Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höbe tp 22 mm Breite.5 uks. Oezuuppkein mit Botenlohn: 2,15 RM. monatlich oder.00 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM, monatlich oder 93 Pf. halvmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei sünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Vervot oder Betriebsstorung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsnelt geofinet von 8 bis 13 und von 14½ pis 19 Uo:, Honntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dorimund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Donnerstag 26. November 1936 43. Jahrgang Nummer 277 Einzelpreis 10 Pf. g tgiu: 4 mm Teczg- Pipiehl, Kamsslen: im Anzeigenieil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, Familien= anzeigen und Stellengesuche, 6 Bl., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine Anzeigen(nicht Ari) 8 Bl. Anzelgen im Vereins, oder Sporikalender Im Textel 10 Pf., Auskunst= und Ziffergebühren 25 Pl. Zur Zeit in Preisliste Nr.„ odlitg, Bschiagbsgle, 8.— Schlus der„scheinenpe annadme„für die sechsmal., wöcpenzich.krozsggigen ericheinend: Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Fur den rigugen, Abdruck fernmündlich ausgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 GUIe) yen,A. Rrerthtnerrmerr. Hegen Den=WenfeinsWorschewleinde and Berlin, 25. November. Am Mittwoch mittag wurde von dem kaiserlich japanischen Botschafter in Berlin, Vicomte Mushakoji, im Auftrage des Kaisers von Japan und dem außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter des Deutschen Reiches, Joachim von Ribbentrop, im Auftrage des Führers und Reichskanzlers. ein Abkommen gegen die kommunistische Internationale unterzeichnet. Abkommen“hat folgenden Wortlaut: Die Regierung des Deutschen Reiches und die Kaiserlich Japanische Regierung in der Erkenntnis, daß das Ziel der kommunistischen Internationale, Komintern genannt, die Zersetzung und Vergewaltigung der bestehenden Staaten mit allen zu Gebote stehenden Mitteln ist, in der Ueberzeugung, daß die Duldung einer Einmischung der kommunistischen Internationale in die inneren Verhältnisse der Nationen nicht nur deren inneren Frieden und soziales Wohlleben gefährdet, sondern auch den Weltfrieden überhaupt bedroht, sind in dem Wunsche, gemeinsam zur Abwehr gegen kommunistische Zersetzung zusammenzuarbeiten, in folgendem übereingekommen: Artikel I. Die hohen vertragschließenden Staaten kommen überein, sich gegenseitig über die Tätigkeit der kommunistischen Internationale zu unterrichten, über die notwendigen Abwehrmaßnahmen zu beraten und diese inenger Zusammenarbeit durch zuführen. Artikel II. Die hohen vertragschließenden Staaten werden dritte Staaten, deren innerer Friede durch die Zersetzungsarbeit der kommunistischen Internationale bedroht wird, gemeinsam einladen, Abwehrmaßnahmen im Geiste dieses Abkommens zu ergreifen oder an diesem Abkommen teilzunehmen. Artikel III. Für dieses Abkommen gelten sowohl der deutsche wie auch der japanische Text als Urschrift. Es tritt am Tage der Unterzeichnung in Kraft und gilt für die Dauer von fünf Jahren. Die hohen vertragschließenden Staaten werden sich rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist über die weitere Gestaltung ihrer Zusammenarbeit verständigen. Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten, von ihren betreffenden Regierungen gut und richtig bevollmächtigt, dieses Abkommen unterzeichnet und mit ihren Siegeln versehen. So geschehen in zweifacher Ausfertigung zu Berlin, den 25. November 1936, d. h. den 25. November des elften Jahres der Showa=Periode. (gez.) v. Ribbentrop, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter des Deutschen Reiches. (gez.) Mushakoji, kaiserlich japanischer außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter. Zusatzprotokoll Anläßlich der heutigen Unterzeichnung des Abkommens gegn die kommunistische Internationale sind die unterzeichneten Bevollmächtigten in folgendem übereinsekommen: Aäxb##r G. gä-dn dur Leihen baha) Die zuständigen Behörden der beiden hohen vertragschließenden Staaten werden in bezug auf den Nachrichtenaustausch über die Tätigleit der kommunistischen Internationale sowie auf die Aufklärungs= und Abwehrmaßnahmen gegen die kommunistische Internationale in enger Weise zusammenarbeiten. b) Die zuständigen Behörden der beiden hohen vertragschließenden Staaten werden im Rahmen der bestehenden Gesetze strenge Maßnahmen gegen diejenigen ergreifen, die sich im Inland oder Ausland direkt oder indirekt im Dienste der kommunistischen Internationale betätigen oder deren Zersetzungsarbeit Vorschub leisten. c) Um die in a) festgelegte Zusammenarbeit der zuständigen Behörden der beiden hohen vertragschließenden Staaten zu erleichtern, wird eine ständige Kommission errichtet werden. In dieser Kommission werden die weiteren zur Bekämpfung der Zersetzungsarbeit der kommunistischen Internationale notwendigen Abwehrmaßnahmen erwogen und beraten. Berlin, den 25. November 1936, d. h. den 25. November des elften Jahres der Showa=Periode. (gez.) v. Ribbentrop, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter des Deutschen Reiches. (gez.) Mushakoji kaiserlich japanischer außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter. Bei der Unterzeichnung waren zugegen von deutscher Seite: Gesandter von Erdmannsdorf und Dr. von Raumer; von japanischer Seite: Botschaftsrat Inous und General Oshima. „Wertvoller Beitrag zum Frieden der Welt“ Reichsminister Dr. Goebbels über das deutsch=japanische Abkommen Stickling begnadigt zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe dnb Berlin, 25. November. Nach offizieller sowjetrussischer Mitteilung hat der Präsident des Zentralexekutivkomitees dem Gnadengesuch des Reichsdeutschen Stickling stattgegeben und die Todesstrafe in eine zehnjährige Freiheitsstrafe umgewandelt. * Wir sehen in der Begnadigung Sticklings eine Auswirkung des Druckes der öffentlichen Meinung in der ganzen Welt, die sich darin einig ist, daß Stickling völlig unschuldig ein Opfer der russischen Rachejustiz geworden ist. Nach Londoner Meldungen hat auch die englische Regierung an die Sowjetunion einen Appell gerichtet, den deutschen Bergingenieur zu begnadigen. Wenn auch die Machthaber im Moskauer Kreml diesem Druck nachgegeben haben, so besteht für uns doch keine Veranlassung, unsere Stellungnahme zu ändern, denn Unrecht bleibt Unrecht, ob nun das Urteil auf Todesstrafe oder auf eine zehnjährige Freiheitsstrafe lautet. Wir können nicht zulassen, daß Deutsche als Freiwild behandelt und in Schauprozessen ohne jeden triftigen Grund unschuldig verurteilt werden, nur weil die Sowjets damit das Deutsche Reich treffen wollen. Deshalb halten wir unsere Forderung nach sofortiger Freilassung Sticklings in vollem Umfange aufrecht. Der IV. Reichsbauerntag eröffnet dnb Goslar, 25. November. In feierlichem Rahmen wurde am Mittwoch abend der 4. Reichsbauerntag in der festlich geschmückten Stadthalle von Goslar durch Reichsbauernführer Darrs eröffnet. Der Sprecher des Reichsbauernrats, Ministerpräsident a. D. Granzow, leitete den Abend ein. Nach Begrüßungsworten des Goslarer Oberbürgermeisters, Dr. Droste und des stellvertretenden Gauleiters Schmalz sprach der Reichsbauernführer. Er dankte für die bisherige treue Arbeit des deutschen Bauerntums und wies auf die großen Aufgaben der nunmehr dritten Erzeugungsschlacht hin. Der Reichsbauernführer begrüßte unter lebhaftem Beifall die Berufung Hermann Görings an die Spitze des neuen Vierjahresplanes und eröffnete dann mit einem Sieg=Heil auf den Führer den diesjährigen Reichsbauerntag. 5 Reichsminister Dr. Goebbels wandte sich am Mittwoch um 19 Uhr über alle deutschen Sender an das gesamte deutsche Volk und darüber hinaus an die Welt. um den neuen Beitrag des Führers zum Frieden der Welt, das zwischen der Regierung des Deutschen Reiches und der kaiserlich japanischen Regierung abgeschlossene Abkommen gegen die kommunistische Internationale, der Oeffentlichkeit bekanntzugeben. Der Reichsminister verlas zunächst den Wortlaut des Abkommens und fügte dann im Namen des Führers und der deutschen Reichsregierung folgende Erklärung hinzu: Mit diesem Abkommen, das zwischen der Regierung des Deutschen Reiches und der kaiserlich japanischen Regierung abgeschlossen wurde, wird nun endlich Klarheit in den trüben Dunst hineingebracht, den die kommunistische Internationale über Europa und die ganze Welt zu lagern versucht hat. Zwei Großmächte haben sich damit zusammengeschlossen zu einer starken und festen Erklärung, vor den Drohungen der roten Anarchie weder weichen noch kapitulieren zu wollen. In diesem Abkommen wird mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, daß es sich dabei um ein defensives Vorgehen handeln soll. Denn nicht die beiden Hohen vertragschließenden Mächte haben die kommunistische Internationale herausgefordert, sondern die kommunistische Internationale hat durch eine ununterbrochene Folge von Provokationsakten. revolutionären Aufstandsversuchen, anarchistischen Umsturzbewegungen und gewissenlosen, volkszerstörenden Zersetzungstendenzen die ganze Welt auf das tiefste zu beunruhigen und in schwerste, kaum noch überschbare Wirren zu stürzen versucht. Wenn sich die Regierung des Deutschen Reiches und die kaiserlich japanische Regierung, gegen diese Versuche mit den ihnen geeignet erscheinenden Mitteln zur Wehr setzt, so ist das nicht nur ihr gutes Recht, sondern ihre staatspolitische und moralische Pflicht. Denn die umstürzlerischen Tendenzen der kommunistischen Internationale bedrohen auf das ernsteste die gesamte Kulturwelt und treiben mit den heiligsten Gütern der Völker ein frevelhaftes Spiel. Ausdrücklich wird deshalb in dem heute abgeschlossenen Abkommen betont, daß es zur Wahrung des inneren Friedens, des sozialen Wohllebens, aber auch des Weltfriedens dienen soll. Wenn im Artikel II die hohen vertragschließenden Staaten dritte Staaten, deren innerer Friede durch die Zersetzungsarbeit der kommunistischen Internationale bedroht wird, gemeinsam einladen, Abwehrmaßnahmen zu ergreifen oder an diesem Abkommen teilzunehmen, so wird damit in aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, daß dieses Abkommen sich gegen niemanden richtet, sondern nur den einen Sinn und Zweck hat, den Umsturzversuchen der Moskauer Internationale ein klares und unmißverständliches Halt entgegenzusetzen. Die nationalsozialistische Bewegung hat vom ersten Tage ihres Bestehens an den Kampf gegen den Kommunismus in aller Konsequenz durchgefochten. Sie hat dem Mordtreiben der kommunistischen Internationale über 200 Tote und Zehntausende von Verletzten opfern müssen. Sie kennt den Bolschewismus. Und der Bolschewismus kennt hoffentlich auch sie. Seit der Machtübernahme durch den Führer hat das nationalsozialistische Deutsche Reich in breitester Front diesen Kampf der nationalsoziakistischen Bewegung zu seiner Sache gemacht. Beide, Regierung und Reich, haben die akute Gefahr, in die die Kulturvölker durch die kommunistische Internationale hineingebracht werden sollen, in aller Klarheit erkannt und auch Entschlossenheit und Mut genug aufgebracht, sie rücksichtslos und radikal aus Deutschland zu entfernen. Reich und Volk sind heute gegen den Bolschewismus geseit. Die Moskauer rote Internationale ihrerseits hat seit der Machtübernahme durch den Führer kein Mittel unversucht gelassen, die ihr durch den Sieg des Nationalsozialismus verlorengegangene Position in Deutschland mit anderen Mitteln zurückzuerobern. In einer großangelegten, infamen Welthetze versucht sie, die Völker der ganzen Erde gegen Deutschland aufzustacheln; sie wäre jederzeit bereit, wenn sie es könnte, in einem blutigen Kriege das nationalsozialistische Deutschland zu Boden zu zwingen. Diese Einkreisungsversuche sind auf der ganzen Linie mißlungen. Eine starke Armee schützt jetzt die Grenzen unseres Reiches. Die propagandistischen Erdrosselungsmanöver der Moskauer roten Internationale aber sind von Deutschland mit mutiger und beharrlicher Zähigkeit zurückgewiesen worden, sa, wir sind auf unseren Parteitagen in Nürnberg nun unserseits zum Angriff gegen diese Versuche vorgegangen. Wie notwendig es war, von Deutschland diese Gefahr fernzuhalten, dafür sind die entsetzlichen und grauenerregenden Vorgänge, die sich jüngst in Spanien abgespielt haben und noch abspielen, ein blutiges Beispiel und ein furchtbarer Beweis. Was den Völkern, die vom Bolschewismus überrannt werden, droht, dafür zeugen die ungezählten geschändeten spanischen Frauen, die zahllosen gequälten und gemarterten Kinder, die ermordeten Familien, brennende Kirchen und verwüstete Städte. Deutschland hat diesen roten Zerstörungsabsichten einen unübersteigbaren Wall entgegengesetzt. Die tiefstgehende praktische Auswirkung unseres konsequenten Kampfes gegen den Bolschewismus aber ist das heute zwischen Deutschland und Japan abgeschlossene Abkommen. Zwei Kulturstaaten setzen sich damit in aller Offenheit gegen die teuflischen Versuche der kommunistischen Internationale zur Wehr. Sie zeigen der Welt, wie dieser Gefahr mit aller Klarheit und Festigkeit begegnet werden muß. Dieses Abkommen ist dazu bestimmt, einen wertvollen Beitrag zum Frieden der Welt zuzusteuern, der durch die gewissenlosen kommunistischinternationalen Treibereien auf das ernsteste bedroht ist. Es bringt mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck, daß die haben vertragschließenden Staaten nicht provozieren wollen, sich aber auch nicht mehr provozieren lassen. Das deutsche Volk aber kann allen kommenden Entwickelungen mit ruhiger Sicherheit entgegenschauen. Seine Regierung steht auf der Wacht und wird jede auftauchende Gefahr mit den richtigen Mitteln abzuwehren wissen. Hier ist der kommunistischen Internationale ein Feind erstanden, der den Kommunismus kennt und ihn deshalb auch wirksam trifft. Mögen andere Völker daraus lernen, damit dieses Abkommen wirklich ein Anfang sein kann im Kampf gegen die Bedrohung der Menschheit in ihren höchsten Kulturgütern und damit für den wahren Frieden der Welt. Abwehrfront Im Grunde genommen bedarf das heute zwischen der Reichsregierung und der kaiserlichjapanischen Regierung unterzeichnete Abkommen keiner Erklärungen. Das Ziel der Vereinbarungen ist so klar umrissen und die Gründe, die beide Regierungen bewegten, sind durch die verschiedenen kommunistischen Umsturzversuche und besonders durch die grausigen Ereignisse in Spanien so deutlich herausgestellt, daß die in jüngster Zeit von der Auslandspresse über die deutschjapanischen Verhandlungen angestellten Vermutungen in sich zusammenfallen. Das Abkommen ist der klare Ausdruck der politischen und kulturellen Selbstverteidigung gegen den Weltfeind Nr. 1, eine vorbeugende Maßnahme, die für jeden kulturbewußten Staat beispielgebend sein kann. Die programmatischen Erklärungen der führenden deutschen Männer auf dem Nürnberger Parteitag von 1935 und die nachdrückliche nochmalige Herausstellung der antibolschewistischen Grundauffassung auf dem Parteitag von 1936 konnten auch die demokratische Umwelt nicht darüber im unklaren lassen, daß dieses Deutschland es bei der Säuberung des eigenen Landes vom Bolschewismus nicht bewenden lassen würde, sondern daß die nationalsozialistische Regierung alles daransetzen werde, um dem weltrevolutionären Ungeheuer Zahn um Zahn auszubrechen und zum eigenen Schutze sowie zur Befreiung der Umwelt von dem Gespenst des Bolschewismus der Einkreisung Deutschlands durch Sowjetrußland und durch die bolschewistenfreundlichen Mächte mit aller Tatkraft entgegenzutreten. Somit ist das deutsch=sapanische Abkommen ein reiner Akt des Selbstschutzes. Noch vor nicht allzu langer Zeit haben französische Staatsmänner immer wieder das Sicherheitsproblem in Europa als die bedeutsamste Frage in die politische Debatte geworfen, wobei Sicherheit mit französischer Vorherrschaft in Europa gleichzusetzen war. Deutschland hat dieser papiernen Sicherheitsthese des Versailler Vertrages mit dem Kampfruf gegen den Bolschewismus eine weit umfassendere, ja alle Kulturvölker der Welt berührende Sicherheitsfrage entgegen= und damit in den Brennpunkt der internationalen Diskussion gestellt. Man hat Japan wiederholt als das„Preußen des Fernen Ostens“ bezeichnet. Im Hinblick auf die strenge politische Struktur trifft dieses Wort unbedingt zu. Wenn man bedenkt, daß sich„dieses Land noch nicht 100 Jahre lang den wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Ideen des Abendlandes erschlossen hat, daß es aber heute schon den stärksten Sicherheitsgaranten im Fernen Osten darstellt, daß es für die wirkschaftliche Produktion Asiens entscheidend ist und daß seine nationale Haltung für die politische Zukunft Ostasiens ein, wenn nicht das ausschlaggebende Gewicht besitzt, so ist damit allein schon die Bedeutung der heute getroffenen Vereinbarungen für alle zwischen der alten und der ostasiatischen Welt liegenden Nationalstaaten gegeben. Die schnelle industrielle Entwicklung Japans hatte es der kommunistischen Internationale als angebracht erscheinen lassen, auch in Japan wie in den europäischen Industrieländern die roten Netze auszuwerfen. Diesen Versuchen wird die japanische Regierung mit der gleichen Entschiedenheit entgegentreten wie das neue Deutschland. Dazu kommt, daß die unmittelbare asiatische Nachbarschaft zwischen Japan und Räterußland dem ostasiatischen Nationalstaat eine besondere Gegenwehr zur Pflicht macht. Daß der Zusammenschluß zur antibolschewistischen Abwehrfront gerade in dem Augenblick erfolgt, da das Bluturteil von Nowosibirsk die Notwendigkeit eines derartigen Zusammenschlusses aller Kulturmächte erneut unter Beweis stellt, kann uns Deutsche nur mit dem genugtuenden Gefühl erfüllen, daß man im Fernen Osten die bolschewistische Gefahr schneller und klarer erkannt hat als in jenen Ländern der alten Welt, die heute noch entweder auf papiernen Demokratien herumreiten oder ihren„Volksfront=Regierungen die Geschäfte der in ihren Volksfront=Regierungen die Geschäft Moskauer Komintern besorgen. Ein Vertrag ist unterzeichnet, der hoffentlich auch auf die übrigen europäischen Oeffentlichkeiten nicht ohne Wirkung bleiben wird, so daß man erwarten darf, daß auch andere europäische Hauptstädte in ähnlicher Form ähnliche Abwehrmaßnahmn ergreifen werden und damit der kulturellen Solidarität zwischen den einzelnen Erdteilen einen Ausdruck geben, der über jede papierne Proklamation vorstößt. Hierfür kann der deutsch=japanische Vertrag Vorbild und Appell sein. Appell an die Studentenschaft zur Teilnahme am Reichsberufswettkampf der Studenten Königsberg, 25. November. Am Mittwoch nachmittag fand in der Königsberger Universität in Gegenwart von Vertretern aller Parteigliederungen, der Wehrmacht, des Reichsarbeitsdienstes und der Wissenschaft die feierliche Eröffnung des zweiten Reichsberufswettkampfes der deutschen Studenten für alle deutschen Hoch= und Fachschulen statt. Der Beauftragte der Reichsstudentenführung für den Reichsberufswettkampf der deutschen Studenten, SS.=Sturmbannführer Dr. Six, nahm das Wort zu einem Appel Seiie 2 Nr. 277 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 26. November 1936 an die gesamte deutsche Studentenschaft. so führte er u. a. aus,„beim Reichs in erster Linie die Tatsache maßgebend, einmal im Jahre die gesamte Studentenschaft in einer gemeinschaftlichen Arbeit zusammenzurusen und ihre wissenschaftliche Sicherheit und ihre Leistungen zu steigern. Wir sehen in dem Reichsberusswettkampf ein Mittel, die Einheit der Dozenten und Studenten wiederzufinden, das Verhältnis von Meister, Geselle und Lehrling, das in dem Reichsberufswettkampf der werktätigen Jugend längst verwirklicht ist, auch auf der Hochschule wieder zur Geltung zu bringen. Das deutsche Studen„Für uns ist“ berufswettkampf tentum wird in dem Reichsberufswettkampf den Beweis erbringen, daß es durch wissenschaftliche Leistungen in steter Wiederholung von unten her beiträgt zu jener Front Hochschule und Wissenschaft, die unser erstes und heißestes Ziel sein muß. So rufe ich jeden deutschen Studenten auf, anzutreten zum zweiten Reichsberufswettkampf der deutschen Studenten und in einem ritterlichen Wettstreit um die höchste Ehre zu ringen, die einem jungen Deutschen zuteil werden kann: den Handschlag des Führers. Mit der Führerehrung und dem Horst=Wessel=Lied wurde die Kundgebung geschlossen. „Eine Feschichtlche Tal Botschafter von Ribbentrop über das deutsch=japanische Abkommen and Berlin, 25. November. Botschafter von Ribbentrop gab dem Verkreter des Deutschen Nachrichtenbüros zum deutschjapanischen Abkommen eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt: „Auf dem 7. Komintern=Kongreß hat der Bolschewismus allen ordnungsliebenden Staaten den Kampf auf Leben und Tod angesagt und als Ziel die Durchführung der Revolution in allen Staaten und die Aufrichtung der weltbolschewistischen Weltdiktatur proklamiert. Das jüngste Opfer dieses Vernichtungswillens bolschewistischer Unheilstifter ist Spanien. Manche Staaten, so Amerika, haben seinerzeit gegen die Beschlüsse des 7. Komintern=Kongresses schärfste Proteste erhoben — sie sind wirkungslos geblieben. Deutschland und Japan, nicht gewillt, das Treiben der kommunistischen Hetzer länger zu dulden, sind nunmehr zur Tat geschritten. Der Abschluß des heute von Deutschland und Japan unterzeichneten Abkommens gegen die kommuninische Internationale ist ein epochales Ereignis. Es ist ein Wendepunkt in dem Abwehrkampf aller ordnungsund kulturliebenden Nationen gegen die Mächte der Zersetzung. Mit dem Zustandekommen dieses Vertrages haben unser Führer und Seine Majestät der Kaiser von Japan eine geschichtliche Tat vollbracht, die erst von kommenden Generationen in ihrer vollen Tragweite gewürdigt werden wird. Japan wird eine Ausbreitung des Bolschewismus in Ostasten niemals zulassen. Deutschland bildet das Bollwerk gegen diese Pest im Herzen Europas. Schließlich wird Italien, wie der Duce der Welt erklärte, das antibolschewistische Banner im Süden hochhalten. Ich bin der Ueberzeugung, daß die Länder, die heute die bolschewistischen Gefahren noch nicht sehen, eines Tages unserem Führer für das klare und rechtzeitige Erkennen dieser einzig dastehenden Weltbedrosung dankbar sein werden. In dem Abkommen ist vorgesehen, weitere Staaten zur Teilnahme an diesem Kampf einzuladen. Wir wünschen und hoffen, daß die übrigen Kulturstaaten die Notwendigkeit des Zusammenschlusses aller gegen die Arbeit der kommunistischen Internationale erkennen und sich diesem Abkommen anschließen mögen. Auf diese Weise wird es gelingen, diesen Weltfeind endgültig abzuwehren, den inneren und äußeren Frieden zu erhalten und unsere alte Kultur zu retten.“ Eine Aeußerung des japanischen Botschafters Der japanische Botschafter Graf Mushakoji erklärte einem DNB.=Vertreter u. a. folgendes: „Ich gebe hiermit meiner aufrichtigen Freude Ausdruck, daß das Abkommen gegen die kommunistische Internationale am heutigen Tage zwischen Japan und Deutschland abgeschlossen worden ist. Da die Einmischung der kommunistischen Internationale in die inneren Verhältnisse der Nation nicht nur deren inneren Frieden und soziales Wohlleben gefährdet, sondern auch den Weltfrieden überhaupt bedroht ist es für jeden Kulturstaat aus Selbsterhaltungstrieb eine Selbstverständlichkeit, das Leben und Wohl des eigenen Volkes gegen diese Gefahr zu schützen. Dabei ist zu betonen, daß es gegen diese internationale kommunistische Organisation nur eine einzige wirksame Abwehrmöglichkeit gibt, nämlich das Zusammenwirken der Staaten. Ich bin überzeugt, daß das japanische Kaiserreich unter dem glorreichen Regime Seiner Majestät des Kaisers und das neue Deutschland unter der heroischen Führung des Führers und Reichskanzlers als Garanten des Weltfriedens im Osten und Westen mit diesem Schritt ihren Teil zur Befriedung der Welt beitragen werden.“ „Gegen kein drittes Land gerichtet“. Eine Erklärung der japanischen Regierung dnb Tokio, 25. November. Anläßlich der Unterzeichnung des deutsch=japanischen Abkommens hat die japanische Regierung am Mittwoch eine Erklärung abgegeben, in der es u. a. heißt, auf dem VII. Komintern=Kongreß sei die Bildung einer Einheitsfront zur Bekämpfung des Faschismus und Imperialismus beschlossen worden, die sich hauptsächlich gegen Deutschland, Japan und Polen richtete. Das gleiche gelte hinsichtlich der Unterstützung kommunistischer Armeen in China zum Kampfe gegen Japan. Ein Blick auf die Ereignisse in Spanien genüge, um jedermann von der außerordentlichen Bedeutung und von dem fluchwürdigen Einfluß der Komintern auf das Wohlbefinden der Völker und auf den Frieden der Welt zu überzeugen. Wie China den Verwüstungen der kommunistischen Armeen ausgesetzt sei, so litten auch die äußere Mongolei und Sinklang unter dem Treiben der Komintern. In Mandschukuo hätte die Komintern durch die Errichtung von Bezirksausschüssen Räuberbanden zu gewinnen und für ihre Zwecke dienstbar zu machen versucht. In Japan habe sich mit dem VII. Kongreß der Komintern die Energie der kommunistischen Bewegung wieder gesteigert. Die japanische Regierung habe zwar schon immer eine eindeutige Politik gegen die Komintern geführt. Angesichts der wachsenden Gefahr aber sehe sich Japan nunmehr gezwungen, im Interesse der Gewährleistung seiner Sicherheit und der Aufrechterhaltung des Friedens in Ostasien schärfere Maßnahmen zu ergreifen. Da die Organisation und die Tätigkeit der Komintern internationalen Charakter trage, müsse jede Gegenmaßnahme in internationaler Zufammenarbeit getroffen werden. Deshalb habe Japan den Vertrag mit Deutschland abgeschlossen. Die japanische Regierung gibt ihrem Wunsche Ausdruck, daß sich möglichst viele Staaten den Abwehrmaßnahmen gegen die Gefahr der Komintern anschließen möchten. Sie betont zum Schluß ausdrücklich, daß neben diesem Abkommen Vereinbarungen anderer Art nicht bestehen, daß Japan nicht die Absicht habe, irgendeinen besonderen internationalen Block zu bilden, und daß sich die Vereinbarung gegen kein drittes Land richte. Einbrach in die denische Tetschaft in Maerio Die italienische Botschaft geplündert— Gangstermethoden der Madrider Bolschewisten Salamanca, 25. November. Einer Meldung der in Madrid erscheinenden Zeitung„Sindicalista“ zufolge, die der rote Madrider Sender wiedergibt, haben sich die dortigen bolschewistischen Machthaber eine unerhörte Verletzung der Exterritorialitätsrechte der deutschen Botschaft geleistet. Das Blatt schreibt von einer„genauen Durchsuchung“ der deutschen Botschaft, wobei angeblich „wertvolles Material“ beschlagnahmt worden sei. Es liegt auf der Hand, daß mit dieser Darstellung eine nur als Einbruch zu wertende Tat als sogenannte Amtshandlung der Rotgardisten bemäntelt werden soll. Ferner haben die roten Nachthaber mit der Begründung, daß die„spanische Republik ihre diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abgebrochen habe“, die Gebäude der deutschen Schule und des deutschen Konsulats in Cartagena widerrechtlich mit Beschlag belegt. Das Schulgebäude wird als Quartier für rote Milizen, das Konsulat als Sitz einer roten Kommission benutzt werden. Rom, 25. November. Das frühere italienische Botschaftsgebäude in Madrid, das bereits seit einigen Monaten wegen Verlegung des Botschaftssitzes nach Alicante geschlossen worden war, ist, wie von unterrichteter italienischer Seite verlautet, nach der Anerkennung der Regierung des Generals Franco von den roten Terrorbanden geplündert worden. In zuständigen römischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß der exterritoriale Charakter der diplomatischen und konsularen Gebäude selbst von den Abessiniern gegenüber dem italienischen Konsulat in Dessie, Gondar und Harrar geachtet worden ist und daß die Plünderung der italienischen Botschaft in Madrid ein neuer Beweis für die in der spanischen Hauptstadt herrschende Anarchie sei. Kampf um den Madrider Königspalast Talavera de la Reina, 25. November. Nach glaubwürdigen Berichten eines aus Madrid zurückgekehrten Offiziers der nationalen Truppen ist jetzt der Hauptkampf um den von den Bolschewisten in eine Festung verwandelten Königspalast entbrannt. Kriegsschiffe der spanischen Nationalregierung haben, wie der Sender von Teneriffa meldet, einen norwegischen und einen griechtschen mit Kriegsmaterial für die spanischen Marxisten beladenen Frachtdampfer gekapert. Italien überwacht Zugänge nach Katalonien London, 25. November. Wie die Morgenblätter melden hat die italienische Regierung der englischen neue Versicherungen abgegeben, daß Italien nicht beabsichtige, einen ständigen Flottenstützpunkt auf den Balearischen Inseln zu errichten. Der diplomatische Korrespondent des„Daily Telefraph“ meldet, solange die Möglichkeit vorhanden sei, daß Moskau eine„Filiale“ an der spanischen Mittelmeerküste errichtet, werde Italien die Zugänge nach Katalonien von den Balearen aus überwachen. Sobald jedoch die Streitkräfte Francos eine wirksame Kontrolle über dieses Gebiet hergestellt haben würden, werde sich Italien von den Balearen zurückziehen. Frankreichs neuer Innenminister „Marx“ Dormoy Paris, 25. November. Am Dienstag abend teilte der Ministerpräsident im Verlaufe des Kabinettsrates mit, daß der Präsident der Republik auf seinen Vorschlag den bisherigen Unterstaatssekretär im Ministerpräsidium Dormoy zum Innenminister ernannt hat. Marx Dormoy steht im Alter von 48 Jahren. Er wurde in Montlucon als Sohn eines äußerst betriebsamen Mitgliedes der Sozialistischen Partei geboren, der ihm absichtlich den Vornamen„Marx“ gab. Dormoy war zunächst Handlungsgehilfe, später wurde er zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt, und bei den Novemberwahlen 1931 kam er erstmalig in die Kammer. Die Ernennung wird von den Blättern der Volksfront mit Genugtuung, von der rechtsstehenden Presse dagegen mit großer Skepsis ausgenommen. Das „Echo de Paris“ fragt, ob Dormoy der Aufgabe, die ihn erwarte, überhaupt gewachsen sei. Im Süden schaffe die Ueberschwemmung des Landes durch spanische Flüchtlinge eine wirkliche Gefahr. Perpignan sei eine Zweigstelle von Barcelona geworden wo die Anarchie unter den Augen der ohnmüchtigen Behörden und zur großen Verzweiflung der Bevölkerung sich einniste. Aus allen Ländern ergieße sich über Frankreich nach Spanien, ein wahrer Abschaum der Menschheit, der oft haltmache und keine Lust zeige, den Weg über die Pyrenäen zu nehmen. Außerdem stehe fest, daß überall im Lande ein regelrechter Waffenschmuggel betrieben werde und man allenthalben Munitionslager anlege. Lindbergh wohlbehalten gelandet. In London war am Mittwoch vormittag das Gerücht verbreitet, daß der bekannte Fliegeroberst Lindbergh bei einem Flug über der Irischen See verschollen sei. Es stellte sich jedoch später heraus, daß Lindbergh nach seinem Aufstieg in einem kleineren Ort sicher gelandet war, Deutscher Pretestin gegen die Zuteilung des Friedens=Nobelpreises an Ossietzky Berlin, 25. November. Der Reichsminister des Aeußern Freiherr von Neurath hat den deutschen Gesandten in Oslo telegraphisch beauftragt, das äußerste Befremden der Reichsregierung zu dem Beschluß des Storting=Ausschusses hinsichtlich der Zuteilung des Friedens=Nobel= preises zum Ausdruck zu bringen. Wenn auch die norwegische Regierung als solche nicht unmittelbar an diesem Beschluß beteiligt ist, so handelt es sich doch anderseits um einen Beschluß der norwegischen Landesvertretung, die eine bewußte und beleidigende Herausforderung Deutschlands darstellt. Der Gesandte hat den Auftrag erhalten, mitzuteilen, daß sich die deutsche Regierung vorbehalten muß, alle Schlußfolgerungen aus diesem Vorfall zu ziehen. Ausland sagt: Fehlentscheidung Die Weltöffentlichkeit betrachtet die Verleihung des Friedens=Nobelpreises an einen Landesverräter als eine grobe Fchlentscheidung. Dieser Eindruck, der sich schon aus den ersten ausländischen Pressestimmen ergab, die wir bereits in unserer gestrigen Ausgabe veröffentlichten, hat sich heute, da weitere Auslandsstimmen vorliegen, noch verstärkt. In der verantwortungsbewußten norwegischen Presse kommt die Erkenntnis zum Ausdruck, daß das Nobel=Komitee mit seiner Entscheidung für Ossietzky nicht nur der Idee des Friedenspreises einen schweren und nicht wiedergutzumachenden Schlag versetzt, sondern auch außenpolitisch Norwegen große Schwierigkeiten bereitet habe. Das südschwedische„Lunds Dagblad“ sagt, für Schweden bestehe das Erniedrigende darin, daß der Friedens=Nobelpreis, der der Ausdruck des Idealismus eines großen Schweden sei, zu einer politischen Machenschaft herabgewürdigt und dazu benutzt worden sei, ein Volk zu verletzen, mit dem Schweden in Freundschaft leben wolle. Daß es gerade der Friedenspreis sei, der in dieser Weise ausgenutzt werde, lasse die Lage um so bedauerlicher erscheinen. Der Amsterdamer„Telegraaf" stellt fest, daß es dem Komitee bei der Kandidatur Ossietzkys lediglich darauf angekommen sei, die deutsche Regierung herauszufordern, während ihm die Person des Preisträgers selbst, von dem sich keine einzige Schrift in der Bibliothek des Nobel=Instituts befinde, nebensächlich gewesen sei. Das der ungarischen Regierung nahestehende Budapester Abendblatt„Esti Ulsag“ betont, daß der Nobel=Friedenspreis zweifellos nur für diejenigen Politiker, Wissenschaftler oder Schriftsteller geschaffen wurde, die der Sache des Friedens große Dienste geleistet hätten. Die„Weltbühne“, die Ossietzky geleitet habe, sei ein ganz gewöhnliches hetzerisches kommunistisches Schmutzblatt gewesen und habe der Menschheit nicht das mindeste gegeben. Die Erteilung des Friedenspreises an Ossietzky sei nichts als eine dumme Herausforderung. Die Drahtzieher des Ossietzkh=Rummels Paris, 25. November. Die kommunistische„Humanité“ und einige andere Linksblätter veröffentlichen am Dienstag folgende Mitteilung, die für sich selbst spricht: „Mit größter Freude hören wir, daß unser Feldzug für die Verleihung des Friedens=Nobelpreises an Ossietzky Erfolg gehabt hat. Wir legen Wert darauf, allen denen zu danken, die auf unseren Aufruf geantwortet haben. Wir erwähnen in erster Linie folgende Namen: Edouard Herriot, Léon Blum Maurice Thorez, Raoul Aubaud, Vincent Auriol, Fernand Brunot, Marcel Cachin, Pierre Cot, Georges Monet und Marius Moutet(der Kolonialminister), der Schriftsteller Romain Rolland, Léon Jouhaux und viele andere mehr.