*„ 55“chrit fün, Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. von 11 bis 12 Uhr.— Sprechit uigr. der Schzischecktonig Borimund 1760. und samstags, von 16 bis 17 Uhr.— postscheallonnDor.mund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen&am; Dierichs in Bochum Montag 14. Dez. 1936 43. Jahrgang Nummer 292 Einzelpreis 10 Pf. Auskunst, und Zissergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preislich ausgegebener Anzeigen kann keine Gewähr Abernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 T O Keug Gerrhe 31. Feierliche Proklamation in London— Krönung am 12. Mai 1937 London, 13. Dezember. Der Herzog von York wurde Samstag nachmittag im Rahmen eines feierlichen Staatsaktes im Palast zum König Georg VI. von England ausgerufen. Gleichzeitig mit dieser historischen Sitzung, in der Georg VI. den Treueid des Thronrates entgegennahm und selbst den Eid auf die Verfassung ablegte, begann auch im ganzen britischen Weltreich unter dem Donner von 21 Salutschüssen die gleiche feierliche Königsproklamation. In London erfolgte im Anschluß an den Staatsakt im St.=James=Palast die Ausrufung des neuen Königs an vieschiedenen Plätzen der Stadt in dem historisch festgelegten Rahmen unter Mitwirkung aller Herolde und Träger der mittelalterlichen Wappenämter. Während der Verlesung der Königsproklamation in der City traten das Unterhaus und das Oberhaus zu einer Sitzung zusammen, in der die Abgeordneten den Treueid auf König Georg VI. leisteten. Im St.=James=Palast war der Thronrat am Samstag um 12 Uhr MEZ. zusammengetreten, um die Proklamation König Georgs VI. aufzusetzen. Zu diesem feierlichen Staatsakt versammelten sich die Kabinettsminister, sämtliche Mitglieder des Geheimen Rates, der Lord=Mayor und der Alderman von London sowie die Sheriffs, die Inhaber der obersten richterlichen Stellen der Stadt London. Sämtliche Mitglieder erschienen in prunkvoller Hofuniform oder in ihren mittelalterlichen Amtstrachten. Eine große Menschenmenge hatte sich vor dem Palast angesammelt, um dieses glanzende Schauspiel zu beobachten. Triumphfahrt des Königs zum Buckingbam=Ppolay„ u. 482401 König Georg VI. hatte turz vor 12.30 Uhr MEZ. in der Uniform eines Admirals seine Wohnung verlassen, um sich zur Sitzung des Thronrats in den St.= James=Palast zu begeben. Eine große Menschenmenge begrüßte den neuen König mit stürmischem Jubel. Die Fahrt zum Buckingham=Palast glich einem Triumphzug. Hier bestieg der König einen anderen Wagen, der die Königsstandarte führte. Neben ihm saß Admiral Sir Basil Brooke, der jahrelang in der Zeit, da der jetzige König noch Duke of York war, in seinen Diensten gestanden hatte. In einem zweiten Wagen folgten dann drei Mitglieder des persönlichen Stabes des Königs. Vor dem St.=James=Palast begrüßte wieder eine große Menschenmenge den Ronig Der König wurde sofort in den Thronsaal des Palastes geführt. Der gesamte Thronrat wartete hier auf den neuen Monarchen, um die feierliche Proklamation vorzunehmen. Zu dem Rat gehören auch die Vertreter der Dominions und Indiens, die zusammen mit den übrigen Mitgliedern„einstimmig und eines Herzens erklären und proklamieren, daß der hohe und mächtige Prinz Albert Frederick Arthur George nun durch Gottes Gnade unser einziger mächtiger Lehnsherr als König Georg VI. ist, dem wir aus vollem Herzen und in demütiger Zuneigung Treue und ständigen Gehorsam Die Mitglieder des Thronrates leisteten darauf Georg VI. ihren Treueid, womit die eigentliche Sitzung des Thronrates begannn. Die erste Amtshandlung des neuen Königs war die übliche Erklärung an diesen Rat. Darauf verpflichtete sich Georg VI., für die Sicherheit der Kirche von Schottland zu sorgen. Zur selben Stunde begann unter dem Donner der Salutschüsse auch im ganzen britischen Weltreich der gleiche feierliche Staatsakt. Als erstes proklamierte Neuseeland den neuen König. Der Generalgouverneur und das neuseeländische Kabinen leisteten bereits um 3 Uhr MEZ. den Treueid auf den neuen König. Etwa um die gleiche Zeit erfolgte die Proklamation in Queensland. Zeitlich sodann folgte die Proklamation in Hongkong. In Kanada wurde morgen das Amtsblatt veröffentlicht, in dem die Thronbesteigung König Georgs VI. angekündigt wird. Die Proklamation wird hier jedoch erst am Montag erfolgen. In der Südafrikanischen Union erfolgte die Veröffentlichung des Amtsblattes am Sonntag, während die feierliche Ratifizierung hier erst am 8. Januar nach dem Wiederzusammentritt des Parlaments vorgenommen wird. Vor Queensland hatte die Besatzung des deutschen Kreuzers„Emden“ Gelegenheit, die feierliche Proklamation des Königs mitzuerleben. Unmittelbar nach dem Staatsakt flaggte das Schiff über die Toppen und feuerte zu Ehren des neuen Königs einen Salut von 21 Schüssen. Die Huldigung der Dominien Der erste Staatsakt König Georgs VI. bestand in der Gewährung einer Audienz an die Vertreter britischen Dominions in London, die dem König bei dieser Gelegenheit die Huldigung und das Treuegelöbnis ihrer Länder überbrachten. Der König empfing sodann den Lordpräsidenten Ramsay Macdonald und genehmigte eine Verordnung, die bestimmt, daß der für die Krönung angesetzte Zeitpunkt unverändert bleibt. Die Krönung des neuen Königs wird somit am 12. Mai 1935 erfolgen. Herolde rufen den König aus Auf vier Londoner Plätzen wurde Georg VI. am Samstag um 16 Uhr MEZ. feierlichst durch Herolde zum König ausgerufen. In den Straßen, durch die der historische Zug ging, standen Truppen aller Waffengattungen Spalier. Stunden vorher waren die Straßen bereits schwarz von Menschen. Jubelrufe der begeisterten Menge begleiteten die Herolde und Träger der mittelalterlichen Wappenämter vom St.=James=Palast bis zur Königlichen Börse. In der City herrschte ein fast lebensgefährliches Gedränge. Alle amtlichen Gebäude der Stadt hatten Flaggenschmuck angelegt. Die Herolde in ihren historischen Uniformen hatten sich im St.=James=Palast versammelt, wo ihr maliges Trompetensignal die erste Verlesung der ProBildtelegramm Scherl-Bilderdienst König Georg VI. begibt sich zur Proklamation in den St.=James=Palast " der Zug in jum an der letzten Verlesung der Proklamation vor der Königlichen Börse teilzunehmen. Pariamtent=kerstel Treueid burch die Wopveriherhangv., ziner kierlichen Sitzung haus und das Oberh, ggn einer legegu zusaxmen, in der die Aogeordneten ven Tleuetd Im Unterhaus waren etwa 100 Mitglieder anwesend. Die weiteren Abgeordneten werden den Treueid am Montag leisten. Nach dem Sprecher leistete als erster Ministerpräsident Baldwin den Eid, der fi „Ich schwöre beim allmächtigen Gott daß ich treu sein und treue Gefolgschaft Seiner Majestät König Georg leisten werde, seinen Erben und Nachfolgern, wie Hierauf trug sich der Premierminister in das in Gold gebundene Buch des Hauses ein. Auf ihn folgten die Minister, die Geheimen Staatsräte und die übrigen Abgeordneten, wobei die Führer der Opposition dadurch ausgezeichnet wurden, daß sie unmittelbar nach den Ministern den Eid ablegen konnten. Eine ähnliche Szene spielte sich im Oberhaus ab, das zum ersten Male seit dem Tode König Georgs V. zwei Thronsessel aufwies, da der neue König verheiratet ist. Unter den zahlreichen Lords, die den neuen Treueid leisteten, fiel vor allem der Erzbischof von Canterbury, das Oberhaupt der englischen Kirche, auf. klamation ankündete. Darauf setzte sich Staatskarossen, geführt von einer Eskorte von Gardekavallerie, durch die Mall in Bewegung, Vorbei an der Admiralität ging es zum Charing, die Proklamation zum zweiten Maie durch ven Herold von Lancaster verlesen wurde. Am Temple kam es vann zu einer alten Zeremonie die schon von früheren Thronbesteigungen bekannt ist. Die Straße war für den Zug durch ein Band gesperrt, um so zu bekunden, daß hier die City von London beginnt, die nur mit besonderer Genehmigung betreten werden darf. Beim. Herannahen des Zuges wurde die traditionelle Frage gestellt:„Wer kommt da?“ Die Antwort lautete: Seiner Majestät Herolde, die Eintritt in die v. von London verlangen, um seine Konigliche Majestat König Georg VI. zum König auszurufen.“ Ein Herold ohne Gefolge, nur von zwei Trompetern begleitet, erhielt darauf Einlaß und wurde zum Lord=Mayor von London gefuhrt, der in schwarz und goldener Robe, umgeben von hohen Begzrtgz, der Stadt, den Boten des Königs erwartete. Nu,„verreichung der Proklamationsurkunde antwortete der LordMayor:„Ich habe von dem Inhalt des Dokuments Kenntnis genommen und von der feierlichen Handlung, die stattfinden soll. Entsprechend altem Brauch der City von London werde ich meine Pflicht tun.“ Nach einem Trompetensignal forderte dann ein Beamter der Stadt die Herolde auf, die Botschaft innerhalb der City zu proklamieren. Der ganze Zug rückte darauf in die City ein, und wiederum wurde Georg VI. feierlich zum König ausgerufen. Nunmehr schloß sich der Lord=Mayor den Herolden und der Prozession an, Nach dem freigegebene Die Rönigsausrufung in der Londoner City in Eintritt in die Londoner City verlieft der Herold in der Staatskarosse vor dem Lord=Mayor ven Bildtelegramm Weltbild und seinem Gefolge die Königsproklamation. Eduard hat England verlassen Zum Herzog von Windsor ernannt An Bord eines Kriegsschiffes hat der„bisherige König von England, Eduard VIII., in der Nacht zum Samstag seine Heimat verlassen. Er traf in Begleitung mehrerer Herren seines Gefolges kurz nach 2 Uhr früh im Hafen von Portsmouth ein, wo das Schiff alsbald die Anker lichtete. Ueber sein Reiseziel ist Endgältiges nicht belannt. ird der bisherige Wie amtlich mitgeteilt wird, wird der bisherigKönig Eduard VIII. künftig den Namen„Herzog von Windsor“ führen. Die Rundfuntansprache des abgedankten Konigs in der Nacht zum Samstag hat in der ganzen britischen Bevölkerung tiefsten Eindruck gemacht. In fast allen Theatern Londons und in sämtlichen Lichtspielhäusern, Hotels und in den meisten Gaststätten wurde die Rede Schalke siegt:3! Westfälische Fußball=Gauliga: Westfalia Herne— Schalke 04:6 SV. Erle— Borussia Dortmund:0 Preußen Bochum siegte im Lokalkampf der Bochumer Bezirksliga knapp:0 über Westfali Bochum.— Fortuna Düsseldorf schlug Schwarz=Weiß Essen:1, der 1. FC. Nürnberg wurde von der SpVg. Fürth:1 geschlager Zwei Fußball=Länderkämpfe: In Genua: Italien— Tschechoslowakei:0. In Paris: Frankreich— Jugoslawien:0. muß gegen Schmeling kämpfen! Die in Newyork stattgefundenen Verhandlungen wegen des dennächtigen Weltmeisterschei.## brachten Max Schmeling einen großen Kampf Schmeling gegen Weltmeister Braddock wurde endgültig für den 3. Juni 193; festgesetzt. (Siehe den Sportteil!) Seite 2 Nr. 292. 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 14. Dezember 1936 durch Lautsprecher mitgehört. Die Straßen waren um 10 Uhr buchstäblich menschenleer. Während der Uebertragung unterbrachen die Theater und Lichtspielhäuser ihre Vorführungen. Man sah viele Personen weinen. Mehrere Frauen wurden an der Stelle, wo der König erklärte, daß er ohne die Frau, die er liebe, nicht weiterregieren könne, ohnmächtig. Großbritannien, so schreibt der„Daily Herald“, stand während der Ansprache buchstäblich still. Von Moskau entfesselt Milirnrauffrunts uin Rorbwesten=Ecinme Tschiangkaischek in den Händen der Roten— Der Marschall schon ermordet? Nanking, 13. Dezember. Die Nanking=Regierung hat den jungen Marschall Tschanghsueliang, den Sohn des früheren Oberkommandierenden der Mandschurei, aller seiner Aemter enthoben, da er in einem Rundtelegramm alle chinesischen Behörden zum Aufstand gegen den Marschall Tschiangkaischek, den Präsidenten des Reichsvollzugsamtes und Oberkommandierenden der Nankingtruppen, aufgefordert hat. Tschanghsueliang, der die chinesischen Truppen in der Provinz Sheusi befehligt, hat den Marschall Tschiangkaischek, der sich in der Hauptstadt der Provinz Shensi, Siaufu, aufhielt, sowie eine Anzahl hoher chinesischer Persönlichkeiten, darunter den Innenminister, die Wehrkreiskommandeure der Provinz Fukien und des Gebietes von Honan, Hupeh und Sheusi, gefangen gesetzt. Das Rundtelegramm Tschanghsueliangs enthielt ferner die Forderungen nach einem Bündnis mit Sowjetrußland, die Aufnahme der Kommunisten in die Knomintang(chinesische Nationalpartei), die Kriegserklärung an Japan und das Ende der„diktatorischen Regierung" Tschiangkaischeks. Diese Forderungen bestätigen die Vermutung, daß der Schritt Tschanghsueliangs auf Befehl der Komintern erfolgte. Bereits Mitte November sickerte aus Sianfu durch, daß Tschanghsueliang ein willenloses Werkzeug der Kommunisten geworden sei und seine Truppen sich mit der Roten Arme anbiederten. Die Nanking=Regierung plante Gegenmaßnahmen, die die Umzingelung der unzuverlässigen Truppen Tschanghsueliangs durch 50 ausgewählte Regimenter der Nanking=Regierung unter dem Kommandeur der 1. Division, Hu Tsungnan, durchführen sollten. Am 11. Dezember glaubte Tschiangkaischek die Zeit gekommen, um Tschanghsueliang das Kommando zum Kampf gegen die Banditen im Nordwesten aus den Händen zu nehmen. Am nächsten Morgen jedoch unterbrachen plötzlich die Truppen Tschanghsueliangs die Lunghai=Bahn bei Tungkuan und entwaffneten die Leibwache Tschiangkaischeks, den sie gefangen nahmen. Die Entschlossenheit, mit der alle diese Aktionen durchgeführt wurden, steht im Widerspruch mit der weichlichen Haltung Tschanghsueliangs, so daß man daraus schließt, daß die wirkliche Führung geschulte Kräfte der Komintern übernommen haben. Nach Eingang der Meldungen über die Meuterei in Sianfu fand sofort eine außerordentliche Sitzung des Ständigen Parteiausschusses und Zentralpolitischen Ausschusses statt, die bis nach Mittemnacht dauerte. Es wurde beschlossen, dem Finanzminister und bisherigen Vizepräsidenten Dr. Kung Hsianghsi das Präsidium des Reichsvollzugsamtes vertretungsweise zu übertragen. Die Militärkommission wird um 7 Mitglieder, darunter der Generalstabschef und der Marineminister, vermehrt. Die Leitung der Militärkommission übernimmt General Fengyushiang, der bisherige Vizepräsident der Kommission. Die Nanking=Truppen werden den ständigen Mitgliedern der Militärkommission und dem Kriegsminister unterstellt. Die Truppen Tschanghsueliangs werden unmittelbar der Militärkommission unterstellt und die Auslieferung Tschanghsueliangs, an die Militärkommission zur Bestrafung angeordnet. Jahre 1927 aus der chinesischen Hauptstadt Schanghai und eroberte im darauffolgenden Jahre ganz Mittelchina, wo unter Sowjetrußlands Führung abermals ein kommunistischer Aufstand entfesselt worden war. Obwohl Tschiangkaischek dann dem öffentlichen Leben, erbittert über die inneren Streitigkeiten, den Rücken kehrte, wurde er zurückberufen und vollendete als Staatspräsident das Säuberungswerk. Im Jahre 1931 legte er sein Amt abermals nieder, wurde aber bereits im Jahre 1932 zum Oberbefehlshaber aller chinesischen Truppen und zum Ministerpräsidenten ernannt. Noch sind die Aufstände in aller Erinnerung, die sich im Sommer dieses Jahres in Südchina ebenfalls unter kommunistischer Führung erhoben hatten, und ebenso die Energie, mit der der Marschall diese Aufstände restlos erstickte. Auch die von den Kommunisten angestifteten verschiedenen Attentate auf führende Persönlichkeiten der chinesischen Nationalregierung konnten den Marschall in seiner klaren nationalen Linie und Entschlossenheit nicht erschüttern. Er sah, daß der innere Aufbau und die langsame Festigung Chinas nur erfolgen konnten, wenn China mit seinem großen japanischen Nachbarn in Frieden lebte. Diese Linie der Politik des chinesischen Marschalls wurde von der Moskauer Komintern und ihrer Regierung im Hinblick auf die fernöstlichen weltrevolutionären Ziele als äußerst störend empfunden. In den abtrünnigen General Tschanghsueliang fand Moskau einen Verbündeten. Die Gefangennahme Tschiangkaischeks, noch mehr aber seine, wenn auch noch nicht bestätigte Erschießung würden für bedac China einen äußerst schweren Schlag bedeuten, der das muß. chinesische Einigungswerk abermals unterbrechen müßte. Wenn diese Dinge sich auch auf einer Linie abspielen, die den europäischen Blicken weit entrückt ist, so sind dennoch Wirkungen auf Europa nicht ausgeschlossen. Abermals ist der Beweis erbracht, daß man in Moskau kein Mittel scheut, um in Europa ebenso wie in Fernost aus den durch bolschewistische Agenten angezettelten Unruhen Nahrung für die schewistischen Weltrevolution zu ziehen. Deutsche Antwort an England und Frankreich in der spanischen Frage dub Berlin, 13. Dezember. Der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath hat den hiesigen Botschaftern Englands und Frankreichs am Samstag folgende Denkschrift überDie deutsche Regierung beehrt sich auf die Denkschriften der königlich britischen und der französischen Regierung vom 5. d. M. über die Lage in Spanien folgendes zu erwidern:„.,.sahuerhändlich de1. Die deutsche Regierung teilt selbstverständlich den Wunsch der beiden Regierungen, in Spanien möglichst bald geordnete, friedliche Zustände hergestellt zu sehen und insbesondere der Gefahr eines Uebergreifens des Brandes auf das übrige Europa vorzubeugen. Sie ist bereit, alle Maßnahmen zu unterstützen, die wirklich geeignet sind, diesem Zwecke zu dienen, der allen ordnungsliebenden und auf die Sicherung des Friedens bedachten Regierungen in Europa am Herzen liegen Was den Vorschlag der beiden Regierungen anIn den Kreisen der Nankinger Nationalregierung langt, die Vereinbarung über die Nichteinmischung in slaubt mon, die Truppen des meuternden Generals) Verabrehungen esetio zu gestalten, so muß die deutsche alsbald abschnüren und vernichten zu können. Regierung darauf hinweisen, daß sie von Anfang an, so auch in ihrer Note vom 27. August d.., dafür eingetreten ist, die zu treffenden Abreden auf die Verhinderung der Ausreise von freiwilligen Teilnehmern an den Kämpfen in Spanien auszudehnen. Sie hat es sehr bedauert, daß sich andere Regierungen damals hierzu nicht haben entschließen können, was zweifellos wesentlich dazu beigetragen hat, die Lage in Spanien zu verschärfen. Ob das allgemeine Verbot jeder direkten oder indirekten Einmischung auch unter den heute gegebenen Verhältnissen noch zu dem erstrebten Ziele führen kann, muß leider einigermaßen zweifelhaft erscheinen. Das bedarf angesichts der allgemein bekannten Rolle, die landfremde Elemente in immer steigendem Maße bei der Entfesselung anarchischer Aktionen in Spanien gespielt haben und noch spielen, keiner näheren Begründung. Die deutsche Regierung ist aber gleichwohl bereit, sich in dem Londoner Ausschuß, wie bisher, an allen Beratungen darüber zu beteiligen, wie eine Aenderung dieses Zustandes und eine wirksame Kontrolle der zu treffenden Vereinbarungen herbeigeführt werden könnte. Dabei ist sie aber der Ansicht, daß das Verbot direkter oder indirekter Einmischung als ein einheitliches Gesamtproblem in Angriff genommen werden müßte. 3. Der Gedanke, durch eine gemeinsame Vermittlungsaktion der beteiligten Mächte den Kämpfen ein Ende zu bereiten, verdient an sich sicherlich alle Sympathie. Die deutsche Regierung hat indes schon durch die von ihr ausgesprochene Anerkennung der nationalen Regierung zum Ausdruck gebracht, daß sie neben dieser Regierung keinen anderen Faktor in Spanien sieht, der noch den Anspruch erheben könnte, das spanische Volk zu repräsentieren. Die dieser nationalen Regierung gegenüberstehende Partei hat überdies durch die ganze Art ihres Kampfes, durch die Ermordung politischer Gegner, durch Geisel=Erschießungen, Verbrennungen und andere Brutalitäten die Leidenschaften bis zum äußersten aufgepeitscht. Eine Versöhnung mit dieser Partei erscheint schon wegen der in ihr offensichtlich vorherrschenden anarchischen Tendenz schwer denkbar. Wie es vollends in Frage kommen könnte, bei dieser Sachlage eine ordnungsmäßige Volksabstimmung in Spanien zu bewerkstelligen, vermag die deutsche Regierung nicht zu erkennen. Trotzdem wird sie aber, wenn die anderen Regierungen brauchbare konkrete Vermittlungsvorschläge glauben machen zu können, an deren Prüfung und Verwirklichung bereitwillig mitarbeiten.... 5an uch 9t.lian und Gartergal Wie wir erfahren, haben auch Italien und Portugal den Regierungen in London und Paris auf ihre Denkschriften geantwortet. Der sins Eir Auftenggeeer Fonltfiirklr.. Wer sind seine Helfershelfer?— Die unbeantworteten Fragen des Mordprozesses in Chur Erste Kämpfe Der Kommandeur der Wusung=Garnison in Schanghai, General Yangfu, berichtete, daß auf den Stadtmauern Sianfus rote Fahnen wehen und daß in der Nähe der Stadt die ersten Kämpfe zwischen Truppen Tschanghsueliangs und Streitkräften des Befriedungskommissars der Provinz Shensi, der Nanking die Treue halte, ausgebrochen seien. Tokio sagt: gefahrdrohend Tokio, 13. Dezember. Die Meldungen über die Vorgänge in China sind in Tokio mit großer Bestürzung aufgenommen worden. Das japanische Kabinett ist bereits zweimal zu längeren Beratungen zusammengetreten. Es ist beschlossen worden, zunächst die weitere Entwicklung der Lage in China abzuwarten. In politischen Kreisen sieht man die Lage für ganz Ostasien besonders deshalb als gefahrdrohend an, weil der Kommunismus die treibende Kraft der Meuterei Tschanghsueliangs ist. Nach japanischer Ansicht ist die Krise ohne eine vollkommene Umbildung der chinesischen Zentralregierung nicht zu lösen. Nach einem soeben eingetroffenen Bericht des japanischen Botschafters in Nanking, Kawagoe, der sich augenblicklich in Schanghai befindet, soll Tschiang= kaischek nicht mehr am Leben sein.(Eine Bestätigung dieser Mitteilung des japanischen Botschafters liegt noch nicht vor.) * Die Folgen des Militäraufstandes im Nordwesten Chinas für die gesamte Fernostpolitik sind nicht zu übersehen. Alle aus Schanghai, aus Peiping und aus Tokio einlaufenden Meldungen lassen deutlich erkennen, daß auch hier wiederum Agenten Sowjetrußlands die Klärung der ostasiatischen Verhältnisse durchkreuzt haben, um das chinesische Reich von neuem in zwei sich bekämpfende Lager zu spalten und aus dieser Verwirrung den weltrevolutionären Profit zu ziehen. In der Hauptstadt Chinas, in Nanking. ist man ebenso wenig wie in Tokio darüber im unklaren daß hinter dem Militäraufstand des nordchinesischen Generals Tschanghsueliang die Moskauer Regierung steht. Die Welt erlebt also wieder einmal das tolle Schauspiel, daß dasselbe Sowjetrußland, das in Genf und in den europäischen Hauptstädten die scheinheilige Maske des Völkerbunds=Apostels anlegt, auch in Ostasien mit den gleichen Mitteln operiert, die Europa in Spanien doch wahrlich zur Genüge zu spüren bekommen hat. Seit Jahren war die Person des chinesischen Nationalhelden, des Marschalls Tschiangkaischek, ein Dorn im Auge der Moskauer Pol tik. Tschiangkaischek, der im Oktober dieses Jahres sein 50. Lebensjahr vollendete, hatte im Jahre 1926 die füdchinesische Regierung in Kanton von kommunistischen Elementen gewaltsam gesäubert und durch energische Feldzüge vom Süden her das weite chinesische Reich allmählich seiner inneren Befriedung entgegengeführt. So vertrieb er die Bolschewisten und die chinesischen Kommunisten im Der nach Chur entsandte Hauptschriftleiter der NSK. schreibt zu der brennendsten Frage des nunmehr abgeschlossenen Mordprozesses, der Frage nach den Hintermännern, folgendes: Die Verhandlungen des Prozesses gegen den jüdischen Mörder Wilhelm Gustloffs sind abgeschlossen. Wenn wir nach ihnen die Frage erheben:„Hat die Verhandlung in Chur volle Klärung der Davoser Mordtat gebracht? so müssen wir antworten:„Ja, soweit es sich darum handelte, die volle Verantwortlichkeit des Mörders und die Vorsätzlichkeit seines Verbrechens unter Beweis zu stellen. Alle Künste des Verteidigers, alle die politischen Register, die er zog, haben den klaren Tatbestand nicht zu vernebeln verBei der völligen Klärung der Schuld und angesichts der Tatsache, daß der Mörder sich auch vor Gericht als ebenso verlogener wie zynischer Charakter erwiesen hat, kann nicht daran gezweifelt werden, daß das Gericht eine energische Verurteilung für angebracht halten wird. Wenn wir aber die Frage ausdehnen, auf die Hintergründe, die die feige Tat Frankfurters gehabt hat, dann müssen wir uns klar werden darüber, daß die Frage der Hintergründe im Verlauf der Verhandlung zwar mehrfach angeschnitten, aber niemals aufgerollt wurde. Dies ist um so bedauerlicher, als eine Reihe von Ergebnissen der Beweisaufnahme sich nur erklären lassen durch die Feststellung: David Frankfurter hat Anstifter und Helfershelfer gehabt. Diese Feststellung bringt keine Veränderung seiner persönlichen Schuld mit sich. Sie ist aber wichtig für den, der die ganze Größe des Verbrechens erkennen will. Wesentliche Argumente Es soll nun im folgenden unternommen werden, die wesentlichsten Argumente für die obengetroffene Feststellung im einzelnen zusammenzutragen. 1. Der Mörder hat bei seiner ersten Vernehmung angegeben, daß er den Mord deshalb begangen habe, „weil das, was jetzt in Deutschland passiert, nicht mehr anzusehen“ sei. Auch die Verteidigung hat sich darauf berufen, daß die innere Erregung über die deutschen „Judenverfolgungen“, der wesentliche Anlaß der Tat gewesen sei. In zahlreichen Zeugenaussagen wurde dabei festgestellt, daß etwa seit Dezember 1935 eine besondere Erregung Frankfurters festzustellen gewesen sei. In etwa die gleiche Zeit fällt ja auch der Revolverkauf und der Beginn der Pause im Briefwechsel mit seinen Angehörigen., Ia##: Mam Gatfichlich dis di. Man muß fragen:„Wenn rarsachlich die eigene innere Erregung Frankfurters der Anlaß zum Mordentschluß gewesen sein soll—— warum ist diese Erregung nicht früher aufgetreten, also etwa unmittelbar bei seiner Uebersiedlung in die Schweiz im Jahre 1933 oder etwa beim Erlaß der deutschen Judengesetze im September 1935, auf die er sich sa auch beruft..„90 4— 9. Nein, erst im Dezember 1935, in einer Zeit also, in der sich die Judenfrage in Deutschland bereits völlig bei den täglichen Kaffeehausbesuchen, von denen die Zeugenaussagen sprechen, ist während der Verhandlung leider nicht die Rede gewesen. 2. In der Verhandlung angeschnitten wurden die auffällig starken Bemühungen der Familie Frankfurter, gerade in den Tagen unmittelbar vor der Tat mit David Frankfurter in persönliche, möglichst telephonische Verbindung zu treten. Die einzelnen Tatsachen sind die folgenden: Am Donnerstag vor der Tat eine Expreßkarte des Bruders. Am Freitag telephonischer Anruf. Am Samstag Erwartung eines telephonischen Anrufs durch den Bruder. Am Samstag abend ein Telegramm an den David Frankfurter. Am Sonntag fährt der Bruder Frankfurters nach Hause,„um seinen Vater zu beruhigen“. Am Montag wird ein Anruf aus Bern erwartet. Am Dienstag erfolgt gleichzeitig mit einer Expreßkarte ein neuer Versuch, Frankfurter telephonisch zu erreichen. Alle die Telephonate werden aus einem jugoslawischen Ort mit Bern in der Schweiz geführt. Es ist völlig unwahrscheinlich, daß es sich hier nur um Gesundheitsfragen gehandelt hat. Nach dem ersten telephonischen Anruf, bei dem der Bruder Frankfurters mit dem Freund Davids. den Jugoslawen Pavlinovic, gesprochen hat, schreibt Alfons Frankfurter an seinen Bruder u..:„Nachdem ich mit Branko Pavlinovic gesprochen hatte, war ich keineswegs beruhigt. obwohl er mir versicherte, daß Du gesund seiest.“ Der Einwand, daß die Lügen Frankfurters über sein Studium Gegenstand der gewünschten Unterhaltung sein sollten, ist nicht recht einleuchtend. Ein Tatbestand, der dreizehn Semester hindurch sich fortsetzte, brauchte nicht— ohne jeden äußeren Anlaß— plötzlich innerhalb von vier Tagen telephonisch und telegraphisch aufgerollt und geklärt zu werden.#4 1. ExKäahtich u Der ganze Vorgang wird nur verständlich, wenn man annimmt, daß die Familie Frankfurter etwa am 30. Januar(Tag der ersten Expreßkarte) von der beabsichtigten Tat erfuhr und sofort versuchte, mit dem Sohn in Verbindung zu treten. Es ist dabei möglich, daß es die Absicht der Familie gewesen ist, den David Frankfurter von seinem Verbrechen abzuhalten. Da der Mörder seit Dezember 1935 keine Verbindung mit seiner Familie mehr gehabt hat, erhebt sich die Frage: Von welcher Seite hat die Familie Zrankfurter von dem bevorstehenden Ereignis Kenntnis erhalten: 3. Eine weitere Frage, die auch der Vorsitzende des Gerichts angeschnitten hat, ergibt sich aus der überraschenden Tatsache, daß der Mörder, der bereits am 31. Januar abends in Davos eintraf, erst am 4. Februar zur Tat schritt, ohne vorher auch nur den Versuch zum Attentat unternommen zu haben. Dies ist vor allem deshalb auffällig, weil Gustloff während dieser Tage verreist war. Frankfurter hatte erklärt, daß er auch keinen Versuch gemacht habe, etwa durch telephonischen Anruf festzustellen, ob Gustloff sich in Davos befände. „Die Sicherheit, mit der Frankfurter— ohne selbst Schritte zu unternehmen, die ihn unmittelbar unterrichtet hätten— so lange mit seinem Eindringen in das Haus Gustloffs wartet bis dieser von seiner Reise zurückgekehrt ist, läßt sich nur durch das Vorhandensein einer Person erklären, die die Aufgabe übernommen hatte, Frankfurter richtig an Ort und Stelle zu bringen. Der Mordplan auf der Zigarettenschachtel in den ruhigen, gesetzlichen Bahnen der Nürnberger Beschlüsse bewegte, soll sie sich bemerkbar gemacht haben. Es wird erklärt werden: Der Mordplan entstand eben erst im Anschluß an den Selbstmordentschluß. Nach den eigenen Aussagen Frankfurters am Vormittag des ersten Verhandlungstages aber hatte er in Wirklichkeit damals beim Revolverkauf„keinen Selbstmordentschluß" gefaßt und— wie er angibt— höchstens„im Spaß“ von Selbstmord gesprochen. Wir fragen deshalb: Wer hat David Frankfurter im Dezember 1935 den Gedanken zur Bluttat gegeben? Bei den Voruntersuchungen ist der Kreis seiner Familie und der als seine persönlichen Freunde bekannten Personen untersucht worden. Ueber seinen Umgang 4. Dazu aber kommt das entscheidendste und völlig zwingende Argument für das Vorhanden sein von Mithelfern und Mitwissern: Das sind Aufzeichnungen Frankfurters auf dem Deckel einer Zigarettenschachtel. Der Inhalt dieser Aufzeichnungen ist bekannt. Sie beginnen nach der eigenen Uebersetzung Frankfurters in der Verhandlung mit den Worten:„Es soll ausgeführt werden das Urteil“, und sie geben den Mordplan in allen Einzelheiten wieder. Es war außerordentlich interessant, daß Frankfurter in der Verhandlung gerade an diese Aufzeichnungen sich nicht mehr erinnern zu können angab, aber trotzdem zugeben mußte, daß es sich um Aufzeichnungen von seiner Hand handelte. Niemand, der einen Entschluß nur aus sich selbst heraus faßt und einen Plan zu einer Tat sich allein überlegt, kommt auf den Gedanken, diesen Plan schriftlich zu fixieren, vor allem dann nicht, wenn er genau weiß, daß er die Niederschrift während der beabsichtigten Handlung doch nicht zu Rate ziehen kann. Niemand dagegen wird versäumen, sich Notizen zu machen, wenn ihm bestimmte, ins einzelne gehende Ratschläge von einer zweiten Person oder mehreren anderen Personen erteilt worden sind. Man schreibt solche Ratschläge auf, um sie nicht zu vergessen und um sie in aller Ruhe einprägen zu können. Es gibt nur eine Erklärung für diese Aufzeichnungen des Mörders: Es ist ihm bei der Durchführung seiner Tat von anderer Seite ein ins einzelne gehender Plan ausgearbeitet und mitgeteilt worden. Diesen Plan hat er sich notiert, um ja alles so durchzuführen, wie es von ihm erwartet wurde. Dabei fiel das Wort vom Urteil als einer bereits bekannten und feststehenden Tatsache, denn Frankfurter notierte sich„es soll ausgeführt werden das Urteil“. Wer hat dieses Arteil ausgesprochen? Das ist die große Frage, die dieser Prozeß aufgeworfen, aber nicht beantwortet hat. Wo Frankfurter seine Mithelfer getroffen hat— wir wissen es nicht. Wie die Namen derer lauten, die bei dem verkommenen und verbummelten, aber doch sensationslüsternen Studenten Zustimmung zu ihren Mordplänen fanden— wir wissen es nicht. Das aber wissen wir— es ist das eindeutige Ergebnis dieses Prozesses—, daß David Frankfurter gehandelt hat als einer seines Stammes. Wir wissen, daß seine Auftraggeber nur diejenigen sein konnten, die ihrem Haß gegen den Nationalsozialismus blutigen Ausdruck verleihen wollten. Der Führer hat bei der Beisetzung Wilhelm Gustloffs es ausgesprochen:„Hinter jenem Mord... steht die haßerfüllte Macht unseres jüdischen Feindes, dem wir nichts zuleide getan hatten, der aber versuchte, unser deutsches Volk zu unterjochen und zu seinem Sklaven zu machen...“ Offenkundig steht am Ende dieses Prozesses der Hinweis auf diesen Hintergrund des Davoser Mordes. Auch er wird einmal dazu beitragen, der Welt die Augen zu öffnen. Weitere politische Nachrichten auf Seite 12 Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Joest, Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Peddingbaus; Lokales: Hans Schulte, Kulturpolttik und Unterdaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schmidi, Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Sport: Hans Horndere Anzeigen: Kürt Scholi sämtlich in Bochum. Berliner Schriftlettung: Michael Haupt, Berlin=Karlsvorst, Döndoffstraße 19. Anrus Karlsdörft 0340. Berliner Anzeigenveriretung:„P. W. Vempe, BerlinCharlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf O 1 Steinplatz 6813, Verlag und Druck: Laupenmüdlen 5 Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig, Nachlaßstaffel B.— DA. XI. 36 über 27.000. Sprechkunden der Schriftleitung wochentags. außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Udr. Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Rückports. Die heutige Rummer umfaßt 16 Seiten Seite 3 Nr. 292. 7 Bochumer Anzeiger„ Montag, 14. Dezember 1936 ##tethentüter enrienrcte Märchenhaft schön ist der Blick vom hohen Turm der Schlegelbrauerei zur beleuchteten Christuskirche und zum festlich Uff! Was war das eine Menge in der Stadt und ein Gedränge! Auf der Kortumstraße schieben sah man hüben und auch drüben ries'ge Dauer=Menschenschlangen! So ist's überall gegangen hier bei uns am Wochenende. Als wenn er kein Ende fände, flutete der Strom der Käufer und der Sonntagsausgehläufer durch die Stadt. Und das ist klar und ward wieder offenbar, daß als gute Einkaufsstadt Bochum seinen Namen hat! „Mehr konnte nicht sein, und schöner konnte es nicht sein!“. Ein anderes Urteil kann niemand haben, der am Samstag und am silbernen Sonntag Bochum durchwandert und betrachtet hat. Unsere Heimatstadt ist gerade durch das geschlossene Bild der Innenstadt im Schmucke von Grubenlicht und Weihnachtsbaum, im Glanz des angestrahlten Rathauses und der von Scheinwerferbündeln verzauberten Türme der Kirchen in der Innenstadt ein einziger festlicher Anblick. Natürlich, die Zehntausende, die jetzt vor dem Weihnachtsfest in die Geschäftsstadt kommen, die aber Tausende von Bochumern und die ungezählten Besucher aus unseren Nachbarstädten, sie wollen nicht allein von der Schönheit weihnachtlicher Bilder überrascht sein. Aber niemand wird sich den freudigen Gefühlen entziehen können, die diese licht= und tannengrüngeschmückte Stadt mit all den strahlenden Schaufenstern, mit dem Strom der Menschen, mit den Christbaumständen und all dem Vorweihnachtlichen erweckt! Daß Bochum nicht allein darauf bedacht ist, sich zum Weihnachtsfest zu schmücken, daß Bochums Geund wer gesehen hat, wie auf dem Strom der Menschen an beiden Tagen lustig die kleinen und großen, die weißen und die bunten Pakete und Paketchen schwammen, der weiß auch so schon, daß Bochum Gutes bieten muß! Weihnachtsklänge— hoch vom Rathausvorbau her im Rathausvorbau ber M achmemd.; Die weihnachtliche Stimmung dieses Wochenendes war wirklich doppelt und vielfach. Denn zum 3. Advent einte sich die Volksgemeinschaft erneut und besonders für das Eintopfopfer, das diesmal in verstärktem Sinne der Freude gelten sollte, der Schaffung wirkNeues aus Bochum Brand in der Garage. Am 11. Dezember, gegen 13.35 Uhr, rückte die Feuerlöschpolizei nach dem Hause Humboldtstraße 25 aus. Dort war in einer Garage der Vergaser eines Personenkraftwagens in Brand geangestrahlten Rathaus licher Weihnachtsfreude auch für den letzten deutschen Volksgenossen. Und sicher haben die vielen Sammler, die sich diesem Dienste widmeten, erfahren, daß die Freude am Geben gerade zu festlicher Zeit jedes Deutb Den allgemein wohl erwarteten, von der Jugend herbeigesehnten Frost brachte das Wochenende zwar nicht. Dafür aber waren beide Tage von schönem Wetter, ja teilweise sogar von goldener Wintersonne begünstigt. Und die wenigen Tropfen Regen, die a Sonntag nachmittag fielen, konnten den Riesenbetrieb. in der Stadt nicht irgendwie merkbar beeinflussen. Eine prachtvolle Zugabe zur festlichen Stimmung des Samstags und des Sonntags waren die Platzkonzerte in der Innenstadt und in verschiedenen Stadtteilen. Am Samstag bereits spielte die Polizeimusikkapelle der Schutzpolizei nachmittags auf dem Marktplatz in Linden, um dann am Sonntag die Bewohner des Griesenbruchs mit einem Vormittagskonzert auf dem Moltkemarkt zu erfreuen. Der Musikzug der SA.