„ Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich... „hör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntggs von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen&am;# Dierichs in Bochum Montag 31. August 1936 43. Jahrgang Nummer 203 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf.. Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote, Anzeigen privater Art) 8 Pf., Anzeigen im Sportkalender im Textteil 10 Pf., Auskunft= und Ziffergebühren.25 Plf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstafsel B.— Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Snione leiten von Frankreich aus die BeOprens schnrzung der. Aunenansten del Frun Neue französische Kriegsmateriallieferungen— Bomben auf Madrider Innenstadt 300 Soldaten in Maorio wegen Gehorsamsverweigerung erschossen Paris, 30. August.(Eig. Drahtber.) Munitionsmangel auf nationalistischer und marxistischer Seite erzwang am Samstag und Sonntag vor Irun eine Art Waffenstillstand. Wenigstens soweit Infanteriekämpfe in Frage kamen. Die Ruhe wurde nur hin und wieder durch einzelne Kanonenschüsse= unterbrochen. Den Nationalisten ist es gelungen, ihre in den nächtlichen Kämpfen zu Samstag eingenommenen günstigen Stellungen dicht unterhalb des Bergforts San Marcial zu halten. Ein großer Vorteil für die nationalen Streitkräfte sind die guten Nachschubmöglichkeiten aus Pamplona. Samstag morgen konnte man beobachten, daß auf Lastkraftwagen und Mauieseln Munitionstransporte in den vordersten Linien eintrafen. Die nächtlichen Kämpfe um das den Zugang zur Stadt Irun beherrschende Fort San Marcial, die zum größten Teil Mann gegen Mann gingen, haben auf beiden Seiten furchtbare Verluste gebracht. Ueber die Grenze hinweg war deutlich das Krachen von Dynamitbomben zu hören, die die Roten bei ihrem verzweifelten Widerstand zur Anwendung brachten. Das Rückgrat der Roten bilden hier die 3000 bis 4000 fanatisierten Bergarbeiter von Biscaya und Asturien. Die Ueberzeugung der Marristen, daß sie im Falle eines Sieges der nationalen Truppen nicht geschont würden, hat ihren Widerstandswillen bis zum äußersten gestärkt. Von freiwiller Uebergabe ist bei ihnen keine Rede mehr. Die nationalistische Führung wird sich nun entschließen müssen, unter Einsatz bedeutender Verstärkungen an Menschen und Material die Einnahme Iruns ohne jede Rücksicht auf die Stadt und ihre Zivilbevölkerung durchzuführen, falls der Kampf hier nicht in einen Stellungskrieg ausarten soll. Während des Samstags war hingegen die Fliegertätigkeit der Nationalisten sehr lebhaft. Um 8 belegte ein nationalistisches Flugzeug die Stadt Irun mit sieben Bomben. 1½ Stunden später erschien ein zweites Flugzeug und warf weitere fünf Bomben ab. Sie sind sämtlich explodiert und haben erheblichen Sachschaden angerichtet. Sonntag abend soll es dann den Nationalisten gelungen sein, die Anhöhe von Urza einzunehmen. Gegenüber diesem Höhenzug ist der rote Flughafen gelegen, der sich nunmehr im Feuerbereich der Natonalisten befinden soll. Madrid. Als im Zentrum der Stadt die ersten Bomben explodierten, flüchteten Tausende von Madridern nur notdürftig bekleidet in die Keller ihrer Häuser oder suchten auf den Untergrundbahnhöfen Zuflucht. Noch lange nach dem Luftangriff waren Tausende von Menschen, die zitternd in den Untergrundbahnhöfen standen, nicht zu bewegen, ihre Wohnungen wieder aufzusuchen. Dieser Luftangriff war der erste auf das Zentrum, nachdem vor kurzem nur der Flughafen bei Madrid mit Bomben belegt worden war. Meldungen aus Madrid behaupten, daß keinerlei Bomben abgeworfen worden seien, weil die Linksregierung die Militärpartei davon verständigt habe, daß andernfalls Regierungsflugzeuge die Städte Burgos, Valladolid Sebilla usw. bombardieren würden. An der französischen Grenze liegen allerdings Nachrichten vor, die davon wissen wollen, daß die Franco=Flieger das Kriegsministerium, die Bank von Spanien und erneut den Flughafen mit Sprengstoff bedacht hätten. Nationalisten melden Erfolge Ueber den Sender Sevilla gab General Queipo de Llano wieder einen ausführlichen Bericht über die Lage der Nationalisten. Der General erklärte, daß sich in der Hauptstadt eine zunehmende Nervosität bemerkbar mache, am Freitag habe man 300 Soldaten erschossen, die sich weigerten, an die Front gehen. Außerdem seien in den letzten Tagen 150 Frauen aus den höheren Gesellschaftskreisen von bolschewistischen Terrorgruppen ermordet worden. Der General berichtete dann, daß Streitkräfte der Fremdenlegion einen wichtigen strategischen Punkt in der Provinz Toledo, nämlich die Stadt Oropesa, eingenommen hätten. Diese liegt an der Bahnlinie, die von Madrid über Valencia in das vortugiesische Gebiet hineinführt. Ein ganzes Regiment Marxisten einschließlich aller Offiziere wurde gefangengenommen, zahlreiche Geschütze, Transportmaterial und Munition erbeutet. Die Munitionsfabriken von Toledo, so meldete schließlich der General, seien durch Bombenabwürfe zerstört worden. Franco=Truppen hätten die Städte Aroche und Rosal de la Frontera in der Provinz Huelva besetzt. Weiter wird bekannt: die marxistischen Truppen, die die Stadt Oviedo belagern, sollen durch nationalistische Kolonnen zur Aufgabe eines großen Teils ihrer Stellungen gezwungen worden sein. Auf der Höhe von Cadiz soll ein UBoot der Linksregierung durch ein Flugzeuggeschwader der Militärpartei zum Sinken gebracht worden sein, In den letzten vier Tagen gelang es den Nationalisten, elf Flugzeuge der Madrider Regierung abzuschießen. Die Stadt Rio Tinto fanden die Nationalisten bei ihrem Einmarsch in Flammen stehend vorZahlreiche Angehörige der roten Milizen wurden standrechtlich erschossen, nur ganz wenigen gelang es, in die Berge zu entkommen. 67 Rädelsführer der marxie stischen Bergleute wurden zum Tode verurteilt. Wie aus Burgos gemeldet wird, soll das Ofe fiziersschulschiff der spanischen Kriegsmarine„Galata“ mit allen Kadetten und der ganzen Mannschaft zu den Nationalisten übergegangen sein. Das Schiff sei in den Hafen von Ferrol eingelaufen. Das Kriegsgericht von Sevilla hat 67 Rädelsführer der marxistischen Bergleute von Rio Tinto zum Tode verurteilt. Sämtliche Städte Nordspaniens haben eine öffentliche Sammlung eingeleitet, um den nationalistischen Truppen Flugzeuge zur Verfügung zu stellen. Wie von der Guadarrama=Front verlautet, sollen die Marxisten sieben junge Nationalisten, gefangengenommen und sie vor den Augen ihrer Kameraden bei lebendigem Leibe verbrannt haben. Wie von Gibraltar verlautet, sollen ein Flugzeug und ein Unterseeboot der Nationalisten den Regierungskreuzer„Miquel Cervantes“, schwer beschädigt haben. Wie aus Sevilla verlautet, sollen die Spenden an Gold. Silber und Gold für die nationalistische Armee täglich ununterbrochen weiter einlaufen. Die nationalen Truppen hätten ferner am Samstag die Stadt Posadas an der Eisenbahnlinie Sevilla—Cordoba fast ohne einen Schuß einnehmen können. Wie der Sender La Coruna mitteilt, sollen in Cuenca zahlreiche Priester und Seminaristen von den Marxisten erschossen worden sein. Staer sem, nintner starter sent Mussolini an das italienische Volk Frankreichs Hand im Spiel In nationalistischen Kreisen herrscht große Empörung darüber, daß Spione der Roten von französischem Gebiet aus das Artilleriefeuer der Roten bei Irun leiten. Man hat einen Spanier und einen Italiener, die die Abzeichen der spanischen Marxisten trugen, auf französischem Gebiet bei dieser Tätigkeit beobachtet. Auch in einigen französischen Kreisen zeigt sich über diese Vorgänge eine gewisse Beunruhigung, weil man befürchtet, daß die spanischen Nationalisten diese Arkilleriebeobachtungspunkte auf französischem Gebiet unter Feuer nehmen könnten. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ist der rote Gouverneur von San Sebastian nach Hendaye gekommen, um sich auf dem französischen Grenzbahnhof nach dem Verbleib von Güterwagen mit Munition zu erkundigen, die aus Barcelona erwartet werden. Die Güterwagen, die unter Transit über die französischen Eisenbahnlinien laufen, sind jedoch noch nicht in Hendaye eingetroffen. Es verlautet, daß sie noch in Toulouse stehen. Sonntag nachmittag sollen von Frankreich über die Grenze von Behobie wieder Geschütze, Gewehre und Maschinengewehre nach Spanien zu den Roten geschafft worden sein. Weiter wird gemeldet, es sei aufgefallen, daß die verwundeten Soldaten der Nationalisten in den Kämpfen an der Ridassoa vorzugsweise Schüsse an der rechten Körperseite empfangen hätten. Diese Tatsache wird dahin gedeutet, daß Volksfrontangehörige vom französischen Gebiet aus auf die Stellungen der Nationalisten schießen. Nächtlicher Bombenangriff auf Madrid Eine entsetzliche Panik verursachte ein mitternächtlicher Luftangriff mehrerer nationaler Flieger auf Neuterei in der Sowjetarmee Paris bestätigt Bauernaufstände in der Ukraine Verhaftung der Witwe Lenins? dnb Paris, 30. August. Nach einer Havas=Meldung aus Moskau haben Truppen der Roten Armee in Riasan(250 Kilometer von Moskau entfernt) den Gehorsam verweigert. Die Meuterei soll jedoch schnell unterdrückt worden sein. Ferner wird in der Meldung bestätigt, daß in verschiedenen Teilen der Ukraine Bauernaufstände stattgefunden hätten. Die Truppen hätten äußerst scharfe Befehle zur Unterdrückung dieser Aufstände erhalten. London, 30. August. Nach einer Meldung des„People“ steht die Verhafkung der Witwe Lenins unmittelbar bevor. Sie sei der Mittäterschaft an der Verschwörung gegen das Leben Stalins beschuldigt. In einer andern Meldung aus Moskau wird berichtet, daß die Reinigungsaktion weiter anhalte. Es würden dauernd vorbeugende Verhaftungen in den höheren Beamten= und Kommissariatsstellen vorgenommen. Rom, 30. August. Zum Abschluß der ktalienischen Sommermanöver hat Mussolini Sonntag abend in Avellino vor einer hunderttausendköpfigen Menschenmenge eine durch den italienischen Rundfunk verbreitete Ansprache gehalten. Mussolini führte, ständig von stürmischem Beifall unterbrochen, etwa folgendes aus: „Die großen Manöver sind abgeschlossen. Sie gingen in einer Atmosphäre größter Begeisterung vor sich. Morgen werden in der Voltura=Ebene 60000 Mann, 200 Panzerwagen, 400 Kanonen, 400 Mörser, 3000 Maschinengewehre und 2800 Wagen vor Seiner Majestät dem König von Italien und Kaiser von Abessinien in Parade vorbeiziehen. Diese Masse von Männern und Mitteln ist imponierend, aber nur ein verschwindender Teil von Männern und Mitteln, auf die Italien heute unter seiner Totalität sicher zählen kann. Ich fordere die Italiener auf, meine Erklärungen absolut buchstäblich zu nehmen. Nicht etwa trotz des abessinischen Krieges, sondern infolge dieses Krieges verfügt die italienische Wehrmacht über eine größere Schlagfertigkeit als früher. Wir können jederzeit im Verlaufe von wenigen Stunden durch einen einfachen Befehl acht Millionen Männer mobilisieren, ein ungeheurer Block, den 14 Jahre Faschismus zu den Temperaturen gebracht haben, die für Opfer und Heldenmut notwendig sind. Das italienische Voll muß wissen, daß sein innerer und sein äußerer Frieden geschützt ist und daß mit seinem Frieden auch der Frieden der Welt geschützt ist. Nachdem einer der gerechtesten Kriege, den die Geschichte kennt, mit einem vernichtenden und blitzartigen Siege abgeschlossen ist, besitzt Italien im Herzen von Afrika endlose und reiche Gebiete, in denen es seine Arbeitstüchtigkeit und seine schöpferischen Geistesfähigkeiten entfalten kann. Wir werden den Widersinn eines ewigen Friedens nicht mitmachen, der der faschistischen Lehre widerspricht. Wir wünschen, mit allen Ländern in Frieden zu leben und den Frieden möglichst lange zu erhalten, und sind deshalb bereit, unsern täglichen und konkreten Beitrag für die Zusammenarbeit am Werke des Friedens der Völker zu leisten. Allein nach dem Scheitern der Abrüstungskonferenz und angesichts des bereits entfesselten Wettrüstens wie auch im Hinblick auf die politische Lage kann das Losungswort für das faschistische Italien nur sein: stark sein, immer stärker sein, so stark, daß wir allen Möglichkeiten entgegentreten und jedem Schicksal in die Augen blicken können.“ Mussolini schloß mit der Versicherung, daß das faschistische Italien weiter, den gesteckten Zielen getreu, seinen Weg gehen werde, heute, morgen und immer! Endlose Beifallsstürme schlossen sind der Rede des italienischen Regierungschefs an. Rosemehers neuer Sieg! Der Große Bergpreis von Deutschland endete mit einem überlegenen Siege des Auto=Unionfahrers Bern Rosemeyer, der vor seinem Markengefährten Ern## von Delius den ersten Platz belegte. Otto Ley fiegt in Schweden Das Motorradrennen um den Großen Preis von Schweden endete mit einem Siege des Deutschen Otto Ley auf BMW, der absoluten Streckenrekord fuhr. In der kleinen Klasse war Walfried Winkler erfolgreich. 16:14 für Westdeutschland endete der in Duisburg zur Durchführung gelangte Kann=Länderkampf Westdeutschland— Holland. Der Gau Niederrhein schlug im Gaukampf der Leichtathleten die Gaue Mittelrhein und Westfalen. Der Rhön=Segelwettbewerb wurde mit einem Erfolg des Müncheners Kurt Schmidt abgeschlossen. Van Vliet und Scherens! Die Kämpfe um die Rad=Weltmeisterschaften der Amateur= und Berufsflieger endeten mit Siegen des länders van Vliet und des Belgiers Scherens. Von den deutschen Fahrern konnte lediglich Richter (Köln) den dritten Platz belegen. (Siehe den Sportteil!) Der„Berghof“. Haus des Führers auf dem Obersalzberg Das Haus des Führers auf dem Obersalzberg, das einstige„Haus Wachenfeld“, ist jetzt nach einem umfassenden Umbau in vorbildlicher Weise dem Charakter der Landschaft angepaßt worden. Da das Besitztum dem Führer nicht nur als Erholungsstätte dient, sondern hier auch die Staatsgeschäfte nicht zur Ruhe kommen, verbunden mit dem Besuch wichtiger Persönlichkeiten der Regierung, der Diplomatie und der Politik, mußten Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden. Ein Umbau erwies sich als notwendig und so entstand der „Berghof“. Kein prunkvolles Schloß, sondern ein oberbayrischer Hof, nach des Führers eigenen Angaben.— Unser Bild zeigt den„Berghof“ und seine Landschaft. Im Hintergrund die Höhenzüge des Untersberges. phot.: Hch. Hoffmann London, 30. August. Lloyd George wird gemeinsam mit seiner Tochter Megan, die wie ihr Vater dem Unterhaus als Abgeordnete angehört, in allernächster Zeit sich auf eine Studienreise nach Deutschland begeben. Er interessiert sich in erster Linie für die unter dem nationalsozialistischen Regime durchgeführte Landreform und Siedlungsmaßnahmen, sowie für Arbeitsdienst und Jugendorganisation. Lloyd George rechnet darauf, eine Reihe der führenden Männer des Dritten Reiches während seines Besuches persönlich kennenzulernen. Sonntag abend wurde bekannt, daß Lloyd George seine Deutschlandreise am Mittwoch antreten werde. Vier Memelländer begnadigt dnb Kowno, 29. August. Der litanische Staatspräsident hat vier Memelländer, die Anfang 1935 in dem großen Kriegsgerichtsprozeß zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt worden waren, begnadigt, und zwar den früheren Schulreferenten beim Direktorium Kurbies, der zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, und die drei zu je vier Jahren verurteilten Gerhard Lietz, Ewald Tobaschus und Hermann Petereit. Von den seinerzeit 87 Verurteilten bleiben somit noch 57 in Haft. „Ist das Neutralität?“ Neue Enthüllungen französischer Rechtsblätter dnb Paris, 30. August. Der„Jour“ berichtet aus Hendaye, daß am Samstag ein Güterwagen der französischen Compagnie P. L. M. von Toulouse kommend im Bahnhof eingetroffen sei. Gleich nach der Ankunft des Wagens seien sechs spanische Milizsoldaten mit einer Lokomotive und einem spanischen Postwagen nach Hendaye gekommen und hätten den französischen Güterwagen umgeladen. Etwa eine Stunde später seien die spanischen Marristen mit ihrem Zuge und der Ladung wieder über die Grenze zurückgekehrt. Der Postwagen sei bis zur Decke mit Munitionskisten und 20 Maschinengewehren beladen gewesen! Außerdem seien 40 französische Kommunisten in Hendaye eingetroffen und hätten im Verlaufe der Nacht die Grenze überschritten. Im übrigen gingen jede Nacht Kommunisten über die Grenze. Der größte Teil von ihnen werde auf dem Bahnhof von Hendaye bewaffnet. Gleich nach ihrer Ankunft in Irun würden sie meist sofort an die Front geschickt. Die„Action Francaise“ berichtet unter der Ueberschrift„Ist das Neutralität?", daß vor einigen Tagen beim letzten Goldtransport von Madrid zwei spanische Regierungsbeamte in Paris eingetroffen seien, die von ihrem Pariser Hotel aus täglich mit Hendaye Ferngespräche geführt hätten. Am Freitag abend sei eines dieser Gespräche durch Zufall überhört worden. Aus Hendaye habe eine Stimme gefragt, ob die erwarteten„Sendungen“ abgegangen seien. Einer der beiden Madrider Abgesandten habe darauf geantwortet, der gesamte Auftrag sei am Freitag mit dem Bestimmungsort Brest abgesandt worden. Von Brest aus, meint das Blatt, also werde demnächst ein Schiff mit Waffen und Munition für die spanische Volksfront auslaufen. Nun auch Frankreichs Lehrer in Sowjetrußland Moskau, 30. August. In Kiew traf unter Führung des französischen Ministers für Volksgesundheit Sellier eine Abordnung von 37 französischen Lehrern ein, die auf Einladung der Sowjetregierung eine Reise durch das Land unternehmen, um die bolschewistischen Schuleinrichtungen kennenzulernen. Die Sowjetpresse betont, daß die Lehrer politisch der Volksfront naheständen. Die Reise werde im Rahmen der„kulturellen Annäherung“ von den beiderseitigen Regierungen unterstützt und weitgehend gefördert. Die französischen Lehrer werden bei ihrer Ankunft in Moskau feierlich empfangen werden. Neue rumänische Regierung Titulescu ausgeschieden.— Verstimmung in Frankreich Bukarest, 30. August. Die rumänische Regierung Tatarescu trat am Samstag nachmittag zurück. Der König nahm die Demission an und betraute Tatarescu erneut mit der Regierungsbildung. Die Neubildung gelang noch am Samstag. Das Außenministerium hat der bisherige Finanzminister Antonescu übernommen. Der bisherige Außenminister Titulescu gehört also dem neuen Kabinett nicht mehr an. Ueber die Gründe dafür wird offiziell nichts mitgeteilt. Dennoch scheint es sich zu bestätigen, daß zwischen Titulescu und Tatarescu Meinungsverschiedenheiten über die neuen Rüstungsverträge Rumäniens entstanden sind. Titulescu soll sich geweigert haben, sich in Paris für die Beschleunigung des Abschlusses der neuen Verträge einzusetzen. Im übrigen ist der Regierungswechsel durch die innerpolitischen Spannungen in Rumänien ausgelöst worden. Dem bisherigen Innen= und dem Justizminister wurde zum Vorwurf gemacht, daß sie nicht genügend scharf gegen die Tätigkeit der Rechtsparteien eingeschritten seien. Ministerpräsident Tatarescu erklärte, daß Rumäniens Innen= und Außenpolitik unverändert bleiben werde. Dennoch hat nach Pariser Meldungen die Regierungsumbildung in französischen politischen Kreisen stark verschnupft. Besonders deshalb, weil der Freund Frankreichs, Titulescu, nicht mehr der Regierung angehört. Paris, 30. August. Der frühere rumänische Außenminister Titulescu, der sich auf einer Kraftwagenfahrt durch Südfrankreich befindet, hat Pressevertretern in Nizza gegenüber erklärt, daß er von der Umbildung des rumänischen Kabinetts, das alle Mitglieder außer ihm selbst zu einer neuen Regierung vereinigt habe, erst nach vollendeter Tatsache erfahren habe. Die neue Regierung brauche seine Dienste nicht mehr. Das sei ihr Recht, so meinte Titulescu weiter, trotzdem hätte er es aber vorgezogen, vorher über die Absicht unterrichtet zu werden, daß man sich seiner Person zu entledigen wünsche; sein Urteil und seine politischen Maßnahmen behalte er sich vor. Weitere Beitritte zum Waffenausfuhrverbot. Die Regierungen Dänemarks, Belgiens und der Türkei Neue„Abberufungen“. Grunns=Osul deider Arden Panik in der Londoner Sowjetkolonie— Gewaltsame Verschleppung von Sowjetrussen auf einen im Londoner Hafen liegenden Dampfer London, 30. August. Die Vorgänge in der Londoner Botschaft Sowjetrußlands erregen in der Oeffentlichkeit das größte Interesse, dies um so mehr, als bekannt wird, daß nach der Rückberufung des Militärattachés auch der Leiter der Handelsvertretung, Ozerski, nach Moskau beordert sein soll. Diese Abberufung Ozerskis bildete am Samstag das Tagesgespräch in London. Dementis und Bestätigungen erfolgten in rascher Folge. Es ist aber trotzdem bisher nicht geklärt, was es mit der Abberufung Ozerskis auf sich hat. Die Sowjetbotschaft in London dementierte Samstag vormittag alle„phantastischen Berichte" über die Abberufung Ozerskis. Man erklärte, daß seine Reise nach Sowjetrußland nichts Außergewöhnliches sei. Kurz darauf wurde durch eine Reutermeldung aus Moskau Ozerskis Abberufung und die Ernennung des bisherigen Leiters des sowjetrussischen Pelztrusts, Stashevski, zum Leiter der Handelsvertretung in London bestätigt. Es wurde weiter berichtet, daß die Umbesetzung des Amtes nichts mit dem kürzlichen Verräterprozeß zu tun habe. Die Sowjetbotschaft in London erklärte hierzu, daß Ozerski in der nächsten Woche nach London zurückkehren würde und eine Stunde später dementierte das Moskaner Außenamt durch Reuter die Abberufung Ozerskis von seinem Londoner Posten. Auch Frau Ozerski aus London verschwunden Frau Ozerski ist inzwischen aus London verschwunden. In ihrer Wohnung erklärte man, daß sie London mit ihren Kindern über das Wochenende verlassen habe. Die Londoner Abendblätter behaupten jedoch, daß sie sich an Bord des russischen Dampfers„Smolni“ nach Sowjetrußland begeben werde. Die Hafenbehörde hatte besondere Vorkehrungen getroffen, um alle nichtberechtigten Personen von dem Betreten des Dampfers habe. vor seiner Abreise fernzuhalten. Dies bestärkte nur die Gerüchte, daß Frau Ozerski an Bord sei. Die „Smolni“, sollte eigentlich bereits Samstag mittag ausfahren. Später wurde die Abfahrt des Schiffes auf Mittemnacht hinausgeschoben. Schließlich erfuhr „Evening Standard", wie in der Sonntagsausgabe mitgeteilt, daß sich Frau Ozerski gegen Mittemacht an Bord der„Smolni" begeben hätte. Auch Botschafter Maiski nach Moskau beordert Ebensowenig aufgeklärt ist bisher die Reise des Sowjetbotschafters Maiski nach Moskau. Auch hier erklärte die Sowjetbotschaft, daß er Ende September oder Anfang Oktober von seinen Ferien zurück sein werde.„Evening News“ meint jedoch, daß die Sowjetkolonie in London nicht so sicher sei, daß Maiski zurückkommen werde. Das Spitzelsystem unter den Bolschewisten Innerhalb der Sowjetkolonie in London herrscht jedenfalls nach dem unverdächtigen Zeugnis des Londoner Blattes„Daily Herald“ absolute Panik. Es sei, so fügt das Blatt hinzu, jetzt über jeden Zweifel erhaben, daß Vertreter der gefürchteten OGPU. in London seien, und niemand unter den hiesigen Sowjetbeamten wisse, wer der nächste sein werde, der nach Moskau zurückbeordert werde. Nach dem„Daily Herald" besteht ferner der Verdacht, daß Mitglieder der Londoner Sowjetkolonie durch List oder Gewalt wider ihren Willen an Bord des im Londoner Hafen liegenden Sowjetdampfers„Smolni“ verschleppt worden seien. In sowjetrussischen Kreisen sage man weiter, die sogenannte„Säuberungsaktion“ der Sowjets erstrecke sich nahe zu über die ganze Welt. Wenn irgendein Sowjetrusse heute etwas gegen einen anderen habe, so dringe er ihn der Moskauer Behörde gegenüber mit dem angeblichen Trotzki=Komplott, in Verbindung. „Daily Mail“ erklärt, amtliche Stellen seien über die Abberufung Ozerskis sehr erstaunt gewesen, weil das Handelsministerium erwarten könne, von einem derartigen Schritt unterrichtet zu werden. Das Blatt erinnert daran, daß Ozerski besonderen Anteil an der 10=Millionen=Pfund=Anleihe für Sowjetrußland gehabt Moskau fordert Ausweisung Trotzkis dnd Moskau, 30. August. Wie die„Taß“ mitteilt, hat der sowjetrussische Gesandte in Norwegen, Jakubowitsch, den norweHerbstmesse im Gange Gater Achralt in Seipzig Leipzig, 30. August.(Eig. Drahtber.)„war eigens zur Eröffnung der Leipziger Messe veranAm Sonntag nahm die diesjährige Leipziger Herbstmesse ihren Anfang, der sich überaus verheißungsvoll anließ. Schon das günstige Wetter brachte aber Tausende von Menschen auf die Beine, die das weite Messegelände in wogenden Scharen bevölkerten. Wenn daraus auch nicht unmittelbar auf den Umsatz geschlossen werden kann, so herrschte doch allgemein bei den Ausstellern eine sehr optimistische Stimmung. Schon in den Anfangsstunden sah man nämlich die Aussteller damit beschäftigt, die ersten Bestellungen einzutragen, immer ein gutes Vorzeichen, da gewöhnlich der erste Tag bisher auch von den Interessenten mehr zu einer großen Uebersicht benutzt wurde. Mit 5148 Ausstellern verzeichnet die Herbstmesse rund 150 Firmen mehr als im Vorjahr. Es sind Spitzenleistungen der deutschen Produktion zu sehen. Das gilt vor allem für die Baumesse, die in der Abteilung Stahlbau hervorragende Neukonstruktrionen zeigt. Auch die handwerkliche Kollektivausstellung hat die Qualitätsarbeiten in den Vordergrund gerückt. Ungewöhnlich umfangreich ist diesmal die Hausratmesse, die zahllose Neuheiten und neuartige Gebrauchsgegenstände enthält. Auch die Porzellanabteilungen sind sehr bemüht, hauptsächlich schlichtes und billiges Gebrauchsgeschirr zu zeigen. Starke Hoffnungen macht sich das Kunsthandwerk und Kunstgewerbe, das durch die Ausstellung„Kunst und Kunsthandwerk am Bau“ einen Auftrieb erfahren wird. Es rechnet ebenso wie die Spielwarenbranche mit einem günstigen Weihnachtsgeschäft. Die Spielwarenfabrikanten haben etwa 14 Prozent des Ausstellungsraumes der Mustermesse belegt. Auch bei der Textilbranche hat der Ausstellerbestand zahlenmäßig zugenommen. Schon am ersten Tage wurden hier sehr gute Umsätze nicht nur hritannien gebunden ist. durch die üblichen Einkäufe der Kleinhändler erzielt. Namentlich das Ausland war an großen Verkäufen stark beteiligt. Dazu haben die neu eingerichteten Ausgleichsstellen, an denen die Reichsbank“ und die im Auslandsverkehr zuständigen Stellen beteiligt sind, sehr wirksam mitgeholfen. Oesterreich ist durch 92 Firmen repräsentiert, also durch 18 mehr als im Vorjahr. Dir Tschechoslowakei hält wieder die Spitze der ausländisechn Firmen, und zwar mit 110 Ausstellern. Der Verlauf des ersten Tages hat ferner gezeigt, daß die besseren Waren und die bessere Verarbeitung bevorzugt werden. Das ergaben schon die Rundfragen in den verschiedenen Branchen. Auch in den mittleren Preislagen sind gute Arbeit und gutes Material in gefälligen Formen. Wenn man somit den heutigen Auftakt als Maßstab nimmt, so darf man dieser Leipziger Herbstmesse eine recht erfreuliche Zukunft voraussagen. staltet. „Oesterreichisches Jungvolk“ Bundeskanzler Dr. Schuschnigg oberster Leiter dnb Wien, 30. August. Die amtliche„Wiener Zeitung“ hat den Wortlaut des Gesetzes über die Schaffung der Jugendorganisation„Oesterreichisches Jungvolk“ veröffentlicht. Aus ihm wird ersichtlich, daß die oberste Leitung des Oesterreichischen Jungvolks in den Händen des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg liegen wird. Ihm zur Seite wird ein Direktorium stehen, das aus dem Unterrichtsminister, dem Generalsekretär der Vaterländischen Front und dem obersten Führer der Sportund Turnfront besteht. Letzterer ist gegenwärtig Fürst Starhemberg. gischen Außenminister aufgesucht und ihm erklärk, baß die Sowjetregierung auf Grund der Ergebnisse des Prozesses gegen Sinowjew und seine Mitangeklagten damit rechne, daß die norwegische Regierung Trotzki das weitere Zufluchtsrecht auf norwegischem Gebiet entziebe...51 z. Jinslnem Gerant Der Gesandte wies dabei im einzelnen varauf hin, daß Trotzki der Organisator und Leiter der terroristischen Handlungen sei, die die Ermordung der Mitglieder der Sowjetregierung und der Führer des sowjetrussischen Volkes zum Ziele hätten. Die Sowjetregierung nehme an, daß eine weitere Aufenthaltsbewilligung für Trotzki in Norwegen den bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen Sowjetrußland und Norwegen Schaden bringen könnte. Die Sowjetregierung stellt sich auf den Standpunkt, daß eine weitere Aufenthaltsbewilligung für Trotzki der zeitgemäßen Auffassung über die Normen internationaler Beziehungen widersprechen würde. Niemand will ihn haben Oslo, 30. August. Der norwegische Justizminister erklärte, daß die Regierung den gefährlichen sowjetrussischen Agitator Trotzki so schnell wie möglich aus Norwegen abschieben möchte, jedoch sei kein anderes Land bereit, ihn aufzunehmen. Die beiden Sekretäre Trotzkis hätten sich geweigert, der vorgestern verkündeten Ausweisung Folge zu leisten. Sie wurden daher von der Polizei festgenommen und unter polizeilicher Begleitung über die Grenze nach Süden abgeschoben. Trotzki selbst steht unter ständiger polizeilicher Aufsicht. Er darf weder telephonieren noch Briefe schreiben. Die für ihn eingehende Post wird von der Polizei geöffnet. Trotzki ist mit diesem Schutz durch die Polizei anscheinend nicht unzufrieden, da er infolge der allgemeinen Stimmung gegen ihn für sein Leben befürchtet. Man nimmt an, daß er sich auch von Agenten Stalins bedroht fühlt. Taifun fordert 379 Todesopfer 178 Menschen durch Explosion umgekommen London, 30. August. Aus dem Fernen Osten werden zwei riesige Katastrophen gemeldet, die zusammen über 500 Todesopfer forderten. Ueber Südkorea ging gestern in nordwestlicher Richtung ein Taifun dahin, der als der schwerste seit dreißig Jahren bezeichnet wird. Nach den vorliegenden Meldungen, die aber wahrscheinlich noch unvollständig sind, sind 379 Personen getötet worden, während 88 noch vermißt werden. Sämtliche Verbindungen in das Unwettergebiet sind unterbrochen, so daß nähere Einzelheiten noch nicht zu erhalten waren. Zur gleichen Zeit wird aus China ein großes Explosionsunglück gemeldet. In Lungtan, nicht weit vom Jangtse, flog ein Lagerhaus in die Luft, in dem Petroleum, Schießpulver und Straßenbaugeräte aufbewahrt wurden. Durch die Gewalt der Explosion kamen 178 Personen, und zwar hauptsächlich Arbeiter, ums Leben. Die Ursache dieses Unglücks konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Telegramm des Führers dnb Berlin, 30. Auguust. Der Führer und Reichskanzler hat zur Eröffnung der Leipziger Herbstmesse an das Messeamt in Leipzig folgendes Telegramm gerichtet:„Zur Leipziger Herbstmesse spreche ich meine besten Wünsche für einen guten Erfolg aus. Möge sie zu weiterer Wirtschaftsbelebung ihr Teil beitragen und im Olympiajahr den ausländischen Gästen einen umfassendeen Eindruck deutscher industrieller Spitzenleistung vermitteln. Adolf Hitler.“ erklärt, der Einsetzung eines Staatenausschusses zuz stimmen, der Mitteilungen über die notwendigen Nichteinmischungsmaßnahmen und andere damit verbundene Probleme austauschen soll. Polen hat dem französischen Nichteinmischungsvorschlag zugestimmt. Außerdem hat die Sowjetunion die Ausfuhr von Kriegsmaterial nach Spanien verboten. „Graf Zeppelin“ besucht Leipzig dnd Leipzig, 30. August. Das Luftschiff Graf Zeppelin“ erschien heute abend 6 Uhr über dem Messegelände, zog unter dem Jubel der Leipziger Bevölkerung eine Schleife über der Stadt und landete gegen 18 Uhr. In Leipzig verließen 33 Fahrgäste das Luftschiff, das nach einstündigem Aufenthalt mit neuen Gästen die Rückfahrt antrat. Die Fahrt schreiten. „Auf alle Zeiten“ Der Wortlaut des englisch=ägyptischen Vertrages veröffentlicht dnb London, 29. August. Der Wortlaut des englisch=ägyptischen Vertrages, der erst am Freitag, zwei Tage nach der Unterzeichnung, gleichzeitig in London und Kairo veröffentlicht worden ist, enthält verschiedene höchst bedeutungsvolle Einzelheiten. Bekanntlich wird Aegypten durch den Vertrag zu einem nominell souveränen Staa erhoben, der durch ein enges Militärbündnis an Großbritannien gebunden ist. Während der Vertrag selbst eine vorläufige Laufdauer von 20 Jahren hat, wird in einer besonderen Klausel ausdrücklich festgelegt, daß das Militärbündnis sozusagen„auf alle Zeiten“ gültig sein soll. In dem Vertrag verpflichten sich ferner beide Länder, keine Stellung einzunehmen und keinen Vertrag abzuschließen, die zu dem Bündnis in Widerspruch stehen würden, im Falle eines Konflikts mit einem dritten Staat sich gegenseitig zu beraten und im Kriegsfall einander zu Hilfe zu kommen. Die Hilfe, die Aegypten den Engländern im Kriegsfall oder einem„internationalen Notzustand“ zu leisten hat, umfaßt alle Erleichterungen für die englischen Luft=, Land= und Seestreitkräfte, also z. B. die Bereitstellung von Flugplätzen, Kasernen, Hafenanlagen usw. Ferner erhält England in solchen Fällen das Recht, den Belagerungszustand und die Zensur über Aegypten zu verhängen. In normalen Zeiten werden die britischen Truppen auf die Suezkanalzone beschränkt, und zwar mit einer Höchststärke, von 10 000 Mann und 400 Flugzeugen. Diese britischen Streitkräfte werden so lange in Aegypten bleiben, bis beide vertragschließenden Parteien anerkennen, daß der Kanal von Aegypten allein geschützt werden kann Der Vertrag sieht ferner in Artikel 12 die schrittweise Aufhebung der bisherigen Partikularrechte für Ausländer vor, d. h. Ausländer sollen nach Zustimmung der anderen Staaten in Zukunft der ägyptischen Rechtssprechung unterstehen. In bezug auf den Sudan ist eine gemeinsame englisch=ägyptische Verwaltung dieses Gebietes gemäß dem Vertrage von 1899 vorgesehen. Schließlich ist in dem Vertrag noch vorgesehen, daß Aegypten mit englischer Unterstützung um die Mitglied= uin schaft im Völkerbund nachsuchen wird. Der Führer in Nürnberg. Der Führer traf Samstag mittag von Bayreuth kommend in Nürnberg ein. Nach einer Besichtigung des Reichsparteitagfeldes hatte der Führer eine Besprechung mit führenden Männern der Partei über Organisation und Vorbereitung zum Reichsparteitag 1936. Keine Unterbrechung der Verbindung mit den Kanarischen Inseln. Entgegen anderslautenden Nachrichten ist von zuständiger Stelle festgestellt worden, daß nach wie vor die Verbindung mit den Kanarischen Inseln nicht unterbrochen ist. Auch der Postverkehr ist nicht gestört. General Rydz=Smigly in Paris. General RydzSmigly ist am Sonntag nachmittag in Paris eingetroffen. Zu seiner Begrüßung hatten sich neben dem Kriegsminister Daladier und dem Generalissimus Gamelin Vertreter der französischen Regierung, des Luftfahrtministeriums, des Generalstabschefs der Luftwaffe sowie der polnische Botschafter und Vertreter der polnischen Kolonie in Paris eingefunden. Kommunistische Bluttat in Wien. Ein Wiener Wachbeamter überraschte in der Nacht zum Sonntag im 16. Gemeindebezirk einen Kommunisten, der ein Spruchband mit der Aufschrift„Es lebe die kommunistische Partei Oesterreichs“ an einer Fernsprechleitung befestigen wollte. Der Wachmann versuchte den Kommunisten festzuhalten, wobei ihn dieser mit einem Messer niederstach und lebensgefährlich verletzte. Herheigeellte Hilfsmannschaften konnten den roten Messerstecher festnehmen. Wachsende Judengegnerschaft in Marokko. Nach einer Meldung des„Echo de Paris“ aus Tanger ist in dieser Stadt und in ganz Marokko die judenfeindliche Bewegung stark im Wachsen, weil die dortigen Juden sich mit den Kommunisten verbündet hätten. Kommunistische Zersetzung in der argentinischen Wehrmacht. Die argentinische Geheimpolizei gelangte durch Haussuchungen in den Besitz umfangreicher, ungemein aufschlußreicher Pläne über die beabsichtigte Zersetzung der Truppen von Heer und Marine im kommunistischen Sinne. Als Auftraggeber wurde einwandfrei der kommunistische Zentralausschuß festgestellt. Weitere politische Nachrichten auf Seite 13 Unruhiges Marokko. Im Verlaufe von Kundgebungen tunesischer Arbeitsloser in Susa kam es zu Zwischenfällen. Im arabischen Stadtviertel sind einige Gold= und Schmuckwarenläden geplündert worden. Die meisten jüdischen Ladeninhaber wurden mit Steinen beworfen. Die Polizei mußte einHauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. StellvertreterzHans Schulte. Verantwortlich für Politik: t. V. Fritz Schmidt, Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Pebdinghaus, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Scwermann Wirtschaft: Frisz Schmid:. Gerichtsdienst und Briefkasten Mar Flegel. Hans Hornberg, Anzeigen: Kurt Scholz, säm lich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin=Karlsvorst, Dönvoffstraße 19. Anruf Karlshorst 0340. Harlotienburg, ublandstraße 194. Anruf O Lggiezgplas F. 52. P4 Pif 88 üder B6osd. