— # Apseisenpreife: Grundpreise für 3 mm 9öbe in 22 um Preite 25 Ml Bezugspreis mit Botenlohn: 295 RM. monatlich oder.18 RM. deldmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf, monatlich. Funk= zeitschrift„hör mit mir“, 45 Pf, monatlich bei vier Sonntagen und Samstag Sonntag 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. berhindert wird. können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Ge„ schäftsstelle geöffnei von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr. Sonntags 28./29. November 1936 von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum 43. Jahrgang Nummer 279 Samstagsausgabe 13 Pf. mit„Bochumer Illusirierte".. Anzeigenpreiss: Grundpreise für 1. um Höde in 22 pm. Breite.5, Pf. im Anzeigenieil und in 78 mm Hreite 30 Vi. im Tertell, Famillenanzeigen und Stellengesuche 6 Pf. Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine Anzeigen(nicht geschäftlicher Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Terteil 10 Bi., Auskunste und Zzsaggehshren 25 Vl., Zur Zeit ip Preinz; liste Nr. 7 gulie., Nachlasstassel,.,— Schlusz, der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich auigegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. 50 P: Hauptgeschäftssielle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 niedrig. rüge und st müt der isen gibt. g sagen. che Einlage. leidung verucn. trotten! K.10 .20 .40 hnen inten Raseim Die brutesr Sein Hunzerk=Wölke Gemeinsame Jahrestagung der Reichskulturkammer und der RSG.„Kraft durch Freude— Große Kulturreden Dr. Goebbel s und Dr. Leys dnb Berlin, 27. November. In einem festlichen Rahmen von erhebender Feierlichkeit und in Anwesenheit des Führers, ferner der gesamten Reichsregierung, der hervorragendsten Vertreter aus Staat, Bewegung und Wehrmacht Kunst und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft, sowie des diplomatischen Korps hielt am Freitag in der Philharmonie die Reichskulturkammer gemeinsam mit der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ ihre dritte Jahrestagung ab. Die Schöpfer und Betreuer der beiden großen deutschen Organisationen der Kulturschaffenden und eempfangenden, Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, gaben vor der Staatsführung und dem ganzen deutschen Volk, das an den Lautsprechern Teilnehmer der festlichen Tagung war, Rechenschaft über das Geleistete und die Parole für die zukünftigen Aufgaben. Der große Saal der Philharmonie war wie in den Vorjahren mit elfenbeinfarbenen Tüchern und goldumwirkten Girlanden geschmückt. Auf der Bühne leuchtete auf rotsamtenem Tuch, mit Herbstblumen umkränzt, das Freiheitszeichen des neuen Deutschlands. Darüber prangte die Mahnung aus den Meistersingern:„Ehret Eure deutschen Meister!“ Die zur Philharmonie führenden Straßen trugen reichen Flaggenschmuck. Hinter der SS.=Absperrung drängten sich Tausende, um den Führer zu erwarten. Das Ehrenspalier in der Philharmonie hatten die Leibstandarte Adolf Hitler und die Werkscharen übernommen Zum ersten Male hatten im Innern der Philbarmonie rechts und links vom Podium, das von den festlich gekleideten Mitwirkenden besetzt war, die Träger des kulturellen Lebens in den Betrieben, die Werkscharmänner, mit den Fahnen der Deutschen Arbeitsfront Aufstellung genommen. Wenige Minuten nach 12 Uhr traf, von der auf der Straße wartenden Menschenmenge mit stürmischen Heilrufen begrüßt, der Führer und Reichskanzler mit seiner Begleitung in der Philharmonie ein. Die Festgemeinde ehrte ihn mit dem Deutschen Gruß. Auftakt dieser festlichen Tagung war das Gedenken an die großen Toten, die seherische Schöpfung des einige Jahre vor dem Kriege verstorbenen Tondichters Wilhelm Berger, die Professor Bruno Kittel mit 320 Sängern seines Chores und dem Philharmonischen Orchester zu tiefem Eindruck werden ließ. Heinrich George sprach Worte aus Goethes„Götz von Berlichingen“:„Das soll unser letztes Wort sein, wenn wir sterben: Es lebe die Freiheit!“ Kammersänger Rudolf Bockelmann sang Goethes prachtvolles„Beherzigung“ in der Vertonung von Hugo Wolf, begleitet von den Philharmonikern unter Generalmusikdirektor Dr. Peter Raabe. Die Mahnung Goethes:„Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten!“ war das feierliche Bekenntnis dieser der deutschen Kultur geweihten Stunde, dem auch Dr. Ley in seiner Ansprache leidenschaftlichen Ausdruck gab. „Laßt alle am Schönen teilnehmen“ Die Rede Dr. Leys Dr. Ley schilderte, wie die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ aus theoretischen Gedanken und Eröffnungen ein wahres Volkswerk wurde.„Mit der nationalsozialistischen Gemeinschaft„Kraft durch Freude" erfüllten wir dem Arbeiter seine große Sehnsucht nach seinem Vaterland und seiner Heimat. Wir befriedigten seinen berechtigten Stolz. Wir machten ihn dadurch zum vollwertigen Bürger seines Vaterlandes. Jetzt war der Begriff„Vaterland“ für ihn nicht mehr ein toter Schemen, etwas Unerreichbares. Kultur, Reisen, Kunst, Theater, Sport, die See, die Alpen, der Rhein und vieles andere mehr waren nicht mehr Vorrecht der besitzenden Klasse, sondern wir öffneten dem Arbeiter mit diesem Werk die Tore seiner Sehnsucht und seines Hoffens. Denn darüber gibt es ja heute in unseren Reihen keinen Zweifel mehr, daß der Klassenkampf der vergangenen Jahre und Jahrzehnte nicht begründet war in dem Unterschied von reich und arm. Nein, der Arbeiter empfand, daß man ihn in Dingen entrechtete und ihn beraubte die ihm von Gottes und Menschen wegen gehörten. Man ließ ihn, den Arbeiter, nicht an der Kultur teilnehmen, Die Kultur ist die Seele der Leistungen der vergangenen Geschlechter. Jeder arbeitende Mensch ist in seinem Schaffen letzten Endes ein Kulturträger, denn auch der genialste Künstler, Architekt und Ingenieur kann sein Kulturwerk nicht ohne den arbeitennden Menschen vollbringen. Deshalb haben die NachkomWeltbild(2) Der Führer begrüßt den Komponisten in der Berliner Philharmonie bei der gemeinsamen Jahrestagung der Reichskulturkammer und der RSG. durch Freude“. Links der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, und der Bizepräsident der Kammer, Staatssekretär Funk. men dieser Menschen, d. h. das gesamte Volk, auf diese Leistungen ihrer Vorfahren ein Anrecht Jeder Mensch hat den Drang zum Höheren und zum Schönen. Es ist die heutige Staatskunst und deren höchste Erfüllung, das Volk an das Schöne und Erhabene heranzuziehen. Mein Führer! Wenn man mich fragen sollte, welches das größte Werk von Ihnen ist, so glaube ich, dies damit zu beantworten, daß Sie, mein Führer, das deutsche Voll zur Schönheit, zu Edlem und Erhabenem geführt haben.(Tosender Beifall.) Von der herrlichen Fahne, die Sie, mein Führer, der Partei gegeben haben, bis zu den gigantischen Bauten in Nürnberg und in München, in den Aufmärschen der Partei und in der straffen Dilziplin unserer Soldaten, überall, mein Führer, führen Sie das Volk zu Schönem. Dadurch, daß wir die deutschen Menschen an die Schönheiten ihrer Kultur und ihres Landes herauführen, wecken wir in diesen Menschen selber ungeahnte schöpferische Kräfte. Jetzt entfaltet sich der faustische Mensch im deutschen Volk! Jetzt werden selber Spiele geschrieben, Tänze gefunden, Feste gemacht. Allein die Tatsache, daß die NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ auseigenem Können ihre Veranstaltungen finanziert, daß sie ohne jeden Zuschuß heute bereits arbeitet, ist der Dr. Goebbels spricht auf der gemeinsamen Jahrestagung der Reichskulturkammer und der RSG.„Kraft durch Freude“ In der ersten Reihe in der Mitte(etwas nach vorn gebeugt) der Führer. Links vom Rübenach, Reichsstatthalter Ritter von Epp. Rechts vom Führer: Staatssekretär Führer: Dr. Ley, Reichsminister Dr. Frick, Reichsminister von ElvFunk, Reichsleiter Amann, Generalmusikdirektor Dr. Raabe. Beweis, daß wir hier einen Quell im Volke angeschlagen haben, der für uns alle völlig ungeahnte, neue Kräfte mobilisiert hat. Das ist der größte Gewinn, den dieses Werk uns offenbart: Disziplin und Freude: Wahrer Sozialismus und Kameradschaft sind die Kennzeichen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. Nach einem Dank an alle, die es ermöglicht haben, daß dieser Tag heute gemeinsam begangen werden kann, schloß Dr. Ley mit folgenden Sätzen: „Freude und Hoffnung sind die unverwüstlichen Grundlagen allen Schaffens. Von dieser Lebensfreude muß das ganze Leben erfüllt sein, alle Gebiete müssen davon erfaßt werden. Es ist mein Wunsch und meine Hoffnung, daß„Kraft durch Freude“ einmal das gesamte deutsche Volk in all seinen Sparten und auf allen Gebieten erfassen möge. Ferner: Arbeit und Kunst gehören zusammen! Wir müssen alles tun und eifersüchtig darüber wachen, daß die beiden sich nie wieder trennen. Schließlich: Unser Sozialismus ist uns kein Geschenk, das vom Himmel fällt, sondern die Mobilisation und die Organisation der Energien unseres Volkes. Deshalb richte ich an Sie den Appell: Oeffnet dem Arbeiter, dem Bauer, dem Handwerker, dem gesamten Volke die Tore der Kunst weit und groß! Ruft das ganze Volk hinein in unsere Theater, in unsere Kunsttempel, laßt alle Menschen an dem Schönen teilnehmen. Schließt keinen Volksgenossen aus dieser Kulturgemeinschaft der Deutschen aus. Ich bin felsenfest überzeugt, daß wir alsdann ein Fundament für die Ewigkeit unseres Volkes bauen werden.“ Das herrliche=dur=Konzert Georg Friedrich Händels, bei dem Professor Fritz Heitmann den Orgelpart übernommen hatte, leitete über zu der Ansprache des Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels Der Minister führte im wesentlichen aus: „Ich bin in der glücklichen Lage, bei der vierten großen Rechenschaftslegung der Reichskulturkammer und der in ihr vereinigten Einzelkammern des künstlerischen und kulturellen Lebens in diesem Jahre weniger von der Organisation und mehr von der Leistung sprechen zu können. Die Organisation steht festgefügt und ausgerichtet und erfüllf damit ihre eigentliche Aufgabe: zum Zweck zu sein, durch ihr Wirken selbst die Erreichung des großen Zieles zu vereinfachen und überhaupt möglich zu machen. Heute steht der Künstler wieder mitten im Volk und arbeitet mit an den großen Aufgaben des Aufbaues der Nation. Ueberall hat sich nun die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß es nicht Sinn und Zweck dieser Organisation sein kann, Kultur zu machen, sondern höchstens, wie es auch der Fall ist, Kulturpolitik, d. h. Kulturführung zu betreiben. Jener Künstler, der heute an den großen Aufgaben der Nation mitarbeitet, ist ein beredier Zeuge gegen die hier und da noch vorhandene ebenso romantische wie falsche Vorstellung vom kulturschaffenden Menschen als einem Stubenhocker oder Hungerleider. Der deutsche Künstler von heute ist ein ernster, arbeitender, moderner Mensch, an Herz und Seele aufgeschlose sen allen Fragen unseres nationalen und politischen Daseins. In den Einzelkammern der Reichskulturkammer wird er zu Standesbewußtsein, Disziplin und Korpsehre erzogen. Die Organisation soll darüber hinaus seine materiellen Bedürfnisse regeln, ihn, soweit das überhaupt möglich ist, für Alter und Krankheit sicherstellen, sie bringt die kunstschaffenden Menschen einheitlich zum Ansatz und erzielt damit bisher ungeahnte Wirkungen. sie appelliert für sie und mit ihnen an die Oeffentlichkeit. Mit Absicht möchte ich es bei der diesjährigen Rechenschaftslegung der Reichskulturkammer vermeiden ins einzelne zu gehen, mit Zahlen und Daten den unaufhaltsamen Siegeszug unseres Kulturleben darzulegen. Denn dieser Aufstieg liegt so offen und Seite 2 Nr. 279# Bochumer Anzeiger„ Samstag, Conntag, 28./29. November 1936 für jedermann sichtbar zutage, daß er kaum eines Kommentars oder begleitenden Wortes bedarf. Die leeren oder gar geschlossenen und verriegelten Theater von ehedem sind wieder zu überfüllten Stätten der Bildung, des Ansporns und des heiteren Genusses geworden. Der deutsche Film, früher eine Domäne jüdischer und marxistischer Intellektualität, hat mit wahrhaften Meisterleistungen im vergangenen Jahr seine große Probe bestanden. Die deutsche Presse, vor vier Jahren noch internationalen Zerstörungsideen oder unkontrollierbaren, anonymen Kapitalinteressen dienstbar, von Juden geschrieben zur Verdummung des ganzen Volkes, vertritt heute wieder mit deutschen Federn deutsche Ziele und wird einheitlich und geschlossen eingesetzt für die Verfechtung unserer nationalen Ideale. Das Schrifttum ist gründlichst gereinigt worden von jenen Elementen, die in der Zeit unserer Erniedrigung den Verfall unseres Geisteslebens heraufführten, es ringt in schweren Wehen zu neuem Licht. Die deutschen bildenden Künstler haben neue Aufgaben und können an ihnen ihre schöpferischen Fähigkeiten erproben. Monumentalbauten nie gesehenen Ausmaßes, Tausende von Kilometern neuer Reichsautobahnen zeichnen den Weg unseres architektonischen Aufbaues. Die deutschen Konzertsäle füllen sich wieder mit musikbegeisterten Menschen, junge musikalische Talente besinnen sich aufs neue auf die Grundlagen der musikalischen Kunst in Melodie und Harmonie, der Rundfunk übermittelt Tag für Tag ungezählten Millionen unseres schwer arbeitenden und mit vielen Sorgen belasteten Volkes die Schätze unserer Kultur und unseres Geistes. Die Kunst ist an das Volk herangeführt worden, und das Volk hat den Weg zur Kunst zurückgesunden. Es ist kein Zufall, daß die 4. Jahrestagung der Reichskulturkammer nun zusammen mit der nationalsozialistischen Gemeinschaft„Kraft durch Freude" veranstaltet wird. Stellt doch diese Gemeinschaft mit der großen Millionenzahl ihrer Mitglieder das eigentliche deutsche Volk in seinem Kulturbedürfnis, aber auch in seinem Kunsthunger dar. Es ist besondere Aufgabe des Künstlers, dem Volk in unermüdlichem Wirken Kraft durch Freude zu vermitteln.“ Verbot der Kunstkritik Dann wandte sich Dr. Goebbels einer Reihe von Hindernissen und Hemmungen zu, gegen die zur rechten Zeit angegangen werden müsse. Das habe nichts mit behördlicher Einmischung in die inneren Belange der Kunst zu tun, sondern diene zur Sicherstellung der einheitlichen kulturpolitischen Linie. Eines dieser Probleme sei die Frage der Kunstkritik, die trotz aller Bemühungen immer noch Züge jener liberalistisch=jüdischen Zeit trage.„Wir haben kein Mittel unversucht gelassen", so erklärte der Minister,„die Kunstkritik auf den einzig richtigen Weg der Kunstbetrachtung zurückzuführen und ihr damit die Möglichkeiten einer weiteren Existenz in die Hand zu geben. Alle diese Versuche sind fehlgeschlagen. Man hat manchmal den Eindruck, daß die kritischen Komplexe schreibender Nörgler, die sich auf anderen Gebieten nicht mehr betätigen können auf dem Gebiete der Kunst abreagiert werden sollen Dem muß rechtzeitig ein Riegel vorgeschoben werden Ich habe mich deshalb veranlaßt gesehen, in einem Erlaß vom heutigen Tage die Kritik überhaupt zu verbieten und sie durch die Kunstbetrachtung oder Kunstbeschreibung ersetzen zu lassen. Das bedeutet keine Unterdrückung der freien Meinung; aber seine freie Meinung darf nur der vor die Oeffentlichkeit tragen, der eine freie eigene Meinung besitzt und auf Grund seines Wissens, seiner Kenntnisse, seiner Fertigkeiten und Fähigkeiten obendrein das Recht hat, über andere, die mit den Schöpfungen ihrer Phantasie an die Oeffentlichkeit appellieren, zu Gericht zu sitzen. Oft aber ist es umgekehrt. Wir haben es in jüngster Zeit noch in Berlin erlebt, daß zwei=, dreiundzwanzigjährige Jünglinge gegen vierzig=, fünfzigjährige verdiente, weltberühmte Künstler vom Leder zogen, ohne bei ihren kritischen Gängen auch nur eine Spur von Fachwissen und Sachkenntnis ins Feld führen zu können. Sie sollen sich nun zuerst einmal darin üben, ein Kunstwerk zu beschreiben. Auch das ist schwer, und auch das muß man gelernt haben. Kann ein Kritiker mehr, und hat er das Bedürfnis, seine Fähigkeiten an den Mann zu bringen— nun, wir suchen auf allen Gebieten unseres künstlerischen Lebens so viele Könner, wir haben so viele offene Stellen, die nicht zu besetzen sind, weil es an geeigneten Anwärtern fehlt, daß uns jedermann, der mehr kann als die heute im Kunstleben Tätigen— und das muß er ja, wenn er sie kritisieren will— zu positiver Arbeit herzlich willkommen ist. Im übrigen wird die Kunst am Verschwinden der Kritik keinen Schaden nehmen. Falsche Größen sterben meistens spätestens nach einem Jahr, auch wenn sie nicht von einem Kritiker getötet werden. Wirklichen Größen aber soll auf diese Weise die Freiheit ihres Schaffens und die Unantastbarkeit ihrer künstlerischen Ehre gesichert werden. Es soll in 50 Jahren von unserer Zeit nicht mehr dasselbe gesagt werden, was wir von der Zeit vor 50 Jahren sagen müssen, daß sie es, ohne einen " Finger zu rühren, zuließ, daß die wirklichen Genies von kritischen Alltagsfliegen gequält und gemartert wurden und zum Teil sogar daran zerbrachen. Sinnenfreude in der Kunst Eine zweite Frage, die in diesem Zusammenhang eine nähere Betrachtung verdient, ist die Erotik in der Kunst. Wir haben in den vergangenen Monaten ein paar Filme die Zensur passieren lassen, die in prüden und geschlossenen Kränzchen einiges Befremden hervorrufen. Und zwar haben wir das mit Bewußtsein getan. Denn auch die Probleme, die die Geschlechter untereinander auszumachen haben, sind darstellenswert, vorausgesetzt, daß das mit dem nötigen Geschmack geschieht. Es handelt sich also hier mehr um eine Takt= als um eine Moralfrage. Wir leben nicht in einem Franziskauer=Kloster; eine gesunde Zeit nimmt auch eine gesunde Stellung zu delikateren Problemen ein. Selbstverständlich ist die seichte und platte Zote, die zynische Gemeinheit für einen Menschen von noblem Empfinden nur verächtlich. Begrüßenswert aber ist eine starke und gesunde Sinnenfreude, die das Dasein als Diesseits bejaht, es dankbar hinnimmt und freudig gestaltet. Diese Sinnenfreude hat sich zu allen Zeiten in der Kunst mehr an das Auge als an das Ohr gerichtet. Sie war immer frei, offen und unprüde. Aus ihr entstammt zuletzt jede große Kunst. Sie war dämonischer Antrieb der Antike und ihrer starken Formenkraft, mit ihr und durch sie erhob sich die Renaissance zu dieser einzigartigen Zeit großer künstlerischer Gestaltung. Es wäre gefährlich und beklagenswert, wenn wir mit törichten und mißverstandenen Redensarten diese unabdingbare Funktion des künstlerischen Schaffens allmählich abdrosselten und zur Erstarrung brächten.“ Der Präsident der Reichskulturkammer behandelte dann die vielgestaltige Problematik des Kitsches in der Kunst. Es dürfe nicht alles, was primitiv sei, als große Wagner=Oper zu hören und zu genießen. Sollte Kitsch verdammt werden. Es solle deshalb nicht nur er etwa deshalb überhaupt von der Musik ausgeschlossen auf das Produkt, sondern auch auf die Gesinnung ge= werden? Nein, es sei gut, daß es auch andere Musik schaut werden. gebe, von der er etwas habe. Und auch die, die diese Nicht jedermann sei musikalisch genug, etwa eine Musik schrieben, machten sich verdient um das Volk. Ehrfurcht vor unferm geo penl nunuterer Die mehrtausendjährige Vergangenheit unseres Volkes sei ein einheitliches Ganzes und könne nicht nach Belieben und mit Willkür in ihre Bestandteile zerlegt werden. Niemand habe das Recht an die Gestalter unserer Vergangenheit die Maßstäbe unserer Gegenwart anzulegen. Karl der Große und Widukind seien für uns gleichermaßen leuchtende Figuren deutscher Geschichte. „Dasselbe", so fuhr Dr. Goebbels fort,„gilt auch für unsere Kunst= und Kulturerbe. Es ist unhistorisch und zeugt von einem vollkommenen Mangel an geschichtlicher Pietät, etwa Schiller oder Goethe mit einer leichten Handbewegung abtun zu wollen, weil sie uns angeblich nicht liegen. Auch ist Schiller kein liberaler Humanist, der unserer Zeit nichts mehr zu geben hat; er ist und bleibt eines der größten dichterischen Genies aller Zeiten, und wir Deutschen haben allen Grund, dankbar zu sein, ihn zu den unseren zählen zu dürfen. Es ist gemein und charakterlos, die deutsche Kunst= und Kulturgeschichte in eine Serie von Kriminalfällen aufzuteilen und unter Zuhilfenahme von kabbalistischen Zahlen feststellen zu wollen, ob Goethe Schiller vergiftet oder wer Mozart ermordet hat. Das ist eine Versündigung an unserem großen Kulturerbe, auf dem wir alle, ob bewußt oder unbewußt, stehen dessen wir in unserer ganzen geistigen Existenz teilhaftig werden, in das wir hineingeboren worden sind und das in unserer Zeit in ihr gemäßen Formen weiter zu entwickeln und immer neu zu gestalten unsere große kulturelle Verpflichtung ist. Vor ihm geziemt uns Ehrfurcht und Dankbarkeit.“ Der Minister kam dann auf die Wesenszüge der künstlerischen Gestaltung überhaupt zu sprechen. Die Dramatik schöpfe ihre Stoffe aus den Gegensätzen des menschlichen Lebens. Es sei ihr souveränes Recht, die Schwächen einzelner Stände und Berufe zu geißeln, und es dürfe sich kein Stand dabei beleidigt fühlen. Feiern des Volkes „Unterdes beginnt der künstlerische Gestaltungstrieb unseres Volkes neue Wege zu beschreiten. ∆ Die Schöpfung unserer großen nationalsozialistischen Feiern ist einer der wichtigsten Faktoren unseres modernen Kulturlebens. Die Tage von Nürnberg, der 1. Mai in Berlin, der Bauerntag am Bückeberg sind jedem, der sie einmal miterleben durfte, auch als künstlerische Vision unvergeßlich. Hier entwickelt sich aus dem Unbewußten und darum Schöpferischen ein ganz klarer moderner und einfacher Ritus, bildet sich eine feste Tradition heraus. In ihrer massiven Wirkung ist sie ihrer ganzen Natur nach nur für große Anlässe geeignet; das dort zu Tage tretende starke Pathos darf nicht für Nichtigkeiten entwertet werden. Nicht jedes Vereinsfest ist eine kultische Feier, im Gegenteil, hier wirkt falsche Gemessenheit nur aufreizend und unwahr. Auch der Sprechchor kann aus Banalitäten keine Lebensweisheiten machen. Er ist dann nur ein Rückfall in die Primitivität. So pflegen Traditionen nicht zu entstehen. Das Unbeabsichtigte, Gewachsene und Gewordene ist auch hier das Dauerhafte und Bleibende. Soziale Fürsorge für Künstler Die Kunst lebt vom Auftrag. Es muß deshalb in einer Zeit, in der der Private noch nicht wieder zum Auftrag zurückgekehrt ist, die Sache des Staates sein, der Kunst seine schützende und fördernde Hand zu leihen, Talente aufzuspüren und ihnen den Weg nach oben zu erleichtern. Nie hat eine Zeit größere künstlerische Aufgaben gestellt als die unsere. Aber die Künstler müssen sich auch ihrer bemächtigen. Alle sind sie aufgerufen, mitzuhelfen. Der Staat ist ihr Mäzen. Auch für ihr Alter soll gesorgt werden. Die starke Betreuung der Schiller=Stiftung, die Auswerfung von zwei Millionen für die Stiftung „Künstlerdank", die Inangriffnahme der Alters= und Krankheitsversorgung für schaffende Künstler, sind nur erste Anfänge eines großzügigen Sozialwerkes, das alle deutschen Künstler umfassen soll. Hier liegen im Augenblick neben der Kulturführung an sich die wichtigsten Aufgaben die uns gestellt sind.“ Der Minister faßte dann noch einmal die Grundsätze der Aufbauarheit der Reichskulturkammer zusammen. Die große Umstellung der deutschen Kultur sei gelungen. Die deutschen Künstler ständen wieder mitten im Volk. Lulk un den Zühter „Ich spreche in Ihrem Namen“, so sagte der Miister,„wenn ich Worte tiefer Verehrung und heißen Dankes an den Führer richte. Er hat in den vergangenen vier Jahren, die ihm wahrlich keine Sorge und Arbeit ersparten, über das deutsche Kunstleben seine schützende Hand gehalten Jeder deutsche Künstler hat vavei vas beglückende Bewußtsein gehabt, daß das nicht nur so nebenbei geschah, aus einer amtlichen Verpflichtung heraus, sondern aus dem Herzen kam. Und deshalb hat es Eingang gefunden in die Herzen der deutschen Künstler. Weil der Führer selbst ein Künstler ist, hat der deutsche Künstler sich so fest ihm verschworen. Große Kunstwerke sind in diesen vier Jahren entstanden; das größte aber schuf der Führer selbst: aus dem Urstoff Masse formte er ein Volk, eine freie Nation. Weil Sie, mein Führer, aus ihrem Fleisch und Blut sind, darum fühlen sich die deutschen Künstler Ihnen besonders verbunden und verpflichtet. Und Sie sind von dem tröstlichen Bewußtsein durchdrungen, daß die deutsche Kunst leben und gedeihen wird, wenn Sie Ihre sorgende und schützende Hand über sie halten. Gewiß, die großen Genies, die in aufwühlenden Versen, Bildern und Tönen dieser Zeit ihr künstlerisches Gesicht aufprägen, sind noch nicht da. Aber sie werden kommen, wenn ihre Stunde kommt. Wir aber sind nur ihre Wegbereiter. Kommen sie, dann wollen wir sie festlich und mit Beglückung empfangen; denn dann erst ist unsere Zeit vollendet, dann steht ein neues, freies Volk in Waffen, bekränzt mit dem Lorbeer Apolls. Dann können wir beseligt unser Werk beschließen: denn eine Zeit hat sich erfüllt und ist durch göttliche Gnade groß und gesegnet geworden.“ Aunstbrricht sralt Kunstreitik Der Kunstbericht soll weniger Wertung als vielmehr Darstellung und damit Würdigung sein— Ein Erlaß Dr. Goebbels' dnb Berlin, 27. November. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda gibt folgendes bekannt; Die Kunstkritik ist im Rahmen der Neuformung des deutschen Kulturlebens eine der Fragen, deren Lösung am dringlichsten, aber auch am schwierigsten ist. Ich habe seit der Machtergreifung der deutschen Kunstkritik vier Jahre Zeit gelassen, sich nach nationalsozialistischen Grundsätzen auszurichten. Die wachsende Zahl der Beschwerden über die Kunstkritik sowohl aus den Reihen der Kunstschaffenden selbst als auch aus allen anderen Teilen der Bevölkerung gaben mir vor einem Jahre Veranlassung, eine Kritikertagung einzuberusen. Ich habe auf dieser Kritikertagung den deutschen Kritikern Gelegenheit gegeben, sich mit den namhaftesten Vertretern des deutschen Kunstschaffens ausführlich über das Problem der Kunstkritik auszusprechen, und abschließend selbst meine Auffassungen zur Kunstkritik noch einmal unmißverständlich dargelegt. Ich habe ferner die„Nachtkritik“ verboten. Da auch das Jahr 1936 keine befriedigende Besserung der Kunstkritik gebracht hat, untersage ich mit dem heutigen Tage endgültig die Weiterführung der Kunstkritik in der bisherigen Form. An die Stelle der bisherigen Kunstkritik, die in völliger Verdrehung des Begriffes„Kriti!“ in der Zeit jüdischer Kunstüberfremdung zum Kunstrichtertum gemacht worden war, wird ab heute der Kunstbericht gestellt, an die Stelle des Kritikers tritt der Kunstschriftleiter. Der Kunstbericht soll weniger Wertung als vielmehr Darstellung und damit Würdigung sein. Er soll dem Publikum die Möglichkeit geben, sich selbst ein Urteil zu bilden, ihm Ansporn sein, aus seiner eigenen Einstellung und Empfindung sich über künstlerische Leistungen eine Meinung zu bilden. Wenn ich eine derartig einschneidende Maßnahme treffe, dann gehe ich dabei von dem Gesichtspunkt aus, daß nur der kritisteren darf, der auf dem Gebiet, auf dem er kritisiert, wirkliches Verständnis besitzt. Wer selbst schöpferisch begabt ist, wird sich weniger mit Kritik beschäftigen, als vielmehr den Drang nach eigener schöpferischer Leistung haben. Ich erinnere dabei daran, daß die großen Kritiker des vorigen Jahrhunderts, Lessing, Kleist, Tieck, Brentano, Fontane; Gustav Freytag und viele andere mehr, schon große schöpferische Leistungen vollbracht hatten, ehe sie Kritiken schrieben. Die Form, in der sich diese mit der Kunstkritik beschäftigten, ist auch für unsere Zeit noch vorbildlich. Die großen Kritiker des vorigen Jahrhunderts wollten nur Diener am Kunstwerk sein. Sie gaben Rechenschaft mit der Achtung und Ehrfurcht vor der Leistung des anderen, aber sie warfen sich nicht zum unfehlbaren Richter über fremde Leistung auf. Dieses blieb den jüdischen Literaten von Heinrich Heine bis Kerr überlassen, auf die die bisher noch übliche Form der Kunstkritik zum Teil zurückgeht. Der künftige Kunstbericht setzt die Achtung vor dem künstlerischen Schaffen und der schöpferischen Leistung voraus. Er verlangt Bildung, Takt, anständige Gesinnung und Respekt vor dem künstlerischen Wollen. Nur Schriftleiter werden in Zukunft Kunstleistungen besprechen können, die mit der Lauterkeit des Herzens und der Gesinnung des Nationalsozialisten sich dieser Aufgabe unterziehen. Es ist daher auch mit Recht immer wieder verlangt worden, daß der Kunstbericht nicht anonym erfolgen darf. Ich ordne daher an: In Zukunft ist jede Kunstbesprechung mit vollem Namen, des Verfassers zu zeichnen. Das Amt des Kunstschriftleiters wird in der Berufsliste der deutschen Presse an eine besondere Genehmigung geknüpft sein, die wiederum abhängig ist von dem Nachweis einer wirklich ausreichenden Vorbildung auf dem Kunstgebiet, auf dem der betreffende Schriftleiter künftig tätig sein will. Da Beschäftigung mit künstlerischen Leistungen eine gewisse Lebenserfahrung und Lebensreife bedingt, müssen Kunstschriftleiter mindestens 30 Jahre .t. Je## ehe sie, für diesen Tätigkeitszweig der beutschen Presse zugelassen werden können. Der Eindruck der großen Kulturrede des Präsidenten der Reichskulturkammer, die erneut die tiefe Verflechtung und innere Verbundenheit des Treuhänders der deutschen Künstler und Kulturschaffenden mit der Kunst bezeugte, war gewaltig. Stürme des Beifalls löste die Erklärung des Reichsministers aus, daß niema kündigung des Erlasses der die zersetzende Kritik durch eine schöpferische Kunstbetrachtung ersetzt, rief jubelnde Zustimmung hervor. Das Bekenntnis zur starken und gesunden Sinnenfreude, zum Kampf gegen den Kitsch in der Kunst machte ebenso wie die Darlegung der Wesenszüge der künstlerischen Gestaltung tiefsten Eindruck. Wie die Arbeit der Reichskulturkammer nicht nur der Erhaltung des großen künstlerischen Erbes, sondern gleichermaßen der Förderung der schöpferischen Kräfte unserer Zeit dient, so schloß die festliche Tagung auch mit einer Uraufführung der Tondichtung Hermanns Zilchers Gebet der Jugend“, an der neben dem Kittelschen Chor 100 Knaben des Hohenzollerngymnasiums und die Sopranistin Tilla Briem in der Solopartie mitwirkten. Schöner und eindruckstiefer als mit dieser Komposition, in der die hellen Kinderstimmen aus den brausenden Chören des Himmels Segen auf das deutsche Volk und seinen Führer herabflehten, konnte die Kundgebung nicht beendet werden. Ergriffen sangen die Teilnehmer die Lieder der Nation. Den festlichen Tag beschloß die deutsche Volksgemeinschaft in allen Gauen mit kulturellen Feiern und Veranstaltungen. Alle deutschen Theater hatten ihr Programm der Bedeutung des Tages angepaßt, auf die ein von dem Dichter Georg Schumann verfaßter Vorspruch hinwies. Im Deutschen Opernhaus wurde als Festvorstellung Richard Wagners romantische Oper „Der fliegende Holländer“ gegeben. Für den Samstag ist der die gesamte deutsche Kulturarbeit verkörpernde Reichskultursenat von seinem Präsidenten, Reichsminister Dr. Goebbels, zu einer internen Arbeitstagung einberufen. Neue Mitglieder des Reichskultursenats dnb Berlin, 27. November. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, hat anläßlich der dritten Jahrestagung der Reichskulturkammer den Staatsrat und Generalintendanten am Deutschen Nationaltheater in Weimar, Pg. Dr. Hans Severus Ziegler, und den Staatsschauspieler Emil Jannings in den Reichskultursenat berufen. Der deutsche protest in Oslo dnb Oslo, 27. November. Der norwegische Außenminister Koht empfing am Donnerstag mittag den deutschen Gesandten Dr. Sahm, der im Auftrage der deutschen Reichsregierung den bereits angekündigten Schritt in der Angelegenheit der Verleihung des Friedenspreises an Karl von Ossietzky unternommen hat. Besprechungen Görings mit den Reichsstatthaltern, Gauleitern und Oberpräsidenten. Berlin, 27. November. Ministerpräsident Generaloberst Göring hatte als Beauftragter für den Vierjahresplan die Reichsstatthalter, Gauleiter und Oberpräsidenten am Freitag zu einer Sitzung zusammengerufen, um mit ihnen die wichtigsten organisatorischen Fragen zur Durchführung des Vierjahresplanes zu besprechen. Dabei wurden insbesondere die Aufgabengebiete behandelt, in denen die Mitarbeit der leitenden politischen Stellen im Reiche einzusetzen hat. Wehrhafte Jugend Eröffnung der Reichsausstellung„Volksgemeinschaft— Wehrgemeinschaft“. NSK. Berlin, 27. November. Der Reichswalter des NSLB., Gauleiter Wächtler eröffnete in der Stadthalle Berlin die Reichsausstellung„Volksgemeinschaft— Wehrgemeinschaft". Die Ausstellungsarbeiten sind Ergebnisse eines von der Reichswaltung des NS.=Lehrerbundes in der Schülerzeitschrift„Hilf mit!“ ausgeschriebenen Wettbewerbs. Das rege Interesse für diese Schau zeigt sich gleich darin, daß von hohen Partei=, Staats= und Heeresämtern namhafte Preise gestiftet wurden. In einer Ansprache erklärte Gauleiter Wächtler, die deutsche Jugend habe den Ehrgeiz, durch Einsatz aller ihrer Kräfte die Ehre der Volksgemeinschaft und damit auch die eigene zu schützen. Dieser Treuschwur schließt auch ein das Wissen um die Wehrwissenschaft und ihre Bejahung. Hier in dieser Ausstellung, die ein Produkt freien schöpferischen Erlebens des Wehrgedankens der Jugend sei, komme zugleich auch das Wehrerziehungsprogramm des Nationalsozialistischen Lehrerbundes zum Ausdruck. Der Gauleiter betonte, daß die deutsche Jugend eine Jugend des Friedens und nicht des Krieges sein wolle. Der Gauleiter wies dann noch kurz auf den neuen großen Wettbewerb„Volksgemeinschaft— Blutsgemeinschaft“ hin, der von der Reichswaltung des NS.=Lehrerbundes gemeinsam mit der Schülerzeitschrift„Hilf mit!“ und dem Reichspropagandaministerium und dem Rassenpolitischen Amt ausgeschrieben wurde. Auch dieser Wettbewerb wird seinen Niederschlag in einer großen Reichsausstellung finden. Ein Landesverräter hingerichtet Berlin, 27. November. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der vom Volksgerichtshof am 7. Februar 1936 wegen Landesverrats zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte 32jährige Walter Wobbrock aus Kolberg ist am Freitag morgen hingerichtet worden. Hebungsversuche an„Elbe!“ eingestellt Cuxhaven, 27. November. Die fortschreitende Versandung des Wracks des Feuerschiffes„Elbe I“ hat es bewirkt, daß die Hebeversuche nunmehr eingestellt werden mußten. Man nimmt an, daß das Feuerschiff durch eine Tonschicht hindurchgesunken ist, und man konnte feststellen, daß es in den letzten zwölf Stunden zwei bis drei Meter im Mahlsand versackt ist. Der„geheimnisvolle Mann“ Europas London, 27. November. aus Monte Carlo berichtet wird, ist dort Sir Basil Zaharoff, der„geheimnisvolle Mann Europas“, im Alter von 86 Jahren unerwartet gestorben. Basil Zaharoff war einer der einflußreichsten Mitglieder der internationalen Hochfinanz und galt als der reichste Mann der Welt. Er war Hauptaktionär der englischen Vickers=Armstrong Rüstungsgesellschaft und damit einer der führenden Männer vom Rüstungskonzern Vickers=Maxim=Schneider=Creusot. Bei der Gründung der englisch=französischen Oel=Interessengemeinwar er maßgeblich beteiligt und kontrollierte schließlich eine Anzahl führender Banken. Während des Krieges, auf den er durch seine beherrschende Stellung in der Rüstungsindustrie entscheidenden Einfluß ausübte, entwickelte er im Interesse der Alliierten eine lebhafte Tätigkeit und machte u. a. riesige Stiftungen zur Begründung von militärischen und kulturellen Lehrstühlen an den Universitäten Paris, Petersburg und London. Im Jahre 1921 wurde er mit dem englischen Bath=Orden ausgezeichnet und damit nobilitiert. Er ist außerdem Großoffizier der Ehrenlegion. Weitere politische Nachrichten auf Seite 6. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertreter: Hans Schulie, verantwortlich für Polltik: Rudolf Joest, Kommunalpolttit und Stadtteile: Adolf Peddingbaus. Schulte. Kulturpolitik und Unterdaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Echmidi, Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Glegel, Sport: nvero Anzeigen: Kurt Scholz, sämtBochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Rerlin=Kartsvorst, Döndoststraße 19, Anruf Karlsdorst 0340. Beruiner unzeigenvertretung: G. W. Pempe. BerlinUhlandstraße 194. Anruf C 1 Steinplatz Laupenmühlen&a Dierichs in aülilg, Rachlatzstassel B. 2— DA. T. 36 über 21000. Sprechaußer Mittwochs und Samstags, von 10 bis 17 Udr. Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Die heutige Nummer umfaßt 32 Seitev 8 Seite 3 Nr. 279 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 28./29. November 1936 Bochumer Nachrichten Heute sollt ihr was vernehmen, was ihr wissen müßtet zwar, was man,'s ist kein Grund zum Schämen, aber leicht vergißt: das Jahr neigt sich wieder hin zum Ende, und die schöne Zeit beginnt mit dem ersten der Advente, wo man nur auf Freude sinnt! Bochum hat, das wißt ihr alle, diesmal wieder Großes vor, helft dabei in jedem Falle und legt faul euch nicht aufs Ohr! Liebe, schon vorweihnachtlich gestimmte Bochumer, ich wollte euch ja eigentlich anders anreden, aber Weihnachtsfrauen kann man sowieso nicht sagen und Weihnachtsmänner klingt auch komisch. Das habe ich in diesen Tagen beim Lesen einer Heiratsanzeige in einer auswärtigen Zeitung empfunden. Laut dieser Anzeige wollte sich nämlich ein Mädchen zum Weihnachtsfeste verloben und suchte dazu, wie wörtlich da stand,„einen guten Weihnachtsmann“! Fehlte nur, daß die heiratslustige Jungfrau auch noch die Länge des Bartes vorgeschrieben hätte! Aber davon zu sprechen hatte ich eigentlich gar nicht die Absicht. Das fiel mir nur so nebenbei ein. Ich wollte vielmehr ein wenig erzählen von dem, was Bochum zu Weihnachten vorhat. Das eine steht schon fest: Bochums Weihnachtswerbung wird auch in diesem Jahre unter dem Motto„Grubenlicht und Weihnachtsbaum“ wieder groß und sehr schön werden. Und es wird sich auch in der vorweihnachtlichen Zeit, genau wie zu anderen Gelegenheiten, von niemandem übertreffen lassen. Freuen können wir uns alle schon auf den Nikolauszug am nächsten Samstag. Und wer ein guter Bochumer und als solcher auch noch echt westfälisch=gastfreundlich ist, der ladet sich für diesen Tag und Abend alle Verwandten, guten Freunde und Bekannten aus den umliegenden Städten und Dörfern ein und zeigt ihnen einmal, wie schön es am Nikolausabend in Bochum ist. Es kann schon jeder etwas dazutun, daß seine Heimatstadt blüht, wächst und gedeiht, daß ihr Name Klang hat. Man muß sich nur etwas Mühe dabei geben und sich die Sache richtig und rechtzeitig überlegen. Natürlich, so eine wunderbare und weitgehende Werbung zugleich auch für Bochum, wie sie jetzt unserem Stadttheater wieder einmal gelungen ist, kann der einzelne nicht leisten. Ich denke dabei an die KleistWoche, deren zweite Hälfte ich leider wegen einer Reise kern von Bochum erleben mußte. Ich sage absichtlich erleben. Denn erlebt hat diese Woche im gedruckten Wort und in Bildern ganz Deutschland. 600 Kilometer weit weg von Bochum bin ich gewesen, und in der Stadt gab es eine ganze Reihe Zeitungen. Aber in jeder standen große Artikel von Bochums Stadttheater und seiner Kleist=Woche, und alle waren des Ruhmes voll über das in Bochum Geleistete. Und von den Bilderzeitungen oder wie man allgemein sagt: den Illustrier= ten, habe ich in den letzten acht Tagen nicht eine einzige gesehen, die nicht schöne und teilweise auch viele Bilder von unsrer Kleist=Woche gebracht hätte. Jeder gute Bochumer kann stolz sein und muß dem Theaterdafür danken, daß es so den Ruf seiner Vaterstadt „Ja, Junge, wir haben in Bochum ein Theater!" Sondern natürlich kann dieser Dank nur darin bestehen, daß jeder auch dem Theater durch seinen Besuch dazu hilft, weiter im gleichen Geiste wirken zu können. Wovon ich mit besonderem Vergnügen Kenntnis genommen habe, das sind verschiedene Neuerungen, die für unsere Heimatstadt vorgesehen sind. Dazu gehört einmal die Umänderung der„Zaunverhältnisse" am Südpark oder Rechener Busch, auf die ich mich jetzt schon freue, nachdem doch die gleichen Neuerungen seiner Zeit für den Stadtpark sich so vorteilhaft und verschönernd ausgewirkt haben. Es hat ja damals, wie stets bei Aenderungen, wohl einige Leute gegeben, die lieber nach wie vor Backsteinmauern und Eisenzäune gehabt hätten, hinter denen die Stadtpark=Spaziergänger liefen wie der Affe hinter dem Gitter. Inzwischen haben sich aber wohl alle davon überzeugt, daß freie Flachen und freie Wege doch freundlicher und netter sind als solche Einfriedigungen. Den zweiten Beweis für diese Behauptung werden die Aenderungen am Rechener Busch liefern. Das zweite, auf das ich mich jetzt schon spitze, sind die Sachen mit der Höherlegung der Gußstahlstrecke und der Zuleitung von heißen Abwässern aus der SchlegelBrauerei zur Städtischen Schwimm= und Badeanstalt. Die Geschichte ist ja bekanntlich so, daß die SchlegelBrauerei jeden Tag große Mengen von heißem Wasser übrig hat, die sie kostenlos der Badeanstalt zur Verfügung stellen will. Da man dieses heiße Wasser aber natürlich nicht in 1/20=Gläsern, halben Litern, Syphons oder Bierfässern vom Rathausplatz zur Marienstraße befördern kann, war einstweilen guter Rat teuer, wie man dieses Heißwassergeschenk nun auch wirklich praktisch verwerten könnte. Diese Preisfrage soll gelöst werden, twenn die Hochlegung und der Neubau der Gußstahl strecke erfolgen. Dann soll auch gleichzeitig eine entsprechende Leitung für dieses heiße Wasser mit eingebaut werden. Ich muß ja sagen, ich gehe an und für sich schon sehr gern baden und vor allen Dingen auch im Winter schwimmen. Aber wenn diese Sache erst mal klappt, dann werde ich noch viel lieber zur Marienstraße wandern. Mir ist dabei nämlich wieder die alte Geschichte eingefallen, wie einmal in einem Bochumer Lokal beim Scheibenschießen im Zimmer eine Bierleitung angeschossen worden war, aus der dann kostenlos der schöne Gerstensaft sprudelte und alle nur leeren und greifbaren Gefäße füllte. Das kann selbstverständlich mit der Heißwasserleitung nicht passieren. Aber es könnte doch mal sein, daß in der Brauerei gelegentlich einer am falschen Hahn dreht und daß plötzlich ins große Schwimmbecken der Städtischen Badeanstalt an Stelle von Wasser gutes, goldgelhes Bochumer Bier einströmt. Ich werde auf alle Fälle aufpassen, daß ich diesem großen Augenblick beiwohne, beziehungsweise beischwimme. Und für den Fall, daß ich selbst rechtzeitig vorher Bescheid weiß, verspreche ich jetzt schon feierlich ebenfalls rechtzeitige Benachrichtigung. Inzwischen dürfte es sich allerdings doch empfehlen, den Durst einstweilen noch auf eigene Kosten zu löschen, weil es noch einige Zeit dauern wird, bis das Bett des heißen Wasserstromes vom Rathausplatz zur Marienstraße geMit den besten Wünschen für ein nebelfreies Wochenende und für einen schönen Weihnachtsschaufenstervorbesichtigungssonntagsspaziergang am ersten Advent, dem 29. November, Euer Flax. Bedische Zagene zeigi ii Konnen Beginn der Vorarbeiten für den Reichsberufswettkampf im Standort der.. In diesen Tagen setzen im mittleren Industriegebiet, im Bereich des Standortes Groß=Bochum der HI., überall die Vorarbeiten für den vierten Reichzberufswettkampf der deutschen Jugend ein. Die Deutsche Arbeitsfront und die Hitler=Jugend sind die Träger dieses einzigartigen Leistungswettstreites der arbeitenden deutschen Jugend, der in diesem, Jahre besondere Bedeutung durch die Ausrichtung auf den Vierjahresplan erhält. Mit der in diesen Tagen überall einsetzenden Sammlung der Altmaterialien durch die nationalsozialistische Jugend gab diese ihren ersten Beitrag zum Vierjahresplan. Der Reichsberufswettkampf wird den zweiten Einsatz bringen, denn in ihm bekennt, sich, unsere Jugend durch die Tat zum Grundsatz der fachlichen Höchstleistung. Jeder Jugendliche vom 14. bis zum 21. Lebensjahr, der sich bei seinem Betriebsjugendwalter oder in den Berufsschulen rechtzeitig meldet, hat die Berechtigung, am Wettkampf teilzunehmen. Der Wettstreit gliedert sich auch in diesem Jahre wieder in eine berufspraktische und eine berufstheoretische Arbeit, die wahrscheinlich durch sportliche Uebungen erweitert werden. Der Ortswettkampf wird vom 14. bis 28. Februar 1937 durchgeführt und wie im vergangenen Jahre findet vom 28. Februar bis 6 März auch wieder ein Schaufensterwettbewerb statt. Alle in Frage kommenden Stellen und insbesondere die Wirtschaft sollten bereits jetzt dem bevorstehenden vierten Reichsberufswettkampf erhöhte Aufmerksamkeit und die größte Unterstützung zuwenden.— Morgenfeier der Hitlerjugend Die Hitler=Jugend des Standortes Groß=Bochum veranstaltet am kommenden Sonntag um 11 Uhr in der Lichtburg an der Königsallee eine Morgenfeier „Vom mutigen Leben und tapferen Sterben". Die Feierstunde wird gestaltet von den Liederwarten der HJ. und dem Standort=Orchester und bringt Werke junger nationalsozialistischer Komponisten und Dichter. Die Veranstaltung ist nicht so sehr für die Jugend als vielmehr für die Elternschaft gedacht. Der Eintrittspreis beträgt 15 Pf. und erlaubt somit jedem den Besuch dieser Feierstunde, die den bekannten und erfolgreichen Kulturveranstaltungen der Bochumer HI. bestimmt nicht nachstehen wird. Sticklings Schwester erzählt über ihren Bruder in Sowjetrußland Eine Schwester des in Sowjetrußland zum Tode verurteilten und inzwischen„begnadigten“ deutschen Ingenieurs Emil Stickling aus Wanne=Eickel, die ihren Wohnsitz in Gelsenkirchen hat, machte einige interessante Angaben über die Familienverhältnisse ihres Bruders. Er habe, so erzählte sie, mit 18 Jahren die Bergschule in Bochum besucht. Danach wurde er auf Zeche„Westerholt“ in Gelsenkirchen=Buer angestellt und erlitt dort schon in der ersten Zeit seiner Tätigkeit einen schweren Unfall. Nach dem Kriege ging er wieder nach „Westerholt“ zu seiner dort lebenden Familie zurück. Neben seiner Tagesarbeit besuchte er die Oberklasse der Bergschule in Bochum. Er war dann später auf Zeche „Ewald" tätig und fuhr von da aus im Jahre 1929 im Auftrage einer deutschen Firma nach Rußland. Stickling hat drei Söhne im Alter von 22 21 und 18 Jahren. Keiner dieser Söhne ist je in Rußland gewesen. Sie besuchten in Darmstadt die höhere Schule. Die beiden ältesten Söhne bekleiden heute Führerstellen im Arbeitsdienst, der jüngste Sohn dient bei der Luftwaffe. In der Zeit seiner Tätigkeit in Sowjetrußland ist Stickling jedes Jahr einmal für einige Zeit in Deutschland gewesen. Noch im September besuchte er seine Verwandten in Aachen und äußerte bei diesem Besuch die Absicht, Anfang 1937 für immer nach Deutschland zurückzukehren. Es ist also anzunehmen, daß er unmittelbar nach seiner Ankunft in Sowjetrußland verhaftet worden ist. Ein Radfahrer wird gesucht Am 10. November 1936, gegen 19 Uhr, wurde ein Fußgänger auf der Grabenstraße in Höhe des Hauses 37 von einem Radfahrer angefahren, der in Richtung Hellweg fuhr. Der Fußgänger kam zu Fall und wurde verletzt. Der Radfahrer, der bis jetzt noch unbekannt ist, wird aufgefordert, sich im Polizeipräsidium in Bochum, Uhlandstraße Nr. 35. Zimmer 89, zu melden. Personen, die sachdienliche Angaben zu dem Verkehrsunfall machen können, werden gebeten, auf Zimmer 83 des Polizeipräsidiums vorzusprechen. Anhold in Frauenkleidern Am 23. November, gegen 22 Uhr, wurden in der Ehrenfeldstraße in Bochum mehrere Ehefrauen von einem unbekannten Manne in schamverletzender Weise belästigt. Um sich unauffällig weiblichen Personen nähern zu können, hatte der Täter sich als Frau gekleidet. Er trug helle beige Damenstrümpfe, helle Damenschuhe mit hohen Absätzen, dunklen Lederolmantel und grüne, selbstgestrickte Baskenmütze. Der Täter ist etwa 1,70 Meter groß, hat langes Gesicht, frische Gesichtsfarbe und hatte eine helle Stimme, die allerdings auch verstellt sein kann. Sachdienliche Angaben, die auf Wunsch vertrauNeues aus Bochum mehren will und Bochums Ruhm wie auf Schallwellen verbreitet. Welcher Dank allerdings nicht darin bestehen soll, daß er sich stolz in die Brust wirft und sagt: Neue Verkehrssicherheitsbeleuchtung. An den verkehrsreichen Straßenkreuzungsstellen der Dorstener, Herner und Brückstraße, Allee= und Humboldtstraße. Hellweg=, Bongard= und Wittener Straße, auf dem Schwanenmarkt und auf dem Neumarkt wurden neue Verkehrsbeleuchtungen angebracht. Noch glimpflich abgegangen. Am 25. November, gegen 11 Uhr, wurde ein Fußgänger auf der Ehrenfeldstraße, Ecke Hattinger Straße, beim Ueberqueren des Fahrdammes von einem Lieferkraftwagen angefahren, zu Boden geschleudert und erlitt hierbei leichte Hautabschürfungen am rechten Arm und Fuß. Er konnte seinen Weg fortsetzen. Die Kellertreppe hinuntergestoßen. Am 26. November, gegen 13.20 Uhr, wurde eine Ehefrau von einer im gleichen Hause wohnenden Frau im Verlauf eines Streites die Kellertreppe hinuntergestoßen. Durch den Sturz erlitt sie einen rechtsseitigen Schlüsselbeinbruch und Hautabschürfungen an beiden Armen. Ein Arzt leistete die erste Hilfe und veranlaßte die Ueberführung der Verletzten in das Augusta=Krankenhaus. Lüsterne Diebe. Am 20. November, gegen.30 Uhr, wurden auf der Dortmunder Straße hierselbst einem Milchhändler aus seinem Lieferwagen zwei Pakete] Sahnekäse und zwei Pfund Butter gestohlen. Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245.1 als ehele eshel ie is basch Keietice behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 243. Eigentümer eines Herrenfahrrades gesucht. Gefunden wurde am 21. November in der Kleinen Gußstahlstraße ein Herrenfahrrad, Marke„Landsmann", Nr. B 5886. An dem Fahrrad befindet sich eine Aktentasche mit zwei Schnallen. In derselben ist eine Hüttenzeitung des B.., Nr. 22, vom 24. 11. 1936. Der Eigentumsberechtigte kann das Fahrrad im Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 243, wieder in Empfang nehmen. Vom ersten Advent an Nikolauskirmes. Auf dem Moltkemarkt wird am Sonntag, 29. November, die diesjährige Nikolausmarktkirmes eröffnet, die bis zum 2. Dezember einschließlich dauert. Täglich ab 15 Uhr wird groß und klein Gelegenheit finden, auf dieser Nikolauskirmes sich vorweihnachtlichen Genüssen hinzugeben. Die Kleist=Festwoche im Deutschlandsender Am kommenden Sonntag, 29. November, gelangt die Kleist=Woche Bochum in einzelnen Ausschnitten aus jeder Aufführung im Deutschlandsender um 17.15 Uhr zu einer geschlossenen Wiedergabe. Damit wird die kulturvolitische Bedeutung der Kleist=Woche wesentlich unterstrichen Das Herz muß einmal höherschlagen! Es läßt sich manches leichter tragen, erquickt man sich an müden Tagen) ENKELL TROCKEN gis0 lich behandelt werden, werden bei der Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 85, entgegengenommen. zweibeinige Marder In der Nacht zum 26. November wurden einem Anwohner aus seinem Hühnerstall„Am Dahlacker“ mittels Einbruchs vier Hühner entwendet, die an Ort und Stelle abgeschlachtet wurden. Da sich diese Einbruchsdiebstähle in letzter Zeit wieder mehren, wird das Publikum ersucht, der Polizei bei der Fahndung nach diesen Volksschädlingen behilflich zu sein, damit diesen Burschen das Handwerk gelegt wird. Sachdienliche Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. uugdczen des Mannrr=Gesungertemnk Balchereent.„Schiager und Eisen Hier lätzt sich's gut plaudern.— Eine nemütliche Sitzecke im„Friedrich=Silcher=Haus“. Aufnahmen: Muthberr Durchblick durch die modern eingerichtete Gaststube. Seite 4 Nr. 279 7 Bochumer Anzeiger 7 Samstag Sonntag, 28./29. November 1936 Feuer im Holzlager Mehrere Gebäude stark gefährdet.— Tatkräftiges Eingreifen der Feuerlöschpolizei verhütet großes Schadenfeuer In der Nacht zum Freitag, gegen.40 Uhr, brach in dem Holzlager des Möbelhauses Schmiedetnecht auf der Mauritiusstraße ein Feuer aus, das sich sehr rasch ausbreitete. An das Holzlager schließt sich eine große Schreinerei an, die schon nach wenigen Minuten sehr stark gefährdet war. Die Flammen bedrohten sogar das in der Nähe der Schreinerei gelegene Wohnhaus. Dem schnellen und tatkräftigen Eingreisen der Feuerlösch= polizei ist es zu danken, daß die Ausbreitung des Feuers über das Holzlager hinaus verhütet werden konnte. Die Feuerlöschpolizei bekämpfte das Feuer mit zwei Schlauchleitungen und hatte die Löscharbeiten in einer halben Stunde beendet. Die Ursache des Feuers ließ sich noch nicht genau feststellen, aber es kann angenommen werden, daß beim Ausschütten von Asche ein Funke die Holzvorräte entzündet hat. zogen drei Jäger wohl auf die pirsch“ Sie wollten zwar nicht den weißen Hirsch erjagen, die Nimrode, die da zwischen Oelbach und Kalwes durchstreiften, wohl aber war ihr besonderes Verlangen gerichtet auf den Balg eines dichtbepelzten Fuchses, der, wie die Fama erzählt, den Querenburger Hühnerhaltern arg in der Quere lag. Weidmannsheil wurde den Jägern reichlich zutell. Mehrere Wildtauben und Fasanen, auch Weiterhin neblig und kalt Mitgeteilt vom Reichrwetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr Die Großwetterlage ändert sich auch weiterhin nur äußerst langsam. Trotz dauernden, langsamen Luftdruckfalles beherrscht das östliche Hoch noch die Witterung Deutschlands. In größeren Höhen haben sich allerdings schon leichte Westwinde eingestellt, die auf eine langsame Umgestaltung der Wetterlage schließen lassen. Vorerst wird aber der bestehende Witterungscharakter mit nebligem, aber trockenem Wetter und Temperaturen um den Nullpunkt anhalten. Aussichten für Samstag: Schwach windig, neblig trübe, nur in höheren Lagen zeitweise Aufklarung, trocken und leichter Frost.— Für Sonntag: Schwache Winde aus Süd. trocken oder nur vereinzelt leichter Sprühregen aus Nebel, weiterhin neblig trübe, leichter Frost in der Nacht.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Temperaturen etwas über den Nullpunkt ansteigend, sonst aber keine wesentliche Aenderung. Preitag. 27. November Barometer24 Uhr: 161 8 Thermometer 34 Uhri F 18 Zeiten für Sonne und Mond am 28. November: ( Aufg..13, Unterg. 