*„ G„„ „„„ Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. balbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrist„hör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höbere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dal. Verdindert wird, können keine Ersatansprüche gestellt werden. u: Vleschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, gußer mittwochs und samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Donnerstag 10. Dezember 1936 43. Jahrgang Nummer 289 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise; Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 um Breite 50 Pf. im Tertteil, Familienanzeigen und Siellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die„igt, der Wirtschaftswerbung dienen) 5 Pf., kleine Anzeigen(nicht geschäftlicher Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Tertteil 10 Pf. Auskunft= und Zifsergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig. Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeikung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck sernmündlich ausgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden, Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Beginn des Mordprozelles David Frankturter 15 gacte= Nachrhnns=Lenentenp= gegen den Mörder Gustloffs— Der Mörder, der früher die Mordabsicht Jugud, Versacht sentle Lul uls Asserthandlung hinzustelen Chur, 9. Dezember. Vor dem Höchsten Strafgericht des Kantons Graubünden begann heute vormittag um 10 Uhr unter ungeheurem Andrang der Prozeß gegen den in Jugoslawien geborenen Juden David Frankfurter, der am 4. Februar d. I. in Davos den Landesgruppenleiter Schweiz der NSDAP., Wilhelm Gustloff, heimtückisch ermordet hat. Für Chur bedeutet der Mordprozeß Frankfurter ein Ereignis allerersten Ranges. Die Verurteilung des abscheulichen Verbrechens in Chur wie auch in der Schweizer Presse und die Forderung nach ausreichender Sühne für den gemeinen Mord ist ebenso allgemein wie die entrüstete Ablehnung der von den jüdischmarristischen Kreisen und der ihnen nahestehenden Presse vertretenen These einer„rächenden Tat“. Mit schärfster Betonung wird ferner die aus den gleichen trüben Quellen stammende Behauptung zurückgewiesen, daß das„schweizerische Volksgefühl“ dem Juden Frankfurter den heimtückischen Mord„zur Ehre“ anrechnet. Für das Schweizer Volk ist der Jude Frankfurter ein gemeiner Mörder, und es erwartet von seinen Richtern unumwunden Vergeltung für den vorbedachten, ohne Not erfolgten Mord, bei dem der Mörder wie der„Berner Bund“ schreibt, wissentlich einen Unschuldigen traf. Einheitlich weist die Presse auch darauf hin, daß die Schweiz mit der Tat, mit dem Mörder und seinen Beweggründen nicht das mindeste zu tun habe. Aber sie muß im gleichen Augenblick einem Linksorgan, dem„Volksrecht“ in Zürich— und nach deutscher Auffassung auch zahlreichen anderen linksgerichteten und leider auch bürgerlichen Blättern—sseine systematische Mordhetze gegen Gustloff und die Greuelpropaganda gegen Deutschland, die sehr wohl zu den Beweggründen, beigetragen haben, vorhalten, ebenso die dreiste Ungeheuerlichkeit, die in dem Satze liegt:„Die Schweizer Richter werden einen schweren Stand haben, um sich außenpolitisch bewähren zu können!“ Daß die Mehrheit der Schweizer Presse und ganz sicherlich die überwältigende Mehrheit des Schweizer Volkes etwas ganz anderes, nämlich eine der Schwere des Verbrechens entsprechende schwere Sühne von seinen Richtern erwartet, sei gern festgestellt. Die Gerichtsstätte Sitz des Kantongerichts ist das Staatsgebäude, ein schlichter Bau aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Die Verhandlungen finden jedoch nicht in den Räumen des Kantongerichts, sondern im Saal des„Großen Rates“ statt. Dieser Raum vermag mit der Tribüne und Einbauten etwa 300 Personen aufzunehmen. Ueber dem Richtertisch zieht sich in ganzer Lange der Breitseite die Tribüne mit etwa 130 Sitzplätzen hin. Die Sitze im Saal liegen im Halbkreis um das Podium und steigen nach unten leicht an Unmittelbar vor dem Richtertisch steht die halbrunde Bank für den Angeklagten, zur Linken das Pult des Anklägers, zur Rechten das des Verteidigers. Vor dem Staatsgebäude haben sich eine Stunde vor Beginn der Verhandlung die ersten Neugierigen eingefunden. Stadtpolizei in langen dunklen Mänteln halten die Zugänge frei. Vor der Tür des Gerichtsgebäudes stehen Kino=Operateure und Photographen. Im Gerichtsgebäude, von der Tür bis zum Saal des Großen Rates, der im ersten Stockwerk liegt, hat die Kankonspolizei in dunkelgrünen Uniformen mit gleichfarbigen Ksppis die sehr scharfe, Kontrolle übernommen. Es ist unmöglich, ohne Einlaßkarte in das Gebäude zu gelangen. Die Tribünen sind stark besetzt. Rund 130 Pressevertreter aus der ganzen Welt wohnen der Verhandlung bei. Unverkennbar ist die jüdische Presse mit starkem Aufgebot erschienen, darunter auch einige Emigranten, die sich in der maßlosen Hetze gegen Deutschland besonders hervorgetan haben. Das Gericht erscheint Kurz vor 10 Uhr erscheint das Gericht, an der Spitze der greise Kanton=Gerichtspräsident Dr. Rudolf Ganzoni aus Chur und die übrigen Mitglieder des Gerichts, die ihre Plätze einnehmen. Nach ihnen erscheint der 71jährige Verteidiger des Angeklagten Dr. Cürti. Nach wenigen Minuten bringen zwei Beamte der Kantonspolizei den Angeklagten, der einen grauen Anzug trägt. Er wirft einen scheuen Blick in den Saal und nimmt auf der Anklagebank Platz. Frankfurter ist mittelgroß, macht einen etwas aufgedunsenen Eindruck. sein Gesicht ist blaß, die Augen rot umrändert Während der Eröffnung und der Verlesung der Anklage sitzt er mit herabhängenden Mundwinkeln auf der Bank, sieht zu Boden, mustert das Gericht und die Tribüne. Wenige Minuten nach 10 Uhr eröffnet der Präsident die Verhandlung. Mit kaum vernehmbarer Stimme verliest er die Personalien des Angeklagten David Frankfurter, der jugoslawischer Staatsangehöriger, am 9. Juli 1909 in Daruvar als Sohn des Moritz und der Rebekka Frankfurter geboren ist. Er ist Student der Medizin, ledig, nicht vorbestraft und wegen Mordes in Anklagezustand versetzt. Dann gibt der Präsident dem Ankläger Dr. Friedrich Brügger aus Chur das Wort zur Anklage. Die Anklage Der Hergang der Mordtat Nach der Schilderung des Tatbestandes, wonach am 4. Februar 1936 kurz vor 20 Uhr der Landesgruppenleiter Schweiz der RSDAP. Wilhelm Gustloff in Davos in seiner Wohnung Parkhaus Nr. 3 durch vier Schüsse aus einer automatischen Pistole getötet wurde, wobei der Tod infolge Schußverletzung der Halsschlagader und Bluteinbruch in die Gehirnkammern eintrat, befaßt sich die Anklage zunächst mit den näheren Tatumständen, aus denen hervorgeht, daß Frankfurter am Abend des 4. Februar an der Wohnung Gustloffs geläutet hat und von Frau Gustloff in das Arbeitszimmer geführt wurde da Wilhelm Gustloff gerade ein Telephongespräch führte. Nach Beendigung des Gespräches begab er sich in das Arbeitszimmer. Einen Augenblick darauf ertönten vier Schüsse. Als Frau Gustloff hinzueilte, verschwand Frankfurter mit der Waffe in der Hand durch ein anderes Zimmer aus der Wohnung, Gustloff lag in seinem Blute am Boden. Frau Gustloff rief telephonisch den Arzt und die Polizei herbei. Die Schüsse waren von Mitbewohnern des Hauses gehört worden, die hinzueilten und Gustloff bereits sterbend vorfanden. Auf der Polizeistube im Rathaus rief 20.15 Uhr jemand an und teilte mit, daß im Parkhaus 3 etwas vorgefallen sei. Wenig später erschien Frankfurter auf der Wachtstube und erklärte: Sie werden schon gehört haben, was im Parkhaus vorgefallen ist. Ich bin selbst der Täter Eine Zigarette rauchend, gab er dann seine Personalien an und händigte die Schußwaffe aus. Er erklärte, sich seiner Tat, die er auf keinen Fall bereue, vollkommen bewußt zu sein. Er sei nicht politisch orientiert, aber er sei ein Hasser des deutschen Systems. Noch am gleichen Abend übernahm das kantonale Verhöramt die weitere Untersuchung. Das erste Verhör des Mörders Dabei erklärte Frankfurter, er sei am Freitag, dem 3. Januar, von Bern nach Davos mit der Absicht gereist, Gustloff zu ermorden, weil dieser ein „Nazi=Agent“ sei. Persönliche Gründe habe er nicht gehabt. Die Anklage erklärt, aus der engeren Vorgeschichte ergebe sich, daß Frankfurter bereits vier bis fünf Wochen vor dem Mord den Entschluß zur Tat gefaßt habe. Gegen Ende Dezember habe er die automatische Pistole erworben, mit der er auf einem Schießplatz Schießübungen anstellte. Ursprünglich habe Frankfurter die Tat nach seinem Eintreffen in Davos ausführen wollen, habe sie aber verschoben, weil ihm bewußt geworden sei daß der Sabbat schon begonnen habe. Den Sonntag habe er zu einem Ausflug zur Schatzalp benutzt, am Montag ein Kino besucht. Ueber den Hergang des Attentats sagte der Angeklagte, daß er den Dienstag für seine Tat gewählt habe, weil dieser nach jüdischer Auffassung ein besonderer Glückstag sei. Im Arbeitszimmer, in das er von Frau Gustloff geführt worden sei, habe er den Revolver, den er in der rechten Manteltasche trug, entsichert. Ueber das Telephongespräch Gustloffs hat Frankfurter nach der Anklage nich klage nicht weniger als drei verschiedene Darstellungen gegeben. Als Gustloff in das Zimmer trat, habe er, Frankfurter, sofort die Waffe auf ihn gerichtet und abgedrückt, die aber zunächst versagte. Gustloff habe ein verständnisloses Gesicht gemacht und sei auf ihn zugekommen. Er(Frankfurter) sei rechts um den Tisch herumgegangen und habe dann drei oder vier Schüsse abgegeben. Gustloff sei ohne ein Wort oder einen Schrei zusammengesunken. Frankfurter hörte die Schreie Frau Gustloffs und bedrohte die ihm entgegenkommenden Leute auf seiner Flucht mit der Waffe. Frankfurter habe nach seiner Darstellung zunächst Selbstmord begehen wollen, aber nicht den Mut dazu aufbringen können. Er habe dann die Polizei angerufen und sich schließlich selbst gestellt. Die Anklage, deren Verlesung etwa eine Stunde in Anspruch nimmt, befaßt sich dann mit dem Bericht des Bezirksarztes und mit den medizinisch=anatomischen Gutachten. Ueber die Person des Angeklagten heißt es weiter, daß er einer jüdischen Familie entstammt, die ursprünglich in Deutschland lebte, später aber nach Wien, Bosnien und Kroatien übersiedelte. In seiner Jugend sei David Frankfurter mehrere Male erkrankt und auch operiert worden. Vorleben Frankfurters Ueber das Vorleben sagt die Anklageschrift, daß sich Frankfurter als Zwanzigjähriger in Leipzig enigegen dem Willen seiner Eliern dem medizinischen Studium zuwandte. 1931 siedelte er nach Frankfurt über und fiel hier im Herbst 1932 in der Prüfung durch. Er sollte die Prüfung im Juni 1933 wiederholen, ging aber nach Bern und setzte dort seine Studien fort. Seinen Eltern hat er mehrfach in bewußter Täuschung geschrieben, daß er das erste und auch die Zwischeneramen bestanden habe. In jüngster Zeit hat er sein Studium vollkommen vernachlässigt. Frankfurter habe von der Eristenz Gustloffs erst aus den Zeitungen erfahren. Er habe Gustloff nicht gekannt, nie gesehen und auch nicht schriftlich mit ihm verkehrt. Den Wohnein sitz habe er aus Zeitungsnotizen, die Adresse dem Telephonbuch entnommen. Den endgültigen Entschluß zur Ermordung Gustloffs habe er erst 14 Tage oder drei Wochen vor der Tat gefaßt. Erst habe er Selbstmord verüben wollen, nachher habe er daran gedacht, sich in diesem Zusammenhang durch die Erschießung eines Nationalsozialisten am ganzen System zu rächen. Die bewußten Mordpläne Frankfurters gehen nach der Anklage aus einer schriftlichen Festlegung hervor, die Frankfurter auf das Pappstück einer Zigarettenschachtel am Tage vor der Tat niedergeschrieben hat. Abschließend befaßt sich die Anklageschrift mit der Persönlichkeit Wilhelm Gustloffs, des Opfers des Mordanschlages. In den Ausführungen heißt es, daß bisher noch nie der Beweis für Handlungen Gustloffs erbracht worden sei, die die Sicherheit des Landes gefährdet oder sonstwie mit den schweizerischen Gesetzen in Widerspruch gestanden hätten. Nach den Akten wird von Gustloff gesagt, daß es sich um eine idealistisch veranlagte Persönlichkeit handele, die bestrebt sei, die Schweizer Gesetze zu respektieren und sich den Weisungen der zuständigen Behörden zu unterziehen. Die Anklage schließt mit der Feststellung der psychiatrischen Gutachteer, der Täter Frankfurter sei kein geisteskranker Mensch und seine Tat könne nicht mit krankhaften Zeichen der Psyche, die eine Verantwortungslosigkeit des Täters bedingen in Zusammenhang gebracht werden. Der Strafantrag Am Schluß der Anklagerede kommt der Ankläger zum Strafantrag, nach dem David Frankfurter des Mordes, begangen an Wilhelm Gustloff, schuldig zu er30000 Frunzesen, 53000 Sewselrassenm Spalien Eine wichlige Ertturung Kiobenirops im Lonvoner Richlenintischungs=Ausschuß London, 9. Dezember. Der Nichteinmischungs=Ausschuß trat am Mittwoch nachmittag zusammen, um seine Beratungen über die Verhinderung der Einmischung in Spanien und besonders der Stellung der Freiwilligen fortzusetzen. Dem Ausschuß liegt bekanntlich der Bericht eines Unterausschusses vor, der insbesondere den Beschluß zum Verbot der Stellung von Freiwilligen behandelt hat. Die Beratungen dürften voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen Botschafter von Ribbentrop gab heute im Ausschuß folgende Erklärung ab: „Als meine Regierung der internationalen Vereinbarung der Nichteinmischung in Spanien beitrat, wurde sie von dem ernsten Wunsche geleitet, das Prinzip der Nichteinmischung in der Praxis von Anfang an so wirksam wie nur möglich zu gestalten. Infolgedessen schlug meine Regierung bereits in ihrer Note vom 17. August vor, Maßnahmen gegen die Abreise von Freiwilligen zu trefffen. Diese Frage wurde später erneut mit unserer Unterstützung von dem italienischen Vertreter aufgeworfen, ohne daß wir hiermit jedoch in den verschiedenen Sitzungen des Unterausschusses Erfolg gehabt haben. Ich muß daher meine Ueberraschung darüber ausdrücken, daß diese Frage die ihr gebührende Achtung erst jetzt findet. Es ist allgemein bekannt, daß seit einer langen Zeit Tausende von Freiwilligen verschiedener Nationalität für die Roten kämpfen. Ich möchte heute nur erwähnen, daß ein Parlamentsmitglied am 1. Dezember in Seche raterüfftsche Dampfer=gerüpert spanischen Gewässern— Viel Kriegsmaterial, darunter 100 Geschütze, erbeutet Rom, 9. Dezember. Nach übereinstimmenden Meldungen der römischen Abendpresse aus Gibraltar sind sieben sowjetrussische Frachtdampfer innerhalb der spanischen Hoheitszone ane Montag von nationalen spanischen Kriegsschiffen angehalten und gezwungen worden, nationale Häfen anzulaufen. Einer der Dampfer fuhr unter englischer Flagge, aber mit kommunistischer Besatzung. Unter dem auf diesem Dampfer erbeuteten reichen Kriegsmaterial befanden sich, der italienischen Presse zufolge, auch 100 Geschütze, die wie die Ladung der übrigen sechs Schiffe als Kriegsbeute betrachtet werden. Englisch=französische Schritte in Berlin, Rom, Lissabon und Moskau London, 9. Dezember. Das englische Außenamt gab Mittwoch abend folgende amtliche Erklärung ab: „Die französische und die englische Regierung sind in der vergangenen Woche in einen Meinungsaustausch über die Lage eingetreten, wie sie aus der Verlängerung des Bürgerkrieges in Spanien entstanden ist, und über die Gefahren für den europäischen Frieden, die darin liegen. Nachdem sie zu einer Uebereinstimmung ihrer Ansichten in dieser Richtung gelangt waren, haben sie die deutsche, die italienische, die portugiesische und die sowjetrussische Regierung in der letzten Woche durch ihre diplomatischen Vertreter bei diesen Regierungen aufgefordert, mit ihnen zusammen ihre Entschiedenheit zu betonen, auf jede mittelbare oder unmittelbare Handlung zu verzichten, die in irgendeiner Form darauf berechnet sein könnte, eine fremde Einmischung in diesen Konflikt zu bringen, und als Folge davon ihren Vertretern in dem Londoner: Nichteinmischungsausschuß geeignete Anweisungen zu geben mit dem Ziel, eine völlig wirksame Kontrolle zu schaffen. Durch den gleichen Kanal haben beide Regierungen weiter die vier obengenannten Regierungen ersucht, mit ihnen zusammen im Geiste der Menschlichkeit sich zu bemühen, dem bewaffneten Konflikt in Spanien durch ein Vermittlungsangebot ein Ende zu setzen, durch das Spanien die Möglichkeit gegeben würde, seinem nationalen Wollen Ausdruck zu geben.“ * Die Vorschläge der französischen und englischen ReDeit in Berlin von 2. gierung werden zur Zeit gen Stellen geprüft. Berlin von den zuständiim Unterhaus erklärt hat, daß lediglich das Eingreifen ausländischer Freiwilliger die nationalen Truppen daran verhindert hat, Madrid zu erobern. Diese Feststellung ist sicherlich seinerzeit Ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen. Nachrichten aus zuverlässigen Quellen besagen weiterhin, daß 25 000 Franzosen und etwa 35 000 Sowjetrussen gegenwärtig in den Reihen der roten Regierung kämpfen. Eine ernsthafte französische Zeitung berichtet, daß 500 Franzosen, 200 Deckoffiziere und 100 Marineoffiziere aus der Sowjetunion die Flotte der sogenannten spanischen Regierung bemannen werden Dieser Zustrom von Freiwilligen aus vielen Ländern und besonders aus Sowjetrußland ist seit langer Zeit wohlbekannt, ohne daß irgend jemand versucht hat, hiergegen zu protestieren oder Abwehrmaßnahmen vorzuschlagen. In Uebereinstimmung mit der von meiner Regierung eingenommenen Haltung unterstützt Deutschlandvoll und ganz den Appell des britischen Außenministers an den Ausschuß, dem Zustrom der Freiwilligen nach Spahien Einhalt zu gebieten. Wie meine Regierung diesem Appell ihre volle Unterstützung gewährt, so verbindet sie aber hiermit die logische Folgerung, daß der Ausschuß nunmehr das Gesamtproblem der indirekten Einmischung angreifen möge. Die Frage der finanziellen Unterstützung z. B ist meiner Auffassung nach ebenso reif zur Behandlung und Regelung wie die Frage des Zustroms von Freiwilligen. Zum Kriegführen gebraucht man in erster Linie Geld. Wenn man in Sowjetrußland Lohnabzüge zur Unterstützung Spaniens durchführt und wenn außerdem öffentliche Sammlungen und ähnliche Aktionen dort unternommen werden, so ist das meiner Meinung nach eine ebenso wichtige Form der Einmischung wie die Stellung von Waffen und Munition. Falls man der Freiwilligenfrage die Vordringlichkeit zuerkennt, so hege ich die Befürchtung, daß einige Regierungen lange Zeit mit der stillschweigenden Duldung dieses Ausschusses eine der wirksamsten Förderungen der Einmischung fortsetzen werden. Aus diesem Grunde möchte ich betonen, daß nicht wieder halbe Arbeit getan werden darf, indem man nur die Freiwilligenfrage behandelt, während die übrigen Fragen wieber auf die lange Bank geschoben werden. Seite 2 Nr. 289 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 10. Dezember 1936 klären sei. Er sei dafür mit 18 Jahren Zuchthaus unter Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und lebenslanger Landesverweisung zu bestrafen, ferner grundsätzlich verpflichtet, den durch den begangenen Mord entstandenen Schaden zu ersetzen. Die Waffe sei zu beschlagnahmen. Frankfurter habe sämtliche Untersuchungs=, Gerichts= und Strafvollzugskosten zu tragen. Nicht ohne Verwunderung wird angesichts der bewußten jahrelangen Mordhetze gegen Gustloff, die von den jüdisch=marxistischen Kreisen betrieben wurde, und angesichts der Tatsache daß die Schweizer Behörden selbst in Davos Gustloff ihren Schutz anboten, die Behauptung der Anklage ausgenommen, daß der Jude Frankfurter von niemandem zur Tat angestiftet worden sei und niemand von seinem Vorhaben gewußt habe, und daß auch die spätere eingehende und sorgfältige Untersuchung keinerlei Anhaltspunkte für das Bestehen irgendeines Komplotts oder einer Anstiftung durch irgendwelche Hintermänner ergeben habe. Haetsche Domndenin Harich, Ueble Stimmungsmache zum Mordprozeß Frankfurter Die Bernehmung des Morders Nach den Ausführungen des Amtsklägers Dr. Brügger schreitet der Präsident zur Vernehmung des Anklagten, dem gestattet wird, sitzenzubleiben. Die Vernehmung verläuft zunächst ganz undramatisch. Der Vorsitzende läßt sich Fragen aus dem Akteninhalt bestätigen, die Frankfurter meist mit einem kurzen„Ja“ oder einsilbigen Sätzen gibt. Frankfurter erklärt, daß er während seiner Studienzeit in Leipzig und auch in Frankfurt keiner politischen Organisation, sondern nur einem jüdischen Verein mit religiösen Bestrebungen angehört habe. Präsident:„Sind Sie in Leipzig oder Frankfurt durch eine antisemitische Bewegung belästigt worden?" Angeklagter:„In Leipzig nicht, aber in Frankfurt.“ Vorsitzender:„Sie haben auf wiederholte Fragen erklärt, weder Sie noch Ihre Verwandten seien in Deutschland belästigt worden.“ Angeklagter:„Nicht belästigt, aber bedroht.“ Die Frage des Präsidenten, ob sich der Angeklagte mit Politik befaßt habe, verneint dieser; von Zeitungen habe er hauptsächlich den„Berner Bund“, Baseler und Züricher Zeitungen gelesen. Der Vorsitzende hält dem Angeklagten dann vor, daß er meist bis mittags im Bett gelegen habe, nicht in die Kollegs gegangen sei, viele Kinos und Cafés besucht und 30 bis 40 Zigaretten täglich geraucht habe, was der Angeklagte zugeben muß. Er muß auch bestätigen, daß ihm seine Wirtin Vorhaltungen darüber gemacht habe, daß er das Geld seines Vaters so nutzlos vergeude. Auf weiteren Vorhalt, daß er in Bern Umgang mit wenig gut beleumundeten Leuten gehabt habe erklärt Frankfurter, daß er von den ihm vorgehaltenen Namen nie etwas gehört habe. Auf die Frage, warum er keinerlei Examen hinter sich gebracht habe, antwortet der Angeklagte:„Ich habe nicht die seelische Konzentration gehabt.“ Vorsitzender:„Ihre Familie hätte Ihnen doch gewiß weiter geholfen?“ Angeklagter(verlegen):„Ja, das hätte sie, daran habe ich gar nie gezweifelt.“ Vorsitzender:„Dann war Ihre Lage ja gar nicht so verteufelt, daß Sie verzweifelte Entschlüsse hätten fassen müssen.“ Der Angeklagte schweigt verlegen und sichtlich peinlich berührt. Auf die Frage des Vorsitzenden nach den wirklichen Gründen für seinen Selbstmordentschluß antwortet Frankfurter unbestimmt und ausweichend. Er muß dann zugeben, daß er mit dem Revolver Schießübungen auf einem Schießplatz gemacht hat. Auf die Frage des Vorsitzenden, warum er nach dem Mord nicht Selbstmord verübt habe, schweigt der Angeklagte. Keine Seelenstörung des Mörders bei der Tat Nach der Mittagspause setzt der Präsident des Gerichts die Vernehmung des Angeklagten zunächst nicht fort, sondern gibt dem psychiatrischen Sachverständigen Dr Jörger das Wort. Dieser erklärt, daß nach seinen Beobachtungen und Untersuchungen keine Zürich, 9. Dezember. glauben schon, daß selbst in der Schweiz kein vernünfDienstag in den späten Abendstunden ereig=tiger Mensch auf diesen Dreh hereinfällt. Auch dieser an einer Züricher Synagoge eine Explosion, Vorfall kennzeichnet nur wieder die ungeheuerliche Skrupellosigkeit der jüdischen Rasse, die sich auch nicht ein Gewissen macht und zum Mord die übelste Provokation und die unglaublichste Verleumdung fügt.“ Anhaltspunkte für das Bestehen einer geistigen Erkrankung im Sinne einer Geisteskrankheit oder Psychose ergeben. Auch die Tat Frankfurters könne nicht mit krankhaften Zeichen der Psyche in Zusammenhang gebracht werden. Die Einsicht in die Strafbarkeit der Handlung sei auch in der von Frankfurter behaupteten Depression der letzten Zeit nicht aufgehoben. Im Gegensatz zu Frankfurter, der gestanden hat, die Tat aus politischem Haß verübt zu haben, sagt der Sachverständige bei einer breiten psychologischen Würdigung der Tat:„Der Fall Frankfurter stellt sich nicht als ein Problem äußerer Einwirkungen dar, sondern er ist in erster Linie ein Problem innerer seelischer Konflikte, die zu einer Explosion kamen, weil sie unhaltbar und unlösbar geworden waren.“ Diese Feststellung wird in einem späteren Teil des Gutachtens eingeschränkt, am Schluß aber erneut vertreten durch die Behauptung, daß der politische Haß, aus dem heraus Frankfurter nach seiner eigenen Erklärung gehandelt haben will, nur eine nebensächliche Rolle gespielt habe. Am Schluß seines Gutachtens plädiert der Sachverständige regelrecht, indem er von einem Drang nach seelischer Befreiung spricht, der, wäre nicht zufällig das Problem Nationalsozialismus—Judentum als greifbarstes in der Nähe gelegen, irgendeine andere Lösung, beispielsweise in einer Brandstiftung, hätte suchen müssen. Die Konstruktion eines Dranges nach seelischer Befreiung rührt an die Grundlagen einer gesunden Rechtsauffassung und Strafrechtspflege. Es ist der gleiche Drang, auf den sich bisher noch alle großen Verbrecher berufen haben. Wenn der Sachverständige am Schluß das Selbstmordmotiv als das Primäre bezeichnet, wobei er die mehr als eigenartige Formulierung findet,„der Selbsterhaltungstrieb Frankfurters hat die Kugel von ihm selbst auf einen anderen abgelenkt“, so hat ihm der Angeklagte am Vormittag bei seiner Vernehmung selbst widersprochen, indem er nicht von einem festen Entschluß zum Selbstmord, sondern nur von einem Hang zum Entschluß gesprochen hat. Nach der Erstattung des Gutachtens tritt eine kurze Pause ein. Nach Wiederbeginn der Verhandlung werden zunächst Aussagen der Berner Zeugen verlesen: eines Polizeikorporals, bei dem das Ausbleiben Frankfurters von seiner Zimmerwirtin gemeldet worden war, des Waffenhändlers, bei dem der Mörder die automatische Pistole, die er zur Tat benutzte, für 10 Franken und auch die Patronen erwarb der Zimmerwirtin selbst, die über den Lebenswandel Frankfurters berichtet, der meist bis in den Mittag hinein schlief, abends ins Kino ging oder Karten spielte und der gegenüber er auch, als sie ihn nach der Pistole fragte, erklärt hatte, daß er nicht die Absicht habe, Selbstmord zu begehen, selbst wenn er durchs Examen falle; denn das könne er ja noch einmal machen. Am nete sich durch die einige Fensterscheiben zertrümmert wurden. Die sofort eingeleitete polizeiliche Untersuchung ergab eindeutig, daß es sich nicht um einen massiven Sprengkörper, sondern um einen in Pappe verpackten sogenannten Kanonenschlag gehandelt hatte. Die kommunistische„Freiheit" benutzt diesen Vorfall zu gehässigen Verdächtigungen gewisser Schweizer Rechtskreise und einer plumpen Stimmungsmache für den jüdischen Mörder David Frankfurter. Der Berliner„Angriff“ beschäftigt sich mit diesem Vorfall, wobei das Blatt u. a. schreibt:„Auch der Kanonenschlag auf dem Fenstersims der Züricher Synagoge beweist wieder einmal die geradezu grenzenlose Gemeinheit des sogenannten auserwählten Volkes. Ausgerechnet am Vorabend des großen Prozesses gegen den blutbefleckten Juden Frankfurter explodiert vor der Züricher Synagoge ein in Karton verpackter Kanonenschlag, den irgendwelche Judenjungen mit ihren schmutzigen Fingern dahin gelegt haben, um hinterher in den Straßen ausschreien zu können: Habt ihr schon gehört, die Nazis haben die Synagoge in die Luft gesprengt! Dies Gerücht wird dann bedenkenlos von den Rassegenossen auf den Redaktionen übernommen und schon steht es dick und fett als Schlagzeile: Nazi=Anschlag auf Synagoge— Sprengkörper gefährdet ganzen Stadtteil. Gewissenlose Terrormethoden gegen unschuldige Juden. Und daran knüpfen dann die Schmocks ihre geisternden Kommentare, in denen sie schließlich bei ihrem Freund, dem Mörder David Frankfurter, landen, der Ein Drohbrief an Gustloff Ein Beweis für die Tatsache eines Komplotts Chur, 9. Dezember. Der Ankläger des Mordprozesses Frankfurter in Chur hat in seiner Anklagerede erklärt, daß die eingehende Untersuchung die Unhaltbarkeit der Annahme eines Komplotts ergeben habe; der Sachverständige Dr. Jörger, der in seinem Gutachten klipp und klar die strafrechtliche Verantwortlichkeit Frankfurters festgestellt hat, glaubt nicht an das von Frankfurter selbst zugegebene Motiv des politischen Hasses, sondern seelische Triebkräfte in den Vordergrund rücken zu müssen, während die Schweizer Presse alle Zusammenhänge zwischen der Mordtat von Davos und der systematischen Hetze der Linkspresse abstreitet. Wir geben nachstehend als Beweis für die Zusammenhänge und für die Beispiellosigkeit dieser Hetze, die den Boden für die Mordtat vorbereitete, einen der Drohbriefe wieder, der eine zu deutliche Sprache redet, als daß noch Erläuterungen dazu erforderlich seien. Der bezeichnende Drohbrief lautet: Herrn W. Gustloff, Davos=Platz(Graubünden). Haus am Kurpark 3. Da unsere Behörden sich nicht wagen, Sie frechen dann nichts weiter getan hat, als sich gegen hingehören, greifen wir zur Selbsthilfe! solche und ähnliche Angriffe zu wehren. Die ganze„Angelegenheit“ ist wohl der elendste und plumpste Versuch, die Atmosphäre für den Prozeß in Chur zu vergiften, der sich denken läßt. Doch diesmal scheint uns der Trick doch allzu dumm, und wir gengehgten, geisen wir zul, sich auf alle Falle, daß die Schießkunst und Treffsicherheit unserer Schützen nicht nachgelassen hat!!! Ihre Spezialfreunde. (Poststempel Zürich Hauptbahnhof.) Frungesischee Fiapbeug urgeschessen von spanischen Nationalisten Paris, 9. Dezember.[Führers des Arbeitsgaues Ostpreußen im ReichsEin französisches Militärflugzeug, das vom Luft=arbeitsdienst, des Generalarbeitsführers Albert Krause, statt. An der Trauerfeier nahmen u. Der Morder fachr seine Aussugenabzuschwachen Dann wird die Vernehmung Frankfurters durch den Präsidenten fortgesetzt, wobei unschwer erkennbar ist, daß Frankfurter eine ganz bestimmte Taktik verfolgt, nämlich seine ursprünglichen Aussagen bei den Vernehmungen, wonach er ohne Zweifel mit Vorbedacht und Ueberlegung den Mord verübte, nunmehr abzuschwächen. In vielen Fällen findet er auf Vorhalt andere abschwächende Ausdrücke, oder aber er kann sich nicht mehr entsinnen. Unverkennbar beabsichtigt er, seine Tat als Affekthandlung in die Erscheinung treten zu lassen. Auf die Frage des Präsidenten, ob er eine ernstliche Selbstmordabsicht gehabt habe und mit Bekannten über diese Absicht gesprochen habe, sagt der Angeklagte, daß er das nicht mit klarem Entschluß, sondern nur gesprächsweise getan habe. Der Präsident hält Frankfurter vor, daß er auf den Boden einer Zigarettenschachtel auch etwas von einer Selbstmordabsicht geschrieben habe. Frankfurter, der behauptet, sich nicht daran zu erinnern, muß dann den jugoslawischen Text selbst übertragen. Er liest vor:„Montag, 3. Februar 1936, ½10 Uhr. Es soll ausgeführt werden, das Urteil. Vorher antelephonieren und fragen, ob zu Hause.“ Der Vorsitzende unterbricht die Uebersetzung und weist darauf hin, daß mit dem„Urteil“ der Mordanschlag auf Gustloff gemeint sei. Der Angeklagte sagt dazu:„Ich erkenne meine Schrift, ich kann mich aber nicht erinnern, daß ich das geschrieben habe.“ Er liest dann weiter:„Wenn er nicht herunterkommt, versuchen, mit einer Flucht und Selbstverteidigung ausführen, einen oder zwei Schüsse in den Mund.“ Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er noch anderes anführen könne, woraus zu schließen sei, daß er wirklich ernste Selbstmordabsichten hatte, schweigt der Angeklagte. Der Vorsitzende hält ihm vor, daß er jedenfalls vor dem Selbstmord einen Angehörigen der NSDAP. töten wollte, worauf der Angeklagte sagt, daß es keine festen Pläne und Absichten gewesen seien, von denen er auch rein gefühlsmäßig wieden abgekomlnen sei. Vorsitzender:„Der Plan ist nicht plötzlich entstanden. Wann haben Sie beschlossen, einen„Nazi“ zu töten?“ Angeklagter:„Beschlossen habe ich es nie. Ich habe bis zum letzten Moment geschwankt.“ Nach dieser Erklärung weist der Vorsitzende den Angeklagten darauf hin, daß er den Plan nach seinem eigenen Geständnis wochenlang vor der Ausführung gefaßt habe, und daß er zunächst einen Nationalsozialisten und erst danach sich selbst töten wollte. Frankfurter behauptet hierzu, das sei keine Ueberlegung gewesen, sondern eine Sache nach der Stimmung und den momentanen Eindrücken, die er bekommen habe. Wenn er kühler und nüchterner geworden sei, habe er versucht, diese Gedanken zurückzudrängen. Es habe Momente gegeben, wo ein kleiner Anlaß für ihn genügt habe, alles über Bord zu werfen. Der Vorsitzende betont nochmals, daß Frankfurter immerhin sich einige Wochen vorher mit dem Gedanken befaßt und auch Vorbereitungen für die Ausführung getroffen, die Pistole und zweimal Munition gekauft habe. Der Kanton=Gerichtspräsident schneidet dann die Frage nach den Hintermännern, nach Mitwissern, Anstiftern oder Gehilfen an. Der Angeklagte streitet alle solche Beziehungen ab und erklärt, als der Präsident mit ihm seinen gesamten Bekannten= und Verwandtenkreis durchgeht, daß er seelische Hemmungen gehabt habe, mit diesen Leuten über seine Gedanken und Pläne zu sprechen. Der Präsident weist auf die auffällige Erscheinung hin, daß, nachdem fünf Wochen die Korrespondenz zwischen Frankfurter und seiner Familie unterbrochen war, gerade um die Tatzeit herum diese in verstärktem Umfange durch Briefe, Ferngespräche und Telegramme eingesetzt habe. Der Angeklagte erklärt das mit der Sorge seiner Familienangehörigen um seine Gesundheit und betont mit Nachdruck, daß seine Familie nichts von seinen Plänen gewußt habe. Es wird dann die Frage der Mittel erörtert, die sich Frankfurter für die Reise nach Davos beschafft hat, und zwar hat er 30 Franken von einem jüdischen Verwandten in Bern namens Bruck und zehn Franken von einem jugoslawischen Studienkameraden erhalten. Auf den Vorhalt des Vorsitzenden, daß er am Abend vor der Reise nach der Aussage seiner Zimmervermieterin in lustiger Stimmung heimgekommen sei, kann sich der Angeklagte daran nicht erinnern. Vorsitzender:„Sie haben zugegeben, daß Sie mit der Mordabsicht nach Davos gefahren sind. Wollten Sie die Tat sofort verüben?" Angeklagter:„Der Gedanke kam mir, dann aber dachte ich, daß es Sabbat ist, und habe den Plan wieder fallen lassen.