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags. außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Udr. Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Eist= porto. Die heutige Rummer umfaßt 16 Seiten — Strtter abtie Seite 3 Nr. 203 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 31. Augusi 1936 Abschied vom Arlaub Vier Wochen lag das alte Ich gleich einem abgestreiften Hemde allein daheim und mopste sich— man selber reiste und entwich dem Joch der Pflicht in freier Fremde! Vier Wochen! Wie die Zeit vergeht, die Zeit des Frohsinns und der Ruhe! Kaum hat man sich herumgedreht, da putzt das Mädchen Margaret zum Abschied einem schon die Schuhe! Noch einmal geht man durch den Wald und atmet tief den Ruch der Tannen; dann sind die Koffer zugeschnallt, der letzte Abschiedsgruß verhallt, man ist allein und fährt von dannen. Der Zug rollt durch das grüne Land, vorbei an stillen Garbenzelten... Hebt schon der Herbst die Nebelhand? Der Sommer war nicht sehr galant, und doch, soll er schon nicht mehr gelten? Man sinnt und seufzt, dann steigt man aus, vom Heimweh plötzlich angetrieben... Man schleppt die Kofferfracht ins Haus, und wird mit einem Blumenstrauß begrüßt von Menschen, die uns lieben! Daheim! Die Post, ein ganzer Stoß, Mahnbriefe und ein Steuerbogen! Ach, ist die Welt auch schön und groß, der Mensch kommt nicht vom Alltag los er bleibt hübsch in ihn einbezogen! Am nächsten Morgen will man sich behaglich auf die Seite drehen, da meldet sich das alte Ich: Mein lieber Freund, ermanne dich, Zeit ist es, in den Dienst zu gehen! n Waa-Wau Englische Eisenhüttenleute besuchen uns Die deutsche Eisenindustrie empfängt im September dieses Jahres in Düsseldorf das englische Iron and Steel Institute, die Vereinigung der englischen Eisenhüttenleute, zu einem Besuche im rheinischzigest: fälischen Industriegebiet und den übrigen Bezirken der Eisenerzeugung. Mit diesem Besuche wird zugleich die Herbstversammlung der englischen Vereinigung verbunden, die wenige Tage nach dem internationalen Gießereikongreß in Düsseldorf stattfindet. Die Tagung beginnt am 21. September mit der Hauptsitzung der Engländer; am nächsten Tage,ffolgt als gemeinsame Veranstaltung des Vereins deutscher Eisenhüttenleute und des Iron and Steel Institute eine Vortragssitzung. Nachmittags und an den folgenden Tagen schließen sich Werksbesichtigungen am Niederrhein, in Essen, Bochum, Dortmund, Mülheim(Ruhr), Köln usw. an. Sonntagsleben— Kirmestreiben So ausnehmend schön wie der Samstag war der Sonntag zwar nicht, aber er war doch recht annehmbar. Insonderlich am Morgen. Früh schon machten sich die Ausflügler auf die Beine. Die meisten Bochumer aber blieben diesmal daheim, denn dieser Sonntag hatte es in sich an Großveranstaltungen, bei denen man doch gewesen sein muß. Das Platzkonzert des Musikzuges der Fliegerortsgruppe am Rathaus warb noch einmal für den Großflugtag, der dann auch am Nachmittag einen gewaltigen Zustrom, auch aus den Nuchburstarten, Trichte. Die Straßenbahn konnte trotz Alte plätze sichern! Wichtig für alle bisherigen Vormieter des Stadttheaters Bochum Die Intendanz des Stadttheaters teilt uns mit: Da das Interesse für die Vormieten im kommenden Jahre in der Bochumer und auswärtigen Bevölkerung bitten wir um dringende Benachrichtigung. Was nicht alle wissen Eine reiche Fundgrube für Botaniker und Naturfreunde gibt es in Bochum. Es blühen und grünen exotische Blumen und Gewächse, die in keinem botanischen Garten zu finden sind. Die Gegend um den Güterbahnhof am Hauptbahnhof und dem Güterbahnhof Bochum=Nord, steht voll von diesen Gewächsen und Blumen, und gerade in diesen Sommertagen erleben wir die Schönheit dieser Blumen. Wild wuchern hier. Niemand hat sie angepflanzt. Mit Ti porten überseeischer Waren ist der Samen an Kisten und Säcken hängend, nach hier gelogrgen, dog nez. Entladung der Waggons hat der Wine Ogur., ggrschaft tere besorgt. Der Samen wurde in der Nachoa###schaft herumgeweht, und so konnten sich die Blumen und Gewächse entfalten. Es ist nur schade, daß so viele Menschen an diesen seltenen Blumen achtlos vorübergehen. Nachbarstädten, brachte. Die Einsatzes aller Ersatzwagen nicht immer den Anforderungen genügen. Sie hatte ja auch noch die Aufgabe, die Volksmenge, die nach Weitmar zur Kirmes wollte, zu befördern. Ja, die alte Weitmarer Kirmes übte auch jetzt wieder ihre Anziehungskraft aus. Eine wahre Völkerwanderung ergoß sich auf den großen Platz an der Blankensteiner Straße. Mit Mühe und Not quetschte man sich durch der Budenreihen enge Gassen. Himmel, welch ein Gewimmel! Und was es nicht alles gibt an Volksbelustigungen!? Elektro=Kinder= karusselle, Russische Schaukeln, Berg=und=Tal=Bahn, Luftschaukeln, Kettentarusselle und was weiß ich. Poeud her Hrgefn, Trompetentöne, Ausruse der Veriäusch Werkschar fährt zum Reichsparteitag fer:„Hier die süßen Pflaumen",„Das leckere Fruchteis probieren",„Jedes Los gewinnt",„Die Todesfahrt mit dem Löwen",„Der Wundercowboy aus Arizona“— das alles mischt zu einer Kakophonie, die dem jungen Volk und auch den alten Kirmesbesuchern lieblicher in den Ohren klingt, denn eine Symphonie. Nach Goethe ist ein solcher Kirmestrubel ja„des Volkes wahrer Himmel". Groß ist die Zahl der die dafür sorgt, daß niemand Hunger zu leiden braucht, und wer Fortunas Gunst erproben will, dem bieten die vielen Glücksbuden die Hand. Und so verlustierte sich denn das Völkchen nach Herzenslust und Herzensneigung. In allen Lokalen Jubel und Trubel, Musik und Tanz. Die drohenden Gewitterwolken zogen vorüber, und abends erstrahlte der Festplatz im Glanze unzähliger farbiger Glühbirnen. Heute geht der Trubel weiter, da kommen so recht die Weitmarschen selbst. Mit einem Feuerwerk soll Dienstag abend der Betrieb abschließen. Für ein Jahr ist dann wieder Ruhe auf dem Platz, auf dem vor hundert Jahren noch der Kiebitz nistete und jetzt ansonsten die Lämmer weiden. 1, Heute und morgen aber gilt,s noch! Diludiöh. Et gäiht nix vüör de Gemütlichkeit— wänn de Papa met i= de Mama noe de Kiärmis geiht! ap. herein spaziert, meine Herrschaften! Gleich beginnt die ..-Muthherr Peichvericharführer Vesichdomtseite: VHem Schauen burg konnte die Rürnbergsahrer der WerlSonntag kand bei soönten, Wersztigung der schar als vollzählig angetreten melden, Nach, furzer Sportvlat des Bochumer Vereins die Besichtgzuzchum Besichtigung und Vorveimarsch, der auf den stellbertr. oden Pagit R ühe erschen der lich Reichaniseier Solange Lestzrngen Le. Sestchl. werkscharführers Pg. Hase. Kreiswerkscharführer Pg. 29. Bundeskonferenz des Bundes der Baptistengemeinden Auch in den andern Gemeinhgngpgegigte Prediger. Zahlreich nahmen auch die Bochumer Baptisten an der Bundeskonferenz in Gelsenkirchen teil. In elhseke nishalschenr Felestander Vos= Kantseaste hait eingelester, Vefuichern einen wirtlichen Kunsigenus. Die Losung:„Gottes Gnadenwirken in unserer Wagenund Zeltmission in diesem Sommer.“ Am heutigen.;, tag findet eine große Jugendkundgebung„tau. mi. I. Losung„ueutiges Bekennertum und am Dienstag eine Missionsversammlung mit dem Motto„Die des Reiches stark besucht. Zehn Jahre Kleingarten „Am Lohberg“. In einer schlichten Feier gedachten die Mitglieder des Kleingartenvereins„Am Lohberg“ abend des zehnjährigen Bestehens ihres Vereins. Der Vereinsführer Nehls konnte eine stattliche Mitglieder und Gäste, unter ihnen den stellvertretenden Stadtgruppenführer Breier, begrüßen. Das schmucke Vereinsheim in der Anlage vermochte die Teilnehmer kaum zu fassen. In einem Rückblick zeigte der Vereinsführer die Entwicklung der Anlage und den Kampf um die Erhaltung des Besitzes auf. Hierbei würdigte er die besonderen Verdienste des früheren langjährigen Vorsitzenden und Mitgründers Bierbrauer. Die Feier wurde durch Musik der Hauskapelle, Gesang und andere Darbietungen der Gartenfreunde verschönt. Im Laufe des fröhlich verlaufenen Abends wurde dem langjährigen Kassenwart Winkelmann eine besondere Ehrung für seine verdienstvolle Arbeit zuteil. SoU feirerA A Tes Sommerfest der Städtischen Beleuchtungs- und Wasserwerke im prächtigen Zeeizengelaner Olympiasieger Woellke wird mit diesem Kugelstoß nicht übertroffen, aber immerhin... „An diesem Tage wollen wir wieder einmal unserer mit ihr „An diesem Tage wollen wir wieder einmal unserer Verbundenheit Ausdruck verleihen, indem wir im gegenseitigen edlen Wettstreit bei Kegeln, Schießen, Rudern, Turnen, Spiel und Sport aller Art die Kräfte und Künste messen, uns hierbei alle näher und echte deutsche Kameradschaft üben.“ Tihmeiele Worten wird in der Bekanntmachung am Brett des herrlichen Freizeitgeländes an der Ruhr in der Nähe der Kemnader Brücke der Sinn des Sommersestes der Städtischen Beleugher ggezeach# mit ihren Angehörigen, insgesamt 900 an der Zahl, zu frohen Stunden eines glänzenven Sommerfestes vereinte. Und weiter unten wird dann in der genannten Bekanntmachung der Kreis der Teilnehmer an dies Veranstaltung noch ein wenig„begrenzt“, indem Freude und Frohsinn verheißen wird für alle„Kinder männlichen und weiblichen Geschlechts vom ersten bie unübertreflicher Buntbeit und Bewegtheit. Ssesthireciter Vening, bei vuv....„ Bosen, her. Garig deganler umrissen, das am Sonntag ei.#igschaftsmitgliederAzseiche: Laniden und seiner Begrüßungsansprache. Einmal hin, überstrahlter, sattgrüner„Rasen, der Korso Frauen, auspu#gg##.#rg“ vur konnen die Stichrte sein sowohl für die I gezeichneter Sport“, das können worre sein gowom für die Interggrunerz, gerrggege in Baden=Baden wie für dieses Sommerfest der Braven, die dafür sorgen, daß wir unser abendliches Brot nicht mehr bei Kienspan und Oelfunzel. verzehren und daß wir nicht mehr nötig haben, um jeden Tropfen Wasser einen Eimer in die Eingeweide dieser Erde zu versenken. Sie feierten einen Tag goldener Ferien von Strom und Gas. Nur die„Wasserwerker“ blieben gewissermaßen in Uebung, denn die Fluten der her. Das junge Volk vergnügt sich auf der Schaukel. Ruhr sind ja ihr ureigener Werkstoff, aber es war bei ihnen nicht der geringste Zweifel an diesen Fluten viel besser ruhen läßt, als aus jede Welle drei Eimer Trinkwasser zu verzapfen. Sonderwagen der Straßenbahn orachten in den frühen Morgenstunden die 900 Teilnehmer des Festes an die Ruhr, und alsbald hub an den Ausgabestellen für Kaffee ein großes Gedränge an. Aber als dann der braune Strom der Kaffeebohne überall die gen“ erreicht hatte, konnte das eigentliche Fest. heginnen. Betriebszellenobmann Walgenbach begeupte Seite 4 Nr. 203 7 Bochumer Anzeiger„ Montag, 31. August 1936 Gefolgschaftsmitglieder mit ihren Angehörigen und gab dann den Befehl zur Flaggenhissung. Stadtdirektor Benking, der eigentliche Schöpfer dieses Festes, hielt sodann eine kurze Ansprache, in der er daran erinnerte, daß solche Gemeinschaftsveranstaltungen nur möglich seien im Rahmen einer Betriebskameradschaaft, die bis zum letzten Mann von nationalsozialistischen Gedanken durchdrungen sei. Der Vormittag war ausgefüllt von einem großen Fünfkampf der Männer, bestehend aus Kegeln,##eßen, 50=Meter=Lauf, Kugelstoßen und Geschicklichkeitsübung. Die Frauen wollten dagegen aber keineswegs zurückstehen und trugen erbitterte Einzelkämpfe aus. Im Eierlausen— das Ei mußte auf einem Eßlöffel balanciert werden— wurden Zeiten unter sieben Sekunden erzielt; das wäre eine schöne Rekordzeit geworden, wenn im Eierlaufen überhaupt Rekorde geführt würden. Die Kinder vergnügten sich inzwischen unter Onkel Alberts umsichtiger Leitung mit Wettläufen durchs Planschbecken und ähnlichen Scherzen, bei denen den Siegern die Freuden= und den erwachsenen Zuschauern die Lachtränen über die Backen Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als in den späten Nachmittagsstunden das Ungeheuer von Loch Neß, graulich anzusehen, die Ruhr von der Kemnader Brücke her heruntergebadet kam. Panischer Schrecken verbreitete sich aber unter den Zuschauern, als ein harmloser Passagierdampfer— das Blaue Band hätte er ohnehin nicht errungen, aber immerhin— von Blankensteiner Seeräubern überfallen wurde. Der Dampfer sank, Räuber und Schiffsgäste trieben in den Fluschie=ten hin und her und— es ist kaum zu glauben— lachten, daß sogar die Kinder, die sich vor Angst hinter Mutters Schürze versteckt hatten, von soviel Heiterkeit angesteckt wurden, während Badeverwalter Schäfer, der„Regisseur" dieses Ueberfalls, sich seines Erfolges wegen froh die Hände rieb..., 8 Die Siegerehrung fand in Anwesenheil des Kaisers von Aprikosien statt und half, den Frohsinn auf den Höhepunkt zu bringen. Mit Fackeln ging es zur Straßenbahn, die— gar nicht heimlich, still und leise — die 900 Glücklichen dieses Tages den heimischen vier Pfählen zuführte. b. man beachten soll Gelsenkirchen, dann in Buer. Am späten Nachmittag trafen die Fahrtteilnehmer in Bochum ein und den hier von Vertretern des Jugendamtes der DAF. im Gau Westfalen=Süd begrüßt. Der nächste Morgen sah die Jungen in den Riesenanlagen des Bochumer Vereins. Günstigerweise wurde gerade ein Hochofenabstich vorgenommen. In der vorbildlichen Lehrlingswerkstatt des Bochumer Vereins unterhielt man sich mit den Lehrlingen über die gerade zu verarbeitenden Werkstücke. Der Nachmittag war mit der Besichtigung des einzigen in Deutschland bestehenden Bergbaumuseums und einer Gedenkstunde am Ehrenmal des Bochumer Vereins mit dem Ewigen Feuer ausgefüllt. Von Bechum ging es dann weiter nach Dortmund. Der letzte Tag war der Freizeit und Ausspannung vorbehalten. Am Möhnesee tummelte man sich in Luft, Wasser und Sonne. Bezirkslandesschießen des Reichsverbandes Deutscher Kleinkaliber=Schützenvereine Am Sonntag fand auf dem Schießstand des Volkssportplatzes an der Castroper Straße das Bezirkslandesschießen statt. Geschossen wurden mit dem Kleinkaliber insgesamt neun Schuß: drei Schuß liegend freihändig, drei Schuß kniend freihändig und drei Schuß stehend freihändig ohne Anzeigen. An dem Schießen nahmen 18 Vereine des Kreises Bochum teil. Die Vereine, die an den Gauschlußwettkämpfen teilnehmen wollen, ständige und zuverlässige Unterrichtund für die Beruss= revier Prizg Lu. Ex hiane piezen gage.euhonish mußten mit ihrer Mannschaft aus fünf zugeführt. Die tägliche Anglückschronik Als am Samstag abend gegen 7 Uhr eine ältere Frau mit ihrer Freundin die Hattinger Straße beim Südausgang des Hauptbahnhofes überqueren wollte, lief sie direkt in die Fahrtrichtung eines Motorradfahrers. Obwohl der Lenker sofort bremste, konnte er nicht mehr verhindern, daß die Frau erfaßt und mitgeschleift wurde. Das fast neue=Motorrad stürzte auch um. Die auf dem Sozius befindliche Frau des Motorradfahrers., Hattinger Straße, fiel auf die Straße; sie erlitt arge Fleischwunden. Der Motorradfahrer kam mit dem Schrecken davon. Die angefahrene Frau wurde sofort mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Eine Frau aus Koblenz, die in einem Personenkraftwagen von Dortmund nach hier fuhr, öffnete auf der Verbandsstraße, kurz vor der Herner Straße, versehentlich die Wagentür und stürzte kopfüber auf die Straße, wo sie mit erheblichen Verletzungen liegen blieb. Die Frau wurde sofort einem Arzt zugeführt. Freitag abend kam der Bergmann Alois St., Hedwigstraße auf dem Nachhausewege mit seinem Fahrrad auf der Adalbertstraße im Stadtteil Hamme bose zum Sturz; er erlitt hierbei einen Fußbruch und eine Verletzung beider Knie Außerdem hatte der junge Mann noch einen erheblichen Kleiderschaden. Der 19jährige Volksgenosse Albert., Castroper Straße, geriet am Samstag früh auf seiner Arbeitsstätte zwischen Wagen und Haspel und erlitt schwere, tiefgehende Fleisch= und Quetschverletzungen beider Beine. Der Bedauernswerte wurde dem Krankenhaus ständige und zaverlässige Anterrichtang fT. ausbildung, die berufliche Entwicklung und die Betriebszugehörigkeit aller Arbeiter und Angestellten ermöglicht werden, um, wie das Gesetz sagt, die zweckentsprechende Verteilung der Arbeitskräfte in der deutschen Wirtschaft zu gewährleisten. Unter diesem Sammelbegriff verbirgt sich eine Fülle von Aufgaben; genannt seien hier: die richtige Lenkung der Berufsausbildung, Eindämmung des Zudranges zu überfüllten Berufen, die Zuweisung des„richtigen Mannes an den richtigen Platz“ im Sinne einer Leistungssteigerung der Wirtschaft, die Bekämpfung des Facharbeitermangels und der Landflucht, Verhinderung von Schwarzarbeit und unberechtigtem Doppelverdienst. Um über jeden Arbeitsbuchinhaber unterrichtet zu sein, führen die Arbeitsämter Arbeitsbuchkarteien, die ständig auf dem Laufenden gehalten werden müssen. Unternehmern, Betriebsführern, Handwerksmeistern, Landwirten, Hau haltungsvorständen, kurz allen, die Arbeiter oder Angestellte beschäftigen, ist deshalb die Pflicht auferlegt, auf vorgeschriebenen Vordrucken(die von den Arbeitsämtern kostenlos und vom Papierhandel käuflich abgegeben werden) Anzeigen üder Einstellungen, Entlassungen, Aenderung der Wohnung und wesentliche Aenderung der Beschäftigungsart ihrer Arbeiter und Angestellten den Arbeitsämtern zu erstatten. Die Einstellungsanzeige entfällt, wenn eine Arbeitskraft durch das Arbeitsamt zugewiesen und die Zuweisungskarte des Arbeitsamtes diesem ausgefüllt zurückgesandt wird. Auf die Anzeigepflicht sei hiermit besonders eindringlich hingewiesen. Ihre Nichtbeachtung ist unter Strafe gestellt. Bis zum 1. 9. 1936 wurden rund 21,6 Millionen Arbeiter und Angestellte mit dem Arbeitsbuch ausgestattet sein. Damit ist die Einführungszeit des Arbeitsbuches beendet. Von diesem Tage an darf kein Arbeiter oder Angestellter beschäftigt werden, der nicht im Besitze des Arbeitsbuches steht, muß dann also ein Arbeitsbuch vom Betriebsführer aufbewahrt und geführt werden. Wer eine neue Arbeitsstelle antritt, muß schon am ersten Arbeitstage das Arbeitsbuch dem Betriebsführer oder Haushaltungsvorstand aushändigen. Die Einhaltung dieser Vorschrift wird streng überwacht. Es treten aber immer in geringer Zahl Fälle ein, wo das Arbeitsbuch bei Arbeitsantritt noch nicht vorgelegt werden kann. Dazu sei folgendes beDas Arbeitsbuch stellt keine Arbeitser laubnis dar. Die Einrichtung des Arbeitsbuches darf die Wirtschaftstätigkeit nicht hemmen, sondern soll im Gegenteil zu einer allgemeinen Leistungssteigerung beitragen. Daraus ergibt sich, daß in der Einführungszeit keinesfall Entlassungen herbeigeführt oder Ein stellungen von Arbeitskräften deshalb verzögert werden dürfen, weil das Arbeitsbuch noch nicht ausgestellt ist. Wem sich Arbeitsgelegenheit bietet, soll sie so schnell wie möglich wahrnehmen. Das ist selbstverständliches Gebot für jedermann und notwendig zur weiteren Gesundung unserer Volkswirtschaft. Das Arbeitsbuch muß aber, wenn der Arbeitsbuchantrag ausnahmsweise noch nicht gestellt ist, sofort beantragt werden. Das Arbeitsamt kann erforderlichenfalls eine Ersatzkarte ausstellen, die vorläufig an die Stelle des Arbeitsbuches tritt. Derjenige, der sich nicht rechtzeitig um die Erlangung des Arbeitsbuches bemüht hat, wird bestraft Während der Einführungszeit des Arbeitsbuches haben vereinzelt Arbeiter und Angestellte einen zweiten Arbeitsbuchantrag gestellt, und zwar in der Regel deshalb, weil ihnen die Erledigung des ersten Antrages nicht schnell genug ging. Angesichts der Riesenzahlen von Arbeitsbuchanträgen bei den Arbeitsämtern können in diesen Fällen Doppelausstellung von Arbeitsbüchern vorgekommen sein. Arbeiter und Angestellte, die zwei Arbeitsbücher bekommen haben, müssen das zweite Buch mit dem entsprechenden Hinweis dem Arbeitsamt zurückgeben. Da die Fälle der Doppelausstellung über kurz oder lang ermittelt werden, empfiehlt es sich, dieser Aufforderung unverüglich Folge zu leisten. Wer unbefugt mehrere Arbeitsbücher sich ausstellen läßt oder führt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jayr bestraft.(§ 16 der I. Durchführungsverordnung vom 16. Mai 1935.) Weitere Hinweise enthält das Merkblatt, das jedem Arbeitsbuch beigefügt ist. Ihre Beachtung liegt in allseitigem Interesse. Wie reist man nach Oesterreich? Wichtige Bekanntmachung für den Reiseverkehr Der Polizeipräsident teilt mit: Der im Reisepaß erforderliche Vermerk für Reisen nach und durch Oesterreich ist bei dem zuständigen Polizeirevier, in dessen Bezirk der Reisende wohnhaft ist, Es wiro varauf hingewiesen, wuß lerephonische Anrufe oder persönliches Vorstelligwerden bei der Paßstelle des Polizeipräsidiums in Bochum oder bei dem Polizeiamt in Herne zur sofortigen Erlangung eines solchen Reisevermerks zwecklos sind und daß dadurch bei dem jetzt plötzlich einsetzenden erhöhten Reiseverkehr in der Bearbeitung Verzögerungen eintreten. Eine Woche durch das Ruhrgebiet Jungarbeiter der RGB.„Eisen und Metall“ in Bochum Das Gaujugendamt der Deutschen Arbeitsfront Westfalen=Nord führte in der vergangenen Woche eine wirtschaftskundliche Fahrt für die Jungarbeiter der RGB.„Metall und Eisen" durch. 27 Hitlerjungen aus dem ganzen Gaugebiet beteiligten sich an dieser Fahrt, die in Münster ihren Ausgang nahm. An den ersten beiden Tagen weilten die Fahrtteilnehmer in Schützen 360 Ringe erzielen, jeder Einzelschütze mußte die Ringzahl 81 aufbringen. Das Bezirkslandesschießen stand unter der Leitung des Kreisgeschäftsführers Artur Senf aus Bochum. Anwesend war der Kreissportbeauftragte der Kleinkaliberschützenvereine mit seinem Mitarbeiter aus Castrop. Folgende Ergebnisse I. Schützenverein Hermann Löns, 1. Mannschaft 410 Ringe, 2. Mannschaft 303 Ringe: Schützenverein Schwarz=Weiß Bochum 391 Ringe: Schützenverein Ammoniak=Benzol=Derov 378 Ringe: Schützenverein Jägerslust Altenbochum 374 Ringe:„Schützenverein Diana Bochum=Sundern, 1. Mannschaft 560 Ringe, 2. Mannschaft 826 Ringe und die Jugend 198 Ringe: GrünWeiß Kornharpen 344 Ringe: Schützenverein BlauWeiß 312 Ringe: Schützenverein Reichsbahn Riemke 307 Ringe. Der Schützenverein Hermann Löns Bochum errang die Bezirksmeisterschaft, und der Schütze Robert Stöber vom Schützenverein Jägerslust Altenbochum wurde mit 91 Ringen als Einzelschütze Bezirksmeister.... Seinehmektuec. Folgende Vereine sicherten sich die Teilnahmeberechtigung an dem Gauschlußschießen in Gelsenkirchen: Hermann Löns, Schwarz=Weiß Bochum, AmmoniakBenzol=Derov, Jägerslust Altenbochum und Diana Bochum=Sundern. Betrügerischem Möbelhändler das Handwerk gelegt Aach Böchamei Käusel=geschärigt Bilder aus den Gerichtssälen Samstag mittag gegen.30 Uhr wurde an der Ecke Kortum= und Rottstraße ein Motorradfahrer von einem Kraftwagen angefahren. Durch den Sturz auf den Fahrdamm zog er sich eine erhebliche Beinprellung zu, so daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Die Maschine wurde leicht beschädigt. Einem Verkehrsunfall fiel in der Nähe von Köln am Samstag der Volksgenosse Peter W. aus Bochum zum Opfer. Er geriet mit seinem Motorrad infolge eines Reifenschadens plötzlich ins Schleudern und raste in voller Wucht gegen einen Baum. Mit erheblichen Verletzungen blieb er hier liegen und mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Auf der Castroper Straße am Augusta=Krankenhaus stürzte ein Mann, der vom Dienst kam, über den dort liegenden hohen Sand mit seinem Fahrrad so unglücklich, daß er mit dem Kopf auf den Bordstein fiel und arg verletzt wurde. Er wurde sofort ins AugustaKrankenhaus geschafft. Zwei leichte Verkehrsunfälle. Am 27. August stießen auf der Ecke Dorstener und Querstraße ein Kraftrad= und ein Radfahrer zusammen. Der Kraftradfahrer wurde leicht verletzt, das Kraftrad leicht beschädigt. — Am 28. August stießen auf dem Ruhrschnellweg in Bochum=Gerthe zwei Lastkraftwagen zusammen. Eine Radfahrerin wurde ebenfalls leicht dem Krankenhaus zugeführt werdeverletzt und mußte In viertägiger Verhandlung hatte sich die große Strafkammer des Dortmunder Landgerichtes mit einem größeren Betrugsprozeß zu befassen, der ein trauriges Bild darüber aufrollte, wie es im Möbelhandel nicht zugehen soll. Es hatten sich zu verantworten der 40jährige Armin., dessen 39jährige Ehefrau Erna., der 44jährige Hermann K. und der 38jährige Salomon Sch. Die Eheleute L. befinden sich seit dem 20. Januar in Untersuchungshaft, während der Angeklagte K. zur Zeit eine Gefängnisstrafe verbüßt. Die Anklage warf ihnen vor, daß sie bei zahlreichen Möbelverkäufen in Dortmund, Bochum und vielen anderen Orten des Industriegebietes die Kundschaft betrogen bzw. Beihilfe dazu geleistet hätten. L. hatte sich früher in allen möglichen Berufen versucht und dann ein Möbelgeschäft aufgemacht, das aber bald wieder geschlossen werden mußte. Wegen der vielen Schulden eröffnete dann Frau L. unter ihrem Namen ein neues Möbelgeschäft unter der Firma„L.& Co.“, in dem der Ehemann als Geschäftsführer tätig war. Man verfügte schon bald nicht mehr über nennenswerte Mittel, und das Geschäft ging den Krebsgang. L. hat nun die Kunden, die an ihn herantraten, über den Umfang seines Geschäftes und seine Leistungsfähigkeit getäuscht, wodurch viele Kunden sich betrogen fühlten, da sie nicht die ihnen verkauften Möbel erhielten, sondern andere, schlechtere, zum Teil wurden mitverkaufte Gegenstände gar nicht geliefert. Großspurig führte L. die Kunden in das von dem Angeklagten Sch. unterhaltene Fabriklager und bezeichnete dieses als sein Lager. Schließlich kam es zum Zusammenbruch und die Eheleute L. wurden in Haft genommen. Zur Verhandlung waren insgesamt 57 Zeugen geladen, zum größten Teil frühere Kunden, die sich geschädigt fühlten und deren Vernehmung ein bezeichnendes Bild von den eigenartigen Geschäftspraktiken der Firma L.& Co. gaben. Der Angeklagte K. war teilweise für L. als Vertreter tätig gewesen, führte * verstrach die bei ihm gegen Provision Kunden zu und verspruch diesen großzugig die Besorgung einer Wohnung, obgleich genau wußte, daß er keine einzige Wohnung an der Hand hatte. Der Staatsanwalt betonte in seiner Anklagerede, daß es einwandfrei feststehe, daß die Eheleute L. eine janze Reihe Kunden empfindlich geschädigt hätten und die Brautpaare, die sich auf pünktliche Lieferung der Möbel verlassen hätten, seien oft in die ärgsten Verlegenheiten gekommen. Am schwersten seien aber die Fälle zu bewerten, in denen den Brautleuten Ehestandsdarlehen abgenommen worden seien, obgleich man dazu nicht berechtigt gewesen sei. Mindestens ein ganzes Jahr lang hätten die Eheleute L. ihr betrugerisches Verhalten fortgesetzt. Es sei ihnen nur darauf angekommen, Anzahlungen und Wechsel zu erhalten, um damit alte Schulden zu bezahlen. So sei es gekommen, daß die Kunden teils statt der bestellten minderwertige Ware erhalten, teils nur unvollständig und zuletzt sogar gar nicht mehr beliefert worden Bochumer Spielschar in Altenbeken, Neuhaus und Lippspringe Nach dem glänzenden Abschneiden der Bochumer Sing= und Spielschar der HJ. in Paderborn setzte diese in der vergangenen Woche ihre Fahrt nach Altenbeken fort, wo sie unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung eine eindrucksvolle Feierstunde vor dem Schlageterdenkmal durchführte. In Neuhaus veranstalteten die Bochumer Hitlerjungen in der„Kriegerhalle“, dem größten Saale der Stadt, einen Bochumer Heimatabend, in dem sie, umrahmt von Spiel und Lied, in Erzählungen von Bergmannsschnurren vor dem vollbesetzten Hause ein gelungenes Bild des Schaffens und Denkens des Menschen in der Industriegroßstadt gaben. Der Abend, der in einem begeisterten Bekenntnis zu Volk und Heimat ausklang, wird der Bevölkerung sicherlich einen tiefen Eindruck des ihr benachbarten Industriegebietes gegeben haben. Zu einem besonders schönen Erfolg wurde das„Gastsviel" der Bochumer in Bad Lippspringe. Hier führten die Hitlerjungen am Abend im Kurpark die Feierstunde„Ewiges Volk“ von Wolfram Brockmeier durch. Die gesamte HJ. und die Bürgerschaft der Stadt hatten sich unter den hohen Bäumen des Parks versammelt, während die Spielschar, umrahmt von brennenden Fackeln, im Musikpavillon Aufstellung genommen hatte. Den ungewöhnlichen Eindruck dieser abendlichen Feierstunde faßte der Bürgermeister von Lipvspringe zum Abschluß in einem Dankeswort an die Bochumer zusammen, in dem er betonte, eine solche Feierstunde könne es nicht zum zweiten Male geben. Als Dank für die überaus herzliche Aufnahme und die versönlichen Bemühungen des Bürgermeisters brachten die Bochumer Jungen ihm am anderen Morgen vor dem Rathaus ein Ständchen. Von Livpspringe geht die Fahrt weiter nach Büren und Salzkotten. Kurze Nachrichten Aus den katholischen Pfarreien. Die Vinzenzschwester Maria Paternika, die etwa 15 Jahre im hiesigen Elisabeth=Hospital segensreich wirkte, ist von ihren Ordensobern als Operationsschwester an das Krankenhaus in Neheim=Hüsten berufen worden. Sie hat ihren neuen Wirkungskreis bereits übernommen.— In den Großen Ferien waren aus der Marienpfarrei durch Vermittlung der Karitas 81 Kinder unentgeltlich für drei Wochen in Knechtsteden und Stommeln untervon der NS.=Gemeiyschaft„Kxart burch„Fereusse., her sions=Erneuerunggiugue ingwicen nach Langenberg. Hier wurde ein Aufstieg zum Rheinlandsender unternommen. Nach eingehender Besichtigung des Senders brachten die Wagen die Fahrtteilnehmer zum Kurhotel„Bleibergquelle“, in dem reichlich gedeckte Tische zum freudigen Empfang einluden. Eine Kapelle trug zur Unterhaltung bei. Bald hatten die Kinder den Svielplatz mit seinen zahlreichen Geräten entdeckt. Da gab es kein Halten für sie mehr: ein Gerät nach dem anderen wurde von den Großstadtkindern erobert. Die Erwachsenen hatten schnell einen geeigneten Platz für einen Schießstand ausfindig gemacht, um dort in der Kunst des Schießens zu wetteifern. Gute Preise winkten den Siegern. Ein Spaziergang beendete den Aufenthalt in Langenberg. Das Abendessen wartete in Marmelshagen auf die hungrigen Gäste Nachdem man sich reichlich gestärkt hatte, wurde eifrig getanzt. Nur schade war's, daß die Zeit so schnell dahinflog. Für jeden war dieser Tag ein Erlebnis, an das gerne zurückgedacht wird. Körperbehinderung und Sport Die Bochumer Ortsgruppe des Reichsbundes Körperbehinderten richtet Sportkurse ein Schon seit geraumer Zeit bemüht sich die Bundesleitung des Reichsbundes der Körperbehinderten um die Bildung von eigenen Gymnastik= und Sportgruppen und um die Einrichtung von entsprechenden Lehrkursen, weil sie von dem Gedanken ausgeht, daß auch der Sport den Behinderten etwas zu geben hat. Sie arbeitet hierbei Hand in Hand mit der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“, die sich bereit erklärt hat, die sportliche Betreuung des Körverbehinderten zu übernehmen. In Bochum sind die Verhandlungen zwischen der Kreisamtsstelle der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ und der Ortsgruppenleitung des Reichsbundes der Körverbehinderten soweit gediehen, daß schon in Bälde mit der Einrichtung von Sportkursen zu rechnenvv..„ SHer:; Mesustne.m E. Aufklärung zu geben üver die Bedeutung der Sportkurse war Sinn und Zweck der von der Bochumer Ortsgruppe des Reichsbundes der Körverbehinderten am Samstag abend im„Märkischen Hof" abgehalte Versammlung, auf der Sportarzt Dr. Lennemann läumsjahres in ber statt. seien. Der Staatsanwalt beantragte schließlich gegen Ausrichtung der Sportkurse. einem großen Horertreise, zu dem auch Vertreter der Stadtverwaltung gehörten, Grundsätzliches über das zur Aussprache gestellte Thema„Körperbehinderung und Sport“ aussagte. Zunächst begrundete er die von allen Reichsstellen geteilte Auffassung, daß der Körverbehinderte, im Gegensatz zu den Erbkranken, ein wichtiges Glied der Volksgemeinschaft sei und darum auch Anspruch auf Betreuung habe. Nichts dürfe ihm vorenthalten bleiben, was seine Lebensfreude steigern könne. Turnen und Sport sei Arbeit im Gewande jugendlicher Freude. Zu der sportlichen Betätigung selbst übergehend, betonte der Redner, daß für den Körverbehinderten nur Sportarten in Frage kommen können, die seinem Körverbau und seiner Anlage entsprechen. Alle Uebertreibung ist zu meiden. Licht, Luft und Sonne müssen nutzbar gemacht werden. Kreis Bochum, rich Darum wurde von Dr. Lennemann angeregt, die harmonikakurse ein. Sportkurse soweit wie möglich im Freien durchzuführen und hierfür die Licht= und Luftbäder zu benutzen. Weiter hielt er die Bildung von einheitlichen Gruppen für unerläßlich. Im übrigen sparte er nicht mit praktischen Winken für die organisatorische zswoche im Rahmen des Libori=Jubider letzten Woche des Monats SeptemVerschwinden der Kleingärten auf der Fahrendeller Hütte. Die seit einigen Jahren bestehende Kleingartenanlage auf dem Gelände der früheren Fahrendeller Hütte an der Präsidentstraße muß jetzt verschwinden. Die Kleingärtner haben hierfür inzwischen ein geeignetes Gelände an der Elisabethstraße gefunden. „Kraft durch Freude“ Handharmonika=Kurse Die Deutsche Arbeitsfront, RSG.„Kraft durch Freude“. Kreis Bochum, richtet für den Kreis Bochum, Hand: Der Kursus kostet monatlich, bei Odeon: ab 15.30 Uhr: Der bunte Schleier. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Der bunte Schleier. Tonhalle: Vorübergebend. geschlossen. Weltlichtspiele: ab 15.10 Uhr: Der müde Theodor. Avollotheater: ab 15.50 Uhr: Der Kurier des Zaren. Capitol: ab 15.30 Uhr: Stärker als Paragraphen. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Königstiger. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Königstiger. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Straßenmusik. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Wenn der Hahn kräht. Restaurant zum Ritter: Ehren= und Abschiedsabend. den Ehemann L. 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis, gegen seine Ehefrau 9 Monate und gegen K. 4 Monate Gefängnis. Den Angeklagten Sch. beantragte er freizusprechen. Das Urteil lautete bei L. wegen fortgesetzten Betruges und wegen Unterschlagung auf 1 Jahr 3 Monate, bei der Ehefrau auf 7 Monate und bei K. wegen Beihilfe zum Betrug auf 6 Monate Gefängnis, während Sch. mangels Beweises freigesprochen wurde. Fahrt ins Blaue der Kolonialwarengroßhandlung Max Flake Bei herrlichem Wetter fanden sich Sonntag Gefolgschaftsführer und Belegschaft mit Frauen und Kindern zu einer schönen Fahrt zusammen. Drei Kraftfahrzeuge standen bereit, um die stattliche Teilnehmerzahl zu ihrem Ziele zu bringen. Bis zur Abfahrt gab es noch immer ein Hin=und=Her=Raten, wohin die Reise führen würde. 1 Uhr schlug's, als sich die Wagen in Bewegung setzten. Ueber Hattingen gina die Fahrt Im Auftrage des Arbeitsamtsdirektors Kambmann wünschte Dr. Emmerling den Bestrebungen auf dem Gebiete der körperlichen Ertüchtigung des Körperbehinderten bestes Gelingen und versprach tatkräftige Mitarbeit in allen Fragen der Arbeits= und Berufsberatung. K 4 g M Hoffnungsvolles in bezug auf die sportliche und körverliche Ertüchtigung des Körverbehinderten wußte auch Kreisobmann Böttcher, der Leiter der Wittener Ortsgruppe des Reichsbundes der Körperbehinderten, zu sagen. In Witten hat man vor 18 Wochen mit einem Schwimmkursus begonnen, der sich bis jetzt sehr gut angelassen hat. Kreisobmann Nußbaum sprach ein ermunterndes Wort. Stellvertretender Kreisobmann Schäfer wies auf das am nächsten Samstag in Gerthe stattfindende Sommerfest hin und bat um rege Beteiligung. Rechtsbrecher. Festgenommen wurden: zwei männliche Personen von hier wegen schweren Diebstahls und zwei weitere männliche Personen, ebenfalls von hier, wegen einfachen Diebstabls. wöchentlich 1½ Stunden, 3 RM. Interessenten melden sich bei den Amtswarten der RSG.