— C Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer 1,85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„hör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen am# Dierichs in Bochum Montag 6. April 1936 Hreitenr Rorheilgenn in Ardeit Ablenkungsversuch mit überlebten Methoden „Ein verheißungsvolles außenpolitisches Wahlprogramm“ W 4 Nummer 82 43. Jahrgang Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, Familien= anzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote, Anzeigen privater Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Textteil 10 Pf., Auskunft= und Zissergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig. Nachlaßstafsel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Paris, 5. April. Die Grundzüge der französischen Taktik hinsichtlich der Behandlung der Friedensvorschläge des Führers haben über Wochenschluß eine gewisse Klärung erfahren. Nach der Konferenz der französischen Botschafter mit dem Außenminister Flandin am Freitag steht nunmehr fest, daß die französische Regierung mit einer Denkschrift antworten wird. Sie soll in drei in sich selbständige Noten zerfallen. Ihre Bearbeitung wurde am Samstag in Angriff genommen. Der erste Teil soll den deutschen Standpunkt in der Frage der Verletzung der vierzehn Punkte Wilsons, der Einkreisung Deutschlands und der Unvereinbarkeit des Russenpaktes mit dem Locarno=Abkommen widerlegen. Die französische Regierung meint, damit ihren Standpunkt in dieser Frage ein für allemal festzulegen, und will sich auf weitere Polemiken nicht mehr einlassen. Sie glaubt also, anders ausgedrückt, durch ihre Darlegung das letzte Wort behalten zu können. Dieser Teil der Denkschrift soll am Samstag bereits fertiggestellt worden sein. Der zweite Teil soll die„Unvereinbarkeit" der deutschen Antwort mit den im englischen Weißbuch festgelegten Vorschlägen der Locarno=Mächte beweisen. Es handelt sich im wesentlichen um das, was die Franzosen als Rheinlandfrage bezeichnen und was die französische Regierung bereits als Wiederherstellung der internationalen Rechtslage gekennzeichnet hat. Anscheinend hält die französische Regierung an ihrer alten Forderung fest, den Haager Schiedsgerichtshof anzurufen. Ferner sind zu nennen die Schaffung einer 20 Kilometer breiten und von internationalen Streitkräften zu besetzenden Zone und schließlich eine von Deutschland zu übernehmende Verpflichtung, im Rheinland keine Befestigungen anzulegen. Auch dieser Teil der französischen Denkschrift soll bereits fertiggestellt sein. Der dritte Teil umfaßt den sogenannten„konstruktiven Plan“ den die französische Regierung ausarbeitet, um nicht vor der Welt und vor allem vor der englischen Oeffentlichkeit wieder als Neinsager dazustehen. Der Plan wird von den amtlichen französischen Stellen als„großzügiger konkreter Plan zur Sicherung des Friedens auf der Basis des Völkerbundes, der kollektiven Sicherheit und der allgemeinen Beistandsverpflichtung" bezeichnet. Die Einzelheiten sind noch in der Ausarbeitung. Ein Kabinettsrat am Montag soll die endgültige Beschlußfassung über den Text vornehmen. An der Ausarbeitung ist auch Herriot beteiligt worden. Man nimmt in Paris an, daß sich dieser„neue“ Plan im wesentlichen auf das von der französischen Regierung im Jahre 1932 vorgebrachte Projekt berufen wird, das in enger Anlehnung an die Idee des Genser Protokolls unter der Bezeichnung„Herriot=Paul=Boncour=Plan“ in den Archiven des Völkerbundes eingesargt worden ist. Es steht noch nicht fest, ob diese drei Noten gleichzeitig in Form einer zusammenhängenden Denkschrift den interessierten Mächten zugeleitet werden sollen oder in der Form von drei zeitlich aufeinanderfolgenden diplomatischen Noten. Die französische Regierung soll in London haben mitteilen lassen, daß sie die Behandlung des Gegenplanes gleichzeitig mit der Behandlung des Teiles der deutschen Denkschrift, der die Friedensvorschläge des Führers enthält, im Rahmen einer Völkerbundsratssitzung in Genf nach den französischen Wahlen vornehmen wolle. Die Tatsache jedenfalls, daß Frankreich die Verweisung der ganzen Fragen an das Genfer Forum durchsetzen will, beweist vorläufig nur, daß man französischerseits auf diese Weise eine Begrabung der Angelegenheit erhofft. Der Gegenplan soll in der Zwischenheit nämlich die Rolle eines verheißungsvollen außenpolitischen Wahlprogramms für die französische Regierung spielen insofern, als nunmehr darauf verwiesen wird, daß Frankreich„selbst die Gestaltung des europäischen Friedens wieder in die Hände nimmt“, und zwar unter der Leitung der„bewährten außenpolitischen Führer der französischen Linken“ Herriot und Paul=Boncour. Locarno=Mächte=Konferenz am Mittwoch in Genf Neben der Arbeit zur Fertigstellung der französischen Denkschrift hat sich die Arbeit der französischen Regierung über Wochenschluß dahin konzentriert, in dieser Woche eine neue Konferenz der Locarno=Mächte zustande zu bringen. Flandin ließ in London vorschlagen, am Mittwoch eine solche Konferenz zu veranstalten. Das wurde von der englischen Regierung abgelehnt. Außenminister Eden empfing am Samstag den französischen Geschäftsträger und den belgischen Botschafter und erklärte, er und die französische Regierung hätten sich zunächst dahin verständigt, den Dreizehner=Ausschuß des Völkerbundsrates zur Beratung der Abessinien= fragen schon am Mittwoch in Genf zusammentreten zu lassen. Aus diesem Grunde sei es nicht wünschenswert, am gleichen Tage in Brüssel eine Tagung der Locarno=Mächte abzuhalten. Die Sitzung des Dreizehner=Ausschusses würde eine günstige Gelegenheit für einen Meinungsaustausch bieten. Ursprünglich sollte der Dreizehner=Ausschuß erst nach Ostern zusammentreten. Die plötzliche Vorverlegung des Zusammentritts führt man in Völkerbundskreisen auf englischen Druck zurück, da die Engländer den Wunsch haben sollen, unbedingt schnell zu einer Klärung in dem abessinischen Streitfall zu kommen. Jedenfalls hat Frankreich auf diese Weise die Möglichkeit erhalten, in Genf am Mittwoch die Vertreter der Locarno=Mächte an einem Tisch zu sehen. „Der reine Wahnsinn“ Pariser Blätter verurteilen den Gegenplan Flandins dnb Paris, 5. April. Die Pariser Sonntagspresse beschäftigt sich vornehmlich mit dem noch in Bearbeitung befindlichen französischen Gegenplan und übt teilweise schon scharfe Kritik an dem Vorhaben. Der„Populaire“ sagt u. a. der erste Teil sei völlig überflüssig. Auch das, was man vom zweiten Teil wisse, sei unbefriedigend. England habe Frankreich und Belgien Garantien gegeben, die ihre Sicherheit gegen einen etwaigen Angriff erhöhten. Frankreich könne also ruhig an der europäischen Friedenskonferenz teilnehmen. Das Rheinlandproblem müsse unter dem Gesichtspunkt der Ergebnisse dieser Friedenskonferenz geprüft werden. Es sei nicht zweckmäßig, von vornherein gegen ein Hindernis anzurennen. Gegen den dritten Teil kündigt das Blatt seinen Widerstand an, wenn es sich bewahrheiten sollte, daß er zurückgreife auf Vorschläge aus dem Jahre 1932. Der Quotidien“ fordert, daß man offen verhandele, ohne dem Partner Mückenstiche zuzufügen. Die französische Regierung solle die„Genugtuungen“ fallen lassen, die nichts anderes seien, als falsche„Symbole“ Sie solle sich nicht aufhalten lassen durch kleine Hoffnungen ohne Erfolg und durch militärische Besprechungen, die zu nichts führten. Sie solle ein offenes, unmittelbares, modernes Spiel spielen. Auch der rechtsstehende„Jour“ meldet eine Reihe von Italien feiert neue Siege Die Sitzung des ReichskulturSenats Wie auf der nächsten Seite mitgeteilt, fand am Samstag in Berlin die zweite Sitzung des Reichskultursenats statt, in deren Mittelpunkt eine großangelegte Rede des Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsministers Dr. Goebbels stand. Unsere Aufnahme zeigt den Minister während seiner Ansprache.— Links Staatssekretär Funk, rechts Reichsgeschäftsführer der Reichskulturkammer Moraller. Hch. Hoffmann. Vorbehalten an. Er billigt zwar den Versuch der französischen Regierung, die diplomatische Initiative wieder selbst zu ergreifen. Aber er befürchtet, daß die französischen Vorschläge zu schnell ausgearbeitet würden. Wenn es sich bewahrheite, was über den Plan gesagt werde, so wäre er der reine Wahnsinn. Werde Flandin aus innenpolitischen Gründen gezwungen sein, die Kinder Paul=Boncours und Herriots auf seinen Armen zu tragen? Frankreich habe seit 1924 seine Verhandlungspartner niemals für diese Ideen zu gewinnen vermocht. Italienische Flieger über Addis Abeba— Flucht aus der Stadt Rom, 5. April. In ganz Italien herrscht neuer Siegesjubel über den Samstag abend von Marschall Badoglio gemeldeten siegreichen Abschluß der Schlacht an AschangiSee. Alle abessinischen Truppen unter dem Kommando des Negus sind in verzweifelter Flucht nach Süden begriffen. Am Sonntag früh wurde von italienischen Truppen Quoram besetzt. Der Eroberung von Quoram wird auf italienischer Seite besonders strategische Bedeutung beigemessen, da dieser auf der alten Straße nach Addis Abeba liegende Ort das Einfallstor nach Innerabessinien darstellt. Auf die flüchtenden Truppen des Negus wurden am Samstag von den italienischen Fliegern 64 Tonnen Sprengstoffe abgeworfen und 20000 Maschinengewehrschüsse abgegeben. Marschall Badoglio rechnet mit einem baldigen Zusammenbruch Abessiniens. Er erklärt, der Negus habe nur noch drei Möglichkeiten: Entweder greife er erneut an und werde dann vernichtet werden, oder er warte den weiteren Angriff der Italiener ab, wobei er das gleiche Schicksal erleben werde, oder er ziehe sich völlig zurück. Auch das aber wäre der Zusammenbruch, da es den abessinischen Truppen völlig an Straßen und Transportmitteln fehle. Die Haltung der abessinischen Bevölkerung gegen die eigene Armee wird immer feindseliger, da sie von den durchziehenden Truppen ausgeplündert wurde. Sie hat den Flüchtlingen daher an vielen Orten die Waffen entrissen und führt einen erbarmungslosen Kleinkrieg gegen die eigene Armee. Dagegen werden die„Italiener als Befreier ausgenommen. Ueber das Verbleiben des Neaus sind verschiedene Gerüchte im Umlauf. So heißt es, daß er sich inmitten seiner Truppen befinde. Andere Meldungen wollen davon wissen, daß er schleunigst nach Dessie abgereist sei, wo ihn der Thronfolger an der Spitze nicht unerheblicher Truppenverbände erwarte. Samstag vormittag war die abessinische Hauptstadt zum ersten Male das Ziel eines italienischen Luftangriffs. Im Vergleich zu den schweren Bombardements von Harrar, Dschidschiga, Dessie und anderen Städten, bei denen viele Tonnen Bomben abgeworfen wurden, diente der erste Luftangriff auf Addis Abeba in erster Linie Erkundungszwecken und der Vorbereitung des eigentlichen Luftangriffs. Außerdem wurde noch der Flugplatz von Addis Abeba, der inmitten der Stadt auf dem Gelände der alten Reitbahn liegt, mit Brandbomben belegt, die einige Schuppen zerstörten. Groß war jedoch die moralische Wirkung auf die Einwohner der Hauptstadt. Als um.30 Uhr morgens die fünf italienischen Flugzeuge erschienen und trotz eifrigen, aber schlecht gezielten Abwehrfeuers in niedriger Höhe ihre Kreise zogen, als durch Glockengeläute und Böllerschüsse der Luftalarm verkündet wurde, stürzten die Einwohner in wilder Panik aus ihren Häusern und flüchteten in wahnsinniger Angst in die Umgebung. Bald waren die Straßen von Tausenden von Flüchtlingen verstopft, die auf Karren, Maultieren und Eseln oder zu Fuß die Stadt verließen. Die meisten hatten sich mit Decken und Bettzeug beladen, weil sie offenbar damit rechneten, die nächste Zeit im Freien bleiben zu müssen. Bereitschaft Mussolinis zu Friedensverhandlungen London, 5. April. Der italienische Botschafter in London, Grandi, hat die Versicherung abgegeben, daß Italien alle britischen Rechte und Interessen in Abessinien voll respektieren werde. Der diplomatische Reuterkorrespondent meldet, daß diese Versicherung einen sehr günstigen Eindruck in London hervorgerufen habe. Sie sei völlig freiwillig gegeben worden, um die Zweifel zu beschwichtigen, die in einigen Kreisen hinsichtlich der Sicherheit der britischen Interessen am Tana=See angesichts des Umstandes entstanden seien, daß die italienischen Truppen bis auf 80 Kilometer an den See herangerückt seien. Eine freiwillige Versicherung sei ein gutes Vorzeichen für die Bemühungen des Dreizehner=Ausschusses um eine Regelung des abessinischen Konflikts.„Mussolini habe dem Präsidenten des Dreizehner=Ausschusses Madariaga, seine Bereitschaft mitgeteilt, in Friedensverhandlungen einzutreten, und es sei wahrscheinlich, daß Baron Aloisi als italienischer Vertreter für Verhandlungen mit Mädariaga ernannt werde. Die italienische Regierung scheine jedoch nach wie vor der Ansicht zu sein, daß zwischen den beiden kriegführenden Parteien unmittelbar Besprechungen stattfinden müßten, während der Dreizehner=Ausschuß nur die notwendige Annäherung durchzuführen habe. Eden geht nach Genf Generalstabsbesprechungen schon heute? Berlin, 5. April(Eig., Drahtber.) Nach den aus London hier vorliegenden Berichten wird der englische Außenminister Eden an den vorgesehenen Verhandlungen des Dreizehner=Ausschusses in Genf teilnehmen. Die heutigen Londoner Blätter begrüßen fast allgemein, daß die Verhandlungen der RestLocarno=Mächte unter dem Ausschluß der Oeffentlichkeit fortgesetzt werden sollen.„Sunday Expreß“ hält es für möglich, daß die Generalstabsbesprechungen schon am Montag beginnen.„Sunday Times“ erfährt von einem politischen Mitarbeiter, daß in die Unterhaus=Debatte am Montag eine außenpolitische Aussprache eingeflochten werden dürfte. Als Sprecher der Regierung dürfte Eden auftreten. 2730 Kandidaten in Frankreich dnb Paris, 5. April Wie das Innenministerium mitteilt, sind bis zum 4. April 2730 Kandidaten für die Kammerwahl angemeldet worden. Von Montag an läuft die amtliche Unterstützung der Wahlpropaganda, die eine kostenlose Anbringung von Wahlplakaten auf besonders dazu errichteten hölzernen Gestellen vorsieht. Diese Brettertafeln, die schon seit einigen Tagen bereitstehen, werden sich ab Mitternacht mit Aufrufen in allen Größen und Farben füllen. Den ersten Wahlaufruf hat die sozialistische Partei bereits am Sonntag in ihrem Blatt veröffentlicht. Schalke schlägt Berlin:0 Die Endspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft nahmen für den Deutschen Meister Schalke 0 4 einen verheißungsvollen Auftakt. Berlins Meister BSV. 92 wurde glatt mit:0 geschlagen. Während sich in Fortung Düsseldorf, das Hanau 93 mit:1 schlug, ein weiterer westdeutscher Vertreter durchsetzen konnte, unterlag der dritte westdeutsche Verein, CfR. Köln, gegen den SV. Waldhof erwartungsgemäß mit:2. Jakubowski unterliegt Schmedes Im Endkampf um die Deutsche Leichtgewichtsboxmeisterschaft unterlag der Bochumer Jakubowski dem Dortmunder Schmedes nur ganz knapp nach Punkten. Rudolph(Essen) wurde bei der in Bochum zur Durchführung gelangten Deutschen Billardmeisterschaft Titelträger. Preußen Bochum holte sich die Gruppenmeisterschaft in der Bochumer Gruppe der Bezirksliga. Mansfeld(DRW.) verteidigte bei der Eröffnung der Motorsportsaison den Titel eines„Eilenriedemeisters mit Erfolg. Oberbeck(Hagen) gewann die große Bochumer Radfernfahrt überlegen. (Siehe den Sportteil!) Seite 2 Nr. 82; Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. April 1936 Dr. Franks Besuch in Rom Empfang der Königlichen Akademie von Italien zu Ehren des Reichsministers. dnb Rom, 5. April. Die Königliche Akademie von Italien, die als die repräsentativste Einrichtung des geistigen Italiens betrachtet werden kann, veranstaltete am Samstag in der Villa Farnesina eine feierliche Sitzung zu Ehren des Reichsministers Dr. Frank. Präsident Marconi begrüßte Reichsminister Dr. Krank als Vertreter eines bedeutenden Führers den Minister eines großen Staates und eines großen Volkes und gab dem aufrichtigen Wunsch für immer engere kulturelle Bande zwischen beiden Ländern Ausdruck, aus denen die gegenseitige Achtung und Kenntnis erwachsen könne, die sich nur gut und dauerhaft auf den weitesten Gebieten der Beziehungen zwischen HitlerDeutschland und dem Italien Mussolinis auswirken könne. Reichsminister Dr. Frank gab seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß er in Rom vor dem auserwählten Kreis italienischer Rechtsgelehrter einen Vortrag über die Grundzüge der nationalsozialistischen Rechtslehre halten durfte, und er wies auf die Jahrhunderte alte Zusammenarbeit Deutschlands und Italiens hin, deren Kultur sich gegenseitig befruchtet habe und deren geistiger Zusammenklang auch heute spürbar sei. Zum Schluß hielt Exzellenz Farinelli in deutscher Sprache eine Rede, in der er gleichfalls die Zweckmäßigkeit einer weitgehenden wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit zwischen Italien und Deutschland unterstrich. Samstag mittag veranstaltete Botschafter von Hassell zu Ehren des Reichsministers Dr. Frank ein Frühstück, an dem auch Justizminister Solmi, Staatssekretär Ricci, Senator Gentile und viele andere Persönlichkeiten teilnahmen. Minister Dr. Frank wohnte dann an einem Fenster des Palazzo Venecia der Zehnjahresfeier der Balilla bei Mussolini nahm hierbei erneut Gelegenheit, sich mit dem Reichsminister zu unterhalten. Um 19 Uhr fand eine Unterredung des Ministers mit Baron Aloisi statt. Am Abend besuchten die deutschen Gäste eine Galavorstellung von„Tristan und Isolde". Zur Zehnjahresfeier der Balilla waren 2000 Avantgardisten und 5000 Mann faschistischerJugend anwesend. Mussolini, der vom Balkon des Palazzo Venecia zur Jugend sprach, betonte, daß die Balilla heute fünf Millionen junger Italiener erfasse. Opernfestaufführung zu Ehren des Reichsministers Am Samstag abend fand zu Ehren des Reichsministers Dr. Frank eine Aufführung von„Tristan und Isolde“ in der italienischen Staatsoper statt. Ihr wohnten der italienische Regierungschef und der deutsche Botschafter von Hassell bei. Vor Beginn der Oper spielte das Orchester die deutschen und die italienischen National= und Revolutionshymnen, denen das Publikum in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Riesenraum stehend zuhörte und Beifall zollte. Die gesamte Jugend in die HI. Aufruf des Hauptamtsleiters des NS.=Lehrerbundes an die deutschen Erzieher Bayreuth, 5. April. Der Hauptamtsleiter des NS.=Lehrerbundes Gauleiter Fritz Wächtler, erläßt folgenden Aufruf an die deutsche Erzieherschaft: „Mitglieder des NSLB.! In der Zeit vom 1. bis 20. April wirbt die Hitler=Jugend um den Eintritt aller Jungen und Mädel in die Organisationen des Deutschen Jungvolks und der Jungmädel. Das Ziel ist, daß jeder Junge und jedes Mädel erfaßt wird. Ich weiß, daß alle Lehrer und Lehrerinnen befähigt und gewillt sind, sich voll einzusetzen, damit dieses Ziel in einigen Wochen erreicht ist. Es muß der Stolz jedes Erziehers sein, daß seine Klasse geschlossen der HitlerJugend angehört. Familie, Schule und Jugendorganisation sollen die drei großen Erziehungsfaktoren sein, unter denen die deutsche Jugend zu einem starken Geschlecht heranwachsen wird. In diesem Sinne erwarte ich von jedem Erzieher und jeder Erzieherin vollen Einsatz für den Eintritt der Jugend in die HI.“ Kurz=Nachrichten Die deutsche Abordnung wieder in Berlin. Ministerialdirektor Dr. Dieckhoff und der größte Teil der deutschen Abordnung sind. von London kommend, wieder in Berlin eingetroffen. Dagegen ist Herr von Ribbentrop über das Wochenende noch in London geblieben, wo er erneute Besprechungen mit Eden hatte. Der deutsche Botschafter in Buenos Aires beim Führer. Der Führer und Reichskanzler empfing am 3. April 1936 den neuernannten deutschen Botschafter in Buenos Aires, Freiherrn von Thermann. Der Deutsche Reichsbauernrat zusammengetreten. Der Deutsche Reichsbauernrat trat am Samstag unter Vorsitz des Reichsbauernführers R. Walther Darré in Berlin zu einer Arbeitstagung zusammen. Die Große Gilde zu Riga aufgelöst. In Riga erfolgte die vom lettischen Innenminister angeordnete zwangsweise Auflösung und Uebergabe des Vermögens der Großen Gilde zu Riga an die Handels= und Industriekammer Lettlands. Schritt der Kleinen Entente in Wien? Wie aus Prag berichtet wird, soll die Kleine Entente bereit sein, einen diplomatischen Schritt in Wien zu unternehmen gegen den Entschluß, die allgemeine Wehrpflicht wieder einzuführen. Es sollen gesondert Noten überreicht werden. Wiener Erklärungen zur Frage der Dienstpflicht. Der österreichische Außenminister von Berger=Waldenegg erklärte einem französischen Journalisten zu der Frage der Einführung der Wehrpflicht, daß das neue System „Dienste" vorsehe, die von jedem männlichen Bürger von 18 bis zu 42 Jahren„dem Staat zu leisten seien". Es sei nicht ausgeschlossen, daß man eines Tages auch die Frauen dazu auffordern werde. Eine Verletzung der Verträge liege nicht vor. Die Berufung der Action Francaise gegen die Auflösung verworfen. Der französische Staatsrat hat nach einer mehrstündigen Sitzung die Berufung der drei Gliederungen der Action Francaise gegen die gegen sie verfügte Auflösung verworfen. In dem gleichnamigen Blatt erklären die Vorsitzenden der betroffenen Verbände, daß sie sich um die Auflösung nicht kümmern würden. Die Action Francaise könne nicht aufgelöst werden, da es sich um eine Gesinnung handele. Der Korrespondent des„Daily Herald“ aus Rom ausgewiesen. Die italienische Regierung hat den römischen Korrespondenten des„Daily Herald“, Giglio, ausgewiesen. Nähere Gründe werden nicht angegeben. Man vermutet jedoch, daß Giglio, der Malteser ist, bei der Einstellung seines Blattes den italienischen Behörden unliebsam geworden ist. Zweite Arbeitstagung des Reichskultursenats Die Ortmnung der=Srutschen Gunus Eine grundlegende Ansprache des Reichsministers Dr. Goebbels dnb Berlin, 5. April. Im festlich hergerichteten Gelben Saal des Hotels „Der Kaiserhof“ fand Samstag mittag die zweite Arbeitstagung des Reichskultursenats unter Teilnahme des Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsministers Dr. Goebbels, statt. Der Vizepräsident der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk, hieß die anwesenden neu ernannten Mitglieder des Reichskultursenats willkommen und würdigte besonders die Berufung des ebenfalls anwesenden Reichs= und preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust. Die Berufung führender Persönlichkeiten aus Partei und Staat habe eine Bedeutung, die weit über die persönliche Ehrung und Mitarbeit der Berufenen hinausgehe, denn es werde damit eine enge Verbindung zwischen der Arbeit der Reichskulturkammer und der Gesamtheit der Kulturarbeit in Staat und Partei herbeigeführt. Besonders bedeutungsvoll sei es, daß bei dieser Kulturarbeit vorzugsweise die Erziehung der deutschen Jugend zu den Idealen des nationalsozialistischen Kulturschaffens und Kulturwillens berücksichtigt werde. Jeder schaffende deutsche Künstler von heute müsse Geist und Willen dieser kulturellen Gestaltungskräfte in sich aufnehmen und in seinem künstlerischen Schaffen beherzigen. Der Führer habe mit seiner historischen Tat vom 7. März und mit seinem die ganze deutsche Nation mitreißenden Appell für Ehre, Freiheit und Frieden nicht nur sich selbst, sondern eine ganze deutsche [Generation unsterblich gemacht. Kunst von Ewigkeitswert Mögen in dieser großen politischen Zeit auch deutsche Kunstwerke entstehen, die ewig sind, wie das Werk des Führers. Die Olympischen Spiele im Sommer werden beim Wettstreit um den Sieg in den schönsten Künsten den deutschen Künstlern eine besonders gute und seltene Gelegenheit zur höchsten Entfaltung ihrer Schaffenskräfte geben. Staatsrat Krebs, Oberbürgermeister von Frankfurt a. M. hielt einen sehr eingehenden Vortrag über die Kunstpflege in Gemeinden und Gemeindeverbänden im Zusammenwirken mit der Reichskulturkammer. In der lebhaften und fruchtbaren Aussprache nahm Reichsminister Dr. Goebbels selbst das Wort zu zahlreichen Anregungen, die sich aus der Aussprache ergaben, und traf noch an Ort und Stelle— ein Zeichen dafür, daß im nationalsozialistischen Staate nicht geredet, sondern schnell gehandelt wird— Maßnahmen zur Umsetzung wertvoller Anregungen in die Tat. Reichsminister Dr. Goebbels machte sodann in einer längeren Schlußansprache grundlegende Ausführungen über eine ganze Reihe von Fragen des deutschen Kunst= und Kulturlebens. Anknüpfend an das durch die Wahl zutage getretene überwältigende Bekenntnis der Nation zum Führer und damit zum Nationalsozialismus überhaupt, betonte der Minister, daß dieses Ergebnis als die Frucht einer im Grunde genommen künstlerischen Umgestaltung der gesamten deutschen Nation anzusehen sei. „Wie groß dieser innere Umbruch war, läßt sich daran ermessen, daß das Ausland diesem Ereignis, das es das deutsche Wunder nennt, vielfach fassungs= und verständnislos gegenübersteht. Das ist deshalb der Fall, weil Menschen, die außerhalb der deutschen Mentalität leben, dieses Wunder auch beim besten Willen oft nicht erfassen und verstehen können. Mit tiefer innerer Beglückung empfinden wir heute, welche Stabilität und innere Festigkeit das neue Reich gewonnen hat.“ „Erst im Blick auf die zahllosen Schwierigkeiten, Sorgen und Nöte, die die großen politischen Entscheidungen der hinter uns liegenden Jahre des Staatsaufbaues mit sich gebracht haben, erst im Blick auf das, was allein auf politischem Gebiet in diesen drei Jahren geleistet worden ist, erkennen wir, was es heißt, daß es uns daneben überhaupt noch möglich gewesen ist, Kulturpolitik zu betreiben. Wir haben das sogar in einer Art und Weise getan, die einen Vergleich mit den Zeiten vor uns auch nicht im entferntesten gestattet.“ In grundsätzlichen Erörterungen zum Aufgabengebiet der Reichspresse= und der Reichsschrifttumskammer besprach der Minister einige Voraussetzungen zum weiteren Ausbau dieser Organisationen. Er wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Erziehung eines nach Weltanschauung und Wissen geeigneten Schriftleiternachwuchses hin. Schrifttum, Theater, Film Es werde darauf ankommen, die nationalsozialistische Weltanschauung noch stärker, als das bisher schon der Fall gewesen ist, im deutschen Schrifttum zu verankern und das gesamte moderne Schrifttum damit zu untermauern. Denn noch sei die Zahl derjenigen Schriftsteller, die in dieser Beziehung Hervorragendes leisteten, nicht groß genug. Hervorgehoben sei, daß sich der Minister bei Erörterung von Zukunftsaufgaben dafür aussprach, dem immer stärker zutage tretenden Mißbrauch von pseudochorischen und=sprechchorischen Spielen entgegenzutreten, daß er auf dem Gebiete des Theaterwesens die — unter Zubilligung einer Uebergangsfrist— erfolgte Abschaffung der Claque bekanntgab und die Bedeutung des reinen, allerdings auch guten Unterhaltungsfilms unterstrich, Der Minister warnte davor, ein warmherziges und förderndes Mäzenatentum mit einer Art sozialer Wohlfahrtspflege zu verwechseln. Die Kunstfonds seien dazu da, wirkliche Kunst zu fördern und zu pflegen und nicht aus sozialen Gründen unterwertige Produktion zu alimentieren und damit ein Künstlerproletariat zu züchten. [Allgemein wandte sich der Minister gegen eine muffige, moralinsaure Betrachtung der Kunst und ihrer vielfältigen Erscheinungsformen. „Noch stehen wir“, so erklärte Dr. Goebbels abschließend,„mitten im kulturellen Aufbau. Viele Aufgaben sind schon gelöst worden, viele andere harren noch ihrer Lösung. Aber mit tiefer Befriedigung können wir feststellen, daß wir eine feste und sichere Grundlage geschaffen haben. Alle, die auf dem Gebiet der Kultur tätig sind, wissen heute, wofür sie arbeiten, und sehen im Geiste das Ziel, das erreicht werden soll.“ „Der deutsche Künstler kann sich heute wieder mit vollem Herzen einer neuen Zeit, einer neuen Idee und einer neuen Führung anvertrauen.“ „Daß das deutsche Volk dem Führer ein so überwältigendes Vertrauensvotum ausgestellt hat, legt uns allen eine große Verantwortung auf. Mögen auch die kulturschaffenden Menschen nicht vergessen, daß sie alle ihre Autorität im Grunde genommen nur ableiten von der des Führers, und daß alle Vorräte an Autorität sozusagen ausgeliehen sind von seiner Autorität.“ Der Minister schloß mit der Versicherung, daß auch das künftige Bestreben aller an der Gestaltung des deutschen Kulturlebens maßgebend beteiligten Kräfte sein werde, der deutschen Kunst und Kultur eine weitere Blüte zu sichern. Der Vizepräsident der Reichskulturkammer Staatssekretär Funk, sprach im Namen aller Mitglieder des Reichskultursenats Reichsminister Dr. Goebbels von ganzem Herzen Dank dafür aus, daß er in einer so klaren und offenen Weise gesprochen habe. Den Abend verbrachten die Mitglieder des Reichskultursenats zusammen mit einer großen Anzahl BerOhne Schuldgeständnis auf den elektrischen Stuhl TackherornnteeVRI Frelcter Prozeß um die Entführung des Lindbergh=Babys kostete 1,2 Millionen Dollar Trenton, 5. April. Am Freitag abend um 8 Uhr amerikanischer Zeit wurde Hauptmann im Gefängnis von Trenton hingerichtet. Die Verteidiger Hauptmanns hatten bis zum Schluß alles aufgeboten, um die Staatsanwaltschaft zur Einwilligung in einen neuen Strafaufschub zu bewegen. 35 Minuten vor dem für die Hinrichtung bestimmten Zeitpunkt gab Gouverneur Hoffman nach einer mehrstündigen Besprechung mit Generalitaatsanwalt Wilent bekannt, daß er einen weiteren Strafaufschub ablehne. Der Gouverneur begründete diese Cntscheidung mit dem Mangel anentsprechen den gesetzlichen Handhaben. Hauptmann bestieg wortlos den elektrischen Stuhl und wurde sechs Minuten später von den Aerzten als tot erklärt. Der Hinrichtung wohnten 55 Zeugen bei. Haupmann verbrachte die letzten Stunden seines Lebens mit Beten. Er weinte fast den ganzen Nachmittag. Seine letzten Worte waren: „Vor Gott schwöre ich, daßichunschuldig bin!“ Hauptmann, ging in Begleitung der Wärter allein zum elektrischen Stuhl. Er war totenbleich. Die Zeugen der Hinrichtung waren zumeist Pressevertreter. Jeder, der der Hinrichtung beiwohnte, wurde vor dem Betreten der Hinrichtungsstätte einer strengen Durchsuchung unterzogen. Jeder der Zeugen wurde dreimal untersucht, da das Gerücht verbreitet war, daß beabsichtigt sei, eine Aufnahme von der Hinrichtung zu machen. Eine weitere Meldung besagt: Hauptmann hatte noch an seinem letzten Lebenstag seine Frau, seine nächsten Freunde und seine Verteidiger empfangen und sich von ihnen verabschiedet. Frau Hauptmann hatte das Leben ihres Mannes, an dessen Unschuld sie heute noch glaubt, noch in elfter Stunde retten wollen. Sie war nach der Grafschaft Hunterdon geeilt, um den ehemaligen Rechtsanwalt Wendel, der sich vor kurzem als Mörder des Lindbergh=Kindes bezeichnet, aber dann sein Geständnis widerrufen hatte, im Gefängnis aufzusuchen. Sein nochmaliges Geständnis, um das ihn wohl Frau Hauptmann anflehen wollte, sollte eine neue Guadenfrist für Hauptmann bringen. Wendel saß aber im Gefängnis der Grafschaft Mercer. Inzwischen hatte auch schon der Generalstaatsanwalt Wilentz den Gefängnisdirektor Kimerling beauftragt, die Todesstrafe an Hauptmann zu vollstrecken. Frau Hauptmann, die in ihrem Hotel in Trenton den Tod ihres Mannes erfuhr, erlitt einen schweren Nervenzusammenbruch. Der Hauptmann=Prozeß hat den Staat New Jersey 1 200 000 Dollar gekostet. Mit der Hinrichtung des aus Kamenz in Sachsen stammenden Hauptmann hat ein Kriminalfall ein Ende gefunden, der zahlreiche Ueberraschungen im Laufe der Jahre brachte und so die Oeffentlichkeit besonders stark beschätigte. Es war am 1. März 1932, also vor nunmehr vier Jahren, als die Entführung des LindberghBabys bekannt wurde. Viel später, am 19 September 1934, wurde Hauptmann unter dem Verdacht der Täterschaft verhaftet, nachdem schon im Mai desselben Jahres die Leiche des Kindes im dichten Unterholz an der Straße zwischen Hopewell und Princetown, etwa sechs Kilometer von Lindberghs Wohnhaus entfernt, gefunden worden war. Am 3. Januar 1935 begann der Prozeß gegen Hauptmann und am 13. Februar erfolgte seine Verurteilung wegen Mordes zum Tode. Unsere Leser entsinnen sich des Kampfes, der im ganzen Jahre 1935 von Hauptmann und seinen Rechtsbeiständen geführt wurde, um eine Aufhebung des Todesurteils und eine Neuauflage des Hauptmann=Prozesses zu erreichen. Vergeblich. Am 16 Januar 1936 lehnte das Bundesobergericht in Washington sein Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens und Vollstreckungsaufschub ab. Auch ein Gnadengesuch blieb ohne Erfolg. Was zwischen dem Urteilsspruch und der Urteilsvollstreckung liegt, ist eine Fülle von Peinlichkeiten. Hauptmann ist auf Indizienbeweis hin verurteilt worden. Es muß Sache der amerikanischen Richter und des amerikanischen Rechtsgewissens bleiben darüber zu befinden, ob dieser Indizienbeweis ausreichend war oder nicht. Was uns aber unbegreiflich bleiben muß, ist der widerliche Rummel, der nach dem Urteil über die Schuld, Nichtschuld oder Nichtalleinschuld besonders in den letzten Wochen einsetzte. Eine Sensation schlug die andere tot und auch über den Ozean schlugen die trüben Wellen dieser Sensationsmacherei nach Europa hinüber. Ueber ein Jahr wartete der Verurteilte in der Todeszelle des Gefängnisses von Trenton. Das Spiel um Leben und Tod war für deutsche Rechts= und Menschlichkeitsbegriffe unerträglich. Ob nach der Hinrichtung Hauptmanns das Spiel mit der Suche nach Mirschuldigen, mit Geständnissen und ihrem Widerruf, mit Beschuldigungen und Verdächtigungen des Gerichts und der Polizeibehörden weitergehen wird, bleibt abzuwarten. liner Künstler und Künstlerinnen als Gäste von Reichsminister Dr. Goebbels in geselligem Zusammensein in den Räumen des Kaiserhofes. Zur Ausgestaltung des Abends hatten sich bekannte Künstler in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt. Kammersänger Heinrich Schlusnus und die Opernsängerin Frau Konstanze Nettesheim sangen je drei Lieder. Die Kammermusikvereinigung der Berliner Philharmoniker mit Michael Raucheisen am Flügel spielte mehrere Sätze aus dem Forellenquintett. Kultureller Aufbau Die zweite Arbeitstagung des Reichskultursenats hat mit der großangelegten Rede des Reichsministers Dr. Goebbels einen zusammenfassenden Rück= und Ausblick auf die künstlerisch=kulturelle Umgestaltung der deutschen Nation gegeben. Gerade der Augenblick, wo in der großen europäischen Politik die brennenden gen des kontinentalen Friedens und damit also die Grundlagen für einen zwischenstaatlichen Kulturaustausch erörtert werden, ist u. E. besonders bedeutsam, weil damit die kulturelle Entschlossenheit des nationalsozialistischen Staates nachhaltig unterstrichen wurde. Dieses Reich, das während dreier Jahre mit den grundsätzlichen Fragen der Sozial=, Außen= und Wirtschaftspolitik sich beschäftigen und auseinandersetzen mußte, hat in diesem Zeitraum bewiesen, daß es für die wichtigen Belange der Kulturgestaltung nicht nur Zeit hatte, sondern eine Grundsätzlichkeit in die Tat umzusetzen entschlossen war, die in früheren Epochen unmöglich gewesen wäre. Eine für frühere Regimes charakterbestimmende Gleichgültigkeit in kulturellen Dingen ist der geradlinigen Zielsetzung gewichen. Die Auffassung früherer Jahrhunderte, als seien Politik und kulturelle Lebensäußerungen eines Volkes zwei voneinander getrennte und nebeneinander selbständig wachsende Begriffe, hat keine Gelgung mehr. Diese Einstellung zu den Grundproblemen einer Nation wurde in den drei Jahren nationalsozialistischer Staatsführung überwunden. Der Wille zur totalen Kulturerfassung, nachdem die nationalpolitische Totalität sich in der Willenskundgebung der Volksgeschlossenheit vom 29. März so eindentig für alle Welt kundgetan hat, entspringt der kühlen und klugen Erkenntnis, daß gerade in dieser politisch=geistia brodelnden Zeit, in deren Brennpunkt heute Deutschland gerückt ist, die restlose Zusammenfassung aller kulturell=künstlerisch Schaffenden die Vorbedingung ist, um eine Nation wie die deutsche zu jener inneren Geschlossenheit zusammenzufassen, die mit der sicherste Panzer ist gegen fremdländische Einflüsse, und damit auch ein sicheres Abwehrmittel denn: was würden im Augenblick einer aufgezwungenen Entscheidung Waffen nützen, wenn der Charakter eines Volkes, der sich in seinem Kulturwillen ausdrückt, nicht ebenso gestaltet wäre!? Diesen kulturellen Charakter zum Stahl zu schmieden, Stahl, der den Pflug ehenso ausmacht wie das friedenschützende Schwert ist höchste Aufgabe der nationalsozialistischen Kultur=Zielsetzung. Der Minister sieht diesen kulturellen Aufbau noch keineswegs abgeschlossen. Denn da der Nationalsozialismus sich die national bejahende Revolutionierung, d. h. die von Tag zu Tag sich immer wiederholende Eroberung der Geister, also eine Umformung der deutschen Menschen zum Ziel gesetzt hat, so zwingt ihn diese Vitalität zum Handeln. Diese Kultureneraie zielt auf die restlose Erfassung des deutschen Schrifttums im nationalsozialistischen Geiste hin. Der Minister lehnt in kluger Erkenntnis unserer geistigen Produktion die Schablonisierung ab und wendet sich gegen moralinsaure und muffige Kunst, gibt der auf reine Unterhaltung abgestellten Produktion ihr Recht und stellt das Leistungsprinziv in den Vordergrund indem er davor warnt, Mäzenatentum mit dem Anspruch auf künstlerische Alimentation zu verwechseln. Wir begrüßen die klugen wie kritischen und wegweisenden Ausführungen des Ministers. Fremdländische Kunst wollen wir nicht, aber dem neuen Deutschland, einer neuen Zeit, einer neuen Idee und einer neuen Führung, wie Dr. Goebbels betonte, vertraut sich das schaffende Deutschland mit vollem Herzen an Denn Kunst wäre nichts ohne Volk und Vaterland. M. H. „Ich erschieße dich setzt“ Neunjähriger ermordet seine fünfjährige Schwester and Paris, 4. April. In Courget, einem kleinen Dorf in der Nähe von Bordeaux, erschoß ein neunjähriger Junge seine fünf Jahre alte Schwester im Anschluß an einen Streit. Der junge Mörder ging dabei mit unglaublicher Kaltblütigkeit zu Werke. Nach Beendigung des Streites erklärte er seiner Schwester, er werde sie jetzt erschießen. Darauf begab er sich in das Schlafzimmer seiner Eltern, wo das Jagdgewehr seines Vaters stand, erbrach einen Schrank, um sich Patronen zu beschaffen, und kehrte dann in das Wohnzimmer zurück, wo er, ohne ein Wort zu sagen, auf seine Schwester anlegte und ihr die Schrotladung in den Kopf jagte. Nach vollbrachter Tat begab er sich aufs Feld und erklärte einem Nachbarn, seine Schwester habe Selbstmord begangen. Bei seiner Vernehmung gestand er nicht nur seine Tat, sondern fügte hinzu, daß er ursprünglich die Absicht gehabt habe, auch seine Mutter zu erschießen. In Anbetracht seiner Jugend wurde der Junge vorläufig auf freiem Fuß belassen. Weitere politische Nachrichten auf Seite 15 Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Koest, Kommunalpolttlt und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Lokales Hans Schulie, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirischaft: Fris Schrtg.!: Gerichtsdienst und Briefkasten: Mar Blegel,„Sport: Hans Hornderg, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftlettung: Michael Haupt, Berlin=Karlsvorst, Dönhoffstraße 19. Anrus Karlshorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe, BerlinCharlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf C 1 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlen 5 Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßzstaffel B.