= Standarte R 17 konzertierte Sonntag in der Mittagsstunde auf dem Amtsplatz in Bochum=Hamme. Neben diesen prächtigen Konzerten paßte sich des silbernen Sonntags besonders schön auch das Konzert eines Posaunenchors an, der von 17 bis 19 Uhr über die am Rathausplatz vorbeiflutenden Menschen die schönsten alten deutschen Weihnachtsweisen erklingen ließ, unterbrochen in den Pausen seines Konzerts von dem mit ihm wetteifernden Glockenspiel im Innenhof des Rathauses. Der silberne Sonntag war für Bochum und alle seine Besucher ein Tag restlos erfüllter Erwartungen. Daß ihn der„Goldene", der 20. Dezember, sicher eraus. Dort war in Vergaser, eines Pexsonenkraftwagens in Brand geraten. Der Brand griff auf die Inneneinrichtung der Garage über. Diese brannte vollständig aus. Meist geht es umgekehrt— Hier war das Auto dran! 10. Dezember wurde ein Fußgänger beim Ueberschreiten der Fahrbahn der Horst=Wessel=Straße von einem Lastkraftwagen angefahren. Der Lastkraftwagen wurde leicht beschädigt. Fahrradunfall. Empfindlich zu Schaden kim Donnerstag abend der Schachtaufseher Karl Me.. Wiescherstraße, der mit dem Fahrrad gegen einen Beleuchtungsmast fuhr, wobei er böse zum Sturz kam. Neben einem linksseitigen Armbruch erlitt er empfindliche Gesichtsund Oberschenkelverletzungen, die äratliche Behandlung erforderlich machten. Neue Gaslampen im Ehrenfeld und Hunscheidtsfeld. Schritt für Schritt werden die Straßen mit den neuen Gaslampen ausgerüstet. Die Königsallee York= und Friederika= sowie Bülowstraße sind in den letzten Wochen mit neuen Gaslampen ausgestattet worden. Für die alten Gaslampen mit dem stehenden Glühlicht sind Kuppeln mit mehrflammigen Hängeflammen und neuartiger Kuppel, deren eine Hälfte aus Milchalas besteht, eingebaut worden. „Mensch, so'n Roller, dat wär wat!“ schäftswelt darüber hinaus dafür gesorgt hat, Bochums Ruf als Einkaufsstadt in der Nachbarschaft zu mehren, davon haben sich an diesem Wochenende viele Zehntausende überzeugt. Es ist eine wahre Pracht, was sich hinter den Schaufenstern unserer Geschäftsstraßen zeigt. Die Form der Ausstellungen, die Mannigfaltigkeit des Dargebotenen und in vielen, vielen Dingen die Preisgestaltung überraschen auf Schritt und Tritt: Heute Platzkonzert am Freigrafendamm. Am 14. Dezember, in der Zeit von 16 bis 17 Uhr, findet bei günstigem Wetter im Stadtteil Altenbochum, Freigrafendamm, Ecke Wittener Straße, ein Platzkonzert der Polizeimusikkapelle statt. Afghanischer Besuch in Bochum Der Ministerpräsident von Asghanistan, Seine Königliche Hoheit Sardar Mohamed Hash Chan, der seit einigen Wochen in Deutschland weilt, traf am Freitag in Begleitung des Direktors der afghanischen Nationalbank, Atik Chan, und anderer afghanischer und deutscher Herren zum Besuche verschiedener Werke der Vereinigten Stahlwerke in Dortmund ein. Die fremden Gäste unternahmen am Samstag vormittag einen längeren Rundgang durch das Dortmunder Werk des Dortmund=Hörder Hüttenvereins und besichtigten anschließend die Werkstätten der Dortmunder Union, der Brückenbau AG. sowie die Anlagen des Bochumer Vereins. Die für Anfang nächster Woche vorgesehenen Besuche bei der Thyssen=Hütte Hamborn und bem Werk Poensgen, Düsseldorf, den Deutschen, Röhrenwerken AG., die noch ergänzt werden durch Besichtigungen anderer Unternehmungen der Westindustrie, werden den Gästen einen guten Einblick geben in die Leistungen und Arbeitsorganisation der deutschen Eisenindustrie und damit sicherlich zum weiteren Ausbau der deutschlafghanischen Wirtschaftsbeziehungen beitragen. Anfälle des Nebeltages am Freitag vergangener Woche Am 11. Dezember stießen auf der Wittener Ecke Eulenbaumstraße ein Personenkraftwagen und ein Motorrad zusammen. Der Führer des Motorrades wurde leicht verletzt, sein Rad leicht beschädigt. Am gleichen Tage geriet ein Lastkraftwagen mit Anhänger auf der Hörder Straße in Bochum=Langendreer infolge starker Glätte ins Schleudern und stürzte in den Straßengraben. Ein Beifahrer wurde leicht verletzt. Der Lastkraftwagen wurde stark beschädigt und mußte abgeschleppt werden. Auf der Hattinger Straße wurde am 11. Dezember ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren. Der Radfahrer erlitt eine Gehirnerschütterung und wurde dem evangelischen Krankenhaus in Hattingen zugeführt. Motorradfahrer gesucht wegen eines Verkehrsunfalles am 2. Dezember Am 2. Dezember, gegen 17.45 Uhr, wurde ein Mädchen, das ein zweijähriges Kind auf dem Arm trug, auf dem Marktplatz an der Bongardstraße zwischen Bedürfnisanstalt und dem Geschäft Mettner von einem Motorradfahrer, der in Richtung Kortumstraße fuhr, angefahren. Das Mädchen und das Kind kamen zu Fall und wurden verletzt. Der Motorradfahrer ist weitergefahren, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Er wird aufgefordert, sich im Polizeipräsidium, Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 89, zu melden. Personen, die sachdienliche Angaben zu dem Verkehrsunfall machen können, werden gleichfalls gebeten, sich zu melden. Ein altes. immer wieder schönes Bild vom Bochumer Christbaumhandel reichen, wahrscheinlich aber in den Verkehrszahlen noch übertreffen wird, kann man nach diesen freudigen Bildern mit Bestimmtheit hoffen! Freiwilligen-Einstellung 1937 Das Generalkommando VI. A. K. teilt mit. =Wehrpflichtige, die beabsichtigen, bei der Kampfwagentruppe oder bei motorisierten Einheiten(Infanterie, Artillerie) zum Herbst 1937 als Freiwillige einzutreten, haben ihre Einstellungsgesuche an die 3. Panzer=Division, Berlin, Kurfürstenstraße 87, mit dem Kennwort„Freiwilligen=Einstellung 1937“ einzureichen. ersen ud Sand ud Prt ufalisden uer-Barduen ur Barunder Aien Briun u. ur.. Zur welfdeutichen Uraufführung von Fralers„Neun Ottiziere im Bochumer Stadmllealer Die Besprechung über die Aufführung finderk unsere Leser auf Seite 11 KO 7 R8 7210 Studien unseres Zeichners Alexander Pietd B Seite 4 Nr. 292.„ Bochumer Anzeiger„ Montag, 14. Dezember 1936 Die Wirrschafteeinhen=Grestsnirt. Präsident Generaldirektor Dr.=Ing. e. h. Borbet vor dem Beirat der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe Der Präsident der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe zu Dortmund, Generaldirektor Dr.=Ing. e. h. Borbet(Bochum), hatte zu einer Beiratssitzung der Wirtschaftskammer auf den 7. Dezember eingeladen, die im Zeichen des Arbeitseinsatzes in Westfalen durchgeführt wurde. Der Sitzung, an der außer dem Beirat und den Geschäftsführern der Industrie= und Handelskammern des westfälisch=lippischen Gebiets auch der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilnahm, ging eine Besichtigung des Bochumer Vereins voraus. Der Rundgang durch die Anlagen des Höntroper Werkes, des Hochofenwerkes sowie der Glockengießerei machte die Teilnehmer mit, einigen der für den industriellen Westen bedeutungsvousten Proouktions= kstätten bekannt. Einleitend sprach Präsident Dr. Borbet über die organisatorischen und sachlichen Voraussetzungen für die von der Wirtschaftskammer zu erörternden Fragen. Dr. Borbet setzte sich insbesondere mit der Lösung der regionalen Wirtschaftsordnung auseinander, die auf Grund der Verordnung vom 7. Juli 1936 erfolgt sei. Er betonte dabei die Wirtschaftseinheit Westfalens, die herauszustellen und wirksam werden zu lassen, Aufgabe der Wirtschaftskammer sei. Präsident Dr. Borbet sagte dann wörtlich:„Die sich zunächst ergebenden Schwierigkeiten haben wir heute überwunden. Ich habe der Wirtschaftskammer Düsseldorf den Vorschlag gemacht, daß wir in sachlicher Beziehung zum Beispiel auf den Gebieten der Steuerpflicht und des Siedlungswesens zusammenarbeiten. Anderseits ist es gelungen, die Einheit in der gesamten westfälischen Wirtschaft soweit herauszustellen, daß hier Gegensätze nirgends vorhanden sind.“ Präsident Dr. Borbet betonte ferner, daß es nicht Aufgabe sei, in der Organisation irgendwelche Prestigefragen zum Austrag zu bringen, sondern praktische Arbeit in möglichster Nähe der zu betreuenden Betriebe zu leisten. Abschließend ging dann Präsident Dr. Borbet auf das Thema des Tages, den Arbeitseinsatz in Westfalen und Lippe, unter besonderer Berücksichtigung der großen Aufgaben zur Durchführung des Vierjahresplanes ein. Im Anschluß an seine Rede verpflichtete der Präsident die vom Reichs= und preußischen Wirtschaftsminister bestätigten Beiratsmitglieder Generaldirektor Bergassessor a. D. Ernst Buskühl und Kaufmann Wilhelm Bohe durch Handschlag. Regierungsrat Dr. Bauer vom Landesarbeitsamt Westfalen sprach sodann über die Struktur der Erwerbslosigkeit in Westfalen. Ausgehend von der Aufgliederung der Bevölkerung nach Bevölkerungsgruppen und der Erwerbsdichte in Westfalen und im Ruhrgebiet, gab Dr. Bauer einen Ueberblick über die Entwicklung des Beschäftigungsgrades und den gegenwärtigen Stand der Arbeitslosigkeit im hiesigen Wirtschaftsraum. Er behandelte die wirtschaftlichen und arbeitsstrukturellen Verhältnisse in der Eisenund Metallindustrie, im Baugewerbe sowie das besondere Problem des ungelernten Arbeiters. Der Vortragende kam zu dem Ergebnis, daß keine Gewaltlösungen versucht werden dürften; zur Sicherung eines dauernden Erfolges müsse vielmehr die weitere Bekämpfung der Arbeitslosigkeit planmäßig vorgenommen werden, damit sich die Eingliederung der Arbeitslosen organisch vollziehen könne. Um diese organische Eingliederung zu erleichtern, sei es notwendig, eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Reichsanstalt, das heißt hier in Westfalen zwischen Industrie und den mit der Durchführung der Arbeitseinsatzaufgaben betrauten Arbeitsämtern herbeizuführen. Die Arbeitsämter seien im Interesse der Wirtschaft und der zu vermittelnden Volksgenossen stets bemüht, ihre obrigkeitlichen Befugnisse zurückzustellen gegenüber dem Willen, im erster Linie zu überzeugen und zu helfen. Das Arbeitsamt als Organisation des Arbeitseinsatzes für die Wirtschaft wolle keine bürokratische Hemmung darstellen, sondern eine Institution der Hilfsbereitschaft. Die Sonderverhältnisse im Bergbau bei dem Arbeitseinsatz waren Gegenstand eines Vortrages des geschäftsführenden Präsidenten der Dortmunder Industrie= und Handelskammer, Generaldirektors Buskühl. Der Vortragende befaßte sich mit der allgemeinen Lage des Bergbaues und der besonderen Entwicklung, die der Bergbau in den letzten zehn Jahren durchgemacht habe. Generaldirektor Buskühl betonte im einzelnen, daß der Vorschlag zur Lösung des Arbeitslosenproblems im Ruhrbergbau, alle über 55 Jahre alten aktiven Bergleute und von den über 45jährigen alle diejenigen, die nicht am Kriege teilgenommen und keine unversorgten Kinder mehr haben(mit Ausnahme der alten Kämpfer), zwangsweise zu pensionieren, abgelehnt werden müsse. Die Ablehnung dieses Vorschlages begründete er im einzelnen durch näheres Eingehen auf die Frage einer verstärkten Pensionierung sowie auf das Problem der Herausziehung älterer Bergarbeiter im Augenblick aus den Gefolgschaften. Er sagte wörtlich: „Es wäre zu überlegen, ob eine Lösung nicht dadurch gefunden werden kann, daß bei Erfüllung der Bedingungen für die Altersrente bereits vom 55. Jahre an gleichzeitig auch die Invalidenrente gewährt wird." Bei der Erörterung der Einstellungsmöglichkeiten„für Jugendliche im Bergbau sagte Generaldirektor Buskühl, daß man seiner Ansicht in Zukunft einen viel stärkeren als einen normalen Bedarf an Jugendlichen haben werde, weil nämlich zum Ersatz der laufend ausscheidenden Bergleute eine Verjüngung der Gefolgschaften erforderlich sei, die vielleicht noch nicht einmal in dem wünschenswerten Ausmaße vorgenommen werden könnte, weil die Zahl der Jugendlichen zur Deckung des Bedarfs möglicherweise nicht ausreiche. Abschließend kam Generaldirektor Buskühl zu dem Exgebnis, daß die zukünftige Arbeitseinsatzmöglichkeit im Bergbau wesentlich optimistischer anzusehen sei, als das bisher möglich war. Zum Schluß der Beiratssitzung behandelte der Geschäftsführer der Bezirksausgleichsstelle bei der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe Dr. Weber die Verbindung der öffentlichen Aufträge mit den Zielen des Vierjahresplanes und dem Arbeitseinsatz. Das starke Anwachsen des Auftragsvolumens der öffentlichen Hand habe eine Verteilung nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten erforderlich gemacht, um außer der Bedarfsdeckung die wirtschafts= und sozialpolitischen Zielsetzungen der Reichsregierung zu fördern. Die Reichsausgleichstelle, ein Ressort des Reichswirtschaftsministeriums, sei die zentrale Stelle zur Beeinflussung der öffentlichen Auftragsvergebung im Sinne des Notstandsausgleichs. Ihr Unterbau seien die für den Bezirk jeder Wirtschaftskammer gebildeten Bezirksausgleichsstellen, die als Abteilungen der Wirtschaftskammer von den Präsidenten der letzteren geleitet würden. Auf diese Weise sei eine Bearbeitung staatlicher Aufgaben der regionalen Selbstverwaltungsorganisation der Wirtschaft verantwortlich übertragen worden. Die Bezirksausgleichsstellen arbeiten auch mit den dezentralen Vergebungsstellen zusammen und erledigen im übrigen alle mit der Vergebung öffentlicher Aufträge zusammenhängenden Frage.i. Dabei stände die Rohstoffversorgung zur Zeit an besonders wichtiger Stelle. Dr. Weber gab einen Ueberblick über die außenhandelspolitische Lage und betonte besonders die Notwendigkeit der Ausfuhrsteigerung. Auf den Vierjahresplan übergehend, behandelte er die ergangenen Anordnungen des Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsidenten Generaloberst Göring, zur Beseitigung des Facharbeitermangels und wies auf die Bereitschaft der Wirtschaftskammer und Bezirksausgleichsstelle zur Mitarbeit an der Durchführung des Vierjahresplanes hin. An Hand von Beispielen(Kohlehydrierung, Herstellung von synthetischem Kautschuk, Holzveredlung) wurde auf Möglichkeiten aufmerksam gemacht, im Rahmen des Vierjahresplanes außer dem Ziel der Unabhängigkeit vom Ausland auch Fragen des Arbeitseinsatzes in Westfalen ihrer Lösung zuzuführen,„ te ging D. Garket nach Im Anschluß an die Referate ging Dr. Borbet noch auf einige kurze Fragen der Ruhrwirtschaft ein. Ganstiger im Bereiche des Arbeitsamtes Bochum Die Das Arbeitsamt Bochum meldet: günstige Lage des Arbeitseinsatzes hat auch im Monat November weiter angehalten. Dieses Gesamtbild wird auch nicht dadurch beeinträchtigt, daß die Zahl der Arbeitslosen, die am 30. November 1936 8649 beträgt, um 241 oder 2,8 vom Hundert gestiegen ist. Im Gegenteil, die saisonmäßige Belastung, die in den früheren Jahren im November schon ganz erheblich einsetzte, ist in diesem Jahr als geringfügig zu bezeichnen. Die unbedeutende zahlenmäßige Steigerung der Arbeitslosen ist einmal auf die Jugendlichen zurückzuführen, die aus landwirtschaftlicher Beschäftigung zurückgekehrt sind, ferner auf die Bauarbeiter, die wegen des äußerst schlechten Wetters im letzten Drittel des November entlassen wurden und nicht sofort anderweitig untergebracht werden konnten. Die Vermittlungstätigkeit war — unbeeinflußt durch die saisonmäßige Belastung— unvermindert lebhaft. So konnten durch das Arbeitsamt Bochum im November 1936 2480 Dauerarbeitsplätze besetzt werden, und zwar: Vermittlungen in Dauerbeschäftigung 1505 Ueberweisungen in die Landwirtschaft 95 Einweisungen in Facharbeit.., 220 Einweisungen in Notstandsarbeit 184 Namentliche Anforderungen 476 Aus der Landwirtschaft des deutschen Ostens sind größere Transporte von Jugendlichen zurückgekehrt. Ein Teil von diesen konnte sofort wieder in die westfälischen und benachbarten Aufnahmegebiete vermittelt werden. Es ist festzustellen, daß es den gemeinsamen Bemühungen des Reichsnährstandes und der Arbeitsämter gelungen ist, die Arbeits=, Lohn= und Unterkunftsverhältnisse wesentlich zu verbessern. Schon jetzt sind größere Transporte mit einigen Arbeitsämtern im Osten vereinbart worden die gleich nach Weihnachten in Marsch gesetzt werden sollen. Es ergeht an alle Jugendlichen und deren Eltern der dringende Appell, sich für diesen Dienst in der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß ein Jugendlicher, dem Arbeit in der Landwirtschaft zugemutet werden kann und der diese unberechtigt ablehnt, weder vom Arbeitsamt noch vom Wohlfahrtsamt oder der Winterhilfe unterstützt wird. Im Bergbau hat sich die Aufwärtsbewegung weiter fortgesetzt. Auf fast allen Schachtanlagen erfolgen Einstellungen, insbesondere von jungen Schleppern, um einen tüchtigen bergmännischen Nachwuchs heranzubilden. Im Baugewerbe haben die schlechten Witterungsverhältnisse erstmalig in diesem Jahre einen geringfügigen Rückschlag mit sich gebracht, der zu einer unbedeufenden Erhöhung der Zahl der Arbeitslosen geführt hat. Ein Teil der Siedlungs= und Privatbauten wurde im November fertiggestellt. Die freigesetzten Männer konnten jedoch wieder zu anderen Bauten, insbesondere zu neu in Angriff genommenen Siedlungsbauten, vermittelt werden. Die hier benötigten Maurer mußten teilweise von auswärts herangezogen werden. Im Verkehrsgewerbe sind vor allem die starken Anforderungen an Oberbauarbeitern für Gleisarbeiten beachtlich. Im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft und die Winterversorgung konnten in größerem Umfange Kraftfahrer, Motordreirad= und Beifahrer und Lagerarbeiter vermittelt werden. Unser Ziel heißt Deutschland Kreisobmann Meinert sprach zu den Arbeitskamerahen der Schachtanlage„Engelsburg“ In der Gaststätte Floren an der Normannenstraße sprach am Sonntag vormittag in einer Versammlung der Deutschen Arbeitsfront, Ortswaltung WeitmarNord, Kreisobmann Meinert zu den Arbeitskameraden der Schachtanlage„Engelsburg" über Ziele und Aufgaben der deutschen Volks= und Betriebsgemeinschaft. Er streifte zunächst die Jahre vor der Machtübernahme und die Weltanschauung der damaligen Regierungen und Parteien. Ausführlich befaßte er sich dann mit den Gegensätzen der liberalistischen und nationalsozialistischen Auffassung über die Begriffe Staat, Volk und Vaterland. Deutschland bilde heute eine Not= und Schicksalsgemeinschaft und wir alle seien auf Gedeih und Verderben miteinander verbunden. In anschaulicher Weise erklärte er nach einem Hinweis auf die gegenwärtigen Zustände in den übrigen Ländern, im neuen Deutschland allmählich Ruhe und Ordnung eingekehrt seien, während außerhalb der deutschen Grenzen Mord, Aufruhr und Streiks an der Tagesordnung seien. Die nationalsozialistische Entwicklung durchsetzen, weil sie nach den Naturgesetzen des Lebens ausgerichtet und in keiner Weise ein künstliches Gebilde sei. Zum Schluß seiner Ausführungen hob er hervor, das die Entwicklung einheitlich gestaltet werden müßte, um die von unserem Führer gestellten Aufgaben restlos durchführen zu können. Schulungsabend der Technischen Rothilfe Vor dem vollbesetzten Hörsaale der Bergschule eröffnete Ortsgruppenführer Divl.=Ing. Kruskopf den Abend. Er begrüßte es, daß von nun an auch der vom Reichsluftschutzbund aufgestellte„Sicherheits= und dienst“ künftig an diesen Schulungsabenden teilnehmen soll. Dieser wird bekanntlich für den Luftschutzdienst von der Technischen Nothilfe ausgebildet, und es hat sich im Laufe der Zeit eine enge Kameradschaft zwischen diesen beiden Formationen gebildet. Als Hauptredner sprach Pg. Hoppe über das Thema„Blut und Boden“, das den Ursprung zum heutigen nationalsozialistischen Recht, und zum Staat Adolf Hitlers überhaupt, bildet. Die aufschlußreichen Ausführungen ernteten verdienten Beifall. Der Ortsführer wies dann hin auf die künftigen Schulungsabende und bat, für die Technische Nothilfe zu werben. Vergesset nimmermehr: Eid, Tied und Eit Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen das Wort nicht mehr gilt und der Erklärung nutzen sollte, kommt unter die Räder und der Eid nicht geachtet ist, hört die Ehre auf und Zeuge sieht selbst schweren Strafen entgegen, wenn sich Redlichkeit; die menschliche Gesellschaft zer= nicht gar noch ein Meineid anschließt, auf dem EntReolichteit; die menschliche Geseuschaft zerrottet sich in Banden, und das Menschenleben ist ein ewiges Spitzbübern.“ Fried. L. Jahn Das Bochumer Schwurgericht, das seine kurze Tagungsperiode bereits wieder beendete, hatte sich an den letzten beiden Tagen wieder mit Eidesbrüchen zu befassen, die wiederum Ehescheidungsklagen zum Hintergrund haben. In einem Falle richtete sich die Anklage gegen eine Frau aus Wattenscheid, die zugunsten eines Eideshelfers in eigener Sache dann in dessen Prozeß vor dem Schwurgerichte allen eindringlichen Ermahnungen des Vorsitzenden zum Trotz falsche Aussagen machte. Die Folge war, daß sie nun selbst unter Meineidsanklage geriet und verurteilt wurde. Der zweite Fall betraf einen Mann aus Recklinghausen=Süd, der in seinem Scheidungsprozesse unter nchr fur nog ein Memen Wgc. HHugtig ehrung und Zuchthaus steht. Im künftigen Strafrecht wird die Strafe für die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung noch ganz erheblich verschärft werden. Heute treffen die Schuldigen, auch den Anstifter, schon schwere Gefängnisstrafen. Immer wieder finden sich Personen, die leichtfertigerweise von anderen vorgeschriebene oder ihnen diktierte eidesstattliche Versicherungen unterzeichnen, ohne sich über den Inhalt oder die Tragweite dessen, was sie unterzeichnet haben genauer zu vergewissern. Oft wissen die Unterzeichner solcher Erklärungen aus eigener Wahrnehmung gar nichts über die in der Erklärung erwähnten Vorgänge. So hatte zum Beispiel in einem Falle eine Frau a eine von Frau Z geschriebene eidesstattliche Versicherung folgenden Inhalts unterzeichnet:„Es ist mir bekannt, daß kch bai der Fraze 9) am 1 Oktaber 1926 der KleiderWohin gehen wir heute? Eid bestritt, daß zwischen ihm und seiner Frau eine sich bei der Frau P am 1. Oktober 1936 der KleiderAussöhnung stattgefunden habe, obgleich das Gegenteil stoff von Frau 3 befunden hat.“ In der Gerichtsverjetzt durch Zeugen nachgewiesen wurde. In beiden Fäl= handlung stellte sich dann heraus, daß die Frau E perlen mußte das Gericht auf Zuchthaus erkennen und sönlich keine Kenntnis von dem von ihr bestätigten Vorging über die geringste Strafe von einem Jahre erheb= gang gehabt, sondern daß sie dies von Frau Z nur 1ich hinaus....... erzählt bekommen hatte und daß dies obendrein mit den Wer den Eid verletzt, verrät den Staat, zerbricht Tatsachen nicht übereinstimmte, also unwahr war. das Recht und versündigt sich an der Volksgemeinschaft. Ferner ist vor allem bei Zeitangaben in eidesstattVersammlung des Arbeitsdankes Jungmannschaft Griesenbruch Am Samstag abend hatten sich die Mitglieder des Arbeitsdankes, Jungmannschaft Griesenbruch, zu einer Besprechung im Lokal Lotz eingefunden. Jungmannschaftswalter Otto Aßmuth begrüßte die Erschienenen und gab dann Richtlinien für die Arbeit der kommenden Wochen bekannt. So soll der Arbeitsdank der DAF. angeschlossen werden. Ferner wurde bekanntgegeben, daß Mitglieder des Arbeitsdankes, die auf einem Werk beschäftigt sind, in die Werksschar eingereiht werden sollen. Auch die Mädelgruppen des Arbeitsdankes werden entsprechend eingeteilt und sollen die im Arbeitsdienst erlebte Kameradschaft und Tradition weiterpflegen. Lieder des Arbeitsdienstes füllten den Abend weiter aus, der mit einem Sieg=Heil auf den Führer geschlossen wurde. Totenglocke. Mit dem am Freitag verstorbenen Goldschmied August Thomée ist ein allgemein beliebter und geschätzter Volksgenosse aus dem Leben geschieden. Ein Menschenalter hindurch war er ein eifriger Anhänger der Turnsache und noch im hohen Alter turnte er in der Altersriege des Turnvereins 48. Auch die Sängervereinigung verliert in ihm einen ideal gesinnten Sangesbruder. Der Verstorbene erreichte ein Alter von fast 70 Jahren. Die ihn kannten, bewahren ihm ein ehrendes Gedenken. Des Arbeitskameraden letzte Fahrt. Der durch einen tragischen Berufsunfall zu Tode gekommene, Verksarbeiter Wilhelm Rupprich von der Griesenbruchstraße wurde am Samstag nachmittag auf dem Hauptfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. Besonders groß war die Anteilnahme der Arheitskameraden des Verunglückten vom Bochumer Verein, die den so jäh aus der Berufsgemeinschaft herausgerissenen Werkmann auf seinem letzten Gang begleiteten. Vorher fand eine ergreifende Trauerfeier statt. Zahlreiche als Zeichen letzten Treugedenkens an der gelegt. Der Verunglückte stand im 40. Lebensjahre und war verheiratet. Verkehrsstockung durch Straßenglätte. Am 11. Dezember konnte auf der Augustastraße ein mit Sand beladener Lastkraftwagen mit Anhänger infolge Straßenglätte die Steigung nicht nehmen und rutschte nach rückwärts so daß sich der Anhänger quer zur Fahrbahn Verkehrsstockung von etwa umgeleitet. Mit Hilfe eines anderen Lastkraftwagens wurde der festsitzende Lastkraftwagen mit Anhänger abgeschleppt. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Montag, 14. Dezember NSDAP. Wiemelhausen. 20 Uhr: Schulungsabend bei Niedballa. Da es der letzte Schulungsabend in diesem Jayre ist, hat unbedingt jeder Politische Leiter und Amts„NS BA c. Grumme=Böde. Schulungsabend der Poli- Amt für Technlk. 15 Uhr: Gemeinschaftsveranstaltung des RSBDT. und RTA. in der Verwaltungsakademie, Wittener Straße 61. Es sprechen Parteigenosse Seuß, Parteigenosse Timmermann und Parteigenosse Dr. Schulz, Düsseldorf. Es wird erwartet, daß alle Berufskameraden erscheinen. Dienstag, 15. Dezember RS.=Frauenschaft Hunscheidtsfeld, 15.30 Uhr: Zusamzmen. kunft bei Wilh. Wegener, Drusenbergstraße 78, Weihnachtsfeier. Die Gerichte müssen den falschen Eid mit schwersten Strafen belegen. War der Zeugeneid falsch, wie kann dann das Gericht ein gerechtes Urteil fällen! Stäch ein Eid wie ein Dorn, es würde nicht soviel geschwor'n. Wehe dem, der lügt. Nieder mit den Ehrlosen. * Falsche eidesstattliche Versicherungen Reben den Meineiden machen die falschen dort.“.., Einfrusteungen cher faustigen leidesstattlichen Versicherungen den Ge=] Jeder hüte sich vor Einflusterungen oder sonstigen richten viel zu schaffen. Im„Bochumer Anzeiger“ ist unlauteren Einwirkungen der an der Abgabe der Eran dieser Stelle dieser Art Beweismittel entschieden ent= klärung interessierten Partei. Hier gilt ganz besonders lichen Versicherungen die größte Vorsicht am Platze. In einem Prozeß kam es darauf an, festzustellen, ob ein Zeuge um 11.45 Uhr in einem bestimmten Geschäftslokal gewesen war. In der Verhandlung konnte der Zeuge nur bekunden, daß er„um die Mittagszeit“ dort gewesen sei. Statt dieser Worte enthielt die früher von ihm abgegebene eidesstattliche Versicherung die positive und unrichtige Erklärung:„Ich war kurz nach 12 Uhr durch Freude. Stadttheater: 19 Uhr: Carmen.„#„ Tonhallen Diele und=Gaststätte: Konzert und Tanz. Avollotheater: ab 15.50 Uhr: Die Liebe des Maharadscha. Capitol: ab 15.30 Uhr: Die Leute mit dem Sonnenstich. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Ladv Windermeres Fächer. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Es flüstert die Liebe. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Hilde und die vier Ps. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Die lustigen Weiber. Odeon: ab 15.30 Uhr: Rendezvous in Wien. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Rendezvous in Wien. Usa=Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Stadt Anatol. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Die Kopssäger von Borneo. Avollo=Theater Bochum=Weitmar: Der grüne Domino. Capitol Bochum=Langendreer: Ein Lied klagt an. Capttol Bochum=Werne: Skandal um die Fledermaus. Kammer=Lichtspiele Bochum=Gerthe: Broadway=Melodie. Schauburg Wanne=Eickel: Wir sind vom schottischen Insanterte=Regiment. gegengetreten worden, haben wir doch im letzten Jahre hier allerlei abschreckende Beispiele vor dem Strafrichter sowohl wie vor den Zivilkammern erlebt. Das tollste Stück nach dieser Richtung war ja der Fall aus Stiepel, wo eine Frau, die man als die Mensch gewordene Lüge bezeichnen kann, ein Ehepaar, das kaum lesen und schreiben konnte zu einer ganz unerhörten falschen eidesstattlichen Versicherung verleitete, so daß die beiden Leute dann in Teufels Küche damit kamen. „Jetzt nimmt die Justizpressestelle des Oberlandesgerichtsbezirks Hamm eine Anzahl anderer Fälle der Leichtfertigkeit zum Anlaß einer die eindringliche Mahnung: Laß Dich nicht von anderen beschwätzen, sondern denke daran, daß es nur auf dein eigenes Wifsen um die betreffenden Vorgänge ankommt. Bist du schreibungewandt, so sei besonders mißtrauisch bei dir zur Unterschrift vorgelegten Schriftstücken und übereile nichts. Achte darauf, daß in den Schriftstücken nicht auf andere Urkunden Bezug genommen wird, die du nicht kennst. Gib nie eine Blankounterschrift und späteren Anfertigung einer solchen durch andere. Denke stets daran, daß das, was du an Eides Statt versicherst, nachgeprüft wird und daß du gegebenenfalls auch als Zeuge oder als Partei eidlich vernommen werden und zur Verantwortung gezogen geharnischten Warnung, sich aus Mitleid, Freundschaft oder sonst einem Grunde werden kannft.,„..st vammt da# berans dazu bewegen zu lassen, einem Dritten mit einer falschen] Lüge niel Die Wahrheit kommt doch heraus oder unvollständigen eidesstattlichen Versicherung helfen und dann hast du Freiheit, Familie, Gut und Ehre verzu wollen. Hat sich semand durch eine schriftliche Ver= spielt. Der Wahrheit eine Gasse! Wer die#pie von dem Ledrer dei Kovaltung des Kursus. sicherung an Eides Statt festgelegt und das Gericht be Wahrheit kennet und saget sie nicht, der bleibt fürwahr wie von dem schließt dann die persönliche eidliche Vernehmung, dain ein erbärmlicher Wichtl,„Wege dem Volke, dem die„m zers ePokalnachrichten auf den Geiten 5 und 144 geht die Sache sehr peinlich schief. Die Partei, der die Wahrheit nicht mehr heilig ist. 1(Weilers- Lolumächllihlen auf den Seiten 5 und 14.4 Tagesplan für Montag, 14. Dezember Ski=Trockenkursus für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle des Gymnasiums an der BismarcVolrstanz für Frauen und Männer von 20 bis 21 Uhr: in der Schule an der Friedenstraße für Ansänger; von 21 bis 22 Uhr: in der Schule an der Friedenstraße für Fort“e Aülgemeine Körperschule für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Freiherr=vom=Stein=Ober= Fröhliche Gymnasik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle in Höntrop; von 20 bis 22 Uhr: Uebungsraum in der Kommunalbank, Schützenbahn, ZimReichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Drusenbergschule. Schwimmen für Frauen und Männer von 21.15 bis 22.30 Uhr: Badeanstalt, Marienstraße. Rollschuhlausen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Reform=Realgymnasiums, KönigsHoltstanz für Frauen und Männer von 19.30 bis 22 Uhr: im Lokal Nowack, Langendreer, Kaiserstraße 13. * Achtung, Beginn des Ski=Trockenkursus für Männer und Frauen! Der Wintersport wird in wenigen Wochen wieder seine Anziehungskraft und seinen Zauber ausüben. Der neueingelegte Ski=Trockenkursus der RSG.