„Kraft durch Freude" sowie in der Verkaufsstelle, Kortumstraße 62. Montag, 31. August. Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Freiherr=vom=Stein=Ober= lyzeums, Bleichstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle in Höntrop; von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Gymnasiums, Bismarckstraße(fällt wegen Reinigung des Fußzbodens einmalig aus). Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 21.30 Uhr: Turnhal'e der Drusenbergschule.„ Schwimmen für Frauen und Männer von 21.15 bis 22.30 Uhr: Städtische Badeanstalt, Marienstraße; von 20 bis 21 Uhr: im Osthafen der Badeanstalt Wanne=Eickel; von 19.30 bis 20.30 Uhr: im Freibad Beckmannshof, Watd. Rollschuhlausen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Resormrealgymnasiums, KönigsVolrstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle der Schule an der Friedenstraße; in der Turnhalle des Reformrealgymnasiums Bochum=Langendreer, Unterstraße 73: ab 19.30 Uhr für Anfänger; ab 20.30 Uhr: für Fortgeschrittene. Seite 5 Nr. 203 Bochumer Anzeiger Bochums Volksflugtag S000d fins=Vopeester! Gelungene Veranstaltung— Willi Stör, der König der Lüfte Transparente, Plakate, Lautsprecher= und Pressereklame hatten trotz aller„bauwerkmeisterlichen" Bedenken hundertprozentig ihre Schuldigkeit getan, sie haben, so kann man fast sagen, in Bochum eine wahre Tagen Stammtischgespräch. wurde als Looving, das Contra als Trudeln angekündigt, und als Sonntag nachmittag die ersten Schlangen der Straßenbahn=Sonderwagen austauchten, stzirzte sich alles mit einem Immelmann=Turn auf die Trittbretter. In ununterbrochenem Genzelgrtebg an der gend, brachten Straßenbahn= und wagen die Menscherix-Hochuim= Mezitmar, das in weials durch rote Stanalflogennacht“)wpar.en„iebggezeschnuts ist zwar etwas schmeichelhaft für das sich für kraftfahrsportliche Veranstaltungen gut eiganstaltung leicht„it,„ ohne Gef. „Zaunbillett zu wien. Wir schätzen 70 000 bis 80 000 Zuschauer, und damit dürfte der Erfolg des Bochumer Flugtagcs alle Erwartungen übertroffen haben. Seit langen Jeinen güges guus Veranstaitttggrza empfinden. Es lag wahr'Hochume, Hrisgruppe des Anternehmgzuftsportverbandes sondern an dem ManDeutschen Lusten-zsjähen.=Wenn die Ferg dem Manz celungene Bochumer Volksflugtaa 1936 wird sicherlich Nachfolger finden... Aaes chc e esche Ke esle er e Kcesese e Abdrador=Sonnenschüber guchözchut, paran, wenn die böfe Windstärke“7 war aucha.. hatte man neugierige Blicke zu dem Schon unge, Räiße des, Boodorfes Gzgsikedicz Fähnlein Sitlerjungen rittings auf eine LeigenBaumgart, der, wenn die Ven'Etals hete Besien sünden biezietzen: Irn übrigen war man was HeißAusfall allerdings keine Einbuße erlitten. Um es in seinem Ablauf zu schildern: sum Bearüßungsrundflug auf.„Sieb mal, Junge, wie die Staffel da oben im Parademarsch vorbeiMußte der Vater sich vorwurfsvoll durch, sei: Dreierkette,„und zweitens wird in Flugzeugen geDer prasselnde Beifall, der dem Verbandsfliegen der Staffel galt, war noch nicht verhallt, als zwei die Sealer der Lüste aus—xr, 4 der Päumfichen Veeudng Luiod wicher weaten de Materigrezsgengeit. Uebung ist. Immerhin blieb mancher Ballon als Opfer auf der Strecke, während die meisten in Richtung De Gauleiter Stein, der Schirmberr der Veranstaltung, sprach dann einige Worte der Begrüßung, in der er auf die Notwendigkeit einer starken und einsatzbereiten deutschen Lustwaffe binwi,Helikgtessen.g ProNun folaten, zwei besophrg,##ertagenen## gramms, die Fallschirmaospringerin Irma Brumann, das braungebrannte Bayernmädel— zunächst zusammen mit der als Gast der Bochumer Veranstaltung beiwohnenden Kunstflug=Eurovameisterig, Lieie! fertia zu ibrem„Auftritt“. Ihr Vilot versuchte zunächst einen Aufstieg mit abgestellter Benzinzuführung. „Macht.50 Mk. für die Fliegerkasse," stellte Liesel Bach lakonisch fest. Dann donnert die Maschine über das Flugfeld, schraubt sich in Spiralen höher und höher, alles starrt nach oben, und jetzt entdeckt man, wie Irmgard in schwindelnder Höhe auf die linke Tragfläche klettert, sie springt(„zu früh“, bemängelt ihr Lehrer), einige Sekunden Herzklopfen, sie fällt wie ein Stein in die Tiefe, jetzt zieht sie die Reißleine, der Fallschirm entfaltet sich und treibt weit über das Fluggelände hinaus zu der benachbarten Zuschauer„Tribüne". Ihre glatte Landung war ein Signal zu einem allgemeinen Angriff mit gezücktem AutogrammNun klettert der deutsche Kunstflieger Willi Stör in seine neue Messerschmidt=Maschine, ein schnittiges, blauweiß schimmerndes Flugmodeg.„Der Ansager beschreibt Störs formvouendete„Figuren. Looping vorwärts, eine der schwierigsten Uebungen, ganzer Kreis im Rückenflug, ganzer Ueberschlag, Immelmann=Turn, harmonisch wie eine Kunstturnübung aneinandergereiht. Als er aus der Standartenführer herporragenden Leistungen gilt ihm drücken können und manche Autogrammsehnsucht geEine besondere Sensation des Programms:„Musik aus dem Aether!" Der brave Trompeter aus der Royschen Fliegerkapelle, die selbstverständlich die Pausen musikalisch ausfüllte, hat selten„so hoch geblasen“ wie Dann folgt der mit Spannung erwartete Bombendacß brogrammäsig nach sedem Ueberligeneinieg aer. aingen, And vohmo u zpeiten Falschirmabipzue ausführte. Mit einem schinen fand das Programm sein Ende. Veransaltung, für die man den Veranstalterz, Geie, Ertsaruvve des Deutschen Luftsportverbandes) Dank zu Nach getaner Arbet Vtansen, Uind'se fanden sich grammen beschränkt blieb..!“ Lieferung bostog. Luftexerzieren einer Flugstaffel Aufnahmen: Brüning(), Brüggemann(2) B2w. WMadel und Frutmann und Cläre Lang. Im Hintergeund ein6 Liesel Bach. Riuti..!g Hr“.. bersuprer geste vonl siutz ise Obersturmführer Neuhaus(Bochumn) Vorbeimarsch der Nürnbergfahrer vor dem Führer der Motorbrigade e un en ure 911 gerahin Heumann ein berzliches„Glückab- und„Hald=und=Hein=Beuch“ vor dem Start zum Falschirmabsprung. Der Reichsparteitag 1936 steht vor der Tür. Gestern vormittag waren alle RSKK.=Männer der Mo torstandarte 69, die zur Teilnahme am in Nürnberg bestimmt worden sind, einschließlich der Sonderkommandos, auf dem Hindenburgplatz in Witten unt 9 übe Die zur Beschtigung ange: ve=Eiagebend brite der Briadefübrer jeden einzelnen Mann und seine Ausrüstung. Anschließend wurden Marschbewegungen ausgeführt. Danach ergriff de Führer der Motorbrigade Westfalen das Wort zu einer Ansprache. Er wies dabei darauf hin, daß die hier angetretenen Männer als Vertreter des westfälischen RSKK. vor ihrem obersten Führer in Nürnberg westfälischen Heimat.— Vorbeimarsch und Besichtigung Pelen vur harter sghepbest, westzälische RSäK. in RürnMotorstandarte os das westrauische####K. in Nürnberg würdig vertreten werden Im Anschluß bieran überreichte#gghrge Sopreg; sHein Obertruge cpg, F 4s96 66(Herbecke), SturmSeydel verliebenen silbernen Sturmführersa##### Seite 6 Nr. 203 7 Bochumer Anzeiger, Montag, 31. August 1936 Und Wiisen Willenschaftliche Feltstellungen Wie groß ist die deutsche Auswanderung nach Amerika? An erster Stelle in der deutschen Auswanderung steht Nordamerika mit weit über vier Millionen Deutsche. Im weiten Abstand folgen Brasilien mit 700000, Argentinien mit 140 000, Chile mit 30000 Menschen, für die Deutsch die Muttersprache ist. Verhältnismaßig klein ist die Auswanderung nach den übrigen Süd= und Zentralamerikanischen Staaten. Was will der Stratosphärenflug? Seit altersher geht die Sehnsucht der Menschen dahin, in die Unendlichkeit des Weltenraums vorzudringen und die Lufthülle zu erforschen. Der Stratospharenflug ist eine Pioniertat. Neue Erkenntnisse zur Gestaltung des Weltbildes sind gewonnen. Er wird ein Wegweiser für die Bestrebungen, den künftigen Weltverkehr in die Stratosphäre zu verlegen, wo es kein schlechtes Wetter gibt und eine erhöhte Geschwindigkeit in verdünnter Luft moglich ist. Alpenübergänge. Da der freizügige Reiseverkehr der Kraftwagen und Krafträder immer mehr zunimmt, kommt der Frage der Alpenübergänge auf guten Straßen erhöhte Bedeutung zu. Vom Semmering bis zum Col di Tenda führen 23 fahrbare Straßenzüge über den Alpenhauptkamm. Die mittlere Entfernung von Paß zu Paß beträgt 45 Kilometer, in der Luftlinie 11 bis 80 Kilometer. Zwischen Brennerpaß und dem Radstädter Tauernpaß beträgt sie 156 Kilometer. In der Mitte dieser Luftlinienentfernung wird die Großglockner=Hochalpenstraße gebaut, die kürzeste Verbindung zwischen dem bayrischen Oberland und Salzburg und Venedig—Italien. Es wird nach Fertigstellung der Bahn moglich sein, in einem Tage im Kraftwagen von München nach Venedig zu reisen. Ausgangspunkt sind im Norden Dorf Fusch in Salzburg(807 Meter ü. d..), im Süden das weltbekannte Heiligenblut in Kärnten(1312 Meter ü. d..) Gewichte des menschlichen Gehirns. Bei männlichen Personen betragt das Hirngewicht um 1600 Gramm, bei den Frauen um 1450 Gramm. Schlüsse auf die geistige Fähigkeit daraus zu schließen, wäre verkehrt. Das schwerste Gehirn eines epileptischen Idioten betrug 2400 Gramm, das leichteste eines 21jährigen Idioten nur 228 Gramm. Man tappt in der Gehirnwissenschaft noch sehr im Dunkeln. Chinesen, Eskimos, viele Negerrassen haben höhere Hirngewichte, Städter ein schwereres Gehirn als Landbewohner. Der Komet Peltier. Der Mitte Mai 1936 entdeckte Komet Peltier steht jetzt in der Verbindungslinie Alpha—Beta. Seine Sichtbarkeit ist von achter auf vierte Größe gesteigert. Mit dem Fernglas kann man den langen Kometenstreif deutlich sehen. Er ist in der Nähe der Kassiopeia zu finden. Die Gutenberg=Bibel. Auf der„Deutschland"=Ausstellung in Berlin wird den Besuchern ein kostbares Stück der Buchdruckerkunst, eine der wenigen Gutenberg=Bibeln aus der Staatsbibliothek, gezeigt. Das erste Adreßbuch. Im Jahre 1691 erschien in Paris das erste Adreßbuch. Das erste Berliner Adreßbuch stammt aus dem Jahre 1704. Der erste Reiseschriftsteller. Ein Zeitgenosse des Hans Sachs war der„Tichter und Bürger" Yörg Wickram bekannt durch seine Schwänke und Anekdoten, die sich auf das Reisen und das Leben in den Gasthöfen bezogen. Sein„Rollwagenbüchlein" wurde allenthalben von den Reisenden geresen. Hunde und Katzen in der Statistik. Das an Hunden und Katzen reichste Land dürfte England sein. Es sind dort bei der letzten Tierzählung rund vier Millionen Hunde und 7850000 Katzen festgestellt worden. Frankreich mit 2 800000 Hunden und vier Millionen Katzen steht an zweiter Stelle. Deutschland hat rund eine Million Hunde und nur 450000 Katzen. Kunltweitbewerb der Trovinz Weltsalen Zur Förderung und Unterstützung der bildenden Kunst hatte die Provinzialverwaltung für die künstlerische Ausgestaltung eines neuen, vor wenigen Tagen gerichteten Verwaltungsgebäude in Münster mehrere Wettbewerbe veranstaltet, an denen auf Vorschlag der Reichskammer der bildenden Künste, Gau WestfalenNord und=Süd, verschiedene westfälische Künstler teilnahmen. Bei den Arbeiten handelte es sich um ein Wandbild im Erdgeschoß des neuen Gebaudes, um das schmiedeeiserne Treppengeländer, um zwei Glasfenster als Abschluß der Hauptflure im Erdgeschoß und im ersten Obergeschoß sowie um die künstlerische Ausgestaltung des Portals. Es erhielt für die Ausstattung des Portals der Bildhyauer Hermann Kissenkötter (Münster) den ersten Preis. Zur Beurteilung der übrigen Entwürfe ist in diesen Tagen das Preisgericht nochmals zusammengetreten und hat folgende Kunstler sten Preisen ausgezeichnet: für den Entwurf der maler Herbert Ebersbach(Bielefeld) und für den Entwurf des Treppengeländers Kunstschmied Erich Friedemann Werner(Dortmund=Brünning= hausen). Die eingegangenen Entwürfe werden in den Tagen vom 29. August bis 6. September im Landesmuseum ausgestellt. Hans Friedrich Blunck in Riga. Hans Friedrich Blunck, der in Riga eintraf, las vor einer zahlreichen deutschen und lettischen Hörerschaft aus seinen Balladen und Sagen. Dr. Blunck fand auch in Riga sehr starken Widerhall, der sich in eingehenden Berichten in Rundfunk und Presse und in großem Beifall am Vortragsabend kundtat. Bamnekkert Kadtt alt Trolt für die Dierziger: in ihrem Alter beginnt erlt das rechte Leben Der Amerikaner Pitkin hat dieser Tage ein sehr kluges Buch veröffentlicht, das den verheißungsvollen Titel„Das Leben beginnt mit vierzig“ führt. Es kommt ganz darauf an, von welchem Gesichtspunkte aus man das Leben betrachtet: die einen werfen es beim ersten ernsthaften Widerstand, der sich ihnen entgegenstellt, weg wie eine vertrocknete Brotkruste; die anderen gewinnen ihm bis ins hohe Alter hinein immer neue Schönheiten und Reize ab und werden glücklich; relativ glücklich, um dem Skeptiker eine Konzession zu machen. Man kann das Leben auf eine verdammt knappe und engherzige Formel bringen, wenn man feststellt, daß es eigentlich doch nur physikalische und chemische Reaktionen sind, die unsere Existenz bedingen. Genau so soll es mit dem Altern sein; Pitkin, der weltweise Amerikaner glaubt festgestellt zu haben, daß das Gehirn den Energieverbrauch souverän regelt. Bis zum vierzigsten Lebensjahre wächst das Hirn ohne aber zemals mehr als bis zur Pirgzschnittsansprit. werden chen gi trale stellt, was ihm das gütige Schicksal mitgibt. Je weniger das Hirn gebraucht wird, um so eher und stärker schrumpft es nach dem 40. Lebensjahre wieder zusammen. Wer also dumm oder denkfaul oder gedanklich unbewegt ist, wird sich ohne weiteres in Gefahr bringen, eines frühen Todes zu sterben; wobei natürlich die vorhandene Anlage in Erwägung zu ziehen ist. So mancher, der alle Aussicht hätte, mit neunzig Lenzen noch vergnügt seine Pfeife Tabak zu rauchen, muß vielleicht schon 65jährig ins Gras beißen, weil er seinen geschatzten Verstandsrasten lediglich als Luxus betrachtet hat, oder weil er— das ist die andere Seite— gezwungen war, zeit seines Lebens ausschließlich körperlich, und zwar schwer, zu arbeiten. Wenn auch die Betrachtung Goethes, daß philosophisches Grübeln keineswegs das praktische Leben ersetzen kann und daß die edle Selbsterkenntnis immer von den Erfahrungen abhängig ist, die der Mensch mit sich selbst und seiner Umwelt macht, durchaus zutrifft, so sollte man doch trotz allem niemals vergessen, daß das Gehirn nun einmal zum großen Teil zum Denken geschaffen ist und daß es diese Funktion auch ausüben muß, wenn es nicht im Laufe der Zeit verschrumpfen und austrocknen soll. Es trifft im wahrsten Sinne des Wortes zu, daß „lederne", d. h. geistig unbewegliche Zeitgenossen„trokken",„vertrocknet",„saft= und kraftlos“, sind. Ihrem Gehirn fehlt der Dieselmotor der Ideen und Gedanken. Sie schrumpfen geistig und damit— körperlich b„„„„met sich einmal An diesen Zusammenyangen erweist sich einmal mehr, daß der Mensch so alt ist, wie er sich fühlt. Hat er es verstanden, die ersten vierzig Jahre seines Lebens so einzurichten, daß er mit Hoffnungen und Plänen und einem gewissen Fundus von Energie und Freude in die zweite Hälfte hineingeht, so bestehen alle Aussichten— und das ist der Grundsatz des Amerikaners in seinem oben genannten Buche—, daß sein eigentliches Leben erst beginnt; ein Leben, das die Summe der Erfahrungen zur Grundlage hat, das über alle, nunmehr vollentwickelte geistige und körperliche Kräfte verfügt und außerdem gelenkt wird von einem Verstande, der— um ein Bild aus der Technik zu geben— auf vollen Touren läuft. Es kommt ganz darauf an, wie die Charaktere und Temperamente veranlagt sind, um zu wissen, unter welchen Umstanden sie in das„beginnende Leben nach 40“ hineintreten. Haben sie sich im Ueberschwung der Jugend vorzeitig verausgabt, haben sie sich in jungen Jahren ganz dem Augenblick hingegeben, so besteht allerdings die Gefahr, daß das fünfte Jahrzehnt ihnen nicht einen frohen Ausblick, sondern lediglich ein reuevolles und wehmütiges Versenken in das unerreichbar Vergangene bedeutet. Haben sie aber ihre Jugend in Sturm und Drang verbracht, in gärender Ungewißheit über sich selbst und im Ringen um einen festen Standpunkt im Leben, so werden sie nun„ausgereift", „fertig" und bereit zu neuem Beginn sein. Und ihnen zur Seite stehen diejenigen glücklichen Höhenmenschen, die immer und zu allen Zeiten sich stetig und besinnlich weiterentwickelten, die an sich selbst arbeiteten und die nun bewußt oder unbewußt den Uebergang zu einem neuen Ich miit neuen Pflichten und mit neuen Aufgaben finden.## Darauf aber kommt es eben an. Man wird unweigerlich älter, aber man braucht nicht„alt“ zu werden. Man muß sich den Besitz aller Kräfte und Fähigkeiten zu erhalten versuchen, indem man sich ihrer bedient. Das Instrument des Geistes und des Körpers wird nicht schlechter, wenn es ständig benützt wird; es erhält im Gegenteil seine Brauchbarkeit, wenn es stets in Bewegung bleibt. Es ist durchaus kein Nachteil, älter zu werden. Denn mit den Erfahrungen und Erkenntnissen vertieft sich die Möglichkeit des maßvollen Lebensgenusses, der okonomischen Erhaltung der Kräfte und der rationellen Verfügung über die reichen Gaben, die man mit zur Welt gebracht hat. So kann man bei einigem Nachdenken den halb philosophischen, halb erkenntnis=theoretischen, immer aber von ungemein großer praktischer Erfahrungen zeugenden Theorie des Mister Pitkin zu einem großen Teil wohl beipflichten. Es ist als Vorbedingung lediglich nötig, daß man von den Früchten des bisherigen Daseins zehrt, daß man die Erkenntnisse, die man sammelte, auch wirklich ausnützt. So verstanden, trifft es im weitesten Sinne zu, daß das Leben erst mit vierzig beginnt. Möge es lange und glücklich werden! Das erlte Tferd Durch einen eigenartigen Zufall entdeckte man vor einiger Zeit, daß das Pferd als Haustier im Jahre 1495 vor Zeitwende in Aegypten eingeführt worden sein muß. Und das kam so: Die wissenschaftliche Expedition eines Newyorker Museums befand sich in der Nähe von Theben und entdeckte dort einige lang gesuchte Gräber. In deren Nähe fand man dann aber einen Sarg von geradezu ungeheuren Ausmaßen. Als man ihn öffnete, fand man darin die wohlerhaltene Mumie eines Pferdes, dem man als Beigabe große Getreidevorräte und einen Wassereimer mitgegeben hatte. Aus den Inschriften der Grabkammer ging hervor, daß dies„ein Tier bisher unbekannter Art“ sei, das gewissermaßen eine Art Heiligtum geworden war. Die weiteren Bezeichnungen ließen erkennen, daß diese unbekannte Art Tier in der achtzehnten Dynastie aufgetaucht sein muß und daß das Grab ums Jahr 1495 vor unserer Zeitrechnung errichtet worden war.— Später wurden dann Pferde in sehr großen Mengen in Aegypten eingeführt. Man weiß, daß die Streitwagen der alten Herrschervölker fast ausschließlich mit Pferden bespannt gewesen sind; aber, wie gesagt, erst nach dem Tode dieses sorgfältig einbalsamierten„Ur=Tieres". Deutsche Dichter auf der Wartburg. Zu dem Deutschen Dichtertag auf der Wartburg haben bisher folgende Vertreter des deutschen Schrifttums ihr Erscheinen zugesagt: Hans Friedrich Blunck, Dr. Max Dreyer, Heinrich Lilienfein, Dr. Agnes Miegel, Börries Freiherr von Münchhausen die alle Ritter der Wartburgdichterrose sind, ferner Heinrich Anacker, Wolfram Brockmeier, Lulu von Strauß und Torney, Ottomar Enking, Otto Erler, Ludwig Finckh, Georg von der Gabelentz, Max Halbe, E. W. Möller Jakob Schaffner, Heinz Steguweit, Hans Watzlik und Leo Weismantel. Geschichtstafe! 31. August. 1821 Der Natursorscher Hermann von Helmholtz in Potsdam geboren(gestorben 1894). 1884 Lehrer der Anatomie an der Berliner Kunstakademie, 1849 Professor in Königsberg, 1855 in Bonn 1858 in Heidelberg, 1871 Professor der Physik in Berlin, 1888 Präsident der Physikaltschtechnischen Reichsanstalt. 1915 Eroberung der Festung Luzk am Styr durch österreichisch=ungarische Truppen(Armee von Boehm=Ermollt. 1920 Der Philosoph Wilhelm Wundt in Leipzig gestorben(geboren 1832). PEillaltlaltdf.. von Scmme, ee, und iet diebe von Mannes Poter Stalp * „Wo“, fragte sie,„haben Sie denn Stephan gelassen, Anton? Bestimmt haben Sie ihm nicht ausgerichtet, daß er mitkommen sollte.“ „Mabel, ich bitte Sie, wo denken Sie hin!“ enrüstete sich Anton scheinheilig.„Fast gewaltsam wollte ich ihn mitschleppen. Aber der arme Junge— na ja, die Bowle, er verträgt eben nichts!— war ja so träge und so müde wie ein Nilpferd, daß keines meiner eindringlichen Worte bei ihm fruchtete. Er sei so zerschlagen, sagte er mir, daß er nicht mal aus dem Bett gehen würde— wo er sich jetzt befindet—, wenn auch das Hotel brennen sollte. Na, gönnen wir ihm schon die Ruhe! Ich kenne ihn ja von früher, er ist eben kein Bowlentrinker. Das nimmt ihn immer schrecklich wit.„ g. 7! uumd und C „Schade", machte Mavel bedauerno und schleite verstohlen hinter dem Kiosk hervor nach der Hotelrichtung. Sie lachte plötzlich und sagte:„Na, Anton, da gehen wir eben allein. Wir bummeln ein bißchen unten am Strand entlang, nicht?“ Anton wollte seiner begeisterten Zustimmung in schwungvollen Worten Ausdruck verleihen, als Stephan um den Kios herumgeschossen kam. „Ich, liebe Mabel“, keuchte er... und sah Anton. „Verflucht!“ sagte er unbeherrscht. „Hol mich der Teufel!“ platzte Anton erschrocken heraus. „Ich denke, du Lumpenkerl bist im Bett!“ schnaubte Stephan. „Und ich denke, du kannst vor Müdigkeit kein Bein vor das andere setzen!“ knirschte Anton. „Nichtswürdiger Lügner!“ „Heuchlerische Schlange!“ „Hahahaha!" kreischte Mabel unbändig erheitert. „Lacht sie aus, die beiden betrogenen Betruger! Jetzt hab ich euch doch ertappt! Was sollten Sie denn Stephan ausrichten. Sie holder Knabe?" wandte sie sich Jachend an Anton. Anton grinste verlegen und blieb stumm. „Und Sie hoffnungsvoller Jüngling, was hatte ich denn Ihnen aufgetragen?" Stephan bohrte mit den Augen ein Loch in die Kiosktür. Auch er blieb stumm. „Na, da kommt schon!“ Mabel schob burschikos ihre beiden Arme je in den rechten und linken der verdatterten jungen Männer und zog diese lachend mit sich fort. 6. Schlag halb sieben anderen Tages früh bereits schloß in der strahlenden Morgensonne Artur die Strandkabine auf, die er für sich und seinen Vetter gemietet hatte. Zehn Minuten später erschien er in der rosigsten Laune und im Schwimmanzug auf dem Strande. Vergnügt pfeifend schritt er zur See hinunter, lief ein Stuck in das morgenfrische Wasser hinein, tauchte eine Strecke und schwamm dann munter auf die Insel zu, die außerhalb des abgegrenzten Badegewässers lag. Angenehm erfrischt erreichte er die sandige und hüglige Insel und stieg aus dem Wasser. „Na, auch schon ausgeschlafen?“ sagte eine helle Stimme. Artur fuhr herum und sah hinter einem der sandigen Hügel das lachende, von den blonden Locken eingerahmte Gesicht Annemaries auftauchen. „Schön guten Morgen, Annemarie!“ rief er strahlend und eilte hinauf zu ihr.„Der Daus, so früh schon haben Sie sich herausgefundenk..., g, und vigt, „Schön guten Morgen, Arturi“ sagle sie und nickte stolz.„Ja, ich war bereits um sechs Uhr in meiner Badekabine. Die Morgensonne schien mir so auffordernd ins Gesicht, daß ich nicht mehr schlafen konnte. Und da bin ich eins— zwei— drei raus aus dem Bett und runter an den Strand!“ Sie schüttelten sich lachend die Hände. „Na, wollen wir gleich noch ein Stückchen schwimmen?“ fragte er und sah sie aufmunternd an. „Ja, das wollen wir“, sagte sie. Sie zog hier und da ein bißchen an ihrem Badeanzug und schob dann die rote Badekappe über das blonde Haar.„Los, kommen Sie, Artur!“ rief sie anschließend und eilte mit einigen lustigen Sprüngen voraus ins Wasser. Mit drei vier Sätzen war er ihr nach. Sie schwammen um die Insel herum. Dann wollte Annemarie durchaus, daß er ihre Tauchkünste bewundere. Aus dem Wassertreten heraus fuhr sie kopfüber in die Tiefe,„ Schmunzelnd beovachtete Artur die Stelle, wo sie untergetaucht war. Plötzlich fühlte er sich an den Füßen gepackt und wurde unter Wasser gezogen. Prustend kam er wieder hoch und sah Annemarie, die in seiner nächsten Nähe herzlich lachte. „Das war eine Ueberraschung, was?" fragte sie ausgelassen.„Und nun passen Sie auf, ich kann auch einen Kopfstand machen. Sie holte tief Luft und verschwand unter Wasser. Dann tauchten ihre langen, schlanken Beine auf, während sie mit dem Oberkörper in kerzengerader Tauchstellung blieb. Zum Abschluß dieser Schaustellung wippte sie einige Male mit den Beinen, machte darauf eine Rolle im Wasser. und ihr reizendes Gesicht tauchte wieder auf. „Bravo!“ rief Artur lachend. „Fein, was?“ Ihre blauen Augen leuchteten stolz. „Großartig! Einfach großartig!“ gestand er und freute sich mit ihr. „Können Sie die Augen im Wasser offenhalten?“ forschte sie dann. „Gewiß, das kann ich.“..... „Da können wir ja ein seines Spiel machen. Sie wissen doch, was das ist, was wir als Kinder Haschens nannten? Schön, und das wollen wir jetzt unter Wasser machen. Eins— zwei— drei!“ Beide tauchten. Still war es unter dem Wasser, das vor ihren Augen blaugrün leuchtete und bisweilen goldig schimmernd von der Sonne durchbrochen wurde. Artur erspähte das Mädchen. Annemarie sah wie ein langer, weißer Fisch aus mit einem roten Kopf. Er schoß auf sie zu, worauf sie unter ihm wegglitt, um gleich darauf über ihm zu sein. Er spürte, wie sie ihn mit ihrem Körper streifte und wußte damit vergnügt, daß sie ihn abgeschlagen hatte. Fast zu gleicher Zeit tauchten sie atemholend auf. „Aetsch“, rief Annemarie prustend und triumphierend,„Sie sind abgeschlagen und müssen weiter den Häscher machen.“ „Aber jetzt kriege ich Sie!“ drohte er lachend. „Na los, versuchen Sie es doch!“ Annemarie verschwand wieder unter Wasser, und er glitt in ihrer Richtung hinterher. Angestrengt durchdrangen seine Augen das ziemlich helle Wasser. Annemarie war nicht zu sehen. Er schnellte herum und fuhr im gleichen Augenblick mit ihr zusammen. Sofort umfaßte er sie, und ohne loszulassen tauchte er mit ihr auf. „Da hab' ich Sie doch, Sie kleinen Goldfisch! lachte er oben in der Sonne und hielt sie immer noch in seinen Armen. „Aber ich hab' Sie doch auch!“ lachte Annemarie. „Das zählt also nicht! Sie müssen immer noch den Häscher machen. Jetzt müssen Sie mich aber wieder loslassen, sonst kann ich doch gar nicht ausreißen!“ Er gab sie lachend frei, worauf sie kopfüber wieder unter Wasser verschwand. Und so trieben sie es eine Weile, bis sie von dem tollen Spiel ein bißchen müde wurden und sich oben auf der Insel in den warmen Sand setzten. „Jetzt könnten Sie mir eigentlich erzählen“, schlug sie vor, während sie die nasse Badekappe von ihren blonden Locken streifte,„was Sie gestern nachmittag noch begonnen haben, nachdem wir uns trennten. Am Abend habe ich Sie doch gar nicht im Speisesaal gesehen. Und Artur begann zu berichten. * Mizzi Sedlmayr hatte die Antwort des Barons auf ihren Brief, die jener ebenfalls per Expreß geschickt hatte, erhalten.„„„„„ „Da, schau her, Toni“, sagte sie zu ihrer Freundin, mit der sie zusammen wohnte— beide waren als Bardamen in einem Wiener Vergnügungsetablissement angestellt—„was der Haderlump mir schreibt. Nicht mehr und nicht weniger als fünfhundert Schilling schickt er. Später, nachdem er das reiche Maderl geheiratet hat, soll ich mehr kriegen. Na, da laß ich mich nimmer darauf ein. Zahlen muß er, der Herr Baron, der saubere, und sofort zahlen muß er. Heiraten wollt er mich, der Windhund, hat er'sagt, und dös ist jetzt sei' Heiraterei!“ Mizzi, eine blonde, stattliche Walküre von ungefähr dreißig Jahren, deren goldige Haarfarbe das Resultat eines reichlichen Gebrauchs von Wasserstoffsuperoxyd war, lief erbost im Zimmer auf und ab, während ihre Freundin, eine brünette mollige Person, sich in den Inhalt des Antwortbriefes vertiefte. „Ich laß mich nicht vertrösten“, grollte Mizzi weiter. Wenn ich jetzt Ruh geb, dann hab ich später das Nachsehen. Was er sich auch einbildet, der Herr Baron: meine schönsten Jahre hab ich mit ihm vertrödelt, und mit einem Male läßt er mich aufsitzen. Nein, so a spinettes Kipferl ist die Mizzi nicht! Ich muß was tun, Tonil“ Toni war mit der Lektüre des Briefes zu Ende. „Weißt, Mizzi“, begann sie resolut,„du fährst einfach hin nach dem Seebad!“ „Ja, schon, aber ich kann doch nicht fort, ich verlier doch meine Stellung, wenn ich jetzt zur Fremdensaison Urlaub nehmen will.“ „Red doch nicht daher! Das weiß ich auch. Aber die Fritzi Huber, die geht übermorgen aus der TivoliBar weg. Ich kenne sie gut, und wenn ich sie bitte, wird sie dich auf ein paar Tage bestimmt vertreten. Da kannst du unbesorgt reisen und behälst auch deine Stellung.“„..„.. 4. Mi.; „Mariandjosef, dos is a Losung!“ sagte Meizzi erfreut. „Und das Brieferl, das dir der Herr Baron geschrieben hat, das nimmst mit. Will er halt nicht zahlen, der Batzi, dann drohst ihm, daß du den Brief dem Herrn Tornhausen zeigen wirst.“ Mizzi reckte ihre Walkürengestalt. „Also dann, übermorgen fahr ich los und werd dem Baron einheizen!" * „So“, sagte Artur lachend, nachdem er erzählt hatte, was es von dem Verlauf des restlichen gestrigen Tages noch zu erzählen gab,„jetzt sind Sie an der Reihe, Annemarie. Was haben Sie denn angestellt?" Annemarie nahm mit beiden Händen etwas von dem weißen Sand vom Boden auf und ließ ihn sich langsam über die Knie rieseln. „Ja“, sagte sie, wobei sie ihre glatte Stirn in allerliebste Falten legte,„da muß ich Sie erst mal etwas fragen: würden Sie es wagen, mich zu küssen versuchen, ohne daß ich es will?“ Artur mußte bei dieser reizend naiven Frage an sich halten, um diese nicht tatsächlich in die Tat umzusetzen. „Hm, hm“, machte er unbestimmt,„das ist nun ... ich meine, man muß da die Situation... wirklich, na, Sie verstehen mich, Annemarie?“ Merkwürdigerweise schien sie diese sehr unzulängliche und verwirrte Antwort außerordentlich zufrieden zu stellen. „Das war so“, begann sie,„der Baron, der war mit mir allein drüben in dem Kiefernwäldchen, weil Papa nämlich den Badewannenhahn abzudrehen vergessen hatte., „Ah, Badewannenhahn...?“ fragte er höflich, aber ziemlich verständnislos. Sie mußte lachen und klärte ihn über die Badewannenhahnangelegenheit auf, worauf er ebenfalls lachen mußte.„„ 844. „Als nun Papa wieder zurunk nach dem Holel gegangen war“, fuhr sie dann fort,„setzten der Baron und ich uns auf eine Bank, wo wir Papas Rückkehr abwarten wollten. Und denken Sie sich, Artur. da fing der Baron mit einem Male an, mir einen Liebesantrag zu machen..... g4., uund...# migw. seh. „Unerhort: sagle Artut, und er sah wittlich sehr empört aus.„„„ fastt: damit „Ja, und da sagte ich ihm, er soulle oamit aufhören. Und was tat er dann?“ Annemarie sah Artur zornig,un, uls fe. raser der Daton. Was, er küßte Sie?!“ fuhr d „Aber nein! Er wollte nur, verstehen Sie, Artur, er wollte nur! Er packte mich und zog mich mit einem Ruck an sich. Er hat mir direkt weh getan dabei.“ „Und... weiter...?“ keuchte Artur. „Da hab' ich mich losgerissen und ihm einen Stoß vor die Brust gegeben, daß der Baron mitsamt der Bank umfiel und sich eine Beule an den Kopf rannte. „Ah, das geschah ihm recht!“ sagte Artur aufatmend.„Den Hals hätte er sich brechen sollen, dieser Schurke! Und wenn Sie es wünschen, Annemarie, mache ich mich sofort auf und verhaue den casanovahaften Herrn Baron!“ „Um Gottes willen!“ Annemarie sah direkt erschrocken aus....242 Vembiet. „Na, ich tu's schon nicht, beruhigte er sie. (Fortsetzung folgt.) an als sei dieser der Baron ## er laßte Sie!. suht der junge Mann wild TURN- UND SPORTBEILAGE DES„BOCHUMER ANZEIGER“ MONTAG, 31. AUGUST 1936 P Neder dedlicherHoleriperr-Prlung Berna Roichhlever“„ 9 Das Reinlien der sfreckens und Kianelrenerde Freiburg, 30. August. Nach den großen Erfolgen, die der deutsche Motorsport in den letzten Monaten erringen konnte vermochte er über seine großartige Weiterentwicklung keinen besseren Beweis als durch den Verlauf des 12. Großen Bergpreises von Deutschland zu liefern. Auf dem Freiburg aus hinauf zum Schauinsland führenden 12 Kilometer langen Kurs wurden nicht weniger als 18 neue Rekorde herausgefahren, Zeuiscg, siggeirergrbe wurden registriert, wobei achtmal veutsche Fahrer deutschen Maschinen fuhren. Der bisherige absolute Bergrekord von Hans Stuck mit 88,7 Stundenkilometer wurde nicht weniger als dreimal überboten. Schnellster Mann des Tages war, wie erwartet, Bernd Rosemeyer, der erstmalig auf diesem Kurs startete, sich aber auch als vollkommener Bergspezialist erwies und mit 90,1 Stundenkilometer den Auto=Union=Wagen über die so kurvenreiche schwerste Bergstrecke brachte. Sein Kamerad Ernst von Delius, der von der AutoUnion für den noch immer an der Armverletzung leidenden Hans Stuck eingesetzt worden war, kam mit 89,8 Stundenklometer ebenfalls noch über dengiterg aer gd, Schließlich war auch der Sieger der Solomaschinen der Bielefelder H. P. Müller, auf.2 schneller als Stuck. Er schaffte 88,9 Stundenkilometer, womit die schnellste Zeit aller Motorräder gegeben war. Nicht weniger als 80000 Menschen hatten sich längs der Strecke eingefunden. Das durch Kurven aller Art geschwungene Band der Rennstrecke war vom Start bis hinauf zur 800 Meter höher liegenden Paßhöhe dicht mit Menschen besetzt. An besonders interessanten Kurven hatten sich die Schaulustigen eingefunden. Es wurde ein heißer Tag. Die Temperatur stieg ungewöhnlich hoch und drückte damit auf die Leistungen der Rennwagenmotoren, die in der kühleren Lust bei ihren morgendlichen Trainingsstunden sich besser entfaltet hatten. Deshalb mußte sich Rosemeyer auch mit einer schlechteren Zeit begnügen, als er sie verschiedentlich schon im Training herausgefahren hatte. Leider wurde der schöne Tag durch zwei schwere Unfälle getrübt. Der westdeutsche Motorradsport erlitt einen schmerzlichen Verlust durch den Tod des bekannten Düsseldorfer Seitenwagenfahrers Albert Schneider, an dessen, NSU.=Maschine an der Gießhübelkurve der Vorderradreifen in voller Fahrt absprang. Die Maschine sauste gegen eine Felswand. Schneider trug so schwere Kopfverletzungen davon, daß er auf der Stelle tot war, während sein Beiwagenfahrer Colle einen Unterschenkelbruch davontrug. Es war das erste tödliche Unglück auf der Schauinslandstrecke. Der Nürnberger Motorradfahrer E. Zimmer kam an der Brünnelekurve ebenfalls auf einer NSU.=Maschine zu Fall und trug schwere Verletzungen an der Wirbelsäule davon. Die Auto=Unign, hatte einen großen„Tag. Neben Rosemeyer, von Delius und H. P. Müller konnte auch noch Arthur Geiß auf der kleinen DKW. einen schönen Sieg in der 250er Klasse herausfahren und mit 84.9 Stundenkilometer einen neuen Klassenrekord aufstellen. In der 35der Klasse siegte Heiner Fleischmann auf der NSU. mit 86 Stundenkilometer und übertraf damit ebenfalls die alte Bestleistung. Bei den Seitenwagenmaschinen holte das sympathische Schweizer Ehevaar Hans und Cilly Stärkle auf NSU. mit 77,5 Stundenkilometer die schnellste Zeit heraus, da der Karlsruher Braun auf der kleineren DKW. in der Klasse bis 600 ccm auf 75,9 Stundenkilometer gekommen war; aber auch mit dieser Leistung hatte Braun noch einen neuen Klassenrekord geschaffen. Schnellster Sportwagen war der von Dr. Farina (Italien) gesteuerte Alfa Romeo, der in der Klasse der Wagen mit Kompressor über 2000 ccm mit 86 Stundenkilometer einen neuen Bergrekord fuhr. Allerdings kann man diese Maschine schwerlich zu der Sportwagenklasse rechnen. Es ist ein alter Alfa=Romeo=Monoposto, der lediglich durch die Anbringung von Kotflügeln, Lampen und Signalanlage zu einem Sportwagen„umfrisiert“ wurde. Der Hannoveraner A. Petzold war in der kompressorlosen Sportwagenklasse mit seinem Ford mit 73,7 Stundenkilometer schnellster Fahrer. Hier erreichte der bekannte Münchener Paul Schweder auf Adler in der Klasse bis 2000 ccm die beachtliche Geschwindigkeit von 73,3 Stundenkilometer. Ganz hervorragend schnitt der Westfale Walter Bäumer(Bünde) in der kleinsten Rennwagenklasse mit dem kleinen Austin ab. Das entzückende englische Rennwagenmodell, das aus einer Spielzeugschachtel gekommen zu sein scheint, war zweimal vertreten. Walter Bäumer schaffte mit dem einen Wagen nicht weniger als 84 Stundenkilometer und war damit weit schneller als der Engländer Tongue auf einem Wagen in der nächsthöheren Klasse. 