“ Vorsitzender:„Sie sind alle die Tage in Davos geblieben. Zu welchem Zweck?" Angeklagter:„Ich versuchte immer wieder, mich von meinen Gedanken abzubringen.“ Vorsitzender:„Es ist auffällig, daß Gustloff bis zum 3. Februar von Davos abwesend war. Am 3. ist er zurückgekehrt, und am 4. geschah die Tat. Haben Sie telephonisch Rückfrage bei Gustloff gehalten?“ Angeklagter:„Nein.“ Frankfurter erklärt dann, daß er in Davos Sportveranstaltungen und Kinos besucht, zur Schatzalp gefahren und die jüdische Heilstätte„Etania" besucht habe. Daß er der Verwalterin der Heilstätte gesagt habe, er wolle sich im Frühjahr als Assistent melden, tut er bei der Vernehmung als Konversation ab. Damit ist die Nachmittagsverhandlung abgeschlossen. Am Donnerstag wird die Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt. Volksfront=Krise in Frankreich beendet. Die Vertreter der französischen kommunistischen Partei haben der Regierung Blum ihr volles Vertrauen ausgesprochen. Damit ist die innerpolitische Krise in Frankreich beigelegt, die durch die Stimmenthaltung der Kommunisten bei der Vertrauensabstimmung über die Außenpolitik der Regierung Blum in der Kammer entstanden war. fahrtminister Pierre Cot der französischen Botschaft in Madrid zur Verfügung gestellt worden war und regelmäßig zwischen der spanischen Hauptstadt und Toulouse verkehrte, ist am Dienstag nachmittag etwa 100 Kilometer nördlich von Madrid bei Pastrama(Guadalajara) abgestürzt. Von den sieben Insassen wurden vier Personen schwer verletzt. Die Besatzung des Flugzeuges kam ohne Schaden davon. Der„Jour“ schreibt dazu u.., das Flugzeug sei ein Bomber, und zwar ein„Potez 54“, genau von dem gleichen Typ gewesen wie das runde Dutzend Bombenflugzeuge, die heimlich an die spanischen Bolschewisten verschoben worden seien. Die spanischen Nationalisten, die an Angriffe der„Potez 54“ gewohnt seien, machten bei jeder Gelegenheit Jagd auf diese Maschinen. Das Flugzeug sei deshalb von einem nationalen Flieger für eine rote Flugmaschine gehalten und abgeschossen worden. Nur geringe Gefechtstätigkeit an allen Fronten in Spanien Salamanca, 9. Dezember. Der Heeresbericht des obersten Befehlshabers von Salamanca besagt am Dienstag, daß an den verschiedenen Fronten der Nordarmee nur geringe Gefechtstätigkeit herrsche, da das schlechte Wetter militärische Operationen kaum zulasse. Auch von der Südarmee sei nichts Neues zu melden. Nationale Flieger haben mit Erfolg mehrere Flugplätze der Roten mit Bomben belegt. Ein sowjetrussisches Jagdflugzeug wurde abgeschossen. „Aus der Dunkelheit ins Licht!“ Ein„Times"=Bericht über das Leben im roten und im nationalen Spanien London, 9. Dezember. Ein Sonderkorrespondent der„Times“ in Sevilla schildert in einem interessanten Bericht das Leben im nationalen Spanien. Der Berichterstatter sagt, wenn man aus den von den Roten beherrschten Gebieten nach dem Spanien der Nationalregierung reise, so habe man den Eindruck, daß man aus der Dunkelheit ins Licht ginge. General Franco und seine Mitarbeiter hätten eine große Arbeit geleistet, um im Land wieder Ordnung herzustellen. Der Gegensatz zwischen Malaga, wo das wirtschaftliche Leben zum großen Teil daniederliege, und Sevilla, wo mehr Handel als vor den Juli=Ereignissen getrieben werde und die dauernden Streiks aufgehört hätten sei erstaunlich. In dem nationalistischen Andalusien seien Leben und Eigentum jetzt sicherer als lange Zeit vorher. Die Straßen seien sauber, der Verkehr gut geregelt. Das Leben unter der Herrschaft der Nationalisten sei eine weniger mißliche Angelegenheit als früher in dem gleichen Gebiet. Der Bericht schildert dann die Maßnahmen zur Niederzwingung des Kommunismus und Anarchismus und weist schließlich darauf hin, daß noch große Arbeit zu leisten sei, um das Versöhnungswerk zu vollenden. Mißglückte Werbung für das rote Spanien in den Straßen von Paris Paris, 9. Dezember. Einen kläglichen Ausgang nahm am Mittwoch ein Versuch, auf der Straße Reklame für die spanischen Bolschewisten zu machen. Auf einem der großen Boulevards erschienen am Mittwoch nachmittag zwei Kraftwagen, die an den Seiten in großen Lettern die Aufforderung trugen„Propagandasammelstelle für das republikanische Spanien“. Im Nu waren die Wagen von einer riesigen Menschenmenge umringt, die zum Teil eine drohende Haltung einnahm, so daß die Polizei eingreifen mußte, die die Wagen unterstellte und zwei Verhaftungen vornahm. Generalarbeitsführer Krause beigesetzt Königsberg, 9. Dezember. Am Mittwoch fand in Königsberg die feierliche Beisetzung des am Sonntag in Nürnberg verstorbenen G. teil Reichsarbeitsführer Generalmajor Hierl, Gauleiter und Oberpräsident Koch und der Kommandierende General und Befehlshaber im Wehrkreis I, General der Artillerie von Brauchitsch, sowie zahlreiche Führer des Reichsarbeitsdienstes, der SA., SS. und des RSKK. Reichsarbeitsführer Hierl widmete dem Verstorbenen die letzten Abschiedsworte.„Wir müssen Abschied nehmen von dem ersten Arbeitsgauführer, den der Tod aus unserer Gemeinschaft gerissen hat“, so sagte er,„aber dieser Abschied bedeutet nur eine Trennung von dem, was sterblich war. Unser dahingegangener Kamerad lebt fort in unserer Erinnerung als der alte, untadelige Offizier und der alte, begeisterte Nationalsozialist. Er lebt fort als der vorbildliche Arbeitsdienstführer, der das Gesetz unserer Gemeinschaft: Treue, Gehorsam und Kameradschaft seiner Gefolgschaft vorlebte. Ganz besonders vorbildlich war seine Pflichttreue. Nur mit solchen Männern als Mitarbeiter war es möglich, dem Führer seinen Reichsarbeitsdienst aufzubauen.“ Nach einer weiteren Würdigung des Verstorbenen durch Gauleiter Koch erfolgte unter Teilnahme sämtlicher Gliederungen der Partei die Ueberführung des Sarges in das Krematorium. Versammlungsruhe vom 15. Dezember bis 15. dnb Berlin, 9. Dezember. Der Reichspropagandaleiter der NSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels, gibt bekannt: Mit Rücksicht auf die Weihnachtszeit ordne ich hiermit eine allgemeine Versammlungsruhe für die Zeit vom 15. Dezember bis 15. Januar 1937 an. Diese Ruhepause betrifft alle öffentlichen Versammlungen und Kundgebungen. Nicht eingeschlossen sind die Weihnachtsfeiern der NSDAP., ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände sowie die Filmvorführungen der Amtsleitung Film der Reichspropagandaleitung. (gez.) Dr. Goebbels, Reichspropagandaleiter der NSDAP. „Gneisenau“ streifte Kaimauer dub Berlin, 9. Dezember. Das Oberkommando der Kriegsmarine gibt bekannt: Bei seinem Stapellauf am 8. Dezember berührte das Schlachtschiff„Gneisenau“ mit dem Heck die Kaimauer des gegenüberliegenden Ufers. Das Schiff konnte jedoch ohne Schwierigkeiten an seinen Liegeplatz gehen. Die angestellten Untersuchungen haben ergeben, daß das Schiff nur unerhebliche Beschädigungen an der Außenhaut über Wasser davongetragen hat. Der Führer ehrt eine Hundertjährige. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Wilhelmine Staffast in Elbing aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Weitere politische Nachrichten auf Seite 7. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest, Kommunalpolltik und Stadtteile: Adolf Peddingbaus, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolttik und Unterbaltung: Dr. Josef Schwermann Wirtschaft: Fritz Schmidt, Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Sport: Hans Hornbero, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftlettung: Michael Haupt, Berlin=Karlsdorst, Döndoffstraße 19. Anrui Karlsdorft 0340. Berliner Anzeigenvertretung: H. W. Pempe. BerlinCharlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf C 1 Steinplay 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlen a Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig. Nachlaßstaffel.— DA. XI. 36 über 27000. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer Mittwochs und Samstags, von 16 dis 17 Udr. Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Rückvorto, Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten Seite 3 Nr. 289° Bochumer Anzeiger# Donnerstag 10. Dezember 1936 Nachrichten Weihnachtsgruß aus der Luft Kleines Adventserlebnis auf der Straße Des Abends nach angebrochener Dunkelheit auf der Kortumstraße. In ein Lichtermeer ist die ganze Straße gehüllt. Ueberall grüßen die für Bochum schon Symbol gewordenen Weihnachtskränze mit den Grubenlichtern. An den hell erleuchteten Schaufenstern drängt sich eine schaulustige Menge vorbei, um die vielen schönen Auslagen sinnend zu betrachten. Vor einem Schaufenster steht ein junges Brautpaar. Sie mögen wohl gegenseitig heimlich ihre Weihnachtswünsche ausgetauscht haben und jetzt nach passenden Geschenken Ausschau halten, die ihrer Liebe sinnfällig Ausdruck verleihen. Vielleicht hat er gerade einen heimlichen Seufzer zum Himmel geschickt, woher er nur das Geld nehmen soll, um alle heimlichen Wünsche erfüllen zu können. Wer weiß? Jedenfalls fiel plötzlich ein Weihnachtsgruß vom Himmel und legt sich dem jungen Mann buchstäblich um den Hals. Und das kam so: Ein Adventskranz, der hoch über den beiden angebracht war, hatte sich aus irgendeiner Ursache gelöst und war heruntergefallen. Nun bedeckte er den Bräutigam gerade so, als wolle er ihn mit einem besonderen Weihnachtsgruß auszeichnen. Zuerst natürlich großes Erstaunen, auch bei denen, die diesem Zwischenfall zusahen, dann aber ein befreiendes Gelächter. Gott sei Dank, daß nicht noch die schwere Grubenlampe daran hing. Der Weihnachtsgruß aus der Luft hätte dann doch noch Unheil anzurichten vermocht. Der Geschäftsmann wird sogleich verständigt. Entschuldigend nähert er sich dem jungen Paar und bittet, einen Augenblick zu warten. Im Augenblick ist er wieder draußen und reicht dem jungen Mädchen einen kleinen Geschenkkarton. Inzwischen haben sich die Menschen wieder verlaufen. Das Paar aber ist etwas zur Seite getreten, die weibliche Neugier hat wieder einmal gesiegt.„Ach, Fritz, gerade diese Tasche hatte ich mir gewünscht!“ Er aber blickt empor zum Grubenlicht und murmelt leise vor sich hin:„Also war es doch ein Weihnachtsgruß aus der Luft." Soen aus den Saderiank... Die ersten Weihnachtsbäume in Bochum eingetroffen beseelt. Meister Grimbart, der Dachs, hält, wie seine Ehehälfte, seinen Winterschlaf und hat sich in seine dunkle Wohnung zurückgezogen. Wie lebendig geht es dagegen bei den Meerschweinchen zu. Der Kater, der sie heimgesucht hat, erschreckt sie nicht mehr, den hat das verdiente Schicksal ereilt. Und nun die Affen im Warmhaus! Kapuziner=, Java=, Resusaffen, Meerkatzen und Mangabe tollen im Wirbel hin und her, da ist alles Rastlosigkeit und Uebermut. Die großen Gebirgs=Resusaffen sind garstige Gesellen, mit denen schlecht Nüsse zu essen ist. Die Mahnungen des prächtigen Papageis, artig zu sein, finden kein Ohr bei ihnen. Hin und wieder läßt sich auch die schöne Pardelkatze sehen. Die exotischen Vögel im Warmhaus lassen an Munterkeit nichts zu wünschen. So bietet der Tierpark auch im Winter viel Anregung für jeden Tierfreund. * Die Industriebewohner sind große Tierliebhaber. Sie können ja nicht die Tierwelt in Wäldern und auf Fluren beobachten, sind angewiesen auf solche Anlagen, wie sie unser Tierpark darstellt. Und es ist doch ganz etwas anderes, Tiere in größerer Zahl vereint zu sehen, als wenn jemand einen Stubenvogel hält. Man wird es daher mit Freuden begrüßen, daß der Tierpark Der 3. Eintopssonntag muß seiner tiefen Bedeutung im Weihnachtsmonat entsprechen! Bringt Opfer, die Weihnachtsfreude bringen! Aufnahme: BA.-Muthherr Auf der Güterrampe des Hauptbahnhofes stehen schon die offenen Waggons, hochbeladen mit der grünen Fracht Muttertragödie Ein Unglück, das Mutter und Kind in Lebensgefahr brachte, ereignete sich in einem Hause. an der Kohlenstraße. Eine junge Mutter wurde, als sie das neugeborene Kindchen baden wollte, von Krämpfen befallen. Sie stürzte mit dem Kinde gegen den Herd, wobei das Kindchen in das Gefäß mit heißem Wasser fiel und am Unterkörper arg verbrüht wurde. Auch die Mutter wurde verletzt. Beide wurden dem Augusta=Hospital zugeführt. Das Kindchen schwebt in Lebensgefahr: das Befinden der Mutter hat sich gebessert. Zwei Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen in Bochum Nachdem sich Bochum bereits mit den großen öffentlichen Weihnachtsbäumen, mit Grubenlampen und Tannenkränzen vorweihnachtlich geschmückt hat, sind jetzt auch die ersten Weihnachtsbäume zum allgemeinen Verkauf da. Hoch oben aus dem Sauerland, dessen Gipfel zum Teil schon Schnee tragen, sind sie auf Pferdewagen über stille Waldwege zu den Ortschaften und Bahnhöfen gewandert und haben dann die Reise zu uns angetreten. Wenn man so sagen will: das Sauerland ist eins der Hauptausfuhrgebiete für den deutschen Weihnachtsbaum und die Bäume, die wir hier in Bochum bekommen, stammen überwiegend aus jenem schönen, waldreichen Bergland unserer Heimatprovinz. Sorgfältig begutachtet auf Wuchs und Größe, sind sie dort von Forstfachmännern ausgesucht und dann geschlagen worden. Genau so sorgfältig, wie jetzt bei uns die Käufer aussuchen werden, wenn sie beim Händler das Bäumchen aussuchen wollen. Ihr Bäumchen, das ihnen und ihren Kindern Weihnachten ins Haus bringen wird. Noch wenige Tage und wir werden überall in der Stadt die grünen Stände finden, denn es ist die Zeit, in der alljährlich wieder der Wald zu uns in die Stadt kommt. Winlerond aus den Auch jetzt lohnt sich ein Besuch des Tierparks— Die Vogelwelt im Winter Bei unsern Vierfüßlern im Warmhaus— Geplante Umgestaltung und Erweiterung Am 8. Dezember wurde auf der Herner Straße, vor dem Hause Nr. 159, ein Radfahrer von einem Last= im Stadtpark. Kein kraftwagen angefahren und schwer verletzt. Mit einem mehr sind die Bänke beiln Milchhäuschen besetzt von Still geworden ist es da oben beim Bismarckturm schen und Rotschwänzchen und was es sonst noch gibt: im Stadtparr. Kein Kinderjuhel ertönt mehr, nicht wie wohl fühlen sie sich bei, guter Pflege! In einem Schädelbruch wurde der Verletzte in das Elisabeth=Krankenhaus eingeliefert. Es besteht Lebensgefahr. Das Fahrrad wurde schwer, der Lastkraftwagen leicht beschädigt. Am gleichen Tage stießen auf der Herner Straße, Ecke Löbkerring, ein Lastkraftwagen und ein Kraftrad zusammen. Der Fahrer des Kraftrades geriet unter Kindermädchen und ihren Schutzbefohlenen und Ella, die geduldige Eselin, trägt keine Mägdlein und Büblein mehr im Zuckeltrab so rund um Baracken und Geflügelhof herum. In sonnigen Stunden, deren es leider so wenige gibt um diese Jahreszeit, sieht man ab und zu einige Kinderwagen ihre Wege durch den Tierpark ziehen, trippelt an Vaters oder Mutters Hand ein den Lastkraftwagen und erlitt schwere Verletzungen. Kiek=in=die=Welt von Gehege zu Gehege; nur unentMit Hilfe der Feuerlöschpolizei wurde er unter dem wegte Tierliebhaber finden auch an anderen Tagen den Lastkraftwagen hervorgeholt und in das Bergmannsheil eingeliefert. Das Kraftrad wurde schwer beschädigt. Den Schußverletzungen erlegen Wie bereits in der Montag=Ausgabe berichtet, erlitt der 19jährige Heinz K. aus Bochum=Grumme beim Reinigen einer Schußwaffe eine schwere Schußverletzung. Diesen Verwundungen ist der junge Mann am Dienstag abend erlegen. Vor ein Personenauto geraten. Am 8. Dezember wurde auf der Alleestraße, Ecke Mayerstraße, ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren und vom Rade geschleudert. Der Radfahrer erlitt eine klaffende Wunde am Kopf und wurde dem Elisabeth=Krankenhaus zugeführt. Weg zum Tierpark. * Und doch bietet der Tierpark auch im Winter noch mancherlei Gelegenheit zu Studien. Leer sind zwar die Gehege, in denen im Sommer das kleine Volk der gefiederten Sänger sich des Daseins freute. Es wurde aber gesorgt, daß sie auch jetzt noch ihres Lebens froh sein können. In der gut geheizten großen Baracke hat man sie untergebracht; keine Kälte, kein Hunger, kein Durst plagt sie wie ihre Artgenossen, die im Freien einen harten Kampf in der Winterszeit zu bestehen haben. Da hüpfen sie munter von Zweig zu Zweig, fliegen im weiten Raum hin und her, all die kleinen Sänger unserer heiimschen Vogelwelt, Frau Nachtigall fühlt sich sogar so wohl, daß sie am Tage ihren bezaubernden Gesang erschallen läßt. Finken der verschiedenen Arten, Laubvögel, Zaunkönige, Pirole, RotkehlAiesige Erdinengen in Bewegung Der Ausbau der Wasserstraße durch das Wiesental Gehege stolziert neben Berassinen, Strand= und Flußuferläufern der Brachvogel, der nun schon vier Jahre im Tierpark erlebt hat. Und wie hier in der Baracke, so fühlen sich auch die Kleinvögel im Warmhaus wohl. * Lebhaft geht es zu in dem Gehege, wo Raben= und Saatkrähen, Dohlen, Elstern, Eichelhäher, Turm= und Baumfalken ihr Wesen treiben. Diese Gesellen, wie auch die Eulen in ihrer Burg, wie Uhn, Bussard, Habicht und Kolkraben in ihrem Gelaß, sind wetterfest und lassen sich so leicht nicht aus der Laune bringen. Meister Specht ist fleißig am hämmern, er läßt sich durch die Schreie der Möven, denen das Wasser nie zu kalt ist, nicht beirren. Ruhiger geht es jetzt im großen Geflügelhof zu; Perlhühner und die anderen Hühnerarten sind beim Fehlen von Sonne weniger scharrfreudig und das Volk der Enten ist auch nicht so munter wie sonst. Die bunten Pfauen sind, seitdem die weißen Pfauen in das große Gehege der Sumpfvögel gebracht worden sind, friedfertiger geworden und lassen öfter ihre glitzernden „Räder" bewundern. Was übrigens auch der weiße Pfauhahn tut, der mit Vorliebe auf einem Rhododendronbusch thront. Gravitätisch hockt Freund Adebar auf einem Baumstumpf. das eine Bein hochgezogen. Der Philosoph unter den Vögeln hat das Fernweh, das ihn im Herbst packt, überwunden und sehnt sich nicht mehr fort. Ebensowenig Kraniche und Reiher und das übrige Sumpfgeflügel. Es ist ja bestens für sie gesorgt! * Nun zu den Vierbeinern. Zu zwei Halbkugeln zusammengerollt liegt das Waschbärpärchen da, den Kopf im dichten Pelz verborgen, sie schlafen am hellen Tage. Die Füchse schauen mit listigen Augen durchs Gitter— wie gern möchten sie einem Hühnerstall einen Besuch abstatten! Ein Verlangen, das den munteren Iltis und das hübsche Edelmarderpärchen gewiß nicht minder vergrößert wird. Der Plan, den Tierpark im Rechener Busch unterzubringen, ist fallen gelassen worden. Da die Gärtnerei am Stadtpark zum Hauptfriedhof in Altenbochum=Havkenscheid verlegt wird, stehen vom nächsten Frühjahr ab die etwa 2½ Morgen Gelände der jetzigen Stadtgärtnerei dem Tierpark zur Verfügung. Es ist beabsichtigt, die Baracke und die nördlich davon liegenden Gehege dorthin zu verpflanzen. Der Tierpark würde dann ein abgeschlossenes Ganze bilden, von der Cäcilienstraße bis zum jetzigen Sumpfgehege, das erhalten bleibt, und vom Milchhäuschen an bis zum Treibhaus. Der Eingang soll dann beim Milchhäuschen sein. Das Warmhaus wird ganz erheblich vergrößert; ein Abteil wird die Affen beherbergen und anderes vierbeiniges Getier, das im Winter die Kälte nicht vertragen kann, ein anderes Abteil soll weiten Raum bieten für die schutzbedürftige Vogelwelt. Auch ein zweites Sumpfgehege ist vorgesehen, weiter denkt man an die Errichtung eines modernen Aquariums, wie es z. B. Duisburg besitzt. Es sind weiterhin allerlei Verbesserungen vorgesehen, um den großen Vögeln vermehrte Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Natürlich gehört dazu Geld. Die Bochumer die ihre Freude am Tierpark haben, müssen die gute Sache noch freudiger unterstützen! Jeder sollte Mitglied des Vereins der Tierparkfreunde sein, zumal der Jahresbeitrag sehr gering ist und freien Zutritt gewährt. Unsere Nachbarstadt Dortmund will ebenfalls einen Tierpark errichten— andere, kleinere Städte besitzen schon einen solchen. Der Bochumer Tierpark soll kein„Zoo“ mit wilden Raubtieren sein, sondern ein Tierpark, der dem Industriebewohner einen Blick in die heimische, ihm fremd gewordene Tierwelt gestattet und ihn für den Schutz der Natur, den Schutz vor allem der heimischen Vogelwelt gewinnt. Wer diese Tierwelt nicht kennt, kann sie auch nicht lieben. So erfüllt der Bochumer Tierpark eine ideale Aufgabe, wert der allgemeinen Unterstützung. Wenn zu den heimischen Tieren auch einige das Gesamtbild belebende, in dieses hineinpassende Exoten hinzukommen, so ist das eine Bereicherung, aber keine Verwaschung des Leitgedankens, unsere Tierwelt den Besuchern zu zeigen. ap. Feierstunde der H3. in der Goethe=Oberrealschule Die Lehrer= und Schülerschaft der Goethe=Oberreal= schule erlebte am Mittwoch mittag eine gemeinsame Feierstunde mit einer Jungarbeitermannschaft des Standortes Groß=Bochum der HJ., in der auch Oberbannführer Strube das Wort ergriff. In einer Folge von Darbietungen eines Blasorchesters, eines Chores und einzelner Vortragender wurde allen an dieser Feierstunde Beteiligten das hohe Können des deutschen Jungarbeiters auf kulturellem Gebiet gezeigt und ein Einblick in das kulturelle Schaffen der HJ. geboten. Einbrecher im Waschkeller In der Nacht zum 7. Dezember wurde der Waschkeller des Hauses Pommerellenstraße 9 aufgebrochen und nachstehende Wäschestücke gestohlen: 2 Damastbezüge, in sich gestreift, 1 grünweiß gestreiftes Oberhemd, 1 rotweiß gestreiftes Oberhemd und sonstige kleine Wäscheteile. Wer kann zu diesem Diebstahl zweckdienliche Angaben machen? Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Aufnahme: BA.-Muthherr Als östliche Begrenzung des Hauptteiles des Parkes„Im schönsten Wiesengrunde“ die im gcoßzügigen Ausbau befindliche Wasserstraße. Der breite Damm im Vordergrund wird die Wasserstraße an der Stelle, wo früher die offenen, großen Rohrleitungen lagen. Wie bereits in der Mittwoch=Ausgabe berichtet Rohrleitung die Gegend verschandelte. Wie das Bild wurde, sind rings um das Wiesental erhebliche Arbeiten im Gange, die der Umgebung dieses schönen Parkes ein völlig verändertes, schönes Gesicht geben werden. In ihrem Umfang wohl die bedeutendste dieser Arbeiten ist der Ausbau der Wasserstraße auf dem Stück, auf dem früher die auf Ziegelsteinsockeln ruhende große zeigt, ist von dieser häßlichen Rohrleitung nichts mehr zu sehen. Der breite Damm im Vordergrund zeigt die Linie der Wasserstraße an. Der links auf dem Bilde sichtbare Damm stellt die Verbindung zur Rubensund Cranachstraße her Richtfest an der Haderslebener Straße Der erste Bauabschnitt des neuen Wohnblocks des Gemeinnützigen Wohnungsvereins an der Haderslebener Straße konnte am Dienstag gerichtet werden. Alter Sitte des Bauhandwerks gemäß hatte nun der Bauherr die an dem Bau beteiligten Volksgenossen zu einem zunftgexechten Richtfest eingeladen. Im Lokal Hahnefeld, Hermannshöhe, versammelten sich am Dienstag abend die an dem Bau beteiligten Bauhandwerker mit den Vertretern des Gemeinnützigen Wohnungsvereins, um in schlichter Weise einen Kameradschaftsabend aller am Bau Beteiligten zu feiern. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Schnitzler, betonte, daß der Gemeinnützige Wohnungsverein einen alten Handwerkerbrauch wieder zu Ehren kommen lassen wolle. Der erste Bauabschnitt sei trotz ungünstiger Witterung schnell gefördert worden, er hoffe, daß die zukünftigen Einwohner sich in diesen zunftgerecht erbauten Häusern wohl fühlen mögen. Architekt Dreßler dankte dem Bauherrn, daß er dem Bauhandwerk erneut Gelegenheit gegeben habe, die handwerkliche Baukunst zu beweisen, dankte ferner allen am Bau Beteiligten und stellte mit Genugtuung fest, daß kein Unfall den Verlauf des Baues getrübt habe, denn der Mensch sei mehr wert als phot.: Sisnaiske totes Material. Seine Ausführungen klangen aus mit einem Sieg=Heil auf den Führer. Direktor Lange sprach sodann namens der bauausführenden Firmen den Dank für die anerkennenden Worte aus. An den offiziellen Akt schloß sich ein froher, unterhaltender Teil an. Alte Zunftlieder klangen auf, und insbesondere die Zimmerleute bewiesen, daß in ihren Kreisen die Ueberlieferung alter schöner Sitten und Bräuche gepflegt wird. Seite 4 Nr. 289 7 Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 10. Dezember 1936 „Planvoll geleitete Wirtschaft“. Vortragsabend in der Arbeitsgemeinschaft deutscher Betriebsingenieure. Nach längerer Pause trat die Arbeitsgemeinschaft deutscher Betriebsingenieure im Verein deutscher Ingenieure am Mittwoch abend im Bochumer Hof mit einer größeren Vortragsveranstaltung an die Oeffentlichkeit. Durch das Hinscheiden des Oberingenieurs Otto. der bislang als Obmann die Geschäfte der Arbeitsgemeinschaft geführt hat waren die Arbeiten zum Stillstand gekommen. Wie Obmann Cremer in seiner Antrittsrede erklärte, wird das Erziehungsgebiet der Schulung besonders pfleglich behandelt werden. Der Refa=Lehr= gang ist in vollem Gange. Anfang Januar beginnt der Hauptkursus. Ende März soll noch ein Kursus für industrielles Rechnen eingerichtet werden. Lobend sprach sich Obmann Cremer über die Arbeit der Ausschüsse aus, unter denen der Ausschuß für Berabau unter der neuen Leitung von Diplomingenieur Dohn an erster Stelle marschiert. Als Auftakt für die winterliche Schulungsarbeit, die einen großen Vortragszyklus über allgemein interessierende Fragen der nationalsozialistischen Wirtschaftsordnung vorsieht, war der Vortrag des Regierungsbaumeisters Kloth(Köln) anzusehen, der über die Bedeutung des Vierjahresplanes sprach und in Ausführungen über die zur Zeit wichtigsten Probleme der deutschen Rohstoffversorgung Ueberlegungen darüber anstellte, wie der deutsche Betriebsingenieur zu seinem Teile dazu beitragen kann, daß dem deutschen Volke die Nahrungs= und Rohstofffreiheit gesichert wird. Am 16. und 17. Januar 1937 Dag dei Sedischen Pruzei Im Dienste des Winterhilfswerks und der Aufklärung der Bevölkerung Besuch auf Bochumer Zechen. Am Dienstag besuchten 20 Offiziere und Unteroffiziere der Luftwaffe aus Münster Bochumer industrielle Anlagen. Die Flieger bekamen diesmal den„Bauch“ der Erde zu sehen, das heißt, sie fuhren auf den Schachtanlagen Gewerkschaft ver. Constantin der Große 4/5 und 6/7 ein, um die Arbeitsplätze und=bedingungen der Kumpels kennenzulernen. Eennitelt! Der Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei, Himmler, hat im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda sowie dem Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk und dem Reichsjustizministerium in einem Runderlaß an die Polizeibehörden die Durchführung des mehrmals verlegten„Tages der Deutschen Polizei“ für den 16. und 17. Januar 1937 angeordnet. An diesem„Tag der Deutschen Polizei“ wird sich die gesamte Polizei des Reiches einschließlich der Technischen Nothilfe und der Feuerlöschpolizei in erster Linie in den Dienst des Winterhilfswerkes stellen. Daneben wird aber auch das Programm der vorgesehenen„Polizei=Aufklärungswoche“ in verkürzter Form zur Abwicklung gebracht. Die Beamten der polizeilichen Exekutive werden nicht selbst sammeln, um den entferntesten Anschein eines amtlichen Druckes zu vermeiden. Nur soweit das Sammeln mit dem Polizeidienst nicht in unmittelbarem Zusammenhang steht, werden die Sammlungen von Polizeibeamten durchgeführt. Dafür werden die Angehörigen der Feuerlöschpolizei, der Technischen Nothilfe und Männer des RSKK. ein besonderes auf den Tag der Deutschen Polizei hinweisendes Ansteckabzeichen verkaufen. Weiter hat der Chef der Deutschen Polizei die gesamte Polizeibeamtenschaft zu einer Sonderspende fur das deutsche Winterhilfswerk aufgerufen. Als Hauptaufgabe des Tages der Deutschen Polizei bezeichnet der Runderlaß die Aufklärung der Bevölkerung über die zahlreichen Möglichkeiten ihrer Mithilfe an der Lösung der polizeilichen Aufgaben im nationalsozialistischen Staat. In fast allen größeren deutschen Städten werden Sondervorführungen guter KriminalKurzfilme, die von der Zensur mit hohen Prädikaten ausgezeichnet wurden, stattfinden. Auf den öffentlichen Plätzen werden die wichtigsten Verkehrsgrundsätze anschaulich vorgeführt werden. Die Polizei wird in die Schulen gehen und durch ihre Fachmänner aufklärende Vorträge halten lassen. Ein die Volksverbundenheit der neuen Polizei symbolisierendes Einheitsplakat wird im ganzen Reich auf den Tag der Deutschen Polizei hinweisen. Die Dienststellen der Partei, die Oberste SA.=Führung, die Korpsführung des RSKK. und alle an einer weitgehenden Aufklärung der Bevölkerung über diese Fragen interessierten öffentlichen und privaten Stellen haben ihre Unterstützung für diesen„Tag der Deutschen Polizei“ zugesagt. PeussnerstungenTarch den=Badern Drei Vorträge in der Kreisbauernschaft Bochum im Parthaus Wo bleiben die kauflustigen Hausfrauen? Der Mittwochmarkt In der Krimm zeichnete sich durch eine sehr reichhaltige Anfuhr an Wintergemüse und Obst aus, von dem die Hausfrauen leider nicht den zu erwartenden Gebrauch machten. Die Fischstände waren auch an diesem Markttage wieder sehr gut beschickt, und die Preise zeigten den aleichen Stand der Vorwoche. Klares Winterwetter Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim. um 21 Uhr. Die Hochdruckwetterlage hat keine Aenderung erfahren. Die Luftdruckverteilung ist die gleiche geblieben. Nur das russische Hochdruckgebiet hat sich weiter nach Westen vorgeschoben und wird mit dem atlantischen Hoch in Verbindung treten. Deutschland kommt damit ganz unter den Einfluß dieses Hochdruckrückens. In der absinkenden Luft wird es, abgesehen von Nebelbildung, zu klarem Winterwetter kommen. Aussichten für Donnerstag: Schwache südliche Winde, in den Morgenstunden diesig oder neblig, tagsüber heiter, nachts Temperaturen bis auf fünf Grad unter Null absinkend auch tagsüber nur wenig über dem Gefrierpunkt.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Trocken und kalt. Mittwoch, 9. Dezember Barometerz4 Uhr: H11.5 Thermometer 34 Uhr:„## Zeiten für Sonne und Mond am 10. Dezember: GAufg..30, Unterg. 16.16; C Aufg..00, Unterg. 