„Kraft Freude" beginnt am Montag, 14. Dezember, von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle des Staatlichen Gymnasiungs, an der Bismarckstraße. Die Bretter werden gestellt. Unkostenbeitrag pro Abend 60 Pig. Neuanmeldungen werden entaegengenommen in der Verkaufsstelle. Kortumstraße 62, so Seite 5 Nr. 292 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 14. Dezember 1936 Katterschc=Wochatl des Reichsmütterdienstes Gau Westfalen=Süd im neuen Heim Freiligrathstraße 5 Eine Weihnachtsausstellung zur Eroffnung Schule, Mütterschule? Da erstehen die Begriffe Schulbank, Tinte, Feder, Papier, und man wird etwas argwöhnisch. Aber schon, wenn man die adventskranzgeschmückte Diele dieser neuesten Schule im neuen Deutschland betreten hat, ist man angenehm überrascht, und ein Gang durch diese Mütterschule, die mit Recht den Anspruch erheben darf, ein Heim für die deutsche Frau und Mutter zu sein, läßt einen neuen Begriff Schule erstehen. Die Mütterschule Bochum des Reichsmütterdienstes Gau Westfalen=Süd will, wie alle Schulen dieser Art, den deutschen Frauen und Mädchen ein Ratgeber sein in ihrer ureigensten Aufgabe, sie vorbereiten für den Hausfrauen= und Munerveruf und sie fortbilden. Aber darüber hinaus bedeutet Mütterschulung, als Ganzes betrachtet, Schulung zug Pohle der Familie und somit zum Wohle der großen Por###. meinschaft. In Vierteljahreskursen werden Maochen, junge Frauen, Mütter für ihre Aufgabe in Ehe, Familie und Volk tüchtig gemacht. Nähkurse, Kochlehrgänge, Kurse für Heimgestaltung und Erziehung, Säuglings= und Krankenpflegekurse, in all diesen Lehrgängen wird das an die Frau herangetragen, was ihr in ihrem späteren Aufgabenkreis nützlich und wertvoll ist. Aber gleichzeitig ist in der Mütterschule auch der Ort geschaffen worden, an dem die Frau und Mutter mit ihren Sorgen auch späterhin Rat findet. Gang durch das neue Heim Freiligrathstraße Nr. 5. Es ist ein Wohnhaus wie jedes andere Haus in dieser Häuserzeile auch, hat ein kleines, winterliches Vorgärtchen, eine weiße Gartentür, man schellt, wie man auch bei Nr. 7 oder 9 den gelknopf drücken würde, die Tür öffnet sich, noch immer hast du die Vorstellung, du bist in einem Wohnhause, wie es deren eine Unzahl gibt— aber nein, auf einmal erfährst du, es ist doch etwas anderes mit diesem Hause, dieser Mütterschule, hier lebt ein Geist, ein Wille, ver dir etwas sagen, der dich leiten, formen will. Zunächst betritt man durch eine breite Glastür den Verwaltungsraum. Der schlichte Schreibtisch, der kleine, wohnliche Rundtisch, die Schränke in dem naturfarbenen gewachsten Holz, lustig=bunt gewürfelte Decken lassen den Raum zu einem Arbeitszimmer werden, in dem es eine Lust ist, zu schaffen. Einen nicht minder freundlichen und heimeligen Eindruck hinterlassen der Schulungsraum und der daneben liegende Eßraum, die sich ebenfalls durch eine bewußt einfache Linienführung der Möbel auszeichnen, die aber trotzdem einen ungemein wohnlichen Eindruck hinterlassen. Ich weiß nicht, sind die hellen, feinfarbigen Tapeten, ist es die schlichte, architektonisch ganz ausgezeichnet gelöste Formgebung der Möbel, oder ist es der mit einer weißen Leinendecke gedeckte Tisch, auf dem einfaches, aber schönformiges Geschirr auf die Kaffeegäste wartet, gleich, in diesen Räumen, die mehr sein sollen als nur Schulungsräume, die gleichzeitig Anschauungsmaterial darstellen, die die „Schülerinnen" zu einer echten Wohnkultux erziehen sollen, fühlt man sich wohl. Natürlich ist auch an die jüngsten„Lehraangteilnehmer“ gedacht, an die Kinder der jungen Mütter, die sonst während der Kursusstunden in der Wohnung sich selbst überlassen sein würden. Er ist nicht groß, dieser Raum, in dem heute noch die Mütter basteln, aber das Schönste wird im Sommer der große Garten sein, in dem sich diese Jüngsten nach Herzenslust tummeln dürfen, ohne aber auch zu vergessen, daß es hier manches zu lernen gibt. Und dann steigt man die Treppe hinauf in den zweiten Stock. Also hier wird gearbeitet, richtig gehend gearbeitet, genäht,„Kranke und Säuglinge“ gepflegt. Der helle, freundliche Krankenpflegeraum, der natürlich bewußt nicht an das Krankenzimmer in der Klinik erinnert, sondern vielmehr an das einfache häusliche Familienschlafzimmer, zeigt, wie man mit nur wenigen Mitteln in jedem Hause ein allen hygienischen Anforderungen gewachsenes Krankenzimmer herrichten kann. Die beiden großen, sehr hellen Zimmer, die wir nun betreten, sind die Nähräume. Eine stattliche Anzahl Nähmaschinen, große, geräumige Tische, auf denen sich zuschneiden lätzt, und Stühle bilden die einzige Zimmere ausstattung. Doch halt, an den Wänden ziehen sich dreistöckige Schränke mit Glastüxen entlang, in denen Nähproben in mannigfaltigsten Ausführungen und zu verschiedensten Zwecken ausgestellt sind, die den Kursusteilnehmerinnen eine vorzügliche Hilfe leisten und Anregung bieten. Helle, gelbe mit lustig=orangefarbenen Tupfen gemusterte Tapeten, zartgrun gestrichene Wickeltische, ein herrlich großer, kreisrunder Tisch— wir sind natürlich in dem Raum für Säuglingspflegekurse, und wen die lustige Tapete, die zartfarbenen Möbel, und die hellen, duftigen Vorhänge noch nicht überzeugt haben, der betrachte nur das Kinderbett, zu dem ein eckiger, mit blauweißem Zephir bespannter Waschkorb Pate stand. und eine Käthe=Kruse=Puppe ist ein ebenso schöner wie praktischer Säuglingsersat. Das oberste Stockwerk, das wir nun besichtigen, birgt das Zimmer der Schulungsleiterin, das in seiner anheimelnden Wohnlichkeit, seiner Schlafnische ein Beweis dafür ist, wie man auch die Aufteilung eines Raumes, der zwei Bedingungen zu erfüllen hat, Wohn= und Schlafraum zu sein, in vorbildlicher Weise lösen kann. Die beiden übrigen hellen und freundlichen Schlafräume mit den weißen übereinanderstehenden Betten, den geräumigen Spinden, den mit Binsengeflecht überzogenen Hockern machen einen überaus freundlichen Eindruck. Hier oben liegt auch das kleinste, aber mit größter Liebe ausgestaltete Zimmerchen, das aus einer schrägen, dunklen Bodenkammer zu einem wundernetten kleinen Raum umgearbeitet wurde, und das ein Beweis für die Liebe ist, mit welcher dieses neue Heim gestaltet wurde. Und die Küche. Sie liegt im Keller. Und auch die wird besucht. Hier stehen in dem sauber gekachelten Raum zwei große Gasherde und ein elektrischer Herd, zu denen jeweils auch ein frischgescheuerter Tisch mit je vier bis fünf Schemeln gehört. Das Eß= und Kochgeschirr ist in große, geraumige Schränke eingegrdnet und in einem Nebenraum, der Vorrats= und Abstellkammer, stehen all die Gerätschaften, die zum Reinigen des Gerätes und der Kuche dienen. Und als Probe der Backkunst der Kursusteilnehmerinnen bietet sich dem Auge des Beschauers— probiert darf leider nicht werden— eine Schüssel, bis zum Rande vollgefüllt mit dem leckersten Adventsgebäck. In der gegenüberliegenden Waschkuche, die in diesem vollständigen Heim auch nicht fehlt, werden die Küchen= und Handtücher gewaschen. Eine Weihnachtsausstellung Bochumer Mütter. Das neue Heim der Mütterschulung Bochum, das Sonntag, 18. Dezember, für die Oeffentlichkeit frei* gegeben worden ist, verbindet diesen Anlaß gleichzeitig mit einer Weihnachtsausstellung einer großen Anzahl sehr schöner Dinge, die in den Kursen der Mütterschule gearbeitet vorden sind. Hier hedarf aber auch eine tig und farbenfreudig gearbeitet. kleine, vorzügliche Schau Erwähnung. die nicht ge Kasperlefiguren und Tiere in fabulierender Echtheit. handarbeitet worden ist. Im Verwaltungsraum werden Ein kleiner Raum ist dem Kinde gewidmet. Hier werHaushaltungsgegenstände gezeigt, oie in, Fon den zunächst Arbeiten gezeigt, oie von Kinder####d vehaltungsgegenstände, wie Backformen und ähnliches Es ist selbstverständlich, daß diese Weihnachtsschau auch auf die Weihnachtszeit in ihren Arbeiten hinweist. Glaskugeln wurden mit feinem Schwung vemalt, und wie stark der Mensch schon heute wieder mit der Natur verbunden ist, das beweist der Baumschmuck aus den ten des Feldes. Beeren, Bucheckern, Eichelköpfen usw. Sehr stark interessieren werden auch die hier unbekannten Klausenbäume, behangen mit den Früchten des Gartens. Und immer wieder kehrt das Motiv des Lebensbaumes wieder, auf Wandbehänge übertragen, wirken sie in ihrer bäuerlichen Farbigkeit wie alte, neuerstandene Volkskunst. Aber auch Spielzeug für das Kind ist in den Kursen entstanden, Puppenstuben, kräftia und farbenfreudig gearbeitet, wie es das Kind liebt, handarbeitet worden ist. Im Verwaltungsraum nämlich Haushaltungsgegenstände gezeigt, di und Farbe nicht nur schon, sondern auch greister Maunt jedermann erschwinglich sind. Einen sehr breitrz## nehmen in dieser Weihnachtsausstellung die arveiten ein aus den Kursen Raumgestaltung. Wie stark der vollkommen unverbildete Mensch noch erfreulicherweise in der alten unsterblichen Volkskunst lebt, beweisen die vielen, sehr feinen Arbeiten in Faltschrgiege, en das Thema Lebensbaum zugrunde liegt. schwarz=weißen„Schnitte werden in Gosegtze, aug, oder in Farbig auf Gläser. und„##ummen aufgeklebt, au Arbeiten, die, diese, Herzigen vom RersönEin kleiner Raum ist dem Kinde gewidmet, Hier wer: den zunachst Arbeiten gezeigt, die von Kinder###und geschaffen wurden, Papparbeiten und Sepoizene gestigkeiz liastem Stoff das dennoch nicht einer und Haltbarkeit entbehrt. Sehr fein ist auch die Zusammenstellung des Spielzeugs für Kinder, das das Kind zwingt, allein und ohne jede Hilfe zu gestalten und zu formen. Svielzeug, das hilft, das Menschlein zu einem ganzen Menschen zu machen. Diese im neuen Heim wohnende Mütterschule darf mit Recht für sich in Anspruch nehmen, mit im Geiste deutscher Selbstbestimmung zu arbeiten, zu ihrem Teil ser, v. g.. Anam, Ishzendigon au. De Ain, haran zu schaffen, Herantggrtungste wutzt, Frauen ochen Legentunge iu Gegenstand machen. Und woe Mädchen heranzuviven. eo will die Schule daran mitUebertragung dieser ornamentalen Muster in Haus den. des Frauengeschlecht ug.b Anter dem strähteneen Tichterr aum Weihnachtsfeier und Kinderbescherung der Elektrobetriebe des Bochumer Vereins Zum dritten Male im neuen Deutschland verggigten##, Ve, Mittelpunkt dieser Feier Feter artertgerft grehich Schmeie Arbeitskameraden der Elektrobetriebe. sich die Arbeitskameraden der El. zung Zindern uind Vereins mit ihren Frauen und Kindern und mit den Veteranen der Arbeit und den Witwen der im vergangenen Jahre verstorbenen Axbeitzskgmergden am Samstag abend im Evangelischen Vereinshaus, um in froher Gemeinschaft das Fest der deutschen Weihnacht zu feiern. Schöne Weihnachtsweisen, dargeboten von der Werkskapelle, versetzten die Festteilnehmer in rurzer Zeit in die richtige Stimmung. Amtswalter Schleier entbot den Erschienenen einen herzlichen Willkommertbot den Frio., dex Gesangabteilung der Guthoitskameraden monatelang dem manchmal, kleinen Tohn beiseite, gelegt haben, um ihren Lieben eine schöne Weihnachtsfreude zu bereiten. Es habe zwar viel Mühe gekostet, die Mittel zu beschaffen, aber in nimmermüder Arbeit hätten Amtsund Blockwalter und freiwillige Helfer nicht eher geruht, bis das Ziel, jedem eine Weihnachtsgabe zu schenken, erreicht war. Nachdem der Redner noch gallen. sich um das Gelingen dieses Festes verdienr gemacht haben, seinen Dank ausgesprochen hatte, erklärte er in kurzen Umrissen den Aufstieg des Bochumer Ein kraftvoller Staat schütze heute die Arbeit und sichere allen Arbeitskameraden das tägliche Brot. Wenn heute durch die Volks= und Betriebsgemeinschaft alle Schwierigkeiten und Hindernisse beseitigt seien, so müßten wir alle unserem Führer dafür dankbar sein, denn er habe durch seine Tat ein frohes und glückliches Volk geschaffen, das zuversichtlich im Glauben und festen Vertrauen auf ihn in die Zurunft blicke. Und diese Tat, einem großen Buch die Namen der Kinder vort# entbut den Frschienenen einen berzlichen Willozut; hazu alle Unarten aufzählte, staunten vie rieinen Geigruß., Ein„Portrge ger Peiuuwugteigg, der Cyy,##ch. Aber dann verzieh. der Weihnachtsmann großstavigtoge führte die Anwesenden in Wort und Lied zügig und nahm ihnen das Versprechen ab, immer artie Stppunovpoh, v. e gesansprache, daß ale Ar= und gehorsam zu.sein. Zgm Schlußz erbielz jiedes Szh Heisen sagte in seiyer Ghrazchen zum ggo alle Ar eine Weihnachtstite, mit ven herrlichsten, Sauen. beitskameraden monatelang exugagen um tproschen von Anschluß an die Gescherung gab es für die großen und ## kleinen Lohn beiseite gelegt haben, um ..-Muthherr Die neue Mütterschule Bochum auf der Freiligrathstraße läßt in ihrem Aeußern nichts von Gebrauch gemacht hatte, da es bekanntlich in der veinschaft von Die meisten Väter und Mütter baten zu verabschieden. Das taten die Kleinen auch recht fein den Großen machte es riesigen Spaß, zuzusehen uung ..toven, z sie lachten und spendeten unveschran.kleinen Volkes kannte Feine Penten sich dau naich als ein Abgesondtg, des aif leckerer„Hinmelsgrüße zur Verzg, ggzelfreizenachmit. wahr nicht finden. Weihnachtsfeier des Reichsbundes der Körperbehinderten Die Weihnachtsfeier des Reichsbundes der KörperBeisammenseins, die die Kameradschaft zu v, der Besonders erfreut Kelbsekeieibe Canleierde- Veikek CHagenke de. Kreisleiters Riemenschneider und des Generaldirektors Dr. Borbet, Kreisobmann Nußbaum versicherte in seiner Begrüßungsrede, daß der Kreis Bochum des Reichsbundes der Körperbehinderten diese Anteilnahme zu schätzen und zu würdigen wisse. Gau redner Müller(Dortmund) wünschte in seiner Festansprache der Arbeit der Bochumer Körperbehinderten bestes Gelingen. Nachdem der offizielle Teil mit de nationalen Liedern verabschiedet worden war, widmete man sich ausschließlich der Geselligkeit, die sich bei den Weihnachtsklängen eines fleißig musizierenden Orchesters voll entfalten konnte. Ein buntes Bühnenvrogramm mit gesanglichen und bumoristischen Delikatessen, mit Erich Follmer als Ansager und Hermann Peveling als Humoristen und vielseitigem Untexhal: tungskünstler, hielt alles bei froher Laune. Lnie Biermann und Richard Stamm erfreuten mit vielen gefälligen Liedergaben. Zu den Mitwirkenden zählte weiter die Tanzgruppe der„Bochumer Bühnengesellschaft". Außerdem hatte sich die Bochumer Sängerin Irene Rust in den Dienst der guten Sache gestellt; sie wurde stark gefeiert. #scerung von 450 Kindern, Fererunen ver arbeit und Witwen. Mit dem Lied:„Laßt uns froh und munter sein", empfingen besonders die Kinder in froher Erwartung den Weihnachtsmann. Die Kinder konnten den Augenblick gar nicht erwarten, wo ihnen der Weihnachtsmann die Gabe überreichte. Aber so schnell, wie sie es sich gedacht hatten, ging es nun doch nicht, denn der Weihnachtsmann wollte eigentlich nur die beschenken, die wirklich artig gewesen waren. Als er aus einen oßen Buch die Namen der Kinder vorlas und e Hngten aufzählte, staunten die kleinen Geieine Weihnachtstüte mit den verrlichsten Sc Anschluß an die Bescherung gus es gigen grogen., kleinen Kinder noch eine besondere ueverraschung, als Kasperle das schöne Märchenspiel von der gestohlenen Prinzessin aufführte. Für die Arbeitskameraden bedeutete eine Verlosung, bei der es viele wertvolle und nützliche Gebrauchsgegenstände zu gewinnen gab, eine rechte Weihnachtsfreude. Gemeinsame Lieder, Darbietungen der Werkskapelle und der Gesangabteilung umrahmten die prächtige Feier. Kinderland—Märchenland Froher Spielkreisnachmittag in der NS.=Frauenschaft Ehrenfeld. „Fröhlicher Nachmittag für jung und alt mit Ueberraschungen.“ So lautete das Motto des Svielkreisnachmittags, mit dem der Spielkreis der Bochum=Ehrenfeld am Sonntag im Ernst=Moritz=Arndtwahrhaft große Weihnachtsgahe. eine Har an die Elternschaft ergangen. die davon reichlich Der Verwaltungsraum des neuen Heimes läßt in seiner schlichten Schönheit mehr einen Wohnraum als ein Arbeits zimmer vermuten. Ein Blick auf einen Teil der Weihnachtsausstellung zeigt Arbeiten, die in den Kursen der Raumzestaltung entstanden. Bundestagung der ehemaligen 53er in Bochum. Zu einer stark besuchten Führertagung hatten sich die Kameradschaften ehemaliger 53er von Rheinland und Westfalen im Saale des Wirts Hahnefeld zusammengefunden. Bundesführer Oberstleutnant a. D. Hermann(Gelsenkirchen) rief in seiner Begrüßungsansprache die Erinnerung wach an die alänzenden Taten des Regiments im Weltkriege. Sein und der Taguna Gedenken galt den gefallenen Helden des Regiments. Namens der Bochumer Kameradschaft der 53er richtete Kameradschaftsführer Bettenhausen einen Willkommaruß an die Kameraden. Der Aufruf ergab die Anwesenheit von 28 auswärtigen Kameradschaften aus Rheinland und Westfalen. Die nächstjährige Bundesfeier des Regiments findet im Sommer in Mülbeim(Ruhr) statt. Kamerad Schlechtweg (Bochum) berichtete über den Stand der Bundeszeitung. Sonst betrafen die Beratungen der Führertagung interne Angelegenheiten der Bundesorganisation. Der Tagung schloß sich im festlich geschmückten Saale Hahnefeld ein Kameradschaftsabend der 58er Bochum mit den sämtlichen auswärtigen Gästen an. Bei guter Stimmung verlebten die Kameraden mit ihren Angehörigen unterhaltende Stunden. Die Begrüßungsansprache des Kameradschaftsführers Bettenhausen und die Ansprachen des Oberstleutnants a. D. Hermann sowie des Kreisführers Mojor a. D. Bering wußten die Stimmung noch zu heben. Musikdarbietungen der Herbstschen Kapelle. Soldatenlieder, turnerische Leistungen der Frauen= und Männerriege des Turnvereins Bochum=Hamme und humorvolle Vorttäge von August Keßler(Bochum) boten Unterhaltung in bunter Reihenfolge. Senn -M Seite 6 Nr. 292 Bochumer Anzeiger„ Montag, 14. Dezember 1936 Ainerhanuug Die neunmae Weisen Eine Tiergesckickte von Sdgar Rann Sie wurden in einem Bauernhaus dicht an der österreichischen Grenze geboren. Kainzierl heißt der Hof, hinter dem, steil, drohend und dunkel, die Reiteralpe geradezu in den Himmel wächst. Die Vier aber haben keine Ahnung von der steilen, drohenden, vuniten Reiteralpe, sie wissen nur, daß es in gewissen Abständen auf unfaßliche Art hell und auf ebenso unfaßliche Art wieder dunkel wird, und daß man im Hellen schreien muß, um nur ja auf seine Kosten zu kommen, und daß das Schreien im Dunkeln gar keinen Zweck hat, ganz davon zu schweigen, daß man dann auch gar nicht mag. Sie wissen auch noch nicht, daß der Kainzierlhof an einem sanften Abhang liegt, zu dessen Füßen sich der stille, eisig=kalte und abgründige Hintersee in der Sonne spiegelt, daß sich jenseits des Sees der Hohe Göll die Brust vollgepumpt hat und dasteht, wie für alle Ewigkeit gemacht und dabei so hoch ist, daß er manchmal selbst im Juli ein weißes Schneehütchen trägt. Sie wissen aber bereits, daß auf dem Kainzierlhof ein schwarzes Vieh mit glühenden Augen haust, und daß man schreien muß, lauthals und mit bis in die Kehle pochendem Herzen, und daß dann der Seppl aus der Küche mit seinen klotzigen Stiefeln schmeißt, worauf das schwarze Vieh aus der Haustür fährt, mit erhobenem Schwanz und gesträubten Haaren. Sie wissen auch noch nicht, warum die stille Bäuerin Morgen für Morgen ein neues Zeitungsblatt unter ihrem Nest ausbreitet, obgleich sie ganz gehorsam dieses Blatt benutzen, von dem die Berchtesgadener Zeitunngsherren nur ganz dunkel ahnen, daß es so oder ähnlich endet. Kurzum, sie respektieren den Rand dieser Zeitung oder besser: Die ewigen Fallgesetze löken auch hier nicht gegen den Stachel, mag da fallen, was fällt, und es fällt am Tage allerhand, denn die Verdauung dieser vier Schwalbenkinder funktioniert— es darf sich jeder genauestens davon überzeugen.„„ Diese vier Schwalbentinder also wurden auf der Diele des Kainzerlhofes geboren, das ist nun glücklich heraus. Ihr Nest befindet sich links über der Küchentür, hinter der es abwechselnd nach Mehlspeisen und Milchsuppen riecht, obgleich der Seppl lieber Rauchfleisch und Schwarzbrot ißt, aber er predigt sozusagen tauben Ohren. Auch die Vier schwärmen weder für Mehlspeisen noch für Milchsuppen. Ihre Augen treten erst aus den Köpfen, und ihre Schnäbel reißen sie erst auf bis ins Genick, wenn Vater Fliegen bringt und Mutter Mücken, je dicker, desto besser und je zappeliger, desto großartiger, und dann ist ein Lärm über der Küchentür, daß einem die Haare zu Berge stehen.„ 12 Prase. Aber wenn die beiden Alten sich auch aoraaern und wie ein Pfeil hin und her schießen, zum Autzinger runter, um im Kuhstall unter den Fliegen Dampf aufzumachen, oder zum Leitner Franz, das Schnakenloch zu revidieren— die Vier toben bei der ersten Fliege genau so wie bei der letzten Mücke abends um acht, es ist ein Kreuz.— Das hat man nun von seinem Mitleid mit den armen Alten. Ich habe mit einem Handtuch säuberlich Fliege um Fliege an die Wand geklatscht, einundfünfzig Stück. Ich habe si: säuberlich auf einer Tassenschale niedergelegt, oben drauf einen Brummer, auf den ich schon lange einen„Piek“ hatte. Dann habe ich die Tassenschale den vieren hingeschoben, so, nun werden sich die Alten wohl mal einen lustigen Tag machen können. „Der Mensch denkt“ Die vier sitzen da mit eingezogenen Köpfen, zusammengepreßten Schnäbeln und haben so ihre Bedenken. Fehlt bloß noch, daß sie„Fauler Zauber“ krähen oder den schäbigen Verdacht sonstwie ausdrücken ich hätte die zweiundfünfzig vom Fliegenfänger geklaut, der in der Küche baumelt. Sie ignorieren den Salat und sehen ostentativ wo anders hin. Nicht die geringste Anerkennung einer Arbeit, zu der ich ferienhalber keineswegs verpflichtet war. Nichts. Gar nichts! Aber als in dieser deprimierenden Sekunde die Mutter mit einer mehr als kläglichen Mücke ankam, einer Mücke, die ich nicht gewagt haben würde anzubieten— da wollen sie sich umbringen. Vier Schnäbel wurden geradezu provokatorisch weit aufgerissen, und selbst als der Spucht von einer Mücke längst in dem einen verschwunden war, ohne auch nur einen Schlucker zu verursachen, hocken die anderen noch da mit verdreyten Augen und langen Hälsen— als wäre die magere Spucht die einzige Seligkeit dieser Erde. Am anderen Morgen hat mir die stille Bäuerin erzählt, die einundfünfzig Fliegen hätten mitten zwischen — sie möchte es gar nicht sagen— auf dem Zeitungsblatt gelegen und der Brummer malerisch mit seiner stählernen Bläue auf dem dicksten weißen Klecks. Als ich an den Vieren vorbeiging— natürlich ohne hinzusehen, denn so etwas wird man sich ja nicht ohne weiteres bieten lassen— erhoben sie ein kannibalisches Geschrei. Natürlich wieder über ein so klägliches Fliegenvieh, das Mutter brachte, und sie brachen geradezu in Entzücken darüber aus, die Gelbschnäbel. Natürlich bin ich nun erst mal mit ihnen fertig. Einundfünfzig Fliegen für nichts und wieder nichts! Ganz zu schweigen von dem Brummer!.... E. unden 5. Acht Tage bin ich um die vier Halunten herumgegangen wie die berühmte Katze um den noch berühmteren Brei. Ich hatte inzwischen Gelegenheit zu der heimlichen Feststellung, daß die vier die Größe eines Zeitungsbogens, den die stille Bäuerin doch nur ausgelegt hatte, um die weißgescheuerten Dielen zu schonen, nicht mehr genügend respektierten. Sie, die Bäuerin, war darüber sehr erstaunt. Ich nicht, denn ich kannte die Bagage nun zur Genüge. Tags darauf gibts auf einmal unten auf der Diele ein Mordsgeschrei. Auf dem Leitungsdraht ertönt ein ängstliches Geflutsche und Gezappel— und wer sitzt da? Eine von den vieren. Nebenan schießen die beiden Alten hin und her, ich ziehe mich zurück, da kommen sie heran, setzen sich neben den Lümmel und machen ihm vor, wie man fliegt. Aber der Filius hat seine liebe Not, nicht aus den Pantinen zu kippen— fliegen? Da kann ich nur kurz und militärisch lachen, hahaha! Ich muß froh sein, wenn er mir nicht vor Angst in den Kaffee klatsch! da ist es auch schon geschehen. Mitten in die Tasse! Jetzt ist es aber mit meiner Geduld vorbei. Ich schleiche mich von hinten heran, greife den Taps, setze ihn auf den Nestrand und weide mich zwei Sekunden an der Sprachlosigkeit der anderen. In dieser Situation konnte ich es mir nicht verkneifen, eine gehörige Moralpauke zu starten. Dann gehe ich über die Stiege hinauf, aber bereits auf halber Treppe hebt unten ein kannibalisches Geschrei an. So komme ich nach oben und— falle beinah um. Auf dem Draht sitzen drei von den Hunkebunken, kippeln nach vorn und kippeln nach hinten und können vor Angst über die eigene Kurage nicht geradeaus gucken. „Vielleicht schieben wir mal“ sagte ich.„Wenn Sie ein bißchen mit anfassen würden, schließlich springt der Wagen an.“ „Sie hätten man besser ein Pferd kaufen sollen un nich son ollen Karren.“ „Bloß ein bißchen vorwärts drücken, dann—“ „Es geht eben nix über die Natur, dabei bleib ik. Aber sone olle Schachtel, nä“, beharrte er. „Ganz recht. Wenn Sie inzwischen mal helfen würden, so, hoh ruck! würde es sicher gelingen, das Auto in Gang zu bringen.“ „Ik halt von die Dinger nämlich nix.“ Ich holte tief Luft.„Wir brauchten ja bloß mal ordentlich anpacken, dann wäre das Hindernis schnell beseitigt. Sie könnten Ihre Kühe weiter treiben und ich fahren.“ Es regnete jetzt stärker.„Hier, nehmen Sie eine Zigarre zum Feierabend.“ Der Bauer schüttelte den Kopf.„Nä, lassens man, ik rooch nick. Un wozu die Umstände. Ik treib die Viecher üm den Kasten rüm übern Acker.“ Sprachs und trieb die Kühe vom Weg herunter. Drüben rückte er grüßend an seiner Mütze und statste schwerfüßig hinter den Rindern her. Ich war um ein graues Haar reicher. Das Kindernis/ Ein##esnis von Rurt Plötzlich quietschte und knackte es, der Motor schrammte hart. Der Wagen bäumte sich kurz— dann stand er quer auf dem schmalen Landweg und rührte sich nicht mehr von der Stelle. Alle geübten Handgriffe unter eingehender Beobachtung der Vorschriften über die Behandlung des Kraftwagens in gesunden und kranken Tagen fruchteten nichts, das Gefährt beharrte in seinem Starrsinn. Kein Mensch zu sehen, der ein bißchen anschieben könnte. Zudem fing es sachte an zu rieseln. Und ich hatte Hunger. Und das nächste Dorf war weit, sehr weit... Das konnte ja schön werden. Daß man ausgerechnet in solchen Augenblicken einen offenen Wagen fahren muß, daß man ausgerechnet dann Hunger hat und daß kein Dorf... Doria!! Ein Königreich für ein Paar Würstchen und einen Schirm.„ Hinter mir lautete es. Ein Bauer triev seine drei Kühe den Weg herunter. Er räusperte sich. „Sie müssen da ausn Weg. Fahrn Sie dat Ding beiseite.“ „Tja, das geht man nicht so einfach, lieber Mann, ich möchte schon, aber der Wagen nicht, verstehen Sie?" Nä. Wie sünd Sie denn hergekommen?" Ich wies auf das Auto.„Gefahren.“ „Hm". Der Bauer betrachtete es mißtrauisch von allen Seiten.„Müssen Sie den ollen Kasten auch ausgerechnet hier abstellen. Wat wollten Sie man bloß hier?“ „Ich wollte doch gar nicht hierher, verstehen Sie doch.“ Der Bauer machte runde Augen.„Sie wollten gar nich hierher? Tjä, denn versteh ik aber nich, wat Sie hier suchen.“ Es wurde schwer. Ich will ja auch weiter, aber der Wagen ist entzwei, steht fest und will nicht von der Stelle.“ Der Bauer machte eine mißtrauische Runde um das Auto.„Ik seh nix. „Der Fehler liegt innen, an den Kerzen, am Motor oder weiß ich wo.“ „Ich meine, innen ist was nicht in Ordnung.“ Er trat näher heran und sah in das Auto hinein. Da war nichts zu machen. Ich sah leider auch nichts, trotz meiner Brille und der hochgestellten Haube. Ein feuriger Liebhaber Ein wahrhaft feuriger Liebhaber war Karl IV Herzog von Lothringen. Er war sehr verliebt in die Tochter des Bürgermeisters von Brüssel, aber da die Mutter streng über den Lebenswandel der Tochter wachte, fand sich keine Gelegenheit mit der Angebeteten zu sprechen. Eines Tages traf er sie aber doch auf einem öffentlichen Fest und scheute sich nicht, die Mutter um die Erlaubnis zu bitten, mit der Tochter nur wenige Worte allein sprechen zu dürfen, und zwar in dem gleichen Saale. Aber die strenge Mutter wollte auch das nicht zugeben, und da machte der feurige Herzog den folgenden Vorschlag:„Nicht länger will ich mit dem Mädchen sprechen. als ich imstande bin, eine glühende Kohle auf meiner bloßen Hand zu halten.“ Dieses Anerbieten machte so starken Eindruck auf die Mutter, daß sie einwilligte. Sogleich trat der Herzog mit der Geliebten auf die Seite und ließ sich eine glühende Kohle auf die Hand legen. Die Mutter glaubte, die Unterredung werde nach wenigen Liebesworten beendet sein. Doch sie hatte sich geirrt, sie verlor früher die Geduld, als der Herzog mit der glühenden Kohle auf der Hand. Sie trat auf das Paar zu, und da stellte sich heraus, daß der Herzog unter den größten Schmerzen die glühende Kohle in der Hand erdrückt hatte, um ja recht lange mit der Angebeteten sprechen zu können. Der Schkanke lühlt sich viet wohler er ist arbeitslustiger und beweglicher und besitzt mehr Spannkratt, weil kein unnützes fett den Körper beschwert. Schaffen Sie darum diesen unnützen Ballast weg, werden Sie schlonker! Ohne Gewaltmalsnahmen, auf ganz natürliche Weise, durch K Erhältlich in apotheken, Drogerien, Reforwhäusern 11 „Brötchengeber!“ „Nein, der Witz paßt nicht.“ „Sagen Sie mal, Fräulein Gussy, wie wird es denn mit dem Kammersänger werden? Hat er denn wirklich seine Stimme verloren?" „Können Sie schweigen, Herr Wilm? „Wie eine einsame Kiefer. Die erzählt auch nichts, was manchmal Dummes vor ihr geschwatzt wird." „Also hören Sie zu. Er hat die Stimme nie verWilm blieb erstaunt stehen.„Was... eine Komödie?“ „Eine richtiggehende Komödie.“ „Aber warum das nur?“ M „Weil er in seinem Leben reine Wirtschaft machen mußte. Sie haben ja den Kammersänger früher nicht gekannt. Jetzt, ja, jetzt ist er ein Mann geworden. und ich bin stolz darauf, denn ich habe ihm den Rücken gesteift. „War er früher anders?“ „Und ob! Ganz anders! Weich wie Wachs, gutmütig bis zur Liederlichkeit! Ein Spielball der Verwandten und der Freunde, die ihn ausgesogen haben, daß es eine Schande war!“ „Ich fange an zu verstehen. Jetzt kümmern sie sich wohl weniger um ihn?".. Sie denken nicht dran. Es ist ooch nichts mehr zu erben. Ja, sie weigern sich, die Darlehen zurückzuzahlen, behaupten, daß es sich um Geschenke gehandelt hat. Wir haben die ganze Bande jetzt verklagt. Aber... eine Anzahl hat sich auch anständig gezeigt, aber das waren die, die nur wenig Geld von ihm erhielten. Ich habe dem Kammersänger vorgeschlagen, die Komödie zu spielen. Und die Wirkung ist vortrefflich. Er ist das ganze Geschmeiß losgeworden, allerdings auch eine Braut! Die hat schleunigst den Rückzug angetreten.“ „Gibt es denn das?" „Ja, Sie werden die Frau übrigens kennenlernen. Es ist Fräulein Pera, die mit dem Tenor Galander in den nächsten Tagen hier erscheinen wird.“ Dr. Wilm dachte nach. Dann fragte er:„Ich verstehe das nicht. Wir haben schon einen Tenor von der Staatsoper hier, verschiedene andere Künstler, auch Sänger und Sängerinnen, haben sich angemeldet, und sogar diese einstige Braut kommt mit ihrem... Verhältnis. Das stimmt doch? Warum kommen die alle?" „Aus Bosheit! Aus blanker Bosheit! Wenn die Neger einen Löwen getötet haben, dann treten sie ihn mit Füßen und bespucken ihn. Das tun die Neger, die unkultiviert und unzivilisiert sind. Ja, und... wir haben eben auch noch genug kulturlose Gesellen. Es ist nur schlimm, daß sie gerade dort sitzen, wo man sie nicht sucht,,...6. recht Nanken „Ich rann das noch nicht recht glauben. Es ist aber so.“.„ „Hm! Aber... der Herr Zimmerer hat mir doch erzählt, daß er mit seinen Freunden ein Konzert für den Herrn Kammersänger hier geben will.“ „Ja, das hat er sogar Liebenberg direkt ins Gesicht gesagt. Empfinden Sie nicht, wie entwürdigend das ist? Sie wollen singen und die anderen bezahlen, und was sie bezahlen, das schenkt man dann großmütig aus Mitleid dem verarmten Kollegen. Ohrfeigen könnte ich die ganze Gesellschaft.“ Sie sah in ihrer Erregung bildhübsch aus. Wilm stellte es fest, und das Herz schlug ihm schneller. Er kannte sich nicht wieder. Mit einem Male war es aus mit seiner Ruhe, seine botanischen Studien interessierten ihn nicht mehr, er ertappte sich immer dabei, wie er seine Studien bei Gussy machte. Mit allen Fasern zog es ihn zu dem Mädchen. War das die Liebe? „Das heißt... die Ohrfeigen bekommen sie noch! Und gründlich! Sie werden den schönsten Spaß Ihres Lebens hier erleben!" „Da bin ich sehr neugierig!“ „Das Nähere sage ich Ihnen noch nicht. „Und wenn ich schön bitte?“ „Ei, ei Herr Doktor!“ „Den Doktor müssen Sie schon weglassen, auch den Herrn. Sagen Sie doch einfach Wilm zu mir?" „Und Ihr gestrenger Herr Bruder?“ „Einar? Ach, der ist gar nicht mehr so streng. Denken Sie, der tut noch einen Blick in seine Bücher? Nein, der muß Rechnungen eintragen, Postanweisungen und Schecks ausschreiben. Und es macht ihm Spaß. Was ist denn mit uns beiden los? Wir sind in unseren Studiengebieten aufgegangen, und mit einem Male rücken wir so weit ab davon. Mit einem Male merken wir, daß die Welt... doch eine wunderschöne Sache ist.“ Gussy lachte hell auf. Schalkhaft sagte sie:„Es bot, gefreut, aber nie hatte sie darüber gegrübelt oder nachgedacht. Und jetzt begann die Natur um sie herum mit einem Male zu leben. g. g. 7n(ast.„ Als sie im Waldhaus Rast hielten, sügle sie, oaß sie ihm sehr dankbar sei, und daß sie gern bald wieder einmal mit ihm gehen möchte...s79.3 Sind Wilm fühlte sich glücklich wie ein beschenttet Rind. wurde aber auch Zeit!“ „Meinen Sie?“ „Freilich. Ein so junger, stattlicher Mann wie Sie, der darf doch nicht abseits leben und sich in seinen Büchern vergraben. Der gehört hinein ins Leben, mitten in die Gemeinschaft. Wilm, es wird Zeit, daß Sie sich nach einem schönen Mädchen umsehen, sonst trocknet die Lebensfreude doch wieder ein.“ „Mädchen umsehen? Heiraten?“ „Warum sind Sie denn so entsetzt? Wollen Sie denn nicht ein richtig glücklicher Mensch werden?" Wilm sah wie ein verlegener Schuljunge auf den Boden.„„ 44 „Doch, ich... manchmar... ich weiß nicht, wie ich sagen soll, da kommt's mir doch vor, als wenn mir etwas fehlte. „Das ist das richtige Zeichen. Also rangehalten, Wilm, hier in Friedrichsroda sind so viel reizende junge Mädchen. Wählen Sie die Schönste aus!“ Wilm druckste und suchte nach einem Wort. Nein, ich... ich... glaube, die Rechte finde ich doch nicht.“. 4 „Wie muß sie denn ausschauenk, neckte Gussy, aber sie wurde gleich darauf rot wie ein Röschen, denn Wilm sagte, sie dabei nicht anblickend: „Wie sie, Gussy!“ Dann gingen sie schweigend weiter. Verlegenheit war zwischen ihnen. Aber nach und nach kam im Herzen des Mädchens doch eine große Freude auf. Das war eine Werbung, das fühlte sie, und wunderte sich, daß ihr Herz mit einem Male so glücklich schlug. Liebte sie Wilm?. Ach, sie wußte es nicht und zerbrach sich nicht den Kopf, sie war jung, und das Leben stand vor ihr, wartete, daß der Tapfere es bezwang. Jetzt nur nicht an Liebe denken. Aber herzlich froh wai sie doch, und mit einem Male schwang ein anderer Ton in ihrer Stimme. Und wenn Wilm ihr etwas erklärte, wenn er ihr von einer Blume, einer Pflanze überhaupt, erzählte, dann lauschte sie mit Interesse. Eine neue Welt tat sich vor ihr auf, durch die sie bisher ohne besondere Aufmerksamkeit geschritten war. Sie hatte sich wohl über die tausend schönen Bilder, die die Natur immer wieder Der Kaffee und Kuchen schmeckte ausgezeichnet, auch die Schlagsahne mundete vortrefflich.„„„ Die Unterhaltung floß munter fort, bis sie durch das Eintreffen eines schnittigen Wagens unterbrochen wurde.„„„ Neugierig wandten beide den Kopf, und Gussy zuckte zusammen..... S..Ken Ratäur Jetzt ertannte sie die beiden Insassen. Naturlich, das war doch... Fräulein Pera mit ihrem Galan, dem Tenor Galander. „Gute Luft!“ sagte Gussy. Wilm sah sie erstaunt an.„Was meinen Sie, Gussy?“ Gäste kommen, die bei uns Zimmer nehmen. Wissen Sie, wer da eben aus dem Wagen gestiegen ist? Jenes Fräulein Pera und ihr Galan, der Tenor Herr Galander“„ „Galander? Ist das nicht der Tenor, der so schmelzend singt?".....„ 16 „Ja. Ich mag seine Stimme nicht, sie ist zu weich, wie ein Brei mit viel Oel kommt sie mir vor. Sie ist mit Liebenbergs kraftvollem und doch wundervoll geschmeidigem Organ nicht zu vergleichen.“ „Da sind wir einer Meinung. Ich kenne Galander nur von seinen Schallplatten. Wie ist er denn so als Mensch?" „Ich weiß nichts weiter. Mir persönlich ist er aber denkbar unangenehm. Und daß er sich weigert, dem Kammersänger den Betrag von dreitausend Mark, der ihm einst von Liebenberg zur Verfügung gestellt wurde, zurückzuzahlen, das ist eine Gemeinheit. Dabei kann er es. Er hat geerbt, ist nicht unvermögend!“ Pera und Galander kamen näher. Es war ja genug Platz überall, denn nur wenige Gäste saßen an den vielen Tischen um diese Zeit, aber Pera liebte es, nicht allein zu sitzen, sondern in der Nähe von Menschen, um bewundert zu werden. Also kamen sie bis dicht an den Tisch heran, und da erkannte Pera Gussy wieder, die sie einmal so unsanft behandelt hatte. Einen Augenblick lang war die Wut in ihren Zügen, aber dann mit einem Male wurden sie wieder glatt, und mit scheinbarer Freundlichkeit rief Pera aus: „Ah.. das Dienstmädchen von Liebenberg.“ Gussy nickte lächelnd und setzte in gleicher Weise hinzu:„Ah... die Freundin des Herrn Galander, die den Herrn Kammersänger heiraten wollte, als er noch bei Stimme war.„ g Gesicht mar bunkef Das wirkte wie ein Hieb. Peras Gesicht war bunkelrot geworden. g, 5un „Das läßt du mir bietene“ fuhr sie vann aber Galander schril an. Psengr.„ 145714 Der Tenor zögerte einen Augenb##a, dann rafste er sich auf und schrie Gussy scharf an:„Ich verbiete Ihnen diese unverschämte Sprache!" Da sah Gussy nur Wilm an, und der Mann verktand sofort., gueg Dse 0 Ganz ruhig sagte Wilm:„Die Dame hat kein Interesse, mit Ihnen eine Unterhaltung zu führen! „Mit Ihnen habe ich nichts zu tun!“ „Aber ich werde gleich mit Ihnen zu tun bekommen! Wenn Sie sich nicht schleunigst aus unserer Nähe entfernen, dann lasse ich meine Hände sprechen. Haben Sie mich verstanden, mein Herr? Sicher wollen Sie der Dame auch erst einmal Umgangsformen beibringen, und das können Sie am besten, wenn Sie sich recht weit von uns entfernt setzen!" Dabei hatte er sich erhoben und reate seine kräftige Gestalt. Das verfehlte seine Wirkung nicht. Das Paar zog sich schleunigst zurück. Pera überschüttete dabei ihren Begleiter andauernd mit Vorwürfen. „Sie sind ein Prachtkerl, Wilm! Ein Mann... meine Hochachtung!“ sagte Gussy begeistert. Die Worte freuten Wilm, und lächelnd fragte er: „Hatten Sie es anders erwartet?“ „Bestimmt nicht! Sie enttäuschen nicht, das weiß ich!“ „Sie, liebe Gussy, bestimmt nicht!“ Und dabei sah er sie so herzlich an, daß sie ein wenig rot wurde. Der Kammersänger meldete sich am Telephon. „Liebenberg!“ „Hier ist Gussy! Herr Liebenberg... Ihre Herzensfreundin rückt mit ihrem Galan, dem Herrn Galander, an, um das„Hotel zur Post“ mit ihrer Anwesenheit zu beglücken. Sorgen Sie dafür, daß kein Zimmer mehr zu haben ist!“ „So, also Pera kommt! Hm, reichlich unverfroren, aber lassen Sie die beiden getrost kommen. Das soll mir Spaß machen, den Sänger ohne Stimme zu spielen. Ja, richtiggehend Spaß. Das können Sie sich wohl nicht vorstellen? Ja, liebe Gussy, ich bin mit einem Male ganz anders geworden. Ich bin die scheußliche Unsicherheit los. Und daran sind Sie schuld! Sie haben...“ „... nur Sie veranlaßt, daß Sie sich besonnen haben, daß ein Mann auch ein Mann sein muß!" „Wirklich, Gussy, das haben Sie getan! Also die beiden werden aufgenommen. Aber ich verspreche Ihnen ... die sollen an den Aufenthalt in Friedrichsroda denken! Denen will ich's besorgen!“ „Ich bin dabei! Mit ganzem Herzen! Und Wilm orsch „Wilm? Wer ist Wilm?“ „Doktor Wilm, sagte ich doch! Der Mitbesitzer des Hotels!“ „Deit dem Sie auf und davon sind? Ich bin Ihnen ernstlich böse, daß Sie mich so stillschweigend versetzt haben!“....„: 9Hg. Gerr Cicherh. Gussy lachte heu auf.„Aber, Herl Liebenberg, können Sie mir vielleicht die lateinischen Namen aller Blumen und Kräuter sagen, die hier wachsen?" „Wozu brauchen Sie das?“ „Interessiert mich!"..„ „Gussy... Sie machen mir Sorge!“ „Aber wieso denn?“ 14. „Sie werden sich in den netten Hoteldoktor verlieben!“ 4 J35 Zum Glück say er nicht, wie sie jetzt glühend rot wurde.„Keine Sorge, Herr Liebenberg!“ Das Auto rollte vor. Der alte Krischan trat eilfertig aus dem„Hotel zur Post“ und öffnete den Schlag. Prüfend musterte er die beiden Ankömmlinge und stand stramm wie ein Grenadier. Pera und Galander verließen den Wagen, und der Tenor fragte hochmütig:„Haben Sie Garage?