* eun vr Gelbstabholer.85 RM. monalich oder 93 Vi. balbmonglich. 55 Bs. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch vöhere Gewalt. Verbot oder Beiriebsstörung u. dgl. Fächishent wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werderz,nnzggz von 11 bis 12 Uhr. und Samstags, von 16 bis 17 Udr.— Vosischeatonio Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Die Festfolge für die Jahrestagung der Reichskulturkammer und NSG.„Kraft durch Freude“ dnb. Berlin, 26. November Für die gemeinsame Jahrestagung der Reichskulturkammer und der Deutschen Arbeitstront NSG.„Kraft durch Freude“ in der Philharmonie am heutigen Freitag, 27. November, Ist folgende Festfolge vorgesehen: An die großen Toten(Wilhelm Berger) für Gemischten Chor und Orchester# Bruno Kitteischer Chor Berliner Philharmonisches Orchester unter Leitung von Professor Bruno Kittel. Worte aus„Sötz von Berlichingen“(. Woltg. v. Goethe) gesprochen von Heinrich George. Beherzigung. Lied(Hugo Wolh Orchesterinstrumentation Arno Rentsch; Kammersänger Bockelmann 7 Berliner Philharmonisches Orchester tung von Generalmusikdlrektor Protessor Dr. Peter Raabe. Ansprache des Leiters der Deutschen Arbeitsfront Reichsorganisationsleiter Dr. L e g. Konzert-dur für Orgel u. Orchester(6. Friedr. Händel) Einleitung und Erster Satz J Orgel Protessor Fritz Heitmann Berliner Philharmonisches Orchester unter Leitung von GeneralMosilkelfektior Protessor Dr. Heter Raabe. Ansprache des Präsidenten der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbeis. Gebet der Jugend(Hermann Zlichen für Gemischten Chor, Knabenchor, Sopran-Solo und Orchester Bruno Kittelscher Chor Knabenchor des Hohenzollerngumnasiums Sopran-Solo Tilla Briem Berliner Philbarmonisches Orchester unter Leitung von Professor Bruno Kittel. Dle Veranstaltung in der Philharmonie wird in der Zeit von 12 Uhr bis 13.45 Uhr von allen deutschen Sendern und vom Deutschen Kurzwellensender übertragen. Festaufführung im Deutschen Opernhaus „Der fliegende Holländer“(Richard Wagner) Freitag 27. November 1936 Nummer 278 Einzelpreis 10 Pf. Reichsminister Dr. Joseph Goebbels Reichskulturkammer im Anzeigentei und in 78 um Freite 30 Di. im Pertell, VamiltlenMiat di. Alc, Vedtosglchesisg, igshoshal.gziäzise mändlich ausgegebener Anzeigen kann keine Gewäbr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Dreijahresplan des Seistes als drei Jahre nach der Verabschiedung des e grundlegenden Gesetzes vom 22, 9. 1933 halten A heute Reichskulturkammer und NS.=Gemeinschaft * Kraft durch Freude“ eine gemeinsame Jahrestagung. Wohl darf man diesen Augenblick als einen bestimmten Markstein der inneren Reichs= und Volkwerdung ansprechen. Die Festigung des nationalsozialistischen Reiches nach außen, sein Wiedereintritt in das diplomatische Weltkonzert der Völker, die systematische und klarlinige Ueberwindung der Hirn und Herz zersetzenden Arbeitslosigkeit und die immer tiefer greifende Durchdringung des Volksbodens mit den ureigensten Fruchtstoffen des Nationalsozialismus, haben den Weg noch freier als bisher gemacht, um das Kulturleben der Nation mit einheitlichem Willen zu durchdringen, der aus dem Volke seine Kräfte saugt und in diesen Volksboden immer wieder zurückmündet. Seit jener grundlegenden Zielsetzung der Reichskulturkammer durch Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Rede vom 15. November 1933 ist die Kulturpolitik mehr und mehr vereinheitlicht und zu einer nationalen Geschlossenheit geführt worden, die in der richtungweisenden und schöpferischen Macht des nationalsozialistischen Staates vorausbestimmt war. In diesen kurzen Jahren wurde von den mit der Kulturpolitik betrauten sieben Unterkammern der Reichskulturkammer zusammen mit dem am 15. November 1935 errichteten Kultursenat ein geistiger Dreijahresplan durchgeführt, der zwar noch nicht die Erfüllung aller kulturpolitischer Zielsetzungen bedeutet der aber für sich die Erschöpfung eines Arbeitsabschnittes, und zwar in einem Ausmaße in Anspruch nehmen darf, das in den Zeiten geistigen Umbruchs und sozialwirtschaftlichen Aufbaus die anfangs gesteckten Ziele weit übersteigt. Was in diesen Jahren intensivster Arbeit geschaffen wurde, ist nicht allein die Grundsteinlegung zu einer neuen Architektur, sondern die Ausrichtung aller kulturschaffenden Kräfte auf das Blickfeld einer in sich selbst geadelten Volksgemeinschaft und einer auf den Urfundamenten menschlichen Geistes ruhenden größeren Welt: positive Einstellung zu den ewigen Gesetzen einer dies= und jenseitigen Göttlichkeit. Damit ist aber auch Staatssekretär Walter Funk Reichakulturkammer Reichsleiter Max Amann Richsprässshanm Staatsrat Hanns Johst Ehriftumskammer Generalmusikdirektor Dr. Radbe pmsikammer* Ministerialrat Dresster Reichersndinass Prof. Adoll Ziegler kammar uer büernden Faaz. Ministerialrat Dr. Schlösser Kuter#####- Staateninister Prof. Dr. Lehnich Keichasin de. Seite 2 Nr. 278 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 27. November 1936 * für die deutsche Kulturpolitik die antibolschewistische Tendenz klar herausgestellt. Sie begnügt sich ebensowenig wie Außen= und Sozialpolitik mit der alleinigen Abwehr zerstörender Kräfte. Dreidreiviertel Jahre nationalsozialistischer Staatsführung haben der Umwelt draußen und den Vergrämten und Verbissenen drinnen immer wieder gezeigt, daß der neue Volksstaat die Zersetzungserscheinungen geistig verkümmerter Jahrzehnte nicht nur mit der in ihm beschlossenen Machtfülle auszuräumen verstand, sondern— und darin liegt das besondere Charakteristikum der schöpferischen Idee — stets an die Stelle weggesegter„Freiheiten“, die im Sinne Nietzsches nichts anderes als persönliche Bequemlichkeiten, meist aber sogar krankhafte Schmutzigkeiten waren, das Neue setzte. Lücken oder Plätze, auf denen nicht geistig gebaut wird, gibt es für die nationalsozialistische Weltanschauung nicht. In jenen Kreisen die ihren weltanschaulichen Nährboden nur im„Gestern“ suchen, hat man den Nationalsozialismus zumeist und lange genug nur als einen Wegbereiter zu den seligen Gefilden, einer mißverstandenen Tradition und Reaktion aufgesaßt wissen wollen. Im Lager der bürgerlichen„Demokratler“ und der Internationalen betrachtete man ihn als den Hilfsarbeiter der Reaktion... Heute, nach drei Jahren nationalsozialistischer Kulturführung— und sie bleibt die prinzipielle Lenkerin und Meisterin des nationalen Geschicks nach drinnen und draußen— sind, jene Außenseiter durch Tatsachen belehrt. Wo blieben die Unkenrufe aus dem Kulturschlamm des Salonbolschewismus?! Wo das Wehgeschrei der Kurfürstendamm=Literaten? Wo die Kassandrarufe aus dem Romanischen Café, daß mit solcher Kulturpolitik die deutschen Theater und ebenso der deutsche Büchermarkt zusammenbrechen müßten?!... Aus dem deutschen Film ist der speichelsüße und hefensaure Bodensatz ausgekehrt. In der bildenden Kunst haben sich irrsinnig gewordene Pinsel und Meißel auf sich selbst besonnen, zur sittlichen, geistigen Normalität, zur Gesundheit zurückgefunden. Kein Theater brach zusammen. Im Gegenteil füllen sich die Schaubühnen des Reiches von Monat zu Monat, und selbst im harten Alltag, der heute mehr denn je von jedem Einzelnen den entschiedensten Einsatz aller Kräfte erfordert, ist das Verlangen nach einem geistig=künstlerischen Ausgleich weit größer denn je. Die von der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" veröffentlichten Ziffern über dieses Gemeinschaftswerk sind Beweis genug. Mit der Freude am Staat und der Freude am werktätigen Schaffen ist in gleichem Maße auch die Freude am geistigen Leben gewachsen. Zwar mag eine kleine Clique von unentwegten Moralpaukern auch heute noch einen enttäuschten Flunsch ziehen, weil dieses neue Deutschland ihren staubigen Ansichten nicht nachgab und wie Dr Goebbels einmal bemerkte, nicht in ihre„Moralinkammern“ gefolgt ist. Für Nacktheitsschnüffler, Gefühlsverkalkte und empörte Moralbonzen hat der neue Geist keine Stätte. Seine Volks= und Lebensnähe ist sein herrlichster Besitz. Er weht vom Volke zum Volk, vom Künstler zu seiner Gemeinde. Er erfüllt den schöpferischen Menschen mit dem Erdgeruch seiner Nation, wie jenen Sagen=Riesen Antäos, der immer wieder aus der Berührung mit der mütterlichen Erde seine schöpferischen Kräfte neubelebt. Den Kulturgeist des neuen Deutschlands so zu verstehen und in den letzten Winkel der Nation zu tragen, ist Pflicht und Verantwortung am neuen Jahresplan deutschen Geistes. Michael Haupt Geleitworte der Reichskulturwalter zum dreijährigen Beliehen der Reichskulturkammer Berlin, 26. November. Zum dreijährigen Bestehen der Reichskulturkammer haben die Reichskulturwalter Moraller, Hinkel und Dr. Schmidt=Leonhardt Geleitworte verfaßt. Das Geleitwort des Reichskulturwalters Moraller lautet:„Die seelische Ausrichtung der Nation ist die große Aufgabe, welche von der nationalsozialistischen Weltanschauung der Kulturpolitik gestellt wurde. Sie setzt voraus, daß alle schöpferischen Kräfte des Volkes, die Träger der kulturellen Gestaltung sind, selbst ihre innere Ausrichtung im nationalsozialistischen Sinne erfahren haben. Diese Ausrichtung ist Sinn und Aufgabe der Reichskulturkammer als der ständischen Organisation aller, die kraft ihrer Berufung und Begabung bestimmt sind, deutsches Wesen im lebendigen Geist unserer Zeit zu formen und zu gestalten. Drei Jahre Reichskulturkammer— das sind drei Jahre ernster Arbeit in diesem Sinne, deren Erfolg nicht nur in der unwiderruflichen Ausmerzung der jüdisch=bolschewistischen Kunstanarchie und seiner Träger aus dem deutschen Kulturleben, sondern auch in einer gewaltigen Befruchtung des Kulturschaffens auf allen Gebieten beruht. In stetigem und organischem Wachstum verwirklicht sich so vor unseren Augen das Ideal, um das die größten Künder deutschen Wesens zu allen Zeiten rangen: Die Einheit von Volkstum und Kunst in der nationalsozialistischen Kultur.“ Das Geleitwort des Reichskulturwallers Rans Rinkel lautet:„Drei Jahre Reichskulturkammer bedeuten drei Jahre intensiver Arbeit dieser von unserem Reichsminister Dr. Goebbels organisatorisch geschaffenen, ideelich gestalteten und nationalsozialistisch geführten Gemeinschaft aller künstlerisch und kulturell tätigen deutschen Menschen. Drei Jahre Reichskulturkammer bedeuten drei Jahre erfolgreicher praktischer Kulturpolitik von Staat und Bewegung, bedeuten Säuberung, Klärung und Ausrichtung unseres öffentlichen Kunstlebens, bedeuten Planung und fortschreitende Gestaltung durch nationalsozialistischen Kulturwillen und Zurückeroberung des deutschen Hauses zum Dom deutscher Kunst. Drei Jahre Reichskulturkammer! Die deutschen Künstler des Theaters und des Films, der Musik und des Schrifttums der bildenden Künste und des Rundfunks danken in diesen Tagen gemeinsam mit den Kulturschaffenden der Presse wieder und wieder dem Führer als dem Schirmherrn der deutschen Kunst, der unseren Reichsminister Dr. Goebbels zu seinem Treuhänder auf dieser entscheidenden Kampfesebene unseres nationalen Lebens bestellt hat. Und alle verpflichten sich aufs neue ihm und seiner Weltanschauung, deren künstlerische und kulturelle Prägung des Schweißes der Edelsten wert ist.“ Das Geleitwort des Reichskullurwalters Dr. Rans Schmidt-Leonhardt lautet:„Einst war das deutsche Geistes= und Kunstleben der Inbegriff aller Zersplitterung. Der Nationalsozialismus hat durch das Wirrsal von Eigenem und Fremdem hindurch immer die eine große Seelenkraft gesehen, aus der heraus er das deutsche Schicksal gestalten will. Diese Einheit lebendig und sichtbar zu machen, ist die Bestimmung der Reichskulturkammer. Drei Jahre liegen hinter ihr. Jahrhunderte vor thr.“ bu Belgischer Waffenschmuggel nach Spanien. Auf dem Pariser Nordbahnhof wurde eine aus Belgien eingetroffene und als Baumwolle deklarierte Sendung beschlagnahmt, dis in Wirklichkeit Gewehre enthielt. Das Wenlechders Wenereigmsser Zülimmung zum=Teuischhapanischen Aotommen, abei auch Ablehnlung Berlin, 26. November. Der Abschluß des deutsch=japanischen Abwehrabkommens gegen den Weltfeind Bolschewismus hat überall in der Welt Aufsehen hervorgerufen und ist von der Weltpresse entsprechend seiner Bedeutung in großer Aufmachung den Lesern mitgeteilt worden. Daneben würdigt die gesamte Presse des Auslandes das Abkommen in Leitartikeln. Dabei zeigt sich, daß das Abkommen vielfach in richtiger Beurteilung der kommunistischen Internationale als reines Abwehrabkommen bewertet wird. Anderseits ergeben sich aber auch Mißtrauen und Verdächtigungen gegen den Vertrag. Solche Stimmen kommen vor allem aus Frankreich und England. Frankreich lehnt ab Der französische Außenminister Delbos hat nach Meldungen aus Paris zu dem deutsch=japanischen Abkommen erklärt, es könne nicht als geeignetes Element zur Schaffung einer günstigen Atmosphäre gelten. Dieses eindeutig auf weltanschaulichen Grundsätzen ausgebaute Abkommen trage dem Kreuzzugsgeist Rechnung, den Frankreich ablehne, da es die allzu vielen wirklichen Konfliktsursachen nicht noch durch mehr oder weniger konstruktive Konfliktselemente vermehren möchte. Diese Aeußerungen des Ministers sind die Stichworte für die ganze französische Presse, die dem Abkommen gegenüber eine ablehnende Haltung einnimmt. Das„Oeuvre“ glaubt nicht, daß das Abkommen für Frankreich eine neue Gefahr schaffe. Der„Petit Parisien" schreibt, daß der Gedanke des Kampfes gegen den Kommunismus an sich verständlich sei. Die Form, in der das deutsch=japanische Abkommen ihn wiedergebe, sei jedoch unzulässig. Das Blatt spricht die selbstverständlich völlig unbegründete Verdächtigung aus, es handle sich um eine gegen Rußland gerichtete Allianz, die außerdem noch andere Klauseln umfasse, die der japanischen Ausdehnung in China und im Pazifik sowie der deutschen Ausdehnung im europäischen Osten dienen sollten. Der„Excelsior“ hebt die Ueberraschung der amtlichen Pariser Stellen hervor. Daß die marxistischen Blätter eine besonders wilde Sprache führen, verwundert am wenigsten. Der sozialistische„Populaire“ malt eine deutsch=italienisch= sapanische„Heilige Allianz“ an die Wand und fordert zu einem Gegenstoß„für den Frieden und die kollektive Sicherheit" auf. Die kommunistische„Humanité“ führt aus, der Friede sei in furchtbarer Weise bedroht, und das nur, weil die Demokratien vor den Angreifern kapituliert und den Frieden nicht so verteidigt hätten, wie es der Rätebund ihnen vormache(!) Unverständnis in England Die englische Nachrichtenagentur„Preß Association“ erklärt, daß der Vertrag einigermaßen harmlos sei. In Londoner diplomatischen Kreisen werde es als äußerst unwahrscheinlich angesehen, daß Großbritannien auf die Einladung eingehen werde, sich an dem Vertrage zu beteiligen. Es sei häufig festgestellt worden, daß Großbritannien ängstlich bestrebt ist, eine Aufteilung der Länder der Welt in zwei Blocks, nämlich einen kommunistischen und einen antikommunistischen, zu vermeiden. Großbritannien setze weiterhin seinen Einfluß ein, um eine solche Aufgliederung der Länder der Welt zu verhindern. Aehnlich urteilt auch Reuter. Die Leitaufsätze der Londoner Morgenblätter zum deutsch=japanischen Abkommen lehnen fast durchweg teils in schärferer, teils in milderer Form das deutsch=japanische Abkommen ab. Die„Times“ hält die Bildung eines deutsch=japanischen antikommunistischen Blocks für bedauerlich und überflüssig. Das Blatt bescheinigt den Sewsets, daß man sie jetzt mit ihren eigenen Waffen geschlagen habe, denn Sowjetrußland habe sich immer Mühe gegeben, in selbstherrlicher Form jede Verantwortung für die Tätigkeit der Komintern abzulehnen. Der„Daily Telegraph“ meint, daß das deutschjapanische Abkommen eigentlich kein allgemeines Interesse verdiene. Wenn beide Mächte den Bolschewismus bei sich bekämpfen wollten, so könnten sie vom praktischen Standpunkt aus gemeinsam auch nicht mehr tun als allein. Weder Deutschland noch Japan hätten ernsthaft eine kommunistische Gefahr zu fürchten, denn beide Länder verfügen über Regierungen, die zu handeln verstünden. Die„Morningpost“ sagt, daß der Vertrag zweifellos die erste diplomatische Frucht des Nürnobwohl Deutschla berger Parteitages sei, zsten Grund habbwohl Deutschland nicht den geringsten Gruno hade, die kommunistische Drohung zu fürchten. Die gemeinsame deutsch=japanische Front gegen den Kommunismus berühre keine der englischen Interessen. Soweit es sich nur darum handle, die kommunistische Durchdringung in Europa und Asien aufzuhalten, könne man das sogar mit wohlwollender Duldung hinnehmen. Italien:„Eine desensive Vereinbarung“. In unterrichteten italienischen Kreisen wird vorerst zu dem deutsch=japanischen Uebereinkommen keine Stellung genommen, aber zugleich betont, daß zwischen Italien und Japan eine vollkommene Uebereinstimmung der Auffassungen bestehe. Das halbamtliche„Giornale 'Italia“ schreibt, die Frage der Abwehr des Kommunismus habe infolge der vom Kommunismus seit geraumer Zeit eingeleiteten Offensivaktion aktuelle und tatsächliche Bedeutung erlangt und müsse von allen Kulturnationen der Welt mit steigender Aufmerksamkeit beachtet werden. Für Deutschland und Italien sei dieses Problem bei den Berliner Besprechungen des italienischen Außenministers Graf Ciano geprüft und bereits geregelt worden. „Popolo'Italia" bezeichnet das deutsch=japanische Abkommen als einen politischen Akt von hoher Bedeutung, der eine volle Bestätigung dafür bilde, daß die Reichsregierung sich zum Ziel gesetzt habe, nicht nur innerhalb der eigenen Grenzen, sondern in der ganzen Welt den bolschewistischen Einfluß zu bekämpfen. Die Turiner„Stampa“ schreibt, das Abkommen habe die größte Befriedigung und ein sichtliches Gefühl der Erleichterung ausgelöst. Das Blatt unterstreicht den vorbeugenden und ausschließlichen Verteidigungscharakter des Abkommens und betont, Deutschland und Japan hätten sich nicht zu einem Block gegen irgend jemanden zusammengeschlossen, nicht einmal gegen die Komintern, sondern sie wollten nur ihre nationalen Gebiete gegen die vielseitigen Machenschaften der Dritten Internationale verteidigen und schützen. Während gewisse Regierungen sich noch immer weigerten, im Bolschewismus eine ernste Gefahr für die Zivilisation aller Länder zu sehen, sei es zu begrüßen, daß sich verantwortungsbewußte Regierungen gefunden hätten, die entschlossen seien, den Treibereien Moskaus entgegenzutreten. Die„Gazzetta del Popolo“ stellt fest, daß die Vereinbarung zwischen Berlin und Tokio keine Ueberraschung bedeute. Es bestehe kein Zweifel darüber, daß nun eine neue Phase des gewaltigen Kampfs zwischen der Komintern und jenen Staaten und Kräften, welche die westliche Zivilisation verteidigen wollten, ihren Anfang nehme. Durch das deutsch=japanische Abkommen festige sich die internationale antikommunistische Front, deren Anfänge bereits die deutsch=italienische Verständigung gebildet hätte. Oesterreich stimmt zu In Wien hat die Nachricht von dem Abschluß des deutsch=japanischen Abkommens ungeheures Aufsehen hervorgerufen. In politischen Kreisen wurde versichert, andere Staten zum Beiteit einlade, noch nichts sagen. Bekannt sei allerdings der Standpunkt der österreichischen Regierung, daß sie sich innenpolitisch vom Kommunismus nicht bedroht fühle. In Erkenntnis der Gefahr aber, welche Europa und damit auch Oesterreich durch die außenpolitischen Vorstöße des Kommunismus drohe, habe sich Oesterreich schon längst in die Front der Staaten eingereiht, die die Abwehr des Marxismus auf ihre Fahnen geschrieben hätten. In der Bevölkerung bildet das Ereignis den ausschließlichen Gesprächsstoff. Immer wieder kann man die Meinung hören, daß der Führer und Reichskanzler der Retter Europas vor dem Bolschewismus sei. Die Zustimmung und Genugtuung kommt auch in der gesamten österreichischen Presse zum Ausdruck. Zum ersten Male seit dem Tage, so schreibt die„Reichspost“, an dem vor 19 Jahren die Pest des Bolschewismus über das unglückliche rusHlleuyn. Trrruche? Dr. Goebbels sprach auf einer Massenkundgebung in Ludwigshafen dnd Ludwigshafen, 26. November. Am Mittwoch abend war in Ludwigshafen eine nationalsozialistische Massenkundgebung, auf der Reichsminister Dr. Goebbels das Wort ergriff. Der Minister führte den Versammlungsteilnehmern den Umfang der nationalsozialistischen Wiederaufbauarbeit und die Verbundenheit von Volk und Regierung vor Augen. Es sei heute ganz unvorstellbar, daß die Regierung, wie es früher an der Tagesordnung gewesen sei, in die Gefahr gerate, daß der Reichstag ihr das Vertrauen entziehe oder die Regierung über eine Gesetzesvorlage stürze. Im neuen Deutschland herrsche zwischen Regierung und Volk ein Vertrauensverhältnis, das von vornherein jede innere Erschütterung ausschließe. Was einst als Ziel aufgestellt worden sei, die Not= und Brotgemeinschaft des ganzen Volkes, das sei heute die schönste Wirklichkeit. Vor allem aber verfüge Deutschland heute wieder über eine starke Wehrmacht, die ihm die Möglichkeit gebe, sich gegen alle Angriffe und Demütigungen zur Wehr zu setzen. Das sei einer der wichtigsten und entscheidendsten Faktoren im gewaltigen deutschen Wiederaufbauwerk. Dieses Heer sei die große Erziehungsschule des Volkes, während die Partei die Aufgabe der politischen Schulung zu erfüllen habe. In diesem Zusammenhang kam Dr. Goebbels auf die außenpolitischen Erfolge des Führers zu sprechen. Er erinnerte an die Rückgewinnung des Saargebiets, an die wiedergewonnene Freiheit der deutschen Ströme und an die vor der Welt unmißverständlich erhobene Forderung nach kolonialer Gleichberechtigung. Der Minister betonte mit besonderem Nachdruck, daß Deutschland wie mit allen Völkern so auch mit Frankreich in Frieden leben wolle. Ein neuer Krieg wäre das größte Unglück für ganz Europa, und selbst der Gewinner dieses Krieges würde nicht soviel dabei gewinnen, wie er daran zu verlieren hätte. Wir wären mehr als kurzsichtig, wenn wir wünschten, daß Frankreich bolschewistisch regiert werde. Im Grunde genommen seien die Auseinandersetzungen zwischen den europäischen Völkern im Vergleich zu der herandrohenden bolschewistischen Gefahr nur eine Art von Familienzwist. Wenn Frankreich ehrlich wolle, werde es leicht sein, zu einem befriedigenden Verhältnis mit Deutschland zu gelangen. Die Krise sei entstanden, als Frankreich das Militärbündnis mit der Sowjetunion eingegangen sei. Demgegenüber hätten wir nicht passiv bleiben können. Der Minister kam anschließend auf das Abkommen mit Japan zu sprechen. Er erklärte unter stürmischem Beifall, daß sich zwei Großmächte hier erstmalig zusammengeschlossen haben, um die akute Gefahr des internationalen Bolschewismus von ihren Völkern abzuwehren. „Wir dulden es nicht, daß der Bolschewismus sein frevelhaftes Spiel mit Europa treibt. Mit tiefem Mitgefühl und großem Schmerz sieht heute das deutsche Volk auf die spanische Nation. Wenn wir die Welt davor warnen, in anderen Ländern ähnliche Bolschewisierungsversuche zu dulden, so handeln wir damit im wohlverstandenen Interesse aller Kulturvölker.“ Schon von Anbeginn an sei der Nationalsozialismus ein Rufer in der Wüste gewesen, und es sei zu hoffen, daß die Welt, wie es in Deutschland geschehen sei, seine Warnungsrufe nicht ungehört verhallen lasse. Die Welt werde einsehen müssen, daß Deutschland als erstes Land die bolschewistische Gefahr erkannt und sie auch wirksam bekämpft habe. „Der Führer", stellte Dr. Goebbels unter tosendem Jubel fest,„ist heute nicht nur der Führer der deutschen Nation, sondern der geistige Erwecker Europas. Ihm wird einmal in hundert Jahren das Zeugnis ausgestellt werden müssen, daß er in einer Zeit tiefsten Verfalls die Fahne eines neuen Jdeals in die Hand genommen und einem erwachenden Europa vorangetragen hat. Vierzehn Jahre lang haben wir gerufen„Deutschland erwache!“ Man hat uns damals ausgelacht und verhöhnt, aber Deutschland ist erwacht. Wenn wir heute unsern Warnruf an die zivilisierten Nationen richten, so bedeutet das„Europa erwache!“ Dr. Goebbels schloß seine Rede mit einem von der Versammlung mit tiefer Ergriffenheit aufgenommenen Bekenntnis zum Führer. sische Reich hereingebrochen sei, um Zwietracht und Vernichtung über die ganze Welt zu bringen, hätten zwei Großmächte beschlossen, ihr gemeinsam entgegenzutreten. Gerade das entsetzliche Schicksal, das der Bolschewismus dem spanischen Volk bereitet habe, lasse den Zusammenschluß Deutschlands und Japans als einen Alarmruf in letzter Stunde an die ganze Kulturwelt erscheinen. Die kommunistische Internationale bediene sich aller Kräfte und Mittel Sowjetrußlands, um die anderen Staaten und Völker der Erde in den Abgrund eines blutigen Zusammenbruches zu reißen. Es sei keine Zeit mehr zu verlieren für die Bedrohten, sich zur Abwehr zusammenzuschließen. Das deutsch=japanische Abkommen stehe zum Beitritt aller Kulturstaaten offen. Es werde hoffentlich zum Kern einer Weltorganisation werden, die gegen den roten Schrecken einen unübersteigbaren Damm aufrichtet. Budapest: Ausschließlich Abwehrabkommen Die Budapester Blätter unterstreichen die internationale Bedeutung dieses Abkommens. Besonders wird hervorgehoben, daß das Abkommen in keiner Weise einen Angriffscharakter trage und ausschließlich der entschlossenen Abwehr einer Weltgefahr diene. Das Abkommen gibt den großen Blättern Veranlassung, eingehend auf die weltbolschewistische Propaganda und Wühlarbeit hinzuweisen. Verständnis in Belgrad Zum Abschluß des deutsch=japanischen Abkommens wurde in Belgrad an zuständiger Stelle vorläufig nur erklärt, daß dieses Abkommen keine Ueberraschung vorstelle. Das Zustandekommen sei in Belgrad, sagt man, auf Grund der gemeinsamen Interessen Deutschlands und Japans in der Abwehr des Bolschewismus schon seit längerer Zeit erwartet worden. Da Jugoslawien zu den wenigen europäischen Staaten gehört, die keine diplomatischen Beziehungen zu Räterußland unterhalten, und da von seiten der jugoslawischen Regierung wiederholt die Notwendigkeit der Bekämpfung der bolschewistischen Gefahr betont wurde, dürfte man in der Annahme nicht fehlgehen, daß das deutsch=japanische Abkommen in Belgrader amtlichen Kreisen durchaus Verständnis findet. Sofia:„Endlich eine befreiende Tat“ In der bulgarischen Hauptstadt Sofia begrüßt das angesehene Blatt„Slowo“ das deutsch=japanische Abkommen als eine befreiende Tat. Dieses Abkommen sei eine Garantie hauptsächlich für die Erhaltung des Friedens in der Welt. Belgien:„Tut das gleiche“ In der belgischen Presse liegen noch nicht viele Kommentare zu dem Abkommen vor. Der flämische „Standaard“ meint: Man kann Japan und Deutschland nicht unrecht geben, wenn sie sich die Hand reichen, um den Kampf gegen das kommunistische Ungeheuer gemeinsam zu führen. Alle zivilisierten Länder sollten das gleiche tun. In keinem zivilisierten Staat sollte man künftig mehr die Treibereien der kommunistischen Internationale dulden, denn es ist solange kein Friede zwischen den Völkern möglich, als die kommunistische Internationale ihre verwerfliche Aktion fortsetzen kann.“ Das katholische„Vingtième Siecle“ anerkennt, daß die Haltung der Sowjets zu diesem Abkommen geführt habe. Die Bolschewisten hätten, und zwar zunächst durch das Vorgehen der Komintern und dann durch ihre kaum verhüllte Intervention in Spanien, bei Die schwedische Presse lehnt ab Die Stockholmer Presse bewegt sich ausnahmslos geschlossen in der Marschrichtung, die der schwedische Außenminister Sandler in seiner letzten Rede vorweg gewiesen hat. Alle Blätter, die zu dem deutsch=japanischen Abkommen Stellung nehmen, unterlassen es nicht. sich bei der Ablehnung einer„derartigen Blockbildung“ auf Sandler zu berufen.„Svenska Dagbladet“ faßt das deutsch=japanische Abkommen vor allen Dingen als ein Warnungssignal auf, das namentlich die neutralen Staaten rings um die Ostsee„zur Bereitschaft veranlaßt“, gibt aber zu, daß das neue Abkommen von Moskau als eine wirkliche Nemesis aufgefaßt werden müsse. Polen: Deutscher Erfolg In Polen steht das Abkommen im Mittelpunkt der Betrachtungen. Alle Blätter unterstreichen die große Tragweite, die das Abkommen für Europa, ja für die Weltpolitik habe. In der Gazeta Polska" heißt es, das neue Abkommen bedeute in dem Augenblick. in dem Deutschland und Italien energisch gegen ein Eingreifen der Komintern in Spanien vorgingen, in der Hand der deutschen Diplomatie einen wichtigen Trumpf gegen Moskau. Der„Krakauer Illustrierte Kurier"" schreibt, die deutsche Politik habe durch die Schaffung der antikommunistischen Front einen bedeutsamen Erfolg davongetragen. Der regierungsfreundliche „Kurjer Czerwony“ meint, Moskau habe nach dem Nürnberger Parteitag damit rechnen müssen, daß seine Offensive zur Bolschewisierung Spaniens und etwaiger anderer Länder eine derartige Gegenmaßnahme hervorrufen würde. Amerikas Interessen nicht berührt Der stellvertretende amerikanische Staatssekretär des Aeußern, Moore, erklärte, daß, soweit er es übersehen könne, irgendwelche amerikanischen Interessen durch das Abkommen nicht berührt würden und ein Kommentar sich daher erübrige. Weitere politische Nachrichten auf Seite 11. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertreter: Hans Schulie. Verantwortlich für Politik: Rudolf Jocst, Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Peddingbaus: Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterdaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Somidi, Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Sport: Haus Hornbere Anzeigen: Kürt Schold. sämtlich in Bochum. Berliner Schriftlettung: Michael Haupt, Berlin=Karisvorst, Dönvoffstraße 19. Anrus Karlsdorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: G. W. Vempe. BerlinCbarlottenburg. Uhlandstraße 194. Anruf C 1 Steinplatz 6813. Vorlag und Druck: Laupenmühlen a Dierichs in Bochum Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 7 gültig, Nachlaßstaffel B.— DA. X. 36 über 27.000. Sprechstunden der Schrifilettung wochentags. außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 udr. Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur dei Rückporto, Die heutige Rummer umfaßt 16 Seiten Seite 3 Nr. 278/ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 27. November 1936 Bochamter Nachrichten Nikolaus ruft auf! An alle großen und kleinen Bochumer Kinder! Ein ganzes Jahr ist vergangen, Ihr Bochumer Kinder, seit ich Euch besucht habe. Das war aber eine Freude im vergangenen Jahr, als ich trotz aller Bedenken nach Bochum gekommen bin! Knecht Ruprecht sagte mir, es hätte ihm bei Euch so gut gefallen, daß ich dieses Jahr wiederkommen müßte. Ich habe auch so viele Briefe bekommen,„Lieber Nikolaus, komm doch bitte wieder nach Bochum“, daß ich Euch die Freude bereiten werde. Mit dem Verkehrsverein habe ich mich schon in Verbindung gesetzt. Er hat mir versprochen, mich in einem schönen Märchenwagen abzuholen. Das soll ein Blinken und Blitzen sein, daß Ihr Euch wundern werdet! Aber— jetzt kommt leider ein„aber“— leider können nicht alle Bochumer Kinder mir das Geleit geben. Bitte, seid Eurem alten Nikolaus nicht böse! Der Verkehr auf den Straßen ist so groß, daß nicht alle im Zuge marschieren können. Aber sehen sollt Ihr mich! Ich richte das schon ein, und da müßt Ihr Eurem alten Nikolaus vertrauen. Natürlich bringe ich Euch wieder zwölf Zwerge mit, versteht sich, auch allerhand Ueberraschungen. Bastelt Ihr auch fleißig an Euren Laternchen? Nun, nun, ich freue mich sehr, Euch alle wiederzusehen. Viele Grüße bis zum nächsten Brief sendet Euch Euer Nikolaus. Wiederholung der Kleist=Woche für die höheren Schulen Westsalens Das außerordentliche Interesse, das die KleistWoche weit über die Grenzen Bochums in der Bevölkerung gefunden hat, macht es notwendig, die KleistWoche nochmals zu wiederholen, und zwar in der Dauer vom 4. bis 7. Dezember. Diese Wiederholung ist für die Oberklassen der höheren Schulen Westfalens gedacht. Es soll hier der Jugend Gelegenheit gegeben werden, das gesamte dramatische Werk des größten deutschen Bühnendichters geschlossen zu sehen. Der Gedanke, der Jugend das Kleistsche Werk geschlossen zu bieten, hat überall wegen seiner kulturpolitischen Bedeutung Anerkennung gefunden, und diese zweite Kleist=Woche hat ebenfalls die Förderung aller in Frage kommenden Stellen. Zum Wohle aller Schaffenden Gauobmann Stein auf der Arbeitstagung der Abteilungsleiter und Kreisobmänner der DAF. Wieder einmal hatte der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Parteigenosse Ernst Stein, MdR., seine Abteilungsleiter und Kreisobmänner zu einer Arbeitstagung im Sitzungssaal der Gauwaltung zusammengerufen. Nach der Eröffnung durch den Leiter des Gauobmanns, Parteigenossen I. Dohmen, betonte der Gauobmann die Wichtigkeit dieser Arbeitstagungen, die notwendig seien, um in einheitlicher Ausrichtung die weitere Arbeit zum Wohle der schaffenden Volksgenossen und damit zum Wohle des Vaterlandes zu erledigen. Ebenso wie die Abteilungsleiter periodisch ihre Arbeitstagungen durchführen, so sollen auch die Kreisobmänner in Zukunft innerhalb ihres Amtes die einzelnen Abteilungen zu gemeinsamen Besprechungen zusammenrufen. In diesen Arbeitstagungen könnten alle Angelegenheiten, die an die Deutsche Arbeitsfront herangetragen würden, eingehend besprochen werden; so sei eine einheitliche Ausrichtung aller Amtswalter garantiert. Der Gauobmann kam dann auf den Vierjahresplan zu sprechen und forderte den vollen Einsatz eines jeden einzelnen, damit der Führer auch dieses Ziel erreiche. An Hand von Beispielen zeichnete er auf, wie eine erfolgreiche Arbeit gewährleistet ist. Die Arbeitstagungen, die jede Gauabteilung und Gaubetriebsgemeinschaft in der Vorwoche durchführte, haben nach Aussagen des Parteigenossen Stein ein zufriedenstellendes Ergebnis gebracht. Sie haben gezeigt, daß der von den Gauwaltung eingeschlagene Weg richtig ist; denn in den Arbeitstagungen konnten Dinge aufgerollt und geklärt werden, die in großen Kundgebungen nicht möglich sind. Die Tagungen trugen dazu bei, das Verhältnis zwischen den Gefolgschaftsführern und der DAF. kameradschaftlicher zu gestalten, und sollen nun mindestens zweimal jährlich stattfinden. Zum Schluß seiner Ausführungen erwähnte der Gauobmann, daß die geleistete Arbeit innerhalb des Gaugebietes auch im Reiche volle Anerkennung findet, und daß die Gauwaltung Westfalen=Süd mit an erster Stelle im gesamten Reichsgebiet steht. Jeder habe an sich selbst zu arbeiten, damit er allen Anforderungen gewachsen sei. Gauschulungswalter, Parteigenosse Dr. Lebrecht, sprach dann über das„Seminar der Deutschen Arbeit", das seine Arbeit am Samstag, 28. November 1936, um 15 Uhr in der Verwaltungsakademie Bochum aufnimmt. Es spricht Parteigenosse Dr. Oeftering (Berlin), Regierungsrat im Reichsfinanzministerium, über„Nationalsozialistische Finanz= und Steuerpolitik". Neues aus Bochum Zahlung der Renten. Die Renten für den Monat Dezember werden gezahlt: Heeresrenten am 28. November, Unfall= und Invalidenrenten am 1. Dezember. Die Zahlung der Renten geschieht an beiden Tagen von .30 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr. Beim Rangieren verunglückt. In einem privaten Eisenbahnbetrieb geriet am Dienstag abend gegen 8 Uhr der Rangierer P. von der Alsenstraße beim Rangieren zwischen eine Wagengruppe. Er erlitt erhebliche Verletzungen, so daß eine Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich war. Wieder Sturz von der Treppe. Dem Krankenhaus zugeführt werden mußte am Dienstag mittag die 19jährige Tochter der Familie P. vom Weilenbrink. Sie war mit der Reinigung der Treppe in der Nähe des Bodens beschäftigt, als sie plötzlich durch einen Fehltritt hinabstürzte. Sie blieb mit schweren Verletzungen im Hausflur liegen. Der sofort hinzugerufene Arzt ordnete die Ueberweisung ins Krankenhaus an. Herbstwanderung ins Ardeygebirge. Die Vereinigung für Heimatkunde veranstaltet am Sonntag, 29. November, eine Wanderung ins Ardeygebirge unter der bewährten Führung des Heimatfreundes Hans Degener. Abfahrt vom Hauptbahnhof.08 bzw Bahnhof Nord .13 Uhr mit Sonntagsfahrkarte nach Witten(.80). Die Wanderung führt von Witten nach Appelsiepen, Wetter, Gedern und über den Hohenstein zurück nach Witten. Von der Reise ins Krankenhaus. Mit einem verspäteten Zuge kehrte zur Nachtzeit der Kaufmann E. S. von einer auswärtigen Geschäftsreise nach hier zurück, als er beim Ueberschreiten des Bahnhofsvorplatzes von einem Personenauto erfaßt und auf den Fahrdamm geschleudert wurde. Sofort nahm sich der Fahrer des Verletzten an und brachte ihn ins Krankenhaus. Horteuek Samse.