— DA III. 36 über 26 500. Sprech= stunden der Schriftlettung wochentags, außer Mittwochs unt Samstags, von 16 bis 17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur dei Rückporto. Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten Seite 3 Nr. 82; Bochumer Anzeiger„ Montag, 6. April 1936 Gochatter Der Wert der nationalsozialistischen Staats=, Wirtschafts= und Menschenführung ist heute zu einem Allgemeingut der deutschen Nation geworden. Das ist das Große an der dreijährigen nationalsozialistischen Aufbauarbeit, daß eine Volksgemeinschaft geworden ist, die nicht nur in die Breite, sondern auch in die Tiefe geht. Die geistige Vertiefung und Verankerung dieses Besitzes ist fraglos eine Aufgabe, die des Schweißes der Edlen wert ist. Mehr und mehr bricht es sich Bahn, daß die Frage der Erziehung des deutschen Menschen eine Lebensfrage der deutschen Nation ist. Mehr als einmal hat dieses der Führer in seinen Reden, Erklärungen und Proklamationen an das deutsche Volk zum Ausdruck gebracht. Die Kreiswaltung Bochum der Reichsbetriebsgemeinschaft„Verkehr und öffentliche Betriebe“ folgte dem Willen des Führers indem sie am Samstag abend im Schützenhofsaale das Berufserziehungswerk am deutschen Verkehrs=, Staats= und GeSchmetterling und Winterkluft Der April macht, was er will! Da hatte uns der März sonnige, wonnige Wochen gebracht, grünes Gras und erstes zartes Laub an den Sträuchern, die ersten bunten Blümelein, und die Menschen beeilten sich, die Sämereien in die Erde und die Winterüberzieher ins Leihhaus zu bringen. Als ob es schon so in den Mai ginge, als ob nicht der April auch ein kühles Wörtchen mitzureden berufen sei. Und er hat ein Wörtchen geredet. Kalte Winde sandte er von Norden und in der Nacht zu Palmsonntag sank das Thermometer fast auf den Nullpunkt, es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht. Dabei standen doch der Samstag und der Sonntag im Zeichen des Schmetterlings. Ein Glück, daß diese reizenden Schmetterlinge, die sich da auf den Mantelaufschlag nestelten, von Porzellan waren, sie wären sonst erfroren. Eilends hatten die Menschen ihre Winterkluft wieder hervorgeholt, denn wenn auch zur Mittagsstunde das Thermometer wieder bis auf 10 Grad Celsius emvorgestiegen war, es war alles andere denn gemütlich und sehnsüchtig klang der Amsel Ruf in den kalten Tag. Die kirchliche Bedeutung des Palmsonntags drückte sich aus in dem starken Besuch der Gottesdienste. Viele Konfirmanden traten nun in den Kreis der erwachsenen Christmenschen, empfingen Weihe und Segen für den für sie nun beginnenden ernsteren Lebensabschnitt. Auf den Straßen waren die unermüdlichen Hilfskräfte der NSV. eifrig dabei, das Zeichen des Gemeinschaftsgeistes, den Schmetterling, anzubringen und fanden willige Abnehmer. Nachmittags strömten viele in die Innenstadt, um die Gelegenheit eines verkaufsoffenen Sonntagnachmittags wahrzunehmen. Soweit man beurteilen konnte, war der Geschäftsverkehr recht gut, doch mit Unterschied in den einzelnen Branchen. Außergewöhnlich war die Kauflust am letzten Samstagnachmittag, sie dürfte am Sonntag nicht übertroffen worden sein. Nun treten wir in die„stille Woche“ ein, noch acht Tage trennen uns vom Osterfest. Daß es uns nicht nur Sonnenschein, sondern auch Wärme bringen möge, ist aller Wunsch. Anglücksfall oder Verbrechen? Seit dem 2. April wird der 29 Jahre alte Einkassierer Karl Trachte aus Bochum=Linden vermißt. Er hat am genannten Tage morgens die Wohnung verlassen und angegeben, nach Wattenscheid zum Einkassieren zu gehen. Er ist bis Mittag in Wattenscheid gewesen, hat kurz nach 15 Uhr seine Frau in Bochum getroffen und dabei geäußert, er müsse noch weiter kassieren, sei aber am Abend zu Hause. Am 3. April wurden Mantel, Hut, Hose und Schuhe des Trachte, eine leere Brieftasche, Kassenbuch und verschiedene unbezahlte Rechnungen unmittelbar bei der in Linden=Dahlhausen nach Altendorf führenden Eisenbahnbrücke am Ruhrufer gefunden. Der von Trachte bei seinen Dienstgängen regelmäßig benutzte Geldbeutel fehlt. Beschreibung des Trachte: 1,74 Meter groß, untersetzt, volles Gesicht, bartlos, dunkelblondes, langes Haar, graublaue Augen, Blinddarm=Operationsnarbe, trug zuletzt hellgrauen Garbadinemantel, runden, grünen Hut, grauweißes Sportjackett, grauweißgestreifte Hose, graues weiß getupftes Sportoberhemd, braune derbe Halbschuhe. Wer hat Trachte am Donnerstag, 2. April, nach 15 Uhr, gesehen? Wo wurden von ihm Geldbeträge kassiert? Wer kann sonst sachdienliche Angaben machen? Mitteilungen, die vertraulich behandelt werden, erbeten an die Kriminalpolizei Bochum, Polizeipräsidium, Zimmer 74, oder jede andere Polizeidienststelle. Mit„Kraft durch Freude“ nach Köln 1000 Bochumer erlebten ein heiteres Wochenende Der Kreis Bochum der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" führte am Samstag nachmittag eine Fahrt zum Lustigen Samstagnachmittag des Reichssenders Koln durch. Einem welch großen Interesse diese Fahrt begegnete, beweist, daß der Sonderzug restlos ausverkauft worden war. Bei heiterem Wetter wurde die Fahrt um 13.25 Uhr angetreten. Kurz nach 15 Uhr tauchte der Kölner Dom auf. Die Bochumer fanden eine herzliche Begrüßung seitens der Rheinländer. Rasch formierte sich der lange Zug, um pünktlich in der Messehalle zum Lustigen Samstagnachmittag anwesend zu sein. Frohes Lachen kündete uns durch den Rundfunk, daß sich die tausend Bochumer in Köln prächtig amüsierten. Wer möchte auch nicht die„Drei lustigen Gesellen vom Reichssender Köln" einmal von Angesicht zu Angesicht sehen? Für ein buntes Programm war hinterher auch Sorge getragen. Der Kölner Dom wurde besichtigt eine Rundfahrt durch Köln gemacht. Ueberall gab es viel zu sehen. Die Stunden bis zur Abfahrt des Zuges um 23 Uhr verflossen viel zu rasch. Wohin kommen die Bochumer Landjahrkinder? In wenigen Tagen gehen nun die diesjährigen Landfahrkinder für einige Monate in die Ferne. Eine der schönsten Gegenden Deutschlands ist für die 440 Bochumer Knaben und Mädchen ausgesucht worden, und zwar für die Knaben der Regierungsbezirk Köslin. Die 265 Bochumer Jungen kommen in die Landjahrlager Namitz(Kreis Schlawe), Eickstedtwalde, Rogzow(Kreis Kolberg), Falkenberg, Vangerow(Kreis Koslin) und Briesen(Kreis Neustettin). Die 175 Mädchen werden zum größten Teil im Regierungsbezirk Oppeln untergebracht. Für sie sind vorgesehen die Landjahrheime Nicklasdorf(Kreis Grottkau), Rosenberg(Kreis Rosenberg) und Ellguth(Kreis Grottkau). Dann kommen für einige Bochumer Mädel noch in Frage die Heime Wiegensthal=Wessersdorf(Kreis Lauban) und die im Regierungsbezirk Schleswig liegenden Heime Toning (Kreis Eiderstedt), Hamerau(Kreis Rendsburg). Havetoflott(Kreis Schleswig), Südensee, Husby(Kreis Flensburg), Wacken(Kreis Rendsburg) und Wesselburen(Kreis Norddithmarschen). Die Abfahrt erfolgt voraussichtlich einige Tage nach Ostern. Ehrung siakeit:) Geirisfürforge des Woslsahrisamtes gargntiert glickliche Ehen, spielf, keine Rolg, Tatigleit in der Bezirtsfu.fbige des Wohlsahetrumne zur Sache: die Wervefachleute der Ort Der Invalide Heinrich Braumann, Kruppstraße Nr. 79, kann heute auf eine 25jährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Bezirksfürsorge des Wohlfahrtsamtes zurückblicken. Herr Braumann ist seit 1911 als Bezirksvorsteher tätig und hat sich in all den Jahren als eifriger Mitarbeiter des Wohlfahrtsamtes gezeigt. Den Hilfsbedürftigen war er stets ein guter Berater und ##nt. In Anerkennung seiner Verdienste wurden ihm von der Stadtverwaltung besondere Ehrungen zuteil. Durch Volksgemeinschaft zur Leistungsgemeinschaft Eröffnung des Berufserziehungswerkes am deutschen Staats= und Gemeindewerker Hinzu kommen noch wirtschaftskundliche Fahrten. Die Krhandlungen mit den einzelnen Gefolgschaftsführern können als abgeschlossen gelten, so daß bereits im Laufe dieser Woche mit dem Berufserziehungswerk begonnen werden kann. Kreisbetriebsgemeinschaftswalter Kolodzei versicherte, daß nur das Beste geboten würde, um jedem Teilnehmer eine gründliche Weiterbildung zu gewährleisten. Im Auftrage der Gefolgschaftsführer dankte Stadtdirektor Benking der Deutschen Arbeitsfront für die Einrichtung des Berufserziehungswerkes, von der er sich den größten Erfolg versprach, da es sich nicht um eine schulmeisterliche, sondern um eine kameradschaftliche Schulung handele, die jedem, sofern er guten Willens sei, etwas geben werde. Was persönliche Schulung vermag, zeigte er an dem Beispiel eines Technikers vom hiesigen Verbandswasserwerk, dessen Aufstieg durch die Erfindung einer Rohrkuppelung, die bereits bei dem Reichspatentamt zur Prüfung vorliegt, gesichert ist. Als Vorbild nannie er weiter den verstorbenen Landrat Gerstein, der sich besonders auf dem Gebiete 26 meindewerker ins Leben rief. Feierlich war die Stunde, die in ihrer Ausgestaltung ganz die Bedeutung des sich vollziehenden Aktes widerspiegelte. Der Riesensaal, bis an den Rand gefüllt, hatte den Festschmuck eines großen Tages. Die aufrüttelnden, vom Städtischen Orchester unter der Stabführung von Kapellmeister Loos schneidig dargebotenen Klänge des Badenweiler= und Sedanmarsches bildeten den Auftakt zu der Eröffnungsansprache des Kreisbetriebsgemeinschaftswalters Kolodzei. Er begann mit dem historischen Tage des 29. März, an dem das nationalsozialistische Deutschland der Volksgemeinschaft seine Pflicht erfüllte, indem es sich zu den außen= wie auch innenpolitischen Zielen des Führers bekannte. Jetzt gelte es, das Wort des Führers vom Leistungsprinzip wahrzumachen Denn Deutschland wende nur bestehen können, wenn jeder an sich selbst arbeite, um das Höchstmögliche an Kraft und an Einsatz in den Dienst des Volkes und der Nation zu stellen. Im Anschluß an die Verlesung der Botschaft des Führers über die Aufgaben und Ziele der Deutschen Arbeitsfront gab Kreisbetriebsgemeinschaftswalter Kolodzei in großen Zügen und Umrissen das vorläufige Programm des Berufserziehungswerkes bekannt. Es sind fünfzehn Arbeitsgemeinschaften vorgesehen mit entsprechenden Untergliederungen, in denen in Abständen von zwei bis drei Wochen alle einschlägigen Wissensgebiete für Verkehrs=, Staats= und Gemeindewerker bis zum Juni des Jahres 1937 unter der Leitung von hierzu besonders befähigten Fachreferenten behandelt werden sollen. Zehn größere Ge „.-.“-Aufnahme Ein Blick in den festlich geschmückten Saal der Bochumer Trinkwasserversorgung und der Beseitigung der Abwässer unschätzbare Verdienste erworben hat. Aus eigener Kraft werde vieles geschafft. Die Bochumer Stadtverwaltung werde, wie Stadtdirektor Benking besonders betonte, die Arbeiten des Berufserziehungswerkes mit größtem Interesse verfolgen und ihnen die aufrichtigste Unterstützung angedeihen lassen. Anschließend, sprach Kreiswalter Meinert noch ein grundsätzliches Wort über nationalsozialistische Berufserziehung. Der Berufserziehung früherer Jahre, die nur den Grundsatz zu kennen schien, daß jeder druch Eigennutz zum Gemeinnutz kommen könne, stellte er das nationalsozialistische Berufsethos entgegen, das auf die ordnungsgemäße Einteilung des volklichen Lebens und auf die Gemeinschaft ausgerichtet ist. Der Nationalsozialismus verlange ein Wissen und Können, das im Sinne der Volksgemeinschaft fruchtbar werde und sich betätige. Es müsse gefordert werden, daß jede Berufsarbeit auf den Lebensnorwendigkeiten von Volk und Nation aufgebaut werde. Ziel des Berufserziehungswerkes sei es, durch die Volksgemeinschaft zur Leistungsgemeinschaft zu kommen, nicht durch Akkordsysteme, sondern durch das Wissen und Können des einzelnen. Kreiswalter Meinert appellierte zum Schluß an alle und an jeden, von den Möglichkeiten des Berufserziehungswerkes Gebrauch zu machen und sich zu schulen zum Dienstträger des Volkes, des Führers und des nationalsozialistischen Deutschlands. Feierliches Gelöbnis war der machtvoll aufrauschende In einem zwanglosen Bestellung der Vertrauensärzte Nicht mehr von den Krankenkassen Der Reichsarbeitsminister hat einen Erlaß herausgegeben, durch den der vertrauensärztliche Dienst der Krankenkassen eine wesentliche Umgestaltung und Verbesserung erfährt. Der Vertrauensarzt wird künftig nicht mehr von der Krankenkasse verpflichtet, noch von ihr abhängig sein. Die Bestellung wird vielmehr künftig nach allgemeinen Gesichtspunkten von jeder Landesversicherungsanstalt für ihr jeweiliges Gebiet vorgenommen, die damit auch die Aufgabe hat, die Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl von Aerzten für den Vertrauensdienst zu gewährleisten. Es werden in Zukunft also auch mehrere Kassen von einem Arzt als Vertrauensarzt betreut werden können, soweit dies nach den Erfahrungen der Landesversicherungsanstalten zweckmäßig ist. Durch diese Lösung des vertrauensärztlichen Dienstes für die einzelne Kasse wird einmal die unbedingte Unabhängigkeit des Arztes gewährleistet und zum anderen erreicht, daß die vorhandenen klinischen und diagnostischen Anlagen wesentlich besser als bisher ausgenutzt werden können. Rotstandsbekämpfung Vier Millionen Mark für Münster und Arusberg Im Rahmen der Sonderaktion des Reiches zur Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Notstandsgebieten hat die Reichsregierung erneut vier Millionen RM. für die Regierungsbezirke Münster und Arnsberg zur Verfügung gestellt. „Der Bergmann, der wackere, lebe!“ Kameradschaftsabend der Fachschulstudentenschaft der Bergschule zu Bochum. Zum letzten Male saßen am Samstag abend 100 Angehörige der Bochumer Bergschule in frohem Kameradenkreise zusammen. Funf Klassen vier Grubensteiger= und eine Markscheiderklasse, nahmen nach zweieinhalbjährigem Studium Abschied von Schulbank und weisheitsträchtigen Büchern. In sinniger Weise hatte die Bergschule diese Scheidestunde zum Anlaß eines großen Kameradschaftsabends genommen, der in beiden unteren Sälen des Parkhauses die schmucken schwarzgoldenen Uniformen der Knappen an dichtbesetzten Tischen versammelt sah. Bühne und Saal prangten in den vertrauten Symbolen des Bergmannsstandes. Das Kreuz von Schlägel und Eisen leuchtete in Glühbirnen über der Mitte der grün= und flaggengeschmückten Bühne, auf der die prächtig eingespielte Fliegerkapelle unter dem temperamentvollen Musikzugführer Roy mit Eifer am Werke war. Den geologisch=wissenschaftlichen Berufscharakter der Festversammlung bewiesen die Bezeichnungen der Tischreihen nach Erdformationen. Unter Pliocän, Jura, Trias, Oligocän blieb den blutigen Laien der Tisch„Ida" als einzige begreifbare Zuflucht. Unter den Ehrengästen des Abends konnte Kamerad Kollenberg neben der gesamten Dozentenschaft der Bergschule auch deren Direktor. Professor Dr. Herbst, den Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Stein, und den Gaustudentenbundführer Dembski begrüßen, die im Verlaufe der abendlichen Feier in kurzen Ansprachen den abgehenden Schülern ihre besten Wünsche mit auf den Weg gaben. Eine freudige Ueberraschung widerfuhr bei dieser Gelegenheit den acht Siegern im Reichsleistungskampf der Gruppe I der Bergschule, denen Gauwalter Stein als Anerkennung der Deutschen Arbeitsfront für ihr ausgezeichnetes Abschneiden eine mit freudigem Hallo entgegengenommene„Kraft=durch=Freude"=Freifahrt von achttägiger Dauer nach Wahl urkundlich aushändigte. Nach dem Sieg=Heil auf den Führer und den Nationalhymnen nahm der in diesen Räumen längst bekannte Humorist Fritz Frank die Regie über den gemütlichen Teil in seine bewährten Hände. Seine lustigen Plaudereien, die ausgezeichneten Gesangsdarbietungen des Beraschulchors unter Musikdirektor Gloerfeld und die schmissigen Tanzweisen der Fliegersturmkapelle schufen schnell eine Atmosphäre geselliger Kameradschaft, die bei Liedern, Tanz, lustigem Kunterbunt und einer aussichtsreichen Verlosung fröhlich feierte und pokulierte. Und solche Stunden haben die kreuzbraven Leut“ der schwarzen Diamanten nach langen Tagen schwerer Arbeit redlich verdient. Hehn großert„Wemein=]Gesang der deutschen Hymnen. sind geplant mit einführenden Beisammensein, das durch Darbietungen des Städtischen nationalsozialistische Weltanschauung Orchesters verschönt wurde, unterhielt man sich noch und über Grundfragen von Volk, Staat und Wirtschaft. lange über das Ergebnis des denkwürdigen Abends. schaftsveranstaltungen slnlz. geeialtt Vortragen über Verdung nin Halir! Ein Frühlingsfest der Bochumer Werbefachleute Niemand wird bestreiten wollen, daß die Schnauzbärte, die der preußische Soldatenkönig mit der Trommel, einem guten Handgeld und dem Auftrag durchs Land schickte, seinen Fahnen die längsten Kerls zu mustern, Werbefachleute von Schrot und altem Korn waren. Die Zeiten haben sich geändert, die Schnauzbärte das Zeitliche gesegnet, aber die Werbefachleute, mögen sie heute auch weniger militärische, dafür um so gewissenhafter merkantiler Interessen vertreten, sind geblieben. Für Handel und Wandel sind sie das, was die Schlange im Paradiese Adam und Eva bedeutete, die mit allen geistigen und technischen Finessen der Neuzeit ausgestatteten Verführer zu hohen Umsätzen und gediegenem Wohlstand. Sie wollen an der Menschheit gutmachen, was ihr Vorfahr, der alte Schlangerich, an ihr sündigte, als er auf den teuflischen Einfall mit dem Apfel kam. Man kann das verstehen, sollen sie! Heute handelt es sich nicht ausschließlich um Aepfel, es handelt sich um nahezu alle Dinge, die das Leben lebenswert, angenehm und nützlich machen, ob das Seidenstrümpfe und Lampenschirme sind, gutbezahlte Stellungen oder i, spielt keine Rolle. Zur Sache: die Wervefachleute der Ortsfachschaft Bochum, gewissermaßen also die roten Blutkörperchen im Bochumer Wirtschaftsleben, machten einen lustigen Bummel in den Frühlings=Rummel, wie es auf der geschmackvollen Einladungsurkunde hieß. Es ging weder mit Hörnerklang und Stullenpapier in die Stiepeler Dolomiten, noch mit pelzbesetzten Flanellhosen auf die Fahrt ins Blaue, es ging zu diesem Frühlingsbummel ganz schlicht ins Café Industrie, das nun allerdings hochprozentigen Lenzgeist atmete. Wir wollen über diesen Lenzgeist, der sich in japanischen Kirschin bunten RiesenschmetterlinVerpackung entsprach nach guten ehrlichen Werbegrundsätzen der Inhalt.„Wir wollen ihn rasch eben durch Kaufmannsgehnsenprasung bei der Industrie= und Handelskammer zu Bochum, Frühjahr 1936 Bei den von der Industrie= und Handelskammer durchgeführten Kaufmannsgehilfenprüfungen konnte folgenden Prüflingen das Bestehen der Prüfung bescheinigt werden: Aus Bochum: Karl Hasenbein, Wilhelm Hinnerkort, Franz Ostwald, Ernst Werthmann(Gewerkschaft Ver. Constantin der Große), Willi Niggemann(Dr. C. Otto& Comp. G. m. b..), Albert Teucher(Röhren= und Schweißwerk vorm. G. Kuntze), Meinolf Engelkamp(Riemenwerk Janzen), Herbert Freiberger, Hans Voits(Carl u. F. D. Cramer), Willi Bergs(Märkische Vereinsdruckerei Schürmann& Klagges), Rudolf Dattenberg(Schacht=Verlag Fritz Wortelmann& Co.), Hans Jacob, Heinrich Kieseier(Franz Kamp, Schulheftefabrik und Schreibwarengroßhandlung), Heinz Gernhardt(Petri& Wengeler), Heinz Niggemann(W. Werner& Co.), Herbert Schweinsberg(August Cramer), Heinz Weindorf(W.& H. Esser), Friedr. Kamen(Heinrich Sippel), Walter Möller(Gust. Werringloer), Ernst Munt (Westerwälder Basalt=Industrie), Heinz Schnelle(Gewerkschaft Wittlich), Josef Cziommer(Max Dieckmann& Co.), sätzen der Inhalt. Wir wollen ihn rasch eben durch Paul Zibal,(Düppe& Ritsche), Erich Bartel(Carl Franken), die Finger gleiten lassen; da war Willy Fiedler=]Wilbelm Geumann(Edeka=Großhandel e. G. m. b.., die Finger gienen hassen: ga war Wialy##levrer“ Friedr. Meier(Wehag Westdeutsche Haushaltversorgung Esperstedt mit seinem Orchester der Sonderklasse. Kcedr.„Reier mi(sehag Wessdestische, Haushaltpersorgung Er setzte die Gemüter in Schwung, und dieser Schwung blütendekorationen und Diebstahl eines Wäschewringers. Am 1. Avril 1936, gen kundtat, die von Wand und Decke gaukelten, nicht sischen 9 9“ d 8 90 Lhr wuerd: 2 dem Waschkosser au viele, Worte machen, denn schließlich versteht es sich wiederum setzte die Beinpaare in Bewegung, er musizierte gedämpft zur Sonnenschein=Bar hinauf und gab dem raffinistisch ausgeklügelten Programm die rechte Bindung. Nach der Begrüßung der Gäste durch Ortsfachschaftsleiter Hans Sprinkmann unterzog sich Herr Rübhausen mit Witz und Grazie der Hausherrn= und Ansagerpflichten und stellte nacheinander vor: Leo Sander, einen coupletfreudigen Unterhalter, Arry Leese, dessen humorige Lokalpflaumereien Sektperlen, Stimmung, aber keinen Kater erzeugten, Annemarie Hahn mit ihren Begeisterung weckenden Liedchen und endlich Herrn Jacoby mit einem Tenor, um den ihn die Metropolitan=Opera beneiden könnte. Was haben uns die Werbefachleute versprochen? „Spritzige Heiterkeit, zündenden Humor, schmissige Tanzmusik mit Tanz und— Ueberraschungen.“ Was haben sie gehalten? Hand aufs Herz: viel, alles, nicht noch mehr! Der Bonbononkel hat einen Kopf voll guter Einfälle, die Konkurrenz muß es ihm lassen. Mit Luftballons läßt sich nicht nur ein fabelhaftes Bild in Szene setzen, mit Luftballons kann man auch atemraubende Späße machen. Beispielsweise einen Wettbewerb. Wer von den geschätzten Damen die Gummihülle am dicksten und imposantesten aufzublasen versteht, erhält eine Belohnung. Wer den Ballon am schnellsten zum Platzen kriegt, erhält ebenfalls eine Belohnung. Sie hätten, lieber Leser, die ich Sie in Gedanken schon beim Morgentraining bewundere, unser schwaches Geschlecht sehen sollen. Also, geblasen wurde da mit einer Puste, die einem ganzen Posaunenchor zur Ehre gereicht #####.##.30 und.30 Uhr, wurde aus dem Waschreuer Hauses Haderslebener Straße 26 eine Wringmaschine, Marke Winkelsträter, entwendet. Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. hätte! zu viele, Worte machen, denn schließlich versteht es sich. Na, und so ging dann die Sache weiter, ausdauernde von selbst, daß es außer ganz geschickten Buhnenbildnern zähe Arbeit am Kunden, ein Frühlingsrummel, der sich iemand hesser versteht Stimmung zu machen als der auch vom bewußten Reif in der Frühlingsnacht" nicht niemunp vesser vrtstevt, Stimmuntg au mumenz, uis oet uuig vom bemußten„Reif in der Frühlingsnacht“ nicht Werbefachmann. Noch dazu, wenn er sich der keineswegs unterkriegen ließ. Wir fassen zusammen: das Frühlingssträflichen Beihilfe von Meister Schoen versichert, der fest der NSRDW. war in Ordnung, worauf Ihr Euch seinen Pinsel führt wie Paganini die Geige. Dieser allesamt verlassen könnt! 6. AG.). Gerhard Birkenfeld(Karl Linden), Fritz Schade. Otto Wildbrett(Hermann Ewe G. m. b..). Paul Krause, Fritz Löhr(Hermann Müller), Hans Klute(Gust. Schwager Nachs.), Albert Merchel(Geißler& Sohn), Heinrich Ellermann(Kaufbaus Krolle), W. Neuhaus(Linden), Paul Trilling(Gebr. Straßburger), Hans Werner Steffen(Hoffmann & Co.). Heinz Vinkelau(Bürobedarfsgesellschaft Th. Heß& Co.), Hermann Mariß, Hans Pocha(M. Baltz), Helmut Hülsmann(Gust. Demmler jr. Linden), Günter Helfricht. Hermann Hackert, Alfred Staufermann(I. Weiser), Josef Zvgmunt(Wilh. Bohlmann G. m. b..), Bernh. Bleckmann(Josef Steden), Alfons Reidegeld(Carl Bohlmann), Friedr. Toffel(L. Landmann), Gust. Szesny(Kaufbaus Kortum AG.), Ursula Rotth gen. Lacher(Inkassobüro Max Aus Hattingen: Wilbelm Deimel(Vereinigte Flanschenfabriken und Stanzwerke AG.). Willi Schüttler(Hattinger Senf= und Essig=Industrie G. m. b..), Wilhelm Schappo(Jul. Zours, Bandagen= und Korsettfabrik). Aus Herne: Claus Böticher(Flottmann Aktiengesellschaft), Hans Schmidt(Bergwerksgesellschaft Hibernia AG.). Aus Wanne=Eickel: Walter Halfmann(Hafenbetriebsgesellschaft Wanne=Herne m. b..), Wilhelm Struppek (Friedr. Wilb Schwina), Fritz Wagner(Dynamowerk Wanne=Eickel Schulze& Sylbe G m. b.), Friedr. Kasimir (Aquamaran Inb. Albin Beck), Josef Herwia. Wilbelm Riedel(Heinrich Schlenkhoff G. m. b..), Ernst Pellnv. Hans Knittel(Wilh. Landfried), Hermann Terlau(Albert Schlüter) Kurt Sieg(A. Franke). Aus Watienscheid: Heinz Hellmig(Karl Busch, Druckerei und Verlag). Josef Winter(S. Froda), Heinz Zimmer(Märkische Handelsgesellschaft m. b..), Franz Otte(Heinr. Otte). Den Prüflingen wurden die besten Wünsche für einen weiteren erfolgreichen Berufsweg von den Vorsitzenden der verschiedenen Prüfungsausschüsse übermittelt. Kirchliche Gemeindehäuser. Wie das Reichskirchenministerium mitteilt, sind kirchliche Gemeindehäuser nicht als„profane Gebäude“ anzusehen, sondern wie Kirchengebäude zu behandeln. Religiöse Versammlungen in solchen Räumen werden demnach auch nicht mehr durch Verbote betroffen. Seite 4 Nr. 82. 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. April 1936 Kameradschaftsabend der Eisen= und Hüttenwerke Die Abteilungen Triostraße und Trio=Adjustage der Betriebsgemeinschaft der Eisen= und Hüttenwerte veranstalteten am Samstag abend im Saale Ruwe in Kornharpen einen Kameradschaftsabend, zu dem auch die Familienangehörigen eingeladen waren. Einleitenden Musikweisen, von Mitgliedern der Werkskapelle schneidig dargebracht, folgte die Begrüßung durch den Betriebszellenobmann Cskar Heinrich. Von der Werksleitung konnte er Gefolgschaftsführer Direktor Make, den stellvertretenden Gefolgschaftsführer Direktor Giesen und Prokurist Schulte begrüßen, die es sich nicht hatten nehmen lassen, den Abend im kameradschaftlichen Kreise der Gefolgschaftsmitglieder zu verbringen. Betriebszellenobmann Heinrich gedachte dann des Führers Adolf Hitler, der es erst ermöglicht habe. daß sich die Volksgenossen aus allen Berufsschichten heute zusammenfänden. Dem Sieg=Heil folgten das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied. Die Werkschar trug alsdann den Vorspruch„Bekenntnis“ und den Sprechchor„Ob wir auf Feldern werken" vor. Nachdem die Gesangabteilung der Eisen= und Hüttenwerke „Rheintreue" dargeboten hatte, ergriff Gefolgschaftsführer Direktor Make das Wort zu einer kurzen Ansprache. Er dankte zunächst, gleichzeitig auch im Namen seiner Stellvertreter, für die freundliche Einladung. Gern sei man dieser gefolgt, um die Arbeits= und Werkskameradschaft, die auf den Eisen= und Huttenwerken vorbildlich sei, auch außerhalb des Betriebes zu pflegen. Der Abend hätte wegen der Wahl verschoben werden müssen, aber gerade durch die Wahl, die gezeigt habe, daß das deutsche Volk unter seinem Fuhrer Adolf Hitler heute geeint dasteht, hätte man an diesem Abend einen Grund mehr, sich ehrlich zu freuen. Er wünschte seinen Gefolgschaftsmitgliedern recht frohe Stunden, damit sie neue Kraft durch Freude vekämen. Die Werkschar und die Gesangabteilung füllten das weitere offizielle Programm, nach dessen Ablauf man bei humoristischen Darbietungen und Musikstücken noch lange in echter Kameradschaft beisammen blieb. Familienkundlicher Verein Bochum Die Mitgliederversammlung wurde vom Vereinsleiter, Standesbeamten Heimann, mit einem längeren Hinweis auf das glänzende Ergebnis der Volkswahl am 29. März eröffnet. Eine größere Anzahl neuer Mitglieder und Gäste des Vereins konnte begrüßt werden. An dem großen Erfolg der Ausstellung„Rasse — Sippe— Siedlung" im vergangenen Monat in Bochum hat der Verein, dank der rührigen Mitarbeit seiner Mitglieder, hervorragenden Anteil. Im Laufe des Sommers ist eine ähnliche, jedoch bedeutend größere Ausstellung, voraussichtlich in Hamburg, geplant, an der sich der Verein wiederum beteiligen wird. Kosten entstehen den Beteiligten nicht. Anfragen sind zu richten an Standesbeamten Heimann in.=Gerthe. Da der Nationale Feiertag in diesem Jahre auf den ersten Freitag im Mai fällt, findet die nächste Mitgliederversammlung des Vereins erst am 8. Mai in der„Uhle", Wilhelmstraße, statt. Vorgesehen ist für diese Versammlung ein Vortrag des Krupp=Archivars Krafft in Essen über die Familie Wallmichrath, eines Geschlechts, das auch in Bochum einen großen Teil seiner Vorfahren hat. Hingewiesen wurde noch darauf, daß im Westdeutschen Rundfunk jeden Mittwoch von 16 bis 16.30 Uhr Fragen der Familienforschung eingehend behandelt werden, und daß auch Auskunft erteilt wird. Mitglied von Hellmrich behandelte am Vereinsabend praktische Forschungsfragen und beantwortete zahlreiche Anfragen der Vereinsmitglieder. Er hat übrigens die Ahnentafel seines Söhnchens, so wie sie auf der letzten Ausstellung in Bochum zu sehen war, farbig, klar und übersichtlich dargestellt, dem Verein, zum Geschenk gemacht. Diese Tafel wird im Sippenamt zum Aushang kommen. Die Pflasterer und Straßenbauer tagten Die Bochumer Pflasterer= und Straßenbauerinnung hielt am Donnerstag nachmittag im Parkhaus dem Vorsitz von Obermeister Hombach ihre ordentliche Innungsversammlung ab.: Der Geschäftsführer Dr. Grünewald berichtete über berufspolitische Fragen und erörterte hierbei u. a. Schulungswesen, Aufstellung von Bewerberlisten sowie Beteiligung an den Reichsautobahnen. Obermeister Hombach berichtete über das Lehrlingswesen und über die Neueinstellung von Lehrlingen. Im Interesse einer Förderung des Nachwuchses befürwortete er die Einstellung von Lehrlingen. Der anwesende Bezirksinnungsmeister Grüning (Dortmund) und der Geschäftsführer Dr. Hering von der Bezirksstelle des Reichsinnungsverbandes nahmen zu verschiedenen zeitnahen Fragen Stellung, besonders vom Geschäftsführer Sinn und Aufgaben der Organisation sowie die Tätigkeit des Reichsinnungsverbandes behandelt. Unter Teilnahme des Kreishandwerksmeisters wurde die Vertrauensfrage vom Obermeister gestellt und von den Mitgliedern einstimmig bejaht. Die Versammlung schloß mit einer Aussprache über ortliche und bezirkliche Berufsfragen, deren Förderung und Behandlung von der Innungsleitung sowie dem Reichsinnungsverband übernommen wird. Gefahren der Straße Am 8. April verlor auf der Humboldtstraße ein Radfahrer die Gewalt über sein Fahrrad, als er zwischen zwei fahrenden Fahrzeugen hindurchfuhr. Hierbei kam er zu Fall und geriet unter ein Pferdefuhrwerk. Er erlitt innere Verletzungen. Der hinzugezogene Arzt ordnete die Ueberführung in das Elisabethkrankenhaus an. 8trae Am gleichen Tage wurde auf der Essener Straße ein Elektrokarren von einem Straßenbahnwagen der Linie 4 angefahren. Der Führer des Elektrokarrens wurde am rechten Arm verletzt und dem Elisabeth= krankenhaus zugeführt. Befreiung von Rundfunkgebühren Hilfsbedürftige Personen, denen bisher die Befreiung von den Rundfunkgebühren gewährt worden ist, haben in der Zeit vom 1. bis 18. April 1936 die Vorschlagsbescheinigung bei ihren Sachbearbeitern beim Wohlfahrtsamt oder den Verwaltungsstellen, bei denen sie den Antrag gestellt hatten, vorzulegen und erneut den Nachweis der Voraussetzungen für die Gebührenbefreiung zu erbringen. Die Weitergewährung der Befreiung ist alsdann spätestens bis zum 25. April 1986 persönlich beim zuständigen Postamt unter Vorlage des Ausweises zu beantragen. Rundfunkteilnehmern, die diese Bestimmung nicht befolgen, kann die Gebührenbefreiung nicht weitergewährt werden. Der Reichsbund der Kinderreichen hält am Dienstag, 7. April, um 20 Uhr, im Lokale Kalthoff in.Gerthe eine Werbeversammlung ab. Alle kinderreichen Eltern sind dazu eingeladen. „And unser größter Stolz...“ Agieit=en=Glandr Werbefest der Maischützen im Parkhaus Glanz und Ehren und zum Ruhme schaft rührend besorgte Vergnügungsdirektor der Blaugeklappt hat, bedarf schließlich im Weißen, seine Versammlung und Gäste willkommen, .#1 d lunter ihnen den 1. Vorsitzenden des Bürgerschützenvereins, Stadtrat Stumpf, und die Hauptleute der einzelnen Kompagnien. Noch einmal wies er auf den werbenden Zweck dieses Abends hin, der das heimatstädtische Fest so vorbereiten solle, wie es ihm auf Grund einer 547jährigen Vergangenheit gebühre. Was 547mal in unserer Heimatstadt 548. Falle nicht marktschreierischer Propaganva. Und es wäre, weiß Gott, ein schlechtes Vorzeichen für einen in etlichen Generationen so glückhaft und erfolgreich geübten Brauch gewesen, hätten in diesem Jahre Bochums blau=weiße Jungen die Fahne Engelberts im Stich gelassen.„Blau=Weiß" weht so frisch und tatenfroh im Winde lenzhafter Aprillüfte wie je zuvor, und wenn man allein aus dem hergebrachten Vorboten des jährlichen Maiereignisses, dem großen Werbeabend im Parkhaus, seine Schlüsse ziehen will, so darf schon heute gesagt werden: Die Bochumer Junggesellenschaft steht und marschiert! Wie dereinst ein König rief, und alle kamen, so hatte auch diesmal der Appell des Junggesellenhauptmanns Dr. Klute alle im oberen Saale des Parkhauses zusammengeschart, denen die blau=weiße Parole Inhalt und Befehl bedeutet. Ihnen muß zugerechnet werden der Blütenkranz heimatverschworener Damen und die stattliche Zahl von Gästen, deren Begeisterung für die gleiche Sache durch die kleine Tatsache nicht geschmälert wurde, daß ihnen eben die Junggeselleneigenschaft abhanden gekommen war. So atmete die Stimmung einer fröhlichen und seelisch gleichgerichteten männlich=weiblichen Festversammlung in dem einen gleichen Rhythmus: Wie es noch immer war, so bleibt es auch im 548. Jahre kreuzfideler Maischützenschaft! In diesem Sinne hieß denn auch Leutnant Kayser, der humor= und redegewaltige, um seine KameradIn die gleiche Kerbe froher Gewißheit über gutes Gelingen schlug Rechtsanwalt Dr. Willi Klute, der jetzt zweimalige Junggesellenhauptmann. Sein volles Glas galt dem guten, erfolgreichen Gelingen des diesjährigen Maiabendfestes. Auch Stadtrat Stumpf widmete dem 548. Marsch nach Harpen seine herzlichen Wünsche und überreichte anschließend den in diesem Jahre Beförderten die Beförderungspatente. Als besondere Erinnerungsgabe erhielt der Junggesellenhauptmann Dr. Klute zum Dank für seine bisherige Tätigkeit an der Spitze der Bochumer Jungen ein Bild des derzeitigen Offizierkorps. Sodann begann der gesellige Teil des Abends, zu dem Else Pasch mit zwei in gewohnter Sicherheit und Reife vorgetragenen Gesangsstücken überleitete. Tanz und Gesang— bei letzterem verdienen die Junggesellen der Lindenstraße eine respektvolle Hervorhebung— rundeten den harmonisch verlaufenen Abend, die Nieten der Tombola wohlwollend vergessen, heißungsvollen Auftakt zum großen 30. April. Ges einem verbeschehen des bs Gondtalugfr.. Der außerordentliche Generalappell der Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft am Sonntag vormittag im Evangelischen Vereinshaus wurde mit dem Fahneneinmarsch feierlich eröffnet. Anschließend begrüßte Kameradschaftsführer Major d. R. a. D. Bering die Erschienenen. Sein besonderer Gruß galt den Ehrengästen sowie dem Kameraden Oberstleutnant Muller, Inhaber des Pour le mérite, und den Inhabern des Goldenen Militär=Verdienstkreuzes, Kameraden Odenwald und Winkelmann. Mit trefflichen Worten stellte der Kameradschaftsführer dann die Bedeutung des 29. März heraus, der unzweifelhaft das gewaltigste Bekenntnis des deutschen Volkes zu den Taten des Führers darstelle. Der 29. März habe unter Beweis gestellt, daß das deutsche Volk von demselben Friedenswillen beseelt sei. wie der Führer. Gemeinsam wolle man dem Führer die Treue halten bis zum letzten Atemzuge. Hierauf erstattete der Kamerade Schriftführer W. Ziegler den Jahresbericht für 1935, der eingehend die bedeutsamen Ereignisse im Leben der Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft widerspiegelte. Unter dem Leitwort:„Deutsch sein heißt treu sein“ folge man in Treue der alten Kyffhäuserfahne. In echter Kameradschaft marschiere man in gleichem Schritt und Tritt mit unserm Führer. Neben der siegreichen Saarabstimmung hätten die alten Soldaten besonders die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht besonders lebhaft begrüßt. Ausführlich wurden in dem Bericht die Aufgaben des Deutschen Reichskriegerbundes„Kyffhäuser“ erläutert, dessen Mitglieder in lebendiger Kameradschaft mit der aktiven Truppe in Verbindung stehen. Die Bochumer Kameradschaft zählte am 1. Januar 1935 1327 und am Ende des Jahres 1320 Mitglieder. Davon sind 914 Ka Stadthildstelle gedrehter„Film meraden Kriegsteilnehmer. Altveteranen sind die Ka= den Vortenvergen vorgefuhrt. der Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft meraden Drehsen, Neuert und Rosendahl. 