Penoder Geisie hegseg chehe zslesetlg der 95 Vi. Haldmongzisg, gelischr'heg fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der 55 VV..,c höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. Zettune wird können keine Ersatzansprüche gestellt, werden.— Geverhi„stelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags schäfts giz 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftlettung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Samstag Sonntag 23./24. Mai 1936 43. Jahrgang Nummer 119 Samstagsausgabe 15Pf. mit„Bochumer Illustrierte“... 20 Pf. Wirschaftswerbung dienen) 7 Vi., Reine ellhelagg imsseräiasr ose mündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftssielle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Reue..... Die AonnatErch extecnn.. in Duisburg durch Reichsminister Dr. Goebbels feierlich eingeweiht dnb Duisburg, 22. Mai. ## Mit der feierlichen Einweihung der„Admiral=GrafSpee=Brücke", die Duisburg mit Rheinhausen verbindet und damit eine neue Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem niederrheinischen Lande schafft, erlebte das ganze Volk am Niederrhein einen Tag von besonderer Bedeutung. Festlichen Schmuck trugen beide Städte. Die Zugangsstraßen zur Brücke auf beiden Rheinufern schmückten wehende Fahnen. Die Gliederungen der Partei und Tausende von Volksgenossen bildeten ein dichtes Spalier. Um die Mittagsstunde traf Reichsminister Dr. Goebbels am Brückenkopf ein. Oberbürgermeister Dillgardt begrüßte den Minister, Gauleiter und Oberpräsidenten Terboven und die zahlreichen Hoheitsträger der Partei, die Abordnungen und Führer der SA., SS. und HJ., an ihrer Spitze den SA.=Gruppenführer und Polizeipräsidenten Knickmann, die Vertreter der Kriegsmarine. Der besondere Gruß des Oberbürgermeisters galt dem Vizeadmiral Schultze und den anwesenden Mitgliedern der Familie Spee. Nach einem Leitspruch eines Arbeiters aus der am Bau der Brücke tätig gewesenen Gefolgschaft sprach Reichsminister Dr. Goebbels. Er erinnerte zunächst daran, daß er am Vortage die Reichsautobahn Köln— Düsseldorf der Oeffentlichkeit übergeben habe und jetzt dasselbe mit dieser gewaltigen Brücke tun könne. Zwei große Werke des friedlichen Aufbaues seien damit wieder vollender. Die Brücke sei ein Symbol Sirenen der Werke und Schiffe zu heulen. Dr. Goebbels schritt als erster über die neue Brücke zum anderen Ufer, wo freudiger Jubel ihn umfing. Dr. Goebbels in Bonn dnb Bonn, 22. Mai. Im Anschluß an die Einweihung der Rheinbrücke in Duisburg begab sich Reichsminister Dr. Goebbels nach Bonn, um gemeinsam mit Oberpräsident Terboven, Gauleiter Grohé und Landeshauptmann Haake das Rheinische Landesmuseum zu besichtigen. Auf den Straßen wurde er von einem dichten Spalier der Bevölkerung begeistert begrüßt. Ganze Belegschaften der Fabriken hatten geschlossen Aufstellung genommen und jubelten dem Minister zu. Ein Rundgang durch das Museum vermittelte ein eindrucksvolles Bild des rheinischen Kulturschaffens und seines Aufbaues, über das ein Vortrag des Landesrats Or. Apffelstedt einen klaren Ueberblick gab. Auch auf der Abfahrt war Dr. Goebbels wieder Gegenstand begeisterter Kundgebungen von seiten der Bevölkerung. „Hindenburg“ wieder daheim dnb Hamburg, 22. Mai. Das Luftschiff„Hindenburg“ stand nach Mitteilung der Deutschen Sewarte Freitag abend um 18.50,uh: MEZ. bereits über der Irischen See an der Nol###pitze 3. bereitz über der Irischen See an brg mag die beiden Ufer, die sie verbinde, zusam= der zrsel Man. Begünsigt durch Rückwind, maint es sich Deutschlands Grenze je). Triger a und gute Fahrt. Um.50 Uhr passerte das Lustschiff Köln. seien immer grobe Bropurgz, Fy, Mnänner uud durch in die Ewigkeit hinein durch seine Munner und burch „Venn wir alle schon zu Staub zerfallen sind, wird diese Brücke Zeugnis ablegen von deutschem Denken und deutschem Handeln. Heute ist es wieder eine Freude, durch Deutschland zu fahren. Früher sah man überall nur Elend und Not, heute dagegen allenthalben die Zeichen des Aufbaues. Die ganze Nation ist von einem unbändigen Schaffens= und Aufbauwillen erfüllt. Wenn heute solche Straßen und Brücken übergeben werden, so nicht wie früher im Kreise einiger Behörden; nein, das ganze Volk versammelt sich. Es weiß, daß das, was wir heute bauen, nicht für eine Klasse gebaut wird, sondern für das ganze Volk. Es sind Volksstraßen und Volksbrücken.“. Man hieser Dr. Goebbels dankte dann allen, die am Bau Brücke mitgearbeitet haben. Ahieseg Merles den Fod er der Arbeiter, die beim Bau dieser Mur den Tob als Opfer der Arbeit fanden. Die Versammelten ehrten die Toten, deren Gräber am Morgen des mit Kränzen geschmückt worden waren, durch stilles Nach einer Minute Schweigen erklärte Dr. Goeh, bels:„Und somit sei diese Brücke dem Volk übergeben.“ Am Schluß seiner Ausführungen gedachte der Minister des Führers. Die Nationallieder erklangen. Als der Minister das weiße Band zerschnitt, g noch vom Zugang des Verkehrs trennte, begannen die Aufnahme: Muckermann(Dutsburg) Die Rheinbrücke Duisburg—Rheinhausen dem Verkehr übergeben . präsident der Rheinprovinz Gauleiter Terboven. Endlanes kelemammster zurauFeikelen Ambildung des britischen Kabinetts noch vor Pfingsten? dnb London; 22. Mai. Kolonialminister Thomas hat am Freitag sein Rücktrittsgesuch eingereicht, das vom König angenommen wurde. In einem Schreiben an den Ministerpräsidenten Baldwin weist Kolonialminister Thomas zur Begründung seines Rücktritts darauf hin, daß die Art und Weise, in der sein Name und seine Privatangelegenheiten im Verlauf der Untersuchung der Versicherungs angelegenheit behandelt worden seien, ihm ein Verbleiben als Mitglied der Regierung unmöglich mache. Es Rücksicht auf verggeise hringen könne. Diese Anschließt mit dem Wunsch, daß es Baldwin und seinen Ministerkollegen bald gelingen möge, England aus seinen gegenwärtigen Schwierigkeiten herauszuführen. In einer Antwort erklärte Ministerpäsident Baldwin, daß er an Stelle von Thomas genau so gehandelt haben würde. Er nehme den Rücktritt mit tiefem Bedauern an. Die loyale Unterstützung, die Thomas der nationalen Regierung in fünf anstrengenden Jahren gewährt habe, werde von allen seinen Mitarbeitern nicht vergessen werden. Der allgemein erwartete Rücktritt des Kolonial= ministers Thomas wird dem Ministerpräsidenten Baldwin aller Voraussicht nach Gelegenheit zu einer kleineren Kabinettsumbildung geben. Es darf angenommen werden, daß sich Baldwin während des Wochenendes mit einigen seiner Ministerkollegen darüber beraten wird, so daß die Neu= oder Umbesetzung eines oder mehrerer Posten im Kabinett unter diesen Umständen schon vor Pfingsten vollzogen wird. Außer dem Kolonialministerium dürfte vermutlich auch das Marineministerium frei werden, da sich Lord Monsell bekanntlich schon seit längerer Zeit mit der Absicht trägt, aus dem aktiven politischen Leben zu scheiden. Alle weiter gehenden Nachrichten dürften im Augenblick lediglich als reine Mutmaßungen bezeichnet werden. Die Urne Wilhelm Gustloffs im Schweriner Ehrenhain Sertiedber ube ber Vun„üägerguigien der Reduv, vo, gi: CAgege, grdhe gele 5e Urne(im Bülde rechts) wurde, wie Zwei Tote, 27 Verletzte Schweres Straßenbahnunglück in Mannheim dnb Mannheim, 22. Mai. Wie wir an anderer Stelle dieser Nummer berichten, hat sich heute in Mannheim ein schweres Straßenhahnunglück ereignet, zu dem jetzt Einzelheiten vekannt werden, die den Umfang der Kaatastrophe klar erkennen lassen. Danach sprang zuerst der Anhänger aus den Schienen und fuhr in der Kurve zunächst neben dem Gleise, um dann auf die linke Straßenseite zu rollen, den Motorwagen mit sich reißend. Hierbei wurden ein Mast der elektrischen Oberleitung und ein Gaskandelaber umgestoßen. Eine auf dem linken Weg befindliche Frau wurde von dem stürzenden Anhängewagen erfaßt und zu Tode gedrückt. Mehrere Abteilungen der Wehrmacht, die im Augenblick des Unglücks die Stelle passierten, sorgten zusammen mit der Berufsfeuerwehr für die sofortige Ueberführung der zahlreichen Verletzten in drei Krankenhäuser. Eine der schwerverletzten Personen, eine Frau, ist bei der Einlieferung gestorben, so daß also bisher zwei Todesopfer zu verzeichnen sind. In die Krankenhäuser wurden insgesamt 28 Verletzte übergeführt. Sieben von ihnen konnten alsbald wieder entlassen werden, da sie nur geringfügige Schnittwunden erlitten hatten. Die Mehrzahl der schwerer verletzten Fahrgäste dürfte im Anhängewagen gefahren sein, der— wie festgestellt ist— am stärksten beschädigt wurde. Amtsenthebung mehrerer Richter in spanische Ministerrat beschloß, sämtliche Richter der Abteilung II des Madrider Gerichtshofes mit sofortiger Wirkung ihrer Aemter zu entheben. Den Anlaß zu dieser Maßnahme hat die vor kurzem erfolgte Freisprechung zweier Offiziere gegeben, die bei der Feier des 2. Mai angeblich die öffentliche Ordnung durch zwei Schreckschüsse gestört haben sollen. Schienenstränge. Eine sonntägliche Tlauderei Weit draußen, abgeschieden vom Motortakt der Großstadt, in Kiefernwald und Ginster eingebettet, genügsam, aber der Morgensonne und Freiheit zunächst, liegt eine Siedlung mit kecken Giebeln und blühenden Kleingärten. Da wachsen Rosen, Goldregen, Nelken und lachende Kinder mit prallroten Backen. Vor drei Jahren zogen die Siedler hier ein, die Männer und Frauen noch mit vergrämten Falten, die Kinder mit blinzelnden Augen, die sich nach langem Mietskasernenzwielicht erst an die freie Gottessonne gewöhnen mußten. Der Wald war ihnen so neu, das erste Taubenpaar unter dem Giebel ein Wunder, und der erste selbstgebaute Kohl mundete wie ein Festtagsbraten. So ist's nicht nur geblieben, sondern den Großen und Kleinen ist die Welt Jahr um Jahr schöner geworden trotz harter Arbeit und Stadtferne. Wer siedelt, muß einsam sein können. Der karge Boden hier draußen liebt die Männerfäuste und sehnige Frauenhände. Er duldet kaum einen Feiertag. Die kleine Scholle schreit nach den Menschen. Sag nicht, sie sei herrisch und geizig: Sie macht die Herzen reich. Wer sie liebt und pflegt, dem erfüllt sie die alte Sehnsucht, von deren Erfüllung der Aermste wie der Reichste bis zum Ende träumt: Ein Stück Freiheit und Selbständigkeit! Wer aber hier draußen auf die kleinen Lächerlichkeiten der großen Stadt nicht verzichten kann, muß trotz kecker Giebel, Freiwald, Blumenbeeten und pausbackigen Kindern saumselig und mürrisch sau mferig und mürtisch werden. Allabendlich lehnt dort drüben ein Mann am Gartenzaun, die Hacke noch in der Hand. Er schaut den Schienensträngen nach, die von der großen Stadt hereilen und wieder in die große Welt hinausglitzern. Fünfzig Jahre mag er zählen. Seine Gestalt ist noch hoch und fest, sein Auge vom langen Schauen müde und sehnsüchtig. Lange steht er so und tastet die flimmernden Schienenstränge ab, bis endlich ein schwarzes Etwas sich aus der dunstigen Ferne herausschiebt und ein Fern==Zug vorbeidonnert. Dann werden die Augen des Mannes ganz groß, traurig und bitter zugleich. Er sieht durch die blitzenden Scheiben und Stahlwände des Zuges hindurch, schaut die Reisepolster, die gedeckten Tische des Speisewagens, weiße Betten, blickt den Reisenden durchs Jackett in die Geldtaschen, zählt im Sekundenbruchteil ihre Banknoten. und rechnet ungeheuer schnell:„Das langt für eine Reise Paris—Warschau oder Berlin—Neapel!" und starrt wieder gerade hinaus, ganz über den Zaun gelegt, bis sich das rasende Geräder wie ein winziger Stahlpunkt im Abend verliert. Sind wir nicht alle so?... Ich kann dem späten Träumer nicht gram sein. Schienenstränge haben eine seltene Gewalt über Auge und Herz. Von irgendwoher eilen sie in unendlichem Bandpaar auf uns zu und rasen ebenso unaufhaltbar irgendwo hinaus, zwei Bänder, zwei Stimmungen, gleichsam Augen und Herz, Wunsch und Erfüllung. Wo finden sie sich?... Wie zwei Parallelen nur in der Unendlichkeit. Es liegt ein eigener Reiz darin, dem Stahlgeäder der Gleise nachzublicken. Alter Nomadentrieb wacht auf, nur zu wandern, loszustürmen wie ein Junge, und das Ende der Welt zu suchen. Oder das Glück?....„Das Glück liegt auf dem Rücken der Pferde:... Sprichwort!.. Oder im Polster des Fern==Zuges?.. Er rast vorbei, leuchtet auf und verblaßt, gleichsam als hätte die große und reiche Welt uns aus halbgeschlosse Seite 2 Nr. 119 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 23./24. Mai 1936 nen Augen zugeblinzelt, nur geblinzelt. Denn wie selten lacht diesen Menschen, die durch Europa und über die Kontinente hetzen, stille Freude und Beschaulichkeit! Der Wald, der vor dem Zugfenster entgleitei, ist für diese Menschen stumm. Seine Stimme, in stiller Stunde dem Wanderer eine rätselgründige Zwiesprache mit Gott, schweigt hier verstört. Die Feierabendglocken vorbeischwimmender Dörfer und Täler haben ihren Glanz verloren... Hast du schon einmal von der Straße her durchs Fenster ein Orchester spielen gesehen, ohne einen Ton zu vernehmen?... Wie komisch=grotesk muten dich die Bewegungen der Musiker an! So taub und stumm deucht die Melodie der Natur hinter klirrenden Scheiben des Zuges. Im Eilschritt ist Europa durchmessen, sind Länder versunken. Aber die Sorge sitzt als blinder Passagier auf dem Schlußzeichen des Zuges hintenauf. Rastloses Jagen, unruhevolles Sinnen und Trachten reist im Luxuszuge mit. Hier der Großindustrielle im Eckpolster. Gestern in Paris, heute in Berlin, morgen vielleicht schon in Ankara. Viertausend Arbeiter blicken auf ihn, erwarten Arbeit und Brot. Seit sechs Stunden hat der vornehme Mann über Briefen, Ziffern und Bilanzen den herrlichen Hochwald vergessen. Viertausend Arbeiter! hämmert jeder Schienenstoß ihm unerbittlich ins Hirn. Dort ein diplomatischer Kurier. Er gibt sich lässig und plaudert vielleicht mit seiner Nachbarin. Aber sein letzter Gedanke möchte der Lokomotive 180 Stundenkilometer geben. Dringende Schriftstücke führt er mit sich. In Berlin wartet schon die Flugmaschine. Drüben, die alte, bleiche Dame schläft. Ueber die faltige Haut gehen zitternde Nervenwellen. Ihre Gedanken hetzen nach Süden: Heilung! Kurze Wochen und ihr Schlaf wird vielleicht nie mehr gestört! Drum spricht die junge Mutter mit den drei Kindern ganz leise. Auch die Kleinen zügeln ihre Plappermäulchen. Zum dritten Male in zwei Jahren hat das Schicksal sie herumgeworfen, von Berlin nach Warschau, von Warschau nach Danzig und jetzt von Danzig nach Paris. Ganz still ist das Abteil vor Abschied, Sorge und Zukunft, bis das Jüngste zur Mutter flüstert:„Mutti, ich möchte jetzt in einem Garten spielen.“ Schienenstränge! Reisekummer! Wanderleid!... Und plötzlich blüht da eine keusche Kindersehnsucht mitten im Gestrüpp der Menschenherzen und Gedanken wie eine blaue Blume empor:„Mutti, ich möchte jetzt in einem Garten spielen!"... Ob der Mann am Gartenzaun den kleinen Kinderwunsch von irgendwoher stammeln hörte?... Denkt er an jenes Gleichnis vom reichen Manne und armen Handwerksburschen?... Er wischt sich über die Augen. Wir alle sollten's tun, wenn uns die dumme Sehnsucht packt, daß wir über den Gartenzaun hinwegspringen und unseren Wünschen nachhetzen möchten, wenn uns das Teufelchen„Unzufriedenheit“ jagt und wir uns zu oft am Gartenzaun auf den Schienensträngen ins„große Leben“ hineinwünschen. Denn solch kleiner Augenwischer wirkt Wunder. Dann blickt man nach innen und lächelt jenes Lächeln der Zufriedenheit, das ein stiller Gott und ein sorgendes Leben allen denen gibt, die sich zu bescheiden wissen... Der Mann am Gartenzaun hat den dummen Schienensträngen den Rücken gekehrt. Sein Schritt ist jetzt aufrecht seinem Hause zugewandt. Denn er weiß, seine pausbäckigen Drei haben einen Garten und er selbst hat drei gesunde Buben. M. H. DuutschirEhrtueingr. Die Walhung de. Aegensrurg Der Führer bestimmt fortan die Aufnahme von Büsten besonders verdienter Deutscher— Als nächste wird die Büste Anton Bruckners aufgestellt dnb München, 22. Mai. Ministerpräsident Ludwig Siebert veröffentlicht folgenden Aufsatz: Die Walhalla wurde von König Ludwig I. in den Jahren 1830—1841 mit einem Aufwand von rund 2 150 000 Gulden erbaut und aus seinen Privatmitteln unterhalten. Der König hat über sie in zwei Kodizillen letztwillig verfügt. Die Walhalla hat danach die Bestimmung eines Ehrentempels für ausgezeichnete Männer und soll zur Aufnahme der Büsten hervorragender Deutscher dienen. Das erste Kodizill bestimmt u..: „Die Walhalla und was zu ihr gehört, vermache ich Teutschland, meinem großen Vaterlande. Ueber die Aufnahme in dieselbe hat der Bundestag im üblichen Geschäftsgang, wenn kein Plenum, durch Stimmenmehrheit zu entscheiden, bei Gleichheit derselben hat das Präsidium den Ausschlag zu geben. Früher nicht als zehn Jahre nach dem Tode des Betreffenden kann Aufnahme stattfinden." In dem zweiten Kodizill ist folgende Verfügung getroffen: „Wurde, was Gott verhüten möge, der Teutsche Bund aufhören, so fällt die Walhalla an Bayern als Staatseigentum, für die, was ich Bayerns Ruhmeshalle betreffend verfügt, ebenfalls dann zu gelten hat. Würde später wiederum ein Bund Teutschland vereinigen, würde Walhalla aufs neue ein Eigentum Teutschlands. und hat wieder ins Leben zu treten, was ich in Ansehung ihrer verfügt." Aus der Fassung dieser letztwilligen Verfügung zog man, als die Jahre 1870/71 Deutschland wieder einigten, trotzdem die Frage des Eigentums in Zweifel. In einem kronanwaltlichen Gutachten von 99 Seiten wurde die Rechtsfrage eingehend erörtert. Dieses Gutachten kam zu dem Ergebnis, daß die Walhalla nach dem Tode des Königs Ludwig I. in das Eigentum des hayerischen Staates gelangt ist und daß dieses Eigentum auch durch die Gründung des Deutschen Reiches nicht berührt wurde eine Auffassung, die sicher ebensowenig dem klaren Willen des Schöpfers des Ruhmestempels gerecht geworden sein dürfte, wie unsere heutige Zeit sie verstehen kann. Die nationalsozialistische Landesregierung steht auf dem Standpunkt, daß die Entwicklung der politischen Verhältnisse die Walhalla zu einem reinen deutschen Bundestempel gemacht hat, so wie es ihr Schöpfer zweifellos auch wollte. Die Aufnahme von Büsten um die Nation besonders verdienter Deutscher kommt daher nicht mehr der bayrischen Landesregierung zu. Sie kann nur noch dem Führer der Nation zustehen. Ich habe darum namens der bayrischen Landesregierung den Führer und Reichskanzler gebeten, daß er die Walhalla in seine Obhut nehmen und insbesondere in Zukunft bestimmen möge, welche Büsten hervorragender Deutscher dort aufgestellt werden müssen. Der Führer hat diesem Antrag stattgegeben und zugleich einen weiteren Antrag genehmigt, daß, einer Bitte der Internationalen Brucknergesellschaft entsprechend, zur Ehrung Anton Bruckners, dessen 40. Todestag in das laufende Jahr fällt, die Büste dieses neben Beethoven größten deutschen Symphonikers in der Walhalla zur Aufstellung kommt. Anton Bruckner, der einer österreichischen Bauernfamilie entstammt, deren Chronik bis auf das Jahr 1530 zurückverfolgt werden kann, verbindet in seiner Musik echte Volkstümlichkeit der Melodik mit den Offenbarungen eines kraftvoll männlichen, tief xeligiösen Ethos und ist dadurch zu einem der größten Verrunder deutschen Wesens geworden. Seine Ehrung gilt also gleich dem deutschen Geiste. So hat der Führer dem deutschen Ehrentempel seine Weihe für die Zukunft gegeben. Daß die erste Büste, die nach seiner Entscheidung zur Aufstellung kommt, den Künder edelster deutscher Musik verkörpert, zeigt die Stellung des nationalsozialistischen Deutschland zur deutschen Kultur. Der ornsschwinntense=Flasstahpuntk Generalprobe auf der„Ostmark" bei Travemünde Der Abgeordnete Hopkinson fertigt im Unterhause den Deutschenhasser Winston Churchill ab dnb London, 22. Mai. Im Unterhaus fand am Donnerstag die seit langem erwartete Aussprache über die Verteidigung statt. Verteidigungsminister Inskip erklärte u.., der Verteidigungsplan der Regierung sehe zunächst einmal die Auffüllung der Lücken in der Munitionsversorgung vor, die durch die Vernachlässigung in den letzten vier bis fünf Jahren entstanden seien. Man müsse die Produktion möglicherweise vergrößern, und zwar so, daß sie innerhalb 24 Stunden verdoppelt und verdreifacht werden könne. Zur Luftrüstung, die bekanntlich verdreifacht werden solle, habe man 1500 Piloten in einem Jahre eingestellt, die Zahl der Fliegerschulen vermehrt und die Zahl der Flugzeuge vergrößert; ferner habe man Schritte ergriffen, um die Zahl der Motorenfirmen festzulegen und deren Anlagen zu vergrößern. Besondere Maßnahmen für die Marine hätten sich nicht als notwendig erwiesen. Die Opposition kritisierte den Plan der Regierung. Zu den Kritikern gehörte auch Winston Churchill, dessen Ausführungen den nationalen Abg. Hopkinson zu einem scharfen Angriff auf Churchill veranlaßten. Hopkinson stellte sich auf den Standpunkt, daß die feindseligen Behauptungen Churchills über Deutschland und die deutsche Wiederaufrüstung auf Hörensagen beruhten und lediglich als taktisches Manöver zu werten seien, um die Stellung Baldwins zu schwächen. Churchills Auffassung sei vollkommen vorsintflutlich, und seine Rede habe wie eine Ansprache aus alten Zeiten geklungen. Im einzelnen sagte Hopkinson, Churchill habe immer wieder geschildert, was in Deutschland vor sich gehe. Er solle aber doch einmal verraten, woher er die mitgeteilten Einzelheiten wisse, ob er eine zuverlässige Informationsquelle habe oder ob er die Dinge lediglich errate und aus der Luft greife. Wenn dem so sei, dann seien Churchills Reden nichts als Narrenfutter. Er fordere Churchill heraus, ihm Antwort zu geben. An dieser Stelle erhob sich Churchill und erwiderte, er halte es nicht für ein Unrecht, die Regierung zu warnen. Ihm seien Tatsachen von briefschreibenden Leuten mitgeteilt worden und er habe dann sein eigenes Urteil daraus gezogen. Hopkinson erwiderte hierauf, aus den Aeußerungen Churchills gehe also hervor, daß er seine„Mitteilungen" tatsächlich erraten habe. Der konservative Abgeordnete Hauptmann Macnamara erklärte, daß die englische Jugend sich ein Vorbild an der nationalsozialistischen Bewegung nehmen könne. Es würde der englischen Jugend nicht schaden, etwas von der Vaterlandslieszu besitzen, die man im Auslande sehe. Der Sohn Lloyd Georges, Major Lloyd#, orge(Oppositionsliberaler), erklärte unter dem fall der Abgeordneten, die Jugend Englands wünschkeinen neuen Streit mit Deutschland. In Beantwortung einer Anfrage teilte Kriege, minister Duff Cooper im Unterhaus mit, daß die Stärke der britischen Armee zur Zeit um 11 000 Mann hinter dem Sollbestand zurückstehe. Das Haus lehnte zum Schluß den Verneinungs. antrag der liberalen Opposition mit 270 gegen 115 Stimmen ab. Baldwin über den Schutz Aegyptens Auf eine Anfrage erwiderte Ministerpräsident Bald. win, daß die britische Regierung anläßlich der Aufgabe des britischen Protektorats über Aegypten in März 1922 darauf hingewiesen habe, daß Großbritannien diesen Staat als souverän und unabhängig betrachte. Hierauf habe die britische Regierung unmißverständlich klargemacht, daß sie jeden Versuch einer Einmischung in die ägyptischen Angelegenheiten als einen unfreundlichen Akt ansehen würde und daß sie jeden Angriff auf Aegypten mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mittein abwehren werde. Ein„Zauberkünstler“ namens Bernstein Enthüllungen über den Dokumentenfälscher Lopez London, 22. Mai. Mehrere Blätter veröffentlichen heute bemerkenswerte Enthüllungen über den geheimnisvollen„Oberst" Lopez. der, wie Außenminister Eden kürzlich im Unterhaus mitteilte, der italienischen Regierung gefälschte Dokumente in die Hand gespielt hatte, aus denen hervorgehen sollte, daß britische Firmen Dumdumgeschosse an Abessinien geliefert hätten. Lopez wurde am Donnerstag in der Geheimdienstabteilung des englischen Kriegsministeriums zwei Stunden lang über seine Tätigkeit vernommen. Anschließend teilte er einigen Pressevertretern mit, daß er den Beruf eines Varieté Zauberkünstlers ausübe und sich zur Zeit für eine neue Nummer vorbereite. „Daily Telegraph“ meldet, daß Lopez mit seinem richtigen Namen Henry Lawrence Bernstein heiße und 1872 in Melbourne geboren sei. Während des Krieges und nachher soll er in verschiedenen Ländern, u. a. auch in Rußland und Bolivien, eine dunkle Rolle als Dokumentenfälscher und Spitzel gespielt haben, wobei er verschiedene Namen geführt habe. Hesnige Anttägen gegen Frautreich im englischen Oberhause—„Britisch=deutsche Verständigung wird von der großen Masse des britischen Volkes gewünscht“ dnb Travemünde, 22. Mai. Die Deutsche Lufthansa gab am Freitag Presseverkreiern Gelegenheit, den dritten schwimmenden Flugstützpunkt für den Luftpostdienst Deutschland— Südamerika,„Ostmark“, der in wenigen Tagen seinen Dienst vor Bathurst(Britsch=Gambien) aufnehmen wird in voller Tätigkeit zu sehen. Das schnittige Schiff ging um 10 Uhr von Travemünde aus in See. Während auf der Großflugzeug=Schleuderanlage die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, brachte Flugkapitän von Engel, begleitet von Oberflugmaschinist Gruschwitz, den Rekordinhaber für Atlantikflüge, den Motor seines Dornier=Wals„Aeolus" auf Touren. Stärkstes Dröhnen des Motors, gesteigerte Geschwindigkeit der„Ostmark", Zischen entweichenden Dampfes — und wie ein Blitz schnellte das Flugschiff von den Gleitschienen; bald war es im Dunst verschwunden. Der dritte Flugstützpunkt„Ostmark“ ist auf Grund der Erfahrungen von 175 planmäßigen Ozeanflügen innerhalb der letzten zweieinhalb Jahre gebaut worden. Bei diesem einzig in der Welt dastehenden Flugbetrieb legen die Flugzeuge der Deutschen Lufthansa in weniger als fünf Tagen etwa 15 300 Kilometer zurück. Mit Hilfe der auf den schwimmenden Flugstützpunkten eingebauten Heinkel=Großflugzeug=Schleuderanlagen wird der Atlantik in seiner ganzen Breite über 3050 Kilometer ohne Zwischenlandung überbrückt. Der ununterbrochene Flugbetrieb auf dieser von Deutschland bis Chile führenden Luftpoststrecke verlangt eine in regelmäßigen Zwischenräumen notwendig werdende Ueberholung der schwimmenden Flugstützpunkte in der Heimat. Um jeweils ein Schiff aus dem Dienst zu ziehen ist es erforderlich, einen dritten schwimmenden Flugstützpunkt zu schaffen. Mit einer Wasserverdrängung von 2000 Tonnen und einer Länge von 75 Meter ist die„Ostmark" wesentlich kleiner als„Westfalen" und„Schwabenland“. Der wesentliche Unterschied liegt darin, daß die„Ostmark“ eigens als schwimmender Flugstützpunkt gebaut wurde. Mit Rücksicht auf den ständigen Einsatz des Schiffes in den Tropen ist besonders für die Unterbringung der Besatzung gesorgt worden. Zwei ManDieselmotoren mit einer Leistung von je 950 PS werden dem Schiff eine Geschwindigkeit von etwa 14 Seemeilen in der Stunde geben. Bemerkenswert ist die Anordnung der Schleuderbahn, die die Mitte des Schiffes, in Längsrichtung gesehen, einnimmt. Für das Anbordnehmen der Flugzeuge dient eine besondere Krananlage bzw. das Schleppsegel. HJ.=Führerschaft auf dem Brocken Reichsführer SS. Himmler über Wesen und Aufbau der SS. dnb Auf dem Brocken, 22. Mai. Der Reichsführer SS. Himmler hielt am Freitag nachmittag im Brockenhaus vor den Bann= und Jungbannführern, die vom Reichsjugendlager in Braunschweig auf den Brocken aufgestiegen waren, eine Rede über Wesen und Aufbau der SS. In seiner Rede schilderte Reichsführer Himmler eingehend den Ausbildungsgang des SS.=Mannes und =Führers. Er sprach hierbei vor allem über die Wechselbeziehung zwischen weltanschaulicher und körperlicher Ausrichtung, wobei er betonte, daß jeder SS.=Mann das SA.=Sportabzeichen und das Deutsche Turn= und Sportabzeichen erwerben müsse. In seinem Schlußwort betonte Reichsführer Himmler, daß die HJ. wie für alle Gliederungen der Bewegung so auch für die SS. den Nachwuchs darstelle, ohne den sie nicht lebensfähig sei. Daraus ergebe sich eine besondere Schicksalsverbundenheit und ein Gleichklang der weltanschaulichen Marschrichtung der SS. und der HJ. Reichsführer Himmler lud die HJ.=Führer zur Besichtigung der Reichsführerschule der SS. in Braunschweig ein. Die Rede des Reichsführers wurde von den HJ.= Führern mit begeisterten Beifallskundgebungen aufgenommen. Stabsführer Lauterbacher dankte dem Reichsführer für seine Worte und erklärte, daß sich die HI. bemühe, in ihren Reihen dieselben Grundsätze der „ceue, Disziplin und des Gehorsams zu pflegen, die die Grundsätze der Partei und der SS. seien. dnb London, 22. Mai. Im Oberhaus brachte am Donnerstag Lord Davis(liberal) den Antrag ein, daß die Regierung angesichts des Fehlschlags des Völkerbundes den französischen Friedensplan annehmen und zur Grundlage ihrer Außenpolitik machen soll. Er wandte sich hierauf gegen die geplante Schaffung von Regionalpakten, die im deutschen Friedensplan vorgesehen sind, und verlangte, daß die britische Regierung eigne Vorschläge einbringe. Lord Arnold(Arbeiteropposition) erklärte, daß Davis der einzige Mann im Lande sei, der glaube, daß der französische Plan die Aussichten für eine Sicherung des europäischen Friedens auf einer bestimmten und dauerhaften Grundlage abgebe. Der französische Plan sei nichts anderes als ein Versuch, die Uebel und Ungerechtigkeiten des Versailler Vertrages fortzusetzen. Frankreich behaupte, daß die Vertragstreue die Grundlage der französischen Politik sei. Eine solche Behauptung stehe in schärfstem Widerspruch zu dem, was Frankreich in den letzten 20 Jahren insbesondere Deutschland gegenüber getan habe. Man brauche z. B. nur an die Abrüstungsbestimmungen des Versailler Vertrags und den Ruhreinfall zu denken. Der französische Plan wolle Deutschland in einem Netzwerk von Pakten und Bündnissen einkreisen. Kein Anhänger der Regierung sei bereit, für Frankreichs Ostpakte zu kämpfen. Der bloße Gedanke, daß man für Rußland in den Krieg ziehen solle, begegne bei den Konservativen heller Empörung. Eine britisch=deutsche Verständigung werde hingegen von der großen Masse des britischen Volkes gewünscht. Man könne sie morgen herbeiführen, wenn nur Frankreich das nicht verhindere. Auch Lord Buckmaster(Arbeiterpartei) erklärte in seiner Rede, daß die Grundsätze des französischen Plans sämtlich unvernünftig seien. Lord Allen of Hurtwood(Nationale Arbeiterpartei) verteidigte den Völkerbund. Nicht der Völkerbund sei gescheitert, sondern die Staatsmänner, die ihn benutzt hätten. Für die Regierung erklärte Lord Stanhope, man müsse abwarten, was für Erklärungen die französische Regierung tatsächlich abgeben werde. Einige der französischen Vorschläge würden von der britischen Regierung wärmstens unterstützt. Der Vorschlag einer internationalen Polizeistreitkraft sei aber hoffnungslos unpraktisch. Zu Lord Arnold gewandt, erklärte er, er bedaure es, daß dieser sich so feindlich gegen Frankreich ausgesprochen habe. Man solle Frankreich nicht kritisieren, sondern lieber die gemeinsame Linie herausarbeiten. Es gebe im übrigen keine Wahl als die zwischen dem Völkerbund und einer Lage, die der von 1914 ähnele. Die Regierung sei bemüht, ein Uebereinkommen zwischen Deutschland und Frankreich herbeizuführen. Der Anregung Lord Davis könne er jedoch nicht zustimmen. Angarn bewundern Adolf Hitler Kampfansage der nationalen Ungarn an das Judentum. dnb Budapest, 22. Mai. Auf einer vom„Bund der ungarischen Zukunft“ in der alten ungarischen Universitätsstadt Debrecen einberufenen Massenversammlung wandten sich die bekannten nationalen Reichstagsabgeordneten Dr. Franz Rajniß, Stephan Miltay und Dr. Makkai in scharfen Ausfällen gegen die bisher noch ungebrochene Stellung des Judentums in Ungarn und gaben hierbei offen ihrer Bewunderung für das nationalsozialistische Deutschland und seinen Führer Adolf Hitler Ausdruck. Die Ausführungen der Abgeordneten wurden von der zahlreichen Zuhörerschaft, die sich hauptsächlich aus der akademischen Jugend zusammensetzte, besonders bei den sich auf Deutschland beziehenden Worten mit stürmischen minutenlangen Elim Rufen aufgenommen. Helft dem 3DA.! dnb Berlin, 22. Mai. Der Bundesleiter des BDA. erläßt zur Sammlung am 23. und 24. Mai einen Aufruf, in dem es heißt: „Deutsche Selbstbehauptung im Ausland ist aller Deutschen Ehre. Die Bedrängnis deutsche: Kultur jenseits der Grenzen legt uns allen Verpflichtung auf. Auslandsdeutsches Opfer sei Ehrenopfer für alle deutschen Volksgenossen im Reiche! Die Erträge dieser Sammlungstage sind bitter nötig, um wenigstens die allerdringlichsten Aufgaben unseres weitgespannten kulturellen und sozialen Wirkungskreises erfüllen zu können. Heute ist die Not größer denn je zuvor. Stärker aber auch der Glaube und die Bereitschaft der Herzen in einem Reiche, das fest auf dem Boden des Volkstums begründet ist von Adolf Hitler, dem Manne, den einst selbst das Schicksal außerhalb der Reichsgrenzen den Kampf um Schule, Sprache und Volksbestand erleben ließ. Ihm gehört unser Glaube, unsere Liebe, immer aufs neue aber auch unsere Opfertat!" Kurz Nächrichten Amtszeit des Leipziger Oberbürgermeisters Dr. Goerdeler verlängert. Der Leipziger Oberbürgermeister Dr. Goerdeler ist nach Ablauf seiner Wahlzeit erneut als Oberbürgermeister der Stadt Leipzig für Zeit vom 23. Mai 1936 bis 22. Mai 1948 vom Reichsund preußischen Minister des Innern berufen worden. Frankreichs Radikalsozialisten für Volksfront=Regierung. Der Vollzugsausschuß der Radikalsozialistischen Partei Frankreichs nahm mit allen gegen eine Stimme eine Tagesordnung an, die eine bedingungslose Beteiligung der Partei an der kommenden Volksfront=Regierung fordert. Die Zentraldruckerei der illegalen kommunistischen Partei Bulgariens ausgehoben. In einem Hause am Rande Sofias wurde die Zentraldruckerei der illegalen kommunistischen Partei Bulgariens aufgedeckt. 14 Personen wurden verhaftet, darunter einige kommunistische Funktionäre. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs(abwesend), Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortl. f. Politik: Rud. Foesl, Kummunalpolitik und Stadttelle: Adolf Peddingdau Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schmid!, Gerichtsdienst und Brieskasten: Mar Glegelhans Hornderg, Auzelgen;„Kurt Schols, sämtlich in Bochum. Berliner Schrifteitung: Michael..6 50, Berlin=Karlshorst, Dönhoffstraße 19, Anrus Karlsvo####in, Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe.„. Charlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf O 1 Steinb 6813. Verlag und Druck: Laupenmüblen„., Zisste“gr.# Bochum, Ruf 67551, 52 53.— Zur Zeit ist gültig, Nachlaßstaffel B.— DA IV. 36 über 26 500. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer Mittwochs Samstags, von 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte sendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur dei Rückpot Die bentige Nummer umfaßt 32 Seiten ge zum Vatertag.— Wie ihn Bählamm verlebte.— Vom Hölzchen aufs Stöckchen.— Schützenfest und Holtsgemeinschaft.— Bochum hält sein Versprechen. e. Ein Stücklein vom heiligen Bürokratius De„Vaterdagg“ es nu verbie Met kollen Wind un Plästerie! Van binnen un van buowen natt, De Himmel gries, de Wolken schwatt Sou was et op de Himmelfahrt Füör use„Vadders" opgespart. Se hadden biliewe nich verdeint, Dat iähne Pluvius so greint, Dat ganze Joahr se ploget sik, Op„jähren". Dag se freiet sik— Un dat dann sou et kuommen deiht, Mäkt wennig Lust un keine Freid. Diän Kummer meit se dann begeiten, Op sounen Maiendag wat fleiten. Es me van binn'n un buten nattt, Dann hiät me„Vaterdag“ gehatt! Et es nu äinmol op de Welt Ganz sunnerbar met us bestellt. Liebe Lesergemeinde! Da haben wir also Himmelfahrt, Vatertag und Wandertag in einem genossen und dennoch daran genug gehabt! Wer hätte nach dem köstlichen Sonntag erwartet, daß des Wetters Gunst sich so von den„Vätern" abgewandt habe, wie es am Himmelfahrtstage geschah. Die„Herrenpartien“, die nach altem Brauch nun einmal am zehnten Tage vor Pfingsten stattfinden, fielen natürlich darum doch nicht aus— zu stark ist der Freiheitsdrang der Männer, die an diesem Tage einmal aller Fesseln— auch der süßesten— los und ledig sein wollen, um sich ganz als Herren der Schöpfung fühlen zu können. Auch mein Freund Bählamm sagte sich von seiner holden Karoline am frühen Morgen los und ließ sich den kalten Nordwind um die Nase blasen. In der Thermosflasche verstaute er statt heißen Kaffees, den die besorgte Karoline hineingetan hatte, echten, eisgekühlten Kornbranntwein. Ein Pfund Plockwurst und ein Stück Brot dazu wurden in die Taschen verstaut und dann ging es los, die Wispelte in der Hand, zu den Bergen weit, den Höhen kühn. Als alter Turner und SGV.=Mann focht ihn des Himmels kränkelnde Blässe nicht an noch des„Maienlüfterls“ eisiger Hauch. Und als es gar anfing zu regnen, da setzte er dem Naß von oben das erwärmende Naß von innen, so aus der Thermosflasche duftend hervorquoll, entgegen. Solcherart bewahrte er sich das Gleichgewicht, selisch wie körperlich. Ueber die Ungleichheit des Wettermachers gegenüber dem„Muttertag“ und dem „Vatertag“ stellte er keine philosophischen Betrachtungen an— warum auch? Sagt doch schon Wilhelm Busch „Vater werden ist nicht schwer— Vater sein dagegen sehr". Die Väter, bescheiden wie sie nun einmal sind, nahmen ja auch ihr Päckchen Last und Sorgen auf ihren Buckel und wissen sich, wenn der launische Wettergott„ihren" Tag vermasselt, nach benanntem Wilhelm Busch zu trösten. Wenn diese„Tröstung“ dann so stark wird, daß der Mann etwas schwach in den Knien wird, darf e rauf Verständnis bei den einsichtigen Frauen und klugen Müttern rechnen, deren Tag ja so „kaffeelaubenherrlich" verlief. Irgendwie muß ja ein Ausgleich geschaffen werden. So nahm es Karolina denn auch gar nicht krumm, als am Abend Bählamm mit roter Nase(sie kam nur vom Wind her) und etwas müde in den Beinen(das rührt vom Wandern her!) nach Hause kam und nach stärkender Atzung in einen gesegneten Schlaf verfiel. Ach ja, auch die Männer haben ihre Müh und Plagen. Das sieht man jetzt sogar Volksfest steigt, muß auch das rechte Schützenwetter sein. Nach dem, was man aus den bereits eingesetzten Festausschüssen vernimmt, soll dieses Schützenfest alles übertreffen, was bisher an solchen Volksfesten sich in unserem lieben Bochum abgespielt hat. Das weitläufige Aufmarschgelände, das zwischen Schützenhof und Stadtpark aus den früheren Kleingärten hergerichtet wird, ist bis dahin fertiggestellt und wird einen Rummelplatz abgeben, auf dem sich ein gewaltiges Treiben entwickelt. Als ein Zeichen, daß die im letzten Jahrzehnt eingemeindeten Außenbezirke sich mehr und mehr mit Alt=Bochum verschmelzen, darf auch die Teilnahme von 17 Schützenvereinen der Vororte an dem Schützenfeste gewertet werden. Man sieht auch in den Kreisen, die sich früher ungern mit der Eingemeindung befreundeten, ein, daß sie im ganzen gesehen, doch für alle Beteiligten von Vorteil ist. Was die Stadtbauverwaltung in den Außenbezirken an Verschönerungen, an neuen Schmuckplätzen, Straßenbauten geschaffen hat, wäre wohl in diesem Umfange nicht geschehen, wenn die alten Zustände bestehen geblieben wären. Es zeigt sich, was die Zusammenfassung vieler Kräfte zu einheitlichem Wollen vermag. Würde, um nur ein Beispiel zu nennen, die frühere Gemeinde Weitmar aus eigener Kraft eine so prächtige Anlage geschaffen haben wie das Wiesental, das in den letzten sechs Jahren so schmuck geworden ist?! Welch eine Wohltat für die Jugend sind die von Wald und Busch umsäumten großen Liegewiesen, wo sie sich nach Herzenslust tummeln kann! Und so wie hier, ist überall in den Außenbezirken die verschönernde Hand angelegt worden— chum löst sein vor der Eingemeindung gegebenes Wort ein! Auf diese Weise macht Alt=Bochum moralische Eroberungen und kettet die Außenbezirke fester mit sich zusammen. Das aber dient wieder dem ganzen Gemeinwesen. Noch sind manche Wünsche offen— auch Rom ist nicht an einem Tage erbaut. Aber was nicht ist, wird werden! Bochum soll immer mehr eine Stadt werden, die ihren Bewohnern an Annehmlichkeiten verschafft, was unter den naturgegebenen Verhältnissen nur möglich ist. Und der Möglichkeiten sind noch viele. Mehr und mehr würdigt man auch„draußen" Bochum als eine Stadt, die wert ist, daß man sie kennen lernt. Dessen sind die vielen Besuche schätzenswerter Gäste, die wir in der jüngsten Zeit empfangen durften, Beweis. Gemeinstme Arbeit aller Aufbauwilligen wird zu dem gewünschten Ziele führen. Ordnung muß sein. Sie darf aber nicht ausarten zum Unsinn. Auch St. Bürokratius soll nicht kleinlich sein bis zur Lächerlichkeit. Dafur auch ein Beispiel aus bartadt erhielt von daß ert nst der“ Gegleichung der Stromrechnung im Betrags, de gaun Zurch einen Boten stande sei. Dieser Betrag wuroe vann burch einen Boten eingezogen. Wenn man bedenkt, daß allein die Anfertigung des Mahnschreibens nebst Papier mehr gls einen Piennig kostet, daß dann ein Votegag“ ggnn der ei nun Schluß mit der Sonntags=Laienepistel. Möge uns der morgige Sonntag für den unfreundlichen Himmelfahrtstag entschädigen. Man tau! Euer Gottlieb vom Tippelsberg. : S54. iche aus 95 Die Gußstahisireue heinnn=Giraßenderteht W. 7 1n Aufnahme Brandt Straßenverkehr, wenn an der Alleestraße die Eisenbahnschranken heruntergelassen sind. stockt. Dabei entfallen auf die Hauptverkehrszeiten die meisten Züge. Man notiere:.25 11.10 Uhr, 11.25, 12.15, 13.10, 13.55, 14.33, 14.37, 14.58 15 Uhr. Eine längere Pause tritt dann bis 18 Uhr und dann wieder bis 19.30 Uhr ein. Dazwischen fahren dann noch die unregelmäßigen Züge, so daß manchmal drei= bis viermal die Schranken in der Stunde geschlossen werden. Straßenbahnen, Autos, sonstige Fuhrwerke und die Fußgänger(bis auf die Alleestraße, die eine Untertunnelung für die Fußgänger hat) haben dann zu warten. Und das mirten in der Beweis genug, um auch an Hand dieses Zahlenmate rials und dieser Beobachtungen erneut festzustellen, wie notwendig eine Aenderung der bestehenden Verhältnisse ist. So staut sich der Um die Gußstahlstrecke ist in den langen Jahren ihres Bestehens viel geschrieben worden. Noch hat der„B..“ die erforderliche Höherlegung der Bahn von, hrer erurbhchüirfter guf Hiese, Thena in dieser es sich erübrigen durfte, auf dieses Thema in dieser Richtung hin noch einmal besonders einzugehen. freuen uns darüber, daß man auch bei der Reichsbuon die Unhaltbarkeit des jetzigen Zustandes ezgesethef, hnt und daß in Verbindung mit unserer Stadt#######ung Verbindung mit unserer Stadtper, und mit dem Bochumer Verein Plane geschagsen worden sind, diesem Verkehr eine bessere Regelung zu Und wir haben hierbei nur den Wunsch, daß volksim UOR-Sommlung für bolkische Schuhardeit Diebszunft an der Arbeit Handtasche am Grabe gestohlen. Auf dem Friedhof an der Blumenstraße hat am 20. Mai ein unbekannter Täter aus einem Versteck der Nähe des Grabes Balster eine braune, größere Handtasche mit zwei Riemen entwendet, während die Eigentümerin mehrmals Wasser von der Zapff holte. In der Tasche befanden sich eine braune Geldbörse mit 11 Reichsmark Bargeld, ein Jahressportbuch der KdF. für 1936, auf den Namen Leni Schluter, geb. am 22. 3. 1913 zu Gladbeck, ausgestellt, sowie ein Kamm, ein Messer und ein Taschentuch. Beraubung eines Warenautomaten In der Nacht zum 17. Mai haben unbekannte Täter eine Scheibe eines Warenautomaten vor dem stücke in den Apparat geworfen und hierfür Ware erhalten. Diebstahl von Geldborsen. Am 19. Mai 1936, in der Zeit von 16 bis 19,.30 Uhr. hat ein unbekannter Täter aus der unverschlogfenen Schublade des Verkaufeztandes im Kino„Capitolan, der Kortumstraße eine Geldbörse mit 21,20 Reichs Einer Marktbesucherin wurde am 20. Mai auf dem schwarze Ledergeldbörse mit 28 ve Wer sann zu den versiekend aufgeführten Die, b Punsch vertraulich sehandelt werden, erzstet, die mer 242. Leichtere Verkehrsunfälle be nd„Biazo sguitse auf de Sgrueg, Staße ein zehnjähriger Schüler von Gaßer versagtras, nagh#ns legung eines Notverbandes konnte der Verletzte seine bier ener ie Scherasleite Di. Bodzel V3. Miäigete überführte ihn zum Elisabethhospital. V möglichst rasch in die Tat umgesetzt werHeute sollen einmal kurz Beobachtungen niedergelegt werden, die zeigen, in welch starkem Maße Gußstahlstrecke in ihrer bisherigen Form den Verkehr in der Großstadt Bochum hemmt. Hierbei wollen wir gleichzeitig zum Ausdruck bringen, daß es keine weitere Stadt im Iuduhtrisgetsag, Zbt, De wichgremns Haupeper. tehrsrunt eunfernt vigagustecke hat. als sechzehn fahrplanmäßige Güterzüge die Strecke. Dazu zu rechnen sind noch die im reggigößigennreg mäsie berchen ud vegegreisen si. pse uns prschert und Marienstraße geschlossen und der gesamte bei den Schwänen im Stadtpark. Frau Schwänin hat ihr Brutgeschäft beendet und mit Argusaugen wacht der Schwanerich darüber, daß keiner den Jungen zu nahe kommt. Zischend kahnt er auf alles zu, was da Sichleite toimt, und kerht#n machtger.###. if der bereit ist##hacken. So sorgt der SchwaWarnung vor einer Schwindlerin Am 18. Mai erschien eine unbekannte Frau in der schickt zu sein, um 32 Reichsmark abzuholen. Als Res elr e blaues Jackenkleid, schwarzen Hut mit Frlae, er bittet die Kriminalvolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 243. Auf Wunsch den die Angaben vertraulich behandelt. und Volksfest vom 2. bis 4. Juli 1939 Seb beg ae aen aude uien Bandung undrghahen an e ir Sichtweite kommt und reißt den mächtigen Schnabei auf, der vereit ist, zuzumallen. So fblgt der Schwanenpapa für die Seinen, ein Beispiel männlichen Familiengeistes. Verachtet mir die Männer nicht! * „Ein deutscher Mann nach alter Art trägt seinen Pelz bis Himmelfahrt.“ Dieser alte Spruch hat wieder mal seine Berechtigung erwiesen. Wo war am Himmelfahrtstag die sommerliche Bekleidung vom letzten Sonntag geblieben? Der Hut und der Ueberzieher wurden wieder herangeholt. Die Frauenwelt hing die duftigen Gewebe seufzend wieder in den Schrank und sucht Wollenkleid und Mantel hervor. In die am Mittwoch eroffneten Freibäder wagte sich auch der kühnste Schwimmer nicht hinein, denn bei elf Grad Luftkemperatur schwimmt nicht einmal der trangegeisterte Estimo im freien Wasser, wenn er nicht gerade einen Seehundsbraten benötigt. Mit dem Zelten an Ruhr, Siever und Lippe war es auch Essig. Und die da zu den Wasserburgen fuhren, kriegten auch einen Schnupsen. Nach diesem vorwiegend kalten und feuchten Frühsahr dürfen wir gewiß auf einen warmen und schönen Sommer rechnen als gerechte Entschädigung für manche Enttähuschung. Denn wenn das große Schützen= und Schanlano woite de Acdse=Z,. Hechane, Piager“ e euiter wie schon seut de ein#988 hat in der Zeit seines Bestehez. auf zum Volksschützenfest 1936 Losungswort: M Was die Väter geliebt, das lieben wir auch Schwalbenpärchen in der Hängelampe Ungewöhnliche Brutstätte eines Schwalbenpaares in Harpen Draußen im ländlichen Bochum, in Harpen, steht an einer nur wenig befahrenen Straße inmitten eines Gärtchens ein kleines Wohnhaus, von einem Ehepaar bewohnt. Als vor einigen Tagen„Oma“ von der Gartenarbeit ins Haus zurückkehrte, traute si Augen nicht. Am Vormittag hatte sie doch die Küche blitzblank geputzt, und nun lagen auf dem Fußboden Strohhalme herum, und sogar unter der Decke aus Zugampel der Küchenlampe lugten Stroh= und Grashalme heraus." Und nun entdeckte Oma, daß sich Herr und Frau Schwalbe ausgerechnet die Ampel als Nistplatz ausgesucht hatten. Schwalben bringen Glück ins Haus, so heißt es schon seit uralter Zeit, und h lich findet das Wort in Harpen eine neue Bestätigung. Erfindung eines Bochumers Vollkommen geräuschloses Fahren der Kraftfahrzeuge. Manche Erfindungen liegen sozusagen auf der Hand. Sie sind so einfach und so furchtbar praktisch, daß wir wohl sagen können, wir möchten ohne unsere technischen Erfindungen gar nicht mehr leben. Und unsere Heimatstadt Bochum darf mit Stolz von sich sagen, daß sie eine Reihe Erfinder in ihren Mauern beherbergt. Solche, die uns weltumspannende Erfindungen brachten, die die ganze Welt aufhorchen ließen und solche, die ebenso einfache, aber so furchtbar praktische Erfindungen machchüsemeren 1388“ 3 der Zeit seigez, Pesehene In den Tagen des 2. bis 4. Juli 1936 soll das ndr Antelahne der STstgeredier desesken ia ber Jachren 1914, 1927 u;, n den Verlauf zenommen haben. ken dienenden und förder###n##af Penpmng., haben, soll sich ihnen das diesjährige Schützenfest wurdig anreihen. Eine der Voraussetzungen dafür ist, daß sich wieder die Bürger unserer Stadt in großer Zahl der Mitgliedschaft unseres Bochumer Bürgerschützenvereins zugesellen, der es, dem Wunsche der Bevölkerung entsprechend, übernommen hat, das Schützenfest zu einem Volksfest zu gestalten. Je stärker die Mitgliederzahl des Schützenvereinz Ir, 5stegze gröber, bie Sgiese bag rag Und treu wir bleiben dem alten Brauch! Stumpf Vgls. Dr. Klute Vorsitzender Balz gpai, steuv. Vorsitzender Major Wiegand Hauptm. der 1. Komp. Hutmacher Hauptm. der 3. Komp. Biermann Hauptm. der 2. Komp. Patt Hauptm. der 4. Komp. Die Feuerlöschpolizei als Retterin. In den räumen eines Kaffeehauses im Mittelpunkt der Stadt war Freitag nachmittag eine Eismaschine undicht geworden. Die ausströmenden Ammoniakgase machten eine Reparatur unmöglich. Erst der Feuerwehr, di mit Drägerapparaten in den vergenterzu, beseitigen. drang, war es möglich, den Schaden zu###gen Wen von uns hat nicht schon das Quitschen der Kraftfahrzeuge beim Bremsen auf den Straßen gestört? Der Bochumer Domina, derselbe, der die altgermanischen Luren nachbildete und damit einen schönen Erfolg hatte, hat diese Erfindung gemacht. Freitag vormittag hat er sie uns in Bochum vorgeführt. Zunächst wurde ein Wagen gefahren, der ohne seine praktische Neuerung ausgerüstet ist. Der Fahrer bremste stark und ver qualende Pfeifton ließ sich vernehmen. Dann wurden die vier Räder in kurzer Zeit ausmontiert, über die Bremstrommel wurde ein Metalldämpfungsring gelegt. Wieder wurde der Wagen bestiegen, wurde gefahren und gebremst. Nichts war mehr zu hören. Diese Erfindung wird von Bochum aus ihren Weg nehmen, davon sind wir überzeugt. Ein Jahr lang hat der Bochumer an seiner Erfindung gearbeitet, hat sie ausprobiert. liche Stellen haben ihre Wagen mit seinen vatentamtlich geschützten Dämpfungsringen ausgerüstet, haben beste Ergebnisse erzielt. Bald werden wir vollkommen geräuschlos fahren können— hoffentlich! guten Verlauf des 3. Als Volkstest, das alle vienschenleben sind amen. Ab 21. Mai regelmäßig Personendampischilfahrt auf der Oberweser eonden-Goriahsfen-Börter-Gclumindensfamele) Seite 4 Nr. 119 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntog, 23./24. Mai 1936 Ein Wiedersehen nach 52 Jahren Zwei Bochumer sehen sich durch Zufall wieder Zwei alte Bochumer, der eine 74 Jahre alt und der andere im Alter von 68 Jahren, schuttelten sich dieser Tage in Duisburg die Hände, nachdem das Leben sie 52 Jahre lang voneinander getrennt gehalten hatte. Diese beiden Bochumer haben vor fünf Jahrzehnten zusammen in einem Hause auf der Herner Straße in Bochum=Riemke gewohnt, sind zusammen bei einem Meister in die Lehre gegangen und haben beim Essen die Beine unter einen Tisch gestreckt. Damals war der jungere, der heute 68 Jahre alte Invalide Wilhelm Halfmann, Lehrling bei einem Bochumer Bäckermeister, der inzwischen das Zeitliche gesegnet hat. Und der Aeltere, der 74 Jahre alte, ebenfalls im Ruhestand lebende Johann Wagner war sein Lehrgeselle. Beide haben sich unser Vaterland gründlich angesehen; der eine ließ sich dann in Duisburg nieder, der andere kehrte zurück nach Bochum. Durch eine Zeitungsnotiz erfuhr kürzlich der eine von dem anderen und so fand dann nach 52 Jahren ein bewegtes Wiedersehen statt. Bochumer Veranstaltungen „Adolf Hitlers Heimat“. Am Samstag abend 8 Uhr veranstaltet der Hilfsbund der Deutsch=Oesterreicher, Ortsaruppe Bochum, in der Panzergrotte einen Filmvortrag:„Adolf Hitlers Heimat." Jeder Volksgenosse ist willkommen. Stadttheater Bochum. Die diesjährige Wiederaufnahme des„Faust 1“ in den Spielplan am Samstag und Sonntag erfolgte auf Grund der Einrichtung zu den GoetheFestspielen 1928 in dramaturgisch neuer Durchsicht. Durch technische und szenische Vereinfachungen wurde die Verkürzung der Aufführungsdauer auf einen normalen Spielabend ermöglicht. Die gesamte künstlerische Leitung dieser Aufführung liegt in den Händen von Dr. S. Schmitt. Die musikalische Leitung hat Emil Peeters. Den Faust spielt Willi Busch, den Mephisto Gerhard Meinecke, das Greichen Gudrun Christmann. Konzert des Städtischen Orchesters Bochum im Stadtpark. Morgen, Sonntag, 16 Uhr beginnend, veranstaltet das Städtische Orchester Bochum unter Leitung von Konzertmeister Rudolf Loos ein Konzert auf der Terrasse des Parkhauses. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Parkhaussaale statt. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Städtische Gemäldegalerie Bochum. In der Ausstellung er photomechanischen, zum großen Teil fertigen Wied der photomechantschen, zum großen Teil##rngen Wiedergaben des gemalten und gezeichneten Werkes unseres großen deutschen Meisters Hans Holbein d. J. wird der Leiter der Galerie, Dr. Reiche. Sonntag, 24. Mai, 11.30 Uhr, einen Führungsvortrag halten. Die Galerie ist täglich von 10 bis 16 Uhr. Sonntags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, geöffnet. Aufführung des Schauspiels„Propheten“ im Evang. Vereinshaus an der Mühlenstraße. Das große Schauspiel des Dichters Hanns Johst„Propheten“ gelangt am morgigen Sonntag abend im Evang. Vereinshaus, Mühlenstraße, zur Aufführung. Für Bochum selbst ist es die Erstaufführung dieses gewaltigen Spieles aus der Reformationszeit. Die Veranstaltung wird vom Ortsring der Reichsfachstelle für Volksbühnenspiele, dem in Bochum 20 Vereine angehören, aufgezogen und in Anwesenheit namhafter Vertreter der NS.=Kulturgemeinde usw. vonstatten geben. Ausführender Verein ist die Spielgemeinde„Kunstfreunde" Altenbochum, die durch die Aufführung großer Bühnenwerke(wir erinnern nur an die gewaltigen Frontwerke. Die endlose Straße" und„Die andere Seite" und letzthin noch die Aufführung der „Altwestsälischen Bauernhochzeit") von sich reden machte. Auch für das morgen zur Aufführung gelangende Werk werden die„Kunstfreunde“ unter ihrem tüchtigen Spielletter W. Bündemann wieder ihr Bestes hergeben. Wer also das große Werk des Dichters Hanns Johst in der morgigen Aufführung im Evang. Vereinshaus besucht, wird dabei sicherlich viel Wertvolles fürs Leben schöpfen können, denn das ist das große Ziel dieses Volksspielabends, durch Vermittlung großer Geschichtsgestalten lebendige Gegenwart zu schaffen. Alles Nähere aus der Anzeige in der heutigen Ausgabe. und bewölkt Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim am 21 Uhr. Eine sich von Finnland bis in das Mittelmeergebiet erstreckende Kette von einzelnen Tiefdruckgebieten führt Warmluft aus Südost und Kaltluft aus Norden zusammen. Im Grenzgebiet beider Luftmassen herrscht dabei stark bewölktes Wetter mit Schauerniederschlägen. Im Bereich der Kaltluft, die sich am Freitag abend bis zur Oder durchgesetzt hat, sind die Temperaturen für die Jahreszeit erheblich zu niedrig. Eine rasche Erwärmung ist auch vorerst nicht zu erwarten. Die Niederschlagsbereitschaft nimmt jedoch jetzt wieder ab. Auch die Bewölkung wird zeitweise aufbrechen. Aussichten für Samstag: Anfangs meist stark bewölkt mit leichten Niederschlägen, dann Bewölkungsrückgang, bei mäßigen westlichen bis nordwestlichen Winden im Berglande in der Nacht zum Samstag Frostgefahr, auch tagsüber recht kühl.— Das Wetter am Sonntag: Wechselnd bewölktes Wetter mit nur vereinzelten geringen Niederschlägen, nicht mehr ganz so kühl, mäßige westliche bis nordwestliche Winde.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Langsame Erwärmung und Abnahme der Unbeständigkeit. Freitag, 22. Mai Barometer24 Uhr: 167·8 Thermometer ½4 Uhri F 8 8 Zeiten für Sonne und Mond am 23. Mai: (O Aufg..23, Unterg. 20.30; J Aufg..25, Unterg. 23.26 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Wohin gehen wir heute? Stadttheater: Samstag 19.15 Uhr: Faust I; Sonntag 19 Uhr: Faust I. Evang. Vereinshaus: Sonntag 20 Uhr: Propheten. Städtische Gemäldegalerte: Sonn= und setertags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Udr. Geimatmuseum Haus Rechen, Königsallee 17: Conn= und feiertags von 10 bis 13, werktags von 10 bis 16 Uhr. Bergbaumuseum, Böbestraße: Besichtigungszeiten: Werktags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, an Mittwochund Samstag=Nachmittagen bei freiem Eintritt: Sonntags von 10 bis 13 Uhr.(An Feiertagen geschlossen.) Geologisches Museum der Verggewerkschaftskasse, Herner Mittwochs von 15 bis 18 Uhr, Samstags von 15.30 bis 18 Udr. Nach Voranmeldung jederzeit innerhalb der Dienststunden. Eintritt frei. Städtische Schwimm= und Badeanstalt, Marienstraße: Sonntagt, von 7 bis 12 Uhr: Familienbad. Stala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Im weißen Röss’l. 15.30 Uhr: Du sollst mein Glücksstern sein. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der Himmel auf Erden. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Königswalzer. Capitol: ab 15.15 Uhr: Arzt aus Leidenschaft. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Unser kleines Mädel. Sammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der Dschungel ruft. richtvurg: ab 15.15 Uhr: Familie Schlmek. Lichtsptelhaus: ab 15.30 Uhr: Der Kosak und die Nachtigall. Odeon: ab 15.30 Uhr: Im weißen Röff'l. Unterhaltungs= Restaurant Hülsmann Hudertus=Weinstuben Ausflugslokal Lottental (Wengeler) und Gaststätten: Gaststätte B. Lauhoff Konzerthaus Schluter Gaststätte Union=Palast Restaur. Zum Wiesental Arbendensah in Arbensunnsrehi=Techum Ernste Tatsachen, die zu würdigen sind 1. Das Gesamtbild der Beschäftigung und Arbeitslosigkeit und des Einsatzes der Jugendlichen im Ruhrbezirk. Das Ruhrgebiet umfaßt: 41,1 nur 40,8 aber 73,0 51.0 und nur 39,0 %6 der Bevölkerung Westfalens % der Beschäftigten Westfalens % der Arbeitslosen Westfalens 26 der Schulabgänger Westfalens 7 der Lehrstellen Westfalens. Bei einem unterdurchschnittlichen Beschäftigungsgrad rdurchschnittlichen Arbeitslosic seits, bei einem Ueberangebot von Jugendlichen und dem Mangel an Lehrstellen anderseits, wird der Enderfolg der Arbeitsschlacht von der Nachwuchsseite her gefährdet. Ein Vergleich der Einzeltatsachen des Arbeitseinsatzes mit anderen Bezirken bestätigt das Ergebnis. 2. Der Anteil der beschäftigten Arbeitnehmer ist Ruhrbezirk geringer als in anderen Bezirken. Beschäftigte Arbeitnehmer: im im Ruhrgebiet im gemischt wirtschaftl. Bezirk(Minden, Herford, Bielefeld) im Kleineisenbezirk HagenSchwelm) in Westfalen im Reich 20,8%6 der Wohnbevölker. 25,8 76 der Wohnbevölker. der Wohnbevölker. der Wohnbevölker. der Wohnbevölker. 3. Eine geringe Erwerbsdichte kennzeichnet die Größe des Existenzrisikos. (Erwerbsdichte— Anteil der Erwerbsversonen, das sind Arbeiter, Selbständige. Angestellte und im elterlichen Betrieb mithelfende Familienangehörige). Je größer die Erwerbsdichte, desto größer die Aussicht auf Existenz, desto geringer also das Risiko. Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtbevölkerung: 86.0 50,0 54,0 Ruhrgebiet Landwirtschaftl. Bezirk Gemischt wirtschaftl. Bezirk Textilbezirk(Bocholt=AhausRheine) Westfalen Reich Bochum 4. Der Vergleich der beruflichen losen 1933 und 1936 bestätigt, Berufe mit großer und stabiler stärksten ist. der Wohnbevölker. der Wohnbevölker. der Wohnbevölker. krisenempfindlich, Ausbildungsmöglichkeiten gut, aber nicht ausreichend für das Angebot von Jugendlichen, keine Frauenarbeit. Konsumgüterindustrie und Bedarfsdeckungsgewerbe= 7,7 Prozent der Erwerbspersonen(Textil=, Papier= und Vervielfältigungs=, Leder=, Musik= und Spielwarenindustrie, Nahrungsmittel= und Bekleidungsgewerbe), zwar konjunktur= und krisenfester als die obengenannten Gruppen, aber in ihrem Leistungs= und Ausbildungswert stark beeinträchtigt durch die Arbeitslosigkeit eines großen Teiles der Bevölkerung. Lehrlingsbedarf bei weitem nicht ausreichend für das Angebot von Jugendlichen. Da nur in Form handwerklicher Kleinbetriebe vorhanden, keine nennenswerte Beschäftigungsmöglichkeit für Frauen. 6. Der Arbeitseinsatz der Jugendlichen. Geringer Anteil an der Gesamtbeschäftigung(Bergbau 4,3 Prozent) der Beschäftigten, Schwerindustrie 5 Prozent der Beschäftigten. Lehrlinge in 26 der Arbeitnehmer in Bochum im Reich männlich 1550 1,7 4,2 weiblich 906.3.6 zusammen 2456.„.8.7 Die Höhe der Lehrlingshaltung liegt also weit unter dem Reichsdurchschnitt. Das Angebot von Jugendlichen: Schulabgänger= 8500 Knaben Jugendliche aus früheren Jahren= 1500 Knaben zusammen 5000 Knaben Ansatzmöglichkeiten(nach Erfahrungen geschätzt): = 600 Jugendliche = 500 = 1 000 = 200 = 800 51,0 44,9 49.5 89.0 der Wohnbevölker. der Wohnbevölker. der Wohnbevölker. der Wohnbevölker. Struktur der Arbeitsdaß der Anteil der heitslosigkeit am Arbe Die Arbeitslosigkeit der Berufsgruppen Bergbau, Ungelernte und Angestellte ist durch Strukturveränderungen bedingt und deshalb so groß und stabil. 5. Die berufliche Gliederung der Erwerbstätigen kennzeichnet erstens den Umfang und die Mannigfaltigkeit der Berufsstreuung und damit a) die vorhandenen Berufs= und Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche, b) den Umfang der gewerblichen Frauenarbeit, zweitens den Wirtschaftscharakter des Bezirks, d..: a) den Grad der Krisenfestigkeit und=empfindlichkeit, d) das Maß der Strukturveränderungen(Rationalisierung, Stillegungen usw.) Landwirtschaft= 2964 Erwerbstätige=.8 Prozent aller Erwerbsversonen fällt für den Einsatz von Jugendlichen und Frauen nahezu vollständig aus. Bergbau= 40,0 Prozent aller Erwerbspersonen, 1925= 50 405 Beschäftigte, 1936= rund 33000 Beschäftigte, davon 1424 Jugendliche= nur 4,3 Prozent der Beschäftigten. Gesamter Nachwuchsbedarf= 2800—8000 Jugendliche. Jährlicher Nachwuchsbedarf= 1000 Jugendliche. Jährliche Einstellung= rund nur 600 Jugendliche. Keine Frauenarbeit, strukturelle, stabile Arbeitslosigkeit(Rationalisierung), bei stärkstem Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen(85 Prozent). Eisen= und Metallgewerbe(Schwereisenindustrie)= 15 635 Erwerbstätige= 10,2 Prozent aller Erwerbspersonen; konjunktur= und krisenempfindlich, geringer Bedarf an Jugendlichen(körperlich schwere Arbeit, Verbot der Nachtarbeit), keine Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche und Schulentlassene. Maschinenindustrie= 8824 Erwerbstätige 6 Prozent der Erwerbspersonen; konjunktur= und Bergbau Industrie Handwerk Handel Hilsarbeit 2 600 Jugendliche. Es besteht somit ein Ueberangebot von etwa 2500 Jugendlichen, bei gleichzeitiger großer Arbeitslosigkeit in den von Strukturveränderungen betroffenen Berufen. Damit erhält die Arbeitslosigkeit alljährlich einen neuen, starken Auftrieb von der Nachwuchsseite her. 7. Der Anteil der Frauenarbeit liegt weit unter dem Durchschnitt anderer Bezirke: Anteil der Frauenarbeit an der Gesamtbeschäftigung: im, Ruhrgebiet 18,0% der Erwerbsperf. im gemischt=wirtschaftl. Bezirk 40,0% der Erwerbspers. im landwirtschaftl. Bezirk, 87,0% der Erwerbspers. im Textilbezirk 88,0% der Erwerbspers. in Bochum.... 