PpT Purt. Dieses Blatt erscheint wöchentlich Einmal und zwar Sonnabends. Preis pro Vierteljahr in der Expedition sowie in den Hauptorten des Kreises exelus. Herumträgerlohn 7 Sgr. 6 Pfs., per Post bezogen 9 Sgr. 8 Pfg. Inserate werden bis Donperstags Bhends mösen, und wird die gedruckte Zeile in gewöhnlichen Schrift mit 1 Sgr. berechnet. Ni 16. Sonnabend den 18. April 1863. Post=Dampfschiffs=Verbindung zwischen Preußen und Schweden. Zwischen Stettin und Stockholm, sowie zwischen Stralsund und Ystadt werden auch in diesem Jahre wieder regelmäßige Post=Dampfschifffahrten unterhalten. Auf der Stettin=Stockholmer Linie haben die Fahrten von Stockholm aus am Dinstag; ven 7. d. Mts. begonnen, und werden von Stettin aus am Dinstag den 14. d. Mts. ihren Anfang nehmen. Dieselben werden im Frühjahre und Herbste möchentlich einmal, während per Sommerszeit aber jeden fünften Tag stattfinden. Die Abfertigung der zu dieser Verbindung benutzten Schwedischen Post=Dampfschiffe„Drottning Lovisa“(Königin Louise) und „Stäne“(Schoonen) wird in nachstehender Weise erfolgen: von Stetin, von Stockholm, um 12 Uhr Mittags nach Ankunft des von Berlin des Morzens abgehenden st um 8 Uhr Morgens, Eisenbahnzuges, Bkäne Drottning kovisa. Ikäne. Drottning Covisa. April 14.,28. April 21. April 7.,21. April 14., 28. Mai 12., 23. Mai ö., 19.,28. Mai ö., 19., 28. Mai 12., 28. Juni B.,18., 23. Juni 8., 18., 28. Juni 8., 18., 28. Juni 3., 13., 23. Juli 3.,13.,23. Juli 8.,18.,28. Juli 8., 18., 28. Juli 3.,13., 23. Ang. 3., 132/23. Aug. 8., 18., 28. Ang. 8., 18., 28. Aug. 3., 13., 23. Sept. 2., 15.,29. Sept. 8., 22. Sept. 8., 22. Sept. 3., 15., 29. Oet. 12.,27.0 Oct. 6., 20. Oct. 6.,20 Oet. 13.,27. Rev. 10., 24. Nov. B., 17. Nov. B1, 17. Nov. 10. Unter gewöhnlichen Witterungsverhältnissen wird die Ueberfahrt von Stettih nach Steckhölm oder zurück in 36 bis 48 Stunden zurückgelegt. Die Schiffe werden auf ihren Fahrten in beiden Richtungen, sowoht in Swinemünde als auch in Calmar anlegen, um, deselbst die Post,„so, wie Reisende und Güter abzusetzen umnd uchmrebgreh Auf der Strafsund=Ystadter Linie werden die Fahrten in der Weise beginnen, daß die erste Abfertigung des Post=Dampfschiffes„Eugenlas von Ystadt am Sonnabend den 11. April erfolgt. Demnächst wird das Schiff bis auf Weiteres von Stralfund: jeden Donnerstag und Sonntag Mittags, und a. Ystadt: jeden Dinstag und Sonnabend Morgene abgefertigt werden. Die Ueberfahrt wird unter gewöhnlichen Verhältnisen in 7—8 Stunden zurückgelegt. Das Passagegeld auf den genannten Linien beträgt: 1315n Tuung 22 Anaalmgten 20 4. Platz, II. Platz, Deckplatz, ## iu# nzunThlripr. C. Thlr. pr. C. Thlr. pr. C. von Stektin nach Stockholm oder zurück in mh z Calmar A,„##2, Swinemünde,„ „ Swinemünde„ Stockholm„ Semz Calmar2 ;, Stockholm Calmar e Stralsond Ystadt In diesen Beträgen sind vie Kosten für die Vewirthung der Reisenden an Bord der Schiffe nicht einbegriffen. Dieselben werden nach dem Tarife der Schiffe-Restaurationen besonders erhoben. Kinder unter 12 Jahren zahlen die Hälfte des Passagegeldes. Auf der Stettin=Stockholmer Linie kann jeder Reisende 100 us Gepäck frei mit sich führen. Auf der Stralsund Ystadter nie haben die Reisenden des ersten Platzes ebenfalls 100 Pfund frei, die des zweiten Platzes dagegen nur 50 Pfund, und die des Deckplatzes nur 30 Pfund. Für das Mehrgewichtrist eine billige Ueberfrächtgebühr zu entrichten. Kinver, welcher##e Hälfte des Passähetzeldes zuhlen, haben an Reisegut auch nur vie Hätfte der ebigen Pfünbezahlen“ frei. Gütersendungen aller Art, so wie Wagen und Pferde 2c. er Gatten gegen mäßize