“ „Jawoll, haben wir... ich bringe den Wagen schon unter.„..5 „Können Sie denn fahren?“ „Nee, mit so'nem Dings kann ich nicht umgehen. Den Wagen schieben wir in die Garage... oder ich nehme ihn auf den Buckel!" (wortsetzung folgt.] TURN- UND SPORTBEILAGE DES„BOCHUMER ANZEIGER“ C MONTAG. 14 DEZEMBER 1936 Sciidues Phrannerren, Durch:-Sieg über Welttalia Herne übernimmt der Meister wieder die Tabellenführung im Gau Weitfalen— Erle schlägt Borullia Dortmund:0 Die Ordnung in der westfälischen Fußball=Gauliga ist wiederhergestellt. Durch einen:=Sieg über Westfalia Herne hat Schalke 04 endlich wieder seinen Meisterthron bestiegen, der in dieser Meisterschaftssaison fester denn je verankert erscheint. Durch die vielfache repräsentative Inanspruchnahme seiner Spieler hat der FC. Schalke 04 lange Zeit ohne sein Verschulden das berühmte rote Licht der Tabelle bilden müssen. Nachdem sich die unvermeidliche Terminnot einstellte, ging man aber mit Siebenmeilenstiefeln daran, den verlorenen Boden aufzuholen. Begünstigt durch die hohen Verlustpunktzahlen aller Mannschaften, erfolgt der Vormarsch sprunghaft. In Herne mußte Schalke allerdings härter kämpfen, als es das Ergebnis besagt, um zum Siege und damit zur Tabellenführung zu gelangen.— Eine unangenehme Ueberraschung erlebten die auf ihr günstiges Punktverhältnis so stolzen Dortmunder Borussen im Kampf gegen den Spielverein Erle, der am Forsthaus knapp:0 siegreich blieb und damit TuS. Bochum und den Spielverein Höntrop vorläufig in ihrem Abstiegsschmerz allein läßt. Wie sich die Dinge nun am Tabellenende entwickeln werden, ist völlig unklar. Die schlechte Platzbeschaffenheit machte sich in den beiden Spielen störend bemerkbar. Für den 20. Dezember sind zwar terminmäßig fünf Meisterschaftsspiele vorgesehen, aber es werden eine Reihe von Spielen ausfallen, da der Gau Westfalen bekanntlich in Dortmund gegen den Gau Baden spielt Die Ergebnisse: Westfalia Herne— Schalke 04:6(:5) SV. Erle 08— Borussia Dortmund:0 Die Tabelle: mehr und mehr auf, ohne aber den Sieg verdient zu haben, der ihnen mit viel Glück zufiel. Nach Ecken kam es zu einem Strafstoß vor dem Borussentor den der rechte Läufer Schneider placiert in die linke untere Torecke schoß und damit die Entscheidung erreichte, obwohl zumindest ein Unentschieden dem ganzen Spielverlauf mehr entsprochen hätte. 6 9 9 8 8 9 9 8 6 5 4 4 4 4 3 3 2 1 0 2 2 1 1 0 2 1 1 2 Schalke 04 SV. Rotthausen Hüsten 09 Westfalia Herne Germania Bochum Borussia Dortmund Sppg, Herten SV. Erle 08 TuS. Bochum SV. Höntrop Die Spiele am 20. Dezember: In Dortmund: Gau Westfalen— Gau Baden Folgende Meisterschaftsspiele sind terminmäßig anSchalle 04— Borussia Dortnund. Germania Bochum— Spog. Herten SV. Rotthausen— Westfalia Herne SV. Höntrop— Erle 08 Hüsten 09— Tus. Bochum Trotz 6:... Kenle Kieinngken für-Schaffe Die Knappen Schlagen Weitfalia Herne:3(:1) Ein Starker Gegner Badens Pokalelf gegen Westfalen Der Gau Baden hat nun seine Elf für das Treffen um den Reichsbund=Pokal mit dem Gau Westfalen am kommenden Sonntag aufgestellt. Die Süddeutschen kommen mit folgender Mannschaft nach Dortmund: Drayß (SV. Waldhof) Konrad Schwender (BfR. Mannheim)(SV. Waldhof) Leupold.„Kamenzien.„Heexmngnn, (SV. Waldhof)(BfR. Mannheim)(SV. Waldhof) Langenbein Fischer Siffling Schneider Striebinger (L. Mannh.)(Psorzh.)(SV. Waldbof)(V. Mannh.) Ersatz: Nonnenmacher(1. FC. Pforzheim) und Feth(BfR. Mannheim). Westfalens Mannschaft ist noch nicht aufgestellt. SV. Ronirop-Ipiene Peehir gul SV. Höntrop bezwingt Rot-Weiß Oberhaufen:2 Drei Tore Unterschied, das sieht sehr programmmäßig aus. Aber die drei Herner Gegentore deuten schon an, daß der Widerstand, auf den die Knappen vor 10000 Zuschauern am Schloß Strünkede trafen, härter war als in allen anderen Meisterschaftsspielen, die Schalke in dieser Saison bestritt. Und dennoch täuschen die Ziffern, denn sie weisen nicht aus, daß der Meister in diesem Spiel ganz schwer kämpfen mußte, daß die Gastgeber ihm durch weite Strecken des Kampfes völlige Gleichwertigkeit und in der zweiten Hälfte sogar oft deutliche Ueberlegenheit entgegensetzten, ohne daß allerdings der Schalker Sieg auch nur für eine Sekunde irgendwie in Gefahr gewesen wäre. Westfalia verlor das Spiel schon in den ersten zehn Minuten. Die Herner hatten sich für den Spielbeginn eine Husarentaktik zurechtgelegt, die elenden Schiffbruch erlitt, als Schalke auf den groben Klotz rücksichtslosen Angriffsspiels den noch gröberen Keil zweier blitzschöner Tore von Szepan und Pörtgen setzte. Nach fünf Minuten stand das Spiel:0 für den Meister— wer wollte es den Westfalen verargen, daß sie die Flügel(der Verzweiflung und ihres Sturmes) hängen ließen. In dieser Zeit war Schalke allein auf dem Felde, der Herner Widerstand genügte gerade, dem Feuer ihrer Kombina= tion die richtige Nahrung zu geben. Selbst das vielgerühmte repräsentative Verteidigerpaar Krüger— van Haaren stand diesem Blendwerk strategischer Einfälle und überraschender Tricks machtlos gegenüber. Um so überraschender kam dann die Wendung gegen Schluß der ersten Hälfte, eine Wendung zugunsten der Herner, die sich mehr oder minder durch die ganze zweite palozeit fortsetzte und zu kämpferischen Höhepunkten führte, die man sonst in Schalke=Spielen innerhalb des Gaues meist vergeblich erwartet. Schalke hatte drei Ersatzleute zur Stelle. In der Läuferreihe war von den„Etatsmäßigen“ nur Mittelläufer Otto Tibulski vertreten, er hatte als Helfer zur linken den kleinen Berg der eine ganz tadellose Leistung bot und zur rechten Sontow, der sehr, gut in das Gefüge paßte. Im Sturm war der Linksaußen Urban durch Mecke ersetzt, der neben seinen berühmten Kameraden nur wenig zur Geltung kam. Szepan war der weitaus beste Mann auf dem Feld, und manche seiner Spielhandlungen hatten eine Reife(Vorbereitung des zweiten und Durchführung des sechsten Toxes), die schlechthin nicht mehr zu übertreffen ist. Auch Pörtgen war hervorragend, während Kuzorra nach einem blendenden Start später nicht mehr genug zuzusetzen hatte, wenn er auch das ganze Spiel hindurch eine Hauptstütze der Schalker blieb. Die Läuferreihe bot eine vorzügliche Gesamtleistung. und auch das Schlußdreieck arbeitete tadellos. In der Herner Mannschaft überragte bei weitem der Halblinke Bonner, der im Felde eine Riesenarbeit leistete und durch zwei bildschöne Tore wilde Begeisterung bei den Herner Zuschauern auslöste. Er hatte mit Kurek und Joswiak zwei ausgezeichnete Helfer zur Seite. Besondere Erwähnung verdient Sobota im Tor der durch seinen Mut und seine Entschlossenheit viele Schalker Torchancen zunichte machte. 29. Juam umgehömen 8 Das Spiel begann mit einem ungestumen Herner Vorstoß, bei dem Klein 1 den Ball unmittelbar vor dem Tor erwischte, aber in der Aufregung verschoß. Schalke antwortete mit gleich heftigen Gegenangriffen, von denen Szepan einen durch einen fabelhaften Schuß in den rechten Torwinkel zum Schalker Führungstreffer auswertete. Kurze Zeit darauf nahm Szepan einen Eckstoß mit der Hacke an und leitete den Ball zu Pörtgen, der nur noch einzudrücken brauchte: :0. In der 22. Minute nutzte Kalwitzki einen Fehler der Herner Verteidigung geschickt aus, als Sobota den bereits gefangenen Ball wieder fallen ließ, und schon war der dritte Schalker Treffer erreicht. Durch einen Kopfball erhöhte dann wieder Pörtgen auf :0. Bei diesem Stande bot sich den Hernern eine sichere Tormöglichkeit in Gestalt eines Elfmeters(Handspiel von Schweisfurth). Bonner schoß überhaftet und— gegen die Latte. Eine Minute später machte indes der kleine Halblinke, den Fehler gut. Aus 20 Meter Entfernung setzte er den Ball hoch ins Netz. Kurz vor der Pause stellte aber Kalwitzki den alten Abstand wieder her, als Pörtgen einen schlechten Herner Abstoß mit dem Kopf annahm und haargenau zum Rechtsaußen lenkte. In der neunten Minute der zweiten Halbzeit schoß Bonner das zweite Herner Gegentor, einen Strafstoß ungefähr von der Linie aus. Das dritte Herner Tor ergab sich im Anschluß an eine Ecke durch Joswiak. Szepan beendete den Torsegen zwei Minuten vor Schluß mit einem fabelhaften Alleingang, bei dem er alle Gegner einschließlich des Tormannes umspielte und mit dem Ball über die Linie lief. Und diese Meisterleistung des genialsten deutschen Fußballspielers verklärt selbst diesen schwer errungenen Sieg mit dem Schimmer souveräner Ueberlegenheit. Die Höntroper, die zu diesem Kampf mit Happel und Zeidler, aber ohne Stein antraten, zeigten der weit bessere Leistungen als in den letzten Meisterschaftsspielen. Vor allem sah man wieder mehr Kampfgeist und größeren Einsatz. Die Gäste aus Oberhausen waren leider mit drei Ersatzleuten angetreten, so daß man sich kein klares Bild machen konnte, was die Elf wirklich kann. Aber auch mit Ersatz und umgestellter Mannschaft wußten die Rotweißen den mehreren hundert Zuschauern gut zu gefallen. Ihr Zusammenspiel ist recht gut. Was die Elf besonders sympathisch machte, war die Ruhe, die alle zeigten, übrigens ein Lob, das man auch der Mannschaft des Gastgebers zugestehen Nachdem in den ersten Minuten Oberhausen den Ton angab, übernahmen bald die Höntroper das Kommando. Der ehemalige Werner Zeidler und der auf halbrechts stürmende Claus Timpert waren die klugen Taktiker und Reißer im Angriff. Nach zehn Minuten ist Oberhausens repräsentativer Führer Jürissen zum ersten Male bezwungen, als Zeidler eine scharf geschossene Flanke aufnimmt und placiert einsendet. Schon fünf Minuten später stand das Ergebnis auf:0. Timpert hatte wieder einen Angriff eingeleitet, die Flanke des Linksaußen verpaßt Zeidler. Knust war indessen nach innen gelaufen und konnte Jürissen aus nächster Nähe zum zweiten Male schlagen. Höntrop hatte auch in der Folge etwas mehr vom Spiel, weil der Sturm seine Angriffe wuchtiger vortrug. Die Oberhausener waren aber stets gefährlich, wenn sie vor dem gegnerischen Tor waren. Es gelang ihnen vorerst nichts, weil Timpert I und Happel in vorzüglicher Form waren und außerdem der Ersatzhüter Schütziock keine allzu schwierigen Bälle zu meistern hatte. Drei Minuten vor der Pause schoß Timpert II das dritte Tor. Er zog einen abgewehrten Ball sehr geschickt über seinen Kopf und Jürissen, in dem Glauben, der Ball ginge übers Tor hinweg, ließ ihn passieren. der zweiten Hälfte spielten die Gäste glücklicher. Als Zeidler wegen einer Verletzung vorübergehend ausscheidet, kommen die Rotweißen zu ihren beiden Toren. Nach fünf Minuten schoß zunächst der Halbrechte ein sehr nettes Tor und fünf Minuten später läßt der Höntroper Hüter dadurch einen Weitschuß passieren, daß Timpert den Ball berührt und ihm so eine andere Richtung gab. Sehr oft sah es dann aus, als würden die Oberhausener noch den Ausgleich erzielen, aber Höntrops Verteidigung schaffte immer wieder Luft. Auf der anderen Seite mußte Jürissen sehr oft eingreifen. Torfandfandg Jurwurzi wenp Eien-.r Weltdeutscher Gauliga-Fußball Lenz als Rechtsaußen SV. Erle 08— Borussia Dortmund:0 In Erle hatten die Dortmunder Borussen wenig Glück. Allerdings fehlte wieder Lukasiewicz im Angriff, wie überhaupt die Besetzung der Borussen=Fünferreihe ein Experiment darstellte. Lenz stürmte als Rechtsaußen, neben ihm nahm Cideller den Verbinderposten ein, während Janowski und Dunney den linken Flügel bildeten. Erles Abwehr war glänzend auf dem Posten und erlaubte nicht einen einzigen Treffer, obwohl die Dortmunder in der ersten Halbzeit durchweg überlegen waren. Von Lenz sah man als Außenstürmer eine recht gute Leistung. Seine schnellen Flankenläufe waren eine dauernde Beunruhigung, aber Galpasch im Erler Tor sowie seine Vorderleute Steinke und Pryzigoda waren nicht zu überwinden. Auch der Platzverein hatte einige gute Gelegenheiten, die Krollzick aber nicht auszunutzen wußte. So endete die erste Halbzeit torlos. Auch in den zweiten 45 Minuten waren die Dortmunder anfangs stark im Vorteil, später kamen die Erler Die Tabelle im Gau X(Niederrhein) führt weiterhin Fortuna Düsseldorf an. Der Gaumeister mußte sich mächtig anstrengen, um Schwarz=Weiß Essen:1 (:0) zu schlagen. Fortuna lag ständig im Angriff, doch die Essener Hintermannschaft zeigte sich allen Lagen gewachsen. Erst drei Minuten vor dem Abpfiff fiel der Siegestreffer. Der VfL. Benrath ist durch den :(:)=Sieg über den stark enttäuschenden Duisburger FV. 08 bereits auf den fünften Platz vorgerückt. Die Benrather, die ohne Hohmann spielten, ließen trotz des sicheren Sieges zu wünschen übrig. Hamborn 07 lieferte ein technisch sehr gutes Spiel gegen den SSV. Elverfeld, mußte sich aber trotzdem mit einem Unentschieden von:3(:1) zufriedengeben.— In Freundschaftskämpfen konnte von den gastgebenden Bezirksklassenvereinen der VfB. Hilden über Turn Düsseldorf mit :1(:0) triumphieren; dagegen mußte der BV. Altenessen dem SV. Rotthausen mit:5(:2) den Sieg Ueberraschungen gab es im Gau XI Der Tabellenführer BfR. Köln trug über Sülz 07 mit :2(:0) nicht nur den erwarteten Sieg davon, sondern hatte das Glück, daß der Gaumeister CfR. Köln gegen den ersatzgeschwächten Bonner FV. mit:7(:1) unterEder K..-Sieger über Purchafe slag. Die Kölner waren in der zweiten Hälfte von allen guten Geistern verlassen. Die Bonner nutzten die plötzliche Schwäche aus und schossen sechs Tore. Den zweiten Platz eroberte nun wieder der Neuling Rhenania Würselen, der den Kölner SC. 99 mit:1(:1) sicher schlug. Eine Enttäuschung bereitete der SV. Beuel seinen Anhängern, indem er sich zu Hause vom Mülheimer SV. mit:2(:2) schlagen ließ. Beuel lag nach Verlustpunkten immer noch gut im Rennen, hat aber nun dem BfR. Köln einen vielleicht entscheidenden Vorsprung gelassen. Einen schönen Erfolg feierte auch der Tabellenletzte Andernach mit:2(:1) über Tura Bonn. Außer BfR. Köln, Würselen, BfR. Köln und Beuel sind zur Zeit noch alle Mannschaften in Abstiegsgefahr. Gan Niederrhein Meisterschaftsspiele: Fortuna Düsseldorf— Schwarz=Weiß Essen:1(:0) VfL. Benrath— Duisburger FV. 08:0(:0) Hamborn 07— SSV. Elberfeld:3(:1) Gesellschaftsspiele: VfB. Hilden— Turn Düsseldorf:1(:0) BV. Altenessen— SV. Rotthausen:5(:2) Fortung, Düsseldorf Rot=Weiß Oberhausen TSV Duisburg 99 SV. Hamborn 07 VfL. Benrath Schwarz=Weiß Essen Turn Düsseldorf SSV. Elberfeld FV. Duisburg 08 VfL. Preußen Krefeld Gau Mittelrhein Meisterschaftsspiele: 3 Masre, Vearsne Im Hauptkampf des Großkamfpabends im Berliner Sportvalast standen sich Gustav Eder und der Südafrikaner„Panther" Purchase gegenüber. Eder war von der ersten Runde des Kampfes an tonangebend und überschüttete Purchase mit Serien von Schlägen. So mußte der im„Nehein Phänomen darstellende, sich bis zur neunten Runde tapfer schlagende Südafrikaner in dieser Runde den Kampf aufgeben, da er einsah, daß es nutzlos gewesen wäre, sich noch weiterhin zerschlagen zu lassen. Moment aus dem Kampf Eder— Purchase. Heute abend Wasserball=Meisterschaftsspiel im Stadtbad Zum fälligen Meisterschaftsspiel in der WasserballWinterrunde des Industriebezirks stehen sich heute abend Blau=Weiß Bochum und Poseidon Gelsenkirchen 04 gegenüber. Nachdem die Bochumer Freitag abend in Gelsenkirchen gegen Aegir mit 26:1 einen Bombensieg feiern konnten, darf man hoffen, daß sie auch diesen schwereren Kampf siegreich beenden werden. Das fliegende Ehepaar Das Ehepaar Rosemeyer erreichte auf seinem Fluge nach East London(Südafrika) das Zwischenziel Nairobi in Britisch=Uganda und hat damit den schwersten Teil des Afrikafluges hinter sich. Seite 8 Nr. 292 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 14. Dezember 1936 Die Bezirksliga: sendieg im Bochumer Lokalkampf Weltfalia Bochum knapp:0 geschlagen— Die Ueberralchung in Werne: Börnig verliert einen Punkt— Auch Dahlhaufen Ipielt gegen Wattenscheid unentschieden Der Wettergott spielt zum Schluß des alten Jahres den Fußballvereinen noch einige böse Streiche. Am Vorsonntag Schneesturm, gestern verschlammte Plätze. Unter diesen Umständen bereitet ein Spiel aktiven und passiven Fußballfreunden wenig Freude. Anderseits werden aber durch die anormalen Platzverhältnisse Ueberraschungen Tor und Tür geöffnet. Der Meisterschaftssonntag hat wieder reichlich Gesprächsstoff geliefert. Der große Zweikampf Westfalia— Preußen endete mit einem knappen:=Sieg der Preußen. Auf dem glatten Boden bewiesen beide Mannschaften dennoch, eine gute Form, so daß man sich bereits jetzt auf die Begegnung zwischen den beiden Mannschaften in der zweiten Serie freuen darf, die hoffentlich unter günstigeren Voraussetzungen gestartet wird. Die Sensation des Tages war das Unentschieden, das die bereits als abstiegsreif„gebrandmarkten“ Werner dem VfB. Börnig sehr zur Freude der Spitzengruppe abgetrotzt haben. Hoffentlich bedeutet der große Kampf der Werner den Auftakt zu neuen Taten. Trotz des Punktverlustes hat sich aber Börnig die Tabellenführung gesichert, da der FC. Schwelm spielfrei war. Daß die Tabellenletzten keineswegs gewillt sind, sich sang= und klanglos aus der Bezirksliga verabschieden zu lassen, bewies auch der Sportklub Dahlhausen, der auf eigenem Platz zu einem Unentschieden über Wattenscheid 09/30 kam. Wir schrieben in unserer Vorschau, daß das Spiel gegen Wattenscheid die Bestätigung dafür erbringen sollte, daß der im Spiel gegen Preußen erkennbare Leistungsaufschwung keine vorübergehende Erscheinung war. STV. Werne und auch der SC. Dahlhausen haben bewiesen, daß sie in Zukunft Punktlieferanten bleiben werden. Witten 92 ist durch seine:=Niederlage gegen Gevelsberg wieder zurückgefallen. Der Sonntag hat gezeigt, daß die Meisterschafts= und Abstiegsfrage im Bochumer Bezirk nach wie vor völlig unklar ist. Die Ergebnisse: Westfalia Bochum Preußen Bochum:1(:0) STV. Werne— VfB. Börnig:2(:)! SC. Dahlhausen— Wattenscheid 09/30:2(:2) Witten 92— Sportring Gevelsberg:2(:0) zweiten Halbzeit kam er besser auf, während Martens Gesamtleistung schwächer blieb. P;Wriane 1. Den stark vom Zufall abhängigen Spielverlauf in seinen Einzelheiten zu schildern, ist überflüssig. Es gab allzu häufig ein an Rugbyspiel erinnerndes Gewühl vor beiden Toren. Den Westfalenanhangern blieb buchstäblich mehrere Male der Jubelschrei in der Kehle stecken, als das Bällchen knapp neben den Pfosten ins Aus rollte. Ilbg. Stockholm spielte in Rom:1 Die bekannte Elf von AIK. Stockholm weilte am Sonntag in Rom und trug hier gegen AS. Roma ein Freundschaftsspiel aus. Die Stockholmer hinterließen einen guten Eindruck und erzwangen ein Unentschieden von:1. Tus. schlägt Menden Die Gesellschaftsspiele Im Gau Westfalen kam es am Silbernen Sonntag zu einer Reihe von Gesellschaftsspielen, die zwar durchweg knappe Ergebnisse brachten, die aber ganz im Zeichen der westfälischen Gauliga standen. In der Hauptsache interessiert hier das gute Abschneiden des SV. Höntrop gegen Rot=Weiß Oberhausen. TuS. Bochum weilte bei dem sauerländischen Bezirksligisten Menden 09, wo es für jede Gastmannschaft schwer ist, einen Sieg zu erringen. Das urwüchsige und ganz auf blitzartige Vorstöße eingestellte Spiel der Platzleute machte den Bochumern anfänglich viel zu schaffen. Bis zur Pause stand die Partie unentschieden:1. Wenn dem TuS. nach dem Wechsel ein knapper Sieg gelang, so resultiert er in der Hauptsache aus der größeren Spielerfahrung und Ausdauer. die die Bochumer zeigten. Einen recht guten Eindruck hinterließ der Neuling der westfälischen Bezirksliga SV. Rotthausen in Essen. Der BV. Altenessen konnte den Rotthausern nur bis zur Pause einigermaßen gleichwertigen Widerstand leisten, dann aber war es mit der Kunst aus. Rotthausens gefährliches Innentrio sorgte dafür, daß der Sieg mit nach Westfalen ging. Die Spielvereinigung Herten war Gast der Bielefelder Arminia und blieb nach einem torreichen Treffen knapper Sieger. Auch hier siegte der Gauligist über den Vertreter der Bezirksliga. Die Ergebnisse: SV. Höntrop— Rot=Weiß Oberhausen:2 Menden 09— TuS. Bochum:3 BV. Altenessen— SV. Rotthausen:5 Arminia Bielefeld— SpVg. Herten:4 Werne lorgt für Stimmung STV. Werne— VIB. Börnig 2: 2(:0) Die Spiele am 20. Dezember: MBV. Linden— VfB. Börnig FC. Schwelm—. Sportring Gevelsberg TG. Ehrenfeld— Wattenscheid 09/30 STV. Werne— Preußen Bochum Witten 92— Tura Altenvoerde SC. Dahlhausen— Westfalia Bochum Der Khappe PrSaheineg Weltfalia Bochum— Preuten Bochum:1(0: 0) dei Nichts im Leben ist vollkommen. Die„Neuauflage" des am letzten Novembersonntag vernebelten großen Lokalspieles der Bochumer Bezirksliga schien sich der in großzügigstem Maße gewährten Gunst der Fußballgötter zu erfreuen. Beide Mannschaften erschienen nach der unfreiwilligen Wartezeit mit neuformierten Mannschaften, die die Zweifler wieder zu treuen Anhängern bekehren sollten. Einsam und gewichtig thronte die Begegnung auf dem kargen Terminkalender, so daß man die unausbleiblichen Rückwirkungen des geschäftsoffenen Sonntags gern in Kauf nahm. Der Fußball=Wettmarkt — ein Gradmesser für das allgemeine Interesse— stand ganz im Zeichen der ersten diesjährigen Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Mannschaften. Seit langem herrschte vor den Kassenhäuschen des Westfaliaplatzes an der Hofsteder Straße nicht mehr ein derartiges, das Kassiererherz erfreuendes Gedränge. Mit etwa 2500 Zuschauern wurde zwar der beim Spiel Westfalia— MBV. Linden aufgestellte Zuschauerrekord nicht erreicht. Und dann gab es beim Betreten des Platzes die erste Enttäuschung: die um die Mittagszeit freundlich scheinende Sonne hatte den Bodenfrost aufgetaut. Das Spielfeld ähnelte namentlich vor einem Tor einer Schlammschlidderbahn, so daß die hochgespannten Erwartungen auf ein erstklassiges Spiel den ersten Dämpfer erhielten und es jedem schon vor Anpfiff einleuchtete, daß das Glück in diesem Kampf eine Hauptrolle spielen würde. Außerordentlich bedauerlich, denn die unter den obwaltenden Umständen an ihrer vollen Entfaltung behinderten Mannschaften hätten auf besserem Geläuf ein Spiel geboten, das sicherlich ein wertvolles Erinnerungsblatt in der interessanten Geschichte dieser Kämpfe geliefert hätte. Das durch unfreiwillige Humoreinlagen durchsetzte Spiel hat diese Annahme bestätigt.„... 8 Der knappe:=Sieg der Preußen ist durch die bessere Gesamtleistung des Siegers, sein taktisch klügeres Spiel und durch den größeren Kampfeinsatz und Eifer seiner Spieler gerechtfertigt. Wenn es den Westfalen in ihrem Verliererschmerz einen Trost bedeutet, sei ihnen indes gern zugestanden, daß sich dem grünen Sturm weitaus mehr Torgelegenheiten geboten haben, deren Auswertung zum Teil durch Spielpech, zum größeren Teil aber durch das entschlossene Eingreifen der Preußendeckung vereitelt wurde, in der der diesmal rechter Verteidiger spielende Wittig der Turm in der Schlacht war. Mundspitzen hilft nichts, es muß eben gepfiffen werden... Ein flaches Kombinationsspiel war auf dem Boden unmöglich. Um so erstaunlicher erscheint es uns, daß die Westfalen nicht sofort die Notwendigkeit erfaßten, durch hohes Zuspiel die Gefahr auszuschalten, daß der Ball in dem klebrigen Brei steckenblieb. Die Preußentaktik, das Spiel aus den hinteren Reihen heraus aufzubauen, sich selbst auf die Gefahr eines ungenauen Zuspiels hin schnell vom Ball zu trennen, Einzelkämpfe zu vermeiden, war richtig. Beweis dafür ist das einzige Tor des Spieles, das ausgerechnet während der Ueberlegenheitsperiode der Westfalen Mitte der zweiten Halbzeit fiel. Im anscheinend übergroßen, aber taktisch wenig klugen Kampfeifer hatte sich die Westfalenhintermannschaft verleiten lassen, zu weit auszurücken. Eben hatte Sandkühler zwei Ecken geschossen, da kommt der Ball plötzlich durch weiten Abschlag zum Preußenlinksaußen Reinmöller, schneller Flankenwechsel zu Fronapfel, Zuspiel zu Glatz, der unhaltbar für Szezorra einschoß. Das entscheidende Tor fiel also nicht durch eine der zahlreichen sich durch das Steckenbleiben des Balles ergebenden heiklen Situationen, sondern durch einen famosen Kombinationszug des vielgeschmähten Preußensturmes, der in diesem Spiel durch seine gute Gesamtleistung energisch gegen diese üble Nachrede protestierte. Es liegt allerdings nun keine Veranlassung vor, auf diesem Lorbeerblatt auszuruhen. Die Preußen waren infolge der Unabkömmlichkeit ihres Mittelläufers Zielasko zu einer Umstellung gezwungen, die jedoch u. E. eher ein Vorteil als Nachteil war. Vor Wierzbicki spielten Wittig und Stezicki Verteidiger. Der alte Kämpe Döring war auf dem schlechten Boden der gegebene Mittelläufer, H. Glatz bewies, daß seine Fähigkeiten als Läufer wesentlich besser zur Geltung kommen. Linker Läufer Kamelski, dem die Sonderaufgabe gestellt war,„Charly“ Sandkühler zu bewachen. Im Sturm war Kalfelder durch den Einsatz des gut gefallenden Fronapfel als Rechtsaußen in den Innensturm gerückt. Der lange Halbrechte, dessen Langsamkeit noch im Vorjahr ein großer Mangel war, ist wesentlich lebendiger geworden. Er hat seinen gefährlichen Schuß behalten, arbeitet sehr viel für den Spielaufbau und hat sich die beste Note im Sturm verdient, in dem Linksaußen Reinmöller nicht seine gewohnte Leistung erreichte und Michniewski seine Vorliebe für das Handballspiel etwas einschränken muß. Der hervorstechendste Spieler auf dem Felde war ohne Zweifel Wittig, der auch in unserer Westfalenmannschaft # nicht enttäuschen würde. Die undankbarste Rolle fiel den Torhütern zu. Wierzbicki im Preußentor ließ fast jeden Ball fallen, hatte aber das Glück, daß namentlich der„anhängliche" alte und neue Westfalenstürmer Lukas oft nur um Zentimeter das Ziel verfehlte. Und als Lukas nach einem erfolgreichen Zweikampf mit Wierzbicki endlich eine Zwölf avisiert hatte,— es war noch in der ersten Halbzeit— rettete Wittig auf der Linie. Szezorra war im Ballfangen zwar weitaus festgeste blieb die Deckung, auf dem besseren Boden spielend, zurück, um dann ausgerechnet in der zweiten Halbzeit auf dem Schlammboden diese Haltung aufzugeben. Das knappe Ergebnis läßt allerdings erkennen, daß ein großer Leistungsunterschied zwischen beiden Mannschaften nicht bestanden hat. Mittelläufer Mischok war der beste in der Preußendeckung. Von den beiden„Neulingen“ hatte Distelrath den besseren Start. Die Spielruhe hat ihm anscheinend das Selbstvertrauen wiedergegeben und die rechte Spielfreudigkeit. Lukas bleibt nach wie vor vor dem Tore der gefährliche Mann, wenn ihm auch gestern kein Erfolg gelang. Außerordentlich lebendig der kleine Olschewski. Sandkühlers besondere Stärke, seine schnellen Flankenläufe, konnte sich natür Das ist eine nicht geringe Ueberraschung, war doch dem VfB. Börnig gegen den STV. Werne eine klare Favoritenstellung eingeräumt worden. Aber gegen den Favoriten wuchs der STV. Werne über sich selbst hinaus, obwohl man den Kampf mit zwei Ersatzleuten bestreiten mußte. Das unentschiedene Ergebnis allerdings gibt den Spielverlauf nicht ganz richtig wieder. Die Gäste hätten auf Grund ihrer besseren Gesamtleistung einen knappen Sieg verdient. Wenn es hierzu nicht kam, so ist das in erster Linie auf die gute Leistung des Werner Torhüters zurückzuführen. Auch Rescher auf dem Mittelläuferposten versah seine schwere Aufgabe mit viel Geschick. Im ersten Spielabschnitt sah man durchweg ein verteiltes Feldspiel. Hüben wie drüben gab es einige brenzlige Situationen vor den Toren, aber die beiden Verteidigungen klärten stets sicher. Erst fünf Minuten vor der Pause kam Werne durch Backhaus im Anschluß an eine von links hereingegebene Ecke zum ersten Erfolg. Schon zwei Minuten später erf Halhrechter blitzschneu die Situation und 4 Wernes chnell die Situation und konnte das zweite Tor für seine Farben anbringen. Nach dem Wechsel hatten die Gäste zum größten Teil das Heft in der Hand. Börnigs Sturm, insbesondere die beiden Flügelleute setzten sich entschlossen ein. Bereits in der siebenten Minute der zweiten Halbzeit erzielten die Börniger durch ihren Halblinken Wanda den ersten Gegenerfolg. Harte Arbeit hatte im weiteren Verlauf des Spiels Wernes Läuferreihe zu verrichten, denn Börnig versuchte mit dem Einsatz seiner ganzen Kraft den Ausgleich zu erzielen. Es dauerte aber immerhin bis eine Viertelstunde vor Schluß. ehe die Gäste durch den Mittelstürmer zu diesem Erfolg kamen. In den letzten Minuten warfen die Börniger ihre gesamte Mannschaft nach vorn, bedrängten das Tor der Werner recht ungestüm, aber die Hintermannschaft der Platzleute ließ sich nicht aus der Fassung bringen. Verdielnes Ctlehliehneden SC. Dahlhaufen— Wattenscheid 09/30:2(:2) Stärke, seine schnellen Flankenläufe, konnte sich natür= für die Platzleute aus. Die Gäste zeigten lich auf dem schweren Boden nicht entwickeln. In der Gesamtleistung und vermochten diese auch zahlenmäßig 1000 Zuschauer sind an der Kassenbergerstraße zwar keine Seltenheit, aber an einem Sonntag, wo so ziemlich alle Werke arbeiten, sind 1000 Zuschauer für dieses Spiel doch eine ganz erkleckliche Anzahl. Nun ist es bekanntlich so, daß die Zuschauer sich immer einfinden, wenn die Leistungskurve einer Mannschaft nach oben zeigt. In Dahlhausen lag am Sonntag für einen guten Besuch noch eine andere Veranlassung vor. Einer der Besten der früheren Dahlhauser Mannschaft, Gräwe, spielte nach langer Zeit erstmalig wieder, aber nicht in seiner alten Mannschaft, sondern in der des Gegners. Es wird die Dahlhauser Zuschauer schmerzlich berührt haben, daß gerade Gräwe in diesem Spiel eine überaus gute Leistung zeigte und dem Wattenscheider Sturm eine gesteigerte Durchschlagskraft verlieh. In der ersten Hälfte sah es fürwahr nicht rosig für, die Platzleute aus. Die Gäste zeigten die bessere Max Schmeling hat geliegt endgültig für den 3. Juni 1937 feltgeletzt— Joc Louis ausgeschaltet Die Entscheidung über den nächsten Kampf um die Box=Weltmeisterschaft ist in Newyork gefallen! Max Schmeling hat seine Interessen selbst vertreten, und zwar mit großem Erfolg. Weltmeister James Jimmy Braddock darf im Frühjahr den geplanten Kampf gegen den Neger Joe Louis nicht austragen, sondern muß nach dem neuen Vertrag mit der Madison=SquareGarden=Gesellschaft seinen Weltmeistertitel am 3. Juni gegen Ex=Weltmeister Max Schmeling verteidigen! Unser „Max“ hat also sein Ziel erreicht und kann getrost das Weihnachtsfest in Deutschland feiern.— Die Verhandlungen vor der Newyorker Boxsportkommission waren bereits ergebnislos verlaufen. Die sportliche Behörde hatte den Titelverteidiger Braddock mit strengen Maßnahmen für die Zukunft bedroht, aber man konnte sich im Braddock=Lager nicht entschließen. Als die Leute um Braddock schließlich nicht mehr aus noch ein wußten, entschloß man sich, einen neuen Vertrag mit der Madison=Square=Garden=Gesellschaft abzuschließen. Dieser bestimmt, daß Braddock am 3. Juni 1937 im LongIsland=Stadion seinen Titel gegen Max Schmeling zu verteidigen hat. Damit wäre also der Kampf für Max Schmeling gesichert und Joe Louis ausgeschaltet.— Der Vertrag enthält die Klausel, daß es beiden Boxern erlaubt sein soll, vorher Kämpfe unter 15 Runden auszutragen, wobei jedoch für Braddock ein ausdrückliches Verbot besteht, gegen Joe Louis zu kämpfen. Dadurch wird der geplante Kampf Braddock— Louis im Frühjahr im Atlantie City hinfällig. Max Schmeling hat jetzt also endlich die Chance, als erster den Weltmeistertitel zurückerobern zu können. Welllätell-Inia dabel Deutschlands Amateurboxer fragen heute in Belfaft gegen Irland ihren 43. Länderkampf aus Heute wird eine deutsche Amateurboxstaffel den 43. Länderkampf austragen. In Belfast ist eine irische Nationalstaffel unser Gegner. Irland hat bisher erst einmal offiziell gegen uns geboxt. 1929 wurden die Irländer in Berlin 14:2 besiegt. Die verschiedenen anderen deutsch=irischen Boxbegegnungen gelten amtlich nicht als Länderkämpfe. Obwohl der deutsche Amateurboxsport verhältnismäßig noch sehr jung ist, hat er beispiellose Erfolge aufzuweisen. Von den 42 Kämpfen, die bisher ausgetragen wurden, gingen nur fünf verloren. Nur ein einziges Mal wurden wir in einem deutschen Ring besiegt. 