E 6 0E Grsigenbreite: Grundbreise Hhr 4.— Käh- in 99 mm Breits an us Bezugspreis mit Botenlohn: 215 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkprift„bör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und bei fünf. Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höbere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr. Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckoulo Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag 8. Mai 1936 43. Jahrgang Nummer 107 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite 8,5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteill, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote, Anzeigen privater Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Textteil 10 Pf.. Auskunft= und Ziffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preizliste Nr. 6 Gülticzcgachigßstgel B.— Schluß, dei Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich ausgegebener Anzeigen tann keine Gewähr Abernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Serprunts. Niachftupen Arcssintene=Schilksul in Weenn ubereeicht Kommt Lord Halifax nach der Tagung des Völkerbundsrats nach Berlin? Berlin, 7. Mai. (Von unserer Berliner Schriftleitung) Der britische Botschafter Sir Erie Phipps suchte am Donnerstag vormittag den Reichsminister des Auswärtigen Freiherrn von Neurath auf und überbrachte ihm die Rückfragen der englischen Regierung zu den deutschen Friedensvorschlägen. Es heißt, daß sich das diplomatische Schriftstück lebdiglich mit den deutschen Vorschlägen über die Sicherung des europäischen Friedens beschäftigt, dagegen die vielbesprochene Uebergangszeit und die Rheinlandfrage seitab liegen läßt. Die nächsten Wochen werden also mit einem eingehenden Studium der britischen Anfragen und mit diplomatischen Gesprächen ausgefüllt sein. Daß die britische Regierung mitten in der internationalen Auseinandersetzung über die Abessinienfrage das Problem der europäischen Friedenssicherung vorwärts zu treiben bestrebt ist, bestätigt die Auffassung, daß man in London die Sicherung des europäischen Friedens als einen Hauptbestandteil der britischen Politik ansehen muß. Erfährt man dann weiter, daß die gestrigen Meldungen über einen in Aussicht genommenen britischen Ministerbesuch in Berlin durch Pariser Nachrichten dahin ergänzt werden, daß Lord Halifax nach der Völkerbundsratstagung nach Berlinreisen und dort die unmittelbaren Verhandlungen mit Deutschland aufnehmen wird, so möchten wir einstweilen in allen diesen Nachrichten das Bestreben nach Bereinigung der kontinentalen Verhältnisse sehen, obwohl auch hier Abwarten besser als Prophezeien ist. Dazu sind die innerenglischen Gegensätze über die Regelung der Abessinienfrage und damit auch der englisch=italienischen Spannungen noch zu offensichtlich. Sie haben sich in der gestrigen Unterhaussitzung noch verschärft. Zwischen der konservativen Richtung, den Liberalen und der arbeiterparteilichen Gruppe besteht eine klaffende Unterschiedlichkeit der Meinungen über die Sanktionen. Chamberlain, Großhritanniens ehemaliger Außenminister. Sprecher der Konservativen, hat zur allgemeinen Ueberraschung einen Vorstoß für die Aufhebung der Sanktionen unternommen. Fast die gesamte konservative Partei pflichtet ihm bei. Ihm steht die Auffassung der Linken entgegen, die eine Verschärfung der Sanktionen verlangt. Herrn Edens Aufgabe für Genf ist damit nicht einfacher geworden. Aber auch diese inneren Gegensätze wird man nicht allzu hoch veranschlagen, dürfen, denn letzten Endes sind beide Richtungen bestrebt, den Völkerbund irgendwie am Leben zu erhalten, Konservative und Regierung mit dem Ziele einer Reform, die Oppositionellen mit dem Wunsche, den gegenwärtigen Völkerbund beizubehalten und zu stärken. Es wird also lediglich am Geschick des Außenministers liegen, diese beiden Richtungen unter einen Hut zu bringen. Immerhin bleiben die Begründungen interessant, die man in London für die Schwenkung Sir Austen Chamberlains vom Sanktionsfreund zum Sanktionsgegner angibt. Danach heißt es, daß die Wiener Reise Chamberlains diesen bewogen habe, jetzt für eine schnelle Rückkehr Italiens an die Seite der Rest=Locarno=Mächte einzutreten, eine Schwenkung, die nach der betonten Franzosenfreundlichkeit Chamberlains keineswegs überraschen kann. Von besonderer Bedeutung scheint uns die Unterredung des französischen Sozialistenführers Léon Blum mit dem Sonderberichterstatter des englischen Arbeiterblattes„Daily Herald“ zu sein(vergleiche die Meldung an anderer Stelle), in dem der Führer der jetzt stärksten französischen Partei die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der französischen und der englischen Demokratie betont, die Einberufung einer neuen Abrüstungskonferenz unter Teilnahme Deutschlands fordert und damit sich zum mindesten den Schein des guten Willens gibt. Diese Erklärungen Léon Blums erscheinen uns gerade deshalb wichtig, weil im gleichen Augenblick Frankreichs erstarkte Kommunisten durch ihre Leiter Thorez und Duclos bekanntgeben lassen, daß sie in Zukunft sowohl für die Heereskredite stimmen wie für eine„Koalition gegen Deutschland“ eintreten werden. Wir nehmen diese „programmatische“ Erklärung der französischen Kommunisten nicht sonderlich ernst, zumal sie sich einer Beteilisung an einer kommenden Regierung widersetzen. Daß im übrigen von der Filiale Moskaus in Frankreich keine andere Sprache erwartet werden konnte, war bekannt. Für die übrige Welt aber bleiben die kommuReltuigg hair Alerungen ein neuer Beweis für die Einselung der Moskaujünger, die vom sogenannten Weltfrieden reden, aber nur schen Mitteln meinen. Endgunige Entscheidung um Sunstag Faschistischer Großer Rat und italienischer Ministerrat einberufen Zweck der britischen Fragen sei es, diese Ungenauigkeiten aufzuklären. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen sagte Lord Cranborne, es könne nicht verheimlicht werden, daß die Sühnepolitik fehlgeschlagen sei: Italien habe seinen Vormarsch fortgesetzt, und Abessinien sei„aufgegessen“ worden. Die englische Regierung habe sich keine Vorwürfe zu machen, und es gebe noch schlimmere Dinge als eine ehrenvolle Niederlage. Abschließend befaßte sich der Redner mit der Frage der Völkerbundsreform. Manche Kreise in England verträten die Auffassung, daß ein kollektives Sicherheitssystem nicht wirksam sein könne, wenn die Nationen nicht bereit seien, unter Umständen zum Kriege zu schreiten. Dieser Gesichtspunkt müsse sehr ernstlich berücksichtigt werden. Im gegenwärtigen Konflikt seien viele Länder nicht bereit gewesen, in den Krieg zu ziehen; auch das englische Volk sei hierzu nicht bereit gewesen. Jedes kollektive Sicherheitssystem müsse universal sein. Das englische Volk werde keinerlei System unterstützen, das nur gegen ein oder zwei Länder angewandt werde: wenn der Fall eintrete, dann müsse es gegen alleangewandt werden, soweit es verwirklicht werden könne. Von den Reden der Abgeordneten, die sich an der Aussprache beteiligten, sind noch nachstehende kritische Aeußerungen, die aus dem Regierungslager selbst stammen, besonders bemerkenswert. Der Regierungsliberale Bernys erklärte, daß ganz England in der Abessinienfrage eine seiner größten Schlappen erlitten habe. Bernys und der folgende Redner, der Oppositionsliberale Dingle Foot, setzten sich für eine Aufrechterhaltung der bestehenden Sühnemaßnahmenein„ 4 Der Konservative Amery führte aus:„Laßt uns zugeben, daß wir Abessinien betrogen haben.“ Während des ganzen Abessinienkonflikts habe die englische Politik den Frieden Europas unterminiert, indem sie die Stresa=Kombination zerbrochen habe, die allein einigen der Gefahren in Europa hätte begegnen können. Die Sanktionen seien tot und müßten aufgehoben werden. Amery forderte eine Reform des Völkerbundes; der Völkerbund dürfe nicht ein großes internationales Kriegsministerium sein sondern müsse auf einer Politik der Verantwortung aufgebaut werden. Die englische Presse ist mit ihren Kommentaren über die gestrige Aussprache uneinheitlich. Die Blätter der Opposition greifen Eden an, weil er erklärte, die Schließung des Suezkanals würde unbedingt zum Krieg geführt haben, und sie behaupten, Mussolini würde niemals gegen Großbritannien zum Krieg geschritten sein. Sie fordern die Beibehaltung der Sanktionen. um Mussolini zu zwingen, die Entscheidung über das Geschick Abessiniens dem Völkerbund zu überlassen. Die der Regierung nahestehende Presse sagt kaum mehr, als daß die Völkerbundstaaten entscheiden müßten, ob die Beibehaltung der Sanktionen irgendeinen praktischen Wert habe. die vom sogenannten Welt##; aber nur die Weltrevolution mit kriegeri„Nichts Zweideutiges“ #den englischen Fragen an die Reichsregierung.— Schluß der außenpolitischen Aussprache im Unterhaus. dnd London, 7. Mai. Namen der Regierung befaßte sich der Unterkaatssekretär im Ministerium des Aeußern, Lord Knterbags ene, bei der gestrigen Aussprache im Reaserung zunächst mit dem Fragebogen an die deutsche Der Liberale Sinclair habe eine Versicheachte Ankeags.. diese Fragen keine Fallen, sondern enie Aufragen seien. Er, Lord Cranborne, könne entgieden versichern, daß nichts Zweideutiges an haße gemischen, Fragen sei. Die deutsche Denkschrift habe gewisse Ungenauigkeiten enthalten, und der einzige Die italienischen Blätter beschränken sich im allgemeinen auf eine chronologische Wiedergabe des Sitzungsverlaufs und bringen dabei zum Ausdruck, daß angesichts der vollzogenen Tatsachen in Ostafrika die Meinung fremder Staatsmänner und Parlamente herzlich wenig Interesse in Italien erwecke. Als Ergebnis der englischen Unterhausaussprache über Abesinien stellt die polnische Presse übereinstimmend fest, daß England sich mit der vollzogenen Tatsache abfinden werde oder, wie es auch heißt, daß Engkand. vor Italien kapituliert habe. anb Rom, 7. Mai. se Der Faschistische Große Rat ist für Samstag 19 Uhr zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen worden. Sofort im Anschluß wird der Ministerrat zusammentreten. Nach der amtlichen Mitteilung werden die Beschlüsse der beiden Körperschaften dem italienischen Volk unmittelbar nachher vom Balkon des Palazo Venezia herab verkündet werden. Diesen beiden unerwartet einberufenen Sitzungen wird in ganz Italien mit allergrößter Spannung entgegengesehen. Man erwartet, daß der Duce hierbei eine endgültige Entscheidung über das künftige Schicksal Abessiniens treffen wird. Besonders bemerkt wird, daß die Sitzungen des Großen Rates und des Ministerrates am Vorabend von Genf erfolgen. Der König von Italien hat am Donnerstag Mussolini in Privataudienz empfangen und ihm das Großkreuz des Militärordens von Savoyen verliehen. Vom Palazzo Venezia hielt Mussolini am Donnerstag abend eine kurze Ansprache an eine Massenversammlung der weiblichen faschistischen Verbände. Die Aufgabe, so führte er u. a. aus, die den Frauen durch den Sanktionsbeschluß von 52 Nationen erwachsen sei, „aus jedem häuslichen Herd eine kleine Festung zu machen, um den Sanktionen Widerstand zu leisten“, hätten die Frauen Italiens voll und ganz erfüllt. So gebühre auch ihnen der Dank des Vaterlandes und das ehrende Angedenken ihres Vorbildes in der Geschichte des italienischen Volkes. Nach Mitteilung des italienischen Innenministeriums und der Leitung der Faschistischen Partei haben sich an dem großen Siegesappell vom 5. Mai 30 Millionen Italiener innerhalb und außerhalb Italiens beteiligt. „Keine Tauschgeschäfte und Kompromisse“ Unter der Ueberschrift„Das italienische Abessinien und fremde Schritte“ nimmt das halbamtliche„Giornaled'Italia“ gegen eine Notiz des„Paris Soir“ Stellung, nach der der französische Botschafter einen bedeutsamen Schritt unternommen habe, um die Ansicht Frankreichs über die Friedensbedingungen bekanntzugeben. Den daran geknüpften Ratschlägen Sauerweins an Italien, durch gemäßigte Forderungen eine wilde Opposition Englands zu vermeiden und die Genfer Aufgabe Flandins und Boncours zu erleichtern, tritt das Blatt entschieden entgegen. Es könnte heute keine Rede von Tauschgeschäften Kompromissen und Winkelzügen sein. Der Sieg Italiens sei total, die Besetzung Abessiniens werde ebenso total, dauernd und endgültig sein. Diese Einstellung der italienischen Presse findet der Pariser„Temps“ beunruhigend. Das Pariser Blatt beschäftigt sich in seinem Leitaufsatz mit der Erklärung Mussolinis auf dem Generalappell und schreibt u.., es sei damit klar erwiesen, daß Italien den Sieg seiner Soldaten bis zum letzten auswerten wolle. Es werde nötigenfalls nicht zögern, sich mit Waffengewalt zu widersetzen, wenn man ihm seine Erfolge streitig machen wolle Die ganze Frage liege darin wie das abessinische Problem, vom internationalen Standpunkt aus betracht, geregelt werden würde. Es sei, so meint das Blatt, für Italien dringend nötig, seine europäische Rolle wiederaufzunehmen und durch die Rückberufung eines großen Teiles seiner in Ostafrika stehenden Truppen seine volle Bewegungsfreiheit wiederzugewinnen. Italien habe auf Grund der Aufgabe, die es in Europa erwarte, alles Interesse, eine nicht wiedergutzumachende Schwächung des Völkerbundes zu vermeiden. Niemand könne verhindern, daß Abessinien italienisch werde. Aber es gebe mehrere Wege, die italienische Kontrolle über Abessinien herzustellen. Es gäbe die glatte Annektierung, ferner das Protektorat und ein internationales Mandat. Es sei beunruhigend, daß die italienische Presse von vornherein jede Verhandlung, sei es mit Genf, sei es selbst mit den in Ostafrika interessierten Mächten, ablehne. Diese Einstellung könne nur schwer von den durch den Völkerbund gebundenen Mächten, besonders aber von England, gebilligt werden. Der„Temps“ schließt im Hinblick auf die Sanktionen gegen Italien mit dem Wunsch, daß man in der nächsten Woche in Genf den Mut haben möge, sich frei den Gegebenheiten des Augenblicks zu stellen, und daß man sich vor jeder unklugen Initiative zu hüten wisse. Es ist kaum anzunehmen, daß diese besorgten Ratschläge des„Temps“ in Italien ein anderes Echo finden werden als die Sauerweins im„Paris Soir“. Dieses letztere Blatt hatte gestern in sensationeller Weise von einem hochbedeutsamen Schritt des französischen Botschafters in Rom bei Mussolini gesprochen. Schon am Mittwoch abend wurde in Paris von zuständiger Stelle bekanntgegeben, daß die Unterredung Chambruns mit Mussolini nicht die Bedeutung habe, die ihr der„Paris Soir“ beigelegt habe. Heute werden auch von zuständiger italienischer Seite diese Mitteilungen über den Inhalt der Besprechungen Chambrun—Mussolini und Cerruti—Flandin auf das bestimmteste in Abrede gestellt. Insbesondere wird betont, daß die Unterredung zwischen dem französischen Botschafter und dem italienischen Regierungschef nicht den Charakter eines amtlichen Besuchs gehabt habe. Die erwähnten Unterredungen seien als normale Aussprachen und Fühlungnahmen zu betrachten, über die naturgemäß so lange Stillschweigen beobachtet werde, bis ihr Erfolg oder ihr Mißerfolg feststehe. Beutschiands Heer viemn dem Frieden Eine italienische Stimme über die Bedeutung des deutschen Volksheeres dnb Rom, 7. Mai. „Eine Nation, die ein Heer ist“, überschreibt Solari, der Sonderberichterstatter des halbamtlichen„Giornale'Italia“, am Donnerstag seinen Aufsatz. Als „das Herz, von dem das gesamte Leben des menschlichen Körpers ausströmt und zu dem es wieder zurückfließt“, könne man sich die Wehrkraft Deutschlands vorstellen.„Die Totalität der deutschen Waffenkräfte ist mehr als eine Tatsache, sie ist ein Grundsatz.“ Man könne von dieser Totalität sagen, daß das neue deutsche Volksheer gleichsam der Angelpunkt sei, um den das gesamte Leben des nationalsozialistischen Deutschlands kreise. „Wenn Hitler“, so heißt es in dem Aufsatz weiter,„in seinem Leben weiter nichts getän hätte, als Deutschland diesen inneren Angelpunkt, diese Seele wiederzugeben, so wäre schon dadurch allein sein Ruhm in den Blättern der Geschichte des deutschen Volkes gesichert.“ Der Führer habe jedoch weit mehr getan: das Volksheer sei im Aufbau des deutschen Volkes als die Spitze des Kegels anzusehen, der von einer breiten Basis aufsteige. Das ganze nationale Leben habe, so führt der Berichterstatter aus, eine militärische Aufgabe. Die zahlenmäßige Stärke der deutschen Waffengattungen stehe an zweiter Stelle. Das Wesentliche sei die Betonung der militärischen Leistungsfähigkeit des ganzen Landes, die Kraft des ganzen gesunden Körpers, nicht die Stärke der bewaffneten Faust. Abschließend wird in dem Aufsatz jedoch nachdrücklichst betont, daß diese militärische Ertüchtigung des nationalsozialistischen Deutschlands in keiner Weise einem Kriegswillen des deutschen Volkes gleichzusetzen sei. Solari ironisiert die Behauptungen, nach denen die englischen und die französischen Rüstungen nur zu Verteidigungszwecken zu dienen hätten, während die deutsche als Bedrohung für die andern Nationen anzusehen sei. Demgegenüber habe der oft geäußerte Standpunkt der deutschen Regierung, „daß ein schwaches, entwaffnetes Deutschland eine Gefahr darstelle“, vieles für sich. Englische Luftverteidigung ohne Mannschaften. Der englische Kriegsminister Duff Cooper machte die aufsehenerregende Mitteilung, daß von der planmäßigen Zahl von 11 000 Mann, die für die Luftverteidigung des Mutterlandes gebraucht würden, noch immer nicht weniger als 7000 Mann fehlten. Keine italienischen Anleihebemühungen Die in der ausländischen Presse verbreiteten Nachrichten, wonach die Vereinigten Staaten bereit seien, Italien einen Kredit zu Kolonisationszwecken in Abessinien zu gewähren, werden an zuständiger italienischer Stelle in der entschiedensten Form in Abrede gestellt. Ebenso werden die Gerüchte bestritten, daß in London Verhandlungen zur Eröffnung einer Anleihe für Italien eingeleitet werden sollen. Alle in dieser Richtung liegenden Vermutungen werden als reine Erfindung bezeichnet.(Die Londoner Anleihegerüchte waren aufgetaucht im Zusammenhang mit einem Besuch, den der italienische Industrielle Pirelli der englischen Hauptstadt abstattete und bei dem Pirelli auch mit englischen Abgeordneten und Wirtschaftlern Fühlung nahm. Schriftleitung.) Abessinien in Zahlen Das Kaiserreich Abessinien, auf das jetzt Italien ungeteilt Anspruch erhebt, ist 1 120 400 Quadratkilo= meter groß und hat schätzungsweise 10 Millionen Einwohner, es ist also dreieinhalbmal so groß wie Italien selbst, das 310 138 Quadratkilometer mit 42 Millionen Einwohnern umfaßt. Die beiden bisherigen ostafrikanischen Kolonien Italiens die im Norden und Süden an Abessinien grenzen, umfassen zusammen 609 000 Quadratkilometer(Somaliland 490.000, Erythräg 119.000 Quadratkilometer). Diese beiden Kolonien und Abessinien, die jetzt einen zusammenhängenden Block bilden, stellen also ein Kolonialreich in Nordostafrika mit 1 729 400 Quadrat= kilometer dar. Dieses Kolonialgebiet ist demnach fast sechsmal so groß wie Italien, das außerdem noch Tripolis und die Cyrenaika(Libyen) besitzt. Der Feldzug hat sieben Monate gedauert. Die Zahl der gefallenen Italiener wird auf 2000 geschätzt. Eingesetzt waren von italienischer Seite 400000 Mann weiße und farbige Truppen und 100 000 Arbeiter. Die Kosten des Krieges für Italien dürften sich auf ein bis zwei Millarden Mark belaufen. Der Führer in Dresden dnb Dresden, 7. Mai. Der Führer stattete am Mittwoch der Stadt Dresden einen Besuch ab und unternahm in Begleitung des Reichsstatthalters und Gauleiters Mutschmann, des SA.=Gruppenführers Schepmann, der Brigadeführer Berkelmann und Schlegel und seines persönlichen Stabes auf dem Dampfer„von Hindenburg“ eine Besichtigung der Dres dener Elbwiesen und eine Fahrt ins Elbsandsteingebirge nach Schandau. Dem Führer wurden auf der Fahrt spontane Begeisterungsstürme entgegengebracht. U.„Hindenburg“ macht gute Fahrt Friedrichshafen, 7. Mai. Nachdem am Mittwoch gegen 21.30 Uhr, wie berichtet, unter den Klängen des Deutschlandliedes das Luftschiff L8„Hindenburg“ in Friedrichshafen zu seiner Nordamerikafahrt aufgestiegen war, nahm es sofort Kurs nast Nordosten. Bereits am Donnerstag morgen um.48 Uhr erreichte es Köln, nahm dann Richtung nach München-Gladbach-Rheydt und befand sich um Seite 2 Nr. 107/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 8. Mai 1936 .35 Uhr bereits über holländischem Boden. Schon .50 Uhr verließ das Luftschiff bei Vlissingen holländisches Gebiet und steuerte nunmehr mit Westkurs über die Nordsee. Es hatte bis jetzt überaus schnelle Fahrt. Um.53 Uhr MEZ. hat das Luftschiff den Leuchtturm Bishop Rock vor dem westlichen Kanalausgang mit westlichem Kurs überflogen. Nach einem Funkspruch des Kapitäns der„Europa“ hat der Schnelldampfer„Europa“ am Donnerstag mittag das Luftschiff„Hindenburg“ in größerer Entfernung passiert. Die„Europa“ befand sich um diese Zeit auf 49,15 nördlicher Breite, 15,22 westlicher Länge etwa 110 Kilometer vom Kanal entfernt. Die Ankunft des Luftschiffes wird der amerikanischen Oeffentlichkeit von dem berühmten amerikanischen Kriegsflieger und Rekordinhaber Kapitän Rickenbacker, der dem L3„Hindenburg“ eine Strecke weit entgegenfliegen wird, vom Flugzeug aus durch Rundfunkübertragung beschrieben. Englisch erste Fremdsprache Eine Anordnung des Reichserziehungsministers dnd Berlin, 7. Mai. Reichserziehungsminister Rust hat angeordnet, daß mit Beginn des Schuljahres 1937 an sämtlichen höheren Schulen— mit Ausnahme der Gymnasien für Jungen— die englische Sprache als erste Fremdsprache einzuführen ist. Das gilt auch für diejenigen Gymnasien, welche die einzigen grundständigen höheren Schulen eines Ortes sind, sowie für die Realgymnasien. Nur ausnahmsweise dürfen Alleinschulen eines Ortes als Gymnasium bestehen bleiben, wenn diese Anstalten von besonderer Bedeutung sind und wenn gegen ihre Umwandlung mit Rücksicht auf eine ehrwürdige Ueberlieferung begründete Bedenken bestehen. Generaloberst v. Falkenhausen beigesetzt dnb Görlitz, 7. Mai. Unter starker Anteilnahme der Bevölkerung erfolgte am Donnerstag die Beisetzung des Heerführers aus dem Weltkriege und früheren Gouverneurs von Belgien Generaloberst Dr. h. c. Ludwig Freiherr von Falkenhausen. Als Vertreter des Führers und Reichskanzlers und des Reichskriegsministers nahmen der Oberbefehlshaber der Gruppe III General der Infanterie von Bock, und der Kommandierende General des VllI. Armeekorps, Generalleutnant von Kleist, teil. Nach einer kurzen Andacht im Trauerhause wurde der Sarg auf einer Lafette nach der Nicolaikirche übergeführt, wo Standortpfarrer Heuser die Trauerrede hielt. Im Anschluß an die Trauerfeier in der Nicolaikirche, zu der sich auch die führenden Persönlichkeiten der Bewegung und ihrer Gliederungen eingefunden hatten, fand die Ueberführung der Leiche nach dem Krematorium statt. Als letzter Gruß der Wehrmacht donnerten drei Ehrensalven über das Grab. Für Völkerbundsreform sprach sich das englische Oberhaus aus dnb London, 7. Mai. Im englischen Oberhaus fand am Donnerstag eine Aussprache über die Frage der Völkerbundsreform statt. Der Arbeitervertreter Lord Ponsonby fragte die Regierung, ob sie dem Völkerbund eine grundsätzliche Revision des kollektiven Sicherheitssystems vorschlagen wolle. Die gegenwärtige Auffassung der kollektiven Sicherheit sei vollkommen überlebt. Sie sei weder kollektiv, noch sei sie eine Sicherheit. Der Artikel 16(Sanktionen) müsse aus den Völkerbundssatzungen entfernt werden. Bemerkenswerterweise forderte der Sprecher die Aufhebung der Sanktionsmaßnahmen, die keine seien und stellte sich damit in Widerspruch zu der Auffassung der arbeiterparteilichen Unterhausfraktion. Lord Lothian schloß sich den Einwänden des Vorredners an. Der Völkerbund sei nach seiner Ansicht nicht als Idee zusammengebrochen, zusammengebrochen sei vielmehr der in den Artikeln 10 und 16 enthaltene Grundsatz, daß die Völkerbundsmitglieder eine allgemeine automatische Verpflichtung übernehmen, jeder gewaltsamen Aenderung des Status quo durch Methoden Widerstand zu leisten, die nur durch Mittel des Krieges wirksam werden könnten. Der konservative Lord Rennell erklärte ebenfalls, daß der kollektive Sicherheitsbegriff in seiner jetzigen Form erledigt sei und daß der Völkerbund reformiert werden müsse. Das Haupthindernis, das der europäischen Einigkeit und einer Wirksamkeit des Völkerbundes im Wege stehe, sei das beinahe unüberwindbare Mißtrauen zwischen Frankreich und Deutschland. Wenn Frankreich und Deutschland auf eine Linie gebracht und das gegenseitige Vertrauen wiederhergestellt werden könnten, dann würde auch eine starke Solidarität in Europa zustande kommen, die die westliche Zivilisation und den wirtschaftlichen Wiederaufschwung bringen würde. Das englische Volk habe sich endgültig dafür entschieden, daß die vom deutschen Kanzler gemachten Vorschläge eine große Gelegenheit böten, deren Ablehnung beklagenswert sein müßte. Auch in Frankreich gebe es eine große und wachsende Zahl von Menschen, die in freundschaftlichen Beziehungen zu Deutschland leben wollten. In Deutschland sei kaum ein Mensch vorhanden, der dies nicht auch wünsche. England habe eine große Rolle als Vermittler zu spielen, es müsse versuchen, eine Versöhnung herbeizuführen. So„wirkt“ der Bolschewismus 47 Tote in Spanien in den letzten 14 Tagen dnb Madrid, 7. Mai. Am Mittwoch abend wurde im spanischen Parlament von den Rechtsparteien eine Aussprache über die Ausschreitungen der Kommune während der letzten Tage, im besonderen über den Kirchensturm in Madrid, herbeigeführt. Der monarchistische Abgeordnete Calvo Sotelo, der bereits vor vierzehn Tagen eine erschütternde Liste über die Ausschreitungen des Marxismus in Spanien bekanntgegeben hatte, ergänzte diese jetzt durch neue Angaben. Danach haben in den letzten vierzehn Tagen wieder 38 Streiks, 53 Bombenanschläge und 99 Ueberfälle stattgefunden. 52 Gebäude, zum größten Teil Kirchen, wurden niedergebrannt, 47 Personen wurden getötet, 261 Personen teils leicht, teils schwer verletzt. Calvo Sotelo forderte die Regierung auf, durch rücksichtslose Entwaffnung der Parteiorganisationen von links und rechts der Anarchie ein Ende zu bereiten. Der italienische Landwirtschaftsminister in Düsseldorf. Der italienische Landwirtschaftsminister Rossoni, der im Industriegebiet mehrere Werke besichtigte, traf am Donnerstag in Düsseldorf ein und besuchte das Institut für Eisenforschung. Der Minister fuhr dann zur Besichtigung der IG. Farben=Werke nach Leverkusen weitenDer Shtenag der Ailter Reichsminister Dr. Frick spricht am Sonntag über alle deutschen Sender Berlin, 7. Mai. Am Muttertag, dem 10. Mai, 9 Uhr vormittags, sprechen Reichsminister Dr. Frick und Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz=Klink über alle deutschen Sender. Die Ausgestaltung der Feier übernimmt der deutsche Frauenarbeitsdienst. * Die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz=Klink gibt dem kommenden Muttertag folgendes Geleitwort: „Wenn am Muttertag das deutsche Volk einen Ehrentag für die Mutter begeht, so kann der Sinn dieses Tages für uns als Nationalsozialisten nur der sein, daß die Ehrung jeder einzelnen Mutter ein ganzes Volk zurückführt zur Besinnung auf seine ureigensten Lebenskräfte, denn unser aller Mutter ist Deutschland.