Fracht Beförverung. Die speciellen Frachttarife Watten bei einer jeden Preußischen Post=Anstatt eingesehen werden. #99 Das Einschreiden der Personen, sowie die Expedition der Güten, ktigkeichen die Annahie der Wagen, Perde z#i erfolgt in Stoitin bei der vortizen Königlichen Postrampfschiffs=Expedition# ##ud st Seimspuit# n281 91 und Scilenlunde bei ven Ords=Pest=Anstalten vaselbft. Berlin, ven 9# n7 911 1m2 in Stral Politische Uebersicht. Berlin, 12. April. Die trauernden Gründer des gestern eingeweihten Amazonen=Denkmals im Park des Invalivenhauses haben auch eine kleine Stiftung gegründet für solche Angehörige der Marine, die ihre Ernährer im Seedienste verloren haben. Bei der gestrigen Feier waren gegenwärtig u. A. der Admiral Prinz Adalbert, der Kriegs= und Marine=Minister General= Lieutenant v. Roen, der Director der Marine=Abtheilung im Kriegsministerium Generulmajor v. Rieben unv sämmtliche hier anwesenden Marine=Officiere, Cadetten und Mannschaften, so wie der Marine=Prediger. Um 11 Uhr erschien auch der Kronprinz= und trat, vom Comité begrüßt, in den Kreis, worauf sofort die Feier durch Enthüllung des Denkmals und die vom Domchor gesungene Motette:„Ich weiß, daß mein Erlöser lebte vom Michael Hayon begann. Es machte einen tief ergreifenden Eindruck, als währenddes Gesanges die trauernden Mütter, Schwestern und Verwandten die mitgebrachten Kränze auf den Stufen des Denkmals niederlo## ten. Dem Gesange folgte die Weiherede. Dieselbe enwähnt der Thatsache, daß Sr. Majestät Kriegscorvette„Amazonen am 20. October 1861 von Danzig abgesegelt sei und am 3. November Helsingör passirt habe, um eine Uebungsfahrt nach Lissabon zu machen. Niemand habe ahnen können, daß Alle, die damals zur Erfüllung ihrer Pflicht ausgezogen, nicht wieder in die Arme ihrer Lieben zurückkehren würden. Als die Feier geschlossen war, versammelte, während die Angehörigen und die gurern Anwesenden sich dem Denkmal näherten, der Krouprinz die Offieiere, Cavetten und Mannschaften der Marine um sich und begrüßte sie mit einen kurzen Ansprache: Er nehme die Gelegenheit wahr— lauteten ungefähr die Worte 1— ihnen zu sagen, welche große Theilnahme er auch ihrerWaffe widme. Wie schmerzlich auch der Verlust—sei, so dürfe dennoch diese Einweihung nicht thetrüben. Denn wie das kürzlich bei Gibraltar eingeweihte Denkmal dem ersten Kampf und Siege unserer jungen Marine errichtet sei, so sei dies Denkmal threr kreuen Pflichterfütlung bis zum Tode gewidmet. Dem Könige und seiner Pflicht treu zu sterben, sei die Ehre und Sache jedes Preußen. Darin wollten sie Alle feststehen: Das Denkmal bestehr in einem Obelisken aus schwarzweiß gesprenkeltem schlesischen Granit, der sich etwa 20 Fuß hoch auf einer dreistüfigen Dreppen=Unterlage erhebt. In den vier Seiten des Sockels sius Erztafeln eingefügt, welche in erhabenener vergoldeter Schrift bie Namen der verunglückten Seekeute nach ihrem Dienstrange enthalten. Die Vorderseite des Obetiekenenthält die Zeitangabe des unglücklichen Ereizuisses(Kriegs Cervetts=Amazone November 1861) mit Kreuz und Anker, die Rückseite die Wiomung der trauernren Ettern mit dem Kranz, den sie den Gefallenen weihen.!(„Ihren zeliebten Kindern die trauernden Eltern!s) Gartenanlugen nach der Anorrnung des General=Garten Directors Lenné werven das Denkmal umgeben. 