13.57 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Unseren Bauern und Landwirten fällt innerhalb des Vierjahresplanes eine besondere Aufgabe zu: die höchstmögliche Steigerung des Ernteertrages. In diesem Sinne fanden sich am Mittwoch nachmittag die Mitglieder der Kreisbauernschaft im großen Saale des Parkhauses zusammen. Kreisbauernführer Hautkapp begrüßte die Mitglieder und Gäste und betonte, daß die Erzeugungsschlacht weitergehe. In Kleinversammlungen der Ortsbauernschaften sollen betriebstechnische Fragen gelöst werden. Jeder Betrieb werde aufgesucht und ihm eine Nummer gegeben werden aus organisatorischen Gründen. Die Anbaufläche für Brotgetreide dürfe keine Einbuße bei allen Maßnahmen erleiden. Jeder Betrieb müsse so gestellt sein, daß er die Fütterung seines Viehs mit wirtschaftseigenen Erträgen durchführen könne. Mit großem Interesse folgten dann die Zuhörer dem Vortrag des Diplom=Landwirts Sielaff(Münster) über„Saatgutfragen". Der Redner führte u. a. aus, daß die Produktionserhöhung der Futtermittel nicht durch Mehranbau, sondern auf derselben Fläche wie bisher erreicht werden müsse. Verknappung des Futters durch Verluste müsse durch Einsäuern verhindert werden. Die Produktionssteigerung werde in erster Linie durch bessere Düngung und sachgemaße Bearbeitung des Bodens, vor allem aber auch durch die Verwendung gesunden Saatguts erzielt. Neben dem Brotgetreide spiele die Kartoffel bei unserer Ernährung eine erste Rolle. Eine widerstandsfähige Kartoffel anzubauen, die sowohl als Futter= wie auch als Speisekartoffel allen Anspruchen gerecht werde, sei erstrebenswert. In längeren Ausführungen kennzeichnete der Redner dann die verschiedenen Qualitäten des Saatgutes, seine zweckmäßigste Verwendung und die Erkennung der Saaten an Verpackung und Plombierung. Die Verwendung von gereinigtem und gebeiztem Saatgut ist selbstverständlich das Beste. Der Bedarf an Saatgut für den Flachsanbau werde demnächst ganz durch deutschen Leinsamen gedeckt werden können Wenn sich bisher beim Flachsanbau noch einige Mängel gezeigt hätten, so dürften diese nicht davon abhalten, den Anbau zu bessern. Ueber das Thema„Aufstellung von Ahnentafeln" sprach Kreisfachschaftswalter für Blutsfragen Heimann(Gerthe). Es müsse der Stolz jedes Bauern sein, sein Ahnenarchiv vollständig zu haben. Um die Ahnen= und Sippenforschung korrekt durchzufuhren, sei es notwendig, neben der Pflege alter Haus= und Grabinschriften auch alle alten Schriftstücke, Urkunden, Prozeßakten usw. sorgfältigst aufzubewahren. Wenn auch die bäuerliche Ahnenforschung einige Schwierigkeiten mache, so sei sie doch wert, energisch betrieben zu werden. Bei der Ahnen= und Sippenforschung seien er, der Redner, wie auch alle Standesämter jedem gern behilflich. Den dritten Vortrag des Abends,„Die landwirtschaftliche Maschine in der Erzeugungsschlacht", hielt Dr. Buchholz(Münster). Der Redner leitete seinen Vortrag mit der Erwähnung der mehr als drei zurückliegenden Vorkommnisse in Oberschlesien ein, wo Landarbeiter eines Tages die landwirtschaftlichen Maschinen zerstört hatten, weil sie ihnen die Schuld an ihrer Arbeitslosigkeit zumaßen. Welch gewaltiger Wandel sei inzwischen vor sich gegangen! Landwirtschaft und Industrie förderten sich heute gegenseitig. Mit Hilfe der Technik könne der Boden tiefer und gründlicher bearbeitet werden und die Leistungssteigerung geschähe nicht durch Vermehrung der Arbeitslast. Sehr wichtig sei für jeden Bauern die Frage der Arbeitsorganisation und der Arbeitseinteilung. Besonders wichtig bei der Aufstellung des Arbeitsplanes sei der Einsatz der landwirtschaftlichen Maschinen zur gegebenen Zeit. Zweckmäßiges Arbeitsverfahren diene der Leistungssteigerung in hohem Maße. In Lichtbildern zeigte der Redner dann Arten der Bodenerkrankungen und deren nachteilige Auswirkungen auf den Ernteertrag. Bilder von Maschinen aller Art, sowohl für die praktische und richtige Bearbeitung des Bodens, als auch für Saat und Ernte unterrichteten anschaulich darüber, daß unsere Bauern gemeinsam mit der Industrie bemüht sind, in der Erzeugungsschlacht des Vierjahresplanes Höchstleistungen in der Ernte mit Hilfe maschineller Geräte zu erzielen. Schalerionzert Possiann Im neu hergerichteten schönen Saal des Friedrich= Silcher=Hauses erfreuten Schüler der Mittel=, Oberund Ausbildungsklasse des Hoffmannschen Konservatoriums eine sehr große Zahl von Zuhörern mit musikalischen Gaben aus den verschiedensten Gebieten. Neben der Ausbildung im Klavierspiel ist jetzt, wie die Programme der letzten Jahre zeigen, eine ebenso ausgedehnte Pflege des Violinspiels getreten, und es ist ganz natürlich, daß sich die jungen Kräfte hier von selbst zur Gemeinschaftsarbeit zusammenfinden. Mit dem Duett zwischen Geige und Klavier ist der erste Schritt zur Gemeinschaftsmusik getan. Dem jungen Pianisten wie dem gleichaltrigen Geiger bereitet es sichtliche Freude, gemeinsam vor die Oeffentlichkeit zu treten. Dabei ist es interessant zu beobachten, wie sich schon hier ein mehr oder weniger ausgeprägtes Anpassungsgefühl auf rhythmischer und allgemein musikalischer Grundlage herausbildet. Wenn Ruth Prasuhn im Andante; eines Bachschen Violinkonzertes durch die Sicherheit des Vortrages und saubere Intonation überrascht, verdient die zuverlässige und einfühlsame Begleitung durch die tüchtige Pianistin E. Arends nicht weniger Anerkennung. Den sehr beachtlich fortgeschrittenen Geiger Walter Tonko sekundiert Franz Wagner in einem Mozartschen Violinduett unbeirrt und Wohin gehen wir heute? Stadttheater: 20 Uhr: Amphitryon. (ernst=Moritz=Arndt=Haus: 20 Uhr: Kammerorchester=Konzert. Tonhallen=Diele und=Gaststätte: Konzert und Tanz. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Ein idealer Gatte. Capitol: ab 15.30 Uhr: Arme kleine Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Savoy=Hotel 217. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Mädchenräuber. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Mädchen=Pensionat. Lichtsptelhaus: ab 15.15 Uhr: Der verkannte Lebemann. Odeon: ab 15.30 Uhr: Wolga in Flammen. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Wolga in Flammen. Uja=Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Gold nach Singapore. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Waldwinter. Apollo=Theater,.=Weitmar: Der Kosak und die Nachtigall. Capitol,.=Langendreer: Hilde und die vier PS. Capitol,.=Werne: Mazurka. Kammerlichtspiele.=Gerthe: Der Bettelstudent. Schauburg, Wanne=Eickel: Ave Maria Fort aus schlechter Gesellschaft! Sage nint, innn Wem Baulngehnt... Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Vor der Großen Strafkammer standen am Mittwoch wieder zwei Männer, die für die heranwachsende männliche Jugend geradezu ein sittlicher Verderb geworden sind. Sie suchten ihre Bekanntschaften in Badeanstalten und Freibädern. Wenigstens ist das besonders von dem Angeklagten Johann B. zu sagen, der förmlich danach geizte, beim Wassersport eine Rolle zu spielen. Als gegen ihn ein gewisser Verdacht auftauchte, hielt man ihn fern. Aber durch irgendwelche Umwege gelang ihm die Fühlungnahme mit der wassersportlichen Jugend doch wieder. Es ist als ein wahres Glück zu bezeichnen, daß dem Treiben dieses Menschen jetzt ein Ende gesetzt werden konnte. Aus der Vernehmung der jungen Zeugen ist zu entnehmen, daß dieser Angeklagte auch nach den verschärften Bestimmungen des§ 175 schuldig geworden ist. Es waren Bilder niederdrückender Art, die sich hier vor Gericht entrollten. Es handelte sich bei B. wiederum um eine bloße Entartung des Trieblebens, die keineswegs auf einer besonderen Veranlagung beruht. Der zweite Angeklagte war ein gewisser Theo Br., er war der Aeltere. Beide Angeklagten waren befreundet, und der Freund des einen wurde gelegentlich auch der Freund des angeren. Nach einem alten französischen Sprichwort: Die Freunde meiner Freunde sind meine Freunde. Doch ist dieses Wort im edlen Sinne gemeint. Br. hat sich übrigens nach Verschärfung der Strafbestimmungen von dem schlimmen Treiben zurückgezogen. Die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführte Verhandlung endete mit der Verurteilung des Johann B. zu zweieinhalb Jahren Gefängnis, des Theo Br. zu einem Jahre neun Monaten Gefängnis. Das Strafmaß wäre für den Erstgenannten noch höher ausgefallen, wenn Verführung halte nachgewiesen werden können. Aber diese Jugendlichen waren zum Teil schon in bedenkliche Gesellschaft geraten, bevor sie mit B. oder Br. bekannt wurden. B. wurde es strafmildernd angerechnet, daß er in früher Jugend die Eltern verlor und dann selbst ein Opfer der Verführung wurde, und daß er jetzt ein weitreichendes reumütiges Geständnis abgelegt hat. Auf Grund dessen ist es der Behörde nunmehr möglich geworden, kräftig zuzufassen. Man darf hoffen, es werde hier gelingen, das wuchernde Krebsgeschwür bis auf den letzten Rest auszubrennen. Für alle Eltern und Erzieher gibt dieser Prozeß wieder zu denken! Wie konnte eine solche Kette von sittlichen Verfehlungen sich aneinanderreihen, wie konnten sich derart einzelne Nester der Verderbnis bilden, ohne daß man sie schon früher erkannte und mit kräftiger Faust zerstörte?! Zum Schutze der Jugend, zum Besten des Volkes, im Interesse wahrer Volksgemeinschaft muß Schluß, ganz restlos Schluß, gemacht werden mit allen Rücksichten auf Personen oder Sachen. Dieser Durchgriff ist im Gange. Der Sumpf wird hoffentlich recht bald ausgetrocknet sein. Daß sich keine neue Fäulniserscheinungen bilden, dafür wird man sicherlich sorgen, das öffentliche Gewissen ist nun wachgeklopft! Eswird nicht wieder einschlafen! Zwischen zwei Schwestern Vor dem Schwurgericht wurde am Mittwoch gegen eine Frau aus Sickingmühle verhandelt, sie soll in dem Ehescheidungsprozeß ihrer Schwester den Zeugeneid wissentlich verletzt haben. Die Hintergründe dieses Scheidungsprozesses wieder waren böse Dinge, bei denen der gleiche Mann zwischen zwei Schwestern stand, die sich jetzt in tödlicher Feindschaft hassen. Die Zeugen waren in zwei Lager gespalten. Wo ist Wahrheit? Oft ist das selbst dem Auge des gelehrten Richters nicht erkennbar der doch wahrlich den Menschen bis in die tiefsten Falten ihrer Seele zu schauen gelernt hat. Schließlich wendete sich die Angelegenheit insoweit zugunsten der Angeklagten, als nicht wissentlicher, sondern fahrlässiger Falscheid angenommen werden mußte, der mit neun Monaten Gefängnis gesühnt wurde. Die Strafe ist schon halb durch die Untersuchungshaft verbüßt. Die Angeklagte nahm das Urteil an. rein. Auch das vierhändige Klavierspiel, wie das von W. Blome— H. G. Henneking und Ilse Lehmkühler— W. Cornelius ist gut auf einander abgestimmt. E. Nötzold, H. Fischer und H. Wilke leisten als Klaviersolisten zum Teil außerordentlich Gutes bei reifer Beherrschung ihrer Aufgaben. Der gesangliche Teil, durch eine Erkältung der sich dennoch sehr wacker haltenden Sopranistin Lydia Galka um einiges gekürzt, bietet als Hauptaufgabe Beethovens ergreifenden Kanon aus„Fidelio", der thematisch durchsichtig gelingt. Während W. Wortmann sich mit unterschiedlichem Erfolg für Mozart einsetzt, unterstreicht Martha Heyde in Liedern von Reger und Wolf ihre gesangliche Leistung durch eine sorgsam abwägende Musikalität und durchdachten Vortrag. Ein interessanter Satz von Karl Hasse, Suite für Violine und Klavier, beschloß den Abend, der herzlichsten Beifall aller Hörer fand. Dr. Josef Schwermann Noch über eine halbe Million RMN. Die Aufwendungen des Wohlfahrtsamtes der Stadt Bochum im November Im Monat November 1936 wurden im Wohlfahrtsamt in der offenen Fürsorge insgesamt 10 722 Hauptunterstützungsempfänger(HUE.) mit 23743 Köpfen (.), im Vormonat 10 861 HUE. mit 24 069 K. betreut. Die Zahl der Zusatzrentenempfänger betrug 1845 UE. mit 2921 K.(im Vormonat 1776 UE. mit 2825.). Milchgutscheine wurden an 1284(im Vormonat 1371) Personen ausgegeben. In der Wochenfürsorge wurden 37(im Vormonat 49) Anträge gestellt. In der geschlossenen Fürsorge(Anstaltsfürsorge) waren 2123 Personen(im Vormonat 2132) untergebracht. In der halboffenen Fürsorge waren untergebracht: in der Herberge als Wanderer täglich nach dem Wochendurchschnitt 13 Personen, im Obdachlosenheim als Wanderer täglich nach dem Wochendurchschnitt zwei Personen, in den Familienasylen 370 Familien mit 1816 Köpfen(im Vormonat 375 Familien mit 1806 Köpfen). Der Gesamtfürsorgeaufwand betrug 563 819,06 RM.(im Vormonat 557 458,28 RM.). Jubelfeier der Hessenvereinigung Bochum Wie alljährlich, so erschien auch heuer St. Nikolaus am Samstag im Vereinsheim W. Lotz, Königstraße, zur Bescherung der Kinder. Es wurde jedem Kind eine große Tute ausgehändigt. Anschließend, um 20 Uhr, fand die diesjährige Jubilarfeier statt. Vereinsführer Ide begrußte die zahlreich Erschienenen. Besonders begrüßte er den Verbandsführer W. Rudolph (Castrop=Rauxel) und den Bezirksführer Ruhl(Gelsenkirchen). Fraulein Blum brachte einen gehaltvollen Prolog zu Gehör. Vereinsführer Ide überreichte dem Ehrenführer des Vereins, Wilhelm Reuter, für 40jährige Mitgliedschaft ein Ehrendiplom. Die Silbernadel für 25jahrige Mitgliedschaft überreichte er den Jubilaren H. Reinhardt, B. Schäfer, K. Dietz, J. Pfeiffer, K. Stückradt. H. Lattemann, K. Möller. Verbandsführer Rudolph überreichte dem Jubilar W. Reuter eine Ehrenurkunde und ernannte ihn zum Ehrenführer des Verbandes. Die Glückwünsche des Landesvereins für Heimatschutz Kurhessen=Waldeck, übermittelte brieflich Bürgermeister Schimmelpfeng(Kassel). Mit bewegten Worten dankten Jubilar W. Reuter und Jubilar Reinhardt und brachten ein dreifaches Sieg=Heil auf den Verein aus. Bei gemeinsam gesungenen Heimatliedern und flotten Tänzen nahm die Feier einen schönen Verlauf. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Donnerstag, 10. Dezember NS.=Frauenschaft Weitmar=Mitte. 20 Uhr: Pflichtabend im Gemeindesaal. NS.=Frauenschaft Grumme. 17 Uhr: Adventsseier mit Kindern in der Kaiseraue. NS.=Frauenschaft Querenburg. 17 Uhr: Adventsstunde bei Eggermann. Gauschulungsreferentin Frau Becker spricht. RS.=Frauenschaft Laer. 16 Uhr: Adventsfeier bei Gilbers. NS.=Frauenschaft Langendreer=Wilhelmshöhe. 16 Uhr: Zusammenkunft bei Schulte. NS.=Frauenschaft Harpen. 17 Uhr: Adventsfeier im Gemeindeheim an der evangelischen Kirche. NS.=Frauenschaft Langendreer. 19.30 Uhr: Zusammenkunft für alle Gruppen bei Lindemann, Hauptstraße. Vortrag mit Lichtbildern der Kreisreferentin Fräulein Hückelheim. NS.=Frauenschaft Weitmar=Nord. 15.30 Uhr: Adventsfeier im Lutherhause, Hammer Straße. Erscheinen ist Pflicht. NSDAP. Werne. 20 Uhr: Schulungsabend für die Politischen Leiter der Gruppe II bei Kersten. NS.=Frauenschaft Wiemelhausen. 20 Uhr: Arbeitsabend im Paul=Gerhardt=Haus. RSDAP. Langendreer. 20.15 Uhr: Schulungsabend für die Politischen Leiter der Gruppe II bei Brücher. NSDAP. Altstadt. 20 Uhr: Schulungsabend der Gruppe B im Rathaus, Zimmer 301. NS.=Frauenschaft Stiepel=Süd. 15.30 Uhr: Adventsund Nikolausfeier für die Kinder der Spielkreise Schrick und Dorf. Teilnahme für alle Mitglieder Pflicht. Auch die Mütter der Kinder sind herzlich eingeladen. RS.=Frauenschaft Sundern. 16 Uhr: Adventsfeier bei Stemmann. NS.=Frauenschaft Gerthe. 20 Uhr: Pflichtabend bei Kalthoff. Vortrag von Elisabeth Eichhoff, Balve i..: Winterzeit— Kinderzeit—. Märchenzeit. RSDAP. Hordel. Schulung der Politischen Leiter im Heim an der Fichtestraße. NS.=Frauenschaft Hunscheidtsfeld. Freitag 20 Uhr: Zusammenkunft im Ernst=Moritz=Arndt=Haus. Königsallee. Vortrag von Frl. Dr. von Dören„Ueber Sippenforschung". Erscheinen ist Pflicht. Deuische Arbenssront Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung. Am Freitag, 11. Dezember, 19.30 Uhr, ist der zweite Teil des Lichtbildervortrages über„Allgemeine Werkstoffprüfung". Referent: Dipl.=Ing. Reinfurt. Der Vortrag findet statt im Sitzungssaal der DaF.=Kreiswaltung Bochum, Alleestraße Nr. 46. 6% Rraft durch Feude. Tagesplan für Donnerstag, 10. Dezember Spezialgymnastik nur für Frauen von 20.45 bis 21.45 Uhr: in dem Uebungsraum der Burgergesellschaft, Privateingang, Wilhelmstraße 9. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Gymnastikschule, Rottstraße 29; von 20 bis 22 Uhr: in dem Uebungsraum der Kommunalbank, Schützenbahn, Zimmer 104. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Drusenbergschule. Schwimmen nur für Frauen von 20.15 bis 21.15 Uhr: Städtische Badeanstalt; von 21.15 bis 22.15 Uhr: Städtische Badeanstalt. Kinderkursus für Fröhliche Gymnastik und Spiele von 17 bis 18.30 Uhr: Turnhalle der Goethe=Oberrealschule. Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Schule an der Von=der=Recke=Straße. Iin=Jitsu für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: in Langendreer, Reform=Realgymnasium, Unterstraße 73. Rollschuhlausen für Frauen und Männer von 19.30 bis 21 Uhr, Restaurant Köppe, Langendreer. Kaiserstraße 198; von 21 bis 22.30 Uhr: Restaurant Köppe, Langend##er. Kaiserstraße 198. (Weitere Lokalnachrichten Seite 12) Mobiloel fort startet und auch bei stärkster Motort einen unzerreißbaren Oelfilm Seite 5 Nr. 289/ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 10. Dezember 1936 Aus aller Welt Dr. Schacht: Deucchtänler=Erroneranm zu Herinp „Die Zuteilung kolonialen Raumes ist die gegebene Lösung der bestehenden Schwierigkeiten“ dub Frankfurt a.., 9. Dezember. Der mit der Führung der Geschäfte des Reichswirtschaftsministeriums beauftragte Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht hielt am Mittwoch auf der Suendestichrseier des Vereins für Geographie und stalistir eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Wir sind ein Land, das auf zu geringem Raum eine zu große Bevölkerung hat, und diese Tatsache lastet auf uns wie ein Alp. Als ich einmal kürzlich mit einem ausländischen Diplomaten über diese Tatsache sprach, gab dieser Menschenfreund mir den Rat, dann möchte doch das deutsche Volk seine Geburten verringern. Diese Auffassung, der wir ja auch sonst in angelsächsischen Kreisen begegnen, widerspricht nach meiner Auffassung den primitivsten Grundsätzen der göttlichen Weltordnung, und es müßte, wenn wir nicht an sich schon manches gewöhnt wären, überraschen, solche Auffassungen gerade aus einem Lande entsprungen zu sehen, welches sonst den religiösen Gedankengängen und Empfindungen einen weiten Platz einräumt. Es ist nur eine Zufallsironie, wenn dieses gleiche Land zu denjenigen Ländern gehört, welches für seine eigene Bevölkerung vielleicht die größten Raum= und Lebensmöglichkeiten besitzt. Ich halte die willkürliche Beschränkung der Bevölkerungszunahme so lange für ein Verbrechen gegen Gott und Natur, als die Erde insgesamt Möglichkeiten der Ernährung für die darauf wohnenden Menschen bietet. Das deutsche Volk ist nicht gewillt, äußeren, willkürlichen Druck, der seine Lebenskräfte brachlegt, hinzunehmen. Der Friede in Europa und damit wohl auch der übrigen Welt hängt davon ab, ob die dichtgedrängten Massen Zentraleuropas eine Lebensmöglichkeit für sich bekommen oder nicht. Der Allgemeinzustand der Ueberfüllung in Deutschland wird zur Zeit insofern verschärft, als eine Ueberfüllung der produktiven Altersschichten vorhanden ist. Es ist ganz eindeutig zu beweisen, daß, wenn das Deutsche Reich in seinen Vorkriegsgrenzen noch bestände, die Ernährungslage des deutschen Volkes nicht nur gesichert, sondern daß darüber hinaus eine Mehrerzeugung an Getreide und Kartoffeln möglich wäre, die auch die Futtermittelnot, unter der Deutschland heute leidet, praktisch beseitigen würde. Beseitigung der Futtermittelnot aber besagt, daß auch Eier und Fett in einem solchen Mehrertrag erzeugt werden könnten, daß von einer Ernährungsnotlage nicht mehr gesprochen zu werden brauchte. Hier sprechen die Tatsachen und zeigen gerade, daß die Kriegsverluste Deutschland an einem Punkte getroffen haben, der mit Naturnotwendigkeit ein revolutionierendes Element der europäischen Lage bleiben wird, wenn nicht Abhilfe anderweit geschafft wird. Deutschland hat größte Anstrengungen gemacht, durch intensive Bewirtschaftung des Bodens das möglichste für seine Ernährung auf dem ihm verbliebenen verringerten Raum herauszuholen. Der deutsche Mensch kann aber dem deutschen Boden, der ihm zur Zeit gegeben ist, die volle Ernährung für das deutsche Volk nicht abringen. Ganz anders liegt dies bei unseren europäischen Nachbarn. Die Freihändler, die noch nicht bemerkt haben, daß sich von Zeit zu Zeit die Weltwirtschaftslage zwangsläufig ändert, behaupten immer, daß es ja nur an Deutschland läge, genügend Ware zu entsprechend billigen Preisen ins Ausland zu verkaufen, um dagegen alle erforderlichen Rohstoffe einzukaufen. Diese Ansicht ist eine Albernheit. Es ist nun einmal in der Weltwirtschaftspolitik so, daß sich die Menschen nicht nach den Theorien, sondern die Theorien nach den Menschen richten müssen. Der deutsche Außenhandel sieht sich durch die Maßnahmen der übrigen Regierungen außerstande, seine Waren in beliebigem Umfange im Auslande abzusetzen. Vor dem Weltkriege hatte Deutschland für die Zukunft seiner Nahrungsmittel= und Rohstoffbelieferung durch den Erwerb seiner afrikanischen und ozeanischen Kolonien vorgesorgt, eines Gebietes fünfmal so groß wie das Deutsche Reich mit nur rund 13 Millionen Einwohnern. Würden Deutschland seine Kolonien heute nicht noch vorenthalten, so würde es mit deutscher Arbeit und mit Einsatz von Kapital und Kredit in deutscher Währung die Entwicklung der kolonialen Rohstofferzeugung mit größtem Nachdruck in die Hand nehmen und unendlich viel mehr Nahrungsmittel und Rohstoffe schaffen, als dies heute trotz inzwischen eingetretener Entwicklung unter der Mandatsherrschaft der Fall ist. Ich fasse zusammen: Deutschland hat einen zu geringen Lebensraum für seine Bevölkerung. Es hat alle Anstrengungen und ganz gewiß viel größere Anstrengungen als irgendein anderes Volk gemacht, aus seinem vorhandenen geringen Raum herauszuholen, was für seine Lebenssicherung notwendig ist. Trotz aller dieser Anstrengungen aber reicht der Raum nicht aus. Die Mangellage an industriellen Rohstoffen ist noch größer als die auf dem Nahrungsmittelgebiet. Durch handelspolitische Abmachungen irgendwelcher Art kann eine Sicherung der Daseinserhaltung des deutschen Volkes nicht erfolgen. Die Zuteilung kolonialen Raumes ist die gegebene Lösung der bestehenden Schwierigkeiten. Erster Schnee in paris Paris, 9. Dezember. Am Dienstag abend setzte in Paris der erste Schneefall dieses Winters ein. In verschiedenen französischen Provinzen, besonders in den Gebirgsgegenden, war bereits in den letzten Tagen Schnee gefallen. Auch in Nordafrika hat es geschneit. Auf den Höhen von Oran liegt seit Dienstag eine dichte Schneedecke. Die Temperaturen sind ungewöhnlich niedrig. Zahlreiche Verkehrsverbindungen sind unterbrochen. Das Netz schließt sich weiter Schlußstück der Autobahn Halle—Leipzig wird Betrieb genommen Halle, 9. Dezember. Am Samstag um 13 Uhr wird das 10 Kilometer lange Schlußstück der Strecke Halle—Leipzig der Reichsautobahn in Betrieb genommen. Es handelt sich um die südöstliche Fortsetzung von der Anschlußstelle Leipzig—Dübener Straße bis zum Anschluß an die Reichsstraße Leipzig—Dresden bei Engelsdorf. Dieses Schlußstück ist insofern von Bedeutung, als damit für den Durchangsverkehr in west=östlicher Richtung eine bequeme Umgehungsstraße um Leipzig geschaffen ist. Die Lastwagen aus Richtung Dresden über Leipzig nach Halle brauchen nicht mehr die Großstadt Leipzig zu durchfahren. Die neu zu eröffnende Strecke wird durch eine Anschlußstelle„Heiterblick" bei Taucha für die Wagen aus Eilenburg und Torgau unterteilt. Die Weiterführung der Reichsautobahn nach Grimma durch den Forst von Naunhof ist bereits in Angriff genommen. Therese, die„aadel Wähne=Schern Eine scheinheilige Verbrecherin vor den Richtern Siegen, 9. Dezember. Vor dem Landgericht Siegen beginnt am Mittwoch ein Prozeß gegen eine gemeingefährliche Schwindlerin, die 28jährige Therese Halbe. Die Anklage gegen sie lautet in der Hauptsache mit den nüchternen Buchstaben des Gesetzes zwar einfach auf Betrug in vielen Fällen, aber wie die Schwindlerin ihre Opfer zu betrügen verstand, das verdient wegen der fast unglaublichen Art besonders erwähnt zu werden. Therese Halbe hat im Alter von etwa 20 Jahren von einem„Zweiten Gesicht" gehört und verband die Vorstellung davon mit einer Frömmigkeit, die sie nun als Deckmantel für selbstgefällige Sensationslust zur Schau trug. Zuerst wußte sie ihrer Umgebung begreiflich zu machen, eine„auserwählte und gottbegnadete" Seherin zu sein. Die nächste Stufe war eine angeblich unmittelbare Verbindung mit Gott, Heiligen und Verstorbenen. Nach dem Tode ihres Vaters im Jahre 1925 will sie zum ersten Male übernatürliche Erscheinungen gehabt haben, wobei ihr angeblich besondere himmlische Aufträge erteilt wurden. Allzu leicht fielen Leute auf ihren Schwindel herein und Therese Halbe wußte sehr geschickt diese Leichtgläubigkeit zu ihrem Nutzen zu verwerten. Dabei suchte sie sich ihre Opfer, die sie nach Strich und Faden ausbeutete, sehr sorgfältig aus. Es waren meist kranke Menschen und ältere Jungfrauen. 1929 kam es zu den ersten Betrügereien. Da sie angeblich ihre Berufung zur Krankenschwester in sich fühlte, wußte sie einen Mann aus Münster zur Gewährung von monatlichen Beihilfen zu veranlassen. Daß sie wegen Krankheit die Ausbildung bald unterbrach und überhaupt den Plan, Krankenschwester zu werden, aufgab, blieb ihr Geheimnis, um weiter die Beihilfe einstecken zu können. Ihr nächstes Opfer war eine ältere Lehrerin, die bald wie auch noch andere Personen auf die unglaublichsten Phantasien der Schwindlerin hereinfiel. Je nach Wunsch und Bedarf hatte die angeblich Heilige Verzückungen und Erscheinungen, unterhielt sich mit Toten, sah Heilige und Verdammte usw. Die verworrensten Albernheiten wurden der Schwindlerin geglaubt, die sich sogar zu der Behauptung verstieg, die Stigmata Christi empfangen zu haben. Das Tollste aber war, daß sie ihre Opfer davon überzeugen konnte, auf Grund der ihr vom Himmel erteilten Aufträge die Seelen bestimmter Verstorbener oder Lebender oder sogar Missionare retten zu müssen. Dank ihrer„Doppelnatur als Mensch und Engel“ sei ihr die Erfüllung der Aufträge möglich, ob nun die zu Rettenden in Sowjetrußland China oder Brasilien zu suchen waren. Wie die Betrügerin nun weiter angab, könne sie die erteilten Aufträge zwar ohne Zeitverlust, jedoch nicht ohne Geldaufwand erledigen. Immer wieder ließen sich die leichtgläubigen Frauen, die an die„Sendung“ ihres Schützlings fest glaubten, herbei, Gelder flüssig zu machen. Um ihre Opfer noch besonders in Sicherheit zu wiegen, fertigte die Angeklagte selbst Briefe an, die sie mit alten ausländischen Marken versah und geschickt in die Privatpostkasten ihrer Opfer schmuggelte. Therese Halbe ging nun so vor, daß sie Geldsendungen und auch Pakete für die von ihr zu erlösenden Bedrängten an auswärtige Postanstalten absenden ließ, wo sie sie in Empfang nahm, um dann auf Vergnügungs= und Erholungsreisen das Geld zu verprassen. Dank der sträflichen Leichtgläubigkeit und— man kann es nicht anders bezeichnen— bodenlosen Dummheit der von der Halbe eingefangenen Opfer konnte die Schwindlerin bald sieben Jahre hindurch auf Kosten anderer ein herrliches Leben führen. Im Juli d. I. endlich wurde ihr das Handwerk gelegt. Man machte sie in Bad Driburg ausfindig und setzte sie hinter schwedische Gardinen. Um wieviel die Angeklagte ihre Opfer geschädigt hat, muß erst die Verhandlung ergeben. Man schätzt die Summe auf etwa 20 000 Mark. Auf der Anklagebank sitzen außerdem noch wegen Hehlerei die 49jährige Mutter und die 20jährige Schwester der Angeklagten. Deutschland wird sie nicht vergessen Weltbild Wie gemeldet, starb in Davos an einer Lungenentzündung der Ortsgruppenleiter der landsorganisation der NSDAP., der aus Wanne=Eickel gebürtige Franz Jansen, der Nachfolger des von dem Juden Frankfurter ermordeten Gustloff. Unser Bild zeigt den eemordeten Landes; gruppenleiter Gustloff(links in Zivil) und rechts neben ihm seinen Mitkämpfer Jansen bei einer Kundgebung in Konstanz am Bodensee. Flugzeugunfall in England Holländisches Verkehrsflugzeug abgestürzt.— 14 Tote. Auch de la Cierva unter den Opfern? anb London, 9. Dezember. Ein Verkehrsflugzeug der holländischen Luftlinie, das Croydon um 11.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Richtung Amsterdam verlassen hatte, stürzte wenige Minuten nach seinem Abflug brennend ab. An Bord des Flugzeuges befanden sich 14 Passagiere und die dreiköpfige Besatzung. Das Flugzeug stürzte auf das Dach eines leeren Hauses und setzte dieses in Brand. Vorher hatte es noch zwei andere Häuser beschädigt. Aus dem brennenden Flugzeug wurden fünf Personen gerettet. Man befürchtet, daß die übrigen Passagiere in den Flammen umgekommen sind. Unter den Fluggästen soll sich auch der bekannte spanische Flugzeugkonstrukteur dela Cierva, der Erfinder des„Windmühlen=Flugzeuges“ befunden haben. Eine weitere Meldung besugt. Es steht nunmehr fest, daß von den 17 Personen, die sich an Bord des verunglückten holländischen Verkehrsflugzeugs befanden, 14 getötet wurden. Unter den drei Ueberlebenden soll sich ein Deutscher, Walter Schubert(), befinden. Die beiden anderen sind der Funker van Bemmel und die Stewardeß Zougertman. Den dreien gelang es, kurz bevor die Maschine auf den Boden aufprallte, abzuspringen. Alle drei haben aber schwere Verletzungen erlitten. Es gilt jetzt auch als ziemlich sicher, daß sich unter den Toten der schwedische Admiral Lindmann und der Erfinder des Windmühlenflugzeuges de la Cierva befanden. Einsturzkatastrophe in portugal Bisher 40 Tote und 120 Verletzte dub Lissabon, 9. Dezember. Von einem schweren Unglück wurde am abend die Stadt Porto de Moz betroffen. Anläßlich einer katholischen Jugendkundgebung hatten sich etwa 500 Personen im ersten Stockwerk eines erst vor kurzem fertiggestellten Schulgebäudes versammelt. Im Verlauf der Feierstunde brach plötzlich der Boden durch und die Anwesenden stürzten in die Tiefe. Der Umfang der Katastrophe war furchtbar. Bis Mittwoch früh konnten 40 Tote geborgen und identifiziert werden. 150 Versammlungsteilnehmer wurden in schwerverletztem Zustand in die Krankenhäuser der Umgebung eingeliefert. Die Regierung hat weitgehende Hilfsmaßnahmen für die Linterbliebenen und Verletzten eingeleitet. Zwei Mörder hingerichtet dnb Bamberg, 9. Dezember. Die Justizpressestelle in Bamberg teilt mit: Am 9. Dezember 1936 ist in Bamberg der am 7. Mai 1899 geborene Rudolf Brand aus Holzleiten hingerichtet worden, der am 1. Juli 1936 vom Schwurgericht in Koburg wegen Mordes zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Brand hat am 26. April 1935 bei Marktgraitz seine Gelievie heimtückisch ermordet, weil sie die Beziehungen zu ihm lösen wollte. dnb Frankfurt a.., 9. Dezember. Die Justizpressestelle Frankfurt am Main teilt mit: Am Mittwoch, dem 9. Dezember 1936, wurde im Strafgefängnis Frankfurt am Main=Preungesheim der am 19. Februar 1916 geborene Erich Maibach hingerichtet, der vom Schwurgericht Frankfurt am Main wegen Mordes zum Tode und wegen Totschlags zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden war. Maibach hat im Juli 1936 in Bad Homburg vor der Höhe, seinen Stiefvater, den Milchhändler Josef Maibach, der ihn am Tage zuvor wegen Unterschlagungen zur Rede gestellt hatte, und anschließend seine Mutter, als sie sich ihm entgegenstellte, durch mehrere Axthiebe getötet. Blicke in die Welt Ehepaar Rosemeyer in Khartum Das Sportfliegerpaar Rosemeyer=Beinhorn hat nunmehr die Etappe nilaufwärts Kairo—Assuan—Khartum zurückgelegt. Die fliegerisch schwierigste Strecke Khartum—Malakal—Juba, die fast ausschließlich über die berüchtigten Nilsümpfe, den sogenannten Sud, führt, soll am Donnerstag früh angetreten werden. Das Urteil gegen den jüdischen Volksverderber Segall Der Wiener Prozeß gegen den jüdischen Arzt Dr. Segall, der in der burgenländischen Ortschaft Draßmarkt eine regelrechte Abtreibungsklinik errichtet hatte, ging zu Ende. Der jüdische Volksschädling wurde zu vier Jahren schweren Kerkers und Landesverweisung verurteilt. Das Benehmen des Angeklagten war ein Kapitel für sich. Er beschimpfte Richter und Staatsanwalt, verhöhnte die Religion und die arische Rasse. Erfolglose Suche nach dem französischen Atlantikflieger Mermoz Das Schicksal des französischen Südatlantikfliegers Mermoz, der seit Montag früh mit seinem Flugzeug „Kreuz des Südens" überfällig ist, scheint besiegelt zu sein. Bisher sind alle Nachforschungen erfolglos geblieben. Internationale Falschmünzerbande verhaftet In der japanischen Stadt Yokohama wurden Mitglieder einer internationalen Falschmünzerbande verhaftet, die in Schanghai Maschinen und Druckereien für die Herstellung von 15 Millionen chinesischer Dollarnoten eingerichtet hatten Das Verbrechen, an dem Amerikaner, Franzosen, Dänen, Weißrussen und Japaner beteiligt sein sollen, wurde durch einen Dänen aufgedeckt und verhindert. Durch das neue Verfahren besteht Arctic aus reinem Schmierstoff, der bei strengstem Frost soDen Arctic-Fahrer stört kein Winter-Wetter: 6 Nr. 289 7 Bochumer Anzeiger“, Donnerstag, 10. Dezember 1936 Anterhaltung Das Fiäulein an der Kasse Erzäklung von Eloa Marias Ellen sitzt an der Kasse neben ihrer Freundin Marianne, und beide haben in dem Strom der Frauen, der unablässig zwischen den Lebensmitteln hin= und herflutet und ihnen Geld und Zettel auf den Tisch legt, immer nur zu kleinen Gesprächsbrocker Zeit. Es ist der wilde Lärm eines billigen Tages, in dem die Rufe von allen Seiten umschwirren. Sie kassiert, stempelt, bucht. Wenig sieht sie auf. Hinter den Zahlen steht zurückgedämmt das Erlebnis des Vorabends und bohrt an ihr herum. In einer kurzen Pause hat sie es Marianne erzählen können. Die hat gesagt.„O weh, das sieht aus, als will er dich loswerden, ein Stelldichein ohne aufrichtigen Grund absagen———“ Ellen fühlt bedrückt die Bestätigung ihrer Bangigkeit. Und doch— wie lieb war er gewesen! Er hatte ganz andere Worte gebraucht, als sonst die jungen Männer. Er hatte ihr von seiner Mutter erzählt—, „die mußt du bald kenner lernen, Ellen, sie will dich sehen—“, und als sie sich wunderte——„ja, dich muß sie kennen lernen, dich hab ich lieb, das ist keine Spielerei.