„ Das neue schöne Vereinsheim des MGL.„Schlagel und Eisen“ in der Humvolbtstraße, eine Heimstätte der Sängerkameradschaft Der Männergesangverein„Schlägel& Eisen" e. V. Bochum hatte im Oktober mit Genehmigung der Staatsregierung die Besitzung der früheren„Loge zu den drei Rosenknospen“ in der Humboldtstraße 14/16 erworben. Damit ging ein seit Jahren angestrebtes Ziel des Vereins in Erfüllung. Alsbald regten sich an allen Ecken und Enden des alten Gebäudes fleißige Hände; Mauern fielen, neue Wände wurden hochgezogen und in stetiger Arbeit wuchs ein Heim, das nun, da es sich den Mitgliedern des Vereins und einer großen Anzahl von Gästen zu einer Vorbesichtigung darbot, alle Erwartungen, die man in eine noch so gründliche Umgestaltung gesetzt hatte, bei weitem übertraf. Das Haus ist innen und außen von einer schlichten, gradlinigen Schönheit, wie man es erwarten muß von einem Heim, über dem als Wahrzeichen die Symbole unserer arbeitsreichen Heimat, Schlägel und Eisen, leuchtend stehen. Es ist klar, daß die Schöpfung dieses vorbildlichen Werkes nur möglich war durch die kameradschaftliche Zusammenarbeit aller Vereinsmitglieder und durch selbstlosen Kräfteeinsatz bei der Fülle der Aufgaben, die sich nach dem Erwerb des Hauses stellten. Tatsächlich haben sich die Mitglieder, vom Architekten bis zum„AmateurHandlanger“, an den Arbeiten beteiligt, so daß vom ersten Tage an in das neue Vereinsheim etwas von jenem Kameradschaftsgeist eingezogen ist, der nun in diesen Räumen eine bleibende Heimstätte haben soll. Obwohl die Umgestaltung des Hauses in den oberen Räumen noch nicht fertiggestellt ist, zeichnen sich doch schon beim Ueberblick über die bereits vollkommen umgebauten Räume die Grundzüge der Gesamtanlage so deutlich ab, daß die vorbildliche Lösung der architektonischen Aufgaben beim Besucher nachhaltigen Eindruck hinterlassen muß. Die Gaststätte in lichten, freundlichen Farben mit gemütlichen Sitzecken und Nischen ist ein prächtiger Aufenthaltsraum, der in allen Teilen, von den Stühlen bis zu den Garderobeständen, von der vorbildlichen Arbeit Bochumer Handwerksmeister zeugt. Es ist bekanntlich von jeher bei der Gestaltung von Gasträumen das Problem, dafür zu sorgen, daß möglichst jeder Gast eine Wand im Rücken hat weil niemand es schätzt, mitten im Raum sozusagen auf dem Präsentierteller zu sitzen. Die Gasträume im Friedrich=Silcher= Haus werden all diesen Ansprüchen in meitestgehendem Maße gerecht, und da auch Küche und Keller unter erfahrener und sachverständiger Leitung stehen, braucht uns um das Wohl des Vereins, die in diesem Hause ihre Heimat finden werden, nicht bange zu sein. Ein Glanzstück des Hauses ist der große Saal, der in seiner neuen Ausgestaltung ein festlicher Rahmen für alle Veranstaltungen mit nicht allzu großem Zuschauerkreis sein wird. Es ist erstaunlich, um wieviel schöner und heller dieser Saal geworden ist, obwohl er in seinen Grundzügen nicht grundlegend verändert worden ist. In die Wand zum Garten hin sind große Buntglasfenster eingelassen worden, durch die das Licht weich und gedämpft den hohen Raum durchflutet. Westfalenroß und Leitspruch zieren den Saal:„In lodernder Glut bei Die Jeche inn Waldr Romantik der Industrie am Abhang des Kalwes Zeche„Ver. Klosterbusch“ im Lottental. Das Berggestein wird am laufenden Band zum Schacht befördert. phot.: Altenfeld Köhler und Schmiede im Walde, das ist ein Motiv, das in unsern Sagen und Märchen gar oft erscheint. „Zechen im Walde“ sind Kinder der Neuzeit, aber ganz selten noch zu finden in unserer Gegenwart. Als vor etwa 200 Jahren die ersten Zechen an der Ruhr gegründet wurden, war es fast immer ein Stollen, der hineingetrieben wurde in einen bewaldeten Berg. Als dann aber vor 70 bis 80 Jahren die Technik ihre rasend schnelle Entwicklung begann, wurden das Sinnbild der Zechen die graue, trostlose Zechenhalde, die schwarzen, staubigen Wege und Plätze der Umgebung. Schönheit der Arbeit war etwas Unbekanntes. Aber mitten im schönsten Grün, zwischen Bergen und Hügeln hat Bachum eine„Zeche im Walde", am Ausgang des Lottentales. Es ist die Zeche„Klosterbusch". die manchem Vvrksgenossen von Querenburg, Wiemelhausen und Stiepel, Arbeit und Brot gibt. Interessant ist in den letzten Kriegsjahren am Abhang des Kalwes. Um sich ausdehnen zu können, mußte der Berg angegriffen und zum Teil abgebaut werden. Man machte aber hierbei aus der Not eine Tugend und schlug zwei Fliegen mit einer Klappe, indem man den Berg angriff, um Ausdehnungsmöglichkeiten zu bekommen, und gleichzeitig die Gesteinsmassen als Bergeversatz benutzte. Da die Zeche an dieser Seite keine Transportmöglichkeiten für ihre schwarzen Diamanten hat, werden die Kohlen durch eine Drahtseilbahn nach Herbede befördert. Hoch über den Ruhrbergen und über das weite Ruhrtal hinweg schweben die kleinen Wagen durch die Luft, um an der andern Seite der Ruhr mit der Eisenbahn nach allen Richtungen verfrachtet zu weriden. Wir finden bei dieser Zeche ein gesundes Handin=Hand=Greifen zwischen der Arbeit draußen und daheim. Die meisten Volksgenossen, die hier als Eingetassene und Einheimische tätig sind, brauchten nicht erzenem Klang tönt deutsch unser Sang: Heil dir, Westfalenland!“ Im oberen Saal ist die Fertigstellung eines Probensaales im Gange, und mehrere Konferenz= und Vereinszimmer werden dazu beitragen, das Friedrich= Silcher=Haus zu einem für die Zwecke der in diesen Mauern beheimateten Vereine vorbildlichen Heim zu Zu der Vorbesichtigung am Donnerstag vormittag hieß der Vereinsführer des Männergesangvereins„Schlägel & Eisen“, Stadtbauamtmann Knop, die Gäste herzlich willkommen und begrüßte insbesondere den Ehrenvorsitzenden des Vereins, Köberich, der die Entwicklung von„Schlägel& Eisen“ aus eigener Anschauung und Mitarbeit kenne wie kein zweiter Sangesbruder und der allen anderen Mitgliedern Vorbild geworden sei. Der Vereinsführer erwähnte in diesem Zusammenhang, daß„Schlägel& Eisen“ mehr als 80 Sangesbrüder in seinen Reihen habe, die dem Verein länger als zehn Jahre angehören. Vereinsführer Knop ging dann kurz auf die Geschichte des Hauses ein und betonte, daß ein neuer Geist in alte Räume eingezogen sei, ein Geist der Volksgemeinschaft, der sinnbildlich darin zum Ausdruck komme, daß man dem Hause den Namen eines Liedschöpfers gegeben habe, der allezeit für die Volksgemeinschaft gewirkt habe. Er dankte dem Beauftragten des Liquidators der Logen, Rechtsanwalt Dr. Bluhm, Direktor Eckholt und Stadtkämmerer a. D. Stottuth für ihre Unterstützung und begrüßte dann den Kreischormeister Folge, den tekten und Sangesbruder Kolvenbach, der kostenlos sein Können bei den Umbauarbeiten zur Verfügung gestellt hatte, den Direktor der Schlegelbrauerei, Hövelhaus, und Ehrenchormeister Hoffmann. Schließlich galten die Grüße den Vertretern der Vereine, die das Friedrich=Silcher=Haus in Zukunft ebenfalls zu ihrer Heimstätte machen werden, unter ihnen Sangesbruder Merker als Vertreter des ABCD.= Chores, Sangesbruder Eisermann als Vertreter der „Gußstahlglocke“ und des Turnvereins 1848 und Heinrich Kröger als Vorsitzendem der Liedertafel„Schubertbund“, die bereits seit 64 Jahren in diesen Räumen tagt. Auch eine Anzahl von Stammtischen, u. a. die „Kanone", werden sich im Friedrich=Silcher=Haus sehr Nach einer Besichtigung der Räumlichkeiten ergriff der Beauftragte des Liquidators, Rechtsanwalt Dr. Bluhm, das Wort zu einer Ansprache, in der er die neue Zweckbestimmung des Hauses und die Verwirklichung eines Zieles des Vereins, die mit diesem Umbau erreicht sei, erläuterte. Der Redner, der seit 20 Jahren Mitglied des Männergesangvereins„Schlägel& Eisen“ ist, beglückwünschte den Verein zu dem vorbildlichen Gemeinschaftswerk und schloß mit dem Wunsche, daß es ein Heim edler Sangesbrüderschaft und wirklicher Volksgemeinschaft sein möge. Ehrenchormeister Rudolf Hoffmann beantwortete dann in interessanten Ausführungen die Frage: Warum„Friedrich=Silcher=Haus“? „Viele werden so fragen“, so führte er u. a. aus, „vielen wird der Name unbekannt sein, aber gesungen hat ihn jeder gute Deutsche, hat ihn erlebt in innerer Ergriffenheit, denn Silcher ist der Schöpfer der Melodie vom„guten Kameraden“, jener schlichten Soldatenweise, die seit Generationen so ins Volk gedrungen ist, daß es den Dichter Ludwig Uhland und den Komponisten Friedrich Silcher nicht mehr kennt. Silcher, 1789 als Sohn eines Volksschullehrers in Schnait(Schwaben) geboren, wurde selbst Lehrer, studierte aber Musik bei dem schwäbischen Komponisten Auberlen und faßte 1815 den Entschluß, sich ganz der Musik zu widmen. Er zog als Privatlehrer nach Stuttgart, wo Konradin Kreutzer und der Mozartschüler Hummel seine Lehrer wurden. Der romantische Sinn Kreutzers, die Klarheit und Sangbarkeit Mozartschen Geistes wirkten in gleicher Weise auf ihn ein, und als er 1817 Universitätsmusikdirektor in Tübingen wurde, konnte er all diese Eindrücke in die lebende Praris umsetzen. Aus dem Volke entsprungen, wandte er sich in seiner Kunst auch wieder dem Volke zu. 1826 erschien sein erstes Heft„Volkslieder, gesammelt und für vier Männerstimmen gesetzt", dem bis zu seinem Todesjahre 1860 noch elf Hefte folgten. 1807 erschienen die„Stimmen der Völker in Liedern" von Herder und Goethe, Arnim, Brentano, Uhland u. a. sammelten oder schrieben Lieder und so faßte Silcher offenen Auges und Ohres alles auf, was sich ihm für seine Idee bot, und da er für alle Berufe und Stände des deutschen Volkes komponierte, muß sich jeder Deutsche in Dankbarkeit ihm verbunden fühlen. Das Friedrich= Silcher=Haus soll Denkmal sein für einen Mann, der sein ganzes künstlerisches Wirken einsetzte für die deutsche Volksgemeinschaft.“ Den Reigen der Glückwünsche der Gastvereine eröffnete als Vertreter der Liedertafel„Schubertbund“ Sangesbruder Kröger nach alter Gepflogenheit dieses Vereins in poetischer Form. Sangesbruder, Sisere mann überbrachte die Grüße der„Gußstahlgloue und des Turnvereins 1848 und wünschte, daß Turnertreue und Sängertreue sich im gemeinsamen Heim zu schöner Harmonie vereinigen möchten. In humorgewürzten Ausführungen grüßte der Vereinsführer des Dortmunder Lehrergesangvereins, Wohlers, die Bochumer Sangesbrüder. Vereinsführer Knop nahm noch Gelegenheit, den bisherigen Vereinswirt des Männergesangvereins „Schlägel& Eisen", Bechstein willkommen zu heißen, der den raschen Fortgang der Umbauarbeiten mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgt haben dürfte. Zum Schluß stellte der Vereinsführer den Gästen den neuen Wirt des Franz=SilcherHauses Curt Stiehl, vor, der als ehemaliger Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe der Westfalenhalle die Erfahrungen mitbringt, die in seinem neuen Wirkungskreis notwendig sind. Der Koffer war schuld daran. Auf der Hattinger Straße, kurz vor dem Südausgang des Hauptbahnhofes, kam am Mittwoch nachmittag, gegen 17 Uhr, der P. von der Pieperstraße mit seinem Fahrrad so schwer zu Fall, daß er bewußtlos ins Bergmannsheil geschafft werden mußte. Der junge Mann hatte einen Schädelbasisbruch und andere Verletzungen durch den Sturz davongetragen; er hatte am Lenker einen schweren Koffer angebracht. Beim Ausweichen hemmte der Koffer am Vorderrad. Hierdurch ist der Sturz entstanden. sen und Stiepel Arheit. und Zrot gbt. Inter zzt z esene ung Eingeimizur 4atig, uno,„geauchten, nicht es, daß„Klosterbusch“ eine Zeche ohne Halde in, oone herausgerissen zu werden aus heimatlichen Bindungen. die man sich sonst keine Zeche denken kann. Als Berge= Eingesessene Bevölkerung, oft zu Hause im eigenen versatz für den Schgen Gergegr in H, sie jich fangsam Kotten sitzend, fast alle aber im Besitze eines Gärtchens. des hinter iyr liegenden werges, in den sie sich, kangiamn Lotten sizend. fastz alle ober hineinfrißt. Gegründet wurde die Zeche„Klosterbusch" Kotten sitzend, fast alle aber im Besitze eines Gärt das int die gute Grundlage des dortigen Betriebes. M Seite 4 Nr. 278 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 27. November 1936 Ss Auppie auf der Hanzen=Einle Eine Luftschutz=Großübung im Stadtbezirk Altenbochum du Eine großangelegte Luftschutzübung kam gestern nachmittag in Altenbochum im Bereiche des Polizeireviers 8 zur Durchführung. Das Uebungsgebiet wurde begrenzt durch: Steinring— Glockengarten— Eisenbahnstrecke Bochum=Nord—Weitmar, Nord= und Altenbochumer Straße. Die Uebung dauerte von 14.30 Uhr bis 17 Uhr. Alle verfügbaren Kräfte des Luftschutzes wurden eingesetzt: der Selbstschutz und im großen Maße der Sicherheits= und Hilfsdienst. Es gab in dem verhältnismäßig engbegrenzten Gebiet nicht viele, dafür aber sehr verwickelte Lagen. Nachdem der Major der Schutzpolizei Hotow im Depot der Straßenbahn in Altenbochum den Polizeioffizieren, unter denen auch der Oberst der Schutzpolizei Sontowski wellte, den Amtsträgern des RLB. mit dem Ortsgruppenführer Standartenführer Hüning und dessen Stellvertreter Dr. Hoffmann, der Technischen Nothilfe, dem Branddirektor Effenberger und vielen anderen Gästen, u. a. Aerzten und Chemikern, einen Ueberblick über den Uebungsplan gegeben hatte, wurden pünktlich um.30 Uhr feindliche Flieger gemeldet. Zunächst ging es zur Oskar=Hoffmann=Straße, wo das Haus Nr. 182 von einer Brandbombe getroffen war. Die Luftschutzgemeinschaftswehr wurde eingesetzt, und als es ihr nicht gelang, des Feuers, das inzwischen auf das nächste waus Nr. 184 übergegriffen hatte, Herr zu werden, rückten nach prompter Weitergabe der Meldungen ein weiterer Löschzug und bald darauf, da auch das Treppenhaus eingestürzt war, der Feuerwehr=Entbergungstrupp und wenig später der Sanitätstrupp an. Fünf Verletzte wurden geborgen. Der Brand wütete weiter, ergriff das nächste Haus, und ein weiterer Löschzug, die Berufswehr, sauste heran. Die Leiter ging sozusagen in Sekunden hoch, um weiteres Vordringen des Feuers zu vermeiden. Inzwischen war gemeldet worden, daß auf der Tonderner Straße eine Bombe niedergegangen war, die einen Sprengtrichter hinterlassen und durch Zerstörung der Gasleitung einen Brand verursacht und die Wasserleitung verletzt hatte. Der Schaden war dem Fachtrupp gemeldet, der pünktlich zur Stelle war. Am Hydranten wurde durch Absperren des Hahnes das Wasser gesperrt und gleich darauf auch das Feuer erstickt. In der Nordstraße wurde Kampfstoff vermutet. Der Gasspürer und sein Helfer rückten heran, er tupfte verdächtige Stellen mit dem Wattebausch ab und sandte den Helfer zur nächsten Untersuchungsstelle, einex Apotheke, die Giftgas feststellte. Es wurden dann auch einige Verletzte gemeldet, so daß der Einsatz des Bergungstrupps notwendig wurde. Es wurde eine provisorische Brücke von Dachpappe zu dem Haus, in dem sich die Verwundeten befanden, von den in Gummianzügen und mit Gasmaske arbeitenden Hilfsmannschaften gelegt und die Verletzten zur nächsten Rettungsstelle gefahren. Später kam dann der Entgiftungs= trupp mit Sprengwagen und säuberte die Nordstraße vom Kampfstoff. In sehr kritischer Lage befanden sich die Bewohner des Hauses Wittener Straße 101. Eine Bombe hatte dort eingeschlagen. Ein Dutzend Verletzte saßen im Schutzkeller, der verschüttet war. Hier mußte also der Instandsetzungstrupp in Tätigkeit treten. Der im Lastwagen herangekommene Sanitätstrupp wußte sich dann praktisch gut zu helfen. Er barg die zwölf Verwundeten, die zur Rettungsstelle gefahren wurden. Der Einschlag der Bombe in das Haus Nr. 101 hatte auch noch zur Folge gehabt, daß die Vorderfront des Hauses Wittener Straße 99 einzustürzen drohte. Hier wurde der Fachtrupp wieder benötigt. Das Haus wurde fachgemäß abgestützt. Eine andere Lage gab es gegenüber auf dem Garagenhof, wo zwei Blindgänger eines schwersten Kalibers festgestellt worden waren. Nachdem die Meldung an das Polizeirevier Trocken und diesig Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr Ueber Mitteleuropa liegt noch immer ein flaches Kaltlustkissen, das infolge schwacher Luftbewegung nur langsam weggeräumt werden kann. Daher wird sich die augenblicklich herrschende Witterung nur wenig ändern. Es wird vorwiegend trocken bleiben. Nennenswerte Niederschläge sind nicht zu erwarten. Die Temveraturen werden sich kaum ändern. Aussichten für Freitag: Schwach windig, meist diesig und trocken, Temperaturen um null Grad. — Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Keine Aenderung. Donnerstag, 26. November Barometer z4 Uhr: 163.6 Thermometer 3 Uhri k Zeiten für Sonne und Mond am 27. November: GAufg. 8. 11, Unterg. 16.23; J Aufg. 15.15, Unterg..36 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags an Essen Kabler Asten Brocken. Hamburg Berlin München. Zugspitze Lusidruck erie 765.4 675.0 675.0 766.2 766.9 767.6 527.4 Winoricht Temperau. Stärke zur C. S 1 8 S 2 N 2 SW still S 2 * + 0 — 2 Weder bedeckt. Dunst Nebel wolkenlos leichter Regen leichter Regen Neoel wolkenlos Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft 1. Bezirk. Samstag, 28. November 1936, abends pünktlich.15 Uhr, im Saale des Wirts August Balkenhol, Bochum, Klosterstraße 33: Bezirksappell. Erscheinen ist Pflicht. 2. Bezirk Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft. Am, Samstag, 28. November, pünktlich 8 Uhr abends: Kasernenabend nur für Kameraden, im Lokale Hahnefeld. Hermannshöhe. Wohin gehen wir heute? Stadttheater: 20 Uhr: Abn Hassan; hierauf Tänze. Tonhallen Diele und=Gaststätte: Tanz. Avollotheater: ab 15.50 Uhr: Spirley abol. Capitol: av 15.30 Uhr: Ontel Bräsig. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Hilde Petersen postlagernd. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Die Entführung. Lichtvurg: av 15.15 Uhr: Drei tolle Tage. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Eine Nacht an der Donau. Odeon: ab 15.30 Uhr: Soldaten— Kameraden. #alg=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Soldaten— Kameraden. Usa-Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Burgtheater. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Rendezvous in Wien. Avollo=Theater Bochum Weitmar: Heißes Blut. Capitol Bochum=Langendreer: Ungeküßt soll man nicht schlafen geben, Capitol Bochum=Werne: Pygmalion. Kammerlichtspiele Bochum Gerthe: Paul und Pauline. Lichtburg Bochum=Langendreer: Verräter. Schaudurg Wanne=Eickel: Broadway=Melodie. gegangen, die Stelle abgesperrt und durch ein Schild „Vorsicht, Blindgänger!“ kenntlich gemacht worden war, wurde der Sprengtrupp herbeigerufen. Mit Lastwagen, Dreibock und Kettenzug ging dieser Trupp an die Arbeit, und bald waren die Bomben auf dem Wagen geborgen. Nach diesen praktischen und eindrucksvollen Vorführungen wurde noch die Rettungsstelle im Milchhof besucht. Umkleideräume für Männer und Frauen, Duschen für Gasvergiftete, Feldbetten und sogar ein Operationstisch waren hier in vorbildlicher Weise eingerichtet worden. Schwestern bemühten sich um die„Gaskranken" und„Verletzten". der Verwaltungsakademie wurde anschließend an die Uebung kurze Kritik gehalten. Zunächst sprach der stellvertretende Ortsgruppenführer des RLB. Dr. Hoffmann. Er lobte durchweg die gute Disziplin der Bewohner und der Einsatzkräfte. Eine Gesamtkritik nahm dann der Führer durch das Uebungsgebiet Major Hotow vor. Es könne gesagt werden daß die Zusammenarbeit zwischen Selbstschutz, Sicherheits= und Hilfsdienst sehr gut gewesen sei. Vorzüglich habe der Meldedienst geklappt. Alle Trupps seien rechtzeitig zur Stelle gewesen. Kleine praktische Mängel, die festgestellt worden seien, könnten leicht behoben werden, wenn alle Beteiligten auch in Zukunft mit Eifer bei der Sache sein werden. Oberst der Schutzpolizei Sontowski dankte in seiner Schlußkritik besonders dem Leiter der Rettungsstelle, die vorzüglich eingerichtet sei. Uebungen dieser Art könnten nur einmal im Jahre stattfinden. Der Oberst machte dann noch einige Vorschläge, die zum noch besseren Gelingen beitragen können. Im ganzen genommen hätten sich alle Trupps recht gut gehalten und umsichtig gearbeitet. Sein besonderer Dank galt Masor Hotow, dessen umsichtige Führung allen Interessenten einen ausgezeichneten Einblick in das Geschehen gegeben habe. A Sienst un Böne. Drei Jahre„Kraft durch Freude“ Die innere Befreiung des schaffenden deutschen Menschen konnte keinesfalls durch die Regelung der Lohnfrage vollendet werden. Der deutsche Arbeiter verlangte Anerkennung seiner Person. Was aber war mehr dazu angetan, als ihn auf Grund seiner Leistungsarbeit durch die vorsorgliche Betreuung seiner Freizeit zu würdigen? Wo aber war die Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hätte, dem deutschen Arbeiter in mühevoller Planarbeit einen unvergeßlichen, von besten Kräften gestalteten. Feierabend zu bieten? Das alles waren einmal unzeitgemäße Fragen, die nicht zur Erörterung stehen konnten, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse es angeblich nicht gestatten. Dabei hat der nationalsozialistische Staat ein Erbe tiefsten Verfalls angetreten. Aber der Wille zum Bessermachen war vorhanden und bahnte den Weg zur Tat. Wenn heute in mehr als 30 Notstandslagern rund 5000 Arbeitskameraden laufend einen kostenlosen Feierabend genießen, so dürfte einmal klar herausgestellt werden, daß auch wir noch lange nicht die Notzeit der Wirtschaftskrise überwunden haben. Aber im Abwar= ten war wahrlich kein Schritt zum Besserwerden und Bessermachen vorhanden. Nein, den Männern der Vergangenheit fehlte der Gestaltungswille! Die Not der Zeit war der Freibrief für mangelnde Fähigkeiten. Die derzeitigen Machthaber wollten ihre Schwäche nicht gestehen, sie wurde jedoch vom Volke anerkannt und daher wuchs die Unzufriedenheit der breiten Masse. Hier grundsätzlichen Wandel zu schaffen, blieb einzig und allein dem Nationalsozialismus vorbehalten. Die Ergebnisse des dritten Arbeitsjahres stellen der RS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ im Gaugebiet Westfalen=Süd ein lebhaftes Zeugnis für den erfolgsicheren Gestaltungswillen aus. Die Leistungen staffeln sich wie folgt: „Reisen, Wandern und Urlaub": Bei 689 Fahrten und 1181 Wanderungen 234 088 Teilnehmer, aus fremden Gauen kamen 25000 Urlauber zu uns. Amt„Feierabend“: 1444 Veranstaltungen zählten 675 462 Besucher. Abteilung„Deutsches Volksbildungswerk“: Bei 990 stattgefundenen Veranstaltungen wurden 190000 Volksgenossen erfaßt. Abteilung„Sportamt": Die Gesamtteilnehmerzahl stellte sich im dritten Arbeitsjahr auf 834 441 Kursusteilnehmer. Amt für„Schönheit der Arbeit": Bei 832 durchgeführten Betriebsbesichtigungen wurden 633 Umgestaltungen größeren und kleineren Stils gezählt. Die seitens der Betriebe aufgewandte Summe betrug im letzten Jahre 6392 185 RM. Die seit Gründung des Amtes aufgebrachte Summe 14894510 RM. Abteilung Presse und Propaganda: Bei Veranstaltungen, die außerhalb der Fähigkeit vorstehender Aemter lagen, wurden seitens der Provagandaabteilung 254 134 Volksgenossen erfaßt. Allein 70 480 Plakate und 202 250 Handzettel wurden im letzten Leistungsjahr hergestellt. Amt„Werkschar": Die am Ende des zweiten Arbeitsjahres noch geringe Zahl von vorhandenen Werkscharen stieg auf 115 und an Werkscharmännern stehen heute dem Gau Westfalen=Süd 3174 Männer ausgerichtet zur Verfügung. Die Addition sämtlicher im dritten Leistungsjahre erfaßten Urlauber und Besucher würde 1 693075 Teilnehmer ergeben. Bei dem augenblicklichen Mitgliederstand der „Deutschen Arbeitsfront“ im Gau Westfalen=Süd von 701 000 Volksgenossen würde also faktisch jedes DAF.= Mitglied an mehr als zwei Veranstaltungen teilgenommen haben. Im Hinblick auf die Leistungen des zweiten Arbeitsjahres, wo wir nur 1 Million KdF.=Teilnehmer melden konnten, haben sich also die Leistungen des dritten Arbeitsjahres verdoppelt. F. Bauwerker Die Jahresarbeit des Kreisamtes Bochum kann sich im Rahmen der Gesamtarbeit wohl sehen lassen. Wie aus der nachstehenden Jahresübersicht von November 1935 bis November 1936 hervorgeht, ist ganz Außerordentliches geleistet worden. Sport: Anzahl der Kurse: 4100 mit insgesamt 62 800 Teilnehmern. Feierabendwerk: 15 Konzerte in Verbindung mit dem Städtischen Orchester 6880 Besucher, 68 Theateraufführungen 30129 Besucher, 26 Kabarett= und VarietsAbende 16 800 Besucher, 6 Filmvorführungen 2330 Besucher, 6 Betriebs=Gemäldeausstellungen 12 950 Besucher, 3 Vortragsabende 1060 Besucher, 182 Kameradschaftsabende der Betriebe 77.000 Besucher, 15 Volksmusikveranstaltungen 4950 Besucher, 8 Sportwerbeveranstaltungen 3150 Besucher, 1 Volkssendeveranstaltung 800 Besucher, 5 Führungen 250 Besucher, 1 Flugtag in Verbindung mit dem Luftsportverband 80000 Besucher, 4 Volksfeste im Freien 44500 Besucher, 5 Winzerfeste 2500 Besucher. Beim Maieinsingen und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen wurden erfaßt 183000 Besucher. Reisen, Wandern und Urlaub: 188 Omnibusfahrten 8500 Besucher, 23 große Wochenendfahrten 18 800 Besucher, 67 Urlaubsfahrten 5600 Besucher.— Durch die NSG.„Kraft durch Freude" haben gleichzeitig mehrere Hunderte von Volksgenossen durch die KdF.=Wanderunigen neue Erholung und Kraft gewonnen. Schönheit der Arbeit: Im Kreise Bochum wurden 86 Betriebsbesichtigungen durchgeführt. Das sind wahrlich Ziffern, die sich sehen lassen können. Wieviel Arbeit, wieviel guter Wille erforderEiner muß büßen ioneGeracht Bilder aus den Gerichtssälen Wer Gerüchte verbreitet, Neuigkeiten geheimnisvoll tuschelnd weiter erzählt, ohne zu wissen, ob die Schwätzereien auch wirklich wahr sind, der kann in des Teufels Küche kommen. Er muß nachher für die anderen alle mitbluten, die vor ihm sich den Quatsch zugeflüstert haben. Wie unangenehm es werden kann, wenn der Verleumdete in berechtigter Abwehr solcher Erzählungen sich schließlich einen der Schwätzer am Wickel packt, das mußte ein Angeklagter erfahren, der am Donnerstag wegen schwerer Beleidigung eines hiesigen Kaufmanns namens Wilhelm Rummeld in Bochum vor dem Schöffengericht stand. Der Teufel mag wissen, wie das böse Gerücht gegen die Ehre des R. aufgekommen sein mag. Dabei ist an der Sache kein wahres Wort. Der andere hätte bei der Schwere der Beschuldigung allerdings Bedenken haben müssen, das tolle Gerücht weiter zu geben. Jetzt konnte ihn nichts mehr retten vor der Anklage, sehr unklug und sehr unvorsichtig gehandelt zu haben; da es sich um die persönliche Ehre eines schwer verleumdeten Volksgenossen handelte, wäre besondere Zurückhaltung am Platze gewesen. Nun war großes Wehklagen. Der Angeklagte konnte froh sein, daß der im Gerücht so schwer Beschuldigte erklärte, an einer besonders harten Bestrafung des anderen kein Interesse zu haben, ihm komme es nur darauf an, daß seine Ehre öffentlich wiederhergestellt werde. Es kam dann folgender Vergleich zustande: Der Angeklagte gibt dem R. eine öffentliche Ehrenerklärung, trägt die Gerichtskosten und zahlt 100 Mark an die Winterhilfe. In diesem Falle nimmt der Zeuge den Strafantrag zurück. Wohl oder übel mußte sich der Verbreiter des tollen Gerüchtes mit dieser Lösung einverstanden erklären, da es noch das einzige Mittel war, das ihn vor einer empfindlichen Freiheitsstrafe bewahren konnte Allen Gerüchtemachern und Gerüchteverbreitern, die sich hier gleichfalls mitverurteilt ansehen können, diene der Fall zur dringenden Warnung. Hier hatte der Zufall vielleicht noch nicht einmal den Allerschlimmsten erwischt. Wehe aber, wenn der Urheber dran kommt! begaunerte Konkursmasse Wegen versuchten Betruges an einer aus Treibriemen und Oel bestehenden Konkursmasse hatte sich ein Angeklagter zu verantworten. Als der Konkursverwalter endlich Bezahlung der übernommenen Bestände durch den Käufer verlangte, machte dieser geltend, daß die ihm berechnete Warenmenge nur noch etwa zu einem Drittel vorhanden gewesen wäre. Die Zivilklage auf Zahlung wurde nun ausgesetzt, bis das Strafverfahren, das der Konkursverwalter nunmehr gegen den Käufer anhängig machte, entschieden war. Dieses Strafverfahren wegen versuchten Betrugs fand jetzt vor den Schöffen statt. Obgleich der Angeklagte behauptete und durch Zeugen beweisen wollte, daß das Lager längere Zeit ungenügend verschlossen gewesen sei, so daß sehr leicht Unberechtigte hätten Waren entnehmen können, kam das Gericht auf grund von allerlei Umständen, die auf eine bewußte Gaunerei gegen die Konkursmasse hindeuteten, zu einer Verurteilung des Angeklagten zu zwei Monaten Gefängnis, während fünf Monate beantragt waren. Ein Mann, der ein gewisses Lager kauft und nur ein Drittel davon vorfindet, macht sofort die Rüge geltend, wartet aber nicht, wer weiß wie lange (bis er auf Zahlung verklagt wird) mit dem Einwande, es sei nicht mehr so viel Ware dagewesen. Weiter hat er nachgewiesenermaßen Oele in der Menge weiter verkauft, wie sie die Rechnung des Konkursverwalters aufweist. Der Einwand, diese Oele seien zum Teil bereits seit der Inflation in seinem Besitz gewesen, fand überhaupt keinen Glauben, da der Angeklagte gar kein Oelhändler war. Als dritte Belastung diente die Benutzung eines Abstellraumes in der Nähe des Freigrafendammes für einen Teil der Waren, ohne daß für diese Unterbringung ein vernünftiger Grund ersichtlich war; kamen doch dem Besitzer des Raumes selbst erhebliche Bedenken wegen der Herkunft der Ware. Also muß der Verurteilte jetzt mit Geld und Ehre die Rechnung doppelt bezahlen und sitztarginder Tinte. Der Mann im Rausch In einer Wirtschaft in Bochum=Langendreer hatte sich ein Gast aus Lütgendortmund so unnütz betragen, daß er an die Luft gesetzt werden mußte. Er beleidigte die einschreitenden Polizeibeamten, schimpfte wie ein Türke und leistete Widerstand. Jetzt wurden zwei Monate Gefängnis als Gesamtstrafe gegen ihn verhängt. Das war ein Rausch, an diesen wird er noch lange denken! Der Katzenlammer ist doch gar zu schwer. lich war, um solche Ergebnisse zu erzielen, geht aus ihnen klar hervor. Die geflügelte Feder Kurzschriftprüfung der Industrie= und Handelskammer zu Bochum An der vom Prüfungsamt für Kurzschrift und Maschinenschreiben der Industrie= und Handelskammer sich 44 Prüflinge unterzogen. An der Hauptprüfung über 150 Silben und höher haben 25 Prüflinge teilgenommen, und zwar 19 in der Geschwindigkeit von 150 Silben, drei in der Geschwindigkeit von 180 Silben und drei in der Geschwindigkeit von 240 Silben in der Minute. Von den insgesamt 69 Prüfungsteilnehmern haben 41 die Prüfung bestanden. Bei der Vorprüfung haben von 44 Teilnehmern 34 Prüflinge das Ziel erreicht. In der Geschwindigkeit von 150 Silben bestanden von 19 Prüflingen fünf, darunter drei Prüflinge mit der Note„Gut“. In den Geschwindigkeiten von 180 und 240 Silben bestand je ein Prüfungsteilnehmer; die Prüflinge erhielten die Note„Sehr gut“ bzw.