4 8419 Millaa ngn Franrfurt, 12: April. Die hier in französischer Spracht erscheinende„Europe“ bringt in ihrer heutigen Nummes die Intzalto# angabe zweier eigenhändigen Schreiben des Papstes. Das eine ist an den Kaiser von Oesterreich, das andere## Louto Rapoteon gerichtet. In denselben spricht sich Pius 2X. ohne Rückhaitz mir Wärme und Nachbruck für ee poltischs Sacherans# Pringe.0 die beiden genannten Monarchen als- katholische Fürsteit, dai### glücklichen, unter dem Drucke der zussischen Orthodoxie seufzenden potnischen Katholiken mit Uhrer Macht Schutz= zu(eihens#r#rim nert daran, daß in Folge der Theilung Polens 11 Milllouen Ra# tholiken in russische Gewalt gekommen und durch alle ervenfüchen Qualeit zur Verleugnung ihres Glaubens und## Andahme griechtschen Retigion gezwüngen worven seien.“ Noch Före dieser Druck nicht auf, obgleich ein großer Theitz ver gswalssam zum Abfall Gezwungenen sich nach der Rückkehr in den Schoß der Kitche sohne, aver, durch Rußlands Eisenhand, an der Errtichung dieies Ziels gehindert werde. Schließlich appellirt der Papst an die ganze katholische Welt zu Gunsten ver# polnischen Glaubensbrüder. Wien. Die„Presse“ meldet, daß gestern im der auswärtigen Ansgelegeltheiten estte Conferenz zwischen und dem 488 sen Rlechberg. Lörs Beponfiels. mbilt stattfand, in welcher um den isslirten, mit den Westmächten von Oesterreich in Peterobu# A#plomatischen Schritt gewissertnaßen die letzte Feile Schwerz.“ Nach einer Mittcheilung des„Reyiet t. ta Mn mh aus Bern vom 11. hat die französische Rezierung als Bedingung für den Abschluß des Handelsvertrags mit der Schweiz verlangt, daß das nördliche Savoyen als freie Zone erklärt werde, so daß alle Waaren daselbst frei von Abgaben an die Schweiz eingehen sollen. Da die Schweiz die Annahme dieser Stipulation verweigert, so werden die weitern Verhandlungen über den Vertrag wahrscheinlich abgebrochen werden. Rom. Die zwölfte Sendung der Stadt Lyon für den Peterspfennig, welche die Summen enthält, die feit dem 7, Nevember v. I. eingegangen waren, beläuft sich auf 2,957,000 Frcs., außer verschiedenen Gegenständen von Werth. London-, 11. April. Gestern Abend, sagt die„Times“ sind Depeschen aus London, Paris und Wien nach St. Petersburg abgegangen, mit der Weisung an die Vertreter von Großbritannien, Frankreich und Oesterreich in jener Stadt, die Depeschen dem Fürsten Gortschakoff vorzulesen und ihm Abschriften derselben zu kassen. Sie sind in freundlichen Worten abgefaßt, aber alle geben der russischen Regierung eine verständliche Warnung. [Der„Observer“ sagt, die Noten seien indentisch. Sie lauteten wenizer kriegerisch, als Frankreich und weniger zahm, als Oesterreich vorgeschlagen habe. Die Großmächte beständen auf den Bedingungen des Wiener Vertrages. Ob dies den Polen genügen werde, sei fraglich.)— Russisches Reich. Man meldet dem R. B. aus St. Petersburg vom 12. April, daß am gleichen Tage daselbst ein kaiserliches Manifest veröffentlicht wurde, welches eine volle und umfassende Amnestie bewilligt, den Insurgenten im Königreich Poben wie in den westlichen Provinzen Rußlands, sobald sie vie Waffen niederlegen und zum Gehorsam zurückkehren. Das Manifest bleibt in Kraft bis zum nächsten 13. Mai und schließt nur die gemeinen so wie die der Armee angehörigen VerDrecher aus. Es sollen im Uebrigen die octeyirten Institutionen des Königsreichs beibehalten und den Forderungen des Landes und der Zeit gemäß entwickelt werden. In dieser Hinsicht heißt es in dem Manifeste:„Wir achten es als unsere Pflicht, das Land vor jedem Rückfall in Unordnungen zu bewahren, für sein politisches Leben eine neue Aera zu öffnen auf der Basis einer rationellen Organisation selbstständiger Localverwaltungen. Wir haben die Fundamente zu solcher Selbstständigkeit in den octroyirten Institutionen gegeben, die noch nicht zur Anwendung gekommen sind. Wir halten diese Institutiouen aufrecht, indem wir uns vorbehalten, nach den Bedürfnissen per Zeit und des Landes sie weiter zu entwickeln.