus dem Dorfe. So erkannte er auch Hedwig Fromholt auf den ersten Blick. „Willst du Fische haben für morgen, Hedwig?“ rief er sie an. „Ja“, sagte sie mit ihrer ruhigen klaren Stimme, „ich war an eurem Hause, Otthardt, und da sagte mir eure Frau, ihr wärt schon zum See hinabgegangen.“ „Und— wie du siehst— nicht allein“, entgegnete der Fischer. Sie kam mit tastenden Schritten näher und beugte sich vor, um besser sehen zu können. „Es ist dein neuer Nachbar, Hedwig“, half ihr Kahn auf dem See hätten sie und nun wollten sie sich das och einmel vorstellen und als wäre es erst gestern gewesen.“ Der Fischer Otthardt zog an seiner Pfeife und fuhr fort: „Ich habe ihnen meinen Kahn geliehen— es ist nicht dieser hier— ich habe ihn seit dem Tage nicht mehr gebraucht... Ich hatte den Gedenktag, den die Leute im Dorf sicher längst vergessen hatten, ein wenig ausposaunt, und da dachten wir alle uns etwas Nettes aus, das ewige Brautpaar zu erfreuen.“ Tja, da haben wir ihnen denn den Kahn recht mit Blumen geschmückt. Die Antonie hat wirklich ausgesehen wie eine Braut, lieblich noch im Alter und mit mädchenhaften Tränen in den Augen. Mit lachenden glückseligen Gesichtern sind sie dann abgefahren— es war eine Freude, wie sich der Steffen noch in die Riemen legte— weit hinaus ruderten sie und— sind nicht mehr heimgekehrt. ster Otthardt. sich „Nimm ihn mit heim, dann braucht ihr beide nicht allein zu gehen. Ich kann Sie jetzt auch nicht mehr brauchen, Herr. nein, wirklich nicht. Nun kommt die Arbeit an die Reihe——“ „Dank, Otthardt.“ Dettmar erhob sich und streckte dem Fischer die Hand hin.„Ich komme ein andermal wieder. Laßt euch nun nicht stören.“ Er stieg ans Ufer und stand so dicht vor Hedwig, daß sie zurücktrat. Er sah ihr dunkles Gesicht wie in Unwillen erglühen, und ihre Herbheit belustigte und entflammte ihn zugleich. „Nun weiß ich nicht, ob Ihnen meine Begleitung angenehm ist oder nicht?“ sagte er herausfordernd. „Otthardt hat uns so eigenmächtig den gemeinsamen Weg vorgeschrieben.“ Sie bewegte sich nicht, und ihre Stimme kam wie hinter einer Maske hervor. „Man ist auf dem Lande nicht so förmlich, Herr Wie es auch gewesen sein mag, niemand hat es je Winkler. Ueherdies sind wir Nachbarn und haben uns erfahren können. Ob nun die Ankonie ihren Schwindel zu vertragen.“ bekommen oder der Steffen mit seiner Gicht eine unge. Im Gehen wandte sie sich noch einmal zum See schickte Bewegung getan hat— ich weiß es nicht, sie zurück und rief nach dem Kahn hinüber: kamen jedenfalls nich, wieder. Als es Nacht wurde, haben wir sie ten, sie wären vielleicht irgendwo ans gestiegen und hätten dabei den Kahn verloren. Aber dann fanden wir den Kahn in einer stillen Bucht, abgetrieben umgestürzt. gesucht, glaubsenseitige ufer Aber „Ihr schickt sie mir frühzeitig, Otthardt, nicht wahr?“ Zustimmung kam schnell wie ein Echo. Die Nacht wurde nicht halb so dunkel, wie sie zuerst auf dem Wasser im leisen, ziehenden Nebel erschienen war. Der Mond kam früh und er ließ das Flimmern Und nie wieder haben wir eine Spur von Antonie der vielen Sterne fast verblassen, denn er war viel helund Steffen gesehen. Der Lehrer sagt, der See hielte ler als=sie alle zusammen. Wer als Bauer etwas werden will, müßte sich solch eine Frau nehmen, dachte er, und der Gedanke hatte etwas ungemein Erregendes. „Nun habe ich noch vergessen, mich nach dem Schluß der Geschichte zu erkundigen“, sagte er, sich besinnend. „Wieso? Otthardt hat doch zu Ende erzählt", erwiderte sie schnell. Damit verriet sie sich. „Sie haben alles mit angehört?“ fraget er erstaunt. „Nun ja, ich kam darüber und wollte nicht stören.“ Es kam wie ein Frohlocken über ihn: sie ist nicht kalt und unträumerisch, wie sie sich stellt, denn sie brachte es nicht fertig, in die Geschichte einzufallen und den Eindruck zu zerstören. Irgendwo stand sie still im Dunkel, und die leise Melancholie der Erzählung siel in ihr Herz! „Nein, das eigentliche Ende hat Otthardt nicht erzählt, nämlich, wer der neue Besitzer des Wäschtschen Hofes ist, und wie er das unerwartete Erbe aufgenommen hat; ich fürchte: nicht gut!“ „Darüber weiß Otthardt auch nichts zu sagen“, erklärte Hedwig,„denn augenblicklich sucht man noch nach dem Erben. Es hat sich herausgestellt, daß es sich um einen Peter Jürne handelt, der seit längerer Zeit erwerbslos ist, und aus diesem Grunde scheinbar ein wenig durch die Welt wandert. Jedenfalls hat ihn der Aufruf zur Erbschaft noch nicht erreicht.“ „Ach, das ist ja nun wieder eine neue Seltsamkeit. Was ist es denn für ein Mann— ich meine: weiß man was er für einen Beruf gehabt hat?“ „So wenig, wie man das bei Ihnen weiß! Soviel steht fest: ein Bauer ist er nicht.“ Sie sagte das nicht etwa geringschätzend, sondern mit einer tiefen Traurigkeit im Ton. „Kann er nicht einer werden?" erwiderte Dettmar. „Nur schwer“, gab sie mit verschlossener Stimme zurück.„zum Bauer muß man geboren sein.“ „Oder befähigt.“ „Ja. oder das. Aber das sind nicht viele, die aus der Stadt kommen." „Sie sehen uns nicht gern, die wir aus der Stadt aufs Land kommen aus Liebe zur Scholle?“ „Liebe zur Scholle?“ wiederholte sie, und um ihren Mund legte sich der kleine Spott eines Lächelns,„das ist jetzt so ein viel mißbrauchtes Modewort. Wer wirklich Liebe zur Scholle hat, der macht keine Worte, der handelt!“ Dettmar lehnte sich gegen den Vorwurf auf, der aus ihren Worten drang; er wollte nicht zeigen, wie tief es ihn packte. „Das also zu sehen, hat die Nachbarin doch Zeit gefunden, daß der„Neue“ seinen Kirschbaum liebevoll betrachtet, ein ums andere Mal, und Briefe schreibt—“ hänselte er sie. Sie errötete fast, nahm sich aber zusammen und antwortete: „Nicht aus müßiger Neugier. Aber auf dem Lande gibt es weniger ein Nebeneinander als ein Miteinander. So sind Nachbarn untereinander eine große Familie. Sie achten gegenseitig auf sich und helfen und teilen, wo es nottut.“ Diese gute warme Antwort versöhnte ihn wieder mit ihrem Spott; er beschloß, ein wenig von seinem Herzen zu öffnen, um zu sehen, wie sie es aufnahm. „Bedenken Sie gar nicht, wie neu das alles für einen Menschen ist, der jahrzehntelang in der Großstadt, ja, sogar in einer wogenden, schreienden, brüllenden Weltstadt gelebt hat! Sie lieben Ihre Heimat, weil Sie sie immer besaßen, weil sie Ihnen gehört, weil Sit sich gar nicht denken können, daß sie Jenen einmal nicht mehr gehörte. Für mich aber ist der neue Besitz täglich immer wieder ein unfaßliches Geschenk, ein Wunder, eine Gnade und das alles mußte ich mir erst bitter und hart nach jahrelanger Sehnsucht erkaufen.“ Nach diesen Worten war ein schweres Schweigen zwischen ihnen. Dann sagte Hedwig leise: „Ich möchte wissen, was Sie— vordem— für einen Beruf gehabt—“ Sofort schloß er sich zu. Niemand in diesem weltabgeschi.d nen Nirkel wußte, was er gewesen war und nier and sollte es je erfahren. Der Schauspieler Winkler war tot: es lebte der Bauer Dettmar. Oder doch nicht? Hatte dieses kühle, harte Mädchen recht? „Ich bin auf dem Lande geboren“, wich er aus, und sah starr geradeaus. Da streckte sie ihm plützlich die Hand hin, weil ihr seine Verschlossenheit gefiel. „Ich möchte Ihnen helfen, wirklich ein Bauer zu zu werden“, sagte sie,„es ist nicht so sehr schwer, bei Ihrer Liebe zu allem Tun; man muß nur das Romantische abhängen und sich stramm dazuhalten. Dann geh# es.“ Und dann behielt man trotzdem solch einen wwan zehn im Stall hätte, blieb er fortan ein freier Mann. Es müßten aber seine eigenen sein, sonst würde er ein Knecht. Seppl las sich den Brief langsam durch und verbrannte ihn dann im Ofen. Er wollte schon fertig werden mit diesem Geizhals. So nahte der Silvesterabend. Seppl ging zeitig zu Bett. Alles war still, nur aus seinem Stall drang ein Gegrunze, ein Schwein hatte sich im Stroh eingebuddelt, stöhnte und jammerte. Aber niemand hörte es. Langsam wich die Nacht dem Tage. Ehe die Hähne krähten, hielt vor dem Hause Seppls der Schlitten des Herrn von Kegel. Er klopfte an die Tür, und nach einiger Zeit kam Seppl heraus.„Kommt mit in den Stall“, rief er,„ich habe nur meine beiden Schweine.“ Er öffnete die Stalltür. Ei, schnell kam er zurück, über das ganze Gesicht strahlend.„Kommt mit, kommt mit" sagte er,„ein Wunder ist geschehen. Herr von Kegel folgte ihm, und was sah er mit Schrecken: Da lagen doch die beiden Schweine vergnügt grunzend im Stroh und neben ihnen krabbelten neun kleine Ferkelchen auf unbeholfenen Beinchen und schauten die Menschen neugierig an. Der geizige Protz war sprachlos. Wutschnaubend verließ er den Hof Seppls und fuhr davon. Dieser tanzte aber im Stall herum und jubelte vor Freude. Er nahm ein Ferkelchen, band ihm eine Schleife um den Bauch, auf der geschrieben stand:„Ich bringe Glück“, und das Ferkel lief in die Welt hinaus und verkündete den Menschen die fröhliche Neujahrsbotschaft. Ihr seht, ich habe nicht gelogen,#i mit einem Schweinchen habt ihr„Schwein“. Hat euch das alte Jahr betrogen, dann wirds im nächsten besser sein. Könnt ihr ein Schweinchen auch nicht pflegen und seht schon Pech und Sorgen nahn, ich glaub', es bringt schon Glück und Segen ein kleines nur, aus Marzipan. Das muß es sein auf alle Fälle, denn Glücklichsein ist wunderbar. Drum wünsch' ich euch von dieser Stelle viel Glück und ein recht frohes Jahr.„ Ein wenig Zeitvertreib Ein Leuchtzifferblatt Wir beschaffen uns für wenig Geld etwas phosphoceszierendes Schwefelkalium, das auch„Balmainsche Leuchtfarbe“ genannt wird. Es ist ein gelbes, faseriges Pulver. Wird es nun von uns gesiebt und mit etwas flüssigem Leim angerührt, können wir es nun für unsere Uhr verwenden. Dabei hilft uns ein recht spitzer Pinsel, der außerdem dünn sein muß. Mit diesem markieren wir nun auf dem Zifferblatt der Uhr die Zeiten 12, 3, 6, und 9 Uhr, und zugleich den großen Zeiger mit einem langen Strich, den kleinen mit einem Punkt. Ein anderer Weg ist der, das ganze Zifferblatt damit anzustreichen und die Zeiger nicht. In der Nacht heben sich dann die Zeiger wie Silhouetten vom leuchtenden Zifferblatt ab und wir erkennen auch mühelos, wie spät es ist. Nach dem Anstrich soll das Ziffernblatt dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Brennender Atem. Wir besorgen uns ein wenig„Silberfarbe“, die jedoch nicht aus Silber, sondern aus Aluminiumstäubchen besteht. Damit, sowie mit einer dünnen Glasröhre, die von außen mit weißem Papier umklebt wird, versehen, stellen wir den Zuschauern gegenüber die Behauptung auf, daß unser Atem brennbar sei und schreiten zum Beweis. In das Röhrchen haben wir vorher jene Aluminiumstäubchen gefüllt, jedoch ganz, ganz wenige, nehmen nun eine brennende Kerze, stecken das Röhrchen in den Mund und blasen nun in das Licht: kleine Sternchen flammen auf und verlöschen! Der erste Jechnee!? Es hat geschneit, nun sieh mal an, Was doch der Winter alles kann! Wie Zucker sehn die Flocken aus. Die Kinder laufen in das Haus, Den Rodelschlitten holen sie, Fein kann man rodeln, ach und wie! Laternen haben ein Häubchen auf, Wie schön sieht es von oben aus. Von weit her kommt der Wind, Herr Saus, Und sagt:„Hier sieht es drollig aus. Hier liegt mal wieder weit und breit Die wunderschöne Winterzeit, Doch...“ So hörte ich es rufen gar, Doch als am Morgen wach ich war, War all die schöne, weiße Pracht, Ach, nur ein Traum heut' in der Nacht. Wann soll, das sagt mir nur, auf Erden Es wieder einmal Winter werden? Ellen Middendorf, 11 Jahre. Ela wenke Zahlenrätsel Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben, von oben nach unten gelesen, ein uns allen bekanntes Gebirge am Rhein. Sagekafteund Oricufren Liebe Jungen und Mädel! Das war mal ein schönes Weihnachtsfest, was? Und vor allen Dingen der Herr Wetterpetrus hat seine Sache gut gemacht und die Roller und Rollschuhe konnten bestens eingeweiht werden. Am ersten Tage, da kamen die Jungs mit ihren Soldaten, Burgen und Eisenbahnen zu Wort, da konnte gespielt werden, oaß es eine reine Lust war. Und die Mädchen, na, die Puppenmütter hatten in den Weihnachtstagen ja vollauf zu tun. Hoffentlich haben sich die Puppenmütter und ihre Kinder nicht den Magen an all Arbeiten wandern einfach in die dicke Weihnachtsmappe, und im nächsten Jahre kommen sie dann an die Reihe. Also seid mir nicht böse; denn die Arbeiten waren alle sehr schön, und haben mir viel Freude gemacht. Helmut Kuß: Sobald sich das Schneewetter, auf das wir ja alle warten, eingestellt hat, werde ich an dich denken. Ingeborg Bojeck: Es ist schade, daß ich deine kleine Weihnachtsgeschichte nicht mitnehmen konnte, sie ist nämlich zu schön. Rolf Kämpa: Weißt du, dein Sommerbild gefällt mir ja dem süßen Kram verdorben, und so ein richtiger General viel besser. Ich glaube, wir wollen uns damit noch gedulden. und Eisenbaynvorsteher, der konnte mit Bauch= und Leibschmerzen auch nicht allzuviel anfangen. Ja, das ist eben das Leid, was so dicht bei der Freude der Weihnachtstage auf uns lauert. Aber nun ist ja die schöne Zeit wieder vorbei, ein neues Jahr ist mit Glockengeläute und Böllerschüssen begonnen worden, und der Alltag mit seinen kleinen Sorgen ist wieder Herr im Lande geworden, auch für euch Kinder: denn ihr müßt ja schon wieder an den Schulaufang denken. Also, nützt die Zeit nur ja gut aus! Das ist gut sagen, wenn uns der Herr Winter keinen Schnee und kein Eis beschert; denn warum hat uns dann das Christkind Rodelschlitten und Schlittschuh geschenkt? Das wäre'ne Sache, wenn wir stolz den Berg heruntersausen könnten oder auf dem Eise die ersten Bogen und Schleifen üben könnten! Aber so ist’s nun mal im Leben, all das, was man sich am stärksten wünscht, geht nicht in Erfüllung, so gut es auch selbst das Christkind mit uns meint. Na, wir wollen hofsen, daß es doch noch was wird. Nun einmal zu euren Arbeiten. Huh, da hat's gehörig lange Nasen gegeben, als ihr die Weihnachtsnummer saht; denn wo blieben all die schönen Arbeiten aus eurer Feder? Nun, das habt ihr nicht zuletzt selber verschuldet, denn ihr habt die Arbeiten mit nur wenigen Ausnahmen alle zu spät geliefert. Aber gar zu tragisch ist es doch nicht damit, die Ulla Kluge: Die Geschichte hat mir Spaß gemacht, sie ist aber auch zu lustig. Natürlich lasse ich den Nachsatz stehen. Ich bin für das nächste Jahr ja mit so seinen Geschichten versorgt! Schossy Ballig: Auch deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Aber du mußt dich nun auch noch gedulden. Wie ist es eigentlich mit deinem Plan geworden, klappt alles? Ich will mal das Däumchen drücken. Kurt Wilhelm Sommer: Vielen Dank für die Gedichte und die Zeichnungen. Das Bildchen:„Kampf dem Verderb“ gefällt mir recht gut. Ich glaube, ich muß doch bald einmal an dich denken, was!..., Enbiches Gichichtchen uis Willi Solfeld: Dein sehr, sehr hübsches Gedichtchen muß wohl auch in der Weihnachtsmappe sich gedulden. Es ist wirklich schade um all die schönen Arbeiten. Günter Leesmeister: Das ist ja eine seine Propaganda. Ferdinand Bargon, Ingeborg Bojeck, Irene Eßluchen, Anneliese Carl: Vielen Dank für die Rätsel, die zeitweise sehr brauchbar sind.. Bu.3 namanlag in u Nun liegt hier noch ein Bild, das namenlos ist. Es stellt einen sammelnden SA.=Mann dar und ist mit Tinte gezeichnet. Elli Potthoff, 14 Jahre. Ach, wer doch auch so das Tal hinuntersausen könnte! MEEE Die nachfolgenden Buchstaben: aabdeeeeeeiiiklmnrrrase * W müssen so in die Figurenfelder eingesetzt werden, daß die senkrechten Reihen Wörter folgender Bedeutung ergeben: Blumenname; Hülsenfrucht; Farbe; Bewohner Asiens; Mädchenname. Nach Einsetzen der fehlenden Buchstaben in die obere Reihe nennt die Waagerechte eine Gebirgsblume. Ursula Burkat, 11 Jahre. Auflösungen aus voriger Nummer Antwort auf die Scherzfragen: Fingernagel, Seehund, Vogelvauer, Glühbirne, Grasmücke, Hemmschuh, Schneckenhaus, Hühnerauge, Fallschirm, Flaschenhals, Kegelbahn, Kleiderfutter. Kreuzworträtsel: Waagerecht: 1. Regen, 4. Kreme, 8. Erbse, 9. Nogen, 10. Diner, 12. Atom, 13. Nonne, 15. Man, 18. Laban, 16. Ra, 20. er, 23. Sorte, 24. Besen, 25. Menge, 26. Erde, 27. Alter.— Senkrecht: 1. Reede, 2. Erwin, 3. Essen, 5. Ratte, 6. Memme, 7. Engel, 11. Romeen, 12. Annas, 14. Nab, 16. Raabe, 17. Aster, 18. Leber, 19. Nobel, Läsichenräisel: Rebe, Lore, Nixe, Pate, Rede, Wade, Knie, Esel, Ebro. Egge, Enge, Elbe, Esau. Emil. Silbenrätsel: Dialekt, Eskimo, Rebus, Jurist, Uniform, Generation, Explosion. Nation, Depesche, Festung, Rhone, Heinz Berke, 14 Jahre Estland, Union, Novelle, Dapsang— Der Jugendfreund. S 1 Weg am Backhaus des Zacharias vorbei, und er legte im Vorübergehen seine Hand an die Wand. Sie war noch warm, und der Duft des guten gebackenen Brotes hing immer noch in der Luft. Dettmar wußte kaum etwas, was so gut roch. Oder doch! Aepfel auf dem Boden einer Kammer im Winter. Er erinnerte sich von zu Hause her daran. Auch an die Aepfel in der Bratröhre. Und wenn er in den Ferien daheim gewesen war, damals als Thomas schon in der Mühle tätig war, dann hatte ihn der Geruch des frisch gemahlenen Mehls immer so sehr entzückt. Dettmar nahm seine Hand von der Wand des Backhauses und ging seinen Weg weiter. Jetzt in der Nacht sah er mit einem Maie, wie sehr die Bäume blühten. Als wären sie in dieser Mondhelle erst aufgegangen. Das Schreien war wie unter einem Baldachin aus weißem Tüll und geblümten Spitzen. Und es war so still und die Luft so klar und weit, daß man den Glockenschlag der Kirchenuhr aus dem benachbarten Dorfe deutlich hörte. DettUnd als sie sich ansahen, lächelten sie, und das Lächeln mar zählte mit. Elf Uhr. Jetzt waren in den Städten heimliche Brücke des Verständnisses die Theater zu Ende. Nun rase dort ver Applaus, und die Gefeierten verneigten sich, zwar dankbar, doch men, in der Tiefe ungewiß von Weichheit schimmernden Blick des echten Lebens und der Freude, wie ihn das Mädchen besaß, dessen Hand Dettmar Winkler nahm und eine kleine Weile festhalten durfte. In den Höfen rasselten die Ketten der Brunneneimer. Schwacher Lichtschein fiel aus den unverhangenen Fenstern nach draußen. Und der blaue Rauch stieg heimatlich aus den Kaminen. Beim Bäcker Zacharias roch es so gut nach frisch ausgezogenem Brot, daß einem das Wasser im Munde zusammenlaufen konnte. Beim Wirt Steven war es wochentags still, wenn man von dem Geschrei absah, das die Kinder verursachten, wenn Katharina Steven sie alle sieben hintereinander in die Waschbütte stopfte; denn in dem Zustand gehörten die Rangen nicht zwischen die guten Rotgewürfelten. Hedwig und Dettmar blieben einen Augenblick stehen und hörten dem Kauderwelsch zu, dem Prusten, Schreien, Heulen und Sichwehren und der kräftigen, keinen Widerspruch duldenden Stimme der Kathrina. war eine schöne heimliche Brücke des Verständnisses wischen ihnen..... Srambest „Ich freue mich, Hedwig Fromholt, daß ich Sie hier gefunden habe“, gab Dettmar spontan seinem Gefühl Ausdruck,„ohne Sie würden die Leute des Dorfes bald über mich gelacht haben.“ „Abwarten, vielleicht kann ich Ihnen gar nicht nützen“, lächelte sie. 3. In der Nacht nach diesem Abend schrieb Dettmar aber doch den Brief an seinen Heimatfreund Thomas zu Ende, trotzdem Hedwig über seine Schreiberei, die sich für einen Bauern nicht schickte, unaufhörlich spotten würde. 