„Gut“. Ueber die bestandene Vorprüfung wird von der Industrie= und Handelskammer eine Bescheinigung, über die bestandene Hauptprüfung ein Zeugnis ausgestellt. Die durch die bestandene Prüfung nachzewiesene Leistungsfähigkeit in der Kurzschrift ist zweie fellos ein wichtiges Mittel, um strebsame Kaufmannsgehilfen und Büroangestellte beruflich voranzubringen. Es ist daher zu wünschen, daß die im März n. J. in Bochum und Gelsenkirchen stattfindenden Kurzschriftprüfungen wiederum eine große Teilnehmerzahl aufweisen. Die Namen der Prüfungsteilnehmer, die die Hauptprüfung bestanden haben, sind: in der Geschwindigkeit von 150 Silben: Gustel Döring(Bochum), August Böckmann(Bochum), Erich Knoop(Bochum), Heinrich Schülken(Gelsenkirchen=Buer=Beckhausen), Martha Anacker(Bochum); in der Geschwindigkeit von 180 Silben: Magda Großer(Bochum); in der Geschwindigkeit von 240 Silben: Lothar Chlumsky (Gelsenkirchen). Nachtmusik aus Bochum brachte Donnerstag abend der Reichssender Köln Der Name Bochum war in den letzten Monaten fast ständig auf dem Spielplan des Reichssenders Köln zu finden. Von der Olympiaglocke angefangen, über die großen Hörberichte aus Bochums Industrie und Wirtschaft, Sendungen von altem Bochumer Brauchtum und Hörfolgen aus dem kulturellen Leben unserer Stadt— erinnert sei hier nur an die KleistWoche, zu der uns ja auch der Deutschlandsender besuchte— alle diese Uebertragungen trugen den Namen unserer Stadt auf des Aethers Wellen hinaus in die Welt. Donnerstag abend wurde nun diesmal eine seine, klingende Saite aus der großen Arbeitsmusik unserer Stadt durch den Reichssender Köln zum Wiedertönen gebracht: der Kölner Sender übertrug am Abend Konzertmusik aus der Diele des Parkhotels„Haus Rechen“. Die gepflegte Unterhaltungsmusik, später gab's auch Tanzmusik, der im Augenblick im Parkhotel spielenden Kapelle Fred Brockhaus wird sicherlich dazu beigetragen haben, einen neuen bunten Fleck auf dem Bild aufzutragen, das man sich draußen von Bochum macht und manchen zum Besuch unserer Stadt anregen. Der besondere Anlaß der Uebertragung sah die Räume des Parkhotels fast bis auf den letzten Platz besetzt. Aus der katholischen Gemeinde. Der Diözesanleiter der Drittordensgemeinschaft in der Diözese Paderborn, Pater Dr. Matthäus Schneiderwirth, war in dieser Woche Gast der Groß=Bochumer Drittordensgemeinde. In der stark besuchten Feierstunde in der Josephskirche, mit der zugleich eine Visitationsfeier verbunden war. sprach Pater Schneiderwirth über Bedeutung und Aufgaben der Drittordensgemeinschaft. Nach der feierlichen Aufnahme neuer Mitglieder fand eine levitierte Segensandacht statt, die der Terziarenchor des Bezirks der Christkönigsgemeinde mit Darbietungen umrahmte. Im Vinzenz=Exerzitienhaus in Höntrop fand eine Tagung des Ordensrates aller Bochumer Bezirke statt, auf der Pater Schneiderwirth Sinn und Richtung der Arbeit des Dritten Ordens zur Selhstheiligung und zur Arbeit in der Pfarrgemeinschaft aufzeigte. Auch diese Tagung wurde von verschiedenen Darbietungen umflochten. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Freitag, 27. November RS.=Frauenschaft Marmelshagen, Hamme und Horder. 16 Uhr: Zusammenkunft bei Diederichs(Schulte, Marmelshagen). Es spricht Frau Dr. von Doeren über„Sippe und Rasse“. Eintritt ist frei. RSDAP. Linden. 20 Uhr: Zusammenkunft und Schulungsabend im Parteiheim. RS.=Frauenschaft Ehrenfeld. 20 Uhr: Zusammenkunft im Ernst=Moritz=Arndt=Haus. Schubert=Abend. Kätde Schwarz singt die„Müllerin=Lieder". Begleitung Luise Petri. Gäste herzlich willkommen. RS.=Frauenschaft Langendreer=Oberdorf. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Heemann. NS.=Frauenschaft Dahlhausen. 17 Uhr: Pflichtversammlung bei Eckhardt, Dr.=.=Otto=Straße. Filmvortrag: Kampf dem Verderb. Papier und Bleistift mitbringen. NS.=Frauenschaft Altenbochum. 20 Uhr: Pflichtabend im Lutherhaus. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. Kreisschulungsamt. 19 Uhr: Schulungsabend im Rathaus, Zimmer 301. Es spricht Parteigenosse Dr Schnelder (Hagen) über das Thema„Deutschland als Lebensraum“. Erscheinen aller Ortsgruppenschulungsleiter und der Reserenten obigen Themas ist Pflicht. Freade Tagesplan für Freitag, 27. November Kindergymnastik von 16.30 bis 18.30 Uhr: in dem Uebungsraum der Kommunalbank, Schützenbahn, Zimmer Nr. 104. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Reform=Realgymnasiums Bochum=Dahlhausen: von 16.30 bis 18.30 Uhr: Turnhalle des Resorm=Realgymnasiums; von 20 bis 22 Uhr: in Wattenscheid, Schule an der Voedestraße. „Kraft durch Freude“ Konditoren=Kameradschaftsabend Am kommenden Samstag, 28. November, findet um 20 Uhr ein Kameradschaftsabend der Kreisbetriebsgemeinschaft Handwerk, Abteilung Konditoren, im Parkhaus statt. Zu dieser Veranstaltung sind in der Verkaufsstelle Kortumstraße 62 Eintrittskarten zu haben. Eintrittspreis 50 Cf. Bunter Barietsabend mit Tanz Am kommenden Sonntag, 29. November, findet um 12 Uhr im Ernst=Moritz=Arndt=Haus ein Zliberkonzert des Zitbermustkvereins Bochum statt. Eintritispreis 50 Pf. Gleichzeitig weisen wir noch auf die Vartets=Veranstaltung am 9. Dezember hin mit der Truppe Goldy Weimer mit ihren Brüdern. Hierzu sind die Karten zum Preise von 50 Pf. ebenfalls in der Verkaufsstelle, Kortumstraße##2. erhältlich. (Weitere Lokalnachrichten Seite 5 und 14.) Seite 5 Nr. 278/ Bochumer Anzeiger Freitag, 27. November 1936 Aus Westfalen und Rheinland Iin Schiäfzimmei Ainerder Furchtbare Blutiat in Gegenwart des Kindes des Opfers Wolbrechtshausen(Kr. Northeim), 26. November. In der Nacht zum Mittwoch ist die 31 Jahre alte Gastwirtsfrau Minchen Woltmann in ihrem Schlafzimmer ermordet worden. Während sich der Gastwirt Woltmann für einige Tage zu seinem Bruder nach Nienhagen begeben hatte, um ihm beim Dreschen zu helfen, drang in der Nacht gegen 1 Uhr der in der Gastwirtschaft Woltmann wohnende Statzmaier gewaltsam in das Schlafzimmer der Frau ein, der er schon lange nachgestellt hatte, und tötete sie in Gegenwart ihres zehnjährigen Sohnes durch einen Revolverschuß. Der Mörder suchte dann das Weite. Nach ihm wird gefahndet. Ehepaar gasvergiftet aufgefunden Der Mann getötet, die Frau gerettet Düsseldorf, 25. November. In einem Hause an der Derendorfer Straße wurde am Mittwoch ein älteres Ehepaar gasvergiftet aufgefunden. Die durch die herbeigerufene Feuerlöschpolizei angestellten Wiederbelebungsversuche waren bei dem Mann ohne Erfolg, da der Tod bereits eingetreten war. Bei der Frau waren die Bemühungen erfolgreich. Sie wurde dem Marienhospital zugeführt. 7 Leichtverletzte beim Zusammenstoß zwischen Straßenbahn und Lastkraftwagen Oberhausen, 26. November. Am Montag vormittag kam es au fder Mülheimer Straße zu einem Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Fernlastzug aus Aachen. Obwohl der Lastzugführer trotz des nebligen Wetters die Straßenbahn rechtzeitig gesehen hatte, versuchte er, noch vor dieser vorbeizukommen, wobei er die Kurve geschnitten haben soll. Infolgedessen fuhr die Straßenbahn gegen die Mitte des Lastzuges. Straßenbahn und Lastkraftwagen wurden stark beschädigt. Sieben Insassen des Straßenbahnwagens erlitten durch den starken Auprall leichte Verletzungen. Kraftwagen überschlägt sich Drei Verletzte— Der Fahrer flüchtete Essen, 26. November. Am Donnerstag fuhr der Metzgerselle Max Brand aus Bottrop mit einem Personenkraftwagen in Borbeck eine sechs Meter hohe Böschung hinunter, wobei sich der Wagen überschlug. Die Insassen, ein Josef Bruns sowie dessen Ehefrau und die Ehefrau Maria Ozorreck, trugen Verletzungen davon und mußten dem Knappschaftskrankenhaus in Bottrop zugeführt werden. Brand, der Selbstmordabsichten außerte, flüchtete. Der Kraftwagen wurde stark beschädigt und mußte abgeschleppt werden. SS.=Nachrichtenmänner feierten Essen, 26. November. Selten finden SS.=Männer Gelegenheit. Feste zu begehen; denn ihr Dienst beansprucht jeden einzelnen Mann. Wenn aber schon ein Fest aufgezogen wird, so kommt jeder auf seine Kosten und verlebt Stunden schönster Unterhaltung und echter Kameradschaft. So wurde auch das Winterfest des IV. SS.=Nachrichtensturmbannes im SS.=Oberabschnitt West in den Sälen des Städtischen Saalbaues Essen zu einem wirklichen Erlebnis. Einen Hauptanteil an dem Erfolg trägt das Trompeterkorps des Nachrichtensturmbannes der SS.=Verfügungstruppe, Berlin=Adlershof, das mit 50 Mann exakte militärische Weisen zu Gehör brachte. Das Programm sah außer dem Festkonzert des Trompeterkorps ein Chorspiel des Sturmes aus Düsseldorf, einen Ausschnitt des Sportbetriebes in der SS. des Bochumer Sturmes, einen Gemeinschaftstanz B2M. mit Männern des Essener Sturmes und Gesangsvorträge des Gelsenkirchener Sturmes vor. Einen imposanten Abschluß bildete ein Bühnenbild, das alle Gliederungen der Bewegung darstellten. Deutscher Tanz, eine gut gefüllte Tombola sorgten mit Preisschießen für bunte Abwechslung und trugen mit dazu bei, daß jeder Besucher sein Kommen nicht zu bereuen hatte. Gautreffen der Forst= und Holzwirtschaft Arnsberg, 26. November. In der Regierungshauptstadt Arnsberg fand am Samstaa das erste gemeinsame Gautreffen der Holz= und Forstwirtschaft des Gaues Westfalen=Süd unter Teilnahme von Vertretern der Partei, des Staates und der Wehrmacht statt. Dem Gautreffen ging eine Sondertagung der Kreisfachschaftsleiter des Gaues Westfalen=Süd unter dem Vorsitz des stellvertretenden Reichsstellenleiters Könnecke(Berlin) voraus. U. a. gab Landesforstmeister Bonse Das WHW. muß immer ein Mahnmal für dich sein! (Arnsberg) eine Darstellung der forstlichen Verhältnisse des Regierungsbezirks Arnsberg, der mit 43 v. H. waldbestandener Fläche zu den waldreichsten Bezirken Preußens gehört. Er wies weiter auf die wichtigen wirtschaftlichen Funktionen des Waldes, vor allem im Leben der Gemeinden, hin. Die Gesamttaguna war getragen von dem einmütigen und entschlossenen Willen des Einsatzes aller Kräfte innerhalb der Forst= und Waldwirtschaft zur Durchführung des Vierjahresplanes. Diesen Willen bekundeten die zahlreichen Teilnehmer durch das Bekenntnis: Ueber uns der Führer, in uns die Idee, das Leben und die Kameradschaft und vor uns das ewige Deutschland. Kleine provinz=Nachrichten Oberbürgermeister Dr. Banike Leiter des Landesfremdenverkehrsverbandes Westfalen. Der Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes, Staatsminister a. D. Hermann Esser, hat gemäß§ 5 des Gesetzes über den RxV. im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Provaganda den Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Dr. Banike, zum Leiter des Landesfremdenverkehrsverbandes Westfalen ernannt. Reichstagung des Amtes„Schönheit der Arbeit“ am 4. und 5. Dezember in Koblenz. Die Reichstagung des Amtes„Schönheit der Arbeit", an der sämtliche Gaureferenten aus dem Reich und die Mitarbeiter im Reichsamt teilnehmen, wird in Koblenz stattfinden. Der Termin wurde nunmehr auf den 4. und 5. Dezember festgesetzt. Duisburg baut einen Zentral=Milchhof. Nachdem im Frühjahr d. J. der neue Zentral=Viehhof in Meiderich eröffnet worden ist, kommt jetzt die Nachricht, daß noch im Dezember d. J. die Errichtung eines ZentralMilchhofes in Angriff genommen wird. Unter Aufhebung der bisherigen getrennten Milchhöfe von Duisburg und Hamborn sowie verschiedener Verteilungsstellen wird in Zukunft die Milchversorgung GroßDuisburas sowie der Stadt Dinslaken von diesem Zentral=Milchhof aus erfolgen. 14 500 RM. in Banknoten beschlagnahmt. In dem um.09 Uhr nach Holland abfahrenden=Zug wurden in einem Abteil 2. Klasse versteckt von Beamten des Bentheimer Zollamtes 14 500 RM. in Banknoten gefunden. Das Geld wurde beschlagnahmt, der vermutliche Besitzer verhaftet und dem Gerichtsgefängnis in Bentheim zugeführt. Bochumer Leben 50 Zahlk=Gi. Ensadeih=Pospnat Aus der Geschichte der Bochumer Krankenhäuiser In diesen Tagen sind 90 Jahre verflossen, seitdem in dem damaligen kleinen Ackerstädtchen Bochum der schon lange geheate Plan der Errichtung einer Krankenanstalt in die Tat umgesetzt wurde. Es war am 26. November 1846. als vier damals in Bochum bekannte und geachtete Männer, nämlich Pfarrer Ekel von der Petex=und=Paul=Kirche sowie die Bürger Schulte=Oestrich, Rehlinghaus und Vierhaus, die im öffentlichen Leben großen Einfluß besaßen, die Gründung einer Krankenanstalt in die Wege leiteten. Sie fanden bald tatkräftige Unterstützung und kauften für 1700 Taler von dem damaligen Lehrer Lüttke ein Haus im Weilenbrink. Nach größeren Umbauarbeiten wurde das Haus seiner Bestimmung am 27. April 1848 übergeben und am 1. Mai die erste Kranke ausgenommen. Im Laufe des ersten Jahres wurden 50 Personen ausgenommen, die in 1785 Tagen verpflegt wurden. Schon bald erhielt die Krankenanstalt Korvorationsrechte, die Königin von Preußen übernahm das Protektorat über die Anstalt.(Die Stadt Bochum zählte zu der Zeit noch etwa 4000 Einwohner.) Aber schon im Jahre 1851 genügten die Räume nicht mehr und nun wurde das Haus des evangelischen Pasters Volkhardt neben der Peter=und=Paul=Kirche, vas früher Schultheißenhof genannt wurde, für 8000 Taler erworben und umgebaut. Im Jahre 1852 konnten schon 207 Kranke verpflegt werden, und seit der Zeit nahm die Zahl der verpflegten Kranken von Jahr zu 1860 und 1867 wurden Anbauten errichtet. Ueber 1000 Kranke konnten 1868 Aufnahme finden. Im Jahre 1873 wurde zum dritten Male ein Anbau aufgeführt, indem das alte Volkhardtsche Haus abgebrochen wurde und ein neuer Bau an seine Stelle trat. Ende der achtziger Jahre machte sich infolge weiterer Aufwärtsentwicklung das Bedürfnis einer Erweiterung geltend. Von dem Kaufmann Brinkmann wurde das nach Norden gelegene Grundstück hinzugekauft und im Anschluß oaran noch ein weiteres Grundstück auf dem Tauschwege von der Stadt Bochum hinzugewonnen. Hier wurde ein weiterer Vergrößerungsbau errichtet, der im Herbst 1891 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Von dieser Zeit an befindet sich der Haupteingang des Elisabeth= Hospitals an der Bleichstraße. Fünf Jahre später, im Jahre 1896, ließ sich eine abermalige Erweiterung nicht von der Hand weisen. Das unmittelbar an die Krankenanstalt angrenzende Gebäude des Ingenieurs Gremme wurde abgebrochen und an dessen Stelle entstand der sich am Schwanenmarkt entlang ziehende neue Gebäudeflügel. Bis in die neuere Zeit wurden an der Anstalt immer weitere Anbauten. Vergrößerungen und Neuanlagen vorgenommen, so daß heute das Elisabeth= Hospital als eine Anstalt dasteht, die nach jeder Richtung hin als vorbildlich und mustergültig angesprochen werden kann. Seit ihrem Bestehen üben an der Anstalt Schwestern der Genossenschaft des heiligen Vinzenz von Paul aus Paderborn ihren karitatiben Liebesdienst an den kranken Mitmenschen aus. Eine Zierde der Anstalt ist auch die Kavelle. Die erste Kapelle stiftete der damalige Grubenbesitzer Wilhelm Endemann. Später wurde an der jetzigen Stelle die neue Kapelle errichtet. In den späteren Jahren kamen dann die weiteren Krankenhäuser hinzu. Die Augusta=Kranken= anstalt wurde im Jahre 1863 gegründet. Das Josephs=Hospital am Stadtpark stammt aus den Jahren 1910/11. Das Krantenhaus Bergmannsheil wurde in den Jahren 1888/89 erbaut und im Laufe der Zeit mehrmals vergrößert. Weiter bestehen Krankenhäuser in den Stadtteilen Gerthe, Langendreer und Linden=Dahlhausen. Die Sozialordnung der Gegenwart Ministerialrat Dr. Steinmann sprach in der Verwaltungsakademie Im Rahmen der„Sozialistischen Vortragsreihe" sprach am Donnerstag abend in der Verwaltungsakademie an Stelle des verhinderten Ministerialdirekters Dr. Mansfeld„Ministerjalrat Dr. Steinmann u. das Thema„Die deutsche Sozialordnung der Gegenwart". Der Vortragende erläuterte zunachst, wie nach den früheren Gegensätzen zwischen Kapital und Arbeit die beiden wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber= und Arbeitnehmerverbände in ihrem Grundprinzip gearbeitet haben und wie nach der Machtübernahme alle Schaffenden in die Deutsche Arbeitsfront eingegliedert wurden. Mit der Neugestaltung der Arbeitsordnung habe man die alten Gegensätze beseitigt und an deren Stelle die Gemeinschaft gesetzt. In anschaulicher Weise erklärte der Vortragende dann den organisatorischen Aufbau des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit sowie den Aufbau der überbetrieblichen Organe. Auf die Tarifordnungen eingehend, betonte der Vortragende, daß die Tariflöhne Mindestbedingungen darstellten und nach unten begrenzt seien. Ausführlich behandelte er die Stellung des Vertrauensrates in den Betrieben. Nach diesen Ausführungen befaßte sich der Vortragende mit dem Begriff der Ehre, der in diesem Gesetz verankert ist. Zu den Verstößen gegen die Sozialordnung gehören Verletzung der Gemeinschaft, Ausnutzung der Arbeitskraft, Verhetzung der Arbeitskameraden, wiederholte leichtfertige Beschwerden beim Treuhänder der Arbeit und Verstöße gegen die Anordnungen des Treuhänders der Arbeit. Man verfolge mit dem Gesetz die Erziehung der Volksgenassen. Zum Schluß seiner Darlegungen erörterte der Vortragende die seit dem Bestehen dieses Gesetzes vor dem Ehrengericht verhandelten Streitfälle. Bei den zur Verhandlung gekommenen Fällen handelte es sich meistens um Verfehlungen gegen den Ehrbegriff und Ausnutzung der Arbeitskraft. Weiter wurden Verletzungen der Betriebegemeinschaft und Verstöße gegen die Anordnungen des Treuhänders verhandelt. Neben Geldstrafen wurde auch in einigen Fällen Unternehmern die Besähigung zur Führung eines Betriebes abgesprochen. Spiese•• 152 Und er schmeichelt auch nicht. Wenn Sie im neuen Walter=Mantel vor dem Walter=Probierspiegel stehen und sich gutaussehend und stattlich finden— dann ist das kein falsches Kompliment des Spiegels. Sondern das kommt davon, daß Sie im Walter=Mantel effektiv elegant und gutangezogen wirken. Immer! Egal, ob Sie einen blauen, braunen oder grauen Mantel kaufen, ob Sie 25. 40 oder 80 Mark anlegen— immer wird der Walter=Mantel Ihnen Freude machen und Sie gut kleiden. Mit dem Walter=Mautel kaufen Sie mehr als ein Kleidungsstück— mit dem Walter=Mantel kaufen Sie sich mehr Lebensfreude! Auf Limbeckerstraße 75/77 WILHELM WALTER G. M. B.., ESSEN, LIMBECKERSTR. 75/77 SPEZIALHAUS FUR HERREN- UND KNABENKLEIDUNG Seite 6 Nr. 278/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 27. November 1936 Deutsche Wietschaft * Die Ard ens heil und Neusch Ausgefallene Arbeitsstunden sowie ein weiterer Werktag dürfen vor= oder nachgearbeitet werden Da an dem diesjährigen Weihnachts= und Neujahrsfest mehrere Feiertage auf Wochentage fallen und der Verdienst vieler schaffender Volksgenossen durch Kürze der Arbeitszeit empfindlich geschmälert wird, hat der Reichs= und preußische Arbeitsminister angeordnet, daß die in den Weihnachtswochen vom 21. Dezember 1936 bis einschließlich 2. Januar 1937 an einem Werktag ausfallen den Arbeitsstunden sowie ein weiterer Werktag als Ersatz für den durch die Weihnachtsfeiertage eintretenden Verdienstausfall an Werktagen der Monate Dezember 1936 und Januar 1937 vor= oder nachgearbeitet werden dürfen. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Zahlung eines Mehrarbeitszuschlages für die durch die Aufnahme herbeigeführte Verschiebung der Arbeitszeit besteht nicht. Entsprechendes gilt für die Verpflichtung zur Zahlung eines Lohnzuschlages auf Grund der üblichen Bestimmungen von Tarifordnungen oder Betriebsordnungen. Höhere Abzüge bei der Lohnsteuer beantragen Die neuen Lohnsteuerkarten für 1937 werden im allgemeinen Anfang Dezember in die Hände der Arbeitnehmer gelangen. Anträge auf Erhohung der steuertreien Abzüge vom Arbeitslohn für Werbungskosten, insbesondere Ausgaben für Fahrten zur Arbeitsstätte, Beiträge zur Arbeitsfront und sonstige Berufsverbandsbeiträge, dienstliche Aufwendungen usw. sowie Sonderausgaben, wie Versicherungs=, Bausvarbeiträge und Kirchensteuern, die voraussichtlich im Jahre 1937 entsteben werden, sind unter Vorlegung der Lohnsteuerkarte an das für den Wohnsitz zuständige Finanzamt zu richten. Die Ausgaben müssen im einzelnen aufgeführt und nach Möglichkeit auf Grund von Belegen, die im allgemeinen nur für das Jahr 1936 vorhanden sein werden, glaubhaft gemacht werden. Ein Erhohungsantrag scheidet von vornherein aus, wenn diese Ausgaben insgesamt 40 Mark monatlich nicht übersteigen. Wohl aber kann ein besonderer Abzua beantragt werden, sofern für das Jahr 1937 mit außergewöhnlichen Belastungen durch Unterhalt mittelloser Angehöriger, auswärtige Unterbringung von Kindern, Krankheit oder dergleichen bereits zu rechnen ist. Diese besonderen Aufwendungen, die ebenfalls glaubhaft zu machen sind, müssen insgesamt bestimmte Hundertsätze des Einkommens übersteigen, z. B. bei Steuerpflichtigen ohne Kinder bei voraussichtlichem Jahreseinkommen bis 5000 Mark 16 v.., bis 10000 Mark 12 v.., bis 15 000 Mark 15 v.., bei höherem Einkommen 20 v. H. des Einkommens. Bergedung Pssenliicher auftrage Bieter müssen eine umfassende Erklärung abgeben. Der Reichsminister der Finanzen hatte im März 1935 angeordnet, öffentliche Aufträge von 5000 Reichsmark aufwärts nur an solche Bieter zu erteilen, die eine Bescheinigung ihres zuständigen Finanzamtes darüber beibrachten, daß aus steuerlichen Gründen keine Bedenken bestanden, ihnen öffentliche Aufträge zu erteilen. Die günstige Auswirkung dieser Maßnahme auf den rechtzeitigen Eingang der Reichssteuern veranlaßte ihn im November 1935, die Wertgrenze auf 500 Reichsmark und im Juni 1936 auf 100 Reichsmark herabzusetzen. Nebenher regten verschiedene Landesregierungen, der Deutsche Gemeindetag, die Arbeitslosen= und Reichsversicherung, die Treuhänder der Arbeit usw. an, über die rechtzeitige Abführung der Landes= und Gemeindesteuern, der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und Reichsversicherung sowie über die Einhaltung der Verpflichtungen aus den Tarifordnungen, der Betriebsordnung und dem Schwerbeschädigtengesetz ähnliche Bescheinigungen zu verlangen. Da hierdurch eine erhebliche Belastung der Wirtschaft und eine wesentliche Mehrarbeit bei verschiedenen Behörden und öffentlich=rechtlichen Körperschaften eingetreten wäre, hat der Reichsminister der Finanzen im Einvernehmen mit dem Reichs= und preußischen Wirtschaftsminister und dem Reichs= und preußischen Arbeitsminister angeordnet, daß über die rechtzeitige Abführung dieser Steuern und Beiträge sowie über die Einhaltung der erwähnten Verpflichtungen der Bieter eine Erklärung abgeben soll, deren Wortlaut in die besonderen Vertragsbedingungen aufgenommen worden ist. Diese Erklärung, die entsprechend den steuerlichen Unbedenklichkeitsbescheinigungen bei allen Aufträgen von 100 Reichsmark aufwärts verlangt wird, lautet: „Ich erkläre, daß ich meinen gesetzlichen Pflichten zur Zahlung der Landes= und Gemeindesteuern, der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und zur Reichsversicherung sowie meinen Verpflichtungen aus den Tarifordnungen, der Betriebsordnung und dem Schwerbeschädigtengesetz ordnungsmäßig nachkomme. Ich bin mir bewußt, daß eine wissentlich falsche Abgabe der vorstehenden Erklärung meinen Ausschluß von weiteren Leistungen und Lieferungen wegen Unzuverlässigkeit zur Folge hat.“ Die Reichsanleihe des deutschen Befreiungswerkes Von Dr. J. Heintze, Ministerialdirektor i. e.., Präsident des Deutschen Sparkassen= und Giroverbandes. Das Geheimnis der bisherigen Erfolge beim Aufbauwerk des nationalsozialistischen Staates dürfte nicht zuletzt darin zu suchen sein, daß es gelungen ist, die geschlossene und verständnisvolle Mitarbeit des ganzen Volkes zum Einsatz zu bringen. Es ist im Staatsleben so wie in den kleineren Gemeinschaften menschlichen Wirkens: Die unerläßliche Mitarbeit aller Glieder ist dort um so williger und nachhaltiger, je mehr der einzelne sich der großen Linie bewußt ist, in die seine Tätigkeit sich einfügt. Es dürfte heute kaum einen Volksgenossen geben, der sich nicht über die großen Zielsetzungen unserer Staatsführung und die Bedeutung ihrer Durchführung im klaren wäre. Das deutsche Volk weiß, daß ihm das Werk seiner politischen und wirtschaftlichen Befreiung nicht als unverdientes Geschenk in den Schoß fällt, sondern nur durch Anspannung aller Kräfte bewältigt werden kann. Der Neuaufbau des Reiches muß erarbeitet und erspart werden. In diesem Zusammenhang stellt sich uns auch das Konsolidierungswerk der Reichsregierung dar, das jetzt wiederum durch eine zur Zeichnung aufgelegte Anleihe ein gutes Stück gefördert werden soll. Diese fortschreitende Konsolidierung gibt dem Reich die Möglichkeit, die großen Aufgaben auch weiterhin planmäßig durchzuführen. Konsolidierung bedeutet auf dem Gebiete der Staatsfinanzen die Umwandlung kurzfristiger Verbindlichkeiten in die Form langfristiger Anleihen. Die folgerichtige Durchführung der Konsolidierungsaktion ist ein besonders anschauliches Beispiel der steten und gradlinigen Finanz= und Wirtschaftspolitik des Reiches. Die Anleihe ist daher auch nicht eine Angelegenheit bestimmter Berufs= oder Bevölkerungsgruppen, sondern ein gemeinsames Werk des deutschen Volkels, das ja auch in allen seinen Schichten teilhat an den Erfolgen der Regierungspolitik. Jeder Betrag, der zur Zeichnung der neuen Anleihe verwendet wird, hilft zu seinem Teil mit an der Untermauerung des deutschen Aufbauwerkes. Wer Reichsanleihe zeichnet, erfüllt somit eine nationale Pflicht. Gesellschaften berichten Berliner Kraft= und Licht(Bewag)=AG., Berlin: 1935/36 erhöhte sich der Stromabsatz um fast 8 Prozent auf 1355 Mill kWh. Der gesteigerte Strombedarf machte zeitweise den Einsatz der älteren Kraftwerke notwendig, die seit mehreren Jahren stillgelegt waren, aber als Reserve einsatzbereit gehalten wurden. Aus dem sich ungefähr auf Vorjahreshöhe haltenden Reingewinn von rund 26,3 Millionen Mark werden wieder 8 Prozent Dividende ausgeschüttet.— Automobilwerke H. Büssing AG., Braunschweia: Die Gesellschaft, die ein Kapital von 3,5 Millionen Mark hat, wird in die„KommanditGesellschaft Automobilwerke H. Büssing“ mit dem Sitz in Braunschweig umgewandelt. Persönlich haftende Gesellschafter sind Generaldirektor Divl.=Ina. Paul Werners und Direktor Rudolf Egger.— Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther AG., Selb i..: 1935/36 mengenmäßige Absatzsteigerung um rund 10 Prozent. Einschließlich 18000 Mark Gewinnvortrag ergibt sich ein Reingewinn von 131000 Mark, von dem 6500 Mark dem gesetzlichen Reservefonds zugeführt werden. Die Vorzugsaktien erhalten 6 Prozent Dividende für die fünf Geschäftsjahre 1931 bis 1936. Zum Vortrag auf neue Rechnung verbleiben 101000 Mark.— Messing= werk Unna AG. in Unna. Wieder 6 Prozent.— Gebr. Junghans AG. in Schrambera. Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 4 Prozent. Schweizer Diskont weiter ermäßigt Das Direktorium der schweizerischen Nationalbank hat beschlossen, den Diskontsatz von 2 v. H. auf 1½ v. H. und den Lombardsatz von 8 v. H. auf 2½ v. H. herabzusetzen, und zwar mit Wirkung vom 26. November, nachdem erst mit Wirkung vom 9. September an der Diskontsatz um ½ auf 2 v. H. und der Lombardsatz entsprechend ermäßigt wurde. Die Nationalbank begründet ihr Vorgehen damit, daß seit der Währungsabwertung sich der allgemeine Geldbestand in der Schweiz durch die Geldzuflusse und die Lockerung der Thesaurierung so verbesserte, daß die Nationalbank durch eine weitere Ermäßigung der offiziellen Diskontsätze dem Rechnung tragen mußte. Durch die Zinsherabsetzung werde eine Anpassung an die veränderten Verhältnisse herbeigeführt. Börsen weiter erholt Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf An der Börse setzte sich die Erholung fort. Die Umsatztätigkeit hält sich jedoch weiter in engen Grenzen. Das Publikum ist verschiedentlich mit kleineren Aufträgen im Markt. Von den Schwankungswerten lagen Chemiepapiere zunächst ohne Umsatz bei unveränderten Notierungen. Größere Kursbefestigungen am Montanmarkt hatten Mannesmann(plus 2½) und Vereinigte Stahlwerke(plus 1¼) zu verzeichnen. Hoesch und Klöckner waren etwa ½ Prozent erböht im Verkehr. Rheinstahl leicht anziebend. Buderus Prozent billiger. Deutsche Erdöl gewannen ½ Prozent. Muag auf die Zusammenlegung mit der Demag hin 2½ und später 2¼ Prozent höber. Rheinmetall 1¼ Prozent befestigt. Elektromarkt leicht gebessert, RWE. vereinzelt ½ Prozent höher bezahlt. Wintershall ¼ Prozent höher. Renverändert. Carolus Magnus und Constantin sowie Heinrich=Kure umsatzlos. Braunkohlenkuxe unverändert. Am Kalikurenmarkt Beienrode zunächst etwas höher, verloren im Verlauf jedoch 10 Reichsmark. Elfässer und AscherslebenWerte unverändert. Im Freiverkehr Kaliaktien behauptet. Von den Koblenaktien wurden Bergbau Lothringen bis 1 Prozent niedriger gehandelt. Lotbringen=Genuß waren dagegen 2½ Prozent fester im Umsatz. Im weiteren Börsenverlauf stellten sich Rheinstahl und RWE. noch ½ Prozent höher. Vereinigte Stahl blieben gut behauptet, während Muag ½ Prozent ihres Gewinnes hergaben. Berliner Börse Die Börse eröffnete allgemein wieder etwas zuversichtlicher. Die Kulisse, die am Vortag im Verfolg der schwächeren ausländischen Börsen verkauft hatte, war um so eher zu Deckungen berett, als auch die ersten Meldungen von den Auslandsbörsen eine freundlichere Tendenz erkennen ließen. Das Geschäft war allerdings gering. An den Aktienmärkten waren die Montanwerte allgemein 1 bis 1½ Prozent gebessert. Mansfeld gewannen sogar 2 Prozent. Auch die übrigen Märkte lagen durchaus freundlich. Karlsruher holten ihren Vortagsverlust von 2 Prozent wieder ein. Der Verlaus war sehr still. Die Tendenz war aber vorwiegend leicht befestigt. Die Börse schloß sehr still, aber gut gehalten. An den Anleihemärkten blieben heimische Renten vernachlässigt. Altbesitz gut gehalten. Umschuldungsanleihe bröckelte ab. Heimische Renten ziemlich still. Pfandbriefe meist um ¼ Prozent höher, die westlichen allerdings fast durchweg etwas schwächer. Am Geldmarkt Tagesgeld 2⅞ bis 3½ Prozent. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. An der Abendbörse waren die Umsätze sehr gering, da es an Unternehmungslust fehlte. Die vorliegenden günstigen Wirtschaftsmeldungen boten bei der herrschenden Geschäftsstille keine genügende Anregung. Die Kursveränderungen gegen den Berliner Schluß waren unbedeutend und nicht einheitlich. Der Rentenmarkt war auch sehr ruhig. Auch später waren die Umsätze gering, und die Notierungen blieben zumeist nominell. Die Auslandsborsen geschlossen. Newyork: Wegen Feiertags London: Meist fester. Amsterdam: Unregelmäßig. Paris: Freundlich. Brüssel: Uneinheitlich. Zürich: Widerstandsfähig. Mailand: Stetig. Wien: Fest. Getreidegrohmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 ko 1 Dollar: 2,49(Vortag 2,49) Rm. 1 Pfund: 12,20(Vortag 12,19) Rm. 100 holländ. Gulden: 135,09(Vortag 134,95) Rm. 100 französ. Frank: 11,60(Vortag 11,59) Rm. tenmarkt freundlich. Altbesitz und Reichsbahnvorzüge tendierten unverändert. Auch Stahlbonds und Hoesch=Obliaationen lagen teilweise etwas gebessert am Markt. Der Kurenmarkt zeigte ein ziemlich unverändertes Aussehen. Deutschland=Kuxe 5 Reichsmark höher, dagegen Diergardt unWirerr iurhr=Echweinssteisch, Die neuen Schlacht=Kontingente— Auflockerung der Haus schlachtungen Zur Anpassung der Bedarfsdeckung an den vorhandenen Bestand schlachtreifer Schweine war, wie für die saisonüblich schwachen Auftriebsmonate vorgesehen, zu Anfang August d. J. durch die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft eine Einschränkung der Schweineschlachtungen und Schweinefleischumsätze auf 70 v. H. als notwendig erachtet worden. In Anbetracht der seit Beginn des Oktober ununterbrochen zunehmenden Schweinezufuhren bzw. des auch für die Folgezeit anzunehmenden merklich höheren Vorrates an schlachtreifen Schweinen kann nunmehr die erwartete Wiederausweitung des Schlachtkontingents folgen. Mit Wirkung vom 30. November wird, wie schon kurz gemeldet, eine Erhöhung des Kontingentsatzes der Schweineschlachtungen und Schweinefleischumsätze auf 80 v. H. vorgenommen. Gleichzeitig konnte die Hauptvereinigung darangehen, die gewisse Begrenzung, die für Hausschlachtungen ausgesprochen worden war, um einer unangemessenen Vorratswirtschaft vorzubeugen, einer Prufung zu unterziehen. Dabei hat sich ergeben, daß die Gesamtversorgungslage mit Schweinen und Schweinefleisch bereits soweit hat verstärkt werden können, daß die gegenüber dem Vorjahr etwas engeren Vorschriften für die Hausschlachtungen erheblich aufgelockert werden dürfen. Bei der Auflockerung wird eine Unterscheidung gemacht zwischen gewerblich hausschlachtenden Betrieben — z. B. bei Kolonialwarengeschäften und Gastwirtschaften— und Privatpersonen, die hausschlachten wollen. Für die erstere Gruppe bleiben die Bestimmungen für die Erteilung der Genehmigung zur Hausschlachtung in vollem Umfange aufrechterhalten. Dagegen soll in Anbetracht der gebesserten Versorgungslage mit der Erteilung der Genehmigung an Privatpersonen großzügiger verfahren werden. Die Genehmigung selbst ist nach wie vor bei den Kreisbauernschaften einzuholen, die angewiesen sind, Anträgen, die von Privathaushaltungen auf Genehmigung von Hausschlachtungen gestellt werden, stattzugeben. Es wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß der Nachweis über in früheren Jahren vorgenommene Hausschlachtungen nicht erforderlich ist. Das Kontingent für die Rinderschlachtung und Rindfleischumsätze war am 1. Oktober auf 80 Prozent heraufgesetzt worden. Nachdem nunmehr, beschleunigt durch die winterliche Witterung der letzten Tage, der Weideabtrieb nahezu beendet ist, trägt die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft folgerichtig den veränderten Verhältnissen Rechnung. Der Kontingentsatz der Rinderschlachtungen und Rindfleischumsätze wird, wie ebenfalls schon kurz gemeldet, mit Wirkung vom 80. November auf 70 Prozent abgeändert. Weizen märt.. 204 208 Roggenm,.997 A.— Roggen märk. 167 167 Viktoriaerbsen 36 041 036.0 41 0 Industriegerste.—— Speiseerbsen[24.-36.5 34 0 36 5 Hater märk...]-—!— Futtererbson. /24.-26.|24.5·265 Weizenm. Auszm. .820 Asche) * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 26. November: 61,50 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz od. Dr.: 148 Reichsmark. RSEN Siemhenzs 10.00 Johann Philipp Palm(Von Berlin). Ein Märtyrer für Deutschland 10.30 Kindergarten(Lieselotte Hoppe) 11.00 Was ist los im Sport?(Rich. Heinemeyer) 12.00 Der Rundfunk tanzt und alle tanzen mit(Von Berlin, Reichssendung). Die Betriebsgemeinschaft der Reichs=Rundfunkgesellschaft beim Tanz in der Verkpause 12.15 Buntes Wochenende(Von Mannheim). Mitglieder des Nationaltheater=Orchesters, das Musikkorps des 110. Inf.=Regts.— Die lustigen Fünf und Christian und Berta Kilaus. 14.15 Wochenendkonzert(Ernst Kalthoff) 15.15 Jungmädel singen und erzählen: Vom Schaffen und Fröhlichsein 16.00 Nachmittagskonzert. 1. Teil: Unterhaltungsmusik. 2. Teil: Tanzmusik. Das Westdeutsche Kammerorchester(Hermann Hagestedt) 18.00 Der neue Funkplan. Was bringt der Reichssender Köln die nächste Woche? 