16.22; a Aufg. 16.01, Unterg..01 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags (Vereims sämlender) Bochumer Kleingärtnerverein Ehrenfeld. Am Dienstag, 1. Dezember, wird der Verein eine Mitgliederversammlung abhalten. Die Winterarbeiten und die Vogelpflege sollen eingehend besprochen werden. K Wohin gehen wir? Stadttheater: Zamstag 20 Uhr: Pygmalion; Sonntag 16.30 Uhr: Die vier Gesellen; 20 Uhr: Die vier Gesellen. Burgergesellschaft: Sonntag 15 und 20 Uhr: Das Leben Jesu. Evangelisches Vereinshaus: Samstag 20.15, Sonntag 16 und 20 Uhr: Benlachini. Ernst Moritz=Arndi Haus: Samstag 20 Uhr: Schülerkonzert. Parthaus: Samstag 21 Uhr: Feier der Konditoren; Sonntag 15.30 und 17.30 Uhr: Freikonzert. Schunenhof: Tonntag 19.30 Uhr: Konzert der Sängervereinigung Bochum. Städtische Gemaldegalerie: Sonn= und feiertags bei freiem Eintrin von 10 bis 13 Uhr, werttags von 10 bis 16 Uhr. Heimatmuseum Haus Rechen, Königsallee 17: Sonn= und feiertags von 10 bis 13, werktags von 10 bis 16 Uhr. Bergbaumuseum, Böbestraße: Besichtigungszeiten: Werktags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, an Mittwochund Samstag Nachmittagen bei freiem Eintrit; sonntags von 10 bis 13 Uhr.(An Feiertagen geschlossen.) Geologisches Museum der Westsälischen Bergzewerkschaftskasse, Herner Straße 45: Mittwochs von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 10.30 bis 13 Uhr, mit Ausnahme der Felertage. Nach Voranmeldung jederzeit innerhalb der Dienststunden. Eintritt frei. Städtische Schwimm= und Badeanstalt, Marienstraße: Sonntags von 7 bis 12 Uhr: Familienbad Tonhaulen=Varieté: Sonntag ab 18 Uhr: Tanz. Tonhallen=Diele und=Gaststätte: Konzert und Tanz. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Spirleh abot. Capitol: ab 15.30 Uhr: Ontel Bräsig. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Hilde Petersen postlagernd. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Die Entführung. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Drei tolle Tage. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Eine Nacht an der Donau. Odcon: ab 15.30 Uhr: Soldaten— Kameraden. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Soldaten— Kameraden. Usa Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Burgtheater: 22.15 Uhr: Liebe; Sonntag vormittag 11.30: Abenteuer auf dem Meeresarund. Weitlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Rendezvous in Wien. Avollo-Theater Bochum Weitmar: Heißes Blut. Capitol Bochum=Langendreer: Ungeküßt soll man nicht schlafen geben. Capitol Bochum-Werne: Pyamalion. Kammerlichtspiele Bochum=Gerihe: Paul und Pauline. Lichtdurg Bochum=Langendreer: Verräter. Schaudurg Wanne=Eickel: Broadway=Melodie. Unterhaltungs= und Gaststätten: Bürgergesellschaft Restaur. Zum Wiesental Restaurant Schäfer Aikolaus=Kirmes ab ConnGaststätte Union=Palast tag aus dem Moltkemarkt Gasthaus Wagener einen feisten Hasen verstaute jeder der Weidgesellen in dem Rucksack. Aber das Glanzstück fehlte immer noch. Eifrig das Gelände aufsuchend, stapfte einer der Jäger über den Ackersturz, als plötzlich mit buschigem Schweif Meister Reineke dem Buschrande entlang schnürte. Das Gewehr an die Backe, ein Knall, und der Fuchs war tot. Freudig eilte der Jäger hinzu. Und was entdeckte er? Am Hals, vom dichten Haarkleid verdeckt, war ein Halsband befestigt. Da nicht anzunehmen ist, daß in Freiheit lebende Füchse sich selbst ein Halsband zulegen, so bleibt nur die Mutmaßung, daß es sich um einen aus der Gefangenschaft entwichenen Fuchs handelt, der sich dann längerer Freiheit erfreuen durfte, ehe ihn das tödliche Blei traf. Ein Schweinchen ging spazieren „Wie ist das Leben doch so schön“ mochte ein Schwein denken, das man gestern früh auf einen Wagen geladen hatte, um es dem Schlachthofe zuzuführen. Dieser Weg aller Borstenträger schien aber dem Tiere nicht der richtige zu sein, es fand die köstliche Freiheit viel schöner und machte sich, als sich das hintere Schutzbrett des Wagens, von den drei vorne sitzenden Begleitern unvemerkt, löste, still und leise" davon. Die Gärten da bei dem Bahnübergang an der Lange Straße dünkten ihm als willkommene Weide. Mit schmatzendem Behagen machte es sich über die Kohlbüsche her, nicht ahnend, daß es berufen war, zum Grünkohl die Mettwurst zu liefern. Hätte nicht der Bahnwärter es bemerkt und den schon weit vorausfahrenden Fuhrwerksbegleitern Mitteilung gemacht, so wären diese ohne das Schwein am Schlachthof angelangt. Nun fuhren sie eilends zurück und gaben sich auf die Saujagd.= Nach vieler Mühe gelang es, das Tier wieder einzufangen und zu verladen. Seinem Geschick konnte es nicht mehr entgehen. Geflügelschau der Kreisfachgruppe Bochum=Herne am 28. und 29. November in Herne=Sodingen Ein außerordentlich gutes Ergebnis haben die Meldungen für diese Schau gehabt; sie übertreffen die Erjebnisse der letzten Jahre und zeigen auch ganz deutlich, daß es auch in der Kleintierhaltung wieder stark aufwärts geht im deutschen Vaterlande. Gemeldet wurden für die Schau insgesamt 722 Stück Geflügel, und zwar 466 große Hühner, 87 Zwerghühner, 166 Tauben und drei Stämme Mit diesen Zahlen steht die BochumHerner Kreisfachgruppe in der Landesfachgruppe Westfalen=Lippe an erster Stelle. Die Gesamtkleintierzucht in Westfalen=Lippe steht in hoher Blüte; ein Beweis hierfür war die mit 5000 Tieren beschickte Schau in Hamm vor vierzehn Tagen. Städtische Schwimm= und Badeanstalt. Wie mitgeteilt wird, ist vom 29. November 1936 ab für Männer die Heilbadeabteilung auch Sonntaas von 9 bi 12 Uhr geöffnet. Es werden allerdings nur Dampf=, Heißluft= und Lichtbäder sowie Massagen verabfolgt. Die verbilligten Preise haben auch für die Zeit Gültigkeit. Aus der katholischen Gemeinde. Am Montaa wird das Fest des Apostels Andreas gefeiert. Aus diesem Anlaß ist morgens in der Provsteikirche ein Festhochamt für die lebenden und verstorbenen Angehörigen der Pfarrgemeinde. Der Deutsche Keienugee unte Lichtbildervortrag in der Ortsgruppe Bochum im Reichskolonialbund Im Gasthof Habighorst, Herner Straße, fand am Freitag abend eine Veranstaltung der Ortsgruppe Bochum im Reichskolonialbund statt. Standartenführer Hüning begrüßte die Gäste, u. a. den Gaustabsleiter Schmitz, Stadtrat Stumpf und Frau Geheimrat Korte von der Deutschen Kolonialgesellschaft bzw. vom Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, die in den Reichskolonialbund aufgegangen sind. Der Pflege des kolonialen Gedankens dient der Reichskolonialbund, der alle Kolonialverbände umfaßt, in den jeder sich eingliedern muß. Niedrige Beiträge sollen jedem Volksgenossen den Beitritt ermöglichen. Das war der Sinn der Ausführungen des ehemaligen Kolonialkriegers Standartenführer Hüning. Sodann sprach der Gaustabsführer im Reichskolonialbund, Schmitz, über die Gliederung des Bundes. Der Redner sprach dann zur Kolonialfrage. Sehr interessant war der Lichtbildervortrag des Gaustabsführers, der die Versammelten nach Deutsch=Ostafrika führte und die koloniale Schuldlüge, Deutschland könne nicht kolonisieren, klar widerlegte. Die Bilder, die von dem Vortragenden, der selbst als ehemaliger Pflanzer, Jäger und Pionier für Deutschland in unseren Kolonien viele Jahre tätig gewesen ist, mit in die Heimat gebracht worden waren, redeten eine überzeugende Sprache von deutschem Schaffensgeist und Kultursinn. In lebendigen Worten schilderte der Redner die Arbeit unserer Kolonisten, Sitten und Bräuche der Eingeborenen und die Harmonie, die zwischen den Arbeitern und Askaris, den schwarzen Soldaten, und den Unfrigen bestanden habe. Standartenführer Hüning dankte dem Gaustabsleiter Schmitz für den interessanten Vortrag und gab der Hoffnung Ausdruck, daß jeder Deutsche sich dem Reichskolonialbund anschließt. Großkundgebung Eisen und Metall Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Parteigenosse Jäzosch und Gauobmann Parteigenosse Stein sprechen Wieder einmal ist die Betriebshalle der Firma C. H. Jucho, Dortmund, Weißenburger Straße 76—82, der Schauplatz einer Großkundgebung der Deutschen Arbeitsfront. Am Sonntag, 29. November, morgens 10 Uhr, wird die Veranstaltung mit einem Musikstück eröffnet. Nach dem Einmarsch der Fahnen wird Gaubetriebsgemeinschaftswalter Parteigenosse Viebach(Bochum) dem RBG.=Leiter Parteigenossen Jäzosch(Berlin) das Wort erteilen. Weiter spricht der Leiter der Arbeitskammer Westfalen=Lippe, Gauebmann der Deutschen Arbeitsfront Parteigenosse Ernst Stein. Alle Männer der Reichsbetriebsgemeinschaft Eisen und Metall werden sich zu dieser Großkundgebung einfinden, um aus berufenem Munde die Marschroute für einen erfolgreichen Kampf um die Erneuerung Deutschlands zu hören. Alle Gefolgschaftsführer treten geschlossen mit ihren Gefolgschaftsmitgliedern zu dieser Kundgebung an. Im Dienste der deutschen Hausmusik Schubert=Abend der NS.=Frauenschaft Ehrenfeld Die NS.=Frauenschaft Bochum=Ehrenfeld diente der deutschen Hausmusik mit einem Schubert=Abend, der am Freitag in den Räumen des Ernst=Moritz=Arndt= Hauses abgehalten wurde. Das vollbesetzte Haus war ein Beweis dafür, daß der Appell zur regen Teilnahme nicht umsonst ergangen war. Die musikalische Feierstunde, von der Frauenschaftsleiterin Frau Diener mit begrüßenden und begründenden Worten eingeleitet, wollte in besonderem Sinne eine Werbung für das deutsche Volkslied sein.„Darum bekannte man sich zu Schubert, dem genialen Schöpfer des Volks= und Kunstliedes. Seinem unvergänglichen Wirken und Schaffen ließ Kulturreferentin Frau Helbing in einem einführenden Vortrage die rechte Würdigung angedeihen. Und da zu dem Wort das Schöpferwerk nicht fehlen durfte, sollte es ein starkes Echo finden, schlug Fräulein Käthe Schwarz in den ebenso berühmten wie auch bekannten Liedern des Zyklus„An die Millerin" nach der Textunterlage von Wilhelm Müller die rechten Töne des Meisters an, die wegen ihrer gefuhlvollen und ausdrucksbeseelten Wiedergabe zu aller Herzen fanden. Fräulein Luise Petri war eine einfühlsame Begleiterin am Flügel und wußte in einem souverän beherrschten Spiel dem Bekenntnis des Musikgewaltigen richtige und verständnisvolle Deutung zu geben. Die Schubert=Feier gestaltete sich für alle Höreeinnen zu einem großen Erlebnis. Wie Frauenschaftsleiterin Frau Diener zu den geschäftlichen Mitteilungen ausführte, wird die Ehrenfelder NS.=Frauenschaft im Monat Dezember noch mit einigen besonzeren Feiern aufwarten. So ist für den 4. Dezember eine große Adventsfeier geplant. Am 11. Dezember findet die feierliche Ueberreichung der für weihnachtliche Spenden bestimmten Brockensammlung an das Winterhilfswerk statt. Ein Mann, der sich total verrannt hat uno Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Verleumder gleichen den Hornissen; schlägt man nach ihnen, so werden sie nur frecher: und man muß sich ganz ruhig verhalten, bis der Augenblick da ist, sie für immer aufs Maul zu schlagen. K. I. Weber, Demokritos. Zwar sagt J. J. Engel im„Fürstenspiegel":„Die schönste Antwort auf Verleumdungen ist, daß man sie stillschweigend verachtet.“ Diese Vornehmheit kann sich aber nicht jeder leisten; denn es gibt böse Schandmäuler, denen man um der Ehre und der Wahrheit willen entschieden entgegentreten muß. Es gibt Menschen, die sich aus Haß in Lug und Trug gänzlich verstricken und die unsagbares Unheil stiften können, wenn man sie nicht nach dem Beispiel der Hornissen unschädlich macht. „Wenn uns die Verleumdung schlägt, heilen letztlich auch die Wunden, wird, wieviel man Pflaster legt, immer noch die Narbe funden.“ * Weshalb der Angeklagte Sieberger den Knappschaftsdirektor Adamek mi seinem geradezu höllischen Hasse verfolgt, bleibt schon unverständlich, wenn man hört, daß er umgekehrt alle Ursache hätte, diesem dankbar zu sein. Daß er entlassen werden mußte, hat Sieberger in heller Verblendung selbst verschuldet. Bereits zweimal ist Sieberger von den hiesigen Gerichten wegen schwerer Verleumdungen und falscher Anschuldigungen zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Aber der Unbelehrbare hat sich geradezu in„fixe Ideen“ verrannt, schreibt tolle Briefe mit neuen Verleumdungen(an den Kommissar für die Reichsknappschaft), die zu weiteren Strafverfahren führen müssen, und so stand Sieberger am Freitag wiederum als böser Sünder vor dem Schöffengericht. Wegen einer Straftat auf sittlichem Gebiet war Sieberger früher verurteilt worden. Sein Haß gegen Adamek veranlaßte ihn, dritten Personen gegenüber die geradezu unveständliche Behauptung aufzustellen, daß der Knappschaftsdirektor jene Belastungszeugen zu seinen, Siebergs, Ungunsten beeinflußt hätte. Dieser Verleumdung wurde nunmehr glatt der Garaus gemacht. Wie kann sich ein Mensch anders gegen derartige giftige Angriffe schützen, als durch Aufklärung an Gerichtsstelle Weiter hatte Sieberger die Tatsache, daß vor zwei Jahren eine dienstliche Weinprobe in der Knappschaft stattfand— es handelt sich um einen Ausschuß, der die für die Heil= und Pflegeanstalten angebotenen leichten Weine prüfen und aussuchen sollte— zum Anlaß genommen, gegen den Direktor Adamek den Vorwurf der Betrunkenheit zu erheben, so daß der unterste Beamte dem Direktor höhnisch mit den Worten begegnen konnte: „Mit einem betrunkenen Direktor rede ich nicht!" Ueberhaupt beliebt es Herrn Sieberger, den Direktor fortgesetzt als Trunkenbold hinzustellen. Die Teilnehmer an der Weinprüfung wurden eidlich vernommen. Es blieb auch nicht einmal der allerschwächste Schein eines Vorwurfs gegen den Schwerbeleidigten übrig. Sieberger aber antwortete auf die Frage des Vorsitzenden, ob denn diese ehrbaren Herren als Zeugen sämtlich falsche Aussagen unter Eid gemacht hätten, mit einem Satze, der seine völlige Verranntheit kennzeichnete. Dann sollte auch der Kraftwagenfahrer— offenbar auf Veranlassung Adameks— für seine Fahrten falsche Aufzeichnungen zum Schaden der Knappschaft machen! Auch dieser unglaubliche Vorwurf zerflatterte völlig in ein Richts. * Man konnte nur immer wieder staunen, wie ein Mensch mit angeblich gesundem Verstande solchen blödsinnigen Klatsch und Tratsch aufbringen mochte. Aber er fühlte sich sozusagen als persönlicher Aufpasser und so etwas wie ein Spürhund, der selbst vor intimsten Dingen nicht haltmacht, um eine Rolle zu spielen. Einem falschen Geltungsbedürfnisse entspringen vielfach solche tollen Dinge. Das Gericht setzte erneut vier Monate Gefängnis wegen der Verleumdungen gegen den Angeklagten fest. Gleichzeitig wurde auch aus dem Schlußvortrage des Staatsanwalts bekannt, daß ein weiteres Verfahren gegen Sieberger schwebt. Er stehl im Verdacht im Ehescheidungsprozeß Adamek einen Meineid geleistet zu haben. Esrennt doch mancher Mensch mit offenen Augen in sein Unglück! M. F. Rikolauszug am 5. Dezember Mit glühendem Eifer sind die Kinder, die am Nikolauszuge teilnehmen können, dabei, die Fackeln anzufertigen. Man wird staunen, welche Fertigkeit und welchen Kunstsinn die Jugend dabei offenbart. Die Vorbereitungen für das Gelingen des Nikolauszuges liegen in besten Händen. Die Kaufmannschaft, das Bäcker= und Konditorgewerbe wie der Verkehrsverein setzen sich besonders dafür ein. Es wird eine feine Sache werden, wert, daß man von weit und breit dazu herbeiströmt. Beurteile die Not deiner Volksgenossen mit dem umgekehrten Maßstabe deines Wohlergehens K " Aus der evangelischen Altstadtgemeinde. Zu einem Festtag für den 4. Pfarrbezirk gestaltet sich morgen die Weihe des Bodelschwinah=Hauses, eingeleitet durch einen Festgottesdienst um.30 Uhr in der Pauluskirche, an den sich um 11 Uhr der feierliche Einzug in das neue Gemeindehaus anschließt.— In der Melanchthonkirche ist morgen früh 10 Uhr Festgottesdienst aus Anlaß des 28jährigen Bestehens des Christlichen Vereins Junger Männer.— In der Lutherkirche ist morgen nachmittag 5 Uhr ein festlicher Jugendaottesdienst des 7. Pfarrbezirks mit Kinderlehre und anschließender Elternbesprechung.— Montag nachmittag 3 Uhr wird im Vereinshaus an der Mühlenstraße der Bezirksfrauentag des Stadtverbandes der Frauenhilfe abgehalten.— Eine Adventsfeierstunde ist am Dienstag, 1. Dezember, im Gemeindehause, Fahrendeller Straße, für die Frauenhilfe der Bekenntnisgemeinde des 1. Pfarrbezirks.— Am 2. Adventssonntag wird im Wichernhaus ein Adventsgottesdienst abgehalten. Letzte Fahrt. Einer der bekanntesten Mitbürger im nördlichen Stadtteil, der Eisenbahner Brüß von der Präsidentstraße wurde am Donnerstag nachmittag zum Hauptfriedhof zur letzten Ruhe bestattet. Viele Vereine und Organisationen gaben dem Verstorbenen das Ehrengeleit. Auch der Eisenbahnverein Bochum=Hauptbahnhof begleitete mit Fahne seinen Kameraden auf dem letzten Weg. Ein Blumenhügel von Kranzspenden wölbte sich über dem Grabe. An die Bergleute! Wie wir von der Reichsbetriebsgemeinschaft Berabau hören, verspricht die Unfallverhütungsaktion im deutschen Bergbau ein voller Erfolg zu werden. Die Beteiligung an dem Preisausschreiben ist außerordentlich groß, was schon daraus hervorgeht, daß täglich über 150 Einsendungen zu verzeichnen sind. Schon die bisher eingelaufenen Beiträge enthalten sehr wertvolle Hinweise und Vorschläge zur Unfallverhütung im deutschen Bergbau, die von den deutschen Bergmännern aller Gebiete, zumeist in langjähriger Berufserfahrung, gesammelt. im Rahmen des Preisausschreibens gemacht worden sind. Sicherlich aber wird es noch viele Beramänner geben, die aus dem reichen Schatz ihrer Erfahrungen nützliche Anregungen zu geben in der Lage sind. Jeder Beitrag ist wertvoll und willkommen. Die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau richtet daher nochmals an alle Schaffenden im deutschen Bergbau den Ruf zur Mitarbeit an der Gemeinschaftsaktion zur Unfallverhütung im deutschen Bergbau. Hingewiesen sei darauf. daß alle Einsendungen erbeten werden an die Knappschaftsberufsgenossenschaft, Sektion II, Bochum, Albertstraße. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Samstag, 28. November: NSKOV. Grumme=Vöde. Infolge der am 28. und 29. stattfindenden Arbeitstagung der Gaudienststelle der RSKOV. fällt die für heute angesetzte Mitgliederversammlung der Ortsgruppe aus. NS.=Frauenschaft Altstadt. 10.30 Uhr: Beerdigung des verstorbenen Mitgliedes Frau Tomaschewski vom Freigrafendamm aus. Es ist Pflicht, an der Beerdigung teilzunehmen. RSDAP. Altstadt. 20 Uhr: Oeffentlicher Vortrag mit Lichtbildern über Erlebnisse in den Gewässern und der Eiswelt Feuerlands und Patagoniens des Parteigenossen Große von der Landesstelle Chile in der Verwaltungsakademie. La tshantsfrerite Tagesplan für Sonntag, 29. November: Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 9 bis 11 Uhr: auf dem Sportplatz am Pappelbusch in Altenbochum. Deutsche Arbeitsfront Achtung, Arbeitsdank! Am Montag, 30. November, findet im Kameradschaftsraum, Alleestraße 46, für alle Kameradinnen des Kreises Bochum eine wichtige Besprechung statt. Erscheinen ist Ehrensache. „Kraft durch Freude“ Zithermusikveranstaltung Das Kreisamt der NSG.„Kraft durch Freude“ führt am kommenden Sonntagnachmittag um 17 Uhr im ErnstMoritz=Arndt=Haus eine Zitbermusikveranstaltung durch. Als Solist wirkt hierbei der weit über die Grenzen unseres Vaterlandes bekannte Zitberspieler Kuchenbuch mit. Kuchenbuch bekannt durch seine Zithervorträge am Reichssender Köln, Radio Zürich usw. und seine sonstigen vielen Konzerte im In= und Ausland, wird auch die Bochumer Musikfreunde erfreuen. Das Programm ist mit Sorgfalt ausgewählt. Es wäre zu wünschen, daß diese Veranstaltung von allen Volksgenossen besucht würde, um so mehr als der Eintrittspreis außerordentlich niedrig gehalten ist. Er beträgt auf jedem Platz 0,50 RM. Karten sind im Vorverkauf in der Vorverkaufsstelle, Kortumstraße 62, sowie an der Tageskasse des Ernst=Moritz=Arndt=Hauses zu haben. „Kraft durch Freude“ im Stadttheater Bochum. Am Sonntag, 29. November, nachmittags 16.30 Uhr, findet im Stadttheater Bochum das Lustspiel„Die vier Gesellen“ von Huth statt. Karten zu ermäßigten Preisen sind in der Vorverkaufsstelle, Kortumstraße 62, zu haben. Heute abend Frohsinn und Lachen im Parthaus! Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Bochum, Kreisbetriebsgemeinschaft Handwerk, veranstaltet am Samstag, 28. November, um 21 Uhr, in den unteren Räumen des Parkhauses eine Leistungsschau Bochumer Konditorenkunst. Anschließend findet ein lustiger Kameradschaftsabend statt, für den die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ ein vorzügliches Varietsprogramm aufgestellt hat. Danach ist allgemeiner Tanz vorgesehen und die Verlosung der reichhaltigen Tombola. Eintrittskarten zum Preise von.50 RM. in allen Bochumer Konditoreten, in der Verkaufsstelle Kortumstraße und an der Abendkasse zu haben. Theaterring der 93. Der in diesem Herbst neu gegründete Theaterring der Hitler=Jugend im Standort Groß=Bochum der HJ. hat bis jetzt einen ungewöhnlichen Erfolg zu verzeichnen. Die erste Vorstellung mit dem Kleistschen Drama„Die Hermannsschlacht" erlebt am kommenden Montag, 30. November, ihre fünfte Wiederholung vor den Mitgliedern des Theaterringes. Das bedeutet, daß dem Theaterring des Standortes Groß=Bochum heute rund 5000 Jugendliche angehören, die sich auf Bochum, Wattenscheid, Wanne=Eickel und Witten verteilen. Mit der Aufführung der Hermannsschlacht“ am kommenden Montag im Bochumer Stadttheater haben sämtliche Mitglieder des Ringes dieses Kleistsche Werk gesehen. Als nächste Aufführung ist„Das kleine Hofkonzert“ von Impekoven vorgesehen, das in Bochum bisher noch nicht gespielt wurde. Außerdem wird vielleicht noch im Dezember für die Mitglieder des Theaterringes erstmalig auch ein Konzert des Städtischen Orchesters Bochum zur Durchführung kommen. Weitere Lokalnachrichten auf Seite 14 Seite 5 Nr. 279 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 28 /29. November 1936 Westfalen und Banksvie i Wilten um 10000 Inl. Verauel Die Räuber hielten ihm die Pistole vor— Sie entkamen im Auto Am 27. November, gegen 9 Uhr, wurden einem 17= jährigen Bankboten 10 000 Reichsmark, und zwar 7000 Reichsmark in gebrauchten 20=Reichsmark=Scheinen zu je 1000 Reichsmark gebündelt und 3000 Reichsmark in Fünfmarkstücken in drei Leinenbeuteln mit der Aufschrift: Reichsbank oder Staatsmünze, die er von der hiesigen Reichsbanknebenstelle für die Dresdener Bank(Zweigstelle Witten) abgeholt hatte, in der Moltkestraße an der Gedächtniskirche von zwei Männern unter Vorhalten von Pistolen geraubt. Nachdem die Räuber dem Boten die das Geld enthaltende dunkelbraune Aktentasche entrissen hatten, durchsuchten sie auch seine Taschen und nahmen ihm seine Geldbörse mit etwa 23 Reichsmark Inhalt Kleingeld gleichfalls ab. Sie flüchteten dann über den Platz vor der Gedächtniskirche und bestiegen ein an der Roonstraße neben der Gedächtniskirche haltendes Auto, mit dem sie in Richtung Nordstraße davonfuhren. Das benutzte Auto war von mittelgrauer Farbe mit festem Verdeck und wahrscheinlich ein Viersitzer. Das Auto hatten sich die Räuber an der Kirche bereitgestellt. Der eine der Täter war etwa.85 Meter groß, trug braunen Anzug, war ohne Mantel und wahrscheinlich auch ohne Kopfbedeckung. Der zweite Täter war etwas kleiner, etwa 1,70 Meter groß und trug dunklen Mantel, vermutlich doppelreihig, und dunklen Hut. Beide waren etwa 35 bis 38 Jahre alt. Personen, die nähere Angaben machen können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Witten oder Bochum zu melden. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Auf dem Rhein gekentert Unfall eines Schleppbootes— Heizer ertrunken Uerdingen, 27. November. Mittwoch abend hatte der Seedampfer„Egeria“ in Uerdingen geladen und wollte anschließend seine Reise nach Rostock antreten. Infolge der Dunkelheit geriet er jedoch aus der Fahrtrinne und fuhr in seichtem Wasser fest. Das Schleppboot„Lucia II“, das mit zwei Kähnen zu Berg fuhr, versuchte, den Seedampfer loszuziehen, nachdem es vorher seine Kähne vor Anker gelegt hatte. Bei dieser Befreiungsarbeit legte sich das Schleppboot auf die Seite, übernahm durch seine Querlage zum Strom Wasser and begann zu sinken. Der bei den Arbeiten gleichfalls anwesende Fährmann Herbertz aus Uerdingen bemerkte die Gefahr rechtzeitig, fuhr mit seinem Motorboot heran und übernahm trotz schwieriger Verhältnisse den Kapitän und fünf weitere Besatzungsmitglieder. Ein Heizer, der versuchte, im letzten Augenblick noch etwas aus dem Schiff zu holen, konnte nicht mehr gerettet werden. Seine Leiche wurde noch nicht geborgen. Der Seedampfer„Egeria“ wurde am Donnerstag durch das Doppelschraubenmotorschiff„Düsseldorf" losgezogen. Das Schleppboot„Lucia II“ liegt noch kieloben im Rhein. Personenzug auf einen auf dem Gleise haltenden Bahnschutzwagen auf. Bei dem Zusammenprall erlitten ein Mann und zwei Frauen des Personenzuges erheblichere Verletzungen und mußten der Klinik zugeführt werden. Der Bahnschutzwagen war mit Aufräumungsarbeiten an einem in den Graben gefahrenen Lastkraftwagen beschäftigt, der das Gleis Münster—Telgte sperrte. Gaubetriebsgemeinschaft Olpe, 27. November. Die Arbeitstagung der Gaubetriebsgemeinschaft„Holz“ des Gaues Westfalen=Sud fand in Olpe statt. Gaubetriebsgemeinschaftswalter Pa. Langenfeld(Bochum) erteilte nach der Eröffnung der Arbeitstagung dem erschienenen Kreisleiter. Pa. Fischer, das Wort zur Begrüßung. Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Pa. Tietböhl wies in Vortrag immer wieder auf die gemeinsame Ausrichtung des schaffenden deutschen Menschen hin. Pa. Asbeck (Wuppertal=Elberfeld) sprach über die Zusammenarbeit der Wirtschaftsgruppen mit der DAF., Gauberufsreferent Pa. Dellori(Bochum) über die Durchführung der Berufserziehungsmaßnahmen für Holzwerker im Gau=Westfalen=Süd. Zum Schluß gab Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Tietböhl allen Mitarbeitern die Arbeitsausrichtung für die nächste Zeit an. Frau tot aufgefunden. In Müllingsen wurde am Ausgang des Dorfes eine Frau aufgefunden, die aus schweren Kopfwunden stark blutete. Es wurde festgestellt, daß der Tod bereits eingetreten war. Bei der Toten Hantlag dei Rali=Knaprschaft Termine zur Auszahlung der Krankengelder, Alters=, Invaliden=, Berginvaliden=, Witwen= und Kinderrenten für den Monat Dezember 1936 der nachstehenden Zahlbezirke Zahlbezirk Zahllokal Zahltage im Monat * 9 6 Zug=Zusammenprall Drei Verletzte bei einem Eisenbahnunfall Hochum=Werne II1 Münster, 27. November. In der Nähe des Bahn= Bochum=Werne IV hofs Mauritz fuhr in der Nacht zum Donnerstag ein Somborn Bochum I4ir.Boch. IV) Bochum I1 Bochum III =Altenbochum 1 .=Altenvochum 11 Bochum=Grumme Bochum=Hamme 1 Bochum=Hamme 11 Bochum=Hamme 111 Bochum=Hamme, IV Bochum=Hossiede 1. Bochum=Hofstede 11 Bochum=Hordel 1 Bochum=Kirchharpen Bochum=Kornbarben Boch=Laer(Inval.) Bow.=Laer(Witwen) Bochum=Querenbure Bochum=Riemke 1 Bochum=Riemke 11 Bochum=Stiepel I Bochum=Stiepel II Bochum=Weitmar 1 Bochum=Weitmar II .=Wettmar III .=Weitmar IV .=Wiemelhausen 1 .=Wiemelhausen II Eppendort .=Langendreer 1 .=Langendreer III .=Langendreer IV .-Langendreer V Bochum=Werne 1 Bochum=Werne 11 Gustav Janzen Speßhardt Wiesmann Emil Senft Craemer Goeke Wwe Raeder Wilhelm Schulte Meriens Knepper August Bergmann Ww. Becker Kruppscher Saalbau Stratmann Ruwe Kuhweide Kuoweide Eagermann Otto Koepe Otto Koepe Sonntag Kilian Schreiber Märker äger. Rotermund Ranft Knepper Hülsmann Niageling Lindemann Brücher Bied ndieck Goldberg Kersten Friedr. Kersten Zur deutsch Flotte Mußweiler G Schulze Zahlbezirk Beginn der Auszahlung * 6 35 à 5 S a59 3• 2 S SE shr 1156 Dablhausen Oberdahlhausen Linden!(Ww., Wais.) Linoen 1(Invalid.) Linden II Linden III Gerthe 1 Gerthe 1I. Geribe III Gertbe=Hiltrop Herne 1 Herne II Eickel 1 Eicke: II. Eickel III Eickel IV Eickel V Hordel II Hordel III Röblingbausen 1 Röhlinghausen II Röblinghausen III Höntrov(Iupgligen Höntrop Ww., Waisen) Günnigfeld I Günnigfeld II Günnigfeld III Wattenscheid 1 Wattenscheid II Wattenscheid III Wattenscheid IV Wattenscheid V Wattenscheid VI Wattenscheid VII Westenfeld I Westenfeld II Leitbe Werner Kumpmann Kumpmann Kumpmann Diegerhoff Severing Blome Lücke Cöppencastrop Punge „Teutoburgia“ Nöthe Rendel Grünhoff Pohlmann Schulte=Pelkum Poblmann Heinrich Faßhauer Krüdewagen Osw. Böhm Göbbelsbaus Fritz Kreter Becüwe Becüwe Hellermann Knopf Kruppsch Bierballe Ww. H. Voortmann Floren Drenhaus Perrech Rodermund Böhmer Blusch Schmidt Gottschall Hoppe 15½ 15½ handelt es sich um eine Ehefrau aus Soest Ob ein Unglücksfall oder ein Verbrechen vorliegt, steht noch 916h ber. Dr. Ley besucht Lüfseldorf. aus unlaß der erste maligen Verleihung des Leistungsabzeichens der Deutschen Arbeitsfront im Gau Düsseldorf wird der Reichsleiter der DAF., Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, am 4. Dezember in Düsseldorf anwesend sein. 200 alte Silbermünzen gefunden. Bauhandwerker stießen in Lingen bei Ausschachtungsarbeiten in 1½ Meter Tiefe auf einen irdenen Krug, der etwa 200 alte Silbermünzen enthielt. Die Münzen, die auf eine spanische Prägung schließen lassen, stammen vermutlich aus der Zeit des spanisch=niederländischen Erbfolgekrieges. Möbelfabrik niedergebrannt. In Blombera in Lippe brannte eine Mobelfabrik mit vielen Holz= und fertigen Möbelvorräten nieder. Das Feuer war in der Nähe des Trockenofens im Trockenraum entstanden. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Heute und morgen Lustspielaufführungen. Heute abend geht wieder einmal der Serienerfolg dieser Spielzeit,„Pygmalion“, in Szene(Weißer Ring), während am Sonntag Jochen Huths reizendes Lustspiel„Die vier Gesellen“ zweimal zur Aufführung gelangt, und zwar nachmittags und abends. Die Abendvorstellung ist für den Grünen Ring angesetzt. Am Montag findet eine geschlossene Aufführung der„Hermannsschlacht“ für die Hitler=Jugend statt. Beethoven=Abend im Stadttheater Bochum. In ganz Deutschland hat die Pflege Beethovenscher Musik wieder stark zugenommen. Die männlichen und größtenteils von kraftvoller Lebensfreude erfüllten Werke des Meisters finden in dem zu neuem Glauben erstarkten deutschen Volke einen besonders günstigen Boden. So veranstaltet zum Beispiel das Berliner Pbilbarmonische Orchester in jedem Jahr einen Beethoven=Zyklus vor ausverkauften Häusern. Auch das am Donnerstag, 3. Dezember, abends, im Stadttheater stattfindende Symphonié=Konzert des Städtischen Orchesters Bochum ist zu einem Beethoven=Abend ausgestaltet worden. Als Hauptwerk bringt das Programm die 7. Symphonie in-dur. die Richard Wagner als die Avotheose des Tanzes bezeichnet hat. Als Solist erscheint der 1. Konzertmeister des Berliner Philbarmonischen Orchesters, Hugo Kolberg, der das Violin=Konzert zum Vortrag bringen wird. Eingeleitet wird der Abend mit der selten gehörten Ouvertüre zu dem Ballett„Die Geschöpfe des Prometheus". Der Leiter des Abends, Städtischer Kapellmeister Professor Leopold Reichwein, wird im Laufe dieses Winters auch in der Berliner Philharmonie zwei Beethoven=Abende dirigieren. Hauptkonzert der Sängervereinigung e. V. Das am morgigen Sonntag, abends.30 Uhr, im Schützenhofsaale zu Bochum stattfindende Hauptkonzert des Vereins fern auch von besonderem Interesse, als das Programm u. a. auch den selbstgewählten Chor„Emden" von Professor Rudolf Buck sowie das selbstgewählte Volkslied und den Aufgabechor für das nächste Wertungssingen enthält. Die beiden Solisten, Kammermusiker Oswald Kuhn(Violine) und Ewald Mahn(Kontrabaß), werden am Flügel begleitet von Musikdirektor A. Lamberts(Dortmund). Opern=Abend Thiemann. Im Parkhotel„Haus Rechen“ Bochum findet am 2. Dezember, abends 8 Uhr, ein Schüler=Vortragsabend statt, veranstaltet von der Gesangspädagogin Luise Thiemann. Es werden Arten und Ensembles aus deutschen Opern gesungen. Die Begleitung hat O. A. Köhler übernommen. „Das Leben Jesu.“ Nach einem alten Mysterienspiel von Renwart Cysat hat Dr. Hermann Dimmler, ein Münchener Schriftsteller, das Leben Jesu nachgestaltet. Das Werk soll, wie aus der Anzeige ersichtlich ist, von Sonntag bis Donnerstag allabendlich um 8 Uhr in der Bürgergesellschaft zur Aufführung kommen. Die Hauptrollen werden von Spielern der Münchener Festspielgesellschaft gestellt, während die übrige Darstellung in den Händen bewährter Bochumer Laienspieler liegt. Veranstalter sind die katholischen Kirchengemeinden des Dekanates Groß=Bochum. Das von Chorgesang und Orgelspiel umrahmte Weihespiel, bei dem rund 180 Personen mitwirken, hat überall in den Städten, wo es gezeigt wurde, tiefste Eindrücke hinterlassen. nmal und dam!: Mner- Sand Von wirklich schlichter Elegans ist dieser marineblaue Velourmantel mit Rückengurt, dessen Kragen und Revers gans ausgesteppt eind. Sein kunstseidenes Marocfutter ist bis nur Hüfte gesteppt 382250 * * Die anmutige, jugendliche Linie dieses Tagesendkleides aus Flamisol eirt wird besonders durch den Brokatschmuck des Kragens und der Knöpfe und durch den interessanten Armelschnitt hervorgehoben. Größe 38—44 PA75 3 Recht ansprechend in seiner Form wirkt dieses modische Kleid aus kunstseidenem Krepp Reversidle mit dreiviertellangen Armeln und hübschem Schößchen. Bis Größe 52 1675 4 Flott wirkt die mit Lincoinlamm besetste Kragenform dieses molligen Bouclé-Mantels. Auch sein kunstseidenes Sergefurter ist halb gesteppt. Er ist in den Farben Schwarz, Marine und Grün zu haben 2B75 5 Ein hübsches Flamenga-Kleid, dessen Armel, Gürtel und jabotartige Garnitur aus kunstseidenem Krepp Reversible und 975 ESSEN · DORTMUND .-BARMEN ·.-ELBERFELD Seite 6 Nr. 279/ Bochumer Anzeiger Samstag Sonntag, 28./29. November 1936 Trei tonr Aiingeschisse Tersen! Cartagena gleichzeitig aus der Luft und von der See angegriffen Paris, 27. November. Nach einer Meldung aus Gibraltar erfolgte Freitag früh ein neuer Angriff auf den Kriegshasen der Roten von Cartagena. Diesmal griffen etwa zehn nationale Bombenflugzeuge und drei Kriegsschiffe gleichzeitig den Hafen an. Nach den letzten Nachrichten sollen drei Kriegsschiffe der spanischen Bolschewisten versenkt und das Arsenal von Cartagena schwer beschädigt worden sein. Ein Munitionslager sei in die Luft geflogen. Auch an anderen Stellen des Hafens sei beträchtlicher Schaden angerichtet worden. Die nationalen Flugzeuge hätten dann die Verfolgung von vier bolschewistischen Dampfern ausgenommen, die vor Beginn des Angriffes aus dem Hafen geflohen seien.— Bei dem Luftangriff in der Nacht zum Donnerstag auf den roten Kriegshafen von Cartagena wurden die Oellager und die Hafenanlagen in Brand geschossen. Der Heeresbericht des obersten Befehlshabers der nationalen Truppen meldet, daß verschiedene rote Angriffe zurückgeschlagen wurden. General Queipo de Llano teilte über den Sender Sevilla mit, daß die andauernde ungünstige Wetterlage die militärischen Operationen stark behindere. Der General ging dann auf den Abschluß des deutsch=japanischen Abkommens ein, das er warm begrüßte und als wirksames Bollwerk gegen den roten Weltfeind bezeichnete. Entschieden wandte er sich gegen die andauernde Unterstützung der spanischen Marxisten von französischer Seite und teilte mit, daß der französische Luftfahrtminister Cot den Roten 60 Flugzeuge geliefert und die französische Luftfahrtgesellschaft Air France gezwungen habe, den roten Fliegern Betriebsmittel zur Verfügung zu stellen. Wie die spanische Nationalregierung mittteilt, fahren Transportschiffe der Roten unter englischer Flagge, um die nationalen Kriegsschiffe zu täuschen. Im roten Sender von Madrid hielt ein Vertreter des sogenannten Verteidigungsausschusses eine Rede, in der er sagte, daß eine große Anzahl der roten Milizen nur in den Schützengräben liege, um täglich 10 Peseten ausgezahlt zu bekommen. Die Reihen der roten Miliz müßten von solchen„Verrätern an der marxistischen Sache“ gereinigt werden. Es sollen deswegen politische Ausschüsse gebildet werden, die eine „strenge Ueberwachung“ der roten Milizen durchführen werden. Caballero lehnt Schutzzone für die Madrider Bevölkerung ab Das Internationale Rote=Kreuz=Komitee in Genf hatte vorgeschlagen, in Madrid eine neutrale Zone anzuerkennen, die der nicht mitkämpfenden Zivilbevölkerung als Zufluchtsort dienen solle. Die spanische Nationalregierung nahm den Vorschlag an, aber Largo Caballero, der Häuptling der bolschewistischen Horden, lehnte ihn ab. Die spanischen Bolschewisten verlangen Einberufung des Völkerbundsrates Völkerbundssekretariat ist eine Note der spadie Einberufung des Völkerbundsrates im Hinblick auf die gegenwärtige internationale Lage Spaniens verlangt wird. Die englische Regierung soll dem Antrage ablehnend gegenüberstehen. Sondersitzung des englischen Kabinetts London, 27. November. Völlig unerwartet ist das englische Kabinett für Freitag vormittag zu einer Sondersitzung einberufen worden, die sich eingehend mit der Lage in Spanien befaßte. Neue Entschlüsse sind jedoch nicht gefaßt worden. englische Waffentransportverbot London, 27. November. Der Wortlaut des englischen Gesetzes, durch das der Transport von Waffen nach Spanien verboten wird, wurde am Freitag vormittag veröffentlicht. Danach ist die Beförderung von Kriegsmaterial nach spanischem Gebiet ausschließlich Spanisch=Marokko für alle britischen schiffe verboten. Das Verbot gilt jedoch nicht für britische Schiffe, die in Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika, im Freistaat Irland oder in irgendeiner anderen britischen Kolonie bzw. einem Mandatsgebiet eingetragen sind. Schiffe, die im Verdacht einer Zuwiderhandlung des Verbotes stehen, können auf hoher See angehalten und durchsucht werden. Bestätigt sich der Verdacht, so kann das Schiff nach dem nächstgelegenen Hafen geleitet werden,, für den das Gesetz Gültigkeit hat. Dort kann ein zuständiger Gerichtshof die Verurteilung vornehmen. Eine Weigerung des Kapitäns, einem solchen Befehl Folge zu leisten, wird mit einer Geldstrafe von bis zu 100 Pfund(etwas über 1200 RM.) belegt. Das Gesetz bleibt bis auf unbestimmte Zeit in Kraft. Friedensrede Roosevelts vor dem brasilianischen Bundesparlament Rio de Janeiro, 27. November. Präsident Roosevelt, der sich auf der Durchreise nach Buenos Aires am Freitag zu einem eintägigen Staatsbesuch in Rio de Janeiro aufhielt, ergriff am Freitag abend in Gegenwart des brasilianischen Bundespräsidenten und aller führenden Persönlichkeiten des politischen Lebens Brasiliens in einer gemeinsamen Sitzung des brasilianischen Bundesparlaments das Wort zu einer Ansprache. Nach freundlichen Worten über die langjährigen guten Beziehungen zwischen Brasilien und den Vereinigten Staaten hob der Präsident die weitgehende Abneigung des amerikanischen Volkes gegen den Krieg hervor. Glücklicherweise sei der amerikanische Erdteil frei von den alten Feindschaften, die den anderen Weltteilen so viel Elend brächten. Die anderen Weltteile stellten ein grimmiges Bild bewaffneter Lager und drohender Auseinandersetzungen dar. In dieser Atmosphäre von Besorgnis in der ganzen Welt hätten die amerikanischen Staaten die Pflicht und die Aufgabe, auf ihrem Erdteil einen unzerstörbaren Frieden gelegenheiten zu beraten. Sie fasten im Anschluß an alle verantwortungsbewußten evangelischen Christen zur ein Referat von Bischof Glondys aus Hermann=stätigen Teilnahme an solchem Ringen auf.“ stadt über die verhängnisvollen Auswirkungen des sowjetrussischen Bolschewismus einmütig Eine Entschließung, die in folgenden Sätzen gipfelt:„Im vollen Bewußtsein, der den evangelischen Kirchen obliegenden Pflichten stellen wir uns entschlossen auf die Seite der gegen die bolschewistische Gottlosigkeit ringenden Kräfte. Wir sind gewiß, daß das evangelische Christentum berufen ist, an diesem Kampf entscheidend mitzuwirken, indem es durch Weckung der Ehrfurcht vor Gott die inneren Voraussetzungen für jene wahre Gemeinschaft verwirklichen will, die den Dienst am Ganzen über den Eigennutz des einzelnen stellt. Als Leiter deutscher evangelischer Kirchen wissen wir uns mit den auf solche Ziele gerichteten Bestrebungen im deutschen Volk aufs engste verbunden und rusen täligenTentkahme un fbichem Bringen auf. Antonescu bei Beck Warschau, 27. November. Zu Ehren des rumänischen Außenministers Antoneseu gab der polnische Außenminister Oberst Beck am Donnerstag ein Essen, an das sich ein Empfang anschloß. An dem Empfang nahmen die Mitglieder der Regierung und des diplomatischen Korps sowie Vertreter der Armee, des Senats und des Seims teil. Zwischen den Ministern Beck und Antonescu wurden Trinksprüche gewechselt, in denen darauf hingewiesen wurde, daß das polnisch=rumänische Bündnis nicht auf einer Augenblickskonjunktur beruhe, sondern auf alten Sympathien und der Freundschaft beider Nationen. Ein MilurernerCnunngs=rozahn über die Mißwirtschaft in Sowjetrußland nischen Bolschewisten in Valencia eingegangen, in der zu beschließen. Siplemneni Nump, unnn Werschewoisten Wie bolschewistische Horden die deutsche Botschaft in Madrid plünderten polnisch=rumänisches Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit unterzeichnet worden. Das Abkommen sieht die Errichtung wissenschaftlicher Institute in beiden Ländern zur Erleichterung von Studien über das Land des Partners vor, ferner den Austausch von Professoren, Studenten und Schülern, die Uebersetzung literarischer und wissenschaftlicher Werke, die Aufführung von Theaterstücken und Filmen sowie die Organisation von Kunstausstellungen und den Austausch von Rundfunksendungen über Literatur und Musik beider Länder. Drei Gruppenfahnen erhielt das Geschwader„Hindenburg“ dnb Neubrandenburg, 27. November. Der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg übergab dem Kampfgeschwader„Hindenburg“ am Freitag mittag auf dem Flugplatz bei Neubrandenburg drei neue Gruppenfahnen. Bei Uebergabe Fahnen richtete der Generalfeldmarschall an die Fühnen rein, indem Ihr die Ehre der Eure eigene Ehre rein haltet! Folgt der Fahne überall. wohin sie auch geführt wird, mit soldatischem Mut und mit soldatischer Hingabe. Bewahrt der Fahne Eure Treue im Frieden und im Kriege, im Leben und im Sterben! Dann übergab der Reichskriegsminister den Fahnenträgern die Fahne mit folgenden Fahnensprüchen: Die Treue ist das Mark der Ehre! Vergeßt nie, daß Eure Fahne einmal Tradition wird! Die Tat ist das stolzeste Wort der Deutschen! Zum Schluß gedachte der Generalfeldmarschall des teidigungskampfes der Dinlamsten..., Führers, auf den die deutsche Wehrmacht sich auf LeMah versuchten m. gegen den roten ben und auf Sterben verschworen habe, mit einem brauMoo versuchten mehrere Gesandtschaften, darunter auch send aufgenommenen Sieg=Heil. der französische Missionschef, die bolschewistischen Macht= Ein Vorbeimarsch des Geschwaders beschloß die einhaber in Valencia durch ununterbrochene telephonische drucksvolle Feier. und mündliche Verhandlungen zum Einschreiten gegen gebnislos. Ueber das Schicksal der 40 Ver= Auslandsdeutsche evangel. Kirchen schleppten fehlt jede Nachricht. dnb Berlin, 27. November. Ueber die bereits bekanntgewordene Plünderung der deutschen Botschaft in Madrid durch roten Pöbel liegen jetzt Einzelheiten vor. Danach forderten die bolschewistischen Machthaber in Valencia plötzlich die Räumung des Gebäudes der deutschen Botschaft in Madrid innerhalb 24 Stunden. In dem Gebäude befanden sich noch etwa 10 Reichsdeutsche und 65 spanische Flüchtlinge. Mitglieder des Diplomatischen Korps in Madrid, dem aus eigener Anschauung die brutalen bolschewistischen Verfolgungsmethoden genau bekannt sind, versuchten, diese Flüchtlinge persönlich mit eigenen Kraftwagen zu retten. Zunächst war die Rettungsaktion erfolgreich, und mit dem ersten Kraftwagen konnten 20 Flüchtlinge, unter denen sich auch die 10 Reichsdeutschen befanden, in Sicherheit gebracht werden. Mittlerweile rotteten sich vor der Botschaft Polizei und bewaffneter Pöbel zusammen. Dieser zwang mit Wafsengewalt die weiteren Wagen des Diplomatischen Korps zum Halten und zerrte aus heraus. Trotzdem versuchten Rettungsaktion unter eigener Lebensgefahr fortzusetzen. Nachdem aber die Bolschewisten gegen die Botschaft Maschinengewehre aufgestellt hatten und die Diplomaten] teilweise im Handgemenge vom roten Pöbel von der Botschaft abgedrängt worden waren, stürmten die Roten die Botschaft und bemächtigten sich der letzten 40 spanischen Flüchtlinge sowie des Inventars der Botschaft. Gleichzeitig wurde die Privatwohnung des ehemaligen deutschen Geschäftsträgers erbrochen und seine spanischen Angestellten wurden verhaftet. Während dieses über drei Stunden dauernden VerBremen, 27. November. Ein Bremer Ingenieur, der mehrere Jahre in Kemerowo und in Nowosibirsk mit dem von einem sowjetrussischen„Gericht" verurteilten deutschen Ingenieur Stickling zusammen gearbeitet hat, berichtet in der „Bremer Zeitung“ über die Schwierigkeiten, die Stickling infolge der Unfähigkeit der Moskauer Gewalthaber im Wege standen. Er schreibt u..: „Um Stickling zu entlasten, will ich meine eigenen Erlebnisse in Kemerowo schildern, woraus ohne weiteres zu ersehen ist, wie unhaltbar dieses Urteil ist. Ich war in Kemerowo als Ingenieur bei dem gleichen Kohlentrust„Kusbassugolj“ tätig, bei dem Stickling beschäftigt war. Kemerowo ist ein Ort in Sibirien, hatte im kaiserlichen Rußland etwa 3000 Einwohner und war Verbannungsort für politische Gefangene und Schwerverbrecher. Der größte Teil der Belegschaft der Bergwerke bestand aus Verbannten. Heute zählt Kemerowo etwa 150 000 Einwohner. Aber an dem Zustand, daß die meisten Einwohner unfreiwillig dort sind, hat sich nichts geändert. Als ich zum ersten Male die Betriebe in Kemerowo betrat, fiel mir sofort die geringe Arbeitsleistung und Arbeitslust der gesamten Belegschaft, vom Direktor bis zum letzten Arbeiter, auf. Diese Arbeitsnnlust habe ich auch bei den kommunistischen Parteimitgliedern beobachtet, die größtenteils auch zwangsweise in Sibirien sind. Dieses Widerstreben gegen jede Arbeit ging so weit, daß es mir nicht möglich war, sehr wichtige Arbeiten fertigzustellen, oder die Arbeiten wurden bis zu 90 v. H. fertiggestellt und dann verschwanden wichtige Teile. Ich habe alle in Frage kommenden Stellen in Kemerowo von diesen Zuständen unterrichtet und um Abhilfe gebeten, getan wurde jedoch nichts. Nach vielen Konflikten mit der Werksleitung lehnte ich dann die Weiterarbeit unter solchen Verhältnissen ab. Damit war der Werksleitung ihr heimlicher Wunsch erfüllt und sie glaubte einen lästigen ausländischen Ingenieur, der ja gegen den Willen der Werksleitung dort war, loszuwerden. Mein Ausscheiden rechtfertigte man mit all den Beschwerden, die ich angeführt hatte und legte sie mir zur Last. In Moskau wurde ich von einer Kommission des Kommissariats für die Schwerindustrie verhört. Diese Kommission war über die Verhältnisse in Kemerowo sehr gut unterrichtet und bat mich, wieder nach dort zurückzureisen und die mir gestellten Aufgaben zu erledigen. Infolge der unhaltbaren Verhältnisse in Kemerowo wurde ich dann auf Wunsch nach Tomsk versetzt. In Kemerowo hatte ich Stickling kennengelernt und hörte, daß auch er die gleichen Schwierigkeiten wie ich hatte. In Nowosibirsk traf ich Stickling wieder. Er verhandelte mit der Verwaltung des Kohlentrusts und man versprach ihm die Beseitigung aller Mißstände. Stickling ist jetzt schon viele Jahre in Sowjetrußland. Jedes Jahr ist sein Vertrag erneuert worden. Jedes n des Diplomatischen Korps he### in einige Diplomaten, die Truppe drei Forderungen:,.„Haltet die Ehre Eurer ge Dipiomgrey, die Fahnen rein, indem zihr die Ehre der Truppe und Jahr sind die Mißstände in Kemerowo zur Sprache gekommen. Jedes Jahr hat man Stickling versichert, daß man ihm volles Vertrauen entgegenbringe. Immer wieder hat man Besserung der Verhältnisse zugesagt. Bis heute ist es den maßgebenden Stellen in Moskau und Nowosibirsk nicht gelungen, die ungesunden Verhältnisse in Kemerowo zu bessern. Jetzt ist Stickling verurteilt worden, weil unzählige Leute in Moskau nicht in der Lage sind, jenen Mißständen abzuhelfen. Schon seit Jahren hat Stickling auf die Mißwirtschaft hingewiesen, eine Aenderung hat nicht in seinem Machtbereich gelegen. Es wäre Sache der Moskauer gewesen, diese Aufgabe zu lösen. Ich weise auf meine Verhandlungen mit dem Volkskommissariat für die Schwerindustrie in Moskau hin, auf meine Verhandlungen in Nowosibirsk mit dem Präsidenten des Kohlentrusts, mit den Sowjets in Nowosibirsk und dem Bevollmächtigten Schwalbe. Seit 1932 sind diesen Stellen die Mißstände und Verhältnisse bekannt, für die man hute den Ingenieur Stickling verantwortlich machen will. Wenn je ein Urteil Hohn auf Menschenrechte war, so ist es dieses. Ein unfähiger Klüngel verurteilte einen Ingenieur, dessen Fähigkeit und Zuverlässigkeit man lange Jahre hindurch anerkannt und bestätigt hat.“ Theorie und praxis der marxistischen Solidarität Berlin, 27. November. Unter den reichsdeutschen Opfern der neuen Verhaftungswelle in Sowietrußland befindet sich auch der aus Jena stammende Reinhold Schindler. Schindler war früher in der Eisenbahnreparaturwerkstätte in Jena beschäftigt, wo er sich als kommunistischer Betriebsrat hervortat. Er war damals nicht der einzige, der, geblendet von dem Moskauer Trugbild, unter seinen Kameraden mit dem Schlagwort„Sowjetrußland ist das Paradies“ für die Auswanderung nach dem Rätestaat Propaganda machte. Am 26. April 1932 reiste er selbst nach dem Sowjetparadies ab. Dort hat auch diesen ehemaligen Marxisten nunmehr das Schicksal vieler anderer erreicht, die zu spät aus ihren roten Träumen erwachten. Schindler ist ein weiterer Beweis dafür, daß die bolschewistischen Machthaber mit rücksichtsloser Brutalität auch gegen frühere Gesinnungsgenossen vorgehen, wenn sie ihnen aus irgendeinem Grunde unbequem werden. Die deutsche Volksgemeinschaft umschließt alle ihre Söhne, und jeder deutsche Reichsangehörige untersteht im Auslande ihrem Schutz. Mit allem Nachdruck hat sich die Reichsregierung daher ohne Rücksicht auf die frühere politische Gesinnung der Betroffenen vor die deutschen Volksgenossen gestellt, die das Opfer der jedem Recht hohnsprechenden Gewaltmethoden der GPU. geworden sind. Rücze Nachriahsten polnisch=rumänisches Kulturabkommen Warschau, 27. November. In Warschau ist am Freitag gelegentlich des Besuches des rumänischen Außenministers Antonescu ein rusen zum Kampf gegen den Bolschewismus Wien, 26. November. Die Vertreter der deutschen evangelischen Kirche in Oesterreich, Jugoslawien, Rumänien, Böhmen und Mähren=Schlesien waren am 24. und 25. November in Wien versammelt, um über gemeinsame kirchliche AnAbendessen beim Führer zu Ehren des japanischen Botschafters. Aus Anlaß des Abschlusses des deutschjapanischen Abkommens gab der Führer am Donnerstag zu Ehren des japanischen Botschafters in Berlin ein Abendessen. Der Führer gratuliert Reichsschatzmeister Schwarz. Der Führer sandte an Reichsschatzmeister Schwarz zu dessen 61. Geburtstag ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm. Botschafter von Ribbentrop nach London zurückgekehrt. Botschafter von Ribbentrop ist nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Berlin am Freitag nach London zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Botschaft wieder übernommen. Englisch=belgische Freundschaftskundgebung. Der belgische Ministerpräsident und Außenminister van Zeeland traf am Donnerstag abend zu einem Besuch in London ein. Bei einem Festessen betonte der englische Außenminister Eden, daß Belgien unter den Freundschaften des britischen Reiches einen besonderen Platz einnehme und sich auf die britische Hilfe verlassen könne, Die Pariser„Universitätsstadt“ von streikenden Studenten besetzt. Um gegen die hohen Preise in den Studenten=Restaurants zu protestieren, besetzten 3000 streikende Studenten die Pariser„Universitätsstadt“. Kommunistenverhaftungen in Jugoslawien. Nachdem am Donnerstag in Belgrad 60 Studenten und andere jüngere Intellektuelle wegen kommunistischer Propaganda verhaftet wurden, teilt die Agramer Polizei mit, daß sie eine weitverzweigte kommunistische Organisation ausgehoben habe, wobei 24 Verhaftungen erfolgt seien. Gleichzeitig wurden örtliche kommunistische Organisationen in Delnitze und Lokwe aufgedeckt. Der ungarische Reichsverweser beim Papst. Der ungarische Reichsverweser Horthy wurde von Papst Pius XI. in Privataudienz empfangen. Danach begab sich Horthy zum Kardinalstaatssekretär Pacelli, der kurz darauf den Besuch des Reichsverwesers in der ungarischen Gesandtschaft erwiderte. Abgelehnt. Der französische Staatsrat hat am Freitag die Berufung der verschiedenen durch Regierungserlasse aufgelösten patriotischen Verbände abgelehnt. Es handelt sich hierbei um die Feuerkreuzler(de la Rocque), die Patriotische Jugend(Taitlinger) und einige andere Verbände. Italienische Truppen besetzten Gore. Die italienische Truppenkolonie in West=Abessinien hat Gore besetzt. In Gore soll nach abessinischen Behauptungen nach dem Einzug der Italiener in Addis Abeba noch eine abessinische Gegenregierung bestanden haben. Japanische Gesandtschaft in Addis Abeba wird Konsulat. Die japanische Regierung ist entschlossen, die bisherige japanische Gesandtschaft in Addis Abeba in eine konsularische Vertretung umzuwandeln. Protestkundgebungen in Sofia gegen das Friedensdiktat von Neuilly. Trotz Kundgebungsverbots veranstalteten am 17. Jahrestage des Friedensdiktats von Neuilly. nationale Verbände in Sofia Straßenumzüge und Versammlungen. Mehrere Redner sprachen gegen das Friedensdiktat. 40 Personen, meist Studenten, wurden verhaftet. Englische Truppenabteilung in Indien überfallen. Eine englische Truppenabteilung wurde überraschend von Eingeborenen überfallen. Bei dem sich entwickelnden Gefecht wurden 20 Personen getötet und 88 verwundet. EE M Alleinverkauf: K Hercedes-Schuhfobriken. Bongardstraße 18 A — 1— 1— — 1— Seite 7 Nr. 279„ Bochumer Anzeiger„ Samstag, Sonntag, 28./29. November 1936 Tuenen und Der Harien der IOSU. Hervorragendes Meldeergebnis zum Viktor-Lutze-Mannichaftsgepäckmarich Die Bochumer Pohizer und die Bochumer NS.-rormationen marichieren Die Tip-Ecke Es ist zweifellos ein Verdienst der SA., dem in den Nachkriegsjahren vernachlässigten Sportzweig des Gepäckmarsches wieder zu neuem Ruhm verholfen zu haben. Wie es in den Vorkriegsjahren der Stolz der „Gedienten“ war, nach einem 50=Kilometer=Marsch noch einen schneidigen Vorbeimarsch aus den müden Knochen herauszuholen, so darf sich auch heute nur der einen ganzen Kerl nennen, der seine Marschtüchtigkeit durch das errungene SA.=Sportabzeichen bewiesen hat. Die Gepäckmärsche sind ein ausgesprochener Mannschaftssport, in dem der Ehrgeiz des einzelnen hinter der Gemeinschaft zurücktreten muß, in der Kameradschaftlichkeit und Einsatz höchste Tugend sind, denn immer wieder sieht man das Bild, daß ein Kamerad dem ermüdeten Kameraden das Gepäck abnimmt, daß andere ihn stützen, damit er den toten Punkt überwindet. Der Viktor=LutzeMannschaftsgepäckmarsch der SA.