“ Ein vetspieneser=Ehstig Drei Jahre Kraft durch Freude— Dr. Ley übergibt den Rechenschaftsbericht dnb Berlin, 25. November. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley übergab am Mittwoch der Presse einen Bericht„Drei Jahre nationalsozialistische Gemeinschaft Kraft durch Freude", in dem die Ziele und Leistungen dieses großen Werkes dargelegt werden. Dr. Ley, der am Freitag auf der Jahrestagung der Reichskulturkammer ausführlich sprechen wird, machte bei dieser Gelegenheit längere Ausführungen über die Grundsätze der RSG. Kraft durch Freude. Er hob hervor, wlch gewaltige Ausmaße dieses Werk in knapp drei Jahren erfahren hat. Der Arbeiter sei durch den Marxismus heimatlos geworden, er habe aber nie seine große Sehnsucht nach seinem Volke und seiner Heimat verloren. Der Nationalsozialismus habe dem deutschen Arbeiter die Möglichkeit gegeben, an den kulturellen Gütern Deutschlands teilzunehmen die seine Vorväter geschaffen hätten. An dem Klassenkampf und Klassenhaß sei die Unvernunft des Bürgertums mit schuld gewesen. Alles Gute und Schöne in Deutschland werde jetzt auch dem deutschen Arbeiter zugänglich gemacht. Die gemeinsame Tagung der Reichskulturkammer und der NSG. Kraft durch Freude am Freitag solle offenbaren, daß Arbeit und Kunst zusammengehörten, daß sie nicht mehr zwei verschiedene Begriffe seien. Die Tagung werde auch zeigen, daß der deutsche Arbeiter für alle Zeit aus dem Nebel des Marxismus erlöst sei. Der Bericht„Drei Jahre NS.=Gemeinschaft Kraft durch Freude“ ist von Reichsamtsleiter Horst Dreßler= Andreß verfaßt und bietet nach einer allgemeinen Einleitung reiches statistisches Material. In der Einleitung wird betont, daß der Gemeinschaft in 32 Gauen mit 800 Kreisdienststellen und 18000 Ortsdienststellen 78097 Betriebswarte zur Verfügung stehen. Die Arbeit der Gemeinschaft verteile sich auf verschiedene Aemter, deren Arbeit außerordentliche Erfolge zu verzeichnen hat. So hatte das Amt„Feierabend" insgesamt 142 670 Veranstaltungen mit 52 766029 Besuchern aufzuweisen. Es wurden Musik= und Singstunden abgehalten, Laienspiele und Tanzvorführungen veranstaltet, 4 850000 Besucher ins Theater geführt und 16 886 477 Volksgenossen der Besuch von 40 756 Kabarettabenden ermöglicht. Das 90 Mann starke NS.=Reichs=Sinfonieorchester wird bis zum Jahresschluß 220 Konzerte gegeben haben. 700 Lager der Reichsautobahnen=Gefolgschaft wurden ebenfalls von der NS.=Gemeinschaft Kraft durch Freude betreut. Das Amt„Deutsches Volksbildungswerk" weist 36 194 Veranstaltungen mit 6 109 269 Teilnehmern auf. U. a. wurden 6742 Führungen, 2688 Volksbildungsveranstaltungen, 10 280 Volksbildungsabende auf dem Lande und 6249 Sonderveranstaltungen durchgeführt. Auch bestehen zur Zeit 200 Wanderbüchereien mit je 250 Bänden Aus der Statistik„Reisen, Wandern, Urlaub" ist ersichtlich, daß sich die Zahl der KdF.=Fahrer seit dem letzten Jahre mehr als verdoppelt hat. Sie betrug im Jahre 1936 mehr als sechs Millionen, darunter 150 000 Seefahrer. Zu Jahresbeginn standen acht große Ueberseedampfer der Gemeinschaft zur Verfügung, zu denen in Zukunft die neuen Dampfer der geplanten KdF.=Flotte hinzukommen werden. Die von den KdF.=Zügen zurückgelegte Gesamtstrecke beträgt 2 160 000 Kilometer und entspricht damit dem 54fachen Umfang der Erde. Der Umsatz, einschließlich der Nebenausgaben, betrug in diesem Tätigkeitsabschnitt rund 110 Millionen Mark. Die Statistik des Sportamtes lehrt, daß in diesem Jahre 275 307 Sportkurse mit 5 880000 Teilnehmern veranstaltet wurden Die Zahl der hauptamtlich beschäftigten staatlich geprüften Sportlehrer beträgt 2800. Das Amt„Schönheit der Arbeit“ setzte seine im Vorjahr begonnene Aktion „Gutes Licht— gute Arbeit“ fort und begann dann besonders die Gerbereien, Ziegeleien, Schuhfabriken und Hotels gründlichen Untersuchungen zu unterziehen. Dabei wurden schon mehr als 2500 Hotels und Gaststätten besichtigt. Außerdem wurden bisher gegen 1000 Kameradschaftshäuser und 3000 neue Kantinen und Aufenthaltsräume errichtet, 3500 Grünanlagen in Werkhöfen und annähernd 200 Schwimmbäder sowie 1500 Waschräume geschaffen. Die Mittel für die Verbesserung der deutschen Betriebe betrugen fast eine halbe Milliarde RM. Zur Organisierung des inneren Betriebes in den Unternehmungen wurden die„Werkscharen" gebildet, die vom RSG.=Amt gleichen Namens verwaltet werden. Es haben heute 2150 Werkscharen einen Personalbestand von 90000 Mann. Schließlich wurde auch durch ein Abkommen zwischen dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und dem Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg der RSG. Kraft durch Freude die außerdienstliche Freizeitgestaltung der Soldaten anvertraut. Auf Grund dieses Abkommens wurde das Amt„Wehrmachtheime“ errichtet. Unmittelbar vor Eröffnung der XI. Olympiade fand in Hamburg der„Weltkoigreß für Freizeit und Erholung“ statt, der bisher die größte internationale Aussprache über die Freizeitgestaltung der schaffenden Menschen war. Die Vertreter von mehr als 50 Staaten beschlossen dabei, in Anerkennung der von Deutschland geleisteten vorbildlichen Arbeit ein„Internationales Zentralbüro für Freude und Arbeit“ zu errichten, das unter der perfönlichen Leitung Dr. Leys steht. parade in Rom vor dem ungarischen Reichsverweser Rom, 25. November. Im Beisein des ungarischen Reichsverwesers Horthy und seines Gefolges fand Mittwoch vormittag auf der Via de Impro und der Via de Trionfi eine große Parade der auf 25 000 Mann verstärkten Garnison von Rom statt. Der Vorbeimarsch der einzelnen Regimenter und die Besichtigung durch den Reichsverweser mit dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien Viktor Emanuel vermittelte einen lebendigen Eindruck der faschistischen Wehrmacht. Graf Seyoum und Graf Getadscho wohnten als erste abessinische Würdenträger der Parade bei. Bei der Rückfahrt des Reichsverwesers und seines königlichen Gastgebers in den Quirinal kam es häufig zu lebhaften Huldigungen der Bevölkerung. Auch Mussolini wurden bei seiner Rückkehr am Palazzo Venezia lebhafte Kundgebungen zuteil. Rumäniens Außenminister in Krakau Warschau, 25. November. Der rumänische Außenminister Antonescu traf am Mittwoch vormittag in Begleitung mehrerer Mitglieder des rumänischen Außenministeriums und einer Gruppe von Pressevertretern auf der Reise nach Warschau in Krakau ein. Er wurde vom stellvertretenden Außenminister Graf Szembek und zivilen und militärischen Würdenträgern empfangen. Mittags legte er am Sarkophag des Marschalls Pilsudski in der Kathedrale des Wawel=Schlosses im Namen des Königs, der Regierung und der Armee Rumäniens Kränze nieder. Rurg Nachrichten Prinzregent Paul von König Eduard empfangen. König Eduard VIlI. von England empfing gestern den Prinzregenten Paul von Jugoslawien. Am Dienstag hatte König Eduard den Kronprinzen von Schweden empfangen, der sich zur Zeit in England befindet. England schützt Aegypten. Das englische Unterhaus hat der Ratifizierung des englisch=ägyptischen Vertrages zugestimmt. In dem Vertrag übernimmt England die Verpflichtung, das ägyptische Gebiet gegen jeglichen Einfall zu schützen. odt,„Zier Patzionalstische Partet Transpaals hat auf ihrer Jahrestagung einstimmig beschlossen, alle Juden aus der Partei auszuschließen. Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest, Kommunalpolttik und Stadttelle: Adolf Peddinghaus Lokales: Hans Schulie, Kulturpolitik und Unterbaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schmidt, Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Sport: Haus Hornbero, Anzeigen: Kurt Scholz, samtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin=Karlsvorst. Dönhoffstraße 19. Anrus Karlsdörst 0340. S SStin Periretung: K. W. Bempe. BerlinLugriottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf O 1 Steinplatz Bochum Fus.. u..u Lauvenmüdlen 8 Dierichs in 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 7 allltig, Nachlaßstaffel B.— DA. X. 36 über 27000. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Udr. Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur dei Rückporto. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten Seite 3 Nr. 277 7 Bochumer Anzeiger„ Donnerstag, 26. November 1936 Bochumer Nächtliches Gackern unerwünscht Alltags ab 6 Uhr, sonntags eine Stunde später Gackerfreiheit für alle Hühner Zu vielen Bochumer Haushaltungen gehört erfreulicherweise auch ein, wenn auch oft nur kleines Volk Hühner. Und es gehört auch durchaus zur Gepflogenheit der Bochumer Hühner, zu gackern. Ihren Besitzern ist diese Musik nicht einmal unangenehm, den durch das Geräusch des Gackerns pflegen die Hühner nach uraltem Brauch die Beendigung des täglichen Legegeschäftes anzukündigen. Weniger angenehm wird das Gackern schon empfunden, wenn die Hühner ohne so wichtige Begründung gackern, offenbar zu dem Zweck, den erfreuten Besitzer irrezuführen. Ein hohes Maß von Verärgerung aber kann das melodischste Hühnergegacker in der ganzen Nachbarschaft erzeugen, wenn es zu nächtlicher Stunde geschieht und dadurch die wohlverdiente Nachtruhe halber Straßenzüge stört. Die schwerwiegende Frage, wann Hühner gackern und Hähne krähen dürfen, bzw zu welcher Morgenstunde sie dies in aller Oefsentlichkeit tun dürfen, hat nun sogar das Gericht beschäftigt. Es handelte sich um eine Klage wegen Besitzstörung durch Lärmen von Hühnern während der Nachtzeit. Die Besitzerin eines Grundstückes in einem Vorort hatte zwei Hühnerställe mit anschließendem Hühnerauslauf errichtet, und zwar mit einer Vorrichtung, die es den Bewohnern der Ställe ermöglicht, jederzeit, auch nachts, das Hühnerhaus zu verlassen. Der Kläger behauptete, daß die Hühner und Hähne schon vor sechs Uhr morgens die Ställe verließen, mitunter schon um 4 Uhr und selbst um 2 Uhr, und ihn durch lautes Gackeen und Krähen mit seiner Familie in der Nachtruhe störten. Er verlangte Maßnahmen, um den Auslauf der Hühner und Hähne werktags vor 6 Uhr und sonntags vor 7 Uhr morgens zu verhindern. Das Amtsgericht erließ eine entsprechende einstweilige Verfügung, und das Landgericht wies die Berufung zurück. Es wurde unterstellt, daß der Antragsteller durch das Gackern und Krähen gestört wird, wobei es unerheblich sei ob er nachts das Fenster des Schlafzimmers nicht geschlossen halte, denn hierzu sei er nicht verpflichtet. Es komme deshalb nur darauf an ob die ron den Hähnen und Hühnern ausgehenden Störungen durch das Gesetz gestattet sind. Die Beseitigung einer Störung könne dann nicht verlangt werden, wenn sie ortsüblich sei. Die Ortsüblichkeit des Auslaufens der Hühner vor 6 Uhr morgens hat das Landgericht jedoch nicht anerkannt. Ortsüblich oder nicht. Unseren Ohren ist das Gackern eine gute Musik. Allerdings unter einer Bedingung: Es muß ein Ei im Neste liegen. Im Interesse der Spaziergänger Das Lottental als Promenadenstraße Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Auf Grund der§§ 28, Abs. 5, und 34 der ReichsStraßenverkehrs=Ordnung vom 28. Mai 1934 ordne ich an: 1. Die Straße Im Lottental in Bochum zwischen Stiepeler und Hevener Straße wird in jeder Richtung für sämtlichen Verkehr an Sonn= und Feiertagen in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober von 8 bis 20 Uhr gesperrt. 2. Wer dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach § 36 der Reichs=Straßenverkehrs=Ordnung mit einer Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark oder mit Haft bestraft. 3. Diese Anordnung tritt mit dem Tage der Aufstellung der Verkehrszeichen in Kraft. * Von den vielen Bochumer Wanderfreunden und Spaziergängern wird es begrüßt werden, daß das von ihnen gern aufgesuchte Lottental an Sonn= und Feiertagen frei von allen Verkehrsfahrzeugen zu bleiben hat, so daß man unbeschwert dort wandern kann. Bezirksfrauentagung des Stadtverbandes der Evangelischen Frauenhilfe. Am Montag, 30. November, versammelt sich der Stadtverband der Evangelischen Frauenhilfe zu einer Bezirksfrauentagung in den Räumen des Evangelischen Vereinshauses an der Mühlenstraße, wird ein adventliches Gepräge haben. Die Festansprache hält Pfarrer Engelbert, der zu dem Thema„Das Jahr der Kirche" sprechen wird. Racsen=Wenih Marzip an Hinter den Kulissen einer Konditorei Der Oesserbach wird kanalisiert Die Weihnachtszeit naht. Der gute alte Nikolaus steht schon vor der Tür. Seine Visitenkarte hat er bereits abgegeben in den Geschäften, die sich mit den Sachen, die in den Adventswochen besonders begehrt sind, befassen. Besonders sind es die Schaufenster der Konditoreien, die vorweihnachtliche Erwartungen auslösen. Spekulatius, Marzipan, Lebkuchen und derlei leckere Sachen üben ihre Anziehungskraft nicht nur auf die Kleinen aus, die den Blick nicht von ihnen lassen können und vor Sehnsucht vergehen nach dem Tage, da Nikolaus und das Christkindchen sie heimlich auf den Teller legen. Die Konditoren helfen emsiglich, daß es an nichts fehlt. Es sind nette Leute, darauf bedacht, den Mitmenschen das Leben angenehm zu gestalten und zu versüßen. Sie backen Kuchen und Torten, Hartgebäck und Sahne= und Schokoladesachen und was alles sich an lieblich duftendem, knusprigem, herrlich schmeckendem Feinbackwerk aus Mehl, Eiern, Fett, Mandelkern, Konfitüren herstellen läßt. Was finge man wohl an, wenn nicht der Konditor dafür sorgte, daß zu festlichen Gelegenheiten die Hausfrau mit Leckerbissen aufwarten könnte, bei deren Anblick allein schon einem das Wasser auf die Zunge läuft? Die Backkunst unserer Hausfrauen in allen Ehren— der Konditor ist ihnen doch über. Dafür ist er ja auch Fachmann. Besuchen wir ihn doch einmal bei der Arbeit! Von den 64 Konditoreien, die die Fachschaft Bochum erfaßt (Wattenscheid gehört auch dazu), wollen wir zunächst einen Kleinbetrieb besichtigen; diese Betriebe machen ja die Mehrzahl aus. Was auffällt(obwohl selbstverständlich), ist die peinliche Sauberkeit. Im Gasofen wird gebacken, es gibt keinen Kohlenstaub. Hilfsmaschinen werden elektrisch betrieben. Es wird darauf geachtet, daß alle Gebrauchsartikel restlos verwertet werden und nicht dem Verderb anheimfallen, was ins Gewicht fällt, da manche Rohstoffe aus dem Auslande eingeführt werden müssen und Devisen erfordern. Die Gefahr einer Verschwendung wertvoller Nahrungsmittel ist im Haushalt ganz gewiß größer... Gef.c 4. Das tritt besonders vor Augen veim Besuch einer Groß=Konditorei.(Solcher gibt es in Bochum etwa zehn mit einem 20= bis 50köpfigen Personal.) Hier hat man sich alle Errungenschaften der Technik zunutze gemacht— da gibt es Maschinen, die Spekulatiusstücke gleich dutzendweise prägen, Maschinen, die Schnee schlagen oder Sahne, Teig rühren und auskneten, Eismaschinen und was weiß ich. Und doch hat hier die Menschenhand noch viel zu tun. Der Konditor ist nicht nur Handwerker, er soll auch Künstler sein! Wir staunen, wie die Marzipansachen mit der Hand bemalt ..-Brüning Eine Torte erhält den letzten„Schliff“. werden, wie zu Festtagstorten kunstvolle Aufsätze hergestellt werden, welches Geschick zu Spritzsachen gehört. Auch im Großbetrieb nur Gasöfen und elektrische Apparate. Zur Herstellung von Konditoreisachen gehören nicht nur Mehl, Milch, Butter und Eier, sondern auch viele andere Sachen, wovon man sich in der Warenausgabe und in den mit Büchsen, Gläsern und Kasten angefüllten Lagerräumen überzeugen kann. Daß auf Hygiene und Schönheit der Arbeit gesehen wird, versteht sich. Freundliche Aufenthaltsräume, getrennt für die Geschlechter, zeugen von Fürsorge für das große Personal. Die meisten Konditoreien sind mit Cafés verbunden. Wohl nirgend findet man sie so gediegen ausgestattet wie hier in Westdeutschland und Bochum steht da keiner anderen Stadt nach. Wie gemütlich sitzt es sich da bei Kaffee und Kuchen, man unterhält sich, liest oder gibt sich wohligem Behagen hin. Wir könnten uns das Leben ohne diese anheimelnden Cafés kaum noch vorstellen. So stellt das Konditoreigewerbe einen beachtenswerten Faktor dar. Was es zu leisten vermag, das will es am Sonntag auf der Leistungsschau zeigen, die es mit dem Kameradschaftsabend am Samstag abend im Bochumer Parkhaus veranstaltet. Da wird man allerlei leckere Sachen in einfacher und künstlerischer Aufmachung schauen können, die Zeugnis ablegen für den hohen Stand dieses Handwerkszweiges. Er hat heute auch keinen leichten Stand, wird aber sein ganzes Können einsetzen als dienendes Glied im deutschen Nahrungsgewerbe. ap ..-Brüning Die Einmündung des Baches in das Werksgelände Wenn irgendwo über Jahrzehnte hinaus sich Menschen über fremdes Gelände hinweg einen Weg gebahnt haben, den sie, ohne daß der Besitzer Einspruch dagegen erhebt, immer und immer wieder begehen, so erwächst daraus ein Gewohnheitsrecht, das in den meisten Fällen dann schwerlich angefochten werden kann. Aehnlich liegt der Fall in Hofstede mit der„Oesterbieke", die ihre Abwässer durch zwei Kanäle unter der Herner Straße her munter über das Gelände der Firma Westfalia=Dinnendahl=Gröppel=AG. an der Ecke Herner und Verkehrsstraße fließen läßt. Das war solange ohne jede Bedeutung, solange das Gelände eben unbenutzt war und dieses kleine Bächlein keiner Menschenseele im Wege war. Nun geht die Westfalia=DinnendahlGröppel=AG. daran, auf dem ihr gehörigen Grundstück eine große Montagehalle und Büroräume zu errichten und ist gezwungen, die Abwässer durch einen Kanal zu leiten, wenn sie das Gelände voll ausnutzen will. Zur Zeit ist man dabei, neben den Fundamenten für die riesige Halle ein„Betonflußbett" für die „Oesterbieke" zu errichten, wodurch dem kleinen Wässerlein nun jede Selbständigkeit genommen wird. Da das Gelände an der Verkehrsstraße außerordentlich tief liegt, macht das weiter keine großen Schwierigkeiten. Praktische Neuerung am Bahnhof Präsident. Bisher hatten die den Sperrendienst am Bahnhof Präsident versehenden Beamten unter der durch die meistens halb offen stehenden Türen verursachten Zugluft arg zu leiden. Zum Schutze der Bahnbeamten hat man seitens der Reichsbahn nunmehr an dem in der Sperre stehenden Häuschen Fenster einbauen lassen, die beliebig geschlossen und geöffnet werden können und durch die die Zugluft zurückgehalten wird.— Der starke Andrang in dem auf dem Bahnsteig stehenden Wartehäuschen beweist übrigens auch, wie notwendig diese schon seit Jahren geforderte Anlage war. Ein Känteras=Sildllungs=Prrichirt Fahrsteiger Arimont, der mit dem zum Tode verurteilten Ingenieur arbeitete, über die rote Hölle Sorg auch Du für Schutz und Sicherheit Wirksame Mahner zur Unfallverhütung sind die im Rahmen der Unfallverhütungsaktion der Reichsbetriebsgemeinschaft„Eisen und Metall“ in allen Betrieben der Eisen= und Metallindustrie, so auch in Bochum, zur Aufstellung gekommenen Unfallskalen. Diese Skala soll ein neuer Hinweis sein auf die Notwendigkeit, alle Kräfte anzuspannen, die Unfallkurve auch in der Eisenund Metallindustrie mit Macht nach unten zu biegen. Wie bei der Unfallverbütungsaktion im Bergbau ist auch hier das entscheidende Kennzeichen der Schadenverhütung die Heranziehung jedes Arbeiters zur Mitarbeit, denn nicht Vorschriften, die am grünen Tisch ausgeknobelt werden, können den Kampf gegen den Unfall entscheiden, sondern nur die Mitarbeit der Männer der Praxis. Aufnahme: Presseamt DAF. In ausländischen Berichten über den großen Schauprozeß in Nowosibirsk in dem der Wanne=Eickeler Ingenieur Karl Stickling zum Tode verurteilt wurde, ist auch der Fahrsteiger Ernst Arimont genannt, der durch den Moskauer Sender gesucht wird. Arimont befindet sich aber schon seit längerer Zeit wieder auf seiner alten Arbeitsstelle Zeche„Mont Cenis“ in Herne. In einer Unterredung mit einem unserer Mitarbeiter machte er interessante Mitteilungen über seine Erfahrungen in Sowjetrußland. Fahrsteiger Ernst Arimont kennt den zum Tode verurteilten Ingenieur Stickling sehr gut und kennt auch die übrigen Angeklagten. Seine Frau hat in den Familien der Angeklagten freundschaftlich verkehrt. Beide haben die Ueberzeugung, daß eine Sabotage, wie sie die Anklageschrift behauptet, überhaupt nicht in Frage komme. Sie sind jedoch über die Verhältnisse in sowjetrussischen Bergwerken genau im Bilde. Ereignen sich ein Unglück bei der Seilfahrt, Gebirgsverschiebungen oder Schlagwetter in den Gruben, so sucht man sofort nach„Schuldigen“, mit denen dann eine Justizkomödie aufgeführt wird deren die Welt nun schon mehrere gesehen hat. Es soll sich im Oktober auf einer sibirischen Zeche eine große Schlagwetterexplosion ereignet haben. Jetzt ist man hinter den„Schuldigen“ her, die man für die sowjetrussischen Mißerfolge haftbar machen will, statt die Schuld im eigenen System zu suchen. Fahrsteiger Arimont, der jahrelang die russischen Bergbauverhältnisse studiert hat, erzählte weiter, daß man in Rußland keinen geordneten Grubenbetrieb durchführen kann, da es dauernd an den notwendigen Materialien fehlt. Ausgebildete Bergarbeiter kenne man nicht, sondern nur Landarbeiter, die einfach abkommandiert werden und von einer Bergmannsarbeit nicht die primitivsten Kenntnisse besitzen und auch keine Lust und Liebe zur Grubenarbeit haben. Daß diese Leute dann in der Grube bei der Verrichtung von Arbeiten leichtsinnig handeln, ist selbstverständlich. Was Stickling in der letzten Zeit gemacht hat, ist nicht bekannt geworden, da jede briefliche Verbindung mit ihm fehlte. Er soll zuletzt beim Goldtrust tätig gewesen sein, wo er die Stelle eines technischen Werksdirektors bekleidete, also eine leitende und verantwortliche Stelle innehatte. Wie aus einem Brief den Stickling an seine Verwandten nach Wanne=Eickel geschickt hat, ersichtlich ist, schreibt er, daß er einstweilen nicht nach Deutschland kommen will, da er eine gute Stellung habe. Fahrsteiger Arimont ist vor Jahren nach Rußland gegangen als er hier arbeitslos wurde. Nachdem er dort 3½ Jahre gearbeitet hatte, wurde er wegen„Staatsgefährlichkeit“ ausgewiesen. Wie weit selbst die russischen Kenntnisse reichen, erhellt am besten daraus, daß man ihn, obwohl er von den Sowjetrussen ausgewiesen wurde, noch vor einigen Wochen im Moskauer Sender suchen ließ. Die„Staatsgefährlichkeit" Arimonts bestand lediglich in dem Besitz eines deutschen Rundfunkapparates, den er heute noch in seiner Wohnung stehen hat. Mit diesem Sender hörte er Deutschland und konnte so die Lügenmeldungen der sowjetrussischen Sender über Deutschland widerlegen. Auch bezog er eine große deutsche Zeitung, die er zu Anfang täglich erhielt und in letzter Zeit nur noch vereinzelt bekam, da das Blott auf seinen Inhalt genau el „durchgesehen" war. Weiter fiel für seine Ausweisung erschwerend ins Gewicht, daß er seinen deutschen Kameraden diese Zeitung weitergegeben hat. Arimont und auch Stickling haben nicht in Nowosibirsk, die eine Stadt von etwa 300 000 Einwohnern ist, gewohnt, sondern in einer weiter am Tom gelegenen Städtchen, nachdem beide vorher in verschiedenen südlich gelegenen Bergbaubetrieben tätig waren. Dort haben auch etwa 60 Bergarbeiter aus Bochum, Gelsenkirchen und Wanne=Eickel gearbeitet, die Stickling gut kennen. Jedoch sind diese Arbeiter zum überwiegenden Teil wieder hierher zurückgekehrt und waren schon wenige Wochen von den„Segnungen“ des Bolschewismus geheilt. Ein Anzug kostete den achtfachen Monatslohn und ein Paar Schuhe ein Viertel des Monatslohnes. Arimont erzählte, daß die russische Justiz eine „Volksjustiz“ sei. Ein Zeuge, der den Angeklagten entlasten werde, laufe Gefahr, dem gleichen Schicksal wie dieser zu erliegen. Nachdem der Staatsanwalt gesprochen habe, frage er das Volk, die meist bestellte Zuhörer sind, ob sie den Angeklagten für schuldig erklärten, und dann heiße es einfach:„Vom Volke für schuldig befunden.“ Fahrsteiger Arimont hat den Schauprozeß genauestens verfolgt und freut sich, daß er heute wieder auf seinem alten Pütt„Mont Cenis" in Ruhe und Sicherheit arbeiten kann. Ein dreistes Stück Zigarren= und Zigarettenautomaten eingeschlagen und beraubt In den frühen Morgenstunden des 22. November wurde der an dem Hause Brückstraße 49 befindliche Zigarren= und Zigarettenautomat, Marke„Sielaff“, durch Einschlagen einer Fensterscheibe erbrochen und beraubt. Es wurden Zigarren entwendet. Sachdienliche Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. Weihnachtszuwendungen nicht mehr sozialversicherungspflichtig. Wie wir hören, kann noch für das diesjährige Weihnachtsfest mit einer Neuregelung gerechnet werden, wenach Weihnachtszuwendungen bei der Berechnung der Beiträge zur Reichsversicherung im allgemeinen unberücksichtigt bleiben. Die Glätte war schuld. Recht böse kam gestern nachmittag eine Kaufmannsehefrau aus der Brückstraße auf der Wielandstraße zu Fall, wobei sie sich empfindliche Verletzungen zuzog, die ärztliche Behandlung in einem Hospital notwendig machten. Man lernt nie aus! Manche Dinge mögen noch so selbstverständlich erscheinen, trotzdem werden sie fast immer verkehrt gemacht. So hat man festgestellt, daß sich die meisten Menschen wohl morgens die Zähne putzen, aber nicht abends. Dabei sind die Zähne doch gerade während der Nacht durch die Zersetzung der Speisereste am meisten gefährdet. Wer also seine Zähne zirklich gesund erhalten will, pflegt sie jeden Abend mit Chloroont. Diese Qualitäts=Zahnpaste von Weltruf reinigt die Zähne vollkommen, ohne Gefahr für den kostbaren Zahnschmelz Seite 4 Nr. 277/ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 26. November 1936 DAF.=Mitgliedsbücher! Die zuerst vorgenommene Ausstellung von neuen DAF.=Mitgliedsbuchern für samtliche Mitglieder der ehemaligen Verbände wird in Kürze zum Abschluß gebracht. Es ist daher erforderlich, daß sämtliche DAF.= Mitglieder, vor allen Dingen die Mitglieder der ehemaligen Angestelltenverbande, soweit sie ihre alten Mitgliedsunterlagen noch nicht restlos zwecks Umschreibung bei ihrer zuständigen Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront abgegeben haben, dieses umgehend nachholen. Bis zum 15. Dezember 1936 müssen unbedingt sämtliche alten Mitgliedsunterlagen von Mitgliedern der ehemaligen Angestelltenverbände abgegeben worden sein, da andernfalls eine Umschreibung nicht mehr erfolgen kann und somit das betreffende Mitglied seinen Anspruch auf die alte Mitgliedschaft verliert. Die Deutsche Arbeitsfront, Gauwaltung Westfalen=Süd. Kiefer, Gaukassenwalter. Ein schöner Abend bei„Kraft durch Freude“ Die deutsche Sozialordnung der Gegenwart Mit diesem Vortrag des Ministerialdirektors Dr. Mansfeld vom Reichs= und preußischen Arbeitsminlsterium am 26. November wird die Sczialwissenschaftliche Sondervortragsreihe fortgesetzt. Ministerial= direktor Dr. Mansfeld ist durch seine vom Ministerpräsidenten Generaloberst Göring erfolgte Berufung zur Mitarbeit an dem Vierjahresplan für den Arbeitseinsatz besonders bekannt geworden. Der Vortrag findet im großen Vortragssaal der Verwaltungsakademie statt. Er beginnt um 20 Uhr. Teilnehmerkarten zum Preise von 0,50 RM. sind noch an der Abendkasse zu haben. Eenererer Run schmeckt der Kohl noch mal so gut Der Mittwochmarkt In der Krimm mit seinen, vor allem mit Kohl reich beschickten Ständen, machte es den Hausfrauen leicht, mitzuhelfen, den Vierjahresplan zu erfüllen, denn alle Kohlarten wurden in Hülle und Fülle angeboten, und der Grünkohl war dazu noch weiß von Reif und Eis. Erfreulich war auch die große Auswahl an Fluß= und Seefischen, deren Preise zur Vorwoche leicht gesenkt waren. Tannengrün und Adventskränze gaben dem Markt ein vorweihnachtliches Gepräge. Es notierten die Preise am 25. November Walnüsse.. ½ ke 55 J Haselnüsse. ½3 ke 45 J Paranüsse. ½ ks 55 L Teigen mahr......... ½ ke 10 20 J Frische Mohren....... ½ kg 8 L Aevfel ½ ks 22-45 L Endiviensalat... ½ k4—15 L Rapunzeln 42 ks 40 J Schwarzwurzeln ½ ks 20-22 L Blumenkohl 20—35§ Rotkohl ½ ks 6 L Weißkodl ½ ke 6 4 Rosenkohl.......... ½ ks 23—25 J Grünkohl 1 ke 15 4 ##irsing 4 ke 6 6 B Spinat 1 k 25 P Steckrüben.......... ½ k4—8 L Banauen. ½ kg 20 26 J Zwiebeln 1 ke 15% Kartoffeln 12—13 ks 100 J Koblrabi Stück 10-12 L Roie Beete ½ ks 10 L Rübchen........... ½ ks-10 A Eier Stück 11 5 Zuronen.......... Stück—19 J Butter ½ ke 157—160 L Sahnekäse 1 ka 70 J Quartkäse ½ ke 40 L Rindfleisch ½ ks 90—100 L Schweinefleisch ½ ks 90—125 L Kalbfleisch ½ ks 100—130 L Hammelfleisch ½ ks 125-130 L Kabelsan..... ½ kg 30—35 L Schellfisch ½ ke 29-30 P Fischfilet.. ½ ke 35—40 B ... ½ ke 30 J .... ½ kg 25 L .... ½ ke 30 L ½ kg 30 L ....