18.05 Zur Unterhaltung. Das Kammerquintett; die sechs frohen Sänger. 19.00 Eine geistliche Abendmusik(Uebertragung aus Wuppertal=Oberbarmen). Rolf Pfarr(Bariton); Orgel: Fritz Bremer 20.10 Seid fröhlich mit uns! Am 3. Jahrestag der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", veranstaltet vom Gauamt„Feierabend", Köln=Aachen. Ernst Schocke(Tenor)); Kaspar Koch(Tenor); die sechs frohen Sänger; Franziska Hamacher singt Wiener Lieder; das Kölner HandharmonikaOrchester; das Musikkorps des Inf.=Regts. 77; eine Werkschar=Gruppe; das Kleine Orchester(Leo Eysoldt); das Große Orchester(O. Jul. Kühn); der Kammerchor(Josef Breuer). Ansage: Rich. Kistenmacher Deutschlandsender: 16.00: Die bunte Platte. 17.00: Märsche der neuen Wehrmacht. 18.00: Volkslieder— Volkstänze. 18.45: Deutsche Zeitungsfahrer=Meisterschaft. Ein Funkbericht von der Strecke Berlin—Wittenberg. 19.00: Guten Abend, lieber Hörer! 20.10: Frkf.: Schloß Musica., 23.00: Wir bitten zum Tanz!(E. Kaiser) Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 26. Nov. Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Motlerungen 26.11. 126 11. 126.11./25.11.1[26. 11./26.11, 126. 11.325. 11. Oivr. Anfang Schlus Kassa Schlus. Div. Anfang Schlus Kassa Schlus Altbastz... 5% Hoesch RM.— 6% Krupp RM.— 6%.ttelstahl Bemberg Berger Buderus Dahlbusch St. Dtsch. Atlanten Otsch. Erdöl D. Reichsb. V. Dortm. Union .6. Farbenind. Feldmuhle Felten& Guille Goldschmidt Harpen 101 87 102.00 98.87 113.50 6— 102.002.0 102.25 102.00102.00 114.50 113.75 133.50— 122.00 134.50 142.50 125.62 166.50 145.00 35/152.50 154.00 154.90151.00 114.001 Masch. Untern. 5/134.37/135.00 135. 00f132 75 Hoesch Koln-R. 39 118 31/113.00 116.52/118.00 Kali-Aschersl. 5 136.0011 36.50 136.75 Klöckner-W. 48/125.12|125.00 124.37 Mannesmann 31117.87/118.50 118.129115.75 Reichsbank 12/185.25 Rhein. Braunk. 12/224.50 Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert&Co. Siemens& Hal. Gebr. Stollwerk 6/148.81 6/138.50 711183.50 6/155.25 8 200.00 6—. Ver. Stahlwerke 35 /123.00 Mesto.Kautaotl 0 57.75 westeregein Wintershall S 134.55 6/136.15 185.50185 75/189.00 225.00 225.75 150.00 159.250 21.75 138.00 188.00 155.25 152.37 139.50199.37 * 122.87 122.7521.75 N S1 8 58.75 53.31 .— 133 00 136.25136.75 136 00 Steinkohlen-Kuxe 26. 11. 25. 11. Geld Brief 85#d Briet Garolus M. 51505700 5400 5750 Const. b. 6. 7900 8 200 1900/8250 Deutschl. 390 420 380 415 Schwerin— 4500— Heinr. 12000 12800 12000 12500 Langd 13700 14300 1370014300 Braunkohlen-Kuxe Gutetloft. 4760 5000 4 100 5000 Leonn /11000— 11000 Miche!]— 15400— 13000 Vosta 11009)— 1100011700 Berabarem.———— Kall-Kuxe Beienrede[12101126012101260 Burbech /3150,3350/3150/335# Neu-Staßt.—-— S. egtr.lu. 1/7500 7900 7600 7900 Wtb. 18709 17309]— 17300 Preisorkehe Steinkehlen- u. Braunk.-Kuxe 26. 11. 25. 11. Geld Bnef deld Bret Oierparot(7100 7590, 7100 7505 Westtalen— 850— 850 Sellerh.—--— Kallkuxe 26. 11. 25. 11. Gas Bnef Geid Bnet Scasssche.—-— Einigken 75007900 7600 7900 Erichsseg.— sM13350 Habigh. /2800— 2609— Heimbold. /2850— 2850— Hepe..—-—— 290— 290— — 8160— /8109 3050 3250 3950 3250 3050 3290 3000 3250 3059 3250 359 3250 — 2929- 2950 3200— 3830— Disenburg Managl. Marie Marie L War Neusollst. Rensoach Reichsld. Ihdungen Industrieaktien(Einheitsk.) Div. 26.1125.11 Baicke Masch. 0 93.8 Berg. G. Dahl. v. 5 1155.0152.2 Bonner 8g..N. 6 152.0152.0 Bösp. Walzw.— 127.0127.01 Braunk. Zuk. Oortm.Ritterbr. Düss. Hoef.-Br. Düss.Masch. B. Oynamit.Nod. Eschw. Berg. V. Glas- u. Sp. S. 3löckauf-.A6. Gebr.Goedb.46 Hallesche Salz. Huges Hindr.-Aufferm Hochtief 40. Kabelw. Rheydt Kall-Chamie W. Kretfi f. Lehm& Co. Mülheim. Berg. Rhein. Metall Ihe n. Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl.46.8gd. Scheß-Oetries Schleg. Scharp. der. Kumpus Naggonf. derd. Nasserw. Gels. Bankaktien Berlin. Hand. 6. Com.-u. Pr.-B. J. Bank u..-6. Dresdher Bank zn. W. Bb. Cr. B. Westd. B..-A. 26.11/25.11 128.0128.0 23.7— 86.7 83.8 [129.5 153.0154.0 132.31326 193.0199.0 149.0142.5 26.11/25.11 8 93.0 93.0 — 250.0250.0 6 105.0/105.0 — 700 0 117.1116.0 163.5164.5 Oiv. Köln. Hagelv. 8 KonLogd.V. Köln. Rückv. gr. Köln. Rückv. kl. Rentenwerte 4Rn.-.-...12.10. 97.0 97.0 5½ dto. dto. S. 11 102.5102.5 4½ dto. Gold.-Kom 1926, 1927 S.—6 95.0 95.0 4½ Wd. Bod. Gpfd. 96.5 Em. 3. 9/12, 14 3 dto. Gold-.-Obl. 94.5 Freiverkehre-Aktien 26. 11. 25. Geld Brief Geid Berliner Börse, 26. Nov. Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum „Dittmann Neuh.•3—.—. Otmd. Akt.-Brau. 10178.0—. 96.5 94 5 Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Einhaltskurse Industriewerte 26.1125.11 Union-Brau 12 197.0 Dörener Metall Oyekersh. Widm. 133.5133.0 3 18 9 .5 5 117.80— 0 142.0144.0 5 93.0 93.9 0 168.7—. 6 4124.5124.5 4 108.6/108.4 4 1109.2/108.5 4 106.9/106.5 7 UN Adler Alerand 3 urd.K. Sütt.-W. J01.Bas Dyckern -Isa C. 45.0 47.0 49.0 47.0 81.0 82.9 8C.5 82.5 87.9. 86.0— 65.0 67 0 60.0—. 27.9130f139.0 2isa C. 127.0131.012f.0139.0 Sw.-Lu. 135.0142.0 f41.0143.0 Joedh.h—.—.—. dann. K.—.—.-.—. tomd. 00 139.0133.0 130. 0 133.5 Kortum.-.—. .-Falz. 78.0 80.0 75.5 79.5 Lothrin. 110.0 113.2 108 0113.5 84.0 85.5 N2.59 n aunvistenn AKU A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaff. Zellst. K Basalt Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. derl. Karlsr. Ind. Kr. u. Licht „ Maschinenb. Buderus 121990 0—. 57.0 0 38.7 38.7 4129.0121.5 3/135.5138.4 Flektr. Lieferg. J., Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Union 1630 6134.2134.21 7155.2156.2 0 8 6. 5 8 6. 5 eaeer In Horner Gas Kreftt W. Kromschroeder Kropprinz Metall Küppersbusch ahmever Laurahötte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Lorenz C. Mege. Hotte Mlag Mimosa Mülheimer Berg. 61137.7136.0 74.2 0—. 9—. 93.9 0 14.|13.7 6/140. 140.7 114.0114.2 6/:39.7138.5 4/120.2s120.2 6/156.2158.0 8/170.0169.0 141.51402 122.6122.5 —. Feinjute —. 122 6 75.0 73.5 71135.5137.0 0 15.6 15.3 4130.5s127.5 8164.2s163.0 8154.2154.5 9—. 8183 4119.0118.5 8146.7145 2 6/168.5/164.5 renst.& Kopoel Osnabr. Kupfen Versicherungsaktien Aach.-Münch. F Aach. Rückvers Agripp.., Fl. L. Alll.-u. Stuttg. V Alll.-u. St..-V. Colon a,.-V. K. Coionis Rückv. Gladb. Feuerv. 32 14.8223.0s223.0 — 363.0/335.0 .2/441.9/248.0 .8/201.9/292.0 .9/126.0s125.0 — 205.0/235.0 40 760.0/783.0 Lothr. G. dasch.Kr #rh. Bere .Unol. Str. o. MIa. J. Kupf. Nr. O1an. —. 97.0—. 97.0 165.0—. 165.0 65.0 87.0 83.0 87.0 100.2 104.9 102.9 103.5 424.0127.0123.6/126.0 Steuergutscheine 26.1125.11 fällig ab 1. 4. 1994 103.7103.7 "" I. 4. 1938 107.7 107 "" I. 4. 1938. 111.7 111.7 "" I. 4. 1991 113.8 113.8 "". 4. 1933 112. 81 12. 8 CPap. Wasser Chem. Geisenk. Conti Gummi Haimier Benz U Otsch. Atlant. Otsch. Cont 6a3 " Kabel " Linoleum " Steinzeug " Tel. u. Kab. „ Eisenhand. Oierig 11 %az... verman. Cem. Ges. f. el. Untern. Gildeme ist 2r Gladb. Wolle Gruschw. Textil Guanowerke Pongs& Zahn K Sbag 115.5115.2 6/142.7/143.6 6 10—. 59 114.8 114.2 5 116. 45 9116.7 190.5183.0 121.6121.0 6/120.2—. 5/109.6108.2 6/157.7/157. 10—.01626 9—.—. 145 0— 5/141.2140.0 10—.— Aressge Dracht nageda Hamb. Elektr. Mindr.-Autterm. Hottmann Starke Hohenlohewerke Holzmann Pn. Hotelbetr.-Ges. 6 1/133.0132.0 6/117.5118.0 9—. 143.7 6145.2/144.2 697.— 0126.0126.0 6/134.0134.9 0 84.2 83.7 Geber Dise Genus Isenbeck Brau. Junghans Gebr. Knein.-W. Kalk Riebeck Montan Kütgerunacke 5 Sagat Sarotti Schlegel Schles. Berg. u. Z. Berg. Beuth. „ Elekt..6a3 Schub.& Saizer Schultheis-Patz. Stegersdorter W. Siemens Glas Siem.& Haleke Stollberg. Zink höringer 6as Tuch Aachen Union chem. er. Otsch. Nicke Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht Injagner& Co, W Wandererw. Warsteiner Grub. Westtalen Draht Wicküler Brau. 8199.3199.3 0 92.6 93.0 7137.7 7 94.0 5—. 6/162.21162.2 0—.— 7143.0145.0 6155.0 72.6 5114.8115.0 6165.0165.0 0 83.0 87.5 5136.0136.0 9—. 90.6 Verkehrswerte 15 Elberfeld. Anl. 45 Essen Anl. 4½ Mölh.-Ruhr Anl. 1# Pr. Ldpf. A. Pfd. 4# Lobk. Westf. Pfd. 45 Ldbk. Westf. Kom. 19Ot.Komm. Goldan # Westf. ldsch. Pfd. #Ot. Hyp. B. Bin. Pfd. 1# Pr. Centr. Bo d. Pfd. 15 Pr. Ptdbr. Bk. Pfd. 15 Basalt Obl. 6 Concord. Berg. Obl. 5 Daimler Benz Obl. 5 Klöcknerw. Obl. 3 Mont Cenis Obl. 15 Ver. Stahl 60 15 Ver. Stahl 47/51 5 Ver. Stah 6 Siem. u. H. Obl. 6 garbenbonds Umsch. Anleihe 98.2 93.5 93.7 —. 930 97.5 97.5 96.6 96.2 93.8 94.5 99.2/ 96.2 95.—. 96.6 96.5 96.5 96.5 97.9 97.0 103.0102 105.9/105.9 100.0— 100.0102.0 94.0 94.0 96.5— 98.8 99.0 173.5116.0 134.2134.2 89.3 89.5 129.2 4,2120.2120.0 6/139.0137.0 A. 6. für Verkehr Boch.-Geisenk. Hamb. Amer. Pak. damb. Südamer Nordd. Lioye 6121.8121.0 0 14.5 39. 0 14.4 14.5 14.5 39. 6/189.5 6/144.0144.0 3 86.0 85.2 0110.7112.0 100.0s101 117.7— 29.5 30.0 4114.8114.2 133.2 4139.0/138.2 4 100.4/100.2 5 126.0s129.5 4104.0104.0 Restonnerte 15 Ot. R. Schatz. 41 4 Ot. R. Anleihe 44 54 O. R. Younganl. 4 Reichsbahn Sch. Westtalen Altbesitz 44 Bochum Anl. 45 Duisburg. Anl. 45 Düsseld. Anl. R. Schuldb. F. 39 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 438 5 Essen Steink. 42 Westtalenbank A. Austanrung samtllener 26.11/26.11 Geld Briet 99 6100 96.3 97 7 96.5 99.01005 94.7 99.2 95.7 96.0 93.5 95.0 93.5 -G. Bochum Bankgesenatte AiS NTGFTS reichen sich zum Wiederaufbau die Hand.— Bisher zinslos brachliegende Gelder mössen auf dem Wege über die Banken der Wirtschaft zugeführt werden. Wir stehen zu vertraulicher Beratung gern zu ihrer Vertügung. Commerz- und Privat-Bank Filiale Bochum Wilhelmsplatz-4, Fernepr. 60031 1— — Seite 7 Nr. 278; Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 27. November 1936 Erste Haupttagung des Reichsbauernrates Gader und Sraahern3 Tempo der Erzeugungssteigerung läßt sich beschleunigen Aufgaben der Erzeugungsschlacht werden erfüllt Goslar, 26. November. Zum Schluß der schon kurz mitgeteilten feierlichen Eröffnung des Reichsbauerntages am Mittwoch abend ergriff Reichsbauernführer Darré, begeistert begrüßt, kurz das Wort zur Eröffnung. Er wies darauf hin, daß der Reichsnährstand heute in die Erzeugungsschlacht nicht mit jungen Rekruten in den Kampf gehe, sondern daß die Bauern als alte Soldaten in die dritte Erzeugungsschlacht träten, getragen von den Erfahrungen zweier großer Schlachten und entschlossen, sie zu gewinnen, weil sie wüßten, daß sie gewinnen müßten, um dem Führer zu ermögDer Führer an sein Landvolk Anläßlich des 4. Reichsbauerntages in Goslar richtete der Relchsbauernführer R. Walther Darré an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm: „Das Führerkorps des Reichsnährstandes ist zum 4. Reichsbauerntag in der Reichsbauernstadt zusammengetreten, um vor dem deutschen Volk Rechenschaft abzulegen über das zweite Jahr der landwirtschaftlichen Erzeugungsschlacht und um Richtlinien entgegenzunehmen für den verstärkten Einsatz des Bauerntums im Rahmen des Vierjahresplanes. Hinter seinen treuen Führern als Ihren alten Gefolgsleuten, mein Führer, steht das deutsche Landvolk straff in Reih und Glied, bereit zu jedem Einsatz, den Sie befehlen. Wir grüßen Sie, mein Führer, in gläubigem Vertrauen zu Ihnen und Ihrem großen Werk. (gez.): Walther Darré, Reichsbauernführer. Der Führer hat daraufhin dem Reichsbauernführer mit folgendem Telegramm geantwortet: „Für das Bekenntnis der Treue und Gefolgschaft, das Sie mir im Namen der zum 4. Reichsbauerntag versammelten deutschen Bauernführer ausgesprochen haben, sage ich Ihnen aufrichtigen Dank. Mein Gruß gilt dem ganzen deutschen Landvolk, das Wissen und Können aufs äußerste anspannt im Kampf um das hochgesteckte Ziel deutscher Nahrungsfreiheit. Kraftvoll führt seit Jahrhunderten die Faust des deutschen Bauern im Frieden den Pflug, in Not und Gefahr das Schwert zum Schutz deutschen Blutes, für die Freiheit deutschen Bodens. Daß unter Ihrer Führung, Pg. Darré, das deutsche Landvolk jede, auch die schwerste Aufgabe lösen wird, ist meine feste Zuversicht. Ihr(gez.): Adolf Hitler.“ lichen, was er mit dem deutschen Volke wolle. Im zweiten Vierjahresplan des Führers gebe es für den Reichsnährstand nur einen Befehl: der Reichsnährstand an die Front! Darré schloß mit einem Sieg=Heil auf den Führer. Am Donnerstag früh begann in der Stadthalle von Goslar in Anwesenheit von Vertretern der Wehrmacht, des Staates, der Partei und zahlreicher ausländischer Bauernabordnungen die erste Haupttagung des Reichsbauernrates, die mit der Erstattung größerer Rechenschaftsberichte über die Arbeit des Reichsnährstandes und mit grundsätzlichen Vorträgen ausgefüllt ist. Zu Beginn gab Reichshauptabteilungsleiter III Dr. Korte den Arbeitsbericht über „Ansere Arbeit am Markt“. in dem er kurz die Aufgaben skizzierte, die der Reichshauptabteilung III vor einem Jahre auf dem 3. Reichsbauerntag gestellt worden waren. Zum erstenmal in der deutschen Wirtschaft sei für Handel und Genossenschaften eine gemeinsame Organisation geschaffen worden. Insgesamt seien 5 Millionen Erzeuger=, 650 000 Verteiler= und 320000 Be= und Verarbeiterbetriebe, zusammen also etwa 6 Millionen selbständige Existenzen für die Marktordnung organisatorisch im Reichsnährstand erfaßt. Die Marktordnung wolle im Rahmen der Arbeiten für die Ernährungssicherung die Voraussetzungen für eine steigende und sichere Erzeugung schaffen. Dies werde am besten durch ein festes Preisgefüge und einen besseren Absatz erreicht. Die Betrachtung des gesamten Preisgefüges zeige, daß die Preise der Verbrauchsgüter des Bauern immer noch um 28 v. H. über dem Preisstand von 1913 lägen, während der Bauer für seine Verkaufserzeugnisse im Wirtschaftsjahr 1935/36 nur 1 v. H. mehr als im letzten Vorkriegsjahre bekommen habe. Der Stand der Betriebsmittelpreise und Arbeitslöhne des landwirtschaftlichen Betriebes dürfte nach den Schätzungen der Reichshauptabteilung II insgesamt immer noch gut um 10 v. H. über dem Stand der letzten Vorkriegsjahre liegen. Gleichberechtigt neben dem Erzeugerschutz stehe der Verbraucherschutz als das andere große Ziel der Marktordnung. Sie wolle niemals den Markt einseitig im Interesse einer einzelnen Gruppe beherrschen; sie stelle stets in den Vordergrund die ausschließliche Verpflichtung gegenüber dem Volksganzen. Ein absolut starres und unabänderliches Preisgefüge liege nicht im Sinne der Marktordnung, da eine lebendige Ordnung auch eine lebendige Anpassung an die Notwendigkeit des Lebens fordere. Das dritte Hauptziel neben dem Erzeuger= und Verbraucherschutz sei die Ordnung der Warenbewegung. Die Festsetzung der Preise bleibe unvollkommen, wenn diese Preise nicht warenmäßig möglichst weitgehend untermauert werden könnten. Die richtige Leitung des Warenstroms werde mit Hilfe des Marktausgleichs und der Marktüberwachung erreicht. Hauptabteilungsleiter Haidn sprach über „Ansere Arbeit am Menschen“. Er umriß die wichtigsten Aufgaben der Hauptabteilung I, die vor allem darin gipfelten, das Reichserbhofgesetz nicht nur paragraphenmäßig anzuwenden, sondern in den Herzen und Hirnen des Landvolkes zu verankern, vor allem bei der Jugend und den Frauen. Weitere Aufgaben seien die Stärkung des Sippenbewußtseins und die soziale Betreuung der Menschen. Uebergehend zur Tarifordnung, hob Haidn hervor, daß die Bestrebungen unterstützt würden, die ungerechtfertigten Unterschiede der alten Tarifverträge zu beseitigen. Er wandte sich dabei gegen den reinen Bargeldlohn in der Landwirtschaft. Haidn wies in diesem Zusammenhang nach, daß sich in den Währens der Unterzeichnung des deutsch=japanischen Abkommens Batschafter Vicomte Mushakofi. comte Drushalest. Dr. Bötticher, Ver# Links von Botschafter von Ribbentrop der japanische Vorschafter vom Botschafter Dr. von Raumer. Stehend vonlinks nach Militärattaché General Oshima, Botschaftsrat Inous, Legationssekretär Yanai sekretär Furnuchi. si, rechts der japanische und Legations= Hch. Hoffmann letzten drei Jahren das Einkommen des ledigen Landarbeiters um 40 bis 50 v. H. gehoben habe, während es für den verheirateten Landarbeiter um rund 15 bis 25 v. H. gestiegen sei. Haidn kam weiter auf das sehr wichtige Aufgabengebiet des sozialen und kulturellen Lebens auf dem Dorfe, die Wohnungsfrage, zu sprechen. Gerade für die Erzeugungsschlacht komme dem Werkwohnungsbau eine besondere Bedeutung zu. Bisher seien rund 70000 Wohnungen instand gesetzt und über 10000 neue Werkwohnungen gebaut worden. Haidn stellte zum Schluß für die Uebergangszeit bis zur inneren Umgestaltung eine Reihe von Forderungen auf, so den Ausbau des weiblichen Arbeitsdienstes, des Landdienstes der HJ. und des Landwerkes zu einer Ernährungstruppe, Ausbau der sozialen Ehrengerichtsbarkeit und der Landhilfeeinrichtung, vor allem des Mütterdienstes zur Unterstützung der werdenden Mütter. Nur dann könne die volkswirtschaftliche Aufgabe der Erzeugungsschlacht und die völkische Aufgabe des Landvolkes, Blutsquelle zu sein, erfüllt werden.„ p- 8 Reichshauptabteilungsreiter II Dr. Brummenbaum sprach über „Antsere Arben um Der Redner führte u. a. aus: Die im Rahmen der Erzeugungsschlacht vor uns liegende Arbeit erscheine um so schwieriger, weil das deutsche Volk heute bei annähernd gleicher Bevölkerungszahl von einer um 15 v. H. kleineren Fläche als vor dem Kriege ernährt werden müsse, und weil der Mehrverbrauch von sechs Millionen Arbeitslosen, die wieder voll in den Ernährungsprozeß eingeschaltet wurden, auf eigener Scholle geschaffen werden müßte. Die Nahrungs= und Futtermitteleinfuhr von drei Milliarden Reichsmark im Durchschnitt der Jahre 1929 bis 1932 sei auf 1¼ Milliarden RM. 1933 bis 1936 gesunken. Schon in dieser Zahl zeige sich die Auswirkung und der Erfolg der Erzeugungsschlacht. Die Erträge alleer Ackerfrüchte in Deutschland hätten sich im Laufe von 50 Jahren fast verdoppelt. Durch Reichsbahn wirbt für whw. Wenn man die von den Fahrkartenschaltern der Reichsbahn für das Winterhilfswerk ausgegebenen Spendenkarten sammelt, kann man feststellen, daß sie zusammengesetzt ein Pusselspiel ergeben, auf dem Bilder aus der Entwicklung des Verkehrs dargestellt sind. Hier ein Bild aus der Biedermeierzeit. Scherl-Bilderdienst Aufrütteln aller Rückständigen werde sich eine weitere und schnellere Ertragssteigerung als bisher erzwingen lassen. Vor einem Jahre sei vom Reichsbauernführer die Einführung der Pflichtmilchkontrolle verkündet worden. Heute seien bereits 36,4 v. H. aller Kühe gegenüber 14 v. H. im Vorjahre von der Milchkontrolle erfaßt. Ganz besonders müßten unsere Anstrengungen auf eine Verbesserung der eigenen Futtergrundlage gerichtet sein. Daneben müßten wir aber bestrebt sein, durch stärkere Erfassung bisher nicht verwerteter tierischer Abfälle, Hefe sowie Einführung von industriellen Eiweißstoffen unsere Eiweißfuttergrundlage zu stärken. Wie weitgehend der Bauer und Landwirt bereit gewesen sei, an der Erzeugungsschlacht mitzuarbeiten, zeige sich vor allem darin, daß seit 1933 die Verwendung von Stickstoffdüngemitteln um 37,4 v.., von Phosphorsäure um 58 v.., von Kali um 53 v. H. und von Kalk um 74 v. H. gestiegen sei. Auch auf dem Saatgutgebiete seien große Erfolge zu verzeichnen. Allein beim Getreide habe die Hochzuchtanbaufläche eine Steigerung von 13000 auf 60 000 Hektar aufzuweisen Nicht zu unterschätzende Arbeit sei auch bereits in der Aktion„Kampf dem Verderb“ auf dem Bauernhof geleistet worden. Zur Herabsetzung der großen Verluste bei den Kartoffeln seien rund 2000 Dämpfkolonnen mit einer Tagesleistung von rund 1,5 Millionen Doppelzentner zur Verfügung gestellt. Auf Grund der Vorarbeiten, so stellte Dr. Brummenbaum zum Schluß fest, lasse sich mit Gewißheit sagen, daß das Tempo der Erzeugungssteigerung noch mehr zu beschleunigen sei und daß die Aufgaben, die die Erzeugungsschlacht fordere, auch erfüllt werden könnten. Am Donnerstag nachmittag sprach der Obmann des Forschungsdienstes(Reichsarbeitsgemeinschaften der Landbauwissenschaft) Professor Dr. Konrad Meyer „Bauerntum, deutscher Geist und deutsche Wissenschaft". Professor Meyer stellte u. a. fest, der gemeinsame Gegentypus des germanischen Bauern und germanischen Gelehrten sei der Jude. Es gebe keine Ueberbrückung der Gegensätzlichkeiten von Germanentum und Judentum, es gebe keine Aussöhnung zwischen Bauer und Nomade. Die Richtung unserer wissenschaftlichen Arbeit dürfe nicht vom Volk weg, sondern müsse zum Volke hinführen. Der Lebenssinn der Wissenschaft erfülle sich im Dienst am Volk. Der kommissarische Stabshauptabteilungsleiter im Reichsnährstand SS.=Standartenführer Dr. Wilhelm Kinkelin sprach über „Bauernglaube als Ahnenerbe“. Er stellte fest, daß nicht der schon Bauer sei, der sich aus dem Ertrag seiner Umgebung nähre und kleide. Den Bauern mache vielmehr aus, daß er zwar von seiner Umgebung sich nähre und kleide aber daß er ihr auch wiedergeben müsse Mühe und Arbeit und Pflege und Hege. Der Bauernglaube sei für ein bäuerlich bestimmtes Volk der Grundstock der Gesamtglaubenshaltung. Ein Glaube ohne Erlebnis sei tot. Aus dem Gesetze, das dem Blut innewohne, erlebe der Bauer das Göttliche als den Inbegriff aller Ordnung oder umgekehrt: erlebe er die Ordnung als das Wissen des Göttlichen. In allen alten Bauernrechten finde man den Ursprung des Rechts lebendig in dem Ausdruck vom„göttlichen Recht" oder in dem Satz:„Gott ist das Recht.“ Das Erlebnis der alles zusammenfassenden Ordnung in der Welt werde dem Bauern zum Erlebnis des göttlichen Grundes schlechthin, und er sehe, daß das göttliche Leben über alles siege, und daß allein das Leben ewig sei und nicht der Tod. Deshalb fühle sich der Bauer in Leben und Tod seiner Sippe verbunden, daraus auch entspringe bei ihm die Ahnenverehrung. Das Odal sei geweihter Boden und heiliges Land. Bauernglaube sei kein Aberglaube. Er wisse, daß er nur ernten könne, was er gesät habe, er wisse, daß seine Bitte um eine Gabe gepaart sein müsse mit dem Entschluß, nicht auf ein sogenanntes Wunder zu warten, sondern die Arme zu regen. Es sei für ihn selbstverständlich, daß nur der Dienst am Boden, der Dienst am Blute, d. h. der Dienst am Volke schlechthin der wahre Dienst am Göttlichen sei. Stabshauptabteilungsleiter Standartenführer Karl Motz, Mitglied des Deutschen Reichsbauerntages, sprach über die Führererziehung und behandelte damit eine der Kernfragen nationalsozialistischer Weltanschauung und Willensbildung. Zwei Aufgaben der Führererziehung schälten sich schon klar heraus: 1. Die Auslese und Entwicklung des Führernachwuchses nach Glauben und Haltung, wobei die rassische Hochwertigkeit die Voraussetzung ist 2. die planvolle Uebermittlung eines umfassenden weltanschaulichen Wissens als Rüstzeug im Kampfe um die Weltgestaltung. Die lebensvolle Persönlichkeit, die allein zur Führung und Lehre berufen sei, entstehe erst aus dem Dreiklang von Körper, Geist und Seele. Auch bei der wissensmäßigen Schulung müsse jedes Wort auf das praktische Leben ausgerichtet sein. Fuhrererziehung sei unmittelbarste Arbeit an der Zukunft unseres Volkes. Würde nicht eine junge Generation nach der anderen, aus der anderen emporwachsen, so wäre auch unser Schaffen am Aufbau des Reichsnährstandes vergeblich. Luftschiff„Graf Zeppelin“. begegnet Präsident Roosevelt auf Kreuzer „Indianapolis“ auf hoher See dnb Berlin, 26. November. Bei der Deutschen Zeppelinreederei lief am Donnerstag früh von dem Luftschiff„Graf Zeppelin", das auf seiner letzten diesjährigen Südamerikafahrt am Mittwoch früh um.08 Uhr von Rio de Janeiro die Heimreise nach Deutschland angetreten hatte, ein Funktelegramm ein, in dem der Kapitän von Schiller mitteilt, daß das Luftschiff um 2 Uhr nachts 120 Seemeilen östlich Bahia den USA.=Kreuzern„Indianapolis“ und Chester" bei herrlichem Mondschein begegnete. Kapitän von Schiller hatte Präsident Roosevelt, der sich an Bord der Indianapolis“ befand, durch Funkspruch von der Begegnung benachrichtigt und Grüße von Passagieren und Besatzung übermittelt. Der Präsident war, während der Zeppelin die Kreuzer umkreiste, selber an Deck. Er dankte für die Begrüßung und wünschte gute Heimreise in deutscher Sprache. Lindbergh in Sicherheit Bestätigung der Landung durch seine Angestellten London, 26. November. Lindbergh, der— wie wir berichteten— gestern morgen als vermißt gemeldet wurde, befindet sich in Sicherheit. Er ist in England gelandet, wobei allerdings noch nicht gesagt wird, wo. Jedenfalls aber sind die Besorgnisse über sein Schicksal, die in den gestrigen Morgenstunden sehr lebendig waren, geschwunden. Diese beruhigende Meldung wurde übrigens auch von den Angestellten seines Haushaltes in Kent bestätigt. 20 Stunden an der Kette gehangen In Walheim(Eifel) fiel ein 32jähriges Mädchen beim Wasserschöpfen in den Brunnen. Es konnte sich jedoch an der Kette festklammern und verlor das Bewußtsein. Ein Starrkrampf trat ein und das Mädchen blieb 20 Stunden an der Kette hängen, bis man es entdeckte. Die Aerzte bemühen sich, die Verunglückte deren Zustand sehr ernst ist, aus dem Starrkrampf ins Leben zurückzurufen. Laboratorium bei Metz in die Luft geflogen Wie Havas aus Metz berichtet, hat sich im Laboratorium des Gaswerks von Montigny bei Metz eine Explosion ereignet. Das Gebäude ist eingestürzt. Man befürchtet, daß unter den Trümmern drei Arbeiter begraben sind. Bisher hat die Feuerwehr die Leiche eines Arbeiters entdeckt. Sieben Personen sind bei dem Unglück verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Ein Netsckrei! oder wenn das Rüstzeug erzählen Könnte! Diese Kurzgeschichte des Maurers Heinrich Völvel erhielt zusammen mit seinen zeichnerischen Einsendungen in dem Preisausschreiben, das die„Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung“ gemeinsam mit der„Reichsbetriebsgemeinschaft Bau" ausgeschrieben hatte, den ersten Preis. Insgesamt waren für 50000 RM. Preise ausgesetzt, die auf 1200 Gewinner von insgesamt etwa 10000 Einsendern verteilt werden konnten. Mitternacht! Zwölf dumpfe Schläge verhallen vom nahen Kirchturm. Der Nachtwind weht leise durch die Blätter der Bäume die die verlassen daliegende Baustelle umsäumen. Das gleichmäßige Aechzen der mit ihren Spitzen in den Nachthimmel ragenden Gerüstbäume hört sich an wie das schmerzvolle Stöhnen eines Schwerkranken. Dazwischen glaubt man das Klingen der Gerüstketten zu vernehmen, welche die mit Hebeln belasteten Streichen mit den Hochständern verbinden. Ringsum ist das Gerüst mit Backsteinen und Mörtelbütten schwer beladen und harrt der kommenden Tagesarbeit der Maurer. Aus dem Gewirr von Stangen und Streben ertönt plötzlich ein weinerlicher Klagelaut:„Bald— kann ich— nicht— mehr— ich bin— am Ende— meiner Kraft!— Schon über zehn Jahre— stehe ich im Dienst, und immer noch bürdet man meinem durch den Zahn der Klammer zernagten Rücken die schwersten Lasten auf!" „Ja, ja, Kollege Hebel“, flüsterte die unmittelbare Nachbarin, die Gerüstkette:„auch ich bin bereits ebensolange am Bau tätig, und meine Glieder sind altersschwach und brüchig geworden, so daß ich tagtäglich das größte Unglück befürchten muß!" „Ueberhaupt, liebe Kollegin“, entgegnete der Hebel, „schenken uns die„Leute vom Bau" noch immer zu wenig Beachtung. Schon im Jahre 1933, als plötzlich die Bautätigkeit wiederauflebete, hörte ich, wie der Polier auf mich deutete und den Maurern zurief:„Dieser Hebel wird mir nicht mehr verwendet, der ist vollständig morsch!" Wie habe ich mich damals gefreut, als ich dies hörte. Gewiß, es ist Undankbarkeit, daß für uns das sogenannte Gnadenbrot nicht besteht. Es ist nun einmal unser Los, uns zum Wohle der Menschen verzehren zu müssen, und ich sehne mich danach, den„Männern vom Bau“ zu ihrem leiblichen Wohl den letzten Liebesdienst erweisen zu dürfen!" „Das nenne ich Pflichterfüllung bis zum letzten Atemzug", erwiderte gerührt die Gerüstkette! Wir alle können ein ähnliches Lied von der Nachlässigkeit und dem sträflichen Leichtsinn der Bauleute singen. Fast drei Jahre lang— es war in der Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs— lag ich unbeachtet auf dem Lagerplatz, ununterbrochen der Witterung ausgesetzt. Als die„Männer vom Bau“ wieder von den Stempelstellen an die neugeschaffenen Baustellen eilten, da holte man auch mich wieder. Aber wie sah ich aus? Meine ehedem so starken Glieder waren nahezu durchgerostet, und trotzdem mußte ich die schwersten Lasten tragen, wie meine gesunden Kameraden. Und jetzt kann ich wirklich nicht mehr!" „Ich betrachte dieses bald als eine Herausforderung an das Schicksal“, entgegnete erschöpft der morsche Hebel,„und es wäre jetzt die geeignete Gelegenheit, den Maurern wieder einmal einen gehörigen Denkzettel zu verabreichen!" „Ganz meine Meinung, Kollege Hebel, aber warten wir bis morgen früh!“ Die Turmuhr verkündete das Ende der Geisterstunde. Still wie vordem lag die Baustelle da. Zwei Tage später eine Zeitungsnotiz: Folgenschweres Bauunglück! Gestern morgen, kurz nach Arbeitsbeginn, stürzte auf dem in der... straße gelegenen Neubau im dritten Stockwerk das Außengerust ein und riß die darauf tätigen Bauhandwerker mit in die Tiefe. Vier Maurer mußten schwerverletzt in das Krankenhaus übergeführt werden. Außerdem erlitten eine ganze Anzahl Bauarbeiter durch herabfallendes Material erhebliche Kopf= und Rückenverletzungen. Wie uns nachträglich von zuständiger Seite aus mitgeteilt wurde, ist das Unglück auf das Reißen einer Gerüstkette und den nachfolgenden Bruch eines schadhaften Hebels zurückzuführen! Swei Freunde, Skizze von Cebert Oetervon „Anno Domini 1365“ schreibt der Secretarius des Lübecker Bischofs, ebenso die Schreibknechte der Kaufherren auf die Handelsbriefe und Warenverzeichnisse für Wisby und Nowgorod. Die St. Metardi Anno Domini 1365 malt der Stadtschreiber der Hansestadt auf den dickharten Bogen.— Im Sitzungssaal des Rathauses haben sich Bürgermeister und Ratsherren versammelt, sitzen am langen wuchtigen Eichentisch. Nur einer steht — als Angeklagter. Herr Bürgermeister Jakob Pleskow erhebt sich und spricht:„Ihr Herren, so dürfte ein Hoher Rat einig sein und kein Zweisel mehr bestehen, daß unsere Stadt in eine schwierige, gefährliche Lage geraten; erstens durch den Krieg überhaupt, den wir gegen Waldemar Attertag, König von Dänemark, führen müssen; zweitens aber besonders durch die Niederlage, die unser Bürgermeister Johann Wittenborg vor dem Schlosse Helsingborg erlitten hat. Die Vernehmung des Besiegten hat einwandfrei ergeben, daß er durch eigene Unvorsichtigkeit die ihm anvertrauten fünfzig Schiffe, darunter siebenundzwanzig schwere Koggen, und dreihundert Bewaffnete zu Schaden der Stadt geopfert hat.“ Ein Murren geht durch die Ratsversammlung. Der Angeklagte will heftig reden, doch bestimmt fährt Pleskow fort:„Der Hohe Rat hat für recht und billig befunden, daß Ihr, Johann Wittenborg, aus dem Rate ausgestoßen werdet daß Euer Vermögen einzuziehen ist und zur Wiederherstellung des rätlichen Ansehens gegenüber gemeiner Bürgerschaft Euer Haupt öffentlich auf dem Marktplatz unserer Stadt durch das Schwert des Henkers fällt. Habt Ihr noch ein Wort der Widerrede, Johann Wittenborg, so sei es Euch hiermit verstattet.“ Herr Pleskow sieht den Angeklagten scharf und drohend an. Der wirft trotzig den Kopf in den Nacken: Ihr Herren, wohl habe ich zugegeben, daß ich nicht recht tat, den Sturm auf Schloß Helsingborg zu wagen. Aber, Ihr Herren, ein Zeichen der Feigheit war jener Angriff gewiß nun und nimmermehr!“ Herr Warendorp fährt hoch.„Wer behauptet so? Und was soll es? Vom gemeinen Kriegsmann verlange ich Mut, vom Führer verlange ich außer Mut auch Umsicht und Verantwortungsbewußtsein!“ Der Verurteilte senkt den Kopf, hebt ihn nur langsam wieder.„Wohl, Bruno Warendorp, dafür erkenne ich es auch als zwar hart, aber als gerecht an, daß ich aus dem Rate gestoßen werde. Daß man mir meine Besitztümer nehmen will, ist weder gerecht noch klug; denn dadurch wird mir die Gelegenheit genommen, allmählich den Schaden auszugleichen, der durch den unglücklichen Feldzug entstanden ist. Daß aber mein Kopf gefordert wird, nur um den Unwillen der Bürgerschaft zu dämpfen ist— verzeiht, ihr Herren— weder ein Zeichen von Mut noch von Klugheit.. Lärmender Widerspruch durchbraust den Raum. Mühsam verschafft Warendorp sich Ruhe.„Johann Wittenborg, wer sagt, daß du dem Unwillen der Bürgerschaft geopfert werden sollst? Nein— aber das Ansehen des Rates verlangt, daß die Bürgerschaft weiß: Bürgermeister und Bürgerschaft sind jederzeit bereit, nicht nur im Feld für Lübecks Größe und Ehre das Leben zu lassen, sondern auch den Kopf dem Henker zu beugen, um jede Pflichtversäumnis zu büßen.— Büße, Johann Wittenborg,— für Lübeck!" Der Todgeweihte blickt den andern groß an:„So sprichst du, Bruno Warendorp, gerade du? Spielten wir nicht als Knaben zusammen in Königs= und Johannesstraße? Fuhren wir nicht als Jungkerle auf dem Schoonener Heringsfänger, nur um Lübecks Schiffe kennenzulernen? Stießen wir nicht in Brügge miteinander an auf Freundschaft fürs Leben? Hausten wir in Bergen nicht zusammen wie Brüder? Ja, schlug nicht das Schwert des einen für den andern? Neulich erst, als Waldemar Attertag Misby überfiel und wir fliehen mußten? Waren wir nicht einig im Rat, wenn es Lübecks Wohl galt?“ Innig antwortete Warendorp:„Johann Wittenborg, recht hast du, und es ist ja Lübecks Wohl, für das du geopfert wirst. Das fordere auch ich, dein Freund, weil Lübeck mir mehr gilt als unsere Freundschaft.“ Hohnvoll grimmig lacht der andere:„Leicht, vom andern Opfer zu fordern und dann selbst für diesen andern— Bürgermeister zu werden!“ Unwillig wehrte Warendorp ab.„Unwürdig ist, was du redest. Ja, ich wurde Bürgermeister. Wurde es, weil ich gutmachen will, was du verdarbest. Jawohl, Ihr Herren, ich bin bereit, den Oberbefehl über die siebzehn Koggen und zwanzig Kleinschiffe, sowie über die zweitausend Mann zu übernehmen, die wir in aller Eile wieder aufstellten.— Es sind eintausend Mann weniger, Johann Wittenborg, als du zur Verfügung hattest.