0 Bezngspreis mit Votenlohn:.15 Nw. monatlich gi g,. Pathoriongzsich, monatich, Sesätehzoler.95..,Musiesetrste. 3g Bi. Monatlich, FuniGststele geöftnet bon 8 55,„den Ver Scheislelunc auiser Klipess und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Hostscheckonio Dörtmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Montag 28. Sept. 1936 Wirgscday angebote, 43. Jahrgang Summer 2. gülag, in ie ub; De Versch, 10 Pf. mündlich aufgegebener Anzeigen kann Einzelpreis 1..: Hauptgeschäftestelle Rathausplatz 8. Sportkalender im.— Zur Zeit ist Preisliste Inzeigenannahrrg. hur### 91 8 der nende fernverden. 52, 53 1UUU Ain Tielee. Der Hahrerercfmr wird Deutschland von: zur Benzineinfu..(rei sein“. hrar fast1 fähige und arbeitsfreudige Arbeiterschaft gen dub Breslau, 27. September. Der Führer gab am Sonntag Kilometer der Reichsautobahnen für den allgemeinen Verkehr frei. Zur gleichen Zeit wurden im Reich mehrere Teilstücke ihrer Bestimmung übergeben, insgesamt An Senniag werg.ipe8 He 6 5. uns der 1e. bischen Rotslse maerscherten wech,Zihlase sour Fele Bereits um 8 Uhr war die Spalierououng Pgng Flnghafen bis zur„Reichsautobahr, polzoger,#ougrenddessen ergoß sich ein ununterbrochener Strom von Autobussen, Personenwagen und Motorrädern hinaus zur Reichsautobahn. Aus ganz Schlesien waren Tausende von Volksgenossen mit Sonderzügen nach Breslau gekommen, um hier Zeugen des großen Tages zu werden. Auf dem Festplatz Schon von weitem grüßt hinter Klettendorf ein Wald von Fahnen. Einige hundert Meter hinter der provisorischen„Abzweigstelle vom regulären Straßennetz ist eine Tribüne errichtet, auf der sich die Feier geladenen Persönlichkeiten einfinden. Auf de Felde jenseits der Gegenfahrbahn haben die 1500 Arheiter gegenüber der Tribüne Aufstellung genommen, die an dem Bauabschnitt Breslau—Kreibau mitgePvon, für die Ehrengäste und der Belegschaft s“ gemeldet, jedem der Meldenden drückt der Führer fest Kurz nach 10 Uhr setzt sich die lange Wagenvbden dem Dhent sewpeiligen Siandort seines Bagenk. Im Remter des Rathauses An 1030 Uhr setzt sich die Wagenlolomne zur. Fehrt nach Klettendorf in Bewegung. Der Führer wird all stürmisch begrüßt. Toiter=resten Bilbao brennt—„Spanien kämpft für Moskau“ dnb San=Jean=de=Luz, 27. September. Die Befreiung Toledos durch die nationalen Trupzelheiten liegen noch nicht vor. Nähere Einliser vo: Toteitene nach mehreren überü Fadben. Hshe nn e und würdigt den jähen und zrgreitesehen Fixs ges. Bekätigung diser Medung war jedoch nech nicht m Der Festakt Nachden der Buhre, Wea gnieer hent Festat ein. besche eshenech ee elsce Seche alie eie Gesheasch bas se Zukunft binein dos mahnten Hort, wo ste die Grenzen orbeitet haben. Auf dem Mittelstreist Tribäne fur ne Ghrzgche ier e berz, der Die Bombardierung Bildass i# au. Samstag den ganzen Tag fortgesetzt worden. meisten Gebäude stehen in Flammen. IHu den Streißen von Modrid fund Plalat, Auge. treten,„das für Moskau kämpft“. auf denr die 15 MAailonen Pphshgesls pichke Autobahnbau bewegte eng u ve nd gechan, der berliche Zishele de die Frühseke Zeit ncht kannt, erginzsen 8gu., Sezu im Interesse der Familienversorgung und des Fa milienlebens. Die Reichsautobahner hätten in ihren Lagern ihr eigenes Reichsautobahn=Theater zur UnterEr: Todt kam dann auf die Industrien zu sprechen, pici: Veuiphoatrte, Stchnodolote, Veur=De Auite aon einen Ss=Nam ausestangen und bricht daurs De aie Aeaeue Aee e as uis le hie Gerlichent ueische dir 3. e einen einzigen Unfall. Dr. Todt schlo asce eschechen ae essesten amte, Arbeiter und Angestellte, ein. Zu gleicher Zeit sind ihre übrigen Arbeitskameraden an den verschiedenen Baustrecken zum Gemeinschaftsempfang angetreten. Gegen 9 Uhr treffen auf dem Festplatz die darten= und Fahnenabordnungen der Gliederungen der Bewegung ein. Jenseits der Einfahrt zur bahn haben 80 Lastwagen der Reichsverkehrsgesellschaft, 30 weitere Personenkraftwagen, 20 neue Fahrzeuge der Automobilindustrie, 20 Fahrzeuge des DDAC. und ein Ehrensturm des RSac. Aufstellung genommen, um hinter dem Führer und seiner Begleitung und der Belegschaft der Reichsautobahn— Teilstrecke Breslau—Kreibau— die Fahrt über die neue Straße anzutreten. Die Ankunft des Führers Auf dem Flughafen, auf dem Ehrenformationen der Reichswehr, der Schutzpolizei und aller Parteigliederungen angetreten sind, finden sich, zum Empfang des Führers u. a. der Gauleiter und Oberpräsident von Schlesien, Staatsrat Wagner, der Kommandierende General des VIII. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis VIII, General der Kavallerie von Kleist die Führer der Gliederungen der Bewegung in Schlesien, der Kommandant der Festung Breslau und der Kommandeur des Flughafens mit Gegen.45 Uhr trifft das Flugzeug des Führers Nach der Begrüßung meldet der Kommandant eshsce eblse eaich atscbe Gerch u. PZleigr der Raichzautschten, Dr. Rudolphi, das Wort, um einen Rechenschaftsfünf Arbeitskameraden, die bei den Baubeit geworden sind, und führte dann aus, über fertiggestellten 1000 Kilometer hinaus seien mehr als Seschsel eaie ien siche Beilizilst Der Generalinspzekteur für das deuische Straßenwesen Dr. Todt .45 Uhr Irifst das„Frutgrug#. Or## Arbeitslosen der früheren ein. Nach, der Beglaßung meider der Kommanbants* von Breslau dem Führer die Ehrenformation; der Wehrmacht. Dann schreitet der Führer die Front der Ehrenformationen ab. Jede einzelne Formation wird Deutscher Fußball=Doppelsieg! Der deutsche Fußballsport errang Sonntag einen stolzen Doppelsieg im Zweifrontenkampf gegen die Tschechoslowakei und Luxemburg. In Prag schlug unsere Mannschaft die Tschechoslowakei:1, während in Krefeld Luxemburg mit:2 bezwungen wurde. Westsälische Gauliga Eine unerfreuliche Ueberraschung brachten die Spiele der westfälischen Gauliga durch die hohe Niederlage von Germania Bochum. Die Ergebnisse: Erle 08— Germania Bochum:4 Westfalia Herne— SpVg. Herten:0 Hüsten 09— SV. Rotthausen:0 Rosemeyer auch Bergmeister! Beim Feldbergrennen im Taunus holte sich Bernd Rosemener auf Auto=Union zu seinem Titel als Deutscher Straßenmeister für Kraftwagen nun auch die Deutsche Bergmeisterschaft, da er das Rennen der Rennwagen überlegen gewann.— Pech hatten unsere deutschen Motorradfahrer im Rennen um den Großen Motorradpreis von Italien. Hinter Italien und belegte unsere Ländermannschaft nur den dritten Platz. Stutte westfälischer Gerätmeister Die westfälischen Meisterschaften im Gerätturnen endeten mit einem Doppelsieg der Eichener Turner Stutte und Feisch. In Kampf ber,„Hezi, gagg leate der heimische Industriebezirk den ie#.. beich uncd Brertennd Arbeitslosen der früheren Zeit eine stolze, leistungsaese se eas el ae i. e see und ohne einen#ngigen Unfoll. Dr. „Zu gleicher Zeit, in der hier bei Breslau die Ar beiter dieser Baustelle und die Abordnungen der Arbeitskameraden aus dem Reich angetreten sind, stehen draußen in allen Gauen die Arbeiter auf ihren Baueich bescheshereie Serackt ad esieri ane dht Wort ihres obersten Bauherrn. Mit dem Dank an alle Arbeitskameraden und Mitarbeiter in den Betrieben, im Unternehmen„Reichsautobahnen“, in den beteiligten Industriezweigen und Behörden melve ich die Fer tigstellung der ersten tausend Kilometer Ihrer Straßen. Es sind mit dem heutigen Tag fahrbar: Auf der Strecke München—Berlin 121 Kilongtgr, die ganze Strecke Berlin—Stettin mit 117 K zwischen Berlin—Hannover 170 Kilometer, zwischen Bremen—Hamburg 71 Kilometer, im Rheinland 33 Kilometer,#,.im Sans. die zusammenhängende Strecke##auheim—Frankfurt—Mannheim—Heidelverg—Bruchsal 156 Kilometer, in Württemberg 21 Kilometer, von München bis zur Alpenstraße 100 Kilometer, in Sachsen 73 Kilometer, in Ostpreußen 35 Kilometer, in Schlesien 103 Kilometer. Der deutsche Bauarbeiter und seine Kameraden danken Ihnen für die erhaltene Arbeit an einem großen Werk von ewigem Bestand. Mein Führer! Ich bitte Sie, an der Spitze der Arbeiter dieser Baustelle und der Arbeiterabordnungen aus dem ganzen Reich tausendsten Kilometer als Erster zu befahren.“ Während der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen spricht, versucht ein Jungvolkjunge den Platz vor der Rednertribüne zu überqueren, wird aber erdhungsie, Aanseaden wichd er vun den Fiher auf der Tribüne empfangen und mit einem gelinden kenstreich geehrt. Der Führer dankt entgegen. Mehrmals werden seine Ausführungen von richt Merk ftäitig, Schafe. decd berich sHertaschest des Herlichen Haleh ashshe ssc e hier geleistet werde, zu würdigen weiß. Daß ihn der deutsche Arbeiter am besten verund seine Potwvendso; Peruns puirez, bjieseg“Per. (Fortsetzung auf Seite 2) Arbeitslosen der früheren Zeit eine stolze, leistungs= Platz vor der Rednertribüne zu Wührungs Arwertungi Frautreichund Schwely =lland wird folgen— Italien behält sich seine Maßnahmen vor Nesu u an undun sene er enrt uer aesthen un Gunget a. Paris, 26. September. In den ersten Morgenstunden besgresogigggg eise eicse es cese der Frank solle den Währungen Englands und Maßnahme steht im MittelArit Währungsbündui,„stäg gorgen in den Hauptstädten Englands, Frankreichs und Amerikas„gleichzeitig bekanntgegeben und besagt in ihren Grun zügen: Der Inhalt des Währungs=Abkommens Zur„Anpasung“ an die dekonntlich vor einigen Jahren bereits abgewerteten) Währungen Amerikas und Englands schlägt die spamüsische Regierung ihrem Paxlament eine greabsetzung des Goldwertes des franPeschen drei Zegierungen erllären, im Nahmen des hältnis Awischer, ge Pegzieringspeingen. Die französische Regierung meint weiter, es müsse unverzüglich etwas unternommen werden, was nach und nach das gegenwärtige Kontingentierungs= und Währungskontrollsystem mildern könne. Alle drei Regierungen wünschen die Mitarbeit der übrigen Natignen zur Verwirklichung dieser Politik. Die französische Regierung rechnet damit, daß kein Land den Versug mache,„einen unvernünftigen Währungsvorteil zu erlangen und dadurch die Bemühungen.### die die Regierungen der Vereinigten Staaten, Englands und Frankreichs zur Wiederherstellung staviler Wirtschaftsbeziehungen fortzusetzen gedenken.“ Gleitende Lohnskala in Frankreich Was die Währungsreform=Vorlage bringt Paris, 26. September. Die Währungsreform=Vorlage, deren Beratung das Parlament am Montag vormittag beginnt, soll im starden Frank ausgestatteter 26„ sierungsfonds errichtet werden, um die Erhaltung der vorgesehenen neuen Goldparität, also das neue Verhältnis zwischen dem französischen Frank un Bis zur Annahme der Vorlage durch das Parlament trifft die Bank von Franreich die nozwendigen Probuktenmärkte Franfreichs bliten 9“ Tage geschlossen. Der Devisenmarkt wird scharf Die Währungsreform ist mit folgenden einzelnen Saheftng eiuned Stesbiütherungsteie geszacheie Peisiarden(Hosdeg.“Gewimnstener auf ausländische Devisen, Hilfe für Kleinrentner, Ruhegehaltsempfänger und Kriegsteilnehmer, Angleichung der Gehälter an die Lebensbaltungerosgzetgalts, und Lohnstela. sind ferner Verordnungen über eine Reihe von Zo Auf Grund einer Verocdnung des Finanzministers kann die Bezahlung von Forderungen, die auf Gold (Fortsetzung auf Seite 2) Seite 2 Nr. 227 Bochumer Anzeiger# Montag, 28. September 1936 1000 Knr-Keichballeraht (Fortsetzung von Seite 1) 919, u set beticge, Iget wocz, vtemet, gehen ezimzelnen seiner der Arbeiter die Hand und swricht ihm im Rasei, oas sei ein Grund zum Stolz für jeven einzelnenl einer der Ar Arbeiter, der daran mitgewirkt habe. Mit anerkennenden Worten gedachte der Führer auch der zahlreichen geistigen Mitarbeiter, die wirklich wunderbare Leistungen vollbracht hätten. Es seien in diesen drei Jahren Brücken konstruiert worden, die zu dem Schönsten gehörten, was die Technik überhaupt geschaffen habe, und die, rein künstlerisch gesehen, Meisterwerke darstellten, die ihresgleichen zur Zeit noch nicht hätten. Ebenso sprach der Führer seinen Dank genaus den unzähligen anderen, die in Büros und Kontoren oder in der Zubehörindustrie am fen hätten. Der besondere Dank des Führers galt dem Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt, der sich als einer der gläubigsten Idealisten und zugleich nüchternsten Realisten vom einstigen Straßenbauarbeiter zum größten Straßenbaumeister aller Zeiten emporgerungen habe und auf den der deutsche Arbeiter besonders stolz sein könne. Brausende Begeisterung löst die Ankündigung des Führers aus, daß in fünf Jahren die ersten 7000 Kilometer Reichsautobahnen fix und fertig sein werden, sowie die weitere Ankündigung, daß in 18 Monaten Deutschland von jedem Zwang zur Benzineinfuhr frei sein werde. Nach den Schlußausführungen des Führers setzt stürmischer Beifall ein. Alle drängen zum Führer Generalinspektor Dr. Todt schließt den Festakt mit einem Sieg=Heil auf den Führer, in das die riesige Wenschenmenge begeistert einstimmt Das DeutschFrankenabwertung Ihre Bedeutung und ihr Scho Das Kabinett Blum hat durch einen Federstrich den französischen Franken um rund 30 Prozent abgewertet. Durch eine Absprache mit der englischen und der amerikanischen Regierung, die nichts anderes beiggtzga## daß England und Frankreich ihre durch innerwittschaftliche Erwägungen bedingte Währungsfreiheit beibehalten, dagegen bestrebt sind, das größtmögliche Gleichgewicht auf dem internationalen Währungsmarkt zu erhalten, sucht Frankreich seinen Schritt zu untermauern. Die Auswirkung dieser Absprache bleibt abzuwarten. Zur Stunde ist nicht bekannt, welchen Weg das Kabinett Blum wählen wird, ob es den französischen Frankenkurs an das englische Pfund oder an den amerikanischen Dollar anhängen wird. England und Amerika hatten bereits vor Jahren unter dem Druck der Deflationserscheinung.: keinen anderen wirtschafts= und währungsrot Ausweg aus den ökonomischen Spannungen gesehen die Aufgabe des Goldstandards. Da sich nun Frankreich zum gleichen Schritt entschlossen hat und auch die Schweizer Regierung noch am Samstag eine ährliche Maßnahme grundsätzlich ins Auge gefaßt hat, bie##t noch als Säule des ehemaligen Goldblocks Holland übrig. Aber schon heute erklärt die niederländische Regierung, daß eine Beibehaltung des Goldstandards auch für die Niederlande kaum mehr möglich sei. Zwischen den Abwertungen währeno der jahre und der jetzt erfolgten Devalorisierung des Franken wird man grundsätzlich unterscheiden müssen. Während seinerzeit zumeist nur jene durch den Weltkrieg und die unsinnige Nachkriegswirtschaft ausgelösten, zur internationalen Krise drängenden Wirtschaftsschwierigkeiten für die Abwertungen ausschlaggebend waren, erhält die jetzige Frankenabwertung ein vor allem innerpolitisches Gesicht. Das wird die für Montag in angesetzte Kammersitzung, die die vorgelegten Gesetze zu beraten hat, beweisen. Schon im Augenblick ist die fentliche Meinung Frankreichs in zwei grundsätzliche Lager gespalten. Die Rechtsparteien und vor allem der Mittelstand setzen den Maßnahmen des Kabinetts Blum energischen Widerstand entgegen. Auf der Linken hingegen, wo selbst die Kommunisten, die bisher eingeschworenen Gegner der Abwertung, sich hinter die Regierung auch in diesem Falle stellen, hegt man nicht geringe Zweifel, ob das Maß der Ab wertung überhaupt zur Ueberwindung der innerwirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten genügen wird. Der Kampf ist bereits heute in vouem Umfange entbrannt. Die Gegner führen dabei ins Feld, daß das Kabinett Blum, das bisher eine Abwertung entrüstet von sich gewiesen hatte, doch zu diesem Hilfsmittel griff und sein Versprechen gegenüber den französischen Rentnern, dieser breiten Schicht des französischen Volkes, gebrochen hat. Obwohl man in eingeweihten Kreisen über die Pläne des Kabinetts Blum seit einiger Zeit unterrichtet gewesen zu sein scheint, hat die Plötzlichkeit des jetzigg vor dem Führer. Er erblickt sie, zieht sie an sich Entschlusses in Frankreich selbst überrascht. Die schneu- und fragt sie, wo sie herkommen, wie sie heißen und sandlungsweise ist nur mit der sehr schnell zunehmeneiner der Albener di Gand und fpriche Iym, im Namen seiner Arbeitskameraden den heißen Dank für die Arbeitsbeschaffung durch den Bau der Autobahnen Schnell wird auch eine fachliche Besprechung mit einem der Beamten von einer der anderen Baustellen eingeflochten. In jedem Fall ist der Führer von der betreffenden Baustrecke unterrichtet, gibt Auskunft und erteilt Ratschläge. Und dann immer wieder Jugend, deutsche Jugend. Der Führer fällt sogar in schlesischen Dialekt, als ihm ein Pimpf erklärt, daß es aus Breslau sei, und in echtem Schlesisch kommt es aus dem Munde des Führers zurück:„So, aus Breslau Ein kleines weinendes Mädel fällt dem Führer auf. Der Führer widmet sich ihm und fragt es, warum es weine. Antworten kann das blondhaarige Geschöpf nicht, so ist es übermannt, vom Führer angesprochen zu werden, der sich danach erkundigt, ob es sich im Gedränge wehgetan habe. Wieder keine Antwort, aber aus dem tränenüberströmten ist ein freudestrahlendes, lachendes Gesicht geworden! Dann hat der Führer noch alle Abordnungen der 15 Bauleitungen begrüßt und hat allen die Hand gedrückt, während die Menge immer wieder in Heilrufe ausbricht. So kommt die enge Volksverbundenheit des Führers mit jedem Deutschen, ob Arbeiter, ob Beamter, ob deutsche Jugend, auf das sinnfälligste zum Ausdruck, für diejenigen, die Zeugen hiervon sein konnten, ein unvergeßliches Erlebnis. Als der Führer seinen Wagen besteigt, brausen erneut tosende Heilrufe auf. Unter dem Jubel der Zehntausende setzt sich die Wagenkolonne in Bewegung und um 12 45 Uhr zerreißt der Wagen des Führers das Menschenmenge begeistert einstimmt. Das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied bilden den Abschluß des eigentlichen Festaktes, worauf der Führer sich zu den Abordnungen der 15 obersten Bauleitungen begibt. Nur mit größter Mühe kann die Absperrung die Volksgenossen zurückhalten. Dennoch sind der Führer und seine Begleitung in kürzester Zeit mitten im größten Gedränge. Der Führer drückt immer und immer wieder die sich ihm entgegenstreckenden Hände der Arbeiter. Für jeden hat er ein freundliches Wort, er erkundigt sich nach ihrem Befinden, wo sie herstammen, und läßt sich mit ihnen in Gespräche ein, die nur dadurch abgekürzt werden,“ daß es die nächstfolgenden Arbeiter nicht erwarten können, ebenfalls vom Führer angesprochen zu werden. Zwischen den Arbeitern haben sich Jungen und Mädel durchgedrängt und stehen nun mit einem Male führer. Er erblickt sie, zieht sie an sich heran Haubtungpigigt, ist nur mit ber seyt guhnell zunehmenden innerpolitisch und innerwirtschaftlich schwierigen Lage zu erklären. Die Lage der franzosischen Währung an sich hätte einen derartig rigorosen Eingriff nicht notwendig gemacht, beträgt die Golddeckung der Frankenwährung doch im Augenblick noch 57 Prozent, obwohl das französische Gesetz nur eine Deckung von 35 Prozent vorschreibt. Der unausgeglichene Staatshaushalt, nicht zuletzt hervorgerufen durch eine Ueberhöhung der Rüstungsausgaben, unzureichende Steuermaßnahmen, dazu die durch eine recht angreifbare Außenpolitik des französischen Außenministeriums verschärfte europäische Spannung hatten das französische Kapital mißtrauisch gemacht und zu Abflüssen auf die Auslandsmärkte veranlaßt. Noch in den letzten Tagen flossen mehr als vier Goldmilliarden aus Frankreich ab. Verstärkt wurden diese Geldbewegungen durch die Streiks, Lohnund Preiserhöhungen, Dinge, die zu einer gefährlichen Stockung des Auslandsabsatzes führten. Dazu kamen spekulative Eingriffe von außen her. Ueber die Eignung oder Nichteignung der getroffenen Maßnahmen zu richten, ist nicht unsere Aufgabe. Sie obliegt der am Montag zusammentretenden Kammer. Einstweilen ist durch die französische Maßnahme eine Beunruhigung des internationalen Geldmarktes ausgelöst. Auf einzelnen Weltmärkten sind die Börsen schon gestern geschlossen worden. An der Berliner Börse hingegen wurde am Samstag nur die Notierung des Franken ausgesetzt, weil jede Bewertungsgrundlage fehlt. Im übrigen nahm die Berliner Börse ihren üblichen, ruhigen Verlauf. Die Sicherung der deutschen Wirtschaft durch die Devisengesetzgebung schützt uns vor jeder unmittelbaren Berührung mit den französischen Währungsereignissen. Die deutsche Devisenbewirtschaftung ist stabilisiert und die Währung nach innen geschützt. Zudem gibt der vom deutschen Führer verkündete neue Vierjahresplan auf wirtschaftlichem Gebiete eine neue Richtung für die Anspannung aller nationalwirtschaftlichen Kräfte, so daß kein Grund und kein Anlaß zu irgendwelchen deutschen Maßnahmen angesichts der internationalen Währungsvorgänge gegeben ist. Allein die Tatsache, daß der Reichsbankpräsident Dr. Schacht zur Stunde überhaupt nicht in Berlin, sondern auf einer Wirtschaftstagung in Saarbrücken weilt, beweist, mit welcher Ruhe man deutscherseits der weiteren Entwicklung entgegensieht. Ueber die Wirksamkeit der Devalvation, der staatlichen Herabsetzung des Nennwertes eines Geldes auf einen anderen Wert, ist das Urteil der Finanzsachverständigen verschieden. Auf dem französischen Binnenmarkt braucht die Abwertung nicht besonders in die Erscheinung zu treten, wenn es der französischen Regierung gelingt, jeder Preissteigerung einen Riegel vorzuschieben. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. In jedem Falle aber wirkt oie Abwertung im französischen Außenhandel aus. Sämtliche nach Fränkreich gelangenden Einfuhrwaren erhalten nunmehr einen Preisaufschlag von mindestens 30 Prozent. Umgekehrt werden die von Frankreich nach dem Auslande ausgeführten Waren um 30 Prozent verbilligt. Man wird also in der Frankenabwertung auf der einen Seite eine Maßnahme sehen müssen, um die französische Ausfuhr zu stärken und die französische Ausfuhrindustrie wettbewerbsfähiger zu machen, auf der anderen Seite eine Maßnahme, um die Einfuhr gegenüber dem früheren Zustande zu verteuern. Das Geschäft bei der Abwertung macht nur der französische Staat, der auf diesem Wege seine auf Gold aufgebauten Inlandsverpflichtungen um 30 Prozent herabsetzt. Gelingt es dem Staat jedoch nicht, die bisherigen Preise für die Hauptbedarfsgüter des täglichen Lebens zu halten, so muß die Abwertung auch automatische Bewegungen auf dem Binnenmarkt auslösen. Neue Lohnforderungen würden kommen, neue Preissteigerungen würden folgen, und damit wäre dann die bekannte Schraube ohne Ende gegeben. Die Entscheidung liegt also lediglich bei der Frage, ob die französische Regierung ein Hinaufschnellen der Inlandspreise wird verhindern können. 24. H. wie sie es fertiggebracht haben, sich durch die Absperrung hindurchzuschlängeln. Liebevoll streichelt er ihre Wangen. Dann wieder fragt er die Arbeiter, wo sie herkommen. Ein Arbeiter spricht den Führer an und richtet ihm als Steiermärker einen Gruß aus Oesterreich aus warüher sich der Führer besonum 12.19 Uhr zerleigt,V....,,.- OE. Band, womit der tausendste Kilometer der Reichsautobahn dem Verkehr freigegeben ist. Die Fahrt über die Autobahn In vorerst langsamer Fahrt wird dann zum ersten Male die Reichsautobahn befahren. An der Spitze der Wagen des Führers mit seiner Begleitung. Ueberall jubelt die Bevölkerung dem Führer begeistert zu. Um 13.30 Uhr ist Kostenblut erreicht, wo der Führer die Vorbeifahrt der ihm folgenden Wagen abnimmt. Fast eine halbe Stunde lang fahren die Wagen an ihm vorbei, besetzt mit freudig erregten Arbeitern, die ihm leuchtenden Auges ihre Ovationen darbringen. Dann fährt der Führer in beschleunigtem Tempo die zweite Hälfte der 91 Kilometer langen Strecke. Inzwischen haben sich von der Anschlußstelle in Liegnitz aus in Richtung Breslau motorisierte Formationen der Wehrmacht in Bewegung gesetzt, die etwa zehn Kilometer vor Kostenblut auf der entgegengesetzten Seite der Autobahn am Führer vorbeifahren. Nach den Feierlichkeiten war die Reichsautobahn das Ziel zahlloser Kraftfahrer, die zum ersten Male Gelegenheit hatten, die fertiggestellte Teilstrecke in iheer Oesterreich aus, worüber sich der Führer beson- ganzen Schönheit kennenzulernen. VatseungsBetr?.....2 (Fortsetzung von Seite 1) lauten, auf schriftlichen Antrag des Schuldners hin aufgeschoben werden. Weitere Regelung der auf Gold lautenden Verpflichtungen folgt noch. Finanzminister Vincent=Auriol gab in einer Pressebesprechung der Hoffnung Ausdruck, die neuen Maßnahmen würden eine Belebung der französischen Wirtschaft herbeiführen. Ansturm auf Sachwerte Die erste Folge der Frankabwertung Am Samstag nachmittag setzte in Paris ein Ansturm auf Sachwerte ein. Alle Geschäfte waren überfüllt; stellenweise konnten die Verkäufer dem Andrang der Kunden kaum standhalten. Die Warenhäuser gaben bekannt, daß sie trotz der Abwertung keine Preiserhöhung vornehmen würden Auf den großen Boulevards sah man eine lange Reihe von Kraftdroschken, dicht besetzt von lachenden jungen Leuten. Die Insassen schwenkten Fahnen und riefen den zahlreichen Fußgängern zu:„Freut Euch mit uns! Umarmt Euch! Man hat uns betrogen!“ Es handelte sich offensichtlich um eine Kundgebung rechtsstehender Kreise gegen die Abwertungsmaßnahmen der Regierung. Die Polizei hatte keine Veranlassung, einzuschreiten. keit, die heutige Währungspolitik aufrechtzuerhalten, nicht länger als noch vorhanden angesehen werden. Um zu verhüten, daß man schließlich gezwungen werden würde, den Goldstandard preiszugeben, und zwar nach einer nicht zu verantwortenden Schwächung des Goldvorrats der Niederländischen Bank, hat die Regierung in voller Uebereinstimmung mit der Ansicht der Niederländischen Bank beschlossen, vom 27. September an die Ausfuhr von Gold zu verbieten, falls diese Ausfuhr nicht gedeckt ist durch ein authentisches Zertifikat der Niederländischen Bank. Des weiteren wird die Effektenbörse am Montag und Dienstag geschlossen sein. Nähere Mitteilungen über die Absichten der Regierung werden am Montag veröffentlicht werden.“ über Nacht von 5,02 auf 4,91 Dollar. Nunmehr schritt das Schatzamt ein und kaufte mit Hilfe der ihm zu Stabilisierungszwecken zur Verfügung stehenden Sonderfonds den gesamten von der russischen Staatsbank auf den Markt geworfenen Pfundbetrag auf. Schatzsekretär Morgenthau gab seiner persönlichen Entrüstung über den russischen Sabotageakt unverhohlen Ausdruck und erklärte, das russische Vorgehen stelle einen Versuch dar, den Devisenmarkt in den Vereinigten Staaten künstlich zu beeinflussen. Er hoffe, daß ein ähnlicher Versuch nicht noch einmal unternommen werde. „Deutsche Währung wird nicht abgewertet“ dnb Königswusterhausen, 27. Sept. Auf einer Führertagung der SA.=Gruppe BerlinBrandenburg sprach am Sonntag Staatssekretär SA.= Gruppenführer Reinhardt. Er nahm auch Stellung zu den Abwertungsmaßnahmen der französischen Regierung und ihren Folgen.„Die deutsche Währung ist stabil; sie wird unter keinen Umständen abgewertet. In Deutschland denkt niemand an verantwortlicher Stelle an Währungsexperimente, und es wird hier nichts geschehen, was das große Aufbauwerk Adolf Hitlers erschüttern könnte.“ Neuordnung der Kohlenwirtschaft Wichtige Erklärungen Dr. Schachts Saarbrücken, 27. September. In Saarbrücken hielt gestern der Verein Deutscher Bergleute seine erste Hauptversammlung ab, die von Oberbergrat von Velsen eröffnet wurde. Oberberg= hauptmann Schlattmann betonte, daß die Zahl der tödlichen und schweren Unglücksfälle in den letzten zehn Jahren erfreulicherweise um rund 40 v. H. zurückgegangen sei. Generaldirektor Dr. Waechter sprach über technische Fragen des Saarbergbaus. Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht, der an der Versammlung teilnahm, ergriff die Gelegenheit, um über wichtige Fragen des deutschen Bergbaus zu sprechen. Viele Aufgaben hat heute der deutsche Bergbau zu erfüllen. Eine dieser Aufgaben, die Dr. Schacht den Bergleuten besonders an das Herz legte, ist die Grubensicherheit.„Allem voran“, so erklärte Dr. Schacht, „steht die Pflicht, die Grubensicherheit so zu fördern, wie es in Menschenmacht steht. Das ist nicht nur Menschenpflicht, das ist unser aller Ehrenpflicht gegenüber den Kameraden, welche die besonders harte und gefahrvolle Bergarbeit ausüben und deren Leben und Gesundheit in so hohem Maße von dem Können und dem Wollen der Betriebsführung und der Bergaufsichtsbehörde abhängt. Ich weiß, daß eine vollkommene Sicherheit im Berghau wohl niemals zu reichen sein wird. Die Erde gibt eben ihre Schätznur unter schweren Opfern her. Gerade aber deshall muß alles geschehen, um diejenigen Unfälle zu verhüten, die durch menschliches Versagen oder Verschulden herbeigeführt werden.“ Von besonderer Bedeutung war eine Erklärung Dr. Schachts über eine Neuordnung der Kohlenwirt schaft.„Die alte Regelung hat“, so sagte Dr. Schacht, „versucht, den Bedürfnissen einer Zeit, in der Kohlen not herrschte, gerecht zu werden durch die Vorstellung, daß Wirtschaftsfreiheit gleichbedeutend sei mit möglich großer Ungebundenheit in der Erzeugung und Verteilung der Volksgüter sowie in dem Verfolgen der eige nen Interessen. Unsre nationalsozialistische Auffassung von der Wirtschaft hat mit diesen Anschauungen er freulicherweise aufgeräumt. Heute heißt es, den Kohlen reichtum Deutschlands möglichst nutzbringend in Dienste der Volkswirtschaft zu verwerten. Wir wollen die Aufgaben, die der Kohle in ihre Gesamtheit gestellt sind, auf die beiden Kohlenarter (Braunkohle und Steinkohle) und auf die einzelnen Kohlenbezirke gerecht verteilen, wollen Produktion und Handel auf das gemeinsame Ziel, den Dienst am Ganzen, so ausrichten, wie es Ihnen der Nestor des deut schen Bergbaus Ihr Ehrenmitglied Geheimrat Kin dorf, vorgelebt hat. Dazu brauchen Sie die Hilfe der Reichs. Ich werde sie Ihnen gewähren und dafür son gen, daß die Kohle in der gesamten Energiewirtschaf als das zur Geltung kommt, was sie ist, nämlich alt ihre wertvollste Grundlage.“ und Holland werten anb Bern, 27. September. Der Bundesrat genehmigte am Sonntag abend zwei außerordentliche Maßnahmen bezüglich der Kosten der Lebenshaltung. Die wesentlichste Bestimmung der Währungsnaßnahmen lautet: Die Schweizerische Nationalbank ist angewiesen, den Goldwert des Franken zwischen 190 und 250 Milligramm Feingold zu halten. Dies entspricht einer Abwertung des Franken im Mittel von 30 Prozent.“ Die Hauptbestimmung der Verordnung über die Kosten der Lebenshaltung besagt: „Vom 28. September 1936 an ist es untersagt, die Groß= und Detailpreise jeder Art von Waren, die Tarife der Hotels, die Tarife für Gas und Elektrizität, die Tarife für Honorare sowie die Miet= und Pachtzinsen ohne die Genehmigung des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements oder der von ihm bezeichneten Organe zu erhöhen.“ Die schweizerische Oeffentlichkeit und auch die Presse nehmen die Bundesratsbeschlüsse mit Ruhe auf. dnb Haag, 27. September. Die niederländische Regierung veröffentlichte folgende amtliche Mitteilung: „Nachdem die Regierung nach den angekündigten Währungsmaßnahmen in Frankreich ihre Absicht bekanntgegeben hatte, ihre eigene Wäyrungspolitik unverändert fortzusetzen, hat der seitdem gefaßte Beschluß der Schweizer Regierung die niederländische Regierung gezwungen, ihre Haltung erneut zu überprüfen. kung gezwungen, ihts Gallung Nachdem nunmehr die Niederlande das einzige Land der Welt geworden sind, das seine Goldparität unverändert gelassen hat und dadurch in stärkstem Maße den Druck auf die Wechselkurse und auf seinen Goldvorrat zu fühlen haben wird, kann die MöglichBelgische Währung bleibt stabil dnb Brüssel, 26. September. Die belgische Regierung schließt sich in einer Erklärung der französisch=englisch=amerikanischen Währungsvereinbarung insoweit an, als darin der gemeinsame Wille bekundet wird, den Frieden zu wahren, die Schaffung von Bedingungen zu begünstigen, die am besten zur Wiederherstellung der Ordnung in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen beitragen können, und eine Politik zu betreiben, die auf die Entwicklung des Wohlstandes in der Welt und auf die Besserung des Lebensstandards der Völker abzielt. Zu diesem Zweck ist die belgische Regierung entschlossen, an der Währungspolitik nichts zu ändern, die sie seit 1½ Jahren verfolgt hat und die eine vollständige Stabilität des belgischen Franken am Devisenmarkte' sicherte und so jede Stöder rung dieses Marktes vermied. Italien wartet ab dnb Rom, 26. September. Die Abwertung des französischen Frank wird in den italienischen Bankkreisen und in den zuständigen Ministerien sehr ruhig ausgenommen. Man betont, daß man mit dieser Maßnahme mehr oder weniger gerechnet hatte, wenn sie auch vielleicht etwas früher als vorgesehen getroffen worden sei. Bei den zuständigen Ministerien werden, wie ferner verlautet, Maßnahmen erwogen, um auf die neue Lage vorbereitet zu sein. Einschneidende Beschlüsse ständen jedoch nicht bevor. Moskauer Sabotageversuch Angriff auf das englische Pfund Washington, 26. September. Die Sowjetrussische Staatsbank hat nach amtlichen Angaben des Schatzsekretärs Morgentbau einen Sabotageversuch gegen das neue Währungs=Abkommen zwischen Frankreich, England und den Vereinigten Staaten unternommen. Durch schnelles Eingreifen des Schatzamtes ist der Sabotageversuch nicht zur beabsichtigten Wirkung gekommen..4 M. Nach der Darstellung von Schatzserretar Morgenthau hat die Sowjetrussische Staatsbank wenige Stunden nach dem Bekanntwerden des neuen WährungsAbkommens Anweisung gegehen, unverzüglich eine Million Pfund Sterling an den amerikanischen Börsen zu verkaufen. Das Angebot von englischen Devisen stürzte Delbos für Abrüstung Die weitere Aussprache in der Völkerbundsversammlung Genf, 26. September. In der allgemeinen Aussprache in der Völker bundsversammlung sprach heute als erster Redner de französische Außenminister Delbos. Nachdem er aue seinerseits dem Glauben an den Völkerbund Ausdruc verliehen hatte, ging er zu den verschiedenen Proble men Europas und der Welt über und erklärte,„de Locarno=Vertrag sei am 7. März von Deutschland ver leugnet worden". Die am 7. März begonnene Krist sei noch nicht beendet. Nachdem der Redner weiter das Währungsabkom men mit England und den Vereinigten Staaten kur gestreift hatte, befaßte er sich mit der Rüstungsfrag und plädierte für eine verhältnismäßige, gleichzeitig und progressive Herabsetzung der Rüstungen. Nach Delbos gab der norwegische Außenminister Dr. Koht den Sorgen der kleinen Länder angesichtt des Wettrüstens Ausdruck. Die Sitzung wurde danr auf Montag vertagt. Hohe italienische Auszeichnung für Dr. Frank. Auf Vorschlag des italienischen Regierungschefs hat der König von Italien Reichsminister Dr. Frank die höchste italienische Auszeichnung, das Großkreuz des Mauritius=Ordens, verliehen. Hauptamtsleiter Dr. Dresler wurde zum Großoffizier der Krone von Italien ernannt. 40=Stunden=Woche im französischen Bergbau. Der Präsident der Republik Frankreich hat einen Erlaß unterzeichnet, der die 40stündige Arbeitswoche in den Bergwerken einführt. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Die Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest, Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Lokales: Hans Schult#, Kulturpolitik und Unterhaltung: t. V. Dr. Emil Strodthoff, Wirtschaft: i. P. Rudol! Jaest. Gerichtsdienst u. Briefkasten: Max Fleger, Spoll. dent.„erichtsore Kurs Scholz sämtI. V. Paul Vorke, Apteiggn:######## sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin=Karlsvorst, Dönhoffstraße 19. Anruf Karlsoorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe. BerlinCharlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf O 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Lauvenmühlen# Dierich i# Bochum Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist gültig, Nachlaßstaffel B.— DA. VIII. 36 über 26 200. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. heutige Nummer umfaßt 16 Seiten Seite 3 Nr. 227/ Bochumer Anzeiger„ Montag, 28. September 1936 Bochume Nachrichten Bedrüppelt Das ist in knappster Form die Kennzeichnung des letzten Septembersonntags. Von früh bis spät klopften Regentropfen an die Fensterscheiben, hinter denen mißmutig die Menschen saßen, die diesen Sonntag lieber auf der Stiepeler Fliegenkirmes oder auf der Eickeler Zwiebelkirmes verbracht oder aber einen gemacht hätten. Ueber die Langeweile dieses verregneten Sonntags half die Zeitung hinweg, die so viel Unterhaltsames brachte. Es fehlte auch nicht an allerlei Veranstaltungen aus Anlaß des Abschlusses der Weinwerbewoche, da jedoch der„Erste" noch nicht da war und in vielen Portemonnaies Ebbe herrschte, so fehlte auch hier die rechte Stimmung. Es war halt ein „bedrüppelter Sonntag". Gemeinschaftsempfang am 28. September Durch die Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen sind sämtliche Betriebe Bochums und daruber hinaus des Deutschen Reiches vorbereitet, um die am Montag, 28. d.., um 16.30 Uhr stattfindende Uebertragung der Rede unseres Führers zu übernehmen. An Stelle der Rede auf der 4. Arbeitstagung der Deutschen Arbeitsfront wird die Proklamation des Führers mit einleitenden Worten des Reichsorganisationsleiters, Parteigenossen Dr. Ley, übertragen. Um aber allen anderen Volksgenossen, die nicht in Betrieben beschäftigt sind, wozu auch besonders die Hausangestellten zählen, Gelegenheit zu geben, die Uebertragung zu hören, haben sich die Gastwirte bereit erklärt, durch Aushängung von entsprechenden Schildern darauf hinzuweisen, daß hier die Uebertragung ohne Verzehrszwang abgehört werden kann. Es ist selbstverständlich, daß sich an diesem Tage das gesamte schaffende Deutschland um den Rundsunkempfänger versammelt, um die Proklamation des Fuypers zu büren. Der Einzelhandel schließt während des Gemeinschaftsempfanges am 28. September Bochumer Ortsgruppe der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel wendet sich mit folgendem Aufruf an ihre „Am 28. September 1936, ab 16.30 bis etwa 17.30 Uhr, findet über alle deutschen Sender eine Wiederholung der Proklamation des Führers von der Eröffnung des 8. Reichsparteitages der NSDAP. statt. In der Proklamation stellt der Führer das Ziel der wirtschaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands innerhalb der nächsten vier Jahre auf. Dieser für die gesamte deutsche Wirtschaft wichtige neue Vierjahresglat., wird als Gemeinschaftsempfang in allen deutscgenn,.e zz..; empfiehlt die Wirtschaftsgruprezez, g1, Geschäfte au gruppe Bochum, während dieser Heir die Geschafte zu schließen.“ Bochumer Schauspiel heute in Detmold zur Grabbe=Woche Nach der gestrigen Premiere von Shaws„Pygmalion“ weilt heute das Bochumer Schauspiel aus Einladung des Propagandaministeriums in Detmold, um im Rahmen der Grabbe=Festwoche den„Napoleon" aufzuführen, mit dem bekanntlich die vorige Spielzeit eröffnet wurde. Die Bochumer Bühne, die sich mit Grabbes„Napoleon" nach langem Schweigen um diesem Dichter erstmalig wieder für das große westfälische Genie einsetzte, wird heute Gelegenheit haben, unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels, in Anwesenheit führender Persönlichkeiten von Partei und Staat die Leistungsfähigkeit des Bochumer Ensembles unter Beweis zu stellen. Bochumer Ehepaar auswärts verunglückt. Am Samstag nachmittag waren die Eheleute Johann St., Castroper Straße, mit dem Motorrad nach od: an Regen verursachten Glätte ver, Setupr, in den ziegen verursachten Glätte der Straße in Katernberg ins Schleudern, wodurch der Fayrer den Halt verlor. Beide Ehegatten wurden erheblich verletzt F.ri Wrh Freudig begrüßen die Arbeitsdienstler ihre Heimatstadt Froher Gesang der aus dem Arbeitsdienst heimkehrenden Bochumer Jungen brandete am Samstag morgen durch die Innenstadt auf. Mit Blumen und Bändern geschmückt, kehrten etwa 500 Arbeitsdienstmänner aus dem Sauerland in die Heimatstadt zurück. Kurz nach 9 Uhr lief der Sonderzug am Bahnhof Nord ein, und immer wieder klang das Lied der Reserve auf Parole ist Heimat.." Am Bahnhof hatte sich der Meldeamtsleiter des Reichsarbeitsdienstes, Oberstfeldmeister Rettger, eingefunden, um den Transport zu begrüßen. Nach kurzer herzlicher Begrüßung durch die zahlreich anwesenden Familienangehörigen formierte sich ..-Brüning der Transport zu einem Marsch durch die Innenstadt zum Rathausplatz. In disziplinierter Haltung und mit dem Gesang des Arbeitsdienstes marschierte die Kolonne am Rathausplatz auf. Meldeamtsleiter Rettger ermahnte die ausscheidenden Arbeitsmänner, die drei Tugenden, die sie im Arbeitsdienst bewiesen hätten, Pflichterfüllung, Treue und Kameradschaft, auch in sie mit dem Wunsch einer glücklichen Zukunft. Nach einem begeistert aufgenommenen Sieg=Heil auf den Führer zogen die Heimkehrer in kleineren Trupps durch die Stadt nach Hause. Grundsteinlegung Bohnungsbauverein bahen1 Nummer d. Die Grundsteinlegung zu dem neuen Bauvorhaben des Gemeinnützigen Wohnungsvereins an der Haderslebener Straße hatte eine besondere Bedeutung, denn mit diesem Bauvorhaben wird eine Straße geschaffen, die eine vorbildliche erstehente im Gzeise der GemeinProjekt konnte„nur gplehen im Etin gr erue schaftsarbeit zwischen Bauherrn, Architekt, Stadtverwalund Unternehmer. Die Erneuerung unserer Baukultur soll in diesen Straßenzügen zum Ausdruck gebracht werden. So hatten sich denn am Samstag nachmittag der Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Vertreter der Stadtverwaltung, Partei und des Bauhandwerks zur feierlichen Grundsteinlegung an dem im Flaggenschmuck prangenden Bauplatz eingefunden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Schnitzler, begrüßte als Vertreter der Stadtverwaltung Stadtbaurat Timmermann und Stadtbaumeister Spannmacher, als Vertreter, der Partei Pg. Dr. Sorg von der Ortsgruppe Felsenburg, ferner die Vertreter der Presse und der Bauunternehmer. In seinen weiteren Ausführungen hob er sodann die Bedeutung dieses neuen Bauvorhabens hervor. Er wies auf das 30jährige Wirken des Wohnungsvereins hin, der über 1000 Wohnungen erstellte. Unter der Führung Adolf Hitlers sei eine Neubelebung des deutschen Baumarktes eingetreten, und auch der Wohnungsverein wolle mithelfen am Wiederaufbau. Das neue Bauvorhaben erfordere über eine halbe Million Reichsmark. Sodann verlas er die Urkunde, die mit den Plänen und einer Nummer des„B..“ vom Samstag in einer Kassette drei Hammerschlägen des Aufsichtsrates, Schmisler, Pist Ziesem Bauvorhaben an der Haderslebener Straße werde ein Projekt in Angriff inm Dritten Reich notwendig ist. Hier sei Gemeinschaftsarbeit geleistet. Er dankte Direktor Lange von der Baufirma Müller AG. und dem Vorsitzenden des Vorstandes des Wohnungsvereins Müller für das verständnisvolle Zusammenarbeiten mit dem Bauamt, das hier eine Musterstraße schaffen wolle, die wegweisend für die Erneuerung der Baukultur sein würde. Das Vorstandsmitglied Müller betonte, mit dem Bau wolle der Wohnungsverein dem Volk dienen und der deutschen Familie gesunde Wohnungen Dankesworten des Architekten Dreßler gab der Vertreter der Ortsgruppe Felsenburg der NeDAP, Dr. Sorg, seiner Freude Ausdruck, daß dieser vorvnwiiche Bau innerhalb der Ortsgruppe Felsenburg errichtet werde. Damit fand dieser feierliche Akt seinen Abschluß. Neue Schrebergärten. Kleingärtner sind dabei, im Zuge der Elisabethstraße beim Bahndamm der bergischmärkischen Eisenbahn 30 Kleingärten zu schaffen. Der Grund und Boden ist vor Jahren vom Umbau des Bahnhofs Präsident hier angefahren worden. Eine ganze Anzahl von Kleingärten ist inzwischen schon errichtet. „Armer Mann bittet um alte Hose...“ so hatte es angefangen. Hase's Herz ist milde, drun wendet er sich um zum Kleiderschrank. Auf leisen Sohlen schleicht der„Bettler“ hinterher, ritsch=ratsch, ein Knotenstock saust Hase über'n Kopf. Dann„türmt“ der Räuber schwerbeladen... „Haben Sie denn nie gelesen, daß man fremde Leute nicht in die Wohnung läßt?“ fragte der Kriminalbeamte, „und daß man alte Kleider der RSV. gibt, die allet gerecht verteilt?“ Rein, das ist ihm neu. Er heißt ja Hase und weiß von nichts — hätte er Zeitung gelesen! Die warnt beizeiten: Sieh dich vor— sonst hau'n dich Sanner über's Ohr! Modellmodenschau des Damenschneiderhandwerks in Bochum Die Damenschneider=Innung„Pochum veranstaltet Saale des Parkhauses in Verbindung mit mer Kürschner= und Putzmacherhandwerk eine große Wintermodelle der Modezentrale des stggewarggg schaffen und der handwerklichen Wertarbeit in der Bekleidung der deutschen Frau wieder den gebührenden Platz gewinnen. Die Modelle sind sämtlich in den Werrstätten des Damenschneiderhandwerks angefertigt und geben daher ein Spiegelbild seiner Leistung.„, Das deutsche Damenschneiderhandwerk zahlt etwa 150000 Betriebe mit zahlreichen Gehilfinnen und Lehrlingen. Es ist ein typisches Frauenhandwerk und zu seinem weiteren Bestehen und seiner Entwicklung gerade auf die Unterstützung der deutschen Frau angewiesen. Es darf daher erwartet werden, daß das Bestreben des Damenschneiderhandwerks wie auch des Putzmacher= und Kürschnerhandwerks auf modischem wie fachlichem Gebiet die Anerkennung und Förderung auch unserer hiesigen Frauenwelt findet. Die gezeigten Klei der, Mäntel und Kostüme können selbstverstandlich von den Angehörigen des Damenschneiderhandwerks nach den gezeigten Modellen angefertigt werden. 4 Die erste Ausstellung im Reich So sieht ein anheimelnder Tagesraum aus Auch Zechen und Werke können Erholungsplätze im Grünen schaffen ..-Muthherr Gestern wurde in Dortmund die erste Reichsaus=## stellung„Schonheit der Arbeit eroffnet. Im Kamen /9 der Stadt Dortmund begrüßte Oberbaurat Pabst die Gäste. Dann machte der Abteilungsleiter Pg. vin Hübbenet die Zuhörer auf die weltanschauliche Idee der„Schönheit der Arbeit“, in kurzen Worten aufmerksam. Gauwalter Stein gab anschließend einen Ueberblick über die Ziele der Rech.„Kraft durch Freude und über den Sinn der Ausstellung. Die Ausstellung hat einmal die Aufgabe, das von den deutschen Betrieben in den drei Jahren der Wirksamkeit der Idee„Schönheit der Arbeit" bisher Geleistete zu zeigen zum andern soll sie durch ihre anschauliche Darstellung zur Klärung der Aufgaben und Ziele beitragen und die Entwicklung weiter fördern. Das ganze Gebiet der„Schönheit der Arbeit“ ist in große Teilabschnitte aufgegliedert, die in verschiedenen maumen des Hauses der Kunst untergebracht sind. Im Untergeschoß gelangt man aus dem Ehrenraum in den Saal, der der Darstellung der eigentlichen Arbeitsräume gewidmet ist. Der Grundsatz, daß Luft und Sonne die Grundlagen des Lebens sind, gilt auch für die Arbeitsstätte. Im anschließenden Raum ist eine mustergültige Werkstatt aufgebaut. Im Gang wird zunächst ein besonders großes Projekt behandelt das jetzt vom Amt„Schönheit der Arbeit“ in Angriff genommen wurde. Es handelt sich um die Bebauung einer Braunkohlenhalde in Mitteldeutschland, die in Plänen und Photographien veranschaulicht wird. Aus der Halde soll ein Aufmarschplatz mit Kameradschaftshaus, Sportplätzen, Spielwiesen, Schießständen, Schwimmbad und Freilichttheater erstehen. Die vom Betrieb getragenen Anlagekosten belaufen sich bei diesem Projekt allein auf 1½ Miuionen Mark. Weiter werden im Gang Bilder von dem Entstehen des Fabriktrickfilms„Musterbetrieb.=.“ gezeigt. Das letzte Drittel des Ganges nimmt das Thema „Gutes Licht— gute Arbeit“ ein, das in Bildern und Modellen veranschaulicht wird. Im Raum ist ein mit Mustermöbeln des Amtes „Schönheit der Arbeit“ ausgestattetes Büro aufgebant. Im Saal ist zunächst das Gebiet der Seeschiffahrt behandelt, auf dem das Amt„Schönheit der Arbeit besonders große Erfolge erzielt hat. An der letzten Wand ist das Gebiet des Bergbaues behandelt, das im Rahmen der Bestrebungen „Schönheit der Arbeit“ naturgemäß eine Sonderstellung einnimmt. Man kann dem Kumpel keine hellen Fenster an seinem Arbeitsplatz einbauen, man kann ihm unten Tage keine freundliche Kantine einrichten und keine Grunanlagen zur Erholung in den Pausen schaffen. Um so mehr aber kann und muß über Tage getanIm Obergeschoß ist im Ehrenraum der Arbeit eine vom Bildhauer Petsch geschaffene Plastik aufgestellt, die vor dem Schwimmbecken zur Aufstellung kommen der Vetrieb in seiner Gesantheit bebandelz, Feide. folgsmang muß stolz sein Jönnen auf den Ber##n, dem er seine urbeitskraft zur verfugung stellt. Im Ra ist eine mustergültige Wohnküche aufgebaut. Im Gang werden in Gegenüberstellungen von Betriebsanlagen und=räumen im früheren und jetzigen Zustand die Erfolge des Gedankens„Schönheit der Arbeit" ver Seite 4 Nr. 227/ Bochumer Anzeiger" Montag, 28. September 1936 anschaulicht. Es ist der gute Wille, der schon mit einfachsten Mitteln Wunder an Verwandlungen schafft und die„Schönheit der Arbeit" verwirklicht. Im Raum wird eine mit Mustermöbeln des Amtes„Schönheit der Arbeit" ausgestattete Werkkantine gezeigt. Auch von diesen Möbeln können die Zeichnungen gegen Erstattung der Unkosten beim Amt„Schönheit der Arbeit“ angefordert werden. In der Kantine ist der DAF.= Rundfunkempfänger aufgestellt. Der letzte Raum dient der Darstellung des Themas „Grünanlagen im Werkhof". Gerade auf diesem Gebiet läßt sich viel erreichen.— Die sehenswerte Ausstellung verdient alle Beachtung. „Tag der Diakonie“ Jubiläumsfeier in der Christuskirche. Aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens der evangelischen weiblichen Mutterhausdiakonie feierte das evangelische Deutschland am gestrigen Sonntag den „Taa der Diakonie". Der Kirchenkreis Bochum hatt: für Samstaa abend eine Jubiläumsfeststunde in der Christuskirche angesetzt. Dem feierlichen Glockenruf waren viele Gemeindeglieder gefolgt und mit ihnen die im Dienste der Diakonie stehenden Schwestern und Helferinnen. In Fürbitte und Gebet gedachte Pfarrer Hardt in der Eingangsliturgie der Dienerinnen am Werk der Diakonie. Chorgesänge der„Sarepta“= Schwestern und Jubellieder der Gemeinde bildeten mit dem Glaubensbekenntnis und dem Psalm über das Wunder Gottes eine sinnvolle Einstimmung zu der Festansprache von Pfarrer Meyer dem Vorsteher des Diakonissenhauses„Sarepta“ in Bethel. Der Rückblick auf die segensreiche Geschichte der Mutterhausdiakonie war zutiefst eine Huldiguna an den Gründer des Werkes, an Pfarrer Theodor Fliedner, den der Festprediger als den Wiedererwecker der Diakonie in unseren Tagen bezeichnete. Es erübrige sich vollständia die Frage, ob für die Diakonie noch Raum in der Kirche sei. Denn die Mutterhäuser hätten gezeigt, was christliche Gemeinschaft, was christlicher Glaube und christlicher Dienst aus der Gemeinschaft sei. In der Verbindung von Dienst und Glaube und hingebender Liebe liege die Kardinalaufgabe der Kirche. In diesem Sinne bat der Festredner die Bochumer Gemeinde, in der Fürbitte für die Mutterhausdiakonie nicht zu erlahmen, damit die Mutterhausdiakonie gemäß ihrer Bestimmung ein Werk des Friedens und der segnenden Liebe für alle Zeiten bleibe. Mit Gebet und Segen klang die Stunde der Feier und des Dankes aus. Kameradschaftsappell der Bochumer Krieger= und Landwehr=Kameradschaft Die Bochumer Krieger= und Landwehr=Kameradschaft(Kyffhauserbund e. V. 1844) hatte ihre Mitglieder am Sonntag vormittag in Verbindung mit der im ganzen Reich durchgeführten Weinwerbewoche zu ihrem Kameradschaftsappell aufgerufen. Nach dem feierlichen Fahneneinmarsch unter den Klängen eines von dem Trommlerkorps Heidorn gespielten Marsches entbot Kameradschaftsführer Major a. D. Bering seinen Kameraden einen herzlichen Willkommensgruß. Er gedachte der 28 Opfer der Arbeit auf der Zeche„Prasident" sowie der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung, zu deren Ehren sich die Anwesenden von den Platzen erhoben. Kameradschaftsführer Bering verpflichtete dann neun Mitglieder durch Handschlag. Er teilte mit, daß der Führer des ersten Bezirks, Kamerad Pean, von seinem Posten zurückgetreten ist, weil er zum Führer des Soldatenbundes ernannt wurde. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Zu seinem Nachfolger wurde der Kamerad Edinger bestimmt und zu dessen Stellvertreter der Kamerad Dr. Thomas. Kameradschaftspfleger wurde der Kamerad Merwald. Einem kurzen Bericht über den Reichskriegertag in Kassel folgte ein Schießbericht des Kameraden Volkhardt. Mit starkem Interesse wurde der Bericht des Kameradschaftsführers, der als Gast bei den letzten Manövern weilte, entgegengenommen. Er fand anerkennende Worte für die hervorragenden Leistungen der jungen Wehrmacht, die an einem Tage bis zu 75 Kilometer marschierte. In Anerkennung ihrer Treue zum Kyffhäuserbund wurde den Kameraden Robert Becker, Gustav Hilgenstühler und Heinrich Schnellenberg das Kyffhäuserehrenzeichen erster Klasse und den Kameraden Arthur Aurisch Eduard Babst, Richard Demnitz, Friedrich Joswig Hermann Neumann, Hermann Philipp, Albert Rauhut, Friedrich Rodenwald August Scharfenberger Heinrich Weber und Walter Wiep= recht das Kyffhäuserehrenzeichen zweiter Klasse überreicht. Im Anschluß an die Bekanntgabe von Führeranordnungen wurde noch nachdrücklich darauf hingewiesen, das SA.=Sportabzeichen zu erwerben. Zum Abschluß des Kameradschaftsappells hielt der Kamerad Edinger einen interessanten Vortrag über„Friedensappell auf dem Schlachtfeld von Verdun“. Umrahmt wurde der Appell durch Darbietungen des Heidornschen Trommlerkorps. Einzelhandel und Zeitungsanzeige Ein zweiter Fachgemeinschaftsabend der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Ortsgruppe Bochum, über die Zeitungsanzeige findet am Dienstag, 29. September, abends 20.30 Uhr, im Bochumer Hof. statt. Wie uns die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Ortsgruppe Bochum, mitteilt, wird der Redner Pg. Albig(Berlin) an diesem Abend über praktische Fragen, insbesondere über die werbewirksame Gestaltung der Anzeige und über systemvolle Anzeigenwerbung sprechen. Die Ortsgruppe Bochum der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel empfiehlt allen Interessenten, an der Sitzung teilzunehmen. Brotspende für das WöW. Das deutsche Bäckerhandwerk wird auch für das Winterhilfswerk des Jahres 1936/37 wieder eine Gesamtbrotspende zur Verfügung stellen, die schlüsselmäßig auf die einzelnen Gebiete der Bezirksstellen und von diesen auf die Innungsbezirke verteilt wird. Verkehrsunfälle. Am 25. September wurde auf der Herner Straße ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren. Der Radfahrer wurde leicht verletzt, er konnte jedoch seinen Weg fortsetzen. Der Personenkraftwagen wurde am Kühler leicht beschädigt. — Am gleichen Tage wurde an der Ecke Kortum= und Kirchstraße ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren und am Kopf verletzt. Er wurde dem Beramansheil zugeführt. Blendax - Zahnpas sehr gut und Preizwert! Wohin gehen wir heute? —— Wohin gehen wir heute?— Stadttheater: Geschlossen. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Die Entführung. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Soldaten— Kameraden. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Moral. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Pat und Patachon in Mädchenräuber. Odcon: ab 15.30 Uhr: Stienka Rasin(Wolga—Wolga). Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Stienka Rasin(Wolga—Wolga). Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Die Stunde der Versuchung. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der grüne Domino. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Savoy=Hotel 217. Capitol: ab 15.30 Uhr: Ein Lied klagt an. 200 Tehlinnge auden=Gesenen Erhebende Feierstunde im Parthaus Zweihundert Lehrlinge der verschiedensten Berufe des Bochumer und Wattenscheider Handwerks, die in diesen Tagen ihre Lehre beendeten, wurden Sonntag abend im Parkhaus in einer althergebrachten Feier, zu der die Kreishandwerkerschaft eingeladen hatte, losgesprochen. Nach flott gespielten musikalischen Darbietungen des Orchesters der Landesfliegergruppe, dem ein Prolog folgte, entbot der stellvertretende Kreishandwerksmeister Schramm den Erschienenen einen herzlichen Willkommsgruß. Sein besonderer Gruß galt den Vertretern der DAF., der HJ., der Städtischen Berufsschule, Arbeitsamtsdirektor Kampmann sowie den Eltern der jungen Menschen, die es sich nicht nehmen ließen, bei der Freisprechung ihrer Jungen und Mädel, die nunmehr aus den Kinderjahren heraus sind, zugegen zu sein. Er bezeichnete diesen Tag als einen Lebensmeilenstein für die jungen Menschen und verlieh der Hoffnung Ausdruck, daß sie nun ein Erlebnis für ihre fernere Zukunft mit nach Hause nehmen. Nach dem Festchor„Deutsche Völker allesamt", dargeboten von den vereinigten Gesangabteilungen der Bäcker= und Fleischerinnung, hielt der stellvertretende Kreishandwerksmeister Schramm zur Freisprechung der Lehrlinge eine kurze Ansprache, die besonders dem jungen Handwerkernachwuchs galt. Das Handwerk werde wieder seinen goldenen Boden haben, allerdings nicht in materieller Beziehung, denn es gelte, sich gemeinschaftlich zu einer Arbeit zu bekennen im Sinne der Volksgemeinschaft. Ein einzelner sei nichts in der großen Bewegung des deutschen Vaterlandes, gemeinsam müßten wir die vor uns liegenden Aufgaben lösen. Er erinnerte dann an die Liebe und Sorge der Eltern und Lehrmeister, die sie aufgewendet haben, um aus den jungen Menschen tüchtige Handwerker zu machen. Feierlich fragte er dann die zweihundert Mädel und Jungen, ob sie gewillt seien, den Aufstieg des deutschen Handwerks im Geiste der Vorkämpfer von 1914— er erinnerte dabei an die Langemarck=Kämpfer— zu bewirken, einzustehen für die Nation, sich stets dankbar zu erweisen gegenüber den Eltern und Lehrmeistern, die sie ein Handwerk erlernen ließen, und bestrebt seien, tüchtige Gesellen und Meister zu werden und das deutsche Handwerk wieder zur Blüte zu bringen? Einstimmig, wie aus einem Munde, antworteten zweihundert junge Menschen:„Ja, wir geloben es!" Nach diesem feierlichen Eid sprach Pg. Schramm sie zu Gesellen und somit frei. Anschließend überreichten die einzelnen Handwerksmeister ihren jungen Gesellen die Gesellenbriefe. P. Jacobs, der in seiner Eigenschaft als Kreislehrlingswart die jungen Menschen während ihrer Lehrzeit betreut hat, sprach sowohl den Eltern als auch den Handwerksmeistern für ihre Mühen und Opfer mit bewegten Worten seinen Dank aus. Stellvertretender Kreishandwerksmeister Schramm sprach ein kerniges Schlußwort. Mit einem dreifachen Sieg=Heil, dem das Deutschland= und Horst=Wessel=Lied folgte, beendete er seine Ausführungen. Umrahmt wurde die Feierstunde durch musikalische und gesangliche Darbietungen sowie durch Gedichtvorträge und Tänze der Junghandwerker und JunghandFfurterarschire in Am Samstag waren es genau zehn Jahre, daß Pfarrer Otto Simon im zweiten Pfarrbezirk der evangelischen Gemeinde Bochum=Hamme tätig war. Am Tage darauf, am Sonntag, schlug für ihn die Stunde des Abschieds. Man kann es der evangelischen Gemeinde Bochum=Hamme nachfühlen, daß sie wehmütig gestimmt war, als sie sich Sonntag morgen zum letzten Male mit ihrem Seelsorger im Gottesdienst unter das Wort Gottes sammelte. Von der evangelischen Gemeinde Hordel war Pfarrer Höfker gekommen, von der bekennenden Gemeinde Engelsburg der am vorvergangenen Sonntag neueingeführte Pfarrer Schröer im Auftrage der Bochumer Kreissynode Synodalassessor Pfarrer August Kraemer(Weitmar), die mit Pfarrer Falkenroth aus Mülheim=Styrum, dem ehemaligen Seelsorger des dritten Pfarrbezirks, sowie mit den jetzt noch in Hamme amtierenden Pfarrern Walter Kraemer und Bach ihrem geschätzten Amtsbruder die Abschiedsgrüße überbringen wollten. Pfarrer Kraemer hielt nach einem einleitenden Psalmgesang des von Lehrer Wortmann dirigierten Kirchenchores die Liturgie. Dann bestieg Pfarrer Simon die Kanzel, um ein letztes Wort an seine Gemeinde zu richten. Rückschauend wertete er die zehn Amtsjahre seiner Tätigkeit in BochumHamme und er bekannte, daß es ihm eine Freude gewesen sei, in Hamme dem Worte Gottes dienen zu dürfen. Dank sagte er seinen Amtsbrüdern, Dank aber auch den Gemeindegliedern für ihre Willigkeit und ihre Treue. Seine letzte Bitte war, daß man seiner in Gebet und Fürbitte gedenken wolle. Die von Pfarrer Falkenroth gehaltene Schlußliturgie folgte dem Wunsche des Scheidenden. Treue einte sich mit Treue in dem Gnadenspruch des Kirchenchores, worauf die Gemeinde bewegten Herzens den letzten Segen von Pfarrer Simon empfing. werkerinnen der Kna###en= und Mädchenberufsschule. Den Abschluß bildete ein kameradschaftliches Beisammensein, bei dem das Orchester der Landesfliegergruppe fleißig musizierte. „Ewiges Volk!“ Morgenfeier der Hitler=Jugend, Standort Groß=Bochum „Die Morgenfeier der HJ. ist keine der üblichen „Veranstaltungen", mit ihr schafft sich die HitlerJugend etwas Eigenes, fernab jeder bürgerlichen Seichtheit... Die Feierstunde soll uns in die Zukunft weisen... Diese Stunde soll uns bestärken im Glauben an das ewige Deutschland.“ Diese wenigen Sätze, herausgehoben aus einer kurzen Ansprache, kennzeichnen am besten das Wesen und die Aufgabe der#eierstunde der Hitler=Jugend, die wir des öfteren in Rundfunk hören, und am Sonntag morgen in der Lichtburg erlebten. Die kulturelle Betreuung der gesamten Jugend bis zum 21. Lebensjahre durch die HJ. hat dieser eine nicht geringe Verantwortung gegeben. Der Nationalsozialismus ist ja nicht eine Uniform= und Mitgliedsbuchangelegenheit, sondern stellt eine ungeheure Erziehungsarbeit des deutschen Menschen von innen heraus dar; und wenn die HI. auf das Programmheft der sonntäglichen Feierstunde die Worte setzte:„Neu gegründet wird das Reich in der Tiefe unserer#eele!", so hat sie damit in wenigen Worten den Kern dieser ungeheuren Erziehungsarbeit umrissen. Freilich war die Feier kein Philosophenklub mit „tiefschürfenden Gedanken". Nein, in kräftigem Rhythmus schlug der Pimpf seine Landsknechtstrommel, hell klangen die Fanfaren, und in den Chor der frischen Jungenstimmen mischten sich die Geigen. Kulturstellenleiter Fähnleinführer Franz Heimann, der vor wenigen Monaten mit seinen Jungen eine erlebnisreiche Fahrt in den Bannbezirk 281(Paderborn=Höxter) unternahm,„dirigierte“ auch heute wieder, das heißt, er spielte selbst Geige mit. Die HJ.=Fahne schmückte den Bühnenraum der Lichtburg, und im Zuschauerraum saßen die Pimpfe Hitler=Jungen, BDM.=Mädel und auch eine Menge Angehöriger. Wort, Lied und Musik wechselten einander ab; den alten, rauhen Landsknechtsmelodien folgten die zarteren, innigeren der Geigen, unterbrochen von den„Rufern", den hellen Klängen der Fanfaren oder dem dumpfen Wirbel der Landsknechtstrommeln. Sie verstanden ihre Instrumente zu meistern, diese Jungen, der trommelschlagende Pimpf, die Sänger und Geiger; und was wir schon am Rundfunk empfanden und in der Lichtburg noch stärker erlebten, das ist: Es ist eine eigene Melodie. Rauh und herzlich ist der heutige Junge auf Fahrt, in den Betrieben oder wo er sonst stehen mag, und so klingen auch die Fanfaren, in die der Pimpf mit hochrotem Gesicht bläst, die Fahrtenlieder möchten am liebsten alle mitsingen, aber auch den zartesten Weisen der Geigen lauschen sie mit vorgehaltenen Köpfen. Im hellen Scheinwerferlicht auf der Bühne sind Hitlerjungen stolz auf ihr Schaffen und Gestalten, und im dunklen Zuhörerraum sitzen Hitlerjungen und erleben eine Feierstunde und hören die Worte eines Jungbannführers:„Neu gegründet wird das Reich in der Tiefe unserer Seele!" Möge sich die Feierstunde oft wiederholen, zum Wohle des kulturellen Lebens nicht nur der Jugend. CTcsum=Wanme Die Gemeinde hatte darauf gedrängt, daß am Nachmittag im Evangelischen Gemeindehaus eine besondere Abschiedsfeier abgehalten werden sollte. Mit Rücksicht darauf, daß diese Feststunde auch der Erinnerung an die zehnjährige Aufbauarbeit in der evangelischen Gemeinde Bochum=Hamme gewidmet sein sollte, hatte man einen überaus festlichen Rahmen gewählt. Superintendent Niederstein dankte in seiner Ansprache Pfarrer Simon für seine segensreiche Arbeit und schloß in den Dank auch Frau Pfarrer Simon mit ein. Pfarrer Falkenroth ließ die„Gründerjahre" der neugewordenen Gemeinde in persönlichen Erinnerungen noch einmal aufleben. Pfarrer Lohmeyer (Stievel) und Studienrat Pfisterer übermittelten die Abschiedsgrüße des stattlich vertretenen Bruderrates. Im Auftrage des Presbyteriums dankte Kirchmeister Schäfer dem scheidenden Seelsorger für seine Arbeit im Dienste der Gemeinde. Es dankten der Posaunenchor, der Frauenchor, der Kindergarten, die Singeschar der weiblichen Gemeindejugend in besonderen Darbietungen. Es ließen grüßen der Kirchenkreis Bochum=Altstadt durch Pfarrer Matthieu der Bochumer Ortsverband der Inneren Mission durch seinen Vorsitzenden Pfarrer Hardt, die Frauenhilfe durch Fräulein Vogeleit. Zu guter Letzt sprach Pfarrer Kraemer. Er überreichte auch das Erinnerungsund Dankgeschenk der Gemeinde, eine künstlerisch wertvolle Bildersammlung aus der Gemeinde BochumHamme Alle Wünsche, für die sich Pfarrer Simon herzlichst bedankte, gingen darin überein, daß Gottes Segen ihn begleiten möge jetzt und immerdar in seiner neuen Heimat, in der Schweiz. wo Pfarrer Simon die Leitung des in der Nähe von Basel bei Chrischona gelegenen Erholungsheimes„Zu den Bergen" übernimmt. Teppehnonäum in der Werner Kriegertamerabschäft 65 Jahre 1. Kompagnie und 50 Jahre Vereinsheim Der Jubiläumstag nahm einen würdigen Verlauf. Am Vormittag legte die Kameradschaft auf dem Ehrenfriedhof und am Kriegerdenkmal für die für das Vaterland und die Bewegung Gefallenen einen Kranz nieder.— Nachdem die Korvoralschaft der Kreta unter Vorantritt des Spielmannszuges der Kyffhäuserjugend eingeholt war, trat die Kameradschaft in stattlicher Anzahl vor dem Vereinsheim an, um die alte Fahne der Kompagnie vom Hause ihres Kameradschaftsführers Hölver abzuholen. Dann bewegte sich der Fackelzug durch einige Straßen des Stadtteils zurück zum Kameradschaftsheim. Die Feier selbst wurde durch die Schutzpolizeikavelle(Bochum) unter Leitung ihres Dirigenten Rungenhagen mit dem Marsch„Alte Kameraden“ eingeleitet. Nach dem Einmarsch der Fahnen sämtlicher miltärischen Kameradschaften hielt Kameradschaftsführer Hölver der 1. Kompagnie die Begrüßungsansprache. Einleitend gedachte er der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung, zu deren Ehren sich die Erschienenen von den Plätzen erhoben. Feierlich wurde das Lied vom guten Kameraden von der Kavelle gespielt Hierauf begrüßte er die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, ferner die militärischen Kameradschaften, die Vertreter des Kreisverbandes Bochum, insbesondere Major a. D. Berina als Kreisführer, den Ehrenausschuß, die Kameraden und ihre Familienangehörigen. Seinen besonderen Dank widmete er den Korvoralschaftsführer für ihre treue Arbeit. Darauf schilderte der Redner die Geschichte der Kompagnie, die schon im„B..“ im Kern wiedergegeben wurde. Die Ausführungen des Kameradschaftsführers klangen aus in dem Deutschland= und dem Horst=Wessel=Liel Der Männergesangverein„Eintracht" bot mit zwei Gesangvorträgen die Ueberleitung zu der Jubelfeier mit der Festansprache des Kreisführers Major a. D. Bering(Bochum). Der Redner übermittelte die Grüße des Landesführers und des Kreisverbandes und gedachte in seinen umfangreichen Ausführungen des Kyffhäuserbundes, der vor 150 Jahren ins Leben gerufen wurde. Er gab ferner einen Ueberblick über die Vereinsgeschichte der ersten Kompagnie und gedachte insbesondere der Verdienste des Ehrenmitgliedes Krapf, unter dessen unermüdlicher Arbeit innerhalb der letzten zehn Jahre die Kameradschaft einen ansehnlichen Aufschwung genommen habe. Gleichzeitig fand er Worte der Anerkennung für den jetzigen Kameradschaftsführer Hölper. Eine verdiente Anerkennung wurde dem langjährigen und etfrigen Kameraden Becker durch die Ernennung zum Ehrenmitglied zuteil. Die Ehrung nahm Kreisführer Major a. D. Bering vor, indem er ihm als Auszeichnung die Ehrenurkunde der Kompagnie überreichte. Kamerad Becker dankte in bewegten Worten für die ihm dargebrachte Ehrung. Als Abschluß dieser Gipfelpunkte der Jubelfeier wurden von der Kavelle zwei Fanfarenmärsche dargeboten. Der Männergesangverein„Eintracht" trug das so ergreifende Soldatenlied„Steh' ich in finstrer Mitternacht...“ vor. Kreispropagandaobmann Kaup (Bochum) knüpfte an dieses Lied seine Ansprache an. Er rief alte Kriegserinnerungen wach und schilderte das Verbundenheitsgefühl zwischen Front und Heimat. In diese Erinnerung seien vor allen Dingen die Mütter, Frauen und Mädchen einzuschließen, die immer für ihre Söhne an der Front trostreiche und aufmunternde Worte fanden. Seine Rede klang aus in einem „Hurra“ auf die Frauen. Mit dem Marsch„Frei weg“ erlebte die Vortragsfolge der Jubelfeier ihren Abschluß. Bei Tanz und Musik verlief das Fest in schöner kameradschaftlicher Einmütigkeit weiter bis in die späten Abendstunden und fand somit einen barmonischen Ausklang. Gibt es wirklich Menschen, die ein Doppelleben führen? „Ja“, sagt der alte Professor zu der vorgelegten Schriftprobe,„im Schreiber dieser Zeilen ist die zwiegespaltene Veranlagung so stark ausgeprägt, daß sich die Umgebung möglicherweise Jahrelang, ja vielleicht sogar das ganze Leben lang über den wahren, das heißt unterbewußten Charakter des Betreffenden täuschen kann.“ Direktor Römer eine Doppelnaturt Der geniale und erfolgreiche, herrische Leiter eines großen Industrieunternehmens, der Mittelpunkt in dem von V. Bern in aufregend spannender Form erzählten Romans „Ein Mann enllauten“ lebt noch ein anderes, unbekanntes Leben! Ein interessantes, merkwürdiges Problem ist in dieser packenden Geschichte angeschnitten und in einer mitreiBenden Darstellung voll Tempo und Geschehen behandelt. Lesen Sie den spannungskräftigen Roman, mit dessen Abdruck wir heute beginnen, und lassen Sie sich führen von den rätselhaften Dingen, die sich zwischen den mannigfach veranlagten Charakteren der Erzählung, Männern wie Frauen, ereignen. Mit Faden und Radel Nicht große, helle und blumengeschmückte Ausstellungsräume bürgen dafür, daß das, was gezeigt wird, wertvoller ist als das, was in tätigem Werken von fleißigen Mädchenhänden gearbeitet und in schlichtem Raum zur Schau gestellt wird. Und es ist nicht zuviel gesagt, wenn man diese kleine und erlesene Schau in dieser einfachen Schulstube an der Fahrendeller Straße zu den wenigen erlesenen zählt, die wirklich gute Arbeiten zeigen. Es ist erstaunlich, was die Schülerinnen der Kinderpflege= und Haushaltgehilfenklasse in einem kurzen, knappen Jahre zu leisten vermochten, wie stark diese doch eigentlich ohne jede Vorbildung, allein mit der Liebe zur Sache gestalteten Handarbeiten erfüllt sind von dem Wesen jedes dieser einzelnen Mädel. Gleich, ob es Kinderkleidchen, Wäsche für das Kleinkind oder Spielzeug sind, all die vielen kleinen, mit Fleiß und Hingabe gearbeiteten Dinge zeigen eine persönliche, arteigene Note, ddie zwar die feine, zurückhaltende Leitung der Lehrerin erkennen lassen, aber darüber hinaus aus eigener Gestaltungskraft geformt sind. Mit unendlich vieler Freude sind die vielen, ganz verschiedenen Kinderkleidchen. gearbeitet, die an diesen trüben, regnerischen Herbsttagen wie lustig=bunte Sommerblumen wirken. Vor allem zeichnen sich diese dennoch einfach wirkenden Kleider einer beachtlichen Vielgestaltigkeit aus, die vor allem sehr nette Wirkungen durch Fälteln und Absteppen zeigen. Lustig sind besonders bunt gemusterte, geblümte und gewürfelte, weite Trägerröcke mit duftig=bauschigen Batistblusen. Sehr fein ist auch ein kleines Kleidchen mit zarten, weißen Karostreifen, die gleichzeitig die Hilfslinien der kindlich einfachen Kreuzstickerei bedeuten. Sehr hübsch ist ein Leinenkleidchen, das gemäß der Mode einen betonten Aermel hat, ohne jedoch modisch und unkindlich zu wirken. Sehr fein bestickt sind Russenkittel und für die Jungen, die„zu alt“ für Kittelchen, ist auch gesorgt, dafür wurden regelrechte, buntfarbene Hemdblusen genäht, und selbt die nicht leicht zu arbeitenden Knabenhosen sind sehr sorgfältig genäht. Sehr viel Freude werden den Kindern die bunten Leinenschürzen machen, die mit lebhaften Figuren aus der Tierwelt benäht sind, und auch die lustigen Spielanzüge mögen den Kleinen sehr gut stehen. Von sehr viel Liebe zeugen die kleinen Schlafanzüge mit koketten Pagenkragen und Nachthemdchen mit reicher Zierstickerei. Natürlich kommt in dieser Schau der Säugling mit hübsch verzierter und praktischer Wäsche nicht zu kurz. Sehr viel Freude hat den Schülerinnen wohl auch das Spielzeug gemacht, denn die bunt bemalten und sehr kräftigen Holzarbeiten sind wie auch die Papparbeiten und die sehr feinen Puppen so schön, daß man am liebsten niederhocken und damit spielen möchte. Bochumer Veranstaltungen Städtischer Musikverein Bochum. Heute findet im Haus Rechen eine Chorprobe statt. Die Probe beginnt für Damen um.30 Uhr, für Herren um 9 Uhr abends. Leitung: Professor Reichwein.