„ ½ kg 30 L 1½ ke 20 L ...„ ½s K8 89 L totbarsch Makrelen Seelachs Schollen Bresen Grüne Heringe Hecht 11. November ½ ke 53 S ½ ke 45 J ½ ke 65 ½ ke 15-20 ½ ke 8 S ½ ks 22—45 L ½ ke 19—15 L ½ ke 40 S ½ kS 20 J 25—45 L ½ ke 6 8 B ½ ks 5- 7 L ½ ks 20—25 3 1 ke 15 L ½ ke—7 L 1 ke 15 J ½ kg 8 L 4 kg 25—28 L 1 ks 15 B 12—13 ke 100* Stück-10 B ½ kg 10* ½ ke 10 S Stück—10 J ½ ke 155-160* 12 kR 70 L 1. ke 40 B) ½ ke 90- 100 L ½ ks 90-125 L ½ ke 100—130* ½ kg 125—130 L ½/2 ke 35-50 L) ½ ks 30—60 □ ½ ke 50-55 L) ½ ks 35 A ½2 kg 25" ½ ke 30—35 c) ½ ke 35 5 ½ ke 30 B 1½ ke 25 Neblig trübe Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr. Die flache Kaltluft, die schon einige Tage über ganz Mitteleuropa liegt, verursachte durch die nächtlichen Ausstrahlungen ausgedehnte Nebeigebiete mit leichter Rauhreifbildung. In höheren Lagen herrschte überall wolkenloses und ziemlich mildes Wetter. Zufuhr wärmerer Luft vom Atlantik wird die Temperaturen etwas ansteigen lassen, jedoch bleibt es, besonders im Flachlande, diesig, aber vorwiegend trocken. In der Nacht wird leichter Frost während der nächsten Tage noch auftreten. Aussichten für Donnerstag: Neblig trübe, Temperaturen um den Gefrierpunkt, schwach windig. nachts leichter Frost.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Unfreundlich. Mittwoch, 25. November Barometer 24 Uhr: 163.5 Thermometer 34 Uhr:# 8 Zeiten für Sonne und Mond am 26. November: GAufg.10, Unterg. 16.24; J Aufg. 14.40, Unterg..09 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Wohin gehen wir heute? Stadttheater: 20 Uhr: Pentbestlea. Bochumer Hof: 18 Uor: Schüler des Hoffmannschen Konservatoriums mustzieren. Ernst=Moritz=Arndi Haus:, III. Kammer=Konzert. Tonhallen Diele und Gaststätte: Konzert und Tanz. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Sein letztes Kommando. Capitol: ab 15.30 Uhr: Intermezzo. Goria=Palast: ab 15.30 Uhr: Meuterei auf der Bounty. Hammer Lichtspiele: Geschlossen. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Moskau—Schanghat. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Eine Nacht an der Donau. Odcon: ab 15.30 Uhr: Nun schlägt's 13. Ekala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Nun schlägt's 13. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Verräter. 2seitlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Die ewige Maske. Avollo Theater.=Weitmar: Der höhere Besehl. Capitol.=Langendreer: Rendezvous. Capitol.=Werne: Tranmulus. Kammer=Lichtspiele.=Gerthe: Helden von heute. dura Manne=Eickel: Mar' g# 84 Ein vollbesetztes Haus, Lachen und Jubel um Fritz Servos und seine Mitspieler. Wieder hatte KdF. einen vollen Erfolg zu verzeichnen mit ihrem ServosAbend. In dichten Reihen saßen und standen die dankbaren Zuhörer, unter denen auffallend viele Jugendliche zu bemerken waren, die natürlich einen Hauptspaß an den urkomischen, bekannten Burlesken des beliebten Komikers hatten. Den größten Lacherfolg hatte Servos als„lateinernder" Diener, der zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten seine Kenntnisse an den Mann bringen will und sein„Privatlatein“ spricht. Da sitzen sie, die Arbeiter und Angestellten, die tagsüber an ihren Maschinen und Schraubstöcken stehen und an den Schreibtischen sitzen und nun einen Abend voller Humor und Freude erleben. Fröhliche Musik sorgt in den Pausen dafür, daß keine Langeweile aufkommt, fleißige Bedienung stillt die durstigen Kehlen, alles ist aufs beste vorbereitet, und so kann der Erfolg nicht ausbleiben. Zwei Stunden herzhaftes Lachen, zwei Stunden im Kreise froher Kameraden, das gibt wirklich neue Kraft! Kraft durch Freude zu geben, das hat die Organisation KdF. auch diesmal wieder erreicht, mit ihrem lustigen Servos=Abend. piet— Deutsche Lande in Bild, Lied und Wort Die Leitung der evangelischen Schule an der OskarHoffmann=Straße hatte für Dienstag abend zu einem Elternabend ins Ernst=Moritz=Arndt=Haus geladen. Wie immer waren die Gäste mit Freuden in großer Zahl erschienen, denn diese Schule weiß immer mit Besonderem aufzuwarten. Rektor Dobke begrüßte die Eltern und sonstigen Gäste, besonders die Jugendscharen, und wies auf den Sinn der Veranstaltung hin.„Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ konnte man als Spruchband auch wählen, wenn jetzt die deutschen Lande in Bildern, in Liedern und Worten vor Geist, Sinn, Herz und Auge lebendig wurden. So ging's von der Wasserkante in die Lüneburger Heide, ins Land von Wittekind und Teut, Heimatklänge aus Ruhrlands heiligem Boden erfaßten uns, dann fuhren wir hinauf den Rhein, der Deutschlands Strom ist, nicht Deutschlands Grenze, das treue Saarland tat sich auf, das Frankenland zwischen Main und Neckar, das Donauland, die Sudeten, das Land an der Saale hellem Strande, die märkische Heide, die Wacht im Osten. Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt. Thüringer Land mit Luthers Trutzfeste, der Wartburg, hatte manches zu sagen. Verschieden die Landschaft, aber doch nur ein Volk. Die volks= und landverbundenen Lieder ertönten. Gesang und Mundharmonika wirkten zusammen. Die Männer der Zeit sprachen zu den Hörern. In Prosa und Vers klang deutsches Sein und Hoffen auf. Und die Jugend stand selbst am Pult und sie wußte zu reden, Jungen und Mädel. Sie sprachen mit heißem Herzen, und es ward eine tiefe, schöne Weihestunde daraus für die Hörer. Diese Stunde war dem Volke gewidmet und seinem Führer Adolf Hitler. Rektor Dobke konnte im Schlußwort mit Recht der Freude Ausdruck geben, daß jetzt alle Bedrückung von uns wich, das traurige Lied „Wir hatten einst ein schönes Vaterland“ stimmt nicht mehr. Dank dem Führer haben wir jetzt wieder ein herrliches, ein schönes, ein einiges Vaterland! Mit dreifachem Sieg=Heil auf den Führer dankte die Hörerschaft. Die Leitung der Schule, die diese schöne Stunde zu bereiten gewußt hat, kann auf das gute Gelingen des Abends mit Stolz schauen. Tachen nnn Krauß Der fröhliche Abend der 7.=Kulturgemeinde ein großer Erfolg Als Otto Franz Krauß vor wenigen Wochen in Bochum gastierte, da fragten wir:„Wann wird er wiederkommen?“ Und nun war er wieder da, diesmal im Ernst=Moritz=Arndt=Haus, eingeladen vom Ortsverband der NS.=Kulturgemeinde. Echt und wahrhaftig stand der Meister des Humors wieder vor einer Zuhörerschaft, die gekommen war. um zu lachen und— zu sehen. Denn es genügt nicht, Krauß nur zu hören, man muß ihn auch sehen. Er ist ja nicht nur Humorist, sondern auch ein glänzender Schauspieler, der seinen Worten auch Gesicht verleiht. Das ist das Außergewöhnliche an ihm, daß sein Humor nicht zu boshaftem Lachen durch die starke Betonung der Pointe herausfordert, sondern daß er seinen Humor zur wahren Kunst von ergötzlicher Lebendigkeit formt. Man glaubt ihm unbedingt, weil er uns den witzigen Dingen des täglichen Lebens und den Menschen so greifbar nahebringt. Es ist so einzigartig, wenn er Menschliches Allzu=Menschliches in Sprache, Geste und Miene in so einfacher schöner Art im wahrsten Sinne des Wortes humorvoll zu geben weiß. Wie köstlich sind seine Dialektwanderungen durch die deutschen Gaue. Und wenn dann zwei Temveramente wie der Bayer und Berliner zusammenstoßen, dann sieht man nicht mehr Krauß auf der Bühne, sondern man lauscht eben nur den beiden aus der Mark und aus dem Süden. Manchmal stellt er gleich eine ganze Familie auf die Bühne, Vater, Mutter und Kinder. Und selbst das spitzbübische Gesicht des kleinen Fritz gelingt ihm prachtig. Aus unserer westfälischen Heimat gibt er den tollen Bomberg zum besten. Josef Winkler dürfte ihn kaum besser gesehen haben, als er die Geschichte vom„Tafelservice geschrieben hat. Krauß machte uns auch wieder mit Geschichten, die aus eigener Feder stammen,„Erlebtes, Erdachtes, Erlauschtes, bekannt. In urwuchsiger Eigenart stellt er die Gestalten auf die Bühne. Selbst wenn man dieses oder jenes von Krauß schon gehört und gesehen hat, man entdeckt immer wieder, daß er mit seiner Kunst lebt, nichts Gelerntes spricht und spielt, sondern daß er die Menschen, die er in das Bühnenlicht stellt, liebt wie seinen Humor und immer wieder anders formt. Höhepunkt seiner Darbietungen waren wieder die Soldatenlieder. Es war sicher der beste Lohn für den Künstler, wenn das überfüllte Haus ihm stürmisch Beifall zollte und die Zuhörer so herzlich lachten. Für die musikalische Untermalung dieses fröhlichen Abends hatte die NS.=Kulturgemeinde Konzertmeister August Seidemann(Hagen) gewonnen, der für seine meisterlich gespielten Volksweisen für Violine solo sowie klassischen und heiteren Stücke herzlichen Beifall fand. Am Flügel hatte Luise Petri reichen Anteil an dem vollen Erfolg des Abends. Unter den Gästen bemerkte man auch den Gaukulturwart Dr. Schwarzschulz. Es dürfte sich sicher lohnen, den Krauß=Abend zu wiederholen. Die NS.=Kulturgemeinde wurde wieder ein volles Haus haben. Und warum sollte man Ein Abenteuer in der Donnerbecke Schlangen aus dem Parabiese Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Schandulh Wunne=Einer: Mu, Schmelings Sieg deutscher Sieg. Parthotel„Haus Rechen“: Konzert. ein Am Mittwoch konnte man vor der Großen Strafkammer eine Geschichte aus LindenDahlhausen nacherleben, die nach den verschiedensten Richtungen hin Entrüstung auslösen durfte. Es war eine„betrunkene Angelegenheit“, die einen Mann auf die Anklagebank brachte, der den Lohntag einmal dazu benutzte, recht vergnügt zu sein. Wer seine Arbeit redlich tut, dem ist schon mal eine Freude zu gönnen. Aber in diesem Zustande der„Gehobenheit“ ist mancher Mensch zu Torheiten geneigt, die er im nüchternen Zustande nie verüben würde.„An dem Abenteuer bei der Donnerbecke ist nur mein besoffener Kopf“ schuld", seufzte der Angeklagte. Sonst wäre er den Lockungen nicht verfallen, die in Gestalt dreier böser Buben in Mädchengestalt an ihn herantraten. Bei dieser Gelegenheit kam er auch um seine Geldbörse. Aber das wäre noch nicht das ärgste gewesen. Dieser Verlust hätte sich verschmerzen lassen. Viel schlimmer war es, daß die älteste der drei jugendlichen Grazien, eine Schlange aus dem Paradiese, als der Bestohlene nach seinem Gelde schrie, dem nächsten Schutzmannsposten erklärte, der Mann habe ihre vierzehnjährige Schwester in der Donnerbecke überfallen. Während der Angeklagte unwiderlegt behauptete, daß die junge Frau mit ihrer jüngeren Schwester ein sehr übles Spiel getrieben hat. Anstatt sie zum Guten anzuleiten, wurde sie in den Sumpf geführt. Die Einzelheiten der unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführten Anklage entziehen sich der Wiedergabe. * Der Mann kam unter die schwere Anklage eines mit Zuchthaus bedrohten Verbrechens und saß einige Monate lang in Untersuchungshaft, als plötzlich für ihn eine Wendung eintrat. Durch einen Zufall kam heraus, daß die drei jungen Teufelinnen bei ihrer volizeilichen Vernehmung die Wahrheit nicht gesagt hatten, daß höchstens eine moralisch verwerfliche Handlung, aber kein Verbrechen vorlag, und daß die drei weiblichen Personen alle Ursache hatten sich mindestens ebenso, vielleicht noch viel mehr, zu schämen als der Angeklagte. Bei dieser Verhandlung konnte man von einem Staunen ins andere fallen. Was ist Wahrheit, was ist Lüge zwischen den drei Mädchen einerseits und den Angaben des Angeklagten anderseits? War den drei Zeuginnen überhaupt noch ein Wort zu glauben? Alles, was sie sagten, geriet plötzlich in einen giftigen Nebel. Gegen eine der eigenartigen drei Zeuginnen, die das Strafverfahren anscheinend wider besseres Wissen in Gang gebracht hatte, ergaben sich sehr schwexe Verdachte. Vereidigt wurde sie nicht. * Jedenfalls konnte unter solchen Umständen kein Gericht zur Ueberzeugung von der verbrecherischen Schuld des Angeklagten kommen. Man mußte ihn auf Kosten der Staatskasse mangels Beweises freisprechen. Die Verteidigung hatte sogar beantragt, ihn wegen erwiesener Unschuld freizusprechen. Soweit wollte und konnte das Gericht aber nicht gehen, weil sich der Angetrunkene durchaus nicht einwandfrei benommen hatte. Der Zufall, der ihn fast ins Zuchthaus gebracht hätte, paukte ihn in Gestalt einer ehrlichen und mitleidigen Alten wieder heraus, die es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren konnte, daß ein Vater von drei Kindern auf solche Art und Weise um Freiheit, Brot und Ehre gebracht werden sollte. Der Angeklagte aber wird für sein ganzes ferneres Leben von seiner Freude an schönen Abenteuern geheilt sein. Straßenbahn und Auto Auf dem Castroper Hellweg, als die Straßenbahn aus der Schürbankstraße herauskam, wurde sie von einem Lastkraftwagen angestoßen. Der Fahrer dieses Wagens stand unter Anklage, den Zusammenstoß verschuldet zu haben. Außer einigen Scherben und der geringen Verletzung eines Insassen der Straßenbahn war kein Unheil geschehen. Es hatte gerade angefangen zu regnen und die Straße war sehr glitschig geworden. Wenn auf den Straßen Glätte herrscht, ist jeder Verkehrsteilnehnier zu ganz besonderer Vorsicht verpflichtet. Obgleich nach Ansicht der Verteidigung der Kraftwagen das Vorfahrtsrecht auf dieser Verkehrsstraße hatte, hätte sich nach Ansicht des Gerichts der Fahrer doch nicht auf seine Vorfahrt berufen können, denn die Straßenbahn war schon halb im Hellweg. Er hätte ein mildes Tempo haben müssen, um den Wagen sofort zu stoppen. Allzu starkes Bremsen verbietet sich aber bei glitschiger Straße, da sonst leicht Schleudern eintritt. Es nutzte dem Angeklagten auch der Einwand nicht, daß er geglaubt habe, die Straßenbahn werde an der Haltestelle halten. Sie fuhr wider Erwarten weiter weil niemand aus= oder einstieg. Das Urteil lautete auf 50 Mark Geldstrafe. nicht recht vielen Bochumern Gelegenheit geben, sich mit Otto Franz Krauß einmal herzlich zu freuen und zu lachen!— „Rassenfrage und Christentum“ Vortragsabend im Bezirksring Bochum der Deutschen Glaubensbemegung Die Deutsche Glaubensbewegung, Bezirksring Bochum, hielt am Dienstag abend in der Panzergrotte einen sehr gut besuchten Vortragsabend ab. Hans Reeder(Heidelberg) sprach über„Rassenfrage und Christentum“. In ausführlicher Darlegung erläuterte der Redner Wesen und Willen deutschen Gotterlebens und den Kampf der Deutschen Glaubensbewegung um eine neue Wertordnung, an deren Spitze die Höchstwerte der Rasse und des Blutes ständen. Dieser Kampf sei gerichtet gegen jeden artfremden Herrschaftsanspruch und gelte der inneren Einheit des Volkes, der Freiheit des völkischen Gewissens und der Gestaltung des deutschen Lebens aus deutscher Art. Es entspreche deutschem Wesen, nach dem Erforschbaren mit allen Mitteln der Wissenschaft zu fragen und zu suchen, aber in Ehrfurcht halt zu machen vor dem Unerforschlichen, dem Göttlichen. In dieser Ehrfurcht vor den letzten Grenzen offenbare sich wahrhafter deutscher Glaube. Die Ausführungen wurden mit großem Beifall bedacht. Um den Großen preis des Ruhrlandes Bochumer erfolgreich In Essen veranstaltete der Reichsverband zur Pflege des Gesellschaftstanzes e. V. Berlin, in der Reichskulturkammer ein Amateur=Tanzturnier. Hervorragendes auf diesem Turnier leistete der junge Bochumer RPG.=Club„Blau=Weiß=Casino", e.., der in sämtlichen vier Startklassen Siegerpaare stellen konnte.— Ergebnisse:=Klasse: 1. Herr Pahle— Frl. Helmus, Dortmund; 2. Herr und Frau Langner, Bochum; 3. Herr Monske— Frl. Sattler, Essen.=Klasse: 1. Herr Weidner— Frl. Vell, Köln; 2. Herr Dr. Müser— Frl. Müser, Elberfeld; 3. Herr Dr. Leuwer— Frl. Hofmann, Bochum.=Klasse: 1. Herr Lipphardt— Frl. Horst, Bochum; 2. Herr Unverzagt— Frl. Birkner, Ems; 3. Herr und Frau Barth, Bochum. Sonderklasse: 1. Herr Teipel— Frau Kratz, Berlin; 2. Herr Honnay— Frl. Honnay, Köln; 3. Herr Kroy— Frl. Fett, Bochum. Adventsfeier. Der Kreisverband der Evangelischen Frauenhilfe hat sich entschlossen, auch in diesem Jahre eine Adventsfeier zu veranstalten. die mit Rücksicht auf die große Zahl der Mitglieder an zwei aufeinander folgenden Tagen stattfindet, und zwar am kommenden Sonntag und Montag im Lutherhaus zu Altenbochum. Den Feiern geht jedesmal eine gottesdienstliche Rüststunde in der evangelischen Altenbochumer Kirche voraus, die am Sonntag von Pfarrer Schillina(Langendreer), am Montag von dem geschäftsführenden Vorstandsmitgliede des Kreisverbandes, Pfarrer Schloemann(Werne), gehalten wird. Uebertragung eines Bochumer Konzerts im funk. Heute, Donnerstag, wird die Nachtmusik des Reichssenders Köln zwischen 22.25 und 24 Uhr aus dem Parkhotel Haus Rechen in Bochum übertragen. Es spielt die Kapelle Brockhaus. Kapellmeister Fred Brockhaus ist Bochumer und Schüler von Musikdirektor Franz Merkert. Aus der ASDAd. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Donnerstag, 26. November RS.=Frauenschaft Grumme. 20 Uhr: Hausmusikabend im Frauenschaftsheim. NS.=Frauenschaft Weitmar=Mitte. Der Heimabend fällt aus. Die Frauenschaft besucht geschlossen den Schulungsabend des Reichsluftschutzbundes um 19.30 Uhr im Waldschlößchen. NS.=Frauenschaft Wiemelhausen. 20 Uhr: Pflichtabend im Paul=Gerhardt=Haus. NS1B.=Kreis. 15 Uhr: Fortsetzung des Fußballlehr= ganges im Stadion.(Nicht Samstag.) Die AG. des betreffenden Tages können teilnehmen. NSDAP. Hordel. 20 Uhr: Schulungsabend und Besprechung im Heim an der Fichtestraße. NSDAP. Altstadt. 20 Uhr: Schulungsabend für Gruppe B im Rathaus, Zimmer 301. RSDAP. Langendreer. 20.15 Uhr: Schulungsabend für die Politischen Leiter der Gruppen I und II bei Brücher. NS.=Frauenschaft Linden. 15 Uhr: Nähen und Basteln für Kinder im Parteiheim. NS.=Frauenschaft Harpen. 16 Uhr: Arbeitsstunde im Gemeindeheim an der evangelischen Kirche. Marmeladenkosiproben werden ausgeteilt. NS.=Frauenschaft Linden. 20 Uhr: Pflichtabend bei Scheidtmann. Thema: Zum Tag der deutschen Hausmusik. NS.=Frauenschaft Weitmar=Nord. 16.30 Uhr: Pflichtversammlung. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. NS.=Frauenschaft Langendreer=Wilhelmshöhe. 16 Uhr: Zusammenkunft bei Schulte. NSDAP. Marmelshagen. 20.15 Uhr: Mitgliederversammlung bei Bergmann, Riemker Straße. Es spricht Parteigenosse Putzig. Bochum. Allen Mitgliedern wird das Erscheinen zur Pflicht gemacht. NS.=Frauenschaft Hiltrop=Bergen. 20 Uhr: Pflichtabend bei Punge. Vortrag und Film: Kampf dem Verderb. NS.=Frauenschaft Weitmar=Mark. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Hülsmeier. Frau Göbbels spricht über„Opferwillen im Nationalsozialismus“. RSDAP. Werne. 20 Uhr: Schulungsabend der Politischen Leiter, beide Gruppen, bei Kersten(Kirche). NSDAP. Hiltrop=Bergen. 20 Uhr: Rosenberg=Lesekreis beim Parteigenossen Hubbert. Achtung für Mitglieder des Reichsbundes für Leidesübungen! Die für Freitag, 27. November, anberaumte Versammlung der Ortsgruppe Bochum im RfL. muß wegen Verhinderung des Gauführers Lorenz verschoben werden. Neuer Termin wird bekanntgegeben. Donnerstag, 26. November Spezialgymnastik nur für Frauen von 20.45 Uhr bis 21.45 Uhr: in dem Uebungsraum der Bürgergesellschaft, Privateingang Wilhelmstraße 9. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Gymnastikschule, Rottstraße 29; von 20 bis 22 Uhr: in dem Uebungsraum der Kommunalbank, Schützenbahn, Zimmer 104. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Drusenbergschule. Schwimmen nur für Frauen von 20.15 bis 21.15 Uhr: Städttsche Badeanstalt.; von 21.15 bis 22.15 Uhr: Städtische Badeanstalt. Kinderkursus für fröhliche Gymnastik und Spiele von 17 bis 18.30 Uhr: Turnhalle der Goethe=Oberrealschule. Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnballe der Schule an der Von=der=Recke=Straße. Iln=Jitsu für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: in Langendreer Reform=Realgymnastum, Unterstraße 73. Rollschuhlausen für Frauen und Männer von 19.30 Uhr bis 21 Uhr und von 21 bis 22.30 Uhr: Restaurant Köppe, Langendreer, Kaiserstraße 198. Zitherkonzert Am kommenden Sonntag, 29. November, findet nachmittags um 17 Uhr im Saale des Ernst=Moritz=Axndt=Hauses, Bochum, Königsallee, ein Konzert der RSG.„Kraft durch Freude“ in Verbindung mit dem Zithermusikverein Bochum statt. Unter anderen ist als Sollst für die Veranstaltung der bekannte Ewald Kuchenbuch gewonnen worden, der bereits eine ganze Anzahl von Konzerten an verschiedenen deutschen und europäischen Sendern zu Gehör brachte(Zürich und Reichssender Köln). Das Programm bringt auserwählte Perlen der Zitbermusikliteratur. Der Eintrittspreis zu dem Konzert beträgt 0,50 RM. Karten sind in der Vorverkaufsstelle, Kortumstraße 62. zu haben. Seite 5 Nr. 277 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 26. November 1936 Aus aller Welt Berlin hat einen Aunder Purten fürErwadssene Erst spielt der Papa, dann das Kind Berlin, 25. November. In Berlin wurde ein Spielsaal eröffnet, der nicht den Kindern zum Zeitvertreib dient, sondern ausgerechnet für die— Erwachsenen geschaffen wurde, damit sie sich hier für einige unbeschwerte Stunden Erinnerungen aus frohen Kindheitstagen zurückholen können und den pädagogischen Wert eines Spielzeugs am eigenen Spiel erkennen sollen. Ueber Spiel und Spieltrieb bei den Erwachsenen sind schon viele Werke geschrieben worden. Doktorarbeiten wurden sogar schon über dieses Thema gewälzt und ernste Probleme über eine sonst so heitere Angelegenheit aufgestellt. Wir schämen uns vielleicht vor dem Zugeständnis, wie gern wir uns ab und zu auf den Boden der Kindheit setzen möchten, um in einer unbeschwerten Stunde eine blecherne Lokomotive im Kreise laufen oder Bleisoldaten gegen eine Festung aus Pappmaché aufmarschieren zu lassen. Denn die Jugendlichkeit verliert man nicht, selbst wenn schon graue Fäden sich durchs Haar ziehen, man stellt sie nur stolz in die Ecke, um sie dann hervorzuholen, wenn wir uns unbeobachtet glauben Aber warum denn hinter verschlossenen Türen spielen? Frau Ilse Kattendidt, deren Name in pädagogischen Fachkreisen einen guten Klang besitzt, hat sich diese Frage mit dem ganzen Ernst der Wissenschaft vorgelegt und ist mit dem Mut und Eifer einer Seelenforscherin gleich zur frischen Tat geschritten: Vor wenigen Tagen hat sich in der Reichshauptstadt die seltsamste Einrichtung der Welt aufgetan, ein„Kindergarten für Erwachsene“. Hier kann nun der Prokurist, der abends überarbeitet aus dem Bankhaus kommt, sich unbekümmert auf ein Schaukelpferd setzen, hier braucht sich auch ein Finanzrat nicht zu genieren, wenn er mit dem Werkarbeiter auf den Knien rutscht, um Eisenbahnen zusammenstoßen zu lassen oder aus kleinen Bausteinen hohe Türme zu formen. Hier findet die Frau des Polizeiwachtmeisters die schönsten Puppenkleider, um ein kleines Geschöpf aus Zelluloid vom Kopf bis zum Fuß damit einzukleiden, und wenn sie gern Puppenküche spielt,„bitte sehr“, sagt Frau Kattendidt,„an diesem Tisch ist noch Platz!“ Freilich mutet es schon etwas seltsam an, Erwachsene, die eine Gelehrtenbrille tragen, Männer denen das Leben Runen in das Gesicht gemeißelt hat, Frauen, die das Alter schon schwach und müde gemacht, im kindlichen Spiel vertieft zu sehen, wie sie an langen Tischen sitzen und sich an Gesellschaftsspielen ergötzen, wenn sie Pyramiden bauen oder mit Buntstiften Vorlagen in " hengemisch verwandeln. Aber welch welche, Heiter: Zügen! Die geheimsten Wünsche werden in diesem Hause geoffenbart, wenn Herr Professor nach seinem Lieblingsspielzeug seiner Kindheit verlangt und sich ein kleines Holzfuhrwerk reichen läßt und ein anderer Herr seinen Rock auszieht und— Seifenblasen aus einem Strohhalm bläst. „Erst soll der Papa spielen, dann das Kind“, sagte uns Frau Kattendidt.„Der Vater soll sich nicht den Kopf darüber zerbrechen müssen, welches Spielzeug er seinem Jungen schenken soll. Spiel selbst und was dich gefangennimmt, das hebt dein Kind ins Paradies. Den Erwachsenen soll hier das pädagogische Problem des Spielzeugs erschlossen werden, denn letzten Endes ist ein Spielzeug keine Spielerei, sondern ein gewichtiges Hilfsmittel der Erziehung.“ Diga Tschechowa=heiralel Berlin, 25. November. Eine unserer bekanntesten und beliebtesten Filmdarstellerinnen, Olga Tschechowa, geb. von Klipper, wird sich demnächst verheiraten. Das Aufgebot hängt bereits beim Standesamt Berlin III in Charlottenburg aus. Der künftige Gatte der Künstlerin ist ein Belgier, der in Schooten bei Antwerpen ansässige Kaufmann Marcel Robyns. Die Hochzeit wird voraussichtlich am 19. Dezember stattfinden. Zwei Todesurteile Zweibrücken, 25. November. Das Zweibrücker Schwurgericht verurteilte am Dienstag nach zweitägiger Verhandlung den 46 Jahre alten Christian Riechmann und die 30jährige Ehefrau Anna Bißbort geb. Veith, beide aus Vontwig in der Westpfalz, wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der Ehrenrechte auf Lebenszeit. Damit hat ein schweres Verbrechen seine Sühne gefunden, das im Herbst 1935 in der ganzen Rheinpfalz größtes Aufsehen erregte. Der Metzger Adam Bißbort, Ehemann der Angeklagten Bißbort und Schwager Riechmanns, war damals unter rätselhaften Umständen spurlos verschwunden. Voruntersuchung und Gerichtsverhandlung haben einwandfrei ergeben, daß die beiden Angeklagten und die Ehefrau Riechmanns, die inzwischen Selbstmord begangen hat, den Ehemann Bißbort am Abend des 17. Oktober 1935 gemeinschaftlich ermordet und die Leiche im Backofen verbrannt haben. Der Prozeß ergab weiter, daß der Hauptbeweggrund zu dem scheußlichen Verbrechen jahrelange ehebrecherische Beziehungen der beiden Verurteilten waren. Ostjüdische Devisenschieber in Wien dingsest gemacht dnb Wien, 25. November. Vor einigen Tagen hat die Wiener Polizei, wie bereits gemeldet, eine Bande festgenommen, die Valuten im Werte von mehreren Millionen Schilling ins Ausland verschoben hat. Es handelt sich um die größte Devisenschiebung, die sich seit der Einführung der Devisenzwangswirtschaft im Jahre 1932 ereignet hat. Nunmehr werden auch die Namen der Täter bekannt. hatte. Bei den Verhafteten handelt es sich durchweg um Ostjuden, wie sich hier überhaupt in den letzten Monaten die jüdischen Verbrechen unheimlich zu häufen beginnen. Schon die Namen der Anführer: Harsch Wolf=Fink, Chaim Meschel=Mehl, Lemel Jakobowicz, Osias Riebler recte Sommer, Simon Lieber, Sime Wang, Markus Rotenberg, Markus Landau, Moses Löffelstiel... muten wie die Chronik aus dem Ghetto an. große Bevölkerungsvermehrung auszeichneten, plötzlich auffällig abzusinken begann. Längere Zeit konnte man sich diese Tatsache nicht erklären, bis sich schließlich der Verdacht ergab, daß der aus Galizien zugewanderte jüdische Arzt Dr. Edmund Segall in großem Stile Schwangerschaftsunterbrechungen vornahm Der Arzt wurde verhaftet Nunmehr wurde tatsächlich festgestellt, daß der Jude in einer Ortschaft eine förmliche Abtreibungsklinik eingerichtet hatte. Die Zahl seiner Verbrechen läßt sich auch nicht annähernd feststeuen. Bei der Untersuchung kam auch zutage, daß er zahlreiche Frauen, die sich bei ihm einer Operation unterzogen hatten, dann später unter Drohungen mißbraucht Jüdischer Rauschgiftschmuggler in Sofia verhaftet anb Sofia, 25. November. Die Sofioter Kriminalpolizei konnte den aus Je rusalem stammenden internationalen Rauschgiftschmuggler Jeschua Zion festnehmen, der sich seit zwei in Safia aufhielt u# hier die geheime He Wochen in Sofih aushielt, um hier die gehelme Verstellung von Heroin zu organisieren. Dieser judische Verecher Es spricht Bände, daß am selben Tage, an dem lung diese Namensliste bekannt wird, die Blätter den Ur= precher ist der Krimina#po##izei zahlreicher Lanver beteilsspruch gegen ein anderes nicht minder sauberes kannt, wird von den Behörden einiger Länder steckbriefKonsortium bringen. Die Familie des Ostjudenslich gesucht und in erst kürzlich in Aeg Lazar Ulreich, der jüdische Student Sa=ssunf Jahren Zuchthaus wegen Rauschgiftmuel und der Arzt Norbert Hirsch wurden we= schmuggels verurteilt worden. Zion, der auch unter kerstrafen von 21. bis 3/ Jahren verurteilt. Außerdem Jülßen Barth geführten internationalen Bande von tschaiftschmaglern an die ihre Dentrale in Wien wurde die Landesverweisung gegen die Galizier gesprochen. Rauschestschmaggteen un, vier ihre Henteute in Wien haben soll. Von dort will Zion auch die Weisung er* ihan ein..: halten haben, sich nach Sofia zu begeben. Verbrecherisches Treiben eines Juden Aufsehenerregender Abtreibungsprozeß in Wien Jüdische Bodenspekulation in Palästina dub London, 25. November. Nach Berichten aus Jerusalem beschäftigt sich der Folo Henschke Paul Walter, der stellvertretende Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter, der von Dr. Ley als Nachfolger des zurückgetretenen Pg. Schmidt zum Leiter des deutschen Handwerks in der DAF. ernannt wurde.