“ * Da das Deutsche Frauenwerk den Muttertag mit starker Betonung des Charakters eines Familienfestes vorbereitet und durchführt, ist der 10. Mai als Muttertag für alle Gliederungen und Formationen der HJ. dienstfrei. Entweder— oder Mitglieder konfessioneller Arbeiter= und Gesellenvereine können nicht Mitglieder in der DAF. sein. and München, 7. Mai. Der Pressereferent in der Adjutantur Dr. Ley teilt mit: Es besteht erneut Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Mitglieder von konfessionellen Arbeiter= und Gesellenvereinen nicht Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sein können. Wo Doppelmitgliedschaft zur DAF. in einem der obengenannten Vereine besteht, ist die Mitgliedschaft der DAF. sofort zu löschen. Begründung: Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit will die Betriebsgemeinschaft gestalten. Diese wird nicht erreicht, wenn durch konfessionelle Arbeiter= und Gesellenvereine die Betriebsgemeinschaft aufgespalten wird. Gerade die Aufspaltung nach Konfessionen ist für eine Betriebsgemeinschaft widersinnig. Eine derartige Aufspaltung muß auf die Dauer zur Zwietracht in den Betrieben führen und steht damit dem Sinn des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit sowie dem Aufbau und Sinn der DAF. entgegen. Alle Anordnungen und Meldungen von interessierter Seite, daß diese Anordnung im Verhandlungswege aufgehoben wäre oder würde, sind unwahr. Am 31. Mai Marine=Ehrenwache im Tannenberg=Denkmal anb Kiel, 7. Mai, Der Reichskriegsminister hat verfügt, daß die ständige Ehrenwache an der Gruft des Generalfeldmarschalls von Hindenburg im Tannenberg=Nationaldenkmal in Zukunft am 21. April(Tag der Luftwaffe) durch Soldaten der Luftwaffe und am 31. Mai(SkagerrakTag) durch Soldaten der Kriegsmarine gestellt wird. Am 31. Mai wird diese Ehrenwache von der 5. Marineartillerieabteilung Pillau gestellt werden. FFrankreich wird Cantikenen unterstahen Erklärung des Führers der französischen Sozialisten dnb London, 7. Mai. Unter der Ueberschrift„Frankreich wird die Sanktionen in Genf unterstützen“ veröffentlicht der„Daily Herald“ in großer Aufmachung eine Unterredung seines Sonderberichterstatters mit dem Führer der französischen Sozialisten Léon Blum. Blum erklärte in dieser Unterredung u.., daß vor allen Dingen ein Abrüstungsabkommen zustande gebracht werden müsse. Man müsse Deutschland auffordern, an der Herstellung dieses Abkommens mitzuwirken. Wenn Deutschland nicht teilnehmen wolle, dann müsse man ein Abkommen ohne Deutschland abschließen, das aber so abgefaßt sein müsse, als ob Deutschland dabei wäre. London, Moskau und Paris müßten mit den andern Völkerbundsstaaten zusammenarbeiten und die Verantwortung, die sich daraus ergebe, auf sich nehmen. Auf die Frage, was nunmehr im italienischabessinischen Streitfall geschehen müsse, antwortete Blum, es sei wesentlich, daß alles gerettet werde, was man vom internationalen Recht retten könne. Die kollektive Sicherheit und ihre Organisation hingen wesentlich von der Zusammenarbeit der beiden Demokratien Frankreich und England ab. Es würde ein Trauerspiel sein, wenn Großbritannien diese große Sache gerade in dem Augenblick aufgäbe, in dem Frankreich bereit sei, England mit aller Macht zu unterstützen. Großbritannien könne sich nach den letzten Ereignissen voll darauf verlassen, daß Frankreich eine kollektive Aktion des Völkerbundes unterstützen werde. Südafrika für fortdauernde Sanktionen Der südafrikanische Ministerpräsident, General Hertzog, hat sich im südafrikanischen Parlament für die Aufrechterhaltung der Sühnemaßnahmen,„wenn nötig, auf Jahre hinaus“, ausgesprochen, um Italien zum Nachgeben zu zwingen. Auch der bekannte Politiker und südafrikanische General Smuts, unterstützte diesen Gedanken. London erwartet italienische Initiative dnb London, 7. Mai. Außenminister Eden wird sich am Samstag oder Sonntag nach Genf begeben, um dort als Vertreter Englands an den Beratungen über den AbessinienKonflikt und die übrigen auf der Tagesordnung stehenden Fragen teilzunehmen. Es gilt als unwahrscheinlich, daß Eden auf dem Wege nach Genf in Paris haltmachen bied.g Iesu1 Reuter meldet, daß eine britische Vorsprache bei der italienischen Regierung wegen Abessiniens anscheinend nicht geplant sei. In englischen Regierungskreisen vertrete man den Standpunkt, daß der erste Schritt zur Lösung der verschiedenen schwierigen Krobleme, die durch die Besetzung von Addis Abeba entstanden seien, von Italien getan werden müsse. Sehrfühe für pennische Wehrhäftigten Von Oberst a. D. Walter Nicolai Leiter der Forschungsabteilung„Politische Kriegführung im Weltkriege“. NSK. Der Weltkrieg war der erste Abschnitt der Geschichte des neuen Deutschlands. Wollen wir aus ihm politische Geschichte lernen, so genügt nicht— wie mancher wohl glaubt— die bloße Behauptung, daß die politische Führung im Weltkrieg versagt hat. Dies haben auch die Führer der Revolution von 1918 verkündet. Diese rein negative Feststellung war nur bestimmt und geeignet, Verbitterung zu schaffen und niederzureißen. Seit 1933 aber bauen wir auf. Dafür genügt nicht zu wissen, daß es so war. Unsere Jugend muß wissen, wie es so kam. Dieses Wissen soll ihr die historische Forschung erschließen und will sie die historische Wissenschaft lehren. Auch der Kriegsausbruch 1914 fand, wie heute der Führer, ein im Bewußtsein des aufgezwungenen Verteidigungskampfes einiges und opferbereites Volk. Auf dieses gestützt, schlugen großermilitärische Führer gegen starke Uebermacht der Zahl und der Waffen siegreiche Schlachten. Fern von der Heimat wuchs verantwortliches militärisches Führertum zur Höhe des Feldherrnpaares Hindenburg—Ludendorff und das Heer zu gewaltigem, geschichtlichem, deutschem Heldentum. In der Heimat aber riß ein immer schwächer werdendes vielgestaltiges politisches Führertum das unter ungeheuren Opfern ermattende Volk, den Staat, das Heer, die ganze große Vergangenheit und alles, was sonst noch stark gewesen war in Deutschland, mit sich in den Abgrund. „Das Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt.“ Das war 1918 der Stolz der politischen Führer und der Triumph des hinter ihnen stehenden Volkes. Gemeinsam mit dem äußeren Feind hatten sie das Heer niedergerungen. Bald aber wurde der Siegesjubel der Führer gedämpft. Sie erkannten ihre politische Ohnmacht als Führer eines waffenlosen Volkes. Sie beschränkten sich auf den engen Rahmen der Reichswehr. Sie ließen der militärischen Geschichtsschreibung über den Weltkrieg weiten Vorsprung vor derjenigen über seine politischen Vorgänge und Lehren.„ Sie förderten den Irrtum des Krieges, der Krieg sei eine Sache des Heeres und sein Verlust Schuld der Führer des Heeres gewesen. Denn sie fürchteten für ihr politisches Führertum im Kriege das Richteramt der Geschichte. Wohl nahte dieses in der aus dem Geiste des Heeres aufkommenden nationalen Bewegung. Aber in sich zersplittert und nicht scharf abgegrenzt gegen die alte Gedankenwelt, fand es lange nicht die Kraft, das Richteramt zu vollziehen. Erst mit der Totalität der nationalsozialistischen Bewegung ist der Weg auch hierfür frei geworden. Das Versäumte besteht nicht darin, daß nicht über die Gesamtgeschichte des Weltkrieges oder wenigstens über einen Zeitabschnitt desselben schon abschließende Forschungen der historischen Wissenschaft vorliegen wie von den kriegsgeschichtlichen Instituten über seinen rein militärischen Verlauf. Es ist der Unterschied zwischen der allgemeinen Zeitgeschichte und der militärischen Kriegsgeschichte, daß nur die letztere bald eine abschließende Darstellung auf Grund geschichtlich einwandfreien Materials herstellen kann. Was aber für die allgemeine Geschichte geschehen konnte und nunmehr geschehen muß, ist die historische Erforschung der Frage:„Welche Lehren hat die Technik des modernen Krieges nicht nur für das Heer, sondern auch für das Volk und die politische Kriegführung gebracht, wodurch hat er den Charakter eines rein militärischen Kampfes verloren und den des„totalen Krieges" erhalten?" Denn hierauf beruht letzten Endes der Machtanspruch des„totalen Volksstaates" und auf diesem wiederum allein jene Einheitlichkeit zwischen Führer, Volk und Heer, die im Weltkrieg fehlte, was zum Verlust des Krieges für Deutschland führte und wodurch auch im friedlichen Kampf allein der Erfolg gewährleistet ist. Die Frage nach der politischen Kriegführung im Weltkrieg hat schon ihren Niederschlag gefunden in einer umfangreichen Literatur. Stoff zur Beantwortung ruht reichlich in zahlreichen Akten. Viele besitzen aus eigenem Erleben darüber Erfahrung und Urteil. Aber es fehlt an einer Verarbeitung, welche den räumlich zersplitterten Stoff einheitlich erfaßt, welche den Streit der Einzelmeinungen durch eine auf unwidersprechlicher historischer Forschung beruhende Feststellung abschließt und damit Lehrsätze aufstellt für die seelische und politische Wehrhaftigkeit unseres Volkes. Schon dieses Zeitproblem der politischen Kriegführung reicht so ungeheuer weit, ist so vielseitig und vielgestaltig, daß es weder allein vom Standpunkt des Soldaten, noch des Politikers oder des Wirtschafters zu erkennen, sondern nur aus der Höhe geschichtswissenschaftlicher Forschung und Darstellung zu lösen ist. Wenn im Rahmen des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands mir die Leitung der schungsabteilung über die politische Führung im Weltkrieg übertragen wurde, weil ich als Chef des Nachrichtendienstes die politische Kriegführung des Feindbundes an der Seite der militärischen Führer erkannte und sie als Chef der Abwehr in Heimat und Heer zu bekämpfen hatte, weil ich ferner als Leiter der Presse und Propaganda im Rahmen der Obersten leitung selbst verantwortlich mit Aufgaben der politischen Kriegführung betraut war und mit ihnen vertraut bin, so stehe ich zuallererst in Pflichtgefühl und Verantwortungsbewußtsein vor der zu lösenden Aufgabe. Ich weiß auch, welche anderen Stellen und Personen sonst über Sachkenntnis und Erfahrung verfügen und welches Aktenmaterial der historischen Forschung erschlossen werden muß. Wenn die Forschungsabteilung im Fortgang ihrer Arbeit sich daher an diese Stellen wendet, so rechne ich auf das gleiche Pflichtgefühl gegen die gemeinsam zu lösende Aufgabe, auch wenn diese Stellen oder Personen in der Vergangenheit vielleicht im anderen Lager standen. Ich weiß, daß auch das was die Oberste Heeresleitung, notgedrungen auf das Gebiet der militärischen Kriegführung beschränkt, in der politischen Kriegführung hätte vollbringen sollen der historischen Prüfung unterliegt. Nicht um der Kritu willen, sondern zur Lehre für kommende Zeiten und Geschlechter! Für alle Beteiligten gilt heute auch hier der Grundsatz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Der Präsident des Reichsinstituts hat schon ausgesprochen, daß die Arbeit vor konjunkturbedingter Popularisierung der Wissenschaft geschützt sein wird. Vom Kleinen zum Großen zurückschreitend, wird die historische Prüfung der politischen Führung im Kriege letzten Endes diese Frage zur Lehre von der soldatischen Führung im Frieden, d. h. von dem Feldherrnturm des Führers des Volkes und von der nicht schlachten= oder kriegs=, sondern schicksalsentscheidenden unbedingten Gefolgschaft und Treue des Volkes zu seinem Führer umgestalten. Kleine Entente revisionsfeindlich nach wie vor.— Gegen die Rückkehr der Habsburger. dnb Belgrad, 7. Mai. Die am Mittwoch eröffnete Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente(Jugoslawien, Rumänien, Tschechslowakei) wurde am Donnerstag abend abgeschlossen. In einer amtlichen Mitteilung heißt es daß sich die Kleine Entente mit der größten Entschiedenheit gegen eine Aenderung des jetzigen Zustandes“ in Zentraleuropa wende. Sie widersetze sich daher auch einer Aenderung der Grenzen ebenso wie der Rückkehr der Habsburger Dynastie, die unvermeidlich den schwersten Konflikt im Donaubecken hervorrufen würde. Im Solde Noskaus Feststellung eines griechischen Gerichts dnb Athen, 7. Mai. Die Abendzeitung„Hestia“ hat die Behauptung aufjestellt, daß die Kommunisten von Moskau finanziell abjängig seien und die Weisungen Moskaus zwecks Irreführung der Volksmassen befolgten. Wegen dieser Behauptung wurde von den Kommunisten vor einem Athener Gericht gegen die Zeitung Klage erhoben. Die kommunistischen Kläger waren in der Verhandlung mit drei Rechtsanwälten und acht Zeugen erschienen, während die beklagte Zeitung sich durch einen Anwalt vertreten ließ und einen Zeugen stellte. Das Gericht sprach die Zeitung„Hestia“ mit der Begründung frei, es sei auf Grund der Zeugenaussagen erwiesen, daß die Kommunisten mit fremdem Geld zum Sturz der gesetzlichen Regierung aufforderten. Die Kläger wurden zur Tragung der Kosten verurteilt. 60000 RM. für Anterredung mit dem Negus dnb London, 7. Mal. Der britische Kreuzer„Enterprise“, auf dem sich der Kaiser von Abessinien befindet, traf am Donnerstag früh in Suez ein. Dem Kriegsschiff wurde der sofortige Eintritt in den Kanal gestattet. Besucher wurden nicht an Bord gelassen. Der Kaiser von Abessinien wird am Freitag im Sonderzuge, von Haifa kommend, in Jerusalem erwartet. Nach einer Meldung aus Haifa wird der Negus bei seiner Ankunft in Haifa am Freitag vormittag von einer britischen Ehrenwache empfangen werden. Der Negus passierte am Donnerstag den Suezkanal. In Suez versuchte die Presse vergeblich, eine Unterredung mit dem Negus zu bekommen. Ein englischer Journalist hatte sogar aus London telegraphiert, daß er für eine Unterredung 5000 Pfund(über 60 000 RM.) biete. Aber auch dieses Angebot wurde abgelehnt Ein schlechter Scherz Die Sowjetfahne auf dem obersten Bundesgericht in Washington anb Washington, 7. Mai. Den Einwohnern der amerikanischen Bundeshauptstadt Washington bot sich am Donnerstag morgen ein ungewöhnlicher Anblick. Eine riesige rote Kommunistenflagge mit Hammer und Sichel flatterte über dem neuen Marmorgebäude des obersten Bundesgerichts. Erst nach eineinhalbstündiger angestrengter Arbeit gelang es der Polizei und der Bundesgerichtswache, die Fähnr von dem 25 Meter hohen Mast, an dem sie fest verknotet war, herunterzuholen. Am Fuße des Fahnenmastes fand die Polizei eine Nummer des„Lampoon“, Witzblattes der Harvard=Universität, die einen Artikel mit der Ueberschrift„Nieder mit dem Kapitalismus enthielt. Die Polizei nimmt an, daß es sich um einen schlechten Scherz eines Harvard=Studenten handelt. Kurz=Nachrichten Der König der Belgier empfängt den deutschen Gesandten. Der König der Belgier empfing am Donnerstag mittag den neuernannten deutschen Gesandten Herbert Freiherr von Richthofen in feierlicher Audienz zur Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens. Darauf legte Gesandter von Richthofen am Grabe de Unbekannten Soldaten einen prächtigen, mit der Halenkreuzschleife geschmückten Kranz nieder. Der frühere französische Minister Dalimier 7. Alter von 61 Jahren ist der frühere französische M nister Dalimier nach langer Krankheit gestorben. Konservative Niederlage bei einer Unterhaus g. wahl. Bei einer Nachwahl im englischen Kreise ham erzielte der Kandidat der oppositionellen Arbei partei mit einer Mehrheit von 100 Stimmen es knappen Sieg über den konservativen Gegenkandidatzs, Der Wahlkreis war im Unterhaus bisher von konservativen Partei vertreten. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs treier: Hans Schulte. Verantwortl. s. Volil: Rud. B Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Peddingoa Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterbalt! Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Sch'pzhrf: Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flege!,„ämusich Hans Hornderg, Auzeigen: Kur: Hscgg“'paupt, in Bochum. Berliner Schriftleitungi.Fgrfgpörst 0340. Berlin=Karlshorft, Dönhoffstraße 19, Ang, mt“““ HerlinBerliner Anzeigenvertretung: F. W. Charlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf C 1 Steizzn 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlzz., Flssle' Fr. Bochum, Ruf 67551, 52 53.— Zur Zeit!st Psgggg Sprechgültig, Nachlaßstaffel B.— DA IV. 36 über Izzmachs und stunden der Schriftleitung wochentags, außer Mittwew= in Samstags, von 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte sendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Ruchh“ Die heutige Nummer umfaßt 10 3 Nr. 107" Bochumer Anzeiger„ Freitag, 8. Mai 1936 Bochumer Nachrichten Große Welt der kleinen Leute Der irmenische Minkstererfach n. Baz. in Böcham Rc.-Anüiberr. Ein Freilichtzirkus hat sich an der Kohlenstraße aufgebaut Wir sind die„Großen“—, denn würdevoll sieht man uns nur zum Theater gehn. Wir sitzen im Kino:„Das ist ja toll! Ein Schmarr’!“— so geben wir laut zu verstehn. Wir hocken mit Haltung im Kammerkonzert, wir lesen, beurteilen schnell schon das Buch, wir gucken und sagen dann, was alles wert, und sprechen weise wohl von„Betrug". Die Kinder, das sind die kleinen Leut', die verstehen das Große noch nicht. Wie das im Märchen, im Kino sich freut, an Straßenmusik, wie am schönsten Gedicht! Ein Brennpunkt aber der Kinderwelt bleibt immer das Grün der Zirkuswagen, ob Freiluftarene, ob Riesenzelt, von beiden kann man sie niemals verjagen. Merkwürdig: ein Kreis und Sitze auf Kisten... nichts kann heut' die Großen“ so glücklich machen wie bei den fahrenden Artisten — damals ein Clown mit seinem Lachen. P. Motorradfahrer gegen Omnibus Die Verkehrsunfälle reißen nicht ab. Am Mittwoch wurde ein Omnibus auf der Dorstener Straße von einem Motorradfahrer angefahren. Der Motorradfahrer und seine Soziusfahrerin wurden verletzt. Auf Anordnung des hinzugezogenen Arztes wurde die Soziusfahrerin dem Augusta=Krankenhaus zugeführt. Der Motorradfahrer konnte seine Fahrt fortsetzen. Der Führer des Omnibusses fuhr weiter, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Am gleichen Tage wurde auf der Alleestraße ein Fußgänger von einem Personenkraftwagen angefahren und verletzt. Nach Anlegung eines Notverbandes begab sich der Verletzte zum Augusta=Krankenhaus. Auf der Querenburger Straße Ecke Wasserstraße stießen am 6. Mai zwei Personenkraftwagen zusammen. Der Führer eines Wagens wurde leicht verletzt, sein Wagen mußte abgeschleppt werden. Zum Abschluß seiner Deutschlandreise stattete der italienische Landwirtschaftsminister am Donnerstag vormittag in Bochum der Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront einen Besuch ab, um an Ort und Stelle zu sehen, wie diese große Organisation den deutschen schafsenden Menschen in Betrieben an seiner Arbeitsstätte betreut, wie sie für ihn durch die RS=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ den Feierabend gestaltet. Gaüwalter Parteigenosse Ernst Stein übernahm die Führung durch die einzelnen Abteilungen und gab die entsprechenden Erklärungen. Die lange Unterhaltung, die der Minister über die Aufgabengebiete der einzelnen Abteilungen führte, bezeugte das große Interesse. das der Gast an diesen sozialen Einrichtungen fand. Auch die Einrichtung der Reichsbetriebsgemeinschaft „Bergbau“ wurde eingehend besprochen, die einzelnen Abteilungen wurden besucht. Der Minister ließ sich eingehend über die Betreuung der Arbeiterschaft durch die Deutsche Arbeitsfront unterrichten. Der italienische Landwirtschaftsminister war von den Erklärungen über die Deutsche Arbeitsfront stark beeindruckt und sprach seine Anerkennung darüber aus, in welch umfassender Weise auf jedem Gebiet die DAF für den deutschen Arbeiter sorgt. Auch die Ausgestaltung der Arbeitsräume fand seine Anerkennung. Zum Abschluß seines Besuches überreichte ihm der Gauwalter Parteigenosse Ernst Stein zum Andenken an seinen Aufenthalt im Lande der Zechen und Gruben eine Grubenlampe, die er mit freudigem Dank entgegennahm. Daß der italienische Landwirtschaftsminister der Einladung des Gauwalters Ernst Stein Folge leistete stellt der Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront WestfalenSüd das beste Zeugnis aus, es bedeutet immerhin eine Anerkennung für die vorbildliche und tatkräftige Arbeit, die in unserem Gau geleistet wird. Gauwalter Stein erläutert dem Minister an Hand eines Lageplanes die geographische Lage des Gaues Westfalen=Süd. Links Gauwalter Ernst Stein, in der Mitte Generalkonsul Scarpa, rechts Minister Rossoni. Neben ihm stehend rechts der Reichsleiter der NSBO. Dr. Hupfauer, links von diesem Dohmann, der Leiter des Büros des Gauwalters.„ ..-Muthherr Eine hübsche Szene vom Abschied des Ministers Rossont von Bochum. An der Wittener Straße ist Gauwalter Stein ausgestiegen und hat rasch noch ein paar Postkarten mit Bochumer Ansichten aus einem Schreibwarengeschäft geholt. Hier überreicht er dem Minister die kleinen Andenken DAF.-Müller Gauwalter Stein überreicht Minister Rossoni zum Andenken an den Besuch im Lande der Zechen und Gruben eine Grubenlampe Kahtle und Rinder nn Sonnengehieger Die dickbäuchigen Kähne schaukeln wieder im Licht auf den silbrigen Wellen des großen Stadtparkteiches Waren Sie gestern auch im Stadtpark? Oder vorern? Vielleicht an irgendeinem Tage dieser leuchblauen Woche?— Dann haben Sie diese Bilder, wir hier oben zeigen, bestimmt auch gesehen. Wenn 9, dann bummeln Sie heute oder Sonntag mal ruhig in Bochumer Stausee... hinterm Tierpark links ab, wissen jal Kinder und Kähne, Sonne und Wasser den Sie dort in lichtglitzernder Fröhlichkeii zum schen, daß nun endlich, endlich der Mai gekommen. Aber ich muß nun gestehen, daß ich kein Dichter *, der jetzt sogleich mit„Flieder und Schwäne“ auf antwortet, ich muß etwas anderes „Mai und Kähne" erzählen. Ich kann mir leider nicht helfen, Vrgez, Begagie Kähne sehe, ja wenn ich nur das höre, muß ich an meine Tanzstunde denken. Seit jener geschichtlichen Stunde, als mich mein größerer Bruder von dem Hauptast eines fremden Birnoaumes herab geradewegs in die auf mütterliche Anordnung aufzusuchende Anstandsschule holte, verbinde ich ein großes Erlebnis mit dem Worte„Kahn“ Jeder Mensch weiß, daß eine Tanzstunde nur Wert und schon klettert die Bochumer Jugend, kaum aus der Schule gekommen, in auf den Ruderbänken herum" phot...-Muthherr. an der Seite einer holden Fee durch den Frühling durch eine Flamme erhält. Meine hieß Erika. Mit besagter Tanzstundenflamme also stand ich einst träumerisch an einem Teiche auf dem sich leuchtend grüne und weiße Kähne schaukelten. Da ich bis zu diesem Tage aber meiner Angebeteten gegenüber nur acht, höchstens aber zehn Sätze herausgebracht hatte beschloß ich, die Unterhaltung noch mehr zu beleben. Sie hatte sich bis dahin auf inniges Lächeln verzweifeltes Händedrehn und kesses Aussehen" beschränkt.(Im Vertrauen eine Frage: Haben Sie immer gewußt, wohin Sie Ihre Hände tun sollten, wenn Sie zum ersten Male schritten?) Ich sprach also voller Versonnenheit(Frühling, Sonne, Wasser, blauer Himmel, Mädchen, 15 Jahre...): „Fräulein Erika. möchten Sie wohl ein Kahn sein und so in der grünen Dämmerung dahinschaukeln?“ Antwort: „Ach nee! Immer so mit'm Bauch aufs kalte Wasser.— Aus, alles aus. Am nächsten Tage kletterte ich wieder auf einen Birnbaum. Einen hohen, dicken, fremden Birnbaum. E. Seite 4 Nr. 107 7 Bochumer Anzeiger„ Freitag, 8. Mai 1936 Iin Museam unserei=Ponzei die kriminalistische Lehrmittelsammlung im Polizeipräsidium zeigt Wir leben in einem Rechtsstaat. In ihm fällt der Schutz der staatlichen und gesetzlichen Ordnung in ganz besonderem Maße der Polizei zu als berufenem Hüter des gesellschaftlichen und völkischen Zusammenlebens. Die heutige Polizei ist für die ihr gestellten Aufgaben ganz anders geschult als es noch die Polizei im vorigen Jahrhundert war; es stehen ihr auch ganz andere Mittel zur Aus= und Fortbildung zur Verfügung. Als ein solches Mittel darf auch die kriminalistische Lehrmittelsammlung im Polizeipräsidium an der Uhlandstraße angesehen werden, an deren Vervollständigung fortgesetzt gearbeitet wird. Sie hat vornehmlich den Zweck, den Kriminal= beamten zu belehren und ihn zu schulen für den Kampf mit all jenen Elementen, die als Schädlinge des Volkes und des Staates anzusehen sind. Ein Gang durch die Sammlung läßt erkennen, wie umfangreich das Aufgabengebiet der Kriminalpolizei ist. Wie sich das Gewohnheitsverbrechertum spezialisierte, so muß auch die es bekämpfende Kriminalpolizei Beamte für bestimmte Gebiete besonders geeignet machen.(Gelegenheitsverbrecher scheiden bei dieser Betrachtung aus.) Diesen Berufsverbrechern, die planmäßig und zielbewußt von einem Verbrechen zum anderen schreiten, das Handwerk zu legen, möglichst Verbrechen zu verhüten durch scharfe Beobachtung aller kriminell veranlagten Elemente, das ist die wichtigste und schwerste Aufgabe der Kriminalpolizei. Das Verbrechertum wird in Klassen eingeteilt und dementsprechend auch die Polizei organisiert. Da gibt es eine Mordkommission, ein Betrugsdezernat, ein Einbrecher= und Diebesdezernat, ein Betrugs= und Fälscherdezernat, ein Sittlichkeitsdezernat usw. Um den Kampf gegen das oft international organisierte Untermenschentum wirksam zu gestalten, ist für Preußen ein Landeskriminalamt errichtet, das zum Reichskriminalamt erweitert werden soll. Wie die Organisation sich dann von den Landeskriminalstellen(eine solche befindet sich auch in Bochum im Polizeipräsidium und umfaßt außer dessen Bezirk noch den Ennepe=Ruhr=Kreis) bis in die einzelnen unteren Dienststellen verästelt, ist an Plänen und Skizzen veranschaulicht. Ein düsteres Bild gewährt das Lehrzimmer, in dem die Verbrechen gegen das Leben dargestellt sind. Man wird an grausige Mordtaten erinnert, sieht Abgüsse von Schädeln Erschlagener, Erschossener, Photographien von gewaltsam erwürgten und erstochenen Menschen. Dazu die zu den Verbrechen benutzten Mordwaffen. Und dann die Liste derer, die freiwillig aus dem Leben schieden: 88 Selbstmorde im Jahre 1935, von denen 67 auf Männer und 21 auf Frauen entfallen. 46 Personen haben sich erhängt, 7 erschossen, 7 ertränkt, andere haben sich überfahren lassen oder auf andere Weise sich das Leben genommen. Wahrlich eine düstere Statistik! Erschreckend auch die Tatsache, daß im Jahre 1935 im Bereich des Polizeipräsidiums Bochum 2315 Verkehrsunfälle sich ereigneten, bei denen 52 Menschenleben vernichtet und eine hohe Zahl verletzt wurden. Schwere Jungens und pfiffige Spitzbuben machen der Kriminalpolizei viel zu schaffen. Sie erfinden immer neue Tricks und neue Diebshandwerkszeuge, so daß die Beamten, die diese„Langfinger" zu bekämpfen haben, sich vor immer neue Aufgaben gestellt sehen. Man staunt, mit wie naiven Mitteln Anfänger“ arbeiten, und noch mehr, mit welchem Raffinement gewiegte Verbrecher vorgehen. Die Sammlung von Diebswerkzeug aller Art gibt Fingerzeige. Daß sich Spitzbuben und Erpresser mitunter auch der Hilfe von abgerichteten Tieren bedienen, beweist die ausgestopfte Taube, die ein Bursche aus Sommerwetter! Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr. Die Gesamtwetterlage hat noch keine Aenderung erfahren. In den absinkenden Luftmassen des Hochdruckgebietes wird bei der geringen Bewölkung eine dauernde Einstrahlung ermöglicht, durch die die hohen Temperaturen hervorgerufen werden. Es treten vereinzelt örtliche Gewitter auf. Die Wetterlage wird im ganzen erhalten bleiben, nur wird die Gewitterneigung bei der anhaltenden Wärme noch vergrößert werden. Aussichten für Freitag: In den Morgenstunden meist stark dunstig, besonders im Industriebezirk, bei Tagestemperaturen um 18 bis 20 Grad, örtliche Gewittertätigkeit, frische Ost= bis Nordostwinde. — Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Keine wesentliche Aenderung, warm, Gewitterneigung. Donnerstag, 7. Mai Barometer24 Uhr: 658 Thermometer 34 Uhri 414 S Zeiten für Sonne und Mond am 8. Mai: (DAufg..37, Unterg. 20.08; C Aufg. 22.36, Unterg..15 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags ∆ 0 Essen... Käbler Asten Brocken Hamburg Berlin... München.. Zugspitze. Relsche 2h 756.9 672.6 673.2 771.0 599 755,1 523/8 Rich u. Stärke RO) 3 #O 7 ÖNÖ 5 NO 5 ONO •2 N 1 S Jur E 13 2 Base beiter, Dunst Nebel Nebel bedeckt, Dunst heiter, Dunst wolkig, Hunst dalb bedeckt 2. Bezirk Bochumer Krieger= und Landwehrkamerad= schaft. Am Samstag, 9. Mai, 20 Uhr, Bezirksappell bei Hahnefeld, Hermannshöhe. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Anschließend gemütliches Beisammensein mit Damen. 2. und 3. Bezirk, Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft. Sonntag, 10. Mai, ab 9 Uhr vorm., Uebungsschießen auf Schießstand Thiemannshof. Laer zu einem Erpressungsversuch gegen eine Landwirtin in Altenbochum benutzte. Wie es gelang, den Gauner dadurch zu ermitteln, daß die Taube von Flugzeugen verfolgt wurde, ist seinerzeit im„B..“ eingehend geschildert worden. Dieser Bericht ist in die Presse der ganzen Welt übergegangen. Ein„biederer" Invalide aus Gerthe hatte sich einen Iltis abgerichtet zum Geflügelstehlen, ein anderer Spitzbube einen Hund zum Entenstehlen. Aber mögen die Spitzbuben noch so gerissen sein, in den allermeisten Fällen gehen sie doch früher oder später der Polizei ins Garn und lange Freiheitsstrafen blühen ihnen. Es lohnt sich nicht, Verbrechen zu begehen! Das mögen sich auch die Geldschrankknacker merken, deren„Arbeit" im Lehrsaal vorgeführt wird. Den Einbrechern, die Wohnungen, Keller und Böden plündern, könnte viel mehr begegnet werden, wenn die Hausbewohner es sich angelegen sein ließen, bessere Schlösser und Sicherheitsketten anzulegen. Wie primitiv sind meistens die Vorhängeschlösser an Kellern und Bodenräumen. Geradezu sträflicher Leichtsinn. Interesse erwecken auch die Methoden der Wilddiebe, Vogelsteller und Fischräuber. Reich ist die Sammlung von Geräten, die sie brauchen. Die Betrüger und Fälscher werden scharf unter die Lupe genommen. Die mit gezinkten Karten Falschspielerei betreiben werden bald erkannt. Warenfälschungen, Gewichtsfälschungen hat der geschulte Beamte bald heraus. Gerissene Verbrecher suchen ihr Aussehen durch Perücken oder andere Machenschaften zu verändern, doch ihnen wenig, da gewisse Merkmale doch bleiben. Man traue fremden Menschen, die einem verdächtig vorkommen, nicht, sondern merke sich ihre Person genau, um erforderlichenfalls der Polizei eine richtige Beschreibung geben zu können. Gut wird es auch sein, von Schmucksachen und Kostbarkeiten sich eine Filmaufnahme zu machen und ein Verzeichnis anzulegen, das erleichtert die Wiederherbeischaffung, falls sie gestohlen wurden! Den Falschmünzern paßt man besonders scharf auf die Finger. Da gibt es solche, die Hartgeld prägen; der Guß hat immer irgendeinen Fehler. Schlimmer sind die Hersteller von Papiergeld. Unsere Leser entsinnen sich noch eines aus Kiel stammenden, zuletzt in Chemnitz wohnenden Ingenieurs Lawerenz, der Tausendmarkscheine äußerst geschickt nachgemacht hatte, daß sie selbst bei der Post und bei der Bank nicht als falsch erkannt wurden. Er bediente sich der Hilfe von Frauen, um sie auf den Namen bekannter Personen an sein Postscheckkonto überweisen zu lassen. Eine Frau H. K. aus Chemnitz gab in Bochum fünf, in Bochum=Langendreer fünf und in zwanzig Tausenomarrscheine auf, wurde Stadttheater: 20 Uhr: Zahlende Gäste. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der Kosak und die Nachtigall. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Nur ein Komödiant. Capitol: ab 15.40 Uhr: Lockenköpschen. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Das leuchtende Ziel. Hammer Lichtspiele: ab 15.30 Uhr: Die ganze Welt dreht sich um Liebe. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Im Trommelfeuer der Westfront. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Du kannst nicht treu sein. Odeon: ab 15.30 Uhr: Der Kurter des Zaren. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Der Kurter des Zaren. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Unter salschem Verdacht. Café Suchs=Grünewald. Dortmund zwanzig Tausendmarkscheine auf, aber bald durch unsere Kriminalpolizei ermittelt. Es gelang, den ganzen Schwindel restlos aufzudecken und die Reichsbank vor Schaden zu bewahren. Auch bei uns hat es Falschmünzer gegeben, die Fünf=, Zwanzig ant und Fünfzigmarkscheine fälschten; sie kamen aber bald St ins Gefängnis.. Far Schadenverhutung. Zeichnungen und Photographien veranschaulichen Schäden, die durch Brände entstanden und bei denen oft auch Menschenleben vernichtet werden. Also: Vorsicht! Kinder sollen nicht an Streichhölzer kommen. In Wäldern ist kein Feuer anzuzünden! Was es sonst noch zu sehen gibt in der Lehrmittelsammlung? Material zur Spursicherung von Tätern, Blutspurfeststellungen, Organisation der Verbrecherverfolgung, die Anwendung der Daktyloskopie, Fesselungsgegenstände, eine Sammlung politischer Kampfmittel, eine Wiedergabe von Bettlerzinken, Gaunerliteratur usw. usw. In einem besonderen Raume ist die Sittlichkeitsabteilung untergebracht. Laßt uns schweigen von dieser Darstellung menschlicher Verirrungen! Hat man die Sammlung verlassen, dann hat man einen schwachen Begriff bekommen von dem, welche Anforderungen an unsere Kriminalpolizei gestellt werden, die berufen ist, Leben und Eigentum, Ordnung und Gesetz zu schützen. Und wir erkennen die Pflicht eines jeden Volksgenossen, unsere Polizei in jeder Hinsicht in ihrer segensreichen Tätigkeit zu unterstützen! ap Sonntagsrückfahrkarten nach Bochum Am 19. Mai 1986 findet in Bochum die diesjährige Arbeitstagung des„Roten Kreuzes, vaterländischen Frauenvereins der Provinz Westfalen", statt. Die Reichsbahn wird aus diesem Anlaß Sonntags= oder Blanko=Sonntagskarten von den Bahnhöfen der Provinz Westfalen bis auf eine Höchstentfernung von 100 Kilometer nach Bochum ausgeben. Diese Karten gelten vom 19. Mai, 0 Uhr, bis 20. Mai, 6 Uhr (Beendigung der Rückreise)....., 818 Vom 2. bis 7. Juni 1936 veranstaltet die Stadt Detmold unter der Schirmherrschaft von Frau Winifred Wagner und Reichsstatthalter Dr. Alfred Meyer die zweite Richard=Wagner=Festwoche. Aus diesem Anlaß wird die Reichsbahn Sonntags= oder BlankoSonntagskarten auf eine Höchstentfernung von 150 Kilometer nach Detmold gegen Vorzeigung der Eintrittskarten ausgeben. Die Sonntagskarten gelten durchgehend vom 2. Juni, 0 Uhr, bis 8. Juni, 12 Uhr(Antritt der Rückreise. Sternwanderung Die Abteilung Groß=Bochum des Sauerländischen Gebirgsvereins hielt in der„Uhle“ wieder einen ihrer beliebten, gemütvollen Heimabende ah. Er stand unter dem Motto:„Hinaus in die Ferne.“ Bezirksdietwart Schebstadt hatte dafür wieder eine recht unterhaltende Vortragsfolge aufgestellt. Unter Leitung ihres wackeren Dirigenten Berges spielte die Musikgruppe neue, recht eingängige Wanderlieder, die im kommenden Sommer Gemeingut der Wanderer werden sollen. Wanderfreund Schäfer sang mit guter Einfühlung Lönssche Heidelieder zur Laute. Franz Fromme trug durch humoristische Gaben zur Hebung der Laune bei. Bezirksführer Meyer machte Mitteilung über die am 17. Mai stattfindende Bezirks=Sternwanderung, an der sich die Bezirke Groß=Bochum, Unterruhr, Emscher=Lippe und Hattingen beteiligen Bochum wird mit der Musikgruppe und der Singschaantreten. Die Abfahrt mit der Straßenbahn nac Stiepel erfolgt morgens um 7 Uhr vom Handelshaf aus. Die Wanderung, an der auch Gäste teilnehmen können, geht, von Stiepel aus durch das Ruhrtal. Hammertal über Bredenscheid nach Hattingen, wo sich die wandernden Gruppen in den Nachmittagsstunden im Saalbau am Weiltor zu einer gemütlichen Veranstaltung treffen.— Die Jahreshauptversammlur und das Gebirgsfest des Sauerländischen Gebirgavereins finden am 6. und 7. Juni in Wetter statt. Abteilung Groß=Bochum wird sich in stattlicher teiligen.— Abteilungsführer Döring gab bekannt. te Sonderzug des SGV. mit 60pro, daß der erste zentiger Fahrpreisermäßigung am 28. Juni nach Fredeburg fährt. Auch zu dieser Fahrt sind Nichtmitglieder als Gäste willkommen.— Bei der Herstellung eines neuen Kurzfilms über die Naturschönheiten Bochums will die Stadtverwaltung auch den Sauer, ländischen Gebirgsverein zur Mitarbeit heranziehen. Appell der Frontsoldaten im Schützenhof Samstag, 9. Mai, abends 8 Uhr, spricht, wie bereits im„B.“=mitgeteilt, Staatsminister a. D. Pg. Spangemacher(Hannover), einer der ältesten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, über das Themat „Frontsoldaten marschieren!" Alle Frontkämpfer des Weltkrieges sind zu dieser Kundgebung herzlich eingeladen! In einer Stunde der Erhebung und des inneren Friedens sollen sie sich verbunden fühlen mit ihren Kameraden in dem nationalsozialistischen Frontkämpferbund der RSKOB. Die Kundgebung soll der Oeffentlichkeit zeigen, daß sich die Kriegsopfer Bochums mit allen Fontkameraden einig sind in dem Willen, den Kameradschaftsgeist der Front auch in der Gegenwart in die Tat umzusetzen, Für alle Mitglieder der RSKOV. ist die Teilnahme selbstverständliche Pflicht. Die Ortsgruppen stehen mit allen marschfähigen Kameraden um 18.45 Uhr in der Fürstenstraße bereit zum Werbemarsch durch die Stadt zum Schützenhof. Abmarsch 19 Uhr. Beginn der Kundgebung 20 Uhr. Eintritt frei. Staatliches Gymnasium und Realgymnasium zu Bochum. Durch Erlaß des Herrn Oberpräsidenten, Abteilung für höheres Schulwesen, in Münster vom 29. April 1936 wurde mit Wirkung vom 1. Mai 1936 Studienrat Edmund Günther in gleicher Amtseigenschaft an das Staatliche Gymnasium in Paderborn versetzt. Studienrat Günther hat während seiner 16jährigen Tätigkeit an der Doppelanstalt nicht nur als Lehrer der alten Sprachen mit gutem Erfolg gewirkt, sondern es auch verstanden, die Wertschätzung und Achtung seiner Mitarbeiter und die Zuneigung seiner Schüler zu gewinnen. Die am 1. April 1936 an der Anstalt neu eingerichtete k w. Studienratsstelle ist dem mit Bestallung vom 19. März 1936 zum Studienrat im preußischen Landesdienst ernannten Studienassessor Hans Anton Fischer vom Städtischen Realgymnasium in Castrop=Rauxel übertragen worden. Durch Erlaß vom 30. April 1936 ist die Verwaltung der durch Versetzung des Studienrats Günther frei gewordenen Studienratsstelle dem Studienassessor Walter Jung vom Gymnasium in Gütersloh übertragen worden. Steueranmahnung. Das Finanzamt Bochum erläßt im Anzeigenteil eine öffentliche Mahnung, auf die hiermit hingewiesen sei. Wosichthaug drs Talortes Am 4. Tage des Prozesses gegen Wreschinsti— Die Sachverständigen sagen:„Anglücksfall ausgeschlossen“.— Eine Gegenüberstellung— Auf den Spuren der grausigen Mordtat Das Schwurgericht setzte die Verhandlung in der Mordsache Wreschinski am Donnerstag fort. Zunächst wurden auf Veranlassung des Gerichts die Sachverständigen über die Frage noch besonders gehört, ob sich aus der Art der Verletzungen, die der getötete Martin Gipper erlitt, schließen lasse, daß unter Umständen ein Unglücksfall vorliegen könne. Die Sachverständigen verneinten eine solche Möglichkeit durchaus. Für eine Anzahl leichter Schrammen, die der Körper aufwies, lasse sich natürlich die Ursache nicht erkennen. Die schweren Schädelzertrümmerungen, die den Tod herbeiführten, könnten nicht durch einen unbemerkt gebliebenen Unfall verursacht sein. Eine solche Annahme müsse als völlig ausgeschlossen angesehen werden. In der Donnerstagssitzung mußte sich der Kriminalbeamte, der damals an der Gegenüberstellung in den blauen Kleidern des Angeklagten teilnahm, als der Hauptbelastungszeuge Langenbruch aus einer Reihe von Menschen den Mann heraussuchen sollte, dem er kurz vor der Zeit im Gespräch mit Gipper in der Waschkaue begegnete, genau so bekleiden, wie er es getan hatte. Das geschah, um den Grad der Aehnlichkeit mit Wr. festzustellen, die verblüffend schien. Man hatte auch diesmal wieder einen starken Eindruck. Trotz dieser Aehnlichkeit war Langenbruch aber durchaus nicht auf den verkleideten Polizeibeamten zugegangen, sondern auf Wreschinski. Er will ihn ja auch viel weniger an der Kleidung als an seinen Gesichtszügen bestimmt wiedererkennen. Bekanntlich erhebt der Angeklagte den Einwand, daß man ihn besonders kenntlich gemacht habe. Es war aber doch ein durchaus ernster und verantwortungsvoller Versuch zur Wahrheitsermittelung. Gegen Mittag begaben sich das Gericht, die Staatsanwaltschaft, die Sachverständigen und die Zeugen auf das Gelände des Bochumer Vereins zur Ortsbesichtigung, die mehrere Stunden in Anspruch nahm. Man schritt den Weg ab, den Gipper von der Arbeitsstelle aus zur Waschkaue hat nehmen müssen, als er in der Nacht des Unheils für einen anderen das Kaffeewasser aufschütten sollte. Man durchschritt den Preßbau, die Reparaturwerkstatt, die alte, zum Teil dem Abbruch verfallene Modellhalle, wo das Verbrechen geschah, und überzeugte sich auch davon, daß man draußen durch die Fenster sehr wohl beobachten kann, was in der Waschkaue vor sich geht. Auch an andern Stellen des Werkes wurden die Ergebnisse der Beweisaufnahme nachgeprüft, dabei griff der Angeklagte mehrfach sehr lebhaft in die Erörterungen ein und machte Einwendungen. Es wurde festgestellt, daß die Waschkaue gegenüber der Reparaturwerkstatt sehr oft von der„Kolonne Mönninghoff“ aufgesucht wurde. der Gipper angehörte, so daß die Verhältnisse dem Wreschinski, der auch in dieser Kolonne gearbeitet hatte, unbedingt bekannt gewesen sein müssen, ebenso die Umstände, unter denen regelmäßig die Löhnung vor sich ging. Man besichtigte weiter das Gelände nach der Präsidentstraße zu und die Stelle bei der„Hexenbrücke“, wo Wreschinsti die fragwürdige Umkleidung vornahm, in der er auf dem Bochumer Verein erschien, wahrscheinlich zwischen einem Drahtzaun hindurch; dabei zerriß er sich bekanntlich die Jacke. Wreschinsti meint aber, die Jacke sich beim Besuche seiner Frau auf der Zechenstraße zerrissen zu haben. wurde in Augenschein genommen. ig wird die Auch dieser Weg Freitag wird die Zeugennernehmung fortgesetzt. Der unheimliche Begleiter Wie bedenklich Straßenbekanntschaften werden können, das konnte man am Freitag vor dem Schöffengericht erfahren. Hatte da in der Altstadt ein Mann, der seine Ruhegelder abgehoben hatte, einen anderen um die Uhrzeit befragt. Der andere heftete sich dann sozusagen an seine Fersen, beobachtete ihn in einer Wirtschaft an der Wiemelhauser Straße und folgte ihm sogar nachher auf dem Wege Richtung Friedhof, obgleich ihm der andere mehrfach zu erkennen gab, daß ihm seine Unterhaltung lästig sei und er doch einen ganz anderen Heimweg hätte. Als der Aeltere in einen Nebenweg trat, machte sich der andere an seiner Manteltasche zu schaffen und richtig— das Portemonnaie war weg, der jüngere Mann entfloh mit schnellen Schritten. Schade, daß der ältere ihn nicht durch Rufe verdächtig machte. Der Alte ging jedoch zur Wirtschaft zurück und erzählte sein Erlebnis. Dort konnte der Kellner zum Glück Angaben machen, die zur Entdeckung des Täters führten. Jetzt stand der gefährliche Bursche namens Robert Gr. wegen Taschendiebstahls in strafverschärfendem Rückfalle vor Gericht. Eine große Reihe Vorstrafen kennzeichnen ihn. Das Urteil lautete auf anderthalb Jahre Zuchthaus, da Gefängnis nach Ansicht des Gerichts bei ihm nicht mehr wirke. Die geprellte Zigarrenfirma Den Namen seines in guter Stellung befindlichen Bruders benutzte ein Angeklagter zu Tabakbestellungen bei einer Bremer Firma. Dem Bruder wären bald sehr große Unbequemlichkeiten erwachsen, denn als sie kein Geld erhalten konnte, wandte sie sich an dessen„Firma“. Da der Schuldige bereits einschlägig vorbestraft war und nicht Not ihn zu den törichten Betrügereien trieb, sondern Genußsucht, wie das Gericht annahm, kostet den Angeklagten jetzt dieser fortgesetzte sonderbare Mißbrauch des Namens seines Bruders ein Jahr Gefängnis bei sofortiger Verhaftung wegen Fluchtverdachts. Es war gar ein Jahr Zuchthaus unter Versagung mildernder Umstände beantragt. Ein Vater, der keiner war... Um sich in den Besitz von Geldern zu bringen, verfiel ein Ni. aus Wattenscheid im Februar dieses Jahres auf den Gedanken, beim Standesamt in Wattenscheid ein Kind anzumelden. Mit der auf Grund seiner Bekundung erhaltenen Bescheinigung begab er sich zur Ortskrankenkasse und erhielt dort ein Unterstützungsgeld von 24 Mark, welche Summe er für sich ausgab. In Wirklichkeit aber war ihm ein Kind gar nicht geboren. Wegen Bertrugs und intellektueller Urkundenfälverurteilte ihn das Gericht zu einer Gesamtdrei Monaten und 25 Mark Geldschung gefängnisstrafe von strafe. Eingestelltes Verfahren Ein Angeklagter Paul A. aus Wattenscheid hatte Gelder einzutreiben und ein Haus zu verwalten. Nach seinem eigenen Geständnis hatte er einige hundert Mark hränken auch Lebensmittel. Da der Angeklagte mehrvorbestraft ist, erkannte das Gericht wegen schweDiebstahls im Rückfalle im Zusammenhang mit suchtem schwereg„Viebstung auf die empfindliche der einkassierten Gelder für sich verbraucht. Den durch entstandenen Schaden hat er wiedergutgemacht. Das Gericht ließ auf Grund des neuen Straffreiheitsgesetzes Einstellung des Verfahrens eintreten.— Johann W. von Wattenscheid hatte als Beauftragter eines Kleingartenvereins in Günnigfeld sich Vereinsgelder zugesprochen, die ihm nicht zustanden. Da er sich in Not befunden, im übrigen aber für den Verein sich nach Kräften eingesetzt, erkannte das Schöffengericht auf Grund des Straffreiheitsgesetzes auf Einstellung des Verfahrens. Er bestahl Arbeitskameraden Ein gewisser Sp. von hier hatte sich vor dem Schöffengericht wegen gemeiner Diebstähle zu verantworten. In einem Ledigenheim hat dieser nach den Feststellungen der Verhandlung verschiedene Schränke von Arbeitskameraden erbrochen und u. a. einem Arbeiter einen Anzug daraus entwendet, den er versetzt hatte. Arbeiter mußte, um wieder in Besitz des Anzuges zu kommen, diesen einlösen. Weiter entnahm er den Schränken auch Lebensmittel. Da der Angeklagte mehefach ren versuchtem schweren Diebstahl, auf bigen Strafe von einem Jahre vier Monaten Gefängnis. Wirtschaftsdiebstähle. Am 2. Mai, gegen Mittemacht, wurde einem Gast aus einer Wirtschaft auf der Alleestraße ein dunkelgrauer Wintermantel entwendet. Ein alter Mantel wurde zurückgelassen. Am 1. einem Gast in einem Lokal Ecke Rott= und Viktoriastraße ein Hut entwendet. Sachdienliche Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet Kriminalpolizei in Bochum, Polizei=Präsidium, Uhlandstraße 85, Zimmer 242. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Freitag, 8. Mai. RSDAP. Dahlhausen. Amtsleitersitzung im RealpreRS. Frauenschaft Langendreer. 20 Ude: Pflichtadend für alle Gruppen bei Grollmann.„..0: ZusammenRS.=Frauenschaft Altenbochum. 20 Uhr: kunft im Lutherbaus.„Vortrag über Fischep#stetung. RS.=Frauenschaft Ehrenseld. 20 Uhr: Pflichtabend Ernst=Moritz=Arndt=Haus. Muttertagsseier.gungt RS.=Frauenschaft Hamme. 16 Uhr: Zusammenkunft Heiermann. Erscheinen ist Pflicht. Sportamt Bochum Freitag, 8. Mai. Kindergymnastik von 16.30 bis 18 Uhr in bga, Sh, stitschule, in der Kommunalbank, Schützenbghntz von 17 18.30 Uhr in der Gymnastikschuls,„Rottstraß, rauen von Fröhliche Gymnastik und Spiele Pize,, Forfmunalbant, 20 bis 22 Uhr, Gymnastikschule in der„### bis 22 Schützenbahn: von 16.30 bis 18.30 Uhr Areziung-HochumUhr in der Turnhalle des Resormrealgymnasiums wochn von 1 nkaliverschießen für Frauen und Männer Iz.### Uhr. Schießstand des Volkssportplatzes an Dablbausen Kleinkal bis 22 Udr. Schachkursus von 20 bis 22 Uhr im Kosthaus=Resanrant Stahlhausen, Baarestraße. K K MA I * Eine Uberraschung für die Raucher, weil 44 LVAgetz für gleiches Geld wefentlich mehr biefef. Eine, dicke Uberraschung in des Wortes doppelter Bedeutung, weil ALVAP jetzt im dickiten Format geliefert wird, das überhaupf geletzlich zuläslig ist. 4LVAist aber nicht nur dick und rand, sondern auch beTonders felt gefüllt.ALVAbenthält jetzt mehr Tabak durch nur hält jetzt auch befferen Tabak als je zuvor durch erhöhte Beimischung der hervorragend gelungenen Ernte 33 die den unerreicht würzigen, prickelnden Geschmack der 4LUA-bewirkt. DU * SiSO ∆ olt Seite 6 Nr. 107/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 8. Mai 1936 Wenaersehul der Industrie= und Handelskammer za Bochum HanDie erste Beiratssitzung der Industrie= und delskammer Bochum für das Rechnungsjahr 1936 fand am 4. Mai unter dem Vorsitz des Präsidenten, Bankdirektors Dr. M. A. Schlitter, statt. Nach Worten der Begrüßung nahm der Präsident die Einführung und Verpflichtung folgender neuer Beiratsmitglieder vor, die mit Zustimmung des Reichs= und preußischen Wirtschaftsministers in den Beirat berufen worden sind: Bergwerksdirektor Bergassessor Karl Fromme (Bochum=Hordel), Bergwerksdirektor Bergassessor Fritz Luyken(Gelsenkirchen), Direktor Kurt Schmitz (Witten), Kaufmann Otto Sandkühler(Bochum), Kaufmann Hugo Degenhard jun.(Gelsenkirchen), Kaufmann Hugo Gesenberg(Wattenscheid), Kaufmann Paul Hill(Hattingen), Ingenieur Karl Bertsch(Witten), Fabrikant Wilhelm Moll(Witten), Baumeister Wilhelm Wahmann(Bochum), Zeitungsverleger Wilhelm Laupenmühlen(Bochum).— Syndikus Dr. Weber berichtete über die Lage der Gemeindefinanzen im Bezirk der Bochumer Kammer. Nach einem Ueberblick über die Entwicklung des Gemeinderechts gab der Redner eine umfassende Darstellung der Gemeindefinanzen in ihrer Gesamtheit. Das hierüber gezeigte günstige Ergebnis ist leider bei den Gemeinden des Kammerbezirks nicht in vollem Umfange festzustellen. Vor allem die Bergbaugemeinden sind von einer endgültigen und nachhaltigen Gesundung noch weit entfernt. Die Wirtschaftsbelebung hat aber auch hier Ansätze einer wesentlichen, echten Besserung geschaffen. Fraglich muß allerdings erscheinen, ob die in weiten Reichsgebieten vorgelegten ausgeglichenen Haushaltspläne mit Rücklagen und Möglichkeiten der Senkung von Steuern und Gebühren auch im Kammerbezirk allein durch Maßnahmen der Selbsthilfe in absehbarer Zeit zu erreichen sein werden. Aus der Tätigkeit der Kammer auf dem Gebiete der Berufserziehung. vornehmlich der Lehrlingsausbildung, berichtete Syndikus Dr. Franke. Im nationalsozialistischen Staat, der eine der Grundlagen für die Erneuerung unseres völkischen und wirtschaftlichen Lebens in einer harten, zu wachsenden Leistungen befähigten Jugend sehe, sei dieses Tätigkeitsgebiet in die Breite und Tiefe gewachsen— nicht nur aus betriebs= und berufspolitischen Erwägungen, sondern auch aus der stärker wirkenden Verpflichtung der Wirtschaft heraus, teilzuhaben an der deutschen Wiedergeburt. Die Lehrlingsrolle gebe der Kammer den unbedingt notwendigen Ueberblick über die Gesamtzahl der in den einzelnen Jahren auslernenden, für die Lehrabschlußprüfungen— Industrie= facharbeiterprüfungen und Kaufmannsgehilfenprüfungen— in Betracht kommenden Lehrlinge. Sie lasse den Anteil der einzelnen Geschäftszweige und Firmen an der Lehrlingsausbildung erkennen und daraus wichtige Folgerungen ziehen; sie mache es auch möglich, etwaiger Lehrlingszüchterei vorzubeugen. Die Kammer prüfe bei der Eintragung in die Lehrlingsrolle, ob die wesentlichen Voraussetzungen für einen Erfolg der Lehrlingsausbildung in der Person des Lehrlings, des Lehrherrn sowie in der Gestaltung des Lehrvertrages gegeben seien. Für eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft während der Lehrzeit sei Sorge getragen. Die Lehrlingsabschlußprüfungen hätten sich im Bezirk der Kammer durchgesetzt; erfreulicherweise sei eine beträchtliche Leistungssteigerung festzustellen. Das künftige Berufserziehungsgesetz finde dank dieser Vorarbeit die Wirtschaft zur Uebernahme der Berufserziehung in die Selbstverwaltung gerüstet. Im Anschluß hieran berichtete der stellvertretende Syndikus Dr. Prasse über Fragen des versonenverkehrs im Kammerbezirk.— Abschließend gab der erste Syndikus Dr. Hugo einen eingehenden Bericht über die wirtschaftspolitische Lage. Markt für Ost= und Südosteuropa Eröffnung der Südostausstellung mit Landmaschinenmarkt in Breslau Die Südostausstellung mit Landmaschinenmarkt in Breslau, die bis zum 10. Mai dauert, wurde am Donnerstag in Anwesenheit des Gauleiters und Oberpräsidenten Josef Wagner, des polnischen schafters, der Gesandten Jugoslawiens, und Ungarns, BotRumäniens und Ungarns, von Vertretern der Türkei und Bulgarien, des deutschen Botschafters in Warschau, ferner zahlreicher Vertreter der Partei, der Wehrmacht, der Reichs=, Staats= und Kommunalbehörden sowie der Wirtschaft eröffnet.,„ressater Westach. Der Präsident der Breslauer Messe=Gesellschaft, Stadtrat Kempe, hielt die Begrüßungsansprache. Die Grundlage der Südost=Messe sei der Austausch deutscher hochwertiger Fertigwaren gegen die Agrarerzeugnisse und Rohstoffe der ost= und südosteuropäischen Länder. Die Veranstaltung 1936 zeige Festigung und Fortschritt und beweise, daß sich Sinn und Zweck durchgesetzt haben. Landesbauernführer Freiherr von Reibnitz begrüßte besonders die Vertreter der Landwirtschaft aus Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und der Türkei und wies auf die Bedeutung der Zuchtviehausstellung hin, die erhebliche Leistungen aufzuweiGauleiter und Oberpräsident Josef Wagner betonte,s daß sich die Ausweitung des Landmaschinenmarktes Breslau zur Ostausstlleung bzw. zu einer internationalen Messeveranstaltung voll gerechtfertigt habe. Die Südost=Ausstellung wolle einen Beitrag für die Gesundung der wirtschaftlichen Beziehungen der Völker Europas liefern. Schlesiens Wirtschaft und darüber hinaus die gesamte deutsche Wirtschaft bätten durch diese Ausstellung Gelegenheit, das anzubieten, was deutscher Erfindergeist, deutsche Gründlichkeit und deutscher Fleiß auf wirtschaftlichem Gebiete hervorzubringen in der Lage seien. Den auf der Ausstellung vertretenen ausländischen Staaten sei die gleiche Möglichkeit gegeben, und ihre Produkte und Waren gäben einen Ueberblick über das Gesamtschaffen Ost= und Südosteuropas. Es gelte heute, die natürlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Ländern Ost= und Südosteuropas zu fördern und zu vertiefen. Der Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft, Reichard, eröffnete sodann die Ausstellung. Er bezeichnete Breslau als den klassischen Mittelpunkt des Handels zwischen Deutschland und Südosteuropa und Schlesiens Wirtschaft als Verbindungsbrücke zu Südosteuropa. Kapitalverdoppelung der Hanomag sie Hannoversche Maschinenbau Die A G. gen durchgeführt hat— zuletzt wurde im Jahre 1934 das AK. von 9 auf 0,9 Millionen Reichsmark zusammengelegt und um 9,1 auf 10 Millionen Reichsmark wiedererhöht—. befindet sich fast ganz im Besitz der Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation AG. in Bochum. Mansfeld=Kupfer meldet höhere Erzeugungsziffern. In der Aufsichtsratssitzung und der anschließenden GV. der Mansfeld Kupferschieferbergbau A G. in Eisleben wurde der Abschluß für 1935 genehmigt. Nach Verrechnung der gesamten öffentlichen Zuwendungen von etwa 13 Millionen Reichsmark zur Deckung der Betriebsverluste und für nötige Investitionen sowie nach Vereinnahmung des vertraglichen Verlustanteils der Mansfeld AG. in Höhe von 300 000 RM. schließt die Bilanz wieder ohne Verlust und Gewinn ab. In 1985 konnte durch größte Sparsamkeit und Steigerung der Erzeugung ein erheblicher Betrag gegenüber der festgesetzten Vorschußzahlung der öffentlichen Hand eingespart werden, der an Reich und Preußen zurückgeflossen ist und von dem die Mansfeld AG. die vertragliche Ersparnisprämie erhält. Die Kupfererzeugung aus eigenen Erzen betrug im Berichtsjahr 23 487 Tonnen(i. V. 22168 Tonnen). Außerdem wurden auf den Hütten in Lohnarbeit, aus Abfällen usw. 10 768(9111) Tonnen gewonnen. Die Silber1725 Kilogramm aus Lohntet. Zu einigen Umsätzen kam es in Ewald und Nieder, nische Bergbau auf ungefähr letzter rheinische. Heroban ung. ungi#e; letzter Basis. Auf dem Kallaktienmarkt wurden Burbach ½ Prozent erhöht gehandelDie Börse nahm einen festen Verlauf bei teilweise lephaf. terem Geschäft. So konnten gegenüber dem Ansang Sie, mens 13 Prozent, Farben und Mannesmann je 1½ Brazent, Dahlbusch 1 Prozent, Muag und Rheinstahl je ¾ Prazent und Westdeutsche Kaufhof ½ Prozent gewinnen.### ten und Wintershall dagegen eine Kleinigkeit leichter. S# Berliner Börse vormals„Heora Egestoxff,(Hangmag), schlägt ihrer GV. erzeugung einschließlich 1725 Kilogramm aus Lohge 1% Prozer am 28. Mai, der der Abschluß für 1955 vorgelegt, wird, arbeit betrug zusammen 186 412 Kilogramm(., V. lebhaft(ois 1081, eine Erhöhung des AK. um 10 auf 20 Millionen Reichs=[127 751 Kilogramm). Auch bei den Nebenerzeugnissen, mark durch Ausgabe neuer Aktien über je 1000 RM. Blei, Zinkoxyd, Schwefelsäure und Pflastersteinen, wurde unter Ausschluß des Bezugsrechts der Aktionäre vor. Das AK. der Gesellschaft, die seit 1931 zwei Sanieruneine nicht unerhebliche Steigerung der Erzeugung erzielt. 95 Millionen Reichsmark Absatzwert im März— Lastwagenproduktion im März um zwei Drittel hoher als 1933 Produktion und Absatz von Kraftfahrzeugen sind im März erneut beträchtlich gestiegen. Insgesamt wurden nach„Wirtschaft und Statistik“ 39116(Februar rund 35 000) fertiggestellt. Noch günstiger war der Absatz, der die Erzeugung im März um rund 18 Prozent und den Gesamtabsatz des Vormonats um 64 Prozent übertraf. Der Absatzwert betrug 95,1(Februar: 71,30, Januar: 63,88) Millionen Reichsmark, davon entfielen 87.3 auf Inlandsabsatz. Das erste Vierteljahr schließt, unbeschadet der Vorwegnahme von Käufen, die infolge der ermäßigten Winterpreise bereits im vierten Quartal 1935 gemacht wurden, mit weit höheren Produktionsund Absatzzahlen als das erste Vierteljahr 1935. So übertrifft die Produktion von Lastwagen das Vorjahrsergebnis um fast zwei Drittel, bei Krafträdern um Viertel, bei Personenwagen und Kraftein omnibussen um ein Fünftel. Der Anteil des Auslandsabsatzes hat sich wiederum leicht erhöht; er betrug bei Krafträdern 9,2(5,2) Prozent, bei Personenwagen 11,8 (10) Prozent und bei Lastwagen 11,1(11,8) Prozent. Der Gesamtwert der im ersten Vierteljahr abgesetzten Fahrzeuge belief sich auf insgesamt 230,3 Millionen, davon entfielen auf Auslandsverkäufe 19.5 Millionen. Der Absatz von Personenwagen blieb saisongemäß im Januar und Februar hinter der Erzeugung zurück; im März überschreitet er mit 22 826 Stück immer noch die Produktion von 20 304 erheblich. Besonders stark wurden im Vergleich zu dem Vormonat mittlere und höhere Größenklassen abgesetzt. Diese Tendenz zum schwereren Wagen zeigt sich sowohl im In= wie im Auslandsabsatz. Aehnlich günstig war die Entwicklung bei Nutzwagen und beim Kraftomnibus sowie saisongemäß auch bei Krafträdern.— Der jahreszeitliche Aufschwung hat auch eine Steigerung der Neuzulassungen im März um 71 Prozent gegenüber dem Februar auf 37434 Wagen gebracht. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Mehrzuwachs von 26 Prozent. Die stärkste Steigerung kommt, wie immer am Anfang der Saison, auf die Krafträder, deren Zulassung im März auf 14 924(10 432) gestiegen ist. Bei den Personenwagen ergibt sich eine Erhöhung um 39 Prozent auf 17•301 und bei den Lastwagen eine solche von 43 Prozent auf 4407. Bei den Personenwagen schnitten die Wagen der größten Hubraumklassen relativ am besten ab, während die absoluten Zahlen der kleineren Fahrzeuge mit einem Hubraum bis 2 Liter die größten waren, um 4684 auf 40 343 Reichsmark) einstimmig genehmigt. Für das neue Jahr rechnet man mit einem besseren Ergebnis.— Friedr. Remy Nachfolger AG. in Neuwied. Wieder 4 Prozent.— AG. der Gerresheimer Glashüttenwerke in Düsseldorf. Die HV. genehmigte den Abschluß mit 4 Prozent.— Rütgerswerke AG. in Berlin. Wieder 6 Prozent.— Sarotti AG. in Berlin. 4(5) Prozent.— Westfälisch=Anhaltische Sprengstoff AG. Chemische Fabriken in Berlin. Die GV. genehmigte den Abschluß mit 8(9) Prozent.— Der Aufsichtsrat der Gesellschaft für elektrische Unternehmungen— Ludwig Loewe& Co. AG. in Berlin schlägt eine Dividende von wieder 6 Prozent vor.— Büttner=Werke AG. in Uerdingen. 108000 Reichsmark Reingewinn, wodurch sich der Verlustvortrag auf 140000 Reichsmark ermäßigt.— Pittler Werkzeugmaschinenfabrik AG. in Leipzig=Wahren. Unverändert 9 Prozent.— Hirsch=Kupfer= und Messingwerke AG. in Berlin. 7(6) Prozent.— Maschinenfabrik Moenius AG. in Frankfurt. 4,5(4) Prozent.— Die Heinr. Auer Mühlenwerke AG. in Köln=Deutz verwendet gemäß Beschluß der HV. den 1935 erzielten Reingewinn von 146000(96.000) Reichsmark zuzüglich 88000 (92000) Reichsmark Gewinnvortrag wiederum zur inneren Stärkung der Gesellschaft.— Mix& Genest AG. in Berlin. In der Generalversammlung, die die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 6 Prozent auf 11,2 Millionen Reichsmark Aktienkapital beschloß, wurde mitgeteilt, daß im ersten Vierteljahr des neuen Geschäftsjahres eine Belebung des Privatgeschäfts eingetreten sei. Man hofft, das Jahr 1936 ebenso günstig abzuschließen wie das Vorjahr.