“ Vermischtes. — Am 10, v. M. ist mittels Eisenbahn eine Million Gulden Silber für ein Baukhaus in Wien dort angelangt. Zehn Lastwagen waren erforderlich, um den Silberschatz zu verfrachten. Jeder Wagen war mit 20 Centnern belastet. Eine Million Silbergulden wiegt also mit der Verpackung an 200 Ctnr. Coblenz. 12. Apr. Von hier schreibt man der„Rh. Zig.: einem der Graudenzer Unglücklichen, welcher zu 10 Jahren Festungsstrafe verurtheilt war und diese mit einem Andern abbüßen sollte, sei es vor einigen Tagen gelungen zu entkommen. Derselbe war wit einer großen Zahl von Sträflingen unterhalb des Ehrenpreitsteins beschäftigt, Schutt aus einem Steinbruche zu schaffen. In einem unbewachten Augenblicke warf er Jacke und Mütze ab, autzog sich dadurch der Beachtung, kletterte den steilen Abhang hinauf und gelangte unentdeckt über den Berg. Erst spät wurde seine Abmesenheit bemerkt. Drei Unglücksgefährten, welche mit ihm denselben Karrn zu besorgen hatten, wollten seine Desertion nicht geseher haben, und wurden wegen unterlassener Anzeige zu 3 Wochen streugen Arrest perurtheilt. Köln. Gestern wurde bei einem hiesigen Hutmacher auf folgende neue Manier ein Hut gekauft. Es traten ein Herr und ein Knabe in den Laden. Nachhemn Ersterer sich einen modernen Lut auszesucht, drehte er sich um uud richtete an den Jungen die age:„Wie steht mir der Hut?“ Antwort:„Wie einem Spitzbuben.““ Der Herr gerieth in eine sichtliche Entrüstung, legte seine gefüllte Börss auf den Laventisch und lief mit den Worten:„Da soll dich doch gleich der T..##. holen!“ dem. Burschen nach. Der Verkäufer schaute an der Thür dem Wettrennen zu; aber der Kleine war zu schnellfüßig, als daß an ein Einholen zu denken war. Und wirklich, scheinen sich die Beiden noch immer nachzulaufen, denn ie jetzt ist Keinar zurückgekehrt. Der Inhalt der Börse aber bestand aus— Anäpfen. Miustatt. Die Boschanstalten sund in kleizeren Städten grüßtentheils in einem sohr unvollkommeyen Zustande mid haben die Verbeiserungen, welche in der neuesten Zeit in dieser Richtung in größeren Städten getrosfen worden sind, noch wenig Eingang gesunden. Bei ausbrechendem Brande ist besonnenes, rasches, JachverAywendung der stetg dsensiherelt, zu haltenden Geräthschaften von unberechenbarem Rutzen. Es läßt sich aber dieses nur durch Theilung der Arbeit, Eintheilung und Einübung der Mannschaft erreichen. Wir haben daher mit großer Freude in Erfahrung gebrach;, daß der hiesige Turnverein die Grünpung einer Feuerwehr beabsichtigt und zum Beitritt die jungen Männer in hiesiger Stadt auffordern wird. Die in jüngster Zeit so häufigen Brände stellen es außer Zweifel, wie wünschenswerth für hiesige Stadt die Errichtung eines derartigen Instituts ist und hoffen wir, daß sich alle unsere jungen Männer, die ja ohnedieß zum Feuerlöschvienst verpflichtet sind, anschließen werden und wird unsere Behörde dieses löhliche Vorhaben des gedachten Vereins gewiß unterstützen. Olpe, den 17. April 1863. Mehrere Bürger. Der Delinquent. Erzählung aus dem Jahre 1809 von Joh. Pinterich. (Fortsetzung.) Aber über dem glücklichen Ausgange verfinsterte sich sein Gesicht immer mehr und ward furchtbar drohend, als einer der älteren Gäste Heinrich aufmerksam machte, wie gefährlich sich die Sache für ihn gestallten möchte, wenn der Offizier vielleicht todt ist. „Ach was,n rief Stauder, nes war ja finster und Heinrich in Verkleidung. Wie sollten ihn die Franzesen erkennen. Und wenn auch, so hat unser Kunz noch immer so gute Freunde, die