80,9 Stundenkilometer schaffte Bäumer dann mit dem zweiten Austin, der aber noch wesentlich schneller war als der von Bobby Kohlrausch gesteuerte MM. Rosemeyer war natürlich der Held des Tages. Er wurde bei seiner Fahrt lebhaft von den Tausenden begrüßt.:59,3 Minuten betrug seine Zeit. Stobend schoß der Auto=Union die Strecke hinauf und wurde von Rosemeyer glänzend durch die Kurven gerissen.„Nicht weniger gefiel auch Ernst von Delius, der sich in diesem Jahre als ein sehr wertvolles Mitglied des Auto=UnionStalles ausgewiesen hat und den italienischen Marchese „Tonino“ Brivio auf Alfa Romeo um fast 5 Stundenkilometer hinter sich ließ. Alles in allein war das Rennen auf dem Schauinsland— abgesehen von dem traurigen Todessturz— eine überaus erfolgreiche Veranstaltung. Der schaftsbericht, den der deutsche Motorsport der Welt in jeder Woche gibt, wird immer günstiger. Auch bei den Ausweisfahrern mußte man wieder feststellen, wie sich die Fahrkunst des Nachwuchses verbessert hat. Die Ergebnisse: 350 ccm: 1. H. Fleischmann, Nürnbera(NSU.):21,7= 86.0 Stundenkilometer(Rekord); 500 ccm: 1.., P. Müller, Chemnitz(DKW. Auto=Union):05,8= 88,9 Stundenkilometer(Rekord, schnellste Zeit der Motorräder). Motorräder mit Seitenwagen 600 com: 1. K. Braun, Karlsruhe(DKW. Auto=Union) 75.9 Stundenkilometer (Rekord); 1000 ccm: 1. H. Stärkle, Basel.(R531.) 9 116.9 = 77,5 Stundenkilometer(Rekord, beste Zeit aller Seitenwagen). Fordwagen ohne Kompressor 1100 ccm: 1. meter: bis 1500 com: 1. E. Heinle, Pelgg Pmselh,) Ksches aldes elice Guen C Ke. Gaelite (Ford):45,7= 73,7 Stundenkilometer(beste Zeit aller kompressorlosen Sportwagen). Sportwagen mit Kompressor bis 1100 ccm: 1. W. Briem, Ludwigsburg(Amilea).074— Sargghene kilometer(Rekord); bis 2000 ccm: 1.., Berg, Altena Romeo):25,3= 76,38 Stundenkilometer; über 2000 ccm: 1. Dr. G. Farina, Italien(Alfa Romeo) :21,9(86.0 Stundenkilometer, Rekord, beste Zeit aller Sportwagen mit Kompressor). (Austin).342 S 840 Stundenkilometer(Rekord); . 81.6 Stundenkilometer, 2. E. Troelsch, Sit. Kugatti), 8:23.0—= 76,7 Stundenkilometer, 5. 2,1 (Maserati) 10:24,0(vier gestartet, drei am Ziel): über 3000 ccem: 1. Bernd Rosemeyer, Berlin =Union):59 3= 90,1 Stundenkilometer(neuer 3. Brivio, Italien(Alfa Romeo):27,6 2= 85.1 Stundenkilometer. OfiO Leyt *— Schweden im Teichen deutscher Erfolge Großer Preis von Saweden im Zeichen deutscher Erfolge Walfried Winkler liegt bei den„Kleinen“ schauer größten Eindruck machte. Nicht weniger, gefiel Karl Gall, der mit einem zweiten Platz noch die Ueberlegenheit der deutschen Maschinen unterstrich. Einen weiteren deutschen Sieg fuhr in der Klasse der kleinen Maschinen Walfried Winkler heraus, der auf seiner DKW. 120 Stundenkilometer herausholte. Hier kam der Meßkirchener Hans Häußler auf der zweiten DKW. als Dritter ein.„. Nicht weniger als 100 000 Zuschauer hatten sich bei sommerlich warmem Wetter eingefunden. Ehrentribüne bemerkte man u. a. den norwegischen Mit einem überwältigenden deutschen Erfolg endeten am Sonntag die Motorradrennen um den Großen Preis von Schweden, die auf einer 14 Kilometer langen Rundstrecke bei Malmö ausgetragen wurden. Auf dem in leicht welligem Gelände liegenden Kurs fuhr der Nürnberger Otto Ley mit einer Br,gHpsyrterpelchige gegen erstlassige, englische, schwebige un ggmerazen Fahrer und Marken zusammen mit seinem Karl Gall einen großartigen Doppelerfolg in neuer Rekordzeit heraus. Mit:33:17,2 Stunden(147,8 Stunderzsit Maschine voll auslaufen und steuerte sie mit deutschen Siege fanden höchste Anerkennung. Die trapezförmige, 14,52 Kilometer lange Strecke war von den kleinen Maschinen 22 mal(319,33 Kilometer) zu nehmen. Die beiden Klassen bis 350 und 500 Kubikzentimeter mußten 26 Runden(377,52 Kilometer) abfahren. An Fahrer und Maschinen wurden also die größten Anforderungen gestellt. Die deutschen, Ma; schinen hielten prächtig durch. Sie konnten das einmat angeschlagene Tempo sicher halten und lagen von Beginn an immer an der Spitze des Feldes. In der 350er Klasse machten die Engländer den Sieger unter sich aus. Der TT.=Sieger F. B. Frith und Ted Mellors lagen stets vor dem Feld. Frith steuerte schließlich die Norton nach:50:49,5 Stunden in neuer Klassenrekordzeit mit 132,6 Stundenkilometer ins Bel. B4, Grack. Die Ergebnisse: Motorräder bis 250 Kubikzentimeter: 1. Winkler (Chemnitz, DKW.):39:49,3= 120 Stundenkilometer; 2. Wood(New Imperial); 3. Häußler(Meßkirch), DKW.).— Bis 350 Kubikzentimeter: 1. Frith(England. Norton):50:49,5= 132.6 Stundenkilometer (Rekord).— Bis 500 Kubikzentimeter: 1. Otto Ley (Deutschland, BMW.):33:17.2— 147.8 Stundenkilometer(absoluter Streckenrekord); 2. K. Gall(Deutschland. BMW.):34:06,4= 147.2 Stundenkilometer; 3. Guthry(England, Norton); 4. White(England, Norton); 5. Milhoux(Belgien), FN.). Stundentlogstz.), lies. Lep, uuf, und zede„sHrecben Prinzen Gustaf Adolf und den dänischen Prinzen der auf die Zu= Harald. Die Anteilnahme der Zuschauer war groß. Die Areismahen I neden SpiehahrGruppeneinteilung und Terminzusammenstellung bereits erfolgt Die von den hartzilsong Vereinengreig Fearrung a Sodingen— Phöniz(Koch).— Riemke— Reichsbahn vortete Orupvenedete Spietermine ist inzwischen d Zusanzensteheng gersziensfichgermine ist inzwischen erfolgt. Nachsteyend veröffentlichen wir die neuen Kreisklassengruppen und Termine. 1. Kreisklasse: Gruppe I. SV. Germania Herne, BV. Herne=Süd, Rasensport Herne, SV. Sodingen, SV. Preußen 04.=Eickel, SV. 1911 Wanne=Eickel, SV. Phönix Bochum, BfB. Gerthe, SV. Holsterhausen, Teutonia Riemke, Fortuna Herne, Spusp. Gerthe. leichsb.=Tus. 2 Gruppe II: TuS. 26 Altenbochum, SC. Altenbochum, BV. 07 Langendreer, Westfalia Weitmar, Union Günnigfeld, SB 04/18 Langendreec, SV. Stiepel 04, Polizei=SV, Bochum, Reichsbahn=TuS, Bochum, SV. Concordia Bochum, Rasenspoxt. Bogum, Gerthe.. SV. Bochum=West. Reichsb.=TuS. V. Eickel. Aus der Gruppe I der 1. Kreisklasse steigen am Schluß des Spieljahres drei Vereine in die 2. Kreisklasse ab. — Sodinaen (Dettmar). 13. September 1936: Holsterhausen— Preußen(Kempa).— Spu Sp. Gerthe — Fortuna Herne(Jobst).— Phönir—Germania hröder).— Rasensport— Sodingen(Biermann).— Herne=Süd— VfB. Gerthe(Birtel).— 1911— Riemke (Deppe). Gruppe II. 6. September 1936: Reichsbahn— SC. Altenbochum(Goschinger).— Concordia— Weitmar(Karsten).— Langendreer 07— TuS. 26 Altenbochum(Töpling).— Günnigfeld— Polizei Bochum(Walsheim).— Rasensport— Stiepel(Krüner). Bochum=West— Langendreer 04/13(Falkus). 13. September 1936: SC. Altenbochum— Langendreer 07(Goldhagen).— TuS. 26 Altenbochum— Rasensport(Mletzek).— mar— Reichsbahn(Most).— Polizei— Concordia(Woytakowski).— Stiepel— Bochum=West(Marzinkowski). Langendreer 04— Günnigfeld(Otte). Korpführer Hühnlein an die deutsche Automobilindustrie. Nach dem für Deutschland so erfolgreichen Abschluß der 8. Internationalen Alpenfahrt hat der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, an den Vorsitzenden des Reichsverbandes der Automobilindustrie nachfolgendes Telegramm gerichtet: „Bei der 8. Internationalen Alpenfahrt, die sechs Tage lang bei Hitze und starker Staubentwicklung über 33 Hochaalpenpässe 2400 Klm. kreuz und quer durch die Schweiz führte, hat die deutsche Automobilindustrie den hohen Stand ihrer Leistungsfähigkeit erneut und eindrucksvoll bewiesen. Von insgesamt vier Alpenpokalen errangen die Mannschaften, der Werke Adler, AutoUnion DKW. und Hanomag allein drei, darunter DKW. völlig strafpunktfrei. Zwölf deutsche Fahrer erkämpften im Wettbewerb der Einzelfahrer zwölf von insgesamt 16 internationalen Preisen in Gold, darunter sechs von BMW. Dieses gute Abschneiden unserer Fahrer in den Hochalpen ist eine Auswirkung unserer planmäßig betriebenen Schulung im Kraftfahrgeländesport. Ich bitte Sie, den beteiligten Werken meinen Glückwunsch und meine ganz besondere Anerkennung zum Ausdruck zu bringen.“ 2. Kreisklasse Gruppe 1: SC. Viktoria Herne, Schwarz=Weiß Herne, Hansa Herne. Fortuna Wanne=Eickel, BC. 19 Hordel, SC. Constantin Herne, Constantin Bochum, BfL. Herne, Rasensport Wanne=Eickel, BV. Gerthe=Hiltrop, SC. 19 Werne. 3. Kreisklasse: SV. Herne. 16, Postsport Wanne=Eickel, TuS. Hannibal, Postsport Bochum, Kortum Bochum, Gruppe II: VfB. Langendreerholz, #., Laer, Preußen 11 Bochum, TuS. Carolinenglück, DSC. Bochum=Felsenburg, TuS. 87 Laer, SV. Harven, SV. 19 Wattenscheid, Germania Querenburg. Sportfr. Wattenscheid=Ost, Fortung Bochum, Germania Kaltehardt. Teutonia Stiepel, Bruchstraße Langendreer, Deutsche Edelstahlwerke, Borussia Bochum, TuS. Engelsburg. Nach der Spielzeit 1936/37 steigen aus jeder Gruppe der 2. Kreisklasse zwei, also insgesamt vier Dafür steigen die ersten vier Vereine der 3. Kreisklasse in die 2. Kreisklasse auf. Vogt. Kreissportwart. * Samstag, 5. September d.., findet im Kurhaus in Wanne=Eickel, Wirk Karl Elbert, eine Besprechung sämtlicher Kreisklassenvereine des Kreises Bochum statt. Vereine wollen unbedingt ihre Vertreter entsenden, da wichtige Sachen bekanntgegeben werden. Gauamtmann Becker wird persönlich sprechen. Beginn 19 Uhr. Vogt. 2. Kreisklasse Geuppel. 4m 6. September 1936: Hordel— Viktoria(Marme).— VfL. Herne— Schwarz=Weiß Herne(Ziegler)— Rasensport— Fortuna Wanne=Eickel(Potthoff).— Gerthe=Hiltrop— Constantin Herne(Rusch).— SC. 19 Werne— Constantin Bochum(Leuchter). 13. September 1936: Schwarz=Weiß— Hansa(Röker).— Constantin Herne — Hordel(Arns).— Constantin Bochum— Werne 19 (Benswollek).— Fortuna Wanne=Eickel— VfL. Herne (Bonnewitz).— Viktoria— Gerthe=Hiltrop(Cassel). Genpve nn. 4 Septenbe, 1936. LFC. Laer— Preußen 11(Skiba).— Fortuna(Schlosser).— Langendreerholz— Harpen(Höfner).— Kaltehardt— Laer 87(Toffel).— SV. 19Germania Querenburg(Nowak).— CarolinenglückWattenscheid=Ost(Jäger). 13. September 1936: Preußen 11— Carolinenglück(Schivy).— Laer 87— Harpen(Selix).— Querenburg— Kaltehardt(Wellmann).— Langendreerholz— LFC. Laer(Reuth). Wattenscheid=Ost—DSC. 81(Damm).— Fortuna— SV. 19(Möller). 3. Kreisklasse: 6. September 1936: TuS. Hannibal— Kortum(Kaufmann).— Herne 16 — Borussia(Lang).— Bruchstraße— Edelstahlwerke (Pratsch).— Postsport Wanne=Eickel— Teutonia Stiepel (Sontowski).— Postsport Bochum— Engelsburg(Ratkowfki). 13. September 1936: Engelsburg— Hannibal(Stadtler).— Stiepel. Herne 16(Pukropski).— Kortum— Bruchstraße(Picusch). — Borussia— Postsport Wanne=Eickel(Ossowski).— Edelirke Meitshort Bochnzm(Schellbase). Neue Termine e Griehiche Genppel. 6. September 1936: Germania— 1911(Kremer).— Preußen— Rasenrt(Strenger).— Herne=Süd— SpuSp. Gerthe Auto Uinion).8838 u— 84.9 Stundenklometer(Rekord);(Gütlab).— Pfl, Gerthe— Halsterhausen(Ueberdick). Was wird aus SchmelingBraddoch) Berliner Zeitungen sprechen von einem Kampf im Oympia=Stadion Im Anschluß an die Rückkehr von Max Schmeling aus Amerika werden von Berliner Blättern Mitteilungen veröffentlicht, in denen davon gesprochen wird, daß für die Abhaltung des Weltmeisterschafts=Titel= kampfes von Max Schmeling gegen Braddock auch das Olympia=Stadion in Berlin in Betracht kommen kann. Der„Berliner Lokal=Anzeiger“ nimmt unter der Ueberschrift:„Schmeling— Braddock im Olympia=Stadion?“ wie folgt Stellung: „Nach Schmelings Ansicht kommt als Termin der 17. Juni 1937 in Frage. Weltmeister Braddock ist bis zum 31. Dezember des Jahres noch an die MadisonSquare=Garden=Gesellschaft gebunden. Verschiedentlich sind Meldungen aufgetaucht, die von einer Durchführung des Kampfes im Berliner Olympia=Stadion sprechen. Man könnte für 150.000 Personen Platz schaffen.“ Die„Berliner Morgenpost“ schließt eine Betrachtung „Was wird aus Schmeling— Braddock?“ mit den Worten:„Nachdem Braddock an die Madison=Square=GardenGesellschaft kontraktlich nur noch bis zum 31. Dezember d. J. gebunden ist, sind im Auslande Meldungen aufgetaucht, die von einer Durchführung des Treffens Schmeling— Braddock im nächsten Sommer im Olymvia=Stadion wissen wollen,„ug n.. 1. An sich erscheint die Durchführung dieses großen Kampfes in Berlin durchaus möglich, und Pläne dieser Art sind auch da, doch erscheint es wenig wahrscheinlich, daß die amerikanischen Veranstalter diesen großen Kampf aus der Hand geben werden. Auf der anderen Seite ist aber auch nicht zu übersehen, daß in Amerika nicht mit 150.000 Zuschauern, gerechnet werden kann. Allerdings liegen in Newyork die Eintrittspreise auf einer Höhe, die sich vielleicht nicht ohne weiteres übertragen läßt. Immerhin ergeben sich bei einem Dollarstand von.50 Reichsmark ja andere Möglichkeiten, als diese früher bei einem Kurs von 4,20 Reichsmark gegeben waren. Braddock ist jetzt in Florida Der Borweltmeister James J. Braddock hat sich nach Miami(Florida) begeben und dort in einem Sanatorium Aufenthalt genommen. Braddock will die gichtischen Krankheitserscheinungen in seinen Armen einer Spezialbehandlung unterziehen und hofft, durch die klimatisch günstigen Verhältnisse bald wieder hergestellt zu sein. stahlwerre— Postsport Bochum(Schellhase Die vorstehenden Termine gelten gleichzeitig für die 2 Mannschaften. Anstoß jeweilig zwei Stunden vor dem Spiel der 1. Mannschaften. Die bekanntgegebene, Einteilung im GBB. Nr. 12 wird hiermit für die Gruppen 3, 4 und 5 als ungültig erklärt. Aus der Gruppe 6 scheiden Westfalia Herne und SV. Röhlinghausen aus. Begt. Kreissportwart. Der„Club“ wieder geschlagen BfB. Stuttgart—1. FC. Nürnberg:1(:1) Nach der Niederlage im Pokalkampf gegen den BfL. Benrath mußte sich der Deutsche Meister am eine weitere Niederlage gefallen lassen. Vor 6000 Zuschauern trat der„Club“ in der Stuttgarter„ThaltHitler=Kampfbahn“ dem BfB, Spurgen zu. RienherOhne Oehm, Carolin und Schmitt wurden die Rürnberger überraschend glatt geschlagen. Seite 8 Nr. 203 7 Bochumer Anzeiger# Montag, 31. August 1936 Erster Start deutscher Sportler in Wien Nach mehrjähriger Unterbrechung gingen erstmalig wieder deutsche Sportler in Oesterreich an den Start. An der österreichischen Staatsmeisterschaft der Kanufahrer beteiligen sich eine Reihe der besten deutschen Wassersportler. Allerdings konnten sie am ersten Tage, bei den Kurzstreckenmeisterschaften, zu keinem Siege kommen. Im Einer=Kajak für Frauen über 600 Meter wiederholte sich der Einlauf von der Europameisterschaft in Duisburg. Die Prager Europameisterin Parlis war erneut in:02,8 über die Münchenerin Hilde Erlwein in:068 erfolgreich. Allerdings hatte die Süddeutsche das Startkommando überhört und dadurch viel Raum verloren. Am erfolgreichsten schnitt Oesterreichs zweifacher Olymviasieger Gregor Hradetzki ab. Er siegte im Einer=Kajak in:27,1, wobei Albert Resch(München) nur den vierten Platz belegte, und im Kajak=Zweier mit Landertinger. Der Führer des Deutschen Kanuverbandes, Dr. Eckert(München), äußerte sich dem DNB=Vertreter gegenüber über den ersten Start deutscher Sportler in Oesterreich wie folgt: „Wir sind stolz darauf daß wir die alte.Freundschaft, die uns mit den österreichischen Brüdern seit Jahren verbindet, als erste deutsche Sportlergruppe anknüpfen konnten. Soeben sind wir einig geworden, zur Propagandierung unseres Sportes Anfang August nächsten Jahres wieder eine gemeinsame Nibelungen=Fahrt zu veranstalten, die tausende Paddler auf der Donau versammeln soll.“ 18 Vereine, 255 Ruderer, S5 Boote Das Meldeergebnis zur 13. Bochum=Wittener HerbstRegatta Die am Mittwoch im Bootshaus des Ruderklubs Witten vorgenommene Startverlosung brachte der 18. Bochum=Wittener Herbst=Regatta ein erfreuliches Ergebnis. 18 Vereine mit 255 Ruderern und 55 Boote nehmen an der diesjährigen Regata teil. Die stärkste Besetzung weist der„Zweite Vierer“ auf, für den sechs Vereine gemeldet haben. Ebenso sind die JungmannRennen stark besetzt, in denen die Rudervereine vornehmlich ihre Meldung abgegeben haben. Den HerbstVierer bestreiten Rudergesellschaft Linden=Dahlhausen, Steeler Ruderverein und Wassersportverein MülheimRuhr. Im Jungmann=Achter kämpfen die Vereine Etuf Essen und Wassersportverein Mülheim(Ruhr). Die gleichen Vereine haben auch den Herbst=Achter gemeldet. Besonders stark sind die Skullvoot=Rennen gemeldet. Im Jungmann=Einer starten sechs Boote und im Herbst=Einer sind vier Boote gemeldet, ebenso gehen im Doppel=Zweier vier Boote an den Start. Für die Wettbewerbe der Frauen haben ihre Meldung abgegeben: Ruderverein Bochum, Ruderklub Witten, RC. Westfalen, Herdecke und Etuf Essen. Die abgegebenen Meldungen machen 16 Vorrennen erforderlich, die Sonnabend, 5. September, ausgetragen werden. Das Meldeergebnis verspricht interessante und harte Kämpfe, die auch in diesem Jahre ihre Anziehung auf das sportbegeisterte Publikum nicht verfehlen werden. Ein dramatischer Kampf Sppg. Röhlinghausen— Westfalia Bochum 12:5 n. Verl.(:5,:).— Vorschlußrunde um den „.=.“=Handballpokal Samstag abend kam auf dem Platz des TB. Eickel das zweite Vorschlußrundenspiel um den„.=.“=Handballpokal zum Austrag, das die Bochumer nach einem dramatischen Kampf in der Verlängerung verloren. Daß es im Kampf um den Eintritt in die Schlußrunde zu einem harten Treffen kommen würde, war zu erwarten, daß er aber teilweise solche Formen annahm, muß mit Bedauern festgestellt werden. Röhlinghausens Hintermannschaft ist als sehr hart bekannt, aber die in diesem Kampf angewandte Methode, den gegnerischen Sturm schachmatt zu setzen, überstieg das Maß des Erlaubten nur zu oft. Daß sich die Westfalen etwas vorgenommen hatten, bewies das Spiel. Der Gegner war sichtlich überrascht, eine ganz auf Sieg eingestellte Mannschaft anzutreffen. Die Bochumer Angriffsreihe setzte ihr ganzes Können ein und fand dabei gute Unterstützung in der eigenen Deckungsreihe. Ein guter Tormann bildete den Abschluß der Elf. Röhlinghausen vermochte die Führung zu erzielen, aber immer wieder verstanden es die Bochumer, den Ausgleichstreffer zu holen, obwohl sie unter den körperlichen Angriffen der gegnerischen Abwehr schwer zu leiden hatten. Der sonst sehr gute Schiedsrichter verstand es nicht, die Härten des Spieles auf ein sportliches Maß zu beschränken. Verbissen kämpften die Bochumer, und fast sah es nach einem Sieg aus, als Dochl Wendeundnund-fundg Honand-VO.YT im Kanu-Länderkampf auf dem Duisburger Bertha-See Weiß sechs Minuten vor Schluß die Bochumer •4 in Führung hrachte. Röhlinghausen schaffer Der Kanu=Länderkampf Westdeutschland— Holland, der am Sonntag auf dem Duisburger Bertha=See zur Entscheidung gelangte, hatte bei weitem nicht den ausgezeichneten Besuch aufzuweisen, wie die vor acht Tagen an gleicher Stelle entschiedenen Europameister= schaften. Das Wetter war wiederum recht günstig, nur machte ein zeitweise heftiger Wind den Teilnehmern etwas zu schaffen. Westdeutschland gewann den Länderkampf gegen Holland mit 16:14 Punkten und sicherte sich den Sieg im Zweier= und Vierer=Kajak, während Holland durch Kraaier im Einer=Kajak erfolgreich war. Der Einer=Kajak brachte ein ungemein spannendes Rennen zwischen Kraaier und dem Düsseldorfer Kleckers, der noch fünf Meter vor dem Ziel einen knappen Vorsprung hatte, aber im Endspurt nicht ganz die Schnelligkeit des ausgezeichneten Holländers erreichte, der schließlich einen knappen Sieg davontragen konnte.— Im Zweier=Kajak hatte Holland lange Zeit einen Vorsprung von einer halben Länge. Auf den letzten hundert Metern kamen aber die Westdeutschen heran, die nach hartem Bord=an=Bord=Kampf mit kaum sichtbarem Vorsprung siegreich blieben.— Im Vierer=Kajak gab es einen nicht minder erbittert durchgeführten Kampf. Auch hier hatten die Holländer zu Beginn die Führung, aber 100 Meter vor dem Ziel wurden sie von den Westdeutschen ersreicht, die auf den letzten 50 Metern in famosem Spurt davonzogen und klar gewannen. Aus dem umfangreichen Rahmenprogramm verdienen vor allem zwei internationale Senioren=Rennen besondere Erwähnung. Die Ergebnisse: Länderkampf(1000 Meter): Einer=Kajak: 1. Kraaier (Holland):43,4., 2. Kleckers(Westdeutschland) :44,2.; 3. Tates(.):54,2 M.— Zweier=Kajak: 1. Kleckers Brüggemann(.):23,6.; 2. Kraaiervan Tongeren(.):25.2.; 3. Wellmanns Calaminus(.):27,2.; 4. Gebr. Wydekop(.).— ViererKajak: 1. Westdeutschland(Brüggemann Fritzemeier Schwarz Kube):58,2.; 2. Holland:00 Minuten. Internationale Rennen: Einer=Kajak: 1. Kleckers (VfWS. Düsseldorf):57., 2. Tates(Holland):08 M.— Einer=Kajak, Frauen(600 Meter): 1. Lingius (Holland):30 M.— Gaustaffel, 4000 Meter: 1. Wanderfalke(Essen) 15:11,2 M.— Senioren(1000 Meter): Einer=Kajak: 1. Brüggemann(Wanderfalke Essen):00,4 M.— Zweier=Kajak: 1. Kube Schwarz (Wanderfalke Essen):36 M.— Junioren(1000 Meter): Zweier=Kajak: 1. Hallbach Dahm(Paddlergilde Düsseldorf):30 M.— Einer=Kajak: 1. Ellgering(Kanuvereinigung Hamborn):10 M. aufe Lreinnungsverkenn. Tus. Bochum— SV. Mülheim 06:1(:0) Eine gut gelungene Generalprobe für den Start zu den diesjährigen Meisterschaftsspielen war das Rückspiel des TuS. am Samstag abend gegen den vorjährigen Mittelrheinmeister, den Sportverein Mülheim 06. Die Bochumer konnten ihren im Vorspiel in Mülheim errungenen Sieg diesmal in weit deutlicherer Form wiederholen, obschon die Mülheimer in stärkster Aufstellung den Kampf bestritten, und zwar mit dem gaurepräsentativen Torwart Mombre und dem ebenfalls zur Mittelrheingaumannschaft zählenden Verteidiger Arweiler. Von den bekannten Mülheimer Standardspielern fehlte lediglich der Mittelläufer Hof, der durch Ruff ersetzt war. Den Mittelstürmerposten versah der alte Mülheimer Kämpe Dr. Niggemeier. Die Tus.=Mannschaft trat in der Besetzung Kuskowitz; Dickamp, Hannemann; Rosendahl, Kestermann, Wex; Annanias, Wiemann, Mense, Menski und Gockel zum Kampf an. Der in der Bochumer Elf neu in Erscheinung tretende Verteidiger Dickamp erwies sich als ein sehr schneller und auch erfolgreicher Zerstörer. Mit schneidigen Offensiven begannen die Bochumer den Kampf und konnten in wenigen Minuten einen Vorsprung herausholen, von dem sie während des ganzen Spieles zehren konnten. Fast schulmäßig lief der Ball von Mann zu Mann, wobei auch die Bedienung der Außenstürmer nicht vergessen wurde. Schon nach wenigen Spielminuten gab Bochums Mittelstürmer Mense einen Ball hoch aufs gegnerische Tor. Der Mülheimer Mombre verschätzte sich und ließ das Leder passieren. Dann bemühte sich der wieselflinke Bochumer Menski darum, seine drei Tore aus dem Vorspiel zu wiederholen, was ihm auch in knapp zehn Minuten gelang. Eine Vorlage des Halbrechten verwandelte er direkt aus der Luft, bei einem Duell mit dem gegnerischen Hüter blieb er siegreich und konnte als sein drittes Tor einen Flankenball Annanias mit dem Kopf einlenken. Innerhalb zwölf Minuten ein Vorsprung von:0 für Bochum, das war ein bißchen viel für die kampferprobten Gäste, die sich erst jetzt richtig zusammenfanden und den Bochumer Angriffswellen Widerstand entgegenzusetzen vermochten. Bis zur Pause wurde auf beiden Seiten nichts Zählbares mehr erreicht, denn auch die Bochumer Hintermannschaft vermochte die Mülheimer Angriffe rechtzeitig zu stoppen. Die zweite Hälfte begann mit erfolgversprechenden Vorstößen der Gäste, während die Bochumer nicht mehr die große Leistung der ersten Viertelstunde zeigten. Kuskowitz und die beiden Verteidiger mußten kurz hintereinander noch so eben die Gefahr zu bannen. Nach einer Viertelstunde konnte Mense dann einen schönen Vorstoß mit dem fünften Tore für Bochum abschließen. Unmittelbar im Anschluß hieran kamen die Mülheimer zum wohlverdienten Ehrentreffer durch ihren Halblinken Mehlmann, der diesen Erfolg nach schöner Zusammenarbeit mit dem immer noch guten Mittelstürmer Dr. Niggemeier erzielte. Auf beiden Seiten wurden weitere Erfolge verhütet. fern. Die bessere Spielweise trat aber in diesem Spielabschnitt hervor und führte zu zwei Toren. Vergeblich strengte sich der Gast an, um den Vorsprung wettzumachen. Nach der Pause beherrschte der Gastgeber klar das Feld und buchte weitere Tore, denen der Gegner nur ein Tor entgegenzusetzen vermochte. Sicherer Dahlhaufer Sieg SC. Dahlhausen— Essen=West 81:2(:1) Ein schönes Kampfspiel gab es an der Kassenbergerstraße, wo die Dahlhauser die spielstarken 81er aus der Essener Vorstadt zu Gast hatten. Der Sport=Club zeigte in diesem Treffen, daß er trotz einiger Spielerabwanderungen noch sehr spielstark ist. Der Sieg des Platzvereins ist auf Grund der besseren Gesamtleistungen in der zweiten Hälfte vollauf verdient. Bochum=West— Borussia Bochum:1 Am Sonntag vormittag trugen die beiden Mannschaften ein Freundschaftsspiel aus, das die Platzleute verdient für sich entschieden. Die Borussen setzten dem Gegner zwar energischen Widerstand entgegen, vermochten aber dem ständigen Druck des gut aufgelegten Angriffs der Platzmannschaft nicht standzuhalten. Bereits bei der Halbzeit hatte sich Bochum=West einen knappen Vorsprung gesichert. Witten=Heven— Werne 19:2 Der SC. Werne war am Sonntag in Heven zu Gast und erkämpfte sich einen knappen, aber sicheren Sieg. Das Schlußergebnis stand bereits in der Pause fest. Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gastgeber dann zwar mit aller Kraft, aufzuholen, scheiterten aber an der sicheren Abwehr der Werner Hintermannschaft. Sp. u. Sp. Gerthe— BV. Hiltrop:0(:0) Diese neue Lokalbegegnung auf dem Spiel= und Sportplatz endete mit einem eindeutigen und durchaus in dieser Höhe verdienten Siege der Spiel=und=Sportler, die sich in einer überaus guten Verfassung zeigten. Die junge Mannschaft der Hiltroper zeigte sich den Anforderungen, die das Spielvermögen der Gerellte, nic Auch Gerniannia negie Aöeh BV. Altenelsen 06—Germania Bochum:4(:1) chumer mit chaffte aber noch vor Ablauf der Zeit den Ausgleich, so daß eine Verlängerung notwendig war. Die Bochumer waren nun derart mitgenommen, daß sie den Kampf aufsteckten, so daß Röhlinghausen zum zahlenmäßig hohen Sieg kam, ohne aber meisterliche Leistungen zu zeigen. Friedrich Einzellieger bei der Kreismeisterschaft der Geräteturner Sonntag kam in der Turnhalle an der Fahrendeller Straße die Kreismeisterschaft im Geräteturnen zur Durchführung, die mit einem Siege des Herners Friedrich endete. Mit nur einem Punkt Rückstand endete der Bochumer Platzek auf den zweiten Platz. 1. Friedrich(Herner Turnverein 78), 220 Punkte 2. Platzek(Friesen Bochum), 219 Punkte 8. Kargol(Constantin Bochum), 218 Punkte 4. Casoelher(Herner Turnklub), 217½ Punkte. 5. Schöpel(Herner Turnverein 73), 217 Punkte. Mißlungen Rekordversuche von Koike und Terada In der Schwimmbahn des Empire SP. in Wembley unternahmen die beiden Japaner Koike und Terada über 200 Meter Brust und 800 Meter Kraul Rekordversuche, um die von den Franzosen Taris bzw. Cartonnet gehaltenen Höchstleistungen über diese Strecken in ihren Besitz zu bringen. Beiden mißlang jedoch der Versuch: Koike brauchte für 200 Meter Brust 2,49,3 Minuten(Cartonnet:39,3), Terada legte die 800 Meter Freistil in 10,22,6 Minuten zurück und blieb damit sieben Sekunden über Taris' Rekord. In einem Wasserballspiel gewann eine englische Mannschaft mit:2 Toren gegen die Japaner. Japaner nicht zu schlagen Auch der zweite Tag des Londoner JapanerSchwimmfestes im Wembley=Stadion endete mit eindeutigen Siegen der ostasiatischen Schwimmsport=Weltmacht. So gewann Arai die 100 Meter Kraul in 58,2 vor seinen Landsleuten Tsurioka und Miyapaki. Ueber 200 Meter war Sugiura in 2,15,6 nicht zu schlagen. Die 400 Meter Kraul fielen an den jungen Uto, der in 4,53,3 Minuten Negami und Makino auf die Plätze verwies. Die 300=Meter=Lagenstaffel holte sich Japan in 3,22 Minuten. Die einzige Niederlage ronnten Englands. Schwimmer ihren Gegnern in der 4X50=Meter=Kraulstaffel beibringen, die von den Briten in 1,50 Minuten gewonnen wurde. Der Wasserballkampf endete mit einen:=Erfola des Emvire Swimming=Clubs. Zum Abschluß der Jubiläumsfeierlichkeiten traten die Bochumer Germanen am Samstag in Altenessen am Kaiserpark zu einem Freundschaftsspiel gegen den Ballspielverein Altenessen 06 an, der sein dreißigjähriges Jubiläum feierte. Rund 1500 Zuschauer wohnten diesem Treffen bei, das in seinen Auswirkungen eher den Charakter eines Meisterschaftskampfes trug, bei dem es um„Sein oder Nichtsein“ geht. Die von Seiten des Gastgebers ins Spiel getragene große Härte hatte zufolge, daß bei den Bochumern Philipp bereits nach halbstündigem Spiel und Trawny kurz nach der Halbzeit verletzt das Spielfeld verlassen mußten. Es war natürlich, daß nach dem Einsetzen der Nachwuchsspieler Bernhard und Schiefer das Spiel der Bochumer vorerst nicht so durchschlagskräftig wie vordem war. Um so größer aber ist der Enderfolg der Bochumer zu bewerten. Die Bochumer konnten nach 10 Minuten durch Lasarski I in Führung gehen und dieses Ergebnis trotz heftiger Gegenangriffe der Altenessener halten. Als nach dem Wechsell Trawny durch Verletzung ausschied und Bochum vorübergehend mit nur 10 Mann den Kampf bestritt, kamen die Altenessener aus offensichtlicher Abseitsstellung heraus zum Ausgleich. Als die Germanen durch Bernhard ihre Mannschaft wieder ergänzt hatten, dauerte es eine Weile, bis sich die Elf wieder gefunden hatte. Altenessen wurde dann aber immer mehr in die Abwehr gedrängt. In regelmäßigen Abständen kamen die Bochumer dann durch Nölle und Bernhard zu drei weiteren Toren. Trotz der Ersatzeinstellungen lieferten die Bochumer jetzt ein Spiel, an dem man seine Freude haben konnte. Aus dem Spielgeschehen ist noch zu berichten, daß Bochums Hüter Lasarski II einen glänzenden Tag hatte und zwei sicher scheinende Tore, einen Elfmeter und einen Strafstoß, verhütete. Nach dem Spiel war der harte Kampf des Feldes vergessen, und noch lange blieben die Bochumer Germanen mit dem Jubiläumsverein im gemütlichem Kreise beisammen. Wellere Celehenandipfeie MBV.-Niederlage MBV. Linden— SC. Hörde:1(:1) Die Lindener hatten sich den SC. Hörde verpflichtet und damit keinen schlechten Griff gemacht; denn die Gäste erwiesen sich als eine recht starke Einheit. Vor allem war es die Hintermannschaft, an der Lindens Angriff immer wieder scheiterte. Die gute Aufbauarbeit der Gäste=Läuferreihe sorgte dafür, daß der schnelle und entschlossene Sturm zahlreiche erfolgversprechende Angriffe einleitete. Allerdings erwiesen sich der Schlußmann und die Verteidigung der Gastgeber als sehr sicher und zerstörten immer wieder die Angriffe der Gäste. Der Lindener Sturm fand in seiner Läuferreihe nicht immer die Unterstützung, um sich bei der guten Deckung des Gegners durchzusetzen. Das einzige Tor des Spieles resultiert aus einem Elfmeterball, den die Gäste unhaltbar verwandelten. Alle Anstrengungen der Platzleute, ein Unentschieden herauszuholen, waren vergeblich. Wattencheid in Form Wattenscheid 09/30— Witten 92:3(:1) Reich war der Torsegen und erbittert der Kampf, den sich die beiden Rivalen im Gesellschaftskampf an der Verbandsstraße in Wattenscheid lieferten. Es war nicht die alte, aus der Meisterschaftsserie her bekannte Wittener Elf, die gegen die Wattenscheider am Samstag abend in die Schranken trat. Durch fünf Ersatzleute erheblich gehandikapt, versuchten die Rotweißen von der Ruhr, das technische Plus der neuformierten und glänzend eingespielten Wattenscheider Elf durch ungestümen Eifer wieder wettzumachen. Es gelang zwar, 30 Minuten lang ein ebenbürtiger Gegner zu sein, dann fiel die Elf mehr und mehr dem Tempo zum Opfer. Der vorzügliche Innensturm der Platzleute mit Strezelewski, Gräwe und Rest umging spielend leicht die Ersatzverteidigung der Rotweißen, traf dann aber in Röttgers auf einen Mann, der durch glänzende Abwehrleistungen Erfolge der Wattenscheider zu verhindern wußte. Auf vorgeschobenem Sturmführerposten war der Ex=Dahlhauser Grawe die stärkste Waffe des schwarzweißen Sturmes, mit seinen vier Treffern zugleich erfolgreichster Torschütze. Schon die ersten Minuten brachten den Platzleuten überraschend durch Gräwe die Führung. Weiterhin steht der Kampf im Zeichen der Wattenscheider Ueberlegenheit, die jedoch erst in der 40. Minute durch einen von Walga verwandelten Handelfer zum zweiten Erfolge kommen. Bei einem plötzlichen Gegenangriff der Wittener verursacht der frühere Höntroper Koppel, als linker Läufer spielend, einen Eckball, den Garnefeld zum:1 ins Tor köpft. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff ist es wieder Gräwe, der mit einem unhaltbaren Flachschuß das Halbzeitergebnis herausschießt. Die zweite Hälfte wird dann eine einseitige Wattenscheider Angelegenheit. Nachdem Witten durch Foge auf:2 herankommt, erhöhen Strezelewski und Rest auf:2. Wiederum war es der jugendliche Wittener Mittelstürmer, der einen überraschenden Angriff der Gäste mit dem dritten Tor abschloß, dem aber Rest und Gräwe zwei weitere Tore entgegensetzten, die das:3 herstellten. Rasensport Bochum— Polizei=SV. Bochum:1 Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Während die Rasensportler vier Leute ersetzen mußten, waren es bei dem Gast sogar deren sieben. Die Folge war, daß beiderseits die einheitliche Note fehlte. Der starke Wind tat ein übriges, um den Spielaufbau zu stören. In der ersten Halbzeit hatten die Gäste den Wind zum Bundesgenossen, ohne aber dadurch zu einem Erfolg zu kommen. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Rasensport verstand es, aus dem Rückenwind Nutzen zu ziehen und ging mit:0 in Führung. Erst kurz vor Schluß gelang es den Gästen, den einzigen Gegentreffer anzubringen. Langendreer 07— TuS. Altenbochum:1(:1) Ein spannendes Gesellschaftsspiel lieferten sich die beiden benachbarten Mannschaften. Die Gäste bewiesen, daß ihre Mannschaften im Kommen ist. Sie zeigten gegen die nicht schlechten Platzleute ein annehmbares Spiel. Bei gleichwertigen Leistungen im Feldspiel gab es vor beiden Toren kritische Situationen. Die Gäste konnten bis zum Seitenwechsel einen der zahlreichen Angriffe mit einem Tor abschließen. Nach der Pause setzte Langendreer alles ein, um den Vorsprung der Gäste aufzuholen. Nach guten Leistungen des Innensturmes gelang es auch. Die beiderseitigen Anstrengungen um den Siegestreffer blieben ohne Erfolg. TuS. Carolinenglück— Laer 87:1 Die Gäste aus Laer konnten der Platzmannschaft nur in der ersten Halbzeit eine ebenbürtige Partie liether an sie stellt nicht gewachsen. BfV. Gerthe— Ruhrtal Witten:0(:0) Der überaus stark veränderten Mannschaft der Gerther Bewegungsspieler gelang es in diesem Rückspiel, die Pfingsten in Witten erlittene Niederlage wieder wettzumachen. Die zahlreichen Neuaufstellungen in der Gerther Elf bewirkte natürlich, daß sich die Mannschaft erst langsam zusammenfand. Immerhin zeigte sie sich in der Gesamtstarke den Wittener Gästen noch gewachsen. Die treibende Kraft in der Gerther Mannschaft war der Halblinke Bic, der auch unmittelbar vor dem Seitenwechsel das einzige Tor des Tages erzielte. LFC. Laer— Urania Lütgendortmund:3(:2) An der Dannenbaumstraße ist es nicht leicht, die Platzleute aus dem Konzept zu bringen. Wenn es den Lütgendortmundern dennoch gelang, so hatten sie harte Mühe, diesen knappen Sieg mit nach Hause nehmen zu können. Bis zur Pause hatten sich die Gäste einen geringen Vorsprung erkämpft, den sie nach dem Wechsel nur mit Mühe und Not halten konnten. Germania 06(Res.)