— Gußstahlwerk Wittmann AG. in Hagen=Haspe. Die Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr 1935 nach erhöhten Abschreibungen von 227 742(149031) Reichsmark mit einem Gewinn von 117 886(114 230) Reichsmark ab. Nach der Berechnung des Statistischen Reichsamts hat sich das Lohn= und Gehaltseinkommen im Jahre 1935 wieder um fast 3 Milliarden Reichsmark oder um rund 10 Prozent erhöht. Die Börse war stark beruhigt und auf fast allen Gle, bieten gut erholt. Das Angebot hat völlig nachgelassen berufsmäßige Handel nahm Deckungskäufe vor, zu denen sich kleine Anlagekäufe der Kundschaft gesellten. Bei verhältnis, mäßig kleinen Umsätzen betrugen die Befestigungen ¼ bie 1½ Prozent. Am Rentenmarkt bestand weiter kleine Kaufneigung, ohne daß sich aber die Kurse veränderten, was auch nicht erforderlich ist, da die Rentenwerte einen guten Kursstand erreicht haben. Vereinzelt herrschte auch lebhafte Nachfrage nach Schatzanweisungen, was mit der Flüssigkeit des Geldmarktes in Zusammenhang stehen dürfte. Am Aktienmarkt waren einige Sonderwerte bemerkenswert fest. Daimler Auto stiegen auf 106 ⅝/(104¾), Accumulatoren auf 187½(185½). Am Montanmarkt hatten Mannesmann Hoesch und Ver. Stahlwerke größere Umsätze bei bis zu 1 Prozent gebesserten Kursen. Im Verlauf verstärkte sich die feste Tendenz noch. Besonders der Montanmarkt war lehhafter. Hier kam es zu neuen Kurssteigerungen von ¼ bis Prozent. Zu erwähnen sind Klöckner, Mannesmann und Rheinstahl. Farben liegen ¼ Prozent über Anfang. Kokswerke fest. Accumulatoren gewannen neue 3½ Prozent. Gesfürel holten auf. Siemens 1 Prozent über Anfang, auch Versorgungswerte fest, nur Charlottenburger Wasser später 74 Prozeut niggriger„Zon Autoaktien waren Daimler sehr lebhaft(ois 108½), Fuag gingen auf, 91¼, Orenstein gewannen 1 Prozent. Auch Bauwerte fest, ferner Zellstoffaktien. Westd. Kaufhof. Verkehrswesen und Eisenbahnverkehrsmittel. Der Schluß war recht fest. Gegenüber Anfang ergaben sich noch auf zahlreichen Gebieten Steigerungen von 1 bis 2 Prozent. Rheinmetall z. B 2 Prozent über Anfang. Farben plus 1¼ Prozent, Siemens plus 1½ Prozent, auch Daimler. Hevden, Dessauer Gas und Westd. Kaufhof fester. Am Geldmarkt war der Satz für Tägliches Geld mit 3 bis 3¼ Prozent etwas leichter. Am Devisenmarkt notterten: Pfund unverändert 12.335, Dollar.486(.487), französischer Frank 16,360(16,375), Gulden 168,55(168,61), Lira unverändert 19.62. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. An der Abendbörse herrschte bei teilweise lebhafterem Geschäft eine weiter feste Stimmung, da sich erhöhte Kauflust zeigte. Bevorzugt wurden Daimler, Auto=Union, Adler= Auto die bis 1 Prozent gewannen. Hoesch waren ebenfalls etwas höher, desgleichen Mannesmann, Farben und Gesfürel. Auf den übrigen Marktgebieten bestand auf Basis der Berliner Schlußkurse weitere Nachfrage. Renten lagen ruhig. aber stetig. Im Verlauf wurde das Geschäft am Aktienmarkt etwas kleiner, doch blieb die Tendenz bis zum Schluß fest, Die Auslandsbörsen Newyork: Stetig. Amsterdam: Fester. Paris: Schwächer. London: Meist gebessert. Brüssel: Fest. Mailand: Unregelmäßig. Zürich: Gut gehalten. Wien: Lustlos. Getreidegrotmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 kg Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hater märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche) 24.-26 5124.-26.0 Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 7. Mai 1936: 53 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent, Bl.: 144 Reichsmark; Aluminium, Walz od. Dr.: 148 Reichsmark. REEUCHSSENDER K OIN SEENZMENE Gesellchaften berichten Minimax AG. in Berlin. In der Generalversammlung, die die Verteilung von wieder 10 Prozent Dividende beschloß, wurde mitgeteilt, daß der Auftragseingang im neuen Geschäftsjahr befriedigend sei.— Niederschlesische Bergbau AG. in Waldenburg i. Schl. Weitere Absatzsteigerung. Trotzdem noch dividendenloser Abschluß.— AG. für Glasindustrie vorm. Friedr. Siemens in Dresden. Wieder 4 Prozent Dividende. Im neuen Geschäftsjahr weitere leichte Absatzbesserung. Für das Inlandsgeschäft wird weitere Besserung von dem seit 1. April in Kraft befindlichen Maß= und Gewichtsgesetz erwartet, das einen größeren Bedarf in Flaschen zur Folge haben dürfte.— Huta Hoch= und Tiefbau AG. in Breslau. Das Unternehmen, das für 1935 6 Prozent. Dividende verteilt(im Vorjahr 4 Prozent), berichtet über befriedigenden Auftragseingang im laufenden Geschäftsjahr.— Rasselsteiner Eisenwerks=Gesellschaft AG. in Neuwied=Rasselstein. Wieder 4 Prozent.— Walther & Cie. AG. in Köln= Delbrück. In der GV. wurde der bekannte Abschluß(Ermäßigung des Verlustvortrages Börsen wieder fest Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf An der Börse sah sich die Kulisse zu Rückkäusen und Deckungen veranlaßt und auch das Publikum nahm wieder Käufe vor. Günstige Berichte aus der Wirtschaft wirkten anregend, so daß nach der letzttägigen Abschwächung wieder eine kräftige Auswärtsbewegung Platz griff und Kursgewinne von 1 bis 1½ Prozent eintraten. Am Aktienmarkt hatten nur einige Werte etwas größere Umsätze. Von diesen standen. Ver. Stablwerke bei 90(plus 1½ Prozent) im Vordergrund. Auch Rheinstahl wurden lebhafter gehandelt bei plus ¾ Prozent. Von den übrigen Montanwerten lagen Buderus ¼ Prozent, Deutsche Erdöl ½ Prozent, Hoesch 5/8 Prozent, Mannesmann 1½ Prozent, Rheinische Braunkoblen 1¼ Prozent höher. Farben=Aktien erholten sich um ¼ Prozent auf 166 5/8 Prozent. Elektrowerte waren sehr ruhig: Schuckert plus 5 Prozent, Felten plus 1¼ Prozent, dagegen Siemens minus 1/ Prozent. Von Kaliwerten lagen Wintershall sehr befestigt um 2¼ Prozent auf 113. Der Kurenmarkt war bei kleinen Umsätzen nicht unfreundlich. Von Kohlenkuren erzielten Constantin und Deutschland böhere Preise. Die übrigen blieben zu guten Kursen genannt. Braunkoblenwerte ohne Geschäft. Kalikuxe ebenfalls fester. Von Aschersleben=Werten wurden Hope zunächst behauptet gehandelt, dann höher bezahlt. Auch Ransbach gingen wieder gebessert um. Neusollstedt behauptet. Beienrode wurden zu anziehenden Kursen gehandelt. Auch elsässische Werte leicht erhöht umgesetzt. Die Rentenmärkte lagen nicht einheitlich. Altbesitz gut behauptet. Im Freiverkehr lag der Kohlenaktienmarkt gut behaup10.00 Das junge Deutschland(Vom Deutschlandsender). Das Jahr des deutschen Jungvolks. 10.30 Kindergarten(Liselotte Hoppe) 11.00 Was ist los im Sport?(Richard Heinemeyer) 11.50 Hier spricht der Bauer..., G##. 12.00 Buntes Wochenende(Von Stuttgart). Das Badische Funkorchester(Theo Hollinger); Hedwig Hillengaß(Sopran); Johanna Viernstein(Klavier). 14.15 Wochenendkonzert auf Schallplatten 15.15 Für unsere Kleinen: Viele bunte Blumen blüh'n im Mai in Wald und Wiese 16.00 Der frohe Samstagnachmittag. Kläre Hansen (Sopran); Friedrich Eugen Engels(Tenor): die acht Meistersinger vom Kölner Opernhaus(Peter Hammers); das 1. Kölner Handharmonika=Orchester; das Kleine Orchester(Leo Eysoldt); die drei luistigen„Gesellen„„. 2, geine.. 18.00 Frische Brise(Von Hamburg). Das Kleine Orchester(Adolf Secker),„„. 60, 19.00 Zum Feierabend. 45 besinnliche Minuten. Warum Erwachsene Märchen lesen sollen. 19.45 Momentaufnahme 20.10 Heut' tanzen wir. Das Westdeutsche Kammerorchester(Hermann Hagestedt)„ 22.30 Und morgen ist Sonntag(Von Leipzig). Ein frohes Wochenende mit den Dietrich=Schrammeln und dem Leipziger Sinfonieorchester; Veromen# Worte von Alexander Schettler; Sprecherin: Hilde Schmeck Deutschlandsender: 16.00: Musik.— 18.00: Volkslieder — Volkstänze.— 20.10: Heitere Maibowle. Bunter Abend(Von Frankfurt).— 22.30: Eine kleine Nachtmusik.— 23.00: Wir bitten zum Tanz! Ilja Livschakoff Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 7. Mai Mitgetellt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fertlaufende Motieruggeg## Div. HAnfang Schluß Kassa Schluß besitz.. Hoesch RM. KrupP RM. Mittelstahl Ver. St. RM. Albusch St. sch. Atlant. sch. Erdöl Reichsbahn Farbenind. Omöhle ten& Guille dschmist ssch-Köla -Ascherst. 104.62 104.37 103.12 114.00 10137 |120.00 7/126.37 7/166.62 6/122.00 /120.37 5/106.75 0/124.00 3/100.25 5/s120.50 113. 104 104. 104 104. 103 115. 115 120 126.50126 168.00167. 113 25 410 121.00120 —.— 105 125 00s124.8 101.12/100 129 50 .004114.00 50— 119.50 126 50 168.25 122.50 119 00 106.12 99.50 Tückger=K. Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank Rhein. Braun k. Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert& C. 4 Siemens& Hal. 8 Gebr. Stollw. 8 Ver. Stahlw. 35 3 98.37 3 93.00 90 00 12/163.67 12/236.75 4/124.37 6/130.12 75/182.00 139.25 183.21 Westd. Kaufn. Westeregein Wintershall 90.00 37.87 Wintershall 51113.00 Zeilst.Waldhofl 6]—. 94.12 91.25 184 00 236 139.25 134.25 113.00 99193 131.37 182 00 139.12 183.50 97.871 90.62 38.62 128.75 112.50 91.50 89 0% 235.50 123.50 129.37 133 82Balcke Masch. Berg. 6. Dahl.V Bonner 8g..H. 6ösp. Walzw. Braunk Zuk. Bruckd.-Nietl. Burbach Kal.46 Oortm. Kitterde. Döss. Hosf.-Br. Odss. Masch.8 Toynamit A. Rod. Eschw. Berg. V. 50 3as- u. Sp. S. 37 3lückauf-B. 46 Bebr. Goedh. 46 Hallesche Salz. Mochtief A6. 85.5 37.50 Kabelw. Rheyot 14 Kuxe teickehles 7. k. •1918 I. 4300•4550 4250 Weste[9300— 19300]—. ernherein. 1275/1350 1275/1350 8. 5. Hall Beienrode st..6 tschl. 6600 16959 6600 6 3650 410 990 409 3650|413— ich 19350 9150 S20000 W voankehlen ekd.-N.—--— shlofin 3800 3800 2550 375 nbere„S300 910 9300 70 Ne1 2200 12900 12100, 12 100Sellerb. Kallkuse „7 5. —1 518 „pronsesrn 9000 860 915 850] 890Eingkeit— Erichsse 913300 Habign. 2600 Burbach 41002430 Neu-Staßt.—— Blegtr.lu. 11— 8200 anlt M001200 454350er 8200/1 10 we Preisorkene Steinkehlen- u. Braunk.-Kune 1 7. S. 1 6. 5. SMe sesg 50/3550 32ob 350. TUcwesttalen, 800— 900]— WReich . s Heumbold Hope Lisenburg Mariagl. Gag 2650 5300 280 1700 2750 3450 2800 Marie L. 2750 280 8090 92900 Mar Meueollst. /265. 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Em. 3. 9/12. 14 Freiverkehrs-Aktien 7. 5. 6. 5. **** 78.0—. 76.0 62.0 65.0—. 110.51153110.0— Ew.-Kö. i 98.0 101. 0 Goedh. h/126.0130.0125.0 Hann. K. 68.0 #ans.0u 93.0 88.0 95.0 95.0 84 84 Jahher 8. aurd. K. Eisa C. othela. Lotbr. 6. Ganst. Kr n. bes9) In-Gest. Diss. neu. k. wie .5/618. 3/Ogek. 73.5 76 5 155.0 95.5 91.5 95.0 99 0 75.5 95 99 5 68 0 92.5 55.5 87.5 91.0 75.0 62.6 77.5 79.0 155.0 95.5 98.5 97.8 97.5100.5 Steuergatscheine „7. 5. 6. 5. anig as f. 4. 1994. 10s. 31103.3 I. 4. 19S. 410r. 31107 3 I. L. im.(111.|111.3 I. 4. 19m.(111. 3s111.5 l..im. I11.A111. Berliner Börse, 7. Mai esersech re Commerz- und Privat-Bank.-G. Fillale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Einheitskurse Industriewerte .5. vokswerke 1 Kölner Gas Krefft W. Kromschroeder Kronprinz Metall Köppersbusch .5. „Oittmann Neuh. Otmd. Akt.-Brau. „ Union-Brauft Dürener Metall Opckerch. Widm M Pkunvistoree AkU A. E. 6 Anhalter Kohle 4schaft. Zeiist. D 8483 D Basalt Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Ber. Karter. Ind. Kkr. u. Ueht Naschinend. Soderue 12/190.0186.2 0 52.550.86 0 35.8 35.0 101.7100.0 0 94.0 93. 0 70.0 70 12.7 11 6/130.|128.7 S 91.0 90.0 6/129.0127.0 0105-3101. 133 3. S147.9146.71 124.2122.2 4 /103.8103.9 Phn. Wasser Chem. Geisenk. Conti Gummi glektr. Lieferg. 6/128.|124. IL„ Lichts. Kr. 7/144.7/144. Engelh. Brauerei Enzinger Union Feinjste gPPhurs& o. German. Cem. 5 113. 49— 11 100 gPau den: Disch. Atlant Otsch. Baumwelle " Oonti 6a: " Habel " Linoleum " Steitg " Tel. u. Kad. „ Eisenhand. 21135 or9. 108. 61115. 145 .0104.7 .5115.7 .0144.9 .1/130.7 .5144.0 .0173.7 . .6126.0 9.— 10170.5169 12205.0203 6—.—. 6/147.0142. 92.1 111.21 127.0120 G German. Cem. 4/107-8/106. OPonge& Zahn Ges. f. el. Unbern. 6 Gildemeister 7 Gladb. Wolle 10 Gruschw. Texti#### Suanowerte 135.3133. 137.0138 egsschel Draht Nageda Hamb. Gektr. Hindr.-Aufferm. Hoff menn Stärke Hohenichewerke Holzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. e Bergbas Aise Genos bsenbeck Brau. Junghans Gebr. 171.0/168.0 106.0105 85 ahmeyer # Laurahötte „Leopoldsgruben Aindes Eis indes Els .Oinerw *-orönz C. Aiganma. Hette 0 M Miag Aimose Welheimer Berg. 119. 96.0—. 70. 84/132.7 70 6/110.5/110 8138.0137 6/116.7/116. 9130.2 0134.9132. 4116.|114. 93.1 .— 6131.0 .132.2. 78.0 78.5 96.5 152.0 155.2 133.1 23.3 132.6 148.0 152.5 132.6 22.8 101.50 148.9 8171.5 0 90.0 145.0 139.5 Krenst.& Hoppei Osnabr. Kupfer hein. El. Werbe II Rheis.-W. Kalt IIRiebeck Monten keitgomnoc 15 Sschsanget .5/0 Sarotti .2schlege Aschles. Berg. u. Z. Berg. Beutb. Elekt. u. 6as 5ISchob.& Saizer .2/Schultheis-Patz. Siegersdorter W. Siemens Glas 26 82.6 131.0 .2106.0 129.5 Orhöringer 6as Tech Aachen Union chem. er. Dtsch. Wiekel Ver. Glanzst. gTer. Digramarin Vogel Draht .9er 169 90.5 145.0 170.0 lustagner& Co. — Wande 81.5 150 99.7 117.0 43.6 94.7 137.0 106.0 100.7 95.0 Siem.& Halske Stollberg. Zink „U Wenderern. ZWarsteiner Grub. 2·ZWestfalen Draht Wicküler Brau. 81183.5 75.2 135.0 117.5 139.2 117.0 108 0 136.0 146.5 98.0 158.0 68.5 183. 0114 Möhlh.-Ruhr Anl. 75.0/3 Ruhrverbd. Anl. 36 ##Pr. Ldpf. A. Pfd. 44 Ldbk. Westf. Pfd. 14Ldbk. Westf. Kom #5Ot. Komm. Goldanl. 4Westf. ldsch. Pfd. 4POt Hyg. B. Bin. 8ig. MPr Centr. bod. Pral 95.3 95. ###Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. 96.0 96.0 — Bsaaat ob. 134363: 147 06 Concord. Berg 0b1 106. 4 106.5 191% Daimler Benz 0bl/103.01036 87.06 Hlöcknerw. Obt. 1463 6 493 158.0 Mont Cenis Obl. 103.6103.6 68.51½5 Ver. Stahl 80 45 Ver. Stahl 47/51 130.0 135 Vertchranerte B Sttm. u. H. Odi. ' Farbenbonds Umsch. Anleihe 115.3 14.7 16. Nestennerte „„.### Df. R. Schatz. 41 99.014 Ot. R. Anleibe 44 117.95 O. R. Tounganl 45 Reichsbahn Sch. 93.5westfalen Altbeeitz —.# Bochum Anl. 138. 1146 Duisburg. Aal. 105. 7145 Oasseld: Anl. 100.0% Elberteld. Anl. 94.545 Essen Anl. 96.6 97.6 103.3 .9 113.2 99.4 98.8 97.0 97.0 94.2 912 92.6 92.6 116.7 94.1 95.6 95 8 95.3 95.0 95.3 95.3 93.6 93.0 93.6 93.6 99.3 99 169.0 134.01310 86.6 96.6 Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldd. F. 42 R. Schuldd. F. 43/8 Essen Steink. 42 5 Harpener 49 5 R. w. E. 52/ 75 R. W. E. 30 55 Ruhrche mie 48 Ruhrgas 52 Ruhrwasser 53 Ruhrwonng. 59 5 V. E. W. 52 .5,.5 Orie Geld 99.8100 99.3— 98.0 90.5 313 8 93.2 M. 99.5 93.2 94.5 96.0 92.0 93: 94.2 92.0 M Westialenbank.-G. Bochum Austührung eämtlicher Bankae Seite 7 7 Nr. Die pflicht Aufruf an Der Reichsam Wächtler, rich an die deutschen Am 10. Mai ter. Eine neue 2 Jugend unseres A wiedergegeben, die nen des kostvarste Wir Erzieher tung vor der den der Jugend den der Familie zur weisen. Am Tag der wußt sein, daß di dem Staat und auch eine Pflicht vertraut uns die Wille und ihr A und Erzieherinne loben: Unser aller A und damit auch 11.45 Uhr: straße hat ein kle 11.45.5 Uhr und stolpert übe und beide liegen hinzu und will schon einige gut schiedene Körper gern ausreißen, Moment nicht zu zeitweise zum Ar 11.46 Uhr: in ihrer Tasche den sind. Kaum schon fliegen die den Kopf, der verdutzt drein sch 11.47 Uhr: nete Leben aufg heller. Warnung Das Polizei Tagen ist bei Schwindlerin a Schäfer ausgab Sportuhr und Paar Trauring zu leisten. Di Wohnung gesch sich heraus, daß mern nicht vor 25 Jahre alt, blondes Haar( trug einen Hu hatte ein siche Angaben mach gebeten, beim Zimmer 80, voFahrt Die Kölner „Parsifal“, üb künstlerisch und Anerkennung Bochumer gen nicht mög freunde an der die Verwaltun führung am 2 eine Gesellschaf gung und bei preise bis zu erfolgt mit de Köln 23.08 U karten und Th lich 18. Mai, erhältlich. Ausflug d der Kleinkind Donnerstag n Der Frauenve mit den bere dem in der Friede Gen men. Die Te Wetter schöne In Numr männliche Peumhertrieb u bestritt. Einfestgenommen Fahrrad hatt ler, der mitte und am gleic Festgenomme .Pederdem Kaligehandelt. ise lebhafisang Sie1 Proje ¾ Proinen. Felallen Gelassen. Der denen sich verhältniszen ½ bis eiter kleine herten, was inen guten ich lebhafte Flüssigkeit rfte. Am ierkenswert umulatoren mnesmann, bei bis zu rkte sich die t war lebvon ½ bis smann und ing. Koksozent. Gesauch Verser(päter aimler sehr renstein ger Zellstoffsenbahnverber Anfang rungen von der Anfang. cozent, auch ushof fester. mit 3 bis rkt notier487), fran.,61), Lira irt a. M. lebhafterem söhte Kaufion, Adler= en ebenfalls und Gesf Basis der agen ruhig, Aktienmarkt chluß fest. elmäßig. alten. rlin per 100 ko Mai 1936: im, 98 bis alz od. Dr.: andsender). engeger Das Ba: Hedwig stein(KlaKammerpzig). Ein echrammeln Verbindende erin: Volkslieder owle. BunEine kleine Tanz! Ilja 90§ 90.7 97.0 97.5 94.2 912 92.6 92.6 116.7 94.1 95.6 958 95.3 95.0 95.3 95.3 96.0 96.0 90.0 890 104.210 106.4/106.5 103.0103.0 103.6103.6 93.6 93.0 93.6 93.6 99.3 99. 169.0 134.01340 86.6 86.6 1 Nr. 107 Bochumer Anzeiger7 Freitag, 8. Mai 1936 pflicht der Mutter gegenüber Aufruf an die Erzieher zum Muttertag Reichsamtsleiter des NSLB., Gauleiter Fritz Rächtler, richtet zum Muttertag folgenden Aufruf an die deutschen Erzieher und Erzieherinnen: Am 10. Mai feiern wir den Tag der deutschen Mutter. Eine neue Weltanschauung hat den Müttern der Jugend unseres Volkes jene Achtung, Ehre und Würde wiedergegeben, die ihnen als den opferbereiten Hüterinnen des kostbarsten Gutes der Nation gebührt. Wir Erzieher haben eine besonders hohe Verantwortung vor der deutschen Mutter: Wir sind mitberufen, der Jugend den Weg von der engeren Gemeinschaft der Familie zur großen Gemeinschaft des Volkes zu Am Tag der deutschen Mutter wollen wir uns bewußt sein, daß dieses unser Werk nicht nur eine Pflicht dem Staat und der Bewegung gegenüber ist, sondern auch eine Pflicht der deutschen Muttere gegenüber. Sie vertraut uns die Jugend an. Unsere Aufgabe ist ihr Wille und ihr Auftrag. Und so wollen wir Erzieher und Erzieherinnen an diesem Tage aufs neue geUnser aller Arbeit soll stets der Jugend, dem Volle und damit auch der deutschen Mutter gehören! Vorsicht, Eier! Ein kleines Erlebnis 11.45 Uhr: Vor einem Ladenlokal an der Kortumstraße hat ein kleiner Junge sein Fahrrad abgestellt. 11.45.5 Uhr: Eine Frau besichtigt die Auslagen und stolpert über das abgestellte Fahrrad. Ein Knall und beide liegen am Boden. Der Junge kommt schnell hinzu und will sein Eigentum schützen; doch da sausen schon einige gut gezielte„Handgreiflichkeiten“ auf verschiedene Körperteile des Jungen. Der Junge möchte gern ausreißen, aber das läßt die geschaffene Lage im Moment nicht zu. Er geht in Abwehrstellung und auch 1 46 Uhr: Die Frau entbeck, daß die Eier, die sich in ihrer Tasche befinden, ein Opfer des Sturzes geworden sind. Kaum davon gedacht, kaum davon geredet— schon fliegen die nun geknickten Eier dem Jungen an den Kopf, der jetzt aussieht wie ein Rührei und ganz 11.47 Uhr: Die Kortumstraße hat wieder das geordnete Leben aufgenommen. Nur die Sonne lacht etwas heiler. 616. Warnung vor einer Warenbetrügerin Das Polizeipräsidium teilt mit: In den letzten igen ist bei verschiedenen hiesigen Uhrmachern .„ sur neue=Häuft. phot...-Muthherr. Die Böschung gegenüber dem Bergmannsheil wird abgetragen; das Haus, dessen Seitenwand man über den beiden Karren sieht, wird in absehbarer Zeit verschwinden. An allen Ecken und Enden Bochums wird gebaut. Altes und Unzweckmäßiges wird abgebrochen, um Platz für neue, schöne und moderne Häuser zu schaffen. Ein bedeutsamer Schritt auf dem Wege dieser Bestrebungen wird gegenwärtig gegenüber dem Bergmannsheil getan, wo man mit Macht dabei ist, Platz für neue Wohnhäuser zu schaffen. Die hohe Böschung gegenüber der neuen Mauer des Bergmannsheils an der Hattinger Straße wird zu diesem Zweck abgetragen, und auch der am weitesten werden. nach der Straßenseite liegende Teil der Kleingärten wird für die Neubauzwecke benötigt. Die schöne Kleingartenanlage wird aber dann eine neue Umzäunung erhalten, so daß ein entsprechender Abschluß der prächtigen Anlage gewährleistet bleibt. Im Zuge der Arbeiten wird auch ein Haus, das auf unserem Bilde sichtbar ist, abgebrochen werden müssen. Es sollen, wie wir erfahren, zehn Häuser errichtet werden, alles dreigeschossige Bauten mit mittleren Wohnungen, die aus je einer Küche und zwei oder drei Zimmern bestehen Teben Mai=Sammlungen Für völkische Schutzarbeit zugunsten des deutschen Volkstums im Ausland. Die seinerzeit durch den Reichs= und preuißischgigüng nister für Wissenschaft, Erzuehung Pzg, die wegen angeordnete Schulsammlung des V##se wegen der Wahlvorbereitungen verlegt, werden munte, findet nunmehr vom 4. bis 15. Mai statt. Wenn Jungen und Mädel der Schulen im Elternhaus und Familienkreis um einen Beitrag fur ihren Seugmeltigg bitten, werden sie offene Herzen und Schule im Reich tritt wieder einmal mit tätiger Hilfe: leistung für die deutsche Schule, das deutsche Kult### und Bildungswesen im Ausland ein. Sie erfüllt, da eine völkische Pflicht gegenüber dem Gesamtdeutschtum, wie sie gerade auch der Nationalsozialismus als ein Bekenntnis zur Blutsverbundenheit und Artgemeinschaft fordert. Am 23. und 24. Mai wird dann durch Erlaß des Reichs= und preußischen Ministers des Innern das vol deutsche Sinnbild der Kornblume in den Häusern und auf den Straßen vertrieben weroen. Wir danken mit dieser schlichten Blume den Deutschen draußen, die sich in ihrem Zeichen so oft zu ihrem Volkstum und zur kulturellen Gemeinschaft aller Volksgenossen bekannt haben. Aus den katholischen Pfarreien. Wie bereits mitgeteilt, hat Vikar Förster, der seit drei Jahren an der Antoniuskirche wirkt, von der erzbischöflichen Behörde einen Ruf als Pfarrvikar nach Nörde(Dekanat Warburg) erhalten. Zu seinem Nachfolger ist der bis jetzt als Pfarrvikar in Andregsberg(Dekangt Meschede) tatig gewesene Kaspar Schmale berufen, warden, Vikar Schmale steht im 34. Lebensjahre. Er Kute1929 zum Priester geweiht und war von da an sieber Jahre in Andreasberg tätig. Er wird seine qeue Amtsstelle in der nachsten Zeit antreten.—####e Grebe hat diese Woche die Propsteipfarrei verianen, um nach Kamen überzusiedeln. Von einer, größegen Abschiedsfeier, war Abstand gerzgerzigg wigmete, unter seiner Leitung stehenden, ereige— Nachfolher einen herzlichen Absahevsgruß. Sein„ache feine Heinrich Homberg wird in der nächsten Woche seine Stelle in Bochum antreten. Vikar Homberg steht im Alter von 45 Jahren. Er wurde im Jahre 1921 zum Priester geweiht und ist seit 1929 erster Vikar an der Dompfarre in Paderborn.— Die in der Antoniuspfarrei alljährlich in der Osterzeit=statfindeg: den und bereits zur Tradition gewordenen St. gu12#1112 prozessionen an den Sonntagen vor dem Haupgonerdienst finden mit dem Feste Christi Himmelfahrt ihren Abschluß. Tagen ist bei verschiedenen hiesigen Uhrmachern eine Schwindlerin aufgetreten, die sich als Reinho, und Schafer ausgab. Sie kaufte in jedem Gescha## eine Sportuhr und verschiedene Schmucksachen sowie ein Paar Trauringe, ohne jedoch eine Anzahlung darauf zu leisten. Die gekauften Waren sollten in ihre Wohnung geschickt werden. Bei der Lieferung stellte sich heraus, daß die Häuser mit den angegebenen Nummern nicht vorhanden waren. Beschreibung: 23 bis 25 Jahre alt, etwa 1,65 Meter groß, schlank, dunkelblondes Haar(Bubikopf), schmales, blasses Gesicht. Sie trug einen Hut und einen mansgrauen Mantel und hatte ein sicheres Auftreten. Wer kann sachdienliche Angaben machen? Geschädigte und„Zeugen werden gebeten, beim Polizeipräsidium, uhlandstraße 30, Zimmer 80, vorzusprechen. Fahrt zum Kölner„Parsifal“ Die Kölner Aufführung des Bühnenweihfestspiels „Parsifal“, über die wir ausführlich berichteten, hat künstlerisch und technisch bei Publikum und Presse größte Anerkennung gefunden. Ihre Uebernahme auf die Bochumer Bühne ist der großen Aufmachung wegen nicht möglich. Um dennoch die Bochumer Opernfreunde an dem großen Werk teilnehmen zu lassen, hat die Verwaltung der Städtischen Bühnen Köln zur Aufführung am 21. Mai(Christi Himmelfahrt) eine Gesellschaftsfahrt mit 50 Prozent Fahrpreisermäßigung und bei gleichzeitiger Ermäßigung der Eintrittspreise bis zu 25 Prozent eingerichtet. Die Hinfahrt erfolgt mit dem Eilzug 14.45 Uhr, die Rückfahrt ab Köln 23.08 Uhr, Ankunft Bochum.52 Uhr. Fahrkarten und Theaterkarten sind ab 8. Mai bis einschließlich 18. Mai, nachmittags 17 Uhr, im Verkehrsverein erhältlich. Ausflug der Frauenhilfe des 3. Pfarrbezirks. An der Kleinkinderschule auf der Rottstraße herrschte am Donnerstag mittag ein fröhliches Leben und Treiben. Der Frauenverein des dritten Pfarrbezirks unternahm mit den bereitstehenden Autobussen einen Ausflug zu dem in der Nähe von Sprockhövel gelegenen„Haus Friede". Gemeinsam wurde dort der Kaffee eingenommen. Die Teilnehmer verlebten bei dem herrlichen Wetter schöne Stunden. Kumpf dein=Gerustunfn... Warum Großaktion für Anfallverhütung im Baugewerbe? Traditionsecke In Nummer Sicher. Festgenommen wurde eine männliche Person, die sich wohnungslos in hiesiger Stadt umhertrieb und ihren Lebensunterhalt durch Bettein bestritt. Eine weitere männliche Person von hier wurde festgenommen wegen Fahrraddiebstahls. Das fragliche Fahrrad hatte die Person aus einem verschlossenen Keller, der mittels Nachschlüssels geöffnet wurde, entwendet und am gleichen Tage an einen Händlen verkauft. Der Festgenommene ist geständig. Die Welt bestaunt heute die„Straßen Adolf Hitlers“, jenes gewaltige Werk der Reichsautobahnen, des Führers ureigenste Idee. Schon während seiner Festungshaft in Landsberg schrieb der Führer:„Wie.e Land der Erde es hat, so mußten wir Straßen durch Deutschland ziehen.“ Zehn Jahre mußten vergehen, bis am 30. Januar 1933 die nationalsozialistische Revolution dem Führer die Macht geben konnte, die gigantische Arbeitsschlacht, das größte Friedenswerk, das die Geschichte kennt, zu beginnen. Unaufhaltsam schreitet Werk der Reichsautobahnen vorwärts. Kilometer un Kilometer wird in zäher, ununterbrochener Arbeit zernber 1934 bereits 85.000 Mann gezählt Ende 1935 war die Zahl der Arbeitskameraden auf 20 ooo gestegen, berücksichigt, daß weitere 130000 Wenn man veruchichlgt,, daß weitere 130 00 Hunderttausende deutscher Volksgenossen Tag und Aber nicht nur beim Bau der Reichsautobahnen sind Armeen von Arbeitskameraden kämpfung und Bezwingung der Arbeizeheniefgrigg#et der Wirtschaft gänzlich geueß sieghaftes Begrz nsbeionder auch bos Dessen Vereisch hat gewaltigen ticste beinftußt wird, a Iz, vor Aufgaben gestell, die Unfang angenommen. v.. was natürlich auch oftmals ans Unabbare grenzeZi,rgeitsmittel bedingt. Kurz: Die Größe der Bauvorhaben entspricht der Sröbe underer Dest, Natur der Sache, daß mit dieser Entwicklung in erhöhtem Maße immer scheinung zutage tritt, die das Wohl und Wehe der Arbeitskameraden wie düstere Schatten bedroht, nämlich die Gefahr des Betriebsunfalles. Er ist der schlimmste Dämon der Arbeitsstätten! Seine Wegbereiter sind meistens Leichtsinn, Fahrlässigkeit, Gefahrenblindheit, Gefahrengewöhnung, ferner Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit, aber auch Arbeitsentwöhnung und vor allen Dingen Unkenntnis infolge langer Arbeitslosigkeit. Alle diese Untugenden sind Sprößlinge der menschlichen Unzulänglichkeit und Schwäche, die beide im gegebenen Augenblick des arbeitenden Volksgenossen schlimmster Feind zu werden vermögen. Und was diese Unvollkommenheiten bedeuten, beweist die mahnende Tatsache, daß Deutschland immer noch jährlich etwa 7000 Arbeitstote und etwa eine Million Arbeitsverletzte zählt, wovon ungefähr zwei Drittel auf persönliches, unzulängliches Verhalten zu buchen sind. Seit 50 Jahren stürmen die Berufsgenossenschaften gegen den Unfallteufel an. Ihr Wirken hat sich sehr segensreich gestaltet. Ohne ihre Erziehungsarbeit, die vielfach auch für das Ausland vorbildlich wurde, hätten wir es wahrscheinlich mit phantastischen Unfallziffern zu tun. Heilung und Vergütung, aber vor allem Verhütung ist die Aufgabe der Berufsgenossenschaften. Viel Elend haben sie behoben. Doch von gleicher Größe, wenn nicht noch bedeutender, war ihre Heranbildung zur Schadenverhütung. Nun gilt es, die Unfallverhütung noch mehr als früher in den Vordergrund zu stellen, denn Deutschland hat sich zur Volks= und Schicksalsgemeinschaft gewandelt, womit, im Gegensatz zu einst, das Unglück des Einzelnen zum Unglück der Volksgesamheit geworden ist. Jeder ist berufen, mitzuarbeiten an diesem Werk, er hat bereits Gelegenheit dazu in der Zeit vom 11. Mai bis 6. Juni d. J. bei der„Großaktion zur Unfallverhütung im Baugewerbe“ veranstaltet von der Deutschen Arbeitsfront, Reichsbetriebsgemeinschaft„Bau“ und der Arbeitsgemeinschaft für Schadenverhütung beim Reichspropagandaministerium im Einvernehmen mit den zuständigen Berufsgenossenschaften und Wirtschaftsgruppen und der Leitung der Reichsautobahnen. ten Zeit, insbesondere auf den von den Italienern siegDer Kameradschaftsführer widmete alsdann dem so jab aus dem Leben geschiedenen Schirmherrn des Verbandes Rbeinland und Westfalen ehemaliger Jäger und Schützen, dem Fürsten Adolf zu Schaumbugg=Lpp;,„ der das Opigr Borgböhmer in Weitmar stattfindenden Schießen fübrer Knop; der seit zehn Jahren an der Bochumer Jägerkguzergzieopgrbeßt, alt, Wgiran der Anerkennung für seine vorondliche Jägeillenge und Ehrenzeichen des Kyffhäuserbundes. Bochumer Veranstaltungen ulkiger und sehr witziger Siwird unter Diesist ziheh- Vormsete und icdr die Re.=Kalturgemeinde, Terie B. angesetzt.