8 Er konnte nicht schlafen. Er hatte am Tage nichts geschafft und war nicht müde genug, um bereits am avend zur Ruhe zu gehen. Es wurde tiefe Nacht. Unschlüssig öffnete er ein Fenster und schaute nach draußen. Der Fromholthof schlief gewiß seit langem. Seine blanken Fenster glänzten im Mondlicht. Auch das Dorf schien zu schlafen. Es reizte Dettmar, in Erfahrung zu bringen, wer wohl im Dorfe noch nicht zur Ruhe gegangen war. Otthardt sicherlich nicht. Seine Netze mochten noch unter der Fläche des Sees schwimmen. Vielleicht konnte er einen jetzt gebrauchen. Vielleicht konnte flüsternd mit ihm gesprochen werden. Die Haustür knarrte unwillig, als wollte sie sagen: geh zu Bett, Bauer Dettmar, und bereite dich vor auf ine schwere Arbeit am morgigen Tage! Nun richtete sich sicher die gute Appel in ihrem Bett auf und horchte vem ungewohnten Geräusch nach. Und würde gar ans Fenster schleichen, zu sehen, wer sich zu nachtschlafender Zeit an der Haustür zu schaffen machte. Lachhaft, bei dieser Mondhelle an— Einbrecher zu denken! Und wer sollte einbrechen? Landstreicher verliefen sich selten in diese Gegend: die große Stadt war viel zu weit entfernt. Bei den meisten Häusern standen im oberen Stockwerk die Fenster auf. Es war so still, daß man einen Menschen, der schwer im Traum atmete oder gar bei schlechter Lage schnarchte, deutlich vernahm. Vielfach tickten nur Uhren leise und eindringlich. Aus den Ställen kamen Tierlaute, die sich schwer bestimmen ließen. Draußen waren nur Katzen, graue, schwarze und vereinzelt auch weiße. Sie saßen zusammengekrümmt, und nur ihre Lichter funkelten wie Juwelen. Seltsamer= weise schrie keine einzige, sie liefen hin und wieder über den Weg des Nachtgängers, aber nur von links nach rechts, und keine schwarze war dabei: es hatte also nichts Böses zu bedeuten. Innerlich lächelnd stellte es Dettmar mit fröhlichem Aberglauben fest. Er nahm den zurückhaltend und sichtlich sehr mitgenommen vom Spiel, wie es sich für einen erstklassigen Darsteller gehörte, vor dem beifallspendenden Publikum.„Schaut her, ich bin'!“ singt der Bajazzo bei Leoncavallo. „Schaut her!“ Und ging der Vorhang unwiderruflich nicht wieder hoch, so stürzten die Menschen zu den Garderoben und fluteten über die Gänge und Treppen, es waren korrekte Abendanzüge darunter, Gewänder, deren Schleppen sich über die Läufer ringelten. Versunkene Welt. Dettmar Winkler stand still und lauschte, als wären seine Gedanken Klang geworden. Die Glockenschläge waren vorüber, aber irgendwie blieb ein Klingen. War das eine Geige? Und wenn eine Geige sang, dann konnte es nur im Schulhause sein, und der Lehrer oder Agnese hielt den Bogen. In der Nacht kam ihm aber alles verwandelt vor: das Dorf, die Gärten, die großen und die kleinen Wege, sogar die Anordnung der Häuser schien ihm eine andere zu sein. Er stand vor dem Hause des Lehrers, ehe er sich dessen versah, eher, als ob ihn eine unerklärliche Gewalt gezogen habe. Ein geöffnetes Fenster, das schwach erhellt war, gab ganze Ströme reinster und klarster Musikalität nach draußen. Von den Bauern kümmerte sich niemand darum es war ihnen sicherlich unangenehm oder störend in der Nacht; vielleicht auch waren sie es gewöhnt und hörten es kaum mehr. Aber in dieser Nacht hatte die dunkle Agnese einen Zuhörer, denn sie war es, oie den Bogen über die Saiten führte. Deutlich erkannte Dettmar die überaus schmale und zarte Gestalt, das liebliche Profil, das nur angedeutet war, wie bei einer sanften Radierung von Meisterhand. Die Flut der dunklen Locken, die bis auf die Schultern niederfiel, versuchte, das zarte Gesicht zu überwältigen, aber sie vermochte es nicht. Dieses kleine hellfarbige Gesicht behauptete sich mit einer Eindringlichkeit, die an ein Wunder grenzte. Schön war die blasse, von innen her erleuchtete Haut im Rahmen der dunklen mildgelockten Haare. Besonders dann, wenn in der Verlorenheit an das Spiel Agnese den Kopf wandte und ahnungslos dem Schauenden das volle Antlitz darbot. Nicht weniger auffallend waren auch die Hände, die linke, welche die Saiten mit sicheren Fingern meisterte, die rechte, die sich mit zärtlicher Gebärde um den Bogen schmiegte. Bis jetzt hatte Dettmar nur das Geigenspiel gehört und die Gestalt des Mädchens als dessen Verkörperung wahrgenommen; nun erlebte er, daß die Geige beileibe nicht allein war. Dem Draußenstehenden unsichtbar, wurde in die Tasten des Klaviers gegriffen und leise, wirkungsvolle Begleitung gegeben. Das Mädchen ließ nun die Geige sinken und erhob die eigene Stimme. Klar und zart, süß und herb sang sie das Lied zu Ende, mit seltsamen Worten, traumwandlerisch sicher, als gäbe es dazu keinerlei Noten, und als wäre es nichts anderes als eine Inspiration der Stunde. Dettmar Winkler stand wie bedeckt von weißen Schleiern unter den tief hängenden Aesten der über und über erblühten Bäume. Der Mond warf von oben sein unbegreiflich glashelles Licht auf die Blüten, daß es durch die hauchzarten Blätter sickerte, ein Lichtgemälde ohnegleichen erschaffend. Dazu sang das Mädchen in die Nacht. Nun wußte Dettmar, warum die Leute im Dorf sagten, sie singe anders als alle anderen Mädchen. Als das Lied zu Ende war, erlosch auch das matte Licht des einzigen Fensters, das am Lehrerhause überhaupt noch erleuchtet gewesen. Alle Musik versank, und mit ihr der Anblick der verzauberten Mädchengestalt. Es litt Dettmar nun nicht mehr an dem Platze. Mühsam setzte er die Schritte, und er schwankte leise wie ein Trunkener. Eine merkwürdige Nacht und so, als würde man in ihr behext. Er ging zum See hinunter. Wenn er Glück hatte, war Otthardt noch draußen, und man konnte sich im Gespräch mit einem geheimnislosen Menschen den schweren Zauber von der Seele reden. Dettmar ging zwischen dunklen Bäumen her, die jedes Licht absperrten, und darum lag dann der See doppelt leuchtend im Mondschein, ganz nebelfrei, erkennbar fast bis in die kleinste Bucht hinein. Aber Otthardt, der Fischer, war schon nach Hause gegangen. Nun wachte niemand mehr. Dettmar trat auf den Steg, der weit ins Wasser hinauslief; am frühen Abend hatte Hedwig Fromholt sich spähend über den Kahn gebeugt. Hedwig Fromholt! Ihm war, als lägen zwischen diesem Abend und der jetzigen tiefen Nacht, von Schicksalen hart durchgepflügten Ewigkeiten. Und es war doch nichts, rein gar nichts geschehen. Er faßte sich an die Brust und spürte den Brief. den er vor dieser Nacht zu Ende geschrieben, den Brief an Thom, seinen alten Freund aus der Heimat. Er hatte ihn unter die Haustür des Boten Theodor schieben wollen; der nahm ihn dann morgen mit zur Poststelle. Nun fühlte er ihn an seiner Brust.„—— und will ein— Bauer werden!“ flimmerte es jählings im Silber des Wassers, das aus den windgekräuselten Wellchen sprang. Und will ein— Bauer werden! Da stand Hedwig Fromholt auf dem Steg, kühl und herb, und doch mit einem so warmen herzlichen Ausdruck in den Augen. „Ich will Ihnen helfen——“ sagte sie deutlich, „helfen, Dettmar.“ Ihm war, als müsse er sie umklammern, das starke braune Gesicht küssen, sie sich zu eigen nehmen und mit ihr Kinder zeugen, Kinder, die auf der geliebten Scholle aufwachsen und von nichts anderem wissen würden. Gesunde Kinder, schöne starke Kinder ohne die wilde Sehnsucht im Blut, ohne das Wissen um die graue, reiche, leere, köstliche und verabscheuenswerte Welt. Hedwig Fromholt! Unendlich, unirdisch, unwirklich war das Geigenspiel in der Nacht und körperlos das Wesen, das den Bogen hielt. Der Mond buhlte um ihre Gunst, und es war, als erwidere sie diese. Agnese! Seine Mutter hatte ihnen als Kindern abends am Spinnrad von der Tochter des Meerkönigs erzählt. Es war nur ein Märchen. Die Tochter des Meerkönigs aber war Agnese. Wirklich, sie hatte so geheißen; die Mutter hatte sie stets so genannt. Später wußte Dettmar, daß es Undine war, nicht Agnese. Aber das Volk weiß mehr als die Dichter, die aus dem Born des Volkes schöpfen. Das Volk überlieferte den Namen Agnese. Nie zuvor hatte Dettmar diesen Namen gehört. Die Leute sagten Agnes, aber der wunderliche Lehrer schuf mit dem einen angehängten Buchstaben, der zweiten Namenssilbe schon einen ganz neuen Wohllaut, der sanft und wie ein Hauch in der dritten verdämmerte. Ag—ne—se! Der Schauspieler Winkler sagte den Namen liebevoll und zärtlich mehrere Male vor sich hin. Und dann spürte sein Herz wieder die dumpfe Angst, die der Gedanke an Hedwig von ihm genommen hatte. Hedwig Fromholt! Dettmar nahm den Kahn des Otthardt, den dieser zur Nacht verlassen hatte, und fuhr auf den See hinaus, der ihn lockte wie eine Himmelsschale voll lautersten Silbers. Hier war der Duft des aufgebrochenen und des feuchttragenden Bodens, der weiten Aecker und Felder, verloren gegangen. Der dichte Wald, der das Wasser umgab, sandte einen starken Odem aus, und auch das Wasser hatte einen wilden, würzigen Geruch. Ein Tier rief in die Stille; es gab mehrfaches Echo. Dettmar stieß die Ruder in die silberne Flut, er beschwor ein Heer glitzernder kleiner Wellen damit. Tief unter ihm ruhten die Leiber der Ertrunkenen, der Besitzerin seines Hofes und ihres ewigen Liebsten. Wer würde kommen und das sorgsam bewahrte Erbe antreten? Wo war dieser Peter Jürne, der Dettmars Nachbarhof wieder helle Fenster und fruchttragende Felder schaffen sollte? Das Schicksal des Dorfes und seiner Menschen war zu seinem eigenen geworden. Er erkannte, wie wenig es hier ein Nebeneinander gab, daß man hier eingereiht war in eine lange Kette, deren Perlen am Ende wieder zusammenliefen. Ein Miteinander, hatte Hedwig Fromholt gesagt—— Der Kahn lag jetzt mitten auf dem See. Rundum warf der Uferrand sein vielfältiges Spiegelbild ins Wasser. Das stand fast unbeweglich still und täuschte einen neuen Strand vor. So trügerisch. Dettmar schaute mit Entzücken auf dieses nasse, im Innersten ja doch erzitternde Trugufer. Ob sich die ewigen Liebesleute in ihrer Verzauberung nicht etwa auch so geirrt und das Spiegelbild für das wirkliche Ufer gehalten hatten? Dettmar stieß den Kahn so nah ans Ufer, daß er ihn knirschen und knarren hörte. Erst dann stieg er aus und befestigte sein Fahrzeug an einem Weidenstamm, damit es nicht wegtrieb, während er neues Gebiet durchstreifte. Er war hier noch nie gewesen. Im Winter und frühsten Frühling hatte man da kaum etwas zu suchen, denn hier begann das Moor mit seinem schlüpfrigen und unverläßlichen Boden. Aber einmal hatte Otthardt von den Brachvögeln erzählt, von den Birkhähnen und Kiebitzen, die jenseits des Sees beheimatet waren. Aber er war immer wieder sehr schnell verstummt, mit zusammengeschobenen Schultern, verratend, es sei nicht geheuer drüben, gar nicht geheuer. Dettmar fragte dann auch nicht weiter Er war noch zu neu gewesen und zu vieles stürmte auf ihn ein; den geheimnisvollen Sätzen maß er nicht viel Bedeutung bei. Nun mußte er daran denken, was Otthardt gesagt hatte. Er stolperte über einen niedrigen Wacholder. Scharfe Zweige stachen grimmig nach ihm. Eine halbhohe Kriechweide stellte sich ihm in den Weg, und ein Föhrenast griff in sein Haar. „Na, freundlich ist der Empfang nicht", redete er das Feindselige um sich herum an.„Aber ich lasse mich nicht schrecken——“ (Fortsetzung folgt.) Seite 9 Nr. 1, Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag,./3. Januar 1937 Von der Kaltale Lam=Kardtensplel Der Janzabend der Kölner Gruppe im Saditheater Eine„getanzte Kantate“ hätte vor wenigen Jahrzehnten noch zu den unmöglichsten Dingen gezählt. Heute liegt die tänzerische Ausdeutung einer solchen Musik durchaus in der Linie natürlicher Entwicklung, sie bedeutet vielleicht sogar im Hinblick auf die mehr oder minder erfolgreichen Versuche, selbst die absolute Musik— die Tonsprache ohne jede textliche Unterlage oder stoffliche Erläuterung— in tänzerische Form zu bringen, eine gemäßigte Art neueren Ausdruckstanzes. In der Barockkunst freilich der Vorklassiker, an diesem Abend durch Händels kurze Kantate„Apollo und Daphne" vertreten, die in der musikalischen Sprache wesentlich geringere Beziehung zur Textvorlage Romantik, hat wie etwa im Zeitalter der ist das Wort für die tänzerische Fassung nicht so bedeutsam als der motivische Gehalt und Formgestalt der Musik, die auch ohne die Worte nicht anders und nicht weniger glücklich gedeutet werden kann. Es mag sogar die tänzerische Formulierung stellenweise mit dem Text— der Arien beispielsweise— kaum übereinstimmen, und doch keinen künstlerischen Bruch zwischen Musik und Tanzausdruck darstellen. Das— von diesem Standpunkt aus— überflüssigerweise gesungene Wort kann dabei die fehlende Uebereinstimmung unterstreichen, während sich aus dem Charakter der Musik allein die Art der tänzerischen Verwirklichung nicht weniger überzeugend ergibt. So ist der Gegensatz von freudiger Bewegung zu Beginn und schmerzlicher Klage am Schluß eindeutig genug, das Wesen der tänzerischen Darstellung zu bestimmen. An sich bietet diese Händelsche Musik genügend dankbaren und anregenden Stoff für ein zusammenhängendes Tanzbild, und Inge Herting gelang auch in der choreographischen Einrichtung eine bildliche Wiedergabe von schöner Eindringlichkeit. Walter Wurg traf allerdings in seiner Bewegung und hier namentlich im verhaltenen, edlen Ausdruck des Klagegesanges die große Linie klassischer Form am besten, indes Elfriede Scheurer auch über das Wesen ihrer Rolle hinaus die Darstellung zu differenziert und aufgeteilt anlegte. Erich Metzoids schlichtes Bühnenbild und Roswitha Schuberts kostümliche Einrichtung förderten nicht unwesentlich den starken Eindruck dieser wie der folgenden Szenen. Apollos Stimme(Siegfried Tappolet) traf den Sinn der Barockmusik günstiger als Daphnes Stimme(Henny Neumann=Knapp). Gegenüber der Problematik, die von der tänzerischen Uebertragung einer Kantate untrennbar ist, bedeuteten die übrigen Tanzbilder des Abends eine erheblich einfachere Aufgabe. Immerhin aber war es erfreulich zu beobachten, wie in der szenischen Verwirklichung und farbigen Aufteilung durch Inge Herting die musikalisch interessanten„Andalusischen Zigeunertänze“ von Manuel de Falla sich weit ab von der Schablone zu Tode getanzter Zigeunerweisen hielten und den ihrem melodischen Charakter— der ebenso schwerblütig wie leidenschaftlich bewegt ist— entsprechenden glaubhaften Ausdruck fanden. Eines der schönen deutschen Märchen in einer tänzerischen Szene darzustellen, bietet immer wieder reizvollste Aufgabe, und ihr pantomimischer Charakter sichert auch solchen Bildern stets die größte Publikumswirksamkeit. Zu dem von Inge Herting bearbeiteten Aschenbrödel=Bild hat Robert Rehan in geschickter Art Mozartsche Musik unterschiedlichen Charakters ausgewählt, die den Sinn der Szenen glücklich trifft. Hier fand auch der Ballettmeisterin hervorstechendes Vermögen, größere Gruppenbilder in reicher Vielfalt aufzuteilen und die Szene bunt zu beleben, vorteilhafte Gelegenheit, und diese bewegliche Gestaltung des Bildes war am eindeutig stärksten Erfolg dieser letzten Darbietung nicht weniger beteiligt wie die ganz ausgezeichnete Leistung Trude Schneiders in der Titelrolle, Malte Wurgs in der Figur des Prinzen und Karl Terheggens famosen Narren. Es verdienen jedoch auch die tänzerischen Darbietungen der Stiefschwestern Elfriede Scheuerer, Hanna Posteher, der Mutter Thea Maas und des Hofmeisters Edgars von Pelchrzim lobende Erwähnung, wie denn überhaupt die gesamte Gruppe sich durch temperamentvollen Einsatz und starkes technisches Können um den großen Erfola des Abends sehr verdient machten. Mit den Künstlern der Bühne wurde auch der musikalische Leiter des Abends, Erich Riede, herzlich und dankbar vom Publikum begrüßt, der in der feinen künstlerischen Deutung der unterschiedlichen Musiken seiner Aufgabe geschmackvoll und mit bestem Eingehen auf die Forderungen der Bühne gerecht wurde. Neben einem Händel=Allegro hörte man auch ein apartes Rondo von Bettingen. Der Besuch des Abends war überaus zahlreich, wie stets bei tänzerischen Darbietungen. Dr. Josef Schwermann SIIbesterfuntindalskadeha August Kinrichs Hds.-Volksstück im Stadttheater Petermann macht das nicht mit, 25 Jahre hat er pflichttreu Zahlen addiert, morgens um acht Uhr vor seinen Büchern gesessen, sich um zehn Uhr ein Brötchen mit billiger Fleischwurst gegönnt, Buchhalter ist er geworden, ein würdiger Bürger, der weiß, was er seinem Stehkragen und seiner Melone schuldig ist. Freude, Mitmenschen, Volksgemeinschaft? Haha, oft habe ich's Euch schon gänseklein auseinandergesetzt, zornrot ist sein Gesicht, als er das hört.„Papper„Jolanthe"=Dichter vor zwei Jahren auf llapapp“, sagt sein Ste „Von Hinrichs ist das Stück, sagst Du? Und es ist bestimmt keine Tragödie?" Das und noch einiges mehr fragte die Silvesterfreundin Karls den Freund ihrer Freundin Margarete, als das Vormitternachtsprogramm des letzten Tages im alten Jahr erörtert wurde. Gustav, der es wissen mußte, nickte.„Aber ja doch, wie oft habe ich's Euch Gänsen, pardon, ich meine, wie daß ich den der KdF.=Fahrt nach Madeira kennenlernte, daß er ein Volksstück über unsere Reise geschrieben und daß er mich als Gustl Schmitz sogar darin verhackstückt hat." Jetzt nickte auch Margarete, sie war stolz auf ihren Gustav und auf den Glorienschein, mit dem ein richtiger Volksdichter wie der Oldenburger August Hinrichs sein Lockenhaar bekränzt hatte. Kurz und gut, abends hockten die Pärchen, Karl und Anneliese, Margarete und Gustav, im Bochumer Stadttheater, und rundherum saßen noch viele Gustavs und Anneliesens, und die Fahrkarte nach Madeira brannte ihnen wie ein hitziges Senfpflaster auf der Seele. Gleich würde die„Sierra Cordoba“ die Anker lichten und den Hamburger Hafen verlassen. Wenn sie nur schon alle an Bord wären! Und haste nicht gesehen polterte es mit Sack und Pack an Deck, die resolute Näherin Milly Scholz aus Berlin, das sächsische Ehepaar Pietsch, das schwäbische Bürofräulein Lotie Schnäble, Sepp Stadler, der krachlederne Monteur aus dem bayrischen Kraftwerk, Hanne Kiekebusch, Gustl Schmitz aus dem Rheinland, Schriftleiter Dr. Hans Meyer aus Berlin, und..., nanu, sollte der Knabe verlorengegangen sein? Aber nein, da schwenkt er mißmutig und verdattert heran, der Buchhalter Julius Petermann aus...„Hummel, Hummel, nicht wahr?" Aber Petermann versteht kein' Spaß. Er ist um seinen Koffer besorgt, um das große Hauptbuch, in dem niederträchtige sieben Reichspfennige zuviel gebucht sind. Verflucht, das sind Sorgen, und wo steckt in Teufelsnamen seine Brieftasche! Was? Und mit dem bayrischen Seppl soll er eine Kabine teilen? Wie denken sich die Leute das, wie soll er seine Bilanz wieder ehrlich kriegen, wenn es um ihn her schnadahüpferlt und die Plätterin Hanne Kiekebusch sein Junggesellenherz mit losen Sommerkleidchen zu verführen trachtet! Nein, Herr nehkragen,„die Pflicht miesepetermannt die Melone.„Ein anjenehmer Zeitjenosse“, meint Milly Scholz,„laßt den ollen Knackstiebel laufen“, schlägt Gustl Schmitz vor, aber Hanne Kiekebusch und Dr. Meyer sind anderer Ansicht.„Wär' doch gelacht, wenn wir den nicht klein kriegten und zur Freude und zum Frieden erziehen könnten!“ Eines Tages ist Petermanns Brille verschwunden, rein wie verhext. Ohne die scharfen Gläser ist er seinem Hauptbuch gegenüber machtlos, der Brillenverlust bedeutet Verzicht auf ein Leben der Arbeit, der Pflicht, der spinnwebgrauen Langeweile. Aber in seinem Innern kracht es wie von berstenden Eisschollen im Frühling. Seht an, Petermann geht im paradiesischen Madeira spazieren.