Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer 1,85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„hör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. berhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werderz au.„Se; schäftsstelle geöffnei von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonat= von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Mittwoch 9. Dezember 1936 43. Jahrgang Nummer 288 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 um Breite 50 Pf. im Textteil, anzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die Wirtschaftswerbung dienen) 5 Pf., kleine Anzeigen(nicht geschäftlicher Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Textteil 10 Pf. Auskunft= und Zifsergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig, Nachlaßstaffel.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Sodzenuplands=Riesemaustastung Aete Eeineswite Prrerp. Sähftwasse=Terereifacht,„Mahiner=Elmr her nal seit London, 8. Dezember. Am letzten Tage des 8. Sowjetkongresses in Moskau, auf dem bekanntlich die sagenhafte neue„demokratische Verfassung“ angenommen wurde, gab Stalin Einzelheiten des sowjetrussischen Aufrüstungsprogramms bekannt, nach dessen Durchführung, wie der„Daily Expreß“ schreibt, die vereinigten Land=, See= und Luftstreitkräfte der Sowjetunion die größte Kampfmaschine sein werden, die die Welt jemals gesehen hat. Der Warschauer Berichterstatter des„Daily Expreß" ist in der Lage, genaue Einzeleheiten über die Entstehung und den Inhalt dieses gewaltigen Aufrüstungsprogramms mitzuteilen. Danach wurden die Pläne von dem„Verteidigungsrat“ der Sowjetunion in dreitägiger Sitzung im Kreml beschlossen. An dieser Beratung nahmen der Kriegsminister Woroschilow, sein Stellvertreter Tuchatschewski, der Generalstadschef Jegoroff, der Oberbefehlshaber der sowjetrussischen Armee im Fernen Osten, Blücher, und der Chef der Kavallerie Budjenny teil. Der Gesamtplan gliedert sich in fünf Hauptabschnitte: 1. Die Schaffung einer über 3000 Kilometer langen Festungslinie an der West= und Ostgrenze Sowjetrußlands, die als Gegenstück der französischen MaginotLinie bezeichnet wird und die sich im Westen gegen Deutschland und im Osten gegen Japan richtet. 2. Innerhalb von zwei Jahren soll ein Stammheer in Stärke von drei Millionen Mann errichtet werden, was eine Verdoppelung der derzeitigen Stärke der Roten Armee bedeutet. 3. Im gleichen Zeitraum sollen die sowjetrussischen Luftstreitkräfte verdreifacht werden. Es ist die Ausbildung von 50 000 Flugzeugführern innerhalb eines Jahres vorgesehen.——ieriat 8. 4. wurde beschlossen, ein neues Kommissariat für die Kriegsindustrie zu schaffen, das unter der persönlichen Kontrolle des Kriegsministers Woroschilow stehen wird. 5. Schließlich ist beabsichtigt, die der Kriegserzeugung dienenden Industrieanlagen aus Gegenden, die feindlichen Luftangriffen besonders ausgesetzt sind, nach dem Innern des Landes zu verlegen. Mit der Inangriffnahme der neuen sowjetrussischen Befestigungslinie wird bereits innerhalb der nächsten 14 Tage begonnen werden. Allein an der sowjetrussischen Westgrenze sollen 300 000 Arbeiter eingesetzt werden, sobald mit der Durchführung der eigentlichen Befestigungszone begonnen wird. Nach Beendigung der Sitzung des Verteidigungsrates bemängelte Woroschilow Stalin gegenüber, daß der sowjetrussische Geheimdienst unzulänglich sei. Stalin erteilte hierauf dem Kriegsminister alle Vollmachten zur Durchführung einer Reinigungsaktion innerhalb der nächsten Wochen. Auch Frankreich rüstet weiter Neue Zusatzkredite für Heer und Luftwasse aris, 8. Dezember. Nachdem erst im September d. J. dem Kriegsminister und dem Luftfahrtminister vom französischen Ministerrat Zusatzkredite in Höhe von rund 1700 Millionen Frank (198,5 Millionen Reichsmark) für die Landesverteidigung bewilligt worden waren, ist jetzt in der Kammer ein neuer Zusatzkredit in Höhe von 1690 Millionen Frank(196,3 Millionen Reichsmark) in Form eines Gesetzentwurfs beantragt worden. Die Kredite sind für Heer und Luftwaffe bestimmt. Moskau gefährdet den Frieden Der polnische Kardinal=Erzbischof über die bolschewistische Weltgefahr. Budapest, 8. Dezember. In einer Unterredung mit dem Warschauer Vertreter des„Pester Lloyd“ wies der Kardinal=Erzbischof von Polen, Hlond, nachdrücklich auf die Bedrohung Europas durch den Bolschewismus hin und auf die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses aller europäischen Staaten zur Abwehr dieser Weltgefahr. Er äußerte sich folgendermaben: W244Aduub;.jack.# E. „Die letzte und entscheidende Ursache der heutigen Unruhen in Europa liegt in dem Willen der kommunistischen Internationale, ihre umstürzlerischen Bestrebungen auf dem Wege über einen neuen Weltkrieg zu verwirklichen. Nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahrzehnte ist dies für den Bolschewismus der heute einzig gangbare Weg. Die erdrückende Mehrheit der zivilisierten Welt, alle diejenigen, die nicht an das Heil durch die Sowjets glauben, müssen sich jetzt mit gesammelten Kräften gegen diese Gefahr zur Wehr setzen. Im Falle einer endgültigen Ausschaltung der vernichtenden Kräfte der kommunistischen Internationale würde der Friede Europas weder von innen her noch in den Beziehungen zwischen den einzelnen Staaten ernsthaft bebroht sein.“„ g#. iu Der Kardinal=Erzbischof betonte dann die internationale Bedeutung des Ausgleichs zwischen Deutschland und Polen, wies auf die kommunistischen Wühlereien in Polen hin und schloß:.ns: „Heute ist Gefahr im Verzuge. Der europäische Friede ist krank. Eine furchtbare Katastrophe wird unweigerlich hereinbrechen, wenn nicht die Brandherde rechtzeitig gelöscht werden, die von den unerbittlichsten Feinden des Friedens, der Ordnung und der christlichen Weltanschauung immer wieder aufs neue entfacht werden.“ SA.=Gruppenführer=Tagung in Berchtesgaden.— Führerappell der HI. Berlin, 8. Dezember. Vom 10.—12. Dezember werden sich die Obergruppenführer sowie die Amtschefs der Obersten SA.=Führung in Berchtesgaden zusammenfinden, um kurz vor Jahresschluß einen Rückblick zu nehmen und die Marschroute für das kommende Kampfjahr festzulegen. Diese SA.=Führertagung erhält ihre Bedeutung durch die Tatsache, daß das gesamte Führerkorps der HI., also die Obergebiets= und Gebietsführer, sowie die Amtschefs der Reichsjugendführung, an der Spitze der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, sich ebenfalls gemeinsam mit der SA. zu einem Führerappell zusammenfinden. Referate von SA.= und HI.= Führern vor dem Führerkorps dieser beiden großen Kampfgliederungen der Bewegung sowie darauf folgende Aussprachen werden die Linie der zukünftigen gemeinsamen Zusammenarbeit festlegen. Flut zerstörte 54 Städte und Dörfer Furchtbare Naturkatastrophe auf den Philippinen— Tausende von Opfern Newyork, 8. Dezember. Der Nordwesten der größten Philippinen=Insel Luzon wurde von einer furchtbaren Naturkatastrophe heimgesucht. Erst heute traf ein Bericht des Gouverneurs der Isabella=Provinz im Nordwesten der Insel Luzon ein, wonach am 4. Dezember um 4 Uhr eine furchtbare Flut über diese Gegend hereibrach, die 54 Städte und Dörfer zerstörte, Menschen und Tiere ins Meer schwemmte. Sämtliche Verbindungen mit der Provinz sind unterbrochen. Die Zufahrtsstraßen sind unterspült. Der Gouverneur schätzt die Zahl der Toten auf mehrere tausend. Die Flut wird als die größte und schwerste in der Geschichte der Insel bezeichnet. Die Wassermassen brachen völlig überraschend in das dichtbesiedelte Gebiet am Ufer des Cagayan=Flusses ein. Bis jetzt konnten über 100 Leichen geborgen werden. Da die Ueberschwemmungen anhalten, gehen die Rettungsarbeiten nur sehr langsam vor sich. In manchen Gebieten, so besonders in der Nähe der Stadt Aparri an der Mündung des Cagayan=Flusses, konnten die Bergungsarbeiten bisher überhaupt noch nicht aufgenommen werden. Offiziere der Armee berichten, daß der Cagayan=Fluß Tausende von Toten ins „Meer getragen habe. Es werde daher niemals möglich sein, den ganzen Umfang der furchtbaren Katastrophe festzustellen. Durch die Wassermassen wurden Hunderte von Quadratmeilen wertvollster Tabak= und Reispflanzungen vernichtet. Man befürchtet den Ausbruch von Ruhr= und Choleraepidemien im Unglücksgebiet. 150 Tote, 200 Verletzte im türkischen Ueberschwemmungsgebiet Istaubul, 8. Dezember. Aus dem türkischen Ueberschwemmungsgebiet im Bezirk Adana liegen folgende Unglücksziffern, außer der Meldung, daß 1200 Häuser eingestürzt sind, vor: Die Zahl der Toten, deren Persönlichkeit festgestellt werden konnte, beträgt 150. Die Zahl der Verwundeten, die in Lazaretten untergebracht sind, beläuft sich auf 200. Die Zahl der ertrunkenen Haustiere, Groß= und Kleinvieh, übersteigt 50 000. Adana gehört zu den blühendsten türkischen Städten in einer besonders fruchtbaren Gegend des Mittelmeeres. UngianonicheGredennten der spanischen Bolschewisten— Roter Fliegerangriff mißglückt dnb Sevilla, 8. Dezember. Drei rote Fliegerketten versuchten am Montag Talavera de la Reina anzugreifen. Sie wurden von nationalen Jagdflugzeugen angegriffen und verloren drei Apparate französischer Herkunft. In Talavera de la Reina trafen aus zahlreichen Ortschaften und am Tajoufer in der Nähe von Talavera de la Reina mehrere hundert Bauernfamilien ein, die ihr gesamtes Hab und Gut auf Mauleseln mit sich führten. Die Bauern verdanken ihre Flucht einem kühnen Handstreich von fünf Falangisten, die 18 Kilometer weit in rotes Gebiet hineingeritten waren und den Eindruck erweckt hatten, als stünden hinter ihnen mehrere lausend Legionäre und Arabertruppen. Die Schreckensstimmung, die bei den Roten bei dem Gedanken eines Angriffes der nationalen Truppen Platz griff, benutzte die Bevölkerung zur Flucht in der Richtung auf Talavera de la Reina. Die Bauern berichten einheitlich von unglaublichen Greueltaten der roten Mordbanditen. In Navalucillos wurde eine vierköpfige Familie ermordet. Ein junges Mädchen wurde an einer Kirchhofsmauer erhängt. Darauf wurde ihr der Hals aufgeschnitten und das Blut in einem Gefäß gesammelt. In San Bartolome wurden rechtsstehende Einwohner in nicht wiederzugebender Weise verstümmelt. In Espinoso wurde ein Geistlicher lebendig begraben. Aus allen Berichten der Flüchtlinge geht eindeutig die überall in gleicher Weise angewandte Mordtaktik des nach Moskauer Lehren erzogenen Untermenschentums hervor, wie sie bereits in den von der roten Herrschaft befreiten Ortschaften immer wieder bekannt geworden ist. Wie aus Madrid gemeldet wird, ist der Kommunistenhäuptling Mije von den Bolschewisten in Valencia zum„General=Kriegskommissar“ ernannt worden. Der rote Verteidigungschef von Madrid, General Miajo, wurde seines Postens enthoben. Wie„Freiwillige“ eingefangen werden Amsterdam, 8. Dezember. Die Zeitung„Telegraaf“ berichtet interessante Einzelheiten über die Werbung für die Internationale Brigade der spanischen Bolschewisten. In den Kaffeehäusern und Gastwirtschaften Amsterdams in denen Arbeitslose zu verkehren pflegen, machen Werber den Arbeitslosen verlockende Angebote, als Matrosen auf den Handelsschiffen der spanischen Bolschewisten Dienst zu nchmer. g Wsskenen mark. Die Angeworbenen werden dann vom Hauptquartier der Amsterdamer Kommunisten nach Paris geschafft, wo sie sich bei einem gewissen Marcel du Mont, 33 Rue de les Granges aux Belles, zu melden haben. Von dort geht es nach einem Sammelplatz, auf dem auf gleiche Art angeworbene Leute aus fast allen europäischen Staaten zusammenkommen. Erst hier erfahren die Betrogenen, daß sie nicht als Matrosen auf Handelsschiffen eingestellt werden, sondern in der Internationalen Brigade der spanischen Bolschewisten kämpfen müssen. Viele der so eingefangenen Leute versuchen dann in Paris, zu fliehen, was jedoch nur selten gelingt, da sie meist vollkommen mittellos sind. Schweren Herzens lassen sie sich nach Spanien abschieben. Hier werden sie ganz gegen ihren Willen in der vordersten Reihe eingesetzt. Das Blatt warnt mit allem Nachdruck vor den gemeinen Methoden der bolschewistischen Sendlinge. Ein wertvolles Geständnis Tausende von tschechoslowakischen Kämpfern bei den Roten in Spanien. Prag, 8. Dezember. In großer Aufmachung unter dem Titel„Tausende Tschechoslowaken in den Reihen der roten spanischen Armee“ schreibt das tschechisch=oppositionelle Abendblatt „Prazsky List" u..: In einer Versammlung der Vertrauensleute und der führenden Politiker der kommunistischen Partei in der Tschechoslowakei berichtete der kommunistische Abgeordnete Gottwald über die Lage in Sowjetrußland, in Spanien und über die Hilfe, die Sowjetrußland dem bolschewistischen Spanien angedeihen läßt. Gottwald, der der Leiter der tschechoslowakischen Sektion der Komintern ist, sagte wörtlich folgendes: „Ein großes Verdienst um die Verteidigung Madrids haben die internationalen Truppen, in deren Reihen an die tausend tschechische Soldaten und Offiziere dienen. Besonders die Tschechoslowaken hatten große Erfolge bei der Verteidigung Madrids zu verzeichnen. Diese internationalen Truppen haben die Niedergeschlagenheit der spanischen roten Truppen beseitigt und sie zu neuer und stärkerer Offensive angefeuert. Ich erinnere“— erklärte Gottwald—„daß es notwendig ist, weiter Transporte nach Spanien zu organisieren; denn jeder, der an den Kämpfen in Spanien teilnimmt, ist für uns von großer Bedeutung.“ Dazu bemerkt das tschechisch=oppositionelle Blatt: „Nicht die Italiener, nicht die Deutschen und die übrigen„Faschisten“ kämpfen auf seiten Francos, sondern gerade umgekehrt: Franzosen und Tschechoslowaken in den Reihen der Roten! Nach Gottwalds heldenmütigem Bekenntnis kann man über diese Tatsache in keinem Zweifel sein.“ Abschiedsgeluch Rindenburgs 1915 — und wie es leine Erledigung tand Oldenburg=Januschau, der vor 30 Jahren dem Parlamentarismus mit dem Wort vom Leutnant und zehn Mann, die den Reichstag schließen sonten, den Kampf ansagte, hat jetzt im Verlage Koehler& Amelung in Leipzig seine Erinnerungen erscheinen lassen(Ganzleinen 5,80 RM.). Das Buch vermittelt uns den„Januschauer" nicht nur als Landwirt, der die Ernährungsfragen gründlich kennt, und als Kämpen, der im Reichstag eine scharfe Klinge zu schlagen verstand, es läßt uns auch manchen Blick hinter die Kulissen während der Zeit des Weltkrieges tun. Wir veröffentlichen aus dem Erinnerungswerk folgenden interessanten Abschnitt: Ueberglücklich war ich in meinem Innern, daß ich meinem Vaterlande in dieser stolzen und schweren Zeit, wenn auch an bescheidener Stelle, meine Kräfte leihen konnte. Da rief mich um die Jahreswende 1914115 der Befehl Hindenburgs nach Posen. Der Feldmarschall empfing mich mit den Worten, ich könnte ihm vielleicht eine große Hilfe werden. Erklärend fügte er hinzu, die Russen seien erneut in Ostpreußen eingebrochen. Eine Vernichtung der russischen Armee sei nur möglich, wenn er vier Korps bekäme. Diese Korps habe er zwar beantragt, aber Falkenhayn habe sie ihm abgeschlagen. Auch den Ludendorff wolle man ihm nehmen. Dieser solle in Zukunft als Verbindungsoffizier zu den Oesterreichern tätig werden. Er, Hindenburg, habe seinen Abschied eingereicht, denn er müsse sowohl auf den vier Korps bestehen als auch darauf, daß man ihm Ludendorff als Chef belasse. Die Lage sei aber so, daß der Druck seines Abschiedsgesuches unter Umständen nicht ausreichend sei. Er müsse damit rechnen, daß der Abschied bewilligt werde. Daher fragte er mich, ob ich nicht etwas durch eine persönliche Rücksprache da oder dort veranlassen könne.„ Hefag— Wenn ich auch nicht das Zeug besaß, um die strategische Lage überschauen zu können, so war ich doch von der Bedeutung Ludendorffs an der Seite Hindenburgs ebenso überzeugt wie von der Wichtigkeit, Ostpreußen endgültig vom Feinde zu befreien. Ich sagte daher zu, alles tun zu wollen, was in meinen Kräften stand, und fuhr noch am gleichen Tage von Posen quer durch Deutschland nach dem Westen in das Hauptguartier des Kronprinzen.„. 6467 Dort ließ ich mich sofort melden und hielt dem hohen Herrn mit angefaßtem Säbel Vortrag über die Lage im Osten und die Wünsche Hindenburgs. Der Kronprinz hörte mit angespannter Aufmerksamkeit zu und fragte zum Schluß nur kurz, ob ich meine Darlegungen schriftlich absetzen könnte. Ich bejahte und tat es. Mit diesem Schriftstück bewaffnet, fuhr der Kronprinz unverzüglich zum Kaiser. Als er zurückkam, brachte er in beiden Punkten den Erfolg mit. Ludendorff wurde wieder Chef, und Hindenburg erhielt die verlangten vier Korps. Freudig trat ich meinen Rückweg an. Kaum war ich wieder bei meinem Stab angekommen, als mich der Befehl des Feldmarschalls erreichte, ich solle mich bei ihm in Insterburg einfinden. Daraufhin meldete ich mich zunächst bei meinem Korpskommandeur General von Pannewitz ab und ebenso in Lodz bei Mackensen. In Insterburg empfing mich der Feldmarschall mit den Worten:„Sie sind mein Gast. Sie haben mir die vier Korps besorgt. Nun sollen Sie auch sehen, was ich damit mache..... Wochen die wis Damit begannen für mich einige Wochen, die mir tiefe Einblicke in die Arbeit des Hauptquärtiers des Oberbefehlshabers Ost vermittelten. Die Winterschlacht in den Masuren stand bevor. Von der Schlacht selbst sah ich nichts. Es waren riesige Schneemassen gefallen, so daß ich mich außerhalb der Stadt nur mit Schwierigkeiten hätte bewegen können. Ich begnügte mich damit, unsere Verwundeten und die russischen Gefangenen aufzusuchen. Unsere Verwundeten hatten in großer Zahl erfrorene Füße, an denen sie schwer litten. Nach dem täglich im Dessauer Hof gegen Abend stattfindenden Essen des Stabes, zu dem auch der Fürst Dohna=Schlobitten gehörte, der den Johanniterorden vertrat, blieben der Feldmarschall, Ludendorff, der Adjutant des Feldmarschalls, Kämmerer, der Fürst Dohna, der Generalarzt Kern und ich noch zusammen. Es wurde geraucht, Grog getrunken und allerlei erzählt. Mit Spannung sah alles den Abendmeldungen entgegen, die der General Hoffmann überbrachte. Die preußischen Korps meldeten sich ebenso wie die russischen, da die russischen Meldungen samt und sonders aufgefangen wurden. Ihre Entzifferung gelang, obwohl der russische Schlüssel mehrfach wechselte. Die russischen Korps meldeten sich mit solcher Sicherheit, daß der General Hoffmann den Witz machte:„Das X. Korps hat sich noch nicht gemeldet. Soll ich es auffordern?" Alles lachte, und der Feldmarschall sagte:„Das lassen Sie unterEine schwerwiegende Meldung kam von General Otto von Below, der aufgefordert war, schneller zu marschieren. Sie lautete:„Ich bürge mit meiner militärischen Ehre dafür, daß die Truppe Uebermenschliches leistet.“ Der Feldmarschall sagte:„Laßt ihn in Ruhe. So geht es nicht.“ Ludendorff saß an einem großen Tisch, auf dem die Karte ausgebreitet war. Er steckte bei den Meldungen Fähnchen an die betreffenden Stellen und maß mit einem Zirkel die Entfernungen. Nach dieser Meldung des Generals von Below, die langes Schweigen hervorrief, warf Ludendorff den Zirkel auf den Tisch, erhob sich und sagte:„Herr Feldmarschall, wir haben ein großes Unglück. Diese groß angelegte Bewegung geht ins Auge. 40 Kilometer sind offen. Die Russen marschieren kraus.“ 254 Wir standen alle vor Erregung auf. Langsam erhob sich der Feldmarschall, ging auf Ludendorff zu, legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte:„Mein lieber Ludendorff, der liebe Gott hat uns beiden zusammen so viel Glück gegeben, viel mehr als wir verdienen. Es ist gar nicht anzunehmen, daß es jetzt aufhört. Wer läuft, läuft schneller als der Verfolger. Aber der Schnee hält die Russen auch auf. 80 000 Mann sind drin. Ein Seite 2 Nr. 288 7 Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Dezember 1936 04 4M großer Erfolg, den Rest greisen wir bei Augustowo. Gute Nacht, meine Herren!“— In der Tür drehte sich der Feldmarschall noch einmal um und sagte:„Wenn etwas wirklich Ueberraschendes kommt, was ich nicht glaube, Ludendorff, lassen Sie mich wecken. Alles übrige hat Zeit bis morgen früh.“ Ludendorff klemmte sein Einglas ins Auge, sah ihm nach und sagte:„Wissen Sie, meine Herren, was das Tollste an der Geschichte ist? Jetzt schläft der Mann wirklich bis morgen früh. Das sind Nerven!" Es geschah, wie Hindenburg prophezeit hatte. Am 22. Februar 1915 wurde die russische X. Armee vernichtet und am 10. März 1915 die neue russische X. Armee bei Augustowo besiegt. Ostpreußen war endgültig vom Feinde befreit. Eine andere, wenn auch weniger aufregende Lage war einige Tage vorher durch das Abhören der russischen Meldungen entstanden. Der bei Eydtkuhnen kommandierende General meldete seinem Armeeführer Sievers, die Deutschen hätten wenigstens vier neue Korps zur Front gebracht. Er hätte den beschleunigten Rückzug angetreten. Alles war bestürzt durch das zu frühe Bekanntwerden der deutschen Verstärkungen. Der Feldmarschall sagte:„Wartet doch erst ab, was der Baron Sievers sagt. Er hat doch auch noch was zu bestimmen.“ Nach kurzer Zeit kam der General Hoffmann mit den Worten zurück:„Hurra, hurra, hurra!" und las von einem Zettel die Meldung ab:„Sie haben kehrtzumachen und zu kämpfen! Baron Sievers.“ Hoffmann tanzte mit dem Adjutanten Kämmerer in der Stube herum, und der Feldmarschall sagte lachend:„Ich kenne doch meinen Kollegen Sievers." Diese Erlebnisse im Hauptquartier des Oberbefehlshabers Ost zeigten so recht die Ruhe, die der Feldmarschall ausstrahlte. Agnes Miegel bei Rust Berlin, 8. Dezember. Reichserziehungsminister Rust empfing am Dienstag die ostpreußische Dichterin Agnes Miegel, die ihm die Agnes=Miegel=Plakette überreichte. An dem Empfang nahm auch Kreisleiter Oberbürgermeister Dr. Hesse(Braunschweig) teil, der dem Reichserziehungsminister in seiner Eigenschaft als Schirmherr der Wilhelm=Raabe=Stiftung anschließend die WilhelmRaabe=Gedächtnisplakette übergab. Beisetzung Franz Jansens, des Ortsgruppenleiters Davos der Auslandsorganisation der NSDAP. Davos, 8. Dezember. Am Dienstag nachmittag fand in Davos die Beisetzung des vor einigen Tagen verstorbenen Ortsgruppenleiters Davos der Auslandsorganisation der NSDAP., Franz Jansen, statt. An der Beisetzungsfeier nahmen im Auftrage von Gauleiter Bohle als Abordnung der Leitung der Auslandsorganisation die Amtsleiter Dr. Koderle und Beinhauer sowie Hauptstellenleiter Diewerge teil, ferner Geschäftsträger Freiherr von Bibra als Vertreter der Gesandtschaft und Generalkonsul Voigt. Kränze und Grüße, Abordnungen des Deutschtums aus allen Teilen der Schweiz entboten dem Toten die letzte Ehre. Die Leitung der Auslandsorganisation, die AO. der DAF. und zahlreiche Gruppen in der Schweiz, die Gesandtschaft und der deutsche Geschäftsträger ließen Kränze am Sarge niederlegen. Gauleiter Bohle hatte als letzten Gruß einen großen Kranz durch Dr. Koderle überbringen lassen. In der Alexanderkapelle in Davos fand eine schlichte und würdige Totenfeier statt. Pfarrer Weber feierte in seiner Gedenkrede den rechtschaffenen Menschen Jansen, Amtsleiter Dr. Koderle sprach der Witwe und den drei Kindern das innigste Mitgeähl, von Gauleiter Bohle aus. Alle nationalsozialistischen Auslandsdeutschen nähmen in Gedanken an dieser Totenfeier teil. Jansen sei ein gerader, aufrechter Mann gewesen, der nur ein Ziel kannte, dem Führer zu dienen. Er werde bei allen Parteigenossen unvergessen bleiben. Generalkonsul Voigt und der stellvertretende Ortsgruppenleiter Böhmer feierten den Toten als Kameraden seiner deutschen Brüder und Schwestern. Das Lied vom guten Kameraden beendete die Feier. Unter seinen Klängen senkten sich zum letzten Male die Hakenkreuzbanner über dem Sarge eines Mannes, der als Nationalsozialist seine Pflicht erfüllt hat. Generalleutnant von Troschke 1 Gchenctsa,. im Beisein des Führers in Kiel glücklich vom Stapel gelaufen dnb Kiel, 8. Dezember. Dienstag mittag 11.45 Uhr lief in Kiel in Gegenwart des Führers das 26 000=Tonnen=Schlacht= schiff E, das von der Gattin des in der Schlacht bei den Falklandinseln gefallenen Kommandanten des Kreuzers„Gneisenau“ auf den Namen„Gneisenau“ getauft wurde, glücklich vom Stapel. Die Taufrede hielt der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch. Die Kriegsmarinestadt Kiel, die in den dreieinhalb Jahren nationalsozialistischer Aufbauarbeit neuem blühenden Leben entgegengeführt wurde, hatte festlichen Flaggenschmuck angelegt. Viele tausend Werkmänner, Ingenieure und Konstrukteure erwarteten die Feierstunde, wo das Schwesterschiff des Schlachtschiffs „Scharnhorst“ vom Stapel laufen sollte. Ein Rundgang zeigte schon in den ersten Morgenstunden lebhaften Verkehr auf dem Wasser und in den Straßenzügen längs des Hafens. Die Umgebung war in Rauhreif gehüllt. Aus dem über dem Wasser liegenden Dunst tauchten schemenhaft die Werftanlagen mit den riesigen Kränen auf. In großen Scharen kreisten Möwen über dem Hafengebiet. Auf der Werst Der Riesenleib des girlandengeschmückten 26000Tonnen=Schlachtschiffes E lag auf der Helling 1 der Werft der Deutschen Werke AG. Von allen Seiten strömten Menschenmassen in erwartungsvoller Stimmung zum Werftgelände. Von der Wasserseite her trasen die Abordnungen der Wehrmacht ein. Sie nahmen auf der einen Seite des Rumpfes Aufstellung. Unter den Marineabteilungen befand sich die Besatzung des Segelschulschiffes„Gorch Fock“. Eine Abordnung des Fliegerhorstes Holtenau bekundete die enge Verbundenheit der Luftwaffe mit der Kriegsmarine. Auf der andern Rumpfseite des zum Ablauf bereitliegenden Schiffes traten die Ehrenstürme der SA., SS. und des NSKK. an. Hier nahmen ferner die Ehrenabordnungen der Politischen Leiter, des Reichsarbeitsdienstes, der HJ. und des BDM. Aufstellung. Vor dem Bug war die Ehrenkompagnie, gestellt von der 1. Marine=Unteroffizier=Lehrabteilung, aufmarschiert. Die Anwesenheit der Ueberlebenden des alten ruhmreichen Kreuzergeschwaders erinnert daran, daß sich heute der schicksalsschwere Tag der Seeschlacht bei den Falklandinseln jährt. Nach heldenmütigem Kampf gegen feindliche Uebermacht versanken damals die Panzerkreuzer„Scharnhorst" und„Gneisenau“, die Kreuzer„Nürnberg" und Leipzig“ sowie zwei Hilfsschiffe. Der Geschwaderchef, Vizeadmiral Graf Spee, und seine beiden Söhne, sämtliche Kommandanten und viele andre brave deutsche Männer besiegelten dabei ihre Treue mit dem Tod. Die Ankunft des Führers Der Führer traf um 11 Uhr auf dem Kieler Hauptbahnhof zur Teilnahme an den Feierlichkeiten aus Anlaß des Stapellaufes des Schlachtschiffes E im Sonderzug ein. In seiner Begleitung befanden sich sein Stellvertreter, Reichsminister Rudolf Heß, Botschafter von Papen, Stabschef Lutze, Reichsleiter Rosenberg, Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich, Staatssekretär General der Flieger Milch, Gauleiter Wagner (München), Obergruppenführer Brückner, Brigadeführer Schaub sowie die militärischen Adjutanten des Führers, Kapitänleutnant von Puttkamer und Hauptmann Manzius. Als der Sonderzug in der Bahnhofshalle hielt, begrüßten den Führer in seinem Wagen Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Raeder und der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch. Inzwischen hatten auf dem Bahnsteig der Kommandierende General der Marinestation der Ostsee, Admiral Albrecht, der Kommandierende General und Befehlshaber im Luftkreis VI, General der Flieger Zander, der Führer Leibstandarte Adolf Hitler, SS.=Obergruppenführer Sepp Dietrich, Stellvertretender Gauleiter von Schleswig=Holstein, Sieh, der Kieler Oberbürgermeister und Kreisleiter Beyrens, lizeipräsident von Kiel und SA.=Gruppenführer MeyerQuade und andre Aufstellung genommen. Nachdem der Führer, von der riesigen Menge mit brausenden Heilrufen begrüßt, den Bahnhof verlassen hatte, schritt er die Front der Ehrenkompanie der I. Marine=Artillerie=Abteilung ab, während die Musik das Deutschlandlied spielte. Der Führer begab sich lizei die Volizeibehörden, nach Mas tugung stehenden Beamten das in Material zu sichten un archiv der NSDAP. über das dann mit seiner Begleitung an Bord der Stationsjacht „Nixe“, die unter 21 Schuß Salut der im Hafen liegenden Kriegsschiffe die Standarte des Führers setzte. Langsam glitt das schmucke Schiff an den Werfthallen und Docks und den mit freudig erregten Volksgenossen dicht besetzten Schiffen vorüber zum Heck des noch auf der Helling liegenden Schlachtschiffes. Wohl 25 000 bis 30000 Volksgenossen befanden sich auf dem Werftgelände. Weit drüben, auf der anderen Seite des Hafens, stauten sich gleichfalls große Menschenmassen. Die ganze Uferpromenade entlang waren Lautsprecher aufgestellt. Dicht bei der Helling I legte die Stationsjacht„Nixe“ an. Begeisterte Heilrufe schallten dem Führer entgegen. Täufe und Elapenauf Dessau, 8. Dezember. In der Nacht zum Dienstag starb hier im 78. Lebensjahr der Generalleutnant a. D. Max Freiherr von Troschke. Freiherr von Troschke trat im Jahre 1878 als Leutnant in die preußische Armee ein und hat ihr ununterbrochen bis zum Ende des Weltkrieges, also 40 Jahre, angehört. Im Jahre 1909 wurde er mit der Führung des Füsilier=Regiments 36 beauftragt. Kurze Zeit darauf wurde er Kommandeur dieses Regiments unter Beförderung zum Obersten. 1912 wurde ihm als Generalmajor das Kommando der 36. Infanterie= brigade übertragen. Im Weltkrieg war Freiherr von Troschke Kommandant der Festung Kragujevac in Serbien. Im März 1916 wurde er Kommandeur der 31. Infanteriebrigade. Falsche Gerüchte über Renten Eine wichtige Erklärung für alle Schafsenden dnb Berlin, 8. Dezember. Immer wieder taucht das Gerücht auf, daß die Sozialversicherten künftig nur noch Einheitsrenten und auch diese nur noch beim Nachweis der Bedürftigkeit erhalten sollen. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, sind diese Gerüchte völlig unbegründet. Für die Renten aus der Sozialversicherung ist und bleibt maßgebend das von der Regierung Adolf Hitlers im Jahre 1933 geschaffene Versicherungsrecht. Hiernach haben die Versicherten, ihre Witwen und Waisen einen vor den Versicherungsgerichten verfolgbaren Rechtsanspruch auf die Rente, der unabhängig davon ist, ob der Berechtigte bedürftig ist oder nicht. Die Höhe der Rente bestimmt sich nach der Zahl und Höhe der Beiträge. Will also ein Versicherter für sich und seine Hinterbliebenen recht hohe Renten erreichen, so tut er gut, freiwillig höhere Beiträge zu entrichten, als seinem Verdienst entspricht. Für die Zwecke der freiwilligen Höherversicherung stehen noch jenseits der Pflichtklassen besondere Beitragsklassen zur Verfügung, die sich bei der Rentenberechnung, namentlich in der Angestelltenversicherung, über etwas Beim Anlegen der„Nixe" begrüßte der Führer den Flottenchef Admiral Förster, den Festungskommandanten von Kiel, Kapitän zur See Mewis, und das Familienoberhaupt der Familie Gneisenau. Unter Marschklängen schritt der Führer die Front der unter präsentiertem Gewehr stehenden Wehrmachtabordnungen ab. Sein Gruß galt dann der Ehrenkompanie vor der festlich geschmückten Taufkanzel, von der die alte und die neue Reichskriegsflagge herabwehten. Bevor der Führer mit seiner Begleitung die Taufkanzel betrat, begrüßte er noch sehr herzlich die Ueberlebenden des Kreuzergeschwaders aus dem Weltkrieg und die Opfer der Arbeit der Deutschen Werke. Dann begann der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, die Taufrede. Er begann mit den Worten Neidhardt von Gneisenaus:„Begeistere du das menschliche Geschlecht, für seine Pflicht zuerst, dann für das Recht!", skizzierte in großen Strichen den Lebensweg dieses Großen unseres Volkes und führte darauf u. a. aus: „Du aber, stolzes Schiff, wenn du jetzt deinen Weg in die weite See antrittst, sei eingedenk derer, die unter dem großen Namen, den auch du führen sollst, im Weltkriege in treuer Pflichterfüllung fern von der Heimat in Sieg und Untergang bei Coronel und vor den Falklandinseln ihr Leben gaben. Sei eingedenk aber auch des Heldentums derer, die diese ruhmreichen Tage überlebten und heute hier als Gäste der Kriegsmarine oder daheim diese Feierstunde miterleben. Erinnere dich stets der Millionen Deutscher, die deine Fahrt mit heißem Herzen begleiten, und vergiß nicht die Konstrukteure und Arbeiter, die dich als scharfe Waffe schufen und heute voll Stolz und Vertrauen auf das vollbrachte Werk blicken. Als ein großes Vermächtnis hängen die Namen Graf Spee und Scharnhorst an stählernen Schiffsleibern, in goldenen Lettern leuchten sie von den Stirnen entschlossener Männer der neuen deutschen Flotte rende Persönlichkeiten der Bewegung genannt sind, volizeiliche Berichte von Zusammenstößen politischer Art und anderes mehr. Um sicherzustellen, daß alle für die Geschichte der Bewegung wichtigen Akten an einer zentralen Stelle ausgewertet werden, ersucht der Chef der deutschen Po„ Pengelrigtrr.., nuch Maßgabe der zur Verdas in Frage kommende n d dem Haupt- Geheime Staatsizeiamt eine Aufstellung mit kurzer Inhaltsangaoe der in Frage kommenden Akten zu übersenden. Zu plump gefälscht Berlin, 8. Dezember. Mit welch plumpen Methoden gewisse jüdische Kreise des Auslandes arbeiten, um Deutschland zu verdächtigen, geht aus einer vom„Schwarzen Korps“ angeprangerten ausländischen Meldung hervor. Die Meldung nimmt auf ein kürzlich in der deutschen und ausländischen Presse veröffentlichtes Bild Bezug, das Soldaten der spanischen Nationalregierung darstellt, wie sie in Burgos von einem Lastkraftwagen aus Brot an die notleidende Bevölkerung verteilen. Dieses Bild hat sich die in London erscheinende Korrespondenz„The Week“ vorgenommen, um aus diesem Dokument der Menschenfreundlichkeit ein Beweisstück“ für die angeblich der Wahrheit ins Gesicht schlagenden Methoden der deutschen Propaganda zu machen. Auf Grund einer„sorgfältigen Untersuchung“ habe man, so schreibt die Londoner Korrespondenz, feststellen können, daß das Nummernschild des Kraftwagens die Bezeichnung II A 5432 trage. Dies sei aber eine deutsche Numerierung.