— Verwiesen een eschie sie, Sicheseselse scee einer Volksvorstellung zu kleinsten Preisen zu machen. RS. Kulturgemeinde. Als nächste Pflichthat bereits begonnen, 11. Mai, 20 Uhr, findet für die der Serie A. Mitgliedsnummern 150 bis 300, das Tanzgastspiel„Der Zauberlaben“ und„Kammertänze“ statt. Der Vorverkauf beginnt heute. .5.5 Orie S 99 8104 99.9— 42 96.1 316 93.0 9 42(100.0— 94.5 95.5 932 M 99.5 n 93.2 91. 945 964 92.0 93.2 98.2 94. 92.0 9. 93 90 Seite 8 Nr. 107„ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 8. Mai 1936 Kunst und WWissen „Der deutsche Maler Rolbein“ Lichtbildervortrag im Kunstverein Bochum. Die Pforten der Städtischen Gemäldegalerie haben sich in diesem Monat einem ganz Großen in der deutschen Kunst geöffnet: dem deutschen Maler Holbein. Künstlerisch wertvolle Reproduktionen, die eine Münchener Kunsthandlung zur Verfügung stellte, füllen die Säle und geben ein umfassendes Bild von dem Schaffen und Wirken eines Künstlers, der mit seinen Zeitgenossen Matthias Grünewald und Albrecht Dürer den Ruhm der Zeitlosigkeit teilt. Denn in ihren Werken spiegelt sich das bewußt wache, nationalbestimmte Gesicht der deutschen Gegenwart wieder. Grund genug, daß man sich dieser Meister wieder erinnert, daß man nach der Grundhaltung ihrer künstlerischen Gesinnung fragt, wie es von Dr. Hell(Berlin) in einem Lichtbildervortrage, mit dem die Holbein=Ausstellung am Mittwoch abend eröffnet wurde, in einer meisterlichen Form getan wurde. Zunächst verweilte der Vortragende bei Matthias Grünewald. Die Parallele zu ihm drängte sich von selbst auf, da er mit Holbein das eine gemeinsam hat: die Liebe zum Wesentlichen der Schöpfung an sich. Und doch sind beide durch Welten voneinander getrennt. Grünewald, der gotisch denkende und fühlende Mensch, steht ganz im Dienst des Mittelalters, während Holbein sich dem durch die Renaissance entdeckten Menschen zuwendet. Alles das, was er empfindet, gilt ihm nur soviel, als es veranschaulicht werden kann. Darum wird Holbeins Kunst mehr und mehr vom Portraithaften bestimmt. Die Landschaft hat ihm nur wenig zu sagen. Seine Neigung drängt ihn in jungen Jahren zur Graphik und zum Buchschmuck. Mehr als 1000 Randleisten besitzen wir noch von ihm. Schon als 19jähriger, da er noch in Basel beheimatet ist, versucht er sich in Silberstiftzeichnungen. Er setzt damit eine väterliche Begabung fort, für die er alle Anlagen mitbringt. Die Zeichnung ist ihm die Grundlage für das gemalte Bild. Während er charakterisiert, setzt er die Farbe wie ein Idealisierendes hinzu. Die in der Form vereinfacht erscheinende Linie ist markant, eigenwillig, und ausdrucksbestimmt. Das protzige Herrschertum Heinrichs VIII., die großen soldatischen Erscheinungen des damaligen englischen Hofes, die aktiven Politiker mit kämpferischem Sinn, der deutsche Kaufmann der Hansa, die englische Adelsfrau werden so geschildert, daß Holbein schlechthin als der größte Kulturbildner aller Zeiten anzusehen ist. Holbeins Sendung an die deutsche Gegenwart kennzeichnete Dr. Hell, dem Stadtrat Stumpf den verdienten Dank aussprach. Stiftung eines Mar-Euth-Treises Auf der Gedenkfeier aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Geburtstages des großen Industrievioniers, Ingenieurs und Dichters Max Eyth im BDJ.=Haus in Berlin, die von der Mar=Eyth=Gesellschaft zur Förderung der Landtechnik im BDJ. und vom Verein Deutscher Ingenieure veranstaltet worden war, gab der Vorsitzende der Max=Eyth=Gesellschaft, Professor Dr. G. Kühne (München), die Bedingungen für die Verteilung des Max=Eyth=Preises bekannt, der am Geburtstag Max Eyths, erstmalig am 6. Mai 1937, verliehen werden soll. Der Preis besteht in einer Geldsumme von 1000 RM. und ist für die beste Leistung auf technisch=schriftstellerischem Gebiet gedacht. Görres=Preis erstmalig verliehen. Der von der Universität Bonn und einem Kuratorium verwaltete und betreute volksdeutsche Joseph=von=Görres=Preis, der jetzt zum ersten Male zur Verteilung stand, wurde am Mittwoch abend in der neuen Aula dem Pfarrer Dr. h. c. Louis Pinck aus Hambach(Lothringen) überreicht. Die nicht sehr umfangreiche, durch den gestrigen Abend beendete Reihe der„Meisterkonzerte“ hat durch die außergewöhnliche Qualität der solistischen Darbietungen ihren Namen gerechtfertigt. Den zu beschließen, war eine Künstlerin vom Rang der Berliner Kammersängerin Käte Heidersbach die begabte und gereifte Kraft. Sie in ihrem eigenen Fach, dem Bühnengesang, zu beobachten und in diesen gewohnten Aufgaben ihren hohen stimmlichen Reiz und Räle Relderssauh künstferischer Mittelpunkt im letsten MReisterkonsert und die überzeugend„zum Ausdruck gebrachte tiefe Empfindung. Bei so vollendeter Darstellung schwinden alle Bedenken vor dem Operngesang im Konzertprogramm, und man lauscht mit einzigartigem Genuß der wundervollen Schönheit der Töne, die von der Sängerin in gleicher Vollkommenheit zu einer edel geführten Linie zusammengefügt werden. Das ist der süße, weiche und fraulich erwärmte Timbre eines wirklich lyrischen Soprans, wundervoll in der Schlankheit des zarten, biegsamen und in jeder Lage sicher ansprechenden Organs, daß dennoch tragfähig das Orchester überstrahlt, in einem herrlichen Piano aber seine intimsten Werte offenbart. Mit der gern gespendeten Zugabe wuchs nur noch der Wunsch, einmal diese mit Recht begeistert gefeierte Sängerin bei der vorbildlichen Verkörperung einer unserer deutschen Frauenrollen auf der musikalischen Bühne zu erieben...HrAirtn m0 Zu der von der Sängerin interpretierten Welt veutscher Opernmusik paßte, als festlicher Abschluß auch der Reihe, Wagners zündend und glanzvoll dargestelltes „Meistersinger"=Vorspiel, dem Reichweins schwungvolle Deutung ebenso viel dramatisches Leben gab wie der gleichfalls in die Bühnensphäre weisenden, aus heldischer Thematik und romantischen Farben gemischten Ouvertüre zu Kleists„Käthchen von Heilbronn“, einem Werk Pfitzners, das sich der herben und schwerblütigen Dämmerstimmung noch betont enthält. Am Anfang des Programms stand Beethovens musisch heitere„Achte“, diese lichtvolle, bejahende Sinfonie vor der gewaltigen Neunten. Einer feinen und zierlichen Zeichnung des köstlichen Allegrettos stellt Reichwein ein Menuett von betont derbem und kraftvollem Rhythmus gegenüber und wirkt, nicht zuletzt auch durch diese absichtliche Gegensätzlichkeit, mit den beiden Mittelsätzen stärker als mit den weniger aufgelichteten und intensiv durchgestalteten Ecksätzen. Der reiche Beifall der schon frühlingsmäßig verringerten Zuhörerschaft galt in erster Linie der prachtvollen Solistin, doch konnten sich auch Dirigent und Orchester für lebhafte Anerkennung bedanken. Schwermenn „Deutsches Theater hinter Nacheldraht“ 2 Re 10 K# Zeichnung: Hans Loos ihr glänzendes technisches Können auf sich wirken zu lassen, war der durch nichts getrübte, beglückende Genuß dieses Abends. Käte Heidersbach mag und wird auch eine treffliche Liedersängerin sein, ihre sympathische und vornehme Vortragshaltung läßt ohne weiteres darauf schließen—, aber gerade die so gänzlich posenlose Schlichtheit und beseelte Natürlichkeit des Vortrages machte die musterhafte Wiedergabe der Opernmusik so unmittelbar wirkend durch den innerlich echten Ton Eine Ausstellung in Köln Im Kölner Theatermuseum eröffneten der Deutsche Reichskriegerbund(Kyffhäuser), die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener und das Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Köln die Ausstellung„Deutsches Theater hinter Stacheldraht". Der Bundesführer der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Freiherr von Lersner begrußte unter dem Beifall der Versammelten den anwesenden Dichter Gerhart Hauptmann, dessen Theaterwerken ein Teil der Ausstellung gewidmet ist, und dankte dem Schöpfer der Ausstellung, Professor Dr. Niessen, der in mehr als zehnjähriger Arbeit das Material für die Schau zusammengetragen hat, das er dann wissenschaftlich durch Dr. Poerzgen hat sichten und bearbeiten lassen. Freiherr von Lersner sagte vor allem: Diese Ausstellung gibt den Kriegsgefangenen selbst einen Ueberblick über die Leistungen, die wir unbewußt nur aus innerstem deutschem Wesen fern der Heimat vollbracht haben. Wir bauten Theater Bühnen, wir entwarfen Kostüme, spielten Tragödien, Komödien, Lust, spiele, ohne Schauspieler zu sein, wir bauten Instrumente, wir spielten sie, ohne Künstler zu sein, uns trieb die Sehnsucht unseres deutschen Wesens zu Arbeit und Schaffen. Diese Sehnsucht befähigte uns, eine Ausdrucksform zu finden, die mit echtem Gesühl eine vollwertige Leistung hervorbrachte. Zum Schluß gab Professor Dr. Niessen einen Ueberblick über das in der Ausstellung gezeigte, wies auf die primitiven Mittel hin, mit denen die Kriegsgefangenen Musikinstrumente. Requisiten usw. geschaffen haben, und betonte, die Ausstellung sei die eindrucksvollste Widerlegung der Kriegslüge, daß die Deutschen Barbaren seien. Sie beweise, daß diese gefangenen Soldaten Angehörige eines hochstehenden Kulturvolkes sind. Ein Rundgang durch die Ausstellung schloß sich der Eröffnungsfeier an. Der Trojanische Krieg— eine schöne Jager Der ausführliche Bericht über die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschungen des amerikanischen Archaologen Carl W. Blegen von der Universität Cincinnati. der in Troja, Pergamon und Ephesus umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt hat, überrascht die Welt mit der Behauptung, daß der Trojanische Krieg, den Homer in seiner unsterblichen Dichtung verherrlicht hat, niemals stattgefunden habe. Troja sei weder zehn Jahre lang belagert worden, noch habe das berühmte trojanische Pferde jemals existiert. Das Ganze sei nur eine Sage. Allerdings glaubt Professor Blegen festgestellt zu haben, daß Helena, die schöne Gattin des Menelaus, sich tatsächlich in Troja aufgehalten habe, entweder entführt worden sei oder aber ihrem Mann durchgebrannt sei. Jedenfalls kommt Blegen zu der Behauptung, daß Helena wieder den Spartanern ausgeliefert worden sei. Selma=Lagerlöf=Uraufführung in Darmstadt. Ein neues Bühnenwerk von Selma Lagerlöf, das Schauspiel„Der Kaiser von Portugalien“, wurde vom Hessischen Landestheater zur Uraufführung am Anfang der kommenden Spielzeit angenommen. In dieser Spielzeit wurde am Hessischen Landestheater bereits Selma Lagerlöfs Komödie„Onkel Theodor“ mit starkem Publikumserfolg gegeben. Große Regerfeier des Reichssenders Köln. Aus Anlaß des 20. Todestages des großen Musikers Max Reger veranstaltet der Reichssender Köln am 11. Mai ein Großkonzert, das als das künstlerische Ereignis des Monats Mai zu werten ist. Bei dieser Veranstaltung wirken mit: das Große Orchester und der Kammerchor des Reichssenders Köln unter Leitung von Generalmusikdirektor Eugen Papst. Solist ist Professor Johannes Wille(Frankfurt). Die Vortragsfolge umfaßt Werke der reifsten Schaffenszeit Regers, und zwar die romantische Suite, den„Einsiedler" für Bariton, Chor und Orchester(nach dem Gedicht Eichendorffs) und Regers größtes Orchesterwerk, den sinfonischen Prolog zu einer Tragödie. Worte des Gedenkens und der Einführung spricht der Reger=Schüler Professor Hermann Unger. Geschichtstafel 8. Mai. 1915 führte der am 2. Mai begonnene deutsche Vormarsch in Kurland zur Besetzung von Libau. LIIm * Roman von Otto Neureidt. (Dür Orc Copyrioht 1938 by Vercag Knorra Rirth.m b. N. Munchen. 0) Nur Georgs wegen nahm sie sich zusammen und kam immer wieder. Außerdem war es bei den Lüdeggers natürlich schöner und reicher als zu Hause. Das lockte. Und Eva konnte in ihrer Art zuweilen auch recht nett sein. Sie machte alle möglichen Geschenke, damit Marianna wieder„gut“ zu ihr sei. Sie war auch sehr hübsch. Marianna erkannte das voller Neid an. Sie hatte also Nachsicht mit ihr, wie auch Georg mit Eva Nachsicht hatte. Als Georg mit 22 Jahren nach einigen Semestern in Berlin nach Göttingen ging, um sein Studium dort fortzusetzen, wurde Marianna zum ersten Male für längere Zeit von ihm getrennt. Er fehlte ihr überall. Eine Woche nach seiner Abreise schrieb sie ihm einen langen Brief und schüttete ihm ihr ganzes Herz aus. Danach war ihr leichter. Als sie jedoch den Brief noch einmal durchlas, fand sie ihn überschwänglich wie eine Liebeserklärung und zerriß ihn. Sie schrieb an diesem Tag keinen andern mehr. Statt dessen tat sie vor sich selbst einen feierlichen Schwur: Sie wollte gleichfalls Medizin studieren, um ebenfalls Arzt zu werden und ihn besser zu verstehen. Sie wollte sich auszeichnen vor ihm. Plötzlich wurde sie eine fleißige Schülerin und bereitete sich schon jetzt so gut es ging auf das Studium vor. Dabei bestand gar keine Aussicht, daß sie je Geld genug dafür haben würde. Ihr Vater, ein kleiner Beamter, war schon ein alter Mann und wartete sehnlich darauf, daß seine Töchter die Schule hinter sich brächten und in einem Beruf unterschlüpften, der sie ernährte. Auf seine Unterstützung war nicht zu rechnen. Marianna war überzeugt, daß sie sich auch ohne ihn durchschlagen würde, wie es so viele andere Studenten und Studentinnen ja auch tun mußten. Und gerade, als sie ein paar Wochen vor ihrem Abitur stand, machte sie mit Hilde, ihrer Schwester, eine Erbschaft. Es war nicht viel, nur ein Grundstück, dessen Verkauf ein paar tausend Mark einbrachte. Das Studium war gesichert. Georg erfuhr von alledem nichts; sie wollte ihn eines Tages einfach überraschen. Inzwischen war seine Mutter gestorben Sie war jahrelang krank gewesen und hatte es mit einer Standhaftigkeit vor Georg verheimlicht, die bewundernswert gewesen war. Nach ihrem Tode durfte Georg seine Studien ungestört fortsetzen. Sein Onkel zog die Hand nicht von ihm ab. Marianna verlor den alten Porath aus den Augen. weil er in ein anderes Viertel zog. Eines Tages hatte sie die Schule hinter sich, ihr Vater gab die Einwilligung zu ihrem Studium, er löste seinen Berliner Haushalt auf und zog mit der Mutter in das thüringische Städtchen, aus dem er stammte. Marianna fuhr nach Greifswald zu Georg, der schon Assistenzarzt war. Die Ueberraschung gelang ihr vollkommen. Diese ersten Wochen ihrer Studienzeit waren die herrlichsten ihres ganzen Lebens. Anfang Juni kam dann eine Einladung Peters nach Binz. Er hatte seine Studien endgültig abgebroKnorre) chen, weil er nicht damit zustande kam. Mit allem möglichen hatte er es versucht, zuletzt mit der Chemie, aber es wurde nichts daraus. Es fehlte ihm wohl nicht gerade an Verstand, sondern an Ausdauer. Der„trokkene Kram“ der Wissenschaften lag ihm nicht. Er war ein Mann des praktischen Lebens, des praktischen Erfolges und hatte sich nun entschlossen, in eine große, pharmazeutische Fabrik einzutreten, in deren Vorstand sein Vater saß. Zuvor allerdings wollte er sich noch mal gründlich erholen. Daher die Einladung an Georg. Diese beiden Wochen seiner Abwesenheit waren bitter für Marianna. Sie war in schlechter Stimmung und glaubte schon, es stecke eine Krankheit in ihr. Es kamen ihr auch Zweifel, ob sie überhaupt zur Aerztin tauge. Sie fürchtete sich vor der Verantwortung, die dieser Beruf ihr auflud, und gerade an dem Tage, da Georg zurückkam, wohnte sie in der Anatomie der ersten Sektion bei. Ihr war übel geworden vor Ekel und Grauen, und nun fühlte sie sich wirklich krank. Niemals hatte sie sich stärker nach Georg gesehnt. Am Abend kam er. Es war, als habe ihre Sehnsucht ihn herbeigezaubert. Sie hatte ihn erst in einigen Tagen zurückerwartet und war nun um so glücklicher. Vor Dankbarkeit und Freude fiel sie ihm um den Hals, als er überraschend in ihre kleine, armselige„Bude“ trat. Das erste, was er ihr erzählte, war, daß er sich mit Eva verlobt habe. Zuerst dachte sie an einen Scherz. Eva? War denn auch Eva in Binz gewesen? Ja, sie war ihrem Bruder nachgereist, sie hatten zu dritt wunderschöne Tage verlebt. Das„Wunder“ stand noch in Georgs Augen, als er davon sprach. Eva liebte ihn, und er liebte sie ebenfalls. Vielleicht hatte er es bisher nur standhaft verschwiegen, weil sie ihm unerreichbar erschienen war. Jetzt war er von seinem Glück wie betäubt, und während er noch erzählte, erlitt Marianna einen jämmerlichen Zusammenbruch,— den ersten und einzigen ihres Lebens. Sie weinte sich an seiner Schulter aus wie ein Kind. Was war geschehen?.,„,„ Sie wußte es selber nicht. Sie sagte iym, daß sie sich während der beiden letzten Wochen hundeelend gefühlt habe. Er erfuhr von ihren Zweifeln an sich ber, von dem schauerlichen Erlebnis in der Anatomie. Mit Mühe gelang es ihm, sie zu beruhigen. Um sie nicht allein zu lassen, nahm er sie zur Klinik mit, wo er ein Schlafmittel für sie holen wollte. Und als sie dann in ihrem kleinen, möblierten Zimmer wieder mit sich allein war und im Bett lag, steif ausgestreckt, die Augen fest geschlossen, schon halb benommen von der Tablette, die sie hatte schlucken müssen,— da fühlte sie, daß sie Georg liebte. Es war nur ein flüchtiges Bewußtwerden voller Leid und Glück, eine dunkle Traumahnung auf der Schwelle zwischen Wachen und Schlummer, unwirklich und zart; und als sie am nächsten Morgen Georg wiedersah, war in ihr nichts davon zurückgeblieben als eine schwesterliche Zärtlichkeit, die sie bisher noch nicht gekannt hatte. Sie beratschlagten gemeinsam, was nun mit ihr geschehen solle, ob sie sich überwinden und das Studium fortsetzen könne oder nicht. Da sie sich ziemlich entmutigt zeigte, riet er ihr ab. Einige Tage darauf verließ sie Greifswald. Schon bald danach sah sie ihn in Berlin wieder. Er war gekommen, um im Kreise der Lüdeggers seine Verlobung zu feiern. Sie wich der Teilnahme an der kleinen Festlichkeit aus und traf ihn erst am Tage davach. Er war noch immer ebenso glualich wie bei seiner Rückkehr aus Binz, wenn ihm auch schon eine Ahnung davon aufgegangen zu sein schien, wie schwer er es mit Eva, ihren Brüdern und ihrem Vater haben würde. Er ließ sich jedoch wenig davon anmerken und sagte nur einmal, daß er am liebsten sofort mit ihr„auf und davon“ ginge. Natürlich trug er sich in Wirklichkeit nicht mit solchem abenteuerlichen Plan. Er kehrte auf seinen Posten zurück, und Eva blieb in Berlin. Erst nach seiner Abreise sah Marianna Eva wieder. War Mißgunst in ihr oder gar Neid? Sie prüfte sich unbarmherzig. Sie zwang sich, unverändert freundlich zu Eva zu sein, und es gelang ihr. Sie erkannte an. daß Eva es verdiente, geliebt zu werden. Das Glück hatte sie noch verschönt, sie war noch zarter und schmiegsamer geworden. Wenn Marianna sich in dieser Zeit manchmal im Spiegel sah und ihr Gesicht betrachtete, das immer, auch wenn sie Stubenluft atmete, bräunlich und gesund und etwas derb aussah, dachte sie achselzuckend: Wer soll mich schon lieben? Stell dir Eva daneben vor! Welch ein Unterschied! Und sie beschloß, sich irgendeinen Beruf zu suchen, der viel Arbeit von ihr verlangte und sie ganz ausfülte., Masanhes## bei Bevor sie jedoch etwas Passendes fand, heiratete Hilde, ihre Schwester, einen jungen Zahnarzt, der für seine Anfängerpraxis eine billige Sprechstundenhilfe brauchte. Er bat sie, bei ihm zu bleiben. Auch Hilde drängte sie dazu, und Marianna gab nach. An Georg schrieb Marianna:„Nun bin ich also doch noch so halb und halb beim Fach geblieben und stehe wohl an einem richtigeren Platz, als wenn ich selber gegen die armen Leute im Operationsstuhl mit Skalpell und Sonde vorgehen müßte. Ich bin ganz zufrieden, daß sich einstweilen alles so geordnet hat. Als sie erfuhr, daß Georg nach Berlin zurückkehren und sich in Henningsdorf ganz bescheiden niederlassen werde, wußte sie, daß er Schwierigkeiten mit den Lüdeggers bekommen würde. Die lange Trennung hatte Evas Liebe geschadet, und häufig hatte Marianna den Eindruck gehabt, als wünschten ihre Brüder diese Heirat nicht. Die Verlobung war eine„Kateridee" gewesen, wie Peter es einmal ausgedrückt hatte. Es bereitete sich etwas gegen Georg vor. Und nur deshalb hatte sie Peters Einladung angenommen. Sie mußte das Vertrauen derer gewinnen, von denen Georg abhing. * Sie fuhren ins Blaue hinein und machten zur Kaffeezeit Rast in einem kleinen Städtchen der Neumark. Es lag an der Bucht eines langgestreckten Sees, dessen eine Uferseite dicht überwaldet war. Dort befanden sich einige Fremdenheime. In einem dieser Häuser kehrten Peter und Marianna ein. Es gab dort eine geräumige Terrasse, von der man einen hübschen Blick hatte über den ganzen See mit seinen schilfverwachsenen Inselchen, den hügelig ansteigenden Ufern, deren Eichen und Kiefern und Erlen sich in dem dunklen, ruhigen Wasser spiegelten. Marianna war entzückt. Peter hatte nicht viel Sinn für Naturbetrachtungen. Da aber Mariannas Begeisterung sie noch hübscher machte, freute er sich. Eine Weile beschäftigten sie sich damit, kleine Brotkrumen von der Terrasse herunter in den See zu werfen und die Fischchen zu füttern. Peter beobachtete Marianna, wie sie, weit über das Geländer gebeugt, mal diesem, mal jenem Fisch eine Krume zukommen ließ. Ihre Kappe lag neben ihr auf dem Stuhl. In ihrem lockeren Haar spielte der Wind. Es schimmerte wie matte Bronze. Wenn sie zuweilen aus den Augenwinkeln einen kurzen Blick zu ihm hinübersandte, empfand er ihn wie eine geheime Lockung. In Wirklichkeit war sie nur sehr glücklich hier zwischen Wald und Wasser und unter dem blauen Himmel. Einmal verschwand er für kurze Zeit im Hause und meldete ein Telephongespräch mit Berlin an. Er hatte ein schlechtes Gewissen, weil er von Eva ohne Abschied davongefahren war. Zu dem Wirt sagte er:„Wenn Berlin da ist, rufen Sie mich bitte unauffällig. Ich möchte nicht, daß die Dame von dem Gespräch erfährt.“ Marianna bemerkte wirklich nichts. Sie unterhielt sich mit einem kleinen, schmutzigen Jungen, dem sie ein kümmerliches Waldblumensträußchen abgekauft hatte. Peter nahm den Hörer auf und überlegte, ob er Eva bitten solle, nachzukommen. Viel lag ihm zwar nicht daran. Sie hätte nur gestört, ihm die Laune verdorben und wahrscheinlich auch Marianna um alle Stimmung gebracht. 555 Er kam jedoch gar nicht dazu, sie einzutaden. er den Mund auftun konnte. begann sie erregt zu sprechen. Erst verstand er sie nicht. Er war auf sanfte Vorwürfe gefaßt und begriff erst allmählich, daß sie von etwas ganz anderem sprach. Sie redete von Georgs Vater, von einem Skandal, der um ihn im Gange sei, von Unterschlagungen, Betrügereien. Schiebungen— und in ihrer Stimmeswar ein ratloses Entsetzen. Peter konnte noch immer keinen entdecken.„Bitte! So erzähl doch alles der Reihe nach! Was ist mit seinem Vater los?“ Genaues wußte sie selbst noch nicht. Sie hatte nur erfahren, daß um Dr. Friedrich Faber, den leitenden Mann der Vereinigten Kantonalbanken" in Zürich, peinliche Gerüchte im Umlauf seien. Man redete ganz offen davon, daß er Veruntreuungen begangen, Privai geschäfte gemacht und sich auf Kosten seiner Bank bereichert haben sollte. Aus Zürich war er verschwunden, und diese Flucht gab den Gerüchten natürlich neue „Von wem haft du das allesk“ fragte Peter beDie Nachricht war ihr telephonisch von einem guten Bekannten zugegangen, der in der Auslandsal lung einer Berliner Großbank saß.„.. Stecßt es „Scheußliche Sache!“ murmelte Peter.„Steyetwa schon in den Zeitungen““ 31, Desßentlichkeitl Das war seine erste Sorge: die Dessenllicht Wenn Georg auch wenig mit seinem Vater zu tur hatte, er trug immerhin den gleichen Namen, unt war jetzt unterwegs, sich mit ihm zu treffen.### „Das weiß ich nicht", antwortete Eva. Ihr kannter war der Meinung, daß man sich in Büsgnge mühe, den Skandal zu vertuschen, wenigstens(viantr bis Faber gefaßt worden war. „Hoffentlich hast du nicht verraten, daß Georg ihm gefahren ist?“ „O Gott, sollte ich etwa nicht?“ „Aber nein! Wie konntest du! Es wäre doch terlich peinlich, wenn sie ihn gerade verhafteten, rend Georg bei ihm ist. Schließlich macht Georsggli, noch den Vorwurf, wir hätten seinem Vater zei auf den Hals gehetzt."(Fortsetzung Seite 9 Nr. 107# Bochumer Anzeiger7 Freitag, 8. Mai 1936 Die Reise ins Ottenkaus 7 Von E. Crost Seit der Reschenmoser=Peter mit einem Kopfschuß vom Krieg heimgekehrt war, kam sein kleines Heimatdorf Lauterbach einfach nicht mehr zur Ruhe. Mogelte der Peter beim Kartenspielen abends im daß es nur so seine Art hatte, dann geschah dies selbstveghhzphliscg, bloß infolge des Kopfschufes. Kam es zu Meinungsverschiedenheiten und als deren Folge zu einer Rauferei, und der Peter hieb seinen Gegnern den Maßkrug auf die Köpfe, daß ihnen die Funken vor den Augen tanzten— dann tat er's aus durch den Kopfschuß verursachten Jähzorn. Keiner konnte ihn dafür zur Rechenschaft ziehen. Und wenn der Peter seinen Bedarf an Wildbraten in fremden Revieren oder seine Geldbedürfnisse aus anderer Leute Schubladen deckte, so konnte er wirklich und wahrhaftig nichts dafür! Es war nur sein Kopfschuß, der ihm die richtige Unterscheidung von Mein und Dein unmöglich Die Einwohner von Lauterbach und seiner Umgegend waren mit dem allen durchaus nicht einverstan* M a n k o n n t e d e m K o p f s c h u ß m a n c h e s z u g u t e h a l den. ten, aber immerhin.— Kurz und gut, eines Tages erschien der Gemeindevorsteher beim Bürgermeister und „Bürgermeister— mit dem Peter geht's so einfach weiter! Der bringt uns das ganze Dörft Und weil ihm nimmer durcheinand!, h. f. Jammem s. halt gar nicht beiz rommen ist, Narrenhaus schaffen!" Das Dorfoberhaupt schlug sammen, uns bus gunge.* wegen dem Kopfschuß mußt du ihn eben ins Auf einer weiteren Station, wo der Zug längeren Aufenthalt hatte, riet ihm der Peter angesichts der Bärenhitze dringend zu einigen weiteren„Halben". Da konnte der Bürgermeister nicht widerstehen, und als die Eisenbahn weiterdampfte, sank er zur Seite und verfiel in friedlichen Schlummer. Der Peter aber zog ihm mit diabolischem Grinsen die wohlgefüllte Brieftasche aus dem Rock und praktizierte dafür seine eigene leere an ihre Stelle.... 4465t krachkt. Bei der Ankunft in der Hauptstadt brachte der Peter seinen Begleiter nur sehr mühsam auf die Beine. Der Bürgermeister stolperte schlaftrunken einher und wenn ihn der Peter nicht liebevoll untergefaßt hätte, würde er den Weg nach dem Irrenhaus wohl kaum gefunden haben. In der psychiatrischen Klinik angekommen, verlangte der Peter den leitenden Arzt zu sprechen. Als dieser erschien, schob ihm der Peter seinen Begleiter ohne weiteres in die Arme und sagte, ehe der Bürgermeister noch ein Wort äußern konnte: „Herr Doktor, ich bin der Bürgermeister von Lauterbach und bringe Ihnen hier den Peter Reschenmoser, wegen dem wir Ihnen von der Gemeinde aus schon ein paarmal geschrieben haben. Er hat einen Kopfschuß und spinnt mächtig und i bitt' ihn dazubehalten und recht gut einzusperrn!“ „Waaas?“ schrie das verblüffte Dorfoberhaupt und wurde urplötzlich äußerst munter,„waas? I— 1— ich bin doch der Bürgermeister von Lauterbach!“ Doch der Peter zog mit großartiger Gebärde die dem Bürgermeister abgenommene Brieftasche aus dem Rock und wies dem Arzt die darin enthaltenen Ausweispapiere vor.„.., J., Gump hat Mit dem Ruf:„Mei Tasch nil Der Lump har mir mei Tasch'n'stohl'!" wollte sich der Bürgermeister auf den Peter stürzen. Doch der wich geschickt zur Seite und rief.. 8 zuf. J. Manchmal „Herr Doktor, passen S auf, er is manchmat a Der Arzt hatte schon auf die Klingel gedrückt und in derselben Sekunde erschienen zwei Wärter und faßten das wild um sich schlagende Dorfoberhaupt mit geübten Griffen am Kragen.„„„(Han(.1 „No, Herr Doktor, i glaub', Sie seyen schon seiber, wer da der Narr ist!“ meinte der Peter lachend und verabschiedete sich nach Erledigung aller nötigen Formalitäten freundlich von dem Arzte.— Es dauerte ziemlich lange, bis die Lauterbacher ihren armen Bürgermeister da wieder heraus und in ihr Dorf zurückbekamen. Der Reschenmoser=Peter war inzwischen längst über alle Berge. Wenn man ihn wieder erwischen sollte, wird er sicherlich erklären, daß er den Bürgermeister nur aus reiner Zerstreutheit eben auch infolge des bösen Kopfschusses— im Irrenhaus abgeliefert hat! neben der toten Mutter einzuentsetzt die Hände zuPe: Wie soll i denn das machen?? Glaubst vielleicht, der geht mit mir, wie a folgsames Hunderl?“ Naa— weit eher haut er dich zu Zwetschgenmus!“ entgegnete der Gemeindeschreiber sehr überzeugt. „Aber, paß nur auf!“ Damit entwickelte der Gemeindeschreiber seinen Plan: Bekanntlich weile die alte,„depperte“ SchusterMaridl schon seit Jahren im Irrenhaus der Hauptstadt. Der Bürgermeister müsse nur ein möglichst amtlich aussehendes Schriftstück herrichten, worin die Irrenhausleitung der Gemeinde mitteile, daß im Befinden der Schuster=Maridl ganz plötzlich eine eingetreten sei. Der Bürgermeister habe sich daher an dem und dem Tage— sicherheitshalber in Begleitung eines möglichst handfesten Burschen aus dem Dorfe in der Anstalt einzufinden, um die Alte abzuholen. Dieses falsche Schreiben müsse man dem Peter vorlegen mit dem Bemerken, daß der Bürgermeister ihn als Begleiter bei dem schwierigen Transport ausersehen habe. Dann würde der Reschenmoser=Peter an der Sache gewiß nichts Auffälliges finden und ahnungslos in die Falle spazieren.