jederzeit bereit sind, ihn auch mit Aufepferung ihres eigenen Lebens aus der Mitte der Franzosen herauszureißen. Nehmt also eure Gläser zur Hand und stoßt an zur freudigen Wiederkehr unseres gemeinschaftlichen Freundes In Ein jubelndes„Hoch, Heinrich Kunz“ erscholl durch das große Zimmer und alle leerten ihre Gläser, selbst den Rothhaarigen inbegriffen. Niemand jedoch gewahrte dabei dessen Gesicht, so wie das höhnische Lachen, als er sich aus der Stube entfernte. Um die zehnte Vormittagsstunde des darauf folgenden Tages rückten die ersten Abtheilungen der französischen Armee durch das Kärtnerthor in die Stadt und schon nach zwei Stunden faßten Marburgs Mauern mehr als Zehntausend dieser ungebetenen Gäste. Der erste Befehl des Geuerals Grauchy war: längstens bis Abends sechs Uhr eine Kontribution#on 30.000„Gulden zu erlegen. Um diesem Befehle mehr Nachbruck zu geben, wurden der Bürgermeister Ferling und die Räthe Forstner und Hold auf dem Rathhause, weselbst der feindliche Kommandant sein Hauptqüärtier. aufschlug, als Geißeln festgehalten, bis die Summe vellzemacht sei. Das war keine kleine Aufgabe für die Marburger. Sie waren schon mehrmal bei den früheren Inrasionen auf diese Art mitgenommen. Es galt nicht nur ihre drei ersten Männer auszulösen, sondern auch die Stadt vor noch größerem Unglücke zu bewahren. Ueberries mußten alle Voräthe von Schlachtvieh, Wein, Brod, und Mehl an die Franzosen ausgeliefert werden. Wer nicht frriwillig hergab, dem wurde ohne wekkers fertgenommen. Die Häuser waren vollgepfrepft von feindlicher Eingnatierung, welche es sich gut geschehen ließ— während die armen Bürger mit betrübten Mienen, und kummervollen Herzens umherschlichen— sie wußten nicht, woher die nächsten Tage den großen Bedarf für die Fremden nehmen. Auch in einem großen, schönen Hause in der Vittrinhefgasse herrschte maßlese Verwirrung. Der Besitzer desselben, der Goldschmied Hold, ward wie gesagt, auf dem Rathhause festgehalten, das Haus voller Franzosen und seine achtzehnjährige Tochter über die Gefangennahme ihres Vaters so erschrocken, daß.sie zu den vielen Sorgen; die jetzt auf ihr lasteten, unfähig gewesen wäre, wenn nicht Heinrich ihr den größten Theik#avon abgenommen hätte. Er hatte den Rest der Nacht bei seinem Freunde Stauder zugebracht und war am frühem Morgen schon zu, seinem Ziehvater Hold gekommen, bevor dieser auf das Rathhaus gegangen war. Gegen fünf Uhr Abends war Heinrich mit seinen Verrichtungen und mit der Versorgung der Einquartierung zu Ende. Er begab sich in den ersten Stock, wo er in einem Zimmer das Mädchen in Thränen fand. Da lehnte sie am Fenster und starrte mit den großen blauen Augen auf die Gasse hinab. Die blonden Haare waien aufger löf't und wallten frei über den blendend weißen Nacken und den heftig wogenden vollen Busen— wöhrend die hellen Thräuentrar pfen wis Kuystallperlen auf den blassen Wangen erzitterten. Der junge Mann trat leise heran, drückte sie in seine Arme und küßte die nassen Trepfen von ihrem Gesichtchen weg. „Ach, Heinrich, sepfzte Marie, sich leicht der Liebkosungen wehrend, vwas wird aus iteinem Vater werven?: „ Sei ruhig, Geliebtel## rröstete er, ndie Marburger lassen ihre — Mitbürger nicht sitzen. Sie werden sie sicher auslösen und bald wird der gute Vater wieder da sein.“ „Ja, ja, Du kannst leicht trösten, Dich leicht beruhigen— Da weißt ja nicht, was es heißt, um einen Vater zu zittern.“ „Marielu rief vorwurfsvoll Heinrich, sie loslassend, nist er nicht auch mein Vater?