„Himmlisch ist das hier", jauchzt Hanne Kiekebusch,„Herr Petermann, ist das nicht himmlisch?“ Aber Petermann wundert sich nicht und freut sich nicht, denn„das'scha eben Madeira, nöch, und das scha eben doch nich weiter verwunderlich, nöch...?“ Aber wenn ihn die Berge und das blaue Meer auch nicht groß überraschen können, über eines wundert er sich, entrüstet er sich durch die gespreizte Hand: über Hannes schenierliches lotterhaftiges Kleidchen Aber warte nur, du brillenloser Hecht, du doppelmoralinsaures Natron, gleich schütten wir ein Tröpfchen Madeirawein in die seltsame Chemie deines Innenlebens, und schon braust es in den noch gar nicht so alten Adern. Weißt du elender Hundesfötter denn nicht, was Liebe ist, siehst du denn nicht, was mit dem Hamburger Hannchen los ist? Ach, die Ananasbowle ist gut und süffig, als Verlobte empfehlen sich Dr. Hans Meyer und Lotte Schnäble, Berlin und München walzern beschwingt dahin, und die Hansestadt sollte sich lumpen lassen... Prost, Petermann, begieße das zarte Pflänzchen, vergiß deine Zahlen, rauf ihn aus, den lästigen Pflichtenbart, sei fröhlich mit den Fröhlichen! Was nützt dir das schönste und sauberste Hauptbuch, wenn du am Leben vorbeirechnest! Verlobt er sich nun, der Schuft, dessen Brille plötzlich wieder da ist, oder tut er's nicht? Er tut's, weiß der Himmel, er tut's, und eine neue Bowle stiftet er auch, der Herr Prokurist Julius Petermann. Viktor Ahlers betreute ihn und die ganze lustige Madeira=Fahrtgesellschaft mit der Sicherheit eines erfahrenen Kapitäns. Die Aufführung hatte den richtigen Silvesterschwung, Tempo und Stimmung, Spielpointen gab's am laufenden Bande, herzliches Gewieher durchdröhnte das festlich besuchte Haus, das sich von der„Sierra Cordoba“ gern entführen ließ. Natürlich war Adolf Schneider der Petermann, ein quengeliges, zerknittertes Männlein, dem die prächtige Hanne, Freca=Renate Bortfelds deftiges, mit einem erstaunlich sicheren Hamburger Dialekt begabtes, Hansemädel die Falten aus der Seele bügelt. Aus dem Bayernsepp machte Alfred Schieske einen Mordskerl, dessen gamsledernes Bajuvariertum wirklich nicht nur in den Hosen stak, ein Bild, das man auch auf die ehrliche Haut der Berliner Göre Hidde Eberts anwenden könnte, wenn es nicht etwas despektierlich klänge. In die kräftigeren Laute Bayerns und Berlins mischte sich das schwäbische Gezwitscher Gudrun Christmanns als Lotte Schnäble, der sächsische Wohllaut der Familie Pietsch(Magda Reichardt und Wilhelm Grimm), die rheinische Schnoddrigkeit Heinz Willeckes(Gustl Schmitz) und die journalistischen Bekehrungsarien des Berliner Schriftleiters Robert Harprechts und seines nach Druckerschwärze riechenden Kollegen Willi Bitterns. Viel Geschmack bewies Georg Pescheck mit den lustigen Deckaufbauten und den bunt getönten Landschaftsbildern. „Freut Euch des Lebens.“ so sang man's auf der Bühne, und so ging es im Schunkelrhythmus durchs Haus, in dem es keinen Petermann gab, der nicht herzlich mitgelacht und mitgeschunkelt hätte. Das „Prost Neujahr“ des Bühnenvölkchens fand ein freudiges und kräftiges Echo. Dr. Emil Strodthoff. Graener=Woche in Hagen. Die Stadt Hagen veranstaltet vom 12. bis 17. Januar 1937 eine Graener=Woche. die einen interessanten Querschnitt durch das Lebenswerk eines Meisters bringen wird, der im Dritten Reiche eine führende Rolle spielt als Vizepräsident der Reichsmusikkammer, als Präsident der Stagma und als Leiter des Berufsstandes deutscher Komponisten. Das neue Deutschland hat Professor Dr. Paul Graener durch die Berufung auf diese Aemter geehrt im Hinblick auf sein großes und durch alle Wirren der Vergangenheit unbeirrtes Schaffen. Geschichtstafel 2. Januar. 1858 Der Schauspieler Josef Kainz in Wieselburg in Ungarn geboren(gestorben 1910). 1915 Erstürmung von Borzymow in Polen. 1921 Der Maler Franz von Defregger in München gestorben(geboren 1835). 3. Januar. 1829 Der Philolog Konrad Duden auf Gut Bossigt bei Wesel geboren(gestorben 1911). K Bech enceten-aheben Gurah Sot shamtioh Tügon Amnngonatr ro#c ADRIAT DeR TUIPENDIEB, 77e KoRALET 10) So trat er aus dem Wirtshaus, ein Mann, der allen Zwiespalt überwunden hat und seiner Pflicht und Sache untrüglich sicher ist. Es dauerte nicht lange, bis das Volk sich vor dem Haus verlief und bald darauf mit seinen Tulpen wiederkam. Es schleppte seine Teufelsblüten in Töpfen und am Stiel herbei. Ja, man begann, die Tulpenknollen wütend an die Wand zu werfen, was Adrian jedoch verhinderte. Er duldete hingegen, daß sie die Töpfe mit Wutgeheul zerschmetterten und sagte nichts, wenn einer eine Blüte mit gutgezieltem Prügelschlag vom Stengel hieb, weil ihm die Zwiebel sicher war. Maßlos, wie die Enttäuschung, war nun das Wüten. Einem wahren Blumenfreunde hätte vor Erbitterung das Herz vergehen können. Es war für alle ein sonderbares Schauspiel, und am erregendsten für Adrian, der immer wieder sagte: Recht so. Zum Teufel mit dem Dreckzeug. Putzt sie aus, die Drachensaat.“ Im Geiste überschlug er freilich, was diese„Ernte“ bringen konnte; die Zahlenreihe war nicht auszudenken, und als zuletzt der Müller Pottebacker mit einem ganzen Korb voll herrlicher Gewächse ankam, traten ihm die Tränen in die Augen. „Es jammert einen, diese Pracht zu sehen“, meinte er,„und doch zu wissen, daß durch ihre Schönheit das Verderben in die Welt kommt.“ Auch der Müller war ergriffen. Stumm wie Richter, die Zeugen der Vollstreckung ihres Urteils werden, stand das geprellte Volk um Adrian herum. Wenn jetzt der Bauer aus seinem Schlaf erstanden wäre und die Wahrheit ausgeplaudert hätte, so wären sie wie wilde Hunde auf Adrian gestürzt. Denn Zorn, Beschämung, Geiz und dumpfe, grollende Bedrücktheit standen in ihren Mienen, verhaltene Wut und Rachgier; es fehlte nur den Feind, den sie erschlagen konnten. Sie lieferten die Tulpen ab, wie sie im Krieg, wenn Truppen durch das Oedland kamen, die auferlegten Kontributionen zähneknirschend und ohne Gegenleistung opfern mußten. Und dennoch wühlte die gespensterhafte Angst in ihren Hirnen, einem Unheil zu entgehen, von dem sie keine Ahnung hatten. So wurde ihre Scheu vor Adrian zur schauernden Bewunderung. Er hatte trotzdem das Bedürfnis, ihrem Staunen so rasch als möglich zu entgehen. Zwar ließ er durch den Krugwirt noch ein Faß anstechen, weil er, wie er sagte, die Leute trösten wollte. Dann zog er eine Leinenpiane über seine Tulpen, stieß mit Pottebacker an und trank den Becher in einem Zuge aus. Das war sein Abschied. Er wußte, daß das Dutzend Bauern nun bis zum Abend zechen würde, und weil das Bier mit herrlich weißem Schaum in ihre Krüge sprang, sah keiner auf, als Adrian den Bock bestieg, um loszufahren. Wäre jetzt noch einer mit der schönsten Tulpe angekommen, er hätte sich nicht umgeschaut. Auch die Gewißheit, daß die Oedlandbauern sich am Bier ergötzten, dämpfte seine heimliche Besorgnis nicht. Es war vielleicht die Untat, die ihn narrte, die ihm zuvor als gute Tat erschienen war, und die ihm nun den Wahngedanken eingab, schreiende Verfolger kämen hinter seinem Wagen her, und in den nächsten Büschen lägen, sie als Wegelagerer versteckt. Kein Mensch trat ihm entgegen. Die Abendsonne ließ die weite Landschaft in einem sanften Rot erstrahlen, das freilich alle Wasserläufe wie angefüllt mit Blut erscheinen ließ. Gesträuch und Buschwerk hatten menschliche Schattenformen; aber nichts geschah.— * Beim Abendläuten fuhr Adrian in Haarlem ein, darauf bedacht, für seine teure Ladung einen sicheren Unterschlupf zu finden. Er mied die Karawansereien der Tulpisten und ihre offenen Wagenburgen. In einem Hof, wo Holz gelagert war, sprach er um einen Standplatz vor, indem er sagte:„Ich möchte nicht in einem jener Häuser nächtigen, wo sich die Tulpenbrüder eingenistet haben. Ich werde Euch gewißlich keine Mühe machen, weil ich gewohnt bin, mich nach Soldatenart auf meinen Wagen auszustrecken.“ Man gewährte seine Bitte. Er schlief nicht in dieser Nacht, Angst und Unruhe hielten ihn wach, bis nahezu der Lärm der Marktes vernehmbar wurde. Schon fragten Leute:„He, ich suche Roses. Habt Ihr welche? Ich biete dafür andere gute Farben.“ Adrian, jetzt wieder überlegen, krähte Antwort:„Eure Marquetrines könnt Ihr gegen Gänseblumen tauschen! Gegen meine Ware gibt es keinen Tausch!" Das war ein großes Wort, und als sein Wagen nicht mehr weiterkonnte, hatte sich ein Schwanz von Leuten mitgeschoben, der laut verlangte, er müsse endlich seine Tulpen zeigen und zum Kauf anbieten. Ganz gelassen deckte Adrian die Plane auf und zeigte ein paar Zwiebeln, hob einen Arm voll schönster Blüten weithin sichtbar in die Höhe und rief hinunter: „Wer Geld besitzt und Geld verdienen will, der mag sein Glück versuchen!“ Er drängte allzu eifrige Betrachter auf die Seite, schrie, gab an und heulte, jubelte und johlte, als sei er seit Jahrzehnten in Haarlem eingebürgert. Die Versteigerung begann. Und während Adrian geflissentlich sein Pfeifchen rauchte, kaum beachtend, wie der Aktuarius die Preise. auftrieb, schwoll der Geldsack mit jeder Stunde dicker an. Er hätte, als der Wagen halb geleert war, mit dem Erlös das Dorf im Oedland kaufen können, Pottebackers Mühle und den Dorfkrug und das Dutzend schwarzer, fast vom Boden aufgesogener Hütten nebst ihren Kähnen, Schweinen, Schafen, Hunden. So herrlich war die Welt noch nie gewesen wie an diesem Tag, im Traum so dunkel und verzweifelt, daß man glauben konnte, in den Vorhof der Verdammnis zu geraten, und nun so hell, als wären plötzlich zwei Sonnen anstatt der einen aufgegangen. Der Nachtschweiß seiner Aengste war noch nicht getrocknet, aber unaufhaltsam vollzog sich schon das neue, zum Weinen schöne Schicksal. Was war jetzt Crispin van den Valckert, wenn man erlebte, wie das Geld im Kasten klapperte!? Ein eitler Gauch war er, der seine Dummen dort zu finden hoffte, wo die Dummheit doppelbödig war. Sie war es nicht mehr! Nie und nimmermehr! Der Mann des Tages, Adrian, der auf dem Markt von Haarlem eine Tulpenzwiebel nach der anderen zu horrenden Geboten losschlug, der umstritten war wie niemand, und Geld einnahm wie niemand, wuchs mit seinem Reichtum. Er besaß am Abend eine Barschaft, die eine Seemannskiste füllte, eine Truhe die mit sinnreich konstruierten Schlössern und mit breiten Eisenbändern vor jedem Werkzeug sicher war. Den Schlüssel trug er um den Hals. Er kaufte Tulpenbücher, Waagen, Lupen und andere Instrumente, wie sie Crispin van der Valckert vorgewiesen hatte. Er traf mit einem reichen Tulpenhändler die Uebereinkunft, ihm durch Boten täglich die erzielten Tulpenpreise mitzuteilen, und er mietete für seine Heimfahrt drei vom Magistrat bestellte Reiter, die während seiner Mahlzeit um die Kiste Wache standen. Ja, er kaufte für sich selbst ein Pferd, und wenn er auch die größte Strecke auf dem Bock saß und sich in der letzten Stunde noch den Wolf ritt— er hielt durch! Jetzt war die Rache an Crispin van der Valckert nahe, die Vergeltung, eine Auskehr, die wie ein Blitz den Brodem vor dem drohenden Gewitter spalten sollte! Dann mußte die Befreiung wie ein Sommerregen sein; dann brach im Herbst noch einmal neues Leben aus! Er, Adrian, der Retter, wird lachend triumphieren! Er wußte es! So sprengten Rächerboten durch die schwarze Nacht: Beinahe auf den Hälsen ihrer Rosse reitend, gekrümmt, und immer wieder in die Weichen spornend, in die Ohren flüsternd:„Lauf, Pferdchen, lauf!". Die Wolken halten ihren Mond gefangen, und schon früh vor Tag quillt Frühlicht auf am Horizont, schon um die Mitternacht. Es reiten andere Reiter wie Feuerreiter durch das Land. Die Tulpenreiter sind's. Sie saugen uns das Blut aus. Mir das Blut und dir den Hafer und den anderen den Verstand.„Lauf, Pferdchen, lauf!“ Die Wachen auf den Feldern konnten Adrian und seine Knechte nicht nach ihrem Wegziel fragen. Mochten sie die Lanzen schwenken, fragen, rufen. Starr wie Vogelscheuchen standen sie am Platz und mußten sehen, wie der Trupp vorüberbrauste. Fremde Wagen, fremde Reiter, ihnen ähnlich auf der Fahrt begriffen, wurden grußlos überholt.„Lauf, Pferdchen, lauf!“ Das war der Schlachtruf Adrians. Und wenn die Pferde japsten, fing er zu singen an, mit Trotz und Hohn und ausgekeuchtem Atem, und die Knechte fielen ein:„Ja, Piet Hein, zyn naam is klein, zyn daat is groot, hy heevt gewonnen de zilvere vloot!...“ Was alle Jugend sang, was die Matrosen grölten, was alte Väter zur Bauernorgel summten, das Lied vom großen Kaperkapitän Piet Hein, ein Trutzlied gegen Spanien, war das Reiterlied für Adrian, sein Haßgesang und Jubel. Er schrie es in die Nacht und in das Frühlicht!— Aber schweigend ritt er am Kanal entlang, auf dem, wie jeden Morgen, die Kähne mit den hohen, schmalen Segeln ins Torfland fuhren. Nur sein eigener Kahn, der Torfkahn Hendriks van der Maaßen, fehlte. Er war versucht, zu grüßen, ein Wort hinabzurufen. Aber niemand hätte je vermutet, einen von den Ihren wie einen Edelmann auf hohem Roß zu sehen. Auch ritt er vor dem grellen Licht der Morgensonne, die ihre Augen blendete. Er wußte, was sie täglich redeten und dachten, schufteten und aßen. Warum war ihm zelungen, was ihnen nicht gelang? War es so schwer, das Märchen von den Herzogstulpen zu erfinden und wahr zu machen?— Naß vom Schweiß der wilden Jagd zur Nachtzeit hing ihm das Haar herunter in die Stirne. Als er abstieg, sich zu waschen und sein Abbild im Kanal sah, schrak er auf: War er ein anderer geworden? War sie Welt verwandelt?— Er war nur ausgekeucht. Die Pferde dampften, und die Knechte wußten nicht, ob sie vor Abgehetztheit lachen oder poltern sollten. Oh, man wird sie gut entlohnen. Freibier werden sie bekommen, daß die Mähren selbst nach Hause finden müssen, wenn der Reiter aus dem Sattel rutscht. Adrian van Snaar wird sie traktieren, weil sie sein Gefolge sind, mit dem er wie ein großer Herr durch seine alten Gassen trabt. Wie lange war es her? Zwei Tage— und schien dennoch eine Ewigkeit zu sein. Jetzt rasselte sein Wagen durch die Stadt, und Kinderhorden aus allen Winkeln stürzend, gaben ihm und seinen Reitern das Geleite. Dort ging Hendrik van der Maaßen durch den Garten, stand bei seinen Bienen, eilte an die Gartenmauer und blickte offenen Mundes mit Telleraugen dem sonderbaren Aufzuge nach. Lief nicht Christintje aus der Küche und wedelte mit ihrer Schürze? Stand nicht Truus am Fenster? Und unterbrach sich nicht Frau Louisette am Spiegel, um einen tief erstaunten Blick zu tun und freundlich herzulächeln? Ach, nun war man wieder da, auf sicherem, vertrautem Boden. Wen man sah, den kannte man und wußte, was er sagen würde. Der Einzug Adrians mit seinen Reitern war ein Vorgang, der die ganze Stadt zusammenlockte. Nicht die Seemannskiste war es, die den tiefen Eindruck machte; viel gewichtiger als alles wirkten seine schwerbewaffneten Begleiter, die mit ihren Pferden paradierten, tänzelten und drängten und die Gassen mit dem Klappern ihres Hufschlags laut erfüllten. Ueberdies war auch der Wagen kaum geschmiert. Er ächzte knarrend. Und nicht zuletzt verstand es Adrian; die Folgen dieser kriegerischen Heimkehr und die kommenden Begebenheiten anzudeuten, die sich bald ereignen sollten. „Seid nur zeitig in der Tulpanei!" Vom Gaul herunter in die offenen Fenster rufend, brachte er die Stimmung in die Stadt, die er zu seiner Sache brauchte.— * Es summte in den Tulpenbörsen bald wie in hundert Hummelnestern vor dem Schwärmen. Die Stuben waren überfüllt. Gerüchte gingen um. Man machte aus den drei Berittenen derer dreißig und aus dem einen Wagen einen Heerwurm, der noch draußen vor dem Stadt beim Eichenwäldchen raste. Kaspar tauchte auf. Er zuckte mit den Schultern, wenn einer mehr als tunlich von ihm wissen wollte. Er war der Wissende des aufgeregten Haufens und machte keinen Hehl daraus, indem er gnädig ein paar, Wörter hinwarf oder mitten unterm Satz erschrocken seine Hand vors Maul hiel. Er sprach von Crispin van den Valckert, ohne mehr zu sagen, als daß ihn Adrian gefordert hätte. So wurde das Gerücht verbreitet, es gäbe einen Zweikampf. „Schwere Säbel, das versteht sich“, freute sich der Metzger und zeigte seinen Wetzstein.„Ich will ihm gern die Klinge schleifen, daß dem verdammten Crispin kein Gott und Heiliger mehr helfen kann.“—„Mit Stöcken führten zwei Tulpisten vor, wie sie die Schläge in Crispins Fresse hauen würden. Wie eine Kriegsbegeisterung war ihre spannende Erwartung. Der „Grüne Frosch“ war Hauptquartier geworden. Man beschloß, die kommenden Verhandlungen auf offener Straße abzuhalten. Stadtsoldaten, die zur Ordnung mahnen wollten bedrohte man mit Steinen und mit Knütteln. So siegessicher und in seiner Rauflust übermütig war das Volk, daß auch der Bürgermeister nichts erreichen konnte. Im Gegenteil: er wurde eingeladen, am Tisch des Vorstandes Platz zu nehmen, und wenn er sich auch wehrte, er mußte doch ein Gerstenbier aufs Wohl der„friedlichen Tulpisten" leeren. Kaspar hatte dieses Wort geprägt. Er sagte:„Heute müßt Ihr Zeuge sein, wie die Gerechtigkeit bei uns gehandhabt wird. Wir wissen, daß Euch ständig unsere Widersacher in den Ohren liegen, die unseren Handel untergraben möchten. Nun überzeugt Euch selbst, damit Ihr diesem neidischen Gelichter sagen könnt, wie unser Hase läuft.“ „Hoch, Kaspar!“ rief der Metzger, und die Menge stimmte ein. Der Metzger und der Weberkaspar feierten Versöhnung. Es gab Musik. Noch lief der Hase nicht. (Fortsetzung folgt.) Bochumer Filmschau Samstag Sonntag,./3. Januar 1937 Bochumer Anzeiger Seite 10 Nr. 1 „Prinzeß Dagmar“. ein erfolgreiches Bühnenstück von Hugo Brettschneider, ist nun zum Film geworden. Geza von Bolvary, ein Regisseur, der in jedem seiner Filme eigene Wege geht, gestaltet mit starker Verinnerlichung das Erlebnis der kleinen Prinzessin, die im Mädchenvensionat ihre große Liebe findet. Ein zartes Märchenkind ist Angela Sallocker in diesem Sviel. Kühl und ruhig geht sie durch ihr Mädchenleben, bis die große Liebe über sie kommt, da sie Rang, Zeit und Familie vergißt, um nur ihrem Glück zu leben. Das eherne Gesetz der Pflicht verlangt von ihr den Verzicht. Angela Sallockers gereiftes Künstlertum steht hier auf einer einsamen Höhe. Es ist zu einer Menschengestaltung emvorgewachsen, die das ahnungsvolle Dämmern an der Schwelle der reifenden Jugend mit einer Tiefe erfüllt, die erschüttert und nachdenklich macht. Neben ihr steht ein Großer im Reiche der darstellenden Kunst: Rhein-Film Attila Hörbiger, dessen vornehme Haltung, geadelt durch einen männlichen Ernst, ungemein sympathisch berührt. In den übrigen Rollen nur Namen von Rana, so daß eine glänzende Gesamtleistung zustandekommt. Im Beiprogramm verdient der Kulturfilm „Himmelsleiter“, besondere Beachtung. Für Neujahr. Samstag und Sonntag ist eine Kindervorstellung angesetzt mit dem Märchenfilm„Schneewittchen". Welt=Licht:„Schlußakkord“ Des großen Erfolges wegen verlängert. Diese Tatsache spricht für die Qualität des musikalischen Spitzenfilms, der das Schicksal eines großen Künstlers und einer großen Liebe behandelt. Lil Dagover, Willy Birgel und Maria von Tasnady stehen im Mittelpunkt des ergreifenden Geschehens, das jeden Filmfreund restlos begeistern muß. Das Beiprogramm mit dem Kulturfilm„Warschau" und der höchst aktuellen Wochenschau ist beste Unterhaltung. Kurt Dörnemann Als Erstaufführung für Bochum brachte zum neuen Jahre der Gloria=Palast den fröhlichen Volksfilm„Der lustige Witwenball“ heraus Wenn wir uns auch nicht gerade über zu wenig Aufführungen von Filmlustspielen in unserer Stadt beklagen können. in letzter Zeit sah man fast nur die leichte Filmmuse auf der Leinwand, so besitzt dieser Film doch eine ganz besondere Eigenart: echter Volkshumor lebt in seinen Bildern, der selbst in den schwierigsten Lebenslagen immer wieder zum Durchbruch kommt. Die Witwenbälle in Berlin, auf der sich die reifere Jugend ein Stelldichein gibt, sind eine echte Berliner Volkspflanze, in das bunte. fröhliche Leben dieser Veranstaltungen greift der Film mit sicherer Hand hinein. Ida Wüst, die Darstellerin unzähliger humorvoller Volkstypen, spielt hier die Besitzerin eines Frisiersalons, die nebenbei noch einen Tanzsaal leitet. Paul Henckels, schon in Eine Seefahrt die ist lustig“ ihr idealer Partner, ist als Direktor König ihr Gegenüber. Witzige Einfalle der Spielleitung, urwüchsige Komik und eine prächtige Besetzung machen diesen Film in Verbindung mit der einschmeichelnden Musik von Willy Meisel, der einige sehr gefällige Liedchen zu der netten Geschichte geschrieben hat, zu einem der guten volkstümlichen Lustspiele der letzten Zeit. Von den weiteren Darstellern nennen wir nur noch besonders Hans Richters erschütternd Bavaria frechen Friseurlehrling Otto: weiter wirken mit Kurt Vespermann, Rudolf Platte. Hans Junkermann und Else Reval. Mara Jakisch und Eduard Wesener stellen das Liebespaar des Filmes dar.