=Gruppe Westfalen darf als einer der größten Mannschaftsgepäckmärsche ganz Deutschlands bezeichnet werden. Mit einem Meldeergebnis von 4000 Teilnehmern wurde in diesem Jahre der Vogel abgeschossen. Nachdem sich im Vorjahre gezeigt hat, daß die damals vorgeschriebene Strecke von 35 Kilometer zu anstrengend war, ist man jetzt dazu übergegangen, einheitlich für alle Klassen die Strecke auf 25 Kilometer sestzulegen, während nur die Hitler=Jugend 20 Kilometer zu marschieren hat. noch mit einer Standartenmannschaft an den Kämpfen. In der gleichen Klasse liegt auch eine Mannschaft der 30. SS.=Standarte im Rennen. Bochumer R SK.=Männer starten in der Brigade= und Standartenmannschaft des NSKK., desgleichen die Marine=SA. in ihrer Formation. Mit einer kompletten Mannschaft nimmt auch die Bochumer Polizei an der großen Prüfung teil. Der Standort Bochum der Hitler=Jugend meldete nicht weniger als 13 Mannschaften. Die Startfolge In der Kampfbahn werden während der Marsch= stunden sportliche Vorführungen, Staffeln und Raufballspiele die Zuschauer unterhalten. Ebenfalls ist für eine Unterrichtung über den Verlauf des Marsches gesorgt. Um 14.15 Uhr findet die feierliche Siegerehrung durch den Führer der SA.=Gruppe Westfalen, Gruppenführer Schramme, statt, zu der die Vertreter der Bewegung, des Stabes und der Wehrmacht anwesend sein werden.. 44 Haralts um 2 Nhr 9i. 69 bi: Den Anfang macht bereits um 7 Uhr die 9J., die vor dem Licht= und Luftbad startet und eine Strecke von 20 Kilometer zu bewältigen hat. Es starten 57 Mannschaften in Stärke von einem Führer und 15 Mann, und zwar in Abständen von je einer Minute. Um.30 folgen die Mannschaften der Marschgruppe II1 (SA., SS., NSKK., DLV.), in der 51 Mannschaften am„Grünen Weg“ auf die Strecke geschickt werden. Die Marschgruppe II(kasernierte Mannschaften) ist um.15 Uhr bereit, den Kampf aufzunehmen. Gemeldet sind in dieser Gruppe 12 Mannschaften in Stärke von einem Führer und 50 Mann. Als letzte Gruppe startet die Marschgruppe I(große Mannschaften der SA., des RSKK. und des DLV.), in der acht Mannschaften in Stärke von einem Führer und 120 Mann um den Sieg kämpfen werden. Mit dem Eintreffen der ersten Mannschaften am Ziel kann etwa ab 10.30 Uhr gerechnet verden. g.61u fud taklreiche Für die siegenden Mannschaften sind zahlreiche Ehrenpreise gestiftet worden. Der Sieger der größten Prüfung, in der Marschgruppe I, erhält den Wanderpreis des Stabschefs, den die SA.=Brigade 67 Dortmund zu verteidigen hat. Dem zweiten Sieger fällt der Ehrenpreis des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen zu, und die beste SA.=Brigade=Mannschaft erhält den Wanderpreis der SA.=Gruppe Westfalen. Auch für die zuerst eintreffenden Mannschaften der anderen drei Gruppen sind wertvolle Ehrenpreise ausgesetzt. Die gesamten Veranstaltungen werden umrahmt durch Platz= konzerte der SA.=Musikzüge des Standortes Groß=Dortmund. Diogenes& Co. Unter normalen Umständen sollten die Meisterschaftsspiele der ersten Serie für die westfälische Gauliga am Sonntag ihr Ende nehmen. Während aber Schalte noch mit sechs, ein Teil der übrigen Mannschaften noch mit zwei und drei Spielen im Rückstand ist, beendet TuS. Bochum mit dem letzten Kampf gegen Höntrop den ersten Abschnitt der Meisterschaftsspiele. Das Gauligaprogramm ist mit drei Spielen am Sonntag noch als sehr„reichhaltig" zu bezeichnen. Hoffentlich wird das bei den Rückspielen etwas besser. Unsere Hauspropheten haben für diesen Sonntag folgende Vorhersagen eingereicht: Diogenes meint: TuS. Bochum— SV. Höntrop:3 Schalke 04— Erle 08:1 SV. Rotthausen— Borussia Dortmund:1 Bezirksliga: Preußen Bochum— SC. Tahlhausen:0 MBV. Linden— TG. Bochum=Ehrenfeld:2 FC. Schwelm— VfB. Börnig:1 Tura Altenvoerde— Westfalia Bochum:2 Sportring Gevelsberg— STV. Werne:0 Wattenscheid 0930— Witten 92:1 Und August Schrömmel: TuS. Bochum— SV. Höntrop:2 Schalke 04— Erle 08:0 SV. Rotthausen— Borussia Dortmund:1 Bezirksliga: Preußen Bochum— SC. Dahlhausen:1 MBV Linden— TG. Bochum=Ehrenfeld:1 Schwelm— VfB. Börnig:4 Tura Altenvoerde— Westfalia Bochum:2 Sportring Gevelsberg— STV. Werne:1 Wattenscheid 0930— Witten 92:0 Das Interesse an dieser sportlichen Leistungsprüfung ist überall so gewachsen, daß für Westfalen fast von allen Formationen der Wehrmacht, der Schutzpolizei und der bewegung Meldungen vorliegen. Aber auch weiter über die Grenzen unserer Heimatprovinz hinaus findet der Marsch in vielen Teilen des Reiches Interesse. Ueberall finden sich Männer, die in diesem Kampfe mitstreiten wollen, der Zähigkeit und Ausdauer Wille und Energie als Grundlage hat. Alle werden kämpfen, alle werden marschieren, wenn es am 29. November an den Start geht. In den einzelnen Mannschaftsgruppen haben sich gemeldet für, P444 Basamert. Marschgruppe I, nicht kasernierte Einheiten (große Mannschaften), SA.=Brigaden, SS., RSKK., Luftsportverband(Stärke 1 Führer 120 Mann, Strecke 25 Kilometer): 8 Mannschaften der SA., des NSKK. und der Luftgaureserve. Sieger in dieser Mannschaftsgruppe war im Vorjahre die SA.=Brigade 67 Dortmund. Wird diese Mannschaft in diesem Jahre ihren Sieg wiederholen, oder wird eine andere Mannschaft den Dortmundern den Sieg streitig machen? Marschgruppe II, kasernierte Einheiten, Wehrmacht, Reichsarbeitsdienst, SS.=Verfügungstruppe, Polizei, SA.=Wachstandarte„Feldherrnhalle“, Hilfswerk Nordwest(Stärke 1 Führer 50 Mann, Strecke 25 Kilometer): 13 Mannschaften des„Horst=Wessel"=Geschwa= ders der Flak, Schutzpolizei, des Reichsarbeitsdienstes, der Wachstandarte„Feldherrnhalle“ und des Hilfswerkes Nordwest. Im vergangenen Jahre war unter den kasernierten Mannschaften Sieger das SA.=Hilfswerklager 4/Wf, Hattingen, das in diesem Jahre jedoch nicht mehr besteht und daher den Sieg nicht verteidigen kann. Der Kampf ist daher unter allen Mannschaften vollständig offen. Diejenige Mannschaft. die ihre Kräfte richtig einzuteilen weiß und die nötigen Reserven für den Schlußkampf behält, wird den Sieg an sich reißen. Jedenfalls ist damit zu rechnen, daß sich gerade in dieser Mannschaftsgruppe die schärfsten Kämpfe abwickeln werden. Marschgruppe III, nicht kasernierte Einheiten (kleine Mannschaften), SA.=Standarten, SS., NSKK., Luftsportverband(Stärke 1 Führer 25 Mann, Strecke 25 Kilometer): 55 Mannschaften der SA., SS.. des NSKK. und der Luftgaureserve. Sieger in dieser Mannschaftsgruppe war im vergangenen Jahre die SA.=Standarte 158(Paderborn). Nach den Ergebnissen der Ausscheidungskämpfe ist jedoch die damals erreichte Zeit schon erheblich unterboten worden. Alle Mannschaften bereiten sich ernstlich auf diesen Kampf vor, der bestimmt sehr erbittert durchgeführt wird. Marschgruppe IV, Hitler=Jugend(Stärke 1 Führer 15 Mann, Strecke 20 Kilometer): 60 Mann= schaften der Hitler=Jugend des Gebietes Westfalen. Die Mannschaft der Hitler=Jugend=Gefolgschaft, 3/130 Dortmund, die im vergangenen Jähre in dieser Marschgruppe gewinnen konnte, wird zu beweisen haben, ob sie auch in diesem Jahre wiederum die beste Mannschaft geblieStart und Ziel befinden sich an der Kampfbahn „Rote Erde“ in Dortmund, auf der von allen Mannschaften noch eine halbe Runde zurückgelegt werden muß. Bei der Fülle der Mannschaften ist natürlich eine Voraussage unmöglich. Man weiß aus eigener Erfahrung, wieviel nicht einzukalkulierende Begleitumstände hierbei über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die Marschgruppen l und II haben eine einheitliche Marschstrecke zu bewältigen, die bis Barop, Hombruchsfeld und Romberg= Holz führt und dann auf die Kampfbahn„Rote Erde“ läuft; die Marschgruppe III hat zwei große Schleifen zu schlagen und berührt auf der Hälfte der Strecke die Kampfbahn„Rote Erde“. Die Aufgabe der HJ.=Mannschaften enthält noch ein Schießen auf dem Schießstand der Reichsbahn, einen Keulenzielwurf und einen 200Meter=Lauf. Bochums Formationen stark vertreten Wie schon im Vorjahre, so wird auch in diesem Jahre Bochum beim Viktor=Lutze=Gepäckmarsch“ stark vertreten sein. Die SA.=Standarte 17 stellt zu der im Vorjahre siegreichen Mannschaft der Brigade 67 allein 30 Männer ab und beteiligt sich darüber hinaus Tus. Bochum- SV. Höntrop Drei Meisterschaftsspiele in der Gauliga Der Svielbetrieb in der westfälischen Gauliga geht nur schrittweise voran. Erfreulich ist allerdings, daß jetzt Schalke im beschleunigten Tempo seinen Rückstand an Punktekämpfen aufzuholen beginnt und Sonntag für Sonntag weitere Mannschaften überspurtet, um endlich seinen Stammplatz an der Tabellenspitze wieder einzunehmen. Sonntag spielen die Schalker gegen Erle und werden durch den zu erwartenden klaren Sieg auf jeden Fall die vausierenden Vereine Hüsten und Herten überspringen. Ob dazu ferner noch Borussia Dortmund oder der Spielverein Rotthausen weichen muß, wird das Spiel zwischen diesen beiden Gegnern entscheiden. Der Kampf in Rotthausen ist zweifellos der interessanteste des Spielsonntaas. Die Dortmunder sind mit Recht stolz darauf, daß sie mit nur zwei verlorenen Svielen nach Schalke relativ den günstigsten Platz in der Tabelle einnehmen. Die jetzt wieder mit August Lenz spielenden Borussen werden aber in Rotthausen einen Gegner antreffen, der nur schwer zu schlagen ist. In Bochum steigt der Kampf der beiden Tabellenletzten. Der am schlechtesten bewertete Tus. erwartet zum Lokalkampf den Spielverein Höntrov. Ein Kampf, der infolge seines lokalen Interesses sein Publikum finden müßte. Außer den drei Meisterschaftsspielen findet noch zwischen Westfalia Herne und der bekannten Mittelrheinmannschaft Köln 99 ein Gesellschaftsspiel statt. Die Spiele: TuS. Bochum— SV. Höntrop Schalke 04— SV. Erle 08 SV. Rotthausen— Borussia Dortmund. Gesellschaftsspiel: Westfalia Herne— Köln 99. An der Caftroper Straße TuS. Bochum— SV. Höntrop. Daß der Svielverein Höntrov. in den letzten Jahren stets der„Schatten" des Meisterklubs Schalte 04, seine Rolle als ewiger Tabellenzweiter in diesem Jahre verloren hat und an zweitletzter Stelle der Tabelle ein ebenfalls wenig rühmliches Dasein führt, hat allgemein überrascht. Inzwischen haben aber die Rothosen, die Abwanderung verschiedener Svieler durch Einstellung von Nachwuchskräften und die„Rückwanderung“ von Happel und Zeidler verschmerzt, so daß sie in absehbarer Zeit ihre Leistungen steigern und die Abstiegsgefahr abwenden können. Beim TuS. liegen die Dinge aus den bekannten Gründen anders. Die Mannschaft hat den Rückschlag des fünffachen Svielerausfalles noch nicht überwunden, wenn auch hier zu erwarten ist, daß sich die neu eingesetzten Leute im Laufe der Zeit besser einspielen werden. Ob es aber noch ausreicht, um in diesem Jahre dem Abstiea zu entgehen, ist mehr als fraglich. Das Sviel gegen den Rivalen aus Höntrop ist tatsächlich die letzte Chance. Gewinnt der Tus., tauscht er mit dem Svielverein Höntrov den Platz. Größer als der Wert der zwei errungenen Punkte ist indes die moralische Wirkung eines Sieges, der zwar überraschend käme, aber keineswegs völlig ausgeschlossen ist. Dem TuS. stand zwar in den vorjährigen Svielen gegen Höntrop nie das Glück zur Seite. Wir erinnern an den Punktekampf am Höntrover Hellweg, den die Bochumer Mannschaft bei Halbzeit mit:0 führte, um dann bis zum Schluß dennoch mit einer:=Niederlage Sieg und Punkte zu verlieren. Auf eigenem Platz unterlag der TuS. im Vorjahre klar:0. Hontrops Mannschaft zeiate in den letzten Wochen eine erfreuliche Formsteigerung. Die Wiedereinstellung von Claus Timpert hat die Durchschlagskraft des Sturmes wesentlich erhöht, so daß auch in diesem Sviel die Höntrover Aktien höher notiert werden als die des TuS. Schalke 04— SV. Erle 08 Die Elf vom Erler Forsthaus hat bisher fünf Punkte gesammelt, eine Ausbeute. die bei sechs Spielen etwas mager ausgefallen ist. Da die Gäste aber bald eine stärkere Vertretung als bisher stellen können, hofft man doch, sich in absehbarer Zeit in eine halbwegs gesicherte Tabellenstellung begeben zu können. In der Glückauf=Kampfbahn liegen aber die Aussichten nicht besonders günstig für einen guten Anfana, selbst dann nicht, wenn Schalke seine Soldaten ersetzen müßte. Wenn auch die Schalker in Hüsten, im ganzen genommen, keine überragende Partie lieferten, zu Hause müßte ihnen der Sieg ziemlich sicher zufallen. Ein anderer Ausgang wäre eine Sensation, mit der niemand rechnet. SV. Rotthausen— Borussia Dortmund Die sonntäglichen Gegner haben beide acht Punkte erreicht, beide haben als Neulinge in der höchsten Klasse die Spielstärke der westfälischen Gauliga deutlich bewiesen, und man kann im Augenblick noch nicht überblicken, welche Rolle sie noch spielen werden. Beide Mannschaften verfügen über den Durchschnitt überragende Spieler. Bei den Gelsenkirchenern sind es Sylla und die Brüder Walden, die dem Angriff eine gute Durchschlagskraft geben, und bei den Borussen ist das Verhältnis durch Lenz, Lukasiewicz und Silts ein ähnliches. Es wird also in erster Linie darauf ankommen, welche Hintermannschaft zuverlässiger ist. Kahn-Senwomm-Bornig-Schugen! Kampf der Spitzenreiter in der Bochumer Bezirksliga Preutzen gegen Dahlhaulen, Linden gegen Ehrenteid Sonntag steigt nun endlich der mit Spannung erwartete Kampf der beiden Spitzenreiter in Schwelm. Der VfB. Börnig, den die„Veteranen“ bisher vergeblich einzuholen trachteten, muß in Schwelm gegen den derzeitigen Tabellenführer antreten. Mit nur einem Verlustpunkt belastet, führt der Neuling VfB. Börnig nach wie vor das Feld der aus Schwelm, Linden, Preußen Bochum, Westfalia Bochum und Wattenscheid 09/30 bestehenden ernsthaftesten Konkurrenten an. Die schon lange auf den„Sturz“ der Börniger wartenden Vereine hoffen nun sehnlichst, daß die Favoritenstellung, die sich Börnig zugegebenermaßen in der Hauptsache durch siegreiche Heimspiele erkämpft hat, in Schwelm den ersten empfindlichen Stoß erhalten wird. Mit großer Spannung sieht man dem Ende dieses Kampfes entgegen, soll er doch darüber Aufschluß geben, wie sich Börnig auf fremden Plätzen schlagen wird. Während Linden gegen die sich am Vorsonntag in Schwelm sehr gut schlagende Turngemeinde Ehrenfeld vor einer wenig beneidenswerten Aufgabe steht, wird Preußen im Kampf gegen den sehr spielschwach gewordenen Sportclub Dahlhausen seine sonntägliche Aufgabe leichter lösen können. Westfalia Bochum fährt mit gemischten Gefühlen nach Tura Altenvoerde, jedoch hat der Erfolg der Ehrenfelder in Altenvoerde bewiesen, daß Tura auf eigenem Platz nicht unschlagbar ist. Wattenscheid 09/30 gilt auf eigenem Platz im Kampfe gegen Witten 92 als Favorit. Zu diesen interessanten Kämpfen um die Tabellenführung gesellt sich noch ein für die Abstiegsfrage bedeutungsvolles Spiel. So wird es sich im Kapps, zwie schen dem Sportring Gevelsberg und dem STV. entscheiden, ob Gevelsberg oder Werne die wenig erfreulichen Aussichten hat, sich zusammen mit dem kaum noch zu rettenden SC. Dahlhausen allmählich auf den Abstieg vorzubereiten. Die Spiele: Preußen Bochum— SC. Dahlhausen FC. Schwelm— VfB. Börnig MBV. Linden— TG. Bochum=Ehrenfeld Tura Altenvoerde— Westfalia Bochum Wattenscheid 09/30— Witten 92, Sportring Gevelsberg— STV. Werne Preußen Bochum— SC. Dahlhausen Die Bochumer Preußen können den nächsten Spielen vertrauensvoller entgegenseher., hat sich doch die Mannschaft inzwischen wieder vervollständigt und gute Aussichten, sich in absehbarer Zeit weiter zu verstärken. Es müßte schon ganz anormal zugehen, wenn der Sonntag den Preußenanhängern nicht einen klaren Sieg bescheren würde. In der Hintermannschaft stehen jetzt Mittelläufer Zielasko und der rechte Läufer Wittig wieder zur Verfügung, so daß mit Wierzbicki: Döring. Scheidemantel; Wittig, Zielasko und Kamelski eine Deckung au## stellt werden konnte, die für Dahlhausen unüberwinolich sein wird. Einige Sorge bereitet immer noch der zu wenig schußfreudige und schußkräftige Sturm, dessen Durchschlagskraft aber durch die Aufstellung von Kalfelder erhöht sein sollte, zumal in O. Scheidemantel und Reinmöller eine ausgezeichnete linke Flanke zur Ven fügung steht. MBV. Linden— TG. Bochum=Ehrenfeld Der MBV. Linden ist trotz anfänglicher Mißerfolge auch in diesem Jahre wieder einer der ernsthaftesten Meisterschaftsanwärter. Die alte Klasse setzt sich erfreulicherweise immer wieder durch. Die„Ruhrhusaren" haben gegen den Neuling Ehrenfeld eine schwere Aufgabe zu lösen, die man im Lager der Lindener keineswegs verkennt. Es ist das Schicksal der Ehrenfelder, stets mit einer Differenz von einem Tor zu verlieren. Nachdem nun Mittelstürmer Lotties wieder zur Verfügung steht, ist die Mannschaft wesentlich stärker geworden. Wir glauben allerdings, daß der alte Kämpe [Wondzinski als Stürmer etwas zu langsam geworden ist und seine Aufstellung in der Hintermannschaft richtiger wäre. Der Kampf, dem ein guter Publikumserfolg sicher ist, bleibt in seinem Ausgang offen. Tura Altenvoerde— Westsalia Bochum Frisch gewagt ist bekanntlich halb gewonnen. Der Westfalenmannschaft, die in der Deckung nach wie vor sehr stark ist, fehlt im Angriff der alte Elan, der in den Vorjahren so oft eine schon hoffnungslose Schlacht entschieden hat. Man nehme sich an den Ehrenfeldern ein Beispiel und beweise durch einen Sieg, daß Altenvoerde den Nimbus zu Unrecht trug, auf eigenem Platz unschlagbar zu sein. Sportring Gevelsberg— STV. Werne Die Werner wissen, was auf dem Spiele steht. Noch nie wurden die Werner Aktien an der Fußballbörse so schlecht notiert wie in diesem Jahre. Hoffentlich hat der Fortgang von Zeidler und Happel keine Depressionsstimmung ausgelöst, sondern im Gegenteil das Band der Kameradschaft in der Mannschaft fester geknüpft. In Gevelsberg wartet eine schwere, aber unlösbare Aufgabe. Wattenscheid 09/30— Witten 92 Für die Wattenscheider gilt das einleitend bereits in bezug auf den MBV. Linden Gesagte. Die Mannschaft hat nun nach den Mißerfolgen zum Saisonbeginn den richtigen Kontakt gefunden und bleibt für die Folge stark zu beachten. Der Schuß„Höntroper Spielkultur“ DAS RADIO-HERZ der LORENZ-SUPER-EMPFANGER ist ein Bavelement, in dern die betriebswichtigsten Teile des Lorenz-Rundfunkgerötes— die hochempfindlichen Schwingungskreise mit den Umschaltorganen— vereinigt sind. Das Lorenz-Radio-Herz wird durch besondere Messungen genau geprüf, bevor es in die Empfänger eingesetzt wird. Das gewährleistet gleichbleibende Höchstleistung, Betriebssicherheit und Klangtreue der Lorenz-Super. Auch bei dem Nordallantikflug der Maschinen„Acolus“ und„Zephir“ der Deutschen Lufthanse haben sich Lorenz-Funkgeräte dank ihrer Betriebssicherheit und Güte wiederum ausgezeichnet bewährt und durch sichere Nachrichtenverbindung zu den glönzenden Erfolgen dieses Fluges beigetragen. Lorenz-Rundfunkgeräte in den Preislagen von RM 76.— bis RM 395.— in allen guten Fachgeschäften. Seite 8 Nr. 279 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 28./29. November 1936 macht sich erst jetzt bemerkbar. Wir glauben an einen sicheren Sieg der Einheimischen. FC. Schwelm— B/B. Börnig Was wird in diesem Spiel stärker sein: die solide technische Schlung der Börniger oder der durch den atzverteil besonders entscheidend in die Waagschale allende Kampfgeist der Schwelmers Wir glauben kaum. oaß von vornherein mit einer sicheren Niederlage der Börniger zu rechnen ist. Die Mannschaft verdankt ihre Erfolge letzten Endes nicht Glücksumständen, sondern ihrer Geschlossenheit. Eine Voraussage ist natürlich unter den obwaltenden Uinständen sehr schwierig. Die Nachbargruppen Bezirksklasse: Belsenkirchen Union Recklinghausen— SC. Hassel Sportfreunde Gladbeck—. Sppa. Röhlinghausen 7B. Eickel— Schwarz=Gelb Gladbeck BV. 12 Gelsenkirchen— Gelsenauß Gelsenkirchen VfB. Bottrov— Viktoria Recklinahausen Union Gelsenkirchen— Gelsenkirchen 07 Dortmund Unna 08— Arminia Marten Alemannia Dortmund— Union Haspe TuBV. Mengede— Castrop 02 BC. Bövinghausen—. SC. Hörde DSC. Hagen— Sportfreunde Dortmund BV. Brambauer— Hagen 72 Vor wichtigen Beratungen Die Fisa tagt in Frankfurt am Main. Der Fußball=Weltverband. die Fifa, hält am Wochenende in Krankfurt am Main eine Tagung ab, die von besonderer Bedeutung ist, denn es stehen einige wichtige Beratungsvunkte auf dem Programm. Am Samstag vormittag taat die Internationale Regelkommission, deren Präsident Dr. Bauwens ist. Im Vordergrund steht die vor einiger Zeit gegen die Stimmen des International Board geänderte Torabstoßregel, die bisher noch nicht genügend ausgearbeitet ist, so daß hier verschiedene Gegensätze bestehen. Auch über die Spielfeldlinten soll eine einheitliche Bestimmung geschaffen werden, denn heute ist es praktisch doch so. daß die Torpsosten im Svielfeld stehen. Wichtiaster Beratungspunkt am Nachmittag bei der Kifa=Sitzung ist die Frage der Weltmeisterschaft 1938, die an Frankreich vergeben wurde(Deutschland wird 1942 Ausrichter). Ob nun die Weltmeisterschaft tatsächlich in Frankreich abgehalten wird, steht immer noch nicht sicher fest, denn es sind noch mancherlei Schwierigkeiten zu beheben. Besondere Sorge macht den Franzosen natürlich die finanzielle Seite, denn die Fisa verlangt Garantien und bisher hat der französische Staat noch keinerlei Zusicherungen gegeben. Auch die Platzfrage ist bisher nicht geklärt, sie bereitet Frankreich nicht weniger Sorgen als die Finanzierung. Von den weiteren Tagungspunkten wird besonders die Frage „Südamerika“ einen breiten Raum einnehmen. Bei einer vor wenigen Tagen in Santiago de Chile abgehaltenen Ausschußtagung der südamerikanischen Staaten kind verschiedene Beschlüsse gefaßt worden. Es handelt sich dabei nicht nur um den„Fall Peru“, sondern auch um die Requalifikation von Berufsspielern in den südamerikanischen Ländern und andere wichtige Punkte. Loilliann Behler Sielfer! Deutschlands Berufsfahrer fiegen, unsere Amateure unterliegen im Rad-Länderkampf gegen Frankreich Berlin, 26. November, s einholen, nachdem sein Partner nach einigen Runden Zum Rad=Länderkampf Deutschland— Frankreich, aufgegeben hatte. der gestern abend in der Berliner Deutschlandhalle Die Ergebnisse: stattsand, hatten sich überraschend nur etwa 6000 Zu= Steherrennen: 1. Lauf(20 Kilometer): 1. Lohschauer eingesunden, denen ein san zu reichliches Pre= mann 20,12,4 Min., 2. Stach 90 Meter zurück, 3. Terreau 220 Meter zurück, 4. Lemoine 390 Meter zurück, 2. Lauf(25 Kilometer): 1. Lohmann 24,00,8 Min., 2. Stach 180 Meter zurück 3. Lemoine 460 Meter zurua, 4. Terreau 520 Meier zurug, 3. Lauf(30, Kilogramm vorgesetzt wurde. Nicht weniger als 19 Einzelrennen standen auf dem Programm. Während unsere Berufsfahrer über Frankreich erfolgreich blieben, unterlagen unsere Amateure so daß sich in der Gesamtwertung ein deutscher aus einem Be einem Amateurre Im Steh mann einen überlegenen Erfoig. Er gewünn auf virt meter, 4. Te Läufe und wurde vom Publikum stark gefeiert. Der Berliner Stach konnte ebenfalls gefallen, da er die meisten Angriffe der Franzosen Terreau=Lemoine abhielt. Unser Sieg im Wettkampf der Berufsflieger stand erst mit 21 zu 19½ Punkten fest, als char:4 Tic, ergißt d= dar Länderkampf zurück, 4. Terreau 520 Meier zurüg, 3. Lauf(30 Kil tscher•=Sieg ergivi, oa per Lanverkump) meter): 1. Lohmann 28,47,1 Min., 2. Lemoine 20 MeBerufsflleger und Steherrennen und aus ter zurück, 3. Terreau 530 Meter zurück, 4. Stach urrennen bestand.„„ Meter zurück. Gesamt, 1 Lohmann 75 Kilometer, herrennen feierte Walter Loh=/2. Stach 74.180 Kilometer, 3. Lemoine 74,130 Kiloüberlegenen Erfolg. Er gemann olle drei?: Stach T1,180 Auon rufsflieger stand erst mit 21 zu 19½ Punkten fest, als Punkefahren; 1. Merkens 16 Munkte 9 Toni Merkens der Albert Richter zum Partner Punste, 3. Richter g.. 18 Puntte, 2. hatte, das Punktefahren gewonnen hatte. Gegner der Punkke, 3. Richter 9 Punkte, 4. Micha Deutschen waren hier Michard und Gerardin. Eine schwache Form zeigten unsere Amateure Lorenz und Hasselberg, die sich von den Franzosen Georget=Matton mit 26½ zu 23½ Punkten schlagen ließen. Im Verfolgungsrennen konnte beispielsweise der Franzose Georget die Deutschen allein Terreau 73,730 Kilometer. Berufsfliegerrennen: Viererlauf: 1. Richter, 9. Michard, 3. Merkens, 4. Gerardin.— Rundenzeitfahren: Richter und Gerardin je 12 Punkte, 3. Michard 12,2 Punkte, 4. Merkens 12.6 Punkte— 20=Runden2. Gerardin 11 ard 7 Punkte. Amateurfliegerrennen: Viererlauf: 1. Georget, 2. Lorenz, 3. Hasselberg, 4. Mation.— Rundenzeitfahren: Georget und Lorenz je 12,6 Sekunden, 3. Hasselberg 12,8 Sekunden, 4. Matton 13 Sekunden.— Mannschaftsverfolgungsrennen: Georget holt Lorenz—Hassel= berg nach 12,21,4 Minuten ein. Tanz auffpiegeindemn-Eispurken Maxie Herber und Ernft Baier in Dortmund Sonntag veranstaltet die Dortmunder Westfalenhalle ihr drittes großes Eissportfest, dem man mit Bestimmtheit wieder einen großen Erfölg voraussagen darf. Die Karten waren bereits Mitte der Woche nahezu restlos ausverkauft. Das Programm bringt gegenüber den heiden ersten Veranstaltungen erneut eine Steigerung. Im Kunstlaufen starten diesmal unsere deutschen Olympiasieger Marie Herber und Ernst Baier, die bereits kürzlich in der Westfalenhalle trainierten und schon für ihre wundervollen Uebungsleistungen mit Beifall geradezu überschüttet wurden. Am Sonntag nachmittag werden beide ihr großes Können einzeln und dann im Paarlauf zeigen. Neben dem Meistexpaar werden die Berliner Ulrich und Kuhn ein Schaulaufen zeigen, die bei den letzten Berliner Veranstaltungen gut zu aefallen wuhten,. I..2 na Sam Im Eishockeykampf, stehen sich diesmal die Krefelder „German Canadians" und„Brandenburg" Berlin gegenüber. Die in Krefeld„stationierten“ deutschstämmigen Kanadier haben sich zu einer überaus spielstarken Einheit entwickelt, die keinen deutschen Geaner zu scheuen hat und das auch im Dortmunder Treffen beweisen dürfte. Allerdings wird die Berliner Mannschaft sich durch zwei Kanadier verstärkt vorstellen, so daß es doch einen spannenden Kampf geben sollte, und man von einem ausgesprochenen Favoriten schlecht sprechen kann. Nachdem in den bisherigen zwei Eishockeyspielen in Dortmund nur ein einziges Tor fiel, wird es am Sonntag vielleicht trefferreicher zugehen. Es wird in diesem Zusammenhange interessieren, daß man in Dortmund fleißig bei der Arbeit ist, um selbst eine Mannschaft auf die Beine zu bringen. Drei Dortmiunder Vereine, Eintracht, BfL. Stahlwerke und der Rollschuhklub 32, haben das Eishockeyspiel in ihr Programm aufgenommen und sind bei recht emsiger Uebungsarbeit. Vor dem Wurfkreis Umfangreiches Handballprogramm. Ein umfangreiches Spielprogramm bringt am Sonntag die Gauklasse. Es spielen: Hindenburg Minden— Arminia Bielefeld Westfalia Somborn— MSV. Münster DSC, Hagen— Jahn Werdohl Tp. Spenge— Eintracht Dortmund, Einen klaren Sieg sollte der Deutsche Meister erzielen. In den anderen Treffen werden die Neulinge versuchen, ihre Spielstärke unter Beweis zu stellen. Um die Tabellenführung im Bezirk Tv. Friesen oder TuS. Holsterhausen. Nur ein Punktespiel kommt in der Bezirksklasse Gruppe Bochum zum Austrag. Die Begegnung: Tv. Friesen— Tus. Holsterhausen bringt zum Abschluß der ersten Serie einen Höhepunkt. In diesem Spiel geht es um die Führung in der Bezirksklasse. Der Tv. Friesen führt mit einem Punkt Vorsprung die Tabelle vor dem nachdrängenden Geaner an. Die Bochumer sind in diesem Jahre wieder recht spielstark, aber die Gäste werden den Bochumern in nichts nachstehen. Die Platzleute werden alles einsetzen, um den Sieg sicherzustellen und damit die Anwartschaft auf die Gruppenmeisterschaft aufrechtzuerhalten. Gesellschaftsspiele: Tus. Bochum— TuBV. Henrichshütte BV. Westfalia Bochum— Union Gelsenkirchen. Der TuS. hat den Tabellenführer der Hagener Bezirksklasse zum Rückspiel zu Gast. Das Sviel wird einen interessanten Kräftevergleich bringen. Westfalia hat einen spielstarken Gegner aus Gelsenkirchen verpflichtet. 1. Kreisklasse: Tp. 88 Röhlinghausen— VfB. Gerthe Wattenscheid 01— Germania Bochum Tkl. Herne— XG. Ehrenfeld Tkl. Wanne— Union Günnigfeld. Die drei Bochumer Mannschaften weilen auswärts. Am leichtesten haben es die Germanen, die mit einem Siea heimkehren sollten. Wer fiegt? Dr.= Josef-Goebbels=Preis für die Zeitungsfahrer Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Josef Goebpels haf für die Deutsche Zeitungsfahrermeisterschaft 1936, die anläßlich der Reichsarbeitstagung der Deutschen Arbeitsfront, Reichsbetriebsgemeinschaft Druck, Samstag Sonntag auf der Strecke Berlin—Wittenberg—Leipzig ausgefahren wird, einen wertvollen Radioapparat und ein Bild mit eigenhändiger Unterschrift als Preis gestiftet, den der Sieger in der Seniorenmeisterschaft erhält. Als Umrahmung des Endkampfes um die Deutsche Zeitungsfahrermeisterschaft, deren Ziel am Sonntag, 29. November, auf dem Leipziger ATV.=Sportplatz liegt, veranstaltet die RBG. Druck ihr erstes vom Reichssportführer genehmigtes Betriebssportfest. Es kommen ein Handball= und ein Fußballspiel von Städtemannschaften aus Werksportvereinen zum Austrag. Ferner werden eine=mal=100=Meter=Betriebsstaffel und eine=mal200=Meter=Betriebsstaffel gelaufen. Em die Hreismehnlertalunia Boken Zwölf Bochumer Amatcurboxer bewerben sich um die Titel Die am heutigen Samstag in der Wanne=Eickeler Stadthalle zum Austrag kommenden Kreismeisterschaftskämpfe der Amateurboxer bilden zweifellos ein interessantes Boxprogramm, das von anderen Ereignissen dieser Art wohl kaum überschattet werden kann. Ein guter Teil der westfälischen Boxelite, die im ganzen Reich bekannt und gefürchtet ist, steht im Ring. Daß zwei der Ausscheidungskämpfe inoffiziell als Entscheidungen gelten, hebi das Interesse an diesem Kampfabend besonders. Man soll zwar nicht den Entscheidungen vorausgreifen, aber die Begegnungen Kubiak—Pries und Gaenserig—Burgath bringen tatsächlich beste Voxer des Gaues gegeneinander. Vier Bochumer im Fliegengewicht. Eine rein Bochumer Angelegenheit ist der Wettbewerb im Fliegengewicht. Im ersten Kampf wird der alte Ringstratege Lehrke(BSK. 19) auf den starten Röttger(Lger) treffen. Öffen ist der zweite Kampf in dieser Gewichtsklasse. Petermenn und Manczyk II sind Klubkameraden im BSK. 15, die sich gut kennen; der technisch ausgefeiltere Boxer ist Manczyk. Im Federgewicht haben von den vier gemeldeten zwei Kämpfer absagen müssen. Ordziniak(Sodingen) ist erkrankt und Korte(PSV. Bochum) laboriert an einer Verletzung, so daß das Ende bereits zwischen Gaenserig(PsV. Bochum) und Burgath(Sodingen) IIegt. tAi# ämn uich amet MackAuch im„Leichtgewicht können sich zwei Bochumer durchsetzen: Jakubowski(BSK. 19) und Disselbeck(PSV.). Klarex Faporit um die Kreismeisterschaft ist vorläufig noch„Jaku“, der im Vorjahre den Deutschen Meister Schmedes zu schlagen vermochte und später selbst den zweiten Platz in der Deutschen Meisterschaft belegte. Gegen Ceranna(Sodingen) wird ihm allerdings nichts erspart bleiben. Im zweiten Kampf hat Schweika(Wanne=Eickel) als guter Konterboxer eine Außenseiterchance. Im Wanne=Eickeler und Herner Kreise findet die Weltergewichtsausscheidung die stärkste Anteilnahme. Das ist natürlich; denn wenn schon Pries, der vorjährige Mittelgewichts=Gaumeister, als ein Meister seines„Fachs“ gilt, so erwartet man von Kubiak diesmal eine ähnliche Leistung. Mit Juschkewitz. Menn und Stratenhoff (BFK.„Schmeling") stellen sich drei Wanne=Eickeler als Bewerber um den Mittelgewichtstitel vor. Als vierter Mann gesellt sich Nawroeki(Laer) hinzu. Im ersten Lampf wird Menn versuchen Nawrocki auszuboren. Das zweite Gesecht zwischen Iuschkewitz und Stratenhoff ist etwas für den Wanne=Eickeler Anhang. Babski— Pristaw ist der Schwergewichts Endkampf des Kreises. Zwei Bochumer haben sich zum Titelkampf gemeldet. Pristaw hat verschiedentlich nach der angenehmen Seite überrascht, der als Bover jüngere Babski hat dafür mehr in den Fänsten. Er ist schnell nach vorn gekommen und gilt als zweitbesier Mann Westfalens. BSK 19 flegte 11:3 im Boxklubkampf gegen Westfalia Somborn Das ausverkaufte Haus bei Boxveranstaltungen ist in Bochum erfreulicherweise fast wieder Tradition geworden. Ein Beweis für die anhaltende Aufwärtsentwicklung im Bochumer Amateurboxsport, die stets ein gesteigertes Publikumsinteresse im Gefolge hat. Der sportlich gut verlaufene Klubkampf gegen Westfalia Somborn, der in der Gesamtwertung mit einem 11:3= Siege der Bochumer endete, brachte die Bestätigung dafür, daß der BSK. 19 auf dem besten Wege ist, an seine früheren Glanzzeiten anzuknüpfen. Der Verein hat dadurch, daß jetzt auch Babski und Koch das blaue Trikot tragen, bis auf das Federgewicht wieder eine komplette Kampfstaffel zur Verfügung, was im Hinblick auf die geplanten Mannschaftsmeisterschaften des Kreises sehr begrüßenswert ist. Der Abend wurde sofort mit einem boxerischen Höhepunkt eröffnet, und zwar durch die Leichtgewichtsbegegnung, die in Jakubowski(.) und Prüssing (.) zwei erfahrene Kämpfer in den Ring führte, die sich den erwarteten guten Kampf lieferten. Prüssing, in der Reichweite im Vorteil, versuchte die technische Ueberlegenheit Jakubowskis durch einen stürmischen Start in jeder Runde wettzumachen. Jakubowsti ließ aber seine wild geschlagenen Aufwärtshaken meist ins Leere gehen und punktete den Gegner in der zweiten Hälfte der einzelnen Runden klar aus.— Zwei temperamentvolle Jugend=Fliegengewichtler standen sich in Lennemann(.) und Schutty(.) gegenüber. Lennemann ergänzte den bei„beiden, vorhandenen Kampfgeist durch das technisch bessere Rüstzeug und kam zu einem klaren Punktsieg.— Ein schnelles Ende fand der Fliegengewichtskampf zwischen Petermann(.) und Schmale(.). Der Somborner zog sich bei einem Schlag eine Handverletzung zu und mußte sich auszählen lassen.— Mit besonderem Interesse sah man dem Weltergewichtskampf entgegen, stellte sich doch hier Helmut Koch nach längerer Abwesenheit erstmalig wieder dem heimischen Publikum vor. Der„lange Helmut“ ist inzwischen vom Feder= ins Weltergewicht hineingewachsen, aber seine technische Entwicklung hat leider nicht gleichen Schritt gehalten. Namentlich seine Beinarbeit ist noch sehr verbesserungsbedürftig. Nach hartem Schlagwechsel mußte er dem in der Schlußrunde besser treffenden Leiendecker(.) den verdienten Punktsiea überlassen.— Mit dem Uebertritt des Castropers Babski zum BSK. 19 kann Bochum nach langen Jahren endlich wieder im Schwergewicht einen hervorragenden Vertreter stellen. Der erst 20jährige Babsti bort technisch zwar noch nicht ganz ringfertig(Vernachlässigung der Deckung), bringt aber die Hauptvoraussetzungen für einen guten Schwergewichtler mit: Kämpferherz, gutes Auge und hauptsächlich die in der Linken ruhende Schlagkraft. In dem Halbschwergewichtler Münzer(.) hatte er einen routinierten Gegner, der unter Einsatz seiner langen Ringerfahrung die Schlagserien des Bochumers bravourös überstand und Babski einen Punktsieg überließ.— Unentschieden trennten sich nach drei flotten Runden Mancahk III(.) und Lesendeckex III(.)— Der Bantamgewichtskampf zwischen Manczyk II (.) und dem alten Ringsuchs Basty(.) endete mit einem etwas überraschenden Punktsieg des Bochumers, der auf dem Rückzuge durch plötzliche Vorstöße Basty überraschte und seinen knappen Punktsieg seinem energischen Endspurt verdankte. Zum Abschluß gab es noch zwei Kämpfe außerhalb der Klubkampfwertung. Röttger(Bochum=Laer) mußte sich in der zweiten Runde durch Kalkreuth (.) eine entscheidende Niederlage gefallen lassen, während der für den verletzten Korte eingesprungene Schalker Müller nach einem technisch wenig bietenden Kampf gegen den im Können zurückgegangenen Gunrem einen Punktsieg herausholte. Der Kampf Konrad I gegen Distelrath fiel aus. Wochenendtagung der Vereinssport= und Dietwarte. Die lehrplanmäßige Ausbildung innerhalb des Reichsbundes für Leibesübungen soll nunmehr in umfassender Form durchaeführt werden. Als Auftakt hierzu ist ein Wochenendlehrgang der Vereinssportwarte und Dietwarte für den Unterkreis Wanne=Eickel=Wattenscheid am 28. und 29. November in der Reimersturnhalle geplant. Kreissportwart August Schmidt(Bochum) hat die Leitung des Lehrganges der Vereinssportwarte. Samstag von 18 bis 20.15 Uhr beschäftigt man sich mit:„Praktische Arbeit der Grundschulung".„Völtische Aussprache“ usw. Der Sonntag beainnt mit einer Morgenfeier. Nach dem gemeinsamen Singen tritt die fachliche Arbeit in den Vordergrund. Selbstverständlich fehlt die Aussprache über Sinn und Bedeutung der Grundschulung nicht. Es ist zu erwarten, daß alle dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossenen Vereine aus Wattenscheid und Wanne=Eickel an diesem Wochenendlehrgang teilnehmen. :1 am eriten Tag Hallentennis=Länderkampf Dänemark— Deutschland. Kopenhagen. 26. November, In der schwach besuchten Kovenhagener Tennishalle begann am Freitag der Kampf im Hallentennis um den Pokal des schwedischen Königs zwischen Dänemark und Deutschland, das mit seiner Interessenvertretung eine Nachwuchsmannschaft beauftragt hatte. Der erste Tag brachte zwei Einzelspiele die jeweils einmal beide Parteien in Front sahen, so daß der Kampf nach dem ersten Tag unentschieden:1 steht. Im ersten Kampf konnte der frühere Gelsenkirchener Dettmer den Dänen Helge Plougman in fünf Sätzen mit:6,:9,:1,•6,:1 schlagen, während der untrainierte Deutsche Hans Denker überraschend glatt in drei Sätzen(:0,:3,:6) von dem Dänen Nils Körner besiegt wurde. „Drusenberg“ gewann:0 Um die Bochumer Volksschulmeisterschaft Die Kämpfe um die Fußballmeisterschaft der Bochumer Volksschulen wurden mit der Begegnung der beiden katholischen Schulen an der Oskar=Hoffmann= und Drusenbergstraße fortgesetzt. Die Drusenbergschule zeigte die weitaus bessere Gesamtleistung und siegte verdient mit:0. Der Radfahrerverein„Westfalia 1895“, Bochum unternimmt Sonntag eine Wanderfahrt zur Jugendherberge in Welper. Die Abfahrt erfolgt um 9 Uhr vom Bülowplatz. Turf-Ausklang in Wambel Die Abschlußrennen auf der Bahn in DortmundWambel fallen in diesem Jahre wohl in die schon reichlich kalte Spätherbstzeit, versprechen jedoch dank der starken und ausgezeichnet besetzten Felder noch einmal großen Sport. Drei Flach= und drei Hindernisprüfungen bilden die Turffolge. Als Hauptereignis ragt der Dortmunder Ausgleich im Werte von 4000 Mark hervor, der auch einige gute Vollblüter aus der Zentrale mit namhaften westdeutschen Vertretern zusammenführt. Unsere Voraussagen: 1.: Royal— Pantalion— Sirene: 2..: Orion — Fundus: 3..: Solneman— Kastanienblüte: 4..: Perlfischer— Egmont: 5..: Segelflug— Steinbutte: 6..: Fenstervarade— Janiculus. Weitere Voraussagen Sonntag, 29. November. Strausberg: 1..: Mark Aurel— Walküre. 2..) Palladio— Bastler. 3..: Cornelia— Heroine, 4..: Gralsbotin— Tenia. 5..: Heidekind— Mogul. 6..: Conte— Graf Niei. 7..: Eiche— Sturmhaube. 8..: Clary— Reandertal. Auteuil: 1..: Diplomate— Rebenti. 2..: Louror— Kaba Kaba. 3..: Stall O. de Rivaud—'Orage. 4..: Organeau— Patatras. 5..: Bimar— Kefalino II. 6..: Alsso— Samovar. Enghien, 27. November 1..: 1. Hona Voi(Tremeau). 2. Fleet Foot, 3. Miß Pearl.— Toto: S. 22, Pl. 13, 41. Ferner: Goyal, Uleseld, 2..; 1. Intrepide(Cames), 2. Chryssor. 3. Tribut.— Toto: E. 33, Pl. 16,15. 18. Ferner: Glitter. Diiboutt, Le Freslon, Gérard, Mirisique II, Empresse, Lagoon. 3..: 1. Grand Coeur(Haes), 2. Intérim, 3. Ludan. — Toto: S. 234. Pl. 65, 126, 22 Ferner: Borréca, Merlin 'Enchanteur. Dusk, Timbre Poste. Bonhomme, Maryland, Coupe de France, Bush Bov. Fils de Mars. Chové, Rottelet III, Que Lindo, Peiit Boby, Donine, Adleu Sagesse. 4..; 1. Soysambu(Lock), 2. Eginhard, 3. Estafette. — Toto: S. 21, Pl. 14, 57. Ferner: Le Ner, Siklos, Schnock. 5..: 1. Anonyme(Maginot) 2. Tournesol, 3. Gatinaise.— Toto: S. 38. Pl. 16, 25. 23. Ferner: Isolateur III, Zirconium, Claik Matin II, Soda, Tonia, Grain de Café, Rilson, Le Grand Soleil. 6..: 1. Nymph(Bates), 2. Drillestie, 3. Karn.— Totoi E. 46. Pl. 14, 12, 18. Ferner: Bädo II, Broiefort, Tsidibs, Alicourt, Kalodal. Miß Kovi, Arsan. Pellegrino, Hue Cocotte, Pérette, Allusion, Huquette Volage, Caméa, Roval Legend. — Sport-Kalender — Der interessante Gauliga=Lokalkampf TuS. Bochum— SB. Hontop Sonntag nachmittag.30 Uhr. TuS.=Stadion. Conntag.30 Uhr, an der Wasserstraße: Preußen Bochum— SC. Dahlhausen Der wichtige Punktekampf der Bezirksliga. Polizeisportplatz am Lohberg, Meisterschaftsspiel Polizei Bochum— Langendreer 04 Sonntag. 29. Noyember,.30 Uhr nachmittags. Die„blauweißen“ Schwimmer treffen sich Sonntag nachmittag.30 Uhr am Neumarkt zur Fahrt zur Jubiläums=Nachfeier. Das Ziel wird vorläufig geheim gehalten. PaMPTONNEN erschliefst Ihnen mit jedemseinersechs Empfangsgeräte eine Weltvoll Musik. Dastreffende Beispiel: Telefunken T623W u. GW, das-Röhren-Musikinstrument der Rundfunkt echnik für RM 225,-bzw. 248,-. Seine Vorzüge sind dermusikgetreue Hochwirkungsgrad-Lautsprecher, die.khz-Sperre gegen Uberlogerungstöne, die 75-Sender-Skala und die vereinfachte Bedienungsweise. Ihr nächster Rundfunkhändler erwartet Sie zur unverbindlichen Vorführung! Seite 17 Nr. 279 7 Bochumer Anzeiger# Samstag Sonntag, 28./29. November 1936 Aus aller Welt Mtttonarerauns zuEne Die„Königin von Bogö“ von ihren Untertanen gepfändet ir Kopenhagen, 27. November. Wenn die Fahrgäste auf der Reise Berlin—Kopenhagen zum zweitenmal auf die Fähre müssen, zwischen Falster und Seeland, dort, wo sich schon eine neue Brücke über den schmalen Ostseearm spannt, dann können sie mit einem weiten Blick in der Ferne eine kleine Insel erspähen: Bogö, ein Fleck im Meer, der einst von einer Königin betreten worden ist, Von einer Dollarkönigin. Vor genau zehn Jahren kam sie über den Großen Teich ins gute alte Europa gerauscht, Mrs. Maria A. Johnson, eine Dänisch=Amerikanerin. Wohnort: Miami in Florida, Geburtsort: Bogö in Dänemark. Die reiche Dame war über das Wiedersehen mit dem Inselchen so gerührt, daß sie beschloß, einen Teil ihres Vermögens der Stätte zu opfern, auf der sie zur Welt gekommen war. Sie begann schlicht mit der Schenkung eines Elektrizitätswerkes das 300000 Kronen kostete, und dessen sich Bogö noch heute erfreut. Dann wurden Pläne für den Neubau einer Schule, eines Altersheims und eines gewaltigen Dammes gelegt, der die Insel mit dem Festland verbinden und Bogö zur Touristensensation Dänemarks machen sollte. Ein großes Luxushotel sollte der selbstverständliche Mittelpunkt des dänischen Miami werden. Die Bewohner der Insel bauten sich schon goldene Brücken ins Himmelreich der internationalen Reisebüros, und nach dem flotten Anfang mit dem Elektrizitätswerk hatten sie ja auch allen Grund dazu. Aber irgendwie erlosch das Interesse der Königin von Bogö protzlich, und sie entfuhr wie ein Komet— eine schöne Erinnerung, ihr angekauftes Geburtshaus und das geschenkte Elektrizitätswerk zurücklassend. Mit den Jahren schwand auch die Hoffnung bei den Bogöern, ihre„Königin“ wiederzusehen, und damit verringerte sich ganz natürlich der Vorrat an Dankbarkeit, der auf dem Inselchen angesammelt war. Die Nachricht, die jetzt, am Zehnjahrestag der jubelumbrausten Einkehr. von Mrs. Johnson, über die Grenzen Bogös verbreitet wird, ist recht trübe: die Inselbewohner haben das Geburtshaus ihrer entflohenen Herrin gepfändet und lassen es wegen nicht bezahlter Grundstückssteuer versteigern. Ordnung muß natürlich sein, und warum sollen die Behörden von Bogö einen Arbeitslosen zum Beispiel anders behandeln als eine Dollarkönigin— zumal eine, die nicht mehr da ist. Immerhin: ist das Elektrizitätsverk gar nichts? Siamesischer Zwilling vom toten Bruder getrennt London, 27. November. In einem Newyorker Krankenhaus ist durch swei Operationen ein siamesischer Zwilling von seinem Bruder, der an Lungenentzündung gestorden war, getrennt worden. Die Operationen waren erfolgreich. Der Ueberlebende fühlt sich allerdings noch etwas unbehaglich und muß sich erst an das Gefühl gewöhnen, zum ersten Male in seinem Leben allein zu sein. Die Zwillinge wurden vor 28 Jahren auf den Philippinen geboren und verdienten ihr Geld als Artisten. Sie waren am Rückgrat zusammengewachfen. Als der eine von ihnen in der vorigen Woche an Lungenentzündung erkrankte, mußte auch der gesunde Zwilling mit ins Krankenhaus. Er fühlte sich jedoch außerst wohl, obwohl der Kranke hohes Fieber bekam und nach kurzer Zeit starb. Die beiden waren mit zwei Schwestern verheiratet. Wir berichteten vor kurzem, daß im Sommer dieses Jahres ein Arzt in Südafrika die zusammengewachsenen Zwillinge einer Eingeborenenfrau durch eine Operation voneinander getrennt hat. In diesem Falle waren die Zwillinge durch ein größeres Gewebe in Brusthöhe Seite an Seite zusammengewachsen. Furchtbares Ehedrama Brüssel, 27. November. In Charleroi hat sich eine furchtbare Familien= tragödie ereignet. Ein junges Mädchen hatte sich gegen den Willen ihrer Mutter verheiratet. Die anfangs glückliche Ehe war bald zerrüttet, da das junge Paar bei der Schwiegermutter wohnen mußte. In der vergangenen Nacht kam es im ehelichen Schlafzimmer zu einem wilden Kampf, der mit Stöcken und Aexten durchgeführt wurde, und in dessen Verlauf der Ehemann seine Frau und seine Schwiegermutter tötete. In der polizeilichen Vernehmung erklärte er, daß er nachts aufwachte und hörte, daß vor der Schlafzimmertür seine Frau und seine Schwiegermutter sich flüsternd darüber unterhielten, wie sie ihn am besten umbringen könnten. Er riß die Tür auf und sah seine Schwiegermutter mit einer Axt, seine Frau mit einer Tüte Pfeffer. In der Notwehr habe er beide Frauen mit einem Stock erschlagen. Charlotte verschlief Ein teurer Spaß für den Filmstar Berlin, 27. November. Vor einer Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin sollte gegen den 37 Jahre alten Oswald Henze, der am 31. August vom Schöffengericht wegen fortgesetzten Betrugs zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, in zweiter Instanz verhandelt werden. Zu den Opfern des gerissenen Betrügers, der mit einem angeblich von ihm erfundenen„todsicheren Wettsystem“ operierte, gehörte u. a. auch eine Reihe prominenter Filmkünstler. Zu der Gerichtsverhandlung waren nun u. a. Otto Gebühr, Charlotte Daudert und Ellen Frank als Zeugen geladen. Doch ergab sich, daß die Schauspielerin Daudert nicht erschienen war. Da das Gericht auf ihre Zeugenaussage nicht verzichten konnte, wurde der Prozeß vertagt. Dem Antrag des Staatsanwaltes gemäß faßte das Gericht den Beschluß, die der Verhandlung unentschuldigt ferngebliebene Zeugin Charlotte Daudert in eine Ordnungsstrafe von 200 Mark, hilfsweise zwanzig Tage Haft zu nehmen und ihr außerdem die durch die Vertagung entstandenen Gerichtskosten aufzuerlegen. Ihr Geheimnis Der Tod enthüllte es erst London, 27. November. Das Geheimnis, von welchem das Leben der Engländerin Laura Kyle umgeben war, fand kürzlich leine äußerst nüchterne, aber doch originelle Erklärung. Laura Kyle hatte während ihrer letzten Lebensjahre fast in völliger Zurückgezogenheit gelebt. Sie machte und empfing keine Besuche, nicht einmal von Verwandten. Freunde hatte sie so gut wie keine, und selbst die eigene Schwester sagte, sie hätte Laura Kyle vor langen Jahren zum letzten Male gesehen. Auch Dienstboten hatten zu ihrer Wohnung keinen Zutritt, so daß sich bald ein Kreis von Vermutungen um die Alte spann. Doch im Laufe der Jahre verlor sich die Neugier und schließlich kümmerte sich kein Mensch mehr um Laura. Dieser Tage nun entdeckten Hausbewohner erst durch ein Paket, das seit mehreren Tagen vor Laura Kyles Bauernjugend am Kaffeetisch Aus Anlaß des Reichsbauerntages in Goslar gab der Reichsnährstand der anwesenden Bauernjugend einen Kaffeetisch. Hier sehen wir den Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Johst(vorn links) und Staatsrat Meinberg inmitten fröhlicher Bauernjugend. Scherl-Bilderdienst Kundgebung für Deuischland in Spanisch= Marokto In Larache in Spanisch= Marokko bereitete die Bevölkerung den dort lebenden Deutschen eine Dankeskundgebung aus Anlaß der Anerkennung der Franco=Regierung. Hier sieht man den deutschen Konsul in Larache, wie er von einem Fenster des Konsulats aus den Demonstranten für ihre Kundgebung dankt. Hch. Hoffmann Wohnungstür lag, ohne hereingenommen zu werden, daß die Alte gestorben war. Der Arzt, der den Totenschein ausstellte, entdeckte nun auch den Grund, der Laura bewogen hatte, jede Oeffentlichkeit zu scheuen: Sie hatte einen stattlichen, dichten, zehn Zentimeter langen Vollbart. Darré vor Auslandsbauern Goslar, 27. November. Anläßlich des 4. Reichsbauerntages empfing Reichsbauernführer R. Walther Darré am Freitag in der Reichsbauernstadt Goslar wie auch im verflossenen Jahre die wiederum zahlreich erschienenen Vertreter des ausländischen Landvolkes. Dabei sagte er u..: Der Grundgedanke:„Das Bauerntum ist der Lebensquell des Volkes und muß deshalb erhalten und gestärkt werden", gilt gleichermaßen für alle Länder. Wehe dem Land, das sein Bauerntum zu einer Menge industrieller Landarbeiter umformen will, wie das der Bolschewismus mit den grausamsten Mitteln tut! Ueberall da jedoch, wo man das Bauerntum zerstört, muß die Folge sein: Verödung des Landes, Versiegen des Lebensquelles dieses Volkes und damit der Verfall dieser gesamten Nation. Das aber will kein gesundes Volk, das kann auch keine ehrliche Staatsführung wollen. Es ist nicht richtig, daß der Bauer das Streben hat, sich wirtschaftlich vom Auslande abzuschließen, etwa deshalb, um seine Erzeugnisse möglichst teuer zu verkaufen. Solange aber der deutsche Bauer der internationalen Spekulation ausgeliefert war, solange mußte er mißtrauisch und feindlich der Einfuhr aus dem Auslande gegenüberstehen. Frühere Regierungen in Deutschland haben durch Erschwerung und Fernhaltung der Einfuhr zu helfen versucht, soweit sie überhaupt Verständnis für die Landwirtschaft aufbrachten. Aehnlich war es in anderen Ländern. Die Folge jedoch war hier und dort der Zusammenbruch der Agrarmärkte und damit rückwirkend die verringerte Aufnahmefähigkeit der Agrarländer für industrielle Erzeugnisse. Eine allgemeine Krise brach über die Welt herein. Die nationalsozialistische Agrarpolitik hat das von vornherein erkannt. Sie sah, daß dieses Vorgehen auf einem Trugschluß beruhte. Denn nicht die Einfuhr als solche ist eine Gefahr, sondern die dabei sich betätigende skrupellose Spekulation, die die Bauern der Ausfuhr= und der Einfuhrländer in gleicher Weise ausbeutete. Wir sind deshalb bereit und haben es durch die Praxis der letzten Jahre bewiesen, eine gesteigerte Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse zuzulassen. Allerdings müssen zwei Voraussetzungen erfüllt werden: 1. muß die Möglichkeit der Bezahlung dieser Mehreinfuhren durch vermehrte Ausfuhr gesichert sein und 2. müssen sich die Bauern diesseits und jenseits der Grenzen in gemeinsamer Verständigung über die örtliche und zeitliche Beschickung der deutschen Märkte und über die zu liefernden Waren verständigen. In letzter Richtung liegen verheißungsvolle Ansätze auf Grund von Deutschland geschlossener Handelsverträge vor. Ich bin aber der Auffassung, daß diese Ansätze weiter ausgebaut werden müssen. Todesurteil an einem Mörder vollstreckt Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Am Freitag früh ist in Berlin=Plötzensee der am 1. Dezember 1911 geborene Albert Rüdiger aus Berlin=Mariendorf hingerichtet worden, der durch Urteil des Schwurgerichtes in Berlin vom 29. Juni 1936 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Rüdiger hatte am 25. August 1935 die zwölfjährige Schülerin Erna Vogel vergewaltigt und dann, um die Zeugin des Verbrechens zu beseitigen, ermordet. Fabrikexplosion in Frankreich In einer Flaschenkorkenfabrik von Auteuil bei Paris ereignete sich aus unbekannten Gründen eine Explosion, bei der ein Arbeiter den Tod fand, während 14 mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Das Volk dankt Charlottenhof Kettwig— ein Geschenk an den Führer dnb Berlin, 27. November. Vor wenigen Jahren hutte sich der Industrielle Dr. Flick auf der linken Ruhrseite der waldumkränzten Höhe der Kettwiger Berge ein Haus errichtet, das von dem Erbauer infolge der Verlagerung seines Arbeitse gebietes nach Mitteldeutschland nicht bezogen wurde. Dieses Grundstück hat Dr. Flick nunmehr einer neuen Bestimmung zugeführt, indem er es dem Führer zum Geschenk anbot mit dem Vorschlag, dieses als Müttererholungsheim im Rahmen des Hilfswerkes „Mutter und Kind" zu verwenden. Der Führer hat dieses Geschenk vor kurzem angenommen und veranlaßt, daß die NSV. dort ein Müttererholungsheim einrichtet. Hierdurch hat der Gau Essen ein Heim erhalten, das den Müttern der näheren und weiteren Umgebung von Kettwig eine Erholungsstätte bietet, wie sie schöner kaum gedacht werden kann. Die Gutenberg=Jünger in der Buchstadt Leipzig Leipzig, 27. November. In der Buch= und Messestadt Leipzig, die schon durch eine Jahrhunderte alte Tradition mit der Schwarzen Kunst verbunden ist, findet in diesen Tagen die [Reichsarbeitstagung der Reichsbetriebsgemeinschaft Druck statt. Aus allen deutschen Gauen sind die Angehörigen der graphischen, papierverarbeitenden Unternehmungen, der verwandten Betriebe und Berufe sowie das Verlags= und Vervielfältigungsgewerbe gekommen, um Rückschau auf die geleistete Arbeit zu halten und neue Richtlinien für das zukünftige Schaffen aufzustellen. Den Auftakt zur Tagung bildete ein Empfang der geladenen Ehrengäste und der Presse durch den Leipziger Oberbürgermeister im neuen Rathaus. Nach herzlichen Begrüßungsworten gab Dr. Goerdeler seiner besonderen Freude Ausdruck, daß die Tagung gerade in der Buchstadt Leipzig stattfinde. Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Fritz Ebenböck überbrachte die Grüße der Reichsbetriebsgemeinschaft. Im Namen der Gaubetriebsgemeinschaft hieß Stadtrat Bruno Henke die Anwesenden herzlich willkommen Vor diesem Empfang veranstaltete die graphische Jugend Leipzigs einen Fackelzug durch die Innenstadt und durch das Buchdruckviertel und marschierte am neuen Rathaus an Oberbürgermeister Dr. Goerdelzr und den Ehrengästen vorbei. Freitag früh wurde die eigentliche Arbeitstagung in einem der größeren Leipziger Buchdruckereibetriebe mit einem Betriebsappell eingeleitet. Um 10 Uhr wurde dann die Reichsarbeitstagung im Haus Vaterland offiziell eröffnet, die am Sonntag mit einer Großkundgebung, auf der Reichsorganisationsleiter Dr..ey sprechen wird, ihren Höhepunkt findet. Nach Begrüßungsworten des Gauobmanns der DAF., Helmut Peitsch, des Reichsbetriebsgemeinschaftsleiters Ebenböck, verschiedener Vertreter des Druckgewerbes, ferner von Vertretern des Reichsarbeitsministeriums, des Reichswirtschaftsministeriums und der Reichspressekammer, sprach Hauptamtsleiter Claus Selzner. Danach begannen eine große Anzahl Fachtagungen, auf denen die einzelnen Abteilungen der RBG. Druck Rechenschaft ablegen über die Arbeit, die sie bisher geleistet haben. Gleichzeitig sollen aber auch Richtlinien für die Zukunft aufgestellt werden. Seite 18 Nr. 279/ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 28./29. November 1936 Aäffe, Manseny Hostlr?. Beohenspultter in Wemmarmskathten " Christstollen, Lebkuchen, Back= und Zuckerwerk aller art gehören zu einem rechten deutschen Weihnachtsfest. In der Backwarenindustrie sind die Vorbereitungen für den Weihnachtsabsatz schon lange im Gange, und langsam fangen auch die Hausfrauen an, sich für die Festtage zu rüsten. Die alten Backrezepte werden wieder hervorgeholt, um sich zu vergewissern, was man für die vielen leckeren Sachen alles„nehmen“ muß. Mit dem „man nehme“, wie es so schön in alten und ältesten Kochbüchern und Rezepten heißt, ist es aber heute nicht mehr getan.„Man nimmt“, heißt es jetzt, man nimmt das, was der Geldbeutel vertragen kann und— ob Handwerk oder Hausfrau, es entstehen, immer von neuem Leckersachen im heißen Ofen, deren Rezepte sich mit denen einer üppigeren Zeit stets werden messen können. Die„Zutaten“ sind das Geheimnis, wobei hier nicht etwa Eier verstanden werden sollen. Wir wollen von Nüssen, Mandeln und Rosinen als Zutaten sprechen, deren Vorhandensein ja erst den richtigen Weihnachtsgeschmack ins Weihnachtsgebäck zaubert. Der Bedarf an Mandeln und Rosinen muß, jeder wird es wohl kaum wissen, ganz aus dem Ausland beschafft werden. Zwar werden in der Rheinebene, an der Bergstraße auch Mandelbäumchen gepflanzt, deren Blüten als erste Frühlingsbotschaft alljährlich Bewunderung erregen, aber der Fruchtertrag ist unbedeutend. Selbst in dieser klimatisch besonders begünstigten Gegend vernichten Frühjahrsfröste allzu oft den Behang. Rosinen wiederum lassen sich nur aus dem süßen, meistens kernlosen Wein gewinnen. Der deutsche eignet sich gar nicht zum Trocknen. Wenden wir uns zuerst den Nüssen zu. Hier liefert der heimische Boden soviel, daß in der Versorgung keine .##ndigs Auslandsabhängigkeit einzutreten braucht. Auf beutschem Boden wachsen allein etwa 1,1 Millionen Walnußbäume, die jährlich zusammen etwa 200 000 Doppelzentner Walnüsse tragen. Dennoch haben wir in den vergangenen Jahren weit über 100000 Zentner einführen müssen, so stark ist der hauptsächlich auf die Weihnachtszeit entfallende Bedarf, denn die Mengen, die in Erzeugnissen der Schokoladen= und Backwarenindustrie ins Ausland gehen, fallen mengenmäßig kaum ins Gewicht. Die eingeführten Nüsse kommen in der Hauptsache aus den Balkan= und aus Mittelmeerländern. An der Spitze steht nach wie vor Rumänien, es folgt Italien, dann erst kommen Bulgarien, Südslawien, die Türkei und Frankreich. Allein aus Rumänien wurden in den letzten Jahren rund 40 Prozent der eingeführten Menge bezogen. In der gleichen Außenhandelsposition werden mit den Walnüssen die Paranüsse zusammengestellt Sie haben sich gegenüber den Walnüssen nie so recht durchsetzen können. Immerhin wurden in den vergangenen Jahren doch noch bis zu 50000 Doppelzentner pro Jahr, hauptsächlich aus Brasilien und den Vereinigten Staaten eingeführt. Ueber die Größe der deutschen Haselnußernte ist nichts bekannt, so daß sich auch über den Grad der Selbstversorgung keine fest umrissenen Angaben machen lassen. In den letzten Jahren stieg die Einfuhr bis zu 200 000 Doppelzentner, Haselnüsse und Haselnußkerne zusammengenommen. Fast die Hälfte lieferte die Türkei, den Rest im wesentlichen Italien. Erdnüsse sollen in diesem Zusammenhang unberücksichtigt bleiben, weil sie hauptsächlich als Oelfrüchte Bedeutung haben und für die Pflanzenfettproduktion Verwendung finden. Auch sind Zahlen nicht zu erhalten, ebenso wie bei den Kokosnüssen, die sich zu Weihnachten gleich den Nüssen stets einer besonderen Beliebtheit erfreuen. Sie kommen in der Hauptsache aus Ceylon. Zwei weitere Fruchtarten, ohne die Weihnachten eine recht bittere und nüchterne Angelegenheit wäre, sind dann die Mandeln und Rosinen. Vor dem Kriege wurden in manchen Jahren mehr Mandeln als Haselnüsse eingeführt, während in den Nachkriegs= und besonders in den letzten Jahren die Einfuhr von Mandeln stets kleiner geworden ist. In erster Linie wohl deshalb, weil sich die Mandel im Verhältnis zu der Nuß immer verhältnismäßig teuer gestellt hat. Dennoch haben wir in den vergangenen Jahren noch bis zu 170000 Zentner dieser so schmackhaft süßen wie auch gallebitteren Frucht aus heißen Zonen eingeführt. Sie kam in der Hauptsache aus Italien, aber auch Iran und die Türkei liefern alljährlich einen erheblichen Prozentsatz für unseren Weihnachtsmarzipan und für unseren Weihnachtskuchen. Eine gleich große Nachfrage, wenn auch nicht restlos zum Weihnachtsfest, besteht bei uns für die Rosine. Ein Kuchen ohne Rosinen ist wie eine Salzgurke ohne Salz. Hier muß der Bedarf stets, wie schon erwähnt, restlos auf dem Wege der Einfuhr gedeckt werden. Südeuropäische und kleinasiatische Länder sind die wichtigsten Lieferanten. Die Korinthen, die kleinen kernlosen, getrockneten, schwarzen Weinbeeren, die ihren Namen von ihrem wichtigsten Handelsplatz, der Stadt Korinth auf dem Peloponnes haben, exportiert nur Griechenland. Die Rosinen, meist Sultaninen genannt, bringt hauptsächlich die Türkei in den Handel. Smyrna ist das Zentrum des kleinasiatischen Rosinenanbaus und Handels. Leider ind hier wieder keine genauen Ziffern bekannt. Ein Besuch in unseren Einzelhandelsgeschäften jedoch überzeugt, daß wir auch in diesem Jahr Rosinen schlechthin für unseren Weihnachtskuchen nicht missen brauchen. Zwar war in diesem Jahr die Einfuhr dieser„Devisensplitter im Weihnachtskuchen“ geringer als in den Vorjahren. Denn jeder weiß, daß wir mit unseren Devisen haushalten müssen. Aber trotz dieser Beschränkung ist ein Mangel nirgends zu befürchten. Im Austausch bekommen wir immer noch genügend herein, so daß auch dieses Weihnachtsfeit wie stets durch Nüsse, Mandeln und Rosinen wird verschönt werden können. ks. Sußigreiten für den Ziorur Zuckerverbrauch in Plll. dz. Zuckersteuerertrag in PiiIRH 7 OKTOBER— 50. SEPTTMBER M 8 K Zucker können wir essen, soviel wir mögen. Nur der Geldbeutel zieht unserer Süßmäuligkeit Grenzen. Die deutsche Ernte aber ist groß genug. Deutschlands Rubenzuckererzeugung steht in der Welt obenan. So decken wir unseren Bedarf mühelos, auch wenn der Verbrauch noch weiter steigt. 1936 haben die deutschen Felder um 8 vH. mehr Zuckerrüben hergegeben als im letzten Jahr. Ernteten wir 1935 10.57 Millionen Tonnen, so waren es diesmal 11,45 Millionen Tonnen, also an die 900 000 Tonnen mehr. Wir sollten uns ruhig statt anderer Lebensmittel, die im Reich nicht so reichlich anfallen, mehr Zucker einverleiben. Die Engländer essen, auf den einzelnen gerechnet, an Zucker rund das Dovvelte von dem, was wir verzehren. Wenn wir süßer werden, machen wir auch jemand eine Freude, an den wir sonst selten und nicht immer mit freundlichen Gedanken denken: dem Fiskus. In diesem Zuckerwirtschaftsjahr brachte die Zuckersteuer fast eine drittel Milliarde. Ein nettes Sümmchen, das mit unserem Verbrauch mitwächst. „„„„* heute erhält der Staat den ganzen Erlös Wenn in der Systemzeit Anleihen ausgenommen werden sollten, dann suchte und fand man sie zuerst im Auslande. Die Aufnahme von Auslandsanleihen war ja auch so bequem. Die vor einigen Jahren vor einem Ausschuß des amerikanischen Senats verhörten Wallstreet=Bankiers mußten zugeben, daß sie uns die Anleihen vielfach geradezu aufgedrängt haben. Auch Dr. Schacht hat darauf gelegentlich öffentlich hingewiesen. Dabei fielen für die deutschen Banken, die die Anleihen vermittelten, sogar besondere„Ermunterungsprovisionen“ ab. Im ganzen war das damalige Anleihegeschäft ein übler Handel auf Kosten der deutschen Steuerzahler. Oft genug gingen bis zu 10 und 12 Prozent des Anleihebetrages für Provisionen, Schmiergelder, Kursgewinne usw. ab. So wurde der amerikanische Abschnitt der DawesAnleihe von den Banken zu einem Kurs von 87 Prozent, die übrigen Abschnitte zum Kurse von 87,50 Prozent übernommen. Die Banken selbst aber nahmen den Käufern 92 Prozent ab und verdienten allein durch diese Manipulationen rund 50 Millionen Reichsmark. Aehnliche Kursgewinne machten die ausländischen Banken bei der Young=Anleihe, ganz abgesehen davon, daß die wirkliche Verzinsung bei etwa 8 Prozent lag. Für eine Anleihe, die der damalige Magistrat der Stadt Nurnberg in Amerika aufnahm, bekam er für 100 RM. Anleiheschuld nur 90,50 RM., während die übernehmende Bank die Anleihe dem Publikum zu 94 RM. verkaufte. Die National City=Banc von Newyork gab für die 7prozentige Anleihe der RentenbankKreditanstalt nur 88 Prozent, statt 25 Millionen zahlte sie nur 22 Millionen RM. Und auch davon behielt sie sich noch 0,12 Prozent Provision ein. Das Publikum aber mußte weit über 90 Prozent bezahlen. Im nationalsozialistischen Staat muten solche Verhältnisse schon fast wie Erinnerungen aus einer unwirklichen Zeit an. Wenn heute der Staat wieder eine Anleihe von 500 Millonen RM. auflegt, so ist von allen solchen Zugeständnissen überhaupt keine Rede. Der Staat schreibt selbst die Bedingungen vor, zu denen die Anleihe auf den Markt kommt. Emissionsgewinne gibt es für die Banken überhaupt nicht, nicht einmal Provisionen im eigentlichen Sinne des Wortes. Die Banken, die dem Konsortium angehören dürfen, das die Unterbringung der Reichsanleihe zur Aufgabe hat, bekommen eine Vergütung für die ihnen dabei erwachsenen Auslagen in Höhe von etwa 0,50 Prozent der Anleihesumme. Das„Verdienst" der Banken besteht heute im wesentlichen darin, daß sie Mitglieder dieses Konsortiums sein dürfen und ihnen damit gleichsam von berufener Stelle ihre Solidität bestätigt wird. Verdienste aus Kursgewinnen sind völlig ausgeschlossen. Die Banken haben dem Reich den gleichen Betrag abzuliefern, den sie von den Anleihezeichnern erhalten. Dieser Betrag wiederum liegt nicht bei 88 oder 90 Prozent, sondern bei 98,75 Prozent, abgesehen davon, daß die Verzinsung nicht 7 oder 8, sondern nur 4,50 Prozent beträgt. Es gibt kaum einen stärkeren Beweis für die Finanzkraft des Staates und das Vertrauen seiner Sparer und der Wirtschaft in sie als diese völlige Umbildung unfairer Finanzmethoden zu soliden und die Autorität des Staates nicht schädigenden Finanzgrundsätzen. Der Treuhänder der Arbeit bittet: Keine Unbedenklichkeitsbescheinigungen des Treuhänders mehr. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen teilt mit: Nach einem Erlaß des Reichsministers der Finanzen im Einvernehmen mit dem Reichs= und preußischen Wirtschaftsminister ist in Zukunft die Ausstellung einer Bescheinigung über die Erfüllung sozialpolitischer Verpflichtungen durch den Treuhänder der Arbeit nicht mehr erforderlich. Ich bitte deshalb, in Zukunft von der Einreichung solcher Anträge bei mir abzusehen. Borsen undngennch, Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse zeigte zu Beginn auf den Aktienmärkten wieder eine überwiegend freundliche Grundstimmung. Es bestand wieder etwas mehr Interesse für Montanwerte. Das Geschäft hielt sich in engen Grenzen. An den Aktienmärkten bewegten sich die Gewinne zwischen ½ und 1½ Prozent. Stärker erhöht waren Rbeinmetall mit 3¾ Prozent, blieben aber ohne Umsatz. Der Kuxenmarkt lag still. Von Kohlenkuxen wurden Deutschland zu leicht anziehenden Kursen mehrfach gebandelt, dagegen lagen Diergardt 100 RM. leichter im Märkt. Für Constantin und Cärolus zeigte sich rege Nachfrage. Braunkohlenund Kalituxe blieben fast unverändert genannt. Der 1 Dollar: 2,49(Vortag 2,49) Rm. 1 Pfund: 12,20(Vortag 12,20) Rm. 100 holländ. Gulden: 135,18(Vortag 135,09) Rm. 100 französ. Frank: 11,60(Vortag 11,60) Rm. 100 Schweizer Franken: 57,21(Vortag 57,23) Rm. 100 Lire: 13,10(Vortag 13,10) Rm. Rentenmarkt lag behauptet. Altbesitz zu Vortagskursen im Markt. Stadtanleihen ziemlich unverändert. Der Freiverkehr war meist gehalten. Am Kaliaktienmarkt verkehrten Burbach 1 v. H. niedriger. Von Kohlenaktien büßten Bergbau Lothringen unter kleinen Umsätzen ½ v. H. ein. Gefragt waren Lothringen Genuß, die zirka 1 v. H. gewannen. In der zweiten Börsenstunde gingen die anfänglichen Kurserbolungen teilweise wieder verloren. So gaben Mannesmann und Erdöl je ¼. Stahltrust ½ und Klöckner ¼ v. H. nach. Eine Ausnahme machten Kaufhof, die noch ¼ gewinnen konnten. Berliner Börse Die Börse war wieder sehr ruhig. Aufträge lagen nur gung geringem umsange vor. Die Kursveranverungen den Aktienmärkten waren sehr gering. Nur reinzelt hatten einige Aktien etwas Geschäft. MontanDie Bolse war wieder sehr kuhig, Guftinge,tggen nur in ganz geringem ismfan vereinzel: aktien hatten teilweise Gewinne bis zu ½ Prozent. Rheinstahl waren ¼ Prozent höher. Muag verloren 1 Prozent. Dierts gewannen 2 Prozent, Aschaffenburg 1 Prozent böher. Elsenbahnverkehrsmittel gewannen 2 Prozent. Der Verlauf war sehr ruhig und leicht abgeschwächt. Die Börse schloß bei kleinstem Geschäft knapp behauptet. Die Anleihemärkte lagen noch stiller als sonst. Altbesitz bröckelten wieder ab. Vom heimischen Anleihemarkt ist noch besonders zu erwähnen die Festigkeit für Pfandbriefe, von denen eine ganze Reibe heraufgesetzt werden konnten. Rheinisch=Westfälische Liquis ½ Prozent schwächer. Stadtanleihen zum größten Teil ohne Umsatz. Am Geldmarkt Tägliches Geld 3 bis 3¼ Prozent. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. Die Abendbörse war auf allen Gebieten des Aktien= und Rentenmarktes fast geschäftslos. Die vorliegenden Aufträge hielten sich in bescheidenem Rahmen Die Kulisse übte starke Zurückhaltung. Ungeachtet dessen war die Haltung gegenüber dem Berliner Schluß gut behauptet. Vereinzelt wurden etwa ¼ Prozent niedrigere Kurse genannt. Getreidegroßmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten der 1000 ke, gonst per 100 ka Roggenm,.997 A.—.—— Viktoriaerbsen 136 041 036.•41 6 Speiseerbsen[24.-36.|34 0 36.5 Futtererbsen.. 124.-26.5124.5 26 5 Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hafer märk. Weizenm. Auszm. 10.820 Asche) * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 27. November. 61,50 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz od. Dr.: 148 Reichsmark. Amtlicher Bericht über den Bochumer Viehmarkt am 25. November 1936. Auftrieb: 48 Pferde, 596 Schweine, 1 Schaf, 4 Ziegen. Marktverlauf: lebhaft. Nächster Viehmarkt: 5. Dezember. Verkaufspreise: Pferde; 2. Qualität 400 bis 700 RM., 8. Qualität 200 bis 400 RM., Schlachtpferde 80 bis 150 R— Schwe 6 bis 8 alt 17 bis 23 RM.; Läufer: 8. bis 4, Monate bis 85 RM., 4 bis 5 Monate alt 35 bis 55 RM., über 5 Monate alt entsprechend höher.— Schafe: 25 bis 85 RM.— Ziegen: 20 bis 80 RM. Heute beginnt die diesjährige Hauptversammlung des Vereins deutscher Eisenhüttenleute in Düsseldorf, die in erster Linie als eine Arbeitstagung anzusprechen ist. Die Zahl der Teilnehmer ist auch in diesem Jahre wieder sehr groß. Gestern traten die Fachausschüsse zu ihren Beratungen zusammen, in denen Fachleute über Fragen der Qualitätssteigerung im Eisenhüttenfach sprachen. Die nächste Messeveranstaltung, die in Köln durchgeführt wird, ist die Kölner Frühjahrsmesse, deren allgemeine Messe und Möbelmesse als reine Handelsmesse in der Zeit vom 14. bis 16. März stattfinden, während die westdeutsche Textilpropaganda bis zum 21. März dauert. Diese Veranstaltung findet erstmalia im Erdgeschoß der West= und Südhalle statt. Inhalt und Umfang der westdeutschen Textilprovaganda werden eine mannigfaltige Steigerung aufweisen. Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 27. Nov. Mitgeteilt von Wilhelm Schuarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 vortlaufende Notlerungen Ghoota 27.11. 27 II.27. 11 Div. Anfang Schluß Kassal #ehoesch Bl— 102 0 % Krupp RM.— 102.12 8%.ttelstahll— 98.87 Bemberg 01113.75 Berger... 6/139.25 Buderus 4/123.30 Dahlbusch St. 6/135.00 Dtsch. Atlanten Dtsch. Ercol S/143.37 v. Reichsb. V. 7/125.90 Dortm. Union 12 .6. Farbenind. Feldmühle Felten& Guille Goldschmidt Harpen 118 62 118.62 118.30 —.— 102.25102.25 98.87 113.80 113.25 133.00139.25 26.11. Schluß 50 118.75 123.00 122.752.00 135.00135.0 143.00143.37 —.— 125.15 71167.37 167.00167.50|167.50 6/145.00 145.00 144..U143.00 6/136.50 137.00137.00 5/129.00.- 128.00 31—.— 150.00150 8 102.00 102.25 114.50 133.50 133.50 143.00 125.62 197.00 27. 11. 127. 11. 127. 11. 26. 11. Div. Anfang Schlus Kassal Hoesch Köln-K. 39/119.50 118.50 Kall-Aschersl. 5/136.75 Steinkohlen-Kuxe 27. 11. 26. 11. Geid Brief Gasd Brie Carolus M. 5500 5750 5450 5700 Const. b. G. 3000 8350 7900.00 Deutschl. 395 425 390 42. Schwerin 4500——— Heinr. 12000 12100 12000 12600 Langb 1370 1433700 4300 Braunkohlen-Kuxe Gutelloff. 4800 5000 41005900 Leonh 11100 1 170 11000— Wichel]— 15400— 1540 Vosta 11000 1 1 700/11000]— Berahareth.——*Kall-Kuxe Beienroge 1210 125012101260 Burbach 3150/3354 3150/335 Klöckner-W Mannesmann Masch, Untern. Reichsbank Rhein. Braunk. Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert& Co. Siemene& Hal. Gebr. Stollwerk Ver. Stahlwerke Westd.Kaufnof Westeregeln Wintershall Rago 4 5/125.25 3/119.50 5133.75 12/186.62 12/224.00 6/150.87 138.75 134.00 Neu-Staßt..— Stte oo 7 Win. 16100 17300 1769 1730 Freiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Kuxe 27. 11. 28. 11. Geld Briet Jeld Brief 118.25 133 00 186.00 223.00 151.00 200.50 116.37119.00 137.50 124.62 119.25 133.75 183.12 425.75 159.37 133.37 155.87 ..75 114.00 114.00— Schlus 136.50 125.00 118.50 135.00 185.50 225.00 150.00 135.25 199.50 122.87 58.75 srauasche. 5909 9300—— ngkent 7500 Mc Erichsseg.— 3400—|3400 135.87 200.50 123.00 58.62 134.50 6/133.00 Habigh. 12600— 2809— Heimoold. 2850— 2850— Hope Jisenburg Martagl Marte Marie L. Mar.So Neusollst.— 2950— 2950 Rensbach 3300— 3820 Reschsld. Thäringen Industrieaktien(Einheitsk.) Div. 27.11 26.11 Beicke Masch. Berg. 6. Dahl. V. Bonner 8g..H. Bösp. Walzw. 122.37122.25 59.87 60.12 134.50 134 50 138 00 133.00s138.25 290— 290— 8100— 8100 3000 3200 3350 3250 300 320 30 3250 103.8— 125.5s128.0 128.0123.7 19 83.7 260.0 27.1126.11 6 5 5 0 .5 14 10 .5 6 129.5 6 154.0153.0 138 6.—.132.5 14 199.0199.0 5 140.0 74.0„ 117.9117.1 169.9/163.5 91.0— Braunk. Zuk. Dortm. Ritterbr. Düse. Hosf.-Br. Düss.Masch. B. Oynamit.Nob. Eschw. Berg. V. Glas- u. Sp. S. Blöckauf-.A6. Gebr. Goedb.AG Hallesche Salz. Hilges Hindr.-Aufferm Hochtief AG. Kabelw. Rheydt Kali-Chemie W. Kreffi H. Lehm& Co. Mülheim. Berg. Rhein. Metall ähe.n. Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl.a6. 89b. 9—.—. Schleß-Oefries.5 134.01.5 Schieg. Scharp. der. Kumpus Waggonf. Jerd. Nasserw. Gels. Bankaktien Berlin. Hand. 6. Com.- u. Pr.-B. J. Bank u..-G. 4 109.2 Dresdner Bank do. W. Sb. Cr. B. Westd. B..-A. Versicherun geaktien Aach.-Mönch. HF 32 11101110 Aach. Rückversl 14. 8/4 4 3. 0 2 2 3. 0 Köln. Hagelv. Köln. Lioyd A. V. Köln. Rückv. gr. Köln. Rückv. Rentenwerte 4Rn.-.-...12.10. 97.0 97.0 3½ Oto. Oto. S. 11 102.0104.5 4½ Oto. Gold.-Kom 1926, 1927 S.—6 95.0 95.0 1½ Wd. Bod. Gpfd. 96.5 96.5 Em. 2. 9/12, 14 4# dto. Gold-.-Obl. 94.5 94 5 Freiverkehre-Aktien 27. 11. 26. 11. beid Brief 118.0117. 134 0/141.0 93 9..0 166 124.5 108 5110 6 193.2 196.5 127.1 99.0 0 94.2 93.5 5 1156.9/135.0 6(152.0s152.0 - L25. s127.0 Agrpp.., FI. L. Alll.-u. Stuttg. 41I.-6. St..-V. Colon a..-V. K. Colonis Rückv. Stadb. Feuerv. — 335.0/383.0 40 447.0 292.0 128. 265.0 247.0 201.0 126.0 265.0 139.6/180.0 Div. 727. 11/26.11 8 93.0 93.0 250.0s2500 105.0/105.0 70.0 70.0 Geld 45.0 81.0 81161 47.0 82.5 Adler Alexand 45.0 47.0 Suro.K. 8C.0 82.0 Sött.-W. 86.0j 87.0—. 991.Bas. Spekeras 127. 3s1 30.5 12 f. 9 130.0 191 C. .-Lu. Joedh.h dann. K. Jum b. Du 129.0 Kortum .-Fälz. 77.0 Lothrin. 103 5 Lothr. G. 85.0 88. 0 81.0 88.5 dasch.K7— e— 62.0 67.0 55.0 67 0 S13.5127.9130 —. 127.0131.0 138.5141.5135.0142.0 ushustint 79.0 78.0 80.0 ..2 #rh. Berg —. 97.9—. 97.0 .L1nol. 163.0—. 165.0— 3tr..Ala. 89.0 87.0 85. 0 87.0 103.5 v. Kugf. 102.91 VI. Dian. 429. 6/126.0 Steuergutscheine fälig ab 1. 4. 1894 1. 4. 1925 1. 4. 1938 1. 4. 1037 I. 4. 1933 100.2104.5 124.0127.9 27.1126.11 103.7103.7 107.7 11.7 107.7 111.7 413.8/113.8 412.8112.80 Berliner Börse, 27. Nov. Mitgetellt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Fillale Bochum Reichsbankdiskont 4% Combardzinstuß 5% Einh altekurse Industriewerte 334 „Oittmann Neuh. 18—.—. Otmd. Akt.-Brau. 10 178 0 178 0 Union-Braus12—. 197.0 Dürener Metall Oyekersh. Widm. nkkumulatoren II Aku A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaff. Zellst. zalke U Basalt Gayr. Motoren Bemberg Berger Julius Gergmann El. derl. Karlsr. Ind. " Kr. u. Licht „ Maschinend. Suderus Bharl. Wasser G Chem. Gelsenk. Conti Gummt gesgler Benz Otsch. Atlant. Otsch. Conti Gas " Kabe " Linoleum " Steinzeug " Tel. u. Kab. „ Eisenhand. Dierig 12201.0199.0 0—.— 38.8 38.7 4/126.0129.0 138.7/135.5 94.2 15.2 6/140.1 93.9 14.0 140. 113.2/114.0 6/139.7/139. 4120.2s120.2 6/158.0158.2 8/170.0s170.0 9141.2s141.5 4122.7122.0 s9 116.7 49— 111162.0 116.5 160.5 5121.8121.6 9—. 120.4 109.6/109.0 6/198.0s137 10/166.9—.0 —. 145 0 9142.1141.2 10160.0— Flektr. Lieferg Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Union Feinjute gebhardt& Co. German. Cem. des. f.’. Ustern. Gildemeister Gladb. Wolle Jruschw. Textil Suanowerke ackethal Draht Hagede damb. Elektr dundr.-Autterm. dottmann Starke S# Hoheniohewerke# 0/1 Holzmann Pn. Hotelbetr.-Ges. 134.21 134.2 153.6155.2 36.5 135.2 135.5 116.5115.5 6/143.6142.7 5115.0 9114.2 145 89134.2 6/117.5 144.3 6/144.0s145.4 (ise Bergban 1 Dise Genus Ssenbeck Brau. Junghane Gebr. 6/133.2 0 81.4 133.0 117.5 128.0s126.0 134.0 54.2 6/144. 9—. 0111.0 vokswerte I Kölner Gas Kreftt W. Kromschroeder Krorprinz Metall Küppersbusch ahmever Laurahütte Leopoldsgruben Lindes Els Lingnerwerke Lorenz G. aximil. Hütte Mlag Almosa Adlheimer Berg. renst.& Koppel Osnabr. Kupfer Ponge& Zahn hein. El. Werke Rhein.-W. Kalk Zlebeck Monten Zutgerswerke sachsenwert 0 Sarott Schlegel schles. Berg. u. 2. Berg. Beuth. Elekt. u. Gas Schub.& Saizer Schultheis-Patz. Stegersdorfer W. Siemene Glas 137.7 74.2 135.5135.5 13.6 15.6 127.5s130.5 8/164.5s164.2 9—. 154.2 133.0s183.0 4119.5119.0 8145 0146.7 6/169.1168.5 10 91.5 91.2 129.2 130.2 6—. .2120.0120.2 6/137.|139.0 o00 26 114.5 Siem.& Haleke Stollberg. Zink rhüringer Bas Tuch Aachen Unien chem. wer. Otsch. Nicke! # Ver. Glanzet. Ver. Ultramaria Vogel Draht Ategner& Co, W Wandererw. Warsteiner Grub. Westtalen Draht Wieküler Brau. 100.0 118.0117.7 29.5 114.8 135.0135.2 139.0139.0 103.0/100.2 5 126.6s126.6 4104.|104.0 B1200.7199.3 92.3 92.6 137.7 94.0 162.2 143.0143.0 —. 135.0 S113.0114.8 6 165.0165.0 0 88.7 83.0 6—. 136.0 4—.— Verkebrewerte 15 Elberfeld. Anl. 15 Essen Anl. 40 Mölh.-Ruhr Anl. 1# Pr. Lopf. A. Pfd. I5 Lobk. Westf. Pfd. 45 Ldbk. Westf. Kom. #Ot. Komm. Golden! ½ Westf. Idsch. Pfd. 15Ot.Hyp. S. Big, Pfc. ½# Pr. Centr. Bo d. Pfd. 15 Pr. Pidbr. Bk. Pid. 15 Basalt Obl. 6 Concord. Berg. Obl. 3 Daimler Benz Obl. 5 Klöcknerw. Obl. 3 Mont Cenis Obl. 1# Ver. Stahl 80 15 Ver. Stahl 47/81 5Ver. Stah 5 Siem. u. H. 081. 6 carbenbonde Umsch. Anleihe 6. für Vertehr Boch.-Gelsenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Südamer Norod. Lioye 6123 5s121.8 41.0 14.3 39.6 14.5 39.7 14.2/14.5 Aestoanerte 45 Ot. R. Schatz. 41 1 Ot. R. Anleihe 44 54 O. R. voungani. ½ Reichsbahn Sch. Westtalen Altbesitz 45 Bochum Anl. 45 Ouisburg. Anl. 45 Düsseld. Anl. 98.7 98.2 102.7 99.0 118.8 93.0 92.6 92.7 96.7 98.2 102.7 98.9 119.0 99. 93.8 930 97.5 97.0 93.2 97.3 96.6 93.8 96.2 95.5 96.6 96.5 97.9 96.7 96.5 97.0 95.0— 102.8103.0 103.9/105.9 —. 1000 102.01000 94.0 96 5 175.0 134.2 96.5 98.8 173.5 134.2 89.3 89.3 R. Schuldb. F. 39 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 42 3 Essen Steink. 42 #5 Harpener#. 15 R. W. E. 92/8 5 R. W. E. 50 #5 Ruhrchemie 49 55 Ruhrges 52 55 Ruhrwasser 53 55 Ruhrwonng. 58 /5 V. E. W. 82 87.11 6910 99 6 96.3 97•7 97.7 99.2 93 5 93 0 99.0 94.5 27.11 Briet 93.5 92.0 92.0 100.5 94.7 94.5 96.0 95.0 96.0 95.0 93.5 93.5 130 144.5 86.0 110.7 Westtalenbank.-G. Bochum Austünrung eamtlleher Bankgesehatte Bankgeschäft Wilhelm Schwarz, Bochum bongardstraße 14, relephon 67476. Mitglied der Rhein.-Westf. Börse in Düsseldort An- und Verkauf, Verwaltung sowie Beleihung von wertpapieren Reichebank-Olre-Konte Postscheckkonte: Sesen 25831 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 28.,29. November 1936 Seite 19 Nr. 279 Oirten Der deutsche Arbeiter reist in die Welt!— Unsere Madeirafahrer unter Palmen Arbeit und Kultur sind zusammengehörende Begriffe, und die große Leistung der NS.-Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ besieht gerade darin, daß man dem deutschen Arbeiter die durch Kurzsichtigkeif und Unverständnis so lange verschlossenen Türen zu den Werken deutscher Kultur aufgerissen hat. Es gibt heute kein Gebief der deutschen Kultur mehr, an dem nicht auch der Arbeiter teilnehmen kann. Im Winter gehf's mit Kdf. sum Skilauf in den deutschen Bergen □ enn vor mehr als zwei Jahren der Name„Kraft durch Freude“ in der Oeffentlichkeit auftauchte, so ging die Meinung der breiten Masse immer dahin, daß es sich um eine Organisation handele, die im Sinne früherer Vereine Karten zum verbilligten Preis für irgendwelche Veranstaltungen, na, und neuerdings auch Urlaubsfahrten, herausgeben würde. Das war natürlich weit gefehlt. Nichts kann die Organisation der RS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ mehr beleidigen, als der Anwurf, daß sie die Berwalterin einer Kartenvorverkaufsstelle sei. Ueberhaupt sollte die Bezeichnung„Kraft durch Freude" durchaus kein Firmenschild sein, denn es wäre ein Unding gewesen, zu versuchen, mit einem bloßen Organisationsnamen ein 60Millionen=Volk zu begeistern. Hinter dem Wort mußte die Tat stehen! Das war die Seele des Gedankens, der alle Männer erfüllte, die um die Volkstümlichmachung des deutschen Feierabendwerkes bemüht waren. Es sollte nicht eines Tages heißen:„Du mußt Deinen Urlaub mit„Kraft durch Freude“ verbringen", oder:„Wenn Du ein anständiger Arbeitskamerad sein willst, so gehe mit uns gemeinsam zu dieser oder jener Kd.=Veranstaltung.“ Nein, viel wesentlicher war es, die Nöte derjenigen Menschen begreifen zu lernen, die im letzten Jahrzehnt das Leben nur von der einzigen Seite kannten, mit schweren Sorgen morgens zu erwachen und mit der doppelten Sorgenlast schlafen zu gehen. Die Gestalter des deutschen Feierabendwerkes mußten buchstäblich ihr Ohr an das Herz des deutschen Arbeiters legen, um, von dessen Pulsschlag ergriffen, den richtigen Weg zu gehen, um ein Volk innerlich aufzumuntern. Wenn die Staatsführung des neuen Reiches die finanziellen Sorgen der deutschen Volksgenossen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu mindern suchte, so durfte das große Werk des Nationalsozialismus damit nicht zu Ende gehen. Es mußte dafür gesorgt werden, daß der schaffende Mensch durch einen würdigen Feierabend sich von Zeit zu Zeit selbst wieder die Kraft gab, mehr zu leisten und mehr schaffen zu können, um der Gesamtheit zu dienen.„Kraft durch Freude" wollte keine Abwechslung in den Alltag bringen. Es sollten keine Veranstaltungen geboten werden, die zwar erheiternd wirkten, aber schnell vergessen würden. Nein, im großen Rahmen sollte der deutsche schaffende Mensch innerlich freigemacht werden von dem Bewußtsein, der größte Teil des Lebens gehöre nicht ihm selbst.,„„ Es ist das tragische Schiasal auer großen Ideen, daß sie zur Stunde ihrer Geburt der Lächerlichkeit verfallen. Niemand hat das mehr verspürt, als die Männer, deren Aufgabe es war, aus dem jahrzehntelang vernachlässigten Betrieb der Gleichgültigkeit eine arbeitsermunternde, würdige deutsche Arbeitsstätte zu schaffen. Wer hätte je geglaubt, daß die Worte„Schönheit der Arbeit“ einmal zur lebensnotwendigen Förderung aller Schaffenden werden würden. Und hier haben die Gestalter des KdF.= Gedankens das Richtige getan. Sie gingen hinein in die Betriebe, zu denen die Deutsche Arbeitsfront" das Tor geöffnet hatte. Nur selten rügte man, zumeist wurde durch sachliche Ermahnung, durch Verbesserungsvorschläge das gleiche erreicht— die soziale Umgestaltung des Betriebes. Das war die erste Arbeit der NSG.„Kraft durch Freude“, sie begann am Schraubstock. Die zweite Aufgabe hieß:„Urlaubsgestaltung.“ Es war doch tatsächlich einmal so, daß jeder Arbeitskamerad, dessen berufliche Einnahmen im kleinen Rahmen blieben, bei der Frage:„Wohin reist Du nächstes Jahr?“ oft beschämend zur Antwort gab: „Mein lieber Freund, ich bin doch nur ein Arbeiter. Das Reisen ist doch für andere Leute und nicht für uns.“ Da kam die große Feierabendorganisation, die — das muß einmal offen gesagt werden— der größte gebende Teil der„Deutschen Arbeitsfront“ ist— und hämmerte jedem einzelnen ein„Du mußt Deinen Urlaub in Bergen oder an der See verbringen, laus in den Bergen, oder un der Eir Verbringt.n Bekanntlich ist alles leichter gesagt als getan, aber hier war die Tat dem Wort vorausgeeilt. Denn der organisierte Feierabend, den die Deutsche Arbeitsfront gab, hat all diesen kleinlichen Bedenken von vornherein Rechnung getragen. Es war ja eine Selbstverständlichkeit, daß ein Mann, der gerade soviel verdiente, daß er seine Familie ernähren konnte, nicht von heute auf morgen acht Tage zur See oder nach Bayern fahren konnte. Da trat das KdF.=Reisesparmarkensystem in Kraft. Und wer nun über sich selbst bestimmen konnte, hatte die Gelegenheit, durch eine wöchentliche Rücklage von 0,50 Reichsmark die Kosten der Reise, die er im nächsten Sommer vorhatte, sicherzustellen. In wirklich bedürftigen Fällen, wo zum Beispiel kinderreiche Familienväter auch diese fünf Groschen unmöglich entbehren konnten, da trat entweder die Deutsche Arbeitsfront vermittelnd ein und beeinflußte die Betriebsführer, verdienten Arbeitskameraden eine Freireise zu stiften, oder wurde auf einer anderen Grundlage der Betrag aufgebracht, um diesem oder jenem eines Tages im Betriebe die Hand auf die Schulter zu legen und zu sagen:„Kamerad, komm mit, wir fahren in den Urlaub.“ Aber eins ist heute schon erreicht worden: die Millionen deutscher Volksgenossen, die ihren Urlaub mit„Kraft durch Freude" im schönen deutschen Sommer, im Winterparadies unserer Berge oder sogar im Ausland verbrachten, sie wissen, daß der Nationalsozialismus der Pionier gewesen ist, der die Brücke zu ihren Träumen geschlagen hat. Auch für die Ausgestaltung der langen Winterabende hat die Deutsche Arbeitsfront durch ihr Amt NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ Sorge getragen. Theater=, Varieté=, Kabarett= und ähnliche Vorstellungen werden durchgeführt. Grundmotiv muß natürlich hierbei sein, daß die Eintrittspreise so niedrig gehalten sind, daß es jedem schaffenden, deutschen Menschen möglich ist, an diesen Abenden, teilzunehmen. Es ist wohl anzunehmen, daß diejenigen Männer, die in Deutschland erstmalig das große Feierabendwerk gestalteten, vor zwei Jahren selbst nicht des Glaubens waren, daß in einer solch kurzen Zeitspanne der Segen der Arbeit von so ungeheurem Ausmaß sein würde, wie es der Hamburger Weltkongreß„Freizeit und Erholung“ vor wenigen Wochen gegenüber.52 Staaten der Erde beweisen konnte. Ueberall, wo wir heute nachschauen, sei es in den Betrieben, sei es draußen, irgendwo in der deutschen Landschaft, in der sich„Kraftdurch=Freude"=Urlauber befinden, oder sei es auf den Schiffen, die nach Norwegen und Madeira fuhren, überall sehen wir fröhliche, lachende Menschen. Hier hat der nationalsozialistische Gedanke Ungeheures zu leisten vermocht. Der neue Staat hat neue Menschen geschaffen, und mit Recht sagte der Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley am Schlusse seiner diesjährigen Deutschlandreise: „Deutschland ist schöner geworden!“ Fritz Bauwerker Wer kann höher? So sicht es bei den Kursen das Spertamtes der NSG.„Kratt durch Freude" aus Hler gibt es was zu lachen! Schnappschuß von einer Gemeinschaftsfahrt Au fnahmen: Weltbild(), Hettmenn## Seite 20 Nr. 279/ Bochumer Anzeiger„ Samstag=Sonntag, 28./29. November 1936 Kunst und Dolk und Ralse Von Rdolt Rciller Alles, was wir heute auf dieser Erde bewundern— Wissenschaft und Kunst, Technik und Erfindungen— ist nur das schöpferische Produkt weniger Völker und vielleicht ursprünglich einer Rasse. Von ihnen hängt auch der Bestand dieser ganzen Kultur ab. Gehen sie zugrunde, so sinkt mit ihnen die Schönheit dieser Erde ins Grab. Wie sehr auch zum Beispiel der Boden die Menschen zu beeinflussen vermag, so wird doch das Erg nis des Einflusses immer verschieden sein, je nach den in Betracht kommenden Rassen. Die geringe Fruchtbarkeit eines Lebensraumes mag die eine Rasse zu höchsten Leistungen anspornen, bei einer anderen wird sie nur die Ursache zu bitterster Armut und endlicher Unterernährung mit all ihren Folgen. Immer ist die innere Veranlagung der Völker bestimmend für die Art der Auswirkung äußerer Einflüsse. Was bei den einen zum Verhungern führt, erzieht die anderen zu harter Arbeit. Alle großen Kulturen der Vergangenheit gingen nur zugrunde, weil die ursprünglich schöpferische Rasse an Blutsvergiftung abstarb. Immer war die letzte Ursache eines solchen Unterganges das Vergessen, daß alle Kultur von Menschen abhängt und nicht umgerehrt, daß also, um eine bestimmte Kultur zu bewahren, der sie erschaffende Mensch erhalten werden muß. Diese Erhaltung aber ist gebunden an das eherne Gesetz der Notwendigkeit und des Rechtes des Sieges des Besten und Stärkeren. Entnommen einem Auszug aus dem im Zentralverlag Franz Eher erschienenen Buch „Mein Kampf“ mit einem Vorwort von Dr. Groß, Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. Veröffentlicht in Hillgers Deutsche Bücherei Nr. 600. Spielplan der zweiten Kleilt-Woche im Bochumer Stadttheater. Wie bereits im„B..“ mitgeteilt, wird die KleistWoche unter dem Titel„Kleist=Festspiele 1936 für die deutsche Jugend“ vom 4. bis 7. Dezember wiederholt. soll jeddch dabei nicht nur der Jugend, sondern auch allen denjenigen, die die erste Kleist=Woche nicht sehen konnten, Gelegenheit geboten werden, an der Wiederholung der Kleist=Woche teilzunehmen. Die Veranstaltung findet statt mit Unterstützung der obersten Schulbehörde und in Zusammenarbeit mit der Hitler=Jugend. Nachstehend die Folge der Veranstaltungen: Freitag, 4. Dezember, 19 Uhr:„Die Familie Schroffenstein"; Samstag, 5. Dezember, 11 Uhr:„Amphitryon“. 19 Uhr: „Robert Guiskard" hierauf:„Der zerbrochene Krug": Sonntag, 6. Dezember, 11 Uhr: Penthesilea“. 19 Uhr: „Das Käthchen von Heilbronn": Montag, 7. Dezember, 11 Uhr:„Die Hermannsschlacht“. 19 Uhr:„Prinz Friedrich von Hombura.“ Die Aufführungen sind so gelegt, daß nach allen Richtungen hin Rückfahrtmöglichkeiten bestehen. Bestellungen werden schon jetzt entgegengenimmen. Gebühren bei Eintragungen im Ahnenpaß. Nach einem Runderlaß hat der Standesbeamte oder Kirchenbuchführer für eine Eintragung im Ahnenpaß. die er nicht auf Grund vorgeleater Urkunden eines andern Registerführers, sondern auf Grund der von ihm selbst geführten Register vornimmt, die für die Ausstellung eines Registerauszuges üblichen Gebühren, das heißt .60 RM., zu verlangen. Für die Beglaubigung von Eintragungen im Ahnenpaß auf Grund vorgelegter Urkunden kommt eine Gebühr von 10 Pf., im Hochstfalle 1 RM., in Frage. Die Beglaubigung von beispielsweise15 Eintragungen würde also nicht 1,50 RM., sondern nur 1 RM. koster „Lob der Arbeit.“ Die NS.=Kulturgemeinde eröffnete am Mittwoch in Berlin eine Kunstausstellung unter dem Titel:„Lob der Arbeit.“ Das durch die Schaffung der Volksgemeinschaft erstandene neue Ethos der Arheit, das Hand=, Kopf= und Landarbeiter über die Stände hinweg zu einer gemeinsamen, aus der Weltanschauung geborenen Gesinnung vereint, ist das Thema. Die Ausstellung umfaßt Malerei. Plastik und Grarbil. Die deutsche Bildhauerkunst von Schlüter bis zur Gegenwart umfaßt die zweite Jubiläums=Ausstellung der Preußischen Akademie der Künste in Berlin, und dieser Kunstschau widmet die neueste Nummer der llustrirten Zeitung Leipzia(J. J. Weber, Leipzig) einen dreiseitigen, reichbebilderten Beitrag.— Ein Kulturdenkmal auf österreichischem Boden: das Augustiner=Chorherrenstift Klosterneuburg ersteht in seiner ganzen historischen, kunst= und kulturgeschichtlichen Bedeutung durch einen reich illustrierten Aufsatz von Dr. Wolfgang Pauker.— Die deutsche ElbursExpedition, die in einer Woche die Besteigung von zehn Viertausendern zu verzeichnen hatte, ist in einem interessanten, bebilderten Artikel geschildert. tung erzielt. Der herzliche Beifall der Zuhörer ließ denn auch erkennen, wie sehr die Kammermusikfreunde von der steigenden Qualität der Abende entzückt sind. Schwermann Fonfllm im Lottesdienlt Londoner Blätter berichten über den ersten Filmgottesdienst auf englischem Boden, der in der Levtonstone=Congregational=Kirche in London stattfand. Der Filmaottesdienst war am Spätabend nach Theaterschluß angesetzt. Bereits eine halbe Stunde vor Beainn der Vorführung waren über 1000 Sitzplätze besetzt und mehrere hundert Besucher begehrten vergeblich Einlaß in die überfüllte Kirche. Gegenüber der Kanzel war eine große Leinwand gespannt. Zur angegebenen Stunde wurde der weite Raum verdunkelt, und ein auf der Galerie untergebrachter Projektionsannarat führte einen Gottesdienstfilm vor, in dessen Rahmen man auch eine kurze Predigt vernehmen konnte. In den Gesang, der aus unsichtbaren Lautsprechern ertönte, fiel die Menge der Kirchenbesucher ein, während der Gebete erhob man sich und sprach sie laut mit, als wären sie nicht auf mechanischem Wege wiedergegeben. Dann wurde es hell und nach einigen Minuten Pause wieder finster, und nun wurde ein Wochenschaufilm gezeigt in dessen Mittelpunkt die heldenhaften Taten eines Missionars im afrikanischen Busch standen. Den Schluß des Programms bildete ein Film. der die bedeutsamsten Situationen aus dem Leben Christi zeigte und bekannte Bibelworte dazu zitierte. Der sehr eindrucksvolle Streifen klang in der Verurteilung und Kreuzigung aus. Die Kirchengemeinde will, durch den lebhaften Erfolg ihres Experiments ermutigt, derartige Veranstaltungen regelmäßig wiederholen. Geschichtstafel 28. November: 1870 flegten bei Beaume=la=Rolande Teile der nach Eroberung von Metz in Eilmärschen heranrückenden 2. Armee unter Prinz Friedrich Karl über den rechten Flügel der 200 000 Mann starken, zum Entsatz von Paris bestimmten Loire=Armee unter General Aurelles de Paladines. 1917 machte Trotzkt für die russische Regierung der deutschen Regierung ein Waffenstillstands= und Friedensangebot. 29. November: 1780 Die Kaiserin Maria Theresia in Wien gestorden(gevoren 1717). 1802 wurde in Stuttgart der Dichter Wilhelm Haust gevoren, dessen„Lichtenstein", als glückliche Nachahmung Walter Scotts, Grundlage des späteren deutschen Geschichtsromans geworden ist. Von seinen übrigen Prosaschriften, die zur besten zeitgenössischen Unterhaltungsliteratur gehören, sind die„Märchen“, „Die Bettlerin vom Pont des Arts" und Phantasien aus dem Bremer Ratskeller“ unvergängliche Perlen, und von seinen Gedichten sind„Steh“ ich in finstrer Mitternacht" und„Morgenrot“ zu Volksliedern geworden. 1933 Gesetz über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks. 1935 Einweitung der Deutschlandhalle in Berlin durch den Führer. Kontäntik der kleinen Vorn Anhaltend guter Beluch der Kammermuliken Das höchst erfreuliche Bild bleibt. Der große Kreis interessierter Kammermusikfreunde hat sich kaum verringert, und mit sichtlichem Genuß verfolgt ein jeder die Darbietungen, die in der neuen Besetzung des Quartetts von steigendem tonlichen Wohlklang und vertieftem geistigen Niveau sich erweisen. In der Wiedergabe spürt man die eifrige, sorgfältige Vorbereitung und in ihr die neu erwachte Lust der Beteiligten an der immer enger sich vollziehenden Gemeinschaftsarbeit. Der künstlerische Ehrgeiz des neuen Primgeigers Erwin Häusler, sein musikantisch lebendiges Spiel und die blühende Wärme seines gepflegten Tones übertragen sich auf die anderen Quartettisten, die sich gern und temperamentvoll wieder zu den Höchstleistungen bekennen, zu denen sie berufen und veranlagt sind. Diesem Abend aus farbiger romantischer Welt stand der gleich vom ersten Akkord an in gesättigtem Wohlklang getauchte, klingende Charakter des Abends gut an. Auf dem warmen Polster blühender Streichermelodien quillt die üppige Kantilene der Klarinette auf. Webers=dur=Quintelt— zur Erinnerung an den bevorstehenden 150. Geburtstag des Meisters gespielt —, hat, wenn schon formal nur wenig, so im ganzen musikalischen Charakter, in der Art der Einfälle, in der Freizügigkeit der gedanklichen Reihe kaum noch etwas mit einem nach strengeren Gesetzen zu erfüllenden Quintettsatz zu tun. Nur um einiges in der Instrumentation erweitert, könnte das Werk für ein begleitetes Klarinettenkonzert durchgehen, so dominierend und fast ausschließlich bedacht ist der Bläserpart vor den kaum mehr als stützenden Streichern. Klanglich ergibt sich das aus Webers Opernmusik bekannte farbige Bild romantischer Melodienfolge, dem die Klarinette ihre besonderen, von Weber geliebten Lichter gibt. Die dominierende Stellung des Blasinstrumentes bringt freilich die Gefahr der auch tonlichen Ueberlagerung durch die Klarinette nahe, eine Tatsache, die man selbst bei Arthur Fischers sonst wirklich außerordentlich dezentem und anpassendem Kammermusikspiel beobachten konnte. Höchst anerkennenswert im übrigen die solistisch ausgezeichnete Haltung dieses tüchtigen Bläsers. Viel typischer Kammermusik, wenn auch an klassischen Vorbildern gemessen noch nicht vollkommene Form, ist Schumanns schwelgerisches Klavierquartett Es-dur eines der kultiviertesten Beispiele romantischer Kunst des kleinen Satzes. Und heikel wie die gepflegte Form ist die Wiedergabe, die mit Arno Schütze als feingeistigem Pianisten eine, von kleinen Unterschiedlichkeiten abgesehen, klangschöne und genußreiche Verwirklichung erfuhr. Ein Streichquartett von Busoni stand zwischen den beiden romantischen Werken, eine Komposition, die nicht ganz romantischem Empfinden entraten kann, aber doch eine betont sachlichere und klassischere Ausdruckseinfachheit erstrebende Arbeit von interessantem Profil. Nicht nur gewandt, sondern auch geistvoll beschwingt die detaillierte Linienführung, und nach einer mehr ernsten und herben als lichten Sprache überrascht im letzten Satz eine Frische der Themenentwicklung, die dem Ganzen einen wirksamen und poetischen Ausklang gibt. Beim Vortrag dieses nicht leichten Werkes überzeugte das Quartett, die Herren Häusler, Wünsche, Geistfeld und Fränkle, am stärksten von ihrer intensiven Probearbeit. Ein klanglich wie formal so homogenes, ausdrucksmäßig so einheitlich abgetöntes Spiel schönster Kultur wird nur in unermüdlicher VorbereiNumori Ftisch-satirischer Roman won)einrich Kpeutt. 7 Copyright bei Paul Nett Verlag. Berlin. Und alle machen schwarze, undurchdringliche Gesichter und sehen ihn mit gerunzelten Augen an. Es wird ganz still. Man hört Aktenblättern und Federkritzeln. Dem Bätes ist es unheimlich. Fünf gegen einen, denkt er. Wenn jeder von ihnen ihm nur drei oder vier Monate aufbrummt, das gibt zusammen— ojottojott. Er hat sich das als eine Art lustiges Theater vorgestellt, bei dem er den Helden spielt. Nun sieht er, in welche Maschinerie er geraten ist. Ein Glück, daß links oben am Ende des langen Tisches wenigstens der eine sitzt, der damals so freundlich zu ihm war und ihm milde Strafe versprochen hat. Aber heute ist auch der schwarz und ernst und tut fremd. Und sprechen tut er auch nicht. Sprechen tut nur der in der Mitte mit den breiten Schultern und der rollenden Stimme. „Stehen Sie auf.“ Bätes schnellt in die Höhe. Er fühlt, daß hundert Augen ihn anstarren, und hat ein seltsames Gemisch von Angst und Eitelkeit. Ihm ist wie einem Schauspieler, der zum erstenmal auf der Bühne steht. Er weiß nicht, wo er die Hände lassen soll, er hat zwanzig Arme und fürchtet, sie könnten ihm abfallen. Und steckt vor lauter Verlegenheit die Hände in die Hosentasche. „Hand aus der Tasche!" donnert der Vorsitzende. Bätes denkt an Militär, steht stramm und sagt: „Zu Befehl!" „Lassen Sie die Mätzchen!“ dröhnt der Vorsitzende. Jetzt ist es aus mit Bätes. Seine Personalien werden abgefragt. Es verschlägt ihm die Stimme, er weiß nicht mehr, wie er heißt, ob er verheiratet ist, wieviel Kinder er hat. Der Vorsitzende muß alles vorsagen. Bätes läßt es über sich ergehen. Der Eröffnungsbeschluß wird verlesen. Bätes hört ein Gerassel von Worten, die er nicht versteht, Paragraphen und Zahlen, Majestätsbeleidigung, Idealkonkurrenz, Fundunterschlagung, Bundesstaat, fremde bewegliche Sache, Zueignung. Er bekommt einen Schreck, was er alles getan hat. Er möchte nach Hause, aber der Holzkäfig und die Gerichtsdiener würden ihn hindern. Dann werden die Zeugen hinausgeschickt, Wimm und der Schutzmann. Bätes wird zur Sache vernommen. Zunächst erhält er eine ausgiebige Verwarnung. „Ich rate Ihnen in Ihrem eigenen Interesse, auch heute die Wahrheit zu sahen. Lügen haben kurze Beine, besonders bei uns. Sie wissen, um was es sich handelt. Sie sollen das Denkmal unseres Allergnädigsten Landesherrn mit einem Hundemaulkorb versehen haben. Sie geben das zu?“ In Bätes kreisen die Gedanken: Majestätsbeleidigung, Zuchthaus, Wahrheit sagen Belohnung, Kinder, ein Ringkampf zwischen Geld und Angst. Er weiß kaum noch, was oben und unten ist. „Ob Sie das zugeben?“ fragt der Vorsitzende, lauter, drohender. Jetzt muß er antworten. Er denkt an die Kinderhöschen und Kartoffeln und sagt ja. Sieht die vielen schwarzen Männer hinter der Theke und sagt nein. Entschließt sich dann zu einem Mittelweg und fragt:„Was jefällig?“ „Ich frage, ob Sie das am Denkmal gemacht haben.“ Endd.“ „Sok Sie wollen also jetzt bestreiten?“ Enäd.“ „Was heißt nein? Sie können doch nicht auf beides nein sagen. Also was wollen Sie, zugeben oder bestreiten““. „Was heißt ja? Sie können eine alternative Frage doch nicht mit ja beantworten. Verstehen Sie denn kein Der Vorsitzende ist mit seiner Kraft zu Ende. Ihm ist kein Verbrecher zu gerissen, kein Verteidiger zu gefährlich. An Bätes zerschellt er. Er versucht es andersherum.„Nun seien Sie mal vernünftig. Sie haben das doch früher zugegeben.“ Bätes sucht sich hilfesuchend nach dem Wimm um; sein Platz ist leer. Das bringt ihn um den Rest der Fassung. Er fühlt sich allein und preisgegeben und bringt kein Wort mehr heraus. Die Tränen stehen ihm in den Augen. Der Vorsitzende wendet sich nach links.„Ach, Herr Staatsanwalt, vielleicht können Sie ihm mal vorhalten, was er Ihnen erzählt hat.“ Darauf hat Treskow gewartet. Seine Angst war, daß es ein glattes Geständnis und eine lächerlich einfache Verhandlung geben könnte. Nun sah man, was es für ein verstockter Bursche ist. Außerdem war es eine seiner Spezialitäten, widerrufene Geständnisse in Ordnung zu bringen. Er nahm das strenge Barett ab, legte sein Amtsgesicht in heitere Falten und wandte sich an Bätes, den rheinischen Tonfall leicht imitierend: „Sehen Sie mich einmal an. Erkennen Sie mich nicht?“ „Jewiß dat“, sagt Bätes und freut sich über den freundlichen Frager. „Sie haben mir die Sache damals doch so schön erzählt.“ Bätes schüttelt den Kopf.„Ich nit. Der Wimm.“ „Was ist Wimm?“ fragte der fünfte Beisitzer, ein hoffnungsvoller Prädikatsassessor aus dem Osten. Er wird aufgeklärt, und Treskow kann fortfahren. „Angeklagter, wir möchten das aber gern von Ihnen selbst hören. Also Sie kamen in der Nacht am Denkmal vorbei—— nun?—— erzählen Sie doch.“ Bätes würgt:„Der Wimm— der Wimm—“ Plötzlich kommt ihm ein Gedanke. Der Wimm ist dersenige, der die Sache ausgeheckt hat; der Wimm braucht nicht zu sitzen und kriegt das viele Geld. Dafür kann der Wimm auch was tun. Mag der Wimm hier die hohen Herren belügen; er, der Bätes, will eine reine Weste haben und hält sich säuberlich dumm. Kein Wort ist aus ihm herauszuschlagen. Er wiederholt immerfort: „Ihr müßt der Wimm frage. Der Wimm weiß Bescheld.“ Der Fall ist ungewöhnlich. Einen Täter, der mit der Sprache nicht heraus will und sich auf den Belastungszeugen beruft, das hat man noch nicht gehabt. Das Gericht flüstert und ist auf den Zeugen Wimm gespannt. Vorher wird noch der Schutzmann vernommen, der morgens als Erster am Denkmal war und den Tatbestand feststellte. Weiter weiß er nichts. Man hat ihn dennoch geladen. Zu einer ordentlichen Strafverhandlung gehört ein schwörender Schutzmann, das gibt der Sache Wucht und Ansehen. Solch ein Schutzmann kommt in Helm und Festtagsuniform mit prallen Nähten, glänzendem Lederzeug und knarrenden Stiefeln, knallt die Hacken und kann die Eidesformel besser als der Vorsitzende. Seine Aussage beginnt: An dem fraglichen Tage... Das Weitere steht in seinem Notizbuch. Dieser hier tut ein übriges. Er schildert mit tönender Wichtigkeit, welch ergreifenden Eindruck der Maulkorb an Allerhöchster Stelle auf ihn gemacht habe, und wie sich immer mehr Menschen ansammelten, und er nichts tun konnte, um ihnen den Anblick zu ersparen. „Warum haben Sie das Ding nicht einfach heruntergenommen?“ fragte ein Beisitzer, es ist aber nicht der Prädikatsassessor. Der Schutzmann ist durch die Zumutung tiefst erschüttert und schnappt nach Luft.„Ja, dann wäre doch alles— dann wäre ja gar nichts—“ Er kann sich nicht vorstellen, was dann wäre. Der Vorsitzende vermittelt.„Die Frage liegt wohl etwas neben der Sache. Ueber die Täterschaft wissen Sie nichts.“ „Nein. Aber die Tat ist dem Angeklagten durchaus zuzutrauen.“ „Kennen Sie ihn?" „Das nicht. Aber das sind die Elemente, die vor nichts zurückschrecken.“ Und dann kommt Wimm der Zeuge. Es war ihm nicht nach der Mütze, daß er draußen warten mußte. Nun weiß er nicht, was der Bätes gesagt hat, und sieht ihn fragend an. Bätes nickt ihm zu. Also ist die Luft rein. Wimm schlängelt sich nach vorn und legt sogleich los:„Ich un der Bätes, mir kame da vorbei, da trat der Bätes auf wat Weiches dat war ne Maulkorb, und sa sagt der Bätes, wat solle mer damit mache, un da sag ich: nix, und da sagt der Bätes: endoch, un jing am Denkmal un macht der Maulkorb dran fest, un ich jing laufe, ich wollt nix damit zu donn han.“ „Warten Sie, bis Sie gefragt sind", unterbricht der Vorsitzende.„Sie werden zunächst den Zeugeneid leisten.“ Wimm erhält die übliche Belehrung, er hört von Meineid und Sünde und Hölle und Zuchthaus; dann muß er die Hand in die Höhe halten und nachsprechen, und alle stehen auf. Daran hat er nicht gedacht, daß er ans Schwören kommt wo der Bätes doch alles eingestanden hat. „Sprechen Sie nach: Ich schwöre—“ „Verzeihung, Herr Präsident, seht dat nit auch ohne dat?“ „Nein. Sprechen Sie nach: Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen—“ „Verzeihung, Herr Präsident, wenn ich aber nit richtig dran flaub?“ Das macht nichts, wenn Sie nur richtig ans Zuchthaus glauben.— Also bitte: Ich schwöre—“ Dem Wimm tropfen die Worte schwer und heiß wie flüssiges Blei aus dem Mund. Alle setzen sich wieder. Nun kann es losgehen. Es geht nicht los. Wimm ist stumm wie ein Fisch. Er muß immer an Zuchthaus denken. „Wollen Sie gefälligst anfangen? Sie kamen in der Nacht über den Marktplatz, nicht wahr—“ Wimm schweigt weiter. „Schön. Und da haben Sie beobachtet, wie der Angeklagte—. Also bitte!“ „Jott, wat heißt beobachtet! Da hatt ich eisentlich far keine Jrund för, wat froß zu beobachten.“ „Also meinethalben gesehen, zufällig gesehen, ist ja gleichaftltig.— Und was haben Sie gesehen?“ „Eisentlich nit viel, sozusage.“ „Viel oder wenig— wir wollen wissen, was Sie gesehen haben.“ Wimm wird immer kleiner.„Och, dat war eisentlich nit der Rede wert.“ „Bitte, was?“ Wimm ist beinahe im Erdboden.„Ja, Herr Präsedent, dat war da son Sach, wie soll ich Ihne dat erkläre?“ „Nun quasseln Sie nicht.— Sind Sie etwa mit dem Angeklagten befreundet?" Wimm tut einen ängstlichen Seitenblick zu Bätes. „Wie mer et nimmt.“ „So. Das habe ich mir gedacht. Jetzt tut es Ihnen leid, daß Sie ihn angezeigt haben, und Sie wollen ihn herauslügen. Aber damit haben Sie kein Glück. Ich warne Sie nachdrücklichst vor den Folgen des Meineides. Machen Sie sich nicht unglücklich, sagen Sie die reine Wahrheit. Also was haben Sie gesehen?“ „Wenn mer et richtig nimmt: Nix.“ „Sie standen doch dabei.“ „Nit so richtig.“ „Oder jedenfalls in der Nähe.“ „Och, so arg nah war dat nit.“ „Wo waren Sie denn?“ „Wenn ich partuh de Wahrheit sage soll: Im Bett.“ „Da können Sie doch nichts gesehen haben.“ „Jrad, wat ich sag, Herr Prasedent.“ „Herr Wachtmeister, Sie sorgen dafür, daß der Zeuge den Saal vorläufig nicht verläßt.“ „Jawoll, Herr Landgerichtsdirektor.“ Treskow ist nervös geworden. Nein, so darf man den Zeugen nicht behandeln. Er kann es besser:„Herr Donnerstag, kommen Sie mal näher. Wir kennen uns doch, nicht wahr? Ich weiß auch genau, daß Sie die Anzeige nicht ohne Grund gemacht haben. Sie wollen offenbar nur sagen, daß Sie aus eigner Wissenschaft nichts wissen. Aber der Angeklagte hat Ihnen doch davon erzählt?" „Wie soll ich dat verstehe?“ „Ich meine, er hat Ihnen gestanden, daß er das gemacht hat?“ „Dat kann man jrad nit sage.“ „Immerhin hat er Ihnen Andeutungen gemacht!“ „Dat wär eisentlich zu viel jesagt.“ „Jedenfalls hat er mit Ihnen über die Sache gesprochen? Ueberlegen Sie gut, es geht auf Ihren „Jesproche!. Dat is möglich.“ „Was hat er mit Ihnen darüber gesprochen?“ „So allerhand, wat mer so spricht.“ „Hat er nicht gesagt, Sie sollen ihn nicht hereinreißen?“ „Enäd, Herr Staatsanwalt, dat bestimmt nit, dat nehm ich auf den Eid, dat hätt hä nit jesag.