17,0% der Erwerbspers. „Damit sind die Ansatzmöglichkeiten für Mädchen (jährlich zirka 8500 Schulabgängerinnen) und weibliche Arbeitslose(insgesamt 1847) ebenfalls sehr gering. 8. Folgerungen. Der Arbeitseinsatz im Bezirk Bochum ist somit auf das Stärkste von der Nachwuchsseite her gefährdet. Die weitere Auflockerung der Arbeitslosigkeit des Bezirks ist aus staats= und arbeitseinsatz=politischen Gründen deshalb dringend erforderlich. Dazu bedarf es der nachdrücklichsten Unterstützung durch die Bezirke mit einer günstigeren Lage des Arbeitseinsatzes. Dabei sind zwei Möglichkeiten zu unterscheiden: erstens: die Vermittlung von Arbeitslosen, die vielfach durch berufliche Umschulung vorbereitet wird. Dieser Weg kann nur durch die Summierung sorgfältiger Einzelbemühungen zum Erfolg führen: zweitens: a) Die Vermittlung von Jugendlichen in landwirtschaftliche Arbeit, wobei statt der bisher vorwiegenden Sommerarbeit" eine„Dauerbeschäftigung, als Uebergang zu einer vollen landwirtschaftlichen Berufsarbeit anzustreben ist. b) Die Vermittlung von Jugendlichen in Lehrstellen des ländlichen Handwerks, in unmittelbarem Anschluß an die Landarbeit, vorbereitet durch eingehende Einzelberatung im Abgabebezirk und durch Uebersendung der Beratungsunterlagen an den Aufnahmebezirk. Nur dann, wenn die Aufnahmebezirke dazu beitragen, daß das Ueberangebot von Jugendlichen aus dem Bezirk Bochum abgeleitet wird, ist eine allmähliche Auflockerung möglich und eine Verschärfung der Arbeitslosigkeit von der Nachwuchsseite her zu vermeiden. Sprechstunden für männliche Ratsuchende: Bochum: Jeden vormittag(außer Samstag).80 bis 12 Uhr. Wattenscheid: Dienstag und Donnerstag nachmittag 15 bis 17 Uhr. Weitere Erweiterungsarbeiten am städtischen Schlachthof. Im Zusammenhang mit den Erweiterungsarbeiten am städtischen Schlachthof am Löbkerring sollen jetzt auch die Straßen innerhalb des Schlachthofes erweitert werden, damit sich hier der in Zukunft gesteigerte Verkehr reibungslos abwickeln wird. Die Arbeiten an den Viehmarkthallen selbst machen gute Fortschritte. Mensch, bezahle deine Steuern... Braden giors nicht. Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen War da ein Steuerpflichtiger aus Witten in den peinlichen Verdacht geraten, daß er die Steuerbehörde hätte betrügen wollen. Der eigene Sohn hatte den Vater solch üblen Eigennutzes bezichtigt. Die Familie war zerrissen. Jener Sohn hatte vor einigen Jahren einen Einbruch in Vaters Kasse verübt und sich einen erheblichen Betrag eigenhändig angeeignet, in der Meinung, daß ihm solches schon bei Lebzeiten des Vaters zustände, bevor erst alles verloren sei. Der Vater ließ den Sohn bestrafen. Aus Wut darüber warf dieser dem Vater und seinen anderen Brüdern den Steuerknüppel zwischen die Beine. Sie sollten stolpern und sich dabei die Knochen brechen. Es geht schon sonderbar genug zu in der Welt! Der Vater hatte seine Söhne zwar mit im elterlichen Geschäft tätig sein lassen, ihnen aber nur Taschengelder gegeben. Diese geringen Zuwendungen waren nicht lohnsteuerpflichtig und es lag auch keine Sozialversichcherung für die Söhne vor. Da der älteste Sohn schon eine Reihe von Jahren im Betriebe geholfen hatte, ohne Lohn zu bekommen, wollte der Vater ihm später 6000 Mark zuwenden. Dieses Geld legte er dann sonderbarerweise auf drei Konten unter erdichteten italienischen Namen an. Außerdem handelte es sich dabei um 7600 Tschechenkronen, die noch in Prag auf einer Bank lagen und die nicht rechtzeitig zur Devisenbewirtschaftung angemeldet worden waren. Da griff natürlich auch der Staatsanwalt dahinter. Die Steuerbehörde war der Meinung, daß die 6000 Mark für den ältesten Sohn dessen Lohn darstellen, der jedoch der Besteuerung durch die Verschleierung hätte entzogen werden sollen. Der Angeklagte mußzte sich sagen lassen, daß er gegenüber der Volksgemeinschaft als Steuerdrückeberger sehr übel gehandelt hatte und daß Steuerdrückebergerei so schlimm sei wie feindliche Einstellung gegenüber dem Staate. Vier Monate Gefängnis und eine entsprechende Geldstrafe seien erforderlich, um dem Angeklagten klar zu machen, daß er so nicht hätte handeln dürfen. Der Angeklagte dagegen wollte eine Schuld nur insoweit überhaupt einsehen, als er die fingierten Konten nicht hätte anlegen sollen. Im übrigen aber habe er keine Steuer hinterzogen. Die 6000 Mark seien nicht Lohn gewesen, sondern regelrechtes Erbteil des arbeitsamen Sohnes, das er diesem habe sicherstellen wollen. Dabei vergaß der Angeklagte aber ganz, daß solche Zuwendungen an Kinder, die im elterlichen Betriebe beschäftigt werden, stets als Lohn angesehen werden und versteuert werden müssen. Der Staatsanwalt brachte die entsprechenden Reichsgerichtsentscheidungen im Verein mit dem als Nebenkläger zugelassenen Finanzamt zum Vortrage. Schließlich kam es zur Einstellung des Verfahrens auf Grund der großen Amnestie des Führers vom 2. August 1934. Es konnte dies auch in bezug auf die Tschechenkronen geschehen, weil der Sohn das Geld angemeldet hatte und der dem Vater verbliebene Rest zu klein war, als daß er hätte ins Gewicht fallen können. Man mag aber aus dem Falle ersehen, der sehr leicht hätte arge Folgen für Vater und Sohn haben können, daß es besser ist, wenn für beschäftigte Kinder im Elternhause ganz klare Verhältnisse mit Kost, Lohn und Steuer geschaffen werden. Alle anderen Dinge bringen peinliche Schwierigkeiten, aus denen selbst ganz gewandte Leute schwer herauskommen können. Vermögen und Ehre stehen auf dem Spie Das möge man stets bedenken! Traditionsecke Ehemaliges 2. Landsturm=Insanterie=Bataillon Bochur (7. 44.) Der bisherige Leiter des Bataillons, Kamerad ding, hat wegen Trauerfalles zum großen Bedauern#.: ging, de, wetzen Txauersalleg zum größen Behauern der Bataillonskameraden seinen Posten niedergelegt. Sein wec. folger wurde Kamerad Stute. Kameraden ehem. 190er, herhören! Der 7. Wieder, sehenstag findet am 5. Juli 1936 in Bochum statt. Trei, punkt 10 Uhr in der Bürgergesellschaft, Luisenstraße. kunst erteilt Kamerad H. Fuchs, Bochum, Wasserstraße 260 Für die Bochumer Kameraden ist am 6. Juni. Uhr, im Vereinslokal Märkischer Hof(Inh. Altmann am Hauptbahnhof Bochum, die letzte Zusammenkunft vor der Wiedersehensfeier. Erscheinen ist Pflicht! v Kriegerkameradschaft Westwacht„Graf von Haeseler“ vo, chum. Die Kameradschaft Westwacht„Graf von Haeselerhielt am Sonntag im Kameradschaftsheim August hol, Klosterstraße 33, ihren Monatsappell ab. Der Kameradschaftsführer Soddemann begrüßte die Erschienenen und gab dann die Eingänge sowie die Anordnungen der Parole bekannt. Am 28. Juni finden in Essen=Borbea die Delegiertentagung des Haeselerbundes sowie der Korpsappell des Bundes statt, woran sich die Kameradschaft mit einer stattlichen Anzahl Kameraden beteiligt. Nach Erledigung der übrigen Tagesfragen vergnügten sich die Kame, raden mit einem Bolzenschießen und blieben so noch einige Stunden in echter Kamerabschaft zusammen. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Samstag, 23. Mal 1936 RS.=Frauenschaft Hamme. 20 Uhr: Verpflichtungs. Werbeversammlung bei Lohmann, Dorstener Straße 192. Schulungskurse für Kraftfahrer Im Rahmen des Berufserziehungswerks am deutschen Verkehrs=, Staats= und Gemeindewerker finden in der Verwaltungsakademie Bochum, Wittener Straße 61. laufend Kurse für alle Kraftfahrer statt, die Mitglied der Deutschen Arbeitsfront sind. Die Teilnahme ist kostenlos. Es muß lediglich der Lehrplan der Kreisbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe, Abteilung Arbeitsführung und Berufserziehung, zum Preise von—,30 RM. erworben werden. Der Besitz dieses Planes, in dem jedem einzelnen Kraftfahrer an jedem Abend die Teilnahme bescheinigt wird, berechtigt zur Teilnahme an sämtlichen Schulungen, die im Lehrplan enthalten sind. Hauptmann Wößner von der Verkehrspolizei schult an sechs Abenden über:„Die Reichsstraßenverkehrsordnung.“ Ferner schulen die ersten Fachmänner Bochums an 35 Abenden über Automobil= und Motorenkunde. Es finden ferner einige moderne erstklassige Tonfilmvorführungen über moderne Kraftstoffe über Motor= und Automobilkunde usw. statt. Näheres ist aus dem Lehrplan ersichtlich. Ebenfalls lausen Kurse für alle Speditionswerker, und zwar schulen hier Diplom=Kaufmann Pantring und Spediteur Adams an 12 Abenden.— Die Kreisbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe Bochum rust alle Verkehrsunternehmer und Kraftfahrer auf diese günstige Gelegenheit zur Erwetterung ihrer technischen Kenntnisse nicht ungenützt zu lassen. Reichstagung der NS.=Kulturgemeinde in München In der Zeit vom 14. bis 19. Juni findet in München die Reichstagung der NS.=Kulturgemeinde statt. Wie in den Vorjahren, so wird auch die diesjährige Tagung ein kulturelles Ereignis werden. Die Festfolge weist eine Reihe von Uraufführungen unter Mitwirkung namhafter Kräfte aus dem Gebiete der Musik, des Films und der Bühne auf: u. a. wird das Schauspiel von W. G. Kluce „Kämpfer und Träumer“ uraufgeführt. In der Reihe der Redner stehen Reichsleiter Alfred Rosenberg, Gauletter Staatsminister Wagner, Reichsleiter Oberbürgermeister Fiehler u. a. m. Bei einer genügenden Anzabl von Meldungen, die bis zum 25. Mai eingegangen sein müssen, besteht die Möglichkeit, eine Gesellschaftsfahrt unter günstigen Bedingungen durchzuführen. Zur Entgegennahme von Anmeldungen und Erteilung näherer Auskünfte ist die Gaudienststelle der RS.=Kulturgemeinde, Opelhaus, Zimmer 30, gern bereit.(Ruf 67800.) Sportamt der NSG.„Kraft durch Körperschule, nur für Männer. von 20—22 Uhr in der Turnhalle des Reformrealgymnasiums in.=Linden=Dahle hausen. Hallentennis in Herne ab 15 Uhr, Tennishalle auf der Schachtanlage von der Heyd, Herne, Haltestelle der Linie 8, Bahnhof Herne. Sonntag, 24. Mai 1936 Tenniskurse auf dem Tus".=Stadion an der Castroper Straße von—9,—10, 10—11 und 11—12 Uhr. Der für Sonntag am Pappelbusch vorgesehene Reichssportabzeichen=Kursus fällt aus. Wanderplan. Die angegebenen Zeiten gelten ab Hagen. Tageswanderungen: Arbeitskameraden, die Lust haben, an den Wanderungen mit„KdF.“ die ab Hagen stattfinden, teilzunehmen, bitten wir, ihre Anmeldung bei den Betriebswarten, Ortswarten der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ vorzunehmen. Die angegebenen Fahrzeiten gelten ab Hagen. 7. Juni: Gebirgsfest des SGV. in Wetter. Alles Nähere durch besondere Bekanntgabe in den Tageszeitungen. 14. Juni: Springe— Emst— Kattenohl— Hundsdieck— Sürenhagen— Röteldieck— Prioret— Runenstein— Aussichtsturm— Linscheid— Mäckinger Bach— Selbecke; 6 Stunden. Treffpunkt: Springe. Führer: Schütz. 8 Uhr. 21. Juni: Philippshöhe— Auf der Halle— Haus Harkorten— Twitting— Westestrbauer— Haus Rochholz— Försterei— Ennepe— Hangweg— Haspe. 6 Stunden, Treffpunkt: Hauptbahnhof 8 Uhr. Führer: Weingarten. 12. Juli: Oberhagen— Dahl. Sonntagskarte—.45 RM. — Volmehangweg— Priorei(Priorlinde)— Rummenohl— Mühle— Hutscheid— Hedtfeld— Schnarüm— Albring= werde— Rölvede— Rumscheid— Dahl. 6 Stunden. Abfahrt:.35 Uhr ab Oberbagener Bahnhof mit Sonntagskarte nach Dahl(—.45 RM.). Führer: Borggräfe. 26. Juli: Emilienplatz— Halden—. Berchum— Tiesendorf— Bührenbruch— Elsetal— Grürmannsheide— Schälk— Humpfertturm— Bad Henkhausen— Herbeck Hagen. 7 Stunden. Trefspunkt: Emilienplatz 7 Uhr. Führer: Bertram. 27. Juli bis 1. August: 6 Tage Ferienwanderung. Hagen— Glörtalsperre— Meinerzhagen— Attendorn— Tropfsteinhöhle— Bilstein(Schloß)— Hohe Bracht— Oestertalsperre— Oberholte— Lüdenscheid. Selbstversetz gung. Kochen und Uebernachten in Jugendberbergen. 10 Arbeitskameraden können mitwandern. Führer: Kuhl. Anmeldungen werden beim Kreisamt„KdF.“ entgegengenommen; daselbst Näheres. 9 August: Mit der Straßenbahn dis Wippermann n Delstern— Brunsbecke— Sörenbagen—. Nimmertal— Hobräck— Wiblingwerde— Beserde— Hobenlimburg— Hagen. 7 Stunden. Trefspunkt: Haltestelle Markt, 7 Uhr. Führer: Weingarten. 23. August: Waldlustplatz— Waldbauer— Kalthausetz; Reckhammer— Wahnscheld— Glörtalsperre(Badegelegen“ beit)— Breckerfeld— Langscheid— Schöpplenberg Egge— Hagen. 7 Stunden. Trefspunkt: Spielplatz der Waldlust 7 Uhr. Führer: Kuhl. 6. September:.33 Uhr mit Sonntagskarte nach Volmarstein(0,60 RM.)— Bommerholz— Altenhain Blankenstein— Herbeder See— Wengern—. Brandscheg — Volmarstein. Trefspunkt: Hauptbahnhof, für die Aus“ wärtigen ist der Trefspunkt:.30 Uhr Bahnhof Volmar“ stein. Führer: Bolte. 20. September: Springe— Drei Buchen— Holthausen — Hohenlimburg— Letmatde— Dechenhöhle— Schält Humpfertturm— Henkhausen— Reh. Trefspunkt: Springe, Penegg— Henide 7 Uhr. Führer: Kuhl. Anmerkung: 1. Die angegebenen Fabrzeiten vergleich man stets mit dem neuesten Fahrplan. 2. Der Führer## das Recht, den Plan zu ändern. 3. Gemäß Vereinbarung mit dem Sauerländischen Gebirgsverein in Hagen sind sämtliche Arbeitskameraden eingeladen und berechtigt,# allen Wanderungen und sonstigen Veranstaltungen.““ SGv. zwanglos teilzunehmen. 4. Nur bei dauerndem n genwetter fallen die Wanderungen aus. Wenn man mi Witten fährt, erb berges auf der Rande der wald holz mächtige rk eine merkwü Umfange sind der weit und breit n eine Endmoräne Ruhr war damal: halb Witten nich sondern vor dem abschwenkte, weit folgend und dan tal nach in das gfähren Lauf d man feststellen an lies. Solchen Ki holz beispielswei Hause Laer— ist auch eine Ent Hügel nahe der ist quarshaltig un Kleinere Nester Altenbochum, sie Die S lohnen dagegen daselbst in sechs schäftigt. Die be Auft Am heut sere Flieger für die feste großen Aufe sports Sorge Hunderte von Segelfli den. In ihr gruppe 10, Fliegerhandt die deutsche ermüdlich di ausgebildet neue Flugge Dutzenden v stattleiter ur ster Sachlick ger Nachwut Fliegerei z1 Geist des des Deutsch HJ. und schlecht hera um die rest hat. Jeder williger He und unterst ger. Viele Ziel zu er nossen der Was tatet schen Flie dauernder lich ihr L land, daß Heimat mi zu verteidi Laßt die Samn 24. Mai Tretet Verbandes Wiederauf unseres D (Weitere Lokalnachrichten Seite 5, 10 und 19 1 Sams völkerung sichtig in eite 5 Nr. 119 7 Bochumer Anzeiger, Samstag Sonntag, 23./24. Mai 1936 Bochumer Leben Ros und GuerrOr.. Wenn man mit der Straßenbahn von Bochum nach erblickt man von der Höhe des WesterBitten auf der„Krone“ aus gerade gegenüber am der waldreichen Bömmerdelle in Langendreermächtige Sandhügel. Sie bilden im hiesigen Beeine merkwürdige Erscheinung, denn in solchem sind derartige Sand= und Kiesablagerungen bwscy“ breit nicht mehr zu finden. Wir haben hier eine Endmoräne aus der letzten Eiszeit vor uns. Die Ruhr war damals ein gewaltiger Strom, der sich unterWitten nicht nach Stiepel—Hattingen zu ergoß, sondern vor dem Hevener Knapp nach Nordwesten zu abschwenkte, weiter dem Lauf des heutigen Oelbaches Pund und dann über Harpen—Grumme denz Zilleral nach in das heutige Emschertal sich ergoß. Den unLauf dieses vorgeschichtlichen Stromes kann man feststellen an den Funden von Ruhrschotter, RuhrSolchen Kies findet man außer in Langendreerholz beispielsweise in einem Hügel am Schattbach beim ist auch eine Endmoräne—, ferner in Riemke in einem Altenbochum, sie werden aber nicht ausgebeutet. Die Sandberge in Laugendreerholz lohnen dagegen einen größeren Betrieb. Zurzeit sind daselbst in sechs Sandsteingruben etwa 50 Arbeiter beschäftigt. Die bedeutendste Grube ist die Gerdes=Grube. in Bochum=Langendreer Der Abbau erfolgt mit den modernsten Maschinen. Der gewonnene Sand kommt in eine Wäscherei, wo er von allen Unreinigkeiten gesäubert wird. Durch ein sinnreiches Pumpwerk wird das Wasser immer wieder nutzbar gemacht. Der gewaschene Sand kommt dann in eine Sieberei wo er nach Körnung sortiert wird, um dann durch Rutschen in das Versandbehältnis befördert zu werden. Täglich gelangen mehrere hundert Kubikmeter Sand und Kies zum Abschicken. Die Bezieher sind Baufirmen in Bochum, Witten, Hagen, Essen, Hamm, Bielefeld usw. Dadurch, daß unter der nationalsozialistischen Regierung die Bautätigkeit einen starken Aufschwung genommen hat, ist auch die Nachfrage nach Kies und Sand lebhafter geworden und so war es möglich, daß in die Langendreerholzer Sandberge, die oft jahrelang verödet dalagen, wieder reges Leben eingezogen ist. Fleißige Männer schaufeln den Sand aus und schippen ihn in die Loren 4 In der Sandwäscherei werden Kies und Sand gereinigt phot.: Kleffmann. Aus der Sieberei wird der Sand je nach Körnung(grob, mittel, fein) durch Rutschen auf den Transportwagen geschafft Rnegel Eniden. Aufruf des Führers der Luftsport=Landesgruppe 10(Westfalen) anläßlich der Haus= und Straßensammlung am 23. und 24. Mai 1936 Am heutigen Samstag und Sonntag treten unsere Flieger werbend vor das deutsche Volk. Sie wollen für die feste Unterbauung und die ihnen übertragenen großen Aufgaben des Aufbaues des deutschen Luftvorts Sorge tragen.„ Wexsättem. SeuhertHunderte von Modellbauwerkstätten und Hunderte von Segelflugzeugwerkstätten sind in Westfalen gntstauden. In ihnen sind die Männer der Luftsport=Landesgruppe 10, die sich in diesem Jahre den 1. Preis im Fliegerhandwerkerwettbewerb erwarben, in einer Arbeit, die deutsche Jugend im Modellbau zu schulen und unermüdlich die Zahl der Segelflugzeuge zu vermehren, ausgebildet worden. Ueberall in Westfalen entstehen neue Fluggelände, Hallen und Unterkunftsräume. An Dutzenden von Stellen werden neue Fluglehrer, Werkstattleiter und Ausbilder herangebildet, damit in strengster Sachlichkeit und erprobtester Fachkunde unser junger Nachwuchs dem Fluggedanken und der praktischen Fliegerei zugeführt werden kann. Fest verankert im Geist des Führers wächst in den Modellbauschuppen des Deutschen Jungvolks, in den Luftsportscharen der HJ. und in den Segelfliegerstürmen ein junges Geschlecht heran, das in prachtvoller Frische sich im Kampf um die restlose Eroberung des Luftmeeres verschworen hat. Jeder Volksgenosse in Westfalen stelle sich als freiwilliger Helfer an diesem großen Werk zur Verfügung und unterstütze die zähe Aufbauarbeit der jungen Flieger. Viele Mittel sind erforderlich, um das gesteckte Ziel zu erreichen, und daher geht an jeden Volksgenossen der Ruf: Helft uns, und fördert unsere Arbeit! Was tatet ihr bisher für den Wiederaufbau der deutschen Fliegerei? Wißt ihr, daß auch heute Fliegen dauernder Kampf ist, daß unsere jungen Flieger täglich ihr Leben einsetzen im Dienst für unser Vaterland, daß sie bereit sind, im Ernstfalle euch und eure Heimat mit dem ganzen Einsatz ihres jungen Lebens zu verteidigen und zu schützen?— Laßt den Ruf nicht ungehört verhallen! Unterstützt die Sammlung der graublauen Flieger am 23. und 24. Mai 1936! Dautschen LuftsportTretet ein in die Reihen des Deutschen LuftsportVerbandes und fördert seine Ziele im Interesse des Wiederaufbaues der deutschen Luftfahrt, im Interesse unseres Vaterlandes. Der Führer der Luftsport=Landesgruppe 10 (Westfalen) * Anläßlich der Luftsport=Werbewoche veranstaltet die Luftsport=Ortsgruppe Bochum am 23. und 24. Mai hausen auf dem Bahnhofsvorplatz und in Langendreer auf dem Amtsplatz ausgestellt werden. Am Sonntag, 24. Mai, 12.44 Uhr, überfliegen Heinkel=Kadett=Flugzeuge Bochum. Steigender Güterverkehr 1936 Der Reichsbahnverkehr im Monat April im Direktionsbezirk Essen. Der Personenverkehr wurde im Berichtsmonat April, abgesehen von dem lebhaften Österverkehr, das vorherrschend schlechte Wetter mit einem seit Jahrzehnten nicht erlebten Schneesturm, besonders im Ar flugverkehr, recht ungünstig beeinflußt. Die Besetzung der Fernreisezüge war aber durchschnittlich gut. Im Personen=Sonderzugverkehr wurden zusammen 351 Züge gefahren, davon 260 Vor= und Nachzüge zu den planmäßigen Zügen für den Osterverkehr, 31 Militär= urlauberzüge, 17 nach Zielen der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude", 19 Gesellschaftssonderzüge und 10 Kindersonderzüge.„# geigte im an, Der Güterverkehr zeigte im allgemeinen im Gegensatz zu der sonst im April fast immer eintretenden Abschwächung eine weitere Aufwärtsbewegung. Die =Ragen für Brenu'/gö, Wrbeitztagen 20310(25209). Sosr foei-Ben an lassens des„Kuzisthüngerversandes von ar. Zur Abwicklung des Gesamtverkehrs wurden auf den Haupt= und Nebenbahnen des Reichsbahnbezirks Essen 2706 091(2 806 749) Zugkilometer und 92 558 945 (96 544 676) Wagenachskilometer gefahren. Prächtig erholten sich die Thüringer Kinder in Bochum. Drei Wochen beherbergt unsere Stadt nun schon 200 Kinder aus dem Gaugebiet Thüringen, die am 30. April auf dem Bochumer Hauptbahnhof mit einem Sonderzug einliefen. Im Rahmen des Sommerhilfswerks„Mutter und Kind“ waren sie nach Bochumer Familien in Freistellen gegeben worden, um sich hier einmal bestens zu erholen. Zum größten Kinder in den ländlichen Vororten untergebracht worden und auch da, wo sie nicht gerade in die Natur gebracht werden konnten, haben die Pflegeeltern alles getan, um ihnen Licht, Luft und Sonne zu geben. Die seichnen. Lanasam kommt der Tag der Rückreise näher. Am 28. Mai werden die kleinen Gäste Bochum voraussichtlich verlassen. Holoeis Kabschier?..sa........ einde Christus ist mein Leben", darum dürfe man auch estezordek ihrem verstorbenen Seliorger, Pfarrer süber seinen Tod setzen„Und, Frerben Bochum=Horde, ,inrem, verstorpenen ,eeeupo., nachdem winn“. Dieses Wort möchte er in das Ravert Fröhlich, das lexzte Geleit geben, BzgFcg, storbenen einmeißeln zum steten Ged der Verstorbene ,genau 25 Jahre segezärgich, die Ve= Itreben sei es gewesen, der Gemeinseine Haus= und Straßensammlung. Die Straßensammlung wird von der RSKOV. durchgeführt, während die Haussammlung von den Mitgliedern der Fliegergefolgschaft der HJ. und den Sturmmännern der einzelnen Fliegerstürme der LuftsportOrtsgruppe Bochum durchgeführt wird. Am Samstag, 23. Mai, findet in der Zeit von 17 bis 18 Uhr in Bochum=Linden auf dem Marktplatz, von 18 bis 19 Uhr in Dahlhausen auf dem Bahnhofsvorplatz ein Platzkonzert statt. Am Sonntag, 24. Mai, von 11 bis 13 Uhr, findet suf dem Rathausvorplatz in Bochum ein Promenadenkonzert statt. Sämtliche Platzkonzerte werden von der Pliegerkapelle der Otsgruppe Bochum unter Leitung ihres Musikzugführers Roy durchgeführt. Samstag und Sonntag wird der Bochumer Bevolkerung Gelegenheit geboten, Flugzeuge zu besichtigen, die in Bochum auf dem RathausvorPlatz, in Linden auf dem Marktplatz, in Dahlerstorbene genau 25 Jahre segensreich meinde betreut hat. Die gewaltige Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten in der Kirche und auf dem Friedhof bewies so recht die Beliebtheit und Wertschätzung, deren sich der Verstorbene überall erfreute. Annähernd 80 Geistliche aus der näheren und weiteren Umgebung darunter der Generalvikar, Propst Hellmich aus Wattenscheid, Propst Peters aus Bochum. Dechant Funke aus Menden(früher in Wanne=Eickek),a ipisignsgeit; licher Diekmann(Bochum), Dechant Wulff(Günnigfeld) und viele andere, waren herbeigeeilt, um ihren geistlichen Bruder das letzte Ehrengeleit zu geben. Von den anderen Trauergästen seien u. a. erwähnt die beiden Pfarrer der evangelischen Gemeinde Hordel, Höfker und Abendroth, Bergwerksdirektor Bexgassessor Fromme, Oberingenieur Wülfing und andere fuhrende Männer. Unter dem dumpfen Klang der Glocken und dem Gesang des Pfarr=Cäcilienchors wurde der Sarg mit der sterblichen Hülle um 9 Uhr vom Pfarrhaus in die Lüircb= zill praiunten die Ferzen Hochaltar. In k. Kirche ühergeführt, Schwarz war die, gange, Pirche,#g hüllt, stiu orannten die Rerzen am Hochaltar.. In der Mitte war der Sarg würdig aufgebaut, dahinter der Altar mit dem Bild des Gekreuzigten. Die Kanzel war in schwarzen Flor gehüllt. Bgtzchiehobgepnen Gotteshaus die Menge derer, die Apsahhen nlehigen wollten. Nach dem feierlichen Totenoffizium, das die Geistlichkeit sang, hielt Propst=Peters aus Bochum die Traueransprache. Am Montag morgen gegen 9 Uhr hätten die Glocken das Ableben des guten Pfarrers verkündet. Das sei für alle ebenso schmerzlich wie überraschend gewesen. Heute wolle die Gemeinde ihrem toten Pfarrer noch einmal ihre Anhänglichkeit beweisen. An der Bahre stehe die Familie, der er ein treuer Bruder und Berater gewesen sei, standen die geistlichen Mitbrüder, denen er ein guter Freund gemesen, stände die ganze Gemeinde, die aufs tiefste getroffen worden sei. 25 Jahre sei der Verstorbene in der Gemeinde Aber Thristsen mütten Dantbariet=Pohre Zie Goff. nung noch aufpflanzen. Pfarrer Fröhlich habe über die Mittagsstunde leerte sein Leben das Wort des Apostels Paulus gesetzt: Friedhof... Sttrace Glom-Tang. darum, bahse man auch Sterben ist mein Gedas Grab des VerGedächtnis. Sein Streben sei es gewesen, der Gemeinde ein wurdiges Gotteshaus zu egrhenzwgr#'s sei ein grobes vernicgtet wesen, daß sein Levenswert zweimal nahezu vernichtet worden sei, aber niemals habe er das Gottvertrauen verloren. Heute richtete der verstorbene Pfarrer Mahnun und Bitte an die ganze Gemeinde:„Haltet, euch bereit und vergeßt mich nicht ganz.“ Dann schiossen sich die vielen, vielen in der Gemeinschaft des Gebetes zusammen. An das Totenoffizium schloß sich das feierliche Hochamt an, das von Pfarrdechant Wulff(Günnigfeld) Münstermann und Heine zelebriert wurde. Der unter Assistenz der beiden früheren Hordeler Vikare Pfarr=Cäcilienchor sang zur Verschönerung das„Miserere" und„Requiem". Nach Beendigung der kirchlichen Feier wurde der Saxg von Mitgliedern, des Kirchen; vorstandes auf den Wagen getragen und dann setzte sich der unübersehbare Trauerzug zum Friedhof in Bewegung. Voran schritten die Schulkinder, mit zahlreichen Kränzen, es folgten die vielen Vereine. Sarge voran schritt die Geistlichkeit und Vikar Böger mit dem Kelch des Verstorbenen. Auf dem Wege zum Friedhof sang der Cäcilienchor wezhepoll das Zühise: rere“ und„Heilig“ von Schubert., Durch das Spali.der Geistlichkeit wurde der Sarg dann zur Gruft getragen, die Hordels ersten katholischen Pfarrer aufnahm. Zu seiten hatten die Fahnenabordnungen und die Kommunionkinder Aufstellung genommen. Propst Peters nahm die Einsegnungsfeiertichreiten vor. Und während der Kirchenchor das„Requiem" von Kauf darbot traten die Angehörigen, die vielen Geistlichen und Gemeindeglieder an die offene Gruft. um ihrem toten Pfarrer Robert Fröhlich die letzte Ehre zu erweisen. Dann wurden die unzähligen Kränze am offenen Grabe niedergelegt. und während dumpf die Schollen auf den schweren Sarg fielen, senkten sich die Zahnen zum letzten Gruß. Dann schritten die vielen Gerngezndeglieder am oftene Facrsangsam wieder der eine neue LandesLei: stung. Jetzt kann jeder wieder zur Gemeinde der verwöhnten Lande. Raucher gehören. niic un A 8 EIEE IT oe or A Mpng e Pezug Seite 6 Nr. 119/ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 23.724. Mai 1936 Wirtschaft Weiter Aufstieg im Lothringen=Konzern Vnterehnn un Tetheigen Auffichlerul Dr. Schmidt!(Hannover) Aufsichtsratsvorsitzender bei Lothringen und Eisenhütten Generaldirettor August Rosterg stellvertretendei Vorsitzenvel bei beiden Gesellschaften gesellschaft Graf Schwerin sei die im Vorjahr er= winnen zu niedrigen Sätzen zu zahlen seien. Die Gewartete Betriebsverbesserung eingetreten. Auch bei samtschulden nach Abzug der flüssigen Mittel im Konden Eisenbetrieben des Konzerns seien die Verhältnisse zern einschließlich Schwerin, die vor der Neukonstrukgünstiger als im Vorjahre. Die Gießereibetri Die gestrigen Hauptversammlungen der Bergbau, AG. Lothringen(Bochum) und der Eisenund Hüttenwerke AG.(Bochum) standen im Zeichen des Ueberganges des Mehrheitsaktienbesitzes auf die Wintershall AG. Die Abwicklung der Tagesordnung vollzog sich in beiden Versammlungen reibungslos und ohne jede Aussprache, zumal schon die Geschäftsberichte und dazu die gestrigen Erläuterungen der Verwaltungen ein lückenloses Bild von der Lage der Unternehmen ergaben. Fragen von besonderer Bedeutung wurden daher von Aktionärseite kaum gestellt. Das bedeutsamste Ergebnis beider GV. ist, daß entsprechend dem Wechsel im Mehrheitsbesitz Wintershall jetzt maßgeblich im Aufsichtsrat beider Gesellschaften vertreten sein wird. Eine gleiche und nach den ereignisreichen Versammlungen der Vorjahre besonders vermerkte Ruhe herrschte auch in der Gewerkenversammlung der Gewerkschaft Graf Schwerin, was einen der Gewerken, der in der Vergangenheit stets an der Spitze der Opposition gestanden hat, zu der mit Humor ausgenommenen Bemerkung veranlaßte, daß sich aus dem Schmerzenskind von ehedem ein prächtiger Junge entwickelt habe. Veranlassung zu dieser durchaus nicht falschen Beurteilung der gegenwärtigen Lage nach der Reorganisation gab die Auskunft der Verwaltung dahingehend, daß man jetzt auf Graf Schwerin auch wieder an die Förderung von Feinkohle herangekommen sei. Die Harmonie in allen drei Versammlungen mag als ein Beweis dafür gewertet werden, daß Aktionäre und Gewerken den Verwaltungen in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung volles Vertrauen entgegenbringen, ein Vertrauen, das durch die Ergebnisse des letzten Geschäftsjahres auch durchaus gerechtfertigt ist. Die 6B. der Bergbau AG. Lothringen wurde im Hinblick auf den schon erwähnten Mehrheitswechsel im AK. nicht mehr von dem bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Bankdirektor Kimmich, sondern von Bankdirektor Eugen Bandel(Commerz= und Privatbank Berlin) geleitet. Vertreten war fast das gesamte Aktienkapital, nämlich 19,089 Millionen RM. Der Vorsitzende, Bergwerksdirektor Bergassessor a. D. Bruch, gab zunächst einen eingehenden Ueberblick über die absatzmäßige Entwicklung. Die Bedenzeegeseg schafilgetezgeglagen für den Ruhr. bergbau und die Geseuschaft ergeve, sich daraus, daß allein der Lothringen=Konzern im Jahre 1935 rund .5 Millionen RM. an Umlage habe zahlen müssen. Hierin komme der Preisverfall für Kohle auf dem Weltmarkt zum Ausdruck. Während die Kohle frei Grenze 1982 noch 18 RM. je Tonne gekostet habe, sei 1985 nur noch ein Preis von 942 RM. erzielt worden. In den ersten vier Monaten des Jahres 1936 habe die Durchschnittsbeschäftigung auf Verkaufsbeteiligung im Ruhrbergbau eine Höhe von 46 Prozent erreicht und liege damit um 3,5 Prozent über der Ausnutzung in der gleichen Vorjahreszeit. Die absolute Steigerung des Absatzes betrage 7 Prozent; sie wäre noch größer geworden, wenn der milde Winter sich nicht ungünstig ausgewirkt hätte. Der inländische Industrieabsatz habe sich bisher gut gehalten. Auch in der Koksverkaufsbeteiligung sei eine absolute Steigerung der Absatz= mengen von.5 Prozent festzustellen. Entsprechend dem Allgemeinbild im Ruhrbergbau sei auch die Beschäftigung der Lothringen=Zechen gewesen. Der Konzern habe einschließlich der Gewerkschaften Herbede und Schwerin eine Förderungssteigerung von 8 Prozent erzielt und eine Zunahme der Koksgewinnung um 9,2 Prozent. Durch die günstigere Beschäftigung sei die Zahl der Feierschichten ermäßigt worden. Bei den Nebenerzeugnissen, sei der Benzolabsatz, gut, da der deutsche Kraftstoffverbrauch weiter gestiegen sei. nerhalb der Treibstoffkonvention habe er in den ersten vier Monaten 1986 552000 Tonnen betragen gegen 450000 Tonnen in der gleichen Varjahrszeit. Die Gesellschaft habe ihre Rohbenzolherstellung um 9,5 Prozent steigern können; auch die Ammoniakausbeute habe um 9,9 Prozent zugenommen. Die Rohteererzeugung sei um 12,3 Prozent gestiegen. Zusammenfassend könne gesagt werden, daß die ersten vier Monate des laufenden Jahres wesentlich günstiger verlaufen seien als die gleichen Monate des Vorjahres, auch in ihren Ergebnissen. Die im Zusammenhang mit der Gütertariferhöhung der Reichsbahn vorgenommene Preisumstellung beim Kohlensyndikat bedeute allerdings für den Lothringen=Konzern eine Einbuße von 250000 RM. jährlich oder von 11 Pf. je Tonne Kohle Absatz. Trotz= dem hoffe man, daß sich das günstige Ergebnis der ersten vier Monate fortsetzen werde. Bei der Tochterin Blankenburg hätten ihre Umsätze um 25 Prozent, die Eisen= und Hüttenwerke bei nahezu voller Beschäftigung um 19 Prozent, die Eisen AG. Lothringen um 55 Prozent steigern können. Neben der Verpachtung der Grübe Braunesumpf sei nun auch die Grube Hansa an das Konsortium Krupp=Hoesch verpachtet worden. Ueber die finanzielle Entwicklung teilte das Vorstandsmitglied Direktor Olbrich mit, daß im neuen Jahre eine weitere Verringerung der Stillhalteanleihen von 12,28 Millionen RM. am Bilanzstichtag auf 11,8 Millionen RM. eingetreten sei. Auch im laufenden Jahre sei mit der Wiederkehr von außerordentlichen Erträgen in beträchtlicher Höhe zu rechnen. Die 4½jährige Reorganisationsarbeit und die Ende 1938 beschlossene finanzielle Neukonstruktion des Konzerns dürften eine sichere Grundlage für die zukünftige Arbeit geschaffen haben und sich demnächst auch in einer größeren Wirtschaftlichkeit auswirken. Die Ertragsbeute des Unternehmens dürfte nicht allein nach dem ausgewiesenen, gering erscheinenden Gewinn beurteilt werden, sondern man müsse auch die außerordentlichen Abschreibungen und Rückstellungen berücksichtigen. Die außergewöhnlichen Rückstellungen für Bergschäden von 500000 RM. würden aller Voraussicht nach in dieser Höhe nicht in Anspruch genommen werden. Es sei ferner zu berücksichtigen, daß die Jahre des Wiederaufstiegs es nicht nur ermöglicht hätten, gewisse alte stille Reserven beizubehalten, sondern auch noch neue zu bilden. Die Verschuldung des Konzerns sei zwar immer noch recht bedeutend, doch dürfe nicht außer acht gelassen werden, daß die bei der Sation 72 Millionen Rwr.„Betragesignittenz, zur Zeit nur noch auf 87,6 ten beliefen sich ch auf 51,0 geinionen RM. Der Abschluß des IG.=Vertrages mit der Gewerkschaft Graf Schwerin gebe der Gesellschaft die Handhabe, weitere bereits in Angriff genommene Maßnahmen durchzuführen, um die Wirtschaftlichkeit des Gesamtunternehmens weiter zu steigern. Die Vermögenslage, habe auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres, die gute Ergebnisse brachten, eine weitere Steigerung erfahren. Die baldige Erreichung der Rentabilitätszone liege also durchaus im Bereich der Möglichkeit.— Auf Anfrage wurde noch mitgeteilt, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil der Rückstellungen von 5,11 Mill. RM. als stille Reserven angesehen werden könnte. Lothringen besitze jetzt mehr als die Dreiviertelmehrheit der insgesamt 1000 Graf=Schwerin=Kuxe. Die HV.=Beschlüsse Einstimmig wurden dann das finanzielle Abschlußwerk und der Abschluß eines Interessen= und Betriebsführungsvertrages mit der Gewerkschaft Graf Schwerin sowie die beantragte Kavitalerhöhung bei Lothringen um 621 000 RM. auf 20,9 Millionen Reichsmark genehmigt, die sich aus dem bekannten Kuxenumtauschangebot ergibt. Wintershall besitzt jetzt stark 11 Millionen Reichsmark Lothringen=Aktien, das sind 55 Prozent des gesamten AK., womit Wintershall auch der ausschlaggebende Einfluß in der HV. gesichert ist. Der restliche Aktienbesitz dürfte einigermaßen zersplittert sein. Das Geschäft ist zum größten Teil über die Rheinisch=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf unter Vermittlung des Bankhauses Sassen& Co. in Bonn gegangen. In den Mehrheitsbesitz teilen sich die Wintershall AG. und die in ihrem Besitz befindliche Gewerkschaft Elwerath(Hannover). nierung beteiligten Gläubiger ihre Forberungen bis Ende 1988 gestundet hätten und Zinsen nur aus GeDer neur Aufsichtern dei Eothringen Entsprechend dem Mehrheitswechsel wurde eine Neuzusammensetzung des Aufsichtsrats notwendig. Aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist Bankdirektor Kimmich (DD=Bank, Berlin), der auf Grund der durchgeführten Reorganisation gebeten hatte, von einer Wiederwahl abzusehen, zumal er auch die vorgeschriebene Zahl von Aufsichtsratsmandaten erreicht habe. Bankdirektor Bandel sprach dem scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden den Dank für die durchgeführte Reorganisation und die Sanierung aus. Ausgeschieden sind weiter: Justizrat Dr. Liertz(Düsseldorf), Rechtsanwalt Dr. Will(Hamburg) und Direktor Make(Bochum). Neu gewählt wurden von der Wintershallgruppe: Dr. Heinrich Schmidt I(Hannover), Generaldirektor August Rosterg(Kassel), Direktor Hans Brochhaus(Kassel), Direktor Otto Werthmann(Kassel) und Direktor Kurt Beil(Kassel), ferner wurden neugewählt Konsul Ludwig Kruse(DD=Bank, Essen) und Konsul Hans Harney(Düsseldorf). Den Vorsitz des Aufsichtsrats übernimmt Dr. Heinrich Schmidt I. den stellvertretenden Vorsitz Generaldirektor August Rosterg. Die GV. der Eisen- und Hüttenwerke AG., in der die Bergbau=AG. Lothringen als einziger Aktionär ein AK. von 3,99 Millionen Reichsmark vertrat, genemigte einstimmig den bekannten Abschluß für 1935. Nach Mitteilung des Vorstandsmitgliedes Direktor Make bewegte sich die Beschäftigung im laufenden Geschäftsjahr bisher in weiter aufsteigender Linie, aber nur im Inlandsgeschäft. Es sei dagegen nicht gelungen, auch den Export zu erhöhen. Die Gesellschaft bemühe sich weiter um eine Förderung des Exports. um die Instandhaltung und Verbesserung der Betriebsanlagen und um die durch die ständig steigenden Ansprüche der Inlandsverbraucher notwendige Ergänzung des Fabrikationsprogramms. Man hoffe, im laufenden Jahre eine angemessene Verzinsung der Schulden gegenüber Lothringen herauswirtschaften zu können. Der neue Aufsichtsrat. Auch bei den Eisen= und Hüttenwerken trat im Zusammenhang mit der Interessennahme der Wintershall AG. eine Umbesetzung des Aufsichtsrats ein. Als Vertreter von Wintershall wurden Dr. Schmidt I, Generaldirektor Rosterg, die Direktoren Beil, Brochhaus und Werthmann neu in den AR. gewählt; neu gewählt wurden außerdem Generaldirektor Dr. Hold(Essen) und Dr. Rasche aus dem Vorstand der Dresdner Bank(Berlin).— Den Vorsitz im Aufsichtsrat wird hier ebenfalls Dr. Schmidt I, den stellvertretenden Vorsitz Generaldirektor Rostera übernehmen. Aus dem AR. ausgeschieden sind Dr. Karl Kimmich, Bergassessor Bruch, Rechtsanwalt Dr. Will. Direktor Olbrich und In der Gewerkenversammlung des Steinldhlendergwerts„Giüf Schwetin“, in der 19 Gewerken mit 941 Kuxen vertreten waren, wurde der bekannte Abschluß einstimmig genehmigt, sowie ebenfalls einstimmig die erbetene Entlastung erteilt. Der Repräsentant, Bergwerksdirektor Bergassessor a. D. Bruch, wies noch einmal, wie schon in der am Vormittag voraufgegangenen HV. der Lothringen Bergbau AG., auf die erhebliche Besserung bei Graf Schwerin hin. Die Besserung ergebe sich daraus, daß günstigere Abbaubedingungen verlägen— man fördere auch wieder Feinkohle— und daß man die Zentralkokerei wesentlich ausgebaut habe. In den ersten vier Monaten betrage die Steigerung der Kohlenförderung gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres 11,8 Prozent, die in der Koksproduktion 21,5 Prozent, letztere hervorgerufen durch das Anstecken von weiteren 80 Oefen auf Grund erhöhter Nachfrage in Gießereikoks. Durch diese günstige Entwicklung sei die Zahl der Feierschichten von 15 auf 7 zurückgegangen. Auch die Produktion von Nebenerzeugnissen sei wesentlich gestiegen. Man hoffe, daß die günstige Entwicklung weiter anhalten werde, 188¼ in der Mitte gedrückt. Fester waren dagegen Zinswas auch wünschenswert sei, zumal noch erhebliche vergütungsscheine(blus 30 Rlennig), die in größeren beSchuldenlasten abzutragen wären. Reichshandwerkertag 1936 im Zeichen der Wie schon aus den bisherigen Veröffentlichungen hervorging, steht der Reichshandwerkertag 1986 in Frankfurt am Main(5. bis 10. Juni) nach einer Versordnung des Reichshandwerksmeisters W. G. Schmidt vornehmlich im Zeichen von Arbeitstagungen. Neben der groß angelegten Gemeinschaftstagung der Reichsbetriebsgemeinschaft„Handwerk“ und des Reichsstandes des deutschen Handwerks findet eine Haupttagung aller in Frankfurt anwesenden Amtswalter der Reichsbetriebsgemeinschaft„Handwerk“ statt. An diese Haupttagung schließt sich dann eine große Zahl von Sondertagungen der Gliederungen der Reichsbetriebsgemeinschaft„Handwerk" an. Eine besondere Note erhält die Arbeitstagung der Gaubetriebsgemeinschaftswalter„Handwerk", in der alle schwebenden Fragen erörtert werden. Weiter treten aber auch sämtliche Gau=Sozialreferenten, GauFrauenreferentinnen, Gaureferten für Berufserziehung, Jugendwalter und Jugendreferentinnen, Gauabteilungg. walter„Gesellenwandern und Austausch", ferner Gaufachgruppen= und Fachschaftswalter des Nahrungs. mittelhandwerks, Metallhandwerks, Holzhandwerks#.. kleidungshandwerks, Spezialhandwerks und Bauhanz, werks zur grundsätzlichen Aussprache in Frankfurt M. zusammen.446ul Auf einer großen Zahl dieser Sondersitzungen wirt der Reichshandwerksmeister selbst das Wort ergreifen im übrigen aber durch Beauftragte die einheitichAusrichtung des Führerkorps der Reichsbetriebsgemei schaft„Handwerk" durchführen.mein2000 Kilometer sind fast erreicht Die Arbeiten an den Reichsautobahnen im vergangenen Die Gesellschaft„Reichsautobahnen“ legt jetzt ihren Bericht über das dritte Geschäftsjahr vor, in dem die Arbeiten an den Kraftfahrbahnen mit der gleichen Tat, kraft wie in den beiden Vorjahren fortgeführt worden sind. Den 1191 Kilometer, die Ende 1934 im waren, standen Ende 1935 bereits 1866 Kilometer ge, genüber. Insgesamt wurden drei Strecken mit 108 K, lometer Länge in Betrieb genommen. Die Kapitalrech, nung des Geschäftsjahres schließt ab in der Ausgabe mit 485 Millionen und in der Einnahme mit rund 2 Millionen Reichsmark. Der Unterschiedsbetrag von 488 Millionen stellt die Anlagekosten des Jahres 1933 dar. In Ergänzung dieses Abschlusses wird von der Verwaltung unterstrichen, daß im vergangenen Jahr an Ausgaben für die Reichsautobahnen etwa 500 Millionen Reichsmark in die deutsche Wirtschaft gepumpt worden sind und seit Baubeginn 900 Millionen Reichsmark, Börsen weiter fest Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldor Die Börse hatte nur ein sehr kleines Geschäft zu verzeichnen. Die Glattstellungen und Gewinnmitnahmen scheinen am Aktienmarkt ihr Ende gefunden zu haben; denn heute setzte sich wieder eine festere Tendenz durch. Auf verschiedenen Gebieten des Aktlenmarktes waren wieder Kursbesserungen von ½ bis durchschnittlich 1¼ Prozent festzustellen, wobei sich die Umsätze in einem äußerst kleinen Rahmen hielten. Am Rentenmarkt, der ein gut behauptetes Bild zeigte, war die Geschäftstätigkeit gleichfalls gering. Die festen Kurse der letzten Tage konnten sich aber gut halten. Von den Aktienwerten wiesen Ver. Stahl am Montanmarkt eine Besestigung um 2/ Prozent auf 93½ auf. Rheinstahl lagen ¼, Mannesmann%(94¾) und Hoesch ¼ Prozent höher, dagegen Buderus minus ¼. Klöckner minus ½ Prozent. Elektrowerte waren geschäftslos und uneinheitlich. Siemens plus 2½ Prozent, dagegen Schuckert minus ¾/ Prozent. Felten lagen ¾ Prozent höber. Von Kaltwerten zogen Wintershall bei kleinem Geschäft um ¼ Prozent auf 119¼, und im Verlauf auf 120 an. Fest notierten Reichsbankantelle, aber ohne Umsatz, mit 188¼(plus 1¾) Prozent. Der Kurenmarkt war bei kleinen Umsätzen gehalten. Von Steinkohlenkuxen wurden Constantin und von Kallkuren Beienrode etwas niedriger bezahlt. Im Freiverkehr hatte der Kohlenaktienmarkt nur kleines Geschäft in Bergbau Lothringen aufzuweisen, die ½ Prozent niedriger aus dem Markt genommen wurden. Kaliaktien waren still. Im Verlause traten weitere Kurserbolungen ein, so gewannen Rheinstahl noch 1¾, Wintershall ¼, Hoesch und Dahlbusch se ½. Klöckner ¾, Farbenindustrie und Mannesmann je Prozent. Berliner Börse Nachdem an der Börse seit Beginn der Woche der Altienmarkt Abschwächungen ausgesetzt war und der Rentenmarkt im Vordergrund stand, trat nach der Feiertagsunterbrechung ein Umschwung ein. Der Aktienmarkt zeigte eine feste Haltung, ohne daß das Geschäft aber eine Belebunger fuhr. Die Umsätze waren vielmehr klein. Am Marlt der festverzinslichen Werte hatte das Geschäft auch nachgelassen. Auf einzelnen Marktgebieten bröckelten die Kurse leicht ab. Die Rückgänge waren jedoch, besonders wenn man die vorangegangenen Befestigungen berücksichtigt, unwesentlich. Von den öffentlichen Anleihen war die Reichsaltbesitzanleihe um 10 Pfennig auf 115.40 rückgängig, die Umschuldungsanleihe der Gemeinden um ½ Prozent au vergütungsscheine(plus. 10, Plennig), die in größeren# trägen umgingen. Reichsschuldbuchforderungen lagen stil und eher um 10 Pfennig niedriger. Provinz und Länderanleihen lagen durchweg freundlich. Von Auslandsrenten waren Warschau=Wiener Eisenbahn um ¾ Prozent erböht. Am Aktienmarkt sielen Dessauer Gas durch einen Rückgang von 2 Prozent auf 125½ auf. wobei man von einer Kürzung der Dividende spricht. Nachfrage bestand für Schiffahrtsaktien, von denen Hapag um 2/8 Prozent auf 16½ anzogen. In Norddeutscher Llöyd gingen etwa 100.000 Reichsmark zu unverändertem Kurs von 18 um. Von chemischen Werten eröffneten Farben mit 172¾(plus ¼) Prozent, im Verlauf aber sehr fest 173¾. Kokswerke ¼ Prozent höher(136). Maschinenaktien lagen ruhig. Bayrische Motorenwerke minus ¼ Prozent, Berlin=Karlsruher Industrie minus 3/8 Prozent, dagegen Berliner Maschinen vlus 1 Prozent, Orenstein plus ¼ Prozent. Von Versorgungswerten Elektrische Licht und Kraft plus 5/8 Prozent, Gesfürel plus ¾/. Prozent, RWE. plus 1 Prozent. Von Sonderwerten Akkumulatoren auf 189¾ nach 192 nachgebend. Daimler Auto bei 113¼(plus 1 Prozent) fest. im Verlauf 113½—Bei Elektrowerten bestand auch Nachfrage für Schuckert, die auf 145 anzogen. AEG unverändert 37½. Stemens plus ¾ Prozent, Zellstoff=Waldhof im Verlauf aus 140(139½) anziehend. Im Verlauf waren die Kurse fest bei kleinen Umsätzen. Am Geldmarkt blieb der Blanko; tagesgeldsatz unv. 2¾ bis 2¾. vereinzelt aber auch 2½ Prozent. Der Geldmarkt ist noch leichter geworden. Tägliches Geld 2¼ bis 2½ Prozent. Am Devisenmarkt ne tierten: Dollar unverändert.489, Pfund unverändert 12.360, Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 22. Mai biechel un Albein Slbernt besarch. Bochum, Bongardstraße 14 Vertlaufende Notierungen [22. J.[22. J. 122. 5. Div. Antang Schlub Kassa Htbsstz. #%losschff! 5% Krupp RM. %Ver. St. RM. Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Otsch. Er6sl 0. Reichsbahn .6. Farbenind Feldmöhle Felten& Solie Goldschmidt Harpen... Koesch-Köln Kall-Ascherel. Kuxe Steinkehlen 22. 5. 6) 9. 5, hasse 1Schlygl 0w 115.20 115.00115.23 Klöekner-W. Mannesmann 105 37 104.50 105.00 125 00 126.00 174 00 126.50 131.87 127.00 105.25 105.37 104 50 22. 5. 122. 5. 122../120. 5 Antanglschlus Hasss Schlus 100.63 105.30 104 50 104.90 104. 75 100 751—. 124.75 118 75 120.87 126.00 173.37 131.67 109 621 105.12 120.50 126 00 172.75 126.00 129.75 109.50 127.251126 00 103.75 S 99.87 3 94.62 95.12 94 75 Masch. Untern. 0 98 62 98.25 99.371 Reichsbank 12/188.25188.50 188 00 Beichsback. 12188 25188.59 188 90 166 5M00 Rhein, Braun k. 12/234.00234.00 233 75/236, 2 36schw. Berg. V. Rydin, Stahlw. 4/127 62 129.00 128.87I Rn.-.-Elek. 6/132.87/133.00133.12 Salzdetfurth /75—. Schucker&à C. 4/144.62147.37 Siemens 4 Hel., 8/192.75 Gebr. Stolw. 5—. Ver. Stanlw. 39 93.50 Westd. Kaufh. 0 43.25 Westeregein 5— Wintersnall S/119.25 Zellst.Maichof 6—.0 94.00 44 25 Industrieaktien Oiv Zeicke Masch. Berg 6. ahl.g Zonner Bg. u. H. 3ösp. Walzw. Braunk. Zek. Bruckd.-Wietl. ABurbach Kal-46t— Dortm.Ritterbr. 93.73 90ss. Host.-Br. 97 75/0033. Masch. 6 186 59Oynamit.Nob. 146.12 193 00 103.621—. 93.871 92.87ali-Chemie 43.75 42.73 Mölhelm. Berg —.——.—128 50 hein. Metall 120.37 120 00 119.00hein. Spiegel. Roddergr. Brak. 20. 5. .5 Westa /9900 10500 f90010400 Bernharern. 1359— 1350/1450 Kall ae#n Praunschw. 600.) S420 80 20 6 400 Beienrode 11120 1190 1130 120 0inigkeit 64.00 6800 6700 700%gartig Hand 8. Burbach 4400 4800 4 450/ 185 Marchsse n 35001— a50#875028In. Hand. B. 4590/482augstadt-8s00f.- u. Pf.-9. 8900 tS121, S19——— Mavion,„MM0MM900 2 08 Gas.. 415 s5#Stgtr. lu. 6400/8800— 1— Heimoold. 2800— 2800— #200#gal 1o60.. 5100— 8400— Pfesoner Lont Heiar 19300113400 S10e 10850 Braunkehlen Drucks.-R.— ButeHloffn. 3800 41003900 Loonh. 10000 10659 10000— Sstelb:c 8459 4800 4550 Const. d. 618850 7259 6900 Schnang..— 4100sug um 1sog 1991.3oo i1ochloge: pa ½49 14500 isenburg Preiverkohr Marlagl. Steinkehles- u. Brannk.-None 4arle 22..1 29. 3. le.)#1## eusoiset 413: Oiergacdt 569015900 5700 SObRansbach 3909!— Wesitalen 800— 8001— Geicheld.— 823 Wehei 1 2700 13400 12900 13400Sellern. 3050|5990— 4000fnuringen 420— Kallkure 22. 6 20. S. 610 Warte L. Max — 300 1890 2350 2750 — 300— 2950 2759/2900 49334750/2925 012150/2950 2755 2930 2150 2950ach.-Mdoch. f. 1753— rnd##nA1gn#rr garel (Einheitsk.) 22..20. 5. 77.5 77. 140.0140 135.5/135.5 111.0/112.0 135.0s135 127.50Glas- u. Sp. S. 131.508Ockauf- B. A0 182.60 Gebr. Goedh. 46 145.25 Hallesche Salz. 190.25Mochtisf 46. -beiw. Rheyot 14 5 6 6 3 18 Sachtl. A6. Sge. Schies-Oetries Schleg. Scharp. Neggonf.Derd. vasserv. Geis Bankaktien Solonig,-V. K. Zolonis Röckv. Jladb. Feuerv. (öln. Hagelv. S# Io.Lloyo A. v. 0Köln, Röckv. gr. Köln. Röckv. kl. 116.0 124.0 123.0123 5 194.0/194 0 199.|140 —. 142.6 83.6 91.2 108.1108 „ 116 5 97.0 87O 161.0 Bant n. W. 6d. Cr. 8. Veste. 8..-4 116 2117. 92.1 92.51 99.5 94.0 95.2 95.2 124 1/133 - 91.0 Versicherungeaktien 31. 2700290 Maen. Rück versl 3350/3950Hgupp..,.L — 328|#.-.Stug 820— blli..811—-0 32 1160 1133 14.8235 0235.0 — 389 6389. .2/279. 41266.0 S 22.5. 132 0 259.0 7900 90.0 240.0 20. J 1320 239 0 790.5 90.0 240.0 120.01200 — 80.0 80.0 Rontenwerte 103.0 108 0 Rhw..-Cr. Ghyo.103.6/109. 7/6 Pld. S. 4. ö. 12. 10 97.0 96.7 80.01 80.0 Oto. dto..1—. 90.0 S9.73½ dto. dto. 8. 11 102.|101.7 295 0/295 Oss dto. Gold.-Kom 1926. 1927 8.—8 95.0 94.5 1½a Wd. 80d. Gpfd. 6—.— dto. Em. 3. 9s12, 14 98.0 96.0 124.01 Freiverkehrs-Aktien 22. 5. 29. 5. * S 1 8 5 80.0—. 90.0—. 67.0 68 5 56.9 68.0 115.0/118.0115.0118.0 99.0101.0 93.01010 Adler K. Surb. K. Jeisa C. ev.-16. ###h. Hann. K. ###b. 0u KLothria. Lotht. 6. danst. ussch. Argun. de9) ###8. Linel. 2: #1. Dias. eis. noet. I. vieh gOres. 93.0 9e. 89.0 92.0 76.0 95.0 90.0 74.0 74.0 92.9—. 830 81 3 84.5 85.0 160.01., 160.0 97.0100 P70 * 715 96.5 99. O.5 97.0 93.5 77.0 1000 .5 98.5 .— Stesergetscheine 22..20.5. #llg ab. L. 1994 1. 4. 192 l. Lim I. 4. 1997 I. 4. 1n21 103.8/103.7 Berliner Börse. 22. Mai Mitgetellt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Fillale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstaß 5% Ainheltskurse Industriewerte 22.5120.5 12190 s 107.8 111.8 112.1 111.8 107.4 111.8 112.1 111.8 Hr ag- tere A. E. 6. Anhalter Kohle 4schaff. Zeilst. palcke Basält Bayr. Motoren Bemberg Berger Juline Bergmann El. Berl. Karisr. Ind. Kr. u. Licht Maschinend. Soderus phaf. Wasser Chem. Geisenk. Conti Summi Zeimter Benz Otech. Atlant Otsch. Baumwolle Cont 6as Kabel Linoleum Steinze### Tel. u. Kad. Eisenhand 0 53.6 33.0 0 37.1 37.1 0101.5s101.5 99.21 0 11.1 812 6/133.2 99.1 11.1 133.0 5 87.51·86.2 0/105.0106.0 126.7/126.0 99.5 114.0 55 100.7 114.0 49—.—. 11181.5181.5 112 6442-1. 9/144.0 1126.2 145.5 127.3 147.0 21163.5 132.0142.0 140.0 4129.8128.8 913 7. Ofttmann Neuh. Dimd. Akt.-Brau. Union-Braut Oörener Metal Opckersh. Widm. JSlans slong 12/201.5202.0 134.7— glektr. Lieferg I„ Lichtu. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Unlon Feiniete gepharot& Co. U German. Cem. Ges. f. el. Unborn. Gildemeister 6ladb. Wolle Gruschw. Textl sHusganetse achsthal Draht Nageda Hamb. Elektr. Hindr.-Aufterm Hoftmann Stäcke Hohenichswerke Hoizmann Pn. Hotelbetr.-Ges. D See Nbe Genes Ssenbeck Brau. Junghans Oeer. 130.5 151.2 96.5 113.2 110 5 142.0 101.3 111.0 141.4 143.0 10—. 59108. 8/108 3101.9101 85 131.5 8113.0/119 9/141.9 6 65 129.4 133. 136.|134 124.5 91.24 Kokswerke 1 Kölner 6as Krefft W. Kromschrosder Kronprinz Metall Möppersbusch ahmoyer II Laurahötte Leopoldsgruben Kindes Ele Lingnerwerke oronz C. Mearh. Hete Mlag .m Nölheimer Berg. 132.9 6/163.1 6/133.0133. 9— II P 91.0 91. 170.0 .1 .0 7133.0 9 196.5 8 154.2 45— [130.5 0 93.0 10 grenst. 4 Koppe Osnabr. Kupfer Pongs amp; Zahn RP 8o. El. Merte Rhein.-W. Kalk Asiebesk Karten Nüdgeranoche N R Sarott schlege GSchles. Berg. u. Z. Berg. Beuth. #. Clott. v. 849 # Schob.& Salzer Schultheis-Patz. Siegersdorter W. Siemene Gle 36.0135 NSiem.& Halske Stolberg. Zink 81.0 78.3 133.0 117.7 93.7 141900 6 61133.5 .4111.0 51148.8 80.1 78.5 1340 118.0 138. 23. 106 161.0 114. 110 130 92.5 151.8 142.5 rhüringer 6as 1 Tuch Tuch Aachen Unlon chem. er. Otsch. Niekel Ver. Glanzst. „9Ver. Ultramarin 3oge brast Tintagner& Co. D Wandererw: Varsteinet Grud. Westfalen Draht Wekdler Brau. 89.8 136.7 131.5 112.0 135.0 1005 42.5 94.7 136.7 141.0 111.0 105.0 97.7 42.6 95.0 133.7 139.2 8/193 81 131 112. — 153.5 140.0 139. /143.3 5 102 3/161.0 0 91— 190. 0145 Möhlb.-Ruhr Anl. —. B Ruhrverbd. Anl. 36 #Pr. Ldpf. A. Pfd. 0/—.#5Ldbk. Westf. Pfo. 21112.0 dbk. Westf. Kom 440t. Komm. Goldanl. HWestf. ldsch. Pfd. 159t. Hvo. 8. 8in. 81c 953 95 51·PPE Gentr.dod. Pfd. 95.7 96. 9 45P Pfadr. Sk. Pfh. 96.5 965.5 .5/6 Basalt Obl. 92.5 92.5 # Concord. Berg Obl.—.— „%a Dalmlar Ranz Obl. 106. 7/107.0 91 8. 91. 97 0 95.0— 92.7 92.5 94.2 94. —. 95 95.2 95.5 S/153.5 0149.0 111395 31145.5 3/103.7 0/161 70.2 0—. 70.2 Verkehrenerte 5 Dalmter Benz Coi.] 7# Klöcknerw. Obi, 015 Mont Cenis Obl. 2½* Ver. Stahl 60 12 Ver. Stahl 47131 5 Siem. u. N. 06l. Farbenbonds Umsch. Anleihe AA. 6. für Verkehr Soch. Gelsenk. Hamb. Amer Pak. Hamb. Südamer Norad. Lioya .01119.2 15. 31. 17.5 Nentenwerte 303.0115 Ot. R. Schatz. 41 100.5/ Ot. R. Anleihe 44 116. 5/55 O. R. Voungenl. ½ Reichsbann Sch. AWesttalen Altbeeitz ½5 Bochum Anl. 4 Duisburg. Anl. 109.8/45 Düsseld. Anl. 103.0/15 Elberteld. Am. 95.015 Essen Abl. 96. 93.11 103.0 99.71 113.5 91.3 90.6 93.7 91.7 #R. Schuldb. F. 36 R. Schuldb. F. 30 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 8. Schuldd. F. 42/8 5 Essen Steink. 42 #. Harsener 49# 115 K. w. E. 32/6 R. w. E. 50 4 Runrene mie 48 45 Ruhrgas 92 46 Ruhrwasser 92 Ruurwonng. 59 V. E. W. 62 45 45 103.2103.5 104.7/104 94.3 94.1 94 7 94. 99.7 99.1 173 1/164 136.31135.7 83.5 30. 22. 5 22.5 BrieffGeld 99. 41091 98.2 90 95.0 98. 94 0 80 100.0— 94.5 96. 94.1 96.0 93.0 94.0 94.2 95.2 96.0 91. Westtalenbank.-G. Bochum Austanrung samtlieher Bankgesche äft Wilhelm Schwarz, Bochum Bongarastraße 14, Telephon 67475 An- und Verkauf sowie Verwaltung von Wertpapleren Mitglied der Rhein.-Westf. Börse in Düsseldorf„Reiensbank-Oiro-Konto Postecheckk.: kssen Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 23./24. Moi 1936 Seite 7 Nr. 119 zsischer Frank 16.380(16.390), Gulden unverändert Lira unverändert 19.50. Rhein=Mainische Abendbörse in Franksurt a. M. der Abendbörse wurden Aktien weiter gefragt, doch n sich g umsätze in bescheidenen Grenzen. Der eligstauser war die Kulisse, während von der BankenPohschaft nur in wenigen Spezialpapieren Aufträge, vorlogen, geserungen von bis ½ Prozent. Im Verlause weit e Eimmung am Aktenmarkt weiter fest. Tegegg, schäft konnte sich nicht stärker beleben, da kaum ungebot vorlag. Die Auslansdbörsen on doepham: Pischgingig Paris: Unregelmäßig. Getreidegrotzmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 Brüssel: Abbröckelnd. Zürich: Gehalten. Wien: Freundlich. Mailand: Gehalten. Hagent Fege!. auf das Tand! Ein Mahnwort zum Arbeitseinsatz des Nachwuchses T. s. S..185. 216-2171216-217 181.0 181.0 Roggenm,.997.g Viktoriaerbsen 35.-38.0/35.0 36 0 Speiseerbsen 32.-35.|32 0 35 5 E rttarechean. 124.-26.0s24.-26 5 Weizen märk. Rogen mäck. vessitsgente.. Fotiererbsen Hater märk... Weizenm. Auszm. * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 23. Mai: Unverändert 52,75 Reichsmark für 100 Kilogramm; Aluminium, Walz o. Dr.: 148 Reichsmart..chemart; AlnDer Außenhandel im April Einfuhr um 5 Millionen Reichsmark gestiegen, fuhr um 13,4 Millionen Reichsmark gesunken Die Einfuhr betrug im April 361 Millionen Reichsmark. Gegenüber dem Vormonat(356 Millionen Reichsmark) ergibt sich somit eine leichte Steigerung. Mengenmäßig war die Erhöhung etwas stärker, da der Einfuhrdurchschnittswert gesunken ist. Zugenommen hat im April vor allem die Einfuhr von Rohstoffen(plus 15 Millionen Reichsmark). Gestiegen ist in dieser Gruppe in erster Linie der Bezug von Textilrohstoffen. Auch die Einfuhr von Halbwaren hat im April leicht zuenommen. Die Einfuhr von Fertigwaren war gegenüber dem Vormonat kaum verändert, und zwar gilt dies in gleicher Weise sowohl für Vorerzeugnisse als auch für Enderzeugnisse. Die Einfuhr von Nahrungs=, Genußund Futtermitteln ist— nach einer Steigerung im Vormonat— im April wieder gesunken. An dem Ruckgang um insgesamt fast 9 Prozent waren vor allem die Erzeugnisse der Viehwirtschaft beteiligt. Darüber hinaus ist jedoch auch die Einfuhr von Nahrungsmitteln pflanzlichen Ursprungs zurückgegangen. An der erhöhten Rohstoffeinfuhr im April waren in der Hauptsache überseeische Länder beteiligt. Die Ausfuhr betrug im April 366 Millionen Reichsmark. Gegenüber dem März hat sie um 13 Millionen Reichsmark, das sind.5 Prozent, abgenommen. Mengenmäßig war die Abnahme noch etwas stärker, da der Gesamtdurchschnittswert leicht gestiegen ist. Der Rückgang der Ausfuhr im April ist ausschließlich als Saisonerscheinung zu berrachten. In fast allen Vorjahren hat die Ausfuhr von März zu April abgenommen, und zwar war früher die Verminderung durchweg stärker als im April d. I. Der Rückgang der Gesamtausfuhr entfällt in erster Linie auf die Hauptgruppe Gewerbliche Wirtschaft. Neben der Ausfuhr von Halbwaren hat sich hier vor allem der Absatz von Fertigwaren, und zwar sowohl von Vorerzeugnissen als auch von Enderzeugnissen, vermindert. Die Ausfuhr von Rohstoffen war infolge größerer Kohlenlieferungen leicht erhöht. Länderweise betrachtet, hat die Ausfuhr sowohl nach Europa als auch nach den überseeischen Ländergruppen im ganzen abgenommen. Die Handels bilanz schließt im April mit einem Ausfuhrüherschuß von 5 Millionen Reichsmark, gegenüber 23 Millionen Reichsmark im März ab. Im April des vergangenen Jahres war die Handelsbilanz mit 19 Millionen Reichsmark passiv. Das Arbeitsamt Bochum teilt in einem Schreiben an sämtliche Dienststellen der Bewegung u. a. mit: Die Berufsführung der Jugendlichen entwickelt sich für den Bezirk des Arbeitsamtes Bochum zu einem arbeitseinsatzpolitischen Problem erster Ordnung. Bei der zugleich gegebenen staats= und sozialpolitischen Bedeutung und Tragweite verdient dieses Problem die besondere Beachtung aller. Arbeitseinsatz der Jugendlichen Die Zahl der Schulabgänger beträgt jährlich rund 3500 Knaben und 3500 Mädchen. Dazu kommen etwa 2000 Jungen aus früheren Jahren, die noch nicht untergebracht sind. Im Bezirk selbst stehen jährlich etwa 2000 bis 2300 Stellen für Knaben und etwa 500 bis 600 Stellen für Mädchen zur Verfügung. Dieses Bild wiederholt sich alljährlich, so daß die Arbeitslosigkeit regelmäßig jährlich von der Nachwuchsseite her einen starken Auftrieb bekommt und damit der Enderfolg der Arbeitsschlacht gefährdet wird. dauernswerten moralischen, gesundheitlichen und sozialen Folgen, die mit der Arbeitslosigkeit der Jugend verbunden sind. Die Folgerungen für die Berufsführung der Jugend. a) Für die Vermittlung in eine Lehr=, Arbeits= oder Anlernstelle mussen folgende Voraussetzungen erfül 1. körverliche, geistige und charakterliche Eignung. 2. Nachweis der Tätigkeit in der Landwirtschaft (Begründung siehe weiter unten), 8. Zugehörigkeit zur HJ. oder zum BDM.„ Ausnahmen zu 2 können zur Zeit nur zugelassen bei Kindern von Angehörigen der Sonderaktion, bei Jugendlichen, die nachweislich vor 1933 zur HJ. bei Kindern von Kriegsbeschädigten und Kriegerbei kinderreichen Familien(im Erwerb stehende Kinder zählen nicht mit), bei Jugendlichen, die nach der Schulentlassung eine Fachschule besucht haben. bei Jugendlichen, die im Landjahr waren, in Fällen besonders großer Bedürftigkeit, wenn diese durch die Vermittlung des Jugendlichen behoben wird. Als 2. Voraussetzung wird die Tätigkeit in der Landwirtschaft genannt. An dieser Forderung muß sowohl aus arbeitseinsatzpolitischen wie auch aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit festgehalten werden. Es, steiht„Kore nicht alle Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren hier unterzubringen sind. Es steht außerdem fest, daß die bevölkerungs= und wirtschaftspolitischen Ziele des Führers eine räumliche und berufliche Umschichtung der Bevölkerung, d. h. insbesondere eine Auflockerung der Industriezentren erfordern. Diese Umschichtung kann in großem Maße nur mit der Jugend geführt werden. Daneben besteht in der Landwirtschaft ein Bedarf an Arbeitskräften, dessen Sicherstellung im Interesse der Volksernährung notwendig ist, jedoch von Jahr zu Jahr schwieriger wird. Weiter geht es nicht, daß der Jugendliche, der es vorzieht, hier zu bleiben und zu bummeln, nachher mit der Einweisung in eine Lehr= oder Arbeitsstelle belohnt wird, während andere Jugendliche, die auf dem Lande waren, benachteiligt werden. Das geht vor allem deshalb nicht, weil dann der Sohn des bessergestellten Volksgenossen zu Hause bleiben würde, während der Sohn des ärmeren Vorksgenossen zur Landwirtschaft geht und nachher unverdienter Weise benachteiligt wird. Erfahrungsgemäß haben gerade diejenigen, die nicht in die Landwirtschaft gingen, die Zeit dazu benutzt, um sich hier Lehr= und Arbeitsstellen zu suchen. Hier muß gleiches near für alle gelten. Ich bitte deshalb von den vorstehenden Ausführungen Kenntnis zu nehmen und Ihre Mitarbeiter anzuhalten, innerhalb ihres Arbeitsbereiches entsprechend aufklärend zu wirken. — Emil Busch AG., Optische Industrie in Ratdenow. 1935 Dividendenerhöhung auf 5 Prozent,(im Porzahr 2 Prozent).„Im abgelaufenen Jahr mit Ausnahme des Brillengeschäftes befriedigende Entwicklung. Gefolgschaft wurden zum Bau von Eigenheimen 48 000 Reichsmark als dritte Hypothek zur Verfügung gestellt. — Ravensberger Spinnerei AG. in anhaltende Geschaftsbelebung. 4 Prozent„Dividende (im Vorjahr 3 Prozent).