1926 kam Dänemark mit 10:6 zu einem Sieg über Deutschland. Unser erster Länderkampf wurde übrigens 1922 gegen die Schweiz ausgetragen und endete unentschieden. Zu unseren Gegnern zählten nicht nur Oesterreich, Ungarn, Dänemark, Schweden, Schweiz, sondern auch Frankreich, Polen und Italien und darüber hinaus noch Spanien, USA. und die Tschechoslowakei. Deutschlands Boxsportgemeinde hofft, daß auch dieser 43. Länderkampf gewonnen wird. Auf irischem Boden wird das nicht so einfach sein, zumal sich Irlands Boxer in den letzten Jahren sehr gut entwickelt haben. In den zahlreichen deutsch=irischen Begegnungen der vergangenen Jahre konnte man das deutlich feststellen. Wenn auch unser Olympiasieger Herbert Runge infolge einer Erkrankung nicht mitmachen kann, so verdient die deutsche Staffel doch das größte Vertrauen. Die besten Kräfte wurden aufgeboten. Im Fliegengewicht wird Olympiasieger Kaiser(Gladbeck) kämpfen. Bantamgewichtsvertreter ist der Frankfurter Rappsilber, der sich nicht weniger als der Breslauer Miner zahlreiche internationale Erfolge holte. [Dixkes(Hamm) wird im Leichtgewicht boxen. Im Weltergewicht ruhen unsere Hoffnungen auf dem Schalker Michel Murach, der in Berlin eine Silbermedaille eroberte. Im Mittelgewicht ist der gute Hamburger Baumgarten eingesetzt und im Halbschwergewicht vertritt dessen Landsmann Vogt die deutschen Farben, der in Berlin ebenfalls im Endkampf stand und Zweiter wurde. Unser Schwergewichtsvertreter ist der Recklinghäuser Schnarre, der unstreitig nach Runge der zweitbeste deutsche Amateur=Schwergewichtler ist und auch in Belfast seinen Mann stehen dürfte. Immerhin ist Vorsicht am Platze. Unsere Leute werden gegen die zur Zeit noch unbekannte irische Staffel alle Kräfte einsetzen müssen. Ohne Zweifel wird auch auf irischer Seite die stärkste Mannschaft eingesetzt, so daß erst nach den härtesten Auseinandersetzungen die Entscheidung fallen dürfte. Wir rechnen mit einem deutschen Erfolg. auszuwerten. In der 20. Minute gab es vor Dahlhausens Tor ein Durcheinander. Der rechte Verteidiger Lenards will die Gefahr mit Kopfstoß bannen, jedoch springt der nasse Ball ins eigene Tor. Kurze Zeit später schien den Wattenscheidern schon der zweite Erfolg beschieden zu sein, als Gräwe einen Pfostenschuß vom Stapel ließ. Der Ball sprang jedoch ab und blieb mitten auf der Torlinie im Schlamm liegen, wo ihn Janczak noch rechtzeitig erreichte. Aus einer ähnlichen Situation heraus fiel für Wattenscheid der zweite Treffer. Gräwe schoß scharf und flach aufs Tor, das Leder rutscht unter dem sich werfenden Dahlhauser Hüter hindurch und bleibt abermals auf der Torlinie liegen. Diesmal war jedoch Wattenscheids Halblinker Wesolek II schnell gestartet und schob den Ball über die Linie. Nach dem Seitenwechsel zeigte der Gastgeber eine wesentlich bessere Leistung, wenn sich auch das Spiel immer noch zu sehr im Innensturm abwickelte. Nach 25 Minuten kam Dahlhausen zum ersten Gegentor, als der Rechtsaußen Kappius nach schönem Einsatz den Ball von der Eckfahne einflankt. Der Ball springt dem Torwart über die Hände, liegt auf der Linie, und der Schiedsrichter entscheidet Tor. Durch diesen Erfolg ermutigt, stürmen die Dahlhauser kräftig weiter. Durch einen aus dem Hinterhalt abgefeuerten Weitschuß von Mohr erzielten sie den vielbejubelten Ausgleich. Die letzten 15 Minuten standen ganz im Zeichen der Platzleute. Wattenscheid hatte alle Mühe, anstatt des schon sicher gewähnten Sieges wenigstens noch einen Punkt zu retten. Röhlinghaufen Tabellenführer Die Spiele in den Nachbargruppen Da die Gruppen Minden, Münster und Arnsberg ihre Spiele der ersten Serie bereits beendet haben, kamen gestern in nur drei Gruppen der westfälischen Bezirksklasse Meisterschaftskämpfe zur Durchführung, die fast alle mit knappen Ergebnissen endeten. In der Gruppe Gelsenkirchen, die drei Spiele auf dem Programm hatte, büßten die führenden Gladbecker Sportfreunde im Ortstreffen gegen die Schwarz=Gelben durch ein Unentschieden von:2(:0) einen sehr wertvollen Punkt ein, der sie auf den zweiten Platz zurückwirft, da der bisherige Zweite, die SpVg. Röhlinghausen, zu Hause über die Gelsenkirchener Union zu einem knappen:(:)=Erfolg und gleichzeitig zur Tabellenführung kam. Gelsenguß Gelsenkirchen, das ebenfalls noch recht günstig in der Tabelle liegt, büßte ebenfalls einen Punkt ein, und zwar durch ein:2 (:), das ihm der TB. Eickel abtrotzte, der seinen vierten Platz dadurch behauptet hat. Nur zwei Treffen gab es in der Gruppe Dortmund, die beide den Erwartungen entsprechend verliefen. Die Martener Arminen hatten auf eigenem Felde dem BV. Brambauer gegenüberzutreten, den sie knapp mit:0(:0) bezwangen, wodurch sie auf den fünften Tabellenplatz vorrücken. Die Dortmunder Alemannia behielt bei Castrop 02 sicher mit:0(:0) das bessere Ende für sich, so daß ihr also im letzten Treffen der Hinspiele doch noch die Erreichung des zweiten Platzes hinter den führenden Sportfreunden gelungen ist. Die Ergebnisse: Gelsenkirchen: Gelsenguß Gelsenkirchen— TB. Eickel:2(:1) SpVg. Röhlinghausen— Union Gelsenkirchen:2(:1) Schwarz=Gelb Gladbeck— Sportfr. Gladbeck:2(:0) Dortmund: Castrop 02— Alemannia Dortmund:8(:1) Arminia Marten— BV. Brambauer:0(:0) Um die Wasserball=Bezirksmeisterschaft Blau Weiß Bochum— Poseidon Gelsenkirchen 04 Heute abend.15 Uhr im Stadtbad an der Marienstraße. Seite 9 Nr. 292 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 14. Dezember 1936 HOle Ergehime KrdchKreisilahen *•0- Einige Spielausianc SC. Altenbochum gewinni:0 Kreisklassen kamen nicht alle Spiele ing. Ein Teil der Spiele ist in letzter worden, da fast alle zur MiWerke am fast alle Werke gearbeitet haben, andere fielen dem aufgeIn den Durchführung. Ei nute noch abgesagt weichten Soiferecheru, ppe Ar der ersten Kreistlase, Felen die Spiele Preußen,Wanne— Reichsbahn Wanne und SV. Sodingen— SpuSp. Gerthe aus. Beide Spiele sind auf einen anderen Termin verlegt worden. Phönix Bochum fand in Wanne 11 den vorausgesagten Widerstand und war froh, mit dem knappsten aller Ergebnisse Sieg und Punkte davongetragen zu haben. Teutonia Riemke kam zu einem glatten Siege über SV. Holsterhausen und holte sich damit den zweiten Platz hinter dem Tabellenführer Germania Herne, der spielfrei war. Im Herner Lokalkampf Herne=Süd— Fortuna Herne trennte man sich unentschieden. Die Ergebnisse: Phönix Bochum— Wanne 11:0 Teutonia Riemke— SV. Holsterhausen:0 Herne=Süd— Fortuna Herne:1 Preußen Wanne— Reichsbahn Wanne ausgef. SV. Sodingen— SpuSp. Gerthe ausgef. Die Tabelle: Germania Herne Teutonia Riemke Preußen Wanne Fortuna Herne Phönix Bochum Herne=Süd Reichsbahn Wanne Spu Sp. Gerthe Rasensport Herne Wanne 11 SV. Sodingen SV. Holsterhausen VfB. Gerthe 32:11 22:16 19:14 21:19 25:27 17:17 25:19 28:30 18•22 12:22 22:20 16:23 12:33 16:6 16:8 15:7 13:11 13:11 12:10 10:6 10:12 10:12 :13 :14 :16 :17 Kreisklasse: Die Gruppe A der zweiten Kreisklasse konnte die angesetzten Meisterschaftsspiele restlos durchführen. Der Tabellenführer Viktoria Herne siegte über SchwarzWeiß Herne zwar nicht so überzeugend wie am letzten Sonntag über Constantin Herne, aber die beiden Punrte genügen zur weiteren Sicherung der Führung. Carolinenglück machte mit dem BV. Gerthe=Hültzop nicht viel Federlesens, und schickte ihn hoch geschlagen heim. Die Hiltroper haben damit das erste halbe Hundert Gegentreffer hinter sich. Constantin Bochum war mit der stark verjüngten Mannschaft doch nicht stark um dem Namensvetter aus Herne auf die Dauer genügend Widerstand leisten zu können. Am Ende blieben die Herner klare Sieger. Den Lokalkampf Hansa— VfL. Herne gewannen die Platzleute sehr knapp. Die Ergebnisse: Constantin Bochum— Constantin Herne:5 Carolinenglück— BV. Gerthe=Hiltrop:0 Schwarz=Weiß Herne— Viktoria Herne:2 Hansa Herne— VfL. Herne:0 Die Tabelle: Viktoria Herne Constantin Herne Carolinenglück Schwarz=Weiß Herne Fortuna Wanne BfL. Herne Constantin Bochum Hansa Herne Rasensport Wanne BV. Gerthe=Hiltrov BC. Hordel Die Gruppe B konnte dagegen alle vier Spille zur Durchführung bringen. Hier überrascht der klare Sieg von Langendreer 04 über den Ortsrivalen Langendreer 07. In der Tabelle rangiert SC. Altenbochum durch einen Bombensieg über Westfalia Weitmar infolge des besseren Tordurchschnitts vor Langendreer 07. Aber noch ein Ergebnis überrascht. Rasensport Bochum brachte Stiepel 04 auf eigenem Platz eine empfindliche Niederlage bei, wie sie die Stiepeler in den letzten Jahren selten über sich ergehen lassen mußten. Union Günnigfeld scheint immer mehr abzufallen. Selbst der stark ersatzgeschwächte TuS. 26 Altenbochum konnte einen erringen, der allerdings erst in den letzten Minuten erfochten wurde. Die Ergebnisse: SC. Altenbochum— Westfalia Weitmar:0 Stiepel 04— Rasensport Bochum:5 Langendreer 04— Langendreer 07:1 Union Günnigfeld— Tus. 26 Altenbochum:2 Die Tabelle: Polizei Bochum 13 S 2 SC. Altenbochum 11 6 2 Langendreer 07 11 6 2 Bochum=West 11 6 1 Rasensport Bochum 12 6 1 Langendreer 04 13 6 1 Concordia Bochum 10 5 2 Stiepel 04 12 5 1 Union Günnigfeld. 12 4 1 XuS. 26 Altenbochum 10 4 0 Westfalia Weitmar 12 S 1 Reichsbahn Bochum 11 2 2 26:10 38:18 27:13 17:25 20:18 29:21 24:26 13:11 10:15 12:50 :17 20:4 18•6 17:7 13:11 13•9 11:11 10:12 :15 :14 :20 :15 fast mit dem Schlußpfiff noch zu einem 2. Treffer, den der Halbrechte Schoko erzielte. Keine„wilden" Auslandsreifen Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen teilt :, Perionen adur G. „Bielfach wird von eizgggrn, zersonen oder Grutg pen versucht, sogenannte Sporrceisen in das Ausland mit Fahrrad, Boot, zu Fuß usw. zu unternehmen, ohne daß die genügende sachliche oder finanzielle Vorbereitung gewährleistet ist. Bei solchen Reisen treten dann meistens sehr bald Schwierigkeiten ein, in denen die deutschen Auslandsvertretungen und Vereinigungen oder auch sogar ausländische Kreise um Hilfe, zgzggnte, stützung angegangen werden. Um eine Schaoigung des deutschen Ansehens zu vermeiden, müssen derartige wilde Sportreisen künftig möglichst verhindert werden. Die Reichssportführung ersucht deshalb bei Bekanntwerden solcher Reisen, einerlei, ob sie bereits durchgeführt sind bzw. werden oder erst begonnen werden sollen, um umgehende Mitteilung.“ 30:14 37:20 25:22 28:23 29:20 30:31 26:22 27:29 10:22 19:26 22:38 19:31 18:8 14•8 14:8 13•9 13:11 13:13 12:8 11:13 :15 :12 :17 :16 Recht ungemütlich ging es in der Gruppe B her. Nur eins von den vier Spielen konnte durchgeführt werden. Germania Querenburg schien sich an der Krümmede nicht mit der Niederlage abfinden zu können. Es kam zu Differenzen mit dem Schiedsrichter, der das Spiel vorzeitig abpfeifen mußte. Zum Spielabbruch kam es auch im Kampf Laer 87— Wattenscheid=Ost, aber unter anderen Umständen. Hier waren die Platzverhältnisse daran schuld, daß die Partie schon bei Halbzeit beim Stande von:2 für Wattenscheid zu Ende ging. Da auch das Spiel Langendreerholz— Germania Kaltehardt ausgefallen ist, konnte lediglich das von Wattenscheid 19 erwartungsgemäß gegen DSC. 81 Bochum gewonnene Spiel in der Tabelle gewertet werden. Die Ergebnisse: Preuß. 11 Boch.— Germania Querenb.:2 abgebr. Laer 87— Wattenscheid=Ost:2 abgebr. Langendreerholz— Germania Kaltehardt ausgef. Wattenscheid 19— DSC. 31 Bochum:2 Die Tabelle: Wattenscheid=Ost Werne 19 LFC. Laer Preußen 11 Boch. Langendreerholz Germania Kaltehardt Germania Querenburg Wattenscheid 19 Fortung Bochum SuT. Harpen Laer 87 DSC. 31 Bochum Herber Baier in Köln gefciert Die Eröffnungsveranstaltung des neuen und Schwimmstadions hatte am Samstag abend den erwartet starken Zuspruch gefunden. Die neue und zweckmäßige Anlage war fast ausverrauft. Die rund lichen Beifall zu vier Zugaben genötigt. Auch ihre aichen, Beifall zu vier Zugaben genötigt. Auch ihre Einzelvorführungen fanden großen Beifall. Viktorig Lintpaintner hatte Pech. Sie verletzte sich während ihres Laufes und konnte so ihr gewohntes Können nicht voll Auch am Sonntag wurden unsere Olympiasieger in Köln stürmisch gefeiert. 11 12 12 11 11 11 11 11 10 11 10 10 27:15 30:13 44:10 19•6 47:27 26:13 27:80 18:20 10:37 11:80 :44 18•42 Bekenntnis für den Reichsbund Letzer westfälischer Turntag in Bielefeld In der schönen Oetker=Konzerthalle zu Bielefeld waren am Sonntag die Vertreter der westfälischen Turnvereine sowie alle Mitglieder des früheren Gauführerstabes zum letzten westfälischen Turntag versammelt, um in einigen feierlichen Stunden Abschied von der Arbeit vergangener Jahrzehnte zu nehmen. Gleichzeitig wurde aber auch dieser Turntag zu einem freudigen Bekenntnis für den Reichsbund für Leibesübungen. Der jetzige Gaufachamtsleiter Jasper(Bielefeld) konnte in seiner einleitenden Ansprache auch den Reichsfachamtsleiter Steding(Berlin) sowie zahlreiche Vertreter der Partei, der Behörden und der Wehrmacht begrüßen. Der frühere stellvertretende Gauführer Diemer(Lüdenscheid) nahm die Gefallenenehrung vor, bei der sich mehr als 250 Vereinsfahnen aus dem ganzen Gaugebiet senkten. Gaumännerturnwart Bertram zeichnete in großen Zügen ein Bild der westfälischen Turngeschichte; aus den kleinsten Anfängen sei das Land der Roten Erde zu einer der größten Einheiten in der Deutschen Turnerschaft geworden. Gauoberturnwart Eichhoff (Lüdenscheid) sprach über die geleistete fachliche Arbeit und die neuen Aufgaben im DRfL., die ganze Einsatzbereitschaft fordern. Gaukassenwart Jung(Hamm) legte die wirtschaftliche Lage des früheren Turngaues dar, während Gaupressewart Sturhann die„Stiftung der DT.“ erläuterte. Reichsfachamtsleiter Steding, der in seiner Rede auch die Grüße des Reichssportführers überbrachte, kennzeichnete die Ziele des Reichsbundes. Den Abschluß bildeten die Ausführungen des jetzigen stellvertretenden westfälischen DRfL.=Gauführers Jasper, der noch einmal die Arbeit der Deutschen Turnerschaft Der Turntag wurde wirkungsvoll von musikalischen Darbietungen umrahmt, wie überhaupt dieser Turntag in der festlich geschmückten Halle sehr eindrucksvoll verlief. Von 3200 auf 2600 Meter Das Deutsche Traber=Derby verkürzt Einen sehr wichtigen Beschluß hat jetzt die Oberste Behörde für Traberzucht und=rennen über das größte Zuchtrennen des deutschen Trabersportes Deutsche Traber=Derby wird von 3200 auf 2600 Meter verkürzt, und zwar wird der Kampf um das Band der Traber" zum erstenmal im Jahre 1939 über die neue Strecke führen, da die Derbys für 1937 und 1938 bereits ausgeschrieben sind. Prüfungen für den Reiterschein finden von Januar bis April 1937 ftatt— Vorbildung für zukünftige Kavallcriften 18•4 18:6 17:7 16:6 15:7 14•8 11:11 10:12 :14 :17 :18 :20 aus. Die Meisterschaftsspiele der dritten Kreisklasse fielen Die Spielé der F. Hreismäne Gruppe A: Phönix Bochum— Wanne 11:0(:0) Es war für die Marmelshagener gewiß eine Erleichterung, als der hinreißende Endspurt der Schwarzweißen aus Wanne in dem Schlußpfiff des Unparteiischen erfolglos unterging. Mit dem knappsten aller Ergebnisse blieben die Schwarzgelben nach schärfstem Kampfe über die Wanner siegreich, die auf Grund ihrer besseren zweiten Hälfte ein Unentschieden mehr als verdient hatten. Ohne Büscher, für den Hahn II Rechtsaußen spielte, waren die Angriffe des gelbschwarzen Sturmes nicht so schwungvoll, um die ausgezeichnete Abwehr der Gäste überwinden zu können. Zudem schien der schlüpfrige Boden den Gästen besser zu liegen als den Leuten von der Zeche„Hannibal“, die in der zweiten Hälfte alle Hände voll zu tun hatten, um mit verstärkter Hintermannschaft dem dauernden Ansturm des Wanner Sturmes standzuhalten. Nach ausgeglichenem Sviele in den ersten Minuten brachte Hahn II die Marmelshagener in der Mitte der ersten Hälfte überraschend in Führung. Trotz beiderseitiger Erfolgsmöglichkeiten werden mit diesem Ergebnis die Seiten gewechselt. Obwohl die Gäste in der zweiten Hälfte durchweg mehr vom Spiel haben, bleibt ihnen der verdiente Ausgleich versagt. Die Platzherren erzielten ihren siebten Erfolg durch den Linksaußen. Das achte Tor resulierte aus einem Elfmeter, das der rechte Verteidiger unhaltbar zwischen die Pfosten setzte. (:0) Spu Sp. Stiepel— Rasensport Bochum:5 Das Spiel ging nur durch die schwachen Leisturgen des Angriffs der Platzleute verloren. Die Platzmannschaft spielte sehr offensiv und drängte den Gast in die Abwehr. Rasensport hatte aber eine gute Deckung. So prallten die zahlreichen Vorstöße der Gastgeber immer wieder ab. Nur einmal vermochte der Gastgeber durch den Halbrechten zum Erfolg zu kommen, so daß mit:0 die Seiten gewechselt wurden. Auch nach der Pause hatte die Platzmannschaft mehr vom Spiel. Die Hintermannschaft rückte zu weit auf. Ein Vorstoß brachte Rasensport den Ausgleichstreffer durch den Mittelstürmer. Durch diesen Erfolg der Gäste kam Stievels Hintermannschaft aus der Ruhe. Die Gäste nutzten dies entschlossen aus und erhöhten schnell auf:8. Wieder versuchte es Stievel mit großer Kraftanstrengung, scheiterte aber an der sicheren und verstärkten Abwehr der Rasensportler. Die Gäste erhöhten das Schlußergebnis dann noch um zwei weitere Tore. 1. Die„Prüfungen zur Erlangung des Reiterscheins“(in Folge kurz„Reiterprüfung genannt) erfolgen in den Monaten Januar bis April 1937 derart, daß in jedem Meldeamtsbezirk mindestens eine, Prüfung abgehalten wird. Außerdem findet im Bereich jeder Wehrersatzinspektion eine Nachprüfung statt. 2. Zur Prüfung sind nur Mitglieder des Nationalsozialistischen Reiterkorps(RSRK.) sowie Angehörige der SS.=Reiterei zugelassen. Der Beitritt zu den genannten Organisationen muß noch im Jahre 1936 erfolgt sein und vor Beginn der Prüfung durch Vorlage eines Mitgliedsausweises bestätigt werden. Der Reiterschein, der nur Gültigkeit hat, wenn er im Jahre vor Beginn der aktiven Dienstpflicht erworben ist, wird trotzdem an Angehörige aller Jahrgänge ausgegeben, um einen Ueberblick über den notwendigen Ausbildungsgegenstand zu erhalten. Deshalb ist eine möglichst rege Beteiligung an den Reiterprüfungen auch von solchen Reitern durchaus erwünscht, die für die Dienstzeit noch nicht bzw. nicht mehr in Frage kommen. Meldestellen für das RSRK. befinden sich bei den SA.=Reiterstürmen und sämtlichen SA.=Reiterstandar3. Der Reiterschein— erworben in dem Jahre vor der aktiven Dienstpflicht— gewährleistet: Bei freiwilligem Eintritt in das Reichsheer: Einstellung in den selbstgewählten Truppenteil im Rahmen der allgemeinen gesetzlichen und militärischen Bestimmungen. Bei pflichtgemäßer Aushebung: Bevorzugte Einstellung als Reiter und Fahrer. 4. Die Vorbereitung und Durchführung der Prüfungen ist den Beauftragten des Reichsinspekteurs für Reit= und Fahrausbildung bei den SA.=Gruppen übertragen. Sie sind berechtigt, die Prüfungen ausnahmsweise durch Stellvertreter abnehmen zu lassen, die hierzu vom Reichsinspekteur bestätigt sind. 5. Die Bekanntgabe von Ort und Zeit der Prüfungen erfolgt durch die Presse, Rundfunk und Plakate. Teutonia Riemke— Holsterhausen:0(:0) Es war für die Leute aus dem Zillertal gewiß kein Spaziergang, den hartnäckigen Widerstand der Holsterhausener zu brechen. Nachdem der Kampf in den letzten Spielminuten erst:0 für die Platzleute stand und der Ausgleich der Holsterhausener„in der Luft zu hängen schien“, war es fünf Minuten vor dem Ende der Riemker Halblinke Schuster, der mit unhaltbarem Flachschuß den Ausgleichstraum der Gäste endgütig vernichtete. Wieder einmal bewiesen die Platzleute in diesem Kampfe, daß ihre Abwehr der zuverlässigste Mannschaftsteil ist. Oberscheit und Gleim waren es, die den Anstürmen des gewiß nicht schlechten Holsterhausener Angriffs immer wieder gewachsen waren. Auch euf der Gegenseite war die Abwehr der Turm in der Schlacht. Nachdem die Riemker nach überlegener Partie in der ersten Hälfte aus einem Gedränge heraus die Führung herausschossen, wurde der Kampf allmählich ausgeglichener. Nachdem die Platzleute in der zweiten Hälfte für einige Minuten die Führung des Kampfes übernahmen, gingen die Gäste zum Gewaltspurt über. Harte Arbeit hatten die hinteren Reihen der Platzleute zu leisten, ehe die Riemker durch Schuster und Lorenz in den letzten fünf Minuten den Sieg endgültig sicherten. Gruppe SC. Altenbochum— Westfalia Weitmar:0(:0) Wiederum mußten die Weitmarer eine hohe Niederlage einstecken. Die Gäste scheinen in dieser Saison nicht recht in Schwung zu kommen, was in erster Linie auf Spielerabgänge zurückzuführen ist. Sehr schwach ist augenblicklich Weitmars Torhüter, der für die Niederlage zum großen Teil verantwortlich gemacht, werden muß. Die Altenbochumer zeigten gleich vom Anstoß weg ein sehr eifriges Spiel, das zu guten Hoffnungen Anlaß gab. Schon in den ersten 20 Minuten hatte Weitmars Hüter dreimal den Ball aus den Maschen holen müssen, Bis zum Wechsel lautete die Partie:0 für die SC.er. Im zweiten Spielabschnitt leisteten die Weitmarer zeitweise energischen Widerstand. Zu Erfolgen kam es aber nicht, da der Sturm im gegnerischen Strafraum nur sehr schwache Leistungen zeigte. Sppg. 04 Langendreer— BV. 07 Langendreer:1(:0) Der Lokalkampf in Langendreer nahm einen überraschenden Ausgang. Man hatte nicht damit gerechnet, daß der BV. gegen die Sportvereinigung derart ins Hintertreffen geraten würde. Es muß aber betont werden, daß der BV. keine fünf Tore schlechter war, als man es auf Grund des Ergebnisses annehmen konnte. Mehrere klare Torchancen ließen die Gäste unausgenutzt. Der Sturm der Leute von der Schloßstraße dagegen schoß aus jeder Lage. Bis zum Wechsel hatten die 04er einen:=Vorsprung erkämpft. Linksaußen, Rechtsaußen und Mittelstürmer waren die Schützen dieser Tore. Auch im zweiten Abschnitt hatten die Platzherren mehr vom Spiel. Zwar kamen die 07er in der 10. Minute durch den Halblinken zum Gegentreffer, mußten sich aber damit abfinden, daß bis zum Schluß der Halbrechte der Gastgeber das vierte, der Halblinke das fünfte Tor erzielte und mit dem Schlußpfiff der Mittelläufer Kulina das halbe Dutzend vollmachte. Union Günnigfeld— Tus. 26 Altenbochum:2(:0) Die Altenbochumer waren sich von vornherein darüber klar, daß durch die Ersatzeinstellungen(Platzverweise vom letzten Sonntag) nur äußerste Vorsicht zum Erfolg führen könnte. So spielte die Hauptstütze der Mannschaft, der Mittelläufer Wahl, von vornherein dritter Verteidiger. Günnigfeld gab, fast während des ganzen Spieles den Ton an. Es sah durchaus nicht nach einem Sieg der Gäste aus, aber die Stürmerreihe der Platzleute, die durch das Dreiverteidigersystem der Altenbochumer ohnehin schon wenig freien Raum hatte, verdarb durch Unentschlossenheit die besten Chancen. Als auch nach dem Wechsel, die erste Hälfte war torlos verRlasleute in der Haupisa b) 6. Die Bewerber haben zu den Prüfungen im allgemeinen mit eigenem Pferd zu erscheinen, doch werden für diejenigen Bewerber, denen dieses nicht möglich ist, Pferde durch das NSRK. bereit gehalten. 7. Bei der Prüfung wird verlangt: 2) Reitausbildung.„ g. I. Faem Wschmeihiggs Vorhandensein eines losgelassenen, geschmeidigen Sitzes. Die Uebungen erstrecken sich auf das Reiten ohne und mit Bügel in allen drei Gangarten auf großem Zirkel, mit großen Abständen in Arbeitstempo und Mitteltempo, Springen über niedrige Hinternisse(50 Zentimeter) sowie Freiübungen nach Reitvorschrift Ziff. 69. b) Kenntnisse in der Fahrlehre. Kenntnis und Verschnallen der Kreuzleine 22, Handgriffe bei Wendungen und Paraden Fahrlehrgerät, Kenntnis der Verkehrsregeln, Verpassen landesüblicher Kummt= und Sielengeschirre. c) Kenntnisse in der Pferdepflege. Wartung des Pferdes, Fütterungslehre, Sattelung und Zäumung, Einrichtung behelfsmäßiger Stallungen, Pferdeschonung und=pflege auf dem 8. Der Beauftragte des Reichsinspekteurs händigt in unmittelbarem Anschluß an die Prüfungen die ReiterDenjenigen Bewerbern welche die Prüfung nicht bestanden haben, wird gelegentlich der„Nachprüfung" (siehe Abs. 1) noch einmal Gelegenheit geboten, den Reiterschein zu erwerben. Dieses trifft vor allem in den Fällen zu, in denen die theoretischen Kenntnisse in der Fahrlehre oder die Kenntnisse in der Pferdepflege nicht genügten, jedoch leicht nachgeholt werden können. 9. In der neuen Reichsreiterführerschule Berlin des RSRK findet im Laufe des Dezember eine mehrtägige Reiterführertagung statt. Hierbei werden u. a. die „Beauftragten für die Abhaltung der Reiterprüfungen“ eingehend in ihr Arbeitsgebiet eingewiesen. Tiinden-Hogl in-Hagen- Kür-Khapp-.e Handball in der weitfälischen Gauklaffe uch nach dem Wechsel, die erste Hälfte wge, foxkog laufen, die Platzteute in der„Haulpgache den on angaben, hat kaum einer an einen Sieg der Gäste geglaubt. Sieben Minuten vor Schluß stand das Sp noch:0, als Altenbochums Rechtsaußen Wiborni bei einer Rückgabe schneller am Ball war als der laufene Torwart und an diesem.„vorbeipgengschäehen konnte. Die Altenbochumer, dadurch angespornt, kamen In der westfälischen Gauligaklasse der Handballer fanden am Sonntag drei Begegnungen statt, die durchweg den erwarteten Verlauf nahmen.„## aristen Hin Recht knapp war der Sieg des Tabellenersten Hindenburg Minden in Hagen gegen den dortigen DSC. Hierbei muß allerdings berücksichtigt werden, daß der Deutsche Meister für drei seiner besten Leute Ersatz stellen mußte. Die Platzherren dagegen traten in stärkster Besetzung an und enttäuschten sowohl in der Gesamtheit als auch durch gute Einzelleistungen nach der angenehmen Seite. Nachdem die Seiten beim Stande :2 nach durchweg verteiltem Spiel gewechselt wurden, lagen die Hagener nach etwa 20 Minuten mit:4 in Führung. Die Gäste warfen nun ihren gesamten Sturm nach vorn, und tatsächlich gelang es ihnen trotz der verstärkten Hagener Abwehr, den Gleichstand herzustellen. Eine Minute vor Spielschluß erzielte Roß 1, der wohl der beste Spieler des gesamten Feldes war, nach prächtigem Alleingang das Siegtor. Die Ergebnisse: DSC. Hagen— Hindenburg, Minden:7(:2) MSV. Münster— Schalke 04:3(:2) TV. Spenge— Westfalia Somborn 12:4(:2) Die Tabelle: Hindenburg Minden S 8 g 0 Eintracht Dortmund 7 5 0 2 TV. Spenge„ 3 5 g Jahn Werdohl„ Schalke 04 Arminia Bielefeld 9 4 1 4 DSc. Hogergmborn 8 8 0 Pestfalig, Somvorn. S 8 MSV. Münster„„„ 8 8 8 Grün=Weiß Bielerelo 8 0 0 8 Bezirksklasse Bochum Von den zwei angesetzten Spielen Gruppe kam nur ein Spiel zum hatte das Spiel gegen Friesen absagen lassen. In dem einzigen ausgetragenen Sviel mußte der TuS. eine knappe und unverdiente Niederlage gegen die Spog. Röhlinghausen hinnehmen. TuS. Bochum— Sppg. Röhlinghausen:6 Die Tabelle 94:39 47:34 74:68 70:65 65:68 58:63 49:48 52:65 41:60 86:71 16:0 10:4 10:8 10:8 •9 •9 :8 :10 :10 :16 der Bochumer Austrag. Linden Bochum— Spog. Röhlinghausen:6(:2) einem Spiel, das eindeutige Ueberlegenheitsphasen der Bochumer brachte, mußten die Bochumer eine unverdiente Niederlage hinnehmen. Sie brachten nicht die Härte auf, um die körperlich spielende Hintermannschaft des Gastes zu überwinden. Die Deckungsreihe der Röhlinghauser unterband oft in gefährlicher Weise die Angriffe der Bochumer. Diese hatten die klarsten Torgelegenheiten, waren aber in ihrer wertung von Pech verfolgt. Die Gäste kamen in erster Linie durch den wurfgewaltigen Regtsaußen zu den Erfolgen, der von fünf erzielten Würfen vier Tore durch Freiwürfe erzielte. Die Gäste gingen bald nach Anwurf durch Freiwurf in Führung. Das bessere Feldspiel der Platzmannschaft drückte sich durch drei Gegentore aus, denen die Gäste vor der Pause noch einen Teigere Herigegung sieabringende Treffer blieb ihnen aber versagt. In den Seite 10 Nr. 292. Bochumer Anzeiger 7 Montag, 14. Dezember 1936 letzten Spielminuten kam der Gast zu einem weiteren Freiwurf und damit zum Siegtor. Die Ergebnisse der 1. Kreisklasse TG. Ehrenfeld— Tkl. Wanne:5. Westfalia Herne— Tkl. Herne:7. Tv. 88 Röhlinghausen— Wattenscheid 01:6. Fußball im Reich Ostpreußen: Rasensport Preußen Königsberg— RSV. Heiligenbeil:1. MSV. v. d. Goltz Tilsit— Tilsiter SC.:3. Massovia Lyck— RSV. Rastenburg :1. Hansa Elbing— Gedania Danzig:0. Polizei Danzig— Preußen Danzig:2. Pommern: Stettiner SC.— Polizei SV. Stettin :8. Hubertus Kolberg— Viktoria Stolp:2. Pfeil Lauenburg— Mackensen Neustettin:3. Brandenburg: Hertha BSC:— Nowawes 08:1. Berliner SV. 92— Wacker 04:3. Union Oberschöneweide— Bewag:0. Blau=Weiß— TennisBorussia:4. Minerva 93— Viktoria 89:0. Schlesien: Ratibor 08— Beuthen 09:1. Sachsen: Fortuna Leipzig— Polizei Chemnitz:0. Gutsmuths Dresden— VfB. Leipzig:0. Riesaer SV.— Sportfreunde 01 Dresden:0. Dresdner SC.— FV. Sachsen Dresden:1. Mitte: Thüringen Weida— Spielvg. Erfurt:2. SV. Merseburg— Wacker Halle:4. Nordmark: Hamburger SV.— Altona 93:1. FC. St. Pauli— Phönix Lübeck:1. Eimsbüttel— Sperber Hamburg:1. Polizei SV. Lübeck— Holstein Kiel:2. Niedersachsen: Eintracht Braunschweig— VfB. Peine:2. Rasensport Harburg— Werder Bremen :6. Arminia Hannover— Borussia Harburg:2. Algermissen 1911— Hannover 96:1. Nordhessen: Niederzwehren— VfB. Friedberg:8. Borussia Fulda— Fe. Hanau:0. Kurhessen Marburg— Kewa Wachenbuchen:2. Südwest: FSV. Frankfurt— FK. Pirmasens:2. Sportfreunde Saarbrücken— Eintracht Frankfurt:2. SV. Wiesbaden— Kickers Offenbach:1. Wormatia Worms— FV. Saarbrücken:0. Baden: SV. Waldhof— 1. FC. Pforzheim:1. Württemberg: Sportfreunde Stuttgart— 1. SSV. Ulm:0. VfB. Stuttgart— SV. Göppingen:2. Sportfreunde Eßlingen— SC. Stuttgart:0. Union Böckingen— Stuttgarter Kickers:0. Bayern: München 60— Wacker München:2. VfB. Ingolstadt— Bayern München:2. Spielvereinigung Furth— 1. FC. Nürnberg:1. BC. Augsburg— FC. 05 Schweinfurt:1. Eröffnung des Skiwinters F. Semtner(HDW.) gewinnt den 13. finnischen Langlauf Mit dem 18. finnischen Langlauf wurde bei Zinnwald am Sonntag die neue Stirennzeit im Erzgebirge eröffnet. Bei herrlichem Wetter und idealen Schneeverhältnissen gingen rund 200 Läufer aus Sachsen, Berlin und vom Hauptverband der Deutschen Wintersportvereine in der Tschechoslowakei(HDW.) an den Start der 14 Kilometer langen Strecke. Die beste Zeit des Tages erzielte Franz Semtner(Reichenberg) (HWW.) mit 1,00,56 als Sieger der Klasse I vor Tippmann(Geising). Eine ausgezeichnete Leistung vollbrachte Paul Richter(Altenberg), der in der Altersklasse I mit 1,02,41 die drittbeste Zeit lief. Der vorjährige Sieger Walter Böttrich(Altenberg) wurde nur Neunter. Den Mannschaftssieg rieß wiederum der Skiund Rodelklub Altenberg an sich. Thüringen eröffnet die neue Skirennzeit Als„Otto=Wahl=Gedächtnislauf“ wurde am Sonntag der 15. Langlauf„Rund um den Beer=Berg" bei ZellaMehlis ausgetragen, mit dem Thüringen die neue Skirennzeit einleitete. Die 78 Teilnehmer fanden unterwegs verschiedenartige Schneeverhältnisse vor. Die beiden Ersten der Klasse II, Richard Möller(Schmiedefeld) und Oswald Keiner(Heidersbach) erzielten mit 2,26,23 und 2,29 bessere Zeiten als der Sieger der Klasse I, Harry Blum(Zella=Mehlis), der 2,30.22 brauchte und den Heidersbacher Keller auf den zweiten Platz verwies. Eine gute Leistung vollbrachte auch der Altersklassensieger Ernst Seifert(Wasserberg) mit 2,32,10. Rudi Cranz siegt am Feldberg Auch im Schwarzwald wurde mit einem Torlauf der Universität Freiburg im Zastlerloch am Feldberg der neue Skiwinter eröffnet. 45 Läufer und Läuferinnen stellten sich dem Starter. Die Organisation lag in den Händen von Christel Cranz, die bekanntlich den Skilehrbetrieb an der Freiburger Universität leitet. Der Kurs war mit 20 Toren versehen und wies etwa 150 Meter Gefälle auf. Als erste ging Christel Cranz außer Konkurrenz über die Strecke. Im famosen Stil nahm sie Tor um Tor. Ihre Zeit von 45,8 Sekunden wurde nur einmal unterboten, und zwar durch ihren Bruder Rudi Cranz, der im zweiten Lauf nur 43,4 benötigte. Im ersten Durchgang war er zu forsch auf die Strecke gegangen, und so war ein Sturz unvermeidlich. Trotzdem sicherte sich Rudi Cranz mit einer Gesamtzeit von 90,1 Sekunden den Sieg vor seinem Bruder Harro Cranz(101,3) und Rolf Rüdiger(103,1). Bei den Frauen war Hilde=Suse Gärtner vom Sbiklub Freiburg mit 181,6 vor Frl. Engelhard von der Universität Freiburg erfolgreich. Das warenrKerthehah. Aufnahme: Muthherr Der schußgewaltige Kalfelder der siegreichen Preußen hat aufs Tor geschossen. Die Wirkung ist an der Haltung der Spieler deutlich erkennbar. Szezorra, der linke Verteidiger der Westfalen, läßt den Ball vorsichtig an einem„edlen“ Körverteil abprallen, rechts daneben greift auch der rechte Westfalenverteidiger Kaufer an. Tak tisch unkluges Stellungsspiel! Weiter rechts Preußens Mittelstürmer Glatz I. dahinter Distelrath I. Westfalias rechter Läufer. ZivelMierchdle Landerkahtpie Italien— Tschechoslowakei:0(:0) Der große Fußballänderkampf zwischen Italien und der Tschechoslowakei interessierte am dritten Adventssonntag die gesamte Sportwelt. 40000 Zuschauer waren in Genua zusammengeströmt, die einen schönen:(:)=Sieg ihrer Mannen erlebten. Leider mußte die Begegnung bei feinem Sprühregen durchgeführt werden, der die Spieler und die Zuschauer nicht richtig in Stimmung kommen ließ. Die italienische Elf wartete gegen die Tschechoslowakei mit besseren Einzelleistungen auf und gewann das Treffen verdient. Sämtliche Spieler fanden sich mit den Platzverhältnissen besser ab. Italien hatte die gleiche Mannschaft mit Ausnahme der Läuferreihe aufgeboten, die gegen Deutschland im Olympia=Stadion unentschieden:2 gespielt hatte. Die Gäste hatten noch in letzter Minute für ihren Tormann Planitzka den Ersatzmann Kiticka einsetzen müssen. Das erste Tor für Italien schoß in der 40. Minute der Rechtsaußen Pasinati. Zwei Minuten später erhöhte der Halblinke Ferrari auf:0. Bei diesem Stande blieb es bis zum Schluß. Im zweiten Spielabschnitt waren beide Hintermannschaften nicht mehr zu überwinden. Zum Schluß war der Platz stark aufgeweicht. Frankreich bezwingt Jugoslawien:0(:0) Das zweite wichtige Länderspiel kam in der französischen Hauptstadt im Prinzenpark=Stadion zwischen den Nationalmannschaften von Frankreich und Jugoslawien zum Austrag. In diesem ersten Länderspiel warteten die Jugoslawen mit guten Leistungen auf und lieferten den Franzosen einen gleichwertigen Kampf. Das einzige Tor des Tages erzielten die Franzosen in der 16. Minute der ersten Halbzeit durch den Rechtsaußen Keller. Nach dem Wechsel boten sich für die Gäste des öfteren Ausgleichsmöglichkeiten, aber sie hatten kein Glück. Barlassina(Italien) war dem Spiel ein aufmerksamer Leiter. Dednahand-Runatahft gehenning. Der JCU.-Kongreß in Zürich— Internationale Straßenrennen 1937 Nach den vorbereitenden Besprechungen der Radsportvertreter der einzelnen Nationen über einige noch nichtendgültig gesicherte Straßenrennen wurde am Wochenende in Zurich der Kalender=Kongreß des Internationalen Radsportverbandes abgehalten, auf dem Deutschland. Italien, Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Schweiz vertreten waren. Vor Beginn der Verhandlungen wurde der verstorbene deutsche Verbandsführer Franz Eggert geehrt... 412 uuaef. honen#. Für Deutschland wurden die drei vorgesehenen Rennen genehmigt. Die in zwölf Etapven geplante internationale Deutschland=Rundfahrt, zu der Italien und die Schweiz bereits die Entsendung ihrer BerufsfahrerMannschaften zusicherten, wurde mit Rücksicht auf die Italien=Rundfahrt auf die Zeit vom 7. bis 20. Juni festgelegt. Das nach jahrzehntelanger Pause wieder auflebende Rennen Mailand—München wird vom 16. bis 18. Juli in drei Etappen ohne Ruhetag gefahren. Die den Amateuren vorbehaltene Fernfahrt Warschau— Berlin als Länderkampf Deutschland gegen Polen findet wie vorgesehen vom 5. bis 12. September statt. Es wurde zugleich über verschiedene große Bahnveranstaltungen des kommenden Jahres Klarheit geschaffen. Italien gab den Termin seiner Bahnmeisterschaften in Turin für den 27. und 29. Juni bekannt. Dänemark veranstaltet in Kovenhagen seine„Großen Fliegerpreise" am 25., 27. und 29. Juni für Amateure, am 30. Juni. 1. und 3. August für Berufsfahrer und anschließend vom 21. bis 29. August, ebenfalls auf der Ordrupbahn, die Weltmeisterschaften. Frankreichs Radsportverband endlich plant aus Anlaß seines Jubiläums vom 31. Juli bis 7. August eine größere Sportwoche. Berliner Amateurrennen Dubaschny— Bartoskiewicz Sieger im Zwei=StundenJ ahr rück: 8. Wachtmeister—Kalupa 5 Punkte; 4. Passenheim—Hubrich 4 Punkte; 5. Schorn—Schultenjohann 2 Punkte; zwei Runden zurück: 6. Matysiak—Purann 8 Punkte; 7. Mertens—Kamp 5 Punkte. Zims[Küster hatten Pech in Brüssel Auf der Brüsseler Winterbahn wurde vor sehr schwachem Besuch ein 144=Minuten=Mannschaftsfahren entschieden, das auch sportlich nicht befriedigen konnte, denn von den 17 gestarteten Mannschaften schieden acht vorzeitig aus. Das deutsche Paar Zims[Kuster hatte Pech: Küster wurde durch einen Sturz zur Aufgabe gezwungen. Wenig später mußte auch sein Partner die Waffen strecken. Sieger wurden mit vier Runden Vorsprung die Holländer J. van Kempen Slaats bei einer zurückgelegten Strecke von 107 Kilometer. Den zweiten Platz belegten Buysse Christensen vor van Bugenhout van Vlockhoven, hinter denen zwei weitere Bahnlängen zurück Deneef Debruyker das weit auseinander gezogene Feld heranführten. Möller in Antwerpen Dritter Der Hannoveraner Erich Möller kam am Wochenende einer Startverpflichtung in Antwerven nach. In den beiden von Meuleman und Severgnini gewonnenen Läufen des Dauerrennens belegte er jeweils den dritten Fahren Angelmann schlägt Weiß Weltmeister besiegt Europameister Im Pariser Sportpalast standen sich Frankreichs Weltmeister im Fliegengewicht Valentin Angelmann und der österreichische Europameister Ernst Weiß im Kampf um die Weltmeisterschaft gegenüber. Angelmann ließ den Oesterreicher durch seine dauernden Angriffe niemals zur vollen Entfaltung seiner großen Technik kommen und gewann über 15 Runden hoch nach Punkten. Weiß konnte lediglich die.,., 7. und 14. Runde für sich buchen. Unentschieden Boxländerkampf Ungarn— Italien:8. Unter großer Anteilnahme des Publikums wurde am Wochenende im ausverkauften Budavester Stadttheater der Boxländerkampf zwischen Ungarn und Ittlien ausactragen. Im Gesamtergebnis endete die Begegnung unentschieden:8. Ungarn trat mit seiner neuen Meisterstaffel an, jedoch fehlten in beiden Mannschaften die Olnmpiasieger Haranai(Ungarn) und Sergo(Italien). Ergebnisse vom Fliegengewicht aufwärts: Matta(.) schlug Szabo II(.) nach Punkten; A. Paoletti(.) schlug Bondy(.) mach Punkten: Szabo I(.) schlug Fabriani(.) nach Punkten: Frigyes(.) gegen Facchin (.) unentschieden: Mandi(.) schlug Bignamini(.) nach Punkten; Szigeti(.) gegen Serra(.) unentschieden: Musina(.) schlug Tanamar(.) nach Punkten: Nagy(.) schlug N. Paoletti(.) nach Punkten. Berlins Hockeyfrauen ausgeschaltet Baden=Württemberg kämpfte sich durch und steht im Eichenschild=Endspiel. Brandenburas Hockeyfrauen wurden im Wiederholungsspiel der Vorschlußrunde um den Frauen=Eichenschild von den tapferen Vertreterinnen der Gaugruppe Baden=Württembera mit:3(:1) auf heimischem Boden geschlagen. Im Frühjahr nächsten Jahres werden sich nunmehrr der Schildverteidiger Nordmark und die siegreichen Baden=Württembergerinnen im Endspiel gegenüberstehen. Die internationalen Amateur=Radrennen in der Deutschlandhalle am Wochenende hatten einen großen Erfolg zu verzeichnen.„Rund 12000 Zuschauer verfolgten die spannenden Kampfe auf dem Holzovai, deren Höhepunikt ein Zwei=Stunden=Mannschaftsrennen„bil= b dete. Zum dritten, Maie gewannen pie Berliner Straßenfahrer Dubaschny—Bartoskiewicz in der neuen Rennzeit diesen Wettbewerb. Ihre schärfsten Gegner waren die Italiener Rigoni—Latini, die einmal für kurze Zeit allein die Spitze hielten.„ 7 Auch in den Fliegerrennen konnten sich die Ausländer nicht durchsetzen. Latini schied im Zwischenlauf aus, während Rigoni mit Schorn, Mertens und Bühler zuPlatz und nahm auch diesen Rang in der Gesamtwertung ein. Der Holländer Wals kam über den letzten Rang nicht hinaus. Das Stundenrennen hinter Zweisitzerführung gewann Loncke mit einer Gesamtleistung von 53,810 Kilometer nach einem prächtigen Endspurt nur mit Handbreite vor Piinenburg und Bruneau, der 440 Meter zurücklag. Di Paco gab vorzeitig auf. Pijnenburg Wals siegen in Gent Ein kampfreiches 100=Kilometer=Mannschaftsrennen einen großen rollte am Sonntag auf der Genter Winterbahn ab und erfolg=sendete mit dem Siege von Piinenburg=Wals, die mit deren Rundenvorsprung nach 2,10,10 mit 18 Punkten siegreich n bil= blieben. Erst zwei Runden zurück kamen Bielliet— Vertiner Dekuysscher vor Slaats—Buysse und Verreycken— Meerschaert auf den zweiten Platz, wobei zwischen den Placierten auch wieder jeweils eine Runde lag. amtsbeiträge, Mannschafts=Kreis= und Gausteuern wegfallen. Lediglich die sogenannte Wettspielabgabe bleibt bestehen, weil sie die sozialste Abgabe ist. Aber auch die Fußball spielenden Vereine haben nur ihre Kopfsteuer wie jeder andere Verein zu zahlen. Wegen der Sonderabgaben, die zu leisten sind, werden ihnen folgende Beträge abgesetzt: Gauliga 300 RM., Bezirksklasse 150 RM., erste Kreisklasse 80 RM. und zweite Kreisklasse 40 RM. Ein Verein in der Bezirksklasse zahlt also den Betrag der sich aus Mitgliederzahl mal 2, abzüglich 150.