— Preußen 11:0(:0) Die Preußen aus der Vöde weilten als Gast bei der Reserveelf der Germanen. Nach durchaus gleichwertigem Spiel unterlagen sie nur knapp. Knappe Preußen-Niederlage BfV. Bielefeld— Preußen 07 Bochum:2 Die beiden Aufstiegsgegner aus den verflossenen Aufstiegsspielen, trafen sich vor Beginn der neuen Saison noch einmal am Samstag in Bielefeld. Nach den beiden Niederlagen in den Aufstiegspielen gelang es den Bielefeldern nun, auf eigenem Platz zu einem knappen Siege über die nicht ganz komplette Bochumer Mannschaft zu kommen. Schalke Ipielt nur unentschieden SV. Beuel— Schalke 04:2(:1) Zur Einweihung des neuen Beueler Stadions hatte sich der Gauligaa=Neuling SV. Beuel 06 den zweifachen Deutschen Meister FC. Schalke 04 zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Schalke spielte bis auf Szepan in stärkster Besetzung. Auf halbrechts stürmte Berg, der aber in der zweiten Hälfte verletzt ausschied und ersetzt wurde. Ebenfalls trug Urban eine Verletzung davon, machte aber mit stark bandagiertem Knie weiter mit, ohne indessen über eine Statistenrolle hinauszukommenn. Beuel hatte sich durch den Neuendorfer Gauchel verstärkt, der in der ersten Hälfte den Sturm führte, nachher aber halbrechts spielte. In der 89. Minute brachte der Halblinke Hubert Elbern den Gastgeber in Führung. Zwei Minuten vor der Pause glich Kuzorra aus. In der sechsten Minute der zweiten Hälfte führte Schalke durch Pörtgen:1, doch die eifrigen Mittelrheinischen schafften in der 18. Minute durch Gauchel wieder den Gleichstand und konnten auch das Unentschieden bis zum Abpfiff halten. Erster Fortuna-Sieg Tura Leipzig— Fortuna Düsseldorf:3(:1) Die Düsseldorfer Fortuna konnte nach den Niederlagen gegen Klafeld und Fürth und dem Unentschieden in Schweinfurt am Samstag in Leipzig gegen die dortige Tura=Mannschaft mit:2(:2) zum ersten Sieg in der neuen Spielzeit kommen. 10000 Zuschauer waren mit den Leistungen der Düsseldorfer, die ohne Bornefeld, Mehl und Czayka antraten, recht zufrieden. Deutschland— Holland am 6. Dezember Die deutsche den Spie Schottland, Irland und Italien in diesem Jahre auch noch gegen Holland spielen. Das Treffen wurde für den 6. Dezember vereinbart. Der Austragungsort steht noch nicht fest, wenn auch Düsseldorf schon mehrfach genannt wurde. Ueberraschend hoch Niedersachsen— Südwest:2(:). Mit einer überraschend hohen Niederlage endete für die Fußballelf des Gaues Südwest der Freundschaftskampf gegen Niedersachsen am Samstag in Braunschweig. Vor 3000 Zuschauern siegten die Gastgeber mit :2(:), zahlenmäßig allerdings etwas zu hoch. Bereits bis zur Pause stand der Sieg Niedersachsens fest, nachdem Maier, Heidemann und der frühere Hamborner Billen(8) fünf Tore vorgelegt hatten. Nach dem Wechsel trat Südwest in etwas veränderter Aufstellung an. Rihm buchte den ersten Gegentreffer, doch stellte Billen das Ergebnis auf:1. Das zweite Gegentor fiel durch Flohr, aber Niedersachsen schoß durch Malecki noch ein siebtes Tor. Südwelt diesmal Giegreich Nordmark:3(:0) geschlagen Nach ihrer empfindlichen Niederlage in Braunschweig trat die Süd=West=Elf in Hamburg in veränderter Aufstellung an. Es spielten: Südwest: Ittel: Sold, Stubb: Allermann, Kiefer, Klees: Röll, Regenfuß. Schlucker, Flohr, Simon. Nordmark: Kruse: Stührk, Schwartz: Rohde, Baur, Kahl; Weber, Seeler, Kurzke, Leugers, Dörfel Ih Da bei der Nordmarkelf in letzter Minute verschie Seite 9 Nr. 203 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 31. August 1936 dene Absagen kamen, mußte die Mannschaft in etwas beränderter Aufstellung antreten. Die erste Halbzeit stand völlig im Zeichen der Süddeutschen. die mit aller Macht bestrebt waren, die Niederlage des Vortages auszugleichen. Schon in der siebenten Minute fiel durch den Mittelstürmer der erste Erfolg. Fünf Minuten später erhöhte der Linksaußen auf:0. In der 88. Minute führte eine glänzende Einzekleistung des Halblinken Flohr zum dritten TrefNach der Pause batten die Gäste ihre Mannschaft etwas geändert, aber die Nordmark nahm jetzt für einige Zeit das Kommando in die Hand. Allein die Südwestabwehr. in der Sold und vor allem Stubb ganz ausgezeichnet spielten, verhütete Erfolge der Norddeutschen. Diese mußten sogar nach schn zi nuten einen weiteren Treffer für die Gäste zutgen. Der Halblinke Flohr war wieder der Schutze. Dann fanden sich die Norddeutschen besser und kamen zu drei Treffern. Mercedes beendet das Rennjahr letzten Rennen eice Gresen Beise uiche die Kelsiten sies disen Grunde ist auch eine Meldung für den Großen Preis von Italien auf der Bahn von Monza unterblieben. Fußball im Reich Westfalen: TuS, Bochum— Köln=Mülheimer (Sa.):1; Westfalia Bochum— SV. Höntrog,(Sz.) :4; Borussia Dortmund— Duisburger 3V. 08:6; Erle 08— CfR. Köln:1.„ 8 Niederrhein: BV. Altenessen— Germania Bochum (Sa.):4; VfL. Benrath— VfB. Hilden:0; Kray 04 — SSV. Velbert:3. Mittelrhein: FV. Beuel 06— Schalke 04:2. Im Reich spielten: Tura Leipzig— Fortuna Düsseldorf(Sa.):3; Vorwärts RSV. Gleiwitz— Fortuna Düsseldorf:4; Karlsruber FV.— TRU. Düsseldorf(Sa.),::,1. Ulm— TRU. Düsseldorf:1; Kurhessen Kassel— RotWeiß Oberhausen:3. Spiele der Gaumannschaften: Hamburg: Nordmark— Südwest:4(:); Braunschweig: Niedersachsen— Südwest(Sa.):2(:); Magdeburg: Mitte— Niedersachsen:1(:). Brandenburg: Minerva 93— SC. Planitz:6; Tennis=Borussia Berlin— BC. Hartha:4. Schlesien: Breslauer SV. 02— Berliner SV. 92 :8; Vorwärts RSV. Gleiwitz— Fortuna Düsseldorf Sachsen: Tura Leipzig— Fortung Düsseldorf(Sa.) •6; Sportfreunde Harthau— Wacker Leipzig:3; Poiet ognng 1. SV. Jenck:2. Vanr Vierund Scherenn Rad-Weltmeilterschaften der Amateur- und Berufsflieger entschieden Nur ein dritter Flatz für Deutichland elders ale durchgrsevt baten, begujausen auzschleben, brachten sich Merkens und Richter bei den Verufstlegern ins Viertelfinale, Viertens under(gerarzif gesctlagen und belegte nur den dritten Platz, Weltmeister wurden der ziztegn pase in Beszlag legg Veloter Scherens, der den Titel der Berufsflieger nun schon zum fünften Male in Beschlug leger: Narkählelberg teined aus Beginn der Rad-Weltmeisterschaften in Zürich Vorlauf;, 1. Pola(Itaschärfstem Kampf ein totes Rennen. hauptete den dritten Platz vor Barolea und Gratianus. Düsseldorf, 30. August risane.— Ferner: Debatie, Gabler Tpurtlind, Helmspiße. Toto: S. 26, Bl. 12. 12. P3. Fimlay' Satie 2:.: 1. Bolandts Thimble B1g Zauszuh, 1tgmarg'ge .5. Loiderrose. Toio: S. 3k. Bl. 11. 11., 11. Einlaus. sunke, 3. Lösegeld 4. Gildetraut.— Ferner: S. 19, Pl. 11, 12, 13, 15. Einlaufswette: 64 4..: 1. Wuthenaus Heimfabrt(Raigergeger graig. 21%,, Cgg, h far Pgiegssischer Bexoig glris für Heim: S. 57,381. 20 fur Verlntsghez. S. 11, Pl. 16 für Heim.: 1. Negeleins Peterle(Rastenberger), 2. Meisterbieb, 3. Miühra.— Ferner: Paul Feminis, Selim, Aurel, Treuer Husax, Grifson. Toto: S. 16, Pl. 13, 16, 24. EinLaufergg;#### Kämpfe zu sehen bekamen. Größere Ueberraschungen gab es nicht, im allgemeinen behaupteten sich die Favoriten. Die es im Vorlauf nicht schafften, hatten durch den Hoffnungslauf die Möglichkeit, sich die weitere Teilnahme zu sicherh.,„Fiziziarten sich 8: Mit einer Ausnahme qualifizierten sich die deutschen Bewerber sowohl bei den Amateuren als auch bei den Berufsfahrern für die Achtelfinals, mit denen am Sonntag die Schlußkämpfe der„Fl wurden. Nur der Bochumer Hasselberg kam durch unkluges Fahren im Vorlauf um seine Aussichten und linger(USA.), 8. Hasselberg(Deutschland); 8. Vorlauf: 1. Renaudin(Frankreich), 2. Hendricx(Belgien), 3. Dusika(Oesterreich); 9. Vorlauf: 1. Wäglin (Schweiz), 2. Dissing(Dänemark), 8. Murakani(Japan); 10. Vorlauf: 1. Georget(Frankreich), 2. Burkäufe!., Tauf, 1. Figanh“en).— Hoffnungs, 6. Po:: Zosers Freigelt,(M. Scomizh,., Poitzire II. Kameradschaftler.— Ferner: Bastlex, LPperzerr, gingg; vine, Windsor. Toto: S. 25, Pl. 12, 17, 15. Eintaufs„“.: Köhlers Manoli(Hochstein), 2. Kuturuz, 3. ei Chemnitz—.— Planitz:1; Bö. 38 Chemnitz— Nordmark: 1. FC. St. Pauli— Blau=Weiß Berlin :2: Hamburger SV.— Viktoria 89 Berlin:2. Niedersachsen: Eintracht Braunschweig— Hertha, BSC. Berlin:3; Algermissen 1911— Eimsbüttel Hamburg:0; Arminia Hannover— Werder Bremen :1; Bremer SV.— Werder Bremen:8: Arminia Hannover— Bremer SV.:0; Borussia Harburg— Viktoria 89 Berlin:1. Bage, um ge Kafel.4; Nordbessen: Hermannia Kassel— BV. 06 Kassel.*; Kurhessen Kassel— Rot=Weiß Oberhausen:8; Hessen Hersfeld— Offenbacher Kickers:3; 1. FC. 98 Hanau — BfR. Mannheim:9,„..ghnen Esr=1. Südwest: Eintracht Franrfurt— Dresdner Se.:1; Post Frankfurt—. FSV. Frankfurt:4; Phönix Ludwigshafen— Wormatia Worms:2.„#e.9. Baden: Karlsruher FV.— TRU. Dusseldorf:2; SV. Göppingen— Germania Brötzingen:2; 1. FC. Kaiserslautern— Wormatia Worms:4: 1. FC. Pforzheim— Lausanne Sports:8; SV. Waldhof— 1. FC. Nürnberg:5; VfB. Mühlburg— Phönix Karlsruhe:2. Württemberg: VfL. Neckarau— Arminia Bielefeld :1; VfB. Stuttgart— 1. FC. Nürnberg:1; Sportfreunde Stuttgart— Stuttgarter Kickers:8; Heilbronn 96— FSV. Frankfurt,:4. Bayern: 1. ESV. Ulm— TRU. Düsseldorf:1; BC. Augsburg— Sportfreunde Eßlingen:1; Schwaben Augsburg— Bayern München:4. Frl. Ullitein und Olliff Abschluß in Bad Homburg. Bei schönem Wetter und gutem Besuch wurde am Sonntag das Internationale Tennisturnier in Bad Homburg zu Ende geführt. Bei den Frauen kam die Leirzigerin Frl. Ullstein zu einem schönen Erfolg, denn im Schlußspiel erzielte sie nach hartem Kampf mit Frau Beutter=Hammer einen:=(:=)Sieg. Der Engländer Olliff brachte im Endspiel der Männer gegen den rumänischen Meister Schmidt die größere Erfahrung und Ausdauer mit und siegte:6,:6,:6,:4,:2. Im Frauendoppel war das deutsch=englische Paar RostDearman nicht zu schlagen. Frau Schneider=PeitzSarkany wurden:2,:2 besiegt. Lohmann im 1. Lauf Die Auslosung zu den Steher=Vorläufen Am Dienstag werden die beiden Vorläufe zur Steher=Weltmeisterschaft in Zürich in folgender Be1. Lauf: Lacquehay(Frankreich), Titelverteidiger; Lohmann(Deutschland), Severgnini(Italien), Geers (Belgien), Danholt(Dänemark), Snoek(Holland) und 2. Lauf: Metze(Deutschland), Rousse(Belgien), Raynaud(Frankreich), Alkema(Holland), Manera(Italien, Suter(Schweiz) und Prieto(Spanien). Radsport=Kongreß in Zürich Den Auftakt der Weltmeisterschaftswoche in Zürich bildete der Kongreß des Internationalen Radsport=Verbandes unter dem Vorsitz von Präsident Burgi (Schweiz). Von den Beschlüssen ist die Ergäezung der Amateur=Weltmeister, sondern auch im folgenden Kalenderjahr nach ihrem Siege Berufsfahrer werden dürfen. Nachdem Dänemark das Programm für die Weltmeisterschaften 1987 vorgelegt hatte, wurden die Titelkämpfe für 1989 an Italien vergeben. Für 1940 ist Frankreich Anwärter, das zugunsten Italiens verzichtet hatte. Die Weltmeisterschaft im ZweierRadball wird am 25. Oktober letzmalig in der Schweiz durchgeführt, während die Titelkämpfe im Sechser=Rasenradball ganz aus dem Weltmeisterschaftsprogramm gestrichen wurden. Die Zahl der im Internationalen Radsportverband zusammengefaßten Landesverbände vergrößerte sich weiter, nachdem die Aufnahme von Venezuela, Peru, Südafrika und San Marino genehmigt wurde. Der 65. Kongreß der UCJ. findet am 6. Februar 1987 in Paris statt. Gustav Eder will Weltmeister werden Gustav Eder muß vor seinem Weltmeisterschaftskampf gegen Barney Roß, der voraussichtlich im September in Ebbetsfield ausgetragen wird, noch einen Vertrag in Newyork erfüllen. Sein Gegner wird der Amerikaner Mickey Serrian sein. Eder hat daraufhin sofort sein Training in Greenwood Lake fortgesetzt. lauf: 1. Scherens(Belgien), 2. Harold Smith(Australien); 4. Vorlauf: 1. Falck=Hansen(Dänemark), 2. Arlet(Belgien); 5. Vorlauf: 1. Merkens(Deutschland) 2 yan der Linden(Holland); 6. Vorlauf: 1. E. Smith 2. van der (Austratien), 2 Fe van Egmond(Holland), 2. Faucheux(Frankreich); 7. Vorlauf; 1. iond(Holland), 2. Szamotta(Polen); 8. Vorlauf: 1. Kaufmann(Schweiz), 2. Martinetti(Italien), 3. van der Heuvel(Belgien); 9. Vorlauf: 1. Richter (Deutschland), 2. Meyer=Andersen(Dänemark);, 10. Vorlauf: 1. Engel(Deutschland), 2. Dinkelkamp (Schweiz).— Hoffnungsläufe: 1. Lauf: 1. Faucheux, 2. Grundahlhansen, 8. Alt; 2. Lauf: 1. van der Linden, 2. S, Smsth, 8. Jauiz, 1. Heupgf. Ssamota; 4. endete hinter dem Dänen Magnussen und Sellinger (USA.) auf dem letzten Platz. Im Hoffnungslauf unterlag der Bochumer gegen Rigoni(Italien) und Hendricx(Belgien). Damit mußte er endgültig ausDer neue Deutsche Meister und Nachfolger von Merkens, der Chemnitzer Lorenz, gewann ebenso wie der Leipziger Ihbe seinen Vorlauf glatt, so daß die beiden Olympiasieger weiterhin im Wettbewerb stehen. Bei den Berufsfahrern schlug Meister Albert Richter(Köln) den Dänen Meyer=Andersen, Matthias Engel(Köln) setzte sich über den starken Schweizer Dinkelkamp hinweg und Olympiasieger Togi.„Werkens (Köln), der hier seinen ersten Start als Verufsfahrer absolvierte, zeigte sich dem Holländer van der Linden überlegen. Mit Lorenz und Ihbe sowie Richter, Engel und Merkens ist Deutschland in den Endkämpfen der Slieger beitens vertreten.[Lauf: 1. Dinkelkamp, T. van der Heuvel; 5. Lauf: 1. Die Ergebnisse der Vorkämpfe: Meyer=Andersen, 2. Martinetti. Die Sieger der VorAmateure: 1. Vorlauf: 1. Chaillot(Frankreich); und Hoffnungsläufe sowie Grundahlhansen kommen 2. Kunimy(Japan); 2. Vorlauf: 1. van Vliet(Hol= die Zwischenlaufe. Die Einnateldungenderrneger Die deutschen Fahrer konnten sich nicht durchietzen eic eraie 8..: 1. Ditthevs Gräfin Mariza(Schglie).: schise Alsi, Srikesreur i. a. eiensfe. Siegdoppelwette: Peterle Freigeist 42. Chantilly, 30. August 1..: 1. Aumonts Dynamo(Villecourt) 2. Reale 3 Trionette.— Ferner: Antin. Starsinch, Halmar. Black Street. La Font de Verrieres, Flamme Bleue. Toto: S. 2..: 1. Klarhs Miraslore(Semblet) 2. Star.— Ferner: Valdor II, Treignac, Jap. The Teaser, Arquebuse, Dark Lux, Bel Kacem, Love Apple. Toto: .: 1. Wertbeimers Catherinette(Johnstone). 2. Minaudiere, 3. Barberybush.— Ferner: General Urfe. Toto: 4.. 1, Macombers Desverado(v. d. Roele), 2. Guitton, 3. Babhinga.— Ferner: Bedsord, Nasr, Chatean Chinon, Tani Pis, Malik Shah, Louxour, Adrien. Toto: 5..: 1. 903 Lemnos(Semblat), 2. Stpligtst, 3. Prince Pales.— Ferner: Massia. Toto: S. 14, Pl., 11, 12. 6..: 1. Gaillards Piocere(Shreiner), 2. Rari Avis, 3. Orichalque.— Ferner: Philometer, Alcanter, Julie, Clos de Hilde. Eos II. Old England, Zuenoula, Sabir, Duguay Trouin, Motu Kari. Toto: S. 219, Pl. 61, 30, 67. Trabrennen in Recklinghausen Geries Berae. 2 ug. B,8 8..— .: 1. Baronkel(8. Blagg), Mia O.(angeh.). Toto: S. 38. Pl. der ausgezeichnete Velsit ziesen beiden sind tatsächlich Berufsfahrer holte. Mir biesen beiven uind ttfachten die besten Fahrer der Welt gerechterweise zu den Titein gekommen.... sic noch bis u. Unsere beiden Vertreter, die sich noch ois zu den Im ersen Gang,. 3..: 1. Erda(W. Heier), 2. Prinzeß Elisabetb, 3. Brooklyn, 4. Dura.— Ferner: Miß Morgan, Brillant, Daisy, Granit. Else Lee, Deutscher Vater. Toto: : 1. Totes Rennen zwischen Adda(Bes.) und Sito is(E Speckmann), 3. Basazzo.— Ferner: Doornkat, 71. Zwischenläufen durchgesetzt hatten, schieden hier aus. Ueberraschend unterlag Meister Lorenz dem Holländer Voert und Ihbe hatte das Pech, in seinem Lauf distanziert zu werden. Den Vorteil hatte„5sz, Peesung g lard, der Protest einlegte. Zu einer Wiever##tung des Laufes kam es leider nicht. In der Vore#tscheidung fand zwar Collard in nan Vliet seinen Bezwin er, es fund awar epuaron dritten Flatz, den er reichte aber immerhin noch zum oritten#la#, den er gegen den Amerikaner Sellinger, den einzigen Teilnehmer aus Uebersee, behauptete. Der Franzose Georget. der über Sellinger triumphiert hatte, traf dann auf van Vliet, gegen den er keine Chance hatte. Im Endlauf gewann der Holländer beide Läufe nach Gefallen mit je anderthalb Längen. Van Vliet darf, nzt.„Lie; sem Erfolg sehr zufrieden, sein, denn 1935 in Brüssel und auch bei den Olympischen Spielen in Berlin vermochte er sich nicht durchzusetzen. Scherens, Gerardin, Richter... „Da bei den Berufsfahrern alle drei deutschen Teilnehmer ins Viertelfinale gelangten, hatten wir einige Aussichten. Engels hatte gegen den Belgier von vornherein nichts auszurichten, während Merkens dem starken Franzosen Michard nur infolge dessen größerer Erfahrung unterlag. Michard mußte aber alles hergeben, um sich durchzusetzen. Verhältnismäßig leicht wurde Richter mit dem Dänen Falck=Hansen fertig und kam dadurch in die Vorentscheidung, die ihn mit Gerardin(Frankreich) zusammenführte. Der erfahrene sen Gdang des Endhalsfes blieh Scherend uit Handbreite vor Gerardin, gab aber im dem Franzosen mit anderthalb Längen das Nachsehen. Die Ergebnisse: Fliegerweltmeisterschaft für Amateure(1000 Meter): Die Viertelfinals: 1. Lauf;, 1. Sellinger, 2. Chaillot.— 2. Lauf: 1. van Vliet, 2. Ronaudin.— 3. Lauf: 1. Georget, 2. Polar.— 4. Lauf: 1. Collard, 2. van Fliegerweltmeisterschaft für Berufsfahrer(1000 Meter): Die Viertelfinals: 1. Lauf: 1. Scherens, 2. Engel (Vorderradlänge).— 2. Lauf: 1. Michard, 2. Merkens (20 Zentimeter).— 3. Lauf: 1. Gerardin, 2. van Egmont(eine halbe Längez.—4. Lauf: 1. Richter, 2. Falck=Hansen(eine halbe Lange). Die Entscheidungen: Amateure: Vorentscheidung: 1. Lauf: 1. van Vliet, 2. Collard(eine Länge).— 2. Lauf: 1. Georget, 2. Sellinger(drei Längen).„„ 67504# Um den dritten Platz: Collard schlägt Sellinger in zwei von drei Läufen. M Iwinnt Eaists.d. Um den ersten Platz: van Vliet gewinnt beide Endläufe gegen Georget mit anderthalb Längen. Berufsfahrer: Vorentscheidung: 1. Lauf: 1. Scherens(Belgien), 2. Michard(anderthalb Längen).— 2. Lauf: 1. Gerardin, 2. Richter(eine Länge). Um den dritten Platz: Richter gewinnt beide Läufe gegen Michard mit einer Länge bzw. Reifenstärke. Um den ersten Platz: Scherens gewinnt beide Läufe gegen Gerardin mit Handbreite bzw. anderthalb Längen. 4. Lohengrin.— Ferner: Graf Geßler, Maria., Oitt Anvil,„Herenjunge(als Zweite disgugl.), Loni Watis, Erna Bacon, Primavera, Karl Guy. Toto: S. 119, Pl. 6..: 1. Haumberger(Bes.), 2. Telta, 3. Masalda.— ColieiniaVerier 28 Lunigen Italienischer Sieg im Preis der Stadt Baden Vom besten Wetter begünstigt, nahm auch der Schlußtag der großen Rennwoche in Baden=Baden einen großartigen Verlauf. Bei herrlichem Sonnenschein bot sich auf den dichtbesetzten Tribünen des Iffesheiner Pantalion, Rennplatzes wieder ein farbenprächtiges Bild.#e wichtigste Entscheidung des Sonntags war der mit 9000 Reichsmark ausgestattete Große Preis der Stadt Baden=Baden, für den sechs Pferde gesattelt wurden. Unter ihnen befand sich auch der Italiener Chilone, der bekanntlich am ersten Tag das internationale Fliegerrennen gewann und auch über die 2100 Strecke als hoher Favorit an den Start ging. Der dreijährige Hengst siegte sicher gegen die Erlenhofer Glaukos und Idomeneus sowie Graviter, Contessina und Contessina war am Start vom Pech verfolgt. Nach dem Hochschnellen der Bänder drehte sich Contessina noch einmal und verlor dadurch zwanzig Längen gegen das gut vom Stadt gekommene Feld. Baden=Baden, 30. August 1..: 1. Willons Neandertal(Held), 2. Walthari, 3. Graf Schleiden.— Ferner Peloponnes, Marland. Toto: E. 19. Vl. 13, 14. Cinlaui=(gzzer,)“, graf amapiva. .,.: 1. Mendels Rückert.(Peters), 2. 3. Ad Gars 3..: 1. Sodesloss Lampe(O. Comioi), 2. waran, veroid.§. Origenes.— Ferner: Maiflieder, Ambre en Toc. Toto: S. 23. Pl. 15, 24. Einlaufswette: 88. .: 1. Soldos Chilone(Caprioli), 2. Glaukos, 3. Idomeneus.— Ferner: Contessina, Pommernherzog, Graviter. Toto: S. 14, Pl. 11, 12, 15.5 Einlaufswette: 60. 5..: 1. Ignatzeks Spanga(O. Schmidt), 2. Royal Pantalion, 3. Struwelpeter, 4. Kanzlist,— Ferner: Gars Pierre, Sheila. Tarquina, Berna, Friedberg, Na=Na, Maktonia. Toto: S. 76, Pl. 14, 16, 24, 13. Einlaufswette: 376. 6..: 1. 1. Graditz Treudeutsch(Zehmisch), 2. Floria, 3. Narrhalla.— Ferner: Kohinor, Muskat, Gamsbock. Toto: S. 43, Pl. 11, 10, 12. 7..: 1. Kav.=Sch. Hannopers Steinbruch(Klewitz), 2. Schwerthieb, 3. Creolin.— Ferner: Harridg, Zumily, Finor, Cosa, Adalbert. Toto: S. 146, Wr. 30, 25, 18. Heimfahrt und Perlfischer Totes Rennen im Preis von Düsseldorf Die Rennbahn in Düsseldorf=Grafenberg hatte am Sonntag einen ausgezeichneten Besuch. Der Sport ließ aber auch keinen Wunsch offen. Im Mittelpunkt des Tages stand der mit 10000 Mark dotierte Preis von Düsseldorf über 1600 Meter. Am Ablauf hatten sich acht Pferde eingefunden, von denen Palander den besten Start erwischte und sofort an die Spitze stürmte. Ideolog und Gratianus folgten vor Heimfahrt auf Adagio.— Ferner: Mardonius, zgpalig,„Imzuersart, den nächsten Plätzen. Auf dem Berg verbesserte irs Pierre. Göltath. Toto: S. 41, Pl. 15, 13, 26. Ein= Ideolog seinen Platz und ging schon vor der letzten 60.. mlag. Ecke an die Spitze. In der Geraden kam dann Heimfahrt schnell auf und zog in Front. In der Distanz stieß außerdem Perlfischer vor und erzwang nach Ferner: Mig,; Pbeinliest, Eiger,„Zulzpt, Patschuli, Peter .s.: Laronetz Dugont(Bel),&2. Senz, 3. Lode — Ferner: Adda, Salvator. Toto: S. 32, Pl. 17, 31. Auf der Landitraße Bahnschranke entschied„Rund um Kottbus“ Vom schönsten Rennwetter begünstigt, wurde am Sonntag auf der 115 Kilometer langen Rundstrecke Kottbus— Vetschau— Kalau— Senftenberg—Spremberg— Kottbus zum siebtenmal das Vorgaberennen „Rund um Kottbus“ entschieden. Neben den besten Berliner Amateuren waren auch zahlreiche Fahrer aus Chemnitz am Start. Das Rennen nahm-leider einen nicht einwandfreien Verlauf. Die=Fahrer hatten ihre Vorgaben schon nahezu aufgeholt und wollten gerade mit dem Felde der=Fahrer aufschließen, als eine geschlossene Bahnschranke 85 Kilometer vor dem Ziel die beiden Gruppen erneut auseinanderriß. Der unfreiwillige Aufenthalt von über drei Minuten raubte den=Fahrern den Mut, so daß sie schließlich das Rennen aufsteckten und erst elf Minuten hinter der kleinen=Spitze das Ziel erreichten. Spurtsieger wurde nach einer Fahrzeit von:55:00 Lohse von Diamant (Chemnitz) vor seinem Klubkameraden Seiferth, Zerm (Berlin), Peter(Forst) und Steinkrauß(Berlin). In :06:00 führte Reichelt(Chemnitz) noch hinter dem Berliner=Fahrer Mühlforth vor Herbert Schmidt, Bartoskiewicz und Dubaschny(alle Berlin) die Malleute ins Ziel. Meurer Paffrath in Düsseldorf Brod(Bochum) siegt in der Jugendklasse Auf einer fünf Kilometer langen Rundstrecke draußen im Grafenberger Wald wurde am Sonntag der Große Preis der Kunst= und Gartenstadt Düsseldorf über 100 Kilometer entschieden. 30000 Zuschauer sahen bei schönstem Wetter auf dem Kurs mit seinen schweren Steigungen und steilen Abfahrten schöne Positionskämpfe. Die Ergebnisse: Hauptklasse(100 Kilometer): 1. W. Meurer(Köln):51:26; 2. Paffrath(Solingen) eine halbe Länge, 3. F. Böttcher(Köln) 2 Längen, 4. J. Moritz(Köln), 5. H. Kehlenbach(Solingen)(erster BFahrer): Jugend(16 bis 18 Jahre): 1. Brod(Bochum): Jugend(14 bis 16 Jahre): 1. Wiesemüller (Kölni. Krückl siegt in München Das letzte Münchener Straßenrennen im olymvischen Jahr brachte die klassische Prüfung„Quer durchs bayerische Hochland“, eine Berg=und=Tal=Fahrt über 205 Kilometer. Die Fahrt war recht schnell. Schon am Ortsausgang von Partenkirchen war schließlich das ganze Rudel zusammen. Nun mußte die Mittenwalder Steige genommen werden, ein mehrere Kilometer langer Höhenzug, der die erste Sprengung der Feldes verursachte. So schälte sich eine 20köpfige Spitzengruppe heraus, die zum Wendepunkt nach Mittenwald zog. Die sengenden Sonnenstrahlen, feiner Staub und kleine Defekte dezimierten auf den letzten 50 Kilometern das Feld noch einmal um die Hälfte. Als das letzte Hindernis, der Aufkirchener Bera. erklommen wurde, hatten nur noch die Beraspezialisten die Kraft, dem kleinen Feld zu enteilen. Es waren Krückl(München) und die Schweinfurter Tiegler, Schellhorn und Seufert. Für den Münchener war es also keine leichte Aufgabe, gegen das nordbayerische Trio im Endkampf erfolgreich zu sein. Er hielt aber seinen Vorsprung. Unter dem Jubel der Massen konnte Seite 10 Nr. 203 7 Bochumer Anzeiger# Montag, 31. August 1936 1 I1 19 * 8 er am Ziel die Schweinfurter mit 1½ Längen ganz klar auf die Plätze verweisen. Das Exgebnis: 1. Kruckl(München):41:40, 2. Tiegler(Schweinfurt) 1½ Längen, 8. Schellhorn (Schweinfurt)(dicht auf), 4. Seufert(Schweinfurt) (dicht auf), 5. Zöbisch(München):42:80, 6. Kranzer (Schweinfurt):42:45. Gordon Bennetf-Rennen gestartet Drei deutsche Ballone stiegen nach der Taufe in die Luft Das 24. Rennen um den Gordon=Bennett=Preis der Lüfte für Freiballone ist gestartet. Vor einer vieltausendköpfigen Menschenmenge erhob sich am Sonntag nachmittag Punkt 17 Uhr der französische Ballon „Maurice Mallet" als erster der Teilnehmer in die Luft. Drei neue deutsche Ballone beteiligen sich am diesjährigen Wettbewerb. Es handelt sich in allen drei Fällen um Neubauten, die von den in den letzten Jahren siegreich gewesenen Polen am meisten gefürchtet werden. Die drei Ballone „Deutschlagd"(Karl, Göte ir.=Werge seldorf),„Augsburg(Ernst Frant=u. Bauderer) wurden kurz vor dem Start von dem deutschen Botschafter in Warschau, von Moltke, getauft. Nach einer Untersuchung des Ballons„Augsburg“, dessen Ausbesserung sofort vorgenommen worden war, wurde beschlossen, ihn doch im Wettbewerb starten zu lassen. Miederrtehrhegre im Leichtathlctik-Gaukampf gegen Mittelrhein und Weittalen Sachsen".(Bertram=Huber), ix.=Werner Lohmann, Düs99 DallrienFurra— Welffalla. Harmonisch verlaufene Jubelfeier des Balllpielvercins Welttalia im Parkhaus Vereinsjubiläen sind Feste besinnlicher Rückschau auf einen gemeinschaftlichen Lebensweg sportlicher Begeisterung, sie sind Meilensteine in der Geschichte eines Vereins und sollen nicht nur Festesfreude, sondern auch Schaffensfreudigkeit vermitteln, das Werk der Pioniere zu vollenden. Und so fand sich Samstag abend die große Westfalia=Familie in sportlicher Eintracht zur 25. Jubelfeier des Vereins im Parkhaus zusammen, der allen Trägern der grünweißen Farben ein Stück des eigenen Lebens bedeutet. Es war ein herrlicher Spätsommerabend, und es gehörte nahezu Ueberwindung dazu, nicht auf der von hellem LichtDer stellvertretende Vereinsführer Gerhard Berres heftet dem Spieler Faßbender die Ehrennadel an. schein übergossenen Stadtparkterrasse sitzenzubleiben. Dadurch, und da die Fußballer der ersten Mannschaft noch bis 20 Uhr mit dem Spielverein Höntrop um den Sieg kämpften, erklärt sich der etwas verspätete Beginn des offiziellen Festprogramms. Als der stellvertretende Vereinsführer Gerhard Berres dann die Feier durch eine kurze Begrüßungsansprache eröffnete, war der große Saal dicht gefüllt. Neben zahlreichen Vertretern befreundeter Vereine waren als Ehrengäste Stadtoberinspektor Surhoff, Kreisfachamtsleiter Mellis, die Mannschaft des Spielvereins Höntrop und die Altherrenmannschaft des SC.„Phönix“ Bochum erschienen. Zahlreiche Blumenspenden und Glückwunschtelegramme bewiesen, daß das silberne Jubiläum der Westfalia nicht vergessen worden ist. Die Festansprache hielt der neue Vereinsfuhrer Hilker der den gewaltigen Umschwung der sportlichen Wertschätzung in der Vor= und Nachkriegszeit herausstellte und mit Stolz darauf hinwies, daß die als idiotisch verschrienen halbnackten Wilden als Freiwillige des Weltkrieges beim ersten Trommelschlag hinausgezogen sind, um das Vaterland zu verteidigen. Mit Ergriffenheit und auch Stolz nennt der Vereinsführer nun die Namen der 14 Helden des Vereins, die ihr Leben auf dem Felde der Ehre ließen. Die Anwesenden erheben sich von ihren Plätzen. Während der Vereinsführer langsam die einzelnen Namen verliest, spielt die Kapelle das Lied vom guten Kameraden. Mit dem Gelöbnis, den Verein in fairem Sportgeist und anständiger Gesinnung seinen Weg zu führen, schloß Hilker mit einem Sieg=Heil auf den Führer seine Rede. Anschließend nahm Gerhard Berres mit launigem Begleittert die Ueberreichung der silbernen Vereinsnadel an verdiente Mitglieder vor. Der Beifall, der die Ehrungen begleitete, bewie sam besten, daß die Wahl richtig getroffen war. Es erhielten für besondere Verdienste der Westfala=Ehrennadel: Karl Faßbender, Willi und Heinrich Muck, Max Krzezewski, Willi Eichelmann, Paul Schulte, Josef Tepel, Heinrich Strunk und Heinrich Hilker. Namens der Geehrten dankte Vereinsführer Hilker für die Anerkennung ihrer Arbeit, die gleichzeitig Ansporn zu weiterer Mitarbeit sei. Das Vereinslied bekräftigte dieses Gelöbnis aller. Im nun folgenden inoffiziellen Teil übernahm Leo Sander als Bochums humoristischer„Heimarbeiter“ das Kommando. Wer es noch nicht wissen sollte, sei darauf hingewiesen, daß Leo Sander bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille für beidarmiges Drücken im Tiergarten erhalten hat. Im übrigen muß man bei ihm ein Auge zudrücken, wenn er. Sie wissen ja.. jedenfalls sorat er für Stimmung und schallendes Gelächter, das sei ihm auch hier wieder bestätigt. Sodann betätigte er sich als witziger Ansager für die Turnerinnen des TV. 48 Bochum, die Keulenspiele und zwei nette Tänze zeigten. Für eine beifallsfreudig aufgenommene Darbietung sorgten ferner die Rollschuhkünstler vom Bochumer Rollschuhklub. Den restlichen Teil des Programms bestritten die Gäste selbst. Er spielte sich auf der verlockend glänzenden Tanzfläche und für einen großen Teil der männlichen Jubiläumsteilnehmer eine Treppe tiefer am sprudelnden Bierhahn des Parkhauses ab. Nicht vergessen sei natürlich Fred Roy, der in mustergültiger Form für den musikalischen Teil der Feier sorgte. Hbg. Den Drei=Gaukampf der westdeutschen Leichtathletit am Sonntag im Kölner Stadion zeichnete prachtvolles Athletikwetter aus. Zu einem sportlichen Großereignis gehört aber auch der entsprechende Besuch— und der stellte sich in Köln leider nicht ein. Die wenigen Zuschauer sahen aber gute Kämpfe und auch durchweg schöne Leistungen. Des Niederrheins Leichtathleten entschieden schließlich den Kampf mit 181,5 Punkten vor dem Mittelrhein mit 177,5 Punkten für sich. Westfalen hatte leider nicht seine stärkste Vertretung entsenden können und kam so über 118 Punkte und den oritten Rang nicht hinaus. Zuerst hatte man in Aussicht genommen, den Gaukampf nach der englischen Wertung zu entscheiden, das heißt, die Leistungen der zwei Athleten jedes Gaues zusammen zu werten. Man kam aber davon ab und verteilte die Punkte nach der Formel„6, 5, 4 usw.“ Mit der guten Leistung von 42,68 Meter blieb der Bochumer Buschey im Kugelstoßen siegreich. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Vollmert(.), 11,2 Sekunden. 2. Vogelsang(.), 11,8 Sekunden. 3. Menze(.), 11,3 Sek. 200 Meter: 1. Vollmert(.), 22,2 Sekunden. 2. Konze(.), 22,4 Sekunden. 3. Robens(.), 22,6 Sek. 400 Meter: 1. Kisters(.), 50,2 Sekunden. 2. Glagowski(.), 50,6 Sekunden. 8. K. Helm(.), 50,7 Sekunden. 800 Meter: 1. Schumacher(.), 1,55,1 Minuten. 2. Stieglitz(.), 1,56,8 Min. 3. Büll(.), 1,58,4 Min. 1500 Meter: 1. Nastansky(.), 4,07,8 Min. 2. Zenner(.), 4,08,4 Min. 3. Seifert(.), 4,11,0 Min. 5000 Meter: 1. Berg(.), 15,23,8 Min. 2. Sander (.), 15,36,1 Min. 8. Surma(.), 15,00,1 Min. 110 Meter Hürden: 1. Kumpmann(.), 15,1 Sek. 2. Pollmanns(.), 15,4 Sek. 3. Herr(.), 15,8 Sekunden. 400 Meter Hürden: 1. Kürten(.), 56,9 Sek. 2. Nottbrock(.), 57,0 Sek. 3. Chmielewski(.), 58,5 Sek. Hochsprung: 1. Weinkötz(.), 1,90 Meter. 2. Hellerforth(.), und Prinn(.), Deun(.) und Stauß (.), alle 1,75 Meter. Weitsprung: 1. Rasky(.), 6,74 Meter. 2. Weinkötz(.), 6,67 Meter. 8. Völmke(.), 6,45 Meter. Dreisprung: 1. Sälzer(.), 13,67 Meter; 2. Weinkötz(.), 18,14 Meter. 3. Giesen(.), 12,77 Meter. Stabhochsprung: 1. Born(.), 3,71 Meter. 2. Lohmar I(.), 3,61 Meter. 3. Schmidt(.), 3,51 Meter und Regener(.), 3,51 Meter. Diskuswerfen: 1. Buschey(.), 42,68 Meter. 2. Debus(.), 41.56 Meter. 8. van der Weck(.), 41,14 Meter. Speerwerfen: 1 Bender(.), 58,83 Meter. 2. Janecik(.), 56,02 Meter. 3. Bartels(.), 54,70 Meter. Kugelstoßen: 1. Werring(.), 14,50 Meter. 2. Jansen(.), 14,87 Meter. 3. Debus(.), 14,21 Meter. Hammerwerfen: 1. Grimm(.), 42,43 Meter. 2. Brouwers(.), 41,13 Meter. 8. Schmengler(.), 38,08 Meter. 4X100 Meter: 1. Niederrhein, 42,7 Sekunden(Voß, Kisters, Konze, Robens). 2. Mittelrhein, 42,8 Sekunden. 3. Westfalen, 43,1 Sekunden. 10X½ Runde(je 250 Meter): 1. Mittelrhein, 4,52,8 Min. 2. Niederrhein, 4,52,6 Min. 3. Westfalen, 5,12,2 Min. Frauen: 100 Meter: 1. Albus(.), 12,5 Sek. 2. Winkels (.), 12,6 Sek. 8. Börtzel(.), 13,5 Sek. 80 Meter: Hürden: 1. Steuer(.), 11,8 Sek. 2. Warnemühl(.), 13,1 Sek. 8. Benkelberg(.), 13,5 Sek. Hochsprung: 1. Brenner(.), 1,50 Meter. 2. Schlösser(.), 1,45 Meter. 3. Ruthenkolk(.). Engels(.), und Hölscher (.), je 1,40 Meter. Diskuswerfen: 1. Volkhausen (.), 37,62 Meter. 2. Sireni Schumann(.), 33,08 Meter. 8. Hermanns(.), 32,74 Meter. Speerwerfen: 1. Pastoors(.), 38,94 Meter. 2. Link(.), 36,23 Meter. 3. Sireni(.), 85.41 Meter. 4X100 Meter: 1. Mittelrhein, 50,1 Sekunden. 2. Niederrhein, 51,2 Sekunden. 3. Westfalen, 55,0 Sekunden. Schaumburg Doppellieger Deutsche Siege in Straßburg Vor 4000 Zuschauern fand am Sonntag im TivoliStadion in Straßburg bei herrlichem Wetter ein internationalles Leichtathletki=Svortfest statt, bei dem auch Deutschland durch eine starke Abordnung vertreten war. Deutschlands Vertreter konnten allein in sieben Wettbewerbern die Sieger stellen, wobei Schaumburg sogar zu einem Doppelerfolg über 1500 Meter und 3000 Meter kam. In den Kurzstrecken konnten die Deutschen allerdings nur Plätze belegen, lediglich Welscher gewann den 110=Meter=Hürdenlauf. Die Ergebnisse: Sprinter=Zweikampf(100 Yards und 10 Meter): 1. Osendarv(Holland) 14 Punkte, 2. Hänni(Schweiz) 14., 3. Neckermann(Deutschland) 10., 4. Borchmeyer(Deutschland) 8 P.— 200 Meter: 1. Hänni(Schweiz) 21,8, 2. van der Beelen(Holland) 22,0, 3. Neckermann 22,0.— 400 Meter: 1. H. Henny (Frankreich) 49,8, 2. Keller(Frankreich) 50,6.— 800 Meter: 1. Johe(Frankreich):55,8. 2. Soulier (Frankreich):55,8, 3. Dessecker(Deutschland):56,4.— 1500 Meter: 1. Schaumburg(Deutschland):59,2, 2. Leichtmann(Frankreich):00 8 Domvert(Deutschland):01.— 3000 Meter: 1. Schaumburg(Deutschland):38,2, 2. Stadler(Deutschland):39,8.— 110 Meter Hürden: 1. Welscher(Deutschland) 14,8, 2. Bernard(Frankreich) 16,0, 3. Marquardt(Deutschland).— 400 Meter Hürden: 1. Johe(Frankreich) 56,0, 2. Stöck (Deutschland) 56,2.— 4 mal 100 Meter: 1. Holland 42,2, 2. Badische Staffel(Keller=Neckermann=Scheurich= Steinmetz) 42,2.— Gemischte Staffel: 1. Frankreich :05, 2. Deutschland(Stuttgarter Kickers):07.— Weitsprung: 1. Lona(Deutschland) 7,40 Meter.— Stabhochsprung: 1. Speck(Deutschland).70 Meter, 2. Howald(Frankreich).30 Meter, 3. Gerber(Deutschland).20 Meter.— Sveerwerfen: 1. Stöck(Deutschland) 64.75 Meter. 2. van der Poll(Holland) 61,90 Meter.— Diskuswerfen: 1. Noel(Frankreich) 45,78 Meter. 2. Winter(Frankreich) 43,99 Meter, 8. Lampert (Deutschland) 43,89 Meter.— Kugelstoßen: 1. Wöllke (Deutschland) 15,64 Meter, 2. Stöck(Deutschland) 14,93 Meter.— Hamerwerfen: 1. Wirtz(Frankreich) 50.23 Meter, 2. Greulich(Deutschland) 45,79 Meter. Januh des Aädicher Remarihere Pordllierenz za Hoch Weltfalia Bochum— SV. Höntrop:4(:2) Es ist eine bekannte Tatsache, daß Jubiläumsmannschaften immer mit einer besonderen Leistung aufwarten. Die Westfalia=Mannschaft, in der Sandkühler— auf Jubiläumsurlaub weilend— wieder mitwirkte, enttäuschte durchaus nach der angenehmen Seite. Höntrop war bis auf den linken Läufer, der gut ersetzt war, mit schwerstem Geschütz aufgefahren, auch die Westfalen hatten alles aufgeboten, ihrem klassenhöheren Gegner eine gute Mannschaft entgegenzusetzen, was bis auf kleine Schönheitsfehler gelang. Wenn der zahlenmäßige Unterschied in der Trefferspanne auch den Schluß zuläßt, daß die Jubiläumsmannschaft nicht mit ihrem Gegner mithalten konnte, so trügt das Ergebnis doch. Gewiß waren die Rothosen vom Höntroper Hellweg in der Ballbehandlung und im genaueren Zuspiel ihrem Gegner überlegen, im Felde glichen die Westfalen diesen Mangel durch einen kaum noch zu überbietenden Eifer aus. Lange Zeit sah es nach einem torlosen Ausgang der ersten Spielhälfte aus; als die Höntroper ganz plötzlich durch ihren Halbrechten durchaus unerwartet zu ihrem ersten Treffer kamen. Nicht lange währte jedoch die Freude der Gäste. Bei einem der vielfachen Gegenstöße, die größtenteils von dem äußerst schnellen Sandkühler eingeleitet wurden, erzwang Olschewski den Ausgleich. Sandkühler, der sich als Halbstürmer sehr um den Spielaufbau verdient machte, stand aber dennoch nicht auf dem rechten Posten. Er ist und bleibt ein Außenstürmer, der besonders durch seine Schnelligkeit und Schußfreudigkeit dem Gegner das Leben sauer macht. Auf der Gegenseite zeigte sich Chudziak als Mittelstürmer als sehr brauchbar und äußerst gefährlich. Noch vor der Pause holte er durch schnelles Nachsetzen das Führungstor.