„The Week“ ist es auch gelungen, den Eigentümer des Wagens festzustellen, der niemand anders als die Bavaria=Film=Gesellschaft sei. Der Zweck dieser Behauptungen ist klar. Es soll damit der Eindruck erweckt werden, daß gewissermaßen Atelieraufnahmen einer deutschen Filmgesellschaft dazu dienen sollen, in der Welt Stimmung für die bösen spanischen Nationalisten zu machen. Diese Absicht ist gründlich danebengelungen. Eine genaue Prüfung des Lichtbildes hat nämlich ergeben, daß die Wagennummer richtig NA 4523 lautet. Jeder Kraftfahrer weiß, daß NA das Kennzeichen der spanischen Provinz Navarra ist. Dazu kommt noch, daß die Aufnahme von dem französischen Bild=Nachrichtenbüro „Fulgur“ stammt, das bestimmt nicht in dem Geruch steht Fälschungen zugunsten der spanischen Nationalisten zu verbreiten, wie es die Korrespondenz„The Week" zugunsten der Kommunisten tut. nen entschlossener Manner der nurn bruchu.#, Führer das Führerbild des„U 18“, das er aus Adolf Hitlers, in die auch du bald als Weg= und dem sinkenden=Boot gerettet hat. Bann fuhr der FühKampfgefährte eintreten wirst. Sei treu! Künde die rer zum Bahnhof zurück. Der Wunsch, nach fusummenarden der Voiker Empfang des Außenpolitischen Amtes der NSDAp.— Oberlindober sprach dnb Berlin, 8. Dezember. Das Außenpolitische Amt der NSDAP. veranstaltete am Dienstag im Hotel„Adlon“ einen Empfang für die Vertreter der auswärtigen Diplomatien und der Presse. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Reichskriegsopferführers Oberlindober über das Thema „Der Frontsoldat und der Frieden“. Unter der großen Zahl von Gästen sah man den türkischen Botschafter, die Gesandten von Bolivien, Kolumbien, Estland, Griechenland, Oesterreich, Rumänien und Ungarn sowie Vertreter fast aller übrigen in Berlin beglaubigten Diplomaten, den Vorsitzenden des Verbandes der ausländischen Presse in Berlin, von deutscher Seite zahlreiche führende Persönlichkeiten aus Staat und Partei. Der Chef des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, begrüßte die Gäste. Dann sprach Reichskriegsopferführer Oberlindober. Er führte u. a. aus in den Kämpfen des Weltkrieges habe sich bereits die Ueberzeugung gebildet, daß sich der Einfluß der Frontgeneration im kommenden Frieden auf alle Entscheidungen im Leben eines Volkes auswirken müsse. Neben der selbstverständlichen Achtung vor dem Gegner sei in ihm der Glaube verwurzelt gewesen, daß die Erziehung der Besten der Nation zur Kameradschaft im Kriege auch zur Erziehung aller Schichten unseres esicherung, günstig auswirken. Unternehmer, die Volkes zu gegenseitiger Kameradschaft in den Jahren ihre gesetzliche Pflicht hinaus noch freiwillig des Friedens führen mußte. So sei es auch nicht verZusätzliches für die Altersversorgung ihrer Ge= wunderlich gewesen, daß gerade aus dem Kreise der alten ljeder V“ de Häherver= Franssoldaten und der ihnen verwandten deutschen Wa###grgurt der deutschen Nation gekommit Genugtuung die Tatsache, Kriegt Kurz=Nachrichten Sven Hedin besichtigt die Landgewinnungsarbeiten an der Nordseeküste. Sven Hedin besichtigte am Montag unter Führung des Gauarbeitsführers Triebel die Uferschutz= und Landgewinnungsarbeiten an der Küste von Nordfriesland. Senatspräsident Greiser wieder in Danzig. Der Präsident des Danziger Senats, Greiser, ist aus Bad Wildungen zurückgekehrt, nachdem seine Gesundheit wiederhergestellt ist; er hat die Amtsgeschäfte wieder übernommen. Kommunistenverhaftungen in Danzig. Die Danziger Kriminalpolizei nahm in den letzten 14 Tagen eine große Anzahl von Kommunisten fest. Diese hatten unter dem Namen„Spartakusbund“ einen Geheimbund aufgezogen, Beiträge für die„Rote Hilfe“ erhoben und Flugblätter, verbotene Zeitschriften und Bücher an Personen verteilt, die ihnen als Anhänger der Opposition bekannt waren. Sudetendeutscher Wahlerfolg. Am Sonntag fanden in 269 kleinen Ortschaften der Tschechoslowakei Gemeindewahlen statt. Die Sudetendeutsche Partei erhielt trotz Wahlbeeinflussungen und Stimmenkaufs 489 Mandate und in fast allen Gemeinden mit überwiegender deutscher Mehrheit die absolute Majorität und damit die Gemeindeführung. Marxisten sprengten eine französische Kolonialkundgebung in Niort, als der Präsident der französischen Arbeitgeberverbandes sprechen wollte. Die Polizei war dem roten Mob gegenüber machtlos. Nur die„zweite Garnitur“ fährt nach Genf. An der auf Antrag der spanischen Bolschewisten zum 10. Dezember einberufenen Tagung des Völkerbundsrats nehmen der englische und der französische Außenminister nicht teil, um der Tagung möglichst wenig Bedeutung zu geben. Sie werden sich durch Unterstaatssekretäre vertreten lassen. Japanisch=Deutsche Medizinische Gesellschaft in Tokio gegründet. Im Deutschen Haus in Tokio fand Dienstag abend die Gründungsversammlung der Deutsch=Japanischen Medizinischen Gesellschaft statt. In Ansprachen wurde die Bedeutung der deutschen Wissenschaft für die Entwicklung der japanischen Medizin hervorgehoben. Der wissenschaftliche Austausch soll gleichzeitig der Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen dienen. Die nationalen japanischen Arbeiterverbände feiern das deutsch=japanische Abkommen. Am Dienstag abend veranstalteten 2000 Mitglieder der nationalen Arbeiterverbände in Tokio einen Fackelzug zur Feier des deutschdaß er auf allen seinen japanischen Abkommens. Vor der deutschen Botschaft „#legsgegnern auch dort immer wurden Ansprachen gehalten, in denen die Genugtuung (über das Abkommen und die Hoffnung auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zum Ausdruck gebracht wurden. Für den erkrankten Botschafter dankte Botschaftsrat Dr. Noebel. Macht und das Ansehen des Dritten Reiches an fernen Küsten. Bereite dich in sorgfältiger Friedensarbeit vor auf den Tag des Schicksals, den wir nicht ersehnen, der uns aber bereit finden soll, den Tag, da der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht dich ruft, auf daß du tust wie der Held, der im Geiste deines Kommandanten und deiner Besatzung fortleben soll. Der Erste im Angriff, der Letzte, der von der Verfolgung abläßt— sei tapfer treu und glücklich— und ehre damit den großen Soldaten, den Generalfeldmarschall Neidhardt von Gneisenau dessen Name du tragen wirst. Ich taufe dich„Gneisenau". Und nun nahm die Witwe des vor 22 Jahren in der Seeschlacht bei den Falklandinseln gefallenen Kommandanten des alten„Gneisenau", Frau Maerker, den Taufakt mit den Worten vor:„Auf Befehl des Führers taufe ich dich auf den Namen„Gneisenau"! Krachend zerbarst die Flasche deutschen Schaumweines am Bug des Schlachtschiffes. Pfiffe schrillten, Minuten äußerster Spannung vergingen, dann ging ein leises Zittern durch den Leib des Riesen, der sich langsam, dann immer schneller unter den Klängen des Deutschland= und des Horst=Wessel=Liedes in Bewegung setzte und weit drüben im Hafenbecken von den Schleppern in Empfang genommen wurde. Der Jubel über den Stapellauf mischte sich mit der Freude über die Gegenwart des Führers, der nun an der anderen Seite der leeren Helling entlang die Front der Gliederungen der Partei und der Verbände abschritt. Als sich der Führer zur Stationsjacht„Nixe" zurückbegab, wurde ihm eine besondere Ueberraschung zuteil. Auf der Brücke sind die Ueberlebenden des in der Lübecker Bucht gesunkenen Unterseebootes„U 18“ angetreten. Als Adolf Hitler die Männer begrüßt, überreicht einer der Geretteten dem Führer das Führerbild des„U 18, das ei aus folgschaftsmitgriever tun wollen, konnen vie Höherver= Fronrsoldaten und der sicherung dadurch fördern, daß sie die entstehenden Jugend die Wiedergebur Besuchen bei ehemaligen wieder den Wunsch nach gemeinsamer Zusammenarbeit vorgefunden habe. Und dieser Wunsch in allen Völkern sei stärker als die Sehnsucht gewisser Hetzer, die europäische Welt erneut in die schwersten kriegerischen Verwicklungen zu stürzen. Die beste Zusammenarbeit sei aber möglich unter starken, ihres Wertes sich bewußten Völkern. Dann werde es eines Tages gelingen, an die Bande persönlichen Vertrauens, die jetzt angeknüpft seien, auch die Bande wirtschaftlichen Zusammenwirkens zu knüpfen. Europa werde dann wohl zu klein sein für einen neuen Krieg, aber groß genug für das friedliche Zusammenwirken großer und anständiger Nationen. Lebhafter Beisell dankte dem Redner für seine Ausfüh Haupisghrisleiter: Dr. Paul# rungen. Die Gäste blieben in angeregter Unterhaltung Hans Schulie. Verantwortlich für Vollti: noch lange beisammen. Kommungspolttik und Stadtteile: Adolf Be Sowjetdampfer in verbotenen japanischen Gewässern angehalten. Der Sowjetdampfer„Krassin“(4500 Tonnen) wurde an der Südwestküste Hokkaidos von der japanischen Marine sichergestellt. Das Schiff soll nämlich unerlaubt eine befestigte japanische Seezone angelaufen haben. polizeiakten aus der Kampfzeit an das Hauptarchiv der NSDAP. senden Berlin, 7. Dezember. Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei macht in einem Runderlaß die Polizeibehörden darauf aufmerksam, daß bei den Dienststellen sich vielfach wertvolles und interessantes Material aus der Kampfzeit der nationalsozialistischen Bewegung befände, das für die kommende Geschichtsschreibung von großer Bedeutung sei. Dies gelte besonders für polizeiDer Reichstriegsopferführer verzeichnete dann liche Untersuchungsakten, in denen Stellvertreter: Rudolf Foest, nmunalpolltik und Stadtteile: Adolf Peddingbaus, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolttik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann Wirtschaft: Fritz Schmidt, Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Sport: Hans Hornbero, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin=Karlsvorst, Dönhoffstraße 19. Anrus Karlsdorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe. BerlinCharlottenburg. Ublandstraße 194. Anruf C 1 Steinples 6813. Verlag und Druck: Laupenmüblen&a Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig. Nachlaßstaffel.— DA. XI. 36 über 27000. Sprechstunden der Schriftlettung wochentags, außer Mittwochs und Samstags, von 13 bis 17 Udr. Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Rückvorto, Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten Seite 3 Nr. 288 7 Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 9. Dezember 1936 Festpunkt Hauptbahnhof Bochum Die Emscheraue um 8 Meter gesunken In der Generalversammlung des Herner Hausund Grundbesitzervereins, sprach am Sonntag Markscheider Deichmann(Bochum) über Bodensenkungen und Bergschädenregulierung. Er hat auf Empfehlung des Vereins seit einem Jahr in Herne zahlreiche Höhenmessungen vorgenommen. Der für Herne maßgebende Festpunkt liege am Hauptbahnhof Bochum. Dieser sei durch das Reichsamt für Landesaufnahme neu festgestellt worden. Daher müßten alle alten Höhenzahlen entsprechend geändert werden, wenn man sie mit den neuen vergleichen und dadurch Senkungsbeträge feststellen wolle. Das Stadtgebiet Herne liege im Einflußgebiet von fünf Großschachtanlagen(Julia von der Heydt, Shamrock 1/2, Constantin 4/5, Friedrich der Große und Mont Cenis), die alle auf die Herner Bodenverhältnisse einwirkten. Die einzige senkungssichere Gegend sei die des Bahnhofes(hier geht nämlich von Westen nach Osten ein Sprung durchs Gebirge, der einen Abbau unmöglich macht). Das ganze übrige Stadtgebiet befinde sich mehr oder weniger in Bewegung. Wie Markscheider Deichmann dem„H..“ mitteilte, hat er in Herne Häuser festgestellt, die in den letzten 15 Jahren bis zu 2,80 Meter gesunken sind. Die ganze Emscheraue ist seit der Zeit, wo hier Kohle abgebaut wurde, um 8 Meter gesunken, wodurch die umfangreichen Ueberschwemmungen entstanden und die Emscherregulierung und=tieferlegung notwendig wurden. Höchstpreise für Wild und Wildgeflügel werden festgesetzt Die Fleischverknappung der letzten Monate ist nicht ohne Einfluß auf die Preisgestaltung beigWichn Wildgeflügel geblieben und hat erhebliche rungen zur Folge gehabt. In Ertennung der Tatsache, daß Wild und Wildgeflügel in den Zeiten einer Fleischverknappung nicht nur von der wohlhabenden Bevölkerung, sondern auch im weiten Umfange von der minderbemittelten Bevölkerung gekauft werden, hat der Reichskommissar für die Preisbildung in einer Verordnung Höchstpreise für den Verkauf von Wild und Wildgeflügel durch den Jäger, Aufkäufer oder Großhändler festgesetzt und die Preise auf den Preisstand vom 5. November 1935 zurückgeführt. Nach dieser Verordnung sind die obersten Landesbehörden(in Preußen die Oberpräsidenten) ermächtigt, Kleinverkaufshöchstpreise für Wild und Wildgeflügel festzusetzen. Nach einer an diese Stellen ergangenen Anweisung sollen die Preise für das Ragout von Rot=, Damwild und Reh sowie des Hasenpfeffers besonders niedrig angesetzt werden. Uebertretung der Preisbestimmung wird mit Gefängnis und Geldstrafe, an deren Stelle in leichteren Fällen die Ordnungsstrafe treten kann, bedroht. Zur Durchführung und Ueberwachung der nunmehr festgesetzten Preise für Wild und Wildgeflügel hat der Reichskommissar für die Preisbildung gleichzeitig eine Verordnung über die Preisauszeichnungspflicht im Kleinhandel für Wild und Wildgeflügel erlassen. Die Preisauszeichnungsbestimmungen dieser Verordnung sind auch auf das Geflügel ausgedehnt worden, da sich bei der Preisauszeichnung von Geflügel in letzter Zeit erhebliche Mißstände herausgestellt haben. Von herabstürzender Kokillenhaube getötet Am Dienstag nachmittag wurde im Stahlwerk I des Bochumer Vereins der 39 Jahre alte Maurer Wilhelm Rupprich, Bochum, Griesenbruchstraße 3, durch eine herabstürzende Kokillenhaube tödlich verletzt. Kellereinbruch. In der Zeit vom 4. bis 5. Dezember wurde ein verschlossener Keller des Hauses Wielandstraße 108 aufgebrochen und zirka 15 Gläser mit eingemachten Waldbeeren, Pflaumen, Spargel und Brechbohnen entwendet. Wer kann zu diesem Diebstahl irgendwelche Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalvolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße Nr. 35. Zimmer 245. Geschädigter gesucht. Im September ist aus einem Auto, das auf dem Parkvlatz„In der Krimm“ stand, ein größerer Geldbetrag gestohlen. Da der Geschädigte bisher keine Anzeige erstattet hat, wird er ersucht, sich bei der Kriminalpolizei im Polizeipräsidium, Uhlandstraße Nr. 35. Zimmer 79 oder 87 zu melden. RAR“ FAE• lesehrrr* — c Aus vielen Mitteilungen und Veröffentlichungen in Wort und Bild ist es auch allen den Bochumern, denen tägliche größere Spaziergänge versagt sind, bekannt geworden, daß an der Verschönerung Bochums mit größter Energie weitergearbeitet wird. Wir sind nicht nur den Worten nach, sondern in der Tat auf dem Wege zur„schönen Industrie=Großstadt Bochum im Grünen“. Und im übrigen sind wir auch im ganzen auf dem Wege zu einer Neuordnung unseres gesamten Stadtbildes, bei der man sich besonders freuen kann über die Pausenlosigkeit, mit der eine Arbeit nach der anderen in Angriff genommen und schnell hintereinander durchgeführt wird. Ueber den großen Ausbau der Königsallee, der Kohlenstraße und über die Umgestaltung des Rechener Busches— um nur einige der größten Maßnahmen zu nennen— ist schon ausführlich im„B..“ berichtet worden. Staunen werden aber auch alle, die trotz der ungünstigen Witterung einmal den. Weg zum Wiesental nehmen. Denn die Arbeiten, die dort durchgeführt werden, lassen schon für das Frühjahr erhoffen, daß das Wiesental dann wirklich ein schöner Volkspark in schöner Umgebung ist, an Stelle der an sich schönen Anlage in häßlicher Umgebung, die es bisher war. Vorn am Wiesental, an der Ecke Hattinger= und Friederikastraße, waren ja schon lange Zeit Planierungsarbeiten im Gange. Wie diese Ecke, dieser eigentliche Zugang zum Wiesental gestaltet worden ist, zeigt das eine der beigefügten Bilder: man erkennt diese Ecke einfach nicht wieder! Und genau so bahnt sich an der Ostseite des Wiesentales, beziehungsweise der Parkanlage„Im schönsten Wiesengrunde“, eine Neuordnung an, die das Gesamtbild des Wiesentales zum Schönen wandelt: der Durchbau der Wasserstraße an der Stelle, wo sich zwischen lehmigem Gelände und Wiesenstreifen die häßliche Röhrenleitung auf Ziegelsteinpfeilern befand, wird jetzt, wie ein anderes der Bilder zeigt, durchgeführt. Unter einem riesigen Straßendamm sind diese Röhren bereits verschwunden. Ein seitlicher Damm(auf dem links im Hintergrund) stellt eine gute Straßenverbindung zur Ecke Rubens= und Cranachstraße her. Damit ist der schon seit zwei Jahren bearbeitete Ausbau der Wasserstraße in den entscheidenden Abschnitt gekommen. 20000 Kubikmeter Boden müssen bewegt werden, um die Wasserstraße durch das Wiesental hin auszubauen, eine Zahl, die zeigt, wie umfangreich die Arbeiten sind. Das obere Stuck der Wasserstraße zur Königsallee hin ist, wie das dritte Bild zeigt, nahezu So darf man heute schon sagen, daß das Wiesental bereits in nächster Zukunft eine wirtlich gut erreichbare, schöne Parkanlage in einer ordentlichen, sauberen Umgebung sein wird, die in verstärktem Maße der Bochumer Bevölkerung dann restlos Freude machen und Erholung bieten kann. 15 Jahre Städtische Schulzahnklinit Die Bochumer Stadtverwaltung entschloß sich im Jahre 1921, einen schon vor dem Kriege gefaßten, aben nicht zur Durchführung gelangten Plan wiederaufzunehmen, nämlich eine Schulzahnklinik zu errichten. Die Klinik nahm Anfang Dezember 1921, mithin vor 15 Jahren, ihre Tätigkeit auf. Nach erfolgter gründlicher Untersuchung der Kinder in der Schule erfolgte die planmäßige Behandlung der leidenden Zähne in der Klinik. Die Arbeit des Schulzahnarztes setzte in den unteren Klassen aller Systeme ein und wurde allmählich nach oben erweitert. Unter Beachtung der wirtschaftlichen Notlage wurden den Erziehungsberechtigten weitgehende Stundungen oder Teilzahlungen für ihren Anteil an den Behandlungsgebühren eingeräumt. In den ersten dreieinhalb Jahren ihrer Tätigkeit hatte die Schulzahnklinik schon 13.064 Schulkinder behandelt. Die Klinik hat in den 15 Jahren ihres Bestehens für die Gesunderhaltung unserer Schuljugend sich außerordentlich bewährt. Eine gute Entwicklung 15 Jahre Bergmännische Berufsschule des Ruhrbergbaues Vor 15 Jahren wurde durch Gesetz die Berufsschulpflicht auch auf die Bergjungmannen ausgedehnt und ein geschlossenes Schulnetz für den gesamten Ruhrbergbau geschaffen. Zur Betreuerin dieses Schulwesens wurde durch das Oberbergamt Dortmund die Westfälische Berggewerkschaftskasse in Bochum bestimmt. Sie unterhält auf eigene Kosten an den Wohnorten der Bergleute im Ruhrbezirk die bergmännischen Berufsschulen, während die Gemeinden die erforderlichen Schulräume unentgeltlich zur Verfügung stellen und die Kosten für Beleuchtung und Heizung tragen. Im Jahre 1921 wurde der Schulbetrieb ausgenommen, und zwar in 125 Gemeinden des rheinisch=westfälischen Bergbaubezirkes. Das Schuljahr 1935/36 wies eine Schülerzahl der bergmännischen Schulen von 10 173 gegenüber 8448 des vorhergehenden Schuljahres mit 233 Lehrkräften auf. Die Zahl der Schüler machte 4,52 v. H. der Gefolgschaft des Ruhrbergbaues aus, gegenüber 3,89 v. H. im Jahre 1934/35. * Neues aus Bochum Das neue Isolierhaus beim Bergmannsheil. Die Arbeiten an dem Bau des neuen Isolierhauses des Bergmannsheils im Zuge der Hunscheidtstraße machen gute Fortschritte. Der Bau ist schon bis zum ersten Stockwerk hochgeführt. Auf dem Wege zum Arzt das Bein gebrochen. Als sich der Volksgenosse Fritz B. von der Redemptoristenstraße am Dienstag morgen zum Arzt begeben wollte, rutschte er auf der Klosterstraße infolge Glätte aus. Ae Das Ki##4, Em###t! Aufnahmen: BA.-Muthherr Auch der weitere Zugang zum Wiesental von Osten, von der Königsallee her, wird schön und ordentlich.— Das Bild zeigt die Wasserstraße an der Einmündung in die Königsallee, an welcher Stelle der Ausbau der Straße fast beendet ist. Der Shrenern Der urben Passanten sorgten dafür, daß der Gestürzte durch einen Kraftwagen zur elterlichen Wohnung geschafft wurde. Der sofort hinzugerufene Arzt stellte einen Beinbruch fest und ordnete die Ueberführung ins Krankenhaus an. Sturz vom Wagen. Beim Einfahren stürzte am Montag nachmittag gegen 18 Uhr der Händler F. von der Wiemelhauser Straße so unglücklich vom Bock, daß er einen Schädelbasisbruch und eine Armverletzung davontrug. Der Bedauernswerte wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert. Eigentümer eines Dynamo gesucht. Bei der Kriminalpolizei in Bochum ist ein Fahrraddynamo sichergestellt, der im September auf der Castrover Straße von einem dort stehenden Fahrrad abmontiert und dann gestohlen wurde. Der Eigentümer kann sich im Polizeipräsidium. Uhlandstraße 35. Zimmer 79 oder 87 melden. Instandsetzung. gründlich überholt. erfreut. Die Wittelsbacher Straße wird jetzt Die Anwohner sind darüber sehr Aufnahme: BA.-Muthherr Die Industrie= und Handelskammer Bochum läßt sich angelegen sein, Jubilaren der Arbeit durch eine künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde besonders zu erfreuen. Einen solchen Ehrenbrief erhielten jüngst die Jubilare der Bergbau=AG. Lothringen und der Zechen der Gewerkschaft Constantin d. Gr. Unser Bild zeigt, wie sich der Präsident der Industrie= und Handelskammer Bochum. Dr. Schlitter, mit dem Gefolgschaftsführer der Gewerkschaft Constantin d. Gr., Bergassessor Windmöller, über den Ehrenbrief der Arbeit unterhält.— Rechts eine Wiedergabe dieser Ehrenurkunde □ " P irortt Für jeden deutschen ist Arbert höchste vorrr# ländischie Michterfüllung Aus ihr quilt die Krast zur Bichcrung von Err und Leben der Nation,. von Kultur und Wohltfährt des ganzen Tolkre Rrbcit obett! Ardcit stonet! Ver 25 Jahr als Arbeiter der Faust oder der Btirn an aner Stelle in Erruch wirkte der hat eine vorbüdliche Cristung flür tin Dolk für seme Familie und flir stin Werk vollbracht. Beiner zu gedensc ist Eyrmpficht. Als brrufene Füttr und Wahorr des wirtschaftüichen Schafsens der engeren häimat entvielen wir dem Neurran der Arbeit dank und Anertennung und wünschen reichen Begen für sein weiteres Wirken und Wohlergehen in der notionassozialististen Volksgemeinschaft. INDUSTRIE-UND HANDELSKANINIER 20 BOCHUN DeR PRASIDEN: DER SPPIDIKUS: #0 c ## Seite 4 Nr. 288° Bochumer Anzeiger 7 Mittwoch, 9. Dezember 1936 Einheitliche Ausrichtung Arbeitstagung der DAF. im Ernst=Moritz=Arndt=Haus H, Eil darch, gesank?s Wenten! Auf Einladung der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Bochum, hatten sich am Dienstag abend Gefolgschaftsführer und Betriebswalter im Ernst=Moritz= Arndt=Haus zu einer Arbeitstagung eingefunden. Kreisobmann Meinert wies nach Worten der Begrüßung darauf hin, daß die in der DAF. zu lösenden Aufgaben groß seien und die tatkräftige Mitarbeit aller Volksgenossen erforderlich machen. Anschließend machte Gauorganisationsleiter Hein Diehl richtungweisende Ausführungen über die nationalsozialistische Weltanschauung. An den Anfang seines Vortrages stellte er einen geschichtlichen Rückblick. Es müsse, so betonte der Redner mit Nachdruck, die Totalität des Nationalsozialismus in alle Gebiete des Lebens hineingetragen werden. In anschaulicher Weise erklärte der Redner dann die ungehinderte elementare Entwicklung der Bewegung, die, bestimmt durch ihre dringende Notwendigkeit mit dem Tempo der Zeit voranschreite. Ausführlich befaßte er sich mit dem Bolschewismus, dessen Weltanschauung im Gegensatz zu der nationalsozialistischen die Gemeinschaft verneine und auf Kosten der Menschen seine Pläne durchführe, ohne sich um den Wert und die Richtigkeit dieser Pläne zu kümmern. Wenn man sehe, daß die Weltanschauung der Verneinung schon in vielen Ländern Boden gewonnen habe, musse man demgegenüber feststellen, daß der Nationalsozialismus ein neues Leben gefermt habe. Der Redner befaßte sich auch mit der fruyeren Wirtschaftsauffassung und erklärte, wie man nun aus der Erkenntnis„Arbeit schafft Kapital" heraus in den ersten vier Jahren die Realität der nationalsozialistischen Weltanschauung unter Beweis gestellt habe. Um alle vor uns liegenden Aufgaben restlos durchführen zu können, sei eine starke einheitliche politische Führung notwendig. Dann sprach Kreisleiter Riemenschneider. Er hob die Notwendigkeit der Arbeitstagung hervor. Eingehend behandelte er die Unterschiede zwischen dem früheren Betriebsrat und dem heutigen Vertrauensrat. Die nationalsozialistische Bewegung werde darüber wachen, daß die Seelen der Schaffenden nicht wieder vergiftet werden. „Im Vellischen Marchenland Feierstunde in der NS.=Frauenschaft Bochum=Hamme. Erster Vortragsabend der Ortsgruppe Bochum der Heilpraktiker Zum ersten Male trat am Dienstag abend die Ortsgruppe Bochum im Heilpraktikerbund Deutschlands mit einer Veranstaltung im Dienste der Volksgesundheit an die Oeffentlichkeit. Der große Saal der Verwaltungsakademie war gut besetzt, als das Mitglied des Heilpraktikerbundes Knieb(Bochum) mit seinem Vortrag„Lebensglück und Lebenserfolg durch rechte Seelenpflege" begann. Nach kurzer Begrüßung der Zuhörer, unter denen sich auch der Gaufachgruppenleiter Dr. Schwarze(Dortmund) und andere Mediziner sowie Apotheker befanden, ging der Redner, der in Bochum seit langem durch seine Experimentalvorträge bestens bekannt ist, zunächst auf die berufsstandische Stellung der Heilpraktiker im neuen Deutschland ein. Er befaßte sich in längeren Ausführungen auch mit dem Kurpfuschertum, das natürlich mit dem Heilpraktikerbund nicht das geringste zu tun habe. Sodann kam der Vortragende zu dem Thema des Abends. Er ging davon aus, daß es der Geist ist, der sich den Körper baut. Die Pflege der Seele beginne schon beim werdenden Menschen. Die seelische Verfassung der Mutter müsse ihm die beste Erbmasse geben. Auf den jungen Menschen wirke natürlich die Erziehung ein. Leider sei es vielfach so, daß schon das Kind durch falsche Liebe, namentlich der Mutter, verzogen werde. Ein Mensch, der hart und froh zugleich durchs Leben sehen solle, dürfe nicht ewig an der Hand geführt werden. Falsche Liebe zum Kinde führe unweigerlich zu falscher Erziehung. Das Kind müsse in seinem Selbstvertrauen durch die richtige Seelenpflege gestärkt werden, und die Eltern dürften hierbei ihre Sorgen nicht auf den jungen Menschen übertragen. Eine Anzahl Beispiele aus der eigenen Heilpraxis des Redners verdeutlichten diese erzieherischen Forderungen. So sei zum Beispiel das Stottern in den allermeisten Fällen keine organische Krankheit, sondern ein Erziehungsfehler, weil fast durchweg das Kind, sobald sich bei ihm derartige Anzeichen bemerkbar machen, von den Eltern durch ständiges Ermahnen auf den Fehler hingewiesen wird und dadurch das eigene Selbstvertrauen verliert. Viele Menschen, so betonte der Redner, bilden sich durch falsches Denken einen Krankheitszustand überhaupt nur ein. So gab er einige Beispiele bekannt, die auch im Rundfunk schon Gegenstand einer Betrachtung waren, wonach Menschen an einer Krankheit zu Grunde gegangen sind, die, wie sich später einwandfrei herausstellte, im körperlichen Organismus gar nicht vorhanden war. So starb zum Beispiel einer den elektrischen Tod, obwohl er eine Hochspannungsleitung berührt hatte, in der gar kein Strom war, nur weil er vorher eindringlichst gewarnt worden war. Auch Freude kann Todesursache sein. Der Redner führte weiter aus, daß es unbedingt notwendig ist, sich bejahend zum Leben einzustellen, um jene Abwehrstoffe im Körper zu schaffen, die für die Gesunderhaltung unerläßlich sind. Fruher habe man in der Medizin ausschließlich den Körper behandelt und die Seele vergessen. Heute aber könne man mit gläubigem Vertrauen in das Sprechzimmer des Arztes gehen, der nicht nur Heilkünstler, sondern auch Seelenkenner sei. Vor allen Dingen muß jeder durch richtiges Denken selbst mitwirken, sich gesund zu erhalten. Ein Allgemeinbeispiel hierfür ist der seelische Wandel, den das gesamte deutsche Volk von zweifelnder Gleichgültigkeit zu freudiger Bejahung und Glauben an die eigene Kraft durch das Beispiel des Führers vollzogen hat. Der Redner schloß seine mit Beifall und Dank ausgenommenen Ausführungen mit dem Leitspruch: Krankhaftes Denken macht krank, gesundes Denken macht stark. Die Pulikl hal dil Zuhtung. Am Dienstaa begann für den Svielkreis der NS.= Frauenschaft Bochum=Hamme die schöne Zeit der Weihnachtsferien. Sang= und klanglos wollte man nicht auseinandergehen, weshalb die Ne.=Frauenschaft als die Betreuerin des Svielkreises für Dienstag abend eine Feierstunde in den Gemeindesaal der Kreuzkirche an der Gahlenschen Straße anberaumt hatte, zu der neben den Mitgliedern der NS.=Frauenschaft auch die Mütter der Kleinen geladen waren. Das Wunder des deutschen Märchens sollte Mutter und Kind auf den Gang in das neue Jahr begleiten. Und was lag in diesem Falle näher, als das deutsche Märchen selbst sprechen zu lassen. „Frau Holle" war geladen worden. Gern war sie mit dem„Gold=Eselein", der falschen„Trine“ und der bösen Schwiegermutter aus dem deutschen Märchenland gekommen, um aroß und klein für das Schöne und Gute des deutschen Gemüts zu begeistern, dem der Sinn für das Lichtfest der deutschen Weihenacht ja am tiefsten und herrlichsten aufgegangen ist. So lauteten die einführenden Worte der Frauenschaftsleiterin Frau Mönnickes, die den Kleinen die Bedeutung des Märchenspiels in gar eindringlichen Worten auseinanderzulegen wußte. Und weil die von vorweihnachtlicher Feststimmung so ganz erfüllte Feierstunde allen eine liebe, über den Alltag hinaus dauernde Erinnerung bleiben sollte, besonders aber den Kleinen, war für den Svielkreis vor Beginn der Märchenstunde die feierliche Verpflichtung angesetzt worden, welcher eindrucksvolle Festakt in der Ueberreichung der„Runen=Nadel" durch die Kinderspielkreisleiterin Frau Kruska seinen Hohepunkt hatte. Darbietungen der Singeschar unter Leitung von Frau Heylen umrahmten die„Kinderweihe". Unnötig zu sagen, daß„Frau Holle" nach diesem feierlichen Auftakt eine gar aufmerksame und restlos begeisterte Hörergemeinde hatte. Der Svielkreis mit seinen 65 Kindern wird es der NS.=Frauenschaft niemals vergessen, daß er reiche Gaben, die auf wunderschön geschmückten Tischen ausgebreitet lagen, als Festgeschenke heimnehmen durfte. wärmer Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr Am Nordabhange des Azorenhochs gelangen jetzt wieder wärmere Meeresluftmassen nach Westeuropa, die aber nur sehr langsam die Kaltluft über Mitteleuropa verdrängen können. In dem Grenzgebiet dieser Luftmassen wird es zu wechselnder, meist nur leichter Bewölkung kommen. Auch die Niederschläge werden nur gering sein. Aussichten für Mittwoch: Bei lebhaften westlichen Winden meist wolkig mit vereinzelten Niederschlagen, im Berglande als Schnee, Temveraturen etwas ansteigend, in den Frühstunden verbreitet diesig. — Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Leicht unbeständig. Dienstag, 8. Dezember Barometer 24 Uh:: 8 Thermometer 2 Uhri t 8 Zeiten für Sonne und Mond am 9. Dezember: (DAufg..28, Unterg. 16.16; C Aufg..53, Unterg. 13.34 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Wohin gehen wir heute? Stadttheater: 15.30 Uhr: Der gestiefelte Kater: 20.30 Uhr: Penthesilea. Städtische Gemäldegalerie: Sonn. und seiertags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr. Heimatmuseum Haus Rechen, Königsallee 17: Sonn= und feiertags von 10 bis 13, werktags von 10 bis 16 Uhr. Bergbaumuseum, Bödestraße: Besichtigungszeiten: Werktags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, an Mittwochund Samstag=Nachmittagen bei freiem Eintritt; sonntags von 10 bis 13 Uhr.(An Feiertagen geschlossen.) Geolvgisches Museum der Westsälischen Berggewerkschaftskasse, Herner Straße 45: Mittwochs von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 10.30 bis 13 Uhr, mit Ausnahme der Feiertage. Nach Voranmeldung jederzeit innerhalb der Dienststunden. Eintritt frei. Städtische Schwimm= und Badeanstalt, Marienstraße: Mittwochs von 16 bis 19 Uhr: Familienbad. Tonhallen=Diele und=Gaststatte: Konzert und Tanz. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Ein idealer Gatte. Capitol: ab 15.30 Uhr: Arme kleine Inge. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Savoy=Hotel 217. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Mädchenräuber. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Mädchen=Pensionat. Lichtsptelhaus: ab 15.15 Uhr: Der verkannte Lebemann. Odcon: ab 15.30 Uhr: Wolga in Flammen. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Wolga in Flammen. Usa-Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Gold nach Singapore. Weitlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Waldwinter. Avollo-Theater,.=Weitmar: Der Kosak und die Nachtigall. Capitol,.=Langendreer: Hilde und die vier PS. Capitol,.=Werne: Mazurka. Kammerlichtspiele.