— Rütgerswerke ac. in Verlin. Hauptversammlung beschloß wieder 6 Pxozegt, Zi; vidende auf das 27,8 Millionen Reichsmark betragen##e Aktienkapital. Umsätze in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres 20 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der weitere Umsatz wird sich voraussichtlich ähnlich wie im Vyrighrg#nt; wickeln. Gefolgschaft seit 1932 um fast 1100 Köpfe vermehrt. Zahl der Aufsichtsrarsmitglieder von 27 auf 19 vermindert.— Steatit=Magnesia lin. In den keramischen Werken höhere, im DralowidWerk rückgängige Umsätze. Die Betriebsverlegung des Dralowid=Werkes(Herstellung von Radio=Einzelteilen) nach Teltow ist durchgeführt. 8 Prozent Dividende.(im Vorjahr 10 Prozent),— Hirsch=Kupfer=& Meinngwerke AG. in Berlin. Zahl der Gefolgschaftsmitglieder konnte 1935 von 2788 auf 3314 erhöht werden. Errichtung von Anlagen zur Herstellung von LeichtmetallHalbzeug. 7 Prozent Dividende auf 12,5 Millionen Reichsmark Aktienkapiegr, Hgigeehg 6 Prozent). Deutsche Eisenbahn=Vemebs=Geseuschant AG. in Berlin. Wieder 4 Prozent Dividende.— Spinnfaser AG. in Kassel. Der erste Abschluß dieser seit Anfang Mai bestehenden Gesellschaft weist einen Verlust von 538 000 Reichsmark infolge der Gründungskosten auf. Di volle Leistungsfähigkeit, die schon jetzt annähernd erzielt wird, wird in den nächsten Monaten erreicht werden. Aschersleben=Gruppe. In den General= und Gewerkenhersammlungen, der zu Bali, Astägfläsße zur eghöfge Tochtergeseuschaften wurden die##schrune für 1935 genehmigt und folgende Ausschüttungen beschlossen: Bei den Kaliwerken Adler und Adolf Glück wie im Vorjahr 2 bzw. 1,50 Prozent, bei der Gewerkschaft Mariaglück 200 Reichsmark je Kux(im Vorjahr 275 Reichsmark), bei den Gewerkschaften Heimboldshausen, und Neu=Sollstedt die gleiche Ausbeute wie im Vorjahr, nämlich 80 bzw. 120 bzw. 80 Reichsmark je Kur. Die Hannoverschen Kaliwerke, bei denen noch ungeklärte Rechtsstreitigkeiten mit Grundeigentümern schweben, bleiben ohne Dividende. Ebenso verteilt die Gewerkschaft Habighorst keine Ausbeute, da sie ihre Mittel für die in Verbindung mit Mariaglück durchgeführten Erdölbohrungen einsetzen muß. Mannesmann und der englische Markt In der in Berlin abgehaltenen GV der Mannesmann=Röhrenwerke Düsseldorf teilte der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Geheimrat Steinthal mit, daß er sich entschlossen habe, in der folgenden Aufsichtsratssitzung den Vorsitz niederzulegen. Aus diesem Anlaß gab er einen Rückblick auf die Entwicklung seit der Gründung im Jahre 1890. Vom Vorstand gab Direktor Zangen Erläuterungen zu einer Transaktion mit der British nesmann Tube Co. Wenn man sich entschlossen habe, die fabrikatorischen Interessen in England nach Jahrzehnten aufzugeben, so sei klar, daß die Voraussetzungen, die seinerzeit an die Gründung dieser Gesellschaft geknüpft wurden, fortgefallen seien. Die englische Röhrenindustrie sei sehr rührig geworden. Das Seshet eu. r c. ec ie csche. teressen. Eine Belisefery zie, englische Zollvolitik und die Nanneswann die united Tube in London, eingebracht ungen Sopie Verzschaugs Bhand. Sie Vaelschlt alis das sei nur gering, zumindest liegee Die 6B. genehmiete einstimjuig en# für 1935 die Dividendenzahlung mit 8 Prozent als Vertreter des englfgande, Aallenkopf gewählt. Vorstandsmitglied Alexander Zouenlorf gewählt. Gesellschaften berichten Waggonfabrik AG. in Rastatt. Zum erstenmal wieder Reingewinn von 5000 Reichsmark, um den sich der Verlustvortrag auf 490000 Reichsmark vermindert. Für das laufende Geschäftsjahr wird befriedigendes Ergebnis erhofft.— Gebhard& Co. AG. in Wuppertal=Vohwinkel. Wieder 8 Prozent„Dividende auf 5,5 Millionen Reichsmark Aktienkapital. In den ersten Monaten 1936 befriedigender Umsatz.— Rheinische Chamotte= und Dinas=Werke in Mehlem am Rhein. 10prozentige Absatzsteigerung. Reingewinn von 16000 Reichsmark wird auf neue Rechnung vorgetragen. Im neuen Geschäftsjahr gut beschäftigt.— Elektrizitäts AG. vorm. Schuckert & Co. in Nürnberg. 6 Prozent Dividende auf 50 Millionen Reichsmark Aktienkapital(i. V. 4 Prozent).— Salzdetfurth=Konzern. Die drei Hauptgesellschaften des Konzerns zahlen wieder die vorzährige Dividende: die Kaliwerke Salzdetfurth AG. 7½ Prozent, und die Kal werke Aschersleben 5 Prozent, und die AG. Consolidierte Alkaliwerke zu Westerregeln ebenfalls 5 Prozent. Wie in den Berichten für 1935 mitgeteilt wird, hat auch die Deutsche Kali=Industrie am weiteren allgemeinen Wirtschaftsaufstieg teilnehmen können. Der Gesamtabsatz des Deutschen Kalisyndikats betrug 13,30 Millionen Doppelzentner Reinkali gegenüber 12.20 Millionen Lopvelzentner im Vorschre. Frühjahrsgeschafte 1686 a S., E NESTEEEE etwa auf Vorjahrshöbe... Wiederaufnahme Aerkerwwyrfiea Hilgers AG. in Rheinbroht. Wiebelaufnahme ver Dividendenzahlung mit 5 Prozent.— Ver. Fogischrng fabriken und Stanzwerke AG. in Hattingen. Erhöhung des AK. um 200000 auf 800000 Reichsmart sou der (6V. vorgeschlagen werden.— Hein, Lehmann& Co. AG. in Düsseldorf. 5(4) Prozent aus einem Reingewinn von 217607(172214) Reichsmark. Man hofft auch für das laufende Jahr auf ein befriedigendes Ergebnis.— Westdeutsche Terrain= und Baubank AG. in Essen. Nach 3857(3800) Reichsmark Anlageabschreibungen einschließlich 810 Reichsmark Vortrag ein Reingewinn von 2856 Reichsmark, der vorgetragen werden soll(i. V. wurde der Jahresgewinn von 20 100 Reichsmark zur Tilgung des Verlustvortrages von 19291 Reichsmark verwandt.— Pfingstmunn=werke AG. in Recklinghausen. Die Gesellschaft, die im verflossenen Jahr das Feldbahngeschäft und den Lastwagenanhängerbau neu aufgenommen hat, schließt 1935 nach stark er; höhten Abschreibungen von 241 472(85.091) Reichsmark mit einem Gewinn von 37 550 Reichsmark ab, wovon 25000 Reichsmark der Reserve zugeführt und 12550 Reichsmark vorgetragen werden(i. V. 116134 Reichsmark Gewinn, der zur Deckung des Verlustvortrages von 116 921 Reichsmark verwendet wurde). Nordstern Allgemeine Versicherungs AG. in Berlin: Die Gesamtprämieneinnahme stieg auf 41,5 Millionen Reichsmark(im Vorjahr 39,3 Millionen Reichsmark) Feuerversicherung. Schadenverlauf gut, Einbruch=Diebstahl, Glas, Wasserleitung und Aufruhr ebenfalls gute Ergebnisse. Bei der Allgemeinen Unfallversicherung verhältnismäßig hoher Prämienrückgang, während Haftpflichtgeschäft Belebung zeigte. Bei Kraftfahrzeugversicherung trotz höherer Prämieneinnahmen zunehmende Verschlechterung des Schadenverlaufs. In dieser Branche ergibt sich ein Verlust von 0,11 Millionen Reichsmark. Transportversicherung befriedigend. Wieder 8 Prozent Dividende auf 6 Millionen Reichsmark Aktienkapital. Evangelische Vorsorge Gemeinnützige VersicherungsAG. in Berlin. Bei einem Reinzuwachs von rund 41 Millionen Reichsmark wurde 1935 ein Versicherungsbestand von rund 521 Millionen Reichsmark erreicht. Versicherungsleistungen: 8,2 Millionen Reichsmark gegen 6,9 Millionen Reichsmark im Vorjahr. Aus dem Ueberschuß von 2,7 Millionen Reichsmark fließen 2,36 Millionen Reichsmark an die Gewinnrücklage der Versicherten. Die Aktionäre erhalten als Gewinnanteil rund 28000 auf das mit 50 Prozent eingezahlte Grundkapital von 1,5 Millionen Reichsmark. Erbschaft. W. W. Der Halbbruder hat unter den geschilderten Umständen keinen Erbanspruch. Sie sind im Testament ausdrücklich als Alleinerbe Ihrer Schwester benannt. Damit scheiden alle übrigen Geschwister und Halbgeschwister automatisch von der Erbfolge aus. Eine solche Testamentsbestimmung ist durchaus zulgsig.„F Geschwister und Halbgeschwister auch kein Pflichttensrecht haben, konnen Sie u. E. einer Klage des Halbbruders mit Ruhe entgegensehen. Wenn Sie Näheres erfahren wollen, so nehmen Sie den Rat eines Rechtsanwalts in Anspruch. Haftpflicht. W. N. Der Wageninsasse hat in jedem Falle beim Oeffnen der Tür eine besondere Pflicht zur Aufmerksamkeit, deren schuldhafte Vernachlässigung ihn ersatzpflichtig macht. Natürlich kann im Einzelfalle auch ein Verschulden des Geschädigten mitgewirkt haben. Es würde zum Beispiel darin erblickt werden können, daß der Geschädigte bei genügender eigener Verkehrsaufmerksamkeit den Schaden ganz oder zu einem Teil hätte verhüten können. Dieser Fall wäre vielleicht dann geaeben, wenn der Abstand des Fußgängers von dem Wagen, dessen Tür geöffnet wurde, immerhin noch ausreichte, um bei gebotener Sorgfalt rechtzeitig auszuweichen. In diesem Falle würde sich die Ersatzpflicht des Autoinsassen in dem Maße mindern, wie ein Verschulden der Passanten mitwirkte. Alles das sind aber Fragen des speziellen Sachverhalts, die, sofern eine gütliche Einigung nicht zustande käme, das Gericht in einer Beweisaufnahme klären müßte. Pfändung. H. H. Wenn die Mietforderungen damals an Sie abgetreten waren, hätten Sie gegen den pfändenden anderen Gläubiger Interventionsklage erheben müssen. Es empfiehlt sich schon Rücksprache mit einem Rechtsanwalt. Sie werden jetzt möglicherweise klagen müssen, um zu einem vollstreckbaren Titel zu kommen. Erbschaftssteuer. S. Nach dem Erbschaftssteuergesetz(in der Fassung vom 16. Oktober 1934) gehören Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern zur Steuerklasse IV. In dieser Klasse bleibt ein Erwerb von nicht mehr als 2000 RM. steuerfrei. In Ihrem Falle beträgt jedoch die Erbschaftssteuer 14 vom Hundert, wenn Sie im Testament Ihrer Tante nicht durch besondere Verfügung als Erbe eingesetzt sind. Eleganter RiemchenBindeschuh, in blauweiß, koralle und vie- 8 lon anderen Farben# viel schöner mit neuen Böhmer-Schuhen BULSTNURG Neuarüge, lufüge Sandalette, in rot, erön, blau u. beige 1 PP 5 8/#% 9 Seite 8 Nr. 119# Bochumer Anzeiger„ SamstagSonntag, 23./24. Mai 1936 Tuenen und Spor Seite 9 Nr. 11 Zum 12. Malc OraZTOZTGRCKL Ader aufschdr Höhepunkt der Woche des Olympiaheftcs— 140 Mannschaften am Start Hätte 1935 nicht eine Pause gebracht, so könnte der ewig Abergläubische jetzt die Hand an die tiefgefurchte Stirn legen und sagen:„Ich weiß nicht, diese 13, sollte man nicht ein Jahr überschlagen, es wird sicher wieder regnen oder sonst etwas.., diese 13, ich weiß nicht.“— So aber hat dieser„werte“ Mann noch ein Jahr Frist, seine pessimistische Anschauung zu ändern, wir aber können lächelnd zur Tagesordnung übergehen, d. h. zum 12. Staffellauf„Quer durch Bochum.“ Die leider sonst zu verzeichnende Tatsache, daß leichtathletische Veranstaltungen sehr dünn besucht sind, fällt diesmal weg,—(nicht deswegen, weil es keinen Eintritt kostet, wie der„Meckerer“ schon wieder sagen will.) Nein, einmal hat der Staffellauf in diesem Jahre ja dadurch eine besondere Note bekommen, daß er als Hauptveranstaltung in die„Woche des Olympiaheftes“ eingebaut worden ist, die Mittwoch ihren Anfang genommen hat. Die Zuschauer mögen also zum Dank für den„freien Eintritt“ sich fleißig der Olympiahefte bemächtigen, die nur einen Groschen kosten aber über jede Sportart sehr viel Wissenswertes und Belehrendes zu sagen wissen. — Zum anderen aber ist diese Straßenstaffel, die am 24. Mai 1924 zum ersten Male ausgetragen wurde, also schon eine Geschichte hat und eine der bedeutendsten westdeutschen Veranstaltungen darstellt, schlechthin das alljährliche Bochumer leichtathletische Ereignis geworden. Wir sagten es schon, er hat Tradition, dieser Staffellauf, der in der traurigsten Zeit Deutschlands aus der Taufe gehoben wurde von Männern, die schon damals klar erkannten, daß die körperliche Ertüchtigung eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Wiederaufstieg aus der tiefsten Schmach war. Freilich, der Sinn hat sich ein wenig geändert. War er in der ersten Zeit mehr einmal für den Sportaedanken zu werben, so ist er heute längst eine Leistungsschau, ein erbitterter Wettkampf unter allen Leibesübungen treibenden Vereinen geworden. Jene 571 Läufer, die 1924 zum ersten Male antraten, sind längst auf über 1000 angewachsen. Zum 12. Male werden die Sportler den Stab in raschem Lauf durch die Stadt tragen, werden Tausende von Zuschauern eine Gasse bilden und mit bewundernden und beifälligen Blicken die sehnigen, sportgestählten Körper betrachten und die Läufer anfeuern, ihr Letztes herzugeben. Wenn der Lauf also bestimmt sein Publikum finden wird so ist er auf der anderen Seite nicht weniger beliebt, was die zahlreichen Nennungen beweisen. Wir dürfen schon sagen daß die Kurzstreckler den„Rahm von der Milch schöpfen“, werden sie doch die„Renne“ runterrennen und mancher wird bevor er seine Trainingshose auszieht, noch schnell einen Blick auf den besetzten Bürgersteig werfen und dann mit doppeltem Eifer den Stab ergreifen und davonspurten. Wenden wir uns nunmehr der technische Seite des Laufes zu. Bekanntlich hat Oberbürgermeister Dr. Piclum die Schirmherrschaft übernommen und damit erneut seine Sportfreudigkeit ausgedrückt. An der Streckenführung hat sich nichts geändert, die gesamte Laufstrecke beträgt wie in den Vorjahren 4,6 Kilometer, die mit 11 Wechseln von 100 bis 1000 Meter besetzt sind. Der Start erfolgt um 14.15 Uhr am Reformrealgymnasium, Königsallee. Der erste Läufer hat 1000 Meter die Königsallee herunter zurückzulegen, unter der Bahnhofsunterführung hindurch geht es dann über die Kortumstraße, Kaiser=Wilhelm=Straße, Kurfürstenstraße die Castroper Straße hinauf zum Ziel TuS.=Stadion, in dem nach Eintreffen aller Läufer(etwa 15.30 Uhr), ein gemeinsamer Stillauf die Staffel beendet. Im Anschluß an den Stillauf findet das abschließende Fußballspiel Germania Bochum— Bochumer Auswahlmannschaft statt, Das Gesamtmeldeergebnis umfaßt 141 Mannschaften, von denen der Reichsbund für Leibesübungen 72, die HJ. 67 und die Wehrmacht 2 Mannschaften stellt. Die Klasseneinteilung sieht 7 Gruppen vor, Der interessanteste und gleichzeitig wichtigste Kampf wird sich in der Gruppe 1(Volksturnen und Leichtathletik) abspielen. Hier hat die auch diesmal im Rennen liegende Hammer Spielvereinigung den Wanderpreis zu verteidigen. Auswärtige Gegner stellen sich weiter in dem sehr starken Olympischen Sportverein Dortmund=Hörde, in Turngemeinde Witten und Westfalia Herne vor. TuS. Bochum und Turnverein Bochum 48 sind mit je zwei Mannschaften vertreten, zu denen noch als rein Bochumer Mannschaften Turngemeinde Bochum=Ehrenfeld und Turn= und Sportvereinigung Laer 87 kommen. Bochum 48 hat als Volksturnermannschaft den Wanderpokal zu verteidigen der bei einem neuerlichen Siege endgültig in den Besitz des Vereins übergehen würde. " Die Gruppe 2 vereinigt die Mannschaften der reinen Fußballvereine, die mit 11 Meldungen erfreulich stark vertreten sind. Die Bezirksligavereine sind durch Westfalia, Preußen, Dahlhausen vertreten, aber auch die Kreisklassen haben Vertreter im Rennen. Es überrascht, daß Germania Bochum keine Mannschaft stellt. 8 Vereinen schwach besetzt ist die Gruppe 8 (Handhall), allein auf weiter Flur ist der Bochumer Kannklub in der Gruppe 4. In der Gruppe für NS.= Formationen messen zwei Mannschaften der SA.=Stanihre Kräfte mit einer Vertretung der 30. SS.= Standarte. Zwei Mannschaften des Art.=Regt. 16 Hamm stehen in der Gruppe 6b im Kampf mit zwei Mannschaften des Bochumer Polizeisportvereins. Stark besetzt sind die Wettkämpfe der nach Alter unterteilten Jugendklassen Die Hitler=Jugend trägt als Kampf zwischen den einzelnen GeSeschse anit. .. Ueber die mutmaßlichen Sieger zu orakeln, ist bei der Fülle der Meldungen seyr schwer. Das beste Durchschnittsmaterial gibt bei derartigen Großstaffeln ein Propagandalauf, den der damalige„Rasensportver: Vereine im Wettkampf mit den auswärtigen Gegnern band“ aufzog, um erst emumet zur ven Sportgedanren gut sclagen werden daß der traditionell Staffell z warhen so ist er haute längst eine Leistungsscha gür schiacgen, werven,paß der rravitioneue Staffellauf , e i n e W e r b u n g f ü r d i e d e u t s c h e L e i c h t tik zu sein, auch in diesem Jahre erfüllen wird. Daß der Veranstaltung gutes Wetter beschieden sein mige ist der Wansch aller. beschieden se im Parkhaus, die alle Aktiven in fröhlicher Runde vereint und ein abwechslungsreiches Programm aufweist, findet der Staffellauf und damit die„Woche des Olympiaheftes“ den Abschluß. Im Mittelpunkt des Abends, zu dem u. a. Leo Sander und der Männergesangverein„Gußstahlglocke" verpflichtet wurden, steht die Siegerehrung. Diesmarmn Germalnd der Gegher Das zweite Auswahllpiel im Tus.-Stadion Ste Were, der Stillauf, aller Teilnehmer am großen Staffellauf„Quer durch Bochum“ beendet ist, onzern. A4% dis Fußhaller zum Kampf. Nachdem am Mittwoch Tus. Bochum gegen eine reine KreisklassenKombination zu einem hohen:=Siege kam, wird Germania Bochum alles daransetzen, um Sonntag gegen eine weitaus stärkere Auswahlmannschaft das gleiche gute Ergebnis herauszuholen. Für den Kampf sind folgende Mannschaften aufgeboten: Germania:„ Lasarfti II, Meinhardt Trawny Lasagg., Kölling Andreas Schonefeld Walislewitz Philipp Schneider Nölle Simon„Mohr Kenneweg Seidler Kramp (BfB. Gerthe)(SC. Dahlh.)(Phönix)(SXV.Werne)(Phönix) Schimmelpfennig Schöpe Birtczak (MBV. Linden)(Stiepel 04)(Langendr. 07) Sadowski Röder (Langendr. 07)(Stiepel 04) Weitz Auswahlmannschaft:(SC. Dahlhausen) Also eine erheblich stärkere Mannschaft als diejenige, die gegen den TuS. ziemlich sang= und klanglos mit :7 verlor. In der Auswahlmannschaft befinden sich einige sehr talentierte Einzelkräfte und Spieler, die in Giadienamspf Bodium Wakne Zialer Der Handball-Großkampf Samstag im Tus.-Stadion Am Tage des Staffellaufes„Quer durch Bochum" gab es in Bochum stets ein besonderes Handballspiel, das früher unter der Bezeichnung Turner gegen Sportler durchgeführt wurde. Heuer ist es anders geworden. Dir Handballer spielen gemeinschaftlich im Fachamt Handball. In diesem Jahre findet dieses traditionelle Handballspiel im Rahmen der Bochumer„Woche des Olympiaheftes" bereits am Samstag abend im TuS.=Stadion statt. Hier treffen sich nun die Städtemannschaften von Wanne=Eickel und Bochum. In besonderen Auswahlspielen haben beide Städte ihre besten Leute ermittelt die sich dem als Schiedsrichter amtierenden Gaulehrwart Seeger wie folgt stellen werden: Wanne=Eickel: Kramps (TuS. Holsterhausen) Meyer Bruns (TB..)(Jahn Holsterhf.) Rein Gebauer— Feld (Sppg. Röhlah.)(TB..)(Tu S. Holsterh.) Berger Seelbach Damschen Padberg, Jäger (.Holsth.)(Spg. Röh.)(TB..)(Wstf. Herne)(Tv. 83 Röh.) Kinzius Schulze Weiß Kalva Höps (PSV.)(beide Westfalia)(TG. Ehrenf.)(Friesen) Breidenbach Wondorf Kraft (TG. Ehrenf.)(PSV.)(Friesen) Schrick. Friedrichs (MBV. Linden)(PSV.) ###chum.„Kayser Bochum:(Friesen) Vor den letzten Entscheidungen Um die Deutsche Handball=Meisterschaft Am vierten Maisonntag werden die Gaugruppenspiele im Handball zur Ermittlung der vier Teilnehmer Deutsche an der Vorschlußrunde um die##sche Meisterschaft abgeschlossen. Nach den Ergebnissen des vergangenen Sonntags— vor allem durch die überraschende Niederlage von Oberalster in Hannover— standen die vier Gruppensieger schon fest, aber jetzt ist in letzter Stunde doch noch eine überraschende Wendung eingetreten, da die Hannoveraner wegen des Mitwirkens eines nicht spielberechtigten Torwarts ihrer Punkte verlustig gegangen sind.„Somit hat das Rückspiel zwischen Oberalster und MSV. Magdeburg doch noch entscheidenden Charakter erlangt, wie auch die Mülheimer Begegnung von Interesse ist, da der Niederrheinmeister im Falle eine rhohen Niederlage seinen Gruppensieg einbüßen kann, aber so weit werden es die Mülheimer erst gar nicht kommen lassen. Zunächst die Paarungen: Gruppe 1: Berlin: Berliner SV. 92— MTSA. Leipzig Bischofsburg: Hindenburg Bischofsburg— Post Oppeln Gruppe 2: Hamburg: Oberalster Hamburg— MSV. Magdeburg Stettin: KTV. Stettin— Post Hannover Gruppe 3: Bamberg: SpVag. Fürth— TVag. Obermendig Minden: Hindenburg Minden—. TV. Altenstadt Gruppe 4: Mannheim: SV. Waldhof— MSV. Darmstadt Mülheim(Ruhr): Rasensport Mülheim— Kurhessen Kassel. ihren Vereinen Stützpunkte bedeuten. Da ist Weitz, der zuverlässige Hüter des SC. Dahlhausen, da sind die beiden guten Außenstürmer Kramp und Simon. Die Germanen, die auf Grund ihres besseren Eingespieltseins als Favoriten in den Kampf gehen, dürfen keinesfalls ihre Aufgabe unterschätzen. Der Kampf wird sicherlich sportlich weitaus wertvoller sein, als die Begegnung am Mittwoch. Wir bezweifeln, daß Germania den deutlichen TuS.=Sieg wiederholen kann. Fußball-Zwangspause in Bochum Einmal im Jahre gehört ein Sonntag ausschließlich den Leichtathleten, die am Sonntag zum 12. Staffellauf Bochum“ antreten Natürlich herrscht „Quer durch Bochum antreten. Natürlich amtlicherseits für die Fußballer Spielverbot innerhalb der Bochumer Stadtgrenzen. Da aber die meisten Vereine— auch reine Fußballvereine— sich am Staffellauf beteiligen, sind auch Spielabschlüsse für Auswärtsspiele erfreulicherweise unterblieben. Nur BochumWest und TuS. Bochum weilen auswärts. Der Tus. spielt am Samstag in Gütersloh, um am Sonntag vormittag in Herford zum zweiten Wochenendspiel anzutreten. Bochum=West macht einen kleinen Ausflug nach Henrichshütte zum Vertreter der dortigen ersten Kreisklasse, während Carolinenglück und Phönix Bochum schon am Samstag die Klingen kreuzen. Die Spiele: Samstag: Carolinenglück— Phönix Bochum Gütersloh—. TuS. Bochum Sonntag: Henrichshütte— Bochum=West Herford— Tus. Bochum Gatrsadhen oderaausadfvenl! Wiederholung in der Entscheidung um den Reichsbund-Pokal Die Sachsen stützen sich in der Hauptsache auf die Spieler des Gaumeisters Polizei Chemnitz und des Dresdner Sportclubs, allerdings muß auf den Mittelstürmer Schön verzichtet werden.— Der Gau Südwest hat seine Elf gegenüber dem Frankfurter Treffen wesentlich umgestellt. Die Stärke liegt hier vor allem in der Läuferreihe, dafür ist Sachsen im Sturm höher einzuschätzen. Die Hintermannschaften dürften sich ebenbürtig sein. Sonderzug zum Olympiadorffällt aus Wie die Pressestelle der Reichsbahndirektion Wuppertal mitteilt, muß der für Samstag, den 23. Mai, nach Berlin vorgesehene Verwaltungssonderzug zur Besichtigung des Olympiadorfes ausfallen. Die Fahrkarten und Gutscheine werden von der Fahrkartenausgabe zurückgenommen. Das seinerzeit in Frankfurt a. M. trotz Spielverlängerung mit:2 unentschieden ausgegangene Bundespokal=Endspiel zwischen den Gaumannschaften von Sachsen und Südwest findet am Sonntag in Leipzig seine Wiederholung. Nach der Umbenennung geht es also jetzt um den Reichsbund=Pokal, dessen Finale in ganz Sachsen mit großer Spannung erwartet wird. Man gab damals nicht mehr viel für die Sachsen, als sie schon bald mit:2 im Rückstand lagen. Doch die energischen Vorstöße hatten den Erfolg, daß beide Treffer aufgeholt wurden. Eine Entscheidung fiel weder hüben noch drüben, und auch eine halbstündige Verlängerung blieb ergebnislos. Sachsen hat nun in der Wiederholung den wertvollen„Platzvorteil“. Die beiden Mannschaften stehen— nach neuerlichen Umbesetzungen— nun wie folgt: Sachsen: Kreß(Dresdner SC.); Kreisch(Dresd= ner SC.), Lieberwirth(Polizei Chemnitz); Soltmann (SC. Planitz), Reicherdt(Polizei Chemnitz), Rose (SpVg. Leipzig); Than(Guts=Muths Dresden), Helmchen(Pol. Chemnitz), Hähnel(BC. Hartha), Munkelt (Polizei Chemnitz), Kund(Dresdner SC.). Südwest: Kersten(FSV. Frankfurt); Kühn (Pfalz Ludwigshafen), Welsch(Borussia Neunkirchen); Gramlich(Eintracht Frankfurt), Sold(FV. Saarbrücken), Mantel(Eintracht Frankfurt); Pflug(Union Niederrad), Schuckert(Opel Rüsselsheim), Lindemann (Kickers Offenbach). Heldmann(FSB. Frankfurt), Fath(Wormatia Worms). Fußball=Deutschland schaut nicht nur des Spieles wegen nach Leipzig, sondern auch deswegen, weil dort die Paarungen für die Meisterschafts=Vorschlußrunde am 7. Juni ausgelost werden. Das letzte Everfon-Spiel Deutsche Elf für Nürnberg Im letzten der fünf Gastspiele am Sonntag, 24. Mai, in Nürnberg txitt der Everton=Mannschaft noch einmal eine sehr starke deutsche Auswahl gegenüber, die folgendes Aussehen hat: Jakob (Jahn Regensburg) Munkert (Alemannia Nachen)(1. FC. Nürnberg) Mehl Goldbrunner Werner (Fort. Düsseld.)(Bayern Münch.)(Schweinfurt 05) Exrg... Euctt Sefflng,„Wauchrr. Urban. „Münzenberg. Klemunmig=Rachen Gußner Eckert Giffling Gauchel Urban (1. FC. Nd.)(W. Worms)(Waldhof)(Neuendorf)(Schalle) Heierehnundun Mii Höhner-Siadfwala 180 Fahrer am Start— Erftmalig mit Sportwagen Das dritte nationale Kölner Stadtwaldrennen erhält durch den Wettbewerb von Sportwagen mit und ohne Kompressor eine erhöhte Bedeutung. Ursprünglich waren auch Wettbewerbe kleinerer Rennwagen vorgesehen, von denen man aber dann wieder Abstand nahm. Auf der nur.6 Kilometer langen Rundstrecke, der kürzesten Rennstrecke Deutschlands wird es am Sonntag vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag Kämpfe am laufenden Band geben. Der Renntag beginnt mit einem Sonderlauf der Ausweisfahrer über 25 Runden(65 Kilometer). 53 Fahrer wurden für die Kämpfe der Solomaschinen bis 250, bis 350 und bis 500 Kubikzentimeter zugelassen. Für die Motorrad=Lizenzfahrer sind drei Rennen für Solomaschinen und zwei für Seitenwagenmaschinen vorgesehen. Die Solo=Klassen gehen über 40 Runden, die Seitenwagen=Klassen über 30 Runden. Bei den „Kleinen“(250 Kubikzentimeter) starten so bekannte Fahrer wie Geiß und Winkler(DKW.), Kohfink(Imperia), Schön(Bücker=Jap), Karbstein. In der Elst, Häusler. Voigt, Straßburger usw. In den Klassen der 350er Maschinen gehen u. a. Meister Oskar Steinbach, Heiner Fleischmann(NSU.) Schneider, Schön, Thorn□ Sport-Aalender Platz an der Landwehr. Sonntag, 24. Mai, 16 Uhr: Am den Aufstieg zur Bezirksliga TG.-Bochum-Ehrenfeld— SV. Honldrach ervisse starten, erh i Küttchen bicht weniger gehen Braun(Horer), Dayidsonz, u.— Die Rennen# des großen Renn bewerbe für Spor 1100„mit und ol der kleinen, komp auf Adler, Fiat, pressor staxten au kannte Fahrer wiund Vorster. M (Röhr) und dieser Klasse über Sportwagen ohne während sich in pressor bis 210 BMW. und Wa Tage Die große Luf Am 23. und? Zeichen des Lufts tritt an diesem T an die Volksgem gedanken zu wer trieb von besond Häusern und auf der Appell des freudigkeit aller der Wichtigkeit 1 tung ist sich die besonders bewuß der Luftfahrt ha Luftsportgghanke über den Luftsp tion. Durch den L vorfliegerische R waffe, die den zugute kommt. Sammelbecken der Luft gedien! des Luftsportes Ballonwesen— den. Besonders gedankens. In den Fahnen des Zusammenatbei jugendfuhrung für die einheit! 10. Lebensjahr tätigung im Lu schulen des deu flugzeugbau, W Auslese als luftsportlicher mit Heißluftba Zukunftsziele. und wird das eirg Wenn Dich, 24. Mai der d fillung seiner Scherflein zu dert und auch Vaterlandes e wird dieser Ar ist Sache desg Flug geboren. klendltey Argon Die Start 81. Mai fand Witten statt die übrigens ihre Meldung sonderer Art kanadischen dürfte sich be Olympiade v in Rolf Schi namhaftesten namhaften bandsgebietes Der Boch eine Rennge Start geht. dieses Jahr der RV. lin am Stat „Hohensybur rer, die je eite 9 Nr. 119 Bochumer Anzeiger, Sumstag Sonntag, 23 724. Mai 1936 Becüwe, Kohfink ins Rennen. Hans Priter, wicd bagegen auf RSU, nur in der HalbSoenti starten, wo er zusammen mit seinen, Stallliterklal)“ Rüttchen und Fleischmann auf die BKW.= Mansfeld und Steinbach treffen wird. V# icht weniger gut besetzt sind die Rennen der SeiIn der Klasse bis 600 Kubikzesczgretzt schweren Klasse sind neben Stärkle Braun(Horex), Schumann(NSU.), Weyres(Harley Oo=sforzennen der Sportwagen bilden den Abschluß b Renntages. Die Rennen sind in Wette für Sportwagen mit und ohne Kompressor(bis s00 mit und ohne“, darüber„ohne“) unterteilt. In der kleinen, kompressorlosen Klasse starten 14 Fahrer 4 Adler, Fiat, DKW., Austin und MG. Mit Komstarten auf MG., BMW. und Austin so besannte Fahrer wie Bobby Kohlrausch, Verheyen, Deutz und Vorster. Macher(DKW.), Röse(BMW.) Delfosse(Röhr) und weitere Fahrer auf BMW., das in dieser Klasse überwiegt, bestreiten das Rennen der Sportwagen ohne Kompressor bis 1500 Kubikzentimeter, mährend sich in der Klasse der Sportwagen ohne Kompressor bis 2100 Kubikzentimeter acht Fahrer auf BMW. und Wanderer eingetragen haben. Tage des Luftlports ZirerAumnegerpfele Zür Bezirhenza TG. Bochum-Ehrenfeld gegen SV. Hombruch in Bochum VIB. Börnig in Halpe große Luftsportwerbung am 23. und 24. Mai Am 23. und 24. Mai soll Deutschland wiederum im Leichen des Luftsports stehen. Der Reichsluftsportfüährer diesem Tage mit seiner gesamten Orteunirion an die Volksgemeinschaft heran, um für den Luftsportgedanken zu werben. Diese Werbung ist mit dem Verrieb von besonders geschmachongg, Wagbgahzeichen in eg, von eov; Straßen verbulben. Roch immer war der Appell des deutschen Luftsportes an die Opferfreudigkeit aller Volksgenossen ein voller Erfolg, denn der Wichtigkeit und des Wertes einer starken Luftgelist sich die deutsche Volksgemeinschaft gerade jetzt besonders bewußt. Der Führer und sein der Luftfahrt haben seit dem Jahre des Umbruchs dem Luftsportgedanken mächtigen Impuls verliehen, denn über den Luftsport führt der Weg zur fliegenden NaDurch den Luftsport erhält die deutsche Jugend das Sammelbecken all der Männer, die dem Vaterland in der Luft gedient haben. Großes ist auf allen Gebieten des Luftsportes— Modellflug, Segelflug, Motorflug, Ballonwesen— seit 1933 geleistet und geschaffen worden. Besonders die Jugend ist Trägerin des Luftfahrtgedankens. In überströmender Begeisterung eilt sie zu Fahnen des deutschen Luftsports. Verständnisvolle Zusammenarbeit zwischen Reichsluftsportführer, Reichsjugendführung und Ersleherschaft gibt die für die einheitliche Erfassung der jungen Kräfte vom 10. Lebensjahr ab. Handwerkliche und fliegerische Betätigung im Luftsport gehen Hand in Hand. In Reichsschulen des deutschen Luftsports für Segeiflug, Segelflugzeugbau, Modellbau und Sportflug wird die beste Auslese als Führernachwuchs geschult. Neue Gebiete luftsportlicher Betätigung werden erschlossen. Fliegen mit Heißluftballonen und Menschenkraft weisten große Zukunftsziele. Den luftsportlichen Bestrebungen muß und wird das ganze deutsche Volk Helfer und Förderer Wenn Dich, deutscher Volksgenosse, nun am 23. und 24. Mai der deutsche Luftsport ruft, um ihm zur Erfillung seiner großen Aufgaben wie bisher ein kleines Scherflein zu opfern, damit deutsche Luftgeltung gefördert und auch der deutsche Luftsport für das Wohl des Vaterlandes einsatzbereit sein und bleiben kann, so wird dieser Appell nicht ungehört verhallen. Luftsport ist Sache des ganzen Volkes, aus Luftsportgeist ist jeder Flug geboren. Henglteyfce-Regatta international Argonaut Toronto(Kanada) am Start Die Startverlosung zur Hengsteysee=Regatta am 31. Mai fand am Mittwoch im Bootshaus des RC. Witten statt. 27 Vereine bzw. Renngemeinschaften, die übrigens recht zahlreich sind, haben in 24 Rennen ihre Meldungen abgegeben. Eine Ueberraschung besonderer Art ist die Meldung eines Skullers durch den kanadischen Verein Argonaut Toronto. Der Ruderer dürfte sich bereits rechtzeitig in Deutschland auf die Olympiade vorbereiten. Er trifft auf dem Hengsteysee in Rolf Schneider(Kölner RV. 77) auf einen der namhaftesten deutschen Skuller. Natürlich sind alle namhaften Vereine des rheinisch=westfälischen Verbandsgebietes auf der Regatta vertreten. Der Bochumer RV. bildet mit dem RC. Witten eine Renngemeinschaft, die in zehn Rennen an den Start geht. Wie schon in den Vorjahren, so sind auch dieses Jahr die Berliner Vereine Spindlersfelder RV.„Sturmvogel" und„Friesen“ Berlin am Start. Recht zahrreich sind die Nennungen im „Hohensyburg=Vierer" und Zweiten Jungmann=Vierer, die je elf Boote an den Start bringen werden. Die Aufstiegsspiele zur Bezirksliga bringen zwei Nachhutgefechte, die bei dem zur Zeit völlig ausgeglichenen Tabellenstand von nicht geringer Bedeutung sind. Die Ehrenfelder spielen auf eigenem Platz, während der VfB. Börnig nach Hagen=Haspe muß. Dafür hat Ehrenfeld aber einen schweren Gegner zu Gast, denn nach schwachem Start hat Hombruch mit zwei beachtlichen Siegen aufgewartet. Einmal wurde Herbede in Hombruch geschlagen, zum andern fiel der ungeschlagene Tabellenführer VfB. Börnig auf eigenem Platz den Hombruchern zum Opfer. Das mag den Ehrenfeldern also zur Warnung dienen, die alle Veranlassung haben, im Sturm endlich etwas energischer zu werden. zweite Spiel in Haspe ist für den Tabellenführer VfB. Börnig ebenfalls nicht leicht zu nehmen, denn die „Ennepeströter“ sind auf eigenem Platz eine gefährliche Einheit. Verliert Börnig das Spiel, so sinken die Aus; sichten auf den Aufstieg zwar nicht völlig, der Kampf um den Aufstieg dürfte in der zweiten Serie dann aber noch erbitterter werden. Tg. Bochum=Ehrenseld— SV. Hombruch Das zweite Aufstiegsspiel der Ehrenfelder in Bochum. Für das Spiel ist das Spielverbot aufgehoben worden, so daß der Kampf zur gewohnten Stunde bebeginnt. Bei der Bedeutung des Bochumer Vertreter dürfte der Platz An der Landwehr einen guten Besuch aufzuweisen haben, denn der Fußballfreund liebt eben Sviele, die in irgendeiner Form Entscheidungen bringen. Haben die Ehrenfelder Stürmer bei aller Lebendigkeit in den vorangegangenen Spielen ihre Anhänger enttäuscht, so hoffen wir, daß sie sich endlich auf ihre in den Meisterschaftsspielen gezeigte Form besinnen und nicht lange mit dem Torschuß fackeln, was bei dem in guter Form befindlichen Hombrucher Schlußdreieck nur zu empfehlen ist Börnig scheiterte an diesem sicheren Bollwerk und die Ehrenfelder hoffen, daß es ihnen nicht ebenso er geht. Weniger Befürchtungen haben wir in bezug auf die Bochumer Verteidigung mit ihrem Hüter wenn man nicht wieder wie in Dortmund in den Fehler verfällt, Experimente zu machen, wodurch die Bochumer in der Deckung sehr geschwächt werden. Wie dem auch sei, an Kampfgeist hat es den Ehrenfeldern nie gefehlt, und Kampfgeist ist immer eine gute Stütze in schweren Schlachte: Schlachten. Ein Aufftiegsspiel zur Gauliga SV. Rotthausen— Borussia Dortmund. Stele, Eine Grag beißen müen, wern nicht wieder ein Unentschieden herauskommt. Wir lassen den gang offen. Faulikanspffallger-Airfeiig Die Endkämpfe des Jugendturniers der Bochumer Amateurboxer Iu Soo, oich Grosgnse deis Zugendüurners der s60 Obd: Beutbelzge, Beliz)., cansien Verisen Bochuns Bouch, heuer heden be Piotopst T(Gudean; vie 38 B5.=Reskele aus ee i Man darf gesanut sen, wer Zacharlos 19) wose(Posze)— Prswper 1(SinAor)— Pgselben 1“(polzei).— Schergenicht: Vienhofen oder Fünfzig(beide 19)— Fer, ernsthaft und mit vollem Einsatz um den Titel Turniersiegers streiten. Pan varf vegunigenn, wer scher(Polize Stadtmeister im Federgenscht,## eizei), un dem Titelhalter Piotrows## 2(Einven). Nachstehend die Paarungen: Endkämpfe des Jugendturniers: Schülerpapier bis zu 65 Pfd.: Czerwinski(Polizei)— Treimer(19); bis 70 Pfd.: Walter(19)— Schlotthauer(Laer); bis Schwarz wegen der den weißen Figuren geöffneten Linien schnell erstürmt werden,„ 16. e4 Le7 17. De2 g6 18. Lbz Lrb 19. Lrb: 1164 chierher führte LZonhardt die P# entscheidet nun durch kräftiges Angriffsspiel. Ree eeeee Das Bauernopfer bringt den Schwarzen nun in venigen gggn un8a5 Def 26. Sgi Des 2. 118:4 Kf8: 28. Trir. Kgs 29. 8164 Khs 30. Ses: Aufgegeben, denn das Matt kann nur nicht verhindert werden. Auf 30.... e5 folgt natürlich 31. Deb: Fallcher Bauernfausch Eröffnung: Damengambit Gespielt im Turnier um die Düsseldorfer Stadt: mannschaft Weiß: Engels Schwarz: Dr. van Nüß in Aien Abopielerzaurge, Dag Jels ersgeige Peis ese e eie e ece e ece Hieser Vorstos ist verkrüht und sollte Schwareinen leichten Ausgleich ermöglichen. Er müßte nämlich jetzt den Mittelbauern schlagen, wonach gen 0gut. Statt dessen nimmt er den unwichtigen eBauern und kommt durch den Vormarsch des verschmühten-Bauern in, Nachteg, 4.. def 5. Lei: Sfé 6. e# Stdt Immer noch besser wor bon. 7. 813 Seé 8.—0 Sbé 9. Lb3 Sb4 10. Sg5 Darauf setzt Weiß überraschend fort, indem er den Damentausch zuläßt. Aber gerade diese Fortsetzung ist die beste und läßt Weiß in großem tät verliert: 19..., Sd5 20. Sdö:, ed 21. Ld5:, Tbs Die Partie war aber auf die Dauer auch ohne den Fehler im 18. Zuge nicht zu halten. Weiß konnte seine Stellung weiter verstärken und hätte Material eingebüßt. Zum Beispiel: 18... Tes 19. Tadl. Sf8 20. Sa4. Scé 21. Sb6. Tb8 22. La4 und Schwarz steht völlig hilflos. Problem von Friedrich Bethge(Frankfurt) (Dtsch. Schbl. 36) J Eine gute Fernpartie Der Berliner Meister Ahues siedelte bekanntlich nach Königsberg über, und trat, dersen schachliche Erbschaft an. Er wurde sein Nachtolger beim OstGentrchen Bundtun Sogax aine unbendet gebligchene schachspieler Selbeld Jierreg, eg Hort. Allerdinen hacte er nur die Aufgabe, die von uem verstorbenen Meister durch glänzendes Spiel erreichte strategische Gewinnstellung. zum Siege zu führetzg hepergegcp sorgte er mit dem ihm eigenen taktischen Geschick und brachte damit das strategische Leisterwerk Leonhardts zu einem würdigen Aoschluß. Eroffnung: Damenindisch — Matt in 3 Zügen Ein kunstvolles Werk Lösung in der nächsten Schachspalte. Lösung des Problems von Kurt Renner, Dreiztiger:.: Kg7, Te2, g2. Be2; Sch.: Khl, Lb8, Be7, 1. Tgbf droht Tet nebst Théf dä. 1. Tühr: nobot d. 7518. Weiß: Leonhardt(Ahues) Schwarz: Seibold 1. S13 eß 2. d4 Sf6 3. 04 Lb4+ 4. Sbd2! Nach 4. Ld2 Ld2:+ oder De7 nebst späterem Abtausch hätte es Schwarz einfacher. Dieser Aufbau wird von Leonhardt widerlegt. Besser ist—0 nebst d5 und c5. Dieser Springer kann sich auf die Dauer doch nicht auf e4 halten, aber Schwarz hat kaum einen anderen Plan. 7.—0 f5 8. De2 Sd2: 9. Sd2:! Nun droht schon e4, und wenn Schwarz Ld2: spielt, überläßt er dem Gegner das Läuferpaar. Er versucht deswegen, im Trüben zu fischen. .. Ldß 10. 141—0 11. a3 Des 12. b4 c5 13. be be 14. Db3! Les Auf Des käme Tb1. 15. 45! Sas Bman Nach der Annahme des Bauernopfers 13.. ed 16. ed. De3:+ 17. Khl würde die Stellung von Opel=Füth in Gent siegreich Unter Beteiligung von vier Nationen wurde am Himmelfahrtstage in Gent die 51. Internationale Regatta des REN. augetragen. Deutschland war durch die beiden Rüsselsheimer Georg von Opel und ausgezeichnet vertreten. Der deutsche Doppelzweier gewann sein Rennen in 6,10 überlegen gegen Royal Sporting Nautique Brüssel. Vier-Städte-Kegelkampf zwischen Bochum, Dortmund, Hörde und Wattenscheid in der Panzergrotte Das jahrelange freundschaftliche Verhältnis dieser Vereine findet in diesem Jahre erstmalig in einem VierStädte=Kampf seinen Ausdruck. Dieses Treffen, welches Sonntag vom frühen Morgen bis abends im Bochumer Keglerheim„Panzergrotte“ stattfindet ist von besonderer Bedeutung, denn in einem harten Kampf alter Rivalen wollen die deutschen Meisterschaftsanwärter ihre Form beweisen und gleichzeitig die vier Städte das Ergebnis der letzten Gaumeisterschaft zu korrigieren suchen. So sieht man mit großem Interesse dem Start des Bezirksmeisters und zweiten Gaumeisters im Mannschaftskampf, Hörde, entgegen, wie auch die Einzelkegler für das Weltturnier der Kegler in Berlin, Lafontaine(Hörde), Schröder(Wattenscheid), Blum (Dortmund), eine Probe ihres Könnens abzulegen haben. Und nicht zuletzt wollen wir sehen, was die Bochumer Meisterschaftskandidaten Busch, Vogt und Niggemeyer auf der Scherenbahn heute leisten. Pokalturnier des Schachkreises Bochum Mit der Einrichtung eines Pokalturniers in den spielarmen Sommermonaten werden die Bestrebunge des Schachkreises Bochum zur Förderung des königlichen Spieles in unserer Stadt um ein weiteres Stück vorankommen. Wenn auch dieses Turnier. ug Brücke von der alten zur kommenden Spierzeit schia, gen soll, so sollte es an seinem Propagandawert nicht Die Bochumer Schachspieler werden nach den harten Kämpfen um die Kreismeisterschaft im Pokalturnier vor einer kaum geringeren Prüfung stehen. Zehn Zwölfermannschaften aus Groß=Bochum und Witten starten Sonntag zur ersten Runde. Der Bochumer Kreismeister, Bochumer Schachgesellschaft, ist. eben etwas M RM 16501 Dafür den zuverlässigen OPEL und die unerschöpflichen Möglichkeiten, die er ihnen eröffnet. Hunderttausendfach anerkannte Vorzüge:* Geringer Preis- hoher Wert e Vierzylinder Viertakt-Motor e Hohes Leistungsvermögen- unerschütterliche Zuverlässigkeit Ehrliche Wirtschaftlichkeit in jeder Beziehung e Unverwüstliche Stahlkarosserie mit Harthelzgerippe* Hintenliegender Brennstofftank Geräumigkeit und bequeme Sitze. * Rufen Sie Ihren OPEL-Händler an- er holt Sie zu einer unverbindlichen Probefahrt ab. er kostet wenig- er verbraucht wenig sesichrieen ur unsene Ausere.ur g pg# 4 TO M. BUCKER& WITTE, KRAFTFAHRZEUG-VERTRIEB BOCHUM, ALLEESTRASSE 28, TELEPHON 62280 SCHKOMMODAU a T ER, DE gag4H## Seite 10 Nr. 119/ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 23./24. Mai 1936 Die Paarungen der ersten Runde lauten: Schachverein B. V. G.— Königsspringer Bochum Schachfreunde Weitmar— Bochumer Schachverein Schachklub Altenbochum— Schachfreunde Bochum Bochumer Schachgesellschaft— Schachverein Werne Schachfreunde Witten=Ost— Schachv. Langendreer Königsspringer Bochum, Bochumer Schachverein, Schachfreunde Bochum, Bochumer Schachgesellschaft und Schachverein Langendreer haben die besseren Aussichten, in die Zwischenrunde zu kommen. Aljechin knapp in Führung Das internationale Schachturnier in Bad Nauheim In der fünften Runde des internationalen Schachturniers in Bad Nauheim spielte Dr. Aljechin gegen den jungen Keres(Estland). Die außerordentlich interessante Partie wurde nach vier Stunden abgebrochen. Stand des Turniers nach der sechsten Runde: Aljechin führt mit 3½ Punkten und einer Hängepartie vor Ahues, Rellstab und Stahlberg mit je 3½ Punkten Bogoljubow 3 Punkte und einer Hängepartie, Heinicke 3 Punkte, Professor Vidmar 2 Punkte und zwei Hängepartien, Keres 2 Punkte und zwei Hängepartien, Weißgerber 2 Punkte, van den Bosch 1 Punkt. Bochumer Radsport Der Radfahrerverein Sturmvogel 04 Bochum führt am Sonntag ein Vereinsstraßenrennen durch. Das Rennen wird in zwei Klassen gefahren. Die=Fahrer haben 50 Kilometer bis Dorsten und zurück zu fahren, während die Jugendfahrer 30 Kilometer bis Buer und zurück zu fahren haben. Treffpunkt: 7 Uhr im Restaurant Diederichs, Dorstener Straße 419. Die übrigen Mitglieder des Vereins treffen sich ebenfalls zur Wanderfahrt nach Buer bzw. Dorsten um 8 Uhr in dem vorgenannten Restaurant. Reichssportabzeichen Der Radfahrerverein Sturmvogel 04 Bochum nimmt gleichzeitig am Sonntag, vormittags 8 Uhr, Prüfungen für das Reichssportabzeichen und für das Radsportjugendabzeichen ab. Start ist ebenfalls am Restaurant Diederichs, Dorstener Straße 419. Anmeldungen werden bis Samstag abend 19 Uhr in der Geschäftsstelle des Radfahrervereins Sturmvogel, Zigarrenhaus Klöpper, Bongardstraße 25, oder bei dem Sportwart des Vereins, W. Fastrich, Hattinger Straße 63, entgegengenommen. Die Mitglieder des Radfahrervereins Westfalia 1895 unternehmen Sonntag eine Wanderfahrt zum„Hackstück“. Oberstüter. Abfahrt um.30 Uhr vom Bülowplatz. Jugend=Diplomspiele abgesagt Infolge des wegen des Staffellaufes„Quer durch Bochum“ verhängten Spielverbotes fallen die Jugenddiplomspiele Sonntag aus. Das Endspiel um die Kreismeisterschaft zwischen Spiel= und Sport Gerthe und dem SC. Altenbochum wird am 1. Juni auf dem Germaniaplatz ausgetragen. Ballon„Bochum II“ nahm Sonntag am Ballon=Verfolgungsrennen in Gelsenkirchen teil. Unter Führung von Ballon=Sturmführer Dr. Scholl stieg der Ballon mit Gruppenführer Schramme, Brigadeführer Vogel und Direktor Adam als Gäste auf. Nach 3½ Stunden erfolgte die glatte Landung bei Balve. RSKK.=Mann Kopp(Gelsenkirchen) ging als Sieger aus dem Verfolgungsrennen hervor. Der Kraftsportverein Jahn Bochum=Weitmar veranstaltet Sonntag im Vereinslokal Rotermund (Weitmar) ein Sportwerbefest, zu dem u. a. fünf auswärtige Vereine ihre Mitwirkung zugesagt haben. Leichter Sieg von Cramms Französische Tennismeisterschaften Olympia-Turner in Heidelberg mann— Herenmeister— Angelus. 5..: Klärchen D.— ## sz 6..: Bello Watts— Circe— Regi. 2..: David W. Woge— Vogel. ziehen. Im Mittelpunkt steht das„Frühlingsband der Erft“, ein mit 4000 Mark ausgeschriebenes und über 2000 Meter führendes Rennen, das voraussichtlich von acht Pferden bestritten wird. 2..: 1. Ardrossan(Johnstone), 2. Xylander, 3. Prignac. Toto: S. 21, Pl. 11, 12.— Ferner: Lurdy Gurdy, Vienx Colomvier. das Lustspiel„Carlos schönstes Abenteuer" geben Beiprogramm ihre besondere Note.66 Unsere Voraussagen: 1.: Nußknacker— Antiochus. 2..: Mississippi Lertha. 3..: Roselli— Weltmeister. 4..: Mein Fürst Freigeist. 5..: Laputz— Chevalier. 6..: Silversee Pieta. 7..: Seydlitz— Cornet. 8..: Thuribert Gräfin Mariza. 3..: 1. Vanette(Poincet), 2. Spring Vision, 3. Bernique 11. Toto: S. 53, Pl. 29, 72.— Ferner: West Rand, Philaine, Thmar Pitt, Soucre'Or. 4..: 1. Le Val'Or(Hervé) 2. Fingall, 3. Giovineza. Toto: S. 74, Pl. 23, 13.— Ferner: Drina, Masizy, Bartouria, Anthonia. Saint=Clond, 22. Mai. 1..: 1. Moutardelle(Laumain), 2. Flamme Bleue, 3. Trame. Toto: S. 33, Pl. 15, 14.— Ferner: Miß Whisky, Mireneck. 5..: 1. Train Bleu(Hervé), 2. The Marquis, 3. Marasme. Toto: S. 32, Pl. 17, 23.— Ferner: Ontario. Ener Zidon, Kislar, Emprise. 6..: 1 Dominateur(Bretbes), 2. Bonne Esperance, 3. Magic Grey. Toto: S. 80, Pl. 28, 35, 16.— Ferner: Quebec, Pastel, El Boy Lily, Ambusch, Golden End, Tritonienne, Azoni. 7..: 1. Leyland(Jennings) 2. Herbrule, 3. Ligne. Toto: S. 15. Pl. 11, 11.— Ferner: Petite Favorite. Bochumer Filmschau Wir sind es gewöhnt, amerikanische Filmschöpfungen nicht mit den Geschmacksmaßstäben der Alten Welt zu messen. Auch die„Broadway=Melodie" wäre bei aller Kunst ihrer vomphaften Aufmachung stofflich zu dürftig, um da sonderlich zu bestehen; denn ein Filmwerk im Sinne einer eigenschöpferischen Wertleistung der Leinwand ist auch dieses Hollywoodkind nicht, das man mit so viel Empfehlung über den Großen Teich schickte. Kein eigentlicher Film, sondern gefilmte Revue, diese allerdings mit verschwenderischen Mitteln und allen Registern schillernder, flirrender und bluffender Ausstattungskunst, mit synkopisch=rhythmisierter Musik und dem vieltönigen, bunten Drum und Dran des Kabaretts in Szene gesetzt. Ein Triumph des„make up“, das die zwei Stunden souverän regiert, in denen ein sich nur schwer entwickelndes Handlungsthema aus einem unbekannten und dabei steptänzerisch so ungemein und einmalig begabten Mädchen, wie es die amerikanische Regie(Roy del Ruth) in der sympathischen und schönen Eleanor Powell zur Verfügung hat, über Nacht den gefeierten Revuestar erstehen läßt. Ein gefälliger, leichtgeschürzter, wenn auch für die tanzende Heldin etwas saurer Werdegang mit einigen wirklich lustigen Höhepunkten. Die Spielleitung hat kaum andere Arbeit, als die Prunk= und Massenballette vielseitig und abwechslungsvoll ins Blickfeld der allenthalben lauernden Kameraobjektive zu dirigieren. Dazwischen sorgen die in USA.=Filmen fast unentbehrlich gewordenen Typen eines von neugierigen Journalisten und stellungslosen Künstlern überlaufenen, in seinem Metier nicht gerade instinktsicheren Revuedirektors(Robert Taylor) sowie eines wendigen Reporters(Jack Benny) im Bunde mit einigen recht komischen Figuren für den belebenden Auftrieb. Alles in allem: ein harmloses Stöffchen, aber im bombastischen Prunkgewand amerikanischer Ausstattungsroutine. Sie ist es, die den Film sehenswert macht. Im Beiprogramm ein herzerfrischendes Lustspiel mit Fritz Servos, ein Kulturfilm und die neuesten Geschehnisse aus aller Welt. bs. Lichtburg:„Familie Schimek“ Der Schwank Familie Schimek“ hat sich einmal die Bühne erobert. Nun ist er nach bekanntem Muster im Tonfilm wieder auferstanden und behält auch hier seine Wirkung. Die Geschichte des ewig nöckernden und nörgelnden, im Herzen aber herzensguten Ludwig Schigl, der sich für die Familie Schimek verantwortlich glaubt, und nun dauernd mit allen möglichen Behörden, Hauswirten und Vormunden erbitterte Kämpfe führt, bis letztlich sich alles zum Guten entscheidet, hat durch den Film noch einige witzige Lichter aufgesetzt erhalten. Nicht aber die Begebenheiten voll Drastik und Komik, die sich unter diesen mit Vatermördern und Riesenstraußenhüten bekleideten Vorkriegsmenschen abspielen, geben diesem Film eine Eigenart, sondern die Lebendigkeit und Zappeligkeit, mit der sich Hans Moser als Ludwig Schigl mit groß und klein durch die Welt schlägt. Köstliche Szenen im Theater, auf der Kegelbahn, beim Vormundschaftsrichter und in der Küche der Frau Schimek sind Kabinettstückchen dieses Komikers. Käthe Haack und Grete Weiser, Fritz Odemar und Hans Adalbert von Schlettow als wackerer Tischlergeselle, der schließlich doch die geliebte Hedwig in die Arme schließt... alle schließen einen Kreis guter Darstellung um Hans Moser. Musik von Paul Lincke sorgt dafür, daß auch das Ohr eine gefällige Meinung von dem Film erhält.— Im Beiprogramm zeigt die Lichtburg einen ausgezeichneten Varietéfilm„Alles für dich“, den guten Kulturfilm und die neueste Wochenschau. Capitol:„Der Arzt aus Leidenschaft“. Unverminderter Anziehungskraft erfreut sich dieser ungewohnlich packende Film, der durch unablässige und geschickt geführte Spannung alle Besucher aufs äußerste fesselt. Die ausgezeichneten darstellerischen Leistungen erhöhen die Wirkung des Films, der noch einige Tage auf dem Spielplan bleibt. Welt=Licht:„Der Himmel aus Erden“ Der Film will nur dem Zwecke dienen, das Publikum auf eine leichte und lustige Art zu unterhalten. Die Handlung ist eine wirklichkeitsgetreue Photographie des gleichnamigen Bühnenstückes. Einzig auf Lachwirkung bedacht, steht und fällt diese Filmposse mit ihren Komikern, die erstklassig und zahlreich einen interessanten Wettkampf bieten. Hans Moser, Gasthofbesitzer und Schwiegerpapa, zerfahren und grantig wie selten, übertrifft sich selbst. Heinz Rühmann weiß mit seiner gewohnten, trockenen Kaltschnäuzigkeit wie immer zu wirken. Adele Sandrock ergänzt prachtvoll die Komik Mosers. Hermann Thimig benimmt sich etwas überlaut, was bei der Groteske um den Gasthof allerdings nicht weiter auffällt. Reichhaltig und dezent, ist das Beiprogramm, in dem die Wochenschau über die neuesten politischen Ereignisse besonders angenehm auffällt. Lichtspielhaus:„Der Kosak und die Nachtigall“ In irgendeinem fabelhaften Mittelmeerländchen buhlen zwei Militärattachés um die Gunst eines Großwaffenschiebers. Beide kämpfen um die Erreichung ihres Zieles, und doch sind sie nur willenlose Marionetten in den Händen einer schönen Frau, die im Interesse einer dritten Partei mühelos erntet. Tempo, Schmiß und Schwung geben der abenteuerlichen Handlung ihr Grpräge. Die Kamera hat den Schauplatz der Handlung, das Land der Pharaonen, in herrlichen, eindrucksvollen Bildern auf die Leinwand gezaubert. Eine ungetrübte Freude bereitet die prächtige Stimme der Jarmila Novotna. Ivan Petrovich spielt in bekannter Weise den ritterlichen Liebhaber. Sein großer Gegenspieler ist Siegfried Schürenberg. Den Typ des dämonischen Schiebers und Spekulanten trifft Rudolf Klein=Rogge ganz hervorragend.— Der Städtefilm„London" und Kirsch und Korte, nicht Kirsch und Henrickx, gewannen beim Himmel= fahrtsrennen auf der Bochumer Radrennbahn das 60Runden=Mannschaftsfahren für Jugendliche. Dechamei=Werdunde und Welene Bei den französischen Tennismeisterschaften in Paris wurden am Freitag die ersten Einzelspiele ausgetragen. Der Deutsche Meister Gottfried von Cramm traf auf den jungen Franzosen Mercier, den er leicht :1,:1,:3 schlagen konnte. Reichsbund der Kinderreichen. Am Montag hielt der Reichsbund der Kinderreichen, Ortsgruppe Altstadt, mit der Ortsgruppe Griesenbruch zusammen eine gut besuchte Versammlung ab. Es wurden hauptsächlich Fragen über die Großkundgebung am 7. Juni in Köln erörtert. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles ergriff Pg. Lompa das Wort zu einem Vortrage über„Völkische Ehre und völkischer Aufbau". Er führte dabei auch mehrere Beispiele aus der Geschichte an. Sein Vortrag endete mit dem Bekenntnis zur deutschen Familie. Aus der Versammlung wurde noch der Wunsch laut, daß sich die Kinderreichen der Partei und ihrer Gliederungen mehr noch als bis jetzt dem Bund anschließen möchten. Anmeldungen werden am Gerstkamp 15 entgegengenommen. Der Männergesangverein„Sangeslust“, Bochum=Riemke veranstaltet morgen im Lokal A. Förster, Herner Straße, sein diesjähriges 1. Hauptkonzert unter der Leitung von H. Klein. Für die Olympiaprobe der deutschen Turner am Sonntag in Heidelberg wurden 22 Turner zur Teilnahme bestimmt, die zur Zeit noch die Olympia=Kernmannschaft bilden. Aus diesen 22 Turnern werden dann nach weiteren Ausscheidungen die acht Mann ausgewählt, die die Ehre haben, Deutschland bei den Olympischen Spielen in Berlin zu vertreten. Die Heidelberger Veranstaltung wird das vollständige Programm der Olympischen Spiele mit je sechs Pflicht= und Kürübungen umfassen; sie wird durch den TV. 1846 Heidelberg auf der Thingstätte auf dem Heiligenberg ausgerichtet. Sauerländischer Gebirgsverein. Nach einer durch die irtschaftlichen Verhältnisse Trabrennen zu Recklinghausen Sonntag eröffnet der Verein Rheinisch-Westfälischer Traberbesitzer und Traberzüchter auf der Bahn in Recklinghausen seine diesjährige Saison, da die Märzrenntage wegen baulicher Veränderungen auf der Bahn ausfallen mußten. Nachdem nun die Bahn vollständig befestigt ist und die neuen Stallgebäude fertig sind, ladet der Veranstalter zu einem Eröffnungsmeeting ein. Da am ersten Tage guter Sport geboten wird, dürfte die Bahn in der Hillerheide ihre Anziehungskraft nicht verfehlen. Unsere Voraussagen wirtschaftlichen Veryautnisse bedingten rückläufigen Bewegung ist der Sauerländische Gebirgsverein seit einiger Zeit wieder in starkem Auftrieb begriffen. Das gilt sowohl vom Hauptverein als auch von der Abteilung Groß Bochum die jetzt mit 754 Mitgliedern die vierte Stelle in der Spitzengruppe einnimmt. Die Gesamtmitgliederzahl ist von 23210 auf 25 261 gestiegen. Großes Interesse bringt man dem am 6. und 7. Juni in Wetter stattfindenden Sauerländischen Gebirgsfest entgegen, für das eine Reihe interessanter Strahlungswanderungen vorgesehen sind. Abteilungsführer Doering wies auf die für den 28. Juni vorgesehene Sonderzugfahrt nach Fredeburg hin. Da die Reichsbahn eine 60prozentige Fahrpreisermäßigung gewährt, stellt sich der Fahrpreis für Hin= und Rückfahrt auf nur 4,20 RM. Die Abfahrt ab Bochum Hauptbahnhof erfolgt morgens um.17 Uhr, die Rückkunft abends 21.53 Uhr. An der Fahrt können auch Nichtmitglieder teilnehmen, denen Wanderfreund Spieckermann, Bongardstraße 56, gern jede Auskunft erteilt.— Im gemütlichen Teil des Abends sprach der Dietwart Pg. Ernst Schebstadt über beliebte Volksweisen und ihre Entstehung. Seine Ausführungen, die manches Neue boten, erläuterte er am Klavier. Unterhaltende Darbietungen und gemeinsame Lieder gaben dem Abend einen fröhlichen Ausklang. Geländeübung Die Freiwillige Sanitätskolonne Bochum=Altstadt bei einer morgendlichen Uebung in Bochum=Hamme und Bochum=Hordel 1..: Peter Dollev— Rheinliefl— Karl L. 2..: Baumberger— Anttas Schwester— Adda. 3..: Fahrt Pütz— Bello Watts— Palmetta Lee. 4..: Stall SpeckEs war noch reichlich früh, als am Himmelfahrtslorgen die Freiwillige, Sanitätskolonne Bochum=Altmorgen die Freiwillige Sanitätskolonne Boch stadt in fast voller Besetzung unter Führung des Kolonnenführers Dr. Frank zu ei Galopprennen in Neuß Nach den Dortmunder Himmelfahrtsrennen ist am Sonntag Neuß wieder an der Reihe der Veranstalter. Der Neußer Rennverein hat sich bemüht, ein gutes Programm zusammenzustellen, für das hoffentlich auch hend Fre Pferde nicht z. ter Stunde wig Jc= abladestelle an der. Dorstener Straße,, Feuergefecht ihte Pferve nicht in letzter Sinnde wieder zurua= und Gasexplosion in dem dortigen Gebaude liefertei lonnenführers Dr. Frank zu einer größeren Geländeübung vom Gummertshof abrückte. An der Uebung nahmen auch der Kolonnenarzt Dr. Gores und Zugführer Kasper teil. Um 6 Uhr zog die Kolonne schon in den jungen Frühlingstag hinaus. In Hamme an der Gahlenschen Straße hatte man zunächst einen in dem dortigen Schlammgraben„Ertrunkenen" zu bergen. In der Nähe fand man dann einen, der den „Erhängten“ markierte. Bei dieser Vorführung wurde auch das Polizeirevier Hamme benachrichtigt. Ein größeres Uebungsfeld bildete die städtische Müllgefecht ferten reichliche Arbeit und Geschicklichkeitsübung für die Kolonne. Das letzte Uebungsfeld in Hamme war die Wembersche Ziegelei an der Dorstener Straße. Hier mußten Verwundete aus dem unter Feuerüberfall stehenden Verwundetensammelplatz gerettet werden. Von.30 Uhr an fand in Hordel auf dem Sportplatz an der Bertastraße ein praktischer Ordnungsdienst statt, der ebenfalls, wie die voraufgegangenen Uebungen, nichts zu wünschen übrig ließ. In den Anlagen des Hordeler Saalbaues verweilte dann die Kolonne bis gegen 14 Uhr. Einem Imbiß folgte gemütliche Unterhaltung, auch wurde theoretischer Unterricht in allen die Kolonne interessierenden Fragen gegeben. Unter Vorantritt des Spielmannszuges wurde der Rückweg angetreten. Am Sonntag, 24. Mai, morgens 9 Uhr, findet auf dem Gelände zwischen Bochum=Harpen und BochumLinden eine Geländeübung der Kreis=Kolonnenabteilung Bochum statt. Strandbad Blankenstein a. d. Das an der Ruhr belegene, sich seit langen Jahren größter Beliebtheit erfreuende Strandbad wird weiterhin gemeinsam vom Amt Blankenstein und der Stadt Bochum betrieben werden. Das Strandbad befindet sich auf der idyllisch zwischen der Ruhr und dem Schleusenkanal belegenen Insel, wodurch mit dem Flußbad gleichzeitig auch ein Luftbad verbunden ist. Mit der großen Rasenfläche ist die Anlage nach wie vor ein idealer Spiel= und Tummelplatz für jung und alt und wird auch in den kommenden Sommermonaten für Tausende von Volksgenossen eine Erholungsstätte sein. Vorhandene Turngeräte bieten außerdem Gelegenheit zur Ausführung turnerischer Uebungen. Die Badezeiten erstrecken sich auf die Zeit von 8 Uhr vormittags bis 21 Uhr. Freitags vormittags von 8 bis 12 Uhr ist die Anlage nur für Frauen offen. Katholisch=Kirchliches. Mit dem morgigen Sonntag nach Christi Himmelfahrt schließt die österliche Zeit für den Empfang der Ostersakramente. Für die fremdsprachigen Katholiken ist die Zeit bis zum Dreifaltigkeitssonntag verlängert.— In der Kapelle des Marienstifts findet am heutigen Samstag, von abends 8 Uhr bis Sonntag morgen 7 Uhr, die Feier der Ewigen Anbetung statt.— Die diesjährige Wallfahrt der Männer=Erzbruderschaft der Heiligen Familie von der Redemptoristen=Klosterkirche nach Hardenberg=Neviges ist auf Sonntag, 5. Juli, festgesetzt worden.— Am morgigen Sonntag abend findet in der Marienkirche eine Marien=Feierstunde statt, deren Ausgestaltung die Kolvingsfamilie übernommen hat. In neuem Gewande. Die Gaststätte„Zur Krone", Hattinger Straße 64, Bernhard Lauhoff, erscheint heute nach Umbau und vollständiger Renovierung in neuem Gewande. In kürzester Frist haben kunstgeschulte Handwerkerhände das Lokal in einen freundlichen, der Neuzeit entsprechenden Zustand versetzt. Würdig steht es in der Reihe der Lokalitäten unserer Vaterstadt, mehr noch als bisher findet hier alt und jung einen anheimelnden Aufenthalt. Gloria=Palast:„Unser kleines Mädel“ Diese Erstaufführung wird in Bochum ein dank, bares Publikum finden. Denn Shirley Temple. Wunderkind von Hollywood, begeistert, wo es sich der Leinwand sehen läßt. Dieses Mal hat man Filmfabel erfunden, die, wenn auch weder originell noch sehr wahrscheinlich, so doch an sich schon interessiert; dis Geschichte einer jungen Ehe, deren Glück und Harmonie durch die zeitraubenden Versuche und durch die ausgedehnte Arztpraxis des Mannes ernstlich bed##h sind. Shirley ist es, die unmittelbar vor der bereue unabwendbar scheinenden Katastrophe die Eltern anzsöhnt. Das kleine Menschenwesen ist die Quelle der Freude und des Glücks der kleinen Familic; vor dem 4 81 * # phot.: Fox-Film Lächeln seiner Augen, dem Schmollen seines Mündchens, dem Spiel seiner Hände, seinen Tränen schwinden die schwersten dramatischen Spannungen. Man entscheidet sich unwillkürlich für das Kind Shirley. Die übrigen Darsteller sind nur Randfiguren.— Lustspieleinlagen, Kulturfilme und die neueste Wochenschau beschließen das Programm. Apollo:„Königswalzer“. Etwas Biedermeier, etwas Historie, gewürzt mut Wiener Walzer und Münchener Humor: Das ist die köstliche Filmerzählung von der Brautwerbung des jungen Kaisers Franz Josef von Oesterreich um die bayrische Prinzessin Elisabeth. Atmosphäre, Stimmung, Rhthmus: alles ist lächelnde, beschwingte Heiterkeit. Paul Hörbiger gibt dem König von Bayern den ganzen, uns wohlbekannten Scharm. Willy Forst hat all die Vorzüge eines begeisterungsfähigen Liebhabers. Seine ebenbürtige und höchst sympathische Partnerin ist. Heli Finkenzeller. Das Technische wie auch die Musik sind filmische Bestleistungen. Der Kulturfilm„Die Wunder des Vogelzuges“ ist ein Meisterwerk. Für die sonntägliche Jugendvorstellung ist der herrliche Naturfilm„Berge in Flammen“ angesetzt. Odeon und Skala:„Im weißen Rößl“ Wie beim Stummfilm und wie bei den unzähligen Aufführungen des Bühnenstückes, so wird auch über den neuen Tonfilm herzlich und kräftig gelacht. Wer kennt nicht die Abenteuer des Herrn Giesecke aus Verlin am Wolfgangsee im Hotel zum„Weißen Rößl“. Die bekannten Schlagermelodien dieser Operette werden in diesem Tonfilm von Hermann Thimig und Christl Maradyn gesungen. Für die Lachmuskeln sorgen Theo Lingen und Willy Schäffers in der Rolle des Giesecke. So verbinden sich Musik, Humor, Temperament und Spannung zu einer der erfolgreichsten Tonfilmrevuen des Jahres. Dazu läuft in dem großen Beiprogramm ein übermütiges Lustspiel, ein sehenswerter Kulturfilm und wie immer die aktuelle Wochenschau. Hammer=Lichtspiele:„Der Dschungel rust“ Auf einer Südseeinsel lebt seit Jahren auf einer Farm ein Europäer. Er hat der Natur die Geheimnisse abgelauscht und dank seiner Liebe zu den Tieren der Wildnis ein überaus kameradschaftliches Verhältnis zu diesen Bestien gefunden. Mit ihm leben im Dschungel ein komischer Zoologieprofessor und dessen junge Tochter. Die freundschaftliche Kameradschaft zwischen diesem Mädchen und dem Farmer wird getrübt durch die Besitzerin einer Jacht die mit ihren verführerischen Reizen den Farmer fasziniert. Das Mädchen der Wildnis und die Tiere des Dschungels siegen, der Farmer bleibt.