“ Wimm ist lebhaft geworden, es klingt durchaus glaubhaft. „Woher wissen Sie denn, daß er der Täter ist?“ „Wissen is nit der richtise Ausdruck. Der Bätes muß es doch am besten selber wissen. Tun Se ihm doch mal frage.“ Schweigen rundum. „Oder soll ich ihm selber frage?“ Wimm wartet keine Antwort ab und wendet sich an Bätes:„Wie is dat, Bätes, du häs et doch jedonn. Oder nit!“ Bätes rührt sich nicht. „Du Bangezibbel, nu sag et doch.“ Aller Augen sind auf Bätes gerichtet, Bätes steht hilflos auf Wimm, und Wimm malt ihm heimlich eine Drei in die Luft, eine große runde Drei mit lauter Nullen dahinter. Das hilft.„Ja, wenn de meinst“, sagt Bätes. (Fortsetzung folgt.) SONNTAGSSLAT BOCHUMER ANZEIGER 29. November 1936 ElTEhTMAGVEI! Erzählung von Werner Clas ie Steigung der Chaussee war nur eine ge) ringe, dennoch machte sie dem Matthias zu schaffen. Oftmals mußte er stehenbleiben, schwer auf seinen Wanderstock gestützt; sein Atem pfiff, und ein hohler Husten schüttelte seinen abgezehrten Körper in dem viel zu weiten Anzug. Zwanzig Jahre war er fort gewesen, weit herum in der Welt, auch drüben in Amerika. Nie in den kärglichen, ruhelosen Jahren war ihm der Irrtum seines Lebens so zum Bewußtsein gekommen als nun, da er auf sein Heimatstädtchen hinunterblickte: da unten in den engen Gassen und niedrigen Stuben, in Genügen und Geruhsamkeit hätte er bleiben sollen! Seine Musik hatte er gehabt, und so wie sie sich aus der Enge des Instrumentes in Weite und Höhe zu heben vermochte, so wäre ihr auch die Kleinheit der Stadt kein Hemmnis gewesen, des Matthias Seele und Namen hinauszutragen in die Welt. Statt dessen hatte er seinen Körper durch die Welt geschleppt, um nun, nach zwanzig Jahren, heimzukehren als ein vom Tode Gezeichneter. Nichts hatte er erreicht auf der langen Wanderschaft, keine Anerkennung, kein Glück! 27561 g. vigt. e. Aber zerstört hatte er ein Gluak: Er nickte hinunter zu dem steilen braunen Dach in der Mühlengasse: der Anna hatte es wohl einen bösen Riß gegeben. Von St. Katharinen und von der Andreaskirche schlug es die siebente Stunde. Wenn heute kein Sonntag gewesen wäre, hätte er jetzt die Buben ins Schulhaus gehen sehen können.— Der Pfarrer der Andreaskirche stand am Gartensteg, als ein Husten am Zaun ihn aufblicken ließ. Der Mann, der dort stand, erregte sofort die Teilnahme des Pastors.„Grüß Gott, lieber Mann“, sagte er.„Das ist ein böser Husten, den Sie da an diesem schönen Goltestag mit sich herumschleppen. Wenn Sie müde sind, kommen Sie herein, hier ist eine Bank.“.. geammm„... Matthias dankte dem Pfarrer und ließ sich ins Haus geleiten. Der Pastor hieß den Ermüdeten sich ausruhen und ließ von der Magd Kaffee und Gebäck bringen,. gn tbige.3 A. 6f„enn Endlich hatte Mairhias das Gesprach so gelent#, daß auf Musik die Rede kam, und da wurde das Erstaunen des Pastors, der ein begeisterter Musikliebhaber war und selber Cello spielte, noch größer. Schließlich sagte er:„Gestehen Sie es nur, Sie haben Musik studiert“:... gn 46iag 11.5 „Ja, in meiner Jugeno“, sagte Malthias.„Und ich hätt's wohl zu was bringen können, wenn ich in Demut meinen Weg gegangen wär'. Ich glaub' nicht, daß es am Können gelegen hat, aber an der Hoffart des Herzens." Jetzt wollte Matthias auf sein Ziel losgehen, da wurde die Gartentür egeöffnet, und die Magd des Kantors Henlein kam und richtete dem Herrn Pfarrer aus, daß der Kantor so von seiner Gicht geplagt sei, daß er zum Gottesdienst nicht werde die Orgel spielen können. Ob sie, die Magd gleich weiter zum Herrn Lehrer Füller laufen solle? Da bat Matthias, noch bevor der Pfarrer der Magd einen Auftrag geben konnte, ihm die Orgelbegleitung anzuvertrauen.„Ich werde Ihnen gewiß keine Schande machen“, sagte er bittend, als er den Pfarrer zögern sah. „Werden denn Ihre Kräfte ausreichen?" zweifelte der Pfarrer. 64.4641. „Sie wissen, Herr Pfarrer, jedes Lichtlein flakkert noch einmal hell auf, ehe es verlischt.“ Der Pfarrer klopfte ihm sacht auf die Schulter und sagte zur Magd, sie brauche nicht zum Lehrer Füller zu gehen.—... Als die Glocken von Andreas vie Gemeinde zum Gottesdienst gerufen hatten und nur noch in summenden Ausschwingen waren, betraten der Pfarrer und Matthias durch die Seitenpforte des Gartens den Kirchhof und von dort die Sakristei. Der Pfarrer verwunderte sich ein wenig, als er den Fremden sogleich den richtigen Weg zur Orgelempore nehmen sah. Während er sein Amtskleid angelegt hatte, lauschte er, wie die Orgel einsetzen würde. Und dann setzte sie ein, und da war es dem Pfarter, als hätte er diese Orgel noch nie in seiner Kirche gehört. Auch der Küster horchte auf und wollte etwas sagen, aber der Pfarrer winkte ihm Schweigen. Lange verharrte er noch und lauschte. Der Matthias saß oben und spielte und die Tränen liefen ihm übers Gesicht vor Glück. Am liebsten hätte er nimmer aufgehört, und es kostete ihm ordentlich Mühe, die Finger schließlich von den Tasten zu tun. Im Orgelspiegel konnte er den Pastor auf der Kanzel sehen und die ersten Bankreihen: da rechts der weiße Kopf, das war doch der Kantor Henlein! Und daneben die Frau Kantor! Alt und verhuzelt beide. Matthias suchte weiter, ob er noch immer jemand erkenne. Wenn nun gar die Anna—! Und da gewahrte er sie auch schon. Auf einer Seitenbank saß sie, das noch immer klare Gesicht andächtig zur Kanzel aufgeschlagen, und die Sonne tanzte in einem Lichtbündel, das durch das hohe Fenster brach, an ihr vorbei. Die Anna! Matthias saß zusammengesunken auf seiner Bank und schaute nur immer in das liebe Gesicht im Spiegel. Und wieder rannen ihm die Tränen und tropften auf seine gefalteten Hände. Jung war sie nicht mehr, und warum ihr Mund so schmal geworden war und so gramverschattet, das wußte wohl keiner besser als er selber, der Matthias.— Er schreckte zusammen: die Stimme des Pfarrers war verstummt. Da zog er die Register und aus etlichen Verschlingungen, wie seine Seele sie eben selber gewandelt war, fand er sich in die Melodie und begleitete den Gesang der Gemeinde. Sein Blick blieb aber auf dem Gesicht Annas im Spiegel. Der Segen war gesprochen. Die Gemeinde war von dem alten Kantor gewöhnt, daß er mit ein paar Kadenzen den Gottesdienst abschloß. Heute aber schwoll die Orgel zu gewaltigem Brausen an, so daß die im Aufbruch begriffenen Kirchgänger in den Bänken blieben und verwundert hinaufschauten. Matthias ließ die Orgel singen. Er sah nichts weiter im Spiegel als die Anna, deren Gesicht jetzt voll der Orgel zugekehrt war. Diese Orgel jubelte unter des Matthias Händen. Dann hielt er das Forte eine Weile durch Labialstimmen in der Schwebe und wechselte nun in ein Largo über. Es war wohl, als wollten die Oberstimmen das dunkel fließende Largo durchbrechen, aber die schwere Trauer der Grundstimmen schien ihre Flügelkraft zu lähmen. Allmählich nur ging das Largo in ein Larghetto über, brach ab, um dann zögernd, erst scheu wie ein Ruf, eine volksliedhafte Melodie zu formen: Das Lied, das Matthias einst für Anna komponiert hatte. Er sah im Spiegel, wie sie mit der Hand nach dem Herzen griff und wie ihre Augen hungrig wurden. Jäh, unvermittelt, ohne auflösende Kadenz, brachen die Töne ab. Eine Klarinettenstimme schwebte noch eine Weile dünn in der Luft, dann Stille. Nur langsam mich die Ergriffenheit von den Gemütern der Zuhörer. Der alte Kantor hatte sich dem Pfarrer genähert und sagte mit zittriger Stimme:„Am liebsten würd' ich nun nie mehr unsere Orgel spielen.“ Der Pfarrer nickte ernst: es war so viel, was ihn bewegte, aber er sagte nur: „Wir haben einen großen, gottbegnadeten Künstler gehört.“ Die Anna schaute noch immer verzückt zur Orgel hinauf und flüsterte:„Nun ist er heimgegangen... der Matthias Gruber ist heimgekehrt!" Dann stiegen sie hinauf. Des Matthias Kopf lag auf den Tasten. Sie schafften ihn ins Pfarrhaus. Abends kam er noch einmal zu sich und erkannte die Anna. Reden konnte er nichts mehr, aber die Anna verstand ihn auch so.— .—"-- Wo Wten, e, Eine Jungensgeschichte von Emil Strodthoff )'ssaus kann es mir ausreden, daß der blasse, schnächtige Junge mit dem braunen Wollsweater in der dritten Bank rechts hinten am Fenster Orge Rehbock hieß und daß sein Vater der Althändler Jupp Rehbock aus der oberen Steingasse war. Zu ihm schleppten wir zehn= und zwölfjährigen Döppe alles, was im Haushalt nicht mehr niet= und nagelfest war, den verrosteten und zerbrochenen Tannenbaumständer, vergilbte Zeitungen, Hasenfelle und alte Flaschen, aus denen der Geist des Frohsinns und der Bitternis längst entwichen war. Jupp stand in seiner blauen Schürze, das linke Auge prüfend zusammengekniffen, hinter seiner Waage, und je mehr Gewichte er auflegen mußte, um so heller wurden unsere Mienen. Mal waren es lumpige Pfennige, die er aus einer goldgeränderten, mit den Jahren verblichenen Tasse hervorzog, mal blanke Groschen, die er widerwillig einem verknautschten Portemonnaie entwand. Für uns war er Inbegriff des Reichtums. Wir wünschten uns den sagenhaften Schatz der Inkas und die Goldkörner Kaltforniens, nur um sie an Jupp verschachern zu können. Er betrog uns nie.„Immer rejell“, das war sein Wahlspruch, und vielleicht hatte er es diesen nicht alltäglichen Grundsätzen zuzuschreiben, daß er mit seiner großen Familie auf keinen grünen Zweig kam. Von früh bis spät rackerten sich die beiden Alten ab, und für die Kinder hatte das Schicksal selten eine freundliche Laune. Orge, der jüngste, mußte in den Nachmittagsstunden mit einem Hundekarren durch die Straßen ziehen und an den Türe um Lumpen, Dosen, Knochen und Papier nachfragen. Wehe, wenn wir ihn unterwegs bei diesem wenig angesehenen Geschäft, von dem im Grunde ja auch wir unseren Jungensunterhalt bestritten, ertappten! Die ganze Bande war sich einig, wenn irgendwo sein graues, zerschlissenes Mäntelchen auftauchte, neben Harry, dem großen Bernhardiner, der gleichmütig seine Fuhre dahinzog. Johlend wurde Orge eingekreist, wir warfen ihm sein Gerümpel durcheinander, und die Tränen, Püffe, Beschwörungen und Verwünschungen des kleinen Althändlers steigerten nur unseren Uebermut. Morgens saß er als unser Mitschüler in der dritten Fensterbank rechts. Er malte die saubersten Zahlen, seine Subtraktionen und Additionen stimmten immer, und im Diktatschreiben mußte der Bessere wohl erst geboren werden. Mit einem Wort, Orge war ein fleißiger und bedachtsamer Junge und obendrein von einer LammesSeeuu... Hamp eiuer Frummen van alt. In Kerschens Kamp, einer rrummen, von alten, dicken Bäumen verengten Gasse, die sich zwischen Wiesen= und Gartengrundstücken hinzog, entdeckten wir ihn eines Tages, als wir beim Indianerspiel hinter buschigen Wallhecken dem bösen Feind auflauerten. Dieters Willem hatte ihn zuerst erspäht. Ganz langsam kam er mit seinem vollbeladenen GeAdventsabend fährt dahergetrottet. Ueber seinen schmalen Rücken lief tief einschneidend der Ledergurt, so eifrig stemmte er sich, um Harry einen Teil der Last abzunehmen. Unser Plan war schnell in allen Einzelheiten festgelegt. Ein Pfiff, und mit schrecklichem Gebrüll setzten die furchterregend tätowierten, federgeschmückten Rothäute über Koppel und Hecke und umzingelten die armselige Bagage.„Sohn einer weißen Hündin“, schtie Jan Wieters, unser Häuptling,„wie kannst du nichtswürdiger Händler es wagen, deinen schmutzigen Karren durch die Prärie zu ziehen!“ Tobenden Beifall zollten wir der stolzen, männlichen Rede, derweil uns Orge, blaß geworden, wie ein verängsteter Vogel musterte.„Raus mit den Plünnen!“, befahl Jan und stieß mit dem Fuß nach dem rötlichen Plantuch, unter dem die hochgewölbte, eckig ausgebuchtete Wagenfracht geborgen lag. Und schon zerrten kräftige Jungensfäuste an dem steifen Laken. Heringsdosen, Kistenbretter und rostige Drahtrollen purzelten mit Flaschen, Blecheimern und dem nackten Gestänge von Regenschirmen durcheinander, ein wüstes Zeug. In Orges Gesicht zuckte es von Wut, Trotz und verhaltenem Weinen.„Laßt die Dummheiten", rief er,„bis Dunkelwerden muß ich noch durch die Hohe Straße“, schrie er und entriß dem Nächststehenden eine bauchige Vase, auf der in blauer Emailfarbe ein prächtiger geschuppter Lindwurm eingebrannt war. Karl Möllershagen aber hatte mehr Kräfte als der schmächtige Orge.„Gib sie her" und„nun erst recht nicht", balgten sie sich am Straßenrand, während wir anderen den Bettel von Althandel verschleuderten und der schlafmützige Harry die Kampfespause zu einem kleinen Nickerchen benutzte. Trumm, pardautz... Der chinesische Lindwurm war hin, zu nichts mehr nutze, und Möllershagen triumphierte mit zerrauften Federn und glühenden Backen als rothäutiger St. Georg über das schaurige Untier. Das krachende Bersten der Vase hatte uns alle ein wenig ernüchtert und verstummen lassen. Plötzlich machte uns die Sache keinen Spaß mehr, zumal Orge sich heulend über die Scherben warf und auch Harry dumpf bellend zu klagen begann. Einer nach dem andern verdrückte sich in die Büsche. Hatten wir das Spiel nicht doch etwas zu weit getrieben!„. A: Am nächsten worgen hockte Orge wie gewöhnlich in der Schulbank am Fenster. Er lächelte matt, und vielleicht war sein Aussehen etwas blasser, waren seine Augen etwas geröteter als sonst. Als er seinen Ranzen auspackte und Bücher und Butterbrote unter der Bank verstaute, fiel etwas auf die Erde. Schnell bückte er sich, und wie ängstlich er den Scher! scheppernden Gegenstand in der Hand auch zu verbergen trachtete, wir sahen alle, daß es eine Scherbe von der zerbrochenen Lindwurm=Vase war. Schuldbewußt und beklommen saßen die Missetäter und starrten auf Orge, der nun sicherlich aufstehen und die Rothäute an den Schand= und Gerichtspfahl zetern würde. Die erste Unterrichtsstunde hielt der alte Konrektor Haspel ab. Wenn er mit der Zunge schnalzte, über seine: Brille wegblinzelte und mit dem freundlichsten Gesicht von der Welt sagte:„Komm mal raus, mein Knabe“, wußten wir, was die Stunde geschlagen hatte. Sein Stöckchen machte eine Musik, daß es der Geige, die er gerade strich, den Atem verschlug. Den Hosenböden aber, mochten sie noch so umsichtig getarnt sein, ging es durch und durch. Haspel betrat die Schulstube. Kaum hatte er hinter dem Katheder Platz genommen, schnalzte er. „Komm mal raus, mein Knabe“, hüstelte er, und sein Zeigefinger bohrte sich durch die Luft und schien Orge Rehbock aufspießen zu wollen. Orge erhob sich und trat aus der Bank.„Hast du mir nichts zu sagen, Knabe?“ fragte der Alte und kam langsam näher. Dem dicken Karl Möllershagen klapperten vor Entsetzen die Zähne. Nun war es gleich heraus, daß er der Drachentöter war. Beim Skalp des weißen Adlers, die Petze von Althändler hatte uns verraten!„Nun, wird's bald...?“ drohte Haspel. Orge schluckte, als habe er einen Knödel im Halse stecken.„Ich weiß nicht, Herr Konrektor“, stammelte er,„ich habe nichts zu sagen.“ Eine Weile standen sich die beiden stumm gegenüber, wir wagten kaum zu atmen.„So“, schnupfte Haspel,„so so, mein Knabe, also geradestehen willst du auch noch für diese niederträchtige Bande“, und dabei streifte er die Klasse mit einem so verachtungsvollen Blick, daß es uns heiß und kalt über den Rücken lief. „Ihr dürft nämlich nicht vergessen“, fügte er hinzu, „daß der alte Haspel seit über vierzig Jahren in Kerschens Kamp wohnt und trotz seiner Brille noch leidlich gute Augen hat.“ In die Erde hätten wir versinken mögen bei diesen Worten. „Macht's wieder gut“, sagte er und strich mit seiner dicken, roten Hand ganz zart über Orges wassergebürsteten strähnigen Scheitel.„Bist ein guter Knabe, ein Kerl, der auf sich hält.“ Wir haben versucht, es wieder gutzumachen, wir Jungens und Rothäute von damals. Wer dem Orge etwas tat, wer hinfort seinem Wägelchen zu nahe trat, hatte es mit uns zu tun. Skalviert hätten wir den Schuft! * *.V egrrand unbeter Sespelstersp ur. Natürliche Aufklärung— Aberglaube in allen kändern Die Geisterohrfeige Der Kampf gegen den Gespensterglauben ist ein Kampf gegen jene, die nach einem alten Wort nicht alle werden. Der Kampf gegen den Gespensterglauben ist aber auch ein Kampf gegen die noch gefährlicheren daseinsverneinenden Elemente in manchen Menschen. Wenn in einer spiritistischen Sitzung ein„Geist“ einer vom Irdischen abgerückten Dame eines Abends eine schallende Ohrfeige versetzte, weil sie— die Dame— schon bei Lebzeiten in überirdischen Regionen verweilen wollte, so war diese„Geisteräußerung“ wohl der treffendste Ratschlag, bei Lebzeiten gefälligst auf dem Boden der normal gebauten Tatsachen zu verbleiben. Die hier zitierte„Geistesohrfeige“ wurde der betreffenden Dame übrigens von ihrem— Tischnachbarn erteilt, der unter den anwesenden„Beschwörern“ der einzige Ungläubige und Witzbold gewesen sein mochte. Wehrwölfe Gespenster= und Aberglaube haben oft genug manchem lichtscheuen Treiben und manchem Schwerverbrechen Vorschub geleistet. In einem hannöverschen Dorf erzählt man sich heute noch schauernd die Geschichte von den abendlichen Ueberfällen auf eine Reihe von Mägden, die einem Wehrwolf zugeschrieben wurden. Beinahe wäre es bei diesen Ueberfällen sogar zu einem Mord gekommen. Die überfallenen Mägde sagten, damals aus. ein halb wolf= und halb menschenähnliches Tier mit glühenden Augen habe sich plötzlich auf sie gestürzt und zu Boden geworfen und schwer mißhandelt. Ein Mädchen hatte so scheußliche Bißwunden davongetragen, daß man die Arme ins Krankenhaus bringen mußte. Schließlich stellte ein mutiger Bauernbursche den kamen Leute nach Hydesville, um auch einmal den Geistern zu begegnen. Der Wanderprediger und jener Farmer machten sich dann aus dem Staub, nachdem sie ganze Haufen von Lollars gescheffelt hatten. Nach der Flucht der beiden entdeckten die Hydesviller in der Farm versteckte Glöckchen und andere Lärminstrumente. Mit diesen Sächelchen hatten die beiden ganz Hydesville verrückt gemacht, und nicht nur Hydesville! es gibt tatsächlich Geister Es gibt sie wirklich, aber sie haben durchaus keinen übernatürlichen Ursprung. Manchem Mörder, der unentwegt leugnete, ist in der kahlen Zelle schon der Geist seines Opfers erschlenen. Sie haben den Geist leibhaftig geschen und haben dann gestanden. Das böse Gewissen brachte diese Geistererscheinungen zwischen Dämmerschlaf und Wachtraum hervor, und das böse Gewissen kann furchtbar deutlich werden. So hat der„Gelst des bösen Gewissens“ vor genau hundert Jahren gleich drei Frauen auf das Blutgerüst gebracht und wir greifen den etwas zurückliegenden Fall heraus, weil er ungeheuerlich lebendig das Wirken des bösen Gewissens illustriert. Vor hundert Jahren beherbergte das Mainzer Stadtgefängnis, der sogenannte „Holzturm von Mainz“, die Giftmischerin und Vatermörderin Margareta Jäger und zwei Helfershelferinnen dieser Bestie in Menschengestalt. Die Verhöre, die man mit der Jäger und mit ihren Helfershelferinnen vorgenommen hatte, waren fruchtlos verlaufen. Die drei Frauen leugneten, semals Giftmorde begangen zu haben. In einer Nacht aber schrie die Jäger in der Zelle grell guf., Die beiden Mitgefangenen fuhren aus dem Schlaf und sahen, wie die Jäger auf das Zellenfenster deutete. Den irren Reden der Jäger entnahmen die tungsfliegern i rungsfliegern in Hägernäs einen Besuch abzustatten. Am Rand dieses Schärengartens, wo das baltische Meer still und von Wald umgeben wie ein Binnensee liegt, ist der Militärflughafen Hägernäs. Wir gehen über Wiesen, vorbei an weidenden Kühen, passieren einen Wachtposten, vor uns flattert die schwedische Kriegsflagge; eine kleine Brücke führt auf einen kleinen Kreuzer, der hier stillgelegt ist. Linkerhand stehen in einer schmalen Schiffskose: an der Wand eine Karte, auf dem Tisch ein paar Karten und eine Kartothek, daneben ein Telephon. Wenn dieses Telephon schrillt, handelt es sich meistens um Minuten, die über Leben und Tod entscheiden. Wenige Augenblicke später wird die Maschine aus dem Schuppen gerollt sein, schon wird sie am Horizont über die Inseln entschwinden, irgendwo draußen auf einer der Schären liegt ein Mensch und die bel ihm wachen, lauschen über das Wasser auf das Surren der nahenden Maschinen.... Dieser Telephonapparat in der kleinen Schiffskose schrillt, wenn von den einsamen Hütten und winzigen Dörfern der Schärenwelt aus semand den Anschluß verlangt:„Flug=Ambulanz.“ nettungsflüge bei Nacht und Eis Vor diesem Telephonapparat sitzt der Rettungsflieger und Leiter dieser Flughilfe, Oberleutnant Weise seinen untergründigen Leidenschafe mnaszp" Frauen, daß sie ihren Vater sab, den sie erten fröhnte. Dem Kerl erging es ziemlich schlecht und mordet hatte. Die Jäger brach in dieser Racht zusamdie Mägde konnten endlich wieder in Ruhe abends über die Dorfstraße ziehen. ein abessinischer„Buda“ Im Vorkriegs=Abessinien arbeitete eine Gruppe von Erdarbeitern für eine Kupferminengesellschaft. Abend für Abend hörten die in Zelten lagernden Arbeiter ein tierähnliches Geheul vor ihrem Lager.„Der Buda ist wieder da“, flüsterten die Eingeborenen. Nach dem Glauben der Eingeborenen sind„Budas“ Menschen, die sich über Nacht in eine Hyäne mit Wolfsgelüsten verwandeln können. Immer wieder fand man auch am Morgen Eingeborene, die durch Erwürgen oder durch grauenhafte Bißwunden in der Kehle getötet worden waren. Man machte Jagd auf diesen„Buda“ und faßte ihn in einem Arbeiter. Auch dieser Mann hatte sich wie jener Bauernknecht hemmungslos seiner unseligen Leidenschaft hingegeben und der Aberglaube der Bevölkerung hatte ihm die Schandtaten in weitesten Ausmaßen möglich gemacht. Särge, die spazieren gehen Vor einigen Jahrzehnten diskutierten die spiritistischen Zirkel und Klubs aller Länder der Erde erregt einen Fall von Gespensterei in einem Grabgewölbe auf der Insel Barbados. Die Insel stand unter englischer Oberherrschaft und der Gouverneur hatte eine Gravgruft für die auf Barbados gestorbenen englischen Beamten angelegen lassen. In zwei Reihen standen die gleichförmigen Särge und jeder Sarg war mit einem kleinen Namensschild versehen. Und eines Tages wurde festgestellt: Die Särge stehen nicht mehr in der rechten Reihenfolge!! An Hand der Totenliste ließ der Gouverneur sie wieder richtig stellen und auch die Pforte zu der Gruft versiegeln. Und wieder wurde einer in die Gruft getragen, und wieder stimmte es nicht mit der Reihenfolge der schweren Truhen. Das Siegel an der Pforte war unversehrt und auch im Grabgewölbe fand sich keine Fußspur. Viermal fand die seltsame und unheimliche Verrückung der Särge statt. Es ging im Grabgewölbe um, das stand für alle 7 Die Geisterseher triumphierten. Hier war ein deutlicher Beweis dafür, daß Geister sich auf Erden meldeten! Die Aufklärung des„Spukes“ geschah unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Ein„Witzbold" unter den Beamten hatte die Totenliste— zweifach ausgefertigt. In jeder Totenliste war die Reihenfolge der Särge— anders angegeben. Eine genauere Ueberprüfung der Todesdaten auf den Särgen hätte dem„Spuk“ ein schnelleres Ende bereitet, aber der Aberglaube verrückte die Vernunft ein wenig. Geschäfte mit Gespenstern Auch zu Geschäften haben die Gespenster oft genug herhalten müssen. Gerissene Geschäftemacher nutzten oft genug die Furcht im Menschen dazu aus, sich möglichst leicht und schnell„gesund zu stoßen“. Es konnte in Newyork zum Beispiel geschehen, daß eine gewisse Sorte von Grundstücksmaklern ganze Häuserviertel für ein paar Dollar kaufen konnten, weil es in diesen Häuservierteln gespenstern sollte. Die Grundstücksmakler hatten dieses Gerücht aufgebracht und sogar„Gespenster“ angeworben, die dafür sorgen mußten, daß die Bewohner fluchtartig die Wohnungen verließen. Nach der Entleerung und Entwertung des Häuserviertels wurden die„Gespenster“ dann entlarvt— die Häusermakler verrieten ihre eigenen„Angestellten“— und wiederum vermietet. Ganz groß war das Geschäft! Da spukte es in hudesville! Hydesville ist ein kleines Farmerdorf in Nordamerika. Zwei fromme Prediger sorgten für das seelische Wohl der Farmersleute und alle waren mit den Predigten zufrieden. Ein Farmer aber war es nicht. Er war das was man einen Faulpelz nennt. Die Farm des Mannes glich mehr einem Hundestall als einem Haus. Und eines Tages kam ein Wanderprediger nach Hydesville. Er ging zu jenem Farmer, er unterhielt sich lange mit dem Mann und dann—— Dann spukte es in Hydesville! Gespenster gingen um in jenem Hundestall. Der Wanderprediger und auch der Farmer luden die Hydesviller ein, das Treiben der Gespenster zu beobachten. Die Geister klopften, hämmerten und murmelten in der verdreckten Farm, sie klopften und sie hämmerten sogar auf das Kommando des Wanderpredigers. kurzum: man konnte Eintrittsgelder nehmen für den Klamauk! Der Farmer und der Wanderprediger nahmen die Eintrittsgelder auch, sie gründeten Gespensterzirkel, von weit her men, gestand jedoch noch immer nicht. Nacht für Nacht wiederholte sich nun die Erscheinung und schließlich glaubten die beiden Helfershelferinnen auch, den Ermordeten leibhaftig zu sehen. Das Schreien der drei Frauen im Holzturm gellte weithin durch die Nacht, Volk sammelte sich an und verlangte die Aburteilung der Gefangenen. Und schließlich legten auch die Jäger und die halb irrsinnig gewordenen Mitgefangenen, die der Giftmischerin geholfen hatten, auf Befehl des„Geistes“ ein Geständnis ab. Die Jäger hatte nach dem Geständnis mit Hilfe der beiden Frauen ihren Vater, einige Verwandte und ihr Kind umgebracht. Alle drei bestiegen dann das Blutgerüst. Es gibt keinen Gespensterspuk. der nicht aufgeklärt werden konnte, es gibt keinen Gespensterspuk, für den nicht wenigstens eine natürliche Erklärung möglich ist. Wenn mancher nicht so rettungslos abergläubisch wäre, dann müßte ihn schon die Art der Geisterbeschwörung„mißtrauisch machen. Die Art der Geisterbeschwörung richtet sich nach dem Kulturstand des jeweiligen Landes. aber in allen Ländern werden die„Gläubigen“ zunächst einmal in einen Zustand versetzt, in dem sie alles Mögliche und Unmögliche tatsächlich zu sehen vermeinen. In den Steppen Rußtlands hocken die einfachen Bauern und Bäuerinnen rund um den Geisterbeschwörer. Der Mann bricht dann in Schreie aus, beschreibt mit seinen Händen Zirkel und Kreise, dann springt er plötzlich auf, beginnt zu tanzen, entzündet Feuerfackeln oder Feuerscheite, Rauch macht die Luft ganz undurchsichtig, die Bauern und die Bäuerinnen sind irr vor Angst und Schrecken und dann — erscheint der Geist. Das heißt, er spricht nur, mit der Stimme des Verschwörers. Die indischen Brahminen, die Tibetaner und die Türken hypnotisieren ganz einfach ihr Publikum und machen ihm die Geister vor. Die Geisterbeschwörer im Fernen Osten sind Meister der Physik und der Chemie. Auf chemisch=physikalischem Wege zeigen sie oft„Wunder“, die selbst den aufgeklärten Europäer verblüffen können. Natürlich arbeiten sie auch mit Schlaf= und Wachhypnose. feuerwolken und Gespensterhände In europäischen Geistersitzungen geht es selbstverständlich verfeinerter zu. Das immerhin aufgeklärtere Publikum muß wesentlich anders für den Spuk empfänglich gemacht werden. An den ersten Sitzungstagen wird gewöhnlich nur ein leichtes Klopfen in dem halbdunklen Sitzungsraum vernommen. Dann wird das Klopfen stärker, der eine oder andere sieht auch schon „Lichter“: in seiner Einbildung natürlich! Aber schließlich und letzten Endes kommt es ja auf diese Einbildung hier an. Bei der Aussprache über das angeblich Gesehene und Vernommene teilt sich den bis dahin noch „Blinden“ ein gewisser Schauer mit. Die Bereitwilligkeit, zu seben, was man sehen will— die Geister nämlich!— ist gestiegen. Ein jeder sieht bald„Lichter“ und„Flammen" und mancher dann auch— Feuerwolken. Die Nerven sind erregt. Der eine oder andere spürt jetzt, wie„eine kalte Hand“ ihn anrührt. Und wieder spricht man sich darüber aus, und wieder wird zitiert. Die„kalte Hand“ wird allgemein gespürt. Und das Gefühl wird manchmal zum— Gesicht! Der„Geist“ erscheint! Hinzu kommen selbstverständlich auch noch die betrügerischen Tricks der Medien. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die unserer Schulweisheit entgegenstehen, aber erstens lassen sich diese geheimnisvollen Dinge mit etwas mehr als nur mit unserer Schulweisheit bestimmt aufklären, und zweitens sollten wir bedenken, daß dieser schöne Satz aus alten Zeiten stammt. „Ttinlungenbiss.= Seitent hetlängsstleger! Wettflug mit dem Tod„ Wie die schwedische Flug-hilfe arbeitet Schweden hat in den letzten Jahren eine der vorbildlichsten Flughilfen der Welt organisiert. Uner Stockholmer Mitarbeiter hatte Gelegenheit, den Reteinen Besuch abzustatten. Serlander. Hunderte von Rettungsflügen hat er schon ausgeführt... er erklärt uns die ungeheure Bedeutung, die die Karten und Kartotheken dieses Raumes haben. In einem Verzeichnis sind über 500 Landemöglichkeiten dieses Gebietes verzeichnet. In einer dazugehörigen Kartothek finden sich zahlreiche Luftaufnahmen dieser Plätze. Denn der Schärengarten ist ja nicht offenes Meer: Inseln und Klippen, Steinblöcke und Seefahrtszeichen machen hier fast jede Landung zu einem Kunststück. Und doch darf damit keine Zeit verloren werden! So ist in sorgsamer Arbeit das gesamte„Revier“ aufgezeichnet worden; zu fast jedem Platz gibt es eine genaue Beschreibung der verschiedenen Landemöglichkeiten: bei Tag, bei Nacht, bei Sturm, bei Eis. mit dem flugzeug am billigsten! Diese wohldurchdachte Organisation erfaßt aber auch die Zuteilung in die Krankenhäuser; im selben Augenblick, in dem die Maschine startet, ist schon ein Bett für den Patienten bestellt, ein Krankenwagen benachrichtigt, der den Kranken aus der Maschine in die Stadt transportieren wird. Mustergültig ist auch die Kostenfrage gelöst. Wenn man früher einen der Kranken von den Schären in die Stadt transportieren mußte, brauchte man dazu ein Motorboot, das dauerte nicht nur in der Regel Stunden, sondern die Kosten betrugen zumeist auch 150 bis 200 Mark. Das Ambulanzflugzeug kostet 10 Mark S Kater Rallus— der Fiichtänger Rastus ist ein alter Kater. Er haust neben dem großen Fischteich eines be„kannten australischen Sportsmannes. Nachdem der Sportsmann durch einen Autounfall längere Zeit von zu Hause ferngehalten wurde, entwickelte sich Rastus zu einem ausgezeichneten, Fischer. teiag liegt er neben dem Fischteich auf der Lauer, wartet geduldig, bis ein Fisch sich zeigt, sprieigt dann ins Wasser, taucht und fängt seine Beute, als ob schon seine Ahnen die besten Fischer von Australien gewesen seien. Knockoul— aus Liebe Niemand der zahlreichen 9# Z u s c h a u e r, d i e e i n e r V o x veranstaltung in Newyork beiwohnten, hat etwas geK ahnt von der Tragödie, die sich im Ring abspielte, als zu einem der Rahmenkämpfe des Abends der Mittelgewichtler Georgie Goodman antrat. Goodman war vor Jahren ein ziemlich erfolgreicher Boxer, gab jedoch auf Wunsch seiner jungen Frau, einer ar. Sostiia, Sars., Holhwooder Filmstatistin, seine sportliche Laufbahn auf; denn seine Gattin erklärte, sie könnte es nicht mitansehen, wenn ihr Mann einmal im Ring niedergeschlagen würde. Georgie stellte auch sein Training ein und kümmerte sich nicht mehr um das Boxen, zumal auch er einen kleinen Posten in einem Filmstudio erhielt. Vor kurzem wurde nun Georgies Frau schwer krank. Zur Rettung ihres Lebens war eine kostspielige Operation notwendig, zu der dem Ehepaar das Geld fehlte. Georgie fuhr nach Newyork und meldete sich bei einem Agenten, um durch einen Boxkampf sich das nötige Geld zu beschaffen. Man erinnerte sich seines Namens und reihte ihn in die Rahmenkämpfe ein. Georgie bezog, untrainiert wie er war, bereits in der zweiten Runde eine furchtbare KnockoutNiederlage und wurde unter dem Pfeifen des Publikums aus dem Ring getragen. Am nächsten Tage fuhr er mit den verdienten 300 Dollar nach Hollywood, um die Anzahlung für die Operation zu leisten. Er stürzte in das Krankenhaus und fand seine Frau tot vor. Frau Godman war am vorhergehenden Tage ihrem Leiden erlegen. Ahnen die„Meine Rühner trellen sleine!“ Auf dem Wochenmarkt von Maribor gab es einen lärmenden Zwischenfall. Eine Hausfrau hatte Verdacht geschöpft, als ein ihr verkauftes Huhn ungewöhnlich schwer zu sein schien. Mit einem raschen Schnitt hatte sie mit einem bei einem Metzger entliehenen Messer dem Huhn den Leib aufgeschnitten „euos und stellte nun fest, daß dieses„pfundweise" verkaufte Huhn innen mindestens 1 Pfund Steine hatte. Die herbeigerufene Polizei stellte fest, daß auch die anderen Hühner jenes Händlers an dieser eigenartigen Steinkrankheit litten. Man verhaftete ihn unter der Beschuldigung, seinen Hühnern Steine zu fressen gegeben zu haben, um ihr Gewicht zu erhöhen. Der Händler aber bleibt bei der Behauptung, daß die von ihm gezüchtete Hühnerrasse nun einmal die Neigung habe, Steine zu fressen— ganz ohne seine Schuld für jede Viertelstunde; ein Rettungsflug dauert nur in den seltensten Fällen länger als 30 Minuten, so daß die Kostenfrage keine Rolle mehr spielt. Oberleutnant Serlander hat uns zu seiner Ambulanz=Maschine geführt; wir sind in die Führerkabine geklettert, und er zeigt mir die Blindfluggeräte:„Ich brauche nur meine Karten und den Blick auf diese Apparate, dann kann ich bei jedem Wetter fliegen— ja beinahe so, daß ich die Maschine, sowie sie auf richtigem Kurs liegt, einfach laufen lassen und dabei Zeitung lesen kann!“ „Also Rettungsfliegen ein Kinderspiel?“ „Sagen wir: diese Maschine ist so tadellos(eine deutsche Konstruktion), sie fliegt so zuverlässig, daß sie die Aufgabe sehr erleichtert. Abweichungen vom Kurs und Sich=Verfliegen sind durch diese Apparatur fast unmöglich. Die Schwierigkeiten beginnen meist erst beim Landen, wenn man mit der Maschine zwischen schmalsten Durchfahrten durch muß, wenn kein ausreichender Landeplatz zu finden ist, wenn die Küsten steil und die Brükken hoch sind und der Wind die„Maschine auf dem Wasser wie einen Ball vor sich hertkeiben will. Keine Minute ist zu verlieren, man muß herunter, muß ans Ziel — das ist die schwerste Aufgabe des Rettungsfliegers.“ „Wieviele menschen haben Sie schongerettet!“ Wir stellen diese„journalistische“ Frage; Oberleutnant Serlander lächelt.„Wir sind keine Aerzte, meist wissen wir nur wenig vom Schicksal der Menschen, die wir transportieren, und ob sie am Leben erhalten bleiben konnten. Nur zweimal ist es mir passiert, daß ich von den„Geretteten" selbst noch später hörte: ein Herr schrieb mir eine Dankpostkarte, und eine alte Dame traf ich in einem Bad wieder. Das Einzige, was wir zumeist wissen, sind diese knappen Aufzeichnungen.“ Der Rettungsflieger hat ein kleines Tagebuch genommen, das in der Nähe des Führersitzes liegt: es enthält Eintragungen über jeden Flug.„Hier“— sagt er— hatten wir Fälle von spinaler Kinderlähmung.„Dies Mädchen starb im Flugzeug. Hitzschlag ist häufig, aber es gibt sa kaum eine Krankheit, die wir nicht kennenlernen. Gestern war ich draußen, um eine Frau zu holen, die von einer Kreuzotter gebissen war, 35 Minuten nach dem Biß war sie bereits in Stockholm in der Klinik. Das dort, am 23. Mai, war ein stürmischer Nachtflug.“ Eine endlose Reihe von Namen, Daten, Krankheiten... Hunderte von Schicksalen gleiten an unserem Auge vorbei, Hunderte von Menschen, denen das Flugzeug Hilfe bringen wollte. Die Maschine ist nicht nur in ihrer Apparatur, sondern auch in allen Einrichtungen für diese große Aufgabe durchkonstruiert. Sie enthält zwei Krankenbahren, fließendes Wasser, einen Medizinschrank, Ampullen, und auch einen Respirationsapparat kann man jederzeit mitnehmen. Immer auf dem posten... „Sie sind so billig, daß Sie doch eigentlich das ideale Verkehrsmittel für alle Schärenbewohner darstellen“, frage ich. „Das schon, aber dafür sind wir nicht da. Mißbrauch habe ich nur ein einziges Mal erlebt. Nachts um 1 Uhr riefen sie:„Autounglück!“ Ich nehme die Karten, wecke den Krankenwärter der mitfllegt, wir holen die Maschine aus dem Schuppen, stockdunkle Nacht ohne mein Blindfluggerät hätte ich mich nie zurechtgefunden. Als wir, niedergehen, erkenne ich im Kegel meiner Schein#r crt torrelnde Gestalten, und als wir die Maschine endlich an der Brücke festgemacht haben und an Land springen, sehe lch, daß wir es mit drei Betrunkenen zu tun haben. Wir haben sie mitgenommen. Aber der Krankenwagen fuhr sie dann nicht in die Klinik—— sondern zur Polizel.“ Ein Fall nach dem anderen wird lebendig aus den knappen Eintragungen dieses Tagebuches. Wir sitzen noch immer in der Führergondel. Neben uns ragen im Dunkel der Halle die Rümpfe von Kriegsflugzeugen. Doch dieser Raum scheint nur erfüllt von Opfermut und christlicher Nächstenliebe. Tausende von Bauern. Frauen und Kindern, die einsam draußen in der Welt der Schären leben, sind nicht mehr allen Gefahren preisgegeben. Dies Amdulanzflugzeug hier und seine kapferen Piloten stehen Tag und Nacht, zu jeder Stunde bereit, zu retten. — Aeiene ure Neau Wochenbeilage des„Hochumer Anzeiger 2. Blatt: 49. Woche Man nehme einen Lößtel Humor... Saure Speisen— saure Menschen? 7 Ueberraschende Forschungsergebnisse Was Säuren und Basen sind und was sie auf Phenophthalein für eine Wirkung ausüben, das ist uns von der Schulbank her zu einem festen Begriff geworden. Essig, das weiß jeder, ist eine Säure, und Seife das sind Laugen oder Basen. Nun, das ist ebenso wenig verwunderlich für uns wie die Tatsache, daß Säuren und Basen für unseren Körper eine unbedingte Notwendigkeit bedeuten. Und wenn Vater gestern zuviel sauren Mosel sich genehmigt hat, dann ist er wohl heute nicht so rosig aufgelegt und schluckt Doppelkohlensaures Natron(Base). nicht allein um wieder in gute Stimmung und auf„Schönwetter“ sich umzuschalten, sondern weil der Magen gegen ein„Zuviel“ an Säure protestiert Aber wie weit der Körper sich für ein chemisches Gleichgewicht einsetzt, das wird wohl den wenigsten bekannt sein. Mit aller Energie hält das Blut an einer harmonischen Aufteilung: Säuren, Basen— fest, und wir sollten es unserem Körper doch nicht allzu schwer machen! Darum sind die jüngsten Ernährungsforschungen über den Säure= und Basenwert von ungeahnter Bedeutung, auch für die Heildiät. Der Geschmack führt nun aber irre, denn es ist ja nicht so, als wenn die kritschesaure Essiggurke und der Essighering nun Nahrungsmittel wären, die am säurehaltigsten sind. Es kommt nicht darauf an, ob Speisen sauer schmecken, sondern ob sie Säuren in großem Maße freilassen, und alkalische Speisen müssen nun beileibe nicht nach guter alter Küchenseife schmecken. Entscheidend dafür ist, ob sie im Körper im Stoffwechsel einen Basenüberschuß bilden. Nach langen und schwierigen Versuchen ist es nun gelungen, festzustellen, welche Speisen vornehmlich säureoder basebildend wirken, und man ersieht daraus, ob man mehr die saure oder die alkalische Kost liebt. Zu den im Körper Säure bildenden Speisen zählen: Fisch, Fleisch, Speck, Eier, Käse, Brot, Reis und Hafer, Die basenbildenden Speisen sind: Kartoffeln, Kohl, Spinat, Milch, Tomaten, Apfelsinen und Bananen. Die namhaften Ernährungsreformen empfehlen, wie es ja wohl allen bekannt sein dürfte, eine fleischarme aber gemüse= und kartoffelreiche Kost, die also rein basisch wirkt. Um aber den Wundheilgang zu beschleunigen und auch bei dieätetischer Behandlung eine Reihe von Krankheiten werden dagegen die säurebildenden Speisen bevorzugt. Das aber sind alles Dinge, die uns gewöhnlichen Sterblichen nur wenig schlaflose Nächte bereiten. Und nur die Ueberängstlichen, jene mit dem stets aufgeschlagenen„Aerztlichen Ratgeber fürs Haus“ werden nun für ihr vermaledeites und innigst geliebtes Zipperlein neue Ursachen finden, entweder war das Essen zu sauer oder gar zu seifig. auch gleich erprobt, und die Erfolge waren so verblüf. 1/21.8##.56 zux altem Wankb##te send, daß an dieser Theorie:„Saure Nahrung— saure Naus Zieos zur alten Kochkiste Neuschen“ nichts mehr zu rütteln und zu schütteln ist..up4 Li. rit, 27t. S. chüißte, wied ihe unbe. denn diese sauren(Ernährungs=) Wochen wurden den Wer sie kennt, die gute, alte Köchtiste, wild ihr.“, Menschen, an denen die Versuche gemacht wurden, zu dingt einen Platz einräumen, denn sie ist wie eine gute. wirklichen sauren Wochen. Sie zeigten ein niedergeschla= alte Kinderfrau, der wir getrost ihren Schützling ül genes und mißmutiges Wesen und waren mit sich und lassen dürfen. Vor allen Dingen ist sie auch sehr beAber was für uns alle von größter Bedeutung sein der Welt unzufrieden, bis einige Gramm Speisesoda scheiden, sie verlangt nichts für sich als Sauberkeit. Dar wird, sind die Forschungsergebnisse einer medizinischen Wunder taten und sie wieder in frische und lebensfrohe für aber ist sie immer bereit zu dienen, das heißr####., Universitätsklinik: die Ernährung ist je nach ihrem Menschen verwandelten. Und somit sind auch jene Kranken, zu kochen, was wir bereits auf dem He Säure= oder Basegehalt auf die Stimmung und die die ihre Umwelt durch überreizte Stimmung quälen, ent= haben. schuldigt, denn es gibt eine Reihe von Krankheiten, die Welche angenehme Einrichtung ist die Kochkiste für stark. säurehildend guf den Organismus wirkep. 34.6, jede Frau, die nicht nur im Haushalt tätig ist. Nehmen Lost wirkt verstimmend und entmutigend, alkalische„ Ganz so einfach wie hier aufgezeichnet sind blese wir die berufstätigen Frauen, die eine lange Zeit Vorgänge in unserem Körper zpar nicht, aber es macht außerhalb ihrer Wohnung verbringen. Für diese Frauen enn man darum weiß, daß es ein ist es besonders angenehm, wenn das kleine Kochwunder iehme einen Löffel Humor(sage di, Sheisen fertig kocht, ohne da Saure= ober Basegehalt auf hie Stimmung Lebenstust von ungeaynter Bedeutung:,„... schuldigt, Saure Nahrung— saure denschen: Saureyatnige nar,z sgutrehildend auf den Organismuszwirken. 31.7, jede Frau, die nicht nur im st wirkt verstimmeno und entmutigend, altalische Ganz so einfach wie hier aufgezeichnet sind btef wir die berufstätigen#### Speisen machen dagegen den Lebensmut start, schenken Vo#gunge in unserem Kör dem Menschen gute Laune, Unternehmungslust und jg frog und leicht, wenn man barizn,ryeikz#ug.### ist es besonders angenehm, wenn das kleine Kochwunder Weltfreude.„" Rezept, giht:, man net„. 7. vie Speisen felug toat, ohne daß dabei etwas anbrennr Und um diese wissenschaftliche Erkenntnis nun auch Speisesoda), das dich zu einem lebensfrohen und stere oder verdirbt. Auch für das Aufbewahren der Speisen auf ihre Richtigkeit zu prüfen, wurden diese Versuche in rosiger Laune sich befindenden Menschen macht. für beruflich sehr in Anspruch genommene Ehemänner tut sie ihre guten Dienste, weil die Hausfrau dann nicht immer erst aufwärmen muß, wenn der Haushere später kommt als vorgesehen war. „Spitzen“-Findigkeiten der Mode Kramen wir in der alten Truhe einer auf Tradition hält, so finden wir bestimmt beliten, Blumen und Bildern— ein Stunk Es gibt nun verschiedenerlei Kochkisten, größere oder kleinere, für einen Kochtopf oder für mehrere Kochtöpfe. Wir können eine Kochkiste fertig kaufen und können sie einfach. Hier ist ein aus starken Brettern denken Blumen und Bildern— ein Stück vergilbter serent Ainterfleid das eine Abendfarbe hat, den stärrsten bestehende Kiste, die keine Ritzen oder Löcher hat. Der n nächeg und handgearbeitet bot frezcheperegz. Se= Effekt. Weichfallender Taft=changeant ergibt ebenfalls veration nac Generation überdauert und no verervi— einen reizpolen Untergrugd, geut.— 4. a. sein. Wir stellen nun die Töpse in die lere Kiste hinein war einmal der festliche Brautschleier oder umrahmte, Die Bluse oder der Kasack aus Spiße zu vem va- und stopfen das Füllmaterial(Heu, Strob oder Holzauf Fischbeinstäbchen genäht, als Kragen anmutig den für passenden Rock aus feiner Wolle ersetzen das Nach= wolle) rund um die Töpfe herum. Je fester wir stopfen, Hals. Nichts Schöneres könnten wir zu finden wün= mittagskleid. Raffungen am Ausschnitt enden an der um so besser ist der Erfolg, das heißt um so länger halschen— als dieses duftige Gewebe, denn es bedarf Armkugel und lassen die Schultern frei.„angeg ger; ten sich die Speisen warm. Wenn wir geschickt stopfen, oberste Schicht also zum Zubecken verwenden wir ein außer den im Erzgebirge geklöppelten, meist maschinen: plissierten Aermeln ist schlicht und knapp auf die Figur mit Holzwolle gefilles Kissen. Dieses Kisfen muß den einen breiten Raum se in dem Modebild des Winters macht man bei Spitzen von der Seitennaht ausgehend einnehmen, sehen wir schon allein an den Auslagen der zur Brust verlaufend, so daß sie, wenn der Arm darüber. Um unserer Kochkiste ein nettes Aussehe Geschäfte, die dem modischen Bedarf der Frau dienen, fällt, überyaupt nicht zu bemerren sind. Zum Kostüm kaufen wir Laafaroe und streichen sie an. Wir ronnen sücken sie als Garnierungen— teils geben sie trägt man die schlicht gehaltene Bluse aus grober Woll= dazu Fußbodenlack verwenden. Schöner wirkt ein blauer Teils schmücken sie als Garnierungen— teils geben be jpitze., Mit geschmackbollen, Perlmutterperschlüsen, und Lag, den wir im hübschen Bauernsil mit Blumen, Herdas Material des Abendkleides oder der Bluse. Aber kleinem runden Kragen, mutet sie uns fast sportlich an, zen und dergleichen bemalen. nicht allein dafür— nein, auch als inkrustierte und Besonders nett gelöst und neuartig ist sie, wenn man applizierte Motive finden sie sogar für die Wäsche Ver= die Wäsche ihrem Farbton anlehnt— oder zu dem wendung. Da sie im Preise den Anforderungen ange= schwarzen Gewebe das Unterkleid aus bunter, schwerer paßt und somit für jeden erschwinglich sind, werden sie und glänzender Seide nimmt. sicher lange ihren Platz behaupten. Als Garnituren finden wir Jabots, Schulterkragen Abendkleid aus Tüll hat phantasievolle Ein= und Passen gefaltelt, glockig und plissiert, Manschetten Das Abenorteto uu, 7pige Wie eing go F." und Einsätze in Spitzen. Verrollungen und Paspel aus sätze aus Woll= oder Seidenspige. Wie eine Wolke um: Satin bilden den Uebergang zum Kleid aus demselben schwebt es die Trägerin und erinnert an das klassische Material. Der spitze Halszuschnitt wird von zierlichen für jede Mutter, die mit wachen Augen ihr Kind zu Ballett. Die Ciréwirkung— das heißt der Glanz be: Rüschen begrenzt, die auf ein schmales Samtband ge= einem ganzen Menschen heranwachsen sieht, darum so den Spitzen mit stumpfem Untergrund— entfaltgt, näht sind und sich am Gelenk wiederholen. Westchen wertvoll, weil dieses kleine Heftchen eine Beispielsammin Blumenkelchen und stilisierten Motiven zu hochster aus Spitzenstoff für Woll= oder Taftkleider sind eine lung darstellt, die das Tyvische im Entwicklungsgange andere Variation. Und, letzten Endes— auch der eines deutschen Kindes in diesen Tagebuchnotizen in ein besonderes Licht rückt. Und dieser Hauch an köstMargot Gross-Hübener. lichem Leben und Werden vermag in jeder Mutter nicht allein die Freude zum Kinde zu wecken, sondern bedeutet auch, wenn auch nicht in aufdringlicher Weise, ein Büchlein, das ihr den Umgang mit dem kleinen Kinde erleichtern hilft, indem es einiges über Seele und Wesen des Kindes zu sagen weiß, das für jede Mutter sebr brauchbar ist. Um unserer Kochkiste ein nettes Aussehen zu geben, #ir 9 Ffarbe und streichen sie an. Wir F3Das Iuch für die Frau Ernst und Gertrud Seupin: Vier Lebensjahre„Bubi“. Verlag der Dürrschen Buchhandlung Leipzig. Dieses kleine, äußerlich so unscheinbare Heftchen ist Spitzenhandschuh. ERar Wiedter 9 8 Seitunstu 2 0 3 Reiuihns andarbeiten zu Weihnachten Der Rausch des Schenkenwollens, der uns allen zum Weihnachtsfest das Herz weitet und unzählige geschickte Hände in beglückende Tätigkeit versetzt, und vor allem das Handarbeiten hinter verschlossenen Türen hilft uns, etwas von der vorweihnachtlichen Stimmung in unser Haus zu tragen. Wer mit Nadel und Faden umzugehen weiß, hat es leicht, Freude zu bereiten. Basteleien, Leder= und Wachstuchverarbeitungen, das Ausprobieren von Spielsachen sind für die Frau als genau so vollwertige und würdige Handarbeiten anzusehen, wie die schönste Nadelmalerei. Weshalb soll nicht das genaue Aneinanderkleben kleiner Pappteile, das saubere, der Wirklichkeit abgesehene Anmalen der entstandenen Häuschen oder anderer Gegenstände eine für die Frau geeignete Handarbeit sein? Kann sie nicht an dem Nachbilden eines Tieres, dem Anfertigen einer Puppe ebenso gut ihre Geschicklichkeit und ihren Geschmack beweisen? Das gleiche gilt auch bei den Verarbeitungen von nicht sehr üblichem Handarbeitsmaterial, wie Wachstuch, Leder, allerlei bunten Stoffen und dergleichen mehr. Gerade bei diesen Dingen kommt erst die wahre Kunstfertigkeit der Frauenhände zur Geltung! Bekommen auch sie nicht einmal Lust, aus der Fülle der hier gezeigten Modelle das eine oder andere für den Gabentisch selbst anzufertigen? Ist es nicht ein freudiges Bild, wenn in glänzenden und bunten Garnen, schöner weicher Wolle, gepunktetem Wachstuch... Schon das Aufzählen läßt ein buntes Bild vor unseren Augen erstehen, zu dem nur noch der Wille und die Geschicklichkeit hinzukommen müssen, um etwas Schönes zu schaffen. Ein Dorf, H 6659, dessen Häuser aus festem Kartonpapier gesaltet, bunt angestrichen und lackiert sind.— Das Kälbchen. H 6555, ist aus schwarzer und weißer Wolle gehäkelt. — Bei der Decke, II 6622, sind bunte Stoffreste aufgenäht.— H 6658. Diese Puppe ist von Grund aus selber zu arbeiten.— Zu allen angeführten Nummern Ullstein=Handarbeitsund Schnittmuster erhältlich. Ein weiß bestickter Kinderkittel aus farbigem Leinen für Knaben,—K 1488 und Mädchen,—M 4904.— Stickerei H 6621.— Aus Wachstuch ist das lustige Kissen mit Applikation H 6561.— II 6633. Tasche mit Gürtel aus stumpfem und glänzendem Leder.— Eine hübsche Form zeigen die gebäkelten Bettschuhe H 6652. (77 5 * Wee Zeichnung: Dorothea Sufirlan Die Zähmung Ri#re von Werner Cellers ggealsiztustr zct gas en der uishliglAuf der Schmiere Kollege:„Was, Sie wollen Heldendarsteller sein und getrauen sich nicht, den Direktor um Vorschuß zu Ihre Ehe war anerkannt friedlich, was besonders darauf zurückzuführen war, daß ihre beiderseitigen Zuständigkeiten sauber und gerecht geschieden waren. In den Fällen nämlich, in denen sie derselben Meinung waren, richtete man sich nach der seinigen; in den Fällen, in denen sie verschiedener Meinung waren, richtete man sich nach der ihrigen. So hatte jeder sein Teil. Als nun Gustav zur großen Tagung seines Innungsverbandes fahren wollte, meinte Amalie, sie wolle mit.(Denn Tagungen, dachte sie, haben es in sich, und Aufsicht rut not wie die Seefahrt.) Diesmal richdete man sich nach ihrer Meinung. Alles ging gut. Sie fanden in dem von Tagungsteilnehmern überfüllten Städtchen, wenn auch mit knapper Not, ein sauberes Zimmer in einem mittleren Gasthaus, und beide waren(was als Gesprächsstoff für böswillige Kollegenzungen nicht hoch genug bewertet werden konnte) die eifrigsten Besucher der vielen Sitzungen, Vorträge und Beratungen. Bis plötzlich in ihre fast stamesische Verbundenheit ein häßlicher Keil getrieben wurde:„Gustav wurde in einen Ausschuß berufen! Gustav, nicht das Ehevaar Schimpke. Und nun für denselben Abend wurde eine Ausschußsitzung angesetzt. Amalie, wiewohl ihr der Stolz auf die Berufung des Gemahls die Trennung erleichterte, ließ es, während Gustav sich vor dem Spiegel festlich rasierte, an Ratschlägen und Ermahnungen nicht fehlen. An Ermahnungen vor allem, die sich mit großer Beharrlichkeit immer wieder den Zeitpunkt seiner Heimkehr zum Gegenstand suchten. Gustav sagte, sie könne sich auf ihn verlassen, und gab ihr einen Kuß. Nun ist es aber seit der Erschaffung der Erde mit Ausschußsitzungen eine eigentümliche Sache. Da gibt es oft Widrigkeiten und Verwicklungen, die mit dem besten Willen nicht vorauszusehen sind und für Unbeteiligte oft unsaßbar erscheinen. Das mag zum Teil an der Vertraulichkeit der Verhandlungen liegen. Sei dem, wie es wolle, je mehr sich der Zeiger der Ritternachtsstunde näherte, ohne daß Gustav sich in Erscheinung drängte, um so mehr breiteten sich Unmut und am Ende gar Zorn im ehelichen Herzens Amaliens. Allerlei krause Gedanken folterten ihre Seele, und sie verrannte sich immer mehr in Gift und Wut. Nur so erklärt sich ihr unglückliches Beginnen. als der Hausbursche an die Tür klopfte. Ob beide Herrschaften daheim wären, frägte er. Denn er wolle die Nachtglocke abstellen, damit sie nicht unnötig störe und Wi Ers Kaum glaublich ihn immer wieder unnütz aus dem Schlaf hole, da doch kein Bett mehr zu vergeben sei. Da flüsterte Amalie der Teufel zu, ja zu sagen. Und sie sagte es. An diesem kleinen„Ja“ lag es, daß sich nun jegliches gerechte Mitleid von Amalien ab= und ihrem Gustav zuwenden muß. Den konnte man denn auch zwischen zwei und drei Uhr, als die Dunkelheit am ärgsten und die Müdigkeit am größten war, in ratloser Bestürzung vor dem Gasthaus hin= und hertappen sehen. Immer wieder kehrte er zum Klingelknopf zurück und drückte mit allen Kräften. Immer wieder huschte sein schmerzerfüllter Blick über die Fassade des Hauses, ob denn nirgends ein Lichtlein, nirgends eine Rettung sich zeigte. Nirgends. Da gab er es auf und versuchte es bei anderen. Aber entweder funktionierten die Nachtglocken nicht, oder man beteuerte, jeden Winkel belegt zu haben. Wo denn sein Zimmer liege?, fragte schließlich ein Hotelbursche aus der Nachbarschaft, dem die Not des armen Mannes ans Herz griff. Denn zu seiner körperlichen Not war nun auch eine seelische Not gekommen, die die Ereignisse des Wiedersehens vorwegnahm. Gustav erklärte es ihm: zum Garten hinaus, im ersten Stock. Da helfe doch wohl eine Leiter, meinte der junge Mann, und schon begaben sie sich an die Arbeit. Amalie erwachte von verräterischen Geräuschen, die vom Garten her an ihr hellhöriges Ohr drangen. Sie erschrak bis ins Innerste. Mit äußerster Anstrengung des Willens stieg sie wildklopfenden Herzens aus dem Bett und äugte vorsichtig über die Fensterbrüstung nach unten. Halb von Sinnen, sah sie eine dunkle Gestalt gerade zu ihrem Fenster heraufklettern und und unten eine zweite die offenbar Schmiere stand. Da riß sie die Tür auf und rannte hinaus. Schrill gellte ihr Ruf über die Korridore des Hauses: Ein—brä—cher! Ein—brä—cher Aus allen Türen flatterten weiße Nachthemden herbei und bunte Schlafanzüge, und ein paar beherzte Männer stürzten sich sogleich mit erhobenen Fäusten in das bedrohte Zimmer. Schon hörte man hageldicht Schläge fallen und fast gleichzeitig das Schreien des Ausschußmitgliedes:„Ich bin doch der Schimpke! Ich bin doch der Schimpke!" Da wurde auf dem Korridor die zitternde Amalie weiß wie Schnee und brach ohnmächtig zusammen... Natürlich klärte sich das Mißverständnis bald auf. Wie verlautete, soll Amalie das verhängnisvolle„Ja“ im Halbschlaf, sozusagen unbewußt gesagt haben. Und wie man weiter hörte, habe sie geschworen, keine Tagung mehr mitzumachen. bitten?