— Und, Ihr Herren, ich biete Euch meinen Kopf daß ich siege. Ich biete Euch meinen Kopf, daß ich Dänemark zu einem Frieden zwinge, durch den die hansischen Städte alle alten Freiheiten und Vorrechte wieder erhalten, durch den wir auf fünfzehn Jahre die Sundschlüsser Helsingborg, Malmö, Skanör und Falsterbro mit zwei Dritteln ihrer Einkünfte erhalten, durch den Dänemark sich verpflichtet, künftig keinen König gegen Lübecks Willen zu wählen.“ „Was soll das?“ brummt Pleskow,„versprecht nicht zu viel.“ Doch stolz entschlossen fährt Warendorp fort:„Ihr Herren, wenn ich nur einen Teil nicht durchsetze, dann rollt mein Kopf aufs Pflaster dieser geliebten Stadt!“ „Heil, Bruno Warendorp!“ durchbraust der Ruf den Saal. Wittenborg ist zu Warendorp getreten, streckt ihm die Hand hin: Bruno, du— Lübecker!" Er zwingt sich zu äußerer Ruhe.„Ihr Herren, nehmt meinen Kopf!“ * Im Frieden von Stralsund, am 24. Mai 1370, hat Bruno Warendorp sein Wort eingelöst. Aber er starb schon kurz nach der Eroberung Kopenhagens im Felde. Vor dem Hochaltar der Marienkirche zu Lübeck liegt er unter einer Bronzeplatte begraben. die Anekdote Ein seltsames Tier E. F. F. Chladni, der bekannte Naturwissenschaftler, der sich der Freundschaft Goethes rühmen konnte, hatte bei seinen akustischen Versuchen ein Musikinstrument erfunden, den„Claviercylinder“, auch„Euphonium“ genannt. Während seiner Vortragsreisen kam er 1794 auch an das Tor einer Reichsstadt. Auf die Frage, was er da bei sich habe, sagte er:„Ein Euphon.“ Der Torwächter ließ ihn warten und schickte einen Boten zum Bürgermeister. Nach einer Weile kam dieser zurück mit einem Schreiben. In dem stand:„Fremdes Getier wird nicht eingelassen.“ Die beiden Marchese del Guasto und Antonio de Leyva, die Kriegsobersten Kaiser Karls., konnten einander nicht ausstehen. Diese Feindschaft hinderte sie jedoch nicht, vor der Oeffentlichkeit freundlich miteinander zu verkehren. Als Leyva schwer erkrankte, fand sich auch sein alter Feind Guasto ein, um ihm seine Teilnahme auszudrücken. Der Marchese näherte sich dem Sterbenden und fragte mit heuchlerischer Miene:„Wie befindet Ihr Euch?" „So, wie Ihr es längst gewünscht habt!“ versetzte Leyva und verschied. 6) Liebenberg zuckte zusammen, als er jetzt so angerufen wurde. „Ja, ich bin's, Liebster!“. Und ehe er ein Wort entgegnen konnte, hing sie an seinem Halse und küßte ihn. Schwer ging der Atem des Mannes, als er jetzt die Frau an seiner Brust fühlte, die ihn geliebt hatte und die ihn doch verließ. „Was willst du?“ sagte er schroff und trat einen Schritt zurück, als er sich von ihr befreit hatte. „Was ich will? Dich, Waldi! Immer habe ich nur dich gewollt!“ Liebenberg sah die Frau an, die er geliebt hatte. Sie war immer noch schön, immer noch begehrenswert ... wenn auch fünf Jahre dazwischenlagen, seit er sie das letztemal geküßt hatte.„Oder liebst du mich nicht mehr?“ „Ich... weiß nicht. Du bist damals mit dem... dem anderen weggelaufen.. „Mit meinem Lehrer!" „Das sagst du.“ „Ja, mit meinem Lehrer. Du mußt mich verstehen, Liebster. Sieh, alle Welt bewunderte dich, du warst der berühmte Künstler, und du wolltest nicht, daß ich auch der Kunst diente." „Weil dir das Können fehlte!“ erklärte Liebenberg hart. Triumphierend sah ihn die schöne Frau an. Dunkle Augen glitzerten wie schwarze Perlen, der kleine feuerrote Mund wölbte sich wie zum Spott. Sie strich mit einer kleinen Bewegung das gelockte, tiefschwarze Haar aus der Stirn und sagte:„Und du hast dich doch geirrt!“ „Das ist nicht möglich. Du hast nie Stimme gehabt. „Doch... nur nicht für die Oper! Ich bin unter dem Bühnennamen Angela'Auberty eine bekannte Größe des Varietés!" „Des Varietés, ja, das glaube ich dir. Angela 'Auberty... ich habe davon gehört!" „Ich habe gearbeitet die ganzen Jahre, immer nur an mir gearbeitet. Nur ein Ziel hatte ich. Als die große, berühmte Künstlerin wollte ich zurückkehren, denn ich hätte es nicht ausgehalten, im Schatten zu stehen. Und nun wirst du mich jetzt verstehen, daß ich zurückgekommen bin!“ „Und dein Galan? Hat doch auch eine blendende Karriere gemacht, der Herr Galander. Der Tenor mit der süßen Stimme, der alle Frauenherzen zum schmelzen bringt" „Du bist eifersüchtig, mein Lieber. Was bedeutet mir Galander? Nichts! Ich liebe dich! Dich will ich mir erringen!" Und wieder küßte sie ihn. Der Mann saß ganz still. Das lockende Leben, vielleicht das Glück stand vor ihm. Frauenliebe bot sich ihm und doch hielt ihn etwas davon ab, die Arme danach auszustrecken. „Liebst du mich noch?“ „Laß mir Zeit!“ bat er.„Die Jahre waren so bitter... ich weiß nicht mehr, was Liebe heißt!“ Leise lachte die schöne Frau auf, sicher, triumphiexend war das Lachen, sie fühlte sich des Sieges gewiß. „Ich lasse dir Zeit! Ich weiß, daß unsere Glücksstunde kommt! Ganz gewiß weiß ich das. Du singst heute den Herzog...!“ „Ja, die Rolle, die mir nicht liegt, die ich nicht mag! Ich bin kein zierlicher Bursche, wie dieser Herzog dargestellt werden muß.“ „Aber du singst den Herzog... wie keiner!" „Galander singt ihn süßer, schmelzender!“ höhnte er.„Lassen wir das! Ich muß zur Oper!" „Ich begleite dich!“ „Es ist mir recht!“ * Gussy sah dem seltsamen Paar nach. Neben der mächtigen Figur des Kammersängers wirkte die schöne Frau klein, zierlich wie ein Kind. Auch eine Künstlerin! dachte Gussy ein wenig neidisch. Sie ahnte nicht, daß Pera, als sie im Wagen saßen, eben fragte: „Wer ist das schöne Mädchen, das in deinem Hause ist?“ „Fräulein Gussy, die den Haushalt führt!" „Die muß fort, wenn wir erst verheiratet sind!“ Er wollte aufbegehren, aber er bezwang sich. „Später reden wir darüber!“ sagte er höflich. Die Unterhaltung bis zur Oper war ziemlich einsilbig. Als an diesem Abend der große Sänger durch das Loch im Vorhang blickte, sah er in der Loge Pera und neben ihr saß Galander, der darum kämpfte, an der Staatsoper ein Engagement zu finden. Liebenberg haßte den schleimigen Burschen, haßte die ölige Stimme, die nur auf Publikumswirkung eingestellt war. Er haßte sie, und er war doch in Kunstdingen fanatisch gerecht. Ihm war Neid fremd, er vermochte sich für die Stimme eines Kollegen zu begeistern, ohne jedes andere Gefühl. Und darum liebten ihn die Kollegen. Er hatte das Bedürfnis, an diesem Abend alles herzugeben, was in ihm war. Seine Stimme jubelte sieghaft durch das Haus, zwang alle Herzen in den Bann, und als der Vorhang fiel, da brauste der Beifall, als die Verzauberten wieder erwachten. Das Publikum raste, und alles war sich darüber klar, daß die Stimme noch nie so schön geklungen habe wie heute, die unsagbar süß im Belcanto, in lyrischen Partien war und die auch in den Heldenrollen eines Siegfried und eines Tristan die Menschen mitriß. Peras Augen strahlten. So wunderbar sang er nur, weil sie ihm lauschte. Das glaubte sie, und sie sprach es aus. Ferdi Galander zog eine Grimasse und nickte ihr zu. „Selbstverständlich, Darling! Ich finde nur, er geht zu unvorsichtig mit seinem Material um. Um so besser für uns, dann ist er früher damit fertig.“ „Er ist der größte Sänger, Ferdi...!“ „Er kommt an einen Lauri Volpi, an einen Gigli nicht heran!" „Oh, er ist genau so gut! Heute war er noch besser als alle die anderen. Wahrlich... jetzt begreife ich ... Rhodesund!" „Welch ein Glück, daß du es erfahren hast!“ spottete Galander.„Du bist die einzige, die um die Absicht der Amerikanerin weiß!" „Es hat auch sein Gutes!“ „Zweifellos! Ich mache dir keine Schwierigkeiten. Vielleicht... wirkt es sich auch für mich... gut aus. Wenn du Frau Liebenberg bist... ich meine unsere kleine Freundschaft braucht ja nicht zu Ende zu sein.“ Pera sagte nichts zu den Worten, ihre brennenden Augen lagen in weiter * Pera wollte Liebenberg nach der Aufführung treffen und mit ihm zusammen im Adlon soupieren, aber Liebenberg sandte ihr ein paar Zeilen, in denen er sie bat, ihn davon zu entbinden. Er habe morgen abend in Leipzig in einem Gewandhauskonzert zu singen und brauche darum dringend die Ruhe. Sobald er zurück sei, werde er sie im Hotel anrufen. Pera war enttäuscht, aber sie war klug und sah es ein. * Der Kammersänger fuhr sofort nach der Aufführung nach Hause. Er besaß kein eigenes Auto, nahm sich hin und wieder eine Taxe, benutzte auch des öfteren die Vorortsbahn. Das tat er heute wieder. Und hatte Pech, denn er stieß auf einen Kreis Lichterfelder, die heute die Staatsoper besucht hatten, ihn begeistert umdrängten und um ein Autogramm baten. Wohl oder übel erfüllte er ihnen die Bitte, so müde er auch war. Vom Bahnhof Lichterfelde nahm er eine Taxe und war froh, als er wieder zu Hause war. Gussy empfing ihn in ihrer herzlichen Art, und er fühlte sich mit einem Male wieder richtig heimelig. Der Tisch war gedeckt, ein leichter Imbiß stand bereit, und ein Tee wartete auch auf ihn. Er schnupperte.„Was ist das für ein Tee?" „Ein Apfeltee, Herr Liebenberg. Den müssen Sie mit einem kleinen Schuß Rum trinken. Das regt an. Sie werden danach wunderbar schlafen.“ Dankbar trank er, und der Tee schmeckte ihm ganz ausgezeichnet. „Sie sind eine kleine Künstlerin.“ „Im Teekochen?“ „In allem, Gussy!" Nach einer Weile fragte er:„Wie hat Ihnen Pera gefallen?" „Pera?“ „Ja, Fräulein Pera, nein, Angela'Auberty. Früher nannte sie sich Pera Looden, in Wirklichkeit heißt sie Bertha Kinz.“ „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, Herr Liebenberg... eine schöne Frau ist sie gewiß. Wenn ich mich ungezogen ausgedrückt habe, bitte ich um Verzeihung... aber ich hasse das Schminken. Ich hasse den Lippenstift. Das sind Dinge nur für die Bühne." „Mein kleines Fräulein, der liebe Herrgott schenkt nicht allen einen so wundervollen Teint und so korallenrote Lippen wie Ihnen. Und da muß ehen nachgeholfen werden. Die Natur wird korrigiert. Doch... Pera hatte es auch nicht nötig, früher wenigstens nicht. Jetzt ja, fünf Jahre liegen dazwischen ich weiß nicht, wie sie ausschaut. Puder und Schminke haben alles zugedeckt.“ „Sie haben diese Frau geliebt, Herr Liebenberg?“ fragte Gussy leise. „Ja, sehr. oder... vielleicht doch nicht... ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß ich sie gewinnen wallte, daß ich sie begehrte, wie man nur eine Frau begehren kann.“ „Und...! Verzeihen Sie, daß ich frage.“ „Sie dürfen fragen, kleine Gussy. Zu Ihnen habe ich Vertrauen, und was ich den anderen nie sagen könnte... zu Ihnen kann ich sprechen. Ja, ich.. ich wollte sie heiraten. Ich hoffte darauf. Odwohl mich oft Zweifel packten, daß sie mich liebt. Immer mußte ich daran denken, daß sie nur die Frau des berühmten Liebenberg werden wollte. Und heute... muß ich wieder daran denken." „Und warum ist sie einst von Ihnen gegangen?“ „Warum? Ich weiß es nicht. Sie sagt, daß sie der Ehrgeiz fortgetrieben habe, daß sie nicht neben mir als kleine, unbekannte Frau stehen wollte, sondern ebenbürtig als anerkannte Künstlerin. Und sie hat es ja geschafft. Stimme hat sie nie gehabt. Auf der Varietébühne kommt man ja auch ohne Stimme aus, wenn man gerade gewachsen ist.“ „Warum sind Sie so bitter, Herr Liebenberg? Vielleicht liebt sie die Frau mit allen Fasern ihres Herzens. Prüfen Sie doch erst.“ „Prüfen!" Der große, starke Mann stand auf und lief im Zimmer auf und ab.„Prüfen! O Gott, alle Menschen, die uns umdrängen, die Freundschaft versichern, alle... müßte man sie prüfen. Aber wie soll man es tun? Wo ist da ein Weg? Sind die Menschen nicht alle Schauspieler?“ „Bis zu einem gewissen Grade... ja. Müssen es ja sein. Das unbarmherzige Leben zwingt sie dazu. Setzt sich doch nicht immer das bessere Können durch, nein, die besseren Nerven geben meist den Ausschlag. So schlecht sind die Menschen nicht, Herr Liebenberg.“ „Nicht schlecht, nicht gut... das ist es ja eben. Es ist so schwer, auf den Grund zu schauen.“ „Es gäbe für Sie schon eine Möglichkeit, Ihre Freunde... und auch die Frau, die Sie liebt, zu prüfen, aber... es wäre ein absonderliches Mittel.“ „Sprechen Sie doch!“ drängte er gespannt. „Stellen Sie sich einmal vor: Sie lassen die Nachricht verbreiten— ein befreundeter Arzt hilft Ihnen dabei—, daß Sie Ihre Stimme verloren haben. Sie lassen weiter bekannt machen, daß... Sie fast mittellos sind. Und dann gehen Sie einmal alle Ihre Freunde an, dann sagen Sie zu der liebenden Frau: „Ich will dir angehören!" Da würde sich die Wahrheit zeigen!“ „Eine Wahrheit, vor der mir graust!“ „Wahrheit ist unerbittlich und doch tröstlich, Her: Liebenberg!“ Der Sänger dachte ein Weilchen nach, dann nickte er. „Ja... Sie haben recht, dann würde man sehen, wer übrigbleibt! Vielleicht einige... wenige...!“ „Vielleicht auch keiner!“ Er erschrak, als sie es so unbarmherzig sprach. „Sie sprechen...“ „Wie ein junges Mädchen dieser Zeit, das mit klaren Augen in die Welt blickt. Schauen Sie doch... nur ein Beispiel... einmal hinein in die Heiratsanzeigen. Das ist erstaunlich, was die Menschen für Wunsche haben. Da sucht der Herr Direktor eine bildhübsche Blondine aber sie müsse die Natur und die Kunst lieben sie soll gescheit sein, er will mit ihr eine Idealehe führen... und zum Schlusse kommt der Pferdefuß: Vermögen erwünscht! Umgekehrt ist es genau so, nicht anders! Da sucht man den Partner, es soll ein Idealmensch sein... aber die Pensionsberechtigung, die möchte doch dranhängen, dafür nimmt man dann alles mit in den Kauf. Wenn ich da hineinschaue, da schäme ich mich eigentlich immer ein bißchen. Ist denn Heiraten wirklich nur eine Versorgungssache?“ „Bravo, Gussy! Ich stimme Ihnen zu!“ (Fortsetzung folgt.) Seite 9 Nr. 278/ Bochumer Anzeiger7 Freitag, 27. November 1936 und Wissen „Knigge: Umgang mit Eitern“ Die Hitler=Jugend hat nie einen Zweifel darüber gelassen, daß sie sich der Bedeutung einer guten Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und HJ. bewußt ist. Mit dieser Feststellung beginnt eine grundsätzliche Stellungnahme des Kampfblattes„Die HJ.“, die sich unter dem Leitwort:„Knigge: Umgana mit Eltern“ an die Millionen Mütter der Mitglieder der HJ., des Jungvolkes und der Mädelgliederungen wenhaben jedoch eine Geschwin challgeschwin eschwindigkeit, die größer ist Führer der Göttinger Studenten Riechelmann in i! Infanteriegeschoß etwa einer Ansprache, der RSL.=Studentenbugd, der mit der botgeschwinpot 9r solchen Geschwindig Erziebungsaufaabe auf den deutschen Fowschuten be800 Sekundenmeter) und bei einer spichen, Veschwen, u, traut sei, habe mit dem Vormarsch der Bewegung nicht keit würde die Stromlinienform den Lustwiderstand nicht Schritt halten konnen. Man brauche nicht zu mehr verringern, sondern vergrößern. Fliegt das Ge gen, daß Fehler gemacht worden seien. Heu schoß mit Ueberschallgeschwindigkeit, so eilen nämlich die als die Schallgeschwindigielt der entstehenden Luftwellen dem Geschoß nicht mehr voraus, vielmehr staut sich nun die Luft an der Geschoßspitze Fraglos würde nun um so mehr Luft gestaut und damit der Luftwiderstand um so größer, je größer die Fläche der Geschakspitze gewählt würde, d. h. der Stromlinienoder im Film— bestritten, mit all den Künstlern, die die schöpferische Kraft unserer großen deutschen Meister ilen be= verherrlichen. Möge zu allen Zeiten die Klinge des ina nicht Geistes die Herzen des Volkes zusammenschmieden und zu verschwei= sein Zusammenwirken aller Kräfte herbeiführen. Möge Korvorationen verschwunden, aber der F,5., 2 Pg;, kunst schutzen, die wir nötig haben, ien Pete, Olterghischten der sungen Führerschaft. Dieses de, Jeschoßfenu, pan.,„drde, d. 5. der Stronlklnsen. Verhältnis müsse aber auch von der andern Seite her körper mit seiner dicken lebe noch. Er sei der größte sfeind der nationalsozialistischen Studentenschaft. Die Zahl der Freistudenten sei in der letzten Zeit erschreckend gewachsen. Der Studentenführer forderte dann die alten Korporationsstudenten auf. nicht mehr gepflegt werden, von wo, guis, bisher, den jungen, Führ jungönstige Form.„Deshalb ist und bie die Erfüllung iyrer Pflicht auf diesem Geviet nicht Geschosse mit Ueberschallgeschwindigkeit der spitz zulauimmer geradezu erleichtert werde. Der Wind, der heute der Jugend um die Ohren pfeife, sei gewiß ein derberer als der in Vorkriegsjahren. Anders als früher gelte heute als oberste Pflicht jedes deutschen Jungen. sich einzureihen in die Gemeinschaft aller deutschen Jugend. Er müsse ein ganzer Kerl ohne Furcht und Falsch sein, wenn er sich durchsetzen wolle und später etwas darstellen solle im Leben. Man könne keine Muttersöhnchen dulden und glaube, dem Jungen zu dienen, wenn er Gelegenheit zu eigener Entschlußkraft und eigener Verantwortung erhält. Der Junge brauche aber auch zu Hause die richtige Einstellung und das nötige Verständnis. Eine Mutter, die für ihren Jungen das Beste wolle, werde Mittel und Wege finden, daß er seinen Dienst pünktlich und freudig versehen könne. Trotzdem könne er zum Beispiel noch Zeit finden, eine etwa vorhandene Begabung durch Klavierspielen zu pflegen. Und wenn die Mutter wirklich glaube, sich um seine Gesundheit oder seinen Erfolg in der Schule sorgen zu müssen, dann solle sie nicht gleich den berühmten „groben Brief“ schreiben und sich nicht gleich mit„Beschwerden" an so und so viele fernliegende Stellen wenden, sondern das allein richtige tun und mit den unmittelbaren Führern sprechen, die immer bereit seien, zu kommen und Rede und Antwort zu stehen. Oft seien es gerade die Wege zu autgestellten Eltern, die dem Jungvolkführer besonders schwer würden, weil er oft aus einem ganz andern Lebenskreis komme.„Er müsse ein ganzer Kerl sein, wenn er in der Eisluft konventioneller Manieren“ und trotz verletzend herabsetzender Behandlung noch die Sprache behalten könne. Die Volrsgemeinschaft vertrage aber keine kleinlichen, böswilligen Bedenken gegen die„Arbeiterkinder". Warum muß das Gelchoß(pitz lein? den'k abseits zu stehen, und, wies, darauf bin, daß die zueuze dentbar Ehrenordnung des RST.=Studentenbundes in Kraft Deshalb ist und bleibt für alle Geschosse mit Ueberschallgeschwindigleit fende Geschoßkopf die günstigste Form. Fechtunterricht Tflicht für Kudenten Beim Semester=Antrittsavvell der Studentengruppe Göttingen des RSD.=Studentenbundes erklärte der Kann Vennnung Ehrenordnung des Nez. Fiubentenoundes getreten sei. veren Grunolage die unbedingte Genuatuung sei. Da Zweikämpfe mit dem Säbel auszutragen seien, verfüge er, daß alle ersten bis dritten Semester Fechtunterricht zu nehmen hitten Die Erledigung aller Ehrenangelegenheiten erfolge für die Göttinger Studenten durch einen Ehrenhof, der bei der Studentengruppe Göttingen gebildet worden sei. Grundzug der nationalsozialistischen Lebenshaltung, ist die Abwendung von allen Unreaelmäßigkeiten und Oberflächlichkeiten, die dem geistigen Ausdruck unserer Zeit ins Gesicht schlagen würden. Hat sich nicht vor Jahren ein böser Geist in Musikschulen und Theater„ häusern herumgetrieben, der den quellenden, lebens“ latmenden Werken deutschen Charakters den Garaus * machen sollte? Die äußere Beeinflussung hätte zugleich eine " Lähmung der inneren Entwicklung unseres kulturellen Empfindens zur Folge gehabt, wenn nicht auf der andern Seite deutsche Männer dagewesen wären, die mit unermüdlicher Schaffensfreude und dopvelter Energie Ordnung geschafft hätten. Die an die landschaftliche Beschaffenheit gebundenen kulturellen Schöpfungen jedem Volksgenossen nahezubringen und sinngemäß zu erörtern, war von jeher Sache der Nationalsozialisten. Adolf Hitler hat die geistigen Impulse unserer Weltanschauung in die weitesten Kreise getrieben und den Und so ist seine Vionierarbeit zugleich ein Lebens= Werke zu, gewinnen dokument für eine Generation, die in unaufhörlichem kernigen, unparfümierten deutschen Menschen zu preisen. Ihre Gedichte gehören in die Schatzkammer zeitgenössischen Schaffens. Immer wieder wird auf das Bleibende und Notwendige unserer Evoche hingewiesen, die es als schönste und lohnende Aufgabe ansieht, die unvergänglichen kulturellen Werte in lebendigster Form in alle Volksschichten hineinzutragen. Das wird in den vielfachen kulturellen Veranstaltungen der Partei anschaulich und sichtbar, wenn wir(im Gegensatz zum Vorüberrauschenden einer verblichenen Epoche) aus dem Munde großer geistiger Führer unseres Volkes vernehmen können, mit welch gesammelter Kraft und Freude, mit welchem Eifer man darangeht, alle kulturellen Fragen in unmittelbare Beziehung zu unserer Zeit zu bringen und dem weiten und freien Schaffen des ehrlich ringenden Künstlers Gestalt zu aehen. Die Reichskulturkammer will all die Entwicklungen vorwärtstreiben, die, aus nationalsozialistischem Geiste geboren, imstande sind, sowohl den Dichter wie Kom„Genolle Rolemüller“ Uraufführung in Greifswald. Der Dresdener Autor Hans von Wilsdorf nennt sein Stück, das jetzt im Greifswalder Stadttheater die Uraufführung erlebte, nicht ein„Lustspiel“, sondern„ein lustiges Stück aus jüngster Vergangenheit". Die vier Aufzüge spielen kurz vor den Gemeindewahlen von 1932 in einer kleinen mitteldeutschen Stadt. Die Handlung, reich an sprühenden und witzigen Einfällen, wie sie das Leben dem politischen Kämpfer damals aufzwang, ist durchaus bühnenwirksan, iebemzipekge, beiger ders für die damaligen Verhältnige mitteldeutscher Kleinstädte, ist die Tyvenzeichnung: Dieser sozialdemokratische kleinbürgerlich=spießerliche Bürgermeister, sein „Stadtsyndikus Dr. Pampus“, ein charakterloser Jammerlappen von Konjunktur=Intellektuellem, der Dissident und im Betruge erfahrene Warenhausjude Katz als Dezernent für Kirchen= und Schulfragen, die krankhaft erotische„Genossin“ Eberle, der Tyv des vertrottelten greisenhaften„Kommunalpolitikers" Wegehenkel— all das sind Gestalten, wie sie sich einst in gewissen deutschen Rathäusern in den Sesseln rekelten. Der echte „Genosse Rosemüller“ ist eine köstliche Durchschnittsbonzen aus der damaligen Reichsleitung der SPD. Diese Menschen wirken heute lächerlich, obwohl sie als Vertreter eines großen Betruges damals gefährlich waren. Ihnen tritt gegenüber die erwachende Nation, mutig und hart, sauber, kräftig und ehrlich mit unbeugsamem Willen zur Macht und Verantwortung, in dem SA.= Sturmführer Schramm. Er benutzt die kleinen Listen und Tücken seiner Gegner, nicht zuletzt das schlechte Gewissen der roten Bonzen und ihre Minderwertigleits: man heute allen Oegrnstuigen hohe Ges digkeit erreichen sollen, die Form eines Stromlinienkörpers gibt. während man das bei dem Geschoß nicht tut. Die folgende Betrachtung soll uns hierüber Klarheit verschaffen. Das fliegende Geschoß versetzt die umgebende Luft in eine Wellenbewegung, ähnlich den beim fahrenden Schiff sich bildenden Wasserwellen. Die Luftteilchen bewegen sich dabei mit der Schallgeschwindigkeit, also mit rund 333 Sekundenmeter. Hat nun das Geschoß nur eine halb so große Geschwindigkeit, dann wird die Luft von dem Geschoß zwar stark zusammengedrängt, die Leiftteilchen finden aber infolge ihrer größeren GeDas fragen wir uns angesichts der Tatsache, daß Bemüben jene innige Verknüpfung von Kunst und Gegenständen, die eine hohe Geschwin= Volkstum erreicht hat, wie sie nunmehr in allen Gauen Deutschlands vorhanden ist. Die Landeskultuxwalter der einzelnen Gaugebiete haben die Beziehungen zu den politischen und wirtschaftlichen Ereignissen geknüpft und eine allmähliche Ausformung des deutschen charakters in den verschiedenen Kulturgebieten herbeigeführt. In den Theatern haben bis,Zentertigegrägie großen Meister klassischen und xomantischen Stuunge#es geehrt und damit die noch vor Jahren zunehmende Entfremdung von Volkstum und Kunst beseitigt. Der wahre Reichtum unserer kulturellen Güter— wie sie in der Musik, in der Dichtung, Malerei oder in der lebendigen Voltsliteratur verborgen liegen— ist erst in den letzten drei Jahren vielen deutschen Männern und Frauen zum wahren Erlebnis geworden. Die farbige Schönheit Fustrettaggn sinven, aver inuige ichrer größeren„Geschwindigkeit gegenüber dem Geschoß schnell wieder ihren Gbensdcte id. ehesenden Keäichen gewinnen und sehnsuchtsvoll zu stimmen. Im Reichskultursenat treffen sich die großen deutschen Meister, die Revräsentanten eines Zeitalters, das unendlich reich an Erlebnissen, künstlerischen Gefühlen und Ideen ist. Der Wechsel und Wandel unserer Lebensformen machten es notwendig, eine Einrichtung von böchster Ordnung zu schaffen, die mit klarem Bewußtsein die kulturpolitische Absicht des Präsidenten der Reichskulturkammer Dr. J. Goebbels verfolgt. Und wie im Reichskultursenat die großen Dichter, Komvonisten, Maler. Bildhauer und Dirigenten zusammengeschlossen sind, so werden in den einzelnen Gauen die Persönlichkeiten zu gemeinsamer Arbeit zusammentreten, die in immer neuen Bemühungen die aroßartigsten Erzeugnisse deutscher Kultux an das Tageslicht bringen und sich mit den drängenden kulturellen Problemen unserer Zeit ernstlich auseinandersetzen und im Sinne der vom Führer gestellten Aufgaben Vorbild und Richtmaß zugleich sein follen Aufhanarbeit sind as es eie eichigh, als e is elsche Aaicenlescie be Künder eines ehr= in positiver Anerkennung die Leistungen aller KunstSchristustern#ist##exade bei unsern grpupen, au Fheze=Aultutt all bestelntecerden Hiein zäg. Kleistischer Sprache zu verkünden, erscheint uns ebenso dankbar und fruchtbringend, wie in Solche Menschengegensätze bewegen„die Handlung von selbst, so daß der Autor es sich leisten kann, auf allzu starke Unterstreichungen zu verzichten. Dennoch wirkt das Stück stark politisch und kämpferisch. Ein guter Anfang literarischen Schaffens auf diesem, Gebiete. Geschichtstafel 27. November: 1879 Vorhgrmeer ge. aimiengnteutsels über die französtische 1914 Ernennung v. Hindenburgs zum Generalfeldmarschall. 1933 Errichtung des Feierabendwerkes„Kraft durch Freude“ ie ger Pehde ecdang u vue, der Lstobersand iden Peoialstischen Diäler.3 Eintahtet ibratscher Aietnartzen vizgt ge enr Welie einr Leischiläihk Kaltlusteinbruch vom Norden oder warmes Regenwetter vom Süden? Wie es kommt, jeder Schädigung Ihrer Haut beugen Sie vor durch Einreiben mit der euzerithaltigen Nivea-Creme. Eine kleine Mühe, die ihnen großen Nutzen bringt. Copyright bei Paul Neff Verlag, Berlin. 16) Bätes weiß, er soll zur Vernehmung. Aber weswegen kommen sie zu zweit? Es geht den Beamten schwer von der Zunge: Er soll sich von seiner Familie verabschieden, er wird vorläufig nicht wiederkommen. Haftbefehl. Bätes ist keineswegs erschüttert. Im Gegenteil, das ist ein sicheres Zeichen, die Sache geht also voran. Die dreitausend Mark sind unterwegs. Die Kinder glauben an ihn, sie glauben alles, was schön ist. Bloß die Frau weiß nicht, was sie davon halten soll, und ringt die seifigen Hände.„Dä Doll, wat hätt dä nu widder jemacht?“ Bätes nimmt Abschied von seinem Volk; es ist eine lange Reihe. Sie begreifen es nicht, er selbst vielleicht auch nicht. Er ist ein Märtyrer und Held. Nur Frau Bätes jammert:„Is dat nu nödig? Is dat nu nödig?? Und dem Bätes fällt plötzlich ein: Der Staatsanwalt hat doch gesagt, er würde ihn nicht verhaften. „Ja, da Sie Anstalten zur Flucht machen—“ klären ihn die Beamten auf. „Wat? Wer sagt dat von mich?“ „Der Sie angezeigt hat. Offenbar ein guter Freund. „Dä Filu dä! Dat Ferkel! Ich hau ihm zu Rajuh!“ Und da er den Wimm nicht leibhaftig zur Hand hat, nimmt er statt seiner den nächstbesten Stuhl und knallt ihn zu Brennholz. Die beiden Polizisten können ihn nicht bändigen. Erst als Mutter Bätes ihm von der Seite einen mißbilligenden Blick zuwirft, wird er zahm und verständig und läßt sich abführen. Und faßt seine Gefühle dahin zusammen:„Dä Wimm, dä kritt noch Freud an mich, dä fiese Möpp, dä Labbes dä! Ich widerruf alles beim Jericht, und da kritt hä keine rösige Penning.— Däh. Inzwischen belagert Wimm die Gerichtskasse. Ob er denn endlich die Belohnung bekäme? Erst nach der Verurteilung. Es war seine Schuld, seine überhebliche Bescheidenheit und seine lächerliche Rücksicht: Er wollte das Mädchen vor Konflikten bewahren und ihm den Glauben an den Herrn Papa wiedergeben. Er hätte besser getan, seine Rettungsaktion mit Wimm und Bätes zu offenbaren. Jetzt hatte er keine Gelegenheit mehr. Uebrigens fand er, daß ihm die Rolle des abgestellten Liebhabers nicht zu Gesicht stand. Sie steht keinem. Das beste Mittel gegen Liebe ist Haß. Liebe verlangt Gegenliebe, Haß läßt sich einseitig bewerkstelligen. Rabanus hatte eine suggestive Art zu reden. Er redete es sich selbst so lange vor und redete sich tiefer hinein, bis er es schließlich glaubte, und der gewünschte Haß war fertig. Ein schöner Haß, ein heißer Haß, mit Verachtung durchzogen und mit Rachegedanken verziert. Er hatte seine psychologische Freude daran. Gewiß, wenn er sich selbst hinter die Karten guckte, und das konnte er nie lassen, so war es kein naturgewachsener, sondern ein gezüchteter Kunsthaß. Immerhin, Haß bleibt Haß. Und damit basta. Daran, daß er durch seine geheime Wimm=BätesAktion sich selbst und seine nächtliche Beobachtung Lügen gestraft hatte, dachte er freilich nicht. Was zu nahe liegt, übersieht man leicht, besonders, wenn man zu weitschauend sein will. Uebrigens hätte ihm die Erkenntnis auch nichts mehr genutzt. Es war endgültig Versebr.....; ihm Hi. Bi, Grämhar nber b. Eines Tages lief ihm die Ria Prümper über den Weg. Sie sah noch tropischer, noch mohnblumiger aus, oder es kam ihm so vor. Er wollte einen Bogen schlagen, denn eigentlich war sie an der Geschichte schuld. Aber sie lief hinter ihm her und hielt ihn an. Er hatte sie schlecht behandelt darum mer sie lieb und wähnt wurde. Daß ein Staatsanwalt telt, ist selbstverständlich; dafür wird er bezahlt. Treskow war nicht eitel, er buhlte nicht um Volksgunst und lt ihn an. Er hatte Zeitungsruhm. Er war nur ehrgeizig; an zuständiger sie schiecht pehanvelt, oarum war sie nieb und anhänglich Stelle würde man schon auf ihn aufmertsam werden wie ein Hündchen. Wie ieche sehen nitz, sut aus. „So!“ „Warum kommen Sie nit mehr bei uns vorbei, zum Frühstück oder zu nem Bölchen? Der Vatter Kern: meint, wenn Sie auch jesessen hätten, drum könnten Sie wollte Oder wenigstens einen Vorschuß. fürs erste tausend Mark? Oder hundert? Oder drei? Vielleicht mal doch kommen.— Wat kucken Sie mich so an? Ich kann aber auch bei Sie auf et Atelier kommen. Zum Malen— oder zum Kaffeetrinken." Das öffentliche Interesse an dem Maulkorbattentat war im Begriffe einzuschlafen. Man kann nicht Wochen hindurch über den nämlichen Ulk lachen, feixen, tuscheln und Gerüchte wispern. Was an offener Entrüstung und versteckter Witzelei aufzubringen war. Nun begann Gras zu wachsen. Als der Tag der Gerichtsverhandlung kam, erlebte kleider zur Verfügung gestellt.„Das ist üblich und richtig. Wer vor Gericht steht, ist noch kein Sträfling und soll nicht durch äußere Attribute vorbelastet erscheinen. Bätes hatte dafür kein Verständnis. In der blauleinenen Anstaltskluft kam er sich weit heroischer vor als in seinem ausgeleierten Sonntagsstaat. Einen schönen gestreiften Gummikragen bekam er mit Zustimmung der Gefängnisverwaltung von einem Zellennachbarn geliehen. Er wußte, was sich für einen Mann von Bedeutung ziemt. 11.6 Magen.s Die Justizverwaltung wußte es auch. Wegen des zu erwartenden Andranges war die Verhandlung im Schwurgerichtssaal angesetzt. Es war nicht nur der größte, sondern auch der dunkelste Saal, und deswegen besonders feierlich. Alles war ausbruchsicher angelegt, die hochliegenden Fenster, der dunkle Zuführungsgang für die Angeklagten, und das massiv umbaute Armsünderbänkchen. An der Längswand hing ein von Cornelius gemaltes und im Baedeker mit Sternchen bezeichnetes Triptychon, das den Himmel, die Hölle und das Fegefeuer darstellte und an dieser Stelle eindringlich die engen Beziehungen zwischen irdischer und himmlischer Gerechtigkeit dokumentierte. Bätes hatte vom Schwurgerichtssaal schon gehört. Wimm war dort Stammgast und ging besonders gern im Winter hin, wenn er warm sitzen und eine kostenlose Unterhaltung haben wollte. Von ihm wußte er, hier kamen die dicken Sachen vor, hier flogen die „3“ den Leuten nur so um die Köpfe. Dem Bätes wurden die Knie weich. Als er hereingeführt wurde, war schon alles versammelt. Man hatte auf ihn gewartet. Er fand ein ausverkauftes Haus. Die Leute auf den Bänken reckten die Hälse, wisperten und stießen sich an; vorn am Pressetisch saßen geschäftige Herren und begannen sogleich zu schreiben. Alles für ihn. aus Gründen der Autorität nie tat, war ungewöhnlich Ganz vorn auf der Zeugenbank saß der Wimm, bebe de Prchan, was ic6 uch iagen)sobener, Zersgust Vieser Letausashans: Von seter der Böse, und ließ sich geduldig interviewen. Sie mußte von ihrem Bätes erzählen, Erinnerungen und Photographien auskramen, und wo sie etwas nicht wußte, erfand sie dazu, was man brauchen konnte. Das lernt sich schnell. Sie kam aus der weißen Schürze nicht mehr heraus und sträubte sich nicht, daß man ihr hier und da den Zeitaufwand bezahlte. Sie hatte neun Kinder. Manchmal kamen Leute, die sehr leise sprachen und erst das Fenster schlossen. Ob Bätes sich schon früher politisch betätigt habe? Bei welcher Partei? Und ob er sich wohl als Kandidat aufstellen lasse? Frau Bätes wurde böse; sie wird das immer, wenn sie etwas nicht „Ich laß meine Mann nit als Kandidat titeliere, dat verbitt ich mich! Dat is keine Kandidat, dat is ne anstandije ordentliche Arbeitsmann.“.... Am Tage vor der Verhandlung stand Bätes in allen Zeitungen. Bätes in Wort und Bild. Bätes als Säugling, Jüngling, Soldat, Familienvater. Bätes der Attentäter! Bätes der Denkmalschänder! schrieb die eine Seite mit flammender Entrüstung. Bätes der Bekenner! Bätes die kochende Volksseele! schrieb die andere mit versteckter Bewunderung. Bätes einerseits— Bätes anderseits! balancierte die Mittelpresse. Bätes war der Held des Tages. Und nicht etwa Treskow. Kaum, daß sein Name erStaatsanwalt den Täter ermitn Hündchen.„] Am Tage vor der Verhandlung hatte er noch einen Wie jeht et Ihnen noch, Herr Rabanus: Sie ärgerlichen Zusammenstoß mit seinem Oberstaatsanwalt. nit jut gus.“ Der hatte sich zu ihm aufs Zimmer bemüht, was er sonst Sitzung einem Ihrer Kollegen überließen? Oder wollenden Winkewinke und wird zur Ordnung gerufen. mir persönlich, wenn Ihnen das lieber ist.“....„Was machen Sie denn da? Wenn Sie sich nicht Treskow hebt.„Ich wüßte nicht, Herr Oberstaats= benehmen können, sperre ich Sie drei Tage ein.