=Gerthe: Der Bettelstudent. Schauburg, Wanne=Eickel: Ave Maria Stellvertretender Gauleiter Vetter vor der Gauinspektion I Arbeitstagungen der Bewegung zeigen die Marschrichtung des Kampfes an, der unter Anspannung aller Kräfte und unter Einsatz aller Mittel zur Lebenserhaltung der Nation geführt wird. Arbeitstagungen der Bewegung sind aber auch eine ernsthafte Prüfung der Tatbereitschaft und des Willens zur Tat. Gerade jetzt, wo der gigantische Vierjahresplan alle Volksgenossen zur Mitarbeit auf den Plan ruft, wo jeder von uns sich zu prüfen hat, in welchem Maße er bereit ist, sein Opfer für die Gesamtheit des Volkes zu bringen, ist es notwendiger denn je, sich innerhalb der Bewegung zu ernster, zielstrebiger Arbeit zusammenzufinden, sich zu vertiefen in jene Aufgaben, die ihrer Lösung harren, und sich endlich in dem Willen zu stärken, diese mit fanatischem Willen zu erfüllen. Diese Vertiefung in den großen Aufgabenkreis der politischen und wirtschaftlichen Materie war der Inhalt der Tagung der Gauinspektion l am Montag in Herne, die in der richtungweisenden Rede des stellvertretenden Gauleiters Vetter ihren Höhepunkt hatte. Es war das erste Mal seit Bestehen der Gauinspektion, daß eine ihrer Tagungen einen derart großen Kreis von Politischen Leitern versammelt sah, wie das Montag in Herne der Fall war. Nach schneidig vorgetragenen Märschen der Gauinspektionskapelle und dem feierlichen Einzug der Freiheitsbanner eröffnete Gauinspekteur Oberbürgermeister Meister die Tagung mit dem Gruß an den Führer. Parteigenosse Meister hob dabei hervor, daß in allen Dingen die Partei die Führung hat, insbesondere auch bei der Durchführung des Vierjahresplanes. Der Herner Männerchor sang anschließend unter Konseks Stabführung„Wo gen Himmel Eichen ragen“, worauf Gauschatzmeister Ullrich ein umfassendes Referat über das Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat hielt und seine Durchführungsbestimmungen unter Hervorhebung der finanztechnischen Seite erläuterte Gauorganisationsleiter Hein Diehl nahm in aller Ausführlichkeit wie Deutlichkeit zu den von der Partei und ihren Gliederungen zu leistenden Arbeiten hinsichtlich der Durchführung des Vierjahresplanes Stellung und ließ keinen Zweifel darüber, daß die Partei als Trägerin dieser großen und schweren Aufgabe sich aller erforderlichen Kräfte zu bedienen hat, um das für die wirtschaftliche Sicherstellung der deutschen Interessen so wichtige Werk seiner Vollendung entgegenzuführen. Jeder Politische Leiter als Helfer am Aufbau des neuen Deutschlands hat sich für das hundertprozentige Gelingen so einzusetzen, wie das in der Kampfzeit von ihm gefordert wurde. Stellv. Gauleiter Better: Näher zusammenstehen Von Beifall empfangen, betrat stellvertretender Gauleiter Vetter das Rednerpult, um in seiner frischen, volkstümlichen Art ein Gesamtbild der gegenwärtigen innen= und außenpolitischen Lage zu vermitteln. Er führte zunächst aus, daß der Kampf, den Deutschland um seine wirtschaftliche Unabhängigkeit führt, sehr schwer sei, bekanntlich ließe sich eine Aufgabe leichter und sicherer meistern, jenäher man zu sammen stehe. Deshalb werde er in den Gauinspektionen jetzt allmonatlich zu Tagungen aufrufen, zumal dadurch eine engere Fühlung zwischen der Gauleitung und den einzelnen Hoheitsträgern hergestellt würde. Warum Fettknappheit? Auch zu dieser Frage nahm Parteigenosse Vetter Stellung; er verwies auf die Feststellung des Reichsnährstandes, wonach der Fettverbrauch der deutschen Arbeiterschaft im Jahre 1913 nur 13 Prozent betragen habe, jetzt aber auf 24 Prozent gestiegen sei, was mit einen Hauptgrund abgebe für die zuweilen in Erscheinung tretende Fettverknappung. Um den Fleischmarkt zu entlasten, trat der stellv. Gauleiter für eine Vermehrung der ebenso nahrhaften wie billigen Fischgerichte ein und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Bevölkerung so einsichtig sei, um dieser im wirtschaftlichen Interesse Deutschlands liegenden Aufforderung freiwillig Folge zu leisten. Auch Schwarzfahrt, Schadenersatz und Sorgfaltspflicht Dei Dier in Aufsschäpten Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen 1. Ein biederer Bäckermeister aus Wanne=Eickel kehrt abends mit seinem Kraftwagen heim. Oeffnet das Tor, öffnet die Tür zum Autoschuppen hinten auf dem Hofe, fährt den Wagen hinein. Verschließt Tür und Tor wieder und begibt sich nach des Tages Last und Hitze nach des Abends Leid und Freude nichtsahnend im Vollgefühl erfüllter Pflicht in seine Wohnung. Morgen ist wieder ein Tag. Arglos ließ er den Schlüssel im Wagen stecken. Da der Wagen sicher stand, machte er sich keine schlimmen Gedanken. Wer weiß, wie oft er das schon getan hatte. Und viele andere Wagenbesitzer ebenso. Stand das Gefährt nicht sicher genug verwahrt im„Stall"? II. Während der Meister seinen Wagen in den Schuppen brachte, hatte von der Straße aus ein Dritter alles mitangesehen. Er hatte einen in der Krone und wäre auch so gern einmal mit einem Wagen gefahren. Es muß doch ein Herrengefühl sein, so am Steuer zu sitzen und durch die Lande zu flitzen. Zudem verleiht solch ein Wagen gewaltiges Ansehen. Er schlich sich also in den Hof. Kaum hatte sich der Meister entfernt, öffnete er das Tor, den Schuppen, schob den Wagen hinaus und fuhr los. Der Meister wurde von Dritten angerufen, er sah aber den Dieb nur noch um eine Ecke flitzen, als er ans Fenster eilte, um zu sehen, was geschah. Die Polizei wurde sofort angerufen— aber der Dieb war fort. III. Jetzt mischte sich der Zufall mit ins Spiel. Der Dieb hatte einige Wirtschaften besucht und fuhr dann die Wittener Straße entlang. Das ungewohnte Fahren und der Alkoholgenuß wirkten zusammen. Er war unsicher und stieß mit einem Dreirad zusammen, das ein Invalide bediente. Das Rad ging in die Brüche und der Insasse wurde leicht verletzt. Die Freude am Fahren war jäh zu Ende. Der Staatsanwalt faßte den Schwarzfahrer beim Wickel und das Gericht setzte eine wohlverdiente strenge Strafe gegen den Mann fest. Von rechtswegen und durchaus im Namen und im Sinne des deutschen Volkes: der Kerl muß gehörig lange„sitzen". Damit ist die Sache aber noch nicht zu Ende. Der Verletzte kann im Wege des Zivilprozesses von dem Diebe und Schwarzfahrer keine Entschädigung bekommen. Also gab ihm jemand den Rat, den Besitzer des Wagens, den Eickeler Bäckermeister, zu belangen. Klage vor einer Zivilkammer des Bochumer Landgerichts.„Du hast deine Sorgfaltspflicht verletzt, weil du den Schlüssel im Auto stecken ließest“, so lautet sinngemäß die Klage des Verletzten. „Menschenskind, mehr kann man doch von mir nicht verlangen, als daß ich Tür und Tor abschließe und den Wagen in Sicherheit bringe.“ So lautete der Gegeneinwand des Meisters. „Hättest du den Zündschlüssel abgezogen, so hätte der Dieb den Wagen überhaupt nicht entführen können, also bist du doch schuld und mußt bezahlen“, behauptete der Kläger. „Wie kann ich denn ahnen, daß ein Spitzbube meinen Wagen stehlen wird, wenn er in verschlossenem Schuppen steht! Was kann ich weiter dafür, daß der Bursche dann mit deinem Dreirad zusammenprallt. Das tut mir in der Seele leid, aber dafür kannst du mich doch nicht im Ernste verantwortlich machen.“ Also wehrte der Meister ab. V. Ja, die Sorgfaltspflicht. Wenn jemand einen Revolver oder ein Gewehr hat und verwahrt das geladene Schießeisen nicht so, daß unbefugte Hände damit keinen Unfug treiben können, so verletzt er seine Sorgfaltspflicht und kann zum Schadensersatz herangezogen werden. Das ist anerkanntes Recht. Aber hier? Das Gericht soll einen Spruch fällen, der dem Volksempfinden entspricht! Wie würdest du entscheiden, lieber Leser? Der Vergleich mit dem Gewehr hinkt natürlich. Man kann aber freilich auch mit einem Auto sehr viel Unheil anrichten. Wäre das Auto auf der Straße mit Schlüssel oder unverschlossen stehengeblieben, dann läge der Fall anders. Aber so? Konnte oder mußte der Meister wirklich mit einem verbrecherischen Einbruch in den Schuppen rechnen, solchen Vorfall überhaupt nur erwägen? bun, die Spannung soll gleich gelöst werden: Das Gericht wies die Klage ab. Wollte man dem Meister hier Ersatzpflicht auferlegen, so könnte man mit Recht von einer untragbaren Uebertreibung der Sorgfaltspflicht sprechen. Also wurde nach Maßgabe der Erfahrungen des Alltags entschieden, und zwar auch im Namen und im Sinne des deutschen Volkes.= So unbefriedigend es ja auch sein mag, daß der verletzte Invalide seinen Schaden nun nicht ersetzt bekommen kann.: M. F. gab Parteigenosse Vetter den Hoheitsträgern seines Gaues wertvolle Winke bezüglich der Metallsammlung und der Verwertung alles Brauchbaren im Interesse einer Devisenersparnis. Ferner beleuchtete er den Facharbeitermangel als Folge des wirtschaftlichen Aufstiegs und richtete an alle in Frage kommenden industriellen und gewerblichen Kreise die Forderung nach vermehrter Lehrlingsausbildung. Der stellv. Gauleiter konnte seine oft von Beifall unterbrochenen Ausführungen mit der Feststellung schließen, daß das Deutschland Adolf Hitlers heute schon wieder die tüchtigste und geachtetste Nation der Welt sei. Das Schlußwort des Gauinspekteurs gipfelte in dem alten Gelöbnis: Wir bleiben, was wir immer waren, Propagandisten der Bewegung und des Staates. Aus der Buchbinder=Innung Die Innungsversammlung der Buchbinder, die im Ständehaus Pielken stattfand, wurde von dem Obermeister J. Breiten eröffnet. Am Nachmittag hatte die Zwischenprüfung der Buchbinderlehrlinge stattgefunden. Der Prüfung hatten sich die im 2. und 8. Lehrjahre befindlichen Lehrlinge unterzogen, nachdem sie vorher in den Werkstätten die praktischen Arbeiten erledigt hatten. Der Obermeister bezeichnete das Ergebnis als befriedigend, teilweise als gut. Die Prüfung habe gezeigt, daß die Lehrmeister bemüht seien, einen leistungsfahigen Nachwuchs heranzubilden. Der Geschäftsführer hielt einen interessanten Vortrag über die Aufgaben des Handwerks innerhalb des Vierjahresplanes. Das Handwerk habe in der Rohstoffbewirtschaftung und Lehrlingsausbildung wichtige Aufgaben gestellt bekommen. Nach Besprechung der Weihnachtswerbung sprach der Obermeister über das ab 1. Januar 1937 in allen handwerklichen Betrieben zur Einführung kommende Werkstatt=Wochenbuch. Mit der Besprechung wirtschaftlicher Fragen endete die Versammlung. Der verstorbene Ortsgruppenführer von Davos, Jansen, ein Wattenscheider. Der vor wenigen Tagen verstorbene Ortsgruppenführer der NSDAP. in Davos, Franz Jansen, wurde am 24. Januar 1884 als Sohn des am Wattenscheider Gymnasium lehrenden Professors Jansen in Wattenscheid geboren. Nach Absolvierung der Vorschulen besuchte Franz Jansen in den Jahren 1901 bis 1905 das Lehrerseminar in Rüthen, wo er auch die erste Lehrerprüfung ablegte. Nach seinem einjährigfreiwilligen Dienstjahr in Aachen wirkte Jansen vom 1. Oktober 1906 bis zum Kriegsausbruch an der Marienschule in Günnigseld. Schon im Jahre 1910 war er zum Reserveoffizier befördert worden und machte als solcher den Krieg mit, während dessen ein schon vorhandenes Brustleiden sich so verschlimmerte, daß er nach Kriegsende am 31. März 1919 in den Ruhestand treten mußte. Er nahm von da an seinen Wohnsitz in der Schweiz, in Davos, wo er jetzt verschieden ist. Adventsfeier in der Antoniuspfarrei. Zu einer sinnvollen Adventsfeier, die im Rahmen eines Pfarrgemeinschaftsabends am Sonntag im Antoniussaal aufgezogen worden war, hatten sich die Pfarrangehörigen der Antoniusgemeinde zahlreich eingefunden. Träger der Veranstaltung waren die Jungfrauenkongregation und der Borromäusverein. Mit einem Adventsspruch und einer Lesung„In Fernen schaue ich aus“, aus Madchenmund sinnvoll gesprochen, wurde von der Jungmädchensvielschar das Spiel geboten„Mir geschehe nach deinem Wort". Inhaltsreiche Worte über Sinngebung und Bedeutung des Advents fand Vikar Schmale in seiner Ansprache. Arbeitsunfall. Auf seiner Arbeitsstelle erlitt der 28jährige Volksgenosse Otto., Adolfstraße 49, schwere Brandverletzungen durch plötzlich austretendes brennendes Gas. Er wurde dem Augusta=Krankenhaus zugeführt, 3. Lehrgang für Kleintierzüchter. Der 3. Lehrgang für Kleintierzüchter findet am 15. Dezember in Hamm bei Hallermann, Martin=Luther=Straße 26, statt. Beginn vormittags 10 Uhr, Ende gegen 18 Uhr. Die Lehrgangsgebühren betragen 3 Mark je Person einschließlich Prämie für Unfallversicherung und sind beim Lehrgang zu entrichten. Lehrlinge zahlen die Hälfte. Die Anmeldungen zu diesem Lehrgang müssen spatestens am 12. Dezember bei der Anstalt vorliegen. Ein schlimmer Fall. In einem Hause an der Hiltroper Straße kam am Sonntag abend die 22jährige Martha W. auf der unbeleuchteten Haustreppe zu Fall und erlitt einen Armbruch. Die Verletzte mußte gestern das Krankenhaus aufsuchen.— Auf dem Hofe eines Hauses an der Bergener Straße sturzte die 12jährige Margret S. über einen Stalltürverschluß und erlitt einen Schlusselbeinbruch. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Mittwoch, 9. Dezember Amt für Technik der NSDAP. Arbeitsgemeinschaft deutscher Ingenieure. 20 Uhr: Im oberen Saal des Bochumer Hofes Vortrag von Regierungsbaumeister Klöth(Köln) über„Was muß der Ingenieur von der Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft wissen?" RSDAP. Langendreer. 20.15 Uhr: Schulungsabend für die Politischen Leiter der Gruppe II bei Brücher. NS.=Frauenschaft Marmelshagen. 16 Uhr: Zusammenkunft im Frauenschaftsheim. RSDAP. Hamme. 20 Uhr: Zusammenkunft sämtlicher Politischen Leiter und Amtswalter der DAF., NSV. und NS.=Frauenschaft bei Schulte, Von=der=Recke=Straße 100. Es spricht Gauredner Parteigenosse Schultheis über„Die Bedeutung des Vierjahresplanes und die Zusammenarbeit sämtlicher Amtsträger der Bewegung". NS.=Frauenschaft Hiltrop=Bergen. 20 Uhr: Ueben der Singschar bei Punge. RSDAP. Weitmar=Nord. 20.20 Uhr: Schulungsabend der Zellen—6 bei Floren. NS.=Frauenschaft Hofstede=Riemke. 20 Uhr: Adventsfeier. Jedes Mitglied muß erscheinen. RSDAP. Felsenburg. Schulungsabend der Politischen Leiter, Gruppe II. RSDAP. Altenbochum. Achtung, Vereinsleiter! 20.15 Uhr: Im Lokal Vogt, Wittener Straße 249, dringende Besprechung sämtlicher Vereinsführer, einschließlich der Kegelklubs. Im Verhinderungsfall Vertreter entsenden! RSDAP. Dahlhausen. 20 Uhr: Schulungsabend für alle Politischen Leiter bei Fischedick in Oberdahlhausen. RS.=Frauenschaft Querenburg. Donnerstag, 10. Dezember, 17 Uhr, Advenisstunde bei Eggermann. Es spricht Gauschulungsleiterin Frau Becker. durch Freude. Tagesplan für Mittwoch, 9. Dezember Allgemeine Körperschule nur für Männer von 20.30 bis 22 Uhr: in der Turnhalle an der Klosterstraße. Allgemeine Körperschule und Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Staatlichen Gymnasiums, Bismarckstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 vis 22 Uhr: Turnhalle der Realgymnasialen Studienanstalt, Waldring; von 20 bis 22 Uhr: Realgymnasium, kleine Turnhalle der Kurzestraße in Witten. Schwimmen für Frauen und Männer von 19 bis 20.30 Uhr: Städtische Badeanstalt, Marienstraße. Kleinkaliberschießen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr? aus dem Schießstand des Volkssportplatzes an der Castroper Straße. Iin=Jitsukursus für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: in der Turnhalle an der Klosterstraße. Weitere Lokalnachrichten auf Seite 12 Seite 5 Nr. 288/ Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 9. Dezember 1936 Aus aller Welt Der zehmkaruger Inntune? Svinhufvud, ein heldischer Freiheitskämpfer“—Zum 75. Geburtstag des finnischen Staatsoberhauptes Der Freiheitskampf des finnischen Volkes und seines Führers Svinhufvud gehört mit zu den geschichtlichen Taten, durch die, nächst der Schlacht vor Warschau durch die Polen, dem bolschewistischen Vordringen nach Westen ein erster Damm entgegengesetzt wurde. Wer die schwere, massige Gestalt Svinhufvuds, der am 15. Dezember seinen 75. Geburtstag feiert, einmal gesehen hat, vergißt sie nicht. Das Gesicht strahlt unbeugsame Energie aus, aber mehr noch Klugheit und jovialen Humor. Auch der lange Schnurrbart gehört zu diesem Typ eines alten Seebären, von dem man gesagt hat, er erinnere so stark an„Ohm Krüger“, den Präsidenten der Burenrepublik. Das Leben des nunmehr 75jährigen ist die Geschichte des finnischen Freiheitskampfes, und sein Werk ist das Werden einer Nation, an dessen Gedeihen Deutschland von Anfang an besonderen Anteil nahm. Vom passiven Widerstand in die Verbannung nach Sibirien Dieser Pehr Evind Svinhufvud af Qualstad entstammt einem uralten schwedischen Adelsgeschlecht. Alle die Svinhufvuds waren Soldaten, und einer von ihnen ging im 18. Jahrhundert nach Finuland. Der Vater Pehrs aber war Seemann, und von ihm hat er die Gestalt und die Kantigkeit seines Auftretens. Pehr, der entgegen aller Traditionen die juristische Laufbahn einschlug, konnte mit den Eigenarten seiner Väter in besonderem Maße in der Lage sein, die wissensmäßigen und soldatischen Elemente für die Führung des Kampfes um die Freiheit seines Volkes zu vereinen. Dieser Kampf ist Jahrhunderte alt, entscheidend aber erst seit Anfang dieses Jahrhunderts. Finnland war bis 1809 sieben Jahrhunderte mit Schweden vereint gewesen, und erst durch einen von Napoleon provozierten Ueberfall wurde es durch Zar Alexander I. von Schweden losgerissen. Da Finnland auch danach noch die alte Verfassung behielt, blieb es politisch selbständig. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts setzte dann die Russifizierung ein und zugleich auch die Abwehr unter der Leitung des damaligen jungen Rechtsanwalts Svinhufpud, der damals schon seines Amtes entsetzt war. 1912 wurde er verhaftet und bis 1917 nach Sibirien verbannt. Finnlands Studenten tragen die Fahne der Freiheit In den Kriegsjahren erlahmt die Widerstandskraft des finnischen Volkes immer mehr. Seine Führer sind fast alle gefangen und außerhalb des Landes. Da ist es die akademische Jugend, die die Fahne der Freiheit hochhält. Finnische Studenten gehen nach Deutschland und erhalten hier in einem Lager bei Hamburg ihre militärische Ausbildung. Daraus entsteht das berühmte „Preußische Jägerbataillon 27“, das in dem Augenblick Bannerträger des nationalen Willens wird, als im März 1917 die russische Revolution ausbricht. Noch im gleichen Monat trifft auch Svinhufvud, aus Sibirien entflohen, wieder in Finnland ein. Im Lande aber stehen noch russische Truppen, und die eigene sozialdemokratische Partei ist es, die den Freiheitskämpfern den Dolchstoß versetzt und mit den roten Banden paktiert. Die„rote Garde“ beginnt den Straßenkampf, und grauenhaft sind die Morde, die das bolschewistische Untermenschentum verübt. Durchschnittlich fallen jeden Tag ein halbes Dutzend angesehener Finnen durch Mörderhand, die Furie der Anarchie rast durch das Land. Begegnung mit dem Todseind Lenin Da tritt Svinhufvud wieder aktiv auf den Plan. Er nimmt den Kampf gegen die rote Willkür auf. Sein Weg ist voller Gefahren und Abenteuer. Er geht mutig auf die Schiffe-der bolschewistischen Matrosen und verhandelt mit ihnen, um Zeit zu gewinnen, bis die eigenen Schutzkorps völlig ausgerüstet sind. Schon im November hat er vor dem Landtag die Selbständigkeit Finnlands erklärt, während zu gleicher Stunde vor dem Landtagsgebäude die rote Garde aufmarschiert war. Nun muß er nach zwei Seiten kämpfen, einmal gegen die rote Schreckensherrschaft im eigenen Lande, anderseits für die rechtmäßige Anerkennung der Selbständigkeit, denn alle Mächte verweigern die Anerkennung, bevor nicht Sowjetrußland staatsrechtlich zugestimmt hat. Es bleibt Svinhufvud nichts anderes übrig, als zu seinen Todfeinden zu gehen und sich die Selbständigkeit durch geschickte Manöver zu erzwingen. Es kommt zu der historischen Begegnung mit Lenin in Smoljna. Svinhufvud steht Lenin gegenüber und zwingt die Sowjetmachthaber zur Unterschrift. Damit ist nach einer Seite die Freiheit des Vaterlandes gesichert. Dramatische Kaperfahrt auf hoher See und endgültiger Sieg Jetzt gilt der Kampf dem roten Aufruhr. Es ist keine Zeit mehr zu verlieren, wenn nicht alle Kulturgüter Finnlands zugrunde gehen sollen. Doch der Einsatz der eigenen Schutzkorps führt nicht zum Ziele. Svinhufvud selbst muß von Versteck zu Versteck fliehen. Er ist ein Verfolgter im eigenen Vaterlande, in dem der rote Mob herrscht. Da kann nur der Einsatz von Gewalt helfen. Doch wie diese Gewalt beschaffen? Ein Handstreich finnischer Studenten erst schafft die Möglichkeit, Verbindung mit dem Ausland— hauptsächlich Deutschland— aufzunehmen. Auf hoher See wird der russische Eisbrecher Tarmo“ gekapert, und mit dreißig Mann an Bord gelangt Svinhufvud. der an diesem Manöver teilgenommen hat, zu den Deutschen, die bereits bis Reval vorgedrungen sind. Am 3. April setzen die entscheidenden Kämpfe ein, und siegreich dringen die finnischen Schutzkorpsleute vor. Die Schlacht bei Tampera bringt den endgültigen Sieg! Am 15. Mai paradiert in der freien Hauptstadt des freien Finnlands ein siegreiches Heer vor Svindhufvud, General Mannersheim und Graf von der Goltz und Tausende singen im Gefühl der glücklichen Befreiung die Nationalhymne„Unser Land". Zwei Tage später wird Svinhufvud zum Reichsverweser gewählt, als der er heute noch kraftvoll sein Land betreut. Nikolaus in der Zollstation Amsterdam, 8. Dezember. Die Kinder des belgischen Grenzortes Esschen waren entzückt, als plötzlich am Samstag Sankt Nikolaus mit einem großen Sack erschien und Geschenke an sie verteilte. Dann kündigte er an, er habe noch eine weite Runde zu machen, da er auch die Kinder des holländischen Grenzortes Nispen bescheren müsse. In Begleitung einer großen Menge ging er über die Grenze, aber die holländischen Zollbeamten luden den„heiligen Gast“ ein, in die Zollstation zu kommen. Ihr freundliches Lächeln verschwand, als sie im Sack des Sankt Nikolaus einen halben Zeniner verzollbares Zigarettenpapier fanden. Nachdem sie Nikolaus den großen weißen Vollbart abgenommen hatten, erkannten die Beamten in ihm einen alten Freund, nämlich einen berüchtigten Schmuggler. Deutschlands modernster Ech. Hoffmann Auf dem Hauptbahnhof in Mainz wurde kürzlich eine neue Schaltersalßter garsepagt, die, die ersten AAhrennunn kauft Der Obergauner und seine betrogenen Betrüger Oslo, 8. Dezember. Ein 66jähriger Inspektor der norwegischen Eisenbahnen, der seit 35 Jahren seiner Firma„treue" Dienste geleistet hatte, sollte in nächster Zeit mit Auszeichnung pensioniert werden. Im letzten Augenblick wurde er jedoch das Opfer einer„Betriebsstörung": es wurde nämlich festgestellt, daß er in der raffiniertesten Weise seit vielen Jahren die Bahn um Millionensummen betrogen hat. Er begann damit, sich von Osloer Lieferanten Provisionen auszahlen zu lassen, die im Laufe der Zeit immer größer wurden. Ohne diese„Gefälligkeiten“ konnten die Firmen jedoch nichts mehr der Eisenbahn verkaufen, da der Inspektor diesen Teil des Betriebs völlig in der Hand hatte schließlich fand der Schwindler Gefallen an seiner Tätigkeit, er baute sie aus undging dazu über, mit einem Stab von„Mitarbeitern“ das Geschäft zu vergrößern. Dazu erklärte er den Inhabern Osloer Geschäfte, die für ihn liefern durften, daß er der Eisenbahn gebrauchte Möbel und Einrichtungsgegenstände andrehe, die schön geputzt und dann als neu in Gebrauch genommen würden. Um aber den Kontrollbehörden gegenüber als der Ehrenmann dastehen zu können. als der er galt, mußte er für die neuen Sachen Quittungen haben. Eine Reihe von Firmen lieferten ihm solche fingierten Rechnungen, wofur sie zehn Prozent der Summe— die Hälfte seines eigenen Verdienstes, wie er sagte— erhielten. In Wirklichkeit dachte der gerissene Betrüger gar nicht daran, alte Möbel zu kaufen und umzuarbeiten, Er reichte einfach die Quittungen bei der Bahn ein und kassierte so neunzig Prozent der angegebenen Summen, ohne daß sich jemand um seine angeblichen Anschaffungen kümmerte. In dem Maße in dem sich seine Pläne bezahlt machten, wuchs seine Phantasie und sein Appetit. In alle Zweige der Osloer Geschäftswelt steckte er seine langen Finger, er kaufte minderwertige Möbel für seine„Gute Stube“ auf der Bahn, ließ sich Rechnungen auf„echt Eiche“ ausstellen und machte in dieser Art die flottesten Geschäfte, die die Osloer Bahnverwaltung einige Millionen kosten dürften. Dafür spart sie nun die Pension ihres in Ehren ergrauten Inspektors. Mit zwei nassen Augen sieht der Teil der Osloer Geschäftswelt, der den zehn Prozent ihres guten Kunden vertraut hat, dem kommenden Prozeß entgegen. Die erzielten Gewinne dürften bald unter dem Flammenblick der Staatsanwaltschaft dahinschmelzen. Schatzsuche auf dem Friedhof Ein Bauer, der mit seinem Geld ins Grab ging Mailand, 8. Dezember. In der Umgebung des ligurischen Küstenstädtchens Chiavari starb vor einiger Zeit ein wohlhabender Bauer, der von Renten lebte. Seine Erben suchten jedoch vergeblich nach dem Vermögen, bis den Verwandten einfiel, daß der Sonderling Barschaft und Wertsachen, um vor Dieben geschützt zu sein, auch nachts in einem Gurt um den Leib getragen hatte. Die Verwandtschaft beschloß daher, bei den Behörden um die Erlaubnis zur Ausgrabung der Leiche nachzusuchen, um nach dem Schatz im Gurt zu suchen. Als sie die Erlaubnis bekommen hatten und sich eines Morgens mit dem Totengräber auf dem Friedhof ans Werk machen wollten, mußten sie zu ihrem Entsetzen feststellen, daß ihnen in der vorhergehenden Nacht bereits Diebe mit einer zuerst ein falsches Grab erbrochen. Man weiß jetzt natürlich nicht, ob ihnen der vermeintliche Schatz in die Hände gefallen ist. Amerikas Superbomber durch Bruchlandung zerstört Washington, 8. Dezember. Ein viermotoriges Bombenflugzeug, das angeblich größte und modernste der Welt, überschlug sich bei der Landung nach einem Probeflug. Das ist der der weite amerikanische Bomber der 16=Tonnen=Klasse, der die auf ihn gesetzten Erwartungen enttäuschte. Bei dem ersten Unfall wurden zwei Bordinsassen getötet. Bei dem neuerlichen Unglück sind der Pilot und der Mechaniker leicht verletzt worden. „Kreuz des Südens" überfällig Paris, 8. Dezember. Das französische viermotorige Postflugzeug„Croix du Sud“, das unter der Führung des Ozeanfliegers Mermoz mit vier Mann Besatzung den regelmäßigen Südatlantik=Flugverkehr versieht, ist überfällig. Montag, 10.43 Uhr, funkte Mermoz, daß einer der Motoren aussetzte. Zu dieser Zeit befand sich das Flugzeug rund 800 Kilometer südwestlich von Dakar. Da die atmosphärischen Bedingungen günstig waren, hat Mermoz anscheinend den Flug nach Südamerika fortgesetzt. Er hätte gegen Mitternacht in Natal eintreffen müssen. In einer Meldung aus Natal heißt es, daß man bisher ohne jede Nachricht von den Fliegern sei. Flugzeuge, für die Perlmutter. Während dem Angeklagten Philipson wegen Uebertretung des Aerztegesetzes das Recht zu praktizieren auf die Dauer von zwei Jahren aberkannt wurde, wurde gegen die anderen Angeklagten auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für fünf Jahre erkannt. Zuchthaus für Devisenvergehen Mutter und Tochter als Volksverräter dub Hannover, 8. Dezember. Wegen Verbrechens gegen das Volksverratsgesetz wurde die Witwe Anna Stachowski aus Hildesheim vom Sondergericht Hannover zu 1½ Jahren Zuchthaus, 5000 Mark Geldstrafe und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Ihre 23jährige Tochter Frieda Vockrodt erhielt wegen Devisenvergehens sieben Monate Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Die Mutter hat mit Wissen ihrer Tochter 23000 Schweizer Franken einem Kleiderschrank“ jahrelang versteckt gehalten. Als sie nach Abwertung der Schweizer Währung 20 000 Franken bei einer Bank einwechseln wollte, wurden sie und ihre Tochter festgenommen. In ihrer Wohnung fand man noch 3000 Franken. Die bei der Festnahme beschlagnahmten 23 000 Franken wurden eingezogen Blicke in die Welt Zahl der Rundfunkteilnehmer am 1. Dezember Am 1. Dezember 1936 betrug die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich 7937 907 gegenüber 7 757 265 am 1. November. Im Laufe des Monats November ist mithin eine Zunahme von 180 642 Teilnehmern(2,33 v..) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Dezember befanden sich 550 185 gebührenfreie Anlagen. Modeschauen genehmigungspflichtig die sowohl auf afrikanischer wie südamerikanischer Seite Aus gegebener Veranlassung wird darauf hingewiesen, zu Nachforschungen aufgestiegen waren, sind bei An= daß die Durchführung von Modeschauen der ausdrückbruch der Nacht ohne Ergebnis zurückgekehrt. Gefängnis für eine Emigrantin Urteil in einem Kopenhagener Sensationsprozeß dnb Kopenhagen, 8. Dezember. Nachdem die dänischen Schwurgerichte in den letzten Jahren wegen Schwangerschaftsunterbrechungen häufig auf Freispruch erkannten, fiel in einem derartigen Prozeß, dem das ganze Land besonderes Interesse entgegengebracht hatte, ein Urteil auf„Schuldig". Angeklagt waren eine deutsche Emigrantin, die jüdische [Aerztin Frau Käthe Reinhardt aus Berlin, ferner drei Kopenhagener Aerzte, darunter der aus einem englischen Prozeß schon bekannte kommunistische„Sozialreformer Leinbach, und endlich eine lichen Genehmigung des Präsidenten des Werberats der deutschen Wirtschaft bedarf. Prinz Lippe in die holländische Armee aufgenommen Prinz Bernhard zu Livve=Biesterfeld, der am 7. Januar des kommenden Jahres seine Hochzeit mit der holländischen Thronfolgerin Prinzessin Juliane begeht. ist durch königlichen Beschluß in die holländische Armee aufgenommen worden. Er wurde in den Rana eines Rittmeisters und außerdem in den eines Leutnants zur See I. Klasse erhoben. Drei Tage im Schneesturm Zwei Knechte aus St. Johann im Ahrntal in Südtirol, die von Mayerhofen aus über die Zillertaler Berge in ihre Heimat wollten, wurden am Stilluppkaes von einem Schneesturm überrascht. Einer der beiden Männer stürzte ab und kam ums Leben. Sein Begleiter irrte ein Gestanones, der Hauptangellaglen Reinhardt vor, in etwa 650 Fällen Schwangerschaftsunterbrechungen an Patienten, die ihr von den dänischen Aerzten zugeführt wurden, vorgenommen zu haben. Sie hat aus den Operationen im Laufe von zehn Monaten eine Einnahme von ungefähr 18000 RM. gehabt. Das Gericht erkannte gegen Frau Reinhardt wegen Abtreibung auf acht Monate Gefängnis, von denen drei Monate durch die Untersuchungshaft als verbüßt angesehen werden, ferner auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für fünf Jahre, außerdem auf eine Geldstrafe wegen Uebertretung des Fremdengesetzes und des Devisengesetzes. Die Strafen für die übrigen Angeklagten laueiner teten wegen Beihilfe auf drei Monate Gefängnis für frevelhaften Grabschändung zuvorgekommen Leinbach, sechs Monate Gefängnis für Budde=Lund, waren. In ihrer Hast hatten die Grabräuber sogar 140 Tage Gefängnis für Philipson, 60 Tage Gefängnis Krankenschwester Frau Klara Perlmutter. Es lag drei Tage lang im Schneesturm umher und kam endlich ein Geständnis der Hauntangeklagten Reinhardt vor(völlig erschöpft und mit schweren Erfrierungen wieder 36214 P PP dollig greschopft und mit schweren Ersentunger wieder nach Mayerhofen zurück. Eine mühselige Arbeit Walter Disnev. der Schöpfer der Micky=Maus=Filme. vollendet augenblicklich seinen ersten abendfüllenden Trickfilm. Er behandelt die Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen und besteht aus nicht weniger als 200000 einzelnen Zeichnungen. Ebbe in den Kassen des Neaus Der Exkaiser von Abessinien, der jetzt mit seiner Familie in England wohnt, wird wertvolles Tafelgeschirr. das er von Abessinien mit nach England gebracht hat, verkaufen. Es befinden sich darunter kostbare Eß=, Teeund Kaffee=Servie, ferner 800 bis 1000 Eßbestecke und Löffel, massive Silberschalen. Vasen und Teller. K Msiesmstemsss e elieniss A „Fr Glle, Ses cn Leesche. K Seite 6 Nr. 288; Bochumer Anzeiger- Mittwoch, 9 Oezember 1936 Unterhaltung Rtüttennackt, Von Franz Friedkrick Oberkause Das war alles so unerwartet gekommen. Es hatte sich zu einem Ereignis gebildet sozusagen aus dem Nichts. Schuld daran war ein Sturm, der über die Zinken brach, durch die Schlünde pfiff und über die Felshänge jagte. Eine Stunde vorher war der Himmel noch blau, so rein und behaglich wohltuend, blank wie geschliffenes Glas. Wir waren ziemlich hoch oben zwischen den Gipfeln der Alpen und hatten schon die erste Tour auf den Schiern hinter uns. Noch war der erste Wald eine schöne glatte Anfahrt weit weg, wir sahen die Tannen, hoch aufgerichtet wie ein Regiment in Habichtstellung, unter uns. Da schlug der Himmel um, stülpte schwarze Wolken über die Kegeln und Spitzen, so eilig, daß wir froh waren, eine verlassene Hütte zu entdecken, in der zur Arbeitszeit wohl die Holzfäller hausten. Hinter uns schlug der Sturm heftig und böswillig die Tür in den Riegel, dann tanzte der Schnee herab, dicht und anhaltend. Es wurde frühe Nacht. Das Sausen umsprang die Holzblöcke, es tollte, orgelte und lärmte, daß wir keinen Vergleich der einzelnen Stimmen mehr fanden. „Jetzt sind die Blätter scheckig, drunten im Tal. Die Sonne ist noch warm. Der Wind spielt mit ihnen und pflückt sie zu Millionen von den müden Aesten. Und wir sitzen mutterseelenallein in einer Hütte im ersten Schnee!" „Kann nicht lange dauern.“ „Zumindest eine Nacht lang. Dann heißt es fleißig schippen. Wenn uns der Sturm nicht dachlos macht!“ Der Freund versuchte Feuer zu anzufachen. Ein paar alte schwarze, pechige Töpfe standen da, und eine Pfanne. Er kramte in seinem Rucksack nach einer Dose Kaffee und kondensierter Milch. Dann drückte er die Tür auf, um etwas Schnee zu holen, für das fehlende Wasser. Die Tür aber hatte sich irgendwie verhakt; oder ließ sie der Sturm nicht los. Doch nein... was lag da? „Komm mal!“ rief der Freund.