40 Kameraden wurden im vergangenen Jahre durch den Tod abberufen. Zu Ehren der verstorbenen Kameraden sowie der Opfer des Weltkrieges und der nationalsozialistischen Bewegung erhoben sich die Anwesenden von den Plätzen. Im Anschluß an den Kassenbericht, den der Kassenführer F. Zernikow erstattete, gab der Kassenprüfer Buhlmann den Revisionsbericht. Dem Kameradschaftsführer und dem Kassenführer wurde Entlastung erteilt. Zehn Kameraden wurden neu ausgenommen und durch Handschlag von dem Kameradschaftsführer verpflichtet. Dem Kameraden Pean, der den ersten Bezirk seit zehn Jahren, und dem Kameraden Naumann, der den dritten Bezirk ebenfalls seit zehn Jahren führt, sprach der Kameradschaftsführer für ihre treue Pflichterfüllung mit bewegten Worten seinen Dank aus. Die Kameraden Oberstleutnant Müller, Odenwald und Winkelmann wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Dem Kameraden Hemp wurde nachträglich für seine 25jährige Mitgliedschaft eine Auszeichnung Nach Bekanntgabe einiger Führeranordnungen und einigen Ausführungen über den in diesem Jahre stattfindenden Reichskriegertag in Kassel sprach der stellvertretende Kameradschaftsführer Reichsbahnrat Hauptmann a. D. Sell dem Kameradschaftsführer Bering namens aller Kameraden für seine zehnjährige Führung der Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft mit herzlichen Worten seinen Dank aus. Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf unsern Führer. dem die Lieder der Deutschen folgten, wurde der Generalavpell beendet. Zum Abschluß wurde ein von der Stadtbildstelle gedrehter Film von unsern Fliegern in Aur satt cege in Rätigerlei Ueber dieses Thema sprach, wie schon in unserer Samstagnummer erwähnt, bei einer Tagung in Dortmund der Staatskommissar für den Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk, Oberburgermeister Dillgardt (Duisburg). Er wies auf das ungeheure Ansteigen der täglich benutzten Fahrräder hin, die auf dem Wege von und zur Arbeitsstelle und zu den Erholungsgebieten benutzt würden. Bei einem Anschaffungspreis von 50 bis 60 RM. habe sich bei täglich zweimaliger Straßenbahnfahrt ein derartiges Rad schon in acht Monaten bezahlt gemacht. Die Zahl der Fahrräder würde heute in Deutschland auf 17 Millionen geschätzt. Verkehrszählungen im Jahre 1930 und 1935 hätten Steigerungen von 8000 auf 10000 in Duisburg. von 1500 auf 3500 in Bochum und von 4200 auf 8400 in Hamm ergeben. Diese Zahlen zeigten eine absolute Steigerung des Radfahrverkehrs im Gesamtverkehr. Im Jahre 1934 seien in Deutschland rund 80000 Radfahrer verunglückt, darunter 650 tödlich. Die Unfallstatistik des Polizeipräsidialbezirks Essen habe eine Abnahme der Verkehrsunfälle von 1930— 2470 auf 2234 im Jahre 1934— ergeben. Dagegen habe die Zahl der Radfahrerunfälle in dem gleichen Zeitraum von 588 auf 836 zugenommen. Diese Zahlen zeigen die unbedingte Notwendigkeit des Baues von gesonderten Radfahrwegen im Industriegebiet. Im allgemeinen würde dem Radfahrer eine Hauptschuld an den Verkehrsunfällen zugesprochen dem sei aber nicht so, wie eine Statistik beweise. Die Notwendiakeit der Erstellung von Radfahrwegen sei auch schon in zahlreichen Erlassen der Ministerien und des Generalinspekteurs für das deutsche Straßenwesen als unerläßlich bezeichnet, und es seien in den letzten Jahren bereits erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt worden Das Reich gebe das Geld für die Schaffung von Radfahrwegen auf den Reichsstraßen und die Provinz auf den Straßen erster Ordnung, jedoch mit der ausdrücklichen Maßgabe, daß diese Radfahrwege nur außerhalb der geschlossenen Ortschaften angeleat werden dürfen. während für die Ortsdurchfahrten selbst die Herstellung von Radfahrwegen zu Lasten der Gemeinden gehe. Aber der gute Wille der Wegebaubehorden sei an der tatsächlichen Unmöglichkeit gescheitert, die erforderlichen Mittel aufzubringen. Vom Siedlungsverband sei das gesamte Radfahrwegenetz für den engeren Industriebezirk bereits im Jahre 1928 aufgestellt und der Verkehrsentwicklung entsprechend geändert worden. Insgesamt seien rund 1200 Kilometer Radfahrwege vorgesehen. Von diesen sind bereits 178 Kilometer fertiggestellt. Im Bau befinden sich zur Zeit 21 Kilometer. Zum Bau vorgesehen sind 27 Kilometer und zum Bau beantragt bei der Reichsgemeinschaft für Radfahrwegebau in Berlin 135 Kilometer. Der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk baut auf seinen sämtlichen Verbandsstraßen=Neubaustrecken sofort Radfahrwege ein. Diese Neubaustrecken sind jedoch durchweg Umgehungsstraßen, während innerhalb der Ortsdurchfahrten keine Radfahrwege erstellt werden könnten. Man habe also, so führte Dillgardt aus, hier ein Bild, daß in den Außenbezirken, wo der Radfahrverkehr außerordentlich gering sei und wo die Herstellung der Radfahrwege verhältnismäßig geringe Kosten verursache, Mittel des Reiches und der Provinz zur Verfügung ständen, während innerhalb der Ortschaften und der Industriegroßgemeinden, wo die weitaus meisten Verkehrsunfälle passierten und wo die Herstellung der Radfahrwege um ein Vielfaches teurer sei. die Gemeinden für den Radfahrwegebau aufkommen sollten, was aber wegen der außerordentlich großen Verschuldung vorerst unmöglich wäre. Das Problem für den Industriebezirk liege also zunächst darin, dort den Radfahrwegebau zu fördern, wo er am dringlichsten notwendig ist, und zu versuchen, hierfür Mittel freizumachen. Die Bemühungen des Siedlungsverbandes in dieser Richtung hin hätten zwar bisher noch nicht zu einem positiven Ergebnis geführt, jedoch würde auf Grund der eingehenden Vorstellungen hier bald eine Aenderung eintreten. geschränktes Lob dem Dirigenten und dem famosen und in den Bässen ganz besonders guten Material— ausnahmsweise ist auch der zweite Tenor vortrefflich. Den sturmischen und reichlich verdienten Beifall der vielen Zuhörer wollen wir nicht schmälern, aber man kann auch für Wertvolleres ebenso aufrichtigen Dank ernten. Mit seinem gewaltigen Organ und trotz des großen Volumens anstandig gepflegten Mitteln ist ein Bassist wie Wilhelm Witte gut am Platze in einem Männerchorkonzert. Es liegt in der Natur seines Organs, daß dieser geschätzte Buhnensänger in Balladen und ausdrucksmäßig großen Liedern überzeugender wirkt als in weicherer Lyrik, so behutsam solche Aufgaben auch von dem ausgezeichneten Darsteller und Sprecher behandelt werden. Der Künstler ließ sein tragfähiges, gerundetes Material auch günstigst zur Geltung kommen und erntete mit dem gewandten Begleiter Otto Enke stärkste und berechtigte Anerkennungs 8. Konzertabend des Don=Kosaken=Chores in der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. Viele Bochumer haben es der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ gedankt, daß sie den berühmten Don=Kosaken=Chor am Samstag abend zu einem Gastkonzert in den Räumen des Evangelischen Vereinshauses an der Mühlenstraße verpflichtet hatte. Die außergewöhnliche Stimmkultur der Sänger, die auch das deutsche Volks= und Kunstlied als einen eisernen Bestand ihres umfangreichen Repertoires mit großer Liebe hegen und pflegen, ist den Bochumern hinlanglich bekannt, so daß es sich eigentlich erübrigen dürfte, das noch besonders betonen zu wollen. Der strahlende stimmliche Glanz des Chores, die vollendete Reinheit und Sicherheit der Wiedergabe, auch der schwierigsten Kompositionen, das Leichte, Schwebende des Vortrages und das feinste Eingehen auf den kleinsten Wink des Dirigenten Nikolaus Herzog von Leuchtenberg schlugen die Zuhörer völlig in Bann. Der stimmtechnische Ausgleich war das Höchste, was auf diesem Gebiet wohl erreicht werden kann. Der Dirigent wußte dem Chor alle Schattierungen, angefangen vom leisesten Piano, das aber keineswegs„gesäuselt" wurde, bis zum breit ausladenden Forte, zu entlocken. Als das berühmte Wolgaschlepperlied erklang, kannte die Begeisterung der Menge keine Grenzen mehr. Die Don=Kosaken wurden herzlich, ja enthusiiastisch gefeiert. Dieser Konzertabend war, wie es Kreiswart Ehrhart bereits in seinen einleitenden Begrüßungsworten vorausgesagt hatte, ein Genuß, der hundertprozentig war. Stadttheater Bochum. Man nennt heute mit Recht Schulenburg die große Lustspiel=Hoffnung des deutschen Theaters: er versteht es wie ganz Wenige, seine Stücke von einer Seite aus zu gestalten, wo sie immer interessant bleiben und zugleich auf eine geistvolle Alt unterhalten.„Schwarzbrot und Kipfel“ ist ein glänzender Beweis dieser überlegenen Technik. Die heutige Vorstellung ist für die Vormiete A angesetzt. Unter der Spielleitung von Viktor Ahlers wirken in den Hauptrollen mit: Gudrun Christmann. Ilse Daun, Jobanna Koch=Bauer, Heidi Kuhlmann, Demetrius Galbierz. Willi Mavenknecht, Ernst Schröder. Willi Schröder.— Morgen, 7. April, geht abermals Zerkaulens saftige rheinische Volkskomödie„Der Sprung aus dem Alltag“ in Szene, ein herzhaftes Stück Leben aus der Weingegend, das auch im Bochumer Stadttheater eine durchaus rheinische Stimmung auskommen ließ. Unter der Spielleitung von Curt Bartz ist die Premierenbesetzung zu sehen. Die nächste Wiederholung von„Sprung aus dem Alltag“ ist am Ostermontag, 13. April. Die Osterwoche im Bochumer Stadttheater wird beherrscht von der Neuaufführung des„Faust“ in dieser Spielzeit. Bekanntlich hat der erste Teil dieses Goetbeschen Riesenwerkes gerade im Bochumer Hause ein besonderes Heimatrecht gefunden. Es dürfte wohl kein deutsches Theater geben, das den„Faust“ so oft wie das Bochumer Stadttheater— annähernd 70mal— zur Aufführung gebracht hat. Die diesjährige Aufführung stützt sich auf die Einrichtung der Goetbe=Festspiele 1928 in dramaturgisch neuer Durcharbeituna. Die szenische Leitung liegt in den Händen von Dr. S. Schmitt. Die bildnerische Ausgestaltung wird von Johannes Schröder besorgt. Den Faust spielt Willi Busch, den Mephisto Gerhard Meinecke, das Gretchen Gudrun Christmann. Des wetteren gelangt noch einmal der „Demetrius“ von Hebbel zur Aufführung.— Das nächste Tanzgastspiel am Dienstag, 17. April, ist das siebente der äußerst erfolgreichen Gastspiele, mit völlig neuem Programm. das im ersten Teil Kammertänze, im zweiten Teil das Ballett Der Zauberladen“ von Rossini in der Bearbeitung von Resvighi zeigt. Unter Leitung von Ballettmeisterin Inge Herting wirkt die gesamte Tanzgruppe mit. Die musikalische Leitung hat Erich Riede(Opernhaus Köln). Städtischer Musikverein Bochum. Heute, Montag, 6. April, findet in der Aula der Goethe=Oberrealschule an der Goethestraße eine Gesamt=Chorprobe statt. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen ist dringend erforderlich. Die Probe steht unter Leitung von Prosessor Reichwein. Karfreitag Johannes=Passion in Bochum. In der nächsten städtischen Konzertveranstaltung am Karfreitag, 10. April, wird vom Städtischen Orchester und dem Städtischen Musikverein die Passionsmusik nach dem Evangelisten Johannes von Johann Sebastian Bach aufgeführt. An Solisten wirken mit: Henny Wolff(Sopran), Johanne Marie Unkel (Alt), Alfred Wilde(Tenor), Karl=Oskar Dittmer(Baß), Herbert Beil(Baß), Willv Mehrmann(Orgel). Otto Bettzieche(Cembalo), Hans Grumbt(Viola da Gamba). Leitung: Kapellmeister Professor Leopold Reichwein. Mitglieder der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ und der NS.=Kulturgemeinde erhalten Karten in ihren Geschäftsstellen Kortumstraße. Städte in Zahlen Jannar 1935 Fahrrädern gesucht. ochzum find Wehic ch aus csth Bei der Kricräder len herrühren, CechuneWeralsn, Stadttheater: 20 Uhr: Schwarzbrot und Kipfel. Skala=Lichtspiele: 17.00 Uhr: Eine Frau vergißt nicht. Tonhalle: 15.30 Uhr: Das Mädchen vom Moorhof. Weltlichtspiele: 15.15 Uhr: Liebeslied. Apollotheater: 15.50 Uhr: Anschlag auf Schweda. Capitol: 15.15 Uhr: Es geschah in einer Nacht. Gloria=Palast: 15.30 Uhr: Der Vogelhändler. Hammer Lichtspiele: 15.15 Uhr: Krach im Hinterhaus. Lichtburg: 15.15 Uhr: Durch die Wüste. Lichtspielhaus: 15.50 Uhr: Viktoria. Odeon: 15.30 Uhr: Eine Frau vergißt nicht. MGV.„Grüne Linde“ Ein volles Haus darf man bei den Konzerten des MGV.„Grüne Linde“ immer erwarten. Die Wiemelhauser wissen, was sie an diesem fleißigen und stimmlich ausgezeichneten Chor besitzen, und daß dessen Veranstaltungen stets gesanglichen Genuß verbürgen. Und der Dirigent Karl Beckmann ist sich bewußt, daß er diesem guten und überdurchschnittlichen Stimmaterial intensive Arbeit und steigernde Erziehung schuldig ist. Wenn er diesmal die gründliche Arbeit der Schulung und Einstudierung einem Programm zuwandte, das sich in rückwärtiger Bewegung wieder wirkungsvollen „Schlagern“ der Männerchorliteratur, den naturalistischen Kunstchören zuwandte, so mag er vor seinem Chor selbst diese Wahl vertreten. Wir zweifeln auch keinen Augenblick daran, daß jedes Sängerherz höher schlägt und auf dem Podium jede Sängerbrust sich weitet, wenn in dem Chor von Werth„Die Söldner“ jede Stimme in schwelgerischer Linie so unendlich schön die Heimat besingen kann, nachdem vorher der„haushohe" Schnee und der Atem, der keuchete, und der Fuß, der stock=te, so realistisch gemalt waren. Wird nicht auch hie und da ein Sänger selbst lächeln über diese Wortmalerei, die um keinen Preis sich das Glockengeläute entgehen läßt, und nach all diesen Effekten, von denen die zu Anfang gesungenen Chöre von Haug und Curti ebensowenig frei sind, auch mal bei einem wirklichen Musiker wie Schubert suchen? Taucht nicht mal die Zeispiel schon ererlic Ahnung auf, daß, an diesem einen wiesen, die nötig hat? wahre Und Kunst Aeußerlichkeiten nicht e Kunst solche Aeußerlichkeiten nicht Und wenn man Schubert so ausgeglichen und teilweise entschieden kultiviert singen kann, wie die tüchtigen Sänger der„Grünen Linde", wenn man überhaupt auf solchem anerkennenswert hohen Niveau der Leistung sich bewegen kann, warum dann wieder Rückfall in das, was wir gottlob überwunden glaubten? Die Wiedergabe an sich in allen Ehren und ein uneinEigentümer von minalpolizei in Boc sichergestellt, die vermutlich aus#ostah ein Herrenfahrrad Marke„weifa Nr. 547396 und ein Herrenfahrrad Marke„Göricke Nr. 510 888. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Montag, den 6. April RSDAP. Weitmar=Nord. 20 Uhr: Schulungsabend bei Floren. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Sportamt Bochum Tagesplan für Montag, 6. April Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Freiherr=vom=Stein=Ober= lyzeums, Bleichstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn; von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Gymnasiums Bochum. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer in der Turnhalle der Drusenbergschule, 1. Abtellung von 18.30 bis 20 Uhr, 2. Abteilung von 20 bis 21.30 Uhr. Schwimmen für Frauen und Männer gemeinsam von 21.15 bis 22.30 Uhr in der Städtischen Badeanstalt, Marienstraße. Rollschuhlausen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Reformrealgymnasiums, Königsallee. Volkstanz für Frauen und Männner in der Turnhalle des Reformrealgymnasiums, Bochum=Langendreer, Unterstraße 73, ab 19.30 Uhr für Anfänger, ab 20.30 Uhr für Fortgeschrittene. TURN. UND SPORTBEILAGE DES„BOCHUMER ANZEIGER“ MONTAG, 6. APRIL 1936 C Aio Aahamfeldner-Schmer-CrUgt Berliner SV. 92 glaft mit:0(:0) geschlagen— 35000 Zuschauer in Gellenkirchen Favorliennege in der ernen Spienunde um die Deuliche ruhballmeillerichaff llbg. Gelsenkirchen, 5. April. Ein zahmer Berliner„Bär“.. Jedem, der gestern nachmittag in dem dichten Menschenwall der Gelsenkirchener Glückauf=Kampfbahn saß oder stand, sich die nach dem leichten Nachtfrost doppelt mollige Frühlingssonne auf den Pomadenscheitel brennen ließ, wird unwillkürlich Vergleiche mit dem letzten fußballsportlichen Großereignis auf der Schalker Kampfbahn angestellt haben. Damals, bei der„Wasserschlacht“ gegen den Gau Niederrhein, rann uns das Wasser vom Hutrand in Hals und Nacken, schlotterten uns die pitschnassen Hosenbeine um die Waden, riß der Herbstwind die Blätter von den Bäumen und trieb sein neckisches Spiel auch mit diversen Kopfbedeckungen. Aber das konnte unsere Begeisterung nicht verwässern, denn Schalke erkämpfte sich einen herrlichen:=Sieg als Revanche für das noch länger zurückliegende:=Verlustspiel gegen„Die vom Niederrhein“. Gestern war es direkt eine Erholungskur, im Frühlingssonnenschein auf der Schalker Tribüne zu sitzen, noch dichter war der von 35.000 Zuschauern gebildete Menschenwall, noch länger die Kette der Autos und Motorräder, die auf allen möglichen Hilfsparkplätzen und toten Straßen: diesmal durch eine famose Organisation geleitet— parkten. Mit:0 fiel die Revanche für die:=Nieder= lage gegen den Berliner SV. 92 im Weihnachts=Gesellschaftsspiel noch saftiger aus, aber die Begeisterung erreichte lange nicht die Fieberkurve des Spieles gegen den Gau Niederrhein. Nach einer guten ersten Halbzeit wurde das erste diesjährige Endspiel um die dritte Fußballmeisterschaft der Schalker sehr matt, in der Hauptsache deswegen, weil dieser Berliner„Bär“ so zahm war wie seine„Namensgeber“ hinter den Gittern des Berliner Laos. Man hatte, nachdem das kesse Berliner Meechen„Hertha“ in den Jahren 1930 und 1931 so wenig damenhaft mit ihren Verehrern umgesprungen ist. in dem Berliner Meister des Jahres 1936 einen weit stärkeren Gegner erwartet. Die Prankenhiebe des Berliner„Bären“ oder die Schnabelhiebe der Berliner „Störche"— ganz nach Belieben— waren so ungeschickt und ungefährlich, daß die Schalker den Motor in der zweiten Halbzeit von„volle Touren“ auf„halbe Kraft“ umschalten konnten. Obwohl die in der zweiten Halbzeit zeitweilig nur mit 9 und 10 Leuten spielenden Berliner im zweiten Akt stärker aufkommen konnten, gelang Mit einem Gesamttorverhältnis von 27:3 brachten die Favoriten der vier Spielgruppen der Deutschen Fußballmeisterschaft im Olympiajahr den ersten Spielsonntag hinter sich, der, wie die an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig lassenden Ergebnisse beweisen, durchweg klassenunterschiedliche Gegner paarte. Den Vogel schoß Werder Bremen ab, der Viktoria Stolp, wohl die schwächste Mannschaft in dem Sechserfeld, mit:0 abfertigte, so daß es in der Gruppe 2 zu einem Zweikampf Eimsbüttel— das mit:0 überraschend glatt gegen Gleiwitz erfolgreich blieb— gegen Werder Bremen kommen wird. Mit einem :=Sieg über den Berliner Meister BSV. 92 folgt dann Schalke 04, das mit dem Nachfolger von Hertha weniger Mühe hatte, als mit seinem Gegner in der westfälischen Gauliga. Polizei Chemnitz, der härteste Rivale der Schalker in der Gruppe 1, blieb über Hindenburg Allenstein mit einem:=Siege um einen Treffer hinter Schalke zurück. Nürnberg und Worms schälten sich schon nach dem ersten Spielsonntag als die Favoriten in der Gruppe 3 heraus. Beide Vereine gewannen mit zwei Toren Differenz, und zwar schlug der„Club“ die Stuttgarter Kickers mit:0, Wormatia Worms den 1. SV. Jena mit:1. Die gleichen Verhältnisse liegen in Gruppe 4 vor, wo die beiden Favoriten, SV. Waldhof und Fortung Peic; Perygttmt Torgugten über ihre Geaner, Kölner EfR. und Hanau 93, erfolgreich Düsseldorf, mit den gleichen Torquoten über ihre Gegner, blieben. Die Ergebnisse: Gruppe 1: FC. Schalke 04— Berliner SV. 92:0(:0) Polizei Chemnitz— Hindenburg Allenstein:1(:1) Gruppe 2: TB. Eimsbüttel— Vorw. Rasensp. Gleiwitz:0 Werder Bremen— Viktoria Stolp:0(:0) Gruppe 3: 1. FC. Nürnberg— Kickers Stuttgart:0(:0) Wormatia Worms— 1. SV. Jena:1(:1) Gruppe 4: SV. Waldhof— Kölner CfR.:0(:0) Fortung Düsseldorf— FC. Hanau 93:1(:0) Die Spiele am 19. April: Gruppe 1: Berlin: Berliner SV. 92— Polizei Chemnitz Königsberg: Hindenburg Allenstein— FC. Schalke 04 Gruppe 2: Gleiwitz: Vorw. Rasensp. Gleiwitz— Werder Bremen Stolp: Viktoria Stolp— TB. Eimsbüttel Gruppe 3: Stuttgart: Kickers Stuttgart— Wormatia Worms Jena: 1. SV. Jena— 1. FC. Nürnberg Gruppe 4: Hanau: FC. Hanau 93— SV. Waldhof Köln: Kölner EfR.— Fortuna Düsseldorf es dem Sturm— der größten Schwäche der Elf— nicht, wenigstens das Ehrentor zu erzielen. So erfüllte nur die erste Halbzeit die Erwartungen der Zuschauer, die schon eine halbe Stunde vor Spielbeginn den Platz dicht besetzt hielten, einmal sogar einen ein leichtes war. schließlich von der SS abgewehrten Vorstoß über die Umfassungsmauer zum Spielfeldrand machten und immer ungeduldiger wurden, als um 4 Uhr immer noch nicht die so heißgeliebten Fußballknappen zu sehen waren.. Erne, falwadfe-Zwene Hamnzen Kurz nach vier laufen die beiden Mannschaften ins Spielfeld. Voran die Berliner, wegen ihrer roten Stutzen, der schwarzen Hosen und der weißen Sweater Ddie genannt. Mit fachkundigem Blick überStörche“ genannt. Mit fachkundigem fliegt der Zuschauer die Reihe der in Westdeutschland wenig bekannten Spieler. Ihr Urteil:„Durchweg stämmige Kerle, bis auf den Internationalen Hänschen Appel und den Torwart Valinski, der der kleinste Spieler in der Mannschaft ist. Die beiden ganz Kleinen— Appel und Valinski— und die beiden gar.3 Großen— Reitz und Holzhaus— waren auch die einzigen sportlichen„Größen“ in der Mannschaft. Berlin spielt aber mit der Mannschaft, die sich im Gau Brandenburg, wenn auch nur auf Grund des Tordivisionsverfahrens, als Meister durchsetzen konnte: Balinski; Reitz, Drähn: Appel, Holzhaus, Sobanski; Ballendat, Morokutti, Simon II, Hewerer und Berner. Schalke hatte sich nach dem Ausfall Pörtgens dazu entschlossen, Gellesch in die Sturmmitte zu stellen, um dadurch das Eingespieltsein auf den übrigen Posten nicht zu gefährden. Zum ersten Kampf um die diesjährige Meisterschaft stellten sich zum Kampf: Mellage; Bornemann, Schweißfurth: Tibulski, Nattkämper, Balentin; Kalwitzki, Szepan, Gellesch, Kuzorra, Urban. Szepan gewinnt die Wahl und schätzt den Vorteil des Windes höher ein als den Nachteil der schrägstehenden Sonne. Vom Anstoß weg gehört das Spiel den Schalkern. Die Berliner können sich zunächst nicht mit dem nach dem leichten Nachtfrost sehr glatt gewordenen es Kesihe DKie eahechei Seäaie Kenschese züge, deren Träger in den meisten Fällen der reißerische Urban als Linksaußen ist. Zweimal kann ihn der lange und harte rechte Verteidiger der Berliner, Reitz, stopben, dann führt er ihn mit einem wunderbaren Trick der ihm Beifall auf offener Szene einbringt, an der Nase herum. Er nahm den Ball mit der Hacke an, überlief Reitz, stolperte aber im Strafraum unglücklicherweise über den Ball und kann nur eine Ecke erzielen, die, nicht sehr gut von ihm geschossen, von Appel ins Feld geschlagen wird. Kuzorra, in ausgezeichneter Form, unternimmt von der Feldmitte einen Alleingang, spielt sich durch und läßt aus dreißig Meter Entfernung einen scharfen Flachschuß los, aber wie eine Katze fliegt Valinski in die linke Ecke. Valentin schießt aufs Tor, wieder hält Valinski, der Ball springt ihm aus den Händen, wird jedoch von Reitz zur zweiten Ecke gelenkt. Berlin ist in der ersten Viertelstunde kaum bis zum Schalker Strafraum gekommen. Die Außenläufer arbeiten nur in der Zerstörung, Mittelläufer Holzhaus bleibt vollkommen in der Verteidigung. Kuzorra, seine große Form der letzten Zeit auch in diesem Spiel unterstreichend, läßt einen Bombenschuß aufs Tor los, Valinski faustet den Ball zur dritten Ecke ins Aus. Dasselbe Resultat hatte eine hohe Flanke Kalwitzkis. Eckenverhältnis:0 für Schalke, nur unter Verzicht auf jedweden geschlossenen Gegenangriff— von gelegentlichen Vorstößen abgesehen— und unter Assistenz des Glücks hat Berlin bisher Tore vermeiden können. Einmal beispielsweise, um nur eine der zahlreichen turbulenten Szenen im Berliner Strafraum zu schildern, rutschte Urban bei der Annahme einer Kalwitzki=Flanke, die bereits Valinski passiert hatte, infolge der Glätte des Rasens, der im Berliner Strafraum bereits zahlreiche braunrote Stellen zeigt, auf der Linie aus. Kuzorra schießt, daß es eine Pracht ist. Da hält Valinski wieder einen harten Weitschuß, da pfeift die Kugel knapp über die Latte. Kuzorra war es auch, der in der 35. Minute Schalke in Führung bringt! Der lange Reitz hatte in letzter Sekunde einen Torschuß Kalwitzkis, der immer besser auftaute, aus dem Tor genau vor Kuzorras Fuß gelenkt, so daß es ihm ein leichtes war, den Ball ins leere Gehäuse zu lenken. — Kuzorra. im Umspielen der Gegner groß, erzielt gegen Appel die fünfte Ecke, führt sie selbst aus, anscheinend um zu beweisen,... daß er keine Eckbälle schießen kann, denn der Ball geht weit ins Aus. Das an sich temporeiche Spiel behält diesen eintönigen Charakter bis zur Pause, kurz vorher war Berlins bis dahin kaum bemerkbar werdender Sturm für eine volle Minute(1) im Strafraum der Schalker zu Gast, und prompt mußte der Brandenburgische Meister diese „Herausforderung“ mit dem zweiten Tor bezahlen, das nach wunderbaren Einzelleistungen von Kalwitzki, Szepan und Urban fiel. Kalwitzki zog den Ball über den Kopf zu Szepan, dieser lenkte ihn mit seinem Blondschopf zur Mitte, wo ihn Urban, ohne daß der Ball vorher den Boden berührt hätte, mit dem rechten Fuß an Valinski vorbei ins Tor schoß. Der:=Halbzeitstand gibt den unerwartet hohen Leistungsunterschied zwischen Schalke und Berlin 92 nicht richtig wieder. Der Berliner Sturm, in dem man vor allen Dingen vom Rechtsaußen Ballendat einiges erwartete, kam überhaupt nicht ins Spiel, lediglich in der Hintermannschaft sah man gute Leistungen von Valinski, Reitz, Holzhaus und Appel. K In der Halbzeitpause zeigten die Schalker Schüler durch eine Kopfballschule, daß wir uns auch 1946 noch Fußballendspiele auf der Gelsenkirchener„Glückauf“Kampfbahn ansehen können. Berlin ließ zur zweiten Hälfte einige Zeit auf sich warten, so daß mein guter Freund Otto aus Duisburg trocken meinte: Berlin tritt zur zweiten Halbzeit nicht mehr an! Der Kampf flaut ab! Nach einigen Tastversuchen im Mittelfeld geht Urban nach Seitenwechsel wieder in voller Fahrt an Reitz vorbei, doch schlägt ihm Valinski in letzter Minute den Ball vom Fuß. Im Gegenangriff verfehlt Bornemann, Nattkämper erhält einen Streifschuß und Berlin die erste Ecke, die Berner tritt und Tibulski unschädlich macht. Berlin ist nicht nur gekommen, sondern sogar stark aufgekommen. Jetzt geht Kuzorra durch, schießt aufs Tor, aber Urban köpft gegen den Torpfosten, Alleingang von Gellesch, Holzhaus fällt, Gellesch spielt den Ball zu dem heranbrausenden Urban, der aus volanse en 92 ..-Muthherr das Berliner Tor. Links: Schalkes Linksaußen Urban hat dem ausgezeichneten Berliner Torwart getreten, aber die Gefahr konnte geklärt werden.— Rechts: Diesmal traf der Kernschuß Urbans ins Schwarze, selbst der im letzten Moment dazwischenspringende gute Verteidiger Reitz(links) kann Schalkes zweite Tor nicht verhüten Erfolglose und erfolgreiche Attacke auf Balinski den Ball aus den Händen lem Lauf schießt, Valinski wirft sich wieder katzenhaft zu Boden und lenkt zur sechsten Ecke ab. Schalke spielt nicht mehr mit der Forsche der ersten Halbzeit, die Hintermannschaft leistet sich bedenkliche Sorglosigkeiten. Die Folge: zweite und dritte Ecke der Berliner, die aber nichts daraus machen können. Zur Abwechslung bleibt Appel Sieger in einem Zweikampf mit Kuzorra. Das Spiel wirkt weitaus matter, liegt sehr oft im Schalker Strafraum, in dem der Berliner Sturm aber nichts anderes als eine geradezu erstaunliche Harmlosigkeit zeigen kann. Ohne Not schießt Valentin zur vierten Ecke für Berlin, der kurz darauf die fünfte folgt. Bei Schalke ist das bekannte Nachlassen festzustellen, das das Gefühl des sicheren Sieges häufig bei der Mannschaft auslöst. Urban erzielt die achte Ecke, prallt kurz darauf mit Reitz zusammen, der für einige Minuten herausgetragen wird, nachdem vorher auch der Halbrechte Morokutti, bis dahin mit der beste Spieler in dem schwachen Berliner Angriffsquintett,„draußen“ war, dann wieder im Feld herumhumpelte und schließlich ganz ausschied. We W74 i. Das Publikum ist nicht mehr zufrieden mit dem Spiel und ruft da die Aufforderung„Kämpfen, Schalke!" nichts fruchtete:„Berlin, Tor kreten!" Die ganz Schlauen unter den Zuschauern teilen bekanntlich die Zahl der erzielten Tore durch den Eintrittspreis und sind dann erst restlos zufrieden, wenn beispielsweise ein Tor einen Groschen kostet. Man kann sich ungestraft anflachsen, weil tatsächlich nichts Besonderes mehr passiert. Achte Ecke für Schalke. Zusammenprall Bornemann—Simon II. Der Berliner bleibt liegen und wird hinausgetragen. Valinski ist der Held des Spieles, wieder macht er einen Kopfball Urbans unschädlich. Endlich, eine Viertelstunde vor Schluß, kommt Schalke gegen die neun Berliner zum dritten Tor. Gellesch köpfte eine Torvorlage von Tibulski famos ein. Der Berliner Gegenstoß ergibt die einzige klare Torchance der Reichshauptstädter: Berner köpfte einen Ball gegen die Latte. Simon II kommt wieder. Zwei Minuten vor Schluß trug sich auch Szepan in die Liste der Torschützen ein.:0 für Schalke; ein leichter Sieg. In der Kritik ist lediglich noch eine Besprechung der Mannschaften nachzuholen. Der überragendste Spieler der Berliner war der kleine Valinski, der durch seine mutigen Paraden die Niederlage in immerhin noch erträglichen Grenzen hielt. Sechs Treffer hätte es bei einem weniger guten Mann sicherlich abgesetzt. Neben ihm zu nennen sind Reitz, der nicht mehr Deckungsläufer, sondern offensichtlich Verteidiger spielende Holzhaus und Appel, der Internationale, der sich verzweifelt bemühte, seine Mannschaft aus dem Verteidigungsdauerzustand herauszureißen. Mit dem Sturm war in seiner Gesamtheit wenig Staat zu machen. Der Beste hier vielleicht der Halbrechte Morokutti. Wie die Gesamtleistung der Mannschaft, so zerfällt auch die Leistung der einzelnen Schalker Spieler in zwei recht unterschiedliche Hälften. Eine Ausnahme bildet vielleicht im zweiten Akt der überraschend gut als Mittelstürmer einschlagende Gellesch, der u. E. besser war als Pörtgen in manchen Spielen Ganz groß in Fahrt vor der Pause die linke Flanke Kuzorra— Urban, angenehm enttäuschte auch der sehr lebendige Kalwitzki, während Szepan meist hinter der Sturmlinie spielte und weniger als sonst in Erscheinung trat. Von der Schalker Hintermannschaft ist vielleicht noch zu sagen, daß sie bei den Vorstößen der Berliner nicht immer die notwendige Sicherheit zeigte. Gut hier Tibulfki. Die übrigen Westdeutschen Fortuna Düffeldorf— Hanau 93:1(:0) Recht aufschlußreich war die erste Auseinandersetzung in der vierten Staffel zwischen Düsseldorf und Hanau in Duisburg. Hier kamen zwei Bewerber zusammen, mit denen stark zu rechnen ist. Fortung siegte. Es darf aber keinen Zweifel darüber geben: der Niederrheinmeister hat die Schwächen, die ihn in den letzten Punktekämpfen belasteten, auch im Kampf gegen Hanau nicht überbrückt. Der Besuch im Duisburger Stadion ließ viel zu wünschen übrig. 10.000 Zuschauer sind für ein Spiel um die deutsche Meisterschaft herzlich wenig. Schiedsrichter Forst(Köln) hatte folgende 22 Spieler zu überwachen: Düsseldorf: Pesch: Janes, Vornefeld: Mehl, Bender. Breuer: Albrecht, Wiegold, Heibach, Zwolanowski, Kobiersti. Hanau: Sonnrein: Schramm, Eufinger: Reinhardt, Weißenborn, Klingler: Philippi, Eckert, Mondorf, Willführ, Schmidt. Durch ein Tor von Albrecht führte Fortung schon nach sieben Minuten mit:0. Das schöne Spiel sah Fortung bis zum Wechsel leicht überlegen, Tore fielen aber nicht mehr. Ein gründlich geändertes Bild bot zunächst die zweite Halbzeit. Hanau hatte eine starke erste Viertelstunde, da Fortung vor allem im Sturm ohne Zusammenhang spielte. In der 39. Minute nutzte Philippi einen Deckungsfehler über den sich werfenden Pesch hinweg zum:1. Nun riß sich aber der Niederrheinmeister zusammen, schoß durch Zwolanowski das :1 in der 42. Minute und eine Minute vor Schluß durch Albrecht noch das:1. Fortuna hat nicht restlos überzeugt. Am besten war noch Heibach im Sturm, der aber zu wenig unterstützt wurde. Bender gut. Breuer ausgesprochen schwach. Schlußdreieck zuverlässig. Hanau schlug sich wacker, Mondorf und Philippi waren die besten Leute. Wie erwartet SV. Waldhof— Kölner CfR.:0(:). Ein Sieg des Meisters von Baden, der zu erwarten war. 8000 Zuschauer sahen ihn in Karlsruhe verdient siegen. Waldhof war technisch besser der Mittelrheinmeister zwar sehr einsatzbereit. aber nicht stark genug, um die Niederlage aufhalten zu können. Namentlich in der zweiten Halbzeit wartete Köln mit einigen recht gefährlichen Angriffen auf, aber Siffling und seine Mannen ließen sich nicht aus der Fassung bringen. Schon nach Seite 6 Nr. 82.; Bochumer Anzeiger„ Montag, 6. April 1936 sieben Minuten führte Waldhof durch Schneider mit:0 und in der 30. Minute der zweiten Halbzeit, als der Kölner Weyer für kurze Zeit verletzt vom Platz mußte, durch Weidinger mit:0. Mannheims gute Deckung ließ in der letzten Viertelstunde keinen Erfolg der nun drängenden Kölner zu. Zu hoch! Polizei Chemnitz— Hindenburg Allenstein:1(:1) 10000 Zuschauer in Chemnitz sahen zwar einen verdienten Sieg des Sachsenmeisters, aber er war viel zu hoch. Die Ostpreußen waren recht tapfer, und so schnell, daß sie eine klare Ueberlegenheit im Feldspiel erreichten. Aber mit der Durchschlagskraft war es nicht weit her, und da es auch am Torschuß haperte, war nicht viel zu wollen.s Die Sachsen erreichten lange nicht ihre beste Form. Tore verstanden sie aber zu erzielen. Mitten in die schönste Ueberlegenheit der Ostpreußen hinein fiel der Führungstreffer für den PSV. in der 22. Minute durch Schneider. Kurz darauf stand das Spiel— wieder war Schneider der Torschütze— :0. Allenstein kam zwar zu einem Gegentreffer durch einen Prachtschuß von Michalczyk, aber nach dem Wechsel erweiterte Chemnitz seine Führung durch zwei schöne Tore von Helmchen noch auf:1. Sieg mit zehn Mann TSV. Eimsbüttel— Vorwärts RSV. Gleiwitz :0(:0) 8000 Zuschauer in Hamburg— mehr hatten die reichlich hohen Eintrittspreise nicht zugelassen— waren nicht gerade erbaut vom Spiel des schlesischen Meisters. Die Gäste aus dem Osten spielten zwar recht schnell, waren aber außerordentlich hart und in der Abwehr der Angriffe des Nordmarkmeisters nicht sehr wählerisch. Sie kamen an die technisch reiferen Hamburger nicht heran, aber der rücksichtslose Einsatz des Körpers war trotzdem nicht nur eine Stärke, sondern auch eine Gefahr. Er kostete Eimsbüttel schon in der sechsten Minute einen der besten Leute. Der Rechtsaußen Ahlers wurde von dem linken Verteidiger der Schlesier bereits hier für das ganze Spiel außer Gefecht gesetzt. Katz und Maus in Bremen Werder Bremen— Viktoria Stolp:0(:0) Der Meister von Pommern ist nicht stark genug, um sich im Kampf mit den Meistern der anderen Gaue behaupten zu können. Das wurde bereits in seinem ersten Spiel gegen Werder Bremen, den Titelträger in Nieder= sachsen, deutlich. 10000 Zuschauer in der Bremer Kampfbahn sahen ein Spiel zwischen Katze und Maus. Der„Club“ in Form 1. FC. Nürnberg— Stuttgarter Kickers:0(:). Nürnberg stellte für das erste Sviel des Bayernmeisters in seiner Heimat 7000 Zuschauer. Das war zwar eine kleine Gemeinde, aber ihre Freude über den Sieg des Altmeisters war um so größer. Der„Club“ war gut in Form, spielte in der ersten Hälfte klar überlegen und schoß bereits hier durch Eiberger und Schwab, der den verletzten Spieß ersetzte, den Sieg heraus. In der zweiten Hälfte wollten es die Kickers aus Stuttgart wissen, und der„Club“ hatte nun allerlei auszustehen, aber„Hauptmann Köhl“ und die standfesten Verteidiger Billmann und Munkert vor ihm waren zu stark für den Angriff der Schwaben. Regen in Worms Wormatia Worms— 1. SC. Jena:1(:). Der launische Aprilsonntag mit einem ordentlichen Regenguß, tat dem DFB.=Spiel in Worms starken Abbruch. 5000 Personen nur kamen zum Spiel ihres Meisters gegen den 1. SV. Jena. Sie sahen aber einen sehr schönen Kampf, in dem sich die Thüringer wacker zur Wehr setzten und erst nach tapferstem Widerstand in ihre Niederlage schickten. Lehr schoß schon nach acht Minuten die Führung für Worms, aber durch den linken Verbinder kam Jena wieder zum Gleichstand(23. Minute). Eckert erzielte das:1 für Worms, und nach dem Wechsel erreichte Kiefer, der einen Elfer verwandelte, den Schlußstand. Knapper Sieg des Weltmeisters Schweiz— Italien:2(:1) Im 21. Fußball=Länderkampf zwischen der Schweiz und Italien gab es am Sonntag in Zürich vor 25 000 Zuschauern mit:1(:0) nur einen knappen Erfolg des favorisierten Weltmeisters. Der Sieg war zudem noch glücklich errungen. Durch das überaus harte Spiel der Italiener verlor die Schweiz in der ersten Halbzeit vorübergehend den Verteidiger Minelli. Als die Eidgenossen nur zehn Spieler auf dem Felde hatten, zog Italien durch den Halblinken in Front. In der 22. Minute der zweiten Hälfte erhöhte der Linksaußen Colausi auf :0. Zehn Minuten später mußte wegen Handspiels von Allemandi den Schweizern ein Elfmeter zugesprochen werden, den W. Weiler zum:1 verwandelte. Weitere Länderspiele Novara: Italien B— Schweiz B:0(:0) Wien: Oesterreich— Ungarn:3(:1) Die Gesellschaftsspiele Viel gab es an Privatspielergebnissen nicht; dafür tst aber der Sieg des TuS. in Mülheim um so erfreulicher. Während TuS. Bochum gegen den ehemaligen Mittelrheinmeister Mülheimer SV mit:2 gewinnen konnte, mußte Germania Bochum die Ueberlegenheit der Krefelder Preußen anerkennen. Preußen Bochums Reserve siegte mit dem knappsten aller Ergebnisse über den Postsportverein Bochum, während TuS. Engelsburg gegen Constantin Bochum auf dessen Platz einen beachtlichen Sieg erringen konnte. Die Ergebnisse: Preußen Krefeld— Germania Bochum:0 Mülheimer SB.