“ Rabanus hatte die Einladung zum Butterbrot er= der sterbende Maulkorb seine glanzvolle Auferstehung. halten und prompt darauf auch die Ausladung. Höflich Zunächst in den Zeitungen. und ein wenig deutlich. Dann war es aus. Trude Wer war überhaupt dieser Albert Schmitzs unsichtbar, wie fortgeblasen. Brief unbestellbar, das.: 6e 5 ihr guch hier eunächst di Haus eine Festung. Rabanus tat, was er immer tat, wenn ihm etwas quer ging: Er versuchte, sich etwas weiszumachen. Kein anwalt, womit ich einen derartigen Mangel an Vertrauen verdient hätte. Wenn ich den Täter ermitteln und zum Geständnis bringen konnte, dann werde ich auch in der Lage sein, seine Aburteilung durchzusetzen.“ Der Oberstaatsanwalt hat ihn scharf beobachtet und lenkt ein:„Ich glaubte, in Ihrem Interesse zu handeln. Aber wenn Sie der Sache so gegenüberstehen, wie ich mich jetzt erneut überzeugt habe, dann soll es mich aufrichtig freuen.“ tive Wie so oft, erfuhr man auch hier zunächst die negaSeite: wer es nicht war. Jeden Tag standen Notizen in der Zeitung: Herr Buch= und Steinghzurkegei; ggr####### besitzer, Albert Schmitz, Hohe Straße 14, legt wert auf Zustand ist von ewiger Bauer. Aues geyi vornve#; die Feststellung, daß er mit dem Täter nicht identisch ist. Viele Schmitze legten Wert auf diese Feststellung. Uebrig blieb der Albert Schmitz aus der Liefergasse. Frau Bätes bekam viel Besuch. Herren in Sportanzügen mit Notizbüchern und Photoapparaten fragten sie aus. Anfangs war sie mißtrauisch, hielt die Männer für Geheimpolizisten und stellte sich dumm. Langsam kam sie dahinter, daß ihr Mann, der gute, dicke, blöde Bätes, über Nacht eine Berühmtheit geworden war. Sie hatte es sich längst abgewöhnt, die Wege des Schicksals Zzu ergründen. Das Gute nahm sie hin, wie bisher das man muß warten können. Warten können heißt: Solange etwas anderes tun. Rabanus stürzte sich in Arbeit. Es war Arbeit aus Wut. Sie wurde danach. Alles, was er anfing, kam grell, verkrampft, verbogen. Im Spiegel seiner Arbeit sah er, was mit ihm los war, und fand langsam den Mut, den Dingen ins Gesicht zu sehen. Das war es: Ein kleines dummes Mädchen hatte ihn geprellt. Solange er gefährlich schien, war er gut genug. Nun, wo er den Karren aus dem Dreck gefahren hat, gibt man ihm den Eselstritt. Der Tag des Gerichtes war gekommen. Dem Bätes war die Untersuchungshaft gut angeschlagen. Er hatte nie im Leben so viel und so gut zu essen bekommen. Bei ihm zu Hause ging alles in elf Teile. Hier hatte er seinen großen Napf für sich allein und konnte nachbestellen, so oft er wollte. Und wie nett sie alle zu ihm waren, die andern und der Aufseher. Er war schnell dahinter gekommen: Er war etwas Besonderes, ein„Politischer“. Das ist viel. Allmählich glaubte er an sich und seine Sendung. Jeder glaubt an sich. Aber er wurde nicht stolz, er blieb leutselig und volksverbunden. Auf die Nerven ging ihm lediglich die ungewohnte Ruhe des Gefängnisses. Es war ein völlig kinderloses Gebäude, und eine Aenderung stand nicht in Aussicht.— Zur Feier der Verhandlung wurden ihm seine ZivilBätes zuckt zusammen und merkt auf einmal, daß das Gericht nicht nur aus ihm und seinen Zuschauern, sondern vor allem aus dem hohen Gerichtshof besteht. Auf einem Podest, das noch ein ganzes Stück höher ist als sein eigenes, steht eine endlos lange, leicht gekrümmte Theke mit einem grünen Tuch, das bis auf den Boden hängt, damit man die Beine des Gerichts nicht sehen kann. Und dahinter sitzen fünf schwarze Männer dazu Staatsanwaltschaft und Gerichtsschreiber und Referendare und anderer schwarzgekleideter Zubehör.(Fortsetzung folgt. C. Mensstene schute Vorzetlld glleen, dann immer mit dem pllopeter verwenben KRR Seite 10 Nr. 278 7 Bochumer Anzeiger„ Freitag, 27. November 1936 Tuenen und inweg über Sibirien ist, aber dafür auch die größe= Gegner nur nach härtester Geger Bequemlichkeiten bietet. Es ist möglich, daß Schwe= kennen. diese Reiseroute wählen wird, um dann vielleicht##reits im ersten Kampf, wird chin Amerika einige Wettkämpfe auszutragen. Weiter#####ch öm# ungg:rg Tokio 1940 ganz groß! Deutsche Olympiamannschaft mit dem Zeppelin nach Japan? In den Besprechungen, die von dem japanischen „olympischen Gesandten“ Dr. Isomura als Beauftragtem des Bürgermeisters der Stadt Tokio in verschiedenen europäischen Hauptstädten geführt werden, hat dieser eine Bestätigung gegeben, daß die von Japan in Aussicht genommenen Anlagen in ihrer Größe die bisherigen Kampfstätten bei den Olympischen Spielen noch wieder übertreffen werden. Das Hauptstadion wird ein Fassungsvermögen für 150000 Zuschauer, das Schwimmstadion ein solches für 50000 Zuschauer haben. Was die Reisewege nach Tokio anbetrifft, so ist der Vorschlag von Dr. Isomura, die europäischen Teilnehmer in Marseille zu sammeln und diese gemeinsam mit einem japanischen Dampfer nach Tokio zu befördern, bereits bekannt. Japans Vertreter hat aber auch auf den Reiseweg über Amerika verwiesen, der mit sechs Tagen von Europa nach Newyork, fünf Tagen von Newyork nach San Francisco und 16 Tagen für die Dampfer= fahrt nach Japan zwar etwas länger als der Eisenbahtgg#n#ber ren den no chit hat Dr. Isomura auch berichtet, daß fur die deutschen Teilnehmer möglicherweise eine Beförderung durch ein Zeppelin=Luftschiff nach Tokio in Betracht kommt. Diese Regelung würde selbstverständlich die schnellste und bequemste Lösung der Reisefrage bedeuten. Eine Entscheidung wird natürlich heute noch nicht getroffen, aber im Ausland beschäftigt man sich doch bereits mit diesem Punkt. Der Gedanke ist an sich ja auch interessant, und wenn man sich vorstellt, daß 1940 Deutschlands Olympiakämpfer mit einem Zeppelin in Tokio landen werden, dann sind die kühnsten Träume eines Jules Verne Wirklichkeit geworden und noch übertroffen! Am 31. März in Stuttgart Fußball=Länderkampf Deutschland— Frankreich Deutschland und Frankreich tragen am 31. März ihren vierten Fußball=Länderkampf aus. Für diese reizvolle Begegnung auf deutschem Boden steht nunmehr der Austragungsort fest. Das Länderspiel wird in der Adolf=Hitler=Kampfbahn in Stuttgart veranstaltet. Wic oft spielte Edmund Conen? Der Saarbrücker Edmund Conen hat insgesamt neunmal international gespielt. und zwar 1934 gegen Ungarn. Belgien. Schweden. Tschechoslowakei, Oesterreich(Weltmeisterschaft), 1935 gegen Schweiz, Holland, Frankreich und Spanien. Conen wurde dann verletzt und konnte erst vor kurzem das Trainina wieder aufnehmen. Die Auslolung Hallentennis=Länderkampf Dänemark— Deutschland. schrcehsschen audram um den Pokal des ##ichen Königs zwischen Dänemark und Deutschland neht vor oer Tür. In Kopenhagen wurde am Donnerstag die Spielfolge ausgelost: Freitag: Dettmer— Plouaman, anschließend Denker— Körner: Samstag: Beuthner=Bartkowiak— Panker=Ulrich: Sonntag: Denker— Plouaman, anschließend Dettmer=Körner. Die deutschen Svieler weilen unter Führung von Dr. Kleinschroth seit Mittwoch in Kovenhagen und trainieren täglich einige Stunden. Der deutsche Mannschaftsführer ist hinsichtlich des Ausgangs sehr zuversichtlich. Bon. i8 Verstarkt-auron-Hoch und Busenl Klubkampf gegen Weitfalia Samborn Wiederum ladet der BSK. 19 seine Anhänger zum heutigen Kampfabend zum Tonhallen=Varieté ein. Wenn auch der Gegner keinen klangvollen Namen führt, so sind die Namen der einzelnen Kämpfer um so bekannter. Der BV.„Westsalia" Dortmund=Somborn, aus der Fusion der beiden Vereine Boxsport 30 Bochum=Werne und Lütgendortmunder Borsport 25 entstanden, kann bereits in der verhältnismäßig kurzen Zeit seines Daseins auf ansehnliche Erfolge zurückblicken. Vor allen Dingen verfügt dieser Verein, im Gegensatz zu den meisten Boxvereinen, über eine komplette Kampfstaffel und über einen sehr starken Nachwuchs. Namen wie Leiendecker, Gunrem, Prüssing, Gebr. Konrad und Münzer sind allen Boxanhangern geläufig. Allerdings haben sie in den Mannen des BSK.! Gegner, die den Vorteil des eigenen Ringes besitzen. Hinzu tritt noch, daß durch die Rückkehr Helmut Kochs und den Zuwachs durch Babski eine erhebliche Verstärtung eingetreten ist. Nach der Papierform ist dem BSK. 19 der Gesamtsieg kaum zu nehmen, jedoch werden sich die enwehr geschlagen bezird es zu einem schönen zwischen Manczyk III(19) und Leiendecker(.) kommen. Im Jugend=Fliegengewichtskampf zwischen Lennemann(.) und Schutty (.) dürften die Punkte an den Bochumer fallen. Gespannt darf man sein, wie Petermann(.) im Fliegengewicht mit dem wild schlagenden Schmale (.) fertig wird. Daß Basty(.) noch lange nicht zum alten Eisen gehort, bewies er noch unlängst in einem hart durchgeführten Kampf gegen seinen Rivalen Manczyk II(.), der gerechterweise unentschieden verlief, so daß die heutige Auseinandersetzung im Bantamgewicht als Revanchekampf angesehen werden kann. Leider muß der BSK. 19 auf die Mitwirkung von Korte(Polizei) verzichten, da er sich eine schwere Handverletzung zugezogen hat. Der Gegner für Gunrem(.) im Federgewicht steht bislang noch nicht fest, jedenfalls wird der Veranstalter noch einen guten Mann als Gegner für den bekannten Haudegen ausfindig machen. Im Leichtgewicht hat Jakubowski(19) den wieselflinken Prüssina(.) als Gegner, der noch vor kurzem dem Gaumeister Vries(Wanne) ein großes Gefecht lieferte und auf Grund seiner Behendigkeit im Ring zu den gefährlichsten Kämpfern zählt. Jakubowski wird sich jedenfalls schon anstrengen müssen, um mit diesem Ringsuchs fertig zu werden. Im Weltergewicht stellt sich Koh(.) zum ersten Male wieder dem heimischen Publitum vor. Er hat gleich einen der besten Könner der Somborner als Gegner. Leiendecker I(.) verfügt über ein ausgezeichnetes Schlagrepertoire und wird gewiß dem„langen Helmut" die Hölle heiß machen. In Konrad I(.) hat Distelrath(.) im zweiten Weltergewichtskampf einen der gefährlichsten Gegner seiner Laufbahn vor sich, denn Konrad ist unberechenbar und landet oft und unverhafft. Im Abschlußkampf des Abends stellt sich Babski (.) dem Bochumer Publikum vor. Bekannt wurde er bereits durch seinen Meisterschaftssieg über Pristaw (Polizei) im Schützenhof. Jedoch hat er seit der damaligen Zeit erhebliche Fortschritte gemacht und wird gewiß im Schlußkampf des Abends, dem Schwergewichtskampf gegen Münzer(Sc, für die rechte Stimmung sorgen. Erwin Bruch in Brüssel geschlagen Der Berufsboxabend im Brüsseler Sportvalast am Mittwoch abend, in dessen Mittelpunkt die Eurovameisterschaft im Weltergewicht zwischen dem Titelhalter Felix Wouters und dem belgischen Meister Al Baker stand, hatte über 6000 Zuschauer angelockt. Im Rahmen dieser Veranstaltung boxte auch der Berliner Mittelgewichtler Erwin Bruch, der mit dem Belgier Nestor Charlier über zehn Runden gina. In den beiden ersten Runden hatte der Deutsche einige aute Momente, fiel dann aber stark ab und mußte zum Schluß dem Belaier einen klaren Punktsieg überlassen.— Der Meisterschaftskampf im Weltergewicht ging über 15 Runden. Wouters verhielt sich ziemlich defensiv und ließ den stürmisch angreifenden Baker herankommen, um ihn dann ausgezeichnet zu kontern. Zum Schluß kam der belgische Meister zwar sehr gut auf, mußte aber dem Eurovameister Wouters einen knappen Punktsiea überlassen. Gains Punktsieger über Scholz In Hull kam der Breslauer Emil Scholz erneut mit Larry Gains zusammen. Der Mulatte wurde schon einmal von dem Deutschen ausgepunktet. revanchierte sich aber und holte sich in zehn spannenden Runden den Punktsieg. An Bienfder Willlerlnie Der Rediport am Wochenende Im Rahmen des Winterhilfswerks der deutschen Sportler führen die Radfahrer ihre Opfertage am Wochenende, dem 28. und 29. November, durch. Zunächst werden die Radsportler selbst ihre Geldspenden in die Sammelbüchse werfen, aber da, wo Aussicht auf Erfolg besteht, werden größere Veranstaltungen durchgeführt, so daß auch die Freunde dieses Sportzweiges Gelegenheit haben, ihr Scherflein zu opfern. Es ist zu erwarten, daß die Bemühungen der Radfahrer zu einem vollen Erfolg führen. Ein besonderes Ereignis dieses Opfertages der Radsportler ist die erste Deutsche Zeitungsfahrer=Meisterschaft, die auf der Strecke von Berlin nach Leipzig ausgefahren wird. Natürlich wird auch hier die Sammelbüchse ein treuer Begleiter sein und in Berlin, Wittenberg und Leipzig werden die Zuschauer Gelegenheit haben, ihre Sportfreudigkeit weisen. durch eine Geldspende zu beProblem Von Helnz Lies(Bochum). Original. „Schachfreunde 1925“ Bochum zum 11. Stiftungsfest gewidmet. 15... b6 16. Las! Tacs 17. e4 de 18. be Tc6 Schwarz sicht den Vorstoß d5 kommen und kommt auf die unglückliche Idee, seinen Turm auf den Königsflügel zu bringen. Versuchen mußte er noch Tfes nebst Das zu spielen, um den vernichtenden Stoß d5 aufzufangen. 19. Df3 Lf4: 20. ef!... Sich bei der guten Stellung auf den Qualitätsgewinn(Dc6:) einzulassen, wäre völlig unangebracht. 20.... Tfes 21. d5 ed 22. cd Thé 23. d6 Des 24. g3... Am einfachsten war es, 24. Tael nebst' Lb2 und f5 zu spielen. Weiß verfolgt aber einen anderen Plan, der auch Erfolg hat. 24.. Sf8 25. Lel Sd7 26. Db7 Tcas Schwarz hat keine guten Züge mehr, aber nach der Deckung des Bar geht er sang- und klanglos zugrunde. 27. 15 Th5 28. eß fe 29. fe Tads Eine Figur ist fällig und damit auch die Partie. 30. ed Td7: 31. Df3 Tdé: 32. Lf4 Tf5 33. Tael Sofort entscheidend war hier 33. Db3“, Tdd5 34. g4 und Weiß gewinnt einen ganzen Turm. 33.... Das 34. Db3+ Tdd5 35. Tedl h6? Nötig war Khs, denn jetzt konnte Weiß wieder g4 ziehen. 36. Td5: Td5:1? Nach diesem letzten Fehler gewinnt Weiß wieder einen Turm, aber auch 36.... Ddö: 37. Tdll, Db3: 38. ab hätte Schwarz nichts mehr genütz“. 37. Tfdl, und Schwarz gab auf. Matt in 4 Zügen. Lösung in der nächsten Schachspalte. * Bochumer Vereinskampf Am 18. November trugen der Kreismeister„Schachgesellschaft“ und der Bochumer Pokalsieger„Bochumer Schachverein 02“ einen Freundschaftswettkampf an 12 Brettern aus. Der„Bochumer Schachverein 02“ gewann knapp. aber verdient mit 6½:5½. Eine Partie aus diesem interessanten Bochumer Vereinstreffen bringen wir nachstehend: Eröffnung: Caro-Kann-Verteidigung Weiß: H. Herlinger Schwarz: Hans Oborsky 1. e4 c6 2. d4 d5 3. e5 Lf5 4. Ld3 Ld3: 5. Da3: Sbu7 Der Abtausch des weilen„Angriffsläufers“ sollte für Schwarz angenehm sein. Um das Fehlen dieses Läufers auszunntzen, kann Schwarz jedenfalls gut Jetzt folgendes System anwenden: 5.... e6 6. Sf3, Dabt 7. c3, Dußl nebst c6—c5 mit oder ohne Damentausch. 6. Se2 ef 7.—0 c5 8. c3 Se7 9. Sas S15 In Frage kam hier...., Se6 nebst Db6, 10. Sc2 LeT 11. Dh3—0 12. Se3 Se3: 13. fel. Damit wird das Zentrum gestützt und die wichtige-Linie geöffnet. Scheinbar ist zwar nun der Lel etwas außer dem Spiel, aber Weiß hat für ihn noch gute Verwendung. 13.. Lg5 14. Sf4 De7 Das richtige Verfahren bestand für Schwarz hier Im Abtausch des beweglichen Springers nebst Dbé. Nach dem Textzuge gerät Schwarz allmählich mehr und mehr in Bedrüngnis. 15. b3!... Die zukünftige Stellung des Läufers auf as ermöglicht nun dem Weißen einen starken Angriff im zentrum, wodurch seine Bauern in der Mitte plötzlich sehr stark werden. Eleganter Sieg In der letzten Runde des Barmer Einladungsturniers trafen die punktgleichen Spieler Engels und Lange aufeinander zur Entscheidungspartie um den ersten Preis. Unglücklicherweise wählte Lange in dieser Partie ein zweifelhaftes Manöver und kam dadurch sehnell in Nachteil. Engels feierte einen großen Sieg. Eröffnung: Königsindische Verteidigung Weiß: Eugels(Düsseldorf) Schwarz: Lange(Essen) 1. d4 Sf6 2. 64 g6 3. Se3 Lg7 4. e4 d6 5. S13 —0 6. Le2 Ses! Warum nicht solide Shd7 nebst e5f In einer so wichtigen Partie sich auf Experimente einzulassen, ist unverständlich. 7.—0 f6 8. d5! eö 9. de Leé: 10. Sd4! La7 11. 14 Se6 Unbedingt nötig war hier f5, denn nun wird Schwarz hilflos eingeschnürt. „Soß:: La6: 13. 15! g5 14. b3 bé 15. Lb2 Lb7 16. L1s#7 1. Dd3! Lr8t Schwarz hat die Drohung des letzten gegnerischen Zuges nicht erkannt und das erlaubt Weiß einen leichten und eleganten Sieg. 18..e5 113: 19. e6 Tg7 20. Dfs: Lef 21. Des! Des 22. Sdo KI 23. T73 h6 24. Th3 Th7 25. Tell Einleitung des glänzenden Schlußangriffs. 25.... TbS 26. Dd7! c6 27. Thé:! Da7: 28. Th7:!! aufgegeben. Auf 28.... Das würde folgen 29. TI7“, Kgs 30. Se7:“, Khs 31. Tes. g4 32. Te4 nebst Tg4: und Thér oder 32.... Tb7 33. Sg6t, Kgs 34. Thf: usw. Heute Länderkampf gegen Frankreich Lohmann Stach gegen Terreau Lemoine Die wichtigste Wochenendveranstaltung ist unstreitig der Länderkampf Deutschland gegen Frankreich, der Freitag abend in der Berliner Deutschlandhalle steigt. Prächtige Kämpfe versprechen allein schon die Rennen der Flieger. Bei den Amateuren sind Lorenz, Hasselberg sowie Georget und Matton die Gegner in mehreren Läufen. Meister Richter, Toni Merkens, Michard und Gerardin bestreiten zunächst Zweierläufe jeder gegen jeden, dann drei Viererläufe, ein Punktefahren und schließlich ein Rundenzeitfahren. Der Kampf der Steher wird in drei Läufen über 20, 25 und 30 Kilometer durchgeführt. Die Gegner sind Lohmann, Stach, Terreau und Lemoine. Zwei Tage später, am Sonntag, gibt es einen zweiten Rad=Länderkampf Deutschland gegen Frankreich, und zwar auf der Winterbahn in Paris. Bei den Fliegern wiederholen Richter, Merkens, Gerardin und Michard ihre Begegnung vom Freitag, während es unsere Dauerfahrer Metze, Lohmann und Krewer mit so starken Leuten wie den drei französischen Weltmeistern Raynaud, Lacquehay und Paillard zu tun haben. Neben den beiden deutsch=französischen Länderkämpfen bringt das Wochenende noch zahlreiche andere Bahnveranstaltungen. In Kopenhagen beginnt am Freitag abend das Sechstagerennen, für das fünf deutsche Berufsfahrer verpflichtet worden sind. Die Teilnehmerliste lautet: Zims[Küster, Funda(Pützfeld, Rausch/Stieler, Falck=Hansen(Christensen, Grundahl=Hansen Wals, Pirnenburg Slaats, Danholt Charlier, Billiet/Dekuysscher, Meyer Andersen Deneef, Bresciani sdi Paco, Jör= ganssen Hermansen, Petersen Jacobsen, H. Hansen rohter, Wezzelboe sK Haysen.0 der Nacht von Sonntag zu Montag nimmt auch das Sechstagerennen in Newyork seinen Anfang, bei dem Kilian/Vopel sowie Adolf Schön mit Guimbretière als Partner die deutschen Farben vertreten. Amateur=Rennen in der Deutschlandhalle in diesem Winter wurden am Mittwoch in der Deutschlandhalle Amateurradrennen durchgeführt, die einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen hatten. Trotz der gleichzeitig stattfindenden Perufsborkäggfe im Svortvalast hatten sich draußen am Eichkamp 6000 Zuschauer eingefunden. Den internationalen Fliegerkampf gewann der Stuttgarter Weimer im Endlauf gegen von der Abé, Mathvsiak und Purann: die beiden Dänen Pedersen und Jacobsen kamen über den Vorlauf bzw. Zwischenlauf nicht hinaus. Das 50=Runden=Mannschafts=Punktefahren, das ohne Ablösung gefahren wird, wurde von Kinnsbrunner=Stäck #„Den Hauptpunkt der Veranstaltung bildete guten=Mannschaftsrennen, das leider durch zahlreiche Stürze allzu oft unterbrochen wurde. Mehrere Fahrer wurden zur Aufgabe gezwungen, darunter auch die beiden Dänen. Sieger wurden mit Rundenvorsprung die Brüder Schmidt(Berlin) vor Bühler=Weimer(Stuttgart). Ergebnis: 100=Minuten=Mannschaftsrennen: 1. Gebr. Schmidt(Berlin) 17., 72,240 Kilometer: eine Runde zurück: 2. Bühler=Weimer(Stuttgart) 13.: 8. Dubaschny=Bartoskiewicz(Berlin) 10.: zwei Runden zurück: 4. Postler=v. d. Abé(Bielefeld) 13.: 5. KochKreisel(Berlin) 8.: drei Runden zurück: 6. Wachtmeister=Kalupa(Berlin) 6 P. Reichsbundlitzung fällt aus Die für heute abend im Bochumer Hof vorgesehene Sitzung der Ortsgruppe Bochum des Reichsbundes für Leibesübungen fällt aus, da der Gauführer des Sportgaues Westfalen, Brigadeführer Lorenz, unabkömmlich ist. Schauturnen des Turnklubs Weitmar 1882. Der Turnklub Weitmar 1882 tritt am Sonntag mit einem Schauturnen an die Oeffentlichkeit, das mit seiner geschickt zusammengestellten Darbietungsfolge einige unterhaltsame Stunden verspricht. Die Veranstaltung findet im Waldschlößchen(H. Arens) statt. Sämtliche Abteilungen des Vereins werden Ausschnitte aus dem Uebungsbetrieb zeigen. Winterfelt der DDAC-Ortsgruppe Bochum Die Ortsgruppe Bochum des DDAC. ladet ihre Mitglieder zu dem am Samstag in den Räumen der Gesellschaft„Harmonie" stattfindenden Winterfest ein. BenAkiba wird ein Programm ansagen, das„noch nie da war“. In der Darbietungsfolge ist der Auftritt des Kölner Karnevalisten Gerhard Ebeler mit Berechtigung fett herausgehoben worden.“ Else Pasch wird Gesangsvorträge bringen, Wilhelm Hermann Xylophondarbietungen. Rio und Rita heißt das für einen weiteren Höhepunkt sorgende Tanzpaar. Das Orchester Held(Bochum) spielt auf... Zweite Runde im Bochumer Schachturnier. Sonntag werden im Vereinsheim der Bochumer Schachfreunde die Kämpfe um die Bochumer Kreismeisterschaft im Schach mit der zweiten Runde des Schlußturniers fortgesetzt. In fünf Treffen werden sicherlich harte Kämpfe um Sieg und Punkte entbrennen, da die Neulinge mit den alten Vorkämpfern gepaart wurden. Es spielen: Lemke— Strätling. Schwesig— Herrmann, Sobzak— Gorthat, Kröger— Gorthat, Krusch— Katzer. Die Siegesaussichten sind verteilt, obwohl Lemke, Herrmann, Kröger, Möller und Katzer die besten Chancen haben." Linden,Dahlhaufen führt Bilanz im Kann=Rennsport 1936 Der Gau Westfalen im Fachamt Kanusport hat jetzt seine Gesamtbilanz des Sportjahres 1936 zusammengestellt. An erster Stelle steht der Linden=Dahlhauser Kanu=Club, der auf 12 Regatten startete, 38 Siege(darunter zwei Meisterschaften), 19 zweite und 11 dritte Plätze und damit die höchste Punktzahl von 388 herausholte. An zweiter Stelle folgt mit erheblichem Punktrückstand der Herforder Kanu=Club, der zehnmal ins Rennen ging und dabei 12 Siege(darunter drei Meisterschaften), 12 zweite und 3 dritte Plätze herausholte. Herford kam damit auf 192 Punkte. An dritter Stelle liegt der Gelsenkirchener Kanu=Club mit 125, an vierter Stelle der Kanu=Club Witten mit 93 Punkten. Auf 87 Punkte brachte es der an fünfter Stelle folgende Wanner Kanu=Club, während der Bochumer Kanu=Club mit 15 Punkten den 13. Platz erhielt. Die Bochumer starteten nur zweimal und konnten einen ersten Sieg und zwei dritte Plätze herausholen. Der Schwimm=Club Poseidon Wanne=Eickel besetzt mit sechs Punkten den 17. Platz. Verrechnung der Umlatziteuer Der Kassenwart des Fachamtes Fußball aibt den Vereinen im Gauverordnungsblatt Anweisungen über die Verrechnung der Umsatzsteuer. In seiner Anweisung heißt es: 1. Die Fachamtsabaabe von 5 Prozent bei Pflichtspielen ist stets aus der Bruttoeinnahme zu errechnen. 2. Die 2 Prozent Umsatzsteuer darf nachdem vom Platzverein aus der Bruttoeinnahme in Abzug gebracht werden. 8. Die Bestimmungen über den Abzug der Sitzplatzdifferenz bleiben unverändert bestehen. Der Abgabeteil aus diesem Betraa ist jedoch vom Platzverein allein zu tragen. Beispiel: Bruttoeinnahme 5 Prozent Fachamtsabgabe 2 Prozent Umsatzsteuer 15 Prozent für Platzverein Schiedsrichter= und Linienrichterauslagen Sitzplatzdifferenz RM. 50 RM. 20 RM. 150 RM. RM. 5 50 RM. 1000 RM. 275 Platzverein: Gastverein: 60 Prozent 40 Prozent Nettoeinnahme: RM. = RM. 485 = RM. 290 725 RM. 725 RM..50. Abaabe aus Sitzplatzdifferenz. Bearbeitet vom Westfälischen Schachmeister Hanns Herrmann, Bochum Gelhaß der erhen Serie Nachhutgefechte in den Kreisklaffen und Fortuna Herne statt. Der fünfte Kampf findet in Herne=Süd statt. Reichsbahn Wanne ist hier der Gegner. Die Spiele: Die erste Serie steht vor dem Abschluß. In der ersten Kreisklasse ist in der Gruppe A das am letzten Sonntag„vernebelte“ Spiel an den Riemker Schreber= gärten, der Kampf um den zweiten Tabellenplatz zwischen Teutonia Riemke und Preußen Wanne, erneut auf den Spielplan gesetzt worden. Diesmal scheint der Wettergott hoffentlich ein besseres Einsehen zu haben. Gleichzeitig findet in Marmelshagen die Begegnung Phönix Bochum—. VfB. Gerthe statt. Die Marmelshagener könnten, wenn sie ihren Gegner nicht zu leicht nehmen, einen weiteren Sieg verbuchen, der bitter notwendig ist. Der Tabellenführer Germania Herne kämpft in Wanne gegen Wanne 11 und hat nur dann eine klare Siegeschance, wenn er die Wanner von vornherein ernst nimmt. Die Begegnung zwischen Holsterhausen und SV. Sodingen ist ebenfalls neu angesetzt. Holsterhausen hat auf eigenem Platz die größeren Siegesaussichten. Ein Lokalkampf findet in Herne zwischen Hansa Teutonia Riemke— Preußen Wanne Phönix Bochum— VfB. Gerthe Herne=Süd— Reichsbahn Wanne Wanne 11— Germania Herne SV. Holsterhausen— SV. Sodingen Polizei Bochum— Langendreer 04 In der Gruppe B steigen nur drei Meisterschaftskämpfe. Auf dem Platz am Lohberg stehen sich Polizei Bochum und Langendreer 04 gegenüber. Wenn die Polizisten die gleiche Schlagkraft wie in den letzten Spielen zeigen, müßten selbst die stark aufgekommenen Lan Seite 11 Nr. 278 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 27. November 1936 gendreerer zur Kapitulation gezwungen werden können. Concordia Bochum hat TuS. 26 Altenbochum zu Gast und besitzt Siegeschancen, wenn die Altenbochumer Erfolge der letzten Sonntage nicht Strohfeuer gewesen sind. Rasensport Bochum setzt sich an der Dorstener Straße mit Union Günnigfeld auseinander und wird bis zum knappen Endsieg schwer zu kämpfen haben, während der nachbarliche Kampf zwischen Weitmar und Stiepel als durchaus offen bezeichnet werden kann. Die Spiele: Polizei Bochum— Langendreer 04 Concordia Bochum— TuS. 26 Altenbochum Westfalia Weitmar— Stiepel 04 Rasensport Bochum— Union Günnigfeld 2. Kreisklasse In der zweiten Kreisklasse ist das Programm in der Gruppe A recht mager. Constantin Herne und Carolinenglück bestreiten das Wiederholungsspiel, wobei es den Platzleuten schwer fallen wird, das recht seltene Ergebnis von:3 zu wiederholen. BV. Gerthe=Hiltrop ist Gast bei Fortuna Herne. Die Spiele: Fortuna Herne— BV. Gerthe=Hiltrop Constantin Herne— TuS. Carolinenglück Umfassender ist das Programm der Gruppe B. Preußen 11 Bochum müßte an der Krümmede ohne große Anstrengungen mit seinem Gegner Laer 87 fertig werden können. Schwieriger hat es schon der Tabellenführer Wattenscheid=Ost, der den sauren Gang nach Langendreerholz antreten muß. Der LFC. Laer dürfte im Kampf gegen den Tabellenletzten DSC. 31 Bochum sein an sich schon gutes Torverhältnis erheblich verbessern können. Germania Kaltehardt hat Wattenscheid 19 zu Gast. Germania Querenburg streitet sich mit Werne 19 um die Punkte. Die Spiele: Preußen 11 Bochum— Laer 87 Langendreerholz— Wattenscheid=Ost LFC. Laer— DSC. 31 Bochum Germania Kaltehardt— Wattenscheid 19 Werne 19— Germania Querenburg 3. Kreisklasse: Die dritte Kreisklasse befindet sich bereits in den Rückkämpfen. Am Sonntag steigen wieder vier Kämpfe. Teutonia Stiepel empfängt auf eigenem Platz den Postsportverein Wanne, Kortum Bochum muß nach Herne, Borussia Bochum nach Langendreer. Die beiden Werksportvereine TuS. Hannibal und Engelsburg beschließen das Programm. Die Spiele: Teutonia Stiepel— Postsportverein Wanne Herne 16— Kortum Bochum Bruchstraße Langendreer— Borussia Bochum TuS. Hannibal— Tus. Engelsburg. Ein Gesellschaftsspiel Außer den Punktekämpfen gibt es noch ein Gesellschaftsspiel. und zwar stehen sich Tura Fortuna Weitmar und TuS. Engelsburg gegenüber. Vom Turf Kchraus im Traberlport Die Donnerstag=Trabrennen in Gelsenkirchen Nole Srgenlungrisse i Murris zuraugeschiaben Nationale Flieger bombardierten Madrid, Cartagena und Malaga Salamanca, 26. November. Unterstützt durch Artillerie, versuchten die Bolschewiste nam Mittwoch erneut umfangreiche Gegenangriffe auf die Universitätsstadt und die Segoviabrücke durchzuführen. Die Angriffe wurden von den unerschütterlichen Legionären wie immer mit starken Verlusten für die Roten ab gewehrt. Die nationale Artillerie belegte ihrerseits die feindlichen Stellungen in dem nördlichen Madrider Stadtteil Cuatro Caminos mit schwerem Feuer. Am Mittwoch nachmittag erschienen nach viertägiger Pause auch wieder nationale Bombenflugzeuge über der Hauptstadt. Wegen des unsichtigen Wetters ganz niedrig fliegend, konnten die Flugzeuge ungestört von roten Fliegern und unbeirrt durch Abwehrfeuer ihre Bombenladungen abwerfen. Nach erfolgreicher Bombardierung zahlreicher militärisch wichtiger Ziele traten die nationalen Flugzeuge in musterhafter Ordnung den Rückflug an. Nach den Aussagen von Ueberläufern herrscht bei der Madrider Zivilbevölkerung ungeheure Erregung. Täglich bilden sich Demonstrationszüge, deren Teilnehmer stürmisch die Uebergabe der Stadt fordern und die von den roten Machthabern nur mit Waffengewalt unterdrückt werden können. Starke nationale Fliegerstreitkräfte haben in der Nacht zum Donnerstag den Kriegshafen Cartagena angegriffen und mit zahlreichen Bomben belegt. Soweit bisher festgestellt wurde, ist ein mit Waffen und Munition beladenes Handelsschiff von den Bomben getroffen worden, ferner wurden bedeutende Schäden an den hafenanlagen und den Artilleriestellungen verursacht. Trotz des überaus starken Abwehrfeuers der Kommunisten konnten die nationalen Flieger ohne Verluste zu ihrer Ausgangsstellung zurückkehren. Ferner wurden die militärischen Anlagen des Hafens von Malaga mit Bomben belegt. Es wurden zahlreiche Treffer, u. auch auf einem sowjetrussischen Transportdampfer, beobachtet. Regen und Uebel erschweren die Kämpfe General Queipo de Llano teilte über den Sender Sevilla mit, daß andauernde Regengüsse und schwerer Nebel eine Verzögerung der militärischen Aktionen an der Madrider Front verursacht haben. Aus den Aussagen marxistischer Gefangener ergebe sich, daß bei den roten Streitkräften großer Lebensmittelmangel herrsche und daß lediglich pro Mann und Tag eine Konservendose sowjetrussischer Herkunft verteilt werde. Valencia soll„autonom“ werden Der Madrider Sender hat am Mittwoch bekanntgegeben, daß die bolschewistischen Machthaber beschlossen hätten, die Provinz Valencia zu einem autonomen Gebiet zu machen, das eine ähnliche „Staatsverfassung", erhalten soll, wie sie bereits vor einiger Zeit für Katalonien erklärt wurde. Der Grund zu dieser Selbständigkeitserklärung für Valencia soll darin liegen, daß diese Provinz nicht mehr unter dem Befehl Largo Caballeros stehen wolle, mit dem sie nicht mehr einverstanden sei. Kreuzer„Cervantes“ doch torpediert London, 26. November. Der Flottensachverständige der Londoner Morning= post“ schreibt, daß der Kommandant des britischen Zerstörers„Glowworn“ den angeblich torpedierten spanischen Kreuzer„Miguel de Cervantes" besichtigt habe. Er habe dabei feststellen können, daß die Beschädigungen des Kreuzers tatsächlich von einem Torpedo stammen. Man habe Teile dieses Torpedos gefunden. Aus dem Kaliber des Torpedoos habe sich einwandfrei ergeben, daß es nur von einem spanischen Unterseeboot der =Klasse stammen könne, da nur diese Unterseeboote über Torpedos von diesem Kaliber verfügen. Die spanische Nationalregierung in Burgos hat dem britischen Ersuchen entsprochen und im Hafen von. Barcelona die gewünschte Sicherheitszone zur Verfügung gestellt. Albanien erkennt Franco an Tirana, 26. November. Die albanische Regierung hat die spanische Nationalregierung in Burgos anerkannt. Diese Anerkennung ist, wie hier erklärt wird, eine natürliche Folge. der antikommunistischen Politik, die von der albanischen Regierung verfolgt wird. Schwerer Grenzzwischenfall an der Ostgrenze von Mandschukuo Tokio, 26. November. Die Agentur Domei meldet, daß bei einem Zusammenstoß bei Suifenho an der Ostgrenze von Mandschukuo japanische Truppen zehn Tote und sieben Schwerverletzte zu beklagen hätten. Acht Japaner würden noch vermißt. Dieser Grenzzwischenfall sei der größte und schwerste der letzten Zeit. Noch kein Grenzzwischenfall habe so viele Opfer gefordert. Die Hsingking=Regierung und die Kwantung=Armee seien über diese neue herausfordernde Sowjetaktion Gleichzeitig wird gemeldet, daß Moskau unter Verdrehung der Tatsachen bei dem japanischen Geschäftsträger wegen der Grenzverletzung und der Beschießung sowictrussischer Grenzwachen protestiert und eine Bestrafung der Schuldigen gefordert habe. Orrhungen Fegen Drutschruns auf dem Rätekongreß der Sowjetunion— Angewöhnlich starke Bewachung des Kremls sta Nun schieden auch die Traber für das Jahr 1936 von der Bahn. Sie sollten den letzten Renntag des Jahres schon am zurückliegenden Sonntag starten, aber da kam der Nebel störend dazwischen. Der auf Donnerstag verlegte Kehraus— trotz des Wochentages hatte er einen recht guten Besuch— wartete mit einem großen Programm auf. In allen Rennen kamen Iemn Mittelpunkt des Abschiedstages stand das„Baasrennen der Berufsfahrer". Tuja Guy, die als heiße Favoritin an den Start kam, konnte die auf sie gesetzten Hoffnungen voll bestätigen. Sie gewann klar, wohl sie kurz vor dem Ziel noch einen Fehler machte. Der dreijährige Diskont hielt sich sehr gut und belegte vor Graf Geßler den zweiten Platz. Die Ergebnisse: 1..: 1. Hangi.,(R. Hartseil), 2. Hansi Watts, 3. 3. Cdi Gub, 4. Milc.“—) Toto; S. 79., Pr, 19. 14., 25 2i. Einlauswette: 92. Ferner: Vernbardine(disau.): Cst. länder. Juliette, Diana Axworthy, Peter Todd. Else Loe. 3..: 1. Mallorca(B. Geuting), 2. Patschuli, 3. Cito 4. Abenteurer.— Toto: S. 29. Pl. 13, Einlaufswette: 100. Ferner: Maikönig, Fiedler(disqu.), Grafschaft, Adda, Mina Todd, Heide. 4..: 1. Tuja Guy(C. Pütz), 2. Diskont. 3. Graf Geßler.— Toto: S. 18, Pl. 12, 13. 22. Einlaufswette: 44. Ferner: Erna Bacon. Melodie, Greta Marte, Organist, Birginius, Duck(o. W. dis6l)..sa 5..: 1. Baronkel(W. Büchel), 2. Mafalda. 3. Else Lee 4. Arrak.— Toto: S. 59, Pl., 17, 26, 18. 13. Einlaufswette: 348. Ferner: Herodias(disqu.), Matador, Danae. Elsbeth(disqu.), Durg. Erker, Deutscher Vater. 6..: 1. Salvator(E. Jung), 2. Landrichter,.Doornkat.— Toto: S. 18. Pl. 14, 12, 12. Einlaufswette: 88. Ferner: Daisy, Bergstein. Mia., Guy Albert(disqu.), Dirigent(disgaz, Brgokion(disau.)., Hzgs 8 Karen7..: 1. Peter Dufsy.(E. Jung), 2. Luitpold, 3. Herenjunge.— Toto: S. 61, Pl. 13. 13, 13, Einlausswette: 128. Ferner: Bardame, Jan Wellem(o..), Rheinfee, Otti Anvil, Maria R. Auteuil, 26. November 1..: 1. Simon de Montfort(Mauhert). 