„Rasch. Hilf mir!" Es war sonderbar. Da unten an der Tür lag etwas Dunkles, etwas wie ein Tier. Als wir uns bückten, um es hochzuheben, sahen wir es deutlich. Es war ein junges Reh. Es zitterte an allen Beinen. Eines davon war verletzt. Wir trugen das Tier in die Hütte. Legten es auf unsere dünne, aber trockne wollene Decke. Still und atemlos lag es ein Weilchen da. Dann wendete es die Augen und sah uns an. Was für ein unerwarteter Besuch. War das vom Schicksal nicht mehr als freundlich? Was wäre das für eine einsame Nacht geworden? So standen wir ein Weilchen unentschlossen da, bis wir uns um das verwundete Bein kümmerten. Der Freund begann wieder sich mit dem Feuer zu beschäftigen. Ich tastete das Bein ab, nahm ein Stück Leinen und wickelte es ein. Langsam strich ich über das nasse Fell, trocknete es von dem zerflossenen Schnee. Ganz still lag das Tier. Aber seine Augen wurden freundlicher. Die Angst schien gewichen zu sein. Mit der Zeit hatte der Freund seine Milch gewärmt und brachte sie in einem Topf herüber. „Nun können wir uns mit dem Tier beschäftigen!“, sagte er. Hoffentlich haben wir Glück, und es beteiligt sich an unserem kärglichen Abendbrot!“ Dann begann er dem Reh die Milch einzuflößen. In ganz kleinen Schlückchen trank das Tier. Manchmal zuckten die schlanken Beine, oder ein Zittern lief durch den jungen Körper. Aber die Hände, die es streichelten, waren gütig. Wir hörten nichts mehr vom Sturm, kein Orgeln, kein Wüten und Miauen; er war weit weg, genau so weit, wie alle Welt und alle Menschen weg waren. Alle? Nein; und das war eben das Seltsame an diesem unerwarteten, belanglosen Zwischenfall. Während ich mich mit der Pritsche beschäftigte, das trockene, krachende Heu in Ordnung brachte, blickte ich immer öfter zu meinem Freunde, wie er sich mit dem Reh abgab, er neigte sich ganz tief zu dem Tier; er sprach mit ihm, ich konnte seine Worte nicht verstehen; er trat aus seiner kurzen, manchmal mürrischen Männlichkeit heraus, er war wie ein Kind, wie ein Junge, der mehr als ein Spielzeug gefunden hatte, der jetzt für nichts anderes mehr Zeit und Sinn hatte, als für dieses anmutige, freundliche, junge Reh. Er kniete wie ein Junge neben ihm; reichte den Becher mit der gezuckerten Milch, freute sich über jeden Blick, den ihm das Tier gab. Es wurde kein Wort gewechselt zwischen uns. Draußen toste noch der stürmische Fall der Winde. Und sicher schneite es immer noch. Endlich sah ich den Freund langsam aufstehen. Er betrachtete mit einer neve das Tier, mit einem Blick, den ich bei ihm noch nie gesehen und nicht kannte. Was war denn nur geschehen? Irgend etwas mußte sich zwischen beiden Wesen abgespielt haben. Als er endlich wieder der Hütte seine Aufmerksamkeit gab, und mich ruhig und schweigend auf der Pritschenkante sitzen sah, erschrak er fast; sicher hatte er mich vergessen. Er kam näher. „Du“, sagte er, fast leise.„Bin ich nicht wie ein Junge?“ Wiese „Tja. Wie soll ich's dir sagen. Siehst du dieser Blick des Tieres. Du hast ihn nicht gesehen. Aber ich! Hör zu. Ich muß dir etwas erzählen. Sieht fast aus wie ein Bericht. Aber, mein Gott, wie oft laufen wir doch auf unserem Lebensweg so an den Ereignissen vorbei. Tun etwas Ungerechtes, etwas, das nicht ganz in Ordnung ist, das keinen guten Klang hat. Das sich nicht einfügen läßt in die Zufriedenheit unseres Gewissens. Siehst du, und dann kommt eines Tages das Schicksal und führt uns ein kleines, kleinstes Ereignis zu, daß wir— sozusagen stolpern— und uns ein wenig schämen vor uns selber..“ Er blickte wieder hinüber zum Reh, wie es so still dalag auf der Decke und sich nicht rührte. Vielleicht schlief es. Der Freund schüttelte einmal unwillig und ungläubig den Kopf, dann redete er weiter. „Es ist ja weiter nichts dabei. Da war eine Frau, jung noch. Aber ein wenig müde von des Tages Arbeit. Auch waren ihre Hände nicht ganz so, wie man— wie soll ich es sagen... es waren halt Arbeitshände.... Sie hatte viel für mich übrig. Sie sah mich an, oft. Sie war freundlich. Aber ich übersah es. Und einmal war ich grob zu ihr. Aus einem inneren Gefühl heraus, das ich nicht kontrolliert hatte; unverantwortlich grob. Da sah sie mich an. Nicht mehr. Sie sah mich nur an. Und sie hatte braune, große Augen. Sie waren schön. Wirklich schön. Und siehst du, ich tat ihr Unrecht. Ich hatte ihr damals mehr Leid zugefügt, als ich annahm. Es stellte sich heraus. Sie verschwand dann. Ich sah sie nicht mehr. Aber nach einigen Wochen begegnete ich ihr. Plötzlich. Im Autobus. Sie bemerkte mich nicht. Aber ich erschrak. Sie schien noch ärmer geworden zu sein. Ein Mensch, der Hilfe brauchte. Und wieder versagte mein gutes Gewissen. Als sie ausstieg, bemerkte ich, wie sie in ein großes Haus ging. Eine Fabrik— es mußte ihre Arbeitsstätte sein. Das war noch nicht allzulange her. Dann sah ich sie wieder einmal. Aber ich ging vorbei. Siehst du, und heute... als ich diese dankbaren Augen des Rehes sah, da mußte ich wieder an jene junge Frau denken. Und ganz anders jetzt. Ich habe meine Ruhe verloren. Ich muß sie sehen. Ich muß mit ihr sprechen... Ich muß!" Das Reh hob den Kopf, als wollte es sehen, ob wir noch da wären. Als es uns eine Weile angeblickt hatte, legte es den Kopf wieder zur Seite und schlief weiter. Es war still geworden zwischen uns. Ich wollte nichts sagen. Wenn nun der Freund jene junge Frau nicht mehr traf? Dann würde er sein Lebtag lang eine Last mit sich schleppen... Die Nacht verging. Als wir am Morgen die Tür aufstemmten, lag der Schnee meterhoch an der Hütte. Aber die Sonne schien. Der Himmel war herrlich blau. Wir hoben das Reh auf und trugen es mit bis in den Wald. Dort ließen wir es los. Es lief eine kurze Strecke, dann blieb es stehen und sah uns nach, dankbar und treu. „So ist es mit uns Menschen. Wir gehen oft am Wertvollen vorbei, weil ihm die Aufmachung fehlt.“ Dann sprach er nichts mehr. Er verabschiedete sich rasch in der Stadt. Nach einigen Wochen hörte ich von ihm, daß er sein Glück gefunden hatte. Da mußte ich lächelnd an die Hütte denken, an den Schnee, an den Sturm. An das Reh und den schönen, hellen, sonnigen Morgen. Raucker und Nicktraucker unter den Hrossen Eine kistotische Dlauderei Heute, da jeglicher raucht— könnte man eine Elegie beginnen, die uns Lebendige gar nicht einmal besonders elegisch berühren würde. Jedermann weiß, daß übertriebenes Rauchen gesundheitsschädlich ist. Aber fast jeder Raucher weiß auch zu berichten, daß er dem braunen Kraut so manche Anregung, so manche Stunde der Entspannung verdankt. Es gibt auch heute genug eingeschworene Tabakgegner. Die meisten Nichtraucher wissen allerhand Unerfreuliches zu berichten, aber sie sind in der Minderheit, sie sind es ganz besonders, seitdem auch das weibliche Geschlecht Geschmack an der Zigarette und damit am blauen Dunst gefunden hat. Indessen, es hat auch in der Vergangenheit berühmte und überzeugte Gegner des Tabaks gegeben. Einer derjenigen, die ihn vielleicht am meisten verabscheut haben, war Goethe. Es sind eine Anzahl von Aeußerungen überliefert, die alles andere als schmeichelhaft für den Tabak sind. So sagte er einmal zu Major v. Knebel, mit dem ihn bekanntlich ein besonderes Vertrauensverhältnis verband, daß das Rauchen dumm mache, unfähig zum Dichten und Denken. Es sei nur für Müßiggänger, es stumpfe die Nerven ab und verdicke das Blut. Man wird zugeben, daß das recht harte und einseitige Aeußerungen sind; Goethe scheint Tabak nicht recht vertragen zu haben. Ein anderer berühmter nichtrauchender Deutscher war Arthur Schopenhauer, der Philosoph des Pessimismus. Er hat ebenfalls das Rauchen verabscheut. Wenn er rauchende Menschen sah, wurde er schon zornig, er schreibt dann von einem Menschen,„den Cigarro im stinkenden Maul“, und starke Raucher waren bei ihm einfache Menschen niederen Ranges. Dabei stammte er aus einer Danziger Kaufmannsfamilie, in der zwar nicht so sehr geraucht, als stark geschnupft wurde und niemand kann bestreiten, daß auch der Schnupftabak etwas mit Tabak zu tun hat. Schopenhauers Vater war sogar Schnupftabaklieferant Friedrichs des Großen, den wir auf diese Weise eindeutig als Freund des Tabaks erkennen. Auch von Nietzsche weiß man, daß er nie rauchte. Nichts liebte Nietzsche mehr, als die frische Luft, jede Verunreinigung derselben schien ihm hassenswert. Ein anderer berühmter Philosoph hingegen, Emanuel Kant, war ein Raucher. Kein starker allerdings. Er rauchte jeden Tag nach dem Essen eine kleine Tonpfeise, und ob er dabei viel Genuß gehabt hat, darf man füglich bezweifeln, wenn man hört, wie er diese Pfeife geraucht hat. Nämlich in schnellen Zügen, fast ohne abzusetzen, bis die Pfeife glühend wurde. Von berühmten Feldherrn war Hindenburg Nichtraucher. Er hat aber nie ein Wort gegen das Rauchen fallen lassen. Wer bei ihm zu Gast war, wurde stets auch mit Zigarren bewirtet. Moltke hingegen war Zigarrenraucher, und er hat auch während seiner großen Schlachten, bei Königgrätz und bei Sedan, nicht von der geliebten Zigarre gelassen. Zigarren schätzte ebenso Bismarck, gegen dessen übermäßiges Rauchen bekanntlich der Arzt einschreiten mußte. Bei Blücherbildern ist die Pfeife, mit der er auf den Feind deutet, beinahe ein notwendiges Zubehör des Feldherrn. Man sieht also, daß sich bei den Großen die Raucher und Nichtraucher mindestens die Waage halten. Duldsamer waren immer die Raucher, wenigstens gegen die Nichtraucher. E. N. Verständlich. Ein irischer Leichenbitter hatte einen Lehrling angenommen und hielt ihm eines schönen Tages folgende Lektion: „Kerl! Ich habe dir von Anfang an gesagt, ein Leichenbitter soll traurig aussehen. Aber du mußt immerzu grinsen! Um dich ernster zu stimmen, gab ich dir einen Schilling extra. Und du lachtest! Ich gab dir eine halbe Krone— und du lachtest noch ärger!“ Und nun der Leichenbitter in höchster Wut: „Ich glaube wahrhaftig, du verdammter Schlingel, je mehr du kriegst, um so vergnügter wirst du?!“ Liebenberg freute sich über alle Maßen, als der Sohn plötzlich vor ihm stand, und seine Augen leuchteten auf, als wenn viele Lichter in ihnen angezündet würden. Als der Sohn ihm erzählte, daß er von seinem Unglück gelesen habe und er gekommen sei, ihm, falls es not tut, zu helfen, da war Waldemar Liebenberg mit der ganzen Welt versöhnt, und immer wieder umfaßten seine Augen den Sohn. Der war wirklich ein Prachtkerl geworden. Das Herz lachte ihm im Leibe, wenn er ihn ansah. Groß und schlank gewachsen, mit leuchtenden Augen, dem seidenen, tiefbraunen Haar wie der Vater. Heinrich hatte ganz die Art Liebenbergs, zu sprechen und zu lachen, und als sie sich jetzt unterhielten, hatte man ganz den Eindruck, daß es Brüder seien. Selbstverständlich freute sich der Kammersänger, als er hörte, daß sein Sohn in der Nähe von Friedrichsroda tätig sei, und er hatte mit einem Male an seinem Berufe nichts mehr auszusetzen. Heinrich schilderte ihm die Wirtschaft, der er vorstand, und verschwieg ihm nicht, daß er hoffe, bald in sie einzuheiraten, daß er mit Gerda bereits so gut wie verlobt sei. Nach der Ernte, im Herbst, werde die Verlobung gefeiert, vieleicht werde man auch gleich heiraten. Das alles hörte sich Liebenberg mit dem allergrößten Interesse an. Immer wieder stellte er neue Fragen, und dem Sohne machte es Freude, sie zu beantworten. Er schilderte ihm die herrliche Landschaft des Thüringer Landes und versicherte dem Vater immer wieder, daß es ihm großartig gefallen werde. „Junge“, sagte der Kammersänger glücklich,„jetzt freue ich mich doppelt, weil du in der Nähe bist, und ich hoffe, daß wir uns recht oft sehen werden. Aber nun sage mir, wie gefällt dir denn mein Fräulein Gussy? Du, das kann ich dir sagen, die hat mir der Himmel ins Haus geführt, und warum, das werde ich dir in einem Vierteljahr erklären.“ Was aber Heinrich Liebenberg jetzt dachte, stand der Wirklichkeit ganz fern. * An diesem Tage gab es im Hause Goldmacher ein ganz besonderes Ereignis. Emma hatte ein ausgezeichnetes Abendbrot gerichtet und aus dem Weinkeller zwei Flaschen alten Rüdesheimer heraufgeholt. Emma verstand nichts von Weinsorten, sie hatte zwar schon gehört, daß das Alter den Wein verbessern soll, aber das war auch das einzige, was sie über den Wein wußte. Sie befreite die Flaschen von den Spinnweben und stellte sie auf den Abendbrottisch. Dr. Einar entkorkte nie umständlich, und dann probierte man den Wein. Wilm und Einar sahen sich an und blickten dann auf Emma. „Schmeckt doch eigentlich gut“, sagte Dr. Einar erstaunt,„und so leicht und angenehm. Ich bin überzeugt, der hat durch das Alter den Alkohol verloren.“ Emma und Wilm stimmten ihm zu, und da sie nun alle drei in der gleichen übermütigen Stimmung waren, tranken sie auch die zweite Flasche des alten, schweren Weines aus. Sie merkten gar nicht, wie die Fröhlichkeit langsam bei ihnen zum Durchbruch kam. Dr. Einars vornehmes, würdiges Gesicht begann sich zu wandeln. Mit einem versteckten Schmunzeln begann es, bis es sich schließlich zu einem vergnügten Grinsen wandelte. Und lustig wurden sie dann. Noch nie hatte der Garten Menschen so herzlich lachen gehört, wie an diesem Abend. Die beiden Brüder kramten alte Erlebnisse aus ihrer Jugendzeit hervor und fanden in Emma eine dankbare zuhörerin. Wilm sagte plötzlich:„Ich weiß nicht, was mit mir los ist. So vergnügt war ich meinen Lebtag noch nicht; ob wohl der Wein daran schuld ist?“ „Sicher ist der Wein die Ursache", erwiderte Dr. Einar tiefgründig, und Emma fügte hinzu:„Am Ende haben wir alle einen kleinen Schwips.“ Da sahen sich alle drei erstaunt an und brachen wie auf Kommando in ein lautes Lachen aus. „Einen Schwips“, sagte Dr. Einar nachdenklich,„so ist also ein Schwips. Du, Wilm, ob der wohl die Ursache unserer Lustigkeit ist?“ 5. Im„Hotel zur Post“ war wirklich alles mustergültig in Ordnung. Frau Elisabeth Goldmacher, die auf dem Posten war, bis sie sich legte und ganz still einschlief, hatte jedes kleine Uebel immer sofort abgestellt. Und es war gut so, denn das erwies sich immer als das richtige und war billiger, als wenn man erst eine große Reparatur zusammenkommen ließ. Das Hotel lag am Rande der Stadt, also etwas abseits, aber die Frequenz war immer eine ausgezeichnete gewesen, denn die große Zahl der Stammgäste wußten, daß sie im Hotel gut aufgehoben war. Als Tante Elisabeth fühlte, daß sie sterben würde, rief sie den Oberkellner Franz Schrattner, die Köchin Elise Kolbe, eine ziemlich kompakte Frau in den Vierzigern, und den alten Hausdiener Krischan Enderlein an das Bett und bat sie herzlich, weiter ihre Pflicht zu tun, bis der neue Erbe über das Hotel bestimme. Sie versprachen es ihr mit Tränen in den Augen. Das war nun zehn Wochen her. Der Oberkellner Franz fühlte sich mit einem Male als Herr. Er, der sonst so fleißige Mensch, wurde nachlässig, behandelte die anderen von oben herab, und die Gäste waren alles andere denn zufrieden. Zum Ueberfluß überwarf er sich mit der Köchin, die beleidigt ging, und die engagierte neue Kraft bereitete das Essen mehr schlecht als recht. Das vertrugen aber die Gäste nicht, und mancher mied das Hotel. Die großspurige Art des Oberkellners— der, wie der Pikkolo Fritz meinte, den Koller habe— fiel allen auf die Nerven. Der Hausdiener Krischan trollte heute sehr mißvergnügt nach dem Bahnhof. Die Saison hatte nun begonnen— wenn auch nur die Vorsaison— und die Besetzung des Hotels ließ sehr zu wünschen übrig. Wie sollte das werden? Und daran war nur der verfluchte Windhund, der Oberkellner Schrattner schuld. Der vergraulte ja alle, und die Küche lieferte wirklich einen Fraß, der keinem mehr recht schmeckte. Als der Zug einfuhr, mußte er unwillkürlich an Frau Elisabeth denken. War das ein Zuck in dem Hotel, alles klappte, daß man seine Freude daran haben konnte. Und jetzt...! Er selbst versah seinen Dienst ohne rechte Freude. Gleichgültigkeit befiel ihn denn er war zu alt, um dem Uebel zu steuern. Und wie ihm der Herr Justizrat gesagt hatte, sollten jetzt die beiden Neffen das Hotel übernehmen. Die kannte er. Aber die eigneten sich doch kaum dazu, die überfuhr doch der gewandte Schrattner, wie er wollte. Plötzlich fuhr er zusammen, denn eine große, sehr nette Dame in den Vierzigern, mit guten, aber energievollen Zügen, stand vor ihm. „Hotel zur Post?“ fragte sie. Enderlein bejahte eifrig:„Jawohl, Madamchen!“ Die Frau lächelte und fragte:„Ist das so Ihre Gewohnheit, die Leute so anzureden?“ „Nee, Madamchen... nur... die Damen. Aber wenn... ich kann auch gnädige Frau sagen!“ „Haben Sie nicht nötig, Johann!“ Krischan..!“ „Ich sage Johann! Ein Hoteldiener heißt bei mir immer Johann! Also dann packen Sie mal zu!“ Das tat Krischan auch eifrig und verlud das Gepäck auf einen Handwagen. „Nanu!“ sagte Emma— denn sie war es.„Wo ist denn das Auto?“ „Unser Auto? Ach so. Ja... das hat der Schrattner... ich meine, das ist in Reparatur!“ „Was ist denn los damit? Der Schrattner, das ist wohl der Oberkellner, was?" „Jawohl, Mad... gnädige Frau!“ „Und der hat den Wagen wohl kaputtgefahren?“ Dem alten Krischan wurde angst und bange. Die Frau konnte ja hellsehen. Woher wußte sie es denn? und Augen hatte sie, die drangen bis auf den Grund der Seeie! „Ja, ja“, stotterte Krischan.„Das hat der Schrattner.“ „Dann fahren Sie mal los. Ich laufe neben Ihnen her. Unterwegs fragte Emma, sehr geschickt natürlich, und sie erfuhr, was sie wissen wollte. Krischan tat es förmlich wohl, sich einmal auszusprechen. Emma schmunzelte. Das war ein Fall nach ihrem Herzen. Dem Herrn Schrattner wollte sie es einmal besorgen, und das gründlich. * Emma betrat das Hotel, und Krischan schleppte die Koffer hinauf ins Zimmer. Emma folgte ihm, machte sich erst etwas frisch und ging dann hinunter in das Gastzimmer des Hotels. Dort ging es sehr friedlich zu. An einem runden Tisch saß eine Schar junger Leute, die etwas angetrunken schien, und die mit einem eleganten, schon etwas zur Korpulenz neigenden Herrn würfelte. Es ging sehr laut dabei zu. Emma setzte sich und wartete. Aber niemand kam. Herr Schrattner hatte keine Zeit, hin und wieder rief er einmal nach dem Pikkolo, aber der konnte nicht da sein, denn der Oberkellner hatte ihn zur Post geschickt. Emma wartete. Es machte ihr Spaß. Schließlich fühlte sich Herr Schrattner wohl oder übel verpflichtet, aufzustehen und nach Emmas Wünschen zu fragen. „Sie wünschen?“ fragte er, ein wenig von oben herab, denn Emma war schon aus dem Alter heraus, das ihn interessierte. „Das ist aber nett, daß Sie einmal Zeit für einen Gast haben!“ sagte Emma lächelnd.„Ich dachte, Sie müßten bis zum Abend würfeln!" Der Oberkellner stand einen Augenblick wie erstarrt. Die Sprache Emmas war eindeutig. „Ich verstehe Sie nicht. Ich... den Augenblick konnten Sie doch einmal warten. Wir waren gerade in einer Hänge. „Bitte, Sie können weiterspielen! Ich warte noch, bis ein höflicher Ober kommt, der mich bedient. Ich wünsche von Ihnen nicht bedient zu sein.“ Schrattner sah, wie seine Freunde schadenfroh grinsten, und das brachte ihn in Wut. „Ich möchte doch sehr bitten. Dann können Sie ja in ein anderes Hotel ziehen, wenn es Ihnen bei uns nicht paßt!“ Emma blieb ruhig, sie lächelte sogar, obwohl es in ihr kochte.„Das Hotel gefällt mir ganz ausgezeichnet. Nur Sie als der Ober gefallen mir nicht. Aber ganz und gar nicht. Ich verlange von einem Kellner bedient zu werden, der weiß, was er seinem Berufe, was er seinen Gästen schuldig ist! Verstanden!" Zum Glück für Schrattner kam jetzt der Pikkolo. Schrattner sah in ihm einen Blitzableiter und sagte barsch:„Bediene die Dame!“ Dann zog er sich zurück und setzte sich wieder zu seinen Freunden. Emma sah sich den kleinen Kerl an. Er war wirklich sehr klein, sah aber intelligent aus und machte einen guten Eindruck.„Wie heißt du, Kleiner?“ fragte Emma freundlich. „Fritz, gnädige Frau!“ „Gut. Also Fritz, ich möchte ein Glas Bier und etwas Anständiges zu essen.“ Fritz brachte eilfertig die Speisekarte und ließ dann das Bier ein. Emma aber saß an ihrem Tisch und freute sich, daß nun bald die Bombe platzen sollte. Ein Gast, ein hochgewachsener, schlanker Herr, trat in die Gaststube. Er schien nicht bester Laune zu sein und rief aufgeregt nach dem Ober. Diesmal kam Herr Schrattner sofort und fragte nach den Wünschen des Herrn Assessor. So titulierte er ihn. „Ich möchte die Rechnung haben!" „Aber Herr Assessor wollten doch...“ „Ganz recht, ich wollte vierzehn Tage bleiben, aber es gefällt mir bei Ihnen nicht. Früher... ja, da war es doch eine Lust, ein Vergnügen, hier Gast zu sein. Jetzt muß man es erleben, da... Na, gehört nicht hierher. Ich siedle ins Roß über.“ „Womit waren Sie unzufrieden?" „Mit allem! Mit dem Essen fing es an. Und heute waren um drei Uhr die Zimmer noch nicht aufgeräumt. Das bin ich nicht gewöhnt!" Herr Schrattner war dunkelrot geworden, er suchte nach einer Entgegnung, aber er fand sie nicht. Zum Ueberfluß beugte sich jetzt noch Emma herüber und sagte zu dem Assessor:„Sie haben recht, das Essen ist miserabel. Und das Bier so schlecht gepflegt, daß man sich schämen müßte!" Emma kaute nämlich an einem Rumpsteak, das so hart war, daß sie es mit ihrem ausgezeichneten Gebiß kaum zwang. Jetzt wurde Herr Schrattner wütend, er wollte loslegen, aber bei den ersten Worten unterbrach ihn Emma: „Riskieren Sie nicht eine so große Lippe, Herr Ober! Ich entlasse Sie!" Herr Schrattner war einen Augenblick verblüfft, dann sagte er derb:„Das steht nicht in Ihrem Kalender, alte Dame!“ Emma blieb ruhig. Sie hätte ja dem unverschämten Burschen am liebsten eine runtergehauen, aber sie blieb ganz ruhig und sagte nur:„Frau Elisabeth muß sich ja im Grabe rumdrehen, wenn sie jetzt sehen muß, wie Sie sich geändert haben und was aus dem Hotel zur Post geworden ist. Sie müßten sich schämen. Suchen Sie sich eine andere Stelle. Sie werden heute entlassen.“ Ihre Sicherheit wirkte. Herr Schrattner wußte nicht, was er sagen sollte. „Nun wird es mir aber zu bunt! Wenn Ihnen das Essen nicht schmeckt...!“ „Still, das liegt nicht an meinen Zähnen, daß ich dieses Stück Leder nicht kauen kann sondern an dem Fleisch. Das müßte man auf eine Sohle nageln, aber man kriegt ja die Nägel nicht durch. Und angebrannte Bratkartoffeln, nein, verbrannte, bin ich nicht gewöhnt. Und die zerlassene Butter schmeckt ranzig. Der Salat scheint überhaupt nicht gewaschen zu sein. Das ist ja eine schöne Wirtschaft! Ein Glück, daß es nun bald anders wird!"(Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 288; Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Dezember 1936 Wege zur Nahrungstreiheit HarorichherungelamM Gem-Koichonanrstund Reichsnährstand und Landesbauernschaft Westfalen gaben Aufschluß über den Einsatz der westtalischen Ernährungswirtschaft zur Durchfuhrung des Vierjahresplanes Immer wieder läßt sich die Beobachtung machen, daß Millionen unserer Mitmenschen Problemen des täglichen Lebens oft mit einer Unkenntnis gegenüberstehen, die nicht nur dem mangelnden Willen zugeschrieben werden kann, sich mit naheliegenden Fragen ernsthaft zu beschäftigen. In den meisten Fällen ist diese Unkenntnis nicht einmal gewollt. Sie liegt eher begründet in der Tatsache, daß es auf vielen Gebieten einfach unmöglich erscheint, Ergebnisse von Wissenschaft und Forschung oder ein schriftlich festgelegtes Programm in der praktischen Auswertung durch eigene Inaugenscheinnahme kennenzulernen. Die Land= wirtschaft, oder besser gesagt die Ernährungswirtschaft, sund Samenuntersuchung, mit anschliezählt zweifellos zu den interessantesten Ausschnitten zahlt zweifellos zu ben interessantesten ausschnitten aus diesem Kapitel von der Unkenntnis der großen und hier hat sich bereits der Reichsarbeitsdienst als maßgeblicher Rückhalt für den Bauern eingeschaltet. „Kartoffelmode“ muß beseitigt werden Wieweit nun Erfolg oder Mißerfolg dieser Aufgaben vom Verderb landwirtschaftlicher Erzeugnisse beeinflußt werden können und welche Maßnahmen gerade von der Landesbauernschaft Westfalen zur erfolgreichen Bestreitung des„Kampf dem Verderb“ getroffen wurden, ergab sich auf dem folgenden Vortrag von Professor Dr. Spiekermann, dem Leiter der Westfälischen Anstalt für Pflanzenschutz ßender Besichtigung dieses Instituts. Es ist das erste seiner Art, und die Forschung Dr. Spiekermanns sind Masse. Jeder weiß, welche außerordentliche Bedeutung der richtungweisend für die gesamte deutsche Landwirtschaft Sektor Ernährungswirtschaft im Rahmen des Vierjah= geworden. Darüber hinaus ist Dr. Spiekermann auch resplanes für die Sicherstellung der Ernährung des gesamten deutschen Volkes hat. Das, was bisher vom Reichsnährstand, der Zentralorganisation der deutschen Landwirtschaft, in Verbindung mit deren praktischer Arbeit geleistet wurde und noch geleistet werden soll, kam erst jetzt wieder in den erschöpfenden Reden auf dem Goslarer Reichsbauerntag zum Ausdruck. Aber, wie schon gesagt, das Lesen dieser Reden vermittelt doch nicht restlos die Erkenntnis von der geradezu ungeheuren Kleinarbeit, die vom Reichsnährstand bewältigt worden ist und wird, und die nur durch eine vertrauensvolle Mitarbeit der deutschen Bauernschaft zur größtmöglichen Entfaltung gebracht werden kann. Diese tatsächlich vorhandene Lücke auszufüllen und ihre Schließung vor allem der Stadtbevölkerung zu vermitteln, letztere damit gleichzeitig mehr noch als bisher mit einzuspannen in den Kampf, galt eine Orientierungsfahrt mit Pressevertretern der maßgebendsten Zeitungen der Gaue Westfalen=Süd und=Nord, die Reichsnährstand und Landesbauernschaft Westfalen vor einigen Tagen veranstalteten. Knappe, aufs rein Sachliche zugeschnittene Referate führender Vertreter der westfälischen Hauptabteilungen des Reichsnährstandes und der Landesbauernschaft mit anschließenden Besichtigungen als Ergänzung nach der praktischen Seite, also der Durchführung, vermittelten eine Fülle von geradezu überraschenden Ergebnissen einer Gemeinschaftsarbeit auf westfälischer Erde, die hier in allgemeinverständlicher Form der Industriebevölkerung zur Kenntnis gebracht werden soll im Sinne der Erziehungs= und Aufklärungsarbeit der Presse im nationalsozialistischen Staat. Ziele der westfälischen Landwirtschaft Etwa 30 Schriftleiter westfälischer Zeitungen konnte Landesbauernführer Habbes in Münster, dem Ausgangspunkt der Fahrt, im Hause der Landesbauernschaft begrüßen, ihnen den Dank für bisher geleistete Unterstützung aussprechen und um verstärkte neue Mitarbeit bitten. Seine Dankesworte leiteten über zum Referat des Vertreters der Landesbauernschaft Landwehrmeier über die Aufgaben der neuen Erzeugungsschlacht im Rahmen des Vierjahresplanes. Er stellte die zwingende Notwendigkeit voran, in kürzester Zeit erheblich mehr als 80 Prozent der Ernährung aus eigener Scholle zu decken. Welch äußerste Anspannung aller in der Landwirtschaft vorhandenen Kräfte hierzu notwendig ist, vermag allein die Feststellung zu erhärten, daß in den beiden letzten Jahren über eine halbe Million Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche für die Förderung des Verkehrs und die Wehrhaftmachung im Rahmen des Neuaufbaues des Reiches der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen und weitere 100 000 Hektar der Produktion von Rohstoffen zugeführt wurden, die früher nicht oder nur in geringem Umfange im Anbauplan zu finden waren. Allein die entzogene Nutzfläche entspricht der Hälfte des Flächenausmaßes der Provinz Westfalen. Die große Aufgabengruppe, die in diesem Zusammenhang die westfälische Landwirtschaft zu bewältigen hat, besteht zunächst in einem großzügigen Meliorationswerk. Von den 1,25 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche der Provinz Westfalen werden rund 775 000 Hektar im Ackerbau und rund 475.000 Hektar als Grünland genutzt, während an unkultivierten Mooren und noch kulturfähigem Oedland insgesamt nur noch rund 45.000 Hektar vorhanden sind. Rund 200 000 Hektar dieser Gesamtfläche müssen nun durch Umlegung in eine günstigere Form der Bewirtschaftung gebracht werden. Auf mindestens 160 000 Hektar muß durch Drainage des Ackers oder des Grünlandes eine Regelung des Grundwasserstandes erfolgen, neben den erforderlichen Fluß= und Bachregulierungen zur Beschaffung der Vorflut sowie geeigneter Bewässerungsanlagen, Parallel hiermit geht die Steigerung der Intensität. also des Ertrages, der bewirtschafteten Flächen. Eine zweckmäßigere und forcierte Düngung hat hier einzusetzen. Hand in Hand damit hat die Ertragssteigerung der Grünlandwirtschaft zu gehen, denn von den etwa 30 Prozent der westfälischen Grünlandfläche sind nur 10 Prozent am Gesamtertrag beteiligt. Eine nicht minder wichtige Aufgabe liegt in der gesteigerten Gewinnung eiweißreicheren Saftfutters bzw. dessen Konservierung in den Gärfutterbehältern. in den sogenannten Silagen. Die Erhaltung und Steigerung des Rindviehbestandes ist hier das Ziel. Von Oktober 1934 bis Oktober 1936 stieg in Westfalen und Lippe der Gärfutterbehälterraum von 50 000 Kubikmeter auf 240.000 Kubikmeter. Umgerechnet auf die Betriebe, waren es 1934 knapp 1000 und 1936 über 7000. Die Lösung des Fett= und des Faserproblems wiederum läßt sich nach den Worten des Redners finden in dem vermehrten Anbau von Oelsaaten. Raps. Rübsen, Lein und Hanf sowie durch Ausdehnung des Anbaues von Kartoffeln zur Beschaffung von Futter zur Mästung' der Schweine. Auch ewessen der geistige Vater des Kampfes gegen den Verderb, Zeit bereits 400 solcher Anlagen. Dem Kornkäfer, einem weiteren Schmarotzer, geht man zur Zeit ebenfalls verstärkt zu Leibe. Wiederholt unterstrich Dr. Spiekermann in seinen Ausführungen die erfreulichen Ergebnisse der Aufklärung der Landesbauernschaft bei den Bauern. Die Erbhofbäuerinnen würden in erster Linie durch Frauen aufgeklärt. So hält zum Beispiel eine Mitarbeiterin des Instituts für Pflanzenschutz und Samenuntersuchung Vorträge über die Bekämpfung der die Räucherwaren zerstörenden Milbe. Mit einem handlichen Apparat werden die Aufbewahrungsorte vergast. Selbst kleine landwirtschaftliche Betriebe verzeichnen heute noch einen Jahresverlust durch die Milbe in Höhe von 70 bis 80 RM. Zusammenfassend nahm man aus diesem Teil der Fahrt den Eindruck mit, daß die Gemeinschaftsarbeit von Wissenschaft und Reichsnährstand, unterstützt durch den persönlichen Kräfteeinsatz der landwirtschaftlichen Bevölkerung, bereits erNausladen, das Gellredelan! ElEk MEHL BUCHE Wie bewahrt man vor Verderb? Milch in geschlossenem. trockenem Topf holen, damit unterwegs nicht Fliegen oder Bakterien mit ihr in Beröhrung kommen und rasche Verdstbals herbeiführen. Zum Abkochen stets den gleichen Topf versenden und ihn vor dem Kochen der Mlich mit haltem Wasser ausspdlen. Anbrennen wird dadurch verhindert. An warmen Tagen die Mich sofort abkochen und schnel abköhlen. Bei angebrochener Dosenmich darauf achten, daß das Luft- und Uuagelch eon datl. Butter und Fette Butter gehört in ein zugedecktes, undurchsichtiges Seiäh, Die Tonbstterdose mit Wassertchlung erhält besonders frisch. Fate in Steinguttögfen aufbewahren. Käse wird unter eine Käseglocke oder in einen gut zugedeckten Steinguttopt gelegt, Harikäse, r. 8. Emmentaler, wic zum Frischhalten in ein mit alz- oder Essig Fliecru ChRANg Käsegloch 7. B. Emmentaler. Esslgwasser angefeuchtetes seuberes Tuch geschlagen. SeizQuarg schmeckt am besten frisch. Aufbewahrt hält er eich kurze Zeit wischen zuel Tellem oder in einer fest zugedekten Schöasel am köhlen Ort. Eier stellt man in den Eierständer u. dreht sie des ötteren um. Sehr zweckmäßig ist das Eierrad. Zum Einlegen nur aaubere, volfrische Eier vervenden! Fleisch mus gleich nach dem Einkauf aus dem Papier gewickelt und auf Porellan oder Emaile gelegt werden. Es lst unbedingt vor Fliegen zu schötzen. Wird es erst am nächsten Tage vernendet, soll es von allen Seiten gut angebraten und dann kühlgestellt oder in ein mit Essigwasser angefeuchtetes sauberes Tuch gewickelt u. köhl und luftig aufgehängt werden. Fleisch nimmt koinen Essiggsschmack an, und Fliagen scheven den Eaeiggeruch. Fielsch nicht unmittelber auf Eis lagen, denn dieses ist nicht keimfrel. KARTOFFEIN LUETIGER FALKTE LEICLEEVEROERBLCHE E U KOPL CHRAAK BUTTER ∆ 0 WURZELN IM JANOE OSIT LORoER eben auf Grund seiner Forschungsergebnisse. Sein hebliche Erfolge aufzuweisen hat. Ein anschließender hier beweisen Zahlen die gemachten Auch Fortschritte. Vortrag richtete sich in gleicher Weise an Erzeuger wie an Verbraucher und dabei in erheblichem Maße an unsere Hausfrauen. Ein besonderer Kampf gilt der Braunfäule bei der Kartoffel, die sich in den braunen Flecken bemerkbar macht und die gerade in diesem Jahr unsere Kartoffelernte außerordentlich stark befallen hat. Der Urheber ist ein Pilz, der die Kartoffel derart angreift, daß sie in kurzer Zeit für die menschliche Ernährung unbrauchbar wird. So hat uns den Steckrübenwinter im Jahre 1916 in allererster Linie die Braunfäule beschert, die die damalige Kartoffelernte fast restlos vernichtete und uns zwang, bei der Unmöglichkeit der Einfuhr genügender ausländischer Kartoffelmengen zur Steckrübe zu greifen. Auch heute noch verlieren wir durch die Braunfäule 10 Prozent der Jahresernte an Kartoffeln, obwohl inzwischen der Kampf gegen diesen Schmarotzer mit Chemikalien erfolgreich aufgenommen worden ist. Vorerst muß jedoch der Verbraucher gerade in diesem Winter durch trockene Lagerhaltung für die Erhaltung seiner Bestände Sorge tragen. Der geringe Anfall der diesjährigen Obsternte geht gleichfalls auf die Braunfäule zurück. Während man auf der einen