— TuS. Bochum:3 Preußen 07 Bochum(Res.)— Postsportverein Bochum :0 Constantin Bochum— TuS. Engelsburg:2 Rasensport Bochum— Teutonia Riemke:3 Gelsenkirchener Trabrennen 1. Rennen: 1. J. Mideldorfs Regi(Bes.), 2. Gunther Morgan, 3. Herodias., 4. Rheinliesl. Toto: Sieg 20, it. 139. Platz 13, 16, 20, 12. Ferner: Miß Morgan, Bardame, Diabella, Klärchen., Luitpold. Edrenfried. 2. Rennen: 1. E. Gerbaulets Mallorca(W. Büchel), 2 Grafschaft, 3. Melodie Toto: Tieg 23, it. 143. Platz 16, 32. 26. Ferner: Erna Bacon(disqu.), Wenker, Otti Anvil, Comtesse Mia. 3. Rennen: 1. J. Mideldorfs Bernhard M.(H. Schürmann), 2. National 3. Adolf Lee. Toto: Sieg 130, st. Platz 36, 17, 46. Ferner: Marsilius, Dorette Guv, Peter Mochester jr., Freda Arworthy, Eirce, Hera W. 4. Rennen: 1. W. Henzes Abenteurer(Bes.). 2. Lottie., 3 Baumberger, 4. Peter Duffv jr. Toto: Sieg 55, it. 89, Platz 14, 16, 16, 15. Ferner: Granit(disqu.). Elsbeid, Daisy, Deutscher Vater(disqu.). Herensunge. Patschuli. 5. Rennen: Großer Frühjahrs=Ausgleich: 1. A. Thenagels Elektra Silk(C. Forthmann), 2. Phädra. 3. Birginius. Toto: Sieg 23, it. 40, Platz 12, 13, 11. Ferner: Capitän, Fiedler. Salvator, 6. Rennen: 1. J. Jansens Palmetto Lee(C. Forthmann), * Diabolo, 3. Karl., 4. Bell Guy. Toto: Sieg 69, it. 49, Platz 15. 12. 21, 19. Ferner: Ehrenfried, Kora., Freda Arwortby(disqu.), Prinzeß Elisabeih, Comtesse Leonie, Erda, Peter S. Jakabe WmrA-Enakantpr Heldndgen Großartiger Kampf des Bochumers und ganz knappe Niederlage gegen Schmedes— Die Endkämpfe der Amateurboxer Jakubowfki—Schmedes! Die Kölner Vorschlußrunde Hbg. Köln, 4. April. „Mit der stillen Hoffnung, daß diese beiden Namen auf dem Programm der diesjährigen Endkämpfe um die Deutschen Amateurboxmeisterschaften erscheinen würden, sind wir Samstag nachmittag zur Domstadt gefahren; daß indes diese— nebenbei bemerkt von vielen stark in Zweifel gezogene— Hoffnung nicht durch einen neuen Sieg Jakubowstis, sondern durch Umstände zur Wirklichkeit wurde, die wir vom sportlichen Standpunkt aus bedauern, konnte niemand ahnen. Während in der„Halbzeitpause" zwischen den Nachmittags= und Abendkämpfen beim Bierlachs die Chancen des mit zu den interessantesten Paarungen der Vorschlußrunde zählenden Kampfes Jakubowski— Fluß in allen Spielarten beleuchtet wurden und sich„Jaku" durch Einnahme der Siegfriedkräfte verheißenden neuen „Energa=Pastillen“ den letzten Schliff für den schweren Kampf gegen den gefürchteten Kölner gab, wurde bekannt, daß Fluß wegen einer Verletzung nicht starten könne, womit schon in Jakubowski einer der Partner für die Leichtgewichtsausscheidung feststand. Fluß, der „Geheimtip“, für die diesjährige Leichtgewichtsmeisterschaft, teilte damit das Schicksal des ehemaligen Westfalen Kyfuß, der seinen Sieg über den Kaiserslauterner Leis mit derartig schweren Augenverletzungen bezahlen mußte, daß er ebenfalls zur Vorschlußrunde gegen den Deutschen Schwergewichtsmeister Runge(Elberfeld) nicht antreten konnte. Fluß kostete der Sieg über den Westfalenmeister Dixkes in Essen einen Rippenbruch, so daß sich das Kuriosum ergab, daß der Mann, an dem Jakubowski im Endkampf der Westfalenmeisterschaft scheiterte, ihm den Weg zum Endkampf um die Deutsche Meisterschaft ebnete. Im übrigen war die Vorschlußrunde in der Kölner „Rheinlandhalle" gerade kein Ruhmesblatt in der Geschichte der diesjährigen Meisterschaft. Am Nachmittag mit nur etwa 200, am Abend mit etwa 1500 Zuschauern besucht, blieb zunächst der Publikumserfolg weit hinter den Erwartungen zurück. Pfeifkonzerte hört man bei keiner Veranstaltung gern, bei einer Meisterschaft wirken sie am unangenehmsten, und es wurde in Köln, teils aus berechtigen, teils aus unberechtigten Meinungsverschiedenheiten zwischen den Punktrichtern und dem Publikum heraus, gepfiffen, daß eine vollbesetzte Kapelle glatt„mundtot“ gemacht worden wäre. Es ist verständlich, daß, je mehr sich durch die Vorrundensiebungen das Feld der Bewerber verengt, infolge der Leistungsgleichheit der Kämpfer knappe Entscheidungen an der Tagesordnung sind, Entscheidungen, die an dem berühmten seidenen Faden hängen, und bei denen man in privaten Veranstaltungen in einem Unentschieden eine gerechte Bewertung gefunden hätte. Da nun aber einmal in Meisterschaftskämpfen ein Sieger unter allen Umständen gegeben werden muß, können Meinungsverschiedenheiten selbst unter Fachleuten nicht ausbleiben. Ist es aber notwendig, in derartigen Fällen gleich wie Berserker loszutoben? * In Köln gab es wiederum eine Reihe von Favoritenund Meisterstürzen. Es verlor der Deutsche Bantamgewichtsmeister Rappsilber gegen den Hannoveraner Wilke, der hoch vorgetippte Elberfelder Westhoff gegen Stasch(Kassel) und, die größte Ueberraschung, der Deutsche Mittelgewichtsmeister Stein gegen Loibl(Ulm), was gleichzeitig eine Requalifikation des WanneEickelers Prieß für seine Niederlage gegen den bärenstarken Ulmer bedeutet. Wenn auch die diesjährige Meisterschaft nicht derartig im Zeichen der Westfalen stand wie die vorjährige in Berlin, so hat unser Gau von seinen 16 gestarteten Leuten immerhin vier Boxer in die Endkämpfe bringen können. Daß zwei davon, nämlich Jakubowski und Schmedes, gegeneinander kämpfen müssen, verminderte die Meisterschaftsmöglichkeiten um eine. Also ist auch in diesem Jahre die Deutsche Leichtgewichtsmeisterschaft zu einer rein westfälischen Angelegenheit geworden, zu einem Kampf Bochum gegen Dortmund, in dem im Vorjahre der Deutsche Meister Schmedes den Bochumer Manczyk schlagen konnte, 24 Stunden später werden wir wissen, ob Jakubowski seinen Sieg von Bochum wiederholen konnte. „Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit“ wurden die sechs Nachmittagskämpfe durchgeführt. Die etwa 200 Zuschauer verloren sich derart in der„Rheinlandhalle", daß man von dem Publikum kaum Notiz nahm, bis es sich bei der umstrittenen Entscheidung im Einleitungskampf zwischen Kaiser(Gladbeck) und Graaf(Hamburg) so kräftig und nachhaltig zu Wort meldete, daß selbst der Lautsprecher im Kampf gegen die„Stimme des Volkes" unterlag. Die„Stimme des Volkes“ ist in jedem Falle eine Stimme des Gefühls, das in vielen Fällen mit gerechter Objektivität des Verstandes im Widerspruch steht. Das heißt also: Publikumsdemonstrationen dürfen nie als maßgeblich gewertet werden, in diesem besonderen Falle deckt sich aber die so offenkundig und deutlich zum Ausdruck gebrachte Meinung der Kölner, die an keinem der beiden Kämpfer interessiert waren und also als vollkommen neutral gelten können, mit der Auffassung der meisten Fachleute um den Ring: Der Punktsieg Graafs war ein Fehlurteil! Ein Verfolgungsrennen über drei Runden, so kann man den Fliegengewichtskampf zwischen Kaiser(Gladbeck) und Graaf(Hamburg) nennen, das gewissermaßen die„Hocharistokratie des Meisterschaftsturniers“ in den Ring brachte. Fest steht, daß„der junge Graf“ nicht die hohen Erwartungen erfüllt hat, die man in ihn setzte, daß er schwächer war als in Bochum. Drei Runden lang tanzte er mit gewiß wundervollen Steps durch den Ring, drei Runden lang hetzte „Seine Majestät"— Kaisers Spitzname“—, die große Chance erkennend, hinter ihm her, er traf zwar ungenau, aber weitaus mehr als der lediglich konternde, aber nie angreifende Hamburger. Und während die wenigen westfälischen Schlachtenbummler schon innerlich frohlockten und ihrem Mann anerkennend zunickten, wurde das Urteil verkündet: Sieger nach Punkten:. Graaf! Man hatte den Eindruck, daß nicht 200, sondern 2000 Zuschauer anwesend seien, so lauttönend war der Entrüstungssturm der temperamentvollen Kölner, die sich auch nicht beruhigten, als längst Priesnitz(Breslau) und Strahl(Danzig) ohne die durch den Protest unmöglich gewordene Vorstellung im zweiten Fliegengewichtskampf die Handschuhe kreuzten. Das Interesse an der zweiten Fliegengewichtsbegegnung wurde erst in der zweiten Runde wach. Strahl erwies sich als ein fast gleichwertiger Gegner, der in der dritten Runde viel aufholte, dennoch aber knapp unterlag, so daß Priesnitz und Graaf die Endrunde bestreiten. Wieder ein Meister entthront! Nachdem der Elberfelder Westhoff Freitag abend in Düsseldorf in Färber(Augsburg) den Deutschen Fliegengewichtsmeister von 1935 ausschaltete, scheiterte in Köln der Deutsche Bantamgewichtsmeister Rappsilber (Frankfurt) an dem Hannoveraner Wilke. Rappsilbers unsauberer Kampfstil rief lauten Unwillen hervor. der zweiten Runde mußte er sich eine Verwarnung gefallen lassen. Verbissen ging zwar der Frankfurter immer wieder in den Nahkampf, aber der auf der Distanz bessere sympathische Hannoveraner landete mehrfach klar. Sein verdienter Punktsieg wurde ebenso stürmisch gefeiert, wie das Urteil im Fliegengewichtskampf Kaiser—Graaf abgelehnt wurde. Die Vorstellung, die der Breslauer Federgewichtler Miner in Köln gegen den Aachener Ostländer gab, hat uns weitaus besser gefallen als die in Bochum. Ostländer hatte zwar zu Beginn der zweiten Runde Vorteile, geriet aber gegen den körperlich stärkeren, dauernd angreifenden Miner in der Schlußrunde klar auf die Verliererstraße und verlor verdient. Ein klassearmes Halbschwergewichtsgefecht lieferten sich Jost(Frankfurt) und Jaspers(Stettin). In der ersten Runde holte sich Jost durch dauernden Angriff die Führung, wurde aber in der zweiten und dritten von dem genauer schlagenden Stettiner abgewiesen. Olympiahoffnungen sind beide nicht! Schnarre in der Endrunde! Die Qualifikation für die Schwergewichtsendrunde, die Meister Runge kampflos zufiel, mußte sich der Recklinghäuser Schnarre gegen den bärenstarken Nürnberger Fischer sauer verdienen. Entscheidend war die ausgezeichnete zweite Runde des Westfalen, während die dritte beiderseits weitaus matter wirkte Die Abendkämpfe! Im einleitenden Abendkampf im Bantamgewicht wurde eine Elberfelder Hoffnung zu Grabe getragen: [Westhoff verlor gegen Stasch(Kassel) klarer, als man es auf Grund seiner bisherigen Leistungen erwartet hatte. In den beiden ersten Runden zeigte er deutlich Ermüdungserscheinungen, Stasch lag schon so weit in Führung, daß der gute Endspurt Westhoffs nicht mehr ausreichte. Der„alte" Rustemeier(Köln) brachte sich dann gegen den etwas enttäuschenden Arenz(Berlin) trotz einer Verwarnung wegen zu tief Abduckens durch eine große dritte Runde in den Endkampf der Federgewichtsmeisterschaft. Leichtgewichtsmeister Karl Schmedes(Dortmund) bewies in seinem Kampf gegen Büttner 1(Breslau), daß er immer noch einer unserer zuverlässigsten Turnierboxer ist, dem die Anstrengungen der schweren Turnierwoche kaum anzumerken waren. In allen Runden bestimmte er klar den Kampf. Obwohl sich Büttner namentlich in der zweiten Runde verzweifelt zur Wehr setzte, kam Schmedes nahezu mühelos und nach Wunsch beidhändig ins Ziel. Die Begegnung Murach(Schalke)— Knoth (Düsseldorf) brachte das erwartete temporeiche Gefecht und die von Knoth vorausgesetzte technisch gute Leistung. Murach hatte in der ersten und zweiten Runde klare Vorteile, da er verschiedentlich gute rechte Gerade anbrachte. In der dritten Runde verfiel er zu seinem Nachteil in eine wenig schöne und taktisch auch unkluge Wühlarbeit, die ihm zwei Verwarnungen wegen Haltens und Schlagens einbrachte, wobei die zweite Verwarnung immerhin eine im Vergleich zu anderen Kämpfen zu harte Strafe darstellt. Knoth kam so stark auf, daß man um Murachs Sieg bangte und jedenfalls ohne Widerspruch auch seine Niederlage hingenommen hätte. Immerhin muß sein Punktvorsprung in den ersten beiden Runden so groß gewesen sein, daß ihm die Punktrichter dennoch den Punktsieg zusprechen konnten, der ein minutenlanges Pfeifkonzert zur Folge hatte. In der zweiten Weltergewichtsbegegnung traf der Olympiazweite von Los Angeles, Campe(Berlin), auf den Kölner Ulderich. Campe war der technisch bessere Boxer, der mit seiner genau gestochenen Linken eifrig Punkte sammelte. Angefeuert von seinen Landsleuten, zog der Kölner in den Schlußrunden einen wilden Fight vom Leder, der sich aber in der Punktbewertung nicht so entscheidend auswirken konnte, weil Ulderich sehr ungenau war. Campes Punktsieg kann auch durch das erneute Pfeifkonzert der Zuschauer nicht in Zweifel gezogen werden. Daß der Ulmer Loibl auch den Deutschen Mittelgewichtsmeister Stein(Bonn) ausschalten würde, war die größte Ueberraschung des Abends. Stein konnte sich, wie schon Prieß in Gelsenkirchen, nicht mit der Rechtsauslage des Ulmers abfinden, der seine harte Linke gut ins Gefecht führte und die rechten Haken des Bonners ohne Wirkung hinnahm. Der Punktsieg des Ulmers war knapp, aber gerecht. Keine Chance hatte in der gleichen Gewichtsklasse der weich und verbraucht wirkende Duisburger Renard gegen den technisch besseren Hamburger Baumgarten, der Renard in der zweiten Runde zweimal zu Boden brachte und klar nach Punkten siegte. Im letzten Meisterschaftskampf qualifizierte sich der Kölner Halbschwergewichtsmeister Krumm durch einen verdienten Punktsieg über Moser(München) für die Endrunde. * Den schönsten Kampf des Abends lieferte als Einlage Jakubowski(Bochum), gegen den Berliner Bieselt, den er bekanntlich in Essen ausgeschaltet hatte. Nach diesem Kampf kann man es nur bedauern, daß Jakubowski nicht im Ring Gelegenheit hatte, sich in die Endrunde zu bringen. Runge(Elberfeld) erreichte gegen den in Bochum von Jost ausgeschalteten Halbschwergewichtler Vogt (Hamburg) einen verdienten Punktsieg. * Stasch(Kassel) wurde für die beste technische Leistung ein Ehrenpreis zugesprochen. Die Berllffander Eilakampfe P. B. Dortmund, 5. April. Diese Endkämpfe um die Deutsche Meisterschaft der Amateurboxer unter den vieltausendkerzigen Scheinwerfern der Westfalenhalle wecken Erinnerungen. Es sind sieben Jahre her, seit in dieser Halle zuletzt die Meisterschaften von Deutschland ausgetragen wurden. Jener zweite Östertag des Jahres 1929 war der wunderbarste Triumph des Bochumer Amateurboxsports: Von acht Meisterschaften gingen damals zwei nach Bochum, Skilbinski brachte die Mittelgewichtsmeisterschaft mit heim, Walter Neusel wurde Meister im Schwergewicht. Zweimal brauste an jenem Abend das Bochumer=Jungen=Lied durch die mächtige Halle, und die Bochumer Schlachtenbummler gingen damals einher, als ob sie, jeder für sich, eine Boxmeisterschaft in der Tasche hätten. Das war vor sieben Jahren. Diesmal stand wieder ein Bochumer im Endkampf um die Deutsche Meisterschaft, und wieder war der Bochumer Sieg fast zur Gewißheit geworden. Die Stimme im Lautsprecher aber, die das Urteil verkündete, ließ die„Probepfiffe" zum Bochumer Nationallied urplötzlich verstummen. Und dann wurde doch gepfiffen, überall im Innenraum und lauf den Rängen, es waren Aeußerungen des Mißfallens über ein Urteil, das die meisten Zuschauer nicht verstanden. Was war geschehen? Herbert Jakubowski(Bochum) traf im Endkampf auf Karl Schmedes(Dortmund) Beide hatten schon früher in manchem harten Strauß die Kräfte gemessen, und es sind erst einige Wochen vergangen, seit Jakubowski dem Dortmunder im Schützenhof zu Bochum eine einwandfreie Punktniederlage beibringen konnte. Beide kannten den gegenseitigen„Kampfstil bis in die kleinsten Einzelheiten, ahnten fast jede Bewegung des Gegners voraus. Und doch ein Unterschied wie Tag und Nacht zwischen den beiden. Hier Schmedes, der dreifache Meister, der bis zur kalten Routine erfahrene, gerissene Verteidigungsboxer, dort der unverbrauchte, draufgängerische Jakubowski. Das war der Gegensatz, auf den es in diesem Kampfe ankam. Jakubowski hat in einer Feradezu unübertrefflich sicheren Form erfühlt, um was es hier ging, er hat nicht versucht, den Gegner mit dessen eigenen Waffen der kalten Berechnung zu schlagen, sondern hat sich der Waffen bedient, die ein Mann braucht, um einen Meister aus dem Sattel zu heben: Er hieb vom ersten Gongschlag bis zur letzten Sekunde des Kampfes pausenlos auf den Gegner ein, suchte den Angriff, keilte im Nahkampf— dessen Feinheiten der Dortmunder beherrscht wie kein zweiter— unverdrossen mit und war im Distanzgefecht der Held des Abends. Gegen diese Kampfmaschine Jakubowski wirkte Schmedes fast alt, müde und verbraucht, er sah oft in den drei Runden aus wie ein geschlagener Mann. Und nun: Punktsieger und Deutscher Meister 1936 Karl Schmedes! Bedürfen die Pfiffe noch einer Erklärung? Fliegengewicht: Graaf(Hamburg)— Priesnitz (Breslau). Beide sind ausgezeichnet veranlagt, das sieht man auf den ersten Blick, aber beiden fehlt ebenso sehr noch ein Schuß Sicherheit und Ausgeglichenheit, das verrät jede Bewegung. Der Hamburger ist in seinen Handlungen entschlossener, er schlägt aus ziemlich großer Entfernung einen merkwürdig langen Haken, der die Schnelligkeit eines Geraden mit einer großen Unberechenbarkeit vereinigt. Mit diesem Schlag brachte er den Breslauer unter steten„Hummel=Hummel"=Rufen der Zuschauer so in Unordnung, daß Priesnitz vollkommen die Deckung vergaß und stehend fast kampfunfähig war. Er hatte Mühe, über die Runde zu kommen. Graaf hatte einen großen Punktsieg und die Meisterschaft sicher. Bantamgewicht: Stasch(Kassel)— Wilke(Hannover). Stasch hat auch im Bantamgewicht die Eigenschaften behalten, die ihm früher als Fliegengewichtler einen großen Ruf eintrugen: die gleiche Sprunghaftiakeit und Schnelligkeit der Entschlüsse und das gleiche Feuer des Kampfes, das ihn packt, wennr sieht, daß der Gegner Boden gibt. Das aber tat Wilke in der zweiten Runde. Stasch setzte nach wie ein Wilder, schmetterte dem Hannoveraner einen Hagel von beidhändigen Haken an den Kopf und gewann damit Sieg und Meisterschaft. Federgewicht: Rustemeier(Köln)— Miner(Breslau). Der Kölner wax an der gleichen Stelle bei dem erwähnten Meisterschaftstag vor sieben Jahren Meister im Bantamgewicht geworden. Ein uralter Meister also sozusagen, aber meilenweit von langer Pfeife und Schlafrock entfernt. Er hatte eine wunderbare erste Runde, fiel aber in der zweiten Runde schon merklich ab und mußte im Schlußteil dem ständig im Nahkampf arbeitenden Breslauer fast völlig freie Hand lassen. Miner holte sich Sieg und Meisterschaft, die er bisher im Bantamgewicht innehatte. Leichtgewicht: Jakubowski(Bochum)— Schmedes (Dortmund). Jakubowski brennt sogleich ein wunderbares Schlagfeuerwerk von Körperhaken ab, denen der Titelverteidiger aber durch elegantes Abdrehen viel von seiner Wirkung nimmt, Jakuhowski ist unermüdlich im Angriff. schlägt aber viel vorbei, Schmedes beschränkt sich fast nur auf die Verteidigung. In der zweiten Runde ist der Bochumer mit seiner fabelhaften Linken, der er regelmäßig einen rechten Kopfhaken folgen läßt, sozusagen allein im Ring. Einmal wird Schmedes in der Nähe seiner eigenen Ecke so hart am Kinn getroffen, daß er offensichtlich leicht benommen ist, seine überlegene Ruhe hilft ihn aber die Gefahr überwinden. Die dritte Runde sieht zuerst Schmedes in Front, im Endspurt deckt Jakubowski ihn aber mit beidhändigen Haken zu. Sieger und Deutscher Meister: Schmedes. Der Dortmunder gewann damit den Ehrenpreis des„Bochumer Anzeiger“. Weltergewicht: Murach(Schalke)— Campe(Düsseldorf). Der Schalker lieferte in diesem Kampf, in dem es darauf ankam, seine Meisterschaft zu verteidigen, eine hervorragende Partie. Er traf ausgezeichnet mit der weit vorgeschobenen Rechten, richtete aber mit dem gefürchteten linken Haken nicht viel aus, weil Campe durch eine überaus vorsichtige Deckungsarbeit jeder Gefahr begegnete. Im Nahkampf setzte sich Murach deswegen nicht besonders durch, weil der Ringrichter außerordentlich frühzeitig trennen ließ. Campe erhielt Sieg und Meisterschaft zugesprochen, sein Vorsprung kann nur ganz knavv gewesen sein. Mittelgewicht: Loibl(Ulm)— Baumgarten(Hamburg). Kraft gegen Technik. Es dauerte eine Runde, bis der Hamburger, der als eine neue Hoffnung zu gelten hat, sich auf die Rechtsauslage des Süddeutschen eingestellt hatte. Von da an beherrschte er die Lage nach Gefallen und kam zu einem eindrucksvollen Punktsieg. 664..(Ttlmiet Halbschwergewicht: Jaspers(Stettin)— Krumm (Köln). Es war der eintönigste Kampf des Tages, allein dadurch interessant, daß der Stettiner seine Leistung durch stetige Steigerung von Runde zu Runde besser aufbaute und einen schönen Punktsieg einheimste, den man ihm zu Anfang nicht zugetraut hätte. Schwergewicht: Runge(Elberfeld)— Schnarre (Recklinghausen). Es fiel dem alten Meister schwer, sich gegen den Ansturm des jungen Westfalen zu behaupten, und wenn ihm der Sieg über Schnarre gelang, so verdankt er ihn seinem Vorsprung in der ersten und im ersten Teil der zweiten Runde. Später hatte er dem Westfalen nicht viel entgegenzusetzen. Immerhin, es genügte: Sieger Runge. Den Preis des Reichsinnenministers Dr Frick für den erfolgreichsten Gau erhielt der Gau X(Niederrhein), den des Reichssportführers für den besten Kämpfer bekam Baumgarten(Hamburg). Deutsche Radsport-Meisterschaften Die Termine festgelegt Die Termine sämtlicher deutschen Radsport=Meisterschaften im Olympiajahr sind jetzt vom Deutschen Radfahrer=Verband bestimmt worden. Bei den Amateuren werden die Bahnmeisterschaften erst nach den Olymvischen Spielen entschieden, und zwar in Frankfurt a. M. Der von England gestiftete Wanderpreis für die Vereinsmeisterschaft im Mannschaftsfahren wird erstmalig in Erfurt umkämpft. Die Termine sind:„ Smi in S Amateurmeisterschaften: 7. Juni in Chemnitz: Straßenmeisterschaft im Einer=Streckenfahren.— 20./21. Juni in Bonn: Saalsport= und Radball=Meisterschaften.— 26. Juli in Erfurt: Meisterschaft im Vereins=Mannschaftsfahren.— 23. August in Frankfurt a..: Meisterschaften der Bahnfahrer. Berufsfahrer=Meisterschaften: 19. April: „Rund um Dortmund.“— 10. Mai:„Rund um Frankfurt a..“— 81. Mai: Harz=Rundfahrt in Magdeburg.— 7. Juni: Großer Sachsenpreiz in Chemnitz. Seite 7 Nr. 82; Bochumer Anzeiger„ Montag, 6. April 1936 Start in den Frühling! Ein wundervolles Stimmungsbild von der Bochumer Radfernfahrt. Die Fahrer machen sich für das große Rennen fertig ein anderes, als man sonst bei großen Kollegen" gewohnt ist: Sie sind mit dem Herzen dabei, nicht weniger, als ob sie selbst gleich in die Schlacht ziehen müßten. Und darüber bauscht sich das breite weiße Band in der luftigen Höhe der Baumkronen, das Band, nach dem alle die Fahrer in ihrer bunten Kluft in wenigen Stunden streben werden, weil ein Wort darauf geschrieben steht: Ziel! Dem Radsportverein„Sturmvogel", der dieses Rennen in Gemeinschaft mit dem„Bochumer Anzeiger“ aufgezogen hat, kann bescheinigt werden, daß er mit dieser 20. Wiederholung des traditionsreichen Rennens eine organisatorische Meisterleistung geliefert hat, die ihm nicht viele Vereine Westdeutschlands nachmachen würden. Von Bochum nach Bochum Das Riesenfeld der Fahrer setzte sich zusammen aus 18 Fahrern der=Klasse, 45=, 69 C= und 4=Fahrern. Der Start der beiden Klassen C und D erfolgte um 12 Uhr, die Klassen A und B begaben sich um 13 Uhr auf die Reise. Es wurde auf dem ersten Teil der Strecke ein Durchschnittstempo von etwa 40 Kilometer gefahren, und diese rasche Anfangsgeschwindigkeit der=Klasse macht es erklärlich, daß die letzten=Fahrer schon kurz hinter Buer, in der Nähe des Stickstoffwerkes Scholven, eingeholt wurden. Der erste Einbruch in die„feindliche Front“ gelang dem Krefelder Mertens, der bis dahin eine ausgezeichnete Figur machte. Von den Bochumer=Fahrern hielten sich Hoffmann, Büdenbender und Seydel um diese Zeit noch so schön im Vordertreffen, daß in den Begleitwagen leise Hoffnungen auf eine Ueberraschung aufkeimten. Da die Strecke nur ganz wenige und außer dem Buerer Berg nur unbedeutende Steigerungen aufwies, zog sich das Feld kaum auseinander. In stetiger rascher Fahrt ging es über Dorsten, Schermbeck nach Wesel. Und auf dem letzten Teil der genannten Strecke vollzog sich das entscheidende Ereignis des ganzen Rennens: Willi Oberbeck, der von Chemnitz nach Hagen zurückgekehrte Favorit der Fahrt, unternahm einen plötzlichen Vorstoß und enteilte dem Feld nahezu 200 Meter. Und wie sich von diesem Augenblick an die Meute auch anstrengen mochte, um dem Ausreißer an den Fersen zu bleiben: Oberbeck gab ihnen keine Chance. Er fuhr mit der Gleichmäßigkeit einer Maschine, seine Beine bewegten sich leicht wie die weich und elegant gleitenden Kolben eines Motors. Er fuhr mit einer geradezu unnachahmlichen Sicherheit und taktischen Klugheit. Sein Vorsprung war immer so groß, daß ihn die Gegner nicht sehen konnten, ein unerhört wichtiges Erfordernis für jeden Ausreißer. Die Verfolgung wurde dadurch erschwert, daß sich die nachsetzenden Fahrer nicht über die Führung innerhalb ihrer Gruppe einigen konnten. Diese inneren Positionskämpfe waren es, die eine einheitliche Gegenwehr gegen den fabelhaften Hagener unmöglich machten. So ging die Fahrt über Raesfeld, Erle, Forsthaus, Freudenberg, Dorsten. Buer nach Crange. Und hier war der Vorsprung Oberbecks schon auf fast 5 Minuten angewachsen. Auf dem letzten Teil der Strecke verschärfte er das Tempo noch mehr und der Kilometerzähler von Lohmanns Wagen, in dem wir dem Hagener folgten, spielte erheblich um die„Fünfzig" herum. Mit nahezu sechs Minuten Vorsprung kam [Oberbeck ins Ziel. Aus dem Endspurt des folgenden Rudels gingen Blum(Köln) und Fuhrmann(Bielefeld) als Sieger hervor. Die übrigen folgten so dicht auf, daß die genaue Reihenfolge nicht erkennbar war, so daß die nächsten Plätze durch das Los entschieden wurden. Ehrenrunde, ein freudestrahlendes, schweißbedecktes Siegergesicht, vom Goldkranze umrahmt, jubelnder Beifall für Oberbeck und seine tapferen Gegner, das war der Schluß der 20. Bochumer Fernfahrt. Die Begleitwagen stellten Sporthaus Schubeis, Dr. Hermann, Hermann Ilse, Firma Balcke, Walter Lohmann, und der„Bochumer Anzeiger“ den Sanitätswagen. Die Organisationsleitung lag in den bewährten Händen des Bezirksführers Josef Klövper, der Sturm 12/17 unter der Leitung von Obersturmführer Jakobs sorgte wieder für mustergültige Absperrung. Die Siegerliste: A= und=Klasse: 1. Oberbeck(Hagen).13,50 Std., 2. Blum (Köln) 3,18, 3. Fuhrmann(Bielefeld), 4. Witthaus (Dinslaken), 5. Steinberg(Dortmund), 6. Pardon (Dortmund), 7. Reuter(Dortmund), 8. Schweer(Dortmund), 9. Gruß(Dortmund), 10. Rauback(Köln). C= und=Klasse: 1. Schiemann(Dortmund) 3,28,17, 2. Biele(Dortmund), 3. Weiler(Köln), 4. Harre(Dortmund), 5. Schmidt(Dortmund), 6. Hölper(Dortmund), 7. Leuchner(Dortmund), 8. Badoreck(Gelsenkirchen), 9. Kilzer(Bocholt), 10. Siebert(Dortmund). Eröffnungsrennen in Eickel Segers(Duisburg) der schnellste Mann des Feldes. Bei idealstem Wetter brachte gestern der Bezirk IV des Gaues 9 des Deutschen Radfahrerverbandes auf dem Eickelplatz in Wanne=Eickel das diesjährige Eröffnungsrennen unter Dach und Fach. Der gebotene Sport war sehr gut, so daß die 1000 Besucher auf ihre Kosten kamen. Segers(Duisburg) erwies sich als der schnellste Fahrer des Feldes, der in allen von ihm bestrittenen Rennen siegreich blieb. Das Hauptfahren mit Vor= und Zwischenläufen gewann Segers vor Krimme(Gladbeck) und Gayk(Gladbeck). Das 4000=Meter=Punktefahren wurde eine Beute von Dahmen(Dortmund). Im Jugend=Ausscheidungsfahren blieb Kempa(Bochum) vor Korte(Dortmund) und Binninghoven(Mülheim) siegreich. Das olympische 1000=Meter=Zeitfahren wurde wiederum eine Beute des fabelhaft fahrenden Segers (Duisburg). Das Mannschaftsfahren über eine Stunde war ein scharfes Rennen gleichwertiger Könner. Die Willöberbech-Eine Ciympia Hohnung Der Hagener gewann die große Bochumer Olympiaprüfung in.13,50 Stunden, mit faft sechs Minuten Vorlprung vor Blum und Fuhrmann- Witthaus beiter-Fahrer P. B. Bochum, 5. April. Die große traditionelle Radfernfahrt, die zum Bochumer Frühling gehört wie das Singen der Amseln im Stadtpark, war in ihrer 20. Wiederholung trotz des zeitlichen Zusammenfallens mit dem berühmten Rennen Berlin—Cottbus—Berlin wieder eine wundervolle radsportliche Heerschau, deren außerordentliche Bedeutung in ihrer Anerkennung als Olympiaprüfung liegt. Diese Tatsache machte die Austragung des Rennens auf einer anderen Strecke als dem gewohnten Kurs Bochum— Münster—Bochum und eine Verkürzung der Strecke auf 120 Kilometer notwendig. Sieger blieb der große Favorit des Rennens, Willi Oberbeck(Hagen) mit einem Vorsprung von nahezu sechs Minuten. Oberbeck fuhr diesen Sieg in einer Form heraus, die sowohl im Hinblick auf das Zahlenergebnis— 3,13,50 Stunden für 120 Kilometer— als auch besonders in der geradezu unvorstellbaren Ueberlegenheit den Zweck der Prüfung als erreicht ansehen läßt: Der Sieger ist ein Fahrer, der eine olympische Hoffnung werden kann! Führt einen Besessenen des Theaters in die Ehrenloge, wenn der zweite Akt bereits begonnen hat, und er wird nicht den halben Genuß von der Aufführung haben, obwohl er das Stück schon an die hundert Mal gesehen hat und ihm eigentlich durch die Versäumnis des Anfanges nichts ganz Wesentliches entgangen zu sein scheint. Was ihm aber verloren gegangen ist, das ist diese eigentümliche Stimmung, jener prickelnde Reiz, der über dem Zuschauerraum liegt, bevor noch der Vorhang sich gehoben hat, jene Stimmung, die durch unzählige und für den Außenstehenden scheinbar nebensächliche Kleinigkeiten erzeugt wird, und in der das gedämpfte Stimmen der Instrumente nicht weniger bedeutsam ist wie das Lächeln der Garderobefrau, die sich freut, einen alten Bekannten wiederzusehen...— Seht, es ist bei einem großen Straßenrennen ganz ähnlich. Es ist für alle, die am Ziel stehen, nicht allzu viel vom Kampf zu sehen. Wenn die Fahrer plötzlich, in eine große Staubwolke gehüllt, mit fünfzig oder sechzig„Sachen“ aus der Kurve kommen, dann dauert es vielleicht 20 Sekunden, und das Rennen ist gefahren. Gewiß, für die ganz Unentwegten des Radsports würden diese 20 Sekunden eine Tagesreise lohnen, aber die unzähligen Schlachtenbummler, die sich schon vormittags, lange vor dem Start, einfinden, sie wollen die Stimmung bis zur Neige auskosten, die allein über den Vorbereitungen liegt, und, auf das große radsportliche Bochumer Ereignis dieses Sonntags angewendet, sie wollen die richtige, die einmalige„Bochum—Münster— Stimmung erleben. Man komme nicht mit dem Einwand, daß ja diesmal gar nicht Bochum—Münster—Bochum ausgefahren wurde, sondern daß das Rennen über eine ganz neue Strecke ging. Das wissen die Zuschauer selbstverständlich sehr genau, aber die zwanzig Jahre wunderbarer radsportlicher Tradition, die sich an den Namen Bochum—Münster—Bochum knüpfen, sind nicht mit einem Male wegzuwischen, und deshalb war am Sonntag morgen in aller Frühe nur von„Bochum—Münster“ die Rede, und es war richtiger, schöner und unruhiger „Bochum—Münster Betrieb", wie ihn die Radsportfreunde“ Westfalens in zwanzig Jahren lieben gelernt haben. Aufregung vor dem Start Schon kurz nach 11 Uhr ist in Marmelshagen Hochbetrieb. Motorräder stehen in rauhen Mengen vor der Wirtschaft Diederichs, und der Wirtschaftsgarten gleicht dem Lagerraum einer riesigen Fahrradfabrik. Und es naht noch immer Radfahrerkolonne an Radfahrerkolonne. Vergeblich sucht ihr hier den„Gesundheitslenker“, die Männer vom Bau, die hier antrudeln, fahren den tiefgebogenen Lenker wie die Rennfahrer und plötzlich entdeckt man unter den scheinbaren Sonntagsfahrern manches von großen Rennen bekannte Gesicht hervorragender westfälischer Fahrer. Die meisten tragen einen von Muttern mit Stullen reich ausgestopften Beutel auf dem Rücken, den früher mal einer der großen Berufsfahrer vor dem Ziel als Ballast abgeworfen haben mag. Sie kurbeln ein anständiges Tempo, die kleinen„Lohmänner",„Metzes" oder„Maesens.“ Und alle haben dasselbe Ziel: Olympiaprüfung. Dieses Zauberwort beflügelt die Tritte der Radfahrer und die Motoren derer, die unzünftig„Benzin fahren" und nur auf den Knopf treten zu brauchen, um auf der schönen Dorstener Straße auf 60 Sachen zu kommen. Inmitten des Gedränges treffen wir auch zwei ehemalige Bochum—Münster—Bochum=Sieger: Walter Lohmann, der inzwischen einer der größten Radfahrer der Welt geworden ist und Hans Guzek, bei dem es im Berufsfahrerlager noch nicht so recht klappen will. Aber auch die Kameraden von der„anderen Fakultät“ sind zur Stelle: An Lohmanns Tisch treffen wir auch Heinz Hasselberg, Deutschlands zweitbesten Amateurflieger, und Willi Bremer, den prächtigen Bochumer Mannschaftsfahrer. Sie alle sind guter Dinge, und ihr Interesse an dem Rennen ist Walter Lohmann, heute einer der ganz Großen im deutschen Radsport, der 1932 als Amateur die traditionelle Bochumer Radfernfahrt gewann, im Gespräch mit dem Sieger Oberbeck(Hagen) ..-Muthherr * ·ORD V8-Besitzer zu sein, heißt: unter den günstigsten wirtschaftlichen Bedingungen einen Achtzylinderwagen von großer Klasse zu fahren. Sein niedriger Anschaffungspreis ist ebenso überraschend wie seine verblüffende motorische Leistung. 