„Claus" Timpert war neben Chudziak der beste Höntroper Stürmer. Nach dem Wechsel hatten die Westfalen mehrfach Gelegenheit, den Ausgleich zu erzielen. Lukas verschoß zweimal aus sicherer Position, und Marten hatte mit einem Kernschuß Pech. Als es dem Ende zuging, zeigte Chudziak noch zweimal seine unglaubliche Schnelligkeit im Erfassen sicherer Torchancen. Einmal war ihm Claus Timpert dabei behilflich und schob ihm den Ball zu, so daß Czezorra im Tor machtlos war, nachdem er einen Bombenschuß des allein durchgebrannten Chudziak so eben noch im Herauslaufen wegfausten konnte. Kurz vor Schluß war es wieder der in bester Form befindliche Höntrover Mittelstürmer, der das vierte Tor erzielte. Westfalias Mannschaft war nicht so schlecht, wie das Endergebnis es vermuten läßt. Es hat den Anschein, als ob die Westfalen in diesem Jahre eine bessere Rolle in den Meisterschaftsspielen spielen werden als in der vergangenen Saison. Verteidigung und Läuferreihe sind hut, nur im Sturm fehlt es noch an dem notwendigen Verständnis. Weitfalie Somborn Tabellendritter Aufstiegsspiele der westfälischen Handballer Die Aufstiegspiele zur westfälischen Handball=GauUga erfuhren am Sonntag die entscheidende Wendung. wenn auch noch nicht feststeht, welcher dritte Verein neben dem TV. Spenge und SV. Jahn„Werdohl zur Gauliga aufsteigt. Zwar schlug Westfalia Somborn erwartungsgemaß den TV. Gadderbaum mit 18:3 und sicherte sich damit endgültig den dritten Platz, doch ist jetzt ein Ausscheidungsspiel zwischen den Sombornern und dem VfL. Hagen als Tabellenletztem des Vorjahres notwendig, das wahrscheinlich schon am nächsten Sonntag vor sich geht, womit das Zehnerfeld der westfälischen Gauliga endgültig ermittelt wäre. TV. Spenge— Weststfalia Ahlen 11:4(:2) TV. Gadderbaum—Westfalia Somborn:18(:11) Post=SV. Hagen— Reichsb. Recklinghausen:10 (:4) TV. Spenge Jahn Werdohl Westfalia Somborn Westfalia Ahlen Reichsb. Recklinghau Post=SV. Hagen XV. Gadderbaum Die Tabelle: Der vorletzte Tag Beim Internationalen Reit= und Fahrtunier wurde in Aachen am Samstag vormittag das am Freitag abend wegen Dunkelheit nicht mehr durchgeführte Hindernisfahren nachgeholt. Am Nachmittag begann man bereits um 1 Uhr, um das wiederum sehr umfangreiche Programm bewaltigen zu können. Gut 8000 Zuschauer bekamen bei ungemein heißem Wetter wieder ausgezeichnete Leistungen zu sehen. Den Auftakt bildete das Jagdspringen für Berufsreiter. Bei den Berufsreitern blieb unter elf Teilnehmern allein Lange auf Fahnenweihe fehlerlos. Nach einer Eignungsprüfung für Jagdpferde, bei der von den zehn Teilnehmern dem Publikum auch eine Jagd hinter dem Master vor Augen geführt wurde, nahm dann das Jagdspringen für Zivilreiter seinen Anfang. Schon beim 3. und 4. Start gab es fehlerlose Ritte, und zwar kamen SA.=Truppführer Pfordte(Essen) auf Nora III und der Aachener Röchling auf Corsar in je 85,2 Sekunden in sehr schnellem Tempo über den Kurs, so daß sie gemeinsam hinter dem in 82 Sekunden siegreichen SS.=Obersturmführer Temme mit Tasso den zweiten. Platz belegten. Temme wurde mit Nicoline auch Vierter. Nach einer Eignungsprüfung für Gespanne fand vor allem der Nibelungen=Preis großes Interesse, da diese Dressurprüfung für Reitpferde der Klasse S. die gleichen Bedingungen aufwies wie die Olympische Dressurvrüfung in Berlin und auch zahlreiche Berliner Teilnehmer am Start sah. Sieger blieb der Olympia=Dritte, der österreichische Major Podhajsky mit Nero. Deutsche Siege zum Abschluß Das 12. Internationale Reit=, Spring= und Fahrturnier in Bad Aachen wurde im Beisein von mehr als 20000 Zuschauern zu Ende geführt. Aus der Fülle des Gebotenen ragte als sportlich wertvollste Prüfung der Preis der Olympiareiter, ein schweres Jagdspringen, hervor, in dem leider die Olymviasiegerin Tora laut Ausschreibung nicht teilnahmeberechtigt war. Nur Alchimist(Rittm. Brandt), Egly(Capt. Jadwin. USA.), Chroust(Capt. Buzek, Tschechoslowakei) und Mimie(Ltn. Egger, Oesterreich) gelangten ins Stechen. Der OlymWestfalias Jubiläumsmannschaft.„Hein!“ Kaufer hat als Mannschaftsführer den vom Gegner SB. Höntrop überreichten Blumenstrauß in Empfang genommen. viazweite Delphis und Ernica sprangen ebenfalls ohne Fehler, erhielten aber wegen Zeitüberschreitung mit je 96 Sekunden einen Viertelfehler angekreidet. Alchimist und Egly bewältigten im ersten Stechen noch alles glatt, während Chroust vier und Mimie acht Fehler machte. Das zweite Stechen beendete Alchimist mit einem fehlerlosen Parcours, Ealy machte schon bald nach Beginn vier Fehler, und damit war der Kampf um den Sieg entschieden. Stürmischer Beifall belohnte Rittmeister Brandt und Alchimist, der das erfolgreichste Pferd des Aachener Turniers war, für die ausgezeichnete Leistung. Einen weiteren spannenden Stichkampf erlebten die Zuschauer im Preis von Laurensberg, die bessere Zeit entschied schließlich bei je vier Fehlern zugunsten von Amneris(SS.=Obersturmführer Temme) vor Preisliste(Rittm. von Barneke. Der Franzose Bienvenu(P. Lyon) kam mit acht Fehlern zum dritten Platz vor Ebro(Rittm. Brandt). 30000 auf der Wallerkuppe Abschluß des 17. Rhön=Wettbewerbs Noch einmal pilgerten Tausende und aber Tausende am letzten Sonntag der„17. Rhön" zum„Deutschen Berg der Flieger“. Unübersehbare Fahrzeugketten rollten zu dem Segelfliegerlager auf der Wasserkuppe heran. Noch einmal war das schöne sommerliche Wetter den Segelfliegern treu geblieben und begünstigte den Ablauf des großen Schlußtages, an dem allerdings nicht mehr im Rahmen der allgemeinen Wettfahrbestimmungen gestartet wurde, sondern nur noch der Kampf um Tagesbestpreise entbrannte. Kurt Schmidt Einzelsieger. Aus dem Segelflugwettbewerb der„17. Rhön“ ging mit großem Punktvorsprung als Einzelsieger der Inhaber des Dauersegelflugrekordes Kurt Schmidt (München) mit 1800 Punkten hervor. Den zweiten Platz sicherte sich mit 1210 Punkten der Stuttgarter Hakenjos, während Peter Riedel von der Reichsgruppe Lufthansa mit 1132 Punkten den dritten Platz belegte. In der Landesgruppenwertung errang den Preis des Reichsluftfahrtministers und den Preis des Reichsverkehrsministers die Landesgruppe München mit 1150 Punkten. Die zweite Stelle nahm mit 911 Punkten die Landesgruppe Stuttgart ein, die damit den Preis des Reichsluftsportführers gewann. Auf den dritten Platz folgte die Reichsgruppe Lufthansa mit 738 Punkten; sie gewann den Preis des Reichsjugendführers. Polen führt Schach=Olympia München 1936 vor dem Abschluß Das Schach=Olympia München 1936 geht dem Ende entgegen. Zwei Wochen lang saßen sich die Svieler aus 21 Nationen im friedlichen Wettstreit gegenüber. Nun, da nur noch zwei Runden zu spielen sind, läßt sich trotz der ungeheuren Zahl von Hängepartien(insgesamt etwa 150) eine Mutmaßung über den voraussichtlichen Ausgang des riesigen Wettkampfes anstellen. Polen liegt zwar immer noch knapp in Führung, doch haben sich in den letzten Runden die Ungarn mächtia in den Vordergrund geschoben. Da die ungarische Mannschaft noch 17 Hängevartien zu erledigen hat und in den letzten zwei Runden am Montag und Dienstag in Bulaarien und Norwegen schwächere Gegner hat als seine Hauptkonkurrenten Deutschland und Polen, ist anzunehmen, daß sich die ungarische Mannschaft unter der Führung des Altmeisters Maroczy die Goldene Medaille holen wird. Um den zweiten und dritten Platz wird noch ein scharfer Kampf zwischen Deutschland und Polen entbrennen. Nach der Sonntag vormittag ausgetragenen 19. Runde zeigt sich in der Gesamtwertung folgender Stand: Polen Ungarn Deutschland Iugoslawien Tschechoslowakei Oesterreich Lettland 89½ Punkte(15 Hängepartien) 89 Punkte(17 Hängevartien) 88½ Punkte(11 Hängepartien) 84 Punkte(19 Hängepartien) 88 Punkte(16 Hängepartien) 80½ Punkte(17 Hängepartien) 79 Punkte(15 Hängepartien) Anterhattullen — m Wenn man, von Diedensthal kommend, zehn Minuten durch den Wald pirschte, der das Dorf mit seinen dunklen, hochstämmigen Tannen und Kiefern fest umklammerte, stieß man mit der Nase fast auf ein kleines Gehöft, das mit seinen spitzen Giebeln, inmitten einer Wiese wie ein verlassener Vorposten anmutend, gen Drinnen im Gehöft polterten alle bösen Geister der Hölle. Wenigstens konnte man das annehmen, denn der Mordsspektakel entsprach just den Vorstellungen, die man sich von der Hölle machte. Kindtaufe wurde dort gefeiert, die Taufe Peter Kreinsens, des Wiesenbauern kräftigen Stammhalters. Das bei derartigen Gelegenheiten übliche Gelage hatte seinen Höhepunkt erreicht. Eben erzählte Onkel Jochen mit heldischer Gebärde von seinen ruhmreichen Abenteuern in allen Ländern der Erde, als der Wiesenbauer schreckensbleich in die Staatsstube stürzte. O je, o je!“ rief er aus, die Hände klagend überm Kopf zusammenschlagend,„das Bier is alle, das Bier alle!“ Das war nun freilich eine Nachricht, die den zahlreichen Gästen gewaltig in die Beine fuhr und ihre Mäuler lähmte. 81. Onkel Jochen, der schon einen in der Krone hatte, rappelte sich vom Stuhl auf und gröhlte, seine behaarten Pranken schwer auf den Tisch hämmernd: „Wenn's weiter nöx is, öh, dann fahr i persönlich mit dem Leiterwägelchen nach Diedensthal und hol een neues Faß.“ Die Gäste warfen dem wackeren Onkel bewundernde Blicke zu, der sich darob gewaltig in die Brust warf. „Guter, alter Onkel Jochen, du wirst halt in der Nacht net allein durch den grauslichen Wald wollen, wo vor acht Jahren der Steuerbote ermordet wurde. Nimm ein paar Mann mit!" Den Gästen fröstelte es bei der Erinnerung an den Mord. Aber Jochen wurde suchsteufelswild. „Was?“ schrie er,„net allein soll i's Bier holen gehen, wo i mit diesen meinen Händen unten im heidgischen Italien einem Löwen den Hals umgedreht?" Jochens Stimme schnappte förmlich über vor Empörung. Sollte die Feier kein unliebsames Ende nehmen, mußte man den rabiaten Onkel ziehen lassen. Vor dem Tor, an dem sich alle Gäste versammelten, als gelte es, von einem lieben Toten Abschied zu nehmen, murmelte der Wiesenbauer dem Onkel ein gutes Dutzend inbrünstiger Gebete hinterher.„Herrgott? Laß hn heil wiederkehren!“.. ,g. Angstand tuh, Schummriger, als er sich selbst eingestand, tortelte Jochen dem Walde zu, beide Hände an der Deichsel Leiterwagens. Hundert Meter, dann verschluckte ihn das gespenstische Dunkel der Bäume. Bei jedem Schritt nackten dürre Aestchen unter den Füßen. Die hinterlistigen Wurzeln, über die Jochen dauernd stolperte, hoben seine nun schon gedrückte Stimmung keineswegs. Bereits, als er die Nähe des Gehöfts noch tröstend im Rücken spürte, bereute er seine verdammte Großmäuligkeit, die ihn sicherlich einmal Kopf und Kragen kostete, wie sein seliger Lehrer vor vielen Jahren behauptete.. Eg.. f. 8 4m an„. Die unheimliche Stiue dunkte Jochen ein großes Meer. Und je mehr er darin gleichsam ersoff, desto lauter erhob er seine Stimme, um sich Mut zu machen. Dort, links von jenem Tümpel, ermordete man vor acht Jahren den armen Steuerboten. Sein ungerächter Geit sollie sett nach hier umgeben. Die Angst befreite Jochen fast von der Trunkenheit. Bleich, aber sonst wohlbehalten langte er in DiedensB er.g uen Andu Der Wirt vom Erbgericht, ein kleiner tugerrunder Mann, winkte, während die Hausknechte das volle Faß aufluden, Jochen herein, um mit ihm einen guten Tropfen zu genehmigen. Jochen ließ sich nicht lange nötigen, sondern tat dem Wirt tüchtig Bescheid. Erst, als sich die Gaststube vor seinen Augen zu drehen Jochen der Gedanke, mit seinem Faß heimwärts zu ziehen, so bannig ihm auch das Herz schlug. Trübselig rülpste er dem Wirt ein Abschiedswort ins Gesicht und begab sich auf den Weg. Bald verschluckte ihn wieder der unheimliche Wald. Der Wagen knarrte scheußlich. Das Bier kluckerte, als würden Katzen darin ersäuft. Jochen schüttelte es. Verzagt plärrte er alle Lieder herunter, die ihm von der Schulzeit her noch einfielen. Manchen Vers sang er drei=, viermal. Schon geraume Zeit schien es Jochen, der mit aufsöpfter Jaae durch den Wald eilte als trabe ein Schonung, daß die Zweige ihm Gesicht und Hände Gott sei Lob und Dank! Der Wald lichtete sich, dort drüben grüßte das rettende Gehöft. Jetzt erst gönnte sich Jochen eine kleine Rast. Ergrimmt dachte er daran, wie man ihn auslachen würde, wenn er ohne Bier und Wagen heimkehrte. Die Blamage hätte er sich gern erspart. Bebend schlich er sich in den Wald zurück, her beim geringsten Laut auszureißen. Vorsichtig strich er durch die Büsche, sorgsam jedes Geräusch verzeidend. Wer beschreibt seine Freude, als er nach zehn Minuten unvermittelt auf den Leiterwagen stieß! Mit einem Sprung war Jochen an der Deichsel, riß sie an sich und fegte wie ein Sturmwind ohne sich umzusehen. Er glaubte plötzlich Riesenkräfte zu haben, denn der Wagen zog sich federleicht. — an der letzten Wegbiegung kam ihm schon der Wiesenbauer mit seinen Leuten, ausgerüstet mit Knütteln und Laternen entgegen. Die Sorge um da lange Ausbleiben des Onkels trieb den Bauern in di Mit jubelndem Hallo wurde Jochen umringt, der sofort mit gewaltigem Stimmenaufwand von dem entsetzlichen Abenteuer berichtete, wobei er stolz auf die Wunden im Gesicht zeigte, die ihm der Räuber beim mörderischen Zweikampf beigebracht. Der Wiesenbauer, froh, Jochen leidlich heil wieder zu haben, stieß plötzlich einen Schrei aus, daß alle entsetzt herumfuhren.„... Miers „He, Jochen, Mensch, wo is denn das Bier: Jochen verschluckte den Satz, den er auf den Lippen hatte, und starrte auf den Bauern. Der bog sich vor Lachen.„Das Bier ist ausgelaufen!“ gluckste er, den wahren Sachverhalt ahnend. Jochen, um keine Antwort verlegen, brüllte heiser: „Da hat der Hund, der miserablige, das Faß getroffen. Das soll er mir büßen, der Kerl.“ Aber grinsend rief der Wiesenbauer: Und da hat der Kerl ausgerechnet den Spund aus dem Faß herausgeschossen? Jochen, Jochen, du lügst. Jochen ging ein Licht auf. Die bösen Biergeister, erregt ob des Rumpelns des Fasses, hatten Weg ins Freie gesucht.„Wenn du mir net glaubst, Bauer, hol's nächste Mal dein Bier allein!“ knurrte Jochen erbost, steckte die Hände in die Taschen und trottete, Pflaumen essend, dem Gehöft zu. CCempo... Von kt. Kocken#usck Schon geraume Zeit schien es Jochen, geic Iums uur, ni Eeitts Aus, uin Haor. 410 Am Stammtisch ist die Rede vom Autofahren und vom Rausch der Geschwindigkeit.„Figisegd, mit viel schönen Reden hebt jeder die unverg.,„Vorzüge seines Wagens hervor und es wird machtig Gufgeschzit ten. Nur Zierfisch schweigt schamhaft. Agzerzig einen ses Schweigen, denn man weiß, daß Kleinwagen besitzt, der bestenfalls seine 45 Sachen macht. Haben Sie eigentlich Ihr Wägelchen noch, Herr Zierfisch?", fragt jemand aus der Runde.„Sie wollten doch immer verkaufen, weil Sie ständig den Aerger mit den Tankstellenwärtern hatten, die den Betriebsstoff nicht unter einem Liter abgeben wollten. „Der Wagen“, sagt Zierfisch würdevoll,„ist noch in meinem Besitz. Allerdings hätte ich ihn kürzlich beinahe Mensch hinter ihm drein. Hastiger stolperte er über die tückischen Wurzeln, sich ängstlich alle fünf Sekunden umsehend, ob nicht ein Dolch hinter seinem Rücken blitzte oder der finster gähnende Lauf einer gezückten Rechts tauchte wiederum der Tümpel auf. Jochen wagte gar nicht daran zu denken, was dort vor acht Unversehens sträubten sich Jochen die Haare. Lehnte dort nicht, vom fahlen Mondlicht beschienen, ein Mann Entsetzt wich Jochen vom Weg ab und raste mit dem Wagen quer durch den Busch. Aber der Mann ließ nicht locker. Wenn Jochen seitwärts schielte, sah er wie der ihn verfolgende Schatten des Räubers von Baum zu Baum huschte. Und der Teufelswald nahm kein Ende. Da— ein Schuß. Der laute Knall donnerte Jochen in den Ohren. Gellend brüllend vor Angst, ließ er die Deichsel fahren und stürzte Hals über Kopf durch die zu einem sehr hohen Preis verkauft, aber die Sache zerschlug sich im letzten Augenblick.“ „Sicher ein verrückter Amerikaner, der sich für den Wagen interessierte?“ Zierfisch beginnt, die anzügliche Frage überhörend, „Das war so. Ich sitze so um die Dämmerstunde in der Kneipe in einer Kleinstadt. Meinen Wagen habe ich auf dem Marktplatz abgestellt. Wie ich zurückkomme. bemerke ich doch ein paar verdächtige Gestalten, die sich an meinem Wagen zu schaffen machen und bei meinem Erscheinen schleunigst in der Dunkelheit verschwinden. Froh, den Diebstahl meines Wagens im letzten Augenblick verhindert zu haben, steige ich ein und fahre los. Fast im gleichen Augenblick setzt sich guch, die große Limousine in Bewegung, die vor mir parli. Ich have es eilig, nach Hause zu kommen, und versuche, der in gleicher Richtung fahrenden Limousine auf den Reifen zu bleiben. Es gelingt mir wider Erwarten, das Tempo des großen vor mir liegenden Wagens einzuhalten, bis wir auf der Landstraße sind. Da aber scheint der Kerl im ersten Wagen mich bemerkt zu haben und gibt Gas, daß es eine Art hat. Ich lasse nicht locker und steigere meine Geschwindigkeit ebenfalls ganz beträchtlich. Vei dem Erfolge, daß ich unentwegt so einige Meter hinter der Limousine liege. Wieder zieht der protzige Wagen vor mir mächtig an, aber ich folge, indem ich das Letzte aus meinem Wagen heraushole. Bei dieser atemraubenden Geschwindigkeit macht sich natürlich die leichte Bauart meines Wagens doch ein wenig bemerkbar. Er beginnt, heftig zu schleudern. Aber mein Ehrgeiz ist erwacht und ich werde selbst neugierig, festzustellen, wo eigentlich die Grenze der Leistungsfähigkeit meines „Na, na“, sagt semand,„Sie schneiden aber mächtig auf.“ „Da plötzlich“, fährt Zierfisch fort,„verlangsamt die Limousine ihr mörderisches Tempo und auch ich bremse. Vor mir blitzt das Stopplicht auf und der fremde Wagen bleibt stehen. Ein Mann steigt aus nähert sich meinem Wagen und brüllt mir aufgeregt in die Ohren: Herr, was wollen Sie für den Wagen haben? Ich kaufe ihn zu jedem Preise! So etwas von Geschwindigkeit bei einem Kleinwagen:“ Das ist noch gar nichts!“ erkläre ich ruhig.„Da sollten Sie erst mal sehen, wie der Wagen fährt, wenn ich den Motor anlasse..8 am „Na, und da nimmt er denn seine Taschentampe heraus und leuchtet an dem Wagen herum. Und da sieht er natürlich den Strick, mit dem nichtsnutzige Flegel meinen Wagen an der Limousine festgebunden hatten.“ Feiner Raushalt Der Reichsrat von Senkenburg, der gewöhnlich sehr zerstreut war, wurde einst zu einem großen Essen in einem Diplomatenhause geladen. Nachdem man sich zu Tisch gesetzt hatte und die Suppe aufgetragen war, die dem Reichsrat anscheinend nicht recht schmeckte, erhob er sich, in der Meinung, die Gesellschaft sei in seinem eigenen Hause, von seinem Platz, klopfte an sein Glas und rief: „Meine Damen und Herren, verzeihen Sie, daß die Suppe so schlecht ist, aber meine Frau ist verreist!" „Angeklagter! Nach alledem, was wir gehört haben, können Sie doch nicht leugnen, daß Sie dem Kuchen Sägemehl beigemischt haben!"..„„ „Jawohl, Herr Richter! Aber ich habe ihn der Ordnung halber„Baumkuchen“ genannt!“ „Neue Illustrierte Zeitung". von Fr. Loeff entworfen. Hauchfein Silber mit passenden Steinchen in der Kleiderfarbe.". P „Fräulein Harding berommt Prozeale von Ihnen? „Natürlich! Ist doch ein Geschäft! Ich verdiene und ihre Kundinnen sind zufrieden, so gut beraten zu werden. Miß Harding ist sehr tuchtig, sie hat auch Maßschuhmacher an der Hand und wenn Die anscheinend so schweren Kisten, die man abgeladen hatte und in denen Rice Einrichtungsgegenstände und Waren vermutete, waren zum Teil leer oder mit Holzwolle und Steinen gefüllt. Gran hörte schweigend zu, um die Untersuchung seiner Kollegen nicht zu stören. Aber als Rice sich gar zu verstört und erregt zeigte, bemerkte er: „Die Zeitungen schreiben von einem Verlust im Werte von dreißigtausend Pfund.— Nun, der Schaden ist doch durch Versicherung gedeckt: Rice ließ ihn kaum aussprechen und schrie:„Eben nicht! Eben nicht!“ Gran pfiff durch die Zähne und als er sah, wie seine Kollegen anscheinend nichts gegen seine Einmischung einzuwenden hatten, fragte er weiter:„Alles war unversichert?“ „Nein“, sagte Rice.„Aber es wurde ein Stück gestohlen, das einfach unschätzbar ist— zwanzigtausend Pfund sind im Werte nicht zu hoch gegriffen! „Was ist das für ein Stück? Ein Edelstein?“ Rice zögerte etwas, dann erklärte er:„Vor zwei Tagen kam ein junger, vornehmer Inder zu mir— ich möchte den Namen ohne seinen Willen nicht nennen— aber Sie kennen ihn, er spielt in der Politik eine Rolle. Der Herr brachte mir einen sehr großen Saphir— was sage ich— Saphir— einen Stern! Einen himmlischen Stern in blauem Licht!" Rice geriet in Ekstase.„Ich habe in meiner langen Praxis viele Saphire gesehen, aber dieser war ein Wunder an Klarheit, Reinheit und Feuer.— Alter Familien= besitz, wie der Inder sagte. Dieser Stein war ungefaßt und er wollte ihn seiner Geliebten— einem Revuestar— schenken. Ein königliches Geschenk!— Gestern wurde die Fassung entworfen, heute sollte sie ausjeführt werden und abends schon den schönen Hals der Tänzerin schmücken.— Meine Herren! nicht bekannt, daß dieser Stein sich in meinem Besitz befand, warum sollte ich da noch viel Geld für eine Versicherung ausgeben? Ich befahl meinem Wächter, nicht vom Tresor zu weichen und außerdem wurde mein Geschäft wie allnächtlich noch von außen beobachtet. Nach menschlichem Ermessen konnte nichts passieren! Die Straße ist dazu noch sehr belebt.“ d Gran hatte aufmerksam zugehört.„Niemand außer Ihnen hat von dem Stein gewußt?“ fragte er.„Wirklich niemand?" Rice rieb sich verlegen die Hände. Nun ja— eigentlich noch drei Personen außer mir und dem Inder. Gestern hatte ich zwei Herren zum — Er nannte zwei Namen, die über jeden Verdacht erhaben waren: Lord Arley und einen anderen bekannten Abgeordneten.„Ich zeigte ihnen den seltenen Stein und die Entwürfe, die ich für seine Fassung gemacht hatte. Den Herren waren sie ein wenig zu plump, sie meinten, der Stein würde in einer allzu kunstvollen Fassung nur verlieren, erdrückt werden. Da fiel mir Lilian Harding ein.“ Er starrte verwundert auf Gran, der ein überraschtes Knurren von sich gegeben hatte. Aber das Gesicht des Kriminalisten war unbewegt, und Rice fuhr fort:„Miß Lilian Harding besitzt den Modesalon „Lil', sie hat viel Geschmack, außerdem sollte dieser Stein einer eleganten Frau gehören, die zu ihren Kundinnen zählt. Es lag darum sehr nahe, daß ich Miß Harding anrief und sie zu mir bat. Sie kam auch, war begeistert von dem Stein und entwarf eine Fassung— eine Fassung! Eine haarfeine Platinkette von mittlerer Länge sollte den Stein tragen, der von drei dünnen Kristallkrallen gehalten war. Es wäre ein Wunderwerk entstanden— wenn eben nicht...“ Rice wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Kennen Sie Miß Harding schon länger?“ fragte Gran. „Natürlich! Jahrelang. Wir haben ja ungefähr die gleichen Kunden und da liegt es nahe, daß wir einander unterstützen. Sie kommt ab und zu und sieht sich meine Neueingänge an. Arbeitet sie dann ein Gesellschaftskleid, so empfiehlt sie den Damen, sich doch einmal eine besondere Perle oder einen Brillantclip bei mir anzusehen, der dieser Tolitte erst die Krönung geben würde.— Zuweilen entwirft sie auch selbst— Schuhschnallen, zum Beispiel, oder jetzt— Armreifen aus Silber, sehen Sie, ganz schwer und massiv in Form von Handschellen.“ In Gran tobte es. Er sah sich diese„Handschellen“ „Sie sehen sehr gut aus an zerbrechlichen Frauengelenken", versicherte Rice.„Oder sehen Sie, diese Kettchen, um den Fußknöchel zu tragen, hat sie auch Sandaletten in Silber, Goldbrokat oder Kleiderstof sehen, dann sind sie bestimmt von Lilian Harding ent„Sie vertrauen ihr also so, daß Sie dieser Frau ohne Bedenken den Stein zeigten?“ Rice lachte.„Aber Herr Inspektor! Eher habe ich den Stein selbst gestohlen, als daß Miß Lilian auch nur daran gedacht hat!"..„ „Man kann sich in Frauen kauschen, Herr Rice. Besonders wenn sie blonde Locken und blaue Kinderaugen haben— also ein„engl—isches“ Aussehen. Manchmal sind sie aber gerade raffinierte Teufel. Womit ich natürlich nichts gegen Miß Harding gesagt habe. „Das wäre auch sehr— komisch“, sagte Rice empört.„Die Spitzen der Society lassen bei„Lil“ arbeiten, sogar Lady Sybille Arley, die Gattin Lord Gran wollte sich nicht ins Uferlose verlieren und bemerkte abschließend:„Jedenfalls haben außer Ihnen und dem indischen Nabob drei Personen von dem Stein gewußt. Jemand kann eine Bemerkung fallen gelassen ten über— wie Sie sagen— schi haben, die unrechte Ohren nappten. Nun arbeiten aber— wie an mysteriöse Handwerker. Der Einbruch war also von langer Hand vorbereitet. Damals können die Purschen von dem Saphir noch nichts gewußt haben. Es frag sich nun: wäre der Einbruch auf jeden Fall heute nacht erfolgt oder wartete man einen Tip ab— eine Gelegenheit, bei der ein ganz besonderes Stück zu erbeuten war, von dem die Gauner vorher erfahren hatten. Das lange Zögern läßt eigentlich darauf schließen, denn warum sollten sie sich sonst tagelang einer eventuellen Entdeckung aussetzen, wenn sie, wie zu sehen ist, den Einbruch schon in der zweiten Nacht nach Bearbeitung der Tresorwand hätten vornehmen „Was mir vollständig piepe istl“ bemerkte Rice. „Der Stein ist fort und ich bin so gut wie ruiniert, wenn er nicht wieder herbeigeschafft wird! Ich werde meinen Privatdetektiv gleichzeitig beauftragen, nach dem Verbleib des Saphirs zu forschen. Gran verbeugte sich schweigend und ging.. Da Lilian Harding in diese Angelegenheit verwickelt war. wollte er sich auch weiterhin für den Fall interessieren, obwohl einfacher Raub eigentlich nicht in sein Ressort fiel.— Aber er sollte sich irren. Auch dieser Fall sollte ganz und gar„sein Fall“ werden. Gran trat eine halbe Stunde später in sein Büro in Scotland Yard ein. Gerade läutete das Telephon. Ein anwesender Sergeant nahm den Hörer ab und reichte ihn Gran. Der klemmte ihn zwischen Hals und Schulter, zog die Handschuhe aus, griff mechanisch nach Bleistift und Papier— schrieb. Lady Sybille Arley, Haus Sybille am Hydepark. Dann stockte seine Hand. Er lauschte nur noch.— Das Gespräch war beendet. Gran legte langsam den Hörer zurück und sank auf seinen Schreibtischstuhl. Den Kopf stützte er in beide Hände und so brütete er vor sich hin. Nach einer Viertelstunde sprang er plötzlich auf, stürzte ein Glas Wasser herunter und ließ sich bei Oberinspektor Caw melden. Caw war Junggeselle, etwa fünfzig Jahre alt, und hatte seine Schrullen, wie sie eben ältere, unverheiratete Männer mit den Jahren bekommen. Von Frauen hielt er nicht viel— trotzdem war er kein Weiberfeind. „Denn", sagte er,„wenn es keine Frauen gäbe, blieben Dreiviertel aller Verbrechen unverbrochen und ich — wäre vielleicht arbeitslos. Caw hatte ein rundes. gutmütiges Gesicht, graue Augen, war etwas gedrungen. Trotz seines beinahe unscheinbaren Aussehens war er einer der gefürchtetsten Spürnasen von Scotland Yard.— Gran zählte zu seinen Lieblingen. Er hatte, seiner Meinung nach, jenen sechsten Sinn, den ein Kriminalbeamter haben muß, den Instinkt für Zusammenhänge. Als Gran bei ihm eintrat, blickte er freundlich auf, wurde aber sofort ernst, als er das totenbleiche Gesicht seines jungen Kollegen bemerkte. „Good morning, Gran“, sagte er leise.„Nun? In Sachen Morley was gefunden?“..„ Einiges— aber das ist mit einem Male beinahe alles unwichtig. Mir dreht sich der Verstand um, ich kann überhaupt nicht mehr logisch denken. „Nanu?“. Caw stand ernstlich besorgt auf und führte Gran zu einem Stuhl. „Eben komme ich in mein Büro, als das Telephon klingelt. Lady Sybille Arley ist am Apparat— die Frau des bekannten Abgeordneten Arley. Gestern war ihr Mann übrigens bei Rice abends zum Diner. Sie sagte— als sie heute früh einen Wandschrank aufmacht—fällt ihr ein toter Mann entgegen in Wächteruniform. Also wohl der Nachtwächter von Rices Tresor!" „Was?" brüllte Caw.„Das ist doch nicht möglich! Und wir sitzen hier, sofort hin!"—4112 Er raste aus dem Zimmer, und Gran plotzlich mobil geworden und von Kampfeswut gepackt, hinterher. Sekunden später sausten sie durch London, RichRuhig und vornehm lag„Haus Sybille“ in einem großen Garten, der mit seinen entlaubten Bäumen etwas Trostloses an sich hatte. Garten und Haustür stand weit offen. Die Polizeibeamten traten ohne weiteres ein und sahen sich in der geräumigen Diele einigen Leuten gegenüber, die offenbar zum Hauspersonal gehörten. Eines der Mädchen verschwand und kam nach einigen Sekunden mit Lady Sybille Ericg wieder.(Foristzung felgh) Seite 12 Nr. 203„ Bochumer Anzeiger; Montag, 31. Augusi 1936 Westfalen und Ausklang des Westfälischen Landesbauerntages Der Däuer isters Bollksrester=Erhn Feierliche Weihestunde an den Externsteinen— Große Kundgebung— Gauleiter Wagner sprach Detmold, 29. August. (Von unserem Sonderberichterstatter.) Der 3. Westfälische Landesbauerntag in Detmold erreichte am Samstag bei herrlichstem Sonnenwetter seinen Höhepunkt und erhebenden Ausklang. In den frühen Morgenstunden fand zunächst als geschlossene Veranstaltung des Landesbauernrates an den Externsteinen, dem uralten germanischen Heiligtum und einzigartigen Naturdenkmal, eine feierliche Weihestunde statt, bei der nach einer Ansprache von Dr. Johann von Leers über das alte niedersächsische Bauernrecht Reichsobmann Staatsrat Meinberg die neuen Mitglieder des Landesbauernrates auf unverbrüchliche Treue zum Führer und zum deutschen Volk verpflichtete. Der festlich=ernste Akt wurde von HJ.=Fanfaren und von Wolfgang Brockmeiers Kantate„Ewiges Volk“ umrahmt. In den Nachmittagsstunden strömten Bauern, Landarbeiter und die Gäste des Landesbauerntages zum Park des neuen Palais, wo um 16 Uhr die große öffentliche Kundgebung eröffnet wurde. Mit großer Freude begrüßten die weftfälischen Bauern den Gauleiter von Westfalen=Süd und Schlesien, Oberpräsidenten Josef Wagner, und den Gauleiter von Westfalen=Nord, Dr. Alfred Meyer. Nicht minder herzlich war der Empfang, den das versammelte Landvolk dem Reichsobmann Staatsrat Meinberg bereitete, der selbst westfälischer Bauer ist. Unter den flotten Klängen des SS.=Musikzuges marschierten die Sturmfahnen durch den Mittelgang zum Rednerpult und nahmen hier Aufstellung. Die Eröffnungsrede hielt der Sprecher des Landesbauernrates, Spring, der allen westfälischen Bauernführern dankte, daß sie nach Detmold, dem geschichtlichen Mittelpunkt niedersächsischen Bauerntums, gekommen sind, um in gemeinsamer Aussprache all die Fragen zu besprechen und zu klären, die unsere Herzen bewegen, die eine Landesbauernschaft zur Durchführung ihrer verantwortungsvollen Aufgaben braucht. Anschließend nahm Landesbauernführer Habbes das Wort, der u. a. etwa ausführte: Wenn immer wieder herausgestellt wird, daß das Bauerntum der Blutsquell der Nation ist, so muß sich jeder Bauer ständig seiner hohen Verantwortung bewußt sein. Der Bauer ist des Volkes erster Sohn, des Brotes und des Blutes wegen. Der Landesbauernführer gab dann einen kurzen Streifzug durch das Arbeitsgebiet der Landesbauernschaft. Für 3500 Familien konnten bisher die Ahnentafeln aufgestellt werden, und es ergab sich bei den Nachforschungen deutlich, daß in allen Schichten und Ständen der westfälischen Bevölkerung Bauernblut lebendig istst. Besondere Beachtung schenkt die Landesbauernschaft der Landarbeiterfrage und hier wieder vor allem dem Landarbeiterwohnungswesen. Landesbauernführer Habbes streifte dann die Erfolge auf den Gebieten der Erzeugungsschlacht, der Marktordnung, der Tierzucht und Waldwirtschaft. Er erwähnte auch den Opfergeist des westfälischen Landvolks, das im letzten Winterhilfswerk rund 2 Millionen RM. spendete. Ehrentasel westfälischer Bauerngeschlechter Am Schluß seiner Rede nahm der Landesbauernführer die Ehrung einer Reihe von Bauerngeschlechtern und Landarbeiterfamilien vor, die durch ihre Treue zum Boden vorbildlich für andere Sippen und Familien geworden sind. Unter den Geehrten befand sich aus der Kreisbauernschaft Bochum Bauer Herbert SchulteLimbeck(Bochum=Werne). Unter andächtigem Schweigen der großen Versammlung rief dann der Sprecher des Landesbauernrates die Namen der alten Bauerngeschlechter auf, die besitzrechtlich und blutmäßig den Nachweis erbracht haben, daß sie seit mindestens 200 Jahren auf demselben Hofe sitzen. Vor der großen Oeffentlichkeit dankte der Landesbauernführer jedem einzelnen für die Treue zum deutschen Boden und überreichte als äußeres Zeichen der Anerkennung eine geschnitzte Ehrentafel aus Eichenholz, auf der die Erbansässigkeit mit der Jahreszahl vermerkt ist. Gleichzeitig wurden die Namen der Familien in das„Ehrenbuch alteingesessener Bauerngeschlechter Westfalens“ eingetragen. Abwechselnd mit den Namen der Bauerngeschlechter wurden die Namen der Gefolgschaftsmitglieder verlesen, die auf eine ununterbrochene Tätigkeit von 50 Jahren auf westfälischen Bauernhöfen zurückblicken können. Nach diesem feierlichen Akt nahm Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer das Wort. Der Gauleiter dankte den Bauern, daß sie sich in der Erzeugungsschlacht so hervorragend bewährt baben. Bauer und Arbeiter kämpften Schulter an Schulter: der Bauer für den Arbeiter, der Arbeiter für den Bauern. Gauleiter Dr. Meyer schloß seine oft von Beifall unterbrochene Rede: So werden wir im nationalsozialistischen Deutschland getragen vom Bauer und Arbeiter, geschützt von einer starken Wehrmacht. In aller Zukunft gibt es für uns nur eine Parole:„Alles für Deutschland und alles für unseren großen Führer Adolf Hitler! Der Sprecher des Landesbauernrates erteilte dann das Wort dem Gauleiter von Westfalen=Süd und Schlesien, Oberpräsidenten Josef Wagner. Gauleiter Wagius: Wei „Freiheit und Behauptung dieser Freiheit für alle Zukunft", so bedeutet das ein Ringen um die Scholle, denn Freiheit ohne Scholle ist lediglich ein Begriff. Mag auch die technische Entwicklung noch so gewaltige Fortschritte zeitigen, die Freiheit des Volkes wird doch immer an diese Voraussetzung des Raumes gefesselt bleiben. Je größer die Kraft des Volkes aus dem Boden ist, um so sicherer ist die Existenz der äußeren Form, des Staates, die es sich geschaffen hat, um unter anderen Völkern leben zu können. Wir brauchen die Technik, aber sie soll uns nicht dem Boden entfremden, denn die höchstentwickelte Wissenschaft kann ein Volk nicht retten, wenn man ihm das Brot nimmt. Deshalb ist es nur selbstverständlich, daß unser junges Volk alle Anstrengungen macht, seine Ernährung sicherzustellen. Gauleiter Wagner appellierte an die westfälischen Bauern, ihre Kinder in tiefer Liebe zur Scholle zu erziehen, damit sie einstmals den menschenleeren Osten ausfüllen können. Deutsches Bauerntum ist Blutsquell der Nation, so schloß Pg. Wagner seine mitreißenden Ausführungen, und ich bin überzeugt, daß Bauernblut auch die Faust bewegt, die, wenn es zur Sicherung unseres deutschen Lebens notwendig ist, zuschlägt und die rote Gefahr zu Boden streckt. „Als letzter Redner der„großen Kundgebung nahm Reichsoomann Staatsrat Meinverg das Wort. Er stellte zunachst die Ziele der Reichsernährungspolitik Als letzter Redner der großen Kund • Rein! heraus. Vieles sei schon erreicht. Die Getreideernt# würde in diesem Jahre voraussichtlich um 1,2 Millionen Tonnen höher sein als im Vorjahre, der Schweinebestand sei um 2½ Millionen gestiegen. Wenn damit auch eine zeitweilige Knappheit im Herbst, die sich aus der Beschränkung auf inländisches Futter erklärt, nicht beseitigt werden könne, so würden doch größere Stokkungen vermieden. Der Stand der Ernte sei so, daß wir mit großem Vertrauen in den Winter gehen könnten. Die Verpflichtung, immer mehr aus dem Boden herauszuholen, würde aber immer bestehen. Der Sprecher des Landesbauernrates verlas ein Grußtelegramm an Reichsminister Darré, dem das westfälische Landvolk unverbrüchliche Treue gelobte und baldige Genesung wünschte. Nach dem Sieg=Heil auf den Führer und dem Ausmarsch der Fahnen wurde der denkwürdige Bauerntag 1936 für geschlossen erklärt. Heute gehen unsere Bauern in allen Gegenden der Provinz wieder hinter dem Pflug. Manchmal wird ihr Denken zurückgehen nach Detmold, ins heilige Hermannsland, und sie werden wissen oder unbewußt empfinden, daß diese Tage ernster Arbeit ihnen viel gegeben an neuer Zuversicht, an Glauben und Stärke. Ganze— halt Das Ende der Herbstübung des VI. Armeekorps in Anwesenheit des Oberbefehlshabers des Heeres Dr. I. An der Weser, 29. August. [Vonunsermam Manöver teilnehmenden Sonderberichterstatter. Die feindlichen Kräfte verteidigten, nachdem sie durch ein Regiment verstärkt worden waren, sehr ihre zurückgenommenen Stellungen. Recht lebhaft beteiligten sich daran im Morgennebel die feindlichen Flieger. Sie überflogen in beträchtlicher Höhe die Kampffront und beunruhigten durch Bombenabwürfe und Angriffe das Hintergelände von Rot. Ihr Ziel waren vor allem auch die Flußübergänge. Hier bot sich den sehr früh zahlreich erschienenen Schlachtenbummlern ein seltenes Bild. Mutig und kühn schossen die Kampfflieger in die Tiefe, verschwanden mehrmals in scharfen Kehren hinter einer Waldeshöhe und steuerten im nächsten Augenblick das Ziel von neuem an. Die Pioniere waren schleunigst in Deckung gelaufen. Das Abwehrfeuer schlug den Angreifern von allen Seiten entgegen. Seit der vierten Nachtstunde wurden kleinere Wellen von Flußsäcken auf das östliche Ufer befördert, denen es mit dem schon Boden gewinnenden Brückenkopf gelang, den rechten Flügel des Feindes zu umfassen. Erfolgreicher Fliegerangriff auf das linke Weserufer Cl. Hülsbusch ner führte u. a. aus: Renn unsere Parole lautet: Blau erkannte aber die Absicht des Gegners und führte zum Gegenstoß frische Reserven, die in den frühen Morgenstundeen auf dem Schwimmwege das Gefechtsfeld erreichten, ins Treffen. Die Reserve nahm sofort Fühlung bei den Aufklärungskräften und setzte sich bis auf eine geringe Ausnahme in den Besitz der Gelände beherrschenden Höhen. Trotzdem gewann die rote Partei im langsamen Vorgehen, obwohl der Gegner das Gelände mit starkem Beschuß belegen konnte, weiter Raum und konnte sich nunmehr ganz der Aufgabe widmen, ihre Hauptkräfte auf das Westufer der Weser nachzuführen. Während des ganzen Vormittags beoachteten wieder eine große Zahl von zu diesem militärischen Schauspiel herbeigeeilten Schlachtenbummlern und etwa 2000 Schulkinder aus der näheren Umgebung im Manöverfeld die militärische Bewegung mit großem Interesse. In den Mittagstunden, nachdem bereits stärkere Kräfte des Angreifers den Fluß überschritten hatten, setzte die blaue Partei eine Kette Flieger zum Tiefangriff auf die Fähren der Pioniere ein, mit dem Erfolge, daß die Fähranlagen von den Schiedsrichtern als zerstört und für länger unterbrochen erklärt wurden. Es dauerte einige Zeit bis der angenommene Schaden behoben war und der Rest der Division(Scheinwerfer und artillerie) übersetzen konnte. Erlösendes Dem nächsten Akt der Uebung wohnte auch der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, bei. Nach seiner Unterrichtung über den Verlauf des Uebergangs und die Gefechtslage konnte das Signal zur Beendigung der Uebung gegeben werden:„Das Ganze— halt!