— Ein tolles Lustspiel ist„Mickey räumt auf“. Interessant sind Kulturfilm und Wochenschau. Theater und Kunst in den Nachbarltäcten Die Spielpläne der kommenden Woche Dortmund. Stadttbeater: Samstag 20 Uhr: Charleys Tante: Sonntag 20 Uhr: Das glückhafte Schiff: Montag 20 Uhr: Clivia: Dienstag 20 Uhr: Die Kronprätendenten; Mittwoch 20 Uhr: Das Herz; Donnerstag 20 Uhr: Sprung aus dem Alltag: Freitag 20 Uhr: Drei alte Schachteln: Samstag 19.30 Uhr: Tannhäuser und der Sängerkrieg am Wartburg. Düsseldorf. Opernhaus: Samstag 20 Uhr: Schirin und Gertrande: Sonntag 20 Uhr: Martha; Montag 20 Uhr: Ipbigenie auf Tauris; Dienstag 20 Uhr: Schirkn und Gertraude; Mittwoch 20 Uhr: Martba; Freitag 20 Uhr: Die Macht des Schicksals; Samstag 20 Uhr: Die Boheme. Schauspielbaus: Samstag 20 Uhr: Schwarzbrot und Kipfel: Sonntag 20 Uhr: Meine Tochter— Deine Tochter: Dienstag 20 Uhr: Schwarzbrot und Kipfel: Mittwoch 20 Uhr: Datterich: Donnerstag 20 Uhr: Meine Toch ter— Deine Tochter: Freitag 19.30 Uhr: Egmont; Samstag 20 Uhr: Meine Tochter— Deine Tochter. Duisburg. Stadttheater: Samstag 20 Uhr: Wenn ich König wär: Sonntag 20 Uhr: Die lustige Witwe: Montag 20 Uhr: Emilia Galotti; Mittwoch 20 Uhr: Die große und die kleine Liebe; Donnerstag 20 Uhr: Wenn ich König wär: Freitag 20 Uhr: Tanzabend. Essen. Overnhaus: Samstag und Sonntag 20 Uhr: Drei alte Schachteln: Dienstag 20 Uhr: Zar und Zimmermann: Mittwoch 20 Uhr: Don Juan; Donnerstag 20 Uhr: Drei alte Schachteln; Freitag 20 Uhr: Don Inan.. 50 Ker: Schauspielhaus: Samstag und Sonntag 20 Uhr: Anna Susanna: Dienstag 20 Uhr: Amphitrvon; Mittwoch 20 Uhr: Die Neuberin; Freitag 20 Uhr: Die Neuberin; Samstag 20 Uhr: Scharnhorst. Köln. Opernhaus: Samstag 20 Uhr: Die heilige Fackel, Kaiserwalzer Bayerische Tanzbilder: Jonntag 19 Uhr: Der Kauserwatzer, Baverisce Lanzollder; Sonntag 19 Mfl; Carmen: Dienstag 19.30 Uhr: Der Rosenkavalter: Gacmen, Flenbige 19.30 uhr: Der Rosenzgpaligzi. ot woch 19.30 Uhr: Sternengebot; Donnerstag 19.30 Uhr: Die Zauberslöte: Freitag 20 Uhr: Der Barbier von Sevina; Samstag 20 Uhr: Die sizilianische Vesper. Seite 11 Nr. 11 der Rh Etwa zur gleic feldorf. Ausstellung ristu,„ eroffnet n Epochen und aus bendiven geischicht##e# Dr. Goeog9 öffneten Vorrsmus Heimat“, das. Jahrtausend=Ausst zusetzen hat, besitz zigartiger Größe Auf der Deutzer Hindenburgbrücke schen Formen geh kaserne. Die räur spricht in ihrer Z derung den Forde ses im Stil völl Museums bei sein wußt hat man sie zenden Inhalt de fen. Hier soll der tulturhistorischer hindurchgeführt soziale und erzie soll der Volksge in die geschicht vielfältige Beziel denen rheinischen und den Stolz Wesen einer se vergleichend und Dem Leiter war es nicht da einzusargen. D seiner methodisch in Einzelheiten, baut sich auf in teristisch Bedeut ständischen lungen: die hist lande, die unde, die Kirch nischen Städte Bauerntum un ihre Arbeiter. bestimmt durch lungsreihen mi dellmäßigen An läßt sich ein B sichtspunkte, vo Sauberkeit un Da sink Ruzeit hindur Nacht in ihre aufs genaueste tung der Städ nungsbaues, k Alle Gebiete d der Kultur sin systematischen Belehrung, de deutsche Provi Das weit Sonderräume lungen sowie Unterricht vie und beglücken sichtsplan ver mat vermittel den und Wac 11 Nr. 119* Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 23./24. Mai 1936 Westfalen und Rheinland Orel Ausstenlangen umn Fihheln Volksmuseum„Haus der Rheinischen Heimat“ und„Aus der Welt des Kind in Köln—„Film und Foto“ in Düsseldorf ene Ru u., iian Aas aunz u. Aiahen un Banaen un ae Aians Bsgen sesasächen gleichen Zeit sind in Köln und in ason Laosdan de us uit aisichleaenaen sog Eioen Erchug inr Goenact Mlaiche, ud aughagen eg e „Haus der Rheinischen Heimat“ sedorf Ausstellungen von Dauer bzw. zeitlicher Behristung eroffnet worden, die aus weit zurückliegenden Evochen und aus der unmittelbar gegenwärtigen und lebendigen rheinischen Kunst=, Kultur= und Erziehungseist werden. In dem von Reichsminister lehendigen rheinischen Kunst=, Kultur= und Erziehungsgeschichte gespeiz werden. In dem von Reichsmigister Er. Goebbels am letzten Donnerstag feierlich eröffneten Volksmuseum„Haus der Rheinischen Heimat“, das die Arbeit der 1925 veranstalteten Jahrtausend=Ausstellung großzügig und planvoll fortzusetzen hat, besitzt Köln ein Bildungsinstitut von einzigartiger Größe und kulturhistorischer Anschaulichkeir. der Deutzer Rheinseite zwischen Hohenzollern= und Hindenburgbrücke erhebt sich der in schlichten klassizistischen Formen gehaltene Bau der ehemaligen Kürassierkaserne. Die räumliche und architektonische Lösung entspricht in ihrer Zweckmäßigkeit und übersichtlichen Gliederung den Forderungen, die den geistigen Vätern dieses im Stil völlig neuartigen und visher einmaligen Museums bei seiner Planung vorgeschwebt haben. Bewußt hat man sich gehütet, für den lebendig sich ergänRinburchgelberzieherig pirzgasist in eine systematische in die geschichtliche Struktur seiner durch unendlich vielfältige Beziehungen mit ganz Deutschland verbundenen rheinischen Heimat, und hier darf er die Achtung und den Stolz erleben, als politisches und soziales Wesen einer jahrtausendalten Gemeinschaft denkend, vergleichend und mitschaffend anzugehören. Dem Leiter des Volksmuseums Direktor Ewald war es nicht darum zu tun tote Wissenschaften museal einzusargen. Das Material, schier unübersichtlich trotz seiner methodisch gegliederten Fülle verliert sich nicht in Einzelheiten, die noch so reizvoll sein mögen. Es baut sich auf in der Linie des grundsätzlich, des charakteristisch Bedeutsamen. Das Generalschema ist das der ständischen Gliederung in fünf Hauptabteilungen: die historisch=politische Entwicklung der Rheinlande, die Kirche und die kirchlichen Stände, die rheinischen Städte und ihre Bürgerschaft, das rheinische Bauerntum und endlich die rheinische Wirtschaft und ihre Arbeiter. Jede Abteilung wird in sich anschaulich bestimmt durch chronologisch durchgeführte Entwicklungsreihen mit kartographischen, statistischen und modellmäßigen Anschauungsstützen. Nur andeutungsweise läßt sich ein Begriff geben von dem Reichtum der Gesichtspunkte, von der wissenschaftlichen und technischen Sauberkeit und Gewissenhaftigkeit der geleisteten Arbeit. Da sind die einzelnen Phasen des rheinischen sestungsbaues durch das ganze Mittelalter bis zur Ruzeit hindurch zu begleiten, da läßt sich die kirchliche Nacht in ihren geistlichen und weltlichen Strukturen aufs genaueste und anschaulichste verfolgen, die Bedeutung der Städte, der Zünfte, die Entwicklung des Wohnungsbaues, der verschiedenen Handwerke und Künste. Alle Gebiete des öffentlichen Lebens, der Wirtschaft und der Kultur sind berücksichtigt und ermöglichen in ihrem systematischen Zusammenklang eine Uebersicht und eine Belehrung, deren sich in diesem Umfang keine andere deutsche Provinz rühmen kann. 824 Das weitläufige Gebäude beherbergr außerdem Sonderräume für Wechselausstellungen, Spezialsammlassenräume, die dem Die Nomtral=Graf=Spee=Bracle und ihte Beveulung Eine Musterleistung deutscher Ingenieurkunst v, 3 Zeugnis ablegen van der in diesen Formationen =Aus der Welt des Kindes“ Ein ganz anderes, dem Gegenwartsleve, und der Zukunft unseres Volkes verhaftetes, Thema hat sich die im Staatenhaus(Rheinpark) untergebrachte, ebenfalls in diesen Tagen eröffnete, Ausstellung„Aus der [Welt des Kindes" gestellt. Hier werden, wie es heißt,„wunderschöne Dinge gezeigt: was wir schaffen, was wir brauchen, womit wie spielen". Es ist ein in modernem Stil aufgezogener umfangreicher Tätigkeitsbericht aus der Arbeit der Kölner NS.=Frauenschaft, der bedeutende erzieherische Anregungen vermittelt und starke Eindrücke hinterläßt. Neben gewerblichen Sondergebieten wie Haushalt, zweckentsprechende Exnährung usw. gilt das Hauptinteresse der Jugeno selost, ihrem Spielen und Basteln, ihrem Wandern und ihrer neuen Lebensform, wie sie sich im Junggerz, p, Bn Deutscher Mädel und im Frauen=Arbeitsdien) barstellt. Die ausgestellten Arbeiten, aus dem Hort des sozialpädagogischen Seminars der Stadt Köln, aus den Heimen der Jungmädel und Pimpfe,„lassen erkennen wo die kunstmäßige und technisch schöpferische Begabung der Jugend beginnt und wo sie sich naturgemäß begrenzt. Daneben giht es wertvollen Anschauungsunterruslichtbildnet ein in der eine Reihe von Arbeiten des dem Frhefg. /a= Bof, nech untergn. eben Pv, Jglicht auch Zom Lasen werwoll Einblicke in tion; ermoglicht auch dem Laien wextvolle Einblicke in die moderne Drucktechnik und den gesamten komplizierten Arbeitsvorgang des Klischieregs, des Aexrnzg, din Flach= und des Kupfertiefdrucks. Eine Papie aühle voller Tätigkeit bei der Herstellung von handgeschöpftem Bütten zu sehen, dürfte auch keine Alltäglichkeit Man müßte, um auch diese umfängliche in ihren Anregungen voll auszuwerten und sich zu eigen zu machen, einen halben Tag und länger durch bost. urd ver pr. gut. grenst. Daneben gibt es, wertzgollen, Anschgeninge richt von der Arbeit des Gesundheitsdienstes, Reichsmütterdienstes, der kulturellen Betreuung, Anleitung zur Ausgestaltung des Heims usw. Duisburg, 22. Mai. Mit der Brücke, deren feierliche Einweihung am Freitag durch den Reichsminister Dr. Goebbels erfolgte, wird di zweite von drei Rheinbrücken, deren Bau durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sichergestellt wurde, dem Verkehr übergeben. Die erste, bei Neuwied, dient ihrem Zweck bereits Zeit. Die zweite verbindet Duisburg unmittelba Rheinhausen. Die dritte, die den Namen Adolf=Hitler= Brücke tragen wird, rückt Krefeld näher an Duisburg es un begt.ve.at hlaher bei Rheinbrücken., Nach „Film und Foto“ in Düsseldorf Zum Schluß blieben noch einige Worte zu sagen üher die imponierende, nach Umfang und Qualität gleich erstaunliche, Ausstellung Film und Foto“ Duisburg besaß bisher Stadt der meisen Rheinbrücken sein und damit sogar do Persion der apbelgr. Bo, 25. Jehsern Borz. “gss ginn der Arbeiten vor, 2 /6, 1200 Volksgenossen am Bar beschuftigeg schnitt blieben auein an der Baustelle runo m ggech .. e a.#,#schnitt biieben agesn an der Baustelle runo 500 eig etonu, Mtadt Düssldorf gemeinsam mit dem 8. 1, der Arbeit, Wesentlich aber egg, 55, en e- uen„ ug eegeggn ut egzoner# ernongge Erseggentaste Her stitut für deutsche Wirtschaftspropaganoa in den Dusset= gon der Hefgngtlich ein Oopfer der Wirtschaftsrrise,. gedorfer Rheinhallen gezeigt wird. Sie ist nach vier gro= kort, die berann!!„zem Auftrag als Anfang ihre Tore ßen verwandtschaftlichen Sachgebieten gegliedert: Film,„Foto,, Druck und Reprodu####n. Dem keit und zum gemeinsamen Bau an einer glücklichen Zukunft wie ein Mann zusammengefunden hat. 11040 Fahrzeuge innerhalb acht Stunden auf der Reichsautobahn Köln— Düsseldorf Köln, 22. Mai. Die ungeheure Bedeutung, die Sschetase De. Soesbekl selich iel geiche. auf der Reichsautobahn gezählt wurden. Es handelte e. Mleie Aäche f die S chier- hnsch ie und zwar in der Richtung von Düsseldorf nach Köln. m, Foto. Druck und Reproduktion. stärksten Interesse begegnen die in der Filmabteilung untergebrachten Ausstellungsstücke, die ein aufschlußreiches Bild der technischen und künstlerischen Entwicklung dieses heute nicht mehr wegzudenkenden Kulturfaktors vermitteln. Wir sehen nicht nur das alte Bioskop, des Filmstreifenerfinders Max Sklada= nowsky. mit dem er am 1. November 1895 die Welturaufführung startete, wir sehen ihn selbst beim Vorführen der ältesten Filme im Urkino und hören seine humorvollen Erläuterungen dazu. Wir sehen ein aufnahmefertiges, modern aufgebautes Eisaggtgiger, lein spanisches Dorf und eine Fischerkneipe, lose Attrappen, die aber der filmischen Illusion vollauf genügen) und ein Modell, das uns die technischen Vorgänge von der Aufnahme des Filmstreifens bis zur der Leinwand veranschaulicht. Dieser praktische Unterricht wird ergänzt durch zeichnerische und statistische Darstellung der wirtschaftlichen und Bedeutung und Organisation des Films in der Reichspropagandgleitung. Das Gebiet des Lehrfilms wird in Ausschöpfung aller darstellbaren Möglichkeiten erschlossen, wobei der Hinweis interessieren dürfte, daß an kostenlosen Schulfilmen für Westfalen bis zum 10. Mai 1936 1772 Stück geliefert wurden und daß Sachsen bzw. Niedersachsen mit 2845 bzw. 2778 Stück an de sen bzw. Niedersachsen der Spitze marschieren. Die Abteilung„Lichtbild“ erlaubt eine eindrucksvolle Würdigung der auf dem Gebiete der künstlerischen Lichtbildtechnik erzielten Fortschritte. Einen besonders ehrenvollen Platz nehmen in diesem Zusammenhang die Großaufnahmen des Bochumer Lichtbildwenbang s reFfaxftyoh gauf die hinzuweisen wir schon worden war, mit diesem Austeu steht dieses Werk, das Der Bal lcbst brachte nuoch eiut, Sorzstäise ui. sich, da die Brücke infolge der Srrgavegga., gag zu. symmetrisch gebaut werden mußte. Der Bau des öst lichen Strompfeilers erregte seinerzeit Aufsehen, von Wasser umgeben in offener, Baugrube, die mit Spundwänden gesichert war, Lutehgrpegrt gtrorpz, war das ertemal iu. Preshistpersahren abging. Der baues, Verlauf maßnahmen ausreichen, um eine bone, bgesamte Brücke, stelt ein Gewicht von 8500 Tonnen dar. Die Anbringung und Verbindung der Brückenjoche war ebenfalls eine Meisterleistung deutscher Ingenieurkunst. Die sogenannte freischwebende Konstruktion, bei der von den Ufern aus die Brücke in den Strom hinein ehng ucher-srt-czrng p für Joch gneinandergesetzt wird, findet, im Bruckenbau immer mehr Eingang. Hier aber mußte die ganze Brücke von einer Seite aus über den Strom gebaut werden. Um die Brücke im Gleichgewicht zu halten, bis das freischwebende Ende den gegenüberliegenden Landpfeiler erreicht hatte, wurde das andere Ende der Brücke mit Eisenträgern betticg diet Wgagezzgehend bis.20 Meter biefer, gsle be, Brs,zensg,. ieger„eang. erstmalig in der Geschichte oes Brückenbaues— gelang. Heute ist die Admiral=Graf=Spree=Brücke vollendet. Kraftwagen führerlos Fünf Verletzte bei einem Husammenstoß Köln, 22. Mai. Am Donnerstag gegen.30 Uhr fhr an der Prsoningensenr Klog aus Verisnr de ein von dem„Diptomingenieur###oy aus Berlin gesteuerter Personenkraftwagen einen mit vier Personen Kölner Kraftwagen an. Bei dem Zusammenstoß wurde der Fahrer des Berliner Wagens aus dem Wagen geschleudert, der nun führerlos noch etwa fünfzehn Meter weiterfuhr und dann gegen einen Baum prallte. Mit einem Schädelbruch wurde der Verunglückte dem Krankenhaus zugeführt. Sein ist sehr ernst. Die Insassen des Kölner kamen mit leichteren Verletzungen davon. Auch sie fanden vorläufig Aufnahme in einem Krankenhaus. Er betrog Brautleute .=Gladbach, 22. Mai. Durch Haftbefehl wurde htsche de Kalsche is ain sen. Mlichlalshr 6e schädigte. Er„nahm Ehestandsdarlehensscheine an, ohne dazu berechtigt zu sein; außerdem verkaufte er Möbel, auf die von Käufern bereits Anzahlungen geleistet waren und die ruf in Verwahr halten sollte, an andere Käufer weiter. Wenn er dann von dem ursprünglichen Käufer zu Lieferung aufgefordert wurde, lieferte er kurzerhand andere Zimmereinrichtungen, wobei die Einzelstücke teilweise gar nicht zueinander paßten. In den Bergen abgestürzt. Wie aus München gemeldet wird, ist nach einer Mitteilung der Deutschen Bergwacht am Mittwoch an der Alpspitze Frau Bartel aus Cleve tödlich abgestürzt. Ihre Leiche wurde am Ponneston scherern. 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Kleffmann Die Stadt Bochum ist nicht nur bemüht, der Innenstadt durch Grünanlagen und Promenadenwege ein schöneres Aussehen zu geben, sondern man hat in letzter Zeit auch das Augenmerk darauf gerichtet, den Vororten unserer Stadt, die vor Jahren noch sehr stiefmütterlich behandelt wurden, ein schöneres Aussehen zu geben. Im Ortsteil Altenbochum ist man zur Zeit damit beschäftigt, wie es auf unserem Bilde zu sehen ist, von der Wittener Straße über den Glockengarten einen neuen Promenadenweg anzulegen. Es ist beabsichtigt, diese Promenadenallee vom Glockengarten über die Velsstraße weiter bis zur Oskar=Hoffmann=Straße auszubauen, dadurch wird erreicht, daß das im Laufe der letzten zwei Jahre entstandene neue Wohnviertel am Glockengarten enger mit der Stadt verknüpft ist. * Schützenverein„Jägerslust", Altenbochum. Aus Anlaß des bevorstehenden Vereins=Landes=Schießens hatte der Schützenverein„Jägerslust“ seine Mannen am Himmelfahrtstage auf den Plan gerufen. Die beiden Schützen O. Bahl und O. Dzeia erzielten bei ihrer Pflichtübung 55 bzw. 54 Ringe. Bei den nun folgenden Uebungen für das Vereins=Landes=Schießen erzielte R. Stöber 92, O. Bahl, W. Seipel 76, G. Wahl 70, A. Kather 69, R. Dzeia 68 und K. Sommer 62 Ringe. Stadtteil Laer 76 Jahre alt. In seltener geistiger und körperlicher Gesundheit und Frische feiert der Schneidermeister August Börnke, Wittener Straße 491, am Sonntag seinen 76. Geburtstag im Kreise der Familie. Deutsches Rotes Kreuz, Vaterländischer Frauenverein, Bochum=Laer=Querenburg. Am Mittwoch fand das Jahresfest statt. Zuerst begrüßte die Vorsitzende Frau Goebel die Anwesenden, besonders die Provinzialvorsitzende Frau Kaltheuner und die Kreisgruppenleiterin Frau Stodt. Alsdann verlas die Schriftführerin Frau Dreisvogt den Jahresbericht und Kassenführerin Frau Gertrud Barkowski den Kassenbericht. Nach längerer Ruhezeit hat die RoteKreuz=Arbeit in Laer wieder voll eingesetzt. In einem dreimonatigen Kursus im Bergmannsheil wurden in unserem Zweigverein 19 Samariterinnen und 3 Helferinnen ausgebildet, die bei Uebungen tatkräftige Hilfe leisteten. An Nähabenden wird Bereitschaftswäsche genäht und ein neuer Samariterkursus ist im Entstehen. Der Frauenschaftschor sowie der BDM. von Laer erfreuten durch schöne Lieder und Tänze und die Mitglieder gaben ihr Bestes in Liedern und Versen. Dann folgte die Kaffeepause. Das Erlebnis der Veranstaltung war die Rede der Provinzialvorsitzenden Frau Kaltheuner. Rentenzahlung. Die Zahlung der Heeresrenten erfolgt bei der Postanstalt am 29. und der Invaliden= und Unfallrenten am 30. Mai. Nacheichung. Am 27. Juni wird im Lokale der Witwe Möller, Wittener Straße 449, eine Nacheichung durchgeführt. Stadtteil Langendreer Im Frühlingskleide. Nunmehr sind sämtliche Anlagen des hiesigen Stadtteils in Ordnung gebracht worden. Der Kaiserplatz, die schöne terrassenförmige Angela am Bahnhof Langendreer und andere Schmuckanlagen erfreuen das Auge. Guter Absatz auf den heimischen Bergwerken. Die Absatzmöglichkeiten auf den heimischen Zechenbetrieben sind auch in den letzten Wochen recht gut gewesen. Die großen Koksvorräte sind geräumt, die Kokereien Mansfeld, Bruchstraße und Neu=Jerlohn liefern Zug um Zug. Der wärmeren Zeit entsprechend sind die Absatzmöglichkeiten für Hausbrandkohle etwas geringer geworden. Stadtteil Werne Hochbetagt. Ihr 80. Lebensjahr vollendet heute Frau Weller, Rüsingstraße 14. Frau Weller erfreut sich noch der besten Gesundheit. Ihren Lebensabend verbringt sie bei ihrer Tochter Emma Lindner. Bundestag der 147er. Zu einer Bundestagung hatte die Bundesgruppe des Ruhrbezirks, deren Sitz in Herne ist, alle Kameraden des Regiments von Hindenburg in das Lokal„Zur Deutschen Flotte“ eingeladen. In Herne, Bochum, Dortmund bestehen seit einiger Zeit Gruppen, eine neue Ortsgruppe wird in Essen gebildet. Der Führer der Bundesgruppe, Kamerad Henkel(Herne), begrüßte die Kameraden. Im Vordergrund der Tagung stand eine Besprechung über eine Fahrt nach Ostpreußen zu den Schlachtgefilden. Einstimmig wurde die Fahrt beschlossen, die mit einem Autobus am 27. Juli angetreten werden soll; sie wird zehn Tage dauern. 80 Kameraden wollen schon teilnehmen. Meldungen nimmt gern entgegen Kamerad Henke, Herne, Bochumer Straße 81. Stadtteil Harpen Im Greisenalter. Eine der ältesten Harpener Bürgerinnen, Witwe Luise Kröger, vollendet am 25. Mai in seltener körperlicher und geistiger Frische und Gesundheit ihr 87. Lebensjahr. Sie wurde geboren am 25. Mai 1849 im Twiehausen im Kreise Lübbecke. Am 3. Mai 1879 heiratete sie den Bergmann Wilhelm Kröger in Harpen, der am 11. Mai 1920 starb. Der Ehe entstammten vier Kinder, drei Knaben und ein chen. Von den Kindern lebt heute nur noch der Invalide Wilhelm Kröger. Im Prattort 7, in dessen Familie die Greisin bei liebevollster Pflege einen ungetrübten Lebensabend verbringt. Außer ihm und seiner Gattin bringen sechs Enkelkinder und ein Urenkel der Hochbetagten ihre herzlichsten Glückwünsche dar. Stadtteil Gertbe Hohes Alter. Am Samstag, 23. Mai, feiert die Ehefrau Anna Bauch geb. Schmalfuß, Lothringer Straße 15, in seltener Rüstigkeit und Frische ihren 77. Geburtstag. Sie wurde in Glauchau(Sachsen) geboren und hat seit 1919 ihren Wohnsitz in Gerthe. In vier Jahren hofft sie mit ihrem Ehegatten, der am 7. Juni, ebenfalls noch sehr rüstig, sein 77. Lebensjahr vollendet, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern zu können. Bergen Kind verletzt. Am 20. Mai wurde auf der Bergener Straße ein dreijähriges Mädchen von einem Kraftrad angefahren und leicht verletzt. Das Kind wurde in die elterliche Wohnung gebracht. Stadtteil Grumme=Böde In Grumme=Böde regt es sich. Auch in unserem Stadtteil wird es in letzter Zeit wieder etwas lebendiger. Ein neues Wohnhaus erstand gegenüber den Häusern an der Ecke Lerchenweg und Dortmunder Straße. Die verschiedenen Straßen wurden ausgebessert und besonders in Grumme hat man in dieser Beziehung in letzter Zeit manches getan. Die alte Ziegelei an der Rottmannstraße ist jetzt auch nahezu verschwunden. Die Abbrucharbeiten schritten schnellstens voran. Die Anlagen am Gersteinring, die noch im letzten Winter teilweise urbar gemacht wurden, zählen wie die des Grummer Friedhofes mit zu den schönsten unseres Stadtteiles. Stadtteil Wiemelbausen Des Führers Dank. Der Bergmann Heinrich Schlipp, Wiemelhauser Straße 404 I, feierte am selben Tage wie der Führer und Volkskanzler Adolf Hitler seinen Geburtstag. Am 20. April 1866 geboren, wurde er in diesem Jahre am 20. April 70 Jahre alt. Aus diesem Anlaß gratulierte er dem Führer zu seinem diesjährigen Geburtstage. Schlipp, der als Invalide bei seinem Sohne wohnt, bekam nun vom Führer ein Dankschreiben mit der eigenhändigen Unterschrift Hitlers. Die Freude des Volksgenossen Schlipp ist darüber natürlich groß. Baulust im Hunscheidtsfeld. Mit der Aufnahme der Tätigkeit im Baugewerbe ist auch im Hunscheidtsfeld neues Leben erwacht. Der an der Ecke York= und Friederikastraße errichtete Wohnhäuserblock nähert sich seiner Vollendung. Die neuen Häuser sollen im Juli bezogen werden. Gegenwärtig werden an der Dirschauer Straße, im Zuge des Wiesentals, zwei große Wohnhäuser gebaut. Die beiden Häuser sind am Mittwoch schon gerichtet worden. Nachdem jetzt der erste Spatenstich an der noch unbebauten Seite der Dirschauer Straße getan worden ist, sind heute nicht weniger als fünf Wohnhäuser geplant. Kanalisationsbau. Seitens des Kanalbauamtes wird im Zuge des Wiesentals zwischen der Wiemelhauser und Wohlfahrtstraße eine Kanalisation gebaut, die sich durch die Dammanschüttungen der verlängerten Königsallee notwendig macht. Die Dammanschüttungen, die bis zur Wiesentalstraße gediehen sind, ruhen seit einiger Zeit wieder. Instandsetzung des Promenadenweges der Königsallee. Der Promenadenweg der Königsallee war in einem ausbesserungsbedürftigen Zustand. Im Laufe der Zeit war die Aschendecke des Weges vom Regen abgespült und die grobe Packlage trat zum Vorschein. Nunmehr erhält der Weg eine neue Decke. Aus den fadlichen Stadtteil Querenburg Filmveranstaltung. Auch in Querenburg wird demnächst die Ortsgruppe der NSDAP. wieder mit einem Filmabend aufwarten, und zwar im Saale Fr. Böcker, Auf dem Aspei. Wer kennt nicht die weltberühmte, beliebte Operette„Zigeunerbaron“ von dem großen Walzerkönig Johann Strauß, nach der dieser Film bearbeitet wurde? Der Film verbürgt einen künstlerischen Genuß, den sich kein Querenburger entgehen lassen darf. Stadtteil Linden=Dahlbausen 80 Jahre alt. Der Invalide Franz Koch, Dr.=.= Otto=Straße 46, vollendete sein 80. Lebensjahr. Ein halbe Jahrhundert war er auf dem Sägewerk Eggemann tätig. Meisterprüfung. Der Bäcker und Konditor Hans Böshammer in Dahlhausen bestand mit bestem Erfolge die Meisterprüfung. Aus der Liebfrauengemeinde. Die Orgel ist von der Erzbischöflichen Behörde genehmigt worden. Am 22. November soll sie eingeweiht werden. 102 Familien haben 1800 RM. gestiftet. Stadtteil Weitmar Silberne Hochzeit. Das Fest der silbernen Hochzeit begehen heute die Eheleute Theodor Rothstein und Frau Helene geb. Wengeler, wohnhaft Am Holtkamp 37. Der Jubelbräutigam ist am 25. September 1885 in Weitmar geboren, die Jubelbraut am 4. September 1892 zu Heven. Der glücklichen Ehe entsprossen zwei Töchter und ein Sohn. Alle sind eifrige Leser des „B..“ Aus der St.=Anna=Gemeinde. Der Kindergarten im Gemeindehause an der Goldhammer Straße hat ein neues Gewand erhalten. Der Anstrich ist in schlichten, ruhigen Formen gehalten, wirkt aber in der Gesamtgestaltung warm und vornehm. Bewußt ist alles unnütze Beiwerk gemieden. Von einer Kranwelle niedergeschlagen. Mit einer Schädelverletzung und Brustquetschungen dem Elisabeth= hospital zugeführt wurde der Montageschlosser Georg ., Engelsburger Straße, der auf einer Werksmontagebaustelle mit Montagereparaturen beschäftigt war. Er wurde von einer abschlagenden Kranwelle derart unglücklich getroffen, daß er schwerverletzt zusammenbrach. Nachdem dem Bedauernswerten die erste Hilfe zuteil geworden war, mußte seine Krankenhausüberführung erfolgen. Stadtteil Stiepel Ein unwillkommenes Ruhrbad. Am Himmelfahrtsnachmittag machte die Haustochter Gerda., Blankensteiner Straße, mit ihrer Freundin aus der Blumenfeldstraße eine Bootsfahrt unterhalb der Koster Ruhrbrucke. Wie es kam, weiß man nicht genau, jedenfalls stürzten beide plötzlich ins Wasser. Während die eine, die des Schwimmens kundig war, sich selbst rettete, wurde Frl. T. von herbeieilenden Paddlern und Schwimmern ans Land gebracht. Dann machte man sich an die Bergung des Bootes. Die Durchnäßten mußten eiligst ins Trockene gebracht werden. Stadtteil Riemke Silberhochzeit. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern am Sonntag die Eheleute Walter Deitner und Frau, Lisbeth geb. Schnauf, Herner Straße. Tödlicher Berufsunfall. Sehr schwere Verletzungen erlitt kürzlich— wie der„B..“ berichtete— der Volksgenosse Johann Marberg aus Bochum=Riemke. Er war auf der Montage mit dem Anstreichen eines Gerüstes beschäftigt, als er plötzlich das Gleichgewicht verlor und herabstürzte. Neben einer Schädelverletzung und anderen schweren Verletzungen trug er innerlich Verwundungen davon. An den Folgen dieses Unfalles ist M. gestorben. Er hinterläßt Frau und zwei unmündige Kinder, denen man allseits die herzlichste Teilnahme entgegenbringt. Stadtteil Hamme Im Silberkranz. Am heutigen Samstag feiern die in Goldhamme wohnhaften Eheleute Heinrich Rose und Frau, Klara geb. Symann, im Kreise ihrer Angehörigen das Fest der silbernen Hochzeit. Am gleichen Tage vollendet der Silberbräutigam sein 50. Lebensjahr. Aus der evangelischen Gemeinde Bochum=Hamme. Schwester Irmgard Rausch, ein Glied unserer Gemeinde, Tochter des verstorbenen Pastors Rausch, wird am Sonntag, 24. Mai, im Mutterhaus zu Bethel zusammen mit 15 anderen Schwestern zu ihrem Diakonissenamt eingesegnet. NS.=Frauenschaft. Im festlich ausgestatteten Saal des evangelischen Gemeindehauses an der Amtsstraße veranstaltete die NS.=Frauenschaft Hamme ihre Verpflichtungsfeier, die recht schön umrahmt wurde. Lieder, Gedichte und Begrüßungsworte der Frauenschaftsleiterin, Frau Mönnickes, leiteten über zu dem feierlichen Akt der Verpflichtung zahlreicher neuer Frauenschaftsschwester. NSKOV., Ortsgruppe Hamme. Für die Mitglieder der RSKOV. Bochum=Hamme findet am Samstag, 23. Mai, abends 8 Uhr, bei Lohmann, Dorstener Straße Nr. 192, eine Mitglieder= und Werbeversammlung statt. Auch Hamme hat sein Schützenfest! Der Bürger=Schützenverein BochumHamme e.., gegr. 1881, feiert im Juni d. J. sein 19. Schützenfest. In den 55 Jahren seines Bestehens hat der Verein die Kameradschaft unter den Mitgliedern treu gepflegt und den Schießsport eifrig gefördert. Neben den in den verschiedenen Kompagnien regelmäßig durchgeführten monatlichen Kleinkaliberschießen werden im gesamten Bataillon alljährlich zwei Hauptwettkämpfe mit der Wehrmannbüchse ausgetragen. Dabei handelt es sich um die Ausschießung des Bataillons=Wanderpreises und des Wiesmann=Pokals. Letzterer wurde im vergangenen Jahre von dem Schießstandinhaber Josef Wiesmann gestiftet. In beiden Wettkämpfen stehen die drei Kompagnien des Bataillons im gegenseitigen Kampfe. Gewertet werden die Ringzahlen der fünf besten Schützen jeder Kompagnie. Jeder Schütze hat drei Schuß auf die 12er Ringscheibe in 175 Meter Entfernung. Den letzten Sieg um den Wanderpreis im Herbst v. J. errang die 1. Kompagnie mit 157 Ringen, während die 8. Komvagnie ihn abgeben mußte. Das kürzlich beendete Pokalschießen schloß mit dem Siegder 3. Kompagnie bei derselben Ringzahl von 157. Hierbei waren beteiligt die Schützen Pech mit 33. Wilmers mit 32, Kupsch und Dreps mit je 31 und Eigenbrodt mit 80 Ringen. Als beste Schützen gingen die Kameraden Woycieszynski und Kupsch hervor. Beide erreichten mit je 12 Schüssen eine Rinazahl von 125, das ist eine Durchschnittsleistung von 10.4 Ringen je Schuß. In der Monatsversammlung des Bataillons am 17. Mai im Lokale Stang, Robertstraße, konnte der Vereinsführer Josef Simon den Pokal dem Hauptmann der siegreichen 3. Kompagnie, Kuno Kneider, überreichen und diesem zu den guten Leistungen seiner Schützen den Glückwunsch aussprechen. Im übrigen befaßte sich die gut besuchte Versammlung in der Hauptsache mit dem nahe bevorstehenden Schützenfest. Der Vereinsführer berichtete eingehend über den Stand der Vorbereitungen und das bis jetzt festgelegte Programm, nach welchem das in volkstümlicher Weise aufgezogene Fest einen guten Verlauf verspricht. Eine Reihe neuer Schützen waren gemeldet und wurden aufgenommen. Durch Bataillonsbefehl wurden befördert: die Kameraden Drevs, Bunk und Kupsch zum Oberleutnant, die Kameraden Lück. Bettziche, Schoenemann und Wahle zum Leutnant. Durch einen weiteren Bataillonsbefehl wurde auch der Posten des Majors, der durch den Tod des Kameraden Lotz seit einiger Zeit verwaist war, neu besetzt. Weiterhin konnte festgestellt werden daß die kürzlich in Angriff genommene Bildung eines JungschützenKorvs den Erwartungen entspricht. Stadtteil Hofftede=Marmelshagen Auf einem Ausflug vom Herzschlag getroffen. Am Himmelfahrtstage unternahm der 62 Jahre alte Volksgenosse Heinrich Bremer von hier mit seiner Familie eine Ausflugsfahrt in die Ruhrberge. Als man in einer Gastwirtschaft zwischen Essen und Werden gerastet hatte, verspürte Br. plötzlich ein heftiges Unwohlsein. Plötzlich sank er in einem Stuhl tot zur Seite. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ziel gesetzt. Personalnachrichten Am Sonntag, 24. Mai, feiert der Invalide Friedrig Borghoff, Bochum, Kampstraße 4, in und geistiger Frische seinen 82. Geburtstag. liest er noch seinen„B..“ Täglich Die Eheleute Wilhelm Sure, Antoniusstraße feiern Sonntag, 24. Mai, das Fest ihrer Silberhochzeit Reichsbahnassistent Josef Lutter wurde v# Bochum nach Kirchhellen als Dienststellenleiter versetzt Betriebsassistent Bernh. Rohm wurde vom Bochum=Präsident nach Bochum=Riemke als Leiter Fahrkartenausgabe versetzt. Seiter der 61 Jahre Wirtschaft Lottental Woher hat das Lottental seinen Namen? Das in Bochum und Umgegend bekannte Restaurant Lottental feiert am Samstag, 23. Mai, sein 61jährigez Bestehen. Im Jahre 1875 wurde es von dem Wirt Gottfried Kracht erbaut, der es verstand, es zu einem beliebten Ausflugslokal, das von weit und breit be. sucht wurde, zu gestalten. Im Jahre 1902 übernahm es sein Schwiegersohn W. Wengeler und vor vier Jahren seine Tochter, Frau Berthold Schmuch. Durch den jetzt bis zum Restaurant Lottental fertiggestellten Ausbau des Weges— der„B..“ berichtete bereit darüber— ist es leicht zu erreichen. Auch der neu, zeitliche Umbau des Lokals ist fertiggestellt. Der Saal in der ersten Etage ist verschwunden und zu Wohnun, gen umgebaut. Dafür ist eine sehr schöne Glas, veranda hergerichtet, die für Ausflügler und Kaffeegäste einen angenehmen Aufenthalt bietet. Wenn auch vielNaturfreunde es heimlich bedauern, daß die sogenannte Lotte, der die Abwässer der Zeche„Julius Philipp“ zur Ruhr führende Wassergraben, verschwunden ist. so hat doch die Gegend nichts von ihrem romantischen Reiz eingebüßt, sie ist im Gegenteil schöner geworden. Die Auffassung, der Name„Lottental“ stamme von dem Bach Lotte her, wird nicht allgemein geteilt. Bis Jahre 1880 wurden die Kohlen von Schacht Anna der Zeche„Julius Philipp“ mit Pferden zur Ruhr tranzvortiert. Das letzte Pferd, das hier seinen schweren Verpflichtungen nachkommen mußte, hieß„Lotte". Weil es bei den Anwohnern und besonders bei den Bergleuten wegen seiner Anhänglichkeit sehr beliebt war, sollen die Bergleute als Anerkennung für die Lotte das Tal„Lottental“ getauft haben. Abschied vom tödlich verunglückten Kameraden. Gestern vormittag wurde der bei einem Motorradunglück zu Tode gekommene 23jährige Beamte Franz Wedepuhl, der in Dortmund stationiert war, unter Führung seines Hauptmanns Behrendt von seinen Gruppenkameraden in seine Heimatstadt Lippstadt übergeführt. Stadtteil Hordel Hohes Alter. Seinen 75. Geburtstag feiert am Sonntag der Invalide Wilhelm Burscheid. Günnigfelder Straße. Er wurde in der Nähe von Köln geboren, wo er auch das Bäckerhandwerk erlernte. Seine Gattin ist ihm vor vier Jahren im Tode vorausgesangen. Aus seiner Ehe sind sieben Kinder hervorgezmgen, von denen noch vier Töchter leben. Ein Sohn ist im Weltkriege gefallen. Aus dem Nachbargeviel Stadt Wattenscheid In biblischem Alter. In ihr 90. Lebensjahr konnte am vergangenen Donnerstag die Frau Witwe Hammer in Eppendorf eintreten. Seit dem Tode ihres Gatten, des Steigers Bernhard Hammer, hat sie ihr Heim bei ihrer Tochter Frau Metzgermeister Born. Die langen Jahre sind natürlich nicht spurlos an dem Geburtstagskind vorübergegangen. Aber mag auch der Körper gelitten haben, das Geistesleben ist lebendig geblieben. Der Frauenchor brachte in gewohnter Weise seine Glückwünsche mit einer Reihe von Liedern dar. Gottesdienst in Eppendorf. Am ersten Pfingsttage, morgens um ½9 Uhr, findet im Kindergarten zu Evpendorf wieder ein Gottesdienst statt, der besonders den Alten und Schwachen gilt. Anschließend an diesen Gottesdienst soll eine Feier des heiligen Abendmahls gehalten werden. Tödlicher Unglücksfall. Im Uebertagebetriebe der Zeche„Holland" verunglückte der Rangierer Dreisen bei Ausübung seines Berufes tödlich. Drei Verkehrsunfälle. Am 20. Mai wurde ein Radfahrer auf dem Ruhrschnellweg von einem Personenkraftwagen angefahren und auf den Bürgersteig geworfen. Er wurde leicht verletzt, sein Fahrrad wurde stark beschädigt.— Am gleichen Tage wurde auf der Ecke Sommerdellen= und Hansastraße ein zwölfjähriger Junge von einem Kleinkraftrad angefahren und zu Boden geworfen. Das verletzte Kind wurde zum Evang. Krankenhaus gebracht, nach Anlegung eines Notverbandes wieder entlassen.— Am 21. Mai stießen auf der Kreuzung Hindenburgdamm— Westenfelder Straße zwei Personenkraftwagen zusammen. Eine Insassin wurde leicht verletzt, sie konnte jedoch nach Anlegung eines Verbandes ihren Weg fortsetzen. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt. Die Sieger in der Ballonverfolgung. Die Sieger in der Ballonverfolgung am Donnerstag stehen nunmehr fest. Danach erreichten vier der verfolgenden Motorradfahrer den gelandeten Ballon, und zwar 1.####. Fahrer Tapve, Gelsenkirchen; 2. RSKK.=Mann Steckel, Recklinghausen; 8. Rottenführer Lux, Buer, und 4. DDAC.=Fahrer Bosdorf, Gelsenkirchen. Der Ballon wurde in südöstlicher Richtung abgetrieben und landete in der Nähe von Altena. Stadt Wanne=Eicke „KdF.“=Himmelfahrtstour in den sauerländischen Blütenzauber. Das liebliche Rummenohl im vielbesungenen Sauerland war am Himmelfahrtstage der beiden„KdF.“=Sonderzüge, die 1200 Wanne=Eickeler und 800 Herner und Castrop=Rauxeler Kohlenvott entführten. Die Glörtalsperre, die Priorlinde, Schalksmühle, Wiblingwerde, Dahl, Dahlerbrück, Ambrock osw. waren das Ziel schöner Wanderungen „Unser Wille und Weg in die Zukunft!“ Samstag abend findet in der Stadthalle eine Kundgebung der RSDAP. statt. Redner ist Pg. Jens Müller(Oldenburg). Reichsbund für Leibesübungen. Sonntag vormittag 10 Uhr werden auf dem Eickelplatz die Prüfungen für das Reichssportabzeichen abgenommen. Zusammenstoß. Am 21. Mai erfolgte an der Kreuzung Dorstener und Holsterhauser Straße ein menstoß zwischen einem Motorradfahrer und einer Ras fahrerin. Letztere wurde hierbei leicht verletzt. Das Motorrad wurde schwer beschädigt. Zu jedeht Kieid die Bassende Tasche Eleganfe Damengürtel nach Maß. Das Fachgeschäft für preiswerte Feinlederwaren Pac Rofelmnarn. Bochum, Kortumstr. 43, Ecke Rottstt Die vollzogene Vermählung geben bekannt Wilhelm Berkenbusch Cornelia Berkenbusch geb. Ernst Himmelfahrt 1936 Bochum, Herner Straße 89 z. Z. auf Reisen Warne jeden, mein. Frau etwas zu borgen, da ich für nichts aufkomme.(95886 Josef Jankowiak, Alleestraße 25. Welche o. Anhang würde zwecks Zusammenwohnens ein. ält. Witwer m. Rente aufnehmen? Möbel vorhanden. T. U. 9319 Anz. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset; ich habe dich bei deinem Namen gerufen: du bist mein! saln 43, Van. Gott der Herr nahm heute in der Frühe 5¼ Uhr unser liebes Kind, meine einzige Schwester INGUE reisen Ewigkeit. Um sie trauern in tiefstem Schmerz die Eltern: Wilhelm Michelsen und Frau Dipl.-Ing. Hans Michelsen, Friedrichshafen und Anverwandte Bochum Gabelsbergerstr 31, Flensburg. Kopenhagen Dagebüll und Hamburg, den 22. Mai 1936 Die Beerdigung findet am Montag, dem 25. Mal. 3 Uhr nachmittags. vom Hauptfriedhofstor Freigrafendamm aus statt. Trauerfeier vorher um 2 Uhr im Hause. Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst abzusehen Seisam) Bad Harzburg! Ins. Todesfaus s. Witwe, 50., angen. Ersch., mit kl. Existenz, 18 J. Etagenpension(10 Bett.) berzensgut. kameraden m. kl. Barvermög. bzw. Rente. Briefe u. S. S. 50 postlag. Bad Harzburg. Ich bin zur Behandlung beim Wohlfahrtsamt zugelassen Dr. Komossa Zahnarzt Bongardstr. 39. Ruf 66064 Alleinsteh., lebensfrohe Dame, 39 J. alt, natur=,sport=u. kunstlieb., wünscht Bekanntschaft mit charakterfest. Herrn zwecks späterer Beirat G. A. 95807 Anz. Berufst. bess. Frl., 40., evgl., möchte mit ebens. Herrn bekannt werd. zw. späterer Heirat. W. E. 95864 Anz. Suche für meine 32jähr. Nichte, jugendl., anmut. Erschein., intell. u. arbeitsam. mit schön. Einricht. u. eig. Gesch., ohne deren Wissen pass. Lebenskameraden fest. 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Juni 1936, vormittags.30 Uhr, im Lokale Vorhoff. Gerner Straße 319, stattfindenden GENERALVERSAMMLUNG TAOESORDNUNO. 1. Bericht über das Geschäftsjahr 1933. 2 Bericht über die gesetzliche Revision. 3. Genehmigung der Bilanz, Vertellung des Oewinnes und Entlastung des Vorstandes. 4. Wahl zum Aufsichtsrat. 5. Etwa nachgekommene Anträge. Nur Mitglieder haben Zutrise. Als Ausweis gilt das Mitgliedsbuch elches am Eingang vorzuzelgen ist. Der Aufsichtsrat Zwirner, Vorsitsender Fahrräder In allen Preislagen kaufen Sie vortellhaft bei Ernst Clads,.33: Samtliche Reparaturen, Schweiß- u. Lötarbeiien werden sernell und gut ausgeführt. Ersatztelle in großer Auswahl! Autobusfahrten! Sonntag. 8 Uhr. zu den westfällschen Wasserburgen RM...30 Uhr, nach Haltern RM. 1,80 14.15 Uhr, nach Nordkirchen und Kappenberg........ 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Die kleinen Anzeigen Im Heimetblett vermitteln allen alles — das wanscht sich zu Pfingsten jeder Lokalinhaber.— Warum soll dieser Wunsch nicht in die Tat umzusetzen sein? Man muß natürlich vorher dem Publikum sagen, was dem Gast geboten wird, und daß Stimmung und Betrieb ihn erwarten.— Es ist also gerade jetzt vor Pfingsten notwendig. im Bochumer Anzeiger zu inserieren. informieren sich doch vor den Feiertagen Tausende von Lesern des Bochumer Anzeiger an Hand Ihrer Zeitung, wohin sie gehen können. 8 SLA!T W i B A BOCHUMER ANZEIGER 24. Mai 1936 ZUE Ersterr PirH Von Franz Hartlauf LEDeR auf daß die Kindbetterin ja nicht erschrickt, schiebt die Magd die bunten Vorhänge von den Scheiben, um den neuen Tag die Stube zu lassen. Ein Stammhalter ist zur hat ihn grad im großmächtigen Waschzuber. Den jungen Bauern hat es in der Nacht genug imgetrieben. Trepp auf, trepp ab— bis ihm bedeutet wurde, es gäng alles, wie es zu gehen hab, und er kann sich ruhig ein paar Stunden aufs Ohr es ihn wieder in die Höh getrieben, war der Ofen alleweil noch nicht eingebrochen. Aber er kann nicht warten. Das Ackerland ruft. Er richtet den Pflug auf den Wagen und spannt die Pferde vor. Langsam macht die Dämmerung dem anziehenden Tag Platz. Der Braune hebt die Nüstern und wiehert in den jungen Morgen. Plötzlich vernimmt der Bauer aus dem Haus einen Kindschrei, dann noch einen, und das Konzert nimmt kein Ende mehr. Er schließt die Augen, sein Mund zieht sich breit zu einem stillen, schier unmerkDa kommt die Magd aus dem Haus gestürzt. „Bau'r, sollst hineinkommen— er ist schon anLachen des Bauern ist aber plötzlich wie verflogen, sein Gesicht ist wieder wie ehedem— wie ein wettergebräuntes, holzgeschnitztes Bildnis, aus dem Erde und Arbeit reden von frühester Kindheit. „Schnell, Bau'!“ schreit die Magd ungeduldig. „Hab' jetzt keine Zeit mehr— die Ross' sind Er streicht mit der Peitsche leicht über die Rücken der Pferde. Diese ziehen an, zum Hoftor hinaus und der Bauer stapft nebenhex.... Am Acker hebt er den Pflug vom Wagen, spannt die Pferde um und setzt die Pflugschar in das stopPelige Erdreich... g7. A. I. zuftmärts Für eine kurze Weite onar er aufwarts— dann hin über Felder und Wiesen gegen den weiten Horizont. Leuchtend steigt hinter dem dunklen Föhrenhang die Sonne hoch, gelbrot und feurig, und taucht die letzten Morgennebel in die dichte Nadelfläche des Baldes.„(2 ku" Wi 4. „Ein schoner Tag wiro heur...“ Wie eine stille Danksagung kommt es von seinen herben Lippen — ein„Hüh!“, die Rosse ziehen an und die Pflugschar legt Furche neben Furche. Hinterher dampft die schwarze, fruchtbare Erde. Viel Schweiß kostet so ein Fleckchen Land. Endlich liegt es saatbereit, und wieder heimwärts geht's mit Wagen, Flug und Rossen. An der Haustür streift der junge Bauer die Erdkrusten von den Stiefeln, hängt im Flur seinen Hut an einen Haken, klinkt vorsichtig die Tür zur Kindlstube auf und tritt behutsam ein. Das junge Weib liegt da mit geschlossenen Augen. Das Gesicht wohl etwas blasser als sonst, um die Lippen aber liegt ein seltsam stilles und seliges Lächeln. Langsam tritt der Bauer zum Bett, steht eine Weile und starrt auf Mutter und Kind. Die Augen des jungen Weibes tun sich auf... „Ein Bub ist's...“ sagt sie leise. „So...“ meint der Bauer und wischt mit dem Aermel über die feuchte Stirn der frischgebackenen Mutter,„weil er nur da ist...“ Das war alles. Dann ging er wieder an die Arbeit. Die Bauernjahre gehen rasch dahin. Sie haben wenig Abwechslung. Immer gleich einförmig sind sie — Anbau, Heuert und Ernte zeichnen die Tage lang und die Nächte kurz. Das Wetter bringt bange Sorgen und die Waldarbeit im Winter Gefahr. Die Aussprache im Haus ist recht kärglich— Ackerland, Wald und Wirtschaft dulden auch kein unnützes Geschwätz. Wohl lachen und leben die jungen Leute sich zuweilen am Tanzboden tüchtig aus— aber wie oft kommt das vor im Jahr! Die Väter haben nicht einmal das. Wenn sie um den Wirtstisch beisammen sitzen, geht die Rede ja doch nur über Wirtschaft, Wetter und Vieh. Und die Bäuerinnen? Ja, mein! Da gibt's immer zu richten dort und da, Wäsche für den Haushalt muß ausgebessert werden und die Mannsleut' zerreißen ja auch ihre Sachen. Und wer soll denn alles wieder in Stand setzen— und wann? Dazu sind die Sonn= und Feiertage grad recht. Ob sie es gern machen oder ungern, spürt man nicht— es muß gemacht werden und sie machen es. Beim Persönlichen dürfen Bauersleut' nicht lang verweilen— sie sind es ja auch gar nicht gewöhnt— es käm ihnen grad spaßig vor. Einen Blick in die Kammer zu tun, in der sie Lust und Kümmernisse aufgestapelt haben, ist ganz und gar unmöglich. Um ihre Herzen liegt es schier wie Steinplatten und auf den Lippen schier wie Bleiklumpen—— einer, der sie nicht kennt, der es nicht versteht, heimlich und von der Weiten in ihr Inneres hineinzugucken, soll es lieber bleiben lassen. So also wachsen die Bauersleut' auf und dahin — aus der Erde, mit der Erde und wieder in die Erde. Die Erde gibt ihnen Leben und für die Erde leven sie— die Bauersleut', die selber ein Stück Erde sind. Auch der kleine Stammhalter ist so herangewachsen— ist in die Schule gekommen und hat nachher .,Pater am Feld und in der Wirtschaft fleißig micheisen müssen. Seine Arbeit hat er gut und recht gekan— sogar zur vollsten Zufriedenheit seines Gtes Aber Lob...* So was man sagt— Lob: „Zübl!“ oder„Tu nur so weiter!“ oder„So recht!; oder gar„Ich mag dich gern leiden..“ starrs... Bauern wohl früher die Lippen ergar daß er einmal nach der Hand vom gelangt oder den Arm um seinen Hals gelegt hätte— und wenn es ihn auch oft und oft danach verlangt hat—— da wären ihm wohl früher die Arme abgefallen... Wenn sich's grad schickt, wirft der Bub heimlich einen langen Blick auf seinen Vater... Das müßt wohl was sein, wenn man den Vater jetzt so anspringen könnt'— die beiden Arme um seinen breiten Nacken legen oder das Gesicht an seinen stoppeligen Bart pressen... Dem Bub ist's grad, wie wenn er vor einer hohen, steilen Felswand stünd— so hoch und so steil, an der wohl noch keiner hinauf hat können... Und wenn der Vater ihn einmal um eine Sekunde länger anschaut als sonst, grinst der Bub übers ganze Gesicht.... „Schau nicht so dumm orein, Bub“, war dann des Vaters trockene Red' immer... „Mag mich der Vater gar nicht, Mutter...?“ Herb und verhalten klingt die kurze und doch so ewiglange Frage. Die Mutter geht zum Spind und öffnet.„Da schau, was er dir wieder gekauft hat..“ Der Bub wartet, bis die Mutter sich abwendet, geht zum Spind, streichelt die neue Tracht und legt sich gar die Jankerärmel um den Hals... Da lacht die Mutter— nicht laut und ein bissel schwer klingt es...„Dummer Bub— willst wohl gar, daß der Vater dich herzt und bußt...?“. Ja, ja—! Der Bub weiß es schon, vaß der Vater das nicht tut... Einmal— spät nachts— sucht das Weib den Mann— im Hof, im Stall und findet ihn nirgends. Rufen will sie nimmer so spät— geht sie wieder ins Haus zurück und kommt am Buben seiner Kammer vorbei. Die Tür steht leicht offen, der Mond lugt durch das kleine Fenster... Steht der alte Esel vor' seiner Bettstatt. starrt der Lapp den schlafenden Buben immerfort an... Sie hat sich wieder heimlich in die Stuben geschlichen und— wie der Mann dann kommen ist, gefragt, wo er denn eigentlich gewesen sei...? Er druckt eine Weile brummend herum— dann meint er endlich:„Wo werd' ich denn gewesen sein—? Im Stall hab ich nach dem Vieh geschaut...“ So sind die Jahre dahingegangen. Aus dem Buben ist ein Bursch geworden— ein richtiger Kraftlackl. Jetzt wären Zärtlichkeiten natürlich schon gar nimmer am Platz. Wenn man aber glaubt, die drei Leut' leben nebeneinander ohne einander, wäre man wohl groß am Holzweg.—— Die Familie hängt zusammen wie ein Felsmassiv— ohne Arme und Lippen halt— aber Arme und Lippen hat ein Felsmassiv ja auch Wieder einmal ist die Ernte unter Dach gebracht —— Wieder einmal ruft der Wald. Zwölf Klafter sind herausgeschlagen. Feld= und Hausgeräte sind zusammengerichtet— also geht's ans Holzschlagen. Aufs Holzen freut der Bub sich das ganze Jahr, es ist ihm das Liebste. Nämlich beim Klobenschneiden kann es der Vater nicht verwehren, daß die alten und jungen Hände des öfteren eng beieinander zu liegen kommen.......6 ter nicht Und der Bauer verweyrt es auch gar nicht— legt sogar einmal, so von ungefähr natürlich— die breite, pechige Hand auf die nicht minder breite seines braven Stammhalters Recht zufrieden ist er mit ihm— recht— wohl recht... Er möchte es ihm gern sagen— bringt es aber nicht über die Lippen.. Und das Bübele wartet und wartet... Noch drei Föhren, dann sind die zwölf Klafter beisammen.....,,.7 du g. d. ui. Bei der letzten Föhre aver sou der Buv nimmer dabei sein... Krachend neigt der Baum sich zur Erde—— der Bub will hinter dem Vater aus dem Sturzbereich— stolpert über eine Wurzel... der Vater ruft— springt hin— zu spät—— der Stamm schlägt über den Buben her und zersprießt und zerdrückt ihn unter den brechenden Aesten.. Hat lange gedauert— bis der Vater ihn hervorgebracht... Er bettet ihn auf einen schneefreien Platz— wischt ihm Gesicht und Haare—— horcht an seinem Herzen., dann nimmt er langsam den leblosen Kopf in seine schwieligen Hände— drückt ihn an sein Gesicht— preßt die Lippen auf den toten Mund — und ruckweise kommt es aus seinem tiefsten Innern— wie eine Lawine, die einen Eisgürtel durchbricht.—— „Weil ich dich— halt doch einmal hab— herzen und küssen können— mein Bübele...“ Und zum erstenmal in seinem Leben löst sich etwas in seiner Brustkammer— steigt warm in die Augen und— rollt langsam über die sorgen= und wetterdurchfurchten Wangen... Pianiee Von Heinrich Schwaney Deutscher Frühling phot.: Hch. Hoffmann Tausend Akkorde klingen zusammen Zu einem Maienlied. Tausend Herzen stehen in Flammen, Wenn die Welt wieder blüht. Durch die leuchtenden, blumigen Auen Wandern wir froh und still, Weil das Herz alle Wunder erschauen, Trinken und kosten will. Alle Herzen klingen zusammen, Haben nur einen Schlag, Alle Lande stehen in Flammen, Grüßen den Maientag. aienwunder Von Wilhelm Orb Oeier war in die Berge gestiegen, um einmal mit seinem eigenen„Ich allein zu sein und Stärkung für die verbrauchten, gereizten Nerven zu suchen. Das Pflaster der Großstadt hatte ihm unter den Sohlen gebrannt und ihn mit fiebernden Wangen in die Einsamkeit gejagt. Ihm war es gewesen, als hätten ihn die Strapazen und Aufregungen der letzten Wochen um Jahre älter gemacht, und wenn er auch nicht gerade äußerlich den Eindruck erwett, so fühlte er sich doch seelisch krank und zerschlagen. Er hatte das Gefühl gehabt, daß es die höchste Zeit sei, einmal auszuspannen und der Peitsche des Großstadtlebens zu entftiehen, wenn er nicht seine Gesundheit ganz aufs Spiel setzen wollte. So dankte er denn im Stillen seinem Schöpfer, daß er der Welt und daß er ihm den Mai beschert hatte, an dem sich das Wunder der erwachenden Natur ertch„ M ue 8 Die muden Augen veramen wieder Glanz, und die Blicke belebten sich, je mehr Rainer sich in die Einsamkeit der Berge verlor. Mit vollen Zügen trank er die reine, klare Tannenluft, die wie Balsam seine verstaubten Lungen durchströmte und seinen Puls Von einem freien Felsenvorsprung betrachtete Rainer die märchenschöne, sagenumwobene Bergwelt, die sich sicher vor ihm auftat und ihn alles Irdische vergessen ließ. Hier oben fühlte und glaubte er sich seinem Gott näher, vernahm seinen Atem, den ihm ein leiser Wind zutrug und der ihm, dem Verirrten, den Glauben an die Welt und an die Menschen wieEercav... g mt feine 9. O, wie diese Stiue, viese Einsamteir seine Nerven beruhigte! Immer mehr fühlte er den Staub der Stadt von sich fallen. Immer lauter und freier hörte er sein Herz schlagen, und immer größer fühlte er sich in die blasse Unendlichkeit wachsen, die ihn über alles irdische Leid und Weh hob. Ein kleines, stilles, romantisches Tal in Sonnenglanz und Blütenschmuck lachte plötzlich nach längerem Wandern zu ih mherauf, und ein paar freundliche Häuser mit sauberen Dächern boten ihm einen stummen Gruß. Rainer suchten sich ein Plätzchen auf einem breiten, bemoosten Baumstumpf und fand auch einen solchen, von dem aus er einen herrlichen Blick auf das sonnige Tal genoß. Verträumt hingen seine Augen an dem schönen Naturbild. Leise schloß er ab und zu seine müden Lider, die all das Geschaute fast gar nicht mehr zu halten vermochten, und Danklied, das eine klare Mädchenstimme unten im Tal in den blauen Tag jubelte, machte ihn trunken und spann ihn in eine traumholde Müdigkeit. Ihm war, als müsse dieses Lied aus einem reinen, gläubigen Herzen dringen und daher die besondere Kraft haben, ein anderes, müdes Herz wieder aufzurichten, als öffne es die Tore zu einer Verbundenheit und ließe leichter als sonst den Menschen zum Menschen finden. Rainer hatte sich nach einiger Zeit mit dem behaglichen Gefühl der Geborgenheit und der Genesung von seiner Raststelle erhoben. Mit frohen, hellen Augen ging er der Stimme nach, und ab und zu blieb er andächtig wie im Gebet stehen. Der Klang und der Zauber dieser Stimme nahmen ihn gefangen und bannten ihn. Eine andere Welt hatte ihn aufgenommen und trug ihn auf Flügeln der Liebe. „Dich, mein stilles Tal, grüß ich tausendmal!“ klang es ihm strahlend entgegen, und zwei sonnige, braune Augen empfingen ihn mit einer leichten Verlegenheit.„Grüß Gott!“ bot er zum Gruß. Wie ein scheuer, aufgeschreckter Vogel flog die zarte, schlanke Gestalt vom Rasen empor, ihre Hände ordneten das bunte Dirndlkleid und ließen das kleine, süße Lämmchen springen, das sich behaglich und mollig in ihren Armen gesonnt hatte. Bald erfuhr Rainer ihren Namen. Wie eine süße Melodie summte er in seinen Ohren. Wie ein Wunder schaute er diese Gestalt, die ihm soviel Freude, Glück und Sonne entgegenstrahlte. Sie erschien ihm wie ein kleines Heiligtum. Er war in seinem Leben vielen Frauen und Mädchen begegnet, aber nicht eine hatte solch einen bestrickenden Zauber auf ihn ausgeübt wie diese kleine, bescheidene Bergblume. Als am Abend die Sonnenkugel langsam im Westen versank, schied Rainer mit dem Versprechen eines baldigen Wiedersehens und dem tröstenden Gefühl der Geborgenheit. Er hatte heute eine Seele gefunden, die ihm den Glauben an sein eigenes„Ich“ wiedergegeben hatte. Ja. ein Herz hatte ihm die Blume der Liebe geschenkt. Es war ihm, dem Einsamen, dem Geschlagenen, der Maiensegen in den Bergen widerfahren und leuchtete ihm aus jeder Blume, aus jedem Strauch und von jedem Baum herab entgegen. Sein Herz, so war ihm, trug das Wunder des Wonnemonds in sich... lic Fema Gio Barerncrer Der Elefant verhext einen Bahnhof— Der unglückliche Wärter Wenn ein reisendes Zirkusunternehmen auf der Bahn abladet, bilden sich gleich auf der Rampe die ersten begeisterten Zuschauermengen. Auch wenn die Polizei und Bahnbeamte, um ein ungehindertes schnelles Ausladen zu ermöglichen. die Rampe abgesperrt haben, versammeln sich doch alle Eisenbahner, um zuzusehen, wie schnell und geschickt ein Elefant die vollbesetzten wagen von der flachen Eisenbahnlori abschiebt, sie zum Platz hinbringt, von wo sie der Traktor dann auf den Zirkusplatz abschleppt.„Roma“, der größte und beste Arbeitselefant, verlud in einer einzigen Nacht alle 250 Wagen des Zirkus. Erlatz für Dutzende von Zuglieren Bei„Roma“ genügte es nach einigen Reisejahren, daß ihr Wärter auf den zu bewegenden Wagen hinzeigte. „Roma“ arbeitete dann ganz allein und selbständig. Sie schob den Wagen zur gewünschten Lori, ein leiser Druck des Kopfes beförderte den Wagen auf die schiefe Eisenplatte, die zwischen Rampe und Waggon liegt, ein Zuruf„Halt!“ oder„Roma, noch ein Stückchen!“, und genau nach Anweisung drängte sich vorsichtig der Wagen hinauf. Ihr Wärter hatte bei den zahllosen nächtlichen„Verladearbeiten festgestellt, daß„Roma“ absolut läßzlich und selhständig arbeiten känne und saß oft lichen Verladearbeiten festgestellt, daß„Roma“ absolut verläßlich und selbständig arbeiten könne, und saß oft in der Kantine, besonders in windigen Regennächten, und ließ„Roma“ unbeaufsichtigt mit den Eisenbahnern arbeiten. Hörte der Wärter die laute Stimme des Verauf seinem Platz, das schöne, rotgestrichene Eisengitter um das Gebäude fehlte gänzlich, und Wartehalle sowie Aborte lagen melancholisch auf der Erde. Als sie noch den Möbelwagen tief unter den Kohlen entdeckten und die Lichtmaste sein säuberlich auf einen dort stehenden Waggon entdeckten, wurde ihnen dieser Spuk unheimlich und sie verständigten die Betriebsdirektion. Vier Oberingenieure, zwei Herren vom Oberbau und einer vom Fahrdienst schoben sich gegenseitig die Verantwortung für diese„unsinnigen“ Unordnungen in die Schuhe. aber kein Mitglied der Kommission konnte herausbekommen, wer diese Riesenarbeit in einer halben Nacht so restlos ausgeführt hatte. Langseitige Berichte gingen an die Generaldirektion ab, und noch nie hatte der kleine, verlassene Provinzbahnhof soviel Frequenz wie in diesen Tagen.„Der Bahnhof ist einfach verhext!“ Eine andere glaubhafte Erklärung konnte niemand finden oder geben. Heilter, die man nicht los wild Aber jede Missetat rächt sich auf Erden. Einer der Bahningenieure sah einige Tage später auf einer Dienstfahrt des Nachts zu, wie Roma“ gerade wieder einmal verlud. Es war regnerisch und finster. Interessiert sah der Beamte, wie„Roma“ einen Wagen nach dem andern verlud, beaufsichtigt von ihrem Wärter. Plötzlich trottete sie, gerade als der Traktor um einen Wagen fuhr, zum nächsten Lichtmast, stemmte mit dem Kopf dagegen und drückte ihn um. Schimpfend und schreiend jagte sie der Wärter fort.„Roma“ schüttelte den dicken Kopf, watschelte betrübt weg und legte sich im Vorbeigehen an die Frachtenkasse des Bahnhofes, die eine Holzbude war, legte sie um und trampelte sie in aller Seelenruhe zusammen.„Das hat sie doch noch nie gemacht,“ staunten die zusammengelaufenen Zirkusleute, die kopfschüttelnd „Roma" umstanden, indes sie vergnügt die dicken Füße aneinanderrieb. Da trat ein Fremder hinzu:„Ich kann Ihnen sagen, wo sie das zuerst gemacht hat!“ Es war der Eisenbahningenieur, der nunmehr eine lange Auseinandersetzung mit dem Direktor des Zirkus hatte. Der war zum Schluß noch froh, daß die Wiederherstellungsarbeiten auf seine Kosten ohne weitere Anzeige wegen Bahnfrevels vorgenommen wurden und zahlte seufzend einen Betrag aus, von dem er erklärte, daß er dafür den„ganzen Hauptbahnhof Leipzig“ hätte erstehen lassen können. Am ärgsten aber saß der Elefantenwärter in der Patsche. Gab er zu, daß er„Roma“ allein hatte arbeiten lassen, also unbeaufsichtigt, dann flog er rettungslos hinaus. Bestritt er es, dann mußte es„Roma“ auf seinen Befehl gemacht haben, wofür er erst recht herausfliegen müßte. heraus:„Es war so finster und regnerisch, daß ich nicht genau sehen konnte, was„Roma“ alles machte, weil ich die Wagen auf den Loris festzurrte. Ich habe ihr nur von Zeit zu Zeit zugerufen, sie solle sich beeilen. Ich glaube, die„Roma“ hat das von selber, aus übertriebenem Arbeitseifer getan, weil ich im Finstern nicht sehen konnte, daß sie schon mit ihrer eigentlichen Arbeit fertig war Ehrgeizig ist sie, das wissen Sie doch auch. und so wollte sie nicht untätig sein, wenn ich ihr immer zurief, sie solle arbeiten!“ Aus Ehrgeiz und Uebereiter Als ihn der Verlademeister anbrüllte, ob er nicht endlich gestehen wollte, stotterte er folgende schöne Erklärung Lange starrte ihn der Verlademeister an, dann seufzte er tief auf:„Also aus Ehrgeiz und Arbeitseifer habt ihr das gemacht. Dafür, mein Junge, hältst du auf der nächsten Reise jede zweite Nacht Stallwache im Elefantenstall und rührst dich nicht aus dem Stall. Sonst demoliert„Roma“ aus Ehrgeiz die nächste Stadt, und das kommt zu teuer!“ Unerbittlich kontrollierte er in der nächsten Reisesaison den Wärter, der während der ganzen acht Monate tatsächlich nicht eine Nacht aus dem Zirkus kam, denn die eine Nacht wachte er, bei Tag gab's Arbeit genug, also mußte er die zweite Nacht schlafen. Zum Ausgehen blieb somit keine Zeit, da der Zirkus erst um 12 Uhr nachts Freizeit kennt. Nie aber kam„Romas“ Herr darauf, wem er das eigentlich zu verdanken hatte, und das war eigentlich sein größter Kummer.——— lademeisters, dann fuhr er wie ein Blitz aus der warmen Kantine, ergriff die Elefantenpeitsche und stellte sich neben„Roma“, um ihr unnötige, aber laute Befehle zu geben. Im übrigen konnte er„Roma“ unbesorgt sich selbst überlassen. Sie war sicher, scheute vor nichts und folgte jedem Eisenbahner, aber nur beim Ein= und Ausladen. Willig tat das Tier, was man schaffte, und es ersetzte so dem Zirkus mehrer Dutzend Zugpferde oder ein paar teure Traktoren. Wieder einmal war eine erfolgreiche Sommertournee zu Ende gegangen, und im kalten regnerischen Herbststurm wurde auf einer kleinen ostpreußischen Station verladen. Die Rampe war gut, der Boden steinhart, dazu regnete es, kurz, alle Bedingungen für„Romas“ Wärter waren gegeben, sich in die behagliche Kantine zu setzen und inzwischen„Roma" brav arbeiten zu lassen. Einige Zeltleute arbeiteten gemeinsam mit dem Riesen, und als sich die wenigen Eisenbahner der kleinen Station sattgesehen hatten, wie der Elefant verlud, gingen sie gleichfalls in die Kantine und bildeten um den Elefantenwärter eine interessante Runde. Eine Lage „Korn“ folgte der anderen, der Wärter fühlte sich immer wohler und erzählte aus seinem Reiseleben beim Zirkus, daß den Eisenbahnern des kleinen Nestes die Augen übergingen. Der Sonderzug war schon abgefertigt und mit allem Personal abgedampft, darunter auch dem strengen Verlademeister, nur einige Gerätewagen waren auf zehn Loris nachzuverladen, die in zwei Stunden dem Sonderzug folgen sollten. Diese erste selbständige Arbeit war dem Wärter„Romas“ übertragen worden. Einie Konigen des Kasareltsy Freia Keiter unter viel Kügen Um uns herum alles sehr kunterbunt: Koffer und Pakete liegen verstreut in der kleinen Garderobe, gleichsam sichtliche Beweise dafür, daß die Sängerin erst vor ganz kurzer Zeit in der Reichshauptstadt angekommen ist. Und dann die vielen, vielen Tageszeitungen, überall liegend, nur nicht auf einem Tisch, und meist aufgeschlagen an der Stelle, die das Bild der Frau bringt, ihr Leben, ihre Taten und Leistungen. Der Eintretende ist geneigt. Frau Keller ob ihres aufmerksamen Managers zu beglückwünschen, der nichts unterschlägt, was in der Oeffentlichkeit über„seinen“ Star kursiert.„Ja, der merkwürdige Bezug des Sofas darf nicht vergessen werden; wer zuvor im Theater gewesen, identifiziert ihn mit dem Auftrittskleid der Künstlerin, das nun bis zum nächsten Abend seine Ruhe hat. Der dankbare Tolizeimann Während der Wärter Chef lpielte... Die vier Zirkusburschen arbeiteten draußen in der immer regnerischer werdenden Herbstnacht allein. Er erzählte unterdessen ein Erlebnis nach dem anderen und trank dazu ein Gläschen nach dem anderen, kurz, er fühlte sich sehr behaglich. Die Burschen draußen ärgerten sich aber, daß es ihnen nicht ebenso oder wenigstens halb so gut ginge. Sie mußten sich plagen, während der andere im Hochgefühl des Chefs drinnen sich als Held bestaunen ließ. Ihr Grimm nahm mit dem Regen zu, und sie beschlossen, irgendwo auch ihre Macht zu zeigen. Von den Eisenbahnern war keiner da, im Heizhaus zischte die Lokomotive, die diesen Nachtrain, wenn er verladen war, dem Sonderzug nachbringen sollte; es war zwei Uhr nachts, und in einer halben Stunde konnten sie fertig sein. Diese halbe Stunde schufteten sie zusammen mit„Roma“ fleißig, verständigten aber nur den Lokomotivführer, daß er bald abdampfen könne. Der Maschinist antwortete, in einer Stunde sei die Strecke frei, dann kupple er an und fahre los. Eine Stunde lag nun vor ihnen. Einer der Burschen setzte sich in die Kantine und berichtete dem Wärter, daß er auch ausruhen könne. In einer Stunde werde die Reise losgehen. Gnädig bewilligte ihm„Romas“ Herr, dazubleiben und mitzutrinken. So wollte es der Aufpasser, um die anderen zu warnen, falls der Wärter früher herauskam. Die anderen Burschen begannen jetzt ihren Racheplan auszuführen.