— Was wäre aus mir geworden, als ich als zweijähriges Kind meine armen Eltern verlor. Hat nicht auch er mich wie seinen Sohn geliebt, darnach aufgezogen und mich in sein Geschäft aufgenommen? Und ich sollte ihn nicht wie einen Vater lieben? Ihm nicht wie ein braver Sohn mit Leib und Seele zugethan sein? „Verzeih— o verzeih, unterbrach ihn das Mädchen und warf sich mit einem unendlich liebevollen Blicke an seine Brust, nich weiß ja nicht, was ich spreche. Nun, sei nur nicht böse— runzle nicht so furchtbar Deine Stirne— Du weißt ja doch, daß Du nebst meinem Vater mein Alles bist.=(Fortsetzung folgt.) St. Vincentius=Verein hält Sonntag am 19. d. Mts. Nachmittags 4½ Uhr seine auf den Sontag vom guten Hirten einfallende ordentliche General=Versammlung auf dem hiesigen Bürgersaale. Unterzeichneter bittei die Mitglieder der einzelnen Conferenzen, sowie die Ehren=Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins, ihre Theilnahme demselben in recht erfreulicher Weise zuzuwenden. Olpe, den 17. April 1863. Der örtliche Verwaltungsrath. Einladung. Sonntag Nachmittags, am 19. April, werde ich hier wieder einen Vortrag über Bienenzucht halten, namentlich über die praktische Behandlung der Bienen nach Dzierzons Rethode, wozu einladet Weringhausen, 15. April 1863. Wülhler, Lehrer, I#ontag den 20. April c. Nachmit“ tags 3 Uhr soll der Holzbestand, Eichen und Birken im circa 17jährigen Alter auf der zur Nachlaßmasse des dahier verstorbenen Justiz.=Commissars, Zeppenfeld gehörigen Berg=Parzelle in der Brunemicke, unweit Eichhagen, an Ort und Stelle verkauft werden. Zusammenkunft bei Joh. Hundt zu Eichhagen. Olpe, 16 April 1863. Im gerichtlichen Auftrage Vertram. 7Tontag den 20. April Morgens 9 9 16 uhr c. soll in dem Elber Schulberge, Distrikt Hohenelberscheid, ein Abschlag, Holz sammt Loh, circa 2 Morgen groß, auf dem Stamme öffentlich verkauft werden. Elben, 16. April 1863. Der Schulvorstand. 7Nontég di# 20. 6.5 Micz NachmitP** tags um 1 Uhr verkauft der Unterzeichnete eine frisch melke Ruh gegen baare Zahlung bei Vorsteher Wurm, in Sachen der Kirche zu Wenden gegen Johann Klur in Altenhof. Wenden, 15. April 1863. Wurm, Auctions=Commissär. Im Wege der Erzaution sollen 1 Kuh, I ein Schrank, ein Tisch am 21. April C. Nachmittags 2 Uhr im Pfandlocal in Elsge an den Meistbietenden gegen haare Zahlung verkauft werden, wozu Auustterhaber zingenben wurchen. Bilstein, 15. April 1863. Königl. Kreisgerichts=Cothission. Der öffentliche Verkauf folgender Hölzer: * 1)·2 Stück Eichen=Nutzstämme mit zusammen 23 Cbfß., 2) 1 Stück Buchen=Nutzstamm mit 26 Cbfß., 3) 2 Klafter Buchen=Kloben, 4) 1„ Eichen Knüppel, 5) 10„ Buchen=Knüppel, 6) 295„ Eichen=, Buchen= und Weichholz=Reiser, aus den Forstdistricten Oestl. Rosenberg, Brandenholz, Düstere Siepen u. Rühberg, findet am Montag den 20. April d. J. Vormittags 10 Uhr statt, wozu Kauflustige eingeladen werden. Die Zusammenkunft ist im Schlosse zu Bilstein. Bilstein, 15. April 1863. Der Königliche Revierförster Walter. DDer öffentliche Verkauf folgender Hölzer: 1) 3 Stück Eichen=Nutzstämme, 2) 6 Klft. Eichen= u. Birken=Knüppel, 3) circa 1200 Klafter Reiser, aus den Districten Große Moos= bruch, Stippelscheid, Quermecke, Rehhecke und Buscheid;— ferner 4) die Eichen=Lohe der diesjährigen Schläge in den Distrieten Buscheld, Rehhecke und Rüchberg, aus den Forstschutzbezirken Eremitage und Bilstein, findet am Freitage den 24. April d. I. Vormittags 1/0 Uhr statt, wozu Kauflustige eingeladen werden. Die Zusammenkunft ist im Forsthause zu Eremitage. Bilstein, 13. April 1863. Der Königliche Revierförster Walter. Holz=Verkauf. Mittwoch den 22. d. M. Nachmittags 2 Uhr verkaufe ich, Auftrags zufalge, in loco Fahrenschotten gegen Credit: A# gefhllte gesunde Eichenstämme, 300 Kubikfuß Inhalt, 10 gefählte Tannen, jede 30 Kubikfuß enthaltend, 5 für Schmiede geeignete Amboßklötze und den gesammten Abfall von I eschengpnb 16 tannen Bäumen. Olpe, 17. April 1863. Stipp, Auct.