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Siegreich blieb die Mannschaft Segers (Duisburg)(Gayk(Herten) mit 29 Punkten, dann folgten Schneider(Dortmund)(Harazin(Gladbeck) mit 13, Dahmen und Strauch(Dortmund) mit 7, Skoda Grimme(Gladbeck) mit 6 und Gebr. Müller (Münster) mit 8 Punkten. Gefahren wurden in der Stunde 36 Kilometer. „Mein erster Schritt“ Die traditionellen Straßenprüfungen des Deutschen Radfahrerverbandes„Mein erster Schritt" kommen in der Zeit vom 19. April bis 7. Juni in allen Bezirken zur Durchführung. „Heißt Flaggen und Wimpel“ 100=Jahr=Feier des deutschen Rudersports Am Tage der 100=Jahr=Feier des deutschen Rudersports vereinten sich alle deutschen Ruderer und Ruderinnen zu einer machtvollen Kundgebung, die den Auftakt der deutschen Ruderzeit im Olympiajahr bedeutet. Vom Bootshaus des Hamburger und Germania RC. aus, wo 1836 der Rudersport in Deutschland aus der Taufe gehoben wurde, übertrugen alle deutschen Sender die Jubelfeier. Alle 660 Hamburger Vereine waren aufmarschiert, als ein Trompetensignal die Feierstunde einleitete. Der Hamburger Bürgermeister Krogmann gab das Signal zur Flaggenhissung, und unter den Klängen des Präsentiermarsches gingen die Flaggen an den Masten empor. Fachamtsleiter Pauli würdigte in einer kurzen Ansprache die Bedeutung des Tages, dann sprach der Reichssportführer von Tschammer und Osten, dessen markige Worte ausklangen: „Nicht dem einzelnen gilt die Arbeit, sondern der Sport dient dem Volke, damit es stark und frei werde für alle Zeiten!" Aus Tausenden von Ruderkehlen klangen dann das Sieg=Heil für Führer und Vaterland und die Nationallieder über die Wasser. Ein gleiches Band umschloß in diesen Minuten die ganze deutsche Rudergemeinde und mit ihr ganz Deutschland. Es war ein einzigartiger Tag für diesen herrlichen Sport, als dann zum Abschluß der Feierstunde das Startkommando zum 10=Kilometer=Dauerrennen gegeben wurde. Ueberall setzten sich die Boote in Bewegung und starteten in den Frühling, in da deutsche Olympiajahr. Anrudern und Flaggenhilfung im Ruderverein Bochum Das Anrudern wär von jeher ein sportlicher Festtag für alle Rudervereine. Während früher jedoch jeder für sich anruderte, erfolgt der Saisonauftakt heute gemeinschaftlich für alle Vereine. Ein Gefühl enger sportlicher und kameradschaftlicher Verbundenheit erfüllt heute den Ruderer aus dem Bewußtsein heraus, daß in allen deutschen Gauen im gleichen Augenblick die Flaggen und Wimpel gehißt werden und zur gleichen Stunde zehntausend Boote in den Frühling starten. An dem idyllisch an der Ruhr gelegenen Bootshaus des Bochumer Rudervereins, unmittelbar hinter dem Eisenbahnviadukt in Witten, hatten sich Sonntag vormittag die Ruderer und Ruderinnen in stattlicher Zahl eingefunden, um den Festtag als„Tag des deutschen Rudersports“ in würdiger Form zu begehen. Durch Lautsprecher wurde der Festakt von Hamburg übertragen. Auf das Kommando zur Flaggenhissung stieg erstmalig die Flagge des Reichsbundes für Leibesübungen mit der Flagge des Deutschen Ruderverbandes am Mast empor, während auf dem Bootshaus gleichzeitig die Hakenkreuzfahne gehißt wurde. Nach der Uebertragung des Festaktes aus Hamburg ertönte das Kommando zum Anrudern. Beim Startschuß schossen die Boote hinaus auf die im Licht der Frühlingssonne glitzernden Fluten der Ruhr. Mit den unmittelbar darauf folgenden Booten des Wittener Rudervereins ging die Fahrt in Richtung Wetter zum 10=KilometerDauerrudern. Ein buntbewegtes Bild zeigte die Ruhr, da auch die Marinejugend in ihren schmucken blauen Uniformen zu Wasser war. Schneidig ausgerichtet kamen die„Einer",„Zweierund„Vierer" des Bochumer und Wittener Rudervereins nach beendigter Fahrt zu den Bootshäusern zurück. Frohsinn und Freude brachen sich Bahn, um so mehr, als der Wettergott die drohenden Regenwolken vorüber ziehen ließ. Ein gemeinschaftliches„Eintopfessen“ vereinte die Ruderer und Ruderinnen am Mittag im Klubhaus. Nach der ersten Ausfahrt mundete die Erbsensuppe noch einmal so gut. Am Nachmittag hatte der Bochumer Ruderverein noch eine besonders erfreuliche Pflicht der Bootstaufe zu erfüllen. Durch Spenden der Vereinskameraden war es ermöglicht worden, einen neuen„Einer“ zu beschaffen. In seiner Ansprache hielt der stellvertretende Vereinsführer Lindemann einen Rückblick auf den Werdegang des deutschen Rudersports. Die Taufe des neuen„Einers“ vollzog die Gattin des Vereinsführers, Bergwerksdirektors Schüler, auf dessen Vornamen das Boot in„Hans“ getauft wurde. Mit einer Pendalstafette, von je vier Booten des Vereins ausgeführt, erhielt der sportliche Teil des Festtages seinen Abschluß. Bis zur späten Abendstunde blieben die Ruderer und Ruderinnen anschließend noch in kameradschaftlichem Kreise beisammen. Deutschland unterliegt England:3 4000 beim Fußball=Studenten=Länderkampf in Frankfurt Vor rund 4000 Zuschauern und unter Beisein des Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. Krebs mußten die deutschen Studenten diesmal eine knappe und etwas unglückliche Niederlage von:2(:0) hinnehmen. Preaheir-kares geiclal Die Tradition gewahrt: Ein Bochumer Verein Meilter in der Bochumer Gruppe der Bezirksliga Die Würfel sind gefallen, die Bochumer Preußen sind Gruppensieger der Bezirksliga Bochum geworden, und zwar sogar mit recht deutlichem Abstand. War auch der Sieg über Schwelm eine recht bangliche Angelegenheit für den Preußenanhang, so war er doch verdient, denn man muß berücksichtigen, daß nach den voraufgegangenen schweren auswärtigen Kämpfen auch die letzte Aufgabe, so leicht sie auf eigenem Platz von vornherein schien, Nerven kostete. Aber selbst eine Niederlage gegen Schwelm hätte den Preußen den Grupvensieg eingebracht, denn Wattenscheid verlor in Dahlhausen, so daß Preußen jetzt mit 5 Punkten in Fuhrung liegt. Mit den Preußen stellt sich die Mannschaft der Gruppe als Aufstiegskandidat vor, die sich seit der zwischenzeitlichen geringfügigen Schwächeperiode im November vorigen Jahres als die beständigste Elf gezeigt hat. Die Preußen haben nach dem Niederbruch im vorigen Jahre, nach einer inneren und äußeren Krise ganze Arbeit geleistet. Nichts war ihnen geblieben als der gute Glauben an den Wiederaufstieg des Vereins, der schon manche Krise mit eiserner Energie zu überwinden verstand und der auch diesmal wieder gezeigt hat, daß der alte Preußengeist durch nichts zu erschüttern ist. Nach der Ordnung der inneren Angelegenheiten, die von der neuen Vereinsleitung mit allem Nachdruck betrieben wurde, konnte der Verein sich wieder den Platz unter den Bochumer und westfälischen Vereinen erkämpfen, den er seiner Tradition entsprechend verdient. Mit der inneren Erstarkung wuchs auch die äußere, die Erfolge machten sich bald bemerkdar, und als es wieder aufwärtsging, da erwechte der zähe Kampfgeist der Preußen, dem sie den gestern erfochtenen Erfolg allein zu verdanken haben. Und mit der Zähigkeit, mit der der Gruppensieg erfochten worden ist, werden die Preußen auch in die Aufstiegsspiele gehen; sie werden unsere Vaterstadt würdig vertreten, des sind wir gewiß. Und wenn es auch schwer sein wird, von sechs Bewerbern unter den ersten zwei zu sein, die sich die Zugehörigkeit zur Gauliga erkämpfen wollen, an dem guten Willen dazu wird es nicht fehlen. Der MBV. Linden holte sich in Hattingen erwartungsgemäß die beiden Punkte, wodurch Hattingens Schicksal nun endgültig entschieden ist. Die Ergebnisse: Preußen 07 Bochum— FC. Schwelm:2 SC. Dahlhausen— Wattenscheid 09/30:1 Hattingen 04— MVV. Linden:4 Die Tabelle: Preußen Bochum Wattenscheid 09/80 SC. Dahlhausen MBV. Linden Witten 92 FC. Schwelm Westfalit Bochum Sportring Gevelsberg Tura Altenvoerde STV. Werne Hattingen 04 Witten 07 Lieg und Mehterichaff! Preußen 07 Bochum-FC. Schwelm:2(:2) Purzelbäume schlagende Preußen=Jugendliche, sich freudig umarmende Spieler, reklamierende Schwelmer Spieler kennzeichneten den Augenblick— es war eine Viertelstunde vor Schluß des Spieles—, der durch das dritte Tor(Kalfelder) den Preußen den so sauer erkämpften Sieg und damit den Gruppensieg einbrachte. Wer wollte sich darauf verlassen, daß die Wattenscheider in Dahlhausen verlieren würden, wer darauf, den fehlenden Punkt vielleicht noch am Karfreitag mit einer letzten Energieleistung den Wattenscheidern abzutrotzen, falls sie in Dahlhausen gewinnen würden? Was man hat, hat man! Und so war es begreiflich, daß ein unbeschreiblicher Jubel nach der bangen halben Stunde, in der die Schwelmer im Vorteil lagen, sich breitmachte. Und wie haben sich die Schwelmer, die auf einige alte bewährte Kräfte zurückgegriffen hatten, geschlagen. Sorglos, wie es ihrer Lage entsprach, nahmen sie den Kampf auf, spielten mit einer Bravour, als hieße es für sie, den Gruppensieg zu erringen. Schnell und einsatzbereit, dabei aber stets ritterlich kämpften die Südwestfalensöhne, machten nicht viel Federlesens und legten keinen großen Wert auf technische Feinheiten. Mit starken Schlägen und halbhohem Spiel wurde der Ball auf direktem Wege nach vorn getrieben und oft genug war die sonst so sichere Läuferreihe der Preußen überspielt. Und doch gelang den Preußen nach wechselseitigen Angriffen der Führungstreffer durch Glatz I. Nicht lange währte der Jubel. Schwelms Mittelstürmer Christ setzte eine Bombe hoch auf das Tor, der herausgelaufene Wirzbicki kann den Ball wohl noch berühren, aber über seine Hände hinweg landet er im Netz. Und dann kam der Sturz des Stimmungsbarometers, als Schwelms Rechtsaußen eine herrliche Linksflanke zum Führungstreffer auswertet. So wie der Halbzeitstand als für Schwelm verdient bezeichnet werden muß, so kann man den Endsieg der Preußen wegen des Uebergewichts in der zweiten Hälfte als verdient bezeichnen. Brav schlagen sich die Schwelmer, aber die Preußen erkennen die Gefahr und drücken mit aller Macht. Wieder ist es Glatz II. der endlich die Spannung löst und den Ausgleich erzielt. Und als Kalfelder etwa eine Viertelstunde vor Schluß eine Bombe gegen das Tor losläßt, die den am Boden liegenden Torwart aus den Armen springt, funkt Kalfelder noch einmal und findet im Nachschuß das Ziel. Schwelm reklamiert abseits, aber der Tormann hatte den Ball zuletzt gespielt und der ruhig und umsichtig leitende Emler(Hassel) ließ sich auf nichts ein. Fast hätte es ein weiteres Tor gegeben, als„Päule“ einen glänzenden Zugball auf das Tor losließ. Es war eine Glanzleistung dieses ältesten Spielers der Mannschaft, dem man das Tor gern gegönnt hätte. ... und die Preußen feiern Die Bochumer„Preußen" hielten am Sonntag abend eine kleine„Vorfeier" ab. Vereinsführer Rannenberg begrüßte die Mitglieder und gab seiner Freude Ausdruck, däß es den Bochumer„Preußen" trotz der Schwierigkeiten in den letzten Jahren dennoch gelungen ist, die Gruppenmeisterschaft zu erringen. Er stattete den Spielern und Mitarbeitern für ihre erfolgreiche Arbeit seinen Dank ab. Anschließend sprach Arbeitsamtsdirektor Kampmann. Er betonte, daß aus diesem Kreis der Arbeiter der Stirn und der Faust die Erreichung des gesteckten Ziels nur möglich geworden sei, weil der Kameradschaftsgeist als Vorbedingung alles Schaffens im Vordergrund stand, das eigene„Ich“ dagegen hintangestellt worden sei. Das Vorbild des nationalsozialistischens Wollens möchten sich die „Preußen" zu eigen machen, zum Wohle des Vaterlandes und zur Ertüchtigung der deutschen Jugend. Sicherer MBV.-Sieg Hattingen 04— MBV. Linden:4(:). Der MBV. Linden konnte sich am Hattinger Wasserwerk sicher durchsetzen. Ganz leise hegte man im Hattinger Lager noch Hoffnungen, den Abstieg aufzuhalten, aber der MBV. ließ sich in keiner Weise beirren und nahm dem Hattinger SV. jede Chance zum Sieg. Die Lindener Mannschaft zeigte trotz mehrerer Ersatzeinstellungen das bessere Spiel. und besonders im Angriff das ausgefeiltere Können, obwohl Mertes, Wolff und auch Schimmelpfennig I fehlten. In der ersten Hälfte leisteten die Hattinger dem MBV. noch großen Widerstand und setzten dem besseren technischen Können des Gastes eine ordentliche Portion Kampfgeist entgegen. Lindens Kombinationsspiel schaffte aber im Hattinger Strafraum heikle Situationen, und nach kurzer Zeit hatte der rechte Flügelstürmer Niedereichholz die Führung für den MBV. erkämpft. Nachdem der Halbrechte Jezierski l eine schöne Kombination mit einem zweiten Treffer abgeschlossen hatte, kamen die Platzleute nach einem Eckball vor der Pause zum ersten Gegentreffer. Auch nach dem Wechsel blieben die Lindener im Vorteil, obwohl die Hattinger mit dem Mute der Verzweiflung kämpften. Der Linksaußen [Mann schoß bald den dritten Treffer heraus, und wenige Minuten später hatte Jezierski I eine Gelegenheit blitzschnell erfaßt und das Ergebnis auf:1 erhöht. Im Gefühl des sicheren Sieges ließen die Märker etwas nach, so daß die Hattinger im Anschluß an eine Ecke ihr zweites Tor erzielen konnten. Die Nachbargruppen Gruppe Gelsenkirchen: Horst=Emscher— SV. Rotthausen:0. Gruppe Dortmund: DSC. Hagen— TuBV. Mengede:1; Borussia Dortmund— BV. Brambauer:2. Gruppe Münster: Viktoria Recklinghausen— SuS. Ahlen:1; Schwarzw. Meckinghoven— Rheine 09:1. Gruppe Minden: Westfalia Brackwede— SuS. Herford:1. Wallemdteid-Vernerraural-Ehmeier SC. Dahlhaufen-Spyg. Wattenscheid 09/30:1(0: 0) manche gute Gelegenheit, die Führung itsprechend wohnte Kampf“ an der Der Bedeutung des Treffens ents eine große Zuschauergemeinde dem Kampf an Kassenbergerstraße bei. Die Dahlhauser holten einen knappen:=Sieg, der auf Grund der gezei freudiger. Für den gesperrten linken Flügelst Donczek spielte Metz, während Lennartz verteidigte Im übrigen nahm die Mannschaft in der alten Besetzung diesen wichtigen Kampf auf. Bei den Wattenscheidern wirkte wieder der etatsmäßige linke Verbindungsstürmer Rest mit, so daß auch sie die stärkste Besetzung zur Stelle hatten. Wenn es dennoch nicht auf allen Posten klappte wie in den letzten Spielen, dann deshalb, weil der Sturm von seiner Schußkraft nicht genügend Gebrauch machte. Der Lauf hätte mehr im Aufbau wirken. müssen. Ansonsten war auch die Mannschaft als Gesamtheit eifrig und unterlag nach hartem Kampf ehrenvoll. Die Wattenscheider waren gleich zu Beginn recht gefährlich. Hüben wie drüben gab es in der ersten an sich zu reißen, aber die beiderseitigen Hintermannschaften ließen vor der Pause keinen Treffer zu. Im zweiten Akt waren die Dahlhauser zunächst gefährlicher. Nach 12 Minuten erzwangen sich die Platzleute den Führungstreffer, als Gevelmann nach schöner Kombination das Leder erwischte und unhaltbar einschoß. Bereits zehn Minuten später hieß es 200 für Dahlhausen. Wattenscheids Verteidigung ging den Linksaußen Metz unfair an. Der gegebene Elfmeter, den der linke Läufer Paar schoß, brachte den Platzleuten den knappen Sieg. Penige Minuten später mußte Dahlhausens rechter Läufer den Platz wegen einer Unfairneß verlassen. Die Wattenscheider kamen nun mehr auf und drückten stark. In der 27. Minute war der Sturm der Gäste erneut gut durchgekommen, der Rechtsaußen angelte sich den Ball und der Ehrentreffer war für Weitz unhaltbar. In den restlichen Minuten gab es nochmals einen Kampf auf Biegen und Brechen, wobei die Wattenscheider nochmals erfolgreich waren, aber das Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben. Schufze gewilm-Berin-Conbus-Bernn Münzer beiter Berufsfahrer Die große Rad=Fernfahrt Berlin—Kottbus—Berlin eröffnete am Sonntag die deutsche Straßenrennzeit. Doch diesmal wandte sich in erster Linie das Interesse den Amateuren zu, die über 105 Kilometer ein Auswahlrennen für die olympischen Radwettbewerbe bestritten. Nach einer einzigen Jagd über die ganze Strecke ging B. Schulze(Chemnitz) nach 2,38,20 Stunden Fahrzeit mit Reifenstärke vor Gensler(Bernheim) durchs Ziel. Mit 500 Meter Abstand folgte ein Rudel von ungefähr 50 Fahrern. Die Berufsfahrer hatten eine 260 Kilometer lange Strecke zurückzulegen. Aus einer großen Gruppe erspurtete sich hier der Berliner Paul Münzer nach 7,12,10 Stunden den Sieg vor Rudolf Wolke(Berlin) und Hodey(Essen). Bei den Amateuren hatten sich die besten Fahrer des ganzen Reiches eingefunden. Ueber 150 nehmen den Kampf auf, und viele, darunter so gute Leute wie Hupfeld, Heller, Wendel, Hauswald und Kranzer, mußten ihre Hoffnungen schon 3 Kilometer nach dem Start begraben, als ein Massensturz im dichtesten Gewühl das Feld vollkommen zerriß. Vorn wurde ein Tempo angeschlagen, das denen, die einmal den Anschluß verloren hatten, keine Aussicht mehr ließ, jemals wieder heranzukommen. Vor den Trebbiner Bergen machten sich zuerst per sparere Sieger Schulze(Chemnitz) und wenig später auch Gensler und Wiemer davon und fahren einen immer größeren Vorsprung heraus, Wiemer kann bald beiden allein ziehen (Bielefeld), nicht mehr mit und muß die lassen. Vor dem Ziel stürzen Wengler(Bielefel Schild(Chemnitz) und der Vorjahrsstraßenmeister Böhm(Berlin). Mit fast 1000 Meter liegen Schulze und Gensler immer noch vorn und erreichen auch das Stadion als erste, während sich in der folgenden Gruppe ein erbitterter Endkampf entspann. Das 260 Kilometer lange Rennen der Berufsfahrer wurde erst gegen Schluß zu einem wirklichen Kampf. Im Endspurt wurde der schon in Front liegende Rudolf Wolke auf der kurzen Zielgeraden von seinem als Berufsfahrer bisher noch nicht hervorgetretenen Landsmann Münzer passiert und knapp geschlagen. Hodey behauptete noch den dritten Platz vor Nietzschke, Bautz und dem Vorjahrssieger Kutschbach. Ergebnisse: Amateure(105 Kilometer): 1. Schulze(Chemnitz) 2,38,20; 2. Gensler(Bernheim); 3. Schild(Chemnitz) 2,38.40; 4. Scheller(Nürnberg); 5. Figay(Bielefeld); 6. Wölker(Schweinfurt); 7. Wengler(Bielefeld); 8. Reichel(Chemnitz); 9. Langhoff(Bielefeld); 10. Bartoskiwicz(Berlin) alle dichtauf. Berufsfahrer(260 Kilometer): 1. Münzer(Berlin) 7,12,10; 2. Wolke(Berlin); 3. Hodey(Essen): 4. Nietzschke(Magdeburg); 5. Bautz(Dortmund): 6 Kutschbach (Berlin); 7. Bartolomäus(Berlin); 8. Stöpel(Berlin); 9. Kiiewski(Dortmund); 10. Sironski(Berlin). Radolpivor Wegiann und Lemberg Schluß der Deutschen Billardmeisterschaft Rachitgs Ungeschlagen holte sich der Essener Rudolph in Bochum die Deutsche Billardmeisterschaft der ersten Klasse am kleinen Brett(Cadre) Vorentscheidungen am Samstag Es war vorauszusehen, daß der Samstag den Hohepunkt und auch die Vorentscheidung im Billardturnier um die Deutsche Meisterschaft bringen würde. Die Kampfe wurden durchweg recht erbittert durchgeführt, und man hatte den Eindruck daß außer Rudolph (Essen), der souverän aus dem Teilnehmerfeld herausragte, die übrigen Mitbewerber es nur noch darauf abgenellt hatten, so gut wie möglich abzuschneiden, um hinter dem mit Sicherheit auf den Meistertitel zusteuernden Rudolph eine gute Figur zu machen. Schon die ersten Nachmittagspartien brachten heiße Kämpfe. Die Partie Hens(Bochum) gegen Janzen(Essen) ging unentschieden aus. Hens kam schlecht in Fahrt, lag bei der 20. Aufnahme mit 140 im Rückstand, überflügelte seinen Gegner aber nach der 81. Aufnahme. Janzen behielt indes zum Schluß doch wieder die Oberhand und hätte die Partie gewinnen müssen, wenn er sich nicht wie Wegmann den Scherz geleistet hätte, bei 399 stehenzubleiben. Hier hatte Hens noch eine klare Gewinnchance, vergab sie aber ebenfalls, so daß Janzen den letzten Ball machen konnte. noch der Ausgleich, weil er im Nüchsten war. Lemberg(Vohwinkel) bestätigte weiter die am Vortage gezeigte glänzende Spiellaune und hatte sich nach schwachem Eindruck am ersten Tage von allen auswärtigen Teilnehmern am besten akklimatisiert. Trotz zwischenzeitlicher Führung von Schulten(Gelsenkirchen) gewann er die Partie in gutem Stil, als er beim Stande von 303:300 für Schulten mit einer glatten Serie von 100 Points ausmachte. Dann folgte die mit Spannung erwartete Partie Rudolph(Essen)— Stirnberg(Bochum). Es war die schönste Partie des ganzen Turniers, bei der Rudolph gezwungen wurde, das ganze Repertoire seines Könnens zu zeigen. Unbekümmert begann er, legte vom Anstoß weg 87 Bälle vor. Stirnberg läßt sich aber nicht verbluffen und hat ihn schon nach der vierten Aufnahme erreicht. Er führt bei der 7. Aufnahme mit 44 Bällen, als sich aus einem„Fuchs“ für Rudolph die allerbeste Chance zu einer Serie ergibt, die er dann auch prompt mit 120 ausnutzt. Stirnberg läßt sich aber zicht aus der Ruhe bringen, doch passiert ihm nach dem alheut 21. Hall das Maryeur, daß. och pass aß er bei„orinnen" nicht aus dem Feld herauskommt. Wie abgezirkelt haben sich die drei Bälle aufgebaut. Es ist das Idealste, was sich ein Spieler nur wünschen kann. Rudolph bringt diese Stellung weitere 106 Bälle ein, so daß die Partie 377:267 steht. Mit 400:336 geht die Partie bei nur 13(1) Aufnahmen zu Ende. Eine brave Leistung von Stirnberg, eine noch bravere aber von dem jugendlichen Rudolph. Zu gleicher Zeit tobte am Nebenbrett ein zermürbender Kampf zwischen Wegmann(Langendreer) und Schulten(Gelsenkirchen), den Wegmann mit 400:259 bei 28 Aufnahmen gewann. Wegmann konnte zunächst nicht recht warm werden, und es hatte den Anschein, als ob der Gelsenkirchener die Ueberraschung fertigbringen würde. Wegmann besann sich aber und beherrschte in der Folgezeit unangefochten die Lage, wozu eine Serie von 109 nicht unwesentlich beitzug. Die beiden ersten Abendpartien sahen Kämpfe um den„Platzvorteil". Janzen war gegen Bläser weiter im Pech und verlor„traditionsgemäß“ knapp. Die Partie endete 363:400 bei 29 Aufnahmen. An Brett II holte sich Hens(Bochum) seinen dritten Sieg, und zwar mit 400:307 gegen Schulten(Gelsenkirchen). Die Schlußpartien des Abends Stirnberg—Wegmann und Rudolph—Lemberg brachten dann insofern die Vorentscheidung, als nur noch Wegmann, der Stirnberg nach 25 Aufnahmen mit 400:341 schlagen konnte, die geringe Chance hat, den Essener Rudolph in seiner letzten Partie zu schlagen, um dann mit ihm die notwendige Stichpartie zu erledigen. Rudolph zeigte auch in der letzten Partie gegen den ihm in seiner Spielweise am nächsten kommenden Lemberg seine große Klasse. Mit fast schulmäßiger, mathematischer Genauigkeit lenkt er die Bälle nach seinem Willen, und wenn ihm wirklich der eine oder andere, der gar nicht einmal schwer erschien, nicht gelang, so war das wohl der ungeheuren Nervenbelastung zuzuschreiben, die dieser gertenschlanke Junge in den letzten Tagen hat durchmachen müssen. Seite 9 Nr. 82; Bochumer Anzeiger„ Montag, 6. April 1936 er nur 15 Aufnahmen, um seinen Gegner mit 400.321] Aralien-Kiähelheue Renorde zu erledigen. Im Mittelpunkt des Schlußtages eserseis fjalche deihenl Sobeie sich, Miäk dser Käihe Taktik aufzubringen vermochte. Rudolph dagegen bewies in diesem Kampf, daß mit dem Gegner auch seine eigene Leistung wächst, denn er erzielte in diesem Spiel seine höchste Serie mit 139 Bällen und den höchsten Einzeldurchschnitt von 33,.33. Bereits bei der sechsten Aufnahme lag Rudolph mit 189:150 in Führung, um dann nach seiner Höchstserie von 139 einen klaren 400:262= Sieg bei zwölf Aufnahmen herauszuholen. Damit hatte Rudolph seine Partien alle gewonnen, während Wegmann mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen mußte. Die anderen noch zu spielenden Partien vermochten die Meisterschaft nicht zu beeinflussen und waren nur noch Positionskämpfe. Lemberg belegte trotz seiner Niederlage gegen Hens mit 370:400 den dritten Platz, während der vorjährige Meister auf den fünften Platz endete. Schulten fertigte Janzen sicher mit 400:260 ab. Stirnberg beendete seine letzte Partie gegen Bläser mit 400:347. Die Schlußtabelle Mansfeld(DKW) wieder Eilenriedemeilter— Ley(BMW) fuhr die schnelllie Runde heran, der aber nunmehr seinerseits wachsam blieb und schneller wurde. Zum Schluß fuhr Ley ein tolles Rennen, mußte sich aber hinter Mansfeld(.08,52— 125.4 Stundenkilometer) mit dem zweiten Platz vor H. Müller(DKW.) zufrieden geben. Die Siegerehrung nahm Gau=Fachamtsleiter Fischer vor. Einleitend dankte er allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten. Dann überreichte er dem Sieger die Goldmedaille und den Wanderpreis. Wegmann(Bochum) erhielt als bester Bochumer den vom„Bochumer Anzeiger“ gestifteten Eprenpreis, eine kunstvoll gearbeitete Lederschreibmappe. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer klang die Veranstaltung aus. Hannover, 5. April. Das Motorsportjahr 1936 wurde am Sonntag vormittag im Stadtwald von Hannover mit dem internationalen Eilenriederennen eröffnet. Gleichzeitig wurde für die Solo=Maschinen der erste Lauf zur Deutschen Kraftradmeisterschaft gestartet. Bei frühlingshaftem, wenn auch etwas kühlem Wetter fanden sich am Sonntag morgen in aller Frühe längs der 4,8 Kilometer langen Strecke Zehntausende von Zuschauern ein Gut 80000 Menschen umsäumten schließlich den im letzten Jahre glänzend ausgebauten Kurs, auf dem es schon während der Trainingstage neue Rekordrunden gegeben hatte. Die Erwartungen der Massen und des deutschen Motorradsports wurden erfüllt. Alle Rennen waren sehr schnell, zum Teil auch äußerst spannend und endeten mit neuen Rekordgeschwindigkeiten. Eilenriedemeister wurde der Breslauer Mansfeld auf einer Halbliter=DRW. mit dem neuen Eilenriederekord von 125,4 Stundenkilometer. Mansfeld verteidigte damit erfolgreich seinen im Vorjahre errungenen Titel, den er dem„Eilenriede=König“ Toni Baumhofer abgewonnen hatte. Die Zschopauer Werke kamen noch zu zwei weiteren Siegen, da E. Kluge in der Klasse der kleinen Solomaschinen siegreich blieb und der Fuldaer Kahrmann in der Klasse der leichten Seitenwagenmaschinen als Sieger durchs Ziel ging. NSI. hatte keinen glücklichen Tag. kam aber in der Klasse der schweren Beiwagenmaschinen durch das Baseler Ehepaar Hans und Cilly Stärkle zu einem Erfolg, nachdem durch zu frühes Abwinken der sichere Sieger der 350er Klasse, H. Fleischmann(NSU.) noch kurz vor der Ziellinie bei abgestoppter Fahrt von dem Engländer Mellors(Velocette) überholt worden war. Dies war auch der einzige ausländische Erfolg, wenn auch hervorgehoben werden muß, daß sich vor allem die schwedischen Husgvarna=Maschinen ganz vorzüglich bewährten. Es war festzustellen, daß unsere sämtlichen Rennmaschinen noch etwas schneller geworden sind, so daß wir in den noch Milner home-Entscheldung in der urappes SC. Altenbochum und TG. Bochum-Ehrenfeld liegen weiter kommenden zahlreichen Kämpfen noch weitere Geschwindigkeitssteigerungen erwarten dürfen. Für die Solomaschinen ging die Fahrt über 30 Runden= 144 Kilometer. 19 Maschinen starteten in der kleinen Klasse, nicht über 250 ccm. Nur sechs beendeten das hart umkämpfte Rennen. Der nach zehn Runden führende Engländer Wood wehrte sich zwar sehr gegen Kluge, der ihm aber näher und näher kam und ihn schließlich auch überholen konnte. Kluge siegte nach 1,19,18 Stunden mit 109 Stundenkilometer vor Wood und Sandri. Die am stärksten besetzte Klasse der 3502ccm.; Maschinen sah nach der ersten Runde den RSU=Fahrer Heiner Fleischmann vor den übrigen 28 Mitbewerbern. Soenius(NSU.), der Engländer Anderson(Velocette) und dessen Landsmann Mellors(Velocette) folgten. Nach fünf Runden lag Mellors auf dem zweiten Platz vor Soenius. dem Schweden Lambert=Meuller (Husavarna). Anderson und dem Italiener Sandri (C..)., Wegen Kettenbruchs schied nach zehn Runden der Schwede Strömberg auf Husgvarna aus, bald folgte ihm auch Soenius. Sandri fuhr allzu kühn durch die Kurven. Als er schließlich eine zum Schutz errichtete Strohwand streifte, stürzte er und mußte aufgeben. Inzwischen fuhr Fleischmann vorn ein sehr sicheres und gleichmäßiges Rennen. Er sah wie der sicherste Sieger aus, als er die Zielgerade mit einigem Vorsprung vor Mellors heruntergebraust kam. Die Zielflagge wurde aber dem Deutschen viel zu weit vor der Ziellinie gezeigt, die er nunmehr glaubte passiert zu haben. Fleischmann stoppte sofort ab und auf der kurzen Strecke bis zur Ziellinie konnte ihn dann der noch in voller Fahrt befindliche Mellors abfangen, der mit 1,14,12,2 Stunden= 116,6 Stundenkilometer Sieger wurde.„„„„.—6 4— Ou In der Halbliterklasse spannte jeder auf den Dreikampf der Ställe DKW— NSU— BMW. Mansfeld entschied mit seiner DKW. das Rennen ziemlich sicher für seine Marke, da er von Beginn an die Führung hatte und sich nicht mehr überholen ließ. Viel härter wurde um die Plätze gekämpft. Hier war es vor allem der Nürnberger Ley, der nach der Hälfte des Rennens mit seiner BMW. aus dem Hinterfeld auftauchte und in phantastischer Fahrt einen Gegner nach dem anderen überholte. In der drittletzten Runde kam Ley mit dem neuen Rundenrekord von 130.4 Stundenkilometer von 38 Sekunden bis auf sieben Sekunden an Mansfeld Lange schon steht der Gruppensieg in der Gruppe A der ersten Kreisklasse fest, aber in der Abstiegsfrage ist noch keine Klärung eingetreten. Riemke, Herne=Süd, Wanne 11 und Constantin Herne streiten sich hier um die Plätze. Der VfB. Gerthe bat sich durch einen neuerlichen Sieg, der die augenblickliche Stärke der Gerther am besten beweist, ganz aus der Gefahr herausgespielt. Diesmal war Preußen Wanne der Leidtragende. Der Herner Lokalkampf Germania— Rasensport wurde eine ben Phönix Bochum und Wanne 11 trennten sich unentschieden. Die Ergebnisse: PfB. Börnig— Herne=Süd:0 Germania Herne— Rasensport Herne:0 Preußen Wanne— VfB. Gerthe:8 Phönix Bochum— Wanne 11:8 VfB. Börnig Germania Herne SV. Sodingen Phönix Bochum Nasensport Herne SV. Holsterhausen BfB. Gerthe Teutonia Riemke Preußen Wanne Herne=Süd Wanne 11 Constantin Herne „In der Gruppe EC Altenbochum Die Tabelle: Spiele gew. unsch. verl. Tore 21 16 2 8 71:24 21 21 22 21 11 10 8 10 56•30 42•34 48•41 33:30 Punkte 34:8 29:15 27:15 25:19 23:19 geht der Brust=an=Brust=Kampf TG. Bochum=Ehrenfeld weiter. Beide Svitzenmannschaften gewannen ihre gewiß nicht leichten Spiele. Während die Altenbochumer durch einen Elfmeter zu den beiden Punkten kamen, gewannen die Ehrenfelder den Lokalkampf etwas glatter. Den vierten Platz sicherten sich die Bochumer Polizisten durch einen Sieg über TuS. 26 Altenbochum. Damit hat die Polizei als Neuling eine achtbare Leistung vollbracht. Stiepel 04 scheint ein wenig ins Wanken geraten zu sein, denn nach der Niederlage gegen SC. Altenbochum auf eigenem Platze folgte eine weitere gegen den Abstiegskandidaten Wattenscheid 19 Spielabbruch in Langendreer!. Die beiden Abstiegskandidaten Langendreer 4 und SuT. Harpen rangen erbittert um die Punkte, die den Langendreerern sicher waren, denn sie führten bis zur Pause schon mit:0. Etwa eine Viertelstunde vor Schluß kam es zu einem Zwischenfall, der zum Spielabbruch führte. Weitmar 09 unterlag auf eigenem Platz Langendreer 07. Die Ergebnisse: TG. Bochum=Ehrenfeld— Reichsbahn Bochum:0 Union Günnigfeld— SC. Altenbochum:1 Polizei Bochum— TuS 26 Altenbochum:1 Weitmar 09— Langendreer 07:4 Langendreer 04— SuT. Harpen:0(abgebrochen) Die Ergebnisse: 1. Lauf der Deutschen Kraftrad=Meisterschaft, Solomaschinen, 30 Runden= 144 Kilometer: Nicht über 250 ccm: 1. E. Kluge=Zschopau(DKW) .19,18 Stunden— 109 Stundenkilometer(alter Rekord 101.5 Stundenkilometer); 2. Wood=England (New=Imperial) 1,19,51 Stunden= 108,3 Stundenkilometer; 3. Sandri=Italien(CM.) 1,22,53,4 Stunden— 104,2 Stundenkilometer. 19 gestartet, 6 am Ziel. Nicht über 350 ccm: 1. E. Mellors=England(Velocette).14,12,2 Stunden= 116,6 Stundenkilometer (alter Rekord 1083 Stundenkilometer); 2. H. Fleischmann=Nürnberg(RSU) 1,14,15,3 Stunden— 115,4 Stundenkilometer: 3. Lambert=Meuller— Schweden (Husgvarna).15,20,3 Stunden; 4. Anderson=England (Velocette) 1,16,26,6 Stunden. 29 gestartet, 19 am Ziel. Nicht über 500 ccm: 1. Mansfeld=Zschopau(DKW) .08,52 Stunden= 125.4, Stundenkilometer(alter Rekord 115.6 Stundenkilometer): 2. Ley=Nürnberg (BMW) 1,08,58,4 Stunden= 125,3 Stundenkilometer; 3. H. Müller=Zschopau(DKW).09,27,3 Stunden= 124,4 Stundenkilometer: 4. Strömberg=Schweden(Husgvarna) 1,10,30 Stunden. Seitenwagenmaschinen, 20 Runden= 96 Kilometer: Nicht über 600 ccm: 1 Kahrmann=Fulda(DKW) 52.24.4 Minuten= 106 Stundenkilometer(alter Rekord 101.2 Stundenkilometer); 2. Toni Babl=Miesbach(DKW) 54,55 Min.= 104.9 Stundenkilometer: 3 H. Stärkle=Schweiz(NSU) 55.14 Min.= 104.3 Stundenkilometer: 4. Schumann=Neckarsulm(NSU) 55.164 Min. 15 gestartet, 10 am Ziel. Nicht über 1000 ccm: 1. H. Stärkle=Schweiz 56.06,4Min.= 102,6 Stundenkilometer(alter Rekord 100,2 Stundenkilometer); 2. Ehrlenbruch=Elberfeld (Tornax=Jap) 58,58.1 Min.= 985 Stundenkilometer; 3. eine Runde zurück: Gosse=Köln(Tornax=Columbus); 4. Schneider=Weßling(Sarolea). 12 gestartet, 7 am Ziel. Wie erwartet: Cambridge Die Tabelle: . unsch. verl. Tore 5 3 54:80 2 5 9 Spiele gew. un 22 14 20 18 22 11 22 12 20 9 5 6 8 10 10 11 14 16 69:21 58•42 50:33 33:23 40:33 33:87 34:33 36•49 35:38 16•29 25:65 28:78 Punkte 33:11 31:9 28:16 25:19 24:16 24:16 22•22 19:21 19•23 19•25 11:25 •28 .37 SC. Altenbochum TG..=Ehrenfeld Langendreer O7 Polizei Bochum Weitmar 09 Stiepel 04 21 9 uS. 26 Altenbochum 22 8 Rheinelbe Leithe 20 7 Reichsbahn Bochum 21 8 Union Günnigfeld 22 7 Langendreer 04 18 4 SuT. Harpen 18, 4 Wattenscheid 19 21 2 2. Kreisklasse: In der Gruppe B der zweiten Kreisklasse ist die Meisterfrage Sonntag entschieden ,worden. Concordia Bochum siegte auf eigenem Platz über den Bochumer Verein und hat sich damit den Gruppenmeistertitel gesichert. Im vorigen Jahr zur zweiten Kreisklasse abgestiegen, haben sich die Wiemelhauser den Aufstieg wieder erkämpft und werden in der kommenden Saison wieder in der ersten Kreisklasse erscheinen. Der LFC. Laer siegte auf eigenem Platz über Tura=Fortuna Weitmar und bringt sich immer weiter aus der Abstiegszone heraus. Preußen 11 Bochum fertigte Carolinenglück recht knapp ab, während Bochum=West klar über Langendreerholz siegreich blieb. Die Ergebnisse: Concordia Bochum— Bochumer Verein:1 LFC., Laer— Fortuna Weitmar:1 Preaßen 11 Bochum— Carolinenglück:1 Bochum=West— Langendreerholz:2 In der dritten Kreisklasse kam nur ein Spiel zur Durchführung, und zwar verlor DSC. 31 Bochum gegen Germania Querenburg mit:5. Der 47. Sieg der„Hellblauen“ Segen London, 4. April. Londons Sportwelt und darüber hinaus die Englands, hatte am Samstag ihren großen Tag: zum 88. Male gelangte das große Ruderwettrennen der Universitäten Cambridge und Oxford zur Entscheidung. Wie allgemein erwartet, setzte sich die Cambridge=Mannschaft in ununterbrochener Folge zum 13. Male siegreich durch, mit fünf Längen nach 21,06 Minuten für die rund 6800 Meter lange Strecke als Sieger vor dem Oxford=Boot durchs Ziel gehend. Das Interesse hatte gegenüber den Vorjahren etwas nachgelassen, weil sich jeder sagte:„Cambridge gewinnt ja doch!“ Und trotzdem waren die Ufer der schmutziggrauen Themse an der ganzen Strecke entlang wieder mit Zehntausenden besetzt, viele insgeheim hoffend, daß Orford nach zwölf voraufgegangenen Niederlagen doch ein Sieg gelang. Nun, sie wurden enttäuscht. Orford hatte Seitenwahl und entschied sich für die Surrey“ im fraditionellen Ruderkampf Oriord Seite. Gleich nach dem Start übernahmen die dunkelblauen Orford=Leute die Führung auf dem bis zur Hammersmithbrücke unruhigen Wasser, bei zwei Meilen hatten sie 1½ Längen Vorsprung herausgerudert. Dann legte sich Cambridge, das durch eine fabelhafte Zusammenarbeit bestach, in die Riemen, holte in einem eleganten Zwischenspurt die führenden Orforder ein und ging sofort weiter, um bei drei Meilen mit 1½ Längen in Front zu liegen. Oxford riß sich verzweifelt zusammen und versuchte, die Lücke zu den Führenden wieder zu schließen. Die„Hellblauen“ hatten jedoch überlegen das Rennen in der Hand, steigerten sogar noch ihre Schlagzahl und gewannen in ganz überlegenem Stil. Von den bisher zum Austrag gelangten 88 Rennen hat damit Cambridge zum 47. Male gewonnen, 40mal siegte Orford, während der Kampf im Jahre 1877 das einzige Mal unentschieden ausging. Preahenns-Piehterhiahktellaff Die Spiele der I. Kreisklälle Tg..=Ehrenfeld— Reichsbahn Bochum:0(:0) Beide Vereine mußten mit ersatzgeschwächter Mannschaft in den erwartungsgespannten Lokalkampf gehen, der zeigen sollte, ob der Reichsbahn=Tus, auch den anderen Tabellenführer zu schlagen vermöchte. Bei den Gästen fehlte der famose Mittelläufer Flader, die Platzleute hatten ebenfalls ihren Mittelläufer Wondzinsti und den neu eingestellten Verteidiger Senger auswechseln müssen. Obwohl gegen Wind spielend, begannen die Ehrenfelder in leichter Ueberlegenheit. Wenig später setzte der Halblinke eine Kerze in einen gefährlichen Torschuß um, den der Reichsbahn=Hüter im Fallen meisterte. Die erste Gefahr auf der Gegenseite beschwor der Gast herauf, als sein linker Läufer Picken einen sauberen Strafstoß unter den Balken des Ehrenfelder Gehäuses jagte, wo ihn Schleich aber geschickt überlenken konnte. Beim Gastgeber fiel anfangs der Ausfall des sonst so starken Rechtsaußen auf, dessen erste verwendbare Flanke durch den Halblinken Mühlhaus zum:0 führte. Nach der Pause leaten die Ehrenfelder mehr Schwung und Tempo ins Spiel, während sich auf seiten Reichsbahns jetzt Jakob als Mittelläufer versuchte. Dann verwies der Spielleiter wegen unelschche Kearei die Masghachane dien eselic e Einzelvorstöße im Eckenverhältnis aufzuschließen. Nachdem ein weiterer Treffer wegen Abseits für Ehrenfeld nicht anerkannt wurde, waren diese wenig später glücklicher: eine Vorlage, von der linken Ehrenfelder Sturmseite erreichte Filiviak, der wuchtig und flach zum endgültigen Sieg verwandelte. Polizei=SV. Bochum— TuS. 26 Altenbochum:2(:0) Beide Mannschaften traten mit mehreren Ersatzspielern an. Das faire Spiel erbrachte einen knappen Sieg der Platzleute, die bereits nach zehn Minuten durch den Mittelstürmer in Führung gingen. Nach dem Seitenwechsel glichen die Gäste durch den Mittelstürmer Wahl aus. Das entschlossene Angriffsspiel der Platzleute setzte sich dann besser durch, die mit zwei weiteren Toren ihre Ueberlegenheit zahlenmäßig zum Ausdruck brachten. Wenige Minuten vor Schluß kam der Gast durch einen Elfmeter zum zweiten Gegentreffer. Weitmar 09— Langendreer 07:4(:). Die Gäste zeigten die reifere Spielweise, gegen die die Weitmarer vergeblich ihren Kampfgeist und Eifer einzusetzen versuchten. Langendreers Sturm zeigte ein planvolles Zusammenspiel und legte bis zur Pause zwei Tore vor. Auch nach dem Seitenwechsel bot der Gast die besseren Leistungen. Weitmars Gegenangriffe waren zu verzettelt, um bei der guten Abwehr der Gäste Erfolge zu erzielen. Langendreer vermochte den Vorsprung um zwei Tore zu erhöhen, denen Weitmar einen Treffer entgegensetzte. Die Pohahpfele Bochums letzter Bezirksligavertreter ausgeschieden Welttalie Bochum in Röhlinghaulen geichlagen Nachdem die Bochumer Preußen Gruppensieger geworden sind und automatisch aus dem Pokalspielwettbewerb ausscheiden, sind durch die Niederlage der Bochumer Westfalen in Röhlinghausen sämtliche Bochumer Bezirksliga=Mannschaften aus dem diesjährigen Pokalspielbetrieb ausgeschaltet worden. Lediglich unsere beiden Gauligavertreter, die am 19. April in die Pokalspiele eingreifen, vertreten Bochums Farben für die Zukunft. Westfalias Niederlage kommt nicht überraschend, denn einmal müssen die Westfalen auf Sandkühler verzichten, der im Arbeitsdienst ist, zum anderen haben sie besonders gegen Röhlinghausen schon immer einen außerordentlich schweren Stand gehabt. Von den übrigen Ergebnissen überrascht der Sieg der Altenvoerder in Wetter, wenngleich er auch erst in der Verlängerung erfochten wurde. Castrop 02 und Arminia Marten siegten nur knapp über ihre Gegner. Die Ergebnisse: Spog. Röhlinghausen— Westfalia Bochum:0 Sportring Gevelsberg— Hagen 72:2 Wetter 1910— Tura Altenvoerde:3 Castrop 02— Alemannia Dortmund:1 Arminia Marten— SC. Hörde:1. Bochums Bezirkslige draußen Spog. Röhlinghausen— Westfalia Bochum:0(:0) Nun sind auch die Bochumer Westfalen aus dem Pokalspielwettbewerb ausgeschieden. Sie verloren in Röhlinghausen ihr Spiel, und zwar den Umständen entsprechend verdient. War es schon wenig, was man von dem Sieger zu sehen bekam, so zeigten die Westfalen noch weniger. Die insgesamt schwache Leistung allein auf das Fehlen von Sandkühler zurückführen zu wollen, hieße die Dinge verkennen. Gewiß fehlte er an allen Ecken und Enden, aber es blieb allen Zuschauern unverständlich, weshalb man sich bei einem ickstand weiter auf die Deckung des eigenen 4 1 14 K Seite 10 Nr. 82/ Bochumer Anzeiger„ Montag, 6. April 1936 aller Welt gorra 2 und Gatza tat, was sie eben tun konnte, um hinten alles in Ordnung zu halten. Dadurch kam aber der an sich schon schwache Sturm mit Olschewski, Lackner 2, Hartmann, Maus und Marten restlos ins Schwimmen. Lediglich Maus genügte durch seine Uebersicht den Anforderungen, Hartmann ging an. Marten, Olschewski und Lackner waren nie recht im Bilde. Das Spiel war hart, zeitweilig sogar über die Grenzen des Erlaubten hinausgehend. Anfängliche kleine versteckte„Bosheiten“ führten zeitweilig zu offenen Händeln, die Schmidt(Dortmund) nicht mit dem notwendigen Nachdruck zu unterbinden verstand.