— Im Beiprogramm sieht man neben der aktuellen Wochenschau, den Kulturfilm„Allerlei Mitbewohner“ und einen unterhaltenden Kurztonfilm„Allez=Hopp“. Apollo:„Moskau— Schanghai“. Bereits in der Donnerstagsausgabe ist dieser Film eingehend gewürdigt worden, in dem Pola Negri und Heinz Dießl einen überzeugenden Beweis ihrer überragenden Darstellungskunst geben. Die Jugendvorstellung am Sonntag, die, wie immer, ein großes Programm aufweist, bringt als besondere Ueberraschung das Lustspiel„Ausgerechnet Weltmeister“ mit Harald Lloyd in der Hauptrolle. Hammer Lichtspiele:„Wir sind vom Schottischen Insanterieregiment Die beiden unzertrennlichen Komiker Laurel und Hardy— man kennt sie bei uns besser unter„Dick und Dof“— spielen hier mit burlesken, manchmal zwerchfellerschütternden Einfällen die Geschichte einer Gioria.„Bei lastige Wilwendun Gaptie!. De gehl um mein Teden Wirklich gute Kriminalfilme zu drehen ist nicht mehr ganz einfach. Das Stoffgebiet bleibt nicht unerschöpflich und scheint längst von Schriftstellern und Drehbuchverfassern bis in die letzten Winkel abgesucht und ausgekostet. Dazu verlangt jeder neue Kriminalfall für die Leinwand um des Ueberraschungseffektes willen eine kompliziertere Undurchsichtigkeit, weil sich auf keinem Boden das große Publikum so sachverständig fühlt wie dem der kriminalistischen Arbeit. Man suche den der nicht mit stiller Inbrunst darauf aus wäre, um einige Sekunden und Filmmeter scharfsinniger als die Polizei auf der Leinwand des Rätsels Lösung lächelnd zu durchschauen. Berücksichtigt man hierbei, daß Filmautoren und Regisseure in dem Betreben, selbst dem an Edgar Wallace wohlgeschulten Kinobesucher ein Schnippchen zu schlagen, vor den letzten Grenzen der Psychologie und Logik Respekt zu wahren haben, so nötigt dieses jüngste Filmwerk Richard, Eichbergs zu uneingeschränkter Hochachtung. Auf die Inhaltsangabe des Films sei verzichtet, weil sie die Pointe zerstören würde. Das Thema lieferte Oskar Jensens Roman„Der schweigende Mund“. Hans Klaehr schuf nach ihm das Drehbuch. Mit der Meisterschaft, die überall den erprobten Routinier erkennen läßt, setzte dann Eichberg den mysteriösen Mordfall in Szene. Die Unklarheit über den wirklichen Mörder ist erstaunlich sicher bis In den Schluß hinein gewahrt, die drängende, sensationell und wechselvoll gefügte Handlung von einer sich steigernden Spannung, in deren Höhepunkt die Lösung wie eine körperliche Befreiung kommt. Die Besetzung der tragenden Rollen fügt sich in sorgsame Arbeit von Drehbuch und Spielleitung ebenbürtig ein. Bei Karl Ludwig Diehl ist die saubere, männliche Gestalt des um die Ehrenrettung seiner schwer verdächtigten Frau kämpfenden Rechtsanwalts He. Leßner in bewährten Händen. Kitty Jantzen, Eichbergs Neuentdeckung, hinterläßt in Erscheinung und Darstellung einen gewinnenden EinTchtrug. Tatist ien=Glaa phot.: Europa druck. Für die heitere Entspannung ist in manchen humorvollen Zwischenfällen Theo Lingen am rechten Platz. Von den vielen übrigen Darstellern, die allesamt um den Erfolg des Films bestens bemüht sind, seien Karl Dammann und Karl Auen in der vortrefflichen Zeichnung der Kriminalbeamten, Harry Hardt, Anton Pointner, Hans Zesch=Ballot und in weiteren Frauenrollen Alice Treff und Margit Symo besonders genannt. Das Beiprogramm bringt die neueste Wochenschau und einen beachtenswerten Kulturfilm, der mit erstaunlicher Gründlichkeit die Vogelwelt der deutschen Ostseeküste belauscht. Dr. Karl Baals Der große italienische Tenor Benjamino Gigli ist aus dem deutschn Tonfilm nicht mehr wegzudenken, und längst schon hat sich der Filmbesucher an seinen fremdländisch und mühsam klingenden Dialog gewöhnt. Er ersetzt ja auch alle diese Mangel durch ein inniges und lebenswahres Spiel und findet sich immer besser in den Geist einer deutschen Filmhandlung. Man hat ihm freilich zumeist nicht gerade das beste Drehbuch zugewiesen, und auch diesmal steht er in einer Handlung, die an sentimentalen Gefühlen keinen Mangel hat. Vom armen, aber mit herrlicher Stimme begabten Maurergesellen arbeitet sich der Held des Stuckes zu einer gefeierten Größe empor, die Frau seines Gesanglehrers wird seine Gattin, aber das volle Glück einer Ehe kann er seinem Lebenskameraden nicht geben, die Sehnsucht nach dem Kinde, das sie seinetwegen verließ, verzehrt sie. Diese schmerzliche Tragik einer Mutter muß nun in seiner erfolgreichen Kunstlerlaufbahn der Sänger sorgend miterleben und nicht eher ruht er, bis er in einer jungen Künstlerin der Mutter die verBavaria loren geglaubte Tochter zuführen kann. Ein Lebensroman, der in vielen Dingen den Filmstoffen ähnelt, in denen man bisher den großen Sänger sah und hörte. Um diese einmalige Stimme geht es. Wie man sich bei der ersten Begegnung auf der Leinwand dieses wundervollen Organs und der unerreichten Singekunst freute, erlebt man auch jetzt wieder einen musikalischen Genuß ungewöhnlicher Schonheit. Das wirksame Gebiet der Oper ist wiederum in die sängerische Aufgabe Giglis einbezogen. Der jungen, erfolgreichen, gleichfalls italienischen Schauspielerin Isa Miranda:fiel diesmal die Doppelrolle der Mutter und der ihr ungemein ähnlich sehenden Tochter zu, und sie erfüllt beide mit starkem, gefühlvollem Leben. Gustav Waldau spielt mit der ihm eigenen Größe und stillen Tiefe den befreundeten Helfer. Dem Film dürfte, von der musikalischen Seite her gesehen, wie durch die rührende Handlung, eine große Publikumswirksamkeit sicher sein. Josef Schwermann Denguns.„Aniel 11prin Lichtspielhaus:„Mädchenpensionat“ Unter heißem Himmel wirkt das Leben anders als in den gemäßigten Zonen. Menschen verdorren in seiner Glut, sie wachsen breit, quallig und giftig im feuchten Schatten und man muß schon ein ganzer Kerl sein, wenn man in Schwüle und Dunst den klaren Kopf behält und seinen Weg unbeirrbar gerade weitergeht. Solch einen Mann stellte Gerhard Menzel in den Mittelpunkt seiner Drehbuchhandlung. Der junge, durch mehrere große Filmerfolge bereits bekannte Verfasser erzählt in aut gespanntem Aufbau die Geschichte eines Kavitäns, der aus Freundestreue das Gesetz der Quarantäne brach, vom Seegericht seiner Kapitänswürde für verlustig erklärt wird und dann in geheimnisvolle Machenschaften eines dunklen Ehrenmannes hineingezogen wird. Südliches Land, südliches Meer, bunte Hafenkneiven, ein Mischmasch von Menschen, die Liebe zu einer kapriziösen kleinen Sängerin, Waffenschmuggel, Explosion im Schiff.. das sind die Ereignisse, die in das Schicksal des Kavitäns Kellersperg eingeflochten sind. Der Svielleiter Gustav Ucicky hat seine Darsteller sehr sicher in diese Handlung eingesetzt. Da ist Hans Albers, derb, hart, klar, rauh und doch weichherzia. Ein Kerl, der sich nie unterkriegen läßt, der zuschlagen kann, und doch in seiner Liebe wie ein großer Junge ist. Aribert Wäscher ist wieder einmal eine geheimnisvolle, aus der Tiefe internationalen Schieber= und Verbrechertums wirkende Gestalt, die schließlich in der Schlinge stirbt, die Kapitän Kellersverg zugedacht war. Zwischen diesen beiden im Vordethrund einander gegenüberstehenden Kräften sieht man Lotte Lang als verniedlichtes Wiener Mädel, Ellen Frank. Jack Trevor, Adolf Gondrell, Alexander Engel und René Deltgen heben ihre Darstellung in die Lebendigkeit menschlicher Nähe.— Ein abenteuerlicher Film, dessen Spannung wirksam in Bild und Ton umgesetzt wurde. Das Beiprogramm zeigt neben der neuen Ufa=Tonwoche, die u. a. einen Rückblick auf das vergangene Jahr bringt, einen sehr eindrucksstarken Kulturfilm„Schiffe in Not“. In packenden Bildern erhält man hier einen Einblick in das Wirken der deutschen See=Rettungsstationen, Bilder aus dem heldenhaften Tag der Männer, die ihr Leben für andere einsetzen. Kurt Dörnemann Seite 11 Nr. 1 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag,.=J. Januar 1937 abenteuerlichen Fahrt nach Indien, die eine kleine Parodie auf den großen Bengali=Film darstellt. In Schottland, wo sie eine Erbschaft anzutreten dachten, geraten die beiden plötzlich in ein Werbebüro der schottischen Infanterie und müssen nun mit nach Indien. Hier erleben sie als Soldat wieder Willen die tollsten Sachen. Ein Film, bei dem man sich von aller Besorgnis unbekümmert freilachen kann.— Das Beiproaramm bringt neben der Tonwoche, einen Kulturfilm und ein weiteres aroteskes Lustspiel. Odeon=Skala:„Waldwinter“ Der bekannte Roman Paul Kellers aus den schlesischen Bergen„Waldwinter“ wurde durch den Film mit seiner ganzen Romantik eingefangen und in verschwärmter Handlung gedeutet. Von großem Reiz sind die Bilder aus dem winterlich verzauberten Waldenburger Bergland, dem Heuscheuergebirge und dem Schlesiertal. Die liebreizende Hansi Knoteck und Viktor Staal spielen die beiden Hauptrollen als„Seelchen" und ihr großer Freund und Beschützer, die sich schließlich in der großen Liebe finden.— Ein abwechslungsreiches Beiprogramm mit ausgewählten Ufa=Kurztonfilmen rundet die Spielfolge ab. Schauburg, Wanne=Eickel:„Gold nach Singapur“. Einer der guten amerikanischen Sensationsfilme: die nicht nur durch die spannnende Handlung und die mitreißenden Exeignisse den Zuschauer fesseln, sondern auch durch die ausgezeichnete Darstellung gefällt. Ein vortreffliches Beiprogramm ergänzt den Festtaasspielvlan, den anzusehen, sich unbedingt lohnt. Apollo, Weitmar:„Schloß Vogelöd“ Im Rahmen eines alten. Ehrfurcht gebietenden Schloßgebäudes spielt sich eine Handlung ab, die ebenso dramatisch bewegt wie romantisch unwirklich ist und K den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Szene gefangen hält. In prachtvollem Zusammenspiel sind Carola Höhn und Hans Stüwe die wesentlichen Träger dieses ereignisvollen und handlungsreichen Films. Capitol, Langendreer:„Stadt Anatol“ Wollte man diesen Film lediglich als reißerischen Abenteuerfilm bezeichnen, täte man seiner gehobenen Qualität Unrecht. Dazu ist trotz des sensationellen Inhalts die ganze Art der Darstellung viel zu gepflegt und Namen wie Gustav Fröhlich, Brigitte Horney und Fritz Kampers in den Hauptrollen garantieren eine Wiedergabe von großem schauspielerischem Niveau. Capitol, Werne:„Das Frauenparadies“ Eine neue und junge Filmdarstellerin. Hortense Racky, ein entzückendes Gesicht und eine temperamentvolle Künstlerin ist der interessante Mittelpunkt dieses entzückenden Lustspiels, das zum blendenden Rahmen ein modernes Damenkaufhaus hat.— Ab Dienstag läuft der gehaltvolle Schauspiel„Das Mädchen vom Moorhof“ mit Hansi Knotek. Kammer=Lichtspiele, Gerthe:„Weiberregiment“ Das ist der rechte, schmissige Jahresbeginn. Ein flotter mit herzhaftem Humor, und überwältigender Komik gewürzter Film, der jeden Griesgram das Lachen lehrt. Das weibliche Geschlecht der Besucher freut sich über das von Heli Finkenzeller temperamentvoll angeführte Regiment der Frau, und der Mann quittiert schmunzelnd diese lehrreiche Geschichte. Josef Schwermann 7078 Vom 3. Januar bis 5. Januar 1937 Gleichblelbende Tageselnteilung .00 Morgenlied— Wetter für den Bauern .05 Leibesübungen .80 Frühkonzert .00 Nachrichten: Morgenlied— Morgenruf .00 Kalenderblatt: Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .45 Zeit. Nachrichten. Wasserstandsmeldung. 13.00 Mittagsmeldungen—. Glückwünsche 14.00 Mittagsmeldungen 15.45 Wirtschaftsmeldungen 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 14.30 Lustiger Rätselfunk 15.00 Hörbericht vom Endspiel um den TschammerOsten=Pokal zwischen VfB. Leipzig— Schalke 04 im Olymvia=Stadion Berlin(Sprecher: Rolf Wernicke)(Vom Deutschlandsender) 15.45 Kleine Musik, gespielt von Emil Rooß und seinem Orchester. 1. Hindulied(Rimsky=Korssakow). 2. Hochzeitstag auf Troldhaugen(Griea). 3. Weaner Herzen, Walzer(Derksen). 4. Die Svieluhr (Plaauw). 5. Spitzentanz(Robrecht) 16.00 Nette Sachen aus Köln. Luise Henderichs(Sovran): K. Ludwig Korth(Tenor): Heinz Hoersch (Tenor): Willi Schneider(Baßbariton): Walter Kocks(Baß): Aug. Kreuter(Violine): Elfriede Dickob, Ilse Mühlen, Rolf Hartmann(Klavier): der Kammerchor(Josef Breuer); das Westdeutsche Kammerorchester(Hermann Hagestedt) 17.30 Wo bist du. Kamerad? Funkapvell alter Frontsoldaten 18.00 Der ganzen Welt ein glückliches und gutes neues Jahr(Von Berlin). Eine Rinasendung des Welt= r u n d f u n k v e r e i n s: S c h w e i z, O e s t e r r e i c h, B e l g i e n, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, England. Ungarn, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen. Norwegen, Niederlande, Polen. Portugal, Rumanien, Schweden, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Deutschland 18.30 Kleine Stücke großer Meister(Hans Haaß) 18.50 Der Teppich des Lebens. Gedichte von Stefan George 19.05 Alte Weihnachtschöre. Der Kammerchor Bruno Hellenbroich singt 19.30 Der Sonntag im Funkbericht 6 19.45 Sportvorbericht 20.00 Ernste und heitere Liebesmelodie(Von Berlin). Es singen, spielen, lachen, schluchzen, weinen und tanzen Eliza Illiard, Rosl Seegers. Pamela Wedekind. Melitta Klefer, Richard Sengeleitner. Heinz Foerster=Ludwig, das Große Funkorchester, das Kleine Funkorchester(Willy Steiner), der Berliner Funkchor 22.30 Wir bitten zum Tanz(Vom Deutschlandsender). Kapelle Arnd Nobert und das Akkordion=Duo Gebr. Hansen .00 Bremer Hafenkonzert .05 Vermächtnis des Dichters Matthias Claudius an seinen Sohn .15 Unterhaltungskonzert. Das Westdeutsche Kammerorchester(Hermann Hagestedt): Hubert Kirsch (Bariton): Hans Vries(Zither). 1. Fest=Ouvertüre(Leutner). 2. Blauer Himmelsbogen, Walzer (v. d. Berg). 3. Melodien aus„Der Postillon von Loniumeau"(Adam). 4. a) Ideale(Tosti), b) Heimat, du Inbegriff der Liebe(Kollo). 5. Das verzauberte Prinzeßchen(Schytte). 6. a) Im Märchenschloß(Mühlhölzl), b) Standchen(Reigersdurg). 7. Glocken=Serenade(Kockert). 8. a) Zwei Augen, so betörend wie deine b) Freu' dich, Tatjana(Steffan). 9. Nordische Folge(Torjussen). 10 Nett und zierlich. Mazurka(Chlumsky). 11. Fliegermarsch(Urbach) 10.00 Uns ist gegeben, auf keiner Stätte zu ruhn(Von Stuttgart) 10.45 Musik am Sontagmorgen. 1. Vorspiel zu„Der Opernball“(Heuberger). 2. Die blaue Donau. Tanz=Fantasie(nach Joh. Strauß). 8. Aus dem Ballett„Sylvia“(Delibes): a) Pizzicati“. b) Intermezzo und langsamer Walzer. 4 Ballszene (Hellmesberger). 5. Vorspiel zur Over„Donna Diana"(Reznicek) 11.30 Westdeutsche Meister der Orgel: Ernst Kaller (Essen).(Uebertragung aus dem Städtischen Saalbau, Essen). 1. Präludium und Fuge-moll (Buxtehude). 2. Adagio=moll(Bach). 8. Präludium und Fuge=moll(Bach) 12.00 Musik am Mittag(Von Berlin). Kapelle Hans Bunnd: Balalaika=Orchester Romanow: Ingrid Larssen(Saxophon): Karl Buchholz(am Flügel). 14.00 Kleine Musik(Kammerquintett). 1. Aus meiner Kindheit(Bortkiewicz): Was die Amme sang: Erste Liebe: Erster Schmerz: Wenn ich erst groß bin. 2. Ständchen(Weingartz). 8. Kleine Stücke (Wilm): Neckereien: Abendstimmung: Am Spinnrocken: Für's Album; Intermezzo; Mazurka; Wiegenlied: Scherzino WEEEE 10.00 Was brachte der Sportsonntag? 12.00 Schloßkonzert. Das Niedersächsische Sinfonieorchester(Otto Ebel von Sosen); Willy Craney (Klavier). 1. Festvolonäse(Svendsen). 2. Konzertouvertüre in italienischem Stil,=Dur(Schubert). 8. Konzertstück für Klavier und Orchester (Schumann): Einleitung— Allegro apassionata. 4. Ballett=Suite(Reger). 5. Rosenkavakier=Walzer (R. Strauß). 6. Aufforderung zum Tanz(Weber). 7. Zwei Klavierstücke(Chovin): a) Fantasie— impromptu, b) As=Dur=Walzer. 8. Kleine Orchester=Suite(Tschaikowski): Polnischer Tanz; Frannzösische Romanze: Böhmischer Tanz: Italienisches Lied: Russisches Spielmannslied: Tiroler Tanz: Ungarischer Marsch: Neavolitanisches Tanzlied. 9. Spanische Rhapsodie(Richardy). 10. Ungarischer Marsch(Fahrbach) 15.00 Für große und kleine Kinder. Heute großes Rätselraten. Von Hedda Amannn 16.00 Musik am Nachmittag. Unterhaltungsorchester des Deutschlandsenders(Otto Dobrindt) 16.50 Besuch bei dem Dichter Edwin Erich Dwinger. Ein Bericht von Dr. Paul Josef Cremers 17.05 Griff ins Leben. Vom Land der Ruhr bis zur Waterkant. Eine Folge von Funkberichten 18.00 Musik zum Feierabend. Konzert des Großen Orchesters(Otto Julius Kühn): August Kreuter (Violine). 1. Ouvertüre zu„Der grobe Märker". (Weweler). 2. Konzert=moll für Violine und Orchester(Dvorak). 3. Mythologischer Zua(Wayvenschmitt). II. Bilder aus dem Orient für Klavier(Unger): Solist: Martin H. Steinkrüger. III. Tänzerische Musik 19.45 Neues vom Film 20.10 Westdeutsche Wochenschau(Thilde Noese) 21.00 Neue deutsche Hausmusik. Das Kölner KammerDuett(Aenne Werner, Sopran; Mia Bischoff, Alt): das Streichquartett des Reichssenders Köln: Fritz Zimmermann(Klarinette): Hans Haas, Elfriede Dickob(Klavier). 1. Serenade für Klarinette, Violine und Klavier(Allekotte). 2. Nordische Zwiegespräche vom deutschen Jahresring für Sopran, Alt und Klavier(Hoffmann). 8. Passacaglia und Fuge für zwei Klaviere(Rosenstengel). 4. Nordische Skizzen, für Streich=Quartett(Schind= ler) 22.30 Nachtmusik. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt) Steune 10.00 Jungen und Mädel am Werk. Wir besuchen sie an ihren Arbeitsstätten 10.30 Kindergarten(Gretel Weise) 12.00 Die Werkpause. Uebertragung aus der Firma Demag Akt.=Ges., Werk Wetter. NSBO.=Streich= orchester 12.15 Mittagskonzert(Von München). UnterhaltungsFunkorchester(Franz Mihalovic); Münchener Tanzfunkorchester(Carl Michalski). 1. Heiß brennt die Liebe, Marschlied(Stolz). 2. Zwei Stücke (Blume): a) Humoreske, b) Florida. 3. a) Ueber blauen Wogen(Strecker), b) Wenn ein Schneemann verliebt ist(Ernst). 4. Frühlingsfanfare (Clemus). 5. Musikanten sind da(Grothe) 6. Rialtobrücke(Kletzki). 7. Exotischer Tanz(Mascagni). 