„Romas“ Hauptaufgabe beim Abbau des Zeltes war es, die Sturmstangen, welche die Rundleinwand hielten, mit einem leichten Druck des Kopfes umzulegen und mit dem Rüssel auf einen Wagen zu verfrachten. Diese Sturmstangen sind etwa armdick und vier Meter lang. Auf dem kleinen Provinzbahnhof gab es noch keine Eisenkandelaber, sondern hölzerne Maste, an denen die Laternen und Lampen für die nächtliche Beleuchtung des Perrons hingen. Zu dem ersten dieser Maste führten sie„Roma“ und deuteten hin:„Feste,„Roma“, push(stoßs!“ Geduldig stemmte sich„Roma“ gegen den Mast, der sanft umfiel, wobei allerdings der Lampenschirm klirrend zerbrach und das Licht erlosch. „Wegen dem Kleidl hab' i meine Sorgen'habt", plauderk sie in unverfälschtem Wiener Dialekt,„gestern hat nach Schluß jemand an meine Türe geklopft, und wie i bin nachschauen gangen, is es' ein Schupo gewesen...“ „Es war doch nicht... etwas zu dekolletiert?" frage ich. nachdem der„Haute Sauterne“ mir ungeheuren Mut gemacht hat, dies freilich erst nach dem dritten Glas. „Ja, das dacht' ich ja auch. Denken Sie mal an, wie entsetzlich das gewesen wäre, ein Skandal! Aber es kam ganz anders, und es war alles so schön, so wunderschön, was dann gekommen ist. Der Polizist drückte, schüttelte mir beide Hände, so haben ihn meine Lieder erfreut.„Gnädige Frau“, sagte er,„im Namen des ganzen Publikums will ich Ihnen nur sagen, daß wir so glücklich sind, Sie, die wir nur vom Rundfunk und durch Schallplatten bisher gekannt haben, in Deutschland sehen zu können.“ „Wie erklärt es sich eigentlich, daß eine Sängerin von Ihrem Format erst so spät nach Deutschland gekommen ist? Niemand von uns hatte eine greifbare Vorstellung von Greta Keller. Wer wußte, wie sie aussah? Sie war uns ein großer Name und eine wunderschöne Stimme, eine Altstimme, die, auf schwarzen Tellern gleichsam serviert, der Schallplattenindustrie großen Auftrieb gegeben hat. Warum sind Sie gnädige Frau, so ausreißerisch gewesen, stets zu Hause nur in Amerika, Oesterreich, England, Italien Frankreich und so fort? Warum zeigte sich die deutschsprechende Frau meist nur nichtdeutschen Menschen?" An jedem amerikanischem Jender „Glauben Sie vielleicht, es sei mir leicht gefallen?“ — Sie fragt es so traurig, so aufrichtig bedauernd, daß die Antwort nur„Nein“ lauten kann.„Ich bin in meinem Fühlen und Denken durchaus ein deutscher Mensch. Wie könnte dies auch anders sein, wo ich doch in Wien zur Welt kam?! Lediglich der Zufall wollte, daß ich aus der österreichischen Hauptstadt nach dem Westen verpflichtet worden bin. Ich habe mir, vom Verlauf der Dinge dazu verpflichtet, das Englische so sehr aneignen müssen, daß ich zeitweise meine Muttersprache nurmehr gebrochen beherrschte. Die Amerikaner von meinen Schlagern begeistert, weigerten sich, mich an Europa zurückzugeben. Alle großen Städte der USA. verpflichteten mich, und immer waren es Weltbühnen, an denen ich sang u. a. mit den Kapellen Whitemanns und Rudi Valleea. Vor allem stürzte sich der Rundfunk und die Schallplattenproduktion auf mich. Ohne Uebertreibung darf ich sagen; es gibt keinen amerikanischen Sender, an dem ich nicht gewirkt, nicht gesungen habe. Dann aber packte mich das Heimweh nach Europa, nach Wien, nach Deutschland. In ganz kurzen Abständen wurde die große Fahrt dreimal angetreten. Der Weg zum näheren Vaterland war zunächst durch viele Verträge versperrt, die in Skandinapien, England und Frankreich eingelöst werden mußten. Bei dieser Gelegenheit lernte ich den Prinzen von Wales und jetzigen König Eduard VIII. kennen. Aber dann bekan ich innigen Kontakt auch zur deutschen Schallplattenindustrie, zu Deutschlands Rundfunk. Hier darf ich zu Menschen sprechen, die meines Herzens. meines Denkens sind. Das dankbarste Publikum ist das deutsche. Ganze Koffer konnte ich mit den Briefen und Dankesbezeugungen deutscher Frauen füllen, die mich nicht in Ruhe ließen, bis ich mich zu persönlichem Auftreten in Deutschland entschloß.“ Der Suniniiraus und feine Joigen Abenteuerliche Roman eines Rohltosfes Baumwolle und Gummi: die wichtigsten Rohstoffe der Welt! Gerade das Problem„Baumwolle“ wurde gefährlich aktuell für England durch den Krieg in Abessinien, als es sich um die Nilquellen, den Tana=See, handelte. Aber auch auf den andern Rohstoff, auf Gummi, hat England ein absolutes Monopol. Mehr als drei Millionen Acres britischen Bodens sind heute mit Gummiplantagen bedeckt, und drei Viertel der Weltproduktion an Rohgummi stammen aus dem Reiche, vor allem das Hinterland Singapores, mit Gummibäumen in unendlichen Ausmaßen bepflanzt, gehört zu den reichsten Gebieten Großbritanniens. Daß es so kam, verdankt England einem einzigen Manne. Ein wahrhafter Abenteuerroman knüpft sich daran, der zur Zeit genau sechzig Jahre zurückliegt. ein paar Tage konnten über Gelingen oder Mißlingen des Planes entscheiden. Schließlich waren die Samen so weit, daß man sie zwischen Bananenblätter packen, in Matten wickeln konnte. Wickhams Kanoes versteckten sich untertags, rasten nur des Nachts dem Amazonas zu, wo der Imam=Dampfer wartete. Alles ging glatt. Der verrückte Orchideenlammler Geltohlener Summilamen Der umgelegte Bahnhof Mast um Mast drückte die folgsame, fleißige„Roma“ um und verfrachtete die Masten auf eine Lori, die am Nebengeleise stand. Im Schein einer Stallaterne führten die Kobolde„Roma“ im finsteren Regenwetter, von niemand bemerkt, weiter. Auf ihren Befehl riß„Roma“ die dicken Eisenstangen spielend aus der Erde, womit der Bahnhofplatz umzäunt war und schleppte das ganze Gitter hinter das Heizhaus. Nun stemmte sich„Roma“ geduldig und arbeitsam gegen die dünne Holzwand der Personenwartehalle, die wie ein Kartenhäuschen zusammenfiel und einfach liegengelassen wurde. Einen leeren Spediteurwagen, in dem Möbel verschickt werden, zog sie auf den mächtigen Kohlenhaufen hinter dem Heizhaus, wo er bald durch sein Eigengewicht in den nachrieselnden Kohlen verschwand. Der kleine Bahnhof war so ziemlich ausgeräumt, und jetzt kam auch schon die Lokomotive. Schnell, im Vorbeigehen, legte„Roma“ auf Wunsch mit ihrem massigen Körper das kleine Häuschen um, das durch eine Tafel„Männer, Frauen“ sein besonderes Kennzeichen hat. Dann durfte sie in ihren Waggon. Der Lokomotivführer schimpfte, daß die Stationsbande in dieser Finsternis die Lichter ausgelöscht hatte. Nun traten die„Korn“=Brüder aus der Kantine, grölten einen freudigen Abschiedschoral, der Wärter winkte ihnen selig Abschied zu, ein greller Pfiff, und der letzte Zirkustransport verließ den kleinen Bahnhof in Ostpreußen. Endlich wurde es Tag, und die ablösenden Eisenbahner kamen zum Tagesdienst. Sie rieben sich erstaunt die Augen, sie meinten, sie wären auf einem fremden Bahnhof. Nicht einer der vertrauten Lichtmaste stand Als man in der Welt die Zukunft des Gummigeschäfts zu erkennen begann und das Härtungsverfahren, das Vulkanisieren, erfunden wurde, gab es den Hevea, den Gummibaum, nur in Brasilien. Para hatte ein absolutes Monopol. Den Wert dieses Monopols wußte Brasilien genau zu schätzen, drakonische Strafen trafen jeden, der versuchte, Gummipflanzen oder Gummisamen aus dem Land zu schmuggeln, alle Schiffe wurden genau untersucht, alle Plantagen genau überwacht. Unter diesen Plantagenbesitzern war auch der Engländer Henry Wickham, einer der ersten Gummipflanzer. Er hatte von Anfang an die große Bedeutung der neuen Kultur erkannt, hatte Zeichnungen und Blätter des Para=Gummibaums an Sir Joseph Hooker geschickt, den damaligen Direktor des Londoner Botanischen Gartens. Der unterstützte Wickhams Pläne. Man gewann Sir Clement Markham vom India Office— und in aller Heimlichkeit bekam Wickham den Auftrag, Gummisamen nach Indien zu bringen. So gründete er eine große Gummiplantage auf dem Tapajos=Plateau, unweit Santarems. Die Gummibäume wuchsen und setzten Früchte an. Blieb das Problem des Transportes; denn die Gummisamen sind wenig widerstandsfähig, und bis Para waren es allein gut drei Wochen Dampferfahrt. Ein erbitterter Kampf begann mit dem Riesenstrom, zweitausend Kilometer weit. Jede Stunde war kostbar. Und dann kam das Gefährlichste: Para und die Untersuchung der Behörden. Wickham hatte alles vorbereitet, hatte die richtigen Leute zu einem großen Bankett eingeladen— galt in Para als ein verrückter Orchideensammler, der im Auftrag des englischen Königs seltene Knollen nach Kew Garden bringen sollte. Na. Orchideen sind heikel— das Schiff war leer bis auf einen geheizten Raum— nein, den konnte man wohl nicht öffnen, ohne die Orchideen der kalten Luft auszusetzen und zu ruinieren. So war am nächsten Morgen das kaum untersuchte Schiff mit seiner kostbaren Fracht unterwegs nach England... In Le Havre verließ Wickham die„Amazonas“, fuhr über Paris nach London. Der Botanische Garten von Kew traf alle Vorbereitungen. Ueber Nacht wurde ein Orchideenhaus freigemacht. Ein Sonderzug wurde nach Liverpool geschickt, zehn Minuten, nachdem die„Amazonas“ am Pier anlegte, waren die Samen schon unterwegs nach London. In diesem Juni 1876 schliefen die Botaniker und Gärtner von Kew Garden nicht viel. Was hier unternommen worden war, war aufregender als jedes Spiel. Zwölf Tage, nachdem man die Samen in die Erde gesteckt, zeigten sich die ersten grünen Spitzen. Und bald standen in netten Reihen tausendeinhundert Gummipflanzen im Glashaus von Kew Garden. Englische Schiffe brachten sie in die Malakka=Straits und nach Indien. Das Mikrophon ein liebes Uhr „Ihre Verbundenheit mit dem Mikrophon geht so weit, nicht wahr, daß Sie ihm auch dann noch die Treue halten, wenn Sie in einem Saal, also unmittelbar zu Menschen singen. Ich war ja vor wenigen Minuten Zeuge, wie Sie ganz leise wider die Membrane sangen und vom Publikum dennoch, dank elektrischer Kraftverstärkung mittels Lautsprecher, laut und einwandfrei gehört wurden. Gesangsdarbietungen auf dem Wege des Mikrophons haben meines Erachtens den eminenten Vorzug, daß sie von den Gegebenheiten der räumlichen Akustik beinah unabhängig sind. Darüber hinaus sind Sie doch in der Lage, die ganze Kraft und Einsatzbereitschaft der Gestaltung des Gefühls zu widmen, keine seelische Nuance kann in einem etwa zu lauten oder zu leisen Ton untergeben..., gms.eshaense 6an „Und deshalb liebe ich das Mikrophon!" bekennt Greta Keller:„es ist mir ein guter Freund, ein liebes Ohr. dem ich alles anvertraue... Es ist mir nachgerade zum unentbehrlichen Werkzeug bei der unbeschreiblich schwierigen Arbeit geworden, in drei oder fünf Minuten, je nach der Länge des Chansons, einen Menschen zu vermitteln! Bedenken Sie bitte, der Schauspieler verfügt über einen Abend, wenn er einen Menschen gestalten muß. Hatte er Pech im ersten Akt, kann er es im zweiten einigermaßen wettmachen. Gelingt es ihm da noch nicht, steht ein dritter Aufzug bereit. Die Chansonsängerin im Kabarett aber muß mit Sekunden und Minuten rechnen, sie hat keine Zeit, sich mächlich„einzusingen“, und sie braucht es auch nicht, wenn sie, wie in meinem Fall, das Wunderding„Mikrophon“ bereit hat.“ Zwilchen Bananenbläiter verpackt Da drang im Jahre 1876 die„Amazonas“ der Imam=Line zweitausend Kilometer weit auf dem Amazonasflußsystem ins Innere Brasiliens, bis ganz in die Nähe von Wickhams Plantage, vor. Diese„Amazonas“ konnte keine Fracht zurück nach England finden. Es war die Zeit der Reife, überall setzten die Gummibäume Früchte an. Und da ergriff Wickham die Gelegenheit. Er charterte, wie Anton Zischka in seinem Werk„Der Kampf um die Weltmacht Baumwolle“, erschienen bei Wilhelm Goldmann zu Leipzig, erzählt, kaltblütig das Schiff, bestach den Kapitän und schickte seine Indianer Gummisamen ernten. Tag und Nacht fuhr er den Tapajos=Fluß entlang, um die Früchte einzuernten. In einem Indianerdorf wurden sie getrocknet, und ein rasender Wettlauf mit der Zeit begann— Die teuerlte Bahn der Welt Südamerika wußte lange nichts von dem Schlag, geheimnisvoll wuchsen die riesigen britischen Gummiplantagen heran. Brasilien und Bolivien führten einen erbitterten Grenzkrieg wegen der Gummiwälder am Puru und Jquiry, wegen des Acre=Territoriums. Man baute die„Gummibahn“, den Schienenstrang von Gujara=mirim nach Porto Velho, der den bolivianischen Gummi nach Mansos bringen sollte. Diese Bahn wurde die teuerste der Welt— und als sie fertig war, kam der gewaltigste Preissturz, den Gummi je erlebt—: die Engländer hatten begonnen, riesige Mengen ihres malaiischen Kautschuks auf den Markt zu werfen... Heute fährt auf der„Gummibahn“ alle acht Tage ein ist ein unbedeutender Produzent geZug; Sühamerlka ist ein unbedeutender Produzent ge: worden. Dreiviertel alles Gummis auf der Welt stammt nun von den tausendeinhundert Pflanzen aus Kew Garden ab den Bäumen, die aus den Samen des nachmaligen„Sir“ Henry Wickham gesprossen sind...! Marlene macht eine Entdeckung „Hatten Sie schon bei Beginn Ihrer Bühnenlaufbahn die Absicht, einmal Star der„Kleinkunst" und womöglich„Königin des Kabaretts“ zu werden, was Sie auf Grund Ihrer einzigartigen Leistungen ja tatsächlich geworden sind?" „Aber nicht die Spur! Mein ganzes Streben darauf gerichtet, Schauspielerin zu werden. Ich spielte als solche vor einem Jahrzehnt u. a. in Hilde Hildebrand, Edith Evans und Ralph Arthux Roberts war ich am„Theater am Schiffbauerdamg.“ engagiert und hatte in einem Reißer,„Einbrecher“ titelt, eine ganz kleine Rolle von höchstens zwanzie Sätzen. Herbert Ihering schrieb mir nach der Premiere eine Bombenkritik, in der er mir eine große prophezeite. Immer hatte ich eine großartige Prerlf, und doch zerbrach es mir das Herz, trotz höchster öffent; licher Anerkennung auch weiterhin„dumme Wurzei spielen zu sollen. Bis dann der entscheidende Tag kam. Nach der Vorstellung von„Broadway“, zu der ich Wien verpflichtet war. summte ich in meiner Garderobe, irgendwelches improvisiertes Zeug vor mich hinz.„Agi lene Dietrich, die sich im gleichen Raum umkleidete, mich, das Singen fortzusetzen. Ich tat es. Wyrg rt überwundener Schüchternheit lauter, die Girls bötten es auf den Gängen, sie stürmten unsere Bude und lieber nicht locker bis ich gegen Wein und Sekt noch eine Stunde„konzentrierte“. Die Dietrich war ganz dem Häuschen, daß ich hier anstatt auf der Bühne Talent praktisch auswerten wollte, wo ich doch, wit mich beschwor,„die geborene Chansonsängerin“ sel „Marlene hat recht behalten!“. sage, is, ZUnggan schied!“ wie sehr recht— das bitte ich Stezizig, Keller. noch recht oft in Berlin zu beweisen, in Deutsch land!“ 2. Kleine Der Mann, sich ohne Kragen Held draußen im wird behaupten, Held aussieht, Die Frau, die ihre Frisur, die durch das Haus sein. Niemand dauernde Freude Das Leben Rücksichtnahme, Mann und Fra sicht Die Gewohn allzu oft die gro das„Dasein bers Vor der El oder einem der für ihre Frauen meinschaft wird mal dern, Mancher Mo greifen, daß er Strauß Rosen kann es nicht v buldig in Wink und beglückt wo Er kennt jel Rosen mehr mi berger Zeitunkt, selber kaufen m In der Ehe Opfer zu bring ist sie dazu bef Daß der M kleine Beispiel schnarchen. Se drei oder vier vorgekommen, d Neuwohnungen gerecht und so Und doch ern, wenn er Das erste L chen einstellen! Nasenatmung. nug sein, diese Das zweite dem Manne ge vor dem Schla indem er die 9 badet. Er wi vird auch nich in den Kissen eigenen Meinu Die meiste Opfern nicht herausgerissen Aber sie m dieses Mittel Und Salomo, wahrlich ein Er hat viellei gesagt, daß di nicht verstehen Gewiß: S ebenfalls not: aber letzten E alltägliche Rü werden dürften Alte H Sehr klei tragen. Sie delnden Pilz scheinen. Aufschlag bedingt eine farbe und weisen hat, Schatten ein Dieselben Trägerin, sondern kleit Blüten, die bei eine tad Krempen von Frauen werden. Fü stiger. Frauen mit flachen dürfen sich zu langer mit größer Das gar noch Frauen ges sagen. Gesel Gute BmPeIeke uet Neau Wochenbeilage des„Hochumer Anzeiger 2. Blatt 7 21. Woche geht auch anders! Kleines Kapitel„Rücksicht“ Der Mann, der mit offenem Munde schnarcht, der sich ohne Kragen und Weste sehen läßt, mag ein großer Held draußen im praktischen Leben sein. Aber niemand wird behaupten, daß er in diesem Augenblick wie ein Die Frau, die keinen Wert legt auf ihre Kleidung und ihre Frisur, die den ganzen Morgen auf Pantoffeln das Haus schlurrt, mag eine gute und brave Seele sein. Niemand aber wird glauben, daß ihr Mann eine dauernde Freude an ihr haben wird. Das Leben besteht nun einmal aus gegenseitiger Rücksichtnahme, und erst recht die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau bedarf einer immerwährenden RückGewohnheit des Zusammenlebens tötet leider allzu oft die großen und kleinen Rücksichten, die einem Vor der Ehe begann jeder Satz mit„Liebling“ oder einem der tausend Kosenamen, die tausend Männer für ihre Frauen erfanden. Nach längerer Zeit der Gemeinschaft wird der Satz beginnen mit:„Du, hör Mancher Mann kann es nach längerer Ehe nicht begreifen, daß er früher sogar seine Uhr versetzte, um einen Strauß Rosen für die Geliebte kaufen zu können. Er kann es nicht verstehen, daß er zwei, drei Stunden geduldig in Wind und Wetter auf die Geliebte wartete und beglückt war, wenn sie zuletzt doch noch kam. Er kennt jetzt keine Geduld mehr und bringt keine mehr mit. Die Hochzeit war in seinem Falle jener Zeitpunkt, von dem an die Frau sich ihre Blumen In der Ehe hat die Frau fraglos größere selische Opfer zu bringen als der Mann. Durch das Schicksal ist sie dazu bestimmt und berufen. Daß der Mann nicht so opferfähig ist, beweist das kleine Beispiel aus dem Alltag: die meisten Männer schnarchen. Schnarchen oft derart, daß man es durch drei oder vier Zimmer hindurch hört. Es ist schon vorgekommen, daß— besonders in den leicht gebauten Neuwohnungen—. Nachbarn an die Wand klopften! gerecht und so tief rann der Mann schlafen. Und doch könnte er das Schnarchen leicht verhindern, wenn er zu einem kleinen Opfer fänig ware: Venetmn dieses Opfer vom dem Ranne gebracht werden: er bgasche pogzgrehnien, vor dem Schlafen nur eine Roseguasfe, mehrere Mase indem er die Nase in lauwarmem Wasser mehrere Male badet. Er wird dann lautlos und besser schlafen. Er vird auch nicht, wie ein nach Luft schnappender Fisch nn den Kissen liegen, und dazu— wenigstens nach der eigenen Meinung—, schön wie Lohengrin aussehen! Die meisten Männer sind selbst zu sorch kleine Opfern nicht bereit, da sie sonst aus ihrer Gewohnheit bieses amb“ Poüren v/ghnarchen schon befannt war dieses„Mittel gegen Schnarchen schon Reiannt war! Und Salomo, der siebenhundert Frauen hatte, muß wahrlich ein Meister der Rücksichtnahme geresen. Er hat vielleicht, nach Mannes Art, jeder Einzelnen gesagt, daß die andern sechshundertneunundneunzig ihn nicht verstehen und daß er sich nichts aus ihnen mache. Gewiß: Solche liebenswürdigen Unwahrheiten sind ebenfalls notwendig zum glücklichen aber letzten Endes sind auch sie nichts weiter als kleine, alltägliche Rücksichten, die ruhig etwas häufiger geübt werden dürften. Huß ihn kommt's an Alte Hutweisheiten— ober immer neu Sehr kleine Frauen sollten niemals sehr große Hüte tragen. Sie geben ihnen das Aussehen eines wandelnden Pilzes und lassen sie dadurch noch kleiner erAufschlaghüte und Südwesterformen verlangen unbedingt eine gutgebaute Stirn, eine tadellose Gesichtsfarbe und ein gutes Profil. Wer alles nicht aufzuweisen hat, flüchte sich lieber unter den mildernden Schatten einer breiten Hutkrempe. Dieselben Anforderungen steuen jene Hüte an die Trägerin, die weder Hut noch Kopfbedeckungen sind, sondern kleine, winzige Gebilde aus Stroh, Stoff ode Blüten, die irgendwo am Kopf kleben. Hierzu ist nebenbei eine tadellose Frisur unerläßlich. Krempenlose und schmalkrempige Hüte sollten nur von Frauen mit schmalem, länglichem Gesicht getragen werden. Für andere ist zeine breite Krempe immer gunstiger. Frauen mit breiten, runden Gesichtern sollten Hüte mit flachen Krempen meiden. Frauen mit starkem Hals burfen sich keinen randlosen Hut zulegen. Ein etwas zu langer oder zu schlanker Hals verlangt einen Hut mit größerer, möglichst geschwungener Krempe. Das Tragen ausgesprochener Kinderhüte, vielleicht kar noch mit Schottenbändern geziert, sollte man Prauen gesetzteren Alters im eigensten Interesse untersagen. Geselligkeit macht Freude Gute Laune— Fest zu zweien Vom Himmel gefallen aktuell. Wir haben eingesehen, daß die trauliche Familienlampe tausendmal schöner ist als der kostbarste Kristall=Lüster in einem Restaurant. Und gastfrei wollen wir sein, denn nichts ist im Leben notwendiger, als gute Freunde zu besitzen. Was machen wir abends? Auf die Dauer kann man sich nicht immer nur unterhalten. Wie wäre es, wenn wir es mit den guten alten Gesellschaftsspielen einmal wieder versuchten? Man braucht nicht verlegen zu erröten und zu murmeln, daß man doch aus diesen Jahren heraus wäre— wenn die erste Verlegenheit überwunden ist, beteiligen sich alle mit Begeisterung daran. Hier muß die Hausfrau den ersten Anstoß geben. Sie muß sorgen, daß genügend gespitzte Bleistifte und Schreibpapier vorhanden sind, denn Schreibspiele werden gern gespielt. Zauberkunststücke haben noch nie ihren Erfolg verfehlt, und der Mann mit den meisten Kartenkunststücken hat die größten Chancen! Die Liebe zum guten Buch wacht wieder auf, wenn wir daheim bei der Lampe sitzen. Man braucht aber nicht immer einsam in seinen Sessel zu versinken und für sich zu lesen, auch das Vorlesen, das unsere Ahnen so pflegten, darf wieder zu neuer Blüte erwachen. Es macht so viel Freude, wenn man einmal über einem Buch den Alltag vergißt, wenn ein Theuterstück vorgelesen wird und sich daran eine Besprechung anschließt. Es erfrischt besonders, wenn man sich einmal frei macht von Alltagsgedanken und über andere Dinge plaudert. Die Hausmusik muß gepflegt werden, aber bitte nur von musikalischen Menschen! Es ist auch heute noch für alle Gäste eine Qual, sich Musikstücke anhören zu müssen, die stümperhaft vorgetragen werden! Erst wenn Musik gut zu Gehör gebracht wird, dann macht sie Freude! Gute Grammophonplatten bringe man immer zur Gesellschaft mit. Jeder freut sich, wenn einmal ein neues Programm geboten wird. Man kann ein ganzes Konzert mit ausgeborgten Platten veranstalten, ganze Opern kann man zu Gehör bringen! Diese Geselligkeit kostet nicht viel Geld. Die gute Laune gibt es ja gratis. Man lädt immer nach dem Essen ein und reicht nur belegte Schnittchen und ein bißchen Gebäck. Dazu eine leichte Bowle oder Bier. Es wird auch nicht umständlich der Tisch gedeckt, sondern man, stellt die Brötchenplatten und die Getränke mit Tellern, Papierservietten, kleinen Bestecks usw. auf einen Anrichtetisch, so daß sich jeder selbst ungezwungen bedienen kann. Solche Geselligkeit macht Freude und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Ost Lißersucht altmodisch? Othello stirbt nicht Spargel essen— auch bei kleiner Kasse Neue Rezepte für den Familientisch Spargelsuppe Für eine Familie mit vielen Kindern ist„Stangenspargel mit Butter“ natürlich zu teuer, aber man kann ja den Spargel auch anders zubereiten. Daß man aus den Spargelschalen zunächst eine sättigende, sämige Suppe kochen kann, die man mit einem Ei legiert, damit sie noch schmackhafter und nahrhafter wird, weiß jede Hausfrau. Man kann diese Spargelsuppe zu einer vollkommen sättigenden Mahlzeit ausbauen, indem man in die sämige Suppe Reisklößchen legt und die Spargeln hineinschneidet. Gehackte Petersilie verfeinert dieses Gericht. Mit einem Pfund Spargel kommt man bei solcher sättigenden Suppe schon sehr weit. * Spargel mit Eierkuchen Man darf zu diesem Gericht den Eierkuchenteig nicht zu dünnflüssig bereiten, denn es sollen dicke Omeleiten daraus gebacken werden. Vier bis funf Eierkuchen schichtet man, wenn sie gebacken sind, übereinander und begießt das Ganze mit einer dicken Béchamelsoße, die mit Spargelwasser angesetzt wurde, und in die man den Spargel hineingeschnitten hat. Wer es liebt, überstreut das Gericht noch mit Parmesankäse. Es gibt Menschen, die meinen, nur die anderen waren dazu da, um sie zu unterhalten. Wenn diese Menschen dann in eine Gesellschaft kommen, sitzen sie mit blasiertem Gesicht da und sagen mehr oder minder beutlich: Nun bitte, bietet etwas zu meiner Unterhaltung! Solche Menschen wundern sich dann, wenn man sie nicht wieder einladet. Wer Gast ist, hat auch Pflichten zu übernehmen, und jeder, der irgendwo zu Gast ist, hat sich vorher du überlegen, womit er etwas zur allgemeinen StimLung beitragen kann. Es gibt Menschen, denen das Talent zur„Betriebsnudel“ schon in die Wiege gelegt ch.; und die dann oft des Guten zu viel bieten. Doch die sind immer noch besser als die Langweiligen. Auch hier ist der goldene Mittelweg der beste. vottlob ist ja die Flucht aus der Familie nicht mehr Eifersucht— kennt man das heute noch? Generation, die mit so viel Mut und so viel Tatkraft ihre Tage meistert, nicht frei von dieser„altmodischen“ Regung? Immer wieder muß man darüber nachdenken — und dann erfährt man aus den Zeitungen, daß hier und dort sich eine Eifersuchtstragödie angespielt hat, daß es im Bekanntenkreis Auseinandersetzungen gegeben hat, weil er oder sie eifersüchtig waren! Und doch hat sich in dieser Beziehung im Laufe der letzten Jahre mancherlei geändert. Die Menschen sind freier geworden, ungezwungener im Verkehr untereinander. Der Sport, das gemeinsame Wandern, ja sogar die oft gemeinsame Schulerziehung, haben das Verstehen von Mann und Frau untereinander leichter gemacht. Aber gerade dieses„leichter machen“ ist der beste Nährboden für die Eifersucht. Mann und Frau sind heute viel enger und inniger verbunden als früher, sie haben viel mehr gemeinsame Interessen, sie sind sich „mehr" als unsere Eltern sich waren. Mann und Frau schätzen sich heute als zuverlässige Kameraden, sie sink Wenn sich da nun ein Partner einem anderen zuwendet, so schmerzt das wirklich. Wahre Eifersucht ist se nicht ein dummes Böseiuem gandg, wicd ost mit ten, auch die Furcht vor einem Standal witt oft mit Eifersucht verwechselt. Nein, Eifersucht— es gibt leider kein besseres und treffenderes Wort für diesen Zustand— ist schmerzliches Entrüsten darüber, daß entgegengebrachtes Gefühl zurückgewiesen, daß die Zunetgung eines anderen bevorzugt wird. Auch in der Lieb ist nämlich Geben seliger als Nehmen. Also: wird es immer geben, es kommt nur darauf an, ob wohl wurde dramatisch, überschwenglich. Das liegt der heutigen Generation nicht, in diesem Punkte ist unsere gend sachlich! Alltagsleben hat das Pathos, die große Geste ihren Wert verloren. Ein eifersüchtiger Mann oder eine eifersüchtige Frau, die es zeigen— sie wirken lächerlich. Man ruft heute nicht mehr einer Treulosen zu:„Hast du zur Nacht gebetet, Desdemona...“ und erwürgt sie dann, sondern man sucht die Sache beizulegen, man spricht sich aus! Eifersucht ist modern und unmodern zugleich. Es kommt ganz darauf an. Wenn ein Mensch tigkeiten eifersüchtig ist, dem anderen seine Freundschaften und die kleinen Freuden des Lebens mißgönnt, dann ist er ein bedauernswerter Zeitgenosse; denn er quält sich und die anderen. Menschen von heute müssen großzügig sein, sie müssen Vertrauen zum anderen haben. Wer bei jedem Wort, das der andere vielleicht mit einem anderen Menschen spricht, gleich etwas Unrechtes wittert, der gehört schlecht in unsere Zeit. gibt ja auch Liebe, die sich täuscht. Es gibt Menschen, die fühlen, daß sie doch nicht zusammengehören. Dann sollte man, vor der Ehe, in Frieden und Freundschaft auseinandergehen. Liebe läßt sich nicht zwingen auch nicht mit Eifersucht! Mit ihr wohl erst recht nicht! Aussprechen— das ist etwas was unseren Eltern wohl oft gefehlt hat. Das freie Wort war für die Frau der früheren Zeiten schwer. Deshalb mußte sie sich so oft mit der Eifersucht quälen. Unausgesprochenes gibt so oft ein falsches Bild, und oft stellt sich alles als harmlos heraus, wenn erst der eine zum anderen den Weg der offenen Aussprache gefunden hat. Eifersucht ist eine Charakteranlage, und Menschen, die darunter leiden müssen, sind zu bedauern: sowohl der Partner wie der Betroffene. Wie oft wird Eifersucht mit Liebe verwechselt!„Ich bin nur eifersüchtig, weil ich eben meine Frau(oder den Mann) liebe“ hört man auch heute noch zur Entschuldigung sagen. Aber..., Eifersucht steht mit Liebe nicht auf dem gleichen Blatt. Wer einen anderen Menwirklich liebt, der sucht auch Verständnis für ihn zu haben! Vernünftige Leute taten das schon damals, und sie tun es auch heute; denn in„Liebesdingen hat es noch nie eine Mode gegeben! Spargel mit Tomaten und Reisrand Ein Gericht, das noch nicht vielen Hausfrauen bekannt ist, das aber ganz besonders gut schmeckt und vor allen Dingen sättigend ist. Auf ein Kilogramm Spar; gel rechnet man zehn bis zwölf Tomaten, ein vierter Kilogramm Fleischfarce, drei achtel Liter holländische Soße und 50 Gramm Butter. Man mischt den abgekochten und geschnittenen Spargel unter die holländische Soße. Von den Tomaten entfernt man den Deckel, höhlt die Früchte aus, füllt sie mit Fleischfafeg. schmort sie in Butter gar, während der Sparger in der Soße zieht. Auf einer flachen Schüssel richtet man in der Mitte bergförmig den Spargel an, legt die gebratenen Tomaten herum und gibt gesondert einen Reisrand dazu. ** 0 den Der Alltag bringt soviel Freuden auf die Welt. Das Seltsame daran ist, daß sie nichts kosten, und daß sie eigentlich nur der Bescheidene genießt. Der Unmäßige überfüttert seine Genußfähigkeit, darum werden seine Nerven unempfindlich gegen die meisten Reize. Wer kennt die Lust, in leichten Kleidern, die nicht einengen, mit flachen Absätzen, ohne Kopfbedeckung, mit langen Schritten durch den leuchtenden Sommer zu wandeln? Es wird alles klein und bedeutungslos! Der Körper erzittert wie im Rausch, die Lungen atmen tief und genußsüchtig, die Beine werden zu Wundern, die uns eine neue Welt erschließen! Um das Glück des Essens zu erkennen, muß man den Schmerz des Hungers einmal ganz ausgekostet haben. Jeder könnte diese Lust verspüren, aber wir sind an Ordnung gewöhnt; denn Mahlzeiten sind dazu da, um innegehalten zu werden, auch wenn man ohne Freude, ohne Sinn und Zweck etwas zu sich nimmt. Stade fein Stadler Gebt mir doch mal den Kalender, Wißt Ihr was, mir reisen bald, Ferien gibt es ein paar Wochen Ohne Arbeit und Asphalt. Blumen werden mir uns pflücken, Kinder, denkt nur, einen Straußs, Den mir nicht im Laden kauften, Bringen mir uns dann nach Haus. Unsre Augen werden Klarer In dem Grün von Strauch und Baum, Und kein Straßenbahn-Gebimmel Wect uns nachts aus unsrem Traum. Abends, menn mir schlafen gehen, Stehen weit die Fenster auf Und mir nehmen dort im Freien Selbst den Regen gern in Kauf. Häschen werden mir belauschen, USsel hören, und den Duft Von den starken Wiesenkräutern Atmen mir mit frischer Luff. Aufos werden mir nicht treffen, Pferd und Wagen höchstens mal, Und mir wohnen dann mitsammen Irsendwo in einem Tal. Kinder, was für schöne Stunden Stehen uns da noch beuor, Und die Sonne mird uns bräunen, Schwarz ist jeder wie ein Mohr. Und menn mir dann heimmärts kehren, Missen mir, daß auch die Stadt In so vielen, vielen Dingen Ihre großen Reize hat. Ungarisches Ein bekannter Filmschauspieler betritt ein kleines Modegeschäft in Budapest, wählt sich eine Krawatte und fragt nach dem Preis... M „Acht Pengö“, antwortet der Verkaufer. „Aber ich bitte Sie, ich bekomme doch diese Krawatte in jedem großen Laden für vier Pengö...!“ „Interessant!" stottert darauf der Verkäufer,„und im Film sehen Sie immer so ungeheuer blöd aus...!“ In der Dämmerung „Gestatten Sie, mein Fräulein, daß ich Sie beeleiteg“. Rein, dankel“,. 4umerNam mein.a. „Aber ich mache Sie darauf aufmerrsam, mein Fräulein, daß es hier am Rande der Stadt etwas gefährlich ist, abends allein zu gehen.!“„. „Also gut, wenn Sie solche ungst haben, werde ich Ihnen erlauben, neben mir zu gehen!“ Ueber alles beii Der Brummbaß „Singen Sie neuerdings nicht mehr im Kirchen„Nein— ich hatte einmal einen Sonntag gefehlt. und da haben doch die Leute den Pfarrer gefragt, ob jetzt endlich die Orgel repariert sei.“ Im Theater „Im nächsten Akt stirbt einer!" „Das werde ich sein— vor Langeweile!“ Der Prominente „Mein Bräutigam spielt jetzt in einem Tonfilm.“ „So, und was für eine Rolle?" „In der großen Hauptszene im dritten Akt spielt er die sich nähernden Schritte.“ Das Delikt „Meine Frau geht mir über alles.“ „Meine auch— sogar über die Brieftasche!“ Ein Rechtsanwalt erzählt seiner Tischnachbarin einen interessanten Fall:„... und in beiden Fällen gelang es, die Täter in flagranti zu ertappen.“ Dame:„Merkwürdig, daß solche Geschichten immer diesem kleinen italienischen Städtchen spielen!" in S. B. Sesdiaft mSoähischien von Jo Hanns Rösler FOrAPSLL LSNE Kreuzworträtsel Wer den Goldfisch nicht ehrt, ist den Karpfen blau nicht wert. Und ein dummer Goldfisch im Glas ist besser als ein lebender Aal unter der Bettdecke. Darum haben auch so viele Familien einen Goldfisch in der Wohnung. Dort schwimmt er in einem runden Glas herum, den ganzen Tag immer herum, nichts als herum, einmal so herum und einmal so herum. Aber wenn dann die Tante Tilde zum Glas tritt und ruft„Putt! Putt!“, dann läßt er sich nicht zweimal rufen und kommt schnell geschwommen, die leckeren Ameiseneier in Empfang zu nehmen. Aber so leicht macht es ihm die Tante Tilde wiederum nicht. Tante Tilde nimmt ein Ameisenei zwischen die spitzen Finger, hält es zwei Zentimeter über die Wasseroberfläche und fragt:„Wie sagt ein braber Goldfisch? Wie macht es ein braver Goldfisch?“ Darauf macht der Goldfisch Wauwau, und dann bekommt er sein Eilein. Ist das nicht nett. Tante Tilde findet es sogar entzückend. Sie ist ganz verliebt in ihren kleinen Goldfisch, der Goldfisch ist ihr ganzes Umundauf, ihr ganzes Habchenhabchen, wenn sie den Goldfisch nicht hätte, dann brauchte sie auch gar nicht mehr zu leben, so ein goldiger Kerl ist er, so treu und so anhänglich und gar nicht tückisch, immer vergnügt, nie schlechter Laune, nicht übelnehmisch oder übelnehmerisch, wie Tante Tilde sagt, kurz, Tante Tilde hängt an dem kleinen Tierchen mit ihrem ganzen großen Herzen. Eines Tages war der Goldfisch krank. Er hatte zwar kein Fieber, auch hustete er nicht gerade, aber er war schrecklich blaß, und es schien ihm gar nicht so recht hübsch. Tante Tilde saß betrübt vorm Glas und sah den Goldfisch an, und der Goldfisch schwamm betrübt im Glas und sah die Tante Tilde an. Davon wurde Goldfise Kaum glaublich Der„Stinnes von Nairobi“ ltarb bankrott es aber dem Goldfisch auch nicht besser. Er legte sich einmal auf die linke Seite, dann auf die rechte Seite, dann auf den Rücken, er wackelte nur ein wenig mit dem Schwanz, ganz traurig, es war kein frohes Plätschern mehr. Da gab sich Tante Tilde kurzentschlossen einen Ruck, setzte den Hut auf, nahm den Goldfisch mitsamt seinem Glas unter den Arm und ging zu Bruno Voser.„„ 6 Bruno Bauer woynte gar nicht weit. Bruno Bauer wohnte gleich um die Ecke und genoß den Ruf, jeden kranken Goldfisch innerhalb zwei Stunden heilen zu können. Es waren schon viele Goldfische zu ihm gekommen, goldrote, goldbraune, auch gefleckte und silberweiße, Weibchen mit Vertiefung und Männchen mit Erhöhung, nackte Goldfische und solche mit Schleiern, Teleskopfische und Teleskopschleierschwanzgoldfische. Und alle hatte Bruno gesund zurückgegeben, mochten sie noch so krank, mochten sie noch so matt ihre Kreise gezogen haben. Auch Tante Tilde bekam ihren Goldfisch nach zwei Tagen gesund zurück. Sie war glücklich, sie war selig, als sie den Goldfisch wieder springlebendig im Glas herumschwimmen sah und er ihrem vertrauten Gesicht entgegenschwamm.„ n„ W 6642 g. „Da bist du ja wieder, mein Goldiger“, klopfte sie gegen das Glas,„hat dir der Onkel Doktor dein Wehwehchen geheilt? Hast du Sehnsucht nach deiner guten Mutti gehabt““...„rnote„ 965 Bruno Bauer legte seine Honorarnole neven oas Glas. Fünf Mark“ stand darauf. Tante Tilde zahlte anstandslos. „Sag mal, Bruno Bauer, verstehst du eigentlich etwas von Goldfischen?“ fragte man ihn eines Tages. „Nicht das Geringste.“ „Wie machst du es dann?“ Bruno Bauer lächelte:„„ 6 86us, „Ich werfe den alten Goldfisch weg und raufe für funfzig Pfennig einen neuen.“ Bedeutung der Wörter von oben nach unten: 1. das Ende des irdischen Daseins. 2. Volksfest. 3. Götterbezeichnung in der nord. Mythe(Mehrzahl). 4. bibl. Berg. 5. der altgriechische Kriegsgott. 6. Himmelsrichtung. 10. Fluß in England. 11. linker Nebenfluß der Schelde. 13. Baum. 14. biblischer Ort. 15. intensiv brennendes Feuerungsmaterial. 17. die Mutter in der deutschen Heldensage. 19. nordische Währungseinheit. Bedeutung der Wörter von links nach rechts: 1. Teil des Königreichs Italien. 6. einer der USA 7. rechter Nebenfluß der Elbe in Böhmen. 8. Kletterstrauch. 9. etwas Vollbrachtes. 11. griechische Insel im Aegäischen Meer. 12. deutscher Dichter(F 1914). 13. Rheinflecken im Regierungsbezirk Koblenz 16. französische Münze. 18. lachsartiger Fisch. 20. Papstname. 21. altgermanisches Schriftzeichen. 22 der Feindbund im Weltkriege. 72 3 76 72 73 76 70 Silbenrätsel Deutscher Spruch au— be= bei— di— dith—°— 01— 6— — Fe— gen—1— land— 11— IIv— mon mor— mot— nei— pow— 81— ta— to wan 5 Aus diesen 24 Silben sind 11 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben, letztere entgegen der Zahlenfolge gelesen, einen deutschen Spruch wiedergeben.— Bedeutung der Wörter: Jeevanjee aus Indien kam aus Indien nach Ostfrika herüber. Vor etwa 25 Jahren schätzte man ihn# SoySe! Böser Geist auf rund 4 Millionen Pfund Sterling. Als er vor einigen Tagen in Nairobi in einer armseligen Hütte tarb, war er vollkommen bankrott. Man nannte ihn lange Zeit den„Stinnes von Naicobi“, weil er in den entscheidenden Jahren, als die Uganda=Bahn gebaut wurde, in Kenya mit außerirdentlich geschickter Hand wirkte. Er baute seinerzeit eine gewaltige Handelsorganisaion von Mombasa bis zum Kongo aus. Er war ein ganzes Jahrzehnt Eigentumer einer ganzen Schiffsflotte, die im Indischen Ozean kreuzte. In den letzten zehn Jahren jedoch schmolz sein Reichtum zusehends zusammen— und zwar in dem Maße, wie die Baumwollzreise fielen und die Spekulationen schwieriger wurden. Von seinem stolzen und mühsam erarbeiteten Reichtum lieb ihm zuletzt— nichts. zur Nordsee Toges 1e Wildgeber Landschaft im Baltenland „Trotellor des Rumors“ An der Universität von Columbia ist ein neuer Lehrtuhl eröffnet worden. Dort wird Humor gelehrt, und er Inhaber des Lehrstuhls darf sich„Professor des Zumors“ nennen...„ zs.., Shilgfapb Der erste Dozent dieser art in der Philosopy und Zumorist James Conan, der seine Berufung zu jener lniversität mit Freuden annahm und nun di Haar mehr auf dem Kopf, während er kurz nach seiner Geburt immerhin noch einen dichten Schopf gehabt hatte. Nachgewiesenermaßen hat schon der Urahn Médard vor Lebenswichtiges Organ 190 Jahren eine Glatze gehabt, die er auf seine sämtlichen männlichen Kinder vererbt hat. Nur eine Billardkugel... In Budapest ereignete sich folgendes: Eine Billardkugel flog aus dem Fenster, zertrümmerte in der Veranda des Nebenhauses eine kostbare Vase, scheuchte eine Katze auf, die einen brennenden Spirituskocher umwarf, der eine Decke und dann die ganze Veranda in Brand setzte. Die Eigentümerin erlitt, als sie das Feuer sah, einen Herzschlag und starb. Da sie vergessen hatte, ein altes Weiblicher Vorname Testament umzuändern, steht ihre Enkelin plötzlich ohne jeden Pfennig da. Jetzt hat sich ihr Verlobter von ihr getrennt, da er in Erwartung der reichen Erbschaft bereits erhebliche Schulden gemacht hatte. Ehgerdt Zahserdlamant 1 Vokal 2 S 4—5 Gewebe 6 7 1 8 Schmuckstein 10 1 11 12 6 Titel d. nied. Adels in Spanier 6 7 2 9 13 die Lehre vom Licht 14 3 8 breiige Speise 1 Vokal Die auf die Randzahlen treffenden Zeichen nennen an einer zu suchenden Stelle beginnend und entgegen der Uhrzeigerrichtung gelesen, einen volkstümlichen österreichischen Komponisten(1914).(Durch einen Strich verbundene Zahlen gelten auch als ein Buchstabe. Sinnrätsel Für jedes der nachstehenden Wörter suche man ein sinnverwandtes Wort. Diese Wörter müssen in ihren Anfangsbuchstaben, miteinander verbunden, einen Frühlingsboten nennen. 1. grübeln, 2. strafen, 3. glänzen, 4. ausputzen, 5. heiraten, 6. aufhören, 7. bezahlen, 8. verletzen, 9. fangen, 10. laben, 11. mäkeln. Wörterbildung 8—— al— berg— de— de— del— den 11— ke— le— 11— ma— ra— P1— 80— su— ten— tha— ul Aus je drei der obigen Silben sind sieben Wörter zu bilden, welche folgendes bezeichnen: Einen Fisch Kennwort Eine Müute Eine Stadt in Sachsen niversität mit Freuden annahm und nun durch tiefründige Studien seinen Hörern beibringen will, auf zelche Art und Weise man einerseits Humor herstellt ind anderseits humorvolle Stimmung und Lachlust bei einen Zuhörern erreicht. Bemerkenswert ist, daß fast sämtliche Schüler dieses Professors sehr ernste und gesetzte Leute sind, von denen inige sogar längere Zeit wegen chronischer Melancholie ehandelt werden mußten. Sie hoffen, durch das StuKleiner Wink Sie:„Was glauben Sie, was ich wohl tun würde, wenn Sie versuchen, mir einen Kuß zu geben?“ Er:„Keine Ahnung!" Sie:„Möchten Sie das denn nicht gerne wissen?“ Aus einer alten Stadtchronik „... der Brand zeigte von neuem, daß das Spritzenhaus näher an die Brandstätte herangebaut werden muß.“ Mamniktin Russischer Männervorname Eine Stadt in Spanien ehandelt werden mußten. Sie hofen, dr. ium des Humors nicht nur geheilt zu werven, sondern elleicht3 Tages sogar selbst— Humaristen zu sein. Zukunftsbild Buchstabenordnung Die Buchstaben sind so zu ordnen, daß die vier waagerechten Reihen den Vor= und Zunamen eines deutschen Dichters bezeichnen. Enen weiblichen Namen Eine bulgarische Stadt Eim Gebirge ielleicht eines Tager sogar selbst— Humbristen zu sein. Akrostichon deren Sind die richtigen Wörter gefunden, so nenneen Anfangsbuchstaben einen Tanzkomponisten. 7908 Ohrseigen Aus den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts t eine merkwürdige Statistik erhalten geblieben. Da tellte ein schwäbischer Lehrer fest, daß er während seiner ünfzigjährigen Amtszeit 911 547 Stockschläge ausgeteilt abe, 124010 Rutenhiebe, 7908 Ohrfeigen, 1 115 800 Kopfnüsse" usw. Die ihm anvertrauten Buben strafte r 777mal, indem er sie auf Erbsen knien ließ! ** Es sind neun Wörter zu suchen deren Bedeutung unter A angegeben ist. Aus jedem dieser Wörter bilde “#setzen eines Buchstahen ein neues Mart 1C man durch Vorsegen eines Buchnaden ein neues Wort von der unter B angegebenen Bedeutung. Die Anfangsbuchstaben der Wörter unter B nennen richtig geordnet den Namen eines deutschen Seebades. Auflösung aus der vorigen Nummer Silben=Kreuzworträtsel: 1. Gartbaldtangzj,,; Peru; 8. Deka; 10. Ondra; 12. Jnlgz 1, 18. Telle; 19. Amanda; 20. Buo; 22. Giebel; 2½ srech! 26. Kapri; 28. Orsini; 29. Madame Buttersty.— Ain:9. 2. Ballade; 3. Nervosität; 4. Arton; 5. Fstgze, 12 Adana; Jopizel; 11. Dragenzgn i, 13,„aig B Fünf Generationen Glatzen Der verhältnismäßig seltene Fall, daß in einer familie fünf Generationen von frühester Jugend an slatzen haben, kann in der Familie des Kaufmanns Rédard in Nizza beobachtet werden. Médard hat eine slatze, wie alle seine bekannten Vorfahren; aber auch in Sohn, der jetzt drei Jahre alt ist, hat kein einziges „Das mit den vielen verflixten Flugzeugen wird mir allmählich doch zu bunt! Jetzt muß man schon die Dächer abkehren!“ Zahl Stadt in Böhmen Stadt in Anhalt Bichtung Sichigng Metau Stadt in Westfalen Zeitmesser Stadt am Rhein Wasserfahrzeug Menschenrasse Stadt in Bayern - Aufruhr - römischer Geschichtsschreiber - Ortswechsel — Stadt in Sachsen — Fluß in Deutschland — Stadt in Württemberg pitel: 11 Oragoman; 13., Kakak# ,18 cgz. 45#rlor. Alavama; 21. Dla, 23. Beumt, 29. Maravut,###m Erdkundliches Silbenrätsel: Dauphin Oblate, Athene Utah, Egmont, Lobetanz, Bluse, Ehre, Beeiment, Habicht, Eloge, Ignaz, Nonne= Donau, Elbe, Ulm, Hamburg, Vonn...9, Genghg. Thro, Odek. Zahlenrätsel: O, Rad, Brahe, Ecuaoor.— Eg; Marse, Figurenaufgabe: linke Wörter: Celle, Hürde, Eleve, Narde, Jrade, Tanne, Zille. Rechte Wörter: Elend, Eraso, Eiger, Ernst, Eidam. Erlau, Cosin, Essad— Ehemnis Maien=Wetterregel: Wenn die Wachteln fleißig Läuten sie von Regentagsg. Lan##nte(a) Sche Land(0 Koppel=Rätsel: Herz(o) Gin Haupt(3) Ache. Asche, Ger(), Bronn, Maß,(), Egel, Kur(), Tot— Ottara. Heute lacht ga den es in diesen und es lacht zum setzung zu dem 2 Samstag, wenn genommen hatte. Sonntagsblatt, erregende Geschich den Gesandtschaft Staates„Astoria don ihr Unwesen Staat Astoria ül Diese Gesand nellen Bericht de Unkenntnis der# zuletzt der Londo ger gestellt. Ein Witzbolde in ein ten ein Schild an schaft der Repub bäude die Gesan türlich, die es ir sie hätten Gesel Orden und Ausz Londonern noch den, bis eines sch Lakaien plötzlich gesickert sei, daß nicht gab. So unglaublic doch geglaubt. von auf des h fast allen Zeitur lacht die Welt herausgestellt, de war. Witzbolde he blatt die Gesch und das Sonnt# Diplomaten und lenen, sondern Sensation habe bernacks geword Und weil L selbst die darüb gefallen sind. Straßen Schmerer In der Nä Schlageter mittag ein schw hafen her die Straßenbahnwe Anhänger aus stark besetzt wa stürzten dann ü Ein Oberleitur Fußgängering zeuge und wur reiche Fahrgäf leichter verle A Schmere Am Himm landwirtschaftl inntal gemein Autobus. Al der freig Unse Lr##digung, die wissen wollte, ob der Zeuge zu dieser Bekundung etwa auf Grund seiner Zeitungslektüre gekommen sei. Bei seiner ersten Vernehmung unter dem frischen Eindruck der Ereignisse habe er 21 Nr. 119 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 23./24. Mai 1936 Noch einmal„Gesandtschaft von Astoria“ Schuiernnn einen Ein Spaß mit Fortsetzung Aus ader Wen London, 22. Mai. Heute lacht ganz London über den schönsten Scherz, in diesen ernsten Tagen überhaupt gegeben hat, es lacht zum zweitenmal, gewissermaßen als Fortsetzung zu dem Beginn dieses Scherzes, der am letzten Samstag, wenn man so sagen darf, seinen Anfang mmen hatte. Damals veröffentlichte ein englisches Sonntagsblatt in größter Aufmachung eine aufsehenGeschichte. Es war die Geschichte einer fremden Gesandtschaft, und zwar der Gesandtschaft des Staates„Astoria“, die eineinhalb Jahre lang in Lonhr Unwesen getrieben hatte, ohne daß es einen Staat Astoria überhaupt gegeben hätte. Diese Gesandtschaft— so hieß es in dem sensatioBericht des Blattes— habe die geographische Unkenntnis der Londoner guten Gesellschaft und nicht der Londoner Diplomaten restlos an den Prangestellt. Eines Tages hätten sich ein paar reiche Witzbolde in einem vornehmen Hause eingemietet, hätten ein Schild an der Tür anbringen lassen:„Gesandtschaft der Republik Astoria“; sie hätten auf dem Gehäude die Gesandtschaftsflagge gehißt, eine Flagge natürlich, die es in Wirklichkeit gar nicht gegeben habe; sie hätten Gesellschaften und Empfänge veranstaltet, Orden und Auszeichnungen verliehen, die heute von den Londonern noch mit unglaublichem Stolz getragen würden, bis eines schönen Tages, Gesandtschaftsbeamte und Lakaien plötzlich verschwunden wären und es eben durchgesickert sei, daß es ein Land namens Astoria überhaupt So unglaublich diese Geschichte auch klang, sie wurde doch geglaubt. Und sie wurde nicht nur von ganz Lonvon auf des herzlichste belacht, sondern beinahe von fast allen Zeitungen der Welt abgedruckt. Und heute lacht die Welt zum zweitenmal: es hat sich nämlich herausgestellt, daß die ganze Geschichte gar nicht wahr Witzbolde hatten dem großen Londoner Sonntagsblatt die Geschichte zur Veröffentlichung übergeben und das Sonntagsblatt hatte sie gedruckt und nicht die Diplomaten und die Londoner waren die Hereingefallenen, sondern die„Sonntagszeitung“, die ihre große Sensation haben wollte, war das Opfer eines SchaUnd weil London einen Witz versteht, lachen heute selbst die darüber, die auf so schauerliche Weise hereingefallen sind. Straßenbahnwagen umgestürzt Schwerer Verkehrsunfall in Mannheim dnb Mannheim, 22. Mai. der Nähe der über den Rhein führenden Schlageterbrücke ereignete sich am Freitag nachmittag ein schweres Verkehrsunglück. Ein von Ludwigshafen her die Rheinbrückenauffahrt herunterkommender Straßenbahnwagen geriet in einer Kurve samt seinem Anhänger aus den Schienen. Beide Fahrzeuge, die stark besetzt waren, rollten über die Straße hinweg und stürzten dann über eine etwa zwei Meter hohe Böschung. Ein Oberleitungsmast wurde hierbei eingeknickt. Eine Fußgängerin geriet unter eins der umstürzenden Fahrzeuge und wurde erschlagen. Ferner wurden zahlreiche Fahrgäste der beiden Wagen teils schwer, teils leichter verletzt. Autobus kippte um Schweres Kraftwagenunglück am Arlberg Innsbruck, 22. Mai. Am Himmelfahrtstag unternahmen 26 Schüler der landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz im Unterinntal gemeinsam mit ihren Lehrern einen Ausflug im Autobus. Als der Autobus auf der Heimfahrt von St. Cristoph am Arlberg gegen St. Anton herabfuhr, brach an einer besonders steilen Stelle die Bremsvorrichtung, so daß der Wagen mit ungeheurer Schnelligkeit in eine=Kurve einfuhr. Es gelang zwar dem geistesgegenwärtigen Lenker, den Sturz über den Straßenrand zu verhindern. Der Autobus kippte jedoch um und sämtliche Fahrgäste wurden aus dem Wagen geschleudert, wobei sie über eine steil abfallende Böschung stürzten. Von den 26 Schülern wurden die meisten schwer verletzt, einer von ihnen ist in der Nacht gestorben. Der Zustand von drei anderen Verletzten ist sehr Auf dem Transport der Verletzten in das Krankenhaus ereignete sich ein weiterer Unglücksfall. Ein Motorradfahrer aus Prutz stieß mit einem Rettungswagen zusammen. Er erlitt lebensgefährliche Verletzungen. „Graf Zeppelin“ wieder daheim Landung in Frankfurt, dann Rückkehr nach Friedrichshafen Frankfurt a.., 22. Mai. Das Luftschiff„Graf Zeppelin" landete am Donnerstag abend glatt in Frankfurt am Main. Um 20.15 Uhr wurden die Haltetaue ergriffen und um 20.30 Uhr war das Luftschiff am Ankermast fest und wurde in die Halle gezogen. An Bord war alles wohlauf. In der Biskaya und im Kanal war stürmisches Wetter, das aber durch das sturmerprobte Luftschiff mit Leichtigkeit überwunden wurde Friedrichshafen, 22. Mai. Nach Beendigung der dritten diesjährigen Südamerikafahrt ist das Luftschiff„Graf Zeppelin" von Frankfurt aus um.45 Uhr nach Friedrichshafen in seinen Heimathafen zurückgekehrt An der Ueberführungsfahrt nahmen Passagiere teil. Die Landung erfolgte um.58 Uhr bei leichtem Regen und Ostwind auf dem Werftgelände glatt und ohne jeden fall. Die bewährte Haltemannschaft brachte das Luftschiff in kurzer Zeit sicher in die Halle ein. Hier wird „Graf Zeppelin" bis zum 8. Juni zur Ueberholung verbleiben. Der Besatzung wird nach sechswöchigem, anstrengendem Dienst während der drei aufeinander folgenden Südamerikafahrten eine längere Ruhepause gewährt. Luftschiff„Hindenburg“ übernimmt, die nächste Südamerikafahrt, die am 25. Mai von Fraukfurt aus angetreten wird. Trauung im Gefängnis Der Bräutigam sitzt lebenslänglich, die Braut fünfzehn Jahre Warschau, 22. Mai. Wie die polnischen Zeitungen berichten, haben der im Pieracki=Prozeß zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Student Lebed sowie dessen Braut Hnatkiwska, die 15 Jahre Zuchthaus erhielt, beim richt die Erlaubnis zur Heirat erbeten, die ihnen auch erteilt worden ist. Die Trauung wird in der Kapelle des Warschauer Gefängnisses stattfinden. „Haus der Rheinischen Heimat Wie wir bereits gestern berichteten, eröffnete Dr. Goebbels am Himmelfahrtstage in Köln das„Haus der Rheinischen Heimat". Das Haus ist als das große Museum der Rheinprovinz gedacht und birgt alles, was das Rheinland an Schätzen und Sehenswürdigkeiten kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Art besitzt. Unser Bild zeigt einen wundervollen Ausblick aus einem Aufgang des Hauses auf Rhein und Dom. phot.: Presseamt Köln Technische Kernfragen des Prozesses Die Andronung der Rammn agel Der Baugrubeneinsturz in der Hermann=Göring=Straße dnb Berlin, 22. Mai. Fünf Gebäude niedergebrannt Großfeuer bei Lüchow Salzwedel, 22. Mai. In der Nacht zum Freitag brach in der bei Lüchow gelegenen Ortschaft Grabow ein Großfeuer aus, das schweren Schaden anrichtete. Der Brand entstand in einer Tischlerwerkstatt und breitete sich mit großer Geschwindigkeit über die umliegenden Häuser aus. Fünf Gebäude fielen den Flammen zum Opfer. Wahrend das Vieh rechtzeitig geborgen werden konnte, ist ein großer Teil der Einrichtungsgegenstände verbrannt. Auterahn=Kein Tasseiret, in Wenno Im Berliner Bauunglücksprozeß wurde am Freitag zunächst die Vernehmung der Arbeiter abgeschlossen, die mit Schotterarbeiten an den Straßenbahngleisen der BVG. in der Nähe der Unglücksstelle beschäftigt waren. Anschließend kam der Fahrmeister Michalski zur Vernehmung, der eine Ramme geführt und zahlreiche Rammträger in den Boden geschlagen hat. Er erklärte, daß die für die Ramm=Außenwände und Mittelwände vorgeschriebenen Abstände von zwei bzw. sechs Meter zwischen je zwei Rammträgern nicht immer eingehalten werden konnten mit Rücksicht auf die im Erdreich befindlichen Rohr= und Kabelleitungen. Michalski hat auch die neue Ostwand an den Ministergärten geschlagen. Er schilderte, wie er den Standort für deren Täger mit Hilfe eines Bindfadens bestimmt habe, der von den Trägern der Tiergarten=Außenwand längs der über die entsprechenden Träger der alten östlichen Außenwand, der späteren östlichen Mittelwand, geführt wurde. In der Verlängerung dieses Bindfadens habe er die Träger der neuen östlichen Außenwand fluchtgerecht in den Boden getrieben. Der Sachverständige, Professor Halter bemerkte, daß nach dieser Methode die Träger zwar fluchtgerecht geschlagen worden seien; wo aber bereits vorhandene Träger nicht radial standen, fehlte folgerichtig die erforderliche radiale Anordnung auch bei den Rammträgern der neuen östlichen Außenwand. Damit wurde wieder eine der technischen Kernfragen des ganzen Prozesses berührt, wird doch einer der technischen Hauptmängel darin erblickt, daß beim Rammen und Aussteifen dem kurvenartigen Verlauf der im Bogen unter dem Hause Pariser Platz 1 nach der Straße Unter den Linden hindurch führenden Baugrube nicht Rechnung getragen wurde. Dieser kurvenmäßige Verlauf hätte eine radiale Anordnung der Rammträger und Steifen erfordert, wie sie vergleichsweise bei den Speichen eines Rades zu beobachten ist. Das Fehlen der radialen Aussteifung hat nach Auffassung der Anklage Längskräfte frei werden lassen, die dann die östliche Mittelwand eingerissen und deren Träger in Richtung nach dem Potsdamer Platz umgebogen haben. Diese Theorie der Anklage ist übrigens bestätigt worden durch die Aussagen der Mitglieder der Stopfkolonne der BVG., die übereinstimmend bekundeten, der Einsturz sei von der Ostseite ausgegangen. In der Nachmittagssitzung des Prozesses wurde der Bauschlosser Wernicke vernommen, der in der Hermann=Göring=Straße zunächs die=Eisen einzubauen hatte und später als Maschinist nämlich nichts darüber ausgesagt. Schließlich wurde der im Auftrage des Polizeipräsidiums dem Prozeß beiwohnende Kriminalkommissar Moritz, der die ganze Vernehmung durchgeführt hat, zu dieser Frage gehört. Der Zeuge stellte es als möglich hin, daß Wernicke auch bei seiner ersten Vernehmung etwas über das Krachen ausgesagt haben könne. Als erster Zeuge wurde ein Oberbaurat der städtischen Bauverwaltung vernommen, der kurz vor dem Unglück auf der Straßenbahn an der Baustelle vorbeigefahren war. Der Zeuge konnte keine besonderen Bekundungen machen. Die Verhandlung wurde darauf auf Dienstag nächster Woche vertagt. Blicke in die Welt Stierkampf mit Zwischenfall Paris, 22. Mai. Bei einem Stierkampf in Avignon ereignete sich ein Zwischenfall, bei dem ein Zuschauer schwer verletzt wurde. Der gereizte Stier sprang über die Brüstung in die Zuschauertribüne und schleuderte einen der Zuschauer zweimal mit seinen Hörnern in die Luft. Einigen beherzten Soldaten gelang es schließlich, den Unglücklichen zu befreien. Er wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Neuschnee in den Bergen Der starke Temperaturrückgang, der am Donnerstag eingetreten ist, hat im Allgäu Neuschnee zur Folge gehabt. Bis zu 1500 Meter hinab sind die Berge mit Neuschnee bedeckt. Mount=Everest=Expedition geht in Lager I zurück Die britische Mount=Everest=Expedition ist in den letzten Tagen von mehreren Rückschlägen betroffen worden. Infolge schwerer Schneefälle mußte sich die vorderste Gruppe der Expedition bereits am Montag aus dem etwa 7500 Meter hoch gelegenen vierten Lager nach Lager III zurückziehen. Wie am Freitag berichtet wird, ist nunmehr die gesamte Expedition nach Lager I, das etwa 6000 Meter hoch liegt, zurückgebracht worden, da die oberen Hänge des Berges wegen des tiefen Schnees unbesteigbar sind. Bootsunglück in der ertrunken Schweiz— Drei Personen Scherl-Bilderdienst Wie bereits gemeldet, wurde am Himmelfahrtstag ein weiterer wichtiger Bauabschnitt der Reichsautobahn, der die Städte Düsseldorf und Köln verbindet, für den Vercehr freigegeben. Die feierliche Eröffnung der Strecke nahm Reichsminister Dr. Goehbe. vor. Unser Bild zeigt den Minister, während er die Vorbeifahrt der ersten Wa die=Eisen einzubauen hatte am Bagger beschaftigt war. Er ertlarte, daß in den weitaus meisten Fällen die Löcher in die=Eisen gebohrt und nicht gebrannt worden seien. Nur da, wo man mit der Bohrmaschine nicht herankam, habe man den Schneidebrenner verwandt. Der Zeuge Zeit des Unfalles auf seinem Bagger beschäftigt. Plötzlich hörte er einen erdbebenartigen Knall. Der Bagger senkte sich, und Wernicke hatte das Gefühl, als ob er in einem Fahrstuhl säße. Hinausspringen konnte er nicht, da die Wand zu hoch war. Er flog zur Seite, zog sich Prellungen zu und erholte sich erst wieder von seinem Schreck, als er mit seinem Bagger auf dem Grund der Baugrube angekommen war. An die Aussage dieses Zeugen, daß er während des Absackens noch ein Krachen gehört habe, knüpfte sich eine lange Auseinandersetzung mit der Vertei zu vieser lektüre gel Am Himmelfahrtstage kenterte auf dem Neuenburger See ein mit vier Personen besetztes Boot. Drei Insassen ertranken. Großfeuer in der Schweiz Am Donnerstag geriet das Lager einer unmittelbar an der Eisenbahnstrecke Basel— Luzern gelegenen Eisenhandlung aus bisher noch unbekannter Ursache in Brand. Das Gebäude wurde ein Raub der Flammen Riesenüberschwemmung auf Portorico Gewaltige Regengüsse, die einer lang anhaltenden Dürreperiode folgten, verursachten am Donnerstag in verschiedenen Teilen der Insel Portorico(bei Cuba) verkehrshemmende Ueberschwemmungen. 25 Personen sind in den Fluten umgekommen. Besonders groß ist der in den Ortschaften Las Pedras am Loumacao. Verkaufsstell, zig el. 62000 Kortune I786 Seite 22 Nr. 119 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 23.=24. Mai 1936 Seite 23 Treußens„Thukudides 66 Zum 50. Todestag von Leopold von Ranke am 23. Mai Der Lehrmeister der neueren deutschen Geschichtswissenschaft Leopold von Ranke(geadelt 1865) kam am 20. Dezember 1795 in dem kleinen thüringischen Landstadtghen Wiche gus, Welt. Er gehörte der Geals werk germ gewidmet war. Landstädtchen Wiehe zur neration bedeutender Geister an, die als Grunder wissenschaftlicher Disziplinen gleichsam aus der totalen Idee humanistischer Bildung hervorgingen. Für seinen Werdegang ist Schulpforta, die klassische Schulstätte so vieler deutscher Dichter und Denker, entscheidend gewesen. Hier wirkten der nationalpolitische Wille eines Fichte, die religionsphilosophische Lauterkeit eines Schleiermacher auf den griechenbegeisterten Jüngling ein, der an Homers Schilderungen aus der„Ilias seine Beobachtungsgabe schärfte und seinen Stil bildete. Als Oberlehrer am Gymnasium in Frankfurt a. d. Oder begann er seine Laufbahn, die ihn mit dreißig Jahren auf den Berliner Lehrstuhl für Geschichte führte, der nach seinem vielgerühmten Erstlingsschichte der romanischen und en Völker“ fortan sein Lebenswerk Ranke gilt als Repräsentant der sogenannten„objektiven“ Geschichtsschreibung", die trotz ihrer strengen wissenschaftlichen und methodischen Grundlagen der dynamischen Kraft und der künstlerischen Form nicht entbehrt. Der weltgeschichtliche Stoff, den er in ungezählten Teil= und Gesamtdarstellungen bearbeitete wurde ihn nicht zur toten unlebendigen Materie, sondern zum großen beziehungsreichen Organismus in der Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Unermüdliches Quellenstudium und gewissenhafteste Textkritik verhalfen ihm zu dem reifen und umfassenden Urteil, das seinen Weltruhm begründete. Es würde zu weit führen, alle Etappen dieses Weltruhms, die sich mit seinem Werke decken anzuführen und etwa in einigen Worten auf die Bedeutung seiner Päpste=Geschichte, seiner preußischen, französischen, englischen und seiner Weltgeschichte, die er bis zu Otto I. durchführte, hinzuweisen. 