— RM., leicht errechnen läßt. Ein Turnverein von 300 Mitgliedern, einer Handballabteilung, einer Hockenmannschaft, einer Ruderriege und einer Ski= und Schwimmabteilung hat zu zahlen 300 mal 2= 600 RM., und damit sind sämtliche Verpflichtungen abgegolten. Allein aus diesen Zahlen ist ersichtlich, wie notwendig es ist, die wirklichen Mitgliedszahlen in dem Fragebogen aufzuführen. Je größer die Gesamtmitgliederzahl des DRL. ist, desto geringer wird der Beitrag für denen einzelnen. Selbstverständlich wird zur gegebenen Zeit eine strenge Kontrolle der Mitgliederbestande in den Vereinen durchgeführt, und wer betrogen hat, wird unnachsichtlich bestraft. Was zu beachten ist Jeder, der sich mit der Ausfüllung dieser Fragebogen abzugeben hat, wird gut tun, die herausgegebenen Bestimmungen genauestens zu beachten. Es kommt nicht darauf an, die Vielseitigkeit einzelner Vereinsmitglieder herauszustellen, sondern die Abteilungen oder Gruppen, die in regelmäßigen Uebungsstunden diese oder jene Sportart betreiben und sich an Wettkämpfen beteiligen, zu nennen. Auf der Vorderseite der Bestandserhebungskarten müssen unbedingt die sämtlichen Mitglieder eines Vereins, ganz gleichgültig, ob sie am Uebungsbetrieb teilnehmen und unterstutzende oder Ehrenmitglieder sind, eingetragen werden, woraus sich ergibt, daß die Zahlen der Sporttreibenden mit denen der Gesamtmitglieder eines Vereins nicht übereinstimmen werden. Wie immer ist ein besonderer, Wert darauf zu legen, die Fragekarten deutlich und peinlich genau auszufüllen. Während sich die erste Bestandserhebung auf die Einholung der für alle Verwaltungsstellen notwendigsten Angaben beschränkte, muß in diesem Jahr das so gewonnene Bild erweitert und abgerundet werden. Daraus ergibt sich eine Reihe neuer Fragen, so nach der Hauptsportart, die ein Verein betreibt, und nach den Uebungsstätten, aus denen klar hervorgehen muß, ob der Verein eine eigene oder eine gepachtete Uebungsstätte besitzt. Aus der Zusatzkarte„8“ soll festgestellt werden, ob der Verein einen hauptamtlich bezahlten Turn= und Sportlehrer oder einen ehrenamtlich tätigen Uebungswart zur Leitung seines Uebungsbetriebes einsetzt. Dazu kommen noch die Fragen über die bisher geleistete Dietarbeit. Stichtag aller dieser Feststellungen ist der 1. Januar. Bis zum 6. Januar 1937 sind die sorgfältig ausgefüllten Erhebungsbogen an den zuständigen Gaubeauftragen des Reichssportführers einzusenden, der auch alle Anfragen, die Bestandserhebung betreffend, beantwortet. Hollands Nationallieben geschlagen Westdeutscher Wasserballsieg in Holland Im ausverkauften Arnheimer Sportfondsen=Bad stand der Repräsentativkampf im Wasserball zwischen Westdeutschland und Holland im Mittelpunkt des Interesses. Holland trat mit stärkster Mannschaft an; die westdeutsche Sieben stand wie folgt: Klingenburg, Hentsch, Braun, Lütkemeyer, Thielhorn, Schneider, Hilker 2. Ferner stellten sich in den Rahmenkämpfen die holländischen Schwimmer vor. Auf der 25=Meter=Bahn wurden folgende Ergebnisse erzielt: 100 Meter Kraul: 1. Mastenbroek 1,07,4, 2. Wagner 1,08,6; 100 Meter Rücken: 1. Senff 1,14.4, 2. Kerkmester und van Fegelen je 1,18,2; 200 Meter Brust: 1. Kasteijn 3,07, 2. Waalberg 3,10,6; Männer: 200 Meter Brust: 1. Smitshuijzem 2,52,8; 100 Meter Kraul: 1. Scheffer 1,01,6. Internationales Reitturnier vom 29. Januar bis 7. Februar in der Deutschlandhalle Die Turniersaison des nächsten Jahres wird traditionsgemäß mit dem großen Turnier des Reichsverbandes eingeleitet, das vom 29. Januar bis 7. Februar in der Deutschlandhalle stattfindet. Da sich die Ausschreibungen nicht nur an den großen Kreis unserer deutschen Turnierteilnehmer und Klassenpferde, sondern auch an alle. Turnierkreise des Auslandes wenden, ist wieder mit einer ausgezeichneten Beschickung sämtlicher Wettbewerbe zu rechnen. Winterrennen in Mülheim Kastanienblüte gewinnt das.=Oertel=Jagdrennen Der zweite Winterrenntag des Mülheim=Duisburger Rennvereins gestaltete sich zu einem vollen Erfolg für den Veranstalter, da der Besuch bei dem ausgezeichneten Wetter nichts zu wünschen übrig ließ. Infolge des schweren Geläufs behielten fast auf der ganzen Linie die Außenseiter die Oberhand. Nicht weniger als drei Rennen wanderten in die Zentrale. Im.=Oertel=Jagdrennen über 3300 Meter setzte die Berlinerin Kastanienblüte ihren westdeutschen Siegeszug fort. Die anfangs klug geschonte Stute setzte nach Erreichen der Geraden Dampf auf, erschien am letzten Hindernis an den Gurten des gleich in Front gezogenen Maat und wehrte auf der Flachen einen Schlußangriff des vergeblich angreifenden Altai nach Gegenwehr sicher ab. Mülheim=Duisburg, 13. Dezember waren in sazmen in den Endlauf gelangte. Der Itoliener konnte wenig kampfreichem Verlau, fur hznen Jakohzenagder# jeooch an den Deutschen nicht vorveikommen, die sich Spitzengruppe beendeten. Die Tcnge##anginn#-Voß 2. in der Zielgeraden einen erbitterten Kampf lieferten. Schorn siegte vor Mertens, Bühler und Rigoni. Ergebnisse: Zwei=Stunden=Mannschaftsrennen: 1. Dubaschny—Bartoskiewicz 18 Punkte, 92,160 Kilometer; 2. Rigoni—Latini 10 Punkte; eine Runde zu1..: 1. Vorsters Athos(Holtai), 2. Corstca, 3. Franziskus, ferner: Hausmarke, Eilwerk, Landesfreund, Lonka, Urfehde. Toto: Sieg 65, Platz 18, 48, 16. 2..: 1. Schultes Voltaire 1I(Kruschwitz), 2. Gloricus, 3. Gasteau, ferner: Gemse, Horchaus, Sintflut, Perlstab, Wernigerode, Handschar. Toto: Sieg 75, Platz 23, 16, 20. 3..: 1. Fürst zu Solms=Baruths Kastanienblüte Der Mittelpunkt der Kovenhagener, Sonntagsrennen(Flietb), 2. Altai, 3. Jan v. Werty, 4. Maat, ferner: Eiche, #s Mannschaftsfahren das nach Passatwind, Fedeler, Segelflug, Hanspeim, Golf, Kurzer Platz 18, 11, 22, 37. 4..: 1. abteilung: 1. Wuthenaus Clary(Steuding), den Punktekämpfen am erfoigreichnen und Goldrubin, Ast, Tenig. Fero:., Sies., Plav, 26. 14:.30. Deutsche Amateure in Kopenhagen telpunkt der Kopenhagener. Sonntagsrennen(Flietb), 2. Altai. 3. Jan ternationates Männschggzesahten, dus nach Pusumg, Egig„See freichem Verlauf fünf Rannschaften in der Kopf.„Toto: gig, k1. P war, ein inter den Italienern Lartini—migoni 8 Punkte. siegten nach 1,89,17 Stunden mit 48 Punkten vor den—, 2. Abtellung: 1. Marquardis Sellm(Lommabsch), Westdeutschen von der Ahe—Postler 26 Punkte, Ols=/2. Schloßfrau, 3. Helmwiege, ferner: Saarpfälzer, Sandsen—Holzer 20 Punkte, Sonne—Voigt 12 Punkte und mann. Gräfin Mariza, Augraf, Mogul. Toto: S. 53, Platz Am; P# Mnste /29, 42, 34. 5..: 1. v. Sternseldts Ancona(Nolte), 2. Roswitba, 3. Lavant, serner: Mailänder, Adelbert, Silen, Gängerin, VaVgabund. Toto: Sieg 65, Platz 20, 29, 16. 6..: 1. Schaumanns Charolus(v. d. Blugt), 2. Ahnherr, 3. Melle, 4. Heroine, ferner:'Learius, Prasser, Musterknabe, Donnersberg. Heidekönig, Conte, Kriegsflamme, Chianti Romanttk. Mississippt, Pita. Toto: Sieg 309, Platz 43, 38, 36. 54. Doppelwette: Kastanienblüte— Ancona 218:10. Was Mälen Wibezahen! Die neuen Einheitsbeiträge des Reichsbundes für Leibesübungen Für die Betreuung der Leibesübungen ist der Besitz dringend notwendig. Im Vorjahr hat es Pvegenten Anddziggeg, üder sebig enngtilen Lurn= getgchhneggge und manchen berger gegebezi, gge, bgie Svortverein undeoingt erforderlich, dieser Satz setigen, arbeit Zu. begg wigt gug bief einfacher in diesem Jahr denn die Hauptschwierigkeit, die Fachamtssem Fah., vmnrig## die Fachamts. beiträge, fallen im nächsten Geschaftsjahr weg. Es gibt „Für die Betreuung der Leibesübungen ist der Besitz dringend notwendig. von eingehenden Unterlagen über jeden einzelnen Trn= verständnisse und me und steht alle Vereine der DRL. verschickten Fragehogen voran und beweist klar und deutlich die große bebeutung dieser Arbeit. Doch zugleich sei im voraus bemerkt, daß es diesmal nicht nur um die Zusammenbringung des Gesamtmitgliederstandes geht, sondern daß auch die Bestandserhebung im Sinne der täglich fortschreitenden organisatorischen Erneuerung des deutschen Sportlebens eine neue Aufgabe erhalten hat. Der Kern des neuen Fragebogens liegt darin, die wirtschaftliche Grundlage Strenge Kontrolle der Mitgliedebestände vuo ebtigh=Mlart zu.elizeizelen und damit hre Arbeit! Wenn.,nichlietzlich der- Tesetannser=fehe Auteuil, 13. Dezember 1..: 1. Melan Montels Le Grand Saint Hubert (Vernière), 2. Dark Musery, 3. Toldde, ferner: Hardol, Montecasino. Toto: Sieg 21. Platz 16, 27. 2..: 1. Bollacks Patatras(Bagntard), 2. Pourquot Pas II, 3. Lehigh, ferner: Le Florentin, Rochv Condé, für die Mitglieder, igezzeine) der sogenaunten=Gruppe Pionisort, Ribzna, Herbrule. Toio: Sieg 34, Plasz 17, nur noch einen einzigen Reichsbundbeitrag, der pro####### Kopf jedes Vereinsmitgliedes 2,00 RM. bis.50 RM.] z“.: 1. Eichepares Le Miramolin(Pelat), 2. Larringes, beträgt. Genau kann es noch nicht gesagt werden, da der endgültige Betrag von der Aufrichtigkeit der Ausfüllung des Fragebogens abhangt. und ihren Werr zu ermessen. Einheitlicher Reichsbundbeitrag 2,00—.50 RM. Die Bestandserhebung und das Ausfüllen von Fragebogen ist für niemanden eine erfreuliche Sache, aber Wenn die wirkliche Mitgliederzahl gemeldet wird, und zwar eiltschließtih der sogenannten, fordernden Mitglieder— wie es Pflicht ist—, dann wird man bei 3. Roi de Trefle, ferner Menes II, Serpolet, Maestro, Clocto, Heve. Bellovaque, Calorina, Kéfalino II. Merlot, Chateau Chinon. Toto: Sieg 171, Platz 46, 62, 18. 4..: 1. Guthmanns Outremer(Pelat), 2. Gna Koué, 3. Aleso, ferner: Témérité, Nymph, Samovar, Hong Cuan, Stirling, Cotinga. Toto: Sieg 95. Platz 22, 24, 20. 5..: 1. Eichepares Pesaro(Pelat), 2. Schnock, 3. Kabe Kaba, ferner: Tip, Masizy. Toto: Sieg 27. Platz 17, 10. a: 1 Rautons de Titien III(8 6..: 1. Rautons De Tinen##uf(Bonncau),, 2. Er sparsamster Verwaltung mit 2 RM. pro Kropf aus= sombn, 3. Skifs, ferner: Nine 11, Priocere, El Boy Lilv. kommen. Nicht vergessen sei dabei, daß dann die Fach= Toto: Sieg 39, Platz 18. 23. Seite 11 Nr. 292 7 Bochumer Anzeiger„ Montag, 14. Dezember 1936 Kunst und Wissen Welideutiche Erliauttührung im Stadttheater Rerr dem Keportagentack ins Volk Georg Fralers Schausptel„Neun Ostiziele“ Die in Theaterkreisen teils sorgenvoll, teils zuversichtlich immer wieder erörterte Frage nach den Abgrenzungen im Macht= und Zustandigkeitsbereich von Bühne und Film, nach den durch die Anziehungskraft der Leinwand bedingten kulturpolitisch bedeutsamen Verlagerungen innerhalb der kunstgenießenden Besucherschaft, könnte für das Theater vom Revortagestück her eindeutig vositiv beantwortet werden. Die Gattung, die sich gerade in den letzten Jahren mehr und mehr durchsetzte und dem zunehmenden Wirklichkeitscharakter in Kunst und Leben entsprechen dürfte, hat zwar auf Grund der von neueren Autoren geleisteten mutigen Pionierarbeiten ihre Stellungen ausgebaut, die Vorurteile ästhetischer Tempelhüter und klassischer Großsiegelbewahrer einstweilen jedoch nicht völlig erschüttern können. Sie wollen das Theater auf dem Kothurn jambischer Würde halten, der Menschheit große Gegenstände zeitlos gedeutet sehen, sie verwerfen das Zeittheater aus aktueller oder geschichtlicher Sicht, weil sie zur Zeit selbst keine andere Einstellung haben als die historisch=kritische oder die philosophisch=ideelle. Mit Ansprüchen dieser Art, die nur um ihrer Ausschließlichkeit willen ablehnenswert sind, kann sich das Theater nie und nimmer im Volk verankern. Von seiner ihm gemäßen Wirklichkeit will es angesprochen und angeregt werden, aus diesem Grunde erklärt sich der außerordentliche Erfolg der szenischen Kriegsberichterstattung, und hier liegt wohl auch der vsychologische Schlüssel für das starke Interesse an filmischer Gegenständlichkeit. Das künstlerisch durchgeführte Revortagestück scheint berufen, einen gesunden Ausgleich zu schaffen. Wir stehen nicht an, das Schauspiel„Neun Offiziere“ von Georg Fraser, das sich von dichterischen Ambitionen frei hält, ohne in seiner vom geschichtlichen Leitfaden abgelösten Wirklichkeitsform den Blick für die „höhere Wirklichkeit" abzuriegeln, von Herzen willkommen zu heißen. Frasers Revortage behandelt das Schicksal von neun Offizieren europäischer und asiatischer Mächte, die sich mit den ihnen anvertrauten Truppen und Gesandtschaftsangehörigen während des gegen die Ausländer angezettelten chinesischen Boxeraufstandes um die Jahrhundertwende in Pekina bis zum Entsatz durch europäische Streitkrafte heldenmutig verteidigten. Die Nachricht von der Ermordung des deutschen Gesandten von Ketteler am 20. Juni 1900 gibt das Signal für den Zusammenschluß der in Pekina befindlichen militärischen und diplomatischen Vertreter Englands, Amerikas, Javans, Frankreichs, Italiens, Rußlands, Oesterreichs und Deutschlands. Der Oberbefehl wird dem rangältesten österreichischen Korvettenkavitän Thomann übertragen, alle nationalen Interessengegensätze haben vor der das Leben bedrohenden chinesischen Wirklichkeit zu schweigen. Die überstaatliche soldatische Kameradschaft wird zum Gesetz erhoben, im Pekinger Gesandtschaftsviertel verteidigt man das Soldatentum der Welt gegen chinesische Banden, denen ihrerseits wiederum die vaterländischen Beweggründe nicht abgesprochen werden können. Die neun Offiziere einschließlich des Leutnants Fu Yen von der kaiserlich chinesischen Palastgarde werden in ihrer menschlichen, soldatischen, volks= und stammesmäßigen Eigenart charakterisiert, und es wird gezeigt, wie sich die soldatischen, das heißt die besten Vertreter der großen Völkerfamilie angesichts der alle gleichmäßig bedrohenden Gefahr verhalten. Um diese losen Skizzen dramaturgisch und psychologisch stärker zu binden, stellt Fraser eine russische Frau in den Mittelpunkt der Handlung. Jelisaweta Alexandrowna Echo fand. Prachtvoll auch die russische Offiziersstudie listen, die als Ehrengäste des Führers althaugers ein Typ zwischen Monaolei Rasumin ist die Verlobte des russischen Hauptmanns Wroblinski, dem von chinesischer Seite ihr Leben zugesichert wird, sofern er sich entschließen kann, strategisch wichtige Verteidigungspunkte preiszugeben. Der Russe sträubt sich gegen den Verrat. mächtiger jedoch ist seine Liebe oder sein Mitleid, und so läßt er den belagernden Chinesen das verabredete Zeichen geben. Der amerikanische Kapitän'Carthy verhindert durch sein energisches Eingreifen in letzter Minute den chinesischen Ueberfall, er gerät, da er den Umständen nach in der heimlich geliebten Alexandrowna Rasumin die Verräterin erblicken muß, in Konflikte mit sich und seinem Herzen, löst sie aber auf eine soldatisch unantastbare und ehrenhafte Weise. Er ist neben dem Russen, der seine Schuld als tapferer Kerl vor dem Feinde sühnt, die am sichersten durchgezeichnete Gestalt, in ihm verkörpert sich die soldatische Haltung am ausgepragtesten. Ihm übergibt denn auch der sterbende Kavitän Thomann den Oberbefehl, während schon die Truppen des englischen Admirals Seymour zum Entsatz der hoffnungslos Eingeschlossenen herannahen. Eine abenteuerlich bewegte Handlung, ein Bühnenfilm, ähnlich dem Schauspiel„Wasser für Canitoga". aber ein rundes, im festen Wirklichkeitsrahmen stehendes Theaterstuck, dem man in Gestaltung und Idee freudig zustimmen darf. Durch das Ehrgefühl ihrer Soldaten avvellieren die Nationen an den moralischen Wert ihrer Völker, nicht im Sinne unterschiedsloser Vermischung und internationaler Verbrüderung, vielmehr im Sinne gegenseitiger Achtung. die den festesten Rückhalt ihrer Beziehungen ausmacht. Curt Bartz fand für die Inszenierung des Stückes eine feste, die gelegentlich losen Umrisse gut zusammenschließende, Form, die allen natürlichen und kunstvollen Spannungen eines sicher gebauten Abenteuers gerecht wurde. Was ist mehr zu erreichen, als daß die Theaterbesucher wie auf Sprungfedern sitzen, daß sie sich dem Tempo innerlich angleichen, daß sie das rätselhafte China mit allen seinen Geheimnissen im graugrün gedämpften Kolorit der bewundernswert gut eingestimmten Bühnenbilder(Ernst Lemperle) gleichsam durch die Poren aufnehmen und daß sie aus der kernigen und soldatischen Grundhaltung des Stückes Anregungen zum Weiterdenken empfangen! Die ausgezeichnet besetzten Rollen gestatteten es, jede Gestalt in die ihr eigene volksmäßige Atmosphäre zu stellen, den leidenschaftslosen, durch nichts zu erschütterden Engländer Donavan, der von Willi Schröder mit dem Gehaben des vollendeten Gentleman ausgestattet wurde, den varkettgewohnten eleganten Franzosen Robert Harprechts mit nervöser Vibration, zigarettenrauchend, leicht geneigt, um jeden Preis die Partei schöner Frauen zu ergreifen. Den biederen Kapitän aus Wien mit der schönen Donau=Sentimentalität zeichnete Ernst Holznagel, den tatendürstenden jungen italienischen Fähnrich, der sich für seine Kameraden opfert. Willi Bittern. Der deutsche Oberleutnant, der verspricht, seine militärischen Erfahrungen nach Beendigung des Pekinger Abenteuers in einem kriegswissenschaftlichen Büchlein niederzulegen, befand sich bei Wilhelm Grimm in guter Hut, die Undurchsichtigkeit und den Fatalismus der asiatischen Rasse brachte Alfred Schieskes japanischer Major bestens zur Geltung. Curt Bartz spielte den amerikanischen Kavitän'Carthy, eine frische naturburschenhafte Gestalt von realer und anziehender Männlichkeit, die in Bartz' aller billigen Romantik feindlichen Nüchternheit ein ungemein wirkungsvolles Walter Kartgeuners, ein Thd zwischen Mongolei und Europa, schwermütig, für dunkle Schicksale begabt, brodelndes Gefühl. Dem etwas bläßlichen Frauenprofil der Alexandrowna Rasumin gewann Heidi Kuhlmann kühle, blonde Reize ab, gespenstiges bleiches Format gab Willy Mayenknecht dem chinesischen Offizier Fu Yen der mit religiöser Gelassenheit in den Tod geht. Am Rande der Handlung betätigten sich in skizzenhaft angelegten Rollen Adolf Schneider, Josef Dornseif, Heinz Holthuysen, Franz Gesihn u. a. und trugen ihr Teil bei, den lebendigen und wirchlichkeitsnaben Atem der Aufführung zu verstärken. Reichsparteitag in Nurnberg teilnahmen, haben als Zeichen der Dankbarkeit für die gastfreundliche Auf: nahme bei der Nürnberger Bevölkerung der Dr Das gut besuchte Haus nahm die westdeutsche Erstaufführung, der wir einen tüchtigen Kassenerfolg vrophezeien, mit stürmischem Beifall auf, ein weiterer Beweis dafür, daß die Bochumer Bühne nicht nur der anspruchsvollen Dichtung, sondern auch dem kräftig vulsierenden Zeittheater und historischen Revortagestück erfolareich au dienen verstebt. Dr. Emil Strodthoft (Eine Bilderleiste zu dieser Erstaufführung siehe Seite 3) Ueberreichung der Nobelpreise in Kockholm Die Festlichkeit anläßlich der Nobelpreis=Verteilung im großen Saal des Stockholmer Konzerthauses fand unter den herkömmlichen Formen statt. König Gustav V. von Schweden verteilte auch diesmal die Preise, die aus der Festurkunde, der Goldenen Plakette und dem Scheck bestehen, persönlich an die Nobelpreisempfänger. Außer dem König nahmen an dem Festakt die Prinzen Gustav=Adolf, Wilhelm, Karl der Aeltere und der Jüngere sowie Prinz Eugen und die Hofbegleitung teil. Die Mitglieder der Regierung wurden von Staatsminister Hansson geführt. Unter den diplomatischen Vertretern sah man den deutschen Gesandten Prinz zu Wied. Anschließend wurde ein Festessen im Goldenen Saal des Stadthauses gegeben. An Stelle des Nobelpreisträgers für Literatur, des amerikanischen Schriftstellers Eugen'Neill, der krankheitshalber die Reise nach Stockholm nicht antreten konnte, empfing der hiesige amerikanische Geschäftsträger den Preis aus der Hand des Königs. unter den diesjährigen Nobelpreisträgern befand sich auch der Chemieforscher Professor am Kaiser=Wilhelm=Institut in Berlin Peter Debye. Die Wurdigung der Forschungsarbeit des Professors Debye erfolgte durch den schwedischen Professor Arne Westgren. Der König beglückwünschte Professor Debye bei der Ueberreichung des Preises in deutscher Sprache. Der Festakt wurde umrahmt durch Orchestervorträge. Bei dem Festessen gedachte im Namen des Königs Prinz Gustav=Adolf des verstorbenen Preisstifters Alfred Nobel. Die Nobelpreisempfänger hielten kurze Dankesansprachen. Der erste deutsch=ungarische Gemeinschaftsfilm. Reichsverweser von Horthy stattete dem neuen HunniaFilmatelier in Budapest einen Besuch ab, in dem zur Zeit der erste deutsch=ungarische Gemeinschaftsfilm „Die weiße Schwester“(Schwester Maria) auf der Grundlage des deutsch=ungarischen Kulturabkommens von der„Bavaria“ in Munchen in deutscher und in ungarischer Sprache gedreht wird. Der ungarische Reichsverweser besichtigte eingehend die Aufnahmen für diesen ersten deutsch=ungarischen Gemeinschaftssilm und ließ sich von dem Regisseur der deutschen Fassung, Rudolf van der Noß, die anwesenden deutschen Hauptdarstellerinnen Camilla Horn, Julia Serda und Edith Wolff sowie den berühmten ungarischen Bariton Alexander Sved und Paul Javor vom Ungarischen Staatstheater, die in beiden Fassungen die mannlichen Hauptrollen spielen, vorstellen. Englische Schenkung für das Nürnberger Museum. Eine Anzahl englischer Parlamentarier und Journaberg gedruckt wurden. Uraufführung eines Goya=Dramas in Düsseldorf. Am 15. Dezember findet in Düsseldorf mit Staatsschauspieler Werner Krauß als Gast die alleinige reichsdeutsche Uraufführung des Goya=Dramas“„Genie ohne Volk“ statt, mit dem der junge Dramatiker Viktor Warsitz zum ersten Male als Bühnendichter vor die Oeffentlichkeit tritt. „Egmont“=Aufführung in Brünn sabotiert,„In Brünner Landestheater sollte zuaunsten der Wohlfahrts einrichtungen des Bundes der Deutschen und der Sudetendeutschen Volkshilfe eine Festvorstellung mit Goeryes „Egmont" stattfinden, bei der Paul Hartmann, Tony van Eyck und Walter Frank vom Berliner Staatstheater mitwirken sollten. Kurz vor der Veranstaltung hat, wie Berliner Blätter melden, das Brünner tschechische Arbeitsamt die Aufenthaltsbewilligung für Tony van Eyck und Walter Frank verweigert und somit die Festvorstellung unmöglich gemacht, die abgesagt werden mußte. Da die Vorstellung bereits vor einigen Tagen ausverkauft war, erleidet der„Bund der Deutschen" durch diese ablehnende Entscheidung des Brunner Arbeitsamtes einen Schaden von 30000 Kronen. Die Zigarette stammt aus Südamerika und wurde im 18. Jahrhundert zuerst von Reisenden und Missionaren in Spanien eingeführt. Sie kam dann auch nach Frankreich und Italien, aber volkstümlich wurde sie in Europa erst nach dem Krimkrieg, in dem die französischen und englischen Offziere sie bei den verbündeten Türken kennenlernten. In Deutschland hielten die Raucher meist an der Pfeife und Zigarre fest, so daß die Ziaarette nur sehr langsam aufkam. Erst in und nach dem Weltkriea gewann sie eine ungeheure Verbreitung. Geschichtstafe! 14. Dezember: 1546 wurde der Astronom Tycho Brahe in Knudstrup (Schweden) geboren. Tycho Brahes Verdienst ist die gesteigerte Genauigkeit astronomischer Messungen, welche Kepler die Entdeckung seiner Gesetze über die Planetenbewegung ermöglichte. 1799 George Washington. Begründer der Unabhängigkeit Nordamerikas, in Mount Vernon gestorben(geboren 1732). Bäume ausreißen? Sie kennen doch die wunderbare Stimmung, in der man buchstäblich Bäume ausreißen möchte. Schaumwein macht ein bißchen übermutig...... SCHAUMWEIN bunge Sronschn: ADRIAN IGErErzhlen 3 S— 2) Von Otto Rombach Abdrucksrecht dieser gekürzten Fassung durch Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart Und wird sie, wenn die grünen Keime nie erscheiDieser Roman schildert den Aufstieg des Torfknechtes Adrian zum Tulpenkönig seiner Stadt zu jener Zeit, als in den Niederlanden der Tulpenhandel die tollsten Blüten trieb.— Adrian machte sich bei der Rückkehr von der Arbeit auf seinem Torfkahn allerlei Gedanken über Geld und Gut. An diesen Wendepunkt des Ueberlegens war Adrian gelangt, als er die Giebel seiner Stadt schon aus den wieten, ragen sah.... gen Gavarn bi, mn Auf einer Brücke standen Bauern, die wohl betrunken waren.„Wo sind die Zwiebeln?“ xiefen sie.„Bei so viel Blumenerde? Was?“— Als Aorian die Brücke unterfuhr, ließ einer von den Bauern laut lachend einen Strahl aus seinem Weinschlauch auf ihn herunterspritzen und schrie dazu:„Mach doch das Maul auf, du!" Dann lachten sie gemeinsam, auch Adrian, obgleich ihm nicht zum Lachen war, obgleich er die Erregung in sich steigen fühlte, die ihn zu wichtigen Entschlüssen trieb. Bestimmt sind diese Bauern,„dachte er, nun auf dem Heimweg von einer Tulpenauktion. Sie haben ihre Säckel und die Mägen voll. Fast jeder hat sich einen Weinschlauch um den Bauch gehängt wie einen Dudelsack. Wie üppig leben sie!— Wenn aber einer nicht dem Wahn verfällt, nun jeden Gulden durch den Schlund zu jagen?— Wenn er haushält und wie ein Hendrik van der Maaßen rechnet? Wenn er spart? Wenn er ein Schaf verhandelt um ein Kälblein, und ein Kalb in Tausch gibt für ein Fohlen, und ein Fohlen endlich für ein Pferd? Wenn er das Pferd für ein Gespann verhandelt, das Gespann für einen Acker, und den Acker für ein Haus? Das Haus für eine Mühle? — Ach, ganz Holland kann man in einem halben Jahr verhandeln, wenn man Tulpen hat! Nur Tulpen brauchte man. Um Tulpen zu erlangen, muß man Geld besitzen oder Pfänder geben. Wer aber nichts als einen alten Anzug hat und eine kahle Kammer, der ist mit allen Plänen einsam auf der Welt. Und dennoch war sich Adrian bewußt, wie er den Plan beginnen mußte, der wie das Zerrbild eines argen Traumes in ihm aufstieg und der sich in ihm festfraß, obgleich es Raub und Diebstahl war. Das Fräulein van der Maaßen hatte noch vor Monaten als eine Tulpenzwiebel zwanzig Kreuzer kostete, drei Tulpenzwiebeln im Garten ausgesetzt. Sie schlummerten im Humus. Ihre Schwänze hatten das Tageslicht noch nicht erreicht. Sie sind ein Wert geworden! Das Fräulein hat sie nur zur Zierde eingesetzt, aus Spielerei. Kann aber jemand Dinge zur Spielerei mißbrauchen, wenn andere davon leben?— Und wird übrigens das Fräulein dieses Dreigestirn vermissen, da der Garten vom Frühling bis zum Herbst in immer anderen Blumenfarben prangt? Wird Truus es merken?— nen, auf den Gedanken kommen, daß er, daß Adrian sie ausgehoben hat? Er, der dann groß und reich sein wird und angesehen? zwiebeln können faulen. Der Boden kann nicht ist ihr rat einmal durchzusehen und die faulen auf den Mist zu werfen. Nun steckte Adrian sie in die Tasche, tappte leise durch das abendliche Haus und schlich im Garten an die Stelle, wo Truus die Tulpenzwiebeln eingebettet hatte. Er wühlte sie heraus... Schon lag die tiefe Dämmerung mit weichen Schatten überm Land. Er lauschte zwischendurch. Auch in die Küche hatte er geblickt. Christintje war nicht da. Er hätte jubeln mögen. Aber atemlos und mit verbissenem Gesicht stieß er die Hände in den Boden, wühlte, fingerte und war erst sa“ jetzt von aller Angst besessen, die ihn bisher nur unterdrückt gepeinigt hatte. Ein Tropfen kalter Schweiß, der in den Nacken fiel, war wie die Spitze eines Schwertes, das ihn durchbohren wollte. Da spürte er die erste der drei Tulpenzwiebeln, die ihre dünnen Wurzeln schon getrieben hatte und ein wenig fest saß. Er riß und drehte sie. Es war so leicht, sie locker aus dem mürben Boden zu befreien. Aber die Besorgnis, nun vor dem Ziel entdeckt zu werden, machte sie zu einem Klumpen irgendeiner Masse, die wie mit Ketten an das Erdreich angeschmiedet, wie mit ihm verwachsen war. Das war sie auch. Sie hatte auch bereits den lichtgrün zarten Keim entlassen, der sich zur Sonne heben wollte. Jetzt hatte Adrian sie nebst den beiden anderen sind Einmachtöpfe umgestülpt. Herr van der Maaßen Zwiebeln fieberhaft herausgebuddelt und an ihrer Stelle hat seinen Bienen„Gute Nacht“ gesagt und schreitet nun die verfaulten, matschigen, schwarzbraunen Knollen ganz Zw günstig sein; wenn Wärme oder Wasser mangelt, Gedeihen zweifelhaft. Dann schrumpeln sie zusammen. Aber Diebstahl ist es!— Ach, der Wind ist viel zu heftig, und das Boot zu schnell. Am Gartenzaun hängt Wäsche. Auf den GSCH SIE DIESER PRACHTGOLEEH Ichelmen„ROH Sie finden hinter seinem kachen das bunte leben, abenteuerlich und spannend, derb und zart, wild und schön dem Haus zu. Wenn er durch das Erdreich blicken könnte, mußte er die Tulpenzwiebeln sehen, die gerade dort, wo er nun geht, im Blumenbeet vergraben sind. Er nickt nur, als er Adrian, breitbeinig auf dem Torfkahn stehend, zur Lände fahren sieht. Adrian hat in Gedanken alles schon geordnet. Er grüßt Christintje in der Küche und ruft ihr zu:„Der Torf ist da. Was gibt's zu essen?“ Und sie hebt den Kopf kaum, weil sie gerade Einbrenn macht. So ist es nicht zu unterscheiden, ob sie geweint hat oder ob der heiße Dampf ihr Tränen in die Augen trieb. Dann, während er, die Hände in den Taschen, scheinbar arbeitsam herumgeht, meint er:„Wie mir scheint, sind fremde Tauben zugeflogen. Ich muß einmal zum Taubenschlag hinauf.“ Das ist ein Vorwand, auf den Speicher zu gelangen. Adrian hat auf dem Speicher, wo der Zwiebelvorrat aufgeschüttet lag, nicht nach den Tauben sehen wollen: Er wühlte in dem Haufen nach angesaulten Zwiebeln und fand auch ein paar Knollen, die ihrer Größe nach mit Tulpenzwiebeln verwechselt werden konnten. Sie waren braun und matschig und kaum noch zu erkennen. Es wäre eigentlich schon lange Zeit gewesen, den Vorgemeiner Zwiebeln eingesetzt, die niemals Stengel oder Blüten treiben konnten!— Der erste Streich, mit vieler Ueberlegung ausgeheckt, war ihm gelungen! Und keuchend jagte er mit seiner Beute in eine jener Kneipen, in denen die Tulpisten tagten, um ein reicher Mann zu werden, nicht ahnend, was noch alles folgen und daraus entstehen sollte.— „Oh“, sagte Adrian,„was wollt ihr denn? Ich bin ja nur gekommen, um ein Bier zu trinken.“ Soviel war ihm bekannt, daß er nicht gleich am Anfang in die Tasche greifen und seine Ware zeigen durfte. Sie hatten oft im Torfstich von den Komparitien gesprochen, und oft genug war seine Nase fast platt geblieben, weil er sie allzu heftig an der Fensterscheibe rieb, um jeden Vorgang beim Handel der Floristen zu versolgen. Nun ließ er zwar die Tafel neben seinem Bierkrug liegen, tat aber so, als ginge ihn das alles gar nichts un. Er rauchte seine Pfeife und blickte ihrem Rauch nach. Das war die Art der großen Männer, die bis zuletzt fast unbeteiligt waren, um schließlich ihr Gebot zu nennen oder selber ihre Tulpen anzubieten. Wie Feuer brannten ihm die Zwiebeln in der Tasche, und wenn die Tür ging, erschrak er. Einer von den Händlern, der sich als Schuster zu erkennen gab, versuchte, sein Vertrauen zu gewinnen, Als Adrian ihn keiner Antwort würdigte, ging er hinüber zu den anderen und flüsterte:„Der hat bestimmt ganz große Sachen.“ Mißtrauisch blickten sie herüber. Der Torfknecht Adrian, gewachsen wie ein Landsknecht, aber doch behäbig wie ein Ratsherr, war Mittelpunkt im Komparitium geworden. Nur der Anzug fehlte ihm, um das zu sein, was aus ihm werden konnte. Er war der rätselhafte Mann, auf den man immer wartete, der auch die blaue Tulpe aus der Erde stampfen konnte, obwohl sich die Gelehrten noch darüber stritten, ob es eine gab. Adrian, mit Torf und Dreck an seinen Schuhen und mit Händen, denen man die Arbeit mit der Erde ansah, konnte ein Vermögen aus der Versammlung schröpfen, wenn er es klug begann. Und er begann es klug. Wer an Fortuna glaubt, an Lotterien, an das Füllhorn eines Glücks, das von den Göttern gütig ausgeteilt und unverdient gespendet wird, der ist nicht weit entfernt vom Aberglauben. Der rechnet mit dem Glück und sieht den Feldstein, auf den Weg verirrt, als Gold an, das man nur zu heben braucht. Der sieht im Bettler einen Fürsten nahen und im Torfknecht einen Tulpenzüchter, der mit den edelsten der Tulpen nur so um sich wirft. So wandelt sich die herrlichste Vernunft zum Grynp..„ 9. Ttin feärt. Bis efmäbrich Adrian, der wohl die Stille spurte, die aumählich eintrat, und der wohl begriff, daß alles Wispern und Geflüster sich auf ihn bezog, sah seine große Stunde kommen. Deshalb legte er die letzten Kreuzer, die er hatte, für seinen Bierkrug auf den Tisch, sah einen nach dem anderen am Ratstisch an und wollte gehen. Das war der Augenblick, der es entscheiden mußte. Denn nun auf einmal war der Schuster bei ihm, und der dickste Mann vom Ratstisch wälzte sich mit etlichen Kumpanen auf ihn zu, laut schreiend:„Will Er denn ein anderes Komparitium suchen? Ja? Er hat doch Zwiebeln, nicht?“ „Ei freilich“, nickte Adrian zurück.„Mir scheint jedoch, ihr alle habt zusammen nicht das Geld, was ich für eine einzige von meinen Tulpen leider nehmen Laßt mich nur fort.“ „Ein neuer Gauner kommt!“ rief ihm der Mühlknecht zu, als er den ersten Schritt in die Spelunke machte, die voller Rauch und Lärm und Menschenstimmen war. Bestürzt sah Adrian sich schon ertappt, um langsam an dem Grinsen und an den Reden der anderen zu erkennen, daß dies der Ton bei den Blumisten war, die ihn sogleich in ihre Fänge nahmen. Man drückte ihm ein Schreibbrett in die Hand, ein Täfelchen und einen Griffel, und ehe er verschnaufen muß.„######...##. der Eür fort. konnte, war er an den Tisch geschoben, wo eine Reihe]„Hierbleiben", drängten sie ihn von der übelsten Gestalten, die es in der Stadt gab, wie und Adrian, dem innerlich das Herz zu hüpfen anfing, Richter auf den Stühlen saßen. Er bemerkte, daß jeder, ließ sich schwerfällig in die Mitte des ganzen Rats beder im Wirtshaus war, ein Schreibzeug hatte, und ffördern, der auf einmal durcheinander schrie, als set hörte ruhig an, was ihm ins Ohr geschrien oder zu die größte Schlacht im Gange. geflüstert wurde(Fortsetzung folgt.) Seite 12 Nr. 292 Bochumer Anzeiger" Montag, 14. Dezember 1936 Mordprozeß David Frankfurter abgeschlossen ****R FJo kie Vernichtendes Plädoyer gegen den Hetzanwalt des Mörders— Arteil wird schriftlich zugestellt dnd Chur, 12. Dezember. (Von unserem Sonderberichterstatter.) Am Morgen des vierten Verhandlungstages des Mordprozesses David Frankfurter beendete zunächst der Verteidiger des Angeklagten, Dr. Curti, sein Plädoyer. Er versuchte das vernichtende Ergebnis der Anklage abzuschwächen und stellte den Angeklagten als einen von Krankheiten körperlich und geistig erschütterten Menschen hin. Der Verteidiger stellte das Vorliegen eines Komplotts in Abrede und wandte sich erneut dem Kapitel der„Judenverfolgungen“ zu, bei dem er die Greuelmärchen des Vortages wiederholte und die verlogene Emigrantenliteratur als Dokumente hinzustellen sich erkühnte. Die Verteidigung bestritt auch den Vorsatz. Unter Zwang und Druck habe sich Frankfurter die Notiz auf der Zigarettenschachtel gemacht. Dr. Curti sagte, ein Mensch, der nach Davos fahre, um einen Menschen zu töten, brauche den Plan doch nicht vorher auf eine Schachtel zu schreiben oder werfe sie nachher weg. Er wolle Schiller nicht zitieren, obwohl er sagen könne, David Frankfurter sei seinem Gegner offen entgegengetreten und habe ihm nicht aufgepaßt in einer hohlen Gasse. Diese ungehörige Behauptung, daß der Mörder Frankfurter noch tapferer als Wilhelm Tell war, erregt im Saal mit Ausnahme des jüdischen Blocks empörtes Gelächter. Der Verteidiger plädierte dann auf den Paragraphen 45. in dem mangelnde Zurechnungsfähigkeit angenommen wird, wenn jemand im Augenblick der Tat sich in einem Zustand der Verwirrung der Sinne befindet. Er bat das Gericht, die Frage des Mordes zu verneinen und höchstens auf Totschlag zu erkennen. Endlich wandte er sich dem Strafmaß zu. Als Milderungsgründe führte Verteidiger das politische Delikt, das zwar in der Schweiz behandelt werde wie jedes gemeine Verbrechen, die Krankheit des Angeklagten, die seinen Willen und seine Entschlußkraft herabgesetzt hätte, und die Empörung über die einem Volk zugefügte Schmach“ an. prof. Grimm widerlegt Dr. Curti Sofort nach den Ausführungen des Verteidigers erhob sich der Prozeßvertreter der Nebenklägerin Frau Gustloff. Professor Dr. Grimm(Essen), zu einer großangelegten, durch ihre ruhige Sachlichkeit und ihre außergewöhnlich tiefe juristische Fundierung hervorragenden Rede. Professor Grimm führte aus: In dem Beschluß des Gerichts vom 20. November 1936 ist gesagt:„Das Gericht hat gern davon Kenntnis genommen, daß die Verteidigung in bestimmtester Form erklärt hat, ihrerseits werde sie den Prozeß keineswegs zu einem politischen Angriff mißbrauchen.