(Siehe auch den Wirtschaftsteil.) dnb Wien, 25. November. Ein jüdischer Arzt, der geradezu bewußt an der Ausrottung mehrerer burgenländischer Bezirke gearbeitet hat, hat sich in mehrtägiger Verhandlung wegen verbotenen Eingriffs in unzähligen Fällen und überdies wegen Schändung vor einem Wiener Gericht zu verantworten. englische Untersuchungsausschuß zur Zeit besonders mit der Frage der jüdischen landwirtschaftlichen Siedlung. In der gestrigen öffentlichen Sitzung wurde die bemerkenswerte Tatsache enthüllt, daß die Juden seit 1920 etwa 68 000 Hektar Land im Werte von annähernd acht Der burgenländischen Landesregierung war es auf= Millionen Pfund gekauft haben, während bisher ein gefallen, daß die Geburtenziffer in einigen Bezirken Siebentel der jüdischen Bevölkerung tatsächlich Landdes nördlichen Burgenlandes, die sich sonst durch eine wirtschaft betreibe. Täfischisseuin! Uinein1 Garkpa Amerikanische Regierung plant Einrichtung— Vorerst durch Charterung eines deutschen Luftschiffes dnb Washington, 25. November. seinem Flugzeug von Baldonell bei Dublin abgeUnter dem Vorsitz des stellvertretenden Handels= flogen, um, wie man annimmt, nach seinem gegenministers Monroe Johnson fand am Dienstag im wärtigen Wohnsitz in der englischen Provinz Kent zuHandelsministerium eine Besprechung statt, in der Pläne rückzukehren. Am frühen Morgen des Mittwochs hatte über die Einrichtung eines regelmäßigen transatlanti= man noch nichts von Lindberah gehört. Ein Gerücht, schen Luftschiffdienstes besprochen wurden, die dem er sei in Belfast in Nordirland gelandet, stellte sich als Kongreß unterbreitet werden sollen. Die Pläne sehen falsch heraus. Man vermutet, daß er in dem außerfür den Bau und den Betrieb von Luftschiffen eine ordentlich dichten Nebel, der am Dienstag über EngUnterstützung durch die Regierung in land und Irland lag, möglicherweise die Richtung vergleicher Weise vor, wie sie jetzt für die Handelsflotte loren hat. Lindbergh war vorübergehend nach gewährt wird. Der Besprechung wohnten auch die geflogen, um die geplanen Stützpunkte für einen transMarinesachverständigen Commander Rosendahl und satlantischen Flugdienst zu besichtigen. Commander Fulton bei. Einige Kreise haben vorgeschlagen, daß bis zur Fertigstellung des amerikanischen Luftschiffes der Dienst mit Hilfe eines gekauften oder gepachteten deutschen Luftschiffes durchgeführt werden soll. Lindbergh verschollen? dnb London, 25. November. In London ist man besorgt um das Schicksal Lindberghs. Dienstag mittag war Lindbergh mit Todesurteil an Matuschka wird nicht vollstreckt. Das ungarische Justizministerium hat entschieden, daß das Todesurteil gegen den Eisenbahnattentäter Matuschka nicht vollstreckt wird. Diese Entscheidung geht darauf zurück, daß an die Auslieferung Matuschkas vor Jahren von der damaligen österreichischen Regierung die Bedingung geknüpft wurde, daß er nicht zum Tode verurteilt würde. Diese Vereinbarung müsse eingehalten werden, obwohl inzwischen auch in Oesterreich die Todesstrafe wieder eingeführt worden sei. rafte i einen=Teratzug Furchtbares Hochbahnunglück in Chikago— Zahlreiche Tote und Verwundete Chilkago, 25. November. Auf dem Hochbahnhof Granville in Chikago ereignete sich am Dienstag ein schweres Hochbahnunglück. Ein in voller Fahrt befindlicher Expreßzug fuhr auf einen auf dem Bahnhof haltenden Lokalzug auf. Die Wirkung war furchtbar. Die letzten Wagen des Lokalzuges, die in einer veralteten Holzkonstruktion gebaut waren, wurden vollkommen.rtrümmert. Durch den Zusammenprall wurden die Insassen viele Meter weir auf die Gleise und die sechs Meter tiefer liegende Bisher konnten zehn Tote und trotz seines hohen Alters nie mit den Gerichten zu tun gehabt zu haben. Einen Tag nach seinem Geburtstag erhielt dann Ali Baba aber doch eine Vorladung vor Gericht. Allerdings handelte es sich nicht um eine Anzeige gegen ihn selbst, sondern er sollte nur als Zeuge in dem Prozeß vernommen werden, den zwei seiner Freunde führten Trotzdem geriet der alte, ehrwürdige Mann in eine schreckliche Erregung. Diese Erregung erreichte ihren Höhepunkt, als er am übernächsten Tage den Verhandlungssaal betrat. Das war alles so neu und unbekannt für ihn. Bereits auf der und 75 teilweise Schrerverletzte, darunter Schwelle zu, Hm, Verhandlungsraum wurde der Alte zahlreiche Frauen und Kinder, geborgen werden. Die Polizei fürchtet, daß unter den Trümmern noch eine größere Zahl weiterer Todesopfer begraben liegt. Ali Babas Ende Ein 105jähriger starb vor Aufregung, weil er vor Gericht sollte Paris, 25. November. Ein tragisches Ende ist einem alten, stadtbekannten Kaufmann aus Smyrna, mit Namen Ali Baba, bestimmt gewesen. Ali Baba hatte erst vor wenigen Tagen seinen 105. Geburtstag gefeiert, wozu ihm aus allen Kreisen der Bevölkerung zahllose Glückwünsche zugegangen waren. Nichts hätte besser beweisen können, welcher Achtung und Wertschätzung sich dieser Kaufmann allenthalben erfreute Ali Baba war in der Tat stolz darauf, ein makelloses Leben geführt von einem Schwacheunfau befauen. Nur der Geistesgegenwart des Richters und der Sauldiener war es zu verdanken, daß Ali Baba, der Kaufmann aus Smyrna, nicht zusammenbrach. Man bettete ihn in einen Liegestuhl. Aber der Greis stammelte auf die Fragen, die der Richter an ihn richtete nur noch ein paar Worte. Dann hielt er inne, griff mit zitternder Hand nach dem Herzen, stöhnte noch einmal laut auf und sank zur Seite. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gesetzt. Streikende veranstalten Gratis=Weinprobe. Einige Pariser Zweigstellen der Weingroßhandlung Nicolas wurden von streikenden Angestellten besetzt. Am Sonntag haben die Streikposten, wie das„Echo de Paris" berichtet, ihre Freunde und Verwandten zu einer Gratis=Weinprobe in diese Zweigstellen eingeladen. Ueber 1000 Personen leisteten dieser freundlichen Einladung Folge. und nicht wenige haben mit einem ziemlichen Rausch den Heimweg angetreten. Staatsmacht Propaganra Dr. Goebbels empfing die ausländischen Werbefachleute dnb Berlin, 24. November. Am Dienstag nachmittag versammelten sich auf Einladung des Reichsministers für Wolksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels die Teilnehmer des Kontinentalen Reklamekongresses in den Festräumen des Propagandaministeriums. Im Namen der ausländischen Delegierten gab Generaldirektor Rittmann(Zürich) dem Dank der Kongreßteilnehmer für den ihnen in Deutschland zuteil gewordenen herzlichen Empfang Ausdruck. Die Ausländer hätten erkannt, daß es darauf ankomme, daß sich die Werbung in erster Linie in den Dienst der Volksgemeinschaft stelle. Was in Deutschland geschehen sei, sei etwas Erstmaliges und Einmaliges. Die ausländischen Gäste würden versuchen, den hier erkannten Sinn und Geist auf ihre Länder zu übertragen. Reichsminister Dr. Goebbels dankte für die freundlichen Begrüßungsworte. Er führte u. a. aus, die nationalsozialistische deutsche Regierung habe zum ersten Male den Mut gehabt, den Begriff der Propaganda auch in der Oeffentlichkeit durch die Errichtung eines Ministeriums für diese speziellen Zwecke beim Namen zu nennen und sich dadurch auch äußerlich zu dieser Staatsmacht zu bekennen. Die Propaganda sei für die geistigen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen der Völker von einer ungeheuren Bedeutung. Dr. Goebbels erläuterte weiter, daß man durch eine noch so gute Reklame eine schlechte Sache nicht gut machen und durch eine noch so schlechte Reklame eine gute Sache nicht schlecht machen könne. „Es ist nicht wahr“, erklärte Dr. Goebbels,„daß die Völker den Krieg wollen. Sie wollen ihn nur, wenn die öffentliche Meinung sie zum Krieg aufstachelt; sie sind friedliebend, wenn die Regierungen sie zum Frieden erziehen(Stürmischer Beifall). Läßt man den Blick schweifen über Europa, und muß man jetzt achtzehn Jahre nach Ende des großen Krieges wieder das verantwortungslose Geschwätz vom kommenden Krieg vernehmen, so könnte man an der Zukunft dieses Erdteils verzweifeln. Ich hofte, daß die Teilnehmer dieses Konaresses mithelfen, dem entgegenzuwirken und die Verständigung unter den Völkern zu fördern. Wenn Sie das als den eigentlichen Sinn und Zweck dieses Kongresses ansehen, so werden Sie sich um das Glück und den Wohlstand aller Nationen bestens verdient machen"(Lebhafter Beifall). Der Mittwoch war den Arbeitssitzungen des Kontinentalen Reklamekongresses vorbehalten. Blicke in die Welt Neue Briefmarken der spanischen Nationalregierung Die spanische Nationalregierung veröffentlicht im „Staatsanzeiger“ eine Verordnung, nach der demnächst neue Briefmarken im Werte von 5 und 30 Centimos herausgegeben werden. Die Marken werden Heimatbilder aus Burgos und Navarra als Symbol für die Bedeutung dieser beiden Provinzen für die nationale Erhebung zeigen. Der Mundschenk verlobt sich. Die am Montag verkündete Verlobung des Herzoas von Norfolk, des sogenannten ersten Herzogs und Lordmarschalls von England, der gleichzeitig den Titel des königlichen Mundschenks führt, mit Miß Lavigna Stutt, der einzigen Tochter von Lord Belver. hat insofern ein gewisses Aufsehen erregt, als die Verlobte nicht der römisch=katholischen Kirche angehört, während die Herzöge von Norfolk seit Jahrhunderten die führende Familie des katholischen Hochadels sind. Das vermißte englische Verkehrsflugzeug aufgefunden Das seit Montag vermißte Flugzeug der Linie Bagdad —Kairo wurde am Dienstag abend bei Ras Nagb auf der Sinai=Halbinsel aufgefunden. Die Passagiere und die Besatzung sind unverletzt. Wirbelsturm zerstört einen Flugplatz auf Malta Am Dienstag wurde der Halfar=Flugplatz in Malta durch einen schweren Wirbelsturm teilweise zerstört. Mehrere große Flugzeugschuppen wurden aus ihrem Betonunterbau herausgerissen und annähernd 40 Meter weit weggetragen. 20 Flugzeuge von dem englischen Flugzeugträger„Glorious" wurden stark beschädigt. Typisches Winterwetter mit Temperaturschwankungen von+ 15% bis—30° kann Ihrem Wagen nichts anhaben, wenn Sie Arctic fahren: Das neue Arctic ist frostsicher und hitzefest. Berzrist-Eilhünzeitkarkithe. Seite 6 Nr. 277 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 26. November 1936 Anterhaltung F Cluß den Grunktsams, Von Ronmann stuttee Um fünf in der Frühe trete ich mit dem Jäger=Leo uns zeigt, während hinter und unter uns das Eis in aus der Talhütte in die Winternacht hinaus. Groß und der Sonne schmilzt und klirrend in die Tiefe bricht. blank strahlen die Sterne. Magisch blinken die schneeverschütteten Berge im filhernen Himmelslicht. „A recht's Wetterl macht's her!“ meint launig der Jäger. Munter stapfen wir mit den Schwergenagelten durch den knirschenden Schnee, halten am eisig rauschenden Wildbach entlang das kunnenumstandene Tal hinauf, und als die Schneegipfel hoch über uns im Frührot leuchten, steigen wir langsam ins steile Gebirg hinein. Rechter Hand, hinter Schroffen und schneeüberladenem Tannengezweig, wird's jäh lebendig pfeifend springt ein Scharl Gamsen ab und ist dahingehuscht, kaum daß ich. noch die schwarzen Schatten recht gesehen habe. „'lump!“ sagt Leo geringschätzig und steigt bedächtig weiter. Dann aber verhält er plötzlich, späht durchs Spektiv und winkt mich heran:„A quata Bock!“ Ei ja, dort oben steht der„schwarze Teufi“ in Schnee und Gestein und windet nach der hohen Wand hinüber wo auf schmalem Steig eine alte Geiß ihre beiden Kitzen führt. Starke Krucken trägt der Bock auf seinem schwarzweißen Haupt, rauh fährt der eisige Morgenwind durch das zottige Barthaar. Der Gams ist wahrlich die Kugel wert, und unwillkürlich muß ich an den Besen denken, den mir die„Jaagerin“(Jägerin) in der Frühe nachgeworfen hat, um solchermaßen Dianas Gunst auf mich herabzubeschwören. Daß freilich die Wirkung dieses Zauberwurfes so prompt sei, das hätte ich mir nicht träumen lassen. Aber gemach!... Sehen und haben ist zweierlei! Doch der Bock steht breit wie eine Scheibe da und meine brave Büchse läßt mich so leicht nicht im Stich. Nur die Entfernung stimmt mich etwas bedenklich, wenn auch Leo nicht weiter als 200 Meter schätzt. Ich mache ein und „Hat's ihn, Leo?—“ „An Dreeg hat's ihn!“, sagt der Leo, während der Gams gesund und munter in die Wand hinüberflitzt und hinter vereisten Schroffen und Steilen verschwindet. Vermuckter Besen!... Mühsam steigen wir den Steilwald weiter hinauf und lassen uns schließlich am Hochsaum einer Felswand nieder, die Hunderte von Metern zu unseren Füßen in die Tiefe bricht. Wir sitzen auf unseren Lodenmänteln im dicken Schnee und stärken uns mit einer Brotzeit aus den Rucksäcken. Blank blitzt die Sonne vom blauen Himmel herab, und wenn man die Augen schließt und den Schnee nicht sieht, könnte man meinen, man säße mitten im Frühling; so warm ist es. Aber so lange wir auch sitzen und spähen— die Wand gegenüber bleibt tot und leer. Nur links in der Klamm zieht es schwarz an den weißen Schroffen vorbei:— eine Geiß mit einem munteren Kitz und bald hinterher ein Bock. Krawatten, blau und rot und grün, Aber der Bock ist noch jung und die Kapriolen, die er blümt.„Die Krawatte macht den ganzen Mann“ in seinem Liebesdrang vollführt, machen auf die Geiß sie. Nun wir schon Zigaretten in aller Oeffentlichkeit nicht den geringsten Eindruck. Das ist alles, was sich rauchen durften— einst war es unser Traum gewesen! „Bald's Eis bricht“, sagt der Jäger=Leo,„ziang'n dö Gamserln höher nauf!“ Und so packen wir unsere Brocken zusammen und klettern über Stock und Stein, durch, Schnee und Felsgespalt weiter hinaus. Knapp hinter uns fällt eine der gefährlichsten Wände des ganzen Reviers ins gähnende Tal hinab. Vor uns führt der Graden in steiler Schräge zum Grat empor. „Sand's schwindelfrei?—“ fragt der Leo. „Na, los!“ würge ich tapfer, indem mir innerlich die Grausbirn aufsteigt“(das Grausen kommt). „Nur imma hibsch in mein Stapfen bleiben!", mahnt mein besorgter Führer. „I werd' scho!“, druckse ich, indem meine„Grausbirn“ immer dicker wird. Zurück schaue ich nun nicht mehr— denn dort gähnt gar schaurig die Tiefe. Keuchend klettern wir und dampfen wie unter der Tropensonne. Dann aber geht es plötzlich nicht mehr. Der Steilgraben ist hoffnungslos vereist, so daß jedes Weiterklettern ein Spiel mit dem Tode wäre. Ja, wenn wir die Steigeisen bei uns hätten!... Aber die liegen drunten in der Hütte, und so entschließen wir uns schweren Herzens zur Umkehr. Der Grat greifbar nahe über uns und wieder ins tausend Meter tiefe Tal hinunter müssen, um morgen den Kampf mit dem Gamsberg aufs neue zu beginnen. das ist bitter! Aber just, wie wir kehrt machen wollen, wird es schräg droben lebendig! Ein ganzes Rudel Krickelwild prescht über die Scharte herüber surcht quer durch den Graben, daß der Schnee in weißen Wolken stiebt, und ist wie der Sausewind hinter vereisten Felstrümmern und schneeverwehten Latschen verschwunden. Hinterher segt der alte Brunftgams, verhofft jäh vor uns im Graben... die Büchse fliegt an meine Backe— und im Knall reißt's den„schwarzen Teufel“ zusammen!.. Das alles ging rasch wie der Blitz. Und nun erst, da der zottige Gams tot droben in der weißen Rachel liegt, fängt mein Herz gewaltig an zu hämmern. Hohe Krucken hat der Gams und einen starken, reifigen Bart. Während der Jäger den Bart rupft und die rote Arbeit verrichtet, schaue ich in die leuchtende Gletscherwelt hinüber und danke den Bergen, die mir so manches unvergeßliche Weidmannsheil bescherten. Und an die „gruäbige Jaagerin“ denke ich, die den Besen heute früh nun doch nicht umsonst hinter mir hergeworfen hatte. Dann steigen zwei Jäger mühselig, aber frohen Herzens, ins tiese Tal hinab. Dor dem Cléstieg Von Weiner Oelkers ungläubiges Gesicht, gehe aber getrost ins Ziel d wie der Stachel hochblatt sitzt, bricht der Schuß! Als wir die ersten Hosen mit richtigen Hosenträgern kriegten, waren wir stolz. Warum auch hätten wir nicht stolz sein sollen, da wir es schon soweit gebracht hatten! Weißt du noch, wie wir erröteten, als zum ersten Male einer„Sie“ zu uns sagte? Wir fuhren auf Fahrrädern durch den Frühling, und ein Mann, der uns überholte, fragte uns nach dem Wege.„Können Sie mir wohl sagen—?“ Einen Augenblick haben wir uns umgeschaut, ob nicht ein anderer gemeint sei, und gaben dann hilflos stoklernd Antwort. Wich damals nicht das Lächeln des Kindes endgültig aus dem knabenhaften Gesicht, reckte sich nicht der Lausbub, da er sich an der Schwelle des Lebens, des großen Lebens, stehen wähnte? „Hast du es gehört, er hat„Sie“ zu uns gesagt?“ So sprachst du, und dann sind wir schweigend weitergefahren, weiter, immer weiter, und immer öfter und immer mehr Leute sagten„Sie" zu uns, und gar die Lehrer in der Schule sagten„Sie“ zu uns, bis es uns reizte, wenn ein Fremder sich vermaß,„Du“ zu sagen. Und einer sagte einmal„Junger Herr“. Mußte es nicht sein in der Zeit, da die erste Liebe blühte? Da der Dorffriseur nicht mehr gut genug war und der Scheitel mit Bedacht gezagen wurde? Wir balgten uns nicht mehr im Dreck, und die Krawatte saß, sauber geknotet, am gestärkten Kragen. Ueberhaupt die Krawatte! Lotte liebte farbenfrohe und gesagte — taten wir es nicht mehr. Wir sparten das Geld und kauften Krawatten dafür. Junger Herr! Immer mehr Leute sagten es, immer mehr. Aus Lotte wurde Gerta, und aus Gerta wurde Maria. Längst trugen wir lange Hosen und tranken Bier ohne Heimlichkeit. Das Leben hatte uns ganz so ganz, daß wir kaum bemerkten, wie mehr und mehr der„Herr des„Jungen“ entkleidet wurde. Wir waren oben, wir hatten unseren Willen! War es nicht immer unsere Sehnsucht gewesen,„groß“ zu werden und„groß“ zu sein wie die Großen"? Nun erinnerten wir uns ihrer kaum noch, unsere Sehnsüchte waren andere geworden. Damals, als ich dich einmal besuchte, sah ich dich, das Gesicht zur Wand, in der Ecke stehen, in der du immer gestanden hattest, wenn der Vater dich strafte. Nun warst nicht du es, es war dein Sohn. Du saßest am Tisch, wie einst dein Vater und niemanden gab es, der nicht„Herr“ zu dir gesagt hätte und nicht„Sie". Lotte ging mit ihrem Mann über die Straße, er trug eine graue Krawatte, und Maria kam am Arm ihres Verlohten des Weges. Sie errötete und nickte uns mit seltsamen, gleichwohl freundlichen Augen zu. Aber wie lange ist nicht auch das schon wieder her? Noch weiß ich den Tag, da zum ersten Male einer mich nötigen wollte, rechts von ihm zu gehen. Warum nur habe ich mich gewehrt, warum nahm ich die EEhre nicht an wie einstmals von unserem Radfahrer? Und war es schon ein Erfolg, daß ich links von ihm blieb? Wir hatten nach Ehre verlangt und nach Anerkennung, und nun sie sich uns darboten, wollten wir sie nicht. Aber, was so beharrlich ersehnt war, es ließ sich auf die Dauer nicht abweisen. Immer öfter kommt es jetzt vor, daß ich rechts gehen muß, und ich habe mich drein ergeben. Noch glaube ich zwar, daß ich mich in der Mehrzahl der Fälle immer noch links halte, aber nicht lange wird es mehr dauern. Heute morgen— und deshalb denks ich noch einmal an all das zurück und schreibe es dir— heute morgen, stell dix vor, stand ein junger Mann in der Straßenbahn auf und bot mir seinen Platz an. Er hatte das Haar mit Bedacht gescheitelt und trug eine farbenfrohe Krawatte. Sag, hätte ich ablehnen sollen? Ich tat es nicht. Wenn man schon so oft rechts gegangen ist, ist man nachgerade auf alles vorbereitet. Vorbereitet auch, ganz neue, ganz unerwartete Sehnsüchte zu haben, die nie mehr erfüllbar sind. Oder sollte ich mit meinen Jungen tauschen können, nur, um dann ohne Sehnsucht zu sein? echobe Der Kirchendiener Der Kirchendiener Christian Heemsoth habe einmal, so erzählte die Gattin eines bremischen Geistlichen, einen gänzlich unerwarteten Beweis für die Tatsache geliefert, daß sich die Wirkung der Umwelt auf den Menschen nicht immer mit voller Sicherheit abschätzen läßt. Dieser Heemsoth erschien im Pastorenhaus, um seinem Vorgesetzten eine Meldung zu erstatten. Er solle sich einstweilen setzen, wurde ihm bedeutet— der Herr Pastor werde gleich wiederkommen. Aber Heemsoth blieb, auch auf mehrfach wiederholte Einladung, stehen. „Warum setzen Sie sich denn nicht, Heemsoth?“, fragte die Hausfrau schließlich etwas ungeduldig.„Genieren Sie sich etwa!“ „Frau Pastohr“, entgegnete Heemsoth lächelnd und mit Festigkeit,„wenn man, wie ich das tu, dreißig Dschahre mit'r Geistlichkeit umgeht, denn hat man sich das Schanieren abgelernt.“ Fünfter Rat fürs Backen: Nehmen Sie zum Rührteig nur so viel Flüssigkeit, der Teig schwer vom Lösfel fällt! Ist der Teig zu weich dereitet, so kann die Flüssigkeit nicht genügend vom Mehl aufgesogen werden oder beim Backen verdunsten. Die Jolge wäre dann ein Gebäck mit Wasserstreifen. Das ist unmöglich bei richtiger Beachtung der Rezeptvorschriften und Verwendung von Dr. Oetker's Backpulver„Backin“! A Liebes Kind, überlegen Sie sich einmal, wie Ihre Stimme klingen wird, wenn sie „Halt stop!“ fiel ihr Liebenberg ins Wort.„Rein, Gussy, das kann ich in Ihrem Falle nicht sagen. Ich gebe zu, daß noch allerlei an Ihrer Stimme zu tun ist, aber... ich halte Ihre Stimme für aussichtsreich. Wo haben Sie singen gelernt?" „Im Pensionat, da hatten wir einen tüchtigen Musiklehrer.“ „Hat der Ihnen nicht zur Vollausbildung der Stimme geraten?" „Doch, aber ich hatte keine Lust.“ „So, keine Lust! Singen ist göttlich, wissen Sie das?“ „O ja, aber... Ich möchte ja auch, aber... man braucht doch nicht gleich Sängerin zu werden.“ „Das muß man nicht. Gussy, ich mache Ihnen einen Vorschlag. Ich bilde Ihre Stimme aus Kostenlos natürlich. Das ist das erstemal, daß ich einen Menschen treffe, der nicht ehrgeizig ist. Das ist selten.“ „Das wollen Sie wirklich?“ „Aber natürlich! Sie sollen doch an Ihrer Stimme Freude haben.“ „Das möchte ich sehr gern. Aber Ihre kostbare Zeit, Herr Liebenberg...“ „Unsinn. Daran mangelt es doch nicht. Also einverstanden. Ich will doch mal schauen, was ich aus Ihnen mache.“ * Gussy war überglücklich, und in ihr jubelte es nur so. Der Kammersänger wollte sie ausbilden, ihrer Stimme den richtigen Schliff geben. Unsagbar schön erschien ihr das Leben. Sie stand am Herd und bereitete das Mittagessen. Heute sollte erst um 3 Uhr gespeist werden. Sie war eben auf der Bank gewesen und hatte von den prompt eingegangenen 3000 Mark insgesamt 500 Mark abgehoben. Außerdem hatte sie im Auftrag des Kammersangers bei der Melos=Film=Gesellschaft angerufen und um Abrechnung für den Film gebeten, in dem Liebenberg eine führende Rolle gehabt hatte, und der ein ausgezeichneter Erfolg geworden war. Der Direktor war sehr liebenswürdig zu ihr und sagts, daß man die Abrechnung eben fertiggestellt habe, die einen Betrag von— Gussy hielt den Atem an— 7800 Mark zugunsten des Herrn Kammersängers exgäbe und der Betrag stünde zur Verfügung. Gussy bat um Ueberweisung des Geldes auf das Konto des Kammersängers. Sie war so vergnügt wie noch nie und machte sich jetzt daran, die Schecks für die einzelnen Glaubiger auszuschreiben. Sie rief die einzelnen Firmen an und hat, das Geld abzuholen. Prompt stellten sich die Boten ein, und als die Uhr die zweite Nachmittagsstunde anzeigte, war nur noch eine kleine Rechnung von 22 Mark unbezahlt, denn der Mann hatte kein Telephon. Die wollte Gussy aber auch noch vom Halse haben, und so schickte sie ihm einfach einen Verrechnungsscheck mit der Post zu. Der Gärtner stellte sich ein. Es war ein älterer Mann, guter Sechziger, klein, vertrocknet mit krummgezogenem Rücken, aber hellen, lustigen Augen. Verlegen sagte er:„Der Kammersänger hat mir gesagt, daß ich mich an Sie wenden möchte, Fräulein.“ „Ja, was bekommen Sie?" „Wenn ich... wenigstens... hundert Mark bekommen könnte.“ „Was haben Sie denn zu bekommen?“ „Es sind jetzt in vier Monaten immer vierzig Mark Rest geblieben, und dieser Monat mit siebzig Mark dazu...!“ „Das macht also zweihundertdreißig aus. Gut, die erhalten Sie. Hier, quittieren Sie einmal.“ Der Gärtner war sprachlos vor Freude. Das hatte er nicht erwartet. „Wissen Sie hier noch jemand, der Geld bekommt?“ „Ach ja, die Geschäftsleute hier herum... die bekommen alle Geld. Ist doch immer gepumpt worden. Das war früher schlimm. Aber nun wird's wohl besser „Das wird es. Wollen Sie mir einen Gefallen tun?“ „Jeden, Fräulein. Sagen Sie es nur.“ „Gehen Sie doch mal die ganzen Geschäfte durch und fragen Sie, was und wieviel zu bezahlen ist. Schreiben Sie sich das überall auf und sagen Sie den Geschaftsleuten, daß in Zukunft nur das bezahlt wird, was ich bestelle oder was in meinem Auftrag mit einem Zettel geholt wird. Oder noch besser: sagen Sie, daß alles nur bar gekauft wird. Wenn also... jemand aufschreiben lassen will auf die Rechnung des Herrn Kammersängers, dann wird das nicht von mir gezahlt!“ Der Gärtner nickte eifrig.„Ja, das tue ich gern. Und wenn ich... für die beiden jungen Herren Zigaretten holen muß... die dürfen dann auch nicht mehr aufgeschrieben werden?" „Unter keinen Umständen! Die sollen ihre Zigaretten selber bezahlen.“ „Das freut mich!“ schmunzelte der Gärtner.„Wirklich, das freut mich! Die Jungen haben es auch zu toll getrieben. Alles mußte aufgeschrieben werden.“ * Die Reffen waren heute schon früher da als der Kammersänger. Der Tag war sonnig und warm, und sie ergötzten sich beide im Garten. Rudi rief plötzlich nach dem Gärtner. „Holen Sie mir doch mal Zigaretten, Papa Reiche. Sie wissen, die Sechser! Meine Leibmarke! Hundert Stück!“ .„Sehr gern, junger Herr!“ sagte Reiche dienstwillig, blieb aber stehen. „Da gehen Sie nur. Auf was warten Sie noch?“ Reiche machte mit vergnügtem Gesicht und entsprechender Geste der Finger die Gebärde des Geldzählens. „Geld, junger Herr!" „Lassen Sie nur anschreiben!“ „Darf ich nicht mehr. Fräulein Gussy hat's mir streng verboten. Sie bezahlt nichts Angeschriebenes mehr. Wird jetzt alles bar bezahlt.“ „Das ist dach toll!“ Rudi war empört und fah den Vetter an.„Was sagst du dazu?“ Heini zuckte die Achseln und sagte:„Ich wundere mich über nichts mehr. Onkel hat da ein neites Mädel engagiert das muß man schon sagen. Reiche, gehen Sie zu ihr und lassen Sie sich Geld geben.“ „Jawohl, junger Herr!“ entgegnete der Gärtner grinsend und ging ins Haus, um nach wenigen Minuten wieder zurückzukommen.. „Fräulein Gussy läßt sagen, daß Sie Ihre Zigaretten selbst bezahlen möchten.“ Wie von einer Wespe gestochen sprangen beide auf und liefen ins Haus. Sie stellten Gussy kurz vor der Küche. „Was soll das heißen?“ legte Rudi los. „Was meinen Sie denn?“ fragte sie lächelnd. „Sie wagen dem Reiche zu sagen, daß wir unsere Zigaretten selbst bezahlen müssen!" „Oh, dazu gehört nicht viel Wagemut. Das ist selbstverständlich, meine Herren. Ich zahle alles was der Herr Kammersänger bestimmt und was für ihn bestimmt ist.“ „Und wir?“ Gussy sah sie beide von oben bis unten an, dann sagte sie ganz ruhig, aber sehr scharf:„Meine Herren, schämen Sse sich nicht ein hißchen, Ihren Onkel so schamlos auszunützen!“ „Was unterstehen Sie sich!“ donnerte Heini. „Eine Unverschämtheit!“ sekundierte Rudi.„Glauben Sie, daß wir uns das von einem Hausbolzen...“ Er kam nicht weiter, denn Gussys kleine, aber sehr kräftige Hand fuhr klatschend auf seine Wange. Das kam so überraschend, daß beide wie angewurzelt da standen, dann aber drängten sie beide auf Gussy ein. Aber Gussy wich keinen Schritt zurück, sie hatte keine Angst vor den beiden„Jammerlappen“, wie sie die beiden Helden immer genannt hatte, und als jetzt der Geschlagene tätlich werden wollte, da packte sie ihn am Handgelenk, und Rudi stieß einen heftigen Schrei aus. Dabei hatte sie nur einen ganz einfachen Judo=Griff angewandt, den sie seiner Zeit im Sportklub gelernt hatte. Ehe sich's die beiden versehen hatten, war sie in der Küche. * Das Mittggessen wurde zu viert eingenommen. Der Kammersänger hatte darauf bestanden, daß Gussy mit ihnen speiste, und die Neffen mußten den „Hausbolzen“, wohl oder übel in ihrer Umgehung dulden. Es ist begreiflich, daß sie sehr schweigsam waren. Um so aufgeräumter schien Liebenberg, dem Gussy mitgeteilt hatte, daß die Filmgesellschaft 7800 Mark morgen früh aufs Konto einzahle, und daß alle Schulden — mit Ausnahme einer Rechnung über 400 Mark für zwei Anzüge der Neffen— gezahlt seien. Er lachte und scherzte mit Gussy, und als sie abräumte, sagte er zu ihr:„Ich hahe heute wieder eine Serie Platten besungen, Gussy. Ich habe die Gesellschaft gebeten, mein Honorar auf das Bankkonto zu überweisen. Es sind immerhin auch fünfzehnhundert Mark!" Gussy nickte ihm erfreut zu und begann den Tisch ab zuräumen. Als sie das Zimmer verlassen hatte, nahm Rudi das Wort und sagte: „Ich finde, lieber Onkel, du hast zu diesem Fräulein Bauermeister etwas zuviel Vertrauen. Und du behandelst sie ja wie“... wie eine Dame!“ „Sehr richtig, Rudi. Wie eine Dame. Sie ist auch eine Dame! Und Vertrauen, oh, es gibt gar nicht so viel Vertrauen, wie ich zu Gussy habe. Es war mein gescheitester Gedanke, daß ich sie zu meinem Finanzminister machte.“ Die beiden Reffen machten sehr dumme Gesichter und sahen sich erschrocken an. „Finanzminister?“ fragte Heini unsicher, der Furchtbares ahnte.„Ich verstehe das nicht, Onkel.“ „Ganz einfach. Sie bezahlt alles, aber auch alles. Sie hat Bankvollmacht und verwaltet mein Bankkonte. Ich brauche keinen Notar als Vermögensverwalter, mir genügt die Gussy. Sie hat alle Schulden bezahlt, und was ich nun jetzt brauche da kommt die Rechnung an sie. Sie fragt mich ob sie in Ordnung ist, und dann bezahlt sie die Rechnung.“ Eine Weile war Stille, die Neffen saßen da wie die betrübten Lohgerber, denen die Felle fortgeschwommen waren. Schließlich sagte Rudi:„Und... wie... wie ist es diesmal mit dem Zuschuß, den... den du uns jeden Monat gegeben hast?“ Der Kammersänger wunderte sich, er wurde diesmal nicht verlegen, er stotterte nicht irgend etwas und gab dann nach. Nein, diesmal zum ersten Male fühlte er sich sicher. „Den Zuschuß... den wird euch Gussy zahlen. Jedem hundertfünfzig Mark. Aber... nur noch für diesen Monat!“ Beide waren bleich geworden. Sie suchten nach Worten, aber es fiel ihnen nichts Gescheites ein. „Seht“, nahm der Kammersänger wieder das Wort, „ich habe euch geholfen, daß ihr Engagements fandet. Ich habe eure Ausbildung bezahlt, und was ihr gebraucht habt... alles habe ich bezahlt. Das sind viele Tausende gewesen, die ich... gewissermaßen meinem Sohne, der doch einmal mein Erbe sein wird fortgenommen habe. Und das geht nicht länger. Ihr seid weiter in meinem Hause willkommen, könnt hier wohnen und essen und trinken, aber... geldliche Zuschüsse dürft Ihr in Zukunft von mir nicht mehr erwarten. Ich habe genug für euch getan!“ Die Sprache war so neu, daß die beiden Neffen um ihre Fassung kämpften. „Aber... Onkel“, stieß schließlich Rudi hervor. „Du... du weißt doch, daß.. daß wir nur zweihundertfünfzig Mark Gage haben!" „Ja, das weiß ich. Ich weiß aber auch heute, daß es in Deutschland Hunderttausende von Familienvätern gibt, die keine hundertfünfzig Mark im Monat zu verzehren haben. Ihr seid ledig, habt für Wohnung und Verpflegung nicht aufzukommen und habt ein Taschengeld von zweihundertfünfzig Mark Nein, Jungens, damit müßt ihr auskommen. Wie soll denn das später einmal werden? Mein Sohn wird doch rechtmäßiger Erhe sein. Wenn ich mit ihm auch nicht auf dem allerbesten Fuße stehe, so ist es doch recht und billig, daß ich ihn einmal als Erhen einsetze.“ Seufzend fügte er hinzu:„Das heißt... wenn diese Gussy nicht in mein Haus gekommen wäre dann hätte ich vielleicht nie was zum Vererhen. Also Schluß damit. Richtet euch entsprechend ein!" Man kann nicht sagen, daß die beiden Neffen wie die Sieger abgegangen wären. Haß erfüllte sie, und dieser Haß galt natürlich nur Gussy. Ihr wollten sie es beweisen, sie mußte aus dem Hause, koste es was es wolle! * Gegen Abend, kurz bevor der Kammerfänger sich rüstete, um zur Oper zu fahren, meldete ihm Gussy, daß ihn eine Dame zu sprechen wünsche. „Wer ist es denn?“ „Keine Ahnung. Sie wollte ihren Namen nicht nennen. Ich glaube aber, sie ist eine Ausländerin. Eine Indianerin.“ „Wi kommen Sie darauf?“ „Wegen der Kriegsbemalung. Herr Liebenberg!“ entgegnete Gussy lustig, daß der Kammersänger lachen mußte. „So] Das lieben Sie wohl nicht? Freilich nicht. Wer so natürliche rote Bäckchen und Lippen hat, der hat es auch nicht nötig. Also führen Sie die... Indianerin schon herein!“ Gussy nickte, und nach wenigen Minuten erschien eine elegant gekleidete Dame in der Tür. „Waldi...!