Seite dem Bauer die Kartoffelernte, soweit sie für tierische Fütterung notwendig ist, sichern hilft durch die Zurverfügungstellung von Kartoffeldämpfmaschinen, ist die wissenschaftliche Forschung auf der anderen Seite bestrebt, durch Züchtung krebsfreier Sorten eine Steigerung des Ertrages nicht mehr anfälliger Kartoffeln zu ermöglichen. So ergab sich aus dem Rundgang durch die Anstalt, daß man bisher bereits 150 000 bis 200 000 Sorten krebsfreier Kartoffeln durchprobiert hat. Allein 600000 Zentner Kartoffeln wurden zu diesem Zweck im Institut im laufenden Jahre untersucht. Eine Anpflanzung nur krebsfreier Kartoffeln würde die jährliche Ernte um 20 bis 30 Prozent steigern. Schon heute wird durch Unterstützung mit staatlichen Mitteln die Anpflanzung gefördert. Einhergehen muß allerdings auch ein Wandel im Geschmack der Kartoffelesser. Es ist eine Voreingenommenheit der Hausfrau, die krebsfreie Kartoffel aus geschmacklichen Gründen abzulehnen. Professor Dr. Spiekermann prägte hier das Wort von der Kartoffelmode, die beseitigt werden müßte, wobei er an die Einsicht der Hausfrauen appellierte. Zum Beispiel sei die sogenannte Industrie eine Kartoffel, die keine besondere Qualität aufweise, aber gerade hier im Westen stark bevorzugt würde. Weiter erfuhr man aus den Darlegungen des Forschers, daß immer noch bis Besuch der Landwirtschaftsschule in Münster gab einen interessanten Einblick in die Schulung des westfälischen Bauernnachwuchses, der heute noch auf der Basis der Freiwilligkeit durchgeführt wird, während eine Pflichtschulung, die angestrebt wird, die praktische Seite erheblich fördern würde. Pionierarbeit auf dem Exbhof durch Vernunft und Disziplin ausgeglichen werden. Die Widersacher der Marktordnung führen ins Feld, daß sie die Ware verteuere. Dieser Vorwurf ist nicht nur zurückzuweisen, vielmehr muß eher das Gegenteil festgestellt werden. Denn die Marktordnung sichert eine gerechte Entlohnung aller an der Erzeugung und Verteilung Beteiligten, ebenso wie sie die Uebervorteilung der Verbraucher verhindert. Durch die Ablieferungspflicht der Erzeuger ist die Belieferung des Marktes sichergestellt, durch die Vorratswirtschaft wird die Unabhängigkeit vom Weltmarkt erreicht. Durch die weitere Steuerung der Verteilung werden zwar die faulen Nutznießer in Gestalt der Spekulanten und Schieber ausgeschlossen, aber für alle anderen gerechte und mittlere Preise gesichert. Vom Standpunkt der Ernährung des Volkes läßt sich die Marktordnung ebensowenig als ein Eingriff in die freie Wirtschaft bezeichnen, wie man die polizeiliche Verkehrsordnung als einen Eingriff in die persönliche Freiheit empfindet. Oberstes Ziel aller Bestrebungen auf diesem Gebiet aber ist die soziale Gerechtigkeit. Der Geflügelwagen seizt sich durch Dieser Vortrag leitete über zu neuen Besichtigungen. In Hamm war es die Lehr= und Versuchsanstalt für Geflügelzucht. Am Rande einer Großstadt mit rein industriellem Charakter vermutet man nicht eine Großanstalt von solchen Ausmaßen. Die verschiedensten Arten von Kleinvieh werden hier gezüchtet mit dem Ziel, die besten Sorten ausfindig zu machen. Eine wahre Fundgrube für den Kleintierhalter. Wir erfuhren, daß die Leghornrasse immer noch die beste ist, da hier die größte Legefreudigkeit beobachtet werden konnte. Die Hähne dieser Rasse stehen hoch im Preise. Erst kürzlich hat man sich einen neuen zugelegt und dafür über 300 Reichsmark zahlen müssen. Man sagte uns weiter, daß es den landwirtschaftlichen Geflügelzüchtern schon gelungen sei, die Leistungen ihrer Hennen um je 40 Eier pro Jahr zu erhöhen, während bei den städtischen Geflügelzüchtern die Erhöhung je Henne pro Jahe gerechnet nur 20 Eier betrage. Entsprechend diesen Ergebnissen ist man dazu übergegangen, den Schwerpunkt der Geflügelzüchterei von der Stadt wieder auf das Land zurückzuverlegen, weil dort die Futtermittelbeschaffung eine leichtere, aber auch billigere ist. Etwas Neues stellt der gezeigte Geflügelwagen dar, um dessen weiteste Einführung der Reichsnährstand gegenwärtig bemüht bleibt. Mit Hilfe dieser Wagen können die Hühnervölker des Bauern nach der Erntezeit auf die oft entfernt gelegenen Ländereien gebracht werden, um sich dort, z. B. auf Stoppelfeldern, ihre Nahrung zu suchen. Somit werden bisher verkommende Erntereste nutzbringend verwandt. In den Kaninchenställen der Hammer Anstalt entdeckte man Versuche zur bestmöglichen Verwertung der anfallenden Kaninchenwolle. Man hält die Tiere nicht mehr auf Strohboden oder dergleichen, sondern läßt sie auf Drahtgeflecht ruhen, das einige meter über dem eigentlichen Stallboden angebracht ist. Die Ausscheidungen der Tiere können so nicht mehr das Fell verschmutzen und die Wolle braucht kaum noch gewaschen zu werden. Die gleichen Versuche werden mit Gänsen angestellt. Man will die Federn so sauber wie möglich erhalten. Nachteilige Folgen dieser Tierhaltung haben sich bisher nicht herausgebildet. Man erwartet sie auch nicht mehr. Praktischer Kampf dem Verderb Den Abschluß des Tages bildete schließlich der Aufenthalt in Dortmund, der einen Besuch bei dem In gleicher Weise interessant gestaltete sich dann Lebensmittel= Einzelhandelsgeschäft die Besichtigung des Erbhofes von Caspar Kämmerling, im Metzgereibetrieb StölRoeren=Schotte in Sendenhorst. Der Erb=ting, und in den Dortmunder MühlenwerPoeren=Schotte in. Sendenhorf,„Der Erb, Tau brachte. Abermals mannigäatzig;, iaum geahgte hofbauer, ein echter Wenfale, Pionier im Sinne der Finhrücke vom Kampf dem Perderb gesehe ährstandsarheit guf westfälischem Goban amy- Eindrücke vom Kampf, dem Verderb, gesehen aus der Reichsnährstandsarbeit auf westfalischem Boden, emp= Perspektive des Handels, des Handwerks und des beifing uns im Hofe seines Anwesens und gab erschöp= nahe rein industriellen Mühlenbetriehes. Auch hier difende Auskunft über seine praktischen Erfahrungen bei der Mobilisierung der landwirtschaftlichen Erzeugerarbeit. Besonders aufschlußreich war das Gehörte und Gesehene über die Lösung des Futterproblems mit Hilfe der Konservierung von Grünfutter in den Silos. So hat sich zum Beispiel auf diesem Hofe durch die Silage der Anbau von Futterrüben erheblich vermindern lassen. Die frei gewordene Fläche konnte dem Ackerbau zugeführt werden, wobei allein schon durch den Feldfutterbau und durch den Zwischenfruchtbau eine Steigerung der Erträge möglich war. Von den Tieren wird das Silofutter, entsprechende sorgfältige Einsäuerung vorausgesetzt, gern gefressen. Weiter erfuhr man, daß neuerdings von der Fleischschweinmästung abgegangen worden ist zugunsten der Fettschweinmästung. Einige prächtige Sauen im Gewicht von je etwa 500 Pfund waren ein Beweis für diese Umstellung zur Lösung des Fettproblems. So hat die einzigartige Stellung, die das Erbhofgesetz dem deutschen Bauern verlieh, auf diesem Erbhof schon großartige Früchte getragen. Denn heute handelt es sich darum, an die Stelle des nur privatwirtschaftlich eingestellten Betriebes den volkswirtschaftlich erzeugenden Hof zu setzen. Ohne Zwang, nur geleitet von dem Willen zur freiwilligen Mitarbeit am Gesamtwohl einer Nation. nahe rein industriellen Muhlenbetriebes. Auch hier die verantwortlichen Männer Pioniere im Rahmen der Arbeit des Reichsnährstandes. Es gibt wohl in Westfalen kaum derartige Musterbetriebe. Waren es bei Kämmerling die erstklassig durchorganisierte Lagerhaltung in Räumen mit isolierten Wänden und Decken sowie eine beispielhafte Entlüftung für die lagernde Ware, so fielen bei Stölting, einem Betrieb mit über 20 Fachleuten des Metzgerhandwerks, die peinliche Sauberkeit und die Trennung jedes Arbeitsvorganges, wie Fleischzubereitung, Wursterei, Räucherei usw., auf. Die schnelle Aufwärtsentwicklung im Umsatz beider Unternehmen darf ohne weiteres auf diesen vorbildlichen Aufbau, verbunden mit der Anbietung nur erstklassiger Ware, zurückgeführt werden. Sie ist anderseits aber möglich geworden und für die Zukunft auch nur aufrechtzuerhalten durch den Willen ihrer beiden Inhaber, selbständig nach Kräften der Notwendigkeit des Schlachtrufs „Kampf dem Verderb“ Folge zu leisten. Die Reihen der Pioniere aus Handel und Handwerk werden zweifellos dichter aufschließen, wenn auch in diesen Zweigen der deutschen Ernährungswirtschaft der Wille zu positiver freiwilliger Mitarbeit wächst und in der praktischen Mitarbeit seinen Niederschlag findet. 99=Haut. 392s waren es schon%¾4 Heftar während zu 5 Prozent der Getreideernte durch den Pilz Schneangegaur, 1936 waren es schon 1574, Hektar, währeng, schimmel verlorengehen, was sich zum Beispiel durch der Anbau von Flachs im gleichen Zeitraum von 50 Hektar auf 1934 Hektar stieg. Der Wille zur Mitarbeit unserer westfälischen Bauern ist jedoch nur erfolgversprechend bei einer Lösung der Arbeiterfrage, schimmel verlorengehen, was sich zum Beispiel durch Westfalen führend im Lohnreinigungsverfahren mit Hilfe von Beizanlagen. In der Provinz arbeiten zur eine Saatreinigung vermeiden läßt. Auch hier ist Was will die Marktordnung! Die Fahrt ging weiter nach Hamm, wo am frühen Nachmittag Stabsleiter Schoenbeck zum Thema Ernährungssicherung sprach und sich dabei in der Hauptsache mit der Kritik an der Marktordnung auseinandersetzte. Seine mit überzeugender Kraft zum Vortrag gebrachten Gedankengänge verdienen gleichfalls in ihren wesentlichsten Teilen wiedergegeben zu werden. Nach den Worten des Redners ist es grundsätzlich abwegig, die Marktgestaltung von unvernünfWir haben versucht, die mannigfaltigen Eindrücke der Orientierungsfahrt, untermauert durch die ausgezeichneten Vorträge der Mitarbeiter der Landesbauernschaft bzw. der Vertreter vom Reichsnährstand Gebiet Westfalen, hier dem Verbraucher, aber auch dem Erzeuger sowie dem Handel und dem einschlägigen Handwerk zu erläutern. Wir glauben, damit zu unserem Teil dem mit der Fahrt verbundenen Gedanken der Werbung im Sinne der Zielsetzung des Reichsnährstandes: Erringung der Nahrungsfreiheit im Rahmen des Vierjahresplanes, neuen Auftrieb gegeben zu haben. Dabei fühlen wir uns abschließend auch verpflichtet, Dr. Keim von der Landesbauernschaft Münster den besonderen Dank austigen und unbegründeten Wünschen des Verbrauchers zusprechen für die geschickte Organisierung der Reise und abhängig zu machen. Etwaige Schwierigkeiten müssen ihre wohlgelungene Durchführung. 55 Seite 8 Nr. 288 7 Bochumer Anzeiger# Mittwoch, 9. Dezember 1936 Die iebenden„Woien Einzigartig dastehende Versicherungsschwindeleien und Handelskammer Köln, Dr. Karl Georg Schmidt, zum Oberbürgermeister der Stadt Köln berufen. Oberbürgermeister, RSKK.=Standartenführer Dr. K. G. Schmidt, wurde am 29. März 1904 in Ehrungsdorf bei Weimar geboren. Nach Besuch der Gymnasien in Hanau und Eisenach studierte er Wirtschafts= und Sozialwissenschaften an der Universität Frankfurt a. M und machte während der ersten vier Semester eine praktische kaufmännische Lehre durch. Im Jahre 1926 erhielt er das kaufmännische Diplom und promovierte 1927 zum Dr. rer. vol. Nach einer praktischen Tätigkeit sowohl als Arbeiter wie auch als kaufmännischer Angestellter bei der I. G. Farbenindustrie in Bitterfeld, war er von Oktober bis Dezember 1928 als Direktionssekretär bei einer Finanzierungsgesellschaft in Frankfurt a. M. tätig und übernahm dann im Jahre 1929 die Geschäftsführung des Westdeutschen Verbandes der Uhrmacher und Goldschmiede Köln. Nach der Machtübernahme wurde er als Staatskommissar für sämtliche Handels= und Handwerkskammern im Rheinland bestellt. Außerdem übernahm er im März 1933 das Amt eines kommissarischen Beigeordneten für das Wirtschaftsdezernat der Stadt Köln. Im Juli 1933 erfolgte seine Berufung zum Hauptgeschäftsführer der Industrie= und Handelskammer Köln, die durch seine Tätigkeit wieder eine der bedeutendsten deutschen Handelskammern wurde. Gleichzeitig war er Geschäftsführer der Wirtschaftskammer Rheinland. Aus dem politischen Werdegang des neuen Oberbürgermeisters ist hervorzuheben, daß er schon im September 1923 der NSDAP. beitrat. Er bekleidet zur Zeit das Amt des Gauwirtschaftsberaters und leitet das Amt für Handwerk und Handel. Dr. Schmidt, der Träger des goldenen Ehrenzeichens der NSDAP. und des Ehrenzeichens des Gaues Hessen=Nassau=Süd ist, gehört seit der nationalen Erhebung dem Kölner Gemeinderat und seit der letzten Wahlperiode dem Reichstag als Mitglied an. Dr. Schmidt wird, wie er einem Vertreter des DNB. erklärte, zukünftig von seinen bisherigen Aemtern nur das des Gauwirtschaftsberaters beibehalten. Sein bisheriger Stellvertreter als Hauptgeschäftsführer der Industrie= und Handelskammer Köln, Eggermann werde bis zur endgültigen Entscheidung über seine Nachfolgerschaft die Geschäfte der Kammer führen. In einem Gespräch mit dem Kölner Vertreter der „RWZ.“ erklärte Dr. Schmidt, er lege größten Wert auf Anregungen aus allen Schichten der Bevölkerung und auf eine möglichst eingehende und schnelle Resonanz der öffentlichen Meinung durch die Presse. Auch die Sitzungen der Ratsherren werde er, soweit es eben angängig sei, öffentlich abhalten, um so eine fruchtbringende Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Bevölkerung zu sichern. Oberbürgermeister Dr. Schmidt erklärte zum Schluß:„Ich wünsche positive Kritik, weil ich auf Anregungen größten Wert lege. Die Türen der Stadtverwaltung stehen für die Presse jederzeit offen.“ Treue bericht Kamerarschaft innseraacht Zuchthaus für einen ungetreuen Rechtsanwalt Dortmund, 8. Dezember. Die Große Strafkammer in Dortmund hatte sich in zweitägiger Verhandlung mit Versicherungsschwindeleien zu befassen, die bisher einzigartig dastehen. Angeklagt waren der 25jährige Walter Wegmann, der 21jährige August Goldbeck, der 26jährige Werner Piontek, der 32jährige Willi Gatte, der 23jährige Rudolf Rattay, der 20jährige Siegfried Piontek und der 18jährige Herbert Böckermann. Die Angeklagten waren mit Ausnahme von Gatte bei einer Versicherungsgesellschaft teils im Innen= und keils im Außendienst tätig. Von den im Außendienst tätigen Angestellten wurden vom Frühjahr 1935 an zunächst Einzelversicherungsanträge und später auch Kollektivversicherungsanträge eingereicht. Um das Schwindelgeschäft aber noch einträglicher zu gestalten, ließ man auch angeblich Versicherte sterben. Dieses Geschäft ging so vor sich, daß man Sterbeurkunden und die sonst notwendigen Papiere fälschte und sogar ein Verfahren erfand, mit dem die behördlichen Stempel nachgemacht wurden. Insgesamt haben die Angeklagten in einem Jahre der Gesellschaft einen Schaden von etwa 20 000 Reichsmark zugefügt. Das einträgliche Geschäft wurde durch das Finanzamt aufgedeckt. Diesem war die Anzeige über die Auszahlung des Sterbegeldes für einen angeblich Verstorbenen entsprechend den bestehenden Vorschriften gemacht worden. Bei der Nachprüfung mußte das Finanzamt die Feststellung machen, daß der als tot gemeldete Versicherte sich noch ungetrübt seines Daseins freute. Das Urteil lautete wegen fortgesetzter gemeinschaftlicher gewinnsüchtiger öffentlicher Urkundenfälschung und fortgesetzten gemeinschaftlichen Betruges gegen Wegmann auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis, gegen Goldbeck und Werner Piontek auf je zwei Jahre Gefängnis und gegen Gatte auf neun Monate Gefängnis. Rattay erhielt wegen Beihilfe zur Urkundenbeseitigung vier Monate und Siegfried Piontek drei Wochen Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. Im übrigen wurde die erlittene Unterluchungshaft voll in Anrechnung gebracht. Neuer Oberbürgermeister in Köln Dr. Riesen übernimmt Sonderauftrag im Rahmen des Vierjahresplanes.— Dr. K. G. Schmidt zum Nachfolger ernannt Köln, 8. Dezember. Der Oberbürgermeister der Hansestadt Köln, Dr. Riesen, hat im Rahmen des Vierjahresplanes einen Sonderauftrag in Berlin übernommen. Um sich hierfür frei zu machen, hat er um Enthebung von seinen Amtsgeschäften als Oberbürgermeister gebeten. Der Reichs= und preußische Minister des Innern hat diesem Antrag stattgegeben und auf Vorschlag des Gauleiters in Köln als Beauftragten der NSDAP. den Hauptgeschäftsführer der IndustrieKleve, 8. Dezember. In sechs Verhandlungstagen beschäftigte sich die Klever Große Steafkammer unter Vorsitz von Landgerichtsrat Frenken mit dem Notar und Rechtsanwalt Max Neuy aus Emmerich, dem die Anklage verschiedene Fälle von Parteiverrat, Untreue und Betrug, begangen in der Zeit von 1925 bis 1932, vorwarf. Besonders erschütternd erscheinen die Fälle heute, da sie von dem Angeklagten zum Teil in Verbindung mit jüdischen Anwälten und mit zweifelhaften Persönlichkeiten eingegangen sind, von denen er später brutal erpreßt und um sein ganzes Vermögen gebracht wurde. Neuy hatte sich in zwei Fällen des erschwerten gerichtlichen Parteiverrats dadurch schuldig gemacht, daß er als Rechtswahrer auch der Gegenpartei pflichtwidrig gedient und dadurch der eigenen Partei Schädigungen zugefügt hat. In drei Betrugsfällen hatte der Angeklagte ferner unter Verschweigung seiner katastrophalen finanziellen Verhältnisse von gutgläubigen Berufskameraden Darlehen angenommen, die er nicht zurückzahlen konnte. Bei weiteren Fällen war die Strafverfolgung inzwischen verjährt. Der Vertreter der Anklagebehörde, Gerichtsassessor Raeder, betonte u.., daß der Angeklagte das Ansehen des Rechtswahrerstandes gröblich mißbraucht und untergraben habe.— Staatsanwaltschaftsrat Dr. Plaum beantragte nach Feststellung zahlreicher Unredlichkeiten unter Befolgung des bereits ergangenen Urteilsspruchs der Disziplinarkammer eine Gesamtstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus. Der Angeklagte, der seine Sache selbst vertrat, bat um Freisprechung. Der Vorsitzende verkündete folgendes Urteil: Der Angeklagte Neuy wird wegen schweren Parteiverrats in einem Falle und Betrugs in drei Fällen unter Freisprechung im übrigen zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr sechs Monaten verurteilt. Wegen Fluchtverdachts wurde Haftbefehl ausgesprochen. Die Urteilsbegründung betont, daß hier ein Notar und Rechtsanwalt in unglaublichem Maße die Treue verletzt und das Vertrauen der Kameradschaft mißbraucht habe. Der Tragweite seiner unehrenhaften Handlungen hätte sich der Angeklagte bewußt sein müssen. Treffen der deutschen Kleintierzüchter zur 4. Reichskleintierschau in Essen. Essen, 7. Dezember. In Verbindung mit der 4. Reichskleintierschau in den Essener Ausstellungshallen fanden sich die Kleintierzüchter und=halter aus allen Gauen Deutschlands zu zahlreichen, stark besuchten Fachgruppentagungen zusammen. Den Höhepunkt brachte die große Kundgebung des Reichsverbandes deutscher Kleintierzüchter, zu der sich am Samstag abend mit den Kleintierzüchtern und =haltern zahlreiche Vertreter von Staat und Bewegung, der Behörden und Verbände, im Essener Städtischen Saalbau zusammengefunden hatten. Verbandspräsident Vetter rief noch einmal die deutschen Kleintierzüchter und=halter zum geschlossenen Einsatz und zur rückhaltlosen Mitarbeit an der Erfüllung der Aufgaben des Vierjahresplanes auf. Als Anreiz für die Bestrebungen nach Leistungssteigerung, Vermehrung und Verbesserung der Kleintiererzeugnisse werde der Reichsverband für alle Fachgruppen wertvolle Wanderpreise zur Verfügung stellen. Dem Generalsekretär der internationalen Vereinigung für Geflügelwissenschaft, Dr. te Hennepe(Holland), der sich um die Durchführung des so erfolgreichen Weltgeflügelkongresses in Leipzig Verdienste erworben hat, überreichte Verbandspräsident Vetter eine Ehrengabe. Dr te Hennepe dankte herzlich und fand lobende Worte für die deutsche Kleintierzucht und ihre Ausstellungen, von deren hohem Stand die Essener Ausstellung beredtes Zeugnis ablege. An den Führer und an Reichsminister Darré wurden Telegramme gesandt, in denen die deutschen Kleintierzüchter restlosen Einsatz im Kampf um die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes geloben. Großfeuer auf einem Gutsbof in Gelsenkirchen— Große Erntevorräte vernichtet. Aus bisher noch nicht geklärter Ursache geriet in den frühen Morgenstunden des Montag das Wirtschaftsgebäude des an der Gelsenkirchen=Essener Grenze gelegenen Gutshofes Rhein=Elbe in Brand. In den umfangreichen Erntevorräten fand das schnell sich ausbreitende Feuer reichlich Nahrung. Die Feuerwehren der Zeche„Rhein=Elbe“ und der Stadt Essen gingen den Flammen energisch zu Leibe. Das Vieh konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden: auch wurden aus dem brennenden Gebäude große Erntevorräte ins Freie geschafft. Dennoch wurden mehrere hundert Zentner der neuen Ernte— Weizen. Gerste. Heu, Stroh usw. — sowie landwirtschaftliche Geräte und Maschinen ein Raub der Flammen. Das Wirtschaftgebäude brannte zum größten Teil bis auf den Grund nieder. Die volizeilichen Ermittlungen über die Entstehungsursache des Brandes sind noch im Gange. Rtate Pirptpergrunt gegen den Juden Frankfurter, den Meuchelmörder Gästiosse Links: Das ist der Jude David Frankfurter, der den Landesgruppenleiter Gustloff in seiner Wohnung am Abend des 4. Februar meuchlerisch ermordete.— Rechts: Der ermordete Landesstellenleiter der NSDAP., Wilhelm Gustloff. Nächste Bildreihe: Links: Blick in das Zimmer, in dem Landesstellenleiter Gustloff von dem Juden Frankfurter ermordet wurde. Wilhelm Gustloff stand zwischen Stuhl und Tisch, als Frankfurter aus dem Sessel, von dem man im Bilde vorn links eine Ecke sehen kann, die tödlichen Schüsse auf ihn abgab.— Rechts: Blick in den Bündener Großratssaal in Chur, in dem heute die Gerichtsverhandlung gegen den Juden Frankfurter beginnt. Weltbild(), Scherl(2) Seite 9 Nr. 288 7 Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 9. Dezember 1936 Kunst und Die Zeitung in der schule Eine Stellungnahme der HJ. Zu der Diskussion über die Heranziehung der Zeitung zum Schulunterricht liegt jetzt eine Stellungnahme aus der Hitler=Jugend vor. Der Reichs=JugendPressedienst weist darauf hin, daß die Zeitung das Gegenwartsgeschehen vermittelt und daß sie dadurch ein unerschöpfliches Geschichtsbuch sei, das man in allen Sparten der Schule auswerten könne. Fur den DeutschUnterricht käme zum Beisviel der Kulturteil in Frage, für den Chemie= und Physik=Unterricht Berichte über Erfindungen. Was die Zeitung zu bevölkerungspolitischen Maßnahmen mitteilt, sei für die Biologiestunde interessant usw. Wie groß die Teilnahme des jungen Menschen an der Zeitung sei, gehe aus der Befragung von Schülern hervor. Die Befraguna einer Anzahl Jugendlicher zwischen dem 14. und dem 18. Lebensjahr ergab, daß 93 Prozent ein lebhaftes Interesse an der Zeitung zeigten, während nur 7 Prozent ihr gleichgültig gegenüberstanden. Eine andere statistische Erhebung bei 600 Schulern ergab, daß in einer Sexta schon 75 Prozent der Schüler zu den Zeitungslesern gehörten, daß auf der Obertertia kein einziger Schüler mehr an der Zeitung uninteressiert war und daß lediglich kurz vor der Abschlußprufung in Oberprima ein Rückgang eintrat. Es solle nicht der Einführung eines neuen Faches„Zeitungskunde" das Wort geredet werden. Aber es erscheine auch notwendig, den Schüler mit dem Wesen einer hochbedeutsamen Einrichtung des öffentlichen Lebens vertraut zu machen, wobei das Pressewesen als Mittel geistiger Auseinandersetzung berücksichtigt werden könne. Die„Neue Basler Zeilung“ zur Berufung von Professor Gerlach. Zu der Berufung von Professor Gerlach an eine reichsdeutsche Universität schreibt die„Neue Basler Zeitung", daß dieser Ruf über die allgemein anerkannten wissenschaftlichen Qualitäten des Professors eine schöne Ehrung bedeute. Für die Baseler Hochschule sei der Weggang von Professor Gerlach dagegen ein schwerer Verlust, der namentlich von den Schülern Professor Gerlachs sehr bedauert werde, die ihren Lehrer verehrten und ihm spontan herzliche Ovationen bereitet hätten. Weiter stellt die Zeitung fest, es sei zu erwarten gewesen, daß der bedeutende Gelehrte nach der ungerechten Behandlung, die er von seiten der sozialistischen Regierung erfahren habe, den Ruf nach Deurschland gern angenommen habe. Das wüste marxistische und linksbürgerliche Kesseltreiben gegen Professor Gerlach habe nun sein Ziel auf Umwegen erreicht. Wörtlich fährt die Zeitung fort:„Wir müssen nun wirklich hoffen, daß wir im Interesse des Ansehens unserer Universität vor neuen Denunziationsaffären verschont bleiben. Von der Kuratel und besonders von ihrem Präsidenten muß man erwarten, daß sie in Zukunft zu derartigen Fällen mit weniger varteipolitischer Leidenschaftlichkeit und dafür mit um so größerer Objektivität Stellung nehmen und daher nur dann ein Diszivlinarverfahren gegen einen Dozenten einleite, wenn dies durch wirklich schwerwiegende Tatsachen gerechtfertigt erscheint.“ Zuden unter lich Toller Theaterskandal in Wien Ein toller Theaterskandal, in dessen Mittelpunkt der aus Berlin emigrierte jüdische Schauspieler Leo Reuß steht, beschäftigt die Wiener Oeffentlichkeit. Dem jüdischen Theaterregisseur Max Reinhardt, dessen richtiger Name klangvoll Moses Goldmann lautet, stellte sich im Sommer in Salzburg ein Mann namens Kaspar Brandhofer vor, der behauptete, aus einem Tiroler Dorf zu stammen und ein schauspielerisches Naturtalent zu sein. Reinhardt, der natürlich kein Ohr zum wahren Volkstum hat, ließ sich tatsächlich täuschen und empfahl den„biederen Mann“, der gewisse schauspielerische Fähigkeiten zu verraten schien, an das Theater in der Josefstadt, wo er für eine Rolle der dramatisierten Novelle„Fräulein Else“ des verstorbenen judischen Literaten Schnitzler verpflichtet wurde. Die Wiener Judenpresse griff begierig die zahlreichen Reklamenotizen über das„urwüchsige" Talent aus den Tiroler Bergen auf und bald war„Kaspar Brandhofer“ Mittelpunkt des Theatergesprächs. „Allerdings erkannten die arischen Kollegen Brandhofers, daß ein wunderbarer rotblonder Vollbart Brandhofers offensichtlich nicht auf seine Tiroler Abstammung, sondern auf die Verwendung von Wasserstoffsuperoxyd hinwies. Die Direktion des Theaters in der Josefstadt sah sich nun, als sich die Gerüchte, daß Kaspar Brandhofer ein Schwindler sei, immer mehr verstärkten, gezwungen, den Mann regelrecht ins Verhor zu nehmen. Unter dem Druck der Beweise mußte sich Brandhofer schließlich zu dem Geständnis bequemen, in Wahrheit der besagte Leo Reuß zu sein. Bezeichnend für die Wiener Bühnenverhältnisse ist es, daß die Direktion des Theaters in der Josefstadt eine Verlautbarung versendet, in der sie von dieser Tatsache Mitteilung macht, aber gleichzeitig erklärt, aus künstlerischen und menschlichen Rücksichten davon Abstand zu nehmen, aus diesem Vorfall disziplinäre Folgerungen zu ziehen. „Romeo und Julia“ amerikantich Zur Uraufführung des Hollywood=Films„Romeo und Julia wurden alle Städte Amerikas mit Reklamematerial überschwemmt, das in seiner Menge und seinem Inhalt geradezu einen Rekord darstellt. Man höre nur ein paar Zahlen aus der Statistik, mit der für den Film Provaganda gemacht wurde: Für„Romeo und Julia“ waren also erforderlich: 90000 Baufliesen, 200 Tonnen Zement, 6 Tonnen Baustahl, 75000 Fuß Stabholz, 300 Faß Farbe, 50 Faß Firnes, 100 Faß Nägel. Die Kostüme erforderten 16 Kilometer Stoff. ein Dutzend Putzmacherinnen verfertigten die Hüte. 500 Lipvenstifte wurden während der Aufnahmen verbraucht, wie auch die Friseure große Tage hatten, denn die Bärte, die man den streitenden Edlen umhängte, hätten einen Heuschober mit 50 Fuß Durchmesser und 25 Fuß Höhe ausgemacht, wenn man sie aufgestapelt hätte. So meldet mit gigantischen Zahlen Amerikas Reklame den Shakesveare=Film an. Ob dieser Aufwand nur dem Dichter nicht geschadet hat? Aber danach fragt niemand in den Provagandabüros Hollywoods. Die Katul auf Kauszag Itlanzen, die Fallen liellen— Das Märchen von Bäumen, die Menichen tangen Mit die interessantesten Pflanzen sind ohne Zweifel die fleischfressenden, eine regelrechte Räuberfamilie, die gar nicht so klein ist und sich auch nicht selten macht. Stunde für Stunde können wir ihr auf Wegen und Stegen begegnen. Räuber sind es. Mörder der Pflanzenwelt, aber interessante Erscheinungen, die gerade ob der Vielheit ihrer Methoden besondere Beachtung verdienen... 67 g1, E. Janutest. Der Sonnentau durfte wohl die beranntente dieser Mörderpflanzen sein, die sich auch auf einfachste Weise ihre Opfer verschafft. Mit einer schleimigen, sehr zähen Masse, überzieht diese Pflanze ihre Blätter, auf denen sich die Insekten niederlassen, die dann von der zähen Masse festgehalten werden und bei dem Versuch, freizukommen, immer mehr die zähe Masse berühren, von dieser bald ganz umgeben sind und dann elendiglich ersticken müssen. Nun rollt sich das Blatt ein und der Körver des Opfers wird aufgesogen. Auf ähnliche Art holt sich das sogenannte Fettkraut, das mehr in trovischen Zonen gedeiht, seine Opfer. die zugleich seine Nahrung bilden. Nur läßt dieses Kraut von sich ein stark duftendes, nach Honig riechendes Aroma ausströmen, das die Beute unwidersteblich berbeilockt.. Kan und der Regelrechte Fallen steuen vie Tionea und der Wasserschlauch. Die Dionea stellt ihre Blätter so, daß sie im rechten Winkel aneinanderstehen. Auf der Innenseite des Blattes befinden sich feine Härchen, die — sobald ein Tier oder ein Fremdkörper sie berührt— ein Zusammenfalten der Blätter bewirken und das Tier festhalten, um ihm seine Säfte als Nahrung zu entDer Wasserschlauch weist sogenannte Fanablasen auf. welche die Beute zu sich hereinholen und von innen nicht mehr geöffnet werden können, so daß das gefangene Tier rettungslos dem Untergang preisgegeben ist. Als eine Rutschbahn in den Tod könnte man die Fangvorrichtung der sogenannten Kannenpflanzen bezeichnen, die ihre Heimat in den Troven haben. An den Blattivitzen hängen Gebilde, die einer Kanne gleichsehen und im Innern Leisten aufweisen, die nach abwärts führen. Gerät ein Insekt auf eine dieser Leisten, so bewegt es sich unweigerlich nach abwärts, bis es plötzlich den Halt verliert und in das Innere der Kanne stürzt. Die Innenseiten dieser Kanne sind noch mit einer Art Wachs eingeschmiert, so daß das heruntergefallene Tier nicht mehr in die Höhe klettern kann und somit dem Untergang anheimgefallen ist. Man erzählt sich immer wieder von der Wissenschaft mit allem Ernst widerlegte Märchen, nach denen die genannten Pflanzen noch wesentlich größere Konkurrenten haben sollen, Bäume, die sogar Menschen töten könnten. Amerikas Sensationspresse berichtet immer wieder davon, daß man nun erneut die Suche nach diesen menschenfressenden Bäumen ausgenommen habe, daß es bis heute aber nicht gelungen sei, eines dieser Exemplare zu erforschen, was sehr wahrscheinlich überhaupt nie der Fall sein wird. Zur Zeit soll nach unkontrollierbaren Nachrichten von„drüben“ wieder eine Expedition unterwegs sein, um den sogenannten Kannibalenbaum auf Madagaskar zu suchen. Die wunderlichsten, von keinem überlegenden Menschen aber ernstgenommenen Geschichten sind über diese menschenfressenden Bäume im Umlauf. So erzählt man sich von drei Expeditionen, die auf einem in der Nähe der Admiralsinseln gelegenen Eiland spurlos verschwunden sein sollen. Man gibt dabei der sensationellen Vermutung Ausdruck, daß sie den wundervollen Orchideen dieser Insel zum Opfer gefallen seien, welche die Eigenschaft haben sollen, daß sie ihre mehrere Meter langen. über dem Erdboden stehenden Wurzeln um den sich nähernden Menschen schlagen und ihn wie mit Polypenarmen umschließen, so daß er dem Tode preisgegeben sei. Andere Expeditionen sollen— so lauten die phantasiereichen Berichter weiter— auf der Insel schon verschiedentlich in den Wurzeln der Orchideen Skelette gefunden haben. Ein ähnliches Abenteuer sei vor etwa elf oder zwölf Jahren zwei Amerikanern im Urwaldgebiet zugestoßen. Damals habe es sich um eine Palmenart gehandelt, die dem einen der Amerikaner, der nach ihren herrlichen Blüten gefaßt habe, mit Sekundenschnelle ihre Blätter um den Leib gewickelt haben soll. Diele Blätter hätten den armen Amerikaner immer näher an den Stamm herangezogen und dabei eine Flüssigkeit ausgeschieden, die sehr ätzend gewirkt und schwere Verletzungen der Haut verursacht habe. Erst dadurch, daß es dem Begleiter gelungen sei, mit dem Buschmesser Blätter nach dem andern abzuschlagen, habe das Opfer des Baumes befreit werden können. Ein ähnlicher Baum soll auf Madagasker stehen. Er soll— auf Grund dieser amerikanischen Berichte—. wenn er seine Arme um das Opfer. Mensch oder Tier. geschlossen habe, ebenfalls eine brennende Flüssigkeit auf sein Opfer spritzen und dieses in kürzester Zeit töten. Erzählt wird allüberall viel von diesen geheimnisvollen Bäumen. Allein— gesehen hat sie wohl noch keiner und sehr wahrscheinlich wird sie auch niemals einer sehen, da sie vielleicht doch nur in den Kövfen phantasiebegabter Menschen wachsen. Professor Ludwig Schiedermair 60 Jahre alt. Am 7. Dezember konnte Professor Dr. Ludwig Schiedermair der Ordinarius für Musikwissenschaft und Direktor des musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Bonn sein 60. Lebensjahr vollenden. 