=Commissar. Tontag den 20 d. Mts. wird bei 9 set dem Unterzeichneren ein Kalkofen ausgewogen per Fuder zu 23 Sgr. Bonzel, 116. April 1863. Jos. Bieser. Rei dem Veteranen=Geste in Aitendorn ist ein grünseidener Regenschirm, mit einer Krücke versehen, abhanden gekommen und wird gebeten, venselben bei der Expedition d. Bl. abzageben. Die Erben Ww. Severin Alfes in Brun lassen Mittwoch den 22. d. Mts. Morgens 10 Uhr anfangend in ihrer Wohnung gegen Ausstand verkaufen: sämmtliche Hausmobilien und Küchengeräthe, Karrn= und Ackergeschirre, 1 Fahrochsen, 1 Ochsenrind, 2 Kühe, 2 Rinder, 2 Schaafe, 2 Bienenstämme, 1000 pfd. Heu, 2000 pfd. Haferstroh, 800 Pfd. Kornstroh, 4 Malter Hafer und Kartoffeln. Wenden, 15. April 1863. Wurm, Auctions=Commissar TURN-VEREIN in OLPE. Dinstag den 21. d. M. Abends 8 Uhr * General=Versammlung im Curn=Locale. Tagesordnung: Bildung einer Feuerwehr. Der Vorstand. Louis Schmiot, Herren- und Damen-Friseur. Pfuhlstraße Nr. 487, empfiehlt einem reisenden Publikum sein modern und bequem eingerichtetes Kabinet zum Haarschneiden und Frisiren. Magazin aller Arten Perücken. Scheitel, Locken, Zöpfe, Touffen 2c. wie Lager in allen feinen Parfümerken und Toilette=Artikeln. Siegen, im April 1863. Tontag den 20. d. Mie= wird bei dem Unterzeichneten ein Kalkosen ausgewogen per Fuder zu 22 Sgr. Fr. Tramer in Meggen. Patentirte Volta=electrische Metallbürste des Dr. Hoffmann in Rerlin. Dieser Apparat, welcher langt Zeit mit Vorurtheil zu kämpfen hatte, let sich dennoch jetzt glävzend Behn gebrochen. und zeugen die Atteste der berühmtesten Aerzte Deutschlands für seine große Heilkraft, welche besondere bti Gicht, Rheuma, Lähmungen, Nervenleiden, Krämpfen. zc. angewendet, wirklich bießer unühertrosfene Resultete. 9e. Ocher Der Preis einer Volta=eleetrischen Metallbürste ist auf Thlr. K.=„ fl, 8. A5 kr. rh. für ganz Deutschland festgesetzt und kann vieselbe zu diesem Preise sowohl von uns, als von unseren bekgutert Dere: sitairen bezogen werden. Cl. Roepke 2# Comp. in Röhn, General-Depol fuel Peesch. l#nd umnd Holland. des Mlsinerachheebchrrenn) (Fabrik von wyoregeng Depot in Olpe bei Hrn. Sd. HarAscotachen, uu forte! Ritte um Unterstützung zum Bau einer katholischen Schule zu Herne. „Selig sind die Barmberzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ Matth. 5, 7. Nachdem in der Gemeinde Herne und Umgegend durch die in Betrieb gekommenen Bergwerke die Zahl der Katholiken sich binnen 14 Jahren auffällig rasch vermehrt hatte und jetzt auf 400 gestiegen ist, stellte sich bald das Bedürfniß sowohl eines eigenen Geistlichen als auch eines Lehrers heraus, da dieselben von ihrem Pfarrorte und der Schule in Eickel eine starke Stunde entfernt waren, Kirche und Schule in Eickel aber, wo sich gleichfalls die Kathotiken bepeutend gemehrt hatten, kaum den dortigen Bedürfnissen genügten. Es wurde darum in Herne eine Schule für die katholischen Kinder zunächst eröffnet in einem gemietheten Locale, und als dies nicht mehr genügte, ein anderes passendes nicht zu haben war, eine Nothschule errichtet. Allein auch diese genügte nicht mehr für die gegenwärtigen 75 Schulkinder, um so weniger, als die Gemeinve, in welcher im Jahre 1862 30 Geburten vorgekommen sind, in gar raschem Zunehmen begriffen ist. Die Noth drängt, auf Errichtung eines geräumigen und dauerhaften Schulhauses