— Neuanmeldungen werden kurz vor Beginn der Probe entgegengenommen. Städtische Haushaltungs= und Gewerbeschule, Bochum. Mitte Oktober 1936 beginnen an der Städtischen Haushaltungs= und Gewerbeschule die neuen Lehrgänge. Anmeldungen werden umgehend erbeten und müssen in der Geschäftsstelle der Städtischen Mädchenberufsschule, Wittener Straße 23, erfolgen. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Montag, 28. September RSDAP. Weitmar=Nord. 20 Uhr: Schulungsabend für sämtliche Politischen Leiter bei Floren, Normannenstraße. Erscheinen ist Pflicht. NS.=Frauenschaft Weitmar=Mitte. 17.30 Uhr: Singen im Gemeindesaal. Erscheinen ist Pflicht. RSDAP. Linden. 20 Uhr: Schulungsabend im Parteiheim. Alle Politischen Leiter sind zur Teilnahme verpflichtet. durch Freude. Tagesplan für Montag, 28. September Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Freiherr=vom=Stein=Ober= lyzeums, Bleichstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle in Höntrop; von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Gymnasiums, Bismarckstraße; von 20 bis 22 Uhr: Uebungsraum in der Komunalbank, Schützenbahn, Zimmer 104. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Drusenbergschule. Schwimmen für Frauen und Männer von 21.15 bis 22.30 Uhr: Städtische Badeanstalt, Marienstraße. Rollschuhlausen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Reformrealgymnasiums, Königsallee. Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Schule an der Friedenstraße: in der Turnhalle des Reformrealgymnasiums, Bochum=Langendreer, Unterstraße 73: ab 19.30 Uhr für Anfänger, ab 20.30 Uhr für Fortgeschrittene. Seite 3 Nr. 227 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 26. Septembei 1936 4 Der phantastische Lebensroman. des Nicolo Paganini von Curt Corrmtike Nie mehr ist Paganini von diesem Augenblick an um Honorare verlegen. Man trägt sie ihm in vorerst nur bescheidener Steigerung an und zu, auf daß er nur spiele. Und er spielt— daneben aber stürzt er sich mit der Gier eines Verschmachtenden auf das, was nach allen Jahren der Sklaverei und der Absperrung er Leben nennt.... perligren, menn„ Jählings und bereit, sich zu verlieren, wenn es denn sein müsse, rast er von Genuß zu Genuß. Selten hat früher ein Jüngling die Liebe in ihrer vielfältigsten und nicht immer schonen Gestalt kennengelernt wie dieser Lastträgerssohn, nachdem er sich befreit. Aber neben der Liebe entdeckt er in sich noch eine zweite böse Gottheit: das leidenschaftliche Spiel am grünen Tisch...., haß., in Wenigm St Schon bald ist er so weil, vaß er in wenigen Stunden im Hasard den Ertrag mehrerer Konzerte verspielt. Oft war er, trotz seiner damals schon reichen Einnahmen, so weit, daß ihm das Nichts entgegengrinste. Vor allem einmal in Livorno. Alles Geld ist zum Teufel— als letztes präsentiert er auch noch seine Geige als Spieleinsatz... und verliert.— Das ist eine Stunde vor dem Abendkonzert, in dem er spielen muß, koste es, was es wolle! Wie aber spielen ohne Instrument? Paganini ist schon der Verzweiflung nahe—, aber er hat unvorstellbares Glück: Ein reicher Franzose weilte in der Stadt, der Paganini schon einige Male spielen hörte und nun von seiner Verlegenheit erfährt. Im Besitz dieses Franzosen befindet sich eine kostbare Geige, eine auserlesene Guaneris. Die leiht er dem instrumentlosen Künstter für das Abendkonzert.......„„ — und er ist selbst anwesend bei diesem Konzert, hört seine kostbare Geige jauchzen und rasen und singen und weinen wie nie zuvor. Und als nach dem Konzert der dankerfüllte Paganini ihm die Guaneris zurückbringt— da verweigert er deren Annahme: „Behaltet sie, Meister! In jeder anderen Hand wäre sie entweiht! Niemals mehr soll jemand sie spielen außer Niccolo Paganini, dem größten Geiger der Welt!“ . Das ist dann Paganinis Lieblingsgeige geworden, die er bis zu seinem Tode gespielt hat... Einmal allerdings war Paganini in jener Zeit nahe daran, die Guaneris für immer wieder zu verlieren. Abermals war das Spiel daran schuld.. Folgendermaßen, beichtet er selbst: „Da ich infolge von Spielverlusten gerade in großer Geldverlegenheit war, kam es mir gerade recht, daß ein reicher Musikfreund mir für meine Geige eine beträchtliche Summe bot. Ich schwankte, ob ich dieses Anerbieten nicht annehmen sollte. Mein Besitz bestand in dreißig Franken— meine Wertsachen, Uhren, Ringe und dergleichen waren bereits auf dem PfandDa holte mich ein Freund zu einer Spielpartie für den Abend ab, und ich beschloß, mein wagen und, wenn mir auch diesmal das Glück nicht hold sein sollte, die Geige zu verkaufen und nach Petersburg auszuwandern, um dort mein Glück zu verIch spielte also— und schon war meine Barschaft auf drei Franken zusammengeschmolzen, und ich sah mich im Geist bereits auf der Reise in die Fremde— als plötzlich das Spielglück umschlug, mir meine Geige rettete und mich wieder sicheren Grund unter den Fußen gewinnen ließ. Von diesem Tage an entsagte ich dieser verachtenswerten Leidenschaft, der ich einen Teil meiner Jugend geopfert!" Paganini hat nie mehr gespielt— aus einem hemmungslosen Verschwender wurde plötzlich ein ebenso hemmungsloser und übertriebener— Geizhals... Das Tublikum lacht schallend Wie ein Zugvogel flatterte Paganini zunächst von Ort zu Ort, bezauberte die Menge, machte sich, wenn auch zunächst nur in Italien, einen immer berühmteren Namen. Er tauchte auf— spielte— verschwand — tauchte auf in einer anderen Stadt— Die Paganini=Forschung ist jedem verstecktesten Winkel im Lebensgang dieses Geigers aller Geiger nachgegangen— aber ein Geheimnis hat sie bis heute noch nicht lösen können, so wenig, wie es Paganini je selbst preisgegeben gegen die Vertrautesten seines späteren Daseins—: Wo und wie nämlich dieser Teufelsgeiger die Jahre von 1800 bis 1805 zugebracht hat. Hier klafft eine Lücke, die man nur zu reicht auszufüllen geneigt ist mit Legenden und Behauptungen, die schon zu des Maestro Lebzeiten immer heftiger wuDer unzähmbare Wildling, dieser heißblütige Südländer und Künstler zugleich, hat diese Jahre irgendwo im— Kerker verbracht— wegen irgendeiner Leidenschaft, hinter der man Totschlag entweder an einer treulosen Geliebten oder einem glücklicheren Nebenbuhler vermutet...... 2 ahrb. Was ist hier Märchen— was hier Wahrheit?! Für die Mitwelt und Nachwelt taucht Paganini aus einer geheimnisvollen Versenkung erst wieder im Herbst des Jahres 1805— und zwar in Lucca, das schon einmal einschneidende Bedeutung für ihn Aber es ist nicht mehr das Lucca des Jahres 1799, wo der damals Fünfzehnjährige sich die endgültige Freiheit gewann— sondern Lucca ist Residenz geworden! Es ist die Hauptstadt des Fürstentums Piombino, das Napoleon I. aus dem Boden gestampft hat, um es seiner Schwester Marie Anna Elisa und ihrem Gatten Felice Bacciocchi zu verleihen. Diese Schwester Napoleons war eine ebenso sinnliche wie geistvolle Frau— stets umschwärmt von einer Heerschar von Anbetern und Trabanten, stets auch dabei, kultivierte Feste zu geben, die der Erhöhung des Lebensgenusses dienen könnten. Ein solches Fest ist auch das der Kreuzeserhöhung im Jahre 1805. Seine Krönung bildet ein Konzert. Und bei diesem Konzert tritt ein seltsamer Mensch auf: ein Geiger, ganz lang und hager, geisterbleich, mit glühenden Augen, von bizarrem Wesen, von dem man nicht weiß, ob es Verrücktheit oder bis auf die Spitze getriebener Hohn gegenüber den Menschen ist... Dieser Mensch nennt sich Niccolo Paganini— gewiß, man hat schon von ihm gehört, er soll ja so etwas wie ein Wundertier sein— und doch lacht das Publikum schallend, als der seltsame Kauz das Podium betritt Bis er mit gedämpftem Orchester zu spielen beginnt Da achtet man schon nicht mehr der seltsamen Krümmungen des hageren Körpers, achtet nicht mehr der grotesken Veitstänze, die seine taktschlagenden Füße vollführen— man ist nur noch Ohr— schlürft ein die süßen Kantilenen der Geige, beginnt zu beben, wie der Rhythmus mühelos immer toller und toller wird bis der ganze Sturm des Orchesters losbricht zu wahrer Raserei, sieghaft überstrahlt von der noch rasenderen und dabei doch unendlich harmonisch singenden Geige... Das ist nichts Menschliches mehr— das streift an die letzten Geheimnisse der jenseitigen Welt! Ein nie erlebter Orkan bricht los, als endlich der Zaubermann da oben auf dem Podium geendet, die Menschen gebärden sich wie tobsüchtig— während Niccolo Paganini, immer seines Sieges gewiß, gelassen dort oben verharrt, nur den Mund zu einem leichten Lächeln der Ueberlegenheit und Verachtung verzogen...„„ Bis aus der Hofloge eine Rose geworfen wird und vor seine Füße fällt. Da sieht er doch empor— und erschaut die Fürstin, die schöne Schwester des großen Napoleon, wie sie hemmungslos ihm zuwinkt. Da hebt er die Rose auf und führt sie an seine Lippen— Und hat am gleichen Abend noch einen Vertrag in der Tasche, der ihn zum Kammervirtuosen der Fürstin und zum Hofkapellmeister der Oper ernennt, nebenbei übrigens auch zum Rang eines Offiziers der Leibwache. Das war in Wirklichkeit die Ernennung Paganinis zum Geliebten der Fürstin. Ein langes Idyll beginnt, das bis zum Jahre 1813 dauerte... Dabei nahm es Paganini nicht etwa sehr genau Die erste Scherl-Bilderdienst. In dem Bestreben, kinderreichen Familien und Frauen, die sich immer stärker dieses bequemsten Beförderungsmittels bedienen, die Reise an Bord des Luftschiffes L3.„Hindenburg“ so angenehm wie möglich zu gestalten, stellte die Deutsche Zeppelin=Reederei jetzt eine Stewardeß ein. Unser Bild zeigt die erste Luftschiff=Stewardeß, Frau Imhof, an Bord des„Hindenburg", wie sie ihre Gäste bedient. mit der Treue zu seiner fürstlichen Freundin— wir werden es alsbald aus seinem eigenen Munde hören! Der kauberer auf der-Keite Noch heute gilt Paganini den meisten vor allem als der„Zauberer auf der=Saite". Wie er dazu wurde, erzählt er folgendermaßen: Ein hübsches Weib, zu dem ich schon lange insgeheim in Liebe entbrannt war, wohnte stets den musikalischen Soiren bei Hofe bei, und ich fühlte, daß auch sie mir zugetan sei. Doch zwangen uns wichtige Gründe, unsere Leidenschaft klug zu verbergen, jedoch ihr Feuer nur noch stärker anfachte. Eines Tages versprach ich ihr eine musikalische Huldigung, die unserer Liebe ihre Entstehung verdanken sollte, und ich kündigte für das nächste Hofkonzert eine Neuigkeit an unter dem Titel„Liebesszene".(Paganini spielte schon längst fast nur noch eigene Kompositionen, von denen, weil er sie nur flüchtig skizzierte, leider ein großer Teil verlorengegangen ist.) (Fortsetzung folgt) Ein Mantel für alle Gelegenheiten, einfach u. doch nicht ausgesprochen sportlich— genoppter Stoff in verschiedenen Farben. Ganz auf kunstseidenem Maroc. Gefallen wird die hübsche, einreihige Knopfpartie u. die mod. Kragenform m. Stepparbeit 2 Hier ein Nachmittagskleid, an dem Sie bestimmt viel Freude haben werden. Es ist in mod. Tunikaform gearbeitet u. m. hübscher Schmuckblume u. reicher Knopf-Garnierung verschen. Bis Gr. 50 3250 8 Dieses flotte Kleid mit Kasak aus apart bedrucktem Krepp-Satin wird Ihr Gefallen finden. Es ist mit großer gesteppter Schleife und Blume geschmückt. Bis Größe 48 kostet es 4 Praktisch ist dieser hübsche Mantel mit Samtkragen aus englisch gemustertem Stoff. Er ist ganz auf kunstseidenem Serge gearbeitet. Durch den Gurt wirkt die Rückenlinie jugendlich 1950 5 Der schöne White-Coat-Schal auf diesem BoucléMantel wird an kühlen Tagen besonders angenehm empfunden werden. Das kunstseidene Marocfutter zeigt hübsche Stickerei. Die Revers eind reich gesteppt 4950 KN ESSEN · DORTMUND .-BARMEN ·.-ELBERFELD 21365 Seite 6 Nr. 227 7 Bochumer Anzeiger„ Montag, 28. September 1936 Anlerhanuug SH Tc S S vor Sie erreichte die Fernsprechstelle wenige Sekunden ## mir. Ich sah ihr erdheerfarbenes Kleid und ein blondes Dauerweuengekräusel unter einem schiefen Hütchen gerade noch in dem Gehäuse verschwinden. Und dann wartete ich.. 16. g Ich habe beim Militär in rauhen Kriegszeiten das Warten gelernt. Ich warte jeden Monat drei Wochen lang mit Sehnsucht auf den nächsten Ersten. Ich habe eine Frau, die sich hin und wieder für abendliche Ausgange groß anzieht. Ich bin also, was das Warten anbelangt, allerlei Kummer gewöhnt. Aber das hier ging doch über die Hutschnur. Mit wem und worüber, fragte ich vergebens, kann man so lange telephonieren? Ich zählte von eins bis tausend. Erst vorwärts. Dann rückwärts. Ich ging um die Fernsprechzelle herum und legte dabei mehrere Kilometer zurück. Ich versuchte, durch das Fenster etwas zu sehen oder zu erlauschen. Ich wurde vom langen Stehen um drei Zentimeter kürzer. □0 .— Schließlich saßte ich mir ein Herz und klopfte energisch an die Zellentür. Die fremde Frau klopfte daraufhin von innen zurück, und zwar noch kräftiger und wütender als ich. Komisch— die hatte doch gar nicht so bissig ausgesehen? Sie machte es einem jedenfalls nicht leicht, ein Kavalier zu bleiben. Ruhig Blut, Pitt! Und ich begann, den Anfang der Odyssee auf Griechisch vor mich hinzurezitieren. Das besänftigt die Nerven...... g6.. Lemmtenaeign Als ich etwa zweihundert Verse heruntergeleiert hatte, packte mich dann doch die Wut. Ich ging hin und riß mit einem Ruck die Zellentür auf.„Endlich!" sagte drinnen die blonde Frau mit einem lang dahinwehenden Seufzer der Erleichterung.„Endlich!“ sagte auch ich.„Ja“, sprach sie,„denken Sie bloß— ich hab' doch hier nicht mehr rausgekonnt. Die Klinke von der Tür hat geklemmt!" Ich bin gegen Frauenaussagen grundsätzlich mißtrauisch. Die konnte mir ja viel erzählen. Wer weiß, mit welchem Fritzchen oder Hänschen sie sich so lange ausgequaselt hatte. Und ich brummte daher so etwas Aehnliches wie:„Das kann jeder sagen!“—„Bitte", sprach die Blonde,„wenn Sie's nicht glauben, sehen Sie sich's doch an!“ Wir betraten beide die Zelle. Ich zog fest die Tür zu. Dann wollte ich wieder öffnen: die Tür ging nicht auf.„Das haben Sie fein gemacht", sagte meine Mitgefangene,„und was wird nun? Ich werde erwartet!“ Ja, was sollte nun werden: Ich wurde auch erwartet. Aber das interessierte die vermaledeite Tür überhaupt nicht. Sie bockte. Ich rüttelte. Ich warf mich gegen sie wie ein wütender Bulle. Indessen mich die Frau erst sanft und dann weniger sanft zu beschimpfen ansing... auhung zurfens schlug ich „Wir müssen irgenowo anrufen“, schlug ich vor, „wozu haben wir schließlich Telephon hier in der Bude. Aber wen sollen wir anläuten? Vielleicht.. wenn es Ihnen recht ist... Ihren Herrn Gemahl?“ —„Sie sind wohl verrückt geworden", rief sie,„was, sollte sich denn der denken! Rufen Sie doch Ihre Frau an!“—„Die wohnt zu weit“, antwortete ich zaghaft, aber wie wär's mit der Post oder der Feuerwehr?“ —„Das macht doch zu viel Aufsehen!" wandte die Blonde ein. Ich sah jetzt erst, daß sie sehr hübsch war. Von mir aus konnten wir ruhig noch ein bißchen eingesperrt bleiben. Aber es mußte ja etwas geschehen. Ich suchte also aus dem Fernsprechverzeichnis die Adresse eines Schlossers heraus. Zückte dann meinen Geldbeutel. Und fand keinen Groschen.„Sagen Sie“, fragte die Frau,„worauf haben Sie eigentlich da draußen so lange gewartet?" Das fragte ich mich jetzt auch. Dann griff sie in ihr Täschchen: sie hatte auch kein Zehnpfennigstück mehr. Ich geriet in einen Zustand, der mir die Telephonzelle beinahe zur Gummizelle werden ließ. Plötzlich lehnte sich meine hübsche Leidensgenossin gegen die schalldichte Wand und begann Tränen zu vergießen. Erst wenig und dann immer mehr. Ich wußte mir keinen Rat. Und so fing ich an, sie zu trösten und ein bißchen zu streicheln. In diesem Augenblick wurde die Zellentür von draußen aufgerissen, und ein Herr, dem ein empörter Zwicker auf der Nase tanzte, stand vor uns und rief entrüstet:„Na— dazu sind die Fernsprechzellen schließlich nicht da!“ Ohne einen Ton zu sagen, gingen wir hinaus. Und er ging rein. Ich gönnte es ihm von Herzen! Das Trompetensolo Von Kkanns st. Fiecker Oskar Kränzchen war 58 Jahre alt, als das mit dem Trompetensolo passierte. Noch güt einige Jahre hätte er seinem Beruf nachgehen können und wäre dann mit Ehren in den wohlverdienten Ruhestand versetzt worden. So aber wurde er fast mit Schimpf und Schande davongejagt und mußte noch froh sein, eine kleine Pension zu erhalten. Und doch alles eigentlich ganz ohne seine Schuld. 39 Jahre war Oskar Kränzchen im Orchester des Hefchsateri in D. angestellt.„Als zweiter, Trompeter. ir vries sich— wie man so sagt— schlecht und recht durchs Leben und war mit sich und der Welt zufrieden. Bis— ja, bis dann dieses Trompetensolo dazwischen som..„ 0 Lin Omattr# 87 Sie wissen: zidetio— Leonaroen=Ouvertüre Nr. III. Bei verdunkeltem Theater, während der Verwandlung. Zweimal erklingt das Trompetensolo, von weitem— ganz entfernt von der Hinterbühne, und meldet die Ankunft Don Pizarros. Am Abend große Premiere— Riesenauffahrt— Hoheit— und ein Gastdirigent mit einem dreistelligen Honorar, Kurz vor der Vorstellung meldet sich die erste Trompete krank, und Oskar Kränzchen bekam den ehrenvollen Auftrag, sie zu vertreten. O— er hatte keine Angst davor, er kannte seine Stimme aus dem Effeff. Bis zum zweiten Akt ging alles gut. So gut, daß der kleine Kränzchen einen belobigenden Blick von dem dreistelligen Honorar bekam und stolzgeschwellt, kurz vor der Verwandlung, aus dem Orchesterraum stolperte und sich durch Stiegen und Versenkungen zur Hinterbühne begab, um dort seines Einsatzes zu harren. Und während die Bühnenarbeiter lautlos die Verwandlung durchführten und gedämpft die Klänge der Leonoren=Ouvertüre erklangen, stand Kränzchen in der letzten Ecke der dunklen Hinterbühne und starrte gebannt auf den elektrischen Taktanzeiger. Da— erstes Lichtzeichen: Achtung— Kränzchen setzte an—— eins— zwei— drei— vier—— los, und schmelzend ertönte das klassische Trompetensignal. Der berühmte Dirigent war zufrieden. Das Orchester pausierte andachtsvoll, während er mit dem Fuß das elektrische Taktzeichen gab. Und als das Solo in der Ferne verklungen war, setzte das Orchester wieder ein. Und dann wiederholte sich das. Das war immer so und wird immer so bleiben, denn Beethoven wollte es so. Das Orchester schwieg und abermals trat der berühmte Dirigent das Taktzeichen— er trat es wieder— er trat es immer verzweifelter. Aber kein Trompetensolo ertönte. Kränzchen schwieg sich aus. Das Publikum wurde bereits unruhig— Hoheit beugte sich weit und nervös aus der Loge(er hatte die Oper inszeniert und kannte jeden Ton) und erhöhte damit die Unruhe. Der berühmte Dirigent fuhr sich mit einem seidenen Tuch über die triefende Stirn, schlug laut mit dem Stäbchen gegen den Blechschirm der Pultlampe, und brachte mit Mühe und Not das aus dem Konzept gebrachte Orchester zu einem wirren Einsatz. Das eine stand fest: die Vorstellung war geschmissen! Unwiderruflich! Da konnte auch der berühmte Dirigent nicht daran rütteln. Man hörte förmlich, wie Beethoven sich auf die andere Seite drehte. Und warum? Weil der Trompeter Oskar Kränzchen——— ja, der ließ sich bis zum Schluß der Vorstellung nicht wieder im Orchester blicken. Und als man ihn nach der Vorstellung wutentbrannt suchte, fand man ihn in Tränen aufgelöst in der Requisitenkammer auf einer Trommel aus dem Dreißigjährigen Kriege sitzend. Und vor ihm stand wie ein Zerberus der Feuerwehrmann Kragel und hatte die Trompete in Verwahrung. Und als man Kränzchen anschrie und ihm sagte, er sei betrunken, erklärte er, schluchzend auf Kragel zeigend:„Der Mann ist an allem schuld! Er hat mir die Trompete fortgenommen und erklärt ich wäre verrückt, während der Vorstellung hinter der Bühne zu blasen!" Aber so ungerecht ist das Leben. Oskar Kränzchen wurde pensioniert, und Kragel wurde bald darauf Oberbrandmeister. Die Kraniche des OGykus in Niedetsachten Von Dr. Adolf Peter Paul. Zu Büttel im Lande Wührden an der Unterweser ist auf dem Friedhofe ein Grabstein zu sehen, dessen Inschrift, in unser heutiges Deutsch übertragen, so lautet:„Anno 1618, den 27. Oktober, ist der ehrsame und vornehme Hacke Betken auf dem Lesumer Felde erbärmlich von den nachbenannten drei Mördern ermordet, beraubt und bestohlen worden.— Seiner Seele sei Gott gnädig.— Des Vogtes Sohn zu Wremen und Johann Hilliken aus Bülkau und Friedrich Rinsel aus Berlin in der Mark.— Gott gebe den Mördern ihren verdienten Lohn.“ In den Ecken des Grabsteins sind Vögel angebracht. Von diesem Hacke Betken, der auf so schändliche Weise umgekommen ist, wird diese seltsame Geschichte erzählt: Hacke Betken war ein reicher Viehzüchter und Händ= ler, der seine Ochsen und Pferde auf den Märkten von Braunschweig und Hannover zu verkaufen pflegte. Im Jahre, als der große Krieg begann, war er wieder in Hannover gewesen und hatte sein fettes Vieh zu gutem Preise an den Mann gebracht. Er trug die harten Gulden, die er erlöst hatte, in einer Geldkatze unter dem Wams über den Bauch gebunden. Gegen Abend des genannten Tages kam er, heimreitend, in Bremen an und wollte hier übernachten. In der Herberge traf er einen ihm bekannten Vogtssohn aus einem Nachbardorfe, der mit zwei Unbekannten zechte. Sie kamen ins Gespräch, und Hacke Betken ließ sich schließlich von den Zechbrüdern überreden, statt in Bremen zu bleiben, mit ihnen in der schönen hellen Herbstnacht die paar Meilen nach Hause zu reiten. Sie zogen also zu viert los, ritten über Burg und Lesum, und dort, im Lesumer Holze (das heute noch steht) fing Willem Frese aus Bremen an, mit dem reichen Viehhändler zu streiten, wessen Pferd wohl schneller sei, ob sie nicht einen kurzen Wettritt machen wollten; hier seien ja zwei Wege, die sich am Waldrande wieder träfen, sie sollten doch getrennt reiten, und wer zuerst da wäre, sollte, des zum Zeichen, seine Pistole abschießen. Ahnungslos ging Hacke Betken darauf ein. Er ritt links, die andern rechts durch den Wald, und als der Viehhändler, der auf seinem guten Hengst natürlich das Wettrennen auch so gewonnen hätte, an die Wegkreuzung kam, schoß er seine Pistole ab. Darauf hatten die Strauchdiebe nur gewartet: sie kamen zu dritt, setzten ihm die Pistole auf die Brust und forderten seine dicke Geldkatze von ihm. Der Ueberfallene warf sie ihnen hin, da sie aber fürchteten, daß er sie anzeigen würde, erschossen sie ihn. Als nun Hacke Betken in seinem Blute lag, flog schreiend ein Zug Wildenten, auf der Wanderung nach dem warmen Süden, über den Wald hin, und der Todwunde rief mit letzter Kraft seines verrinnenden Lebens: „Ji Anten bringt et an den Tag!" Der Leichnam wurde— der Hengst des Erschlagenen war ohne Reiter am Morgen auf Betkens Marschenhof in Büttel angekommen— am nächsten Tage gefunden und feierlich bestattet... Die Räuber hatte das böse Gewissen außer Landes getrieben, sie nahmen Kriegsdienste und kehrten zwei Jahre später, nach der unglücklichen Schlacht am Weißen Berge, nach dem Norden zurück. Sie besuchten gemeinsam den Viehmarkt zu Oldenburg— sie meinten, über Hacke Betkens Grab sei längst Gras gewachsen— da flog eine Schar Wildenten über den Markt hinweg. Und er eine von ihnen blinzelte dem anderen zu und spottete:„Kiek, da fleegt Hacke Betken sine Duben!“ Zufällig waren Leute aus Büttel in der Nähe und stellten die drei zur Rede:„Wat wät ji von Hacke Betken?"= Die Angeredeten machten Ausflüchte und suchten schließlich zu entkommen. Da ergriff man sie und führte sie vor den Richter; die Szene wurde zum Tribunal. Der Erzbischof Johann Friedrich von Bremen ließ sie foltern, und es gestanden die Bösewichter. Sie büßten ihre abscheuliche Mordtat, ihr Haupt fiel zu Bremen unter dem Beil:„... getroffen von der Rache Strahl.“ 16 „Jetzt sind wir den steilen Weg hinaufgeklettert, um die Aussicht zu bewundern, und nun habe ich das Glas vergessen!“ „Das schadet nichts, alter Junge, wir können aus der Flasche trinken!" von Marie Odertin. 9) Copyright by Prometheus-Verlag. München „Wir könnten Verlobung und Hochzeit vielleicht zusammenlegen“, sagte Monika ein paar Tage später. Sie saß mit Hermann Nyssen und Martin zusammen nach dem Theater in einer kleinen Weindiele. Schwarzer Samt floß in königlichen Falten an ihrer hohen, schlanken Gestalt herab, zart schimmernde Perlen lagen darauf, tropften von den schöngeformten, kleinen Ohren, immer wieder ruhte Martins Blick bewundernd und fast andachtsvoll auf dem schönen Bild seiner Braut. In Hermann Nyssens müde Züge war bei Monikas Worten eine schwache Röte gestiegen, er warf der Schwester einen sorgenden und gleichzeitig beschwörenden Blick zu. Martin fing ihn auf. Ein seltsames Gefühl beschlich ihn. Wie seltsam war doch der kühle Ton der Worte! Wie merkwürdig der grübelnde, sorgende Blick Hermanns... Monikas kühle, unbewegte Stimme zerriß seine Gedanken. „Ich meine, Mamas wegen. Sie wird nicht reisen, wenn sie mich in all dem, was jetzt zu ordnen ist, allein weiß...“ Nun klang die kühle Stimme erzlicher, wärmer, inniger. Martin Steinäcker atmete auf. Natürlich, das war es: die Krankheit der Mutter lag wie ein schwerer Schatten über Monikas Leben. Ihre erste Sorge galt stets ihr... Was schlug er sich da mit Hirngespinsten und Gedanken über die Kühle seiner Braut herum? Hatte nicht Monika eingewilligt, die Seine zu werden? Hatte sie ihm nicht die Hand zum Bund für immer gereicht? Was wollte er noch mehr? Konnte er gleich erwarten, daß seine schöne, kühle Braut die gleichen leidenschaftlichen Empfindungen für ihn hegte, wie er für sie? Es würde sich das doch alles langsam entwickeln... Monika war noch Mädchen, rein, stolz, unberührt... „Ich bin auch Monikas Meinung“, sagte er entgegenkommend.„Wenn sie es für richtig hält, daß die Verlobung mit der Hochzeit zusammengelegt wird, mir soll es recht sein... Ich freue mich, je eher um so lieber— mit ihr immer zusammen zu sein...“ Seine feste, kraftvolle Hand suchte die der Braut. Monika überließ sie ihm mit ruhigem, kühlem Lächeln, das etwas so Kaltes und Ueberlegenes hatte, daß Hermann beschämt den Blick zu Boden senkte. „Ich werde heute abend noch mit Mama und dem Doktor sprechen, wie alles am besten einzurichten ist. Wir müßten Mamas Reise um einige Zeit verschieben, aber sie würde dann wenigstens beruhigter fahren, sicher wäre das für ihre Heilung von Vorteil.“ Monika stand auf. Plötzlich fiel es Martin auf, daß sie blaß war, viel blasser als früher, die zarte Rosenfarbe war in den letzten Tagen aus dem Gesicht geschmunden. „Bist du nicht wohl, Monika?" Martin Steinäckers Stimme klang tief und warm, voller Sorge und Liebe. In Hermann Nyssens müdes Gesicht trat wieder ein Ausdruck von Scham... Wie besorgt er war, wie gütig zu Moni, und alles war doch fast wie ein Betrug... Ob er nichts von den Gründen ihrer schnellen Einwilligung ahnte? In zartester und rücksichtsvollster Form hatte er eine Fusion vorgeschlagen, nun arbeiteten sie schon einige Tage lang an der Ausgestaltung... War Monikas Opfer doch ein zu hoher Preis gewesen? Er hätte es ihr nicht vorschlagen sollen... Aber Mama? Was hätte aus ihr werden sollen? Monika hatte inzwischen die besorgte Frage mit einem freundlich=kühlen:„Danke, Martin. Nein, ich fühle mich wohl, nur ein wenig müde“, beantwortet. „Wollen wir heimfahren?“ fragte sie ruhig. „Sobald schon, Monika?“ gab Martin mit leisem, zärtlichem Vorwurf zurück. Monika senkte den Kopf. Ein gequältes Lächeln kam auf ihr Gesicht, Martin sah es und lenkte schnell ein. „Nein, gehen wir. Du hast recht, ich sehe, wie müde du aussiehst. Hermann, kommst du morgen zu mir? Ich will dich mit meinem Vater bekanntmachen. Und dich bald auch, Monika.“ In Monikas schönes Gesicht war ein eisiger, ablehnender Zug erschienen, Hermann sah sie ernst und beschwörend an. Sie senkte den Kopf und verbarg ihr Empfinden. Aber eine merkwürdige kühle und frostige Stimmung lag plötzlich zwischen den drei Menschen, die zum Aufbruch rüsteten... 5. Einige Wochen waren dahingeflogen, ungemein anstrengende Wochen für Monika Nyssen und die Ihren. In allerkürzester Zeit mußten die Vorbereitungen zur Hochzeit und für das neue Heim, das Monika und Martin Steinäcker bewohnen sollten, getroffen werden. Sorgfältigste Pflege mußte der Mutter zuteil werden, die nervös die Vorbereitungen mit ansah und traurig bedauerte, nicht helfen zu können. In den Abendstunden traf sich das Brautpaar zu einem Spaziergang, einem Theaterbesuch, einer Plauderstunde. Das Zusammensein verlief immer unverändert; mit zärtlichen, liebevollen Worten Martins, mit kühler Höflichkeit Monikas. Martin war in den letzten Wochen sehr in Anspruch genommen, sonst hätte ihm die immerwährende frostige Kühle seiner Braut vielleicht doch zu denken gegeben. Fiel ihm aber einmal ihr für eine Braut seltsames Verhalten auf, so entschuldigte er es immer wieder mit der Sorge um die Mutter, mit den Vorbereitungen, mit Arbeit und Verantwortung Leopold Steinäcker strahlte. Er ahnte nicht, wie ablehnend seine Schwiegertochter ihm innerlich gegenüberstand, mit welch gewaltsamer Beherrschung sie hin und wieder mit ihm zusammensaß, seine ein wenig derben Späße anhörte, seine Lobpreisungen auf Martin, den tüchtigen und begabten Sohn... Der Hochzeitstag brach an. Ein warmer, von goldener Sonne reich überschütteter Sommertag, an dem die ganze Welt von Freude und Glück erfüllt schien. Die Villa Nyssen glich einem Blumenmeer. In den unteren Gesellschaftsräumen standen viele üppige Blumenkörbe, Pflanzenanordnungen, große Rosengebinde, herrliche Fliederbüsche erfüllten die Luft mit ihrem Dufte, prangten im glühenden Bunt aller Farben, vom zartesten Rosa bis zum dunkelsten Violett, leuchteten im blassesten Mandelgrün bis zur Lorbeerfarbe. In den unteren Räumen fanden sich allmählich die Mitglieder der Hochzeitsfeier zusammen. Hermann Nyssen, sehr blaß im tadellosen Frack, unterhielt sich angeregt mit Leopold Steinäcker, der trotz der Bitte des Sohnes wieder viel zu große, grellblitzende Brillanten im steif gestärkten Hemd seines zu modernen Fracks trug. Auch die Manschettenknöpfe waren von ungewöhnlicher Größe, an den Fingern blitzten ein paar kostbare Ringe... Natürlich hatte Monika recht, dachte Hermann Nyssen, er bleibt immer der Metalldreher, der alte Herr. Aber Himmel, was schadet es denn? Wie glücklich er ist, wie er sich freut über die Verbindung! Und wenn man sich näher mit ihm unterhält, wie sympathisch wird er dann trotz der etwas verfehlten Aufmachung. Uebrigens muß sein Hochzeitsgeschenk für Monika ein Vermögen gekostet haben, das große Brillanthalsband mit den ausgesucht kostbaren und schönen Steinen, das schmale, elegante Armband dazu, die langen, tropfenden Ohrgehänge, der Ring dazu, geradezu fürstlich das Geschenk! Martin Steinäcker stand in dem kleinen Wintergarten und sah nachdenklich und ernst in den blühenden Sommertag hinau. Er fühlte sich plötzlich bedrückt, daß er in den letzten Tagen nicht mehr Gelegenheit gefunden hatte, mit Monika noch vor der Eheschließung ernst und ausführlich zu sprechen. Die ganzen Jahre seines Lebens waren Arbeit gewesen, Arbeit wie das Dasein seines Vaters. Jetzt würde die Sonne kommen auch für ihn, ein reiches, erfülltes Glück, ein Finden auf dem tiefsten Grund des Lebens, ein Miteinanderschaffen, ein Füreinanderdasein... So empfand er. Ein festes, unlösliches Band umschloß nun ihn und die Frau, es sollte keine Fessel sein, aber auch keine lose Kette, die nicht recht zu binden vermochte. In den kurzen Wochen seines Brautstandes war seine Liebe noch gewachsen, er sah Monika im alltäglichen Leben: immer schön, beherrscht, gewandt und klug, liebevoll zur kranken Mutter, verständnisvoll, wenn er einmal— selten allerdings— von seinem Werk zu ihr sprach. Immer höflich, freundlich zu ihm. Höflich und freundlich, beinahe mit kühler Achtung ihm gegenüber... War das alles? Konnte das denn alles sein? Plötzlich packte Martin der Wunsch, die geliebte Frau vorher noch zu sehen und zu sprechen, so stark, daß er rasch durch die festlich geschmückten Räume ging und auf Hermann Nyssen zutrat. „Martin? Ist noch etwas?“ Hermann Nyssens sehr ernster, forschender Blick ruhte nachdenklich auf den männlich schönen Zügen des Mannes ihm gegenüber. „Ich würde vor der Trauung Monika gern noch sprechen, Hermann? Das geht doch wohl?“ „Natürlich. Sie ist oben. Tante Ada ist bei ihr. Eben war sie in ihrem kleinen Wohnraum, die zweite Tür rechts... Du wirst sie schon finden.“ „Das wird er“, lachte Leopold Steinäcker breit und etwas derb.„Sie sind ja schon richtig verheiratet, wenn auch erst standesamtlich.“ Hermann Nyssen lachte.„Sie meinen, er hat schon einen Teil der ehemännlichen Rechte? Eigentlich stimmt es.“ Der alte Steinäcker lachte.„Ich bin ganz verliebt in meine Schwiegertochter, lieber Hermann. So eine Frau war in meinen kühnen Jugendträumen immer mein— natürlich unerreichbarer— Wunsch...“ „Ich habe Martin so sehr schätzen gelernt in letzter Zeit“, sagte Hermann Nyssen schwer,„daß ich nur hoffe, daß auch Monika alles daransetzen wird, Ihren prächtigen Sohn glücklich zu machen.“ „Wird sie, wird sie“, lachte der alte Herr.„Trinken wir darauf, lieber Nyssen... trinken wir darauf!“ Hermann Nyssen hob das Sektglas und trank mit verbindlichem Lächeln. Aber sein Gesicht verschattete sich bald darauf und wurde blasser und müder als je zuvor. * Martin Steinäcker hatte mit raschen, festen Bewegungen den großen dielenähnlichen Flur der oberen Räume durchschritten, und stand dicht vor dem Raum, den ihm Hermann bezeichnet hatte. „Kind, das ist ja entsetzlich! Um Gottes willen, weshalb heiratest du denn den Mann, wenn er dir so zuwider ist?" Das war Tante Adas tief erschrockene, entsetzte Stimme. Martin Steinäcker stand unbeweglich, alles Blut strömte ihm stoßweise zu Herzen, seine Hände wurden feucht, begannen leicht zu zittern. Was war das? Er mußte doch falsch gehört haben? Das bezog sich doch nicht auf ihn!... Und dann hörte er Monikas müde, trostlose Stimme. „Warum, ja Tante Ada, du bist die einzige, die es hören soll, einmal muß ich mich ja aussprechen, einmal muß ich es ja sagen. Du glaubst ja gar nicht, wie entsetzlich es ist, Mamas wegen die glückliche Braut zu spielen, die so schnell wie möglich heiraten möchte, du ahnst ja nicht, wie furchtbar es ist, jeden Tag diese — diese entsetzliche Komödie zu spielen, Küsse und Händedrücke, Umarmungen, Geschenke und immer wieder ein Bedanken dafür... während man nur das eine denkt: Wäre man doch allein! Wäre man doch allein! Nicht eingepreßt in diese furchtbare Fessel, o, mein Gott! Entsetzlich ist das!“ (Fortsetzung folgt.) T A FURN- UND SPORTBEILAGE DES„BOCHUMER ANZEIGER“ D MONTAG. 