“ Welcher Soldat, der je eine anstrengende Uebung mitgemacht hat, kennte nicht dieses erlösende Zeichen! Von Stab zu Stab wurde es aufgenommen und in allen Stellungen klang es weiter. Wie ein Mann erhoben sich die Kämpfer und marschierten zu den Sammelplätzen. Es war wieder Frieden im Frieden. Aitterrurg Wild Zagens=Zahterschale Schloß Haldem, Deutschlands erste Jungvolk=Führerschule eingeweiht Schloß Haldem, 29. August. Im äußersten Nordostzipfel Westfalens, weit vorgeschoben ins Niedersachsenland, liegt Schloß Haldem. Einst eine Ritterburg in den Wirren des Mittelalters, später der Stammsitz verschiedener Fürstengeschlechter, hat dieses Schloß auf dem heiligen Boden des Wittekindlandes fast acht Jahrhunderte deutscher Geschichte erlebt. In den Nachkriegsjahren war dieses Schloß stets wachsendem Verfall preisgegeben. Bis dann die nationalsozialistische Revolution kam und mit ihr die deutsche Jugend, die diesen trutzigen Zeugen westfälischer und deutscher Geschichtete rettete und ihm eine neue sinnvolle Bestimmung zuwies: in seinen Mauern wurde Deutschlands erste Jungvolkführerschule errichtet, in seinen Mauern sollten die Führer und Erzieher der Jugend herangebildet und geschult werden, die einst die Fahne des Führers weitertragen soll in fernere Generationen. Welch ein Wandel von der in steter Fehde liegenden Ritterburg des Mittelalters bis zur ersten Jungvolkführerschule der geeinten deutschen Jugend! Monatelang haben die westfälischen Jungvolkführer selbst tatkräftig Hand angelegt, um das neue Führerheim würdig auszugestalten. Diese Arbeit hat herrliche Früchte getragen, denn heute steht die noch vor zwei Jahren dem Verfall geweihte Burg wieder in herber Schönheit, im Innern überaus zweckmäßig und doch schön und stilvoll eingerichtet. So ist sie auch in ihrer neuen Gestalt eine Künderin des kulturellen Wollens der deutschen Jugend. Am Wochenend wurde diese erste deutsche Jungvolkführerschule in einer würdigen Feier, zu der alle Gliederungen der Bewegung, Wehrmacht und Arbeitsdienst Abordnungen entsandt hatten, eingeweiht. Der Gebietsjungvolkführer Westfalens erwähnte in seiner Begrüßungsansprache, daß das Jungvolk in Westfalen 150 000 10= bis 14jährige Jungen zu betreuen habe und daß es die Aufgabe dieser Führerschule sei, die Führer heranzubilden, die geeignet und willens wären, der Jugend das Ideal vorzuleben. Treu, blitzblank und gläubig sollten die Führer und sollten die Jungen sein. Landeshauptmann Kolbow, der sich um die Errichtung dieser Schule ein bleibendes Verdienst erworben hat, betonte, daß die Tatsache, daß dieses Schloß im äußersten Nordzipfel liege, eine symbolische Bedeutung habe. Sie solle die Jugend ermahnen, ihr ganzes Denken nach dem Norden zu richten. Wie der Stil dieser Burg sei, so kraftvoll, schlicht, gerade und wahr, solle auch die Jugend sein, die in ihr zu Führern herangebildet werde. Gebietsführer Langanke stellte als besondere Aufgabe dieser ersten Jungvolkführerschule die Heranbildung eines geeigneten Nachwuchses für die nationalsozialistische Bewegung heraus.„Denn“, so sagte er, „die Partei ist die große Erziehungsgemeinschaft des deutschen Volkes, die alle Menschen gewinnen will, die bereit sind, dem deutschen Volke selbstlos zu dienen" Diese Führerschule sei nicht nur die erste Jungvolkführerschule des Reiches, sie sei auch nach dem Willen des Reichsjugendführers die zielweisende. Im Auftrage des Reichsjugendführers weihte der Stabsführer die Burg und überreichte dem Gebietsjungvolkführer die Schlüssel. Unter Trompetensignalen ging zum ersten Male die Flagge hoch. Mit einem eindrucksvollen Spiel„Schildträger, Tod und Teufel“ fand die Feier ihr Ende. Großzügige Siedlung in Schildesche. Die Evangelische Wohnungsnotgemeinschaft tritt in Schildesche mit einem großen Siedlungsplan an die Oeffentlichkeit. Vom Johannisstift hat sie 150000 Quadratmeter Baugelände erworben, auf dem eine Siedlung von zweiund dreistöckigen Einfach= und Doppelhäusern entstehen soll. Das ganze Bauprojekt umfaßt 164 Wohnungen. Aus Angst vor Strafe aus dem Fenster gesprungen. Ein in einem Siedlerhause der Plattenheide bei Minden wohnendes junges Mädchen hatte wegen irgendeines Vergehens eine Strafe zu gewärtigen. In der Angst vor der Strafe sprang das Mädchen aus dem zweiten Stockwerk des Hauses und mußte mit gebroichenen Beinen ins Krankenhaus gebracht werden. Ehrung der Sieger des Sport treffens der Landjugend in Detmold Blick vom Innenhof auf die Jungvolk=Führerschule Schloß Haldem Seite 13 Nr. 203 Bochumer Anzeiger" Montag, 31. August 1936 Dr. Orerdeis in Benkeig Herzlicher Empfang auf dem Flugplatz Besichtigung der Kunstausstellung der Biennale wendungsortes geäußert werden, hat die Ueberweisung der Anträge an andere Einstellungsbehörden zu erfolgen. Anträge um Einstellung in die Wasserschutzsind an das Kommando der Wasserschutzpolizei in Stettin zu leiten. Luftverkehrsgesetz in neuer Fassung dnb Berlin, 30. August. Im Reichsgesetzblatt 1936, Teil I, Nr. 78, sind das Luftverkehrsgesetz in der neuesten Fassung und die Verordnung über Luftverkehr vom 21. 8. 1936 veröffentlicht. Das Luftverkehrsgesetz vom 1. August 1922 war durch die verschiedensten Aenderungen und Ergänzungen, die es nach dem im Jahre 1935 beginnenden Ausbau der Luftfahrt erfahren unterzogen. Atei“!..., Venedig, 30. August. Der Schirmherr des deutschen Films, Reichsminister Dr. Goebbels, traf am Samstag mittag in Begleitung seiner Gemahlin im Flugzeug in Venedig ein, einer Einladung des italienischen Propagandaministers Alfieri folgend, dem festlichen Abschluß der internationalen Filmkunstschau im Rahmen de Biennale beizuwohnen. Er erwiderte damit zugleich den Besuch, den Minister Alfieri ihm anläßlich der Olympischen Spiele in Berlin abgestattet hatte. Reichsminister Dr. Goebbels wurde bei seiner Ankunft am Lido von den offiziellen Vertretern des italienischen Staates, der Bevölkerung von Venedig und den Gästen aus aller Welt ein überaus Empfang zu teil. Auf dem mit ber ,miäzschereigzäggge und den italienischen Symbolen geschmuuten Flugpaatz St. Helena am Lido hießen Minister alsteri und der Ehrenpräsident der Biennale, Graf Volpi, den deutschen Minister und seine Gemahlin mit herzlichen Worten willkommen. Von italienischer Seite waren zur Begrüßung des Reichsministers erschienen als Vertreter des italienischen Propagandaministeriums die Direktoren Alessandrini, Freddi und Maraini, ferner der Präfekt Venedig Catalano und der Bürgermeister der Lagunenstadt Alvera. Im Namen der Ortsgruppe der NSDAP. und der deutschen Kolonie begrüßte Ortsexep- santes. zugleich im Auftgage des deuten Konsuts den Reichsminister.— Von den offiziellen Vertretern der Filmkunstschau waren der Präsident der Internationalen Filmkammer Professor Dr. Lehnich, der Vizepräsident der Reichsfilmkammer Weidemann und Geschäftsführer Melzer zugegen. Nach der Begrüßung schritt Reichsminister Dr. Goebbels mit Minister Alfieri die Fronten der aufmarschierten Ehrenkompagnien und der Ehrenformationen der faschistischen Verbände ab. Er fuhr sodann im Motorboot durch die Lagune, zum Hotel Exzelsior, wo er für seinen zweitägigen Aufenthalt Wohnung nahm. Die Fahrt der langen Motorbootkolonne zog bei dem prachtvollen Wetter die Aufmerksamkeit der Einwohner und Badegäste von Venedig sofort auf sich," Nach Mitteilung der Vertreter und von allen Booten winkte man den deutschen Gästen sind noch ausreichende Vorrute an Dauerwaren, vcohvi. Vor dem Hotel Erzelsior hatte sich ebenso wie spurst, Rohschneideschinten, Dosenschinken und gepökeltem vor dem Eiugplatz eine große Menschenmenge einge, Schinken vorhanden, so daß die befristete Herstellungsfunden, die Dr. Goebbels mit spontanen Epviva= und beschränkung der angeführten Fleischwaren eine MinHelteusen und lebhaftem Hänhellatschen, begrstätt, derung der Anlieferung an den Verbraucher kaum nach Nach der Ankunft fand im Hotel ein Frühstuck an dem neben zahlreichen italienischen deutschen und wperden swährend der drei Wochen bis zum 21. Septem ausländischen Biennale=Ehrengästen Minister Alfieri Mäglichkeit eine Umstellung auf die Hersteuung und Graf Volpi teilnahmen. Im Anschluß daran be) noch zulässigen Fleischwaren vorzunehmen haben, soschtigte Reichsminister Dr. Goebbels die Kunstaus= weist sie sich nicht überhaupt selbst in einen erweiterten Pettung der Viennale. uuaf. Gunstschan Frischfleischvertrieb einschalten können. ach der Beichisung der Bennaenunggnn..— Dise neue Arorbung zeiat, daß bez. Beschzriche. unternahm Dr. Goebbels mit seiner Frag und seingr stand zwillt ist, alle ihm zur Verfügung steyenden MitBegleitung eine Motorbootfahrt auf dem Canale tel für eine möglichst vollständige Versorgung der BeGrande. Später besichtigte Dr. Goebbels einige histori= pölterung mit Frischfleisch einzusetzen. sche Bauten Venedigs. Mit der festlichen Aufführung enns i o: „„„ Sm Berlin, 30. August. Die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft hat angeordnet, daß für die Zeit vom 3 1. August bis zum 21. September die gewerbliche Herstellung von Rohwurst ausgenommen Streichmettwurst nach Braunschweiger Art, und das Pökeln oder Spritzen von Schweineschinken für die Herstellung schneideschinken unterbleibt. Zur gewerblichen Herstellung von Kasseler dürfen andere Fleischteile des Schweines als Rippenspeer vom 31. August bis auf weiteres nicht verwendet werden. Mit dieser befristeten Maßnahme soll, wie der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes mitteilt, sichergestellt werden, daß während des jahreszeitlich bedingten Rückganges der Schweinearächpeingge, zu den naurg Wochen das anfallende Schweinefleisch möglichst vonständig für die Versorgung der Bevölkerung mit Frischfleisch zur Verfügung gestellt werden kann. Die Versorgung mit Wurst und Schinken erscheint trotzdem auch weiterhin ausreichend gewährleitet.., Fachverbände un,. Borrät e. ren Roh, Aus aller Welt Die Kieler Tagung der deutschen Haus= und Grundbesitzervereine dnb Kiel, 29. August. Den Höhepunkt der 57. Verbandstagung des Zentralverbandes deutscher Haus= und Grundbesitzervereine, zu der etwa 2000 Vertreter aus allen Teilen des Reiches in Kiel weilen, bildete am Samstag abend eine Kundgebung in der„Waldwiese". Die Kundgebung stand, wie die voraufgegangene Arbeitstagung, im Zeichen nationalsozialistischen Wollens und Willens der deutschen Haus= und Grundbesitzer. i Der Kieler Oberbürgermeister Beyrens wies darauf hin, daß die Arbeit der Haus= und Grundbesitzer einen großen Schritt auf dem Wege des Ausgleichs der gegenseitigen Interessen aller deutschen Menschen weider Segelflugzengverordnung und der Lustfahrtflag=“ Ministerialrat Dr. Knoll, der Leiter der Hauptgenverordnung hineingearveitet worden, um eine mög= abteilung für Städtebau, Siedtungs= und lichste Zusammenfassung der luftrechtlichen, Vorschrif= wesen im Reichsarbeitsministerium, sprach in Vertretung zu erreichen. Im übrigen sind die Bestimmungen des verhinderten Reichsministers Seldte über das Thema „Der deutsche Hausbesitz in Wirtschafts= und Sozialpolitik". Der Redner erläuterte im einzelnen die Bedeutung der Stellung des Hausbesitzes im deutschen Wirtschaftsleben. Der Hausbesitz habe vor allem als Auftraggeber eine wichtige Aufgabe im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Die vier Millionen deutscher Hausbesitzer hätten Milliardenbeträge von Kapitalien zu verwalten, die das zum Teil mühsam ersparte Vermögen von Millionen deutscher Volksgenossen darstellten. Ministerialrat Dr. Knoll ging dann auf die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung zur Gesundung des Hausbesitzes ein. Er erwähnte namentlich die Bereitstellung von rund 670 Millionen Reichsmark für Inhatte, unübersichtlich geworden; es stellte sich daher als notwendig heraus, das Gesetz in der jetzt geltenden Fassung neu bekanntzugeben. Gleichzeitig mit dieser Neufassung des Gesetzes, die an sich keine grundsätzlichen Aenderungen enthält, wird eine neue Verordnung über den Luftverkehr vom 21. August 1936 als Durchführungsgesetz zum Luftverkehrsgesetz bekanntgegeben, die mit Wirkung vom 15. September 1936 an die Stelle der überholten Luftverkehrsordnung von 1930 tritt. Sie trägt vor allem der neuen Organisation der Luftfahrtverwaltung Rechnung, nach der an die Stelle der früher zuständigen Landesbeyorden jetzt die Luftämter getreten und alle Hoheitsbefugnisse auf dem Gebiet der Luftfahrt in der Hand des Reichsministers der Luftfahrt vereinigt sind. Außerdem sind, an die neue Verordnung noch Vorschriften aus anderen einschlägigen Gesetzen wie der Segelflugzeugverordnung und der Luftfahrtflagten zu erreichen. In übrigen sind die Bestimmungen über das Zulassungswesen und die Verkehrsregern den Erfahrungen der letzten Jahre angepaßt, insbesondere auch das Flugfunkwesen einer eingehenden Regelung Herstellung von Wurst wird eingeschränkt bestimmte Personen ausgestellte sonenbeschreibung, ein beglaubigtes Lichtbild und die eigenhändige Unterschrift des Inhabers enthalten(z. B. Postausweiskarten, gültiger Reisepaß, FührerParteiausweise(Mitgliedsbuch, SA.=Ausweise usw.) haben nicht den Zweck, als Personalausweise bei Behörden zu dienen und sind keine Ausweise im Sinne der Bostvorsch=Fotzustellung während Zuständig für die gesamte Postzustenung Wührend des Reichsparteitages ist das Postamt Nürnberg 2, Bahnhofplatz 5. Bes2 15 S. Es ist notwendig, daß jeder Besucher und Teilnehmer am Reichsparteitag ständig eigger zantsggechen, den Ausweis bei sich trägt, um seine Person„everzeit einwandfrei feststellen zu können. Das Amt des Friedensrichters Eine Neueinführung im Zuge der Umgestaltung des Strafverfahrensrechts Berlin, 30. August. Im letzten Heft der Deutschen Juristen=Zeitung schreibt Landgerichtsrat Dr. Niederreuter..: Im Zuge der bevorstehenden Umgestaltung des Strafverfahrensrechtes soll auch nach einer von der des deutschen Trenker=Films Der Kaiser von Kalifornien“ im Beisein des Schirmherrn des deutschen Filmwesens stellte der Samstag sodann einen Höhepunkt der Internationalen Filmkunstschau der Biennale dar. Der Aufführung ging ein Diner im Hotel„Excelsior“ vorauf. Der Aufführung des Films wohnte dessen Schöpfet Louis Trenker bei. Die sonst sehr kritisch eingestellten Zuschauer nahmen diesen Film mit äußerst starkem Beifall auf und bereiteten dem Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Louis Trenker stürmische Ovationen. Tannenberg=Gedenken am Reichsehrenmal Hohenstein, 30. August. Im Denkmalshof des Reichsehrenmals fand am Samstag eine Feier des Reichskriegerbundes(Kyffhäuser) in Erinnerung an die S von Tannenberg statt. Der Landesführer Ostland des Reichskriegerbundes,„Major, a. D. von Weiß, legte vor der Gruft des Generalfeldmarschalls und Schirmherrn des Kyffhäuserbundes ein riesiges „Eisernes Kreuz“ aus Efeu als Dank an die Toten von Tannenberg und Treuegelöbnis der Lebenstandsetzungen und Umbauten sowie die Entlastungsmaßnahmen durch die Zinssenkung. Der Rednex hob die sozialen Aufgaben hervor, die der deutsche. Hausbesitz als Eigentumer von rund 17 Millionen Wohnungen zu erfüllen habe. Dem Schutz der Mieter diene auch die vorläufige Einstellung des weiteren Abbaues des Mieterschutzes, die durch die Verschärfung der Lage des Wohnungsmarktes notwendig geworden sei. Das Hauptziel der Regierung bleibe die möglichst baldige Beseitigung der Wohnungsknappheit durch Siedlungsund Kleinwohnungsbarg,.„... Ministerialhirzstge Dann sprach Dr. Volrmar, Meinisterialbiretlor im Reichsjustizministerium, über„Neuerungen im Grundstücks= und Hypothekenrecht". Das Verhältnis von Gläubiger und Schuldner sei aus der Sphäre des sichtspunkt Schickfalsgemeinschaft ohne vollgültigen Ausweis München, 30. August. Der Reichsschatzmeister erläßt die folgende BeTeilnehmer und Besucher des Reichsparteitages 1936, die während ihres Aufenthaltes in Nürnberg Geld= und andere Postsendungen erwarten, wollen sich mit einem vollgültigen „Bollgültige Ausweise sind solche von Behörden für Amtlichen Strafprozeßkommissien. beschlossenen, bishe unveröffentlichten Priedensrichteroronung ein sogenannter Friedensrichter eingeführt werden, der in dem weitaus größten Teil der bisherigen Privatklagesachen die Parteien gütlich einigen und wo dies nicht möglich ist einen Friedensrichterspruch fällen soll. Dabei sollen seine Machtmittel so wirksam gestaltet werden, daß er mit genügender Autorität den Beteiligten gegenübertreten und einen der Schwere der Friedensstörungen entsprechenden und den künftigen Frieden verbürgenden Ausgleich schaffen kann. Anderseits soll aber alles vermieden werden, was im Sinne einer kriminellen Strafe gedeutet wrden könnte. Dem Friedensrich= ter sollen daher lediglich Mittel wie Verwarnung, Feststellung der Wahrheit oder Unwahrheit einer Behauptung, Auferlegung besonderer Pflichten, öffentlicher Widerruf, Abbitte usw., zur Verfügung stehen. Die von ihm auferlegten Geldbußen sollen nicht im Strafregister eingetragen werden. Der Friedensspruch soll nicht auf einen Straftatbestand gestützt werden, sondern überall dort erlassen werden, wo ein Bedürfnis zur Schlichtung bestehe. sei dafür gesorgt, daß Ethik und wirtschaftliche Vernunft im Vordergrund stünden. Hierauf schloß Präsident Tribius die Kundgebung. Wie bekannt wird, wurde der bisherige Präsident des Zentralverbandes deutscher Haus= und Grundbisher besitzervereine, Erich Tribius, einstimmig auf weitere drei Jahre in seinem Amte vom Reichsausschuß seines Verbandes bestätigt. 5000 Klagr..g“„ Paris, 30. August. Der bekannte französische Flugzeugkonstrukteur Brequet, der von einer Studienreise durch die einem gewonund velteren Ungebung nahmen an der Feier tei. nenen Einhrisang, s, führte er aus, kömne mit seinen Am Erinnerungstage des Sieges von Tannenberg]. Sowjetru.,— Alugindustrie beschäftigten Arbeitern ziehen vor dem Denkmal und vor der Grust des Ge 200 00o ,ztwg zwanzigmal soviel Flugzeuge, Motoren neralseldmarschalls Posten des Reichskriegerbundes und Flugzeng. Einzelteile herstellen wie Frankreich. Er auf, während im Innern der Gruft die beiden Posten hab, sich selbst davon überzeugen können, daß die größten Motorenwerke und die vier größten FlugzeugSchutpolf= fabriken in der Lage seien, 5000 Flugzeuge jährlich der Schmpponde: sherziechnsche Laboratorten, über bervoragende nur aus zwei= bis fünfjährig gedienten Soldaten In allen Werken würde ununterbrochen 24 Stunand Berlin, 30. August. den zu drei Schichten gearbetietz, Iugeig##erk, das iniste= uend Oherbe= 125 000 Arbeiter in drei Schichten beschuftige, verlieder Reichskriegsminire: uwd oewe, zen täglich vier startbereite Flugzeuge das fehlshaber der Wehrmacht teilt mit: Mit dem Reichsführer SS. und Chef der deuts Polizei im Reichs= und preußischen Ministerium Die Sowjetrüstungsindustrie auf vollen Touren die sowietrussischen Truppentransporte beschleunigt durch rumänisches Gebiet geführt werden könnten. Die Tschediesen Plan mit größter Bereitwilligkeit der Schutzpolizei(einschließlich r aus zwei= bis funfSoldaten der Wehrmacht Innern ist vereinbart worden, daß der Ersatz der Wachtmeister(SB.) der Schutzpolizei(einschlie Wasserschutzpolizei) nujährig gedienten Die Einstellung bei der Schutzpolizei erfolgt erstmalig in der Zeit vom 15. 10. bis 1. 11. 36, dann zum 1. 1. 1937 und 1. 4. 1937. Die Einstellung bei der Wasserschutzpolizei erfolgt nur am 1. 11. 36. Im Anschluß an diese Termine finden die Einstellungen in der Regel im Herbst und Frühjahr jedes Jahres statt. Für die erstmaligen Einstellungen kommen folgende im Herbst 1936 ausscheidenden Soldaten in Frage: a) 4¼ bis 4¾jährig gediente Freiwillige der Kriegsmarine(Flottendienst) und der Luftwaffe(Flieger= und Luftnachrichtentruppe), n, 6. Sug b) dreijährig gediente Freiwinige des Heeres und der Luftwaffe, c) zweijährig gediente Freiwinige des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Bewerbungsgesuche von Soldaten, die den Einstellungsbedingungen entsprechen, sind mit den aus dem „Merkblatt für den Eintritt als Wachtmeister in die Schutzpolizei“ ersichtlichen Unterlagen an die vorgesetzte Dienststelle einzureichen... Sixst=Kanag. Grundsätzlich sind die Anträge an die Einstellungsbehörden zu übersenden, die im Bereiche des für den Bewerber zuständigen Generalkommandos liegen. Nur soweit besondere Wünsche bezüglich des späteren Verwürden täglich fünf moderne Jagdflugzeuge hergestellt. Weiter baue man in großem Umfange viermotorige schwere Flugzeuge. Die Technik in den sowjetrussischen Betrieben sei zwar nicht sehr modern, sei aber doch als gut zu bezeichnen. Ein„Kriegsfahrplan“ zwischen Sowjetrußland, Rumänien und der Tschechoslowakei dnb Budapest, 30. August. In den führenden katholischen Organen Ungarns „Nemzeti Ussag“ und„Us Nemzedsk“ befaßz, Generaloberst a. D. Nyiry eingehend mit ver strategischen Bedeutung der Eisenbahnlinie Mohilev—Czer= nowitz, deren viergleisiger Ausbau jetzt gemeinsam von der Moskauer, Bukarester und Prager Regierung betrieben werde. Der ungarische Generaloberst stellt fest, daß die Eisenbahnlinie unter Umgehung Polens die kürzeste Verbindung zwischen Sowjetrußland und der Tschechoslowakei und den Weg zum Herzen Mitteleuropas bedeute. Die viergleisige Eisenbahnlinie Mohilev—Czernowitz sei die größte Gefahr für den Frieden Europas. Der sowjetrussische und der rumänische Generalstab hätten sich dahin geeinigt, die Strecke Mohiler.—Czernewitz viergleisig zu gestalten, well dadurch im Friegsfalle chen hätten Die Tschechoslowakei ihrerseits werde, wie der Oberst weiter ausführt, im Einverständnis mit Rumänien in nächster Zukunft die Eisenbahnlinie zwischen Kiralyhaza und Csap(Cop), die mit der Trianon=Grenze Ungarn— Tschechoslowakei parallel verläuft, in eine zweigleisige Strecke umbauen und außerdem zwischen den früher ungarischen Städten Ungvar(Uzhorod), Munkacs(Mukacevo) und Kiralyhaza den Bau einer neuen Eisenbahnlinie beginnen. Der Zweck des Ausbaues dieser Eisenbahnlinien sei u. a. der, ein Hereinströmen sowjetrussischer Truppen nach Mitteleuropa zu erleichtern. In diesen tschechischen Plan passe die Meldung, die vom Bau der viergleisigen Eisenbahnlinie zwischen Mohilev und Czernowitz auf rumänischem Gebiet spreche, hinein. Generalstabsoberst Nyiry schließt seine Ausführungen, die die Notwendigkeit der von Deutschland getroffenen vorbeugenden Maßnahmen darstellen, mit der Feststellung, daß sich hinter der neuen tschechischen Eisenbahnpolitik ein„Kriegsfahrplan" verberge, mit dessen Hilfe Ungarn im Kriegsfalle vom Sowjetheer überschwemmt werden solle. Westeuropa bereite heute durch die Unterstützung Sowjetrußlands seinen eigenen blutigen Selbstmord vor. Englisches Großflugzeug seit Freitag überfällig August. schaft ImpeHallle in die Wen Der erste Tag des Reiseverkehrs nach Oesterreich. Auf dem Paßamt in München war am ersten Tage des freien Verkehrs mit Oesterreich ein gewaltiger Anmarsch zu verzeichnen. Etwa 4000 Personen erhielten den Oesterreich=Stempel, um, zum Wochenende in das langersehnte Kletterparadies des Wilden Kaisers zu reisen. Die Glanzleistung des Ju. 68„Bückeberg“. Das Lufthansa=Flugzeug Ju. 68„Bückeberg“, das vor einigen Tagen den 6000 Kilometer langen Seeweg nach Bathurst(Westafrika) ohne Zwischenlandung zurückgelegt hatte, kehrte am Freitag abend in gleicher Weise in die Heimat zurück. Es hatte noch für weitere acht Stunden Brennstoff an Bord, so daß es noch weitere 2000 Kilometer hätte zurücklegen können. Tödlich verunglückter Gauwart der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Der Gauwart der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Mecklenburg=Lübeck, Karl Rickert, fiel einem schweren Verkehrsunfall zum Opfer. Ein Lastwagen streifte den Dienstkraftwagen an der Seite, wo Rickert saß, wobei dieser so schwere Verletzungen erlitt, daß er in der Nacht zum Samstag starb. Explosion in Dresdner Gaswerk. Im Gaswerk Dresden=Reick ereignete sich in einem Raume, in dem ein Windanlasser aufgestellt ist, eine Explosion, durch die zwei Arbeiter getötet wurden. Ein weiterer Arbeiter erlitt einen Nervenschock. Deutsch=englischer Bergsteiger=Austausch. Sechs englischen und drei deutschen Bergsteigern ist es gelungen, die 600 Meter hohe Südwand des Söllerköpfl im Wettersteingebirge zum ersten Male zu begehen. Die englischen Bergsteiger sind im Zuge des deutsch=englischen Bergsteiger=Austausches in den Bayrischen Bergen, der von der Alpenvereins=Sektion Bayerlande' leitet mit: London, 30. „Das der britischen Luftverkehrsgesellschaft rial Airways gehörige viermotorige Großflugzeug „Horsa“, das am Freitag vormittag auf seiner Reise nach Indien von Basra nach Bahrein am Persischen Golf abgeflogen war, ist seit dieser Zeit überfällig. Es liegt lediglich eine funkentelegraphische Meldung vor, in der es heißt, daß die Maschine in einer unbewohnten Gegend an der Küste des Persischen Golfs zu einer unfreiwilligen Landung gezwungen worden sei. Flugzeuge der britischen Luftstreitkräfte haben sich auf die Suche begeben. An Bord der„Horsa“ befinden sich außer dem Personal acht Fluggaste. Sollten sich die in London gehegten Befürchtungen um das Schicksal der Maschine bewahrheiten, so würde es sich um das zweite Unglück handeln, von dem die britische Verkehrsluftfahrt innerhalb von acht Tagen heimgesucht worden ist. Bekanntlich verunglückte in der vorigen Woche ein englisches Großflugzeug, wobei zwei sonen ums Leben kamen. Vereingetelter wurde. Glück im Unglück. Auf dem Markusbecken in Venedig wurde ein Motorboot auf der Fahrt nach dem Lido von dem jugoslawischen Dampfer„Kumanovo“ gerammt. Durch die schweren Zerstörungen wurden die Insassen aus der Kabine ins Wasser geschleudert, so daß sie von andern Motorbooten gerettet werden konnten. Neue blutige Ausschreitungen in Palästina. In Palästina kam es wieder zu blutigen Ausschreitungen zwischen Juden und Arabern, wobei auf beiden Seiten mehrere Tote und Verletzte zu verzeichnen waren. Die in den letzten Tagen immer mehr um sich greifende Versendung von Paketen, die Höllenmaschinen enthalten, hat zu einer öffentlichen Warnung des Publikums vor dem Oeffnen verdächtiger Sendungen geführt und die allgemeine Beunruhigung noch vergrößert. Vier Frauen der Tokioter Gesellschaft verhaftet. Vier Frauen, die in der Tokioter Gesellschaft eine hervorragende Rolle spielen, darunter eine frühere Hofdame der Kaiserin von Japan, sind von der Polizei verhaftet und wegen Gotteslästerung und Majestätsbeleidigung unter Anklage gestellt worden. Den Angeschuldigten wird vorgeworfen, einen„fanatischen Shinto=Kult“ organisiert zu haben. Das war eine Ueberraschung. Louis'Alessandro in Pittsfield im amerikanischen Staate Massachusetts, der die Scheidung beantragt hatte, erzählte dem Gericht, daß er eines Abends, als er kurz nach seiner Heirat nach Hause kam, sechs Kinder im Alter von drei bis 17 Jahren um den Eßtisch versammelt fand und bei dieser Gelegenheit zum ersten Male erfuhr, daß es die Kinder seiner Frau aus einer früheren Ehe waren. Ihm hatte sie sowohl ihre frühere Ehe wie die Kinder verschwiegen. Das Gericht gab sofort dem Antrag des Mannes statt. Seite 14 Nr. 203 7 Bochumer Anzeiger" Montag 31. Augusi 1936 Nachrichten aus Groß=Bochum Kleinie Kneidungen aus den=Siadnenen Wanderpreisschießen des Kreisverbandes Bochum=Land Die Kriegerkameradschaften schossen auf der Vollmond llljährlich im Monat August vereinigen sich die Kriegerkameradschaften des früheren Kreisverbandes Bochum=Land, um ihr traditionelles Wandervreisschießen abzuhalten, dessen Preis eine bekannte und werrvolle Stiftung des inzwischen verstorbenen Bergassessors Schulze=Vellingbausen ist. Jahre hindurch kämpfen die einzelnen Kompagnien und Kameradschaften des Kreises um die Trophäe, ohne daß es einem Teilnehmer bisher gelang, den Preis dreimal nacheinander zu erringen. In diesem Jahre verteidigt die Kompagnie Langendreer=Kaltehardt den Wanderpreis. Die ersten Ausscheidungsschießen wurden bereits am vergangenen Sonntag getätigt. Die Kompagnie Kaltehardt blieb wiederum im Vorteil, bis dann das Schießen am Samstag und Sonntag auf dem Scheibenstand an der„Vollmond“ fortgesetzt wurde. Von morgens bis abends krachten die Schüsse auf die 24er=Scheibe. Es wurde erbittert um den Sieg gekämpft, was der Verbandsführer Dr. Schieferecke(Werne) in der im Anschluß an das Schießen stattfindenden Siegerehrungsfeier besonders betonte. Die Feier fand unter zahlreicher Beteiligung der Kameraden im Saalbau Schulte=Trux statt. Sie brachte frohe Stunden der Unterhaltung und erlebte naturgemäß ihren Höhepunkt mit der Bekanntgabe der Siegerliste. Als Sieger des Wandervreises ging die Kameradschaft Komvagnie Dorf Langendreer mit einem Gesamtdurchschnitt von 69 Ringen siegreich hervor. Den von Bergassessor Wisselmann gestifteten Wandervokal behielt die 3. Kompagnie Werne mit 68.8 Durchschnittsringzahl. Nach der Ueberreichung der Wandervlakette fand die Preisverteilung an die besten Schützen stett. Der beste Schütze des Tages war Kamerad Heinrich Brämer von der Kriegerkameradschaft Somborn mit 72 Ringen Achtung! Luftschutzübung! Am Dienstag in Weitmar=Nord! Am Dienstag, 1. September, findet im Stadtteil Weitmar=Nord in der Zeit von 19 bis 20.10 Uhr eine Luftschutzubung des Selbstschutzes, durchgeführt von der Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes, statt. Folgende Straßenzüge sind an der Uebung beteiligt: Essener Straße Nr. 23 bis 65(ungerade Hausnummern), Hammer Straße, Kohlenstraße Nr. 129 bis 211 und 136 bis 144, Bahnstraße Nr. 4 bis 10 und 5 bis 13, Am Trottenberg, Heusnerstraße, Pestalozzistraße. Während dieser Zeit, von 19 bis 20.10 Uhr, ist das Uebungsgebiet für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Der Verkehr auf der Essener Straße wird aufrecht erhalten. Der Beginn der Uebung wird durch eine Sirene (wechselnder hoher Heulton) ausgelöst. Das Ende der Uebung wird ebenfalls durch Sirene(langer, gleichbleibender hoher Ton) bekanntgegeben. Es wird erwartet, daß in allen Häusern, sowie in den Betrieben des erweiterten und Behörden=Selbstschutzes des Uebungsgebietes während der Uebung strenge Disziplin gewahrt bleibt und alles Erforderliche gemäß der erhaltenen Ausbildung veranlaßt wird. Von der an der Uebung nicht beteiligten Bevölkerung wird erwartet, daß sie das Uebungsgebiet während der Uebung nicht aufsucht, um den polizeilichen Aufsichtsdienst nicht zu erschweren. Stadtteil Linden=Dablbausen Verschönerungsarbeiten. Die Hauptstraße des Stadtteils Gerthe, die Lothringer Straße, hat durch verschiedene Umbauten und durch den Neuanstrich mehrer Häuser ein freundlicheres Aussehen bekommen. Kinderfest. Das war eine Freude, als etwa fünfzig Kinder aus dem Viertel Im Wolffsfeld ihr Schützenfest feierten! Alles war so nett vorbereitet, und König Ferdinand Pfingst und Königin Maria Leipski konnten mit ihren Getreuen nach einem festlichen Umzuge fröhlich tafeln. Natürlich fehlte es nicht an allerlei Spielen. Eine Verlosung brachte hübsche Gewinne und nach dem Abendessen machte ein Fackelzug den Beschluß des heiteren Tages. Stadtteil Stiepel Flachsernte. Die Stiepeler Landwirte haben mit der Flachsernte begonnen. An vielen Stellen sieht man eifrige Hände, die mit großer Sorafalt die kurzen Pflanzen ziehen. Die hiesigen Bauern schicken die Ernte nach Geseke bei Paderborn, wo sie verarbeitet wird. Erbreiterung einer unübersichtlichen Kurve. Seit einigen Tagen sind Arbeiter damit beschäftigt, die unübersichtliche Kurve an der Kemnader Straße. Einmündung Steilstraße, zu erbreitern. Ein lang geheater Wunsch der Bevölkerung geht hiermit in Erfüllung, denn mancher Radfahrer ist hier schon zu Fall gekommen. Diebstahl. Dem Landwirt W.., Gräfin=ImmaStraße, wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag 22 weiße Junghennen entwendet. Die Täter sind unerkannt entkommen. Stadtteil Altenbochum Sturz von der Treppe. Samstag nachmittag stürzte der Invalide Ko., Wasserstraße, mit einem Sack Kartoffeln die Kellertrepve hinunter. Der Mann trug eine schwere Gehirnerschütterung davon, so daß er dem Krankenhause zugeführt werden mußte. Stadtteil Laer Besprechung der Amts= und Zellenleiter der NSDAP. Alle Amts= sowie Zellenleiter der NSDAP. sind für Dienstag abend um 8 Uhr zu einer wichtigen Besprechung über die letzten grundlegenden Organisationsund Personaländerungen der Ortsgruppe Laer der NSDAP. geladen. Die Besprechung findet auf dem Geschäftszimmer der NSDAP. hinter der Schillerschule statt. Zusammenkunft der NSV.