„In der ersten halben Stunde ließ sich das Spiel der Westfalen noch an, dann aber kam Röhlinghausen infolge der weitaus größeren Härte, die oft rücksichtslos zur Anwendung kam, auf und beherrschte von da ab bis zum Spielschluß das Feld. Mitte der ersten Hälfte kamen die Platzleute, nachdem die Westfalen zwei Ecken versiebt hatten, durch einen Freistoß von der Strafraumlinie infolge falscher Torraumdeckung der Westfalen zum Halbzeittreffer. Als nach dem Wechsel Röhlinghausens Rechtsaußen aus glatter Abseitsstellung heraus den zweiten Treffer erzielen konnte, sanken Westfalias Chancen immer weiter. Nach der vorzüglichen Leistung gegen Borussia Dortmund kann man die in Röhling= hausen gezeigte nur mit der Note„Schwach“ belegen. So schlecht und lustlos haben wir die Westfalen lange nicht gesehen. Südwelt Handball-Pokallieger Niederrhein:4(:3) besiegt Die westdeutschen Hoffnungen auf einen Sieg im Handball=Pokalwettbewerb erloschen am Sonntag in Augsburg. Der Gau Niederrhein war nicht stark genug, um sich im Endspiel in Augsburg gegen Südwest durchsetzen zu können. Immerhin wehrte sich die westdeutsche Elf mit allen Kräften gegen die drohende Niederlage, führte auch zum Wechsel der Seiten mit :3. aber dann war es vorbei. 5000 Handballfreunde sahen in Augsburg wirklich die hohe Schule ihres Sportes. In der zweiten Halbzeit machte eher der Niederrhein einen gefährlicheren Eindruck, und die Elf hätte auch wohl den Sieg herausgeworfen, wenn nicht mit Keimig(Darmstadt) ein Klassemann im Tore von Südwest gestanden hätte. So ist der Sieg des Gaues Südwest glücklich, aber nicht unverdient. Röhlinghaufen und Herdecke ausgelchaltet Die Aufstiegsspiele der Handball=Bezirksliga. In den Aufstiegsspielen des Industriebezirks fiel am Sonntag bereits die Entscheidung für zwei Teilnehmer Röhlinghausen verlor hoch gegen Somborn und Herdecke unterlag gegen Post=SV. Hagen, damit sind die Verlierer für die Spitze bereits ausgeschieden. Die Ergebnisse: Post=SV. Hagen— Herdecke 63 10:8 Westfalia Somborn— Sppg. Röhlinghausen:4 Die Tabelle: Spiele gew. unsch. verl. Tore Westfalia Somborn Schalle 96 Post=SV. Hagen Herdecke 63 Sppg. Röhlinghausen Gesellschaftsspiele: TB. Eickel— Westfalia Bochum 12:6 BC. Hordel— Germania 06 Bochum:4 Tv. Friesen Bochum— Tv. Holsterhausen:4 Eine wundervolle Ueberfahrt Ls.„Hinldenburg in Rie Segeistert empfungen Ankunft im Schein der aufgehenden Sonne— Ein Tag der Besichtigung Punkte England-Schoffland:1(:0) 90 000 Zuschauer im Wembley=Stadion Am gleichen Tage des großen Ruderwettkampfes Cambridge—Oxford kam im Wembley=Stadion bei London auch der traditionelle Fußball=Länderkampf England gegen Schottland zum Austrag. Das Stadion war mit 90000 Zuschauer dicht besetzt, und das Spiel selbst endete unentschieden:1, nachdem die Engländer bei der Pause noch mit:0 geführt hatten. Durch dieses Unentschieden sicherte sich Schottland für ein weiteres Jahr die„Britische Meisterschaft".— Mitte der ersten Halbzeit schoß Camsell für England das Führungstor. Bis zwölf Minuten nach dem Wechsel konnten die Engländer den Vorsprung halten, als dann der schottische Halbrechte den Ausgleich erzielte. Seit 1872 konnte bisher Schottland 27 und England 18 Siege buchen, während weitere 15 Spiele unentschieden endeten. Berlin vor Hamburg und Leipzig im Dreistädtekampf der Kunstturner. Nun schon zum 31. Male wurde Deutschlands ältester und volkstümlichster Wettkampf im Gerätturnen, der Dreistädtekampf Hamburg— Leipzig— Berlin, einmal wieder in der Reichshauptstadt zum Austrag gebracht. Fast bis auf den letzten Platz war das riesige Theater des Volkes besetzt, und so erlebten etwa 3000 Zuschauer einen Sieg der Berliner mit 1796 Punkten vor Leipzig mit 1784 und Hamburg mit 1767 Punkten. Weitfälischer Hockeylieg Westfalen— Ostholland:1(:). 500 Zuschauer stellten sich Sonntag in Rheine zum Hockeykampf. Westfalen— Ostholland ein. Sie sahen ein gutes Spiel und schließlich einen Sieg der Westfalen mit:1(:), der recht zu beachten ist. Sprechftundenplan der sportärztlichen Beratungsstelle im Bergmannsheil für den Monat April 1936. Der Sprechstundenplan für die sportärztliche Beratungsstelle im Beramannsheil wird für den Monat April 1936 wie folgt festgesetzt: a) Donnerstag, 9. April 1936, von 19 bis 20 Uhr, h) Donnerstag, 23. April 1936, von 19 bis 20 Uhr, durch Herrn)r. med. Ueberfeld. Der Reichssportführer hat keine Olympie-Karten Dem Reichssportführer und seiner Dienststelle sind in den letzten Tagen telegraphisch, telephonisch, mündlich und schriftlich unzählige Bestellungen auf Kartenzuterlung zu den Olympischen Spielen zugegangen. Der Reichssportführer teilt dazu mit, daß weder er, noch seine Dienststelle, noch der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen mit der Kartenzuteilung irgend etwas zu tun haben. Diese Bestellungen sind an die hierfür allein zuständige Abteilung„Kartenstelle des Organisationskomitees, für die XI. Olympiade Berlin 1936 e.., Berlin=Charlottenburg 2, Hardenbergstraße 43", zu richten. Der Reichssportführer bittet dringend, von Anträgen auf Befürwortung und ähnlichem Abstand zu nehmen. Rollschuhsport im Olympia=Programm? Die ersten Weltspiele im Rollhockey, die vom 1. bis 5. April in der Stuttgarter Stadthalle ausgetragen werden, verfolgen das Ziel, daß der Rollschuhsport schon bei den nächsten Olympischen Spielen 1940 in das olympische Programm aufgenommen werden. Der Organisationsausschuß bemüht sich daher, die führenden Männer des Olympiakomitees für die Weltspiele zu gewinnen. Rio de Janeiro, 5. April. Das Luftschiff„Hindenburg“ fuhr von Bahia ab, das, wie gemeldet, Freitag gegen Abend MEZ. erreicht worden war, nur mit halber Kraft, da man vermeiden wollte, in der brasilianischen Hauptstadt in der Dunkelheit anzukommen. Gegen 7 Uhr MEZ. Samstag morgen, erschien der Luftriese, gerade als die Sonne über den Bergen aufging, über dem Flughafen von Rio de Janeiro, Santa Cruz, um zur Landung anzusetzen. Vorher hatte er eine Ehrenschleife um die Stadt und den berühmten Zuckerhut, das Wahrzeichen Rios, gezogen. Das Landungsmanöver nahm längere Zeit als gewöhnlich in Anspruch, da ein Kabel am Ankermast riß, so daß dieser nicht verwendet werden konnte. Das Luftschiff mußte daher mit eigener Kraft in die Halle einfahren, was infolge der Geschicklichkeit der Luftschiffführung ohne Schwierigkeiten gelang. Schon auf dem ganzen Wege von Pernambuco nach Rio erweckte der neue König der Lüfte bei der Bevölkerung das größte Interesse. Die Menschen blieben auf den Straßen stehen, sie sammelten sich auf Balkonen und Hausdächern und winkten den beneideten Luftfahrern zu. Für die Reisenden selbst war die Fahrt entlang dem tiefblauen Meer ein unbeschreiblicher Genuß, mit den Ferngläsern konnte man die Palmen des bis an die Küste herandrängenden Urwaldes deutlich erkennen. Der Flughafen war in weitem Umkreise von einer riesigen Menschenmenge umstanden. Nach der Landung fand eine feierliche Begrüßung durch die brasilianische Bundesregierung, die deutsche Botschaft und die deutsche Kolonie statt. Der brasilianische Verkehrsminister Dos Reis äußerte sich begeistert über den Komfort der Einrichtungen. Am Mittag fand eine Besichtigung des Luftschiffes durch die brasilianische Presse statt. 11000 Kilometer und 100 Flugstunden hat L8.„Hindenburg“ mit dieser so außerordentlich gelungenen ersten Ozeanüberquerung hinter sich gebracht. Erfahrungen bei der ersten Amerikafahrt Kurz vor der Ankunft des LZ3.„Hindenburg" in Rio de Janeiro nahm der Sonderberichterstatter des Deutschen Nachrichtenbüros Gelegenheit, die Schiffsführung über ihre Eindrücke über die Leistungen des Prachtschiffes auf seiner ersten Südamerikafahrt zu befragen. Für jemanden, der zum erstenmal an einer Atlantik=Ueberquerung mit einem so prächtigen, geräumigen, schnellen und bequemen Luftschiff teilnimmt, der erlebt, daß man heute in einigen hundert Metern Höhe die Teetasse auf drei Fingerspitzen balancieren kann währenddem bei Windstärke 8 bis 10 unter ihm mühsam vorwärts schleichenden Schiffen die Wellen bis an die Kommandobrücke schlagen, für den ist das Erlebnis so mitreißend, daß er erst gar nicht auf den Gedanken kommt, es sei vielleicht noch eine Verbesserung möglich. Anders natürlich die Männer von der Schiffsführung, die ja alle Kinderkrankheiten des Luftschiffbaues und der Fahrtechnik erlebt haben. Der Sonderberichterstatter des DNB. hat sich daher darauf beschränkt, der Schiffsführung eine einzige Frage vorzulegen, nämlich die nach den grundlegenden Verbesserungen gegenüber dem L3.„Graf Zeppelin“, durch die neuen Gasöl=Motoren Die neuen Maschinen haben sich glänzend bewährt „Es ist noch zu früh,“ so wurde dem Berichterstatter erklärt,„ein endgültiges Urteil über die Maschinen abgeben zu wollen. Damit wird man bis zur Rückkehr nach Friedrichshafen warten müssen, bis insbesondere die Lager nachgesehen worden sind. Aber man darf wohl sagen, daß sich die Maschinen bisher glänzend, ja über alle Erwartung gut bewährten. Unmittelbar nach der 75stündigen Deutschlandfahrt ist das Schiff auf die Reise nach Rio de Janeiro gegangen, und die Motoren laufen jetzt schon mehr als 80 Stunden, ohne daß mehr als eine geringfügige Störung an einem Motor vorgekommen ist, die aber in Kürze behoben werden konnte Es darf mit gutem Grund die Hoffnung ausgesprochen werden, daß diese Motoren sich sehr bald zu absolut betriebssicheren Maschinen entwickeln werden. Dann wird man selbstverständlich bei den Diesel=Maschinen bleiben, schon weil der Betriebsstoff viel ungefährlicher als Benzin ist. Außerdem ist Rohöl ja auch erheblich billiger. Zu lösen bleibt dann allerdings noch die Frage einer Ballastgewinnung, um das Gewicht des Oelverbrauchs auszugleichen. Die Versuche in dieser Richtung befriedigten bisher nicht. In diesem Problem liegt wohl auch die nächste Verbesserung, die man erwarten darf." Heute Start zur Rückfahrt anb Rio de Janeiro, 5. April. Das Luftschiff„Hindenburg; wird am Montag früh gegen 6 Uhr(10 Uhr MEZ.) von dem Lufthafen Santa Cruz zur Heimreise starten. Englische Anerkennung London, 5. April. Die englischen Blätter berichten allgemein über die erste erfolgreiche Ueberquerung des Südatlantiks durch das neue Luftschiff„Hindenburg". Die„Times“ weisen in einem Leitaufsatz auf die Vorzüge des„Hindenburg" gegenüber dem„Graf Zeppelin" hin und erklären, alle Erfahrungen, die man mit dem früheren Luftschiff gewonnen habe, seien in den neuen Zeppelin hineingebaut worden. Das Blatt schreibt dann, die Zähigkeit und Gründlichkeit, mit der die Deutschen das Verkehrsluftschiff angesichts allgemeiner Entmutigung weiter entwickelt hätten, verdiene es, dem neuen Zeppelin einen Platz im Transatlantikverkehr zu sichern. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob das Luftschiff sich gegen die starken Winde des Nordatlantiks erfolgreich durchzusetzen vermag Es könne jedoch nur gut sein, daß dieser Versuch von der einzigen Nation durchgeführt werde, die ein offensichtlich erfolgreiches Luftschiff von großem verkehrstechnischen Wert hergestellt habe nleder ein Siad Reichbauirbahn Eröffnung der Teilstrecke Berlin—Joachimsthal durch Ministerpräsident Göring Berlin, 5. April. Samstag nachmittag um 16 Uhr eröffnete Ministerpräsident Hermann Göring im Beisein von Staatssekretär Körner und Ministerialrat Gritzbach unter dem Jubel der in unabsehbarer Zahl erschienenen Berliner Bevölkerung die Teilstrecke Schwanebeck— Joachimsthal der Reichsautobahn Berlin— Stettin, zu der er auch den ersten Spatenstich getan hatte. Schon in den Mittagsstunden des Samstags begann die Anfahrt der Wagen aus allen Stadtteilen Berlins, errichteten Kanzel sprach der Ministerpräsident den Dank für die gewaltige Leistung aus, die hier vollbracht worden ist. Nach ihm ergriff der Inspekteur des deutschen Straßenwesens, Dr. Todt, das Wort zu einer feierlichen Ansprache. Dann war der historische Augenblick gekommen, der Wagen des Ministerpräsidenten fuhr in langsamer Fahrt auf die Autobahn zu, die noch durch das symbolische Band gesperrt war. Unter der Begeisterung der Teilnehmenden zerschnitt Ministerpräsident Göring das Band, der Wagen rollte auf die helle, weithin sich erScherl-Bilderdienst Bevor man nach Berlin kommt, trägt die letzte Brücke über die am Samstag eröffnete erste Teilstrecke der Reichsautobahn Berlin— Stettin das Wappen der Reichshauptstadt die Anfahrt zu der feierlichen Eröffnung der Reichsautovahn. Die Bevölkerung der Umgebung drängte sich in immer größeren Scharen zusammen, unter denen sich vor allen Dingen die Arbeiter der Stirn und der Faust befanden, die dieses gigantische Werk fertiggestellt haben, so daß eine riesige Volksmenge Ministerpräsident Göring begrüßte, als er in Begleitung von Staatssekretär Körner und Ministerialrat Gritzbach erschien, um die Eröffnung der Reichsautobahn voxzunehmen. Von einer vor dem Beginn der Reichsautobahn In neun=Slunden ven Beriin nach Londen streckende Bahn hinaus, die Teilstrecke Schwanebeck— Joachimsthal war der Oeffentlichkeit übergeben Hinter dem Ministerpräsidenten fuhr nun Wagen an Wagen über diese neue Straße des Führers, Sinnbild einer Leistung, eines großen Fortschritts zur Vollendung des großen Straßennetzes, das einstmals Deutschland durchziehen wird. Bei Joachimsthal, dem vorläufigen Ende der Bahn, nahm dann Ministerpräsident Göring die Parade der Wagen ab, unter denen sich vor allem auf fünfzig Lastwagen die Arbeiter der Autobahn befanden, für die die Eröffnung den großartigen Abschluß vieler Mühen und vieler Anstrengungen darstellt. Während sich langsam schon die Dunkelheit über die Bahn hinabsenkte, fuhr die endlose Wagenkette, die den Augenblick der Eröffnung miterleben durfte, in die Stadt zurück. Die feierliche Indienststellung der Teilstrecke Schwanebeck— Joachimsthal der Reichsautobahn war beendet. Am Abend versammelten sich Arbeiter und Ingenieure in der Deutschlandhalle zu einem geselligen Abend, um dem feierlichen Tage einen würdigen Abschluß zu geben. Vom Führer begnadigt dnb Berlin, 4. April. Der Führer und Reichskanzler hat die durch das Urteil des Schwurgerichts in Insterburg vom 1. Oktober 1935 gegen den am 9. August 1902 geborenen Hans Bacher aus Gr. Ragauen wegen Mordes ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in lebenslange Zuchthausstrafe umgewandelt. Bacher hat sein drei Monate altes uneheliches Kind unter Mitwirkung der Kindesmutter getötet. Der Führer und Reichskanzler hat ferner die durch das Urteil des Schwurgerichts in Frankfurt a. d. Oder vom 2. Oktober 1935 gegen den am 24. Juni 1892 gehorenen Franz Klaus aus Fürstenwalde wegen Mordes ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in lebenslange Zuchthausstrafe umgewandelt Scherl-Bildarchi: Wie gemeldet, hatte der Engländer Lord Sempill mit seinem Motorsegler einen elfstündigen Non=Stop=Flug London— Berlin durchgeführt. Er schuf so mit seiner kleinen Maschine einen neuen Weltrekord, den er auf seinem Rückflug am Samstag noch weit unterbot. Er brauchte nur eine Zeit von neun Stunden. Auf unserem Bilde sehen wir die kleine Maschine und daneben eine unserer großen Verkehrsmaschinen Blutiges Gefecht mit mexikanischen Banditen Zwischen mexikanischen Bundestruppen und einer Bande von Aufständischen kam es bei Tarimoro im Staate Guanajuato zu einem schweren Gefecht. Nach einem mehrstündigen Kampf gelang es den Regierungstruppen, die Aufständischen, die sieben Tote und zahlreiche Verwundete auf dem Kampfplatz zurückließen, zu zersprengen. Die Regierungstruppen verloren fünf Tote und zwei Verletzte. Seite 11 Nr. 82. Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. April 1936 Zeiteimnine der Jamikt Die jünglie willenschaftliche Jenlation Es ist gelungen, die Schrift der Ureinwohner Nexikos, der Azteken, zu enträtseln, und es steht zu erwarten, daß die Geschichte dieses amerikanischen Gebietes nun endlich jenem Dunkel entvissen wird, das bislang darüber gelegen. Bis zu den Zeiten des Montezumas und Guatimozins, der letzten selbständigen Herrscher, ist die Schrift alter Chroniken noch von jedem gebildeten Mexikaner verstanden worden. Als dann Cortez das Reich eroberte, um eine spanische Vizemonarchie daraus zu machen, ist mit der„intellektuellen“ Kaste derart gründlich aufgeräumt worden, daß nur mehr Unwissende den überkommenen Schriftzeichen gegenüber gestanden haben. Handelte es sich um eine reine Bilderschrift, der sich die alten, unter dem Namen„Azteken“ bekannten Stämme bedient haben, wäre die Entzifferung ein Leichtes. Was die Forschung indes so erschwert, ist die Vermischung der Bilder= mit der Buchstabenschrift. Zwischen beiden Arten gibt es zuviel Uebergänge, um den Sinn des Gemeinten eindeutig festlegen zu können. Die Gelehrten, die zu des Rätsels Lösung in den letzten Jahrhunderten aufgeboten worden sind, darunter Bischöfe und weise Mönche, sind vielfach gar nicht einig darüber geworden, ob man es angesichts dieses oder jenes Funds mit Buchstaben= oder Bilderschrift zu tun hat. Das wird uns, denken wir nur an unsere moderne europäische Schrift, in welcher ein 0 ebenso gut für ein Ei, ein X mit Fug und Recht für zwei Bohnenstangen, ein A vielleicht für ein Stüchen Gartenzaun gehalten werden könnte, ohne weiteres verständlich. Wie schwer die Unterscheidung ist, ob es sich nun am eine Bilder= oder eine Buchstabenschrift handle, beweist die höchst dramatische Geschichte von der Entzifferung der altägyptischen Hieroglyphen. Als Napoleon erstmalig aus Aegypten eine große Anzahl alter Payri nach Europa heimbrachte, nahmen die Gelehrten an, man habe es hier mit einer reinen Bilderschrift zu tun. Bis der berühmte Forscher und Gelehrte Champillon es einmal„andersrum" versuchte— nämlich mit der Annahme, das jedes Bild lediglich einem besonderen Buchstaben entspreche. Er schritt auf diesem Wege weiter angesichts einer Tafel, auf welcher der gleiche Text sowohl auf griechisch wie auf„volksägyptisch" und in Hieroglyphen verzeichnet stand.„Ramses" und„Tutmosis“ sind dann die ersten Wörter gewesen, die der Franzose schließlich entziffern konnte— man erzählt von ihm, daß er bei der Zusammensetzung des Wortes „Ramses“ in tagelange Ohnmacht gefallen sei. Mag dies auch eine Anekdote sein, so ist sie doch kennzeichnend dafür, wie epocheal den Gelehrten selbst seine Entdeckung dünkte, die sich dann auch als von eminentem wissenschaftlichen und kulturhistorischen Wert entpuppte. Nun ist dem Wiener Professor Böck die endliche Enträtselung einer anderen geheimnisvollen alten Kulturschrift geglückt, die Entwirrung der aztekischen Zeichen. Aber es gibt noch genug Schriften, die immer noch ihrer Entschleierung und Erklärung harren. So wenig man bisher der alten, auf der Insel Kreta geschriebenen Schrift, der sogenannten minoischen, einen Sinn geben konnte, so wenig war es auch möglich, etwas mit dem fixierten Ausdruck eines uralten Indogermanenvolkes, der Hettiter, anzufangen. Es fragt sich, ob ein zeitgenössischer Forscher jenes Glück haben wird, das einst dem alten Champillon beschieden war, das Glück, einen„Schlüssel“ für die Hettiter=Hieroglyphen zu finden. Solange nicht eine Keilschrifttafel gefunden wird, auf welcher ein und derselbe Text assyrisch und hettitisch verzeichnet ist, solange wird unsere Schulweisheit vom„Hettitischen“ sich nichts träumen lassen. Es ist nicht von ungefähr, daß die Wissenschaft der hettitischen Schrift nahezukommen bemüht ist. Von ihr aus führt ein direkter und sicherer Weg über altgriechische Kulturen in die Geschichte Mesopotamiens! Man sieht: noch viel Rätsel, die der Lösung harren. Aber auch sie werden ihrer Geheimnisse entschleiert werden, so wie es soeben der Schrift der Azteken geschah. A. H. L. „Napoleon“ von Grabbe? Erstaufführung in Wuppertal=Elberfeld Man las es zwar auf dem Programmzettel:„Napoleon oder die hundert Tage", Drama in 15 Bildern von Chr. D. Grabbe. Indessen, was die Ankündigung versprach, blieb die Aufführung schuldig, und diese Feststellung in so ungeschminkter Form zu treffen, glauben wir dem genialischen Dichter des trotz aller formalen Mängel bewunderungswürdigen Werkes schuldig zu sein. Gunther Starks Bearbeitung mag fleißig und dramaturgisch weniger anfechtbar sein als die Urfassung, sie mag Gründe bühnentechnischer oder grundsätzlicher Natur anführen, eines bleibt ihr versagt: das wilde funkensprühende Genie. Stark ordnet, beschneidet die Fülle, drängt zusammen, ergänzt aber auch, wo ihm die politische Aktualität des Stoffes ungenügend oder wo sie ihm zu fehlen scheint. Dieses vermeintliche „Meliorisieren" wäre besser unterblieben, denn blühende Wildnis läßt sich nicht in einen Nutzgarten verwandeln. Und daher muß dies schon einmal gesagt werden: wer so verfährt, mag sich Dienste erwerben, wie und wo er will, dem Dichter aber bleibt er fremd. Dem Geist der Bearbeitung entsprach der Geist der Inszenierung. Es fehlte das wilde jagende Pathos, breit angelegte, umständlich und theatralisch aufgedickte Szenen fingen den glühenden Atem, der den Welteroberer umweht, ab und landeten entweder in der Asche oder in einem scheinlebendigen Agieren. Wollte man den insgesamt unbefriedigenden Abend an Maßstäben messen, zu denen etwa das Bochumer Stadttheater erzieht, würde das Ergebnis sehr unerfreulich sein. Von einem Ensemble kann nur mit Vorbehalt die Rede sein. Offenbar fehlt es an überdurchschnittlichen Talenten, an geistiger Haltung als Vorbedingung einer echten Spieldisziplin. Außer dem theaterzahmen, in diesem Rahmen immerhin geschlossenen, Napoleon von Arthur Mentz und außer dem idealistisch freien Bertrand Gustav Landauers, bedrückend unwahre und deklamierende Chargen(so vor allem Gitta Krells Herzogin von Angouléme, Lotte Hardts Hortense, Adalbert Gausches tödlich langweiliger Ludwig XVIII. u..). Hier müßte Elementarunterricht gepaukt werden, die Darsteller müßten schwimmen lernen, aus der mechanisiert wirkenden Starrheit heraus, aus der Charge heraus in die freie souveräne Charaktergebärde, in die lebendige und fließende Spielbeziehung aller zu allen. Wir sagen das— bedarf es der 4„ Aantir ahdir Oin liisnger Koman von Mitz Miardicke 14) War es Enttäuschung, die jetzt in ihr schwang? fragte sich Wolfgang. „Ja, aber ich habe sie nie gesehen!“ * Tante Anna war plötzlich verschwunden. Die jungen Menschen merkten es in ihrer Fröhlichkeit erst nicht. Wolfgang machte als Erster die Entdeckung, aber er sagte nichts, sondern benutzte die nächste Gelegenheit, einmal das Zimmer zu verlassen. Es trieb ihn in die Küche. Ganz leise trat er ein. Tante Anna saß am Tische und hielt die Hände vor ihre Augen. Erschüttert blieb er stehen. Tante Anna weinte? Und er begriff das alte Mädchen, denn er ahnte, wie stark die Liebe einst gewesen sein mußte und wie groß die Bitternis des Verzichtens. Sie war auch einmal jung gewesen, die Tante Anna, vielleicht nicht hübsch, aber ein gesunder, kraftvoller Mensch, der die Erfüllung ersehnte. Und der sie doch nicht fand. Er fühlte die Tragik im Schicksal dieser Frau, und alles Mitleid, alle Menschengüte wurde wach. Sachte trat er zu ihr und setzte sich neben sie. „Tantchen.. Sie fuhr auf und sah ihn erschrocken an.„Ach... du.. Wolfgang! Nee, nee, nee, was du denken mußt! Die alte Tante heult wie eine Zimtliese.“ „Tantchen“, sagte er ganz zart,„du brauchst dich vor mir nicht der Tränen zu schämen! Du weißt doch, ich bin... oder ich will ein Dichter werden. Dichter aber ist einer nur, wenn er lernt fremde Herzen zu verstehen und mit ihnen zu fühlen! Und ich kann das, Tante! Und ich verstehe dich, du brauchst mir kein Wort zu sagen! Und wenn ich heute jung bin, und wenn du alt geworden bist, wir tragen beide ein Kostbares in uns, das ist unser Herz!" „Unser Herz!“ wiederholte das alte Mädchen mit zitternden Lippen. „Ja, Tantchen, unser Herz! Es ist seltsam, was es auszuhalten vermag! Wieviel Schmerzen es zwingen kann. So lieblos es auch oft behandelt wird, es bleibt stark und wird immer stärker: Tantchen, möchtest du ihn einmal wiedersehen?" „Wen? Den Nubbermann?“ fragte Tante Anna rasch. „Ja!“ „Ja!“ Tiefatmend sagte es Tante Anna.„Das möcht' ich schon! Aber... ich... ich.. kann doch nicht zu ihm gehen!" „Doch, Tante, das heißt, nicht zu ihm in sein Heim, aber du kannsk ihn auf der Filmbörse treffen!" „Filmbörse? Was ist das?“ „Das ist ein Kaffeehaus, da treffen sich alle diesenigen, die beim Film arbeiten die Engagements Mir„Zluch die kleinen Schauspieler verkehren dort. werden morgen mal ins Café Rehbach gehen, dort werden wir ihn sicher treffen, und es ist dann ganz zufällig!“ „Das gingek“ „Ja, Tantchen!“ „Aber... wenn er wenn er... nun denkt...!“ Wolfgang unterbrach sie lächelnd.„Aber Tante Anna, da machst du dir Gedanken. Glaubst du, daß er annehmen wird, daß du... ihm nachläufst? Nein, nein, Tantchen, er wird sich freuen, wenn er dich wiedersieht!“ „Achtunddreißig Jahre liegen dazwischen!" sprach Anna schwer.„Ich bin alt geworden. Vielleicht... kennt er mich überhaupt nicht mehr.“ „Wenn ihr so gute Freunde wart, Tante? Nein dann glaube ich's nicht. Sicher erkennt er dich auf den ersten Blick. Also, morgen nach dem Mittagessen geht's auf die Filmbörse. Paß auf, Tantchen, dort engagieren sie dich gleich!“ „Mich? Wohl als komische Alte?“ lachte Tante unter Tränen, und dann drückte sie dem Neffen herzlich die Hand. Wolfgang war seltsam zumute, die ganzen Tage hatte er nicht ein einzigesmal darüber nachgedacht, daß er doch eigentlich Tante, die es so herzlich gut mit ihm meinte, eine Komödie vorspielte, aber jetzt fiel es ihm wieder ein. Und er kam sich eigentlich recht schlecht vor, daß er Tante Anna so täuschte. Aber dann verscheuchte er die Gedanken wieder. Mit der Ueberzeugung der Jugend sagte er sich, daß ihn Tante Anna gewiß auch dann so betreuen würde, wenn sie die Wahrheit wüßte. Ganz bestimmt würde sie das tun. Und damit gab er sich selber Absolution. 3. Tante Anna hatte sich eine Filmbörse eigentlich janz anders vorgestellt. Als sie sich jetzt umschaute, fand sie nicht das geringste Auffällige. Gut angezogene Damen und Herren saßen wie gute Bürgersleute an den Tischen, tranken ihren Kaffee, ihr Bier, rauchten Zigarren und Zigaretten, unterhielten sich dabei, aber sonst war nichts besonderes festzustellen. Doch... eins stellte Tante Anna bald fest. Die Damen waren fast alle geschminkt und rauchten wie die Schlote. Alle Lebensalter waren vertreten, sehr stark die Jugend zwischen zwanzig und dreißig Jahren, aber auch alle anderen Lebensalter. Dicht am Fenster saß ein hoher, schlanker Herr mit einem langen, weißen Barte und sah aus, als wenn er ein Apostel wäre. Seine ganze Art, sich zu bewegen und zu sprechen, war auf Würde abgestimmt. Auch Damen in ihrem Alter stellte Tante Anna fest. Im ersten Augenblick hatte sie die zwar für jünger gehalten, weil Puder und Schminke nachgeholfen hatten, aber ihr scharfes Auge ließ sich auf die Dauer nicht täuschen. Plötzlich betrat ein älterer, sehr gepflegter Herr mit kurzem Spitzbart und Glatze, gefolgt von einem jüngeren, äußerst lebhaften Manne, dessen Gesicht eitel Sonnenschein war, den Raum, und sofort wandte sich aller Aufmerksamkeit ihnen zu. Der ältere Herr grüßte wie ein König im Exis Kunst und Wissen Beteuerung?— aus der Liebe zum Theater, in diesem besonderen Falle aus der Liebe zu Grabbe, der ein Meteor ist und keine elektrische Gluhbirne. Dr. Stf. Kriegs-Rquarelle von Adolt Rüler Die Württembergische Landesbibliothek veranstaltet gegenwärtig eine Kunstschau, die eine Reihe von KriegsAquarellen Adolf Hitlers umfaßt. Von den Originalbildern werden Faksimile=Lichtdrucke gezeigt. Die meisten der vorgeführten Arbeiten des Frontsoldaten Adolf Hitler sind signiert und mit dem Datum ihrer Entstehung versehen. Sie stammen durchweg aus den Jahren 1916 und 1917. Neue schiltsklallen Kürzlich hat man sich auf einer Konferenz in Paris nach langen Verhandlungen über die neue Gattierung oder Klassifizierung von Fahrgastschiffen geeinigt. Sogenannte„Schiffe erster Klasse“ gibt es jetzt nicht mehr. Sie gelten künftig einfach als„Kabinenschiffe". Zur „Spitzenklasse“ gehören nur die französische„Normandie“ und die enalische„Queen Mary. In der nächsten Klasse führen„Bremen" und„Europa“, gleichfalls als „Kabinenschiffe". Danach folgen in absteigender Reihe solche Fahrgastschiffe wie beispielsweise die„Empreß of Britain", die„Manhatten“, die„Georgic“ und die„Lafayette". Die Schiffe der Vereinigten Staaten aber kommen samt und sonders erst auf der Mitte der Stufenleiter, in die alle Schiffe je nach Alter, Geschwindigkeit und Größe eingereiht sind. Gerhards' Marionelten zwei Monate in Berlin Mit dem 81. März beendete die Reichspuppenbühne der NS.=Kulturgemeinde, Gerhards' Marionetten, Wupvertal, ihr zweimonatiges Gastspiel in Berlin. Dieses Gastspiel bedeutete im Theaterleben der Reichshauptstadt einen ganz einzigartigen Erfolg. Es ist der Beweis erbracht, daß wir im Puppensviel, wie es Gerhards in zehnjähriger Arbeit entwickelt hat, eine eigengesetzliche Kunstgattung besitzen, die der Darstellungskunst des Menschentheaters ebenbürtig an die Seite zu stellen ist. In über 80 Vorstellungen wurde das Märchen vom„Gevatter Tod“ gegeben und war für Zehntausende von Erwachsenen und Kindern ein eindringliches Erlebnis. Namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Theaterwelt haben es bestätigt, daß die NS.=Kulturgemeinde mit diesem in Deutschland einzig dastehenden Marionettentheater einen überaus wichtigen Beitrag zum kulturellen Aufbau im Dritten Reich leistet. Die Oeffentlichkeit, die sich vielfach daran gewöhnt hatte. im Puppenspiel lediglich eine Belustigung zu suchen. hat sich hier davon überzeugen können, daß mit dem Mittel der Puppe unter bestimmten Voraussetzungen ernsthafte Kunst dargeboten werden kann; sie wird künftig das Puppenspiel mit anderen Maßstäben messen und dieser Kunstgattung, die ihr zukommende Bedeutung im kulturellen Leben unseres Volkes zuerkennen. Fahrt zur Olterinlel Ganz weit im Südosten des großen Ozeans ragt aus einsam großer Tiefe die Osterinsel, der östlichste Vorposten Polynesiens, hervor. Wie die wenschenleere Klippe Salasy Ganes ist auch die am ersten Östertage 1722 durch den niederländischen Seefahrer Roggeween entdeckte Insel chilenisch. Riesige Holz= und Steinbilder mit menschlichen Gesichtszügen und eigentümlichen Schriftzeichen, die zum Teil 22 Meter hoch sind, zeugen von einer älteren Kultur einer durch Kriege und Seuchen ausgestorbenen Bevölkerung. Noch hat niemand die Schriftzeichen, in regelmäßigen Zeilen dargestellt, zu deuten vermocht, die über die Vorgeschichte Polynesiens, über Religion, Mythen und Legenden, sowie über Herkunft berichten dürften. Im Juli dieses Jahres will eine wissenschaftliche Expedition nach der geheimnisvollen Insel abgehen, um die vielen Rätsel zu lösen, die die Insel aufgibt. Nach Istambul berufen. Dem Leiter des Meisterateliers fur Baukunst und Lehrer an der Technischen Hochschule in Charlottenburg Dr.=Ing. h. c. Hans Poelzig wurde von der türkischen Regierung die Leitung der Architektur=Abteilung der Akademie in Istambul übertragen, vorbehaltlich des Beschlusses des Kultusministeriums, Poelzig von seinen Pflichten zu entbinden. DAF. übernimmt ein Forschungsinstitut. Auf der letzten Mitgliederversammlung der Deutschen Forschungsgesellschaft für Gewinnung und Veredelung der Steine und Erden e. V. wurde mitgeteilt, daß die Deutsche Arbeitsfront durch ihre Reichsbetriebsgemeinschaft „Stein und Erde“ künftig die Tragerschaft für das Institut übernimmt. Ausstellung in Dortmund. Mit einer im Städtischen Kunst= und Gewerbemuseum aufgebauten Ausstellung „Urgeschichtliche und germanische Kultur Westfalens" setzt die Stadt Dortmund die Reihe ihrer geschichtlichen und kulturellen Ausstellungen fort. In Anwesenheit des Landeshauptmanns Kolbow und zahlreicher Vertreter des Staates und der Partei, der Wehrmacht, der Behörden und der Wirtschaft wurde die Ausstellung durch Bürgermeister Dr. Fluhme eröffnet. Der volksdeutsche Josef=Görres=Preis, der von dem Rektor der Universität Bonn und einem Preis=Kuratorium erstmalig verliehen wurde, ist dem lothringischen Pfarrer Louis Pink zugesprochen worden. Pfarrer Pink hat in den Nachkriegsjahren eine wundervolle lothringische Volksliedersammlung mit Text und Melodie veröffentlicht. „Parsifal“ im Walde von Zoppot. Die weltberühmte Zoppoter Waldoper, deren Festspiele in diesem Jahre vom 23. Juli bis zum 4. August stattfinden, wird die besondere Aufmerksamkeit der großen Wagner=Gemeinde dadurch auf sich ziehen, daß im Mittelpunkt der neuen Festspiele das Bühnenweihfestspiel„Parsifal" stehen wird. Die Veranstalter glauben, daß gerade dieses Werk des großen Meisters, das er ursprünglich allein der Bayreuther Bühne vorbehalten wollte, besonders geeignet sei, im deutschen Walde aufgeführt zu werden. Sydney hat die meisten Schlafwandler. Die Aerzte der australischen Großstadt Sydney haben herausgefunden, daß Sydnev unter allen Städten der Erde die größte Zahl von Schlafwandlern hat. Es gibt dort sogar eine ganze Reihe schlafwandelnder Familien. Ein Untersuchungsausschuß von Medizinern will jetzt der sonderbaren Erscheinung auf den Grund gehen. Geschichtstafel 6. April 1199 Richard., Löwenherz, König von England, gestorben(geboren 1157). 1520 Der italienische Maler Raffael Santi in Rom gestorben(geboren 1483). 1528 Der Maler und Kupferstecher Albrecht Dürer in Nürnberg gestorben(geboren 1471). 1917 Erklärung des Kriegszustandes zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland. 1917(bis 27. März) Doppelschlacht Aisne=Champagne. 1917(bis 27. Mai) Schlacht in Flandern. ganz im Gegensatz zu dem Jüngeren, der allen munter zulachte. „Kennst du den?“ fragte Tante neugierig. „Ja! Direktor Schiefelbein, der Produktionsleiter der Citra=Filmgesellschaft. Der ist für die Leute hier ein hohes Tier. Das heißt, sie geben sich mehr Mühe, sich mit seinem jungen Hilfsregisseur besser zu stellen, denn der engagiert. Und das ist ja allen die Hauptsache, „Der gefällt mir. Er hat ein gutes, lustiges Gesicht. Der müßte Herr Sonnenschein heißen!" „Er heißt Donner, Tante! Und der Name stimmt eigentlich nicht. Er müßte Blitz heißen, denn einen fixeren Jungen gibt es in ganz Berlin nicht. Paß auf, Tantchen, jetzt.. oder bald wird er durch die Filmbörse gehen und sich anschauen, was da ist. Sei also nicht gekränkt, wenn er auch an unserem Tisch vorbeikommt und dich auffallend mustert. Das gehört zu seinem Beruf, und er denkt natürlich, wenn er dich sieht, daß du auch filmen willst!" „Um Gottes willen, Junge!“ wehrte Tante erschrocken ab. „Immer Spaß verstehen Tante!“ lachte sie Wolfgang an.„Vielleicht entdeckt er in mir einen neuen Willy Fritsch oder einen zweiten Hans Albers... und macht aus dir eine zweite Adele Sandrock.“ „Wer ist denn das?“ „Das ist die komische Alte des Films, Tante, sie spielt auch mütterliche Rollen. Sie ist in deinem Alter, Tante!" „Nee, nee, nee“, sagte Tante Anna kopfschüttelnd, „das kann ich mir gar nicht vorstellen, daß man in meinem Alter noch so was machen kann.“ „Ja, Tante, es kommen in einem Film doch auch alte und ältere Leute vor. Hilfsregisseur Donner geht seine Notizzettel durch. Er hat es genau im Kopfe, was morgen und die nächsten Tage gebraucht wird, aber sicher ist sicher. Dann wandert er durchs Lokal und beschaut sich die Gäste. Niemand drängt ihn, sie wissen, bei aller Liebenswürdigkeit ist Donner der konsequenteste unter den Hilfsregisseuren. Er läßt sich nicht überreden, er wählt mit sicherem Blick aus, was er für den Film braucht, ohne sich beeinflussen zu lassen. Jetzt ist er auch an Wolfgangs Tisch gekommen. Er sieht Wolfgang, nickt ihm freundlich zu, ohne weiter Notiz von ihm zu nehmen. Aber Tante Anna scheint ihn in stärkerem Maße zu interessieren.“ „Neues Gesicht!“ sagt er sachlich.„Haben wohl in München gearbeitet?“ „Nee, nee, nee“, sagt Tantchen und kriegt einen roten Kopf.„München, das kenne ich nicht. Ich bin aus Groß=Pritschen bei Neustettin!" Donner sieht sie wieder an. „Fabelhafter Typ!“ sagt er schließlich. „Typ?“ Tante Anna blickt ihn jetzt böse an, aber dann besinnt sie sich, sie denkt an Wolfgangs Worte und sagt liebenswürdig:„Wenn Sie es sagen, mein sehr geehrter Herr!“ „Sagen Sie das bitte noch mal!" Donner horcht aufmerksam auf die Stimme. Tante starrte ihn grenzenlos verblüfft an.„Ach so... Sie hören wohl schwer?“ Wolfgang will einspringen und sagt schnell, sein Lächeln verbergend:„Tante Anna, Herr Donner...!“ Er kommt nicht weiter, Donner unterbricht ihn. „Tante Anna.. großartig!“ Donner reibt sich die Hände. „Großartig... ganz ausgezeichnet! Ein fabelhafter Name! Ihr Glück, meine verehrte Dame, daß Sie ein vernünftiger Wind nach Berlin getragen hat...!“ „Ich bin mit der Eisenbahn gefahren!" erklärte Tante Anna entrüstet über eine solche Zumutung. Donner lacht schallend auf. Tante Anna gefällt ihm immer besser. Er findet sie witzig, er nimmt natürlich an, daß sich Tante nur so stellt. Vielleicht will sie mehr Honorar herausschinden. Schade, daß es kein Solo ist! Tante gibt die Sache langsam auch Spaß, es macht ihr jetzt ein diebisches Vergnügen, den Hilfsregisseur zum besten zu halten. „Haben Sie schon einmal Solo gespielt?" fragt Donner. „Das müssen Sie mir erst genau erklären.“ „Ich meine, ob Sie schon in kleineren oder größeren Rollen aufgetreten sind?" „Aber, mein sehr geehrter Herr! Das ist doch selbstverständlich. Ich war doch zwei Jahre in Neustettin, da hatten wir doch eine elektrische Waschrolle.