888 Zentner Wollhandkrabben gefangen. In diesem wurden bisher an der Schleuse in der Festung Dänitz an der Elbe 888 Zentner Wollhandkrabben gegen nur 313 Zentner 1935 bei einem Durchschnittsgewicht von 50 Gramm je Wollhandkrabbe gefangen. Das ergibt etwa eine Million Wollhandkrabben. Hiernach zu urteilen, scheint die Zahl der Wouganorravoen in der Elbe eher zu= als abgenommen zu haben. Sinn und Notwendigkeit soldatischer Erziehungsarbeit muß das ganze deutsche Volk verstehen lernen das nennt Generalfeldmarschall von Blombera die Aufgabe, zu der die große Wehrmachtnummer der„Illustrierten Zeitung, Leivzig" beitragen soll. In ausgezeichneten, großformatigen Buntdrucken. den Lichtbildern und eindrucksvollen Zeichnungen wird in diesem umfangreichen Sonderheft das Leben in unserer neuen Wehrmacht geschildert. Fesselnde Artikel, Abhandlungen und Beitrage namhafter Sachbearbeiter unterstützen die bildliche Darstellung geben ihr erst den eigentlichen inneren Gehalt durch die Deutung der Anschauungsmittel. In gleicher Weise wird in diesem Heft das aus sich selbst neu Gewordene, wie die in der großen Vergangenheit wurzelnde Tradition der neuen deutschen Volksarmee sichtbar gemacht. Geschichtstafel 9. Dezember: 1717 wurde der Altertumsforscher Joh. Joachim Winkekmann als Sohn eines Schusters in Stendal geboren und nach Studium in Halle und Ausübung des Lehrberufs Begründer des Klassizismus in Deutschland. Bestärkt von Lessing, lehrte er die Rückkehr zu den Alten als einzigen Weg zu künstlerischer Anschauung. Die in Pompest damals begonnenen Ausgrabungen und die Veröffentlichung athenischer Altertümer förderten die Bewegung bis zu einer Begeisterung für die Antike, die bald Literatur und Kunst beherrschte. Auf der Rückreise von Rom sand Winkelmann ein tragisches Ende in Triest, wo ihn der Italiener Arcangeli am 8. Juni 1768 wegen seiner Goldmünzen ermordete. Grippe, Erkältung verschwinden Die erserig gznsiencgerie Vrscelsize hgaiei 245ls= Meik)3: einen Eßlössel Zucker und Klosterfrau=Melissengeist in einer Tasse gut um, gieße kochendes Wasser hinzu und trinke möglichst heiß zwei dieser Portionen(Kinder entsprechend weniger). Am anderen Morgen fühlt man sich in der Regel besser. Grippe und Erkältung gehen meist rasch zurück. Zur Nachkur nehme man noch eintg Tage die halbe Menge. Verlangen Sie Klosterfrau=Melissengeist bei Ihrem Apothe: ker oder Drogisten in der blauen Packung mit ven drei Nonnen. Flaschen zu RM. 2,95, 1,75 und 0,95. DIE KUFSCHERIN TPAREE 7) „Na, siehst du“, sagte er zu Schemme.„Wo war der Kutscher Krisch? Mit der Baronin in der Stadt war er. Wie ich es dir sagte. Kann er da zwischendurch hier gewesen sein und den Kaiser gefahren haben“.„. Iu henn.fahren9“ vief Sch. „Aber wer hat iyn denn gefahren: rief Schemme. „Denn daß ihn einer gefahren hat, das weißt du doch selbst. Du hast doch mit den Postillonen gesprochen, und sie haben dich gefragt, ob’s wohl möglich wäre, daß sie den Kaiser noch einholen könnten. So hast du es mir erzählt. Oder habe ich das auch nur geträumt?“ Der Stallmeister schüttelte den Kopf. Jetzt kam die Sache auch ihm merkwürdig vor. „Der Teufel hat ihn gefahren“, sagte er,„oder...“ „Oder wer?“ fragte Schemme. Aber der Stallmeister von Wieckeln zuckte nur die Achseln. Copyright 1936 by J. Engelhorns Nachf., Stuttgart Eva, auf dem Kutschbock mehr stehend als sitzend, hörte hinter sich noch Schemmes Ruf:„Möge Gott behüten!“— Und dann hörte sie nur noch das Galopvieren der Pferde, das Gleiten der Schlittenkufen und den ihr so vertrauten Dreiklang der Schellen, das Wieckelnsche Geläut. Das Viergestirn hatte seinen Lauf mit einem Absprung begonnen. Es war wie ein Sprung ins Nichts, oder ins All— wer konnte das unterscheiden? Die Poststraße glitt unter dem Schlitten weg. Glitt sie nur nach hinten oder zugleich nach unten? Ging die Fahrt in den Weltenraum hinaus?— Solange die Hufe der Pferde den Schnee berührten, der aufgewirbelt von ihren Schlägen stäubte, war man noch auf der Erde. Und schließlich verläuft ja jede Poststraße im Weltenraum denn die Erde fliegt durch ihn hin. Eva hielt die Zügel, in jeder Hand vier. Aber es war ihr, als lenke nicht sie das Gespann. Das Gespann war gelenkt, aber von anderer Hand. Und sich selber fühlte sie, während es sie vorwärts riß, wie von einer Hand gehalten, einer Hand, die so groß war, daß die ganze kleine Eva Platz hatte in der Hand, wie ein Kind Platz hat in der Wiege und ein Vogel im Nest. Eine fliegende Wiege und ein fliegendes Nest. Es flog, man wurde geflogen, aber— man ruhte darin. War es das, was sie hatte fühlen wollen mit der ganzen Inbrunst ihrer sechzehn Jahre, dieses Fortgerissenwerden, dieses Fliegen— und dabei dieses Ruhen? Es war ein Gefühl, das man nicht hatte, wenn man im guten warmen Bett liegen blieb. Das Gefühl wohnte nicht im Bett. Vielleicht wohnte es auf dem Kutschbock des kaiserlichen Wasok. Und darum also... Darum also hatte sie es dem Vater antun müssen, dem guten lieben alten Mann, daß sie seinem Verbot zuwider handelte. Darum hatte sie Hintertüren und Schleichwege benutzt, um ungesehen und unverfolgt aus Haus und Stall und Hof zu kommen. Darum hatte sie die Schlittenschellen sorglich in die Taschen des Mantels geborgen, wo Pelz und Wolle ihre verräterischen Klänge erstickten, und hatte sie erst im Stall des Schemmenkruges wieder hervorgeholt und am Halsgeschirr der Pferde befestigt, da sie nun nicht mehr zu fürchten brauchte, daß irgendein Mensch sie zwingen könnte, von ihrem Vorhaben abzustehen. Darum hatte sie ihr Gesicht zwischen Pelzmütze und Mantelkragen versteckt gehalten wie ein Bösewicht, der nicht erkannt sein will. Darum hatte sie hinter Paul von Kiesenbach her die Zunge herausgebleckt und eine„lange Nase“ gezeigt.— Darum, ja darum, fuhr sie jetzt als kaiserlicher Postillon, als Krisch, als Kutscherin des Zaren— als Eva, irdische Eva, hinausgetragen in den Weltenraum, durch den eine Poststraße lief, vier junge feurige Pferde lenkend, feurige und noch lange nicht weise Pferde, und nicht sie lenkend, nur die Leinen haltend, vier in jeder Hand, die Leinen hinhaltend der Hand, in der sie selber ruhte. Sie spürte als leisen Druck in den Kniekehlen die Bank des Kutschersitzes, und zuweilen spürte sie an ihrem Rücken die Stirnwand des Wasok. Noch war alles wirklich, die Pferde, der Schlitten und sie selbst. Auch der Weg war wirklich und die Schneebahn gut. Der Schlitten glitt, schnell und leise gewiegt vom Taktschlag des Galoppierens. Eva löste mit einer Kopfbewegung das Gesicht aus dem Pelzkragen, der heiß geworden war von ihren Wangen. Angenehm spürte sie die Kälte. Die Luft rauschte ihr in den Ohren, als ginge die Fahrt gegen starken Wind.. F5.5 Ihr war es aber, als wehre hinter iyr drein ein noch stärkerer Wind. Der trieb den Schlitten vorwärts, daß seine Schwere den Pferden nicht zur Mühe wurde und sie nur so vor ihm herlaufen durften, nicht als ob sie ihn zögen..7. MB.ehen#as W. Woher kam es, das starte Wehen, oas Wind war und mehr als Wind?— Es hatte ihr Schemmes Segen nachgetragen, den Ruf:„Möge Gott behüten!“ Es trug ihr auch den Atem der Pferde entgegen und den Geruch der Pferde, der ihr von allen Geruchen, die sie kannte, der vertrauteste war. Sie atmete den Atem der Pferde ein. Sie spürte als etwas dem eigenen Körper und mehr noch der eigenen Seele Verwandtes die Lebenswärme und Lebensfreude der ihr befreundeten Tiere.„ G7 2 Gleichzeitig hoben und senkten sich vie Nucen. Die Schweife bauschten sich, die Mähnen flatterten. Und in der wiegenden Bewegung der Tierleiber wiegten sich Licht und Schatten mit. Es waren die beiden Schlittenlaternen, die die Beleuchtung machten, die in das Grenzenlose der Nacht unter den Sternen ihren kleinen irdisch wandernden Lichtkreis warfen. Sie waren auf Leuchterarmen befestigt, die rechts und links des Kutschbockes seitlich abstanden und nach oben geschwungen waren wie Gehörn an der Stirn eines Tieres. Zierlich geformt, trug jede von ihnen auf ihrem Dach ein Kaiserkrönchen, das, durchbrochen, der Hitze des Innern Abzug gewährte. Nach hinten und nach der Mitte zu waren sie geschlossen durch metallene Wände, die nach innen als Hohlspiegel wirken und so das Licht in der Richtung nach vorn und nach beiden Seiten verstärkten. In jede der Glasscheiben aber war ein verschnörkeltes großes russisches N geschliffen, das dem großen lateinischen H gleicht: Der Anfangsbuchstabe des kaiserlichen Namens. Darunter eine römische.:„Nikolaus der Erste. Von dieser kaiserlichen Initiale bekamen auch die Hinterteile der Pferde einen huschenden Schattenschnörkel ab. „Ihr seid heute kaiserliche Pferoe, sagle Eva, nur in Gedanken, nicht mit den Lippen sprechend.„Denkt an euren Großvater. Der war auch aus vornehmem Hause— dem Stall des Sultans. Der Sultan ist zwar ein Feind des Kaisers, aber ihr müßt seine Freunde sein, weil ihr meine Freunde seid. Ich möchte wohl wissen, ob ich ihn noch zu sehen bekomme, der drinnen im Schlitten liegt. Aber vielleicht ist's besser, ich sehe ihn nicht—— damit er mich nicht sieht.“ Die Oellampen in den Laternen brannten mit gelblichem Licht. Sie brannten, so hell sie konnten. Es reichte nur so weit, daß rechts und links die Grabenränder sichtbar blieben, stellenweise verweht und stellenweise scharf eingeschnitten zwischen Feld und Straße, je nachdem der Wind den Schnee gefegt, geebnet oder geformt hatte. Vom Wege nach vorn zu war kaum etwas zu erkennen.„ 6. „Schemme hat recht, oachte Eva.„Im Schnee fährt man besser ohne Laternen. Wie hatte Schemme gesagt?— Man wird ganz dumm von den Schatten.“ Dumm— das konnte Eva von sich nicht finden, aber es war verwirrend. Denn von den Pferden her breitete sich ein Schattenfächer, der ständig in Bewegung, seine Form veränderte, so als ginge die Fahrt in ein Ungewisses hinein, das sich immer erst im letzten Augenblick dazu entschloß, kein Spuk und Wall und Abgrund, sondern immer noch die gewohnte, bekannte und richtige Poststraße zu sein. Dieser achtfache Schattenfächer tanzte und lief den Pferden voraus, in Schwingungen und Sprüngen jede kleine Unebenheit des Weges und jede Senkung oder Steigung zu Hindernissen und Gefahren übertreibend, über die dann der Schlitten doch hinwegglitt ohne Stoß und Schwanken. „Man muß sich nur vor dem nicht fürchten, was man sieht“, sagte sich Eva.„Wenn es kommt, scheint es schrecklich. Wenn es da ist, ist es nichts.“ Und da gewahrte Eva, daß den Schlitten nicht vier Pferde zogen, sondern zwölf: vier weiße, wirkliche, und acht schwarze, geisterhafte.— Wohin liefen die Schattenpferde mit den weit vorgereckten Hälsen und den kaum noch sichtbaren Köpfen“.. 4e64, Bferd Aber die weißen, wirtlichen, Evas geliebte Pferde fürchteten sich nicht vor ihren verdoppelten Geistern. Vielmehr schienen sie ihre Lust daran zu haben, jene zu verfolgen, die ihnen bei jedem Galoppsprung voraussprangen, als wollten sie davonjagen, aber doch gebunden blieben an die Hufe derer, die ihnen das Dasein gaben. Eva wollte, um dem Schattenspuk ein Ende zu machen, die Laternen löschen und überlegte wie sie es anstellen könnte, ohne dabei die Zügel aus den Händen zu verlieren. Aber dann gab sie ihre Absicht auf, da sie ein neues Zauberspiel des Lichtes bemerkte, das wohl schon vorher begonnen haben mochte, aber erst allmählich deutlicher in Erscheinung trat. Der Atem der Pferde, heißer geworden vom Lauf, nahm zu an Sichtbarkeit. Der Dampf, den sie aus ihren Nüstern bliesen, zog über ihre Rücken und an ihren Flanken hin als ein schnell vergehendes, sich stetig erneuerndes Gebilde, ein flatternder Schleier aus leichtestem Stoff, ein zarter Rauch, ein leuchtender Nebel. Und Eva sah, wie das Gebilde sich verdichtete, wie es Gestalt annahm, sich formte, sich fiederte und zu Flügeln wuchs. Acht Flügel wuchsen den Pferden aus ihren Schultern. Sie liefen nicht mehr, sie flogen. Wohl schlugen ihre Hufe noch den Schnee, aber ihre Schweife bauschten sich in den Wolken und ihre Mähnen flatterten unter den Sternen hin.., Stgrnem J3fKamt O# Eva hatte nicht nach den Sternen geschaut. Das Licht der Laternen hatte ihr den Himmel verdunkelt. Jetzt kamen die Sterne zu ihr herab. Erst waren es einzelne, die an den Scheiben der Laternen vorübertrieben, kurz aufleuchteten und bald verlöschten. Dann wurden es ihrer mehr und mehr, aufleuchtend, vorüberhuschend, blitzend, verlöschend. In Flocken kamen sie, setzten sich auf Evas schwarzen Kutscherpelz, auf Kragen, Aermel und Brust. Der schwarze Pelz wurde weiß. Sie berührten prickeln Evas Gesicht, auch ihre Augen, daß sie blinzeln mußte und Mühe hatte, durch das Gestiebe durchzuschauen. Nur undeutlich sah sie noch ihre weißen Pferde schimmern, die weißen Pferde, die ihre Flügel bewegten und durch das Getümmel der Sterne hindurchflogen...., g0.5. Und jetzt erkannte Eva, woyer oas Wehen- kam, das stärker war als Wind. Sie erkannte die Hand, in der sie ruhte. Sie mochte die Augen schließen oder aufhalten—— es war doch kein Gedanke mehr daran, die Grabenränder zu beachten, die Mitte der Straße einzuhalten, den Weg zu sehen. Sie wußte den Weg nicht mehr. Aber wenn Eva den Weg nicht wußte, dann wußten ihn die Pferde. Und wenn die Pferde ihn nicht wußten, dann wußte ihn Gott. Von dem Ruck, den die Pferde, vom Fleck weg im Galopp, dem Schlitten gegeben hatten, war der Zar aufgewacht. Die Wärmflaschen gluckerten und stießen gegen seine „Ist etwas geschehen?" fragte er den Adjutanten. „Nichts, Majestät, wir fahren.“ Am Geräusch der den Schnee schlagenden Hufe merkte Nikolaus, daß sie sehr schnell vorwärts kamen. „Gott sei Dank“, sagte er,„nicht mehr dieses Schneckentmpo.“ Er hob den Kopf, stützte sich auf den Ellbogen und versuchte, durch das kleine Fenster, das in die Rückwand des Schlittens eingelassen war, hinauszuschauen. „Folgen die anderen Schlitten? Haben sie uns eingeholt?“ fragte er. „Leider nein“, antwortete der Adjutant. „Die alte Unordnung“, sagte der Zar.„Wozu habe ich mein Gefolge? Ich könnte ebensogut allein reisen. Uebrigens“— er lachte kurz auf—„es müßte recht angenehm sein, einmal ganz allein zu reisen, ohne alle Hofschranzen. Der Adjutant schwieg. „Womit ich natürlich nicht Sie gemeint habe, teurer Fürst“, setzte der Zar hinzu. Der Adjutant war in Verlegenheit. Wäre es im Schlitten hell gewesen, man hätte auf diese Bemerkung der Majestät mit einem Lächeln erwidert. Aber wie konnte man im Dunkeln ein Lächeln ausdrücken? Es war schwierig. Er entschied sich für ein äußerst zart genäseltes„Hm“..„.„umm und Der Zar machte die senie trumm und rutschte auf seinem Lager nach vorn. So konnte er durch die seitlichen Fenster die Aussicht betrachten. Der Adjutant folgte seiner Bewegung. Es wäre nicht schicklich gewesen, liegen zu bleiben, wenn Seine Majestät hockten. Also hockte er auch. Sie schauten, der Zar rechts, der Adjutant links, zu den Fenstern hinaus. Vorüber zogen, vom Schein der Laternen getroffen, die Ecken eines Hauses, ein Gartenzaun, einzelne Bäume. Die Dinge traten jählings aus der Nacht wie aus dem Nichts, überblendeten die Landschaft, die im Dunkel dahinter verborgen blieb, waren wie ohne Zusammenhang mit der Welt und verschwanden wieder ins Nichts.(Fortsetzung folgt.) Seite 10 Nr. 288 7 Bochumer Anzeiger„ Mittwoch, 9. Dezember 1936 Turnen und Sport Die Kampfpaarungen für die Kreismeisterschaften der Amateurboxer am 12. Dezember im Schützenhof. Nachdem in den Vorkämpfen die Spreu vom Weizen gesondert worden ist, stehen sich Samstaa. 12. Dezember. im Bochumer Schützenhof die Amateurboxer des Kreises Bochum in den Endkämpfen der diesjährigen Kreismeisterschaft gegenüber. Die Kämpfe um die Meisterwürde spielen sich zwischen folgenden Gegnern ab: Fliegengewicht: Mancayk(BSK. 19)— Röttger(Laer).— Leichtgewicht: Jakubowski(BSK. 19)— Disselbeck(Polizei Bochum).— Weltergewicht: Pries(Wanne=Eickel)— Kaisler(Bochum).— Mittelgewicht: Juschkewitz (Wanne=Eickel)— Menn(Wanne=Eickel). Die bereits feststehenden Kreisvertreter Gaenserig(Polizei Bochum), Babski(BSK. 19) und Richter(Herne) werden in Einlagekampfen gute Gegner erhalten. Das Programm wird außerdem durch Zwischenrundenkämpfe der Kreise Gelsenkirchen—Emscher=Lippe eraänzt. Neue Meilterschaftstermine für den 13. Dezember Für die Gauliga wurden folgende Spiele angesetzt: Westfalia Herne— Schalke 04 Erle 08— Borussia Dortmund Bochumer Bezirksliga: Westfalia Bochum— Preußen Bochum SC. Dahlhausen— Wattenscheid 09/30 Witten 92— Sportring Gevelsberg STV. Werne— VfB. Börnig „Nus wild aus unsoterJugenaustohang! Die Auswirkung des Vertrages zwischen dem Reichsjugend- und ReichsIportführer— Keine Zerschlagung, sondern Neuaufbau der deutichen Sportjugend Adolf Urban gcht es belfer Wir berichteten bereits in unserer Montagausgabe, daß der bekannte Linksaußen des FC. Schalke 04, Adolf Urban, an einer Lungenentzündung erkrankte und im Krankenhaus liegt. Am Dienstag ging nun das Gerücht um, daß Adolf Urban gestorben sei. Eine Rücksprache mit dem Schalker Trainer Schmidt ergab jedoch erfreulicherweise, daß dieses Gerücht nicht stimmt und im Gegenteil gerade am Dienstag im Befinden Adolf Urbans eine Besserung eingetreten ist. Vor 7000 Zuschauern Preußen Münster— Schalke 04:8(:6) Seit dem Abschied von Preußen Münster aus der Gauliga sind im Munsterlande die Gastspiele des FC. Schalke 04 rar geworden. Am Dienstag stellte sich der Exmeister wieder einmal seinen Freunden im nördlichen Westfalen vor. 7000 kamen zu seinem Werbespiel gegen die Preußen ins Stadion. Sie sahen ein eindrucksvolles Sviel des Exmeisters und einen Sieg, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übria ließ. In der Besetzung Sontow=Szevan=Pörtgen=Kuzorra=Kallwitzki(Urban und Gellesch fehlten) ließ sich der Sturm der Königsblauen in seinem Tatendrang nicht stören. Münster lag in der zweiten Hälfte schon mit:8 im Rückstand, als endlich auch seine Stürmer einmal zu Wort kamen. Schalkes Tore fielen nacheinander durch Pörtgen=Pörtgen=Sontow=Szepan=Szepan=Sontow(Halbzeit)— Sontow und Pörtgen, das erste in der dritten und das letzte in der 75. Minute. Um die Punkte MSV. Münster— Hindenburg Minden:13(:4) Ein Punktespiel der Handball=Gauliaa Westfalen führte am Dienstag in Münster den MSV. gegen Hindenburg Minden. Der Deutschmeister hatte das Sviel jederzeit in der Hand und siegte klar mit 13:5(:2) Toren. Herrmann—Lenke unentschieden Bochumer Schachmeisterschaft Der dritte Kampftag im Schlußrundenturnier um die Bochumer Schachmeisterschaft war voller Spannung. Die vielen Zuschauer waren in erster Linie gekommen, um Zeugen der Begegnung zwischen Herrmann und Stadtmeister Lemke zu sein. Allgemein wurde bedauert, daß Gorthat wegen Krankheit vom Turnier zurücktreten mußte. Als Ersatz wurde der bekannte Spieler steit vorgesehen. Von den noch ausstehenden Partien wurden inzwischen zwei beendet. Krusch gelang es, seine Hängepartie gegen Katzer siegreich zu gestalten, da Katzer im Endspiel vollständig versagte. Strätling und Schwesig wählten die Cambridge=Springs=Variante. Nach einem Fehlzug von Schwesig gewann Strätling durch eine hübsche Kombination im 30. Zuge die Partie. Mit großer Spannung sah man dem Start der Favoriten Herrmann und Lemke entgegen. Durch wundervolles Angriffsspiel konnte Herrmann den Stadtmeister sofort in die Verteidigung drängen. Allgemein war man der Ansicht, daß Herrmann in diesem Damengambit die Oberhand behalten würde. Wieder einmal kam es ganz anders, da Herrmann den Gewinnzug verpaßte und sich im Endspiel zwangsweise mit einem Remis begnügen mußte. Der bisher ungeschlagene Titelverteidiger Lemke setzte sich damit an die Spitze der Tabelle. Katzer und Krögec spielten ebenfalls Damengambit. Nach einem Generalabtausch der Figuren blieb für Kröger nur ein geringer Stellungsvorteil übrig. Weiß glich im Endspiel aus und errang das zweite Remis des Tages. Königsindisch wurde das Treffen Strätling gegen Krusch eröffnet. Weiß zeigte hier eine gute Angriffspartie, die er zielbewußt und fein im 30. Zuge zum Siege führte. Im Kampf um die Tabellenführung schält sich immer mehr der Altenbochumer Strätling als einer der ernsthaftesten Anwärter heraus. Augenblicklich nimmt er hinter Lemke den zweiten Tabellenplatz ein. Abschließend standen sich Möller und Schwesig gegenüber. Die Begegnung wurde nach Ablauf der Spielzeit abgebrochen. Schwesig besitzt die Qualität gegen zwei Freibauern, er muß sich aber anstrengen, um die Partie noch remis zu gestalten. 1937 wieder Deutschland-Rundfahrt Drei internationale Rennen im kommenden Jahr Vom Deutschen Radfahrer=Verband sind für das Jahr 1937 drei große internationale Rennen bei dem Internationalen Radsport=Verband zur Genehmigung angemeldet worden. Im kommenden Jahre sollen die internationalen Straßenrennen in Deutschland und damit die Beziehungen zu anderen Radsport=Nationen auf eine breitere Grundlage gestellt werden. Darum wurden auch zwei Rennen, auf deren Austragung in den letzten Jahren verzichtet wurde, wieder in das Programm aufgenommen, und zwar sind dies die Deutschland=Rundfahrt und das Rennen Mailand— München. Für die Zeit vom 5. bis 12. September wurde der Länderkampf der Amateure Deutschland—Polen auf der Strecke Warschau—Berlin angesetzt. Budapest—Wien—Mailand Ungarn plant die Einführung eines Straßenrennens auf der Strecke Budapest—Wien—Mailand, das im nächsten Jahr zum ersten Male durchgeführt werden soll. „Was wird aus unserer Jugendabteilung?“ Immer wieder hört man von den Sportvereinen, die aus dem Vertraa zwischen dem Reichsjugendführer und dem Reichssportführer nur die Tatsache herausgelesen haben. daß die deutschen Svortvereine keine Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren mehr in ihren Abteilungen führen dürfen, diese Trauermelodie. Und dann wird der Faden weitergesponnen:„Drei Jahre habe ich mir nun mit dem kleinen Heinzchen Müller alle erdenkliche Mühe gegeben: der Junge versprach einmal ein ausgezeichneter Turner zu werden. Und nun geht er unserm Verein verloren. 10 Jahre bin ich Leiter unserer Schülerabteilung, habe regelmäßig zwei Abende in der Woche den Jungen geopfert. Hat mir Freude gemacht, habe es gern getan. Und nun soll ich mit leeren Händen beiseite stehen?“ Gemach, wackerer Jugendriegenführer, so liegen die Dinge nicht. Wir begreifen dich, daß bei der letzten Uebungsstunde deiner Zöglinge ein bitteres Gefühl in dir hochstieg. Du fühltest dich gekränkt, beiseitegeschoben und hast dabei vergessen, daß ungleich größere Aufaaben deiner warten, daß der Vertrag zwischen der HJ. und dem Reichsbund für Leibesübungen nicht zu dem Zwecke geschlossen wurde, die deutsche Sportjugend zu zerschlagen, dem deutschen Sport seiner Zukunft zu berauben, sondern um den Neuaufbau der deutschen Sportjugend nach nationalsozialistischen Grundsätzen vorzunehmen. Die inzwischen verstaatlichte Hitler=Jugend verlangt mit Recht den Totalitätsanspruch in der Erziehung der deutschen Jugend, die selbstverständlich auch die gerade im Dritten Reich höher denn je eingeschätzte Leibesübung einschließt. Der Traum der Sportvereine, der Hitler=Jugend die weltanschauliche Erziehung, den Sport= und Turnvereinen aber die körverliche Erziehung zuzugestehen, mußte bei klarer Erkenntnis des Wesens der HJ. ein Wunschtraum bleiben. Und dennoch verwirklicht er sich durch den Vertrag. der die körverliche Erziehung der deutschen Jugend in Verbindung mit den Sportvereinen als notwendige Ergänzung mit in das Gesamtvrogramm der HJ. einschließt. Dem Reichssportführer hat als Ideal des deutschen Jungen das Ziel vorgeschwebt, der deutsche Junge soll Hitler= und Svortjunge sein! Dieses Ideal wird der neue Vertraa verwirkEs geht natürlich nicht, daß ein Jugendwart seine ihm bisher anvertrauten Zöglinge mit wehmütigen Worten aus seiner Obhut verabschiedet und sich nun verärgert in den Schmollwinkel setzt. Im Gegenteil: Der Vertrag ruft zu neuer Arbeit. Er wird allen denen, die ihrer Arbeit nicht eine engstirnige Vereinspolitik zugrunde legten, sondern sie stets in den Dienst des Volksganzen stellten, ein neues Betätigungsfeld erschließen, dessen Früchte letzten Endes auch der heißgeliebte Verein ernten kann. Du verlierst den talentierten Jugendturner Heinzchen Müller nicht, Jugendwart. und du nicht den zukünftigen Meisterschwimmer oder Nationalmittelstürmer. Bekanntlich führt das Deutsche Jungvolk als Auswirkung des Vertrages zwischen HJ. und DRL. auf Anordnung des Reichsjugendführers„neben dem allgemeinen Jungvolkdienst in Zukunft einen freiwilligen Sportdienst durch auf denjenigen Sportgebieten, die von den Jugendlichen ihren Anlagen und Neigungen entsprechend selbst gewählt werden können. Der freiwillige Sportdienst dient insbesondere der leistungs= und wettkampfmäßigen Förderung der Jugendlichen dieser Altersstufen. Eine ähnliche Verfügung ist auch aus den Ausführungsbestimmungen für die weibliche Sportjugend zu erlesen, in denen es heißt:„Der im Vertrag zwischen dem Reichsjugendführer und dem Reichssportführer vorgesehene freiwillige Sportdienst des Deutschen Jungvolks wird in beschränktem Maße auch für die Jungmädel im BDM. ausgenommen. Er soll der allgemeinen leistungs= und wettkämpferischen Förderung der Jugendlichen dieser Altersstufen dienen!" Das Jungvolk stellt sogenannte Svortdienstarupven auf, deren fachliche Betreuung durch die einzelnen Fachsportvereine erfolgt. Das heißt, der nun bereits zum dritten Male zitierte Heinzchen Müller kehrt in Jungvolkuniform zu seinem alten Jugendwart zurück, nur mit dem an sich völlig belanglosen Unterschied, daß er jetzt der Pimpf und nicht mehr das Vereinsjugendmitglied Heinzchen Müller ist. Und mit ihm werden in ganz Deutschland unzählige Pimpfe durch die Zusammenstellung der Sportdienstgruppen der Obhut der deutschen Sportvereine übergeben, die nach ihrer weltanschaulichen Ausrichtung, durch geeignete und in genügender Zahl vorhandene Uebungsleiter der HJ. die Gewähr bieten, daß in ihren Reihen die sportfachliche Ausbildung im Rahmen der Erziehungsgrundsätze der HJ. durchgeführt wird. Die Sportdienstgruppen des Deutschen Jungvolks werden Gäste der deutschen Sportvereine sein, die ihnen ihre Uebungsstätten und ihre fachlich vorgebildeten Uebungsleiter zur Verfügung stellen. Es liegt nun an den Vereinen und an den Uebungsleitern, durch eine befriedigende Lösung dieser großen Arbeit den HJ.=Führern zu beweisen, daß die Jungen bei ihnen in guten Händen sind, damit aus den Gästen dieser Sportdienstgruppen nach Vollendung ihres 14. Lebensjahres gern Mitglieder des eigenen Vereins werden. HI.=Angehörigen über 16 Jahren ist es freigestellt. einem Sportverein beizutreten, die einzige Voraussetzung, die die HJ. dann noch an die Vereinsmitgliedschaft des Jugendlichen knüpft, ist, daß der Junge bis zur Vollendung seines 16. Lebensjahres das HI.=Leistungsabzeichen errungen haben muß. Der Vertrag zwischen dem Reichsjugendführer und dem Reichssportführer wird aber nicht die Sportvereine ihrer Jugend und Zukunft berauben, sondern ihnen einen Strom junger Menschen zuführen, die in der ersten nationalsozialistischen Erziehungsschule eine notwendige Voraussetzung für svortliche Erfolge erworben haben: die Diszivlin! Die deutschen Sportvereine mögen sich rüsten, um diesen Strom aufnehmen zu können. Hbg. Weltdeutschland fiegt 10:8 im Amateurboxkampf gegen Berlin— Olympiasieger Kaiser unberechtigt ausgepfiffen Berlin, 8. Dezember. Westdeutschlands Amateurboxer stellten sich Dienstag abend im Berliner Sportvalast einer Berliner Auswahlstaffel zum Kampf und errangen mit 10:8 einen knapven Punktsieg. Leider kam es beim Kampfabend zu einem unerfreulichen Zwischenfall, da der Olymp#asieger Kaiser(Gladbeck), der eben erst von einer Grippe genesen war, nach seinem verdienten Siege über den Berliner Tietzsch völlig unberechtigt ausgepfiffen wurde. Im übrigen nahmen die Kämpfe folgenden Ausgang. Bantamgewicht: Spannagel(.) punktete Weinhold(.) sicher aus.— Federgewicht: Heese(.) verlor nach Punkten gegen Völker(.).— Bantamgewicht: Westhoff (.) Punktsieger über Schiller(.).— Weltergewicht: Lipowski(.) Punktsieger über Knoth(.).— Mittelgewicht: Campe(.) Punktsieger über Isenbura(.).— Leichtgewicht: Biemer(.) Punktsieger über Bieselt (.).— Halbschwergewicht: Hornemann(.) Punktsieger über Stein(.).— Schwergewicht: Schnarre (.) Punktsieger über Holz(.). Den 7000 Zuschauern wurden ferner noch einige Einlagekämpfe geboten. Im Federgewicht kam Arenz (Neukölln) zu einem Punktsiege über Rustemeyer(Köln). An Stelle des erkrankten Olymviasiegers Runge boxte der Berliner Tralst gegen den bekannten Ungarn Naay, der einen hohen Punktsieg errang. Deienn Sderolenn. England-Ungarn und Irland—Ungarn in der„Syitembetrachtung“ Wir sprechen heute von zwei Länderspielen, an denen die deutsche Mannschaft nicht den geringsten Anteil hat. Ungarn wurde von England:2 geschlagen. Ungarn hat gegen den Freistaat Irland gewonnen, hat da ein:2 erzielt, wo Deutschland vor Wochen:5 verlor. Und schon tauchen wieder die Stimmen auf, die sich nur mit der Systemfrage befassen. Fußball ist auf diesem Gebiete langsam zu einer(bescheiden gesagt!) kleinen Wissenschaft geworden. Ungarn spielt Fußball! Und niemand, der je eine gute ungarische Mannschaft gesehen hat, wird sich an diesem Spiel nicht erfreut haben, selbst dann, wenn es eine ungarische Niederlage gab. In London ist es genau so gewesen. Das englische Publikum war begeistert über das wundervolle Paßspiel, die ungemein schnellen Dribblings, die artistische Ballbehandlung. Und es hat über dieser Begeisterung fast vergessen, daß ein:2 immerhin einen recht deutlichen Unterschied darstellt. Heute spricht man noch von dem schönen Spiel, in wenigen Jahren wird ab und zu das Ergebnis in irgendeiner Betrachtung auftauchen. Und da sind wir schon bei einem wichtigen Thema: Spiel oder Erfolg? Offensiv? Defensiv? Das schöne Spiel der ungarischen Spieler ist für den Zuschauer, der als Feinschmecker zu einem Fußballkampf kommt, keinen Wert auf den Ausgang legt und sich nur an wirklichem fußballspielerischen Können erfreuen will, zweifellos ein Leckerbissen. Wir können uns vorstellen, daß ein erfolgreicher Gegner Tore über Tore gegen Ungarn schießt, wie es England auch getan hat, aber— und das war in London der Fall— den Schönheitspreis an Ungarn abgeben muß. An und für sich ganz nett, aber was soll im Fußball schließlich der Schönheitspreis? Solange nur nach Toren entschieden wird, hat er ausschließlich theoretische Bedeutung, kann dazu beitragen, in einem kritischen Nachblick einem Zahlenbild eine rosarote Färbung zu geben. Ausschlaggebend wird immer der zahlenmäßige Erfolg sein, wenn man auf lange Sicht arbeitet. Und dieser Wunsch nach dem Erfolge hat zweifellos in den letzten Jahren den Fußball=Stil in zahlreichen Ländern„befruchtet“. Es wird nicht mehr so schön, dafür aber sehr zweckmäßig gespielt. England mit seinem ungemein harten Kampf der Professionals war richtunggebend. Deutschland ist die kontinentale Nation, die diesen nüchternen Erfolgs=Fußball wohl am stärksten in der Betonung nachgeahmt hat. Was nützt alle Schönheit, wenn ein Drake drei Tore schießt? So hörte man nach dem Spiel in verschiedenen. teilweise sogar of iziellen Stimmen. Wir wissen allerdings nicht, ob dieser Drake nicht auch gegen einen Gegner soviel Tore schießen kann, der betont defensiv eingestellt ist. Ungarn können wir uns mit seinem technisch vollendeten Spiel auch gar nicht defensiv und nüchtern denken. Diese Magyaren, deren Temperament ungemein südländisch ist, förmlich zu Variationen verführt, werden dem Spiel mit dem Ball treu bleiben. Man mag ihnen von defensivem, von offensivem Spiel erzählen. Sie werden ihr Spiel spielen, offen, schön und gegen starke Gegner oft auch erfolglos. Daß es auch einmal einen Erfolg geben kann, dafür ist Dublin bester Beweis. Hier verlor Deutschland mit seinem defensiven Spiel :5, Ungarn mit seinem offensiven Spiel gewann:2. In zwei Jahren wird niemand mehr davon sprechen, wie beide Mannschaften das Spiel angefaßt haben. Bleiben wird der ungarische Sieg, die deutsche Niederlage. Und bleiben müßte auch die vernünftige Auffassung, daß mit dem ganzen System des Guten etwas reichlich viel getan wird. Fußball ist nun einmal ein Spiel. Was für die eine Mannschaft, die eine oder andere Nation gut und schön ist, braucht nicht für alle seligmachend zu sein. Und wenn heute einer hingehen will und behauptet, daß das offensive ungarische Sviel gegenüber dem deutschen Defensivspiel eben Nachteile hätte, und England als Beweis heranzieht, weil England gegen Ungarn drei Tore mehr schoß als gegen Deutschland, dann könnte man mit einer Reihe von Gegenbeweisen kommen, die sich gedankenmäßig schnell umreißen lassen, ganz gleich, ob man das Beispiel„Dublin“ nimmt oder etwa zum Rechenschieber greift und das Divisionsverhältnis sprechen läßt. Ein:0 ist dann wertvoller als ein:2, wenigstens für den Sieger. Und im gleichen Maße geht die negative Rechnung dann eben gegen den Verlierer. Und wenn wir uns dann weiter mit allen möglichen und unmöglichen Möglichkeiten befassen würden, dann wären wir vielleicht in Wochen und Manaten noch nicht fertig und würden den nächsten Länderkampf vor lauter Theorie um Systeme— verpassen. Nikolausfeier bei den Turnerinnen des TV. Friesen Zu einer harmonischen Nikolausfeier fanden sich Sonntag abend im Vereinsheim Ising die Turnerinnen des TV. Friesen zusammen. Der Nikolaus erschien höchst persönlich und überreichte den fleißigen Turnerinnen eine wohlgefüllte Nikolaustüte. Des besonderen Wohlwollens erfreute sich die technische Leiterin der Abteilung, Frau Krafft, die für ihre unermüdliche und vorDie Stadtmeisterin im Rollschuh=Kunstlaufen, Frl. König(Roll= und Schlittschuhklub Bochum), nimmt aus der Hand des Kreisfachamtsleiters Mazolek den Siegerpreis entgegen. bildliche Arbeit besonders gut beschenkt wurde. Viele aber wurden vor den Richterstuhl befohlen und machten mit der Rute Ruprechts unangenehme Bekanntschaft. Reichssportführer vor der Hl. Richtunggebende Ausführungen Reichssportführer von Tschammer und Osten sprach am Montag auf einem Führertag des Gebietes Mittelelbe der HJ. in Magdeburg und nahm zu den Fragen Stellung, die sich aus dem Gesetz über die Staatsjugend für die Pflege der Leibesübungen ergeben. Er schilderte, daß er zunächst die erste Aufgabe lösen mußte, die ihm der Führer übertrug, die Organisation der Olympischen Spiele. Jetzt, nach Beendigung der Spiele, gilt es, an die zweite heranzugehen, an die Aufsicht über die Leibesübungen in Deutschland. Mühevoll war der Weg. den der Reichsbund für Leibesübungen Schritt für Schritt ging.