2a CFPTFNBER 1936 GrUg HEr PPess Gnd Ar hareiorer Pote Unser Fußball-Doppelsieg über die Tschechoslowakei und Luxembur Der Sieg in Prag! Ein stolzer deutscher Erfolg Prag, 27. September, Einer der schwersten Gegner unserer FußballNationalmannschaft auf dem Kontinent, die Tschechoslowakei, wurde im dritten Länderkampf zum zweitenmal von unseren Nationalspielern niedergerungen. Nach unserem unglücklichen Abschneiden im Olympischen Fußballturnier und dem schwachen:1 gegen Polen haben sich also unsere beiden Ländermannschaften gegen die Tschechoslowakei und Luxemburg voll rehaMit ihrem Begleiter Reichssportlehrer Dr. Nerz und einigen Verantwortlichen des Fachamts Fußball traf die deutsche Nationalmannschaft am Samstag mittag unbemerkt in Prag ein. Am Abend wurde auf Einladung des tschechischen Verbandes ein Varieté besucht. Es regnete am Samstag in Strömen, aber am Sonntag drohten nur graue Wolken über der Moldau, so daß der Länderkampf selbst trocken durchgeführt werden konnte. 45000 im Malaryk-Stadion Wie üblich, begann der Anmarsch der Massen zum Masaryk=Stadion schon zu früher Stunde. Die deutschen Schlachtenbummler, die mit mehreren„Sonderzügen nach Prag gefahren waren, begaben sich ebenfalls schon früh auf den flachen Hügel des Laurentiusberges, der Kampfstätte des Länderspiels. Den Deutschen bot sich von hier aus ein wundervoller Rundblick auf die altehrwürdigen Bauten der gotischen Burg mit dem in aller Welt bekannten Sankt=Veits=Turm, ferner auf die alten Kirchen, Bauten und Brücken sowie auf das Wunder von Technik, den Prager„Eiffelturm“.! Der Platz macht einen sehr gepflegten Eindruck, an der Westseite fällt eine prächtige Steintribüne für 6000 Zuschauer auf. Als das Spiel beginnt, umsäumen rund 45.000 begeisterte Zuschauer die Kampfstätte, darunter 5000 deutsche. Nach einem Jugendspiel und nach Aufmarsch einer Musikkapelle der Prager Militärschule laufen unter Führung des Aacheners Münzenberg die deutschen Spieler ins Feld ein. Kurz darauf folgen die Tschechoslowaken, beide Mannschaften erhalten starken Beifall. Die Mannschaften: Deutschland: Jakob Münzenberg Munkert Rodzinski Goldbrunner Kitzinger Elbern Gellesch Siffling Lenz Kobiersti Rule Nejedly Sobottka Cech Fascinek Kvapil Boucel Bousca Ctyroky„ Burger Planicka Tschechoslowakei: Führung der Tschechen Der schwedische Schiedsrichter Otto Ohlsson läßt wählen. Münzenberg gewinnt, die Tschechen haben Anstoß. Sofort nach Freigabe des Balles entwickelt sich ein Kampf, der die Zuschauer in helle Begeisterung bringt. Beide Hintermannschaften präsentieren sich in ganz großer Form, so daß sich die Stürmer auf beiden Seiten nicht recht entfalten können. Sehr gefährliche Angriffe leiten die beiden tschechischen Außenstürmer ein, so daß die beiden deutschen Außenläufer vollauf zu tun haben. Goldbrunner bewacht den Sturmführer Sobottka ganz ausgezeichnet. Der deutsche Angriff, zeigt zunächst nicht sehr viel. Der Schalker Gellesch halt sich die Bälle von hinten und müht sich mit vollem Einsatz ab, wogegen sich Siffling und Elbern durch gutes Zusammenspiel auszeichnen. Der Dortmunder August Lenz kommt nicht in Schwung. In der ganzen ersten Halbzeit verschafft er sich keinen Respekt. Darunter litt der gesamte Sturm. Auch Kobiersti als Linksaußen kam nicht zur Geltung. Ueberhaupt fehlte dem ganzen Angriffsquintett die nötige Energie und Durchschlagskraft. Das gleiche kann man auch von dem tschechischen Angriff bis zum Wechsel sagen. Die gesamte deutsche Elf fand sich nicht so schnell mit den Tücken des glatten Bodens ab, die Tschechoslowaken standen viel sicherer auf dem nassen Grasboden. Obwohl die Tschechen schneller starten, gestalten die deutschen Spieler die Begegnung offen. Reinhold Münzenberg schlägt den Ball weit ins Feld. Elbern zieht mit dem Leder auf und davon, paßt an Kobiersti, doch der Schiedsrichter pfeift Abseits. Der Riese Jakob aus Regensburg wehrt noch einmal gut ab, muß dann einige Sekunden später zum ersten und einzigen Mal das Leder aus den Maschen holen. Der rechte Flügel der Gastgeber ist gut durch, Nejedly flankte zu Cech und dieser sagte den Ball an dem herauslaufenden Jakob vorbei unhaltbar in die Ecke. Der Jubel des tschechischen Anhangs war groß. Nach einer dritten Ecke und einem Abseitstor der Tschechen, das von dem Schiedsrichter Ohlsson nicht anerkannt wurde, endet die erste Halbzeit mit einer:=Führung der Tschechoslowaken. Formen an. Lenz und Kitzinger sind leicht verletzt, kämpfen aber wie die Löwen bis zum Schluß durch. Die Tschechen kommen jetzt wieder einige Male gut durch, Jakob ist aber einfach nicht zu schlagen. Das zweite Tor für Deutschland fiel in der 75. Minute. Kobierski flankt in die Mitte, Siffling ist blitzschnell zur Stelle und lenkt aus zwei Meter Entfernung an dem verdutzten Planicka vorbei ins Netz.:1 für Deutschland. Damit war der Kampf entschieden. Schiedsrichter Ohlsson kann mit seinen Entscheidungen zum Schluß nicht immer gefallen und muß von den 40 000 Tschechen Protestrufe entgegennehmen. Sechs Minuten ist noch zu spielen. die Gastgeber kämpfen erbittert um den Ausgleich, aber die deutsche Deckung hält den Vorsprung, obwohl noch eine siebte Ecke für die Tschechen fällig ist. Münzenberg wird geehrt Der Aachener Nationalverteidiger Reinhold MünTorschützen zenberg von der Alemannia vollbrachte in diesem LänElbern und Siffling— die deutschen Torschutzen berspiel wieder eine Glanzleistung. Der tschechische Verband überreichte ihm für seine großartige Abwehrarbeit einen großen Lorbeerkranz. Eine Auszeichnung, die verdient, erwähnt zu werden. Die Gastgeber beherrschen in den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel durch das famose Flachpaßspiel das Feld. Münzenberg und Munkert sind aber im Verein mit Jakob auf dem Posten und nicht mehr zu schlagen. Allmählich kommt der deutsche Angriff wieder in Fluß, und bald heißt es:1. Eine hohe Flanke kommt in den tschechischen Strafraum. Burger und Planicka sind sich nicht einig, der kleine Bonner Elbern erkennt die Situation, spritzt herbei und köpfte das Leder zwischen den beiden Verteidigern ins Netz. Deutschland hat den Ausgleich erzwungen, in der kleinen deutschen Kolonie herrscht unbeschreiblicher Jubel. Von dieser Minute ab diktiert die deutsche Elf den Kampf. Angriff. auf Angriff rollt jetzt vor das tschechische Tor, selbst die Verteidiger Münzenberg und Munkert halten auf dem Mittelfeld Wacht. Der kleine Bonner Elbern ist weiter die treibende Kraft im Angriff und der beste Mann in der Fünferreihe. Das Treffen nimmt härtere Etwas Mannschaftskrifik Die gesamte deutsche Elf stand am Sonntag in Prag ihren Mann und verdient ein Gesamtlob. Während die Spieler im ersten Spielabschnitt nie richtig in Fluß kamen, zeigten sie im zweiten Akt große Leistungen und siegten verdient. Als der Ausgleichstreffer durch Elbern gefallen war, war die deutsche Elf nicht wiederzuerkennen. Die gesamte Deckung: Jakob, Münzenberg und Munkert arbeiteten ganz groß. Der Aachener war auch in den schwierigsten Situationen der Turm in der Schlacht. Die Läuferreihe mit Rodzinski, Goldbrunner und Kitzinger war im Aufbau wie In beg iffmpebh se zehze gv g ierg ätim waren Elbern in der Abwehr gleich gut., Pr.,Srigen. Pgngh Gefeig und Siffling die besten, Kobierski, Lenz und Gellesch ZaDAASEEEESS Vom 29. bis 30. Septbr. 1936% Cleichblelbende Tageseintellung: .45 Morgenlied— Wetter für den Bauern .55 Leibesübungen: anschließend Wiederholung der zweiten Abendnachrichten .30 Frühkonzert .00 Nachrichten: Morgenlied— Morgenruf .00 Kalenderblatt: Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .45 Zeit. Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 13.00 Mittagsmeldungen— Glückwünsche 14.00 Mittagsmeldungen 15.45 Wirtschaftsmeldungen 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten BINGH 10.00 Olympisches Dorf— olympischer Friede. Ein Nachklang zur 11. Olympiade in Berlin von Fritz Wenzel(Von Breslau) 10.30 Kindergarten(Gretel Weise) 12.00 Die Werkpause. Uebertragung aus dem Gas=, Wasser= und Elektrizitätswerk Duisburg. Kapelle der Kulturabteilung des GWE. Duisburg(Paul ser) 13.15 Mittagskonzert(Von Leipzig). Sachsenorchester (Otto Fricke). 1. Die Welt ist schön(Jünger). 2. Elsässische Bauerntänze(Merkling). 3. Der Zweifel, Lied(Glinka). 4. Schrammeln, spielt's mir no an Tanz(Nützlacher). 5. Melodien aus „Lauf ins Glück“(Raymund). 6. Slawische Ramanze(Zimmer). 7. Harlekin, Serenade(Schütt). 8. Walzer um Monika(Haslinde). 9. Meditation von Blon). 10. Unter der lachenden Sonne, Wanderliedermarsch(Eisele) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschland16.00 Nachmittagskonzert. Das Kleine Orchester(Leo 17.00 Kleine Kunstchronik, Unterhaltung und guter Rat. 18.00 Herbert Ernst Groh singt!(Schallplatten) 18.20 Polit. Zeitungsschau(Vom Deutschlandsender) 18.40 Robert Gaden spielt(Schallplatten), 19.00 Wir sagen den neuen, Monat an. Das funkische Kalenderblatt. Der Oktober im Garten, in Hof und Feld, im Tierreich, im Jagdrevier, am Sternenhimmel. in Volkskunde und Brauchtum 19.45 Romentaufnahme,„. Ae=g7r4 26 20.10 Wir bitten zum Tanz(Vom Deutschlandsender) Alte und neue Tanzweisen, vom Blasorchester Carl Woitschach und Tanzorchester Ilig Livschakoff 21.00 Abendkonzert. Das Graße Orchaster(O. J. Kühn). W. Weber(Horn). 1. Festmusik(Schein). 2. Kanzert Nr. 8 Fs=Dur für Horn und Orchester(Mozart). 8. Serenade Nr. 3(Mozart). 4. Tänze 22.20 Deutsch für Deutsche: Sprechen und Schreiben. Ein Gespräch über neuzeitliche deutsche Sprach22.40 Kurzschrift=Diktat(Ferdinand Sonntag) 22.50 Englische Unterhaltung(Dr. Hildegard Schmidt, Dr. Jaeger) 23.05 Funkstille Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend! 20.10: Wir bitten zum Tanzl 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: S. Waaner=Gedächtniskonzert. Das Große Bayreuther Festspiel=Orchester(Heinz Tietien)(Aufnahme aus Bahreuth) KR 10.00 Simplizius Simplizissimus(Von Leipzig). Hörspiel von Raymund Schmidt 12.00 Die Werkpause. Uebertragung aus dem Garten der Firma Ferdinand Mülhens, Eau de Cologneund Parfümeriefabrik Nr. 4711. 11.15 Mitagskongert, Rudi Eisenberg, VBarziege); bert Grape(Klavier): Das Julius Kühn). 1. Vorspiel zu„Die Felsenmühle“ (Reissiger). 2. Tanzfolge aus„Kassya“ 3. Auch ich war ein Jüngling, Lied aus„Der Waffenschmied"(Lorting). 4. Weitzef, guge goldene Herz“(German), 5. Auftrittslied des Ecamillo aus„Carmen“(Bizet). 6. a) Walzer ADur, Opus 54; b) Walzer=moll, Opus 54(A. Dvorak). 7. Norwegischer Künstler=Karneval (Svendsen). 8. Melodien aus„Turandot“(Puccini). 9. a) Walzer=moll: b) Walzer Des=Dur (Dvorak). 10. Neapolitanische, Folge.(Wagssenet). 11. Sonne im Laub, Walzer=Zwggegiget(Blume). 12. Freundschafts=Marsch(O. Zeh) 15.00 Für unsere Kleinen: Hui, da kommt der Herbstwind her... 16.00 Wir treiben Familienforschung 16.30 Nachmittagskonzert. Düsseldorfer Konzert=Orche17.30 Jungarbeiterinnen auf wirtschaftkundlicher, Fahrt. Bilder aus der Sommerarbeit der Gaujugend18.00 Johannes Brahms: Sonate Fis=moll(Hans Haaß, 18.30 Und was meinen Sie? Gespräche zur Zeit.(Heinz Häuschen) 19.00 Aus unvergänglichen Opern(Schallplatten) 19.45 Momentaufnahme 20.15 Stunde der jungen Nation: Erntearbeit im Dorf (Von Breslau, Reichssendung) 20.45 Zwei im Sonnenschein. Funkoperette von Kurt Feltz. Musik von Josef Breuer. Personen: 1. Sprecher(Karl Peter Haas). 2. Sprecher(Reinhold Freyberg). 3. Sprecher(Fritz Leo Liertz). Direktor Schnurrig(Willi Stassar). Charlotte, seine Tochter(Marita Gründgens), Erich, sein Sohn(Paul Henn), Viktor Kobold, Erichs Freund (Kurt Ehrhardt). Gerti, Viktors Partnerin am Theater(Lotte Fritzsche). Schwitzke, Prokurist bei Schnurrig(Karl Urbach). Frau Kleinbammer, Pensionsfgirtin„(Martha Walter). Der Theaterdirektor(Jgser nandner). Der Inspizient(Kurt Vossen). Müller, Chemiker(Richard Müller). Ein Männerquartett(aus dem Kammerchor des Reichssenders Köln). Das Kleine Orchester(Josef Breuer) 22.30 Nachtmusik und Tanz. Westdeutsches Kammerorchester(Hermann Hagestedt): Jupo Schmitz(Klavier). 1. Die Welt ist so schön, Marsch(O. Jünger). 2. Tänze. 3. Klingende Farben, Walzer (Kick=Kletzki). 4. Serenade in Blau(E. Plessow). 5. Zwei Tänze. 6. Serenata appassionata(H. Steiner=Mausz). 7. Zwei Tänze,„8. Aus der Tanzfolge(Kochmann). 9. Zwei Tänze. 10. a) Gib Obacht: b) Schnappschut(Fischer), 11. Viola, kleiner Walzer(Berg)., 12. Zwei Tänze. 18. Freiheitsadler, Marsch(Zeh) Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend! Adalbert Lutter spielt— Erna Sack singt. 21.15: Krankfurt: Unsere Wehrmacht musiziert. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Wir bitten zum Tanzl(J. Livschakoft eg 5 ein Verrung vchlafg... PORD SSSS Ideal als Bergsteiger, schnell im Stadtverkehr, ausdauernd auf der Landstraße Ein Wagen von unverwüstlicher Ford-Qualitdt! Seine zuverlässige Dauerleistung, sein niedriger Preis und sein geringer Verbrauch garantieren die Wirtschaftlichkeit des„Eitel“! 34 P3 8er2 KE „FIRO“ Automobil- und Traktoren-Handels G. m. b. Bochum, Kronenstralie 63, Fernruf 60301/08 Seite 8 Nr. 227° Bochumer Anzeiger# Montag, 28. September 1936 nicht schlecht, kamen aber mit den beiden ersten nicht mit. In der tschechischen Berufsspielerelf war der berühmte Planicka wieder ausgezeichnet, konnte aber die beiden Treffer nicht verhindern. Die beiden Verteidiger zeigten einen guten Schlag, spielten aber oft zu hart. Mittelläufer Boucek wußte zu gefallen, während sein Nebenmann Kvapil sehr schwach war. Im Angriff erwies sich der schußgewaltige Cech wieder als der beste Mann, Sobottka wurde von Goldbrunner gut gedeckt und kam nicht zur Entfaltung. Von den Außenstürmern gur. Die lin war Fascinek sehr gut. linke Seite fiel ab. Luxemburg ein fapferer Gegner #2 siette Deutschland im Kreteider Landerlpiel Nummer 2 Ulbg. Krefeld, 27. September. Während, unsere erste Länderspielgarnitur in Prag gegen die Tschechoslowakei einen nach den letzten Mißerfolgen des deutschen Fußballs doppelt hoch zu bewertenden:=Sieg über die Tschechoslowakei erkämpfte, trug die Krefelder Vertretung im Kampf gegen das Großherzogtum Luxemburg das Ihrige zum deutschen Fußball=Doppelsieg bei. Mit:2 blieben die tapferen Luxemburger auch im vierten Länderkampf hoch geschlagen. Im Schatten des Prager Großkampfes stehend, sank natürlich die Bedeutung dieses Kampfes, dessen Lorbeeren für uns nicht allzu hoch gewertet werden können, da Luxemburg trotz aller Verbesserungen bestenfalls zur zweiten Klasse der kontinentalen Fußballmächte gehört. Viel Aufregung hat auch dieses Spiel nicht im Zuschauerrund auslösen können. Es war das erste Länderspiel in der Krefelder Grotenburg=Kampfbahn und das Krefelder Fußballpublikum dankte dem Fachamt diese Geste mit einem ausgezeichneten Besuch. Das für die heutigen Verhältnisse zu kleine Stadion war trotz der regnerischen Witterung mit 20000 Zuschauern restlos ausverkauft. Fahnengeschmückt, mit leuchtend grüner Grasnarbe und dem roten Band der Laufbahn, bot die Kampfstätte des vierten Länderspieles gegen das Großherzogtum Luxemburg einen recht gefälligen Anblick. Kurz vor Beginn des Spieles tauchten die üblichen Parolen auf, die sich, das ist typisch für die Spannung, mit der man Kuzorras Wiederauftauchen in der deutschen Ländermannschaft erwartet hatte, mit der Person des Schalker Halblinken beschäftigten. Nach einer Verlautbarung sollte Kuzorra wegen einer Verletzung nicht spielen können, nach einer anderen Lesart sollte er in letzter Minute nach Prag beordert worden sein. Als dann die Mannschaften fünf Minuten nach dem auf 15.30 Uhr angesetzten Spielbeginn ins Feld liefen, führte Ernst Kuzorra die deutsche Elf an. Ueberhaupt darf gesagt werden, daß die drei Schalker im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses standen, und nicht zuletzt ihretwegen wird Bundesspielwart Professor Glaser dem Krefelder Spiel beigewohnt haben. Zur Seitenwahl stellten sich dem holländischen Schiedsrichter van Moorsel, der als Zweimetermann das Spiel sozusagen von der Galerie herunter beobachten konnte, Busch und Kieffer. Dem luxemburgischen Anstoß folgt sofort eine Kette deutscher Gegenangriffe, die zumeist von Kuzorra und Pörtgen eingeleitet wurden. Nach der ersten deutschen Ecke folgt in der 8. Minute Deutschlands Führung durch Ernst Kuzorra Von Pörtgen mit einer langen Vorlage auf die Reise geschickt, dribbelte sich Kuzorra bis an die Strafraumgrenze, um dann mit placiertem Linksschuß flach über den Boden hinweg in die rechte Torecke zu schießen. Luxemburgs Gegenstoß führte überraschend im Anschluß an die zweite Ecke zum Ausgleich. Busch hatte den Eckstoß zu schwach abgewehrt, der Ball kam nach einigem Hin und Her hoch zum Linksaußen Bauler, dessen Kopfball Jürissen untätig ins Tor rollen lassen mußte, da ihm Deutschlands Mittelläufer Rohde den Weg in die gefährdete Ecke versperrte. Das Spiel läuft nun in etwas ruhigeren Bahnen weiter, die Deutschen liegen zwar im Vorteil, aber vorläufig meistert der ausgezeichnete Hoscheid im Tor der Luxemburger scharfe Schüsse von Pörtgen, Kuzorra, Billen und dem außerordentlich wendigen Hannoveraner Malecki auf dem Rechtsaußenposten. Malecki blieb denn auch der verdiente Lohn für seine mit Unterstützung von Tibulski durchgeführten Flankenläufe nicht versagt. Nach innen laufend, erwischte er in der 22. Minute eine Flanke des bisher weniger in Erscheinung getretenen Linksaußen Günther und schoß zum:1 für Deutschland ein, dem schon eine Minute später zur neuerlichen Ueberraschung der Zuschauer durch die eifrigen Luxemburger der:2= Ausgleich folgte. Die deutsche Läuferreihe war bei einem Vorstoß des Gegners nicht mit zurückgekommen, Busch und Sievert stehen plötzlich vier Stürmern gegenüber und Jürissen muß einen Schuß Baulers passieren lassen, den u. E. Jakob oder Buchloh gehalten hätte. Das erstaunliche Merkmal des Spiels in den folgenden 15 Minuten war das gute Aufkommen der Luxemburger die eine außerordentliche Verbesserung im spielerischen Können erkennen lassen. In schnellen Vorstößen, dabei weitaus temperamentvoller als die Deutschen spielend, steht der Kampf bis zum Schluß der ersten Halbzeit leicht im Zeichen der Gäste, die noch zu zwei Ecken kommen. Eine Minute vor Schluß gelang es unserer Mannschaft dann zum dritten Male, die Führung an sich zu reißen, wobei aber bemerkt werden muß, daß diese gegen einen um zwei verletzte Spieler geschwächten Gegner erzielt wurde. Zunächst blieb Luxemburgs ausgezeichneter linker Läufer Touba nach einem Zusammenprall mit Malecki„k..“ am Boden liegen und dann wurde der rechte Verteidiger Rouster nach einem Nahkampf mit Pörtgen herausgetragen. In allen beiden Fällen lag allerdings kein Verschulden der Deutschen, sondern des glatten und nicht kurz genug geschnittenen Rasens vor. Nach einigen guten Paraden Hoscheids sandte Pörtgen eine Vorlage Billens aus nächster Nähe mühelos ein. Mit Rosa an Stelle des hart mitgenommenen Touba nimmt Luxemburg die zweite Halbzeit auf. die mit einem erfolgversprechenden deutschen Angriff beginnt. Günther trat aber nach gutem Flankenlauf, frei vor dem Tore stehend, in die Erde. Auch der ebenfalls verletzte Luxemburger Rouster ist noch nicht wieder erschienen so daß unsere Elf gegen eine„Zehnermannschaft“ spielt. Zwei Pörtgen=Tore In der 6. und 8. Minute erhöht unsere nun weitaus kampfbetonter spielende Mannschaft ihren Vorsprung durch zwei Tore von Pörtgen auf:2. Die Sturm= und Drangzeit der jetzt lebhaft angefeuerten Deutschen dauert auch an, als sich nun die luxemburgische Elf wieder vervollständigen kann. Es fällt ein wegen Abseitsstellung nicht anerkanntes Tor durch Billen, der in der 25. Minute nach glänzendem Alleingang kurz vor dem Tore den Ball in uneigennütziger Weise an den besser stehenden Günther abgab, der leicht zum :2 einsandte. Das Spiel ist eintöniger geworden, Luxemburgs Hintermannschaft überläßt den Sturm sich Ulbst und konzentriert sich in der Hauptsache auf die Deckung. Erfolgreichster Stürmer im deutschen Angriff ist nun der kleine Duisburger Günther, der in der 31. Minute den 7. deutschen Erfolg durch einen ausgezeichneten Flankenlauf einleitet. Billen leitete den Ball zu Kuzorra weiter, der unbehindert einschoß. Ohne besonders bemerkenswerte Ereignisse geht ein Länderkampf zu Ende, dessen Gesamtniveau unter den Durchschnittsleistungen eines vollwertigen Länderkampfes lag. Schalker Dreigestirn, gendem hatten namentlich Kuzorra und Pörtgen einen glänzenden Start, später verfiel Kuzorra in den gleichen Fehler, den auch Billen zeigte: er spielte zu umständlich, Pörtgen gelang manch ausgezeichneter Trick. aber beste Länderspielform zeigte auch er nicht in Krefeld, wenn er auch unter den Schalkern der Beste war. Tibulski, oft zu der in Länderspielen unangebrachten Schalker Eigenart des Zurückspielens neigend, hat in der Läuferreihe dem Hamborner Zielinski den Vorrang lassen müssen, der einer der besten Spieler der Krefelder Elf war und hoffen darf, daß das Spiel gegen Luxemburg für ihn ein Sprungbrett zu neuen Ehren war. Mit ihm haben die beiden Außenstürmer Malecki und Günther am besten gefallen. Der Rechtsaußen Malecki war in der ersten, der Linksaußen Günther in der zweiten Halbzeit die treibende Kraft im Sturm. Von beiden ist das in bezug auf Zielinski Gesagte zu wiederholen. Wenig eindrucksvoll die Vorstellung des schon zu Anfang des Spieles verletzten Mittelläufers Rhode, weit von seiner Bestform entfernt der links verteidigende Busch, hoffnungsvoll der Hannoveraner Sievert. Das Krefelder Spiel hat zudem gezeigt, daß zwischen unseren Standard=Torhütern Jakob und Buchloh und dem Oberhausener Jürissen doch noch ein klarer Abstand besteht. Die tapfere Leistung der Luxemburger ist bereits gekennzeichnet worden. Die spielerische Linie der Mannschaft wirkte allerdings in der zweiten Halbzeit weitaus zerrissener, woran die Spielerverletzungen nicht schuldlos sind. Der beste Spieler der Elf war der Torwart Hoscheid, der glatt einen Vergleich mit Jakob und Buchloh aushält. Neben ihm verdienen der Mittelläufer Kieffer und die Stürmer Mengel und Bauler ein Lob. Telegramm des Reichssportführers Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat der siegreichen deutschen Mannschaft, die im Fußballkampf die Tschechoslowakei mit:1 schlagen konnte, folgendes Telegramm gesandt: „Durch Mißerfolge nicht entmutigt, hat die deutsche Mannschaft sich einen neuen, stolzen Sieg erkämpft. Ich beglückwünsche die Mannschaft, weil dieser Erfolg echter Kameradschaft und letzter Hingabe zu verdanken ist. (gez.) v. Tschammer und Osten Reichssportführer.“ Die Nachbargaue Gau Niederrhein Meisterschaftsspiele Fortuna Düsseldorf— Duisburger FV. 08:0(:0) VfL. Benrath— Schwarz=Weiß Essen:0(:0) SSV. Elberfeld— Turn Düsseldorf:1(:0) Gesellschaftsspiele Rot=Weiß Oberhausen— Union Hamborn:0(:01 Hamborn 07— Rheydter SpV.:1(:0) Tabelle: Gau Mittelrhein Meisterschaftsspiele SpVg. Sülz 07— BfR. Köln:1(:0) Mülheimer SV.— Kölner SC. 99:1(:0) SpVg. Andernach— Kölner CfR.:1(:1) Rhenania Würselen— TuS. Neuendorf:1(:1) Tabelle: Neuer Tabellenführer in Weitfalens Gauliga Korne fon Germamd Bocham an Ueberraschende:-Schlappe der Bochumer Germanen in Erle Tus— Höntrop ausgefallen Der erste Herbst=Sonntag brachte in der westfäli: genen Spielen noch ohne Gewinnpunkt da. Alle anGaulige, einige rechgzempfindliche Kurstürze Den rühmliche Ausnahme— fast ebensoviel Niederlagen wie Siege zu verzeichnen. liga einige tiefsten Fall hatten die Aktien der Bochumer Germania zu verzeichnen, die durch die unerwartet hohe Niederlage in Erle nicht nur die einstweilige Tabellenführung verlor, sondern auch ihr Torkonto empfindlich verschlechterte. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, daß Erle, dem man vor dem Start zu den Meisterschaftsspielen infolge Mannschaftsschwierigkeiten keine große Chance einräumte, die einzige Mannschaft ohne Verlustpunkt ist. Daß die beiden bisherigen Siege über die beiden Bochumer Mannschaften TuS. und Germania erfochten wurden, ist für Bochum doppelt schmerzlich in dieser kleinen Bilanz. Tabellenführer ist einstweilen Weststfalia Herne durch den knappststen aller Siege über die SpVg. Herten. Brav schlug sich wieder Rotthausen, das in Hüsten mit dem knappsten aller Ergebnisse unterlag. Der mit Spannung erwartete Kampf TuS. Bochum— SV. Höntrop fiel dem Regen zum Opfer. Die Lage in der westfälischen Gauliga ist nach dem vierten Spielsonntag wieder völlig ausgeglichen. Abgesehen von Schalke 04, das auch am kommenden Sonntag noch nicht in die Meisterschaftsspiele eingreift, steht lediglich Borussia Dortmund mit zwei ausgetraDie Ergebnisse: TuS. Bochum— SV. Höntrop(ausgef.) Erle 08— Germania Bochum:0 Westfalia Herne— SpVg. Herten:0 Hüsten 09— SV. Rotthausen:0 Die Tabelle: Die Spiele am 4. Oktober: Borussia Dortmund— SV. Höntrop SpVg. Herten— SV. Rotthausen Weststfalia Herne— Erle 08 Geriällias Niederiage Erle 08— Germania Bochum:0(:0) V. Erle, 27. September(Eigenbericht). Wechselnd bewölkt, zeitweise schwere Regenschauern Wechselnd bewölkt, zeitweise schwere Regenschauer mania zu Beginn der neuen Saison wetterberichtsmäßig zusammenfassen.„Schwere Niederschläge“ in Herten, „Aufheiterung“ in Herne,„Sonnenschein“ gegen Borussia Dortmund und in Erle zur Abwechslung ein kleiner Wolkenbruch“, der den Bochumer Anhang aus allen Wolken fallen ließ. Der Platz am Erler Forsthaus besitzt den Vorzug selbst größere Regenmengen fast spurlos zu verschlucken. Man könnte beinahe von einer idealen Kampfstätte für Spiele im Regen sprechen, wenn sich nicht der Strafraum vor dem unteren Tore zu einem regelrechten Moorbad dabei verwandeln würde. Diese eine Tücke des Platzes wurde den Bochumern zum Verhängnis, weshalb der durchaus verdiente Sieg der Erler keinesweg geschmälert werden soll. Diese fanden sich nicht nur besser mit dem vertrauten Platze zurecht, sondern zeigten überhaupt im großen ganzen die bessere Gesamtleistung, die letzten Endes nicht erfolglos bleiben konnte. Obschon die Bochumer in kompletter Aufstellung den Kampf bestritten, war ihre Gesamtleistung keineswegs befriedigend. Schlecht die Zusammenarbeit zwischen Trawny und Andreas, schwach war Lasar und Lasarski 2 im Tor schon nach der ersten Fehlabwehr reichlich nervös. Beim Germanensturm sah man nur selten einen gesunden Torschuß, an dem es bei den Erlern im gegebenen Moment nie mangelte. Kaum hatte das Sviel begonnen, als Trawny einen Erler Angriff zur Ecke ablenkt. Erles Rechtsaußen Ovallach gibt den Ball gut herein, Lasarski faustet ihn ins Feld direkt vor Krolczyks Füße, der mit scharfem Schuß das Leder an die Innenkante des Pfostens setzte, wobei der Ball unhaltbar ins Tor schlug. Der erste Versuch gleich ein Erfolg, das gab den Erlern starken Auftrieb. Nur schlecht fand sich die Bochumer Abwehr in dem Morast zurecht, während die Erler durch gutes Flügelspiel den„Tümpel“ ziemlich mieden. In der 10. Minute erzielte Erle bereits den zweiten Erfolg, als Opallach aus schrägen Winkel das Leder scharf unter die Latte einschoß. Jetzt kamen die Bochumer allerdings besser auf, aber das Stürmerspiel war zu verzettelt, als daß es zu Erfolgen führen konnte. Auch im zweiten Abschnitt sah man die Bochumer vorwiegend im Angriff, aber sie kombinierten sich im Schlamm fest und überließen zumeist dem Gegner das Schießen. Die Erler kamen nur selten noch aus der Defensive heraus, wurden aber durch ihr raumgreifendes Flügelspiel immer gefährlich. In der Drangveriode der Bochumer kam Erle durch zwei blitzschnelle Vorstöße bei denen jedesmal die Bochumer Abwehr glatt überspielt wurde durch den Mittelstürmer Webicki zu zwei weiteren Toren. Die Bochumer erzielen Ecken am laufenden Bande, die aber ebensowenig wie die Freistöße einbrachten. Zwar stand dem Erler Hüter im Gegensatz zu seinem Bochumer Kollegen das Glück verschiedentlich zur Seite, aber den Germanen blieb trotz verzweifelter Anstrengungen selbst das Ehrentor versagt. Karein Spiel Arder Bezhnsnga Dahlhaufen erneut geschlagen Ergebnisse: Ein recht rauher Geselle war der erste Herbstsonntag. Regen ohne Unterlaß und dazu ein kühles Lüftchen, daß die Fußballinteressenten es von vornherein vorzogen, hinterm warmen Ofen oder hinter den Stammtischen der „Sportklauseln“ zu bleiben. Das Spielprogramm der Bochumer Bezirksligagruppe erlitt denn auch eine weitere Einbuße. Der Lokalkampf Westfalia Bochum— ST V. Werne kam nicht zur Durchführung. In Altenvoerde waren die Platzverhältnisse zwar besser, aber ein bald einsetzender starker Regen zwang zum Spielabbruch, nachdem die Partie nach 20 Minuten:1 gestanden hatte. Das einzige Spiel wurde in Dahlhausen unter nicht gerade günstigen Umständen durchgeführt. Witten 92 gelang nach besserer Gesamtleistung in der zweiten Hälfte ein verdienter Sieg, wodurch die Wittener ihren vorletzten Tabellenplatz nunmehr an Dahlhausen abgetreten haben. Wenn die Dahlhauser Mannschaft nicht bald bessere Leistungen zeigt, siebt es recht böse um sie aus. Westfalia Bochum— STV. Werne(ausgefallen) Tura Altenvoerde— TG. Ehrenfeld:1(abgebr.) SC. Dahlhausen— Witten 92:4 Die Tabelle: Die Spiele am 4. Oktober: TG..=Ehrenfeld— Westfalia Bochum MBV. Linden— Preußen 07 Bochum FC. Schwelm— Tura Altenvoerde Sportring Gevelsberg— Wattenscheid 09/30 Dahlhaufen weiter ohne Sieg SC. Dahlhausen 07/16— FC. Witten 92:4(:2) Die Dahlhauser Sportgemeinde sah auch gestern auf dem Platze an der Kassenbergerstraße nicht vom heimischen Sportklub die schon längst fällige Formverbesserung, vielmehr mußten die wenigen Zuschauer abermals zusehen, wie den Dahlhausern zwei wertvolle Punkte wegschwammen. Wohl warteten die Platzleute in der ersten Halbzeit mit einem ungestümen Kampfeifer auf, aber nach dem Wechsel war das Strohfeuer restlos verpufft und die Wittener heimsten durch ihre bessere Stürmerleistungen den Sieg ein. Im besonderen Maße enttäuschte diesmal der Dahlhauser Angriff, der infolge Fehlens von Gevelmann, Mohr und Walodka nicht recht in Schwung kam und vor allem das nötige Zusammenspiel vermissen ließ. Kappel, Wiemers und Basten, die Ersatzleute, setzten sich zwar mit vollem Eifer ein, aber damit allein ging es auch nicht. Auf dem durch den Regen schlüpfrig gewordenen Boden bemühten sich die beiden Mannschaften recht und schlecht ab. Bei den Gästen machte sich bald das bessere Stürmerspiel bemerkbar, so daß die Dahlhauser Deckung wiederholt eingreifen mußte. Nach verteiltem Feldspiel kamen die Wittener durch den rechten Verbinder zum Führungstreffer, aber die Dahlhauser schafften kurze Zeit später durch den linken Flügelmann Wiemers den Gleichstand. Wieder erzwangen die Gäste durch Halblinks die Führung, und abermals konnten die Dahlhauser noch vor der Pause die Partie remis stellen. Diesmal war Paar der Schütze. In der zweiten Halbzeit gingen die Wittener frischer ins Spiel und wurden oft gefährlich. Die Dahlhauser Stürmer waren im gegnerischen Strafraum nicht durchschlagskräftig genug und wurden mit ihren Vorstößen immer wieder abgewiesen. Dagegen holten sich die Wittener noch in der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte durch einen scharfen Schuß des Mittelstürmers die:=Führung. Wenige Minuten vor Schluß konnte der Halblinke der Gäste mit einem vierten Treffer den endgültigen Sieg sicherstellen. In den Schlußminuten gab es nochmals eine energische Leistung der Gastgeber, doch war an dem Siege der Gäste nicht mehr zu deuteln, der auf Grund der besseren Gesamtleistung auch nicht unverdient ist. Deutscher Sieg in Malmö Schaumburg vor Siefert und Askola Die internationalen Leichtathletikwettkämpfe in Malmö brachten dem Oberhausener Langstreckenläufer Schaumburg wieder einen schönen Erfolg ein. Ueber 8000 Meter hatte zunächst der Finne Askola die Führung, die er aber bei etwa 800 Meter an den Deutschen abtreten mußte. Schaumburg ließ sich von der Spitze nicht mehr verdrängen und siegte in der guten Zeit von:82 Minuten vor dem Dänen Siefert in:85,2 Minuten, während Askola noch auf den dritten Platz zurückgefallen war. Ueber 800 Meter war der Schwede Eric Ny nicht zu schlagen. In:54 Minuten trug er einen leichten Sieg davon. Eine große Leistung vollbrachte der schwedische Meistersprinter Strandberg, der den Landesrekord über 100 Meter von 10.5 auf 10,3 Sekunden verbesserte und damit die bestehende Weltrekordzeit einstellte. So gute Kurzstreckenläufer wie der Olympia=Dritte Osendarp(Holland) und der Deutsche Leichum endeten klar geschlagen auf den Plätzen. Borchmeyer verursachte zwei Fehlstarts und wurde ausgeschlossen. Hlo Hollo läuft Weltrekord Nurmis 15 000=Meter=Rekord gebrochen. Nurmi, der Welt größter Läufer, mußte am Sonntag einen seiner seit vielen Jahren bestehenden Weltrekorde abgeben. Sein Landsmann Iso Hollo, Olymvia=Sieger im Hindernislaufen, verbesserte den seit 1928 bestehenden Weltrekord Nurmis über 15.000 Meter von 46,49,6 Minuten auf 46,45,4 Minuten. Auch Salminen konnte in 47,40 Minuten noch den argentinischen Rekordmann Zabala, der 47,52 Minuten benötigt auf den dritten Platz verweisen. Bei der gleichen Be# anstaltung in Wiborg kam Matti Järvinen. Speerwerfen auf 70.60 Meter. Seite 9 Nr. 227 Bochumer Anzeiger„ Montag, 28. September 1936 Fußball in Zahlen Länderspiele. Prag: Tschechoslowakei— Deutschland:2(:), Krefeld: Deutschland— Luxemburg:2(:), Budapest: Ungarn— Oesterreich:3(:). Fußball im Reich. Brandenburg: Berliner SV. 1892— Bewag:2; Viktoria 89— Blau=Weiß:0; Minerva 98— TennisBorussia:1; Union Oberschöneweide— Hertha]BSC. :0; Nowawes 08— Wacker 04:0. Schlesien: Preußen Hindenburg— Beuthen 09:2. „Sachsen: Guts Muths Dresden— Tura Leipzig:3; BC. Hartha— Dresdner SC.:1; Fortuna Leipzig SC. Planitz:3; Wacker Leipzig— Risaer SV.:4. Mitte: 1 SV. Jena— SVg. Erfurt:0; Dessau 05 — Cricket=Viktoria Magdeburg:0; FC. Lauscha— Sportfreunde Halle:3; Viktoria 96 Magdeburg Thüringen Weida:8; Saalekreis Elf— Polizei ChemNordmark: Holstein Kiel— Eimsbüttel:1; Altona 98— Hamburger SV.:2; Viktoria Hamburg Rothenburgsort:0; Sperber Hamburg— FC. St. Pauli•7. Niedersachsen: Algermissen 1911— Werder Bremen :0; Göttingen 05— Arminia Hannover:1; Rasensport Harburg— Borussia Harburg:2. Nordhessen: SVg. Niederzwehren— Germania Julda:2; Borussia Fuldg,— Kurhessen Marburg:3; Hessen Hersfeld— Se. 05 Kassel:2. Südwest: Borussia Neunkirchen— Eintracht Frankfurt:2; Sportfreunde Saarbrücken— FC. 08 Pirmasens:1; FSV. Frankfurt— Union Niederrad:0; Kickers Offenbach— FV. Saarbrücken:4. Baden: VfB. Mühlburg— VfL. Neckarau:2: Freiburger FC.— Karlsruher FV.:3; FV. 04 Rastatt— Germania Brötzingen:3. Württemberg: SVg. Cannstatt— VfB. Stuttgart :4; FV. Zuffenhausen— Union Böckingen:3; SSV. Ulm— Stuttgarter SC.:2; Sportfreunde Stuttgart — Sportfreunde Eßlingen:1. Bayern: 1. FC. Nürnberg— Ingolstadt=Ringsee:1; München 1860— Spielvg. Fürth:2. Die Nachbargruppen in der westfälischen Bezirksliga Zwei Ausfälle gab es in der Gruppe Gelsenkirchen, und zwar die Begegnungen zwischen TB Eickel und Union Gelsenkirchen und Virt SpVg. Röhlinghausen. Die übrigen vier men alle einen recht knappen Ausgang, drei davon gingen sogar unentschieden aus. Die Ergebnisse: Gelsenkirchen: Sportfreunde Gladbeck— SC. TB. Eickel— Union Gelsenkirchen(ausgef.) BV. Gelsenkirchen 12— Union Recklingh.:1(:0) VfB. Bottrov— Gelsenkirchen g7.:2(:0) Viktoria Recklingh.— Spug. mohlingh.