“ Und dabei sieht sie ihn so treuherzig an, daß Donner nicht weiß, was er von Tantchen zu halten hat. „Sie haben Humor, meine Gnädigste!“ sagt er lächelnd und wechselt den Ton.„Ich hatte eine kleine Sache für Sie! Wie ist es am Donnerstag? Pünktlich ½10 Uhr im Atelier. An Kreussert wenden! Tag zwanzig Mark!" Tante weiß jetzt nicht, was sie antworten soll, aber nun macht es Wolfgang Spaß, für sie einzutreten, und er sagt kaltlächelnd:„Mein lieber Donner, ganz ausgeschlossen, unter fünfzig Mark ist nichts zu machen!" „Kann ich nicht, Verehrter! Ausgeschlossen! Schiefelbein schießt mich nieder wenn ich das tue, und die ganze Bande wird rebellisch. Dreißig Eier könnt' ich riskieren, aber da habe ich schon Krach mit dem Alten! Sind doch nur ein paar Worte!" „Hat keinen Zweck, lieber Donner, unter Fünfzig ist nichts zu machen!" „Unter Fünfzig ist nichts zu machen!“ Tante Anna spricht ihm gehorsam die Worte nach, ohne eine Ahnung zu haben, was damit gmeint ist. Wolfgang denkt natürlich nicht im Traum daran, Tante ein Filmengagement zu verschaffen, nein, das wäre ja Baumfrevel, Tante Anna im Atelier, das wäre ein Film für sich. Er will sich einen Spaß machen und weiß, daß er damit Donner am ehesten von Tante Anna abbringt. „Schade! Tut mir sehr leid! Vielleicht überlegen Sie es sich noch! War mir ein Vergnügen, gnädige Frau!“ Er geht zurück zu Schiefelbein und erzählt ihm von dem wundervollen Typ. „Fünfzig Eier? Ausgeschlossen!“ entgegnet der Filmgewaltige kurz, er nimmt sich nicht einmal Zeit, Tante Anna seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. Also ist die große Chance, ein Filmstar zu werden, glücklich an Tante Anna vorübergegangen. Sie lacht herzlich, als sie jetzt von Wolfgang aufgeklärt wird, was eigentlich hier gespielt wurde. * Nubbermann kommt nicht. Es ist schon 2 Uhr und noch immer hat er sich nicht gezeigt. Da fragt Wolfgang einen Bekannten, den er zufällig trifft, nach Nubbermann. „Nubbermann?“ entgegnete der Komparse, Spezialist für distinquierte alte Herren,„nee, kommt heute nicht!“ SSchade!! „Hat Pech gehabt, der arme Kerl. Die Frau ist ihm gestorben und wird heute um ½3 Uhr auf dem Friedhof beigesetzt.“ (Fortsetzung folgt.) Seite 12 Nr. 82 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. April 1936 Derisendergehen von Wibendinnngiierern Krefeld, 5. April. Vor der Krefelder Großen Strafkammer hatten sich 13 Angehörige von Ordensniederlassungen der HerzJesu=Priester wegen Devisenschiebungen zu verantworten. Von den Angeklagten waren nur sieben erschienen; die übrigen sechs sind nach Holland bzw. Luxemburg geflüchtet. Nach der Anklage sollen sämtliche Angeklagten in den Jahren 1931 bis März 1935 rund 400000 RM. ohne Genehmigung nach Holland gebracht haben. Der Orden der Herz=Jesu=Priester besitzt in Westdeutschland, in Holland und Luxemburg eine Reihe von Niederlassungen, die alle, dem Provinzialat in Düsseldorf unterstehen. In Sittard in Holland befindet sich eine Niederlassung mit einer Druckerei, die den Anlaß zu den Devisenschiebungen gab. Von dieser Druckerei ging monatlich eine große Menge Zeitschriften und Kalender nach Deutschland, wofür von hier aus das Geld nach Holland floß. Man bediente sich dabei zum Teil verschleierter Konten. Als dies zu gefährlich wurde, ließ man das Geld durch Ordensbrüder über die Grenze schmuggeln. Am Samstag wurde das Urteil verkündet. Es erhielten: Pater Provinzial Loh aus Düsseldorf drei Jahre, sechs Monate Zuchthaus, vier Jahre Ehrverlust, 80000 RM. Geldstrafe bzw. 80 Tage Zuchthaus und 80000 RM. Ersatzeinziehung; Ordensbruder Lammers aus Sittard(Holland) drei Jahre Zuchthaus, drei Jahre Ehrverlust, 80000 RM. Geldstrafe bzw 80 Tage Zuchthaus und 200000 RM. Ersatzeinziehung; Pater Rektor Jedersberger aus Krefeld drei Jahre Gefängnis, 50000 RM. Geldstrafe bzw. 50 Tage Gefängnis und 50000 RM. Ersatzeinziehung; Pater Rektor Gronau aus Handrup(Kreis LingenEms) und Pater Rektor Barlage aus Handrup je zwei Jahre Gefängnis 20000 RM. Geldstrafe bzw. 20 Tage Gefängnis und 30000 RM. Ersatzeinziehung: Ordensbruder Eisbach aus Sittard(Holland) ein Jahr, sechs Monate Gefängnis, 20000 RM. Geldstrafe bzw 20 Tage Gefängnis. Pater Rektor Lennartz aus Bendorf. Pater Quartz aus Freiburg i. Br., Pater Rektor Müller aus Handruv und Ordensbruder Weber aus Handrup erhielten Gefängnisstrafen von drei bis sechs Monaten und zum Teil entsprechende Nebenstrafen. Pater Rektor Bruns aus Neustadt a. d. H. und Pater Rektor Schuster aus Freiburg i. Br. werden frei gesprochen Das Verfahren gegen Pater Rektor Heider aus Maria=Martental bei Kaisersesch wurde nach dem Straffreiheitsgesetz eingestellt. Für die Geldstrafen und Ersatzeinziehungen haften die deutschen Niederlassungen des Ordens Krefeld, Düsseldorf, Handrup. Freiburg i. Br. und Bendorf. Der zur Devisenschiebung benutzte Kraftwagen wird eingezogen. In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende, daß die Strafkammer in allen Fällen, in denen Ueberweisungen auf das Postscheckkonte Köln bis zum Jahre 1933 stattgefunden hätten, keine strafbaren Handlungen angenommen habe. Einzug des Fliegergeschwaders Horst Wessel in Dortmund Dortmund, 5. April. Am kommenden Montag, dem 6. April, rückt die Fliegergruppe Dortmund des HorstWessels=Geschwaders, das durch Verordnung des Führers seinen Standort in Dortmund erhalten hat, in Dortmund ein. Die Truppe marschiert am Montag vormittag um.45 Uhr von der Dorstfelder Brücke ab über Rheinische Straße, Körnerplatz, Königswall, Burgwall, Schwanenwall, Ostwall, Südwall, Hiltropwall, Hoher Wall, Westenhellweg, Markt zum Hansaplatz. Hier erfolgt um 11 Uhr die Begrüßung der neuen Truppe durch die Stadt Dortmund und die Bewegung. Ehrenformationen aller Gliederungen werden an dieser Feierstunde teilnehmen. Die gesamte Dortmunder Bevölkerung ist zu dieser Begrüßungsfeier herzlichst eingeladen. Im Anschluß daran marschiert die Truppe über Hansastraße, Hiltropwall zum Stadttheater, wo der Vorbeimarsch erfolgt. „Schaffende Jugend“ Ausstellung der HJ. in Dortmund Dortmund, 5. April. Die Standortführung der Hitler=Jugend veranstaltet zusammen mit dem Verkehrsund Wirtschaftsamt der Stadt Dortmund in der Zeit vom 3. April bis zum 2. Mai im„Haus der Kunst“ in Dortmund unter dem Titel„Schaffende Jugend“ eine Ausstellung, die einen Ueberblick über die Berufsaussichten und Ausbildungsmöglichkeiten der heranwachsenden Jugend geben soll. Sie steht unter dem Leitgedanken„Ein Arbeiterjunge, dessen Herz heiß für unsern Führer schlägt, ist für Deutschland wesentlicher als ein hochgebildeter Aesthet". Ein Rundgang unter sachkundiger Führung vermittelte einen Einblick in die gesamte Jugendarbeit und ihre Freizeitgestaltung. Der erste Raum zeigt die Berufsmöglichkeiten, gegliedert nach den wirtschaftlichen Gesichtspunkten, Industrie, Handwerk, Handel, Landwirtschaft und Hauswirtschaft. Man sieht, daß beispielsweise 1200 Jungen Automechaniker werden wollen, daß aber nur 15 Stellen vorhanden sind. Von 2000 Mädchen, die Verkäuferin werden möchten, können nur 300 untergebracht werden. Darum ergeht an die Jugend immer wieder die Aufforderung, aufs Land zu gehen. Im Raum der Eisenindustrie findet man eine Schau von Werkstücken, die von Lehrlingen angefertigt wurden. Die Abteilung Handwerk steht unter dem Motto„Deutsche Handwerkerjugend schafft in 72 Berufen". Es folgt die Abteilung„Der Bergmann". Ein großer Raum im ersten Stock wird allein von der Hitler=Jugend bestritten, die vor allem die Freizeitgestaltung behandelt. Den Abschluß bildet eine Ehrenhalle mit einer Büste des Führers. Die Ausstellung wurde heute vormittag 10 Uhr eröffnet. Verleumder vor dem Sondergericht Dortmund, 5. April. Das Dortmunder Sondergericht verurteilte in seiner gestrigen Sitzung den 40jährigen Ignaz Rotmann aus Essen wegen Verstoßes gegen die§§ 1 und 2 des Heimtückegesetzes in Tateinheit mit verleumderischer Beleidigung zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte hatte des öfteren gemeinste Verleumdungen über führende Persönlichkeiten des Staates und der Partei, u. a. auch über Gauleiter Terboven und SA.=Gruppenführer Schepmann, verbreitet. Anschädlichmachung eines Mädchenmörders Düsseldorf, 4. April. Der am 17. April 1901 geborene Aloys Tripp aus Essen erhielt schon im Alter von 21 Jahren, nachdem er bereits vorher sechsmal wegen Eigentumsdelikten vorbestraft worden war, wegen einer Reihe von Ueberfällen auf Mädchen nach und nach mehrere Zuchthausstrafen, so im Oktober 1928 fünf Jahre. Sein schwerstes Verbrechen war die noch in aller Erinnerung stehende scheußliche Tat an der Kontoristin, Maria Lappe, die er im Juli 1928 im Walde bei Hösel vergewaltigte, erwürgte und deren Leiche er im Walde versteckte. Für dieses furchtbare Verbrechen wurde er am 12. Mai 1929 vom Schwurgericht zu Düsseldorf zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe und dauerndem Ehrverlust verurteilt. Da nicht mit absoluter Sicherheit feststeht, daß Tripp niemals, sei es durch irgendeinen Zufall oder Flucht, die Freiheit wiedererlangt, beantragte die Staatsanwaltschaft die nachträgliche Anwendung des durch Gesetz vom 24. 11. 1933 in das Strafgesetzbuch neu aufgenommenen Paragraphen 42k(Entmannung) durchzuführen, zumal die formalen Voraussetzungen dafür bei Tripp vorliegen. Die mit der Entscheidung über diesen Punkt beauftragte Große Strafkammer in Düsseldorf hat durch Urteil vom 4. April die Entmannung des heute 34 Jahre alten Aloys Tripp angeordnet. Gefängnis für Rabeneltern Kartoffelstampfer und Waschholz als Züchtigungsmittel. Düsseldorf, 5. April. Der 40 Jahre alte Wilhelm Müller, Vater eines achtjährigen Jungen, hatte nach dem Tode seiner Frau zum zweiten Male geheiratet. Weder der leibliche Vater des Jungen noch die Stiefmutter konnten den Jungen leiden. Nachbarn hörten wiederholt das Kind, das oft minutenlang geschlagen wurde, schreien und jammern. Oft trug es Verletzungen im Gesicht und am Kinn. Es wurde von dem Vater mit einem Kochlöffel und sogar mit dem Kartoffelstampfer, von der Stiefmutter mit dem Waschholz verprügelt. Am 6. Februar war der Junge eine ganze Viertelstunde geschlagen worden und schrie in so schrecklicher Weise, daß ein Nachbar einen Polizeibeamten herbeirief, der das Kind zu einem Arzt brachte, der erhebliche Verletzungen an den Lippen und auf dem Rücken feststellte. Die Große Strafkammer, vor der sich die Rabeneltern jetzt zu verantworten hatten, verurteilte den Vater zu zehn Monaten Gefängnis bei sofortiger Verhaftung und die Stiefmutter zu sechs Monaten Gefängnis. Mineralquelle auf Grafenwertb Honnef, 5. April. Um die Stadt Honnef zu einer wirklichen Badestadt, zum Bad Honnef, zu machen, beabsichtigt man, innerhalb des Stadtgebiets eine neue Mineralquelle zu erbohren, und zwar sollen die Bohrungen auf Grafenwerth durchgeführt werden. Hier, auf der Rheininsel, richtet man zurzeit ein Bohrturm auf, der noch vor Ostern fertiggestellt sein soll. Die Bohrungen sollen hier bis in eine Tiefe von ungefähr 40 Meter reichen. Kleine provinz=Nachrichten Neuer geschäftsführender Direktor des Ruhrtalsperrenvereins. Der Vorsitzende des Ruhrtalsperrenvereins, Oberbürgermeister Dr. Reismann=Gronc (Essen), hat am Mittwoch den vom Vorstand zum geschäftsführenden Direktor gewählten Regierungsrat Dr. Hüttenhein(Düsseldorf) in sein Amt eingeführt. Dr. Hüttenhein wird an Stelle des ausgeschiedenen Direktors Dr. e. h. Selbach zunächst kommissarisch die juristischen, finanziellen und sonstigen Verwaltungsgeschäfte des Ruhrtalsperrenvereins wahrnehmen. Zum Landrat des Kreises Iserlohn ernannt. Durch Erlaß des Reichs= und preußischen Ministers des Innern vom 30. März 1936 ist Landrat von Rumohr unter Zustimmung des preußischen Ministerpräsidenten in gleicher Amtseigenschaft von Wittgenstein in den Kreis Iserlohn versetzt und mit Wirkung vom 1. April 1936 in die Stelle des Landrats in Iserlohn endgültig eingewiesen worden. Morgen Eröffnung der Essener Bernsteinschau„Das Deutsche Gold". Dienstag vormittag 11.15 Uhr wird die von der Staatlichen Bernsteinmanufaktur veranstaltete Ausstellung„Das Deutsche Gold" im FolkwangMuseum in Essen durch den Oberbürgermeister der Stadt Essen feierlich eröffnet. Zu der Eröffnungsfeier ist ein großer Kreis von Vertretern des Staates, der Partei, der Wehrmacht, der Organisationen, der führeden Persönlichkeiten der Industrie und des Handels, der Kunst und Wissenschaften geladen. Ausstellung:„Aus der Welt des Kindes.“ Den großen erzieherischen Aufgaben will die Ausstellung„Aus der Welt des Kindes", das schaffende und das spielende Kind, dienen, die vom 20 Mai bis 8. Juni 1936 im Staatenhaus auf dem Messegelände in Köln stattfindet. Tagung der Kurzwellen=Amateure in Dortmund. Der Deutsche Amateur=Sende= und Empfangsdienst hat auf Einladung der Stadt Dortmund beschlossen, am 10. Mai d. J. eine Landesgruppentagung für Rheinland und Westfalen in Dortmund abzuhalten, an der sich über 300 Kurzwellen=Amateure beteiligen werden. Nähere Auskunft erteilt das Verkehrs= und Wirtschaftsamt der Stadt Dortmund, Stadthaus, Fernsprecher 20111, Nebenanschluß 2090. Auszeichnung für Lebensrettung. Die Regierungsvressestelle Düsseldorf teilt mit: Der Führer und Reichskanzler hat dem Bohrer Erich Küpper aus SolingenOhligs, Weststraße 12, und dem Schüler und Jungzugführer Karl Emmerich Krämer aus Erkrath, Ludenberger Straße 28, die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr verliehen. Vierzehnjähriger stiehlt 700 RM. Wie die Polizei mitteilt, wurde in einem Bielefelder Hause ein Wohnungseinbruch ausgeführt, wobei ein Geldbetrag von 740 RM. gestohlen wurde. Als Täter ermittelte die Kriminalpolizei einen vierzehnjährigen Jungen. Das Geld, das er zum größten Teil vergraben hatte, wurde sichergestellt. Fast 1000 gestohlene Reichsmark in einer Nacht verpraßt. Vor einigen Tagen wurde der 40 Jahre alte Rudolf B. aus Dortmund in einem Essener Nachtlokal vorläufig festgenommen. B. hatte einem Dortmunder Metzger 1000 RM. aus einer Kassette entwendet und fuhr mit diesem Gelde nach Essen, um sich einige vergnügte Stunden zu verschaffen. Die Polizei hatte aber frühecitig von der Tat erfahren und konnte auch bald den Täter aufspüren und festnehmen. In Begleitung des B. befand sich auch ein Ehepaar. Bei der Festnahme des B. fanden die Beamten nur noch 70 RM. des gestohlenen Geldes vor. Das Gewehr in Kinderhand. Mehrere Kinder spielten auf einem Bauernhof in Wippringsen. Zufällig entdeckte ein siebenjähriger Junge ein in der Wohnung liegendes Gewehr. Er nahm es mit auf den Hof. Da er nicht wußte, daß das Gewehr geladen war, legte er auf das vierjährige Töchterchen der Witwe Loer an. Im gleichen Augenblick krachte der Schuß, der das junge Geschöpf auf der Stelle tötete. Neues Bergwerksunternehmen in der Eifel. Ein Bergwerksunternehmen hat in der Nähe des Eifelortes Weidenbach die Ausbeutung eines Quarzitfeldes in Angriff genommen. Gegenwartig ist man dabei, die Förderanlage zu errichten. Schon bei der Durchführung der Vorarbeiten, die seit etwa 14 Tagen im Gange sind, wurde eine Reihe von Arbeitern beschäftiat. Sobald die Förderung beginnt, werden noch mehr Volksgenossen bei dem neuen Unternehmen lohnende und vor allen Dingen dauernde Beschaftigung finden. Die Fradfols den kos bechaust Die Lebensgeschichte einer internationalen Waffenschmugglerin V. Mary hat sich längst einen Plan gemacht. Sie erwartet tatsächlich Tätlichkeiten von seiten Mr. Wiggins, und sie tastet nach ihrer Handtasche, in der ein Revolver steckt. Einen raffinierten Plan. Einen Plan, der ihrer völligen Skrupellosigkeit ähnlich sieht. Sollte Wiggin sie angreifen und tätlich werden, wird sie ihn kaltblütig niederschießen. Jedes amerikanische Gericht wird auf ihrer Seite stehen und sie freisprechen. Ein Mann, der seine Frau schlägt, darf ohne weiteres von dieser niedergeschossen werden. Das ist amerikanische Mentalität. Mary hofft beinahe im innersten Herzen, daß es dazu kommen würde. Sie wäre dann diesen Mann los, der ihr Furcht einflößt, und außerdem würde sie seine Erbin sein. Mr. Wiggin ahnt nicht, daß in diesem Augenblick sein Leben an einem seidenen Faden hängt. Aber Mary hat sich geirrt. Mr. Wiggin ist nicht der Mann, der, solange er nüchtern ist, irgendwelche Dummheiten macht. Er beherrscht sich eisern und fragt dann Mary scharf: „Wie kam es zu dieser Eheschließugn?“ Mary wirft einen Blick auf Moore und Wiggin versteht diesen Blick. „Hiaus, Moore!“ sagt er kurz. Moore verschwindet mit einem etwas spöttischen Blick auf Mary. Dieser spöttische Blick trägt ihm Marys Feindschaft auf immer ein und schon wenige Wochen später wird Moore sein Bündel schnüren müssen. Als Moore den Raum verlassen hat, sagt Wiggin kurz. „Los, erzählen Sie!" Mary hat sich ein hübsches Märchen von Liebe auf dem ersten Blick ausgedacht, aber schon nach den ersten Worten herrscht Wiggin sie an: „Märchen wünsche ich nicht von Ihnen zu hören!" Zwei vom gleichen Format Zum ersten Male in ihrem Leben spürt Mary, daß sie einem Manne gegenübersteht, der ebenso hart und unsentimental ist, wie sie selber. Mr. Wiggin ist vom gleichen Format wie Mary. Klug, skrupellos und ohne den Ballast eines fühlenden Herzens. Mary weiß, daß Sie diesen Mann nicht belügen kann. Sie erzählt ihm daher die volle Wahrheit. Nüchtern, sachlich und ohne Lügen. Sie schließt ihre Erzählung damit„... wenn Sie mir eine standesgemäße Abfindung zahlen, können Sie sich von mir scheiden lassen...“ Es ist seltsam, daß Mr. Wiggin über ihre Erzähkung scheinbar nicht einmal empört ist. Er lächelt zwar ein wenig grimmig, aber immerhin, er lächelt. Dann sieht er sie lange nachdenklich an und es spricht von seiner Intelligenz, als er sagt:„Schön, aber ohne Gefühl. Sie verstehen schnell, eine Situation zu erfassen und auszunutzen. Sie gefallen mir außerordentlich. Eine solche Frau habe ich bereits seit langer Zeit gesucht. Ich betrachte die Ehe als Geschäft und ich nehme an, Sie nicht anders. Ich habe das Gefühl, daß wir zwei gute Partner werden können... und er streckt Mary die Hand hin. Wenn jemand verblüfft ist, so ist es Mary in diesem Augenblick. * Mary wird wirklich ein guter Partner für Wiggin. Nach wenigen Monaten ist sie seine rechte Hand bei allen Geschäften. Mary hat von Anfang an angenommen, daß die Geschäfte dieses Mannes ungewöhnlich sein müßten. Zuerst hat sie ihn für einen großen Gangster gehalten, aber dem ist nicht so. Zwar handelt er auch mit dem Tode, aber in anderer Form. Wiggin ist einer der großen internationalen Waffenschieber dieser Welt. Er handelt mit Maschinengewehren, Giftgasen, Handgranaten und allen Waffenarten, die es nur gibt. Mary ist dieses Geschäft zuerst neu und fremd. Nie hat sie darüber nachgedacht, woher die Maschinengewehre kommen, die die Aufständischen in Südamerika henutzen. Dort ist immer irgendwo Revolution. Aber woher haben die Revolutionäre die Waffen!? Jetzt weiß Mary es. Der illegale Waffenhandel liefert sie und Wiggin ist einer der Häupter dieses Handels. Dieser Handel wird mit tausend Listen und Schlichen und Betrügereien betrieben. Auf geheimnisvollen Schiffen verlassen die Waffen das Ursprungsland und werden auf ebenso geheimnisvollen Wegen an den Ort ihrer Bestimmung gebracht. Kein Staat wird diese illegalen Waffensendungen durch die Zollschranken lassen und darum müssen sie auf hundert gefährlichen Schmuggelwegen ins Land geleitet und auf ebenso gefährlichen Wegen in die Hände ihrer Besteller gebracht werden. Wie es gemacht wird... Das Waffengeschäft blüht bei allen Revolutionen, Aufständen, Streiks, Kriegen. Frieden und Ruhe ist der Ruin dieses Waffengeschäftes. Also muß man dafür sorgen, daß es nie Ruhe gibt, daß ewig die Atmosphäre geladen ist mit Unruhe, Kriegsdrohung, Streikgefahren, Revolten und Kriegen. Der internationale illegale Waffenhandel sorgt dafür. Auch Mary wird bei ihrem Manne lernen, wie man das macht... * Die Kommission eines kleinen südamerikanischen Staates befindet sich seit einigen Tagen in Chikago. Juan Prada, ein Mitglied dieser Kommission, hat eine geheime Unterredung mit Mr. Wiggin. Da inzwischen Mary Wiggin ganz und gar die rechte Hand ihres Mannes geworden ist, nimmt sie an dieser Unterredung teil. Es stellt sich dabei heraus, daß Juan Prada den Präsidenten seines Landes stürzen möchte, um selbst Präsident zu werden. Juan Prada ist einer der reichsten Männer seines Landes und seit Jahren versucht er vergeblich Präsident zu werden. An diesem Abend sagt er zu Mr. Wiggin: „Ich weiß, daß ich zwar Waffen von Ihnen kaufen kann, um einen Putsch anzuzetteln. Aber solange sich mir General Gomez nicht anschließt, ist alles aussichtslos. Gomez hat einen ungeheuren Einfluß bei uns im Lande und ich kann seine Freundschaft aus unerklärlichen Gründen nicht erringen...“ „Bestechen Sie ihn, Mr. Prada!“ sagt Wiggin kühl. „Er ist unbestechlich. Ich habe alles versucht. Er ist ungewöhnlich bedürfnislos und Geld interessiert ihn leider gar nicht...!“ „Hat er keine Leidenschaft? Frauen, Spiel, Trunk?" fragt Wiggin nachdenklich. „Er trinkt und spielt und ist auch kein Frauenfeind, aber leider alles in vorsichtigem Maße!“ sagt Prada mißmutig. „Dann wird man dafür sorgen, daß er einmal seine Vorsicht vergißt! Er ist doch hier in Chikago mit bei der Kommission?" „Ja!“ „Wo wohnt er!?“ „Im Atlantic Hotel!" Mr. Wiggin geht einige Male im Zimmer auf und ab. „Besuchen Sie bitte morgen um 12 Uhr Mr. Gomez. Der Generäl wird erfreut sein, wenn Sie kommen. Wahrscheinlich wird er Sie um einen hohen Betrag anpumpen und dann... ist er in Ihrer Hand, denn wenn er arm ist, kann er die Summe nicht an Sie zurückzahlen und er wird Ihnen in anderer Form gefällig sein müssen...!“ „Er wird mich nie anpumpen!“ sagte Mr. Prada mißlaunig und erhebt sich. Mr. Wiggin lächelt: „Sie werden sicher morgen abend kommen und einen Vertrag auf Lieferung von Waffen mit mir abschließen und in wenigen Monaten sind Sie der Präsident!" Mr. Prada steht mit einem ungläubigen Lächeln auf. „Sie sind doch kein Hexenmeister!" „Vielleicht doch!“ sagt Wiggin und geleitet seinen Gast zur Tür. Als er zu Mary zurückkommt, fragt Mary neugierig:„Wie willst du das machen!?" „So wie du es mit mir gemacht hatst! Wenigstens so ähnlich. Wenn es dir Spaß macht, kannst du dich an diesem Geschäft beteiligen, aber ich zwinge dich nicht dazu, denn ich habe auch andere Kräfte zur Hand, die so etwas machen...!“ Dann erklärt er Mary seinen Plan. Marys Augen glänzen:„Du brauchst niemand anders nehmen. Das mache ich... eine glänzende Idee!“ Mary ist noch genau so verdorben wie früher und alles, was nach List und Betrug aussieht, reizt sie nach wie vor. General Galdo weiß von nichts... Am nächsten Morgen erwacht General Galdos mit schmerzendem Schädel. Nachdem er seinen Kopf lange unter den Strahl kalten Wassers aus der Leitung gehalten hat, kann er wieder einigermaßen denken. Allerdings nur einigermaßen. Zum Teufel, was war gestern abend eigentlich los!? Er hat in der Bar des Atlantic=Hotels eine Dame kennengelernt. Eine seine Dame... eine wirkliche Dame. Nicht irgendein Mädel. Sie hatte ihm mächtig gefallen und dann... ja, was war dann passiert!? Warum konnte man eigentlich so schwer denken!? Das war ja die reine Schmiede, die man da im Kopf hatte. Später war der Ehemann der Frau zugekommen! Und dann war man in einen Spielklub gegangen. Einen ganz feudalen... Er hatte gewonnen... etwas und dann ja, auch etwas verloren... Wieviel? Zur Hölle, wieviel eigentlich!? In diesem Augenblick geht das Telephon. Mr. Galdos wird verlangt. Eine Mrs. Wiggin will ihn sprechen! Mrs. Wiggin!? Sollte das die Dame von gestern.. Schon ist General Galdos am Apparat. Die Dame fragt, wie ihm der Abend bekommen sei!? Und ihr Mann schelte, daß sie soviel Geld verloren habe... im Spiel... viertausend Dollar.. solch Leichtsinn... Er wolle mit ihr nicht wieder in einen Spielklub gehen... Schließlich sei das doch unrecht... die Summe sei doch gar nicht so groß... und ob Galdos auch über seinen Verlust ärgerlich sei... Sicher nicht. Er sei sicher nicht so kleinlich, wie ihr Mann... Galdos sagt„nein" und„ja“ und„ja“ und„nein“. Der Kopf schmerzt ihm wahnsinnig. Er kann kaum dem Gespräch folgen. Ist glücklich, als Mrs. Wiggin abhängt. Viertausend Dollar hat die Frau verspielt!? Das ist doch toll! Ein Leichtsinn... Dumm, daß er sich an gar nichts mehr recht erinnern kann. Dauernd wurde Sekt während des Spiels getrunken. Sekt kann er überhaupt nicht vertragen..“ Ist er etwa am Schluß eingeschlafen!? Er hätte Mrs. Wiggin fragen sollen... Ob er über seinen Verlust ärgerlich sei!? Himmel, was kann er groß verloren haben. Ein Schuldschein fällt vom Himmel Er hat ja nur einige hundert Dollar bei sich gehabt. Vielleicht sind die beim Teufel!? Ja, in der Brieftasche steckt nichts mehr. Na gut! Er hat ja noch einen Kreditbrief auf einige hundert Dollar. Er wird eben sparsam sein am Schluß dieser Reise. Wer klopft denn da an der Tür!? „Einen Augenblick! Der General wirft sich einen Bademantel über. „Come in!“ Ein sehr elegant gekleideter Herr tritt ein. „Was wünschen Sie!?“ fragt Galdos brummig. Der Herr macht ein erstauntes Gesicht. Ja, fast ist etwas wie Empörung in diesem Gesicht. „Sie kennen mich nicht, General!?“ sagt der Fremde eisig. Galdos ist schlechter Laune.„Den Teufel, kenne ich Sie!" „Vielleicht aber kennen Sie dies!“ sagt der elegante Herr und legt einen Schein auf den Tisch. Galdos greift nach dem Papier und sieht seine eigene Handschrift. (Fortsetzung folgt) Seite 13 Nr. 8 Anse Ferger& Fa Stadt Z. mit gröf ten zwar, wie al vor den Fenstern. gegenüberstand, w der Gitter durch Weise entschädigt bis zur Arbeitslei mit vergnügtem Fanny Bley, Firma eingetreten Gefahren siegreich verlässigkeit und eine Vertrauensste lich, Fanny Bley einen Roman gel Kriminalfilm gese Wieder war ihr Wirklichkeit aufge lung des Bankle Gewiß, sie w romantik lag ihr darüber, daß imn der beliebtesten S was der Wirklich sprach. Es war ein nicht zu tun. Ei Fanny Bley gli schob einen Kred den erforderlicher Akzent in der Ar etwas schnell, ich ren.“ Gewohnh „Fünfyundert Pf Der Mann! schrift, nahm sei der hinteren grof Fanny Bley zurück. Sie öffn zusehen, ob schon war. Ja, in Pr Vor zwei Tagen Dieser Kredit nie einer zuvor, stichhaltigen Gru da fiel der erfah Der Brief, ausg mit einem Datui chen zurücklag.? Reise nach Paris der Mann sofor Amerika verlassen weiter getan hab Fanny Bley äußerte ihre Bed Fensterlicht. intakt, die Chiffe der Mann so sch schinen kaufen n fordern, fünfhun Pappenstiel Fanny„Bley rief den Besitzer einen Augenblick aus sah, und sa aber der Betrag doch um die Vor „Ich habe d wendete der 9 Stimme, aber t Deutsch. „Ihre Unter stehen, der Betre Der rothac ter Stoppeln sein Krawatte wählte er unt neue, die gelb sich unter Zuk Hals. Dann n zen im Gesich um ih heraus, um „Das liel dienen es so Ich kenne ein See fuhr unt entdeckte, die Er nahm sie als Dünger u stellte fest, da küste Afrikas der Ostküste Er belud ein Geld. Ja, so „Ach, das „Es gibt chichte von d ka, ein ander und viel Ver der Hand ge „Ich habe "„Und ich Sektdurst. D „Ich hatt murmelte Eri un Das kan zündete sich, an.„Also, n „Ich gebe sagte Erich. „Allright! vernahm der Schlüssels in Erich hat der Langewzwei Fünfm die 0 wie die Gel er wieder de geblich. Er als sei sie Seite 13 Nr. 82.; Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. April 1936 Unsere Kleine tteldin Von stormann Linden Ferger& Fabian— bedeutendste Privatbank der Stadt Z. mit größtem Uebersee=Verbindungsnetz.:— hatten zwar, wie alle Bankiers, schwere lange Eisenstave vor den Fenstern. Da aber das Gebäude einem Park gegenüberstand, wurden die Angestellten für den Anblick der Gitter durch die freundliche Landschaft in einer Weise entschädigt, die im dustschweren Sommer sich bis zur Arbeitslenkung steigerte, der sogar oft die Chefs mit vergnügtem Seufzer erlagen. Fanny Bley, bereits als junges Mädchen in die Firma eingetreten, heute Mitte der Dreißig, hatte viele Gefahren siegreich bestanden. Daß ihr Fleiß, ihre Zuverlässigkeit und ihre ruhige Intelligenz sie schnell in eine Vertrauensstellung brachten, war nur selbstverständFanny Bley las viel. Vor einigen Tagen hatte sie einen Roman gelesen und auch in derselben Zeit einen Kriminalfilm gesehen, die beide im Bankmilieu spielten. Wieder war ihr der Unterschied zwischen Kunst und Wirklichkeit aufgefallen, den sie gerade bei der Darstellung des Banklebens so oft festgestellt hatte. Gewiß, sie wünschte solche Dinge nicht, Verbrecherromantik lag ihr völlig fern, sie wunderte sich lediglich darüber, daß immer wieder gerade das Bankmilieu einer der beliebtesten Schauplätze der Kriminalphantasie war, was der Wirklichkeit doch gar nicht in diesem Maße entEs war ein später Frühjahrsmorgen. Viel gab es nicht zu tun. Eine Hand trommelte ans Schalterglas. Fanny Bley glitt von ihrem Drehstuhl. Ein Mann schob einen Kreditbrief vor Fanny Bleys Hände, legte den erforderlichen Ausweis dazu und sagte, fremden Akzent in der Aussprache:„Fünfhundert Pfund, bitte, etwas schnell, ich muß mit dem Mittagszug weiterfahren.“ Gewohnheitsgemäß wiederholte Fanny Bley: „Fünfhundert Pfund“. Der Mann bestätigte die Ziffer, gab seine Unterschrift, nahm seine Nummer und setzte sich in einen interen großen Sessel. Fanny Bley zog sich zur Prüfung an ihr Pult zurück. Sie öffnete zunächst den Kreditbrief, um nachzusehen, ob schon irgendwo eine Zahlung darauf geleistet war. Ja, in Paris, 50 Pfund, erst vor zwei Tagen. Vor zwei Tagen erst. Dieser Kreditbrief machte Fanny Bley unruhig wie nie einer zuvor, ohne daß diese Unruhe einen wirklich stichhaltigen Grund hatte. Bis jetzt wenigstens. Aber da fiel der erfahrenen Bankbeamtin wieder etwas auf. Der Brief, ausgestellt von der.=Bank, Chikago, war mit einem Datum gezeichnet, das nur knapp drei Wochen zurücklag. Wenn man die Zeit der Ueberfahrt, die Reise nach Paris und dann hierher abschätzte, so mußte der Mann sofort nach Ausstellung des Kreditbriefes Amerika verlassen und in Europa eigentlich noch nichts weiter getan haben, als Geld abzuheben. Fanny Bley ging zu Moos, dem Prokuristen, und äußerte ihre Bedenken. Moos hielt den Brief ins helle Fensterlicht.„Das Papier ist richtig; der Ausweis intakt, die Chiffer stimmt, was geht uns das an, wenn der Mann so schnell viel Geld braucht? Er wird Maschinen kaufen wollen. Immerhin können sie den Paß fordern, fünfhundert Pfund sind ja auch heute noch kein Pappenstiel Fanny Bley ging wieder zurück zu ihrem Schalter, rief den Besitzer des Briefes heran, sah den Mann einen Augenblick fest ins Gesicht, das ebenso verschlossen aus sah, und sagte dann:„Der Brief ist geprüft. Da aber der Betrag sehr hoch ist, den Sie wollen, muß ich doch um die Vorlage Ihres Passes bitten!" „Ich habe doch schon meine Unterschrift gegeben“, wendete der Mann ein mit merkwürdig brüchiger Stimme, aber trotz des Akzents in immerhin gutem Deutsch. „Ihre Unterschrift stimmt. Aber Sie müssen verstehen, der Betrag ist sehr hoch, und wir handeln doch nur im Interesse unserer Kunden, wenn wir vorsichtig sind, außerdem ist es Vorschrift.“ „Das ist nicht wahr“, unterbrach der Mann mit plötzlich scharf werdender Stimme.„Sie wissen ganz genau, Fräulein, daß Auszahlungen auf die Kreditbriefe der.=Bank, Chikago, ohne Vorlage eines Passes zu leisten sind!" „Es tut mir leid, mein Herr, beharrte Fanny Bley, „aber ich muß Sie um Ihren Paß bitten, um noch eine Kontrolle zu haben.“. B „Machen Sie doch nicht solche Schwierigkeiten, Fraulein“, sagte der Mann jetzt in leisem, fast bittenden Ton, „ich bin vor einer Stunde erst angekommen und muß mit dem Mittagszug weiterfahren. Mein Paß befindet sich in meinem Gepäck, und das Gepäck steht im Bristol, wo ich gefrühstückt habe. Ich kann doch nicht extra noch einmal hinlaufen, dann erreiche ich ja meinen Zug nicht mehr, da ich noch einiges hier einkaufen will.“ „Also, ich muß dann noch einmal mit der Direktion sprechen. Jedenfalls muß ich mich sichern, wenn ich 500 Pfund auszahlen soll, das müssen Sie auch verstehen, Herr Adderson", entschied Fanny Bley und zog sich zurück. Es wurde ja immer auffälliger. Für ein paar Stunden schaffte der Mann seine Koffer ins Hotel, wo er gar nicht wohnen würde, den Paß ließ er im Gepäck, obwohl er viel Geld abheben mußte. Fanny Bley ging in ein Kabinett und begann zu telephonieren. Ein Herr Humphry Adderson war im Vristol nicht abgestiegen; wenigstens paßte die Beschreibung auf keinen Ankömmling, auch auf keinen Restaurationsgast, der lediglich gefrühstückt hatte. Fanny Bley machte spitze Lippen und pfiff etwas vor sich hin. Sie nahm noch einmal das vorliegende Klischee der.=Bank und verglich es zum wiederholten Male mit dem Brief des Herrn Adderson. Sie fand nichts. Der Brief war echt. Da nahm sie die Lupe und führte das Glas von Millimeter zu Millimeter über das bunte Papier. Und plötzlich schrie es leise in ihr auf. Sie hatte etwas entdeckt. Der Adler auf dem Brief des Adderson züngelte nach links, der auf dem Klischee aber nach rechts, und dazu hatte eines der Tiere eine Flügelspitze weniger als das andere. Der Brief war also falsch, aber unheimlich geschickt gefälscht, und sicherlich war der Ausweis gefälscht, was ja leichter war, zudem er noch nicht einmal eine Photographie hatte. Auch paßte die Fälschung viel besser zu dem Vorzeiger und seinem auffälligen Gebaren. Triumphierend offenbarte Fanny Bley dem Prokuristen Moos ihre Entdeckung. Moos holte die Quarzlampe aus dem Schrank und untersuchte ebenfalls den Brief mit größter Sorgfalt:„Ja, ja, meine liebe Bley“, sagte er selbstvergessen,„das ist alles richtig, was Sie da sagen, und auch die Farbe des Wasserzeichens hat einen anderen Ton. Der Brief ist gefälscht, kein Zweifel. Da wären wir ja beinahe ebenso hereingefallen wie die in Paris aber noch viel schwerer, wenn Sie das nicht gemerkt hätten.“ Ein Gespräch aus Paris. Moos nahm es selber ab. Er machte dicke Lippen beim Zuhören.„Das ist doch wirklich unerhört!“ rief er dann.„Eben telephoniert die Zahlstelle in Paris, sie hätte keinerlei Zahlung auf diesen Brief geleistet. Also ist auch der Bankeintrag gefälscht. Führen Sie den Gauner ins blaue Zimmer, Fräulein Bley, ich rufe sofort die Kriminalpolizei an!“ Fanny Bley rief M. Humphry Adderson auf. Der Mann kam näher. Seine schwarzen Augen funkelten nervös. Ueber eine Stunde wartete er nun bereits.„Verzeihen Sie“, sagte Fanny Bley so ruhig und höflich, als spräche sie zu einem harmlosen Kunden,„die Direktion hat die Zahlung bewilligt. Sie müssen sich aber immer noch etwas gedulden, weil wir nicht genügend Pfundnoten haben. Sie wollen doch englisches Geld, nicht wahr?" „Ja“, sagte der Mann, etwas mürrisch über die neue Verschleppung. „Ich bitte Sie, in einem gemütlicherem Zimmer Platz zu nehmen“, ergänzte Fanny Bley ihre Notlüge mit einem liebenswürdigen Lächeln. Sie führte den Besuch aus Chikago in das blaue Zimmer und legte einige Zeitschriften auf den runden Mahagonitisch. Die Kriminalbeamten erschienen. Fanny Bley und Prokurist Moos klärten die Herren auf. Als sie alle zusammen in das blaue Zimmer traten, war es leer. Der Besuch aus Chikago war geflüchtet.„Sie sind zwar eine tüchtige Beamtin“, sagte der Kommissar freundlich zu Fanny Bley,„aber man merkt, daß Sie mit Verbrechern noch nichts zu tun gehabt haben, sonst hätten Sie das Zimmer natürlich bewachen lassen. Aber wir werden die Bande schon kriegen. Glauben Sie, daß Sie den Mann wiedererkennen, wenn wir ihn in der Stadt sehen?" „Natürlich!“, rief Fanny Bley. „Nun, dann bitten wir Sie, Fräulein Bley, uns auf der Razzia zu begleiten.“ Sie dauerte lange, diese Razzia nach der Fälscherbande. Den Tag und die ganze Nacht hindurch. Aber Fanny Bley dachte nicht an Schlaf. Sie ging mit den Beamten durch die Welt des Nachtlebens, die sie nicht kannte. In einer Bar minderen Ranges erkannte Fanny Bley„ihren Mann“ aber auch der Fälscher erkannte sie ebenso schnell, so daß es ihm gelang, ins Dunkel der Nacht zu entwischen. Die Bande bestand aus fünf Mann. Der Führer hatte die falschen Kreditbriefe in seinem Koffer. Der Bandenhäuptling hatte auch das Geld, das die anderen zum Leben brauchten, und mit dem er sie knapp hielt, um sie gefügig zu erhalten. Am frühen Morgen wurde ein zweiter Mann verhaftet, der Ringe verkaufen wollte, um fortreisen zu können. Der Koffer des Bandenhäuptlings lag auf der Gepäckstelle des Bahnhofs, man wußte die Nummer des Stücks und wartete nur auf den Mann, der den Koffer abholen würde. Dieser Mann erschien. Es war der Mann, der bei Ferger& Fabian gewesen war, also nicht der Schuldige; sicherlich von diesem vorgeschickt. Die Beamten und Fanny Bley, versteckt in einer Nische, ließen den Mann ruhig gewähren. Sie sahen, wie er einen, den größten Koffer holte, wie er, sich unbeobachtend glaubend, den Koffer öffnete, einen zweiten Boden aufspringen ließ, einen Pack Papier herausnahme, dieses Papier hastig zerriß und die Schnitzel in einen der Drahtkörbe warf. Da verhaftete man den Mann. Die zerrissenen falschen Kreditbriefe wurden wieder aus dem Korb herausgeholt. Der Mann aber schwieg. Er verriet seinen„Chef“ nicht; es war nichts aus ihm herauszulocken als das Geständnis des Betruges.„.