“[Fortsetzung folgt.) Seite 2 Nr. 277 Bochumer Anzeiger2 Donnerstag, 26. Rovember 1936 Eine in einem eingeleitet. gezogen: SLOSSEN DERGOCHL Die Schießerei ins Goal... In Wien verfolgt man mit Spannung einen Scheidungsprozeß, den ein Ehemann angestrengt hat, weil seine Frau als„Fußballerin" die hauslichen Pflichten vernachlässigt. Ja, die Fußballspielerei Birgt Gefahren mancherlei. Nicht nur Knochen, nein, auch Ehen Können in die Brüche gehen. Glosse über diesen Scheidungsprozeß wird Wiener Blatt mit den vorstehenden Versen Die Schlußfolgerung wird dann wie folgt Kurz die Schießerei ins Goal Sei des Mannes Monopol. Trachten sollte nur die Holde, Daß sie ihm das Heim vergoalde! Der Advokat aks Mittelstürmer Einer der erfolgreichsten belgischen Fußballspieler ist seit Jahren der Mittelstürmer der belgischen Nationalmannschaft, Capelle, der zugleich auch einer der populärsten Spieler des Landes ist. Seit Jahren hat Capelle aber nicht nur als Mittelstürmer gewirkt, sondern auch mit allem Fleiß Jura studiert. Diese Studien sind jetzt— trotz Fußballspiels— zum Abschluß gebracht. Belgiens Nationalmittelstürmer hat seine Prüfung als Advokat mit Erfolg abgelegt. Das wird für die Zukunft kaum ein Hindernisgrund sein, daß Capelle auch weiterhin noch eine Stütze des belgischen Fußballsports sein wird. Belgiens Nationalmannschaft wird also den Vorteil haben... gut beraten und klug geführt zu werden! Ein sonderbarer Fußballrekord Fußballrekorde von mancherlei Art werden überall in der Welt gezählt, vor allem aber in England. Besonders auch die seltenen Rekorde haben in England ein großes Interesse. Der sonderbarste aller Retorde dürfte von dem englischen internationalen Crooks von Derby County gehalten werden. Crooks spielt nun schon seit zehn Jahren Rechtsaußen für Derby County und ist auf diesem Posten einer der erfolgreichsten Spieler des Landes. Andere Spieler sind gekommen und gegangen, Crooks blieb immer auf seinem Posten. Vor allem hat der Posten des rechten Innenstürmers bei Derby County aft gewechselt, und das ist nun Crooks Rekord, der sich rühmen kann, im Laufe der zehn Jahre ietzt 30 Partner als Verbindungsstürmer gehabt zu haben. Der jetzt von Aston Villa übernommene Astley ist der 30. Partner für Crooks Hedier Hog. aurarieuin. H. O. Deutsch-italienlscher Boxkampfabend in Berlin Berlin, 25. November. Boxers eine sehr interessante Lektüre selen. Italiener Sigerelli.— Im Schwergewicht schlug Jakob Schönrath den italienischen Schwergewichtler Santa de Leo klar nach Punkten.— Der Hauptkampf zwischen dem Deutschen Adolf Heuser und dem Italiener Primo Bassi endete mit einem Siege des Deutschen. Bassi, der den Kampf uun g# zwar forsch begann, gab in der fünften Runde den aussichtslosen Kampf auf. Im abschließenden Schwergewichtskampf kam der Düsseldorfer Wallner zu einem Punktsieg über den Italiener Cagguria. Walter Neusel gar nicht allein belefanten, Berge von Post, die wältigen konnte.... zlue i. 99 Iul“ Aber am Kampftag in London ging es auch„onne“. Walter Neusel kämpfte allein, während die Verlohte von Ben Ford nahe am Ring saß. Ob Walter Neusel nun aber dem Großangriff auf die Dauer widerstehen Vom S. bis 10. Mai in Mailand Europameisterschaften der Amateurboxer Der Internationale Amateurboxverband hat die Austragung der Europameisterschaften 1937 Italien übertragen. Nach langem Hin und Her entschied sich nunmehr der Italienische Boxverband, die Titelkämpfe in der Zeit vom 5. bis 10. Mai im Mailänder PucciniFolgen der Popularität Walter Neusel soll— heiraten! Große Vorer kind wie anders Leute auch zuwveilen Thegtef zur Durchführung zu bringen. etwas unvorsichtzg: sie lassen binter ihre Gedopfpm.,rden ropamesterschaften fanden 1934 in Budapest statt. Die Wünsche sehen. Las kann donn recht undenu=Heusef 6z Meisseritel errangen damals vam Flegengewicht autjetzt in England ergangen ist. Neusel war schon vor wärts: seinem Sieg über den britischen Schwergewichtsmeiste. Die letzten EuDie Ben Foord in England populär, ja beliebt. Die englische Oeffentlichkeit hat großen Anteil an seinen Trainingsvorbereitungen genommen, aber die Engländer wollten auch manches„Persönliche“ von Walter Neusel. Kästner(Deutschland), Faochin(Italien),„Meslegpe (England), Szigeti(Ungarn), Zehetmayer(Oeuerreich) und Bärkund(Finnland). Den Preis für die beste Mannschaftsleistung bekam Deutschland. Im Anschluß an die Mailänder Meisterschaften tritt eine kampfstarke europäische Staffel am 16. Mai von Vor alem die Engländerinnen. Und wos Pgier ,as. Genua aus die Reise nach den Vereinigten Staaten an, Frauen schon anderes wissen, als wie es mit ven Heiratsangelegenheiten steht? Zumal dann, wenn einer groß und blond und stark wie Walter Neusel ist. So geschah denn das Unglück. Eine englische Reporterin kam im Auftrag eines großen Londoner Blattes mit R einer täglichen Millionenauflage nach Windsor, wo Walter Neusel vor dem Londoner Kampf sein Trainingsquartier hatte. Eine der Fragen der englischen Reporterin lautete, ob Walter Neusel schon verheiratet Und da passierte es denn. Verheiratets“ sagte wo am 26. Mai in Chikago der Kampf Europa— UsA, stattfindet. Einen zweiten Start erfüllen die europäischen Boxer am 1. Juni in Kansas City. Die mückreise erfolgt am 9. Juni in Newyork. Thielens(Bochum) nimmt teil Deutsche Meisterschaft im Billard=Fünfkampf Vom 4. bis 6. Dezember wird in Bremen die darn Gue ue,#ee elgeb beschguse Gieste Vick inen ic5 us dem erst 18jährigen egseme Ruv 24n Tiedtke(Düsseldorf), Thielens(Bochum), Foister (Aachen), Sorge(Berlin) und Unshelm(Dresden) in die Bewerberliste ein. Zum ersten Male wird in einer Meisterschaft nicht mit Elfenbein=, sondern mit Kunstbällen aus deutschem Werkstoff gespielt. wohl schon, aber ich kann das richtige„Mädchen„ni# finden. Ich habe mich zwar schon reichlich umgesehen, aber es war immer noch nichts!“ Das alles waren nun sehr... leichtsinnige Aeußerungen, die nun in großer Aufmachung in der englischen Presse wiedergegeben wurden. Und sie wurden gelesen, und nicht nur von den Männern. Auch die englischen Mädchen fanden, daß die Bekenntnisse des deutschen sollten: Olympischer Sieg und Wettmeisterscha Berliner Ernst Baier holte sich damals den deutschen Meistertitel von dem Münchner Mayer=Labergo, der ihn drei Jahre lang in Besitz gehabt hatte. Marie Herber, die Münchnerin, enthronte, im gleichen Jahre gerin Edith Michaens(Berlin)." So Berufsspieler als Schwerarbeiter Man wundert sich auf dem Kontinent über, daß die englischen Mannschaften nach dem Sch der Ligaspiele alle weiteren Spiele sehr leicht, ohne jede Frische, müde und gleichgültig, bestreiten. Diese Haltung wird aber verständlich, wenn man die Beanspruchung in Betracht zieht, der die englischen Berufsspieler während der Zeit der Punktekämpfe ausgesetzt sind. So haben verschiedene Mannschaften in der Weihnachtswoche innerhalb von acht Tagen nicht weniger als fünf Spiele zu bestreiten, von denen zwei oder drei noch mit Reisen verbunden sind. In der Osterwoche wiederholt sich der gleiche Fall, da dann am Karfreitag Ostersamstag und Ostermontag innerhalb von vier Tagen drei Spiele auszutragen sind. In mancher Hinsicht sind die englischen Berufsspieler, wenn man das schwere Training hinzunimmt, wirklich als Schwer= Herber, die Münchnerin, enthronte, im al arbeiter anzusprechen. Es ist dager guch verständlich, ihre Vorgängerin Edith Michae#is(werlin) wenn man sich in England mit der Frage beschäftigt, zwei Vertreter der jungen modernen Schute des Eisrm der Ligaspiele durchzuführen. kunstlaufes zu Titelehren. heide von eigenwilliger und eine Refor., der Ligasiele durchauführen. sicherer Stigebung, wie eiterschaft, iI. Lgaraufen Städtespiel mit Aufwertung! Paris hatte ein Fußball=Städtespiel mit Prag gegen eine Zahlung von 35,000 Frank abgeschlossen. Nach der Abwertung in Frankreich wurden Verhandlungen über die Erhöhung dieses Betrages eingeleitet, die nun zu dem Ergebnis geführt haben, daß die Vergütung um 15 000 Frank auf 50 000 Frank erhöht wird. In Prag ist man über diese„Aufwertung“ sehr zufrieden, da auch die Währung der Tschechoslowakei abgewertet wurde und sich nun ein finanzieller Vorteil ergibt. Nur wenn„Mutter Braun“ auch mitgeht Holland hat die großen Erfolge seiner Schwimmerinnen in erster Linie Mevrouw Braun zu danken, in deren Obhut seit Jahren die holländischen Schwimmtalente heranwachsen. Vorbereitung, Betreuung und Training, alles hat„Mutter Braun“ für die Meisjes geleitet. Ja,„Mutter Braun" hat früher sogar ihre eigene Tochter trainiert, die 1928 in Amsterdam einen Okympiasieg errang.„Seitdem ist„Mevrouw Braun Der Spermiöns Wertegung von heider Saler Zum Start der Olympiasieger in der Dortmunder Weitfalenhalle Im Jahre 1088 finden sich zum ersten Male in der Ernst Baier ist der Konstrukteur e Lehungen## Geschichte des deutschen Eislaufes die Namen Maxie Peistervaares., Ermist Architekt.„ in der Heutschen Herber und Ernst Baier, die drei Jahre später ihre Zame zum ersten Mate auf, als er in der Deutschei sportliche Loufbahn mit den höchsten Triumphen kronen Meisterschaft den zweiten Platz belegte. im nächsten Pottich„autogan uuu ven boche... ∆ Jahr gelang ihm der erste große Meisterschaftssieg, und .a Lmtgrchgt,#er seither hat ex den Titel nicht mebr aus der Hand gegeben. Im Jahre seiner ersten Deutschen Reisterschaft abex ging an das Berliner Paar Hempel=Wein. Diese Entwicklung des Paares Maxie Herber=Ernst Baier zeigt, daß diese deutschen Olympiasieger und Weltmeister sich bereits zu einer bedeutenden künstlerischen Reife entwickelt hatten, bevor sie sich zu einem Paar zusammenschlossen, das in verhältnismäßig ganz kurzer Zeit einen Siegeszug durch die Welt feierte. Sie haben im Paarlaufen immer die Krönung des Laufes gesehen, weil der einzelne Partner die Eigenwüchsigkeit seines Stils nicht aufzugeben braucht. Andere Paare waren gewohnt, das Paarlaufen als eine selbständige Kunst zu sehen, wodurch die Komposition zu einer Erstarrung kam. wurde er in der Eurovameisterschaft gleich Zweiter hinter dem großen Wiener Karli Schäfer, der auch jetzt noch die Spitze vor allen anderen Kunstläufern der Welt hält. Ihm am nachsten kommt Ernst Baier und allenfalls der Engländer Shaxp. Im Paarlaufen waren Herber=Baier seit 1934 einfach nicht mehr zu schlagen, so sehr ihnen auch die Wiener Meisterklasse den Rana abzulaufen versuchte. Marie Herber ist sechzohn Jahre alt. Als sie die erste Deutsche Meisterschaft 1933 gewann, zählte sie 13 Lenze. Bei den Olympischen Spielen hat sie darauf verzichtet, neben Viktoria Lindpaintner im Dameneinzel zu konkurrieren, meil sie überzeugt war, daß ihre ganze Energie dem Paarlauf gehören mußte. Und der Erfola hat ihr Recht gegeben. Im übrigen ist erinnerlich, daß Herber=Baier 1936 bei den Europameisterschaften zum ersten Male mit einer eigens für ihren Lauf kompo= Gelsenkirchen nierten Musik herauskamen, und daß ihre Leistung danach noch vollkammener wurde. Die erfolgreichtten deutschen Rennffälle Gelar zrichher! Die„Wunderltute“ Nereide verdiente 130000 Mark Cadeit Einlausweite: 104. 28 Siege 248000 Mark Gewinne Tuenen und Sport Schwerpunkt bildet Kraftfahr-Geländelport Ausführungsbestimmungen zu den Richtlinien für den deutschen Kraftfahrsport im Sportjahr 1937 In Ergänzung zu den bereits in unserer Ausgabe vom 14./15. November veröffentlichten Richtlinien für das Kraftfahrsportjahr 1937, die als wichtigsten Punkt die Uebertragung sämtlicher Kraftfahrsport=Veranstaltungen an die Gliederungen des NSKk. vorsahen, veröffentlichen wir nachstehend weitere„Ausführungsbestimmungen, die Korpsführer Hühnlein im Einverständnis mit dem Präsidenten des DDAC. erlassen hat. 3. Den Schwerpunkt des gesamten Kraftfahrsports in der Breitenorganisation bildet nach wie vor der Kraftfahr=Geländesport. Die Einheiten des Korps haben ihn nach meinen Richtlinien mit allen Mitteln zu pflegen und weiter zu entwickeln„ e 666t uus 4. Neben dem reinen Kraftfahr=Gelandesport sino Orientierungsfahrten bei Tag und Nacht zur Durchführung zu bringen, bei denen es weniger darauf ankommt, hohe Anforderungen im Geländesport zu stellen, als den Kraftfahrer in der Benutzung der Karte und Orientierungsmittel zu schulen Außerdem sollen sie diejenigen an unseren Sport heranführen, die mit Rücksicht auf die Schonung ihres Kraftfahrzeuges sich noch scheuen, am Kraftfahr=Geländesport teilzunehmen. 5. Zu allen Kraftfahrsport=Veranstaltungen ist mehr als bisher unsere in den Motorsportscharen der HI. zusammengefaßte sportbegeisterte Jugend heranzuziehen. Die in diesem Jahre zum dritt.n Male durchgeführte „Mator=HJ.=Fahrt im Harz“ wird als traditionelle Veranstaltung auch 1937 wiederholt.„Sie soll zeigen, wie weit sportlicher Geist und technisches Können in der HJ. fortgeschritten sind. Die für die Ausbildung der Jugend besonders geeigneten kleinen und billigen Krafträder bis 125 Kubikzentimeter sind bei allen Veranstaltungen in einer Klasse zusammenzufassen. Der technischen Weiterentwicklung gerade dieser Kraftradklasse spreche ich für den Geländegebrauch eine besondere Zukunft zu. 6. Die näheren Anweisungen für den Aufbau des Sportterminkalenders und die Uebernahme der notwendigen Arbeiten durch die Gliederungen des RSKK. werde ich durch Korpsbefehl geben. Die ersten Rekorde Caracciolas anerkannt Bei den Versuchsfahrten von Mercedes=Benz stellte Rudolf Caracciola auf der Reichsautobahn Frankfurt a. M.— Darmstadt drei internalionale Rekorde der Klasse B(5000 bis 8000 ccm) auf. Diese am 26. Oktober erzielten Leistungen wurden von der AJACR. 1 Klometer mit fliegendem Start./88 Sekunden, 1 Melle mit fliegenden Start 15,75 Sekunden, gleich 366.9 Stundenklometer,. 86 Secun 5 Kilometer mit fliegendem Start 52,86 Serunden. gleich 340,5 Stundenkilometer. Erlte Prüfung für Tokio Reichsjugendschwimmfest in Berlin Schon jetzt, kaum drei Monate nach den Berliner Weltspielen, geht das Fachamt Schwimmen daran, die erste große Sichtung für die XII. Olympischen Spiele 1940 in Tokio vorzunehmen. Sie gilt der männlichen Jugend und ist in den Einzelwettbewerben nur den Jugendlichen vorbehalten, die zu keinem der Vorbereitungskurse für die Berliner Olympiade herangezogen wurden. Lediglich in den Staffelkonkurrenzen können auch Nachwuchskräfte starten, die bereits vor, etwa halben Jahr mit zur Spitzenklasse zählten. Der deutsche Schwimmernachwuchs marschiert! Das wird die Reichsjugendprüfung, die am kommenden Sonntag im Berliner Sportforum=Bad stattfindet, und zu der rund 300 Schwimmer aus dem ganzen Reiche zugelassen wurden, zeigen. Bochums Schwimmerjugend erfolgreich! Der Schwimmverein„Blau=Weiß“ Bochurg, tzug in Gelsenkirchen gegen den Schwimmverein geßtebingg, Gelsenkirchen O4 einen aus drei Staffeln##umee, Jugend=Klubkampf aus, die sämtlich van den Vochumern gewonnen wurden. 45 Pferde im Rennen „Braunes Band“ hatte Nennungsschluß Für das„Braune Band von Deutschland“, mit 0000 Mar' an Rennvreisen unser wertvollstes Gatenden Gesundung von Vollblutzucht und Reunzp stand. Erfreulich in vor allem, daß die deutsche Zucht wieder ein Ausnahmepferd„ herausgebracht hat, Nereide, die das Deutsche Derby und das Braune Band von Deutschland gewann und ungeschlagen ins Nerelde trug die Farben des Gestüts Erlenhof, das mit 28 Siegen und einer Gewinnsumme von 248 000 Mark an der Spitze der erfolgreichen deutschen Rennställe steht. Allein auf Nereide entfielen 130 000 Mark, während sonst noch Glaukos, Graf Almavina, Pan und die zweijährige Stute Iniga Isolani nützliche Verdiener waren. An zweiter Stelle, folgt mit. 193.000 Mark der e— Stall Muthens, für dessen Farben außer Wahnfried, der allein über 100 000 Mark zusammengaloppierte. Seine Plange, Hoheit. Marienfels und Reichsfürst am erfolgreichsten abschnitten.— Das Gestüt Schlenderhan brachte es auf 174000 Mark und damit auf den dritten Platz. Der beste Perdiener war Sturmpogel, während sich von den Dreijährigen Wiener Walzer, Walzerkönig und Immerweiter auszeichneten.— Der Stall A. u. C. von Weinfür alle junger, zlländischen Schwimmerinnen„Mut=]. Bis auf einige wenige Renntage ist die diesjährige deutter Braun". So war es in Bertin, und so wird es ssche Flachrennzeit beenoet, die im Zeichen einer fortschreiauch 1940 in Tokio sein.,„-6462 Nun haben kürzlich die holländischen OlympiaSchwimmerinnen eine Einladung erhalten, am Anfang des nächsten Jahres eine Reise nach Niederländisch= Indien zu machen und dort an den Start zu gehen. Noch sind über diese weite Reise nicht alle Fragen geregelt. Aber Rie Mastenbroek, die dreifache Olympiasiegerin von Berlin, hat erklärt, sie würde auf keinen Fall nach Indien gehen, wenn„Mutter Braun" nicht auch dabei sein würde! Veranstaltungen des Fachamtes Turnen im Winter 1936/37 Die kürzliche Tagung der Fachwarte des Fachamtes Turnen in Berlin gab den Zeitplan für die vom Fachamt Turnen als Reichsveranstaltungen geplanten und durchzuführenden Veranstaltungen bekannt. Die Deuischen Gerätmeisterschaften als Abschluß und wichtigste Leistungsauslese der besten deutschen Turner werden im März 1937 durchgeführt. Der Ort der Austragung klegt noch nicht fest. Im April folgt der Reichswettkampf für Turnerinnen, der ebenfalls eine Leistungsauslese der besten deutschen Turnerinnen darstellt. Auch hier ist der Austragungsort noch nicht festgelegt. Im Nebruar werden in den einzelnen Gauen die Mannschaftskämpfe der Jugend im Gerätturnen abgeschlossen, die sich mit der Feststellung der Gaubesten begnügen und in ihrer Breitenwirkung die leistungsmäßige Auslese des Nachwuchses darstellen. Diese Wettkämpfe beginnen in den Unterkreisen im Januar 1937, werden in den Kreisen Anfang Februar weitergeführt und Ende Februar in den Gauen beendet. Zwer=aymnastische Tagungen. die den Namen„Tagung für deutsches Frauenturnen“ erhalten haben, werden am 13. und 14. Februar in Breslau und am 27. und 28. Fedruaz in Karlsruhe oder in Frankfurt am Main durchgeführt. Die Tagungen für deutsches Frauenturnen sollen kar die Eigenart und das Bildungsziel des deutichen Frauenturnens herausstellen und die Gxundlage schaffen für den zulunftig einzuschlagenden„Weg im Rsche WI7 sch die Ber dienst des Ferner: „Jergeant, Carita, Vittor, Cadett, Ezalaufswelle. 10, m#h,; Sin 4 .; 1. Parbeim(G. Streit), 2. Walture, 3. Juist. 4. und Rennsvort Gracias.— Toto: E. 29, Pl. 13,., 16, 49. Ferner: Balina, Preußenfahne, Maobvar, Epitur. Otn. Ob. v.: 1. Zfolde(2t. v. d. Groeben), 2. Gnade, 3. Skapaslow.— Toto: S. 34. Pl. 14, 12. Ferner: Elpira, Majdag Einlaufsweite: 88., .: I. Olmar(2i. v. d. Gperke), 2. Rolgzig,#hge Toto: Gulgufzweite: 133. Ferner: Rückwelsel, d. Aoer'). Rast, Magal. — Toto: S. 11., Pl. 1r. 18, 28. Ferner: Goldrahin, Aus#t, PPApersoigtes sennest Sinlauf=Zason(Sooter und Amarante,0f unds), Gz. Felddlensz, 1124. Ferner: Gleisner. Perislor. Lystas, Peloponves, Barus, Heidesalke, Marsch=Marsch, Inländer, Rin=tin=tin, Harald, Mondfee. Olive, Kenta. Einlaufswette: 3096. Doppelwette: 224. 100 000 Marr un benngleisen unser.g. lopprennen, war am Dienstag der erste Nennungsschluß. Bisher wurden aus deutschen Ställen 45 Pferde für die bedeutende internationale Prüfung am 24. Juli in München=Riem genannt. Die Nennungen von den ausländischen, Meldestellen liegen zur Zeit noch nicht vor außerdem steht für dieses Rennen am 9. März noch ein weiterer Meldetermin an, der den Ställen Gelegenheit giht, noch dreieinhalb Monate später ihre 1 Disvostionen zu treffen. Die Zahl der Nennungen ; dürfte sich somit im März noch wesentlich erhöhen. fr.) Neandertal. bera, dessen Pferde insgesamt 126000 Mark gewannen, steht an vierter Stello. Die erfolgreichsten Pferde dieses Stalles, der insgesamt 23 Rennen gewann, waren Oriaines, Periander, Alexandra. Ausonius und GrossuAls nächster folgt mit 104 900 Mark der Stall Rösler, dessen Pferde fast ausschließlich auf westdeutschen Bahnen ausgenutzt wurden. Dann kommen der Stall Haniel mit 75000 Mark und über 70000 Mark galopviorten auch die Insassen der Ställe Hauptgestüt Craditz und Graf Wuthenau zusammenigg Verköttyisze g 1..: Chauvel. Enghien, 25. November 1. Roval Conde(Danesi), 2. Norah, — Toto: E. 50, Pl. 20, 21. Berlin— Westdeutschland im Amateurboxen Einen größeren Amateurboxkampfabend zieht Kreis Berlin am 8. Dezember im Sporlgurn, Juf. die starke Berliner Städtsstaffel ist#. Welgutsche der Für 3. Mont Ferner: Old Glory, ersol Mar auch das Gestut eobestog mit 65 800 35 000 Mark kamen dann noch folI# Pgnrugr.„ E. Dilthey 61 000 Mark. Flolgreich Nurt g9.. Vis zu gende Ställg; W. Bgzsges vimw, 2angl., E. Phihe 52 200 Mark, Stall Nemo 47400 Mark. Gestut Mydlinghoven 41 400 Mark, Stall Ammerland 36 500 Mark, Dr. Kriete 85800 Mark und O. Blumenfeld u. R. Samson 35 500 Mark. Strausberg, 25. November 1..: 1. Palladio(H. Biber), 2. Conte, 8. Castor— inden weg„im Toio! S. 21. Pf. 14, 22. Ferner: Grincez Ronalda, cerldeutschen Krauenturnen. Ain ganz Weurschlang werden naß. Finsaufswette: 72. glewst), 2. Esche, 3. Moln Den Ander, 4. An Raschit u. Teie: C. 34. Vr. 12. TI. 19, 12 Caro. 2. Mailland.— Haus Brion, BaKorten. C ern ∆ 67 Vricars. ,, Gsafelle(Gelat), 2. W: V. Wiureg.“, Verner:“ amp Xoto: 6. Vo, Vl., Zäspuilsegltk, Blverling, Abr guette Magiqne, Valputseaur, Silverline,##or 3..; 1. Jvanoete(Dubus), 3. Belle Olympe, 3. Navarin.— Toto: S. 27, P, 20, 14, 16. Ferner: La Capfers. Simogor, Berse Fine#. Peiste Matr. Kasv. La Choueite. Etreiat, Laua Rough, Sieua Bella. 4..: 1. Terpolet(Le Fur), 2. Ange Piton, 3. Maungannt.— Toto: S. 30, Pl. 14, 18, 20. Ferner: Ferdinand, Dolee, Hant les Coeurs, Dalages, Timbale, Mansoc, La Cantive, Diamond Croß, Mosssonneur, sak Pig escher host. Loline=ohnent. 6..: 1. Julie(Fisoden), 2. Farfapette, 3. Cangthgs. Toto: S. 28. Bl. 12, 14, 16. Ferner: Helder, Champpallon, Makt, Dragse Haute, Gloire de Maizet. Unsere Voraussagen: Auteuil, 26. Novemper 1..: Cheil Rama— Le. Passadou. 2..: Ton—. Feltonette. J..: Storm— Stall Eichepare. 4. .: Quatre As— Duguay— Trouin. 5..: Vendaval— Fis de Liral. 6..: Vol'O:— Detivel. sportvalast auf. eine westdeu Auswahlmannschaft gewonnen worden, die mit folgenden Amateuren zur Reichshauptstadt kommen wird: Reuscher(Köln), Spannagel(Barmen), Westhoff(Elberfeld), Rustemeyer(Köln), Biemer(Köln), Knoth (Düsseldorf), Fluß(Köln), Stein(Bonn) und Schnarre (Recklinghausen). Ritter von Halt auch Bobsportführer Der Leiter des Fachamtes Leichtathletik im Deutschen Reichsbund für Leibesubungen, Dr. Karl Ritter von ost, esztischen Bobverbandes betraut worden. Dr. Litisr kirchen durchgeführt. Besonderer Tank gebührt ihm, reit erklärte. Ein Rad=Länderkampf Deutschland— Frankreich wird am 27. November in der Deutschlandhalle durchgefuhrt. Stach und Lohmann vertreten die deutschen Farben im Steherrennen gegen Lemoine und Texreau, im Fliegerkampf=Freten Richter und Merkens gegen Michard und Gerardin an. Ihbe Lorenz treffen im Zweisitzerfahren fur Amateure auf Links: Die fahnengeschmückte Goslarhalle in der Reichsbauernstadt Goslar, in der gestern die eigentliche Eröffnung des Reichsbauerntages stattfand.— Rechts: Deutsche Arbeiter bauen il „Kraft=durch=Freude=Schiff“, mit dem sie dereinst fremde Meere befahren und Zeugnis ablegen werden vom Geist des nationalsozialistischen Deutschlands Hoff mann(). Scherl(1) Links: Blick auf den Hafen von Alicante. in dem aus angeblichen Lebensmitteldampfern eine große Anzahl bolschewistischer Hilfsmannschaften ausgeschifft und nach Madrid weiterbefördert wurden.— Rechts: Reichsminister Dr. Goebbels empfing im Propagandaministerium die in Berlin versammelten Teilnehmer der Kontinentalen Reklame=Kongresses. Wir sehen Dr. Goebbels im Gespräch mit dem polnischen Delegierten Professor Zakrzewski(Mitte) und dem Führer der italienischen Abordnung, Senator Banelli. 12„Hindenburg“ zur letzten diesjährigen Südamerikafahrt gestartet Lu dnb Frankfurt a.., 25 November. Als Abschluß des diesjährigen Südamerika=Fahrtsrogramms der Deutschen Zeppelinreederei startete das Luftschiff„Hindenburg“ am Mittwoch um.29 Uhr mit vollbesetzten Kabinen. Unter den 56 Fahrgästen des Zustschiffes befanden sich diesmal viele Ausländer und Auslandsdeutsche, die diese letzte Gelegenheit benutzen, um auf schnellstem Wege in ihre Heimat zurückzukehren. Wie die Deutsche Zeppelinreederei bereits mitteilte, wird auf dieser Ausreise, auf der sich besonders umfangreiche Frachtstücke an Bord befinden, ein deutsches Segelflugzeug befördert. Der Pilot, der die Maschine in Südamerika fliegen und vorführen wird, ist ebenfalls als Fahrgast an Bord. Am Dienstag morgen wurden von der Besatzung des Luftschiffes„Hindenburg“ im Walde beim Luftschiffhafen auf dem Gelände der zukünftigen Zeppelinsiedlung zwei schöne Tannenbäume geschlagen, die das Luftschiff den Gefolgschaftsmitgliedern der Deutschen Zeppelinreederei in Rio de Janeiro als Weihnachtsüberraschung, mithringt. Am 8. S33Cpe Dezember kehrt das Luftschiff„Hindenburg“ von Rio de Janeiro wieder nach Frankfurt a. M. zurück und geht dann bis Anfang nächsten Jahres in die Halle zur ueberholung. Die Besatzungsmitglieder werden dann nach einem überaus anstrengenden Fahrdienst— es wurden vom Luftschiff„Hindenburg“ insgesamt sieben Südamerika= und zehn Nordamerikafahrten in diesem Jahre durchgeführt— den wohlverdienten Weihnachtsurlaub antreten. Das nennt man„Schwein“. Ein Schweinehändler aus Sobernheim(Ruhe) verlor auf der Nahebrücke von Meddersheim die Gewalt über seinen Wagen und stürzte mit ihm eine 4 Meter hohe Straßenböschung hinab, wobei sich das Fahrzeug mehrfach überschlug. Weder der Fahrer noch die Schweine wurden verletzt. 10.00 Deutsche Seegeltung(Von Hambura) 12.00 Kundgebung zum Jahrestag der Reichskulturkammer und der NSG. Kraft durch Freude)(Von Berlin, Reichssendung: Aus der Philbarmonie, Berlin) 13.45 Mittagskonzert. Das Kleine Orchester(Fritz Gronkowsky) 14.15 Mittagskonzert. Das Kleine Orchester(Josef Breuer). 16.00 Freitags zwischen Vier und Sechs. Zwei Stunden Plauderei und Musik 18.00 Nachmittagskonzert. Das Große Orchester(Leo Eysoldt), der Kammerchor(Josef Breuer), Helene Cocceius(Sopran), Friedrich Eugen Engels(Tenor), Hermann Kreisel, Walter Vogt(Saxophon). 20.10 Soldaten— Kameraden. Allwo die Trommeln und Pfeifen geh'n. Ein Soldatenabend. Mitwirkende: Trompeterkorvs der Reiterstandarte 71 (Mar Meier), Hubert Kirsch(Bariton), Willy Meier(Akkordion) 21.10 Erinnerung an Brzeziny. Die Radfahrvatrouille während des Durchbruchs der dritten Garde=Inf.= Division bei Brzeziny 21.30 Wo bist du, Kamerad? Funkappell alter Frontsoldaten 22.20 Worüber man in Amerika spricht(Von Berlin), (aus Washinaton), Kurt G. Sell 22.30 Das Schatzkästlein enthält das Quintett=moll von Anton Reicha 23.05 Unterhaltungskonzert des Landesorchesters Gau Württembera(Julius Schröder). Dodo Kgemmerer(Gesang), Max Ladewig und Wilhelm (zwei Klaviere), Hans Brandle(Akkordion). Deutschlandsender: 19.00: Guten Abend, lieber Hörer! 20.10: Zwei Meisterovern. Tosca(G. Puccini), Carmen(G. Bizet). 21.10: Georg und der Gerechte. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Nachtmusik und wenn dann die stillen Vorbereitungen für das Weihnachtstest beginnen, da gibt es tausenderlei Sachen wieder„herzurichten“.— Der Maler ist aber der berufene Fachmann für den Anstrich.— Denken Sie aber auch daran, daß zu den Felertagen die Wohnung in Ordnung sein muß. Die letzten Tage vor Weihnachten will man aber dann auch den Maler nicht gern mehr in der Wohnung haben. Deshalb, schon Jetzt an alles denken. Rufen Sie den Maler. Er Ist Ihr Heifer Malerverkstätten Paul Baler Marienplatz a. Rut 61499 Adam Bickel Malermeister Wittener Straße 133, Rut 844e. Reichserziehun bessar Dr. Bier. Geheimrat Profe Gebeimrat Bro telegramm gesan Nehmen Sie au Seite 9 Nr. 27 Seite 8 Nr. 277 7 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 26. November 1936 lichsten Glückwün dem hervorragen schaft an der Uni Direktor der Univ deutschen Arzte. den Dank für alle und womit Siee scher Aerate ein Die deutsche Bauer, Dr. 2 ner angehören, sich bereits auf d mer sind am 24 Die Expedition, a. den 6981 M Gastspielreise. land und Frankr die Einladung des kommenden ernde Gastspielr machen. Sämtl Toscanini diriai stierten die Wie Budapest. Otto Burkat Malermeister Cremerstraße 99, Rut 82s1s F. Dubbert Malergeschaft Am Geretkamp 17. Rut 9127 Deutsches O Januar wird in Overngastspiel b Bayreuther Dir wird. Herbert wird im„Ring und Hagen, in Marke singen. Wieviel Wasse zum Leben Was von Kindheit a mengen, die nicht zu verdurs Vorstellung mac versucht, wievie einem heißen E daß die Birke di nur 20 Liter a braucht 85 Liter die Kiefer 9 Lit Wasser brauche während die Na kommen könner Copyright 15) So stehen Leute stehen hl auf Matratze. Trumpf aus. lich zu ihm, er ich dich sage,i nit, un du bit kömms, dann tret ich in Sti Wimms A Bätes, dat du „Wetten „Wetten d Kinder ste gerei. Man kleine und gro Es wirde wahren Haltu „Du Laur „Du Drec „Pennes! Nach perst Am näch Dame von ne wohlriechend Kleinigkeit si Mit einer w schiert sie ger fällt den Nie kommen. „Entschul missar, daß teresse, nicht Belohnung müssen nicht Mann meint kann bei der war ich etw und so zu ge mein Mann er auch, und sache ist, we Mann, und aber Sie mi ist, haben Mühsam 9. Serch Bankke kommen nicht mehr, Scharfsinn Die Belohn siebzehnten Da geh drohend vo Situiertheit im Dienst geht: Aechdtuck nur nacs sorneniget Gegepmioune Seite 9 Nr. 277 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 26. November 1936 Klienes Feuilleion „Reichserziehungsminister Rust beglückmünscht Pralichsten Glückwünsche entgegen. Eie gelten nicht nur ccheg Prutubizue Bhchey hizinzicher dem hervorragenditen Vextreter meninmniscer Wissenan der Universität Berlin und dem bedeutenden Direktor der Universitätsklinik, sondern auch dem großen deutschen Arzte. Ich verbinde mit diesen Glückmünschen den Dank für alles, was Sie dem Staate geleistet haben und womit Sie einem heranwachsenden Geschlecht deutscher Aerzte ein Vorbild sind. Die deutsche Himalaja=Expedition, der Notar Bauer, Dr. Wien, Dr. Hepp und Adolf Göttner angehören, hat ihre Tätigkeit beendet und befindet sich bereits auf der Heimfahrt. Die Expeditionsteilnehmer sind am 24. November in München eingetroffen. Die Expedition, die gute Erfolge verzeichnen kann, hat u. a. den 6981 Meter hohen Siniolchu bestiegen. ers von land und Frantreich, Dv zine int den segzten Voriltagen des komimenden Jahres beainnende, drei Wochen daustierten die Wiener Philbarmoniker mit Toseanini in Budapest. Operngastspiel in Monte Carlo. Im Januar wird in der Over in Monte Carlo ein deutsches Overngastspiel veranstaltst, das unter der Leitung bes von der Wiener Staatsoper, wird im„Ring der Ribelungen“ den Fasolt, Hunding und Hagen, in„Tristan und Isolde" zweimal ven Könia Marke singen. nichrgen, die beispielsweisg geins Eiche benötiat, um Vorstellung machen können. Man hat nun wieviel Wasser die verschiedenen Bäumz an eiuo heien Sommerfag brauchen, und Batze Fageen nur 20 S5tgiter zie ilime 66 Diter, die Fichte 18 Liter, die Kiefer 9 Liter und die Tanne g,e Aetgr., Pg, meiteg während die Nadelbäume mit viel weniger Wasser auskommen können. Ansterbildler-Veral Der sorgfällig musizierte„Sroubadaur“ der Kölner is.