(ausgef.) Gelseneu,„Gelsenkirchen— Schwarz=Gelb Gladbeck Dortmund: uulg Memande(angast Arminia Marten— TuBV. Mengeve sausgef.) BC. Bövinghausen— Alemannia Dortmund(ausg.) Hagen— Unna 08:1(:1) BV. Brambauer— Union Haspe(ausgef.) Hagen 72— Castrop 02:5(:2) SL. Hörde— Sportfr. Dortmund:2(:0) Weltdeutscher Gauliga-Fußball Trotz der beiden Länderspiele in Prag und Krefeld, an denen zahlreiche westdeutsche Spieler teilnahmen, konnte die Meisterschaft in allen drei Gauen ein gutes Stück gefördert werden. Allerdings hatten die Spiele größtenteils unter dem regnerischen Wettec zu leiden. In den drei Punktekämpfen pes Gaues 10(Niederrhein) waren erstmalig die Porkung Düsseldorf hatte in dieser„Saison beschä nicht Glanio Vor Frharund Prommeln WrScche-nomeofier in M Weltfanllche Gerallnenlerichalichin warltein In der bei den Hauptkämpfen. am Nackzpittag wi: Patzigaß, bere Mestzalenriege für den Kampf am 10. Ss. über,4000 Zuschauern bis au, ven tebten Platz besetz: Au.voofälste zedoch erst 35# b. z Ausscheidungsturnen ten Warsteiner Schutzenhalle, kamen am Sonntag die tober 8jevg, exst in einer. dam oig 14 Gesten weitfälischen Geratmeisterschaften zum Austrag, die auf am Parstein sowie vier am Tf. September Unabkömmder ganzen Linie prächtige siezen,=gaßz sich der Gau liche teilnehmen, darunter auch Grüdelbach(Klafeld) Westfalen in seinem großen Kampf gegen den Gau und Hollfelder(Dortmund). Bayern, am 18, Ott. sttälischen Turneus ktober in der Westfalenhalle annehr bar schlägt. Die 48 besten westfatischen Turner aus den Bezirken Industrie, Arnsbera. Minden=Ravensberg und Münsterland standen sich in einem Zwölfkampf gegenüber, der sechs Pflicht= und ebenso viele Kürübungen umfaßte. Den Auftakt bildeten die Pflichtübungen am Vormittag. Die 14 Besten im Pflichtprogramm zeigten ihre Kür am Nachmittag, während die übrigen 32 Turner ihre selbstgewählten Uebungen bis um Nachmittag brachte prächtige Höhepunkte deutscher Turnkunst. Immer wieder brauste der Betfall der größtenteils recht fachkundigen Zuschauer auf, wenn eine Uebung besonders gut geriet. Eine Ueberraschung war das glänzende Turnen der beiden Eichener Stutte und Frisch, die sich stark verbessert haben und verdient in der Gesamtwertung mit großem Vorsprung auf die ersten Plätze kamen. Nur zweimal wurde die volle Punktzahl vergeben. Stutte erhielt sie für seine ebenso wagemutig wie sauber geturnte Kür, und Frischs vollendete Uebung am quergestellten Pferd hatte die volle Punktzahl ebenso verdient. Der Trostheim war in keineswegs schlechter Form, sein dritter Platz hinter den beiden Siegerländern war verdient. Nur knapp hinter dem Dortmunder, der nur in der Reckkürübung etwas versagte, holte sich der aufstrebende Munsteraner Wurm den vierten Platz vor Hüttemann(Hagen), Klinger(Dortmund), Vigfe.(Solt; hausen), Röthner(Allenbach), und Gerharb##selt#un). Es konnten sich also unter den ersten Zehn doch einige Gute Plätze der Bochumer liche teilnehmen, darunter a und Gouseider(Vorrmands. Industriebezirk siegt im Mannschaftskampf Die Handballer melden Die Gauliga Eintracht Dortmund und TV. Spenge siegen hoch Nachdem am gestrigen Sonntag nunmehr auch Eintracht Dortmund, der vorjährige Tabellenzweite, und die beiden Neulinge Jahn Werdohl und Somborn erstmalig in die diesjährigen Punktekampfe der westfälischen Handball=Gauligisten eingegriffen haben, sind es jetzt nur noch die beiden Militarmannschaften von Hindenburg Minden und MSV. Münster, die noch ohne jedes Punktespiel sind. Die gestrigen vier Spiele brachten, wenn man von dem Unentschieden von Schalke 04 in Bielefeld gegen die Arminen absieht, die erwarteten Ergebnisse. Im Kampf der vier Bezirke holte der Industriebezirk trotz der Erstplacierungen von Stutte und Frisch dank seines besseren Durchschnittes mit 2777,80 Punkten einen Sieg vor dem Bezirk Arnsberg, Münsterland und Minden=Ravensberg heraus. In der Einzelwer: tung war Stutte, am Reck, an den Ringen, am###en und im Pferd=Längssprung Bester, während sein Vereinskamerad Frisch am Querpferd und in der Freiübung am besten abschnit. Slate.(To. Eichen) 2302 B8., 2. Frisch d Hiltenann(Hagen) 211h Bichz, Bunger, grisgae. 2165., Zi1g“ge, Hogzöthner(Allenbach) 208., i0. Gerbard(erlobn);Pi bg ca u1 r5) B6l grg. S8re. D: Jerd auer: Frisch 39.2.: Längssprung: Stutte 39.: Freiübung: bera 2256.30., 8 Münsterland 214300., 4. Minden=Ravensberg 2083,80 P. 3 2 3 1 1 0 0 1 2 3 2 2 1 1 1 0 0 0 0 0 1 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 26:18 0 24:12 17:19 10:1 :6 1 0 0 0 0 1 2 8 •9 13:22 10:28 :1 :0 •3 :0 :0 :2 :4 :6 ce Plätze der Bochumer Amnon warae-Benniunsgar Weitfälische Staffel- und Zehnkampf-Meisterschaften in dieser Saison beschäftigt. Forl#n####herg, dalte es nicht schwer, den start enttauschenden Duisburger FV. 08 mit:0(:0) zu schlagen. Auch der VfL. Benrath startete recht vielversprechend. Dem letzten Pokalvertreter des Niederrheins wurde von Schwarz=Weiß Essen erheblicher Widerstand entgegengesetzt, doch das größere Können gab den Ausschlag zu einem jederzeit sicheren:0(:)=Sieg. Turn Düsseldorf dagegen mußte im ersten Punktespiel eine Niederlage hinnehmen. Der Neuling SSV. Elberfeld schlug Turn:1(:0) durchaus verdient und hat nun die Tabellenführung überrommen.„„ pi.27-Ki29 25 In den vier Spielen im Gau 11(weinterrhein) gab es allein drei Unentschieden von:1. Die Tabelle führt weiter der BfR. Köln an, der bei Sülz 07:1 spielte. Schluß der TennislehrerMeilterschaften Goritschnig schlägt Ramillon Bei den Schlußspielen um die Meisterschaft der Tennislehrer in Berlin gab es am Samstag eine große Ueberraschung. Der Franzose Ramillon mußte von dem Deutschen Goritschnig eine:=:=:=:=Nieder= lage hinnehmen, ein Ergebnis, das kaum einer der zahlreichen Zuschauer erwartet hatte. Nüßlein konnte Rott sicher in drei Sätzen:1,:8,:4 ausschalten.— Das Doppel sah Najuch=Nüßlein:3,:2,:9,:2 über Rott=Goritschnig erfolgreich, während die Partie Ramillon=Messerschmidt gegen Gebr. Facondi abgebrochen werden mußte. Hans Nüßlein wieder Meister War am Samstag bei den Schlußspielen um die Meisterschaft der Tennislehrer in Berlin der Sieg von Goritschnig über den Fanzosen Ramillon die Sensation, so war es am Sonntag die Niederlage von Hans Nüßlein durch Ramillon die große Ueberraschung. Die Spieler lieferten sich einen äußerst erbitterten Kampf. Den ersten Satz sicherte sich Nüßlein mit:4, dann wurde der Franzose besser und besser und siegte schließlich in vier Sätzen mit:6,:2,:4,:4. Trotz dieser Niederlage wurde Nüßlein wieder Meister, da der Unterschied der Sätze mit je einer Niederlage zwischen Nüßlein, Ramillon und Goritschnig ausschlaggebend war. Nüßlein belegte den ersten Platz mit:3 Sätzen vor Ramillon:4 und Goritschnig:5. Vierter wurde Dem überraschenden Verlauf der Einzelmeisterschaft folgte ein ebenso unerwartetes Schlußergebnis im Doppel. Nachdem Najuch—Nüßlein das Vorschlußrundenspiel mit:6,:2,:2 gegen Ramillon—Messerschmidt gewonnen hatten, traten die Titelverteidiger in der Entscheidung gegen die Chilenen Facondi an. In einem mörderischen Kampf siegten die Südamerikaner dank der besseren Zusammenarbeit mit:6,:10,:2,:4,:1. Sämtliche Dortmunder Leichtathletikveranstaltungen wurden in diesem Jahre vom Wetterpech verzgagt, Ha die Veranstaltung am Wochenende in der Kampsoahn Dor einigen hundert Zusheger Gensiag ir Per. und Debus deren Mitwirkung wenigstens in den ersten Und Bedur, deren Mitwittung, wenigstens in den ersten Kämpfen, belebend wirkte. Der Stand nach den fünf Uebungen am Samstag: 1. Gölzenleuchter 3174 Punkte; 2. Althoff,3172. 3. Scholz 3144.; 4. Meier 3104.; 5. St##g, mann 3026 P. Außer Wettbewerb hatte Debus 3183 Punkte erreicht, während Weinkötz nach der vierten Uebung Schluß gemacht hatte. Am Sonntag morgen litten die„ätitungen der Zehnkämpfer unter der regnerischen Witterung. Besonders im Stabhochspringen war es keine reine Freude, mit dem glatten Bambusstab Höhen von immerhin über 3 Meter zu meistern. Die kurze Hürdenstrecke lief Pfingsten(TV. Brekerfeld) in der besten Zeit von 17,3 Sek. Buschey enttäuschte im Diskuswerfen nicht. Als einziger des Feldes kam er neben Debus mit 40,22 Meter über die begehrte 40=Meter=Marke, wäßgergh weiteren Teilnehmer nur vereinzelt noch über 30 Meter kamen. Althoff beyauptete mit insgesamt 4207 Punkten die Führung vor Meier, Scholz, Gölzenleuchter Buschey. Auch im Sperrwerfen war Buschey, der ferner noch im Kugelstoßen mit 12,40 Meter die beste Leistung erzielt hatte, mit 49,15 Meter der Beste. Den Schluß bildete der 1500=Meter=Lauf, der den Teilnehmern noch einmal das Letzte abverlangte. Pfingsten erzielte mit 4,54 Minuten die beste Zeit, aber Althoff bewies auch in der abschließenden Prüfung mit einem zweiten Platz seine Energie, die ihm so auch den Enderfolg einbrachte. Mit insgesamt 5412 Puniten sicherte sich der Gadderbaumer den Titel eines Westfälischen Zehnkampfmeisters. Elf Teilnehmer beendeten den Kampf, der erfreulich gute Leistungen bot, denn im Hindernislauf: 1. Berg(Kölner BC.) 9,88 Min., 2. Pflaum(VfL. Dortmund) 10,36 Min. Drei Bochumer dabei Westfalen=Elf gegen Ostholland am 25. Oktober in Der traditionelle Fußballkampf Westdeutschland gegen Ostholland wird am 25. Oktober in Enschede durchgeführt. Da die beiden rheinischen Gaue wegen der vielfachen Beanspruchung ihrer Spitzenspieler nicht benige Vertretung des Westens übernehmen. Aber auch Westfalen wird auf seinen Gaumeister a C. Sch 04 verzichten und hat folgende Elf aufgesteut. Bochum). TV. Spenge— DSC. Hagen 18:6(:5) Arminia Bielefeld— Schalte 04:5(:).,". SV. Jahn. Werdohl— Westfalia Somborn:6(:1) Grün=Weiß Bielefeld— Eintracht Dortmund:10 (:2) Die Tabelle: Schalke 04 Arminia Bielefeld Eintracht Dortmund Jahn Werdohl. Hindenburg Minden MSV. Munster Westfalia Somborn DSC. Hagen Grün=Weiß Bielefeld Bochumer Bezirksklaffe Von den angesetzten drei Spielen der Bochumer Bezirksklasse kamen zwei zum Austrag. Das Bochumer Lokaltreffen endete mit einem Sieg der Tus=Leute, die es allerdings nicht leicht hatten, die stark Elf der Gäste zu üverwinden. Der Tw. Eickel konnte den MBV. Linden, der überraschend schwach ist, klar abhängen. In der ersten Kreisklasssse meldete Gerthe den ersten Sieg. Die übrigen Spiele fielen dem schlechten Wetter zum Opfer. Bezirksklasse Bochum: TB. Eickel— MBV. Linden:0 TuS. Bochum— Westfalia Bochum:2 Anion Günnigfeid— B/B. Gerthe:4 Tv. 48 Bochum— TuS. Bochum 2:10 BC. Hordel— Herne 88:3 Die Tabelle der Bezirksklasse: Sppg. Röhlinghausen TuS. Holsterhausen Tv. Friesen Bochum TB. Eickel TuS. Bochum Westfalig. Bochum MVV. Linden# Jahn Holsterhausen 2 1 1 2 2 2 2 2 2 1 1 1 1 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 11:6 :3 :6 :6 10:13 :4 :0 :0 :0 :2 :2 :2 :11:4 :0•4 TuS. Bochum— Westfalia Bochum:2(:2) Der glatte Platz beeinträchtigte die Leistungen beider Mannschaften stark. Obwohl Westfalia, mit mehreren Ersatzleuten und nur zehn Mann spielend, stark benachteiligt war, mußte die Mannschaft des Gastgebers kämpfen, um einen Sieg herauszuholen. Die Gäste hielten das Spiel in der ersten Halbzeit vollkommen offen und vermochten durch zwei Tore ihres Mittelläufers Schellenberg in Führung zu gehen. Nach dem Seitenwechsel hatte dann der TuS. mehr vom Spiel und stellte durch den Linksaußen den Sieg sicher. „del aurei dhie Kreisklahen * hsen Lonnte Constantin Herne die Oon#### Von Cramm geschlagen Der zweite und letzte Tag der italienisch=öster deutschen Tenniskämpfe in Mailand sah nur deutschitalienische Begegnungen und nur italienische Siege. Gottfried von Cramm wurde von de Stefani :8,:2,:8 geschlagen. Palmieri bezwang Heinrich Henkel:6,:1,:5. Das Doppel von Cramm=Henkel gegen Taroni=Quintavalle wurde beim Stande:5,:6, :5 der Dunkelheit wegen abgebrochen. Durchschnitt kamen die ersten Fünf in jeder lebung über 500 Punkte. Ergebnis des Zehnkampfes: 1. Althoff(TV. Gadderbaum) 5412 Punkte(100 Meter 11,6, Weitsprung 6,30 Meter, Kugelstoßen 10,66 Meter, Hochsprung 1,73 Meter, 400 Meter 54,7, 110 Meter. den 17,5, Diskuswerfen 29,96, Stabhoch 3,10 Speerwerfen 32,05, 1500 Meter 5,06,6); 2. (VfL. Dortmund) 5367; 3. Pfingsten(XP, Brekerfeld) 5239 Punkte; 4. Buschey(Bochum 40) 5106 Punkte; 5. Meier(TuS. Meschede) 5008 Punkte; 6. Gölzenleuchter(Bochum 48) 4956 Punkte; 7. Göttmann(Reichsbahn Bochum) 4573 Punkte; 8, Ringeleit(Eintracht, Dortmund) 4520 Pumte: 9. Flbl(Tu denscheid) 4478 Punkte; 10. Rocholl(TC. Herne) 4267 Punkte; 11. Wagner(Menden 09) 4098 Punkte. Schöne Siege von Stöck und Weinkötz Trotz des Dauerregens wurden am Nachmittag die Staffelmeisterschaften und die ausgetragen, leider nur vor einer halbbesetzten Tribüne. Vor dem Einzug der Teilnehmer begrüßte Direktor Schäfer die Aktiven und widmete den beiden Olympiakämpfern Stöck und Weinkötz besondere WillkommsIn den Einladungswettbewerben gab es die erwarteten Favoritensiege. Gerhard Stöck schleuderte den Speer in prachtvoller Art regelmäßig über die 60=MeterMarke. Sein bester Wurf kam auf 65,66 Meter und blieb also trotz seiner kürzlichen Verletzung nur um fünf Meter hinter seiner olympischen Bestleistung zurück. Auch im Diskuswerfen stand mit der des Charlottenburgers der Sieger fest, obwohl hier die Entscheidung wesentlich knapper ausfiel. Stöck die Scheibe 43,70 Meter weit, Stechemesser erreichte 41,21 Meter, und Brüggemann(Hamm) und Debus (Köln) kamen mit Würfen von 41,11 und 40,86 Meter ebenfalls über die 40=Meter=Linie. Buschey,(Bochum) blieb mit 39,18 Meter wesentlich unter seiner Seonkampfleistung. Im Hochsprung demonstrierte Gustav Weinkötz erneut seine prächtige Technik. Deutschlands bester Hochspringer schaffte trotz der widrigen Umstände 1,90 Meter. Die Ergebnisse: Gaustaffelmeisterschaften; 4 mal 100 Meter: 1. SuS. Dortmund 44,9 Sek.— 4 mal“roerz.4##P. Hörde:21,8 Min., 2. Rote Erde Isellonn:36 Min., 3. VfL. Dortmund:87 Min.— 4 mai 1500 Meter: 1. VfL. Dortmund I 17:18 Min., 2. Hammer SpVg. 17:28 Min., 8. VfL. Dortmund II 17:54 Min. Einladungswettbewerbe: Speerwerfen: 1. Stöck(SC. Charlottenburg) 65,66 Meter, 2. Stechemesser(Münster) 55,06 Meter.— Hochsprung: 1. Weinkötz(Köln) 1,90 Meter, 2. Stechemesser(Münster) 1,70 Meter.— Diskuswerfen: 1. Stöck(Charlottenburg) 48,70 Meter, 2. Stechemesser(Münster) 41,31 Meter.— 3000=Meter1. Kreisklasse Viel Aufregendes gab es an diesem on gSpiele fiel ins Wasser. Nur in Wanne und Herne boihn Manne schlg den Sike. Sodingen, wodurch die in mit dem gleichen Ergebnis. Die Ergebnisse: Spu Sp. Gerthe— Germania Herne:4, Phönix Bochum— Wanne 11 ausgef., Herne=Süd— Preußen Wanne ausgef., Teutonia Riemke— Fortuna Herne ausgef., Reichsbahn Wanne— SV. Sodingen:2, SV. Holsterhausen— Rasensport Herne:4. Die Tabelle: Germania Herne Spu Sp. Gerthe Teutonia Riemke Rasensport Herne SV. Holsterhausen Preußen Wanne Reichsbahn Wanne Herne=Süd Wanne 11 Phönix Bochum Foxtuna Herne SV. Sodingen 3 4 8 3 4 2 2 2 2 3 2 3 8 8 2 2 1 1 1 1 0 1 0 0 0 0 1 0 1 0 0 0 2 0 1 0 11:2 11:9 •4 :6 :10 •4 :5 :4 :2 :12 :5 :10 :0 •2 :1 :2 :5 :2 :2 :2 :2 :4 :3 :6 In der Gruppe B behaupteten sich die beiden noch ungeschlagenen Mannschaften Polizei Bochum und Lan07 weiter. Langendreer 07 blieb infolge des Regens zwar ohne Spiel, während die Polizisten im Jubiläumsspiel gegen Rasensport Per#ragganft garsen knappen Siege ihren Vorsprung in Rezchebahn. Pachten konnten. Stiepel 04 konnte gegen Reichrbuhn Bochum einen klaren Sieg erringen. Alle anderen Spiele mußten ausfallen.#, Fraghuig. Die ergebnisse: Rasensport Bochum— Polizei Bochum:3, SC. Altenbochum— Langendreer 04 ausgef., TuS. 26 Altenbochum— Westfalia Weitmor ausgef. Stiepel 04— Reichsbahn Bochum:0, Union Günnigfeld— Bochum=West ausgef., Langendreer 07— Concordia Bochum ausgef. Die Tabelle: Polizei Bochum 4 4 Langendreer 07 SC. Altenoochum Concordia Bochum Westfalia Weitmar Stiepel 04 Rasenspart„Bochum Bochum=West Union Günnigfeld TuS. 26 Altenbochum Langendreer 04 Reichsbahn Bochum 2. Kreisklasse In der Gruppe A der zweiten Kreisklasse kamen trotz des schlechten Wetters einige Spiele zur Durchführung. So konnte Constanln Herne die„Konkurrenz" aus Bochum klar schlagen. Schwarz=Weiß Herne entledigte sich seines Spieles gegen BV. Gerthe=Hiltrop ebenfalls mit einem klaren Siege und Viktoria Herne schlug Rasensport Wanne. Fortuna Wanne kam kampflos zu den beiden Punkten aus dem Spiel gegen BC. Hordel, der gesperrt ist und auch die Punkte an Constantin Herne abtreten muß. Das Spiel Constantin Herne— BC. Hordel, das bekanntlich beim Stande von :3 abgebrochen wurde, ist laut Entscheidung der Instanzen für Constantin Herne gewonnen. Das letzte Spiel der Gruppe fiel aus. Die Ergebnisse: Constantin Herne— Constantin Bochum:0, Schwarz=Weiß Herne— BV. Gerthe=Hiltrop:1, Viktoria Herne— Rasensport Wanne:0, Fortuna Wanne— BC. Hordel kampflos für Wanne, Carolinenglück— Hansa Herne ausgef. Auch die Gruppe B mußte dem Wetter ihren Tribut zollen. Von den fünf Spielen konnten nur zwei durchgeführt werden. Das Vormittagsspiel Fortuna Weitmar— Preußen 11 Bochum endete torlos, während Germania Querenburg einen klaren Sieg über SuT. Harpen erringen konnte. Das Sviel Langendreerholz— Germania Kaltehardt wurde beim Stande von:1 wegen Regens abgebrochen. Die Ergebnisse: Fortuna Weitmar— Preußen 11 Bochum:0, Laer 87— OSC. 31 Bochum ausgef., Wattenscheid=Ost— Wattenscheid 19 ausgef., Germania Querenburg— SuT. Harpen:1, Langendreerholz— Germania Kaltehardt:1 abgebr. 3. Kreisklasse In der dritten Kreisklasse fürchtete man sich anscheinend auch vor dem heftigen Regen nicht. Die Spiele wurden sämtlich durchgeführt. So siegte TuS. Engelsburg erwartungsgemäß über. Teutonia Stiepel, und zwar recht deutlich. Ebenso klar blieb der Bochumer Postsportverein Sieger über die Wanner Postsportler. Borussia Bochum trennte sich von Bruchstraße, Langendroor ernentschieden und Hortum Bachum unterlag knany 3 8 3 3 4 4 8 8 2 8 8 2 2 1 1 1 1 0 0 0 0 0 0 0 0 2 1 0 0 0 0 0 Borussia Bochum trennte sich von Bruchstraße. Langenoreer unentschieben und Kortum Bochum unterlag knapp gegen Herne 16. Die Ergebnisse: SV. Kortum Bochum— Herne 16:2, Borussia Bochum— Bruchstraße Langendreer:8, Postsport Wanne— Postsport Bochum:5, Tus. Engelsburg— Teutonia Stiepel:0. Turnierschluß in Wien Deutsche Reiter weiter in Form Einen wahren Rekordbesuch hatte das 7. Internationale Reitturnier in Wien am Schlußtag trotz des empfindlich kühlen Wetters zu verzeichnen. Die deutschen Reiter zeigten sich auch an diesem Tage wieder in großer Form und warteten mit prächtigen LeistunM Eh e tn Seite 10 Nr. 227/ Bochumer Anzeiger 7 Montag, 28. September 1936 Photo: Lückel Durch die Sandwüste der Borkenberge führte die Nacht=Orientierungsfahrt der NSKK.=Brigade Westfalen. Unser Bild läßt deutlich die Schwierigkeiten erkennen, denen die Fahrer in dem Sandboden ausgesetzt waren. GoidhledahelfeinTär NSKK.-Nachtorienticrungsfahrt im Münfterland gen auf, für die ihnen die Zuschauer ehrlichen Beifall zollten. Ein wundervolles Bild bot der feierliche Aufmarsch der Nationen, bei dem die einzelnen Mannschaften jeweils vor der Haupttribüne Aufstellung nahmen und mit dem Abspielen der Nationalhymnen geehrt wurden. Fürst Kinsky, der Präsident der als Veranstalter zeichnenden Kampagne=Reitergesellschaft, nahm nach Abschluß dieses feierlichen Aktes die Auszeichnung verschiedener bewährter Reiter vor und verkündete in einer kurzen Ansprache die Verleihung des österreichischen Reiterabzeichens an die beiden deutschen Olympiasieger Rittmeister Pollay und Rittmeister Kurt Hasse sowie den rumänischen Oberleutnant Rang. Zu dem schwersten Wettbewerb während des ganzen Turniers gehörte zweifellos der Siegerpreis, um den 21 Pferde, darunter sechs deutsche, gesattelt wurden. Nur zwei deutschen Teilnehmern gelang es, in diesem wirklich erstklassigen Bewerberfeld den schweren Kurs mit seinen 30 Sprüngen fehlerlos zu bewältigen. Alchimist unter Rittmeister Brand und Baccarat unter Rittmeister Momm, während der Italiener Felino unter Kapitän Montfort einmal verweigerte, aber sonst keinerlei Springfehler machte. Die beiden deutschen Reiter einigten sich und verzichteten auf das Stechen, so daß es einen deutschen Doppelsieg gab. Den Beschluß machte ein Hochspringen, in dem die Rumänen mit ihrem besten Material anrückten und auch die Situation beherrschten. Dracustie schaffte unter Oberleutnant A. Pastoll die beachtliche Höhe von 2,10 Meter und siegte. Deutscher Motorraderfolg in Pardubitz Die bedeutendste Veranstaltung des tschechoslowakischen Motorradsports ist der Kampf um den„Goldenen Sturzhelm der Tschechoslowakei". Er wird auf einer Grasnarbe der 2,4 Kilometer langen Pferderennbahn in Pardubitz über 7 Runden ausgetragen.— 100 Fahrer aus 15 Nationen lieferten sich vor 35000 Zuschauern spannende Kämpfe. In der 175ccm=Klasse siegte Kaufmann(Schweiz) in 12:28,1. Der berühmte tschechische Bahnfahrer Juhan(Jawa) verwies in der 250=ccm=Klasse mit:35,9 Min. Bertram(Berlin auf Rudge) um 7 Sekunden auf den zweiten Platz. In der 350=ccm=Klasse feierte Sepp Gunzenhauser=Neidlingen(Jawa) in:06,9 Min. einen klaren Sieg vor seinen Landsleuten Brindol(Martin(Japp) und Buttler (Imperia).— Auch in der 600=ccm=Klasse siegte Gunzenhauser. Seine Zeit von 88:14,5 blieb unerreicht. Zweiter wurde Juhan. Die Besten der einzelnen Klassen bestritten das abschließende und entscheidende Vorgaberennen um den „Goldenen Sturzhelm“, für das keine Zeit mehr genommen wurde. Nach einer packenden Jagd siegte Gunzenhauser(600 ccm Jawa) und gelangte damit in den Besitz des wertvollen Preises. Auch auf den nächsten Plätzen landeten deutsche Fahrer: Buttler (Erkelenz auf 850=ccm=Imperia) wurde Zweiter vor Bertram(Berlin auf 250=ccm=Rudge).* Großer Motorradpreis von Italien Pech der deutschen Fahrer— Italien gewinnt auch die Trophäe Vom Pech verfolgt waren die deutschen Teilnehmer im Rennen um den Großen Motorradpreis von Italien, der am Sonntag auf der Bahn bei Monza ausgefahren wurde. Gleichzeitig wurde um die Geschwindigkeitstrophäe gekämpft, die 1934 gestiftet wurde und der in der Gesamtwertung am günstigsten liegenden Nation zufällt. Als Verteidiger hatte Italien auch in diesem Jahre eine äußerst starke Mannschaft ins Rennen geschickt. Während in der kleinen Klasse Aldrighetti vor Tenni siegte, konnte Tenni seinen Landsmann in der Halbliterklasse um eine Fünftelsekunde hinter sich lassen und sich damit in den Besitz des Großen Preises setzen; zugleich war er mit 163,626 Stundenkilometer schnellster Fahrer des Tages. Dadurch kam Italien auch wieder in den Besitz der Geschwindigkeitstrophäe; Deutschland mußte sich hinter Belgien mit dem dritten Platz begnügen. Ausschlaggebend für den italienischen Sieg war in erster Linie die schlechte Beschaffenheit der Strecke. Während die deutschen Maschinen durchweg Starrahmen hatten, besaßen die italienischen Guzzi Hinterradabfederung, die es ihnen erlaubte, auch auf der sehr schlechten Geraden vor den Tribünen ihre Geschwindigkeit beizubehalten, während die deutschen Maschinen so flatterten, daß unbedingt Gas weggenommen werden mußte. Die Ergebnisse: Bis 250 ccm: 1. Aldrighetti(Italien a. Guzzi) 2,01,10,8 Std.= 148,593 Stundenkilometer. Bis 350 ccm: 1. Ragnar Sunngvist(Schweden a. Husgvarna) 2,06,11,3 Std.= 142,642 Stundenkilometer; 2. Mocchi(Italien a. Norton); 3. Grizzly(Belgien a. Sarolea); 4. Herz(Deutschland a. NSu.) 2,07,45,4 Std. Bis 500 ccm: 1. Tenni(Italien a. Guzzi) 1,50,00,4 Stunden= 163,626 Stundenkilometer; 2. Aldrighetti (Italien a. Guzzi) 1,50,00,6 Std.= 163 600 Stundenkilometer; 3. Gall(Deutschland a. BMW.) 1,50,54,8 Std.; eine Runde zurück: Ley(Deutschland a. BMW.) 1,51,28,4 Std.; zwei Runden zurück: 6. O. Steinbach (Deutschland a. NSU.) 1,50,24,4 Std. Geschwindigkeitstrophäe:(Nationalmannschaften): 1. Italien; 2. Belgien; 3. Deutschland. Die am Wochenende von der NSKK.=Motorbrigade Westfalen veranstaltete Nachtorientierungsfahrt im Münsterland wird als eine der größten und schwersten Orientierungs= und Geländeprüfungen weiterleben, die je im Westen aufgezogen worden sind. Für die Austragung wurde nach monatelangen Vorbereitungen unser schönes Münsterland gewählt, welches durch die Vielseitigkeit seiner Streckenführungen beim„Orientieren“ und durch die Sandwüste in den Borkenbergen für den Geländesport den besten Prüfstein bot. Man kann ohne Uebertreibung behaupten, daß diese Fahrt alle Schwierigkeiten aufwies, die an eine derartige Veranstaltung gestellt werden können. Daß diese Behauptung nicht übertrieben ist, beweist zur Genüge die Tatsache, daß nur rund 50 Prozent der Teilnehmer das Ziel in Dortmund erreichten und nach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen etwa 8 bis 10 Prozent der gesamten Teilnehmer die„Goldmedaille“ erringen dürften. Dieser Zahlenspiegel gibt die Schwere wieder, mit welcher die Fahrer bei Nacht und Nebel und im sandigen Gelände zu kämpfen hatten Wenn man weiter bedenkt daß nicht ein einziger Motorradfahrer das Ziel strafpunktfrei erreichte— die Fahrtleitung will die Zeiten einer nochmaligen Prüfung unterziehen und vielleicht gelinat in Anbetracht der großen Leistung doch noch die Verteilung der einen oder anderen Goldmedaille— so kann sich selbst der Laie ausrechnen, welche Hindernisse zu überwinden waren. Zu allem Ueberfluß stellte sich Sonntag morgen noch ein ziemlich starker Landregen ein, der die ohnedies schon großen Schwierigkeiten noch erhöhte. Die Veranstaltung wurde in drei Fahrtrouten— rot, grün und blau— unterteilt. Die Gesamtlänge einer jeden Fahrtroute betrug etwa 250 Kilometer, wovon auf die Nachtorientierungsfahrt 150 Kilometer, auf die Pflichtstrecke im sandigen Gelände 22 Kilometer und auf die Orientierungsfahrt nach Beendigung der Dunkelheit rund 75 Kilometer entfielen. Schon in den frühen Nachmittagsstunden des Samstags bot die Fahrzeugabnahme in Hamm ein buntbewegtes Bild. Sehr lebhaft war die Anteilnahme der Bevölkerung, die bis spät in der Nacht aushielt und dem Start, der um 23.30 erfolgte, größtes Interesse entgegenbrachte. Zehn Kontrollpunkte mußten in der Nacht ausfindig gemacht und angesteuert werden. Schon bei dieser Nachtfahrt zeigte sich, wie schwierig das Orientieren und das Auffinden von Suchvunkten bei Nacht ist, denn bei der Zwangsetappe in Haltern waren schon rund 25 Prozent der gestarteten Teilnehmer ausgefallen Fast unüberwindliche Schwierigkeiten stellten sich den Fahrern bei der 22 Kilometer langen Sandstrecke entgegen. Nur ganz wenige Fahrer überwanden, ohne die Hilfe der Schiebekommandos in Anspruch zu nehmen, diese Klivve. Der Sand, der größte Feind der Motoristen, ließ weitere 15 Prozent der Teilnehmer auf der Strecke bleiben, so daß sich bei strömendem Regen nur noch 60 Prozent der Fahrer auf die letzte Etappe mit Ziel in Dortmund auf die Reise begaben. Auf diesem letzten Fahrtabschnitt lichteten sich die Reihen um weitere 10 Prozent. Nur die Hälfte des am Samstag in Hamm gestarteten stattlichen Feldes erreichte das Ziel. Mit Rücksicht auf die große Teilnehmerzahl und in Anbetracht einer fehlerfreien Ausrechnung der Kontrollkarten war es der Fahrtleitung nicht möglich, die Ergebnisse noch am Sonntag abend bekanntzugeben. Wir werden, sobald wir in den Besitz derselben gelangen, die Ergebnisse veröffentlichen. Auch Bochums Farben waren bei dieser schweren Orientierungs= und Geländeprüfung vertreten. Besonderes Interesse erweckte die Hitler=Jugend=Mannschaft Koch, Schönewolf und Hobein, die im übrigen die einzige Mannschaft der Hitler=Jugend=Formation war. Was diese Jungen mit ihren kleinen Maschinen zeigten, war erstaunlich, denn durch Nacht, Nebel, Regen und Sand mit diesen kleinen„Motörchen“ eine derartige Fahrt durchzustehen, ist bestimmt ein Kunststück. Auch Renard von der Motor=HJ. zeigte sehr gute Leistungen. Wir wollen hoffen, daß gerade diese jungen Fahrer eine günstige Placierung erhaschen. Wo blieben denn die Nennungen unserer sonst so erfolgreichen Bochumer Geländespezialisten? Sollten sie sich vor den Anforderungen und Schwierigkeiten gescheut haben? Um so anerkennenswerter ist die Beteiligung unserer Hitlerjungen. Und Max Schmeling? Nun J. J. Braddock gegen Joe Louis? Interessante Nachrichten um den Box=Welimeister aller Kategorien, J. J. Braddock, kommen von jenseits des Großen Teiches. Die Bekanntgabe seiner angeblichen Trainingsunfähigkeit wurde in das rechte Licht gerückt durch die Meldung von den„kleinen Kämpfen ohne Entscheidung“, für die Braddock sich eine Erlaubnis erbat und auch erhielt. Wie nun aus Newyork gemeldet wird, wurden J. J. Braddock zwei Angebote gemacht, einen Zwölf=Runden=Kampf gegen Joe Louis zu bestreiten, ohne seinen Titel aufs Spiel zu setzen. Atlantic City und Los Angeles bewerben sich darum, diesen Kampf durchführen zu dürfen. Die Gesellschaft aus Los Angeles bot Braddock eine Garantiesumme von 500 000 Dollar(!) und beabsichtigt, den Kampf am 22. Februar im Olympischen Stadion steigen zu lassen. Man tut gut, diese Nachrichten mit Vorsicht aufzunehmen— obwohl im amerikanischen Box„sport“ nichts unmöglich scheint. Ein neuer französischer Segelflugrekord wurde jetzt von Lt. Wernert aufgestellt, der von Pujaut nach Lyon flog und damit 206 Kilometer gegenüber dem bisherigen Rekord von 186 Kilometer erreichte. Der deutsche Langstrecken=Segelflugrekord steht bekanntlich auf über 500 Kilometer. Elritzling ift„Winterfavorit“ Sonntag wurde auf der Bahn in Köln=Merheim der Preis des Winterfavoriten über 1400 Meter(7500 Mark) entschieden. Nur fünf Pferde hatten sich am Start eingefunden. Der Ebbesloher Elritzling, der schon das Sporn=Rennen gewonnen hatte und dann im wertvollen Dresdner Jugend=Preis hinter Tempo vor dem Oleandersohn Trollius, den zweiten Platz belegte, siegte unter Otto Schmidt ganz überlegen mit vier Längen vor dem Graditzer Abendfrieden, dem klar zurück der Schlenderhauer Marco Polo als Dritter folgte. 1..: 1. Graditz' Feenkind(Krug),? Verres, 3. Florian Geyer und Bekassine.— Ferner: Marmolata, Prior, Audentia. Toto: S. 45, Pl. 18, 20, 9, 9. Einlaufswette: 376. 2.., 1 Abteilung: 1. Hopes Perdita(Broda) 2. Feuerland, Jan van Werth.— Ferner: Adelbert, Musca, Stauffen, Roswitba, Rosenkönig. Toto: S. 27. Pl. 16, 27, 48. Einlaufswette: 354.— 2. Abteilung: 1. Nepicks Athenerin(Glitsch), 2. Lertha, 3. Voluntas.— Ferner: Grandel, Solnemann, Weltmeister, Felek. Feste Lup. Toto: S. 23. Pl. 12. 14, 15. Einlaufswette: 68. 3..: 1. Schlenderhans Amaranthus(Haut) 2. Laufpaß, 3. Preisfechter.— Ferner: Volker, Kerres, Mithra, Marnka, Clearus. Toto: S. 16, Pl. 13, 13, 17. Einlaufswette: 44. 4..: 1. Ebbeslohs Elritzling(O. Schmidt), 2. Abendfrieden, 3. Marco Polo.— Ferner: Belton, Mitropa. Toto: S. 25. Pl. 13, 13. Einlaufswette: 44. 5..: 1. Dillmanns Odenwald(Hochstein), 2. Amalaswintha, 3. Kukuruz.— Ferner: Sauhatz, Royal Pantalion, Bergamotte. Toto: S. 61. Pl. 11, 10. Einlaufswette: 94. 6..: 1. Eickholts Sonnensalter(H. Wenzel), 2. Tirade, 3. Immer weiter, 4. Perlfischer.— Ferner: Palander, Kameradschaftler. Mein Fürst, Papst, Mardonius, Windsor. Toto: S. 30, Pl. 12, 17, 16, 12. Einlaufswette: 594. 7..: 1. Schlenderbans Wunderquelle(Haut) 2. Feuereiser, 3. Schloßfrau.— Ferner: Ballonpost. Römerfahrt, Infant, Edina. Toto: S. 32. Pl. 12, 11, 13. Einlaufswette: 80. 8..: 1. Kunst Gloricus(Buge),? Ilmenau, 3. Osterluzei.— Ferner: Ventre a terre, Läufer, Graf Moltke, Landesfreund, Rote Tante. Toto: S. 21, Pl. 12, 20, 23. Einlaufswette: 86. Doppelwette: Elritzling— Sonnensalter 82:10. Karlshorst, 27. September 1..: 1. Tzschechelns Ronaldina(Stein), 2. Ohio, 3. Balilla.— Ferner: Mio, Steffi, Akita, Tandem, Gustavsburg. Toto: S. 25. Pl. 16, 31, 19. Einlaufswette: 448. 2..: 1. Junks Walthari(Sv. Mitzlaff), 2. St. Georg, 3. Grolle Nie.— Ferner: Passatwind, Liebgard. Toto: S. 16. Pl. 11, 12. Einlaufswette: 32. 3..: 1. Wuthenaus Elanus(Stein), 2. Herero. 3. Travertin.— Ferner: Cyklop, Arabba, Ideolog, Strachan. Toto: S. 28. Pl. 13, 17, 17. Einlaufswette: 184. 4..: 1. Dewitzs Altopold(Besitzer), 2. Heroine, 3. Veedol, 4. Harmonie.— Ferner: Alge. Martina, Ostris, Pater Vici Manuskript. Toto: S. 37, Pl. 13, 18, 13. 19. Einlaufswette: 524. 5..: 1. Wuthenaus Pallas Atbene(Eversessy), 2. Hestia, 3. Sto.— Ferner: Falieri, Sperata. Deutschland, Vogelfänger. Toto: S. 33. Pl. 16, 13, 23. Einlaufswette: 76. 6..: 1. Horaleks Weddegast(Zuber), 2. Cythera, 3. Garconne.— Ferner: Pollux, Progreß, Juist. Toto: S. 24. Pl. 14, 15. Einlaufswette: 52. 7..: 1. von Reibnitz' Fiametta(Unterbolzner), 2. Lieber Kerl, 3. Maat.— Ferner: Ausscheidung, Attila, Grog. Toto: S. 62. Pl. 21, 14. Einlaufswette: 140. 8.: 1. Herdings Matthias(Hiller), 2. Mattiacum, 3. Kriegsflamme. 4. Peking.— Ferner: Tannenarün, Heros Stammesflagge, Loe, Piccolomini, Xenia, Marquis Posa, Friesenhof. Toto: S. 60. Pl. 22, 18, 45, 17. Einlaufswette: 488. Longchamps, 27. September 1..: 1. Schwobs Ethiopie(Semblat), 2. Niki, 8. Czarina.— Ferner: Mon Collier Vert, Felibrige, Sainte Alice, La Sansugere, Chattiere, Ma Merveille. Toto: S. 32. Pl. 16, 23, 18. 2..: 1. Volterras Miß Potiphar(Bridgland), 2. Ebene, 3. Lokmar.— Ferner: Noirville, Impératrice, Saika, Organdi, Dilemne II.=Sweet Miß, Phryne. Toto: S. 132. Pl. 44, 48, 60. 3..: 1. Macombers Polvdor(Thompson), 2. Lucia II, 3. Vorlage.— Ferner: La Sarre, Cynara, Miß Cinders, Rigoletto, Muscadet, Belle Mab, Milord. Don Carlos, Gourdifolt, Crete, Ladogas. Nue, Tulipe, Copyright. Toto: S. 62, Pl. 25, 27, 35. 4..: 1. Aga Khans Le Duc(Dupuit), 2. Genetout, 3. Love Call.— Ferner: Mikey, Carius, Trapolin, Sagar, Samovar, Pamina, Canaletto. Toto: S. 162, Pl. 31.18.15. 5..: 1. Rothschilds Mousson(Bouillon), 2. Saint Preux, 3. Aethelvar.— Ferner: Alfredo. Master Patrick, Codette Baudoche, Sapotille. Toto: S. 30, Pl. 12, 15, 15. 6..: 1. Lavialles Hermone(Garcia),? Rhombe 3. Insernet.— Ferner: Amontilado, Primrose, Priocere, Radnor, Gouyate, Falstaff, Pylon. Derbys Eland, Brooklyn, Bizoulette, Comets Benauty. Toto: S. 89, Pl. 29, 19. 56. Trabrennen in Gelsenkirchen 1.: 1. R. Hartseils Hanni H.(Bes.), 2. Minorka, 3. Müblenprinz.— Ferner: David Palmetto, Humulus, Theodora, Karola., Die Here, Feinsliebchen. Toto: S. 78, Pl. 23, 14, 16. Einlaufswette: 288 2..: 1. G. Petersens Delta(C. Vielberg), 2. Dura, 3. Erker.— Ferner: Rheinliefl, Masalda, Else Lee, Daisy, Deutscher Vater, Erda. Toto: S. 31, Pl. 13, 16, 14. Einlaufswette: 88. 3..: 1. A. Geutings Herensunge(K. Gillar), 2. Granit, 3. Mia O.— Ferner: Wenker(disqual.). Peter Duffy fr., Brooklyn(als 2. disqual.), Erna N.(als 2. ohne Wetten). Toto: S. 19, Pl. 13, 18, 20. Einlaufswette: 168. 4..: 1. O Hakenbergs Erna Bacon(E. Jung). 2. Tuja Guy, 3. Diabolo.— Ferner: Luttpold, Friedo, Baroneß Dugout. Toto: S. 279, Pl. 20 15, 15. Einlaufswette: nicht getroffen: Erna Bacon 524. 5..: 1. G. Petersens Duck(K. Fischer), 2. Circe, 3. Heide.— Ferner: Maikönig, Graf Geßler. Toto: S. 34, Pl. 12, 12. Einlaufswette: 40. 6..: 1. M. Hollas Capitän(C. Pütz), 2. Dirigent, 3. Otti Anvil.— Ferner: Grafschaft. Adda, Lobengrin, Cito Watts, Salvator. Toto: S. 93. Pl. 37, 45, 34. Einlaufswette: 988 7..: 1. W. Dahls Guv Albert(Bes.), 2. Baronkel, 3. Herodis., 4. Else Lee.— Ferner: Edi Guy, Prophet, Norma Todd, Miß Morgan, Diabella Mia O.(o..), Bello Watts. Toto: S. 43, Pl. 16, 17, 15, 23. Einlaufswette: 616. „B..“-Fröhlich Beim Fußball=Länderkampf Deutschland— Luxemburg in Krefeld schoß der nach dreijähriger Pause erstmalig wieder international spielende Schaller Stürmer Ernst Kuzorra in prächtiger Manier den ersten Treffer. * ### Renden Nich ectrine: CA # Whitchall, London.— wopers of the Lfe Guards. bere paumnse in Gearton oc A4 8 9 96n □ 4. SC V * 3 c Einen Kartengruß von ihrem neuen Sechstagesieg in London sandten uns die bekannten Dortmunder Sechstagefahrer Kilian und Vopel. Weiter grüßten: Olympiasieger Toni Merkens, sein Sechstagepartner Hürtgen, der bekannte belgische Rennfahrer Jean Aerto, H. Müller und Walter Neusel. Das War-kazerras Geichen. Seite 11 Nr. 227 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 28. Sep.ember 1936 Derna Roichlerer Auto-Union auch bei den Krafträdern erfolgreichites deutsches Werk Regen, Nebel und Schnce beim Feldbergrennen (9pc:(pelrodeck(Bugatti):29,6; 3. Trötsch(Bugatti):32,2; Alle Vorbedingungen für ein herrliches Fennen schienen am Feldberg gegeben zu sein, doch das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung. Ein feiner Regen, zuweilen mit etwas Schnee, und auf dem letzten Teil der 12 Kilometer langen Kanonenstraße auf dem Feldberg dichter Nebel mit kaum mehr als 20 Meter Sicht waren die Ursache dafür, daß nicht ein einziger Rekord unterboten werden konnte, 12658 Mater, Da es um die Meisterschaft des deutschen Motorsports ging, hatten sich dennoch überraschend viele Zuschauer eingefunden. Der erfolgreichste Solomeister war Hans Fleischmann. Er gewann nicht nur in der 350-com-Klasse mit 100,2 Stundenkilometer das Rennen, sondern wartete als Sieger der Halbliter=Klasse vor den DKW.