“ Wir haben die Ausführungen der Verteidigung gehört. Ich weiß, daß die Judenfrage und ihre Behandlung in Deutschland das Motiv Frankfurters ist. Man konnte also der Verteidigung das Recht nicht nehmen, im gewissen Rahmen diese Frage zu erörtern, aber das hätte in einem gewissen Rahmen bleiben müssen. Als ich aber heute die stundenlangen Ausführungen des Gegners mit anhören mußte, Dinge, auf die der Angeklagte selbst sich nicht berufen hat, habe ich mich immer wieder gefragt:„War das nötig?“ Ich werde nicht in den gleichen Fehler verfallen. Es ist hier eine Literatur zitiert worden, die so - niedrig ist, daß ich es ablehnen muß, mich damit auseinanderzusetzen. Ich bin es der Würde des Gerichts, aber auch meiner eigenen und der Heiligkeit der Sache, die ihr hier vertrete, schuldig, daß ich mich nicht in solche Diskussionen einlasse. Aber mit dem Wort „Greuelliteratur“ allein ist das Problem nicht gelöst. Es gibt ernste Schweizer, die die Dinge, die sich in Deutschland ereignet haben, nicht begreifen. Diesen aber muß ich sagen, im Rahmen dieses Prozesses können wir uns nicht auseinandersetzen, das geht über unsere Zuständigkeit hinaus. Logik zurück. Der abschreckenden Erscheinung des Täters stellte er die makellose Persönlichkeit Gustloffs gegenüber, der für die Idee, für den Führer und für Deutschland gelebt habe. Wilhelm Gustloff sei ein Kämpfer gewesen, aber von hoher anständiger Warte aus habe er seinen Kampf geführt. Professor Grimm verlas dann den Brief, den Gustloff zu Neujahr 1936 an Gauleiter Bohle geschrieben hat und in dem es u. a. heißt: „Wieder geht ein altes, reiches und kampferfülltes Jahr zu Ende. Vor uns steht leuchtend das große Ziel, das uns unser Führer gegeben hat:„Deutschland". Wenn auch die Widerstände im neuen Jahr noch so groß sein werden, so kann und wird uns doch nichts von dem beschrittenen Weg abbringen, auf dem uns unser Führer vorangeht. Keine Macht dieser Welt wird uns abhalten können, getreu unserem Schwur unsere Pflicht für unseren Führer und unsere stolze Bewegung und damit für unser geliebtes Vaterland zu erfüllen. Sie können sicher sein, daß die Landesgruppe Schweiz in stolzer Geschlossenheit, aufrichtiger Kameradschaft und unerschütterlichem Kampfgeist weiter schaffen wird, um ihrem Ziel der Zusammenfassung aller Deutschen zu dienen. Sie können auch sicher sein, daß ich meinerseits auch im neuen Jahr meine ganze Kraft einsetzen werde, um diesem Wollen und diesem Ziele zu dienen.“ Selbst diesen Brief habe man falsch ausgelegt. Professor Grimm hob dann noch die rein menschlichen Eigenschaften des ersten Blutopfers der Bewegung in der Schweiz hervor und stellte dieser Idealpersönlichkeit den Mörder gegenüber, der von sich aus gesagt hat:„Eine ganze Welle von Haß erfüllte mich gegen alles, was Nationalsozialismus war.“ Eine Welle von Haß! Der Verteidiger hat geglaubt, diesen Haß als Milderungsgrund anführen zu können. Darf ein Rechtsstaat zulassen, daß der Haß sich zügellos austobt? Muß er nicht rücksichtslos fordern, daß der Haß an den Schranken des Gesetzes haltmacht, daß er das Gesetz respektiert? Heute, wo in einem europäischen Lande die Flammen lodern, wie wir es in Deutschland auch schon erlebt hätten, beobachteten wir mit Sorge international eine ähnliche Lage, einen ähnlichen Irrtum, wie er sich in Deutschland 1931/32 so bedauerlich ausgewirkt habe. Man sehe nicht genügend den Ernst der Dinge. Langsam erst reife die Erkenntnis heran von der gemeinsamen Gefahr, die alle Völker Europas bedrohe. Politischer Mord“, so schloß Professor Grimm,„ist Mord. Die Stunde ist ernst. Wir können das, was sich hier in Ihren stillen Bergen abgespielt hat, gar nicht ernst genug beurteilen.“ Am Schluß seines Plädoyers überreichte Professor Grimm dem Kantonsgericht einen selrelchen=Ennspeach gegen die Art der Verteidigung Dr. Curtis In diesem Einspruch heißt es wörtlich: „Trotz der feierlichen Zusage hat die Verteidigung den ganzen gestrigen Verhandlungstag dazu benutzt, Judenproblem in Deutschland und die Behandlung, die die Judenfrage in Deutschland erfahren hat, ist ein historischer Vorgang von säkularer Bedeutung. Seit Jahrhunderten beschäftigt das Judenproblem immer wieder die Völker Europas, nicht nur Deutschlands. Erst in hundert Jahren wird man klar darüber sehen, wie das Urteil der Geschichte endgültig aussieht. Ich lehne es also ab, das Gericht zu einem Forum politischer Auseinandersetzungen und Propaganda zu machen. Anders dagegen verhält es sich mit den rein rechtlichen Ausführungen, die der Verteidiger über das Problem des politischen Mordes in Deutschland gemacht hat. Professor Grimm wandte sich den von dem Verteidiger vorgebrachten Präjudizien zu, bei denen die Behauptung aufgestellt wurde, daß man in Deutschland den politischen Mord leicht genommen habe. Das sei nicht richtig. Er erinnerte an seine eigenen Ausführungen bei dem Schweriner Prozeß in der schwersten Notzeit Deutschlands, wo er gesagt habe:„Ich bekenne mich zum Ordnungs= und Rechtsstaat, aber ich lasse keine Staatsraison zu, die als Recht zuläßt, was unrecht ist.“ Politischer Mord ist Mord, habe ich damals gesagt und habe erklärt, daß ich den politischen Mord verurteile. Trotzdem wird uns der Vorwurf gemacht, wir hätten den politischen Mord leicht genommen. Zur Tat selbst führt Professor Grimm aus, daß er nur die Zivilklage vertrete, seine Zuständigkeit also begrenzt sei. Selten, sagte Professor Grimm, habe er einen Mordfall erlebt, der so kaltblütig und überlegt, fast pedantisch genau wie dieser ausgeführt worden sei. Er verwies auf die unumstößlichen Beweise der Schießübungen, der Zigarettenschachtel und erklärte, daß nirgends die Anzeichen einer Affekthandlung, nirgends Leidenschaft festzustellen seien. Die Zeugen sagten, daß er zu allen Dingen objektiv eingestellt gewesen sei, auch zum Nationalsozialismus. Keinerlei Gefühle seien zu erkennen. Als er auf der Treppe Frau Gustloff gegenübergestanden habe, habe er nach seiner eigenen Aussage das Gefühl unterdrückt, weil der Entschluß zum Mord fest in ihm stand. Heute solle alles das rein reflexmäßiges Handeln gewesen sein. Professor Grimm ging dann die Feststellungen der Anklage und des Verfahrens noch einmal in einzelnen Punkten durch und wies die Versuche der Verteidigung, an den ermittelten Tatsachen zu rütteln, mit zwingender Ausführungen zu machen und Schriftstücke zu verlesen, die mit der Person Frankfurters und diesem Prozeß nicht das geringste zu tun haben und eine einzige Beschimpfung eines der Schweiz befreundeten Landes enthalten. Durch diese tatsächliche Verhalten der Verteidigung sind die Befürchtungen, die wir in unserer Eingabe vom 13. November 1936 ausgedrückt haben, nicht nur bestätigt, sondern bei weitem übertroffen worden. Es bedarf keines Nachweises, daß durch dieses unerhörte Vorgehen der Verteidigung die Interessen unserer Auftraggeberin auf das empfindlichste verletzt wurden und daß es ein Mißbrauch des Rechtes der Verteidigung bedeutet, wenn diese es unternimmt, in einem Verfahren, in dem die Witwe des Ermordeten von dem Mörder, der ihr das Liebste geraubt hat, Genugtuung für den erlittenen Schmerz begehrt, diesen Schmerz nur noch zu vermehren durch zügellose Angriffe auf die Ehre des Landes des Getöteten, die diesem ein und alles war.“ Der Amtsankläger rechnet mit Dr. Curti ab Nach den Ausführungen Professor Grimms, die durch ihre ruhige Sachlichkeit wirkungsvoll von den Auslassungen des Verteidigers Dr. Curti abstachen, nahm noch einmal als Amtskläger Dr. Friedrich Brugger das Wort, der eine scharfe Abrechnung mit der Verteidigung hielt.„Eine Sache“, so erklärte er, „für die man eineinhalb Tage nur zur Besprechung braucht, muß schlecht stehen. Die Verteidigung hat nicht für das Gericht, sondern für eine gewisse Presse gesprochen. Sie hat mit einem ungeheuren Aufwand von„Dokumenten“ gearbeitet, deren Herstellung sehr kostspielig gewesen sein muß, zweifelhafte Druckerzeugnisse, die mit der Sache selbst gar nichts zu tun hatten.“ Der Amtskläger bezeichnete das Plädoyer der Verteidigung als eine schwindsüchtige juristische Konstruktion. Die Tatsache sei unbestreitbar, daß hier ein vorsätzlicher Mord vorliege.„Wenn das“, so erklärte er wörtlich,„kein vorsätzlicher Mord ist, dann gibt es überhaupt keinen vorsätzlichen Mord mehr.“.„„ 9 Er zählte dann neun Punkte auf, die die Anklage unterstützen: daß Frankfurter mit voller Ueberlegung gehandelt, die Waffe mit der Mordabsicht erworben, Schießübungen vorgenommen, die Reise nach Davos mit der Mordabsicht angetreten habe. Auch das unmittelbare Geständnis Frankfurters nach der Tat sei hier wie immer entscheidend. Endlich habe sich der Mörder durch nichts von seinem Vorhaben abbringen lassen, den Mordplan schriftlich auf der Zigarettenschachtel niedergelegt, alles sorgfältig ausgekundschaftet, sich Einlaß in die Wohnung Gustloffs zum Zwecke des Mordes verschafft und die Mordtat genau so ausgeführt, wie er sie geplant habe. Der Amtskläger bat das Gericht, seinem Antrage entsprechend zu entscheiden. Darauf erhob sich noch einmal der Verteidiger des Mörders, Dr. Curti, der darüber Klage führte, daß Professor Grimm länger gesprochen habe, als er angekündigt habe, wbduch die Verteidigung in ihren Rechten beschränkt worden sei. Der Präsident Dr. Ganzoni gab dann dem Angeklagten das letzte Wort. Keine Spur von Reue beim Mörder In typisch jüdischer Art, mit weinerlicher Stimme, gab der Angeklagte einige der neuen Greuelgeschichten, die er gehört habe, wieder; von Reue über seine verbrecherische Tat oder auch nur einer weiteren Begründung seines Frevels kein Wort. Damit war der Mordprozeß David Frankfurter abgeschlossen. Das Gericht gab bekannt, daß am Montag keine neue Verhandlung anberaumt sei, daß das Urteil vielmehr nach der Beratung schriftlich zugestellt würde. * Der Mordprozeß David Frankfurter ist beendet, das Urteil kann nach dem Verlauf des Prozesses nicht zweifelhaft sein. Das, was das Weltjudentum mit diesem Prozeß bezweckt hat, das neue Deutschland mit einer neuen Greuelhetze zu überziehen und in der Welt zu verdächtigen, ist nicht, wohl aber das Gegenteil erreicht worden. Für jeden, der sich auch nur einen Funken unabhängigen Denkens bewahrt hat, liegt die Schuld des Mordjuden und seiner Hintermänner sonnenklar zutage, von der sich die Idealgestalt seines Opfers, Wilhelm Gustloff, des ersten Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung in der Schweiz, in leuchtender Glorie abhebt. Die Schweizer Behörden haben den deutschen Prozeßbeteiligten ihre schwere Aufgabe in bewunderungswürdiger Weise zu erfüllen geholfen. Die Deutschen fanden überall freundliche Aufnahme und das denkbar größte Entgegenkommen. Der Polizeimajor der Stadt Chur Doggwiler, hat dem Vertreter der deutschen Gesandtschaft den Dank für die vorbildliche Haltung der deutschen Vertreter und zugleich die Bewunderung der Churer Kantonspolizei für diese Haltung ausgesprochen. Diesen Dank geben die deutschen Vertreter aufrichtigen Herzens zurück, in der Ueberzeugung, daß dieser traurige Anlaß das eine Gute gehabt hat, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland, die ja durch diesen Prozeß nicht berührt worden sind, noch zu vertiefen. Der Gerichtshofin Scherl-Bildarchiv der den Prozeß gegen den Mörder Wilhelm Gustloffs, den Juden David Frankfurter, verhandelte. In der Anklagebank im Vordergrund, links neben dem Polizisten, sieht man den Hinterkopf des Angeklagten. Brief zeugt für Komplott dnb Berlin, 12. Dezember. Uns liegt ein Schreiben vor, das bereits am 8. März 1936 von einer Einwohnerin des Geburtsortes Frankfurters Vinkovei an eine Bekannte geschrieben worden ist. In diesem Briefe heißt es u..:„Große Sorge haben wir, zumal dem hiesigen Rabbiner sein Sohn, der in Bern lebt, mit Namen Frankfurter, der den NS.=Führer Gustloff erschossen habe, ein Vinkovcier ist und sein Vater hier tagtäglich massenhaft von den Juden der ganzen Welt Glückwünsche bekommt, daß einer weg ist. Ich hörte mit meinen eigenen Ohren eine Jüdin sagen:„Die Würfel sind gefallen, er muß fallen.“ Das war so zirka einen Monat vor dem Attentat in Davos. Damals wußte ich nicht, was es bedeuten sollte. Man spricht, der junge Frankfurter war vor einem Monat hier und da sind in Belgrad in der Zentrale der jüdischen Maconnerie die Würfel gefallen.“ Rudolf Heß dankt Frau Gustloff „ München, 12. Dezember. NSK. meldet: Auf ihrer Rückreise von Chur, wo sie im Prozeß gegen den Mörder ihres Gatten, des früheren Landesgruppenleiters Schweiz der Auslandsorganisation der NSDAP., Wilhelm Gustloff, vor Gericht entscheidend wichtige Aussagen machen mußte, wurde Frau Gustloff heute in München vom Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, empfangen. Rudolf Heß sprach Frau Gustloff im Namen des Führers den Dank für das persönliche Erscheinen in dem Prozeß aus, das für sie sehr schmerzliche Erinnerungen wecken mußte; er wisse, daß ihr würdevolles Verhalten vor Gericht nicht allein dem ehrenden Andenken an ihren Gatten, sondern dem ganzen nationalsozialistischen Deutschland gedient habe. SA. und HJ.=Führer bei Adolf Hitler dnb Obersalzberg, 12. Dezember. Nach der kürzlich erfolgten Verabschiedung des Reichsgesetzes für die deutsche Jugend und im Zusammenhang mit dem neuen großen Aufgabengebiet, das der Führer seiner SA. mit der Organisation und Durchführung der nationalsozialistischen Kampfspiele gestellt hat, lud der Führer die zu ihrer gemeinsamen Arbeitstagung in Berchtesgaden versammelten SA.= und HJ.=Führer, an der Spitze Stabschef Viktor Lutze und Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach, am Samstag mittag als seine Gäste zu sich auf den Obersalzberg. Dieser Besuch beim Führer bildete den Höhepunkt und Abschluß der gemeinsamen Arbeitstagung von SA. und HJ. Inmitten der winterlichen Bergwelt des Berchtesgadener Landes verbrachte das SA.= und HJ.=Führerkorps einige unvergeßliche Stunden mit dem Führer. So gestaltete sich der Verlauf dieser Tagung für alle Teilnehmer zu einem bleibenden Erlebnis, das der tiefen Verbundenheit aller Gliederungen der Partei mit ihrem Führer aufs neue Ausdruck gab. Angarns Innenminister aß Eintopf am Kaiser=Franz=Joseph=Platz in Berlin Berlin, 13. Dezember. In Begleitung des Reichs= und preußischen Innenministers Dr. Frick besichtigte Minister von Kozma am Samstag verschiedene Einrichtungen der deutschen Polizei in der Reichshauptstadt. Minister von Kozma begann diese Besichtigung im Geheimen Staatspolizeiamt, wo er in Vertretung des zur Zeit dienstlich abwesenden Reichsführers SS. und Chefs der deutschen Polizei Himmler und des zur Zeit ebenfalls von Berlin abwesenden Chefs der Sicherheitspolizei SS.=Gruppenführer Heydrich von SS.=Oberführer Ministerialrat Dr. Best, dem Stellvertreter des Chefs der Sicherheitspolizei, empfangen wurde. Dr. Best führte nach einem kurzen einleitenden Vortrag über die Organisation der Sicherheitspolizei die Gäste durch die Räume und Einrichtungen des Geheimen Staatspolizeiamts. Hierauf begaben sich die Teilnehmer zunächst zum Polizeiinstitut Charlottenburg und anschließend zur Technischen Polizeischule in der Friesenstraße. wo Oberst von Bomhardt einen Vortrag über die Organisation der Ordnungspolizei hielt. Der ungarische Staatssekretär Prof. Dr. Johan besichtigte am Samstag unter Führung von Ministerial= direktor Dr. Gütt einen Kindergarten der NSV. in Falkenberg(Mark). Anschließend wurde dem Gesundheitsamt in Bad Freienwalde ein Besuch abgestattet. Die Besichtigung fand ihren Abschluß mit einem Rundgang durch das Kreis=Kinderheim. Am Samstag abend veranstaltete zu Ehren des ungarischen Innenministers der ungarische Gesandte in Berlin einen Empfang, an dem zahlreiche Mitglieder der Reichsregierung, der Partei, der Wehrmacht und der Diplomatie teilnahmen. Am Sonntag mittag legte der ungarische Innenminister am Polizeiehrenmal auf dem HorstWessel=Platz einen Kranz nieder und ehrte damit die gesamte deutsche Polizei. Auf ihren ausdrücklichen Wunsch nahmen die ungarischen Gäste Sonntag mittag am öffentlichen Eintopfessen teil. Es gab einiges Hallo und eine herzliche Begrüßung, als kurz nach 12 Uhr am Kaiser=Franz=Joseph=Platz, zwischen der Staatsoper und der Neuen Aula der Universität, der ungarische Innenminister von Kozma und Reichsminister Dr. Frick erschienen und mitten unter den bereits essenden Volksgenossen sich zu Tisch setzten. Jeder bekam wie auch die anderen Volksgenossen einen großen Schlag Erbsen mit Einlage, der allen so gut mundete, daß sich die meisten noch einen zweiten Teller geben ließen. Obwohl die ungarischen Politiker Gäste, des Reichsministers des Innern waren, ließ es sich der ungarische Innenminister nicht nehmen einen Sammler heranzurufen und ihm in die Büchse einen namhaften Betrag hineinzustecken. Am Sonntag abend fand in der Staatsoper eine Festvorstellung in größerem Rahmen statt. Von ungarischer Seite nahmen Minister von Kozma. mit Gattin, Staatssekretär Dr. Johan. Sektionschef Dr. Boor und Gesandter von Sztojay teil. Von deutscher Seite waren u. a. anwesend: die Reichsminister Dr. Frick, Rust, Kerrl. Frank, Seldte und Freiherr von Eltz=Rübenach, die Reichsleiter Alfred Rosenberg und Reichsarbeitsführer Hierl, die Staatsseketäre Dr. Lammers, Pfundtner, Dr. Meißner, Funk. von Keudell, Reinhardt, Milch und Stuckart, Ministeriakrat Dieckhoff vom Auswärtigen Amt und zahlreiche weitere Vertreter aus Staat, Partei und Wehrmacht. Die Festaufführung brachte die Tanzkomödie Der Bürger Jourdain“ mit der Musik von Richard Strauß sowie das beitere Tanzspiel„Der Dreispitz". Außerdem wirkte Harald Kreutzberg als Gast mit. Anschließend fand in den Wandelgängen der Staatsoper ein Empfang durch Reichsminister Dr. Frick statt Aus aller Welt LD.. T Der erucschen=Tafthuntfu 10 Millionen Briefe befördert— Männer, die achtzigmal über den Ozean flogen nationalsozialistische Deutschland auf der Hut chen judischen Voltsschädlingen und Volksverder Berlin, 12. Dezember. Am Samstag vormittag um.24 Uhr landete, von Natal kommend, der Dornier Zehn=Tonnen=Wal„Taifun“ mit der Besatzung Brix, Schirrmacher, Burger und Liepke planmäßig auf dem Gambiafluß bei Bathurst an der westafrikanischen Küste. Damit hat die Deutsche Lufthansa den 200. planmäßigen Postflug über den Südatlantik erfolgreich beendet. Die an Bord befindlichen Luftpostsendungen wurden mit einer Heinkel HE 111 auf den Weg über Las Palmas, Lissabon und Marseille nach Frankfurt a. M. gebracht, wo sie am Sonntag eintrafen. Rund zehn Millionen Luftpostbriefe sind seit Eröffnung des Dienstes zwischen Deutschland und Südamerika über den Südatlantik befördert worden, und die Kürze der Postlaufzeit— die 15 300 Kilometer lange Strecke zwischen Frankfurt am Main und Santiago de Chile wird in 4½ Tagen überwunden— hat wesentlich dazu beigetragen, die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu den südamerikanischen Nationen zu vertiefen. Aber nicht nur für Deutschland, sondern für fast alle europäischen Nationen ist die Luftpostverbindung nach Südamerika von größter Bedeutung geworden.„„..„ M 5 Während man vor kurzem noch jeden Flieger, der einmal den Ozean überwand, mit Ehren überschüttete und begeistert feierte, nimmt die Oeffentlichkeit die Tatsache, daß es Männer gibt, die auf 80 Atlantikflüge zurückblicken als eine Selbstverständlichkeit hin. Darin erblicken die Besatzungen des Luftpostdienstes Deutschland— Südamerika das höchste Lob für ihre aufopfernde Tätigkeit. 200000 RM. Weihnachtsgabe für bedürftige SA.= und SS.=Männer Berlin, 12. Dezember. Reichsleiter Amann hat dem Stabschef mitgeteilt, daß der Zentralverlag der Partei zur Bescherung bedürftiger SA.=Kameraden zu Weihnachten einen Betrag von 150000 Reichsmark zur Verfügung stellen könne. In einem zweiten Schreiben an den Reichsführer SS. Himmler teilte Reichsleiter Amann, wie der„Völkische Beobachter“ meldet, mit, daß der Zentralverlag zur Bescherung bedürftiger SS.=Kameraden einen Betrag von 50000 Reichsmark zur Verfügung stellen könne. Einstellung von Freiwilligen in das Regiment„General Göring“ im Herbst 1937 dnb Berlin, 12. Dezember. Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: Anfang Oktober 1937 erfolgt die nächste Einstellung von Freiwilligen im Regiment„General Göring“(motorisiert); Standort Berlin. Alter: 18 bis 25 Jahre. Größe: Nicht unter 1 68 Meter. Voraussetzung für die Einstellung ist, daß der Bewerber:,. S.!. 2,53-199.1(Weichsa) die deutsche Staatsangehorigren(neichsangehörigkeit) besitzt, b) wehrwürdig ist, e) tauglich ist, d) nicht Jude oder Mischling ist, e) gerichtlich nicht vorbestraft und auch sonst unbescholten ist(auch schwebende Gerichtsverfahren schließen die Einstellung aus), k) unverheiratet ist, g) die Gewähr bietet, daß er jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintritt. Dem Bewerbungsgesuch ist beizufügen: Lebenslauf, Freiwilligenschein bzw. beglaubigter Auszug über Seiten 1, 3 bis 5 des Wehrpasses und zpei. Paßbilder in bürgerlicher Kleidung ohne KopfbeFreiwillige der Jahrgänge 1915 bis 1919 werden im April 1937 zur Erfünung ihrer Arbeitsdienstpflicht Melbeschluß für die Herbsteinstellung ist der 15. Januar 1937. Gesuche, die nach diesem Termin eintreffen, können nicht mehr berücksichtigt werden. Für jeden wehrfreudigen jungen Deutschen ist es eine Ehre und Auszeichnung, wenn er im Regiment des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, dienen darf. Die Beförderungsaussichten und die Möglichkeit der Weiterverpflichtung auf zwölf Jahre sind im sonders gänstig. PSting für tüchtige Soldaten be. Die Freiwilligen können entsprechend der Vielseitigkeit des Regiments„General Göring als Infanteristen (Jäger), Flakartilleristen, Pioniere, Kraftfahrer und Reiter Verwendung finden. Einstellungsgesuche mit den notwendigen Papieren sind sofort zu richten an Regiment„General Göring“, Berlin=Charlottenburg, Königin=Elisabeth=Straße 49. Bootsunglück auf der Mur Sechs Personen ertrunken Wien, 12. Dezember. In der Nacht zum Samstag ereignete sich auf der Mur ein schweres Unglück, dem sechs Menschenleben zum Opfer fielen. Acht junge Burschen und Mädchen begaben sich abends in einem Boot vom jugoslawischen Ufer nach dem österreichischen Uferort Mureck. Warnungen wollten sie in der Nacht in angeheitertem Zustande mit dem Boot nach Jugoslawien zurückkehren. Plötzlich hörte man Angstrufe. Das Boot war an einen aus dem Wasser ragenden Felsblock gefahren, so daß eine Bootswand eingedrückt wurde und Wasser eindrang. Zwei Burschen sprangen ins Wasser und retteten sich an das Ufer, während die übrigen Insassen samt dem Boot von den Wellen abgetrieben wurden. Jüdischer Volksschädling zu zehn Jahren Zuchthaus und Sicherungsverwahrung verurteilt Würzburg, 12. Dezember. Am Samstag wurde der Prozeß gegen den jüdischen Weinhändler Leopold Isaak Obermayer zu Ende geführt, der ein furchtbares Bild jüdischer Verkommenheit zutage brachte und mit aller Schärfe zeigte, daß das der Hut vor solhädlingen und Volksverderbern ist. Jud Obermayer wurde wegen 30, davon 20 fortgesetzten Verbrechen der widernatürlichen Unzucht zu einer Gesamtstrafe von zehn Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Sicherungsverwahrung verurteilt. Bezeichnend für den verbrecherischen Willen des Verurteilten ist, daß er seit Jahren auf seinen Reisen, die er als Weinhändler durch ganz Deutschland unternahm, sich immer nur jungen deutschen Männern näherte und sie zu seinen Opfern machte, während er Judenjungen unbehelligt ließ. In der Urteilsbegründung wurde daher wohl mit Recht gesagt, daß der Verdacht naheliege, daß Jud Obermayer es darauf abgesehen hatte, die deutsche Jugend und das deutsche Volk zu schädigen. Im übrigen zeigte die Verhandlung ein so trübes Bild sittlicher Verkommenheit— die zur Verhandlung stehenden Fälle bildeten nur einen Bruchteil der in die Hunderte gehenden Verfehlungen—, daß die ärztlichen Sachverständigen den Standpunkt vertraten, daß Jud Obermayer entmannt werden müßte. Russische Erdölfelder brennen Moskau, 12. Dezember. Auf den Erdölfeldern des trauskaspischen Naphthatrusts„Embaneft“ in der Sowjetrepublik Kasachstan brach, wie aus Gurjew gemeldet wird, ein Riesenfeuer aus, das noch nicht gelöscht werden konnte. Aus einem Bohrloch, das sich inmitten der Naphthafelder befindet, schoß plötzlich aus 800 Meter Tiefe eine Gasfontäne und dann ein Naphthastrudel mit gewaltiger Kraft empor. Durch die Wucht des ausströmenden Erdöls wurde eine Stromanlage beschädigt, so daß sofort Feuer ausbrach, das sich schnell ausdehnte. Dex 40 Meter hohe Bohrturm stürzte ein. Da die Werksfeuerwehr dem Riesenbrand machtlos gegenüberstand, wurden sämtliche Wehren der benachbarten Industrien herbeigerufen. An den Löscharbeiten nehmen insgesamt 700 Personen teil. Um den Brand einigermaßen auf seinen Herd zu beschränken, wurde rund um den lichterloh brennenden Krater ein vier Meter hoher Erdwall aufgeschüttet. Man hat ferner einen acht Tonnen schweren Metalldeckel herbeigeschafft, mit dem man die Kratermündung zu schließen hofft Schum=Sach dorerr=Griper! Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes mahnt Berlin, 12. Dezember. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Prof. Dr. Reiter erläßt folgenden Aufruf: Anläßlich der in den letzten Wochen aufgetretenen Häufung von Grippeerkrankungen liegt Veranlassung vor, die Bevölkerung auf folgende Gesichtspunkte hinzuweisen: Die Grippe ist eine überaus ansteckende Krankheit, die hauptsächlich durch erkrankte Personen direkt verbreitet wird. Gewöhnlich beginnt sie mit Husten. Schnupfen, Fieber und großer Mattigkeit. Die Krankheitserreger finden sich auf den Schleimhäuten der oberen Luftwege und werden beim Husten und Niesen durch kleinste Schleimtröpfchen auf andere gesunde Personen ausgestreut. Auch durch die Hände, Taschentücher und Gebrauchsgegenstände kann der Ansteckungsstoff übertragen werden. Deshalb Vorsicht vor Kranken und Krankheitsverdächtigen! Laßt euch nicht anhusten und anniesen— wascht stets die Hände vor dem Essen! Jeder hat die Pflicht, die Gesundheit anderer Volksgenossen vor Schaden zu bewahren; deshalb vermeidet es, andere durch Auhusten oder Anniesen zu gefährden. — Haltet auch dabei ein Taschentuch oder den Handrücken vor Mund und Nase! Wer sich krank fühlt und fiebert, gehört ins Bett. Dadurch schont er seinen Körper und verbreitet die Krankheit nicht weiter. Rechtzeitiges Hinzuziehen eines Arztes ist zur Vermeidung von Nachkrankheiten dringend geboten. Es ist nicht unbedenklich, trotz schlechten Befindens zur Arbeit zu gehen; denn durch rechtzeitige Schonung kann oft der Ausbruch schwerer Krankheitserscheinungen vermieden werden. Es liegt auch im Allgemeininteresse, daß solche Menschen zu Hause bleiben, da gerade sie an den Arbeitsstellen und in den Verkehrsmitteln zur Ausbreitung der Krankheit beitragen. Betriebsführer und Behördenleiter werden daher in Epidemiezeiten wie den gegenwärtigen keine falschen Schlüsse über die Dienstauffassung und die Arbeitsfreude der sich krank Meldenden ziehen! seine Person die Fortführung des Betriebes für unbegrenzte Dauer wegen Unzuverlässigkeit untersagt worden. Die Unzuverlässigkeit ergibt sich aus der Tatsache, daß bei wichtigen Erzeugnissen der Fabrik zwischen Herstellungswert und dem Kleinverkaufswert eine ganz unangemessen hohe Preisspanne berechnet wurde. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt Düsseldorf, 18. Dezember. Nach beinahe 14tägiger Verhandlung verkündete der in Düsseldorf tagende Volksgerichtshof gegen 18 Angeklagte das Urteil. 13 Angeklagte wurden wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu Zuchthausstrafen von neun Jahren bis zwei Jahren sechs Monaten verurteilt. Drei weitere Angeklagte wurden wegen Beihilfe zur Vorbereitung des Hochverrats mit drei Jahren Zuchthaus bzw. einem Jahr vier Monaten Gefängnis bestraft. Zwei Angeklagte wurden mangels Beweises freigesprochen. Aufgeklärter Gattenmord Soest, 13. Dezember. Am 24. November wurde die Ehefrau Reipöhler aus Soest auf der Landstraße tot aufgefunden. Die ersten Ermittlungen führten zu der Annahme, daß die Frau einem Verkehrsunfall zum Opfer gefallen sei. Die von der Polizei fortgesetzten Ermittlungen aber ergaben so schwerwiegende Verdachtsmomente, daß der Ehemann der Reipöhler in Haft genommen und die Ausgrabung der Leiche zum Zwecke der Obduktion vorgenommen wurde. Es ergab sich hierbei mit Sicherheit, daß die Frau zunächst einen Schuß durch den Kopf erhielt, worauf ihr dann der Kopf zertrümmert wurde. Es wurde weiter festgestellt, daß die Frau von ihrem Mann ermordet worden ist. Reipöhler mußte unter der Wucht der ihm vorgehaltenen Ermittlungsergebnisse gestehen, daß er seine Frau zuerst durch einen Kopfschuß niederstreckte und ihr dann den Kopf mit einem am Straßenrand liegenden Stein zertrümmerte. Der Täter verübte die Tat, um den Weg zu einer Heirat mit einem Mädchen frei zu machen, das ein Kind von ihm erwartet. Reun Mensusen durch Eae verhistel Nächtlicher Gasrohrbruch in einem Münchener Häuserblock München, 12. Dezember. In der Nacht zum Samstag ereignete sich in München ein schweres Unglück, das neun Meuschenleben forderte. Vermutlich durch Bruch einer Rohrleitung strömte in drei Anwesen an der Winzererstraße in großen Mengen Gas aus. Die Bewohner der Häuser wurden im Schlafe überrascht. Bei den von dem Unglück Betroffenen handelt es sich durchweg um Personen, die Erdgeschoßwohnungen innehatten. Im Hause Winzererstraße 36 sind zwei Frauen und ein Mann getötet worden. Zwei weitere Personen wurden mit Vergiftungserscheinungen in das Krankenhaus gebracht. Im Hause Winzererstraße 38 fanden zwei Frauen und zwei Männer den Gastod. Im Anwesen Winzererstraße 40 wurden zwei junge Männer durch das Gas getötet. Weitere vier Gaskranke wurden im Hause Schellingstraße 138 aufgefunden. Die Ursache der Entstehung der Gasausströmung steht noch nicht einwandfrei fest. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Drei Kinder verbrannt Montabaur(Rheinhessen), 12. Dezember. Im benachbarten Horressen brach nachts im Gemeindehaus, in dem mehrere Familien wohnen, Feuer aus. Im obersten Stockwerk war eine Familie untergebracht, die mit ihren Kindern dort mehrere Räume bewohnte. Die dreizehnjährige Tochter, die mit drei Brüdern in einem der Dachzimmer schlief, wurde nachts durch den beißenden Rauch geweckt. Sie weckte sofort Aus Westfalen und Rheinland ihre Geschwister und versuchte, aus dem mit Rauch gefüllten Zimmer zu entkommen. Sie konnte jedoch nicht mehr die Treppe benutzen, da die Flammen schon das ganze Treppenhaus erfüllten. Sie flüchtete durch das Dachfenster und sprang in den etwa acht Meter tiefer liegenden Garten hinab. Den drei Knaben gelang es nicht mehr, das Freie zu erreichen. Den vereinten Kräften der Feuerwehr gelang es bald, das Feuer zu löschen. Alle Versuche, die Jungen aus der Dachkammer zu befreien, waren jedoch vergeblich. Als es endlich gelang, in das Haus einzudringen, machte man die erschütternde Entdeckung, daß die drei Knaben verbrannt waren. Das Ehepaar Rosemeyer in Nairobi Elli und Bernd Rosemeyer landeten am Freitag nachmittag mit ihrem Flugzeug in Nairobi(Britisch= Uganda). Damit ist der schwierigste Teil des Fluges über das Sudgebiet bewältigt. Der Flug führte direkt am Kilimandscharo vorbei. Elli und Bernd Rosemeyer beabsichtigen, sich vier bis fünf Tage in Nairobi aufzuhalten. Drei Knaben ertrunken Ein folgenschweres Unglück wird aus Aichau(Mittelfranken) gemeldet. Dort vergnügten sich drei Knaben in der Nähe des Feuerweihers mit Schlittenfahren. Dabei sauste der Schlitten in rascher Fahrt über das Eis des Weihers und brach ein. Die drei Knaben gingen unter und ertranken, da niemand Zeuge des schrecklichen Unfalles war. Die Leichen konnten geborgen werden. Zwei Vergleute verschüttet Beide tot geborgen Aachen, 13. Dezember. Im Untertagebetrieb der Grube Maria=Hauptschacht in Mariadorf im Landkreis Aachen brachen Kohlen= und Gesteinsmassen ein, wodurch zwei Bergknappen verschüttet wurden. Trotz sofort ausgenommener Bergungsarbeiten konnten die beiden Verschütteten nur als Leichen geborgen werden. Der eine von ihnen ist 35 Jahre alt und hinterläßt Frau und zwei Kinder, der zweite ist 33 Jahre alt und ledig. Feuer vernichtet landwirtschaftliches Anwesen Meinerzhagen, 13. Dezember. Das landwirtschaftliche Anwesen des Landwirts Ernst Krugmann brannte vollständig aus, und nur die Umfassungsmauern stehen noch. Das Vieh und der Hausrat konnten unter Mithilfe der hilfsbereiten Nachbarn schnell in Sicherheit gebracht werden, während die Wintervorräte für das gesamte Vieh ein Raub der Flammen wurden. Ehrenvolle Berufung Düsseldorf, 13. Dezember. Der Adjutant der SA.= Gruppe Niederrhein, SA.=Obersturmbannführer Heinz Hiob, ist durch Befehl des Stabschefs der SA. Viktor# Lutze als Referent für Weltanschauung und Kultur in die Oberste SA.=Führung berufen und als einziger Verbindungsmann zwischen dem Reichspropagandaministerium und der SA. eingesetzt worden. Diese ehrenvolle Berufung ist mehr als lediglich eine Versetzung zur höchsten Stabsdienststelle der SA. Sie ist eine persönliche Anerkennung des Stabschefs für die Kulturarbeit, die Obersturmbannführer Hiob in den letzten Jahren in die heimische SA. pflanzte und Früchte tragen ließ, die weit über Ruhr und Rhein hinaus bekannt wurden. Die SA.=Gruppe Niederrhein dürfte ohnehin die einzige SA.=Gruppe Deutschlands sein, wo der Adjutant des Gruppenführers gleichzeitig das verantwortungsvolle Aufgabengebiet Weltanschauung und Kultur leitet..... Hlab murk: 1919 Obersturmbannfuhrer Heinz Hivo wurde 1910 zu Wuppertal geboren, gehört seit 1924 der Partei und der SA. an und ist Träger des goldenen Ehrenzeichens der Partei. In den Kampfjahren war Pg. Hiob eine bekannte Erscheinung in Wuppertal. Die niederrheinische SA. wird es mit Freude begrüßen, daß, nachdem wir erst kürzlich melden konnten, der Führer der Brigade 75 Düsseldorf, Brigadeführer Franz Bock, zur Obersten SA.=Führung berufen, nunmehr ein weiterer niederrheinischer SA.=Führer seine Dienstleistungen in nächster Umgebung des Stabschefs fortsetzt. Da..,. 