1841 wurde er Historiograph des preußischen Staates, der seine Verdienste 1867 mit dem Kanzleramt des Ordens„Pour durch ein illusionskräftiges Filmbild ein Versuch, der, weiterhin vervollkommnet, das heikle Problem wohl endgültig überwinden könnte. Regielich hatte Intendant Spring die Blumenmädchen=Szene dadurch besonders reizvoll gestaltet, daß mit den Solistinnen nur die Tanzgruppe auf der Bühne zu sehen war, während der Frauenchor in nächster Nähe aufgestellt, unsichtbar blieb. Hier hatte die Aufführung unter Fritz Zauns feierlich gedehnter intensiv gespannter Deutung auch gesanglichmusikalisch ihren schönsten Höhepunkt. In der Premierenbesetzung ist die Kundry Ruth Jost=Ardens durch das zu hell timbrierte, in der Tiese nicht ansprechende Organ der Sängerin weniger überzeugend als der stimmlich frische und heldische Parsifal des auch der Erscheinung ausgezeichneten Mathias Ste „Farlikak“ nach Baureuther Vorbild Bochumer Opernfreunde in Köln Als bedeutsamste Aufführung der Spielzeit hat die ec Kölner Oper, wie wir schon berichteten, eine sehenswerte Neuinszenierung des„Parsifal" nach Bayreuther Vorbild dem Spielplan eingegliedert. Zu einer Fremdenvorstellung am Himmelfahrtstage waren auch namentlich bei Fahrt= und Eintrittsvergünstigung die Bochumer Theaterbesucher als besonders an den Kölner Leistungen interessiertes Publikum geladen. Leider ten nur knapp drei Dutzend Wagner=Freunde der Einladung und erlebten in einer weihevollen, dekorativ interessanten, der großen Ausmaße wegen auf unsere Bühne nicht zu übertragenden Einrichtung eine musikalische Wiedergabe des Spiels, das in seiner künstlerischen Geschlossenheit ungewöhnlich starken Eindruck machte. Technisch fesselte vor allem die hier bereits besprochene, neuartige Lösung der bekannten„Wandeldekoration“ in land. Regieliche Parallelen zu der, auch an dieser Aufführung gemessen, hervorragenden Bochumer Inszenierung durch Dr. Schmitt beobachtete man in der Kölner Oper nicht zum ersten Male. Der stark besuchte Abend, dem im Schlußakt auch Reichsminister Dr. Goebbels beiwöhnte, verfehlte seine große und nachhaltige Wirkung nicht. Dr. Sch. Kattun in Wuppertal „Gustav Kilian" im Elberfelder Stadttheater Haralds Bratts Manufaktur=Lustspiel„Gustav Kilian“ über dessen Erstaufführung im Krefelder Stadttheater wir schon berichteten, hat sich nun mit gutem Recht auch die Textilstadt Wuppertal erobert. Ein Stücklein Erziehung zu den alten, bewährten Grundsätzen des königlichen Kaufmanns, der nicht nach dem Gewinn, sondern nach der Zufriedenheit seiner Kundschaft und der Solidität der Ware fragt, wird hier mit bühnensicheren Mitteln auf dem Theater zwecks allgemeiner Nachahmung vorexerziert. Nicht im Tatsächlichen— das wäre schlimmste Rückwärtserei—, aber im Geiste könnte manches verstaubt und altmodisch Scheinende aufgegriffen werden, zumindest aber nachdenklich stimmen. Karl Bockx inszenierte das Werkchen im Elberfelder Stadttheater gewissermaßen in der Es=war=einmal"=Stimmung, die vom Verfasser vielleicht nicht beabsichtigt und dennoch als angemessen zu bezeichnen ist. Es wurde die„gute alte Zeit" beschworen, und auch, was an modernen Geschöpfen die Szene bevölkerte, schien dem Ausgleich zuliebe ein wenig antiquiert und verschollen. Für die Rolle des Gustav Kilian besitzt Adalbert Gausche nicht das überzeugend Patriarchalische dieser rührenden Gestalt, zu weit treibt es Hermann Wagner in der Karikatur des blutjungen und sehr einfältigen Privatdozenten Dr. Karl Wehn, und chargenhaft überzogen dürfte auch Aenne Oerlas tantenhaftes Faktotum sein. Einen munteren amerikanischen Backfisch mit deutschen Gemütsrückständen steuerte Grete Binter als Gertie Kilian bei, grob und massiv die Dollarkönige in der Darstellung von Arthur Mentz, Josef Kamper und Gitta Krell. Die Aufführung in den hübsch eingestimmten Bühnenbildern Paul Mehnerts wurde mit freundlichem Beifall und fachmännischem Schmunzeln aufgenommen. Dr. Stf. Die wirtschattliche Zusammenarbeit der Völker Jagung der Deutschen Weltwirtichattlichen Gelellschaft Die Tagung der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft in Dusseldorf begann am Freitag, 22. Mai, vormittags, mit einer Arbeitstagung. Der Präsident der Gesellschaft, Gouverneur i. R. Dr. Schnee,..., der die Tagung eröffnete, begrüßte die zahlreichen Teilnehmer. Eine große Freude sei es ihm, Lord Riverdale of Sheffield, den Vorkämpfer für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, zu begrüßen. Das deutsche Volk und sein Führer seien entschlossen, die Förderung der zwischenstaatlichen Wirtschaftsbeziehungen mit allen Kräften durchzuführen Lord Riverdale of Sheffield entwickelte in seinem Vortrag „Das britische Weltreich und die Weltwirtschaft" zunächst Wachstum und Gestalt des britischen Reiches und stellte seine hauptsächlichsten Wesenszüge heraus. Sodann schilderte Lord Riverdale die rückgängige Entwicklung des Welthandels. Der Ausweg aus dieser Lage des Welthandels könne, wie Lord Riverdale nachdrücklichst betonte, nur der Rückweg sein, nämlich die Rückkehr zum internationalen Handel, wie wir ihn früher verstanden hätten. Das bedeute aber Zusammenarbeit und in erster Linie Zusammenarbeit aller derjenigen Länder, welche noch die große Masse des Welthandels kontrollieren. Die Lage sei reif für eine mutige Initiative in der Zusammenarbeit von zwei, drei oder vier Regierungen. Das britische Reich sei bereit und gewillt, an der Befreiung des internationalen Handels tatkräftig mitzuwirken. An den Führer. Der Führer und Reichskanzler erhielt von der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft, die soeben ihre diesjährige Tagung in Düsseldorf eröffnet hat, folgendes Begrüßungstelegramm: „Mein Führer! Ich melde Ihnen die Eröffnung der diesjährigen Tagung der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft in Düsseldorf, der Gartenstadt am Rhein, der deutschen Eisenstadt der Welt. Einen Hauptberatungsgegenstand bildet das Thema:„Wille und Wege zur Weltwirtschaft.“ Hierbei erfüllt uns in tiefer Dankbarkeit und opferbereiter Gefolgschaft das Bewußtsein, daß unser Führer, gestützt auf den einmütigen Willen des deutschen Volkes, durch seinen großen Friedensplan der Welt den Weg zu einer gesunden Weltwirtschaft gezeigt hat. Möge dieser Weg bald beschritten und damit die Voraussetzung für eine Förderung des Wohlstandes des deutschen Volkes und der Menschheit geschaffen werden. Sieg Heil dem Führer! Schnee, Präsident der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft.“ Der Führer hat dem Präsidenten der Gesellschaft, Gouverneur Schnee, wie folgt geantwortet: „Für die mir im Namen der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft erstattete Meldung über die Eröffnung und die Aufgaben Ihrer diesjährigen Tagung in Düsseldorf sage ich Ihnen meinen besten Dank. Ich verbinde damit den Wunsch, daß Ihre Arbeit zur Anbahnung normaler wirtschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern beitragen möge. Adolf Hitler." Wenn wir Toten erwachen... Zum 23. Mai 1936 Dreißig Jahre sind seit dem Tode Henri Ibsens am 23. Mai 1906 vergangen. Schon sechs Jahre vorher war seine Stimme verstummt, und das Drama„Wenn wir Toten erwachen“ wurde ein Nekrolog. Doch holen wir keinen Toten hervor, wenn wir jetzt seiner gedenken. Mag uns auch zu mancher Zeit geschienen haben, daß seine„Gesellschaftsstücke" überlebt seien, so bleibt dennoch die Gewalt mancher ihrer Eckpfeiler=Figuren, die auch im Negativen noch die ethischen Kraft der Erziehung zu höherem Menschtum in sich tragen. Gewiß ist die Emanzipation der Frau um die es in vielen Stücken Ibsens geht, für uns kein ungelöstes Problem, wie einst, da der„Stückebaumeister“, dramatische Kämpfe auf der Bühne und in der Welt entfesselte; aber dennoch sind diese Dramen für uns mehr denn„Quartanerstücke",— die hier einmal zufällig am Lebensende stehen. Unser-Herz freilich gehörte von je den eigentlich dichterischen Stücken, von den„Helden auf Helgoland“ bis zum„Peer Gynt“. Mochten die Gesellschaftsdramen noch so sehr an der Gestaltung der Vorkriegszeit teilhaben: schon damals fühlten die Jungen, daß der „ewige Ibsen“ nicht in ihnen, sondern in„Brand“ und„Peer Gynt“ zu finden war. Es kommt nicht auf das einzelne Stück an, sondern auf die Gestalten. In ihnen fühlten wir uns gestaltet, mit der ganzen Skala der Empfindungen, deren jugendliche Menschen fähig sind; in ihnen fühlten wir den Durchbruch zum Leben für eine Idee. Der Realismus Ibsens, der auf festem Boden stehend den Kampf für Wahrheit und Klarheit focht, bereitete uns für das Ereignis vor, welches unser ganzes Leben formen sollte. Und vielleicht war dieses„Weg von der gefühlsvollen Romantik!" das größte Geschenk, das einer Jugend werden konnte, die sich bald vor härteste Wirklichkeit gestellt sah. Mit dieser Unerbittlichkeit der Forderung zum Höchsten wird Ibsen immer wieder neue Generationen entflammen. Brand Peer Gynt, Solveig sind Pole der Menschheit. Der Norden manifestierte sich in ihnen als Macht in Geist und Gefühl. C. O. F. in„Das Deutsche Wort“, Hans Bott, Berlin. Verlag Anke Oldenburger, enburger, eine gebürtige„Bochumerin, wurde als 1. Bühnenbildner und künstlerischer Beirat für Kostümwesen vom Intendanten Erich Orthmann an die Volksoper im Theater des Westens in Berlin engagiert. Geschichtstafel 23. Mai 1498 der Reformator Girolamo Savonarola in Florenz verbrannt(geboren 1452). 24. Mai 1543 der Astronom Nikolaus Kopernikus in Frauenburg gestorben(geboren 1473). der preußische Reitergeneral Hans Joachim von Zie ten auf Wustrau bei Neuruppin geboren(gestorben 1786). 1699 (Schleussner SiS K Kleine tle ld in, oriamne. Roman von Otto Neufeidt: 16) „Mein einziges Anliegen“, antwortete er,„ist eine Unterredung mit der gnädigen Frau. Ich möchte Klarheit darüber haben, was sich eigentlich ereignet hat. Ich habe meinen Vater am Samstag in Blenheim gesprochen...“ Die Dame erblaßte.„Sie haben sich mit ihm getroffen?“ „Ja auf seinen Wunsch, und deshalb liegt sein Schicksal mir am Herzen. Ich bin hergekommen, um... „Bitte, gedulden Sie sich noch einen Augenblick. Ich werde Frau Faber noch einmal fragen.“ Sie ver 178 erschw nach kaum einer Michwand, und als sie nute wiederkam, bat sie ihn, ihr zu folgen. Sie gingen über eine Treppe hinauf in den ersten Stock. Die Frau blieb vor einer der Türen stehen, beugte sich nieder und klopfte leise. Dann ließ sie Georg eintreten. Mitten in dem kleinen Zimmer stand eine hochgewachsene, schlanke Frau. Sie hielt sich sehr aufrecht, obwohl ihrem auffallend bleichen Gesicht tiefe Erschöpfung anzumerken war. Ihre Augen waren groß und dunkel, ihr Haar, das sie glatt in der Mitte gescheitelt trug, tief schwarz. An den Schläfen war es ein wenig ergraut, aber ihr Gesicht hatte trotz der Blässe und trotz ihrer Mattigkeit eine mädchenhafte Schönheit bewahrt. Sie reichte Gorg die Hand und begrüßte ihn. Ihre Stimme klang weich und leidend, aber sie hatte sich so fest in der Gewalt, daß sie mit scheinbarer Gelassenheit sprechen konnte. Sie war wirklich am Rande ihrer Kräfte Georg bemerkte es und bat um Entschuldigung, weil er sich nicht hatte abweisen lassen. Sie antwortete mit einer beschwichtigenden Handbewegung und lud ihn ein, Platz zu nehmen.„Ich hörte, daß Sie am Samstag in Blenheim waren?“ Georg nickte. „Dann waren Sie der letzte, der mit ihm gesprochen hat! Was hat er Ihnen gesagt?“ Ihr Gesicht drückte eine qualvolle Spannung aus. Georg überlegte, ob er von dem Geständnis seines Vaters reden solle oder nicht. Er entschloß sich, darüber zu schweigen, einstweilen wenigstens, bis er die Gewißheit hatte, daß er ihr bedenkenlos vertrauen konnte.„Ueber die Ereignisse, die sich hier abgespielt haben, hat er leider kaum gesprochen. Da ich nichts ahnte und erst später aus Zeitungen einiges erfahren hade, fragte ich ihn auch nichts...“ „Aber wie kam es, daß Sie sich in Blenheim mit ihm trafen?“ „Ich bekam am Samstag ein Telegramm aus Lausanne...“ „Aus Lausanne?“, rief sie entsetzt. „Ja. Gibt Ihnen das irgendeinen besonderen Fingerzeig?“ Sie war so verstört, daß sie nicht sogleich antworten konnte.„Nein, nein... das nicht... ich frage mich nur, was er in Lausanne zu tun hatte, und wie es kam, daß er Ihnen von dort telegraphierte..“ Georg war überzeugt, daß sie log, daß sie ihm etwas Wichtiges verschwieg. Er betrachtete sie forschend. Sie wich seinem Blick aus. „Bitte, erzählen Sie mir ganz genau, wag er Ohnen gesagt hat!“ Warum lag so viel Furcht in ihrer Stimme? War sie etwa um sich selbst in größerer Sorge als um ihren Mann? Und weshalb? Georg sagte:„Sie werden sicherlich wissen, gnädige Frau, wie sehr ich im unklaren gehalten worden bin über das, was mein Vater jahraus jahrein für mich getan hat. Er hat mich zu sich gerufen, um mir endlich die Wahrheit darüber zu sagen. Das ist zwischen uns besprochen worden...“ „Nicht mehr?“ „Nein, nicht mehr!“ „Bitte! Sie dürfen mir nichts verschweigen!“ „Ich habe selber den Wunsch, daß wir beide ganz offen zueinander sind, gnädige Frau, denn wir haben beide das gleiche Interesse, nicht wahr?“ Sie nickte. „Mein Vater hat mir nur gesagt, daß er mich künftighin nicht mehr unterstützen könne. Daraus schloß ich, daß sich etwas Besonderes zugetragen haben musse. Gesagt hat er's mir nicht...“ „Aber Sie haben ihn gefragt?“ „Gewiß! Und er hat eine Antwort darauf verweigert! Ich bin nun zu Ihnen gekommen, um von Ihnen zu erfahren, was sich eigentlich ereignet hat.“ Sie lehnte sich zurück und schloß für Sekunden die Augen.„Ich weiß es nicht! Ich weiß es ebensowenig wie Sie!" „Aber Sie haben gewiß Vermutungen, gnädige Frau! Sie können mir Hinweise geben...“ Er zauderte und fragte dann:„Weshalb erschraken Sie eben so sehr, als ich sagte, daß das Telegramm aus Lausanne gekommen sei?“ Er beobachtete sie genau. Frau Fabers blasses Gesicht wurde grau, und ihre Lippen zitterten. Mit krampfhafter Anstrengung umklammerte sie die Armlehnen des Sessels.„Sie täuschen sich... ich war nicht erschrocken... ich... wundere mich nur“ „Sie sprechen nicht die Wahrheit, gnädige Frau! Verzeihen Sie! Was verschweigen Sie mir?" „Ich verschweige Ihnen nichts!“ Georg zuckte die Achseln. Nach einer Weile sagte er:„Was zwischen meinem Vater und mir gesprochen worden ist, hat mein Verhältnis zu ihm von Grund auf geändert. Er war mir fremd; er ist mir heute der nächste von allen Menschen. Sein Unglück ist meins, und sein Ruf ist auch der meine. Was ihm geschieht, geschieht mir! Ich werde ihn nicht im Stich lassen! Ich glaube nicht, daß er die Vorwürfe verdient, die man ihm heute überall macht. Und ich werde der Wahrheit auf den Grund kommen, wenner es mir auch verboten hat...“ „Verboten? Er hat es Ihnen verboten?“ „Ja. Er hat mir mein Versprechen abgenommen, mich nicht einzumischen in das, was ihn betroffen hat. Ich habe mich bisher auch daran gebunden gefühlt. Aber dies Versprechen bezog sich nicht auf die Anklagen, die jetzt gegen ihn erhoben werden.“ „Sondern? Worauf sonst?" „Ich kann Ihnen darauf nicht antworten. Ich muß darüber schweigen, da Sie mir auch nicht Ihr Vertrauen schenken. Ich hoffte, daß wir gemeinsam den Dingen auf den Grund kommen würden. Ich werde es nun allein versuchen! Ich werde nicht eher die Flinte ins Korn werfen, als bis ich jeden Weg versucht habe. Einer wird mich zum Ziel führen!" Sie starrte ihn voller Entsetzen an. Georg fragte:„Ich darf auf Ihre Unterstützung rechnen?“ Er tat einen Schritt, um ihr zu folgen. „Gehen Sie!“ rief sie leise, ohne sich umzuwenden. „Bitte! Gehen Sie! Vielleicht rufe ich Sie noch einmal her... Aber ich kann Ihnen jetzt nicht antworten...“ „Ich bitte, Sie zu bedenken, daß wir keine Zeit verlieren dürfen, wenn...“ „So gehen Sie doch! Bitte! Gehen Sie!" Georg machte auf den Absätzen kehrt und ging hinaus. Der Flur draußen war leer, er stieg die Treppe hinunter, gelangte in die Eingangshalle und wollte das Haus verlassen, als plötzlich aus einer der Türen ein junges Mädchen rasch auf ihn zutrat. Sie war erregt und fast atemlos. Ihr schmales, etwas hart gezeichnetes Gesicht wirkte fahl unter der Sonnenbräune. Er war so verdutzt, daß er sie nicht gleich erkannte. Sie hielt ihn am Aermel fest.„Sie sind Georg Faber aus Berlin?" Nun erkannte er sie.„Und Sie sind Brigga!“ „Woher kennen Sie mich?“ ich hab' es mir denken können.“ „Ja, ich bin Brigga, Ihre... Schwester. Was hat Mama Ihnen gesagt?“ „Nichts! Sie hat mich weggeschickt!“ „Ich muß Sie sprechen!" „Gern! Jederzeit.“ „Wie lange bleiben Sie hier?“ „Das weiß ich noch nicht.“ „Haben Sie heute nachmitttag für mich Zeit?“ „Gewiß!" „Dann seien Sie heute um drei, um fünf und um sieben drüben in den Anlagen am Alpen=Quai! Er liegt ganz nahe bei den Anlegebrücken. Halten Sie sich auf dem Strandweg, dann können wir uns nicht verfehlen. Ich weiß noch nicht, um welche Zeit ich hier wegkommen kann. Ich werde unter Aufsicht gehalten, verstehen Siek Werden Sie auf mich warten?“ „Natürlich! Also um drei um fünf oder um sieben am Alpen=Quai?“ „Sollte ich nicht da sein können, haben Sie morgen früh einen Brief von mir! Unternehmen Sie bis dahin nichts! Papa ist...“ Sie unterbrach sich und lauschte zurück. In dem oberen Stockwerk klappte eine Tür.„Es kommt jemand! Ich muß verschwinden! Vergessen Sie nicht Alpen=Quai!“ Sie lächelte ihm flüchtig zu, drückte rasch seine Hand und lief durch die Tür, die sie vorsichtshalber vorhin offen gelassen hatte. Unhörbar zog sie sie hinter sich zu. Georg verließ das Haus. Er ging langsam die Straße hinunter, ohne sich umzuwenden. Er hatte keinen Zweifel mehr daß Frau Faber ein Geheimnis von entscheidender Wichtigkeit vor ihm bewahrt hatte. Wen aber wollte sie durch ihr Schweigen schützen? Ihren Mannk Fürchtete sie, ihn durch ein Bekenntnis noch mehr zu belasten? Oder wollte sie sich etwa gar selbst schützen? Drohte ihr selber eine Gefahr von den Ereignissen, die sich hier abgespielt hatten? Georg war glücklich, daß er an ihrer Stelle wenigstens Brigga als Verbündete gewonnen hatte. Sie würde leichter zu behandeln, leichter auszuhorchen und gefügiger sein als ihre Mutter. der zurück und sah Brigga plötzlich aus einem da Seitenwege auftauchen. „Gott sei Dank, daß Sie pünktlich sind!“ sagte su rasch und reichte ihm die Hand.„Ich bin gut von zu Hause weggekommen, habe aber nicht lange Zeit. dürfen auch nicht hier bleiben. Sie müssen verstehen daß es besser ist wenn man uns nicht zusammen sieht!“ Sie sprach so eifrig, daß ihr anzumerken war wie romantisch ihr diese geheime Begegnung erschien. Georg hütete sich indessen, über sie zu lächeln. Brigga war etwa neunzehn Jahre, also noch nicht ganz erwachsen, aber auch nicht mehr kindlich. wirkte jünger und knabenhafter als auf den Bildern, die er in Blenheim zufällig gefunden hatte. Sie reichte ihm gerade bis zum Kinn. Bekleidet war sie mit einem knapp sitzenden, perlgrauen Kostüm, sie trug gleichfarbig Lederhandschuhe und eine kleine, ebenfalls graue Filz kappe mit einer winzigen, bunten Feder daran. Obwohl sie schmal und schlank war, wirkte sie nicht zierlich. Sie hatte einen männlich festen Schritt, hiell sich straff, und jede Bewegung, jedes Wort drückte einen zähen Willen aus, der nicht weit von Eigensinn entfernt war. So leicht, wie er es sich vorgestellt hatte, war sie gewiß nicht zu behandeln. „Sie werden besser wissen als ich, wo wir ungestört miteinander sprechen können“, sagte er.„In den nigen Stunden seit meiner Ankunft habe ich Zürich nicht genügend kennengelernt.“ „In der Stadt können wir nicht bleiben. Ich bin überall zu bekannt. Ich habe daran gedacht, nach Kilchberg hinüberzufahren, aber der Dampfer ist gerade weg.“ Und was nun?“ MW4 4 8 „Fahren wir zum Uetli hinauf: Mit der Bahn sind wir in einer knappen halben Stunde oben. Um diese Zeit treffen wir dort keinen Menschen, höchstens ein paar Fremde, von denen wir nichts zu fürchten haben.“ „Gut! Fahren wir also auf den Uetli!".. Der Uetliberg liegt dem Dolder gegenüber auf de andern Seite des Sees. Auf seiner überwaldeten Kuppe befindet sich eine kleine Wirtschaft mit einem Aussichtsturm. Brigag führte Georg durch einige Seitzeustegie zu dem kleinen Bahnhof, von dem die elektrischen zum Uetli abfahren. Der Zug war halb leer. sorgte dafür, daß sie einen unbeobachteten Platz kamen, und riet Georg, sich auf die rechte Abteils zu setzen.„Der Aussicht wegen!“ erklärtesi mit dem Efer eines Fremdenführers.„Drüben nichts zu sehen!" Als der Zug sich in Bewegung setzte, schien sie sich unerwünschten Bekannten endlich sicher zu fühlen nicht Sie fand keine Antwort. Als er von neuem zu sprechen beginnen wollte, erhob sie sich, ging ans Fenster und blieb dort abgekehrt stehen. Die Anlagen am Alpen=Quai bilden einen kleinen Park mit alten Bäumen, einem Hauptweg, der unmittelbar am Ufer des Sees entlang führt, und verschiedenen schmalen Seitenwegen. Als Georg um drei Uhr zur Stelle kam, konnte er Brigga noch nirgends entdecken. Er ging langsam bis zum Ende des Parkes, schlenderte noch langsamer wievor und nahm sich Zeit, Georg zu mustern..5 gett Er ließ es über sich ergehen.„Es war#z. dig von Ihnen, Brigga“, sagte er,„sich meinetwegg., un, Abenteuer zu sturzen. Hoffentlich haben Gie rei nenehmlichkeiten davon.....2 24 2522ch, und es „Oh, die hab' ich sowieso forrwahten.## kommt mir auf eine mehr oder weniger nicht mey.„#ri, „Und da wir Geschwister sind— sonderbar ub gens, nicht wahr, daß sich Bruder und Schueterige, kennenlernen müssen wie wir beide?— als Gescyr,## also könnten wir wohl versuchen, zueinander„di# sagen?“ Sie lachte.„Ich hab' mir schon heute. gnrchen Kopf darüber zerbrochen, wie ich Sie den sollte.“ Dog 951 In diese einer Reihe oft viel ihr Leben nommen zn welt und e alltäglichen — nachts Ein berühmte Das ist dieser nehr sieben Jahr und zwar in den heimlichen Lebens Den Weltkrie lazaretten mit; 1 er denn auch sei Rumébe kennen, war für den Tre Kassierer einer Posten nahm er gegangen. 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Korsten men nannte— stierte und stierte seinerseits— und brach dann in ein brüllendes Gelächter aus: „Bougrat—!— der Dr. Bougrat—!!!“ Schlug sich die Schenkel und konnte sich vor Ueberraschung und Vergnügen überhaupt nicht beruhigen... Zwei brave Bürger, zwei gute Frunde hatten sich endlich getroffen auf dem gleichen unheimlichen Lasterweg, der für einen jeden von ihnen faszinierenden Reiz ausstrahlte—: der berühmte Arzt Dr. Bougrat und der Bankkassierer Rumébe, die sich vor Jahren einmal in einem Kriegslazarett kennengelernt hatten.. Und noch ahnte keiner von ihnen, wie verhängnisvoll und endend sich diese Begegnung bald für sie beide auswirken sollte... In diesem Tatsachenbericht erzählen wir von einer Reihe Persönlichkeiten unserer Zeit, die es — oft viele Jahre lang— verstanden haben, ihr Leben zu„tarnen“— die im Grunde genommen zwei Leben lebten: eines für die Mitwelt und eines für ihre untergründisch— unalltäglichen Instinkte—.—„Tags Ehrenmann — nachts Dunkelmann!" I Das Geheimnis des Dr. Bougrat Ein berühmter Arzt zu Marseille: Das ist dieser Dr. Bougrat gewesen, der vor nunmehr sieben Jahren einen verhängnisvollen Tod starb, und zwar in den sogenannten besten Jahren seines unheimlichen Lebens. Den Weltkrieg machte er in verschiedenen Kriegslazaretten mit; und in einem dieser Lazarette lernte er denn auch seinen guten Freund, und Kameraden Rumébe kennen, der sich hier pflegen ließ bis er reif war für den Transport in die Heimat. Rumébe war Kassierer einer großen Bank zu Marseille; diesen Posten nahm er wieder ein, sobald der Krieg zu Ende gegangen. Um die gleiche Zeit ging der Dr. Bougrat daran, sich in Marseille eine Praxis zu gründen. Sein Spezialgebiet wurden die sogenannten„diskreten“ Krankheiten, auf diesem Gebiet war er absoluter Fachmann. Aber auch sonst gelangen ihm gleich zu Anfang geradezu verblüffende Kuren und Heilungen— der Ruf des jungen Arztes verbreitete sich schnell in der Weltstadt Marseille, die Praxis gedieh und blühte, Dr. Bougrat konnte sich kaum noch vor Patienten retten, seine Tage waren wahrhaftig randgefüllt mit Arbeit, und die Einnahmen wuchsen alsbald ins schier Ungemessere.„ 96 Begreiflich, daß der berühmte Arzt bei solcher Lebenslage daran dachte, daß es nicht gut sei, wenn der Mensch allein bleibe. Er heiratete ein junges Mädchen, Tochter eines reichen Handelsherrn, die ihm eine stattliche Mitgift ins Haus brachte und dabei, voll Stolz auf des Gatten wachsenden Ruhm, den Lebensgefährten in gläubiger Liebe anbetete. Als dann noch ein Töchterchen kam, schien für den Dr. Bougrat wirklich nichts nehr zum Wünschen in einem Leben voller Erfolg und Glück übrig zu bleiben. Nach nächtlichen Krankenbesuchen... Nur daß einem berühmten Arzt kaum Zeit für ein Privatleben bleibt— das ist schon immer so gewesen und erstaunte die junge Frau Dr. Bougrat nicht, wenn s sie auch betrübte. Einige Abendstunden konnte ihr der Gatte meist noch schenken— aber die Nächte, die Nächte... fast immer war der pflichtgetreue Arzt unterwegs, an Krankenbetten zu helfen, zu heilen, zu trösten— und das selbst zu jenen Stunden, da die anderen Bürger sonst im allertiefsten Schlummer liegen. Nun ist Marseille eine böse Stadt. Hier gibt es Quartiere, wo das furchtbarste Laster und talste Verbrechen zu Hause sind— Straßen und sen, die ein Bürger selbst bei Tage zu betreten sich scheut. Es blieb aber nicht aus, daß der Weg des Arztes manchmal sogar nachts durch solche unheimlichen Winkel und Quartiere führte... und dabei schwebte der Arzt oftmals in Lebensgefahr—: Mehr als einmal kam es vor, daß Dr. Bougrat am Morgen nach Hause zurückwankte, über und über beschmutzt und blutig geschlagen—: er war wieder einmal in diesem oder jenem Elendsquartier überfallen, verwundet, beraubt worden und konnte von Glück sagen, daß er überhaupt mit dem Leben davongekomvd ver.. Glen a sechm.14 Dr. Bougrat selbst war tapfer, er naym solche Zwischenfälle nicht tragisch. Es war ihm nur peinlich, wenn auch die junge Frau ihn in solch einem Zustand heimkehren sah und sich dann namenlos erregte über die nächtlichen Gefahren, denen der Gatte wieder ausgesetz gewesen war. Bougrat beruhigte sie nur notdürftig durch die Zusage, daß er noch am gleichen Tage Anzeige erstatten und dafür sorgen werde, daß mehr Sicherheit herrsche in den Elendsvierteln von Marseille... es war ja auch nur Pflicht der Polizei, sich endlich rücksichtslos dieser Dinge anzunehmen, nicht wahr...?! Der„irre Bürger“ Um diese Zeit machte in den Quartieren beim Hafen zu Marseille, in den Verbrecherkneipen und den verkommensten Häusern, eine seltsame Figur viel von sich reden—; ein Mensch, den man alsbald den„irren Bürger“ taufte. Denn tagsüber mußte er ein braver Bürger sein, das sah man seiner Kleidung und seinem sonstigen gepflegten Aeußeren an. Nachts aber kam er angeschichtlichen in die wütesten Kneipen, setzte sich zu dem ganzen Gesindel, den Dieben, Räubern und Mördern, trank mit ihnen, tobte und randalierte mit ihnen, sprach in den gemeinsten Worten wie sie— es konnte ihm nie wild und verkommen genug zugehen. Dabei hatte der Kerl immer Geld— das er dann mit vollen Fäusten herauswarf, um die Frauen und Verbrecher zu traktieren. Das war ein Leben in den geheimen Spelunken, wenn der„irre Bürger" erschien. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich sofort seine Ankunft durch die Quartiere, und wie Ratten aus ihren Löchern stahlen sich die verkommensten menschlichen Existenzen aus den Höhlen, um Anteil zu haben an den Orgien, die der„irre Bürger" veranstaltete.. Nur begreiflich, daß diese Orgien dieser oder jener Clique von Dieben und Zuhältern nicht genügten— das Geld des Fremden ging dabei stets in zu viele Teile. So konnte es nicht ausbleiben, daß man mehr als einmal dem„irren Bürger“ auflauerte, ihn kurzerhand niederschlug in irgendeinem einsamen und schauerlichen Winkel, ihn seiner Barschaft beraubte und ihn kaltblütig im Dreck der Gosse liegen ließ.. mochte der Kerl sehen, wie er sich aufrappelte und rechtzeitig zurückflüchtete in seine bürgerliche Tagesexistenz! Eine verhängnisvolle Begegnung Wieder einmal trieb sich nachts der„irre Bürger" orgiensüchtig durch die Hafenspelunken, hatte eine ganze Horde von Menschen um sich, brüllende Zuhälter und tätowierte Verbrecher, mit denen er ja längst auf Du und Du stand, die er liebte wie seine Busenfreunde. Gerade saß man in der verborgenen Kellerkneipe„Zum blutigen Karnickel", der Schnaps floß in Strömen durch die Kehlen und auf den verdreckten Fußboden, Zotenlieder gröhlend, in einer Ecke gingen gerade zwei zerlumpte Gestalten fauchend mit Messern aufeinander los, begierig, sich gegenseitig den Garaus zu machen eine Szene, die der„irre Bürger“ mit grauenhaft gie Ein Geständnis— und eine tödliche Spritze Wenige Tage nach dieser Nacht erschien der Kassierer Rumébe bei dem berühmten Arzt Dr. Bougrat in der Sprechstunde. Der Arzt erzitterte innerlich—: hier tauchte inmitten seiner umfriedeten Bürgerlichkeit ein Mensch auf, der seine beiden Gesichter kannte— das des vielgesuchten und vielgenannten Mediziners und glücklichen Ehemannes und Vaters.. und das ds nächtlichen Wüstlings, den ein unbändiger Trieb um Mitternacht in die Kaschemmen und Spelunken jagte, in die Gesellschaft des menschlichen Abschaums. Was anderes konnte dieser Wissende beabsichtigen als eine Erpressung großen Stils?!— Und dabei war Bougrat keiner größeren Geldforderung mehr gewachsen. Seine nächtlichen Ausbrüche aus dem Revier der bürgerlichen Gesittung hatten nicht nur seine Ersparnisse und die Mitgift seiner Frau verschlungen, sondern verzehrten sogar mehr als seine täglichen Einkünfte... nicht umsonst hatte er seil einigen Monaten bereits zu einem schauerlichen Mittel gegriffen, um sich neue Gelder für seine Tiefengelüste zu verschaffen... Aber Rumébe beabsichtigte keine Erpressung, nein. Er gestand seinem Komplicen nur, daß er selbst es seit einigen Jahren nicht anders treibe als der befreundete die der„ire Bürger“ mit grauenhaft gie, einigen Jahren nicht, anders freiße als der hefren rigen Augen verfolgte... da erklang das seltsame Arzt—: tagsüber saß er als soliver, pflichtgetreuer, t hraußen, das ein Zeichen da= peinlich korrekter Kassierer in seiner Bank; nachts hüllte rhythmische Pochen von oraußen, das ein Zeichen dafür war—: hier draußen steht ein„Eingeweihter" und begehrt Einlaß...!„.. W6i24 Die beiden Messerhelden ließen voneianver un— man konnte ja nie wissen, ob nicht doch einmal statt eines Genossen die„Polente“ sich mittels des Geheimzeichens Zulaß zu der verborgenen Spelunke verschaffen würde. Dann ging die Tür auf— ein zerlumpter Halbbetrunkener erschien und torkelte herein... na schön, den Kerl kannte man längst, das war der„splendide Victor“— sonst wußte man nichts von ihm, aber der Kerl war schon recht, hatte meist Geld lebte und ließ leben, vor dem brauchte man sich beim Teufel nicht zu beunruhigen. M Limmsin; aufmerssamer ins Nur einer nahm den Ankommling aufmerksamer ins Auge— stierte— saß eine Weile wie erstarrt— bis ein haltloser Laut über seine Lippen brach... der „irre Bürger" lallte entgeistert einen Namen—: Rumébe—!““.,..8 Mistars M2 Der halbbetrunkene„spiendide Victor“ zuaie wie tödlich verwundet zusammen, als er den Namen hörte, es sah aus, als wolle er die Flucht ergreifen— dann faßte er sich, bugsierte an den Tisch heran, beäugte den Mann, der hier plötzlich seinen bürgerlichen Napeinlich korrekter Kassierer in seiner Bank; nachts hüllte er sich in Lumpen und trieb sich in den Quartieren des Lasters und Verbrechens umher... er konnte nicht dagegen an auch er besaß ein zweites, unheimliches Gesicht, dieser Kassierer Rumébe... und nicht wahr, dafür hatte Dr. Bougrat ja vollstes Verständnis, wie? In raunenden Worten ging es so eine Weile hin und her. Dann gestand Rumébe, daß er nicht nur den Freund, sondern auch den Mediziner aufgesucht habe: bei seinen nächtlichen Eskapaden habe er sich eine„diskrete“ Krankheit geholt; davon möge ihn der Mediziner befreien... Wohl oder übel nahm Bougrat den Kassierer Behandlung. Das ging so einige Wochen. Bis der unvorsichtige Rumébe eines Tages dem Arzt mitteilte, daß er gerade 25000 Frank bei sich trage, die er seiner Bank abzuführen habe. Bougrat verbuchte die Mitteilung ohne Wimperzucken, hantierte wortkarg an seinen Instrumenten, näherte sich schließlich dem Patienten—:„ 86 „Na, nun wollen wir noch eine kleine Einspritzung vornehmen...“ Im gleichen Augenblick verspürte Rumébe einen feinen Stich im Unterarm— sofort ergriff ihn unsagbare Müdigkeit— schon wirbelten Welt und All donnerrauschend an seinem Auge und seinem Geist vorbei... Das Letzte, was er sah, war das grinsende, zu unheimlicher Beobachtung verzerrte Gesicht des„Freundes“— dann versank ihm in strudelnden Wirbeln Leben und Welt— für immer... Die Leiche im Wandschrank Das Ende auch für Dr. Bougrat kam durch den schrecklichen und widerlichen Geruch, der sich mehr und mehr in seinem Hause ausbreitete. Er selbst behauptete, nichts davon zu bemerken— und schalt seine Frau, wenn sie sich immer wieder über diesen Geruch beschwerte, der ihr langsam einfach den Atem benehme. Er weigerte sich auch, irgendwelche Handwerker kommen zu lassen, die vielleicht imstande seien, der Ursache des unheimlichen Geruches nachzugehen. Bis er eines Tages auf kurze Zeit in beruflichen Angelegenheiten verreisen mußte. Da nahm sich die junge Frau ein Herz, ließ Kammerjäger kommen— nun, die wurden mit der seltsamen Angelegenheit nicht fertig. Bis eine Nachbarin ihr riet, kurzerhand Maurer zu Rate zu ziehen, die sich mit den Wänden des Hauses beschäftigen sollten... denn irgendwie schien die heimnisvolle Ursache des atembeklemmenden Geruches in den Wänden zu stecken....6 Und die Maurer wurden wirklich im Handumdrehen mit dem Geheimnis fertig. Oben unterm Dach waren sie beim Abklopfen der Wände auf einen Hohlraum gestoßen; sie entdeckten Fugen, sie entdeckten eine verborgene Tür— sie brachen die Tür auf— und prallten in unbeschreiblichem Grausen zurück—:.„ Sie waren auf einen Geheimschrank in der Wand gestoßen... und in diesem Schrank hockte die bereits in furchtbare Verwesung übergegangene Leiche eines Mannes Herunter die Maske! Sofort wurde die Kriminalpolizei benachrichtigt. Die Leiche wurde identifiziert als die eines vor einigen Wochen geheimnisvoll verschwundenen Bakkassierers namens Rumébe! Als Dr. Bougrat von seiner kurzen Reise zurückkehrte, war das Verhängnis längst vollendet. Bereits am Bahnhof wurde er verhaftet und ins Gefängnis übergeführt. Umfangreiche Recherchen setzten ein und enthüllten nun restlos die unheimliche Doppelexistenz dieses berühmten Arztes. Seine nächtlichen Ausschweifungen kamen ans Licht— darüber hinaus aber ergab sich die furchtbare Tatsache, daß Dr. Bougrat seit längerem bereits auf grausige Art sich immer wieder neue Mittel für diese Ausschweifungen seines zweiten Ichs verschafft hatte—: Als sein eigenes Vermögen und das seiner Frau aufgebraucht war und auch die glänzende Praxis die enormen Ausgaben nicht mehr deckte, kam er auf den Gedanken, seine Patienten, zumindest die, die er in ihren Häusern behandelte, durch Morphiumspritzen hilflos zu machen und ihnen dann alles erreichbare Bargeld und alle irgendwie zu erlangenden Schmucksachen zu rauben. Mehr als ein Dutzend dieser Fälle kamen bei der Kriminaluntersuchung ans Tageslicht— vorher war kein Opfer auf den Gedanken gekommen, daß es beraubt worden sei ausgerechnet durch diesen berühmten Arzt Dr. Bougrat, dieses Muster eines vertrauenerweckenden medizinischen Helfers, diesen vorbildlichen Ehemann und glücklichen Vater... Und ans Tageslicht kamen die unsagbarsten Scheußlichkeiten, die dieser„brave Bürger" nachts in den Spelunken, Kaschemmen und Bordellen der Hafengegend von Marseille getrieben. Bei mehr als einem Einbruch, bei mehr als einem kaltblütigen Raubmord hatte dieser Dr. Bougrat seine Hände mit im Spiel gehabt... hatte mit von der Beute genommen, hatte seinen Anteil verzecht und verludert, nächtlicherweile ganz ein ebenbürtiger Spießgeselle der Diebe, Dirnen, Zuhälter und Mörder... Jahrelang war es so gegangen. Jahrelang hatte kein Mensch gewußt von dem zweiten Gesicht dieses berühmten Arztes. Jetzt endlich fiel die Maske— das Schaudern vor der unheimlichen Doppelexistenz dieses Mannes verbreitete sich weit über die Grenzen Frankreichs— und ein Mensch zerbrach unter diesem diesem Schauder der Erkenntnis: Bougrats junge Frau, die ahnungslos gläubige Jahre neben diesem Scheusal in zärtlichem Glück verbracht. Sie gab sich durch Gift den Tod. Was mit dem kleinen Mädchen, das dieser Ehe entsproß, geschehen, entzieht sich der Kenntnis des Chronisten, der nur noch hinzuzufügen hat, daß vor nunmehr sieben Jahren der Gerechtigkeit Genüge geschah und der Arzt Dr. Bougrat 1928 durch den Scharfrichter vom Leben zum Tode befördert worden ist. (Fortsetzung folgt.) Ls giUT S0 MancherierDinge die da zu streichen wären; sei es, daß sie eine Schutzfarbe benötigen oder daß sie vielleicht nur aufgefrischt zu werden brauchen. Man ärgert sich über diese alten Sachen, versucht, sie dann selber vielleicht„aufzufrischen“ und— ruft dann zum Schluß doch den Fachmann Wer also unnütze Arbeit und Geld sparen will, läßt gleich den Maler kommen, denn er ist Fachmann und kennt sein Handwerk. Seite 24 Nr. 119# Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 23./24. Mai 1936 UMT en Krr Bertin Durch das Berliner Zentrum rollt ein seltsamer Zug. Alte, gemütliche Pferdedroschken, geschmückt mit Blumen und Reisern, ziehen durch winklige Gassen. Es sind die letzten 35 Pferdedroschken, Hafermotore, die mit ihren Gästen, zweihundert ausländischen Gelehrten und Journalisten, die ihren Wohnsitz bei uns haben, durch Alt=Berlin fahren. Die Herren sollen einmal das gemütliche Urberlin kennenlernen, wo es am berlinischsten ist. Die Fahrt ist so gemütlich, daß sie alle halben Stunden unterbrochen wird. Zuerst hält der Zug vor der berühmtesten Berliner Weißbierstube. Die Berliner Weiße ist ja unser Nationalgetränk. Das soll nicht heißen, daß der Berliner jahrein, jahraus bei diesem leicht süffigen, obergärigem Biere sitzt, das aus großen weiten Schalen getrunken wird. Die Weiße trinkt man nur, wenn man darauf besonderen Appetit hat, namentlich im heißen Sommer, wo sie mit einem Schuß Himbeersaft oder einem Kümmel versetzt wird. Man kann nicht viel davon trinken, weil der Trinker dabei aufgeht wie ein Luftballon. Aber als Gaumenlabung ist die Weiße ein himmlisches Getränk, besonders wenn sie gut abgelagert ist. Eine Weiße, die ein paar Jahre richtig gelagert ist, schmeckt fast wie Champagner. Schon Wallenstein hat Berliner Weißbier gekannt und getrunken. lebt Nante noch? Von der Weißbierstube biegt der Zug der alten Kutschen nach der Köllner Schankstube ein, die an der Friedrichstraße liegt. Hier wird Berlin holländisch. Links und rechts der Spree liegen kleine, niedrige Häuser, Blumen an den Fenstern, Gardinen aus Großvaters Zeit. Hier gibt es ein paar kleine Fischerkneipen, in denen Binnenwassermatrosen ihr Garn spinnen und scheinbar den Geruch ferner Meere ausströmen. Die Berühmtheit dieser Köllner Schankstube ist der tausendjährige Stammtisch, an dem schon viele Menschenalter von Berlinern gesessen haben sollen. Genau ist die Sache nicht nachzuprüfen, aber es stimmt schon, daß hier die eigentliche Wiege Berlins ist. Denn auf der andern Seite der Spree liegt die Straße„Neukölln am Wasser", an der zum ersten Male die Brandenburger nachgewiesen wurden. Vor dieser Schankstube, die 150 Jahre alt ist, erhalten die ausländischen Gäste mitten auf der Straße eine„Strippe", was wiederum nur der heimische Ausdruck für einen echten Kümmel ist. An der Ecke werden sie vom Eckensteher Nante begrüßt, jener Erfindung des Satyrikers Glaßbrenner, der damit eine symbolhafte Volkstype schuf, wie es für die Rheinländer ihr Tünnes ist. Nante wurde die Verkörperung des Berliner Mutterwitzes, der alle großen Probleme auf den einfachsten Nenner der Berliner„Schnauze“ brachte. Er wird bei der abendlichen Rundfahrt unserer Gäste durch einen Berliner Schauspieler verkörpert. Ob es heute noch den alten Berliner Volkshumor vom Nante=Typ gibt, ist zweifelhaft. Man hat den Eindruck, daß auch die sogenannte Berliner Volksseele einer Umbildung unterworfen ist. Sie scheint etwas von ihrer Keßheit zu verlieren und gewinnt dafür an sportlicher Disziplin. Der etwas schlacksige, wurschtige Nante ist wirklich von gestern. Wo endet immer eine solche Fahrt durch AltBerlin? Natürlich im Keller von Lutter& Wegner, wo die Geister von E. Th. A. Hoffmann und Devrient und Matkowsky beschworen werden, wo Berlin um Mitternacht dionysisch wird, was bekanntlich gar kein Widerspruch in sich ist, nachdem schon Walter Harlan in seinem„Jahrmarkt in Pulsnitz“ festgestellt hat, daß Dionysos eigentlich der Gott der Arbeit war. Lob eines Berutenen Daß man dem Berliner Verkehrswesen auf der ganzen Welt größte Bedeutung beimißt, konnten wir dieser Tage erfahren. Der erste Mitarbeiter des Polizeipräsidenten von Durban in Südamerika, Mr. A. David, ist eigens in unsere Reichshauptstadt gekommen, um hier alle verkehrspolizeilichen Einrichtungen zu studieren. Sein Aufenthalt währte vier Wochen, und als er sich dem Ende zuneigte, hatte, der Gast die Liebenswürdigkeit, etwas von seinen Eindrücken zu erzählen: „Ich bin froh, sagen zu dürfen, daß meine Berliner Erfahrungen Südamerika von sehr großer Bedeutung sein werden. In keiner Stadt der Welt fand ich die Fußgänger so mustergültig und beispiellos diszipliniert wie gerade in der deutschen Hauptstadt. Ich habe während meines Hierseins fast jeden Tag kreuz und quer durch Berlin über hundert Kilometer im Auto zurückgelegt und dabei nicht einen einzigen Verkehrsunfall erlebt. Am stärksten wurde ich von dem glücklichen Verhältnis zwischen der Berliner Polizei und den Passanten beeindruckt. Die Beamten werden hier nicht als strafende Richter, sondern als Freunde und Berater angesehen. Aeußerst gut scheint mir die Regelung zu sein, daß die Schulkinder bereits sehr fruh systematisch mit den Verkehrsregeln bekannt gemacht werden.“ —: das hohe Lob einer hohen Ordnung! Ein Kranz auf ein trühes Grab Auf dem Waldfriedhof in Stahnsdorf haben wir Dr. Fritz Klein zur Ruhe gebettet, den Herausgeber der„Deutschen Zukunft", den jäh verstorbenen Journalisten. Eine Trauergemeinde, in der man viele, viele Köpfe des geistigen und politischen Berlin sah. gab dem trefflichen Mann das letzte Geleite. Mütze und Degen des Soldaten deckten seinen Sarg. Den GeneralAdmiral von Raeder vertrat Korvettenkapitän von Heye, die Goethe=Gesellschaft, zu deren Vorstand Fritz Klein gehörte, Geheimrat Petersen. Von Politik, Wehrmacht zu Goethe reichte der Bezirk des Toten, der noch einmal an seinem Sarge, wie so oft zu Lebzeiten an seinem Tisch, Vertreter des ganzen Deutschland vereinte. Aus einem siebenbürgischen Pfarrhaus war Fritz Klein zu uns gekommen, ein ganzer und großer Berliner ist mit ihm dahingegangen. Das Nech in det Weitung Olsen-Stinnerungen von S. Droste-ftüfskoft Die breite Maximilianstraße ist heute noch eine der schönsten Straßen der Stadt. An der Ecke des Maxiosefsplatz steht das Nationaltheater. Gerade gegenüber lag vor etwa fünfzig Jahren das Café Maximilian. Jeden Nachmittag, bei schönem oder schlechtem Wetter, wanderte damals ein kleiner bebrillter Herr von sehr gepflegter Erscheinung mit vollem weißem Haar gemessenen Schrittes durch die Maximilianstraße. Er trug ständig einen Zylinder, immer einige bunte Ordensbändchen im Knopfloch seines Gehrockes und betrat lebhaft bewundert und angestaunt stets zur selben Stunde das Kaffeehaus. Noch heute leben in München etliche alte Mütterchen, die einst als flotte junge„Wassermädel“ im Café Maximilian den„Herrn Ibsen" bedienten. Und hochbetagte ehemalige Stammgäste wissen noch von allerlei mit Ibsens Kaffeehausbesuchen verknüpften kleinen Ereignissen zu erzählen. unseren Tagen, wo die meisten der Dramen Henrik Ibsens als veraltet gelten, kann man sich nur noch schwer eine Vorstellung davon machen, welch ungeheures Aufsehen die Werke einst erregten und wie heiß bewundert und umstritten der nordische Dichter seinerzeit war. Der Besitzer des Cafés Maximilian machte die besten Geschäfte nur allein durch die Tatsache, daß Henrik Ibsen hier täglich seinen Kaffee trank und seine Zeitungen las. Immer wurde das Kaffeehaus von Ibsen=Verehrern stark besucht. Besonders reisende Engländerinnen besetzten mit Vorliebe sämtliche Tische rings um die„Ibsen=Ecke" und blickten andachtsvoll nach dem Tisch hinüber, der für den Dichter freigehalten war. Wenn Ibsen sich niederließ und nach seinen Zeitungen griff, legte er seine Handschuhe stets vor sich auf die Marmorplatte des Tisches. Auf diesen Augenblick warteten die Engländer. War der Dichter hinter einer Zeitung untergetaucht, schlich die eine oder die andere Lady vorsichtig nach der IbsenEcke, schmuggelte rasch ein Paar funkelnagelneue Glacélederne— natürlich allererster Qualität!— neben Ibsens Kaffeegeschirr, raffte dafür mit flinkem Griff die vom Meister getragenen Handschuhe an sich und verzog sich strahlend mit der Beute. Besondere nützung durch die Dichterhände auswiesen. Vermutlich verwahrten die begeisterten Damen die Handschuhe später in England als kostbares Andenken unter Glas und Rahmen... u„.„. Seetachen Ki. Der Meister selbst pflegte deim Fortgehen die neuen Handschuhe immer ohne ein Wimperzucken anzuziehen. Er beachtete den geheimnisvollen Tausch nie oder tat wenigstens so. Bekanntlich war der norwegische Kaufmannssohn recht geschäftstüchtig, man hat Ibsen seinen gut entwickelten Geschäftssinn oft zum Vorwurf gemacht. So hatte der Meister nichts dagegen, wenn seine Verehrerinnen ihn ständig mit guten und neuen Handschuhen versorgten. Es heißt, der Dichter habe sich während seines Aufenthaltes in München niemals selbe Paar Handschuhe gekauft. Auch die von Ibsen gelesenen Zeitungen mit dan berühmten Ibsen=Loch waren von den Bewunderern Dichters heiß begehrte Gegenstände. Wenn der Meister hinter seiner Zeitung saß und sich jemand seinem Platz näherte, sah Ibsen nämlich nicht über den Zeitungsrand hinweg, sondern bohrte einfach mit dem Zeigefinger ein Loch in das Blatt. Durch dieses Loch blinzelte er nach dem Ankömmling. Paßte ihm der nicht, so gab Ibsen sich nicht zu erkennen und hob die Zeitung nur noch dichter vor die Augen. Dann wagte niemand ihn zu stören. Das war gut so, denn Henrik Ibsen wollte im Kaffeehaus seine Ruhe haben und nichts von literarischen Gesprächen wissen. Während seines dortigen Aufenthalts konnten Ibsens Verehrer immer nur höchst alltägliche Bemerkungen aus dem Munde des berühmten Norwegers vernehmen. Jahrelang lebte Ibsen teilz in Rom, teils in München, bis seine Vorliebe für die Isarstadt 1891 einen schweren Stoß erhielt. Nachdem fast alle Werke des Meisters in München zahlreiche Aufführungen erlebt hatten, wurde am 31. Januar 1891 seine„Hedda Gabler“ im Residenztheater uraufgeführt. Das Theater war ausverkauft, aber die Zuschauer konnten dem Stück keinen Geschmack abgewinnen. Nach dem letzten Akt hätte es um ein Haar bald einen richtigen Theaterskandal gegeben. Zwar konnte sich Ibsen unter dem begeisterten Beifall seiner unerschütterlich treuen Verehrer mehrmals vor dem Vorhang zeigen. Dies täuschte aber nicht darüber hinweg. daß„Hedda Gabler“— deren Urbild übrigens eine Münchnerin gewesen sein soll— ein glatter Durchfall war. Das Stück konnte lange Zeit nicht wieder gegeben werden. Ibsen ärgerte sich sehr über die ganze Sache und den„Unverstand“ der Münchner. Er verließ die Stadt bald nachher für immer und verbrachte seine späteren Lebensjahre zu Oslo in seiner Norwegischen Heimat. die erhahe Das große Rätlel Eine holländische Zeitung aus den Kolonien erzählt diese kleine Geschichte: Eine weiße Frau kam in ein Gebiet, in dem noch die Vielweiberei herrscht. Sie sprach mit dem Häuptling und unterhielt sich auch mit seinen acht Frauen. Noch niemals war in jenem Lande eine weiße Frau erschienen, und man betastete ihr blondes Haar, befühlte ihre Kleidung und rieb an ihrer Haut, ob sie wohl nur aufgemalt sei. Und man fragte die Fremde: „Hast du einen Mann?“— Die Europäerin nickte.— „Kannst du schwimmen?“—„Gewiß!“—„Kannst du reiten?“—„Jawohl!“—„Kannst du kochen?"— „Natürlich!"—„Aber wenn dein Mann dich schlägt, was machst du dann?“—„Ich schlage wieder!“ Da sahen sich die acht Frauen bedeutungsvoll an Und eine sagte, die Weiße bewundernd anblickend: „Jetzt wissen wir endlich, warum die weißen Männer nur eine Frau haben— sie haben Angst!“ Kneipp-Kur-Wegweiser kosten igs durch kneipp-Mittel-Zeittrate wurzburg 8 Con. Ceclig. Jtagwir. Amleto kannte ihn bereits seit der Zeit, da er auf der Welt war, und hatte eine starke Zuneigung zu ihm. Flora betrachtete ihn wie einen älteren Bruder. der Fröhlichkeit verbreitete wenn er kam, der liebevoll war, aber keinen Unfug duldete. Sie konnte Amleto stets um den Finger wickeln, Mario aber nur dann, wenn er geneigt war, es sich gefallen zu lassen. Er hatte einen eisernen Willen, an dem Launen und Wutausbrüche zerschellten, und er hatte gelegentlich ihren Willen gebrochen, wenn Amleto und Ellen ihrer nicht mehr Herr werden konnten. Diese Kämpfe jedoch hatten vor Jahren, in ihrer Kindheit, stattgefunden. Jetzt war sie fünfzehn und er siebenundzwanzig. Sie hoffte nur, saß er sich nicht mehr daran erinnerte, daß sie einmal gegen seine Schienbeine gestrampelt hatte, weil er sie nicht in den Zirkus führen wollte; sie selbst erinnerte sich lebhaft daran. Er hatte sie damals die Treppe hinaufgetragen und sie mit Pias Hilfe mitten am Nachmittag ins Bett gelegt. Natürlich hatte sie in der Erwartung, ihn beunruhigen oder außer Fassung bringen zu können, ein solches Protestgeschrei erhoben, wie nur sie es imstande war. Sie konnte manchmal so heulen, daß Onkel und Tante es nicht ertragen konnten. Mario hatte sich in solchen Fällen vollständig herzlos gezeigt und ihr nur mit weiteren demütigenden Strafen gedroht, wenn sie nicht zu schreien aufhöre. Das hatte einen starken Eindruck auf sie gemacht. Außerdem behauptete er, daß Amleto sie sträflich verziehe, und wenn in bezug auf sie eine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Ehepaar bestand, war Mario immer auf seiten Ellens. Flora liebte ihn aber darum nicht weniger. Während der junge Mann mit seiner Reisetasche im Gespräch neben Amleto durch Chioggia schritt, beschäftigten sich seine Gedanken in anderer Richtung— und zwar mit Flora. Sie befand sich ohne Zweifel in dem bedenklichen Backfischalter, war gewissermaßen erwachsen und hatte keine rechte Zukunft vor sich. Er hatte nicht die leiseste Absicht, sie zu heiraten. Eine vermögende Italienerin, fast in seinem Alter, wartete auf ihn. Seine und des Mädchens Mutter hatten sich bereits verständigt. Er dachte an diese Verbindung, teils, um einen Wunsch seiner Mutter zu erfüllen, teils, weil ihm dieses Mädchen die richtige Frau für ihn zu sein schien. Wenn er sie mit Flora verglich, kam sie ihm vor wie eine Maus neben einem Kolibri. Ein Mädchen wie die kleine Engländerin, war unter den Frauen seines Landes nur selten zu finden. Flora hatte einen roten Hut sorglos aufgestülpt; ihre schlanken, gebräunten Beine tanzten mehr, als sie gingen. Mit diesen blauen Augen, dem blendend reinen Taint würde sie sicher später einmal den Männern die Köpfe verdrehen. Die Rapis waren arm. Es beschäftigte Mario im Augenblick, ob die verständige Ellen je an die Zukunft dieses Kindes gedacht hatte. Daß Amleto es nicht getan hatte, stand für ihn fest. Wenn er wieder in Bologna war, würde er mit seiner Mutter über Flora sprechen. Sie stiftete gern Ehen und war der Familie Rapi sehr zugetan. Als die drei im Atelier anlangten, wollte Ellen soviel über alles hören, was Mario betraf, daß er von seinem Gedankengang ganz abgelenkt wurde. Sie alle waren in guter Stimmung, wenn auch ein wenig träge, denn Pia hatte glänzend gekocht. Außer der herrlichen Suppe gab es zu Ellens Ueberraschung noch eine ganze Schüssel kleiner, gerösteter Fische. „Ich weiß, wo sie herstammen“, sagte Flora.„Pias Geliebter bringt sie. Er heißt Emilio und hat ein eigenes Boot.“ „Ich bin keine Geliebte— und einen Fischer sehe ich überhaupt nicht an“, erwiderte Pia ärgerlich. „Aber er sieht dich an“, entgegnete Flora.„Mir gefällt er. Vorgestern hat er mich in sein Boot mitjenommen und mich gefragt, ob du eine Frühaufsteherin dist und Geld erspart hast.“ „Flora!“ rief Ellen verwarnend aus, und Mario spitzte die Ohren. „Läuft sie so wild herum und geht mit dem ersten Mann im Boot aufs Wasser?“ schien er zu fragen. Ellen erklärte, daß Emilio ein nüchterner Witwer in reiferen Jahren sei, den sie gut kannten und schätzten. „Gib mir eine Zigarette, Mario“, sagte Flora. „Darfst du denn rauchen?“ fragte er. „Nein, aber ich tue es.“ Sie schlug ihre langen, schlanken Beine übereinander, nahm sich eine Zigarette aus seinem Etui und paffte mit nachlässiger, schadenfroher Befriedigung Rauchwolken in die Luft. „Das ist echt Amleto“, sagte Ellen zu Mario. Letzte Woche quälte sie ihn zum ersten Male, er möge sie eine Zigaxette versuchen lassen. Ich kann es nicht sehen. nie steht wie ein abscheulicher, kleiner Backfisch aus.“ Mario rauchte ruhig seine Zigarette und warf nur ab und zu einen Blick auf Flora. Er sagte gar nichts. Sie fühlte bis in ihr Innerstes, daß es ihm vollkommen gleichgültig sei, ob sie rauche oder nicht, und das paßte ihr gar nicht. Sie wünschte, daß er sich darum gekümmert hätte, weil er eben Mario war und einmal zu ihr zu gehören schien wie ein älterer Bruder. Ihre Zigarette schien allen Geschmack zu verlieren, und sie warf sie weg, bevor sie zu Ende geraucht war. „Was wollen wir nachmittags tun? Wir vertrödeln unsere Zeit, wenn wir hier sitzen; wir sollten längst in einem Boot sein“, meinte Flora. „Du könntest Pia eine halbe Stunde helfen“, sagte Ellen,„ich habe mit Mario zu sprechen.“ Flora zog eine Grimasse, tat aber, was ihr gesagt wurde. Mario erzählte von seinen Geschäften und berichtete weiter, daß seine Mutter ihn zu verheiraten wünsche. „Ich muß nach Rom übersiedeln“, fuhr er fort,„aber meine Mutter meint, sie sei zu alt, um noch in eine sagte Amleto,„sie will dich andere Stadt zu ziehen; sie wünscht aber, daß ich ein Heim habe.“ „Hat sie jemand im Auge?“ fragte Ellen. „Ja... ja, sie will, daß ich Nina Tonarelli heirate.“ „Ist sie denn noch nicht verheiratet?“ fragte Amleto.„Sie muß doch fast so alt sein wie du.“ „Das ist sie“, sagte Mario. Ellen murmelte etwas Unverständliches. „Wie?“ fragte Mario. „Sie ist enttäuscht“ für Florg,..9. 2as hahe 14 vi. „Aber: rief Essen ungehalten.„Das habe ich nie gesagt, nie, Mario. Glaub ihm nicht. Der junge Mann lächelte belustigt und streichelte Ellens Hand beruhigend. „Flora hat noch lange Zeit. Wenn ich verheiratet sein werde, soll sie zu mir kommen; ich werde ihr einen Mann verschaffen, das wird mir nicht schwer fallen.“ „Jetzt brauchst du dir keine Sorgen mehr zu machen“, sagte Amleto.„Was Mario verspricht, ist so gut wie getan.“ „Flora ist mir sehr lieb, wie eine jüngere Schwester“, erklärte Mario. Noch während er sprach, stürzte Flora mit einem Lärm ins Zimmer, daß alle hochfuhren, schleuderte ein Zinntablett auf den Tisch und belud es mit Tellern und Gläsern. Die Aermel, bis über die Ellbogen aufgerollt, ließen ihre schönen Arme frei. Ueber eine große Schürze Pias hatte sie ein Wischtuch vorgesteckt und pfiff, während sie abräumte. Amleto hielt sich die Ohren zu.„Tag für Tag sagen wir dir du sollst hier drinnen nicht pfeifen", brummte er. Schlimm genug, daß du es draußen tust." „Entschuldigt bitte!“ sagte sie und ließ es sein, erschreckte aber Ellen dadurch, daß sie ein paar Bestecke herunterfallen ließ. „Gibt keine Scherben“, rief sie vergnügt aus und säuberte den Boden mit dem Küchentuch, während sie die einzelnen Stücke aufsammelte. „Das sieht so aus, als ob ich ihr nichts beibrächte, und vom Morgen bis zum Abend belehre ich sie“, sagte Ellen zu Mario. „Was ist denn geschehen, mein Schatz?“ sagte Flora, dicht neben Ellen hinplumpsend, und vergrub ihren Kopf wie ein kleines Hundchen in ihren Schoß.„Was ist denn los?“„„„" ben Pbest eit „Du machst einen Heidenlärm und venußent ein reines Wischtuch für den Boden. Was für eine Hausfrau wirst du eines Tages werden?" „Eine glänzende.“ Mario, der inzwischen die noch herumliegenden Gabeln sammelte, lachte. „Du hast noch nicht das Neueste gehört, Flora: Mario hat die Absicht, zu heiraten“, bemerkte Amleto. „Nein— im Ernst?“ erwiderte sie. „Es ist noch nichts Bestimmtes beschlossen oder gar bekanntgemacht", warf Mario, etwas bestürzt über Amletos Indiskretion, ein. Es war nicht seine Absicht gewesen, ihr den Wunsch seiner Mutter in dieser Form bekanntzugeben. „ost sie hübsch?“ fragte Flora. „Nein, aber sie ist sehr lieb. Ich hoffe, ihr werde Freundinnen werden.“ Sie, st in meinen Jahren— ungefähr siebernund zwanzig.“ „So alt— ach, wie schrecklich!“ 2. Kapitel Es war Floras siebzehnter Geburtstag. Ellens Geschenk bestand in einem neuen, cremefarbenen Strick kostüm. Aeußerlich hatte sich in der Familie in Chioggie keine Veränderung ergeben; aber wenn Flora zurück blickte, erschien ihr doch verschiedenes anders. Sie selb war vor zwei Jahren ein lärmender, unnetter Irrwisch gewesen. Sie fühlte, daß diese Zeit jetzt vorüber war, und wünschte, jeder Mensch sollte dies merken, ein schließlich Onkel Amleto und Pia. Dazu zeigten sut aber gar keine Reigung, doch Flora dachte s die meisten jungen Männer und Damen diese# rigkeit mit der älteren Umgebung zu überwinden häuen Sie fühlte nun die Pflicht, alle durch ihr Betragen und durch ihre äußeren Veränderungen in ihrer e scheinung davon zu überzeugen. Dazu gehörte aun Mario. Er sollte kommen, und sie war sehr neugierig ob er sich daran erinnerte, daß sie Geburtstag hatte jetzt siebzehn Jahre alt war. Seine Verlobung Nina Tonarelli hatte er nicht angezeigt; er schrieb nie Briefe, und so wußten seine Freunde nie, was sich zwischen seinen Besuchen und seinem Leben ereignete Aber wenn er auch verlobt sein sollte, in den Beziehl ten zwischen ihm und Flora könnte dies doch Unterschied ausmachen. Sie hatte alles Kindische immer abgestreift. Eine Woche vorher war sie Onkel Amleto in Venedig gewesen und hatte sich al; nötigen Kleinigkeiten, die ihr Tante Ellen bisher enthalten hatte, die ein erwachsener Mensch aber un bedingt braucht, gekauft: einen Manikürekasten, Puderquaste, Puder, einen Lippenstift und einen Tiege Gesichtscreme, desgleichen einen Schal mit ganz lange Fransen. Sie hatte ihre Einkäufe bisher noch nieman gezeigt, weil ihr Kritik ebenso lästig war wie höhnischee Gelächter. Ein Glück, daß gerade die Zinsen winzigen Kapitals aus England gekommen waren un Tante Ellen sie ihr völlig überlassen hatte. Flogg, gewünscht, es wäre mehr gewesen. Das Erl##### hatte seine guten und schlechten Seiten, fand sie. Kind ist es gleichgültig, wie man gekleidet geht; siebzehn Jahren aber will man hübsch aussehen. Diesmal ging sie Mario nicht entgegen. Er wurde mit einem späteren Dampfer erwartet und sollte Zute Tage in Chioggia bleiben wo für ihn in ihrer„ ein Zimmer gemietet worden war. Zwei ZJchte bein hatten sie ihn nicht gesehen, und Frora dachtrznde#t Ankleiden daran, daß er sich wohl kaum g, on. haben würde. Nahezu ihr halbes Leben kannies# und er war immer derselbe. Aber später entdeckte daß er älter und breiter geworden war und außert beim Lesen eine Brille trug. Dadurch sah er noch al aus, als es sein ehrwürdiges Alter Fgohisegung felig) CRar andr Reindt 2 Samstag, 23. Mai 1936 Am herrlichen Bodensee Die 34 Schiffe umfassende Bodenseeflotte der Deutschen Reichsbahn befindet sich in einem Stadium der üngung. Im vergangenen Jahre waxen, beiden Schiffe„Deutschland" und„Baden“, die neu wurden. Sie laufen schwingungsfrei und . 4 A Re Der Höhepunkt dieser Reihe von Lichtfesten wird das Seenachtfest sein, das am 25. Juli stattfindet. Am Samstag, 8. August, wird Lindau vom„Internationalen Kongreß für Freizeit und Erholung" besucht. was zum Anlaß für ein Sommernachtfest in der Art der Seenachtfeste genommen werden soll. Das Ueberlinger Trachtenfest„Schwarzwald=Boden= see=Oberrhein“, findet am 27. und 28. Juni statt. Tänze und Bräuche vom Oberlauf des Rheines und den Ufern des Schwäbischen Meeres bis tief ins Badenerland werden zusammen mit den reichen Trachtenbildern einen lebendigen Begriff geben von urwüchsiger und landschaftgebundener Art deutschen Volkstums. 700 Jahre Dominikanerinsel in Konstanz. Auf alten Stichen der Bodenseeanstalt Konstanz sieht man der Stadtmauer vorgelagert ein kleines Inselchen im See. Es ist die Dominikanerinsel, wenn man den alten Chronisten Glauben schenken will, ehemals die Stätte des römischen Kastells und später einer Burg der Merowingerzeit. Ins Licht der Geschichte tritt die Insel erst im 13. Jahrhundert. Das Konstanzer Stadtnes Hus gefangen. Während der Schwedenbelagerung(1633) donnern von der Insel des Friedens die Kanonen der Belagerten. 1785 schenkt Josef II. die Insel Genfer Industriellen, die dort eine Fabrik eröffnen. Von ihnen erwerben sie die Grafen von Zeppelin. Der Erfinder des Zeppelin=Luftschiffes ist am 8. Juli 1838 dort geboren. Im Jahre 1875 wird die Insel Hotel. 700 Jahre sind über die ehemalige Mönchssiedlung auf der Konstanzer Dominikanerinsel hinweggegangen. * Fünf Länder stoßen am See zusammen und eine Vielfalt der Gestaltungen der Landschaft und der menschlichen Siedlungen ist die Folge davon. Auch der Charakter des Sees und der Gegend ist dafür bestimmend gewesen. Wie anders ist er im Osten, verglichen mit seinen westlichen Ausläufern, dem Ueberphot.: C. Breuer-Courth(RDV.-.) Der Hafenbahnhof in Friedrichshafen haben sich gerade bei den großen Gesellschaftsfahrten, . B. den KdFf.=Fahrten, hervorragend bewährt. In diesem Jahre ist das Dieselmotorschiff„Radolfzell“ hinzugetreten und für den Verkehr auf dem Untersee bestimmt. Ferner sind noch zwei weitere Schiffe in Kreßbronn und Lindau im Bau für je 800, Fichrgchin, falls mit Dieselantrieb und unter Beruasichtigung uller technischen Fortschritte. Lindauer Seenachtfeste. Das eindrucksvolle Bild einer Lindauer Hafenbeleuchtung mit Feuerwerk, Gondelkorso, strahlend geschmückten Festschiffen und viel Musik und noch mehr ein Erlebnis, das immer von neuem Einheimische und Feriengäste anlockt, wird auch in diesem Jahre seine Anziehungskraft bewähren. Die Hafenbeleuchtungen finden in diesem Jahr an folgenden Tagen statt: 31. Mai,., 24. Juni, 11. Juli,., 25. August. linger und Untersee. Da umsäumen idyllische Ufer seine Wasser mit hügeligem, bewaldetem Gelände, das sich nur ein=, zweimal zu schroffen Felsen aufbaut, während im Osten— gleichsam zum Beweis dafür, daß die Natur am Bodensee all ihre Möglichkeiten vorführen will, die sie zwischen Gipfel und Tal zwischen Gebirge und Flachland bereit hält— die Vorberge der Alpen bis nahe an den Wasserspiegel stoßen wie Vorreiter, welche die Ankunft gewaltiger Heersäulen melden; in welchem treffenden Vergleich plastisch der Eindruck wiedergegeben wird, den der Blick auf die Berge erfährt.