“ 0 „Fräulein,“ kommt es über einen Kassenzettel hinweg,„bitte, kann ich eine Mark schuldig bleiben? Ich muß das Paket mitnehmen und hab' nicht genug Geld hier. Ich komme in zwei Stunden bestimmt heran und bringe das Geld!" Ellen wird rot, das wird sie immer, wenn man etwas von ihr verlangt. Marianne hat es gehört und verneint energisch mit den Augen. Ellen schiebt den Zettel zurück und murmelt:„Das geht nicht.“ „Ach, bitte, tun Sie es! Sie können sich auf mich verlassen!" Die Frau hat gute, etwas bekümmert: Augen. „Ich muß es von meinem Priatgeld auslegen,“ erwidert Ellen. Doch sie bucht schon und reicht den Zettel hin. Die Frau dankt und verschwindet. „Die Mark ist futsch“, schilt Marianne. „Ich habe es schon viermal erlebt. Nie ist eine von den Schwindlerinnen wiedergekommen.“ „Ach, ich denke— ich denke doch—“ sagt Ellen in zuversichtlichem Ton. „Schön dumm—“ Lange können sie nichts mehr reden. Die mittägliche Lärmhölle füllt sich nit neuen Geräuschen. Pausenzeichen schrillen; ein Kind brüllt. Satzfetzen flattern kaum gehört am Ohr vorüber. Plötzlich erfaßt Ellen einen Brocken:„— denke ja nicht dran, die haben Mankogelder—“ Das ist wie ein Ruck und Schlag. Auch Marianne muß was gehört haben. Sie tuschelt vom Sitz herüber:„Die kommt so wieder wie dein Freund, paß auf!“ Eine Stunde ist um. Ellen prüft Geld, bucht, gibt heraus; seelenlos und ruhig. Die Maschine im Kopf tut ihre Präzisionsarbeit. Dazwischen sagt etwas fernhin zwischen den Zahlen:„Ich muß an das Gute glauben können. So leicht spricht doch niemand Unwahres. Und Willy log gewiß nicht, wenn er sagte—“! „Wohin wollte er denn reisen?" fragte Marianne, als könnte sie Gedanken hören. „Ich weiß es nicht— ich konnte es nicht fragen — er war so hastig—“. Die Kollegin kann über das „Küken“ nur den Kopf schütteln. Oft muß Ellen nach der Uhr sehen, und etwas komisch Banges mischt sich in ihre Stimmung. Sollte ihr Schicksal diesen Doppelverlust vorhaben. War man nicht immer, immer in irgendwelchen Strömungen, von deren Gang man nur dumpfes Ahnen spürte? Nun aber sind zwei Stunden redlich um. Kein Abzwacken von Minuten ändert es. Marianne zeigt einmal mit dem Bleistift zum Ziffernblatt; ein ganz, ganz klein wenig Rechthaberfreude schlängelt um den Mund. Mittagszeichen. Die Mark wird wohl verloren sein— Ellen starrt auf die Kolonnen und auf die Münzfächer. Mechanisch nimmt und gibt sie Geld. Da schiebt sich etwas über die Münzen hin— eine rasche Hand. Es liegen ein Paar Nelken quer über der offenen Kasse, und eine eilige Frauenstimme sagt:„Zum Dank für das Vertrauen, mein Fräulein, und hier ist die Mark!" Die Mark liegt auf dem Zahlbrett. Ellen strahlt. Wie eine dieser rosigen Nelken, und sie kann kaum danken, schon ist die Frau verschwunden. Frank und Philipps sahen sich um. Das Lokal war stark besetzt. „Gehen wir wieder“, sagte Philipps, aber Frank war schon auf einen kleinen Tisch zugegangen, an dem ein einzelner Herr eine Tasse Kaffee trank.„Ist es gestattet?“ fragte er und ließ sich dann zusammen mit Philipps an dem Tisch nieder. Sie aßen, dann holten sie ihre Zigaretten heraus. „Hast du Feuer, Philipps?“ fragte Frank. Der verneinte. Der Herr am Tisch legte seine Zeitung weg und bot den beiden Feuer an. So kamen sie ins Gespräch. Schimpften bald gemeinsam über die Langweiligkeit der amerikanischen Großstädte und stellten alle drei gemeinsam fest, daß ein solides Bridge immer noch die vernunftigste Beschäftigung sei. „Wenn Sie Lust haben, Mister—“, sagte Frank. „Snyder", stellte der sich vor. „—— dann fahren wir zu Brynes Restaurant. Da finden wir bestimmt einen vierten Mann.“ Snyder willigte ein, und sie verließen das Lokal. Draußen stand ein Auto, vor dem zwei Polizisten herumlungerten, ohne die drei Herren weiter zu beachten. Man setzte sich in Franks Wagen und fuhr los. In ziemlich schneller Fahrt. Plötzlich fragte Snyder:„Haben Sie was auf dem Kerbholz, meine Herren? Das Polizeiauto fährt dauernd hinter uns her.“ Marianne hat ein verblüfftes Gesicht; einen Augenblick später kneift sie die Augen und tuschelt:„Du, wenn die bloß nicht die Gelegenheit benutzt hat, um tüchtig in deine Kasse zu greifen? Das kam so schnell mit den Blumen quei über die großen Scheine—“ Ellen hält die Nelken vor das Gesicht und sagt leise: „Ach nein—“. Aber sie fühlte jetzt mehr Schreck als Freude; hatte sie doch bei der rasch hinübergreifenden Hand ein züngelndes Mißtrauen gespürt. Der Dienst geht durch. Erst am Abend kann sie feststellen, ob die Kasse stimmt. Wie lang ist der Dienst und wie schwer! Und niemand wird heute am Ausgang warten— dies bißchen Jugendsonne scheint ihr bitter unentbehrlich. Mit der Ermüdung wächst die geheime Sorge. Endlich ist das Schlußzeichen da. Sie hat schon streckenweise aufgerechnet, jetzt beginnt das Zählen. Als sie dreimal gezählt hat, sinken ihr die Hände. Marianne rasselt eben zufrieden mit den Kassenschlüsseln.„Na?“ ruft sie herüber. „Fehlen zwanzig Mark“, sagt Ellen ohne Stimme. „Ich werde einmal zählen,“ intscheidet die Kollegin. Und beginnt. „Aber es stimmt doch—“ ruft sie plötzlich froh. Ellen kann sich aufatmend überzeugen. Sie kommt versonnen auf die abendliche Straße hinaus. Da schlüpft ein Arm in den ihren und eine Wange schmiegt sich zu der ihren hin. Willy— heiß schießt das Glück in Blüte. Und nun erfährt sie, daß die plötzliche Reise seinem Vorwärtskommen galt und daß es ihm glückte. Wie weitet sich die graue Straße! Ein goldenes Tor ist in der Ferne——— „Wird wohl ein Irrtum sein“, lächelte Frank.„Werden wir gleich haben.“ Er machte verschiedene Umwege durch Seitenstraßen, aber das Polizeiauto folgte ihnen überall hin. Frank preschte gewaltig los, fuhr aus der Stadt hinaus, und eine Zeitlang schien es, als ob sie die Verfolger abgeschüttelt hätten, aber dann tauchte der Wagen doch wieder hinter ihnen auf. Frank bremste scharf und zog einen Revolver. Als sich der Polizeiwagen in etwa fünfzehn Meter Entfernung befand, schoß Frank sechsmal rasch hintereinander durch die hintere Scheibe. Das Polizeiauto begann zu schlingern und stoppte plötzlich. Einer der Polizisten taumelte heraus und setzte sich dann langsam auf die Straße. Frank raste weiter, schlug verschiedene Seitenwege ein und landete in einem Steinbruch. „Mein lieber Mister Snyder“, sagte er, tut mir leid, daß es mit unserem Bridge nichts wird. Aber Sie haben zu viel gesehen. Wir müssen Sie leider umlegen. Wir geben Ihnen vier Minuten Zeit, einen Abschiedsbrief zu schreiben, falls Sie das Bedürfnis haben. Wir können uns keiner Gefahr aussetzen, das werden Sie verstehen.“ Snyder war kreidebleich geworden. „Aber, meine Herren——!“ „ttaben die was auf dem Reickolz?“ Umerikanisches Swisckenspiel von Kurt Miethke „Eine halbe Minute ist schon rum. Machen Sie schnell.“ Snyder steckte sich mit zitternden Händen eine Zigarette an. „Ich will offen sein meine Herren. Ich habe selbst keine saubere Weste. Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Werden Sie meine Teilhaber.“ „Keine Ausreden! Sie haben nur noch zweieinehalbe Minute Zeit.“ Snyder zog ein Schächtelchen aus der Tasche und öffnete es. Ein weißliches Pulver war darin.„Kokain“, sagte er,„ich bin der Leiter einer großen Bande und mache jährlich eine Viertelmillion. Sie wären verblödet, wenn Sie es nicht mitmachen wollten. Hier ist die Liste meiner Agenten.“ Er holte aus dem Futter seines Hutes einen Leinensetzen, auf dem etwa 50 Namen mit Schreibmaschine standen. Frank nahm den Fetzen und betrachtete ihn aufmerksam. „Großartig, Mister Snyder. Das ist großartig!“ „Mein Leben ist also gerettet?“ fragte Snyder. „Ihr Leben— ja. Aber Ihre Freiheit, das ist eine andere Sache.“ Dabei klappte er seinen Rockkragen herum, und der verblüffte Snyder erblickte ein Polizeiabzeichen. Ueber dem Rand des Steinbruchs tauchten zwei Köpfe auf, grinsend sahen die beiden„erschossenen" Polizisten herunter. „Wir ahnten, daß Sie das Haupt der Rauschgiftbande seien, aber wir konnten es nicht beweisen. Deshalb mußten wir Ihnen das Theater vorspielen.“ „Das haben Sie sehr gut gemacht“, sagte Snyder achselzuckend und ließ sich ein paar Handfesseln anlegen. „So gut, daß ich mir gewünscht hätte, Sie wären wirklich Schauspieler geworden." „Vorhang!“ sagte Frank. Und damit schoben sie ihren Fang ins Auto. Gemeinschaltsarseit „Wie sonderbar! In Newyork ist kürzlich eine Revue in zwei großen Theatern gleichzeitig aufgeführt worden!“ „Das wird eben nicht anders zu machen gewesen sein! Denn jedenfalls wollten doch alle Verfasser der Uraufführung beiwohnen!"„Ill. Beob.“ Siebenter Rat fürs Barken: Beachten Sie möglichst genau die angegebene Backhitze und=Zeit! Bei zu langem Backen wird der Ruchen trocken, bei zu schnellem innen nicht gar. Offnen Sio nicht zu oft den Herb zum Nachsehen! Zugluft und Erschütterung schaden. Drüfen Sie mut einem Holzstädchen, ob der Kuchen gar I.(Co darf beim Herauszlehen nichts daran hasten bleiden.) So haben Sie den besten Erfolg mit Dr. Oetker's Backpulver„Backin“! Der Assessor freute sich königlich über die Standpauke der resoluten Dame. Die sprach so richtig aus dem Herzen. „Meinen Sie, daß es anders wird, gnädige Frau?“ „Ganz bestimmt, Herr Assessor. Das garantiere ich Ihnen, so wahr ich Emma Bauermeister heiße und die Küche des Hotels übernehme, so wahr die neuen Besitzer heute eintreffen, um das Hotel zu übernehmen. Dann weht ein anderer Wind, und ich will nicht Emma heißen, wenn das nicht so knacken wird wie bei Frau Elisabeth. Der Oberkellner fühlte, wie sich ihm die spärlichen Haare sträubten. Um Gottes willen, muß ich Hornvieh so tapsen! dachte er. Und laut stotterte er:„Gnädige Frau.. ich...“ „Ich bin keine gnädige Frau! Im Gegenteil, ich werde eine sehr ungnädige Frau sein, wenn das nicht klappen wird. Und das eine sage ich Ihnen... hier ist ein Hotel, ein ruhiges Hotel, in dem sich die Gäste wohlfühlen sollen. Hier gehört es sich nicht, daß der Oberkellner knobelt! Verstanden! Das unterlassen Sie!" „Gewiß... gewiß, gnädige Frau!“ stammelte Schrattner. Der Assessor wandte sich Emma zu.„Gnädige Frau, dann bleibe ich noch. Ich komme nun schon das vierte Jahr hierher und möchte nicht gern wechseln!" „Sie werden zufriedengestellt, Herr Assessor. Ich bin eine Seele von Mensch, aber geschafft muß werden. Alles muß klappen, sonst kann ich sehr unangenehm werden. Und für eine prima Küche sorge ich, verlassen Sie sich darauf!“ Schrattner steht hinter dem Büfett und zittert. Eben sind die beiden Dokoren gekommen und haben Emma herzlich begrüßt. Jetzt reden sie mit ihr und Emma scheint zu berichten. Wie wird sich sein Schicksal gestalten? Endlich winkt man ihn heran. Sein Herz schlägt schneller, als er nähertritt. Emma nimmt das Wort.„Das ist Herr Schrattner, der Oberkellner. Er war Frau Elisabeths rechte Hand und hat sich damals als eine ausgezeichnete Kraft bewiesen. Herrn Schrattner wird etwas leichter, er hofft wieder. „Nicht wahr, Herr Schrattner, Sie werden im gleichen Sinne jetzt Ihre Aufgabe erfüllen und den Herren beweisen, daß es in Friedrichsroda keinen besseren Oberkellner gibt!“ Ein tiefer, befreiter Atemzug. Herr Schrattner sieht Emma dankbar an. „Gut, dann bleiben Sie! Sie bleiben weiter der aufmerksame, höfliche Mann wie bei Frau Elisabeth, sauber, gewissenhaft und peinlich. Und Sonderfahrten mit dem Hotelauto fallen weg!" „Gewiß, gnädige Frau!“ „Gut, dann wollen wir mal probieren wie es geht. Aber das sage ich Ihnen... eine Schlamperei... und Sie fliegen raus!“ „Jawohl, gnädige Frau!“ „Nennen Sie mich Frau Emma. Ich rufe Sie Herr Schrattner. Und das ist der Herr Doktor Wilm Goldmacher, und das ist der Herr Doktor Einar Goldmacher. Die Herren werden im Gartenhäuschen wohnen. So, und nun wollen wir einmal in die Küche.“ * Die Köchin hieß Grete Holdermann und sah nicht sehr intelligent aus, hübsch war sie auch nicht, aber sie bildete es sich ein. Der Pikkolo behauptete von ihr, daß sie schiele, aber das sah nur so aus. „Also Sie haben in den letzten Wochen mit Ihrer Kochkunst die Gäste verjagt!" begann Frau Emma liebenswürdig. Grete Holdermann antwortete mit einem bösen Gesicht:„Ich bin eine Perfekte!“ „Ich zweifle nicht daran. Sicher sind Sie eine Perfekte, aber nicht im Kochen! Vielleicht im Fensterputzen! Also, wir wollen uns nicht lange aufhalten, mein Fräulein... als Köchin können Sie hier nicht bleiben. Stubenmädchen... ja, das ginge!" „Nein, ich danke. Ich danke tausendmal für die Gnade!“ sagte Fräulein Grete spitz.„Ich habe es überhaupt nicht nötig. Ich habe einen Freund, der ist beim Film. Jawohl! Der läßt mich ausbilden.“ Alles grinste, sogar Herr Schrattner konnte sich eines Lächelns nicht enthalten. Frau Emma aber sagte sanft: „Das wollen Sie uns wirklich antun?“ „Wie meinen Sie das?“ Grete Holdermann begriff nicht. Sie war mit Intelligenz nicht überfüttert. „Ich meine, man versündigt sich nicht ohne Not an der Kunst. Ich war ja auch mal vier Wochen beim Film! Jawohl... da staunen Sie. Ich habe da eine Filmkantine geführt, vertretungsweise. Das war sehr nützlich. Tun Sie, was Sie wollen. Also als Stubenmädchen oder als Zimmermädchen paßt es Ihnen nichtg; „#tein, dann gehe ich.“ „Dann wäre ja alles in schönster Ordnung. Ihren Lohn erhalten Sie für den Monatsrest ausgezahlt. Emma packte an, sie griff zu und schuf Ordnung. Sie hatte keine Ruhe. Mit einem wahren Fanatismus schaffte sie, und am nächsten Tage war alles wie aus dem Ei gepellt. Nur vierundzwanzig Stunden brauchte Emma, und der Laden klappte, wie sie sich auszudrücken pflegte. Und die Küche lief, daß es eine Freude war. Emma hatte sich die frühere Köchin die Elise Kolbe wieder herangeholt, die keine neue Stelle in der Zwischenzeit angenommen hatte, und Elise dankte es ihr durch unerreichte Leistungen. Und die Herren Doktoren? Die waren quietschvergnügt, als sie im Gartenhaus einquartiert waren. Mitten im schönen, parkartigen Garten stand das Haus. Grün war es um sic, und eine mächtige Linde schützte vor der heißen Sonne. Mit einem Male waren sie wie verwandelt. Sie hatten das Bedürfnis, nicht abseits zu stehen, sie wollten sich nützlich machen und mithelfen. Einer übernahm die Buchführung und versuchte, sich in Schrittners Hieroglyphen zurechtzufinden. Emma überraschte ihn dabei. „Nee, nee Herr Einar, so machen wir das nicht!“ belehrte sie ihn.„Hier wird frisch angefangen! Jawohl! Hier ist das Wareneinkaufsbuch, das Verkaufsbuch und was sonst noch gebraucht wird... das Kassabuch. Da tragen Sie alles ein. Machen Sie Kassensturz. Wieviel haben Sie Geld da? Was ist Lager an Bier und anderen Sachen? Hat Ihnen Schrattner nicht einfach eine Aufstellung gegeben? So, fein. Da machen Sie ein Lagerverzeichnis. Schrattner kriegt alles auf eigene Rechnung. Jedes Faß Bier, jede Flasche, jede Kiste rechnet er mit Ihnen ab.“ Und sie zeigte es ihm, daß er staunte. Emma verstand einfach alles. Sie half ihm, und es erschien alles kinderleicht. „Ist auch nicht schwer“, sagte Emma.„Jeden Morgen rechnen Sie mit dem Oberkellner und mit Fräulein Elise ab. Was er von der Küche erhält, das zahlt Schrattner an die Küche. Sie rechnen also mit ihm und Fräulein Elise ab.“ „Das ist ja ganz einfach!“ „Es ist alles einfach auf der Welt. Aber... viele denken, warum denn einfach machen, wenn es umständlich auch geht. Das machen wir aber nicht Herr Doktor. Sie wollen doch ein bißchen Ihre Studien fortsetzen, nicht wahr? Da wollen Sie doch ein bißchen Zeit haben. Und da machen wir es einfach. Um das Haus und so, daß alles klappt, brauchen Sie sich nicht zu kümmern, das lassen Sie nur meine Sache sein. Mit den Leuten umzugehen, das liegt mir besser. Mal ein gutes Wort, mal ein Donnerwetter, jawohl, Herr Einar, die richtige Mischung, die macht es!“ Dr. Einar sah Emma dankbar und glücklich an. Er drückte ihr die Hand und sagte:„Wenn wir Sie nicht hätten, Emma!“ * Herr Schrattner hatte sich wieder zu sich gefunden. Mit einem Schlage war er wieder der nette Kerl von einst. Die Staupe war überstanden. Emma spürte es und freute sich darüber. Sie trug nichts nach, sondern hatte immer ein nettes, freundliches Wort für ihn. Auch zwischen Elise Kolbe und dem Ober wurde das Verhältnis wieder ganz nett. Der Herr Assessor war geblieben und fühlte sich wieder so wohl wie in den vergangenen Jahren. Mit dem Notar war alles in Ordnung gebracht worden. Die Brüder hatten das Erbe übernommen. Die Vermögensverwaltung der Immobilien blieb im Besitz des Notars. Fleischermeister Krott, der das„Hotel zur Post“ gern übernommen und gekauft hätte, sah sich weiter denn je von seinem Ziele entfernt. Wie mit einem Schlage war die Lodderwirtschaft vorbei und daß die Brüder jetzt das Hotel nicht billig weggeben würden, darüber war er sich im klaren. Erstaunlich aber war, wie sich Wilm umstellte. Den ersten Tag begrüßte er die Gäste zwar noch reichlich schüchtern, aber dann ging es. Schon am zweiten Tage fand er den richtigen Ton, war nett und liebenswürdig, und alle schätzten den jungen Wirt, der dazu noch ein Doktor war. * Der Kammersänger hat den Tag der Abreise förmlich herbeigesehnt. Endlich ist es soweit. Herzlich nimmt er Abschied vom Arzt, der ihm alles Gute wünscht, und dann holt er selber seinen Wagen aus der Garage. Es ist ein kleiner DKW., erst neu gekauft, aber er genügt ihnen. Vergnügt steigen sie ein. Die Koffer werden befestigt. Noch einmal schreitet Gussy durchs Haus, verschließt es ordnungsgemäß, und dann fahren sie früh um 5 Uhr, als die grüne Helmholtzstraße noch im Schlafe liegt, los. Auf nach Tyüringen! Nach dem grünen Herzen Deutschlands! Der Tag ist licht und freundlich. Die Sonne meint es gut und läßt die Landschaft aufleuchten. Erst geht's durch die Ebene, bis man endlich aus der flachen Landschaft in die Dübener Heide kommt, wo sie die Wälder aufnehmen. Die Straße ist prächtig, sehr übersichtlich, und der kleine Wagen geht auf gute Fahrt. Sie fahren in Leipzig ein. Dort machen sie Station. Der Kammersänger kennt Leipzig und zeigt Gussy die Stadt. Gussy staunt. Sie hat immer davon sprechen hören, daß Leipzig eine so reizlose Stadt sei, und jetzt findet sie das Gegenteil. Mitten in der Stadt liegt ein großer Park, der zum Wald wird. Zehn Minuten vom Zentrum entfernt beginnt er und zieht sich nach Westen weit hinaus. Welche Stadt hat wohl mittendrin einen grünen, wunderschönen Wald? Und die Pleiße schlängelt sich gemächlich hindurch. Sie ist nur ein Flüßchen, aber es läuft sich angenehm an seinen Ufern entlang. Sie schreiten durch den Wildpark, füttern die Rehe und Hirsche, bewundern die Frischlinge des Wildschweinpaares, dann suchen sie den Zoologischen Garten auf, bewundern ihn in seiner einzigschönen Gestaltung. Zum Völkerschlachtdenkmal fahren sie hinaus und haben von der Plattform einen wundervollen Rundklick über die Gegend. Sie trinken im Dachgartenrestaurant des Hochhauses am Augustusplatz ihren Kaffee, suchen am Abend den Thüringer Hof auf, und die Stimmung ist köstlich beschwingt. Der Kammersänger hat Pech. Dort laufen ihm Bekannte über den Weg. Jetzt muß er seine frohe Miene ein bißchen wegstecken, denn sonst glaubt man ihm den Schwindel nicht. Aber wohl tut es doch, die aufrichtige Teilnahme der Freunde zu spüren. Ziemlich zeitig gehen sie schlafen. Gussy ist sehr müde von dem vielen Schauen und schläft tief und fest. Um 5 Uhr klopft es. Gussy springt aus dem Bett und geht unter die kalte Dusche. Ah... das tut gut. Sie dehnt sich wohlig, frottiert sich und dann erledigt sie ihre Atemübungen und die Gymnastik. Das vergißt sie keinen Tag. Nur wenige Minuten sind es, aber sie tun gut und erhalten sie frisch und elastisch. Dann ankleiden und fertigmachen. Sie braucht keinen Puder und keine Schminke, sie braucht sich nicht zurechtzumachen. Nein, ihr frisches Gesicht ist so schön, ihre Finger so untadelig, daß sie das nicht nötig hat. Das Frühstück wird gegen 6 Uhr behaglich eingenommen. Und dann geht's weiter. Thüringen zu. * Thüringen im Sonnenglanz! Ach, wem ginge da das Herz nicht auf. Thüringens Wälder umfangen sie. Frisch und klar weht die Luft. Es riecht nach frischem 1, würzig und harzig. Mit einem Male ist beiden, als falle es wie ein Ballast von ihnen, als sei die Welt anders geworden. Eine Freude ohnegleichen lebt in den Herzen. Das ist einmal die andere Seite der Welt. Die Welt der Sonne. Entrückt der Großstadt, mitten in Gottes freier Natur. Und endlich erreichen sie da: liebliche Friedrichsroda. Hier ist gut sein. Beide denken sie es und freuen sich auf die Ferientage in dieser schönen Stadt Thüringens, um die die Nadelwälder rauschen. * Aufregung im Hotel. Frau Emma hat das Auto halten sehen. Sie läuft empor, durch die Gaststube, und ruft Wilm, der sich eben mit dem Assessor und dessen Eltern, die auch eingetroffen sind, unterhält, zu:„Sie kommen... sie kommen!“ Da hat Wilm auch keine Ruhe mehr, er entschuldigt sich und folgt Emma vor die Tür. Eben sind beide ausgestiegen. Emma umarmt Gussy herzlich und schüttelt dem Kammersänger die Hand. Der nimmt die Schutzbrille von den Augen und lacht sie an. Emma stutzt einen Augenblick, sie ist seltsam überrascht. Es kommt ihr vor, als habe sie den Mann, der jetzt vor ihr steht, schon einmal gesehen, aber dann... hat sie sich wieder beisammen und heißt den Kammersänger herzlich willkommen.(Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 289# Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 10. Dezember 1936 Ente Grir aneir Sitcrh Baldur von Schirach über die Erziehung der deutschen Jugend in der HJ.— Zweitrangige gibt es nicht— von Tschammer und Osten Beauftragter für die Leibeserziehung der deutschen Jugeno Berlin, 9. Dezember. Am Mittwoch abend sprach der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, über alle Sender zur deutschen Elternschaft. Am Schluß seiner Rede gab der Reichsjugendführer bekannt, daß er auf Grund des Gesetzes über die Hitler=Jugend vom 1. Dezember mit Genehmigung des Führers und Reichskanzlers den Reichssportführer von Tschammer und Osten zu seinem Beauftragten für die Leibeserziehung der gesamten deutschen Jugend berufen habe. Baldur von Schirach brachte in seiner Ansprache an die Elternschaft eingangs zum Ausdruck, daß die Jugendbewegung Adolf Hitlers, die gewaltige weltanschauliche Erziehungsgemeinschaft der HI., sam von Eltern und Jugend erbaut worden ist und brachte der deutschen Elternschaft den Dank der Jugend dar, daß sie über alle Schwierigkeiten der Aufbauzeit hinweg dieser Jugend die Treue gehalten habe. Er führte dann u. a. aus: Das gewaltige Blutopfer, das die Hitler=Jugend im Kampfe um das Reich Adolf Hitlers mit 21 ihrer Kameraden schweigend auf dem Altar der deutschen Ehre dargebracht hat, ist ein Heiligtum der Nation. Immer sind es zwei Namen gewesen, die jeder von diesen feige ermordeten Jungen in seiner Sterbestunde aus zitternden Lippen hervorgestoßen hat, zwei Namen, die den Inhalt ihres ganzen jugendlichen Daseins, ihres Kämpfens und Lebens umschlossen: die Mutter und der Führer. Diese beiden, uns Deutschen so heiligen Begriffe waren die letzten Gedanken der Kameraden, die unter der Führung von Herbert Norkus in der unsterblichen Gefolgschaft der Hitler=Jugend Noch vor der nationalsozialistischen Erhebung umsaßte sie zwei Millionen deutscher Jugend. Dem Führer sind im Laufe der Jahre viele, gewaltige Vertrauenskundgebungen durch das deutsche Volk bereitet worden. Ich glaube aber, daß er kaum eine stärkere Offenbarung des Glaubens seines Volkes an ihn erfahren hat als dieses Bekenntnis der Jüngsten unseres Volkes und vergessen wir das nicht— auch das Vertrauen und das Bekenntnis ihrer Eltern in der schwersten und bittersten Zeit. Arbeiterjungen und Schüler, Bauernmädel und Offizierstöchter, sie alle kamen zu dem großen Jugendbund des Führers, um der Idee des Nationaloszialismus zu dienen und sie in einer Gemeinschaft zu gestalten, die keine Klassen kennt Die Fähigen stiegen in dieser Gemeinschaft auf, ob sie nun Söhne und Töchter wohlhabender oder arbeitsloser Volksgenossen waren, denn kein anderes Gesetz hat für die Führerauswahl der Hitler=Jugend Gütigkeit als allein das der Leistung, des selbstlosen Einsatzes und des aufrechten Charakters. Wer von frühester Jugend an in diesem Deutschland Adolf Hitlers seine Pflicht erfüllt, tüchtig, treu und tapfer ist, braucht um seine Zukunft keine Sorge zu haben. Führerinnen der HI., die mit größter Sorgfalt betrieben wird, ein. Großer Wert wird darauf gelegt, daß die höheren Führer der HJ. auf Auslandsfahrten andere Völker und Länder kennen lernen. Die Jugend der Völker soll sich untereinander kennen und verstehen lernen. Wir wollen die Jugendführer der anderen Nationen bei uns sehen und unsere Jugendführer zu ihnen schicken Das knüpft Freundschaften, die oft das ganze Leben hindurch bestehen bleiben. Die Freundschaftsbeziehungen, die zwischen der Hitler=Jugend und den Jugendorganisationen anderer Länder bereits angeknüpft sind, sollen fortgeführt und neue Beziehungen dieser Art hergestellt werden. In Wochenlehrgängen und dreiwöchigen Kursen auf den Führerschulen soll die notwendige Hilfestellung für den Jugendführer und die Mädelführerin geleistet werden. Immer aber bleibt das Programmwort des Führers: „Jabens son durch Fagens gefuhrt werden“, hahe ind nach wie vor ein Grundgesetz der Gemeinschaft der HI. Nach dem 1. Dezember fühlt sich die Jugend erst recht an die Gesetze gebunden, die der Führer aufgestellt hat, und versucht unablässig ihr Denken und Handeln in Einklang zu bringen mit seinen Zielen und seiner AnGauung.. L..smirhlungen.: Alefabes Indem er auf die Auswirkungen des Gesetzes vom 1. Dezember näher einging, führte der Jugendführer des Deutschen Reiches weiter aus: „In dieser allgemeinen großen Hitler=Jugend will ich keine Diffamierung der neu Hinzutretenden. Ich weise hiermit alle Führer und Führerinnen der von mir geführten Organisation noch vor Erlaß der Durchführungsbestimmungen des Gesetzes heute schon an, die Jugendlichen, die auf Grund des Gesetzes zu uns kommen, von vornherein als gleich wertvolle und gleich willkommene Kameraden zu behandeln. Ich werde rücksichtslos jeden Führer und jede Führerin von ihren Aemtern entheben, die diese neu hinzutretende Jugend als zweitrangig oder minder wertvoll behandeln.“ Denn der Führer hat durch sein Gesetz über die Hitler=Jugend zum Ausdruck gebracht, daß die Kämpfe um die Einheit der Jugend abgeschlossen sind. Auch jene Jugend, die in konfessionellen Vereinigungen irgendwelcher Richtungen im Augenblick noch zusammengeschlossen ist, heiße ich heute herzlich willkommen. Und ich möchte die Gelegenheit benutzen, um vor allem den deutschen Eltern gegenüber einige Erklärungen über meine Haltung zur konfessionellen Frage überhaupt abzugeben. Ich habe bereits in den vergangenen Jahren viele Millionen der deutschen Jugend, die einst in marxistischen Organisationen, in Freidenkerverbänden und in der Gottlosenbewegung organisiert waren, innerlich und äußerlich für die Hitler=Jugend gewonnen. Diese Jugendlichen haben bei uns nicht nur das Wunder einer klassenlosen Kameradschaft erlebt, sie haben auch in dieser Gemeinschaft gelernt, an große und heilige Begriffe, die lange Jahre hindurch in den Dreck gezogen wurden, zu Manche verirrte Geistliche haben mich als Feind der religiösen Erziehung hinzustellen versucht. Wenn ihre Worte in der Jugend selbst keinen Widerhall fanden, so liegt das daran, daß mich die Jugend besser kannte, denn ich habe in der Hitler=Jugend niemals einen Gottlosen geduldet. Wer auf die HI.=Fahne schwört, band sich damit nicht nur an diese Fahne, sondern zugleich auch an eine höhere Macht, und schon lange vor dem 1. Dezember mußte die Jugend, die in unsere Gemeinschaft eintrat, ihr Gelöbnis der Treue mit dem Zusatz bekräftigen:„So wahr mir Gott helfe.“ Ich überlasse es den Kirchen, die Jugend im Sinne ihrer Konfessionen religiös zu erziehen, und werde ihnen in diese Erziehung niemals hineinreden. Die Hitlerjugend ist eine einzige große Familie, und es kann für den einen nicht so viel Unglück geben, " icht die Kraft der Millionen anderen Kameraden Seescscsceschitce esc schice der nichts mehr heilig war, nicht mehr die Jugend, die keinen anderen Gott kannte als sich selbst und ihren eigenen schrankenlosen Genuß. Der Führer hat uns nicht nur ein neues Deutschland geschenkt, er hat uns auch in ihm ein neues Volk und eine neue Jugend beschert. Er ist das große Ideal, zu dem sich alle besenpen.... ue uunh Altar: Ganeratian einst hoßWenn die jüngere und altere Generation einst haßerfüllt gegeneinander stand, so sind sie heute durch den Dienst an dem gemeinsamen Werk durch Adolf Hitler miteinander verbunden. Eltern und Jugend folgen einem Führer, und so können wir sagen: kein Volk hat mehr Veranlassung, dem Allmächtigen für seine grenzenlose Güte inbrünstiger zu danken als unser deutsches Volk Das Gesetz, das die Reichsregierung am 1. Dezember 1936 beschlossen hat und das ein persönliches Werk des Führers ist, stellt nichts anderes dar als die vom Reich her vollzogene Bestätigung einer bereits vollzogenen Entwicklung. Der Führer und Reichskanzler hat durch dieses Gesetz der Jugend das höchste Vertrauen erwiesen, das je das Oberhaupt eines Staates der jungen Generation seines Volkes entgegengebracht hat. Mir selbst ist durch die von Führer und Reichsregierung erteilte Weisung und durch die Erhebung meiner Reichsdienststelle zu einer obersten Reichsbehörde ein Auftrag erteilt worden, wie ihn gleich verpflichtend niemand vor mir erhalten hat. Im Bewußtsein dieser Verantwortung und dieser Pflicht will ich mit meiner ganzen Kraft versuchen, das gewaltige Vertrauen zu rechtfertigen, das mein Führer in mich gesetzt hat. Ich habe mich immer, auch in der Vergangenheit, als Treuhänder der deutschen Elternschaft gefühlt, und so wird es immer sein. Die Sorgen der deutschen Eltern sind meine Sorgen, ihre Freude ist auch meine Freude.“....ichan e. Der Jugendführer des Deutschen Reiches ging dann auf die größte Schwierigkeit beim Aufbau der HJ. ein, die in der Führerfrage lag. Wenn es trotz aller Bemühungen hier und da nicht gelungen sei, alle Führerämter einwandfrei zu besetzen, so liege es daran, daß die Jugendführer nicht mit abgeschlossener Ausbildung geboren werden. Die Ausbildung von Führern brauche Zeit, und wenn er nicht bereits vor der nationalsozialistischen Erhebung mit einer planmäßigen Führerschulung und=ausbildung begonnen hätte, wäre der Aufbau der Hitler=Jugend überhaupt nicht möglich gewesen. Er fuhr dann fort:„Wenn die Eltern dieser Jugend, von all den vielen kleinen Dummheiten, Ungeschicklichkeiten und vielleicht auch Fehlern absehen, die im Rahmen der Jugendgemeinschaft ihrer Kinder an diesem oder jenem Ort gemacht worden sind, werden sie doch mit Genugtuung und Stolz auf ihre Jugend feststellen können, daß sich die Jüngsten der Nation des Vertrauens nicht unwürdig gezeigt haben, das man in sie gesetzt hat. Unsere Pimpfe sind vielleicht keine braven Knaben im Sinne eines vergangenen Erziehungsideals, es sind keine stillen Stubenhocker und Miniaturgelehrten. Selbstbewußt, froh und strahlend marschieren die Jungen und Mädel Adolf Hitlers anders als die Jugend vor ihr. Es ist guch, rein physisch betrachtet, eine schöNachdem durch das Gesetz vom 1. Dezember der Streit zwischen der Hitler=Jugend und den konfessionellen Jugendverbänden beendet ist, ist es für mich eine selbstverständliche Konsequenz, wenn ich anordne, daß im Rahmen der nun entstehenden großen Reichsorganisation alle Führer und Führerinnen sich jeglicher Aeußerungen im Sinne der vergangenen Auseinandersetzungen zu enthalten und dafür zu sorgen haben, daß der sonntägliche Gottesdienst und auch sonstige von der Konfession vorgeschriebene rein religiöse Veranstaltungen nicht durch den Dienst in der Hitler=Jugend beeinträchtigt werden.“ Abschließend ging Baldur von Schirach auf die Bestellung des Reichssportführers Hans von Tschammer und Osten zu seinem Beauftragten für die körperliche Erziehung der gesamten deutschen Jugend ein und erklärte dazu:„Ich betrachte es auch als ein Zeichen der bundenheit von Jugend und SA., wenn ich mit Zustimmung meines Führers diesem Mann eine der größten Aufgaben übertrage, die das Reich überhaupt zu vergeben hat. Der Führer hat mit großer Freude begrüßt, daß zwei seiner alten Mitarbeiter im Dienste an der deutschen Jugend zusammengehen wollen.“ Der Jugendführer des Deutschen Reiches schloß seine Rede mit der Versicherung:„Wir wollen dem Führer Freude machen. Wir sind durch sein Gesetz über die Hitler=Jugend zu seiner ureigensten Organisation geworden. Niemand wird die Verpflichtung dieser Tatsache tiefer fühlen als wir.