“ Immer eitel „Tja, gnädige Frau, da werden wir wohl eine Röntgenaufnahme machen müssen.“ „Gern, Herr Doktor— aber wenn möglich im Profil, da werde ich immer am besten getroffen!" Der„Bruder“ „Na, Minna, wer war denn der Mann, mit dem Sie gestern abend in der Haustür standen?“ „Mein Bruder, gnädige Frau!“ „So, so— wie heißt er dann?“ „Ich glaube Erwin!“ Worüber lacht Schweden „Sie hatten ein Dienstmädchen, das den ganzen Sommer über bei Ihnen geblieben ist? Wie war denn das möglich?“ „Ja, wir wohnten damals zur Sommerfrische auf einer Insel, ich hatte das Boot angeschlossen, und sie konnte nicht schwimmen!" Dezente Sache „Guten Morgen!... Ich reise in DamenunterAR „Na, schön, aber ich würde das doch nicht an die große Glocke hängen!“ Lange Leitung „Kennen Sie den Witz von der Frau, die ruft: Hilfe, Hilfe, ich habe eine Nadel verschluckt! Und ihr Mann sagt dann: Beruhige dich nur, hier ist eine andere Nadel?“ „Nein, den kenne ich nicht— erzählen Sie ihn doch mal!“ FOOPK TSUE EÖNWE Silbenkreuzworträtsel Bedeutung der Wörter von links nach rechts: 1. Niederschlag; 3. Wappenkunde; 5. Heiligenschein; 7. etwas mit Linien Versehenes; 9. Zuruf der römischen Gladiatoren beim Einmarsch in die Arena; 10. der zaristische russische Reichstag; 11. roh genießbare Pflanze; 12. Hütte: 13. Blume; 16. Name berühmter Wasserfälle in den USA.; 18. asiatische Halbinsel; 19. Behältnis.— Bedeutung der Wörter von oben nach unten: 1. grundlegender französischer Physiker; 2. Art; 3. weiblicher Vorname; 4. Regierungsform; 6. Baumfrucht; 8. Liebelei(Fremdwort); 9. kriegerische Frau der Antike; 12. Stadt auf Kreta; 13. die Blume beim Wein: 14. ein andrer Frauenvorname; 15. Truppenvorführung; 17. Festtracht. Der ehrgeizige Sportsmann Der König kurdelt die Wirtschatt an Wie macht man aus einer Krise eine Konjunktur? Man frage Eduard VIII., den englischen König, der die Stadt Birmingham sozusagen über Nacht verzaubert hat. Birmingham ist der Sitz der englischen Schmuckindustrie. Seit Jahren lastet auf den zahlreichen Werkstätten der Juweliere der Schatten der Krise— kaum eine andere englische Stadt hatte so viele Arbeitslose aufzuweisen, wie Birmingham. Und nun sieht man plötzlich Plakatträger durch die Straßen laufen, die Pensionäre. verheiratete Frauen und sonstige Arbeitswillige auffordern, sich sofort für gut bezahlte Arbeit zu melden, da großer Mangel an Arbeitskräften herrscht. Sogar in den umliegenden Städten und Dörfern machen die Birminghamer Schmuckwarenfabrikanten Propaganda, um Arbeiter zu finden, ganz gleich, welchen Beruf sie bisher ausgeübt haben. Und woher kommt dieser seltsame Umschwung, der aus einem Arbeitslosenproblem ein Arbeitermangelproblem machte? Im Mai des nächsten Jahres findet die feierliche Krönung Eduards VIII. statt. Zu diesem großen Tage will sich jede Engländerin nach Kräften schmücken. Und da der König den Wink gab, daß ihm das Schicksal Birminghams sehr am Herzen liege, laufen aus allen Teilen Großbritanniens und seiner Kolonien zu Tausenden Bestellungen ein. Keine Lady, keine Ministersgattin, kein Maharadscha, keine Hofdame, die nicht am Tage der Königskrönung ein Schmuckstück aus Birmingham tragen will. Und die Juweliere reiben sich die Hände... Queen Dictorias Schokoladenlpende Dem Britischen Museum in London hat jetzt ein alter englischer Soldat, Samuel Smith, ein kleines Päckchen zur Verfügung gestellt, von dem er versichert, daß es sein größter und wertvollster Schatz seit dem Jahre 1900 gewesen sei. Dieses Päckchen enthielt nichts anderes als ein Stück Blockschokolade— in blaues Papier eingewickelt, jedoch mit einem königlichen Wappen versehen. Die Schokolade stammt von Königin Victoria persönlich, die damals den englischen Krieger;. in Südafrika gewissermaßen als„eiserne Ration" für besonders gewagte Unternehmungen Schokolade zuschickte. Jener Samuel Smith aß seine eiserne Ration nicht auf, sondern schickte sie als Brief seiner Frau, die sie als Andenken an die alte Queen aufbewahren sollte. So hielt sie sich denn— übrigens in einwandfreier Verfassung— bis zum heutigen Tag— als letztes Stück Schokolade aus der Spezialfabrik, die für die Königin von England die Süßigkeit herstellte. Das Taradies der Faulen Zwei Stundenten der technischen Abteilung der Lowa=Universität haben offenbar alles, was sie lernten, darauf verwandt, die Faulheit der Menschen bis zu einem ungeahnten Ausmaß zu fördern. So konstruierten sie für besonders saule Leute— u. a. für sich selbst— einen Fernfensterschließer, der vom Bett aus betätigt werden kann, ferner einen Wecker mit melodischem Geläute und schließlich eine Einrichtung, die morgens die Zeitung aus dem Briefkasten mit einer Stange herausholt und— bis ans Bett bringt. Mehr kann man nicht verlangen... „Infolge Todestalles nur 20% Es ließ sich nicht bestreiten, daß dieser polnische Kaufmann bis über die Ohren in Schulden steckte. Außerdem bestand die dringende Gefahr, daß in einer oder zwei Wochen die Geduld seiner Gläubiger zerrissen sein könnte und dann ein Zwangsverfahren einsetzte. Eines Tages erhielten nun seine Gläubiger einen Brief, sich unverzüglich in einer sehr dringenden Anaber wahr gelegenheit bei ihm einzufinden. Sie trafen ihn im Bett liegend, offenbar schwerkrank, eine weinende Gattin neben sich. Mit flüsternder Stimme machte er seinen Gläubigern nun folgenden Vorschlag— er sei sehr schwer krank, wolle aber alle Leute zufriedenstellen und biete eine 40prozentige Abfindung an. Die Zustimmungserklärung ließ er sich von allen unterzeichnen. Zwei Tage später sollten sie das Geld abholen. Als sie das Bargeld einkassieren wollten, trat ihnen die schwarzgekleidete, weinende Gattin entgegen und versicherte, daß ihr Mann in der letzten Nacht gestorben sei, sie könne nur 20 Prozent zahlen. Man nahm das Geld und war froh, nicht alles verloren zu haben. Doch als einer der Gläubiger vor ein paar Tagen in Lodz den„Toten“ quicklebendig auf der Straße traf, kam der ganze Betrug heraus. Nun wird er— wenn überhaupt— doch 100 Prozent zahlen müssen! Egon Damede, Lille Was er sich auf alle Fälle beim Olympia 1940 in Tokio erkämpfen will. Silbenrätsel Wort=Einsatzrätsel Ein Wortspiel a- a— bub—*— 68— 01— den—* ex— in— laus— mi= mit— mo= na nand— nir— net— 00— 750— r°— Fe 8— S0W— te— A— Wwa wehr— MNe wisch— zart Aus den vorstehenden 32 Silben bilde man 12 Wörter. Deren Anfänge und Enden ergeben, beides in der Wortfolge gelesen, ein Wortspiel von Peter Sirius aus„1001 Gedanken".(ch ist ein Buchstabe.) Bedeutung der Wörter: Hausvorbau Toll „Dann ist er also ein rücksichtsloser Fahrer?“ „Und ob!...“ Wenn die Straße nach derselben Seite eine Biegung macht wie er, dann ist das schon mehr Zufall!“ Fritzchens Abendgebet „Lieber Gott! Siehe Lesebuch Seite 25. Amen! Gute Nacht!“ Kleinbahn Reisender:„Jedesmal kommen die Züge mit Verspätung an!“ Beamter:„Wozu hätten wir denn sonst die Warteräume?“ Trotzdem Braut:„Sage, Emil, wie findest du das, was koche?“. Bräutigam:„Oh, ich heirate dich dennoch!" Freundinnen Anna(ihre Photographie zeigend):„Scheußlich, nicht wahr?“ Mizzi:„Aber famos getroffen!" In der Schule Lehrer:„Wenn ich ein Loch durch die Erde grabe, wo würde ich da am andern Ende herauskommen?“ Fritz:„Aus dem Loch!“ Mübsende Kommenerscheinung Einsiedler Bezeichnung eines unverschämten Jungen Baum Flecken in Südrußland Das Enddsel des Buhdhldnnns groder Truphenkürder Prüfling Mastenhalt etwas durchaus Erlaubtes Operniomponish „Vergiß nur ja nicht, daß du heute zum Zahnarzt bestellt bist!“ A C B Gänse 8 Klöße Glas 8 Licht Kur: Knecht Korallen: Reich Küchen? Rohr Land 8 Pflicht Nahe Stein Ur. Wald Rhein 1 Adler Wasser Schwalbe Tee Garten Zwischen die unter A und B angegebenen Wörter soll unter C je ein Hauptwort gesetzt werden, das in Verbindung mit den angegebenen Wörtern neue Hauptwörter bildet. Z. B. A Rinder, B Graf mit dem Einsatzwort C Mark ergibt: Rindermark und Markgraf. Die Anfangsbuchstaben der richtig geordneten einzusetzenden Wörter unter C nennen ein Lustspiel von Shakespeare. Kopf=Ergänzungsaufgabe Acker— Lias— Emme— Strich— Ubler Espe— Rebus— Unke— Raufe— Tat— Egel Den vorstehenden Wörtern gebe man mit einem weiteren Buchstaben einen andern Kopf. Miteinander verbunden ergeben diese Köpfe dann eine insbesondere herbstliche Naturerscheinung. Beim Hasenrat Wenn uns die M verfolgt, o wehl Dann sind wir sicher deren B. Auflösungen aus der vorigen Nummer Fächerrätfel: 1. Else. 2. Reis, 3. Toni, 4. Hund, 5. Oder, 6. Ruth, 7. Bern, 8. Base, 9. Toga, 10. Reck, 11. Omen, 12. Amen.— Es ist nun der Herbst gekommenz,### Silbenrätsel: Turgenjew, Näme, Notar, Essig, Kaserne, Gemper. Egon, Rodde. Etui, Sedan, Saaleck, April, Dame, Gartbaldi, Urtan, Nero, Elend, Greenwich, Tosca, Senat, Innozenz, Sardon, Empore, Nurmi, Eisgang.— Wer gern eln Kleinod hat zu eigen— Es ist genug, daß er es kennt. Magisches Quadrat: Islam, Stola. Lotos, Alois, Masse. Sülben=Kapfel=Rätsel: Arbeitsbeschaffungslotterte. Zoologisches Bilderraisel: Den angeführten Tiernamen: Wiesel, Calamander. Fisch, Eisbär, Ratte. Storch, Fliege, Trampektier, Ente sind die in Zahlen darüber vermerkten Buchstaben zu entnehmen. Man erhält so:„Wie man sich bettet, so liegt man.“ Kammrätsel Die Buchstaben: aaa aaaa, bb, c, dd. eec ee*e, g g, h h, iti, k, IIII,mm, un, er, s. t t t nennen in der obersten Waagerechten: die Einleitung zum Weihnachtsfest, in der untersten Waagerechten: Christbaumschmuck. Die senkrechten Reihen bedeuten: 1. deutscher Philosoph, 2. älteste latein. Bibelübersetzung. 3. Religion, 4. Flachland, 5. Halbedelstein, 6. Erlaß, Verordnung, 7. Bühnenwerk. 29. Nov. 1936 NUMMER 49 Der Spuk und die dummen Hänse Es spukte einmal ein Spuk in der Welt herum. Der drehte jedem, der sich vor ihm fürchtete, den Hals um. Jeweils um Mitternacht zog er los und machte die Menschen graulig. Kam er einst an ein Bauernhaus. Da schnarchte der Peterbauer in seinen Kissen, so laut, daß er von dem grimmigsten Heulen und dem heftigsten Kettengerassel nicht wach wurde. Er hatte tagsüber so viel zu arbeiten, daß er immer redlich müde war. Der Spuk ärgerte sich, daß er ihn nicht zum Fürchten bringen konnte, und um ihm doch noch etwas anzutun, ging er in den Stall. Als die Hühner ihn kommen sahen, schrien sie vor Schrecken: „Kerökökö, o jeminee!" Das freute den Spuk, und er drehte ihnen die Hälse um. Dann schlug es 1 Uhr, und er mußte verschwinden. „Ach, meine Hühner, meine lieben, klugen Hühnchen", jammerte Peterbauer am andern Morgen, als er sie alle tot fand, und er erzählte der Kuh, dem Schwein und den Gänsen, was geschehen war. „Uuuh“, rief die Kuh entrüstet. „Uff, uff“, machte das Schwein erschrocken. Allein die Gänse kamen mit offenen Schnäbeln gelaufen und schrien durcheinander: „Wat, war, wat?“ und ließen sich alles fünfzig mal erklären und verstanden doch nichts, denn sie waren eben dumm, wie es nur Gänse sein können. In der folgenden Nacht kam der Spuk wieder, und weil er den Bauern nicht wach und zum Fürchten bringen konnte, ging er in den Stall und biß dem Schwein, das vor Angst noch kein Auge zugetan hatte, so geschwind die Kehle durch, daß es kaum noch einmal „Htüilfe!“ quieken konnte. „Ach, mein Schwein, mein kluges, fettes Schweinchen“, stöhnte Peterbauer, als er in der Frühe die Bescherung fand.....„.. Kans. „Uuuh“, entrustete sich die Ruh, und die Ganse fragten dumm: „Wat, war, wat?“ ließen sich alles fünfzig mal erklären und verstanden doch nichts. Betrübt und beklommen legte sich der arme Peter diesen Abend zu Bett. Weil er aber sehr müde war, schlief er noch viel fester als sonst, und der Spuk, der um Mitternacht angerasselt kam, konnte wieder nichts erreichen. Wütend schlürfte er zu der Kuh, die hellwach war und andauernd schluckte, nicht etwa weil sie wiederkäute, sondern weil sie sich fürchtete. „Nur Muut, nur Muut!“ brüllte sie sich zu, doch da packte sie das unheimliche Wesen schon bei den Hörnern und zerbrach ihr das Genick. „Ach, meine Kuh, meine schöne, kluge Kuh!“ weinte Peterbauer:„Habt ihr denn nichts von dem Bösewicht gesehen, der sie umgebracht hat?“ fuhr er die Gänse an. „Wat, wat, wat?“ schnatterten die erstaunt. „Nun sind alle meine klugen Tiere tot“, sagte der Bauer.„Und ausgerechnet das dümmste Vieh ist mir geblieben. Aber weil es mein letzter Besitz ist, will ich mich heute abend vor die Stalltür setzen und darüber wachen. Das war leicht gesagt, aber schwer getan, für einen Mann, der den ganzen Tag über tüchtig arbeiten muß. Kaum hatte er sich um neun Uhr auf einen Holzklotz gesetzt und den Kopf zur Stütze an die Mauer gelehnt, da fielen ihm schon die Augen zu. Um zwölf Uhr schlummerte er schon so ausgiebig, daß man den Sitz unter ihm hätte wegziehen können, ohne daß er es gemerkt hätte. Weiß vor Aerger brannte der Geist ein Loch in die Stalltür und ging zu Peterbauers letzten Tieren, die die Köpfe unter die Flügel gesteckt hatten und von leckeren Würmchen träumten. Er machte Lärm. Sie fuhren in die Höhe, meinten der Bauer stände vor ihnen. „Wat, wat, wat mackst du uns wack, midden in de Nacht, Nacht, Nacht?“ Höhnisch kicherte der Spuk und machte sich, um sie zu ängstigen, glühend wie Feuer. Da meinten die dummen Gänse, er wäre das Stadtfräulein Mimi das sie gar nicht ausstehen konnten, weil es so ein grellrotes Kleidchen trug, und weil ihr an Armen und Hals so viel Schmuck hing, daß es bei jedem Schritt, den sie machte, klirrte. Empört gackernd und zischend, mit langgestreckten Hälsen, stürmten sie darauf zu. Sechs rissen an dem langen Hemd, daß es bald einen Fransensaum hatte, ein halbes Dutzend zwackte den Unhold in die Füße, und die andern hatten sich in die Ketten verbissen. So etwas war dem Spuk noch nie passiert. Er bekam einen so ungeheuern Schrecken, daß er alles im Stich ließ und rannte, so schnell und so weit er konnte. Nie hat er sich dort wieder sehen lassen. Als Peterbauer endlich wach wurde und das aufgeregte Schnattern im Stall hörte und voll Angst hineinsturzte, fand er im Stroh die dicken Ketten, die der Geist bei seiner Flucht verloren hatte. Sie waren aus purem Gold. Dafür konnte er soviel Land, Schweine, Kühe und Pferde kaufen, daß aus seinem kleinen Kotten ein großer Bauernhof wurde. Und wenn ihr diese Geschichte nicht glauben wollt, dann geht hin und laßt sie euch von dei Peterbauern selbst erzählen. „Man soll es ja nicht meinen“, sagt er jedesmal zum Schluß:„Aber manchmal ist Dummheit auch ein Glück" Einen guten Rat will ich euch noch geben. Solltet ihr euch abends, wenn es draußen stürmt und heult, einmal fürchten, dann kriecht nur recht tief unter eure Bettdecken, denn die Gänsefedern darin genügen schon, um den Spuk in die Flucht zu treiben. Marilene Küster Vom Winterschlaf der biere Wir wissen alle, daß im Herbst die Vögel fortziehen, daß das Laub von den Bäumen fällt und viele vierfüßige Tierarten nur noch selten im Walde oder auf dem Felde angetroffen werden. Mit diesem letzteren wollen wir uns beschäftigen. Was tun sie im Winter? Wo sind sie geblieben?— Die meisten von ihnen halten Winterschlaf. Sie verkriechen sich in irgendein Versteck und verfallen dort in einen schlafähnlichen Zustand. Die • S7 * Ganz rund und platt werden die kleinen, reten Räschen vor all der Weihnachtspracht in Christkindleine Schautenster Marianne Reiermann meisten Menschen sind jedoch der Ansicht, daß während dieses Winterschlases jede Lebenstätigkeit unterbrochen ist. Das ist falsch. Der Tierkörper verfällt nur in einen Erstarrungszustand, durch den die Lebenstätigkeit wesentlich herabgesetzt ist: die Tiere halten also mit ihrer Energie Haus, kann man sagen. Wovon leben sie aber? Wir wissen doch von uns sehr genau, daß Hungern auf längere Zeit eine Kunst ist, und daß wir an jedem Morgen, an dem wir erwachen, Hunger haben und essen müssen. Die Tiere aber fressen während ihres Winterschlafes nichts, denn jede Stoffwechseltätigkeit, wie man gemeinhin zu der Umwandlung der genossenen Nahrung in Wärme, Blut, Fett sagt, hort in der kalten Jahreszeit auf. Sie haben sich im Sommer so gut genährt, daß eine reichliche Menge Fett in ihrem Körper abgelagert worden ist und von diesem Vorrat zehren sie nun während der Winterszeit. Selbstverständlich verlieren die Tiere dabei reichlich an Gewicht. Wenn sie erwachen, sind ihre Kräfte jedoch völlig frisch und keineswegs geschwächt. Sie können sofort wieder Nahrung zu sich nehmen. Die Dauer des Winterschlafes ist bei den in den nördlichen Gebieten hausenden Tieren länger, als bei denen im Süden. Bemerkenswert ist jedoch die Tatsache, daß die Körpertemperatur erheblich sinkt, während sie bei uns stets auf 37 Grad Celsius bleibt und nur dann steigt oder sinkt, wenn wir krank sind, also Fieber haben! Es wurde beobachtet, daß der am tiefsten in der Erde schlafende Ziesel eine Verminderung der Körpertemperatur bis auf 2 Grad Celsius erfährt. Bei Fledermäusen beläuft sich die Körpertemperatur während des Winterschlafes 6 Grad Celsius, bei Haselmäusen auf zehn Grad, bei wachenden Tieren jedoch auf 33 bis 35 Grad Celsius. Bei den Haselmäusen tritt sofort beim Erwachen schon eine Steigerung der Körpertemperatur ein, und zwar innerhalb einer Minute von etwa 12 Grad auf 35 Grad! Bei Fledermäusen geht es noch schneller: von 6 Grad innerhalb 14 Sekunden auf 28 Grad. Während des Winterschlafes atmen die Tiere auch weniger. Die Fledermäuse tun in einer Viertelstunde nur einen einzigen Atemzug! Schlafende Murmeltiere atmen nur fünf bis sechsmal in einer Minute, während sie wach etwa fünfzigmal in gleicher Zeit Atem holen. Welche Tiere halten nun Winterschlaf? In ausgesprochener Art tun das besonders alle Reptilien, also Krokodile, Eidechsen, Schlangen, sowie alle Kriechtiere, während die Säugetiere ihren Winterschlaf zeitweilig unterbrechen. Zu diesen zählen der Dachs und der Hamster, die sich an warmen Wintertagen auf dem Felde und am Waldrande herumtreiben. Sie beziehen ihr Winterquartier niemals gemeinsam, sondern einzeln, Schlangen und Kriechtiere dagegen sind geselliger. Am zahlreichsten findet man die Feuersalamander in ihren moosigen Verstecken. Oft sind es hundert dicht beieinander liegende, eng verschlungen daliegende Tiere. Auch Kreuzottern schlafen gemeinsam zu 20 bis 30 in einem Versteck. Das Alpen=Murmeltier schläft familienweise in einem selbstgegrabenen Kessel, der in 1,50 Meter Tiefe etwa unter der Erde liegt und mit Heu gut ausgepolstert ist. Einen Wintervorrat an Nahrungsmitteln sammeln sich der Hamster, der Ziesel Siebenschläser, Gartenschläser und die Haselmaus. Den ersten Teil davon verzehren sie bis zum Einschlafen den Rest nach dem Erwachen im Frühjahr. Am vorsichtigsten ist der Bär. Hat es sehr geschneit, sucht er seine Höhle auf. Dabei geht er kreuz und quer, bald vorwärts bald rückwärts, um die Spur zu verwischen. Er hat außerdem den kürzesten und leisesten Schlaf. Während P 6) Lutz lachte noch immer. Er fühlte sich hier so behaglich. Es war ein ganz anderes gemütlicheres Heim, als das seiner Eltern. Bei ihnen wurde immer der steise Ton gewahrt. Die Mama führte ein strenges Regiment und Gemütlichkeit kam nicht auf. Es war immer, als säßen sie dauernd zur Schau, auch wenn niemand zu Gast war. Man fror daheim. Und hier war alles warm und gemütlich. Die behäbige Güte der Brinkmanns war wie ein großes Geschenk. Nur eins war ein bitterer Tropfen in dem Friedensbecher. Herr Brinkmann hatte verlangt, daß Lutz als Rennfahrer aufhörte. Er hätte keine Lust, sich immer um seinen Jungen zu ängstigen, hatte er gesagt. Den Schlag könne man an den Hals bekommen während solcher aufregenden Hetzerei. Er brauche auch den Schwiegersohn sehr notwendig im Geschäft. Nun hätte Lutz zwar auf keinen Fall nachgegeben, denn er hing mit Lust und Liebe, mit allen Fasern seines Seins an seinem Sport.. Aber der Sturz hatte böse Folgen gehabt. Die linke Schulter war nicht mehr ganz in Ordnung. Das war denn doch zu gefährlich, wenn man in einem schwierigen Augenblick nicht Heer über seine Glieder war. So mußte er sich dennoch von seinem geliebten Sport trennen, so schwer ihm das auch siel. Sie gingen jetzt alle die Treppe hiunter. Vor der Tür stand schon Fritz, der Chauffeur, hielt die Wagentür geöffnet und sah sehr schmuck aus. Aechzend ließ Papa Brinkmann sich in die hellgrauen Polster fallen. Richard Pommel, Heizer in den RüdinghoffWerken, hatte einen Jungen. Früh um fünf war er angekommen. Vor zwei Wochen war das gewesen. Früh um acht wußte es die gesamte Belegschaft der Rüdinghoff=Werke. „Nach zwei Mädeln der Junge. Hach, ich freu mich kaputt!“ meinte Fritz Pommel in der Frühstücksweise. „Als ob das’ne Heldentat wär, du Kamel. Jetzt haste für den Jungen zu sorgen“, sagte Vater Ullrich, der alte Packmeister aus Raum vier. „Ja, das werde ich schon. Und nun brauche ich noch einen Paten für den Jungen.“ „Da nimmst du natürlich mich.“ Arno Fiedler blähte sich auf. Er war der beste Akkordarbeiter und verdiente schönes Geld. Solche Familienfestlichkeiten machte er gern mal mit. Zudem war er Junggeselle und er fühlte sich geschmeichelt, wenn die ganze Verwandtschaft dann versuchte, ihn an irgendeins der anwesenden Mädel zu bringen. Denn er war eine gute Partie mit seinem Verdienst der netten Dreizimmerwohnung und den von den Eltern ererbten Möbeln. Aber bis jetzt war's immer bei dem Versuch geblieben. Er hatte sich stets aus der Schlinge gezogen. Nee, nee, er wollte was Besonderes. Daß er selber mit seinen großen Tatzen, dem blatternarbigen Gesicht und seinen spärlichen schwarzen Haaren nicht gerade ein schöner Mann war, wollte er nicht einsehen. Er konnte Ansprüche machen, meinte er. Richard Pommel besah den Freund und Arbeitskameraden kritisch, dann meinte er: „Diesmal brauche ich was Besonderes. Weißt du, es sind lauter junge Paare, die Paten. Und eine ist dabei, so fein und zart und blond, nee, mit all und jedem kann ich die nicht zusammentun.“ „Sag mal, Richardchen, was heißt hier eigentlich „nicht mit all und jedem?"" fragte sehr gemütlich Arno Fiedler. „Reg dich nicht auf. Aber es ist so. Ich habe den Kopf voll. Hallo, Hoff, wie wär's denn mit dir?“ Fred Hoff zerteilte sich gerade seinen Bückling, den er zu trockenem Brot aß. Jetzt wandte er sich lächelnd dem Sprecher zu. „Ich? Mich wird die kleine Dame nicht wollen.“ „Nu, das käme drauf an. N schöner Kerl biste natürlich, und mein Freund Arno Fiedler ist gegen dich ’ne Sandkrake mit Löeffelohren. Immerhin geb ich zu, daß du zu ihr auch paßt, wie die Faust aufs Auge. Du mit deiner Riesenfigur. Aber es würde doch nach was aussehen.“ „Nu tu bloß nicht so, als ob dein Junge ein leibhaftiger Thronfolger wäre“, höhnte aus seiner Ecke der Schweißer Giesecke hervor. Er kam näher, lachte breit und seine Arme zeigten unzählige Narben, die von Brandwunden herrührten, die er sich bei seiner schweren Arbeit, wenn die Funken sprühten, zugezogen hatte. „Thronfolger? Gewiß nicht. Das ist auch viel besser, daß er das nicht ist, der Junge. Wenn ich ihn zu einem ordentlichen Menschen erziehe, dann hat er seine Ruhe im Leben. Ein Thronfolger nicht. Also, wir wollen auch meinen Jungen gar nicht in die Politik reinziehen. Hier handelt es sich darum, wer der Partner der kleinen schönen Lore=Anne sein soll. Willst du, Hoff?“. „Aber natürlich will ich, Pommel. Wann ist denn der Spaß?“ „Weißte, von Spaß rede lieber nicht. Die Taufe meines Jungen ist kein Spaß. Und wenn du denkst, daß du dir mit der kleinen Lore=Anne einen Spaß machen willst, hast du dich auch geirrt. Also willst du in allen Ehren mit’nem anständigen Eingebinde oder willst du nicht?“ „Ich will! Und wie gern ich's tue!“ „Na, dann hätte ich also die Gesellschaft jetzt vollzählig beisammen. Wir werden so an die zwanzig Personen sein.“ „Menschenskind, die fressen dich arm“, lachte Fritze Giesecke. „Was du nicht weißt. Die bringen alle mit, sag ich dir. Meiner Frau ihre Schwester ist Köchin bei einem Großagrarier. Die Frau packt unserer Emma ’ne große Kiste ein, hat se schon gesagt. Mein Bruder ist Besitzer. Das heißt, er hat gesiedelt, gehören jut ihm eigentlich nich mal der Ziegel auf seinem Dach. Aber der Garten. Kinder, der Garten! Die ziehen sich Früchte und Gemüse und was weiß ich. Die haben uns schon immer geschickt. Wir stehen uns ganz gut. Und meine Eltern und meine Schwiegereltern bringen auch mit.“ Richard Pommel hatte jetzt seine Verhältnisse ausgebreitet, die Arbeitskameraden sollten endlich mal Achtung vor ihm haben. Hatten sie auch im Nu. Bruno Eiselt meinte beglückt: „Dann würdest du mir wohl mal was pumpen?“ „Nee, bedaure sehr, mit Bankiergeschäfte befass' ich wich nich.„,„ „Kapitalist: Was rann man von dem weiter verlangen, als daß er die Not der andern nich sieht", knurrte beleidigt Bruno Eiselt. „Gut, bin ich also Kapitalist mit nischt Bank. Aber wenn ich's och hätte, wenn dir dein Geld zu deinem Fusel nich langt, dann belästige nich anständige Leute.“ 8. „Pommel hat recht, ou Saufaus“, sagte Vater Ullrich und die Sache war hiermit erledigt. Hernach steckten Richard Pommel und Fred Hoff noch ein bißchen beisammen. „Dir gefällt das bestimmt. Und so nachts gegen drei wird es. Bei uns haben alle Taufen so gegen nachts drei Uhr ihr Ende erreicht. Richte dich also drauf ein, damit du nicht müde wirst. Schlaf vorweg 'n bißchen.“ „Wer ist denn die kleine Dame, die ich in die Kirche führen soll am Ehrentage deines Jungen?“ „Gott, weißt du, meine Frau kennt die Schwester von ihr gut. Sie sind sogar befreundet. Nun sollte die Margot Hagen Pate sein. Sie hat aber Rheuma und kann nicht kommen. Da hat die Kleine das übernommen und sie freut sich auf ihre erste Patenschaft. Nun bring also gute Laune mit. Und dein Wort, bring sie in Ehren nach Haus, die Kleine.“ Fred Hoff drückte ihm die Hand. „Was du doch für ein anständiger Kerl bist, Richard Pommel!" 7. Kavitel. Es war ein schöner Sonntagmorgen, als Fred Hoff oder Arndt Rüdinghoff sich für den Ehrentag des kleinen Pommel zurechtmachte. Er hatte sich einen etwas altmodischen sogenannten Bratenrock besorgt, auch einen großen Strauß Blumen für seine Dame, und unten vor der Haustür hielt schon der Droschkenkutscher mit seinem Wagen. Er hatte eine weithin leuchtende rote Nase und eine hellgraue Uniform mit Silberknöpfen. Verwegen balancierte der Zylinder auf seinem dicken Kopf und die Pferde scharrten ungeduldig, worauf sie mit einem kleinen Hieb sanft gestreichelt wurden. Lächelnd trat Rüdinghoff vom Fenster zurück. Er fühlte sich glücklich, wie seit langem nicht. Gab ihm dieses Zusammensein mit den einfachen anständigen Leuten wirklich soviel? Oder was war es sonst, was ihn so heiß und jung durchströmte? War es die Vorfreude darauf, daß er nun bald ganz und gar gereinigt von jener großen Schuld dastehen würde, die man ihm einst zur Last gelegt hatte? Es mochte mit zu diesem inneren Behagen beitragen, aber das allein war es nicht. Da war irgendeine große, innere Freude und er wußte nicht woher sie kam. Es mochte aber immerhin das Fest sein, das er im Kreis urwüchsiger und treuer Menschen verbringen durfte. Er nahm die Blumen an sich und ging hinunter. Droschkenkutscher Heinrich Katzwalk wußte, was sich gehörte. Kaum sah er den Herrn mit dem Blumenstrauß in der Tür, war er selbst auch schon vom Kutschbock herunter und öffnete den Schlag des Wagens. „Bitte schön, gnädiger Herr, wohin wünschen Sie zu fahren?“ „Schenken Sie sich den gnädigen Herrn, lieber Here Katzwalk. Also fahren Sie mich— warten Sie mal, können Sie das lesen?" Richard Pommels Schrift sah aus, als hätte er mit einem Stück Holz geschrieben, so dick standen die Buchstaben da. Der Zylinder des Droschkenkutschers rutschte mit solchem Schwung nach vorn, daß Rüdinghoff schon die Hand ausstreckte, aber die merkwürdige Kopfbedeckung blieb auf dem dicken Kopf Heinrich Katzwalks sitzen. In seinem Gesicht arbeitete es heftig, dann sagte er: „Ist gut. Den Namen Lore=Anne Hagen habe ich grade'rausgebracht, das genügt. In dieser Stadt weiß ich Bescheid. „Das ist sehr schön, Herr Katzwalk, aber nun müssen wir fahren, sonst muß meine Dame warten.“ Heinrich Katzwalk spitzte die Ohren, als er auf den Bock kletterte und die Worte seines Fahrgastes hörte. I nu, so was. Da hatte ja nun die kleine Lore=Anne wohl gar auch einen, der sie heiraten wollte? Hm, war ein ansehnlicher Bursche, mochte aber auch die Dreißig schon ein Weilchen hinter sich haben. Nun, das war immer ein Vorteil, da hatte der Mann dann wenigstens auch was zu sagen. Das heißt, in seiner eigenen Ehe war's anders. Die Hulda war auch jünger als er, Heinrich. Aber zu sagen hatte er nischt. Nun, man spülte eben den Aerger über ein herrschsüchtiges Weib am besten ab und zu mit einem kräftigen Kirsch mit Korn hinunter. Hernach sah man alles im rosigsten Licht und es war einem alles schnuppe, was solches liebe Eheweib sagte. Aufmerksam lenkte Heinrich Katzwalk seine Pferde. Dann kamen sie da an, wo die vielen kleinen alten und neuen Villen lagen. Eine neben der andern. Und alle in großen, schönen Obstgärten. Ein stiller Friede lag hier über allem. Das heißt, diese größere, protzige Villa paßte nicht so recht hierher. Es war wohl immer so im Leben,, daß irgend etwas die Harmonie störte. Man sah dann eben großzügig darüber hinweg. Als der Wagen immer noch weiter fuhr, durchzuckte es Rüdinghoff: „Dann muß Lore=Anne ja dicht neben meiner Mutter wohnen.“ Rüdinghoff kannte das kleine Haus, in dem die Mutter und Tante Juliane wohnten. Oft war er, seit er hier war, an diesem kleinen Haus vorübergegangen. Aber er hatte immer gewartet, bise es dunkel war. Heute nun war es ein lichter schöner Sonntag. Vielleicht sahen sie ihn. Ob sie ihn erkennen würden? Wohl kaum! Der Wagen hielt vor dem kleinen alten Häuschen, das völlig verschwand in all der Schönheit des blühenden Gartens. Und es war, als wollten die breit ausladenden Kastanien es beinahe erdrücken. Das kleine Pförtchen trug ein blank geputztes Schild: Justus Hagen, Ratsdiener i. R. Also hier. Und daneben, dort drüben— da wohnte die Mutter. Und Tante Juliane wohnte mit ihr zusammen. Sie waren jetzt allein da, seit Onkel Major so plötzlich gestorben war und seine Frau ihm noch am selben Tag folgte. Jetzt kam eine kleine alte Frau aus der niederen Tür und setzte sich vor dem Haus auf die Bank in die Sonne. Hinterher kam Tante Juliane und hatte ein Tuch über dem Arm. „Wie leichtsinnig du bist, Margarete, es ist schon kühl. Der Herbst kommt bald.“ „Ich danke dir, Juliane.“ Tante Juliane, munter und froh, wie sie immer gewesen, verschwand wieder im Haus. Die Mutter hatte die Hände im Schoß gefaltet und sah vor sich hin. Rüdinghoff sah starr hinüber zu der weißbaarigen alten Frau. 4 Sagenafreuna=Brlenkäften eines milden Winters bezieht er überhaupt nicht sein Winterquartier, sondern bleibt rege. Für ihn ist der Winterschlaf keine Notwendigkeit. Der erste Advent wird eingeläutet Günter Böhme Liebe Jungen und Mädel! Junge, Junge, war das eine Arbeit in der letzten Woche, da mußte man sich sputen, um nur durchzukommen! Aber nun hängen die Adventskränze in der Stube, mit ihren roten Lichtern und Bändern und wiegen sich kokett hin und her. Na, da wird ja die Kerze, die morgen als erste angezündet wird, leuchten und stolz hin= und herslackern, denn sie ist doch ein ganz wenig eingebildet darauf, daß sie den Lichterreigen eröffnen darf. Aber nicht genug damit, habt Ihr auch in dieser Woche fleißig Metall gesammelt. Na. Ihr habt geschleppt und gesäckelt, als wenn hunderte Nikolause auf großer Fahrt gewesen wären. Und wenn es nicht gar so wenig nach Weihnachten ausgesehen hätte, ich glaube, in dem dichten Nebel wäre es wohl manchem der kleinsten Kinderberzen angst und bange geworden. Aber ich glaube, Euer Eiser hat sich geloynt, denn was mir die„alten Freunde“, die mich gestern besucht haben erzählten, da muß doch ein ganz ordentlicher Berg von„Wertlosem aus dem Haushalt“ zusammengetragen worden sein, von Euch kleinen Helfern. Und nun einmal zu Eurer Arbeit hier in der Jugendsette. Da Ihr nun einmal A gesagt habt, so müßt Ihr auch noch B und vielleicht auch C sagen. Also, daß Ihr Geschichten(vor allem, wenn sie gruselig) und Märchen gern lest, das weiß ich nun. Aber nun sollt Ihr mir auch noch sagen, ob Ihr gern Witze und Rätsel lesen und raten wollt. Und wie ist es mit Gedichten; wenn sie recht lustig und fidel geschrieben sind, möchtet Ihr die wohl auch? Ihr werdet schon sicherlich schimpfen, daß ich Euch frage, als ob Ihr jeden Samstag mittag, aus der Schule kommend, vor der Erbsensuppe nicht unsere Jugenbeilage, sondern ein gewichtiges Schulbuch zu lesen vor Euch hättet. Aber gar so schlimm ist das nun doch nicht, Ihr braucht ja nur, wenn Ihr mir Eure Arbeiten einschickt, noch einen Satz hinzuzufügen, und uns beiden ist damit geholfen. Also laßt Euch die Frage durch den Kopf gehen! Es grüßt Euch Eure Jugendfreundin Erika. Ursula Kluge: Da wird Dein Schwesterchen Johanna— ich darf das doch wohl sagen— aber gewiß große und traurige Augen gemacht baben, als ihr wündernettes Bild chen nun doch nicht erschienen ist. Aber ich kann Euch sagen, geätzt worden ist es, nur, zum Schluß konnte ich es dann doch nicht mitnehmen. Vielleicht aber dann in der nächsten Nummer, was? Kurt Wilhelm Sommer: Vielen Dank für die vielen Gedichte, die Bilder und den Traum. Das eine oder andere werde ich in der nächsten Nummer bestimmt mitnehmen. Luzie Scheffler: Also Du denkst einmal an die Nikoläuse oder an ein anderes Weihnachtsbild. Aber rechtzeitig, bis spätestens Dienstag, müssen die Zeichnungen dann hier sein. Margot Theil: Liebe Margot, das ist sein, daß ich mal wieder etwas von Dir höre. Das Gedicht und die Rätsel gefallen mir sehr gut. Ingeborg Hagen: Mit Deiner sehr seinen Skizze müssen wir uns wohl beeilen. Werner Puzicha: Natürlich spann ich Dich nicht allzu lange auf die Folter! Willy Brauer: Wenn mich nicht alles täuscht, dann hast Du das sehr seine Gedicht aber bestimmt nicht ganz allein gemacht, denn es ist so viel besser als all die Gedichte, die Deine Alterskameraden sonst schreiben, daß ich es gar nicht glauben kann. Gib mir doch bitte eine Antwort darauf, wie es sich damit verhält. Vielleicht habe ich doch unrecht. Lisbeth Schattling: Ja, das ist ein Märchen, so lustig und sein, wie ich es mir gefallen lasse. Auch das Gedicht und die Rätsel gefallen mir sehr gut. Vielen Dank! Ilse Reinmöller: Das ist schön, daß Du schon so rechtzeitig an den Nitolaus gedacht hast. Die Scherzfragen sind auch sehr gut zu gebrauchen, wie auch das Silbenrätsel. Anneliese Brodt, Hildegard Brakschmidt, Irmgard Spadkawikt: Ich glaube, außer Anneliese, sind das ganz hagelneue kleine Mitarbeiter am Jugendfreund. Also auf gute wettere Mitarbeit. Die Rätsel sind alle sehr ordentlich und brauchbar. Vielen Dank! Aus der Werkstatt des Weihnachtsmannes geplaudert Wir nähen Handschuhe Wer weiß hier Rat auf die Fragen? Getrennt mir heilig, vereint abscheulich....? Bin ich am Dache, so heiß ich Dieb, bin ich am Ofen, so hast du mich lieb....? Gott sieht es nie, der Kaiser selten, doch alle Tage der Bauer Velten....? Warum sieht sich der Hase um, wenn die Hunde ihn jagen? Warum kann ein Pferd kein Schneider werden? Wer hat's bequemer, der Kaffee oder der Teek Richard Watzke, 13 Jahre Die Natzenfuge... und wie sie entstand Eines Tages saß der italienische Komponich Scarlatti am Klavier, um eine Fuge zu komponieren. Seine kleine Katze lag neben ihm auf einem Sessel und schnurrte behaglich. Scarlatti saß in Gedanken versunken da, nichts wollte ihm heute einfallen. Plötzlich sprang die Katze mit einem großen Satz aufs Klavier, lief langsam über die Tasten und schlug dabei die Töne G— B— Es— Fis— B— Cis an. Der Komponist war bei dem Aufspringen der Katze erschrocken zusammengefahren, stellte aber gleich voll Freude fest, daß ihm das Tier eine willkommene Hilfe war. Schnell fügte er noch ein D hinzu, und nun hatte er das Thema zu seiner Fuge, die er zum Andenken an seine Katze die Katzenfuge nannte und die später sehr berühmt geworden ist. Also ein Paar Handschuhe hat sich Mutter vom Christkind gewunscht. Ein Paar kräftige, blaue, handgenähte Lederhandschuhe, und was ist wohl leichter, als Mutter diesen Wunsch zu erfüllen, wir werden ihr nämlich einfach ein Paar nähen, so ein haltbares und brauchbares Weihnachtsgeschenk. Jeder kann im Fachgeschäft einen Schnitt erstehen und ihn für jede Handgröße abändern. Also der Schnitt ist gekauft und nun kann die Arbeit beginnen! Das Muster besteht aus dem großen Schnitt, der für die ganze Hand und die angeschnittene beliebig lange Stulpe bestimmt ist, aus dem Daumenschnitt und den sechs Keilen, die die inneren Seitenwände der Finger bilden. Nun legt man auf das auf der linken Seite aufgespannte Leder die Muster, und überpudert die Ränder oder zieht mit schmaler Schneiderkreide nach. Das gleiche macht man auch mit sämtlichen Einzelteilen. Beim Zuschneiden muß darauf geachtet werden, daß die Zugrichtung des Leders quer zur Hand liegt, da sich sonst die Finger ellenlang ziehen lassen würden. Nun schneidet man mit einer scharfen Schere die Umrisse heraus und legt den Schnitt im Spiegelbild nochmals auf das Leder und schneidet das Muster ebenfalls heraus. Soll nun die Stulpe mit einer zweiten Farbe abgesetzt werden, so ist das nun die erste Arbeit. Man schneidet sich nach Belieben ein Ledermuster, klebt dieses aufzulegende Leder mit Lederklebstoff auf(der Klebstoff muß etwa zehn Minuten einziehen) und beschwert beides, damit es gut trocknet, ohne sich zu ziehen. Soll die Stulpe mit schmalen Lederriemen umstochen werden, so locht man den Rand aus und zieht die selbstgeschnittenen Lederstreifchen durch die Löcher. Die erste Arbeit, die dem eigentlichen Handschuh gilt, ist das Einnähen des Daumens. Man beginnt damit an der oberen Kante und näht mit einer gebogenen Nadel und mit Perlgarn in gleichmäßigen Steppstichen bis zum Einschnitt zusammen. An dieser Stelle verbindet man den Daumen mit dem angeschnittenen Zapfen des Hauptteils und näht ihn ebenfalls mit Steppstichen ein. Und nun die Finger. Der Schnitt wird im Stoffbruch zusammengelegt, so daß Finger auf Finger zusammenkommen. Mit dem Nähen beginnt man beim Zeigefinger, den man von der Bruchkante bis zur Mitte des Fingers zusammennäht. Nun werden fortlaufend alle Zwickel eingenäht, beim Zeigefinger beginnend, näht man die Teile an alle vier Finger, und zwar so, daß nur die Rückenseite gesteppt wird und man veim kleinen Finger endet. Hier schließt man den Handschuh bis ans Ende der Stulpe. Nun beginnt man an der oberen Spitze des kleinen Fingers und näht die Zwickel an der Innenfläche ein. Nun wird der Handschuh auf die linke Seite gewendet und die noch nicht genähten Stellen, die Zwischenräume zwischen den Fingern, mit überwendlichen Stichen zugenäht. Nun ist die Näharbeit an den Handschuhen getan, und um ihnen die richtige Form zu geben, müssen sie geplättet werden. Die Handschuhe werden sorgfältig aufeinander gelegt, die Keile nach innen gestrichen und der Daumen in der üblichen Art eingeklappt. Das Eisen, das nur lauwarm sein darf, wird nun immer nur nach einer Richtung, von den Stulpen zu den Fingern, gestrichen. Also es ist nicht allzu schwierig, die Lederhandschuhe selbst zu arbeiten, es gehört nur ein wenig Mut und Geschicklichkeit dazu, Leder für ein Paar Handschuhe, Leder zur Verzierung, ein Schnitt, Kürschnernadel, Perlgarn, Schere, Stanzeisen, Kreide und etwas Lederleim und das Weihnachtsgeschenk für Mutter ist fertig und so fein gelungen, daß man seine helle Freude daran hat. Silbenrätjel Aus den nachstehenden 27 Silben sind 12 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, einen Ausspruch ergeben, den wir beim Winterhilfswerk beherzigen sollen.(u=.) Die Silben sind: s— ber— dolf— e— 90— 87— f1— 0e gel— gel— gen— her— 1— fahn— lan ei— 1— su— na— ne— rat— TU— stein 1e— 0— va— zie Die Wörter bedeuten: Mädchenname Etachellter Eisenstift landwirtschaftliches Gerät männlicher Vorname Sadan Kleidungsstück Nagesler ägyptischer männlicher Vorname Stadt am Rhein Fluß Stadt in Bayern Herta Brüggerhoff. 14 Jahre Magisches Geviert Die nachfolgenden Buchstaben, richtig in die Kästchen eingeordnet, ergeben von oben nach unten und gleichzeitig von links nach rechts gelesen: Ein altes Maß Ostfriesische Stadt Teil des menschlichen Körpers Hinterlassenschaft Die Buchstaben sind: B— B— E— E— E— L— E— E— L J— L— L— L— L— R— R Heinz Sommer, 12 Jahre Denkaufgabe Welcher Leckerbissen ist in dem Worte Gehirn enthalten? Wilhelm Bentler, 12 jahre Auflösung aus voriger Nummer Silbenrätsel: Syrien, Teller, Adalbert, Ukraine. Finsternis, Fulda, Alligator, Citrone, Himalaja, Erde, Regen— Stauffacher. Droschkenkutscher Heinrich Katzwalk aber dachte: „Du lieber Himmel, der traut sich nich mal ins Haus. Das hätte mir ja nun nicht passieren können.“ Freundlich munterte er seinen Fahrgast auf: „Immer ran an'n Speck. Die Mädels haben so ne Trantute nicht gerne. Man muß ihnen imponieren, dem Frauensvolk.“ Da ging der Herr wirklich ins Haus hinein. Margot Hagen öffnete ihm. Rüdinghoff dachte: Diese rothaarige ältliche Person ist wohl gar LoreAnne Hagen? Na, da hat mich der Richard Pommel schön angelogen. Wahrscheinlich hätte Arno Fiedler ihm heimgeleuchtet, wenn er ihm dieses Wesen präsentiert hätte. Aber mir macht das nichts aus. Sie hat eigentlich schöne Augen! „Fred Hoff! Ich möchte mir erlauben, Fräulein Lore=Anne Hagen zu der Taufe bei Familie Pommel abzuholen.“ „Ganz recht. Meine Schwester wird gleich fertig sein. Und da kommt mein Vater. Ich bin Margot Hagen, die ältere Schwester. Entschuldigen Sie, bitte, daß ich Sie in diesen dicken Hausschuhen empfange, doch ich habe heftiges Rheuma.“ „Aber bitte, bleiben Sie ganz in Ihrer Gemütlichkeit, ich wollte keine Störung bringen.“ Sie blickte ihn erstaunt an. Dieser nette Mann verfügt über gute Bildung, dachte sie und stellte ihm ihren Vater vor. Der kleine alte Ratsdiener i. R. dienerte altmodisch: „Freut mich wirklich sehr, fühle mich geehrt, daß Sie die Kleine abholen. Sie freut sich schon wie ein Schneekönig. Sie hat sonst nie etwas, gönnt sich keine Freude. Muß täglich ins Geschäft, sich ihr Geld zu verdienen, ist ein liebes Kind. Was sagst du, Margot?“ „Ich meine, Vater, das alles wird den Herrn doch gar nicht interessieren.“ „Ja, gewiß, entschuldigen Sie, Herr Hoff. Ja, da ist sie ja, unsere Kleine.“ Lore=Anne war eingetreten. Sie hatte ein duftiges hellblaues Kleid an. Das blonde Haar bauschte sich um die schmale Stirn. Im Nacken war es zu einem Knoten gesteckt. Das schmale Gesicht war von unbeschreiblichem Liebreiz und die hellen blauen Augen strahlten glücklich. Sie streckte dem Mann die Hand entgegen: „Sie werden sich heute langweilen.“ Schalkhaft sprach sie weiter:„Aber ich will still sein, damit Sie sich mit Ihren Freunden unterhalten können, nicht wahr?“ Er sah sie an, und da war wieder die ganze große Freude in ihm. Dieses zarte kleine Mädel nahm ihn gefangen vom ersten Augenblick an. Sie tat es, ohne daß sie es wollte. Einmal war in ihren Augen ein fragender Ausdruck, dann aber lachte sie wieder fröhlich auf. „Margot hat mir das Kleid genäht. Fertig hätten wir es nicht kaufen können, da wäre es viel zu teuer geworden Aber Margot ist geschickt.“ „Das Kleid ist wundervoll. Sie werden die Schönste sein, Fräulein Hagen.“ „Ach nein, das will ich ja gar nicht. Die andern sind sicherlich schöner als ich.“ „Bestimmt nicht.“ Da wußte sie eine kleine Weile nicht, wohin sie blikken sollte. Aber dann sah sie ihn doch wieder groß und offen an. „Die Blumen sind ja viel zu schön für mich. Wie haben Sie das nur wissen können? Daß Sie mir gerade diese schönen lachsfarbenen Rosen bringen? Sie passen so gut zu dem blassen Blau meines Kleides.“ Allerdings! Ganz wunderbar paßt es. Wollen wir nun fahren?" „Ja, wir müssen fort.“ Der alte Mann lächelte treuherzig: „Bringen Sie mir die Kleine wieder zurück heute abend.“ Ein Händedruck mit Margot und ihrem Vater, dann folgte Rüdinghoff dem jungen Mädchen, das leichtfüßig vor ihm herschritt. Draußen stand Heinrich Katzwalk kerzengerade vor dem Wagen. „Dunnerlittchen!“ sagte er nur, weiter nichts. Aber Lore=Anne war ganz rot geworden. Zwei alte Frauen standen am Wege. Sie sahen sich die Sache an, schüttelten die Köpfe und schimpften dann über die heutige Zeit. Weiter drüben sahen zwei schlanke Mädchen herüber. „Na, wie der angezogen ist, das ist doch kein Kavalier, das ist ein Mann, der sich heute mal aufgedonnert hat. Der Bratenrock war lächerlich“, sagte Rosalinde Straßlingen, die Tochter des Großkaufmanns. Aber Isidore, ihre Schwester, meinte: „Das war ein fescher Mann. Freilich— er wird kaum viel sein. Der Kleidung nach. Nun, was kann denn dieses Gänschen, die Tochter des alten Ratsdieners, auch weiter verlangen.“ Auf der Straße am Wasser aber schaukelte die Droschke hin. Die Leute am Wege sahen hin und lächelten, und das Paar im Wagen lächelte auch. Heinrich Katzwalk fragte dann, ob er denn heute abend auch kommen und die Herrschaften nach Hause fahren dürfe? Er erhielt zur Antwort: Nein, man wisse ja noch gar nicht, wann die Sache zu Ende gehe. Darauf schnalzte Droschkenkutscher Katzwalk mit der Zunge, steckte sein Geld ein und fuhr verächtlich davon. Als wenn er nicht wüßte, was los sei. Da hatte nun der Herr das letzte Geld ausgegeben und zu einer anständigen Heimfahrt reichte es nicht mehr. Na, dann eben nicht. Mit lautem fröhlichem Willkommengruß wurden Lore=Anne und Rüdinghoff in Empfang genommen. Der Taufvater hatte schon vor Angst geschwitzt. Er schlug seinem Arbeitskollegen derb auf die Schulter: „Na, Hoff, wenn du mir die Suppe hier versalzen hättest, ich hätte dich nich mehr angeguckt, das kannste glauben. Aber nun rein in die gute Stube, ihr müßt doch den Jungen bewundern. Ein schöner Kerl, sag ich euch. Na, Kleinchen, dau staunste, was?“ Lore=Anne lachte harmlos. In der Stube wurden alle Anwesenden einander vorgestellt und bei jedem Namen riß Richard Pommel einen Witz. Es gab ein Gelächter. Dann ging es endlich ins Nebenzimmer zur Wiege. Zwischen den Kissen war zunächst nur der pechschwarze Haarschopf des Kindes zu sehen, bis die Mutter es aus der Wiege nahm und stolz herumzeigte. Alle bewunderten das kleine Wesen, die einen meinten, es sehe dem Vater ähnlich, die anderen fanden mehr Aehnlichkeit mit der Mutter. Rüdinghoff bemühte sich, einige beifällige Worte zu sagen. Lore=Anne aber beugte sich über das Kind: „So klein, wie es ist und so unbeholfen! Und so lieb ist es.“ sah sie selber recht lieb und mütterlich aus. Rüdinghoff gefiel das sehr gut, es berührte ihn sympathisch. Der Taufvater erklärte: „Wer nun hier nicht genügend Platz hat, kann drüden beim Nachbar tanzen. Der hat die Bude ausgecäumt. Die ist heute unser. Er ist mit Kind und Kegel zu seinen Eltern. Was zerbrechlich ist, hat er im Schlafzimmer eingeschlossen. Das andere können wir benützen. Also los, seien wir vergnügt.“ Es roch nach Gänsebraten. Die Gäste schnüffelten lüstern. Rüdinghoff sah es und lachte laut und herzlich. Da war denn auch gleich der Bann gebrochen, der sich auf die Anwesenden gelegt hatte. Der Bruder des Taufvaters hatte sogar gemurrt: „Wozu du die feinen Leute eingeladen hast, möchte ich wissen. Sie vermiesen einem anständigen Arbeiter den ganzen Rummel.“ Der Taufvater wurde grob: „Stille biste! Gerade mein Freund Hoff und die kleine Lore=Anne verschönen das Fest. Was liegt mir denn weiter an meine noblige Verwandtschaft. Der Bruder schwieg eingeschüchtert still und blickte ehrfürchtig auf Fred Hoff. Als sich dann herausstellte, daß Fred Hoff zweihundert Mark eingebunden hatte, gab's einen Tumult. „Den nehm ich auch, wenn noch mal was Kleines ankommen sollte. Man wäre ja dumm“, sagte einer. Nun aber hatte der Taufvater ein sehr ernstes Gesicht. Er dirigierte den Arbeitskollegen in die Schlafstube, wo noch immer der Täufling die winzigen Fäuste unzufrieden hin und her schob. Richard Pommel bekam den Arbeitskameraden bei einem Knopf des Bratenrockes zu packen. „Menschenskind, du hast wohl einen Einbruch begangen? Was fällt dir denn ein, biste vielleicht verrückt geworden? Mit zwanzig Mark hatten wir von dir gerechnet, nicht mit einem Pfennig mehr. Du bringst mich in Verlegenheit, mach keinen Unsinn Ich werde ungemütlich, wenn dich etwa zur Taufe meines Jungen die Polizei von hier wegholt.“ „Hab keine Angst, du lieber anständiger Mann, es ist ehrliches Geld aus meiner eignen Tasche. Ich wollte euch eine Freude machen.“ Richard Pommel hatte Tränen in den Augen. „Meine Güte, so ein. Glück! Nein, so eine Freude! Ich danke dir. Nein, daß mir der Junge so ein Glück bringt!" Richard Pommel drückte Rüdinghoffs Hände krampfhaft in den seinen. Dann stürzte er sich auf den Jungen, liebkoste und küßte ihn. Dieser vermerkte das übel und fing an, sämmerlich zu schreien. Wie ein Racheengel erschien die rundliche Frau Pommel. „Natürlich, wann hättest du mal was Gescheites gemacht! Weckste mir den Jungen auf. Geh lieber und mache die Tischordnung. Die Esserei muß losgehen. Um zwei Uhr müssen wir in der Kirche sein. Wenn wir auch bloß ein paar Schritte zu laufen haben, man muß pünktlich sein.“ So, das Schlachtfeld war einstweilen geordnet. Arndt Rüdinghoff dachte: Wie zufrieden diese lieben Menschen sind wenn's ihnen nur ein bißchen gut geht. Wenn der Mann Arbeit hat, dann ist alles gut! Sind sie nicht viel glücklicher als dort, wo sie sich gegenseitig auf jedes Wort, jede Bewegung hin beobachten? Ich werde immer zu meinen Leuten halten, wenn sie auch wissen müssen, wer ich bin. Ewig verborgen kann es ihnen nicht bleiben. Aber ich will ihr Freund auch dann bleiben. Und Richard Pommel, das ist ein anstöndiger Kerl. Seine Frau ist nett und tüchtig. Mit ihnen bleibe ich bestimmt in Fühlung, das ist sicher.“ Während des Essens gab's auch einen Heidenspaß. Aber es blieb in Grenzen. Richard Pommel hatte die Verwandten und Bekannten vorher noch ein bißchen aufgemöbelt, wie er es nannte „Wißt ihr, eure madigen Witze laßt ihr beiseite heute. Die kleine LoreAnne Hagen hört so was sonst nie. Hier braucht sie es nicht zu lernen.“ „Schön, halten wir also den Mund.“ „So hab ich's nicht gemeint, da wird dann der Gänsebraten nicht reichen. Immer tüchtig reden und erzählen, sonst eßt ihr mir zu viel.“ Schön, nun blieb man harmlos, was aber noch lange nicht hinderte, daß es ein ewiges Gelächter gab. Fred Hoff war kein Spaßverderber, und LoreAnne lachte harmlos, wenn etwas spaßhaft war, was die andern sagten. In der Kirche war es dann sehr feierlich. Nur ein Vetter der Taufmutter verdarb beinahe die Feier, weil er immer nieste. Das war aber nicht böser Wille, sondern er hatte den Schnupfen. Der Kirchendiener bat dann diesen Taufzeugen, doch ein bißchen hinauszugehen. Sie hörten ihn dann von draußen her noch sein kraftvolles„Hatschi“ brüllen. Aber der Pastor lächelte mild und sprach sehr schön. Dann ging's wieder nach Hause. Und Stunden voll Humor und Frohsinn folgten. Und dann kam der Augenblick, wo Lore=Anne und Fred Hoff sich verabschiedeten. Und Richard Pommel sagte treuherzig unter vier Augen zu Hoff: „Entweder du heiratest die kleine Lore=Anne und mir ist alles egal oder du weißt, daß sie dich nischt angeht und da— na ja, du weißt schon. Also ich verlaß mich auf dich. Weißt du, der alte Ratsdiener hatte schon viel Unglück. Seine Frau starb ihm an einer Lungenentzündung binnen drei Tagen. Der Sohn hat sich wegen einer Mädelgeschichte das Leben genommen. Laß dem alten Mann seinen Frieden.“ Und Ferd Hoff sagte: „Du wirst zufrieden mit mir sein, Richard Pommel.“ Sie gingen nun durch die einsamen Straßen. Das Mädchen, das noch nie zu dieser Nachtzeit draußen war, fürchtete sich plötzlich. Ein Frostschauer ging über sie hinweg. Der Mann neben ihr sprach beruhigend auf sie ein. Da war es Lore=Anne plötzlich, als ob es gar nicht anders sein könne, daß er hier durch die Nacht neben ihr dahinging. Er plauderte mit ihr. Einmal blieb er stehen, schloß ihr den Mantelkragen höher. Und als sie in die einsame Gegend kamen, in der das Haus ihres Vaters lag, da zog er ihren Arm durch den seinen. „Erzählen Sie mir doch ein bißchen was von sich, aus Ihrem Leben“, sagte er. Lore=Anne dachte nach. Was sollte sie erzählen? Es würde ihn auch gar nicht interessieren, er wollte nur gern höflich zu ihr sein und da hatte er sie eben gefragt. Nach einer Weile sagte sie: „Es gibt nicht allzuviel aus meinem Leben zu erzählen. Ich habe meine Mutter gar nicht gekannt. Sie hatte sich nach meiner Geburt erkältet und ist dann ganz plötzlich an einer Lungenentzündung gestorben. Meine Schwester Margot war damals schon ein junges Mädel. Sie hat dem Vater den Haushalt geführt. Er hat nicht wieder geheiratet. Mein Bruder Walter hat sich vor vier Jahren erschossen, weil ihm der beste Freund die Braut genommen hatte. Ich gehe tagsüber ins Atelier von Photograph Bornemann. Ich habe dort die Kunden zu empfangen und ihre Wünsche entgegenzunehmen. In der Zwischenzeit retuschiere ich mit zwei anderen jungen Mädels. Ich freue mich dann, wenn ich abends nach Hause komme. Vater ist immer still gewesen, seit Walter tot ist. Margot spricht auch nicht viel. Da war ich zuweilen einsam. Doch seit einiger Zeit bin ich es nicht mehr. Zwei liebe alte Damen sind so gut zu mir. Ich bin oft am Abend ein bißchen bei ihnen. Frau Rüdinghoff und ihre Schwester, Fräulein Juliane Bruns, heißen sie. Sie besitzen das kleine Haus neben dem unsern. Es ist so schön bei chnen. Die kostbaren alten Möbel! Das ist immer ein Fest, wenn ich dort bin.