— Gelagt— getan.... Melr Ins 8. Noch am gleichen Tage wurde der Peter ins Gemeindehaus bestellt und ihm der soeben erst angefertigte „Brief aus dem Narrenhaus" vorgelesen. Der Peter betrachtete sich erst das Schreiben, dann den Bürgermeister, und endlich nickte er ganz gelassen: „Also is guat! Wannst mi unbedingt brauchen BokKäifgermoasta, dann erwart i di morgen früh am a*:„ stand er Kiekg una Rearns Eine Tiergeschickte von C. Polkmann Wir saßen gemütlich zusammen auf der Gartenbank, Karl, der Aelteste unter uns, Emil und ich, rauchten unsere selbst gedrehten Zigaretten und unterhielten uns über Alltäglichkeiten, über das Wetter und ähnliche, belanglose Dinge. einem Sonntag tauften wir es auf den Namen Aus dem Kätzchen wurde eine Katze und obwohl mein Kleinster nicht immer besonders zärtlich mit ihr beobochtete guszeintsch wöchte jedoch eher annehmen wieder seinen Platz Ihr dürft es mir glauben, ich konnte mich der Tränen nicht erwehren. Wir nahmen den toten Körper der Katze und begruben ihn im Garten, wobei uns Klaus auf jedem Schritt begleitete. Als ich ihn aber dann mit in die Wohnung nehmen wollte, da gebärdete er sich wie wild, kratzte und biß, so daß es mir nur mit Mühe und Gewalt gelang. Die frische Milch, die ich ihm gab, berührte er nicht. Er schrie und fauchte und war nicht eher ruhig, bis ich ihn wieder hinausließ. Zwei Tage lang konnten wir beobachten, wie er unten auf den Schienen saß, dort wo die Mutter den Tod gefunden hatte. Am dritten Tage war auch er tot, auf die gleiche Weise zu Tode gekommen, wie seine Wahrscheinlich hatte er nicht mehr die Kraft gehabt, sich bei dem Herannahen eines Zuges zu entfernen, und war so unter die Räder gekommen.“ Die neuen Stielet Preußens größter König war es gewohnt, seine Stiefel jederzeit einem seiner Kammerlakaien zum Austreten zu geben, und legte die alten nicht eher ab, bis sie gänzlich unbrauchbar geworden waren. Während des Siebenjährigen Krieges nun ließ sich der König einmal in Breslau ein Paar neue Stiefel machen und übergab sie dem gewöhnlichen Kammerlakaien, vergaß sie aber wieder zurückzufordern. Erst als er aus Breslau aufbrach, verlangte er die neuen Stiefel. Der Kammerdiener hatte sie aber bereits zwei Monate getragen, so daß die abgetrennt, sondern auch zerrissen waren. In dieser Beschaffenheit wurden sie durch den Lakai dem König gereicht. Ein warmer Sommerabend, war es und eine laut, zurückzuführen gein; au bchzer geobcg eizet annenment, lose Stille umgah, uns, die jedoch, plößzlich durch, den daß“ mehr eine stille Dankbarkeit seinem Retter und Angstschrei eines Tieres, der anscheinend aus der Kehle eines Vogels kam, unterbrochen wurde. Gemeinsam strebten wir der Richtung, aus der der Schrei gekommen war, zu und hatten auch bald die Ursache entdeckt: Eine Katze hielt einen kleinen zappelnden und schreienden Vogel in den Zähnen. Wir befreiten das kleine Wesen aus seiner todbringenden Lage und mit einigen Sätzen war es in den Zweigen eines Baumes verschwunden, während die Katze nach der Straße zu die Flucht erWir hatten unsere Plätze wieder eingenommen und dachten noch über das kleine Erlebnis nach, als sich Karl, der uns als besonderer Tierfreund bekannt war, erbot, uns ein kleines, eigenes Tiererlebnis zu erzählen. Freudig stimmten wir zu und gespannt lauschten wir den Worten des Erzählers: „Vor ein paar Jahren“, so begann er,„brachte mir mein Kleinster ein kleines Kätzchen, es mochte wohl acht ein schmutziges und zerzaustes Fell und der kleine Kör= war sehr eigenartig; denn beide hielten sich stets nur in Gasse und blickte sehr nachdenklich vor sich ynn. Immerhin war er am anderen Morgen punktlich zur Stelle. Der Bürgermeister fand sich auch richtig ein und in schönster Eintracht machten sich beide auf Es war ein heißer, sonnenleuchtender Sommertag. Während der Fahrt unterhielt sich das Dorfoberhaupt ehr freundlich mit, reneisterz Beredsamkeit. Aaf' der ung es me... wesenige Beschützer gegenüber gewesen ist. Bald kam eine Zeit, wo Micky sich seltener sehen ließ und bald trat auch das von uns erwartete, meinen Kleinen allerdings sehr überraschende Ereignis ein: Micky war Mutter geworden und brachte uns eines Tages ihr einziges Junges mit in die Wohnung. Es war wunderbar anzusehen, mit welcher Liebe und Opferbereitschaft Micky ihr Junges erzog, es säugte und ihm dann bald das Fressen aus der Schale beibrachte. Wir tauften es auf den Namen Klaus und ihr könnt euch die Freude meines Kleinen vorstellen, als Micky den ersten Spaziergang mit Klaus auf den Hof und in Es mochten wohl schon einige Mongte5 sein, als ich abends von der Arbeit heimlam und mir mein Kleiner schon auf der Straße mit weinerlicher Stimme erzählte, daß Micky schon seit dem Vormittag verschwunden wären. Das Der sah sie an, erkannte, daß sie noch schlechter seien als seine alten und fragte:.1, unem Stiefers. „Sind das denn wirklich meine neuen Stiefel“ „Ja, Ihro Majestät!“ stammelte der Diener. Die sind ja einfach in Fetzen gerissen, und du solltest sie doch nur austreten, Karl!"# „Das habe ich auch getan, Ihro Majestät!“ Der König blieb gelassen und meinte: Also gib die alten wieder her und schaff mir in vierzehn Tagen ein paar neue. Die hier kannst du behalten, trittst du mir die andern aber wieder so in Grund und Boden, so mußt du sie selbst bezahlen, denn ein König von Preußen hat nicht das Geld, gar zweimal im Monat neue Stiefel zu bezahlen, die er nicht mal tragen kann!“ per war derart ausgehungert und abgemagert, daß ich seinen schlanken Leib bequem mit einer Hand umfassen Mit diesen Vorten verlies er„eise, mitten auf der konnte. Als ich es jedoch genauer betrachtele, stelle ich Draußen aber stay,, ein 9ssich vor.ch hin.(fest, daß es über dem linken Auge eine noch frische und blutige Wunde hatte. Das darunter liegende Auge war chmte des Bürgern,u trank er zwei Glas Bier. nächsten größeren Station bereits ausgelaufen. Ich wusch ihm die Wunde aus, ruhig über sich ergehen ließ. Die ihm danach vorgesetzte vor erseolger Hellung und wir hatten unsern Vorsatz, es nach erfolgter wieder laufen zu lassen, insbesondere auf das Bitten und Flehen meines Kleinsten, wieder fallen gelassen. An der Wohnung oder in deren nächster Nähe auf. Unser Suchen war aber zunächst ergebnislos. Ich muß nun einfügen, daß unmittelbar neben meiner damaligen Wohnung die Eisenbahn fuhr. Obwohl sich jedoch Micky nie in deren Nähe aufhielt, trieb mich jetzt doch eine stille Ahnung dorthin. Wir hatten jedoch kaum den Bahnkörper erreicht, als sich uns ein unbeschreibliches, trauriges und erschütterndes Bild zugleich bot: Micky hatte sich wohl zu weit auf die Schienen getraut und war von einem Zug überfahren worden, während Klaus daneben saß und Totenwache hielt. Immer, wenn ein neuer Zug nahte, so sprung er erst im letzten Moment zur Seite, um dann aber sofort Anekdote Die dritte Möglichkeit Herr Professor Neunmalklug we seinem größten, Erstaunen, daß Dachte auf— und sah um ihn alles dunkel war. Er machte sofort Litht, guckte nach der Uhr, und Der Herr Professor setzte sich auf und dachte nach: „Entweder ist es Spätnachmittag, und die Uhr ist sieben— dann muß eine Naturkatastrophe in Verhindung mit einer Sonnenfinsternis eingetreten sein.„Oder es ist Morgen— dann gibt es gleichfaus keine andere Erklärung als eine plötzliche Umwälzung durch unbekannte Vielleicht gibt es aber noch eine dritte Möglichkeit, die ich übersehen habe. In diesem Falle wären wir alle gerettet. Nämlich: wenn ich vergessen hätte, ühr autpothchen.. die 5EP S L AA S „Senor, um der Muttergottes willen, geben Sie eine Kugel. Lassen Sie es nicht zu, daß diese Teufel mich für ihre Trommeln lebendig schinden!“ Flehend hebt er die Hände. Von draußen tönt die Klage der Witwen Unschlüssig, was er antworten soll, und hilflos schaut der Amerikaner zu Boden. Don Franzisco, dessen Augen ihn keine Sekunde loslassen, schreit jubelnd in ploplichem Erkennen: Jim Cuming, alter Schulkamerad, du wirst nicht zulassen, daß er mich martern läßt!“ I erwidert:„Wenn du darunter Benito verstehst, du dich sehr. Einen besseren Menschen gibt es nicht. Ich fürchte nur, er hat in diesem Fau nichts zu sagen. Unglücklich genug ist es, daß du in Gefangenschaft fielst!“ Der Gefangene bricht in wildes Lachen aus, dann drüllt er heiser:„Was will sie hier? Schick sie fort, um Gotteswillen, ich kann sie nicht sehen! Ah!“ Ein leises, unss!“s brahendes seinem Rücken läßt chleichen bis an die Türöffnung der Gefangenenhütte und spähen lüstern hinein,, Mitzman und schlagen sich „Ai! Aitih!“ schreien die Witwen und schlugen sich mit Fäusten gegen die Brust. Der Nachtwind der Sierra Iim wälzt sich hin und her. Einmal vermeint er, einen undeutlichen Schatten langsam durch die Staubwolken auf die Hütte zuschreiten zu sehen. Da erblickt er einen wallenden, blauen Kattunrock. So schreitet nur Er richtet sich auf den Elenbogen enpor und wartet. Der Wind stöhnt machtvoll. Sandmassen brausen durch die Schlucht. Ist sie in der Hütte verschwunden? Unerträglich langsam verstreicht die Zeit. Die Nacht bebt von den Geräuschen der Natur, auf denen die an= und abschwellenden Klagegeschreie der Witwen schwimmen. Da hält er's nicht mehr aus und schleicht leise nach der Hütte. Bie nur orm Doven mir auch gesinnt ist, verpflichtet. Denn der Yaqui hält die Treue!" Das beifällige Murmeln, das bei diesen Worten in der Runde ertönte bricht scharf ab, als er endet: Ich will ihn aus der Sierra begleiten, damit er wohlbehalten die Seinen erreicht!.. gv4.56618 Mit verschränkten Armen steht er oa. Entrufteres Geschrei, das von einzelnen Ausrufen unterbrochen wird, brandet los. Und die ganze Zeit hallt die wildmelancholische Totenklage der Witwen. Denn es ist erst der zweite Morgen, und drei Tage müssen sie ihren Schmers,i die Sierra hinausschreien. So will es der Brauch der DI isüglich den Ar o orohenves Kichern hinter einem Rücken täßt den Amerikaner blitzschnell herum; fahren. Vor ihm, kaum über seinen Gurtel reichend, steyt die Juana. Ihr dürrer, von blauem Kattun verhüllter Körzer wiegt sich wie der Leih, der hißhergsten Kobra bin und her. Bösartig funkeln die tieinen augen, und in ihrem barbarischen Spanisch flüstert sie scharf: kennt euch? Ich weiß es, der Benito sagte mir' seid die drei Ungleichen, die auf der Gringoschule zusammen waren. Warum redet ihr jetzt in der Gringosprache miteinander? Glaubt ihr, die Juana versteht nicht Hihil Die Jnana kann die Gedanken ezrigz,# Den knochigen Zeigefinger se Wie aus dem Boden dunkle Figur eines Yaquis.„Was ist, seine tiefe Stimme, und verwirrt erklärt Jim, daß er in verdächtiges Geräusch in der Hütte vernahm. Der greift einen Ast aus der aschebedeckten Glut, seinen Kopf, bis er hell auflodert, und Yaqui gemeinsam treten sie nun in das winzige Geväude. Rot schlägt der Schein von den geflochtenen Wänden zurück und beleuchtet den Gefangenen, der allein auf dem Boden hockt. „Warum schläfst du nicht, Hombrek“ brummt der Indio mürrisch. Höhnisch schaut Don Franzisge„die beiden an, sagt aber kein Wort. und untersucht die Kette und ruft befriedigt:„Alles in Ordnung!" Langsam gehen sie ins Freie. Jim schläft und ist beim Erwachen erstaunt, als die Sonne scheint und das Dagullager genisig p. Bpng beorissen Iv, Anzovz., zipen Kreis bilden dessen Mittelmit den anberen einen Kreis bnlgen, bessen MilterJ# den knvchigen zeigz„chättelnd, „Als du kamst, Amerikanerlein, sagre ich vir, viel Not und Tod würde anbrechen, weil die Chuparosa dich gern sieht. Hüte dich, Mann!". 89685# Sie dreht sich im Wirbel und zischt dem zuruaschreckenden Mexikaner zu:„Von den Schwarzbärten, die den Montezuma auf der Schlangenmauer töten ließen, stammst du ab? Morgen will ich dich schreien hören! Winseln und betteln hören, wenn sie...“ Zim hört nicht mehr, was sie sagt, flüchtet hinaus in die von Klagegeschrei erfüllte Luft. Der Pitaya zieht den Erregten sachte nieder.„Bruder, ich denke, daß wir brei, Benito, du und ich, morgen auf die Jagd gehen. Es gibt noch Steinböcke auf den höchsten, unzugänglichsten Gipfeln der Sierra!" Jim erwidert nichts, stiert nach der Hütte hin, aus deren dunklem Eingang die Juana hervorkommt. Laut schwatzen die Männer an den verschiedenen Feuern. Sie erzählen einander von ihren Taten. Und als der Amerikaner sich nachher tiefsinnig in seine Decke hullt, sieht er ihre Gestalten, von den Flammen beleuchtet. in malerischen Hausen gelagert. Kinder spielen oder punkt der ungefesselte Gefangene ist. Dicht neben diesem kauert die Juana, deren funkelnde Augen, lebhaft, hin und her fahren. Pitaya flüstert in Jims Ohr: du Steinböcke jagen?“ Unwillig schüttelt der Amerikaner den Kopf, und der große Indio lacht leise. Da tritt Benito in den Ring.„Brüder!" beginnt er mit starker Stimme.„Brüder, ihr alle kennt mich und wißt, daß meine bei den Gringos erlernte Kunst schon Tode retete. 36h bitg lg ig tönten die Worte in den Ohren Jims.„Vu, will euch zehn Mexikaner bringen, aber übergebt mir diesen einen Ein Summen der Ueberraschung geht durch den Ring, die Juana kichert höhnisch. Nur der Gefangene scheint unberührt. Jim kommt es vor, als warte er auf irgend etwas und als schauten seine Augen nach einer Juan Espinoza, der älteste der anwesenden Jefes, tritt einen Schritt vor und fragt Benito:„Ungewöhnlich ist dein Verlangen, Bruder. Doge, Jog un, was willst du mit jenem Hund heginnen, falls####g dir zusprechen?" Ruhig rommt die Antwort:„Sein Vater tat Gutes an mir, und ich bin dem Sohne, so übel er „Sein Herz wurde bei den Gringos zum weichen Schwamm. Hört nicht auf ihn!“ schrillt die Juang, die sich erhoben hat und ihren Schlangenstao schwingt., der Männer schütteln die Köpfe, alle reden lebhaft ourch- Wangen einander. Und immer noch ist der Mexikaner gegen alles, was um ihn vorgeht, so unbegreiflich gleichgültig. er auch die Yaquisprache nicht versteht, so muß er doch wissen, daß es für ihn um Leben und Tod geht. Iims Gedanken überstürzen sch., n## „Macht eine Tromel aus ihm: rreischr die Jugna, und zustimmend nicken viele der Indios. In der Luft schrillen die Stimmen der Klagefrauen. Jim fühlt erstaunt, wie er am ganzen Leibe vor Erregung zittert. spricht wieder:„Dem brauchst du die nicht zu halten, Bruder; denn er gehört zu jenen, die uns vernichten wollen und dies mit vielen Mitteln versuchen, gegen die sich der Indio nicht wehren kann. Wer stahl unser Land, unser Vieh, wer sandte uns zum Sterben ins Quintanaroo? Der Mexikaner! Wer umzingelt die Sierra daß wir langsam in die Schluchten der ödesten Gipfel getrieben werden? Der Mexikaner! Wer schickt gewaltige Metallvögel, aus welchen Mörder Bomben auf unsere wehrlosen Weiber und Kinder Ein machtvoller, leidenschaftlicher Schrei durchpeitscht die Luft. Jim merkt, daß der Gefangene nun langsam „Er maß sterbens: schließt der Redner seinen Vortrag und wirft ein Scheit Holz heftig ins Feuer. Traurig geht Benito aus dem Kreise, und Juana schüttelt den Stab, will ihren scheußlichen T beginnen. Da drängt sich eine schlanke Gestalt neben den Gefangenen, legt ihm beide Arme um den Hals und ruft über seine Schulter der verblüfften Versammlung ins Gesicht:„Er ist mein! Nach heiligem Brauch der Yaquis an, nach dem jedes Indiomädchen aus freiem Willen ihren Gatten wählen darf, und wenn er auch unser Todfeind ist. Welcher böse Geist fuhr in dich, Mädchen? Du kennst diesen Hund doch nicht!“ Stolz ist ihre Antwort:„Mein Mann ist kein Hund, Jefe! Und ich kenne ihn.“ Sie verbessert sich:„Ich sah ihn schon vor vielen Monaten. Hört! Damals, kurz bevor der Gringo Jim zu uns kam, begleiteten euch eine Anzahl von uns Weibern hinab in die Uresgegend, wo ihr die Soldaten überfallen wolltet. Ich trennte mich von den anderen, um Pitayenfrüchte zu suchen. Da kam ich auf einen Platz, von dem aus ich unter mir, so nahe daß ich seinen Sombrero hätte berühren können, diesen Mann erblickte. Er saß auf einem Stein, sein Pferd war in der Nähe angebunden.“ Die goldbraunen des Mädchens färben sich dunkel:„Und er gefiel mir! Wollt ihr mir nun mein Recht nehmen? Totenstille herrscht in der Versammlung. Benito atmet schwer. Vorgebeugt, mit lauerndem Blick sieht Juana ihn an.„Aiih!“ bricht die Witwenklage wieder los. Da spricht der Espinoza mit schwerer Betonung: „Das Recht ist dein, Mädchen. Benutze es, und dann geht! Man wird euch sicher aus dem Gebirge geleiten. Aber du weißt nicht, was du tust.“ Benito drängt sich vor:„Halt, noch ist das Wort des Familienoberhauptes, das bin ich, zu achten. Gern hätte ich gesehen, wenn dieser Mann frei ausging, denn ich bin seinem toten Vater die Treue schuldig. Aber jetzt...“ er schluckt schwer:„Chuparosa, du bleibst hier, und dieser Mann wird— getötet!“ „Getötet!“ tönt es drohend in der Runde. Espinoza ittelt traurig den Kopf.„Sie hat das Recht der Daquis angerufen. Du kannst sie nicht halten. Frei ist der Indio!“ Wieder herrscht Stille. Benito spricht langsam: „Frei ist der Indio! Ja, du hast recht. Also geh mit ihm. Ich weiß du kehrst wieder. Allein!“ Sich an Pitaya wendend, schreit er wild:„Wir wollen auf Steinböcke Jagd machen. Nehmt eure Waffen und kommt! Auf in die Sierra!“ Die beiden Männer ergreifen ihre Mauser und folgen dem Voranschreitenden. Jeder ist mit seinen Gedanken beschäftigt, keiner spricht ein Wort. Und so verschwinden sie, ohne sich umzusehen, einer hinter dem anderen, im bunten Sandsteintor des nächsten Canons. erkoren. Ich werde seine Tortllas kneten und seine Furchtbares Geschrei antwortet ihr. Am wütendsten sind die Frauen, und die Augen der Juana schießen Pfeile auf das Mädchen. Minutenlang brandet der Lärm durch die Schlucht, und die ganze Zeit hält Chuparosa den aufatmenden Mexikaner umarmt. Jim aber weiß, daß er in der vergangenen Nacht recht sah, und tiefe ihm selbst unbegreifliche Traurigkeit überfällt ihn. Der Espinoza hebt wieder die Hand und grollend vereöbt der Aufruhr.„Du rufst den geheiligten Brauch Durch die Gebirgswelt steigen der Pitaya, Benito und Jim. Es ist schon lange her seit sie hinter flüchtigen Steinböcken die Höhen erklommen, um zu vergessen, daß ein stolzes schlankes Yaquimädchen ihre goldbraunen Arme um den Hals eines halb verstörten, halb höhnischen mexikanischen Offiziers wand. „Sieh dort!“ sagt der Pitaya- und deutet hinab. Das zackige Horn, das sie erklimmen, fällt vor ihnen in scharfem Winkel auf die Hochebene ab. Zwischen seiner breiten, schluchtenzerissenen Basis, die wieder auf noch breiteren Bergen ruht, dehnt sich die Mesa aus. (Fortsetzung folgt.) Nr. 107/ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 8. Mai 1936 Aus aller Welt Grultstiter uden= dus Wdrl Unsere Erde in Zahlen— Wenn die Welt erst 50 Jahre bestünde Berlin, 7. Mai. 1 849 500 000 Menschen leben zur Zeit auf der Erde. Die Erde kann 6 Milliarden Menschen ernähren. Wenn sich die Menschheit mit gleichbleibender Geschwindigkeit vermehrt, wird diese Zahl im Jahre 2100 erreicht sein. Am dichtesten bevölkert ist das Fürstentum Monaco. 5750 Menschen leben dort auf einer Quadratmeile. Erst in weitem Abstand folgt Hongkong mit 2500, dann die französische Sträflingskolonie Martinique in Mittelamerika mit 750. In Belgien leben auf einer Quadratmeile 702 Personen, in England, dem nächstdichtbevölkerten europäischen Staat, 486. Diese Zahl ist besonders überraschend, wenn man an den Kolonial= schatz des britischen Weltreiches denkt. Am dünnsten bevölkert ist Italienisch=Libyen(um das die Italiener einen 20 Jahre langen, erbitterten und blutigen Krieg führten) mit 1 Bewohner auf 8,1 Quadratmeilen. Es folgen Britisch=Betschuanaland mit 1 Bewohner auf 1,8 und Britisch=Südwestafrika mit 1 auf 1,1 Quadrat= meilen. Abessinien hat 22 Bewohner auf 1 Quadrat= meile— die gleiche Bevölkerungsdichte wie Norwegen. Nach neuer Schätzung beträgt die Bevölkerungsdichte in Deutschland 366 auf 1 Quadratmeile. Die absolut kleinste Bevölkerungszahl weist der Vatikan=Staat auf mit 450; es folgen Andorra mit 6000, der Staat Tutuila in Ozeanien mit 11000, dann Liechtenstein mit 12000 und San Marino mit 13000. Steht Liechtenstein hier nur an dritter Stelle, so kann es sich aber brüsten, das bejahrteste unter den regierenden Staatsoberhäuptern zu besitzen: Fürst Franz., der am 28. August seinen 83. Geburtstag feiert. Er kam erst mit 77 Jahren zur Regierung. Das jüngste Staatsoberhaupt hat Siam, dessen König Ananda Mahidol am 20. September dieses Jahres elf Jahre alt wird. König Peter von Jugoslawien wird 13, König Mohammed Sahir Shah von Afghanistan 22, Kaiser Bao Dai von Annam 23, König Ghazi von Jrak 24 Sultan Sidi Mohammed von Marokko 25 Sultan Saiyid von Taimur von Oman 26 Jahre. Das genaue Durchschnittsalter der regierenden Staatsoberhäupter der ganzen Erde bemägt 57 Jahre 6 Monate. Die einzigen Staatsoberhäupter, die diesem rechnerischen Durchschnitt fast genau entsprechen sind der Schah von Persien Reza Pahlevi, der am 16. März 1878 geboren ist, und der Staatspräsident von Guatemala, General Jorge Ubico, geboren am 10. 11. 1878. Die Unkosten des Völkerbundes betrugen im vergangenen Jahr über 2000 000 englische Pfund— das ist fast so viel, wie Paraguay und Bolivien zusammen während eines Jahres einnehmen. Der amerikanische Wissenschaftler James Harvey Robinson hat folgende interessante Rechnung angestellt: Wenn ein Mann die gesamte Menschheitsgeschichte innerhalb von 50 Jahren durchlebt hätte, so würde er seine Zeit so ausgefüllt haben: Er hätte 49 Jahre gebraucht, um aus einem wandernden Jäger zu einem seßhaften Siedler zu werden, der den Acker bebaut, das Vieh züchtet und seine Kleider webt. Innerhalb der nächsten sechs Monate hätte er Lesen und Schreiben erlernt. Erst zwei Monate vor seinem 50. Jahr hätte er als Christ gelebt. Erst 14 Tage vor seinem 50. Geburtstage wäre die Druckpresse erfunden worden, noch eine Woche davor hätte er Personen mit anderen Meinungen oder Religionsbekenntnissen lebendig verbrannt, erst—3 Tage davor hätte er begonnen, mit der Eisenbahn zu fahren und nur ein paar Stunden vorher hätteer zu fliegen gelernt. Elly Beinhorn zum Heimflug gestartet dnb. Riga, 7. Mai. Am Donnerstag mittag startete Elly Beinhorn vom Rigaer Flugplatz zum Heimflug nach Deutschland. Ihre drei Vorträge in Riga und Libau brachten der deutschen Fliegerin einen vollen Erfolg, Jedesmal gelang es ihr, Zuhörer zu begeistern und starken Beifall zu erringen. Mittwoch veranstaltete aus Anlaß der Anwesenheit Elly Beinhorns und des Dichters Jakob Schaffner der deutsche Gesandte Dr. von Schack in den Räumen der Gesandtschaft einen Empfang, an dem Vertreter der deutschen Kolonie und des Rigaer Baltendeutschtums teilnahmen. Der vierte phönix=Selbstmord dnb Wien,.. Mai. Nach einer aus Susak(Südslawien) in Wien eingetroffenen Meldung hat dort am Donnerstag der jüdische Regierungsrat Ernst Schlesinger Selbstmord begangen. Schlesinger war als Eigentumer und Chefredakteur der Wiener„Sonn= und Montagszeitung“ in der Bestechungsliste des Phönix mit 315 000 RM. verzeichnet. Am Samstag vergangener Woche wurde ihm die Weiterführung seiner Tätigkeit untersagt, und das Blatt ging in den Besitz der Vaterländischen Front über. Schlesinger war inzwischen geflüchtet. Schlesinger, dem während des Krieges der Titel eines Regierungsrates verliehen worden war, hatte in den letzten Jahren eine wilde Hetze gegen den Nationalsozialismus entfaltet. Sein Selbstmord ist der vierte in der Angelegenheit des Phönix. Dreifacher Mörder in Danzig zum Tode verurteilt In Danzig wurde der 21 Jahre alte Johannes Runschkowski aus Tragheim wegen Mordes in zwei Fällen sowie Totschlags und wegen schwerster Brandstiftung zum Tode und zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Dem Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt. Der Angeklagte nahm das Urteil völlig gebrochen entgegen. Johannes Runschkowski hatte am 5. Februar dieses Jahres seinen Bruder auf dem Felde ermordet, danach in der Wohnung seines Bruders seine Schwägerin sowie ihr 1½ Jahre altes Töchterchen mit einem Beil erschlagen. Giuseppe Bottai, Amerika baut das erste „Kovinosariam“ Die nächste Weltausstellung in Amerika wird auch ein„Kosmosarium", das erste dieser Art, erhalten. Wie bei unserem Planetarium werden auch hier die meisten und bekanntesten Sterne zu sehen sein, den Mittelpunkt bildet jedoch die Erde, die man, wie auch den Sterneuhimmel, von Laufgängen beobachten kann, die spiralförmig in dem riesigen Kugelhaus angebracht sind. Durch geschickte Lichtwirkung werden die riesigen Entfernungen der Weltkörper„voneinander vorgetäuscht. Der Besucher glaubt dabei, die Erde von einem anderen Planeten aus zu sehen. Unsere Aufnahme zeigt den teilweise geöffneten kugelförmigen Oberbau des„Kosmosariums“ mit seinen Laufgängen. Die Erde hängt als riesiger Planet in der Mitte des Baues. Hch. Hoffmann 1 (I 1) L Schwries Uldeilel adel Thalingen Bäche wurden zu reißenden Flüssen— Großer Sachschaden— Ein Toter dnb Hildburghausen, 7. Mai. Ganz Süd=Thüringen wurde am Mittwoch nachmittag von einem schweren Unwetter heimgesucht. Der mehrere Stunden andauernde wolkenbruchartige Regen hatte überall große Ueberschwemmungen zur Folge. In Hildburghausen wurde ein ganzer Stadtteil unter Wasser gesetzt. Hier schwammen in zahlreichen Wohnungen Einrichtungsgegenstände in dem über ein Meter hoch stehenden Wasser. Arbeitsdienst, Formationen der Partei und der Feuerwehr gelang es nach großen Anstrengungen, die Bewohner und die schon schlafenden Kinder zu retten. Außerhalb der Stadt wurden zahlreiche Wiesen überschwemmt.— In Eisfeld rissen die Wassermassen die Hauptstraße auf, so daß jeglicher Verkehr unmöglich wurde. Bis spät in die Nacht hinein waren Kolonnen am Werke, um die Wassermassen abzuleiten.— Auf der Eisenbahnstrecke Schleusingen= Themar unterspülten gegen 5 Uhr nachmittags die Wassermassen die Gleise an drei Stellen in einer Länge von 150 bis 300 Meter. Der Personenverkehr wird durch Postomnibusse, der Güterverkehr durch Lastkraftwagen aufrechterhalten. Auch Ost=Thüringen hat das schwere Unwetter heimgesucht. Am meisten betroffen wurden die sogenannten Täler=Dörfer im Holzland.“ Die starken Regengüsse ließen die Bäche in wenigen Minuten anschwellen und über die Ufer treten. Am heftigsten war das Unwetter in Münchenbernsdorf, Lindenkreuz und St. Gangloff. Von dort aus dehnte sich das Unwetter nach zwei Richtungen aus, und zwar bis zur Bahnlinie Gera— Jena— Weimar und nach dem Rodatal. An verschiedenen Stellen wälzten sich die Wassermassen in nahezu zwei Meter Höhe wellenartig dahin, alles im Wege Stehende mitreißend. Auch ein Menschenleben ist zu beklagen. Ein 18jähriger aus dem Ort Schwarzbach bei Münchenbernsdorf stammender Wirtschaftsgehilfe wurde auf der Heimfahrt vom Felde mit dem Fahrrad von den Wassermassen umgerissen und ertrank. Ferner wurden mehrere wertvolle Milchkühe vom Blitz erschlagen. Wiesen, Aecker und Gärten in der Umgegend der Holzlanddörfer sind vollständig verschlammt. Nach etwa zwei Stunden hatten sich die Wasser verlaufen. Der Verkehr war eine Zeitlang völlig unterbrochen, da große Teile der Staatsstraßen unter Wasser standen. Wie zu den Unwetterverheerungen in Süd=Thuringen von der Reichsbahndirektion Erfurt noch gemeldet wird, ist die Bahnstrecke Schleusingen— Themar, die von den Wassermassen an drei Stellen unterspült worden ist, voraussichtlich auf vier Tage gesperrt. Arbeitsdienst ist zur Wiederherstellung der Strecke eingesetzt. Der Personenverkehr wird durch Kraftwagen aufrechterhalten, der Güterverkehr wird umgeleitet. Zeugen über den Einsturz Scherl-Bilderdienst der bisherige Gouverneur von Rom, der am 5. Mai in Begleitung des Marschalls Badoglio an der Spitze der italienischen Truppen in die abessinische Hauptstadt einzog, wurde zum Gouverneur von Addis Abeba ernannt. bei dem Berliner=Bahn=Bau dnb Berlin, 7. Mai. Der dritte Zeuge, der im Berliner Baugrubenprozeß vernommen wurde, der Schachtarbeiter Konetzki, wußte über die Frage der Sicherung der Tragerfüße interessante Einzelheiten zu bekunden die den Widerspruch des Bauleiters Noth hervorriefen. Der Zeuge schilderte, daß die Trägerfüße im südlichen Teil der Westwand in der Tiergartenstraße freigelegt worden seien, um kleine Holzstützen anbringen zu können, die im Boden verankert und dann zugeschüttet wurden. Noth bezeichnete diese Angaben als unzutreffend und meinte, der Zeuge müsse sich geirrt haben. Auch der Schachtarbeiter Basener, der mit dem Planieren der Sohle und dem Zuschütten des Baggerlochs beschäftigt war, ist der Ueberzeugung, daß der Einsturz von der Tiergartenseite ausgegangen ist. Der Zeuge Basener wurde gefragt, ob er etwas von den Kanthölzern wahrgenommen habe, von denen der Zeuge Konetzki berichtet hatte. Basener erklärte, ihre Anbringung hätte ihm nicht entgehen können, aber er habe nichts Derartiges bemerkt. Als nächster Zeuge wurde der Vorarbeiter Pauers, der Stellvertreter des ums Leben gekommenen Schachtmeisters Dümcke, vernommen. Er ist ein alter Fachmann des Untergrundbahnbaues und hat auf diesem Gebiet bereits im Jahre 1912 gearbeitet. Sehr wichtig sind seine Wahrnehmungen über die Tiefe der Ausschachtung. Danach hat sich die Grubensohle an der Einsturzstelle etwa 3,20 Meter unter der vierten Steifenlage befunden. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie tief denn die Trägerfüße noch im Boden gesteckt hätten, berichtete der Zeuge von sehr wichtigen Feststellungen, die er am Einsturztage vormittags 10 Uhr gemacht habe. Er habe plötzlich entdeckt, daß der Rammpfahl 34 schon vollkommen frei gestanden habe. Der Trägerfuß habe sich bereits 10 bis 15 Zentimeter über der Grubensohle befunden. Er habe sofort veranlaßt, daß wieder Boden um den Trägerfuß herumgeschaufelt wurde. Dann sei er zum Schachtmeister Dümcke gelaufen, um diesem von seinen Wahrnehmungen Mitteilung zu machen. Vorsitzender: Was hat Noth gesagt, als ihm mitgeteilt wurde, daß der Trägerfuß frei stand? Zeuge: Nur der Schachtmeister Dümcke hat mit Herrn Noth gesprochen. Was er ihm gesagt hat, weiß ich nicht. Auch der Vorarbeiter Pauers weiß nichts von den Kanthölzern. die nach den Angaben des Zeugen Konetzki angeblich an den Trägerfüßen angebracht worden sind. Der Bauunglücksprozeß ist mit der Beweisaufnahme in ein Stadium eingetreten, das von größter Wichtigkeit für seinen ganzen Ausgang sein dürfte. Die ersten vernommenen Zeugen haben sämtlich den Einsturz aus nächster Nähe miterlebt. Interessant ist, daß aus den Aussagen aller dieser Zeugen mehr oder weniger deutlich das Eingeständnis herausklingt, sich damals in einer recht gefährlichen Umgebung befunden zu haben. Besonders bezeichnend hierfür sind die Worte, die der Schachtmeister Dümcke kurz vor seinem Tode an seinen Vorarbeiter mit einem Seufzer der Erleichterung richtete:„Na, heute kommen wir noch aus dem Loch heraus, dann können ja die anderen sehen, wie sie fertig werden!" Die Arbeiter raunten sich gegenseitig zu, was sie zu beanstanden hatten, aber keiner fand den Mut auf eine Abstellung zu dringen, aus Angst vor Entlassung und vor Arbeitslosigkeit. Amtausch alter Rundfunkgeräte Gemeinsame Vereinbarung zwischen Reichsrundsunkkammer und Rundsunkwirtschaft dnd Berlin, 7. Mai. Um den Rundfunkempfang im olympischen Jahr besonders zu fördern und allen Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, die bevorstehenden großen politischen und sportlichen Ereignisse im Rundfunk mitzuerleben, hat die deutsche Rundfunkwirtschaft im Einvernehmen mit der politischen Rundfunkführung soeben eine„Umtauschaktion für alte Rundfunkgeräte“ eingeleitet Wie im Amtsblatt der Reichsrundfunkkammer„Archiv für Funkrecht" mitgeteilt wird, ist dieses Abkommen im Einvernehmen mit der Reichsrundfunkkammer zwischen der Rundfunkindustrie, dem Rundfunkgroß= und=Ein. zelhandel zustande gekommen. Danach kann jedes vor dem 31. Juli 1931 auf den Markt gebrachte Empfangsgerät bei einer in Berlin errichteten Sammelstelle gegen einen Gutschein umgetauscht werden. Dieser Gutschein wird vom Einzelhändler beim Erwerb eines neuen Gerätes auf den Kaufpreis in Anrechnung gebracht. Es ist hierbei gleichgültig, um welches Fabrikat des gebrauchten Gerätes es sich handelt, auch der Zeitpunkt, zu dem das Gerät von seinem jetzigen Besitzer erworben wurde, hat auf den Umtausch keinen Einfluß. Ueber die Anschrift der Sammelstelle, an die alte Geräte zur Vermeidung von Nachnahmen nur frankiert abgesandt werden sollen, sowie über alle weiteren Einzelheiten kann sich der Besitzer eines vor dem 31. Juli 1931 hergestellten Rundfunkgerätes bei jedem Rundfunkhändler unterrichten. Die Umtauschmöglichkeit besteht nur für die Zeit vom 1. Mai 1936 bis einschließlich 30. Juni 1936. Volksempfänger und der DAF.Empfänger 1011 sind von diesem Umtauschabkommen ausgeschlossen. Bekanntlich werden in diesem Jahr die früher im Sommer üblichen Preisherabsetzungen für Rundfunkgeräte nicht erfolgen. Dafür ist jedoch durch vorstehendes Abkommen den Besitzern alter Rundfunkgeräte in den Monaten Mai und Juni Gelegenheit geboten, neue Rundfunkgeräte zu besonders günstigen Bedingungen zu erwerben. Lloyds will Spekulationsversicherungen auszahlen Im Zusammenhang mit den durch die Indiskretionen des englischen Budgetgeheimnisses vorgenommenen Versicherungen, die einige Londoner Kaufleute gegen eine Erhöhung der Einkommensteuer und des Teezolls bei Lloyds vorgenommen hatten, veröffentlicht jetzt die Londoner Versicherungsagentur ein Schreiben, wonach nach Auffassung des Komitees der Gesellschaft diese Versicherungen Ehrenverpflichtungen bedeuten. Eine Auszahlung der Versicherungen solle mit möglichst wenig Verzögerung vorgenommen werden. Der Mann, von dem man spricht Pe uich. Kaolimnan Der italienische Marschall Badoglio dem vergönnt war, an der Spitze seiner siegr Truppen in die abessinische Hauptstadt Addis Ak einzuziehen. AWAUUT TPOIUIE LeinesMoma rausgiesig-nelswert 11 Nr. 107 Bochumer Anzeiger7 Freitag, 8. Mai 1936 Tuenen und Sport 500 Meldungen liegen vor Saderialalr Llanderamt Die große weltfählche Zuverlalngkeitsprutung Hohensyburg=Dreiecksxennen und die SauerlänBeländefahrt des Poprov, peszgtischen Krofefahre Das den Hauptveranftaltunggg##.#.#.##f.#tal sports. Auch in diesem Jahr hat die Sauerlandische Geländefahrt, die am Sonntag durchgeführt wird, ein überaus großes Nennungsergebnis gefunden. Fast 500 Meldungen aus Rheinland und Westfalen sind erfolgt, so daß die Fahrt mit zu den größten Geländesportveranstaltungen im Reich gezählt werden darf. Veranstalter ist die RSKK.=Motorbrigade„Westfalen, die sich alle Mühe gegeben hat, um die Fahrt trotz ihrer großen Schwierigkeiten reibungslos abwickeln zu können. Fast 200 Krafträder werden über die Strecke gehen, peiter 50 Krafträder, mit S.„awagen, 120 Pers. der Wixbergabfahrt zur Zeitkontrolle Altena, die mit ihrem lebhaften Betrieb eine große Zuschauerzahl finden wird. Ab Altena ist die Strecke lenneabwärts neutralisiert. Bei Opperhusen südwestlich Einsal im Wald beginnt die Fahrt wieder und führt über Wiblingwerde hinüber zum Nahmebachtal, das von der Einmündung des Wörderbachs aus aufwärts durchfahren wird und ebenfalls dankbare Beobachtungspunkte bietet. Ueber Albringwerde geht es hinunter in das Gebiet des sonenweiter 50 Krafträder mit Seitenwagen,#0 kraftwagen, und den Rest biloen schließlich etwa 75 Kübelsitzwagen der Wehrmacht und 25 Lastkraftwagen. Geade die große Anzahl von Kübelwagen zeigt, daß die Sauerlänzsche Gelöndesaherjährt. Aus Mänste ß die uch von seiten der Wehrcht große unterstutzung eeu#t. Aus Münster, Paderborn, Erfurt. Hamm, Osnabrua, Lüdenscheid, Herford, Bielefeld und Hannover kommen die Fahrer der Wehrmacht. Rund ein Zehntel aller Nennungen stellt der DAC. in bewährter Sportkameradschaft mit der Asch bise We Gfe.-Motorbrisgade vertreten. die mit türtncg vie SKd.=ototörigabe Vertccten, die mit ihrer sehr gut geschulten Fahrerschaft den Wagen der Wehrmacht nicht viel nachstehen sollte. Es wird sicherlich ganz ausgezeichnete, Leistungen geben, schauer auf der 120 Kilometer langen Strecke auf Kosten kommen. Die Abnahme der Fahrzeuge erfolgt bereits am Samstag von 12 bis 19 Uhr auf der Springe in Hagen, wo auch für Sonntag um 7 Uhr der Stat Die Zuschauer finden interessante Beobachtungspunkte außer beim Start bei der bald darauf folgenden Anfahrprüfung in der Küferstraße, dann hinter Berchum in den Waldschneisen zwischen Reh und Schälk. dann weiter bei der Bachdurchfahrt in Oestrich, bei der Anfahrprüfung zwischen Pillingen und Lössel, bei Albringwerde geht es hinunter in das Geb Volmetais, am Sterbecker Hammer vorbei zur Straße nach Heedfeld. Die Zeitkontrolle Dahlerbrück am Hotel ..*# 7 und hann geht es meiter durch den wird auf eigenem Platz kaum zu schlagen ein Unentschieden wäre ein Erfolg für die Gäste Tb. Eickel und Westfalia Herne sollten zu klaren Siegen kommen. Auch TuS. Holsterhausen und Tv. Röhlinghausen müßten stark genug sein, um dem Gegner beide Punkte abzunehmen. Die Luftlport-Werbetage nahen! Die Ortsgruppe Bochum der Luftsport=Landesgruppe 10(Westfalen) des Deutschen Luftsport=Verbandes mit ihren Stützpunkten Linden und Langendreer veranstaltet vom 28. bis 80. Mai einen großangelegten Werbefeldzug für den Gedanken des Luftsports. Diese Luftfahrt=Werbetage sollen den Gedanken des Luftsports in die deutsche Volksgemeinschaft hinitrager hel“en sollen dazu beitragen, baß die gedurch dieses äußere Zeichen eng verbunden fühlen mit dem deutschen Luftsport und Helfer und Träger der großen Idee sein wollen. enggen isen,#; Pgmgen, baß bie geflügerten Worte unseres meichsministers der Luftfahrt, Hente folgt, und dann gehr es weiter burch ven Wald nach Breckerfeld und über die Serpentinen der nach Priorei führenden Straße bis nach Schemm. Durch den Wald führt die Fahrt nach Zurstraße und mit Ausbiegungen nach rechts und links über die Selbecke nach Hagen. Die bekannte Dammkurve mit ihren Schwierigkeiten wird sicherlich wieder zahlreiche Zuschauer finden. Ehe die Fahrer ans Ziel kommen geht es dann von der Selbecke hinauf über den Krähnockel dem Ziele zu. Die ganze Strecke ist durch NSKK.=Mannschaften gesichert. Den Abschluß bildet die feierliche Siegerverkündung im Kuppelsaal der Hagener Stadthalle. Bochum ist selbstverständlich auch in diesem Jahre wieder mit einem größeren Aufgebot vertreten. Generalobersten der Luftwaffe Hermann Göring, immer stärkeren Widerhall finden, damit unser Luftsport wahres Volksgut werde. Tausende von Plakaten, Postkarten, Werbezetteln usw. werden dafür Sorge tragen, daß der Werbegedanke bis in das kleinste Dorf hineindringt. Millionen von geschmackvollen Abzeichen aus Metall und Bernstein, dem Golde Ostpreußens, sollen am 28. und 24. Mai, den beiden Sammeltagen, welche dem Deutschen Luftsport=Verband vom Reichsinnenminister genehmigt sind, jeden Deutschen schmuckerz,„ Mgnner und Frauen auf Straßen und auf Plätzen souen. den Erwerb dieses Abzeichens bekunden, daß sie sich Die„letzten Acht“ ltchen felt Rot Weiß=Turnier in Berlin. Beim Berliner Rot Weiß=Turnier stehen bereits am Donnerstag die„letzten Acht“ der Männerun, Ausnahme des Treffens Feret gegen Henoewerk fest. Der Italiener de Stefani besiegte Dohnal:0, :6,:6, und der Deutsche Meister Gottfried v. Cramm schaltete noch Stingl mit:2,:6,:4 aus..— Bei den Frauen heißen die„letzten Acht": Frau SperlingKrahwinkel, Frl. Ullstein, Frl. Manzutto, Frau Schneider=Peitz, Frl. Adamson, Frl. Zehden, Frl. Rollin=Couquerque und Frl. Sander. Hockey-Länderkampf Deutschland—Holland Am kommenden Sonntag, 10. Mai stehen Hannover die Hockeh=Nationalmannschafte, Hollands und Deutschlands zum 18. Male gegenüber. Wenn berücksichtigt, daß 1926 das erste Länderspiel land—Holland in Amsterdam ausgetragen wurde, spricht das 18. Treffen für den engen sportlichen der Länder. In der Gesamtwertung fuhrt Deutschland mit 87:14 Toren. geben, so daß die Zuihre Die Oftpreußenfohrer in Königsberg eingetroffen Königsberg, das Hauptquartier der Ostpreußenfahrt 1936, glich am Mittwoch, dem Vorabend der großen Prüfung, einem Heerlager#geget ggt; ler. Von den 484 gemeldeten Fahrern haben wuo ire Nennung erfüllt. 191 Räder und 215 Wagen werden die schwere Dreitageprufung aufnehmen. Die TeilDie Aufftiegspiele zur Bezirksliga AD. Börnig P Vuns-Eirenfeid Die inoffizielle Kreismeisterschaft Fahrerappell ab. We Ran Harbodiums Sidurrerweiung! *" 4 C- Pfolpf-ld 14 64504. in Pennen Die Begegnung der beiden Gruppensieger der ersten * M heit hie hei der vlätzlich in Die große Rad-Stafettenfahn in Bielcleid 18 Stachie im Rennen Bei der letzten Trainingsfahrt Rund um den MilchScheffler mit.27 Minuten für die 75 Nach dem Muster der im Vorjahre in Berlin zur Durchführung Fehtgagprtem, Seizmo bgn,; Stohpgggfe ggffgl.##et Sonntag der Radfahrerverein unter lefeld in Bielefeld eine große Straßenstaffel für Städtemannschaften durch. Folgende 15 Mannschaften nehmen das interessante Rennen auf: Bielefeld, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, burg, Münster, Bremen, Gronau, Braunschweig, Bonn, Köln, Wolfenbüttel, Hemer, Hannover und Bochum. Bochums Mannschaft, die nach einigen Trainingsfahrten gestern abend endgültig aufgestellt wurde, wird es in diesem erlesenen Feld sehr schwer haben, sich Abschneiden steht, wurde wie folgt aufgestellizrgg######m Scheffler(Flottweg, Langendreer), Hoffmann und Schlegel(Westfalia) und Budenbender (Sturmvogel). bof“ konnte Suxstet mtt ozi Brtuuten für die 75 Kilometer als schnellster Fahrer eine beachtliche Zeit herausfahren. Die Staffel führt in 12 Runden zu je 8,8 Kilometer durch Bielefelds Straßen. Die Ablösung erfolgt nach jeder Runde, so daß jeder Fahrer den zurückzulegen hat. Die Bochumer Mannschaft wird bereits Samstag nachmittag die Fahrt nach Bielefeld antreten und sich alle Muhe geben, ihre Vaterstadt ehrenvoll zu vertreten. In diesem Zusammenhang ist die Feststellung erwähnenswert, daß sich am Wochenende in Bielefeld zahlreiche Bochumer Sportler ein Stelldichein tag nachmittag spielt Germanias Fußballmannschaft gegen Arminia Bielefeld, Sonntag nach, mittag findet außer der Rad=Stafettenfahrz, noch Spiel um den Aufstieg zur Gauliga zwischen Vfo. Bielefeld und Preußen Bochum statt.„Hinein..!“ Kreisklasse in den Aufstiegsspielen ist fraglos eine sondere Angelegenh##, vie bei der plötzlich in Bochum aufgetretenen„Fußbau=Dürre“ im Mittelpunkt des Interesses steht. Einmal sind es die beiden Bochumer Gruppensieger, die allein nur ungeschlagen sind— demzufolge also die Tabelle anführen—, zum anderen soll das Spiel eine Aufklärung darüber bringen, wer von den beiden Beteiligten sich mit dem inoffiziellen Titel des Kreismeisters schmücken kann. Der schon bei weniger wichtigen Entscheidung stark bevölkerte Börniger Platz dürfte am Sonntag aller Voraussicht nach einen Rekordbesuch erleben, wie ihn Börnig lange Zeit nicht gehabt hat. Möglich ist, daß Börnig als Tavellenführer abgelöst wird— wenn das Spiel verlorengeht—, möglich ist aber auch, daß die Ehrenfelder vom zweiten Tabellenplatz verdrängt werden. Jeder Punkt ist kostbar, denn wenn auch von den sechs Bewerbern drei aufsteigen, so ist das Feld— abgesehen von den beiden Dortmunder Mannschaften— doch so ausgeglichen, daß es einen erbitterten Endkampf um den dritten Platz geben wird. Wohl dem also, der von diesem Wettrennen verschont bleibt. Im Hintergrund lauern Her“ spe, die beide am Sonntag bede und Hasp., die beive am Sonntag gegen die Tabellenletzten anzutreten haben. Union Haspe ist auf eigenem Platz gegen den etwas stärkeren Dortmunder Vertreter Viktoria Dortmund Favorit. Herbede muß nach Hombruch gegen den mit zwei ladenen zweiten Dortmunder Vertreter. Die:=Niederlage gegen Börnig dürfte die Ruhrtaler etwas aufgerüttelt haben, so daß sie wohl mit verdoppeltem Siegeswillen kämpfen werden. Die Spiele: VfB. Börnig— TG. Bochum=Ehrenfeld Union Haspe— Viktoria Dortmund Hombruch— SV. Herbede VfB. Börnig— TG. Bochum=Ehrenfeld Der Clou des Tages. Nicht allein, weil es sich um die Vertreter des Kreises Bochum handelt, sondern weil der Kampf darüber entscheidet, wer weiter die Tabelle anführen soll. Ist Ehrenfelds Schlußdreieck mit Schleich, Hoffmann und Wondzinski auch ein stärkeres Bollwerk, Problem von E. M. H. Guttmann(Grünberg) Die Radirunde der aruppenipfert Um die Deutsche Handballmeisterschaft Am ersten Maisonntag haben die 16 Handball=Gauigemäß die * Vorrunde der GaugruppenGruppe 1, MSV. Magdeburg in Gruppe 2, Hindenbur Minden in Gruppe 3 und Rasensport Mülheim in Gruppe 4 führen mit je:0 Punkten. Dabei ist die Situation für Hindenburg Minden entschieden am günstigsten, denn die Westfalen haben gegen jeden ihrer Rivalen bereits vier Punkte Vorsprung und dürften kaum noch einzuholen sein. Dagegen mussen die drei übrigen Spitzenreiter das Rückspiel gegen ihren gefährlichsten Rivalen noch auf dessen Platz bestreiten, so daß hier das letzte Wort noch nicht gesprochen sein dürfte. Immerhin hat der Niederrheinmeister auch im Falle einer Niederlage in Darmstadt noch begründete Hoffnungen, da die Darmstädter den Rückkampf gegen das wieder erstarkte Waldhof in Waldhof bestreiten müssen, während Mülheim die Waldhöfer zu Hause empfangen wird. Die erste Vorentscheidung fällt hier bereits kommenden Sonntag, da Mülheim nach Darmstadt muß. Die Paarungen lauten: Gruppe 1: Oppeln: Post Oppeln— Berliner SB 92 Leipzig: MTSA. Leipzig— Hindenburg Bischofsburg Gruppe 2: Hamburg: TV. Oberalster Hamburg— KTV. Stettin Magdeburg: MSV. Magdeburg— Post Hannover Gruppe 3; Koln: Tvgg. Obermendig— MSV. Hindenburg Minden Geislingen: TV. Geislingen=Altenstadt— Sppg. Fürth Gruppe 4: Darmstadt: MSV. Darmstadt— Rasensport Mülheim Waldhof: SV. Waldhof— Kurhessen Kassel Handball-Städtekampf Bochum— Wanne=Eickel— Herne Wie bereits mehrfach mitgeteilt, findet am Samslag, 23. Mai, im Rahmen der„Woche des Olympiaheftes“, ein Handball=Städtespiel Bochum— WanneEickel— Herne statt. Mit der Aufstellung der Bochümer Stadtmannschaft beauftragte Kreisführer Fischer den Kreisschiedsrichter=Obmann Marr, der nun für nächsten Mittwoch ein Probespiel zweier Bochümer Mannschaften, das auf dem Westfalenplatz durchgeführt werden soll, angesetzt hat. Die Vereinsvertreter werden dringend ersucht, sich du einer abschließenden Besprechung am Sonntag, 10. Mai, um 19 Uhr im Restaurant Haus Düppe, Ecke Albert= und Muhlenstraße, einzufinden. Vorgesehen sind folgende Mannschaften: A: Oechler(Linden); Schrick(Linden), Heppner (Westfalia); Kraft(Friesen), Solf(TuS.), Brinkmann (Gerthe): Höps(Friesen); Kalwa(Ehrenfeld), Gräwing (Germania), Kleibrink(21.), Schulze(Westgatia). ersatz: Weise(Westfalia), Böth(Tus.). B: Luley(TuS.); Semm(TuS.), Sablotny(Westfalia); Breidenbach(Ehrenfeld), Schellenberg(Westfalia), Muck II(Westfalia); Schönfeld(Gerhte), Herberholz(Linden), Wondorf, Wilkner(Polizei), Schnitkger Die Mannschaften gelten noch nicht als endgültig, jedoch werden die Spieler, die unabkömmlich find, gebeten, sich umgehend schriftlich beim Kreisschiedsrichter= Obmann Marr, Bochum, Hofsteder Straße 61, abzumelden. Um den„BA.“-Handbailpokal Die Spiele um den„..“=Handballpokal nehmen an Interesse zu, denn langsam schälen sich die Favoriten der beiden Gruppen heraus. Die Spitzenmangschaften kämpfen bereits hartnackig um jeden Punkt. Die Spiele des Sonntags stellen die Favoriten vor keine große Aufgabe. Gruppe Bochum—Wattenscheid: TG. Ehrenfeld— Westfalia Bochum BC. Hordel— Tv. Friesen Bochum Wattenscheid 09/30— MBV. Linden Tv. Wattenscheid 01— VfB. Gerthe Gruppe Wanne=Eickel—Herne: Spog. Röhlinghausen— Jahn Holsterhausen TB Eickel— Herner Tkl. Westfalia Herne— Tkl.,Wanne TuS. Holsterhausen— Union Günnigfeld Reichsbahn TuS. Wanne— Tv. 83 Röhlinghausen In der Bochumer Gruppe steht der Lokalkampf Ehrenfeld— Westfalia im Vordergrund. Beide Mannschaften mußten bereits eine überraschende Niederlage hinnehmen und werden alles einsetzen, um den Anschluß an die Spitze nicht zu verlieren. Auf eigenem Platz werden die Ehrenfelder so leicht keine Punkte abgeben. Die Friesen sind in Hordel zu Gast und müssen schon gewinnen, um nicht ganz ausgeschaltet zu werden. Die beiden Wattenscheider Mannschaften stehen vor einer kaum lösbaren Aufgabe und werden es nicht verhindern, daß die Gäste die Punkte entführen. In der Wanne—Herner Gruppe beansprucht die Begegnung Spog. gegen Jahn große Beachtung. Beide Vereine sind bisher ungeschlagen. Der Bezirksmeister a) 17.„ Leß 18. Df6, T18 19. Set:, ke 20. Deö.“. LS### Ers 18. 6s. te 19. Sof“, Kei 2. Des, —0 18. St6“, Khs 19. Se6! d) 17.—0 18. Sf6“, Kg7 19. Shö:#l, gu 20. Dfé+, Kgs 21. Ld3, Tes 22. e6, Let: 23. Lh##, K18 24. Seß:“. Teß: 25. Dh8“, Ke7 26. Das matt. 16. Täf:! LaT: 17. Se4 Lb5 18. Lbö:+ ab 19. —0 20. Sge4 Ta2: 21. Dhé f6 22. Dg6:* Dg7 23. Dg7:+ Kg7: 24. Th3! Tal+ 25. Kd2 T08“ 26. Sd6 und Schwarz gab auf. Weiß gewinnt durch das unvermeidbare Seé: noch Material hinzu und damit leicht die Partie. Hervertriechendes Schech! Leicht, aber einfach und klar und dennoch problemhaft. Lösung in der nächsten Schachspalte Lösung des Problems von A. W. Mongredien, Dreizüger aus der vorigen Schachspalte: 1. Tbll. bi 2. Tel. Seß 3. De2t Falls 1. Springerzüge, außer Seß, so 2. e4t Olympiakandidat Richter Deutschlandmeister Kurt Richter wird Deutschland auf der Schach-Olympiade im August in München an hervorragender Stelle vertreten. Ein typisches Beispiel seines unternehmungslustigen und gewalttätigen Spiels bietet die folgende Partie. Eröffnung: Französisch Gespielt auf der Olympiade in Prag 1931. Weiß: Richter Schwarz: Dr. Vajda(Ungarn) 1. e4 ef 2. d4 d5 3. Ses Sfé 4. Lg5 Le7 5. Lf6: Lf6: 6. e5 Le7 7. Dg4 g6 Eine schlechte Verteidigung. Besser ist: 7. —0 8. Ld3 c5 9. de 15 10. Dh3 Sd7 11. f4 Sc5: 12.——0 bö mit chancenreichem Spiel für beide Teile. 8. h41 h5 9. Df4 aß 10. S13 c5 11. de Leb: 12.——0 De7 13. Sg5 b5 Schwarz steht bedenklich wackelig. Der ungarische Meister versucht es deshalb mit stürmischem Vorgehen, womit er aber nur versäumt, sich durch die Vorbereitung zur langen Rochade einigermaßen sicherzustellen. 14. Lo2 b4 15. Tab:!. Ein orkanartiger Sturm fegt nun das schwarze Gebäude wie ein Kartenhaus hinweg. 15. Sd7 Nimmt Schwarz eine der beiden weißen Figuren, so geht er wie folgt ein: I. 15..... be 16. Tch:l, cb“ 17. Kbl, Deb: 18. Df4:: Kds 19. Tdi“, Ld7 20. Se6:* usw. II. 15. ed 16. Sd5:, Dar 17. Tai! Capablanca wieder nur Zweiter Dem Exweltmeister will es anscheinend nicht gelingen, wieder einmal den ersten Preis davonzutragen. Im Osterturnier zu Margate(England) wurde Flohr Erster mit 7½ Punkten vor Capablanca 7, Stahlberg 5½, Lundin 5. Milner-Barry und Taylor je 4½. Miß Menchik 3½, Sergeant und Sir Thomae je 3, Reilly 1½ Punkte. Nachstehend eine Gewinnpartie aus diesem Turnier. Eröffnung: Bremer Partie Weis: Oapablanca(Kuba)„„ Schwarz: Millner-Barry(England) 1. c4 e5 2. Se3 Se6 3. g3 g6 4. Lg2 Lg7 5. d3 Sge7 6. h4 Weiß erreicht mit diesem Zuge vorläufig eigent lich nichts. Er zeigt aber, daß Capablanca entschlossen ist, in dieser Partie etwas zu tun. Es dauert aber bei dieser geschlossenen Stellung sehr lange, ehe geeignete Vorbereitungen zur Oeffnung des Spiels getroffen werden können. 6. h6 7. Ld2 d6 8. Tb1—0 Ein Stratege wie Sämisch hätte hier 8..:.. Leß und auf 9. b4. Dd7 10. b5, Sds gezogen. 9. b4 Sd4 10. es Seß 11. Sge2 c6 12. Db3 Ld7 Danach muß Schwarz abwarten, was Weiß mit ihm vorhat. Unbedingt mußten Vorbereitungen zum Gegenstoß d6—d5 also 12. Se7 nebst Leß getroffen werden. 13.—0 De7 14. Tfel Tfes 15. a4 Tabs 16. Das LIS 17. 894 15„„. Lm 4 Besser war noch Lgr. Auf 17..., Kg7 hätte folgen können: 18. Lcs, 157 19. Sd6:l, Ddß: 20. 14 usw. 18. Sf6+ Kff 19. Sd7:, Daf: 20. Les Lg7 21. Db2 De7 22. d4 St8 wentmaslen 4b Schwarz hat nichts getan, um den eventuellen Absichten des Gegners entgegenzutreten. Im Gegenteil, er hat eich im 18. Zuge einen Läufer gegen einen Springer abtauschen lassen, wodurch seine Verteidigungschancen weiter gesunken sind. Jetzt hat Weiß alle Trümpfe in der Hand und muß nach Oeffnung des Spiels gewinnen. 23. de Leö: 24. Sd4 Sd7 25. e4 Ld4: Nun werden die Läufer ganz furchtbar. Spielt Schwarz hier aber 14, so folgt 26. Lh3! und die Drohung Seé zwingt Schwarz doch zu Ldd: 26. Ld4: Se5 27. Dd2... Einfacher war c5! 27.. fe 28. Lei: St5 29. Lal TgS 30. h5 Tbf8 31. c5 d5 32. Ld5:+l cd 33. Dd5:“ Kfß 34. 14 Deß 35. Leb:+ KeT 36. Ldß“ und Schwarz gab auf. neuen Sommerschuhe von Seite 12 Nr. 107 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 8. Mai 1936 als das der Börniger, so haben diese in der Läuferreihe schon ein klares Plus, da Ehrenfelds Mittelläuser nicht an sein Gegenüber heranreicht. Ehrenfelds Sturm zeigte in den beiden vorangegangenen Aufstiegsspielen nicht den Zusammenhang und die überlegene Schußfreudigkeit wie in den Meisterschaftsspielen, wo manchmal die Tore nur so„rappelten". Besinnt man sich wieder auf diese guten Eigenschaften, so hat Ehrenfeld hier eine gute Chance, aber auch nur dann, denn die Börniger Stürmer verstehen ebenfalls ihr Handwerk. Eine Vorhersage zu treffen ist schwer. Die Tagesform dürfte in erster Linie den Ausschlag geben. Ob so oder so, für den Verlierer ist noch nicht alles verloren, wenn er auch, sofern er Ehrenfeld heißt, sogar auf den vierten Platz abrutschen könnte. Börnig wird versuchen, der Stadt Herne endlich wieder einen Bezirksligaverein zu verschaffen, Ehrenfeld hat die Pflicht, alles daranzusetzen, um den fünf Bochumer Bezirksligavereinen weiteren Zuwachs zu verschaffen. Was wir dem Spiel aber wünschen, ist, daß es bei den wahrscheinlich sehr zahlreichen Zuschauern einen guten und werbenden Eindruck hinterläßt. Neue Plänc um Walter Neufel Gegen Max Baer oder Carnera in Holland Wie in der englischen Presse gemeldet wird, hat Walter Neusel Angebote erhalten, in Holland gegen Max Baer oder gegen Carnera zu kämpfen. Neusel hat sich bereit erklärt, einen Vertrag zu unterzeichnen. Der erste Kampftag ist für Ende Juni in Aussicht genommen...„n s. 3s. Mumehmen Nach diesen Meidungen in anzuneymen, oaß ein Kampf von Neusel gegen den englischen Schwergewichtsmeister Jack Petersen bisher noch nicht zum Abschluß gekommen ist. Longchamp, 7. Mai 1. Rennen: 1. Cote Basque II(Johnstone), 2. Coeur Volant, 3. Naiveté. Toto: Sieg 57, Platz 21, 17, 25. Ferner: Bolchevik, Compiégne, Diana Vernon, Mlle Rosine, Moutardelle, Melba. 2. Rennen: 1. Tchyc(Ricard), 2. Sonny Boy, 3. Tranche Montagne. Toto: Sieg 54, Platz 17, 14, 22. Ferner: Flavor, Québec, Camerata, Canathos, Margarita II, Beau Gosse, Ami Ligsois..uuc 9 Mastar“ g. 3. Rennen: 1. Djedi 11(Johnsione), 2. ulastor, 3. Coqueret. Toto: Sieg 63, Platz 19, 18, 26. Ferner: Le Siroco, Le Brasier, Dark Lux, Nectar, Damier, Carcassonne. 4. Rennen: 1. Consine(Brethes), 2. Fragrance, 3. Dorinda. Toto: Sieg 59, Platz 19, 23, 28. Ferner: Lively Rari, Pamina, Hue Cocotte, Bland Careß, Miß Potipbar. 5. Rennen: 1. Céréaliste(Thompson), 2. Son of Troy, .= Fu Mieng. Toto: Sieg 119, Platz 27, 18, 20. Ferner: Astrophel, Amontilado, Célert, Magnétique, Médéa. 6. Rennen: 1. Aurangzeb(Ferre), 2. Le Duc, 3. Fantastic. Toto: Sieg 82. Platz 18, 12, 24. Ferner: Smy, Ardrossan, Gaffeur, Kylander, Fingall, Paris Nord. 7. Rennen: 1. Le Titten III(Dupuit), 2. Ataman, 3. Hétival. Toto: Sieg 86, Platz 24, 19, 21. Ferner: Massipée, Télamon, Thebes, Lucon, Dixie Kid, Pop, Mashonaland, Pecheuse. Hoppegarten, 7. Mai 1. Rennen: 1. Geradeaus(Harry Schmidt), 2. Meldereiter, 3. Martini. Toto: Sieg 15, Platz 10, 10. Ferner: Glücksvogel, Atulla.„„„„ 2. Rennen: 1. Whist(Zuber), 2. Burus, 3. Meisterhieb. Toto: Sieg 176, Platz 56, 37. Ferner: Pan, Mardonius, Der Vind.„ 80 3. Rennen: 1. Fidalgo(Starosta), 2. Märchenprinz, 3. Muskat. Toto: Sieg 54, Platz 18, 18. Ferner: Norddeich, Norman. 4. Rennen: 1. Ausonius(Starosta), 2. Talbot, 3. Marquis. Toto: Sieg 42, Platz 15, 27, 14. Ferner: Ideolog, Schloßherr, Heimfahrt, Immerfort. 5. Rennen: 1. Gleisner(Zehmisch), 2. Glücksgöttin, 3. Winkelried. Toto: Sieg 73, Platz 22, 18, 27. Ferner: Nebelhorn, Lapsus, Import, Themis, Weddegast, Cythera. 6. Rennen: 1. Grossularia(Starosta) 2. Anthyllis, 3. Treudeutsch. Toto: Sieg 54, Platz 22, 66, 44. Ferner: Tecchen, Xylophon, Unverzagt, Winde. Contessa Oleanda, Heidekind, Moorhere. cl# 9 Sinl. 7. Rennen: 1. Balilla(Eichlet), 2. Sinir 11, 3. Varus. Toto: Sieg 140, Platz 37, 55. 20. Ferner: Gralsbotin, Mithra, Citadelle, Fortuna, Schneemärchen. Vogelsänger. Unsere Voraussagen Saint=Cloud, 8. Mai 1. Rennen: Tulipe— Landart. 2. Rennen: Isolda— Goodbye Blues. 3. Rennen: Mlle Rosette— La Flamme 11. 4. Rennen: Fedor— Saini Honorat. 5. Rennen: La Grise— Goody. 6. Rennen: St. Winkfield— Magic Grey. 7. Rennen: Ninth Dute— Halthéa. Mu Odwie Kurtte alias Baron.Veltheim. Expeditionen und Gefängnisse Dies ist das letzte Jahrzehnt dieses Flibustiers von altem Schrot und Korn, schnell erzählt, da es immer tiefer ins Traurige mündet: Veltheim ist glücklicher Gatte, glücklicher Vater. Und doch denkt er nicht daran, nicht einen Augenblick, nun ein geruhsames Leben zu führen. Zunächst wird er bei den Vorbereitungen zu einer ersten Expedition mal drunten am Bodensee als angeblicher Hochstapler verhaftet— dann aber, als sich die Erzählungen seiner phantastischen Erlebnisse als wahr= und hieb= und stichfest erweisen, freigelassen. Dann findet er Leute, die ihm zu hübschen Wucherbedingungen Geld vorschießen, um seinen Goldschatz zu heben. Und jetzt macht sich Veltheim kurzerhand selbst auf die Fahrt Aber es kommt, wie es kommen muß: Veltheim ist weltberühmt und drunten in Südafrika noch immer bekannt wie ein bunter Hund— man erkennt ihn, verhaftet ihn und schiebt ihn dann als unwillkommenen und gefährlichen Gast schleunigst ab. Er kommt nach Deutschland zurück. Und hier nehmen ihn seine Geldleute in Empfang. Die haben sich schon als mehrfache Millionäre gesehen und müssen nun erfahren, daß die ganze Sache schief gegangen ist. Grenzenlose Wut— Anzeige wegen Betrugs— und zu Magdeburg wird Veltheim tatsächlich verurteilt und sitzt wieder ein paar Jahre ab. Während dieser Gefängniszeit hat er seine Lebenserinnerungen geschrieben, die der Rowohlt=Verlag als das wohl bunteste, abenteuerlichste und spannendste Buch der letzten Jahrzehnte herausgebracht hat. Gebrochen aber ist Veltheim noch lange nicht Noch aus dem Gefängnis heraus knüpft er neue Beziehungen an, wird, kaum entlassen, schon wieder finanziert und unternimmt höchstselbst eine neue Expedition zu seinen „südafrikanischen Reserven". Der Erfolg ist der gleiche wie vor einigen Jahren. Wieder erkennt man ihn, verhaftet ihn, schiebt ihn ab. Schön: Veltheim fährt nach Hause— und noch auf dem Dampfer findet er einen Schiffsoffizier, der sich ihm mit Leibe und Seele verschenkt und schwört, ihm dennoch und dennoch zu seinem Schatz zu verhelfen. Der riesige Greis Damit treten wir in die letzte kurze Epoche dieses Abenteurerlebens ein, so wie sie Walther Kiaulehn, der den Veltheimschen Lebenserinnerungen das Nachwort schrieb, beobachtet hat. Gegen Ende des Jahres 1929 trifft Veltheim mit seinem Schiffsoffizier in Hamburg ein und nimmt Quartier in Wiezels Hotel, ein riesiger siebzigjähriger Greis mit breiten Schultern und kerzengrader Haltung, dazu mit einem so tiefen und behaglichen Lachen, daß er unwillkürlich Frieden, Zutrauen und Heiterkeit um sich verbreitet. Schon am ersten Abend hat er hier im Hotel eine lange geheime Konferenz mit jenem Schiffsoffizier, den man seit langem im Hotel kennt. So ist eine würdige Atmosphäre der Sicherheit geschaffen. Der Hotelier nimmt sich den Offizer beiseite und fragt ihn, was denn das für ein imposanter neuer Gast sei. Oho— das ist der weltberühmte Baron v. Veltheim, früher amerikanischer Konsul. Da, lesen Sie das!