„Als Nationalsozialist und im Auftrage des Führers“, sagte der Reichssportführer,„habe ich die Forderung gestellt, daß die Partei darüber zu wachen hat, daß dem Reichsbund die Stellung verschafft wird, die er braucht.“ Ueber allen Ausfübrungen stand der Gedanke, daß die beiden Stellen, die für die Leibesübungen der Jugend verantwortlich sind, zusammenzuarbeiten haben. Aus diesem Gedanken beraus entstand der Erlaß des Gesetzes als erster Schritt zur positiven Ausrichtung. und aus diesem Gedanken heraus ist auch der Schritt zu erklären, dessen amtliche gesetzmäßige Verkündigung unmittelbar bevorsteht, daß die gesamten Plätze des Reichsbundes, der Turn=, Sport= und Schwimmverbände der deutschen Staatsjugend zur Verfügung stehen müssen. Das bringt für den Reichsbund die Aufgabe mit sich, für die finanzielle Gesunderhaltung der Vereine Sorge zu tragen. Zum Schluß seiner Rede zeigte der Reichssportführer noch einmal die Entwicklung des ihm anvertrauten Betätigungsfeldes auf, die Ausrichtung der Olympischen Spiele, die Heranhalung des ganzen Volkes und die Eingliederung der Formationen der NSDAP. in die große Kulturarbeit der Leibesübungen des deutschen Volkes. Durch das Gesetz sind der Staatsjugend neue Aufgaben gestellt. Ernst klang die Bitte des Reichssvortführers, alle die, die jetzt aus den Turn= und Sportvereinen zur HJ. kämen, nicht etwa als Leute zweiter Klasse anzusehen. Wir könnten keine Differenzierung vertragen! Heute gibt es nur eine Einheit, das Deutschland Adolf Hitlers! Dieses Deutschland hat eine Staatsjugend, wie sie kein anderer Staat der Wlt zustande gebracht hat. Diese Staatsjugend hat nun die Aufgaben zu erfüllen. die für die Entwicklung des jungen Menschen zur Wehrfähigkeit, zur Wehrkraft bis zum Eintritt in die Organisation der Partei, bis zum Eintritt in das Heer gegeben sind. Wer wird Wintermeilter? Gutes Meldeergebnis für die diesjährige Wasserballmeisterschaft Das Meldeergebnis zur Winter=Wasserballmeisterschaft der Gruppe IV ist folgendes: =Klasse: SV. Blau=Weiß Bochum, SC. Aegir Gelsenkirchen, 04 und Poseidon Gelsenkirchen, SV. Westfalen Dortmund und SV. Witten 09. =Klasse: Baukauer Turnerbund 1894 Herne, Lünen 08, VfL. Vereinigte Stahlwerke Dortmund, Sportgemeinschaft Hoesch Dortmund, SV. Blau=Weiß Bochum(2. Mannschaft) und SV. Westfalen Dortmund (2. Mannschaft). e Der Schwimmverein Blau=Weiß Bochum, der in diesem Jahre mit einer starken und aussichtsreichen Mannschaft ins Rennen geht, trägt Freitag in Gelsenkirchen gegen Aegir Gelsenkirchen sein erstes Spiel aus. Am kommenden Sonntag in Genua Italien spielt gegen die Tschechoslowakei. Das letzte bedeutende Fußball=Länderspiel dieses Jahres führt am 18. Dezember in Genua die Mannschaften von Italien und der Tschechoslowakei zusammen. Es ist die zwölfte Begegnung zwischen den beiden Ländern. Jede Seite hat bisher vier Sviele gewonnen, drei Treffen brachten unentschiedene Ergebnisse. Des Torverhältnis lautet 21:20 für die Tschechoslowakei, so daß man in diesem Falle wirklich von einer größten Ausgeglichenheit der Leistungen sprechen kann. Die beiden letzten Ländersviele waren der Endkampf um die Fußball=Weltmeisterschaft 1934 in Rom, der von Italien nach Syielverlängerung mit 211 gewonnen wurde. Die Weltmeisterschafts=Revanche 1935 in Vrag sah dann die Tschechoslowakei mit:1 erfolgreich. Keine Waldlaufmeisterschaft 1937 Es steht nunmehr fest, daß im kommenden Jahre keine Deutsche Waldlaufmeisterschaft ausgetragen wird. Die von den eingeschworenen Waldläufern sicher sehr bedauerte Maßnahme wird damit begründet, daß die vom Geländelauf erwartete Leistungssteigerung unserer Langstreckler auf der Bahn nicht eingetreten ist, vielmehr ein Rückschlag unverkennbar war. BA.-Muthherr Enghien, 8. Dezember 1..: 1. Kitzbuhel(Barboyon), 2. Fleet Foot, 3. Lady Traquet.— Toto: S. 47, Pl. 19, 15. Einlaufswette: 45. Ferner: Simeto, Masizy, Ulefeld, Lalla Roukh. 2..: 1. Amontilado(Pelat), 2. Julie, 3. Ange Gardien.— Toto: S. 81, M. 15, 11, 12. Ferner: Dilleman, Mon Jubilé, Master of ihe Rolls, Le Sarrazin, Tidi, Kirsch 11. 3..: 1. Triplepatte II(Kalley), 2. Gold Rush, 3. Le Grand Salnt Hubert.— Toto: S. 36. Pl. 20, 57, 23. Ferner: Dark Mystery. Jean de la Lune, San Juan, Grain de Café, Pricard. Toledo Partinico, Elontoise, Vertigineur. 4..: 1. Gabalka(Plaine). 2. Malik Shab, 3. Daky. — Toto: S. 63. Pl. 38, 40. Ferner: Siklos, Beau Gosse, #Amtral, Sagar. 5..: 1. Albany(Lock) 2. Grand Gala, 3. Toi et Moi. — Toto: S. 60, Pl. 15, 12, 13. Ferner: Corvanthe, Cadeau, Resolue, Kokoro, Ferrandine, Le Trappeur. 6..: 1. Ivanoete(Plaine), 2. Artan, 3. Star Fisd. — Toto: S. 48. Pl. 19, 93, 19. Ferner: La Rebourstere, Montertreau, Palais Borghese. La Garde, Swan Song, Pellegrino, Starlike, Pont Levis. Seite 11 Nr. 288/ Bochumer Anzeiger" Mittwoch, 9. Dezember 1936 Tagung der Elektroleute arbeiter inil Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht über Energiepolitik Auf der Arbeitstagung der Wirtschaftsgruppe Elektrizitätsversorgung und des Reichsverbandes der Elektrizitätsversorgung in Berlin sprach Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht über Tagesfragen der Energiewirtschaft. Der Reichswirtschaftsminister stellte grundsätzlich fest, daß Mammut=Kraftwerke nicht mehr gebaut würden. daß aber umgekehrt auch der Bau unzweckmäßiger kleiner Anlagen zu unterbleiben habe und statt dessen ein Anschluß an die bestehende Versorgung zu nehmen sei. Dr. Schacht setzte sich besonders mit dem Problem der Eigenanlagen auseinander. Er betonte, daß die Erstellung von Eigenanlagen um jeden Preis abzulehnen sei, daß die Eigenanlage vielmehr nur dort Anspruch auf Bestand habe, wo sie billiger arbeiten könne als das Energieversorgungsunternehmen oder wehrwirtschaftliche Gründe es erforderten. In der Tarifpolitik erkannte Dr. Schacht die Bemühungen der Werke an, aus der Absatzsteigerung der letzten vier Jahre die preispolitischen Konsequenzen zu ziehen. Er wies auf den wertvollen Beitrag hin, den die Elektrizitätsversorgung durch Bereitstellung aroßer Energiemengen zu kleinen Preisen im Interesse der Wiedererringung der Rohstoff= und Wehrfreiheit bereits geleistet habe. Dr. Schacht betonte, daß aus Grunden der gemeindlichen Finanzzuschläge die Kleinabnehmervreise noch nicht den Stand erreicht hätten, auf den sie aus wirtschaftlichen Gründen heruntergehen könnten. Dabei wandte sich Dr. Schacht gegen die Bestrebungen, auf vorhandenen Versorgungsgebieten die Verbrauchsschwerpunkte herauszulösen, und geißelte die Methode derjenigen Energiewirtschaftler, die sich aus der Erzeugung an Ort und Stelle des Verbrauchs eine Ersparnis von einem zehntel Pfennig errechnen und deshalb den Strombezug aus dem öffentlichen Netz verweigern. Dr. Schacht lehnte die aus solchen Gründen erfolgende Erstellung von Energie=Erzeugungsanlagen ab. Er wies demgegenüber auf die große nationalwirtschaftliche Bedeutung eines Ausgleichs der Strompreise zwischen Stadt und Land hin und forderte nicht zuletzt aus Gründen der Wehrhaftmachung eine ungestörte Fortentwicklung der öffentlichen Energieversorgung. Dr. Schacht wiederholte seine Saarbrücker Zusage, wonach den Gemeinden die Sondererträge, die sie bis damals aus der Energiewirtschaft bezogen haben, nach Möglichkeit erhalten bleiben sollen, bis sich andere, wirtschaftlich zweckmaßigere Aufbringungsmöglichkeiten ergeben. Dr. Schacht schloß mit einem Appell an alle, an dem großen Ziel der Erringung der Rohstofffreiheit, das der Führer gestellt habe, mitzuwirken. Markiregelung fül Schinihoig Erstmalig in Rheinland und Westsalen. Der Reichskommissar für die Preisbildung und der Reichsforstmeister haben gemeinsam drei Verordnungen erlassen, die sich mit der Marktregelung fur Schnittholz in Rheinland und Westfalen befassen. Die erste Verordnung betrifft die Marktregelung für Nadelschnittholz der Herkünfte aus dem Gebiet westlich der Weser Werra und aus Süddeutschland beim Absatz nach Rheinland und Westfalen. Die zweite Verordnung betrifft die Marktregelung für den gewerblichen Absatz von Nadelschnittholz in Rheinland und Westfalen, und die dritte Verordnung betrifft die Marktregelung für nordisches Einfuhrnadelschnittholz und die daraus hergestellten Hobelwaren. In allen drei Verordnungen werden Preisspannen festgesetzt, die für den Absatz, Verkauf und die Lieferungen an den Holzhandel frei jedem Ort und unabhängig von der Art der Beförderung gelten. Dem Holzgroßhandel, der ein ständiges Lager in den preisgebundenen Sortimenten unterhalt, und im Jahr 1935 nachweislich mindestens 60 Prozent des bezogenen Schnittholzes an andere Holzhandelsfirmen abgesetzt hat, sind gewisse Unterschreitungen bzw. Ueberschreitungen der Preisspannen beim Einkauf wie beim Verkauf, zugebilligt. Diese Marktregelung für Holz wird zum ersten Male eingeführt und, faus sie sich in dieser Form in Rheinland=Westfalen bewährt, wird man auch weitere Gebiete in diese Marktordnung einbeziehen. Vereinfachung im Stumm=Konzern Vermögensübertragung des Bergwerksvereins König Wilhelm und der Gewerkschaft Minister Achenbach Im Stumm=Konzern soll der gesamte Bergwerksbesitz an der Ruhr unter Ausnutzung der Möglichkeiten des Gesetzes vom 5. Juli 1934 bei der Muttergesellschaft, der Gebr. Stumm GmbH.(Neunkirchen), zusammengefaßt werden. Nachdem bereits das Vermogen der Gewerkschaft Minister Achenbach in Dortmund=Brambauer deren sämtliche Kuxe sich im Besitz der Stumm GmbH. befanden, auf diese übertragen wurde und auch das Vermögen des nur noch als Grundstücksgesellschaft tätigen Aplerbecker Aktienvereins für Bergbau(Zeche Ver. Margarethe) von der Stumm Gmoc. übernommen wurde, beruft jetzt auch der Essener Bergwerksverein König Wilhelm in Essen eine außerordentliche GV. auf den 29. Dezember nach Berlin ein, in der Beschluß gefaßt werden soll über den Abschluß für das vom 1. Januar bis 80. November 1936 laufende Geschäftsjahr. über die Umwandlung der Gesellschaft und Uebertragung ihres Vermögens unter Ausschluß der Liquidation auf die Gebr. Stumm GmbG. als Hauptgesellschafterin und über die der Umwandlung zu Grunde liegende Bilanz. Ferner soll die beabsichtigte Umwandlung näher erläutert werden. Dabei wird wohl auch mitgeteilt werden, auf welche Weise die noch vorhandenen freien Aktionääre von König Wilhelm abgefunden werden sollen. Insgesamt dürften sich allerdings nur noch—5 Prozent von dem Aktienkapital von 8,5 Millionen Reichsmark in freiem Besitz befinden, nachdem durch sung ist nunmehr vom Reichsfinanzhof in einem neuen Urteil vom 27. Mai 1936(VI A 221/36, StuW., Nr. 321) aufgegeben. Das Gebäude darf für die Absetzungen für Abnutzung nicht in seine Bestandteile au gelöst werden. Auch wenn nach der Errichtung des Gebäudes später eine besondere Anlage(Sammelheizung, Fahrstuhlanlage oder dgl.) eingebaut wird, können nicht besondere Absetzungen für Abnutzung vorgenommen werden. Die Anlagekosten sind dem Gebäudewert zuzuschlagen und mit diesem für die Restlebentdauer des Gebäudes abzusetzen. Doch gelten alle Kosten für Ersatz, Neuerung usw. bei diesen Anlagen in gleichem Maße wie bei sonstigen Erneuerungen der Gebäude als laufender Erhaltungsaufwand, der im Jahre der Verausgabung in Abzug gebracht werden kann. Soweit auf die besonderen Anlagen bisher mit Zustimmung der Steuerbehörden besondere höhere Absetzungen für Abnutzung vorgenommen worden sind, ist der noch nicht abgeschriebene Teil der Anlage dem sonstigen Gebäudewert für die Restlebensdauer des Gebäudes hinzuzusetzen. Nur ausnahmsweise kommen noch besondere Absetzungen für Abnutzung auf besondere Anlagen in Betracht. Dies gilt zunachst, wenn es sich um Anlagen handelt, die von vornherein nur für vorübergehende Zeit errichtet worden sind. Wenn z. B. der Hausbesitzer seinem Mieter für dessen Zwecke eine Anlage errichtet, die nur für diesen Mieter Wert hat und mit dessen Auszwei Umtauschangebote in den Jahren 1932 und 1935 zug den Wert verliert, kann diese Anlage während der die Inhaber von 1,78 Millionen Reichsmark Stamm= Dauer des Mietvertrages abgeschrieben werden. und 0,34 Millionen Reichsmark Vorzugsaktien ihren Aktienbesitz in 5prozentige Teilschuldverschreibungen umwandelten, die vom Essener Bergwerksverein König Wilhelm namens der Gebr. Stumm GmbH. zur Ablösung der Verpflichtungen der Firma Stumm aus dem Interessengemeinschaftsvertrag mit König Wilhelm ausgegeben wurden. Höchstpreise für Gußbruch Da in der letzten Zeit Versuche ungerechtfertigter Preissteigerung auf dem Gußbruchmarkt festgestellt worden sind, hat die Ueberwachungsstelle für Eisen und Stahl durch ihre Anordnung 20 Höchstpreise für Gußbruch festgesetzt. Die Höchstpreise gelten im gesamten Reichsgebiet. Die Anordnung wird im„Deutschen Reichsanzeiger" und„Preußischen Staatsanzeiger“ veröffentlicht. Sonderabschreibungen bei Gebäuden Bei den Absetzungen für Abnutzung auf Gebäude war es bisher zulässig, für einzelne Anlagen, die in das Haus eingebaut sind, besonders die Heizungsund Warmwasseranlagen sowie Fahrstuhlanlagen, gesondert höhere jährliche Abschreibungen zu berechnen(RFH. Bd. 33 S. 350). Diese RechtsauffasSonderabschreibungen kommen unter besonderen Umständen auch für Aufwendungen für Ladeneinbauten in Wohnhäusern in Betracht. So können Ladenumbauten vor allem in großstädtischen Verhältnissen, unter denen sie erfahrungsgemäß nur für verhältnismäßig kurze Zeit wirtschaftlichen Wert haben, während der Dauer der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Andernfalls könnte, wie der Reichsfinanzhof sagt, unter Umständen bereits ein neuer Ladenumbau vorgenommen werden, während der erste Ladenumbau noch als Teil des Gebäudewerts erscheint, obgleich er selbst keinen Wert mehr hat. Tritt dieser Fall tatsächlich ein, da nicht vorauszusehen ist, daß die Nutzung des Ladenumbaues nur verhältnismäßig kurze Zeit dauern würde so können die bisher nicht abgeschriebenen Kosten für den ersten Ladenumbau im Wege einer außergewöhnlichen Absetzung für Abnutzung abgeschrieben werden. Börsen abbröckelnd Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Der Verkehr an der Börse blieb weiterhin sehr still. Anregungen jeglicher Art sind nicht vorbanden. Bei Eröffnung ergaben sich überwiegend kleine Abschwächungen, die im Verlaufe infolge Glattstellungen der Kulisse sich in geringem Maße vergrößerten. Von den fortlausend notierten Werten verloren Farbenaktien 1 v. H. Dahlbusch ½ v. H. erhöht. Klöckner erfreuten sich gewisser Nachfrage, ebenso Buderus. Ver. Stahlwerke gaben ½ v. H. nach. Erdöl, Hoesch und Rheinstahl erreichten nur knapp den Vortagsschlußkurs. Mannesmann ¼ v. H. niedriger. Maschinenaktien geschäftslos und wenig verändert. Elektromarkt leicht rückgängig. Kabelwerte ohne Anfangsnotierung. RWE. ½ v. H. niedriger. Am Kaliaktienmarkt Wintershall vereinzelt ¼ v. H. höher, mußten den Gewinn aber bald wieder hergeben. Bemberg ½ Prozent niedriger. 1 Dollar: 2,49(Vortag 2,49) Rm. 1 Pfund: 12,21½(Vortag 12,19) Rm. 100 holländ. Gulden: 135,50(Vortag 135,33) Rm. 100 französ. Frank: 11,61½(Vortag 11,59½) Rm. 100 Schweizer Franken: 57,23(Vortag 57,19) Rm. 100 Lira: 13,10(Vortag 13,10) Rm. Der Kurenmarkt lag geschäftslos. Umsätze kamen nicht zustande. Von Kohlenkuxen lagen Carolus leichter im Angebot. Braunkohlen= und Kalikuxe blieben nur genannt. Der Freiverkehr lag nicht einheitlich. LothringenAktien bei regem Geschäft bis 1 Prozent böber. Ewald wurden Burbach gebessert, Tpacervosl. 1P. Proze riger, Kölsch=Fölzer und Westf. Kupfer bis minus 1 Prozent: auch Humboldt=Deutz etwas leichter. Das Bezugsrecht für die neuen Humboldt=Aktien soll ab morgen notiert werden. Der Verlauf war weiter nachgebend. I. G. Farben zunächst um ½ Prozent befestigt, gingen dann aber wieder ¼ Prozent zurück. Mannesmann verloren ½. Ver. Stahl Aktien bei regem Geschäft bis 1 Prozent böber. Ewald wurden 3½ Prozent voyer bezahlt und blieben weiter gefragt, Burbach=Kali ¾ Prozent höher bei kleinem Geschäft. Dinnendahl bis 1 Prozent gebessert, Tyckerboff 1½ Prozent giedDer neue Echtertitup Einigung zwischen Jugendbehörden und Handwerk Das Arbeitsleben in Deutschland wird durch den neuen Lehrvertrag eine Neuformung erfahren. Aus gemeinsamen Bemühungen der Reichsjugendführung, des Jugendamtes der DAF. und der zuständigen Handwerkskreise ist soeben das Schema des neuen Lehrvertrages zustande gekommen. Es bedarf allerdings noch der Zustimmung des Reichswirtschafts=, Reichsarbeits= und Reichserziehungsministers, ehe es, voraussichtlich zum 1. März, endgultig für die Praxis vorliegen wird. Welche Bedeutung der Lehrvertrag hat, ergibt sich aus der vom Reichsstand des Handwerks gleichfalls soeben vorgelegten erstmaligen Lehrlingsstatistik. Danach betrug die Zahl der Lehrlinge in sämtlichen deutschen Handwerks= und Gewerbekammerbezirken Ende 1935: 530 878, um Mitte 1936 aber schon 577 204. Im ersten Halbjahr 1936 ist sie also um über 46000 oder.8 Prozent gestiegen. Gegenüber 1933 hat sich die Zahl der Lehrlinge schätzungsweise sogar um 158,000 oder 27,4 Prozent vermehrt. Was die einzelnen Sparten angeht, so ergibt sich, daß in den allermeisten Handwerkszweigen noch erfreulich viel Platz für Lehrlinge vorhanden ist, daß überhaupt die Lehrlingshaltung noch sehr besserungsfähig erscheint, denn nur bei den Schlossern, Maschinenbauern und Werkzeugmachern(131 Lehrlinge auf 100 Betriebe) und bei den Kraftfahrzeughandwerkern(111) ist in jedem Betrieb durchschnittlich mehr als ein Lehrling vorhanden. Worauf der Handwerksstand stolz sein kann, ist die Ermittlung, daß der Anteil des Handwerks an der gesamten Lehrlingsausbildung 74,8 Prozent beträgt. Nach dem neuen Lehrvertragsmuster sollen die ersten drei Monate der Lehrzeit Probezeit sein. Eine endgültige gesetzliche Regelung der Zwischenprüfung wird erforderlich, weil der Lehrvertrag von einem guten Ergebnis der letzten Zwischenprufung eine Verkürzung, von einem schlechten Ergebnis eine Verlängerung der Lehrzeit abhängig machen will. Der Lehrling untersteht der väterlichen Führung und Erziehung des Lehrmeisters, der ihn zu einem fähigen und verantwortlichen Glied der Gemeinschaft zu erziehen hat. Berufsschulzeit gilt als Arbeitszeit. Zusätzliche Bildungsmöglichkeiten müssen eröffnet werden, ebenso die Teilnahme am Reichsberufswettkampf. Die Beschäftigung mit häuslichen Arbeiten ist unzulassig. Ausdrücklich wird die Erhebung von Lehr= und Kostgeld verboten und Urlaubsanspruch gewährt. Von besonderem Interesse ist schließlich die Bestimmung, daß, wenn ein Nichtbestehen der Gesellenprüfung auf eine vernachlässigte und unzulängliche Ausbildung zurückgeht, der verantwortliche Lehrmeister dem Lehrling den Lohn für Ausgelernte im ersten Gesellenjahr zu bezahlen hat. Neues aus den Betrieben Wolf Netter und Jacobi=Werke KGaAl.(Berlin). Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 5 Prozent. Ferner Kapitalerhöhung um.5 auf 5 Millionen Reichsmark.— Gagfah, Gemeinnützige AG. für AngestelltenHeimstätten(Weimar=Berlin). Ueberschuß im letzten Geschäftsjahr mit 662000 Reichsmark gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Aufnahme der Dividendenzahlung mit 5 Prozent. Kapital betragt jetzt 12 Millionen Reichsmark. Dem Unternehmen steht infolge eines hohen langfristigen Kredits ein Betriebskapital einschl. Reserven von 20 Millionen Reichsmark zur Verfügung. Sitz des Unternehmens nach Weimar verlegt. Im laufenden Jahr überstieg das Neubaugeschäft die Leistungen des Vorjahres. Das Vermietungsgeschäft war erfreulich gut. Die Mietrückstände gingen zurück.— ZeißWerke(Jena). Die beiden Betriebe der Carl=Zeiß= Stiftung gewähren der Gefolgschaft eine Weihnachtsgabe, die bei den Optischen und Mechanischen Werken Carl Zeiß, Jena, 7 Prozent(im Vorjahre 6 Prozent) und bei dem Glaswerk Schott& Gen. wie im Vorjahre 7½ Prozent des Jahreseinkommens beträgt.— VomagBetriebs=AG.(Plauen i..) Weitere Erhöhung der Gefolgschaftsziffer infolge Umsatzsteigerung. Die Lohnsumme hat sich in zwei Jahren mehr als verdoppelt. Aufwendung für erhebliche Umstellungen und niedrige Preise im Druck= und Textilmaschinenbau ließen jedoch nur einen geringen Ueberschuß(4500 Reichsmark) zu, um den sich der Gewinnvortrag auf 14 500 Reichsmark erhöht.— Schuhfabrik Heß AG. Erfurt. Wieder dividendenlos. ½. Wintershall ¼ und Rheinstahl ¾ Prozent. Berliner Börse Unter dem Eindruck des über Erwarten günstigen Zeichnungsergebnisses der neuen Reichsanleihe berrschte freundliche Stimmung, wenngleich auch auf Glattstellungen hin die Kurse abbröckelten. Die Umsätze waren äußerst klein, und selbst in den führenden Werten wurden vielfach nur Mindestumsätze getätigt. Der Rentenmarkt wies leichte Befestigungen auf. Die Nachfrage hielt sich aber im allgemeinen in kleinen Grenzen. Von öffentlichen Anleiben lag die Reichsaltbesitzanleihe ½ Prozent höher. Die Umschuldungsanleihe blieb bei etwa 150000 Reichsmark Umsatz unverändert 89.75 in der Mitte. Reichsschuldbuchforderungen gehalten, dagegen Wiederaufbauzuschläge ¼ Prozent leichter. Zinsvergütungsscheine waren 10 Pfennig höher gesucht. Länder= und Provinzanleihen teilweise um ¼ Prozent gebessert. Am Aktienmarkt betrugen die Kursrückgänge durchschnittlich ½ bis 1 Prozent, vereinzelt standen aber auch leichte Besserungen gegenüber, so daß die Gesamttendenz als uneinheitlich zu bezeichnen war. Von Elektrowerten AEG. ¼ Prozent niedriger bei kleinem Angebot. Siemens um 1 Prozent gedrückt, Schuckert bei 158¼ unverändert. Am Montanmarkt hatten nur Mannesmann bei 116½ und Ver. Stahl bei 120½ bis 120¼ etwas Umsatz. Chemische Werte still. Farben angeboten und auf 167¼(168) nachgebend. Kokswerke ½ Prozent niedriger. Etwas fester lagen von Versorgungswerten Charlottenburger Wasser, die ½ Prozent anzogen, und Elektrisch Licht und Kraft(plus Am Freiverkehrsmarkt tendierten Usa bei 59½ etwas leichter. Am Geldmarkt stellte sich der Blankotagesgeldsatz auf unverändert 2¼ bis 3 Prozent. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. An der Abendbörse hielt sich die Umsatztätigkeit in engen Grenzen; es lagen weder Kauf= noch Verkaufsaufträge vor, und auch der berufsmäßige Handel blieb bei seiner Zurückhaltung. Soweit Kurse zunächst zu hören waren, erwiesen sie sich gegen den Berliner Schluß als bebauptet. Das Geschäft blieb auch später gering, Kursrückgänge und Besserungen hielten sich etwa die Waage. Die Auslandsbörsen Newyork: Stetig. Amsterdam: Leicht abgeschwächt. London: Fest. Brüssel: Fest. Paris: Befestigt. Zürich: Unregelmäßig. Wien: Geschlossen. Mailand: Geschlossen. Getreidesrotmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hater märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche) S. 12. 7. 12 212" 212 175 175 192 193 192-198 Roggenm, 0, 997A.—.——. Viktoriaerbsen 136-40 S 36.0 40 Speiseerbsen[24.-36.534 0 36 5 Futtererbsen. 124.-26.0 24 0 26 0 * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 8. Dezember: 61 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz o. Dr.: 148 Reichsmark. Bericht über den Bochumer Viehmarkt am 5. Dezember. Auftrieb: 24 Pferde, 875 Schweine, 2 Schafe, 1 Ziege. Marktverlauf: lebhaft. Nächster Viehmarkt 27. Januar 1937. Verkaufspreise: Pferde: 1. Qualität nicht aufgetr., 2. Qualität nicht aufgetr., 8. Qualität. 150 bis 800 Mark, Schlachtpferde 60 bis 150 Mark. Schweine: Ferkel bis 6 Wochen alt 9 bis 12 Mark. 6 bis 8 Wochen alt 12 bis 17 Mark, 8 bis 12 Wochen alt 17 bis 23 Mark. Läufer: 8 bis 4 Monate alt 23 bis 35 Mark, 4 bis 5 Monate alt 35 bis 55 Mark, über 5 Monate alt entspr. höher. Schafe: 25 bis 35 Mark. Ziegen: 20 bis 80 Mark. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 8. Dez. Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 vortlaufende Notierungen 8. 12. S. 12. 8. 12. Oiv. Anfangl Schlußl Kassal Albonm. 5% Hoesch RM. %% Krupp RM. 6% Mittelstahl Bemberg Berger Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlanten Otsch. Erdöl D. Reichsb. V. Dortm. Un.on I. 6. Farbenind. Feldmöhle Felten& Guille Goldschmidt Harpen KC.—.— 102.75 102 10102.10 99.00 99.00 137.12 120.50119.00 134.50135.25 —.—118.00 140.12 139.62 125.62/125.62 12/195.50195.00 7/167.25167.90 6/136.75 138.37 5/126.12 36—.— 166.87 138.75 7. 12. Schluß 116.00116.37 100.80 102.10102.10 108.00 136.37 119.25/120.00 135.00134.00 118.00 139.75140.25 125.62 168.0 139.00 136.25 125.00—. 8. 12.1 8. 12. S. 12. Oiv. Anfang Schlug Kassa Hoesch Köln-K. Kali-Aschersi. Klöckner-W Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank Rhein. Braunk. Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert& o. Siemens& Hal. Gebr. Stollwerk Ver. Stahlwerke Westd.Kaufnof Westeregein Wintershall 36—.—116.00 133.00 123.75 116.37 131.62 186.50 12/218.50 6149.37 133.50 185.50 158.25 194.50 120.50 60.12 5 6/138.50 132.25 123.00 115.75 131.25 186.50 148.25 132.00 122.75 115.87 131.37 186.50 219.50 148.12 138.12 138.37 186.00 158.25—.— 194.50194.12 112.00 112.0 129.12 120.00 69.00 59.75 60.25 132.25 132.75 138.50 136.00s136 25 7. 12. Schlus 116.12 123.25 117.00 131.75 186.25 218.50 149.50 139.00 195.25 111.37 120 50 Steinkohlen-Kuxe 8. 12. 7. 12. (Geid BrieffGeid Brief Carolus M. 5500 5750,5500 5850 Const. b. 6. 1990/8 200 7900 8300 Deutschl. 380 410 380 410 Schwerin)—-!- I. Heinr. 12100 1260012200 12800 Langd 13600 143001380014300 Braunkohlen-Kuxe Gutetloff. 4900|5200 4900 5200 Leonh 11000— 111000— Wichel.— 18300— 15300 Vosta 11000— 11000— Berahareth.—-— Kall-Kuxe Beienrode s1210|125011225/1250 Burbach 12950—- 330 Neu-Staßt.— Segfr.Iiv.M 800 8100 76008100 Wih.— 16900|1620016900 Preiverkehr Steinkohlen-u. Branak.-Kuxe 8. 12. T. 12. Geld Brief Seid Brief dierparet 72007600 7200.7600 Westtalen1—1——— Sellerh.— 4950— 1050 Kallkuxe 8. 12. 1 f. 12. Gend Brief Geid Brief sraussehe.— 6500 61506550 Einigkeit 17800S1M07603100 Erichsseg. 3150/3359 310030 290 7330 770 2950 2950 300 2700 3820 — 2650— — 2900— 6100— 8200 290 7400 7700 3000 3150 3000 3150 3 3150 27901290 3300— Habigh. 2650 Heimbold. 2900 Hope Sisenburg Mariegl. Marie Marie L Max Neusollst. Rensbach Reichald. Thöringen Industrieaktien(Einheitsk.) Div..12..12. Baicke Masch. 0 91.0 90.5 3150 3150 3200 2930 Braunk. Zuk. Dortm.Ritterbr. Düss. Hoef.-Br. Düss. Masch. B. Oynamit.Nob. Eschw. Berg. V. Glas- u. Sp. S. Glückauf-.A6. Gebr. Goedh. 46 Hallesche Salz. Milges dindr.-Aufferm Hochtief A6. Kabalw. Rheydt Kali-Chemie V. Kreftt d. Lehm& Co. Mölheim. Berg. Ihein. Metall ane. n. Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl.AG. Bgb. sch.eß-Detries chleg. Scharp. der. Kumpus Naggonf. Derd. Wasserw. Gels. Bankaktien Berlin. Hand. 6. Com.- u. Pr.-B. J. Bank u..-G. Dresdner Bank In. W. Bb. Cr. ö. Mestd. B..-A. 12./7.12 133.0133.0 119.0 127.0128.0 153.5153.5 130.0 190.01900 Köln. Hagelv. Köln. Lioyd.V. Köln. Rückv. gr. Köln. Röckv. kl. Rentenwerte #Rn.-.- B. 4. 6. 12.10. 5½ dto. dto. S. 11 4½ dto. Gold.-Kom 1926. 1927 S. 4—6 4½ Wd. Bod. Gpfd. Em. 3. 9/12, 14 ½ dto. Gold-.-Obl. 117.0 113.5 148.014 96.0 93 0 164.9163. 123.5123.5 108.0103.2 193.0 104.5 127.6 198.5 103.0 126.5 Versicherungeaktien Berg. 6. Dahl. V. Bonner Bg. u. H. Bösp. Walzw. 5—.—. 9ach.-Mönch. F 32 Fach. Rückvers 14.8 Agnpp.., Fl. L. ..-u. Stuttg. 1V.-G. St..-V. Coion a..-V. R. Coionis Rückv. Slade. Feuerv. 1105 224.0 383.0 248.0 200.0 127.0 203. 180 . 12.=12. 93.0 93.0 250.0250.0 105.0105.0 70.0 70.0 97..97.0 101.5101.5 1lhn. 96.7 96.7 95 0 94.7 Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Zinhaltskurse Industriewerte 8. 12..12. Freiverkehrs-Aktien Adler Alenand 3 urd.K. SOtt.-W. 8. 12. Geld Brief 95.—. 7. 12. Geld Brief 95.0— 45.0 46.5 45.0 46.5 78 2 80.7 78.0 80.0 90.0 93.0 89.0 Do1.Bas. 66.5 68 5 67.0 69.5 Dyckern 126.5129.5128.0131.0 isa C.[127.0139.0128.5s131.5 sw.-Lu. 146 0—. 141.5— 3o 3dh.h 116.0—. 116.0— Hann. K.„— Jumd. 0u 129.0s132.0129. 1110 444.0 385.0 248.0 29.0 127.0 465.0 730.0 dortum .-Falz. Lothrin. Lothr. 6. dasch.Kr Arh. Bers 8 b. Linel. Str. b. Nia. J. Kupf. #r. Dian. an 10.0 82.0 90.0 83.0 110.5113 5109 0112.5 —.S 88.0 86.0 88 0 95.0 97.0, 85.0 97.0 o 62.0 99.01029 1030 140.0126. 0 125.0127.0 84.0 87.0 810 .0 Beneotachee# fällig ab 1. 4. 1894 I. 4. 1935 1. 4. 1936 1. 4. 193 I. 4. 1923 103.7 101.7 I1I. 113. M. .12. 103.7 107.5 111. 113.8 412.7 Berliner Börse, 8. Dez. Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Gank.-., Filiale Bochum Olttmann Neuh. Otmd. Akt.-Brau. Union-Brau Dürener Metall Dyckersh. Widm. Akkumulatoren Aku E. 6. Annalter Kohle Aschaff. Zellst. galke D ase Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. derl. Karlsr. Ind. Kr. u. Licht „ Maschinenb. Suderus Dharl. Wasser G Chem.Geisenk. Conti Gummi 12 0 0 38.1 126.5126. 138.61138.5 91.0 90.5 14.2/14.3 138.0.2 10f 2/108.1 6/331.0 4- 120.2 6155.7/136.2 6/173.3173.2 138.0139.0 4192120 59 115.2/116.2 49—.— 111161.0/163 ugi den: Disch. Atlant. Otsch. Cont Gas Kabel Unoleum Steinzeug Tel. u. Kab. Eisennand. Dierig 5s119.0119.5 91118.0119.0 109.2109. 160.0/169. 10 160.9s161 7 143.4/142. 10—. 150 175.5 .911502 170.0 lokswerke Kölner 6as Kreftt W. Kromschroeder Krororinz Metall Köppersbusch ahmever Laurahötte Leopoldsgruben Lindes Eis ingnerwerke Loronz C. geicht Letem Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Union Feinjute zebhardt& Co. U German. Cem. des. f. el. Untern. Gildeme ister Stadb. Wolle Gruschw. Textll Juanowerke jackethal Draht Hageda damb. Eiektr. .ndr.-Autterm. Hottmann Starke Hohenlohewerke Holzmann Pn. Hotelbetr.-Ges. Aise Bergbau 1 Sise Genus Isenbeck Brau. unghans Gebr. [133.8 .5155.5 .5 87.5 5.114.2 115.0— 9144.3142. 19—.— 52 114.8114. 9— 69 133.7/133. 6 117.2117 9145.0145. 9147.0144. 99 145.2— 9123.0123. 6134.2133. 0 90.6 81. .1s138.0 730 gazimil. Hötte A Miag Aimose Aülheimer Berg. 13. 4131. 8156 9— 8—. 135.1 .8 16.2 .9s129.5 51.59.7 4070 8—.— 4120.5120.0 8145.0—. Siem.& Halske Stollberg. Zink Thüringer Gas Tuch Aachen Union chem. er. Otsch. Nicke! Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht „lagner& Co. M Wandererw. Warste ner Grud. Westtalen Orant Wicküler Brau. grenst. 6 Koppell O 89.0 89.0 V Oenabr. Kupfer 6—.—. Jonge 4 2ahn 10— hein. El. Werke Rhein.-W. Kalk Lebeck Montan Zutgerswerke 131.0 .2115 2—. 6/131.|137.3 nachsenwert Sarott Schlegel schles. Berg. u. Z. Berg. Beuth. Elest. u. 6as Schub. 4 Saizer Schultheis-Patz. Stegersdorter W. Siemens Glas 29—.—. 4100.|100.0 2113.0 137.3 99.0 5 4105.7 8194.|195.5 0 92 0 92.0 133.7137.0 94.5 S111.2/113.0 8164.2164.5 0—. 7139.5140.0 6161.0160.0 5115.5115.3 8163.0163.2 0 36.7 87.0 9— 9—. Verkobranerte 15 Elberfeld. Anl. 15 Essen An 4* Mülh.-Ruhr Anl. 1# Pr. Lopf. A. Pfd. 19 Ldbk. Westf. Pfd. 19 Ldbk. Westf. Kom. ##0t. Komm. Goldan ½ Westf. Idsch. Pfd. ##Dt. Hyp. B. Bln. Ofd. ½ Pr. Centr. Bod. Pfd. 1# Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. * Basalt Obl 6 Concord. Berg. Obl. 6 Daimler Benz 0bl. 6 Klöcknerw. Obl. Mont Cenis Obl. 4 Ver. Stahl 60 4 Ver. Stahl 47/5 5 Ver. Stah : Stem. u. N. Obl. arbenbonds Imsch. Anleihe 4. 6. für Verkehr Soch.-Gelsenk. Hamb. Amer. Pak. damb. Südamer Norod. Lioye 6120.5129 5 0 14.0 14.0 38.0 Aeutennerte 15 Dt. R. Schatz. 41 1 Ot. R. Anleine 4 5n O. R. vounganl. ## Reichsbann Sch. Westtalen Altbesitz 4# Sochum Anl. •8 Dulsburg. Anl. ##s Dusseld. Anl. 93.7 98.6 98.1 102.0 96.9 113.7 98.1 102.0 93.6 116.7 92.7 93.0 93.0 92.1 93.2 93.—. 925 97.5 97.0 979 94.0 94.9 96.0 96.1 95.5 95.7 96.7 96.5 96.5 97.9 97.0 93.0 195.5/105. 100 0 100.0 *. —. 93. —. 93.0 171.0171.0 134.1192.5 89 3 89.3 .1 k..12. R. Schuldb. F. 39 R. Schundb. F. 40 R. Schudb. F. 42 R. Schundb. F. 43/ Essen Steink. 42 # Harpener 49 45 R. W. E. 52/8 5 R. W. E. 50 ½ Ruhrchemie 42 55 Runrgas 53 ½5 Ruhrwasser 53 55 Ruhrwonng. 59 45 V. E. W. 51 6 ens 96.5— 96.0— 97.7 98.5 99.5 100.5 94 0 95.0 93 0 M4. 99.0—. 94.5 95.5 95.0 96.0 92.0 95.0 93.0 94. 92.0 930 6/145.0146.5 S 87.0 0112.0s111.50 Westtalenbank.-G. Bochum Austonrung samtlleher Bankgeschatte Sorglällige Auslührung aller bankmäbigen Geschälte Filiale Bochum Gilhelmspiatz sn Thr. Sosi! 12 Nr. 288 Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Dezember 1936 Nachrichten aus Aus den=Sladtienen Stadtteil Grumme=Böde Aus der evangelischen Gemeinde des 10. Pfarrbezirks. Vitar Hubert Degener hat nach einjähriger Tätigkeit sein Amt als Hilfsprediger in der evangelischen Gemeinde des 10. Pfarrbezirks Grumme=Vöde aufgegeben. Er hat sich zwecks weiterer theologischer Ausbildung nach Köln begeben. An seine Stelle ist Prädikant Hans Niemann aus Bückeburg getreten.