“(Fortsetzung folgt.) Seite 27 Nr. 279„ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 28./29. November 1936 Anterhaltung E et Dom hohen Olump— Dolkspark in der Reide hafens Tempelhof wird der ganze bisherige Neuköllner Volkspark gebraucht. Alle Kreise und Behörden sind sich darüber einig, daß für diesen schönen Park, der in jedem Sommer Hunderttausenden Ruhe und Erholung geboten hat, ein vollwertiger Ersatz geschaffen werden muß. Für die Verwirklichung dieses großen Projektes spricht auch schon die Tatsache, daß die Hasenheide, in der einst Turnvater Friedrich Ludwig Jahn die ersten Berliner Turner ausgebildet hat, wunderbar gelegen und von allen Seiten mit den verschiedensten Verkehrsmitteln innerhalb kurzer Zeit zu erreichen ist. Straßenbahnen, Omntbusse und=Bahn berühren diesen Punkt in Neukölln, und vom Halleschen Tor aus sind mit der Straßenbahn knappe zehn Minuten zu fahren, um dieses idyllische Gelände zu besuchen. Das ganze Gelände wird nun zu einem großen Teil umgestaltet und noch mehr als bisher den Charaktes eines Waldparkes erhalten. So wird man große Lagerwiesen schaffen, auf denen sich die werktätige Bevölkerung Berlins und vor allem die Kinder erholen können, und man wird ferner um diesen ganzen Waldpark herum einen großen Weg anlegen, an dessen beiden Seiten bequeme Bänke aufgestellt werden. Besonders will man eine Anlage für„Mutter und Kind“ schaffen. Selbstverständlich wird man in diesem großen Volkspark auch mehrere Sportplätze und für die Schuljugend Ferien=Spielplätze anlegen. Gerade die Anlage von Ferien=Spielplätzen ist deshalb um so mehr zu begrüßen, als die Neuköllner Schulkinder augenblicklich noch ihre Ferien=Spielplätze in der Königsheide in Treptow haben. Der weite Weg dorthin würde dann fortfallen. Die Götter des Altertums sind verschwunden. Aber „Die vom Olymp“ kann man in Berlin noch jeden Morgen treffen. Man braucht nur zu den Vorräumen der Staatstheater zu gehen. Dort, an der Kasse, wo die Eintrittskarten verkauft werden, dort stellen sie sich immer an, die Olympier von heute, um für den Abend den Platz in jener Stätte zu erobern, der ihnen gebührt: den Platz auf den allerhöchsten Rängen des Theaters, kurz,„Olymp“ genannt. Aus höchster Höhe, allem Irdischen entrückt, blickt man teilnahmsvoll ins bunte Geschehen der unteren Regionen. Solch seliger Ort war— das ist begreiflich — schon im Altertum nicht leicht zu gewinnen. Er ist es auch heute nicht. Und wer Geduld und Beharrlichkeit lernen will, der kann am Beispiel dieser Olympier der Gegenwart eine gehörige Menge davon lernen. Man muß aber wissen, daß diese Menschen, die nach dem Höchsten(im Zuschauerraum des Theaters) streben, außerordentlich zeitig aufstehen. Manchmal— so z. B. wenn es im Staatstheater um„Sonnenstößers Höllenfahrt“ geht— sind sie auf den Beinen, noch eh' der Morgen graut! Gibt es einen größeren Beweis für die Kunstbegeisterung der Berliner?— Noch liegt der gewaltige Theaterbau still und leer, noch liegen die Schauspieler unbekümmert um ihre künstlerischen Pflichten daheim in den Betten, noch ist kein Kassierer, kein Kartenverkäufer da. Um diese kunstverlassene Stunde aber sind diejenigen, die auf den Olymp Anspruch erheben, längst zur Stelle. Eine einfache Erklärung: Die höchsten Plätze kosten das wenigste Geld. Ob dieser Wettstreit wohl der Grund ist, daß Neulinge unter den Olympiern fast ein bißchen mißtrauisch und feindlich beim ersten Auftauchen betrachtet werden? „Achtung, ein neues Gesicht!“, so liegt es abwehrend und warnend in der Luft, derweil in den aufdämmernden Straßen die ersten Bahnen und Autobusse sich vorwärts tasten und derweil außer den Schaffnern und außer einigen Nachtbummlern weit und breit kein Mensch zu sehen ist. Dann rücken die, die schon oft die früheste Morgenstunde zur Eroberung der Kunst benutzten, enger zusammen. Die Menschenschlange vor den Kassenschaltern nimmt auf ein Weilchen schon Form und Gestalt an, gleichsam zur Vorbereitung für den Zeitpunkt, an dem der Kassierer kommt. Und jetzt muß sich der Neuling fein zurückhaltend benehmen. Sonst wird er im Gedränge das Nachsehen haben. Und statt den Olymp zu gewinnen, kann's ihm passieren, daß er auf teuren Logenplätzen hängenbleibt, wenn er's nicht vorzieht, in körperlich und seelisch leicht erkältetem Zustande kartenlos nach Hause zu schleichen.... Am besten ist, der Neuling merkt sich zum Eingewöhnen die Gespräche der anderen„Schlangensteher". Denn die Olympier unterm Morgengrauen sprechen eine eigene Sprache, in der sich oft auf seltene Weise Kunst und Alltag mischen. Lauschen wir also, damit wir es später selber können.... Ein Mütterchen ist dazu gekommen. Sie hat einen Klappstuhl mitgebracht. Und wenn es heller wird, hier vorm Theater, wird sie einen Strickstrumpf oder irgendeine andere Handarbeit aufnehmen. Doch vorläufig erzählt Mütterchen von Erinnerungen, von Caruso. So hört man denn, daß sie eine Bekannte hatte, und diese Bekannte hatte wieder eine Bekannte, und diese Bekannte hat Caruso noch persönlich gehört...! Es wäre ein großer Genuß gewesen, meint die alte Frau ernsthaft, als sei sie selbst dabei gewesen. Allseitige Bestätigung unter den Olympiern. Und einer fährt fort:„Jut, det Caruso in jewissem Sinne eenen Nachfoljer hat! Wen mein' ich woll? Also, ick meine den Kickli!“ Dieser Name war sozusagen ein Stich ins Wespennest, denn es entspann sich eine lebhafte Debatte. „Kickli, sagste...?“„Jewiß doch, Kickli, der jroße italienische Tenor!“— Und man rätselte herum, welche Berühmtheit er meinen könnte. Endlich ein robustes Lachen:„Mööönsch, der heeßt doch janicht Kickli, der heest doch Dschildschi...!“ So also kam's heraus: Gigli. * In der Hasenheide jenem alten Neuköllner Waldpark, in dem sich auch das Jahn=Denkmal befindet, haben, fast unbemerkt von der breiten Oeffentlichkeit, umfangreiche Arbeiten begonnen, denn der südöstliche Teil dieses Geländes wird schon im kommenden Sommer der Berliner Oeffentlichkeit als neuer Volkspark übergeben. Darüber hinaus schweben augenblicklich zwischen der Stadt Berlin und dem Fiskus eingehende Verhandlungen, um die gesamte Hasenheide, die sich im Besitz des Reichsfiskus befindet, für die Reichshauptstadt zu erwerben. Dieser neue Volkspark Hasenheide, dem man wahrscheinlich den Namen„Jahn=Hain“ geben wird, ist der Ersatz für den bisherigen Neuköllner Volkspark. Infolge der Umgestaltung und Vergrößerung des FlugDie ackte Muse Der Reigen der sieben Musen, deren jede eine Kunst beschützt, bekäme eine seltsam anmutende Unterbrechung, wollte sich der kleine und von seiner Alchemistenstube verrußte Goldsucher Johann Friedrich Böttger einmischen, um mitzutanzen, wenn sie ihre Patenkinder, die Künste dieser Welt, verehren. Aber er hätte doch Berechtigung dazu, denn gerade er, der unscheinbare Schwärmer und Abenteurer, hat in kupplerischer Weise die Künste vermählt, um ein Wunderkind zu zeugen, das all ihr Können in sich vereint: selbst Plastik, hat es den Tanz in sich gefangen, die Malkunst festgehalten, die Mimik in Form gebracht und wurde so zur Poesie! Und dieses neue Wunder, die achte Muse, wurde nach der opalenen Porzellanmuschel„Porzellan“ getauft. Wer würde wohl soviel Zoologie beherrschen, dieses Tierchen zu kennen, wenn nicht die große Schwester wäre? Und wer wüßte noch etwas von dem Apothekerlehrling Böttger, der Gold zu machen versprach und seinem ungeduldig gewordenen Herrn, August dem Starken, in seiner Todesangst das erste europäische Porzellan schenkte! Dieses aber bedeutete für den prachtliebenden Fürsten gleichfalls Gold, denn seine Liebe zu Porzellan, das aus China kam, war übermächtig groß. Aus so viel Willen und Sehnsucht, aus deutschem Wissensdurst und Todesangst, zauberhaft der Glut entnommen, wurde dieser unstofflichste der Stoffe, diese Starrheit der Flusses, diese weiße Durchsichtigkeit und die farblose Buntheit des Lichtspieles geboren. Es mag ein großer Augenblick gewesen sein, als der angstvolle kleine Mann den Höflingen mit ihren goldgestickten Wämsen und den Damen mit Reifrock und Lockenverücke das noch heiße Wundergebilde zeigte. Da war für sie alle ein neues Zeitalter angebrochen, denn plötzlich wußte man wohl nicht Gold, aber Porzellan zu machen. In Deutschland, jawohl im damals kleinen, zerrissenen Deutschland, entstand so die erste Porzellanmanufaktur! Das war im Jahre 1710. Und heute noch zehren wir von diesem Ruhm, heute noch steht die deutsche Porzellanindustrie an der Spitze der gesamten Weltproduktion. Nur eines hat sich gewandelt: einstmals war Porzellan der Luxustraum weniger, die es in eigenen Porzellankabinetten als Schaustücke auf geschnitzte Konsolen stellten. Heute dagegen ist Porzellan nicht mehr wegzudenken von der Kultur des Alltags; von morgens bis abends, von der Kindheit bis ins Alter begleitet es uns in irgendeiner Form. Und immer wieder macht es ob seiner Farben und Linien, seiner Lichteffekte, seiner Sauberkeit und überhaupt wegen seiner gesamten Schönheit Freude! Dabei den, daß gerade der ausgedehnte Gebrauch von Porden, daß gerade de rausgedehnte Gebrauch von Porzellan ein Beweis des hohen Standes der deutschen Kultur ist; es befriedigt aber vielleicht, dies einmal wieder ins Gedächtnis gerufen zu bekommen. Seht Ihr nun die acht Musen tanzen? Seht Ihr, wie die sieben älteren Geschwister das Jüngste bewundernd umkreisen? Es ist doch tatsächlich der Inbegriff der Kunst! Dle 98 Musik Ein unbekannter Pianist bat den berühmten englischen Klaviervirtuosen John Field(1782—1837), in seinem Bekanntenkreis eine größere Anzahl Eintrittskarten für einen von ihm geplanten Konzertabend unterzubringen. Field wollte dem bedürftigen Kollegen die Bitte nicht abschlagen, und so bot er einer Dame einige Karten an. „Aber von dem Mann habe ich ja noch nie etwas gehört!“ meinte die Lady erstaunt. „Gerade deshalb sollten Sie hingehen", erwiderte Field,„denn wenn Sie schon etwas von ihm gehört hätten, würden Sie das Konzert gewiß nicht besuchen.“ 606 Als bei der Aufführung eines miserablen Theaterstückes viele der Besucher mitten im Spiel flüchteten, erhob sich plötzlich ein Herr und rief mit lauter Stimmer alt! „Ha.. Zuerst Frauen und Kinder!“ K Bünce IU m olen bemtheber boen Poon Gureh Wafl(shentod fagen Omgengr! * Sehr herzlich wünschte er ihr dann Gute Nacht und sagte noch:„Morgen abend singe ich im Gewandhaus. Ich fahre gegen elf Uhr morgens schon weg und werde voraussichtlich am nächsten Tage früh wieder zurückkommen. Vergessen Sie nie: Sie haben in diesem Hause Isch werde daran denken, Herr Liebenberg. Gute Nacht! Angenehme Ruhe!" „Gute Nacht, Gussy! Schlafen Sie wohl!“ Ganz seltsam war dem Mädchen zumute. So herzlich, so gütig klangen seine Worte, daß es ihr im Innersten wohltat. „Wir haben heute Gäste!“ sagte Heini in der Küche zu Gussy.„Wir sind insgesamt zwölf Personen.“ „Aber bitte sehr!“ „Ich wollte mit Ihnen besprechen, was wir unseren Gästen bieten können!" „Das weiß ich nicht!“ sagte Gussy ruhig.„Sie kennen doch Ihren Geldbeutel am besten, Herr Brennert.“„„.umst.—9 Nie „Was... wollen Sie... bamir sagen: stieß der Kapellmeister böse hervor. will damit nur sagen, daß ich Sie und Ihren Herrn Vetter bediene, wie es Gästen dieses Hauses zukommt. Haben Sie einen besonderen Wunsch, dann sagen Sie es, ich bin nicht kleinlich. Ich kann aber nicht für Fremde kochen, backen und braten, denn der Herr Kammersänger hat mir davon nichts gesagt.“ „Seien Sie doch nicht so kleinlich!“ wetterte Heini los.„Sie legen es richtig darauf an, uns zu ärgern. Der Onkel verdient so klotzig Geld, daß es wirklich nicht darauf ankommt!“ 8 4, Ganf. „Ihr Onkel hat seit einigen Tagen erst ein Bankguthaben. Sein Geld haben andere verbraucht. Wer, weiß ich nicht und will ich nicht wissen. Jedenfalls fühle ich mich verpflichtet, sein Geld zusammenzuhalten. Ich bin doch nur ein... Dienstmädchen, ich kann es doch von mir aus nicht verantworten, ich würde ja meine Stellung riskieren. Das kann ich nicht.“ Wütend verließ Heini die Küche und suchte unverzlich seinen Vetter auf. „Da muß Mutter her um hier Ordnung zu schaffen!“ sagte Rudi entschlossen.„Wir haben auch Glück. Mutter sitzt in Stettin, und wenn wir sie anrufen, kann sie heute abend hier sein.„ 66 8 Heint war damit einverstanden, und er sah in Frau Alma Deventer— so nannte sich Liebenbergs Schwester jetzt— eine sehr erwünschte Hilfe, denn man sagte von Frau Alma, daß sie zehn Teufel im Leibe habe. „Es ist auch sehr günstig, daß Onkel heute nicht da ist. Vielleicht bringt es Mutter fertig und ekelt sie hinaus. Und weißt du... das Diner und den Wein bestellen wir vom Central=Hotel! Auf Onkels Rechnung! Das wäre nicht das erstemal, daß sie uns geliefert haben. Da brauchen wir die dumme Pute nicht. Und zwei Kellner lassen wir mitkommen.“ „Sehr gescheit! Weißt du, eigentlich müßten wir die Gelegenheit benutzen, um die ganze Verwandtschaft zusammenzutrommeln!“ „Ach laß mich damit in Ruhe!“ „Verstch klären, da mußten!“ „ mich doch!„Dann können wir Onkel erwir doch die Verwandtschaft bewirten „Eine fabelhafte Ausrede! Machen wir!" Und nach wenigen Minuten begann das Telephon zu spielen. Rudi, der mit seiner Mutter sprach, ahnte nicht, daß Gussy zufällig Ohrenzeuge des Telephongesprächs wurde. Gussy ahnte, was kommen sollte. Liebenberg hatte ihr schon von seiner Schwester erzählt. Das mußte ein wahres Mannweib sein. Figur wie der Kammersänger selber. Ergo ergriff Gussy ihre Maßnahmen. Sie rief die Mutter an und bat sie— als das Telephon einmal frei war— sie heute unbedingt zu besuchen. Emma versprach, sich um 8 Uhr einzustellen. Gussi war eben mit ihrer Küche fertig. Das blitzte alles, daß es eine Lust war, sich in dem Raume umzuschauen. Sie spürte das Bedürfnis, sich umzukleiden und tat es. Nicht das Beste holte sie aus dem Schranke sondern sie zog einen graukarierten Rock und eine Sportbluse an. Vielleicht wußte sie, daß ihr das ganz besonders gut stand. Und da klingelte es plötzlich. Ah... da kommen schon die Gäste der lieben Neffen! dachte Gussy und schritt zum Fenster, um hinauszuschauen. Sie staunte. Unten fuhr eben ein schwerer Mercedeswagen ab, und sechs Herren, ältere Semester, standen vor dem Tor und warteten. Waren das Gäste der Neffen? Eigentlich sahen sie nicht so aus. Sie sprang schnell nach unten und öffnete. Die Herren traten ein. Sie verbeugten sich höflich vor Gussy, einer der Herren, ein tyvischer Amerikaner mit scharfkantigen, interessanten Zügen, glattrasiert, sagte in hartem Deutsch:„Ist der Herr Kammersänger zu sprechen; „Herr Liebenberg ist verreist!“ entgegnete Gussy freundlich. Die Herren zögerten im Vorwärtsschreiten. „Schade“, sagte der Sprecher der Sechs.„Dann müssen wir wohl oder übel ein anderes Mal wiederkommen.“ „Zunächst bitte ich Sie, einmal einzutreten, meine Herren!“ sagte Gussy munter.„Sonst nehmen Sie die Ruhe dieses Hauses mit. Herr Liebenberg würde es mir nie verzeihen, wenn ich Sie so zwischen Tür und Angel verabschiedet hätte!“ „James Rodesund!“ stellte sich der Amerikaner vor. „Von der Roxy=Film=Corporation!“. Dann nannte er auch die Namen seiner Begleiter, unter denen zwei Vertreter der Helos=Filmgesellschaft waren. „Ich bin Gussy Bauermeister!“ entgegnete Gussy rasch.„Ich hüte das Haus und bin so ein wenig die rechte Hand des Herrn Kammersängers. Vielleicht kann ich Ihnen über manche Fragen Aufschluß geben.“ Ihre frische, muntere Art in Verbindung mit der reizenden Erscheinung gefiel ausgezeichnet. Gussy war in dem Augenblick sehr neugierig, ganz Evatochter, aber sie verbarg die Neugierde geschickt. Die Herren lächelten liebenswürdig und nahmen die Einladung einzutreten gern an, denn sie hatten das Bedürfnis, die Gesellschaft des hübschen Mädels noch ein Wellchen zu genießen. 9976#m. m Die Herren nahmen im Salon Platz. Mr. Rodesund wollte sprechen, aber Gussy ließ ihn nicht zu Worte kommen. Sehr liebenswürdig sagte sie:„Die Herren sind Gäste des Hauses Liebenberg. Sie werden mir einen kleinen Imbiß gewiß nicht abschlagen. Ich bitte Sie, mich einen Augenblick zu entschuldigen. Sie nickte ihnen freundlich zu und verließ das Zimmer. Wenn doch Mutter da wäre, dachte sie. Und es war, als wenn der Himmel den Wunsch gehört hatte denn eben klingelte Frau Emma vorn, und Gussy ließ sie ein, bat sie, doch einen Imbiß für die Herren zu richten. Sm Sch—„5 „Die Herren sind vom Filmi Ich vermute große Sache, Mama! Da muß ich doch für Herrn Liebenberg ein bißchen vorbauen!“ „Mädel, nun überengagiere dich aber nicht!“ „Keine Sorge, Muttel!“ Und wie der Blitz war sie wieder im Zimmer. Sie nahm Platz und sagte lächelnd:„So, Mister Rodesund, jetzt dürfen Sie mich alles fragen, was Sie wollen. „Danke, mein gnädiges Fräulein! Würden Sie uns sagen, ob der Herr Kammersänger bereits einen neuen Film mit einer Gesellschaft abgeschlossen hat?“ „Nein, noch nicht! Es schweben verschiedene Verhandlungen, aber etwas Positives ist nicht herausgekommen. Und im übrigen möchte der Herr Kammersänger vor Oktober nicht filmen!" Mit Interesse hörte man ihre klaren Ausführungen, ahnte nicht, daß das mit den Verhandlungen geschwindeit war... Merum die Bisherl „Ist es neugierig, zu fragen, warum die bisherigen Verhandlungen... noch nichts Positives ergeben haben?“ Die Frage war verfänglich. Gussy überlegte. Ihr kam es darauf an, die Interessen Liebenbergs stark in den Vordergrund zu rücken.. „Ich weiß nicht, ob ich daruber sprechen darf. aber schließlich es ist ja nicht schlimm. Es war in erster Linie die Gagenfrage, die nicht nach dem Wunsch des Herrn Kammersängers geordnet war, und dann die Stoffe, die angeboten wurden die gefielen nicht. Herr Liebenberg weiß, daß ein falscher Stoff seiner Filmkarriere hinderlich sein kann.“ „Sehr vernünftig. Der Stoff ist ja immer das Schwierigste für uns gnädiges Fräulein. Ich weiß nicht, ob Sie unsere Branche kennen.“ „Ein klein wenig doch!“ schwindelte Gussy. „Der Herr Kammersänger hat bisher einen ausgezeichneten Film gemacht. Der Film ist gut und setzt sich durch. Wir... ich sehe, daß Sie der Herr Kammersänger in seine Angelegenheiten eingeweiht hat möchten in Gemeinschaft mit der Melos einen Film mit dem Herrn Kammersänger drehen. Die Presse weiß noch nichts davon. Es ist überhaupt noch niemand davon unterrichtet, daß ich eigens nach Deutschland gekommen bin, um den Abschluß zu tätigen.“ Sehr interessant, Mister Rodesund!“ entgegnete Gussy so ruhig, wie sie es vermochte. „Spricht der Herr Kammersänger Englisch?“ „Ganz ausgezeichnet. Herr Liebenberg war ja zwei Jahre in London an der Over tätig. Er spricht es so gut, daß Sie kaum den Ausländer heraushören. Uebrigens... wenn Ihnen das Deutsche Schwierigkeiten macht, dann können wir uns auch Englisch unterhalten.“ Rodesund lächelte und schien sehr erfreut.„Vielen Dank, gnädiges Fräulein, aber... ich spreche gern Deutsch. Und ich hoffe, daß Sie mich gut verstehen.“ „Oh, sehr gut! Wenn Sie nun die Absicht haben, mit dem Herrn Kammersänger einen Film zu drehen, dann werden Sie mir gewiß einige Fragen beantworten können.“ „Mit dem größten Vergnügen.“ „Der Film soll in Deutschland gedreht werden?“ „Ja. in Berlin, Thüringen und an der Riviera!“ „Schön. Und wann?“ „Beginn nicht vor Oktober.“ „Auch gut. Und... was können Sie bieten?“ Erstaunt sahen sie alle an. „Ich verstehe nicht, gnädiges Fräulein. Können Sie für Mister Liebenberg abschließen!“ „Vielleicht!“ lächelte Gussy.„Er ist in Leipzig, ein Und als sie das sagte, hatte sie mit einem Male einen glänzenden Gedanken. Ein Filmstoff... frisch und frei vom Leben selbst diktiert, fiel ihr ein... ein Filmstoff, wie er schöner nicht sein konnte. „Eine Bedingung würde freilich dabei sein das könnte ich Ihnen heute schon sagen... der Filmstoff kommt von uns.“ Die Herren waren sehr erstaunt. „Sie haben einen guten Filmstoff?“ fragte Rodesund erregt.„„ 2136 E, „Einen ganz glanzenden Stoffl Frei nach dem Leben ausgebaut, voll Tempo, Schmiß und Laune und mit pfundigen Ueberraschungen.“ „Sie machen uns wirklich neugierig. Können Sie uns nicht davon etwas erzählen!“ Agig####. „Nachher... eben kommt der Imoiß. Ich bitte zuzulangen, meine Herren!" In liebenswürdiger Weise spielte sie die Hausfrau, daß Emma, die musterhaft bediente, den Kopf schüttelte. Das hatte sie der Gussy wirklich nicht zugetraut. Den Herren schien es auch ausgezeichnet zu schmecken, und unter angeregtem Plaudern verlief das kleine Moyr. Emma zog sich zurück denn das Telephon klingelte. Sie meldete sich und erfuhr, daß das Central= Hotel am anderen Ende der Strippe war. Man wollte Fräulein Bauermeister sprechen..g g a####. Schon wollte Emma sagen, daß sie oas ooch sei, dann besann sie sich aber und sagte, daß sie Gussy rufen werde. Der Geschäftsführer des Central=Hotels meldete sich, als ihn Gussy anrief.„.... „Fräulein Bauermeister“, sagre der Geschäftsführer, als Sie die letzte Rechnung bezahlten, sagten Sie mir ausdrücklich, daß in Zukunft nur das honoriert werde, was vom Herrn Kammersänger oder von Ihnen bestellt sei. Ich wollte mich daher einmal erkundigen, ob es mit dem Diner für vierundzwanzig Personen stimmt.“ „Diner für vierundzwanzig Personen? Nein, ich habe nichts bestellt. Der Herr Kammersänger ist auch verreist. Er hat heute keine Gesellschaft.“ „Das ist doch unerhört.“ „Warten Sie einen Augenblick, Herr Löwe. gebe Ihnen Herrn Brennert.“ Sie lief in das Wohnzimmer, wo sich die beiden Reffen aushielten.„„„ Ehe sie sprechen konnte, sagte Brennert scharf:„Wie lange gedenken Sie denn noch den Salon für sich zu beanspruchen? Machen Sie dalli und werfen Sie die Gesellschaft hinaus.“„. 6e dandest „Bedaure", entgegnete Gussy knapp. Es hanveir sich um eine geschäftliche Angelegenheit für Ihren Herrn Onkel. die noch eine geraume Zeit in Anspruch nimmt!“ „Und unsere Gäste?" stieß Heini böse hervor. „Tut mir leid. Aber der Tag ist warm. Bringen Sie Ihre Gäste im Gartenhause unter. Anders geht es nicht.“ „So, das werde ich Ihnen beweisen. Die ganze Bande werfe ich hinaus.......5 4r### „Sie können dann sicher sein, daß das der Herr Kammersänger postwendend mit Ihnen tun wird, wenn Sie ihm die große Chance verderben.“ Das wirkte. Die beiden wurden merklich stiller. „Kommen Sie jetzt an den Apparat. Das Central= Hotel will den Herrn sprechen, der ein Diner für vierundewanzig Personen bestellt hat.“ Damit verließ sie die beiden und suchte ihre Gäste Heini ging aber an den Apparat und meldete sich. (Fortsetzung folgt.) Seite 28 Nr. 279/ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 28./29. November 1936 A #44 Capi!!. Antel Clung Nach der erfolgreichen Verfilmung von August Hinrichs großartigen Bauernkomödien„Krach um Jolanthe" und„Wenn der Hahn kräht“ hätte der Film bei der Umschau in der niederdeutschen Dialektdichtung keinen dankbareren Stoff finden können als Fritz Reuters unverwüstliches Loblied auf das Bauerntum „Ut mine Stromtid". Mit einfühlender Sorgfalt und technischem Geschick haben Neander und H. Meyer als Drehbuchautoren das an saftvollem Humor und genial gestalteten Volkstypen überreiche Reutersche Romanwerk zu einer Komödie verarbeitet, die der volkstümlichsten Figur des mecklenburgischen Dialektdichters, dem volternden, todguten, etwas wunderlichen„Onkel Bräsia" nach einem gerubsamen Romandasein eine Leinwandauferstehung bereitet. die allseitig freudiger Aufnahme sicher ist. Aus der Fülle der Darsteller, die ausnahmslos mit Liebe und Begeisterung um die Stoffgestaltung bemüht sind, verdienen Otto Wernicke in einer ganz unübertrefflichen Zeichnung des„Onkel Bräsig". Carsta Löck und Fritz Hoopts, beide aus dem Jolanthekrach in bester Erinnerung, ferner Harry Hardt als Gutsherr, Jakob Tiedtke als sein verschmitzt=geschäftstüchtiger Nachbar. Suse Graff. Hans Brausewetter Erich Fiedler und der ewige Filmflegel Hans Richter höchstes Lob. Erich Waschnecks Regie, wie immer umsichtig und sicher, machte die mecklenburgische Landschaft in herrlichen Bildern der behaglich abrollenden Handlung dienstbar. Das Beivrogramm verzeichnet neben einem heiteren Kurzfilm„Lene spielt Lotterie“, die neueste Wochenschau, in der die Aufnahmen vom Fußball=Länderkampf Deutschland gegen Italien besondere Aufmerksamkeit finden. Ufa=Tonhalle:„Burgtheater“. Mit Spannung hat man den neuen Film von Willy Forst erwartet, der mit so erfolgreichen Filmschöpfungen wie„Maskerade" und„Mazurka“ seine große Begabung und eigenwillige. nach neuen Wegen suchende Kunst vorgeführt hat. Auch dieser Film wird vielen zum Erlebnis werden, das aber nicht zuletzt wegen der großen Schauspielerpersönlichkeit von Werner Krauß und einer sehr stark vom Gefuhl getragenen Handlung. Aus dem klassischen Geist des alten Wiener Burgtheaters und den Menschen, die seine Atmosphäre formte, ist die Geschichte eines berühmten Schauspielers gestaltet, der die Höhe seines Lebens bereits überschritten hat, sich in ein Mädchen verliebt und dann erkennen muß, daß sie in ihm nur den gütigen Freund sieht, ihre Liebe aber einem jungen, unbekannten Schauspieler gehört. Werner Krauß spielt den alternden Schauspieler aus einer wundervollen Kunst, erschütternd und bezwingend in seiner menschlichen Nähe. Er gibt den Hofschausvieler Mitterer als einen Menschen, der nicht nur auf der Bühne erdachte Gestalten zu Fleisch und Blut werden läßt und Masken trägt, sondern im wirklichen Leben, wie auf der Bühne„darstellt“. Er spielt sich selbst, er spielt neue Jugend— wie im Faust auf der Bühne— er spielt die Größe und spielt selbst das Leid seines Schicksals. Nur einmal kommt er von der ewigen Maske los, die seine Sendung als Schauspieler ihm im Leben auferlegt. er reißt sie sich ab und das Gesicht des nackten, zerrissenen Menschen sieht ihn an aus seinem Spiegel: das ist in jener Szene, als er nach einer Vorstellung in seine Garderobe zurückkehrt und erfährt, daß die Liebe des Mädchens nicht ihm, dem väterlichen Freund und berühmten Schauspieler, sondern einem unbekannten Schauspieler gilt, der nichts besitzt, als seine Jugend. Mit diesem Hofschauspieler Mitterer hat uns Werner Krauß eine seiner großen, unvergeßlichen Menschengestaltungen geschenkt. Ihm steht Hortense Raky gegenüber, eine vollkommen unbelastete, junge Künstlerin, die den frischen Glanz und den Liebreiz der Jugend besitzt. Hans Mosergibt mit seinem Souffleur Sedlmayr einen neuen eindringlichen Beweis seines großen Könnens als Typendarsteller: Willy Eichberger spielt mit viel Temperament den jungen Schauspieler.— Die Ufa=Tonwoche und ein Kulturfilm runden die Svielkolge ab. d. Lichtburg:„Drei tolle Tage“ Dieser überaus lustige Film, aus rheinischem Karnevalsgeist geschaffen, hort auch auf den Namen„Tante Jutta aus Kalkutta". Das ist nicht nur der Titel des zum Grundton erhobenen Schlagers, das ist die Hauptperson der ganzen Handlung. Denn ihr gehört das große Haus, in dem ein lustiges, aber auch fleißiges Künstlervölkchen untergebracht ist, dem plötzlich von eben jener Tante gekundigt wird, und das gerade noch vor den Kölner Karnevalstagen. Daß die Fastnacht dennoch gefeiert wird, ist selbstverständlich, nicht so selbstverständlich aber, im Gegenteil eine verrückte Ueberraschung, daß gerade jetzt die besagte Tante mit ihrer Tochter im heiligen Köln erscheint und heillose phot.: Rota Verwirrung anrichtet, indem nämlich der werte Neffe und Erbe angeblich verheiratet ist, weshalb der Tante eine ganz tolle Charleys=Tante=Komödie mit den unmöglichsten Verwechslungen vorgespielt werden muß. Man darf schon behaupten, daß dieses mit köstlichstem Humor erdachte Spiel in der überwältigenden Wirkung den englischen Lustspielschlager zum mindesten erreicht. Und das will genug besagen. Jupp Hussels ist der frohe Kölner Neffe, Trude Hesterberg die anfänglich erboste, später versöhnte Tante, und sie umzustimmen, ist die Aufgabe Paul Henkels, der das in der vorgetäuschten Rolle eines Kapitäns famos erledigt. Und um sie herum ein lustiges Volk mit Paul Heidemann an der Spitze und die bunte Welt des Karnevals mit echtesten Bildern aus dem berühmten Kölner Milieu. Gelacht wird, daß einem fast bange wird. „Rendezvous in Wien“. Wiener Filme sind bald so häufig wie der Sand am Meere. Und doch scheinen alle Möglichkeiten der filmischen Variierung und Verwandlung noch nicht erschöpft zu sein. Wien ist und bleibt das Eldorado der Glücklichen. Hier lebt und liebt es sich noch einmal so schön.„Im Prater und beim Heurigenwein muß du um deine Liebste frei'.“ Auf diesen Tenor ist die Fabel abgestimmt, die sehr publikumswirksam und sogar ganz zeitgemäß ist. Die Szenerie läßt an Farbigkeit. Heiterkeit, Anmut und Beweglichkeit nichts zu wünschen übrig. Sehr geschickt trifft sie einen Ton, der zwischen Sviel und Wirklichkeit schwebt und konsequent und einheitlich durchgeführt wird. Die anmutigen Liebesszenen sind ebenso eine Augenfreude wie die malerischen Landschaftsbilder. Alles fügt sich in einen heiter=beschwingten musikalischen Rhythmus ein. Ein anmutig=resolutes Mädchen von bezauberndem Liebreiz ist die überraschend lebendige Magda Schneider, und auch Wolf AlbachRetty hat in ihrer Umgebung seine gewohnte konventionelle Steifheit mit einer gewinnenden Beweglichkeit vertauscht. Adele Sandrocks Kommandeusenton ist um einige Grade herzlicher. Zwei köstliche Typen sind Leo Slezak und Lizzi Holzschu b. Ihr Humor ist aar nicht totzukriegen. Der Tritte im Bunde der Spatzmacher ist Georg Alexander. Alles in allen ein herzhaftes Spiel, das aufrichtige Freude bereitet.— Das Beiprogramm ist, wie immer, sehr reichhaltig und entspricht allen Anforderungen, die man an eine gute Unterhaltung stellt. Apollo:„Shirley ahoi“ Shirley Temvle, Hollywoods neuester Kinderfilmstar, hat sich die deutschen Herzen im Sturm gewonnen. Diesmal hat sie Freundschaft geschlossen mit einem alten Seemann, einem echten Seebären, in dessen Dasein als Leuchtturmwächter, sie Licht und Freude hineinbringt. Unter ihren Händen wird auch das kleinste und unscheinbarste Glück zum lauteren Gold. Und man wünscht sich nichts sehnlicher, als daß der gute Onkel mit dem goldenen Herzen das Schicksal Shirleys durch alle Fährnisse übelwollender Menschen einem guten Ende zusteuert. Es bleibt auch, wie bei allen ShirleyFilmen, in diesem Spiel, das sich erfreulicherweise durch eine echte Wirklichkeitstreue auszeichnet, die Frage offen. ob alles das, womit uns dieses liebreizende kleine Menschenwesen entzückt, der Zauber kindlicher Nitürlichkeit oder unerhörte Spielbegabung ist. Auf jeden Fall ist die Kunst einer Regie bewundernswert, die aus dem Kinderspiel so große und überzeugende Wirkungen hervorholt. Sehr geschickt ist das ganze Milieu auf Shirlen Tempel abgestimmt. Auch die kleinsten und unscheinbarsten Dinge sind irgendwie in das Geschehen eingeordnet. Es wurde größter Wert auf eine gute Besetzung der Randfiauren geleat. Sie spielen, wie Guy Kibbee, ein Sviel der Persönlichkeiten. Da die Jugend für solche Filme erfahrungsgemäß besonders empfänglich ist, dürften die für Samstaa. Sonntag und Montag angesetzten Jugend=Sondervorstellungen ein vollbesetztes Haus finden. Lichtspielhaus:„Eine Nacht an der Donau“ Nur im musik= und liebesseligen Wien. in dieser verführerischen Atmosphäre von einschmeichelnden Walzermelodien und prickelnden Heurigenliedern, kann es passieren, daß die Brautschau eines Prinzen so ganz unprogrammäßig endet. Statt ein schwerreiches Mädchen von adligem Geblüt als Frau heimzuführen, verliebt er sich in die bildhübsche Dirigentin einer Wiener Damenkapelle. Zunachst Zetermordio, aber der befürchtete Skandal bleibt aus, da die schnöde im Stich gelassene Braut sich anderweitig amüsiert und in dem Besitzer eines Budapester Vergnügungslokals ihren Adonis gefunden hat. Es ist eine leichte, unbeschwerte und lustige Angelegenheit, die mit einem alanzvollen Finale endet und darum auch des Publikumserfolges sicher sein darf. Die Regie hat es verstanden, ein flottes Filmspiel zu inszenieren, dem man gegen Schluß mit großer Spannung folat. Die Technik beweist ihre Meisterschaft in herrlichen Landschaftsbildern. Dem bunten Wechsel der Motive entspricht die in allen möglichen Variationen abgewandelte Musik. Gute Darsteller wurden eingesetzt, die auch allesamt ihr Bestes geben. An der Spitze steht die unverwüstliche Ida Wüst. Leo Slezak, dieser alte Routinier des bartlosen Humors. arbeitet bald mit feineren, bald mit gröberen Effekten, je nach der„Güte“ der Situation. Dorit Kreysler, begabt und reizend anzusehen, gibt sich äußerst temperamentvoll und ist in manchen Szenen ihrem sonst sehr sauber spielenden Partner Wolfgang Liebeneiner um Längen voraus.— Das Beiprogramm mit dem Kulturfilm und der Wochenschau ist beste Unterhaltung. Gloria:„Hilde Petersen postlagernd“. Dieser Film hat alle Vorzüge zur amüsanten Unterhaltung: technische Sauberkeit, feine Aufnahmen, lebendige Bilder und vor allem gute Darsteller. Ein Film für alle, die gern lachen. Weidlich wird die günstige Gelegenheit zur Verwechslungskomödie ausgenutzt und geschickt sind die beiden Konfliktssphären miteinander verknüpft und zu einem sehr lustigen Stück verdichtet worden. Viele kleine Pointen und noch eine große Reihe weiterer„Bomben“ machen den Film zu einem Lustspielfilm, dem nicht allein die Situztionskomik heitere Szenen schafft, sodaß man froh und erheitert das Theater verläßt.— Hierzu wird noch das Lustsviel„Vier Mädel und ein Mann“ gezeigt. Ein herrlicher Kulturfilm„Arbeiter von heute", ein Film Film von der„Kraft=durch=Freude"=Fahrt der 3000 deutschen Arbeiter nach Lissabon und Madeira und die Tonwoche bilden den Schluß dieses sehenswerten Programms. Odeon und Skala:„Soldaten— Kameraden“. Mit diesem Film bringen die beiden Theater den ersten deutschen Militärfilm im neuen Geist.„Soldaten— Kameraden“, ein Film. der alles das enthält, was ein guter und rechter deutscher Militärfilm enthalten soll. Neben ernsten Szenen kommt auch der Humor zu seinem Recht. Ralph Arthur Roberts als Photograph und Schlachtenbummer hat, wie immer, die Lacher auf seiner Seite, Franz Nicklisch und Otto Zimmermann sind zwei Soldaten, wie sie sein sollen, Hans Richter, der pfiffige Bursche. Die holde Weiblichkeit wird durch Herti Kirchner vertreten.— Das reichhaltige Beiprogramm bringt neben einem tollen Grotesklustsviel den herrlichen Reisefilm:„Sonne und Schnee über Deutschland“ und die neue Wochenschau. Hammer Lichtspiele:„Die Entführung“ Diese köstliche Entführungsgeschichte, in dem kein Geringerer als Gustav Fröhlich den Entführer und Marieluise Claudius die Entführte spielen, spielt in dem herrlichen Süden, in dem Lande der ewigen Sonne. Professor Theo Lingen, der hier alles das tut, was er nicht tun soll, bringt alles durcheinanden. Er hat, wie immer, die Lacher auf seiner Seite. In weiteren Rollen sieht man noch Lola Chlud, Franz Nicklisch, Walter DEEN BSCHUNER FIENIFRZUNDEN Das Bochumer Filmpublikum ist, wie diese Karte aus dem Ufa-Kasino in Neubabelsberg zeigt, bei den Prominenten sehr beliebt, sonst hätten sie uns ia wohl nicht solch freundliche Gruße gesandt. Max Schmeling unterschrieb an der Spitze der„Filmgrößen“, nach ihm nafürlich seine Gattin Anny Ondra, dann Viktor Staal, Aunys neuer Filmpartner, Willi Fritsch und Willi Birgel mit dem Regisseur ihres neuen Films„Menschen ohne Vaterland“, Herbert Maisch und zuletst noch der Regisseur des erfolgreichen Films „Schlussekkord“, Detlef Sierck. Janßen und Willy Schur.— Das reichhaltige Beiprogramm bringt einen interessanten Kurzfilm zum Nachdenken:„Was aeht das mich an“, die neue Tonwoche und den herrlichen Stadtfilm:„Freibura im Breisgau.“ Capitol, Langendreer:„Ungeküßt soll man nicht schlasen gehen“. Wenn man den gewiß nicht alltäglichen Titel des Films liest und dazu sieht, welche bewährten und erfolgreichen Lustspielkräfte für das Spiel eingesetzt sind. darf man gewiß sein, daß man bei diesem Film, den die Komik Theo Lingens, Heinz Rühmanns und Hans Mosers trägt, lachend und belustiat unterhalten wird. Lichtburg, Langendreer:„Verräter“. Der große, spannende Film von Spionage und Spionageabwehr„Verräter“, der in die unsichtbaren Fronten und geheimen Mächte der Politik hineingreift, läuft in diesen Tagen in der Lichtbura Langendreer. Mit Willy Birgel in der Hauptrolle wird dieser alänzende künstlerische Film, der von atemraubenden Tempo erfüllt ist, zu einem Erlebnis und zu eindringlicher Mahnuna zugleich Kammer=Lichtspiele, Gerthe:„Paul und Pauline“ Paul und Pauline vom Runxendorfer Sender oder auf deutsch gesagt. der Schlesische Rundfunkkomiker Manfred Ludwia Paul Lommel ist nun auch auf der Leinwand erschienen und belustigt das Publikum mit seinen Witzen und Späßen, mit seinen grotesken Einfällen und Schnurren.— Ab Dienstaa läuft das ergreifende Frauenschicksal:„Ina, das Mädchen aus dem Böhmerwald." Apollo, Weitmar:„Heißes Blut“. Das ist ein Film für Marika Rökk und ihr stürmisches Temperament, und wenn sie, eine verwegene Reiterin, auf dem stolzen Rappen durch die Landschaft braust, glaubt man ihr die menschliche und künstlerische Kraft für die Rolle der verarmten Komtesse. Hans Stüwe Paul Kemp und Ursula Grabley sind die weiteren Personen der ereignisreichen Liebeshandlung. Capitol, Werne:„Pygmalion“ Des Svötters Shaw ironische Komödie„Pyamalion“, auf der Bühne unverwüstlich in der Wirkung, wurde auch im Film ein großer Erfola. Und der ist in erster Linie der famosen Besetzung durch Jenny Jugo und Guskav Gründaens in den wichtigsten Rollen zu danken. Es wurde ein Filmlustspiel, bei dem sich jeder Besucher glänzend unterhält. Schauburg, Wanne=Eickel:„Broadway=Melodie“ Eine Operette?— Nein! Eine Revue? Nein! Mehr als das, mehr als alles. was man bisher im amerikanischen Film an lururiöser Aufmachung und glänzendster Ausstattung sah. Ein Farbenrausch von unerhörter Leuchtkraft, eine märchenhafte Tanzfantasie, ein Film von ungebändigtem Rhythmus und unvergeßlichen Bildern Theater und Kunst in den Nachbarltädten Die Spielpläne der kommenden Woche Dortmund Stadttheater: Samstag 20 Uhr: Parnell. Sonntag 20 Uhr: Die Fledermaus. Dienstag 20 Uhr: Der Biberpelz. Mittwoch 20 Uhr: Zar und Zimmermann. Donnerstag 20 Uhr: Wallenstein, 1. Abend. Freitag 20 Uhr: Sly. Samstag 20 Uhr: Slv. Konzerte: Montag 20 Uhr: 3. Sinfoniekonzert, Dir. Wilh. Sieben, Solist: Friedrich Wührer. Düsseldorf Opernhaus: Samstag 19.30 Uhr: Rienzi. Sonntag 20 Uhr: Der Wafsenschmied. Montag 20 Uhr: Die Boheme. Dienstag 20 Uhr: Der Waffenschmied. Mittwoch 14.30 Uhr: Goldmarie und Pechmarie. Freitag 20 Uhr: Die Gärtnerin aus Liebe. Samstag 15 Uhr: Goldmarie und Pechmarie. Schauspielhaus: Samstag 20 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Sonntag 20 Uhr: Meine Tochter— Deine Tochter. Montag 20 Uhr: Die Boheme. Dienstaa 20 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Mittwoch 20 Uhr: Das Gastmahl der Götter. Samstag 20 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Duisburg Stadttheater: Samstag 20 Uhr: Polenblut. Sonntag 20 Uhr: Der Vetter aus Dingsda. Dienstag 20 Uhr: Ariadne auf Naros. Donnerstag 20 Uhr: Das Käthchen von Samstag 20 Uhr: Der Waffenschmied. Essen Opernhaus: Samstag 20 Uhr: La Traviata. Sonntag 19.30 Uhr: Der Vetter aus Dingsda. Mittwoch 20 Uhr: Der Wildschütz. Donnerstag 20 Uhr: Doktor Johannes Faust. Freitag 20 Uhr: Der Vetter aus Dingsda. Samstag 20 Uhr: Tanzabend. Schauspielhaus: Samstag 20 Uhr: Der Etappenhase. Sonntag 15.30 Uhr: Der Sprung aus dem Alltag: 20 Uhr: Der Ministerpräsident. Montag 20 Uhr: Der Etappenhase. Dienstag 20 Uhr: Heroische Leidenschaften. Mittwoch 15.30 Uhr: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Donnerstag 20 Uhr: Spiel an Bord. Freitag 20 Uhr: Spiel an Bord. Samstag 15.30 Uhr: Schneewittchen und die sieben Zwerge: 20 Uhr: Der Etappenbase. Konzerte: Dienstag 20 Uhr im Städtischen Saalbau; 3. Vormietekonzert; Leitung: Albert Bittner; Solist: Johannes Willv. Gelsenkirchen Stadttbeater: Sonntag 20 Uhr: Mascottchen. Montag 20.15 Uhr: Aufbruch in Kärnten. Dienstag 20.15 Uhr: Drei alte Schachteln. Mittwoch 20.15 Uhr: Minna von Barnhelm. Samstag 20 Uhr: Der Zigennerbaron. Köln Opernhaus: Samstag 20 Uhr: Gianni Schiccht, Der Bajazzo. Sonntag 19.45 Uhr: Martha. Mittwoch 20 Uhr: Der arme Heinrich. Donnerstag 20 Uhr: Das Apostelspiel, Freitag 20 Uhr: Elektra. Samstag 20 Uhr: Tänze. Die Fahrgeschwindigkeit der Straßenbahnen Der Verkehrsminister hat zur Frage der Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit der Straßenbahnen Stellung genommen. Er hatte zunächst im Bereiche der Rheinischen Bahngesellschaft in Düsseldorf Fahrgeschwindigkeiten bis zu 60 Kilometer in der Stunde zugelassen. Jetzt hat er den übrigen Straßenbahnaufsichtsbehörden mitgeteilt, daß diese Bestimmung überall gleichermaßen beachtet werden solle. Der Minister geht dabei von der Erwägung aus, daß mit Rezept bei Erkältung, Grippe! Man rühre je einen Eßlösfel Klosterfrau=Melissengeist und Zucker in einer Tasse gut um, gieße kochendes Wasser hinzu und trinke möglichst heiß. Zwei Portionen dieses wohlschmeckenden Gesundheits=Grogs(Kinder die Hälfte) vor dem Schlafengeben einnehmen. Darauf schläft man gut, wacht häufig wie neugevoren auf und freut sich: Erkältung und Grippe gehen rasch zurück. Holen Sie deshalb sofort bei Ihrem Apotheker oder Drogisten den echten KlosterfrauMelissengeist. Flaschen zu RM. 2,95, 1,75 und 0,95. (Bitte ausschneiden!) Rücksicht auf die in den letzten Jahren auch auf dem Gebiete des Straßenbahnwesens eingetretenen technischen Fortschritte und das durch die Motorisierung des Verkehrs allgemein hervorgetretene Bedürfnis nach höheren Geschwindigkeiten auch bei den Straßenbahnen Fahrgeschwindigkeiten bis zu der durch die Betriebs= und Verkehrssicherheit gebotenen Höchstgrenze zugelassen werden könnten. Fahrgeschwindigkeiten über 60 Kilometer je Stunde unterliegen einer besonderen Genehmigung. K Vom 29. November bis S. Dezember 1938 Gleichbleibende Tageseintellung: ME .00 Morgenlied— Wetter für den Bauern .05 Leibesübungen .80 Frühkonzert .00 Nachrichten: Morgenlied— Moraenruf .00 Kalenderblatt: Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen..16 .45 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 18.00 Mittagsmeldungen— Glückwünsche 14.00 Mittagsmeldungen 15.45 Wirtschaftsmeldungen 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten Schöne Melodien.— 20.00; Viertes Volkskonzert (Von Hamburg).— 22.30: Eine kleine Nachtmusik.— 23.00: Wir bitten zum Tanz. E. Kaiser CSENCHTE reichische Solisten musizieren.— 22.30: Eing kleine Nachtmusik.— 23.00: Bunte Musik Ss ne SSLDLDOENE .00 Hafenkonzert an Bord des Dampfers„Tannenberg" des Seedienstes Ostvreußen .05 Gedichte großer Gegenwart(Hans Jürgen Nie.15 Kammermusik. Die Triovereinigung des Reichssenders Röln. E Ttristregu Grags an zu. .15 Was dünkt auch von Christus?“ Frage an alle. Ansprache: Dr. Johannes Hatfeld.(Domvikar Hubert Leiwering).. ug Eine untart. 10.00 Euch zur Freude und Besinnung. Eine unterhaltsame Stunde(Willi Schäferdiek) 11.00 Kleine Musik(Kammerquintett) 11.45 Zwischenmusik(Von Hamburg)„ 12.00 Schlußansprache des Reichsbauernführers und Reichsernährungsministers R. Walther Darré auf dem Reichsparteitag in Goslar(Von Hamburg, Reichssendugal.,##. m 27.) Mleinss Kunk13.05 Musik am Mittag(Von Berlin). Kleines Funiorchester(Willi Steiner). Albert Vossen(Akkordion), Hans Korseck(Gitarre). 1, Traumideale, Walzer(Fucik). 2. Aus„Allotria“(Kreuder). 3. Magyar bor Csardas(Muhr). 4. Wer weiß, ob wir zwei(Kletsch). ö. Harmonika=Polka(Vossen). 6 Poeme(Fibich). 7. Aus dem„Coppelia"=Ballett (Delibes). 8. Aus„Broadway=Melodie(Braun), 9. Liebeswerben(Derksen). 10. Mein Herz ist noch frei(Beckmann). 11. Stell' dir einmal vor 14.00 Gastspiel des alten Kölner Hänneschen=Theaters: Die drei Wünsche. Für große und kleine Kinder 14.30 Der Kiepenkerl packt aus. Für jedermann etwas 15.10 Zum 70. Geburtstag von Waldemar von Baußnern(F 1931) spielt Eabert Grape zwei kleine Sonaten für Klavier 15.30 Lustiger Rätselfunk 16.00 Nette Sachen aus Köln. Zusammengestellt von Ernst Kalthoff. Hanni Mack(Sopran), Friedrich Eugen Engels(Tenor), Marita Gründaens. Willi Schneider(Bariton), Elfriede„Zickob und Hans Haaß(Klavier). Reinhard Fritzsche(Flöte) und das Kleine Orchester(Leo Eysoldt) 18.00 Wo bist du, Kamerad? Funkavvell alter Front18.30 Ernst und heiter und so weiter(Albert Oettersbagen). Darin: Eine Unterhaltung über das Weihnachtsmärchen der deutschen Bühnen 19.30 Bittor=Lutze=Mannschafts=Geväckmarsch der SA.= Gruppe Westfalen(Von Dortmund)(Dr. Ernst) 20.00 Schöne Stimmen niederrheinisch=westfälischer Bühnen(Aus dem Gürzenich in Köln). Das Große Orchester(Friedrich Mario Müntefer. Otto Juius Kühn, Leo Eysoldt). 1. Ouvertüre zu„Figaros Hochzeit“(Mozart). 2. Landestheater Detmold: Karl Friedrich Koch(Baß): Arie des Rocco aus „Fidelio"(Beethoven). 8. Stadttheater Hagen: Maria Dahmen(Sopran): Ozeanarie aus „Oberon"(Weber). 4. Stadttheater Krefeld: Josef Graindl(Baß): Arie des Kaspax aus„Freischütz“ (Weber). 5. Nationaltheater Osnabrück: Käthe Lautenschläger(Alt): Arie der Ulrica aus„Der Maskenball“(Verdi). 6. Stadttheater Dortmund: Cornelius Wiigers(Tenor): Arie des Mar aus „Der Freischütz"(Weber). 7. Stadttheater Oberhausen: Hanna Zahlmann(Mezzosopran): Arie der Azurena: Lodernde Flammen aus„Der Troubadour“(Verdi). 8. Vorspiel zum 4. Alt„Carmen".(Bizet). 9. Stadttheater Bonn: Käthe Königs(Alt): Habanero aus„Carmen"(Bizet). 10. Stadttheater Aachen: Walter Höfermayer(Bariton): Arie des Lysiart aus„Eurhanthe“(Weber). 11. Städtische Bühne Essen: Hans Decker(Tenor): Hüll dich in Tand, aus„Der Bajazzo“ (Leoncavallo). 12 Bergische Bühnen SolingenRemscheid: Kurt Theo Ritzhaupt(Bariton): Credo aus„Othello“(Verdi). 18. Stadttheater BarmenElberfeld: Aga Joesten(Sopran): Dich teure Halle grüß' ich wieder, aus„Tannhäuser“(Wagner). 14. Stadttheater Bielefeld: Geora Goll(Bariton): Arie des René, aus„Maskenball“(Verdi). 15. Zwischenspiel aus„Manon Lescaut"(Puccini). 16. Stadttheater Duisburg: Albert Weikenmeier (Tenor): Wie eiskalt ist dies Händchen, aus„La Boheme"(Puccini). 17. Stadttheater.=Gladbach=Rheydt: Lotte Leonhardt(Sopran): Man nennt mich jetzt nur Mimi. aus„La Boheme“ (Puccini). 18. Stadttheater Münster: Erich Beisbarth(Bariton): Heute fällt mein Geschick, aus „Der Bajazzo"(Leoncavallo). 19. Ouvertüre zu „Donna Diana“(Reznicek). 20. Städtische Bühnen Düsseldorf: Elisabeth Reichelt(Koloratursopran): Rachearie der Königin der Nacht, aus „Die Zauberflöte"(Mozart). 21. Opernhaus Köln: Anton Germann(Baß): In diesen heil'gen Hallen, aus„Die Zauberflöte“(Mozart). 22. Ouvertüre zu„Der fliegende Holländer“(Wagner) 22.30 Nachtmusik. Das Münchener Tanzfunkorchester (Carl Michalski), Ernst und Fred(die singenden Gitarristen) Deutschlandsender: 16.00: Fröhlicher Sonntagnachmittag.— 17.15: Kleists Vermächtnis.— 18.00: 10.00 Der Flbtenpeter(Von Leipzig). Märchenspiel von Hans Balzer Buann. 10.30 Was brachte der Sportsonntag?(Richard Heine12.00 Die Werkpause. Uebertragung aus der Firma W. Brügelmann=Söhne, Köln=Deutz. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt) 13.15 Schloßzkonzert. Das Niedersächsische SinfonieOrchester(Otto Ebel von Sosen). Lilly Krayer (Sopran): Kurt Huxdorf(Tenor). 1. Polnische Tanzweisen(Scharwenka), 9. Lied aus#100! Nacht"; Nun lachst du mir wieder, du fluchtiges Glück(Joh. Strauß). 8. Ouvertüre„Dichter und Bauer“(Suppé). 4. Lied der Adele aus der Operette„Die Fledermaus": Mein Herr Marquis (Joh. Strauß). 5. Duett aus„Wiener Blut“ (Joh. Strauß). 6. Durch Kampf zum Sieg, Marsch(Blon) 14.15 Kleine Musik. Die Funkschrammeln. 1. Alpenlieder=Marsch(Gruber), 2. Schwäbischer Bauernwalzer(Krome). 8. Du mein Tegernsee, Lied (Holetschek). 4. Glücklich ist, wer vergißt, PolkaMazurka(Strauß). 5 Marionetten, Polka(Bold). 6. Im Rosenhag(Lautenschläger). 7. Wiener Luft(Meyer) 15.00 Für unsere Kinder: Die seltsame Geschichte von Puppe Gerda und dem Teddybären 16.00 Musik am Nachmittag. Unterhaltungsorchester des Deutschlandsenders(Otto Dobrindt) 18.00 Fröhlicher Alltag(Von Stuttgart). Ein buntes Konzert mit Lotte Schürhoff(Sopran); dem Fetino=Duo(Hawaiengitarre); der Stuttgarter : V o l k s m u s i k m i t H a n s H a n u s u n d E d u a r d P ö l t ner: der Kapelle Willi Wende; dem RundfunkOrchester(G. Görlich) 20.10 Westdeutsche Wochenschau(Hermann Probst) 21.00 Unterhaltungskonzert. Kl. Orchester(Leo Eysoldt). Die 6 frohen Sänger. 1. Vorspiel z.„Waldmeister“ (Joh. Strauß). 2. Tanz der Wellen(Catalani). 8. Aus d.„Mod. Tanzfolge"(Riemann): a) Tango, b) Langsamer Walzer. 4. a) Alle Tage ist kein Sonntag(Clewing); b) Gerda=Marie(Kowalski); c) Schwalbenlied(Kneip). 5. Vorspiel, Chor und Ballade aus der Operette„Das Pensionat“ (Suppé) 6. a) Das Räuscherl, Lied(Kgpeller): b) Die Tiroler sind lustig, Volkslied. 7. Aus der Ballettfolge„Coppelia"(Delibes): a) Nocturne, b) Festtanz und Stundenwalzer 22.25 Das Schatzkästlein. Cembalomusik des 18. Jahrhunderts(Berliner Meister). Sprechex und am Cembalo: Dr. Ernst Reichert. Sonate=dur(W. Fr. Bach); der Prinzessin Amalie von Preußen gewidmet. Sonate Es=dur. Werk 2(Schulz). Sonate Nr. 8,=dur(E. Bach); Friedrich dem Großen gewidmet 10.30 12.00 13.15 23.00 Tanzmusik. Uebertragung aus der„Charlott" in Köln. Kapelle Harry Blum Deutschlandsender: 19.00: Guten Abend, lieber Hörer! — 20.10: Klingender Guckkasten.— 21.00: Oester10.00 Weihnachten auf allen Meeren(Von Hamburg). Alte und junge Seeleute erzählen. Zusammenstellung: K. Eßmarsch und Kapitän Herbert Kindergarten(Gretel Weise) Die Werkpause. Uebertragung aus den BüttnerWerken AG., Uerdingen am Rhein. Das WerkMittagskonzert. Das Große Orchester(Otto Zulius Kühn), 1.„Jocosa“, heiteres Vorspiel,(Clemus). 2. Folge aus dem Ballett„Coppelia[Delibes). 3. Drei lyrische Stücke(Keller). 4. Fern vom Ball(Gillet). 5. Musik im Burghof.(Leuschner). 6. Ouvertüre z.„Die Felsenmühle"(Reissiger). 7. Drei Orchesterstücke(Spies): a) Die Tänzerin, b) Conzona, c) Tarantella. 8. Wiener Faschina, Walzer(Kochmann). 9. Melodien aus „Eine Nacht in Venedig"(Joh. Strauß). 10. Wiener'müth, Walzer(Schrammel) 16.00 Unterhaltungskonzert. Das Kleine Orchester (Leo Eysoldt). 1 Vorspiel z.„Nero“(Reissiger). 2. Herbsttraum, Walzer(Joyce). 8. Melodien aus „Perlenfischer".(Bizet)., 4.„Im Garten Eden (Huppertz). 5. Im Park, Folge(Löhr): a) Promenade, b) Zitronenfaltg##., Arhaster(9. 17.10 Nachmittagskonzert. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt). 1. Das Fest der Infantin, Märchenvorspiel(Gebhardt). 2. In der Dämmerung (Sturm). 8. Exotischer Tanz(Mascggni), 4. Thermen=Walzer(Joh. Strauß). 5. Melodien aus der Oper„Andrea Chénier“(Giordano). 6. Norwegischer Brautzug im Vorüberziehen(Grieg). 7. Tanz unter der Dorflinde(Reinecke). 8. Melodien aus der Operette„Gasparone"(Millöcker). 9. Adlon=Marsch(Heinecke) 18.20 Politische Zeitungsschau(Vom Deutschlandsender) 18.40 Wir sagen den neuen Monat an. Das funkische Kalenderblatt. Der Dezember 20.10 Nord und Süd bitten zum Tanz. Tanzorchester Arndt Robert und die Kapelle G. Freundorfer 20.45 Wir wollen das Echte. Ein kleines Kapitel über den guten Geschmace.##.2—2 8. 21.00 Musikantenabend. Der Kammerchor und das Kammerorchester des Bach=Vereins, Düsseldorf (Dr. Josef Neyses). Ludwig Matern(Tenor) 22.25 Englische Unterhaltung. Englische Gesellschaftsordnung(Ingeborg Hesse, Dr. Kirsch) 22.40 Unterhaltungs= und Volksmusik(Von Hamburg). Dietrich Raven(Akkordion); das Balalaika=Quintett Romanoff; das Kleine Orchester(Adolf Secker), 1. Tanz=Rhythmen. 2. Melodien aus „Der Obersteiger"(Zeller). 8. Negers Wiegenlieder„(bearbeitet von Romanoff). o. Liebeswerben(Profes), 6. Tango=Melodien, 7. Puppenfee=Walzer(Bayer). 8. Vater Rhein, Marsch (Lincke). 9. Zwei russische Romanzen(bearbeitet von Romanoff). 10. Ouvertüre„Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien(Suppé) Deutschlandsender: 19.00: Menschen schaffen Pferdekräfte.— 20.10: Nord und Süd bitten zum Tanz. — 22.30: Eine kleine Nachtmusik.— 23.00: Himmlische Klänge Radio-Stach Clemenastraße 2. am Hauptbahnhof Radio. Fickermann BIücherstraße 50. Ruf 64639 Radlo-Geräte Modelle 1936 37—Teilzahlung Pianohaus Marks Ecke Kaiser-Wilh.-Str., Ruf68575 Radlo-Küper Rottstraße 26, Ruf 65400 Radio-Hellermann Brückstraße 19, Ruf 63004 RADIO · WIMMLER .-Gerthe Lothringer und Bethanlenstraßen-Ecke Rut 71185 Jos. 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Luthertirche:.45: Hardt; 11: RGD., Schmidt 11; 12: Taufseier, Schmidt 11; 17: Jugendgottesdienst und Kinderlehre, Schmidt II. Paulustirche: 8: Degener;.30: Henrict(Pauluskirchenchor) 17.15: Degener. Johanneskirche: 9: Masur. Gottesoienst mit Abendmahlsfeier, Pf. Schneider. Krautenhauskapelle:.30: Ködding. Herverge zur Heimat: 9: Wiesete. 6. Pfarrvezirk(Gemeindeheim). So 11.15: KGD., Mende. Mo und Di 16: Jungvibelschar. Mi 20: Bibel= und Betenntnisstunde. Do 20: Jugendvivelstunde. Fr 20: Bibellescnunde. 7. Pfarrbezirk(Jugendheim): Di 16: Katechumenen= und Konfirmandenmädchen; 19.30: Bibelstunde für die weivliche Jugend; 16: Frauenhilfe. Fr 20: Wochengottesdienst. 10. Pfarrbezirk(Wichernhaus): Di 17: Jungschar der Mädchen; 20: Gemeindejugend(Mädch. üb. 14.). Mi 20: Bivelstunde. Do 20: Wochengottesdienst. Fr 18: Gemeindejugend (Knaben): 19.30: Gemeindejugend (Knaben über 14.). Bibelstunden: Mi 20: Gemeindehaus am Moltkemarkt; 20.15: Johanneskirche. Do 20: Vereinshaus; 20.15: Fahrendeller Straße 14. Kirchlich=evangel. Gemeinschaftsverein, Bochum, Adolfstr. 20: So 10: Sonntagsschule: 13.30: Posaunen= chor: 15: Gem. Chor; 17.15: Evangelisation. Mi 15: Frauenstunde. Do 20: Bibelstunde. Gemeinschaft„Melanchthon“ innerhalb der Kirche, Königsallee 163: Co 14: Kinderstunde; 16.30: Adventsfeier in der Melanchthonkirche. Di 16: Frauenstunde. Do 20: Bibelstunde.— Zweigstelle Konfirmandensaal Weilenbrink(Johanneskirche): Mi 20: Evangelisationsstunde. Stadtmission Bochum, Joachimstr. r. 8: So 14: Sonntagsschule: 17: Bibelstunde. Mi 15.30: Frauenstunde: 20.15: Jugend. Do 20.15: Bibelbesprechstunde.—.=Hamme, Glückaufstr. 33: Fr 16: Bibelstunde für jedermann. .=Altenbochum. So.30: Frühgottesdienst, Brühmann;.45: Advents=Hauptgottesdienst, Christian= sen: 11: KGD., Christiansen; 14: KGD., Sup. iederstein; 19: Bibelstunde Auf der Prinz. Mo 16: Bihelschar(3. u. 4. Schuljahr); 17.30: Bibelschar für die Konfirmanden; 20: Jungmütterkreis. Di 17.30: Bibelschar für die Katechumenen; 20.15: Jungmädchenbibelstunde. Do 15.30: Frauenbilfsstunde im LutherJaus: 17.30: Bibelschar(5. und 6. Schuljahr); 20: Vorbereitung für d. KGD.; 20: Jungmännerbibelstunde; 20.30: Kirchenchor. Fr 18: Bibelschar V. .