“ Und drückt dem Wirt ein ganzes Bündel von Zeitungsausschnitten in die Hand, aus denen er ersehen kann, daß er wahrhaftig den berühmtesten Abenteurer der Welt beherbergt— dazu einen Mann, der ungezählte Barren Goldes besitzt, wenn sie auch zur Zeit noch irgendwo im südafrikanischen Busch vergraben liegen... „... auf daß es mir wohlergehe auf Erden...“ Herr von Veltheim behagt es gut im Hotel, er futtert sich heraus, er trinkt seinen Rotspon, er raucht seine schwarzen Zigaretten. Und wie ihm nach acht Tagen der Wirt die Rechnung schickt, bittet er ihn zu sich aufe Zimmer, verriegelt die Tür und hat eine mehrstündige Unterredung mit ihm... Die Folge ist, daß fortan Herr von Veltheim einen unbeschränkten Kredit im Hotel genießt; er hat den Wirt an seinem Schatz beteiligt, und der läßt sich zunächst eilends Pläne zu einem Luxushotel entwerfen, das er erbauen wird, wenn er in den Besitz seines Anteils am Schatz gelangt ist. Er machte auch seine Verwandten mobil zwecks Finanzierung einer Expedition nach Südafrika; der Schiffsoffizier treibt ebenfalls Geld auf— und er ist es, den man schließlich auf die große Expedition nach dem Schatz entsendet. Inzwischen lebt Herr von Veltheim im Hotel, besucht des Nachts die Hafenkneipen, wird plötzlich wieder Fahrensmann zwischen Fahrensleuten— auch er war doch einst Matrose... Im Hotel selbst bricht eine große Zeit an; selten hatte es solchen Zuspruch; die Gäste, und vor allem die Damen, sind enthusiasmiert von diesem alten Baron, von dessen Erlebnissen, dessen adliger Ritterlichkeit und Männlichkeit— ein Gentleman, sagt da, was immer ihr wollt...! Die letzte Fahrt des Anbesiegbaren Der Schiffsoffizier kommt dann aus Südafrika zurück. Er hat den Schatz nicht gefunden. Er nennt die ausführlichen Karten, die Veltheim ihm mitgegeben, „wirre Schmarren“. Es gibt eine verflucht erregte Auseinandersetzung. Dann versieht Veltheim den Offizier noch einmal mit neuen und noch eingehenderen Angaben. Und noch einmal wird Geld aufgetrieben, Im Sommer dieses Jahres 1930 wird also der Offizier noch einmal auf Schatzsuche ausfahren... Er ist nicht mehr gefahren— nur Herr von Velt heim fuhr aus— ins Jenseits... In der Nacht zu Himmelfahrt zecht der Baron noch ausgiebig in lustiger Geselligkeit. Im Morgengrauen sucht er als Letzter sein Zimmer auf, stramm und aufrecht wie stets, Aristokrat bis zuletzt. Dann hört und sieht man einige Stunden nichts von ihm. Bis gegen Mittag eines der Stubenmädchen von der Straße zurück ins Hotel rast. „Der Herr von Veltheim— der Herr von Veltheim—“ Man geht hinaus, folgt der entsetzten Weisung ihres Fingers—: droben über das Fensterbord des Veltheimschen Zimmers lugt der Kopf des greisen Abenteurers; das Gesicht lächelt— und doch ist es so sonderbar starr—— Man holt die Polizei, man holt einen Arzt. Dann erbricht man die Tür des Gastzimmers. Und man findet Veltheim am Fenster kauernd... tot... Im Stehen muß ihn der Schlag gerührt haben. Und der Tod konnte ihn zwar in die Knie zwingen— aber nicht ganz zu Boden— kniend und doch noch aufrecht ist Ludwig von Veltheim, der letzte wahrhafte und große Abenteurer dieser Erde, in die Ewigkeit eingegangen... — Ende.— Mainzer Spargel gestochen I. Sortierung ½ ke 65. II. Sortierung ½ ke 555 Echter westt. Knochenschinken 1,98 o. Hacke, o. Schlubknochen, allerfeinster Wacholderrauch, im ganzen und halb ½ kg Westi. Rollschinken..100.36 Gek. Hinterschinken.100,.32 westf. Plockwurst.... 1. L. 1,39 westt. Cervelatwurst.4, L,.39 westf. Schinkenspeck...,..38 Hies. mag. Speck....1, k.10 Lipp. Landmettwurst..1, k 1,39 Ger. Schweinebacken.1. 1.84 Markenbutter.... k..98 Otsch. Schweineschmalz„, E,.05 Kokosnuß-Weichtett.... 1. k.65 Nierentett.........1. k.58 Heringssalat.......1, k.60 Fleischsalat.....1, L 0, 90 Mayonnaise. J. k.10 Fettheringe in Tomaten. 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Altmicks aus LindenDahlhausen. Eintritt frei. Ueber 180 Morgen zur Bebauung aufgeschlossen. Schiilt für Schtilt geng, man in Altenbochum, an die eländes. In der Nähe des kurzer. Zeit ein früher Viehweiden und Landereien waren, stehen jetzt Zwei= und Dreifamilienhäuser. Eine Promenade ist von der Wittener Straße über den Glockengarten hinaus bereits im Bau begriffen. Am Pappelbusch gelangte ein größeres Bauvorhaben zur Ausführung. Zwei weitere Bauten sollen an dieser Straße folgen. Am Siepen werden vier schmucke Einfamilienhäuser die Lücken füllen. Das bisher noch brachliegende Gelände zwischen der Wasserstraße und dem Pappelbusch einerseits und Wasserstraße und Glockengarten anderseits soll in Kürze durch die Schaffung einer Wohnstraße zur Bebauung aufgeschlossen werden. Es handelt sich um etwa 70 Morgen Baugelände. Es besteht der Wunsch, die Promenade Ecke Glockengarten und Velsstraße, die jetzt geschaffen wird, weiter bis zur Oskar=Hoffmann=Straße unter Dadurch würde verbunden. dem Bahnkörper hinweg durchzubauen. das neue Viertel enger mit der Stadt Radfahrer erlitt Brust=, Arm= und Beinquetschungen und wurde in das Maria=Hilf=Krankenhaus gebracht. Das Fahrrad wurde schwer, der Personenkraftwagen leicht beschädigt.— Am Donnerstag morgen gegen .40 Uhr kam es an der Apotheke zu einem Zusammenstoß zwischen einem Fernlastwagen und einem Straßenbahnwagen der Linie O der Westfälischen Straßenbahn. Der Fernlastwagen versuchte in die Hiltroper Landwehr zurückzusetzen. Hier=smibei wurde der Vorderverron des Straßenbahnwagens gestreift und leicht beschädigt. Straßenerneuerung. Seit einigen Tagen sind Pflasterer damit beschäftigt, die Straßenrinnen und Bordsteine auf dem unteren Teil der Kirchharpener Straße zwischen Heinrichstraße und Lothringer Straße auszurichten. Anschließend wird die Straßendecke erneuert. Nach Beseitigung der hier zahllosen Unebenheiten wird die Straße wie auf dem oberen Teil mit einer festen Teersplittdecke versehen. Die Gerther Bürgerschaft ist über diese Maßnahme um so mehr erfreut, als hiermit die Hauptzugangsstraße zum Friedhof endlich in den langersehnten Zustand versetzt wird. Auch die Harpener Bergleute begrüßen die Instandsetzung ihres Hauptweges zur Arbeitsstätte Lothringen. Stadtteil Weitmar Aus der evangelischen Gemeinde. Nach einer amtlichen Mitteilung hat die evangelische Kirchengemeinde ihre volle Selbstverwaltung durch das Presbyterium wiedererhalten.— Am Muttertag nehmen die reichskirchlichen Frauenhilfen am Hauptgottesdienst teil, der um.45 Uhr beginnt. Die reichskirchliche Frauenhilfe Eppendorfer Heide versammelt sich um 9 Uhr zum gemeinsamen Kirchgang an dem gewohnten Sammelplatz, die von Eppendorf um 9 Uhr am Pfarrhause, die von Weitmar=Mark um.15 Uhr bei Abbenath, die von Weitmar=Bärendorf versammeln sich um.30 Uhr vor der Kirche. Der Frauenchor Eppendorf wird bei dem Gottesdienst mitwirken. Wie es in den Vorjahren geschehen ist, so soll auch an dem diesjährigen Muttertag die Kirche festlich ausgeschmückt werden. Trinkhalleneinbruch. In der Nacht vom 3. zum 4. Mai wurde in der Trinkhalle an der Ecke Blumenfeldund Nevelstraße ein Einbruch verübt. Die Täter sind vom Garten aus in die Halle eingedrungen und haben Rauchwaren und Schokoladen entwendet. Vom Garten aus haben die Täter mittels eines Nagels die Hoftür erbrochen. Zweckdienliche Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer Nr. 245. Stadtteil Stiepel Polizeiliche Betreuung des Stadtteils BochumStiepel Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Mit dem 1. Mai 1936 ist in der polizeilichen Betreuung des Stadtteils Bochum=Stiepel folgende Regelung getroffen worden: Der Stadtteil Stiepel ist in vier Landpostenbezirke eingeteilt, davon werden drei Bezirke durch Schutzpolizeibeamte und einer durch die Gendarmerie betreut. Landpostenbezirk 1: Zuständig Hauptwachtmeister der Schutzpolizei Maletzki, Kemnader Straße 199(Gemeindehaus), Fernsprecher Bochum 81007. Sprechstunden, mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und des Samstag=Nachmittags, von—11 Uhr für die Erledigung von Ummeldungen pp., Auskunfterteilung und Entgegennahme von Beschwerden; von 16 bis 17 Uhr nur zur Auskunftserteilung und Entgegennahme von Beschwerden. Dieser Bezirk umfaßt folgende Straßen: Am Gebrannten, Auf dem Schrick, Baumhofstraße, soweit sie zu Stiepel gehört, Grimberg=, Haar=, Haarholzer, Hevener Straße von Nr. 3 bis 172, Heimatweg, Im Haarmannsbusch, Im Königsbusch, Im Mittelstiepel, Kemnader Straße von Nr. 296a bis 334, Surkenstraße von Nr. 27 bis Schluß und Voßkuhlstraße. Landpostenbezirk 2: Zuständig Gendarmeriemeister Karaschewski, Sandfuhrstraße 175, Fernsprecher Bochum 81887 und Gendarmerie=Hauptwachtmeister Tribbensee, Varenholtstraße 775, Fernsprecher Bochum 81673. Zu diesem Bezirk gehören folgende Straßen: Kemnader Straße von Nr. 23 bis 197, Roomersheide(die ungeraden Nummern), Krockhaus=, Hans=, Hülsberg=, Varenholt=, Blankensteiner Straße, soweit zu Stiepel gehörend, Am Bliestollen, Sandfuhr=, Dewinkel= und Nachtigallstraße. Landpostenbezirk 3: Zuständig Hauptwachtmeister der Schutzpolizei Neumann, Kemnader Straße 334, Fernsprecher Bochum 81762. Sprechstunden, mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und des Samstag=Nachmittags, von—10 Uhr und von 16—17 Uhr zur Entgegennahme von Beschwerden und zur Auskunftserteilung. Folgende Straßen gehören zu diesem Bezirk: Kemnader Straße von Nr. 197 bis 296, Kosterstraße bis Brockhauser Straße, Am Vornbrock, Flaßkuhl=, Henkenbergstraße, Im Pastoratsbusch, Minister=, Gräfin Imma=, Bruggeney=, Brockhauser Straße von Nr. 75 bis 289(ungerade) und von 82 bis 276(gerade Nummern), An der alten Fähre und Turbinenwerk. Landpostenbezirk 4: Zuständig Hauptwachtmeister der Schutzpolizei Märtins, wohnhaft Gibraltarstraße 14, Fernsprecher Bochum 81961. Sprechstunden, mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und des Samstag=Nachmittags, von—10 Uhr und von 16—17 Uhr zur Entgegennahme von Beschwerden und zur Auskunftserteilung. Hierzu gehören nachstehende Straßen: Auf der Egge, Steilstraße, Am Hang, In der Mei, Am Brunnen, Nettelbeck=, Düster=, Galgenfeld=, Unterfeld=, Oveney=, Gibraltarstraße, Vorm Felde, Im Sonderfeld, Im Mailand, Blumenau, Brockhauser Straße von Nr.—74(gerade) und von—65(ungerade Nummern), Kemnader Straße von Nr. 345 bis Kemnader Frücke. Schutz, Hilfe und Auskunft der in den Bezirken wohnenden Volksgenossen ist in den Wohnungen der einzelnen Landposten oder fernmündlich zu erbitten. Ist im Notfalle einer der Landposten nicht zu erreichen, so kann Hilfe pp. beim 9. Polizeirevier, Bochum, Königsallee 160, Rufnummer, Bochum 60661, angefordert werden. Stadtteil Linden=Dahlbausen Maikirmes. Vom 10. bis 17. Mai findet auf dem Marktplatz in Linden=Dahlhausen eine Kirmes statt. Schon sind die ersten Schaustellerwagen im Anrollen. Bedauerlicher Unglücksfall. Das etwa zehnjährige Söhnchen der Eheleute Elektromeister Hans A. machte mit seinen Eltern einen Ausflug. Auf einer Kirmes, die im Vorbeigehen besichtigt wurde, schlug der Sitz eines Kettenfliegers dem unglücklichen Kinde derart gegen den Kopf, daß eine stark klaffende Wunde entstand. Das bedauernswerte Kind mußte ins Krankenhaus gebracht werden; sein Zustand ist bedenklich. Stadtteil Gertbe Zusammenstoß. Auf der Kirchharpener, Ecke Heinrich= straße erfolgte am 6. Mai gin, Zusgamrmgegitgß. swisger Radfahrer De Harpen Aus der evangelischen Gemeinde Harpen. Pfarrer Leich hat vor einigen Tagen das Unglück gehabt, beim Einsteigen in die elektrische Straßenbahn zu fallen und dabei den linken Oberarm in der Gegend des Kugelgelenkes zu brechen. Da der Arm gestreckt in einer Schiene liegt, kann Pastor Leich in den nächsten Wochen vorerst keinen Außendienst tun. Pastor Paulmann vertritt ihn in allen erforderlichen Amtshandlungen, Predigten usw. Die Befugnisse des Vorsitzenden im Presbyterium bleiben in den Händen von Pastor Leich, da es ihm möglich ist, zu Hause mit dem gesunden Arm die Feder zu führen. Stadtteil Grumme=Böde Totenglocke. Nach längerer Krankheit verstarb jetzt im Alter von 62 Jahren die allseits beliebte und bekannte Konrektorin Luise Nolle. Die Verstorbene war lange Jahre im Schulwesen tätig und verstarb jetzt im Augusta=Krankenhaus. Jahresfest. Die von Pfarrer Schmidt 2 geleitete Frauenhilfe des 7. Pfarrbezirks begeht den Muttertag am Sonntag morgen mit einem Festgottesdienst im Jugendheim um 8 Uhr vormittags. Das Jahresfest findet am Dienstag, 12. Mai, in der Kaiseraue statt. Stadtteil Laer Hohes Alter. Heute begeht der Rentner David Kern, Laerfeldstraße 16, in geistiger und körverlicher Rüstigkeit und Frische im Kreise der Familie seinen 75. Geburtstag.— Frau Amalie Borkenstein, Witwe des Wirts Rudolf Borkenstein, Laerfeldstraße, vollendet morgen ihr 72. Lebensjahr. Stadtteil Langendreer NSKOV. Pg. Spangemacher spricht. Wie an anderer Stelle mitgeteilt, findet am Samstag, um 20 Uhr, im Schützenhof der zweite Generalappell der Ortsgruppen der Kreisamtsleitung Bochum der NSKOV. statt. Es spricht der Staatsminister a. D. Pg. Svangemacher über das Thema: Frontsoldaten marschieren. Die Ortsgruppe Langendreer der NSROV. tritt um 17.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz an. Abfahrt nach Bochum Hbf. 18.08 Uhr. An dem Progandamarsch beteiligen sich auch die Ortsgruppen der Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener(REK.), die eine Arbeitsgemeinschaft mit der RSKOV. eingegangen sind. Bei allen Versammlungen, Aufmärschen usw. der RSKOV. werden zukünftig auch die Kriegsgefangenen vertreten sein. Damit ist die gemeinsame Arbeit aller Frontsoldaten Wirklichkeit geworden. Berghalden verschwinden. Augenblicklich ist man mit der Abtragung der Berghalde der Zeche Neu=Iserlohn II beschäftigt. Die hier lagernden Steinmassen werden mit Loren abgefahren und finden als Bergeversatz in der Grube Verwendung. Von der Halde an der Beverstraße sind nur noch geringe Reste übrig. In den letzten Tagen hat man auch damit begonnen, die Halde der früheren Schachtanlage Neu=Iserrohn I abzutragen. So bleibt nur noch die große Steinhalde an der Eversthalstraße, die über kurz oder lang ebenfalls verschwunden sein wird. Auf der stillgelegten Zeche NeuIserlohn ist man augenblicklich dabei, die noch stehenden Gebäude niederzureißen; stehen bleiben sollen lediglich das Maschinengebäude und das Turbinenhaus. Die Hallen sind zum Teil von nationalsozialistischen Formationen belegt. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Hohes Alter. Am heutigen Freitag vollendet der Reichsinvalide Johann Baranowski, Dorstener Straße, sein 70. Lebensjahr. Er stammt aus Ostpreußen und kam vor vier Jahrzehnten nach hier. Seine Gattin wurde ihm vor ungefähr fünf Jahren durch den Tod entrissen. Von seinen neun Kindern leben noch sechs., Ein Sohn fiel im Weltkrieg. Altes Steinhaldengelände wird Sportplatz. Wie wir schon berichteten, wurde die alte Steinhalde bei der Zeche„Constantin der Große“ in der letzten Zeit allmählich abgetragen. Das so frei gewordene Gelände wird nun durch Männer des Dienstlagers der Gruppe Westfalen in einen Sportplatz umgewandelt. Bei einem Umfang von etwa 100 mal 120 Meter wird hier ein Spielfeld mit Laufbahn und dergleichen mehr angelegt. Grünflächen mit Bäumen werden diesen Sportplatz umsäumen. Der Raum für die Zuschauer liegt ein Meter über dem eigentlichen Sportraum. Der noch vorhandene Rest der Steinhalde wird für erforderliche Anschüttungen verwandt oder weiter als Bergeversatz abgetragen. Nach der südlichen Seite hin wird eine neue Turn= und Sporthalle diesen Platz abgrenzen. So wird hier demnächst ein vorbildlicher Sportplatz entstehen. Neue Wasserleitung. Unser Stadtteil hatte in letzter Zeit unter Wasserrohrbrüchen stark zu leiden, die meist zu ungelegener Zeit sich ereigneten. Seit Donnerstag morgen ist nun auf der Riemker Straße ein großer Stab von Arbeitern mit dem Legen neuer Wasserleitungen beschäftigt, wodurch einem oft gehegten Wunsche entsprochen wird. Das Alte stürzt. Wie die Beckmannsche Ziegelei an der Vierhausstraße dem Abbruch anheimfiel, so werden jetzt auch die dazu gehörigen zwei Hausstätten dem Erdboden gleichgemacht. In diesen halbzerfallenen Häusern wohnten fünf Familien, die nun eine bessere Wohnung erhalten haben. Stadtteil Hordel Muttertagsfeier in Hordel. Im evangelischen Gemeindehause findet am Muttertag, 10. Mai, eine Gemeindefeier der reichskirchlichen Gemeinde Hordel statt, deren Ausgestaltung Schwester Henriette übernommen hat. Auch Kinder sind zugelassen. Umbauarbeiten. Handwerker sind gegenwärtig mit Umbau= und Vorrichtungsarbeiten in der früheren Totenhalle der Zeche„Hannover“ beschäftigt. Die Halle wird in Zukunft der Rettungskolonne der Kruppschen Zechenverwaltung für ihre Zwecke dienen. In Böchums Inn unrin ,... Eine unbekannte Grünanlage zwischen Schacht und Hütte Personalnachrichten Der Führer und Reichskanzler ließ dem Justizoberinspektor Reichstein vom hiesigen Amtsgericht ein Anerkennungs= und Glückwunschschreiben für treue Dienstzeit in der Justizverwaltung überreichen. Reichstein ist 42 Jaher im Justizdienst beschäftigt. Die Eheleute Rentner Karl August Lingemany und Frau, Gertrud geb. Droste, Yorkstraße 37, feiern heute ihre 50jährige Ehegemeinschaft. Der Jubilar zählt 77 Jahre, die Jubilarin 76. Von den neun Kindern, die aus der Ehe hervorgingen, leben nach vier Sohne und vier Töchter. Außer ihnen werden vier Enkelkinder und viele andere Gratulanten ihrer an diesem Ehrentage gedenken. Beide lesen täglich mit großem Interesse ihr Heimatblatt, den„B..“ Das Jubelpaar wurde am 8. Mai 1886 in der Propsteikirche getraut. Im Ehrenkranz der goldenen Myrte In bester Gesundheit und in voller geistiger Frische begehen heute die Eheleute Johann Gebauer und Frau, Marie geb. Brüggemann, Hunscheidtstraße 53, ihr fünfzigjähriges Ehejubiläum. Der Jubelbräutigam ist am 11. März 1858 in Untergeis(Kreis Hersfeld), die Jubelbraut am 15. Oktober 1865 in Unna geboren. Vor 53 Jahren ließ sich Johann Gebauer in Bochum nieder, 39 Jahre stand er in Diensten der Reichseisenbahn. Sechs Kinder waren dem Jubelpaare beschieden, zwei Söhne nahmen am Weltkriege teil. Mit den Kindern bringen vier Enkel dem goldenen Hochzeitspaare, das sich in Bekanntenkreisen allgemeiner Wertschätzung erfreut, ihre Glückwünsche dar. Goldene und grüne Hochzeit .-.-Aufnahme. Wohl den wenigsten Bochumern dürfte der im Westen der Stadt gelegene„Invaliden=Park" bekannt sein. Diese Grünanlage führt nicht offiziell den erwähnten Namen, sondern er wurde vom Volksmund geprägt, der ja meistens die richtigen Bezeichnungen für eine Sache findet. Der„Invaliden"=Park befindet sich zwischen der Loc den Schacht und Hütte, zwischen den Fördertürmen Zeche„Engelsburg“ und den Riesenschloten des Bochumer Vereins. In den Häusern der zwischen Schacht und Hütte gelegenen Straßen wohnen durchweg in Zechen und Fabriken werkende Volksgenossen, die sich nach des Tages Arbeit im Bergwerk oder am Hochofen nach einem Fleckchen Erde sehnen, auf dem grüne Sträucher sprossen und bunte Blumen blühen. Die Landschaft in dem genannten Stadtteil ist nicht besonders reizvoll zu nennen, aber der Mensch hat sich dort zu helfen gewußt. In dem früheren vom Goldbach durchflossenen öden Wiesental entstand eine große Schrebergartenanlage, die heute mit zu den schönsten unter den vielen ähnlichen Kleingartenplätzen in Bochum zählt. Hunderte von einfachen, aber auch kunstvoll gefügten Lauben erheben sich dort im Grünen. Dennoch mangelte es bisher stets an einer Grünanlage, die ausschließlich der Erholung der dort wohnenden Bestraße erfolgte am p. wai ein Zusammenstoß zwischen völkerung dienen konnte.„Platz genügend war dafür einem personentraftwagen und einem Rabfahlen Der vorhanden. Vor einigen Jahren tam nun ein SA.= schon lange offenen s Grün= und SpielKamerad auf den Gedanken, den Wunsch nach der Schaffung eines platzes in die Tat umzusetzen. Von dem Besitzer des zwischen dem Schrebergarten und der Hammer Srraße gelegenen Grundstückes erwirkte er die bereitwilligst gewährte Erlaubnis, den Platz als Grünanlage umgestalten zu lassen. Die Stadtverwaltung Bochum stellte die benötigten Jungbäume und Sträucher zur Bepflanzung der Fläche zur Verfügung und weiter eine Anzahl von Bänken. Auch ein Sandspielkasten für Kinder wurde angelegt— und schon bald konnte der Park zur großen Freude von alt und jung zur Benutzung freigegeben werden. Die„alten Herren“, die Veteranen der Arbeit, treffen sich dort täglich zu ihrem Plauderstündchen, die Mütter haben einen Platz, wo sie ihre Kinder ohne die Gefahren der verkehrsreichen Straßen spielen wissen und für die Kleinen ist der Sandspielkasten ihr Königreich. Noch ist die Anlage jung, aber wenn sich erst in einigen Jahren die dort angepflanzten Sträucher und Bäume kräftig entwickelt haben werden, wird der„Invaliden"=Park eine schmucke Grünanlage darstellen. An die Eltern der dort svielenden Kinder ergeht die Bitte, ihren Kleinen einzuprägen, daß die ganze Anlage dem Wohle aller Volksgenossen dienen soll und daß vor allen Dingen die jungen Bäume und Sträucher in Ruhe gelassen werden müssen. Die Eheleute Berginvalide Christian Kölling und Frau, Magdalene geborene Leinweber. Im Prattort 7, feiern heute das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar hat ein arbeitsreiches Leben hinter sich. Der Jubelbräutigam wurde am 4. November 1863 Quetzen(Kreis Minden) geboren und war schon als Schuljunge beim Bauer tätig. Nach seiner Schulentlassung war er zunächst beim Fischfang. Im Jahre 1879 kam er nach Harpen und wurde auf der Zeche Caroline als Bergmann angelegt. Im Jahre 1921 zwang ihn Krankheit zur Aufgabe seines Berufes. Die Jubelbraut wurde am 9. Juni 1866 in Niederbeisheim (Kreis Homberg) geboren und kam 1881 nach Bochum in Diensten. Bei mancher Ernte hat sie bei den Bauern geholfen. Am 8. Mai 1886 wurde das Jubelpaar in der alten Harpener Kirche durch Pastor Dyckerhoff getraut. Sechs Kinder entsprossen der glücklichen Ehe, von denen noch ein Sohn und eine Tochter leben. Ein Sohn blieb auf dem Felde der Ehre. Fünf Enkelkinder und ein Urenkel feiern den Ehrentag des Jubelpaares mit. Am Freitag nachmittag tritt das Juveipaar vor dem Altar der Harpener Kirche, wo es sich vor 50 Jahren die Hand zum Ehebunde reichte. Eine besondere Ausgestaltung erfährt die Feierstunde in der Kirche noch dadurch, daß eine Enkelin aus Holland mit dem Jubelpaar zusammen ihre grüne Hochzeit feiert. Die Evangelische Frauenhilfe zählt die Jubelbraut zu ihrer Mitgründerin und wird ihres Ehrentages besonders gedenken, wie auch die gesamte Harpener Bevolkerung des alteingesessenen Paares gern gedenkt. Aus dem Nachbargevirt Stadt Witten Wer kennt den Toten? Am 5. Mai, gegen 16.30 Uhr, starb der nachstehend näher beschriebene Mank plötzlich infolge Herzschlages in der Markstraße am Rathaus. Die Personalien des Toten konnten bisher nicht festgestellt werden, da der Verstorbene keinerlei Ausweispapiere bei sich führte. Beschreibung: etwa 65 Jahre alt, 1,70 Meter groß, kräftig, graue Haar, Stirnglatze, kurz geschnittener Schnurrbart, vermutlich hellblaue Augen, unter dem rechten Auge auf beiden Unterarmen befindet sich je eine Stelle, die auf die frühere Tätigkeit als Bergmann h deutet.— Bekeidung: dunkler Rock und Wetteigen, streifte dunkle Hose, blaue Schirmmütze, bunter schal, schwarzes wollenes Vorhemd mit drei Knöpfen, zwei blaugraue Hemden, schwarze 2 schwarze Pulswärmer, schwarze hohe Schnürschuhe, lederner Leibriemen. Der Tote führte einen Wei stock bei=sich. In seinen Taschen befand sich eine silberne Schlüsseluhr mit römischen Zahlen, auf Rückdeckel befindet sich eine Blumenzeichnung mit Monogramm W.., eine dunkle lederne Geldbörse mi vier Druckknöpfen und 10 Mark Inhalt, ein Taschenmesser mit zwei Klingen, eine Dose mit Kautabat ein dunkelgrün kariertes Taschentuch. Seite 15 Nr. 107 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 8. Mai 1936 Westfalen und Rheinland 20 Halte Grfanhnit fur Bunnngs Das Arteil im Hassumer Mordprozeß gten richtete der Goch, 7. Mai. Der stellvertretende Präsident der lechtsbank in'sHertogenbosch, die, wie wir bereits se am 21. und 22. April gegen den unter der Anklage des Raubmordes an dem Spar= und Postkassenrendanten Heinrich Janßen in Hassum(Niederrhein) stehenden Matthias Vüllings aus Gennep in Holland verhandelte, verkündete in diesem Prozeß am MittDer Angellagte Mathias Büllings aus Gennep, zurzeit in der Strafanstalt'sHertogenbosch, wird wegen Totschlags in Tateinheit mit schwerem Diebstahl, gejäß§ 288 des„Wetboek van Strafrecht, zu einer Gefängnisstrafe von 20 Jahren verurteilt. Die erlittene Untersuchungshaft von elf Monaten und zwei Wochen wird nicht angerechnet. Zu der Urteilsverkündung hatten sich zahlreiche Zuhörer eingefunden. Sofort nach der Vorführung des des Gerichts zum Angeklagte, 4hrrr der Präsident.. letzten Male an den Angeklagten die Frage, ob er zur Sache noch etwas zu sagen wünsche, was Bullings gelassen verneinte. Das Urteil nahm der Angeklagte mit verstockter Miene auf...g.... 9n et d#. Gegen das Urteil steyt Bunings das Recht der Berufung zu. Falls der Verurteilte von diesem Recht Gebrauch machen sollte, wird die Berufungsverhandlung vor der Gerechtsbank in'sHertogenbosch stattfinden. Die jetzte Revisionsinstanz ist der„Hohe Rat“ in den Haag. Westfalens Landwirte spendeten für das WHW. für 2 Millionen Reichsmark. Münster, 7. Mai. Dr. Liedhegener beschäftigt sich im„Wochenblatt der Landesbauernschaft Westfalen“ mit dem Spendenaufkommen der westfälischen Landwirte für das WHW. 1935/36. Es wurden gespendet 358 504,65 Zentner Karto#eln, 61 034,88 Zentner Roggen, 5298,27 Zentner Weizen, 155,38 Zentner Roggen= und Weizenmehl, 814,38 Zentner Obst, 818,40 Zentner Gemüse, 116,89 Zentner Hulsenfrüchte, 155,20 Zentner Fleisch= und Wurstwaren, 86,07 Zentner Butter und Fett, 87,32 Zentner Brot, 58,37 Zentner Kolonial= waren, 88 913=Kilo=Dosen Gemüsekonserven, 26 312 =Kilo=Dosen Fleischkonserven, 7495 Stück Eier und 16 968 Liter Milch, ferner an Wild 22 Stück Rotwild, 4 Stück Schwarzwild, 289 Rehe, 1059 Hasen. 6484,Kaninchen und 654 Fasanen, außerdem an lebendem Viey ein Rind zehn Schweine, drei Schafe und zwei Ferkel, dazu 7877 Raummeter Holz, 3268 Zentner Brennholz und 3004 Weihnachtsbäume sowie 24 Ladungen Stroh. Hinzu kommen noch Spenden an Kohlen, Torf, Schuhen und Kleidungsstücken und endlich noch 210 823,76 RM. an barem Geld. Wertmäßig berechnet, beträgt das gesamte Spendenaufkommen etwas mehr als zwei Millionen, gegen 1,7 Millionen Reichsmark im WHW. 1934/35. Selbstmord im Gefängnis .=Gladbach, 7. Mai. Vor der Großen Strafkammer stand eine Verhandlung gegen zwei Sittlichkeitsverbrecher an, die als Jugendverderber eine schwere Schuld auf sich geladen hatten. Der eine entzog sich der Verantwortung, indem er sich am Vorabend in der Gefängniszelle erhängte. Den anderen, der wegen einer Reihe von Betrugsfällen schon vorbestraft ist, verurteilte das Gericht zu zwei Jahren Gefängnis. Kleiner Anfall des„Fliegenden Kölners“ Essen, 7. Mai. Beim Einlaufen des Schnelltriebwagens Köln—Berlin am Donnerstag um.03 Uhr in den Hauptbahnhof Essen entstand auf dem hinteren Führerstand des zweiten Wagens ein kleines Schadenfeuer, das die Führerstandeinrichtung des Wagens beschädigte. Das Feuer konnte sofort gelöscht werden. Verletzt wurde niemand. Die Reisenden wurden durch den ersten Wagen mit einer geringen Verspätung von nur 16 Minuten nach Berlin weiterbefördert. Paul Rost Friedel Rost geb. Rautenberg Vermählte Bochum-Weitmar, den 7. Mai 1936 Am Holtkamp 36 Heute morgen.30 Uhr entschlief nach kurser, schwerer Krankheit mein guter Mann, unser treusorgender Vater, mein guter Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Drüe Im Alter von 30 Jahren. Alle, die ihn gekannt haben, werden unseren Schmers verstehen. Die trauernden Hinterbliebenen Bochum, jägerstraße 1, Wuppertal-Elberfeld, Wattenscheid-Höntrop und Dorsten, 7. Mai 1936 Die Beerdigung ist Sonnabend, den 9. Pal. nadtmittage 3¼ Uhr, vom Freigrafendamm aus. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche Drahtgeflechte, Weidendrähte, Stacheldrähte, Bindedrähte billigst! Große Läger Röster& Lönne Drahtwerk Bochum, Redemptoristenstraße 28/30. Nähe Bahnhof Präsident. u. Wattenscheld 100 Gr. Silberauflage. Von keiner Fabrik kaufen Sie billiger als im Fachgeschäft Walter Grah Kortumstr. 98 Pickel, Flechten und Hautausschlag verschwinden durch medizinal Herod=Trist St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. 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