8. Oh Primadonna(Miller) 14.15 allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 16.00 Musik am Nachmittag. Das Unterhaltungsorchest. des Deutschlandsenders(Otto Dobrindt) 16.45 Am Büchertisch 17.00 Kammermusik. A. Kreuter(Violine); Friedrich Paulschmidt(Cello); Kurt Wessel(Harfe) 17.30 Der Dichter Edwin Erich Dwinger erzählt über Rußland und Spanien 18.00 Schöne Stimmen: Miliza Korjus. 1. Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen, aus„Die Zauberflöte".(Mozart). 2. Bravour=Variationen (Adam). 3. Holde Märchenträume, Walzer aus „Tausendundeine Nacht"(Joh. Strauß). 4. Schwalben zur Heimat ziehen(Acqua). 5. Kuß=Walzer Arditi) 18.20 Politische Zeitungsschau(Vom Deutschlandsender) 18.40 Unterhaltungskonzert. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt): Hermann Arzig(Cello). 1. Vorspiel zu „Der Kosar“(Berlioz). 2. a) Mädchen beim Tanz, b) Ramadanfest, aus der Folge„Aus dem Morgenlande“.(Heuberger). 8. Russische Rhapsodie (Mausz). 4. a) Elegie(Goens), b) Plauderei (Beck). 5. Melodien aus„Die Regimentstochter“ (Donizetti). 6. Der sterbende Schwan(Spies). 7 Polka und Csardas aus„Ritter Pasman“ (Joh. Strauß). 8. Scherzando, aus der zweiten „Kleinen Folge"(Micheli) 20.10 Aus alten und neuen Operetten. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt) 1 Vorspiel zu„Der lustige Krieg"(Joh. Strauß). 2. Melodien aus„Aennchen von Tharau"(Strecker). 8. Ballsirenen, Walzer aus„Die lustige Witwe“(Lehar). 4. Intermezzo aus„Herz über Bord“(Künneke). 5. Vorspiel zu „Lysistrata"(Lincke). 6. Du nur bist das Glück meines Lebens, Lied aus„Die Vielgeliebte“(Dostal). 7. Der Zauber der Montur, Marsch aus „Die Landstreicher"(Ziehrer) 21.00 Kleine Kostbarkeiten(Ernst Kalthoff) 22.30 Englische Unterhaltung(Dr. Schmidt— Dr. Taeger) 22.45 Tanz und Volksmusik(Von Hamburg). Dr. Otto Friedrich(Singende Säge): Erich Nauwerk(Gigsharfe); der Chor des Reichssenders(Gerhard Grégor) und die Tanzkapelle(Jan Hoffmann) 2 k: der echn Gememden Sonntag, 3. Januar 1937. Sammlung für die evangelischen Schülerheime in Höxter, Gütersloh, Soest, Bethel und Lippstadt. Christuskirche..45: Liz. Schmidt, mit Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls; 11.15: KGD., Matthien; 15: Tauffeier, Dr. Ehrenberg. Friedenskirche..30: Schmidt II; 10.45: Tauffeier, Schmidt II; 12.15: Tauffeier, Winnacker. Lutherkirche..45: Winnacker: 11: Schmidt II; 12: Tauffeier, Schmidt II. Mn Pauluskirche. 8: Winnacker;.30: Matthieu; 17.15: Schmidt II. Johanneskirche. 11.15: KGD., HeuKrankenhauskapelle..30: Dr. Ehrenberg. 7. Pfarrbezirk(Jugendheim). Di. 16: Katechumenen= und Konfirmandenmädchen; 19.30: Bibelstunde für die weibliche Jugend. Mi. 16: Frauenhilfe. Fr. 20: Wochengottesdienl“.„(Mscsmhane 10. Pfarrbezirt(Wichernhaus). Di. 17: Jungschar der Mädchen; 20: Gemeindejugend(Mädchen über 14.). Mi. 20: Bibelstunde. Do. 20: Wochengottesdienst. Fr. 18 bis 20: Gemeindejugend(Knaben); 19.30 bis 20.30: Gemeindejugend(Knaben üb. 14 Jahre). Bibelstunden: Mi. 20: Gemeindehaus am Moltkemarkt; 20.15: Düpvelstraße 25, II. Do. 20: Vereinshaus: 20.15: Fahrendeller Straße 14. Evangelische weibliche Jugend der Altstadtgemeinde, Jugendheim, Fahrendeller Straße. Jugendschar: Di. 20: Jugendstunde für Mädchen von 14 bis 18 Jahren. Mi. 20: Singekreis. Do. 20: Stunde für Mädchen über 18 Jahre.— Bibelschar: Mo. 15: Mädchen von 8 bis 10 Jahren; 17: Mädchen von 10 bis 12 Jahren. Di. 17: Mädchen von 12 bis 13 Jahren. Mi. 17: Mädchen von 13 bis 14 Jahren. Kirchlich=evangelischer Gemeinschaftsverein, Bochum, Adolfstraße 20. So. 10: Sonntagsschule: 13.30 bis 15: Posaunenchor; 15 bis 17: Gemischter Chor: 17.15: Evangelisation. Vom 4. bis 9. Januar 20: Gebetswoche. Altenbochum. So. 10: Hauptgottesdienst, Brühmann; 20: Gemeinschaftsstunde. Di. 4: Frauenbilfsstunde auf der Prinz; 20: Jungmädchen=Bibelstunde. Mi. 20: Gemeinde=Bibelstunde im Lutherhaus. Do..30: Frauenhilfsstunde im Lutberbaus:.30: Bibelschar(5. und 6. Schuljahr); 20: Jungmänner=Bibelstunde: 20.30: Kitchenchor. Fr. 18: Bibelschar 5. Wiemelhausen(Melanchthon). So. kein Frühgottesdienst; 10: Dr. Klein. Wiemelhausen(Petri). So..45: Missionsfestgottesdienst, Niedermeier; 11: KGd. und Taufen, Niedermeier. Mo.30: Jugendbibelstunden. Di. 15.30: Frauenbilfe, Niedermeter. Fr. 20: Vorbereitung zum KGD. Engelsburg. So..30: Gottesdienst, Dieckhoff: 11: KGD.; 12: Taufen; 18: Blaukreuzstunde. .=Hamme. 8: Frühgottesdienst an der Maarbrücke, Dannert;.45: Hauptgottesdienst in der Kirche, Kraemer:.45: Hauptgottesdienst in Wegescheid, Dannert; 11.10: KGD. in der Kirche, Kraemer: 11.15: KGD. ; i m G e m e i n d e h a u s, B a c h; 1 4: T a u f stunde in der Kirche, Kraemer; 12: Taufstunde im Gemeindehaus, Bach. Gebetswoche jeden Abend 8: Gebetsstunde im Gemeindehaus. Vereine. Frauenhilfe: Mi. 15: Zweiter Bez. Do. 15: Erster Bez. Evangelische Gemeindejugend: Die Abendstunden fallen mit Rücksicht auf die Gebetswoche aus! a) männliche: Di. 17 und Do. 17.30: Bibelscharstunden(10 bis 14 Jahre); b) weibliche: Di. 17: Bibelscharstunde(10 bis 14 Jahre). Hofstede=Riemke. So. 10: Pitsch; 11: KGD., Pitsch; 12: Taufstunde. Fr. 20: Vorbereitung für den KGD. Männliche Jugend: So. 15: Jugendbibelstunde. Mi. und Fr. 17.30: Jugendbibelschar. Weibl. Jugend Hofsiede=Riemke: So. 15 und Mo. 20: Jugendbibelstunde. Mo. und Di. 17.30: Jugendbtbelschar. Weibliche Jugend Marmelshagen: Di. 20: Jugend=Bibelstunde. Frauenhilfe Hofstede: Do. 16: Versammlung. Frauen: hilfe Marmelshagen: Do. 16: Versammlung. Di. 20: Kirchenchor. So. 15; Do. 20: Blaukreuzverein. Gerthe. So. 10: Hauptgottesdienst, Schaefer. Fr. 19.20: Vorberettung zum KGD. Gebetsstunden: So. 16: Lobetal, Einleitung: Gemeinschaftspfleger Müller. Mo. 20: Lobetal, Einleitung: Gemeinschaftspfleger Müller. Di. 20: Lobetal, Eeinleitung: Pfarrer Schaefer. Mi. 20: Konfirmandensaal. Einleitung: Pfarrer Schaefer. Do. 18.30: Lobetal, Blaukreuzstunde: 20: Gebetsstunde. Einlettung: Blaukreuzsekretär Soeder. Fr. 20: Konfirmandensaal, Einleitung Pfarrer Schaefer. Sa. 20: Konfirmandensaal. So. 10. Jan., 16: Lobetal, Schlußversammlung. Einleitung Gemeinschaftspfleger Müller. Frauenbilse(in Bethanten). Mo. 20: Jungmütterstunde. Do. 15: Arbeitsstunde. Gemeindejugend(im Jugendheim). Mo. 17: Mädchen=Bibelschar; 20: Jugendschar. Do. 16: JugendBibelschar: 20: Jungen=Bibelgruppe: 20: Leseabend der Jugendschar in Bethanten. Fr. 17: Mädchen=Bibelschar. Harpen. So. 10: Gottesdienst im „Lobetal“, Willer. Hiltrop. So..30: Gottesdienst, Fortmann: 10.45: KGD.: 11.45: Taufen. Mo. 17 bis 19: weibliche Bibelschar und Di. 20 bis 22: weibliche Jugendschar im Kindergarten. Mo. 20 und Do. 19.30: Posaunenchor (jüngere Abteilung) im Gemeindehause. Mi. 20: bei Hubbert, Kirchenchor. Do. 15: im Gemeindehause, Gemeinde=Frauenhilfe: 17: Frauenhilfschor(Ueben). Mi. 20: Im Gemeindebause, Wiescherstraße 17: Bibelstunde. Do. 20: Jugendbibelstunde. Weitmar. So. 9: Gottesdienst im Ev. Vereinshaus, P. Sauer:.45: Hauptgottesdienst in der Kirche, P. Jungcurt; 10.15: KGD. im Ev. Vereinshaus. Von Montag bis Freitag einschl.(4. bis 8. Januar) 20: finden Gebetsstunden statt und zwar: im Gemeindesaal in Weitmar. im Ev. Gemeindehaus Weitmar=Mark, in Eppendorf bei Hill. Do 15: Frauenbilfe Bärendorf=Süd: 15: Epvendorf= Heide: 16: Frauenhilfe WeitmarMark. Langendreer. So.30: Morgenwache:.30: Gottesdienst: 11: K6D. Kreta: So 10: Gottesdienst: 11.15: R62. Werne. So..45: Hauptgottesdienst mit Kirchentaufen, Rummeld; 11.15: KGD. Stiepel..30: Gottesdienst im Lutherhause, Husemever; 11: KGD.; 10: Gottesdienst in der Kirche, Wagener: 11.15: KGD.; 10.30: Gottesdienst in Buchbolz, Altena; 11.30: KGD.— Jugendschar Dorf: Di 20; Haar: Di 19.30.— Posaunenchor: Mo 70.— Kirchenchor: Do 20.— Frauenchor Haar: Fr 17. Uemmingen. 10.45: KGD. Mt. 17: Uebungsstunde im Frauenchor. Die Bibelstunden fallen in dieser Woche aus mit Rücksicht auf die„Evangelische Woche in Dortmund“, die vom 2. bis 6. Januar 1937 stattfindet. Linden. So..30: Bäumer: 11: KGD.; 12: Taufen: Krankenhaus. Mi. 17: Taufen, Bäumer. Vereine. So. 14: Jungschar; 15: Wartburgverein; 16: Jungmädchenverein. Di. 19.30: Bibelstunde für junge Mädchen: 20: Kirchenchor. Mi. 19: Gesangstunde der Frauenhilfe Linden; 20. Bekenntnisbibelstunde für den Bezirk Hohwege. Do. 15.30: Frauenhilfe Linden: 20: Bibelstunde für junge Männer. Bahlhausen. So..30: Weber; 11: KGD.; 12: Tausen. Vereine. Mo. Jungmädchenverein. Mi. 16.30: Gesangstunde der Frauenhilfe: 20: Bibelstunde im Konfirmandensaal. Fr. Jungmädchenverein. Hordel. So. 8: Frühgottesdienst, P. Abendroth;.30: KGD. im Gemeindehaus. Wanne. So..30: Frühgottesdienst. P. Engel; 10: Hauptgottesdienst, P. Liz. Naunin; 11: Taufen. Organistendienst: Frl. Rahmann. Lutherkirche. So 10: Gottesdienst, P. Engel: 11: Taufen. Do. 15.30: Taufen. Organistendienst: Konrektor Höhrmann. Amtswoche: P. Liz. Naunin. Eickel(Johanniskirche). So. 8: Frühgottesdienst(Eröffnung der Allianzwoche. Thema:„Der erste Artikel", P. Kurras; 10: Hauptgottesdienst, P. Reuter, mit anschließend. hl. Abendmahl: 11.30: KGD., P. Kurras; 12.30: Taufgottesdienst, P. Kurras. Amtswoche vom 3. bis 9. Januar: P. Kurras. Ev. Krankenhaus. So. 10: Andacht auf der Chirurg. Frauenstation, P. Kurras. Wattenscheid. Friedenskirche: 8: Frühgottesdienst, Pf. Rimmel; 10: Hauptgottesdienst, Pf. Sichtermann; 15: Tausstunde, Pf. Heuser.— Alte Kirche: 9: masurischer Gottesdienst, Gemeindehelfer Podzelny; 16: Gottesdienst für die Taubstummen, Pf. Müller.— Krankenhaus Lutherstift: 10: Hausgottesdienst, Pf. Rimmel. — Kapelle zu Höntrop:.30: Hauptgottesdkenst, Pf. Müller.— Gemeindehaus zu Leithe: 10: Hauptgottesdienst, Vikar Röhrscheidt. Röhlinghausen. So. 8: Frühgottesdienst, P. Krahn, Berlin. Günnigfeld. Bekennende Gemeinde. Sonntag.55: Hauptgottesdienst, Vikar Röhrscheidt. Gottesdienst der röm.-kath. Gemeinden Sonntag, 3. Januar 1937. (Ohne Gewähr.) Propstei. 6: hl..;.45: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion des Josephsvereins und der übrigen Männer..45: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der., 2. und 3. Knabenklasse; 9: hl. M. m. Pr.; 10: Hochamt m. Pr.: 11.15: hl. M. m. Pr.: 14.30: Aussetzung des Allerheiligsten, danach stille Anbetung; 18: Sakramentsandacht und Segen. — An den Wochentagen ist jeden Mittag um 2 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten, danach stille Anbetung. 20: Schriftlesung, Komplet, Segen und Repositio. Christkönig. 6: erste hl. M. ohne Pr.: 7: hl. M. m. Pr. und Gemeinschaftskomm, aller Männer:.15: Kindermesse m. Pr.:.30: Hochamt m. Pr.; 11: letzte hl. M. m. Pr.: 17: Wiederholung des Krippenweihespieles. St. Marien. 6: erste hl. M..15: Frühmesse m. Pr.:.30: dritte dl. M. m. Pr.:.30: Hochamt m. Pr.: 11: letzte hl. M. m. Pr.:— Weibnachtswetbespiel nachmittags.30 Uhr für Erwachsene. St. Joseph..15: bl..:.30: hl. M. m Pr., gem. hl. Kommunion der Männer;.45: hl. M. m. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.: 11.15: hl. M. m. Pr.; 14.30: Herz=Jesu=Andacht. St. Antonius..30: erste hl. M. mit gem. hl. Kommunion des Männerapostolates, der Herz=Jesu=Bruderschaft sowie aller Männer. 8: Frühmesse mit Generalkommunion der Schulmädchen:.30: Hochamt m. Pr.: 11: letzte hl. M. m. Pr.: 14.30: Christenlehre mit Andacht und Segen. Klosterkirche der Redemptoristen. 5 und 6: stille bl..: 7: Singmesse m. Pr.; 8: Singmesse m. Pr.: 10.30 polnischer Gottesdienst m. Predigt. 16.40: Rosenkranz, Predigt und Andacht mit sakramentalem Segen; 19: Rosenkranz, Predigt und Segen für die Männer von der hl. Familie.— An Werktagen: 6, 7 und S: stille hl. M. Montags 8: Segensmesse zu Ehren des hl. Gerhard; 20: Segensandacht. Dienstags und donnerstags 8: Gemeinschaftsmesse. St. Meinolphus. Sonntag ist die Gottesdienstordnung wie gewöhnlich: 6, 7, 8, 9: hl..; 10: Hochamt; 11.30: hl..; 18: Andacht. St. Johannes,.=Wiemelhausen. 7: erste dl. M. mit gem. hl. Kommunion der Männer, insbesondere des Männervereins, des St. Johannes=Vereins und des Männeraposto= lates, sowie gem. hl. Kommunion der Kinder der 1. Klasse: 8: Frühmesse m. Pr.:.15: hl. M. m. Pr.; 10.30: Hochamt m. Pr.: 15: Andacht mit Segen: 16: polnische Rosenkranzandacht mit Segen. Wallfahrtskirche,.=Stiepel..35: Frühmesse; 10: Hochamt; 15: Andacht. St. Liborius,.=Grumme. 7: bl. M. mn. Pr.: 8: Austeilung der hl. Kommunion:.30: hl. M. m. Pr.; 10: Hochamt m. Pr.; 14.30: Dankandacht: 15: Tausen. Heilig Kreuz..30: Austeilung der hl. Kommunion: 7: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Männer(Männerverein und Ehrengarde):.25: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Mädchen; 10.30: Hochamt m. Pr.; 14.30: Andacht zur Hl. Familie. Herz Fesu,.=Hamme..30: bl. .: 8: dl. M. m. Pr.:.30: Hochamt m. Pr.; 11: bl. M. m. Pr.; 15: Christenlehre Her: Jefu,.=Hordel..30: pl. .: 8: Früdmesse m. Pr.: 10: Hochantt m. Pr.; 15.30: Andacht für die Polen. St. Anna,.=West..30: hl. M. m. Gesang u. Pr.: 9: Kindermesse m. Pr.; 10.15: Hochamt m. Pr.; 14.30: Tause; 15: hochselerliche Krippenandacht mit Kindersegnung. St. Franziskus,.=Riemte..15: hl..; gem. hl. Kommunion des voln. Rosentranzes;.15: hl. M. m. Pr., gem. hl. Kommunion der Alten Schule, desgleichen des Bergmanns=, St.=Josepysvereins und des Mannerapostolates;.30: hl. M. m. Pr..30: Hochami m. Pr.; 11: letzte hl. M. m. Pr.; 14.30: Weihnachlsandacht; 15: Taufen; 16: polnische Rosentranzandacht. Dreisaltigkeit, Bochum. 7: hl..; 8: hl. M. m. Pr.; gem. hl. Kommunion der Männer und auer Mädchenklassen: 10: Hochamt m. Pr.; 14.30: Andacht zum hl. Namen Jesu. St. Franziskus,.=Weitmar..15: Frühmesse als Gemeinschaftsmesse; .20: Austeilung der hl. Kommunion:.30: zweite hl. M. als Betsingmesse m. Pr.;.45: Hochamt m. Pr.; 10: Kindermesse mit christlichem Unterricht; 11: letzte hl. M. m. Pr.; 14.30: Christenlehre; 15.15: Tausen; 18: Weihnachtsandacht für die ganze Gemeinde. Liebfrauen,.=Linden..50: Austeilung der hl. Kommunion an die Jünglinge, Frauen u. Jungfrauen. 7: hl. M. m. Pr., gem. hl. Kommunion der Männer;.05: hl. M. mit Ansprache für die Kinder, gem. hl. Kommunion der Kinder der unteren Klassen; 9: Hochamt m. Pr.; 10.30: hl. M. m. Pr.; 14: hl. Tause; 14.30: Andacht. St. Michael,.=Dahlhausen..30: Frühmesse m. Pr., gem. hl. Kommunion der Oberklafse, der Männer= sodalttät und der voln. Vereine; 10: Hochamt m. Pr.: 15: KindheitJesu=Vereinsandacht mit Opfergang. St. Engelbert,.=Dahlhausen. .30: Frühmesse m. Weihnachtskommunion der Männer der Pfarrei: der Mitglieder der Mar. Männer= sodalität und des Männerapostolats, der Mitglieder und Ehrenmitglieder des Kirchenchors, des Vinzenzvereins und der Schulklassen 2 u. 3; 10: Hochamt m. Pr.; 14: hl. Tausen: 14.30: Andacht zum hlst. Namen Jesu. Fronleichnam..=Laer..30: Frühmesse m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Männer(erster MonatsSonntag): 10: Hochamt m. Pr.; 14.30: Christenlehre, Andacht m. sakramental. Segen: 15.10: bl. Taufe. Liebfrauen,.=Altenbochum. Vormittags bl. Messen wie an Sonntagen. 14.30: Andacht zu Ehren des hhl. Namens Jesu; 15: Taufe: 18: Männerandacht m. Pr. u. Segen. Herz Jesu,.= Werne..45: erste hl..;.15: hl. M. m. Pr.: gem. hl. Kommunion der Männer und der Kinder des 4. und 5. Schuljahres der.=.= und Harpener=WegSchule: 10.15: Hochamt m. Pr.; 14.30: Andacht; 15: Taufen. St. Marien,.=Langendreer..30: hl..:.45: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Männer und aller Knabenklassen: 9: Kindermesse m. Pr.: 10.15: Hochamt m. Pr.: 14.30: Andacht zum hl. Namen Jesu mit sakramentalem Segen. St. Bonisatius,.= Langendreer. .30: dl..; 8: Frühmesse mit Männerkommunion und Prediat: .15: Kindermesse m. Pr.: 10.15: Hochamt m. Pr.: 14.30: Andacht zum hl. Namen Jesu Hl. Geist,.=Harpen..30: Frühmesse m. Pr.; 10: Hochamt m. Pr.; 14.30: Weibnachtsandacht; St. Elisabeth,.=Gerthe. 7: hl. M. m. Pr.;.30: hl. M. m. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Andacht. St. Joseph,.=Hiltrop..30: Frühmesse m. Pr. u. gem. hl. Kommunion des Müttervereins und der Mädchen des 4. und 5. Schuljahres; 10: Hochamt m. Pr.; 14.30: Sakramentsandacht. St. Theresien,.=Eppendorf..30: Frühmesse; 10: Hochamt für die Verstorbenen der Totenliste; 17: Andacht und Segen. St. Gertrudis, Wattenscheid. 6: hl..; 7: hl. M. m. Pr.; hl. Kommunion der Männer und des Männerapostolates: 8: hl. M. m. Pr., hl. Kommunion der Kinder der Johannesschule; 9: hl. M. m. Pr.: 10: Hochamt m. Pr., Aussetzung und sakramental. Segen: 11.30: hl. M. m. Pr.: 14.30: Rosenkranzbruderschaft mit Aussetzung. Prozession und sakramentalem Segen; anschließend polnischer Rosenkranz: 15.15: Taufe; 20: Vortrag des Jesuitenpaters. Sonstige Gemeinden Sonntag, 3. Januar 1937. (Ohne Gewähr.) Evg. Gemeinschaft, Auferstehungskirche, Allcestr. 48. So 8: Uebung des Männerchors;.30 und 18: Predigt, Prediger H. Haug; 11: KGD.; 15: Witten, Augustastr. 57, Predigt. Von Mo bis Sa jeden Abend 8 Uhr Beteiligung an den Allianzversammlungen. Christlich=wissenschaftliche Vereinigung(Christian Science Society), Bochum, Emscherstr. 20. So 10: Gottesdienst, Lektionspredigt der Christl. Wissenschaft, Thema: Gott. 11.15:Sonntagsschule. Am 2. Mittwoch jeden Monats 20: Gottesdienst (Zeugnisversammlung). Christlich=wissenschaftliche Vereintgung(Christian Science), Bochum, Dorstener Str. 182. So 10: Gottesdienst: 11: Sonntagsschule. Mi 20: Gottesdienst. Do 16 bis 18: Lesezimmer. 1. Baptistengemeinde: Immanuelskirche, Hermannshöhe 21. So..30: Bibelstunde, Pred. Janssen: 11: Sonntagsschule; 16: Gottesdienst. Seminartst Decker, Hamburg; 17.30: Abendmahlsfeier, Pred. Dr. Mundbenk. Mo. und Do., 20: Allianz= gebetsstunde. Gemeindesaal BochumHamme, Hofsteder Straße 131. So. .30: Bibelstunde, Pred. Dr. Mundhenk; 11: Sonntagsschule; 17: Gottesdienst, Pred. Janssen; 18.30: Abendmahlsfeier. Do. 20: Allianz= missionsversammlung in der Immanuelskirche. Gemeindesaal BochumBärendorf, Goldhammerstr. 17. So. .30: Bibelstunde: 11: Sonntagsschule: 20: Evangelisation, Pred. Dr. Mundbenk. Do. 20: Allianzmissions= versammlung in der Immanuels= kirche. Gemeindesaal Wattenscheid, Bochumer Straße 36. So. 9: Bibelstunde: 10.30: Sonntagsschule. Mi. 20: Bibelstunde. Gemeindesaal Bochum=Werne, Am Born 10. So,.30: Bibelstunde; 11: Sonntagsschule: 16: Gottesdienst. Di. 20.15: Bibelstunde. 2. Baptisten=Gemeinde,.=Weitmar. Am Steinknapp 56. So..30; Bibelstunde: 11: Sonntagsschule: 16: Gottesdienst. Seite 12 Nr. 1/ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 2. 3. Januar 1937 Minilter Dr. Goebbels an die deutlche Nation 1930 P ein Hahr ers Ergenk anb Berlin, 1. Januar. Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Silvesterabend über alle deutschen Sender zum Jahreswechsel. Seine Rede hat folgenden Wortlaut: Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen! Es ist ein schöner Brauch im neuen Reich, daß in den letzten Stunden des Jahres die Reichsregierung sich noch einmal an die gesamte Nation wendet, um irch den Mund eines ihrer Mitglieder vor ihr und vor der Welt Rechenschaft abzulegen über die Arbeit der vergangenen zwölf Monate und einen Ausblick zu gewähren auf die nähere und weitere Zukunft. Es ist das eine Art letzte Jahreszwiesprache zwischen Führung und Volk, fußend auf dem festen und unbeirrbaren Vertrauen, das heute bei uns alle Kreise und Stände im ganzen Lande umschließt. Es ist mir auch am heutigen Abend wiederum eine stolze Pflicht, diesem Brauch nachzukommen, und ehe nun der laute Festjubel und=trubel beginnt, sollen noch einmal in dieser stillen Vorfeierstunde die Ereignisse und Vorgänge des vergangenen Jahres im großen Reigen an unserem geistigen Auge vorüberziehen. Man müßte lügen, wenn man behaupten wollte, daß dieses Jahr irgendeinen von uns mit Sorgen verschont hätte. Sie pochten an die Türen der Armen und Reichen, der Hohen und Niedrigen, und niemand wurde davon ausgenommen. Aber in diesem Jahre ist auch nach Zeiten schwerer Enttäuschungen und furchtbarer Verbitterung, vie unser Volk von 1918 bis 1933 belasteten, das Glück wieder in Deutschland eingekehrt. Wir haben nicht umsonst gekämpft Die Früchte aus der Saat der ersten Jahre unserer Revolution haben nun allmählich zu reifen begonnen und mit Freude können wir beobachten, wie die ganze Nation nach und nach in ihren Genuß kommt. Sorgen und Mühen, Arbeit und Schweiß, fangen an sich zu lohnen. Wir Deutschen sind keine Pharisäer, die, wenn sie in die Welt schauen, nur den Splitter im Auge des Nachbarn sehen, den Balken aber im eigenen Auge nicht bemerken wollen. Wie alle anderen Völker haben wir im vergangenen Jahre uns mühen und sorgen müssen; aber wir haben nicht umsonst gekämpft. Es liegt uns nicht, uns in die inneren Verhältnisse anderer Länder hineinzumischen. Trotzdem aber können wir mit tiefer Beglückung feststellen, daß, während anderswo die Völker vielfach von Bürgerkrieg und Wirtschaftsverfall, von Finanzkrisen und Inflation heimgesucht wurden, der Kampf aller gegen alle die Gemeinschaft der Nationen zerstörte, blutige Auseinandersetzungen das nationale Gefüge der Staaten erschütterten, Deutschland von all diesen Geißeln der Menschheit verschont geblieben ist. Freiheit und Autorität Auch maner gute Deutsche, der im Anfang unserer Revolution noch mit gewissen Vorbehalten uns gegenüberstand und vielleicht meinte, daß das Glück der Völker nur in dem längst als Scheindemokratie entlarvten Parteitreiben gefunden werden könnte, hat gerade im vergangenen Jahr Gelegenheit genug gehabt, an den Verfallserscheinungen unserer demokratischen Umwelt die Richtigkeit des vom Führer eingeschlagenen Regierungs= und Führungskurses zu erkennen und festzustellen, daß es in den modernen Staaten weniger auf die Formen als auf Wesen und Inhalt einer demokratischen Uebereinstimmung zwischen Volk und Regierung ankommt. Er hat dabei begreifen gelernt, daß eine starke Autorität zur Führung der Völker nötig ist und nur der Verzicht des einzelnen auf egoistische Eigenrechte die Freiheit aller auf die Dauer gewährleisten kann. Wie wenig bedeutet ein Jahr im ewigen, unaufhaltsamen Strom der Zeit! Wieviel aber schließt es doch manchmal in sich ein, wenn man es rückschauend zusammenfaßt! Manches, was das Jahr 1936 uns brachte, ist selbst uns schon fast aus der Erinnerung entschwunden. Die Zeit geht so schnell, daß wir die Ereignisse dieses Jahres beinahe so empfinden, als hätten sie sich vor zehn Jahren abgespielt. Es war ein Jahr so reich an Segen und Erfolgen für Deutschland, daß der Führer in seiner Rede am 8. November vor seinen alten Mitkämpfern in ergreifenden Worten zum Ausdruck bringen konnte, daß er nun zum erstenmal in seinem Leben ohne ganz schwere Sorgen in die Zukunft des Reiches blicke. Wenn ich nun noch einmal einzelne Vorgänge dieses Jahres ins Gedächtnis zurückrufe, so hauptsächlich, um darzutun, wieviel wir ihm zu verdanken haben und wie glücklich und zufrieden wir darauf zurückblicken können. Am 9. September erging auf dem Parteitag der Ehre in Nürnberg seine Botschaft an die Nation zum Beginn des zweiten Vierjahresplanes zur Sicherung des deutschen Lebens; in vier Jahren soll Deutschland in all den Stoffen völlig unabhängig sein, die irgendwie durch die deutsche Fähigkeit, durch die Chemie= und Maschinenindustrie sowie durch unsern Bergbau selbst beschafft werden können. Ein kühner Wurf in der Projektierung und Zielsetzung, dessen Ernst und Bedeutung vor allem daraus erhellte, daß der Führer dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring in einem Erlaß vom 18. Oktober die Durchführung dieses Vierjahresplanes übertrug. Der erste Vierjahresplan, der bei Beginn der Machtübernahme vom Führer proklamiert wurde, konnte mittlerweile als erfüllt und damit erledigt gelten. Während es am 1. Januar 1936 im Reich noch 2½ Millionen Arbeitslose gab, waren Ende Oktober 1936 nur mehr etwas über eine Million Arbeitslose vorhanden. Es war also nationalsozialistischer Initiative und Tatkraft gelungen, mit der Beseitigung der Arbeitslosigkeit das wichtigste und einschneidendste Problem der Gegenwart, an dem sich alle unsere Vorgänger vergebens abgemüht hatten, zu lösen. Der Nationalsozialismus vertritt den Standpunkt, daß der Politik das Primat der Volksführung zukomme und die Wirtschaft nur eine, wenn auch eine der wichtigsten Funktionen des Volkslebens ist. Politische Erfolge also sind die Voraussetzung für wirtschaftliche Besserung, und es war deshalb auch notwendig, im Jahre 1936 eine Reihe von Aktionen politischen Charakters durchzuführen, und Maßnahmen zu treffen, die zur Sicherung unseres nationalen Lebens erforderlich waren. Am 7. März proklamierte der Führer in seine großen Rede vor dem Reichstag die volle Reichssouveränität im Rheinland, nachdem der franko=sowjetrussische Vertrag den Locarnovertrag praktisch annulliert hatte. Dieser Pakt schloß in sich die Elemente einer wahrhaften Friedenshandlung. Der am selben Tage einsetzende Wahlkampf endete am 29. März mit dem überwältigendsten Stimmensieg, der jemals in einem Volke errungen wurde. Ein Reich der Kraft und der Ehre Es ist ein Reich der Kraft und der Ehre, das wir aufgerichtet haben. Deutschland will den Frieden, ist aber von der Ueberzeugung durchdrungen, daß ein wehrloser Staat in einer bewaffneten Umwelt dauernd die Gefahr eines Krieges heraufbeschwört Durch die Einführung der zweijährigen [Dienstpflicht am 24. August wurde unserem Willen zur Selbstbehauvtung, aber auch zu einem ehrenhaften Weltfrieden demonstrativ und wirksam Ausdruck gegeben. Am 17. September erfolgte die feierliche Indienststellung des Segelschulschiffes„Horst Wessel", am 1. Oktober die Indienststellung der=Boot=Flottille „Saltzwedel". Am 3. Oktober lief in Wilhelmshaven das Schlachtschiff„Scharnhorst“ und am 8. Dezember in Kiel das Schlachtschiff„Gneisenau“ vom Stapel. Die Parole, die der Führer in seiner Neujahrsbotschaft 1936 ausgab, erfuhr so ihre fortlaufende Verwirkland, sondern die ganze Welt ihr Gesicht verändert haben. Welch eine Bilanz schließen diese Tatsachen ein, aber wieviel Sorgen auch für Führung und Volk brachten sie im einzelnen mit sich! Es ist sehr leicht, die Vorgänge eines Jahres, wenn es hinter uns liegt, aufzuzählen. Schwer aber ist es, sie für ein anbrechendes Jahr zu planen, festzulegen und durchzuführen. Das erfordert ein Höchstmaß an Arbeitsernst, Mut, Entschlossenheit, Initiative und Verantwortungsfreudigkeit. Denn die Gelegenheiten zu handeln sind selten; man muß sie schnell und kühn ergreifen, ehe sie wieder entschwinden. Aufgaben, die noch zu erfüllen sind Was wird das nun anbrechende Jahr 1937 uns bringen? Seine Aufgaben liegen klar und unverkennbar zutage: wir müssen das Reich weiter ausbauen. Die Durchführung der ersten Etappe des [Vierjahresplanes zur Sicherung unseres nationalen Lebens erfordert den restlosen Einsatz der ganzen Nation. Neben diese Arbeit hat die bewußte Gestaltung und weitere Vervollkommnung unserer sozialen Ordnung zu treten. Diese ist die Grundlage Hch. Hoffmann Dr. Goebbels am Silvesterabend vor dem Mikrophon lichung. Das Reich steht in Ehre, es beschützt seine Freiheit und kämpft für den Frieden. Ein Ausdruck des deutschen Friedenswillens ist der Abschluß des deutsch=österreichischen Abkommens vom 11. Juli. Damit wurde einer der gefährlichsten Gefahrenpunkte der mitteleuropäischen Lage überwunden und zwischen den beiden Bruderstaaten Deutschland und Oesterreich ein erträgliches Verhältnis geschaffen. Am 14. November fiel durch die [Wiederherstellung der deutschen Hoheit über die Ströme=im Reichsgebiet eine weitere Entehrung durch den Versailler Vertrag. Unser unermüdlicher und konsequenter Kampf gegen den Versuch einer bolschewistischen Revolutionierung der Welt gipfelte in dem am 25. November abgeschlossenen [Abkommen zwischen Deutschland und Japan zum gemeinsamen Widerstand gegen die Moskauer Komintern. Es ist uns heute noch nicht möglich, im einzelnen die welthistorische Bedeutung all dieser Vorgänge, die hier nur mit nüchternen Daten wiedergegeben werden können, auszumessen. Aber es kann keinem Zweifel unterliegen daß in diesem Jahre nicht nur Deutschunserer Volksgemeinschaft, die wiederum den sichersten Ausgangspunkt bietet für die Stärkung unserer nationalen Macht, für die Mehrung unseres Ansehens in der Welt und für die Entschlossenheit, mit der Deutschland antritt zum unentwegten und unerbittlichen Widerstand gegen die unterirdischen Bolschewisierungsversuche der Komintern in der ganzen Welt. Wir danken dem Führer Zu diesen Aufgaben ist die ganze Nation aufgerufen. Sie vereint sich in dieser letzten Stunde des abgelaufenen Jahres in einem festen und unverbrüchlichen Dank= und Treuebekenntnis zum Führer, der uns auch in den vergangenen zwölf Monaten wieder wie der Herzog seines Volkes voranschritt im Kampf um die Freiheit, das Leben und die Ehre der Nation. Wir alle wünschen ihm aus tiefstem Herzen Glück, Gesundheit und eine gesegnete Hand in all seinem Tun und Lassen Kraft im Werk und wie bisher Größe, Mut und Kühnheit im Entschluß. So wie in der Vergangenheit, so kann er auch in kommenden freudigen und schweren Stunden der Liebe und des Vertrauens seines Volkes immer gewiß sein. DeutschMinisterpräsident Generaloberst Göring: Püroie 1887. Urußerste Kraft voraus! Berlin, 1. Januar. Der Beauftragte des Führers für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat der RSK. folgenden Neujahrsaufruf zur Verfügung gestellt: „Ein Jahr harter Arbeit und herrlicher Erlebnisse liegt hinter uns. Der Führer hat uns teilnehmen lassen an den Erfolgen seiner unermüdlichen Arbeit, die allein dem Wohl des Volksganzen dient. Es war auch im vergangenen Jahre unser Stolz— jeder nach seinem Können und seiner Kraft—, mitzuarbeiten am Aufbau des nationalsozialistischen Deutschland. Die Vergangenheit liegt hinter uns; wir haben keine Zeit, bei ihr zu verweilen. Jeder errungene Erfolg, jede Leistung bedeutet für uns nur die Verpflichtung, noch mehr zu arbeiten, alle Kräfte zu erhöhter Leistung anzuspannen; denn die Weltgeschichte wird uns einmal nicht danach beurteilen, was wir schaffen wollten, sondern ihr Urteil danach sprechen, was wir geleistet und geschaffen haben. Der Führer hat uns durch den neuen Vierjahresplan eine Aufgabe gestellt, die alle Kräfte des deutschen Volkes umfaßt und von allen getragen werden muß. Es gilt das Werk der politischen Freiheit der deutschen Nation zu krönen durch die wirtschaftliche Unabhängigkeit Deutschlands für heute und für die Zukunft. Jedem einzelnen von uns sind die Aufgaben seiner Arbeit gestellt und klar umrissen. Wir wollen und werden unseren Stolz allein darein setzen, von der Arbeit und ihren Schwierigkeiten möglichst wenig zu sprechen, und mit um so größerer nationalsozialistischer Energie und Tatkraft alles für das Gelingen einsetzen. Darum kann die Parole für 1937 nur lauten: Neußerste Kraft voraus zur Sicherung der deutschen Ehre und des deutschen Lebens!“ Himmler an die SS. und polizei dnb Berlin, 1. Januar. Der Reichsführer SS. Himmler hat an die Schutzstaffel folgenden Neujahrsaufruf erlassen: An alle SS.=Männer! In diesem Neujahrsbefehl wiederhole ich das, was ich schon des öfteren zu Euch SS.=Männern gesprochen habe. Ich wünsche uns, wir mögen auch im Jahre 1937 die guten Tage ebenso anständig bestehen wie die schlechten. Ich wünsche uns, daß wir für den Führer und für Deutschland sein mögen: Immer die Gleichen. Gmund am Tegernsee. den 1. 1. 1937. Der Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei, Himmler, hat nachstehenden Neujahrsaufruf an die Polizei erlassen: An die deutsche Polizei! Das Jahr 1937 wird das erste Jahr der Reichspolizei Adolf Hitlers sein. Es wird und soll ein Jahr eifrigster Arbeit an uns selbst werden. Eine der größten Aufgaben, deren Lösung dieses Jahr verlangt, ist das Herabdrücken der ungeheuren Verluste wertvoller deutscher Menschen durch die mannigfaltige Art von Unglücksfällen, insbesonder bei Straßenunglücken. Das Ziel der Deutschen Polizei ist, zusammen mit der Schutzstaffel ebensosehr der Garant der Sicherheit des Deutschen Reiches im Innern zu sein wie der Freund jedes einzelnen deutschen Volksgenossen. In diesem Sinne wünsche ich allen Angehörigen der Deutschen Polizei ein gutes Jahr 1937. Ich wünsche uns allen, daß wir vorbildlich sein mögen in der Erfüllung unserer Pflicht. Gmund am Tegernsee, den 1. 1. 1937. land ist stolz und glücklich, ihn zu besitzen und seiner starken Hand die Führung der Nation anvertraut zu wissen. Diesem Volke aber auch gebührt der Dank seiner Führung. Es hat sich seiner großen Aufgaben würdig erwiesen. Es ist nicht mutlos und schwach vor ihnen zurückgewichen, sondern hat sie ins Auge gefaßt und mit ihnen gerungen, bis sie bewältigt waren. Gemeinsam aber wollen wir alle dem Allmächtigen danken, daß er uns auch in diesem Jahre seinen Segen nicht vorenthielt, und ihn bitten, auch weiterhin seine schützende Hand über Volk und Reich zu halten. Gruß über die Grenzen So grüße sch denn zum letztenmal in diesem Jahre alle Deutschen in Stadt und Land. Ich grüße die Deutschen, die das Glück haben, im Reich zu leben und die Segnungen des neuen Staates zu genießen. Ich grüße aber auch und vor allem aus tiefstem Herzen die Deutschen, die jenseits unserer Grenzen leben und die nur mit sehnsuchtsvollen Augen das Land ihrer Väter aus der Ferne sehen. Mit ihnen fühlen wir uns alle verbunden und verbrüdert. So wie unser Herz ihnen gehört, so gehört, das wissen wir, ihr Herz uns. In wenigen Stunden wird das Jahr 1936 zu Ende sein. Mit lautem Jubel wird nach altem Brauch das neue begrüßt werden; bei Frohsinn und Scherz aber wird uns auch alle gewiß ein Gefühl ernster Zuversicht erfüllen, wenn vor uns groß und rätselhaft die Frage auftaucht, was das neue Jahr uns bringen wird. Einiges davon ist Schicksal, das meiste aber ist der Gestaltung unserer eigenen Hände, unseres eigenen Willens und unserer eigenen Kraft anvertraut. Schreiten wir also mutig und erhobenen Hauptes in dieses neue Jahr hinein mit dem festen Entschluß, treue Diener des Volkes zu sein und für eine freie deutsche Nation zu kämpfen und zu arbeiten. In diesem Sinne grüße ich den Führer und sein Werk, unser Volk und unser Reich. Mehr argentinisches Fleisch Berlin, 1. Januar. Durch Notenwechsel zwischen der deutschen Botschaft in Buenos Aires und der argentinischen Regierung ist am 29. Dezember 1936 das am 31. Dezember 1936 abgelaufene deutsch=argentinische Abkommen über den Handels= und Zahlungsverkehr vom 20. Oktober 1934 um ein weiteres Jahr verlängert worden. Die Verlängerung ist unter den im allgemeinen gleichen Bedingungen erfolgt, die für das bisher gültige Abkommen maßgebend waren. Gewisse technische Erleichterungen in der Abwicklung des Zahlungsverkehrs sind erzielt worden. Deutschland hat bei dieser Gelegenheit eine vermehrte Einfuhr argentinischen Fleisches zugesagt. Besondere Dienstzeiterhöhung Berlin, 1. Januar. Im Einvernehmen mit dem Reichs= und preußischen Minister des Innern hat sich der Reichsfinanzminister damit einverstanden erklärt, daß für Lohnempfänger, wenn sie ein Jahr bei einer öffentlichen [Verwaltung oder in einem öffentlichen Betrieb beschäftigt sind, die für die Bemessung des Lohnes, der Krankenbezüge, des Urlaubs und der Kündigungsfrist maßgebende Dienstzeit um fünf Jahre erhöht wird sofern sie Mitglieder der NSDAP. bis zum 14. September 1930(Mitgliedsnummer bis 340 000) oder sofern sie Mitglieder der NSDAP. oder ihrer Gliederungen oder des Stahlhelms bis zum 30. Januar 1933 geworden sind und nachweisbar vor der Machtübernahme aktiv tätig waren. Die Entscheidung, ob die Voraussetzung der aktiven Tätigkeit vor der Machtübernahme erfüllt ist, trifft der für den Wohnort zuständige Hoheitsträger der NSDAP. vom Kreisleiter an aufwärts. Frauenüberschuß geht zurück Berlin, 1. Januar. Vor dem Krieg bestand ein Drittel der gesamten Reichsbevölkerung aus Kindern unter fünfzehn Jahren. Heute weist, wie aus einer jetzt erschienenen Veröffentlichung des Statistischen Reichsamts hervorgeht, selbst die Landbevölkerung nur noch in zwei Regierungsbezirken(Oppeln und Allenstein) einen ebenso hohen Kinderanteil auf. Anderseits ist die Landbevölkerung auch heute noch verhältnismäßig kinderreicher als die Gesamtbevölkerung. Der für die Gesamtbevölkerung 1933 festgestellte Kinderanteil von knapp einem Viertel wird von der ländlichen Bevölkerung nur in wenigen Bezirken unterschritten. Der außerordentlich hohe Frauenüberschuß aus der Kriegszeit ist in allmählicher Rückbildung begriffen. In dem für die Eheschließung hauptsächlich in Betracht kommenden dritten Lebensjahrzehnt hat sich heute zum Teil sogar schon ein Männerüberschuß angebahnt. Die jetzt heranwachsende Frauengeneration hat damit wesentlich günstigere Heiratsaussichten, als sie die Frauen vor dem Kriege oder gar unmittelbar nach dem Weltkriege hatten. Mit 12 Mann gesunken Kieler Dampfer seit dem 26. Dezember vermißt Kiel, 1. Januar. Von dem 850 Tonnen großen Dampfer„Sensal“ der Reederei Paulsen& Ivers(Kiel), der in Königsberg Getreide für Brake geladen hatte, fehlt seit dem 26. Dezember jede Nachricht. Der Dampfer„Sensal" hatte am 24. Dezember seine Beladung in Königsberg zu Ende geführt. Am ersten Weihnachtsfeiertag verließ er den Hafen und ging um 11.30 Uhr von Pillau in See. Im Laufe dieses Tages kam schwerer Sturm auf. Die Vermutung, daß der Dampfer„Sensal“ unter Hela vor Anker ging und die Fahrt auch durch den später einsetzenden Nebel verzögert wurde, verliert angesichts der an der Küste bei Pillau angetriebenen Rettungsringe an Wahrscheinlichkeit, so daß man ernste Besorgnisse um das Schicksal des Dampfers und seine zwölfköpfige Besatzung hat. Verwendungsverbot für nichtrostenden Stahl Berlin, 1. Januar. Die Ueberwachungsstelle für Eisen und Stahl hat ein Verwendungsverbot von nichtrostenden Stählen zur Herstellung gewisser Erzeugnisse erlassen, soweit diese Erzeugnisse im Inland abgesetzt werden sollen. Im „Reichsanzeiger“, Nr. 304 wird die betreffende Anordnung(Nr. 21 vom 31. Dezember) nunmehr im Wortlaut veröffentlicht. Sie enthält u. a. eine Liste derjenigen Waren, bei denen die Verwendung nichtrostender Stähle ausgeschlossen wird. Genannt werden dabei: Sportartikel und Turngeräte, Schneidwaren und Bestecke, Ladeneinrichtungen und Laden Seite 13 Nr. 1 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag,./3. Januar 1937 geräte, Wirtschaftsmaschinen und Wirtschaftsgeräte aller Art, Küchengeräte aller Art, Theken, Einrichtungen, Geräte, Maschinen und sonstige Gegenstände für das Gastund Schankstättengewerbe sowie für Speisewirtschaften, Einrichtungen, Maschinen, Apparate und sonstige Gegenstände für das Brauereigewerbe und die Brauereiindustrie, Antennendrähte