=Fahrern Bothmer und H. Müller mit 101,2 Stundenkilometer mit der Tagesbestzeit auf. In der kleinen Klasse war Kluge auf DKW. mit 94,6 Stundenkilometer nicht gefährdet. Die beiden Läufe der Seitenwagen standen im Zeichen des berühmten Baseler Ehepaares Hans und Cally Stärkle. Es siegte in der 600=ccm=Klasse mit 98,3 Stundenkilometer und in der großen Klasse mit 90,5 Stundenkilometer, NSU. so zu einem sehr schönen helfend. Eine feine Leistung vollbra Mit Kompressor: 1. Kohlrausch, Mi :52,2 Minuten= 95,5 Stundenkilometer; 2. heyen, Düsseldorf(Austin):41,6; 8 gestartet, 2 am Bis 1500 cem(ohne Kompressor): 1. Glöckler, Krankfurt a. M.(Hanomag., 833 1/8 Minuzen.= 86.1 Stundenkilometer; 2. Schbyuy, Munchen(Adler):29,0. Bis 2000 ccm(ohne Kompressor): 1. Schweder, München(Adler):51,4 Minuten= 91.6 Stundenkilometer; 2. Richter, Langwied(BMW.):51,4. Mit Kompressor: 1. Berg, Altena(Alfa=Romeo) :84,0 Minuten= 95,2 Stundenkilometer; 2. Röttger, Hagen i. W.(Wanderer):25,6. Ueber 2000 ccm(ohne Kompressor): 1. Petzold, Hannover(Ford):00,0 Minuten= 90,0 Stundenkilometer; 2. Eberle, Frankfurt a. M.(Lancia):38,0; 8 gestartet, 2 am Ziel. Rennwagen bis 1100 ccm: 1. Bäumer. Bünde (Austin):10,6 Minuten= 100,8 Stundenkilometer; 2. Kohlrausch, München(MM.):18,8; 8. Brudes, Breslau(MG.):47,0; 5 gestartet, 4 am Ziel. Bis 3000 ccm: 1. Brudes, Breslau(Bugatti):02,6 Minuten= 100,2 Stundenkilometer; 2. Wimmer, KapMünchen (MG.) VerErfolg verhegfenp. Eine feine Leistung vollbrachte der Münchener Kohlrausch bei den Sportwagen. Mit feinem 1100 com starken MM. jagte er mit 95,9 Stundenkilometer als Schnellster seiner Kategorie über die Strecke. Er war noch schneller als der Altonaer Berg mit Rudolf Caracciolas altem Alfa Romeo, den er mit 95,2 Stundenkilometer in der Zwei=Liter=Klasse zum Siege steuerte. Der Münchener Schweder geriet mit seinem Adler kurz vor dem Ziel in einer Kurve aus der Bahn, steuerte durch das Gelände, erreichte die Straße wieder und siegte doch noch. In der gleichen Kurbe scheiterte auch von Delius. Im dichten Nebel fuhr er in einen Graben, wodurch der Auto=Union etwas beschädigt wurde, so daß von Delius nicht mehr weiterfahren konnte. Nach privaten Stoppungen soll er übrigens auf dem unteren Teil der Strecke schneuer als Rosemeyer gewesen sein,.#.m ungänstigen Weiter Rosemeyer erreichte bei dem ungunnigen Wetter seinen Trainingsrekord von 124 Stundenkilometer bei weitem nicht und blieb als Tagesschnellster und Rennwagensieger mit 112,7 Stundenkilometer noch über dem vorjährigen Streckenrekord von Hans Stuck. Ergebnisse des Feldberg=Rennens Krafträder nicht über 250 ccm: 1. Kluge(DKW.) :86,6 Minuten= 94,6 Stundenkilometer; 2. KohlfinkBietigheim(ImperiaRudge):43.9,( Nicht über 350 ccm: 1. H. Fleischmann,(##SU.) :09,4 Minuten= 100,2 Stundenkilometer; 2. I. D. Elst,.=Gladbach(Norton):39,0. Nicht über 500 ccm: 1. H. Fleischmann(NSU.) :07,0 Minuten= 101,2 Stundenrilometer; 2. K. Bodmer(DKW.):12,2. Krafträder mit Seitenwagen nicht über 600 ccm: 1. H. Stärkle(NSU.):42,8 Minuten= 98/8 Stundenkilometer; 2. Schumann(NSU.):50.4. Nicht über 1000 com: 1. H. Stärkle(RSu.),:574 Minuten= 90,5 Stundenkilometer; 2. Braun(DKW.) Sportwagen bis 1100 com(ohne Kompressor): 1. Brendel, Frankfurt a. M.(NSU.Fiat):87,4= 88,5 Stundenkilometer; 2. Müller, Haktersheim(BMW.):48,4. 4 gestartet, 4 am Ziel. Ueber 3000 ccm: 1. Bernd Rosemeyer(Auto=Union) :23,4 Minuten= 112,7 Stundenkilometer; 2 gestartet, 1 am Ziel. Die Deutschen Meister im Motorsport: Deutscher Meister für Solo=Motorräder: Nicht über 250 com: Ewald Kluge(Auto=Union] DKW.): nicht über 350 ccm: Heinrich Fleischmann(NSU.): nicht über 500 ccm: H. P. Müller(Auto=Union] DOM„„ In E. Deutscher Meister für motorräder mit Seitenwagen: Nicht über 1000 ccm: Hans Kahrmann(AutoUnion DKV.) Deutscher Meister für Kraftwagen: Bernd Rosemeyer(Auto=Union). Deutscher Bergmeister für Kraftwagen: Bernd Rosemeyer(Auto=Union). Grunde von den estnischen Sportbehörden zum Berufssportler erklärt werden. Palusalu wird zum Vorwurf gemacht, daß er einer Zigarettenfabrik gegen ein entsprechendes Entgelt die Erlaubnis zur einer Zigarette mit seinem Namen gegeben hat. Die Fabrik, die außerdem das Bild des doppelten Olympig: siegers zu Reklamezwecken benutzte, erklärte, damit gleichzeitig eine Werbung für den Sport bezweckt zu haben. Bei der Untersuchung durch die Sportbehörden wurde die Zahlung eines Honorars an Palusalu bestritten, und die Firma zog außerdem die„Marke Palusalu“ aus dem Handel. Ob die Angelegenheit damit bereinigt ist, muß allerdings abgewartet werden. Kilian/Vopel Sieger Schluß des Londoner Sechstagerennens In der Nacht zum Sonntag wurde das 2. Londoner Ende gefüh Sech Das deutsch ihren neunten Sech mußten trotz aller chstagerennen zu ende geführt. Die Dortmunder Kilian]Vopel, die mit kurzen Unterbrechungen vom ersten Tage an die Führung innehatten, blieben, wie erwartet, überlegene Sieger und begannen auch dieses Rennjahr vielversprechend, nachdem sie in der letzten Winterrennzeit in den Vereinigten Staaten nicht weniger als acht derartige Rennen gewonnen hatten. Das deutsche, Pagr feierte Zier alegierggggft Sochstagesieg. Die Beigier Aegu Bemühungen mit Rundenrückstand mit dem zweiten Platz fürliebnehmen, Merkens]Hstrtgen traten nie in Erscheinung und wurden zehn Runden zurück Achte, wobei allerdings zu berüicklichtieen der Olympiasieger hier zum ersteumg in Dechuhferronzeiener beim SA.-Turnier in Herten erfolgreich Der Hertener SA.=Reitersturm 4/70 veranstaltete am Sonntag ein Reit= und Springturnier, das leider ein Opfer der schlechten Witterung wurde. Aber ungeachtet dessen wurde das Programm restlos abgewickelt. Die Beteiligung an den einzelnen Wettbewerben war sehr gut, doch die Leistungen litten unter den schlechten Bodenverhältnissen. Einige hundert Unentwegte waren immerhin als Zuschauer hinausgekommen. Unter ihnen auch SA.=Brigadeführer Vogel, der die Ehrung der sechs Kriegspferde vornahm, die im Rahmen des Turniers stattfand. In den verschiedensten Prüfungen kämpften SA., SS. und Vertreter der ochußpolizei Bochum und Recklinghausen, die in verschiedenen Konkurrenzen erfolgreich waren. Das Turnier nahm seinen Anfang mit einer Vielseitigkeitsprüfung für Reit= und Wagenpferde, die Polizeiobermeister Sprenger(Bochum) mit „Zange" gegen SA.=Truppführer Plavoet mit„Horiberta“ gewann. In der folgenden Dressurprüfung Klasse A holte sich SA.=Reiter Jungnitsch auf„Cherubin“ den Sieg vor Polizeihauptmann Illg auf„Venus" und Polizeiobermeister Sprenger(Bochum) auf „Aula“. Sehr gute Lektionen sah man in der Dressurprüfung Klasse L, die von SA.=Truppführer Zurhausen auf SA.=Brigadeführer Vogels„Norma“ gewonnen wurde, der auf„Consument“ noch Dritter wurde, während SA.=Reiter Jungnitsch auf„Cherubin“ den zweiten Platz belegte. Die Materialprüfung wurde in zwei Abteilungen gewertet, von denen die für Pferde im Privatbesitz SS.=Rottenführer Schröder auf„Meleane" gewann und die für Pferde im Staatsbesitz von Polizeiobermeister Sprenger(Bochum) auf„Aula“ gewonnen wurde, und zwar vor Oberwachtmeister Pier(Bochum) auf Adelheid und Polizeioberwachtmeister Guse(Bochum) auf„Adeline". Besonders die Jagdspringen wurden durch den aufgeweichten Boden in Mitleidenschaft gezogen. Nur einem Reiter, SA.=Reiter Böker, gelang im Verlauf der Springen ein fehlerloser Ritt, und zwar im Jagdspringen Klasse L, welches er auf„Harras“ gegen SA.=Rottenführer Althüser auf„Castor" und SA.= Reiter Jungnitsch auf„Jubellerche" gewann. Mit„Hidalgo“, holte sich SA.=Oberscharführer Rüter das Jagdspringen Klasse A vor SA.=Reiter Jungnits auf„Asra" und Polizeioberwachtmeister Titt „Wenzel“. Im Glücksjagdspringen war den Teilnehmern recht wenig Glück beschieden, denn das Ende war schon bald erreicht. Mit sechs Sprüngen in 40 Sekunden setzte sich SA.=Reiter Böker auf„Harras“ an die Spitze. Ihm folgte mit der gleichen Sprungzahl in 45 Sekunden SA.=Oberscharführer Rüter auf„Hidalgo“, während SA.=Rottenführer Althüser mit fünf Sprüngen Dritter wurde. mitsch auf einem so schweren Rennen startete und sein Durchhalten schon einen Erfolg bedeutet. Das Schlußergebnis war: 1. Kilian Vopel(Deutschland) 8120.526 Kilometer, 776 Punkte, 1 Runde zurück; 2. Aerts Buysse(Belgien) 2 3 Runden zu Punkte, 4 Runden Vlockhoven(K 8. MerkenssH dolland) 219 Punkte, sunkte. „Marke Palufalu“ Der Olympiasieger und die Zigarettenfabrik Der olympische Doppelsieger im Ringen, Krist Palusalu(Estland), ist mungen in Konflikt geraten mit den Amateurbestimund soll aus diesem bürtgen 426 Metze fiegte im Europapreis der Steher Mit einem 100=Kilometer=Dauerrennen unter dem Titel„Europapreis der Steher“ wurde am Sonntag die diesjährige Rennzeit der Radrennbahn in Nürnberg zum Abschluß gebracht. Der deutsche Meister Metze war in dem Sechserfeld der weitaus beste Mann und siegte verdient, nachdem er schon das=Kilometer=Zeitfahren sich in 36 Sekunden geholt hatte. Lediglich Italiens Meister Severgnini konnte sich mit ihm in der gleichen Runde halten, während Lohmann unter Magenbeschwerden litt und nicht zur Geltung kam. Ergebnisse: Europapreis der Steher über 100 Kilometer: 1. Metze 1,29,09,4, 2. Severgnini 380 Meter, 3. Hille 420 Meter, 4. Möller 820 Meter, 5. Alkema 940 Meter, 6. Lohmann 12°70 Meter zurück.—=Kilometer= Zeitfahren: 1. Metze 36 Sek., 2. Severgnini 37, 3. 37,1, 4. Alkema 37,2, 5. Möller 39,4, 6. Lohmann 40,1 Sekunden. Bochumer Radrennen verregnet Die für Sonntag angesetzten internationalen Radrennen in Bochum fielen der schlechten Witterung zum Opfer. imina von H. Loeff 31) „Freund Bob nicht unüberhat sie sich mit einem Chemiker zusammengetan und läßt auf Wunsch die Düfte in Flakons zaubern, die gt. Eine Tanzkapelle für den großen Saal, ihrer Meinung nach zu der jeweiligen Trägerin, passen. e vogr Hester v d. ig. Liaumerlapse Finden, Oie, datz, diesez, Parschn, mie entpritge:„Siel streckt ihm mit übermütiger Geste nochmals die Hand „Aber“ fuhr der Inspektor fort, ist ein patenter Kerl, mutig und doch legt!— Doch, um auf Silvester zurückzukommen!— Wenn es sich um einen Maskenball handelt, dann ist ja alles ganz leicht. Wir erscheinen eben auch in Masken!“ Die Lady lachte.... 6 ic „Aber Inspektor, das ist doch nicht Ihr Ernst! Beamte von Scotland Yard auf einem Maskenball!“ „Ich hasse allerdings derartige Feste! Aber die Pflicht geht vor! Ich muß darauf bestehen, Lady Sybille, daß Sie Beamten von uns 8 „Um Himmels willen! Beamten? Mann wollen Sie denn anrücken?" „Das müssen Sie uns überlassen, Mylady!“ „Also, wenn Sie durchaus wollen! Mir ist's im Grunde egal. Die Hauptsache ist, die Gäste merken nicht, daß ausgerechnet ein Maskenball in meinem Hause unter polizeilicher Aufsicht stattfindet.— Uebrigens, was soll denn dieser mysteriöse Captain allein anrichten! Und so schnell wird er sich keine neue Bande zusammengetrommelt haben.“ „Das wird ihm wohl für alle Zeiten sehr schwer faller Wielo,(eing Gart. Bssraten hat 9phlcht „Weil er ja seine Leute verraten hat, Mylaoy. Er ließ sie allein am Augenblick der Gefahr und brachte sich und seinen Begleiter in Sicherheit. Auch die Verbrecher haben ihre Anstandsregeln, so unsinnig das klingen mag. Nach ihren Dogmen hat der Captain nicht fair gehandelt und besitzt jetzt keinerlei Sympathien mehr. Nirgends!— Aber genial ist er und man weiß nicht, was er noch anrichten kann, solange er in Freiheit ist.— Good bye, Mylady! Bitte empfehlen Sie mich dem Lord. Wird er Silvester anwesend sein?" „Ich glaube nicht! Er ist in Schottland und hatte leider einen Jagdunfall. So wird er wohl noch vierzehn Tage festliegen.“ Gran fand es eigenartig, daß die Frau große Gesellschaften gibt, wenn der Mann krank in der Ferne weilt. Sie merkte wohl seine Empfindungen und setzte „Aber gleich nach dem Feste fahre ich zu ihm. Ich will dann einige Zeit mit ihm verreisen. Nach Aegypten vielleicht, raus aus dem dunstigen London! Nur, das Fest ist schon lange vorbereitet und die Einladungen wurden vor drei Wochen verschickt. Man kann es nicht mehr rückgängig machen!" Sie reichte dem Inspektor zum Abschied ihre schmale Hand und lächelte ihm zu. Gran ging. * Silvester! Ein Tag, den die Engländer in lustiger Gesellschaft feiern. Lady Sybille hatte dreihundert Leute eingeladen zu ihrem Maskenball und kaum eine Absage erhalten. Die drei großen Festsäle unten in der Villa strahlten in hellstem Licht. Sie waren lustig bunt und doch geschmackvoll geschmückt. Lange Papier= schlangen hingen von den Leuchtern herab, Konfetti lag zum Gebrauch bereit, Knarren und bunte Papptrompeten waren vorhanden, und überall dufteten Blumen: Rosen, Orchideen, weiße Narzissen, Beilchen, spiegelte das Parkett, lockten die kalten Büfetts, die Sektbar und Cocktailnische. Die Lady hatte drei Kapellen besorgt. Eine Tanzkapelle für den großen Saal. ein Spezial=Tangoorchester und eine Zigeunerrapelle. Einen kleinen Raum hatte Sybille als Mokkastube einrichten lassen. Schwere Teppiche deckten den Boden und auch die Wände waren mit ihnen behangen. Es gab außer niedrigen Tischen keine Möbel in dem Raum, riesige Kissen in allen Formen und Farben dienten als Sitzgelegenheit. Das Zimmer wurde nur von großen, runden Lampions in mattrot und orange erhellt. Die Türen waren dick gepolstert und ließen keinen Laut des Festtrubels hineinkommen. Keine Blume verhauchte hier ihren schweren Duft, dafür füllte würziger Tannengeruch den Raum, so daß er Gästen, die im Laufe der langen Nacht ermüdet von dem Trubel nach einem stillen Plätzchen suchten, als Erholungsort sicherlich willkommen sein würde.— Noch war niemand der Geladenen erschienen. Leise betrat Lady Sybille den kleinen Raum. Sie trug schon ihre Festtoilette, die natürlich aus dem Hause„Lil“ stammte. Glänzender Samt umspannte ihre wundervolle, schlanke Gestalt, der in seiner tiefen Schwärze das reine Weiß ihres schmalen Gesichtes noch klarer erscheinen ließ. Eine schmale Schleppe rieselte malerisch auf den Boden herab. Dunkel und geheimnisvoll stand die Lady mitten unter den Lampions. Nur die sehr große, lange Straußenfeder in auffallendem Rot und ihr sehr roter Mund gaben ihrer Erscheinung etwas Leben.— Sie war nicht recht in Stimmung, aber wenn die Gäste kamen und die Musik spielte, würde sie mit fortgerissen werden, wie immer.— Während sie sich an der Mokkamaschine zu schaffen machte und aus einem hohen Täßchen den heißen, starken Trank schlürfte, bildete sich eine nachdenkliche Falte zwischen ihren Augenbrauen.— Jahresende— etwas Neues begann. Immer empfand sie gerade in den letzten Stunden eines scheidenden Jahres das Vergängliche des Dagrößte Teil der Gäste davon Gedarum doppelt unbeseins. Wie lange noch? Zehnmal würde sie noch###n und strahlend Silvester feiern, umschwärmt von Verehrern, dem Tanze hingegeben, dann würde ganz sacht das Alter kommen und mit ihm Einsamkeit?— Wie ertrug man das wohl? Sie hatte nie geistig an sich gearbeitet, Bücher gelesen oder sich mit irgendeiner Liebhaberei auf dem Gebiete der Kunst oder Philosophie beschäftigt. Ein reiches Innenleben macht wohl das Altern leichter— aber das war ihr nicht gegeben. Sie empfand es in dieser Stunde fast schmerzhaft.— Sie stellte das Täßchen so plötzlich zurück, daß es zerbrach. Mit großen Schritten verließ sie das Zimmer und kam nach einigen Augenblicken wieder. Eine Sektflasche und ein Glas stellte sie auf den Boden, streckte sich auf die Kissen aus und stürzte hastig vier Gläser des prickelnden Champagners hinunter. Noch niemals hatte dieser wundervolle, wahrhaft göttliche Trank seine Wirkung verfehlt. Und auch heute sah sie das Leben nach seinem Genuß bedeutend rosiger. Sie begann zu rauchen und träumte vor sich hin. Die nachdenkliche Stirnfalte war verschwunden.— So fand sie Rechtsanwalt Rubin, als er nach ihr suchend den Raum betrat. Er ging lächelnd auf sie und küßte ihr ganz unenglisch die Hände. „Bezaubernd sind Sie heute wieder, Sybille! Aber es ist Zeit, daß Sie sich zeigen. Die ersten Gäste kommen schon..... Peun, aa bazrng. 5. „Maskenbau, liever Freuno! Ich begrüße heute niemanden!“... S5plain 9 Rachtss „Sie sehen aus wie eine Königin der Nachr!“ „So heißt auch nein Kostüm„lächelte sie, gund Land Ja, wirklich! Die Harding ist ein Geniel“ „Gewiß— auch ein Finanzgenie! Was sagen Sie zu den Schuhchen?“ Sie steckte den schmalen Fuß aus, der in roten Samtsandaletten steckte. Ein Gedicht!“.. 92 Laneie bi. G. „Alles ihr Entwurf. Ich beneide die Frau sehr. Wieviel Freude gibt ihr die Arbeit!“ „Vielleicht wird sie ihren Salon bald aufgeben, wenn sie heiratet.., Gugt Mar, Kirgt. „Will sie wirklich den Bob More heiraten?“ „Jedenfalls ist sie mit ihm verlobt!“ Rubin hatte bei seinem Eintritt die Tür offen gelassen, um nicht den Anschein eines téte--téte mit seiner schönen Gastgeberin zu erwecken. Man hörte Stimmen und Schritte. Schnell legte Sybille ihre schwarze Samtmaske an, und auch Rubin maskierte sich.— Ein seltsamer Gast erschien jetzt im Türrahmen. Eine schmale Gestalt war von Kopf bis zum Fuß ganz in seidigglänzenden Trikot gekleidet. Rote Stulpenhandschuhe bedeckten die Hände, an der Seite hing ein silbrigglänzendes Pappschwert— hinter ihr stand ein Herr in tadellosem Frack mit Zylinder auf dem Beide waren maskiert. Die Lady schrie entsetzt auf. Dann lachte sie.„Der Captain und der Mann im Frack! Aber sehen Sie— ich habe heute keinen Schmuck angelegt,„ a ste.5 Die beiden verbeugten sich bedauernd und verschwanden.— Die Lady sah Rubin an.„ g. guzm Kecms„Schrecklich! Wer mag in diesem Kostüm stecken?“ Aber auch der Rechtsanwalt hatte die Masken nicht erkannt. Die Lady erhob sich jetzt und ging in den großen Saal. Rubin folgte ihr. Hier machten sie die Entdeckung, daß es insgesamt sechs Paare gab, die als Captain und Mann im Frack gekommen waren. Die Sicherlich würde der großt brauch machen und ronnte sich barum voppelt schwert, weil unerkannt, im Trubel bewegen. Es war halb zwölf.— Gran blickte auf seine Uhr und sah dann zu Abel hinüber, der von einem roten Teufelchen— Vivian— weidlich gequält und geneckt wurde. Er schien sich das aber gern gefallen zu lassen. Ellen Collin war nicht auf dem Fest, sie hatte es verschmäht, sich einzuschmuggeln, wie es Vivian getan hatte. Und das gefiel Gran. Seine Frau durfte einmal kein Sprühteufel sein, sondern eine Dame, so wie Miß Harding es war, die er nach wie vor sehr bewunderte. In all der Ausgelassenheit behielt sie ihre Halmen: Rosen, Orchideen, weiße Narzissen, Beischen,„So heißt auch mein Kostüm„lächelte sie, Nelken— ein Traum von Farben und Düften. Dazu auch mein Parfüm. Die Harding ist tüchtig. Jetzt Herren hatten sämtlich die Zylinder aufbehalten und trugen eine Scheinpistole in der Hand, die sie allerdings beim Tanzen einsteckten. Zuerst schienen die Gäste etwas befremdet und eingeschüchtert durch die vielen Captains. Dann trugen aber gerade diese Masken nur zur Erhöhung der Stimmung bei. Am meisten schienen es die„Verbrecher“ auf Lilian Harding und Bob Moore abgesehen zu haben. Die beiden waren andauernd umringt, und Lil tanzte fast nur mit schwarzen Captains und Männern im Zylinderhut. Lilian war als Schmetterling gekommen, in einem langen, engen Gewand aus Goldlamée, das in einer Schleppe endete. Die Aermel liefen in riesigen Weiten aus und waren aus schmalen Chiffonstreifen in zart abschattierten, gelben und blauen Tönen zusammengesetzt. Um die Locken trug sie einen schmalen Goldstreifen und aus Golddraht gebogene Schmetterlingsfühler. Sie sah lächerlich jung und bezaubernd schön aus. Ihr goldighelles, lebensbejahendes Kostüm war ein entschiedener Gegensatz zu dem dunklen Gewand der „Königin der Nacht". Wenn die beiden Frauen sich zusammen zeigten, waren aller Augen auf sie gerichtet. Eine hob die Schönheit der anderen. Das Fest ging in steilem Aufstieg seinem Höhepunkt zu. Konfetti und Papierschlangen wurden geworfen, Scherzworte flogen hin und her— es war ja Silvester, und man war maskiert. Auf den Einladungskarten war ausdrücklich bemerkt, daß niemand die Maske in dieser Nacht zu lüften brauchte, wenn er nicht wollte. Welt.— Lady Sybille zeigte sich recht ausgelassen. Sie flog von einem Arm in den anderen, aber Gran sah wohl, daß ein schwarzer Domino, in dem er Rubin vermutete, sie nicht aus den Augen ließ. Jetzt schien er sie sogar daran hindern zu wollen, weiter Sekt zu trinken. Aber Sybille stürzte doch noch ein Glas hinunter. Dann nahm sie den Arm des Dominos und verließ den Saal. Gran war nicht zu seinem Amüsement hier, und so folgte er den beiden. Sie suchten das Mokkazimmer auf, das leer war. Die Mokkamaschine wurde von den Gästen bedient, so befand sich auch keine Bedienung im Raum. Die Tür schloß nicht ganz und öffnete sich lautlos, als Gran gleichfalls eintreten wollte. Wie angenagelt blieb er stehen. Lady Sybille lag ausgestreckt auf roten Kissen, die einen wundervollen Kontrast zu ihrem schwarzen Kleid bildeten, der Domino war über sie gebeugt, und sie küßten sich lange. — Maskenball!— Gran ging zurück, kehrte dann aber wieder um. Diesmal vollführte er einen heillosen Lärm. Er pfiff„God save the king“, trat hart auf, so daß ihn auch das versunkene Liebespaar hören mußte. Tatsächlich saßen die beiden bei seinem neuerlichen Eintritt brav an einem der niedrigen Tische, rauchten und tranken Mokka, als hätten sie seit Anbeginn nichts anderes getan. Gran verbeugte sich und sagte lachend, daß er diese stille Klause leer vermutet habe. Er tat, als hätte er die beiden Masken nicht durchschaut. Gran sah auf seine Uhr. „Fünf Minuten vor zwölf!“ verkündete er. Die Lady sprang auf. „Oh, da müssen wir in den großen Saal und auf das neue Jahr anstoßen!" Sie verließen zu dritt das Zimmer. In den Sälen wurde getanzt. Ein Gong ertönte. Drei Minuten vor zwölf. Jeder holte sich einen Sektkelch, um wohlversehen mit dem kostbaren Naß in das neue Jahr hinüberzukommen. Zwei Minuten vor zwölf. Die Lady stieg die drei Stufen, die zu der Bar führten, hinauf und ließ sich von Rubin Champagner einschenken. Eine halbe Minute vor zwölf. Alles Licht erlosch.— Eine Stimme, offenbar die der Lady, erklang: „Meine sehr lieben Gäste! Eine halbe Minute bis zwölf! Gehen Sie, geschützt vom Dunkel, in sich, bereuen Sie Ihre Sünden, im Namen der Freude sei Ihnen alles vergeben!“ (Fortsetzung folgt.) Aufnahmen:„..“-Fröhlich(),„B..“-Muthherr(1) Links: Am Grabe des Dichters Christian Dietrich Grabbe wurde am Samstag die Grabbe=Gedenkwoche anläßlich der 100. Wiederkehr des Todestages des Dichters in Detmold mit einer Feierstunde eröffnet.— Unser Bild zeigt den stellvertretenden Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Ministerialrat Dr. Heinz Wismann, während der Ansprache an den Gräbern von Grabbe und Grabbes Mutter. Rechts: Die Reichsautobahnbrücke über das Neandertal, die am Sonntag im Rahmen der Eröffnung eines Teilstückes der Strecke Köln—Düsseldorf—Duisburg freigegeben wurde(siehe auch den untenstehenden Bericht), ist mit ihrer Länge von 550 Meter eines der gigantischsten Bauwerke im Reichsautobahnnetz. Horling“ Unndeigul.g der bedeutendsten westdeutschen Reichsautobahn=Teilstrecke Koln—Düsseldorf—Dusburg Übg. Düsseldorf, 27. September. Mit der Fertigstellung und feierlichen Einweihung der 8 Kilometer langen Teilstrecke Düsseldorf=Süd bis Düsseldorf=Mitte hat der gestrige Sonntag einen wertvollen Beitrag zum Ausbau der westdeutschen Reichsautobahnstraßen gebracht. Diese acht Kilometer, die nur einen geringen Bruchteil im gewaltigen Netz der Straßen Adolf Hitlers darstellen, sind, was die Arbeitsleistung anbelangt, mit anderen als normalen Maßstäben zu messen. Die tiefen Einschnitte und gewaltigen Erddämme, die in diesem landschaftlich reizvollen Gebiet am Auslauf des Vergischen Landes notwendig waren, machten eine Erdbewegung erforderlich, wie man sie nur in ganz seltenen Fällen auf derart kurzen Teilstrecken der deutschen Reichsautobahnen vorfindet. Neben 15 Ueber= und Unterführungen liegt in dieser Teilstrecke auch die gewaltige Brücke bei Erkrath, eines der wuchtigsten Bauwerke der Reichsautobahnen überhaupt. In einer Länge von 550 Meter überspannt sie mit ihren zwölf Steinpfeilern in architektonisch barmonischer Linienführung, angepaßt dem eigenartigen Reiz des Landschaftsbildes, in 22 Meter Höhe den westlichen Auslauf des Neandertales, das als prähistorische Fundstelle ebenso berühmt ist wie als Naturfreund=Idyll. An beiden Brückenenden sind Rast= und Parkplätze angelegt, die dem Fahrer neben einer Besichtigung des interessanten Bauwerks auch Spaziergänge ins Neandertal ermöglichen, dessen Romantik durch dieses Wunderwerk deutscher Technik keineswegs zerstört, sondern im Gegenteil noch unterstrichen wird. Die freigegebene Teilstrecke, die mit ihren acht Kilometer das fertiggestellte deutsche Reichsautobahnstraßennetz auf 1000 Kilometer stellt, führt von der Auffahrt Düsseldorf=Süd(Kilometer 24,5) über Bruchhausen, Erkrath, Hubbelrath bis zur Auffahrt an der Provinzialstraße Düsseldorf—Mettmarn. Die Freigabe der Strecke ermöglicht eine bessere Verbindung zum östlichen und nördlichen Stadtteil Düsseldorfs sowie eine wesentlich günstigere Zufahrt zum Industriegebiet unter Umgebung Düsseldorfs. Der feierlichen Eröffnung dieser wichtigen Teilstrecke war leider kein gutes Wetter beschieden. Mit kurzen Unterbrechungen regnete es den ganzen Vormittag über, so daß das sonst so reizvolle Landschaftsbild im Neandertal grau in grau lag. Am Kilometer 24,5 hatten sich nichtsdestoweniger zusammen mit den NS.= Formationen und der langen Wagenkolonne der Arbeiter auch zahlreiche Privatkraftfahrer eingefunden, die mit als erste die neu eröffnete Strecke befahren wollten. Gauleiter und Staatsrat Florian übergab die Strecke mit einer Weiherede dem Verkehr. Er stellte heraus, daß die deutschen Reichsautobahnen nicht etwa für die sogenannten besser bemittelten Stände gebaut würden, sondern für das gesamte deutsche Volk, und daß sie namentlich den deutschen Arbeitern die Schönheiten ihrer Heimat erschließen sollen. Auch hier sei der Zukunft ein Denkmal gesetzt worden, und jeden Arbeiter, der mit an diesem Werke geschaffen habe, solle dieses Bewußtsein mit Stolz erfüllen. Gleichzeitig soll dieser Stolz zu neuen Taten ansvornen, zu neuem Schaffen, das unter der Parole steht:„Der deutschen Arbeit wollen wir den Weg zur Freiheit bahnen!" Reichsbahn=Oberrat Thir hob in seiner anschließenden Rede hervor, daß am heutigen Tage, wo der Führer den 1000. Reichsautobahnkilometer dem Verkehr übergeben könne und an sechs Stellen im deutschen Reiche Teilstrecken eröffnet würden, der westdeutsche Beitrag mit acht Kilometer zwar an sich gering sei, daß er aber eine gewaltige Arbeitsleistung umfasse. Er zählte nochmals die ungeheuren Schwierigkeiten auf, die dem Bau im Wege standen und dankte allen Arbeitern für ihre Einsatzfreudigkeit. Im Anschluß an seine Ausführungen befuhr die lange Autokarawane, mit Gauleiter und Staatsrat Florian an der Spitze, zum ersten Male die neue Teilstrecke. Nur silnung„lekrusche nenrung“ Essen, 27. September. Zum ersten Male ist in einer Reichsausstellung all das in systematischer Ordnung zusammengestellt und veranschaulicht, was in das Gebiet der Werbung gehört, der heute in der Zeit verschärften Wettkampfes im In= und Auslande erhöhte Bedeutung zukommt. In der Samstagsausgabe des„B..“ wurde in knappen Umrissen Umfang und Bedeutung dieser Ausstellung. die vier große Ausstellungshallen in Essen füllt, vor Augen geführt. Angenehm fällt gleich beim Betreten dieser Hallen die geschmackvolle Ausstattung auf. die Formenschönheit mit Zweckmäßigkeit verbindet.„Die Werbung ist die motorische Kraft, die den Gesundungsprozeß der Wirtschaft beschleunigen soll. Die Einzelwirtschaft kann nur leistungsfähig werden, wenn sie die Werbung versteht." Dieses Wort des Stellvertretenden Reichsprovagandaleiters der NSDAP. und Leiters der Reichsfachschaft deutscher Werbefachleute, Hugo Fischer, ist sinnfällig in dieser großen Ausstellung verkörvert. Die Ausstellung beherberat in Halle I die Ehrenhalle. die politische Werbung, die deutsche Wirtschaftswerbung, die Leistungsschau deutscher Gebrauchsgraphiker, die Werbung der Reichsbahn und der Reichspost, der Lufthansa und der Handwerkskammer— jede einzelne, mit Sorafal“ ausgeführte Abteilung verdient stärkste Beachtung In Halle II befindet sich der Tonfilm= und Vortragsraum, in Halle III die Ausstellungsleitung, in der großen, eindrucksvoll hergerichteten Halle V sind die Schau der Werbemittel, die Fachschau deutscher Werbemittelhersteller, die Beispielsschauen geschlossener Werbewerke (Krupp, Stahlverband, Bergbau, großer, durch ihre Werbung bekannter Firmen) und Sonderschauen untergebracht. Die Werbung der Zeitungsanzeige wird überzeugend veranschaulicht. Was Werbung vermag, zeigt die Sonderschau deutscher Schaumweinhersteller, deren Umsatz sich durch geschickte Reklame in wenigen Jahren von 4 auf 14 Millionen Flaschen gehoben hat und jetzt auf 15 Millionen Flaschen steigt! Halle VI zeigt das Schaufenster in der Werbung, Halle VII birat eine Ausstellung nordwestdeutscher Künstler.„., u giht(cHam einen Romeis Allein diese Aufzahlung gibt schon einen Beweis dafür, welche Bedeutung der Werbung im deutschen Wirtschaftsleben zukommt. Wer von Abteilung zu Abteilung wandert, wird sich dessen inne und gewiß erstaunen darüber, welch geistige und materielle Werte sie fruchtbringend gestaltet. Die feierliche Eröffnung der Ausstellung fand Samstag morgen 11 Uhr statt. Der Leiter der Landesstelle Essen des Reichspropagandaministeriums, Fischer, und Oberbürgermeister Dr. ReismannGrone begrüßten die Gäste und betonten dieser Ausstellung. Ministerialdirektor i. R Zweck e. R. deutschen Wirtschaft, führte in seiner Eröffnungsansprache folgendes aus: Durch die 1933 geschaffene Einrichtung des Werberates der deutschen Wirtschaft wurde die Werbung von den ihr anhaftenden Schlacken gereinigt. Der Grundsatz von Wahrheit und Lauterkeit der Gesinnung wurde wieder zum Inhalt der deutschen Werbewirtschaft gemacht. Die Tatsache, daß wir heute hier eine Ausstellung„Die deutsche Werbung“ eröffnen können, beweist, daß die öffentliche Meinung der Werbewirtschaft wieder aufgeschlossener gegenübersteht. Die Aufklärung über Sinn und Aufgabe der Werbung, über ihre Arten und ihr Wesen hat zur Erkenntnis der Tragweite einer mit Ehrlichkeit betriebenen Werbung geführt, wie sie durch die Gesetzgebung gewährleistet ist. Man versteht heutzutage die Werbung als einen ausschlaggebenden Faktor für den Aufbau des Binnen= und Außenhandels einzuschätzen. Es erscheint mir besonders beachtlich und für die deutsche Wirtschaft förderlich, wenn gewissermaßen in der Art eines lebendigen Anschauungsunterrichts die Fragestellungen in der Werbung klargelegt werden; denn ohne genaue Kenntnis der Wirkung der Werbung, ihrer Mittel, ihrer Zwecke und Ziele, ihres Aufbaues usw. kann man keine besondere Entwicklung verlangen.„Die Werbung im Dienste des Schaffens für deutsche Wirtschaftsgeltung", das ist die Losung, unter deren Zeichen wir heute die Schöpfung der rührigen Urheber dieser Ausstellung besichtigen werden. Das ganze Aufgaben= und Arbeitsgebiet der Werbefachleute wird hier in bildhaften Darstellungen umrissen. Da die Werbung dem Rhythmus des Verbrauchs unterliegt, ist sie vielfältig und dauernden Wandlungen und Fortschritten unterworfen. Hier in der Ausstellung finden wir einen Sammelpunkt all dieser ständigen in Veränderung befindlichen Erscheinungs= und Entwicklungsformen der Werbung zur Belehrung und zur weiteren gegenseitigen geistigen Befruchtung.— Mit diesen Worten wurde die Ausstellung der Oeffentlichkeit übergeben. Wehrmacht im Dienst der Hamm, 27. September. Zum Besten des Winterhilfswerks der NSV. findet am Sonntag, 11. Oktober, ab 15 Uhr, auf dem großen Exerzierplatz in Bad Hamm eine Wehrmachtsveranstaltung statt, an der sämtliche in Hamm stationierten Truppenteile teilnehmen. Im Anschluß an die Wehrmachtsvorführungen ist Manöverball in sämtlichen Sälen und Räumen des inmitten der umfangreichen Kuranlagen gelegenen Kurhauses in Bad Hamm. Ein Wendepunkt für Bad Oeynhausen. In einer Sitzung der Oeynhauser Ratsherren teilte Bürgermeister Dr. Stoßberg mit, daß die Verwaltung des Bades Oeynhausen am 1. Januar 1937 von der Preußischen Hüttenund Bergwerks=AG. in die Hände des preußischen Finanzministeriums übergehe. Damit steht die Entwicklung des Bades vor einem entscheidenden Wendepunkt. Zugleich ist die Gewähr gegeben, daß man das Bad künftig nicht nur als Einnahmequelle ansehen werde, sondern als Heilbad zum Wohle aller deutschen Volksgenossen. Kinder zünden Dreifamilienhaus an. In Grünewald bei Herscheid brannte das Kersteinsche Wohnhaus, das von dem Schwiegersohn des Besitzers und noch zwei anderen Familien bewohnt wurde, bis auf die Umfassungsmauern nieder. Die Erntevorräte wurden vollständig vernichtet, das tote Eingut konnte glücklicherweise zum größten Teil gerettet werden. Wie es heißt, wurde der Brand durch Kinder, die mit Streichhölzern spielten, angelegt. Engländerinnen besuchten die Krefelder Seiden= industrie. Ueber einhundert Engländerinnen, die Frauen der englischen Teilnehmer an der Tagung des Iron and Steel Instituts in Düsseldorf, benutzten auf Einladung der Vereinigten Seidenwebereien AG. in Krefeld den Mittwochnachmittag dazu, um in der Seidenstadt Krefeld die Herstellung seidener Gewebe kennenzulernen. Seite 12 Nr. 227/ Bochumer Anzeiger 7 Montag, 28. September 1936 Schluß der großen Herbstübungen des oeter. Gruppenkommandos 2 in Hessen Links: Unter den Augen des Führers und Reichskanzlers kam es als Abschluß der Manöver in der Nähe von Illenhausen zu einer gewaltigen„Entscheidungs“=Schlacht, in der die Panzerwagen=Kampfeinheiten und die Flugzeuge eine wesentliche Rolle spielten. Am Mittag ertönte dann das vertraute Signal„Das Ganze halt!“.— Unser Bild zeigt den Führer auf dem Gefechtsstand bei der Beobachtung des Manöververlaufes. Links von ihm Generaloberst von Seeckt. Rechts: Der große Augenblick, in dem„Das Ganze halt!