14 Das Arteil im Bielefelder Prozeß Bielefeld, 13. Dezember. Nach mehr als achttägiger Dauer ging der große Abtreibungsprozeß vor dem Bielefelder Schwurgericht, in dem sich 15 Personen wegen Verbrechens nach Paragraph 218 zu verantworten hatten, zu Ende. Nach mehr als achtstündiger Beratung wurde das Urteil in der Nacht zum Freitag verkündet. Der Hauptangeklagte Peper aus Minden erhielt wegen versuchter und vollendeter Abtreibung in 129 Fällen sieben Jahre Zuchthaus und zehn Monate Ehrverlust, der Angeklagte Moldenhauer zwei Jahre Angeklagte Kapp ein Jahr sechs Monate Zuchthaus drei Monate Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust, der und zwei Jahre Ehrverlust. Gegen die übrigen Angeklagten wurden Freiheitsstrafen von einem Jahr sechs Monaten bis zu sechs Wochen Gefängnis verhängt. In der Urteilsbegründung ging der Vorsitzende des Gerichts auch kurz auf die Vorgeschichte der verbrecherischen Handlungen ein. Bekanntlich gehörten die Angeklagten zum größten Teil der sogenannten„Liga für Mutterschutz“ an, die nach marxistischen Gedankengängen die Schwangerschaftsverhütung propagierte. Wenn man aber näher hinsah, so führte der Vorsitzende aus, dann ergab sich, daß hinter dieser„Ligg“ jüdische Geschäftsleute standen, die ein großes Geschäft mit Abtreibungsmitteln machten. Charakteristisch sei auch, daß der Hauptangeklagte Peper erst von dem jüdischen Geschäftsmann Zweig in Hannover die Abtreibungen gelernt hatte. Bei der Strafzumessung sei berücksichtigt worden, daß der Schutz des Volkes eine strenge Strafe für derartige volksschädigende, lebensvernichtende Taten fordere. Verbrecherinnen verhaftet Dortmund, 13. Dezember. Schon vor längerer Zeit erzählte man sich in Dortmund=Asseln, daß dort ein Abtreibungsinstitut bestehe, das starken Zulauf habe. Der Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, die Täter zu überführen. Es handelt sich um die Ehefrauen Lina Armgardt, Ida Fäth und Charlotte Käthner. Die Ermittlungen ergaben, daß die Frauen ihr schändliches Gewerbe nicht etwa aus Mitleid betrieben, sondern sich dadurch eine ertragreiche Nebenquelle verschaffen wollten. Besonders großzügig im Fordern war Frau Armgardt, die unter 50 RM. Honorar keinen Eingriff vornahm, ganz gleich, ob es sich um bessergestellte oder in ärmlichen Verhältnissen lebende Frauen handelte. Sie ging auch kaltblütig darüber hinweg, wenn durch ihre Schuld eine Frau oder ein Mädchen einen qualvollen Tod erleiden mußte. Die Verderberinnen der Volksgesundheit wurden jetzt festgenommen und sehen ihrer verdienten Bestrafung entgegen. Fortführung des Betriebes untersagt Düsseldorf, 13. Dezember. Die Regierungspressestelle teilt mit: Dem Inhaber einer Fabrik chemischer und pharmazeutischer Präparate in Düsseldorf ist für 700=Jahrfeier der Stadt Iserlohn Iserlohn, 18. Dezember. Die alte Stadt Iserlohn, deren Name als betriebsame Handelsstadt in der Welt weit und breit bekannt ist, feiert im Jahre 1937, in den Tagen vom 1. bis 4. Juli, ihr 700jähriges Stadtjubilaum in ganz besonderem Rahmen. Die Stadt will diese Festtage bewußt unter ein kulturelles Leitmotiv stellen und in mannigfachen Tagungen, kulturellen Veranstaltungen und Feiern einen Abriß über die kulturpolitische Arbeit in der Vergangenheit und Gegenwart der Stadt geben. Die Iserlohner aus dem Reich und aus aller Welt werden durch einen eigens eingerichteten Heimatdienst schon jetzt erfaßt und für diese Festtage in Iserlohn in großer Zahl erwartet. Den Festsamstag wird der Westfälische Heimatbund unter Führung von Landeshauptmann Kolbow ausgestalten. Der Sonntag wird neben einem großen Volksfest einen künstlerisch und heimatgeschichtlich ausgebauten Festzug bringen. Auch soll das„Haus der Heimat". Iserlohns erstes Museum, während der 700=Jahr=Feier eingeweiht werden. Landrat Dr. Teipel wieder Kreisleiter in Arnsberg. Der Gauleiter hat den Landrat Pg. Dr. Teipel in Arnsberg auf eigenen Antrag von dem Amt als Gauinspekteur entbunden und auf eigenen Wunsch wieder mit der Kreisleitung der RSDAP. des Kreises Arnsberg, die Landrat Dr. Teipel von 1924 bis 1934 mit einer kurzen Unterbrechung inne hatte, beauftragt. Auch Bielefeld erhält einen Autobahnhof Nachdem andere Großstädte vorausgegangen sind, erhält jetzt auch Bielefeld einen Autobahnhof für Ferntransportwagen. Die Anlage wird nach den Plänen von Prof. Bruno Paul(Berlin) errichtet. Erfroren. In Heimsen(Amt Windheim) fanden Kinder, die zur Schule gingen, im Straßengraben einen bewußtlosen Mann. In dem Hilflosen erkannte man den 57jährigen Milchfuhrmann Hermann Koch, den man sofort zum Arzt brachte. Trotz aller Bemühungen war Koch nicht mehr zu retten. Die Untersuchung eraab, daß er den Tod durch Erfrieren gefunden hatte. Der Milchfuhrmann hatte abends seine Wohnung verlassen, um mit dem Rad in die Gemeinde zu fabren. Seite 14 Nr. 292 7 Bochumer Anzeiger7 Montag, 14. Dezember 1936 Nachrichten aus Groß=Bochum Aus den=Eidolienen Stadtteil Hamme * Ehrentafel des Alters. Frau Alwine Klaus. Richardstraße 35. feierte ihren 70. Geburtstag. Der Frauenverein überbrachte mit herzlichen Glückwünschen ein Ehrengeschenk, während der Frauenchor das Geburtstagskind durch ein Ständchen ehrte.— Der Privatier Ernst Hagenbera, Emscherstraße 26, feierte seinen 75. Geburtstaa. Ihm ließ der Männerverein ein Geschenk überreichen. Stadtteil Riemke Kaninchenzucht= und Pelzausstellung. Am Samstag und Sonntag veranstaltete der Kaninchenzuchtverein Vöde“ eine reicht beschickte Ausstellung. Etwa 110 Tiere der verschiedenen Rassen waren ausgestellt. Mit der Ausstellung war gleichzeitig auch eine sebenswerte Pelzschau verbunden, wo allerlei von Mitgliederfrauen selbst angefertigte Pelzsachen gezeigt wurden und Aufmerksamkeit fanden. Die besten Tiere wurden prämiiert. Zu den ersten Preisträgern gehören: Schwarz (Chinchilla), Peter Hennecke(Weiße Wiener), Johann Albrina(Belgische Riesen). Weiter erhielten Preise die Züchter Weber. Kantoreck, Bridler und Polenz. Für die besten Pelzsachen erhielt Frau Weber den ersten Preis. Stadtteil Weitmar Im Zeichen der Volksgemeinschaft. Der Gemüseund Fischhändler W. Stambur veranstaltete für die Bedürftigen seines Kundenkreises im Lokale Hannapvel, Natorpstraße 37, ein Fischessen, an dem etwa 100 Personen teilnahmen. Das Essen wurde vollständig kostenlos verabfolgt. Taubenschlagausstellung in Weitmar=Nord. Eine interessante und erfolgreiche Taubenschlagausstellung veranstalteten am Samstag und Sonntag die drei Vereine„Edle Taube“, Bärendorf.„Rote Erde“ Bochum und„Westfalengruß" Bochum. Mit insgesamt 216 Tieren wurde diese Ausstellung, die im Lokale Göbel auf der Essener Straße stattfand beschickt. Die Preisrichter A. Wildmann und W. Gräwe erkannten folgenden Züchtern die Preise zu: Völker=Lenz mit 102 Punkten, W. Föbus mit 99., F. Landgrebe mit 98., G. Breuning mit 98., P. Orlowski mit 97½., P. Poprawa mit 97½., P. Janicki, K. Theuer und H. Schäfer mit 96½., W. Schnelle mit 96., Birkenfeld mit 95., Tillmann mit 94., Messerschmidt mit 93½ P. Die weiteren Preisträger sind: Reiz. Dieling, Felix Janicki, Stephan Schmidt, Schibeck, Körner, Scheuch, Rupietta, Jos. Michalzack, Neumann, Schlinkmann, Hucht, Adler. Paulus, Eckermann, Heek, H. Michalzak, Steinhoff, Kitsch. Heß, Pantil, W. Schmidt und Andre. Wertvolle Preise waren der Erfolg für gute Zucht. Besondere Ehrenpreise erhielten: G. Körner auf den schönsten Vogel und G. Breuning auf die schönste Taube. Die Ausstellung hatte an beiden Tagen einen äußerst regen Besuch. Stadtteil Querenburg Luftschutzwerbung. Am Dienstag und Freitag vergangener Woche wurden in den Lokalen Hahne und Grunewald Werbeabende durchgeführt, denen ein voller Erfolg beschieden war. Die bis auf den letzten Platz gefüllten Säle waren ein Zeichen dafür, daß die Bevölkerung die Notwendigkeit des Selbstschutzes erkannt hat. Dafür sprach Gemeindegruppenführer von Dieken den Erschienenen seinen Dank aus. Werbeleiter Meichsner behandelte das Thema„Luftgefahr, Luftschutz und wir". Der Film.„Volk in Gefahr" zeigte anschaulich die Notwendigkeit und Durchfuhrung des Selbstschutzes. LS.=Oberführer Dr. Hoffmann sprach als Vertreter der Ortsgruppe aus seiner reichen Erfahrung. Stadtteil Stiepel RLB. wirbt zum zweiten Male in diesem Monat. Am Donnerstag abend veranstaltete der Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Stiepel, einen Werbeabend im großen Saale des Wirts Frische. Zu dieser Veranstaltung waren etwa 1000 Volksgenossen erschienen. Ortsgruppenwart Lehrer Wegener wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Luftschutzes hin. Anschließend wurde ein Film gezeigt, der die Gefahren des Luftangriffes deutlich vor Augen führte und einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Stadtteil Sundern Ortsgruppe Bochum=Sundern der NS.=Volkswohlfahrt. Die Weihnachtspfundsammlung in der hiesigen Ortsgruppe findet Dienstag. 15., und Mittwoch. 16. Dezember, statt. Auch in unserm Ortsteil soll allen hilfsbedürftigen Volksgenossen eine Weihnachtsfreude bereitet werden. Gebt daher besonders reichlich, wenn die Helfer und Helferinnen zum Abholen erscheinen. Stadtteil Linden=Dahlbausen Orgelweihe in Linden Am Sonntag erhielt die neue Orgel in der Lindener Liebfrauenkirche ihre festliche Weihe. Während des ganzen Tages ließ sie ihr königliches Lied erklingen, nachdem sie im Frühgottesdienst von Pfarrer Ostermann im Rahmen einer besonderen liturgischen Feier ihrer Bestimmung überaeben worden war. Zur Dankesfeier spielte Organist Josef Kunst das für diese Weihestunde so recht geeignete„Festpräludium“ von Reger. Lehrer Anton Kaufmann und der an der Meinolphuskirche in Bochum wirkende Organist Heinrich Tacke dienten in den darauffolgenden Gemeindegottesdiensten, die aus Anlaß der Orgelweihe mehr oder minder festlich ausgestaltet waren, mit ihrer Kunst. Für die Freunde der„Musica sacra" brachte das Festhochamt das erste große Erlebnis. Es spielte Heinrich Graefenstein, Organist an der Marienkirche in Hagen. In dem von Otto Rahm komponierten farbenprächtigen kleinen Konzert für Orgel in D über das Choralthema „Salve regina“ zeigte sich so recht die strahlende Leuchtkraft der einzelnen Orgelstimmen. Der Kirchenchor unter der Stabführung von Josef Kunst bot neuzeitliche sakrale Chormusik mit der Festmesse zu Ehren der Heiligen Familie von J. von Wöß. Die einheitliche Linie der Wiedergabe verriet ein ehrliches Mühen und Bemühen und verdiente restlose Anerkennung. Zum Ausklang hörte man eine Uraufführung. Präludium und Fuge über das Adventslied„Vom Himmel hoch, da komm ich her“ von Theodor Prövver. eine gehaltvolle Komposition von ernster Grundhaltung. Den Höhepunkt der gottesdienstlichen Feiern bildete die kirchenmusikalische Feierstunde am Nachmittaa. An der Orgel saß ein Meister, Domorganist Fritz Krieger aus Fulda. Er hatte ein Programm zusammengestellt, das in seiner vielseitigen Auswahl alle Phasen der tonlichen Ausdrucksskala eines Orgelwerkes streifte. Wie er Johann Sebastian Bach und Mar Reger svielte, wie er ihre unerreichten Melodien beseelte und sich in die Tiefe ihrer Werke verlor, das alles zeigte den reifen Nachgestalter. Er bot der großen Hörergemeinde etwas Besonderes, indem er in einer freien Improvisation über die volkstümliche Adventsweise„Du aller Sterne Schöpfer Licht" die Orael in ihren einzelnen Teilen vorführte. Es war der beste Anschauungsunterricht über den kunstvollen Aufbau des Orgelwerkes mit seinen 1700 Pfeifen. Der Kirchenchor sicherte der Orgelfeier mit seinen erlesenen Darbietungen eine feine und würdige Umrahmung. * Totenglocke. Am Samstag morgen starb im St.= Josephs=Hospital in Bochum=Linden die GemeindeMeinshausen(„Heimatliebe“ Werne), 2. Preis Baack („Fortuna" Werne); dritte Klasse 1. Preis Otto Scholl („Kurier“ Querenburg), 2. Preis Lindenbera(„Kurier" Querenburg): vierte Klasse 1. Preis Rudolf Sibbe („Westfalentreu" Langendreer), 2. Preis Rikus(„Ruhrbote" Langendreer): fünfte Klasse 1. Preis Baack („Fortuna" Werne), 2. Preis Otto Scholl(„Kurier" Querenburg), 3. Preis Baack, 4. Preis Max Ewald („Ohne Furcht“ Werne): sechste Klasse 1. Preis Alfred Hölver(„Flugpost“ Werne); siebte Klasse 1. Preis Personalnachrichten schwester M. Louisa. Schwester Louisa wurde im Jahre Scholl, 2. Preis Wilh. Brämer(„Flugpost“ Werne). 3. 1879 in Höxter unter dem Mädchennamen Günemann# geboren. Sie suchte in der Pflege der Armen und Kranken ihr größtes Lebensglück. Im Jahre 1929 kam sie von Paderborn zum hiesigen St.=Josephs=Hospital, um als Gemeindeschwester einen neuen Wirkungskreis zu finden. In dieser Zeit verschaffte sie sich Achtung und Liede weit über die Grenzen von Linden=Tahlhausen hinaus. Am Dienstag morgen findet vom Portal des Josephshospitals aus die feierliche Beisetzung statt, die auf dem 1 bis 8 alten Friedhof hinter der Kirche vorgenommen wird. In hohem Alter. Der Altersrentner Heinrich Wins, Silberbank 6, vollendete am Samstag sein 75. Lebensjahr. Der Hochbetaate arbeitete bis zu seinem Uebertritt in den Ruhestand bei der Firma Dr. C. Otto & Co. Weihnachtsfeier bei der Firma Dr. C. Otto. Am Samstag abend fand im Kasinosaal der Firma Dr. C. Otto eine Weihnachtsfeier der Belegschaft statt. Betriebsleiter Mayer richtete an alle Gefolgschaftsmitglieder herzliche Worte der Begrüßung. Der Werkschor sang zur Verschönerung der Feier unter der Stabführung seines Dirigenten Knäpper Lieder zur Weihnachtsfeier. Die Musikkapelle Drescher= Knäpper brachte einige Musikvorträge zu Gehör. Hierauf folgte die Weihnachtsbescherung, bei der den Gefolgschaftsmitgliedern Geldgeschenke überreicht wurden. Musikvorträge, gemeinsam gesungene Lieder und Gesangvorträge des Werkchores wechselten in bunter Reihenfolge.„Betriebszellenleiter Bösel sprach im Namer die Preis Faustmann(„Endlich Ruy" Werne): achte Klasse 1. Preis Franz Reuter(„Fortuna" Werne): neunte Klasse 1. Preis Sibbe(„Westfalentreu" Langendreer), 2. Preis Bause(„Unverhofft" Laer), 3. Preis Born („Ruhrbote" Langendreer), 4. Preis Hölper(„Flugpost“ Werne), 5. Preis Mooa(„Westfalentreu" Langendreer), 6. Preis Nelken(„Eintracht“, Uemmingen); zehnte Klasse 1. Preis Rikus, 2. Preis Baack. In den Klassen waren Weitstreckensieger von den Flugen Mohrungen, Firchau, Schneidemühl usw. ausgestellt sowie eine Taube mit 40 Siegen(Besitzer Otto Scholl). In der Bewertung der Schönheit wurden die pramiierten Tauben von den Sportfreunden Scholl in der dritten Klasse und von Sibbe in der neunten Klasse mit„Vorzüglich", während die anderen Tiere alle mit„Sehr aut“ bezeichnet wurden. Die Ausstellung hatte einen guten Besuch zu verzeichnen. Den Gesamtleistungspreis erzielte mit 6 Tieren Baack(„Fortuna" Werne). Der Berginvalide Theodor Moritz, Castrover Straße 51, feiert heute seinen 71. Geburtstag. Heute kann der Volksgenosse Rudolf Cremer, Bochum, Schulstraße 7, auf eine 50jährige Tätigkeit beim Bochumer Verein zurückblicken. Am 11. Dezember bestanden vor der Handwerkskammer in Dortmund die Meisterprüfung für das Fleischergewerbe die Fleischergesellen Hugo Habighorst und Paul Sternberg von hier mit gutem Erfolge. Von der Reichsbahn. Der Bedienstete Becker vom Bahnhof Bochum=Langendreer wurde nach GelsenkirchenWattenscheid versetzt. Gleichzeitig wurde Ahrens von Lütgendortmund nach Bochum=Langendreer und Rikolaus von Langendreer nach Dortmund versetzt. Stadtteil Langendreei Neues Leben in Langendreerholz. Als vor Jahren die Zeche„Constanze" dem Abbruch preisgegeben war, lag das sonst so belebte Langendreerholz öde und still da. Das ist nun in letzter Zeit bedeutend anders geworden. Neben dem umfangreichen Betrieb der zahlreichen Sandgruben ist hier manches geschaffen worden. enfolge. Betriebszellenleiter Bösel sprach im Hart am Rande der Großstadt Bochum ist eine Siedspende und das Gelingen der Weihnachtsfeier, sich recht das Landschaftsbild einfügen reste der abgebrochenen Zeche sind beseitigt und die noch stehenden Gebäude anderen Zwecken nutzbar gemacht worden. Während das eine Gebäude eine Möbelfabrik beherbergt, hat sich der Reit= und Fahrverein aus dem anderen eine gute Reithalle geschaffen. Immer mehr wird der Heimelsberg abgetragen, so daß man im nächsten Jahre an die Bebauung von weiteren 50 Morgen Ackerland denken kann. Stadtteil Werne Siegerausstellung der Reisevereinigung e. V..= Werne. Die Reisevereinigung Bochum=Werne veranstaltete im Lokal Ewald eine Siegerausstellung. Es waren insgesamt 81 Tiere zur Schau ausgestellt, von denen 23 Tiere als Sieger hervorgingen und ausgezeichnet wurden. Es erzielten in der ersten Klasse den 1. Preis Jat Welma. und Ein wertvoller Elternabend— Altenbochumer Schulwünsche „Ich messe den Erfolg unserer A Wachsen unserer Straßen und neuen Fabriken, Brücken oder Divisionen; an der Spitze der Beurteilung des Erfolges dieser Arbeit steht das deutsche Kind, steht die Jugend. Wenn sie wächst, dann weiß ich, daß unser Volk nicht zugrunde geht und unsere Arbeit nicht umsonst gewesen sein wird!". Adolf Hitler. Die Leiter der beiden konfessionellen Schulsysteme an der Wasserstraße im Stadtteil Altenbochum, hatten den Umstand, daß beide Schulen nun schon seit einem Vierteljahrhundert unter einem Dach schiedlich und friedlich zu gemeinsamer Erziehungsarbeit an der Jugend vereinigt sind, zum Anlaß eines festlichen Elternabends gemacht. Der große, schön geschmückte Senftsche Saal an der Laerstraße vermochte am Samstag abend die großen und kleinen Besucher kaum zu fassen, so viele Gäste waren gekommen, um die 25=Jahr=Feier beider Schulen im Kreise der Kinder und der Lehrerschaft mitzuerleben; denn zwischen Schule und Elternhaus das Band fest und immer fester zu knüpfen, ist eine Forderung der Zeit, die nicht wichtig und ernst genug genommen werden kann. * Der Abend stand unter der geistigen Verbindung von Volkstum und Heimat, es war also alles auf Herzenswärme und Gemütstiefe abgestimmt. Die Kleinen vom ersten Schuljahr begannen mit Ansage, Spruch, Chor und lustigem Tanz. Es war eine Freude und Augenweide, wie aufgeschlossen schon die Kleinen wirkten. Vater, Mutter, Onkel und Tante konnten wirklich merken, welche Lebendigkeit schon im ersten Jahre erweckt werden kann. Stolz erklang der Sang:„Ich bin ein deutscher Knabe“, und später„Ich bin ein deutsches Mädel". Hampelmänner und Leiermannstanz machten große Freude. Die gemeinsamen Lieder, unter denen auch das Knappenlied war, wurden aus immer fröhlicher werdenden Herzen kraftvoll mitgesungen, daß förmlich die Scheiben klirrten. Daß bei den Heimatdichtungen das Lob des Bergmanns, des Bauern, des Arbeiters nicht fehlte, daß auch westfälisch„Platt“ gesnakt wurde, versteht sich fast von selbst. Es war ganz köstlich.„ 66i, Dann wandelte der wirkungsvoue Heimatfilm „Schwarze Berge an der Ruhr" vorüber, dessen belehrender Wert jedem Beschauer hier so recht zum Bewußtsein kam. * Der Leiter der evangelischen Schule Wasserstraße, Rektor Spengemann, gab einen geschichtlichen Rückblick auf das Werden und die Entwicklung der Schulgemeinschaft, deren verständnisvolle Arbeit nicht am Zusammenarbeit eine beglückende Verheißung sein mag. # Man gedachte der verstorbenen Erzieher an dieser Schule, eines im Kriege gefallenen Lehrers und damit aller Kriegsopfer, der Gemordeten der Bewegung und der Blutopfer, die auch die HJ. für das neue Deutschland bereits hat bringen müssen. Aus der Zeit des Niedergangs und der Schmach folgt jetzt die Zeit des Aufstiegs und der Ehre. Die Schule habe das Ziel, den neuen deutschen Menschen mitschaffen zu helfen. Ohne die wirksame Arbeit des Elternhauses sei das aber nicht möglich... E7.n m ür We bieb. Deshalb sollen sich die Eltern mehr als bisher nicht nur um die Kleinen, sondern besonders auch um die Größeren bekümmern und mit ihnen bewußt in der Zeit leben, damit auch die Kinder sie verstehen lernen. Die Schule bringe nicht nur Wissen, sondern auch das Zeitgeschehen ganz anders an die Jugend heran, als es die Vergangenheit tat. Der Redner bedauerte, daß im Stadtteil Altenbochum noch so wenig Zeitung gelesen werde. Die Eltern sollten mit den Kindern recht oft auch diesen Zeitspiegel zur Hand nehmen. Zu den äußerlichen Verhaltnissen der Schule übergehend, beklagte es der Redner, daß keine der Schulen Nebenräume habe, von einer Turnhalle oder von Festräumen gar nicht zu sprechen. Die Klassen im Dachgeschoß könne man nicht als normal bezeichnen. Es herrsche Schulraumnot. Er richte vor aller Oeffentlichkeit die dringende Bitte an die zuständigen Stellen, den weiteren Ausbau der Schulen möglichst bald in das Aufbauprogramm für den Stadtteil Altenbochum aufzunehmen. Brauche doch auch die HJ. Heime, nachdem Hans von Tschammer und Osten beauftragt ist, für die körperliche Ertuchtigung der gesamten deutschen Jugend zu sorgen. Wo und wann habe je ein Staatsmann oder Staatsoberhaupt sich so für die Jugend eingesetzt wie unser Führer, dessen Bild von der Bühne herab die Alls Vertreter des Ortsgruppenwalters der RSDAP. sprach Parteigenosse Böckemeier, als Abschnittswalter des NSLB. Rektor Fortmeyer den beiden jubilierenden Schulen Gruß und Glückwunsch aus. Unter Hauptlehrer Gappa vom katholischen Schulsystem vereinigten sich zum Schluß Kinder und Eltern nach einem Vortrag von Chor und Einzelstimmen zum gemeinsamen Treuegelöbnis im Deutschen Gruß und Sang. Das war ein ebenso packender wie erhebender Abschluß genußreicher Stunden, in denen man wahrlich lernen konnte, mit der Jugend wieder jung zu werden. M. Fl. Die erste Keichrauis bahnin Kahtgeotel Eröffnung eines Teiles der Strecke Oberhausen—Breitscheid Duisburg, 13. Dezember. Die erste Teilstrecke der Reichsautobahn im Ruhrgebiet zwischen Oberhausen und Breitscheid(Düsseldorf=Nord) wurde am Samstag vormittag feierlich eröffnet. Am großen Verteilerkreis am Abhang des Kaiserberges in Duisburg, dem größten Autobahnhof Westdeutschlands, wehten Hunderte von Fahnen im Glanz der Wintersonne. Lautsprecher trugen fröhliche Weisen ins Land. Ein Riesenpark von Kraftfahrzeugen aller Art hatte am Verteilerkreis Aufstellung genommen und füllte auch noch die eine Hälfte der Zufahrtsstraße bis zum Ruhrschnellweg. In Autobussen und Lastwagen hatten 1200 Mann der Gefolgschaft Platz genommen. Ihnen schlossen sich die ungezählten Privatkraftwagen an. Gegenüber dem Verteilerkreis an der eigentlichen Auffahrt zur Autobahn war eine Tribüne errichtet. Punkt 11 Uhr bestieg Baudirektor Baetzin Punkt 11 Uhr bestieg Baudirektor Baetzing von der OBK. Essen die Tribüne und begrüßte die Gäste. In kurzer Ansprache würdigte er das Werk, das hier vollendet wurde. Trotz ihrer verhältnismäßigen Kürze sei diese Teilstrecke eine der schwierigsten Baustrecken des Industriegebiets zwischen Rhein und Ruhr. Fanfaren kündeten schmetternd den Beginn der Fahrt an, die nach dem Zerschneiden des Bandes von der Gefolgschaft eröffnet wurde. Langsam schob sich die Schlange der über tausend Kraftwagen in Richtung Breitscheid über die durch herrliches Waldgebiet führende Bahn. Auf der anderen Fahrbahn ging es dann nach Oberhausen und zurück zum Verteilerkreis. Eine Feier in der Tonhalle in Duisburg vereinte die Gefolgschaft mit der Obersten Bauleitung und ihren Gästen. Aus dem Naufeargerkel Stadt Wattenscheid Der silberne Sonntag. Der silberne Sonntag brachte der Wattenscheider Geschäftswelt den erhofften starken Besuch. Schon frühzeitig setzte der Zustrom ein, und es war erfreulich, feststellen zu können, daß nicht, wie in früheren Jahren, hauptsächlich Kleinigkeiten gekauft wurden. Auch größere Geschenkartikel wurden erstanden. Heimkehrfeier für die Landjahrkinder. Die Heimkehrfeier für die in den nächsten Tagen aus dem Landjahr zurugkehrenden Jungen und igen Madchen findet am Donnerstag, 17. Dezember, um 16½ Uhr, im Saalbau Marxmeier, Adolf=Hitler=Platz, statt. An dieser Feier nehmen auch die für das Landjahr 1987 vorgesehenen Landjahrpflichtigen teil. Wegen Raummangels kann nur ein Elternteil, entweder Vater oder Mutter, an der Feier teilnehmen. Die Eintrittskarten können ab heute bei den Schulleitern in Empfang genommen werden. Tanzabend der NS.=Kulturgemeinde. Die nächste Veranstaltung des Kreisverbandes Wattenscheid der RS.=Kulturgemeinde, ein Tanzabend, findet am Mittwoch, 16. Dezember, abends.80 Uhr im Saalbau Marrmeier statt. Ausführende sind die Tanzkünstlerinnen Gertrud Buchholz und Hilde Suhrmann aus Dortmund, die von Lothar Bonfels, ebenfalls aus Dortmund. begleitet werden. Die Künstler haben schon in Wattenscheid, insbesondere in Ortsgruppen der NS.=Frauenschaft, gewirkt. Für die Mitglieder der NS.=Kulturgemeinde ist der Eintritt auf Grund der Vormietekarte frei. Tageskarten sind zum Preise von 60 Pf. im Verkehrsbüro und in der Geschäftsstelle der RSG.„Kraft durch Freude" zu haben. An der Kasse beträgt der Eintrittspreis 80 Pf. Wieviel Straßenlampen gibt es in Wattenscheid? Die Zahl der in Betrieb befindlichen Straßenlampen in Wattenscheid beläuft sich auf 1086, die im Jahr nicht weniger als 497000 Kubikmeter Gas verbrauchen. Interessante Zahlen. Alle Wattenscheider Straßen haben zusammen eine Länge von 134,7 Kilometer. An das Gasnetz angeschlossen sind 1579 Häuser mit 4030 Abnehmern. An das Stromnetz dagegen sind 11 100 Abnehmer angeschlossen. Letztere verbrauchen jährlich etwa 2109000 Kilowatt Strom. Der Wasserverbrauch Wattenscheids beträgt auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet 36,6 Kubikmeter oder 100 Liter im Tag. Ladenkasse beraubt. In den Mittagsstunden des 11. Dezember, in der Zeit von 12.30 bis 14.30 Uhr, wurde in dem Schuhgeschäft Hochstraße 5 eingebrochen und aus der Ladenkasse 70,54 RM. gestohlen. Wer hat zur genannten Zeit in der Nähe des Tatortes verdächtige Personen beobachtet oder kann sonst sachdienliche Angaben machen? Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalvolizei, Rathausstraße 3. Stadt Wanne=Eicke Aus der Marienpfarrei Eickel. Vikar Wand folgt in diesen Tagen einer Berufung nach Sandebeck bei Steinheim i. W. An seine Stelle tritt Vikar Schäfer. Favoriten=Brieftaubenschau des Kreises 10. Die Brieftaubenfreunde aus Wanne=Eickel, Wattenscheid und Herne beschickten die am Wochenende in Eickel veranstaltete Favoriten=Brieftaubenausstellung des Kreises 10. Die Preisrichter Hahnefeld(Bochum) und Gran(Gelsenkirchen) nahmen Samstag vormittag die Prüfung vor. Sie stellten fest, daß das Niveau der Ausstellung als überdurchschnittlich bezeichnet werden kann. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte Samstag abend durch den Leiter des Kreises 10. Dr. Strassen. Von ihm wurde nach Begrüßung der Gäste die wertvolle Seite der Brieftaubenzucht betont. Die Ausstellung biete einen kleinen Querschnitt aus der Arbeit. Dann folgte eine Besichtigung der Ausstellung. Die Sieger erhielten wertvolle Ehrenpreise. Samstag und Sonntag kamen viele Brieftaubenfreunde aus WanneEickel und der Nachbarschaft, die der gut aufgebauten Ausstellung einen Besuch abstatteten. Fettverteilung in Wanne=Eickel. Um alle Volksgenossen gleichmäßig mit Fett zu versorgen, ist durch einen Erlaß der Reichsregierung verfügt worden, daß die Verteilung von Fetten an die Verbraucher durch die Einzelhändler und Metzger ab Januar 1937 an Hand von Kundenlisten durchgeführt wird. Zu diesem Zwecke werden in Wanne=Eickel am 16. Dezember allen Haushaltungen durch die Hauseigentümer besondere Antragsformulare zugestellt. Am Samstag, 19. Dezember, erfolgt die Abholung der ausgefüllten Anträge. In der letzten Dezemberwoche erhalten die Haushaltungsvorstände auf Grund der Anträge den amtlichen Haushaltungsnachweis. Alles Weitere geht aus einem Merkblatt, welches den Haushaltungen mit zugestellt wird, hervor. Stadt Herne Auf der Bierreise um 660 RM. bestohlen. In der Nacht vom 6. zum 7. Dezember wurde einem Mann. der eine Bierreise unternommen hatte, aus der Westentasche ein Betrag von 660 RM. gestohlen. Wer kann über den Täter nähere Angaben machen? Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Heute„Carmen". Bizets glutvolle romanische Musik, dazu die dramatische Handlung sichern„Carmen“ für alle Zeiten einen bevorzugten Platz in den Spielplänen der europätschen Opernhäuser. Unter der musikalischen Leitung von Erich Riede und in der Inszenierung von Walter Felsenstein wirken die ersten Kräfte der Kölner Oper mit: Marietheres Henderichs (Carmen), Traute Rohne, Johannes Schocke, Emil Treskow, Wilhelm Witte.(Vormiete.) Grundlagen und geschichtliche Entwicklung der Sozialversicherung. Ueber dieses Thema wird in der Sozialwissenschaftlichen Vortragsreihe„Grundfragen der Sozialpolitik“, Ministerialdirektor Dr. Engel vom Reichs= und preußischen Arbeitsministerium am Montag, 14. Dezember, 20 Uhr, in der Verwaltungsakademie Industriebezirk in Bochum sprechen. Teilnehmerkarten zum Preise von.50 Reichsmark sind auch noch an der Abendkasse zu haben. Städtischer Musiverein Bochum. Heute Montag, 14. Dezember, Chorproben des Städtischen Musikvereins: Die Probe beginnt für Damen um 20 Uhr und findet im Haus Rechen statt. Leitung: Kapellmeister Bettzieche. Die Probe für Herren findet im Restaurant Schiffmann, Metzstraße 24, statt und beginnt um 20.30 Uhr. Leitung: Professor Reichwein. A Pygmalion, Komödie von B. Shaw. 4. Pflichtveranstaltung für Kulturring 1 Am Montag, 14. Dezember, vormittags 10 Uhr, beginnt die Kartenausgabe für die 4. Pflichtveranstaltung des Kulturringes I mit„Pygmalion“, Komödie von B. Shaw. Die Aufführung findet am Freitag, 18. Dezember, im Stadttheater statt. Die Mitglieder des Kulturringes I werden gebeten, bei Empfang der Karte ihre 2. Rate zu entrichten. Gastkarten für„Pygmalion“ werden an Mitglieder der Kulturringe II und III in der üblichen Weise abgegeben. Opernvorstellung„Carmen“ am Montag! Karten für die„Carmen"=Vorstellung sind in der Geschäftsstelle zu haben. Opernvorstellung„Der Troubadour“ von Verdi! Die Kartenausgabe für diese Oper beginnt am Mittwoch. „KdF.“=Fahrt zum Harz. In die Notiz vom 10. Dezember hat sich lelder ein Fehler eingeschlichen. Die Harzfahrt ins Bodetal dauert nicht vom 31. Dezember bis zum 31. Januar, sondern vom 31. Dezember bis zum 3. Januar. K Dokumenikopie Vor allen Behörden beweiskräftig. Originaldetreu nach jeder Vorlage,(Urkunden. Schriftstücke, Ahnentateln, Zeichnungen eic.) Neues verbilligtes Verfahren! Preis 38 Pf. Die glückliche Ankunft eines Sonntagsmädels zeigen an Mimi Fabri geb. Klewinghaus Dr. Alired Fabri Bochum, den 13. Dezember 1936 Landesfrauenhlinik Die Familienanzeige soll alle Bekannten erreichen. Deshalb erscheint sie im „Bochumer Anzeiger“ Dein Glaube hat Dir geholfen. gebe hin mit Frieden(Luk..50 Nach Gottes heiligem Willen entschlief heute abend 11 Uhr mein lieber Mann. unser treusorgender Vater. Schwiegervater, Großvater. Bruder und Onkel, der Schneidermeister Seerg Liese nach kurzer, schwerer Krankheit, im Alter von fast 62 Jahren. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Frau Georg Liese geb. Grygo Walter Liese Magda Liese geb. Raab Erich Liese Georg Liese ir. Karl Liese Eliriede Liese Helmut Liese Werner Liese und Anverwandte Bochum, Walburg. Düsseldorf, Lötzen, Herne, 11. Dez. 1936 findet am Dienstag, 15. Dezember. 14.30 Uhr, vom Trauerhause Feldsieperstraße 140, nach dem Friedhof in Bochum-Hamme Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht suting, diene diese als solche. Statt besonderer Anzeige Deine nimmermüden Hände Ruhn jetzt von ihrem Werke aus. Im Glauben treu bis an Dein Ende Ziehst Du ins ew'ge Vaterhaus s Erbhof-Bauer Vieiniar VÖ., intolge Lungenentzündung nach arbeitsreichem Leben im 70. Lebeusjahre zu sich in sein Reich zu nehmen. Frau Heinr. Vogelsang Alma geb. Brockhaus Alma Vogelsang Heinrich Haarmann Bochum, den 11. Desember 1936 Verloren Damen. Lederhandschuh verloren. Abzug. Weiherstr. 28, 1. E. ist jeweils Anzeigens chluß für die am nächsten Tage erscheinende Ausgabe Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. Dezember 1936, nachm. .30 Uhr. von der Kapelle des Wiemelhauser Friedhofs aus statt. Hausandacht.30 Uhr nachm. im Trauerhause, Baumhofstr. 54. Es wird freundlichst gebeten, von Beileidsbesuchen Abstand zo nehrnen. Heute verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser Gefolgschaftsmitglied, der Vorzeichner PIak-Pafiisch Der Verstorbene hat seit 31 Jahren seine Arbeitskraft in unermüdlicher Pflichterfüllung in den Dienst unserer Gesellschaft gestellt. Er war ein überaus fleißiger, zuverlässiger Beamter und allen ein treuer und guter Arbeitskamerad, dessen Tod wir aufrichtig bedauern. Wir werden ihm ein dankbares Gedenken auch über das Grab hinaus bewahren. Bochum, den 12. Dezember 1936 Führer und Gefolgschaft der Westfalia-Dinnendahl-Gröppel Aktiengesellschaft Werk Gröppel Der Herr über Leben und Tod nahm heute 17 Uhr meinen lieben Sohn, Bruder, Schwager, Onkel. Vetter und Neften, den Stadtinspektor Prieunfarreters im Alter von 44 jahren zu sich in den Himmel. Er starb nach langem. qualvollem, mit beispielloser Geduld ertragenem Leiden. Wir bitten, uns in unserem tiefen Schmerz allein zu lassen. Im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Wwe. Julie Peters geb. Neuhaus .Werne(Wittekindstraße 15). Gelsenkirchen, Lippstadt und Krefeld, den 11. Dezember 1936 Die Beerdigung üindet am Dienstag. 15. Oezember, 15.45 Uhr, von der Friedhofskapelle in Bochum-Werne aus statt. Trauertater daselbst 15.30 Uhr., 95 Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nacnmt erhalten haben, so diene dieses als solche. Die Todesstunde schlug zu früh. doch Colt der Herr bestimmte sie Freitag abend 10 Uhr entschlief sanft nach langer, schwerer Krankheit, jedoch plötzlich und unerwartet, mein lieber Mann, mein herzensguter Vater. Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Invalide Im Alter von 45 Jahren. In tieler Trauer: Martha Morrosch geb. Heruch Hildegard Morrosch und Anverwandte Bochum(Wörthstr. 20), den 13. Der. 1936 Die Beerdigung findet am Dienstag, 15. Dez. nachm. 2½ Uhr. von der Leichenhalle des Friedhofes am Freidrafendamm aus statt. Trauerteler 1/ Stunde vorher. Nach einem arbeitsreichen Leben verschied heute morgen.30 Uhr nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann. unser guter Vater. Schwiegervater. Großvater. Bruder. Schwager und Onkel Steiger i. R. Viermähli 31 HZRE Im Alter von 69 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Strizke Bochum. den 12. Dezember 1936 Familien-Nachrichten nach anderen Veröffentlichungen und Zeitungen Geboren(Mädchen): Essen: Curt Benninghoven(Gisela Rintelen) Mülheim: Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Bagang (Agnes Bertram). Verlobte: Dortmund: Erna Pautstich mit Ernst Schatz. Vermählte: Essen: Dr. Hans Joachim Rocha mit Emma Dilp. Gestorben: Dortmund: Ingenieur Heinrich Besenberg jun., 43 Jahre: Karl Korte, 81 Jahre. Duisburg: Betriebsdir. Carl Hansen, 64 Wwe. San.=Rat Dr. Coßzmann geborene Essen: Helmut Götz, 21 Jahre; Gustav Froese, Gelsenkirchen: Wwe. Anna Huck geb. Kraußhaar, 67 Jahre; Elisabeth Kaufung geb. Lahr, 74 Jabre.: Hant 99 S. Hamm: Friedrich von, 88 Jahre. Ehrenerklärung. Die von mir gegen Herrn Anton Loos. Bochum, Marienstraße 28, ausgesprochene Beleidigung nehme ich vier durck als unwahr mit dem Ausdruck d. Bedauerns urück. Wilhelm Mülders, Bochum, Baumboftraße Trauer= Anzeigen innerh. 2 Stund. Buchdruckerei Brockmeuer Bongardstraße 4, Hellweg 6, Pieperstraße 3. Betrieb Spichernstraße 4. Kehten und alle Brennmaterialien liefert Anton Apel Elsaßstraße 5, Ruf 61007. Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. Dezember 1936. 15.15 Uhr. von der Frienhofshapelle Bochum-Riemke aus Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuting. diene diene als solche Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen meinen lieben Gatten, unseren lieben Bruder, Schwager, Onkel und Großonkel Shum.SWalzik im 70. Lebensjahr, zu sich in die Ewigkeit zu rufen. In tiefer Trauer: Wwe. Charlotte Kowalzik und Angehörige Bochum, den 12. Dezember 1936 Mayerstrabe 2 Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. Desember 1936. nachmittags 3 Uhr, vom Freigrafendamm aus statt. Trauerteier ist mittags.45 Uhr im Trauerhause Können Sie aus der fahren? Nein! Also müssen Sie bestrebt sein, sich in dem„Gehäuse“, das Ihnen Mutter Natur verliehen hat, möglichst bequem einzurichten. 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Hattingen: Carl Alverti, Bahnhofstraße 3. .=Höntrop: Robert Bauditz. Am Babnbot Tretet her ihr meine Lieben. nehmet Abschied, weint nicht mehr. Heilung konnt ich nicht mehr finden. meine Leiden war'n zu schwer. Nach Gottes heiligem Willen entschlief heute morgen .40 Uhr unsere innigstgeliebte, einzige Tochter, meine liebe Schwester. Schwägerin, Kusine und Nichte Eimmr Scialz im 37. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Hugo Schulz sen. und Frau Emma geb. Emde Hugo Schulz jun. und Frau Ella geb. Stickdorn Bochum(Hattinger Straße 97), den 12. Dezember 1936 Die Beerdigugs, Audes am Mittwoch, dem 16. Derember 1235, nachmittage 3 Uhr, sowie alle lästigen Körperhaare werden mit der Wurzel für immer beseitiet durch neu erfundenes, wohlriechendes Enthaarungs5l und Pulver als Vorbehandlung. Sofortige Wirkung innerhalb 3 bis 5 Minuten. Erfolg und Unschädlichkeit garantiert. Preis der Nur.- RM. Hochinteressante Broschüre u viele notariell beglaubigte Anerkennungen sendet kostenlos Dr. E. Günther& Co. 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