=Wiemelhausen. Melanchthon: So.30: Niedermeier; 10: Becker, Radevormwald(Jabresfest des Chr. Vereins Junger Männer); 11.15: KGD., Kirchentausen nach vorherig. Anmeldung. Di 20: Kirchenchor. Mi 20: Bibelstunde. Do 15: Adventsfeier der Frauenhilfe der Bekenntnisgemeinde.— Petrikirche: So.45: Gottesdienst; anschl. Beichte und hl. Abendmahl, Evangelist Pf. Treichel: 11.30: KGD. und Taufen. Mo 19.30: Jugendbibelstunden; 20: Kirchenchor. Di 15.30: Frauenbilse, Liedermeier. Do 20.15: GemeindeBibelstunde, Bertelsmann. Fr 20: Vorbereitung zum KG2.— Sonntag 16.30: Gemeinde=Adventsseier im Paul=Gerhard=Haus. .=Weitmar.(Presbyterium.) So 8: Frübgottesdienst, P. Kraemer; .45: Hauptgottesdienst, P. Görtz: 11: KGD.; 12: Kirchentausen; 17: liturgischer Adventsgottesdienst, P. Dr. Klein. .=Weitmar.(Bekenntnisgemeinde.) So 9: Gottesdienst im Vereinshaus Karl=Friedrich=Straße, P. Sauer: 10.15: KGD. im Vereinshaus Karl= Friedrich=Straße. Di 15.30: Frauenhilfe Weitmar(Jahresfest). Mi 20: Bibelstunde im Vereinshaus KarlFriedrich=Straße. Do 15.30: Frauenhilfe Eppendorf; 20: Gemeinschaftsstunde im Gemeindesaal neben der Kirche: 19.30: weibliche Gemeindejugend Weitmar=Mark: 20: weibliche Gemeindejugend Weitmar und Epvendorf. Fr 20: Bibelstunde in Eppendorf bei Hill. .=Engelsburg. Martinikirche: So .30; Gottesdienst, Dieckhoff; 11: KGD.: 12: Taufen; 14: Kinderchor; 18: Blaukrenzstunde. Di 15.30: Reichskirchlicher Frauendienst; 20.30: Kirchenchor. Do 16.30: Frauenchor; 19: Blaukreuzstunde. .=Engelsburg.(Bekenntnisgem.) So.45: Adventsgottesdienst, zugleich Festgottesdienst zum 42. Jahresfest der Frauenbilfe, Brübmann, Altenbochum: 11.15: KGD Di 15.30: Feier der Frauenhilfe bei Holler: Festanspr. Pastor Kublmann, 1emmingen: 20: Jungmütterabend. Mi 20: Bibelstunde. Do 20: KGD.= Helferstunde. .=Hamme. So 6: Antreten zum Adventssingen am Gemeindehaus: Hauptaottesdienst an der Maarbrücke .45: Brühmann, Altenboch.; Hauptgottesdienst i. d. Kirche.45: Schroer; Hauptgattesdienst in Wegescheid.45: Bach: KGD. in der Kirche 11.10: Kraemer: KGD. im Gemeindebaus 11.15: Bach: Taufstunde in der Kirche 14: Kraemer: Taufstunde im Gemeindehaus 12: Bach. Bibelstunden: Mi. 20: An d. Maarbrücke und in Wegescheid: Do 20: im Gemeindehaus. Vorberettung zum KGD.: Fr. 20: im Gemeindehaus: 20: in Wegescheid. Vereine: Frauenhilfe: Mi 15: 2. Bezirk: Do 15: 3. Bezirk.— Jungmütterabend: Di 20: 1. Bezirk.— Blaukreuzverein: So 16.30: im Kirchsaal: Do 20: in Wegescheid.— Eval. Gemeindesugend: a) männliche: Mo 90: Bibelgrupve(Junavolk): 20: Posaunenchore Di 17: Bibelscharstunde (10 bis 14 Jahre); 20: Jungmänner= kreis: b) weibl.: Mo 20: Singestunde: Di 17: Bibelscharstunde(10 bis 14 Jahre): 20: Bibelabend der 14= bis 18jähr.: Do 20: Jungmädchenkreis. .=Hofstede=Riemke So.30: Pitsch: 10: Pitsch: 11.15: KG“, Pitsch: 12: Tanfstunde. Mi 20: Bibelstunde im Lutherhaus, Mühge: Mi 20: Bibelstunde im Kindergarten, Riemker Straße, Pitsch; Fr 20: Vorbereitung für den K6D Männl. Jugend: So 15: Jugendbibelstunde: Mi u. Fr. 17.30: Jugendbibelschar. Weibl. Ingend Hofstede=Riemke: So 15 und Mo 20: Jugendbibelstunde: Ma und Di 17.30: Jugendbibelschar. Weibl. Jugend Marmelsbagen: Di 20: Jugendbibelstunde: Frauenmissionsverein Marmelshagen: Do 19.30: Adventsfeier. Blaukreuzverein: So 15, Do 20. .=Hiltrop. So.30: Gottesdienst, Fortmann: 10.45: KGD.: 11.45: Tauten: Mo 17: weidl. Bibelschar und Di 20: weibl. Jugendschar im Kindergarten: Mo 20 und Do 19.30: (jüng. Abtl.) Pofaunenchor im Gemeindehause: Do 15: im Gemeindehaus: Gemeindefrauenbilfe: Mi 20: im Gemeindehaus, Wiescherstr. 17, Bibelstunde: Do 20: Jugendbibelstunde. .=Gerthe. So 10: Hauptgottesdienst: 11.15: KGD.; Fr 20: Vorbereitung zum KGD.; Sa 20: Wochenschlußandacht. Bibelstunden: Di 20: Bezirksbibelstunden im Kray u. im Mittelfeld; Mi 20: Gemeindebibelstunde im Konfirmandensaal; Sa 19.30: Betstunde der Gemeinschaft. Gemeindejugend(im Jugendheim). Mo 17: Mädchenbibelschar (12= bis 14jährige); 20: Jugendschar: Do 16: Jungenbibelschar: 20: Jungenbibelgruppe im Pfarrhaus; 20: Leseabend der Jugendschar: Fr 17: Mädchenbibelschar(8= bis 11jährige). .=Harpen. So 10: Hauptgottesdienst: 11.15: KGD.; 12: Taufe, P. Paulmann; 15: Silberne u. Goldene Konfirmation, P. Leich; Mi Bibelstunde in Kornharpen. .=Harpen, Bekenntnisgemeinde. So 10: Gottesdienst im Lobetal": 11.15: KGD.; 15: Gaukonferenz des Missionsvereins; 17: Männerdienst bei Ruwe: Mo 20: Jungmütterkreis bei Wahmeier, Dellenstr.: Di 20.15: Bibelstunde in Kornharpen: Mi 20.15: Bibelstunde in Kirchharpen: Do 16: Frauenhilfe b. Zabeck: 20.30: Bibelstunde, Castroper Hellweg 112; Fr 20: Bibel= und Gebetsstunde des Missionsvereins; 20.15: Vorbereitung zum KGD. .=Werne. So.45: Hauptgottesdienst, P. Schloemann; 11.15: KGD.; 12.15: Kirchentaufen: 15.30: Blaukreuzstunde im Gemeindehaus; 17: Bibel= u. Gemeinschaftsstunde: 19.45: Adventsabendgottesdienst: Mi 20: Bekenntnisversammlung im Gemeindehaus. Kreta. So 10: Gottesdienst; 11.15: R6D. .=Langendreer, Lutherkirche So .30: Morgenwache, anschl. Beichte u. Feier des bl. Abendmabls s. Jubivelstunde: Sa 20: Gebeisstunde. .=Langendreer(Deutsche Christen). So 10: in der Aula des Realaymnasiums, P. Bertelsmann,.=Wiemelhausen. .=Stiepel. So.30: Missionsgottesdienst im Lutberhause, Missionar Lind; 11: Missions=KGD., Missionar Lind; 10: Gottesdienst in der Kirche, Wagener: 11.15: KGD.; 10.30: Gottesdienst in Buchholz, Altena; 11.30: KGD.: 16.30: Missionsversammlung im Lutherhause, Missionar Lind. Bibel= und Bekenntnisstunde: Mi 20: am Schrick; 20: im Lutherhause. Jugendschar: Dors: Di 20; Haar: Di 19.30: Bibelschar: Mädchen: Mi 15; Fr 16.30; Knaben: Mi 16. Männer= dienst: Fr 18: im Dorf: Fr 20: Haar: Jungmütterkreis: Do 16: im Dorf. .=Uemmingen. So 10.45: KGD,, Vikar Baumann: Mo 20.30: Jugendbibelstunde in Querenburg: Di 20: Bibelstunde in Querenburg: Mi 16: Frauenhilfschor; 20.30: Vorbereitung s. den KGD.: Do 20: Jungmütterabend in Laer; Fr 20: Bibelstunde in Laer. .=Linden. So.30: Neuhaus: 11: KGD.; 12: Taufen; Mi 17: Taufen, Bäumer. So 17: Adventsfeier der Frauenbilse Hohwege. Vereine: So 14: jüng. u. ält. Abt. d. Wartburg= vereins in der Kirchn: Di 19.30: Bibelstunde für junge Mädchen: Do 15.30: Frauenhilfe Hohwege; 20: Bibelstunde für junge Männer. .=Dahlhausen. So 9: Gottesdienst auf Burg Horkenstein;.30: Bäumer: 11: KGD.: 12: Taufen. Vereine: Mo Jungmädchenverein: Mi 20: Bibelstunde: Fr Jungmädchenverein. .=Hordel. So 8: Abendroht: 10: Höfker:.30: KGD. im Gemeindehaus; 11.15: KGD. in der Kirche. Wattenscheid. Friedenskirche: So 8: Frühgottesdienst: 10: Hauptgottesdienst; 14: KGD.: 15: Taufen.— Ev. Krankenhaus. 10: Hausandacht. — Alte Kirche am Gertrudisplatz. 10.15: Hauptaottesdienst, Superintendent Krahn, Röhlinahausen.— Kavelle zu Höntrop..30: Hauptgottesdienst.— Gemeindehaus Leithe, 10: Hauptgottesdienst. Diese devische Mader Tappe kost. wie abgebildet 60 cm groß M4.50 70 cm groß M4.50 Barant. unzrbrchl., abwschb., läuft,sitzt. schläft. spri. Mama. Drehb. nat. Hände, Zövfe oder Bubik., mod. gekl., an- und ausziehb. versend. verpacka.=.vortofrei v. Nachnahme JOSEF MULLER Lauschaft6 Thür. W. Porsteeinödersins Prunthsale Wemnactsgeschlenne. Sie machen die Wohnung behaglicher und gemütlicher, dabei sind sie Geschenke von bleibendem Wert. I1 der kath. Gemeinden Sonntag(1. Advent), 29. Nov. 1936. (Ohne Gewähr.) Propstei. 6: hl..;.45: hl. M. m. Pr.;.45: hl. M. m. Pr.: 9: Gymnasium und Oberrealschule: 10: Hochamt m. Pr.; 11.15: hl. M. m. Pr.; 14.30: Andacht m. Aussetzung; 18: Adventsandacht und Segen.— An den Wochentagen jeden Mittag 14: Aussetzung des Allerheiligsten, danach stille Anbeiung; 20: Schriftlesung, Komplet, Segen u. Repositio. Christkönig. 6: erste hl. M. ohne Pr.: 7: hl. M. m. Pr.:.15: Kinderm. m. Pr. u. gem. hl. Kommunion aller Kommunionkinder beider Schulsysteme;.30: Hochamt m. Pr.; 11: letzte hl. M. m. Pr. Die Kinderandacht um 14.30 fällt aus. 20: Adventsandacht mit den Adventsklageliedern. St. Marien. 6: erste hl..; .15: hl. M. m. Pr.:.30: hl. M. m. Pr.;.30: Hochamt m. Pr.: 11: letzte hl. M. m. Pr: 14.30: Adventsandacht mit sakr. Segen. St. Joseph..15: hl..;.30: bl. M. m. Pr., hl. Kommunion der Klosterschule:.45: hl. M. m. Pr.: 10: Hochamt mit Pr.: 11.15: hl. M. m. Pr.: 14.30: Christenlehre u. Andacht; 20: Adventsandacht m. Komplet. St. Antonius..30: erste hl..; 8: hl. M. m. Pr.;.30: Hochamt m. Pr.; 11: letzte hl. M. m. Pr.: 14.30: Christenlehre über das Dasein Gottes und Adventsandacht; alle Schulkinder von 10 Jahren an wollen erscheinen, auch die Erwachsenen sind freundlichst eingeladen. Klosterkirche der Redemptoristen. 5 und 6: stille hl..; 7 und 8: Singmessen m. Pr.; 9: Gottesdienst für die höheren Mädchenschulen; 10.30: voln. Gottesdienst m. Pr.: 16.40: Rosenkranz, Pr. u. Andacht m. sakr. Segen: 19: Rosenkranz, Pr. u. Segen für die Erzbruderschaft der Hl. Familie.— An Werktagen: 6, 7 und 8: stille hl. M. Mo 8: Segensmesse zu Ehren des bl. Gerbard; 20: Segensandacht. Di und Do 8: Gemeinschaftsmesse. Fr: Herz=Jesu=Freitag: 6: hl. M. mit Aussetzung des Allerheiligsten: 7: stille hl..; 8: Herz=Jesu=Hochamt mit Weihe: 18.15: Herz=Jesu=Andacht. Sa 8: Hochamt für unsere Wohltäter. St. Meinolphus. 6: bl..: 7: Gemeinschaftsmesse: 8: Schülermesse: 9: Kindermesse: 10: Hochamt; 11.30: letzte hl.: 18: Andacht. St. Johannes,.=Wiemelhausen. 7: erste hl..: 8: hl. M. m. Pr.: .15: hl. M. m. Pr.: 10.30: Hochamt m. Pr.: 14.30: Christenlehre m. Segen: 18.30: Pfarrandacht mit Segen. Wallfahrtskirche,.=Stiepel..35: Frühmesse: 10: Hochamt: 15: Adventsandacht. Mi 10: Hochamt und von 13—17: Aussetzung. St. Livorius, B. Grumme. 7; bl. M. m. Pr.: 8: Austeilung der bl. Kommunion:.30: hl. M. m. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Andacht: 15: Taufen. Hl. Kreuz..30: Austeilung der dl. Kommunion: 7: hl. M. m. Pr. und Familienkommunion: 8 30: hl. M. mit Pr. und gem. bl. Kommunion der Knaben: 10.30: Hochamt m. Pr.: 14.30: Christenlehre. Herz Jesu,.=Hamme..30: bl. M. m. gem. hl Kommunion der Frauen: 8: bl. M. m. Pr. u. gem. hl. Kommunion der Erstkommunikanten:.30: Hochamt m. Pr.: 11: hl. M. m. Pr.: 15(nicht 14.30): Christenlehre: 16: Andacht m. Pr. für die Frauen. Herz Jesu,.=Hordel..30: hl. M. m. Ansprache: 8: hl. M. m. Pr. und bl. Kommunion der Frauen: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Christenlehre und Andacht, anschl. Vortrag für den Müttterverein. St. Anna, Bochum=West. 7: bl. M. mit Gesang und Pr.: 8 30: Kinvermesse mit Gesang u. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.: 14: Adventsandacht mit Seaen: 15: Taufen. St. Franziskus,.=Riemke.15: dl. M. In der 1. u. 2. hl. M. gem. dl. Kommunion des Mütttervereins. .15: bl. M. m. Nr.: 8 30: hl. M. m Pr.:.30: Volkschoralamt m. Nr.: 11: letzte dl. M. m Pr.: 14.30: Christensehre und Adnentsandacht: 15: Taufen: 16.30: Versammlung u. Andacht des Milttervereins. Dreifastigkeit. Bochum. 7: bl..: 8: dl. M m Pr.: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Adventsandacht. St. Franziskus,.=Weitmar..15: Gemeinschaftsmesse:.20: Austeilung der hl. Kommunion:.30: Betsingmesse m. Pr..45: Hochamt m. Pr.: 10: Kindermesse mit christl. Unterricht: 11: letzte dl. M. m. Männer= predigt: 14.30: Kindheit=Jesu=Feier: 15.15: Taufen: 18: Adventsandacht für die ganze Gemeinde. Liebfrauen..=Linden..50: Austeilung der dl. Kommunion an alle: 7: hl. M. m. Pr.:.05: hl. M. m. Anspr. für die Kinder, gem. dl. Kommunion der Kinder der oberen Klassen: 9: hl. M. m. Pr.: 10.30: feierl. Levitenamt: 15.150 hl. Taufe. St. Michael,.=Dahlhausen..30: bl. M. m. Pr.; 10: Hochamt m. Pr.; 15: Adventsandacht. St. Engelbert,.=Dahlhausen. .30: hl.., gem. hl. Kommunion der Frauen der Pfarrei u. aller Mitglieder des Mütter= u. Elisabethvereins: 10: Hochamt m. Pr.: 14: Taufe: 14.30: Betstunde für die gefallenen Krieger unserer Gemeinde am Krieger=Ehrenaltar. Fronleichnam,.=Laer..30: bl. M. m. Pr. u. gem. hl. Kommunion der Mütter u. Frauen: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Christenlehre mit kurzer Andacht u. sakr. Segen; auschl. sofort kirchl. Versammlung der Mütter und Frauen; danach(nicht vor 15.40: Taufe. .=Altenbochum..30: hl. M. m. Pr. u. Austeilung der hl. Kommunion;.45: hl. M. m. Pr. u. Austeilung der bl. Kommunion: 9: Hochamt als Kindermesse m. Pr. u. Austeilung der hl. Kommunion: 11: letzte hl. M. m. Pr.: 14.30: Christenlehre mit Seaen; 15: Taufe. Herz=Jesu,.=Werne..45: hl..: .15: hl. M. m. Pr.: 10.15: Hochamt m. Pr.: 14.30: Andacht: 15: Taufe. St. Marien,.=Langendreer..30: hl..:.45: hl. M. m. Pr.: 9: Kindermesse m. Pr.: 10.15: Hochamt m. Pr.: 14.30: Christenlehre u. Adventsandacht. St. Bonisatius,.=Langendreer. .30: hl. M. m. kurzer Pr.: 8: hl. M. m. Pr. u. gem. hl. Kommunion der Erwachsenen:.15: Kindermesse m. Pr. u. gem. bl. Kommunion der Schulkinder; 10.15: Hochamt m. Pr.: 16.30(nicht 17 Uhr): feierl. Schluß der Eucharistischen Familienwoche m. Weibe der neuen Banner für unsere Jugend. Hl. Geist,.=Harpen..30: hl. M. m. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Adventsandacht. St. Elisabeth,.=Gerthe. 7 u..30: hl. M. m. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Christenlehre. St. Joseph,.=Hiltrop..30: hl. M. m. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.; 14.30: Christenlehre mit Andacht. St. Theresien,.=Eppendorf. 7: hl..; 10: Hochamt: 14.30: Christenlehre u. Segen; 17: Andacht für die armen Seelen. „St. Gertrudis, Wattenscheid. 6: hl. .: 7: hl. M. m. Pr.: hl. Kommunion der Frauen und des Müttervereins: 8: hl. M. m. Pr.: 9: hl. M. m. Pr. für die höh. Schulen: 10: Hochamt m. Pr.: 11.30: hl. M. m. Pr.: 14.30: Christenlehre u. sakr. Segen: 15.15: Taufe: 16: Andacht mit Vortrag für den Mütterverein. Sonstige Gemeinden Sonntag(1. Advent), 29. Nov. 1936. (Ohne Gewähr.) Evangel.=Luther. Kreuzgemeinde Bochum(Kreuzkirche), Gahlensche Straße 146: So.30: Frühgottes= dienst, Pfarrer Stallmann;.30: Beichte, Pfarrer Stallmann; 10: Hauptgottesdienst mit Abendmahlsseier, Pfarrer Kerle; 11.30: K6D. Mi 20: Adventsgottesdienst, Pfarrer Kerle.— Gemeindeheim, Lutherhof: So 15: Jugendadventsfeier. Di 20: Kirchenchor. Do 17: Frauenadventsseier. Fr 20: Jugendstunde. Evangl.=luth.(altluth.) Gemeinden in Bochum. 1. Gemeinde, Kirche Dibergstraße 52: So.15: Predigt, Sup. Ziemer.— 2. Gemeinde, Kirche am Hindenburgplatz: So.30: Predigt, Greve: 11: KGD.; 11: Versammlung des Männervereins. Mi 19.30: Wochengottesdienst. Evangelische Gemeinschaft, Auferstehungskirche, Alleestr. 48. So 8: Uebung des Männerchors;.30 und 18: Evangelisation, Prediger A. Wosimfki: 11: Sonntagsschule: 19.30: Jugendstunde: 15: in Witten, Augustastraße 47: Predigt. Di 15: Bibelstunde in Riemke. Di 20: Bibelstunde in Wattenscheid, Bismarckstraße 34. Mi 15.30: Religions= unterricht, Alleestraße 48: 20: Bibelstunde, Auferstehungskirche, Alleestraße. 48. Do 15.30: Frauenstunde, Aovenseer(Kafseekarte 50 Pfg.): 20: Uebung des Gem. Chors: 20: Bibelstunde in Witten, Augustastraße 47. Freie evangel. Gemeinde, Rottstraße 34 a. So.30: Bibelbesprechstunde: 11: Sonntagsschule: 18: Predigt. Prediger Reich. Mo 20: Chorprobe. Mi 20: Bibelstunde: 20: Jugendstunde.— Gerthe, Gerther Straße 10: So 14.30: Predigt, Prediger Reich. Di 18: Bibelstunde. — Hordel, Laakenbruch 60: Do 18.30: Gebetsstunde.— Wattenscheid, Vorstadtstr. 43: So.30: Bibelbesprechstunde; 16: Predigt, Prediger Reich. 15:.„Frauenstunde. Ga 19.306 Gebetsnunde. Neuapostotische Gemeinde. Bochum, Rheinische Str. 7: So 9. 16: Mi 20. Unnebrne Trihaumestellen des Bochumer Anzeiger Bo hum: Hauptgeschäftsstelle Rathausplatz 8. Filialen: Adele Jünke. Schreibwaren. Essener Straße 12: Frau Friedrich Kilbsch Schreibwarenhdig., Herger Str 259: Langenstück. Schreibwarenhdlg. Haitinger Str. 20: Karl Regelmann, Hattinger Str. 14 Marg. Hübel, Haitinger Straße 200 .=Altenbochum: Georg Lillpopp Wittener Str. 241 .=Dahlhausen: E. Kipper. Eiberger Straße 4. .=Gertbc: Buchdruckerei Zülch Castroper Hellweg Nr. 417: August Reuter Lotbein ger Straße 18. .=Hamme: Franz Grummet, Dorstener Str. 171. .=Grumme: Frau Heinr. Pohl Zigarrengesch.. Josefinenstraße 59. .=Riemte: Johann Szyska. Buchhandlung, Auf dem Tablacker 45 Hattingen: Carl Alberti, Bahn hofstraße 3. .=Höntrop: Robert Bauditz Am Bahnbof. .=Stiedel: Alfred Berlet. Am Hana 521. Aon ggng .=Langendreer, Wallbaumweg 58: So 9, 16: Mi 19..=Linden, Kesterkamp 49a: So 9, 16; Mi 19.20..= Weitmar, Kellermannsweg 51. So 9, 16: Mi 20..=Weitmar: An der Landwehr 65: So 9, 15.30; Do 19. .=Riemke, Auf dem Dahlacker 42: So 9. 16: Mi 19..=Gertbe. Am Südblick 8: So 9, 16: Mi 19..= Kornharpen, Auf der Prinz 135: So 9, 16; Mi 20. Wanne=Eickel, Königstr. 21: So 9, 16; Mi 18..=Röhlinghausen. Füsilier= und Kurfürstenstr.=Ecke: So 9. 16: Mi 18. Altkatholische Pfarrei Bochum: So .15: Deutsche hl. Messe mit Predigt in der Johanneskirche am Weilenbrink. Christl.=wissenschaftl. Vereinigung (Christian=Science Society), Bochum, Emscherstr. 20. So 10: Gottesdienst, Lektionspredigt der Christl. Wissenschaft. Thema: Die Zauberei des Altertums und der Neuzeit— auch genannt Mesmerismus und Hypnotismus— bloßgestellt; 11.15: Sonntagsschule. Am 2. Mittwoch jeden Monats 20: Gottesdienst, Zeugnisversammlung. Christl.=wissenschaftl. Vereinigung (Christian=Science), Bochum, Dorstener Str. 182: So 10: Gottesdienst; 11: Sonntagsschule. Mi 20: Gottesdienst. Do 16—18: Lesezimmer. 1. Baptistengemeinde, Immanuelskirche, Hermannshöhe 21: So.30: Bibelstunde; 11: Sonntagsschule: 16: Gottesdienst, Prediger Dr. Mundhenk: 17.30: Jugendstunde. Mi 20: Gebetsstunde, Prediger Janssen.— Gemeindesaal.=Hamme, Hofsteder Str. 131: So.30: Bibelstunde, Prediger Dr. Mundbenk; 11: Sonntagsschule: 17: Gottesdienst: 18.30: Gemeindestunde. Do 20: Bibelstunde, Prediger Janssen.— Gemeindesaal .=Bärendorf, Goldhammer Str. 17: So.30: Bibelstunde; 11: Sonntagsschule: 20: Evangelisation. Do 20: Bibelstunde, Prediger Dr. Mundbenk.—.=Laer, Werner Hellweg 19: Di 19: Bibelstunde. Prediger Dr. Mundbenk.—.=Harpen, Kornharpener Str. 241: So 11: Sonntagsschule.— Gemeindesaal Wattenscheid, Bochumer Str. 36: So 9: Bibelstunde: 10.30: Sonntagsschule. Mi 20: Bibelstunde, Prediger Dr. Mundbenk.— Gemeindesaal.= Werne. Am Born 10: So.30: Bibelstunde: 11: Sonntagsschule: 16: Gottesdienst. Di 20.15: Bibelstunde. 2. Baptistengemeinde, BochumWeitmar, Am Steinknapp 56: So .30: Bibelstunde. 11: Sonntagsschule, 16: Gottesdienst. Große Auswahl in Puppen und eAmtliche Ersatztelle. Angezahlte Puppen werden bie Weihnachten zurückgesetzt. Puppen-Klinik Albert Blotenberg " A l l e e s t r a ß e 1 0 0 KOHLEN KORD SUHTEDER in jeder gewünschten Ausführung. Lager-, Hausnummer-, Garagenschildervorrätig im Fachgeschäft für sämtlichen Stempel- u. Schilder-Bedatt Appel& Daus Brückstraße 33, Tel. 66090 Hauerrrunte. Insula=Dial=Tee hat schon vielen geholten, er hilft auch ihnen. Zu haben in den Apotheken. Auslieferungslager: Orogengroßnandlung Rich. 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November 1936 ein bedeutungsvoller Tag sein und bleiben, denn am ersten Advenkssonntag dieses Jahres wird das neue Gemeindehaus an der Düppelstraße seiner Bestimmung übergebeg. Das Werk, dem dieses Haus des 4. Pfarrbezirks dient, um dessen Umgestaltung und Neubau sich Pfarrer Henrici und der inzwischen verstorbene Kirchmeister Vieregge unter der Mitarbeit der gesamten Gemeinde hohes Verdienst erworben haben, wird unter dem Geiste Vater Bodelschwinghs stehen, dessen Namen in großen Lettern über dem Eingangsportal verzeichnet ist. Für das städtebauliche Gesicht Bochums ist das Bodelschwingh=Haus— das zeigt schon das Gesamtbild — eine erfreuliche Verschönerung, die noch stärker zur Geltung kommen wird, wenn erst der Spielgarten und die Grünflächen rechts neben dem Gesamtbau erstanden sein werden. Für das Gemeindeleben im 4. Pfarrbezirk aber wird das Haus von dauerndem Segen sein, weil es dem gesamten Leben innerhalb der Gemeinde einen neuen Mittelpunkt und äußeren Rahmen gibt, wie er schöner kaum gedacht werden kann. Die Aufgabe für den mit Entwurf und Bauausführung beauftragten Bochumer Architekten Dipl.=Ing. Prein war insofern nicht leicht, als der Umbau und die Erneuerung des auf dem Bilde links sichtbaren alten Hauses organisch mit dem Umbau des Mittelhauses und des großen Anbaues, in dem sich der Gemeindesaal befindet, verbunden werden mußten. Daß die Lösung in der äußeren und inneren Schönheit und Zweckmäßigkeit der Formen wohlgelungen ist, davon überzeugen die beigegebenen Bilder. Es ist viel Raum und viel Schönes in dem neuen Gesamtbau. Durch das Eingangsportal tritt man in eine geräumige Eingangshalle, die drei Garderobeablagen enthält. Türen auf der rechten Seite der Halle führen zu zwei kleineren Aufenthalts= und Besprechungsräumen, während man nach links hinüber in das umgebaute alte Haus kommt. Im Erdgeschoß dieses Hauses befinden sich zwei saalartige große Räume auf der Fläche, die früher den Zwecken des Kindergartens diente. In diesen Räumen, die durch eine große Zwischentür verbunden sind und einzeln oder zusammen benutzt werden können, werden in Zukunft Vereinsveranstaltungen und sonstige Versammlungen abgehalten werden. Im ersten Stockwerk des alten Hauses und des Mittelbaues beginnen die Wohnungen, darunter die Wohnung der Gemeindeschwestern, die ebenso wie die anderen drei, je fünfräumigen Wohnungen der Häuser den Forderungen neuzeitlicher Bauweise entspricht und außerdem einen schönen großen Balkon aufweist, der zugleich die notwendige Aufteilung der glatten Außenfläche des Hauses bringt. Eine kleine Kaffeeküche im Erdgeschoß und die Kellerräume sind der weitere„Inhalt“ dieser beiden Teile des Gesamtbaues. Geht man, nachdem so links und rechts von der Eingangshalle Tiegenden Gebäudeteile und ihre Räume besichtigt sind, in der Halle geradeaus, so kommt man Das neue Gemeindeheim „Bodelschwingh=Haus“ des 4. Pfarrbezirks der evangelischen Gemeinde. Links im Bilde das alte, umgebaute Haus, in der Mitte das Haus mit Eingangshalle, Garderoben usw., rechts hinten der Anbau, in dem sich im Erdgeschoß der Kindergarten und im ersten„Stockwerk der große Gemeindesaal befindet. Aufnahmen: Muthherr hinaufsteigen kann. Dieser stilvoll=schöne und zweckmäßige Raum, der an seiner Stirnseite eine Bühne trägt, bereichert Bochum bei einem Fassungsvermögen von etwa 450 Personen um einen weiteren vorbildlichen Saal und das gerade in einem Teile der Stadt, der keinen Ueberfluß an größeren Sälen aufzuweisen hat. Noch waren am Freitag die Handwerker mit allen Kräften tätig. um die notwendigen Arbeiten zu vollenden und auch am Samstag wird noch gewirkt werden müssen. Aber am 29. November, am Tag der Weihe, wird das Bodelschwingh=Haus nach erstaunlich kurzer Bauzeit— am 16. Januar 1936 war der erste Spatenstich, am 15. März die Grundsteinlegung und am 9. Mai bereits das Richtfest— schlüsselfertig stehen und seiner Bestimmung übergeben werden können, zur Freude und zum Segen für alle Glieder der Gemeinde des 4. Pfarrbezirks. Der Tag der Einweihung hat zum Auftakt der Feierlichkeiten morgens.30 Uhr einen Festgottesdienst in der Pauluskirche unter Mitwirkung des Pauluskirchenchores. Festprediger ist Bezirkspfarrer Henrici. Um 11 Uhr erfolgt durch Superintendent Niederstein die Weihe und Uebergabe des Hauses. Um 3 Uhr hält der Kindergarten seinen feierlichen Einzug in das neue Heim und verbindet damit die Jubelfeier seines 50jährigen Bestehens. Um 5 Uhr findet die erste Gemeindeversammlung im neuen Saal des Bodelschwingh=Hauses statt, auf der ein Vertreter des Hauses Bodelschwingh aus Bethel sprechen wird. * Es wird gebeten, die Häuser, besonders die Straßen, die von der festfeiernden Gemeinde auf dem Wege von der Pauluskirche zur Düppelstraße berührt werden, mit den Kirchenfahnen zu schmücken. im Erdgeschoß in die Räume des Kindergartens zwei hell und lustig ausgemalte und ausgestattete Sälchen, neben denen sich ein schöner Wasch= und Toilettenraum und auch ein Abstellraum für allerhand Spielsachen und Geräte befinden. Der Kindergarten, der nun gerade im 50. Jahre seines Bestehens in diese schönen Räume einzieht, ist damit prächtig untergebracht. Sehr praktisch ist es, daß für den Kindergarten außer dem Eingang von der Halle aus, auch ein besonderer Haupteingang unmittelbar von außen her da ist, der an dem Spielgarten für die Kinder und den Grünflächen liegt. Ueber den Räumen des Kindergartens liegt der neue Gemeindesaal, zu dem man von der Eingangshalle aus rechts und links durch je einen Treppenaufgang Luftig und geräumig ist der große Gemeindesaal mit der Bühne Wilhelm Albert Klempnerei gesundheitstechnische Anlagen Trankgasse 15— Fernruf 611 36 gegründet 1822 Walter Kachholz Plattierungsgeschäft Alleestraße 123 7 Ruf 65575 schuf die Wandbekleidung, Bodenbeläge und freistehende Zellenwände Karl Ehrhardt, Bochum Alleestraße 129!— Fernruf 62589 Holzbearbeitungswerkstätten schuf die gesamten Fenster, sämtl. Balkonfüren und den Innenausbau Fr. Müller A. G. t. Hoch-, Tief- u. Eisenbefonbau Abt. Mechanische Groß-Schreinerei S SAchtee * lieferte die Trer sämtl Treppenanlage, die Eingangstüren sämtliche Innentüren Pernrhraoss und Otto Kuhrt Baugesellschaft m. b. H. Arndtstr. 26 Ruf 62227 Hoch-, Tief- u. Eisenbeionbau Der BOCHUMER ANZEIGER ist das Bochumer Heimatblatt Peter Krekel Klempnerei, gesundheitstechn. 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Sie hatte denn auch den Erfolg, daß die Leiche einer Frau gefunden und herausgeholt werden ronnte. Wie es gekommen ist, daß die Frau, eine Mutter von vier Kindern, in den Teich geriet und den Tod fand, ist noch Gegenstand eingehender Untersuchungen der Kriminalpolizei. Die Krau, die seit Sonntag abend vermißt wurde, hat sich zuletzt in Begleitung eines jungen Mannes befunden, der auch beim Ertrinken der Frau zugegen war. Er wurde von der Polizei in Haft genommen, weil ihr die Angaben, die er macht. recht unglaubwürdig vorkommen. Danach will er sich mit der Frau auf dem Heimweg im Dunkeln verirrt haben und an den schon etwas vereisten Teich gekommen sein. Sie hätten ihn für eine Pfütze gehalten, seien dann aber eingesunken. Es sei ihm gerungen, sich wieder herauszuarbeiten, während die Frau gestürzt und ertrunken sei. Die Kriminalpolizei ist eifrig bemuht, Licht in diese dunkle Sache zu bringen. Dazu teilt die Kriminalpolizei mit:. 90 Sah, Am 21. November, gegen 20 Uhr, verließ die 29 alte geschiedene Ehefrau Szymyslik, wohnhaft in HerneBörnig, Kurzestraße 8, ihre Wohnung und kehrte nicht zurück. Am 23. November wurde sie als vermißt gemeldet. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf und stellte fest, daß die Vermißte in der Nacht zum 22. November bis gegen 2 Uhr mit einem 25 alten Mann aus Sodingen zusammen war. Der Mann wurde vorläufig festgenommen. Er aibt an. in Nebels mit der S. in einen Sumpf am Bahnhof Bornig geraten zu sein. Er habe sich herausgearbeitet, jedoch den Verbleib der Szymyslik wollte er nicht kennen. Der Sumvf bzw. das Wasserloch wurde von der Feuerwehr durchsucht. Die Leiche wurde am 25. November gefunden. Die bisherigen Ermittlungen haben nicht ergeben, daß vorsätzliche Tötung vorliegt. Stadt Wanne=Eicke Dr. Lebrecht sprach. Im Stadtgartensaalbau fand Donnerstag abend eine von über 500 Partei hzgy. DAF.=Mitgliedern besuchte Versammlung der NSDas. in Verbindung mit der DAF. statt. Im Mittelpunkt der Versammlung stand ein Referat von Gauschulungswalter Dr. Lebrecht, der zum Thema„Staatsfeind Nr. 1" sprach. Der Vortrag hinterließ stärksten EinTagung des NS.=Lehrerbundes. Donnerstag abend fand im Kurhaus eine stark besuchte Tagung des NS.= Lehrerbundes statt. Parteigenosse Rektor Beyer sprach Grußworte. Im Mittelpunkte der Kundgebung stand ein Referat von Ministerialdirektor Prof. Dr. Barcher(Berlin), der zum Thema„Erziehung und Zeit" sprach. Die richtunggebenden Ausführungen fanden bei der Versammlung größtes Verständnis und starken Beifall. Wochenendtagung. Wattenscheids und Wanne=Eickels Dietwarte und Sportwarte des Reichsbundes für Leibesübungen kommen heute und morgen in der ReimersTurnhalle zu einem Wochenendlehrgang zusammen. Kreissportwart Schmidt(Bochum) und Kreisdietwart Schulte(Wanne=Eickel) haben die Leitung des Lehrgangs übernommen. Die gemeinsame Uebernachtung ist in der Josephschule. Unsere Schulen marschierten auf. Der Donnerstag war wiederum ein Tag der Schulen. Auf dem Eickelplatz waren 20 Mannschaften angetreten, die im Laufe des Jahres im Fußball, Handball oder im Schwimmen erfolgreich waren. Das spannungsreiche Spiel der Endrundengegner Joseph= und Bonisatiusschule endete mit einem:=Siege der Josephschule. Schulrat Marpe nahm anschließend die Ehrung der erfolgreichen Schulen vor. Haus= und Grundbesitzerverein. Unter Leitung des Vorsitzenden Schimpf tagte der Vorstandsbeirat. Geschäftsführer Dr. Schaaf sprach über die augenblickliche Lage des Hausbesitzes und behandelte vor allem Fragen des älteren Hausbesitzes. Frecher Diebstahl. Am 26. November, gegen 19.80 Uhr, wurde von einem in der Wilhelmstraße in der Nähe der Berufsschule stehenden Speditionswagen ein Karton mit Zigarren im Werte von 80 Reichsmark gestohlen. Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulisch behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei, Gelsenkirchener Straße 25. Stadt Wattenscheid Im Silberkranz. 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November, die der Unfall= und Invalidenrenten am Dienstag, 1. Dezember, in der Zeit von 8 bis 11 Uhr, statt. Zusammenprall. Am 25. November, gegen 17 Uhr, stießen auf dem Hindenburgdamm, in Höhe des Sportplatzes der Zeche„Fröhliche Morgensonne", zwei Personenkraftwagen zusammen. Beide Fahrzeuge wurden stark beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Stadt Gelsenkirchen Vom Lastkraftwagen überfahren und getötet. Auf der Viktoriastraße in Gelsenkirchen bemerkte der Führer eines Lastkraftwagens aus Remscheid, der zur Zeche Nordstern wollte, auf der Höhe der Fischerstraße, daß er sich verfahren hatte. Beim Zurücksetzen des Wagens wurde der achtjährige Werner Andert, der von dem Kraftwagenführer nicht bemerkt worden war. von einem Hinterrad erfaßt und überfahren. Er erlitt schwere Schenkelbrüche und innere Verletzungen und starb kurze Zeit nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus. Der Beifahrer des Kraftwagens, der zugleich der Besitzer ist, wurde vorläufig in Haft genommen. 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Pfarrgemeinschaftsabend der Herz=Jesu=Pfarrei. Auch zu dem diesmonatlichen Pfarrgemeinschaftsabend am Donnerstag im Saalbau des Vereinshauses an der Gahlenschen Straße hatte sich die Gemeinde wieder zahlreich eingefunden. Nach einleitenden Grußworten von Pfarrer Dr. Reinold wurde der Film„David Copperfield" vorgeführt. Nach einem Gesangvortrag des Jungfrauenchors stand der zweite Teil des Abends im Zeichen des Gedenkens der Karitasjüngerin St. Elisabeth. Das Weihefestspiel„Die heilige Elisabeth", das von Mitgliedern der weiblichen Pfarrjugend der aufmerksam lauschenden Festgemeinde vermittelt wurde, stand im Mittelpunkt. Dann gaben die Sängerinnen nochmals in zwei Darbietungen ihr Können zum besten. Mit einem Schlußwort von Vikar Kavvenstein nahm der anregend verlaufene Abend seinen Ausklang. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Persönliches. Heute feiern die Eheleute Wilhelm Thomas, Poststraße 18 ihr 40jähriges Ehejubiläum. Thomas ist langjähriger Bezieher des„B..“ Stadtteil Riemke Dienste des Nächsten Im Stuhlmeierschen Saalbau an der Hiltrover Straße war der St.=Elisabeth=Verein Bochum 5 am Donnerstaa nachmittag zu seiner Jahrestaguna versammelt, die durch die gleichzeitige Feier des Patronatsfestes einen besonders eindrucksvollen Rahmen erhielt. Pfarrer Nunnemann verband mit seinen Begrüßungsworten einen Rückblick über die Jahresarbeit. Wie der Jahresbericht auswies, zählt der Eilsabethverein Bochum 5 augenblicklich 25 aktive und rund 200 fördernde Mitglieder. Im Vordergrund der Arbeit stand die religiöse Vertiefung des Vereinslebens. In Verbindung mit den übrigen karitativen Organisationen der Franziskusgemeinde arbeitete man erfolgreich an der Ausgestaltung des Aufgabengebietes der seelsorglichen Laienhilfe. Das Avostolat der Nadel erfreute sich wachsender Beliebtheit. Nach dem Kassenbericht, der sich in Einnahmen und Ausgaben so ziemlich deckte, und der sparsamen Verwaltung der Geschäftsführung das beste Zeugnis ausstellte, wurden das Schwesternstift und die alljährlich von der Gemeinde durchgeführte Kommunikantenhilfe mit einer größeren Svende bedacht. Der Kaffeepause folgte die Patronats=Versammlung, die mit einem Gemeinschaftsliede zu Ehren der hl. Elisabeth eröffnet wurde. Gedichtvorträge schufen eine schöne Einstimmung zu dem Festvortrage von Pfarrer Nunnemann über das Tugendleben und Tugendstreben der großen Wartburgheiligen. Ein besinnliches Weihespiel bildete den Ausklang der elisabethanischen Feierstunde. Stadtteil Grumme=Böde Aus der Liboriuspfarrei. Für die Männer der Liboriuspfarrei findet am morgigen Sonntag im Josephshospital ein religiöser Einkehrtag statt, der morgens .30 Uhr mit einer Gemeinschaftsmesse seinen Anfang nimmt und abends mit einer Dankandacht schließt.— Die Eucharistische Familienwoche für die Liboriuspfarrei findet in der Woche vom 6. bis 13. Dezember, abends 8 Uhr, statt. wortung gebracht. Provagandawart Pa. Heimann machte interessante Ausführungen über die Grundlage und über die erforderlichen Voraussetzungen zur Erreichung des Ehestandsdarlehens. Kreisabschnittswart Hemmerich berichtete alsdann über Fragen des Siedlungswesens die für die Mitglieder von ganz besonderem Interesse waren. Sonderfilmvorführung. Sonntag morgen 10.15 Uhr findet im Uniontheater. Hiltrover Landwehr., eine Filmvorführung für Bedürftige statt. Freikarten sind gegen Ausweis auf der Geschaftsstelle der NSV. abzuholen. Stadtteil Gertbe Arbeitsschulung der Innerhalb der Betriebsgemeinschaft der Schachtanlagen Lothringen 1/3 hat sich, nachdem der erste Schulungskursus der DAF. erst kürzlich beendet wurde, eine neue Arbeitsgemeinschaft gebildet, um mit dem zweiten Schulungskursus für die Berufserziehung der Vergieute über 21 Jahre zu beginnen. Der Schulungsplan sieht für die Monate November 1936 bis April 1937 eine Reihe von Vorträgen mit Aussprache, Museumsbesichtigungen und andere berufskundliche Fahrten vor. Die Leitung der Arbeitsgemeinschaft hat der Schachtberufsreferent Steiger Stratmann. Aus Anlaß der Eröffnung des zweiten Schulungskursus fand im Lokale Kalthoff eine Zusammenkunft der neuen Kursusteilnehmer— über 40 Mann haben sich dazu gemeldet— statt, zu der auch die Kursusteilnehmer der Betriebsgemeinschaften Lothringen 4 und die der Pechkokerei eingeladen waren. Als Vertreter des Werkes Divlom=Bergingenieur Leibold. als Vertreter der DAs. war Ortsgruppenwalter Hanwahr zugegen. Steiger Stratmann eröffnete den Schulungskursus. Alsdann sprach der Gaureferent Pa. Cordemann zur Einführung über das Thema „Zweck und Ziel der beramannischen Berufserziehung". Der stellvertretende Betriebszellenobmann Köster betonte den Wert der Schulung. Reichsbund der Kinderreichen. Der Kreisabschnitt Bochum=Gerthe hielt im Lokale Borgmann eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Kreisabschnittswart Hemmerich teilte zunächst mit, daß nach einer Verfügung der Bundesleitung die bisherigen Ortsaruppen als Kreisabschnitte benannt werden, und zwar endaültig vom 1. Januar 1937 an. Nach eingehender Besprechung der sozialen Belange und aller Fragen, die im Interessenkreis des Reichsbundes stehen, wurde manche aus dem Mitgliederkreise gestellte Anfrage zur BeantStadtteil Harven Silberne Hochzeit. Die Eheleute Teophil Walkowiak und Frau, Berta geb. Schmidt, Kornharpener Straße 181, feiern am 1. Advent im Kreise ihrer Lieben das schöne Fest der silbernen Hochzeit. Stadtteil Altenbochum Ehrentafel des Alters. Der Rentner Heinrich Schüler, Rombergstraße, begeht am Sonntag in geistiger und körverlicher Frische seinen 76. Geburtstag. Schuler verbringt seinen Lebensabend bei seinem Sohne, dem Verwaltungsbeamten Schüler, wo er voller Liebe umheat und gepflegt wird. Adventsfeier„Auf der Prinz“. Sonntag abend 7 Uhr wird im Ortsteil Auf der Prinz eine Adventsfeier abgehalten. an Stelle der sonst erst am Montag stattfindenden Bibelstunde. Heimattreue Ost= und Westpreußen, Ortsgruppe 322, Altenbochum. Im Vereinslokal D. Wahl fand die Hauptversammlung der Ost= und Westpreußen statt. Der Bericht über die Kassenverhältnisse lautete erfreulich. Den Kassierern wurde Entlastung erteilt. Schriftführer Jürgens verlas die eingegangenen Schulungsbriefe des Landesverbandes. Vereinsführer Salewski gab die neuen Anordnungen des Landesverbandes bekannt. Ferner wurde beschlossen, die traditionelle Weihnachtsfeier auch in diesem Jahr am 1. Weihnachtstag zu begehen. Zum Schluß hielt Kamerad Saatfeld einen Vortrag über die alten Sitten und Bräuche in der Heimat. Schützenverein„Jägerslust“ zu Altenbochum. Im Vereinslokal D. Wahl, Buselohstraße, fand die Monatsversammlung des Schützenvereins„Jägerslust" Altenbochum statt. Ein Mitglied wurde neu ausgenommen. Vereinsführer Karla machte dann bekannt, daß die 1. Mannschaft, Gruppe Robert Stöber, den Wanderpreis des Oberbürgermeisters Dr. Piclum erstmalig in ihren Besitz gebracht hat. Ferner errang der Schießwart Robert Stöber als Einzelschütze den 8. Platz. Im Vereinsschießen errangen die Schützen Robert Stöber, Günther Wahl und Sablotni die ersten Plätze. Auch die anderen Schutzen erzielten gute Ergebnisse. Es wurde beschlossen, die traditionelle Weihnachtsfeier auch in diesem Jahre zu begehen. Der Schützenverein hielt am Totensonntag nach altem Brauch bei Wahl eine Weihestunde ab, die dem Gedenken der Gefallenen des Weltkrieges gewidmet war. Brieftaubenausstellung. Heute und morgen veranstalten die Brieftaubenzuchter von Altenbochum und Laer im Lokale Kraemer(früher Feldhege), Wasserstraße 30, ihre 8. Pokalausstellung, in Verbindung mit dem zehnjährigen Bestehen. Personalnachrichten In den Ruhestand versetzt wurden nachstehende Bedienstete bei der Reichsbahn: Stellwerksmeister Deppe und Göbel vom Hauptbahnhof. Amts= und Landrichter, Joachim Heppe in Bochum ist zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht in Braunschweig ernannt worden. An der Staatlichen Seefahrtschule in Hamburg bestand Heinz Dersch, Bochum, Baarestraße 38, sein Examen als Seesteuermann auf großer Fahrt mit ausgezeichnetem Erfolg. Die Eheleute Wilh. Rensing, Hedwigstraße 30, feiern am Sonntag, 29. November, im Kreise ihrer Familie ihre silberne Hochzeit. Neues aus Einden=Bählhäusen Feierstunde zum Tag der deutschen Hausmusik Im Festsaal der evangelischen Schule an der Lindener Straße wurde am Freitag unter Mitwirtung der Musikerzieher von Linden eine würdige Feierstunde zum Tag der deutschen Hausmusik veranstaltet. Der große und schön geschmückte Saal war voll besetzt. Das überaus umfangreiche Programm wurde von den Zuhörern mit sichtlichem Interesse verfolgt und mit starkem Beifall bedacht. Zu Beginn der Veranstaltung hielt Rektor Vahle eine Ansprache, die sich besonders mit dem früher getriebenen Kulturbolschewismus, der keine deutsche und keine innige Kunst zugelassen habe, und mit den kulturellen Bestrebungen im nationalsozialistischen Deutschland auseinandersetzte. In der deutschen Musik müsse wieder das Ziel erstrebt werden, daß die deutsche Familie, daß das deutsche Volk wieder singen lerne. Das sei auch der Sinn und der große Zweck der Veranstaltung. Nach dieser begeistert ausgenommenen Rede wickelte sich dann ein Programm ab, das in allen Teilen befriedigen konnte. Es war eine große Freude, anzuhören, wie die kleinen Musikanten die Instrumente beherrschten, sei es, daß es sich um die Mundharmonika, das Akkordion, Klavier und Geige oder auch um die Laute und Zither handelte, alle wurden sie mit einer großen Liebe und Hingabe gespielt. Eine schöne Leistung vollbrachte auch der Chor mit dem Liede„Kapitän und Leutenant" unter der kundigen Leitung von Lehrer Neuhaus. Groß war auch der Beifall im zweiten Teil, der mit Kunstmusik ausgefüllt wurde. In diesem Teil waren es besonders die„Humoreske" von Dvorak, das Menuett in=Dur von L. van Beethoven und das Klavier=Trio von Jos. Handn, die starken Anklang finden konnten. Es kann mit großer Genugtuung festgestellt werden, daß der Abend ganz seinen Zweck erfüllt hat. Mit einem Schlußwort und den Nationalhymnen klang der schöne Abend aus. * Silberhochzeit. Heute begehen die Eheleute Martin Kaschubick und Frau. Im Stapel 56, im Kreise ihrer Kinder das Fest der silbernen Hochzeit. In hohem Alter. Fördermaschanist Matthias Züll, Am Kesterkamp 12, begeht heute in körverlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 81. Geburtstag.— Morgen kann der Invalide August Dahlbeck, Nöckerstraße 16, in noch verhältnismäßiger Rüstigkeit seinen 83. Geburtstag feiern: desgleichen kann am selben Tage die Witwe Lina Herbrügge, geb. Zimmermann, Dr.=.= Otto=Straße, ihren 76. Geburtstag feiern. Aus der Liebfrauengemeinde Linden. Wie bereits mitgeteilt, begeht der Pfarr=Cäcilienchor der Liebfrauengemeinde Linden am morgigen Sonntag die Feier seines silbernen Jubiläums. Bei dieser Feier wird auch der beiden Gefallenen des Chores im Weltkriege. Heinrich Commandeur und Emil Lepper, ehrend gedacht werden. Die Weihe der neuen Orgel ist am 13. Dezember. Wernei Kurzbrrichtt Herbstversammlung des Vaterländischen Frauenvereins. 28 Samariterinnen verpflichtet. Die diesjährige Herbstversammlung des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz, Zweigverein Werne, fand am Donnerstag in den festlich hergerichteten Räumen von Schulte=Trux statt. Die Getreuen des Vereins waren zu dieser Zusammenkunft recht zahlreich erschienen. Frau Tager richtete Willkommsworte an die große Festgemeinde. Ihr besonderer Gruß galt der Kreisvorsitzenden Frau Schulte=Oestrich, der Kreisgruppenleiterin Frau Stodt(Altenbochum) und den Leiterinnen der Werner Frauenschaft. Lehrer Schiefer gab anschließend einen interessanten Bericht von der großen Berliner Kundgebung anläßlich der Jubelfeier des Vaterländischen Frauenvereins des Deutschen Roten Kreuzes. Heute gelte es ganz besonders, die Tradition zu wahren und in Treue zur Volksgemeinschaft zu stehen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wies Lehrer Schiefer darauf hin, daß in Kürze wieder ein Kursus für Samariterinnen eingerichtet wird, des weiteren forderte er die Anwesenden auf, der Sterbekasse beizutreten. Bei einem Vierteljahresbeitrag von 1 RM. beträgt das Sterbegeld 250 RM. Im Mittelpunkt der Feierstunde stand die Vereidigung von 28 Samariterinnen, die von der Kreisgruppenleiterin Frau Stodt vorgenommen wurde. Sie sprach über die Aufgaben des Deutschen Roten Kreuzes im heutigen Staat und insbesondere über die Aufgaben des Bereitschaftsdienstes. Unter Handschlag verpflichtete dann Frau Stodt die neuen Samariterinnen, die auf der Bühne Aufstelluna genommen hatten. Nach diesem feierlichen Verpflichtungsakt kam der Unterhaltungsteil zu seinem Recht. Das Theaterstück„Krau Ute und das Glück" wurde von den Anwesenden mit großem Beifall aufgenommen. * Pflichtversammlung der DAF. Am Sonntag 29. November, findet um 10.30 Uhr im Saale„Zur Deutschen Flotte“ eine Pflichtversammlung statt, in der Parteigenosse Schmidt sprechen wird. Alle Mitglieder der DAF. haben zu dieser Versammlung zu erscheinen. Stadtteil Langendreer Ehrung für Luise Hoffmann Auf Veranlassung des Aeroklubs von Deutschland Freitag auf dem Friedhof in Langendreer als Vertreter der Luftsportlandesgruppe 10, Essen, Luftsportoberführer Gerbrecht einen Kranz am Grabe der vor einem Jahr verschiedenen Pilotin Luise Hoffnann nieder. Die Ortsgruppe Bochum des Deutschen ftsportverbandes wurde durch den Ortsgruppenfühberingenieur Himpe, vertreten. 5a Thilgotimn Feug. Hoffmann, die die einzige Vbertozgtrg, Zeutschlands war, auf dem Rückflug Böercheie, werg Ar ach Wien abgestürzt und hatte sich hieroei schwere Brandwunden zugezogen, die nach Boschenlgoseng. zu ihrem Ableben führten. und hat schon lange vor ausgeseichnete Kameradin lange vor der Machtergreifung sich in den Dienst des Nationalsozialismus gestellt und mit ihrem Flugzeug Werbeflüge für die Bewegung durchgeführt. Gerkameraden uod dre Fliematbewohner weiten,in denen ihrer engeren HeiStadtteil Weitmar Hochbetagt. Heute wird Frau Witwe Claas, Blankensteiner Straße, 81 Jahre alt. Sie verbringt ihren ihrer Tochter, Frau Weitkämper, in verhältnismäßig guter körverlicher und geistiger Rüstigstel tung staft. Irm 3 Volt in Giefas dichtbesetzten Saale wurde der Film „Voir in Gefahr“ gezeiat. Die Begrüßung nahm Reviergruppenführer Fatzmann vor. Den Vortrag über das Luftschutzwesen hatte Frau Dr. Schlitter. Für die Veranstaltung wurde ein reges Interesse gezeigt. Ortsgruppenversammlung. Am Sonntag, 29. NoErtswaltun Weitmar=Pord, im. 6. Gobel Essener Straße eine. Virtes lung ab in# Ortsgruppenversammder Partezgenosse, Hanwahr sprechen wird. Erscheinen aller DAF.=Deitglieder ist Pflicht. Jahresfest. Morgen begeht die Evangelische Frauenhilfe Bochum=Engelsburg ihr 42. Jahresfest. Den Festgottesdienst hält um.45 Uhr im Cheruskerstraße. Pastor Brühmann (Altenbochum). Die Nachfeier des Jahresfestes findet Dienstag, 1. Dezember, nachmittags.80 Uhr, bei Holler. Ecke Essener und Kohlenstraße, statt. Pastor Kuhlmann(Uemmingen) hält die Festansprache. Kaffeekarten sind am Eingang des Saales oder bei den Bezirksfrauen zu haben.— Die Frauenhilfe Weit. mar feiert am Dienstag, 1. Dezember, nachmittags .30 Uhr beginnend, im Gemeindesaal ihr diesjähriges Jahresfest. Auch Nichtmitglieder sind willkommen. Neuaufnahmen können getätigt werden. Advents=Gottesdienst. Die Reichskirchliche Frauenhilfe wird auch in diesem Jahre die Adventszeit durch einen liturgischen Adventsgottesdienst für die Gemeinde feierlich einleiten. Der Gottesdienst findet am 1. Advent. 29. November, nachmittags um 5 Uhr, in der Kirche zu Weitmar statt. Die Ansprache wrd Pfarrer Dr. Klein aus Bochum halten. Der Gottesdienst ist für die ganze Gemeinde bestimmt. Männer und Frauen; für Kinder nur in Begleitung Erwachsener.— Die Advents=Großmütter=Feier soll am Dienstag, 8. Dezember, nachmittags um 4 Uhr, im Saale Glahn stattfinden. Großmütter und Großväter über 65 Jahre sollen vom Christkind beschert werden. Tassen sind mitzubringen. Stadtteil Laer In hohem Alter. Eine im Ortsteil bekannte Persönlichkeit, der Rentner Kaspar Schäfer, Eulenbaumstraße, begeht am Montag in körverlicher und geistiger Gesundheit und Frische im Kreise der Familie den 71. Geburtstag. Im Vereinsleben ist Schäfer eine bekannte und beliebte Persönlichkeit. Er ist Ehrenvorsitzender im Brieftaubenzuchtverein„Durch Sturm und Regen“ und Ehrenmitglied im Sportverein„LFC. Laer". Sein Interesse am Sport bezeugt er durch Teilnahme an fast allen Veranstaltungen und Spielen des LFC. Ferner ist er aktives Mitglied des Schützen=, des Hessenund des Knappenvereins„Glück auf", von diesem wurde Schäfer vor 14 Tagen durch die Ueberreichung des goldenen Vereins=Ehrenabzeichens für 50jährige Zugehörigkeit zum Verein geehrt. Seit langen Jahren ist der Jubilar Leser des„B..“ Dienstjubiläum. Auf eine 25jährige Tätigkeit bei den Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen kann am 29. November der Vorschlosser Heinrich Lode. Grimmestraße 5, zurückblicken. Pfundsammlung. Am Montag, 30. November, führt in unserer Ortsgruppe das Winterhilfswerk eine Pfundund Brockensammlung durch. Alle Volksgenossen werden gebeten, ihre Spenden zum Abholen bereit zu halten.— Im Monat Dezember wird die Kinderspeisung fortgesetzt. Die Speisung wird in der Schillerschule und in der Schule Laerheide durchgeführt. In Frage kommen rund 100 Kinder. Stadtteil Stiepel Rentenzahlung. Die Heeresrenten für den Monat Dezember werden heute, 28. November, ausgezahlt. ODTA Unfall= und Invalidenrenten am 1. Dezember während der Dienststunden der hiesigen Postanstalt bzw. Poststellen. Brieftauben=Ausstellung. Morgen, Sonntag, veranstaltet der Brieftaubenzüchterverein„Siegespalme" im Vereinsheim„Zum Königshof“, Besitzer Gustav Gathmann, eine Brieftauben=Ausstellung, zu der zahlreiche Tiere gemeldet sind. Stadtteil Querenburg Adventsfeier in der Frauenhilfe. Die Frauenhilfe der.„Kirchengemeinde Uemmingen rüstet sich auf ihre Adventsfeier, welche in diesem Jahre am 6. Dezember in Querenburg im Saale des Wirts Maaß begangen werden soll. Karten für Kaffee und Kuchen werden von den Bezirksfrauen angeboten. Die Feier beginnt pünktlich um 16 Uhr. Stadtteil Wiemelhausen Totenglocke. Im Alter von 79 Jahren starb der Invalide Karl Sommer. Er gehörte lange Jahre dem Kirchenvorstand der Johannespfarrei an und von 1919 bis 1924 der Zentrumsfraktion des Stadtverord= netenkollegiums. Filmveranstaltung. Montag. 80. November. steiat auch, in Wiemelhausen die erste Filmveranstaltung dieses Jahres, die von der Ortsaruppe in Verbindung mit der„Gaufilmstelle durchgeführt wird. Es wird vorgefuhrt der Tonfilm„Schwarze Rosen“, mit Willi Fritsch, der bisher überall den besten Kassenerfolg brachte. Dazu sehen wir ein vorzügliches Beiprogramm. Beginn der Vorstellung für Erwachsene 20 Uhr abends im Paul=Gerhardt=Haus, Kühneplatz. Außerdem wird am Nachmittag noch eine Kindervorstellung gegeben, die um 16 Uhr steigt. Einlaß ab 15.15 Uhr. In dieser Vorstellung wird der Film„Emil und die Detektive“ der den Kindern viel Freude bereiten wird Eintritt für Kinder 10 Pf., für Erwachsene 50 Pf.. Der Einkreiser für Musikliebhaber in Allstremsustührung RN. 188.— mit Emiechrohren es Ertod-eiRA 163.— A M Ges. m. b. H. Bochum, Viktorlastraße 47 und Herner Straße 234 Fernruf Sammeln. 68341 Zweigbüro und Lager: Nordbahnhof Wir liefern jede Menge und Sorte An die Autgeber von Stellenangeboten! Vergessen Sie bitte nicht, in Ihren Stellenangeboten Angaben über das Alter der Einzustellenden und über die Eigenschaften und Erfahrungen. die Sie verlangen, zu machen. Sie ersparen dadurch den Arbeitsuchenden unnötige und für viele nur schwer aufzubringende Fahrtauslagen u. 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Sosebeck Viktoriastraße 64 ist jetzt nur noch unter der neuen Telephonnummer O1S3O zu erreichen Nach seinem unerforschlichen Ratschluß nahm heute morgen.15 Uhr Gott der Allmächtige meinen lieben Mann, unseren guten, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Cirosvater, Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Kaufmann Joseph Stukenbrock zu sich in die Ewigkeit. Er starb nach einem arbeitsreichen Leben voll aufopfernder Liebe für die Seinen, nach kurzem Leiden, infolge Herzschlages, vorbereitet durch einen christlichen Lebenswandel, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im 71. Lebensjahre. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet für den lieben Verstorbenen bitten: Franziska Stukenbrock geb. Seithe Lucie Schäfer geb Stukenbrock Aloys Schäfer 1 Enkelkind und Anverwandte Bochum, den 27. November 1936 Wittener Straße 180 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 1. Vezember 1936, morgens 10 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes an der Blumenstraße aus statt; das teierliche Levitenseelenamt ist am gleichen Tage morgens.30 Uhr in der Liebfrauenkirche zu.-Altenbochum. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche Nach kurzem, schwerem Leiden ging heute nachmittag 3 Uhr mein innigstgeliebter Mann. unser guter. treusorgender Vater. Schwießervater. Grobvater. Schwater und Onkel, der wohlachtbare Schneidermeister Im Alter von fast 67 Jahren in Frieden beim. In tiefer Trauer: Wwe. Pauline Camen geb. HeinKarl Graumann und Frau Lent geb. Camen Paul Camen und Frau Mia geb. Zessnig Heinr. Sonneborn jr. u. Frau Eins geb. Camen Walter Camen und Frau Ilse geb. Loeffler und S Enkelkinder Bochum VII(Wohlfahrtstr. 128), Rastadt, Hagen, Soest und Dortmund, den 27. Nov. 1936 Die Beerdigung findet Montag.den 30 Nov. 1936. nachmittags.30 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Trauerfeier eine Vierteistunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuting, diene diese als solche Nach Gottes hl. Willen entschlief sanft und gottergeben heute morgen.30 Uhr unsere liebe, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter. Schwägerin und Tante Plau Wuc. Heinrlt Helene geb. Bach Sie starb im festen Glauben an ein besseres enseits. im Alter von 84 jahren. In tiefer Trauer: Geschwister Wiedig Bochum-Stiepel(Roomersheide). Bochum-Linden. Linz(Rhein), Dortmund-Schüren, den 27. Nov. 1936 Die Beerdigung findet am Montag. 30. Nov., nachm. 4 Uhr. vom Sterbehause aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Donnerstag nachmittag entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden, infolge Gebirnschlages mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegervater. Großvater. Schwager und Onkel Heinrien Sohdtel im vollendeten 70. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Frau Heinr. Schäfer Anna geb. Nichel und Angehörige. Bochum(Stahlhausen. Loewestr.). Laer Berlin, Beckingen(Saar) und Potsdam. den 27. November 1936. Die Beerdigung findet am Montag. 30. Nov. 1936, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes Freigrafendamm, aus statt. Trauerteler eine Vierteistunde vorher Wes Gott tut, das ist wohldetan Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, unsere liebe Mutter. Schwiegermutter. Großmutter, Schwester. Schwägerin und Tante Mirne Wilhelm Werper Agathe geb. Schürmann in der Nacht von Donnerstag zu Freitag plötzlich und unerwartet im Alter von 48 jahren, nach kurzem Krankenlager, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Sie starb gottergeben und gestärkt mit den Heilsmitteln unserer Kirche. Es bitten um stilles Beileid und ein andächtiges Gebet: Heinz Welper u. Frau Alwine geb.Olthoff Karl Hunger u. Frau Trude geb. Welper Josef Welper Paul Hollmann u. Frau Elly geb. Welper und 4 Enkelkinder Bochum, Wanne-Eickel, Suderwich, Wesel. Steinbergen, den 27. November 1936 Die Beerdigung findet statt am Montag, dem 30. 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