bedacht zu sein. Es ist ein solches projectirt, dessen Kostenanschlag sich auf 3200 Thlr. beläuft, in welcher Summe noch nicht das zum Ankauf eines Platzes Röthige mitbegriffen ist. Diese Summe aufzubringen ist den Katholiken in Herne bei ihrer offenbaren Armuth und Mittellosigkeit ganz unmöglich. Denn außer 5 Insassen, welche zusammen blos 15 Thlr. Grunesteuer zahlen, uud einigen Handwerkern und Eisenbahnbeamten sind sie durchgängig Bergarbeiter und Tagelöhner, welche zusammen blos 256 Thaler Klassen= und 48 Thaler Gewerbesteuer zahlen. Und da sie außer 147 Thalern Communalsteuern noch für Unterhalt und Wohnung des Geistlichen, welcher sich wegen Mangel eines eigenen Hauses einmlethen muß, zur Bestreitung der kirchlichen Bedürfnisse, zum Unterhalt des Lehrers noch gegen 500 Thix. aufbringen müssen, so ist gar nicht abzusehen, wie sie auch nur etwas aufbringen können zum Schulhausbau. Bei dieser unserer großen Noth hat auf Antrag der Königl. Regierung der OberPräsident von Westfalen uns die Abhaltung einer Hauscollecte in den Regierungsbezirken Arnsberg und Münster bewilligt. Da auf dem reichlichen Ertrage derselben unsere Hoffnung beruht, se richten wir dringendst die Vitte an Alle, unsere Noth nicht ganz zu übersehen, sondern sie durch Etwas, wenn auch Weniges, lindern zu helfen. Freilich in Anbetracht der vielen Collecten müssen wir fürchten, bei Manchem kein Gehör zu finden; indeß unsere Roth zwingt uns, selbst auf die Gefahr hin, Unwillen zu erregen, unsere Stimme bittetir zu erheben. Doch da wir schon bei manchem Gutgesinuten in der Nähe, welcher unsere dürftige Lage mit Augen sah, Gehör gefunden, hoffen wir, auch in der Ferne Gehör zu finden, hoffen, nicht Wenig, sondern Viel zu erhalten.— Der beauftragte Deputirte With. Jochem wird im Laufe nächster Woche in Olpe und Umgegend und in der darauf folgenden Woche in den übrigen Orten des Breises collectiren. Herne, den 14. April 1863. Der Schulvorstand: v. Forelk, Ehren=Amtm. Schwarz, Missionar. Jansen. Fl. Wiegelmann. os Branntweinhandlung& Liqueur=Jabrik von Th. Kreer sn Olpe empsiehlt Kornbranntwein à Sgr. 5 pr. Ort., Thlr. 16 pr. Ohm: Alten Münsterländer à. Sgr. 6 pr. Ort., Thlr. 21 pr. Ohm; Nordhäuser à Sex. 6. pr. Ort,, Thlr. 21 pr. Ohm; Wachholder à Sgr. 7; Rum à Sgr. 10 u. 18; Holländ. Anisette à Sgr. 8; Pfeffermünzliqueur à Sgr. 8; Bitterextract à Sgr. 12; Banillliqueur Sgr. 30; Cognak à Sgr. 25; Franzbranntwein à Son. 25 alles pr. Quart. Ferner Batavia Arrac à Sgr. 30; Punschsyrup àp; Sgr. 20 u. 24 pr. Flasche; Maiwein=& Cardinal= Essenz à Sg. 5 pr. Flacon, zur Bausaison empfehle ich mein Läger in allen Sorten Oef= und Wafserfarben, namentlich Cremset= und Bletweiße, Gopal, Domer= und Asphaltlack, Terpentinöt und Gecmtifzgek. Holländ. 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Zwei erfahrne Schneider=Gesellen können gleich In Arbeir treten bei U. Poggel in Altenhunden. In der Ruegenberg'schen Buchhandlung in Olpe ist zu haben: Prattisches Hartenduch nach den Monaten geordnet. für Hausfrauen von Heuriette Daptois. Vierte vermehrte und verbosserte, Auflage. (Aik ASm Der Rüchen=Garten verbundtn mir einn Blumen Garten für haussrauen. Auf gene ugh, eggschrig Ersobmung Prastäschef. freunde gegrünber von Peurtei#s Davidis. Isafte verbessppte und vermehrten# A##flage. (Preis 25 Sgr.) Geick=Coüre. 1 r 10.(0 Ausländ. Pistolen Franz. Kronsuthalerttuts## TN K 9 Thlt. 20 Szr. 14 Pfg. F Sgto ui. 1#4#0 Serautzegeh#r#rier Perentwortlichleit der, Verlggshandling. Grliazt von di Ppehenhheg Wben Buchrndlpnzeg Ops 6 wzlschgts Pertel be, Bchzsder onc in 10 3 4#ot 1a Fmnue