“ sprachige Emigrantenzeitungen, deren Einfuhr nach Danzig verboten ist. Von den Mitgliedern wurden weiterhin monatliche Beiträge erhoben, die angeblich für die Rote Hilfe bestimmt sein sollten. Eine führende Persönlichkeit der Geheimorganisation hatte sogar im Sommer dieses Jahres in Norwegen Trotzki aufgesucht und von dort Anweisungen für die unterirdische Wühlarbeit der Kommunisten mitbekommen. Bis zur Aufhebung der Geheimorganisation wurde von dem Betreffenden ein reger Briefwechsel mit Trotzkt geführt. Fünf Todesurteile Kommunistische Verbrecherbande in Bulgarien unschädlich gemacht Sofia, 9. Dezember. In dem aufsehenerregenden Prozeß gegen 44 Kommunisten, die sich mehrere Jahre im Balkangebirge versteckt hielten und die Gegend unsicher machten, wurde am Mittwoch in der mittelbulgarischen Stadt Stara Zagora nach wochenlangen Verhandlungen das Urteik gefällt. Fünf Mitglieder der Verbrecherbande, die mehrere Polizeibeamte getötet und andere Personen verwundet hatten, wurden zum Tode durch den Strang verurteilt. Unter ihnen befindet sich auch der Anführer der Bande, Petko Manoloff, ein hoher Funktionär der illegalen kommunistischen Partei Bulgariens. Vier Angeklagte erhielten lebenslängliches Zuchthaus und 23 Zuchthausstrafen bis zu 15 Jahren. Zwölf Angeklagte wurden freigesprochen. Durch diesen Prozeß ist eine der gefährlichsten kommunistischen Verbrecherbanden in Bulgarien, die zahlreiche Terrorakte verübt und unter der Bevölkerung vieler Gebirgsdörfer eine systematische staatsfeindliche Propaganda betrieben hatte, unschädlich gemacht worden. Sowjetkommissariat für Kriegsindustrie gebildet.— Ruchinowitsch zum Volkskommissar ernannt Moskau, 9. Dezember. Der auf der Schlußsitzung des 8. Rätekongresses am 5. Dezember zusammen mit der sogenannten„neuen Verfassung“ angenommene Zusatzartikel über die Bildung eines allsowjetischen Volkskommissariats für Kriegsindustrie ist nunmehr auf Beschluß des HauptvollSeerrms Erbendudung Ein feierliches Versprechen des Reichssportführers zugsausschusses der Sowjetunion verwirklicht worden. Zum Volkskommissar des neugebildeten Kriegsindustriekommissariats wurde der bisherige erste Stellvertreter des Volkskommissariats für Schwerindustrie, Moses Nach dem Reichsjugendführer sprach der Reichssportführer von Tschammer und Osten zur Elternschaft und zur deutschen Jugend. Er sagte u..:„Noch nie bin ich in meinem Leben mit größerer Freude an eine Aufgabe herangegangen. Ich werde nichts weiter tun. als Eure eigene Freude, Ihr deutschen Jungen und Mädel, und Euren unbändigen Willen, einmal groß und stark und tüchtig zu werden, auf den Spielplätzen, in den Turn= und Schwimmhallen und draußen auf den Wiesen und Weiden in die richtigen Bahnen zu lenken. Spiel und Sportkampf sollen Beispiel und Uebung sein für unser ganzes Leben. Wenn's einmal ernst wird, wenn das Leben eine Aufgabe vor uns stellt, dann wollen wir uns erinnern, daß wir es ja von Spiel und Sport und Kampf gewohnt sind, die Zähne zusammenzubeißen, und daß wir mit dem ganzen Fähnlein doch durchs Ziel gekommen sind. Ihr aber, deutsche Eltern, laßt Eure Buben und Mädel getrost zu den Leibesübungen in der geeinten deutschen Jugend gehen. Ihr braucht keine Sorgen zu haben. Ich bin als Beauftragter des Reichsjugendführers für die Leibesübungen Treuhänder der Jugend. Zu den vielen Tausenden ausgebildeter Sportreferenten der Hitler=Jugend stehen nun in der praktischen Arbeit die vielen, vielen tausend Uebungswarte des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. Sachliche Eignung verbindet sich so mit dem heißen Willen, für die Leibesübungen der Jugend das Beste bereitzustellen. Schaut nicht auf Flecken und Beulen, schaut nach innen, in die Augen Eurer Kinder, schaut, wie daraus die blanke Freude und kernige Gesundheit widerstrahlen, ja, wie sie ein Spiegel einer in Freiheit, Keuschheit und Zucht aufwachsenden Seele sind. Ich verspreche hiermit feierlich, so schloß der Reichssportführer, alle mir zur Verfügung stehenden Mittel und Kräfte für die Jugend einzusetzen, damit einmal werde: Eine einzige, gesunde und starke deutsche Jugend und aus ihr ein einziges, gesundes und starkes Volk!“ In „Deutschland machl aberwunigenden=Eindrau Der frühere bulgarische Ministerpräsident Zankoff über das Dritte Reich vor ihr. Es ist guch, rein physisch betrachtet, eine nere Jugend. Sie gibt unserem ganzen deutschen Vaterland einen neuen Glanz von Schönheit.“ Baldur von Schirach ging anschließend ausführlich auf die Ausbildung der Führer 5 dnb München, 9. Dezember. Der bekannte bulgarische Politiker und frühere Ministerpräsident Professor Zankoff hat nach dem Abschluß einer längeren Studienreise durch Deutschland einem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros eine Unterredung gewährt, in der er sich über seine Eindrücke in Deutschland äußerte. Professor Zankoff wies darauf hin, daß er zum letztenmal im Jahre 1923 in Deutschland gewesen sei. Das, was er jetzt in Deutschland gesehen habe, habe auf ihn einen geradezu überwältigenden Eindruck gemacht.„Man muß Deutschland sehen“, so rief er aus, „und man muß es erfühlen, um es zu verstehen. Kein vorurteilsloser Besucher wird leugnen können, daß Deutschland ein neuerstehendes Volk, ein neuer Staat ist.“ Als den ersten gewaltigen Eindruck bezeichnete Zankoff das Tempo des intensiven Lebens, die allgemeine Begeisterung des Volkes, das nationale Pflichtbewußtsein, den nationalen Stolz und nicht zuletzt die Autorität und die Liebe, die der Führer überall genieße. Die bewundernswerte Hingabe des neuen Deutschlands an die große Aufgabe des Wiederaufbaues erscheint dem bulgarischen Staatsmann um so bemerkenswerter, als er selbst aus eigener Anschauung all das Schwere kennt, was das deutsche Volk im Kriege und in der Nachkriegszeit durchgemacht hat. Er kenne kein anderes Volk der Nachkriegszeit, das einen solchen Reichtum an moralischen Kräften bewiesen habe wie das deutsche. Die charakteristischen Momente, die das Gesicht des neuen Staates und des neuen Volkes bestimmen, seien im Ausgleich der sozialen Gegensätze zu suchen sowie in der Organisatign des Wiederaufbaues der deutschen Volkswirtschaft. Die junge Generation habe die Möglichkeit, übe tion des Wiederaufbaues der deutse schaft. Die junge Generation habe die Mögberall im sozialen und politischen Leben an maßgebende Stellen zu kommen. Bewundernswert seien vor allem auch die Deutsche Arbeitsfront, die Arbeitsdienstpflicht die Neuorganisation des Verkehrswesens, die Reichsautobahnen, das Winterhilfswerk und die Verstaatlichung der Hitler=Jugend. Der Nationalsozialismus sei eine wirklich neue Gesellschaftsordnung im Gegensatz zum Bolschewismus, der überhaupt keine Gesellschaftsordnung sei und der sich überall in der Welt nur in störung ausdrücke. Deutschland, so erklärte Professor Zankoff, habe in der Person Adolf Hitlers einen großen Führer von Weltformat.„Deutschland könne daher seiner Zukunft ruhig entgegenblicken. Die großen moralischen und geistigen Kräfte Adolf Hitlers seien hierfür die sicherste Bürgschaft. Zum Schluß erklärte Professor Zankoff, daß er sich beim Abschied von Deutschland verpflichtet fühle, allen denen zu danken, die ihn empfangen haben. Mit Befriedigung und Dankbarkeit müsse er anerkennen, daß man ihm überall Gelegenheit gegeben habe, alles ungehindert zu studieren, was er habe sehen wollen. Er sei tief gerührt von dem freundschaftlichen Vertrauen und der Achtung, die man ihm allerseits in Deutschland entgegengebracht habe. Von Trotzki beraten wurden die Danziger Kommunisten„Spartakus“ Danzig, 9. Dezember. Zu der bereits kurz gemeldeten Festnahme Danziger Kommunisten, die einen Geheimbund„Spartakus“ gebildet hatten wird ergänzend mitgeteilt, daß diese kommunistische Geheimorganisation eine starke Wühlarbeit ausgeübt Flugblätter hergestellt und verteilt hat. Die Kommunisten verteilten marxistische Lektüre und deutschnmissariats für Schwerindustrie, Mose Ruchinowitsch, ernannt. Zu seinem Stellvertreter wurden der bisherige zweite Stellvertreter des Volkskommissariats für Schwerindustrie, Michail„Moissejewitsch Kaganowitsch, der auch seit rund einem Jahr die Leitung der Hauptverwaltung der sowietrussischen Flugzeugindustrie innehat, sowie Romual Adamowitsch Muklewitse bestellt.. 6 Danach ist das gesamte Gebiet der sowjetrussischen Rüstungsindustrie, das bisher einen, und zwar den ausschlaggebenden Teil des Volkskommissariats für Schwerindustrie bildete, nunmehr zu einem einheitlichen Kommissariat unter dem neuen Volkskommissar Ruchinowitsch, der bisherigen rechten Hand Ordschonikidses, zusammengefaßt mit dem alleinigen Ziel, die in Aussicht genommene gewaltige Aufrüstung der Roten Armee beschleunigt durchzuführen. Moses Ruchinowitsch ist auf den von ihm bisher innegehabten Posten erst vor gar nicht langer Zeit aufgerückt, als der damalige erste Stellvertreter Piatakow bei den Sowjets in Ungnade fiel und als„Trotzkist“ verhaftet wurde. Der erste Stellvertreter Ruchinowitschs Michail Kaganowitsch, ist der Bruder des Verkehrskommissars Lasar Moissejewitsch Kaganowitsch, des Vertrauten Stalins. Weitere Spenden für das An weiteren Spenden im Betrage von 100000 RM. und darüber gingen für das Winterhilfswerk aus dem Reiche ein: 670 000 Ungenannt...#####... 650000 RM. Zentralverlag der NSDAP. Franz Eher Nachf. G. m. b.., München... 100000„ Robert Bosch und Robert Bosch AG. Stuttgart.,.... g6, Lamman: 1500000„ Continental=Gummiwerke AG. Hannover 100000„ Ungenannt guganpi## weitere 500000„ Dierig=Gruppe, Langenbielau. 100000„ Ilseder Hütte, Direktion Peine..... 112 500„ Deutsche Solvay=Werke AG. und sämtliche Filialen, Bernburg..... 104 826.25„ Hugo Schneider AG., Leipzig.... 100000„ International Harvester Company mbH. Berlin........... 120 000„ Walter Rau, Teutoburger Margarine. 00 werke, Hilter 100000„ Kurz=Nachrichten Die Königin von Italien in Kassel. Die Königin von Italien weilt mit ihrer Tochter, der Gräfin Calvi, seit einigen Tagen zu einem privaten Besuch in Kassel, um ihre an den Folgen einer Grippt erkrankte Tochter, die Prinzessin Mafalda von Hessen, zu pflegen. Reverend Dr. Macdonald bei Kerrl. Der Reichs= und preußische Minister für die kirchlichen Angelegenheiten, Hanns Kerrl, empfing den Reverend Dr. Macdonald, Sekretär des Ausschusses der englischen Kirche für auswärtige kirchliche Angelegenheiten, zu einer in freundschaftlichem Geiste verlaufenen und das gegenseitige Verständnis der Völker fördernden Unterredung. Berufung in die Reichssendeleitung Berlin. Der langjährige Leiter der Pressestelle des Reichssenders Köln, Hermann Toelke, ist als Pressereferent des Reichssenders Berlin in die Abteilung A 5(Presse) der Reichssendeleitung nach Berlin berufen worden. Toelle leistete auf dem Gebiete der Heimatpflege durch den Rundfunk Pionierarbeit. Er ist neben seiner schriftstellerischen Arbeit vor allem auch durch seine heimatlichen Hörfolgen und Hörspiele, deren Aufführungen er meist selbst leitete, in Westdeutschland bekannt geworden. Königin Wilhelmina der Niederlande und das prinzliche Paar bei einem Empfang in der deutschen Gesandtschaft. Die Königin Wilhelmina der Niederlande, sowie Prinzessin Juliana und ihr Verlobter Prinz Bernhard von Lippe=Biesterfeld nahmen gestern abend an einem Empfang teil, den der deutsche Gesandte und Gräfin Zech=Burkersroda zu Ehren prinzlichen Paares in den Räumen des Gesandtschaftsgebäudes gaben. Das französische Pressegesetz von der Kammer anfran=ösische Pressegesetz das Verleumgenommen. Das französische Pressegesetz, das Verleumdungen unter Strafe stellt, wurde in seiner Gesamtheit von der Kammer mit 359 gegen 193 Stimmen angenommen. Baldige englisch=italienische Verständigung zu erwarten. Zu den englisch=italienischen Besprechungen über die Mittelmeerfrage wird von italienischer Seite erklärt, daß erfreuliche Anzeichen für eine baldige Verständigung vorhanden seten. Seite 8 Nr. 289# Bochumer Anzeiger„ Donnerstag, 10. Dezember 1936 Tuenen und Sport Heute Eisbahneröffnung im Rechener Busch. Die Bochumer Stadtverwaltung teilte uns gestern in später Abendstunde mit, daß die Eisbahn im Rechener Busch heute vormittag eröffnet wird. Also heraus mit den Schlittschuhen, Bochumer Eislaufkünstler und solche, die es noch werden wollen! Eisbahn im Innenraum der Radrennbahn wird in den nächsten Tagen ebenfalls dem„Schlittschuhverkehr" übergeben werden können. Ungarn schlug Holland:0 im inoffiziellen Rotterdamer Länderspiel Der inoffizielle Fußball=Länderkampf Holland gegen Ungarn der in erster Linie als Vorbereitungsspiel für das Treffen am 31. Januar 1937 in Düsseldorf gegen Deutschland dienen sollte, endete am Mittwoch vor 15000 Zuschauern in Rotterdam mit einem:=Siege der Gäste. Der„Nederlandsch elftalKlub“, so nennt sich die Trainingsgemeinschaft der holländischen Nationalspieler, hatte fast nur junge Spieler aufgeboten. Nur drei alte Nationale, nämlich van Heel, de Bock und Mittelstürmer Bakhuys, bildeten das Rückgrat der Mannschaft. In der ungarischen Elf dagegen standen neun Spieler, die bereits gegen England eingesetzt worden waren. Die Ungarn, die in England:6 unterlagen, dann gegen Irland:2 siegreich blieben, gewannen auch in Rotterdam das Treffen ganz knapp mit:0. Das einzige Tor des Tages fiel in der 25. Minute der ersten Halbzeit durch den famosen ungarischen Mittelstürmer Cseh. Die Magyaren machten durch die voraufgegangenen Spiele einen etwas ermüdeten Eindruck. Kombinationsspiel verdiente auch diesmal alle Bewunderung, jedoch war man vor dem Tore nicht entschlossen genug. Die holländische„Probemannschaft“ war technisch den Gästen unterlegen, machte aber im Felde durch Eifer und Aufopferung vieles wieder wett. Box-Kreismeisterschaftenverschoben Wegen Erkrankung mehrerer Kämpfer Die Endkämpfe um die Kreismeistertitel der Amateurboxer die für den 12. Dezember im Bochumer Schützenhof vorgesehen waren, mußten wegen Erkrankung mehrerer Kämpfer auf einen noch unbestimmten Termin verschoben werden. Sonja als Großverdienerin Neue Rekorde der Weltmeisterin im Eiskunstlaufen. Sonja Henie, die mehrfache norwegische Weltmeisterin und Olympia=Siegerin im Eiskunstlauf. ist nach ihrem Uebertritt zum Berufssport in Amerika Großverdiener geworden. Für ihren ersten Film erhält Sonja Henie 150000 Dollar. Ein einziger Vortrag im Rundfunk wurde ihr mit 1000 Dollar bezahlt. Die einstige Weltmeisterin wird in einem neuen Film ihren „Sterbenden Schwan" tanzen. Auf dem Eis natürlich, und wie die Dinge für eine Eisläuferin nun einmal liegen, so steckt Sonjas Kapital in ihren Beinen. Den Beinen darf nichts zustoßen oder aber sie müssen doch hinreichend„taxiert“ sein. Diesen Wea ist die einstige Olymvia=Siegerin denn auch gegangen. Sonja Henie hat ihre Beine mit einem Prämienbetrag von 20000 Dollar versichern lassen! In Amerika zieht das allemal! Mit dieser Versicherung hat sie vielleicht über alle Weltmeisterschaften hinaus einen neuen Rekord aufgestellt. Kein Wunder, wo die Beine doch so viele Dollar bringen sollen! Um die Wallerballmeisterschaft Viertes Gruppenturnier vorverlegt. Das Fachamt Schwimmen im DRfL. hat verfügt, daß zwischen dem Gruppenturnier um die Deutsche Wasserballmeisterschaft und dem Endspiel am 30. und 81. Januar in Hannover eine Pause von mindestens drei Wochen zu liegen habe. Infolgedessen wurde das vierte Gruppenturnier. das am 16. und 17. Januar stattfinden sollte, auf den 9. und 10. Januar vorverlegt. Es wird in Hannover ausgetragen und von Hellas Magdeburg. Aachen 06 und Wasserfreunde Hannover bestritten. Die letzte Uebungsitunde in der Schülerabteilung des Tv. Jahn Querenburg Der Turnverein Jahn Querenburg hatte noch einmal seine Schüler und Schülerinnen zu einer schlichten Abschiedsfeier zusammengerufen. Zunachst wurde ein gemeinsames Lied gesungen, dann ergriff der Vereinsführer das Wort. Er wies auf den Vertrag zwischen dem Jugendführer des Deutschen Reiches und dem Reichssportführer hin, wonach alle Jugendgruppen in den Turn= und Sportvereinen aufgelöst werden müßten. Es hieße jetzt Abschied nehmen vom Verein. Damit aber der Abschied nicht allzu schwer falle, so betonte der Vereinsführer, habe er den Nikolaus bestellt. Und dann erschien St. Nikolaus mit seinem Knecht Ruprecht zur großen Freude der Kleinen. Jeder mußte sich beim Nikolaus melden, um seine Tute in Empfang zu nehmen. Dabei rügte er manche Ungezogenheiten, und Knecht Ruprecht sparte nicht mit Hieben. Mit einem Weihnachtsliede wurde die Feier geschlossen. Nax-Sühlneinnigs Ciltkahrerater nener „Ich werde tun, was in meiner Macht sicht, um Ihnen zu Ihrem Recht zu verhelfen“ „Ich werde tun was in meiner Macht steht, um Ihnen zu Ihrem Recht zu verhelfen" Der Völkische Beobachter" berichtet in Verbindung mit der Abreise von Max Schmeling nach Amerika, daß der deutsche Exweltmeister sich bei seinen Verhandlungen in Newyork auf die Unterstützung des amerikanischen Generalpostmeisters James A. Farley verlassen kann. Es heißt darüber im„V..“: „In London, wo Schmeling zum Neusel—Ben=FoordKampf weilte, sah ihn der Generalpostmeister, der in den Vereinigten Staaten nächst dem Präsidenten Roosevelt der mächtigste Mann ist, rief ihn zu sich und ließ sich von dem Deutschen Bericht erstatten. Als Mac Farley hörte, wie wenig die Newyorker ihr feierliches Versprechen gegenüber dem besten Schwergewichtler der Welt zu halten gedächten, sagte er Schmelina beruhigend: „Ich werde tun, was in meiner Macht steht, um Ihnen zu Ihrem Recht zu verhelfen!" „Was in meiner Macht steht", sagte Mister Mac Farley,„und das ist nicht wenig.“ „Diesen Ausführungen kann noch angefügt werden, daß die Newyorker Boxkommission bisher ihren Beschluß, Max Schmeling als Herausforderer im Juni nächsten Jahres gegen den Boxweltmeister Braddock kampfen zu lassen, auch nicht umgestoßen hat. Die Newyorker Boxkommission hat sich allerdings in gewisser Weise überrumpeln lassen, bzw. wird ein an sich sportliches Verhalten jetzt gegen die Kommission ausgewertet. Als der für diesen Herbst angesetzte Titelkampf Braddock gegen Schmeling verschoben wurde, weil Braddock sich auf eine Erkrankung berief, stellte hinterber der Inhaber der Weltmeisterschaft den Antraa. ihm vor seinem Zusammentreffen mit Max Schmeling zwei„Kämpfe zum Aufwärmen", die„ohne Entscheidung“ geführt werden sollten, zu gestatten. Die Newyorker Boxkommission stimmte diesem Antrage zu, um Braddock dienlich zu sein, vor seinem Zusammentreffen mit Max Schmeling noch wieder in den Ring zu gehen. Nunmehr sind auch der Newyorker Kommission in gewisser Hinsicht die Hände gebunden. Wohl unterliegt es keinem Zweifel, daß man bei den Braddock gegebenen Zusicherungen nicht an einen Kampf von Braddock gegen Louis gedacht hat. aber die Unternehmer und Kräfte, die Louis nach vorne bringen wollen, nennen auch die in Aussicht genommene Begegnung von Braddock mit Louis einen Kampf„ohne Entscheidung", wobei sich allerdings jedermann im klaren ist, welches Spiel hier gespielt wird und daß Braddock im Falle einer Niederlage eben doch nicht mehr als Weltmeister gelten wird..... Mx Schmting.5. Die Dinge liegen an sich für Max Schmeling sehr einfach und sind doch wieder durch die ganzen Verhältnisse sehr kompliziert. Es kommt hinzu, daß die Newvorker Boxkommission nur sehr begrenzte Machtbefugnisse besitzt, die nicht über die Grenzen des Staates Newyork hinausgehen. Atlantic City aber, wo Braddock — Louis kämpfen sollen, liegt in New Jersey, und die Borkommission dieses Staates hat den Kampf schon genehmigt. Unter diesen Umständen war es bestimmt die beste Lösung, daß Max Schmeling selbst nach Amerika gefahren ist. Die Leichfälllienk-fegr hei Reichssportlehrer Engelhard in Bochum Einer unserer bekanntesten deutschen Leichtathleten, der jetzige Reichssportlehrer Engelhard(Berlin), befindet sich zur Zeit auf einer Westdeutschlandreise und kommt am 11. Dezember 1936 nach Bochum, um im Kreise Bochum zu schulen. Daß es etwas ganz Besonderes bedeutet, wenn eine so bekannte Kapazität wie Engelhard die Schulungsarbeit leitet, dürfte nicht mehr besonders hervorgehoben zu werden brauchen. An alle Vereinsführer ergeht daher die dringende Aufforderung, Nachstehendes strikte zu beachten: Sportlehrer Engelhardt hält am 11. Dezember, nachmittags um.30 Uhr bis zur Dunkelheit, eine Uebungsstunde für Jugndübungsleiter und entwicklungsfähige Jugenuliche der Jahrgänge 18/19 und 20•21 im TuS.= Stadion, Castroper Straße, ab. Bei schlechtem Wetter findet dieser Lehrgang in der Turnhalle der Polizeiunterkunft, Castroper Straße, statt. Die Teilnehmer werden darauf hingewiesen, daß bei der vorgeschrittenen Jahreszeit beim Training warme Oberkleidung erforderlich ist. Abends von 8 bis 10 Uhr unterrichtet Sportlehrer Engelhard für Vereinsübungsleiter und gut veranlagte Aktive in der Turnhalle an der Bleichstraße. Alle Vereine sind verpflichtet, mit ihren Uebungsleitern deren Vertreter und mindestens vier Aktive zu diesen Uebungsstunden zu entsenden. Niemand sollte es versäumen, von einem so tüchtigen Sportlehrer wie Engelhard wenigstens einige gute Winke für die kommende Saison mit auf den Weg zu bekommen. Die Terminliste Das neue Leichtathletikjahr. Den vom Reichssportführer genehmigten Terminkalender für das Jahr 1937 hat das Reichsfachamt Leichtathletik jetzt veröffentlicht. Im ersten Jahre nach den Olympischen Spielen wird die Hauptarbeit wieder den Vereinen überlassen sein, darüber hinaus wird auch die wettkampfmäßige Tätigkeit in den Kreisen und Gauen besonders gefördert werden. Die Deutschen Bahnmeisterschaften werden am 24. und 25. Juli in Berlin ausgetragen..„. 1 Msr:: W— Die einzelnen Termine lauten: 14. Marz: Marsche in den Kreisen über 20 Kilometer; 4. April: Findigkeitslaufe in den Gauen; 11. April: Deutsche Gepäckmeisterschaft in Bautzen; 9. Mai: Bahnstaffelläufe, 20Kilometer=Läufe, 30=Kilometer=Gehen in den Kreisen; 15. Mai: Beginn der Klubkämpfe innerhalb der Deutschen Vereinsmeisterschaft(Männer und Frauen) und Olympialieger grüßen den„BA.“ *** SE 5 Scherl-Bilderdienst Otto wiederum Champion der Jockeis Wohl der volkstümlichste Rennreiter Deutschlands, Otto Schmidt, konnte zum neunten Male die höchste Trophäe, das Championat der Flachrennjockeis, gewinnen. Nur noch zwei siegreiche Ritte fehlen an seinem 1500. Siege. In diesem Jahr allein konnte er 52mal als Erster durchs Ziel gehen. Vom Kampftag der Schwerathletik=Olympiasie ger in Hamm sandten dem„BA.“ einen Kartengruß: Olympiasieger und Weltrekordler Josef Manger(Freising), Adolf Wagner und Karl Jansen(Essen), die beide in Berlin eine Bronzemedaille erringen konnten, Georg Bamberger, H. Sperling, Voß und E. Bettzieche des Meisterschaftskampfes für Jugendliche; 23. Mai: Tag der Groß=Staffelläufe; 7. Juni: 30=Kilometer= Läufe und 40=Kilometer=Gehen in den Kreisen, Gauen oder Gaugruppen; 12. und 13. Juni: Kreis=Bahnmeisterschaften mit Staffelläufen; 10. und 11. Juli: meisterschaften mit Staffelläufen; 26. und 27. Juni: Gau=Bahnmeisterschaften mit Staffelläufen; 10. und 11. Juli: Staffelmeisterschaften und Zehnkampfmeisterschaft in Frankfurt a..; 24. und 25. Juli: Deutsche Bahnmeisterschaften und Deutsche Marathonmeisterschaft in Berlin; 25. Juli: Deutsche Meisterschaft im 50=Kilo= meter=Gehen in Bonn; 5. September: Endkampf um die Deutsche Vereinsmeisterschaft der Männer in München, der Frauen in Dresden, der Jugendlichen in Hamburg; 12. September: Voraussichtliche Teilnahme an den Nationalsozialistischen Kampfspielen anläßlich des Reichsparteitages in Nürnberg; 10. Oktober: Letzter Tag für Kämpfe um die Deutsche Vereinsmeisterschaft: 17. Oktober: Findigkeitsläufe in den Kreisen; 24. Oktober: Findigkeitslaufe in den Gauen. Meter Itatt Yard Auf dem Wege zu einem einheitlichen Maß im Sport Es ist eine heikle Angelegenheit, bei der Tabellen und Rechenschieber eine sehr wesentliche Rolle spielen, wenn man sportliche Leistungen aus englisch sprechenden Ländern auf unserem Festland verständlich machen will. Wer kann sich etwas unter 170 Meilen Std. eines Rennwagens, den sechs Fuß und vier Zoll eines Hochspringers, der 1320 Yard=Weltrekordstrecke vorstellen? Umgekehrt ist es für unsere Mittelstreckenläufer sehr schwer, sich von 1500 Meter auf einen Meilenlauf umzustellen, oder wenn eine Staffel nicht 4 mal 400 Meter, sondern 4 mal 400 Yard laufen muß. Genau die gleichen Schwierigkeiten hatte natürlich auch die andere Seite zu bewältigen, als sie sich auf die Olympischen Spiele vorbereitete. Die amerikanischen Leichtathleten hatten aus diesem Grunde beschlossen, vorübergehend von den Yards= auf die Meterstrecken überzugehen und auf ihnen auch ihre letzten Meisterschaften auszutragen. Nun stand auf der Tagung der Amateur=Athletic=Union in Houston im Staate Texas ein zweites Mal die Frage Yard oder Meter auf der Tagesordnung. Die Erfahrungen, die mit dem metrischen System gemacht worden sind, scheinen ausgezeichnet gewesen zu sein, denn mit klarer Mehrheit sprachen sich die Abstimmenden für den Meter aus und stellten sich damit auf die Seite der überwiegenden Zahl von Nationen, die dieses internationale Maß bereits benutzen. Das konservative England hält vorerst noch an seinem Yard fest. Doch ist vor wenigen Tagen erst eine Bresche in die englischen Maße geschlagen worden, als die Leistungen bei den Meisterschaften im Gewichtheben nicht nach englischen Pfunden, sondern nach Kilogramm angegeben wurden. Unsere Voraussagen. Auteuil, 10. Dezember. 1..: Lilium— Diplomate. 2..:(Halbblut=Jagd= rennen). 3..: Quatre As— Marchenoir. 4..: Raisonnable II— Aethel Pride. 5..: Vimar— El Demonio. 6..: Athene— Sabre au Clair II. # L 4 Problem von Joh. Utech(Essen) (W..Z. 1936) Unserer heutigen leichten Aufgabe liegt eine merkwürdige, aber prägnante Idee zugrunde: Weiß muß, um zum Ziele zu kommen, die Wirksamkeit zweier seiner eigenen Figuren ausschalten. Die Idee stammt von dem längst verstorbenen amerikanischen Problemkünstler Loyd. Lösung in der nächsten Schachspalte. Aus der Bochumer Stadtmeilterschaft Der schwache Punkt 12 Eröffnung: Damenbauernspiel. Weiß: Strätling Schwarz: Ludwig Herrmann 1. d4 c5 2. de.. Weiß versucht nicht, den positionell gewagten Zug e5 zu widerlegen, sondern will allen Verwicklungen in der Eröffnung aus dem Wege gehen. Obwohl der Textzug praktisch spielbar ist, verstößt er doch gegen den Gedanken der Zentrumsstrategie: Weiß tauscht einen Mittelbauern gegen einen Seitenbauern. 2.... es 3. Scs Auch so kann man vielleicht spielen, aber gut wäre es, sich so aufzubauen, wie als Nachziehender am angenommenen Damengambit, also etwa St3. e3, 04 usw. 3.... Leb: 4. ei Seé 5. S13 Dbé Durch den Aufzug des-Bauern ist der Punkt 12 schutzbedürftig geworden. Weiß muß nun seine Dame auf einen verhältnismäßig ungünstigen Platz stellen und versäumt es nachher, sich den veränderten Verhältnissen anzupassen. Es ist interessant, daß schließlich die Entscheidung durch die Eroberung von 12 fällt. 6. Ddz St6 Weiß läßt sich den Läufer es abtauschen, um kein Tempo zu verlieren, und behält am Ende recht. 7. Sa4 Db4 8. Scö: Deö: 9. Lds—0 10.—0 d5 11. e51... Dieser Vorstoß bringt Weiß in ernstliche Schwierigkeiten, denen er sich nicht gewachsen zeigt. Am besten war hier 11, ed nebst b3l und Lb2. Auf Lg4 kann Weiß dann immer Dfé ziehen. 11.... Se4! 12. Df4 Besser war wohl De2. 12.. f5 13. Dhé LdT 14. Tfdi Weiß läßt den Punkt 12 im Stich und fällt schließlich dadurch herein. Jetzt war es aber schon sehr schwer, bessere Züge zu finden. 14... h6 15. Les d4! Eine hübsche Gewinnkombination, die Weiß scheinbar nicht erkannt hat. 16. Le4:: Hierauf geht die Partie zwangsläufig verloren. Nötig war 16. Sd4:!. Deb: 17. Le4:, fe 18. Se2 usw. 16.. del 17. Tdf: ef* 18. Khl fe Weiß beherrscht nun zwar die 7. Reihe mit seinem Turm und mag sich davon etwas versprochen haben, aber der Turm leistet dort nichts, während der Freibauer auf 12 von entscheidender Bedeutung ist. Zum Beispiel käme auf die Mattdrohung 19. Dgt einfach De5:!. 19. De4: Seö:! 20. Tb7: St3: 21. Deé:+? Steuert einem schnellen Ende zu. Aber nach 21. gf. Dhö war die Partie auch nicht mehr lange zu halten. 21.. Khs 22. gf Taes Schwarz gab auf. Mangelhafte Verteidigung Eröffnung: Sizilianische Verteidigung. Weiß: E. Lemke Schwarz: Krusch 1. e4 c5 2. S13 Sct 3. d4 cd 4. Sd4: St6 5. Ses es 6. Les Lb4 7. Scé: Les:t 8. bo bo 9. L4s Dab 10. —0 Des: Den Bauern konnte Weiß nicht gut decken. Er erlangt nach seinem Opfer einige Angriffschancen, die aber nur durchdringen, weil Schwarz sich schlecht verteidigt. 11. Tb1 Das 12. Ld2 Deö 13. Tel hé 14. 14 Der 15. e5 Sd5 16. Dg4 Kfs 17. c4 Se7 18. Les d6 19. Ldt d5 20. Lob Kgs 21. Ldß Da7 22. c51 g6! Weiß setzte durch seinen letzten Zug die Bewegungsfreiheit seines Läufers wesentlich herab. während Schwarz mit seinem letzten Zuge nicht nur ein wichtiges Tempo vergab, sondern auch seinem Turm h8 das Feld gé verstellte. Schwarz hätte nämlich viel besser 22. Sf5l gezogen. Nach 23. Lf5: ef nebst h5 und Th6 g6 hätte er dann nicht nur jede Gefahr ausgeschaltet, sondern berechtigte Aussichten erlangt, seinen Vorteil(Freibauern d5!) langsam zur Geltung zu bringen. 23. h41 h5 24. Dg5 Stö 25. Lfb: of 26. e61 fe 27. Dat: Schon ist die schwarze Partie zusammengebrochen. Die Mehrzahl der letzten Züge wären daher besser unterblieben. 