„Popertalteoper teilt Verbis Troubadour“ /schöpft, dasüie allerdsigs eine gesangliche, Leistung -elorticher ove.v„Lhährenden Ehr, p„Zipau erreicht. Auch Zohannes Schose geht dos Schielat, vicht imner vut der. vo vu.., Hehans in der Titeleolle temperamentvoll nur dann aus sieh urcht und netpendigen mustalischen Delsty,=Zahre gug sheraus, wenn die, gesangliche Partie ihm Höhepunite Unachtsamkeit= und Willkür, aus Lieblosigkeit und besonderer Wirkungskraft ermöglicht. Tann paradiert pr schun Veränderzen dieser freilich mit einer glänzenden, härtelosen und unbengt Schlendrigs en eigenwitistur, zingeschlichen hat, ber llingenden Höhe, dis ihm auch in der belsebten Streita dienten Sanderapplaus einbrachte. Es spricht für die ne Gehue e n Au u, Alisihr ag, Perlich Cuadtiden Siegties Fe gPälsitäte uer evischen einem Iupichp,/ein,— nardischen Interpreien von seinen füligen, klangpoll strömenden Naterisck nicht Landsmann Verdis, und einem nardischen Interpreten immer bestehen bleiben. Ein Typ des deutschen Dirigenten, der mit nicht ausgesprochener südlicher Leidenschaftlichkeit, aber großem Verantwortungsbewußtsein und höchster Gewissenhaftigkeit die musikalische Deutung vollzieht, ist Erich Riede. Aus jeder Nuance spricht der ehrliche und energische Wille, den musikalischen Vortrag von auen zur Mode und zum Schlendrian gewordenen Verflachungen, Oberflächlichkeiten und Eigenwilligkeiten zu befreien, originalgetreu zu musizieren und— eine beglückende Woyltat— den Sänger als den Hauptträger der VerdiPartituren bei erlesenster und musterhaft dezenter Begleitung dominieren zu lassen. Das ergibt einen konzersanten Stil, der zwar auch auf der nicht immer den bezeichnenden Grad intensiver vramatischer Auslegung findet, aber das melodische Element in eine Form klarster Schönheit fleiber.. ge, Iutentie Mit Unterschied folgen die Sanger ven Intentonen des Dirigenten, sehr disziprinierf das gelockert klingende Orchester, merkwürdig zaghaft und nicht immer sicher der Chor. Nicht allein aus der starken Wirkung ihrer dankbaren Partie heraus, sondern ebensosehr durch lebensnahe ausdrucksvolle darstellerische wie musikalische Gestaltung der Rolle steht Adelheid Wollgartens Azucena im Mittelpunkt ihrer Szenen. Bezwingend die gesangliche Deutung, von überzeugender, leidenschaftlicher Dramatik die Anlage der schönen Aufgabe. Aus gesangstechnischer Ueberlegung und in der Absicht, einer kultivierten stimmlichen Behandlung nicht das geringste schuldig zu bleiben, legt sich Olga Tschörners Wirkung. Dem verdienten Erfolg des Abends konnte sich das stark besetzte Haus auch diesmal nicht entziehen. Lang anhaltender Beifall für die Künstler war der Dapt des begeiterten Publktums. getwermann Luis Trenker hat in und bei Verona, von herrlichem Wetter begünstigt, die großen soldatischen Szenen seines deutsch=itglienischen Gemeinschaftsfilms„Condottieri“, der im Verleih der Tobis Rota erscheint, beendet. Er ist anschließend mit seinem Stab nach San Gimignano abgereist, um hier die Aufnahmen, fortzuseten. von Sichingens Stammhurg wirh Beuernbei Bad Munster am Stein, Freiheitskämb#### schule. 216 Ehernburg pei—sd, Rizster am Stein, fers Januar von der einst die Stammburg des deutschen Franz von Sickingen, wird am 1. Januar von der Landesbauernschaft Saarpfalz übernommen, die in ihr eine Bauernschule eröffnen will. Für den Fremdenverkehr bleibt die Bura auch weiterhin zugänglich. von seinem jagigen, Fugkeen g1emeigen Pihlerial nicht so klug disponierend und ausgleichend Gebrauch machte, wie es die mit schönsten Aufgaben bedachte Partie des Grafen Luna zur Erzielung einer geschlossenen und imponierenden Wirkung will. Ueberzeugend freilich der temperamentvolle Einsatz des stimmbegabten Sängers. Tonlich klein, aber sympathisch zeigte sich Maria Schumann als Inez., I,.mmseameter We Den Chören— sonst ein bemerrenswerter Artipposten des Kölner Ensembles— hätte man größere Durchschlagskraft gewünscht. Die Einsätze kamen oft unbestimmt und standen zu den sonst gerade bei Verdi gegebenen Möglichkeiten im ähnlichen Verhältnis wie der Ablauf des szenischen Bildes zu den ausgezeichneten Einzelheiten der von Walter Felsenstein vor Jahren besorgten einfallsreichen Inszenierung. Wie überall hat sich augenscheinlich auch hier an der eindrucksvollen, ursprünglichen Fassung im Laufe der Zeit manches verwischt, aber man sieht doch in vielen glänzenden Momenten— so am nachdrücklichsten in der StrettaSzene— die außerordentlich lebendige und bildkräftige Anlage der Inszenierung. Sie wird durch die malerischen, geschmackvoll abgestimmten und bühnentechnisch vorteilhaften Entwürfe Otto Reigberts im günstigsten Sinne unterstrichen, und Georg Peschecks dekorative Verwirklschung sorgte für schnell zu bewältigenden Umbau.... Trankasaute Humet Verdis Opern, und der„Trouoadour- zumal, finden immer ein zahlreiches Publikum. Seine unvergänglichen Melodien— namentlich so schön gesungen wie hier— das künstlerische Theatertemperament seiner Geschichtstafe! 1916 96. November: endete die am 24. Juni begonnene Commeschsach: als größte Materialschlacht mit Abwehr des englischfranzösischen Durchbruchsversuchs durch die Front der 9 deutschen Armee unter General Fritz von Below. Die Verluste beirugen rund: auf seindlicher Seite erwa 750000 Mann, auf deutscher 500 000, barunter jedoch der Kern der alten Insanterie, was Ansang 1917 den deutschen Rückzug in die vorbereitete Siegfriedstellung zur Folge hatte. Das damit aufgegebene Gelände wurde jedoch in der Märzoffensive 1918 wiedergewonnen. Die Rosen für die Herzdame lassen wir diesmal um eine Flasche Schaumwein winden. werden ihre schönen Augen aber leuchten! H Leonore tonlich eine Zurückhaltung auf, die im Ausdruck Werke versagen nie in der packenden und LUMWEIN Fronsinn! der Wauttiert plenichseat. Capyright bei Paul Nett Verlag, Berlin. So stehen sie an der Ecke und fechten, daß die Leute stehen bleiben. Bätes besteht auf Pastor, Wimm auf Matratze. Schließlich spielt Bätes seinen großen Trumpf aus. Die Herren am Gericht waren so freundlich zu ihm, er weiß, was er wert ist.„Wimm, dat will ich dich sage, ich bin de Hauptperson, ohne mich jeht et nit, un du bis ene Dreck. Und wenn de mich dumm kömms, dann jeh ich einfach nit in der Termin. Dann tret ich in Streik. Verstehste dat? Wimms Augen funkeln grün und giftig.„Wetten, Bätes, dat du im Termin bis?“ „Wetten hat nit?“ Wetten det boch!“„ Lafien gud eins Sckls. Kinder stehen herum. Sie hoffen auf eine Schlägerei. Man glaubt gar nicht, wieviel Kinder es gibt, kleine und große. Sie wachsen aus der Erde. Es wird eine Enttäuschung. Wimm und Bätes bewahren Haltung. „Du Laumann!“ „Du Drecksack!“ „Pennes!“ Nach verschiedenen Seiten ab. Am nächsten Morgen meldete sich die gutsituierte Dame von neuem. In Glanz und Glacé und grell und wohlriechend wie beim erstenmal, vielleicht noch eine Kleinigkeit situierter und genau zehnmal so aufgeregt. Mit einer widerspruchslosen Selbstverständlichkeit marschiert sie geradewegs in Mühsams Zimmer und überfällt den Nichtsahnenden und läßt ihn nicht zu Wort vves. dder 6 „Entschuldigen Sie herzlichst, mein lieder Herr Kommissar, daß ich wieder da bin, es ist nur in Ihrem Interesse, nicht wahr, ich habe doch richtig gelesen, daß die Belohnung auf dreitausend Mark erhöht ist, müssen nicht denken, so bin ich nicht erzogen, und mein Mann meint das auch, ohgleich man es immer brauchen kann bei dem schlechten Geschäftsgang, das letzte Mal war ich etwas nervös, ich habe noch nie mit Polizei und so zu tun gehabt, aber has macht nichts, man hat und so zu tun gehabt, aber das macht nichts, man hat Pflichten gegen den Staat, der so nett für aues sorgt; mein Mann ist nämlich viel auf Reisen, und das weiß er guch, und was ist groß dabei, nicht wahr, die Hauptsache ist, was ich geteheß habe, das meint auch mein Mann. und es braucht auch nicht an die große Glocks, aber Sie müssen nicht denken, daß es wegen dem Geld ist, haben Sie mein Banssonto notiert?“ Mühsam hat mit Armen und Beinen gegen den Bartschwall gerudert und benutzt die Atempause hinier santkonto.„Meine liebe Dame“, sagt er,„da kommen nie Se Das wäre ja noch schöner, da höre sich doch der Gurkenhandel auf, erst einen aushorchen und ausquetschen bis aufs Blut und die intimsten Familiensachen dazu, daß man schamrot wird bis wer weiß wohin, und dann auf einmal, wenn man alles heraus hat und so weiter und mit dem Geld, das könne sie sich schon denken, und er sei wirklich ein feiner Mann, der Herr Kommissär und ein gebildeter Mann, und die ganze Polizei könne ihr, aber das sei Nebensache, und das lasse sie sich auch nicht bieten, und wenn sie bis zum Minister Ange. Staatsanwalt v. Treskow war ein Mustergatte und Mustervater. Vor allen Dingen ein Musterbeamter, und darum sprach er zu Hause nie über amtliche Dinge. Nicht einmal über den gefundenen Täter Bätes. Es fiel ihm schwer, seine überschäumende Freude zu verbergen. Er freute sich wie ein Kind darauf, daß seine Famille den Triumph seiner staatsanwaltlichen Tätigkeit am nächsten Morgen in der Zeitung lesen würde. Er konnte nicht früh genug aufstehen, und dann hielt er beim Kaffee die Zeitung so, daß Frau und Tochter die fette Schlagzeile lesen mußten. Und de worauf er schmunzelnd wartete: Die beiden Damen rissen ihm die Zeitung aus der Hand, stießen einen zweistimmigen Jubel aus und balgten sich um das Blatt und lasen mit verhaltenem Atem: Denkmalattentäter ermittelt und geständig. Treskow ließ die Glückwünsche, leise abwehrend über sich ergehen. Auch die Billa kam aus der Küche, und der Gasmann war stolz, einem so berühmten Beamten die Rechnung zu bringen. Den ganzen Morgen über, auf dem Büro, auf der Straße, hatte er alle Hände voll zu tun, die Glückwünsche einzukassieren und die Händedrücke entgegenzunehmen. Man lobte seine Energie und seinen Scharfsinn. Und da alle es sagten, glaubte er schließlich selbst daran und bewunderte sich. Bei Elisabeth und Trude hatte die Freude allmählich etwas komplizierteren Gefühlen Platz gemacht. Zunächst ging Frau v. Treskow an ihren Schreibtisch. Der auf nächsten Freitag zum Butterbrot gebetene Rabanus wurde mit einer höflichen Wendung in aller Form wieder ausgeladen. Ein Glück, daß man diesen Menschen hicht mehr nötig hat. Dann holte sie sich Trude. Hier war noch einiges zu regeln.„Trude, wie geht es eigentlich dem Fräulein Spitzbart?“ „Och, wie soll es der gehen? Gut soweit.“ „War sie nicht ein bißchen krank?“ „Doch, ein bißchen.“ „Und gestarben ist sie wohl auchs“..... 8. Trude ist dunkelrot geworden und läßt den Kopf vornüberfallen. „Trude!" Die verliebte Sünderin reißt sich zusammen. „Mutti, ich wallte dich nicht traurig machen, wo soviel anderes war. Und das Geld für die Monatsrechnung, das du mir mitgegeben hast— dafür haben wir Blumen ekauft und das ganze Grab damit belegt. War das Mutti läßt sich nicht vom Thema bringen.„Ich kenne das. Im Museum ist man allein und wird nicht gesehen. Ihr seid aber doch gesehen worden. In dieser Stadt wird alles gesehen, das merk' dir mal. Außerdem ist das Nebensache. Was ich mit dir besprechen wollte: Wir wissen jetzt, daß ein gewisser Albert Schmitz der Täter ist. Was folgt daraus?“ „Ich weiß nicht, Muttl.“ „Du weißt es sehr gut: daß dieser Rabanus mit seiner angeblichen nächtlichen Beobachtung dich angelogen hat.“ „Ausgeschlossen, Mutti.“ „Aber erwiesen.— Warum hat er das getan?“ „Du meinst, er will sich wichtig machen?" „Sein anonymer Brief ist deutlich genug: er will uns unter Druck setzen.“ Der Brief ist nicht van ihm!“..8 asern vich, „Ein Mensch, der derartig lügr und unsern lieben guten Papa in Verdacht bringt, schreiht auch solche Die scht mehe, Inzwisches st 23 der Taikrast und dein nicht gut sof: ne Pete uunt. ist auch nicht so furchtbar böse, wie sie aust siebzehnten ist bereits Verhandlung.“ Da geht die Situierte in die Höhe, pflanzt sich drohend vor dem Beamten auf und vergißt all ihre Situiertheit, daß ihr die Stimme überschlägt und dem im Dienst erhärteten Beamten Hören und Sehen vergeht: „Wer ist wir?“ Frau Elisabeth weiß es genau und ist auch nicht so furchthar, böse, wie sie anstandshalber tut. Es soll nur die Ueberleitung sein.„Sag mal, Trude, wo wärt ihr denn— während der Klavierstunden?" „Im Städtischen Museum, in der Keramikabteilung. Mutzi, das ist wahnsinnie ,ntzressanf, du mußt mal mit mir hingehen, da ist zum Sei#piet—“ S— neue deutsche Kultur „Die Kunst ist eine erhabene und zum Fanatismus verpflichtende Mission. Wer von der Vorsehung ausersehen ist, die Seele eines Volkes der Mitwelt zu enthüllen, sie in Tönen klingen oder in Steinen sprechen zu lassen, der leidet unter der Gewalt des allmächtigen, ihn beherrschenden Zwanges, der wird seine Sprache reden, auch wann die Mitwelt ihn nicht versteht oder verstehen will, wird lieber jede Not auf sich nehmen, als auch nur einmal dem Stern untreu zu werden, der ihn innerlich leitet.“ Adolf Hitler, am 1. September 1933 Briefe.— So, mein Kind, du weißt nun, wie die Sache steht. Jetzt heul' dich ein bißchen aus. Das geht vorüber.— Was ich noch sagen wollte. Ich werde zich übrigens zum Tanzkursus anmelden. Wir Innen nachher bei Frau Maltzahn=Müller vorbeigehen.— Was ist los, wo willst du hin?" „Das läßt du selbstverständlich bleiben. Der Mensch ist von einer solch bestechenden Klugheit— ich weiß, wie ex mich bei seinem Besuch zusammengeredet hat— der beingt es fertig und beweist dir im Handumdrehen, daß er der beste Kerl der Welt ist und alles nur für dich getan hat. Ein solches Uebermaß von Inteuigenz ist gefährlich und sitzt leider immer an der falschen### Stellg.“ Trude soll versprechen,„den Heiratsschwindler“ nicht mehr zu sehen: Sie weigert sich.— Grund: Dann müsse sie es halten. So ist Trude. Infolgedessen setzt man sie unter Bewachung. K Bätes hat keine große Wohnung. Sie besteht im wesentlichen aus der Küche, die nicht allein der Bereitung der Mahlzeiten gewidmet ist, sondern gleichzeitig als Wohnraum dient und als Eßraum, Schlafraum und Waschraum, kurz als Lebensraum. Die Küche wiederum besteht im wesentlichen aus Kindern. Eins sitzt auf dem Bänkchen und macht mit ik, eins spielt mit der Katze, eins wird ist am Heulen. Frau Bätes steht an der Waschbütt rubbelt eigene und fremde Wäsche über das gewellte Brett. Zwischendurch wischt sie sich mit seifenschaumiger Hand die Haarsträhnen aus dem verschwitzten Gesicht. Bätes hat die Oberaufsicht über die Nachkommenschaft, schält Kartoffeln am laufenden Band und führt dabei wundersame Reden: Von Geld, von ganz viel Geld, von ehrlich verdientem Geld. Und macht geheimnisvolle Andeutungen. Frau Bätes hört nicht hin, sie kennt den Quatsch; manchmal ist er wohl nicht ganz richtig im Kopf, will ihr scheinen. Aber die Kinder hören zu. Von Geld wissen sie zu Hause nicht viel; in der Schule wird es zum Rechnen benutzt: Wenn du 86 Mark in der Tasche hast und 37 ausgibst— sie können sich beides nicht vorstellen. Dreitausend Mark, ist das viel? Gibt es das überhaupt? Bätes muß die Zahl aufschreihen, eine Drei mit wieviel Augen dahinter? Bätes weiß es selbst nicht genau, drei oder vier? Wahrscheinlich vier, sonst könnte er mit Wimm nicht teilen. Und dann erzählt er den kleinen Menschlein, was für eine feine Sache das Geld ist, und was man alles dafür kaufen kann:„Warme Höskes un Schühkes, un son rote Zipfelmütz ein, mit nem Quast, un en Eiserbahn, die von selber läuft— ja, auch janz viel Kordel, ne janze dicke Knubbel, un en Mohrenpüppken un en Flizzepeh— ja, auch Kreid für an de Häuser zu male, un wat mer habe will,e Haus, ne janze Straß, de sanze Welt kann mer kaufe.“ „Auch de Leut?“ „Ja, auch de Leut.“— „Mach mich de Kinger nit doll“, mahnt es vom Waschfaß. Bätes läßt sich nicht beirren. Die Kinder sind dicht auf ihn gekrochen; das eine hat seine Deckelmusik eingestellt, dus andere kein Interesse mehr fürs Kätzchen, das dritte ist gebadet und steht mit triefenden Härchen, das vierte ist mit dem Näschen fertig, das fünfte heult nicht mehr; die ganze kleine Gesellschaft hängt wie eine Traube um den dicken Bätes und hört mit glühenden Bäckchen und offenen Mäulchen auf den Märchenmann: „Mit Jeld kann mer alles, mer kann Pufspuff fahre, beim Bäcker lecker Teilches hole, mer brauch nit auf de Arbeit un is reich, un alle Leut müssen einem früßen.“ Schlaraffenland— Weihnachten Himmel. Sie sind die Engelchen, und Bätes ist der liebe Gott. Es klopft. Hart, soldatisch. „Is dat schon dat Feld, Pappak“ Rein, es ist ein Pokizist. Und noch einer. „Sind Sie der Gelegenheitsarbeiter Albert vomis“..... H. Waum. 9154, Die Kinder verstecken sich hinter die Mamma, glücklicherweise ist sie breit genug. Polizei ist für die Kinder der schwarze Mann, damit werden sie gebändigt, in den Schlaf gesagt. Polizei kommt, wenn man unartig der Pappa denn unartig 0 War ner Seite 10 Nr. 277 7 Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 26. November 1936 Weitsalen und Dn Schafst des Eiserjachngen Selbstmordversuch scheiterte— Sechs Jahre Zuchthaus Münster, 25. November Das Schwurgericht in Münster verurteilte am Dienstag den Angeklagten Bludau aus Seppenrade wegen Totschlags in zwei Fällen und wegen Sittlichkeitsverbrechens zu einer Gesamtstrafe von sechs Jahren Zuchthaus. Außerdem wurde auf fünf Jahre Ehrverlust erkannt. Nach einem wechselvollen Schicksal kam der Angeklagte 1930 auf den Hof des Landwirts Schüne bei Seppenrade. Er faßte eine Neigung zu der damals zehn Jahre alten Tochter Grete des Landwirts, die zwei Jahre später zu einem innigen Verhältnis führte. Bludau, der am 8. Juni mit dem Mädchen auf einer Hochzeitsfeier zusammenkam, will auf dieser Feier Grund zur Eifersucht erhalten haben. Er fuhr nach Hause und holte sich eine geladene Pistole. Vor dem Schüneschen Hofe traf er den alten Vater und die beiden Töchter der Familie Schüne. Später schoß er auf eine Gruppe von Männern, die vor dem Scheunentor standen, und traf den Landwirt Schüne, der durch die Verletzung das linke Auge verlor. Nach der Tat flüchtete der Angeklagte und gab auf seine Verfolger noch mehrere Schüsse ab, die aber ihr Ziel versehlten. Er verbarg sich jetzt in einem Roggenfeld. Als er merkte, daß er umstellt war, brachte er sich mit der Pistole einen Steckschuß bei und schnitt sich die Pulsadern auf. Bludau bestritt, daß er die Absicht gehabt habe, irgend jemanden zu töten; er habe lediglich durch seinen freiwilligen Tod der Grete die Schwere ihrer vermeintlichen Untreue vor Augen halten wollen. Großfeuer in Düren Möbelhaus vernichtet— Ueber 100000 Reichsmark Schaden Düren, 25. November. In einem Möbelhaus brach am Dienstag vormittag ein Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit über das ganze Gebäude und auf eine im Hinterhaus eingerichtete Schreinerei ausbreitete. Obwohl die Feuerwehren der Stadt und zweier Industriebetriebe das verheerende Element mit 16 Schlauchleitungen bekämpften, war an eine Rettung des Möbelhauses, nicht zu denken. Das Möbelhaus mitsamt einem großen Möbellager sowie die Schreinerei im Hinterhause brannten vollständig aus. Der Schaden wird auf weit über 100000 RM. geschätzt. Die Ursache bes Brandes konnte bisher noch nicht geklärt werden. Vier Feuerwehrleute trugen Rauchvergiftungen davon. Einige andere erlitten Brandwunden. Betrogenerjüdischer Devisenschieber Ein mißlungener Versuch Düfseldorf, 25. November. Die Große Strafkammer in Düsseldorf verurteilte den 26jährigen Juden Werner Lichtenfels wegen Anreizung zum Devisenveraeben zu neun Monaten Gefängnis und 20000 RM. Geldstrafe, den 24jährigen Hubert Pelzer wegen Unterschlagung zu sechs Monaten und den 34jährigen Karl Lenzen wegen Hehlerei zu fünf Monaten Gefängnis. Der verurteilte L. war ein Jahr lang bei dem Juden Rubin, holländischer Staatsangehörigkeit, der in Eisen eine Wäscherei betrieb, angestellt. R. entschloß sich, im Frühjahr dieses Jahres nach Holland auszuwandern. Er verkaufte sein Geschäft für 26000 RM. und stellte den Antrag, diesen Betrag nach Holland überführen zu dürfen. Unter bestimmten Bedingungen wurden ihm 10000 RM. freigegeben. Ehe aber die endgültige Genehmigung erteilt war, wanderte er aus. Von Holland aus besuchte er verschiedentlich seinen früheren Angestellten L. in Düsseldorf und ersuchte ihn, irgend jemand zu finden, um die in Düsseldorf bei Verwandten liegenden 21000 RM. nach Holland zu schaffen. Nach langem Zögern erklärte sich L. dazu bereit und ließ sich von den Verwandten des R. das Geld. das in Hundertreichsmarkscheinen gebündelt war, übergeben. L. beauftragte nun den zweiten Angeklagten ., die angegebene Summe über die Grenze zu schmuggeln. P. hatte sich aber inzwischen die Sache überlegt und kam mit seinem Freund., dem dritten Angeklagten, dahin überein, das Geld zu behalten und sich eine Existenz zu gründen, indem sie ein Lebensmittelgeschäft einzurichten beabsichtigten.., der vergebens auf den P. am Bahnhof in Roermond gewartet hatte, mußte nun seinem früheren Chef mitteilen, daß das Geld verschwunden war. Da sich beide der Devisenschiebung schuldig gemacht hatten erstatteten sie keine Anzeige. Dagegen erkundigten sich die in Düsseldorf wohnenden Verwandten des R. nach dem Verbleib des Geldes und nun nahmen die Polizei und die Zollfahndungsstelle die Sache in die Hand. Sie fanden schließlich noch rund 20000 RM. in der Wohnung des dritten Angeklagten L. im Ofenrohr versteckt. 1000 RM. hatten P. und L. inzwischen auf einer Rheintour verjubelt. Die 20000 RM. wurden sofort beschlagnahmt und die drei obengenannten Leute erschienen nunmehr vor der Großen Strafkammer in Düsseldorf, wo sie im wesentlichen geständig waren und zu den obenerwähnten Strafen verurteilt wurden. Mörder Hartenstein hingerichtet Bielefeld, 25. November. Am 25. November 1936 wurde in Bielefeld der am 10. August 1890 geborene Wilhelm Hartenstein hingerichtet, der vom Schwurgericht in Bielefeld wegen Mordes in Tateinheit mit Verbrechen gegen§ 1, Abs. 1. Ziffer 2, des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens zum Tode verurteilt worden war Hartenstein hatte am 14. August 1935 in Minden die 35 Jahre alte Ehefrau Luise Reck ermordet, um sich an ihr dafür zu rächen, daß sie in einem gegen ihn geführten Strafprozeß in Erfüllung ihrer Zeugenpflicht zu seinen Unaunsten wahrheitsgemäße Aussagen gemacht hatte. Schadenfeuer auf Schloß Bladenhorst. Am 24. November entstand in einem Stallgebäude des Schlosses Bladenhorst ein Schadenfeuer, durch das der Dachstuhl vernichtet wurde. Dem Feuer fielen ferner landwirtschaftliche Maschinen, getrocknetes Getreide, Heu und Stroh in erheblichen Mengen zum Opfer. Motdel um Giade seinr Oxstir Nach sechs Jahren des Mordes an einem zehnjährigen Kinde angeklagt Bonn, 25. November. Anfana Dezember d. J. wird sich das Bonner Schwurgericht mit dem Mord an der zehn Jahre alten Gertrud Schafer aus Waldorf bei Bonn beschäftigen, der im Herbst des Jahres 1930 weit über die Bonner Gegend hinaus Aufsehen und Entsetzen! erregte. Lange Jahre waren die Fahndungen nach dem eigentlichen Täter vergebens, doch glaubt man ihn jetzt gefaßt zu haben. Angeklagt ist der schon einmal unter dem Verdacht dieser Tat im Herbst 1932 in Untersuchungshaft genommene 38 Jahre alte Josef Schäfer, der trotz des gleichen Namens in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis zu dem ermordeten Mädchen steht. Der Angeklagte war zur Zeit der Tat in Waldorf, später in KölnMerkenich, wohnhaft. Damals wurde er nach zweimonatiger Untersuchungshaft entlassen und das Verfahren mangels Beweises eingestellt. Inzwischen gingen aber die Ermittlungen der Landeskriminalvolizei Köln und der Bonner Staatsanwaltschaft weiter. Sie führten am 16. September dieses Jahres erneut zur Verhaftung des schon damals verdächtigen Josef Schäfer. Wenn auch eigentliche Tatzeugen bisher nicht vorhanden sind, so belasten Schäfer doch zahlreiche Momente in sehr schwerer Weise. Schäfer wurde am Tage nach der Auffindung der Leiche, die erst einen Monat nach dem Verschwinden des Kindes, am 15. Oktober 1930, möglich war, unter auffälligen Umständen in der Nähe des Fundortes gesehen. Sväter überraschte ihn ein Zeuge, wie er vor dem Gedenkkreuz des Kindes auf dem Friedhof sich die Haare raufte und unartikulierte Laute ausstieß. Mehr als zwanzia Mal sah ihn eine Hausangestellte des Dechanten von Waldorf, wie er nachts das Tor der Friedhofsumzäunung überstieg und das Grab des ermordeten Kindes aufsuchte. Durch diese Zeugin aufmerksam gemacht, konnte auch der Friedhofswärter den Angeklagten am Grabe überraschen. Der Polizei gelang es weiter, einen anderen Mann zu ermitteln, der in dem dringenden Verdacht steht, die Leiche des Kindes an den damaligen Fundort gebracht zu haben Die„gute“ Firma Zeugenvernehmungen im Kerkmann=Prozeß Dortmund, 25. November. In dem letzten Abschnitt des Kerkmann=Prozesses vernahm die Sonderstrafkammer in Dortmund einige Zeugen, um Klarheit über die Nichtabführung von Beitragsteilen für Kranken= und Arbeitslosenversicherung zu schaffen. Es wurde dabei festgestellt, daß bereits im Juli 1934 Rückstände in Höhe von eund 35000 Mark waren, die sich später auf insgesamt 50000 Mark erhöhten. Ein Teil davon ist gezahlt worden, während die heutigen Beitragsrückstände für die sozialen Kassen noch insgesamt 36325 Mark betragen. Als die Ortskrankenkasse in Ahlen sich an Warenbeständen schadlos halten wollte, wurde die Feststellung gemacht, daß diese Warenbestände bereits für rückständige Pachtsummen von 38000 Mark gepfändet waren. Im Oktober 1934 wurde in der Versammlung, die von den Pfandgläubigern der KerkmannWerke abgehalten wurde, ein Ahlener Rechtsanwalt mit der Verwertung der gepfändeten Lager beauftragt. Später wurde festgestellt, daß dieses übereignete Lager bereits der Deutschen Arbeitsfront zur Befriedigung von Lohn= und Gehaltsforderungen der Gefolgschaftsmitglieder übereignet war. Recht merkwürdig ist, wie sich auch bereits in dem vorigen Abschnitt des Prozesses ergeben hat, die Haltung des geflohenen Rummel gewesen. Dieser hat den verschiedenen Versicherungsgesellschaften gegenüber immer wieder den Standpunkt eingenommen, als wenn er selbst mit der Angelegenheit nichts zu tun habe, sondern die Kerkmann=Werke diejenigen seien die die Schwierigkeiten bereiteten. In der Zeugenvernehmung wurde u. a. festgestellt, daß Rummel auch die Belegschaft aufputschte, als die Krankenkasse gegen die Kerkmann=Werke wegen Beitragsrückstände pflichtgemäß vorgehen mußte. Rummel hat sich damals im Werk der Belegschaft gegenüber in einer Rede geäußert, die Krankenkasse wolle die jetzt so„gute“ Firma kaputt machen. Diamanten und Tausendmarkschein in ein Brötchen gebacken. Der Inhaber einer Diamantenschleiferei in der Nähe von Idar=Oberstein ließ kürzlich in ein Brötchen Diamanten im Werte von 5000 RM. sowie einen Tausendmarkschein einbacken, um so unter Umgehung der Zollkontrolle Diamanten und Geld ins Ausland zu schaffen. Das Trierer Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu 16 Tagen Gefängnis und einer Geldstrafe von 1000 RM. Aus dem Nachbargebiet Rulsherkensihung in Wanne=Eidker Am Dienstag dieser Woche fand im Rathaussaale unter dem Vorsitz des Oberburgermeisters eine Sitzung der Ratsherren statt. Hauptanlaß für diese Sitzung war die Beratung des Haushaltsvoranschlages der Stadtsparkasse Wanne=Eickel für das Geschäftsjahr 1937. Die Gesamtsumme der Verwaltungskosten der Sparkasse liegt nach dem Voranschlag für 1987 unter der Endsumme des Haushaltvoranschlages der Sparkasse für 1936, obwohl unabweisbar notwendige einmalige Betriebsausgaben in dem Voranschlag für 1937 enthalten sind. Die Vorlage fand die einstimmige Billigung der Ratsherren. Zur Beratung standen sodann einige überplanmäßige Ausgaben, von deren Zwangsläufigkeit die Ratsherren sich uberzeugten. Ferner wurde eine Reihe von Grundstücksangelegenheiten beraten, mit deren Erledigung im Sinne des Vorschlages der Verwaltung die Ratsherren sich einverstanden erklärten. Zum Schluß der Sitzung wurden noch verschiedene Angelegenheiten beraten, die aus der Mitte der Ratsherren vorgetragen wurden. Es soll danach u. a. die Herrichtung eines Kinderspielplatzes im Stadtteil Holsterhausen geplant werden, um die Kinder vor den Verkehrsgefahren, die auf der Dorstener Straße im Stadtteil Holsterhausen besonders groß sind, zu bewahren. Der Oberbürgermeister konnte den Ratsherren zum Schluß noch die erfreuliche Mitteilung machen, daß die Stadt den bedeutsamen Prozeß, den die Landesbank der Provinz Westfalen in einer Bürgschaftsangelegenheit der Westfälischen Straßenbahn gegen die Stadt berreibt, nunmehr auch beim Oberlandesgericht in Hamm gewonnen habe, wo die Berufung der Gegenseite zurückgewiesen worden sei. Wird die Gegenseite auch noch das Reichsgericht als Revisionsinstanz in Anspruch nehmen, und die Stadt auch in dieser letzten Instanz obsiegen, so bleibt die Stadt WanneEickel vor einer sehr bedeutenden Mehrverschuldung aus einer vor der Machtergreifung liegenden Angelegenheit bewahrt. Goldene Hochzeit. Am heutigen Donnerstag können die Eheleute Steiger i. R. Eduard Höhmann und Frau, Auguste geb. Pöller, aus dem Stadtteil Röhling= hausen, Westfalenstraße 28, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Jubelbräutigam wurde am 4. April 1860 in Bochum=Hamme geboren. Die Jubelbraut stammt ebenfalls aus Bochum=Hamme, wo sie am 18. Januar 1865 geboren wurde. Steiger Höhmann hat viele Jahre im Bergbau treu und redlich seine Pflicht getan. Seine Gattin war der stattlichen Kinderzahl eine treusorgende Mutter. Dem beliebten Jubelpaare wird es an Glückwünschen nicht fehlen. Zusammenlegung der Röhlinghauser Dienststellen. Seit einiger Zeit sind sämtliche Dienststellen der NSDAP., der Deutschen Arbeitsfront und der RS.= Volkswohlfahrt in dem früher von Dr. Roschmann bewohntem Hause auf der Bochumer Straße zusammengeleat worden. Das bedeutet eine wesentliche Erleichterung der Arbeit. Heimattreue Ost= und Westpreußzen. Unter Leitung von Kamerad Jakubzik fand im Lokale Buchmann eine Zusammenkunft der Arbeitsgemeinschaft der heimattreuen Ost= und Westvreußen statt. Die erschienenen Gruppen des Bundes Deutscher Osten schlossen sich der Arbeitsgemeinschaft an. Am 10. Januar kommen ostpreußische SA.=Männer nach hier. Ein gemeinsamer Heimatabend ist für den 24. Januar im Stadtgartensaalbau vorgesehen. Stadt Wattenscheid Es soll nichts umkommen! Mit der Organisation der Sammlung von Altmaterialien— Zinntuben, Metallkorken, Blechbüchsen usw.— ist zugleich die Arbeit in Angriff genommen worden die sich auf die Erfassung der Küchenabfälle— Kartoffelschalen, Speisereste usw.— aus jeder Haushaltung im Kreise Wattenscheid bezieht, um zu einer vermehrten bzw. zusätzlichen Schweinemast zu kommen. Die Haushaltungen, die ihre Abfälle für Eigenvieh verwerten oder schon an andere Viehhalter abgeben, bleiben bei einer Neuerfassung unberücksichtigt, sofern sie diese Tatsache in dem ihnen in den nächsten Tagen vom Blockleiter zugestellten Fragebogen genauestens vermerken. Mit all diesen Maßnahmen soll lediglich das Ziel einer vermehrten Schweinezucht innerhalb des Kreises Wattenscheid erreicht werden, und wer durch zusätzliches Halten von Schweinen an dieser Aufgabe mitarbeitet, erfüllt eine Pflicht, die in manchen Fällen sich ganz gut bezahlt machen dürfte. Daraus entsteht nur die Verpflichtung, daß bei zusätzlicher oder vermehrter Schweinemast die zum Verkauf gelangenden Tiere nur an hiesige Metzger abgegeben werden dürfen. In den betreffenden Häusern soll im Kellergang oder an einem sonst geeigneten Ort der betreffende Kübel für Trockenabfälle und ein anderer für Speisereste aufgestellt werden, so daß die Maßnahmen an diesen Dinaen nicht scheitern werden Damit nun in Kürze die Zustell= und Abholbezirke in Wattenscheid block=, zellenund ortsgruvpenweise aufgeteilt werden können, ist es notwendig, daß die von den Blockleitern jeder Haushaltung zugestellten Fragebogen genau und gut leserlich ausgefüllt werden. Kameradschaftsabend des Reichsbundes der deutschen Beamten. Im Saale Bien hatte der Reichsbund der deutschen Beamten zu einem Kameradschaftsabend eingeladen, dem zahlreich Folge geleistet wurde. Der Leiter des Reichshundes für den Kreis Wattenscheid. Inspektor Neuffer, begrüßte die Berufskameraden und ihre Angehörigen und gab seiner Freude Ausdruck über den guten Besuch. Eine Hauskavelle sorate für angenehme Unterbaltungsmusik. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag des SA.=Sturmführers Walkenhorst über„Der neue Sinn des Lebens". Der Abend, der noch ausgefüllt wurde mit abwechslungsreichen Darbietungen, hatte, wie aus dem Schlußwort des Pa. Neuffer hervorging, den Zweck erreicht. 20=Kilometer=Gepäckmarsch der HJ. Zum Erwerb des HJ.=Leistungsabzeichens marschierte am Dienstag ein großer Teil Hitlerjungen von Günnigfeld durch Sebinghausen, Höntrop und Westenfeld durch die Straßen der Stadt. An dem Zechenplatz der Zeche Centrum an der Hansastraße wurden die Teilnehmer des 20 Kilometer langen Marsches von dem HJ.=Musikzug empfanaen und während des Marsches von Fackelträgern flankiert. Trotz der großen Anstrengung, das Geväck betrug 15 Pfund, marschierten die Jungen strammen Schrittes durch die Straßen. Laienspielschar Günnigfeld. In einer außerordentlichen Versammlung der Laiensvielschar Günnigfeld gab Spielleiter Rausch zunächst eine kritische Würdigung der Aufführung. Freischütz am Buß= und Bettag. Anschließend gab der Vereinsführer bekannt, daß demnächst ein Kameradschaftsabend veranstaltet werde. Im Januar soll ein Lustspielabend veranstaltet werden. Große Geflügelausstellung. Gerade dem Geflügelzüchter bringt der Vierjahresplan besondere Aufgaben. Der Rassezucht dient auch die große Ausstellung der Wattenscheider Geflügelzüchter am kommenden Samstag und Sonntag im Saalbau Sonnenschein. Sie wird alle in Wattenscheid vertretenen Hühnerrassen zeigen. Rund 500 Tiere sind für die Ausstellung gemeldet worden. neben den anderen zur Ausstellung kommenden Produkten. Stadt Gelsenkirchen Ehrenvoller Auftrag. Auf Ersuchen des Oberbürgermeisters der Stadt Breslau wird der Direktor des Instituts für Hygiene und Bakteriologie zu Gelsenkirchen, Professor Dr. M. Gundel, in dieser Woche mit Genehmigung des Reichsministers des Innern die Organisation und Propaganda der in Breslau an 100 000 Kindern durchzuführenden Massenschutzimpfungen gegen Divhtherie übernehmen. Wieder enttäuscht! Warum versuchen Sie denn immer neue Herdputzmittel. wo Sie doch mit Tliccs so zufrieden woren? Wenn Sie es douernd gebrauchen, hoben Sie freude an Ihrem Herd und sind stolz derouf. Nehmen Sie ober Tliccg. flössig. es putzt schnell. angenehm und sporsom! Ii Preisabschlag! Jetzt sparen! Frisches Rodlleisch 70 ohne Knochen, ½, kg A 0 S ebense schmackhaft, gesund und nahrhaft wie jedes andere Fleisch Wurst- u. Fleischwaren in bekannter Güte zu billigst. Preisen Arfurvoss Pariser Straße 10. Ecke Schü'zenbahn Sedanstr. 18, a. Moltkemarkt, Tel. 68577 3581 h Zahlung genommene gebrauchte Möbel Merd RM. 15.00 Zimmeroten.00 Dauerbrandosen„ 10,00 Merrentahrrad„ 14,00 Metallbett m. Auflage„ 13,00 Bettgestell m. 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November 1936 Intiner noch Erheagungereserden Die Sondertagungen des Reichsbauerntages in Goslar Die Sondertagungen des Reichsbauerntages in Goslar wurden mit Beratungen üder den Arbeitseinsatz auf dem Lande fortgesetzt. Der ostpreußische Landesbauernführer Spickschen sah es ebenso wie der thüringische Landeshauptamtsleiter Reinhardt als selbstverständlich an, daß der Landarbeiter voll und einschränkungslos in die Gemeinschaft des Volkes eingegliedert werde. Die Lebenshaltung der Landarbeiter müsse besonders durch Deputat, Wohnung und Landnutzung erhöht werden. Zwang zur Frauenarbeit dürfe es in Zukunft auf dem Lande nicht mehr geben. Auch die Frau des Landarbeiters gehöre ins Haus. Reinke von der Bauernhochschule Goslar betonte die Notwendigkeit der Verwurzelung des Landarbeiters im Dorf durch die Gewährung eines Lohnes, der seiner Arbeit entspreche. Reichsabteilungsleiter Dr. Winter schilderte die Versuche, die Zahl der Landarbeiterkräfte zu erhöhen und die Arbeitsanforderungen durch Rationalisierung herabzudrücken. Oberforstmeister Freysoldt betonte die Notwendigkeit der Aufforstung und intensivsten Pflege des Bauernwaldes. Das Brennholz könne weiterhin durch Kohle ersetzt werden, während hochwertiges Nutzholz dringend gebraucht würde. Oberforstmeister Dr. Jäger führte aus, daß auch der Holzverkauf aus dem Bauernwald durchaus zur planmäßigen Bedarfsdeckungswirtschaft beitragen könne. Nach Erörtcrung der Futtermittelwirtschaft wurde noch die Brauwirtschaft behandelt. Die Zahl der gewerblichen Brauereien habe gegenüber der Vorkriegszeit um fost 70 v. H. abgenommen und auch die bestehenden Brauereien seien meist nur mit 50 v. H. ausgenutzt. Auch die Brauwirtschaft müsse verstärkt in die Erzeugungsschlacht eingeschaltet werden. Auf einer Sondertagung der Reichshauptabteilung II gab Reichshauptabteilungsleiter Dr. Brummenhaum neue grundsätzliche Richtlinien für die Durchführung der Erzeugungsschlacht. Er beschäftigte sich in diesem Zusammenhang auch mit der Industrie, die im Zeichen der Erzeugungsschlacht eine wesentliche Steigerung ihres Absatzes an Produktionsmitteln für die Landwirtschaft erfahren habe. Ministerialdirektor Riecke gab hierzu Ergänzungen für, das Gebiet der Landeskultur, die entscheidend zur Schließung der Futterlücke in der Grünlandwirtschaft beizutragen habe. In der Reichshauptabteilung III wurde die Berichterstattung über die Tätigkeit der Marktvereinigung geschlossen. Es wurde dabei darauf verwiesen, baß schon jetzt das Fangergebnis der Seefischerei von .8 auf 4,8 Millionen Doppelzentner gestiegen sei. Weiterhin müßten der Verbraucherschaft Fische reichlich, gut und billig zur Verfügung gestellt werden. Aenderung der Schlachtkontingente Für Schweine erhöht, für Rinder ermäßigt Durch zwei Anordnungen der Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft vom 20. November werden die bisher geltenden Schlachtpiehkontingente geändert. Für Schweineschlachtung und Schweinefleischumsätze wird der Hundertsatz auf 80 v. H. heraufgesetzt. Für Rinderschlachtungen und Rindfleischumsätze wird er dagegen auf 70 v. H. herabgesetzt. Beide Anordnungen treten am 30. November in Kraft. Im Anfang war die Tat Der Präsident der Industrie= und Handelskammer zu Bochum, Dr. Schlitter, veröffentlicht folgenden Aufruf: Das deutsche Volk als eine verschworene Schicksalsgemeinschaft hat sich gefunden in dem allumfassenden Kräfteeinsatz für das Dritte Reich: das Reich der Ehre und der Freiheit! Arbeit und Brot sind jedem Volksgenossen gesichert! Der Unternehmer lebt nicht mehr in stillen Betrieben in ewiger Sorge vor dem ungewissen Morgen. Maschinen stampfen, Hämmer dröhnen, die dunklen Nächte sind hell geworden im Feuerschein der Hochöfen und Walzenstraßen,„Handel und Wandel fließen und wachsen im Schnelltritt der Tage. Planvoll und zielgewiß wird alles Geschehen untermauert durch eine klare Finanzpolitik. Die Lonsolidierung der Schulden des Reiches hat seit zwei„Pazuen ihren stetigen Fortgang genommen. Rund drei Milliarden sind seit Anfang 1935 auf Anleihen des Reiches gezeichnet worden. Den Konsolidierungsprozeß fortzuführen und damit die Wege freizuhalten für die großen Aufgaben der deutschen Zukunft, ist der Wille der Reichsregierung. Mit diesem Willen fühlt jeder Deutsche sich unlöslich verbunden. Der Führer, der in allerletzter Stunde des Niederganges 1933 angetreten ist, Arbeit und Brot beschafft hat, soll immer wissen: Unser Dank für sein weitsichtiges Wirken, für sein immerwährendes Geben in nimmermüder Arbeit, für sein einziges Sorgen um Deutschland und das deutsche Volk soll sein: Freudig geben zu dürfen, wo wir bisher nur nehmen konnten. Männer der Arbeit, Männer der Wirtschaft, nicht mit Worten, durch die Tat beweisen wir in einmütiger Geschlossenheit auch bei dieser Reichsanleihe wieder, daß alle gewillt sind, dem FühDeutsche Börsen erholt Muag gemäß den rer zu folgen auf dem von ihm bestimmten Wege! Und keiner bleibt zurück: Für sein, für unser Deutschland wird die Zeichnung der%prozentigen aus losbaren Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1936, Dritte Folge, ein voller Erfolg! Der Reichshandwerksmeister legte seine Aemter nieder Pa. Walter zum Leiter des deutschen Handwerks in der DAF. ernannt. „Reichshandwerksmeister Schmidt hat mit Rügsicht auf seine berufliche Belastung und seinen Gesundheits zustand den Reichs= und preußischen Wirtschaftsminister gebeten, ihn von seinen Aemtern in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft zu entbinden. Der Reichsund preußische Wirtschaftsminister hat diesem Antrag stattgegeben. Aus dem gleichen Grunde hat auch der Reichsorganisationsleiter und Leiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley dem Wunsche des Pa. Schmidt um Entlassung aus seinem Amte als Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk in der DAß, entsprochen. Gelegentlich des Ausscheidens des Reichshandwerksmeisters Schmidt aus seinen Aemtern ist ihm der Dank übertragung. für seine berdienstvolle, Tätigkeit ausgesprochen worden. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat den stellvertretenden Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Pa. Paul Walter als Nachfolger des zurückgetretenen Pa. Schmidt zum Leiter des deutschen Handwerks in der DAF. ernannt. Va. Paul, Watter, Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP., der in diesen Tagen auf eine zehnjährige Parteizugehörigkeit zurückblickt, und erst anläßlich der Zehnjahresfeier des Gaues GroßBerlin mit dem Gauehrenzeichen ausgezeichnet wurde, hat seit der Machtergreifung an hervorragender Stelle für das deutsche Handwerk gewirkt. Ein maßaebender Anteil an den Erfolgen der Deutschen Arbeitsfront auf dem Gebiet der handwerlichen Vetreuung it idm iu)..I. Mluzzich, Martnarierbärse in verdanken. Unter seiner wesentlichen Mitarbeit ist die Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldor Inangriffnahme vieler Aufgaben erfolgt, deren Lösung von großer Bedeutung für die Zukunft des deutschen Handwerkes ist. Verschmelzung Muag—Demag Wie aus Verwaltungskreisen der Maschinenbau=Unternehmungen AG.(Muag), Duisburg, mitgeteilt wird, fand am 23. November die beschlossen, hat, auf den 18. Dezemt außerordentliche Generalversammlung einzuberuten, deren Hauptgegenstand die Erteilung einer Ermächtigung des Vorstandes der Muag sein soll, in einer ebenfalls einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung der Demag AG. dafür zu stimmen, daß sämtliche Aktiven und Passiven der Demag auf die Vorschriften des Gesetzes über die 5 Juli 1934 e eine Aufsichtsratssitzung, statt, döasien Veränderunges.„Heute blieben die uf den 18. Dezember 1936 eine dert gut bebauptet. Am Aktienmarkt Rüglicht Umwandlung von Kapitalgesellschaften vom 5. Juli 1934 ndheits= übertragen werden. Hiermit würde die Muag von einer minister Holdinggesellschaft wieder zu einer Produktionsnisation(gesellschaft umgewandelt werden. Um den weltbekannten Firmennamen„Demag“ zu erhalten, würde die Muag den Namen„Maschinenbau=Unternehmungen AG.“ aufgeben und den Namen„Demag AG.“ annehmen. Gleichzeitig werde die Muag nach der Aufnahme der Demag ihr Geschäftsjahr wieder auf das Kalenderjahr abstellen, wedurch die Einschaltung eines Rumpfgeschäftsjahres vom 1. Juli bis 31. Dezember 1936 erforderlich werde. Diese beabsichtigte Vermögenzübertragung der Demag auf die Muag liegt bekanntlich im Zuge der von der Reichsregierung gewünschten Entschachtelung von Kapitalgesellschaften nach dem Gesetz vom 5. Juli 1934. Die Entschädigung der noch außenstehenden Demag=Aktionäre soll in der Weise erfolgen, daß diese im Austauschverhältnis•1 neue Muag=Aktien erhalten. Zu diesem Zwecke solle der gleichen außerordentlichen Generalversammlung vorgeschlagen werden, das Muaa=Kapital durch Ausgabe von nom. 500000 RM, neue Aktien von 26 auf 26.50 Millionen RM. zu erhöhen. Ein Bezugsrecht der Aktionäre auf die neu zu schaffenden Aktien komme nicht in Frage. Verahrungesragen hum Hahrerener Wie wird die Verjährung verhindert? Mit dem bevorstehenden Jahresende tritt wieder eine Verjährung von Forderungen ein, die vorzeitige Maßnahmen des Gläubigers erforderlich machen, um den Ablauf der Verjährungsfrist zu verhindern. Die Verjährung von Forderungen am 31. Dezember 1936. Ende 1936 verjähren folgende Forderungen mit der Wirkung, daß der Schuldner gegenüber dem Anspruch des Gläubigers mit der Verjährungseinrede die Zahlung zu verweigern berechtigt ist: 1. Im Jahre 1982 entstandene Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker für Lieferung von Waren usw., sofern die Leistung für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt ist, der Landwirte für Lieferung ihrer Erzeugnisse, wenn die Lieferung nicht zur Verwendung im Haushalt des Schuldners erfolgte, die Ansprüche auf Rückstände von Zinsen und Tilgungsbeträgen aus 1932, von Miet= und Pachtzinsen aus 1932 für unbewegliche Sachen, wie Grundstücke, Gebäude, Wohnräume usw., schließlich die Ansprüche auf Rückstände von Renten, Auszugsleistungen, Besoldungen, Wartegeldern, Ruhegehältern, Unterhaltsbeiträgen und anderen regelmäßig wiederkehrenden Leistungen aus 1932. 2. Im Jahre 1934 entstandene Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker und Kunstgewerbetreibenden für Lieferung von Waren, Ausführung von Arbeiten und Besorgung fremder Geschäfte mit Einschluß der Auslagen, sofern die Leistung nicht für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgte, der Landwirte für die Lieferung ihrer Erzeugnisse, wenn die Lieferung zur Verwendung im Haushalt des Schuldners erfolgt ist, der Eisenbahn und sonstigen Fuhrunternehmungen wegen des Fahrgeldes, der Fracht usw. mit Einschluß der Auslagen derjenigen, welche die Besorgung fremder Geschäfte und die Leistung von Diensten gewerbsmäßig betreiben, wegen ihrer Vergütungen nebst Auslagen, derjenigen, welche im Privatdienste stehen, sowie der gewerblichen Arbeiter(Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter), wegen Gehalts=, Lohn= oder sonstiger Bezüge ausschließlich der Auslagen der Lehrherren und Lehrmeister wegen des Lehrgeldes und sonstiger Leistungen aus dem Lehrvertrag sowie weitere in§ 196 des Bürgerlichen Gesetzbuches aufgeführte Ansprüche ähnlicher Art, die im täglichen Leben entstehen. Mit dem Hauptanspruch tritt Verjährung auch der von ihm abhängigen Nebenleistungen wie Zinsen, Nutzung, Kosten usw. ein. Wohl kann sich der Gläubiger nach Ablauf der Verjährungsfrist noch auf Grund von Hypotheken und Pfandrechten befriedigen; auch kann er gegen eine Forderung des Schuldners aufrechnen, wenn sich die Forderungen früher unverjährt gegenüberstanden. Die Inanspruchnahme eines Bürgen für die verjährte Hauptforderung ist jedoch ausgeschlossen. Die Verhinderung der Berjährung. Der Lauf der vierjährigen bzw. zweijährigen Verjährungsfrist ist gehemmt, solange dem Schuldner Stundung gewährt ist oder er sonst die Leistung, z. B. wegen Zulässigkeit der Aufrechnung, verweigern kann. Der Zeitraum der Stundung oder dergleichen rechnet hier nicht mit; nach Ablauf der Stundung oder sonstigen Hemmung läuft die vorher begonnene Verjährungsfrist weiter. Eine Unterbrechung der Verjährungsfrist mit der Wirkung, daß nach deren Beendigung die volle vierbzw. zweijährige Verjährungsfrist von neuem zu laufen beginnt, kann zunächst dadurch erreicht werden, daß der Gläubiger den Schuldner zu einer freiwilligen Anerkennung der Schuld durch Abschlagszahlung, Zinszahlung. Sicherheitsleistung, Anerkennungserklärung oder dergl. veranlaßt. Erkennt der Schuldner die Forderung als Darlehen oder in Form eines Schuldanerkenntnisses ohne Rücksicht auf den Schuldgrund an, so gilt künftig die allgemeine Verjährungsfrist von 80 Jahren. Kann der Gläubiger eine freiwillige Anerkennung der Schuld oder dergl. nicht erreichen, so stellt er zur Herbeiführung der Unterbrechung dem Schuldner am besten einen Zahlungsbefehl zu. Eine bloße Aufforderung zur Zahlung oder außergerichtliche Mahnung genügen nicht. Das Mahnverfahren, das nicht nur bezüglich eines Teilbetrages erfolgen darf, muß erforderlichenfalls weiterbetrieben werden, da die Unterbrechung der Verjährung als nicht erfolgt gilt, wenn die Wirkungen der Rechtshängigkeit erlöschen, d. h. wenn es weder zum Prozeß kommt noch, sofern kein Widerspruch gegen den Zahlungsbefehl erhoben wird, um Erlaß des Vollstreckungsbefehls nachgesucht wird. Letzteres muß also gegebenenfalls geschehen. Die Unterbrechung gilt als nicht erfolgt, wenn das Gesuch auf Erlaß des Vollstreckungsbefehls zurückgewiesen wird. Unterbrechungen der Verjährung werden ferner herbeigeführt durch Güteantrag, Klageerhebung, Anmeldung im Konkurse, Vollstreckungshandlungen. Die Klageerhebung bleibt unwirksam, wenn die Klage zurückgenommen oder durch ein nicht in der Sache selbst entscheidendes Urteil rechtskräftig abgewiesen wird, sofern nicht innerhalb von 6 Monaten von neuem Klageerhebung erfolgt. Entsprechendes gilt für den Güteantrag sowie die Anmeldung im Konkurse und den Antrag auf Zwangsvollstreckung. Auf der anderen Seite verjähren rechtskräftig durch Vollstreckungsbefehl, Urteil, vollstreckbaren Vergleich, im Konkurse oder dergleichen festgestellte Ansprüche erst in 30 Jahren. Dr. K. Wuth. Nachdem schon am Vortag eine gewisse Widerstandskraft gegen die Abschwächungen der letzten Zeit zu beobachten war, eröffnete die Börse mit leicht erholten Kursen am Atnenmarkt. Die Geschäftstatigkeit hat jedoch noch keine Belebung ersahren. Es lag allerdings eiwas Nachtrage vor, während Augebot nicht mehr an den Markt kam. Der Rentenmarkt war unverändert freundlich. Die Lage der festverzinslichen Werte so stabil, daß wesentliche Veränderungen seit Monaten nur selten eingetreten sind. Abschwacungen von ¼ bis ½ Prozent an einem Tage sind die Heute blieben die Kurse unveränwaren Muag im Hinblick auf die bevorstehende Uebertragung der Demag stark gefragt und sast 6 Prozent, auf 132¾, befestigt, im Verlauf sogar bis 133½. Ob die Kurssteigerung berechtigt ist, bleibt dahingestellt, da bereits das gesamte Aktienkapital von Dentag sich im Besitz der Muag besand. Von Montanwerten eröffneten Ver. Stabl mit 122¼(plus), im Verlauf aber bis 123 anziebend, Dahlbusch plus 1½. Harpener plus 2, Hoesch plus 1, Klöckner plus ½, Mannesmann plus K. im Verlauf noch plus X Prozeni, Rbeinstabl plus 1 Prozent bei kleinen Umsätzen. Farben ruhig und zunächst unverändert 166¾., im Verlauf 167½. Elektrowerte geschäftslos, aber gleichfalls erholt. Von Kaliwerten gingen Winiersball bei unverändert 136 um. Der Kurenmarkt lag behauptet. Diergardt bei mehrsachen Umsäven bis 100 Reichsmark höher bezahlt. Teutschland behauptet, Braunkohlen= und Kalikure zu letzten Kursen genannt, Siegfried und Einigkeit etwas billiger angeboten. Im Freiverkehr gewannen von Kaltaktien Burbach 1 v. H. Koblenaktien sehr fest. Größere Umsätze entwickelten sich in Bergbau Lothringen, die im Verlause 3½ v. H. anzogen. Auch Ewald wurden 3 v. H. erhöht gehandelt. In der zweiten Börsenstunde setzte sich die Aufwärtsbewegung fort: gegenüber dem Ansang stellten sich Farbenaktien, Hoesch und Muag noch ¾ v. H. höher. Ver. Stavl gewannen ¾ v. H. gaben dann aber wieder leicht nach. Berliner Börse Die Börse eröffnete im Vergleich zu den Vortagen etwas freundlicher. Ein Grund für die plötzlich wieder feste Tendenz ist nur schwer erkennbar, da sich an der Lage nichts geändert hat. Das Geschäft ist nach wie vor ziemlich ruhig. Die Erholung mag auch eine Reaktion auf die letzten Abschwächungen darstellen. Daß das Geschäft klein war, ging auch daraus hervor, daß die Börsenkreise ausreichend Zeit datten, sich eingebend mit der derzeitigen außenpolitischen Lage zu beschäftigen. Am Markt der festverzinslichen Werte blieb das Geschäft bei wenig veränderten Kursen rubig. Die Banken sind zur Zeit ganz mit der Unterbringung der Reichsanleibe beschäftigt, so daß die übrigen Rentenwerte etwas in den Hintergrund treten Von öflentlichen Anleiben Reichsaltbesitzanleibhe unverändert 118¾7 Umschuldungsanleihe der Gemeinden bei etwa 200 000 Reichsmark Umsatz unverändert. Reichsschuldbuchforderungen teilweise ½ Prozent höher. Deutsche Reichsbahnvorzüge konnten sich bei etwa 60 000 Reichsmark Nachfrage um ¼ Prozent bessern. Länder= und Provinzanleihen kaum verändert. Am Aktienmarkt waren von Versorgungswerten Bekula im Hinblick auf den guten Abschluß gesucht und auf 169 weiter befestigt, ebenso Muag beachtet und bis auf 134½ nach 128¾ anziebend. Sonst bielten sich die Umsätze in kleinem Rahmen. Bei nur einigen tausend Reichsmark Umsatz sielen am Montanaktienmarkt Buderus mit einem Kursgewinn von 4¾ Prozent aus dem Rahmen. Mannesmann bei 116¾(plus ½ Prozent) und Ver. Stabl bei 122, im Verlauf 122⅛, etwas beachtet. Von chemischen Werten konnten Farben ¾ Prozent anziehen. Goldschmidt unverandert 127%, Kokswerke plus ¼ Prozent. Elektrowerte ruhig und nur teilweise ¼4 Prozent höher. Von Autowerten BMW um 1 Prozent anziehend, dagegen Daimler Auto minus ¾ Brozent. Am Geldmarkt Tagesgeld 2¾ bis 2¾. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. Am Aktienmarkt herrschte allgemein eine stärkere Zurückhaltung, zumal Aufträge sehlten. Das Geschäft war auf ein Mindestmaß beschränkt. Im Vergleich zum Berliner Schluß war die Tendenz ungefähr bebauptet. Auch im Verlaufe der Börse war die Tendenz eber schwächer. Den Notierungen lagen zumeist nur Mindestumsätze zu Grunde. In Montanen überwog das Angebot. Der Rentenmarkt lag rubig und unverändert. Die Auslandsbörsen Brüssel: Gedrückt. Zürich: Knapp behaupiet. Wien: Fest. Mailand: Unregelmäßig Newyork: Kaum stetig. London: Lustlos. Amsterdam: Schwankend. Paris: Schwach. Getreidegrohmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Gstreide und Oelsaaten der 1000 ko, sonst der 100 ko Roggena..897 A.—.——.— Viktoriserbsen 88 0 41086.0 41 Spaiseerosen 24.-36 5 34 0 365 Futtererbses. 126.-265 24 5 265 * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 25. November: 61.50 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozen:: 144 Reichsmark. Aluminium, Walz od. Dr.: 148 Reichsmark. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. Nopember 1936 hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Anlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards und Wertpapieren um 178,8 Millionen auf 4909,3 Millionen RM. vermindert. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 170.6 Millionen RM. aus dem Verkehr zurückgeflossen. Die Goldbestände stellen sich bei einer Zunahme um 144000 RM. auf 65.6 Millionen RM., die Bestände an deckungsfähigen Devisen bei einer Abnahme um 61.000 RM. auf 5,2 Millionen RM. Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 25. Nov. asgant en MAülbein Schart, anngenrenet. Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notlerungen .11./25 1I. 2. 1. 84 1½ g B sselSchlus! Oiv. Aofang Schluol Kassa Schloo: Albesltz.. %hloesch Rl. S% Krupp RA. ppie.itelstahlBemberg Berger... Buderus. Dahlbusch Si. Disch. Atlanten Dtsch. Erobl O. Reichsd. V. Dorim. Union 1.8. Farbenind. Felcmöhle Felten&am; Solie Goldschmict Harpen... 350 .501135 Oip. Anfano Schigg Kasse - 118 BH 114 5 18.7 — 101 75s— 102.09 — 102.00 102.00 102.09 — 99.09 012.50 114.0 6138. 80 41123.62|122.0 61131.12/134.5 6 5 141.87|192.5 7125.52/125.6 19 7/166.75/166.5 61145.75 9415.0 61137 09 5s127.50— 35 152.00 151.0 113.3 133.5 122.37 134.00 90 2 50|142.3 25.62/125.7 3 1 .50187.73 .00 126.90 .00s151. 62150.00 .370 90 102.00 192.00 99.00 110.50 39.00 119.50 132.50 142.00 125.50 197.00 166.62 141.50 135.50 Hoesch Köln-K. Kali-Ascherel. Klöckner-W Mannssmann Masch. Untern. Reichsbank Rhein, Braunk. Rhein, Stahlu. Rh.-.-Elek. Saizdetfurth Schuckert aco. Siemens& Hal. Sebr Stolwerk Ver. Stahlwerke3 Weste.Kaufnof Westeregeln Winterzhell 117 87 118.30 118. 23s116.62 135 50 124.75 116.5215. 132.37 37132 185.12/185.0 225.50 122.12|121. 138.87138.0 181.75/188.0 155.25 199.15 50|111 122.12 31.73 133.25 136.00 124.37 .75/118.50 .75 133.62 .00 185.12 22773 .75 122.1 .00 138.12 .00 108.50 —.— 151.13 192.37 113.12 .75 122.50 51.37 5523 21330 S 00 136.12 3264 124.25 116 25 129.03 183.50 .00 1155.00 137.09 133.05 155.00 3 00 122.00 56.00 131.00 133.50 Steinkohlen-Kuxe 25. 11.1 24. 11. Geld Brief 6a10 Sciell Carolus M. 3400 575053505650 8 RaMg 8250 7P0080 419 4339— 415 Neu-Stadt.—— Siegfr. iv. 1/7600 19001600/8200 p.— 17300s1659917300 Proiverkehr Steinkehlen-u. Brannk.-Kare 25. 11. A. 11. Geld BrieffGeid Briefl Gergaret 7190 7509 7150/7350 Const..G. 79058 Dautechl. 389 Schwerin.500 Heior. 12000 14303 14999— angb 137001430013600— Braunkonlen-Kuxe Gutetioff 4700,5000 4850 4950 Leonh 11000“(11000 11700 Aichell— 13000—— Veste 11090 11700 11000 1170 Bernharch.—— Kall-Kuxe„ Pnnnschr1.— 1 Beienrode 112101260 121011250IEinigken 76002900 Burbach 3150/33503150/330-LEricheseg. 31593350 8109 Dergarot 71907509 7159/7359 „Wesitalen1— 839— 850 Seliern. Kallkune 25. 11. 28. 11. Gend Bref Geid Brist Habigh. 26091— 12800 Heimbold. 2850— 2850— Hoge Aisenburg 290 Managl.— Marie 8950 Marie L 3050 Aar. 3950 Neuscllst.— 2930— 2950 Rensbach 3820— 8309 Raicheld.—1—— 330 Thbgagen— industrieaktien(Einheitsk.) Div. 25.1124.11 290— —8100 32503050 3200 32503050 320 32503250|3250 76008200 3150/3350 Baicke Masch. Berg. G. Dahl. Bonner 8g..H 8ösp. Walzu., 3raunk Zuk. Dortm. Ritterdr. Döss.Host.-Ge. 90ss.-Masch. 8. Dpnamit 4. Nob. Ischw. Berg. V. 3las- u. 8p, S. 3löckauf-.46 Bebr. Goech.46 Hallssche Salz. düges Adindr.-Auffern dochtist 40. dabelv. Rheyot dali-Chemies 8. Kreft i. Lehm& Co. Mölheim, Berg. ähein. Metall lähe n. Spiegel. Roodergr. Brak. Sachtl.a6. B0b Schles-Oeities Schleg.Schar, der. Kumpus Waggont. derd. Nasserv. Geis Bankaktien Bertin. Hand. 6. Com.- u. Pr.-8. 0. Bank u..- 6. Oresoner Hant an. W. Bd. Cr. 8. Hesto. S..-4. 25.1124.11 —. 105 128.0128.0 95.9 .7 28 10 174.0 Köln, Hagelv. Köln. Liovo.V. Köln. Rückv. gr. Köln, Röckv. E. 129.5128.0 154.0154.0 Rentenwerte 45Rn.-W..48.12.10. 97.0 97.0 5½ 4to, dto. S. 11 1102.5102.0 dto. Gold.-Kom. 132.6130.7 195.—. 142.5143. 116.0116.0 184. 3164.2 133.0132.0 1441440 1 108.5 106.5 127 931 Vereicherungsaktien Asch.-Münch. F. dach. Röckvers 14 #grpp.., Fl.4. All.-.Stuttg. .###. u...Soion a..-K Lagns Rbem, I3iade. Fever. Div. 25.11/24 11 93.0 93.0 250.0250.0 105.0105.0 70.0 70.0 41e dic. 1328. 1927 S.—6 41, Wo. Boh. Sofo. Em. 3. 9/12, 14 4½ Sto. Gold-.-Obi. Freiverkehre-Aktien 25. 11. 7 26. Gelc Srief adier Alstang 49.0 47.0 13urd.K. 80.5 82.5 SOtt., W. 88.0 95.0 96.5 94 S 94.5 Reichsbankdiskont 4% Comberdzinsfos%g Einheltskurse Industriewerte 25.1124.11 Dol.848. 66.0—. 9910 43.0 79.5 11. Sriet 46.5 81.5 87.0—. 56.0 Oyckern 127.0132.0125.5129.5 218a C. 127.0130.0127.3148.0 Sw. Lu. 181.0143.0/137.0/141.0 Goech.h—. Hlann..)— Homd 0v 130,0/133. 81 Kortum -Fülz. 75.8 79.3 124.5125.0sCothng. 1080 193. 2 106.0Lothr. G. 108.0/4usch. ke 105.2 um. Gere 127.5 ALigo. 163 0 92.1/3--Ma. u. Augt. . W. 9ss 423.0223.0 335.0332. 248.0245.0tllg ab i. 4. 1934 232.04949". I. J. 1925 125.0/127.9).. l. 4. 1923 1285.0285.91.. i. 4. 1237 155.9149.e1.: i. 4. 153 1235/1327 76.0 79.0 113.5/108. 0 112.0 32.9—.0 — 97.0— 31.0 165.0 165.0 85.0 87.0 85.0 89.0 102 5/123. 8, 99.5 102.5 125.9128.0124.0—. Steuergutscheine 25.1124.11 112.9/112.6 Berliner Börse, 25. Nov. Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum Oittmann Neuh. 8—. 158.5 Oimnd. Akt.-Brau. 10—. Union-Bray 12—. 197.0 g0rener Hetal Orckerh. Wiom. gkkumulatoren 111 I Aks A. E. 6. Anhalter Kohle 4schaff Zeilet. Balks 84391 Gayr. Motoren Gemberg Barger Jolius Bergmann El. Ser. Rarisf. ind. Kr. u. Licht Maschinend Soderoe nhaf. Wasser 12—.— 0 57.0 54.0 0 38.7 39.0lt 4 127.5126.5 5/138.4/131.5 .—. 92. 0 13.7 13.5 6 140.7135.6 0113 2111.0 5138.:39.5 41120.2120.4 6158.9153.0 8163.0158.2 5130.4139.2 4122.5119.3 85 116.7/116.5 Cnem. Geisenk. 49 r.•8“ Conti Gumm 111163.0184.0 Pe Senz Otsch. Atlant. Oison. Coni Gas " Kabe " Lndieum " Stenzeug " Tel. u. Kab. Eisenaane Dierig 154 G1 9163 0168 0 140.0138. glektr. Lieferg Licht u. Kr. eagelht. Sraverel Egzinger Unlon Feinjute gebhardt& Co. U German. Cem. Jes. i. 9. Unem Güdemelste Sladb, wois öruschw. Texti Pouerutre ackethel Draht Hageca namo. Eiestr. Tchnor.-Aufterm. Hotimane Starke Hohenioneworse Holzmang Ph. Hotelost.-Ges. lise Bergben 1 aise Genus isenbech Brau. Junghans Gebr. Wokswerke Köiner Gas Krefft V. Kromschrosder Krorprinz Metall Küppersbusch 1or Laurahdtte lLeopoldsgruben Lindes Els Mioggergache Coronz G. 6134.2134.0 7156.2136.5 0 88.5 86.51 112 9133.0 6/136.0s135.6 3 75.0 75.0 0 73.—. 72—.— uerian. Hete M Dieg Aimese Aölheimer Berg. Orenst.& Koppell Oenabr. Kopief 134.0 415.21130 6143.6192.6 125 59—. 113.0 S114.2/117.0 Ponge ap Zahn ahein. El. Werte Rhein.-W. Kais Riebek Hontag üdgerewetre elis. 41322 6119.0117.6 6123.7163.1 9144.2189.4 59—.— U/126.0126.0 6134.3438.0 9 8 6 6—. 191.6 7137.0137.0 9 15.3. 4127.5126.2 .63.0184.0 9134 5 9. 5 105 4118.51 81432 6164 5/1645 Siem. ap; Haleke Stollberg. Ziak rhöringer 6# Tuch dachen Union chem. PIes Stut. Ver. Ganzst. WVer. Ulitramaria Vogel Oraht Megner& Co, W Wanderern. Herste ner Grub. Hestislen Orant Ziceadler Brau. 81199.3199.0 0 93.0 90.2 550 112.7 0 90.6 19— 90.1 6s129.2129.7 9 S. .2120.01200 6137.4/145.5 8162 2161.5 9—. 7143.0147.0 6 72.8155.0 5 115.0115.0 8 165 0164.0 0 87.5 87.0 5138 9—. —. Verkehrswerte 6121 0120.0 eachsenwerk Sarotti Schlege Schles. Berg. 6. 2. Berg.euth. „x Elesl. u. 839 Schub. ap Salzer Schufthes-Patz. Siegeradorier u. Siemens Gias A. 6. für Verkehr Joch.-Gelsenk. 0—. jamb. Amer. Pak. O 14.5 14.3 damo. Söcamer. 0 39.)— dorog. Lioge# 14.5 14.2 29 4101.8101.0 0 90.0 27.5 414.4112.0 135.0 133.21382 400. 2100.2 5125.5146.3 4494.9105.2 Gentenwerte 45 Ot. R. Schatz. 41 4 0f. R. Anleihe 44 5s O. R. Toungant, 45 Reichsbana Sch. Westialen Atoestr 4# Bochum anl. 45 Dutsburg. Anl. 125 Dösseld. 4nl. 93.JP.7 90.0 Sb. 1041 99.0 99.0 113.|119.2 93 11 840 930 92.5 15 Elberfeld. Anl. 15 Essen an 15 Mölh.-Rohr 4p1. 15 Pr. Ldpt. A. Pfd. IS tobk. Restf. Pia. 15 Lobk. Westl.Hom. 150t. Komm. Goldan 15 Westf. 16sch. Pfd. 1504 Hvo. B8. 8ig 919 96.5 1# Pr. Gentr.80d.Pfe. 96.5 ## Pr Pfdbr. Sk. Pid. 97.0 15 Basalt Obl. s Concord. Berg.Obl. 108.1 3 Daimier Benz Obl.105. 4 Höcknerw. Odi. : Mont Cenis Obi. I5 Ver. Stahl 6b 15 Ver. Stahl 47/81 5Ver. Stahl 1 Siem. u. H. O8l. srarbendonde Umsen, Anleise 5 93.5 30 G 0 93.0 S 97.5 2 96.2 96.1 95.2 95 5 953 97.3 102 940 7 .9135.9 100 .0102.5 9— 95.0 0 99.7 .9177.5 .2134. .5 89.5 R. Schuieb, F. 98 3. Schulcdd, F. 40 3. Schucd. P. a1 3. Schulcd, F. 440 Essen Steik. 4mp; 12 Haroener 49 55 R. N. E. 32/8 R. R. E. 80 15 Ruhrchemie 4 15 Rohrgas 33 55 Rohrwasser 83 45 Ruhrwongg. 45 U5 V. E. N. 84 25.1125.11 geic Srief 99 5—. 