2. Ch. Rama, 3. Le Passadon.— Toto: S. 236, Pl. 39, 13. 14. Ferner: Prince Pompon, Feuille'Automne, Mongol, Formosus, 2e.: 1. Feltonnette(Tremeau), 2. Semi Ton, 3.-Espotr.— Toto: S. 32, Pl. 12, 11. Ferner: Masizv, Zinal. 3..: 1. totes Rennen zwischen Menes II(Hyronimus) und El Demonio(Dunn). 3. Paradou II.— Tege;,.65 und 94, Pl. 38,,52, 31., Ferner:„Storm, Les Bossons, Pesaro, Sultan, Guard, Cordial, Partinico, Connstable. 4..: 1. Temérité(Bates), 2. Royal Kidnev, 3. Aethel Pride.— Toto: S. 405, Pl. 60, 74, 55. Ferner: Ursus, Veren, Le Solin, Jehol. Quatre As. Urfé. Hero Ban. Le Bainqueur, Partagas, Eran de Perse, Astucieuse, Kamart, oie., 1. Fuls de Liral(Bates). 2. Vendaval, 3. Grand Gala.— Toio: S. 27, Pl. 13, 16. Ferner: Alpha, Touiva II, 1. Gold Ring(Bonapentuke). 2. Rochy Condé, 3. Le Florentin.— Toto: S. 78, Pl. 18. 19, 14. Ferner: Badeh, Ad Alta, Marsyas, Bol'Or, Rosier. Unsere Voraussagen: Enghien, 27. November. 1..: Hong Voi— Fleet Foot. 2..: Chrysaor— Tribut. 3..: Xudan— Maryland. 4..: Soysambu— Siklos. b..: Espalion— Gatinaise. 6..: Faru— Dieff. Moskau, 26. November. Der achte Rätekongreß der Sowjetunion hat am Mittwoch nachmittag seine außerordentliche Tagung im Kreml begonnen. Anwesend waren sämtliche Volkskommissare und Parteigewaltigen, darunter Stalin, Woroschilow, Molotow, Kaganowitsch, Jeschow, Ordschonikidse usw., nur Jagoda fehlte. Das diplomatische Korps war fast vollzählig erschienen. Auch eine Abordnung spanischer Marxisten war zugegen, die in der vordersten Reihe saß und sich am Beifall für Spanien und die Sowjetregierung lebhaft beteiligte und die Internationale mit erhobener Faust mitsang. Der Zugang zum Kreml ist unter ungewöhnlich starke Bewachung genommen. Während es bei früheren Gelegenheiten beispielsweise den Vertretern der Auslandspresse erlaubt war, im Automobil durch das Kremltor bis zum Kongreßgebäude zu fahren, wird nunmehr jedermann nur noch zu Fuß durch ein enges Mauerpförtchen in den Kreml eingelassen. Dann passiert man einige Dutzend stark bewaffneter GPU.=Posten, die durch GPU.=Agenten in Zivil unterstützt werden. Jedesmal müssen Einlaßkarten, Paß und sonstige Ausweise vorgewiesen werden. Auf dem Wege durch den Kreml darf niemand auch nur einen Augenblick stehen bleiben. Beim Eintritt in das Kongreßgebäude müssen Mappen und dergleichen, ja sogar Damenhandtaschen abgegeben werden. Pressevertreter werden jedesmal zum Vorzeigen ihrer Schreibmaschinen und Aktentaschen aufgefordert. Sogar die Benutzung von Operngläsern ist streng verboten. GPU.=Agenten in Zivil folgen den Besuchern bis in den Kongreßsaal. Innenpolitische Rede Stalins Als Hauptredner hielt am Mittwoch nachmittag Stalin eine zweistündige Rede über die neue Sowjetverfassung. Die Rede gipfelte in dem Versuch, sich mit den Kritikern seiner Verfassung auseinanderzusetzen. Stalin, der sich nur wenig mit Außenpolitik beschäftigte, glaubte u. a. die scharf kritisierenden und ablehnenden deutschen Stimmen mit Scherzworten und humoristischen Vergleichen abtun zu können, ohne eine sachliche Entgegnung auch nur zu versuchen. In außenpolitischer Hinsicht bezeichnete Stalin lediglich zum Schluß seiner Darlegungen den Entwurf seiner Verfassung als eine moralische Unterstützung für alle jene in der Welt, die gegen den Faschismus kämpften. Er erklärte, daß das, was in der Sowjetunion Tatsache sei, auch überall in der Welt vollkommen verwirklicht werden könnte...agerachus a5. Heute vormittag wurde mit der„Aussprache" über die Rede Stalins begonnen, die nach dem gewohnten Schema verläuft. Die Redner haben sich lediglich auf die üblichen Ergebenheitsbeteuerungen zu beschränken sowie auf eine den bekannten Thesen bolschewistischer Propaganda genau entsprechende Schilderung der genannten Errungenschaften des Bolschewismus, der Stachanow=Bewegung, der Kollektivisierung usw. Die Rede des Vorsitzenden des Volkskommissarenrates der Ukraine, Ljubtschenko der die„Aussprache" einleitete, brachte zahlreiche Ausfälle gegen die faschistischen Staaten, insbesondere Polen und Deutschland. Ljubtschenko ging ferner in sehr bezeichnenden Wendungen auf den„Kampf gegen den inneren Feind“ ein, indem er unter Bezugnahme auf die letzten Schauprozesse und ihre Folgen nachdrücklich betonte, daß die„Demokratisierung" des Sowjetstaates keineswegs eine Abschwächung des Kampfes gegen „Trotzkisten, Faschisten, Menschewiken und sonstige Schädlinge“ bedeute, sondern im Gegenteil eine Verschärfung dieses Kampfes, denn alle diese Elemente müßten physisch vernichtet werden. Nach dieser deutlichen Illustration zu dem Schlagwort„Sowjet=Demokratie“ schloß Ljubtschenko mit offenen Drohungen an die Adresse Deutsch= lands, dem er in sattsam bekannter Weise aggressive Absichten auf das Sowjetgebiet unterschob. Auftrag von Reichsminister Dr. Goebbels dessen Bild mit eigenhändiger Widmung und sprach ihm die herzlichsten Glückwünsche des Ministers aus. Der Rektor der Technischen Hochschule, Brigadeführer Professor Dr. von Arnim, Dank der Wissenschaft und vor allem der Hochschulen für die Leistungen Oskar Meßters. Meßter habe immer gute Beziehungen zur Technischen Hochschule Berlin gehabt und gute Freundschaft mit ihr gehalten. Um dieses Band noch zu stärken, habe der Senat sich ihn zum Ehrensenator der Technischen Hochschule zu ernennen. Eingtechnische Der Vorsitzende der Deutschen Kinotechnischen Gesellschaft, Dr. Raths, gab den Glückwünschen der Filmtechnik Ausdruck.„. z. Wemagt gux„N. 8i.s. Oskar Meßter dankte tiefbewegt für alle diese Ehrungen. So wie er sein ganzes Leben dem Dienste am deutschen Film gemidmet habe, so hoffe er, auch in Zukunft seine Kräfte der Weiterentwicklung und Förderung des deutschen Filmwesens zur Verfügung stellen zu können, um damit an den hohen Aufgaben mitzuarbeiten, die dem deutschen Film vom Führer des deutschen Volkes gestellt worden seien. Hratlenische Hiettenpn...... im Golf von Neapel vor dem ungarischen Reichsverweser Sport-dolemder.) Heute abend.15 Uhr im Tonhallen=Barieté: Voxen Westfalia Somborn gegen 19 Bochum Einlaß 19 Uhr. Kampfpodium. Anfang 20.15 Uhr. Neapel, 26. November. Bei schönem Herbstwetteer fand am Donnerstag im Golf von Neapel die große Flottenschau zu Ehren des ungarischen Reichsverwesers von Horthy statt, an der 125 Einheiten der italienischen Kriegsmarine mit über 20 000 Mann Besatzung teilnahmen. Kurz vor 9 Uhr traf der Duce im selbstgesteuerten Wasserflugzeug im Hafen von Neapel ein, wo acht Kreuzer, 14 Torpedojäger und rund 50=Boote Paradeaufstellung genommen hatten. Eine Stunde später brachte der Hofzug den König von Italien und Kaiser von Aethiopien und den ungarischen Reichsverweser nach Neapel, das im Festschmuck prangte. 21 Salutschüsse begrüßten die Gäste. Der Herrscher und sein Gast begaben sich mit einem Motorböot an Bord des Admiralschiffes„Zara“. Die Gemahlin des Reichsverwesers und die italienische Kronprinzessin gingen an Bord des Dampfers„Aurora", während zahlreiche Ehrengäste, darunter auch das diplomatische Korps mit dem deutschen Botschafterpaar, der Flottenschau an Bord des Riesendampfers„Rex" beiwohnten. Die inund ausländischen Journalisten waren auf den einzelnen an der Parade teilnehmenden Kreuzern und Zerstörern als Gäste der italienischen Marine untergebracht. Bei der Ausfahrt übernahm die„Zara“ die Führung des Geschwaders. Auf der Höhe der Insel Capri begannen dann die Paradeübungen. Bald darauf tauchte, vom Kriegshafen Gaeta kommend, ein zweites Geschwader auf, dessen sieben Kreuzer wiederum 21 Salutschüsse abfeuerten. Nach fünfstündiger Dauer schloß die Flottenschau mit einer Parade vor den hohen Gästen. Bei einem am Mittwoch abend zu Ehren des ungarischen Reichsverwesers veranstalteten Galadiner wurden zwischen dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien und dem ungarischen Reichsverweser Horthy herzliche Trinksprüche gewechselt. Der rumänische Außenminister in Warschau Warschau, 26. November. Donnerstag vormittag traf der rumänische Außenminister Antonescu mit seiner Begleitung in Warschau ein. Mittags stattete er dem Marschall RydzSmigly, dem Ministerpräsidenten Skladkowski und dem Außenminister Beck Besuche ab. Am Grabe des Unbekannten Soldaten legte er einen Kranz nieder. Schließlich wurde der rumänische Gast mit seiner Gattin vom Staatspräsidenten empfangen. Der Nachmittag war mit politischen Besprechungen zwischen dem polnischen und dem rumänischen Außenminister ausgefüllt. Dr. Goebbels vor den Landesstellenleitern dnh Berlin, 26. November. Am Donnerstag vormittag sprach Reichsminister Dr. Goebbels im Thronsaal des Ministeriums zu den Landesstellenleitern und Referenten des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Nach kurzem Ueberblick über die bisherigen Erfolge der politischen Propaganda wies Dr. Goebbels auf die innen= und außenpolitische Zukunftsaufgabe der nationalsozialistischen Volksaufklärung hin. Der Minister ging auf zahlreiche Einzelheiten und Problemstellungen ein, deren Klärung für die Ausrichtung der politischen Propaganda von Bedeutung ist. Filmpionier wird geehrt Oskar Meßter zum Ehrensenator der Technischen Hochschule Berlin ernannt Berlin, 26. November. Die Reichsfilmkammer veranstaltete am Donnerstag in Anwesenheit von Vertretern der Behörden und der Filmindustrie eine eindrucksvolle Ehrung für den Pionier des deutschen Films, Oskar Meßter, der bekanntlich vor einigen Tagen seinen 70. Geburtstag feiern konnte.„ IpImammer Stastamie Der Präsident der Reichsfilmkammer, Staatsminister a. D. Prof. Lehnich, würdigte die Verdienste Meßters auf allen Gebieten der Kinematographie und betonte, daß keines der technischen Gebiete des Films und kein Abschnitt seiner Entwicklung von seinen richtungweisenden und vorwärtstreibenden Ideen unbeeinflußt geblieben sei. Als Zeichen der Anerkennung überreichte Professor Lehnich dem Jubilar eine künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde. Zugleich übergab er im Frankreichs größter Kriegshaushalt Paris, 26. November. Im Finanzausschuß der Kammer wurde am Mittwoch der Haushalt des Kriegsministeriums eingebracht, der sich für 1937 auf 11 046 Millionen Frank beläuft. Es ist der größte Kriegshaushalt, der jemals einem französischen Parlament vorgelegt worden ist. Unberücksichtigt bleiben hierbei die außerordentlichen in Höhe von rund 10 Milliarden, die in den letzten Monaten für das Marine=, Luftfahrt= und Kriegsministerium beantragt worden sind. „Wehrpflichtgerüchte unrichtig“ Eine amtliche Londoner Aeußerung London, 26. November. Die neuerdings in England weit verbreiteten Gerüchte, daß die britische Regierung infolge des Rückganges der Rekrutierungszahlen beabsichtige die allgemeine Wehrpflicht einzuführen, wurden am Donnerstag in London amtlich als unrichtig bezeichnet. Die Regierung sei der Ansicht, daß die Möglichkeit, durch freiwillige Werbung das Heer aufzufüllen, noch keineswegs erGört e...,„. Maistmach im 1. Minister Inskip erklärte am Mittwoch im Unterhaus, daß die gesamte Kopfstärke der britischen Wehrmacht unter Einschluß der Hilfsstreitkräfte und Reserven sich Ende Oktober 1936 auf 698 598 Mann stelle, während die Stärke Ende Oktober 1935 666 828 Mann betragen habe. Kurz=Nachrichten Der Führer ehrt drei Hundertjährige. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Emilie Koeppe in Cottbus, der Frau Johanna Kopp in Hamburg und der Frau Luise Dorothee Steinmetz in Eschwege aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres persönliche Glückwunschschreiben und Ehrengaben zugehen lassen. Rust und Lutze beglückwünschen„Kraft durch Freude“. Anläßlich des dreijährigen Bestehens der „Kraft durch Freude“, sandten Reichsminister Rust und Stabschef Lutze Glückwünsche. Mißglückter Anschlag auf den Zug von Daladier und Gamelin. Auf den Zug, mit dem sich der französische Kriegsminister Daladier und der Generalissimus Gamelin nach Mülhausen begaben, wurde ein Sabotageakt an Streckensignalen verübt, der rechtzeitig in seinen Auswirkungen vereitelt werden konnte. Italien tritt aus dem Völkerbund aus, wenn: Der Genfer Berichterstatter des„Intransigeant“ meldet, die italienische Regierung habe in Paris und in London wissen lassen, daß Italien aus dem Völkerbund austreten würde, wenn eine Abordnung der bolschewistischen Gewalthaber aus Valencia am 7. Dezember in Genf zur Sitzung des Völkerbundsausschusses zur Reform der Völkerbundssatzungen zugelassen werden würde. Tränengas gegen Warschauer Studenten. In Warschau, Krakau, und Posen ist es zu Studentenkundgebungen gekommen. In Warschau hatten die nationalen Studenten das Universitätsgebäude besetzt. Sie wurden gestern durch Tränengas daraus vertrieben. Rund 300 Studenten wurden verhaftet. Ein zündender Film echter Darsteller: Magda Schneider" Wolf Albach-Retty„Adele Sandrock Leo Slezak Lizzi Holzschuh„ Georg Alexander Ein mitreißendes Spiel der Liebe— mit einer packenden Handlung, in der es klingt und singt, weint und lacht. Täglich.15,.40, 8 Uhr Ein Film, der zur Zeit in beisplellosen Erfolgsserien in allen führenden Theatern des Reiches gezeigt wird. Ein Biesen-Erlolg nberall! ImOfa Theater Frankfurt a. M. bisher schon üb. 60 Wiederholungen. Man muß dieses Filmwerk gesehen haben! Es ist und bleibt ein Erlebnis! Radio alle Marken Tellzahlung! H. Scherzek Wiemelhauser Str. 96 Wiederum startet der geniale Regisseur von„Maskerade“ „Mazurka“ und„Allotria“ ein Werk von entscheidender Bedeutung— etwas Großes, Gewaltiges Ein Spitzenfilm der Tobis-Europa, der das letzte Liebeserlebnis eines berühmten Künstlers auf der Höhe seines Lebens und seines Ruhmes erzählt. Gespielt von Werner Krauss Hortense Raky— Olga Tschechowa Willy Eichberger— Hans Moser Regle: Willy Forst Musik: Peter Kreuder Walzer:„Sag' beim Abschied leise Servus: Der Berl. Lokal-Anzeiger schreibt:„Nur zwei Worte: Ein Erlebnis!“ Vorher: Die neueste Ufa-Tonwoche Jugend erste Vorstellung halbe Preise! Täglich 3½ Uhr, letzte Vorstellung 8 Uhr Sonntag 3 Uhr, letzte Vorstellung 8 Uhr GrI VUHHHAT 2 Nachtvorstellungen Sonnabend u. Sonntag. 22.15 Uhr jehe das Schicksal einer S hungen Ene 1 Frühvorstellung Sonntag 11.30 Uhr Abenteuer auf dem Meeresgrund Reg *—-*——— B O CHUM Freitag, 27. Nov., 20—22 Uhr. Vormiete A 8: Gastspiel der Kölner Oper! Abu Hassan Komische Oper von C. M. von Weber: hierauf Tänze von Weber, Schubert und Schumann. Samstag, 28.Nov., 20—22.15 Uhr, Weißer Ring 3: Pygmalion Komödie von Bernard Sbaw. Bestecke für jed. Haushalt, rostfrei, echt Silder und 100 Gramm Silberauflage, billigst. Zahlungserleichterung., Katalog gratis. W. O. E. Haag, Solingen 15 Das Schicksal einer jungen Ehe Die Presse schreibt über diesen ungewöhnlichen Film: Es ist eine Meisterschaft der Franzosen. Liebesprobleme mit aller Freiheit und doch mit großer Delikatesse zu behandeln. mit einem außergewöhnlichen Samstag Sonntag Film 1015 abende urhrsohunter Eintrittskarten im Vorverkaut an der Tageskasse Das Inserat hier im B. A. ist auch für Dich, mein Freund. stets da! Drum mach in jedem Fall Gebrauch davon, wie alle andern auch Draht getlechte, Weldendrähte, Stacheldrähte, Bindedrähte billigst! GrobeLäger Rösler& Lönne Drahtwerk Bochum, Redemptoristenstrabe 28.30. 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November 1936 Volk und Buch Ab onteus dichs=Aoll In der Fülle der Neuerscheinungen, die alljährlich, insbesondere zur Weibnachtszeit, den Buchermarkt überfluten, hat von jeher das abenteuerliche Buch, das Buch der Reisen und Schilderungen exotischer Völker und seltsamer Ereignisse in fernen Ländern, eine besondere Rolle gespielt. Nur wenigen von jenen Menschen, die der Stern ihres Schicksals in fremde Länder führte, sind ausersehen, etwas vom bunten Glanz der Ferne in Büchern einzufangen. Von ihnen erzählen die Bände. auf die wir nachstehend kurz hinweisen: „Ihn Saud, König im Morgenland" (Paui List=Verlag, Leipzig). Der Verfasser H. C. Armstrong hat lange Jahre in den Landern Arabiens geweilt und erzählt in diesem Buche von der Jugend des heutigen Araberkönigs. Er gibt eine ausgezeichnete Schilderung von dessen Kampf ums Dasein als vollig verarmter Flüchtling und seinem glanzvollen Aufstieg zum Herrn über Aravien. Das Buch enthält eine Wiedergabe der persönlichen Eindrücke des Autors, die dieser als Gast des Königs lange Zeit empfangen hat, und bringt uns die große geschichtliche Aufgabe des arabischen Volkes, zugleich die Eigenart der Menschen, Sitten und Bräuche dieses Landes in lebendiger, anschaulicher Darstellung nahe. „Wer wandert mit?" hat Fritz Bäumer sein Buch von Abenteuerfahrten durch Sudeuropa und Nordafrika genannt.(Verlag Robert Lutz, Nachf. Otto Schramm, Stuttgart.) Das Werk, dem Felix Graf Luckner ein prächtiges Geleitwort gewidmet hat, erzählt von den abenteuerlichen Fahrten eines Wanderburschen, der als junger arbeitsloser Schriftsetzer mit dem Rucksack auf dem Rücken in die Welt hinauszog und die ganze Buntfarbigkeit der Fremde erlebte. Aeußerst tebendig und spannend geschrieben ist dieses Erlebnisbuch, doch so stark auch mit Betrachtungen geschichtlicher und kulturgeschichtlicher Art durchsetzt, daß es auch hierdurch zu einem wertvollen Geschenk wird. „Einer ging in die Wildnis.“ In diesem Buch(Paul List=Verlag) schildert Hans Reiser seine ungewöhnlichen Erlebnisse im ratselhaften, unbekannten Peru, in dessen Innerem sich der Dichter über drei Jahre aufhielt. Schrecknisse, Gefahren, Schönheit, Einsamkeit und ewig gluhendes Fernweh sprechen aus seinen mit trovischen Farben bunt und leuchtend gemalten Schilderungen eines seltsamen fernen Landes. „Kameraden in Süd=West(Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin). Ein Tatsachenroman ist das Buch von Karl Angebauer. In seinen Seiten wird der deutschen Kameradschaft, die aus dem Erlebnis Sudwestafrikas erwuchs, ein bleibendes Denkmal gesetzt. Die Kämpfe der Hereros und unserer Kolonialtruppen, Abenteuer und Jagden auf Raubtiere, aber auch der tägliche Einsatz im Kampf um den Boden ziehen in wechselnden Bildern an dem Leser vorüber. Ein Leben, reich an Mühen, Gefahren, Erfolg und Erkenntnissen das Leben eines Kolonialdeutschen bis zum Weltkrieg steht in diesem Buch mahnend vor uns. In die geheimnisvolle Welt Asiens führt James Hiltons Roman„Irgendwo in Tihet“(Herbert Reichner=Verlag, Wien— Leipzig— Zurich). Ein junger britischer Konsularbeamter, halb Held, halb Grubler, wird mit einigen, vom Zufall bunt zusammengewürfelten Schicksalsgefährten in eine weltabgeschiedene unzägängliche Gebirgsgegend Tibets verschlagen, wo er eine Insel der Kultur inmitten einer unterganggeweihten Welt findet. Fast erliegt der junge Mann dem Sinnenreiz und geistigen Zauber des Ortes, bis er nach überaus dramatischen Ereignissen zurückfindet und dem Ruf der Kameradschaft und der Liebe folgt. Das Buch überzeugt von der Kunst eines großen Erzählers.„ v. Wilt=kasians tinl Gleichfalls in der Welt mitelastens spielt der neue Roman von Josef M. Velter„Flucht durch die Gobi" Die von unterirdischen unheimlichen Kräften brodelnde Stadt Urga ist der Ausgangspunkt der äußerst geschickt und spannend aufgebauten abenteuerlichen Erzahlung. Sowiets, die Spitzel der GPU., mon golische Rauberbanden veranlassen die Menschenzagd durch die Gobi, die voller seltsamer Geschehnisse wird. Ausgezeichnete Federzeichnungen sind ein besonderer Reia dieses Buches..„ r7ign im Warige 9 8. Vom gleichen Verfasser erschien im Verlag H. P. Bachem, Köln, das Buch„Wölfe, Bären und Banditen". Weite, Einsamkeit, Schönheit und eisiger Tod Sibiriens bilden hier den Hintergrund für die fesselnde Darstellung des Lebens eines Waldläufers. Diese Jager= und Abenteuerfahrt, die durch eine Reihe von Lichtbildern eine anschauliche Unterstreichung erhält, ist eines der besten Bucher des Verfassers. on Keyserlingk:„Monte, elag Dr., Fritz Bokamper, Görlitz). Ein Willk ind Schäufenster Das Buch vom deutschen Lebensraum Wesen— Lebensraum— Schicksal(Verlaa F. A. Brockhaus. Leipzia). Die Erkenntnis, daß unser nationalsozialistisches Staatsleben auf dem deutschen Volkstum beruht, schließt notwendigerweise ein die Bejahung der schicksalhaften, unveräußerlichen Gemeinschaft mit dem deutschen Volkstum außerhalb der heutigen Grenzen. Trotz dieser Grenzen verbinden tausend für unser Volkstum lebenswichtige Fäden die Deutschen über die Grenzen hinweg mit den Deutschen. Um so begrüßenswerter daher, daß mit dem vorliegenden Werk ein umfassender Ueberblick über das gesamte 95=Millionen=Volk der Deutschen, über seinen Lebensraum und über seine Geschichte gegeben wird. Knappe, allgemeinverständliche Aufsätze, Karten und Bildtafeln erleichtern dem Leser die Erkenntnis von der Größe und dem unerschöpflichen Reichtum dieses deutschen Lebens in aller Welt. So bildet der Band gleichsam einen Baustein am Aufbau einer Wissenschaft vom Volk. Richard E Byrd:„Mit Flugzeug. Schlitten und Schlepper“(Verlag Brockbaus. Leipzia). Wieder liegt ein Werk des auch bei uns längst bekannten amerikanischen Flieaers und Forschers Richard E. Byrd vor:„Mit Flugzeug. Schlitten und Schlepper, Meine zweite Expedition nach dem Sechsten Erdteil". Wohl die abenteuerlichste Expedition dieses Pioniers der Wissenschaft. Auch wer Byrds bisher erschienene Werke über seine Reisen und Abenteuer in der Luft und zu Lande nicht kennt, wird sich mit Freude dem Studium dieser Neuerscheinung hingeben, die Reise miterleben und am Schluß eine wesentliche Bereicherung seiner sachlichen Kenntnisse vom Land um den Südvol, vom Sechsten Erdteil, erfahren haben. 115 Männer, 153 Hunde, 2 Schiffe, 4 Flugzeuge und 6 Rauvenschlepper umfaßte die zweite Sudvol=Expedition Byrds. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit waren 25 000 Quadratkilometer neues Land und 400000 zur See vermessene Quadratkilometer. Ein buntes Mosaik von Abenteuern und Gefahren, ein Bild der Bereitschaft, sich für die Gesamtheit aufzuopfern, so schildert Byrd federgewandt und spannend die Erlebnisse seiner zweiten Ervedition, der größten, die je im Sechsten Erdteil arbeitete. 89 Abbildungen, zum Teil Luftaufnahmen, und zwei Karten, veranschaulichen Grauen und Schönheit der Südvolarzone ausgezeichnet. Fanny Gräfin von Wilamowitz=Moellendorf„Erinnerungen und Begegnungen“(Verlag von Martin Warneck, Berlin). Die Verfasserin dieses Buches, die Schwester Karin Görings, ist in Deutschland allgemein bekannt. Aus einem wahrhaft reichen Leben, nicht nur reich an Erlebnissen und Begegnungen, sondern auch köstlich an Arbeit und Aufgaben, vermag dieses Buch ein ungemein farbiges Bild zu geben. Aus jedem Kapitel, sei es die Schilderung ihrer Kindheit der Eintritt in die große Welt oder die Reisen und Begegnungen in Deutschland, aus allem spricht die arenzenlose Liebe zum Vaterland, auf jeder Seite fühlt der Leser den starken Willen und den Wunsch der Verfasserin: Freundschaft zwischen Deutschland und Schweden.—1— Botho Graf der Rebel!“(Verlag Dr. Fritz Wir erleben in diesem Roman den zielbewußten Kampf des Deutschen Ritterordens um die Eroberung eines Bollwerks im Osten mit dem heldischen Schicksal des tapferen Gauführers aus Nathangen, Hercus Monte. In einer bewegten und farbigen Handlung werden die Ereignisse nicht nur vom Standpunkt des Deutschen Ordens, sondern auch vom Blickfeld der alten Preußen behandelt. Und wir erkennen die Größe dieses urwüchsigen freiheitsliebenden Volkes. Hermann Jung:„Geschändete (Holzwarth=Verlag, Borna bei Leipzig). In diesem Buch rollt die Geschichte eines Vagabundenkindes aus dem Wolgalande ab, eines Kulakensöhnchens, das nach der Ermordung seiner Familie, seiner Lehrer mit Vagabunden, Krüppeln, Dieben und Mördern durch Rußland eilt. Eine furchtbare Anklage gegen den Bolschewismus. Das ist, wie Dr. Goebbers in seiner Kongreßrede auf dem Reichsparteitag 1935 sagte:„Die blutige Praxis eines hysterischen und verbrecherischen politischen Wahnsinns, der sich in jedem Lande und Volk in denselben schauderhaften Vorgängen wiederholen würde, sofern ihm die Möglichkeit dazu irgendwie gegeben würde...“ Maximilian Böttcher:„Krach im Hinterhaus.“ Im Buchwarte=Verlag Berlin ist eine Volksausgabe des prachtvollen, saftigen und humorgefüllten Werkes erschienen, das durch Film und Theater bereits überall bekannt wurde. Jeder kann sich an diesem köstlichen Buch, mit dem der Dichter einen echten Volksroman geschaffen hat, nur immer wieder erfreuen. Nur 4 Tage, Frelag-Moniag GUSTAV FRÖHLICH, MARIELUISE CLAUDIUS UND THEO LINGEN In dem lustigen Abenteuer Die Eintlahrung mit Leis Chlud- Walter Janssen Dazu das gute Beiprogramm und die neue Wochenschau HAMNER NESILZEIR Rombi für den Magen Liter 4,— ohne Flasche Mit-Rombi Kräuterbranntwein, Liter .40 ohne Fl. empfehlen A. Janzik, Gußstahlstr. 12 F. Strätling, Hellweg 54 wis DSt SU Jii Votporogramm.: Sescd euehsene, Arbeiter-heute Ein Lustsplel mit Klaue Pohl und Ewald Wenk Ein Fllm von der„Kraftdurch-Freude“-Fahrt d. 5000 deutschen Arbeiter n. Lissabon u. Madeire Dazu Deullg-Tonwoche Sonntag 2 Uhr Kinder-Vorstellung StondFaldst VOMHHEEZ Sonntag, den 29. November vorm. 11.30 Uhr Frühvorstellung Der einzigartige Ton-Kulturtilm fünf Jahre schon trage ich ihnl. und warum hält er so lange? Warum muß man mit ihm zufrieden sein? Die Verarbeitung ist es— die Inneneinlage— der gute, modische Oberstoff machen unsere so strapazierfähig. Dazu noch so preiswert. Unsere Hauptpreislagen: Apollo Weitmar Relles Lut mit Marika Röhk, Paul Kemp, Ureula Grabley u. Hans Stäwe Capitol kangendreer zeigt: Liane Hald, Thee Lingen. Hane Moser. Heinz Rühmann, ivan Petrevich in Ungeküßt soll man nicht schlaten gehn Wanneeiche! 20, 10, CU, und höber Brück- und Franzstr.-fche Aeltestes Spezialgeschäft für Herren-Kleidung fertig und nach Maß Schauburg Mehr eis ein Lustsplel, mehr als eine Operette menr als eine Revue, alles In einem: BROAD NAVMELODIE. Em Wirbel v. Rhythmus. Humor und übermut, ein Fim mit einer außergewöhrlichen Besetzung. Lehrtilm: Die g One Insel— Kurztoniilm- Beverie-Woche Capitol- Werne Jenny Jugo, Gustaf Gründgene in In diesem Obermötig lustigen FiIn schen wir die bezeubeinde Verwandlung eines kienen Blumenmödchers in eine goße Deme! Ein Tonfllm von J. E. Williamson dem Erfinder der Unterwasserphotographis. Aufgenommen an den Bahamo-Inseln und an der haltfornischen Küste. Das Leben des Meeresbodene- Kämpfe mit Ungeheuern in einer Weit, die noch nie eines Menschen Auge erblickte— Nenschen im Kampf mit Halen und Polypen— Abenteuer, wis sie noch nie im Flim zu schen waren! Riesige Fächerkorallen— Teulelsbische— Die Darracude, der gefürchtete Räuber der Atlantik Neuschenfressende Hale und mäch Atise Wale— Riesenpolvpen u. v. a. Der Kampt ums Dasein in der von Menschen noch nie geschauten Welt des Meeresbodens. Alle Geheimnisse, alle Mysterten einer Welt, die dem Menschenauße nisber verschlossen war tun sich hier auf K „Tanie Julia aus Kalkulia“ Ein toller Lachschlager mit: Trude Hesterberg, Tina Eilers, Gertrud Boll, Jupp Hussels, Paul Henkels, Paul Heidemann. Ein wirbeindes Spiel des Frohsinna und Humors— mit den launigen Schlagern: „Tante Jutta aus Kalkutta: Junge das macht Laune:: Dazu das reizvolle Vorprogramm Täglich.15, 5,40, 8 Uhr Kleine Preise: RM..40 bis.20 Juzendliche halbe Preise! Fachschalt III(Muslkerzieher) ZumTag derHausmusik Schaterhenzert (UI. Veranstaltung) Samstag, 28. Nov., abde. 9 Uhr. Im Ernet-Moritz-Arndt-Haus. Tiatritt 20 Pf. Karten a. d. Abendhasse. Reichskolonialbund, Kreisverband Bochum Einadung für Gründungsersammlung heute. Preitag, 20 Uhr, im Restaurant Wwe. Habigherst(Padberg), Herner Str. 19 Höning, SA.-Stand.-Führer Blau-Weiß % Ltr..80, 2 Ltr. 1, 20, ½ Ltr..78 e. N. Oestillation u. Weinkellere Tur Poltkutsche Inh. Jes. Blum, Vikterlastr. 7, Rut 899 76 Schreibmaschinen neu. RM. 109.30 und Rm. 130.—. auch in kleinen Raten. Friedrich Horst. Wittener Stz. 14. Trlolggeich werben durch Anzeigen im Bochumer Anzeiger Schoflosigkeit, Schwindel v. Angergefuhl sind verschwunden. Der genze Körper ist elostisch geworden, die Gesichtsfarbe viel gasunder. So schreibt. Ww. Amelle berg Sehren(Nunsrüchl, den 8. 1. 1915 Viele Anerkennungen liegen ver. "" Nehmen auch Sie arllg kröuter-Seft Fl. 193 10 KrSuter- Tobl. O. 1 Dregerle Fischer, Hertam- Eeke Rottetr. Drogerie Reinhardt, Moltkemarkt 39 VII.: Brüderstraße Eeke Märkleche Sin. Drogerte Stüring. Hellwegstraße 1 Drogerie Kneider, Große Beckstraße 11 Linden: Dregere Peueretela Dregerte Schuager Seite 14 Nr. 278 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 27. November 1936 Nachrichten aus Groß-Bochum Kleine Aneldungen aus den=Sladienen Stadtteil Gertbe NS.=Kulturgemeinde. Die NS.=Kulturgemeinde (Feierabendgemeinde), Ortsgruppe Bochum=Gerthe, hat das Dortmunder Marionettentheater P. A. Kastner, das im Vorjahre schon in Gerthe mit großem Erfolg gastierte, zu einem neuen Gastspiel für heute verpflichtet. Zur Aufführung kommt„Kalif Storch“. Abends 8 Uhr findet die Vorstellung für Erwachsene, nachmittags 4 Uhr eine Kindervorstellung statt. Wegen des teilweise sehr schwierigen Stoffes ist die Auffühnung für Kinder unter neun Jahren nicht geeignet. Keiner sollte sich die Gelegenheit einer künstlerisch=wertvollen Marionettenauffuhrung entgehen lassen. An die noch Außenstehenden ergeht die Bitte, Mitglied der Ne.=Kult irgemeinde(Feierabendgemeinde) zu werden, zumal noch eine ganze Reihe großer Veranstaltungen bevorsteht. Der geringe Mitgliedsbeitrag von 3 RM. für sämtliche Veranstaltungen kann in Teilbeträgen an der Abendkasse bei Kalthoff entrichtet werden. Elisabethfeier. Der katholische Mütter= und Elisabethverein Bochum=Gerthe feierte am Mittwoch nachmittag im Saale van de Pavert sein Jahresfest in Verbindung mit der Elisabethfeier. Die Mitglieder hatten sich so zahlreich hierzu eingefunden, daß die Vorsitzende Frau Borgmann zu Beginn ein übervolles Haus begrüßen konnte. Im Mittelpunkt des Festes stand die Ansprache des Präses Pfarrer Normann, der über das Leben der heiligen Elisabeth und ihre Mildtätigkeit für die Armen sprach. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken wurden einige kleine Aufführungen ernsterer und heiterer Art dargeboten, die zur Unterhaltung wesentlich beitrugen. Dreister Straßenraub. Ein Otto Pf. aus der Wittener Straße in Castrov=Rauxel. der am 21. November in Dortmund Persil, Bleichsoda und Seife für seinen Hausierhandel eingekauft hatte, befand sich gegen 19 Uhr auf dem Heimwea. In der Bockenfelder Straße im benachbarten Bövinghausen war er infolge einer Steigung von seinem Fahrrad gestiegen und gina zu Fuß. Etwa 50 Meter von dem Hause Bockenfelder Straße 206 entfernt, wurde er von zwei Männern angefallen Einer der Männer, ein Mann im Alter von etwa 50 Jahren mit kurzgeschnittenem, meliertem Schnurrbart, erfaßte das Fahrrad des Pf. mit den Worten:„Gib mal her das Rad!" Der Ueberfallene setzte sich zur Wehr, weil die Männer versuchten, ihn in den Straßengraben zu drängen. Plötzlich ließen die Männer von Pf. ab und verschwanden. Als sie sich entfernt hatten, sah Pf., daß sein auf dem Geväckträger des Rades festgeschnalltes Paket(Pappkarton) mit den erwähnten Waschmitteln verschwunden war. Als Täter kommen nur die beiden Männer in Frage: eine Beschreibung kann infolge des an dem Tage herrschenden Nebels nicht gegeben werden. Stadtteil Altenbochum Vom Hauptfriedhof. Auf dem Hauptfriedhof werden augenblicklich umfangreiche Arbeiten vorgenommen. Mit den Ausschachtungsarbeiten für eine neue Leichenhalle wurde bereits begonnen. Von der anschließenden Friedhofskavelle steht schon der Sockel. Auch mit dem Bau einer Großaärtnerei hat man begonnen. Im Betriebe verletzt. Von einem Berufsunfall betroffen wurde der Werksarbeiter August Spr., Brelohstraße 52. Der Bedauernswerte, der bereits vor einigen Monaten von einem Werksunfall betroffen wurde und längere Zeit im Bochumer Augusta=Krankenhaus daniederlag, wurde auf seiner Arbeitsstelle von einem Kranseil, das Werkslasten transportierte, derart unglücklich getroffen, daß Spr. wieder erneut dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Stadtteil Laer In hohem Alter. Am Samstaa begeht die Ehefrau Ida Neuhaus, geborene Hövelmann, Wittener Straße 333, in bester geistiger Frische im Kreise der Familie ihren 76. Geburtstag. Werbeveranstaltung des Reichsluftschutzbundes. Die Gruppe Laer des RLB. veranstaltet am Donnerstag, 3. Dezember, im Saale der Witwe Möller einen Werbeabend. Für alle Männer und Frauen und die übrigen Volksgenossen, die durch die Schulung des RLB. nicht erfaßt sind, ist es sehr wichtig, den Vortrag anzuhören und den Film anzusehen. Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront. Im großen Möllerschen Saale findet am Sonntag um 10.30 Uhr eine große Kundgebung mit reichhaltigem Programm statt. Die Hauptansprache hält Kreisobmann Parteigenosse Meinert. Die Arbeitsopfer treten im Lokale Zeiger(Stodt) an und marschieren um 10.15 Uhr geschlossen zum Versammlungslokal Schuth. Kaninchenausstellung. Der Kaninchenzuchtverein „Gute Hoffnung" veranstaltet am Samstag und Sonntag im Lokale des Wirts Otto Borkenstein eine Lokalausstellung, in der etwa 90 wertvolle Tiere verschiedener Rassen zur Schau gestellt werden. Die Pelzschau zeigt allerlei Handarbeiten. Stadtteil Langendreer Vom Roten Kreuz. In feierlicher Weise wurden durch den Kolonnenführer Nowack und den Kolonnenarzt Dr. Große=Holz die Angehörigen der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz auf den Führer verpflichtet. Die Vereidigung fand im Vereinsheim Nowack statt. Blockübung. In die Luftschutzübung am Mittwoch nachmittag waren 88 Häuser am Kaisersteg. Unterführung, Oelbachtal und„Familienwohl“ einbezogen. Die Uebung konnte allgemein befriedigen.