27.... Dgi 28. Dgf:: Kgf: 29. Leöt Kh7 30. Lhs: Khs: 31. Tes Laß 32. Teß: Lbö 33. Tbei Kg7 34. Te7t Kgs 35. Tleß d4 36. Tgét, Kf8 87. Th7 Tes 38. Th8“ Kf7 39. Tes: Kgé: 40. Kf2 Lei 41. a4 Kf7 42. Tos Ld5 43. Te7t, Kef 44. Taf: Let 45. ab Kd5 46. Tb7 Kc5: 47. aß Ket 48. a7 c5 49. Tb811(a8D!) Kcs 50. a8D Las: 51. Tas: c4 52. Kel Kds 53. Kdl Kes 54. g3 d3 55. Tes Kf3 56. Te4: Kg3: 37. Td4 Kh4: 58. Tds: Kgt 59. Kez Kf4: 60. K12 h4 61. Td4“ Kg5 62. Kf3 Khö 63. Kf4 Kgé 64. Taß“ Kh5 65. Tds hs 66. Thst aufgegeben. Bearbeitet vem Westfällschen Schachmeister Hanne Herrmana, Bochum Seite 9 Nr. 289/ Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 10. Dezember 1936 Kunst und Wissen Uebermorgen: Westdeutsche Erstaufführung Fraler„Neun Offiziere“ Die nächsten Pläne des Bochumer Stadttheaters. Ein lebendiges Stück jüngster Vergangenheit, ein heldisch=männlicher Ausschnitt aus dem Kampf derjenigen, die weitab von der heimatlichen erde den Namen ihrer Nation vertreten haben, kommt am Samstag, 12. Dezember, zur westdeutschen Erstaufführung Verfasser konnte bereits früher mit den„Elf Teufeln“ zeigen, daß er ein Dramatiker mit ausgesprochenem Bühnengefühl ist. Auch dieses alänzend gearbeitete Stück wird wieder von dem Können des Autors Zeugnis Frasers„Reun Offisiere“ sind während der Jezember= und Januarwochen noch weitere Neueinstein“. Außer der Silbesterpremiere, dem neuesten Radeira- Cinrichs„Pe Hitor Ahr##h sind für hart Hauptmann„,) Perhoeven, Impekobens Das Filz von Gastwirt böse zu sein, wenn er glaubt, andere übers Ohr hauen zu können. Man muß diese Natur, die zur besseren Erkenntnis durchgeläutert wird, aus sich selbst verstehen, ihre gleichsam kindliche und biedere Tucke und ihren Schmerz, wenn ein paar Dukaten zu Bruch gehen. Hans Helmuth Koch gelang es prächtig, das olle Ekel in diesem Sinne darzustellen. Eine betuliche Person; schlampig, dötsch und mandelentzündet, machte Ursula van Gaarden aus der„Königin von Poppenbüttel". Entzückend frisch und zum Anbeißen appetitlich spielte Brigitte Blell das Töchterchen Lina, die sich mit Hilfe ihres echt Goebelschen Dickkopfs den weltgewandten und spottlustigen Malermeister Butenschön(Hein Heuer) ergattert. Ein paar Chargen von erschütternder Komik steuerten Georg Thomalla und Walter Pott bei. Für die Ausstattung der Gaststube— schon der blanke Bierhahnaufbau ist höchst vertraueneinflößend— zeichnete Erich Kempgens verantwortlich. Das Stimmungsbarometer des gut besuchten Hauses hielt sich zwischen Windstärke zehn und zwölf. Dr. Emil Strodthoff kleine Hofkonzert“(Spielleitung, Piktog Ablere). Die Kolner Oper sieht für den wonar Dezemver Bisets sg a eemen“ und Verdis Troubadour“ vor; am 80. Dezember ist ein neues Tanzgastspiel geplant mit neuen Tänzen und neuen Dekorationen. Der Januar und die erste Hälfte des Februar werden eine Anzahl Neueinstudierungen des Kölner Hauses auf der Bochumer Bühne zeigen, so„Fidelio",„Cosi fan tutte", „Boheme" und„Fledermaus". „Telroleum in Toppenbültel“ Erstaufführung im Gelsenkirchener Stadttheater Wilfried Wroosts vergnüglicher Vierakter„Perroleum aus Poppenbüttel“, der vom plattgußz hochdeutsche Schnutenrad umgesputt zelsenNach einer Anordnung des Reichserziehungsministers dürfen wertvolle Handschriften und Urkunden aus deutschen Bibliotheken zu Ausstellungszwecken künftig nur noch mit Genehmigung des Ministers verliehen werden. ste Seschse ece er sce as die i5 kommene Gelegenheit für die Liebhaberbühne sehen. Trotz schwankhafter Elemente vermittelt das lebenswarmen humorigen Ausschnitt niedersächsischen kräht" vergleichen. Hier wird mit der falschen und verlogenen Framantik aufgegstraße, Zez habe der bäuerliche stubenpoeten. Das ist nun ganz und gar nicht so, gerade er hat es dicke hinter den Ohren. Wie Gastwirt Goebel die Pfennige zusammenkratzt, wie er mit dem Glück der Tochter seine Milchmadchenrechnungen aufzurunden sucht, und wie die,„Fetogieg, Jeizgr List ein Bein stellt, das alles ist„Gegenstand, ver heiteren Strafgerichts, dessen Moral nicht nur in der Lüneburger Heide verstanden werden dürfte. In Gelsenkirchen wurde dem Stück unter der Spielleitung von Hans Heingutzhgschgch, der sich opezahr Die Anordnung ist ergangen. weil die in der letzten Zeit sich häufenden Anforderungen solcher Dokumente die Gefahr einer Beschädigung oder des völligen Verlustes der meist unersetzbaren Stücke besonders groß werden ließen. Neue Tänze von Harald Kreutzberg. Im Berliner Beethovensaal gab Deutschlands berühmtester Tanzer seinem diesjährigen Tanzprogramm den Start., Seiten ist Harald Kreutzberg. nach den Stimmen der Berliner Blätter, von der begeisterten Masse so mit Beifallsstürmen überschuttet worden, wie diesmal. Wiederbolungen auf Wiederholungen wurden erzwungen. Neu sind Kreutzbergs brasilianischer Tanz„Rio“. eine volnische„Mazurka“, ein Vagabundentang und zwei klassische Tänze. Nach der Musik von Friedrich Witkens steigern sich die beiden letzten Tänze des Todes zu einer gigantischen tänzerischen Leistung. Weltfilmpalast in Venedig. Das größte Filmtheater der Welt wird im August 1937 in Venedig auf der großen Internationalen Filmausstellung zu sehen sein. Aus dem Wettbewerb um den Welmfilmvalast am Lide ist der italienische Architekt Quagliata als Prezsträger genügen. Weln eine Konigen kkeot. Roland Schachts Chrilline-Drama schaft, die einfältige Spielabdichtung, innerhalb deren es keine aufdringliche und verstimmende SchwarzWeiß=Zeichnung gibt. So ist es unmöglich, dem alten Nach manchen andern Versuchen, das Schicksal der schwedsichen Königin Christine, der„Wanderkönigin", künstlerisch zu gestalten— so dem bekannten GarboFilm und dem Schauspiel von Lilian Wied—. hat nun Roland Schacht den reizvollen Stoff noch einmal aufgegriffen. Eingerichtet von Erich Pabst, setzte sich das Drama im„Komödienhaus“ mit starkem Erfolg durch. Man kann sagen, daß Schacht so etwas wie eine neue Form für die dramatische Historie gefunden hat: die Tragödie„en miniature“, den geschichtlichen Akt ohne Kothurn. In fünf sehr kurzen, schlagkräftigen Akten, die vom lustspielhaften Anfang rasch zum tragischen Ende führen, gibt er, mit der Geschichte sehr frei verfahrend, das Los der Königin, der es nicht erlaubt ist. Frau zu sein. Christine, jung, klug, leidenschaftlich, verschwenderisch, sieht sich vom Kanzler Oxenstierna der Politik und dem Gedanken des Reiches geopfert und läßt ihren Geliebten, den Grafen de la Gardie, ermorden als sie sich von ihm als Weib zynisch verraten glaubt. Das Stück zeigt sehr deutlich Parallelen zu dem Stoff Maria Stuart— Elisabeth— Esser— bis in die ergreifende Charge des verliebten, jungen Führers der Leibwache, Schauspielerisch brachte der Abend eine einzigartige Ueberraschung. Hilde Hildebrands Hinüberwechseln von der eleganten„Salondaxle“ Wandel war erstaunlich. Sie durchschritt mit Sicherheit und hinreißender Ausdruckskraft den Kreis vom geistreich scherzenden Plauderton— ihrem bisherigen Gebiet — zum Derbburschikosen und von hier zu der Erschurterung, da sie hin= und bergerissen zwischen Liebe und Haß, Weinen und Lachen, Frauensehnsucht und unbarmherziger Herrscherpflicht, dem Thron entsagt. Die Entwicklung dieser Schauspielerin ist nach dieser Leistung schwer abzusehen. Eduard von Winterstein war der kühle, weise. überlegene Kanzler, der ohne jede Hemmung des Glück des Einzelnen für das Ganze opfert, Hans Meyer=Jannd, als verhinderter Prinzgemahl Karl Gustav. eine ungeschlachte, ehrliche Haut. Alf von Sieein schwedischer Esser mit Haltung, Heinz Rivvert ein rührender Page— und so alle in ihren kleinen Rollen dem Sviel der Führenden ebenbürtig.„Sie ure den mit, der neuen Hilde Hildebrand und dem Dichter mit Beifall überschüttet. Ludwig Thomas satirischer Ritt gegen die„Moral“ in Gänsebeinchen hat den Vorzug eines immer zeitgemäßen Stoffes. Denn die Provheten, die öffentlich vathetisch das Wasser preisen und heimlich trinken, die die Tugend im Munde führen, selbst gern gelegentlich in Amors falsche Mühlen kriechen, hat es immer gegeben und wird es immer geben. Kein Wunder also, daß in der„Volksbühne über den„Sittlichkeitsverein" des Rentiers Beermann(Jakob Tiedtke), den gravitätischen Pornographensammler„Wasner (Friedrich Ullmer) und wer sonst aus den„ersten Familien“ einmal zu der sündigen Madame de Hauteville (Grete Weiser) geschlüpft war, ebenso herzhaft gelacht wurde, wie schon vor dreißig Jahren. Hermann Schaufuß war der unselige Assessor Ströbel, dessen ahnungsloser Amtseifer den Standgi,, oder ihrer Gliederungen gingen, ist allerdings gering. So gehörten von den fast 2100 Lehrgangsteilnehmern zwischen März und Oktober 1936 nur Partei vor der Machtübernahme an und Aufnahme in die Partei fanden 24 Prozent nach der Machtübernahme. Vor der Machtübernahme gehörten nur 2,8 Prozent der SA. und.5 Prozent der SS. an. Von diesen Lehrgangsteilnehmern fanden nach der Machtübernahme den Weg 47,/8 Prozent zur SA., 8,6 Prozent zur SS., 6,7 Prozent zum NSKK., 2,8 Prozent zur Hitler=Jugend und 2,5 Prozent zum studentischen Arbeitsdienst. Nach den Ergebnissen der ärztlichen Untersuchungen dürften mindestens 25 Prozent aller Lehrgangsteilnehmer wegen körverlicher Untauglichkeit vom Arbeits= und Heeresdienst nicht erfaßt werden.— 85 bis 40 Prozent der Tageszeit im Lager gelten der weltanschaulichen und juristischen Schulung. Die gleiche Zeitspanne wird für sportliche und geländesportliche Betätigung aufgewandt (84 Prozent des oben genannten Teilnehmerausschnitts erwarben das SA.=Svortabzeichen nur während der Lagerzeit). Das restliche Fünftel der Tageszeit wird von Instandsetzungsarbeiten der Lageranlagen, Revierdienst usw. in Anspruch genommen. Hans Pfitzner dirigiert am Oberschlesischen Landestheater in Beuthen am 13. Dezember Werke von Carl Maria von Weber anläßlich des 150. Geburtstaaes von Weber. Welterfolg eines deutschen Buches! Nachdem vor einigen Tagen die englische Uebersetzung des mingtors“ von Paula Grogger einen geradezu sensationellen Start in Amerika hatte, erreichte dieser Roman soeben die 100. Auflage. Das dichterische Kunstwerk wurde zum Volksgut, ein„deutsches Nationalepos“ erwarb sich Heimatrecht in allen Ländern der Erde. in den Schwank abalit. Karlernst Kvat. Zahlen aus dem Ranns-Keril-Cager vom Lagerdienst der Referendare. Der Kommandant des Gemeinschaftslagers„Hanns Kerrl', Referendar Hildebrandt, Arzmm# „Deutschen Justiz“ einige Zahlen über die setzung und den neuen Dienstblan depagertzenßersemese nach werden zu dem achtwöchigen Lagerrpeneren##r# alle vierzehn Tage drei Zuge von je 50 Referenbaren (eine Abteiluna) geschlossen einberufen. Der Hundertsatz derjenigen Lehrgangsteilnehmer, die schon früher durch das Gemeinschaftserlebnis der Partei Gelattänsicher 10. Dezember: 1493 wurde der Arzt, Natursorscher und Philoserg,### phrastus Bombastus Paracelsus Arztes Wilhelm Bombastus von Hohenheim(Paracelsus ist Uebersetzung von Hohenheim) in Einsiedeln in der Schweiz geboren. Paracelsus gehörte zu den bedeutendsten Naturforschern der beginnenden Neuzeit, welcher auf seinen Wanderungen durch fast ganz Mitteleuropa die Natur aus sich selbst zu erklären suchte und dabei zu der Ueberzeugung von ihrer Selbsthilfe als Voraussetzung aller Heilkunde kam, die der Mensch nur noch zu fördern braucht. Aber auch Chemie und 1926 Inbetriebnahme der Straßenbahn Stiepel—Hattingen bzw.— Bochum durch die Hattinger Kreisbahn. wird zur Zeit von der Bochum=Gelsenkirchener Stra1935 Egmont Hintzmann, Mitinhaber der Bochumer hütte, auf einer Geschäftsreise von Köln nach England durch Flugzeugabsturz tödlich verunglückt. Reimuch: Wenn Sie sich einmal an einem stillen Abend oder in einer fremden Stadt ganz einsam und verlassen fühlen, dann sollten Sie zum Troster Schaumwein greifen.(Er ist unfehlbar!) SCHAUMWEIN bungr Sonainn! DIE KURSCHERIN 6) VON HERBERT VON HOERNER Copyright 1936 by J. Engelhorns Nachf., Stuttgart „Der fährt ja wie der Teufel“, bemerkte anerkennend „Oder wie ein guter Engel“ meinte gefühlvoll der Adjutant.„Er will uns trösten für den Aufenthalt, den uns die Schneeverwehungen hinter Mitau bereiteten. grad kutschiert?— Sie brauchen darauf nicht zu antvorten, Fürt.“ Guigrten 5 Schiten zlit Die Pferde galoppierten, der Schr.r z,„ grgiche keit. Die Scheiben des Schlittens beschlugen und über zogen sich mit Eisblumen. Von der Beleuchtung blieb nur ein helles Wehen um die Laternen übrig. Der Zar streckte sich wieder zum Schlafen aus. Das war es, was der Adjutant sich gewünscht hatte. Er war eben im Einschlafen, als die Stimme seines Gebieters ihn weckte...,. dg Jar. 9ch Es sind prachtvol: ggrezee“, lagre ve.„ögr. Wozu Wir holen das Versäumte nach.“ Der Adjutant hoffte, die Laune seines Herrn, die während der letzten Tage nicht die gnädigste gewesen war, werde sich durch das schnellere Fahren bessern. Warum der Zar es so eilig hatte, nach Berlin zu kommen, darüber machte der Adjutant sich seine Gedanken. Aber er kam damit nicht weit, denn alle Gründe und Hintergründe der Reise kannte er nicht. Und das empfand er als eine Zurücksetzung. Zu fragen, war gewagt. Man konnte sich bei Nikolaus durch Fragen sehr Bier Tage und vier Nächte hatte er darauf gewartet, daß der Zar ihm ein Wörtchen hinreiche, wie ein Garn, an dem sich weiterspinnen ließe. Das Wörtchen wurde nicht gereicht, das Garn blieb ungesponnen. Der Zar war schweigsam, und was er sprach, handelte von gleichgültigen Dingen. Nicht einmal die neuesten kleinen Klatschgeschichten vom Hof, von denen der Adjutant einen Vorrat mit sich führte, der für die ganze Reise ausgereicht hätte, hatte er anbringen können. „Seine Majestät ist absichtlich verschlossen gegen mich“, sagte er sich.„Aber warte, Väterchen, bis wir in Berlin sind, wirst du mir haargenau auseinandergesetzt haben, was du mit deinem königlichen Schwiegervater vor haft. Ich ahne Verschiedenzsz, Du Pchaest dir nämlich immer noch ein, der machtigste. Mann Europas zu sein. Aber Europa ist anderer Ansicht geworden. Und dies dir begreiflich zu machen, das wäre meine Aufgabe als die eines guten russischen Patrioten. Ich werde dir mal meine Meinung sagen, denn hier kannst du mich nicht hinausschicken wie aus deinem Kabinett. Du wirst gezwungen sein, mich anzuhören.“ „Tun Sie meine Stiefel wo anders hin“, sagte der *„Sie müssen besser Ordnung halten im Schlitten.“ Der Adjutant zog die Stiefel auf seine Seite her„Er behandelt mich wie einen Lakaien", dachte er. „Um die Stiefel, um den Pferdewechsel, ums Essen und um die Bequemlichkeit Seiner Majestät mich kümmern. Als ob ich in der Politik wäre. Es sind Intrigen gegen mich im Ge Wärmflaschen waren meine Idee, und jetzt nicht einmal beachtet.“ Der Zar änderte seine hockende Stellung in eine kniende. Also kniete auch der Adjutant. Der Schlitten war nicht so hoch, daß man aufrecht darin hätte stehen können, schon gar nicht, wenn man so groß war wie Nikolaus. Kniend konnte man auch nach vorn hinausschauen durch zwei kleine Fenster, die sich in der Stirnwand des Schlittens ausnahmen wie zwei Augen. Der Zar schien, am Rücken des Kutschers vorbei, die Pferde zu beobachten. Sein Gesicht war matt erhellt vom Widerschein der Beleuchtung auf Schnee und Pferdeleibern. Der Adlutant beobachtete auch, aber nicht die Pferde,(werde anfrogenz,(gler ga.gn ein solches Biergespann!“ sondern den Zaren, Und blößlich— man weiß selber bragper=Adsutant“, nicht schnell genug wach ist ein Enischluß gefaßt, um den man lange rang. Der worden und mußte fragen, was Seine Majestät soeben ohutont Berlin wird man ,, er wolte sagen Ich pil mir das Viergespann kaufen“, wiederholte überrascht sein“. Aber der Zar ließ es nicht bozu der„Lind der Kutscher dazu“, hauchte der Adsutant .. H. A5.—.##in“ sagte er.]„In den baltischen Provinzen ist die Leibeigenschaft Beunruhigen Sie sich nicht üver Verlin, IU.——. abgeschafft“, belehrte ihn der Ze Schauen Sie lieber auch zum=Bag zupokeine Poft.] Dann wurde es wieder still Ver im Schlitten. dse eigene Sicherhelt besorgt pire. Puint iuner nur iun sohische, Feihzen geworden. Und inner noch ber Auen dune, Buehune, uen buee, gu bun ue bur Aeg, Mge er fa. S ae „Ich glaube, daß jedem Menschen sein Leben kostbar Wash ist dann liegt dahinter der See. Und dort ist Sie besorgter um Ihr Leben sein als dieser Kutscher““ ten Stelle werde ich den Weg wiedererkennen.“ „Ich weiß, mein Teurer— das Leben für den] Sie merkte plötzlich, daß sie Angst vor der Zaren, eine vortreffliche Oper, Ich höre die ganze Zeit Stelle hatte.„ eine Musik, die Schlittenscheuen sinds. Man meint,]„O Gott, hilf mir!“ var ne.„ es müßte eine Melodie daraus werden, aber sie kommt„Jetzt ist er endlich eingeschlafen, glaubte der nicht über den Anfang hinaus. Die Fahrt erinnert mich Adjutant. Aber gerade da setzte der Zar sich wieder an das Gedicht von Puschkin. Wie fangt's doch gu'— auf.„ In Wirbeln treibt der Wind den Schnee...“„Es hat aufgehört zu schneien, sagre er.„Schauen „Und das Glöckchen ting— ting— ting“, fiel der Sie diesen herrlichen Wald.“ eottant enn........ wies ihn.,] Da half nun nichts. Man mußte sich auch aufsetzen, „Das ist ein gans anderes Gedicht, gz,on ve. um den Wald zu bewundern. Der Adjutant unterdrückte Zar zurecht.„Sie solten sich mehr mit puschkin be= ein Gähnen. Er sah nichts als Baumstämme und sagte: Steud vur nlch zu enbern.„3e slcz, v. Aiser sost dun Sak.=Geaher 9e5t o zeine Falte entfand, die gefärchtete Falte, Stamm, der die Krone trägt. Ein königicher Haum. Sepsehtynzich gaüif etzwoas Schlim= Provinzen, weder in Rußland noch in Europa.“ „Wie die Zeit kriecht“, sagte der Zar und legte sich Den rötlichen Schein hinter den Stämmen hatte Eva auch gesehen.„Dort brennt etwas“, sagte sie sich. Es war ihr, als kündige sich in dem rötlichen, etwas Entscheidendes an. Ob Böses oder Lvz.. sich im Vorgefühl nicht unterscheiden.„Hin##c dem Walde kommt die schlechte Stelle.“ Und immer noch galoppierten die Pferde. „Das ist der Ahnherr in euch, der herrliche Hasso. Ein Araberpferd wechselt die Gangart nicht, eh nicht ein Wink, ein Wort des Herrn es ihm befiehlt, und wenn es sich dabei zu Tove tiese. Ihr sollt euch nicht zu Tode laufen, ihr meine Geliebten. Wenn's auch der Kaiser ist, den wir fahren. Ihr sollt mir nicht aus Stolz darüber sterben. Oder ich stürbe mit euch. Aber dazu habe ich keine Lust.— Langsamer jetzt!“ Sie faßte, die Leinen kürzer, tehnte sich mit dem ganzen Gewicht ihres jugendlichen. zurück und brachte mit der Zungenspitze am Gaumen einen Ton hervor, wie ein langgezogenes S. Die Pferde verstanden. Erst mäßigten sie ihren Lauf zum Trab, dann gingen sie Schritt. Sie schnoben und prusteten kräftig, wie Pferde tun, wenn sie aus einer schnelleren Gangart in eine langsamere übergehen.— Die Straße hob sich. Langsam im Schritt ging es ein Stück bergauf. „Ich erkenne den Weg wieder“, sagte sich Eva. „Das ist die große Fichte am See, und dort ist auch die schlechte Stelle. Aber warum brennt dort ein Feuer?“ Sie sah Flammen aufsteigen aus einem Stoß von Holz und Reisig. Ein Mann und ein Knabe waren damit beschäftigt, das Feuer zu unterhalten, indem sie trockene Zweige hineinwarfen, die mächtig aufflammten und laut prasselten. Für den Mann und den Knaben hatte wohl das Prasseln die Schlittenschellen übertönt. Sie schürten ihr feuer und sahen nicht auf, bis Eva nahe an ihnen vorüberfuhr. Die Pferde tänzelten unruhig, von der strahlenden Wärme des Feuers erreicht. Jetzt riß der Mann die Mütze vom Kopf, und der Knabe warf die Hände hoch und rief mit gellender Kinderstimme Hurrah. Es waren, wie Eva erkannte, der Buschwächter vom See und sein Sohn. Der frohe Schrei des Kindes war auch im Innern des Schlittens gehört worden. Der Zar sah zum Fenster hinaus und winkte gnädig mit der Hand. „Aber da sieht man'“, sagte er,„wie langsam wir reisen. Die Leute sind überall schon venachrichtigt und Zeit gehabt, ihre Vorbereitungen zu treffen. Es weit. Man sollte in allen Fällen die Form wahren. Ich reise doch schließlich nicht als Gast eines kurländischen Barons, sondern mit meiner Post. Wie sieht das aus!“ „Es ist schrecklich“, seufzte der Adjutant. „Schrecklich nicht“, sagte der Zar.„Aber es gehört sich nicht. Machen Sie nachher den Mann darauf aufmerksam..... Shintant und Gans 1 „Zu Befehl“, sagte der Abjurant und schlug, so gut es in kniender Stellung ging, die Hacken aneinander. „Teufel oder Engel“, sagte nach einer Weile der Zar nachdenklich,„weiß man's denn immer, wer einen sich Schein am der Zar.„Kann hoben zegen eine Helligkeit ab, die als rötlicher Himmel stand. „Wie spät haben wir'?“ das schon die Morgenröte sein!“... „Die Morgenröte kann es nicht sein“, erklärte der Adjutant.„Wir fahren nach Westen, die Sonne geht im Osten auf.“ Und er freute sich, seinem Herrn eins ausgewischt zu haben.„Außerdem“— er Boke, kannie Gerader haben Det vrnsage, entr, Vutxertigagen zu trefen. scheint, man win uns hier den Weg beleuchten. Diese Vermutung des Zaren war richtig. Auch Eva begriff: dies war Paul von Kiesenbachs Werk. Er hatte ein Feuer anmachen lassen, um die schlechte Stelle zu beleuchten. Sie freute sich, daß Paul so klug gewesen war. „Seht ihr, das war weise gehandelt", sagte sie zu den Pferden. Bitte benehmt euch dementsprechend!, Tänzelt nicht so! Luna, du wirst doch wohl vernunftig sein.“ Und dann war das Feuer hinter ihr und vor ihe der beleuchtete Weg. Von der Höhe des Hügels abwärts höhlte der Weg den Hang. Etwas tiefer schwand die Böschung rechts, während sie links höher wurde. Rechts unten lag der See. Die Straße bog nach links. Hier mußte man auch im Sommer, auch bei Tage behutsam fahren. Um Mitler„es kann nicht viel über Mittemnacht sein. Um Mitternacht haben wir die Pferde gewechselt.“ hin abzustürzen.“ (Fortsetzung folgt.) Seite 10 Nr. 289/ Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 10. Dezember 1936 Horte menschen, die ihr leben dem Erfolg geopfert haben war Iilento Im tiefen Sessel, nahe am Fenster, durch das das fahle Licht eines trüben Maiennachmittags flutet, sitzt eine schmale, schwarzhaarige Frau. Sie neigt das Gesicht über eine braune Mappe, nimmt ein paar Bilder heraus: große Photos in Luxusausführung; kleine, anspruchslose Schnappschüsse, irgendwo in Hollywood gemacht. Die blassen Hände, die das alles behutsam herüberreichen, zittern leise. Und die fremdartige Stimme von Pola Negri sagt scheu:„Sehen Sie, das war Rudi!“ Eine der Aufnahmen ist besonders eindringlich. Sie zeigt einen schmalen, schönen Männerkopf mit tiefen, seltsam verschleierten Augen. Die blassen Hände kehren den Karton um.„Sie dürfen lesen.— Es war für mich!" Die zarte, sehr innige Widmung zeugt von einem großen Gefühl. Rudolf Valentino für Pola Negri — die er mehr liebt als sein Leben!“ Von allen, die den Weg des einst schönsten und berühmtesten Filmschauspielers der Welt je gekreuzt hatten, war sie die einzige, die er wirklich geliebt hat. Wenn man sie nun anschaut, sprechen hört, begreift man es. Etwas Besonderes ist um diese Frau. Ein bezwingendes Fluidum geht von ihr aus: der Zauber einer Persönlichkeit. „Es war ein wunderbarer Mensch“, sagt die warme Stimme der Negri versonnen.„Er paßte gar nicht in unsere Zeit— mit seiner romantischen Seele. Ins 14. Jahrhundert hätte er gehört. Aber ganz bestimmt nicht nach Hollywood. Wenn man ihm in die Augen sah— was waren sie dunkel, ein Geheimnis, das die wenigsten zu deuten verstanden—, dann entdeckte man den Träumer. Im Grunde hatte er gar nichts zu tun mit den Rollen, die man ihm aufzwang. Sein heißer Wunsch war, einmal den blutigsten Feldherrn des Mittelalters, den Cesare Borgia, spielen zu dürfen, von dem er behauptete, er wäre viel besser gewesen, als sein Ruf. Statt dessen erstickte er in zuckersüßem Kitsch—,„romantische Heldenrollen', nach Auffassung amerikanischer Filmproduzenten. Nie, trotz allen Glanzes, erreichte Valentino, was er haben wollte. So lange er lebte, sehnte er sich mit der ganzen Tradition des Italieners nach einem wirklichen Heim, nach einer richtigen Frau, nach Kindern. Glauben Sie mir? er wäre der treueste Ehemann geworden! Aber davon wollten all seine Verehrerinnen am wenigsten wissen. Sie haben ihn beinahe umgebracht mit ihrer hemmungslosen Anbetung. Nirgends hatte er nach seinem ersten riesigen Erfolg im„Scheich" Ruhe vor der unendlichen Schar begeisterter Amerikanerinnen, die ihm täglich Hunderttausende von Liebesbriefen schrieben. Oft mußte er sich in verschiedenen Wohnungen verstecken, in denen er abwechselnd schlief, um der verliebten Massenverfolgung zu entkommen. Manchmal ist großer Ruhm sehr grausam——“ Die überraschend hellen Augen der Negri werden in der Erinnerung ganz grau.„Vielleicht hätte ich ihm geben können, was er brauchte“, sagt sie zart.„Auch ich habe mich ein Leben lang nach einem richtigen Heim gesehnt, nach einem Menschen, für den ich wirklich da sein konnte— ja, auch nach Kindern. Es blieb mir versagt. Drei Wochen, bevor wir heiraten wollten, geschah das Schreckliche...“ Ein junger Mann will eine Farm Die Vorsehung geht manchmal seltsame Wege. Wer will sie richtig deuten? Sicher nicht der blutjunge Mann, der um 1913 aus Italien nach Amerika auswanderte, das Glück zu suchen. Seine Vorstellung davon hatte die Gestalt einer weiten Musterfarm im Westen der Staaten. Um irgendwie ans Ziel zu kommen, machte es dem unternehmungslustigen Rodolfo nichts aus, vorerst als Gärtnerbursche zu beginnen. Von der Landwirtschaft verstand er etwas, von kultivierten Gartenanlagen auch. Aber leider schienen das dem Millionär Bliß, der den jungen Italiener auf seinem Landgut beschäftigte, nicht genügend Fähigkeiten, gemessen an der edlen Schönheit Rodolfos, die alle Frauen zärtlich stimmte. Als Herr Bliß seinen neuen Angestellten zum erstenmal persönlich kennenlernte, dachte er mit einem leichten Schrecken an seine ziemlich dickköpfigen, hübschen Töchter, seufzte mitfühlend— und kündigte dem gefährlichen Apoll. Was die Newyorker Parkverwaltung an dem schönen Gärtner auszusetzen hatte, blieb unergründet. Auf alle Fälle währte die Freude auch hier nicht lange. Mancher fängt eben sein Glück mit sehr viel Pech an — Grund genug für viele von uns, sich mit Geduld zu wappnen! Doch in einer Weltstadt wie Newyork ohne Geld, schlimmer: ohne Kenntnis der englischen Sprache, sich mit einer Pechsträhne auseinandersetzen, ist bitterschwer. Man ist sehr einsam. Man hungert. Man verliert mit der Zeit den Glauben an eine bessere Zukunft. Und darum putzt man also, wenn sich nur eine Chance bietet, vor den Palästen der Millionäre die Messingstangen, bis die funkeln wie der neue Reichtum, und denkt dabei sehnsüchtig an die Farm— im Westen. Ein bitterer Winter, angefüllt mit Verzweiflung. Arbeitslosigkeit, Hunger treibt den stolzen jungen Mann endlich zum Geschäftsführer eines eleganten Tanzlokals. Beschämt, widerwillig kommt die Frage:„Haben Sie eine Chance? Vielleicht— als Tänzer?“ Wie der Kerl einen mustert! Am liebsten würde man davonrennen. Aber der Hunger ist so groß— und in dem schmierigen Zimmer, das man in einer billigen Pension bewohnt, lauert das Elend. Also läßt man sich Zoll für Zoll abtaxieren, fühlt sich sehr gedemütigt. Und wird bei einer angeborenen Begabung für den Tanz Eintänzer. Irgendwo in den Wolken schwebt noch immer, sehr trostreich, die Farm. Deswegen auch entschließt sich der schöne, junge Mann, mit einer Operettengesellschaft auf eine Tournee zu gehen. In San Franzisco kracht das Unternehmen elend zusammen. Wieder steht man auf der Straße, ärmer als ein Bettler. Und zu allem kommt noch der neue, brennnde Ehrgeiz, ein Star— berühmt zu werden. Die Atmosphäre der Filmstadt San Franzisco mit ihrem großen Glanz und ihrem grauen Elend hat den jungen Träumer wie ein Fieber angefallen. Jetzt kommt er nicht mehr los von dem Gedanken: etwas zu werden. Fünf Dollar Tageseinnahme nach drei Monaten stumpfsinnigen Wartens vor den Türen der Filmateliers, in die einem endlich ein Filmschauspieler verhilft, sind für die meisten in San Franzisco viel. Für Valentino sind sie nichts. Er ist müde, enttäuscht, angewidert. Die belanglosen Nebenrollen, die man ihm zuteilt, können seinen plötzlich qualvollen Ehrgeiz nach Ruhm in keiner Weise befriedigen. Bis mit einem Schlage die große Wendung kommt! Ueber eine Episodenrolle zum„Scheich"—— Und nach der Premiere dieses kitschigen Films hatten die amerikanischen Frauen ein bis heute unerreicht gebliebenes Ideal, das sie mit ihrer stürmischen Liebe sogleich zu quälen begannen. Roman einer großen Liebe „Als ich nach Hollywood kam", erzählt die fremdartige Stimme Pola Negris, der schönen blassen Frau am Fenster,„war Rudi schon der große Valentino. Und denken Sie: nach der Premiere meiner Dubarry", die ja ein Welterfolg wurde, hatte ich in Berlin von einem gewissen Rodolfo Valentino, der Komparse in Bei Siapenauf der„Silessenau San Franzisco war, einen schwärmerischen Liebesbrief bekommen, in dem er mich um ein Autogramm bat— das er bekam. Wirklich: dies war ein Bewunderer „von klein auf“.“ Die Frauen haben es dem„schönsten Mann der Welt“ leicht gemacht. Viel zu leicht, um diesen Romantiker fesseln zu können. Auch seine zweite Ehe mit der bekannten Tänzerin Natascha Rambowa wurde eine bittere Enttäuschung. Die Rambowa war eine kalte, berechnende Weltdame. An einem Heim in dem Sinne, wie es Valentino ersehnte, lag ihr überhaupt nichts. Während ihrer ganzen Ehe hatte sie keinen anderen Ehrgeiz, als den, die Karriere ihres Mannes zu sichern, seine Erfolge finanziell auf den Gipfel zu treiben. „Ich wünsche mir eine Frau“, klagte Valentino einmal kurz vor seiner Scheidung,„die für mich da ist, in deren Gesellschaft ich ausruhen kann. Eine Frau, die gewillt ist, mir Kinder zu schenken. Aber ich habe einen Geschäftspartner.“ Aus den seltsam hellen Augen, die nun wieder blau sind wie Aquamarin blickt mich die Negri an. Sie lächelt leise und gesteht:„Wir beide sind uns in einem sonderbaren Instinkt überall aus dem Wege gegangen. Es war schwer genug. Hollywood ist ja ein Dorf! Aber ich wußte, daß ich ihn lieben würde. Und er war verheiratet. Die Ehe war sehr unglücklich. Das wußte ich auch. Ganz Hollywood, sprach ja davon. Doch ich wollte nicht der letzte Anlaß sein.“— „Eines Nachts trafen wir dann doch zusammen. Auf einem Kostümball, den Marion Davies gab. Nie werde ich diese erste Begegnung vergessen! Rudi trug sein Kostüm aus dem Film„Blut und Sand“— ein strahlend schöner Torero, dessen seltsam weicher, verhängter Blick faszinierte. Ich kam im Kostüm meines letzten Films als große Zarin. Wir sahen uns beide an und— liebten uns augenblicklich. Es war Schicksal. In der gleichen Nacht noch gestand er mir, daß er mir aus dem Wege gegangen sei, weil er fürchtete, sich zu verlieren— T. Was ist ein Leben? Was ist Ruhm? Auch der strahlende Gipfel ist nicht hoch genug, um dem Unerbittlichen zu entgehen.— Am 23. August 1926 starb an den Folgen eines verschleppten Magenleidens in Newyork sehr einsam der schönste Mann der Welt. Pola Negri, seine Verlobte, erfuhr nichts von der Tragödie seiner kaum siebentägigen Krankheit. Tief verstrickt in die Arbeit zu dem Film„Hotel Stadt Lemberg“, hielten ihr die Verantwortlichen der Ateliers jede Botschaft ängstlich fern. Auch die flüchtigste Reise zu dem geliebten Menschen, der laut Zeugnis der Aerzte hoffnungslos operiert worden war, hätte die Filmgesellschaft ein Vermögen gekostet. Ruhm ist grausam— Ruhm ist hart. Er schreitet über Herzen, über Menschen— er frißt ein Leben, als wäre es nichts. „Und was blieb mir von einer großen Liebe—?“ sagt die fremdartige Stimme so leise wie ein Hauch. „Vergilbtes Papier, ein paar Bilder— und eine Erinnerung, so überwältigend schön, daß ich weinen muß, wenn ich daran denke. Rudolf Valentino— das ist die Wunde in meinem Leben, die nie aufhören wird zu schmerzen.“ Kopf hoch, altes Haus! II Der Motor donnert nun wieder seit Stunden. Eine Welt verbirgt sich im Nebel, der in schweren Schwaden bleigrau und tückisch wogt. Wie ein kleiner Junge hat man sich auf diesen Blick auf die Länder der Erde gefreut... aber noch nie hat einem das Schicksal die geringste Kleinigkeit geschenkt. Es gibt Sonnenkinder, die steigen irgendwo, irgendwann in ein Flugzeug, fliegen in strahlendem Wetter drauf los, rings um die Welt— und landen wie von ungefähr am Ziel, mit einer blinden Sicherheit. Ein Lindbergh zum Beispiel. Aber das Schicksal scheint ohne Gnade, wenn man Wiley Post heißt. Steil schnellt die„Winnie Mae“ empor. Wie mit bösen Händen peitscht der Sturm sie aufwärts. Ueber Alaska, das sehr tief und sehr fern unter den geisterhaften Nebelwogen sich dehnt, gießt ein stundenlanger, trostloser Regen. Sehr hoch muß man fliegen damit man nicht am Gipfel eines Berges zerschellt. Man ist so einsam, so verloren in dieser unermeßlichen Höhe. Man ist grauenhaft allein— mit sich, mit der„Winnie Mae“ „... und dem Roboter!“ denkt der Mann am Steuer. Schuldbewußt streichelt er mit einem guten Blick die treue Schaltvorrichtung, die ihm mit ihrer exakt arbeitenden Technik einen erheblichen Teil der Arbeit abnimmt. Ganz allein ist man mit seinem hier oben! Und hadert ein bißchen mit ihm. Damals, vor zwei Jahren, auf dem ersten Flug um die Welt mit Harold Gatty... Der surrende Propeller könnte einen einlullen, zum Teufel! (Fortsetzung folgt.) 01 Hoffmann(), Scher! Wie gemeldet, lief in Gegenwart des Führers in Kiel das neue 26 000=Tonnen=Schlachtschiff„“, das auf den Namen„Gneisenau“ getauft wurde, glücklich vom Stapel. Unser Bild oben Mitte zeigt den Führer nach der Ankunft in Kiel. Adolf Hitler schreitet, zusammen mit Generalfeldmarschall von Blomberg, Generaladmiral Dr. Raeder, Generaloberst Freiherr von Fritsch und Admiral Albrecht(ganz rechts), die Front der Marine=Ehrenkompagnie ab.— Die Aufnahme links unten zeigt die„Gneisenau" nach dem glücklichen Stapellauf, während wir sechts ihren Namensvorgänger, den in der Schlacht bei den Falklandinseln nach heldenhaftem Kampf gesunkenen Panzerkreuzer„Gneisenau“, sehen. 1— Seite 11 Nr. 289/ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 10. Dezember 1936 Die Gonserungen=der der Orwerersider Steuererklärungen— Abzüge und Hinzurechnungen— Beispiele Deutsche Wirtschaft Börsen fast geschäftslos Nachdem die neuen Reichsvereinheitlichungsgesetze— Gewerbe= und Grundsteuergesetz— in ihren Grundzügen bekannt geworden sind, fragt es sich, welche Folgerungen sich hieraus für die neuen Steuerveranlagungen ergeben. Die Steuererklärungen zur Einkommen=, Körperschafts= und Umsatzsteuer für 1936 sowie die Gewerbesteuererklärung für 1987 werden bis zum 28. Februar 1937 abzugeben sein, sofern der Reichsfinanzminister nichts anderes bestimmt. Neben den neuen Reichsvereinheitlichungsgesetzen enthält das Einführungsgesetz dazu vom 1. Dezember d. J. wesentliche Aenderungen der Reichsabgabenordnung. Der Steuerzahler wird folgendes zu beachten haben: Die Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1937. Die Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1937 (vom 1. April 1937 bis zum 31. März 1938) wird sowohl auf Grund des im Jahre 1936 erzielten Gewerbeertrages wie des Gewerbekapitals nach dem letzten Stande der Einheitsbewertung des gewerblichen Betriebsvermögens festgesetzt werden. Mirs.