90.9 99 971 8 91.1 95.9 190 99.7 94.5 93 0 94.5 90. 94 2 95.) 94.5 95.5 92.9 93.5 93.1 95.5 92.4 935 Westtalenbank.Austonrung sümilleher -G. Bochum Bandgesehatte Sorstältige Ausführung aller bankmäßigen Geschäfte Dresdner Bank Filicle Bochum Humboldtstr. 10 Fernrut 80001 Seite 12 Nr. 277/ Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 26. November 1936 Die Osszirnn Wal gal Luftschutzübung in Hofstede=Riemke Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, daß sich jeder deutsche Volksgenosse bei einer Luftschutzübung des Selbstschutzes, wenn sie in seinem Block oder Revier stattfindet, diszipliniert verhält, denn es aeht ja schließlich im Falle eines Krieges um den Schutz und die Hilfe für seine eigene Person. Erfreulich ist es aber, wenn alle, die es jeweils angeht den Gemeinschaftsgedanken des Selbstschutzes mit Freude pflegen. Die Uebung, die gestern nachmittag von 14.30 bis 15.20 Uhr im Stadtteil Hofstede=Riemke durchgeführt wurde, hat gezeigt, daß man in dem Uebungsgebiet, das die Dorstener Straße(gerade Nummern 72 bis 130), Robertstraße 1 bis 26, Hedwiastr. 1 bis 32, Zechenstr. 1 bis 83. Hofsteder Straße 12 bis 60, Haldenstraße 24 bis 54 umfaßte, fast durchweg vorbildliche Einsatzbereitschaft gehalten hatte. Insgesamt waren 85 Lagen vorgesehen. Es gab also allerlei Fragen von den Einsatzkräften zu beantworten, wenn die Kontrolle kam, die stellvertretender Ortsgruppenführer Dr. Hoffmann Hauptmann der Schutzpolizei Hänsel vom 1. Polizeirevier und der Adjutant des Ortsgruppenführers. Czodrowski, ausübten. Es gab natürlich mancherlei zu beanstanden. So gleichgültig darf man zum Beispiel nicht sein. Wäsche auf dem Boden hängen zu lassen, weil die gute Hausfrau sich von dem Gedanken leiten ließ, es ist ja„nur“ eine Uebuna. Es kann ja auch mal vorkommen, daß sich der tückisch verdrehte Schlauch von dem Strahlrohr löst und die nichtsahnende frauliche Feuerwehr mit seinem Naß überschuttet. Alles will eben geübt sein. Aber im großen und ganzen waren Uebungsleitung und Kontrolle mit dem Verlauf der Uebung und der Wahrung der Gemeinschaftsdisziplin zufrieden. Das brachte auch Schulungslehrer Katschorek in seiner Einzelkritik, die im Lokale des Gastwirts Strauch vor den Schiedsrichtern, Blockwarten und Amtsträgern vorgenommen wurde, zum Ausdruck, nachdem er auf die einzelnen Mängel aufmerksam gemacht hatte. Der stellvertretende Ortsgruppenführer Dr Hoffmann gab in seiner Kritik noch einzelne Winke, so zum Beispiel nach und nach für die Beschaffung einer Hausapothele Sorge zu tragen und vor allem aber den Luftschutzgedanken als Gemeinschaftsarbeit zu betrachten, die jedem ernste Pflicht sei. In seinem Schlußwort betonte der Uebungsleiter. Rechtsanwalt Hackert, daß das Gelingen der Uebungen in erster Linie davon abhinge, wie sich die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Block= und Hauswarten gestalte. Ein jeder der Amtsträger müsse sich dafür einsetzen, den Gedanken des Selbstschutzes zu pflegen. * Futterplätze. An verschiedenen Stellen des Stadtteils, im Zillertal und in den Kleingärten, hat man nunmehr Futterplätze angelegt, wo den hungernden und frierenden Vögeln regelmäßig Futter ausgelegt wird. Wie dankbar die Tiere hierfur sind, beweist die Tatsache, daß sie in großen Scharen sich diesen Futterplätzen nähern und munter das Futter aufpicken. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Kaspar Kühls letzte Fahrt. Einer der bekanntesten Mitburger unseres Stadtteiles, der Rentner Kaspar Kühl aus der Verkehrsstraße, wurde am Mittwoch nachmittag auf dem Riemker Friedhof zur letzten Ruhe bestattet. Ungemein stark war das Trauergefolge, das dem beliebten Manne das letzte Ehrengeleit gab. Auch die Vereine begleiteten ihren Kameraden und ihr Mitglied auf dem letzten Wege. Zahlreiche prächtige Kränze wurden an der Gruft niedergelegt, vor der Pfarrer Mühge rechte Trostworte sprach. Knappschaftsangelegenheiten. Der Knappschaftsalteste Wilhelm Wandelt(Sprengel Nr. 393) wird bis zum 2. Dezember durch den Knappschaftsältesten Heinrich Feßler(Herne), Altenhöfenerstraße Nr. 52, vertreten. NSDAP. Heute abend.15 Uhr hält die Ortsgruppe Bochum=Marmelshagen im Lokale Beramann eine Mitgliederversammlung ab. Parteigenosse Putzig spricht über das Thema:„Vom neuen Sinn des Lebens.“ Eintritt frei. Adventsfeier. Die evangelische Schulgemeinde Bochum=Hofstede begeht ihre Adventsfeier am 29. November. nachmittags 4 Uhr, im Blaukreuzhaus, Hofsteder Straße 820. Rektor Schönhals(Bochum) wird sprechen über:„Advent die Rüstzeit auf Weihnachten". Deklamationen und Gitarrenvorträge werden die Feier verschönern. Kaffee wird zum Preise von 10 Pf. gereicht. Unfall infolge der Glätte. Auf der Kruppstraße kam am Dienstag infolge der Glätte eine schon betagte Frau aus der Poststraße so unglücklich zu Fall, daß sie sich einen Fußknöchelbruch und eine Kopfverletzung zuzog. Stadtteil Hamme Konrektor i. R. Bönninghaus H. Unerwartet starb am Dienstag der Konrektor i. R. Heinrich Bönninghaus im Alter von 64 Jahren an Herzschlag. Konrektor i. R. Bönninghaus lebte nach 40jähriger Amtszeit als Lehrer an den Volksschulen in Hamme und Hordel seit zwei Jahren im verdienten Rubestand. Er wurde in Riemke geboren und erfreute sich großer Beliebtheit. Zwei Elisabethfeiern. Im Hordeler Saalbau beging gestern der Elisabethverein der Herz=Jesupfarrei sein Patronatsfest, während bei Stuhlmann an der Hiltrover Straße die Mitglieder des Elisabethvereins von Dreifaltigkeit sich zur Feierstunde eingefunden hatten. An beiden Festversammlungen nahm die Pfarrgeistlichkeit teil. Kaffeetrinken, frohe Lieder, Vorträge und Aufführungen von Mitgliedern und Kindern verkürzten die recht angenehmen Stunden. Im Mittelpunkt der Versammlung im Hordeler Saalbau stand eine Ansprache von Studienrat Dr. Becker(Bochum). DAF. Bochum=Hamme. Am Samstag. 28. November, findet in der Wirtschaft Schulte, Von=der=ReckeStraße 100, eine Pflichtversammlung für sämtliche DAF.=Mitglieder der Ortswaltung Bochum=Hamme statt. Gleichzeitia werden im Rahmen dieser Versammlung die Jubilare geehrt. Pflicht eines jeden DAF.=Mitgliedes ist es, an dieser Versammlung teilzunehmen. Beginn 20 Uhr. müssen Ulmen und Erlen, die eingehen, durch neue Bäumchen ersetzt werden. Gleichzeitia erhalten die Wege einen neuen Aschenbelag. Stadtteil Gertbe Beseitigung einer Gefahrenquelle. Zur Freude aller Autofahrer wird, wie schon erwähnt, die Gefahrenquelle in der Voßkuhle beseitigt. Das alte. im Wege stehende Fachwerkhaus, das von dem Mieter V. bewohnt wird, steht zwar noch, gelangt aber in Kürze zum Abbruch. Der Besitzer W. errichtet einen Neub.u, der 10 bis 12 Meter von der Straße entfernt in seinem Garten steht. Das ganze Grundstück ist schon jahrzehntelang Familieneigentum von W. in Bochum. Die Straßenarbeiten in der=Kurve sind noch nicht ganz beendet, das wird erst der Fall sein, wenn das alte Fachwerkhaus dem Erdboden gleichgemacht ist. Stadtteil Altenbochum Motorradfahrerpech. Der Maurer N. von der Wittener Straße konnte, als er sich am Dienstag abend mit seinem Motorrad auf der Fahrt von Laer befand, auf der Eulenbaumstraße eine Kurve nicht nehmen, so daß er mit seinem NSU.=Motorrad auf den Acker flog. Bei dem Sturz zog er sich eine Gehirnerschütterung und einen Armbruch links zu. Stadtteil Laer Elternabend der HI. Die Hitler=Jugend. Gefolgschaft 6/67„Udet". tritt wie im Vorjahre wieder mit einem Elternabend auf den Plan, der am 29. November im großen Saale von Paul Schuth. Wittener Straße 449. stattfindet. Das Programm dieses Abends bietet eine recht abwechslungsreiche Folge. Oberbannführer Hans Strube wird zu den Eltern seiner Junggenossen sprechen. Stadtteil Linden=Dahlbausen Der Unterstützungsempfängerzahltag für Wohlfahrtserwerbslosen-Unterstützung ist am Montag, 30. November von.80 bis 10 Uhr vormittags bei der Zahlstelle in Linden=Dahlhausen. Bedauerlicher Unglücksfall. Auf seiner örtlichen Arbeitsstelle war der jugendliche 16jährige Werksarbeiter Geora Kr.. In der Aue 7 wohnhaft, an einer Steinpresse mit dem Pressen von Steinen beschäftigt, als plötzlich die Presse aussetzte. Während der junge Mann mit der Untersuchung des Defektes beschäftigt war, aab plötzlich das Kontergewicht des Pressegetriebes nach, wobei des Unglücklichen rechte Hand und der Unterarm erfaßt wurden und in das Preßaetriebe gerieten. Auf seine Schmerzensrufe eilten Arbeitsfreunde zu Hilfe und konnten die Maschine zum Stehen bringen. Man nahm sich seiner an und sorgte für die Ueberführung in ein Bochumer Krankenhaus. Stadtteil Stiepel Unterstützungsauszahlung. Die Auszahlung der Unterstützungen an die Unterstützungsempfänger des Stadtteiles Stievel für den Monat Dezember 1936 erfolgt durch die Verwaltungsstelle Stievel a) für die Wohlfahrtserwerbslosen am 1. Dezember und 16. Dezember 1936, vormittags; b) für die Unterstützungsempfänger der allgemeinen Fürsorge am 1. Dezember 1936, vormittags 10.30 Uhr. Ausweis und Stempelkarte sind bei der Auszahlung vorzulegen. „Humor im Lied.“ Mit dieser Veranstaltung beginnt am nächsten Sonntag im Frischeschen Saale der Männergesangverein„Einigkeit" die Reihe seiner Konzerte in diesem Winter. Der Chor trägt Lieder von Silcher, Nellius u. a. vor. Als Solist ist der Tenor Fritz Brambach(Dortmund) verpflichtet. Personalnachrichten Veteran der Arbeit Her Der älteste Werksangehörige der Flottmannwerke ist der Krankenkontrolleur Peter Klein zerne, Poedestraße 182. it den Flottmannwerken ging er seinerzeit von Bochum nach Herne: jahrzehntelang war er als Dreher beschäftigt. Am 17. November vollendete er in beneidenswerter geistiger und körverlicher Frische sein 88. Lebensjahr. Bochumer Leben Anzeigepfnat su Laareihaden Verteilung der Arbeitskräfte— Regelung und Tenkung beim Arbeitsamt Bochum Stadtteil Hordel Silbernes Berufsjubiläum. Am heutigen Donnerstag blickt der Schreiner Helmut Braun auf eine 25jährige Tätigkeit zurück. Er machte drei Jahre den Weltkrieg mit und wurde verwundet. Nach der Heimkehr und Genesung nahm er seinen Beruf wieder auf. Rentenzahlung. Die Zahlung der Heeresrenten findet in diesem Monat bereits am 28. November statt. Die Invaliden= und Unfallrenten kommen am 1. Dezember zur Auszahlung. Zwei Finger verloren. Der Volksgenosse Walter Schn. aus der Günnigfelder Straße geriet auf seiner Arbeitsstelle mit der rechten Hand in das Zahnradgetriebe einer Maschine, wobei ihm zwei Finger von der Hand gerissen wurden. Sie mußten im Krankenhause völlig amputiert werden. Stadtteil Grumme=Böde Verschönerungsarbeiten in den Plauschanlagen. Gegenwärtig werden umfangreiche Verbesserungsarbeiten in den hiesigen Planschanlagen ausgeführt. Leider Die in ihrem Ausmaß nicht erwartete starke und nachhaltige Belebung aller Gewerbe= und Industriezweige infolge der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung in Verbindung mit den Aufgaben der Landesverteidigung hat zu einer Entwicklung auf dem Baumarkt geführt, die einer gewissen Regelung und Lenkung bedarf. Der gewaltige Umfang der öffentlichen, privaten, Siedlungs= und Industriebauten hat einen nie gekannten Bedarf an Arbeitskräften ausgelöst, der trotz aller Bemühungen der Arbeitsämter nicht gedeckt werden kann. So ist auch das Arbeitsamt Bochum in den Jahren nach der Machtübernahme mit allen Mitteln bestrebt gewesen, die benötigten Kräfte zu stellen. Die umfangreiche Vermittlungstätigkeit erstreckte sich nicht nur auf den Arbeitsamtsbezirk selbst, sondern darüber hinaus sind Bauarbeiter zu vielen größeren Maßnahmen in allei. Teilen Deutschlands vermittelt worden. So ist es erklärlich, daß von den 6027 Bauarbeitern, die am 31. 1. 33 als arbeitslos beim Arbeitsamt Bochum gemeldet waren, heute nur 559 arbeitslos sind, also nur rund 9 Prozent. Der größte Teil dieser noch arbeitslosen Volksgenossen entfällt auf die nur vorübergehend Arbeitlosen und auf Anstreicher, an denen ein großes Ueberangebot besteht. Es ist die Aufgabe einer zielbewußten Staatspolitik, die vorhandenen Arbeitskräfte entsprechend der Bedeutung der Bauten für Staat und Wirtschaft gerecht und sachgemäß zu verteilen. Ebenfalls bedarf die Sicherstellung des Bedarfs an Baustoffen einer gewissen Regelung. Es muß eine neutrale Stelle vorhanden sein, die einen Ueberblick über alle geplanten Maßnahmen, über den Bedarf der verschiedenartigen Fachkräfte in den einzelnen Bauabschnitten und über die benötigten Baustoffe hat. Als diese Stelle ist durch die 4. Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes über die Sicherstellung der Arbeitsplätze und des Bedarfs an Baustoffen für staats= und wirtschaftspolitisch bedeutsame Bauvorhaben vom Ministerpräsidenten Göring das Arbeitsamt bestimmt worden. Um dem Arbeitsamt die erforderliche Uebersicht zu ermöglichen, ist vom 1. Dezember 1936 ab eine Anzeigepflicht für sämtliche privaten und öffentlichen Hochund Tiefbauvorhaben angeordnet worden. Ausgenommen sind private Bauvorhaben, die nicht mehr als 5000 RM., und öffentliche Bauvorhaben, die nicht mehr als 25000 RM. Arbeitslöhne an der Baustelle erfordern. Die Anzeigen sind unter Verwendung eines Formblattes innerhalb drei Monate vor Baubeginn, spätestens aber vier Wochen vorher, von dem Bauherren oder der Bauverwaltung in doppelter Ausfertigung an das für die Baustelle zuständige Arbeitsamt zu richten. Bauvorhaben, die im Dezember 1936 begonnen werden sollen, sind spätestens am 1. 12. 36 anzuzeigen. Die Formblätter sind in Kürze beim Arbeitsamt erhältlich. Es wird ausdrücklich darauf verwiesen, daß nicht nur Hochbauten(sämtliche öffentlichen Bauten, Siedlungs= und Wohnungsbauten, Fabriken, Büro= und Geschäftshäuser u..), sondern auch sämtliche Tiefbaumaßnahmen anzeigenpflichtig sind. Als solche kommen also in Frage: Straßen= und Wegebau, Kanalisationen, Reichsautobahnen. Flußregulierungen, Kanalbauten, Hafenanlagen, Deiche, Meliorationen, Gas=, Wasser= und Elektrizitätsanlagen, Bauten der Reichspost und Reichsbahn u. a. Wie sich aus Vorstehendem ergibt, besteht zunächst keine Genehmigungspflicht für die Durchführung der Maßnahmen, sondern lediglich eine Anzeigepflicht. Es liegt im Sinne sämtlicher Anordnungen zur Durchführung des Vierjahresplanes, daß eine starre, die Initiative des einzelnen Unternehmers zu stark einengende Regelung vermieden wird. Auf Grund der Anzeigen ist das Arbeitsamt in der Lage, die Arbeitskräfte so anzusetzen und sie gegebenenfalls durch den Ausgleichsverkehr von auswärts zu beschaffen, wie es die Dringlichkeit der Maßnahme und ihre staatspolitische Bedeutung gebietet. Unter Umständen muß durch Verhandlungen mit dem Bauherren erreicht werden, daß bestimmte Maßnahmen verschoben bzw. in eine arbeitsstillere Zeit verlegt werden, um die Durchführung wichtiger Bauten sicherzustellen. Es liegt im Interesse aller anzeigepflichtigen Bauverwaltungen und Bauvorhaben, wenn die Anzeigen sorgfältig ausgefüllt werden, insbesondere hinsichtlich dei Zahl und Art der zu beschäftigenden Arbeitskräfte; ferner sind genaue Angaben über Menge und Kosten der hauptsächlich zur Verwendung kommenden Baustoffe erforderlich. Dne Schauze=Kauf. Wichtige Versammlung des Buchdruckerhandwerks Die ordentliche Vierteljahresversammlung der Buchund Steindruckerinnung Bochum fand am Dienstag unter dem Vorsitz des Obermeisters E. Kreul in der Bürgergesellschaft statt. Nach der Bekanntgabe innungseigner Mitteilungen erstattete der Obermeister Bericht über die berufs= und wirtschaftspolitische Lage des Buchdruckerhandwerks im Innungsbezirk. In Verbindung hiermit behandelte er die Tätigkeit der Organisation des graphischen Gewerbes(Ogra) und stellte die Aufgaben und Notwendigkeiten der Zukunft heraus, um eine stärkere Wirtschaftsbesserung im Buchdruckerhandwerk zu erreichen. Bisher hat das Buchdruckerhandwerk noch nicht in dem Umfange wie andere Berufszweige an dem wirtschaftlichen Aufstieg teilnehmen können, so daß die Aktivität in den eigenen Reihen verstärkt werden muß. Eine ausführliche Aussprache über die Wirtschaftsfragen des Buchdruckerhandwerks schloß sich an, in der der stellvertretende Obermeister Ludolph aus eigener Mitarbeit die Probleme der Ogra behandelte.„ Der Bericht über die Lehrlingszwischenprüfung wurde vom Vorsitzenden des Prufungsausschusses, Ludolph, erstattet und zeigte ein durchaus befriedigendes Ergebnis; ein Zeichen dafür, daß es dem Buchdruckerhandwerk mit der Erziehung seines Nachwuchses Ernst ist. Der Geschäftsführer Dr. Grünewald behandelte die Aufgaben des Handwerks im Rahmen des Vierjahresplanes und im besonderen die Aufgaben hinsichtlich der Berufserziehung, die seitens der Kreishandwerkerschaft nach Kräften gefördert werden. Es schloß sich ein Bericht über die Weihnachtswerbung an, wobei den Mitgliedern Propaganda und Verwendung des handwerklichen Gutscheines empfohlen wurde. Fachliche Schulung der alten Kämpfer Sondermaßnahmen der RBG.„Verkehr und öffentliche Betriebe“. Nach der Machtübernahme wurden die durch das Bereinigungsgesetz freigewordenen Stellen in den öffentlichen Betrieben durch nationalsozialistisch zuverlässige Männer besetzt. Diese Kemereden standen vor der nicht leichten Aufgabe, in möglichst kurzer Zeit sich das fachliche Wissen anzueignen, das sie zur Erfüllung der ihnen gestellten beruflichen Aufgaben benotigten. Es muß schon einmal gesagt werden, daß die überaus größte Zahl der alten Parteigenossen durch zielbewußtes und eifriges Arbeiten an sich selbst die ihnen beruflich gestellten Aufgaben zu bewältigen versteht. Nach dem nationalsozialistischen Leistungsprinziv kommt es aber nicht darauf an, daß der einzelne seine Arbeiten schlecht und recht erledigt. Es wird vielmehr verlangt, daß jeder die berufliche Höchstleistung erstrebt. Um die alten Kämpfer der Bewegung in diesem Bestreben zu unterstützen, hat der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft 10.„Verkehr und äffentliche Betriebe". Parteigenosse Körner, eine Anordnung erlassen, überall Sondermaßnahmen zur fachlichen und beruflichen Weiterbildung durchzuführen. Auch in unserm Gaugebiet wird Gelegenheit zur Teilnahme an diesen Sonderkursen gegeben. Die Gaubetriebsgemeinschaft 10,„Verkehr und öffentliche Betriebe“, Gau Westfalen=Süd, bittet alle diejenigen alten Parteigenossen, die im öffentlichen Dienst tätig sind und an den fachlichen Kursen teilnehmen wollen, sich svätestens bis zum 26. November 1936 bei den örtlichen Dienststellen der Kreisbetriebsgemeinschaften „Verkehr und öffentliche Betriebe“ zur Teilnahme zu melden. Unsere pflicht im Wirtschaftskampf Vortragsabend im Alldeutschen Verband. Die Verkündung des Vierjahresplanes und der Kampf Deutschlands um seinen Platz an der Sonne stellen jedem deutschen Volksgenossen die Aufgabe, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen und an seinem Teil mitzuarbeiten an dem Gelingen. Auf die sich ergebenden Fragen und Probleme gab Dr. jur. A. Graf Brockdorff(Berlin) Antwort, der am Dienstag abend im Bochumer Hof auf Einladung der Ortsgruppe Bochum des Alldeutschen Verbandes sprach. Er gab zunächst einen Gesamtüberblick über die wirtschaftlichen Zusemmenhänge in den letzten Jahren und erklärte die von Deutschland zwangsläufig getroffenen Maßnahmen über die Regelung der Ein= und Ausfuhr. Den Weltwirtschaftskampf bezeichnete er als einen Kampf aller gegen alle, der schon seit dem Weltkriege herrsche. Als die letzte Maßnahme gegen Deutschland könne man die Abwertungswelle bezeichnen. Der Redner erinnerte an die Anstrengungen der deutschen Landwirtschaft, das deutsche Volk aus eigener Scholle zu ernähren und an die bereits erzielten Erfolge. Eingehend erläuterte er die Wechselbeziehungen zwischen Einfuhr und Ausfuhr. Zum Schluß mahnte er, in williger Selbstdiszivlin zu helfen, daß Deutschland in dem ihm aufgezwungenen wirtschaftlichen Kampfe ehrenvoll besteht. Vorübergehende Schwierigkeiten zu überwinden, werde uns sicher gelingen, wenn jeder seine Pflicht erkenne. Rohrbrüche. Ein großer Rohrbruch entstand auf der Malteserstraße. Die Gefahrenstelle wurde sofort abgesperrt in einer Breite von fünf Meter. Auch auf der Dorstener Straße, in der Nähe der Elisabethstraße, entstand ein Rohrbruch, der sofortige Abhilfe notwendig machte. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Wenn man bisher von Kleists „Penthesilea“ sagte, daß sie zu den unverständlichsten und fernliegendsten der Kleist=Dramen zähle, so straft der große Erfolg, den das Werk in der neuen Inszenierung des Bochumer Stadttheaters vor und während der Kleist=Woche fand, diese Behauptungen Lügen. Es dürfte in der Geschichte der Aufführungen dieses Werkes wohl ziemlich vereinzelt sein, daß— wie es bei der Bochumer Premiere geschah— das Publikum nicht daran dachte, daß Theater zu verlassen, sondern unaufhörlich und immer erneut die Darsteller an die Rampe rief. Auch die heutige„Penthesilea"=Aufführung wird im gleichen Zeichen stehen wie die Premiere und die Aufführung während der Kleist=Woche. Die heutige Aufführung ist für den freien Verkauf und für die NS.=Kulturgemeinde, Kulturring I, vorgesehen. Die Besetzung ist die der Premiere und der Kleist=Woche mit Heidi Kuhlmann in der Titelrolle und Horst Caspar als Achill. Die Spielleitung liegt in den Händen von Dr. Schmitt.— Morgen findet das nächste Gastspiel der Kölner Oper statt, und zwar mit der hier mit Erfolg aufgeführten komischen Oper„Abu Hassan“ von Weber und den Tänzen von Weber, Schumann und Schubert. Die morgige Aufführung ist für die Vormiete A angesetzt. Heute, Donnerstag, städtische Kammermusik Bochum. Auf das dritte Kammer=Konzert des Städtischen Orchesters Bochum, das heute, Donnerstag, 26. November, 20 Uhr. im Ernst=Moritz=Arndt=Haus, Königsallee, stattfindet, wird nochmals besonders aufmerksam gemacht. Schülerkarten mit einer 50prozentigen Ermäßigung werden nur an der Konzert= und Abendkasse ausgegeben. Vorbestellungen werden unter Nr. 61051 entgegengenommen. Hoffmannsches Konservatorium. Heute abend findet die 3. öffentliche Uebungsstunde des Wintersemesters bei freiem Eintritt im„Bochumer Hof“ statt. Gesangvereinigung der Eisen= und Hüttenwerke. Am kommenden Sonntag 18.30 Uhr veranstaltet zusammen mit der Werkskapelle die Gesangvereinigung der Eisen= und Hüttenwerke im Parkhaus ein Konzert. bessen Programm unter anderm die beim bevorstehenden Wertungssingen zum Vortrag kommenden Chöre enthält, darunter Kurt Lißmanns„Feiger Gedanken". Das Mitglied der Gesangvereinigung W. Brinkmann wird klassische Lieder singen. Dirigent des Abends ist Willy Kölling. Das Werksorchester leitet Franz Merkert. Kreismusikerschaft Bochum, Fachschaft III(Musikerzieher) 2. Veranstaltung zum„Tag der deutschen Hausmusik“ ist ein Schülerkonzert, das am Samstag, 28. d.., abends 8 Uhr. im Ernst=Moritz=Arndt=Haus stattfindet. Im Mittelpunkt des Programms steht Gemeinschaftsmusizieren(u. a. Blockflöte, Handharmonika). Wir verweisen auf die Anzeige. Bellachini— ein Begriff! Bellachini ist durch die Künste des größten Zauberers seiner Zeit nicht mehr ein Name geblieben, sondern ein Begriff geworden, ein Markenzeichen. Seit er mit seinen Zaubereten das Erstaunen einer ganzen Welt erregt hat, schwand sein Name nicht mehr von den Plakaten der großen Zirkusunternehmen und Varietés. Und dieser Name war gleichzeitig Verpflichtung. Jeder neue Bellachini mußte auch neue Künste bringen. Zwar wissen wir alle, daß es bei den Zauberkünstlern nicht mit übernatürlichen, überirdischen Dingen zugeht. Alles ist bei ihnen ernsthafte, oft sehr lange geübte schwierige Arbeit, die dadurch, daß sie die meisten auch bei noch so langem Ueben nicht erlernen können, zur wirklichen Kunst wird. Aber was unsere Zauberer darin leisten. das übersteigt doch immer wieder das menschliche Begriffsvermögen, so daß man mit leisem Kopfschütteln ehrlich und mit großem Staunen die Leistung anerkennt. Das festzustellen, wird man Samstag und Sonntag im Evangelischen Vereinshause, Mühlenstraße, Gelegenheit haben. Den Bochumern ist dieser Bellachini von früher her noch in bester Erinnerung. (Näheres im Anzeigenteil.) Traditionsecke Bund ehemaliger 15er=Kameradschaft Bochum. In der am 21. d. M. im Vereinsheim Schütte anberaumten Monatsversammlung gedachte Kameradschaftsführer Henneking der Toten, die unsere Schiffahrt, besonders unsere Kriegsmarine und damit das ganze deutsche Volk durch den Untergang des.=Bootes 18, in den letzten Tagen zu beklagen habe. Auch dem zur großen Armee abberusenen Kameraden Altegoer widmete Henneking Worte warmen Gedenkens. Das am 11. Oktober abgehaltene Preisschießen und die nachfolgende Veranstaltung in der Bürgergesellschaft hat den Beifall aller Teilnehmer gefunden. Die Handhabe des Schießbetriebes wurde neu geregelt. Zur Unterstützung des Schleßmeisters bestimmte der Kameradschaftsführer den Kameraden Delker. Kamerad Mannhardt gab einen ausführlichen Kassenzwischenbericht, der sehr zufriedenstellend ausfiel. Für die erwerbslosen Kameraden übernehmen andere Kameraden ab 1. Januar 1937 die Patenschaft. Für spätere Fälle wird die Teilnahme bei Beerdigungen generell geregelt. Als Fahnenkommando bestimmt der Kameradschaftsführer die Kameraden Neuhaus als Fahnenträger und Dertmeier und Ostwald als Begleiter. Neuanmeldungen von Kameraden zur Aufnahme in die Kameradschaft sind in allen Fällen über den Propagandawart, Kamerad Woesthoff zu leiten. Die Eingänge wurden verlesen und durchgesprochen, der Schriftführer mit der weiteren Erledigung beauftragt. Kameradschaft der ehemaligen Soldaten von BochumEngelsburg. Beim Kameraden Ranft fand die Monatsversammlung statt. Kameradschaftsführer Ellerkmann begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden und teilte der Kameradschaft neue Führeranordnungen mit. Schriftwart Kamerad Holler gab als Kameradschaftspfleger einen ausführlichen Bericht über die Neuregelung des Unterstützungswesens des Deutschen Reichskriegerbundes. Damit die Bundeszeitung allen Kameraden zugänglich gemacht wird, hat die Kameradschaft am Hause des Kameradschaftsheims einen großen Zeitungskasten anbringen lassen, in dem auch besondere Bekanntmachungen angebracht werden. Als Abschluß hielt Kameradschaftsführer Ellerkmann an Hand klarer Lichtbilder den interessanten Vortrag„Panzer und Motor in fremden Heeren“, der allen Kameraden einen Einblick gab in die hochgerüsteten Saaten außerhalb Deutschlands. Oberst a. D. Reinhard in Köln zur 4. Brzeziny=Gedenkseier. Am Sonntag, 29. November, findet im großen Saale der Bürgergesellschaft zu Köln, Appellhosplatz, nachmittags 4 Uhr, die große Gedenkseier des Kameradenkreises der Brzeziny=Kämpfer im Rheinland statt. Zahlreiche Vertreter der Behörden und der Parteigliederungen haben ihr Erscheinen zugesagt. Der Führer des Reichskriegerbundes „Kyffhäuser“, Oberst a. D. Reinhard, wird zusammen mit anderen bekannten Vertretern der alten und neuen Wehrmacht an der Kundgebung teilnehmen. Seite 13 Nr. 277, Bochumer Anzeiger„ Donnerstag, 26. November 1936 Tn Nteitten Kusennft: Mündliche kostenlose Auskunft für die Bezieher unserer Zeitung nur nachmittags(außer Mittwochs und Samstags) von 4 bis 5 Uhr in unserer Schriftleitung Hauswirt und Mieter. Julius M. Wattenscheid. In vielen Mietvertragsformularen ist die Bestimmung ausgenommen:„Bauliche Veranderungen. Aus= und Aufbesserungen, ferner das Abputzen, Anstreichen und Malen des Hauses dürfen seitens des Vermieters ausgeführt werden. Dem Mieter steht, wenn in der für diese Arbeit normalen Zeit der Mietgebrauch beeinträchtigt wird, kein Anspruch auf Entschädigung. Mietminderung oder vorzeitige Kündigung zu.“ Derartige Vereinbarungen sind dahin auszulegen, daß durch sie die Haftung des Vermieters nur für eine vorüberaehende Störung des Mieters. nicht aber für lange währende Störungen und für Beschädigung der Sachen des Mieters ausgeschlossen wird. 2. Erlaubt der Vermieter einem anderen Mieter die Vornahme derartiger baulicher Arbeiten, die zu einer Beeinträchtigung von Mitmietern führen können, so hat der Vermieter dafür einzutreten, aber nur in demselben Umfang, wie er für durch solche Arbeiten verursachte Schäden selbst aufzukommen hätte. Verschiedenes. K. W. Wober kommt das Wort Boykott für eine Verrufserklärung?„Boykott" war ein Gutsbesitzer in Irland. Er weigerte sich— 1880— in die Landgenossenschaft einzutreten und Pachtzins zu zahlen Alle seine Nachbarn brachen darauf die Freundschaft zu James Boykott ab. Seine Landarbeiter streikten, kurz, er wurde„bonkottiert“.. M Otto B. Woher stommt das Wort Chaupinismus!„Chauvinismus“ stammt von dem alten Soldaten Navoleons. Chauvin, der seinen Kaiser gegen alle Anschuldigungen, die erhoben wurden, tapfer verBerthold R. Woher stammt der Ausdruck Mutterseelenallein? Die Soldaten Navoleons, die ganz Eurova durchzogen, brachten auch ihre Sprache nach Preußen. Der französische Soldat der Besatzung, dem die preußischen Bürger aus dem Wea gingen, klaate. er sei„moi tous seul“— also„ich ganz allein". Die Preußen nahmen das Wort auf, machten aus„moi tous seul“„Mutterseel" und hängten die Uebersetzung-endrein noch hinten an. So entstand„Mutterseelenallein“. D. F. 1. Die Eröffnung eines Mittaatisches ist an keinerlei Voraussetzungen gebunden. 2. Das Gewerbe muß angemeldet werden. 3. Eine Hotellehre ist nicht Bedingung. Ausschank von Getränken ist natürlich an besondere Erlaubnis gebunden, ebenso der Verkauf von Zigarren und Zigaretten. V. W. Höntrop. Die Bruttemperatur beträgt 36 bis 41 Grad. Statt Karten Josef Schlüter Christine Schlüter geb. Wille Vermählte Bochum, den 26. November 1936 Gußstahlstraße 35 Jamilien-Nachrichten 11ASTHInG. u. Bronchitis nach anderen Veröffentlichungen und Zeitungen Geboren(Mädchen): Wattenscheid: Anton Vennebusch(Hilde Joor= mann). P# Verlodte: Dortmund: Irmgard Wilverg mit Adolf Fischer. Essen: Anny Sommer mit Heini Schwieger. Vermählte: Essen: Johannes Holte mit Hilde Stegemöller. Gestorben: Dortmund: Gastwirt Wilhelm Meierling, 70.; Essen: Studienrat Josef Nöthen, 55 Jahre; Gelsenkirchen: Wwe. Dorothea Loose geb. WittHattingen: Elli Kuth geb. Krämer, 22 Jahre. sind qualvoll und lästig-— Neuen Lebensmut durch Alsiu Breitkreutz-Asthma Ruver:. Arztl.erproht-best begutachtet- Liel lausendfach bewährt Verlang. Sie Oratisprobe geg. 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Heute mittag um 2 Uhr eptschlief sanft und sottergeben unsere innigstgelie bte Tochter, meine liebe, einzige Schwester, Schwägerin, Nichte und Kusine Erna Pleuger im blühenden Alter von 19 Jahren. Wer ele gekannt, kann unsern Schmerz ermessen. In tiefer Trauer: Familie Friedr. Pleuger nebst Anverwandten Bochum, den 24. November 1996 Gubstahlstraße 11 Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Nov., nachm. um 3 Uhr. vom Freigratendamm aus statt. Trauerteier um 1½ Uhr in der Kapelle des Augusta-Hospitals. Komische Oper von C. M. von Weber: hierauf Falls nicht erhälllig fordere mon gegen Einzen durch Vermittlung von Greitkreutz...A Einsendung des Inserates Gratisprobe #.A. Berile SO 361152 1 Hottmannsches Konservatorium Heute abend—7 Uhr muslzieren Schüler der Mittel- u. Unter stufen Im Bochumer Hof. Eintritt ire!! 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