„„.54 Eirt 15, Frühling am Bodensee. Wer ihn erlebt, wird nicht vergessen. Denn, was ihn reizvoll und einmalig macht, ist das Widerspiel tausendfältiger neuer und besonderer Eindrücke, die es hier zu gewinnen gibt, wo Natur und Mensch in glücklicher Einheit verwirklicht haben, was dem sehnsüchtigen Herzen Ruhe gibt. 1200-Jahrßeier in Nad Hersßeld Schloß in Meersburg? archiv bewahrt den Schenkungsbrief des Bischofs Heinrich I. von der Thann, der im Jahre 1235 den Dominikanern die Insel im See zu eigen gab, um dort ein Kloster zu errichten. Durch sieben Jahrhunderte ist die Insel einbezogen in die Schicksalsläufe der ehemaligen Reichs= und Bischofsstadt. Währeno des Konziljahres 1414/18 tagen im Refektorium die französische und italienische Nation, liegt im Seeturm Johan1200 Jahre— eine gewaltige Zeitspanne. Sie umfaßt die ganzen Jahrhunderte deutschen Kaiser= und Königtums. Und so ist auch die reiche Geschichte Bad Hersfelds aufs engste mit diesen Geschehnissen verknüpft. Wie ein großartiger Geschichtsfilm rollen die Jahrhunderte an einem vorüber, wenn man sich der Stadtchronik wiome:..... I5 hesast nicht mik- und nicht 1200 Jahre Hersfelo vesagr nicht mehr und nicht weniger als daß diese Stadt zu den ältesten unseres ganzen Reiches gehört. Machtvoll ist ihre Vergangenheit, ist sie doch Ausgangspunkt zahlreicher Stadtgründungen in ganz Mitteldeutschland. Nahezu 700 Städte und Dörfer Flecken und Liegenschaften waren lehensund zinspflichtig. Darunter deutsche Städtenamen von hobem Klang.,. 84 h4 Pich zuräAaeföhrt auf Die Grundung der Stadt wiro zurückgefuhrr auf den Schüler des Bonifatius, Sturm, der hier 736, von Fritzlar kommend, seine ersten Hütten baute. Der Stand der Vorgeschichtsforschung läßt jedoch die Vermutung als berechtigt erscheinen, daß hier vorher bereits eine germanische Siedlung bestanden hat. Da jedoch ein geschichtlicher Nachweis nicht möglich ist, gilt das Jahr 736 eben als das Jahr der Gründung. Bad Hersfeld ist heute eine Stadt mit rund 13 500 Einwohnern, die sich in dem breiten Talbecken ausdehnt, wo die Fulda in großem Bogen ihren Weg nordwärts bahnt. In dieser natürlichen Talmulde liegt die Altstadt mit ihren alten Gassen und Winkeln ihren kunstvollen Fachwerkbauten, ihrem prächtigen Rathaus aus der Zeit der Renaissance und der gewaltigen Ruige der romanischen Stiftskirche, die in der Klarheit ihrer urchitektur einmalig im Reiche ist. Das Badviertel— in den letzten Jahren ständig gewachsen— liegt völlig von der Stadt getrennt. Geschützt durch die grünen Höhenzüge der Ausläufer der Rhön und des Knüllgebirges schmiegt es sich an den Hang des Tage= und Laxberges. Die Parks und Anlagen reichen bis ans Flußufer und hüllen so das ge: Viertel während der ganzen Sommerzeit in ein schimmerndes grünes Kleid...„ Gänd..schat Ueberall in der Stadt waren fleißige Hande beschäftigt, das Festkleid für das Jubeljahr vorzubereiten. Fachwerkbauten, deren wundervolles Holzwerk zum Ausgang des verflossenen Jahrhunderts von Unverständigen unter Putz gelegt wurde, werden freigelegt, und jede Woche gewinnen die Straßen mehr dieser schmuckvollen, landschaftsverbundenen Bauwerke, Straßen und Anlagen, Kurbad und öffentliche Gebäude haben große Hauswäsche, alles wird erneuert, verschönert, erweitert. Höhepunkte der Jubelfeier bilden vor allem die Veranstaltungen um die„Weihe der Kulturhalle“, die im Juni erfolgt. Das Hauptinteresse konzentriert sich jedoch auf die Festwoche im August, die mit Ausstellungen. großen Tagungen, Sportveranstaltungen, Reitturnieren, Flugvorführungen der Luftwaffe usw. umrahmt wird. Hutle im Lande! Die zweite Ausgabe des neuen amtlichen organs„Der Fremdenverkehr“ richtete an den Präsidenten des DDAC., Freiherrn von Egloffstein, den Appell, die deutschen Kraftfahrer zu veranlassen, in der Kraftfahrtouristik zunächst die deutschen Gaue zu berücksichtigen.„Der Fremdenverkehr“ kommt deshalb zu diesem Appell, weil nach seinen Informationen im abgelaufenen Jahr 56 973 deutsche Kraftfahrer mit ihren Fahrzeugen die Schweiz besucht haben. Gewiß: die Schweiz ist für den Kraftfahrer sehr verlockend, aber die deutsche Kraftfahrtouristik sollte in erster Linie deutsche Gaue aufsuchen, die gerade dem Kraftfahrer Romantik und Idylle erschließen, die andere Reisende gar nicht, kennenlernen können. Der Kraftfahrer hat die Moglichkeit, in solchen wunderbaren Herrgottswinkeln nach Gutdünken zu verweilen, überall, wo es ihm in Deutschlands weiter Landschaft gefällt, halt zu machen. Braucht er da wirklich jdie Schweiz?! Wir haben einen nein, den Deut schen Automobilclub. Der Führer selbst hat 1933 die Zersplitterung im deutschen Kraftfahrerleben beseitigt und den Namen geprägt: Der Deutsche Automobilclub(DDAC.)— vielleicht erinnert der Präsident in seinem Organ die Mitglieder an den beachNordsee— Schwarzwald 1Vele Neroservur=Darhade (in Oldenburg) bietet Ihnen Ruhe und Erholung bei mäßigen Preisen. Prospekt durch die Kurverwaltung Nordseedod NORDERNEY Nordseebad Langeoog Niedrige Preise. Täglich dreimalige Ver-„„„ bindung zum Festland, dieschonelnse Nordseebad Dangast (In Oldenburg) Das dlteste gefahrlose Bad mit vorzüglicher Heilwirtung 2 km langer Sandstrand. Pension von.00 NM. an Prospene durch den Fremdenverkehrs=Verein W WZ IN WDE W W WH M eseheue eersiang Mod. Hormonbedandlung von Astdmaleiden, Empbysem. Heusiever, Migräne, inneren und nervösen Leiden. Prospekt sreil„„Pexnruf 520 Dr. mndd. S. Duterins. re u kilches Staatsbad Günstige Reiseverbindungen.— Dampferanschluß(fast stündlich) an jeden Fernzug. Großgaragen am Hafen in Norddeich Peus. 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Das strudelt und sprudelt, das kribbelt und krabbelt, das zwickt und zwackt unten, oben und überall, daß es vor kitzeligem Wohlbehagen manchmal eine Gänsehaut gibt. Mir kommt's im Perlbade immer so vor, als läge ich irgendwo im Nadelwalde voll junger Frühlingssprossen neben einem großen Ameisenhaufen und auf Kommando wäre das fleißige Heinzelmännchenvolk der Ameisen gekommen und bearbeite geschäftig und behutsam meinen knochigen Körper und seine Nerven. Das tut wohl! Und wenn man dabei auch einen großen, hölzernen Halskragen von fast Mühlensteinsgröße mit in den Kauf nehmen muß, was schadet's! Ob's wohl den Meinberger Moor=Mohren auch so mollig zu Mute ist in ihrem Urschlamm? Höllenschwarz und höllenheiß soll der manchmal sein. Aber das Zipperlein sitzt auch gewöhnlich recht tief und fest, manchmal gerade in der allertiefsten Stelle der großen Zehe. Weichen muß dieser Quälgeist aber doch zuletzt. Meinberger Moorkultur heizt ihn aus. „Haltet aus in Schlamm und Dreck, bald ist's Zipverlein dann weg!“ Rhein-Rundreise mit Flugzeug und Schiff „Nach dem Vorbild der Deutschen Reichsbahn, die für Eisenbahn oder Rheindampfer wahlweise gültige Fahrkarten ausgibt, hat jetzt auch die Deutsche Lufthansa Rückflugscheine Köln— Frankfurt a. M. eingeführt, die wahlweise für die Flugzeuge oder zwischen Köln und Mainz oder umgekehrt für die Schnell= und Expreßfahrten der Köln=Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt gültig sind. Bei Benutzung der Dampfer berechtigen diese Flugscheine, deren Preis 41,40 Reichsmark beträgt, zwischen Mainz und Wiesbaden oder Frankfurt bzw. umgekehrt auch für die Eisenbahnfahrt zweiter Klasse. Die Flugstrecke Köln— Frankfurt a. M. wird werktäglich dreimal in beiden Richtungen beflogen. An die Waterkante Inmitten grünender und blühender Landschaften liegt schmuck und friedlich, mit Blumengärtchen fast vor jedem Haus, das Nordseebad Burhave i. Oldba. Wer einmal hier gewesen, den zieht es immer wieder hierher zurück. Der weite Strand mit dem vorgelagerten Watt und das in der Nähe liegende Fahrwasser machen es jung und alt jederzeit möglich, stärkende Bäder in dem salzhaltigen Wasser zu nehmen und sich in Luftund Sonnenbädern gründlich zu erholen. Wer neben der himmlischen Ruhe in dem idyllisch gelegenen Orte Unterhaltung sucht, findet auch dazu genügend Gelegenbeit: Wattwanderungen, Fischfang, Motorbootfahrten, Segelpartien, weiter der Besuch des Reichskriegshafens Wilhelmshaven, der Inseln Wangerooge und Helgoland geben Anregungen in Hülle und Fülle. Phingstglück in kheinischen Winkeln Vorschläge für Pßingstziele Ein grüner Winkel soll diesmal unser Pfingstglück umschließen! Ein kleines Gasthaus oder Hotel, ein schmuckes Pensionshaus in einem schönen Waldtal, in einem reizenden Gebirgsort oder am Strom. Wir erleben schon in Vorfreude, wie wir am Pfingstmorgen frühzeitig auf der Veranda sitzen werden, ein sanfter trägt Harzduft vom nahen Tannenhang, Blütenduft aus dem Garten zu uns her und die Vögel jubilieren. Die Sonne schaut neugierig in die goldumrandeten Kaffeetassen, Pfingstaehäck ist appetitlich vor uns aufgebaut. oder Honia tropft golden über frische Brötchen. Und nach geruhsamem Festfrühstück baden wir in Waldluft. Sonnenschein und Blumenduft die ganzen lieben langen Pfinasttage. Wir wandern durch kleine blumengeschmückte Täler, steigen Weinbergspfade höhauf und schanen über heitere bergumkränzse Ströme, Rhein, Mosel, Nahe. Zu Mittag sitzen wir im summenden Gasthausgarten unter der großen blühenden Kastanie. Dann baden wir irgendwo im alitzernden, munteren Gebirgsbach. Und legen uns auf eine waldumkränzte Wiese oder unter die Wildrosen an einem Burahang und träumen ins pfingstliche Himmelblau. Zum Nachtmahl sitzen wir wieder auf der Terrasse— der grüne Tannenwald kommt zu Besuch mit leisem Wipfelrauschen. Zum Abschluß steht eine Flasche Moselgold, Rhein=, Ahr= oder Pfalzwein vor uns auf einer Weinterrasse oder in einer verschwiegenen Straußwirtschaft als festlicher Ausklang des festlichen Tages. Es ist das reine Pfingstwunder, das uns die grünen rheinischen Winkel irgendwo erleben lassen. O, es wird köstlich werden! Und weil das kein Märchen ist, sondern weil es das überall gibt in den festlichen rheinischen Landschaften, darum pocken wir unser Köfferchen, nehmen den Liehsten, die Gattin oder Braut am Arm und suchen das Pfingstglück im grünen Winkel auf. Die Märchenherge des Siebengebirges wären für unser Pfingstglück gerade wie geschafffen und in Königswinter. Bad Honnef. Rolandseck wären wir gut aufgehoben. Wie wäre es im Ahrtal, mit Bad Nenenahr, Altenahr, Walporzheim, wo der Ahr=Buraunder so rot im Glase blinkt! An der goldgrünen Mosel wäre Cochem zu empfehlen das Winzerstädtchen mit Burg. Fels, Weinbergen, Strom und der ganze rheinische Pfingstzauber wird uns beglücken, wenn wir da abends auf einer Weinterrasse am Strom verweilen. Ein reizender grüner, stiller Bergwinkel ist das Eifelbad Bad Bertrich im Uelßbachtal, grünübergossen von herrlichem Bergwald. Im Nahetal wäre das mit dem Rosenbad Kreuznach durch Rosengärten und Salinental verbundene Bad Münster iam Stein jnst das rechte Glück im grünen Winkel für die Pfingsttage. Am sonnigen Mittelrhein, im idyllischen Rheingau mit Burgen und Weinbergen am festlichsten Stromlauf Europas— da ist ja fast jedes Rheinstädtchen für unsere Pfingstrast geeignet. St. Goar und Goarshausen, Oberwesel zwischen Schönburg und Loreley, Caub, Lorch, vor allem das leuchtende Dreigestirn der edlen Weinorte Bacharach, Aßmannshausen und Rüdesheim, dann Geisenheim, Oestrich und Eltville, die Stadt der Rosen und Straußwirtschaften. Natürlich wird man in einem Ort Quartier nehmen und dann mit einem Rheindampfer ein Stück rheinauf oder rheinab fahren und die Schönheit der Ufer film= und traumhaft an sich vorüberziehen lassen. Im waldgrünen Taunus lohnt es das Pfingstquartier etwa in Königstein, Oberursel, Eppstein aufzuschlagen; der Aeppelwoi gespritzt mundet uns hier ebenso gut wie anderswo Rhein= oder Pfalzwein. Auch Bad Homburg mit seinem wunderschönen großen Kurpark wird über Pfingsten niemand enttäuschen. Der üppige Blumen= und Blütengarten der Weinpfalz um die Weinstraße ist auch ein recht erlebnisreiches Pfingstziel. In den berühmten gastlichen Pfalzweinorten wie Bad Dürkheim, Wachenheim, Deidesheim, Neustadt(da quartiert man sehr ruhig in den Berghotels um die Waldmannz, burg mit dem Blick bis zur Bergstraße hinüber). St# Martin u. a. Pfalzorten mangelt es nirgends an pfingstlicher Freude und flüssigem— Haardtgold zu billigen Schoppenpreisen! In Deidesheim werden wir das pfingstliche Geisbockfest mit feiern helfen Jenseits des Rheines blüht auch an der Bergstraße Gebiet des Melikobus: Auer, wäre hier geeignetes StandquarPfingstglück auf im bach=Bensheim tier. Hlle außnassen Neue Bestimmungen über Urlaubskarten Mit Urlaubskarten und Ostpreußen=Rückfahrkarten darf auf dem Rückweg a) die Reise viermal unterbrochen werden b) ein um ½ längerer Weg als der Hinweg benutzt werden. Auch dürfen Urlaubskarten und Ostpreußen=Rückfahrkarten 15 Tage vor dem ersten Geltungstage bestellt und ausgegeben werden. Der Schwarzwald lockt phot.: Stadelmann(Neuenburg) Wildbad Blick in das forellenreiche Engtal Weslelwald— Klient und Nebelllaler Sommertrische Schönbach (Dillkreis, Westerw.) Eisenbahnstr. Herborn-Westerburg, Idyllisch, seschütste Lage, mildes Klima. Von herrl. Laub- und Nadelwäldern dicht umgeben(reicher Wildbestand), Neuzeltliches Schwimmbad. Kurhaus„Schöne Aussicht“(E. Stahl) Bebagl., sedieg, Fremndenz, m. berrl. Aussichel WC. 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Besonders bemerkenswert sind die drei längeren nfahrten mit den Motorschiffen„Milwaukee“ Spitzbergenfahrten mit den Motorschiffen, und„S. Louis“ und dem Dreischrauben=Weitreisedampfer„Reliance“, die eine umfassende Kenntnis der Länder der Mitternachtssonne vermitteln. Eine OstseeNorwegenfahrt vom 9. bis 25. August beendet das vielseitige Nordlandfahrten=Programm des Jahres. Die Herbst=Mittermeerfahrten eröffnet am 27. August wieder das Motorschiff„Milwaukee", das seine Fahrgäste in die herbstliche Schönheit der Landschaften des Süden führt. Eine Orientfahrt von 23tägiger Dauer, die von Venedig über Istambul nach Haifa(Jerusalem und Umgebung) und weiter über Port Said(Kairo, Luxor, Assuan) nach Messina und Genua geht, schließt sich der ersten Herbstfahrt an. Wer Nizza und Monte Carlo, die afrikanische Küste, die Atlantische Inselwelt und Lissabon kennenlernen will, wird die dritte Herbst=Mittelmeerfahrt wählen, die am 12. Oktober in Genua beginnt und am 30. Oktober in * Hamburg beendet sein wird. Eine Neuerung stellt die Fahrt nach WestindienFlorida und Newyork der„Reliance" dar, die am 6. Dezember in Hamburg beginnt und von den paradiesischen Gestaden der Länder des Karibischen Meeres nach Florida und der Metropole der Neuen Welt führt. Einen Monat später, am 10. Januar 1937, rüstet der 20 000 Tonnen große Dreischrauben=Luxusdampfer „Reliance“ schon wieder zur Weltreise, die ihn in 138 Tagen rund um den Erdball führen wird. Dieses reiche Fahrtenprogramm der HamburgAmerika=Linie wird durch zahlreiche Studien= und holungsreisen nach Nord= und Mittel=Amerika mit den Schiffen des regelmäßigen Liniendienstes ergänzt, unter denen besonders die Gemeinschaftsreisen vieler berufsständischen Verbände erwähnenswert sind. Swinemünde meldet: Das Ostseebad Swinemünde hat Generalmusikdirektor Hildebrand als Leiter des Kur= und fonieorchesters gewonnen, der acht Jahre lang das Berliner Philharmonische Orchester von Erfolg zu Erfolg führte.— Im Anschluß an die Olympiade findet ein großes Turnfest aus Anlaß des 75jährigen Bestebens des Swinemünder TV. statt.— Am., 6. und 7 Juni werden größere Flotteneinheiten den Hafen von Swinemünde zu kurzem Aufenthalt anlaufen. Teulsburger. ald— Veser— Sadelland SATTL. 40 INIEINBERG W WEETTS Wtn elle ***„* Weserluftkurort 6 km von Bad Deynhausen Herrliche Gebirgslandschaft, Stahlbad f. Rheuma u. Nerven, Weserbadeanstalt, Sportplatz, Angelsport, Pauschaikuten, Tagespensionen. Schwefeimoorbäder Seebruch und Senkelteich bei Vlotho f. Rheuma, Gicht usw. Beste Heilerfolge. Autobusverbindung mit der Stadt. Prospekte durch das Städt. Verkehrsamt Penslen kleinggses HURSTE Beimeia Laue des Teutoburger Waldes, anerkannt ar ggeschl. Vernd. 4 Mahls..25 PIk., k. 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Wetter, Wasserstandsmeldungen .20 Frauenturnen 10.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 13.00 Mittagsmeldungen 1 14.00 Mittagsmeldungen II 15.30 Wirtschaftsmeldungen 18.40 Vom Tage. partarharie 18.50 Wirtschaftsmeldungen und Soortorberiat 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten Escbzee .00 .00 .15 10.00 10.30 11.15 11.25 12.00 Hafenkonzert an Bord des Dampfers„Hansa“ Funk ins Blaue „Männerchöre.“ Ausgeführt vom Männergeschaverein Beethoven Düsseldorf(Josef Bähr). 1. Morgenlied(Werth). 2. Lebewohl(Volksweise). 3. Der Schweizer(Volksweise). 4. Die Heimat Volksweise). 5. Treue Liebe(Volksweise). 6. Soldat(VolksMorgenrot(Volksweise). 7. Der Wir grüßen den Bauern. Bauernballaden Meister ihres Fachs(Schallplatten) Schöne Welt. Neue Gedichte von Heinr. Anacker Fröhlicher Mozart. Klarinetten=Quintett=dur. Fritz Zimmermann(Klarinette) und das Streichquartett des Reichssenders Köln Musik am Mittag(Von Berlin). Kleines Funkorchester(Willy Steiner): Walther Thiele und Willy Hahn(zwei Klaviere); Mandolinenorchester„Napoli“; Walter Sommerfeld(Kylophon); Akkordeon=Duo Paul Reich. 1. Startbereit, Marsch(Rockstroh). 2. Ouvertüre zu„Gigri“ (Lincke). 3. Leuchtende Sterne, Walzer(Robrecht). 4. Teufelsmarsch(v. Suppé). 5. Liebesszene (Lubbe). 6. Piccicato=Ständchen(Rosenthal). 7. Die Zierliche(Sommerfeld). 8. Poeme(Fibich). 9. In der Waldschenke(Hahn). 10. Bei den sieben Zwergen(Lenz). 11. Der kleine Wackelpeter (Reich). 12. Ueber Berg und Tal(Freundorfer). 13. Zwei Gitarren(Ferraris). 14. Schneidige Truppe, Marsch(Lehnhardt). 15. Hydropathen= Walzer(Gungl). 16. Der verliebte Toreador (Sommerfeld). 17. Capri=Serenade(Licht). 18. Variationen über den polnischen Nationaltanz „Krakowiak“(Sommerfeld). 19. Russische Fantasie(Ritter). 20. Walzer capriccio(Thiele). 21 Wasserspiele(Reich). 22. Im Schienenzepp (Reich). 23. Freut euch des Lebens, Walzer (Strauß). 24. Flatternde Fahnen, Marsch Die Nachtigall(Für unsere Kleinen). Ein Märchenspiel von Andersen. Unser ist das Land. Jeremias Gotthelf, der Frauenlob der deutschen Bäuerin Von allerlei Heilkräutern. Eine Hörfolge mit Volksliedern 15.20 15.40 16.00 18.00 18.30 18.40 19.00 19.30 20.00 92.30 Rast auf der Diele. Auf einem Bauernhof im Osnabrücker Land Kölner Stadtwaldrennen. Lauf der Motorräder Nette Sachen aus Köln. Coba Wackers(Sopran): Hugo Meyer=Welfing(Tenor); Willi Schneider(Baß=Bariton); Hans Haaß(Klavier); Solisten des Großen Orchesters und das Große Orchester(Otto Julius Kühn) Wo bist du, Kamerad? Funkappell alter Frontsoldaten Kleine Musik(Schallplatten) Kölner Stadtwaldrennen. Laut der Sport= und Rennwagen. Lustiger Rätselfunk Sportfunk Orchesterkonzert. Berliner Funkorchester(Werner Richter=Reichelm). Helmut Zernick(Violine). 1. Ouvertüre zu„Das Katchen von Heilbronn (Pfitzner) 2. Rondo für Violine und Streichorchester=dur(Schubert). 3. Walzer=Rondo und Ballettmusik aus„Donna Diana“(v. Recnicek). 4. Venezianische Suite(Wolff=Ferrari). 5. Slawischer Marsch(Tschaikowsky). 6. Polonaise brillante für Violine und Orchester(Wieniawski). 7.„Die Ideale“, sinfonische Dichtung (Liszt) Nachtmusik. Münchener Tanzfunkorchester(Carl Michalski). Martina Farrar(Kleinkunst) 14.15 b) Frühlingsglaube(Fr. Schubert). 8. Frühlingsrauschen(Chr. Sinding). 4. Rosen aus dem Süden, Walzer(Joh. Strauß). 5. a) Glocken=Arie aus „Fatinitza“(Fr. v. Suppé), b) Strahlender Mond, aus„Vetter aus Dingsda“(Ed. Künneke). 6. Der Heimat zu, Marsch(A. Krause) Kleine Musik. Die Funkschrammeln spielen. 1. Unter dem Siegesbanner, Marsch(Beyer). 2. Sonnenschein(Blon). 3. Sehnsuchtsträume(Kliment). 4. Servus meine Herren, Polka(Lorenz). 5 Es war einmal, Lied(Lincke). 6. Schwarzwälder Bauernländler(Dietrich) 7. Wovon träumt jedes Mädchenherz, Tango(Blanco). 8. Soldaten=Marsch Der Erzähler. Dazu Musik von Schallplatten „Fröhlicher Alltag!“(Von Stuttgart.) Das Rundfunkorchester; Moje Forbach(Sopran); Karl Jautz (Tenor); Hubert Giesen(Klavier); ein Mandolinenorchester Alte und neue Tänze(Schallplatten) Die Westdeutsche Wochenschau(Hermann Probst) Chöre mit Orchester. Der Kammerchor und das Große Orchester(Josef Breuer). Hilde Wesselmann(Sopran). 1. Frühlingsouvertüre(Herm. Goetz). 2. Frühlingschor aus„Manuel Vanegas", für gemischten Chor und Orchester(Hugo Wolf). 3. Vom Thron der Liebe, für Sopran=Solo, Frauenchor und Orchester(Karl Hasse). 4. a) Abend im Hochgebirge(W. v. d. Berg), b) Sternennacht (W. v. d. Berg)(für gemischten Chor mit Orchester). 5. Polowetzer Tänze aus„Fürst Igor“ (A. P. Borodin) 22.20 Aus der Vorbereitungsarbeit der Richard=Wagner= Festwoche Detmold 1936 22.30 Nachtmusik und Tanz. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt) Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend! 20.10: Wir bitten zum Tanz!(I. Livschakoff). 21.00:„Susannens Geheimnis.“ Intermezzo von Wolf=Ferrari. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Nachtmusik und Tanz(Köln) 16.00 18.00 19.00 20.10 21.00 (Buzzi-Peccia), 2. Laß uns träumen, langsamebrecht), 3. Zwei Tanz=Jntermezzi: Deutschlandsender: 16.00: Zur Unterhaltung. 18.00: Melodie und Rhythmus. 20.00: Wir raten um die Wette. Großer bunter Rätselabend. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Wir bitten zum Tanz!(J. Livschakoff) 10.00 Troll, der Herr des Berges(Von München) 10.30 Was brachte der Sportsonntag?(Rich. Heinemeyer) 11.50 Bauer, merk auf 12.00 Die Werkpause 13.15 Schloßkonzert. Sinfonie=Orchester(Otto Ebel von Sosen); Else Schuberth(Sopran); Fritz Löffler (Bariton). 1. Ouvertüre„Hans Heiling"(Marsch= ner). 2. Zwei Lieder: a) Ständchen(Fr. Schuber:), Btenzzee 10.00 Albert Leo Schlageter— der erste Soldat des Dritten Reiches, Gedenkfeier aus seinem Heimatdorf Schönau im Schwarzwald(Von Frankfurt) 12.00 Die Werkpause 13.15 Mittagskonzert Klara Rajnoga(Sopran); das Hans=Junker=Duo; Friedbert Sammler(Klavier) und das Leipziger Sinfonieorchester(Hilmar Weber). 1. Brautzug und Hochzeitsfeier, aus der „Arkadischen Suite"(Ph. Scharwenka). 2. a) Komm im Traum, Lied(Fr. Liszt), b) Warum, Lied(Hubay). 3. Humoreske(G. Schumann). 4. Konzertwalzer(M. Dehnert). 5. Ungarische Volkslieder(Z. Kodaly). 6. Ouvertüre„Zigeunerliebe" (Fr. Lehar) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 16.00 Unterhaltungskonzert des Kleinen Orchesters(Leo Eysoldt). 1. Lolita, komml, spanischer Marsch Walzer(Royrecht). 3. Zwei Tanz=I Nachtigalls Liedeslicd(Borchert), v) Links sitzt das Herz(Bochmann), 4. Wasserrosen, Lied und renade(Dobrindt). 5. Lieder, die uns der Zigeunes spielt(Doelle). 6. Wenn Sierne erglühen, Tanzlied(Golwyn). 7. Tokayer, Puszta=Fox(Gardens) 8. Konzertstück über„Nur im Traum“(Kalthoff. Mausz). 9. Fräulein Liselott, Tanzlied(Schmitz) 10. Leise klingt eine Melodie, langsamer Walzer (Richartz). 11. Rosen und Nelken, Tanzlied(Jager). 12. Ich weiß, daß wir uns wiederseh'n, und Romanze(Eysoldt). 13. Im schwarzen von Catalonien, spanischer Marsch(Wiga=Gabrieh) Zum Schlageter=Tag. Die Brücke. Eine Erzählung von Hans Horalek. Neue Kammermusik. Gerda Schuler=Rehm(Sopran); August Kreuter(Violine); Peter Seitz (Klavier). 1. Lieder von Bernh. Bosselion: Wiedergeburt— Melancholie— Wir gehen am Meer Welch tiefes Träumen. 2. Sonate für Violing und Klavier von Robert Bückmann, 3. Lieder von Hans Haaß: Drei Weiden stehn am Heidesee— Der Tod— Pochte wer— Ihr weißen Anemonen. Musik am Feierabend(Von München). Das Unter, haltungsfunkorchester(Erich Kloß); die Münchener Funkschrammeln. 1. Ouvertüre zu„Martha“ (Flotow) 2. Mailied(K. Blume). 8 Die Weber Walzer(.Lanner)..Hechtl=Marsch(.Schrammel) Olympiahoffnungen(Vom Deutschlandsender. Reichssendung). Olympia=Vorbereitungen in aller Welt: II. England Musik am Feierabend(Von München). Unterhaltungsfunkorchester(Erich Kloß). 1. Potpourri aus „Der Page des Königs“(W. Goethe). 2. Blumenlied(G. Lange). 3. Waldteufelreigen(L. Weniger) 4. Tirol in Lied und Tanz(O. Fetras). 5. Frühlingsständchen(P. Lacompe). 6. Sturmgalopp(C. Komzak) Momentaufnahme Leuchte, scheine, gold'ne Sonne. Festliche Musik und Lieder der jungen Nation. Das Große Orchester und die Reichsrundfunkspielschar Abendkonzert. Das Große Orchester(Otto Julins Kühn) Rudi Rhein(Violine): Alfred Sauerteig und Adolf Kehl(Flöte). 1. Romantisches Vorspiel (Noack). 2. Legende(Wieniawsky). 3. Aus Liebe zu dir, Walzer(Löhr) 4. Die beiden kleinen Finken, Polka für zwei Piccolo=Flöten(Kling). 5. Ungarische Tänze Nr. 1, 3 und 10(Brahms). 6. Polonäse(Liadow) Kurzschriftdiktat(Ferdinand Sonntag) Englische Unterhaltung(Ingeborg Hesse— Direktor Dr. Kirsch) 22.50 Spanische Unterhaltung(Carmen Müller=Zuleika — Dr. Beinhauer) 23.05 Funkstille Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend. 20.10: Das Wendling=Quartett spielt. 21.00: J. Livschakoff spielt zur Unterhaltung. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Nachtkonzert aus der Schweiz 19.45 20.10 21.10 22.20 22.30 Vollesvienst der erhn Gemeinden Sonntag, 24. Mai 1936 (Ohne Gewähr) Sammlung für die deutsch=evangelische Kirche in Oesterreich Christuskirche..45: Henrici; 11.15: KGD., Matthien; 15: Tauffeier, Klose. Friedenskirche..30: Degener: 11: KGD., Winnacker; 12.15: Tauffeier, Winnacker. Lutherkirche..45: Liz. Lotz: 11: KGD., Schmidt 2; 12: Tauffeier, Schmidt 2. Pauluskirche. 8: Liz. Lotz;.30: Sander: 17.15: Degener. Johanneskirche. 11.15: KGD., Henkict. 90. G3 Krankenhauskapente..30: Jeismann. Wochengottesdienst. Do 20: in der Friedenskirche, Winnacker. 6. Pfarrbezirk(Gemeindeheim). Mo und Di 16 bis 18: Jungbibelschar; Di 20: Freundeskreis: Mi 20: Wowengottesdienst: Do 20: Jugendbibelstunde; Fr 20: Bibellesestunde; 20.45: Helferstunde. 7. Pfarrbezirk(Jugendheim). Di 20: Frauenbilfschor; 16: Katechumenen= u. Konfirmandenmädchen; 19.30: Bibelstunde für die weibl. Jugend: Mi 15.30: Bücherausg.; 16: Frauenhilfe: Fr 20: Bibelstunde. 10. Pfarrbezirk(Wichernhaus). Mo 20: Jungmädchenverein; Frauenhilfschor: Mi 20: Bibelstunde: Do 20: Wochengottesdienst; Fr 18 bis 21: Jugendarbeit. Bibelstunden. Mi 20: Gemeindehaus am Moltkemarkt und Düppelstraße 25. Do 20: Vereinshaus und Fabrendeller Str. 14. Kirchlich evgl. Gemeinschaftsverein, Bochum, Adolfstr. 25. So 10: Sonntagsschule; 13.30 bis 15: Posaunen= (vor: 15 bis 17: Gemischter Chor: 17.15: Evangelisation: Mi 15: Frauenstunde: Do 20: Bibelstunde. Landeskirchliche Gemeinschaft„Melanchthon“, Königsallee 163. So 14: Kinderstunde: 18.30: Evangelisations= stunde: Di 16: Frauenstunde: Do 20: Bibelstunde: Sa 20: Männerstunde. Jugendbund für entschiedenes Christentum, Königsallee 163. So 15: junge Männer, Jugendbundstunde: 16.15: junge Mädchen, Jugendbundstunde.„ Vensenaf aet Zweigstelle Konsirmandensaal Weilenbrink(Johanniskirche). Mi 20: Evangelisationsstunde. Stadtmission Bochum, Joachimstr. 8. So 14: Sonntagschule: 17: Bibelstunde: Mi 15.30: Frauenstunde: 20.15: Jugend: Do 20.15: Bibelbesprechstunde. .=Engelsburg, Betsaal. Jeden Di 20: Bibelstunde. .=Hamme, Glückaufstr. 33. Fr 16: Bibelstunde für jedermann. Christl. Verein Junger Männer, Bochum, E.., Oskar Hoffmann= Str. 14. Jungmännerkreis: So 20: „Männer, die das Christentum zu Helden machte." Sekretär Reinecke: Do 20.15: Bibelarbeit:„Wie weit läßt Gott das Leid im Leben eines Menschen zu?“ Herr Reiffert.— Evgl. Jugenddienst 1. Heim: Oskar=Hoffmann=Str. 14: Mo 20: Im Kreis um die Bibel: Fr 20: Im Geiste echte: Kameradschaft: Heim: Gemeindehaus, Moltkemarkt: Mo 20: Jugenddienststunde: Heim: Wichernhaus, Castroper Str. 235 c: Fr 19.30: JuSscicnde.— Eval. Jungennenn 2. Mo 17: Jungendienststunde. Altenbochum. So.30: Frühgottesdienst, Brühmann;.45: Hauptgottesdienst, Christiansen; 11: Kindergottesd., Christiansen: 12.45: Taufen, Sup. Niederstein: 14: KGD.; 17: Generalversammlung des Eval.=kirchlich. Männerdtenstes: 20: Gemeinschaftsstunde: Mo 16: Bibelschar(3. u. 4. Schuljahr): 17.30: Bibelschar(5. u. 6. Schuljahr): 18: Knabenbibelschar: 20.15: Bibelstunde für die weibliche Jugend: Do 15.30: Frauenhilfsstunde im Lutherhaus: 17.30: Bibelschar 5: 20: Bibelstunde für die männliche Jugend: 20: Kirchenchor: Fr 17° Bibelschar(Katechumenen): 20: Sing= kreis. .=Engelsburg. So 8: Gottesdienst im Kindergarten, Schroer: Di 15: Frauenbilfe: Teilnahme am Jahresfest der Hammer Frauenbilfe im Gemeindebaus an der Amtsstraße: Mi 20: Bibelstunde. V. Engelsburg(Martinikirche). So .30: Gottesdienst, Paulmann, Harpen: 11: KGD.; 12: Taufen; 18: Blaukreuzverein; Di 20.35: Kirchenchor: Mi 20: Gemeindebibelstunde, Dieckhoff: Do 17.30: Frauenchor; 19: Blaukreuzstunde. Gerthe. So.30: Hauptgottesdienst, Strümpfel; 10.30: KGD.: Mo bis a jeden Abend 20: Pfingstbetstunde in der Kirche. Alle Bibelstunden fallen aus. Hamme. Frühgottesdienst an der Maarbrücke 8: Schroer; im Gemeindehaus 8: Bach; Hauptgottesdienst in der Kirche.45: Schroer; in Wegescheid.45: Bach; Taufstunde in der Kirche 12.15: Simon; im Gemeindehaus 12: Bach. Bibelstunden: Mi 20: an der Maarbrücke: Mi 20: in Wegescheid: Do 20: im Gemeindehaus: Vorbereitung zum KGD.: 1 Fr. 20: im Gemeindehaus: II Fr 20: in Wegescheid: Jahresfest der Frauenhilfe am Di(26..) 16: im Gemeindehaus.— Vereine: Jungmütterabend: Mo 20: 2. Bezirk: Do 20: 1. Bezirk; Deutscher Frauenmissions= gebetsbund: Fr. 16.30; im Gemeindehaus: Blaukreuzverein: So 16.30: im Kirchsaal; Do 20: in Wegescheid; Evgl. Gemeindejugend: a) männliche: Mo 20: Bibelgruppe(14= bis 18jährige): Mo 20: Posaunenchor: Di 17: Bibelschar(10= bis 14jährige): Di 20: Aelterer Jungmännerkreis: b) weibliche: Mo 20: Singstunde: Di 17: Bibelscharstunde(10= bis 14jähr.): Di 20: Scharabend; Do 20: Scharabend: Kirchenchor: Mi 20: im Gemeindehaus. Harpen. So.30: Gottesdienst im „Lobetal“, Vikar Große-Oetringbaus: anschl. KGD.: 16: Evangelisation des Missionsvereins im Lobetal“; 17.15: Gemischter Chor: Di 20.15: Bibelstunde in Kornbarpen: Mi 20.15: Bibelstunde in Kirchbarpen. Hiltrop. So.30: Gottesdienst, Superintend i. R. Sassenberg: 10.30: KGD. und Taufen: Mi 20: im Konfirmandenraum der Kirche Gemeindebibelstunde(Apostelgeschichte), Stadtmissionar a. D. Elster: Do 20.15: im Gemeindehaus, Wiescherstr., Gemeindejugendbibelstunde, Stadtmissionar a. D. Elster. Hofstede=Riemke. So 8: Mübge: 10: Mühge; 11.15: KGD., Pitsch: 12: aufstunde: Mi 20: Bibelstunde im Lutberhaus, Mühge: Mi 20: Bibelstunde im Kindergarten an der Riemker Straße, Pitsch: Fr 20: Vorbereitung für den KGD.— Vereine: Männl. Jugend: So 15: Jugendbibelstunde: Mi und Fr 17.30: Jugendbibelschar: weibl. Jugend Hofstede=Riemke: So 15 und Mo 20: Jugendbibelstunde: Mi und Di 17.30: Jugendbibelschar: weibl. Jugend Marmelsbagen: Di 20: Jugendbibelstunde: Evgl.=kirchlich. Männerdienst Hofsiede: So 16: Versammlung: Kirchenchor: Di 20.30; Blaukrenzverein: So 15: Do 20. Linden. So.30: Neuhaus: 11: KGD.: 12: Taufen. Gottesdienst im Krankenhaus, Weber. Mi 17: Tausen, Bäumer.— Vereine. Jungschar 14: Wartburgverein 15: Jungmädchenverein 16: Di 19.30: Bibelstunde für junge Mädchen; 20: Kirchenchor: Mi 19: Gesangstunde der Frauenhilfe Linden: 20: Bekenntnisbibelstunde für Hohwege: 20: Männerdienst Linden: Do 15.30: Frauenhilfe Linden; Sa 18: Uebungsstunde des Posaunenchors. Dahlhausen. So 8: Weber:.30: Bäumer; 11: KGD.; 12: Taufen.— Vereine: So 14: Hoffnungsbund; 15: Blaukrenzverein: Mo: Jungmädchenverein: Mi 16.30: Gesangstunde der Frauenhilfe; 20: Bibelstunde: Do 20: Bibelstunde des Blaukreuzvereins: Fr: Jungmädchenverein. Stiepel. So.30: Gottesdienst in der Kirche, Lohmeyer; 10.45: KGD.; .30: Gottesdienst im Lutberhause, Husemeyer; 11: KGD.; 10.30: Gottesdienst in Buchholz, Altena; 11.30: KGD.; Bibel= und Bekenntnisstunde Mi 20 am Schrick: Fr 20 im Lutberhaus.— Vereine: Jungmütterkreis: Dorf: Mo 20; Haar: Mo 20; Jugendschar: Dorf: Di 19.30: Buchbolz: Di 18: Haar: Di 19.30: Bibelschar: Mädchen: Mi 15, Fr. 15: Knaben: Mi 16.30, Fr 15: Kirchenchor: Do 20; Frauenchor: Dorf: Di 18; Haar: Mi 17. Uemmingen. So.30: Hauptgottesdienst als Abschluß der Missions= gebetswoche. Missionar Nolting; 10.45; Kirchentaufen: 10.45: KGD., Kuhlmann: Mo 20: Bibelbesprechung der neukonfirmierten Mädchen in Querenburg: Mi 17: Cvorstunde in der Frauenhilfe in Querenburg: Mi 20.30: Bibelschar in Querenburg: Do 15: Arbeitsstunde der Frauenbilfe; Do 20.30: Vorbereitung zum KGD. Kublmann; Fr 20: Bibelstunde in Lacr. Wiemelhausen. Melanchthon. So 8: Niedermeier:.45: Dr. Klein; 11.15: KGD. u. Kirchentaufen(Superintendent Sassenberg): Di 20: Kirchenchor: Bibelstunde und Jugendbibelkreis fallen aus.— Petrikirche. So.30: Gottesdienst, Niedermeier: 11: KGD. und Taufen, Niedermeier: Mo 19.30: Jugendbibelstunden: Di 15.30: Frauenhilse, Niedermeier: Mi 20: Bibelund Bekenntnisstunde, Niedermeier. Werne. So 8: Frühgottesdienst, Schloemann:.45: Hauptgottesdienst, Rummelt: 11.15: KGD.; 12.15: Kirchentaufen: 17: Bibel= und Gemeinschaftsstunde: 19: Blaukreuzstunde; Mi 20: Bibelbesprechstunde, Gemeindehaus: 20: Bibelabend in Oberlinbaus: Do 20: Bibelstunde der Vollmondschule: Sa 20: Gebetsstunde. Kreta. So 10: Gottesdienst: 11.15: K62. Langendreer(Lutherkirche). So.30: Morgenwache:.30: Gottesdienst: 11: KGD.: Do 20: Gemeindebibelstunde; Sa 20: Gebetsstunde. Weitmar. So 8: Frühgottesdienst, Kraemer:.45: Hauptgottesdienst, Görtz: 11: KGD.: 12: Kirchentaufen. — Bibel=, Gemeinschafts= und Vereinsstunden: 1. in Weitmar: Mo 20.15: Kirchenchor: Di 15.30: Frauenhilfe Weitmar: Mi 20: Bibelstunde im Kindergarten a. d. Schützenstraße: Do 15.30: Reichskirchl. Frauenbilfe Weitmar=Bärendorf=Süd: Fr 20: Gemeindebibelstunde im Gemeindesaale an der Kirche: Blaukrenzverein Weitmar: So 15: Vereinsstunde. 2. in Eppendorf: So 14.30: Evangelisationsstunde: Di 20: Gemeinschaftsstunde: Do 15.30: Reichskirchl. Frauenhilfe anschl. Ueben des Chors der Reichskirchl. Frauenhilfe. 3. in Bärendorf=Süd: So 17: Männerbibelkreis in der Schützenstraße(Kindergarten). 4. in Weitmar=Mark: Do 16: Reichskirchl. Frauenhilfe Weitmar=Mark, bei Metzmann. Bekenntnisgemeinde Weitmar. So 9: Gottesdienst im Vereinshaus Karl=Friedrich=Str., Jungcurt: 10.15: KGD. im Vereinshaus Karl=Friedr.= Str.: 15.30: Großelterntag im Vereinsbaus Karl=Friedrich=Straße: 17: Männerdienst im Gemeindesaal neben der Kirche: Mi 20: Bibelstunde im Vereinshaus Karl=Friedrich=Straße: Do 15: Frauenbilfe Bärendorf=Süd; 15.30: Frauenbilfe in EppendorfHeide: 16: Frauenhilfe WeitmarMark; 19.30: weibl. Gemeindejugend im Vereinshaus Karl=Friedrich=Str.; 20: Gemeinschaftsstunde im Gemeindesaal neben der Kirche: Fr 20: Bibelstunde in Eppendorf bei Hill. Günnigfeld..30: Gottesdienst; 10.45: KGD.; 11.30: Taufen und Tranungen. Hordel. 8: Frühgottesdienst, Vikar Roblfing:.30: KGD. im Gemeindehaus: Do 20: Bibelstunde in beiden Bezirken. Wattenscheid. Friedenskirche. So 8: Frühgottesdienst: 10: Hauptgottesdienst: 14: KGD.; 15: Taufen.— Ev. Krankenbaus. 10: Hausandacht. — Kapelle zu Höntrop..30: Hauptgottesdienst.— Gemeindehaus Leithe. 10: Hauptgottesdienst. Jeden Donnerstagabend Bibelstunde der reichskirchl. Gemeinde in der Alten Kirche. Wanne. Christuskirche. 8: Frühgottesdienst, Bunte:.45: Hauptgottesdienst, Weidmann: 11.30: KGD.: 12.30: Taufe.— Lutherkirche..45: Hauptgottesdienst, Bunte: 11.30: KGD.: 12.30: Tause: Do 15.30: Taufe. Amtswoche: Lic. Naunin. Eickel. Johanniskirche. 11: KGD., Schwester Irene. Röhlinghausen 8: Frühgottesdienst, Tigges:.30: Häuptgottesdienst, Volkenborn(Herten); 11: KGD., Vikar Rohlfing: 12.30: Tausen; Fr 20: Gemeindebibelstunde. der rath. Geieniden Sonntag, 24. Mai 1936 (Ohne Gewähr) Propstei. 6: hl..;.45: hl. M. mit Pr.:.45: hl. M. mit Pr.: 9: hl. M. für Gymnasium und Oberrealschule; 10: Hochamt mit Pr.; 11.15: bl. M. mit Pr.: 14.30: Christenlehre und Segen; danach stille Anbetung: 20: Maiandacht, verbunden mit Andacht um die sieben Gaben des hl. Geistes.— An den Wochentagen ist jeden Mittag um 14 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten, danach stille Anbetung: 20: Maiandacht verbunden mit Andacht um die sieben Gaben des hl. Geistes, Segen und Repositio. Christ=König(Franziskanerkloster). o: hl. erste hl. M. ohne Pr.: 7: hl. M. mit Pr. u. gem. hl. Kommunion aller Frauen und Mütter;.15: Kindermesse mit Pr. und gem. hl. Kommunion aller Kommunionkinder beider Schulsysteme:.30: Hochamt mit Pr.: 11: letzte hl. M. mit Pr.: 14.30: Kinderandacht mit Christenlehre über den 4. Glaubensartikel; 20: Maiandacht in Verbindung mit der Novene zum hl. Geist. St. Marien..40: erste hl..; .15: Frühmesse mit Pr.:.30: hl. M. mit Pr.:.30: Hochamt; danach Aussetzung des Allerheiligsten, Tedeum und Segen; 11: letzte hl. M. mit Pr.: 20: Malandacht mit Segen. St. Joseph..15: hl..;.30: hl. M. mit Pr.: gem. hl. Kommunion der Klosterschule:.45: bl. M. mit Pr.: 10: Hochamt mit Pr.: 11.15: hl. M. mit Pr.: 14.30: Christenlehre und Andacht: 20: Maiandacht. St. Antonius..30: erste hl.., gem. bl. Kommunion des Müttervereins: 8: Gemeinschaftsmesse mit Festpredigt u. bl. Kommunion der Jungfrauen anläßl. des 30. Gründungstages der Kongregation:.30: Hochamt m. Pr.: 11: letzte dl. M. mit Pr.: 14.30: Andacht zum bl. Geiste: 16: Andacht für den Mütterverein: 19.30: feterl. Andacht als Abschluß des Triduums mit Neuaufnahme in die Jungfrauenkongregation. Klosterkirche der Redemptoristen. 5 und 6: hl..; 7: Singmesse mit Pr.: 8: Singmesse mit Pr.: 9: Gottesdienst für die böb. Mädchenschulen: 10.30: voln. Gotesdienst ohne Pr.; 16.40: Rosenkranz, Pr. u. Maiand. mit sakrament. Segen; 19: Rosenkranz, Pr. und Segen für die Männer von der hl. Familie. St. Meinolphus. 6: hl..; 7: Gemeinschaftsmesse: 8: Schülermesse: 9: Kindermesse; 10: Hochamt; 11.30: letzte hl..; 15: Christenlehre; 20: Maiandacht. St. Johannes,.=Wiemelhausen. .30: erste hl. M. mit gem. hl. Kommunion des Müttervereins und aller Frauen der Gemeinde:.30: Frühmesse mit Pr. und gem. hl. Kommunion der Kinder der 4. Klasse: .45: hl. M. mit Pr.: 10: Hochamt mit Pr.: 14.30: Andacht zum hl. Geiste sowie Maiandacht mit Segen; 15.30: Andacht mit Ansprache und Segen für den Mütterverein. Wallfahrtskirche,.=Stiepel..35: Frühmesse: 10: Hochamt; 17: Maiandacht; 19: Komplet.— Wochentags .05: hl..: Beichte Samstag von 16 bis 19 Uhr u. vor der Frühmesse: Mittwoch von 14 bis 18 Uhr Aussetzung und Anbetung: 10: Hochamt: 17: Pr. Jeden Tag 17: Maiandacht. St. Liborius,.=Grumme. 7: bl. M. mit Pr.: 8: Austeilung der hl. Kommunion:.30: hl. M. mit Pr. und hl. Kommunion der Mütter und der Kinder Klasse 4; 10: Hochamt m. Pr. und Tedeum; 14.30: Christenlehre und Andacht: danach Pr. für die Mütter: 18: Maiandacht. Hl. Kreuz..30: Austeilung der bl. Kommunion; 7: hl. M. u. gem. dl. Kommunion der Frauen;.30: bl. M. mit Pr. und gem bl. Kommunion der Mädchen: 10.30: Hochamt mit Pr.: 14.30: Maiandacht. Herz=Jesu,.=Hordel..30: erste bl..: 8: Frühmesse m. Wr.: 10: Hochamt mit Pr.: 14.30: Maiandacht. Herz=Jesu,.=Hamme..30: bl. .: 8: hl. M. mit Pr.:.30: Hochamt mit Pr.: 11: bl. M. mit Pr.: 14.30: Missionsandacht für die Kind. unserer Gemeinde mit Opfergang für das Werk der hl. Kindheit Jein: 15.30: Andacht für den Mütterverein. St. Anna..=West. 7: dl. M. m. Gesang und Pr.;.30: Kindermesse mit Gesang und Pr.: 10: Hochamt mit Pr.: 14.30: Andacht zum bI. Geiste mit Seaen: 19.30: feierl. Maiandacht mit Segen. St. Franziskus,.=Riemke..15: hl..:.15: hl. M. mit Pr., gem. hl. Kommunion der Provitzer Schule: .30: hl. M. mit Pr.:.30: Hochamt mit Pr.: 11: letzte hl. M. mit Pr.; 14.30: Maiandacht. Dreifaltigkeit, Bochum..30: hl. .: 8: hl. M. mit Pr.: 10: Hochamt mit Pr.; 11.30: Christenlehre u. Andacht zum hl. Geist. St. Franziskus,.=Weitmar..15: Gemeinschaftsmesse;.20: Austeilung der hl. Kommunion:.30: hl. M. als Betsingmesse mit Pr.:.45: Hochamt mit Pr.: 10: Schulmesse mit christl. Unterricht; 11: letzte hl. M. mit Pr.: 14.30: Christenlehre: 15.15: Taufen; 20: Maiandacht. Liebfrauen,.=Linden..50: Austeilung der hl. Kommunion an Männer, Jünglinge und Jungfrauen: 7: hl. M. mit Pr., gem. hl. Kommunion der Mütter: Gelegenb. zur bl. Beichte: .05: hl. M. mit Ansprache für die Kinder, gem. bl. Kommunion der Kinder der unteren Klassen: Gelegenheit zur hl. Beichte; 9: Hochamt mit Pr.: 10.30: hl. M. mit Pr: 14.30: Andacht: 15.15: Taufe. St. Michael,.=Dahlhausen..30: Frühmesse mit Pr., gem. hl. Kommunion der Mütter und Erstkommunikanten: 10: Hochamt mit Pr.; 15: Andacht. St. Engelbert,.=Dahlhausen. 7: Frühmesse mit gem. hl. Kommunion der Frauen, aller Mitglieder des Mütter= und Elisabethvereins;.30: Hochamt mit Pr. und Segen und Tedeum; 14: Taufen; 14.30: Maiand. Fronleichnam,.=Laer..30: Frühmesse mit Pr. und gem. hl. Kommunion der Mütter und Frauen: 10: Hochamt mit Pr., danach Tedeum zum Dank für die Gnaden der Österzeit: 14.30: Maiandacht, danach kirchliche Versammlung der Mütter und Frauen; anschl.(also nicht vor 15.30) Taufe. Liebfrauen,.=Altenbochum..30: Frühmesse mit Pr. und gem. bl. Kommunion der Mitglied. des Knappen= und Arbeitervereins, des St.= Joseph=Männervereins sowie aller übrig. Männer: 8: hl. M. mit Pr. und gem. bl. Kommunion der Erstkommnnikanten des letzten Jahres: .30: Hochamt mit Pr. und Austeilg. der hl. Kommunion: 11: letzte hl. M. mit Pr.: 14.30: Christenlehre mit Segen; 15: Taufe. Herz=Jesu,.=Werne..45: erste hl..:.15: hl. M. mit Pr. u. gem. hl. Kommunion der Frauen und der Kinder des 4. u. 5. Schuljahres der Wittekindschule: 10.15: Hochamt mit Pr.; 15: Taufe; 19.30: Marienfeier. St. Marien,.=Langendreer..30: hl..: 8: hl. M. mit Pr. und gem. bl. Kommunion der Frauen und der Mädchen des 4. u. 5. Schuljahres: 10.15: Hochamt mit Pr.: 14.30: Christenlehre und Andacht: 15.30: Andacht mit Pr. für die Frauen und Mütter: 19.30: Maiandacht. St. Bonisatius.=Langendreer. .30: hl..: 8: Frühmesse m. Pr.: .15: Kindermesse mit Pr.: 10.15: Hochamt mit Pr.: 14.30: Maiandacht. Hl. Geist,.=Harpen. 7: Frühmesse mit Pr., gem. hl. Kommunion für die Frauen: 10: Hochamt mit Pr.: 14.30: Andacht zum hl. Geist und Maiandacht. St. Elisabeth,.=Gerthe. 7: hl. M. m. Pr.:.30: hl. M. mit Pr., gem. bl. Kommunion der Leoschule: 10: Hochamt mit Pr.: 14.30: Maiand., verbunden mit Andacht um die Gaben des hl. Geistes. St. Joseph..=Hiltrop..30: Frühmesse mit Pr. und gem. hl. Kommunion der Männer und der Knab.= Oberklasse: 10: Hochamt mit Pr.: 14.30: Maiandacht. St. Theresien,.=Eppenddorf. 7: Frühmesse:.15: Kindermesse mit gem. bl. Kommunion der Kinder: .30: Hochamt mit Pr.: 14.30: Christenlehre mit Segen: 17: Maiandacht. St. Gertrud, Wattenscheid..30: hl..:.30: bl. M. mit Pr. und gem. bl. Kommunion des Müttervereins:.30: bl. M. mit Pr. und gem. dl. Kommunion der Kinder der Swidbertschule und der kath. Hilfs schule:.30: dl. M. mit Pr. für di höh. Schulen:.30: Hochamt m. Pr.: 11: dl. M. mit Pr.: 14.30: Andacht zum l. Geiste mit Aussetzung und sakrament. Segen; 15.15: Tause; 20: Malandacht. Sonstige Gemeinden Sonntag, 24. Mai 1936 (Ohne Gewähr) Ep.=Luth. Kreuzgemeinde Bochum. Kreuzkirche, Gahlensche Straße 146: So.30: Frühgottesdienst, Kerle; 10: Hauptgottesdienst,„Stallmann; 11: Tausen; 11.30: KGD.: Mi 20: Bibelstunde, Kerle.— Gemeindeheim, Lutherhof. So 17: Männerstunde: Di 20: Kirchenchor; Fr 20: Jugendstunde. Ev.=luth.(altluth.) Gemeinden in Bochum. 1. Gemeinde, Kirche Dibergstraße 52..45: Predigt, Hilfsprediger Krüger.— 2. Gemeinde, Kirche am Hindenburgplatz..45: Beichte; .30: Predigt und hl. Abendmahl; 11: KGD.; 17: Gemeindefeier(Kirchenchor): Mi 19.30: Wochengottesdienst: Do 15: Frauenvereinsstunde. Evgl. Gemeinschaft, Auferstehungskirche, Alleestraße 48. So 8: Uebung des Männerchors:.30 und 18: Predigt, Prediger Haug: 11: Sonntagsschule: 19.30: Jugendstunde: 15: in Witten, Augustastraße 57: Predigt; Di 15: Bibelstunde in Hordel, SechsBrüder=Str. 63; 20: Bibelstunde in Wattenscheid, Bismarckstraße 34; Mi 15.30: Religionsstunde, Alleestr. 48: 20: Bibelstunde, Auferstehungskirche: Do 15.30: Frauenstunde; 20: Uebung des Gemischten Chors: 20: Bibelstunde in Witten, Augustastraße 57. Neuapostolische Gemeinde. Bochum, Rheinische Str. 7: So 9, 16; Mi 20. .=Langendreer, Wallbaumweg 58: so 9, 16; Mi 19..=Linden, Kesterkamp 49a: So 9, 16: Mi 19.30..= Weitmar, Kellermannsweg 51. So 9. 16: Mi 20..=Weitmar: An der Landwehr 65: So 9. 15.30: Do 19. .=Riemke, Auf dem Dahlacker 42: So 9, 16: Mi 19..=Gertbe. Am Südblick 8: So 9. 16: Mi 19.= Kornbarven. Auf der Prinz 135: So 9, 16; Mi 20. Wanne=Eickel, Königstr. 21: So 9, 16: Mi 18..=Röhlinghausen. Füsilier= und Kurfürstenstr.=Ecke: So 9. 16: Mi 18. Freic evg. Gemeinde Rottstr. 34a. So.30: Bibelbesprechstunde: 11: Sonntagsschule; 18: Evangeliums= verkündigung. Mo 20: Cborprobe. Mi 15.30: Kinderunterricht: 20: Bibelstunde.— Gerthe, Gerther Str. 10. So 15: Predigt, Pred. Reich. Di 18: Bibelstde.— Hordel. Am Lakenbruch 60. Do 16: Frauenstunde; 18.30: Bibelstunde. 1. Baptistengemeinde, Immannelskirche, Hermannshöhe 21: So.30: Bibelstunde, Prediger Dr. Mundbenk; 11: Sonntagsschule; 16: Gottesdienst, Prediger Jaussen: 17.30: Gemeindestunde: Mi 20: Gebetsstunde, Pred. Dr. Mundbenk.— Gemeindesaal.Hamme, Hofsteder Str. 131. So.30: Bibelstunde; 11: Sonntagsschule: Do 20: Bibelstunde, Prediger Janssen.— Gemeindesaal.=Bärendorf, Goldhammer Str. 17. So.30: Bibelstunde, Prediger Janssen; 11: Sonntagsschule; 20: Evangelisation: Do 20: Bibelstunde, Prediger Dr. Mundbenk.—.=Harpen, Kornharpener Straße 241. So 11: Sonntagsschule. — Gemeindesaal Wattenscheid, Bochumer Str. 36. So 9: Bibelstunde: 10.30: Sonntagsschule: Mi 20: Bibelstunde, Prediger Janssen.— Gemeindesaal.=Werne. Am Born 10: So.30: Bibelstunde;: 11: Sonntagsschule: 16: Gottesdienst: Di 20.30: Bibelstunde.— 2. Baptistengemeinde, .=Wettmar, Am Steinknapp 56: So .30: Bibelstunde; 11: Sonntagsschule: 16: Gottesdienst. Christlich=wissenschaftl. Vereinigung (Christian Science Societn), Bochum, Emscherstr. 20. So 10: Gottesdienst, Lektionspredigt der Christl. Wissenschaft, Thema: Seele u. Leib: 11.15: Sonntagsschule: Mi 20: Gottesdienst (Zeuantsversammlung). Christlich=wissenschaftl. Vereinigung (Christian Science), Bochum, Rottstraße 29, 1. Etg. So 10: Gottesdienst. I rauTebara furen Schnelllo chglanzpolitur für Fußböden Ltr..Alteste Drogerie Voriumet.R Rut 65112 Motorräder ein Qualitätsbegrift Ersatztelle, Reparaturen. Bernhard Lückiag Hattinger Straße 65 Ruf: 64629 Leibbinden Bruchbänder Gummistrümpie liefert Sanitäts=Haus Fischer Kortumstraße. Ecke Rottstraße KEE Kot I ITH W ## K und Erbsenreiser jetzt vorrätig. Heinr, Schlenkhoff G. m. b.., Ehrenfeldlsg, 4# Ruf 6/991. 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Wiewohl der Engländer seine Vorbereitungen auf ein recht hohes Maß von Schwierigkeiten abgestellt hatte, so zeigte sich doch, daß er die Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellten, noch immer nicht hoch eingeschätzt hatte. Deswegen kam damals der Versuch denn auch zum Inzwischen sind von Wilkins bedeutend aussendere technische Vorbereitungen getroffen worden. neuen Versuch, der in absehharer Zeit angestellt werden soll, hofft der englische Wissenschaftler nun “ Zur biesem Zusammenhang meine wir einmal die Frage untersuchen: wie lange wohl schon mag sich die Menschheit überhaupt mit der Idee des Tauchens befassen? Man kommt, so unglaublich sich das auch anhören mag, auf einen Zeitraum von mehr als zweitausend Jahren. Also bereits vor Christi Geburt war der Gedanke des Tauchens in den Menschengehirnen lebendig. Allerdings gingen noch viele Jahrhunderte ins Land, bis man die ersten bescheidenen Anfänge tatsächlichen Erfolges sah, wenigstens was die Unterwasserfahrt, also nicht bloß das Tauchen, betrifft. Woran mag dies nun eigentlich gelegen haben? Die Fehlschläge in dieser langen Zeit können allein schon deshalb nicht verwundern, weil damals die Frage des Lustdrucks, der Luftleere und so manche andere gusammenhängende Frage noch ein Buch mit sieven Siegeln war. Eine der ältesten Mitteilungen, die sich mit Unterwasserversuchen befassen, stammt aus dem fünften Fahrhundert vor Christus. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot überliefert, der Lazedämonier Skyllias habe bei Aphetae einen Einstieg ins Meer gewagt, und erst in weitem Abstand von der Einstiegstelle entfernt habe er das Meer wieder verlassen. Dabei soll dem Skyllias eine große Menge Gold und Silber, die von einem Schiffbruch der Perser herrührte, in die Hände gefallen sein. Dem Bericht Herodots, der sich zwar nur auf Hörensagen stützt, braucht man noch keineswegs zu mißtrauen, denn den Griechen war, wie man aus andern Quellen weiß, bereits zu jener Zeit der Gebrauch von Geräten geläufig, die sich beim Aufenthalt unter Wasser mit Vorteil verwenden ließen.... i germ6 Taucheranzügen, die wenigstens einigermaßen als brauchbar angesehen werden können, begegnet man in mannigfacher Art bereits im 15. und 16. Jahrhundert in einer großen Reihe von Bilderhandschriften. Zum ersten Male hört man im Jahre 1535 davon, daß ein Taucher sich unter Wasser an eine größere Aufgabe heranwagt. Es war Francesco de Marchi, der den Ehrgeiz hatte, die im Jahre 39 im Nemisee in der italienischen Provinz Rom gesunkenen Prunkschiffe aus der Kaiserzeit aufzuspüren. Die Hebung der dort versunkenen Schiffe glückte allerdings erst in allerjüngster Zeit, nämlich im Jahre 1928. Annähernd hundert Jahre nach Francesco di Marchis Tauchversuch beginnen die ersten Bemühungen im Bau von Unterseebooten. Als erster Erfinder auf diesem Gebiete, der mit seinen Versuchen tatsächlich einen nennenswerten Erfolg hatte, tat sich der niederländische Physiker Cornelius Drebbel hervor. Mit seinem durch Ruder fortbewegten Boot— das Senken erfolgte durch Auffüllen der Hohlräume mit Wasser, während man das Heben durch Abwurf von Gewichten bewerkstelligte— legte Drebbel in London zwischen Westminster und Greenwich unter dem Wasserspiegel der Themse ein: Strecke von etwa zwei Meilen zurück. Im Jahre 1774 forderte die Unterseeschiffahrt bereits das erste Todesopfer. Es war der Engländer Day. Im Jahre zuvor war es Day geglückt, mit seinem Unterwasserschiff zehn Meter tief unter Wasser zu gehen und dort einen vollen Tag lang auszuhalten. Durch diesen Erfolg ermutigt, wollte Day dann ein Jahr später 400 Meter tief hinabsteigen, diesmal jedoch kam der Engländer kläglich ums Leben. Von jener Zeit bis zur heutigen technischen Entwicklung des Unterseebootes war freilich ein noch sehr langer und mühevoller Weg. Wir sehaffen uns ein Zett ∆ Zur rechten Wanderlust gehört das Wanderzelt, weil es frei und ungebunden macht, dem Gefühl des ungehemmten Wanderns also am besten entspricht. Leider kann nicht jeder Wanderfreund die Kosten für ein fertiges Zelt aufbringen, namentlich, wenn es den Ansprüchen auf große Haltbarkeit, Strapazierfähigkeit und vor allem auf Wasserdichtigkeit auch wirklich genügen soll. Wer trotzdem nicht auf die erheblichen Vorzüge eines Zeltes verzichten will, fertigt sich das Wanderzelt selber an. Das ist wesentlich billiger. Wo eine Nähmaschine zur Verfügung steht, kann das I Aneinandernähen der Zeltstoffbahnen, das Aufnähen der Fristverstärkung sowie die Herstellung und Anbringung der Laschen keine Schwierigkeiten machen. Allerdings muß mit einer starken Nadel gearbeitet werden. Minderwertiger Stoff ist erst recht für ein Zelt hinausgeworfenes Geld. Am besten eignet sich Gewebe mit Leinwandbindung, also beispielsweise Leinwand, Nessel, Drell oder Segeltuch. Soll das Zelt besonders leicht werden, dann entschließt man sich für Seide. Auch das Wasserdichtmachen des Gewebes ist ziemlich einfach. Vor dem Zusammennähen kommen die einzelnen Stoffstreifen in ein Spezialbad— besonders bewährt hat sich eine Lösung von essigsaurer Tonerde und kaltem Wasser—, und erst, wenn dann später alle Stoffteile aneinandergenäht sind, trägt man auf die Außenseite des Gewebes einen guten Imprägnieranstrich auf. Von keineswegs untergeordneter Bedeutung ist die Farbe des Zeltgewebes. Soll das Wanderzelt in erster Linie in Strand= und Gebirgsgegenden Verwendung finden, dann wählt man am zweckmäßigsten einen weißen oder einen gelben Stoff, da hier der Schutz gegen die hochsommerlichen Temperaturen am größten ist. Ueberall da, wo das Zelt für Frühjahrs= und Herbsttouren bestimmt ist und wenn es namentlich im Walde aufgestellt werden soll, dürften die braunen, grauen und grünen Stoffe vorzuziehen sein. Will jemand seinem Zelt einen Farbanstrich nach eigenem Geschmack geben, so macht auch dies keine sonderliche Mühe. Es gibt fertig käufliche Stoffarben für diesen Zweck, die, wenn sie sorgsam aufgetragen werden, vollständig dauerhaft sind. Natürlich müssen die Stoffbahnen mit diesem besonderen Anstrich versehen werden, bevor man die Imprägnierung vornimmt. Wer etwas Besonderes für die anheimelnde Stimmung des Innenraumes tun will, soll die Anbringung von Schiebefenstern und Zelttaschen nicht vergessen, zumal sich diese sehr vorteilhafte Ergänzung ohne viel Umstände ausführen läßt. Für die Uebernachtung bei kühler, feuchter Witterung ist die niedrigere, gedrängtere Form des Zeltaufbaues vorzuziehen, während man bei wärmerer, trockener Witterung die hohe Form, wie sie also für den Tagesaufenthalt üblich ist, auch zur Nachtzeit beibehält. Bekehrter Aberglaube Ruhig blicken die Sterne vom mitternächtigen Himz mel. Wir liegen zu zwölf Mann in der Scheune e sauerländischen Bauern. Leise hören wir die große Uhaus dem Gutshause schlagen. Viertel vor zwölf. In einer Viertelstunde wird, wie es so im Märchen heißt, die Geisterstunde beginnen. Wir hatten schon im Dorf viel von der gruseligen Scheune des Großbauern vernommen. Da hören wir die Glocke des Kirchturms schlagen. Sie verkündet die Mitternacht. Aber nichts in der Scheune regt sich, was den Verdacht auf Spuk erregen könnte. Da glauben wir zu bemerken, daß auf dem Dache die Fenster geöffnet und wieder geschlossen werden. In dem gleichen Augenblicke hört man vernehmlich die Tür in den Angeln knarren. Laut bellt der Hofhund auf, daß es einem in den Ohren gellt. Unsere Lampen blitzen auf, aber— auch gar nichts können wir bemerken. Es bleibt alles still und dunkel. Helle Tropfen der Angst stehen einigen auf der Stirn. schreit mein Kamerad:„Mich hat jemand am Fuße geLangsam graut der Tag. Einer nach dem andern öffnet die verschlafenen Augen. Alle Gegenstände werden sorgfältig geprüft. Und siehe da: Auf den Tachfenstern waren Lappen angebracht, die vom Wind hin und her geweht wurden. Es sah also so aus, als würden die Fenster geöffnet und geschlossen. Das Knarren der Türangeln hatte der Wind verursacht, und dadurch wurde der Hund aufmerksam. Dem Freunde, der so schrie, war eine Fußblase geplatzt, und er dachte, man hätte ihn gezogen. Da kann man sehen, daß selbst mutige Jungen eine tolle Phantasie entwickeln, wenn sie einmal in einer gruseligen Scheune schlafen. Rudolf Steinwascher, 13 Jahre. Das schwebende 6i Ein ganz geheimnisvoller Zauberkniff Viel Erstaunen läßt sich durch folgendes Kunststückchen hervorrufen:„ab.g g...g. m. 54718 Ein möglichst recht hohes Glas funi man zur Halfte mit Wasser, das mit Salz stark durchtränkt ist. Auf diese Salzwasserschicht kommt dann reines Wasser, das wir jedoch sehr vorsichtig eingießen müssen. Am vorteilhaftesten geschieht das so, daß wir dieses reine Wasser ganz langsam und immer nur in kleinen Mengen am Glasrande entlang hineinträufeln lassen. Wenn wir genau hinschauen, werden wir nun merken, daß die beiden verschiedenen Arten von Wasser sich streng voneinander scheiden. Euren Zuschauern wird aber wohl kaum der Verdacht kommen, daß man es hier mit einer präpaK *) ** Seecc ROMAN VON KURT RIEMANN Unterdessen fließt das Lied ruhig dahin. Annemarie singt es einfach und schön, ganz ohne allen Zierrat, so wie es Claudius einstmals empfunden haben mag. Auch Maxls Geige bleibt streng. Sie webt eine feine, zarte Oberstimme über die Melodie, aber kein Zierrat von Trillern oder Läufen stört die edle Harmonie des Melodienflusses. So klingt die letzte Strophe in den Abend: „So legt euch denn, ihr Brüder, In Gottes Namen nieder, Kühl weht der Abendhauch. Verschon uns Gott mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen Und unsern kranken Nachbar auch!“ Das ist allen wie ein Nachtgebet. So gehen sie auseinander, ohne noch viel zu sprechen. „Doktor, der Maxl schläft bei mir“, sagt Thiele Hartmann noch,„ihr könnt die beiden Mädel allein lassen. Unser Zelt ist frei für euch. Schorsch sagte mir, du hättest darum gebeten.“ Heinz Oohlendorff hat nicht mehr daran gedacht. Aber richtig, gestern hat er wohl so etwas gesagt, und besser ist's auf alle Fälle. Ja, aber wo steckt denn der Maxl? Im Zelt nicht! Die Geige hat er hineingelegt, aber er selbst ist weg. Man kann in der Dunkelheit nicht weit sehen. Der Mond kommt erst viel später herauf. Die Nacht ist sternklar, aber dunkel..„#4f nach Mar' Thiele Hartmann ruft mit auer Kraft nuch Maxl. Da endlich gibt's Antwort aus dem Dunkel. Nach einer Weile taucht er dann auch auf, einsilbig, schlüpft in sein Zelt und läßt Thiele kopfschüttelnd und etwas verdutzt zurück.„ ast 4= „Was sagt ihr nun? Leicht verruckt. Mit einem Male hat's den Jungen gepackt. Kommt das nun auch alles von der Musik? — mit einem Male Tränen? Wie soll ich mir das erklären?" „Das... das verstehst du doch nicht!“ kommt es unter Schluchzen und Schlucken zur Antwort. „Was versteh ich nicht?“ „Das mit der Musik.“ „Mit der Musik?" Nun versteht Annemarie wirklich kein Wort. „Entschuldige, aber kannst du dich nicht etwas deutlicher ausdrücken?“„„„„„„b, Da wirft sich die blonde Monika ihrer Freunvin an den Hals, und unter wildem Weinen kommt nun auch der Grund ihrer haltlosen Traurigkeit ans Tages„A... ich bin doch so unmusikalisch! Ich kann doch nicht singen und kaum Klavier spielen... und gar nichts kann ich als den dämlichen Sport und die vvnof aber Monika... das weißt du doch nicht erst seit heute? Wie kannst du denn da mit einem Male so verzweifelt tun?" „Ach laß mich! Ich geh schlafen!“ Ein Kleid fliegt in die Ecke. Heute morgen freudig und hoffnungsvoll angezogen, drückte es sich nun armselig auf die Bank. Ein wenig Wäsche folgt. Die Schlafhosen in wilder Wut übergezogen, und dann kracht das harte Lager erschrocken auf. Solch jugendlichen Ansturm ist es nicht gewachsen. Der Strohsaa stäubt entsetzt. Annemarie setzt sich zur Freundin auf den Bettrand. Der Sturm ist ernster, als es zu Beginn den Anschein hatte. Sonst lachte bei Monika nach so viel Regen schon längst wieder die Sonne. „Nun hör mal, Kind“, beginnt sie langsam und zuversichtlich,„nun sei mal hübsch brav und artig! Komm, tu die dumme Decke weg! So ist's lieb Laß dich anschauen!... Pfui, wie siehst aus, wenn du so bös guckst! Weißt du, mach's bei der Mutter! Ganz dicht herangekuschelt, Augen zu und dann erzähle. Jak... Na, nun sag schon! Ich rede kein Wort, kein Sterbenswörtchen darüber, wenn du es nicht willst. Also wer ist's? Die dumme Musik? Ganz sicher nicht! Darüber würde sich Monika bestimmt nicht den Kopf zerbrechen und mit Tränen ihre Haut verderben. Na, warte nur! Ich krieg's doch 'raus! Heimweh? Aber nein! Brauchst gar nicht mit dem Kopf zu schütteln! Ich merk schon so, was frage! Du... gekichert gird nicht! Vervu ver wrug.: Oder hat er Flausen im Kogfs, i Laßt ihn zufrieden: meint Vater Heinrich.„ : nun mal so, Thiele. Auf einmal packt's den weenschen. Dich auch noch, mein Sohn. Dann paß auf, du rechtzeitig alles beieinander hast, Herz und Versetand. Wer das nicht hat, bereut's ein Leben lang, und wenn er auch bald fünfzig Jahr wird. Gute Nacht, Kinder. Schlaf wohl!“ „Gute Nacht, Vater Heinrich!“ Heinz möchte Annemarie noch etwas sagen, möchte ihr noch danken für das Lied, das ihn so seltsam anführte, von Herzen her. Aber er bringt nichts über die „Wosiese armseliges;„3y, danke au g, Psaz; Dummes stugel Du... gelichert wird nicht, VerPosemarte, dos Ahnen doch miait geschen.:—, Kandenf Oder war das noch geschuchztt 46.161 eun enshent gu. wesick, wder er uich de des Ralkrlich uoch gesckluszl Wie ig bog eir. Mhnune hafr Viel mehr als sie glauben. Schlafen Sie gut. Und Poffentlich ohne Furcht in der einsamen Hütte.“ Tachend verabschiedete er sich. Monika ist schon im Broghage, ai# sie einteit. sn wirt #ceckt sieht sie, daß die Freunoin ge#### hat. =Monika..: Kind! Aber was ist denn? Du hast la geweint?“ Keine Antwort. dich:u du mir nicht sagen, was du hast? Ich kenn in nicht wieder! Eben noch fröhlich und vergnugt nika, ich tu mir bald leid. Wenn au, ving eine Ahnung hätte, nur einen kleinen Schimmer! Bist du etwa in unsern Doktor verliebt!“ Das klingt wie ein Scherz, aber es schwingt ein Ton darin, der die Frage weniger harmlos macht, als sie scheinen soll. Monika hört das wohl. Sie richtet sich auf, hält sich die Freundin mit beiden Armen weit ab vom Leibe und blickt sie kopfschütust du mir nicht sagen, was du hast? Ich kenn telnd an. Der alte Schalk blitzt hinter den Tränen enung„logrie und bergnugt wieder hewvor. „Aber Annemarie, du Schäfchen! Den sollst du doch heiraten! Der hat doch nur Augen für dich!“ „Monika!“ Sie ist ärgerlich, aber sie kann's nicht verhindern, daß sie rot wind..„. Limmtg“ zährt Mams. „Rot wirst du auch, also stimmis“, fahrr Monika schadenfroh fort.„Und ich sag' dir doch nicht, was mit der Musik ist!" „Du bist häßlich! Gute Nacht!“ Kurz entschlossen schlüpft Annemarie unter ihre Decke. Mag Monika zusehn, was sie mit ihrem Kummer anfängt! Verspotten läßt man sich auch von der Freundin nicht. Energisch pustet sie die Lampe aus. Eine Weile ist alles still. Dann tönt Monikas Stimme kläglich herüber: „Schäfchen... bist du noch höse?“ „Nein... aber du warst häßlich! „Ja, aber ich bin so schrecklich traurig! Sieh mal, erst hab' ich gedacht: Ein feiner Sportkamerad! Und nun spielt er Geige! Oh, das war wundervoll heute abend! Ich kann nicht mittun dabei, aber ich fühl's bis in die Zehenspitzen! Und wie ich ihn da angesehen hab', Schäflein, du kannst das wahrscheinlich nicht verstehen,, da hab' ich gewußt: Der oder keiner! Schäflein, Schäflein, das wirft dich um, du kannst die Zähne aufeinanderbeißen wie du willst! Du kannst dich innerlich ausschimpfen... weißt du, wie ich das bei mir immer mache: Haltung, Fräulein, Haltung, verdammt noch mal!... Aber es nützt nichts! Es kriegt dich doch unter! Und nun, wo ich's weiß, steh ich da als armseliges Tierchen, kann nicht singen, nicht spielen... was soll ein Lehrer mit einer so dummen Frau anfangen? Ach Gott, Schäfchen, du Frosch kannst das ja nicht so verstehen. Aber vielleicht aibst du dir ein klein bißchen Mühe... Ach, mir kann keiner helfen!" Das also ist's! denkt Annemarie. Der kleine frische Maxl und seine Geige! Oh Monika, ich hab's beinahe geahnt. Und was nun? Eigentlich nichts! Nichts kann man tun..