— 1— JahBei der Gewerbeertragssteuer wird der im Jahre 1936 erzielte Gewinn nach den Vorschriften des Einkommen= und— bei Kapitalgesellschaften— auch des Körperschaftssteuergesetzes zu Grunde gelegt. Ehefrauengehälter sind auch für die Gewerbesteuer nicht abzugsfähig, wohl aber Arbeitsvergütungen an die mittätigen Kinder in dem bisherigen Rahmen. Bei Personalgesellschaften werden Arbeitsvergütungen an Gesellschafter, bei Kapitalgesellschaften(sonstigen juristischen Personen sowie nichtrechtsfähigen Vereinen mit wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb) solche an wesentlich beteiligte Gesellschafter und deren Ehefrauen dem Gewinn hinzugerechnet. Das gleiche gilt für Gewinnanteile und Vergütungen an stille Gesellschafter, soweit sie nicht für diese Gewerbeertrag bilden. Zurechnungspflichtig sind auch Zinsen für Dauerschulden, d. h. Schulden, die wirtschaftlich mit der Gründung, dem Erwerb, einer Erweiterung oder Verbesserung des Betriebes zusammenhängen oder nicht nur der vorübergehenden Stärkung des Betriebskapitals dienen; insoweit wird die bisherige Rechtsprechung Anwendung finden. Zugezählt werden auch mit der Gründung und dem Erwerb des Betriebes zusammenhängende Renten und dauernde Lasten, die beim Empfänger nicht zum steuerpflichtigen Gewerbeertrag gehören. Miet= und Pachtbeträge werden nur hinzugerechnet, soweit es sich um nicht in Grundbesitz bestehende Wirtschaftsgüter des gewerblichen Anlagevermögens, also um überlassene Einrichtungsgegenstände, Geräte, Maschinen usw., nicht um Grundbesitz handelt, und zwar nur zur Hälfte. Die Hinzurechnung scheidet ganz aus, soweit die Miet= oder Pachtzinsen beim Empfänger gewerbeertragssteuerpflichtig sind. Die Geschäftsraummiete ist also nicht zurechnungspflichtig. Vielmehr werden bei eigengewerblich genutztem Grundbesitz 8 v. H. des zuletzt festgesetzten Einheitswertes vom Gewinn steuerfrei abgesetzt(darüber hinaus bei Grundstücksgesellschaften auf Antrag der volle auf den Grundbesitz entfallende Gewerbeertrag). Bei Konsumgenossenschaften sind Kundengewinne über 3 v. der geleisteten Barzahlungen gewerbesteuerpflichtig. Die Berechnung der Gewerbesteuer. Zwecks einheitlicher Berechnung der Gewerbesteuer nach dem Ertrage und dem Kapital wird zunächst der Steuermeßbetrag für die Gewerbeertragssteuer durch Berechnung eines Hundertsatzes(Steuermeßzahl) vom Gewerbeertrage berechnet. Die Steuermeßzahlen stellen sich für natürliche Personen und Personalgesellschaften für die ersten 1200 Reichsmark auf 0 v. H.(Freibetrag), für die nächsten 1200 Reichsmark auf 1 v.., für weitere 1200 Reichsmark auf 2 v.., für weitere 1200 Reichsmark auf 8 v.., für weitere 1200 Reichsmark auf 4 v., für alle weiteren Beträge auf 5 v.., bei Kapitalgesellschaften, juristischen Personen usw. ohne Staffelung auf 5 v. H. des auf 100 Reichsmark nach unten abgerundeten Gewerbeertraggs.„.1t# Emiet Die Gewerbesteuer nach dem Gewerbekapital bemißt sich nach dem zuletzt festgesetzten Einheitswert des gewerblichen Betriebes. Hinzugerechnet werden Verbindlichkeiten, soweit die darauf gezahlten Schuldzinsen, Renten und dauernden Lasten oder die Gewinnanteile dem Gewerbeertrag hinzugezählt werden(vergl. oben!); ferner die Werte der dem Betrieb dienenden, von Mitunternehmern oder Dritten pachtweise oder dergl. überlassenen Wirtschaftsgüter, soweit es sich nicht um Grundbesitz handelt oder sie zum Gewerbekapital des Ueberlassenden gehören. Abgesetzt werden die Einheitswerte der Betriebsgrundstüchke, gaag###zmarg gfbt Kritel. Gewerbekapital bis 3000 Reichsmark bleibt kapitalsteuerfrei. Bei einem höheren Gewerbekapital berechnet sich der Steuermeßbetrag für die Gewerbekapitalsteuer auf 2 v. T.(Steuermeßzahl) von dem auf volle 1000 Reichsmark nach unten abgerundeten Gewerbekapital. An einem Beispiel ergibt sich folgende Berechnung der Gewerbesteuer: 10,000 Rm. 120 Rm. 200 Rm. Gewerbeertrag 1936 Steuermeßzahl von 6000 Rm. Steuermeßzahl von 4000 Reichsmark Steuermeßbetrag nach dem Gewerbeertrag 320 Rm. Gewerbekapital 20000 Rm. Steuermeßbetrag nach dem Gewerbekapital 2 v..„ 40 Rm. Steuermeßbetrag nach dem Gewerbeertrag (wie oben) 320 as dhn. einheitlicher Steuermeßbetrag Gewerbesteuer(Hebesatz der Gemeinde (150 v..) 540 Lohnsummensteuer kann von den Gemeinden nur ausnahmsweise mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde erhoben werden. Als Lohnsumme werden gegebenenfalls die in jedem Kalendermonat an die Arbeitnehmer in den Betriebsstätten gezahlten Löhne zu Grunde gelegt: hierbei sind bestimmte Zahlungen, z. B. an Lehrlinge, Schwerbeschädigte, Arbeitnehmer über 60 Jahre bei Jahresvergütungen bis 7200 Reichsmark, ferner Abbauentschädigungen, zum Gewerbeertrag(vergl. oben!) rechnende Arbeitsvergütungen befreit. Beträgt die Lohnsumme nicht mehr als 24000 Reichsmark im Rechnungsjahr, so werden 7200 Reichsmar., monatlich 600 Reichsmark, steuerfrei Steuermeßbetrag beträgt 2 v. T. der auf volle 10 Reichsmark nach unten abgerundeten Lohnsumme. Stellt sich z. B. die monatliche Lohnsumme auf 1505 Reichsmark. abgerundet auf 1500 Reichsmark, so berechnet sich der Steuermeßbetrag— nach Abzug der steuerfreien 600 Reichsmark— auf 2 v. T. von 900 Reichsmark gleich 1,80 Reichsmark; die Lohnsummensteuer beträgt bei einem Hebesatz von 150 v. H. 2,70 Reichsmark. Obwohl das Steueraufkommen aus der Gewerbesteuer im ganzen nicht höher sein soll als bisher, können sich infolge der ganz veränderten Besteuerungsgrundlage Ahweichungen für den einzelnen Unternehmer ergeben. Der Hebesatz kann von den Gemeinden noch im Laufe des Rechnungsjahres geändert werden, falls sich ergibt. daß das Steueraufkommen höher oder geringer sein wird. Erhöhte Gewerbesteuern kommen für Zweigstellen, Warenhauser sowie Steuergegenstände in Betracht, durch die der Gemeinde eine Mehrbelastung infolge besonderer Einrichtungen erwächst. Der Steuerzahler erhält zwei Steuerbescheide, einen Steuermeßbescheid des Finanzamtes, den Bescheid über die Gewerbesteuer selbst von der Gemeinde. Gegen die Berechnung der Steuermeßbeträge kann sich der Steuerpflichtige nur durch Einspruch usw. gegenüber dem Steuermeßbescheid wenden. Die Steuerzahlungen, zunächst Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer, haben vierteljährlich am 15. Mai, 15. August usw. zu erfolgen; bei kleinen Beträgen bis 10 Reichsmark bestehen nur 1 bis 2 Steuertermine. Steuererklärungen, bei denen nachträglich vor dem Ablauf der Verjährungsfrist steuerverkürzende Unrichtigkeiten oder Unvollständigkeiten festgestellt werden, müssen unverzüglich gegenüber der zuständigen Finanzbehörde berichtigt werden. Bei Steuerpflichtigen, die den finanzamtlichen Betriebsprüfungen unterliegen, kann in jedem Fall ohne weiteres zunächst ein vorläufiger Steuerbescheid erlassen, die endgültige Steuerfestsetzung also bis nach der Betriebsprüfung aufgeschoben werden. Auf die Einlegung des Einspruchs hin kann das Finanzamt, falls es dem Einspruch in vollem Umfange stattgibt, in jedem Fall ohne besondere Einspruchsentscheidung den Steuerbescheid ändern. Die Verjährungsfrist beträgt künftig auch für die Gewerbesteuer fünf Jahre. Da die Steuerschuld mit dem 1. 4. des Rechnungsjahres entsteht, läuft die Verjährungsfrist vom 1. 1. des nächsten Jahres an, so daß z. B. die Gewerbesteuer für 1937 Ende Dezember 1942 verjährt, sofern nicht eine Unterbrechung der Verjährungsfrist stattgefunden hat. Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf . Die Börse eröffnete wieder bei großer Geschhlnt pure., Publikum ist nach wie vor mit Auftragen kaum vertreten. Immerhin zeigten sich am Akttenmarkt auf einzelnen Gevieten leichte Erholungen, denen aber auch noch ansehnliche Rückgänge gegenüverstanden. Der Markt der festverzinslichen Werte zeigte eine freundliche Haltung. Es m sich eher etwas Nachizage bemerkvar, die sich jedoch in kleincn Grenzen bewegte Reichsaltbesitzanleihe„lag umsatzlos„bei 116%(plus ½ über Vortagsschluß). Städtcaltbesitzanleihen bei 114 unverändert. Pfandbriefe und Kommunalobligationen gut behauptet bei kleinem Geschäft. Am Aktienmarkt waren Montanwerte uneinheitlich. Ver. Stahl weiter nachgebend um ¼ Prozent auf 119⅞. im Verlauf etwas erholt auf 120¼, Buderus plus ½, Klöckner plus ¼, Rheinstahl plus ¾, dagegen Hoesch um ¾ und Rheinbraun um nachgebend. Elektrowerte geschäftslos. Siemens um 1½ Prozent gedrückt, Schuckert bei nur einigen 1 Dollar: 2,49(Vortag 2,49) Rm. 1 Pfund: 12,22(Vortag 12,21½) Rm. 100 holländ. Gulden 135,57(Vortag 135,50) 100 französ. Frank: 11,62(Vortag 11,61½) Rm. 100 Schweizer Franken: 57,23(Vortag 57,23) Rm. 100 Lira: 13,10(Vortag 13,10) Rm. tausend Reichsmark Angebot auf 157¾ um 7/ Prozent rückgängig. Wintershall von Kaliwerten auf 135% um ¼/ Prozent abbröckelnd. IG. Farvenaktien sehr ruhig und ½ Prozent niedriger bei 166⅝. Der Kurenmarkt war weiter still. Das Geschäft hielt sich wieder in engen Grenzen. Von Kohlenkuren wurden Constantin und Diergardt zu behaupteten Preisen gehandelt; dagegen gingen Heinrich 250 Reichsmark niedriger um. Braunkohlen= und Kalikure blieben wenig verändert genannt. Im Freiverkehr waren Kaliaktien knapp gehalten. Auf dem Kohlenaktienmarkt wurden Bergbau Lothringen auf letzter„Basis„mehrfach umder zweiten Börsenstunde entwickelten sich in vereishened Tnid Weif Eisen und Haltenwerte ce. Interessennahme an der Bochumer Gesellschaft und Kapitalerhöhung Vorzeitige Beseitigung der Genußscheine bei Lothringen: Normale Reichsbankentlastung Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. Dezember 1936 hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Anlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Wertpapieren um 214 Millionen RM. auf 5283,7 Millionen RM. ermäßigt. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen sind um 0,4 Millionen auf 71,9 Millionen RM. gestiegen. Im einzelnen haben die Goldbestände um.3 Millionen auf 66.4 Millionen RM., die Bestände an deaungsfahigen Devisen um 0,1 Million auf.5 Millionen RM. zugenommen. Zu den letzthin auch von uns veröffentlichten Nachrichten über eine Interessennahme der Firma Otto Wolff an der Eisen= und Hüttenwerke AG in Bochum wird jetzt von maßgebender Seite dem WHD. mitgeteilt, daß die Verhandlungen nunmehr zu einem Abschluß geführt haben. Die Firma Otto Wolff hat sich auf Grund dieser Transaktion zunächst eine erhebliche Beteiligung und darüber hinaus die Möglichkeit entscheidenden Einflusses an der Eisen= und Hüttenwerke AG. gesichert. Bei der letzteren soll die Bilanz endgültig dadurch bereinigt werden, daß das Aktienkapital um den Betrag der Forderungen der Bergbau=AG.„Lothringen“ an die Eisen= und Hüttenwerke AG. in Höhe von 6 Millionen Reichsmark erhöht wird und weitere 0,60 Millionen Reichsmark dem Reservefonds zugeführt werden. Der noch aus der Sanierung verbliebene Besserungsschein wird gestrichen. Wie die K..“ hierzu erfährt, ist durch die Beteiligung der Firma Otto Wolff bei dieser Gesellschaft beabsichtigt, nach der betrieblichen Seite bin die Werke in Verbindung mit dem Neunkircher Eisenwerk vorm. Gebr. Stumm zu bringen, wodurch die Rohstoffversorgung der Eisen= und Hüttenwerke günstiger gestaltet werden soll. Der Absatz der Bleche der Eisenund Hüttenwerke soll in Zukunft durch die Firma Otto Wolff erfolgen. Für die Handelsinteressen dieser Firma wäre das von besonderm Interesse, da sich die Produktion der Eisen= und Hüttenwerke und die Blecherzeugung der Rasselsteiner Eisenwerksgesellschaft, die der Firma Oto Wolff bisher schon nahesteht. gegenseitig ergänzen. Ob die Durchführung dieser Pläne durch die verbandstechnischen Fragen, die den Verkauf der gesamten Aktien von Eisenhütten zur Zeit unmöglich machen, verzögert wird, bleibt abzuwarten. Weiter verlautet: Aus Anlaß der Lothringen durch den Verkauf der Eisenhütten=Beteiligung zufließenden Mittel wird eine vorzeitige Beseitigung der Genußscheine von Lothringen gegen Gewährung von Aktien vermutet. Es bandelt sich um einen ursprünglichen Betrag von 1,9 Millionen RM. Genußscheinen, der bei der Sanierung von Lotbringen den Besitzern der im Verhältnis 12:1 auf.8 Millionen.W. zusammengelegten Aktien gegeben wurde.„Die Genußscheine sind mit 13 Prozent des jägxlichen eingewignes durch Auslosung zu vari oder durch freihändigen Rückkauf zu tilgen. Hinsichtlich der Verzinsung sind sie den Aktien gleichgestellt. Die Genußrechte notieren gegenwärtig etwa 86 Prozent, die Lothringen=Aktien rund 110 Prozent. Die Dividendenaussichten bei Lothringen sind auch für die Genußrechtsinhaber von Bedeutung. Was jedoch die Dividendenfrage bei Lothringen angeht, so scheinen jedenfalls waltungskreisen Stimmungen vorhanden zu sein, in den nächsten Jahren von einer Dividendenverteilung noch abzusehen und auf die innere Kräftigung der Gesellschaft Bedacht zu nehmen. Neuer Leiter der Reichswirtschaftskammer Neuberufungen in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft Da der Leiter der Reichswirtschaftskammer, Präsident Ewald Hecker, bedauerlicherweise erkrankt und mit der Wiederaufnahme seiner Arbeit für geraume Zeit nicht zu rechnen ist, und da anderseits die Aufgaben des Vierjahresplanes eine verstärkte und beschleunigte Arbeit in der Reichswirtschaftskammer verlangen, so ist Präsident Pietzsch(München) vom Reichswirtschaftsminister mit der Leitung der Reichswirtschaftskammer beauftragt worden. Zum ständigen ersten Stellvertreter in der Reichswirtschaftskammer ist Staatssekretär Trendelenburg bestellt, der damit aus der Leitung der Reichsgruppe Industrie ausscheidet, jedoch in deren Beirat weiter verbleibt. Zum Leiter der Reichsgruppe Industrie ist der Textilindustrielle Gottfried Dierig(Oberlangenbielau) bestellt worden. Sein ständiger Stellvertreter wird der Leiter der Wirtschaftsgruppe Druck und Papierverarbeitung, Seeliger(Leipzig). Sämtliche Neuberufungen werden, wie es künftig bei der Besetzung der Ehrenlämter in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft Grundsatz sein wird, nur befristet, d. h. auf die Zeit von zwei bis drei Jahren, erfolgen. gesetzt. In der zweiten Börsenstunde, entwickelten sich in verschiedenen Speziglwexten„megrfach Umsätze. Montaumerte weiter gebessert, Hoesch und Muag gewannen je ½ und Ver. Stahl noch ¾ v. H. Siemens verloren gegenüber gestern 2 v. H. Auch Farben gaben weiter ¾ v. H. nach. Berliner Börse Die große Geschäftsstille, die zur Zeit an den deutschen Börsen herrscht, kam dadurch zum Ausdruck, daß über 40 zum Teil füyrende Werte des Aktienmarktes obne jede Anfangsnotierung blieben. Das Geschäst ist so gering, daß es oft unmöglich ist, die Aufträge überbaupt auszufübren. Der berufsmäßige Handel nahm angesichts der Zurückhaltung der Bankenkundschaft kleinere Verkäuse vor, die auf den Kursstand drückten. Freundlicher ist dagegen die Lage am Rentenmarkt. Wenn auch hier das Geschäft gleichsalls nur kleinen Umsang hatte, so konnten sich die Kurse doch weiterhin gut behaupten. Lebhaftes Geschäft hatte nur wieder die Umschuldungsanleibe der Gemeinden, die bei etwa ¾ Million Reichsmark Umsatz unverändert 89.75 in der Mitté blieb. Bei kleinerem Angebot in der Altbesitzanleihe des Reiches schwankte der Kurs zwischen 116¾ und 116¾. Länder= und Provinzanleiben wiesen nur geringe Veränderungen um Bruchteile eines Prozentes nach beiden Seiten auf. Zinsvergütungsscheine etwas gesucht auf gestriger Basis. Am Aktienmarkt konnte man im Verlauf in Ver. Stayl von Montanwerten kleinere Käufe beobachten bei 120 ¼ (120½). Die übrigen Montanwerte sehr ruhig und nur wenig verändert. überwiegend ¼ bis ½ Prozent niedriger. Das führende Elektropapier AEG. blieb bei etwa 12.000 Reichsmark Umsatz unverändert 38¼. Siemens um 1 Prozent, Schuckert um 1¼ Prozent gedrückt. Von chemischen Werten gaben Farben auf 166½(167) nach. Kokswerke 136 ¾ (137½). Rütgers 136½(137). Versorgungswerte im allgemeinen gut behauptet. Gesfürel um ¾ befestigt. RWE. bei 138¼ knapp gehalten, ebenso Charlotten Wasser 116½. Von Sonderwerten Daimler Auto auf 118¾ rückgängig. Muag plus ½ Prozent. Orenstein 89⅛(plus). Am Freiverkehrsmarkt hörte man Burbach bei 79¾. Der Verlauf war auf der abgeschwächten Basis gehalten. Am Geldmarkt Blankotagesgeldsatz auf 2⅞ bis 3½ anziehend. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. Die Abendbörse blieb auf fast allen Marktgebieten geschäftslos. da Aufträge aus der Bankenkundschaft nicht vorlagen. Auch der berufsmäßige Handel zeigte weiter Zurückhaltung. Der Grundion des Marktes war nicht unfreundlich. Man nannte überwiegend die Berliner Kurse. Auch später hielt die Geschäftsstille an. Die wenigen notierten Papiere waren gegen den Berliner Schluß zumeist nicht von behauptet. Die Auslandsbörsen Newyork: Unregelmäßig. London: Nachgebend. Amsterdam: Nicht einheitlich. Paris: Schwächer. Brüssel: Unregelmäßig Zürich: Fester. Wien: Freundlich. Mailand: Wenig verändert. Getreidesroßmarkt zu Berlin Amtl. Preise, Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 k, Roggenm. 0. 997 A. Viktoriserbsen 36 0 40 S 36.0 40 S Soeisserbsen[24.-36.5134 0 36 5 Futtererbsen.. /24.-260 24 0 260 * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 9. Dezember: 61 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz o. Dr.: 148 Reichsmark. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 9. Dez. Relecielt un Albeien lbernt becarch. Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notlerungen 9. 12. 9. 12. 9. 12%, 13 3a Schlus Div. Anfang Schlus Kasse Schlubl Orbesitz..-ruge Büt. %e hrpoe 8% Mittelstahl Bemberg Berger... Buderus.. Dahlbusch St. Otsch. Atlanten Oisch. Erdol b. Reicheb. V. Dortm. Union 1.8. Farbenind. Feldmöhle Felten& Suille Goldschmidt Marpen 116. 62 1630 102.62102.62 102 12102.10 99.25—.— 0 107.00 105 50 6/137.25137.00 419.50.—.— 11973119.00 6/131.30s136.50135.50s135.25 6—(118.00 5 139.00 139.12/139.126139.62 7125.62/125.75125.751125.62 12—.— 195.00 194.25195.00 7 /166.62 166.87 167.001167.90 6/137.50 137.50137.62 6/135.62135.75136.00 5/125.00—.— 125.00 34/148.50147.50s147.62 Neu-Stadt. 102.754102.75 102.101.10 99.00 105.00 137.00 119.751119.00 Hoesch Köln-K. Kali-Aschersl. Klöckner-W Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank 9. 12.1 9. 12, 9. 12.1 8. 12. Div. Antang Schlus Kassal Schluos 116.00 39/115 62/115.87/116.00 45123.50 3/116.00 5/131 37 12/186.50 134.00 131.50132.25 Rhein, Braunk. 12/217.25 Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert& o. Siemens a Hal. Gebr. Stollwerk 8 Ver. Stahlwerke 35/119.87 Westd. Kaufnofl 0 59.00 Westeregela 5—.Wintershall 6148.37 6138 37 70/181.03 6/157.37 8193.25 6s135.87 123.50 124.00 116.37116.50 131 50 186.00 185 75 217.00 217 90 148.00 147.87 138.50 138.62 183.00 157.31157.37 192.50 192 75 112.00 112.0 120 75 120.64 59.00 51.09 133.00 132.75 135.75135.62 123.00 115.75 131.25 188.50 148.25 138.62|138.12 183.501186.00 158.25 194.50 112.00 129.12 65.00 132.25 .36.50 Steinkohlen-Kuge, I 9. 12. 1 S. 12. Geld Brieff 6sid Briefl Carolos A. 5450 S750 55005750 Const. b. 6. Deutschl. Schwerin Reinr. 110 900S200 M 330 410 380 410 Reinr. 11900 12500 12100 12800 Langb 1 3600 14300 13600 14300 Braunkohlen-Kung. Gutetloff. 4850/5150 4900/5200 Loond. 110.0— 111000— Bichel— 15300— 15300 Veste— 1600011000— Beraharen.—— Kall-Kuxe Siegtt. u. 60 soo 7600 10 wth. 1580016400— 16900 Preiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Koxe 9. 12. 8. 12. Geid BrieffGeid Brief Dierpardt 7200 7600, 7200 7600 Wesitalen 773—-— Gellerh.— 4089— 050 Kallkuxe „9. 12. 1 8. 12. Geid BrieffGeld Brief Habigh. 2650— 2650— Heimbold. 2900— 2900— sraussene.)— 6300— 6500 gurbech 925 3000 — 6100 — 290 — 1330 31502930 3000 31502950 30031 2790250 3300 300 2700 3820 7700 3130 3150 3290 2930 Hoge Jisenburg Mariag Marie Marie L. Mar Neuscllst. Rensbach Reichsld. Thérungen Industrieaktien(Einheitsk.) Dir..12.12. Beiche Masch. O 91 0 91.0 Berg. 6. Dahl.. S SocberPgenr. m 4rg. Vsog.p akan Weizn 1— 1129 21125.016 Braunk. Zuk. Dortm. Ritterdr. Düss. Hosf.-Br. Döss.Masch. 8. Ioynamit A. Nod..5 Eschw. Berg. V. 14 Glas- u. Sp. S. 10 Glöckauf-.46..5 Gebr. Goech.46 Hallesche Salz. Milges Hindr.-Aufferm Hochtief 46. Kabelw. Rheyot Kal-Chemie W. Kreffi IH. Lehm& Co. Mölheim. Berg. Rhein, Metall Rhe u. Spiegel. Roddergr. Brnk. Isacht,. A6. 890. Sch es-Oetries Schleg. Scharp. Ver. Kumpus Waggonf. Uerd. Nasserw. Gels Bankaktien Barin. Hand. 6. Com.- u. Pr.-8. 0. Bank u..-6. Dresdner Bank Ko. W. 8d. Cr. 5. westd. B..-4. . 12, 8. 12. 6[133.0133.0 5 113.2 5 127.0 153.5 128.0 14 190.0190.0 5 Köin. Hageiv. (öln.Lioye.V. Köln. Rückv. gr. Köln. Röckv. kl. Rentenwerte 45Ra.-.-.48.12.10: 97.0 97.0 5½ Oto, dto. S. 11 101.5101.5 1½ dto. Gold.-Kom. 1925, 1927 S.—6 95.0 95.0 4½ Md. 80d. Spfd. 98.7 96.7 Em. 3. 9/12. 14 2 dto. Gold-.-Obl. 94.1 95 0 Freiverkehre-Aktien 9. 12. 1. S. 12. Geid Brief Geld Brief 116.1/116.5 adler 95.0 Alerand 8urd. K. 148 0 93.0 164.8 6 1125.1 123.5 108.1 193.0 54 5 124.5 106.0 108.6 104.5 127.0 Versicherun gsaktien Asch.-Münch.F 92 1105 1105 Aach. Röckvers 14.8 42A. O2 24.0 #grpp-., FI.L Bonner Bo..H. 6 1130.01151.0sCoione Bösp. Walzu 1— 1125.2/125.0fglade. Feuert 4lll.- u. Stuttg. All.-u. St..-6. S010n a..-V. Colonle RucEE Div. 19.12. SS. 121 8 93..33.0 — 250.0250.0 6 105.0105.0 — 70.0 700 —. 95.0 44.5 46.5 45.0 78.5 Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstus 5% Einheltskurse Industriewerte .12..12. -sendstonn 12—.— Aks 0-. E. 6. 0 38.0 38.1 Anhalter Kohle 4/124.3126.5 Aschaff Zeilst. 5/138.|138.6 Surd.K. 78.5 80. 5) 72. Bött.-W. 90.0)—. 90.0 93.0 Oo.Bas. 66.0— 66.5 68 5 Dyckerh 127.0130.0126.5129.5 5lsa C..—. 1130.5 127.0130.0 Ew.-Lu. 144.0148.0 146 0— Joech. h 115.0 118.0 116.0 dann. K-.—.—.—. sums.0n—. 131.6129.0/132.0 Goriun„ .- Fülz. 76.5 81.5 10.0 82.0 Lothrin. 110 S 113.7119.5113 5 Lothr. 6. 422ch. Kr urh. berg #.4inel. 3V..Mis gl. 0is 98.0 97.0 31.0 87.0 S4.0 87.0 2 5152.0 33.9102.5 . S. 5 120.0148.0120.5 Pteurgssehuu, 13813 fällig ab f. 4. 1994 103. 7 103.7 .. l. 4. 1985 107.710 . i. 4. 199. 111.4111 ". l..199 113.4/13.5 ". i. 4. 199. K12. 112.7 Berliner Börse, 9. Dez. Mitostellt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum yokswerke 6—. 137.1 N Kölner Gas 3—.—. Kreift W. 0 70.0— Kromschroeder 5—.—. Kropprinz Metall 74147.1— Küppersbusch nann Neuh. 8—.—. Dtmd. Akt.-Brau. 10175 9—. Union-Brau 12/194.2—. palke Basalt Bayr. Motoren Semberg Berger Julius Bergmann El. Bers. Karisr. ind. Kr. u. Licht Maschinend. Buderus Shar. Wasser Chem.Geisenk. Cont Gummi Dörener Metall Oyckersh. Wicm. glektr. Lieferg „ Licht u. Ke. Engelh. Brauerei Enzinger Union 0 92.0 0 14.2 6s1..4 9/105.6 6137.9 4120.2 6/158.5 5/173.3 |139.0 4119.7 91.0 14.2 138.0 101.2 337.0 155.7 173.3 138.6 119.2 59 116.2 49 11/1605 e dens Otsch. Atlant. Oiscn.Cont Gas " Kode " Linoieum " Steinzeug " Tel. u. Kad. „ eisennane Dierg 126|1 Feinjute 5/118.5 9— 9/103 9/169.0 10/190.1 .43.41 11.9 143.2 6/148 0146 8170.0—. 6134.0— 7147.1148.5 0 88.9 83.5 6113 5115.0 gebhardt& Co. 8/137.7 German. Cem. 4/114.2 Ges. f. el. Untern. 5/142.2 Gildemeister Sladb. Wolle Gruschw. Textil Guanowerke 77— 2115.0 .2142.3 9 10175.0— 39 115.0114.8 4ge Nagede damb. Elektr. Hindr.-Aufterm. Hoffmenn Starke Hoheniohewerke doizmann Pn. detelbetr.-Ges. „ise Bergbau 1 Dise Genus isenoeck Brau. Lungnans Gebr ahmever I Laurahötte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Loronz G. Wgarimil. Hötte M Mieg Vimose Mülheimer Berg. grgut 4 opoel 0 99.1 Osnabr. Kupfer 6—. 7135. 0 4131. 8 157. 8154 8/216 8/186 4119. 8 145 6— .0—. 15.8 .0131.5 .0156.5 9— .0 .5120.5 0145.0 Pongs amp; Zahn zhein. El. Werke 1 Rhein.-W. Kaik Ziebeck Rontan Rütgerswerke 65133. 6/117. 9174. 5144 59145.2 1 6131. 9— .3133.7 .2117.2 .7/145.0 2147.0 .2145.2 123.08 10 1236 .2115.2 115.2 6131.0131.0 89.0 Rachsenwerk 9 Sarotti Schlege Schies. Berg.. Z. Berg. Beuth. „ Elasl..834 Schub. 4 Saizer 6 134 2 Schbithels-Patz. : 20. 8,S8persorer W. Siemens Glas 28247.0— 4100.0/100.0 8 0 99. 24.0 23.5 9 114.5113.6 132.0 |137.9137.7 9 98.7 99.0 S 120.0—. 4105.9105.7 Siem.& Halske Stollberg. Zink Thöringer 6as Tuch Aschen Union chem. wer. Otsch. Nicke Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht nragner& Co, W Wandererv. Warsteiner Grub. Westtalen Draht Wicküler Brau. 8193.7194.1 0 99.1 92.0 7137.2133.7 7—. 94.5 3 111 0111.2 9164.0164.2 .— 7139.5139.5 6161.0161.0 5116.8115.5 8 162 7163.0 0 36.6 86.7 5143.8 8—.— Verkehrswerte A. 6. für Versehr 6121 2120.5 Boch.-Geisenk. 0#—.„ Hamb. Amer. Pak. 0 14.4 14.0 damb. Södamer. 9. 38 0 Nordd. Lioye 9 14.5/14.3 15 Elberfeld. Anl.—. 45 Essen An 45 Mülh.-Ruhr Anl. 921 1# Pf. Lopf. A. Pfd. 87. Ldbk. Westf. Pfo. 97 1: Ldbk. Westt. Kom. 94. #0. Komm. Goldanl 96.0 1. Westf. 1dsch. Pfd. 95. #Of Hyo. B. Bin. efd. 96.4 ## Pr Centr.800.Pfo. 96 ## Pr Pfadr. Bk. Pfg. 97. 45 Basalt Obl. 95. a Concord. Berg. Obl.— 5 Daimier Benz Odl. 105. 5 Höcknerw. Odl. 100. 5 Mogt Cenis Obl. #5 Ver. Stahl 60 45 Ver. Stahl 47/51 5 Ver. Stah 6 Siem. u. H. Obl. s-arbenbonds Umsch. Anleihe Rentenwerte 15 Ot. R. Schatz. 41 4 Dt. R. Anleihe 4 95 O. R. Tounganl. 45 Reichsbann Sch. Westtalen altbeatz 4# Bochum anl. 45 Dulsburg. Anl. 95 Düsseld. Anl. 96.8 93.7 98.0 98.1 101.8104 0 96.9 98.8 118.9/116.7 „ 95.0 92.7.7 932 93.6 9— 5 97.5 0 97.0 4 9 94.0 .0 96.0 .: 95.5 .8 96 7 6. 5 96.5 .0 97.9 102.0 R. Schuldb. F. 39 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuide. F. 43/0 1 Essen Steink. 42 12 Harpener 49 45 R. W. E. 52/8 5 R. V. E. 30 45 Ruhrchemie 4 45 Runrges 33 55 Ruhrwasser 83 ½5 Ruhrwonng. 53 45 V. E. W. 35 9. 12..12. Geid Brief 99 7 100 96.5 99 95 0.— 97.7— 99.5100 94.0 95.0 92.4 95.5 99.0— 94 5 95.5 94.5 95.5 92 0 93.0 93.5 94.5 92.0 93 6/144.0145.0 9„ 87.0 0112.5112.0 Westtalenbank.-G. Bochum Austunrung samtlieher Bankgesenalte Abanher Aung Fillale Bochum Humbold tstr. 10 Seite 12 Nr. 289/ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 10. Dezember 1936 Aus den=Eidononen lieder und andere nette Darbietungen wechselten ab. Es wurde aber auch des Führers gedacht, der es erst wieder geschafsen habe, daß das Weihnachtsfest in Deutschland wieder so schön gefeiert werden könne. Es ging eine Feier zu Ende, die allen Kameradinnen in Erinnerung bleiben wird. Gemeindeversammlung. Auf Antrag des Kirchenvorstandes hat der Provinzialkirchenausschuß Westfalen dem Pfarrer Fiebig(Munster) das Lutherhaus für eine Gemeindeversammlung zur Verfügung gestellt. Sie findet am Sonntag, 13. Dezember, abends 8 Uhr, statt. Alle evangelischen Gemeindeglieder sind dazu eingeladen. Militärkameradschaft. Am Samstag veranstaltete die Militärkameradschaft Stiepel im Rumbergschen Saale einen Kameradschaftsabend, zu dem die Kameraden mit ihren Angehörigen erschienen waren. Zur Verschönerung dieses Abends trugen der Männergesangverein„Einigkeit" und der Theaterverein„Preciosa" bei. Stadtteil Linden=Dahlbausen Zur letzten Ruhestätte. Unter großer Beteiligung wurde am Dienstag der verstorbene Gastwirt Gustav Heinrichsbauer zu Grabe geleitet, der im Alter von 79 Jahren das Zeitliche gesegnet hatte. Superintendent Neuhaus hielt an der offenen Gruft die Gedächtnisrede. Der Männergesanaverein„Eintracht", dem der verewigte Sangesbruder angehört hatte, sang Trauerweisen. Viele Kranze wurden niedergelegt. Auszahlung. Zahltag für die Wohlfahrtserwerbslosen=Unterstützung in Linden=Tahlhausen ist am Montag, 14. Dezember. Die Auszahlung erfolgt von.30 bis 10 Uhr. Kameradschaftsabend. Mit dem Gefolgschaftsabend der Firma Rister am Samstag abend bei Mönninghoff war zugleich eine Nikolausfeier verbunden. Für angenehme Unterhaltung war bestens gesorgt und Nikolaus vergaß nicht, sich als edler Svender zu zeicken. Im Adventslicht. Einen weihevollen Verlauf nahm die am Sonntag in der Lutherkirche abgehaltene Adventsfeier. Der Frauenchor bot liebliche Gesänge. In Ansprachen, Sprechchören und Gedichtvorträgen wurde der Inhalt der Adventszeit ins Licht gerückt: gemeinschaftlich gesungene Lieder verbanden die große Gemeinde im Geiste der Zusammengehörigkeit. Stadttell Hiltrov 84 Jahre alt. Witwe Schmerfeld, die bei ihrem Sohne. Mineralwasserfabrikant Wilhelm Schmerfeld, in der oberen Wiescherstraße wohnt, konnte gestern ihren 84. Geburtstag begehen. Die Zechenkapelle„Constantin 4/5“ brachte ihr ein Geburtstagsständchen. Sie erfreut sich noch geistiger Frische. Nitolausfeier der NSKOB. Der Stützpunkt Hiltrov der NSKOV. veranstaltete im Saale Düppe in der Wanne für die Mitglieder und deren Angehörige eine Nikolausfeier. Kameradschaftsführer Metzler konnte eine stattliche Anzahl Gäste begrußen. Große Freude herrschte in dem Kreise, als die 80 Kinder beschert wurden. Bei Weihnachtsweisen. Lautenspiel der BDM.= Mädel und weihnachtlichen Aufführungen, die von Kindern der Mitglieder dargeboten wurden, verlebte man einige Stunden in schöner weihnachtlicher Vorfreude. Stadtteil Gertbe Vor der Vollendung. Die Hiltrover Landwehr, die lange das Schmerzenskind infolge ihrer schlechten Beschaffenheit war, geht ihrer endgültigen Instandsetzung entgegen. Die Ausweiche kurz vor der Avotheke wurde erneuert und gleichzeitig ist man jetzt damit beschäftigt, diesen Teil der Straße mit Bordsteinen zu versehen und das Kopfpflaster zu erneuern. Mit Fertigstellung dieser Arbeit befindet sich die Hiltrover Landwehr in einem mustergültigen Zustand, dem sich die teils noch dürftigen Bürgersteige bald angleichen mögen. Oeffentlicher Weihnachtsbaum. Die Stadtverwaltung hat in diesem Jahre die heimliche Bitte der Gerther Einwohnerschaft erfüllt und einen großen Weihnachtsbaum am Castrover Hellweg neben der Wirtschaft van de Pavert aufgestellt. Es war für die Gerther eine besondere Freude, als am Dienstaa abend der Weihnachtsbaum erstmalia mit elektrischen Kerzen beleuchtet war. Stadtteil Altenbochum Im Schimmer der Adventskerzen. Am Dienstag nachmittag fand in dem Ortsteil„Prinz von Preußen“ im Saale der Wirtschaft Heinrich Deh, Buseloynraße, die Adventsfeier der Frauenhilfe statt. Beim Schein der Adventslichter sangen die Frauenhilfsfrauen die alten schönen Adventslieder und hörten die frohe Botschaft von dem Heiland der Welt, die Pastor Brühmann in Stadtteil Querenburg seiner Ansprache den Hörern nahe brachte. Nach der Kaffeepause wurden auf Advent abgestimmte Gedichte vorgetragen und alte traute Weisen gesungen. Einen kleinen Adventsstern mit Tannenzweia und einen Adventsspruch nahmen die Frauen als bleibendes Andenken an die schöne Feier mit in ihr Heim. Weihnachts=Pfundspende. Die Dezember=Pfundsammlung des Winterhilfswerks wird nicht wie in den anderen Monaten vom 22. bis 24., sondern bereits im Laufe dieser Woche durchgeführt. Es handelt sich um die Weihnachts=Pfundsvende. Alle Volksgenossen werden gebeten, die Spende bereit zu halten und im Weihnachtsmonat besonders reichlich zu geben, denn Weihnachtsfreude soll in jedem deutschen Hause sein. Aus der evangelischen Gemeinde. Am kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, veranstaltet die evangelische Gemeindejugend in der Pfarrkirche eine Krivvenfeier, zu der die gesamte Gemeinde eingeladen ist. Im Mittelpunkt steht die Darstellung der Weihnachtsgeschichte in lebenden Bildern. Chor= und Gemeindelieder bilden die Umrahmung. Drei Berufsunfälle. Der Volksgenosse Fritz D. erlitt auf seiner Arbeitsstelle einen Unfall und mußte dem Krankenhause zugeführt werden, ebenso der Volksgenosse Willy P. aus dem Ortsteil„Prinz von Preußen“ der eine Hüftquetschung erlitt. Der Volksgenosse Wilhelm R. zog sich bei der Arbeit einen linksseitigen Vanogelentbruch zu; auch er mußte das Krankenhaus aufsuchen. Stadtteil Laer Steuerkalender. Auf der Verwaltungsstelle. Hemkestraße 5, können am heutigen Donnerstag, von 15 bis 18 Uhr, Steuern entrichtet werden. Alle von der Stadtkasse angeforderten Beträge können ebenfalls gezahlt werden. Pfundsammlung der NS.=Volkswohlfahrt. Die heute und morgen, Freitag, von der NS.=Volkswohlfahrt Laer durchgeführte Sammlung wird sich nur auf Pfundspenden beziehen. Sämtliche Volksgenossen werden daher gebeten, diese rechtzeitig bereit zu legen. Im Berufe verunglückt. Auf seiner Arbeitsstelle erlitt der Volksgenosse Friedrich Göbel. Werner Hellweg, durch einen Unfall schwere Kopfverletzungen. Er wurde mittels Krankenwagens in das Krankenhaus eingeliefert.— Auch der Volksgenosse Artur Bremer. Wittener Straße, erlitt einen Unfall. der die Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich machte. Eine vorbildliche Tat. Von der evangelischen Mädchenvolksschule an der Markstraße wurden für das Winterhilfswerk 12 Mädchenhemden, 12 Schürzen und 12 Paar Söckchen angefertigt. Herzlichen Dank und Anerkennung allen beteiligten Kindern und der technischen Lehrerin! Wenn unsere deutsche Jugend in diesem Sinne erzogen und rechtzeitig mit dem Gedanken der Volksgemeinschaft vertraut ist, wird sie in ihrem späteren Leben stets nationalsozialistisch denken und danach handeln. Dieser Wille unserer Jugend zur Mitarbeit an dem großen Aufbauwerk des Führers möge all denen zum leuchtenden Vorbild werden, die trotz wiederholter Aufforderung immer noch nicht die Mitgliedschaft in der NS.=Volkswohlfahrt erworben haben, obgleich sie wirtschaftlich dazu in der Lage sind. Stadtteil Wiemelbausen Oeffentliche Kundgebung der NSDAP. Heute abend 8 Uhr spricht in einer öffentlichen Kundgebung in der Panzerarotte Gauinspekteur Kramer,..., über den Vierjahresplan. Stadtteil Weitmar Erfolgreiche Geflügelzüchter. Auf der Reichskleintierschau in Essen errang der Züchter W. Kassing vom Kaninchenzuchtverein.