— Die Werbeveranstaltung am Donnerstag abend bei Hiby an der Kaltenhardt hatte den Erfolg, daß sich neun Mitglieder zum Reichsluftschutzbund meldeten. Weitere Werbeveranstaltungen finden statt: Freitag, 27., 20 Uhr, im Saale der Wirtschaft Neuhaus, Langendreerstraße; Samstag, 28., 20 Uhr, im Saale der Wirtschaft Schulte, Wilhelmshöhe; Montag, 30., 20 Uhr, im Saale der Wirtschaft Lindemann, Hauptstraße. Vorführungen des Luftschutzpropagandatrupps, Film„Volk in Gefahr", Schaubilder: Der Schutzraum, der Boden, hergerichtet für den Luftschutz. Puppenspiele. Die außerordentlich stark besuchten Puppenspiele des Puppenspielers Twadowski im Lindemannschen Saale machten der Jugend riesigen Spaß. Auch Große hatten ihre Freude an diesen durch die NSG.„Kraft durch Freude“ vermittelten fröhlichen Stunden. Schn. aus der Kohlenstraße auf der Hattinger Straße an ein Lieferauto gehängt, um sich so mitschleppen zu lassen. An der Clemensstraße bog der Fahrer ein, wodurch Schn. die Beherrschung über sein Fahrrad verlor und zum Sturz kam. Er zog sich nicht unerhebliche Verletzungen zu, die krankenhausärztliche Behandlung erforderlich machten. Stadtteil Wiemelhausen Lebhafte Bautätigkeit. Wenn man einen Spaziergang durch das Ehrenfeld, Hunscheidtsfeld und Wiemelhausen macht, so kann man an fast allen Straßenzügen Neubauten erstehen sehen. So wird gegenwärtig gebaut an der Friederika=, Gabelsberger=, Stolze=, Drusenberg=, Wasser= und Hattinger Straße. Der Spar= und Bauverein läßt auf dem Gelände an der Drusenberastraße im Hunscheidtsfeld, kurz vor der Mozartstraße, eine häßliche Baulücke durch einen Wohnungsbau ausfüllen. An der Dirschauer Straße sind zwei schmucke Wohnhäuser vor kurzem bezugsfertig geworden. Oberhalb der Friederikastraße ersteht ein größerer Wohnungsbau. Die Neubauten der Selbsthilfe in der Nähe der Kirche in Wiemelhausen gehen aut vorwärts. Stadtteil Stiepel Tapfere Werkskameraden werden belohnt. Die Verwaltung der Ruhrstahl AG. Henrichshütte hat bekanntlich für alle Mitglieder der Gefolgschaft einen Betriebswettbewerb für Unfallverhütung ausgeschrieben, in dem die besten Vorschläge mit einem Preis bedacht werden sollen. Darüber hinaus hat die Verwaltung elf als Kranführer, Pfannenmänner, Rangierer und Trichtermacher tätige Männer, die andere Kameraden während der Arbeit aus Gefahr durch besondere Entschlußkraft vor einem Unfall retteten oder sie davor bewahrten, in besonderer Form durch Ueberreichung eines Geldpreises geehrt. Neues aus Linden=Bahihaufti. Stadtteil Werne Fußgänger von hinten angefahren. Der aus BochumWerne stammende Emil L. wurde auf dem Ruhrschnellweg im Stadtteil Lütgendortmund von einem bis jetzt noch nicht ermittelten Kraftwagen, dessen Lenker ebenfalls noch unbekannt ist, von hinten angefahren und zu Fall gebracht. L. trug eine Gehirnerschütterung und Schürfwunden davon und mußte Aufnahme im katholischen Krankenhause zu Dortmund=Lütgendortmund finden. Nach dem Fahrer fahndet die Polizei. Stadtteil Weitmar Einer leidigen Unsitte zum Opfer gefallen. Um gestern morgen schneller zu seiner Arbeitsstelle zu gelangen, hatte sich der jugendliche Pflastererarbeiter Rudolf Goldene Hochzeit. Auf eine 50jährige Lebensreise können am Freitag die Eheleute Heinrich Hopmann in Linden, Lewackerstraße, zurückblicken. Der Jubelbräutigam, der am 27. August 1859 zu Hattingen geboren wurde, übte seit 1917 die bergmännische Tätigkeit aus. Die letzten Jahre brachte er im verdienten Ruhestand zu, Die Jubelbraut, Auguste geb. Walkenhorst, sah das Lebenslicht am 30. 3. 1867 in Baak. Dem allgemein beliebten Paar wurden in der langen ehelichen Gemeinschaft neun Kinder, von denen fünf Knaben und vier Mädchen waren, geboren. Es blieb ihm aber die Bitterkeit nicht erspart, daß zwei Mädchen und ein Sohn, der auf dem Felde der Ehre blieb, starben. Dem goldenen Hochzeitspaar werden am Tage der Jubelfeier sicherlich viele Ehrungen zuteil werden. Vom stellvertretenden Reviervorsteher der Schutzpolizei, Obermeister Lettmann, konnte dem Jubelpaar ein staatliches Geldgeschenk und eine sinnige Ehrenurkunde überreicht werden. Aus der DAF., Ortsgruppe Dahlhausen. Nachdem das Gauschulungsamt die Richtlinien für die Grundschulung der Amtswalter innerhalb der DAF. bekanntgegeben hat, wird in der Ortsgruppe Dahlhausen nun auch die Grundschulung der DAF.=Amtswalter durchgeführt. Der Plan hierzu ist in zwei Abteilungen eingeteilt worden, und zwar werden die Schulungsabende der Abteilung I an jedem ersten Dienstag des Monats um 19 Uhr bei Heinrich Jacobi in Dahlhausen, Dr.=.=Otto=Straße 133, die der Abteilung II an jedem zweiten Dienstag eines Monats ebendort abgehalten werden. Es wird ausdrücklich betont, daß jede dienstliche Weigerung rücksichtslos geahndet wird. Nur ärztlich bescheinigte Krankheit entschuldigt Fernbleiben. Die Wichtigkeit des Luftschutzes. Innerhalb der Reviergruppe des Reichsluftschutzbundes Linden=Dahlhausen finden in den nächsten Tagen eine Reihe von Vorträgen und Vorführungen von Aufklärungsfilmen in folgender Reihenfolge statt: 1. Dezember 1936 auf dem Horkenstein; 2. Dezember 1936 bei Scheidtmann; I. Dezember 1936 bei Lutz; 4. Dezember bei Henke. Zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen wird die Bevölkerung freundlich eingeladen. Zur Deckung der Unkosten werden Programme zum Preise von 10 Pfennig durch die Blockwarte verkauft. Beginn der Veranstaltungen pünktlich um 20 Uhr, Einlaß um 19,30 Uhr. Ein Abend voll Freude und Humor. Wie bereits durch Voranzeige und Aushänge bekanntgegeben, findet am Samstag, 5. Dezember, auf dem Horkenstein die erste„Kraft=durch=Freude"=Veranstaltung statt. Es soll wirklich ein Abend voll Freude und Humor werden. denn aus den Berichten der Ortsgruppen, in denen die Truppe bisher aufgetreten ist, ersieht man, daß„Goldy mit ihren Brüdern“ nur Bombenerfolge geerntet hat. Deshalb sollte auch kein Volksgenosse bei dem geringen Eintrittspreis es versäumen, sich diesen Abend anzusehen. Einlaß 19 Uhr. Beginn pünktlich 20 Uhr. Die Vorverkaufsstellen der Eintrittskarten sind bereits bekanntgegeben. Sportschießen in Dahlhausen. In dieser Woche ka das Sportschießen, das eine rege Beteiligung sah, im Lokale Behrendt in Dahlhausen zum Abschluß. Wie heiß um den Sieg und um die Preise gestritten wurde, geht daraus hervor, daß die vier ersten Preisträger erst durch Stechen festgestellt werden konnten. Den ersten Preis holte sich mit 34 Ringen(im Stechen 33 Ringen) Vollmer. Die Schützen Trapmann, Kusch, Rogalski erzielten ebenfalls 34 Ringe, wobei im Stechen Trapmann sich mit 32 Ringen den zweiten Platz holte, während Kusch mit 27 und 28 Ringen, Rogalski mit 27 und 22 Ringen den dritten und vierten Platz erobern konnten. Die drei letzten Preise sicherten sich die Schützen Fritz Paar, Puls und Kunz mit je 33 Ringen. Elisabethverein der St.=Michaels=Pfarrei Dahlhausen. Die diesjährige Generalversammlung fand im vollbesetz ten Saale des„Horkensteins“ statt. Nach der Begrüßungsansprache durch Pfarrer Fischer und nach der Kaffeepause wurde der Jahresbericht zur Kenntnis gebracht, der von ersprießlicher Arbeit zeugte. Allerlei hübsche Darbietungen gaben der Feier den würdigen Rahmen. Neue Orgel in der Liebfrauenkirche Linden. Bald ist es so weit, und die neue Orgel in der Liebfrauenkirche in Linden kann ihre Stimme erschallen lassen. Auf diese Neuerwerbung kann die katholische Kirchengemeinde Linden stolz sein, denn die neue Orgel, die 27 Register hat, ist in der Lage, jeden Tonsatz zu meistern. Ersafsung und Tentung der Albendemnsüher Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes.— Verhinderung anonymer Werbung von Bau= und Metallsacharbeitern In den vorhergehenden Abhandlungen ist die aus staatspolitischen Erfordernissen sich ergebende Notwendigkeit einer einheitlichen und straffen Erfassung und Lenkung des Arbeitseinsatzes durch die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung nachdrücklichst betont worden. Alle Bewegungen des Arbeitseinsatzes müssen von den Arbeitsämtern klar erkannt und verfolgt werden können, um gegebenenfalls lenkend und leitend einzugreifen. Die Durchführung dieser Aufgabe könnte nun dadurch erschwert oder gestört werden, daß durch anonyme Werbung von Facharbeitern in Gestalt von Kennwort=(Chiffre=) Anzeigen ungeregelte Bewegungen des Arbeitseinsatzes eintreten, die unerwünscht sind. Hier greift daher die 6. Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes über das Verbot von Kennwortanzeigen für die Anwerbung oder Vermittlung von Metallarbeitern oder Baufacharbeitern Platz. Sie verbietet, Kennwort(Chiffre=) Anzeigen in Zeitungen, Zeitschriften, Stellenlisten und ähnlichen Verzeichnissen zwecks Anwerbung oder Vermittlung von Metallarbeitern und Baufacharbeitern aufzugeben oder aufzunehmen. Die Anordnung richtet sich also sowohl an die Aufgeber von Anzeigen, wie an die Zeitungen, Zeitschriften usw., die ihrerseits vor Veröffentlichung deren Zulässigkeit nachzuprüfen haben. Die Zeitungsanzeige selbst als Mittel zur Gewinnung von geeigneten Mitarbeitern ist somit nicht verboten, nur wird verlangt, daß die Werbung im Lichte und unter der Kontrolle der Oeffentlichkeit geschieht und von den Arbeitsämtern überwacht werden kann. Die Anordnung erstreckt sich auf Metallarbeiter und Bauarbeiter. Der Personenkreis dieser beiden Gruppen ist in der gestrigen Abhandlung erläutert worden. Es sei hier kurz wiederholt: Als Metallarbeiter gelten Arbeiter, Betriebsbeamte, Werkmeister und Techniker, soweit sie eine ordnungsmäßige Ausbildung als Fachkräfte des Eisen= und Metallgewerbes abgeschlossen haben, ferner sonstige Personen, die nach den Eintragungen im Arbeitsbuch als gelernte oder ungelernte Berufsangehörige anzusehen sind. Als Baufacharbeiter kommen in Frage Personen, die nach den Eintragungen im Arbeitsbuch als gelernte oder angelernte Berufsangehörige anzusehen sind. An sich ist die Möglichkeit für die Bewilligung von Ausnahmen zugelassen, die der ausdrücklichen Zustimmung des Präsidenten der Reichsanstalt bedürfen. Mit Rücksicht auf die Gefahren einer anonymen Werbung kann gesagt werden, daß die Fälle sehr selten sind, in denen ein stichhaltiger Grund für die Aufgabe einer Kennwortanzeige vorliegt. Das Arbeitsamt Bochum bittet daher, nach Möglichkeit von Anträgen auf Bewilligung von Ausnahmen Abstand zu nehmen. Terensinnteihander und Vierzährespian Der Lebensmitteleinzelhandel wirbt für das Am Dienstag hatten sich die Mitglieder der Facharuppe Nahrungs= und Genußmittel der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel. Ortsgruppe Bochum, zu einem Fachgemeinschaftsabend im Ständehaus W. Pielken versammelt. Sämtliche Räume des Standehauses waren bis auf den letzten Platz besetzt, als der Ortsfachgruppenleiter. Pa. Heinrich Lanfermann, die Versammlung eröffnete. Der Leiter besprach eingebend die Leistungen Deutschlands im ersten Vierjahresplan, um dann insbesondere die großen Aufaaben des Lebensmitteleinzelhandels im neuen Vierjahresplan eingehend darzulegen. Anschließend, sprach Stadtchemiker Pa. Muesmann(Bochum) über die Lebensmittelgesetzgebung und die Lebensmittelkontrolle. Das Lebensmittelgesetz und viele andere Gesetze, wie z. B. das Margarinegesetz, schreiben eine laufende Ueberprüfung der Lebensmittelgeschäfte durch die städtischen Untersuchungsämter vor. Der Redner gab einen Ueberblick über die gesetzlichen Vorschriften des Lebensmittelgesetzes, über die von den Behörden durchzuführenden Kontrollen usw., um dann die Einzelvorschriften der Spezialgesetze, wie Butterverordnung. Eierverordnung. Margarinegesetz, Verordnung über den Verkauf von Bienenhonia usw. zu behandeln. Er gab einen erschöpfenden Ueberblick über die wichtigsten Bestimmungen, die den Verkehr mit Lebensmitteln, insbesondere auch die Aufbewahrung und Lagerung betreffen. Pa. Muesmann zeigte, wie auch der Einzelhändler selbst z. B. einzelne Lebensmittel daraufhin prüfen kann, ob sie den gesetzlichen Vorschriften entsprechen oder nicht. Die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen waren für die Versammlung sehr anregend. Der Vortrag dürfte mit dazu beitragen, der Lebensmittelpolizei ihre Kontrolltätigkeit erbeblich zu erleichtern. Personalnachrichten Am Samstag feiern die Eheleute Fritz Wetzel und Frau Pauline, geb. Meßmann, Weiherstraße 26 wohnhaft, das Fest ihrer Silberhochzeit. Landrichter Heppe vom hiesigen Landgericht ist zum 1. Januar 1937 als Amtsgerichtsrat nach Braunschweig berufen. Anschließend besprach der Geschäftsführer, Pa. Dr. Jägersbera, eingehend die Verordnung des Regierungspräsidenten über Höchstvreise für Fleisch= und Wurstwaren, soweit diese Vorschriften für den Lebensmitteleinzelhandel von Bedeutung sind. Die neue, auf Grund der Verordnung vom 22. Oktober 1936 getroffene Anordnung ist am 23. November in Kraft getreten. Sie enthält sehr wichtige Vorschriften, die jeder Lebensmittelhändler wissen muß. So müssen jetzt auch die Lebensmittelhändler Preisschilder über Wurst, Schmalz usw. führen. Die Geschäftsstelle in Bochum hat derartige Preisschilder, die im Laden und im Schaufenster aufgehängt werden müssen, vorrätig. Der Geschäftsführer aab weiter eine Anordnung des Getreidewirtschaftsverbandes Westfalen bekannt. nach der alle Betriebe, die Brot und Backwaren führen. bis zum 10. Dezember 1936 eine Meldung über die Wirtschaftsgrupve Einzelhandel an den Getreidewirtschaftsverband in Unna machen müssen. Die Nichterfüllung der Meldepflicht kann Ordnungsstrafen nach sich ziehen. Ueber die Päckchenwerbung für das WHW. durch den Einzelhandel sprach eingehend der Ortsfachgruvpenleiter Pa. Lanfermann. Mit dem Hauptamt für Handel und Handwerk der NSDAP. hat die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Vereinbarungen getroffen, daß der gesamte Einzelhandel mit Wirkung ab 23. November eine großzügige Weihnachtswerbung für das WHW. durchführt. In den Einzelhandelsgeschäften werden Weihnachtspäckchen in den verschiedensten Preislagen zusammengestellt und in den Schaufenstern zum Kauf angeboten. Die Käuferschaft soll diese Päckchen erwerben und der NSV. zur Verfügung stellen die damit den minderbemittelten Volksgenossen zu Weibnachten eine Freude bereiten kann. Der Ortsfachgruppenleiter Pa. Lanfermann bat alle Lebensmitteleinzelhändler, sich mit allen Kräften für diese Werbung einzusetzen. Jeder Einzelhandler müsse mindestens ein Schaufenster für diese Werbung zur Verfügung stellen und in dieser Werbung Vorbildliches leisten. Mit dem Verkauf der Päckchen soll sofort begonnen werden. Der Verkauf soll am silbernen Sonntag, also am 13. Dezember, seinen Höhepunkt erreichen. Pa. Lanfermann verpflichtete über diese Schaufensterwerbung hinaus jeden Einzelhändler, sich um den Verkauf der Päckchen in der Verbraucherschaft zu bemühen und sich vor allem dafür einzusetzen, daß die Päckchen möglichst in der Zeit vom 1. bis 18. Dezember gekauft werden. Nach Besprechung einiger Fachfragen gratulierte Pa. Lanfermann dem Lebensmittelhändler W. Ott(Bochum), Alleestraße, zum 25jährigen Bestehen seines Geschäfts, das unter der umsichtigen Leitung seines Inhabers sich über alle Krisenzeiten hinweg erhalten und weiter entwickelt hat. Die Versammlung wurde mit einem Sieg=Heil auf den Führer geschlossen. Der Chemiker als Bahnbrecher Gaubetriebsgemeinschaft„Chemie“, Das Wort„Chemie" besagt schon genug. Wohl im stärksten Maße werden die deutschen Chemiker im Rahmen des neuen Vierjahresplanes des Führers eingespannt. Die Aufgaben und Ziele, die ihnen der Führer zur Lösung vorgelegt hat, sind so gewaltig und einzigartig, daß sie im Rahmen dieses Berichtes gar nicht alle aufgeführt werden können. Im Zeichen dieser großen Aufgaben stand die in Witten abgehaltene Arbeitstagung der Gaubetriebsgemeinschaft„Chemie", die vom Gaubetriebsgemeinschaftswalter„Chemie", Pg. Ortmann, geleitet wurde. Neben den Kreisbetriebsgemeinschaftswaltern, den Fachreferenten usw. waren alle verantwortungsbewußten Chemiker aus dem Bereich des Gaues Westfalen=Süd erschienen. Nach den Begrüßungsansprachen eröffnete der Vertreter des Treuhänders der Arbeit, der Fachbearbeiter Pg. Hockermann die Vorträge. Er berichtete über den Sinn der deutschen Arbeit im allgemeinen und das Verhältnis zwischen Betriebsführung und Gefolgschaft. Verantwortungsbewußte Führung bedinge auch eine treue Gefolgschaft. Gewerberat Pg. Krahl(Arnsberg) verbreitete sich in einem längeren Vortrag über den Arbeits= und Gesundheitsschutz in der chemischen Industrie. In längeren Ausführungen wurden die Maßnahmen geschildert, die notwendig sind, um tunlichst Unfälle und Gesundheitsschädigungen auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Bedeutsam waren auch die Ausführungen des Gauberufsreferenten Bulk(Bochum) über Berufserziehung und Berufslenkung, die im Hinblick auf den Vierjahresplan besonders wichtig sind. Pg. Dr. August Herbert Meyer(Bochum) sprach zum Thema:„Die chemische Industrie und ihre wirtschaftliche Bedeutung für Deutschland. An Hand zahlreicher Beispiele stellte Parteigenosse Dr. Meyer die Triumphe deutscher Chemiker in aller Welt heraus, die der gesamten Menschheit größte Segnungen gebracht haben. Ueberaus anregend und miterlebend waren die Ausführungen des Reichsbetriebsgemeinschaftsleiters „Chemie", Pg. Karwahne(Berlin). Er sprach von der ethischen Auffassung der Arbeit im allgemeinen. Weltanschauliche Schulung im RSKK. Arbeitstagung der Motorbrigade Westfalen Die Sachbearbeiter aus dem ganzen westfälischen NSKK. für weltanschauliche Schulung versammelten sich zu einer Arbeitstagung im Gewerbeverein in Dortmund, bei der zunächst die Standartenreferenten über das in ihren Einheiten bisher Erreichte berichteten. Dann folgte im Anschluß an die von zahlreichen Kameraden bereits durchgemachten weltanschaulichen Schulungskurse auf der Schulungsburg Hirschberg in Schlesien. sowie auf den Gauschulen in Hagen=Hohenhof, Arnsberg und Nordkirchen ein reger Gedankenaustausch über einschlägige Fragen. Abschließend gab der Verbindungsführer für die weltanschauliche Schulung der Motorbrigade Westfalen, Obergruppenführer Heinrich, Richtlinien für die weltanschauliche Schulungsarbeit in den kommenden Wintermonaten, eine Arbeit, die nur in engster Fühlungnahme mit der politischen Leitung durchgeführt werden darf. Eigentümer eines Herrenfahrrades gesucht. Gefunden wurde in der Nacht zum 25. November, vor einem Hause in der Bongardstraße, ein Herrenfahrrad ohne Marke, Nummer 230064. Es handelt sich um ein Rad mit schwarzem Rahmen und gelben Felgen mit schwarzen Streifen. An dem Fahrrade befindet sich eine elektrische Lampe, Marke„Pertrix". Eigentumsberechtigte wollen sich bei der Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 243, melden. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Der reizende Einakter„Abu Hassan“ war bisher auf den deutschen Bühnen ein Fremdling, wenigstens konnte er sich seinen Platz in dem Repertoire der deutschen Opernbühnen nicht so erobern wie etwa Puccinis„Gianni Schiccht", Leoncavallos„Bajazzo“ oder Mascagnis„Cavalleria rusticana". Die Aufführung des„Abu Hassan" durch die Kölner Oper zeigt jedoch, daß dieses Werk durchaus berechtigt ist, neben den anderen zu stehen: ein orientalisches Märchen mit reizenden musikalischen Einfällen und einer witzig pointierten Handlung. Die Aufnahme der Oper durch das Publikum im WeberGedenkjahr war entsprechend herzlich und dankbar. Der zweite Teil des heutigen Abends zeigt Tänze den Weber, Schumann und Schubert, die ebenfalls reiche asterkennung fanden. Die heutige Aufführung ist für die Vormiete A angesetzt.— Der Samstag bringt Shaws„Pygmalion“, den Lustspielerfolg dieser Spielzett(Weißer Ring), der Sonntag Jochen Hutbs reizende„Vier Gesellen“. ein sehr lustiges Stück, das sich im Sturm die deutschen Bühnen eroberte und auch in Bochum begeisterte Aufnahme sand. Die beiden Volksvorstellungen am Sonntag— nachmittags um 16.30 Uhr und abends um 20 Uhr— mit kleinen Preisen ermöglichen es jedem, dabei zu sein, wie die vier tapferen Mädel bzw. die„vier Gesellen" sich durchs Leben zu schlagen versuchen. Städtische Gemäldegalerie Bochum. Die erste Ausstellung der„Gemeinschaft freischaffender bildender Künstler Bochums“ und die Kollektivschau des Düsseldorfer Malers Karl Barth sind Sonntag, 29. November, von 10 bis 13 Uhr zum letztenmal zu sehen. Eintritt frei. Traditionsecke Regimentsappell und Wiedersehensfeier des ehemaligen Kgl. Sächsischen Insanterie=Regiments 351. Der Landesverband ehemaliger 351er, Sitz Dresden, veranstaltet am 5. und 6. Juni in Dresden seinen 4. großen Regimentsappell nebst Wiedersehensfeier. Nähere Auskunft erteilt Haus Groß, Dresden A. 1. Reitbahnstraße 2. Ehemalige Annaburger! Alle Kameraden der früheren Preußischen Militär=Knaben=Erziehungsanstalt Schloß Annaburg treffen sich zu Anfang nächsten Jahres in Essen. Auskunft erteilt Kamerad O. Klatt, Iserlohn, Friedenstraße 10. Seite 15 Nr. 278° Bochumer Anzeiger7 Freitag, 27. November 1936 Aus aller Welt Sben einee=Errger? Ronig Craure und der Figeunerpennar Antal Kocze spielte vor dem englischen Herrscher Gefallen an meinem Spiel gefunden hat. Er hörte Grabbefand. Er wandte sich um Auskunft an die mich zuerst, als er noch Prinz von Wales war. Die Friedhofsverwaltung, wo man ihm indessen gchselzucken alten Kurne=Licder hatten es ihm besonders angetan, Gragitz, an wisse viczietghsgrztez Josepßb Geiringer und er luod mich ein, im Lotel Seybobd, wo er. osen, sel. Nun setzie sich.: Krieosaefesllene“ sogleich mit stiegen war, vor ihm und seinen Freunden zu spieten. Wien, 26. November. Als der englische König während seiner diesjährigen Sommerreise für kurze Zeit in Wien weilte, ließ er sich in einer kleinen Bar von Antal Kocze, dem berühmten Primas einer ungarischen Zigeunerkapelle, vorspielen. Eduard VIII. war von dessen Kunst so begeistert, daß er ihm nun vom Buckingham=Palast aus eine Einladung zu einem Gastspiel in seiner Londoner Residenz zugehen ließ. Seit dem Besuch König Eduards VIII. von England schmückt ein Bild des Königs den Eingang des Restaurants, und der Tisch, an dem der englische Herrscher saß, bleibt unbenutzt. Jedes Glas, jeder Löffel, mit dem sich der hohe Gast bediente, wird sorgfältig und gesondert aufbewahr und all diese Gegenstände sollen in Kürze einen Ehrensaal in dieser Gaststätte schmücken. Kocze selbst ist nach seiner Einladung an den englischen Hof von Photographen und Reportern bestürmt worden, aber er hat es bis jetzt bescheiden abgelehnt, von sich zu sprechen. „Im Alter von sieben Jahren machte ich zum erstenmal die Bekanntschaft des englischen Königshauses. Trotz meines kindlichen Alters spielte ich schon damals", berichtete uns auf unser Drängen hin der Geiger. „Eines Tages kam König Eduard VII. bei einem Wiener Besuch auch in unser Hotel. Mein Vater hatte mir von ihm schon erzählt, und er machte einen großen Eindruck auf mich kleinen Knirps. Der König saß stundenlang im Musikraum und hörte unserem Spiel zu; am besten gefiel ihm das altungarischeLed„Csak egy kislany van a vilagon“(Nur ein Mädel gibt's auf dieser Welt), das wir ihm immer wieder vorgeigen mußten. Bevor er ging, hob er mich auf seine Knie und ( zu mir mit der herzlichkeit eines Vaters. 3ch sah iyn nur groß und erstaunt an; leider verstand ich tein Wort von dim, was er sagte. „Verschiedene andere Fürstlichkeiten beehrten mich in Wien mit ihrem Besuch. Die Erzherzöge von Habsburg kamen oft und sie liebten besonders die alten Kuruc=Weisen, die von den Soldaten des Generals Franz Rakoczi gesungen wurden, als sie gegen die Habsburger zu Felde zogen. Im Jahre 1916 wurde ich nach Budapest gerufen, um bei der Krönung Kaiser Karls aufzuspielen. Sein Lieblingslied war„Blaues Vergißmeinnicht". Es war die letzte große Feier der Hahsburger, und ich freue mich, daß ich ihr beiwohnen durfte. Nach dem Krieg geigte ich vor König Gustav von Schweden in Göteborg." „Im Jahre 1926 starb mein Vater, der„König der Zigeuner", wie ihn die Oeffentlichkeit nannte. 500 Zigeuner begleiteten seinen Sarg zum Friedhof und spielten seine Lieblingslieder neben dem offenen Grab. Ich erbte von ihm meine„Amati“, eine Violine von unschätzbarem Wert, die König Eduard VIII. die„singende und sprechende Geige“ genannt hat.“ „Ich spielte vor Ludwig III., dem letzten König von Bayern, vor Exkaiser Wilhelm II., Exkönig Alfons von Spanien, dem dänischen Kronprinzen und dem König von Siam. Meine Landsleute gaben mir den Beinamen„Zigeuner der Könige". Aber am stolzesten bin ich darüber, daß König Eduard VIII so großes Ich ging zu ihm am Nachmittag, aber noch am selben Abend kam er wieder, um mich zu hören. Seine Lieblingslieder sind die alten, ungarischen Volksweisen „Rakoczi Kesergoje",„Repuely Fecskemei“(Flieg, kleine Schwalbe) und„Csarde Jelenetek“(Was im Wirtshaus geschah).“ „Als Seine Majestät in diesem Sommer wieder in Wien abstieg, kam er erneut, um mich spielen zu hören. Er blieb bis um 2 Uhr morgens und wir spielten ungarische Lieder und moderne Tänze; von den modernen Melodien schien ihm am besten der langsame Walzer zu gefallen:„Jeder muß verliebt sein“, den ich selbst komponiert habe. Diesen mußte ich an diesem Abend auf seinen Wunsch öfters spielen. Sie können wohl verstehen, daß ich mit großer Freude dem Tage entgegen sehe, an dem ich vor dem englischen König im Buckingham=Palast meine„Amati“ singen und sprechen lassen darf.“ Dollarnote in der Bibel Wenn eine Mutter aufräumt Newyork, 26. November. Als der Polizeibeamte N. C. Conklin von La Grange im Staate Illinois(USA.) zum Polizeisergeanten oder Oberwachtmeister ernannt wurde, dachte er ans Heiraten und lud seine alte, in Jolliett lebende Mutter ein ihn zu besuchen und seiner Braut zu helfen, die neue Wohnung einzurichten. Wie Mütter sind, kramte die alte Frau Conklin in allen Räumen herum und stieß dabei auch auf eine alte Uniform und andere Dinge, die ihr Sohn aus dem Weltkrieg heimgebracht hatte. Natürlich durchsuchte sie die Taschen der Uniform und fand darin die kleine Bibel, die sie ihm nach Frankreich geschickt hatte. „Hast du die Bibel gelesen, die ich dir ins Feld schickte“, fragte sie den Sohn beim Abendessen.—„Jawohl, Mutter.“—„Wieviel Seiten?“— Von Anfang bis zu Ende!“— Da legte die alte Frau ihrem ne die Bibel vor:„Schlage Seite 7 auf.“ Conklin tat, wie ihm geheißen, und fand eine Hundertdollarnote, die ganzen Ersparnisse der Frau Conklin, die sie dem Sohne auf diese Weise ins Feld geschickt hatte. Ohne ein weiteres Wort nahm die Mutter nun die Hundertdollarnote wieder an sich und behielt sie auch. Seemannsstreik in Amerika greift immer weiter um sich Newyork, 26. November. Die Anführer des Seemannsstreiks erklärten, daß der Streik immer weiter um sich greife. Der Dampfer „Excalibur“ von der American Export Line, der mit 56 Passagieren nach dem Mittelmeer auslaufen sollte, mußte die Ausfahrt verschieben, weil die Schiffsingenieure in den Streik traten. Kurz nach Eintreffen des Dampfers„Präsident Roosevelt“ sollte der Dampfer „Präsident Harding“ eingesetzt werden. Aber auch dieser Dampfer mußte seine Ausfahrt verschieben, weil eine Anzahl der Besatzungsmitglieder in den Ausstand trat. Anheimliches Erlebnis Der Mann, der sein eigenes Grab entdeckte Bukarest, 26. November. Ein Erlebnis das der Phantasie eines Edgar Allan Poe entstammen könnte, hatte vor kurzem der ungarische Gesandtschaftsattachs Dr. Joseph Geiringer. Der Diplomat ist seit vielen Jahren der ungarischen Gesandtschaft in Bukarest zugeteilt. Vor kurzem fand er Gelegenheit, dem ungarischen Heldenfriedhof in Brasso, dem einstigen, durch den Vertrag von Trianon an Rumänien abgetretenen Kronstadt, einen Besuch abzustatten. Dr. Geiringer schritt langsam zwischen den Kreuzen dahin, die die Ruhestätten der tapferen Kämpfer aus den Karpathenkämpfen schmücken. Da blieb er plötzlich erstarrt stehen. Er befand sich vor einem Grab, bessen Kreuz ganz unzweifelhaft seinen Namen trug. Klar und unmißverständlich war da zu lesen:„Hier ruht Dr. Joseph Geiringer, Stabsarzt im k. und k. Infanterieregiment Nr. 39. Gefallen im Jahre 1917 in den Karpathen." Der Attaché studierte immer wieder den Text auf dem Grab und stellte schließlich kopfschüttelnd fest, daß er sich vor seinem eigenen ser. Nun setzie sich der„Rriegsgesauene sogleich mit den Behörden in Verbindung und bat, man moge den rätselhaften Fall untersuchen. Nach umfangreichen Ermittlungen, an denen er sich selbst beteiligte, klärte sich das Geheimnis auf. Das Grab barg den Burschen Dr. Geiringers, der, als er in den Karpathen an der Seite seines Herrn fiel, die Papiere des Stabsarztes in der Tasche trug. Daraus entnahm man fälschlich, daß es sich um Dr. Geiringer selbst handele, und versah das Kreuz des Grabes mit der erwähnten Inschrift. Nun hat Dr. Geiringer seinem ehemaligen Burschen zu Ehren ein neues Kreuz anfertigen lassen. 3700 Meter hoch Die St.=Bernhard=Mönche im Rom, 26. November. Von den Mönchen aus dem Hospiz des Großen St. Bernhard, die vor Monaten nach dem Himalaja=Gebiet ausgewandert sind, liegen jetzt eingehende Berichte in der italienischen Presse vor. Man sieht daraus, daß die Mönche unter den schwierigsten Verhältnissen ihr Werk der Gründung eines Hospizes durchführen müssen. Den ganzen Sommer über hatten sie an dem Bau des Hospizes auf dem 3700 Meter hohen Berg von Latza im östlichen Himalaja=Gebiet gearbeitet; jetzt haben sie mit dem Einbruch des Winters ihre Arbeiten unterbrechen müssen. Da in dieser unwirtlichen Gegend Mangel an Arbeitern herrscht, mußten die Mönche und Laienbrüder selbst Hand anlegen, um mit dem Bau vorwärts zu kommen. Mit Dynamit sprengten sie Felsen, um sich Bausteine zu verschaffen. Der Zement, das Holz und die sonstigen Baumaterialien müssen mittels Maultiere und Träger aus dem Tal auf den Paß geschafft werden. Für ihren Unterhalt sorgen die Mönche in der fruchtbaren Talebene. Dort herrschen zwar ganz andere Verhältnisse, was u. a. daraus hervorgeht, daß in diesem Gebiet über 50 Sorten Trauben gedeihen. Dafür herrscht aber auch wieder die Räuberplage, die den macht, denn sie Mönchen im Hochgebirge nichts aussind sowohl bei den Pilgern wie auch bei den Räubern gleich beliebt, weil sie beiden Kategorien ihre Pflege angedeihen lassen. Lastkraftwagen der Wochenschrift„Gringoire" auf offener Straße beraubt Ein Lastkraftwagen der Wochenschrift„Gringoire“, die bekanntlich den Pressefeldzug gegen Salengro scharf geführt hatte, wurde am Donnerstag bei Tagesanbruch auf offener Straße in Paris von unbekannten Tätern beraubt. Sie zwangen mit vorgehaltenem Revolver den Kraftwagenfahrer, abzusteigen und verschwanden darauf mit dem Wagen. Flugzeug mit zwölf Passagieren abgestürzt? In Juneau(Alaska) ist ein dreimotoriger Eindecker, der mit zwölf Passagieren unterwegs war, bereits seit 30 Stunden überfällig. Es wird befürchtet, daß das Flugzeug abgestürzt ist. Die Suche nach dem Flugzeug ist ausgenommen worden. Die Verlobung meiner Tochter Trude mit Herrn Anton Schmitz zeige ich hiermit an. Moritz Knühl-Fiege Meine Verlobung mit Fräutetn Trude Knühl-Fiege, Tochter des Brauereibesüzers Herrn Moritz Knühl-Fiege und seiner verstorbenen Frau Gemahlin Clara geb. Meimberg. beehre ich mich hiermit ergebenst anzuzeigen. Anton Schmitz Heute abend 21 13 Uhr entschlief sanft, nach langem, schwerem und mit eroßer Geduld ertragenem Leiden, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante, die Wirtin Frau Wwe. geb. Niefind im Alter von inst 32 Jahren. Um stülle Teflnahme bitten Die trauernden Hiaterbliebenen Bochum-Stiepel, Weitmar. Bochum, Welper, Westberbede Holthausen, Bommern, Essen und Neviges, den 24. November 1936 Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 28. November 1935, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerbause, Kemnader Strabe 399, aus statt. Trauerteler ½ Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht suging, diene diese als solche Was Gott tut, das ist wohlgetan Nach Oottes bl. Willen entschlief heute nacht um 12½ Uhr mein lieber Mann, unser guter Vater. Bruder, Schwager und Onkel Heinrich in der Beek nach langem, schwerem, mit großer Oeduld ertragenem Leiden. im Alter von 54 Jahren. Um stille Teflnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Frau Berta in der Beek geb. Outselt Grete in der Beek Heini in der Beek Anni in der Beek Bochum, Berlin Kladow Oberhausen-Alstaden, Könlgsberg und Wanne Bichel, den 26. November 1936 Die Beerdigung ündet Montag, den 30. Nov., nechm. 3½ Uhr, vom Sterbehause, Feldsleper Strabe 39, aus statt. Trauerfeier um ½3 Uhr daselbst. Allen, denen aus Verschen kreine Nachricht zuging, diene diese als solche. Werbung und der richtige Werbeträger sind Dorausseizungen für jeden Ertolg. Werden Sie Jetzt durch den„B..“ Familien-Nachrichten nach anderen Veröffentlichungen und Zeitungen Geboren(Knade): Köln=Hohenlind: Prof. Paul Uhlenbruck(Ruty Padberg). (Mädchen): Essen: Schriftleiter J. Funke(Rosa Kretschmann). Vermählte: Dutsdurg: Heinz A. Muth mit Maria Wimmer. Essen: Dr. med. Friedr. zu Wemmer mit Hildegard Holters. Gelsenkirchen: August Enkel mit Lina Langhans: Gerichtsassessor Hans Dudt mit Elisabeth Blackmann. Gestorben: Dortmund: Wwe. Hulda Windmann geb. Jakodi, 68 Jahre. Essen: Wilhelm Müller, 23 Jahre: Maria Koblensko geb. Coboll, 83 Jahre. Gelsenkirchen: Wwe. Maria Tockentrup ged. Niehaus, 75 Jahre; Heinr. Schiffer, 70 Jahre. Hagen: Eduard Michels, 73 Jahre: Justizober= sekretär Karl Wolf, 64 Jahre; Johann Dopatka, 54 Jahre. Münster: Agnes Linnenbrink ged. Köpp, 84.: Reichsbadnoberrat Fritz Beer, 49 Jahre. Wattenscheid: Johann Helftewes, 81 Jahre. Wid dehager trisch eingetroffen wildkaninchen im Fell, 1 be 0,30 Hasen im Fell..... J. kg 0, 90 Suppenhühner.... 4. be.00 Junge inten..... 45 be.25 Junge Hähnchen... 9 be.30 wilh. Olto bieckmann Boshum, Rettstr. 8/10 Fernruf 67493 Bestellungen werden schnellsten: erledige Hüte Mützen Herrenartikel Rud. Berendonk Hässiszy Hertumstraße 24, am Engelbertbr. und seihstnerhändlic verkaufen wir nach wie ver zu unseren dequemen, entgegenkommenden Jahtungs= Bedingungen Diesen famosen Winter=Mantel F sehen, heißt, ihn besitzen wollen. And ihn besitzen, verschafft K srohe Gefühl, Geld F gegen Freude und Zufriedenheit ein getauscht zu haben. 9. m. b.., Bochum, Bongardstraße 25 Unterricht Handharmonika-Unterricht HertumStr. 87 Einzelunterricht und verbilligt. 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