und Antennenlitzen für Rundfunkempfang; Einzelteile von Fahrrädern, Straßenbahnfahrzeugen und Eisenbahnfahrzeugen; Gegenstände, die für die innere und äußere Einrichtung, Ausstattung und Ausschmückung von Bauwerken bestimmt sind, Gegenstände, die an Bauwerken angebracht werden, Gegenstände, die zur Einrichtung, Ausstattung und Ausschmückung von Räumen bestimmt sind. Ausgenommen von der Beschränkung sind im Brauereigewerbe Bierfässer, in denen Bier ausgeführt wird, sowie Bestandteile von Kellereimaschinen, im Nahrungs= und Genußmittelgewerbe, Platten für Milcherhitzer, Bestandteile von Konservenmaschinen, Bestandteile von Maschinen und Apparaten für die Be= und Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Fetten, Bestandteile von Maschinen und Apparaten für die Fleischverarbeitung, Bestandteile von Maschinen und Apparaten für die Essigerzeugung, Maschinen, Apparate und sonstige Gegenstände, die dem Angriff aggressiver Gase und Flüssigkeiten ausgesetzt sind. Bei sämtlichen unter das Verwendungsverbot fallenden Erzeugnissen (mit Ausnahme von Sportartikeln und Turngeräten) ist die Verwendung solcher Stähle, die entweder nur mit Chrom oder mit Chrom und Mangan oder mit Chrom und höchstens 1½ Prozent Nickel legiert sind, bis auf Widerruf gestattet. Hitzewelle in Südafrika Südafrika trat zu Silvester eine Hitzewelle auf. In Kapstadt wurden am Donnerstag 35 Grad Celsius gemessen, dabei sind die Temperaturen noch im Steigen. Idealisten sein und bleiben Neujahrsansprache der Reichsfrauenschaftsführerin anb Berlin, 1. Januar. Beim Eintritt ins neue Jahr hielt die Reichsfrauenschaftsführerin Frau Gertrud Scholtz=Klink eine Ansprache, in der sie unter anderem folgendes ausführte: Wir Deutsche grüßen das Jahr 1937 mit dem Gefühl einer unendlichen Dankbarkeit gegenüber dem Schicksal, das uns ausersehen hat, in einer großen Zeit zu leben. Deshalb gilt auch unser allererster Gruß dem Führer, der unserer Zeit ihre Größe gab und dem an irgendeiner Stelle zu helfen, Sinn unseres Lebens geworden ist. Er hat uns gelehrt, daß nicht das das Wesentliche ist, wo wir stehen, ob in der Familie, an der Maschine, in der Erziehungsgemeinschaft des Arbeitsdienstes oder in der Lehr= und Forschungsgemeinschaft einer hohen Schule, entscheidend ist einzig und allein das Maß der Kraft, die wir in die Waagschale zu werfen haben, und das Zutrauen, das wir zu dieser unserer Kraft haben. zur viele von uns Jüngeren sind es nun bald zwei Jahrzehnte her, seit wir tastend und suchend zu denen stießen, die erbittert aus dem großen Kampf um Deutschlands Bestand in unsere Heimat zurückkehrten. Was uns zu ihnen zog, war die Ahnung, daß sie unserm Suchen ein Ziel, unserm Helfenwollen Richtung geben würden. So fanden sich beider Hände, die der Wissenden aus dem großen Kriegserleben und die der suchenden Jugend der Heimat zusammen in der Hand unseres Führers, und nicht nur unsere Hände, sondern unsere Herzen, unser Wille, unsere Kraft und unser Glaube. So haben wir lernen und wachsen dürfen in unserer Bewegung, sind zu jenem Geschlecht geworden, das das seltene Glück hat, den eigenen Kindern wieder den Grundstock zu einer gesicherten Zukunft bauen zu dürfen. Wer wollte es uns da verübeln, wenn wir über diesem Erleben zu Idealisten geworden sind? Uns Nationalsozialisten hat man in der Kampfzeit nachgesagt, daß wir unverbesserliche Idealisten wären, man sagt es uns heute noch nach, und— so Gott will, sagt man es uns nach, bis die Erde uns deckt. Sehr oft meinen aber die Menschen, die uns Idealismus nachsagen, etwas anderes, als wir darunter verstehen, unser Idealismus ist gegründet auf der Wirklichkeit des Lebens, ist gewachsen aus unsrem gläubigen Erkennen von der Kraft des menschlichen Herzens, das unser Tun und Handeln für unser Volk befehligt hat. Die anderen sagen Idealismus und meinen Phantasterei, weil sie selbst dieses letzte, Wesentlichste noch nicht erlebt haben, was jeder Tat erst die Weihe gibt: die vollkommene Hingabe des eigenen Ichs.(!) Die Selbsthingabe eines Ganzen ist unser Idealismus, und er wird unser Volk gesund und froh und stark machen, wir aber wollen ihn immer weiter hineintragen in dieses Volk. So gilt mein Gruß zum neuen Jahre nächst dem Führer all denen die den Mut haben, weiter Idealisten zu bleiben, all denen, ganz besonders, die es im neuen Jahre mit uns werden wollen. Unser Führer hat mit seinem 14jährigen Kampf um Deutschland in der Tradition der deutschen Geschichte ein gewaltiges Blatt zu schreiben begonnen, wir alle wollen von diesem neuen Jahre wünschen, daß es uns nichts schenkt, aber daß es das, worum wir uns aufrichtig bemühen, segnen möge. Neuer englischer Riesendampfer Die Cunard=White=Star=Line hat der Schiffbaufirma Cammel Laird& Co. den Auftrag für den Bau eines neuen Ueberseedampfers erteilt. Das Schiff soll 30 000 bis 40 000 Tonnen groß werden. Blicke in die Welt Windschutzscheiben in England nur noch aus Sicherheitsglas Vom 1. Januar an dürfen in England nur Autos in Betrieb sein, deren Windschutzscheibe und Fenster aus Sicherheitsglas bestehen. Da sich die Neuanschaffung für viele alte Wagen nicht lohnen dürfte, erwartet die britische Autoindustrie für 1937 ein Bombengeschäft; man schätzt, daß 250000 Autos abgewrackt und durch neue ersetzt werden. Schiffszusammenstoß auf der Themse Auf der unteren Themse sank der in Glasgow beheimatete Dampfer„Diamond“ nach einem heftigen Zusammenstoß mit dem norwegischen Motorschiff „Heranger“. Von der zehn Mann starken Besatzung ertranken der Kapitän und ein Matrose; alle übrigen konnten gerettet werden. Postautobus in Palästina ausgeraubt Bei Afuleh wurde ein Postautobus von vier bewaffneten Räubern angehalten und der Post beraubt. Die Passagiere wurden zum Aussteigen gezwungen und mußten alle Wertsachen abliefern. Die Räuber konnten entkommen. Flugzeugabsturz fordert zwei Tote Wie aus Palästina gemeldet wird, stürzte in der Nähe von Afuleh ein Flugzeug mit sechs Insassen ab. Ein hoher englischer Beamter der Jrak=Petroleum=Gesellschaft und ein Ingenieur der gleichen Firma verloren hierbei ihr Leben. Drei weitere Engländer und der Flugzeugführer wurden verletzt. Stellenangebote (männlich) MA1# vergeben noch einige festumgrenzte Vertreter2. bezirke für unsere in Preis und Konstruktion konkurrenzlose Kleinschreibmaschine(keine Filia an außergewöhnlich tüchtige, gewandte und seriöse Herren. Branchekenntnisse nicht erforderlich, da Einarbeitung in eigener Verkaufsschule erfolgt. 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Wer Heid sucht eder Geid zu vergeben het, dem hilft eine KleisHnzeige im BR. aus Groß-Bochum Seite 14 Nr. 1 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 2. Januar 1937 Aus den=Sladtenen Stadtteil Baak=Sundern Stadtteil Sundern im Jahre 1936 Auch der kleinste der Bochumer Stadtteile, Sundern, kann das Jahr 1936 als ein solches des Fortschritts ansehen. Recht eifrig wurde hier wieder gebaut, so daß manche Lücke ausgefüllt wurde. Besonders in Angriff genommen wurde das Siedlungsgebiet auf der Blankensteiner Straße. In keinem Stadtteil wurde das Erntedankfest zu einem derartigen Ereignis wie gerade in Sundern. Weiter wurde im Jahre 1936 ein großer Plan als reif angenommen und das Jahr 1937 wird wohl die große Siedlung„Im Berge=Feld" durchführen. Das Jahr 1936 brachte es mit sich, daß auch in Sundern die Industrie Einzug hielt. Mit der Errichtung des Bergwerks„St. Matthias“ merden die Sunderner Kohlenfelder ausgebeutet. Mam#em erwerbslosen Bergmann wurde diese neu erric#et: Industriestätte ein Ort für Arbeit und Brot. Stadtteil Weitmar Dienstunfall. Auf einem Revisionsgang kam auf seiner Arbeitsstelle der Volksgenosse W. R. zu Fall. Er trug einen rechtsseitigen Oberarmbruch davon und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Stadtteil Stiepel Folgenschwerer Sturz mit dem Motorrad. Mit seinem Motorrad hatte den 32jährige Gehilfe Erich., Henkenbergstraße 42a, eine Besuchsfahrt unternommen, als auf der Stiepeler Straße das Kraftrad ins Rutschen geriet und umschlug, wobei P. daruntergeriet. Neben argen Gesichts= und Augenverletzungen trug er eine Beingelenkverletzung davon und mußte krankenhausärztliche Behandlung aufnehmen. Stadtteil Wiemelbausen NSDAP. Im Jahre 1936 zeigte sich die NSDAP., Ortsgruppe Wiemelhausen, besonders rührig. Das jroße Erntedankfest war ein wahres Volksfest, das die gesamte Bevölkerung vereinte und glänzend verlief. Auch die übrigen Veranstaltungen, wie Kulturabende, Kundgebungen, Filmvorführungen, die besonders gern gesehen sind, zeigen den Willen, mit allen Volksgenossen zusammenzuarbeiten. Nicht minder rührig waren die Ne.=Kriegsopferversorgung und die RS.=Frauenschaft unseres Stadtteils. Aus der Meinolphuspfarrei. Im verflossenen Jahre wurden 40 Kinder in der Kirche getauft und etwa 100 in der Landesfrauenklinik oder im Elisabethhospital. 82 Paare wurden getraut, 82 Personen starben, 26 traten aus der Kirche aus. Noch am Jahresende ins Krankenhaus. Bei Aufräumungsarbeiten auf einem hiesigen Bauplatz wurde der 17jährige Bauhilfsarbeiter Emil., Wiemelhauser Straße, von einer Eisenlast derart unglücklich getroffen, daß er schwere Schnittverletzungen davontrug. Unter den Wagen geraten. Auf dem Hofe des Händlers., Wiemelhauser Straße, kam es am Silvesternachmittag bei der Einfahrt eines Möbeltransportwagens zu einem Unglücksfall. Der 31jährige Sohn des H. rutschte und kam unter den Waaen: er erlitt Beinverletzungen. Böser Sturz von der Treppe. Am Silvesterabend wollte die 62jährige Ehefrau Schm., Brenscheder Straße, die steile Treppe vom Hausboden hinabsteigen. Hierbei machte sie einen Fehltritt und stürzte ab. Sie blieb mit gebrochenem linken Arm und einer Brustauetschung am Treppenende liegen. Die Bedauernswerte wurde mit einem Kraftwagen dem Krankenhaus zugeführt. Stadttell Steinkuhl Neubau. Zu den fünf Neubauten, die im Herbst vergangenen Jahres an der Markstraße errichtet wurden, ist in den letzten Monaten ein weiterer hinzugekommen, der bereits gerichtet werden konnte Stadtteil Altenbochum Hochbetagt. Am Silvestertage vollendete Frl. Josefine Cornelius, Wasserstraße 126, ihr 75. Lebensjahr. Stadtteil Laer Schriftwart Strunk zunächst den Jahresbericht. Der Vorstand bleibt in der gleichen Zusammensetzung bestehen. Als Beisitzer wurde Hermann Schmalor neu hinzugewählt. ..-Brüning Der Briefträger in Stadt und Land Hat zu Neujahr'nen schweren Stand. Stadtteil Grumme=Böde Unglück am Jahresschluß. Der Handlanger Chr.., aus Hofstede, Poststraße, hatte auf seiner hiesigen Arbeitsstelle noch am Jahresende einen Unfall. Ihm fiel ein Speisvogel auf die linke Schulter und den linken Fuß. Die erhaltenen Verletzungen nötigten ihn, den Arzt aufzusuchen. Im Zeichen des wirtschaftlichen Aufstieges stand das Jahr 1936 auch für den Stadtteil Marmelshagen und Hofstede. Die erhöhten Belegschaftsziffern auf den Zechen und den industriellen Werken und Fabrikanlagen reden in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache. Jedenfalls hat das letzte Jahr auch hier Hunderte von Voltszenossen, die kaum noch in früheren Jahren geglaubt hätten, daß sich ihr trübes Dasein jemals andern würde, wieder in Arbeit und Brot gebracht. So wird an dieser Jahreswende gar mancher Mitbürger mit besonderem Dank zu unserem Führer und Reichskanzler aufblicken. Von wirtschaftlichem Aufschwung aber künden auch die verschiedenen hier durchgeführten Arbeiten. Da ist junächst die Neuanlage eines gewaltigen und neuzeitlichen Kohlenbunkers zu nennen, den die Kruppsche Zeche Hannibal an der Riemker Straße anlegen ließ und der nunmehr dem Landabsatz dient. Auch auf der Zeche„Hannibal" selbst wurden verschiedene Neuerungen ausgeführt, über die der„B..“ fortlaufend berichtet hat. Von der Schachtanlage„Hannover“ in Hordel hinüber zur Zeche„Hannibal“ wurde eine Gasfernleitung gelegt. Wenn auch in unserem Stadtteil kaum gebaut wurde, so war an der Stadtgrenze die Bautätigkeit um so reger. Hier wird im Laufe des nächsten Jahres noch manches neue Wohnhaus erstehen. Für die BeStadtteil Bergen Tödlicher Unfall. Auf seiner Arbeitsstelle erlitt der Volksgenosse G. Kl., Bergener Straße 220, am Jahresende einen tödlichen Unfall. Der Bedauernswerte hinterläßt eine Witwe mit einem Kinde. Stadtteil Hamme Weitere Bautätigkeit. Noch im alten Jahre hat das Baugeschäft Wingenfeld an der Overdykerstraße gegenüber dem Polizeirevier mit dem Bau eines neuen Hauses begonnen.— Die Zeche Carolinenglück baut an ihr Verwaltungsgebäude auf der Carolinenstraße an. Stadtteil Riemke Es wird gebaut. Gerade noch vor Jahresschluß hat man Auf dem Dahlacker, neben dem Haus Nr. 29, mit den Vorarbeiten für die Errichtung eines Neubaues begonnen. Die Ausschachtungsarbeiten sind bereits beendet und der Grundstein gelegt. Altersjubilar. Der Invalide Ludwig Jablonski, Herner Straße, vollendet morgen bei guter Frische sein 76. Lebensjahr. Eine Tochter und drei Enkelkinder bringen ihre Glückwünsche dar. Stadtteil Hordel Statt Silvesterpunsch ins Krankenhaus. Vier Personen aus Hordel waren Donnerstag abend mit dem Eisenbahnzuge nach Wanne=Eickel gefahren, um bei Bekannten Silvester zu feiern. Als sie aus dem Hauptbahnhof Wanne=Eickel kommend die Sedanstraße passierten, kam ein Postauto aus der Herner Straße. Eine junge Frau und ein Mädchen gerieten unter den Wagen und erlitten Verletzungen, so daß beide ins St.=Anna=Hospital übergeführt werden mußten. Der Vorfall mahnt erneut zur Vorsicht beim Straßenüberqueren. Die Polizei war auch hier sofort zur Stelle, um die Schuldfrage festzustellen. Allerlei Jubiläumstage 1937. Das neue Jahr bringt auch für unseren Stadtteil wieder allerlei Jubiläumsund Erinnerungstage. Die evangelische Kirchengemeinde Hordel blickt im neuen Jahre auf ein 35jähriges Bestehen zurück. Gleichzeitig kann auch der Evangelischkirchliche Männerdienst sein goldenes Jubiläum feiern. Vor zehn Jahren— 1927— wurde der Grundstein zu der neuen schmucken katholischen Kirche an der Hannoverstraße gelegt und im gleichen Jahre auch die Weihe der drei großen Glocken vollzogen. Die katholische Schulgemeinde blickt im neuen Jahre auf ein 60jähriges Bestehen zurück, wurde sie doch 1877 gegründet.— Vor 80 Jahren wurde die Zeche„Hannover“ angelegt und damit der Grundstock für die fernere Entwicklung der Gemeinde geleat. Vor 65 Jahren— im Jahre 1872— ging die Zeche dann in den Besitz der Firma Krupp über. Außerdem wird das Jahr 1937 noch das Jubiläum einer Reihe von Vereinen und anderer Einrichtungen bringen. siedlung steht Marmelshagen zweifellos mit an erster Stelle. Auch auf dem Gebiete des Straßenausbaues wurden manche Arbeiten ausgeführt. Besonders erwähnt zu werden verdient die vorgenommene Kanalisation auf der Kleinen Hordeler Straße, wodurch einem lange und oft gehegten Wunsche der dortigen Kleinsiedler entsprochen wurde. Auf der Hordeler Straße, die starken Verkehr aufzuweisen hat und sich in schlechtem Zustand befindet, hat man gerade noch zu Jahresschluß die Vorarbeiten zum volligen Ausbau dieser Straße getroffen, die übrigens auch erbreitert werden soll. Verschiedene im letzten Jahre durchgeführte Arbeiten dienten auch der Forderung der Aktion„Schönheit der Arbeit". So ließ beispielsweise die Reichsbahn an der chemischen Industrie ein schmuckes zweistöckiges Bahnwärterhaus errichten, das inzwischen in Betrieb genommen werden konnte. Verschönerungsarbeiten wurden gleichzeitig auch auf dem Bahnhof Riemke durchgeführt. Die beabsichtigte Verlegung des Marmeishagener Kriegerdenkmals ist noch nicht verwirklicht worden. Und so muß man sich bei Feierlichkeiten und Aufmärschen immer noch mit dem sehr beschränkten Raum begnügen und Kränze im Vorbeimarschieren niederlegen. Alles in allem kann man auch für den Stadtteil Hofstede=Marmelshagen wohl sagen, daß das letzte Jahr ein Jahr des Aufbaues gewesen ist. Mit neuen Hoffnungen gehen wir ins neue Jahr hinein. Pesstere Karmewshageni iehlen Bähre Aus dem Nacht urgerkei Stadt Wattenscheid Statistik der evangelischen Kirchengemeinde. Im Jahre 1936 wurden in der evangelischen Kirchengemeinde Uemmingen bei einer Seelenzahl von 6500 getauft: 71 Kinder. und zwar 32 Knaben und 39 Mädchen(16 weniger als im Jahre 1935); konfirmiert 180 Kinder (12 weniger): getraut 81 Paare(28 Paare mehr); beerdigt wurden 57 Personen(5 weniger). Von den beerdigten waren 52 Erwachsene und 5 Kinder. Von den Erwachsenen waren 29 Männer und 23 Frauen. Zum hl. Abendmahl gingen in der Kirche 1379 Gemeindeglieder, und zwar 577 Männer und 802 Frauen. Hinzu kommen bei häuslichen Abendmahlsfeiern 25 Männer und 58 Frauen. Aus der Kirche ausgetreten sind 8 Männer und 3 Frauen. Von den früher aus der Kirche Ausactretenen sind zurückgekehrt 5 Männer und 3 Frauen. Aus der katholischen zur evangelischen Kirche sind übergetreten 4 Männer und 1 Frau. Stadtteil Harpen Altenfeier. Zum Jahresausgang hatte die Frauenhilfe die Alten der evangelischen Kirchengemeinde Harven zu einer Abendmahlsfeier und Weihnachtsstunde eingeladen. 111 alte Leute, von denen die älteste 88 Lenze zählte, waren der Einladung gefolat. Nach der schönen Abendmahlsfeier unter dem brennenden Christbaum in der Kirche, bei der Pfarrer Paulmann die Beichtrede hielt, fand im Gemeindeheim ein Zusammensein statt, bei dem die Alten mit Kaffee und Kuchen, der von den Mitgliedern der Frauenhilfe gestiftet war. aufs beste bewirtet wurden. Kinder erfreuten die alten Großväter und=mütter mit weihnachtlichen Vorführungen. Pfarrer Leich begrüßte die lieben Alten der Gemeinde und gedachte dabei der goldenen Hochzeitspaare und auch der Verstorbenen des letzten Jahres. Gleichzeitig sprach er auch den Bezirksfrauen der Frauenhilfe für ihre treue und selbstlose Arbeit an den Alten und Kranlen der Gemeinde seinen herzlichen Dank aus. Die 82 Jahre alte Frau Cremer trug ein längeres Gedicht vor und Herr Ortmann wußte sehr eindrucksvoll aus seinem Leben zu erzählen. Jeder erhielt von der Frauenhilfe als Erinnerung eine kleine Gabe und weihnachtliche Schriften. Nach einem kurzen Schlußwort von Pfarrer Paulmann ging und fuhr man fröhlich und dankbar nach Hause. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Hohes Alter. Die Ehefrau Anna Volpert, Konsumstraße, vollendet heute ihr 72. Lebensjahr. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Marmelshagen. Die Sprechstunden der NS.