“ geblasen wird. Aufnahmen: Scherl-Bilderdienst * Seite 13 Nr. 227 7 Bochumer Anzeiger„ Montag, 28. September 1936 Kunst und Wissen ein Ertumpit der Reltisten Sallpieljahres mit„Elektra“ 2 zweiten Ma'e sind die Kölner Kräfte für eine#ramatischen Zum zwerten Nale sind die Koiner Krafte für eine Spielzeit unsere Operngäste. Mit der Schönheit und Größe stimmlicher wie gesanglicher Qualitäten siegten sie im vorigen Winter als ein in dieser Hinsicht unerreichtes Ensemble des Westens. Und in eingg, Hinz reißenden Aufführung der„Elektra“, bopieg ung Strauß gaben sie im Triumph dieser herrlchen und tragfähigen Stimmen der neuen Opernzeit einen Auftakt, wie er überzeugender und eindrucksvoller nicht hätte gestaltet sein können. Das Monumentalwerk des genialsten Orchesterherr= schers— einst lärmend umstrittene Bühnenschöpfung, ja mehr noch: Zielpunkt fast allgemeiner, wütender Angriffe und Gegenstand einmutiger Ablehnung— braucht heute nicht mehr um„mildernde Umstände zu bitten. Wir sind inzwischen durch eine zwar bittere, aber nicht uninteressante Schule der Aufklärung gegangen und die Ohren von heute nehmen das als selbstverständliche harmonische Entwicklung und meisterhafte Orchestertechnik hin, was vor 30 Jahren als Ketzerei und anmaßende Kühnheit verschrien ward. Nein, diese unerhörte, trotz aller naturalistischen Extravaganzen künstlerisch große Musik braucht„heute keine Verteidigung mehr. Und doch erhielt sie in der hervorragenden Wiedergabe durch die Kölner Oper eine Rechtfertigung und künstlerische Klärung, die bei der nicht gerade anziehenden Stoffbehandlung durch Hofmannsthal und einer daraus sich ergebenden Abneigung weiter Publikumskreise sehr hoch zu werten ist. Eine Aufführung von solch bedeutendem und eindringlichem musikalischen Niveau könnte auch den letzten „Elektra"=Gegner für immer gewinnen. Die große Oper, deren vorbildliche Pflege und durch ungewöhnliche Mittel garantierte glänzende Wie: dergabe das Wesentliche der Kölner Bühne ausmacht — hier ist sie gegeben. Gegeben in so gewaltigen Ausnaßen und Anforderungen, wie sie das musikalische Theater selten zu erfüllen hat. Dies riesenhafte und dielfältige Strauß=Orchester will sich ungehemmt ausleben und ungedämpft entfalten. Da wäre Rücksichtzahme auf die stimmlichen Gegebenheiten der Bühne ünstlerischer Fehler. Mit seinem wilden Klang und einer dynamischen Ekstase müssen die Stigigen burrieren können— und müssen doch in birsem anwruchsvollen Wettkampf schön bleiben wie eben diese Musik trotz aller Realitäten und Massen immer noch schön und bewundernswert ist. Das aver war schon mmer ein beneidenswerter Vorzug die geschah die Verdeutlichung dramatischer Erregtheit auf Kosten eines gepflegten und stimmschönen Musizietens. Und das war auch an diesem Eröffnungsabend wieder das wertvolle und im letzten Sinne bezwingende Noment der Aufführung: die künstlerische Zucht in der ilistischen Haltung, in der musikalischen Führung wie ser sorgsam kontrollierten Tonbildung. Fritz Zaun, der es sonst wohl versteht, den Sänzer dominieren zu lassen, formte diesmal den Orchesterhart mit einer unerbittlichen Klangstärke, die das Instrumentale gleich wichtig neben die stimmliche Wiedergabe stellte. Aber es war doch wohl so, daß die unbeirrbare instrumentale Darstellung nie das Starke ins Brutale überspitzte und bei glühendster Intensität des bramatischen Ausdrucks zeine Disziplin der Gestaltung wahrte, die den Stimmen ihre Parität im schen Streit ermöglichte. Grandios die in hoher Musikalität gemeisterte Ausdeutung der naturalistischen Sprache, schwungvoll, atemweit und glühend, spannkräftig bis zum letzten Takt, daß unser temperamentvolles Orchester seine erste und sofort sehr schwierige Aufgabe mit einer technischen Gediegenheit und klanglichen Pracht löste, die uneingeschränkte Anerkennung Und dennoch: es wurde ein Triumph der Stimmen. Die Hochdramatische des Ensembles, Ruth JoostArden, bewies nicht zum erstenmal ihre bedeutende Eignung für das Fach. In der Titelrolle dieser aber erreichte sie eine Hochform stimmlicher Qualität und gesanglicher Leistung, die man im Theaterleben nur selten beobachten kann. Es gibt keine Partie, an das psychische und, erschwerenderweise, auch an das physische Vermögen höhere Anforderungen stellt als diese Elektra der Oper. Stimmlich letzte Hingabe bei reifstem gesanglichen Können und ein für die Oper ungewohntes schauspielerisches Vermögen im fast isolierten, ständig beschäftigten Mittelpunkt einer nahezu zweistündigen Handlung übersteigert dramatischen Geschehens. Von der Wildheit besessenen Wahnsinns bis zum gelösten Tanzschritt, von der Dumpfheit brütender Rachegedanken bis zur fanatisch lodernden Ekstase reichen die darstellerischen und gesanglichen Ausdruckstöne, die hier gefordert sind— und beides erzwang in großer Künstlerschaft die Sängerin zu einer Geschlossenheit und abgestimmten Einheitlichkeit der Leistung, die dem Abend die Note eines ungewöhnlichen Ereignisses gab. Hier auch erkannte man das Ergebnis einer ausgezeichneten Regie, die Alexander Spring mit einer Gründlichkeit und Liebe gerade dieser dominierenden Einzelleistung zum Nutzen einer außerordentlichen Eindringlichkeit der Wiedergabe hatte angedeihen lasen.„ JicHg Bachmen um 8i. Der hochwertige stimmliche Nahmen um die Trägerin der Titelrolle steigerte noch das bedeutsame Format. Es gehört gewiß eine nicht alltägliche Kunst gesanglicher Gestaltung dazu, die auch rein technisch ungemein schwierige und umfangreiche, aber auch sonst nicht eben dankbare Partie der Klytemnästra stimmlich so glaubhaft und darstellerisch so einheitlich zu wie es der vortrefflichen und bühnensicheren Altistin Adelheid Wollgarten gelang. In der Rolle der Schwester hatte Elsa Oehme=Förster den Vorteil eines versöhnenden, lyrischen Partiecharakters für sich, aber es muß sich auch hier die gesangliche Führung dem großen Klangapparat behauptend einfügen und sich einer tonlichen Entfaltung befleißigen, der nicht jede lyrische Sängerin gewachsen ist, wenn sie dennoch nicht stimmliche Schönheit preisgeben will. und das gelang der Künstlerin in erlesener Art, so daß gerade der Zusammenklang beider schwesterlichen Stimmen höchsten Genuß vermittelte. Eine Ergänzung von nicht minder qualitätvollem Format erfuhr deren gesangliche Leistung durch Emil Treskows„stimmgewaltigen, aber stets vornehm und klangedel gefuhrten Orest, indes Matthias Stelands Aegisth ein wenig mehr persönliche Färbung hätte ertragen können. In der Ungleichheit des Mägde=Ensembles entschädigte Olga Tschörners sicher führende Stimme. Alf Björns drückend wuchtiges Bühnenbild entsprach ganz der lastenden Atmosphäre dieser leiden" Das sechr gut besuchte, wenn auch bezeichnenderweise nicht ausverkaufte Haus folgte der hervorragenden Wiedergabe mit steigender Bewunderung. Der endlose, einmütige und stürmische Applaus einer begeisterten Hörerschaft dürfte den Wiederholungen des glänzenden Abends einen erheblichen Zuspruch des Opernpublikums sichern. Die Aufführung verdient das Interesse eines jeden Opernfreundes. Schwermann konnte. Heute ist sie, aus den Schlacken der Zeitlichkeit herausgeläutert, Dienst, heute zwingt sie das fatale Literaturgeschwätz, das von einer „Dämonie des Alkohols“ witzelte, zu Boden und kämpft sich auf der großen Linie über Menschliches, allzu Menschliches zum Vaterlande durch. Die stille Feierstunde am Grabe des Dichters, die am Freitag vormittag den Auftakt für die von der lippischen Landesregierung unter der Schirmherrschaft Dr. Goebbels' veranstaltete Gedächtniswoche bildete, galt dem Menschen, dem kompromißlosen Revolutionär, der„erwachen und wissen mußte, und sei es durch den Stich der Hölle“, und sie galt dem DichChristian Dietrich Grabbe: „Jede Nlation kann sich befrei'n. wenn sie nur Will“ Im Sonntagsblatt. Detmold 1827 Jradder Neg zur Katten ir her Rultakt der Delmolder Srabbe-Woche— Gedenkliunde am Grabe die glatte Fassade die feige ter, der„nach der Kraft und ihrem Zweck und nicht nach der Außenseite forschte“. Ungeheures hat er gewollt und gefordert, und die Stichstammen dieses Willens sind als unverlierbarer Besitz in das Werk schlagen. Daß sie nicht wärmen, daß sie brennen und verzehren, gesellt sie den Flammenzeichen unserer Zeit, die sich anschickt, eine neue Ordnung zu gebären. Diese Beziehung Grabbes zur kämpferischen Weltanschauung und zur tragischen Lebenshaltung des nationalsozialistischen Menschen kennzeichnete der sident der Reichsschrifttumskammer, Heinz Wismann, in knappen, das Wesentliche bergenden, Umrissen. Es ist wie ein Symbol, vap die Fahnen des geeinten Deutschland in der goldenen Klarheit des Septembermorgens rings um den Rasen aufglühen und Besitz ergreifen von dem in verwandelten Leben. Dr Geschichtstafe! 28. September 1197 starb Kalser Hzipgggung; der gewaltang wutez, den „Dies widmet Deine Mutter Dirr.“ Nicht ohne Rührung liest man diese unbeholfenen Worte auf dem schlichten Grabstein, unter dem die Detmolder am 12. September 1836 ihren großen unglücklichen Landsmann, Westfalens, nein Deutschlands Dichter Christian Dietrich Grabbe, in die Erde betteten. Und wie schön ist es, wie stimmt es zum Bilde des aus kleinen häuslichen Verhältnissen in die tödliche Wel der Ideen verschlagenen Odysseus, daß die unscheinbare Tafel, ob sie auch vom wuchernden Efeu befreit ist, weiterhin seinen Namen trägt, daß sich die Freunde, die heute in großer Zahl um sein Grab versammelt stehen, ihrer und ihres einfältigen Mutterworts nicht schämen. Ach, er ist nun wohl ein großer Dichter geworden,„der leuve, leuve Christian", und hätte wohl einen Marmorsockel mit goldener Inschrift verdient, nicht wahr? Freuen wir uns von Herzen der schmucklosen Kargheit seines Hügels unter dem wilden Geäst der Eschen, denn nichts haßte der lippische Dickschädel mehr als die gtatte Gussabt, vie feige Selbstheruhigung und die konventionelle Lüge. Er hal vie Gnade ererbten Besitzes an Tradition, Form und Bewahrung nicht gekannt, zerbrechliches Gefäß nur war er für die sprengende Kraft eines aus Himmel und Hölle flutenden Gefühls, dem er vorbehaltlos alles opferte, was Penschen erstrebenswert dünkt, weil es persönliches „oen,# Heute gibt die Literaturgeschichte diesen Chrition Dietrich widerwillig her, weil sich oie Nation über hundertjährigen Schlaf hin zu ihm bekennt, weil sie ihn aufruft, mitzumarschieren ins Reich, dem seinglühende Liebe und sein grenzenloser Einsatz galt. Als ihren Dichter, Brandstifter, Fackelträger, PBegbereitz des nationalen Dramas, den eine kleine, seetrn= und leidenschaftslose, in allem saturierte Zeit lebendig einsargte, fordert sie ihn. Und er ist bereit, dem Rufe zu folgen, denn er hat es gewußt, daß erst in hundert Jahren seine Kraft ganz frei, ganz Dienst werden 1322 1803 1883 im Fieber und wurde im dom Kalse Bud wilg.= Bayer bei MAb1dorf über seinen Gegenkönig Friedrich dem Schönen von u1 Seiziue bestarge, Baver bel Mabldie deutsche Krone streittg gemacht hatte. wurde der Maler und Zeichner###g des Kaisers und der Fürsten statt. Tur inneren Jäuberung die jeder gesunde Mensch von Zeit zu Zeit vornehmen sollte, brauchen Sie ein mildes, zuverlässiges und unschödliches Naturprodekt. Ohne unangenehme Nebenerscheinungen, ohne den Körper zu schwächen, wirken die wohlschmeckenden „ PN Roman ven V. Rern „Ob's so'n Schlaganfall anfall?'n Schlaganfällchen?“ Mensch! Unser Alter i 1) Copyright by„Das Bergland-Buch“, Leipzig „Windstärke 12!“ ruft Personalchef Fehling der Maschinenfabrik„Vulkan“ der Telephonistin Gerda Manz zu. Die Zentrale ist ein großer Glaskasten, der in den Durchgang zum Sekretariat eingebaut ist. Der Kassierer Alfred Becker, der gerade vorbeigehen will, um den Kassenraum aufzuschließen— Römer verlangt, daß bereits eine Minute nach halb neun in den Büros höchster Arbeitsgang eingeschaltet ist — bleibt stehen. „Besondere Ursache zu Windstärke 12? „Weiß nicht. Ist ja jedes Jahr so! Bevor der Chef sich seinen Sommerurlaub macht, ist's überhaupt nicht mehr zu ertragen. Und morgen will er ja abdampfen!“ Der Kassierer zieht seinen Schlüsselbund durch die Ich glaube, in einem Zuchthaus geht's heiterer zu als bei uns hier! Gestern soll in der Postzentrale die eine kleine Postexpedientin plötzlich zu lachen, angefan; gen haben— hatte sie die Sonne an der Nase geli####ll oder ihre eigene Jugend, ich weiß nicht— einmal stand der Alte vor ihr. Der armen Kleinen blieb der Atem weg vor Entsetzen; sie stotterte nur immer: Ach, Herr Direktor. Herr Direktor.. Römer hat sie buchstäblich niedergedonnert mit seinem Haben Sie sich doch nicht“ sagt Gerda Manz, die sich um ihrer frischen Schönheit willen mehr erlauben darf als alle nderen.„Wenn Sie beide wirklich solchen Bammel vorm Chef hätten, würden Sie nicht jetzt seit geschlagenen zehn Minuten hier bei mir stehen und quatschen!“ „Ja, ja.. weiß schon“, knurrt Kassierer Becker ärgerlich.„Sie haben ja schon immer was übrig gehabt für den Alten! Kriegen's Zittern bei jedem Stirnrunzeln und werden blaß und rot, wenn er mal vorbeikommt... Aber wenn ich mir von dem lumpigen Gehalt hier noch Geld abspare, um unsere künftige Einrichtung zu kaufen— das imponiert dir nicht!... Personalchef Fehling sperrt den Mund auf: „Nanu?!... Das wußte man ja noch gar nicht! Sie sind miteinander verlobt?.. Besten Herr Becker... Herzliche Glückwünsche, Fräulein Becker verschwindet im Kassenraum. Auch der Personalchef verläßt die Telephonzentrale. Vor Gerda Manz leuchtet das Lämpchen des Dixektionsbüros auf. Sie hebt ab. „Verbinden Sie mich mit der Kasse!“ dringt Römers metallische, ungeduldige Stimme an ihr Ohr. Sie stöpselt. Einen Augenblick später tritt Alfred Becker, eine blaue Mappe unter den Arm geklemmt, mit steifen Beinen aus dem Kassenraum. Gerda Manz sieht durch die Scheiben, daß er nervös mehrfach an seine Krawatte greift. Die gepolsterte Doppeltür zum Direktionsbüro schließt sich hinter Becker. Gleich darauf glüht das rote Schild„Kein Eintritt“ neben dem Eingang auf. Wenn das Schild aufleuchtet, wissen die Angestellten der Fabrik: entweder ist's eine wichtige Konferenz oder ein Auslandsgespräch am Telephon, oder einer aus dem Betriebe bekommt seinen Rüffel, oder aber der Chef hat einen seiner„Anfälle“...46 Tiemans f. Worin die Anfälle bestehen, oas weiß niemano so recht. Aber es war einmal vorgekommen, daß ein WerkDas ucheimais um birenter Komer führer versehentlich in seiner Aufregung trotz des leuchtenden Verbotsschildes die Schwelle überschritten hatte. Da hatte der Alte im Schreibtischsessel gelegen— den Kopf tief nach rückwärts an die Wand gelehnt, die Augen glasig und weit aufgerissen. Der Werkführer war erschreckt auf ihn zugegangen, hatte sich erst geräuspert— hatte ihn dann, als das nichts half, am Arm geschüttelt. Da war Leben in die Augen des Chefs gekommen, mit dem Leben zugleich aber ein so sonderbarer druck, daß es war, als löse sich plötzlich auf seinem Gesicht eine starre Maske, als würde ein Lebendiges darunter warm. Es war ein Reißen oder ein — tausend Fältchen zuckten plötzlich um die Augen. Es sah aus, als würde jeden Augenblick ein großes Gejäh zog es dann war?'n kleiner Schlag„Mensch! En Alter ist sechsundyierzig! Jünger als wir alle drei! Wo denken Sie hin: Der Werkführer hatte dann nicht mehr gewagt, von seinem Erlebnis zu sprechen. Aber daß der Alte„Anfälle“ hatte, gehörte nun zum eisernen Bestand der internen Fabriksgeschichten, die jedem„Neuen" erzählt viurden. 2 H5am Eintrit ir. 8. Auch Gerda Manz war nach iyrem Eintritt in die Firma— vor etwa einem Jahr— sofort vom Laufjungen Karl eingeweiht worden: nicht schon Schiller: Wenn muntere Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort... chen! Kein Wort darf man bei der Arbeit reden. Keine Silbe!" Gerda hatte gelacht:„Na, ich merk's! Sie reden wie'n Wasserfall!“ „Kunststück— der Chef hat Kundschaft von außerhalb! Da sitzt er in seinem Büro. Aber sonst— Ich glaube, in der Fürsorge geht's fideler zu als bei uns! Also wirklich, Fräulein Manz— das Blut gefriert einem in den Adern, wenn er durch die Büros geht!...“ *„Lacht er denn nie?... Niemals?“ Ganz entsetzt hatte es Gerda gefragt. „Nee! Also ich sprach mal mit einem alten erfahrenen Freund von mir, der arbeitet in einem Laboratorium, bei einem Chemiker. Der hat gesagt, das sei neurasthenisch! Ich wollte mich nicht blamieren mit Fragen— später habe ich im Lexikon nachgesehen, was KAN Drogerien, Reformhäusere gegen den Kassierer Alfred Becker freundlscher geresen, als es sonst ihre Art war— so freundlich, vaß es schließlich zu einem Heiratsantrag von seiner Seite an ine Gbescletzasz. ve Vr; Hisahlr suei bis dret Jahre— was konnte inzwischen nicht alles geschehen! Kreuz und quer liefen ihre Gedanken, während sie besetzt!"...„Wenn Sie warten wollen?".. „Sprechen Sie noch?“ Direktor Römer wird von außerhalb verlangt, vom Reisebüro„Allweg“. Gerda Manz schaltet sich zum Direktor ein, um das Gespräch anzumelden und vernimmt die lich drohende Stimme Römers dazwischen, heiser Erregung, Alfred Beckers Zwischenrufe. Becker hatte wohl in der Kasse den Hörer auf dem Tisch liegen lassen, als er zum Chef gerufen worden war; ebenso hatte Römer, scheint es, vergessen, anzuhängen. Nun hört Gerda Manz eine Auseinandersetzung, die ihr Herz zum Stocken bringt: „Sagen Sie mal Becker, was ist denn mit Ihnen los? Sind Sie verrückt geworden?... Ich habe mir vorige Woche die Kassenbucher heraufgeholt und mal selber eine Revision gemacht... Sind Stafichrgiecht, He worden?— Sie haben ja verschiedenes falsch gee####t wer ist der Cloun Henry René? slätteten sich. Und wie der Werkführer damal dastand und nicht wußte, ob er nach dem Arzt telephonieren oder sonstwie zupacken sollte— da grub sich schon wieder die scharfe Falte über der Nasenwurzel ein, und der Chef sagte mit der blanken, harten Stimme, vor der sie alle zitterten: „Na, was los zum Donnerwetter? Stehen da und halten Maulaffen feil!...“ Der Werkführer war so eingeschüchtert gewesen, daß er es nicht gewagt hatte, dem Chef gegenüber seine Besorgnis zu äußern. Später, in der Pause, hatte er dem Personalchef und dem Betriebsingenieur Karsten zugeflüstert: „Der Alte ist überarbeitet!“ „Ders... Nein. Niel... Warum denn?“ Leise erzählte er ihnen sein Erlebnis und fügte hinzu: das bedeutet. Aber ich bin noch genau so klug wie vorSe Gerda war elenso jung wie romantisch. Die Vorstellung, daß es ihr eines Tages gelingen könnte, den gestrengen Chef zum Lachen zu bringen, belustigte sie während ihrer ersten acht Arbeitsstunden. Als sie aber Direktor Römer das erstemal zu Gesicht bekam, wurde sie rot bis unter die Haarwurzeln, weil sie es überhaupt gewagt hatte, sich spielerisch in Gedanken an diesen Mann heranzutasten, dessen Größe sie hinter dem finsteren Ernst spürte. Und als dann bald darauf in ihrer Gegenwart wieder von ihm gesprochen wurde, sagte sie mit ihrer festen hellen Mädchenstimme: „Er ist eine Persönlichkeit! Das versteht ihr nicht!“ Die anderen hatten sich angestoßen und gelacht. Das war wieder echt Gerda Manz“!„Man kannte sie schon im Büro. Hätte sie einen zum Ausgeyen gehabt, für den Sonntag, sie würde gar nicht auf den Gedanken gekommen sein, den Chef eine„Persönlichkeit“ zu nennen und seine unleidliche, finstere, unliebenswürdige Art so freundlich zu umkleiden. Gerda hatte gespürt, daß ihr vielleicht übertriebenes Interesse für ihren obersten Chef sie von den anderen trennte. Aus dieser Vereinsamung heraus war sie Da sind ja so und so oft Geldeingänge gar nicht eingesetzt! Dabei stimmt die Kasse?! Wo sind denn die Beträge hin?...“ Gerda will sich aus der Leitung schalten. Was da im Direktionsbüro gesprochen wird, geht sie nichts an gar nichts...! Oder geht es sie doch an?... Gerade sie?! Mehr als alle anderen! Sie hört Beckers vor Aufregung flackernde Stimme: „Herr Direktor, ich verstehe nicht... ich bin seit zehn Jahren in diesem Hause... man kann nicht beschuldigen— das hat noch niemund gewagt Und wieder der Chef: „Machen Sie doch keine dummen Redensarten! Gewiß waren Sie einer unserer pflichttreuesten Beamten — glaubte ich! Das ist auch der Grund, warum ich davon in Kenntnis gesetzt habe. Was in der Kasse zehntausend Mark fehlen?... Nach den letzten Zahlungen kann heute die Kasse nicht mehr stimmen!... Oder— stimmt sie wieder?"...“ Herr Direktor, Sie scheiden mir die Ehre ab! Sie haben keine Beweise...“ „Zum Donnerwetter, stimmt die Kasse heute oder nichts... Es müssen Ihnen zehntausend Waxh seh; len!... Ich beobachte Sie schon eine ganze, Waiz, Sie sind ein völlig anderer geworden in der letzten Zeit! Es liegt eine Haltlosigkeit über Ihnen, als seien Sie völlig aus dem Gleichgewicht gebracht! Die Veränderung, die mit Ihnen vorgegangen ist Beckexz, wargse in die Augen springend, daß ich es für gut durch einen Detektiv beobachten zu tassen!... Man hat Sie beinahe allabendlich in nächtlichen verbotenen Spielklubs gesehen— Sie haben an einzelnen Abenden Beträge verioren, die weit über Ihr monatliches Ge halt hinausgehen...“ Seite 14 Nr. 227 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 28. September 1936 Nachrichten aus Groß=Bochum Kleine Aeldungen aus den=Siadnenen Stadtteil Wiemelbausen Im Silberkranz. Gestern feierten die Eheleute Josef Bönning, Pilgrimstraße 18, ihr fünfundzwanzigjähriges Ehejubiläum. Stadtteil Weitmar Totenglocke. In Bad Neuenahr starb nach längerer Krankheit eine im Ortsteil Weitmar=Nord bekannte und geschätzte Persönlichheit, der Apotheker Dr. Paul Burgardt, im Alter von annähernd 70 Jahren. Jahrzehntelang führte er die Löwenapotheke an der Kohlenstraße. Nun ist er einer schleichenden Krankheit erlegen. Die Beisetzung des Dahingeschiedenen fand am Samstag morgen in Dortmund statt. Auch in der Pfarrkirche St. Anna wird seiner in einem Secienamt gedacht werden. Er ruhe in Frieden! Hochbetagt. Am Samstag vollendete Frau Witwe Franziska Jacke, Bahnstraße 42, ihr 85. Lebensjahr. Sechs Kinder, 20 Enkel und 12 Urenkel brachten der Hochbetagten ihr Glückwünsche dar Stadtteil Stievel Die Turnerinnen des Turnvereins„Jahn". BergenHiltrov führten unter Begleitung von Frl. Feierabend einige geschmackvolle Tänze auf. Der Männergesangverein Hiltrov fand für seinen Volksliederstrauß mit den verbindenden Worten seines Dirigenten Tiages besonderen Anklang. Bei Musik und Tanz verlebten alle Teilnehmer einige recht frohe Stunden. Stadtteil Hamme Sprechstunden für das Hilfswerk„Mutter und Kind“. Die nächste Sprechstunde der NSV. für das Hilfswerk „Mutter und Kind“ ist am Montag nachmittag von 3 bis 5 Uhr in der Geschäftsstelle auf der Wanner Straße 2. — Anträge für das Winterhilfswerk brauchen auf der prächtig dargestellt wurde und die Zuschauer durch das ganze Jahr mit den vier Jahreszeiten und den verschiedenen Festen führte. Der Singekreis unter der trefflichen Leitung von Fräulein Heylen umrahmte die Aufführung mit passenden Gesängen. Die Darstellung war ein voller Erfolg. Dann schloß sich die Verlosung an, deren Ertrag zur Beschaffung eines eigenen Heims dienen soll. Volksfest in Bochum=Hamme. Der Männergesangverein„Concordia" e. V. veranstaltete am Sonntag nachmittag im Hordeler Saalbau ein gut besuchtes Volksfest. Sinn und Zweck dieses Festes waren, der Weinwerbewoche Rechnung zu tragen und den Besuchern einige angenehme Stunden zu bereiten. Der Leiter Oskar Seelig brachte das in seiner Begrußungsansprache auch zum Ausdruck. Der Chor erntete mit seinen verschiedenen Darbietungen verdienten Beifall. Oskar Seelig ist dem Chor ein umsichtiger Leiter. Den musikalischen Teil bestritt in bester Weise die Personalnachrichten an die Unterstützungsempfänger der Stavtteiles Stievel für den Monat Oktober 1936 erfolgt durch die Verwaltungsstelle Stiepel a) für die Wohlfahrtserwerbslosen am 30. September und am 14. Oktober 1936, vormittags 10 Uhr, b) für die Unterstützungsempfänger der allgemeinen Fürsorge am 30. September 1936, vormittags 10.30 Uhr. Ausweis und Stempelkarte sind bei der Auszahlung vorzulegen. Stadtteil Laer Heute Gemeinschaftsübertragung. Die Gemeinschaftsübertragung der Proklamation des Führers und der Ansprache des Reichsleiters der DAF., Dr. Ley, ist für die Belegschaftsmitglieder der Schachtanlage„Dannenbaum“ in der Waschkaue und für die Volksgenossen des Ortsteiles in der Wirtschaft Schuth(vormals Möller) um 16.80 Uhr angesetzt. Waldfest der Schillerschule. Das Sommerfest, das stets vor den großen Ferien begangen wird konnte wegen des schlechten Wetters nicht durchgeführt werden. Am Freitag wurde es nachgeholt. Der Abmarsch zum Querenburger Svortplatz erfolgte kurz nach 14 Uhr unter Vorantritt einer Musikkapelle. Eine ansehnliche Anzahl Erwachsener marschierte im Zuge mit. Für die alten Teilnehmer stand ein Autobus zur Verfügung. Im Wäldchen am Sportplatz angelangt, herrschte bald reges Leben. Die Kinder wurden mit Kuchen und Limonade bewirtet. Reigen, Wettlaufen und allerlei Spiele sorgten für Unterhaltung. Im Mittelpunkt des Festes stand die Ansprache von Rektor Schönhals, in der er betonte, daß solche Feste das Band zwischen Schule und Elternhaus nur fester knüpfen können. Mit Eintritt der Dunkelheit ging es im geschlossenen Zuge zurück zur Schillerschule, wo sich der Zug aufgelöst. Trotz der Regenschauer nahm die ganze Feier einen harmonischen Verlauf. Stadtteil Langendreer Zehnjähriges Bestehen der Kameradschaft ehemaliger 30er Im festlich hergerichteten Vereinsheim Wegmann begingen die Kameraden der ehemaligen 30er am Samstag die Feier ihres zehnjährigen Bestehens, zu der sich auch die Angehörigen der Kameraden recht zahlreich eingefunden hatten. Die Jubelfeier stand unter dem Motto:„Treu dem Führer, treu dem Vaterlande, Treue den 30ern" und war von wahrhaft kameradschaftlichem Geiste beseelt. Nach flotten Marschweisen eröffnete Vereinsführer Gustav Koch den Abend mit herzlichen Grußworten und gab anschließend einen interessanten Ueberblick über die zehn Jahre des Bestehens, der lebhaften Anklang fand. Anschließend brachte er eine ganze Anzahl Glückwunschschreiben zur Verlesung, die von der Wertschätzung der ehemaligen 30er beredtes Zeugnis gaben und gleichfalls beifällig ausgenommen wurden. Danach wurde der Film des letzten Regimentstages 1935 vorgeführt, der noch einmal all die Ereignisse des großen Berliner Treffens abrollte und interessierte Zuhörer fand. Nunmehr wickelte sich der bunte Teil ab, der äußerst reichhaltig war. Während sich die Kameraden bei einem Wurstessen gütlich taten, wurde den Damen Kaffee und Kuchen gereicht. Im weiteren Verlaufe wurde eine reichhaltige Verlosung abgewickelt, die manch schönen Gewinn aufzuweisen hatte und viek Svaß machte. Den Rest der vollauf gelungenen Jubelfeier füllten die tüchtige Hauskapelle, gemeinsame Lieder. Vorträge und dergleichen aus. Der harmonische Verlauf der schnell dahineilenden Stunden bewies wieder einmal mehr, wie sehr Kameradschaftsgeist und Volksverbundenheit zu den Haupteigenschaften der ehemaligen 30er zählen. Stadtteil Gertbe Pfarrer Schaefers Einführung in Gerthe. Die evangelische Kirchengemeinde Bochum=Gerthe hatte gestern einen besonders freudevollen Taa, der durch die Einführung des neuen Pfarrers Erich Schaefer gegeben war. Ueberaus zahlreich füllten die Gemeindeglieder das Gotteshaus bei dem Festaottesdienst. Die Konfirmanden und Katechumenen bildeten vom Pfarrhaus bis zur Kirchentür Svalier und während Posaunenchor und Orgel die zuversichtliche Motette„Der Herr ist mein Hirte“, spielten, wurde der neue Gerther Seelsorger durch Suverintendent Niederstein, zwei Amtsbrüder und das Gerther Presbyterium ins festlich geschmückte Gotteshaus geleitet.„Die Eingangsliturgie hielt Suverintenlustigen ihr Gluck. Auch mancherlei andere Darbietungen verschafften angenehme Stunden. Die große Verlosung brachte manche Ueberraschung. Die Hand abgequetscht. Der Monteur Wilhelm Ti., Dorstener Straße, geriet am Freitag abend auf seiner Arbeitsstätte mit der linken Hand und dem Unterarm in das Getriebe einer Zentrifuge. Bevor die Stillsetzung der Maschine erfolgen konnte, war die Hand abgequetscht. Im Krankenhaus mußte wegen sonstiger Verstümmelungen der Unterarm bis zum Ellbogengelenk amputiert werden. und Blockwarte die Hilfsbedürftigen in den Wohnungen aufsuchen werden. Märchenfest der NS.=Frauenschaft. Als letzte diesjährige Veranstaltung zog die NS.=Frauenschaft Hamme am Sonntag nachmittag ein Märchenfest auf. Des Regens wegen mußte man das Fest statt im Garten im Saale abhalten. Eingeleitet wurde der Nachmittag mit herzlichen Grußworten der Frauenschaftsleiterin Frau Mönnickes, die auch ihrer Freude Auszahlung. Die Auszahlung der Unterstützungen über den starken Besuch Ausdruck gab. Dann ging des Stadtteiles Stievel das Spiel„Der Märchenwald" über die Bretter, das von Angehörigen des PDM. und der Hitler=Jugend Neues aus Tinden=Sahihaufen Meinert sprach auf der DAF.=Kundgebung Im überfüllten Saalbau Lutz in Linden stieg am Sonntag morgen die große Kundgebung der DAF., Ortsgruppe Linden. Nach dem Fahneneinmarsch begrüßte in herzlicher Weise Ortsgruvvenwalter der DAF. Pa. Huao Altmicks die erschienenen Volksgenossen, ganz besonders den Redner, Kreiswalter Pa. Meinert. Anschließend gedachte Altmicks durch ein kurzes Erheben von den Plätzen der Toten der Bewegung. Dieser die Ehre und die Ehrfurcht vor jenen Toten ausdruckenden Geste folgte die groß angelegte und überzeugungsstarke Rede von Pa. Meinert. Unsere Zeit, so begann er, lenke unseren Blick über die Grenzen Deutschlands hinaus. Und dieser Blick richte sich starr nach Spanien. Dieser Kampf, der sich dort abspielte, sei kein bloßes, durch Wahnsinn und Bestialität hervorgerufenes Abschlachten von Menschen, sondern in diesen sei ein ganz besonderes Merkmal zu legen: Der Bolschewismus versuche dieses Mittel anzuwenden, um alles das an Menschenmaterial aus dem Wege zu räumen, was anderer Meinung sei. Dieser müsse hinmorden, weil seine Methode zum System geworden sei. Der Nationalsozialismus habe wertvolle Menschenkräfte zum Wohle des Staates eingesetzt, ganz gleich, welcher Meinung sie vor der Machtübernahme den Vorrana gegeben hätten. Mit Phrasen könne man nicht Brot herbeischaffen und auch kein Volk glücklich machen. Das bolschewistische System könne bezeichnet werden, wie es wolle, es bleibe Wahnsinn. Nach weiteren interessanten Erklärungen kam Pa. Meinert darauf zu sprechen, daß es eine Ordnung in der Natur gäbe. Dieses Gesetz sei göttlich. Im Rahmen dieses Ordnungsgesetzes hätten wir unser Leben zu formen. Sie bedinge einen Kampf und eine Arbeit Schulter an Schulter. Rassen= und blutsmäßige Bindung aber sei die erste Voraussetzung zu dieser gemeinsamen Arbeit. Der Betrieb sei nichts als Mittel zum Zweck, das tägliche Brot sicherzustellen. Die Gemeinschaft müsse so fähig sein, eine Belebung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zu bedingen. Nicht die Wirtschaft, sondern die Staatsführung produziere auf allen Gebieten. Politik, nicht Wirtschaft sei somit das Wesentliche. Die DAF. sei die Gemeinschaft aller Deutschen; sie wolle kein Renteninstitut sein, sondern sie wolle das Leben schön gestalten, so lange der deutsche Mensch noch lebe. Mit einem kraftvollen Apvell an alle der DAF. noch Fernst henden, schloß Pa. Meinert seine begeistert ausgenommene Rede. Zahltag für Wohlfahrtserwerbslosenunterstützung. Am Dienstag, 29. September, erfolgt die Auszahlung in nachstehender Reihenfolge:„Anfangsbuchstabe des Hausnamens: A. B. C. D. E. F von.30 bis 9 Uhr, G, H. J. J. K. L von 9 bis.30 Uhr, M. N. O. P, O, R. S von.30 bis 10 Uhr, Sch, T, U, V. W. 8 von 10 bis 10.30 Uhr. Pg. Schümmelfeders letzte Fahrt. Der reiche Trauerschmuck in den Dahlhauser Straßen bekundete die äußere Anteilnahme, die die Bevölkerung dem Tode des alten nationalsozialistischen Kämpfers Pg. Schümmelfeder entgegenbrachte. Am Samstag nun fand die Ueberführung der sterblichen Ueberreste des alten Kämpfers zum Kommunalfriedhof in Oberdahlhausen statt. Am Bahnhofsvorplatz in Dahlhausen nahmen sämtliche Gliederungen der Partei der Ortsgruppen Linden und Dahlhausen mit ihren politischen Leitern Burggräf und Kechel sowie die Formationen der SS., SA., HJ., des BDM. und der DAF. Aufstellung. Unter dem Vorantritt der Fahnenabordnungen und der Kapelle der Schutzpolizei ging es hinauf zum Trauerhause Auf dem Holte. Entfernt vom Hause nahm der SA.=Sturmbann unter Obersturmbannführer Langer Aufstellung. Nachdem Pfarrer Fischer am Trauerhause Worte des Trostes und größter Anteilnahme gefunden hatte, trugen Kameraden den mit den Fahnen des neuen Deutschlands bedeckten Sarg auf den offenen Leichenwagen der von Fackelträgern aus den Reihen der HJ. flankiert wurde. Eine Abordnung des Kriegervereins mit der Flagge des Reichs=Kyffhäuserbundes gab dem toten Kameraden ebenfalls das letzte Ehreningangsliturgte#..ggign geleit. Auf dem. Kommunalfriedhof, sprach Pfarrer dent Niederstein, der anschließend unter Ainnens Fischer vom Sinn des Lebens und des Sterbens. von Pfarrer Engelbert und Pfarrer Henrici die Der Sarg senkte sich ins kühle Grab. Ergriffen lauschte war, war der Tod des Kindes bereits eingetreten. Am Samstag wurde das arme Kind beerdigt. Winzerfest des MGV.„Einigkeit" in Verbindung mit der NSG.„Kraft durch Freude". Zum Abschluß der Weinwerbewoche veranstaltete der Männergesangverein„Einigkeit" der Zeche„Hannibal“ in Gemeinschaft mit der NSG.„Kraft durch Freude" am letzten Samstag ein Winzerfest in den festlich geschmückten Räumen der Wirtschaft Beramann. Vereinsleiter Wessel richtete eine kurze Begrüßungsansprache an die zahlreichen Anwesenden. Besonders bewillkommnete er die Ehrengäste und Ehrenmitglieder, die dem Verein so lange Jahre die Treue gehalten hätten. In das reichhaltige Programm teilten sich die Kapelle, der Chor und die KdF.=Tanzgruppe. Dem Sinn des Abends entsprechend, boten die Sänger Rhein= und Mosellieder. Meister Strauß mit seinem Donauwalzer und„Wein, Weib und Gesang" durfte natürlich auch nicht fehlen. Unter der Leitung des Dirigenten Karl Beckmann zeigten die Knappen„nach Feierabend“ sich und den dankbaren Zuhörern die Freude am Lied erhalten. Die vom„Quetschkasten" begleiteten Volkstänze der Tanzgruppe erhielten immer wieder außerordentlich starken Beifall. Wenn im Laufe des Abends auch das Lied ertönte„Frau Wirtin schenk ein", so mag damit nur angedeutet werden, daß der„Absatz“ für die Paten daheim an Rhein und Mosel bestimmt zufriedenstellend war und auch die Tanzlustigen und =wütigen werden auf ihre Kosten gekommen sein. Stadtteil Hordel 100 Jahre Mutterhausdiakonie. Das 100jährige Bestehen der Mutterhausdiakonie nahm die bekennende Gemeinde am Donnerstaa abend zum Anlaß einer stark besuchten Veranstaltung. die im Evangelischen Kindergarten der Kolonie Dahlhausen stattfand. Mit Gesang wurde der Abend eingeleitet. Vikar Fischer verlas Bibelworte. Die Hordeler Gemeindeschwester. Schwester Elise, sprach von den Anfängen und der Entwicklung der Mutterhausdiakonie. Die sodann vorgeführten Lichtbilder aus der Diakonissenarbeit, zu denen Herr Brock die notwendigen Erläuterungen gab, wurden aufmerksam verfolgt. Im Mittelpunkt der abendlichen Veranstaltung stand die Schilderung ihrer Erlebnisse in der Diakonissenarbeit. Viel wußte Schwester Elise aus dem Leben des alten Pfarrers Bodelschwingh zu erzählen. Mit gemeinsamem Gesang und dem von Vikar Fischer gesprochenen Gebet klang die Veranstaltung aus. Hordels letzter freier Hof verkauft. Wir berichteten vor einigen Tagen von Verkaufsverhandlungen zwischen den Erben Kruse und der Firma Krupp wegen des Verkaufes des an der Hüllerbachstraße gelegenen Kruses Hof. Nunmehr sind diese Verhandlungen abgeDie Familie Ernst Meyschein, Mauritiusstraße Nr. 27 I. feierte am 26. September das Fest der silbernen Hochzeit. Die Eheleute Albert Balzereit, Castroper Str. 93, feierten am Samstag das Fest der silbernen Hochzeit. Unter den Gratulanten befand sich auch der Bund heimattreuer Ost= und Westpreußen, dem das Jubelpaar 25 Jahre angehört. Ihren 70. Geburtstag feierte Frau Witwe Sophie Gerling, Humboldtstraße 2. 80 Jahre alt 80 Jahre alt wird ein alter Bochumer Bürger am 28 September 1936, der Mitgründer und frühere erste Vorsitzende des Verbandes der Uhrmacher und Goldschmiede der Provinz WestfalenLipve, jetziger Ehrenobermeister der Uhrmacherzunft, Friedrich le Claire. Sein 50jähriges Uhrmacherjubiläum feierte er bereits Ostern 1922 in Bochum; er entstammt einer altangesehenen Uhrmacherfamilie Dortmunds. Dieser Familie entstammen sechs tuchtige Uhrmacher, wovon der Stammvater August im damaligen Westfälischen Uhrmacherbunde in den 70er Jahren schon das Ehrenamt eines Vizepräsidenten bekleidete. Nach dem Abgange von der Rektoratschule 1872 begannen die Lehrjahre, in den Städten am deutschen Rhein. Nachdem er der edlen Uhrmacherzunft nach damaliger Sitte und Brauch vor Meister und Gesellen sein Gelöbnis gegeben, brachten ihn die Wanderjahre zunächst zu den angesehenen Firmen in Kempten, in Villingen, in Schwenningen am Neckar und in Schrambera im Schwarzwald, alles große Uhrenfabriken, womit er nach 15jähriger Tätigkeit bis ins Schweizerland hinein einen großen Teil der Uhrenbranche mit zugehorigen Erzeugnissen. Verbindungen herbeiführte, die in herzlichen und freundschaftlichen Beziehungen zum Ausdruck kamen und noch heute im In= und Auslande vielfach bestehen. Sein eigenes Heim gründete er 1882 mit seiner treuen Lebensgefährtin Agnes Golder aus Oberolm bei Mainz, die schon Ostern, 1932 das goldene Eheiubelfest miterlebte. Die Stütze des Alters nahm der Krieg, ein blühender Sohn blieb auf dem Schlachtfeld von Verdun, und der Jünaste wurde ein Opfer der Inflation und der Unterernährung im Steckrübenjahr. Geistig und körverlich frisch begeht der Hochbetagte seinen Ehrentag. feierliche Einführung Pfarrer Schaefers in sein neues und verantwortungsvolles Amt vornahm. Der intendent legte seiner Einführungspredigt das Bibelwort.2. Kor. 5. Vers 19 bis 21, das Wort von der Versöhnung zu Grunde. Nach dem feierlichen Gelübde sang der Frauenchor den dreistimmigen Chor„Mit dem Herrn fang alles an“. Pfarrer Schaefer baute seine Einführungspredigt auf das Bibelwort Eval. Johannes 6. Vers 68 auf:„Herr. wohin sollen wir gehen. Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Er fand in mahnenden und eindringlichen Worten den Weg zu den Herzen seiner Gemeindeglieder die den aufrichtigen Wunsch haben, ihren neuen Seelenhirten recht lange in ihre Gemeinde zu behalten. * Eine Nacht an der Mosel. Unter diesem Motto hatte die Ortsgruppe Gerthe der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Samstag abend in dem herrlich dekorierten Kalthoffschen Saale eine Veranstaltung aus Anlaß des Festes der deutschen Traube und des Weines aufgezogen. Leider fand die Veranstaltung aus ungünstigen Umständen heraus nicht den erwarteten Zuspruch. Die aber da waren, verlebten köstliche Stunden. Stadtteil Bergen Rheinischer Abend. Die Ortsgruppe Hiltrov=Bergen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ veranstaltete am Samstaa abend in der nett dekorierten Turnund Festhalle in Bergen aus Anlaß der Weinwerbewoche einen Rheinischen Abend. Der stellvertretende Ortswart Wernecke stellte in seiner Begrüßungsanfprache den tiefen Sinn der Weinwerbemache heraus. die Trauergemeinde der Weise vom guten Kameraden. Das Horst=Wessel=Lied erklang. Pg. Schümmelfeder war nicht wehr.,„.„„hiNiannasscheine für Speife. Ausgabe der Reichsvervinigungsscheine für Speisefette. Die Reichsverbilligungsscheine für Speisefette werden ausgegeben: am Montag, 5. Oktober,.30 bis 12 Uhr und 15 bis 17.30 Uhr, Buchstabe A bis G, am Dienstag. 6. Oktober,.30 bis 12 Uhr und 15 bis 17.30 Uhr. H bis L. am Donnerstag. 6. Oktober,.30 bis 12 Uhr und 12 bis 17.30 Uhr, M bis R, am Freitag, 9 Oktober,.30 bis 12 Uhr und 12 bis 17.80 Uhr. S bis 8. Die Ausaabetermine für die Gefolgschaften der Zechen a) Dahlhauser Tiefbau, d) Friedlicher Nachbar und die Werke a) Dr. C. Otto& Comp., b) G. Wolff jun. werden in den Betrieben bekanntgemacht. Sozialrentner, Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene erhalten die Bezugsscheine mit ihrer Unterstützung am Donnerstag, 15. Oktober. Die Ausgabe erfolgt bei der Verwaltungsstelle(Zahlstelle) in Linden=Dahlhausen nach Vorzeigung der kleinen Ausweiskarten(Konfroll= nummer). Familienbuch und polizeiliche Anmeldung sind mitzubringen, desgleichen Rentenvaviere und Lohnnachweise über den Nettoverdienst der Familienmitglieder in den letzten beiden Monaten. Volksgenossen, die auf der Arbeitsstelle sein müssen, können ein mit Vollmacht versehenes Familienmitglied mit der Abholung der Scheine beauftragen. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Tragisches Geschick eines Kindes. Auf der Poststraße geriet ein 19 Monate altes Kind in einen Genkschacht. Obwohl sofort Hilfe zur Stelle schlossen und der Hof in den Besitz der Firma Krupp übergegangen. Gegenwärtig läßt die Firma Krupp notwendige Reparaturen auf dem Hof ausführen. Stadtteil Riemke Silberhochzeit. Die Eheleute Markenkontrolleur Josef Tewes und Frau, Gertrud geb. Wennemann, Flottmannstraße 55, feierten ihre Silberhochzeit. Ortsgruppenversammlung der Deutschen Arbeitsfront. Im Lokale Stuhlmann(früher Krumme), Hiltroper Straße, fand am Sonntag morgen eine Ortsgruppenversammlung der Deutschen Arbeitsfront, Ortsgruppe Hofstede=Riemke, statt. Mit dem Deutschen Gruß wurden die erschienenen Kameraden vom Ortswalter Oberste=Lehn begrüßt, der anschließend Pg. Schmidt das Wort zu seinem Vortrag erteilte. Der Redner gab zunächst einen Ueberblick über die Gesamtlage und wies besonders auf das unheilvolle Wirken des Bolschewismus in Spanien hin. Weiter sprach Schmidt in ausführlicher, leicht verständlicher Weise über den neuen wirtschaftlichen Vierjahresplan. Heute scheiden Einzelinteressen aus, alles gehe für das Volk. Der Redner gab dann noch einen Rückblick auf die früher bestehenden Gegensätze zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Heute seien alle Volksgenossen Arbeitsbeauftragte. Mit Vertrauen wollen wir weiter blicken auf unseren Führer. Kurz gab Pg. Schmidt noch einen Bericht über seinen Besuch des diesjährigen Parteitages in Nürnberg. Seine Ausführungen fanden allgemeine Zustimmung. Aus dem Racheurgerl.. Stadt Wanne=Eicke ehrte die Jubilare der Arbeit Im festlich geschmückten Kurhaus wurden Sonntag vormittag die Jubilare der Arbeit für 25- und 40jährige treue Dienstzeit geehrt. Musikklänge, gespielt von der Kavelle der Güterabfertigung, eröffneten die Feier. Ein Werkscharmann sprach ein Gedicht das der Kameradschaft gewidmet war. Kreiswalter Müller sprach herzliche Grußworte und ehrte dann folgende Kameraden(Königsgrube): Krüger(40 Jahre), Neumann (und alle anderen 25 Jahre) Pietzko. Sonder. Voncina; (Pluto=Wilhelm): Wendt und Fünfhöfer:(Shamrock 3/4): Schandhöfer, Bilitza, Feldmann, Schweig, Jellen Tobler. Aumann, Szymaniak, Schönke, Weiß, Gewecke, Justin, Pawelka, Bittner, Beumer, Homes, Quatkowski, Bilski und Henning:(Reichsbahn): Salewski, Göcking, Graf, Lau, Heidlindemann, Blanke, Bruderek, Hamann, Hensel, Preslowski: betriebsgesellschaft): Rive., Außerdem wurde der Handwerker Grönegräs für 40= und der Handwerker Quickels für 25jährige treue Dienstzeit geehrt. Kreiswalter Müller überreichte den Jubilaren ein kunstvolles Ehrendiplom sowie ein Efeublatt mit goldener Inschrift. Kreisleiter Bönnebruch=Althoff. der infolge Erkrankung am Sprechen verhindert war gratulierte allen Jubilaren. Darbietungen der Wertschar sowie der Güterabfertigungskapelle verschönten die Feierstunde. * Aus den katholischen Pfarreien. Im Josephshospital in Wanne=Eickel starb nach längerer Krankheit die Schwester Maria Fulmara. Die Verstorbene war als Stadtschwester in weiten Kreisen bekannt und geschätzt. Sie stand im Alter von 54 Jahren. Seit 84 Jahren widmete sie sich in der Ordensgenossenschaft der Vinzentinerinnen dem Karitasdienst an den kranken und leidenden Mitmenschen. Ihr Andenken bleibt in weiten Kreisen in Ehren.— In der kirche findet am Mittwoch. von morgens 7 Uhr, bis Donnerstag morgen 7 Uhr die Eucharistische Feier der Ewigen Anbetung statt. Heimkehr aus den Arbeitsdienstlägern. Mit blankgeputzten Spaten kehrten am verflossenen Wochenende eine stattliche Anzahl Wanne=Eickeler Jungen aus den Arbeitsdienstlagern zurück. Aus Mecklenburg, aus dem Sauerland usw. kamen unsere Jungen zurück. Gefolgschaftsfest. Die Betriebsgemeinschaft der Zeche„Königsgrube“ Röhlinahausen veranstaltete am Samstag abend im Saalbau Schübbe ein GefolgschaftsWinzerfest, das mit Darbietungen der Gefolgschaftskapelle eingeleitet wurde. Betriebszellenobmann Henseleck sprach herzliche Grußworte. Dann schloß sich ein recht abmechslungsreiches und unterhaltsames Programm mit Musikdarbietungen, Gesängen und dergleichen an. Fettscheinausgabe. Die für die Buchstaben A bis G für Montag, 28. September, nachmittags vorgesehene Fettscheinausgabe an die Lohn=, Gehalts= und Rentenempfänger fällt aus. Diese Ausgabe findet am Freitag, 9. Oktober, nachmittags von 15 bis 18 Uhr in der Stadtballe statt. Verlegung. Die DAF.=Verwaltungsdienststelle 95 der Ortsgruppe Wanne=Mitte verlegt nunmehr ihren Sitz von der Hermannstraße 8 zur Hindenburgstraße Nr. 219. Stadt Wattenscheid 60=Jahr=Feier des katholischen Kirchenchores Propsteipfarrei. Die Sechzig=Jahr=Feier des Propsteikirchenchores wurde am Samstag und Sonntag in größtem Rahmen festlich begangen. Eröffnet wurden die Feierlichkeiten am Samstag abend mit einer Begrüßungsfeier im Saale Sonnenschein, der schon lange vor Beginn bis auf den letzten Platz besetzt war. Eine wertvolle Vortragsfolge war aufgestellt worden, die bestritten wurde vom Kittelquartett und vom Kirchenchor. In verschiedenen Ansprachen wurden die Bedeutung des Kirchenchores und sein Werdegang gefeiert. Nach dem Festbochamt am Sonntag morgen versammelten sich die Gäste wieder im Saalbau Sohnenschein zur Festversammlung, die eingeleitet wurde durch einen Vortrag des Kittelauartetts. Im Mittelpunkt der Feier stand hier ein Vortrag über„Kirchenchor und gottesdienstliche Feiergestaltung", gehalten von Domvikar Leiwering(Paderborn). Es fand auch eine Ehrung der Jubilare statt, deren hingebende Treue hervorgehoben wurde. An die Festversammlung schloß sich ein gemeinschaftliches Mittagessen im Kolvingssaale an. Eine kirchenmusikalische Andacht bot wertvolle alte und neue Kirchenmusik. Auf die sich an die Andacht anschließende Generalversammlung des Diözesanverbandes kommen wir noch zurück. Vermißt. Vermißt wird seit dem 22. September der Formerlehrlina Erich Huft, geboren am 27. April 1916 zu Gelsenkirchen, zuletzt wohnhaft in Wattenscheid, Hollandstraße 18. H. hat am 22. September mit noch mehreren anderen Schülern der Fortbildungsschule in Gelsenkirchen eine Fahrt nach Düsseldorf zur Formerausstellung gemacht und ist seit dieser Zeit verschwunden. Beschreibung: 1,78 Meter groß. untersetzt, dunkelblondes Haar. graue Augen, lückenhafte Zähne. An beiden Backen mehrere kleinere Narben, die von einer Krankheit herrühren. Bekleidung: ohne Kopfbedeckung und ohne Mantel, hellarau gestreifter Anzug, grau gestreiftes Svorthemd, weißes Unterhemd. blaugrau gestreifte Krawatte, hellgrau gestreifte Strümpfe, braune Halbschube. Seite 15 Nr. 227 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 28. September 1936 Aus aller WSelt E* RR•N WTTN.,* Räume des Schiffes übertragen und von allen Urlaubern mit Begeisterung gehört. g.#.,., 8. Dr. Ley sprach über die nächsten Ziele der Hochseelfahrten der RSG. Kraft durch Freude". Die nächsten Fahrten sollen bereits Anfang 1937 beginnen. Vor „„ e s t a c h g r i e s b a g b. J u s t h g i n S e l a c h e z e h Eröffnung des Bahnverkehrs über den Rugenoamm a. J. Lt###e: Fahrten die engste Verbindung ung,#ri, Heimat hehalJnl. Nerlin, 27 Gevtember Fremdenverkehrs“ Er wies darauf hin, daß die Zahl end Seettv, 22, Sepm, der Kraffahrzeuge, die über die deutschen Grenzen kaGie mschiges beonüche, bonveny, eher Biz men, erheblich geigen el. ue. Stecherr e. Bei einem Festessen zu Ehren der Teilnehmer des ersten deutschen Reisebüro=Tages wurde die völkerverbindende Bedeutung der Tagung hervorgehoben. größten Bauvorhaben im neuen Deutschland, der Rügendamm, ist nach dreijähriger Bauzeit soweit fertiggestellt, daß mit dem Inkrafttreten des Winterfahrplaus am 5. Oktober die Schnellzüge auf der internationalen Strecke Berlin—Stralsund—Stockholm über den nun durch den Damm überwundenen Strelasund fahren können. Der Straßendamm selbst kann aus technischen Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt freigegeben werden. Rügen hat damit aufgehört, eine Insel zu sein. Auf dem 2½ Kilometer langen Damm liegen neben dem Schienenstrang eine sechs Meter breite Fehrhraße und ein 2½ Meter breiter Fußweg. Deutsche Arbeiter und Ingenieure, die das stolze Werk geschaffen haben, werden als erste über den neuen Damm fahren. Der Gedanke einer Ueberbrückung des Strelasunds wurde schon vor mehr als 50 Jahren, der Fertigstellung der Bahnstrecke — Bergen im Jahre 1883, erwogen. Auch im Jahre 1931 wurde von den damaligen Parteien endlos, aber ohne Erfolg über diesen Plan debattiert. Erst der Wille Adolf Hitlers erfüllte den Plan mit neuem Leben und setzte ihn schnell in die Tat um. Die wirtschaftliche Bedeutung des Rügendammes erhellt aus der Tatsache, daß über ein Drittel der Reisenden und des Güterverkehrs dieser Strecke auf den internationalen Durchgangsverkehr entfällt. Jetzt wird die Fahrzeit auf der Strecke Stralsund—Saßnitz —Trelleborg um drei viertel Stunden verkürzt. Durch die Elektrifizierung der schwedischen Anschlußstrecke Malmö—Stockholm wird ein weiterer Zeitgewinn von 1½ Stunden erzielt, so daß die Fahrzeit Berlin—Stockholm um mehr als zwei Stunden verkürzt wird. Völkerverbindende Reisebüros Frankfurt a.., 26. September. Der erste Deutsche Reisebürotag nahm am Samstag vormittag seinen Fortgang. 6 86 Der Direktor der Reichsbahn Treibe, sprach über das Thema Die Reisebüros als Werber der Deutschen Reichsbahn". Er ging dabei von der Feststellung aus, daß die Deutsche Reichsbahn von jeher in dem Reisebüro einen wichtigen und unentbehrlichen Faktor des Verkehrswesens sehe und dies seinerzeit zum Ausdruck gebracht habe, indem sie gemeinsam mit den großen Schiffahrtsgesellschaften das„Deutsche Reisebüro“ ins Leben gerufen habe, das später nach Beitritt Oesterreichs und Ungarns zum Mitteleuropäischen Reisebüro ausgebaut worden sei. Anschließend sprach der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe, Körner, über„Soziale Selbstverwaltung", wobei er die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen sozialen und wirtschaftlichen Dingen im Rahmen des Nationalsozialismus herausstellte. Der stellvertretende Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und sfern Beherbergungsgewerhe Fritz Gabler nahm Stellung festzum ne mit der Heimat beha ten. Ebenso soll auch der deutsche Arbeiter sein Vaterland einmal durch das Fenster des Auslandes sehen. Wir wollen den Urlauberaustausch mit allen anderen Ländern, vor allem mit Italien. Die KöF.=Fahrten Mit KdF. nach Tokio Urlaubsaustausch mit allen Ländern Berlin, 26. September. Auf der letzten diesjährigen Kraft=durch=FreudeNorwegenfahrt hielt Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eine Ansprache an die Besatzung der Sierra Cordoba“. Die Rede wurde durch Lautsprecher auf alle alsalse ie c..e ehäichch ice In eindringlichen Worten legte Dr. Ley den Sinn von Kraft durch Freude dar. Man könne KdF. als die kürzeste Formel unserer nationalsozialistischen bensauffassung bezeichnen. Dr. Ley schloß mit dem Hinweis darauf, daß die neuen KdF.=Schiffe, die das Vorbildlichste würden, was es auf diesem Gebiete gebe, im Jahre 1938 fertiggestellt seien und nach vier Jahren deutsche Arbeiter zur Olym fördern würden. stellt seien und nach gier Jahren lympiade nach Tokio veDie 25. Bzeundenihart!.. n 4U Cenhuape des Luftschiffes„Hinbenburg“ Freiwillige für die Luftwaffe werden eingestellt dnb Berlin, 26. September. Ueber die Einstellung von Freiwilligen in die Luftwaffe im Frühjahr 1937 wird bekanntgegeben: 1. Im Frühjahr 1937 werden bei der Fliegertruppe und Luftnachrichtentruppe Freiwillige eingestellt, in Ostpreußen nur bei der Luftnachrichtentruppe. Bewerber können sich schon jetzt melden, und zwar bei jedem Truppenteil der Fliegertruppe und der LuftAuskunft über die sonstigen Bedingungen für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwaffe und über den vorher abzuleistenden Arbeitsdienst erteilen die Truppenteile der Fliegertruppe und Luftnachrichtentruppe, die Wehrbezirkskommandos und die Wehrmeldeämter. Sie werden außerdem durch die Tagespresse und im Rundfunk wiederholt bekanntgegeben werden. 2. Einstellungsgesuche bei anderen militärischen oder staatlichen Dienststellen sind zwecklos. Sie verzögern nur die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers. 3. Bei der Flak=Artillerie und beim Regiment General Göring werden im Frühjahr 1937 keine Freiwilligen eingestellt. 4. Der Zeitpunkt für die Meldungen von Freiwilligen für die Herbsteinstellung bei der Fliegertruppe, FlakArtillerie, Luftnachrichtentruppe und Regiment General Göring wird noch durch Presse und Rundfunk bekanntgegeben werden. aungsgewerbe Fritz Gahler nahm Stellung zu dem Problem der Zusammenarbeit zwischen Reisebüros und Gaststätten. Nach dem dann folgenden Vortrag des Leiters der Reichsverkehrsgruppe Kraftfahrgewerbe Direktor Benninghoff über„Kraftwagen= verkehr und Reiseverkehr“ sprach der Leiter des Präsidialbüros des Deutschen Automobil=Klubs. Freiherr von der Recke, über„Die Autotouristik im Dienste des dub Frankfurt a.., 26. September. Das Luftschiff„Hindenburg“ ist am Samstag um 20.42 Uhr zu seiner neunten Fahrt nach Noxdamerika gestartet. Die Kabinen sind voll besetzt. Das Luftschiff, das bei dieser Reise unter dem Kommando von Dr. Eckener steht, begann mit dieser vorletzten Fahrt dieses Jahres über den Nordatlantik seine 25. Ozeanüberquerung, nachdem es bisher vier Südamerikaund acht Nordamerikareisen fahrplanmäßig durchgeführt hat. Auf dieser Fahrt Esewart, 805, PPggrgrges berichtet, zum erstenma, eine Stewurpeß an word des Luftschiffes, um die weiblichen Fahrgäste und die KinBis setzt hat das Lufischift„Hixdekurg; in etwa 1500 Fahrstunden auf insgesamt 42 Fayrten 212 000 Kilometer zurückgelegt und dabei außerordentlich große Post= und Frachtmengen und über 1100 Fahrgäste über den Ozean befördert. Große Bauvorhaben im Hamburger Hasen Hamburg, 26. September. In einer großen politischen Kundgebung in der Hanseatenhalle gab Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann einen außerordentlich interessanten Ueberblick über die Entwicklung der Stadt Hamburg und über den starken Auftrieb des Wirtschaftslebens seit der Machtübernahme. Hierbei kündigte Reichsstatthalter Kaufmann ein riesiges Bauvorhaben für die nächsten Jahre an, dessen bedeutungsvollstes für die Schiffahrt der Bau einer großen Kaianlage sein wird, die an St.=Pauli=Landungsbrücken anschließt und es auch den großen Ueberseedampfern möglich macht, dirett am Stadtufer soum st eim Projekt, das in den nächsten drei Jahren zur Durchführung gelangt und einen Kostenaufwand von 20 Millionen Reichsmark erfordert. Dieses Vorhaben im Rahmen eines allgemeinen Ausbaus des Hafens ist in der Finanzierung bereits sichergestellt. Nach den vielen neuen Schuppenbauten im Hafen wird zur Zeit im Hamburger Hafen der größte Schuppen Europas gebaut. Für die Vertiefung des Hafens wurden seit der Machtübernahme fünf Millionen Reichsmark angewandt. Aber nicht nur im Hafengebiet sind solche Veränderungen vor sich gegangen. 6733 neue Häuser wurden seit der Machtübernahme im Hamburger Gebiet errichtet. Im hamburgischen Siedlungsraum entstanden in der gleichen Zeit 11230 neue Wohnungen. Für die Altstadtsanierung wurden sechs Millionen Reichsmark bereitgestellt. Die gleiche Bedeutung, die man der Verbesserung des Hafens zukommen ließ, wurde aber auch dem Luftverkehr zuteil. So ist der Hamburger Flughafen in den letzten Jahren stark ausgebaut und vergrößert worden. Der Reichsstatthalter gab dann in seiner mit größtem Interesse aufgenommenen Ansprache noch Vergleichszahlen aus den letzten Jahren bekannt, die ebenfalls sehr deutlich die Wandlung und den Fortschritt unter der nationalsozialistischen Regierung kennzeichnen: Bei der Machtübernahme durch die NSDAP. lagen z. B. auf dem Schiffsfriedhof in Waltershof 187 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 463000 Bruttoregistertonnen auf. Am 1. Januar dieses Jahres waren es nur noch fünf Schiffe mit 11 500 Bruttoregistertonnen. Blicke in die Welt Neuer Atlantik=Erkundungsflug In Fortsetzung der Nordatlantik=Erkundungsflüge der Deutschen Lufthansa flog am Freitag das„Do=18“= Flugboot„Zephir“ mit der Besatzung Flugkapitän Blankenburg, Flugkapitän Graf Schack, Flugzeugfunker Ehlberg und Flugmaschinist Eger in sechs Stunden, 22 Minuten von Newyork nach den BermudaInseln. Englisches Verkehrsflugzeug vermißt Das englische Verkehrsflugzeug London—Paris, das seit Freitag vermißt wird, wird als verloren betrachtet. Seine Ueberreste sind am Freitag abend im Kanal von einem englischen Dampfer gesichtet worden. An Bord der Maschine befanden sich der Flugzeugführer und ein Funker. Kultur=Tonfilm„Licht“uraufgeführt Eröffnung der Aufklärungswoche„Gutes Licht— gute Arbeit“. dnh Frankfurt a.., 25. September. Aus Anlaß der Reichstagung der dentscherg,„Licht, techniker veranstaltete das Amt„Schönheit in der Deutschen Arbeitsfront unter dem Motto„Die Wissenschaft im Dienste der schaffenden Menschen“ eine Festveranstaltung im Schumann=Theater und eröffnete damit gleichzeitig die diesjährige Aufklärungsaktion „Gutes Licht— gute Arbeit". Die weiten Ränge waren von den Gefolgschaftsmitgliedern aller lichttechnischen Firmen Frankfurts besetzt. Außerdem waren Abordnungen vieler Betriebe mit ihren Fahnen zugegen. Die Lichttechniker, die vorher im Palmengarten getagt hatten, trafen geschlossen im Schumann=Theater ein. Nahezu 2500 Personen waren anwesend. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die von Musik= und Gesangdarbietungen umrahmte Aufführung des erst beleuchtungstechnischen Kultur=Tonfilms„Licht“, der für staatspolitisch wertvoll und volksbildend erklärt worden ist. Die Eröffnung der diesjährigen Aufklärungsaktion „Gutes Licht— gute Arbeit“ erfolgte anschließend durch den stellvertretenden Leiter des Amtes„Schönheit der Arbeit“, Diplomingenieur Steinwarz. Zwei Zeiß=Planetarien für Japan Die Zeiß=Werke in Jena haben einen Vertrag mit einem Zeitungsverlag in Tokio auf Lieferung eines Zeiß=Planetariums für Tokio, die Stadt der XII. Olympiade, unterzeichnet. Mitte Oktober wird die Einrichtung für ein Zeiß=Planetarium, das in Osaka (Japan) eingerichtet werden soll, verschifft werden. Das Planetarium in Tokio wird das fünfundzwanzigste seiner Art sein, das in der Welt besteht. Wer unser Kind gekannt, hat es geliebt. Sein Scheiden hat manches Auge betrübt. Es war ein Sonnenschein auf Erden, Mubt drum so bald ein Eogel werden. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser innigstgeliebtes, Altestes Töchterchen, unser trautes Schwesterchen, unser herziges Enkelkind und Nichtchen MÖ. Wioerg im zarten Alter von 7 Jahren zu sich in den Flimmel zu nehmen. Familie Ewald Sturmberg jun. Familie Ewald Sturmberg sen. Bochum, den 26. September 1936 Freitag, den 25. September, verschied nach langem Krankenlager meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Grobmutter und Tante, die wohlachtbare Prau Karl Solzbacher ##b. Beannen im Alter von 32 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Solzbacher Maria Dornbach geb. Solsbacher Albert Solzbacher los. Dornbach und ein Enkelkind Gelsenkirchen u. Bochum, den 25. Sept. 1936 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 29. September, in Gelsenkirchen vom Trauerhause, Nordstraße 6, aus statt W Im Wege der öffentlichen Ausschreibung soll die Beheizung von 2 Warmwasserspeichern für die städtische Badeanstalt vergeben werden. Die Verdingunghzantegrlagen„auhaus! der Heizungsgpinung, Eingang G. Zimmer 7, aufgelegt und können, solange der Vorrat reicht, von dort bezogen werden. Zustellung durch die Post erfolgt nicht. Die Angebote sind mit entsprechender Aufschrift verschlossen bis Montag, den 5. Oktober 1936, 10 Uhr, an die Heizungsabteilung einzureichen, wo die Oeffnung der Angebote im Beisein der anwesenden Bieter erfolgt. Bochum, den 26. September 1936. Der Oberbürgermeister. Jucken Sie einen guten Sckneiden auch für den verwöhntesten Geschmack? Schneidermeister Fr. Dreher, am Rathaus Bessere Herren- und Damen-Kleidung Uniformen aller Art Ruf 61138— Mühlenstr. 4, I. Etage— Ruf 61133 Das Engelamt findet Dienstag, den 29. September 1936, um.10 Uhr, in der St.-JohannesKirche in Wiemelhausen, die Beerdigung am gleichen Tage um 15 Uhr vom Trauerhause, Bochum, Mulderpaßstraße 1, aus zum Querenburger Friedhof statt Steil und dornig ist der Pfad. Der uns zur Vollendung leitet. Selig ist, wer ihn betrat Und im Namen lesu streitet Selig, wer im Glauben ringe Und nicht krattlos niedersinkt. Heute morgen.15 Uhr verschied: sanft unsere liebe Mutter. Großmutter, Urgroßmutter, Schwiegermutter und Tante, die Wve. Willelmine geb. Krause im 87. Lebensjahr. Die treuernden Hinterbliebenen Bochum, den 26. September 1936 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 30. September 1936, 14 Uhr, vom Trauerhause, Auguste-Viktoria-Allee 30 aus statt. Trauerteier daselbet ½ Stunde vorber. Telegr.-Anschrift: Papier Durchschlag Schreibmasch Saugpost usw. Bochau 8; Fresse die alte leistungsfähige Firme Viktorlastr. 25 „Aui den des Ist gerede für den Geschäftsmann sehr wichlig und derum llest er sländig den Familien-Nachrichten nach anderen Veröffentlichungen und Zeitungen Gedoren: Knaben: Hagen: Dr.=Ing. Karl Niemeyer(Edith GerKöln: Dr med, dent. Gregor Bünnagel(Christel Niederstein). Verlobte: Dortmund=Brechten: Milly Frielinghaus mit Dertmund=Derne: Elfriede Rademacher mit Hans Hagen: Lisbeth Konzack mit Walter Schürmann. Recklinghausen: Elli Dorth mit Gerichtsassessor Heinr. Macherey. Vermählte: Dortmund=Hörde: Gustav Meisch mit Henny NenDüsseldorf: SA.=Standartenführer Arnold Lentzen mit Ada Lorenz. Dr.=Ing. Konrad Sattler mit Friedel Vordenbäumen. Soeft: Dr. Arnold Zillgens mit Magda Barella. Gestorden: Düsseldorf: Klara Lehnen geb. Prümen, 69 Jahre. Josef Rempe, 45 Jahre. Ida Harisch, ged. Joosten, 39 Jahre. Wilhelmine Jahn, geb. Overdiek, 31 Jahre. Essen: Fritz Liebs, 34 Jahre. Klempnermeister Arnold Lück, 72 Jahre.. Hagen=Vorhalle: Mathilde Pfeffer, ged. Petig. 58 Hamm: Eisenbahnoversekretär Gerhard Meyger, Koin: Postassistent Karl Heinen, 64 Jahre. Münster: Dorothea Dalinghaus. geb. Kloosterbuts, 58 Jahre. Stephanie Kösters. geb. Dziadek. Landesoberinsp Heinrich Maitis. S Der schönste Tilsiter Das Fachgeschäft für Bandegen-Orhopädle Otto Möller Orthopädie-Mechanikermeister, Sandagist. Rottstraße 34 K K h K CE sowie alle lästigen Körperhaare werden mit der Wurzel für immer beseitigt durch neu erfundenes, wohlriechendes Enthaarungs6l und Pulver als Vorbehandlung. Sofortige Wirkung innerhalb 3 bis S Miauten. Erfolg und Unschädlichkeie garantiert. Preis der Kur.- Rt4. Hochinteressante Broschüre u viele notariell beglaubigte Anerkennungen sendet kostenlos Dr. E. Günther& Co. Rudolstast Th., Sedanplatz 31. öoed G56 Schinkenspeck und Rauchw. 1,50 4, Zwiebel= u. Teew. .30 J. Leber= u. Speckw. .00 per Nachn. Versandh. Rekord. Tilli. Machen Sie bei der nächsten Gelegenheit auch einmal einen Versuch mit der Kleinanzeige am„Bochumer Anzeiger“! Sie werden überrascht sein, wie schnell und gut sie arbeitet. Erinn indige Stempel Schllder lefert schnellsten: Opstelten Hertamstr. 18, am Graf-Engelbert-Sr., Auferse! Geldsorgen? inseriere Im Bechemer dundger! Auf nach Dortmund zum Fahrradkauf im YofarAusverkauf. Wegen vollständiger Oeschäftsaufgabe sind noch insgesamt mehrere hundert Fahrräder und Rahmen alle im Preise bedeutend herabgesetzt am Lager. Unter anderem ein Gelegenheitsposten fabrikneuer Garantisfahrräder vollständig straßenfertig(rein deutsches Er seogois) mit kl. Lachfehlern Stück für Stück z. Aussuchen Jetzt nur noch Rm. 19.75 Posten Feigen Stück nur noch 19 Pf. Fahrradschidssel Stück 1 Pf. Posten Sättel.... Stück nur noch 93 Pf. Post. Fahrradketten Stück nur noch 49 Pf. usw. Sämtliche Beleuchtungen u: Bereifungen im Preise gesenkt Dorimung, münsterStraße 72—74 Unterricht J. Pyra's kaufm. Privatschule BOCHUM Rottstraße 13 Ab 1. Oktober Ruf 64364 hoder-Nalbjanreshureue Besondere Abendkurse (nechmittags) B. Günter Ruf 69471, Bochum, Horst-Wessel-Str. 18a Tanz-Kursus In der Bürgergesellschaft Beginn: Dienstag, den 29. September 1un6. Schölerzirkel 19 Uhr— Abendkursus 20 Uhr. Anmeidungen In der Wehnung erbeten Stellane angebote (männlich) De Burwürgee Mädchen für alle Hausarbeit nach d. Sauerland gesucht. G. E. 19810 Anz. Tcht.Damen=u. Herteisisenr bei gut. Lohn und Familienanschluß mögl. bald gesucht. Angeb. m. Bild an Viktor Willers, Borghorst i.., Burgsteinfurterst. 2 Tüchtiger Bäckergeselle nicht unt. 22 Jahren. gesucht. T. B. 19761 Anz. Stellengesuche (weiblich) Mercedes=Selekta, kaum benutzt, für 145 RM. zu verkf. Ausk. Anz.(19836 Radio=Apparat (Siemens), 6 Röhren, alteres Modell, mit Lautsprecher, für 80 RM. zu verkausen. Ausk. Anz.(19835 2 tüchtige Eientomonteure stellt sofort ein Louis Arntz, Lüdenscheid, Knapperstraße 31. Suche zu sof. einen Jungen für Landwirtschaft und einen älteren Hickerknecht Ebel, Volbringen üb.Werl, Kr. Soest. Stellen. angebote (weiblich) Kräft. Mädchen f. alle Hausarbeit sof. gesucht, Anf.= Lohn 30 Mark. Pilfner Stube Hoffmann Remscheid, ##dolf=Hitler=St.64, Telephon 46514. Zingeres ½ Tagsmädchen oder für 3mal wöchentlich gesucht. Alsenstr.37, part. r. Für einen Arzthaushalt ein ält. Suche Stellung z. Putzen v. Büros. St. 19815 Anzeig. Wohn ungen sucht und vermiete! man durch eine Kleinanzeige Im„Bochumer Anzeiger“ Vermietung (Wohnungen, leere Zimmer) -3 Mansard. in bess. Hause, Ehrenfeld, an ruhige Leute sof. zu orm. W. A. 19790 Anz. Mittleres leeres Zimmer sofort zu vermiet. Küppersstraße 108 (Planschwiese). Vermietung (mövl. Zimmer) Beethovenstraße 3, 1. Etg.., saubere Schlafstelle frei. Kauf ist Vertrauenssache Vor jedem Keufabschluß wollen Sie sich bei uns orlentieren! Wir zeigen derne 200 Zimmer Auswan! Schlatzimmer Eiche Los, Hattinger St. 163, .., Mans.=Zimm., möbl., m. Kochg. z. v. oder eine alleinsteh. Frau gesucht. Frau Dr. med. H. Paul, Kamp=Lintfort, Kreis Mörs. Zum 15. Okt., evt. 1. Nov. suche ich ein zuverlässiges Hattinger St. 600, .=Linden, möbl. Zimmer mit guter Pension zu verm. Jägerstr. 2,2. Eig.., N. Hbf., frdl. möbl. Frontzimm..orm. Kortumstr. 54,3.Et., alleinst. Dame hat ault nd. 3inl. in bess. Hause an berufst. Dame zu vermiet. Besichtig. von 12 bis 2 Uhr. Kronprinzenstr. 22 m. Z. m. Kochgel., a. f. Ehel., z. orm. das in besseren Häusern tät. war und selbständig ist im Kochen sowie in allen vorkommend. Hausarbeiten. Hilfe vorhand. Angebote an Frau Bankdirektor Kub, Mülheim(Ruhr), Althofstraße 38, Telephon 41417. Königstraße 24, II bess. mbl. Frontzimmer an H. bill..v. Osk.=Hoffm.=St. 38 gut möbl. Zimmer zu vermiet.(19721 Roonstraße Nr. 70 möbliert. Zimmer zu vermiet.(a4788 485.-420. Speisezimmer Herren-20L zimmer ULU,Wohnzimmer ab To0, Nur erstkl. Ware! Billiger wie angebliche Fabrikund SonderAngebote! Wir bieten Ihnen Gewähr für preiswerte, reelle Bedienung! Garantie Darum—— Augen auf— beim Möbelkauf Borgmann Bochum Brückstraße 59 63 Kaufgesuche Getragene Herrenkleidung kauft Kleinhubbert, Recklinghausen, Kaiserwall 38. Karte genügt. wenn man umzieht— oder wenn an der Ausstattung Ihres Heims etwas fehlt oder ergänzt werden muß: Dann geht man eben schnell ins Kaufhaus Kortum: Im 2. Stock ist alles ausgestellt, was zur dekorativen Ausstattung Ihres Heims gehört.— Versäumen Sie nicht, sich diese sehenswerte Qualitäts-Schau anzusehen.— Sie gibt ihnen viele wertvolle Anregungen. Unser fachmännisch geschultes Personal steht Ihnen mit Rat und Tat bereitwilligst und unverbindlich zur Verfügung Sauberes Mädchen ca. 20., für alle Hausarb. gesucht. Vorzustellen—11. Alleestraße 42. Mietgesuche (Wohnungen, leere Zimmer) Sich. Mietezahler sucht f. sof. od. sp. 3 Mohl. Mietspr. bis 25 M. Miete kann ¼ J. i. voraus gez. werd. W. G. 19617 Anz. Tüchtiges, saub. Mädchen zum 1. 10. 36 in Geschäftshaushalt gesucht. Gute Behandl. u. Verpflegung. Geh. 25 Mk. Bäckerei Delf, Düsseldorf=Eller, Gumbertstraße 141. Mietgesuche (möbl. Zimmer) Suche zum 1. 10. mit od. ohne Pension. Ang. m. Preis V. W. 4665 Anz. Verkäufe Sellene bergmännsche Altertämer aus sächsischem Besitz in Zinn, Porzellan, Elfenbein sowie andere alte Ziungegenstände zu verkaufen. U. V. 4659 Anzeiger. Eroradel 3X16 qmm, ca. 100 Meter 50 Meter Antygrohn N. B. E.., 50 Meter Grugen Kasse sofort zu ver). 19834 Anzeiger. Waschmaschine 100 Liter fassend, mit Transmission für elektr. Antrieb zu verkaufen. Ausk. Anzeig.(410 Gastwirte! 1 Wangentisch, 125X70, Aborn= platte, 1 Bank, 6 Stühle, 1 Säulentisch, 50 cm, altdeutsch, neuwertig, für 80 RM. z. vk. Ausk. Anz.(19838 Preiswert zu verk.: ein weißes Bett, Waschtisch m. Marmor, groß. Spiegel, 2türiger Schrank. Trankgasse 1, 3. Et. 2 Plüschsessel mit Tischchen, neu, f. 90 RM. zu verk. Ausk. Anz.(19837 Gebrauchter Küppersbusch=Herd für 40 M zu verk. Wilbelmstraße 13. 6flammiger Gasheizosen und Staubsauger zu verkaufen. Ausk. Anz.(19784 Mehrere gebr. Bührrader billig zu verkaufen. Fahrradhaus K. Schereh Wiemelbauserst. 96. Sich. Kapitalanlage Haus m. Einf., gr. Hof, Laden m. Obst= u. Gemüseg., Hinterg., für Autofuhrbetr. usw. besonders geeignet, bill.f. 18 000 Mark, Anz.—5000 Mark, zu verkauf. Hypothek mündelsicher, 5000 Mark,%, m. 15% Nachlaß, zu verkf. Näheres für Käufer unentgeltlich. C. Steiner, iett Dorstener Str. 2a. Makler seit 1900. Was jede Hausfrau hören und sehen muß: Die Nahrungszubereitung unter der Ernährungslehre, der Gesundheit u. der Volkswirtschaft! 8 Vorträge Die gesunde Küche! Keine Herde! Kein Pfeiftopf! Keine Rohkost! Beispiellose Nährwerterhaltung der Speisen Erstaunliche Geschmacksverbesserung! Enorme Senkung der Haushaltkosten! Unglaubliche Arbeitserleichterung U. a. Praktische Vorführung der Zubereitung von ca. 8 bis 10 Speisen, die anschließend als Kostproben kostenlos zur Verteilung gelangen. Alle Haustrauen und Männer, die diese Veranstaltungen bis heute besucht haben, begeisterten sich für den erlebten gigantischen Fortschritt, darum besuchen auch Sie diese hochinteressante und lehrreiche SROSS-VERANSTAL·UNG im Weißen Saal der„Bürgergesellschaft“ in Bochum, Ecke Wilhelmund Luisenstraße. am Dienstag, dem 29. Sept. am Mittwoch, dem 30. Sept. am Donnerstag, dem 1. Okt. am Freitag, dem 2. Okt. Jedermann herzlichst eingeladen! Sh T W M M Psohte theater B O CHUM Montag, 28. Sept.: Geschlossen Dienstag,29.Sept.: Geschlossen Kapitalien Beamtenkredite van Forst, Westfälische Straße 23 Släduisches orchester Bochum Vormiete Konzertjahr 1936/37 Erstes Symphonie-Konzert Donnerstag, 1. Okt., 20 Uhr, im Stadttheater. Programm: Emil Poeters: Ouvertüre„Abenteuer in Spanien“). Anton Ovorak: Violin-Konzert op. 53. Anton Bruckner: Symphonie Nr. 6,-dur(Urfassung)*) *) Erstaufführung. Dirigent: Loopold Reichwein. Solist: Erwin Häusler(Violine) Tageskarten zum Preise von 60 Rpf. an sind an der Konzertkasse im Stadttheater sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Dauerkarten für 8 Konzerte zum Preise von.— bis 10.— RM.— 50% niedriger als die Tagespreise— stchen noch an der Konzertkasse zur Verfügung. Telephonische Bestellungen unter Nr. 61051 9. jeweils nachm. ½24 Uhr und abends 8 Uhr VieleJahre halten die Polstermöbel Matratzen u. Betten vom Polstermeister n. Kallmerten Clemensstraße 4 Ruf 61938 * 9• 3118 vöhline eine Lezemapbe schon tur 30 Dig. Pregpekt verlangen Auf 81562 Kieine Anzeigen gibt man da auf, wo man sie zu suchen gewonnt ist, im Bochumer Anzeiger Haue Hiddingsel bei Dülmen u. Sinsen, am Bahnhof, preiswert zu verk. Baugesch. Mues, Recklinghausen. Zwei 2schläfige Bettitellen m. Aufl., Kommode und Kleiderschrank billig zu verkaufen. Ausk. Anz.(19743 ∆ ebte Gaett K Empfehle Ia Grudekoks für Grudeöfen, auch sackweise, sofort lieferbar Oskar-Hoflmann-Str. 46. Rut 66613 •*.* Gardinen beste Qualitätsware gut u. billig Gardinenhaus Cieslak Kortum Straße 94 (gegenüber Café Döhmann) K c W Gebr. Herrenzimmer, gedr. Küche, Bettstellen billig zu verkaufen. Kortumstr. 8. 3. Cta. WNSE K H K Miele gerduschgedämpfte Staubsauger 70e Seee Günstige Ratenzehlungen von RA..- monatl. an Zu haben bei der Firma Eichler-Kech, Bochum, Castroper Straße 233, gegenüber der Kreuzkirche sintliche, Febrikerr„###e Bromer, Wittener Str. U. Ge 11 Wer Zeitung liest, ist stets im Bilde! Und wer Bescheid weiß, hat Erfolg!