— Außerhalb der Reihe der sonst üblichen Monatsversammlungen fand sich der Evangelische Männerdienst des 10. Pfarrbezirks am Sonntag morgen mit den übrigen Gemeindegliedern zu einer gottesdienstlichen Feierstunde im Wichernhaus zusammen, um daran anschließend eine Stunde der adventlichen Besinnung zu halten. Bezirkspfarrer Hardt begrüßte vor allem Prädikant Niemann und versicherte ihm, daß die Gemeinde des 10. Pfarrbezirks Grumme=Vöde ihm mit einem großen Vertrauen begeanen werde. Prädikant Niemann dankte für die überaus herzlichen Worte der Begrüßung. Er führte sich bestens ein mit einem ebenso gehaltvollen wie auch tiefschürfenden Vortrag über das Weihnachtsbild, dem Bezirkspfarrer Hardt einige bemerkenswerte Ausführungen über die Weihnachtskunst anfügte. Es folgte ein Bericht über die vor kurzem vom Männerdienst veranstaltete Rüstzeit im Querenburger„Ruhrlandheim“. Eine kurze Andacht bildete den Ausklang des Männertreffens. Stadtteil Gertbe Pfundsammlung. Am Donnerstag, 10. Dezember, wird im gesamten Bereiche der Ortsgruppe Gerthe der NS.=Volkswohlfahrt eine Pfundsammiung(Weihnachtspaketchen) durchgeführt. An alle Volksgenossen ergeht die dringende Bitte, diese Sammlung nach besten Kräften zu unterstützen, damit auch die noch notleidenden Volksgenossen an der Weihnachtsfreude teilnehmen können. Stadtteil Harpen Persönliches. Die Ehefrau des Schreinermeisters ietz, Berta geborene Freitag, Maischützenstraße 105, kann heute in Rüstigkeit und Frische ihr 74. Lebensjahr vollenden.— Der Sohn Erich des Berginvaliden Johann Gundlach, Gerther Straße 200, bestand vor dem Innungsausschuß die Gesellenprufung im Maurerhandwerk mit dem Prädikat„Sehr gut". Stadtteil Altenbochum NSDAP., Altenbochum. Mittwoch, 9. Dezember, um 15 Uhr, findet im Lokale Voat. Wittener Straße 249, eine sehr dringende Besprechung sämtlicher Vereinsleiter unseres Ortsteils(einschließlich Kegelklubs) statt. Im Verhinderungsfalle ist ein Stellvertreter zu senden. Schützenverein„Jägerslust“,. Altenbochum. In der Monatsversammlung im Vereinsheim Dietrich Wahl wurden drei Mitglieder neu aufgenommen. Nachdem die Tagesordnung durchgenommen war, besprach der Vereinsführer Friedrich Karla die Arbeiten im nächsten Jahre. Schießwart Robert Stöber gab den neuen Arbeitsplan vom Jahre 1937 bekannt. Schützenkamerad Dzeia wurde auch in diesem Jahre wieder Vereinsmeister. Der Schütze wurde vom Bezirkssvortleiter Schräg aus Gelsenkirchen mit der Vereinsmeisternadel der KKSV. ausgezeichnet, auch wurde ihm ein Divlom verliehen. Am 20. Dezember findet im Vereinsheim ein Stutenkerlschießen statt. Am zweiten Weihnachtstaa ist die Weihnachtsfeier. ordnung fand ein gemütliches Beisammensein statt, an dem auch die Kameradenfrauen teilnahmen. Großes Interesse erweckte ein Lichtbildervortrag, der in anschaulicher Weise schilderte, was der Weltkrieg unserem lieben Vaterland genommen, und daß noch viel Arbeit notwendig ist, um Deutschland wieder stark und groß zu machen. Stadtteil Werne Vom SGV. Die Abteilung Werne hielt im Heim „Zur Glocke“ eine gut besuchte Versammlung ab. Vereinsführer Deppe begrußte insbesondere den Bezirksführer Hermann Meyer(Bochum). Dieser appellierte in seinem Vortrag an die Mitglieder, doch###4#8# möglichst viele Familienwanderungen mit der Jugend Stadtteil Steinlahl vorzunehmen, um diese an das Wandern zu gewöhnen. Das gemeinsame Zusammenwandern mit den Nachbarabteilungen sei geeignet, deutsches Wandern und volksverbundenes Wirken zu pflegen. Anschließend fand eine Nikolausfeier statt. Uebertagebetrieb zwischen zwei Wagen. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Transport zum Krankenhause verschied. Den Eltern bringt man herzliche Teilnahme entgegen. 107 Kinder wurden beschert. Am vergangenen Sonntag beging die katholische Mariengemeinde in herkömmlicher Weise ihre diesjährige Nikolausfeier. In einem langen Zuge wurde St. Nikolaus in Begleitung seines Gefährten Knecht Ruprecht vom Pfarrhaus abgeholt und in die großen Pilaerhallen geführt. Hier hielt er eine kurze Ansprache an die Versammelten. Anschließend hieß Pfarrvikar Plitt die Anwesenden auf das herzlichste willkommen. Sodann erklang aus 107 Kinderherzen das Lied vom St. Nikolaus. Den Höhepunkt dieser Feier bildete die Bescherung der Kinder, unter denen sich eine Reihe von auswärtigen Kindern befanden, die regelmäßig an den Veranstaltungen der Wallfahrtsgemeinde teilnehmen. Stadtteil Laer Pfund= und Brockensammlung der NS.=Volkswohlfahrt. Am Donnerstag und Freitag wird die NS.= Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Laer. eine Pfund= und Brockensammlung durchführen. Es wird erwartet, daß sich die Bevölkerung in gewohnter Weise an dieser Sammlung beteiligt.— Am Donnerstaa abend findet auf der Geschäftsstelle, Wittener Straße 443a, eine Zusammenkunft der Helferinnen um 19 Uhr statt. Die Block= und Zellenwalter treffen sich am Freitag abend um 8 Uhr im Lokale des Parteigenossen H. Zeiger, Wittener Straße 400, zu einer wichtigen Besprechung. Heute Filmabend. Heute abend findet um 8 Uhr im Saale des Wirtes Lanabein. Wittener Straße, wieder ein Filmabend der NSDAP. statt. Zur Aufführung kommt der bekannte Film„Flitterwochen". Am Nachmittag finden Aufführungen von Märchenfilmen statt, und zwar„Der verzauberte Prinz“ und„Der Bart des Zauberers". Beide Aufführungen haben ferner ein autes Beiprogramm. Die Nachmittagsvorstellung beginnt um 16.30 Uhr. Die Preise sind für Kinder 10 Pf., HJ. und BDM. 20 Pfa. Erwerbslose 30 Pf., Erwachsene 50 Pf. Adventsfeier. Die Gemeindeglieder des 1. Pfarrbezirks der evangelischen Gemeinde Uemmingen(Pfarrer Kromberg) hatten sich Sonntag nachmittag 3 Uhr zu einer schlichten, jedoch eindrucksvollen Adventsfeier im Lokale August Kuhweide zahlreich eingefunden. Es fand ein gemeinsames Kaffeetrinken statt, das von Vorträgen zur Laute, Rezitationen und adventlich gestimmten Liedern festlich umrahmt wurde. Pfarrer Kromberg hielt eine zu Herzen gehende Ansprache, in der er den Adventsgedanken klar herausstellte. Die Teilnehmer blieben noch längere Zeit in angenehmer Unterhaltung. die bereichert wurde durch Lieder und Gedichte, zusammen. Versammlung der heimattreuen Ost= und Westpreußen. Der Bundesgruppenleiter Saworra konnte eine ansehnliche Anzahl Landsleute begrüßen. Nach Bekanntgabe von Bundesrundschreiben ging man zur Erledigung der Tagesordnung über. Die Weihnachtsfeier mit Kinderbescherung findet am zweiten Weihnachtstag, um 16 Uhr beginnend, statt. An dem Schulungsabend in der Bürgergesellschaft nehmen der Bundesgrupvenleiter und der Schriftwart teil. Nach Erledigung der Tagesordnung kam der Nikolaus. Jedes Mitglied wurde mit einem kleinen Geschenk bedacht. Stadtteil Langendreer Ehrung von Jubilaren. Im Reichsbahnbetriebswerk Langendreer fand eine stimmungsvolle Feier statt, die verdienten Jubilaren der Arbeit galt. Unter zahlreicher Beteiligung der Berufskameraden wurden für 25jährige Dienste Lokomotivführer L. Dietz und Reservelokomotivführer Heinz Horstmeier geehrt. Eisenbahnamtmann Schnell richtete an die Jubilare herzliche Worte des Dankes und überreichte ihnen als äußeres Zeichen des Dankes für treue Pflichterfüllung Hitlers Buch„Mein Kampf“. Persönliches. Reservelokomotivführer Wilhelm Langwasser wurde zum Lokomotivführer ernannt. — 87 Jahre alt wurde gestern Frau Witwe Voigt, In den Langenstuken 9. Frau Witwe Thiemeyer, An den Lothen 18, vollendete ihr 70. Lebensjahr. Jahresappell der Kriegerkameradschaft Kaltehardt. Der Jahresappell der Kriegerkameradschaft Langendreer=Kaltehardt fand am Sonntag im Vereinsheim Hiby statt. Kameradschaftsführer Uehlendal eröffnete und leitete ihn. Schriftwart Roder erstattete den Jahresbericht, der von wirklicher Aufbauarbeit im Sinne der Kyffhäusersache zeugte. In ehrender Weise gedachte Kamerad Röder der Verstorbenen im letzten is7 Ueber die Kassenverhältnisse der Kriegerkameradschaf berichtete Kassenwart Vehl. Eingehend befaßte suh die Versammlung mit dem am 10. Januar auf dem Scheibenstand Hiby stattfindenden Kreisschießen — Stadtteil Weitmar Unterm Adventskranz. Im festlich geschmückten Saale bei Glahn auf der Karl=Friedrich=Straße veranstaltete am Dienstag der Reichskirchliche Frauendienst Weitmar=Mark ein Adventsfest, das in allen Teilen einen harmonischen Verlauf nahm. Zu Beginn der gut besuchten Feier sang die Gemeinde das Lied:„Wie soll ich dich empfangen?" Nach dem Eingangswort aus dem Pfalm 24:„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch“ richtete die Vorsitzende, Frau Berkermann, herzliche Begrüßungsworte an alle Frauenhilfsschwestern, besonders an die Alten, für die das Fest eine besondere Freude auslösen sollte. Eine Kaffee= und Kuchenpause war willkommen. Pastor Sassenberg hielt danach eine Ansprache, die besonders die hehre Bedeutung des Christfestes hervorhob. Einige Gedichte, die die vorweihnachtliche Stimmung zum Inhalt hatten, wurden von den Frauenhilfsschwestern Berkermann, Lauterbach, Kramer und Büscher mit guter Betonung vorgetragen. Der Beifall war lebhaft. Mit weiteren Darbietungen schloß die erhebende Adventsfeier. Advents= und Nikolausfeier. Im adventlich geschmückten Kindergarten der St.=Anna=Gemeinde Weitmar=Nord hatten sich am Sonntag nachmittag die im Pfarr=Kindergarten betreuten Kinder mit ihren Eltern zu einer Adventsfeier mit nachfolgender Nikolausfeier eingefunden. Im ersten Teil erfreuten die Kinder die zahlreich erschienenen Eltern durch Gedichtvorträge, Spiele und Gesang. Dann harrten die Kinder in Erwartung auf das Erscheinen des Nikolaus, der an alle eine Ansprache hielt. Im Laufe der Feier nahm Vikar Schütte Gelegenheit, um rege Unterstützung des Kindergartens zu bitten. Zum Schluß der Feier erhielt jedes Kind einen großen Stutenkerl. Mit einem Gemeinschaftslied fand die Feier ihren Abschluß. Stadtteil Stiepel Tödlich verunglückt. Der 17jährige Arbeiter Bernhard Lehnert. Im Haarmannsbusch, kam Montagabend gegen 9 Uhr auf der Zeche„Prinz=Regent“ im NS.=Frauenschaft. Die NS.=Frauenschaft versammelt sich zur Teilnahme an der Beerdigung der Frauenschaftsschwester Frau Berke heute um 3 Uhr an der Friedhofshalle in Wiemelhausen. Stadtteil Linden=Dablbausen Handarbeitsausstellung in Bochum=Linden. In den letzten Wochen vor Weihnachten erwecken gerade Handarbeiten das lebhafte Interesse unserer Frauenwelt. Darum entsprach die Ausstellung von Nadelarbeiten der NS.=Frauenschaft Bochum=Linden, die am gestrigen Dienstaa bei Oelmann an der Hattinger Straße eröffnet wurde, einem sehnlichen Wunsch aller Frauen und Mädchen, die Sinn für Ausschmückung des Heimes als Vorbedingung für ein trauliches Familienleben besitzen. In überraschender Reichhaltigkeit präsentieren sich dem Besucher Arbeiten, die hochaespannten Erwartungen in bezug auf Geschmack und praktische Verwendbarkeit erfüllen. Man findet da die verschiedensten Kissen für die verschiedensten Zwecke, warme Pullover für Mann, Frau und Kind: auch die sonst fast ausgestorbenen selbstgestrickten Strümpfe sind in reichster Auswahl ebenso vorhanden wie Kaffeewärmer. Bettjäckchen und andere Handarbeiten aus Wolle in den buntesten Farben. Daß daneben auch Wäschestücke und Küchengarnituren gezeigt werden, braucht kaum besonders erwähnt zu werden. Kurz, die Ausstellung bietet jedem Geschmack und jedem Geldbeutel etwas. Die ausgestellten Sachen sind verkäuflich, wobei erwähnt werden muß, daß der Erlös aus dem Verkauf restlos dazu verwandt wird, bedürftigen Volksgenossen zu Weihnachten eine Freude zu bereiten. Die Ausstellung, zu der der Eintritt frei ist, wird heute fortgesetzt. Dahlhausens Wunsch. Linden und Dahlhausen, früher eine Doppelgemeinde, jetzt zwei Bochumer Stadtteile, in vielen Dingen eng miteinander verbunden, haben doch jeder für sich einen geschäftlichen Mittelpunkt. Nun hat der Stadtteil Linden einen öffentlichen Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz stehen. Dieser Platz grenzt zwar an den Stadtteil Dahlhausen, doch wünscht man in Dahlhausen sehr, daß ein solcher Lichterbaum auch den schönen Platz vor dem Bahnhof Dahlhausen, dem Mittelpunkt dieses Ortsteiles, zieren würde. Und Oberdahlhausen hätte gern auch einen öffentlichen Weihnachtsbaum. Da aber die Stadt keine Mittel mehr zur Verfügung stellen kann, so ergibt sich die Frage, wie dem Wunsch Rechnung getragen werden kann. Die Initiative müßte wohl von der Geschäftswelt ausgehen. Ansere Lanr„ahlPflchngen=Tehren henn Propagandamarsch und Elternabend in Bochum Die Landjahrpflichtigen aus Pommern, Schlesien und Schleswig treffen in der Zeit vom 16. bis 18. Dezember hier ein. Die Ankunft der Sonderzüge in Bochum wird an dieser Stelle sofort nach Bekanntwerden mitgeteilt. Infolge der verschiedenen Ankunftszeiten kann der geplante Propagandamarsch am Tage der Ankunft nicht stattfinden. Der Propagandamarsch findet vor Beginn des Elternabends statt. Die zurückkehrenden Landjahrpflichtigen treten zu einem Propagandamarsch am Sonntag, 20. Dezember, nachmittags 14½ Uhr, auf dem KaiserFriedrich=Platz in Bochum an. Der Zug bewegt sich durch folgende Straßen: Blücher=, Humboldt=, Bahnhof=, Kortum=, Brück=, Herner, Horst=Wessel= und Castroper Straße zum Schützenhof. An dem Propagandamarsch nehmen ferner teil: Fanfarenbläser, Musik= und Spielmannszug der HJ., Sing= und Spielschar des BDM., Fahnenkommandos, Vertreter der Behörden und Partei sowie Ehrenformationen der HI., IV., des BDM. und der IM. Anschließend findet am Sonntag, 20. Dezember, nachmittags 16 Uhr im Saale des Schützenhofes in Bochum, Castroper Straße, ein Elternabend statt. In dieser Veranstaltung werden die Landjahrführer über den großen erzieherischen Erfolg des Landjahres, der an der Haltung und dem Gesundheitsbefund der aus dem Landjahr heimkehrenden Jugendlichen ersichtlich ist, Ausführungen machen. Mit dieser Feier ist die feierliche Ueberführung der Landjahrpflichtigen in die Hitler=Jugend bzw. in den Bund Deutscher Mädel verbunden. Fanfarenbläser, Musik= und Spielmannszug der HJ., die Sing= und Spielschar des BDM., sowie Ehrenabordnungen der HJ., IV., des BDM. und IM. werden zu einem würdigen Verlauf der Feier beitragen. Zu dieser Veranstaltung werden eingeladen: Die jetzt heimkehrenden Landjahrpflichtigen, die für das Landjahr 1937 bestimmten Landjahrpflichtigen, die Eltern der heimkehrenden und der für 1937 bestimmten Landjahrpflichtigen und sämtlicher Mitglieder der Auswahlkommissionen. Arrrneinnfag del Angesteilten im August, September und Oktober 1936 im Landesarbeitsamtsbezirk Westfalen weiter gebessert Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilt mit: Die während des Berichtsvierteljahres erfolgte weitere Besserung und Festigung der Beschäftigungsverhältnisse in allen Wirtschaftszweigen hat sich auch auf den Arbeitseinsatz der Angestellten sehr günstig ausgewirkt. Die Zahl der arbeitsuchenden Angestellten, die seit dem Höchststand der Arbeitslosigkeit im Mai 1932 bereits bis Ende Juli 1936 um 23 951 zurückgegangen war, weist eine weitere Abnahme um 747 auf. Am Schlusse des Berichtsvierteljahres waren nunmehr im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen 9937(7516 männliche und 2421 weibliche) gegenüber 10 684(8114 männliche und 2570 weibliche) im Vorvierteljahr vorhanden. Ueber die Altersgliederung dieser Angestellten gibt die nachstehende Uebersicht Aufschluß: Geschlecht d. 25 J. üb. 25 d. 40 J. üb. 40 d. 60 J. üd. 60 J. Zuf. zugunsten der Winterhilfe. Nach Erledigung der TagesDie Bewegung im Arbeitseinsatz war in den Angestelltenberufen während der Berichtszeit lebhafter als im Vorvierteljahr. So ist die Zahl der Neumeldungen von 7305 auf 9203 gestiegen. Die Zahl der Angänge hielt sich mit 9950 ungefähr auf der Höhe des Vorvierteljahres(9995). Von den Zugängen entfallen 5253 (im Vorvierteljahr 3950) auf männliche Angestellte und 3950(im Vorvierteljahr 3355) auf weibliche Angestellte. Bei den männlichen Angestellten ist die Erhöhung der Zahl der Neumeldungen zum Teil durch die Rückkehr von Angestellten aus dem Arbeits= und Heeresdienst, die bis zu ihrer Wiedereingliederung in das Berufsleben vorübergehend als Arbeitsuchende geführt wurden, bedingt worden. Ferner meldeten sich auch im Berichtsvierteljahr wieder zahlreiche noch Arbeit stehende Angestellte bei den Arbeitsämtern an, die eine anderweitige Unterbringung wünschten. Unter den in Zugang gekommenen weiblichen Angestellten befinden sich zahlreiche Verkaufskräfte, die eine Aushilfsbeschäftigung bei dem Weihnachtsverkauf suchen. An den Abgängen waren die männlichen Angestellten mit 5851 und die weiblichen Angestellten mit 4099 beteiligt. Infolge der lebhaften Bewegung im Arbeitseinsatz der Angestellten war auch die Vermittlungstätigkeit der Arbeitsämter im Laufe des Berichtsvierteljahres wieder sehr rege. Insgesamt wurden 2931 Angestellte in Dauerstellen und 15130 in kurzfristige Beschäftigungen vermittelt. Neben diesen Vermittlungen wurden noch 2417 Arbeitsuchende von den Betriebsführern namentlich angefordert, so daß unter Mitwirkung der Arbeitsämter insgesamt 20478 arbeitsuchende Angestellte während der Berichtszeit dauernde oder vorübergehende Beschäftigung fanden. Die Nachfrage nach Angestellten kam während der Berichtszeit aus fast allen Wirtschaftszweigen. Vorwiegend wurden jüngere Angestellte gesucht, zu deren Beschaffung heute der zwischenbezirkliche Ausgleich in Anspruch genommen werden mußte. Sehr gute Unterbringungsmöglichkeiten boten sich vor allem für Bautechniker und technische Angestellte aus der Eisen= und Metallindustrie. Auch an jüngeren männlichen Verkaufskräften bestand erheblicher Bedarf. Die Vermittlung von älteren Angestellten war dagegen bei der Privatindustrie nach wie vor schwierig. Beschäftigungsmöglichkeiten für diese Angestellten waren fast nur bei Behörden gegeben. Die Nachfrage nach weiblichen Bürokräften erstreckte sich in der Hauptsache auf Stenotypistinnen, an denen weiterhin Mangel besteht. Auch die angeforderten Büroanfängerinnen standen nicht immer in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Diamantene Hochzeit Grüne Hochzeit der Enkelin Ein seltenes Familienfest, das Fest der diamantenen Hochzeit, konnte am Dienstag das Ehepaar Pinkel in Weitmar auf der Hattinger Straße feiern. 25 der nächsten Verwandten, darunter sechs Enkelkinder und vier Kinder, gaben diesem Fest den feierlichen Rahmen. Der Ehrungen, die diesem Paare zuteil wurden, waren recht viele. Es überbrachten Glückwünsche: der Vertreter des Polizeipräsidenten, der Vertreter der Stadt Bochum, ein Beauftragter des Kreisleiters der NSDAP., Kreisleiters Riemenschneider, und ein Beauftragter des Bochumer Vereins, auf welchem Werk der diamantene Jubilar 40 Jahre bis zu seiner goldenen Hochzeit vor 10 Jahren gearbeitet hat. Mit schonen und sinnigen Ehrengeschenken wurde das Jubelpaar reichlich bedacht, und so konnten die besonders wertvollen Geschenke des Bochumer Vereins, der NS.=Frauenschaft, der Polizei und der Kreisleitung der NSDAP., reiche Freude auslösen. Die Ansprache des Vertreters vom Bochumer Verein würdiate besonders die stets treue Pflichterfüllung des Jubilars, der außerdem schon vor der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus; ein treuer Anhänger Adolf Hitlers gewesen sei. Auch die Worte der Vertreterin der NS.=Frauenschaft hinterließen tiefen Eindruck, die besonders darauf hinwiesen, daß gerade solche deutschen Familien gefördert und geehrt werden müßten, die die Erhaltung des deutschen Staates sicherten. Pastor Sassenbera nahm die Trauung vor. Er mußte sich zu dem Ausspruch bekennen, daß er in seiner 40jährigen Tätigkeit als Geistlicher heute die erste diamantene Hochzeit vornehmen könne. Zugleich konnte Pastor Sassenberg auch einer Enkelin den grünen Myrtenkranz aufsetzen und ihr den Segen für den Eintritt in die Ehe mitgeben. So gestaltete sich das Fest zu einer doppelten Freude. Die herzlichsten Glückwünsche überbrachten hiernach auch die Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde Weitmar. Der Chor des Frauenvereins verschönte die Feier durch einige schön zu Gehör gebrachte Lieder. Es ist interessant, daß Ova Pinkel, worauf auch die Vertreterin der NS.=Frauenschaft hinwies, lange Jahre seines Lebens in europäischen Ländern herumgekommen ist. Bis zu einem Gange in die Türkei hat sich dieses Reisefieber bei Ova Pinkel ausgewirkt. Vor einigen Wochen war seine treue Gattin erkrankt, jedoch hat sie sich wieder erholen können, so daß beide heute noch mit einer verhälinismäßig guten Gesundheit und einer erstaunlichen Rüstigkeit ausgerüstet sind. Sie gedenken noch, in fünf Jahren die„Eiserne" zu erleben. Man tau...! Adventsfeier der Schwerhörigen Die Bochumer Ortsgruppe des Reichsbundes der Schwerhörigen hat ihren Mitgliedern schon manche schone Feierstunde geschenkt. Nichts konnte die Schwerhörigen deshalb dankbarer stimmen als die Einladung zu einer Adventsfeier, die in dem prächtig geschmückten Saale des Lokales Altmann an der Kortumstraße abgehalten wurde. Für viele war es das erste Mal einer großen Gemeinde von Feiernden anzugehören. Darum hatte die Ortsgruppenleitung keine Mühe und Arbeit gescheut, um es jedem recht und angenehm zu machen. Eine Lautsprecher= und Lauthöreranlage modernster Einrichtung sorate für gegenseitige Verständigung. Die herzlichen Begrüßungsworte des Ortsgruppenwarts Waterkotte bahnten die erste Freundschaft an. Hände und Herzen fanden sich zusammen, als die Adventslichter aufleuchteten. Weihnachtsmusik und Adventsweisen schufen eine weihevolle Stimmung. Pfarrer Hardt sprach von dem Advent der Kirche und dem heiligen Wunder der deutschen Christnacht. Dann kam der„Heilige Mann“. St. Nikolaus, mit seinen herrlichen Gaben. In seinem„Himmelsbuch“ standen nur Gerechte weshalb die Bescherung auch besonders reichlich ausfiel. Worte und Gaben der Anerkennung hatte er für die Familie Kern und Fräulein Platzmann, die, wie so oft, auch an diesem Abend mit ihrer Kunst und ihrem Können dienten. Bei einem fröhlichen Kaffeeplausch saß man noch recht lange beisammen, tauschte gegenseitig Erinnerungen aus, schloß Freundschaft und Kameradschaft und spornte sich zu neuer Arbeit an. Preisschießen. Die erste Kompagnie des Bürgerschützenvereins 1388 hatte ihre Schützen auf dem Schießstand Wiesmann, Castrover Straße, zu einem Preisschießen zusammengerufen. Es entwickelte sich ein erfreulicher Wetteifer, der gute Schußergebnisse zuwege brachte, so daß die 23 Preise bei hoben Ringzahlen vergeben waren. Nikolausfeier. Die Arbeitskameraden der SchlegelScharpenseel=Brauerei veranstalteten eine schöne Nikolausfeier, die von Liedern und dergleichen mehr umrahmt war. Besonderen Anklang fand eine Verlosung großer Stutenkerle. Die Feier verlief auf das angenehmste. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Heute„Penthesilea". Kleists großes Trauerspiel, zugleich der Höhepunkt der Kleist=Festwoche, die„Penthesilea", gelangt heute zur weiteren Wiederholung(Vormiete). Heute nachmittag„Der gestiefelte Kater", der große Märchenerfolg dieses Jahres. Samstag: Westdeutsche Erstaufführung: Frasers„Neun Offiziere". Das Stück behandelt ein Thema, das aus der Geschichte der jüngsten Vergangenheit gegriffen ist. Es zeigt, wie diplomatische Vertreter fremder Nationen auf fernem Posten weitab von der Heimat verzweifelt um ihr Dasein kämpfen. Fraser, der Verfasser des Schauspiels, wurde bekannt durch eine auch im Westen zur Aufführung gelangte moderne Fußballkomödie„Die elf Teufel". Die westdeutsche Erstaufführung am Samstag, 12. Dezember, findet unter der Spielleitung von Curt Bartz statt. Bochumer Filmschau Hammer Lichtspiele:„Mädchenräuber“ Mancherlei Abenteuer haben die beiden dänischen Groteskkomiker Pat und Patachon in ihren mehr als sechzig Stummfilmen schon hinter sich gebracht— ein Mädchen entführt haben sie bisher doch noch nicht. Und wenn sie es jetzt in dem Film„Mädchenrauber“ tun, so doch nur in der menschenfreundlichen Absicht, ihrem Freunde, dem Dichter Erich Holm, durch das erhoffte Lösegeld Barmittel zu verschaffen, damit er ein von ihm geliebtes junges Mädchen suchen lassen kann. Daß sie in dem geraubten Mädchen gerade die Geliebte Holms gefaßt haben, macht im Zusammenhang mit den sich ergebenden Verwicklungen den Inhalt des Films aus. Ein echter Pat=und=Patachon=Film! Interessant ist auch das Beivrogramm. Apollo:„Ein idealer Gatte“ Dieser ausgezeichnete, mit sorgfältiger Kleinmalerei, Liebe und Temvo gedrehte Unterhaltungsfilm voll innerer Spannungen besitzt hinter seinen gesellschaftskritischen Bildern als tiefsten Grund aller Verwicklungen und Verwirrungen den Kampf zweier Frauen um einen Mann. Das schwierige Thema wird jedoch mit künstlerischem Geschick gemeistert und verläuft nicht in der Ebene flacher Gegenüberstellungen. Sehr erfreulich ist die Darstellungskraft Brigitte Helms, die man hier sehr natürlich, und nicht als„damonisch seelenloses Weibchen" erlebt. Besonders eindringlich ist wieder einmal die große Kunst von Sybille Schmitz. Der ideale Gatte wird von Carl Ludwig Diehl mit unaufdringlichen Mitteln sehr sicher, klar und überzeugend dargestellt. Dokumenikopie Vor allen Bebörden beweiskräftig. Orisinalgetreu nach jeder Vorlage.(Urkunden. Schriftstücke, Ahnentafeln. Zeichnungen eic.) Neues verbilligtes Verfahren! Preis 3S Pf. Phete-Alggemeyer, Bochum, Hortumstraße 42 Seite 13 Nr. 288 7 Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 9. Dezember 1936 ZEENENTSIUKCAIENEIENACEAAACAEEEEK ium Set K SiE Sonie.-Verebiel, Ginl aut Aisad CINNG Kursiz Sint7g, Harnr gaegee eschsea ceshäick schsheics chalete schlag). 4. Wiener Dreivierteltakt(Wagenaar). 5. Levantinisches Rondo(Unger) 20.15 Stunde der jungen Nation: Segen der Erde (Von Breslau, Reichssendung) 20.45 Unterhaltungskonzert. Das Große Orchester(Otto Julius Kühn). 1. In Wehr und Waffen, Marsch Blon). 2. Nordseebilder, Walzer(J. Strauß). 8. Der Minnesänger, Folge: a) Festlicher Einzug, b) Ständchen des Troubadors(Amadei). 4. Landsknechte auf dem Markt(Schmeling). 5. Am Zieh10.00 Eine Esche kenn' ich... Vom Weihnachtsbaum und Weihnachtsbrauch 11.45 Die Hoppegartener Jährlingsauktion 12.00 Die Werkpause(Uebertragung aus der Firma Garbe, Lahmeyer& Co., AG., Aachen) 13.15 Mittagskonzert. Landes=Sinfonie=Orchester Saarpfalz.(Albert Jung). 1. Ouvertüre zu„Gasparone"(Millöcker). 2. Wiener Bonbons, Walzer (Joh. Strauß). 8. Norwegischer Künstlerkarneval (Svendsen). 4. Ungarische Rhaysodie N. 1(9323t) Epenug#rel. 4. Ungaxzche mhapzgoie Nr. 1(Liszt) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) .00 Wir treiben Familienforschung 16.30 Nachmittagskonzert. Westmark=Orchester, Bad Aachen(Willy Pitz). 1. Prinz=August=Grenadier= Marsch, 2. Vorspiel zu„Zampa“(Herold). 8. Melodien aus„Rigoletto"(Verdi). 4. a) Frühlingsrauschen(Sinding), b) Stephanie=Gavotte(Czibulka) 5. Lotosblumen, Walzer(Ohlsen). 6. Vorspiel zu „Hakiris Hochzeit"(Lincke), 7. a) Sizilietta(Blon), b) Leuchtkäferchens Stelldichein(Siede). 8. Frisch voran, Marsch(Röhrig) 17.30 Wenn Frau Holle die Erde besucht 18.00 Romantische Musik. Klempt=Vokal=Terzett. Hans Haaß(Klavier), Gertrud Maria Kisselbach(Violine). 1. Aus den„Jahreszeiten": Frühling und Sommer(Hol). 2. Sonate=moll(Siögren). 8. brunnen(Rust). 6. Verborgene Perlen, Walzer nach Melodien von Joh. Strauß(Ziehrer). 7. Melodien aus der Operette„Die sieben Schwaben“ (Millöcker) 21.30 Volk singt und spielt! Singgemeinschaft der NS.= Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, Kreis Bochum(Vieten), Sing= und Chorgemeinschaft(Esser), Bläservereinigung der Stadt Bochum, HJ.=Sing= schar Bochum, Ziehharmonikaspieler 22.30 Nachtmusik und Tanz. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt). Gesang: Willy Schneider(Baß=Bariton). Guten Abend, lieber Hörer! ecan spielt.— 21.15: Märsche 20.10: B. von Geczy der neuen Wehrmacht.— 22.30: Eine kleine Nachtmusik.— 23.00: Wir bitten zum Tanz(B. v. Geczy) Gottes Wille nahm uns heute morgen gegen.30 Uhr meinen guten Mann. Sohn. unsern Bruder. Schwager. Onkel undVetter „Stamrkrafffel im Alter von 48 jahren, versehen mit den Tröstungen unserer heiligen Kirche. In tiefer Trauer: Anna Krämer seb. Tily und Anverwandte Bochum, Dorstener Straße 20, den 6. Dezember 1936 Die Beerdigung ist am Donnerstag dem 10. Desember, morgens .30 Uhr, von der Leichenhalle des Zentraltriedhofes Freigralendamm aus. Das Seelenamt ist vorher um 8 Uhr in der Waisenhauskapelle am Friedrichsplats Gestern verschied unerwartet unser früherer, langjähriger Mitarbeiter Hert Ingenieur Kurrhanntz Der Verstorbene hat 36 Jahre in unsern Diensten gestanden. Er war ein Vorbild treuer Pflichterfüllung. Eswarihm vergönnt, die letzten Jahreim wohlverdienten Ruhestand zuzubringen. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Bochum, den 8. Dezember 1936. Führer und Gefolgschaft der Pirma Dr..Otto& Comp....H. Nach kurzem Krankenlager verstarb heute früh der Leiter unserer Versandabteilung Herr Paul Scheideler Der Tod dieses nahezu 10 jahre dem Werk angehörenden ausgezeichneten Mannes, der in vorbildlicher Kameradschaft und Pflichterfüllung seinen Dienst versah, reißt eine schwer auszufüllende Lücke in unsere Werksgemeinschaft. Wir werden diesem treuen Mitarbeiter ein dauerndes ehrendes Andenken bewahren. Bochum, den 8. Dezember 1936 Führung und Gefolgschaft der Eisen- und Hüttenwerke Aktiengesellschaft Hochbelatt und lebensmüde. Hat der Tod Dich nun gekübt. Liod Dich hingebracht, wo Friede Ohne Unterlaß Dich grüßht. Montag abend um 11.15 Uhr starb nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiesermutter, Grobmutter, Urgrobmutter. Schwester, Schwägerin und Tante Wwe. Eisette Krabse geb. Gerstemeler Im 87. Lebensjahre. Um stille Tellnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen .-Altenbochum(Steubenstraße 13). Höntrop. Riemke, Hagen, Iserlohn, den 7. Desember 1936 .30 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhoter an der Wiemelhauser Sraße aus stat Xurück! Dr. ce. Delering Kinderarzt Humboldistr. 6 Telephon 63866 Nach Gottes unerforschlichem Ratschlusse entschlief gestern abend 20.30 Uhr meine liebe Gattin. unsere gute Mutter. Schwiegermutter, Grobmutter. Schwester, Schwägerin und Tante Prad Emilie Censeienee geb. Neuse nach langem, schwerem Leiden, jedoch plötzlich und unerwartet,. im Alter von 62 jahren. Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Max Conscience sen. Bochum,(Märkische Str.), den 7. Dezember 1936 Die Beerdigung dnde vorm. 10.30 Uhr, vom Elogang des Zentraltiedhofes(Freisrafendamm) aus.— Das Seelenamt ist am gleichen Tage morgens .45 Uhr in der Propsteikirche Die Beerdigung der verstorbenen geb. Mertin Bochum Harpen. Auf dem Knust 13. findet heute, Mittwoch, den 9. Dez., 15.30 Uhr, von der Friedhotshalle Bochum-Gerthe aus statt U Weinnat der Steaisegbet. boel, deg stce Be-h. Gteseuleszs, Da hzgige Modigkelt und kein“ so eine Vee Ste fiene iete: TesssRbgr und tegelt e biarehr. Und den den Verr gig WärmeRest In hab ich in flasche,“ gchon en Oe- Eeztgenus im kleinen##0e -.deiate, voraus44der Steffen*#ate jschtigeF e s nun StadtFiheatel B OCHUM Mittwoch, 9. Dez., 15.30—18 Uhr, Außer Vormiete: Der gestiefelte Kater Märchen von A. Wagner. Preise:.25, bis .20 Mark. 20.30—22.30 Uhr, Vormiete B 9: Penthesilea Trauerspiel von H. v. Kleist. Donnerst., 10. Dez. 20—21.45 Uhr, Vormiete A 9: Amphitryon Lustspiel von H. b. Kleist. Städtisches Orchester Bochum Vormiete: 4. Kammer-Musik Morgen, Donnerstag, 10. Dezember, 20 Uhr, im Ernst-Mortz-Arndt-Haus Kammerorchester=Konzert Alle und neue Mastk Werker Georg Chrlstoph Wagensell, Woltgang Amadeus Mozert, Johann Christian Bach, Hane Haaß, Cesar Bresgen. Sollsten: Johanne Marle Unke!(Alt) Hanna Monze!(Cembalo) Dirigent: Städtischer Kapellmeister Profes sor L. Reichwein Preise: 75 Rpf. bis.50 RM. Karten sind an der Konzertkasse im Stadttheater sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Schülerkarten zum Preise von 40 Rpf. bis 75 Rpf. nur an der Konzertkasse.— Vorbestellungen unter Nr. 61051 Familien-Nachrichten nach anderen Veröffentlichungen und Zeitungen Geboren(Knabe): Dortmund=Dorstfeld: Karl Schmidt(Greichen Reinecke) 4 (Mädchen): Dortmund: Josef Röttger(Maria Hiddemann) Hattingen: Heinrich Porthoff jun.(Else Krajewsti) Vermählte: Essen: Karl Menzel mit Hedwig Heims. Hattingen: Heinz Finkler mit Hildegard Runkler. 10 F! K Tem K der präktischen Geschenke Gestorben: Dortmund: Schneidermeister Carl Wilh. Budeus, 61 Jahre; Wwe. Lina Baumann geb. Neidert, 66 Jahre; Ewald Hilker, 37 Jahre; Wwe. Emilie Tillmann geb. Schäfer, 49.: Prokurist Karl Schmidt, 43 Jahre; Gastwirt Fritz Bauer, 41 Jahre; Wilhelm Wiese, 83 Jahre. Dutsburg: Oskar Bud..5116## Tten Essen: Wwe. Wilbelmine Hörichs ged. Cofflet, 76 Jahre: Friedrich Koke, 55 Jahre; Wilbelm Grün, 45 Jahre; Verleger Franz Josef Dechange, 74 Jahre. Gelsenkirchen: Marie Gerlach geb. Ganzer, 86 J. Herne: Bernhard Schnitzler, 81 Jahre; Magdalene Holstem geb. Sett, 76 Jahre. Hattingen: Tiefbauunternehmer Konrad Heinz, 71 Jahre. Köln: Hauptmann Franz Marx, 47 Jahre. Münster: Wwe. Maria Nößler geb. Ecke, 89.: Theodora Operdiek geborene Große=Natrop, 72 Jahre; Justizoberrentmeister Karl Oppenheim, 78 Jahre. Weihnachts-Schlager! 5, Streichhölzer überS flüssig! Patentartich geschützt. Prosp. frei.Ver* freter im in-, Ausland ges. Kurt Stübner Ewiges Streichholz Bernstadt I. Sa., Posttach 87— Radio-Geräte Modelle 1936/37— Teilzahlung Pianohaus Marks Ecke Kalser-Wilh.-Str., Ruf68575 Nutzen Sie den Vorzugspreis für Kdr.-Skler mit Stiefeln zus. 35.- RM. bis zum 10.12. 8us Hickory-Bretter ab 17.50 RAR. Sklbekleidung Einzelhosen Windwesten u. Skirüstzeug Sporthaus Bochum. Gr. Beckstraße 3. Eigene Skiwerkstat! WE Die weltberühmte Honner in 10 Monatsraten bei kleiner Anzahlung, Hohner-Spez ialhaus wv. 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