=Weitmar folgende Preise: Auf Japaner 1,0 Japaner einen Ehrenpreis, 1,0 Japaner einen 3. Preis, 0,1 Japaner einen 1. mit Zuschlaapreis. Aus dem Nachbargebiet Stadt Witten Todessprung in die Ruhr Am 4. Dezember, gegen 17.30 Uhr, bemerkten zwei beim Castroper Wasserwerk beschäftigte Arbeiter beim Ueberqueren der Ruhr mit einem Boot eine männliche Person im Wasser treibend, die einen Schrei von sich gab. Ein unternommener Versuch, an den Mann heranzukommen, scheiterte, da die Ruhr zur Zeit Hochwasser führt. Die polizeilichen Feststellungen haben ergeben, daß es sich um den 23jährigen Landwirtschaftsgehilfen Bernhard Sehrbruch handelt, der bei einem Bauer in Durchholz beschäftigt war. Aus einem Schreiben, das er an seinem Rade, das nachher auf der Nachtigallbrücke gefunden wurde, befestigt hatte, geht hervor, daß er selbst Hand an sich gelegt hat. Die Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werden. Beschreibung: etwa 1,75 Meter groß, schlank, dunkelblondes Haar, bartlos, dunkelblaue Augen, große abstehende Ohren, breite Stirn, schlechte Zähne, einige fehlen. Bekleidung: mel. Pullover, grüne Sommerjacke mit Knochenknövfen, darüber vermutlich ein blauer Rock, grüne Hose, schwarze hohe Stiefel. Im Falle, daß die Leiche gefunden wird, wird gebeten, der nächsten Polizeidienststelle sogleich Nachricht zu geben. Personalnachrichten Im Kreise seiner Familie feierte der Steiger a. D August Finke, Hüttenstraße 7 in Bochum=Weitmar, seinen 70. Geburtstag. Am 6. Dezember 1866 in Weitmar geboren, war er vom 14. Lebensjahr an im Bergbau beschäftigt, insgesamt 42 Jahre, davon 40 Jahre auf den Zechen„Dannenbaum" und„Friederika". In der Gemeinde Weitmar allseits bekannt und geachtet, führt er wie seit Jahren noch heute den Evangelischen Arbeiter= und Bürgerverein Weitmar=Bärendorf. Auch in der städtischen Armenfürsorge ist er als Pfleger ehrenamtlich tätig. Den„B..“ hält er seit langen Jahren. Gartenlaube aufgebrochen. Entwendet wurden vier Tauben und das Taubenfutter. Wer hat um die angegebene Zeit auf dem Gelände Personen im jugend., KA PK4* Derdel don Mieleihe,aug.. Vom Gauverband Rheinland=Westfalen im Bund Deutscher Mietervereine e. V. wird geschrieben: „Durch die Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung vom 26. November 1936 und die 1. Ausführungsverordnung über das Verbot von Preiserhöhungen vom 30. November 1936 sind wichtige Neuregelungen hinsichtlich der zukünftigen Miethöhe erfolgt. Die Bestimmungen des Reichsmietengesetzes in der Fassung der Verordnung vom 20. April 1936 (RGBl. 1 S. 378, 380) und der darauf beruhenden reichs= und landesrechtlichen Ausführungsbestimmungen gelten unverändert weiter. Bei den dem Reichsmietengesetz unterliegenden Räumen darf jedoch in Zukunft eine höhere als die gesetzliche Miete nicht neu vereinbart werden. War am 18. Oktober 1936 bereits eine höhere als die gesetzliche Miete vereinbart, so gilt diese Vereinbarung auch weiterhin. Der Mieter hat jedoch— wie bisher— die Möglichkeit, sich innerhalo Jahresfrist nach Abschluß des Mietvertrages durch einseitige schriftliche Erklärung gegenüber dem Vermieter für die Zukunft auf die Geltung der gesetzlichen 4. Miete zu berufen. Zur Zeit ist diese Berufungsmöglichkeit daher in der Regel bei den Mietverträgen ausgeschlossen, die vor Anfang Dezember 1935 abgeschlossen wurden. Nach Ablauf eines Jahres ist die Beru=[6. fung nur zulässig, wenn der Mieter in eine wirtschaftliche Notlage geraten ist. Die Berufung nach einem Jahre wird aber dann unzulässig, wenn die AenRücksicht auf die Verhältnisse Stadtteil Langendreer Adventsfeier des Vaterländischen Frauenvereins. Zu einer stimmungsvollen Adventsfeier hatte der Vaterländische Frauenverein vom Reten Kreuz, Ortsgruppe Langendreer, seine Mitglieder am Dienstag nachmittag in den Saalbau„Zur Post“ geladen. waren die Getreuen recht zahlreich gefolgt. Die Leiterin der Langendreerer Ortsgruppe, Frau Große=Holz, leitete die Feierstunde mit einer herzlichen Begrußung ein. Nach einer Kaffeepause gab Schriftführer Krause einen interessanten Bericht über die Arbeitstagung und die Feier des Vaterländischen Frauenvereins in Berlin anläßlich des 70jährigen Bestehens. Der Redner befaßte sich dann eingehend mit der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes im heutigen nationalsozialistischen Staat. Ein schönes Rahmenprogramm gab der Feierstunde das besondere Gepräge. Gedichtvorträge der Kleinen und die Darbietungen des Blockflötenchores vermittelten viel Freude und Frohsinn. Vom Bahnhof Bochum=Langendreer. Durch die Reichsbahndirektion Essen wurden Rees und Krie geskorte zum Lokomotivführer befördert: Crame wurde zum Oberrangiermeister befördert, zum Oberinspektor der Inspektor Lohmeyer, jetzt Mülheim, früher Boch.=Langendreer. Angestellt wurden zum Signalwerkführer: Schirmer, zum Reservelokomotivführer Düllmann, als Betriebsassistent: Licht, Thöne und Meier. Die Prüfung zum technischen Inspektor bestand vor der Prüfungskommission der Direktion Essen Buhren. Den Verletzungen erlegen. Am 17. November ereignete sich, wie seiner Zeit berichtet, auf der Station Langendreer am Ostbera beim Rangieren ein Unglücksfall, bei dem der 25jährige Karl H. aus Langendreer schwere Verletzungen an beiden Beinen und an der linken Hand erlitt. Infolge schwerer Komvlikationen ist der Verletzte nun am Mittwoch seinen Verwundungen erlegen. Stadtteil Stiepel Adventsfeier der NS.=Frauenschaft Stiepel=Haar. Zu einer schönen Adventsfeier kamen am Dienstag im Lokale Schellenberg in Stiepel die Mitglieder der NS.= Frauenschaft Stiepel=Haar vollzählig zusammen. Zu Beginn wußte die Frauenschaftsleiterin mit eindrucksvollen Worten darauf hinzuweisen, welch eine außerordentliche Bereicherung das deutsche Weihnachtsfest in der deutschen Festesfolge bedeute. Nach dieser Ansprache wickelte sich ein Programm ab, das sich in allen Teilen in der Stimmung vorweihnachtlicher Zeit bewegte. Weihnachtsderung der Miethöhe mit Rüusicht,auf die Verhältnisse des Vermieters als unbillig anzusehen ist. Bei den dem Reichsmietengesetz nicht unterliegenden Räumen ist durch die Neuregelung gleichfalls Sicherung gegen eine über den Stand vom 18. Oktober 1936 hinaus erfolgende unberechtigte Mieterhohung geschaffen worden., and, I 1t42schist; i maxen Es sind mithin folgenoe unterschiede zu machen: A) Räume, welche unter das Reichsmietengesetz fallen. 1. War am 18. Oktober 1936 bereits eine höhere als die gesetzliche Miete vereinbart, und ist eine Berufung auf die gesetzliche Miete nicht mehr möglich oder vom Mieter nicht erfolgt, so gilt die höhere vereinbarte Miete weiter. 2. Galt bisher die gesetzliche Miete, so darf eine höhere als die gesetzliche Miete nicht neu vereinbart werden. Eine solche Vereinbarung wäre insoweit ungültig, als die gesetzliche Miete überschritten wird. Ansprüche eines Mieters auf Rückzahlung eines geleisteten Mehrbetrages erlöschen jedoch, wenn sie nicht vor Ablauf eines Jahres seit ihrer Entstehung gerichtlich geltend gemacht sind, es sei denn, daß der Mieter über die Höhe der gesetzlichen Miete arglistig getäuscht worden ist.. 3. Galt am 18. Oktober 1936 eine höhere als die gesetzliche Miete, so kann bei einer Neuvermietung zwar eine höhere als die gesetzliche Miete, jedoch nur bis zur Höhe der am 18. Oktober 1936 gezahlten Miete vereinbart werden. Der Mieter kann sich jedoch innerhalb Jahresfrist seit Abschluß des Mietvertrages auf die niedrigere gesetzliche Miete berufen. B) Räume, welche auf Grund reichs= oder landesrechtlicher Bestimmungen nicht unter das Reichsmietengesetz fallen. Nicht unter das Reichsmietengesetz fallen z..: 1. Mietverhältnisse über Wohnräume und solche Geschäftsräume, die Teile einer Wohnung bilden, sofern die Jahresfriedensmiete eine bestimmte Höhe übersteigt. Z. B. Köln, Düsseldorf 1000 RM. und mehr(Sonderklasse), Aachen, Bochum, Kleve, Dortmund, Duisburg, Düren, Essen, Gelsenkirchen, Koblenz, Krefeld, Wuppertal u. a. 800 RM. und mehr(Ortsklasse A) usw. Von welcher Jahresfriedensmiete ab Mietverhältnisse in den einzelnen Orten von der Geltung des Reichsmietengesetzes ausgenommen sind, ist von den Ländern unter Zugrundelegung der Ortsklassen festgelegt. 2. Durch Neu=, Um=, Einbauten oder Teilung nach dem 1. Juli 1918 bezugsfertig gewordene oder gewonnene Räume. 3. Räume, die von gemeinnutzig anerkannten Wohnungsunternehmen vermietet werden oder im Eigentum des Reiches, eines Landes oder einer sonstigen Körperschaft des öffentlichen Rechts stehen. Reine Geschäftsräume. Untermietverhältnisse und Räume, die ein Hauseigentumer als Teil des von ihm selbst im Hause benutzten Raumes vermietet. 5. lichen Alter beobachtet? Wer kann sonst sachdienliche Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Heute„Amphitryon“, Kleists großes Lustspiel von der Vermenschlichung des Gottes und Liebe des Gottes zum Irdischen fand in der Inszenierung von Dr. S. Schmitt während der Kleist=Woche eine begeisterte Aufnahme. Die heutige Wiederholung ist für Vormiete A angesetzt. Morgen Operngastspiel: Flotows volkstümliche und ewig beliebte„Martha“ als nächstes Gastspiel der Kölner Oper. Auch diesmal wirken die ersten Kräfte des Kölner Ensembles mit.(Vormiete.) Heute Kammerorchesterkonzert des Städtischen Orchesters Bochum. Das Kammerorchesterkonzert des Städtischen Orchesters Bochum(Vormiete 4. Kammermusik), das heute, Donnerstag, 10. Dezember, abends im Ernst=Moritz=ArndtHaus stattfindet, bringt dem konzertanten Stile der meisten aufgeführten Werke entsprechend, eine ganze Reihe von Solisten. Der Gesang wird vertreten durch Frau Johanne Marie Unkel, die eine selten gehörte Arie von W. A. Mozart„Ombra felice“ mit Orchesterbegleitung und vier Lieder des jungen Komponisten Hans Haaß zum Vortrag bringt. Die Klavierbegleitung der letzteren übernimmt Musikdirektor Arno Schütze. Unter den Instrumentalsolisten ist zunächst zu nennen Hanna Menzel, die ein Konzert von Johann Christian Bach auf dem Cembalo spielen wird. Außerdem wird auch eine Anzahl Mitglieder des Städtischen Orchesters Bochum Gelegenheit haben, sich als Solisten zu betätigen. Das Concerto grosso von Cesar Bresgen, das beim Musikfest in Nauheim einen durchschlagenden Erfolg hatte, enthält wichtige Solopartien für Violine, Flöte, Oboe und Trompete, die ausgeführt werden von Herrn Konzertmeister Erwin Häusler und den Herren Kammermusikern Otto Schneeberg, Herbert Lohse und Karl WinRäume, die nur zum vorübergehenden Gebrauch nicker. Außerdem enthält das Programm noch ein reines (z. B Badegäste in Kurorten) oder in Rücksicht auf Seshese eecese in se ceicte Werke des Programmes werden in Bochum zum ersten Male aufgeführt. Leitung: Städtischer Kapellmeister Professor Leopold Reichwein. AS.=Kulturgemeinde Zu der Opernvorstellung„Martha“ am Freitag, 11. Dezember, erhalten die Mitglieder der NS.=Kulturgemeinde in der üblichen Weise Karten zu ermäßigten Preisen in der Geschäftsstelle. Bochumer Verbände und Vereine Aus dem Vereinsleben. Auch in diesem Jahre kam der „heilige Mann“ zu den Mitgliedern des St.=Josephs= Männervereins der Propsteipfarre, die sich am Sonntag im Weißen Saale der Bürgergesellschaft mit ihren Angehörigen versammelt hatten. Vizepräses Günnewig und Vikar Homberg sprachen einleitende Worte der Begrüßung. Mit Liedern des Grußes und der Verehrung wurde St. Nikolaus empfangen, der an rund 150 Kinder seine (z. V. Tabegaste gn Kulotien) vber in Rücksicht auf ein zwischen Vertragsteiten bestehendes Dienstoder Arbeitsverhältnis vermietet sind. Außerdem gilt das Reichsmietengesetz nicht für Pachtverhältnisse über gewerbliche Räume. Für die vorbezeichneten Räume, Miet= und Pachtverhaltnisse, bei denen die Bestimmungen des Reichsmietengesetzes über die Höhe der Miete nicht gelten, d. h. die Miete bisher frei vereinbart werden konnte, ist nunmehr gleichfalls eine Begrenzung der Miethöhe in folgender Weise erfolgt: 1. Bei Neuvermietungen darf grundsätzlich kein höherer Mietzins vereinbart werden, als er am 18. Oktober 1936 galt. Laufende Vereinbarungen bleiben also hinsichtlich der Miethöhe unberührt. 2. Lediglich wenn sich die Benutzungsart der Mieträume nach dem 18. Oktober 1936 wesentlich geändert hat oder der Vermieter nach diesem Zeitpunkt Aenderungen(d. h. also nicht nur Instandsetzungen) vorgenommen hat, die den Mietwert der Räume erhöhen, kann eine entsprechende Steigerung des Mietzinses erfolgen. 3. Hat der Vermieter nach dem 18. Oktober 1936 vertraglich oder gesetzlich höhere Lasten als vorher zu tragen(z. B. Steuern, Abgaben, Gebühren), so kann er den Mehrbetrag auf die Mieter des Hauses nach dem Verhältnis der gezahlten Miete umlegen. Die vorstehend unter Ziffer 1 bis 3 bezeichneten Grundsätze gelten auch, wenn es sich nicht um Mietus verhältnisse,, sondern, um Pachtverhältnisse über ge09 werbliche Raume handelt. Streitigreiten, vie sich bei Anttag eines Berikagbleites von Vieleungungrank. entschieden. Soweit über Anwendbarkeit oder Auswirkung der Bestimmungen Unklarheiten entstehen, stehen die reichsgesetzlich im Bund Deutscher Mietervereine E. V. organisierten örtlichen Mietervereine den Mietern, die Mitglied der Organisation sind, zur Auskunft und Beratung zur Verfügung.“ IDUDI9 5 wird nicht wund— nur fleißig IRNNTG DialOn-Puder anwenden Streudose—.72 RM.— Beutel zum Nachfüllen—.49 RM. schönen Gaben verteilte. Der Bescherung folgte ein gemütRaume handett. Streitigleiten, vie sich dei liches Beisammensein, das durch mancherlei gefällige DarAnwendung dieser Bestimmungen ergeben, werden auf vietungen verschönt wurde. Antrag eines Vertragsteiles vom Mieteinigungsamt Neues aus Becham Zur letzten Ruhe. Am Dienstag nachmittag fand die Beisetzung des im besten Mannesalter verstorbenen Abteilungsleiters Eugen Jahnel von der Wiemelhauser Straße statt. Die Achtung und Beliebtheit, deren sich der Verstorbene erfreuen durfte, kamen in der starken Beteiligung an seiner letzten Fahrt zum Ausdruck. In der Leichenhalle am Hauptfriedhof vereinigte, die Trauergäste eine kurze Trauerfeier. Von Arbeitskameraden des Benzol=Verbandes wurde dann der Sara zum offenen Leichenwagen getragen. Die Trauergemeinde bildete Svalier. Unter Vorantritt der Werkschar der ABCD.=Verbände und der Gefolgschaftsmitglieder setzte sich der lange Trauerzug in Bewegung. Im Trauergefolge waren neben den vielen Angehörigen und Freunden der Gefolgschaftsführer Dr. Ruperti und Betriebszellenobmann Dr. Sorg. Am Grabe hielt der Pfarrer eine ergreifende Ansprache an die Trauergemeinde. Nach einem Gebet wurde die Fahne gesenkt zum letzten Abschied. Zum letzten Male sang der ABCD.=Männerchor unter Stabführung von Wilhelm Hense dem toten Kameraden ein Lied. Betriebszellenobmann Dr. Sora rief dem Verstorbenen ein Vom Brieftaubensport. Die große Reichs=Kleintierschau im Westen benutzt mancher jetzt in einem anderen Landesteil wohnende Kleintierzüchter, um mit der Heimat und mit den Freunden wieder Fühlung zu nehmen. Am Montag abend trafen sich Brieftaubensportfreunde im Lokale Willy Leist an der Beckstraße, um alte Freunde wiederzusehen. Pg. Franz Nürenberg begrüßte mit humorvollen Worten alle Anwesenden und besonders den Landesfachgruppenvorsitzenden Pg. Georg Leist vom Gau Hessen=Nassau in Bochum. Ferner begrüßte Pg. Nürenberg einen auslandsdeutschen Sportfreund Bosser aus Kopenbagen, der besonderes Interesse am deutschen Brieftaubensport hat und viele gute Eindrücke von hier mit nach dem Ausland nehmen wird. Der Abend wurde verschönt durch eine bunte Folge von Darbietungen. letztes Lebewohl nach. Ein Blumenhügel von Kranzspenden wölbte sich dann über der letzten Ruhestätte. Reichsluftschutz=Ortsgruppe Bochum=Griesenbruch. Heute abend 8 Uhr ist im Stammhaus Köhler, Alleestraße, eine Veranstaltung des Reichsluftschutzbundes, Reviergruppe III. Griesenbruch. Es sprechen Ortsgruppenführer Standartenführer Hüning. Reviergruppenführer Dr. Brockhoff und Reviergruppenwerbeleiter Buscher. Es folgt eine Filmvorführung. Am Freitag. 11. Dezember, 20 Uhr, ebenfalls im Stammhaus Köhler, und am Samstag, 12. Dezember, 20 Uhr, im Lokal Gustav Janzen. Ecke Marien= und Beethovenstraße, und im Stammhaus Köhler, Alleestraße, werden neben wichtigen Vorträgen über das Thema„Luftgefahr— Luftschutz" Filme vorgeführt von Aufnahmen von Luftmanövern ausländischer Staaten und Uebungen in Bochum. Niemand wird den Besuch der Veranstaltungen versäumen wollen. Jugendliche des Taubendiebstahls verdächtig. Am 7. Dezember, gegen 19 Uhr, wurde eine auf dem Gelände Ecke Wattenscheider und Cheruskerstraße stehende Traditionsecke Kriegerkameradschaft Bochum=Ehrenfeld. Die Kriegerkameradschaft Bochum=Ehrenfeld versammelte sich am vergangenen Samstag im Kameradschaftsheim August Gilleballe. Nach Begrüßung der Kameraden gedachte Kameradschaftsführer Werner der so tragisch ums Leben gekommenen acht.Boot=Soldaten, sowie der 12 Seeleute des Dampfers„Elsa". Die Führeranordnungen des Bundesführers und die Rundschreiben des Landes= und Kreisführers wurden bekanntgegeben. Die Kameradschaft Ehrenfeld wird sich am 6. und 7. Februar nächsten Jahres geschlossen in den Dienst der Sammlung des Reichskriegerbundes für das Winterhilfswerk stellen. Am 30. Januar 1937 wird die Kameradschaft bei dem Kameraden Nobel einen Deutschen Abend aufziehen. Vom Schießwart wurden noch die Richtlinien über das Schießen zugunsten des Winterhilfswerks 1936/37, welches in der Zeit von Anfang Dezember 1936 bis 14. Februar 1937 durchgeführt werden muß, bekanntgegeben. Die Kameradschaft wird dieses Schießen am 17. Januar nächsten Jahres auf dem Schießstand an der Wasserstraße durchführen. Alsdann schilderte der 2. Kameradschaftsführer in seinem Vortrage die Entwicklung der Fliegertruppen der europätschen Staaten vor und während des großen Krieges. Seite 13 Nr. 289 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 10. Dezember 1936 Wchtaten und=Tchennans Aunnschafts Poer Ein=Znann=Sreinge Schulung der Arbeitsschutzwalter im Bergbau Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Padberg sprach Königswinter, 9. Dezember. Im Zuge der großen Unfallverhütungsaktion im Bergbau, die die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau im Verein mit der Bergbehörde, dem Sozialamt der DAF. und den Knappschaftsberufsgenossenschaften durchführt, wurden in allen deutschen Bergbaubetrieben Arbeitsschutzwalter eingesetzt. Ihre Aufgabe ist es, den Gefolgschaftsführern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, Möglichkeiten zur Unfallverhütung zu suchen und Mittel und Wege zu finden, um die noch verhältnismäßig hohe Zahl von Grubenunfällen auf ein Mindestmaß herabzudrücken. Zum ersten Male zog die RGB. Bergbau 72 Arbeitsschutzwalter aus den Bergbaurevieren an Ruhr, Saar und Wurm auf der DAF.=Schulungsburg in Königswinter zusammen. Der Kursus dauert vom 7. bis 17. Dezember und dient der einheitlichen Ausrichtung der Männer, deren Hauptaufgabe die Bewahrung und Sicherung von Leben und Gesundheit ihrer Kameraden ist.„..„(brach S echareh, Am Montag, 7. Dezemver, sprach Oververghauptmann Schlattmann zu den in Königswinter weilenden Bergmännern. Er wies darauf hin, daß eine enge Zusammenarbeit zwischen Bergbehörde und allen zuständigen Stellen im Bergbau Voraussetzung für eine erfolgreiche Unfallbekämpfung sei. Wo irgendwie Fehler gemacht und die Sicherheit der Bergleute mutwillig oder aus gewinnsüchtigen Gründen gefährdet werden, greife die Bergbehörde unnachsichtlich ein. In diesem Zusammenhang streifte der Oberberghauptmann auch die Frage der Gedingeregelung und betonte, wo das Ein=Mann=Gedinge als eigentliche Ursache von Unfällen festgestellt sei, müsse man die Forderung aufstellen, das Ein=Mann=Gedinge abzuschaffen und das Kameradschaftsgedinge einzuführen. Am Dienstag morgen sprach Pg. Hupfauer vom Sozialamt der DAF. über die verantwortlichen Aufgaben der Arbeitsschutzwalter unter besonderer Berücksichtigung des BergReichsbetriebsgemeinschaftsleiter Bergbau Pg. Padberg ergriff ebenfalls am Dienstag das Wort. Einleitend streifte er die gegenwärtige Lage und betonte, an dem allgemeinen Aufschwung sei auch der deutsche Bergbau und mit ihm der deutsche Bergmann beteiligt. Während früher gerade in den Bergarbeiterstädten Westdeutschlands an jeder Straßenecke Dutzende von Arbeitslosen herumgestanden hätten, bereite den Zechen jetzt schon die Beschaffung von Arbeitskräften Sorge. Einst hätten an jedem 1. und 15. eines jeden Monats die Bergmänner ängstlich den berüchtigten Schein am Schwarzen Brett dre Zeche studiert, an dem regelmäßig die gekündigten Bergmänner zum Aushang gebracht worden wären. Heute dagegen senden viele Werke bereits Werber die Gebiete, aus denen sich der Bergbau im Laufe des letzten Jahrzehnts zurückzog, um sich dort Leute für ihren Betrieb zu sichern. Der deutsche Bergbau habe noch jährlich 800 tödliche Unglücksfälle zu verzeichnen. Diese Ziffer müsse unbedingt herabgedrückt werdenn. Die Unfallverhütungswoche im Bergbau sei der Appell zur Mobilmachung aller Abwehrkräfte gewesen. Man könne bereits die erfreuliche Feststellung machen, daß dieser Appell Erfolg gehabt habe. Jeden Tag gingen bei den einzelnen Sektionen der Knappschaftsberufsgenossenschaft 150 Sendungen auf Grund des Preisausschreibens zur Unfallverhütung ein. Die neu eingesetzten Arbeitsschutzwalter hätten unermüdlich Mittel und Wege zu suchen, um die Gefahrenquellen zu verstopfen. Es sei selbstverständlich, daß die Arbeitsschutzwalter Mitglieder der Rettungstrupps würden, sofern sie es noch nicht seien. An Hand einiger in den letzten Monaten vorgekommener Unfälle in Bergbaubetrieben wies der Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter auf Möglichkeiten hin, hier Abhilfe zu schaffen. Doppelverbrechen aufgeklärt Die eigene Frau auf der Hochzeitsreise in den Abgrund gestürzt. Kleve, 9. Dezember. Nach eifrigen Ermittlungen durch Beamte der Kriminalpolizeistelle Düsseldorf ist es gelungen, durch die Aufklärung des am 25. November d. J. auf einen Motorradfahrer in der Nähe des Sternbuschs in Kleve verübten Anschlags Licht in eine dunkle Tat zu bringen. Wie jetzt feststeht, hat der Pfleger Johann Bartel nach eigenem Geständnis an dem genannten Tage abends einen Draht über die Straße gespannt, um dadurch die Braut des Fahrers, mit der er früher ein Verhältnis unterhalten hatte und von der er wußte, daß sie zur selben Stunde die Strecke passieren würde, zum Sturz zu bringen. Nur der Tatsache, daß der Draht bei der Berührung mit dem Motorrad riß, ist es zu verdanken, daß der Unfall keine schweren Folgen hatte. Durch die kriminalpolizeilichen Ermittlungen konnte Bartel ferner zu dem Geständnis gebracht werden, daß er seine im Sommer dieses Jahres in den bayerischen Bergen abgestürzte Frau selbst vorsätzlich in den todbringenden Abgrund gestoßen hat. Der Grund dieser entsetzlichen Tat, die sich auf der Hochzeitsreise, wie man bisher glaubte, als selbstverschuldeter Absturz ereignet hat, ist der, daß sich Bartel seiner Frau entledigen und sich in den Besitz ihres schon vor der Hochzeit durch einen Ehe= und Erbvertrag zugesicherten Sparvermögens von rund 6000 RM. bringen wollte. Durch das Geständnis des Täters fand auch dieses Verbrechen jetzt seine Aufklärung. Gefährlicher Fabrikbrand in Wahn Köln, 9. Dezember. Am Dienstag abend brach in der Fabrik der Elektro=Isolier=Industrie G. m. b. H. in Wahn, an der Adolf=Hitler=Straße, ein Großfeuer aus, das in dem östlichen Flügel des großen Fabrikbetriebes zuerst bemerkt wurde. Im Nu griffen die Flammen im ersten, zweiten und dritten Stockwerk der östlichen zabrikhalle, in der zahlreiche Maschinen stehen, um sich. An den Materialien, die in dieser Fabrikhalle verwandt werden, fanden die Flammen reiche Nahrung. Werksfeuerwehr, die sofort alarmiert wurde, bekämpfte mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln das Feuer und verhielt sich tapfer. Doch bald hatte das Feuer derart bedrohliche Formen angenommen, daß die erreichbaren Freiwilligen Wehren aus der gesamten Umgebung und ein Fahrzeug der Kölner Feuerlöschvolizei zu Hilfe gerufen werden. Nach etwa zweistündiger Brandbekämpfung waren die Wehren Herren der Lage, und das Feuer konnte eingedämmt werden. In den einzelnen Stockwerken hatten die Flammen erheblichen Schaden an den Maschinen, an sonstigen Fabrikeinrichtungen und an den Gebäudeteilen angerichtet. Die Fabrikation erleidet durch das Feuer keine Unterbrechung. Bei dem Brand erlitten zwei Arbeiter eine Rauchveraiftung und mußten ins Krankenhaus in Wahn gebracht werden: sie befinden sich auf dem Wege der Besserung. Kleine provinz=Nachrichten Die Stadt Schwerte übernimmt das Ruhrtalmuseum. Das Ruhrtalmuseum, das den Namen Schwerte weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus bekannt gemacht hat, wird jetzt in das Eigentum der Stadt überaeben. Erhöhung des Sammelergebnisses im Gau Essen. Der bisher veröffentlichte Betrag der Sammlung am Tage der nationalen Solidarität hat sich im Gau Essen auf 70 777,39 Mark erhöht. Anschluß der kurkölnischen Schützenvereine an den Deutschen Schützenverband. Schon lange beschäftigte die Schützenvereine des kurkölnischen Sauerlandes, die mit insgesamt 250 Vereinen rund 40000 Mitglieder zählen und die Kreise Arnsbera. Meschede, Brilon, Olve. Livystadt und Amt Menden umfassen, die Frage, ob sie in Zukunft dem Westfälischen Heimatbund angehören wollen oder sich dem Deutschen Schützenverband im Reichsbund für Leibesübungen angliedern sollten. Am Dienstag nachmittag fand nun in Arnsbera eine Tagung des Sauerlander Schützenbundes statt, in der einstimmig beschlossen wurde, sich in den Deutschen Schützenverband einzugliedern. Auf der Jagd tödlich verunglückt. Der Pächter der Gemeindejagd Birkenbeul bei Hamm a. d.., der 56 Jahre alte Lebensmittelgroßhändler Puhlmann aus Bottrov. wurde am Fuß des Hochsitzes im„Grünen Tal“ mit einer Schußverletzung im Rücken tot aufgefunden. Den Umständen nach muß Puhlmann vom Hochsitz gestürzt sein, wobei sich sein Gewehr entlud und ihn die Kugel in den Rücken traf. Verhängnisvolle Schlittenfahrt. Durch einen tragischen Unglücksfall kam in der Ortschaft Oberdresselndorf(Kreis Siegen) das sechs Jahre alte Tochterchen des Maurermeisters Karl Röder ums Leben. Das Kind geriet beim Schlittenfahren in den Hochwasser führenden Wetterbach, wurde abgetrieben und konnte nur als Leiche geborgen werden. 33000 RM. unterschlagen. Der bei einer Kettwiger Firma tätig gewesene Buchhalter Erich Pohlke hat im Laufe der Jahre 1928 bis 1936 Unterschlagungen in Höhe von rund 33000 RM. begangen. Er ist geständig. ESUELEEE 10.00 Volksliedsingen 12.00 Die Werkpause(nevertragung aus der Hauptwerkstätte der Städt. Bahnen, Köln=Merheim). Die Kapelle der Städt. Bahnen 13.15 Mittagskonzert. Unterhaltungsfunkorchester(Fr. Mihalovic). 1. Ouvertüre zu„König Yvetot“ (Adam). 2. Intermezzo aus„Die vier Grobiane“ (Wolf=Ferrari). 3. Finnische Fantasie(Schroeder). 4. Aus der Arlesienne=Suite(Bizet). 5. Norwegische Suite(Grieg). 6. Blauer Pavillon(Lautenschläger). 7. Humoreske(Blume) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 15.00 Für unsere Kinder. Wir knacken Nüsse 15.30 Am Büchertisch. Dr. Josef Mahlberg bespricht Neuerscheinungen 16.00 Unterhaltungskonzert. Das Kleine Orchester 17.00 Gedichte der Troste, afiaherhort Gätke Gunalh 17.15 Aus dem deutschen Vollsneverholl. Kathe Hunolo (Sopran), Liselotte Mann(Alt), Heinz Hoersch (Tenor), Mitglieder des Orchesters und der Kammerchor(Josef Breuer) 18.00 Bauernbrauch im Jahreslauf 18.20 Werke von W. A. Mozart. Konzert des Großen Orchesters(Friedr. Mario Müntefer). 1. Ouvertüre zu„Cosi fan tutte". 2. Ballettmusik„Les petits Riens" 18.50 Und was meinen Sie? Gespräche zur Zeit 19.00 Unterhaltungskonzert. Das Große Orchester(Friedrich Mario Müntefer). 1. Ouvertüre zu„Rosamunde“(Schubert). 2. Hofballtänze(Lanner). 3. und Margarethe“(Gounod). 5. Triumphmarsch aus„Aida" Verdi) 19.50 Zwischenmusik(Vom Deutschlandsender) 22.30 Tanzmusik des Kleinen Funkorchesters(Willy Steiner)(Von Berlin) GEEE 10.00 12.00 13.15 14.15 15.00 16.00 18.00 20.10 23.15 Nun freut euch— ihr Arm' und Reich'. Heimindustrie im sächsischen Erzgebirge(Vom Deutschlandsender)...2 Grak: Arkest. Die Werkpause. Das Große Orchester(Otto Juiuns Kühn). Ee semsn... Mittagskonzert. Ein Waizerreigen aus Opern. Elly Ney(Sopran); Hubert Kirsch(Bariton); der Kammerchor(Josef Breuer)); das Große Orchester (Otto Julius Kühn) Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) Adolf Stöcker, ein Lebensbild Freitags zwischen vier und sechs. Zwei Stunden Plauderei und Musik. Unterhaltungskonzert. Soldaten— Kameraden. Soldatenmusik, gesungen und geblasen. Das Trompeterkorps des Artillerie=Reg.— 21.10:: Der Adler der Westfront. Eine Erinnerung an Oswald Boelcke.— 21.30: Wo bist du, Kamerad? Funkappell alter Frontsoldaten... 4489r5. Unterhaltungskonzer des Landesorchesters(Jul. Schroeder).(Von Stuttgart). 1. Melancholischer Walzer(Blume). 2. Melodien aus„Schach dem König"(Goetze). 3. Rakoczy=Ouvertüre(KelerBela). 4. Klingende Farben, Walzer(Kick=Kletzki). 5. Deutschland ist erwacht, Marsch(Schwanz) Fabrikdirektor Dr. Carl-Heribert Eibes Ursula Eibes geb. Waschkau zeigen hiermit ihre Vermählung ergebenst an Berlin-Charlottenburg, Kaiserdamm 20 10. Dezember 1936 Statt Karten Ihre vollzogene Vermählung geben bekannt Heinz Topheide Helld Topheide geb. Cornelius Münster.W. 9. Dez. 1936 Bochum Diepenbrochstr. 23 I. z. Z. auf Reisen Kortumstr. 102 Auto Richtung Paderborn! Wer nimmt Möbel für ein Zimmer mit? Brune, Ehrenfeldstr. 26, Telephon 67984 Die Dame, die am Mittwoch nachm. bei Kortum, a. d. Drehtür, eine Damen-Armbanduhr gefunden u. an sich genommen hat, w. gebeten, diese bei A. Sendzik, Christstraße 35, abzug Nach Gottes hl. Willen entschlief am Dienstag. dem 8. Dezember, nachm..20 Uhr, mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Herr Albert Kruck Er starb nach kurzer, schwerer Krankheit, im Glauben an unseren Erlöser, im Alter von 32 Jahren. Dieses zeigen mit der Bitte um stille Tellnahme an Die trauernden Hinterbliebenen Bochum(Gubstahlstraße 46),.-Höntrop. Reddighausen und Stettin, den 9. Dezember 1936 Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 11. Dezember 1936, nachm..30 Uhr. vom Eingang des Haupttriedhofes Freigrafendamm. Trauerfeier vorher.30 Uhr in der Kapelle des Augusta-Hospitals. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche AE Dralle-Badeselle s. 20.325 Mouson Alt-Lavendel Stack 25. Ellda-Billenselle suack 25. 4711-Giyzerinselle stack 27. Lebona-Badeselle. Stack 293 Neues Welt-erikonMI MELT-ATLAS Zwel.itettliche Genzleinenbände: Mit Geldpriguns#0050— Mk. Nur 9% isicht! dche) kein KlsikoSthug Die Todesstunde schlug zu früh. doch Gott der Herr bestimmte sie. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurde mir mein nimmermüder, unvergeblicher, guter Mann, unser lieber Sohn, mein guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Rupprich beir plötzlich und unerwartet, infolge Berufsunfalls, im Alter von einahe 40 Jahren, entrissen. In tiefem Schmers: Frau Hedwig Rupprich geb. Horst und Anverwandte Bochum(Griesenbruchstraße), Schlesien, München, den 8. Dezember 1936 Die Beerdigung findet Samstag, den 12. Dezember 1936, nachmittags 3 Uhr, von der Friedhotshalle am Freigrafendamm aus statt.— Trauerfeier ¼ Stunde vorher sollen auch Ihre Lieben in der Ferne nicht vergessen sein.- Wir helfen ihnen gern beim Versand der Pakete; bitte bringen Sie uns die Anschrift mit Brief, alles andere besorgen wir!... und morgen, Freitag: Fischtag, wieder frische Fische von der Hamburger Fischcompagnie Georg Läufer Bochum- nur Kortumstraße 98 Ruf 63173 Zunttien=Nachrichtel. nach anderen Veröffentlichungen und Zeitungen Geboren(Mädchen): Castrop=Rauxel: Dr.=Ing. Hermann Molly(Otty Köln: Professor Dr. Hermann Hohlweg(Herta Laupenmühlen). Gestorben: Dortmund: Prokurist Paul Mabl, 53 Jahre; Adeline Lütz geb. Borner, 85 Jahre; Fllederike Andree geb. Klare, 73 Jahre; Friedrich Wilhelm Meyer, 69 Jahre; Marie Fehling geb. Funk, 62 Jahre; Wwe. Sophie Unterhalt geb. Walter, 75½ Jahre: Gastwirt Philipp Jörgens, 56½ Jahre; Ilse Kopp, 25½ Jahre: Friedrich Lünemann. Essen: Wwe. Marie Zimmermann geb. Brüning, 76 Jahre; Alwine Hofmann geb. Nonnweiler, 51 Jahre...n Essen=Steele: Gastwirt Jovann Sander, 58 J. Gelsenkirchen: Josef Weber, 59 Jahre: Theodor Lutschak, 58 Jahre; Wilhelmine Böhne geb. Bloch, 60 Jahre. Herne: Wilhelm Rumpf, 37 Jahre. Herbede: Pfarrer Alexander van Hoefen. 80 J. Wattenscheid: Heinrich Rauschenberger, 64 Jahre. Fest-Geschenke fürs Leben sind Beise vom geprütten Kürschnermeister Stagen-Telzhaus RathaCo. Kortumstraße 23, erste Etage Rein deutsches Geschäft. Zahlungserleichterung Tüchtige Vertrete en Köln.-Wasser-Selle stac 25. Badeselle...... Stachk 15 Giyzerinselle... Stack 12. Palmö selle.... Stack 10.8 Konkurrenzselle Stack 10.3 Bürsten- u. SelfenMagaun! Größtes Spezialgeschäft am Platte! Brückstraße 51, Marienstraße 16, Hattinger Str., Ecke Pleperstr., Alleestraße 125, Rolandstraße 34 Lieferungen frei Haus Vorzugs-Angebot! 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