=Volkswohlfahrt über Mütterberatung usw. in der Geschäftsstelle auf der Kruppstraße fallen bis zum 5. Januar aus Kaninchenzuchtverein„Edle Zucht“. In der am Sonntag abgehaltenen Generalversammlung gab Ausgabe von Fettscheinen Alle bezugsberechtigten Personen, die nicht aus öffentlichen Mitteln unterstutzt werden, erhalten die Reichsverbilligungsscheine für Speisefette wie bisher in der Swidbertschule. Ausgegeben wird am 4. Januar an Personen mit Ausweis=Nummer 1 bis 500 von 3 bis 4 Uhr, 501 bis 1000 von 4 bis 5 Uhr, 1001 bis 1500 von 5 bis 6 Uhr: am 5. Januar 1501 bis 2000 von 8 bis 4 Uhr, 2001 bis 2500 von 4 bis 5 Uhr. 2501 bis 3000 von 5 bis 6 Uhr: am 7. Januar 3001 bis 3500 von 3 bis 4 Uhr, 3501 bis 4000 von 4 bis 5 Uhr. 4001 bis 4500 von 5 bis 6 Uhr: am 8. Januar 4501 bis 5000 von 3 bis 4 Uhr, 5001 bis 6500 von 4 bis 5 Uhr 6501 bis 7000 von 5 bis 6 Uhr: am 11. Januar 7001 bis 7500 von 3 bis 4 Uhr, 7501 bis 8500 von 4 bis 5 Uhr, 8501 bis Schluß von 5 bis 6 Uhr. Die Ausgabezeiten sind genau einzuhalten, damit eine schnelle Abfertigung der Bezugsberechtigten erfolgen kann. Wer selbst am Erscheinen verhindert ist, kann ein erwachsenes Familienmitglied mit der Empfangnahme der Bezugsscheine beauftragen. Außer dem Ausweis für den Fettscheinbezug sind Familienbuch, die letzten Lohnbescheinigungen und bei Aenderungen auch die sonstigen Unterlagen vorzulegen. Kriegsbeschädigte. Kriegerhinterbliebene und Empfänger von Kriegselternbeihilfen erhalten die Bezugsscheine am 5. Januar 1937, vormittags von 9 bis 11 Uhr, im Zimmer 9 des Rathauses. * Goldene Hochzeit in Wattenscheid. Heute können die Eheleute Albert Dreifeld und Frau, Auguste geb. Predwietzki. Vorstadtstraße 39, das Fest der goldenen Hochzeit beaehen. Der Jubilar wurde geboren am 21. September 1862 in Gilgenburg, Kreis Osterode Ostpreußen, die Jubilarin am 12. September 1864 in Schönkau. Kreis Neidenbura. Ostvreußen. 1888 kam das Ehevaar Dreifeld nach Bochum und 1904 nach Wattenscheid. Bis 1928 arbeitete der Jubilar auf der Schachtanlage Holland. An ihrem Ehrentag werden dem Jubelpaar außer 9 Kindern, 23 Enkelkinder und Urenkelkind. Gratulationen darbringen.— Die Eheleute Gottlieb Liß und Frau, geb. Konska. Gertrudisstraße Nr. 97. feierten am Neujahrstage in körverlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit. Sechs Kinder— drei Töchter und drei Söhne— 15 Enkel und ein Urenkel brachten dem Jubelvaar ihre Glückwünsche dar. Die Neujahrsnacht in Wattenscheid. Mehr als in früheren Jahren erwarteten die Wattenscheider das neue Jahr im Kreise der Familie. Daher war der Betrieb in den Wirtschaften auch geringer als sonst. Lebhaft wurde das Treiben auf den Straßen kurz vor Mitternacht, und mit Beginn des neuen Jahres setzte allenthalben lebhaftes Feuerwerk ein. Der Brauch. um 12 Uhr Feuerwerk abzubrennen, ist gegenüber früher viel mehr verbreitet. Sonst verlief die Neujahrsnacht verhältnismäßig sehr ruhig. Uebergriffe sind wohl nirgends vorgekommen. Katholische Kirchengemeinde Höntrop. Während des verflossenen Jahres wurden rund 50000 Kommunionen ausgeteilt, davon allein 7500 während der letzten Mission. 60 Kommunionkinder gingen zum ersten Male zum Tisch des Herrn. 30 Personen wurden getraut. Durch den Weihbischof wurden 270 Personen gefirmt. Es starben während des Jahres 24 davon drei noch im kindlichen Alter. Getauft wurden 81 Neugeborene. Eine verunglückte Silvester=Schwarzfahrt. Der siebzehnjährige Otto W. aus Eppendorf und der gleichaltrige Theo S. vom Höntroper Hellweg unternahmen am Silvesterabend eine Schwarzfahrt mit einem Auto. Bei dem Block Weitmar—Eppendorf gerieten die Burschen mit dem Wagen gegen einen Pfeiler und stürzten auf die Straße. Otto W. erlitt schwere Verletzungen und mußte ins Krankenhaus gebracht werden; sein Freund kam glimpflich davon. Noch ein Verkehrsunfall. Am Donnerstag morgen fuhr auf der verkehrsreichen Oststraße ein Kraftwagen gegen eine Karre, die von einem Manne geschoben wurde. Während der Kraftwagen nur leicht beschädigt wurde, wurde die Karre zertrümmert und deren Fahrer erlitt Verletzungen. Vermißt. Seit dem 11. Dezember 1936 wird die berufslose Dorothea Salemka geboren am 17. April 1917 zu Schüppenbeil, zuletzt Wattenscheid, Hochstraße Nr. 77, wohnhaft gewesen. Beschreibung: 1,55 Meter groß, schlank, dunkelbraunes Haar. blaue Augen. vollständige Zähne. Bekleidung: dunkle Klubjacke, dunklen Rock, weiße Bluse, graue Strümpfe, hohe braune Schuhe. Die Vermißte führt ein Rad bei sich und ist geistig beschränkt. Stadt Wanne=Eickel Was die Wanne=Hordeler wünschen Obwohl bereits zehn Jahre seit der Eingemeindung und der damit verbundenen Zerstückelung der Gemeinde Hordel vergangen sind, fühlen sich die heute auf WanneEickeler Gebiet, jenseits der Bahnlinie wohnenden HorPersonalnachrichten Der Reichsinvalide Heinrich Düsterweg, Augustastraße 1, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar ist körperlich noch sehr rüstig. trotzdem er 48 Jahre den schweren Beruf als Bergmann ausübte. Die Justizpressestelle des Oberlandesgerichtsbezirks Hamm in Westfalen teilt mit: Oberstaatsanwalt Potjan in Hamm ist als Oberstaatsanwalt und Erster Vertreter des Generalstaatsanwalts an die Staatsanwaltschaft bei dem Kammergericht in Berlin versetzt worden.— Oberstaatsanwalt Gabriel in Berlin ist an die Staatsanwaltschaft bei dem Oberlandesgericht in Hamm versetzt worden. Medizinalrat Dr. Trüb. bisher bei der Regierung in Magdebura, ist an die Regierung in Arnsberg versetzt worden. Der Regierungssekretär Walter Schumann in Arnsberg wurde zum Regierungsinspektor ernannt. NaTcseracmmSpia VOPPUT .Reichsstraßensammlung deler immer noch auf das engste mit Hordel und damit mit Bochum verbunden. Wenngleich auch die Stadt Wanne=Eickel sich bemüht hat, die Wünsche dieser Bürger zu erfüllen, so geht doch noch mancher unerfüllte Wunsch mit ins neue Jahr hinein. Zunächst einmal handelt es sich um die Erneuerung der Derfflingerstraße, die starken Verkehr aufzuweisen hat und von hunderten von Schlaglöchern durchsetzt ist. Auch die Bertastraße in dem Teilabschnitt zwischen dem Bahnhof und der Magdeburger Straße läßt zu wünschen übrig. Weiter vermissen die Bewohner hier oder wenigstens in der Nähe einen öffentlichen Münzfernsprecher, der wirklich ein Bedürfnis ist. Allerdings brachte das vergangene Jahr auch für diesen Stadtbezirk manche erfreuliche Neuerung. Die Koloniehäuser der alten Kruppschen Kolonie erfuhren eine Auffrischung. Notwendige Straßenarbeiten wurden an verschiedenen Stellen vorgenommen. * Persönliches. Am Neujahrstage feierte ReichsbahnOberzugschaffner i. R. Eduard Hoff, Füsilierstraße 48, seinen 75. Geburtstag.— Mit dem 1. Januar traten zwei verdiente Eisenbahnbeamte in den Rubestand. und zwar techn. Reichsbahninspektor Karl Röger nach 50= und Reichsbahn=Wagenwerkmeister August Rieken nach 42jähriger erfolgreicher Tätigkeit im Dienste der Eisenbahn. Wanne=Eickeler Silvesterzauber. Der Sprung der Kohlenstadt ins neue Jahr war bunt und stimmungsvoll. In unzähligen Gaststätten, in den Familien= und Freundeskreisen verabschiedete man das alte Jahr, das gerade für Wanne=Eickel so unendlich viel Gutes gebracht hat. Der sternenklare Himmel und der hellleuchtende Mond. dazu die festlich gestimmten WanneEckler gaben vor allem vor den Kirchen, wo die Glocken läuteten und Posaunenchorklänge das neue Jahr begleiteten, stimmungsvolle Bilder. 50 Jahre Kleinkinderschule in Wanne. Bald nach Konstituierung der evangelischen Kirchengemeinde Wanne wurde im Jahre 1887 durch den damaligen Seelsorger Pfarrer Hellweg eine Kleinkinderschule eingerichtet, die in dem früheren Brunkhorstschen Saale das erste Heim fand. Der Kleinkinderschulgedanke fand solchen Anklang, daß die immer stärker werdende Gemeinde sich mit der Einrichtung weiter Kindergärten beschäftigen mußte. Es kam zur Schaffung der heute noch bestehenden Kindergärten in der Bickern=, Unser=Fritz= und Siemensstraße. Der letztgenannte Kindergarten gehört heute zur Zwölf=Apostel=Gemeinde Wanne=Süd. Fahrraddiebstähle. Am 28. Dezember, in der Zeit von 22 bis 23 Uhr, wurde vom Hof des Astoriakinos ein Herrenfahrrad, Marke Borussia, Nummer unbekannt, gestohlen.— Am 29. Dezember, gegen 17 Uhr, wurde ein vor dem Hause Richard=Wagner=Straße 1 abgestelltes Herrenfahrrad, Marke Opel, Nummer unbekannt, gestohlen. Von dem Täter wurde ein anderes Fahrrad mit folgender Beschreibung am Tatort zurückgelassen: Marke Kluz Nr. 722001, schwarzer Rahmen und schwarze Felgen, aufwärtsgebogener Lenker ohne Griffe. An dem Rade befindet sich eine elektrische Lampe mit Dynamo. Dieses Rad kann bei der Kriminalpolizei, Gelsenkirchener Straße 25, besichtigt und vom rechtmäßigen Eigentümer in Empfang genommen werden. Stadt Gelsenkirchen Langgesuchter Verbrecher niedergeschossen. Vom Schicksal ereilt wurde am Mittwoch abend ein langgesuchter Verbrecher. Bei einem Reviergang stellte ein Polizeibeamter in der Wilhelmstraße in Gelsenkirchen einen von drei Staatsanwaltschaften gesuchten Schwerverbrecher, der beim Erscheinen des Beamten flüchtete und sich auf dem Dachboden eines Hauses versteckte. Als ihm der Beamte folgte, griff der Bursche zur Pistole und legte auf den Beamten an; der Schuß ging jedoch nicht los. Gleichzeitig hatte aber auch der bedrohte Beamte von der Schußwaffe Gebrauch gemacht. Der Verbrecher wurde getroffen und auf der Stelle getötet. # Rraft durch Feude. „Kraft durch Freude“, Abteilung Sportamt. Das Sportamt Bochum der RSG.„Kraft durch Freude“ gibt biermit bekannt, daß der Kursusbeginn nicht, wie bereits angekündigt, am., sondern erst am 7. Januar 1937 ist, da infolge der Schulserten die Hallen bis dahin noch geschlossen sind. Ich bitte daher alle Volksgenossen Bochums, sich am 7. Januar 1937 restlos in den Kursen wieder einzufinden. W das kombinierte Haarstürkangswasser Entrupal; gibt den Haaren die ehemallge Parbe wieder. #ehIferseneusgescnlessen ENTRUFAL eachtsoch teatteerweehgdenettg Kopfschuppen und He- ausfall. N..80 M.— is Posns schallen Prospekt kostenlos: Stadt-Drogerte. Bongardetr. 12 Seite 15 Nr. 1 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag,./3. Januar 1937 Aus Westfalen und Rheinland Veriann=Sbling=Sirape Neue Fernverkehrsstraße in Castrop=Rauxel Castrop=Rauxel, 1. Januar. Nach dreijähriger Bauzeit wurde am Mittwoch die neue Verbandsstraße NS VIII, die vom gleichen Tage ab die Bezeichnung „Hermann=Göring=Straße" trägt und eine Teilstrecke der Reichsstraße 235 von Münster über Lüdinghausen— Datteln—Castrop=Rauxel—Witten, Schwelm nach Köln darstellt, dem Verkehr übergeben. Zu der Uebergabe hatten sich Vertreter der NedAP., des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, des Regierungspräsidenten, des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk, der Deutschen Arbeitsfront, des Landesbauamtes Bochum, der Reichsbahndirektion Essen, der Industrie= und Handelskammer Dortmund, des Landesarbeitsamtes Westfalen und des Arbeitsamtes Herne, der Emschergenossenschaft und des Polizeipräsidenten in Bochum, die Ratsherren der Stadt Castrop=Rauxel und der Motorsturm 18/M 69 eingefunden.- Oberburgermeister Dr. Anton hieß alle Teilnehmer herzlich willkommen und stellte Zweck und Bedeutung der neuen Straße heraus. Sie sei ein neues Glied in dem großen Straßennetz des Führers. Als Zubringerstraße für die Reichsautobahn Köln—Industriegebiet—Berlin, die die Stadt im Norden berührt, sowie als wichtige Nord=Süd=Verbindung innerhalb der Stadt komme ihr eine erhöhte Bedeutung zu. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund eine Million Mark. Der Vertreter des Präsidenten des Siedlungsverbandes, Beigeordneter Dr. Hövel, überbrachte die Grüße des Staatskommissars für den Siedlungsverband, Oberbürgermeisters Dillgardt(Duisburg). Er gab bekannt, daß mit der neuen Straße im Gebiet der Stadt Castrop=Rauxel insgesamt 184 Kilometer Verbindungsstraßen des Siedlungsverbandes mit einem Kostenaufwand von insgesamt 60 Millionen Mark fertiggestellt seien. Er übermittelte allen Beteiligten den Dank des Siedlungsverbandes. Landeshauptmann Kolbow übernahm die neue Straße im Auftrage des Generalinspettors für das deutsche Straßenwesen in die Obhut des Reiches und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Bau dieser Straße wesentlich zur Steuerung der Not beigetragen habe, Anschließend fand eine Fahrt über die Hermann=Göring=Straße von Norden nach Süden statt. „Der Fürstenhof“. Dortmund, 1. Januar. Wie die„Tremonia" zuverlässig hört, wird im Hotel„Der Fürstenhof“ demnächst der Hotelbetrieb vollständig stillgelegt, während die Wirtschaftsräume eine weitere zeitgemäße Ausgestaltung erfahren. Die Kreiswaltung Dortmund der Deutschen Arbeitsfront hat die drei Stockwerke gemietet und sie wird nach entsprechender Umgestaltung ihre sämtlichen Büroräume voraussichtlich am 1. April 1987 hierhin verlegen. Im„Fürstenhof" verbleiben die Geschäftsräume des Dortmunder Sondergerichts. Tödlicher Anfall im Bahnhof Unna Unna, 1. Januar. Dienstaa ereignete sich im Bahnhof Unna ein tödlicher Unglücksfall. Beim Ueberschreiten der Gleise geriet der Weichenschmierer Johann Hahne aus Unna, Flügelstraße, zwischen die Puffer zweier Wagen des Rangierzuges und kam dabei zu Tode. Auf einer Autoreise tödlich verunglückt Münster, 1. Januar. Die hier an der Overbergschule tätige Lehrerin Lies Wessels, die bereits das Examen als Diplom=Volkswirt bestanden hatte und vor ihrem Doktorexamen stand, machte am zweiten Weihnachtsfeiertage eine Autofahrt zwischen Berlin und Stettin. Dabei fuhr der Wagen auf der vereisten Straße im Nebel gegen einen Baum und wurde schwer beschädigt. Von den drei Insassen erlitt das Ehepaar schwere Verletzungen. Fräulein Wessels wurde durch Schädelbruch auf der Stelle getötet. Ihre Leiche ist nach Münster übergeführt worden. Vom eigenen Bruder niedergeschossen Münster, 1. Januar. In der Nacht zum Mittwoch wurde der Kaufmann Arthur Horstmann vor dem an der Ecke Salzstraße und Promenade am Servatiiplatz gelegenen elterlichen Hause, in dem die Familie seit Jahrzehnten eine Delikateß= und Spirituosenhandlung unterhält, von seinem Bruder Wilhelm durch mehrere Revolverschüsse niedergestreckt und schwer verletzt. Wilhelm Horstmann hat sich der Staatsanwaltschaft gestellt. Nach der Annahme der Polizei ist die Veranlassung zu diesem blutigen Streite in Familienstreitigkeiten zu suchen. Der alte„Thunhof“ eingeäschert Paderborn, 1. Januar. Während der Hofbesitzer im Krankenhaus lag, wurde wohl der schönste und bekannteste Hof des Paderborner Landes, der alte„Thunhof" in Neuhaus, durch Feuer vernichtet. Der„Thunhof" wird im Jahre 1036 schon zum ersten Male urkundlich erwähnt. Kölner Karneval 1937 Köln, 1. Januar. Die 17 großen Karnevalsgesellschaften und Karnevalskorps haben unter Führung des Festausschusses des Kölner Karnevals die Veranstaltungsfolge festgeleat. Nicht weniger als 20 Herrensitzungen, 27 Sitzungen mit Damen und 17 Fremdensitzungen sieht der Festkalender vor. Hinzu kommen 40 große Maskenbälle in allen großen Festlokalen der Stadt. Kleine provinz=Nachrichten In der Neujahrsnacht 100 Jahre alt. In Versmold wurde in der Neujahrsnacht Oma Rahe 100 Jahre alt. Ihr Mann wurde ihr schon im Jahre 1895 entrissen. Von ihren beiden Kindern fiel ihr einziger Sohn im Weltkriege. Durch einen Hufschlag getötet. In Lünten(Kreis Coesfeld) wurde das 2½jährige Söhnchen des Bauern Heinrich Ahler durch den Hufschlag eines Pferdes, das eingeschirrt werden sollte, auf der Stelle getötet. Fabriklager durch Feuer vernichtet. In der Nacht zum Mittwoch brach in dem Gebäude der früheren Ramie=Union in Greven(Münsterland), das von der Firma Hermann Biederlack& Co. für ihre Reißerei und als Lager gebraucht wird. Feuer aus, durch das ein großer Teil der hier lagernden Baumwolle und der Abfallwolle vernichtet wurde. Der Sachschaden ist bedeutend. Mit 87 Jahre diamantenes Organistenjubiläum. Der am 1. Oktober 1849 in Sendenhorst geborene Kaufmann Josef Dünnewald konnte dort in diesen Tagen das diamantene Organistenjubiläum feiern. Noch mit seinen 87 Jahren sitzt er am Orgeltisch, wie er denn auch die mancherlei Ehrenämter stets mit größter Gewissenhaftigkeit verwaltet hat. Unser Walter hat heute sein Schwesterlein bekommen In dankbarer Freude Hilde Strohm seb. Rüssmann Zahnarzt Dr. W. Strohm Bochum, Silvester 1936 z. Z. Augusta-Krankenanstalten, Abt. Dr. Jsbruch Anni Pohlmann Elmar Mlund Jusizinspektor Wir haben uns Silvester verlobt Köln 1. Januar 1937 Bochum L Sechumer Krieger- und LandwehrKameradschaft 1. Besirk Montag, d. 4. Januar. Beerdigung des Kameraden Moritz Sievers Antreten nachm 3Uhr Friedhof Hamme Alle Drucksachen auch Trauer-Drucksachen prompt, preiswert und gut Kurenbach Pieperstraße 25, Ruf 818 20 Der liebe Gott nahm am ersten Tage des neuen Jahres meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter. Schwiegermutter. Großmutter. Schwester. Schwägerin und Tante " Tab Pianis scheder geb. Hecker zu sich in den Himmel. Sie starb im Alter von 60 Jahren nach langer, schwerer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten. Wir bitten um stille Teilnahme und ein Gedenken im Gebete. Heinrich Schrader Dr. Franz Zentis und Frau,#s geb. Schrader Dipl.-Ing. W. Wintermann und Frau, Kirchen geb. Schrader Thea Schrader Dipl.-Ing. W. Degenhardt und Frau, Hilde geb. Schrader Heinrich Schrader jr. Ing. Peter Thelen und Frau, Hiedwis geb. Schrader Elisabeth Schrader Annelise Schrader Josef Schrader ulia Schrader Josefine Hecker und 7 Enkelkinder. Bochum. Aachen und Berlin, den 1. Januar 1937 Gneisenaustr. 13 Das Levitenhochamt fndet statt am Montag, dem 4. Januar 1937. um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Josef, die Beerdigung um 10¼ Uhr von der Kapelle des Friedhofes an der Blumenstrabe aus.— Statt Kranzspenden wolle man des St-VintenzWaisenhauses oder des Herz-Jesu-Schwesternhauses gedenken. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen Statt besonderer Anzeige Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß ver schied am Neujahrsmorgen ½7 Uhr nach langem. mit Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau. unsere liebe, herzensgute Mutter. Schwägerin Tante und Schwiegermutter Prad Emfie Weller geb. Gronwald Im Alter von 69½ Jahren. la tiefer Trauer: Friedrich Weiler Fritz Weiler Hermann Weiler und Frau Helene Weiler ohanna Weiler Bochum(Bessemerstraße 31), Hamburg, den 1. Januar 1937. Die Beerdigung ündet em Montag. 4. Januar, nachmittage 3½ Uhr, vom 24 triedhof Freigrafendamm aus statt. Trauerteier ½ Stunde vorher dem LeutralAesce ennsc ce Hötting-Brot Bäckerei— Honditore! un Druse Mg S33 7 105 Auf Wunsen Zustellun trei Haus K Schülerinnen, die im Dezember 1936 aus dem Landjahr zurückgekehrt sind. Sämtliche aus dem Landjahr zurückgekehrten Schülerinnen, die in Bochum=Altstadt, Bochum=Hamme, Bochum=Grumme, Bochum=Altenbochum und Bochum=Wiemelhausen wohnen oder dort beschäftigt sind, werden hierdurch aufgefordert, sich am Montag, dem 4. Januar, oder Dienstag, dem 5. Januar 1937, in der Zeit von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr, in der Geschäftsstelle der Mädchenberufsschule, Bochum, Wittener Straße 23, zur Einschulung einzufinden. Es wird noch einmal besonders darauf aufmerksam gemacht, daß alle in den obengenannten Stadtbezirken wohnenden oder beschäftigten Landjahrschülerinnen laut Ortsgesetz zum Berufsschulbesuch verpflichtet sind. Bochum, den 31. Dezember 1936. Der Oberdürgermeister. Für die überaus wohltuenden Beweise der Teilnahme bei dem Hinscheiden meines teuren Gatten, unseres lieben Vaters sagen wir allen Beteilitten unseren herzlichen Dank Frau Hedwig Sülberg und Kinder Bochum. im Dezember 1936 Hultten=Racheichten nach anderen Veröffentlichungen und Zeitungen Verlobte: Essen: Wilhelmine Ludwig mit Rechtsanwalt Dr. zur. Fritz Ruhr. Gestorben: Dortmund: Maria Schorlemer geb. Hildebrandt, 61 Jahre: Ida Niepel geb. Häusel, 57 Jahre, Alice Cremer, 55 Jahre; Josefine Hövel, 29 Jahre. Essen: Kaufmann Otto Pothmann, 63 Jahre; Josef Schäfers, 75 Jahre; Maria Leenders geb. Simons, 75 Jahre. Gelsenkirchen: Philipp Blatt sen., 65 Jahre; Andreas Simmet, 71.; Wwe. Wilbelmine Albert geb. 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