=Walter und=Helferinnen. Am Dienstag, 1. September, abends 7½ Uhr, kommen sämtliche Walter und Helferinnen der NS.=Volkswohlfahrt auf dem Geschäftszimmer der NSV., Wittener Straße 443a, zu einer wichtigen Besprechung zusammen. Grygier minski. und der Revaraturhauer August Ka Stadtteil Werne Kundgebung des Haus= und Grundbesitzervereins Der Haus= und Grundbesitzerverein Werne hielt am Samstag abend im Lokale Kraney eine gut besuchte Versammlung ab, in der alle den Hausbesitz interessierenden Fragen zur eingehenden Erörterung und Besprechung standen. Vereinsführer Zimmermannslegte aus begrüßte die Erschienenen und erteilte nach einem geschäftlichen Ueberblick, der die gesicherte Grundlage des Vereins klar ergab, dem Verbandsgeschäftsführer Schachtsiek(Essen) das Wort zu seinem Referat. Der Redner sprach in ausführlicher Form über die Zinssenkungsaktion, wie sie von nationalsozialistischer Seite betrieben wird, ohne irgendwie das Wirtschaftsleben in irgendeiner Form zu gefährden. Dann sprach er über die Zinsen der Aufwertungshypotheken und über die Fragen, die für den älteren Neuhausbesitz von Interesse sind. In einem weiteren Vortrag beschäftigte sich Architekt Rolfes(Bochum) mit der Frage der Bergschäden. In der Versammlung wurde darauf hingewiesen, daß die erhöhten Schornsteinfeger=Gebührensätze vorerst für ein Jahr entrichtet werden müßten. Der Haus= und Grundbesitzerverein Werne wird aber Schritte unternehmen für eine Herabsetzung der Gebührensätze, da sie eine bedeutende Mehrbelastung des Hausbesitzers darstellten. Das Schlußwort sprach Vereinsführer Zimmermann. Aus der katholischen Kirchengemeinde. Rektor a. D. Karl Prior der über 25 Jahre neben seiner beruflichen Tätigkeit der Werner Herz=Jesu=Gemeinde als Organist und Leiter des Kirchenchors gedient hatte, Altersrücksichten seine Aemter nieder. In einer kleinen, sinnigen Abschiedsfeier wurde ihm für die seltene langjährige Treue gedankt und ihm ein sinnreiches Angebinde überreicht. Der Geehrte dankte in schlichten Worten sichtlich gerührt für diese Ehrung. — Für die Werner Herz=Jesu=Pfarrei ist der Tag der Ewigen Anbetung der kommende Sonntag, 6. September. Die Feiert währt von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. „eat dach ees Tedens! der DAF.=Ortsgruppe Riemke auf dem Platz an der Tippelsbergerstraße Straße gelegt, verlor das Gleichgewicht und stürzte herab. Nachbarn, die das Schreien des Kindes gehört hatten, eilten herbei, konnten aber feststellen, daß die Kleine keine Verletzungen davongetragen hatte, da sie auf einen auf dem Hof liegenden Berg leerer Kartoffelsäcke gefallen war. Stadtteil Grumme=Böde Mit dem Motorrad auswärts verunglückt. Am Samstag morgen gegen 11 Uhr fuhr der Volksgenosse Adolf Fl., Dortmunder Straße. mit seinem BMW.= Motorrad auf der Fahrt nach Paderborn kurz hinter Soest in voller Fahrt gegen einen Baum. Er wurde vom Sitz geschleudert und prallte mit dem Kopfe gegen einen Grenzpfahl. Der Motorradfahrer wurde mit erheblichen Kopfverletzungen einem Krankenhause zugeführt. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Marmelshagen als Ausflugsort. Wanner Feuerwehrleute verlebten mit ihren Angehörigen am Sonntag im schönen Bergmannschen Garten einige vergnügte Stunden. Konzert, gemeinschaftliches Kaffeetrinken und verschiedene Unterhaltungsspiele füllten die Stunden angenehm aus. Auf der Fahrt zur Schicht verunglückt. Pech hatte am Samstag morgen der auf einer Wanne=Eickeler Schachtanlage beschäftigte Volksgenosse Heinrich O. aus der Kolonie. Er stürzte mit seinem Rad infolge eines Gabelbruches so unglücklich, daß er sich ernsthafte Verletzungen zuzog und in seine Wohnung geschafft werden mußte. Stadtteil Hamme Missionsfest. Die evangelisch=lutherische Kreuzgemeinde auf der Gahlenschen Straße beging am Sonntag ihr diesjähriges Missionsfest, das am Vormittag mit einem Missions=Festgottesdienst eingeleitet wurde. In überzeugender Weise sprach hier Prases Gruber über die Notwendigkeit der Missionsarbeit. Chorgesänge umrahmten diesen Gottesdienst. Zahlreich war die Gemeinde auch am Nachmittag wieder versammelt. Die beiden Ortspfarrer Stallmann und Kerlé wußten ebenfalls durch ihre packenden Ausführungen alle Besucher für die Arbeit der Mission zu begeistern. Aus der Herz=Jesu=Pfarrei Hamme. Die feierliche Einweihung des neuen Kreuzweges in der Herz=JesuKirche ist für Sonntag, 20. September, dem Feste Kreuzerhöhung, vorgesehen. Den Weiheakt nimmt Pater Romanus Bange aus der Christkönigsgemeinde vor. Für spater ist auch eine neue Ausmalung des Gotteshauses vorgesehen, die der Formgebung und Ausführung des neuen Kreuzweges angepaßt ist. Kinderschützenfest. Die letzten Ferientage benutzten die Schulkinder des Ortsteils Goldhamme am Samstag, um ein großes Schützenfest zu veranstalten. Es war eine Freude, dem lustigen Völkchen bei den Spielen, beim Kaffeetrinken und dergleichen mehr zuzuschauen und ihren fröhlichen Liedern zu lauschen. Jedenfalls herrschte hier eitel Jubel und Freude. Auch ein Königspaar hatten sich die Kinder erwählt. Stadtteil Langendreer Die ehemaligen 30er tagten. Im Vereinsheim Wegmann hatten sich die Kameraden der ehemaligen 30er recht zahlreich zum Monatsappell eingefunden, den Kameradschaftsführer Koch leitete. Die geschäftlichen Angelegenheiten wurden glatt erledigt. In Kurze kann die Kameradschaft auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken, das gebührend begangen werden soll. Ehrung von Arbeitsjubilaren. Bei der Gelsenkirchener Bergwerks=AG., Gruppe Bochum, wurden für ihre 25jährige Dienstzeit geehrt der Maschinist Johann Als am Samstag nachmittag in die letzten der fünf Schläge der Riemker Turmuhr sich die Fanfarenklänge des Jungvolks mit dem Trompetengeschmetter der SA.= Kapelle mischten, da hatte das werktätige Riemke Feierabend gemacht, und zugleich war das Volksfest eröffnet, dazu bestimmt, drei Tage lang allen Riemker Bürgern nichts als Freude und Frohsinn zu schenken. Und— das kann schon vorhergesagt werden— jeder hat davon Gebrauch gemacht. Ob die Jüngsten mit dem Dauerlutscher, dem Karussell, dem Kasperle=Theater, die Aelteren bei Tanz und Spiel, die Alten bei gemütlicher Plauderstunde im Zelt, sie alle haben es begriffen und miterlebt: Wir durfen und können und sollen uns freuen! Mit Tsching=bum=tara ging es nach dem einstündigen Konzert auf dem Riemker Marktplatz zum Festplatz an der Tippelsberger Straße. Je tiefer die rote Sonne sich am freundlichen Abendhimmel neigte, desto mehr strömte Riemke zum Festplatz, wo die Orgeln dröhnten und die Kinder kreischten, wenn der„Kasperle“ dem „Teufel" wieder eins ausgewischt hatte. Gegen 9 Uhr hieß der Ortsgruppenwalter der DAF., Pg. Oberstelen, die Gäste willkommen und betonte in seiner kurzen Ansprache, daß wir es nur dem Führer verdankten, heute wieder wirkliche Volksfeste feiern zu können. Zum Abschluß der Feier wurde das Lied:„Freut Euch des Lebens“ gesungen, das nun als Motto über beiden Festtagen stehen sollte. Den gemütlichen Teil des Abends füllten Darbietungen des Werksgesangvereins von Gröppel und der Kraftsportverein„Jung Siegfried“ aus. Am Sonntag, dem zweiten und Hauptfesttag, durchzogen schon früh um 7 Uhr die Svielmannszüge der HJ., des DJ. und der Werke zum Wecken die Riemker Straßen. Nachmittags um 4 Uhr begann dann der Zustrom zum Festplatz. Was ist eine Kirmes ohne Ansager, der mit der letzten Kraft seiner heisernen Stimme die Volksgenossen von dem wunderbaren Erlebnis einer Karussellfahrt überzeugen will, was ist eine Kirmes ohne den„Lukas", bei dem zwar„Rundschlag“ verboten ist, aber dennoch fast jeder Schlag sitzt; denn wer möchte nicht als starker Mann gelten, was ist eine Kirmes ohne das Tohuwabohu von soundsoviel Orgeln, Lautsprechern, Musikkapellen, lachenden Männer=, Frauen= und Kinderstimmen.„Freut Euch des Lebens.“ Wegen des Flugtages war die offizielle Eröffnungsfeier von 4 Uhr auf 7½ Uhr verschoben worden. Kurz nach 7 Uhr führte Ortsgruppenwalter Oberstelen die als Ehrengäste eingeladenen Kriegsbeschädigten und Opfer der Arbeit ins Festzelt. Pg. Oberstelen begrüßte die Ehrengäste und gedachte dann der Opfer des Krieges, zu deren Gedächtnis das Lied vom guten Kameraden gesungen wurde. Das Festzelt hatte mittlerweile eine beängstigende Fülle bekommen, und später wurde unter den Klängen der von Musikzugführer A. Krogull geleiteten SA.= Kapelle eifrig getanzt. Mädel vom TuS. Constantin erfreuten durch Tanzvorführungen und Freiübungen, und auch der MGV.„Sangeslust“ hatte sich zur Verfügung gestellt und brachte allerlei Lieder zu Gehör. Mittlerweile war die Dunkelheit hereingebrochen, und der Festplatz vor dem Zelt glänzte im Licht der grünen, roten, gelben Birnen. Das hell erleuchtete Kettenkarussell schleuderte seine mit jubelnden Menschen besetzten Sitze durch die Luft, an den Eisständen leckten und schleckten die Kleinen zum soundsovielten Mal ein„Hörnchen zu zehn“, nebenan in der Arena zeigten drei brave Pintscher ihre schwierigen Kunststücke, der „Kasperle“ besiegte zum soundsovielten Mal unter dem Jubel der Kinder den„abscheulichen Teufel“, die Schiffschaukeln fuhren auf und nieder, mit einem Wort, das werktätige Riemke hatte wirklich Feierabend gemacht, nur die eine Parole galt: Freut Euch des Lebens! * Persönliches. Fahrdienstleiter Anton Wieners, Sammelbahnhof„Constantin“, ist ab 1. September zum Betriebsleiter des Bahnbetriebes und der Hauptwerkstatt ernannt. Als ständiger Vertreter ist Maschivon .-.-Aufnahme. Schacht 8/9 zur Hauptnensteiger Vormbaum werkstatt versetzt. Totenglocke. In seiner Heimat in Godesberg, wo er bei seinem Sohne weilte, starb am Freitag im hohen Alter von fast 80 Jahren der frühere Betriebsführer Walter Nottebaum. Sprechstunde des Hilfswerks„Mutter und Kind“. Im Hause der Ortsgruppe der NS.=Volkswohlfahrt, Kruppstraße 60, findet am Dienstag, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr, eine Sprechstunde des Hilfswerkes„Mutter und Kind“ statt. Gleichzeitig ist damit eine Sprechstunde für die Wöchnerinnen verbunden. Des Kindes Schutzengel. Die vier Jahre alte Gisela Br. hatte sich zu weit aus dem Fenster des dritten Stockwerkes des elterlichen Hauses in der Herner Siadttetl Hordel Aus der reichskirchlichen Gemeinde. Am kommenden Donnerstaa hält die Frauenhilfe wieder ihre Versammlung ab.— Der Blaukreuzverein hat am Sonntaa um 15 Uhr Evangelisation.— Die Gemeinde=Gebetsstunde ist am Montag um 19 Uhr.— Am Mittwoch abend hält der Kirchenchor seine Probestunde ab. Schützenfest der Kleinen. Auf der Hordeler Straße veranstalteten die Kinder am Sonntag ein Schützenfest. Die Sieger bei verschiedenen Wettspielen wurden zum Königspaar ausgerufen und in einem prächtig ausgeschmückten Leiterwagen bei einem Festzug durch den Stadtteil mitgeführt. Dann fand ein fröhliches Schmansen statt und abends klang dieser schöne Tag mit einem Fackelzug aus. Ausflug. Vom herrlichsten Wetter begünstigt war der Ausflug des Vogelschutzvereins„Liebe zur Natur". Zunächst führte die Fahrt zur Vogelwarte in Essen=Stadtwald, von dort aus ging es mitten durch den Stadtwald nach Werden. Hier wurde gemeinsam auf dem Pastoratsberg der Kaffee eingenommen. Spätabends langte man wohlbehalten wieder in der Heimat an. Aus dem Nachbulgeriel Stadt Wattenscheid Die Schulte=Hordelhoff=Stiftung. Höchstwahrscheinlich wird die Schulte=Hordelhoff=Stiftung noch in diesem Monat eingeweiht werden. Augenblicklich werden die Unterkunftsräume für die Kinder gebaut. Ein Beziehen des eigentlichen Stiftungsgebäudes, der früheren Villa des Erblassers, ist zur Zeit noch nicht möglich. Die jetzt errichteten Bauten geben 22 Kindern Wohnmoglichkeiten. Ein großer Schlassaal mit 22 Betten steht zur Verfügung. Ein geräumiger Speisesaal dient gleichzeitig als Tagesraum wenn der Aufenthalt im Freien einmal nicht möglich sein sollte. Ein großer Waschraum ist vorhanden und ebenso eine große Küche Die erste Belegung wird voraussichtlich Mitte September erfolgen. Schützenfest im NSB.=Kindergarten. Eine größere Freude konnte die Leitung des NSV.=Kindergartens den Kleinen nicht machenals durch dieses Schützenfest Freitag nachmittag, zu dem auch die Mütter in hellen Scharen gekommen waren. Am Morgen war zunächst das„Königsschießen". Die Jungen warfen mit einem Ball auf eine große Scheibe. Dann gab es die Wahl der Königin und dann, ja dann war am Nachmittag eben die Feier. Zunächst gab es Schokolade und Kuchen, darauf marschierte man einmal um den Spielplatz, wo die Mütter sich schon längst eingefunden hatten und wo anschließend alle möglichen Spiele gemacht wurden. Hierauf ging man wieder in den Spielsaal. Die vielen kleinen Gedichtchen, die Tänze und all das andere, das die Kleinen in den paar Monaten seit Bestehen der Schule gelernt hatten, erweckten das Entzücken der Mütter. „Kraft=durch=Freude"=Fahrt. Für Sonntag, 6. September, hat die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". eine Fahrt nach Frönspert vorgesehen. Denjenigen Kameraden, die in Frönspert waren, ist hiermit eine Gelegenheit gegeben, ihre Frauen mit der Schönheit von Frönspert bekanntzumachen. Auf der Rückfahrt wird die Hohensyburg besucht. Auto gestohlen— Dieb gefaßt. Am 26. August, gegen 23.55 Uhr, wurde vor einer Wirtschaft in der Westenfelder Straße ein dort parkender, unverschlossener Personenkraftwagen entwendet. Der Täter konnte von dem Eigentümer am Bahnhof Höntrov gestellt und der Polizei übergeben werden, die seine Festnahme veranlaßte. Stadt Wanne=Eicke! Evangelische Gemeinde. In der evangelischen Gemeinde Eickel wurde jetzt ein zweiter Frauendienst Eickel=Mitte gegründet. Er hat seine geistliche Betreuung in Pfarrer Naunin aus Wanne. Abschiedsfeier und Lagerzirkus des BDM. in der Haard. Was das eine Freude für die Jungmädel des B2M. vom Untergau 300(Wanne=Eickel Wattenscheid), als Samstag nachmittag zu ihrem Abschiedsfest sich Gäste einfanden, um teilzunehmen an der Freude der Jugend. Kreisleiter Pg. Kleschies aus Wattenscheid war mit seinem Stab eingetroffen; die Wanne=Eickeler Kreisleitung war durch den Eickeler Ortsgruppenleiter Pa. Ernstina vertreten. Ferner waren auch Vertreter der Stadtverwaltungen zu Gast. Die Gäste zogen mit der Jugend von der Jugendherberge Oer hinaus in die blühende Heide. Mit frohen Liedern auf den Livpen ging's in Reih und Glied los. Auf der Festwiese zeigten unsere Jungmädel, daß sie unterhaltsame Gastgeber sein können. Lagerführerin Schüttrumpf und ihre Stellvertreterin Ella Simanek haben sich viel Mühe gemacht, um das Abschiedsfest gemütlich und inhaltsreich zu gestalten. Die anwesenden Gäste spendeten lebhaften Beifall und fanden großen Gefallen an der mustergültigen Veranstaltung der Jugend.— Dann ging es in flottem Marsch wieder zurück in die Jugendherberge. Die Herbergsleitung hatte schon reichlich Vorsorge getroffen, um die hungrigen Mäuler zu stopfen. Und kommenden Mittwoch heißt es Abschied nehmen von der gastlichen Haard. Die Wattenscheider Mädel fahren zuerst und verlassen Mittwoch nachmittag 2 Uhr die Jugendherberge. Dann folgen die von Wanne=Eickel, so daß abends alles wieder daheim bei Muttern ist. 4761 Tauben ab Oeynhausen. Die Reisevereinigung führte am Sonntag den viertletzten Flug dieser Saison durch. In Oeynhausen wurden Sonntag früh bei Ostwind 4761 Tauben des Jahres 1936 auf die 187 Kilometer lange Reise geschickt. Die erste Taube war gegen 10.55 Uhr im heimatlichen Schlag, während die letzte Taube gegen 11.20 Uhr zu Hause war. Am kommenden Sonntag findet der Preisflug ab Stadthagen (170 Kilometer) statt. Männergesangverein Einigkeit=Dorneburg. Die Vereinsfamilie unternahm eine Wanderfahrt in die Haard. Von Recklinghausen ging es nach Speckhorn, wo man im Lokal Wessels gastliche Aufnahme fand. Die Kinder betreute Onkel Albert. Beim Schießen wurde Sangesbruder Paul Bleck Schützenkönig, der sich Frl. Aenne Blanke zur Königin erwählte. In fröhlichster Stimmung blieb man noch lange zusammen und sang manch frohes Lied in den schönen Sommerabend. Badebetrieb wieder stärker. Der Sonnenschein der trieb im Ost letzten Augusttage hat den Badebetrieb Osthafen wieder förderlich beeinflußt. Schon früh morgens ist schöner Badebetrieb festzustellen, der nachmittags noch starker wird. „Im schönen Ittertal..“ Die Frauenhilfe WanneSüd—Eickel=Nord unternahm am Donnerstag bei prachtigstem Sommerwetter eine Autobusfahrt in das schön gelegene Ittertal. Abends um 10 Uhr traf man wohlauf wieder zu Hause ein Seite 15 Nr. 203 Bochumer Anzeiger, Montag, 31. August 1936 S and 5 und Weine Tharafe. „Wir wollen ein Feuer machen, Grant!“ sagte (3. Fortsetzung.) Die Trozellion der Geilter Es schien wirklich, als wolle dieser teuflische Wald uns wieder und wieder narren. Die seltsame Prozession der Laternen kam näher und Aber man hörte keine Schritte. Mit fast gespenstischer Lautlosigkeit glitt sie durch das Dunkel. Die Laternen gaben Licht, aber sie erhellten nicht. Es war Licht im Dunkel, aber das Dunkel blieb gleichwohl gespenstisch dunkel und undurchdringlich. „Prozession der Geister!“ Grant Allens Bezeichnung war nicht so unrecht gewesen. scg 7 Grant Allen war jung und hatte noch nicht soviel erlebt wie ich. Er zitterte am ganzen Körper. Meine Nerven waren ebenfalls bis zum äußersten gespannt, aber plötzlich lachte ich... Laut, gell, überreizt, aber ich lachte. „Bist du des Teufels, Wolf? Wie kannst du lachen? Lasse uns irgendetwas als Waffen suchen...!“ keuchte Grant Allen. Und dann schrie ich laut. „Grant Allen, willst du mit Käfern kämpfen?“ „Mit Käfern““.. 5 „Ja, mit den Kafern der grunen Hölle!“ Und da war die Prozession der Laternen, die singende Prozesion, schon beran. Heuchtkäsern. NieEs war nichts als eine Wolke von Leuchllasern kilsenhaften Leuchtkäfern, wie es sie in dieser Große nirgends auf der Erde gibt. Pfeifend flog sie an uns Grant weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll über diese fast tolle Erkenntnis. „In Para hat man mir ja schon von diesem riesenhaften, pfeifenden Leuchtkäfer erzählt. Er heißt Nachtwächter. Ich habe aber nicht an ihn glauben wollen. Es ist also doch Tatsache...!“ sage ich, aber auch meine Stimme zittert noch nach vor Erregung. Wir stehen wieder im Dunkeln der sternenlosen Nacht. Wir horchen zu dem Teufelswald hinüber, aus dem diese seltsame Prozession gekommen ist. Wird er uns diese Nacht noch mehr Teufeleien bescheren? Es scheint beinahe so; denn der nächtliche Wald ist laut geworden. Man hört das Schreien großer Bestien langgezogen und gell daraus hervordringen. Irgendwo krachen in der Ferne schwere Aeste, und an manchen Stellen sehen wir ein seltsames, blauviolettes Licht, das wir nicht enträtseln können. „Man erzählt sich in Para, daß die„Goldene Stadt“ und ihre seltsamen Bewohner eine Art von elektrischem Licht kennen sollten. Ein Licht, das blauviolett strahlt!“ sagt Grant nachdenklich. ge„##6 zu bi,, „Es ist kaum zu glauben, vuß in dieser grünen Hölle Menschen wohnen und leben können. Daß sie durch den nächtlichen Urwald Pfade finden und nicht von dem Tod der dort in allen Gestalten umgeht, restlos ausgelöscht werden...!“ spreche ich den Gedanken aus, der mich bewegt........ „Die Indianer, die wir sahen, ob sie zu der weißen Stadt gehören, die wir sahen? Ob die Frau, die schrie, in ihren Händen ist...“ Ehe ich etwas antworten kann, kommt eine seltsame Antwort aus dem dunklen Walde herüber. scheinbar nicht fürchten, weil sie selbst zu der Mordlegion des Waldes gehören... „Das ist schrecklich!“ sagt Grant mit zitternder Bielleicht singen diese Trommeln von unserm Tod. Sie geben sich Zeichen, daß wir hier stecken und getötet werden müssen. Die Indios haben uns keine Minute aus dem Auge verloren. Mit Tausenden von Augen haben sie uns aus dem Busch belauert. Wären wir eingedrungen, was dann?... Wir denken an den Schrei der Frau und beginnen 91 Sitern.„.. Trammeln.. zi, Pacht. Noch immer grouen die Trommeln durch die Nacht. Bamm... dong... dong... Tod den Fremden... „Diese schreckliche Dunkelheit und dies Trommeln macht mich noch irrsinnig!“ schreit Grant auf, dem die Nerven zu zerreißen drohen. Aber es war nicht nur die Dunkelheit und das Getrommel, das Grant und mich so nervös machten. Es waren die flatternden, huschenden Schatten, die ständig um uns flogen. Ihr geheimnisvolles, schreckliches Gewispel. „Fledermäuse!“ sagte Grant. Fledermäuse, der arme Grant! ich wagte es ihm nicht zu sagen, was für eine Art Fledermäuse dies waren. Es waren Vampire! Jene schreckliche Art von Flevermausen, die vom Blute leben. Egal, ob Tier= oder Menschenblut. Sobald wir schliefen, würden sie über uns herfallen und saugen... saugen... Blut... Blut...! Nein, diese Schreckenskunde mußte ich dem armen Grant verschweigen. Feuer beruhigt. Es gibt den trügerischen Glauben von Sicherheit und Geborgensein... Trügerisch hier im wahrsten Sinne des Wortes; denn in dieser mordenden Gegend gab es genug Getier, das * Ee; gab hler eine Art von Schlangen, die dos wär65 gibt Moskitos, die in Wollen herbeigezogen kommen, wenn das Feuer auflodert. Moskitos aber bedeuTroßdem.. Feuer! Noch immer dröhnen die (Es soll wenigstens unsere Nerven beruhigen. Unsere gepeinigten Nerven, die uns am liebsten laut aufschreien Gebüsch ist in der Nähe. Trockenes Holz liegt am Boden im Gras. Wir heben es vom Grase auf, aber sogar dies Gras birgt eine Hölle im kleinen. Unsere Häude brennen wie Beueg, geseln sein!“ sagt Grant. „Alles muß hier voll Brennessem sem: jagr Srane, aber als das Feuer brennt, betrachten wir unsere Hände. „Tas sind Miguisk. Eine Art von Blatläusen, die hier auf den Gräsern sitzen. Sie sondern einen Saft aus, der wie die Hölle brennt!"... Voll Ekel wischen wir unsere Hande ab. Die Miquis sind fort, aber der Schmerz nicht. Himmel, ist dies eine höllische Gegend. Der Teufel muß sie in seinem Zorn geschaffen haben. Die Vampire haben uns nicht verlassen. Sie flattern mit ihrem schrecklichen Gewispel um uns und werfen große, verzerrte Schatten um unser Feuer wie nächtliche ESiel warten auf unser.. Blut Schlafen dürfen wir nicht und trotzdem sind unsere Lider wie Blei. Irgendein süßlicher, betäubender Brodem scheint vom Walde herüberzukommen. Er macht so schläfrig... ach, so schläfrig. Aber würde Schlaf für uns nicht„ewiger“ bedeuten? (Fortsetzung folgt) führt ab Dienstag, 1. September, wöchentlich am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, in der Zeit von.30 bis 13.30 Uhr auf dem Fliegerschießplatz Brinkforstheide Scharfschießen aus der Luft durch. Während der angegebenen Zeit wird auch das nicht zum Schießplatz gehorende Gelände gefährdet, und zwar das Gelände etwa zwischen linghausen—Haltern und dem Weg mühle bis zur Straße Wickingsmühle—Herne—Hal tern. Das Gelände ist durch Warntolelgzegessenrize Schlaf Aus Westfalen und Rheinland Shrentage der Seaischen Fen uin...... Heldenehrung und Denkmalsenthüllung in Köln Trommeln im Urwald Trommeln ringsum im Urwald. Bamm... dong... Bamm. Bamm... dong..! Diese Trommeln sind so laut, daß sie alle anderen Geräusche des Urwaldes in sich verschlingen. „Die Indianer!...“ stoße ich hervor.„Sie geben sich Zeichen. Es ist das typische Nachrichtensystem der wilden Völker. Sie schlagen in einem bestimmten Rhythmus mit Knüppeln auf hohe Baumstämme. Hohe Töne... tiefe Töne... Bamm... dong... Bamm.. Bamm... dong.. Sicher sprechen sie von uns. Geben sich Nachricht. Erhalten vielleicht Befehle von irgendeinem geheimnisvollen Oberhaupt. Also sind die braunen Teufel doch im Wald. In diesem teuflischen Mordwald, den sie Köln, 30. August. Die Ehrentage der deutschen Feldartillerie in Köln nahmen Samstag vormittag ihren Anfang mit einer großen Heldengedenkstunde an den deutschen Ehrengräbern auf dem Südfriedhof. An der schlichten Weihestunde nahmen zahlreiche Fahnenabordnungen alter deutscher Feldartillerieregimenter in ihren bunten Vorkriegsuniformen, Vertreter des Reichkriegerbundes und eine Anzahl höherer Offiziere des alten Friedensheeres, Vertreter der Partei sowie die Vertreter Belgiens, Englands, Frankreichs und Italiens teil. Generalmajor a. D. Samwer begrüßte die Vertreter der fremden Mächte und gedachte in kameradschaftlicher Verbundenheit der Gefallenen aller Nationen. Im Auftrage des Waffenringes der deutschen Feldartillerie legte Generalmajor Samwer alsdann mehrere mit den jeweiligen Landesfarben versehene Kränze zu Ehren der deutschen, belgischen, französischen, englischen und italienischen Gefallenen nieder. In kurzen Ansprachen betonten der französische Generalkonsul der auch einen Kranz in den französischen Farben zu Ehren aller Gefallenen niederlegte, sowie der italienische Konsul den besonderen Geist dieser Weihestunde, die getragen sei von dem Gedanken der Versöhnung zwischen den ehemaligen Feinden, von dem Wunsche nach Frieden der Zukunft. Die an der schlichten Feierstunde teilnehmenden Kameradschaften und Fahnenabordnungen marschierten darauf geschlossen zur Stadt zurück. Den Höhepunkt bildete am Sonntag die feierliche Weihe und Enthüllung des neu geschaffenen Ehrenmals der deutschen Feldartillerie am Niederländer Ufer. Tausende von Zuschauern umsäumten den Festplatz. In langen Kolonnen waren Abordnungen der Wehrmacht, SA., SS., NSKK., RSKOV., des Soldatenbundes, des Kyffhäuserbundes, des Bundes der Waffenringe, Südwestafrika= und Chinakämpfer und die alten Soldaten der ehemaligen deutschen Feldartillerie und ihre Fahnenkompagnien aufmarschiert. Von verschiedenen Kameradschaften der alten Regimenwurden Kriegspferde der Feldartillerie mitgeführt. Führende Persönlichkeiten der Wehrmacht und der alten Armee, der Partei und ihrer Formationen, der staatlichen und städtischen Behörden nahmen an der Weihestunde teil. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache von Generalmajor a. D. Dr. Führer des Landesverbandes Rheinland, im Kyffzog verfaßten Prologs ergriff der Führer des Waffenringes der ehemaligen deutschen Feldartillerie, Generalleutnant a. D. Freiherr von Watter, das Wort zur Weiherede. Er feierte die Treue und Kameradschaft der ehemaligen deutschen Feldartillerie, die stets bereit gewesen sei, für das Vaterland das Letzte hinzugeben. Für diese Haltung sei das Denkmal Symbol. Während Fackeln entzündet wurden, ein Musikzug der Wehrmacht das Lied vom guten Kameraden intonierte, die Fahnen sich senkten und Salutschüsse erdröhnten, fiel die Hülle des Denkmals. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, sprach dann zu seinen alten Kameraden von der Feldartillerie. Es sei ihm, so sagte er, eine besonders große und aufrichtige Freude, daß er am heutigen Ehrentag seiner alten Stammwaffe teilnehmen könne. Im Auftrage des Oberbefehlshabers der Wehrmacht, Generalfeldmarschalls von Blomberg, übermittelte er dessen besondere Grüße. Die deutsche Artillerie, in deren Namen er jetzt einen Kranz niederlege, werde in diesem Ehrenmal eine erhebende und mahnende Verpflichtung sehen. Zum Abschluß der Weihestunde nahm der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Fritsch, den Vorbeimarsch der Formationen ab. Fliegerscharfschießen in der Haard Recklinghausen, 30. August. Der Polizeipräsident teilt mit: Die Fliegerhorstkommandantur Dortmund wegen Lebensgefahr verboten und wird straft verfolgt. Juden verschoben über 1 Million ins Ausland Köln, 30. August. Vor einigen Tagen ist die Kölner Zollfahndungsstelle wiederum einer großen Kapital verschiebung auf die Spur gekommen. Die Hgigetbezz; ligten sind, wie meist in derartigen Fällen, iudirg#r schaftsleute. Die Kaufleute Simon Caye straße 209, und Hermann Frank, Kaxglstraße 180, im Laufe der letzten Monate ihr Vermögen ins Ausland. Zur Bezahlung der Waren in Deutschland hatten sie ihr in Deutschland festliegendes Vermögen versilbert. Den Gegenwert für die ausgeführten Waren, der normalerweise in Devisen einkommen und an die Reichsbank abgeliefert werden mußte, leiteten sie ihren im Ausland befindlichen Bankkonten zu. Noch bevor ie aber ihren Plan zu Ende geführt hatten, mußten e, da die Gersiegie fietzen Betrieh und Gefolgschaft im ins Ausland verbracht hatten, belief sich aber bereits auf über eine Million Reichsmark. Nach der Flucht der Juden konnte noch deren restliches Vermögen beschlagnahmt werden. Sicherungsverwahrung für den Schrecken der deutschen Eisenbahner, der auch Bochum besuchte Dortmund, 28. August. Neben einem verbrecherischen Hang zum Diebstahl hat der 40jährige in Ostrowo in Polen geborene Andreas H. auch noch eine andere Leidenschaft, nämlich die, auf der Eisenbahn zu fahren, natürlich ohne Fahrkarte. Durch einen Diebstahl in einem Aufenthaltsraum für Eisenbahnbedienstete hatte er sich eine Eisenbahneruniform verschafft und hatte in derselben auch Papiere gefunden. Mit dieser begab er sich dann auf die neise. Eigenartigerweise wurde er dabei nie geschnappt und doch fuhr er auf allen Zügen durch gan Deutschland. So kam er auch nach Bieleseld, Essen, Bochum, Dortmund, Hamm, Gütersloh und Minden, wo er Fahrräder, Anzüge, Uniformen, Papiere, Geld und Dienstpelzmäntel stahl, er verabscheute es aber auch nicht, gelegentlich einen unbewachten plombierten Post= oder Stückgutwagen aufzubrechen und daraus zu stehlen, was ihm in die Finger fiel. Der Staatsanwalt betonte, bei dem Angeklagten handele es sich um einen gefährlichen Gewohnheitsverbrecher, der sein ganzes Leben hindurch eine Gefahr für seine Mitwelt gebildet habe. Es sei jedoch geboten, ihn nicht wieder auf die menschliche Gesellschaft loszulassen. Wenn es früher schon die Sicherungsverwahrung gegeben hätte, würde man sie schon früher angeordnet haben. Deshalb beantrage er, nachträglich die Sicherungsverwahrung auszusprechen.— Das Gericht schloß sich diesem Antrag an. Im Regenwasserfaß ertrunken. In Benteler bei Oelde fiel das fünfvierteljährige Kindchen des Kötters Eickenkötter, das sich an einer Regenwassertonne zu schaffen gemacht hatte, in den Bottich und ertrank, bevor Hilfe herbeikam, da niemand den Vorfall bemerkt hatte. Schulen und Kindergarten wegen Kinderlähmung geschlossen. Aus verschiedenen Gegenden unserer Provinz liegen Meldungen über Kinderlähmung vor, bei denen sich auch Todesfälle ereignet haben. In Plettenberg hat das Auftreten dieser gefährlichen Seuche dem Kreisgesundheitsamte in Altena Veranlassung gegeben, alle Schulen und den Kindergarten der NSs. enstweilen bis zum 15. September zu schließen. Bier auf Mirabellen. Der 80 Jahre alte Arbeiter Eugen Steinmetz in Kirchheimbolanden hatte Mirabellen geerntet, von den Früchten gegessen und Bier darauf getrunken. Mit starken Schmerzen wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo er alsbald starl Off. Stellen Keine Orig.=Zeugn. einsenden! Auf d. Rückselte von Zeugnisabschrift. Lichtbildern usw. stets volle Anschrift des Bewerbers schreiben Tücht., braves Hausmädchen nicht unter 20., gesucht.(a3695 Hotel Hof v. land, Wesel. (Mabzich) Kontoriltin very., m. all. Büroarbeiten vertraut, sucht Beschäftigung auch aushilfsweise. F. F. 16003 Anz. Suche zum 15. 9. oder 1. 10. ein Fräulein welches Kochen erlernen will(Taschengeld). Hotel Gretenkort, Ahlen i. W. 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Ziehungstag Vormittagsziehung 29. August 6 Gewinne zu 5000 RM. 5541 63424 202068 2 Gewinne zu 3000 RM. 317712 20 Gewinne zu 2000 RM. 16469 21743 23161 50008 52083 260767 354664 360089 380760 392950 46 Gewinne zu 1000 RM. 7845 12545 41031 58871 77508 97941 119612 131536 147948 172105 191062 200555 225548 229835 237120 266383 283799 294426 346798 368843 875657 391749 399778 94 Gewinne zu 500 RM. 1208 5802 12459 14424 37836 45720 47151 54936 67528 79900 101062 112554 119234 123152 133518 137658 137942 142720 146750 146059 161300 161595 169544 187147 187592 190768 194770 194909 195368 197130 204793 213919 215660 221056 236223 236904 261020 261738 272718 276109 284320 295010 298987 365880 374444 386403 399921 368 Gewinne zu 300 RM. 1673 3110 4620 6966 8458 15074 15436 16377 18057 30558 30723 31862 33024 33759 34046 34137 34499 35788 41780 42564 42962 45411 45568 45652 58596 59800 63670 67081 72783 73270 75075 78294 89191 91635 93058 94779 96919 96990 98298 98466 104498 104633 105377 106314 108695 109661 110623 112646 115951 117705 120802 121321 121395 122547 122989 125759 125924 129650 129953 131383 131969 133589 134432 137535 142636 144908 147567 149894 151035 151572 152118 152555 153430 159428 161350 163221 163755 170169 179561 180560 181938 184357 187492 188078 189063 190408 190445 191844 194505 195049 195529 201811 202136 203451 204831 205301 205922 209072 212944 215460 215634 219821 220027 220054 223297 223948 223950 224184 224919 228976 229480 231911 237103 238727 241138 241307 249410 249771 257489 257926 259204 263178 263604 268007 269610 281628 282068 282761 285893 288846 290127 296202 299710 303335 303393 309351 314341 317959 318110 319841 321364 323772 326466 328507 329302 331937 332537 335674 337269 338496 342359 342502 348801 350611 351208 353954 355185 356135 357542 357922 358337 358409 358965 359853 361704 361925 363031 365991 366145 369640 374132 374202 374765 376198 379138 379732 380408 381090 382716 385105 385993 389195 391847 399904 Nachmittagsziehung 2 Gewinne zu 10000 RM. 330327 2 Gewinne zu 5000 RM. 328112 4 Gewinne zu 3000 RM. 300751 366026 16 Gewinne zu 2000 RM. 23803 85744 91261 120173 122799 141780 310897 323921 50 Gewinne zu 1000 RM. 14169 20983 42218 54920 99165 121406 129305 146897 168397 170894 206003 212254 237342 238356 284120 295261 297250 298071 313217 321198 342516 348620 351962 373976 392551 92 Gewinne zu 500 RM. 14700 16864 20086 21641 24527 27221 34180 44212 51064 56039 63300 93826 107212 111182 119121 134765 139466 146095 156124 157010 160601 164908 164983 181777 183663 192257 192857 196362 211209 231499 234525 247735 262364 268964 285385 316551 320322 329687 337893 340601 348603 350762 374054 380093 391239 393950 314 Gewinne zu 300 RM. 1632 2023 11587 15753 15838 21567 24835 25373 25405 28132 31512 33161 33451 35508 36453 38714 45513 52597 54168 56910 57255 57501 58961 65952 68002 68455 69706 72322 72712 73699 75124 75439 81547 83648 84635 85304 87141 87204 89471 89519 94360 98854 106881 107140 112262 113046 116468 118428 119258 120020 122158 122600 122740 126241 128686 129292 129718 130308 131420 131783 132066 133452 135595 135664 139171 140851 142790 146272 148460 150348 155170 156010 158218 160278 161868 166597 167142 171011 171542 175864 182399 185410 185608 186765 191258 191997 194172 195203 202743 205999 216382 234364 234781 240271 241020 241851 241877 244648 245044 248142 253805 256235 260041 260342 267755 267784 271179 271229 272205 279617 279832 282331 286534 287266 288880 289089 292049 293570 301672 302639 303403 306606 307414 318493 318996 321724 324059 325915 327016 328716 329636 333081 336818 336852 337601 337822 338876 343718 344402 350649 351131 353088 364939 369549 370475 372404 374349 380434 381063 390529 392281 392737 393696 394658 396073 397853 399472 Kleine Anzeigen ibt man da auf, wo man sie zu suchen gewohnt ist, Im Bochumer Anzeiger