„ 41. G. Kanken 8 Saumnhi, Als hätte Monika die Gebanren der Freunoin erraten, setzt sie ihre nächtliche Beichte fort: „Was kann ich tun? Nichts als warten. Warten auf ein gutes Schicksal. Freundlich konnte ich zu ihm sein, solange er mir fremd war. Nun kann ich das auch nicht mehr. Ich bin ja ein so dummes Gör, mir sieht es ja jeder gleich an der Nasenspitze an, was mit mir los ist. Da bleibt mir nichts übrig, als kratzbürstig zu sein. Du lieber Gott, gib ihm nur ein klein bißchen Menschenverstand, daß er recht schnell begreift. Ach, Annemarie, es ist entsetzlich mit uns Mädels! Da hockt man nun hier und darf nichts sagen, nichts zeigen, nichts tun... Sind wir nicht armselige Geschöpfe...“ „Vielleicht hast du recht, Kind!“ „Meinst du, ob ich in sechs Monaten Klavier spielen kann? Ach, laß uns nach Hause fahren, morgen schon, bitte, bitte! In aller Frühe weg von hier in unser ruhiges Leben, in unser stilles, friedliches Berlin „Aber Monika! Feige? Das ist ja die blasse Angst! Und morgen können wir doch nicht einfach abfahren. Ich hab' mich doch mit dem Doktor verabredet! Wir wollen ja hinaus, die andere Insel besehen! Glaub' mir, das ist für mich wichtiger, als du denkst! Soll ich dir einen guten Rat geben, Kind?" „ Geft 5ich anieh. „Leg dich auf die andere Seite, schlaf oich gründlich aus und laß dich morgen früh nach dem Morgenbad erst mal von der Sonne bescheinen. Da hat alles gleich ein anderes Gesicht.“ „Ist das dein ganzer Trost!“ „Im Augenblick... ja. Was soll ich dir dummes Zeug vorschwatzen?! Aber eins ist sicher: In der Morgenfrühe sieht alles heller aus!“ „Vielleicht hast du recht. Gute Nacht, Schäfchen!“ „Nacht, Monika!"— Still ist's in der Hütte. Noch ein Weilchen kreisen die Gedanken, umspringen den ereignisreichen Tag und verschwimmen mit den schönen Wunschbildern, die der Morgen in eine schönere Wirklichkeit verwandeln soll. Der Mond sieht durchs Fenster auf zwei junge Mädchen: Sie lächeln im Schlaf, und er, der gelassene Wanderer durch die Jahrtausende, wundert sich nicht. So träumten die jungen Menschenkinder vor Jahrtausenden, so träumten sie heute, so werden sie nach Jahrtausenden wieder träumen... die alte Weise von Sommer und Sonne, von Liebe und Glück. Und aus ihren Träumen erblüht der Baum der Menschheit auf's neue, trägt Früchte und wächst einer unbekannten Bestimmung entgegen, die nur einer kennt. Der aber schweigt. * Gegen sieben Uhr morgens ist Generaldirektor Dr. Thormeyer aus Hamburg zurückgekommen und schnurstracks ins Werk gefahren. Stephan, der Fahrer, gibt verstohlen bekannt, daß dicke Luft sei. Der Alte habe in Hamburg ein paar Depeschen gekriegt, die hätten eingeschlagen wie Bomben ins Wasser. Morgens um vier Uhr. Abfahrt, kaum Kaffee, ein Hundeleben wäre das. Wenn der Alte nicht immerhin ein anständiger Kerl wäre, der hinterher drei Tage Urlaub außer der Reihe gibt, weil er jetzt schnauzt wie ein Husarengeneral, na, dann... 9m ∆ Wirklich, es ist allerhand los in der Amag. Drei Beamten des Direktionsbüros treffen vier Minuten nach acht Uhr ein und müssen sich Schmeicheleien sagen lassen, die nicht von Pappe sind. „Wo ist denn Ohlsen? Noch nicht zurück? Ja, zum Teufel, hab' ich hier ein Reisebüro oder'ne Firma, die mit allerlei elektrischen Kram handeln will? Wo ist der Bericht? Hat sie angerufen? Jak Wer hat das Gespräch angenommen? Soll sofort hier antanzen! Los, los!“ Die Telephonistin, mit der Annemarie von Altdorf aus verhandelt hat, schiebt sich etwas blaß durch die gepolsterte Doppeltür. „Herr Generaldirektors „Los... halten Sie sich nicht bei Anreden auf!“ schmetterte er ihr entgegen.„Was hat Doktor Ohlsen telephoniert!„„.944 Havem Gemsralhbir.3 „Fräulein Doktor hat nur nach Herrn Generaldirektor gefragt. Als sie von mir hörte, daß Herr Generaldirektor noch nicht zurück sei, hat sie nichts weiter angegeben.“ Auch das noch!“„.. We Schwer poltert seine Hand auf den Schreibtisch. „Sie brauchen nicht blaß zu werden! Haben ja keine Schuld. Sagen Sie im Vorzimmer Bescheid, Korff von der Motorenabteilung soll kommen, aber ein bißchen husch!“ Erlöst schlüpft das Mädchen hinaus. Drinnen bleibt der Mann mit der Gewitterstimmung Rubelos schreitet er durch den hellen Raum. Am hohen Mittelfenster, da, wo man die größere Hälfte des Betriebes übersehen kann, hemmt er den Schritt. Da liegt das Werk, dieser Gigant, den er in Händen hält. Dahinten: Elektromotoren— viertausend Mann. Dann: Elektrischer Apparatebau— dreitausendsiebenhundert Menschen, die Montageabteilung für elektrische Anlagen— eintausendsechshundert Mann, rund siebenhundert davon auf Montage unterwegs, rechts vor ihm aber, er muß ein wenig zur Seite treten, om rierten Flüssigkeit zu tun hat. Jedenfalls dürfte ihnen die scharfe Grenze, die beide Wasserarten voneinander scheidet, kaum aufsallen,„..it ein Hähnerei biLäßt man in diese Flussigteit ein Hühneker hineingleiten, dann wird das Ei in der Glasmitte zunächst ein Weilchen unsicher auf= und abtauchen, um sich schließlich freischwebend in der Mitte des Glases, also dort, wo die beiden Flüssigkeiten sich scheiden, zu halten. Bei etwas Redegewandtheit und bei etwas technischem Aufwand läßt sich diese Vorführung mit allen möglichen Geheimnissen umkleiden, und eure Zuschauer, die von den beiden verschiedenen Flüssigkeiten nichts wissen, werden das Rätsel des schwebenden Hühnereis wohl kaum zu lösen vermögen. Oint, Jupp und die Bönle die Köpfe zerbrechen! Deine saure Geistesardeit in also immer noch nicht umsonst gewesen."“ dann Der Maikäser Ein jeder liebt die Frühlingszeit, und jeder liebt den Mai. Die Welt hüllt sich ins Blumenkleid. Die Vögel jubeln frei. Ihr zieht hinaus in die Natur voll Freude und voll Dank. Es hallt dann wider Wald und Flur vom frohen Maiensang. Da plötzlich kommt mit viel Gebrumm Ein Kribbel=, Krabbeltier. Setzt sich mit Schwung und mit Gesumm Ins grüne Laubrevier! Da sitzt es nun und lauscht und hört, und knabbert schrumm, schrumm, schrumm! Und wenn's in deinem Schlaf dich stört, dann gib mal nichts darum. Was wär schon ohne es der Mai? Ihr wißt es, das ist wahr, Denn ist er einmal nicht dabei, klagt ihr das ganze Jahr... Abends, wenn ich vom Spielen heimkomme, dann ist es immer noch ein gutes Stündchen bis zum Essen, weil der Vater über Land arbeitet und einen weiten Weg mit dem Fahrrad bewältigen muß. Darum recke und strecke ich mich noch ein Weilchen auf dem Ruhebett, das im Zimmer gleich beim Fenster aufgestellt ist. Da strömt die wohlige, frische Luft von den Frühlingsbeeten herein, und es ist schon recht, wenn man die müdgetollten Knochen ein wenig ausruhen darf. Doch jeden Abend ist das so: kaum habe ich mich richtig langgestreckt, da bricht in dem großen Käfig, der in unserem Zimmer hängt, ein Höllenlärm los. Die zahme Lachtaube, ein Tauber, dem wir den Namen „Jupp“ gegeben haben, rennt von einer Käfigecke in die andere und gibt sich nicht eher zufrieden, bis ich ihn aus dem Bauer heraushole und an meiner Faulenzerwonne auf dem Ruhebett teilnehmen lasse. Das ist die Lachtaube seit Jahren von meinem Vater so gewöhnt, und sie läßt sich nun nichts mehr anderes einreden. Dann kuschelt sie sich in meinen Arm und ruckelt so selig, daß man es kaum beschreiben kann. Aber auch unser Fiffi, der Rehpinscher, behauptet sein altes Anrecht auf dieses schönste Stündchen des Tages. Mit einem forschen Satz springt er zu uns herauf und macht es sich zu meinen Füßen gemütlich. Aber wehe, wenn ich es jetzt noch wage, die Beine unruhig zu bewegen. Dann wirft Fiffi böse Augen und knurrt ununterbrochen. Fiffis Ueberheblichkeit währt aber nicht lange, denn bald darauf hat sich auch unsere Dohle eingefunden. Ist sie erst einmal dabei, sich auf meinen Beinen ein geeignetes Plätzchen auszusuchen, dann wird Fiffi wie im Handumdrehen so fromm wie ein Lämmchen. Die Dohle ist nämlich ein ganz dreister Bursche; der Kerl hat unserem Fiffi schon manchmal übel zugesetzt. Wenn er auf Helmut Gallwitz: Vielen Dank für Deine Einsendung Das Gedicht werde ich bald verwerten. Ebenso das Ratiol Leider haben wir gerade kürzlich eine Fußballgeschichte wis auch Du sie geschrieben hast, schon in unserer Jugendseit, gehabt. Hast Du nicht noch eine andere Geschichte Lager? auf Ursula Kluge: Das ist eine ganz prächtige Geschicht, Etwas muß ich sie schon kürzen, sonst ist sie für unseren kleinen Raum zu umsangreich. Das Bild paßt sein damn aus. Deshalb traut sich Fiffi auch nie, sich zur Wehr Im ubrigigtsgeß doch nett von Dirz,.eggk, 3/ ger., Proetz. zu setzen, wenn die Tohre ihm den Hunderuchen vor streit,„gbesheggerpangnt Mit Sitsgogpergug Paten, Freunber 9 des Oto Soattezggno werde„ich wool auch galv vem gedein uugen wegrtiehtt..41— Km.12 ihm hat beimnisvouen„Deg“ auf die Spur kommen. Warte nur ab. den Fiffi eine Wut kriegt, dann zwickt er ihn jedesmal *... Stuammelschwanz und Fiffi nimmt dann mächtig in ven Srummetschwung, und Feise nimmt dann winselnd und wehklagend wie ein begossener Pudel Reißaus. Deshalb traut sich Fiffi auch nie, sich zur Wehr Da ist Jupp ein ganz anderer Kerl. Auch iym har die Dohle schon manchen Schabernack zu spielen versucht. Am liebsten würde sie der Lachtaube alle Federn ausrupfen. Da kommt sie aber schlecht an, denn Jupp haut immer so tapfer um sich, daß der schwarze, freche Bursche es längst aufgegeben hat, sich noch einmal mit Jupp zu messen. Aber, wie es auch sei, ich habe die drei alle gleich lieb, ich habe keine zutraulicheren Kameraden als Fiffi, Jupp und die Dohle... 61. 8. Und wenn ein Weilchen spater die Tür aufgeht und der Vater heimkommt, dann fliegt Fiffi wie ein Sturmwind auf und stimmt ein Freudengeheul an. Und schwerfällig hüpfen die Dohle und die Lachtaube hinterher. Alle sagen dem Vater einen fröhlichen„Guten Abend!“ H. Thielen Eln wenko eische Silbenrätsel Aus den nachstehenden 21 Silben sind neun Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach gelesen der Namen eines Vogels ergeben. unten gelesen, den Numen eines Bogels ergeven. Die Silben lauten: Jugendfreund-Briefkasten bicht— de— de— eng— en— 10— gel gen— ha— 1— land— le— mar— ot— pa por— ree— rel— r0— to— wei Waum: Josef Engel: Ich danke bestens für Dein freundliches Brieschen. Wie Du Dich aus der Veröffentlichung Deiner Zeichnung heute sicher schon überzeugt hast, hat die umgekehrte Verwandlung dem künstlerischen Eindruck Deiner Bilder keinen Abbruch getan. Und der jetzige Weg vom Kamel zur Lokomotive ist geradezu ein Beispiel für das Tempo unseres technischen Fortschritts. Lisette Kranke. Für Dein nettes Rätsel vielen Dank. Marianne Reiermann. Liebe Marianne! Ich habe mir folgendes überlegt: Dein Kreuzwort=Rätsel ist für unsere— Jugendecke doch etwas zu schwer. Wir werden es darum Erdteil: zu Pfingsten in der großen Rätselseite des.B..“ veröffentlichen. Warum sollen sich die Erwachsenen nicht mal Die Wörter haben folgende Bedeutung: Stacheldder Werner. Wasse: Der geistesgegenwärtige Jeuclitz Seydlitz, der bekannte Reitergeneral Friedrichs des Großen, war schon als Kornett mit seinem Pferd wie verwachsen. Er äußerte einmal als Adjutant des Königs, daß jeder Reiter ein Feigling sei, der sich mit seinem Pferd gefangennehmen ließe. Friedrich der Große hörte das kecke Wort etwas skeptisch an und nahm sich vor, dem jungen Kornett gelegentlich eine Lehre zu erteilen. Als der König einmal die Festung Glogau besichtigte, befand sich Kornett Seydlitz wieder in seiner nächsten Umgebung. Friedrich ritt mit seinem gesamten Stabe über die Oderbrücke. Mitten auf der Brücke machte er plötzlich halt, ließ auf beiden Seiten die Tore schließen und sagte zu dem Kornett:„Seydlitz, Er ist mein Gefangener!" Dieser stutzte und richtete sich im Sattel auf.„Noch nicht!“ rief er, gab dem Pferd die Sporen und sprang mit mächtigem Satz über das Geländer der Brücke in die Oder. Der Sprung gelang. Roß und Reiter erreichten wohlbehalten das Ufer. Der König war verblüfft über diese Tollkühnheit und ernannte Seydlitz sofort zum Rittmeister. Ein Lokomotivführer in Nöten Der Lokomotivführer soll den Lastzug so rangieren, daß die Wagen in der Reihenfolge ihrer Nummern hinter der Lokomotive stehen und der ganze fertige Zug auf dem Abfahrtsgleis e steht. Wie macht er das? Europäische Insel: Wogel: männischer Norname: Küchenyslange: Manfred Brun, 12 Jahre. Besuchskartenrätsel Welchen Beruf hat Erich? Ursula Reiermann, 13 Jahre Auflösungen aus der vorigen Nummer Silbenrätsel: Engek., Reigen, Wagig, Faiße, Taumnt. Rotar, Faiße, Faumt, Kartoffel, Ursula, Zober, Ortan, Radio, Ruver, uraber: Zwei Verwandlungsrätsel: Korb, Kerb, Kerl, Kell, Sel — Hund, Hand, Hans, Haus, Maus. richtig sehen zu können— zwei neue Hallen. Die Fenster noch hell und die Mauersteine noch in blankem Rot, das jüngste Kind des Werkes, Benzin=Motoren, rund viertausendfünfhundert Menschen. Das jüngste Kind, das Sorgenkind. Wie glänzend hat die Sache angefangen! Das etwas nachlassende Elektrogeschäft fand in dem neuen Betriebszweig einen ausgezeichneten Ausgleich. Aber das allein ist's nicht, woran Thormeyer in dieser Stunde denkt. Gott, ob die„unsichtbare Meute“ — wie er die Aktionäre immer in unumschränkter Verachtung zu nennen pflegt— ein Prozent Dividende mehr oder weniger erhält... was macht das ihm aus! Für ihn persönlich hat Geld nur insoweit einen Wert, als man damit neue Hallen bauen, neue Maschinen herstellen, neue Menschenmassen zur Arbeit führen kann. Geld als Macht?... Gott, das ist ihm so gleichgültig! Seine Macht: Das ist sein Verstand, seine Arbeitskraft, sein tierhafter Instinkt für neue Ausbaumöglichkeiten und für ein Geschäft. Damit hat er's vom ElektroDipl.=Ing. zum Generaldirektor gebracht! Halle 7 und 8! Seine Sorgenkinder! Wird es ihm gelingen, viertausend Menschen den Arbeitsplatz zu erhalten? Alles hängt jetzt davon ab, daß der neue Motor hält, was er verspricht. Und daß er fertig Herrgott, wo bleibt denn dieser Korff?!... Der Mann ist ihm zwar sehr empfohlen, einer der größten Aktionäre ist sein Beschützer und behauptet, daß er ein Neisterkonstrukteur sei. Aber Thormeyer hat eine lomische Nase: Sie sagt ihm beim ersten Zusammentreffen, was mit einem Menschen los ist. Korff geht für sein Gefühl zu langsam, redet zu große Töne und tberhaupt... na, aber Antipathie hat in der Arbeit leinen Platz. Schließlich ist der Mann sein Chefkontrukteur für die Benzinmotoren. Er muß sich auf ihn verlassen, von Benzinmotoren versteht Stephan, sein Fahrer, mehr als der Herr Generaldirektor. „Herr Doktor Korff!“ „Soll'reinkommen!" Mein Gott, wie sieht der Mann aus! denkt Thormeyer unwillkürlich, als Korff eintritt. Wie aus dem Ei gepellt! Dabei soll er Motoren bauen. Und blaß! Wer weiß, wo er seine Nächte verbringt... Er begrüßt ihn kurz, aber höflich. „Bitte, nehmen Sie Platz, Korff. Die Sache dauert etwas länger. Also, wie weit sind Sie mit Ihrem Motor? Wann läuft er auf dem Prüfstand?“ Korff setzt sich behutsam, zieht die scharfe Bügelkalte seiner Beinkleider zurecht und räuspert sich umständlich. Er weiß, daß er wichtig ist. „Verehrter Herr Generaldirektor“, beginnt er,„als wir damals den Plan faßten...“ Aergerlich unterbricht ihn Thormeyer: „Menschenskind, ich sitze auf Kohlen, und Sie wollen mir den Werdegang meiner Betriebe schildern! Ist der Motor fertig oder nicht? Sagen Sie ja oder nein!“ Nein, nicht ganz!“.„. Ee 112ch; hanme.“ Korff ist peinlich beruyrt. So gerabe heraus läßt er sich nicht gern fragen. Aber Thormeyer ist auch nicht in der Stimmung, höfliche Unterhaltung zu betreiben. „Ja, was soll denn das heißen? Ich erwarte von Ihnen Ergebnisse. und Sie sagen ganz kalt„Nein!“ Korff, wissen Sie, was auf dem Spiel für uns teht? Wissen Sie, welche Auswirkungen ich von Ihrem Notor erwarte? Ich muß die Konkurrenz in der Lschechei an die Wand drücken! Wir haben für den Vinter Lieferungsmöglichkeiten, die den ganzen Berieb, Ihren Betrieb, Herr Korff, über Wasser halten. Fäden laufen nach Uebersee wie auch ans Mittelmeer. Jetzt peitscht mich in Hamburg eine Nachricht unsres Balkankorrespondenten auf, daß die Tschechen uns scheinbar um eine Nasenlänge voraus sind. Herr Korff, die Tschechen haben ihren neuen Motor fast fertig! Ein Motor, der angeblich gut fünfzehn Prozent weniger Benzin schluckt, als der zur Zeit übliche Durchschnitt. Der Mann, der mir das berichtet, ist durchaus zuverlässig. Ich verstehe von Explosionsmotoren nicht so viel wie Sie, bin bloß ein Strippenzieher. Aber das begreift ein Blinder mit dem Krückstock, daß wir unsere Bude hier schließen können, wenn wir nichts Ebenbürtiges.. nein! Besseres auf den Markt werfen. Von den viertausend Leuten in den Hallen da drüben können zum Herbst fünfzehnhundert ihre Papiere holen, wenn wir der Konkurrenz nicht zuvorkommen! Wissen Sie, was das bedeutet für die Leute? Arbeitslos?“ Korff zuckt die Achseln. „Das wäre bedauerlich. Gott... aber schließlich ist ja der Bestand der Amag nicht von fünfzehnhundert Arbeitern abhängig!“ „Aber die fünfzehnhundert sind es von uns!“ Wütend wirft Thormeyer ihm die Antwort ins Gesicht. Dieser lackierte Affe! Für ihn ist das ein Achselzucken, für die da unten aber... „Haben Sie Kinder, Herr Korff?“ Erstaunt sieht der so Gefragte seinen Chef an. Kinder? Wie kommt der Alte darauf? „Nein. Ich bin unverheiratet“, gibt er befremdet und ein wenig hochmütig zur Antwort. „Also, dann halten Sie gefälligst solche Randbemerkungen, wie vorhin, für sich, verehrter Herr. Wozu ist denn diese Kiste hier eigentlich da?“ Thormeyer fährt mit den Armen in der Luft herum. „He? Glauben Sie etwa bloß für die dämlichen Maschinen? Welcher Idiot von Handwerker oder Fabrikant kauft denn einen Motor von uns, wenn er seinen Betrieb stillegen will? Welcher Arbeiter kann sich denn sein Stahlroß mit'ner elektrischen Beleuchtung für neun Mark verzieren, wenn er keine Arbeit hat? „Lieber Herr, ich will Ihnen mal ein großes Geheimnis verraten! Was glauben Sie wohl, was ich hier oben bin? Na, was meinen Sie wohl? Sie werden es nicht glauben, Korff: Treuhänder bin ich! Nichts weiter.“.,„ gf4., Korff lächett. Der Alte wirkt leicht komisch. „Sicher, Herr Generaldirektor. Das ist doch ganz selbstverständlich. Treuhänder der Aktionäre der Amag.“ „Nein“, brüllt Thormeyer.„Für die da unten!! Daß die alle zu essen haben, die da und ihre Frauen und Kinder! Ob ich zu Mittag esse, ist mir egal! Ob's Gans gibt oder Kartoffelsuppe erst recht. Ich frage den Dreck danach. Aber die da unten haben Kinder, werter Herr, und wenn die hungern müssen, dann bin ich dran schuld. Jawohl, ich und kein andrer. Dann hab' ich meine Pflicht nicht getan. Ich nicht. aber Sie auch nicht. Und das will ich verhindern. Unter alen Umständen!“.,.3, Ehgrme. K 158 Mit großen Schritten stalt Tgormeyer durchs Zimmer. Nun hab' ich mich doch wieder aufgepumpt, denkt er, aber diesem sauberen geschniegelten Herrn kann's nicht schaden!... ic4 mi. ein Wfiele Fahn „Für mich schufte ich hier nicht wie ein Assel fahrt er fort.„Du lieber Gott! Wissen Sie, was ich persönlich pro Tag brauche? Rund dreifünfzig einschließlich ein hiesiges Helles abends bei Aschinger. Ich könnte in meinem Alter längst bei meiner Schwester in Blankenese sitzen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Aber ich bin verantwortlich für meine Arbeiter. Und solange keiner da ist, der das besser macht, bleibe ich eben da. So. Und nun mal los! Zeigen Sie mir an Ort und Stelle, was bis jetzt geschehen ist.“ Thormeyer läuft vorneweg. Herrgott!... Dieser Korff macht ihn wütend durch seinen bloßen Anblick. Er kann das spöttische Gesicht dieses Menschen nicht ohne Not ertragen. Er läuft voraus, nur um nicht mehr reden zu müssen oder ihn reden zu hören. Er läuft spornstreichs über den Werkhof, kümmert sich nicht um die Warnsignale der elektrischen Transportbahn, sieht nicht die Grüße der Angestellten, die ihm verdutzt nachsehen, die Arbeiter kennen ihn gar nicht, er läuft geradewegs auf Halle 7 zu. Der tobende Lärm der Maschinen umfängt ihn. Die Transmissionen schwirren. Gigantische Maschinen arbeiten da, die Zylinder bohren, Zahnräder fertigen, die aus unförmigen Gußstücken sinnvolle Motorenteile in Sekunden herstellen. Das alles durchläuft er eilends, Korff immer hinter ihm her. Hier nimmt niemand weiter von ihm Kenntnis. Der unerbittliche, gleichmäßige Lauf des Transportbandes zwingt Auge und Hand des Arbeiters zu gespanntester Aufmerksamkeit. Jedes Aufsehen kann ein Werkstück verderben, jedes verdorbene Werkstück ist ein Teil des Lohnes. Der Betrieb ist hart und unerbittlich. Die Konstruktionsbüros und die Prüfstände liegen am Nordende von Halle 8. Thormeyer muß also durch beide Hallen. Es entgeht ihm dabei nicht, daß besonders in Halle 8 nur ein Teil der Maschinen arbeitet, nur ein Teil der Arbeitsplätze besetzt ist. Er weiß es zwar schon aus den statistischen Angaben, aber wie er's nun in Wirklichkeit sieht, gibt's ihm doch wieder einen „Wieviel Mann können da noch eingesetzt werden?“ „Rund vierhundert.,„...6 31 Die Tür zum Konstruttionsbüro ist diar gepolstert und läßt den Lärm der Hallen nicht hinein. An hohen Pulten, riesigen übertragbaren Reißbrettern arbeiten die Techniker und Zeichner. Zwei Pulte stehen leer. „Morgen, meine Herren! Bitte, keine Unterbrechung.“. gitt 7..— SH mi„ 9 Die weißen Kittel wenden sich wieder ihren Zeichrungen 8u.„„,.— M. ten 6. „Wer fehlt da an den beiden Pulten, Herr Korff?“ „Dort am Fenster... Dr. Ohlendorff, augenblicklich in Urlaub. Der andere Platz ist frei.“ „Frei? Ich denke hier war's zu enge? Sie haben doch mitgeteilt, für Sie wäre kein Platz mehr, Sie müßten ein eigenes Büro haben?" „Herr Hambacher, der hier arbeitete, ist tot.“ Da dreht sich der kleine Welten um, der neben Hambachers leerem Platz steht, und meint: Er hat sich das Leben genommen, nachdem ihn Herr Korff entlassen hatte. Hambacher war der Fähigste von uns, Herr Generaldirektor.“ „Danke.— Sie heißen?“ Welten.„.. Stumds in mein Bürg Gatzt „Kommen Sie in einer Stunde in mein Buro. Jehl bitte Ihre Ausführungen, Herr Dr. Korff!“ Korff geht voran in sein Büro, das angebaut an Halle 8, einen sehr gemütlichen Plauderraum und ein Arbeitszimmer umfaßt.,„ akacher entfast, „Warum haben Sie den Hambacher entlassen?“ fragt Thormeyer ohne Umschweife. „Er hatte Pläne in seinem Schrank, die in den Tresor gehörten.“.,.ce, Srägstg 6ch. „Kann er nicht an einer Sache gearbeiter haben, die er erst spruchreif haben wollte, ehe er sie bekanntgab?— Na... aber das ist ja nicht so wichtig! Jetzt kommen Sie erst mal zu Worte. Also, was ist fertig?“ „Der Motor bis auf den Vergaser. Meine Konstruktion— ich darf mir schmeicheln, daß sie epochemachend lein wird— geht von einem neuen Prinzip der Vergasung aus. Wollen Sie bitte die Zeichnung hier einsehen? Dieses Prinzip gestattet nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis restlose Ausnutzung der im Brennstoff enthaltenen Energie. Ich habe also einen Motor normalen Hubraumes— es sind zwei Liter, Herr Generaldirektor— konstruiert, der imstande ist, jede Konkurrenz seiner Klasse bedingungslos zu schlagen. Das elektrolytisch veredelte Leichtmetall unserer Tochterwerke in Rheinhausen ist ein vorzüglicher Baustoff. Der Motor wird zunächst für Probefahrten in ein Rennboot eingebaut werden. Gleichzeitig ist die Ausführung für den internationalen Preis auf den Nürburg=Ring in Auftrag gegeben.“ „Und die Motoren sind fertig?“ „Jawohl. Nur der Vergaser bereitet mir in seinen letzten Verfeinerungen noch Schwierigkeiten. Auch an der Zündanlage ist noch einiges verbesserungsbedürftig. Die Zusammenhänge dürften auch Ihnen als Nichtfachmann, Herr Generaldirektor, geläufig sein.“ Thormeyer schweigt. Was der Mann sagt, klingt aufrichtig. Er erkennt die Schwierigkeiten, er übersieht die erzielten Ergebnisse nicht. Korff kann etwas. Er gewinnt entschieden, wenn er von seiner Arbeit spricht. Vielleicht hat er ihm ein wenig unrecht getan. soll sich doch in der Arbeit nicht von seinen Neigungen oder Abneigungen beeinflussen lassen. „Korff, Sie wissen ja nun, was von diesen Dingen abhängt. Ich möchte Ihnen alle Unterstützung zuteil werden lassen, die ich Ihnen geben kann. Sie sollen nicht sagen können, die Amag lasse ihren Leuten keinen Spielraum. Hören Sie! Ohlsen... Sie kennen doch Fräulein Dr. Ohlsen?“ „Wer von Ihren engeren Mitarbeitern kennt diese tüchtige junge Dame nicht?“ „Na ja, also Ohlsen ist auf der Insel von der Sie mir erzählt haben. Ich hab' ihr gesagt, sie kann ruhig fünf, sechs Tage bleiben. Die sieht sich die Sache an, die Perlenau oder wie das Eiland heißt!“ „Falkenau... eine kleine Insel inmitten der märkischen Seen in der Nähe des Flecken Altdorf.“ „Gut, gut. Also so lange können wir natürlich setzt nicht mehr warten, die Konkurrenz sitzt uns ja Fersen. Fahren Sie morgen früh los. Irgendein Motorboot wird ja noch aufzutreiben sein. „Ich besitze ein eigenes, Herr Generaldirettor. „Na, sehen Sie! Wie ihr das bloß alle macht?! Ich müßte mir eins pumpen... Also, fahren Sie letzter Rundblick über's Gelände, mittag können Sie zurück sein und die Maße für die notwendigen provisorischen Bauten schon in der Tasche haben. Den Kauf können Sie auch persekt machen, wenn Stp.ezu, ge Ohlsen einig sind. Sie ist gewissermaßen meine treterin. Die macht schon die Augen auf. Ich unte: schreibe dann bloß den Notariatsakt. Sie haben fre Hand. Heute nachmittag fahr ich nach Prag runter, der Konkurrenz selber ein wenig auf den Zahn zu fine len. Kabeln Sie morgen gegen Abend nach Prag, „Splendid“, ob alles geklappt hat. Uebermorgen bin ich wieder hier, das wollen Sie vor allem Dr. Ohlsen bestellen. Dann soll sie wieder antreten. Fehlt mir wie'n Stück Brot, das Frauenzimmer. Wie lang“ brauchen Sie, bis die erste Probefahrt gemacht werk „Mit dem Rennhgot vierzehn Tage... der braucht vier Wochen.“ „Wann ist das Nürburg=Rennen?“ Ende Augus.“ Worisezung bigh Lrosessor gei cuc Prof. Peter R kulturtagung in Köl sik— Volksmi Präsident der Reich von der grundsätzlic Leutschland, Davei wir Deutschen Gr unserer Kzutzr o Volk der Erve sein unserer besten GProf. Raabe ver kammer. Wörtl wirklich kennt, jede dieses einfache Be Sinsoniekonzerten ben und Auffüyrur eine innige Verbu seiner Kunst bestel segensreichsten Fo Meisterwerk so kei Kunst so ein wie Proben immer Schwierigkeiten ke welche Fulle von Opferbereitschaft1 Tausenden deutsch tungsarbeit geleist und Anerkennung. Sänger und nicht so eine nichts Reichsmusikramme Kraft anwenden deutsche Kunstgeso Deutsche Li# Es ist noch w erer großen Ozeo und durch Vor Fahrgäste,s nen Konzerten d und in ihnen den rufen und vertief dieser Art ist der einen guten Nan nieren, die für leisten. Unlängs Westfalen untert schaftskundgebun den Dortmunder besondere Kämpf In einer Anspr tende Gauführer dutung des Ve De. med. Ni Die chenartig Kranke und mei druck m Ein a zeitig dete dern schon engste ist und der 7 dam asendung. ealbe e Geschichte. unseren ein dazu. „Protest u. Freundem genur abt un Wörben nach n. Neln. Jahre nmer Taunns, I, Araber: Keil, Seil einretisch, der im einen Liter, de ist, schlainserer Bauten in ist die dem in seinen Auch an sbedürftig. Nichtfachsen Dingen sung zuteil Sie sollen uten keinen kennen doch kennt diese on der Sie kann ruhig Sache an, 8 IET der Wagen folgt) Losesor Raabe über die deutschen Männerchöre: „Jartäfse die deutsellen Gänger mien schlenten strach anläßlich einer Gau= kommende Begrüßungsworte an ihn. Die Leistungen Lsiln Wber bas Thena Voli— Au= unter den Achlganz Phoezen fnust Lichen. Besel der der and ährichen Vobenung de Obopohung, u Vontake dad dauscher Bicdes B. der. Kerue= eiter segensreich wirken mögen, begleite die wackeren Sänger Shüringer Jänger in Bochum Aus dem Jängerleben ahren hohen viele Sänger des Geschäftsstelle des Sängerkreises. Der der grurZahzel san er zu deir Feahelase., Wer Kultur so stolz zu sein, wie es kein anderes auf ihren Fahrten über das Weltmeer. ondringer Gangesiosi Kabe veribrach den Chorerznuen den Schut, Schon, eit langen Beggg Feirnzschaftsche Feise. Förderung der Reigsmuti), mew.„Liederfgeue., lcgaetäigen Vet. Börtlich sagte er:„Jeder, der das Volk hungen zu einigen Thuringer Gesangvereinen unterpirlich kennt, seder, der aus seiner Erfahggßger auß halten. Insbesondere waren es, Die, Gelenggereine aus s eionzerten und vor alem in Gesangpereinspro= M ühlhaussen, Hoksmarin Thüringen. WiederSu 9 Fführungen, der weiß, daß hier seit langem holt weilte der MGV.„Liederfreund=Heimatliebe“ im eine ianige Verbundenheit des Volkes mit allen Arten grünen Herzen Deutschlands zu Gast bei den Thüringer einer Kunst besteht und daß diese Verbindung die Sängern, erstmalig im Jahre 1923, in der Ruhrbevsreichsten Folgen gehabt hat. Wer lernt ein setzung, waren die Bochumer Sänger in Thüringen serwperkt so kennen wer dringt in den Geist der zu Gast. Ueberal purden sie von den Behösrden ver wie der der in wochen, in monatelangen Städte herzlichst empfangen. g1, tum 8. immer wieder dieses Werk mitsingt, seine Nunmehr soll als Beweis dieser treuen SangesSchwierigkeiten kennen und überwinden lernt! Und freundschaft der Gegenbesuch der Gothaer Chorvereiniwelche Fülle von echt deutscher Tüchtigkeit, von Hingabe, Opserbereitschaft und Entsagung wird von den vielen Tausenden deutscher Chormitglieder in der Vorbereieinte nicht schelten und sich erläte, daß. die Reichsmusikkammer alle ihr zur Verfügung stehende Kraft anwenden wird um den Angriffen gegen die deutsche Kunstgesangspflege zu begegnen.“ gung stattfinden. In einer Stärke von 32 Sängern treffen die Gothaer Sangesbrüder am Samstag, dem 30. Mai 1936, nachmittags.04 Uhr, auf dem Hauptbahnhof in Bochum ein, wo sie von den Mitgliedern des MGV.„Liederfreund=Heimatliebe“ sowie deren Freunden und Gönnern in Empfang genommen und begrüßt werden. Am ersten Feiertag ist morgens die Besichtigung aller Sehenswürdigkeiten der Stadt geplant. Abends findet im Vereinsheim im Beisein des Sängerkreisführers Knoop und des Sängergruppenführers der Gruppe 1. Kröger, sowie einigen Vorständen befreundeter Vereine ein großer Festkommers statt. Mögen sich unserer Vaterstadt recht wohlfühlen. statt. Mögen sich die Gothaer Sänger in Geschäftsstelle des Sängerkreises, Der Sängerkreisführer hat für den Sängerkreis Bochum eine Geschäftsstelle eingerichtet, die vom Sangesbruder Kamperdick geführt wird. Sämtliche, den Sängerkreis betreffenden Schriftstücke sind nunmehrrn,., Fhostun, Augusta=Viktoria=Allee 32, zur weiteren Bearbeitung s..: u. Sumahe Wertungssingen. Infolge Erggugzugggestimmin, gen zu den Richtlinien des Wertungssingens mußte eine Verlegung der bisherigen Termine eintreten. Das 1. Wertungssingen des Kreises findet unter Teilnahme von 13 Vereinen am 11. Oktober im Schütze hof statt, das 2. Wertungssingen unter Teilnahme border der„Wehhlrenge“““ sfrist sind in allen Gauen des Deutschen Maße erfüllt worden: Wertungssingen sindet überall Anklgan von 12 Vereinen am 15. November in Hate tingen. Zum Liedertag. Zum diesjährigen Deutschen dertag am 28. Juni hat die Gruppe 1 des Kreises bereits festgelegt, auf welchen Plätzen die einzelnen Vereine ihre Lieder vortragen sollen. Nach Erledigung des Platzsingens marschieren die einzelnen Abteilungen zum Stadtpark, woselbst ein Massensingen den Tag beschließt. Gruppe 2 hat sich diesen Anregungen angeschlossen, so daß der Liedertag in der Altstadt bereits in würdiger Vorbereitung ist. Zur eindringlichen Beachtung. Die„Stagma“ hat eine Anzahl Vereine, die versäumten, ihre Vortragsfolgen in der angeordneten Stückzahl dem Sängerkreis einzusenden, mit einer Geldstrafe von 10.— R M. belegt. Nach dem abgeschlossenen Vertrag ist die„Stagma“ dazu berechtigt. Jeder Verein wird durch die Bundesführung zur strengen Innehaltung der Anordnung aufgefordert. Konzertveranstaltungen. Die Anmeldung von Konzerten und sonstigen Veranstaltungen muß unter Beifügung des lückenlosen Programms mindestens sechs Wochen vor Ausführung von jetzt ab der Geschäftsstelle eingereicht werden, nicht, wie bisher, dem Kreischormeister. Dirigentenwechsel in den Vereinen. Die Reichsmusikkammer will in Zukunft die Gründe eines Dirigentenwechsels einer genauen Prüfung unterziehen. Sie wird in den Fällen, wo keine stichhaltigen Gründe vorliegen, die Anerkennung eines Nachfolgers verweigern. Deutsche Liedpflege auf einem Dampfer Es.u/Z, eaggig, beiu, Gesangpereine gebilbet haben Seit Jahresfrig, nno in allen Gauen des Deutschen Sängerbundes die Vereine an der Arbeit, die nach den Richtlinien des DSB. aufgestellten Wertungssingen, die anstelle der von der RMK. verbotenen Wettstreite getreten sind, durchzuführen. Wie das Amtsblatt des DSB. mitteilt, liegen bereits viele sehr günstige Ergebnisse vor, die zeigen, daß die neue WerEs ist naech wenig hekannt, daß die Besatzungen un- Lungssingeordnung sich in der Praxis bewährt. ter eroben deonduu heutischer Zieder vicht nur die Ein Kreis des DSB.(Siegkreis im Gau ud te ortrog guch in Amerika f, eiger land) hat die Ergebnisse der letzagrigen We Maße erfunt worven: Zusammenschluß aller iger einer Gruppe zu einer gemeinsamen Veranstaltung gemeinsamer Propagandaaufmarsch„zum Wertungssingen, Gemeinschaftsgesang, Herausstellung chorischer Leistungen, vorbildliche Sängerkameradschaft, Einigkeit und Chordisziplin.“. An anderer Stelle heißt es:„Unser Gesangvereinsleben vor der Machtübernahme zeigte unverkennbare Entartungserscheinungen auf dem Gebiers, Jgr.,rgg. (Steotzeis im Gou Abeiz, sitipegen Wetstmochten is eron Seängern Lust und Liebe dg. ianden auch in“, Usta in eiger land) het die Ergchuite, der beo/aze Ha, von Shre Aur=Gesanz zil ethallenl Siad desh bise.„Potal. Gaeieh be dur Ophigen, euschen egach, sesazscher Ghesan Klefisc vie einem Gieat= Betstette, de muit wasgz Zuegsecte er die Frage nag den bzsthrere vesaht Hiese Frage mit steht die segensreiche Einrichtung der heutigen Werhautung des Vereins hervor und richtete von Herzen will... Auch hier sind die Anforderungen in höchstem tungssingen verfolgten Zielen erreicht ist. TcsaJeiesSteh 135jähriges Bestehen. Der älteste deutsche Männergesangverein feierte sein 135jähriges Bestehen. Es ist der„Meigener Männergesangverein“ bei Solingen, der im Jahre 1801 gegründet wurde, demnach älter ist als die„Berliner Liedertafel". Beethovenpreis. Der staatliche Beethovenpreis ist dem Komponisten Dr. h. c. Siegmund von Haussegger in München verliehen worden. Reichstagung. Der Reichsverband der gemischten Chöre Deutschlands veranstaltet im Juli in Augsburg ein großes Reichstreffen. Die Tagung wird ein machtvolles Bekenntnis zum deutschen Lied und zur deutschen Kunst werden. Beruf mit guten Aussichten. Der Leiter der Fachgruppe„Chorsänger“ in der Reichstheaterkammer weist darauf hin, daß in diesem Beruf ein großer Mangel an Nachwuchs besteht. Stimmbegabten jungen Menschen ist hier Gelegenheit geboten, nach verhältnismäßig kurzem Studium eine sichere und gut bezahlte Ansellung als Ehorsänger dr Reischefu gschaft Bühne, teilt die Fachgruppe 4 der Berlin W 62, Keithstraße 11. Franz=Liszt=Fest. Anläßlich des 125. Geburtstages und des 50. Todestages Franz Liszts, der am 31. Juli 1886 in Bayreuth gestorben ist, wird die Wagner=Stadt vom 21. bis 23. Oktober ein FranzLiszt=Fest veranstalten. De. med. Niederland: Hoher Blutdruck— Adernverkalkung Der Schutz vor Kreislaufstörungen und Herzseklag a Sm Graum töglich geschätzt wir Die Arterienverkalkung nimmt einen geradezu seuchenartigen Charakter an und erscheint immer häufiger als Todesursache. Die Gefahr liegt darin, daß der Kranke von Beschwerden zuerst überhaupt nichts merkt und meist erst zu spät erkennt, was los ist:„Der Blutdruck muß herunter!" Aber wie? Ein Arzt will dich die Mittel anwenden lehren Im Falkenverlag in Berlin=Schildow ist ein Buch von Dr. Niederland erschienen, in welchem volkstümlich verständlich klar gelegt wird, wie man planmäßig und rechtzeitig dem Schlaganfall vorbeugt und wie der Gefährdete und Erkrankte sich perhalten soll. Er zeigt dir die natürlichen Verhütungs= und Heilmittel auf. Nicht Chemikalien bringen hier auf die Dauer Heilung, sondern eine Beeinflussung des Körpers, wie sie zum Teil schon der große Volksarzt Prießnitz gelehrt hat. Hoher Blutdruck und Arterienverkaltung stehen in engster Beziehung zueinander. Sie entwickeln sich beide hauptsächlich auf der Basis fortgesetzter chronischer Stoffwechselschäden durch falsche Ernährung, Alkoholin Gramm täglich geschatzt, wir verbrauchen aber Deutschland täglich das Vier= bis Sechsfache, Wessen Gaumen einer kochsalzarmen Kost widersteht, der kann sich mit Diätsalzen helfen, so daß sich heute in jedem Haushalt eine salzarme Kost ermöglichen läßt, besonders wenn man zur Geschmacksverbesserung Küchenkräuter wieder mehr heranzieht. v. Matatimme und u. Abhärtung und sportliche Betätigung sind ein weiteres Mittel zur Verhütung der Adernverkalkung. Besonders auch das Wandern sei empfohlen mit einer vernünftigen Atemgymnastik im Freien verbunden. Man kann sich seine Gesundheit erarbeiten, sein Herz und seine Organe langsam wieder hart und widerstandsfähig machen. Wie das im einzelnen zu machen ist, dafür gibt das obengenannte Buch für Gesunde und Kranke aus der Praxis überzeugende Ratschläge und ist in seiner einfachen Sprache wirklich zur Aufklärung und Anleitung hervorragend geeignet. Der„mordende“ Sehaum Herz abfließen!) das rechte Herz ist Sie sehr Veischtet, Opeoutonsonphgh, zi den die Bungen kund vilaiz, Hhsler, Geihdes Eindringen von Lust in das Gefäßstoten. Do der zu wenig Blut auswersen kann), ebensg, Ind die ArVenen, besonders in den größeren berznohen Vener, g. ferien des großen Kreislaufs wenig gefüllt(das linke oberen Körverhälfte, bestcht nämlich wöhrend der vmn, Herz erhält aus der bluteren Lunge nur wenig Blu). stnung ein negaivg, gruck, durch den untegvormalen-2).— Zist selbsverständlich nur an frischen LeiVerhämissen das Blut angesaugt wird. Wenn nun Dieser Besund), Ha der“ Sechaum nach einiger Zeit eine derartige Vene verlett wird, l, gelopzurch Hesen wieder zusammensintert, wie jseder beobachten kann, der Die Umschau“, Fraukturt o. V, da gus ir bas rechte Schlagsahne längere Zeit sieben läßt. Heriz. Weilt verberiet ie De Aup hatz de Kost die ob. Der vischelsgnue Hgnait wech den Phslaischel üe. Sdeuosaltoren mit in Spiele sein. Die Arteriofleuse bezeichnet, der.., 9 feshiehshl= Ee, euchtet aber nicht zlsamnensalt, wenn nan Alohol oder Neiher zuseh. eie eche Abomutungst und Ausbrauchstanbeit der staer bei Thruugen vegu., sich doch mit Leichigleit Wenn man nun einige Kubizentineter Alodol direlt erien, deren Winde, duch duende ertsihte Jy. Icht en, bopt ein. Gog, big den Arierten legen Blei= ius Herz einsprist(sechnisch st das durchaus miglsch), sbenchuchue mit der Zet ber Siohygft versiegren, burch boben, Horte hen Liag verligen sel.„Man selle se müßte die Gesche besetigt sein, Versache auf de die eien die eichticher, Sesen der Artertennund ben und vben bouv,. uat der grhshfliche Bruack bes sem Gechsele liegen nach nicht voer, sederfale de aber endse ud an der Sichle lagert sich iu der Bon. doch oder anpechnen, biz in die Lunge zu treiben, die Gesche dieser Einspritung geringsigaig im Versaldud Gat o. Dus Arterteurohe Brd bert ud brüchg, bunte, ven ode,zsgruach slar eine Uickerlung, die nis zu der alten Lebengesche der Lustenbell. und das Rohrnetz verengert sich. Es kommt dann zu Diesen Wioerspruch„klärt eine Ueberlegung,„Lis nis zu der akuten Lebensge der Erscheinung der kalten Hände und Füße, schneller W. Pfanner I7gng enig g, med. Wochenschrift“ Etmudung der Beine, in schwersten Fällen manchmal veröffentlicht. Sobald nämlich die Luft in das Herz eim Aufhören der Blutversorgung, zum Absterben der gelangt ist, haben wir es gar nicht mehr mit Luft zu e eodien Kirprtelt, um vornamnten, Altersbrutb, kunl Durch be, Arbeit der Harsf ahzerts Hheslalscen Das Gehirn verträgt mangelnde Blutzufuchr sehr und Lust ein Schagsz in Gas, er ist die koslshese deht Wenn der Blutruck im Kopse immer höher Geseben unterlze9galeg, Je seiner dieser Schaum geesue ere iun uu be ud denee, ben, algäse urden euz De Ziatger ie dain Lauichen guungn, Aus a4aut: eald ae eden La be. du. ue Hauads Bagng uics aie gugene Kardk, air Nead dis aaicdler ie. Kate. a. Vie Letten vi: He:, und uete. Ras in dag Hen eunltrönen henn, Auntzerden u5, sarit, Spanung auf selschen Gediet sel als ine Teüet aursd uetige Beheuoogie un bodeush, zu Schaum ich zur sihe schper bonpeiniern, daos Erishanung desi Söiepers auslden. e besecdung un besung bue Suecheige Hen, muitz alse bam Zianmangsche, ungiach nadr urzrer gadge Bstalce Snidlung ucht un ese enedun une n eaihes Genidte alds Ardad aden, kr ad uich elchch uer aleihe Gaeien Dn. Guriche in diaihen Bad ungen. teln. Er führt zur Begründung einen leicht auszuführenden Versuch an: Man verstopft sich die Ohren, schließt den Mund und entfernt sich so weit von einer Klangquelle, bis man gerade nichts mehr hört. Oeffnet man dann den Mund, so wird der Klang sofort wieder gehört, auch noch bei weiterer Entfernung. Abstehende Ohren Um den Schönheitsfehler abstehender Ohren nach und nach auszugleichen, wird von Laien häufig das Mittel angewandt, die Ohrmuscheln mit Heftpflaster am Kopf festzukleben. In einer ärztlichen Zeitschrift wird vor diesem Verfahren gewarnt, da es nicht nur zu häßlichen, sondern auch zu schwer heilenden Ausschlägen führt. Wer sich nicht dazu entschließen kann, das Kind einem operativen Eingriff zu unterstellen, sollte das Kind zur Kopf= und Ohrengymnastik anhalten, ein Verfahren, das man allerdings nur bereits etwas älteren Kindern beibringen kann. Es kommt bei diesem Training darauf an, mit den Ohren zu wackeln und sie nach rückwärts hin möglichst nahe an den Kopf anzulegen. Für die ersten Tage mag diese ungewohnte Gymnastik vielleicht etwas schwer halten, doch nach und nach wird sich sicherlich die nötige Uebung ergeben. Wie die Erfahrung gelehrt hat, läßt sich auf diese Weise ein bemerkenswerter Ausgleich des Schönheitsfehlers erreichen. Der offene Mund der Schwerhörigen Wie kommt die eigentümliche Mundstellung der Schwerhörigen zustande? In der„Münchener med. Wochenschrift" verwies Dr. Muck auf eine Erklärung, die Charles Darwin einmal gegeben hat: Der SchwerSchmerzende Fußsohlen Bei Fußsohlenschmerzen denkt der Laie meist immer zuerst an das Vorhandensein von Plattfüßen. Doch gibt es noch andere Ursachen, die genau die gleichen Beschwerden hervorrufen können. Bei der Gicht z. B. sind die Schmerzen nicht weniger ausgeprägt. Häufig wird der Arzt eine Nierenentzündung vorfinden. Solche Entzündungszustände können sich beispielsweise als Nacherscheinung der Grippe herausbilden. Der beim Gehen und Stehen auftretende Druck kann die Schmerzhaftigkeit steigern und zu weiterer Entartung der Beschwerden beitragen, die gleichen Folgen können durch Kälteeinflüsse herbeigeführt werden. Gelingt es, durch eine fachmännisch angepaßte Schuheinlag=,geig, Scaran; zen zu beheben, dann wird man in der Regel daraut schließen müssen, daß eine Venenentzündung besteht. Neben ärztlicher Behandlung wird es vor allem darauf ankommen, die Füße weitgehend zu schonen. Am raschesten wird eine Besserung erreicht, wenn man sich daran gewöhnt, nach beendeter Berufsarbeit die Füße hochzulagern; außerdem ist das Ueberschlagen der Beine grundsätzlich zu unterlassen. Muß der Fuß aufgesetzt werden, dann geschehe es mit der Ferse, auf keinen Fall aber mit der Sohle. Setzen die Beschwerden einer Behandlung größeren Widerstand entgegen, dann wird die Anwendung von Moor=, Schlamm= oder Schwefelbädern notwendig. Jedenfalls ist immer Wert auf eine recht frühzeitige Behandlung zu legen, da eine Verschleppung die Ausheilung verzögert und erschwert. Wenn„Adele“ mit dem„Neger“ flirtet 1eU0 Werte Rilltdcuttat von„Abblenden“ bis„Zwillchern“ Es gibt Sprachführer in fast allen Zungen, welche die babylonische Verwirrung schufen. Wer nach Hindostan, nach Grönland oder zu den Buschmännern Australiens fährt, wird ein Vokabelbüchlein mitnehmen können. Für das Reich der Paläste aus Sperrholz, der Häuser aus Pappe, der Wälder aus Leinwand— für den Film gibt es kein Sprachlerikon. Was soll eine nüchterne kleine Anfängerin eigentlich denken, wenn am ersten Aufnahmetag der Kameramann gleich schimpft:„Das Gesicht des Kindes ist ja ein„weißer Käse“. Aber nicht doch, mein Fräulein, nicht gleich in Tränen ausbrechen! Er hat ja nichts gegen Ihr reizendes Profil gesagt, sondern gegen den Schminker, der Ihr Gesicht zu weiß gepudert hat! Gerade der Mann an der Kamera steckt voll solcher bildlicher Ausdrücke. Wenn man ihn besonders verzweifelt sieht, dann hat er„Salat“ gemacht. Mittendrin muß die Aufnahme abgebrochen werden; denn„Salat“ heißt nichts anderes, als daß der Zelluloidstreifen sich in der Kamera geklemmt hat und das kommt leider viel öfter vor, als es den Regisseuren lieb ist. geschrieben werden. Falls ein Schauspieler während der Szene stecken bleibt, kann er schnell zu der rettenden Tafel blicken, die mit einem Vertreter der schwarzen Rasse nur die Farbe gemeinsam hat. Der Mann mit der„großen Klappe“ Wenn dann die Aufnahme wirklich beginnt, erscheint ein Jüngling mit der„großen Klappe“. Nun haben zwar die Jünglinge im Filmatelier manchmal sowieso schon eine große Klappe, aber die„Klappe“ könnte auch ein Stummer riskieren; denn sie ist aus Holz und zeigt für den„Schnitt“ den Beginn der Szene an. Vorher ruft der Spielleiter noch:„Können wir...?“ Das dürfen selbst„Nichtskönner“ beantworten; denn hier geht es nur um die Frage, ob alles aufnahmebereit ist. Wenn kein Widerspruch erfolgt, dann schreit der Regisseur wie jener Stationsvorsteher, den er als kleiner Junge schon immer beneidet hat,„Absahren“. Tonund Filmband beginnen zu rollen.. Nun kann es verschiedene„Katastrophen“ geben. „Salat“ beim Kameramann oder eine„Ladehemmung“ beim Toningenieur. Da muß sofort abgebrochen werden; denn wenn der Film verschrammt, dann wirkt die Kopie„verregnet“. Kaum aber ist zum zweiten Male angepfiffen worden, da„zwitschert“ es oder, wie poetische Geister sagen, es werden„Arien jesungen". Aber nicht etwa von Gigli oder Wittrisch, sondern von Lampen, die oft mitten in die Aufnahme hinein ein störendes Quietschen ertönen lassen. Da muß dann das ganze Licht ausgeschaltet werden, und man„leuchtet“ die Dekoration neu„ein“. Das besorgt außer dem Kameramann der Oberbeleuchter, der mit lauten Zurufen die„Tausender“, die„Fünfhunderter“ und„Hunderter“ verteilt. Deshalb ist er durchaus kein reicher Mann, der ein Vermögen verschenkt, denn die Zahlen beziehen Shirley's„Double“ Das„Nudelauto" startet... Die fünf Jahre alte Ginette Marboeuf-Hopet. die Tochter eines Pariser Stationsvorstehers, die eine frappante Aehnlichkeit mit dem berühmten ameri. kanischen Filmkind Shirley Temple hat, ist jetzt, wie es heißt, nach Amerika unterwegs. Sie soll hier in einigen Filmen als Shirley's Stellvertreterin mitwirken Natürlich hat die Filmkamera auch ihre Kosenamen, ganz nach Temperament dessen, der sie bedient. Mal ist sie die„Mottenkiste“, mal der„Spulkasten“ oder ein1 4 Scherl fach der„Kasten". Mit der Kamera wird nun„geschwenkt“ oder auf dem„Nudelauto“, wie oft das auf Gummirädern lagernde Untergestell heißt, an die Darsteller heranfahren. Aufpassen, daß keine„Köpfe abgehackt“ werden! Es wäre doch schade um das wunderhübsche Haar Heli Finkenzellers, wenn es der Kameramann nicht mit aufs Bild bekäme, sondern durch den zu tief nach unten verschobenen Bildrand es glattweg abschnitte. Nein, diese Aufnahme war nicht„Oh Käh!“ Sie muß noch einmal wiederholt werden. Zunächst einmal wird der„Klamottenaujust“, wie der Requisiteur lieblos genannt wird, dafür sorgen, daß an Stelle des schäbigen Biedermeiersessels aus dem„Stall“ ein Stuhl aus der Zeit Louis XV. herbeigeschafft wird. Dann wird die„Bühne“, wie Hilfsarbeiter und Kulissenzimmerer gerufen werden, ein heruntergefallenes Bild wieder annageln. Die Gehilfen des Tonmeisters aber bauen mit finsterer Miene ihren„Galgen“ neu auf. Daran soll keineswegs ein Darsteller, der schlecht„in Form“ ist, aufgehängt werden! Es handelt sich nur um den großen beweglichen Hebelarm. an dem das Mikrophon baumelt, um die Worte der Darsteller aufzufangen. Mikrophon? Verzeihung,„Quasselloch“ oder„Mürbekeks“ heißt es ja! Aber für dieses„Ohr des Films“ gibt es soviel verschiedene Ausdrücke, daß sich eigentlich ein Philologieprofessor einmal in einem mehrbändigen Werk damit befassen müßte.„Dürfte ich Ihnen den „Neger“ entführen, Frau Sandrock?“ kann man einen Gehilfen des Spielleiters fragen hören. Bitte. keine Gerüchte! Es handelt sich da nicht um ein verspätetes Abenteuer unserer„Adele“. Dieser„Neger“ ist nämlich von Pappe oder aus Holz. Es ist eine schmale, hohe Tafel, auf der mit Kreide die Worte des Dialogs auf* Greta Garbo Nach der Rückkehr aus ihrer Heimat Schweden hat Greta Garbo scheinbar ihre Abneigung gegen die Potografen überwunden. Man muß aber sagen, daß sie in ihren Filmen wesentlich anders aussicht R sich auf die Amperestärke der Lampen, welche angezündet werden sollen. Noch ein halbes Dutzend Proben werden nötig sein, um die Szene ohne Bruch vom Aufblenden" bis zum „Abblenden“ zu drehen. Wenn Albers dabei ist, wird er sich beklagen, daß dieser dämliche„Otto— Otto“ den„Otto— Otto“, nicht richtig bedient und darum nach„Otto— Otto“ gehört. Für den„blanken Hans“ ist kein Atelierlexikon nötig, denn mit„Otto— Otto“ kommt er durch die ganze Welt. Alle aber, die am Film beteiligt sind, bemühen sich doch immer wieder mit verbissener Energie um die Ausarbeitung ihrer Szenen, lassen Wiederholung auf Wiederholung über sich ergehen. Denn niemand will ja schließlich nachher in der Zeitung„verrissen“ werden oder einen„katastrophalen Durchfall“ erleben! Kleine Filmpost Harvey=Film. Die Vorarbeiten für den vey-Fritsch=Film der Ufa sind fast beendet. der nach einer amerikanischen Filmnovelle ware“ gedreht wird, hat nunmehr den Titel kinder“ erhalten. neuen HarDer Film, „Lady Be„Glücs Scherl-Bilderdienst B Hilde Maroff spielt zum erstenmal in einem Film zusammen mit ihrem Söhnchen Peter Bosse, der aus„Vergißmeinnicht" bekannt ist. Der Film heißt „Gäßchen zum Paradies“, und Hans Moser spielt darin die Hauptrolle. Käthe Gold wurden für einen neuen Ufa=Film verpflichtet, der nach dem Roman„Ein Mannohne Vaterland“ von Gertrud von Brockdorff gedrest wird. Eschargeou Simntr Im Dorf der Draktzieher Au er uur methschech dseatich und dust walich die dant dat Binnriachienen unch uecd branlh keine Anwendung, denn es war die Aufstiegsmöglich= as frögger, ower de Sake hett sick ätwas geännert. keit gegeben. Hatten sich doch die meisten dieser Unter: Me maut van Dage wahne oppassen. nechner aus dem Arbeitertand erhoben, Ihe Lebens. ge Börgerwäerschopp kamen Aiues manhaltung aber blieb so bescheiden und ihr Daseinskampf In ne oue Vorgerwacttsp#er#####: so schwer, daß nie ein Gegensatz von arm und reich gens twäi sou winnige Stammsüpers. Max un Hinnerk, Da hinten in den Bergen des Sauerlandes liegt eine seltsame Siedlung! Draht, Draht, überall Draht! Es ist Altena. In die Lenne, deren Wasser rötlich ist von all den Eisenrückständen, die in sie geleitet werden, mündet ein Bach, die Nette. Zwischen steilen Felsen hat er sich den Weg gebahnt, fast eine Schlucht ist dieses gewundene Tal zu nennen, und durch diese Schlucht zieht sich mehrere Kilometer lang ein Dorf, das Dorf der Drahtzieher. In den Häusern, die nicht größer sind und nicht anders aussehen als Dorfschmieden, klappern Maschinen, rauscht Wasser über Mühlräder. Dicht aneinander und dicht an die Bergwand gepreßt steht Haus an Haus. Und überall Draht, nichts als Draht! Betreten wir eine der vielen Fabriken! Ein Graubart mit kalkgepudertem Gesicht und kalkgepuderter Ledersondere Behandlung. Fast jeder dieser Kleinbetriebe hat als Kunden ebenfalls wieder Kleinbetriebe, die diese speziellen Drahtsorten brauchen Es ist ein glückliches Tal, denn seine Bewohner zieherei aber stand in Hemer, und Iserlohn war früher sind zufrieden. Wohl hat es in der Vergangenheit der Stapelort aller Drahtwaren. auch hier politischen Radikalismus der Linken gegeben, H. U. swei Jahren ist das anders geworden, seste, Sguperichzt buten, Jn Hal Büktk potag ingeladen befindet sich, im Aufstjeg und hat die fenzg Zuversicht Lozen, un vu bust optangungrtngngg, Ower de Sege zu einer gesicherten, glückhaften Zukunft. Und wie im mätt Tal der Nette, so ist es bei den Drahtziehern des Ihmerter und des Oese=Tals. Die Wiege der Draht700-Jahrfeier der Stadt Recklingkausen wart nich frögger berahlt, büs dä Wedde entschieden es. Inverstohn, olle Junges“ „Natürlick! Natürlick! Doför sünd git beide mie jo guodd. Niämmt mäh Platz! Eck well rasch in de Küeke bestellen. Dann holl eck met“ Un hä komplementäerde de beiden Galgenvüäggel int Extrostüöwken. Dann gong de Sake los. De Sektproppen knallden ne schöine Melodie, un ingehauen wor ouk nich schlecht, Max sagg dotüschen manchmol:„Dat sall mie doch Un Hinnerk meine:„Eck sinn ouk gespangt, wünnern!“ Un Hinnerk meine:„Eck sinn zut gesrargt, wä van us beide rinnfällt un de ganze Geschichte beRecklinghausen feiert in diesem Jahre seinen 700= Einwohner der Stadt bewirtet. Nachmittags läuten rappen mout.“ jährigen Geburtstag. Im Jahre 1236 wurde Reckling= alle Glocken der Stadt die Jubelfeier ein. In feier: Da Wäert konn dat mangs nich mä utholen, son hausen, das bereits seit Jahrhunderten, seit Karl der licher Weise wird danach durch Kranzniederlegung an niggelick was bä. Un as de beiden Anstalten maleden Große hier einen Reichshof errichtet hatte, der Mittel= den Ehrenmälern der toten Helden des Welkrieges koumt GHohn, sagg hä schließlick:„Eck wäit ower gar punkt des ganzen Bestes gewesen war, zur Stadt er gedacht werden Abends aber findet ein großes Fest= nich, wat för ne Wedde git gemaket bett. Eck meine, schürze richtet sich hinter einer Drahispule auf: der hoben. Es hat im Laufe der Jahrhunderte ein sehr konzert im Städtischen Saalbau statt, in dessen Mit= dat' kännt git mie doch waull perrgen.“ Fahrikbesitzer, Wie beinahe alle. Betriebe, hier ist es wechselvolles Schicksal erlebt, da es auf der Grenz= telpunkt die Aufführung der 9. Symphonie steht. Der:“ Hinnerf as bä de Dör all in de Hand ein Familienbetrieb, und der Besitzer arbeitet selbst mit, scheide lag zwischen den Gebieten der streitbaren Gra= Sonntag wird eingeleitet durch feierliche Gottesdienste„Jo,„s9 P6 Pgemeßheß im bän Glockenturm van Mit Stolz führt er uns durch sein Werk. Aus seinen fen und Fürsten von Berg, Mark und Kleve, die gern in allen Kirchen der Stadt Zu dem großen Festakt im Piagen Posßus ne welse Siete dä wuoll fäll, wenn Ersparnissen hat er es aufgebaut, nachdem er, 40 Jahre dieses kurkölnische Land für sich gewonnen hätten. Aber Städtischen Saalbau am Sonntagmorgen werden füh Ejeßeg mef umßipped. Mar meine, bä föll noh der tang ein eintacher, Lohnarbeiter gewesen ist. Da ist zu= auch die häufigen und oft langdauernden Kriege und rende Persönlichkeiten aus der Propinz und dem Reich R.—.—.—-; segge, hä fällt noh de Alleestrot wärn! Städtischen. Saalbau am Sonntagmorgen, werden füh: Fj6Pg Mof“ur.zinned rende Personlichkeiten aus der Propinz und dem meic) Albertstrote un eck segge, hä fällt noh de Allees Fehden, Plünderungen und Pest, sowie häufige erwartet. Nach diesem Festakt wird die Jahrhundert= rüzmmer, Zu lo di inküschen de Tied nich lang Feuersbrünste, die manchmal fast die ganze Stadt in ausstellung, im Vestischen Museum feierlich eröffnet Ig Wserbesier, gupi“ uin huten worn se. Trümmer gelegt hatten, kannten den stargen Bürger= werden. Nachmittags findet dann der große historische Op Wierbekieken ouk!“ Un buten worn.uem gueten willen seiner Einwohnerschaft nicht brechen. Was nieder Festzug statt. Am Abend des dritten Festtages wird„ Dä gefoppde Wäert stonn nu do met sienem duerz gerissen worden war, wurde wieder aufgebaut. Dieses die Stadt Recklinghausen festlich beleuchtet und hier ist Sektfröühstück, mok en lang Gesicht un schuddersich wechselvolle Schicksal wird bei der Feier des 700= ein großer Fackelzug vorgesehen. Außer dieser Haupt= Wut noch dinen ächter de, Krapatte., Hö., dechiez n jährige Geburtstages am 14. Juni in einem histori= feier sind aus Anlaß der 700=Jahrfeier, verschiedene verdammten Pirohe##er,#chehen wätt Hwer wat sel schen Festzug versinnbildlicht werden, an dem über überörtliche Tagungen der verschiedenen Verbände und erliäwen, dat da Wedde enschiedeg#####pmzzter. 600 Personen in den Trachten der jeweiligen Zeit Organisationen nach Recklinghausen„verlegt worden, me dobie maken? Kahl Flausel umwickelt sind, dessen Hände von alten Autoschläuchen teilnehmen werden. Recklinghausen hat für seine Ju= Im Oktober soll dann noch eine Kulturwoche, wähbedeckt, wie wunderliche Flossen aussehen, fischt sie belfeier ein Programm aufgestellt, das drei Tage um= rend der auch das große Heimatfestspiel zur Aufführung heraus und wirft sie in ein Pochwerk: Holzhämmer an fassen soll. Am ersten Tage werden mittags die alten gelangt, den Abschluß der Feier bilden. langen Balkenarmen schlagen die Orydschicht, herunter. gus= Wretnen mtuge un ern.v. nächst das Drahtlager, aus Raummangel draußen an der Mauer im Schutze des Daches. Dann kommt ein Raum, wie eine mittelalterliche Schmiede anzusehen, erfüllt von Pochen, von Dämpfen, von Feuchtigkeit und einem strengen Geruch, der den Atem verschlägt. In einem Steinbottich voll Salzsäure werden die Drahtrollen gebeizt, damit die Orydschicht, die aus dem Walzwerk übrig geblieben ist, sich löst. Ein Mann, dessen Beine mit Sackleinwand bis zu den Hüften dick Dabei wird der Draht unausgesetzt mit Wasser begossen. Anschließend umgibt ihn ein Kalkbad mit einer Rostschutzhülle, worauf er, in mächtigen feuerfesten Steingutgefäßen luftdicht verschlossen, in einem großen Ofen nochmals ganz langsam durchgeglüht und weich gemacht wird. Erst nach diesen Vorbereitungen wandert er in die eigentliche Drahtzieherei. Ihre Maschinerie ist sehr einfach: große Trommeln, die auf senkrechten Achsen sich drehen, spulen den Draht auf. Zwischen je zwei Trommeln durchläuft er die Bohrung eines hochwertigen Stahlblocks. Hierdurch wird er geSpöne „Segg es, Fritz, gäihst du van owend met in spiritistische Sitzung?“ Do es Dischrücken.“ Düt un Dak in Baukumskem Platt e Rehrüggen.“ Do giätt (Nich nohdrücken.) „Eck finne, dat Menschen, dä ümmer rächt hewwen ellt, fast stets bloe Hugen hewwet.“ „Dat stemmt wuoll, besonners noher!" „Glöüwest du, dat et en Unglück bedütt, wenn aut ne schwatte Katte üöwer dän Wiäg löüped?“ „Unbedingt, wiänigstens för ne Mus!“ hatt, un dat Rutrücken von„. E1. 15 Lat märhn bo an!#: bett ganz Bekiek di dä Ruine van„Fier die es dat Pärken do an! Sä hett g0# Swäi sehöine Wedden„.„Et is gengfety,„sagg, Hern un schlaig met dä wellkt, fast stets bloe Ougen hepwet.: De Lädriägenden hadden sähren leiwven Frönd ion Fal sen Fa PHauihalen Hasst saiz. P44el op im Ranne“ patstemmt waol besonners nohb leßten Rouh gebracht, un äinige kahrden op däm Rück=“:„Gonf Zu her met dä drei Runnen! Un dann wiäge im„Ollen Jösel“ am Abtwäig in, üm de Truer kast de di en niggen Zilinner koupen, denn diesen met im Pott„Beer wägtgzspeilen, un azhnger zas settest de nich mä on.:“ Zlinners an de Wand. As dat zu gewuggnlig. son etes.„„.. ,aax nich Dienen ingeschrreckt und gelängt, und so wird er weiter durch immer gäiht, sou wor ouk hier am runnen Disch tauärst üöwer Haus Feitp=3 Ha.°zse gßpehatt un dat Rutrücken van engere Bohrlöcher„gezogen, bis er die gewünschte dän leiwen, Verstorwenen geküert un dann de Politzik Ha#vt 7#. an di. Berier.... van Stärke, auf hunderistel Millimeter genau, erreicht hat, düärgehechelt. Dann kam de guodde,olle Tied an de 50 Drei vegzrrichtzcht.“(irx haöde pörhier.), dat opfallend roue Backen.“ Das ist eigentlich schon der ganze Herstellungsvorgang. Riege. Do konn äiner noch mäh vertellen as de annere, Iilinne;, zerfegeo zzhre Heiden Heie rasch vertuschet) Dä fünd geschminked.“ Die Maschinen sind einfach, beinahe primitiv, aber es vam Schöinen un Guodden, van allerhand Sträike un Herm et merreoe, tahre beiden Heie rasch vertuschet.)„Na ung„geschmintehu gehört ein hohes handwerkliches Können zu ihrer Be= fidele Stückskes, de frögger angestallt wören, endlick„ Herm makede Nase un Mul uoppen un kannde sienen„Un ha hett ne roue Nase." dienung. Der Draht darf natürlich nicht reißen. Die ouk van däm bereihmten Zilinnerindriewen.„Jo“, sagg äigenen Haut nich wier.„Du Schinnoos! Du hest 88126. Bohrung muß mit einer Fett= und Graphitmasse ge Herm Kusehand,„eck glöüwe, dat Dings met de Zi= mie angeschmäert,„Ower wachde, eck krieg miene Hoor..... Riäkenopgawe am se, schmiert werden, das Bohrloch selbst muß aufs linners könnt wie vandage ouk wuoll noch, wenn't wier. Düetmal heit de gewunnen.“.,...„Denked blouß, miene Frau un eck hewwet kußerste genau gearbeitet sein und seine Abnützung sien maut. Wat meinst de, Dirk?“ Dirk Reiwenstrunk. As de annern langsam aftrocken, bläiwen de beiden wen Dage Geburtsdag. Friedag wätt wie tousa muß berücksichtigt werden, damit der fertige Draht ge= was ganz doför un sagg:„Eck make met di ne Wedde noch sitten, biet et düster wor, denn met sounem Haut siäwenzick Johr old. Bu verdäilt sik dat woull Fin### nau maßhaltig werden kann. Jede Drahtsorte ist ver= üm drei Runnen, dat du mienen Zilinner nich indriewest woll Herm sick doch nich op de Strote seihn loten, un„Dat es ganz äinfach. Dä Frau es dä siän schieden an Materialeigenschaften und erfordert eine be= met äinem Schlag.“ Dirk tröistede em, sou guedd dat gong:„Jo, Herm, git sund dä Null.“ Bezugspreis mit B monatlich, Aezugspreis für d Perichrst“ sbör mi Bezugspreis. zeitschrit., Jünf U0. Ansc hah Leitung dulch hey Pf. bei Zeizung. durch böh berbindert wird. k schäftsstelle geöfine von 11 bis 12 Uhr. und Samstags, vo und Verlag und Dr Für die vol verwaltungstechn Marschall Gra Addis Abebae Von besonderem daß die stark schen Streitk Die Erlaubnis gruppen, beschrä rufsständische 2 beförderung wir der Familie od sondere Weisung von modernen. u sitziers= und BeMit der Lie der Eröffnu bankfiliale malen wirtschaf sinien erleichtert Die weitere waltung werder wobei die Trup aufeinander ab auf den Ausbe und beschleuni Addis Abeba verkehr zwische Stützpunkten a HHer00 Die zehnte sa Ganz Ital stsche Aushek Jungfaschisten aus der Jahi Schwur auf der Partei bz Besonders der zum erste Libhen m nahm. Nach gend mit klit formationen ihre Huldigun Der Duce erinnerte, daß tritt Italiens erste Phase, Gedenken dar „Wir wollen“ der Zukunft. bereiten! Be unbesiegbar ist der stolze Die Beif eine Stunde erschien, um vor am Gr Mahnmal niedergelegt die mit beg ob er bis ei.„Am be in der Zuku Nach be Drängen der auf dem Ba Einbruc In der