„ un an unders.:“: HelhinFanny Bley wurde von un an„unsere kleine Heloin“ genannt. Die Clmeisenschtackt, Von Einst Sekley e v o n 5 Der rothaarige Mensch, dessen Kind jetzt voller bunter Stoppeln war, stand auf, reckte sich und löste dann sein Krawatte vom Kragen. Aus der Tischschublade wählte er unter einem farbenprächtigen Bündel eine gen im Gesicht vor und streckte sogar die Zuge weit heraus, um ihren Belag zu studieren. „Das liebe Geld!“ sagte er.„Und manche verdienen es so im Vorübergehen, mit der linken Hand. Ich kenne einen Kaufmann, der in jungen Jahren zur See fuhr und eine winzige Insel im Stillen Ozean entdeckte, die aus Mist bestand, aus versteinertem Mist. Er nahm sie einfach in Besitz, trug sie ab, verkaufte sie als Dünger und wurde schwer reich damit. Ein anderer stellte fest daß eine kleine Muschel, die an der Westküste Afrikas als Zahlungsmittel gilt, sich am Strand der Ostküste zu Millionen und Milliarden finden ließ. Er belud ein paar Schiffe damit und stinkt heute von Geld. Ja, so muß man es machen.“ „Ach, das gibt es!“ sagte Erich überwältigt. „Es gibt noch ganz andere Sachen. Da ist die Geshichte von der Firma Grubenhund& Rabenaas... Na, ein andermal. Ich habe zu tun. Und still verhalten und viel Vergnügen: Er hatte die Türklinke schon in der Hand gehabt und schickte sich an, fortzugehen. „Ich habe Kaffeedurst!“ sagte Erich kläglich. „Und ich“, erwiderte Montgomery,„ich habe sogar Sektdurst. Da kann man nichts machen.“ „Ich hatte es mir alles ganz anders vorgestellt", murmelte Erich. „Das kann noch werden“, versetzte Montgomery und kündete sich, noch in der Tür stehend, eine Zigarette an. Also, was haben der Herr für Befehle?“ „Ich gebe Ihnen alles wieder, Herr Mongomery“, sagte Erich.„Nur bringen Sie mir etwas zu essen.“ „Allright!“ sagte jener und verschwand, und schon vernahm der Zurückbleibende wieder das Kreischen des Schlüssels im Türschloß. Erich hatte diesmal zwei qualvolle Stunden der Unpewißheit, des Hungers, des Durstes und gleichzeitig der Langeweile zu durchwarten. Er steckte abermals zwei Fünfmarkstücke zu sich und betrachtete wehmütig, wie die Geldsäule kleiner geworden war. Auch suchte er wieder den Boden nach denk Verlorenen ab, aber ver#hlsch.„Er öffnete die Luke, die so festgeklemmt saß, uin sei sie seit Jahrzehnten nicht mehr bewegt worden, Martin Beheim=Schwarzbach und steckte den Kopf auf das Dach hinaus. Hier befand er sich wenigstens in freier Luft und hatte Ausblick auf viele Schindeln, Dachrinnen, Erker, Schornsteine und rußige Mauern; hin und wieder auf ein winziges Fenster mit zugehängten, schmutzstarrenden Gardinen. Aber von der Straße sah er nichts, das schräg vor ihm weglaufende Dach verbarg sie. Ein Hund bellte drunten, und ein Gefährt rasselte über das dicke holprige Pflaster. Droben aber, zwischen dickgeballten, von der verdeckten Sonne mattgelb getönten Seewolken stand regungslos ein Fesselballon. Seuszend zog sich Erich wieder zurück. Sein Hunger, sein Ueberdruß wurde stärker und schien just in dem nämlichen Augenblick ins vollends Unerträgliche zu wachsen, als Mongomery wiederkam. Er verhielt sich ebenso vorsichtig wie zuvor, zog die Tür leise zu und legte ein in fettiges Papier gewickeltes Packetchen auf den Tisch. Erich machte sich voller Gier, die er nicht mehr zu zügeln vermochte, darüber her und fand mehrere Butterbrote, mit Wurst, Schinken und Käse belegt, die er hastig hinunterschlang. Mongomery saß mit weit ausgestreckten Beinen dabei und bemerkte: „Das bewußte Schiff liegt leider noch nicht im Hafen. Ich habe nachgesehen. Ich sehe weiter nach und gebe dir Bescheid. Natürlich dauert es manchmal Jahre, bis so ein Schiff plötzlich da liegt. Es kann aber ebensogut morgen sein. Die Leute vom Cap wollen deine Sachen nicht herausrücken. Außer, wenn die Rechnung bezahlt wird, die dort nicht schlecht angeschwollen ist.“ „Wieviel sind es?“ fragte Erich angstvoll. „Zwölf Mark", antwortete Montgomery gleichmütig. „Die wirst du ja nicht bezahlen können, schade um den Rucksack.“ „Ich bezahle“, sagte Erich mit gepreßter Stimme, und zog seine zwei neuen Fünfmarkstücke hervor. „Welch eine Tasche!“ rief Montgomery aus.„Sie scheint unergründlich zu sein, und nichts sieht man ihr an. Aber weiter im Text, wir kommen in Rückstand.“ „Fünf Mark müssen hier auf dem Fußboden liegen“, seufzte Erich kummervoll.„Aber bemühen Sie sich nicht, ich werde sie schon finden.“ „Schon gut“, sagte Montgomery gutmütig.„Du wirst mich schon nicht betrügen. Einstweilen versuche ich den Rucksack zu holen.“ und wieder verschwand er und schloß die Tür ab, und Erich mußte voller Verzweiflung spüren, wie sein Durst nach der trockenen Mahlzeit abermals anschwoll. Den ganzen Morgen verbrachte er damit, in den gelben Groschenromanen zu lesen und hin und wieder In meiner Jugendzeit lernte ich die kleinen roten Lilliputaner schon in Deutschland kennen.„Hemdpittel“ nannten wir Knaben diese kleinen Tiere, die man ab und zu auf einer Wiese antraf und die beißen konnten, daß es tüchtig juckte.„Petzer“ werden sie von den deutschen Kolonisten in Brasilien genannt. Dort lernte ich erst die vielen verschiedenen Arten der Ameisen kennen, von der kleinen Zuckerameise bis zur Holzameise und den Sanvas von ein bis zwei Zentimeter Länge, die gehörige Zangen besitzen. Ich war für einige Zeit bei einem Freunde zu Gast. Am Tage zuvor hatte er ein Schwein geschlachtet. Nun saßen wir an dem wunderschönen Abend auf der Veranda des Hauses und plauderten. Gegen zehn Uhr erhoben wir uns um zu Bett zu gehen. Beim Entkleiden verspürte ich am Bein ein Kneifen, gleich darauf ein zweites und drittes Kneifen. Die Stellen fingen an zu brennen wie Feuer und juckten entsetzlich. Die Kleider aufgerissen und nachgesehen, was die Ursache ist! Ameisen, lauter Ameisen! Nun geht es aber auch am ganzen Körper los, es kribbelt und krabbelt, zwickt, zwackt und juckt überall. Ich tanze einen eleganten Fortrott im Zimmer und suche die Quälgeister zu fangen. Aber es wird immer toller, es werden immer mehr und alle Verrenkungen nützen nichts, es beißt immer dort, wo ich nicht hinlangen kann, an den unmöglichsten Stellen. Das Fangen gebe ich auf, und unter Klatschen und Schimpfen werfe ich die Kleider von mir, und mit einem Hechtsprung bin ich im Bett. Auch im Nebenzimmer höre ich Spektakel. Dort ist wahrscheinlich auch eine Schlacht mit den winzigen Gegnern zu bestehen. Kaum bin ich im Bett, geht der Spektakel im Badezimmer los, und man ruft mich zur Hilfe. Also wieder heraus, andere Kleider gegriffen und dahin! Wegen der Hitze hatte man das frische Fleisch ins Badezimmer als den kühlsten Ort gebracht. Angezogen durch den Geruch sind nun die Wanderameisen in großen Scharen ins Haus gedrungen und haben sich über das Fleisch hergemacht. Auch uns, die wir durch das Zimmer gelaufen waren, hatten sie als Opfer auserkoren und überfallen. Nun geht's hier von neuem los. Trockene Maisblätter und Papierfetzen zünde ich an und werfe sie dazwischen, während wir Indianertänze aufführen. Durch Qualm und Feuer getötet, bedeckt eine dicke schwarze Schicht den Boden. Kochendes Wasser schütten wir über das Gekribbel und Gewimmel, und zum Schluß geht's mit erschrocken auf die Schritte zu lauschen, die sich unfern ergingen. Um Mittag meldete der Hunger sich neu. Von der Luke her drangen fettige Dünste, vermischt mit Fischgerüchen, herein. Ein Regen fiel und trommelte gegen das Glas von dem Knäuel Zeitungspapier tropfte es auf den Fußboden. Nachmittags klärte es sich auf. Der Fesselballon stand noch immer hoch Himmel. Erich fragte sich: Bin ich in Hamburg? Einige Male war ihm zumute, als müßten die Tränen aus seinen Augen kommen. Er war in eine Sackgasse geraten und saß hier fest. Nichts von alledem, was er sich vorgestellt, war eingetroffen. Ein Mädchen hatte ihn durchschaut und an die Polizei verraten, und nun wartete er, auf die Hilfsbereitschaft eines edelmütigen Fremden angewiesen, aus dem er jedoch nicht klug wurde, auf ein knappes, mühseliges Entkommen. Allmählich stieg, neben dem Kummer und der Angst, eine unbezähmbare Wut in ihm auf. Er ergriff einen Stuhl und schlug ihn auf den Fußboden. Als die Beine davon noch nicht entzweigingen, nahm er das leichte Stück Möbel wieder hoch und schleuderte es abermals zu Boden, und diesmal brach eins der Beine ab. Er lauschte einen Augenblick, und da alles still blieb, ergrimmte er darüber, daß Herrn Montgomerys Schritte sich noch immer nicht hören ließen, aufs neue. E schlug den Stuhl so lange auf die Dielen, bis auch die drei anderen Beine zerbarsten. Diese Arbeit verrichtete er, ruhiger werdend, wie eine sachliche Obliegenheit, an die man eine gewisse Sorgfalt wendet. Er war so in seine Beschäftigung vertieft, daß er der leisen Schritte nicht achtete, die sich seiner Tür näherten. Plötzlich klopfte es leise an und eine weibliche Stimme sagte:„Mein Gott, machen Sie doch nicht solch einen Spektakel.“ Erich richtete sich betroffen auf und setzte sich aufs Bett. Dann sagte er verwirrt:„Nein... nein.“ „Was ist denn mit Ihnen los?“ sagte die Stimme von draußen. Sie klang angenehm und gewiß nicht so, als habe sie die Polizei oder sonst eine Bosheit hinter sich. „Ach, nichts“, sagte Erich. Er hatte sich richtig angestrengt, so daß er ein wenig außer Atem war. Die Schritte entfernten sich darauf, kamen aber gleich danach zurück. Sie klangen so weich, als ob sie in Filzpantoffeln gingen. Als Erich hörte, wie sie lauschend vor der Tür verharrten, schrie er hinaus:„Und das soll Hamburg sein!“ Seine Wut hatte sich immer noch nicht gelegt, sondern war bereit, bei dem geringsten Anlaß wieder aufzuwachen. „Wieso?“ fragte die weibliche Stimme. „Ja, das soll Hamburg sein“, redete Erich, etwas besänftigter und plötzlich fast verlegen.„Das hätte ich nicht gedacht.“ „Ja, was dachten Sie denn?“ fragte die Stimme. „Ach, nichts Besonderes“, sagte Erich.„Lassen Sie mich raus!“ Denn er glaubte plötzlich, daß diese Frau zu Herrn Petroleum ihnen zu Leibe. Das ist das einzige Radikalmittel, das sie durchaus nicht vertragen können. Da wir immer zwischen herumstapfen, haben wir dauernd zu kratzen, zu schlagen und zu trampeln. Verstärkt durch das Schimpfen entsteht ein Mordsspektakel. Um das Fleisch dann zu sichern, stellen wir den Tisch mit den Beinen in Gefäße, die mit Petroleum gefüllt sind. Um unsere Zimmer zu sichern, ziehen wir vor jede Tür einen Petroleumstrich. Unser Zeug lassen wir draußen liegen, und endlich können wir ruhen. Ich träumte von Ameisenschlachten, in denen immer neue Scharen über mich herfallen, bis ich endlich langsam aufgefressen werde und— erwache— Die Kleidung, die wir draußen gelassen hatten, fanden wir am anderen Morgen zerfressen. Die Ameisen hatten die Stellen, auf die beim arbeiten Fettflecken oder sonstige Speiseflecken gekommen waren, ganz und gar ausgefressen und die Kleidung total durchlöchert. Später haben uns diese Biester noch oftmals die Lebensmittel aufgezehrt, wenn sie plötzlich im Hause erschienen, während wir abwesend waren und die Sachen nicht gut mit Petroleum geschützt hatten. Diese Ameisen machen den Bauern in Brasilien das Leben sauer, vor allen Dingen, weil man noch kein billiges und richtig wirksames Mittel gefunden hat, um die tief in der Erde sitzenden Nester und die Brut radikal zu vernichten. Arectoße Ein Patient kommt zu dem Arzt und klagt über Schmerzen im Halse.„Es sind die Rachenmandeln, die müssen raus“, meint der Doktor. Nach einiger Zeit erscheint der Mann wieder und klagt über Schmerzen im Unterleib.„Das ist der Blinddarm“, meint der Arzt nach einer Untersuchung.„Der muß raus.“ Als nach einiger Zeit der Patient wiederkommt, macht er ein sehr ängstliches Gesicht.„Ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt sagen soll, Herr Doktor“, meint er zögernd, „aber ich leide an so furchtbaren Kopfschmerzen.“ Mongomery gehören und Schlüsselgewalt über die Kammer haben müsse. „Ja, können Sie denn nicht hinaus?“ fragte die Frau und zog gleichzeitig den Türdrücker nieder, um festzustellen, daß die Tür verschlossen war. „Natürlich kann ich, wenn ich will“, gab Erich zurück, „und darum vollführen Sie solch einen Krach?" sagte die Frau.„Sie sind aber auch noch sehr jung.“ „Das können Sie ja nicht wissen." „Doch, ich sehe es ja!“ Erich mußte feststellen, daß er gerade angesichts des Schlüsselloches saß, und er schnitt dorthin eine Fratze. „Ich habe Ihnen doch gar nichts getan“, sagte die Stimme.„Höchstens neunzehn Jahre. Und das will womöglich zur See.“ Erich setzte sich vom Kopfende aufs Fußende des Bettes, um den Blicken der Unbekannten nicht ausgesetzt zu sein. „Ich fahre längst zur See“, sagte Erich. Nicht möglich. Schiffsjunge also?“ „Nein, Maat“, gab Erich zur Antwort. Aber er wußte nicht genau, was ein Maat ist, und wartete ängstlich auf ein Hohngelächter. „Ich brauche nämlich ein Streichholz“, sagte die Frau nach einer Weile. „Dann kommen Sie doch herein“, sagte Erich. „Was ist das nur für eine Art und Weise, sich einzuschließen und dann wie ein Berserker herumzutoben. Wie soll ich denn hineinkommen? Also machen Sie schon auf. Oder schieben Sie mir ein Streichholz durch die Türritze.“ Die Mundart dieser Frau war gedehnt spröde und schwerfällig, wie es in der Mundart der Niedersachsen, Holsteiner und Frisen liegt. Sie sprach manche Worte so aus, daß Erich sie kaum noch verstand, und es hörte sich zuweilen so an, als habe sie einen Bissen dabei im Mund. Aber dennoch war ihre Stimme klingend, angenehm und voll, und die leichte Heiserkeit, die sich immer hineinmischte, tat ihr keinen Abbruch. Erich hatte noch nie im Leben auf die Stimme eines Mädchens oder einer Frau geachtet oder gar den kaum begreiflichen Wunsch gespürt, eine Stimme immer wieder zu hören. „Ein Streichholz!“ sagte er.„Ja, das kann ich tun.“ Aber er blieb sitzen. Er überiegte, was er aus dieser Hilfeleistung herausschlagen könnte.„Wozu brauchen Sie ein Streichholz?“ fragte er. „Ja, mein Gott, was geht Sie das an! Ich will Kafee kochen.“ Bei diesen Worten sprang Erich wie elektrisiert auf. „Sie müssen mir eine Tasse abgeben!“ rief er.„Ich habe schrecklichen Durst.“ „Erst das Streichholz.“ Erich suchte aus seiner Schachtel einige Streich= hölzer hervor und schob sie durch die Türritze. Die leisen Filzschritte draußen entfernten sich, und Erich hörte eine Tür gehen, ohne daß die Schritte auf der Treppe zu hören gewesen waren.(Fortsetzung folgt) Seite 14 Nr. 82; Bochumer Anzeiger# Montag, 6. April 1936 Kleine Mneibungen aus den=Siadienen Stadtteil Altenbochum Abschlußprüfung der Samariterinnen. In der Liebfrauenschule in Altenbochum ffand eine Abschlußprüfung statt, die von dem Kolonnenarzt Dr. Große=Holz aus Langendreer, in Anwesenheit der Kreisführerin des Bereitschaftsdienstes, Frau Stodt, und der Vorsitzenden des Vaterländischen Frauenvereins, Spiekers. sowie Dr. Müller vom Bergmannsheil durchgeführt wurde. In der anschließenden Prüfung zeigten die Prüflinge gutes Können, so daß Dr. Große=Holz im Einverneymen mit dem Prüfungsausschuß den Prüflingen die Eignung als Samariterinnen zuerkannte. Die Prüfung bestanden: Frau Bodes, Frau Redza, Frau Kühne, Frau Hildebrandt, Frl. Küpper, Frl. Cläre Install, Frl. Ida Install, Frl. Körtge, Frl. Mette Frl. Kirchhoff. Frl. Wiemer, Frl. Flasche. Am Schluß der Prüfung dankte die Kreisführerin des Bereitschaftsdienstes, Frau Stodt, Dr. Müller für die theoretische Ausbildung und Frau Haverkamp für die praktische Ausbildung der neuernannten Samariterinnen. Stadtteil Laer In hohem Alter. In geistiger und körperlicher Frische begeht heute der Rentner August Reinekenobbe, Werner Hellweg, seinen 71. Geburtstag. Stadtteil Langendreer 85 Jahre alt. Frau Witwe Bröckelmann, Kaiserstraße 60, wurde am Samstag 85 Jahre alt. Die Jubilarin ist geistig und körperlich in ausgezeichneter Frische. Feierstunde im Knappschaftskrankenhaus. Zum zweiden Male in diesem Jahr veranstaltete die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Ortsgruppe Langendreer, am Sonntag morgen für die Insassen des Knappschaftskrankenhauses ein Frühkonzert. Gestern hatte sich der Zithermusikverein Langendreer in den Dienst der guten Sache gestellt. Ortsgruppenleiter Engelbrecht von der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" sprach über Sinn und Zweck dieser Feierstunde. Die Lieddarbietungen des Zithermusikvereins fanden großen Anklang. Schulverhältnisse in Somborn. Bei der Umgemeindung am 1. August 1929 wurde die frühere Gemeinde Somborn in zwei Teile gespalten, ein Großteil fiel zu Dortmund, während der übrige Teil nach Bochum eingemeindet wurde. Die schulpflichtigen Kinder der auf Bochumer Gebiet wohnenden Eltern besuchten nach wie vor die in Somborn auf Dortmunder Gebiet liegenden Schulen weiter. Für diese Kinder mußte die Stadt Bochum Gastschulgeld an die Stadt Dortmund zahlen, das mehrere hundert Reichsmark beträgt. Die Stadt Bochum wollte aber dieses Schulgeld einsparen und so kam es, daß diese Kündigung des Gastschulgeldes ausgesprochen wurde und die Umschulung der Kinder nach Langendreer oder Werne erfolgen sollte. Während die Kinder sonst 10 bis 15 Minuten zur Schule gingen, standen ihnen jetzt viel weitere Schulwege von 1 bis 1½ Stunden bevor. Die Elternschaft ist in Arnsberg vorstellig geworden. Könnte nicht ein Ausgleich geschaffen werden dadurch, daß die auf Bochumer Gebiet in Somborn wohnenden Schulkinder die nahen Dortmunder Schulen besuchen, während die auf Kreta in Werne wohnenden Dortmunder Kinder die Bochumer Schule besuchen und nicht an dieser vorbeilaufend den weiten Weg nach Lütgendortmund laufen? Man sollte meinen, daß im heutigen Staat bürokratische Bedenken leicht überwunden werden könnten. Bergstraße, die auf einer anderen Arbeitstelle bei Ausübung ihres Berufes zu Schaden kamen. Stadtteil Grumme=Böde Dem Tode entronnen. Auf seiner Arbeitsstelle wurde der Volksgenosse J. M. durch hereinbrechende Gesteinsmassen verschüttet. Es gelang nach mehrstündiger angestrengter Arbeit, den Geschädigten zu bergen. Er hatte aber Verletzungen erlitten, die die Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich machten. Stadtteil Wiemelbausen Eine Baulücke verschwindet. An der Ecke York= und Friederikastraße hat man mit einem Doppelneubau begonnen, wodurch wiederum eine weitere Baulücke im Stadtteil Ehrenfeld verschwindet. Von einem Baum schwer verletzt. In der Wasserstraße war am Samstag mittag der Hausbesitzer Pl. mit seinem Schwager mit dem Beschneiden von Bäumen beschäftigt. Die von dem Schwager gehaltene Leiter rutschte plötzlich aus. Während sich der Schwager noch an einem Ast halten konnte, wurde Pl. von einem stürzenden Baumast getroffen und schwer verletzt, so daß er einen Arzt in Anspruch nehmen mußte. Stadtteil Querenburg NSV. Morgen findet eine Brotverteilung an die Betreuten statt. Am 15. April sollen leere Konservendosen eingesammelt werden. Nichts wegwerfen— alles kann nützliche Verwendung finden! Stadtteil Stiepel Aus der Mariengemeinde Stiepel. Mit dem Beginn der Fastenzeit Anfang März hat wieder der starke Besuch zu der Stiepeler Wallfahrtskirche eingesetzt. Besonders zu den Passionsgottesdiensten an den Mittwochnachmittagen waren Kirche und Pilaerhallen überfüllt. Die Fastenpredigten hatte in diesem Jahre Pater Mackowiak übernommen. Die letzte Fastenpredigt hält er am Karfreitag.— Geistlicher Rat Wächter in Kirchborchen, der das Stiepeler Gnadenbild von der Schmerzhaften Mutter Gottes vor etwa 30 Jahren wieder entdeckte, tritt am 1. Mai in den wohlverdienten Ruhestand. Am 4. Januar dieses Jahres vollendete er sein 80. Lebensjahr. Geistlicher Rat Wächter war es, der am 15. August 1902 in Stiepel im Saale von Becker wieder den ersten katholischen Gottesdienst abhielt. Stadtteil Linden=Dahlbausen Priesterjubiläen. Pfarrer Wilhelm Fischer von der St.=Michaels=Pfarrei in Unterdahlhausen kann in Kürze auf eine 25jährige Priestertätigkeit zurückblicken. Der Jubilar wurde im Jahre 1931 zum Pfarrer ernannt und kam als Nachfolger des damaligen Pfarrers Baumeister an die Michaelskirche hierselbst. Vorher war er zehn Jahre zusammen mit dem jetzigen PropstDechant Peters als Vikar in der Pfarrei DortmundEving tätig. Pfarrer Fischer wurde im Jahre 1888 geboren und steht jetzt im 48. Lebensjahre Während seiner fünfjährigen Tätigkeit in Unterdahlhausen hat sich der Jubilar die Beliebtheit und Achtung seiner Pfarrangehörigen erworben, die sich an seinem Jubiläumstage besonders kundtun wird.— Pfarrer Heinrich Ostermann von der hiesigen Liebfrauenkirche kann nunmehr auf eine 30jährige Tätigkeit als Priester zurückblicken. Pfarrer Ostermann kam im Jahre 1929 als Nachfolger des verstorbenen Pfarrers und Dechanten Ax an die hiesige Liebfrauenkirche. Bekannt ist er auch durch seine Tätigkeit von 1917 bis 1929 als Pfarrvikar an der Kreuzkirche in Grumme=Vöde. Pfarrer Östermann ist ein eifriger Förderer der Kreuzbundbewegung. Seit Jahren ist er Diozesanpräses des Kreuzbundes der Erzdiözese Paderborn. Jahresversammlung des Haus= und Grundbesitzervereins. Am Sonntag morgen hielt im Vereinslokal Wolff der Haus= und Grundbesitzerverein Linden=Dahlhausen seine Jahresversammlung ab. Nach Begrüßungsworten des Vereinsvorsitzenden Steinbach gab Schriftführer Sintermann den Versammlungsbericht vom 9. Februar bekannt. Der Verein habe im letzten Jahre 22 Mietstreitigkeitsfälle zur Erledigung gebracht. Der Kassenbericht, der von Kassenprufer [Schafmeister erstattet wurde, verzeichnet für 1934 einen Ueberschuß von 1192,70 RM., für 1935 von 2220,01 RM. Von den 481 Mitgliedern gehören 416 der Sterbekasse an. Dem Vereinsvorstand wurde Entlastung erteilt. Hübel und Schafmeister wurden zu Kassenprüfern wiedergewählt. Für den BergschädenVersicherungsverein Gelsenkirchen wurden drei Delegationsmitglieder gewählt. In der Aenderung der Richtlinien für Auszahlung der Begräbnisbeihilfe wurde die nunmehrige Staffelung der Richtsätze bekanntgegeben. Stadtteil Hamme Hohes Alter. Die Witwe Johanna Schnabel, geborene Bergmann, die abwechselnd bei ihren Kindern in Hamme, Hordel und Eickel ihren Lebensabend verbringt, feierte am Sonntag in bester Gesundheit ihren 75. Geburtstag. Sie schenkte sieben Kindern das Leben. die bis auf einen im Kriege gefallenen Sohn noch sämtlich leben. Den„B..“ verfolgt die alte Dame noch jeden Taa mit lebhaftem Interesse. Stadtteil Riemke Betriebsunfall. Dem Bergmannsheil eingeliefert wurde Samstag vormittag der 35jährige Werksschlosser Walter., Herner Straße 336, dem in einem Bochumer Fabrikbetrieb bei der Bohrarbeit eine schwere Eisenkonstruktion auf den Fuß gefallen war. H. erlitt erhebliche Fußverletzungen Stadtteil Hordel In hohem Alter. Am Sonntag beging Witwe Christine Escher, geb. Stuhldreier, Dahlhauser Straße 7, ihren 75. Geburtstag. Von ihren fünf Kindern leben nur noch zwei. Vor zwei Jahren feierte sie mit ihrem Gatten die goldene Hochzeit, ein halbes Jahr darauf starb er. Ehrentag der Familie Schnabel. Die Hordeler Straße Nr. 44 wohnenden Eheleute Reinhold Schnabel standen Sonntag aus Anlaß ihrer goldenen Hochzeit im Mittelpunkt zahlreicher Ehrungen. Schon am Vortage hatten die Stadtverwaltung und die Firma Krupp herzliche Glückwünsche und Ehrengeschenke übermitteln lassen. Am Sonntag traf dann eine Fülle weiterer Glückwünsche ein. Am Nachmittag nahm Pfarrer Reuter im Hause die Neueinsegnung des Paares vor. Er überreichte die goldene Ehegedenkmünze der evangelischen Kirche und ein Geschenk. Auch die„Staatsregierung hatte Glückwünsche übermittelt. Der Österhase. Im katholischen Kindergarten hatte der Österhase am Freitag seinen Einzug gehalten. Er wurde von den Kleinen freudig begrüßt. Die von der Kinderschwester Domana eingeübten Lieder und Gedichte wurden von den Kleinen vorgetragen. Auch war dies der letzte Tag für die neuen Lernanfänger. Leuchtenden Auges wurde das Osterkörbchen in Empfang genommen. Stadtteil Werne Auszeichnung. An dem Preisausschreiben der Knappschaftsberufsgenossenschaft, Sektion II, über Lösungen und Vorschläge zur Unfallverhutung beteiligten sich auch die Belegschaften der gesamten Zechen der Harpener Bergbau=AG. Es wurden ausgezeichnet: von der Zeche„Robert Müser" Ausbildungssteiger Alfred Hölper Hauer Heinrich Eckey, Karl Lehmanski von der Zeche„Siebenplaneten“ Holzplatzarbeiter Paul Hubert und von der Zeche„Neu=Iserlohn“ Hauer Alfred Möritz. Jubilare des Bergbaues. Wiederum wurden acht Jubilare der Arbeit von der Zeche„Siebenplaneten“ für ihre verdienstvolle Tätigkeit ausgezeichnet. Es waren dies Grubenlokomotivführer Friedrich Zarges, Schmied Heinrich Brinkmann, Hauer August Borm, Eduard Käeßler, Friedrich Bamberg, August Rüdiger, Johann Krause, Tagesarbeiter Josef Steinhausen. Die Ehrung der Jubilare nahm im Verwaltungsgebäude der Zeche„Robert Müser“ Gefolgschaftsführer Bergwerksdirektor Schulze=Höing vor. Er übermittelte die Glückwünsche der Gesellschaft und überreichte ihnen das übliche Ehrengeschenk. Hauptkonzert des MGV.„Eintracht". Zum ersten diesjährigen Hauptkonzert hatte der Männergesangverein„Eintracht“ am Samstag abend die Musikfreunde des Stadtteils Werne in den Ewaldschen Saal geladen. Die zahlreich Erschienenen werden ihr Kommen nicht bereut haben, denn der Abend hielt das, was man sich von ihm versprochen hatte. Die reichhaltige und geschmackvolle Vortragsfolge bot Chöre und Lieder verschiedener Kompoeisten, u. a. vier Chöre mit Orchesterbegleitung. Den Reigen der Darbietungen eröffnete das Städtische Orchester Witten unter der Stabführung des Musikdirektors Liesegang mit dem Vorspiel zur Kantate:„Die vier Menschenalter" von Fr. Lachner. Abwechselnd hörte man dann Männerchöre und musikalische Darbietungen. Die Tonreinheit des Chores war vorbildlich, gut die musikalische Disziplin. Der Abend war für den Männergesangverein„Eintracht" zweifellos ein voller Erfolg. Genealogischer Verein. Auf dem morgen um 20 Uhr bei Witwe H. Wortelmann stattfindenden Schulungsabend spricht Erich Haarmann über die Familienforschung der Familie Haarmann zu Stievel— bekanntlich eine der verbreitetsten Familien im Ruhrtal. Stadtteil Gertbe Reichsbund der Kinderreichen. Dienstag abend 8 Uhr findet zwecks Gründung einer Ortsgruppe bei Kalthoff eine Werbeveranstaltung statt. Pa. Spengemann hält einen aufschlußreichen Vortrag. Jede erbgesunde Vollfamilie gehört in den bevölkerungspolitischen Kampfbund. Abkehr vom Kinde ist der Fluch und das Verderben der Völker. Artfremder Geist hatte auch unser Volk vom Kinde entfernt. Der Reichsbund der Kinderreichen ist zum Bannerträger des Kinderreich= tums berufen worden. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, sagt in einem Erlaß, daß der RDK. im ersten Jahre seines Anschlusses an das Rassenpolitische Amt eine wertvolle Tätigkeitt enhaltet hat, und weist darauf hin, daß sich gesunde und geordnete Familien als Vorbild zusammenschließen sollen, damit die kinderreiche Familie eine selbstverständliche Erscheinung im deutschen Volke werde. Stadtteil Hiltrop Im Beruf verunglückt. Der 28jährige H. M. erlitt durch Unfall einen Beinbruch und einen Mittelfußbruch. Der Verletzte wurde dem Bergmannsheil zugeführt. Ebenso die Bergleute., Constantinkolonie, und., Rainerarschaftsarene der Heche„ annie ul Ehrung und Abschied verdienstvoller Knappen Recht festlich war am Samstag abend im Diederichsschen Saale in Marmelshagen der Kameradschaftsabend des Tagesbetriebes der Zeche„Hannibal" ausgestaltet, der gleichzeitig auch dem Abschied zweier verdienstvoller Bergknappen, des Betriebsführers Maurize und des Obersteigers Sommerstange, die beide auf eigenen Wunsch in den Ruhestand getreten sind, galt. Von der Bühne grüßten das erleuchtete Wahrzeichen des Bergmannsstandes,„Schlägel und Eisen“, die Inschrift„Glück auf“ und die Fahnen des Dritten Reiches. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, als die Veranstaltung mit dem„BadenweilerMarsch“ der Kapelle Kornemann eingeleitet wurde. Der neue Tagesbetriebsführer der Zeche„Hannibal“ Gomm hielt die Begrüßungsansprache, die besonders auch dem anwesenden Werksführer Bergwerksdirektor Fromme galt. Nach der schweren Tagesarbeit habe man sich zusammengefunden, um einige fröhliche Stunden zu verleben und die Kameradschaft zu pflegen. Mit dankbaren Worten gedachte der Redner auch des Hauses Krupp. Das Deutsche Jungvolk Riemke erntete mit den Fanfarenmärschen und den gebotenen Liedern, wie „Kamerad, wir müssen reiten",„Auf weht unsere Fahne und anderen, starken Beifall. Das BochumerJungen=Lied wurde kräftig mitgesungen und gepfiffen. Dann sprach der Werksführer Bergwerksdirektor Bergassessor Fromme. Aus besonderer Veranlassung ergreife er das Wort. 33 Jahre lang habe Betriebsführer Maurize den Tagesbetrieb der Zeche„Hannibal" geleitet, während Obersteiger Sommerstange 88 Jahre lang seine Kraft der Kruppschen Verwaltung gewidmet habe. Herr Krupp von Bohlen und Halbach habe schon am 22. März den Dank des Hauses Krupp zum Ausdruck gebracht. Er sprach den beiden Scheidenden den Dank der Zechenverwaltung aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie noch lange innerlich sich mit der Firma verbunden fühlen möchten. Als kleine Erinnerungsaabe überreichte er sodann an den Betriebsführer Maurize ein Buch und an den Obersteiger Sommerstange ein gerahmtes Bild. In das dreifache„Glückauf“, das den beiden Bergknappen galt, stimmten alle freudig mit ein. Betriebsführer Gomm brachte den Dank der Jubilare und der Gäste zum Ausdruck. Der Werksgesangverein„Einigkeit" erntete mit den beiden Liedern„Deutscher Spruch“ von Neumann und „Deutsche Völker allesamt“ von Speidel ebenfalls verdienten Beifall. Fritz Blanke verstand es, unter musikalischer Begleitung von Ewald, mit seinen lustigen Vorträgen die Lachmuskeln immer wieder in Tätigkeit zu setzen. Zwischendurch ließen sich alle die gereichten Brötchen schmecken. Der Gesangverein sang dann noch drei Lieder. Auch die überaus fleißige Kapelle trug wesentlich zur Unterhaltung der großen Gefolgschaftsfamilie bei. Besonders sprachen auch die Solodarbietungen des Hornisten an. Ein Gefolgschaftsmitglied der Zeche, von Beruf Schweißer, sang mit klangreiner Stimme mehrere Lieder. Zum Schluß des in allen Teilen schön verlaufenen Abends wurde auch das Tanzbein fleißig geschwungen. Vem Nachbulgediel Stadt Wanne=Eicke! 2000 Besucher beim Frühlingsfest der Polizei. Das Frühlingsfest der Polizei zugunsten des„Winterhilfswerks hatte Samstag abend in der Staorhalle und im Kurhaus weit über 2000 Wanne=Eickeler angelockt, die die Sorgen des Alltags vergaßen und dank der mustergültigen Gastfreundschaft der Polizeileute fröhliche Stunden verlebten. In der Stadthalle musizierte die Schutzpolizeikapelle aus Bochum unter Leitung von Musikmeister Rungenhagen, im Kurhaus spielte die Kreiskapelle der NSDAP. unter Leitung von Ernst Eichel. Die Tanzschule Diel bot eine Walzerphantasie. Frau Vogt(Lotte Lakotta vom früheren Stadttheater) sang, ebenso Hilde Bräuer vom Stadttheater Münster. Die „Seufzerallee" verband das Kurhaus mit der Stadthalle. An allen Ecken und Enden war etwas los, so daß sich niemand über Langeweile beklagen brauchte Und die Polizisten verkauften Lose in rauhen Mengen. denn über 1000 wertvolle Preise warteten auf die Gewinner. Blütenpracht in der Gartenstadt. Nicht mit Unrecht sind die Gartenstädter in der Zeit der Baumblüte stolz auf diese Wohnstadt im kleinen, die gerade in diesen Tagen wieder das schönste Kleid innerhalb des Stadtgebietes aufweist. Es ist eine Lust, gerade in diesen Frühlingstagen in der Gartenstadt zu wohnen. Und am Samstag und Sonntag wird man wieder viele WanneEickeler sehen, die ihren Spaziergang korthin machen, um die herrliche Blütenpracht zu bewundern. Schnelltriebwagen Köln—Berlin verstärkt. Um der ständig wachsenden Nachfrage nach Plätzen im Schnelltriebwagen Köln—Berlin gerecht zu werden, wird bereits von Montag, 6. April, an der Schnelltriebwagen aus zwei Einheiten gebildet, das heißt, es fahren zwei Schnelltriebwagen gekuppelt nach dem bisherigen Fahrplan. Da auf der Fahrt nach Berlin der Berliner Schnelltriebwagen bis Duisburg bereits mit dem Hamburger Schnelltriebwagen vereint gefahren wird, wird der zweite Wagen erst in Duisburg beigestellt. Der Schnelltriebwagenzug weist in beiden Einheiten zusammen 146 Sitzplätze auf, so daß die Platzzahl auch für gesteigerte Ansprüche genügen wird. Es ist anzunehmen, daß die Zugverbindung sich auch weiterhin regen Zuspruchs erfreuen wird. Trauriger Konfirmationstag. In der Morgenschicht des Samstags verunglückte auf seiner Arbeitsstelle Heinrich Sichler, Gelsenkirchener Straße 205 in Röhlinghausen. Mit schweren Verletzungen wurde er sofort dem Bergmannsheil in Bochum zugeführt. Der Unfall ist um so tragischer, als am Sonntag der älteste Sohn des Verunglückten konfirmiert wurde. Evangelische Frauenhilfe Röhlinghausen. Anläßlich des 40jährigen Orts= und Dienstjubiläums des Vorsitzenden Pfarrer Tigges wartete die Evangelische Frauenhilfe des Nordbezirks Röhlinghausen im vollbesetzten Gemeindehause mit einer Festversammlung auf. Nachdem Pfarrer Tigaes auf seinem geschmückten Stuhl Platz genommen hatte, leitete der Frauenhilfschor mit dem Liede„Bis hierher hat mich Gott gebracht" die Feierstunde ein. Nach einem Gedichtvortrag eines Mitgliedes machte Frau Zill auf die Bedeutung des Festes aufmerksam und übermittelte Pfarrer Tigges die Glückwünsche des Vereins Auch die Kinder des Kinderaartens brachten unter Leitung von Schwester Käthe ihrem„Onkel Pastor“ ein schönes Ständchen. Kirchmeister Röhlinghaus würdigte in einer Ansprache die Verdienste des Jubilars und sprach Personalnachrichten Auf eine 40jährige Tätigkeit beim Katasteramt blickte am 1. April Katasterinspektor Stredulla zu. rück. ihm den Dank der Gemeinde aus. Nach der Kaffeepause überbrachten auch noch der Evangelische Jungmädchenverein sowie Vertreterinnen der Nähschule Pfarrer Tigges unter Ueberreichung mehrerer Geschenke die Glückwünsche ihres Vereins bzw. der Schule dar. Zum Schluß dankte Pfarrer Tiages sichtlich gerührt und erzählte von seiner 40jährigen Arbeit in der Gemeinde Röhlinghausen. Die Feier wurde umrahmt von Musikdarbietungen des Posaunenchors. Schönere Straßen— Baulust. Die nach Röhlinghausen führende verlängerte Horst=Wessel=Straße erhält jetzt an der östlichen Seite neben dem Fußgängerweg einen das Gesamtbild erheblich belebenden Grünstreifen. Die Harkortstraße hat neben einer neuen Straßendecke jetzt auch neuen Baumschmuck erhalten.— An dem ehemaligen Ueberschwemmungsgebiet an der Ecke Röhlinghauser und Harkortstraße wird das letzte Stück des Schuttgeländes bearbeitet.— Eine rege Bautätigkeit herrscht an der Burg= und Reichsstraße in Eickel. Zwei Wohnhäuser in der Burg= und zwei weitere in der Reichsstraße befinden sich im Bau. In den nächsten Tagen wird mit dem Bau weiterer Häuser begonnen. Erwähnt seien noch das im Bau befindliche Rote=KreuzHaus an der Harkortstraße sowie der Bau von zehn Eigenheimen an der Saarstraße. Spitzbubengesellschaft vor Gericht. In der Nacht zum 10. Februar 1933 stiegen bei Großmann in der Eickeler Straße zwei Männer ein und stahlen etwa 5000 Zigaretten. ferner Zigarren, zwei Flaschen Branntwein, eine Diwandecke. einen Lautsprecher. ein Grammophon mit etwa 20 Platten. Zwei Helfershelfer standen Schmiere. Das Gericht verurteilte einen Angeklagten zu 18 Monaten, zwei weitere zu je fünf Monaten Gefängnis. Der vierte Angeklagte kam ohne Strafe ab. Uhr. wurde vor einer Wirtschaft auf der Hindenburgstraße von einem Motorrad der Sucher im Werte von 18 RM. gestohlen.— Am 2. April, gegen.00 Uhr, wurde vom Hofe des Hauses Hindenburgstraße 79 ein Imperia, Kennzeichen IX 95645, geGestohlenes Motorrad wiedergefunden. Das am 2. April vom Hof des Hauses Hindenburgstraße 79 gestohlene Motorrad Imveria, Kennzeichen IX— 95 645, ist in den Vormittagsstunden des gleichen Tages auf der Jägerstraße wiedergefunden worden. Stadt Wattenscheid Bestandene Prüfung. Ihre Gesellenprüfung im Kraftfahrzeughandwerk bestanden vor der Prüfungskommission in Bochum, Johann Giehl, Wasserstraße 11 und Erich Renner, Wasserstraße 16(Lehrherr Fahr Aus der evangelischen Gemeinde Günnigfeld. Wegen des Wegganges von Vikar Westerkamp hat der Westfälische Bruderrat den Vikar Betzler aus Bochum=Laer in die Bekennende Gemeinde Günnigfeld als Prädikant entsandt. Er nimmt im Hause Alleestraße 28 Wohnung. Verlängerung der Vergnügungssteuerordnung. Die bisherige Vergnügungssteuerordnung der Stadt Wattenscheid ist bis zum 31. März 1938 verlängert worden. Wochenmarktverlegung. Der Markt auf dem Gertrudisplatz ist wegen des Karfreitages auf den Donnerstag verlegt. Gleichzeitig findet eine Verlegung des am Donnerstag auf dem Bismarckplatz stattfindenden Mark. tes auf den Mittwoch statt. Der Buntspecht wird heimisch. Schon im vergangenen Jahre konnte im Südpark ein Buntspechtvärchen beobachtet werden, das eine der ausgehängten Nisthöhlen bezogen hatte. Es ist der Gegend treu geblieben, denn auch in diesem Jahre hat es wieder die alte Niststätte bezogen. Damit ist der sehr selten gewordene große Buntspecht auch in unserer Gegend wieder heimisch geworden. Ab 15. April NSB.=Kindergärten. Am 15. April wird die NSV. im NSDAP.=Heim an der Hansastraße den ersten ihrer Kindergärten eröffnen, dem bald schon weitere Kindergärten folgen werden. Die Anstalten stehen unter Leitung geprufter Kindergärtnerinnen. Rollschuh=Veranstaltung. Die Ortsgruppe des Verbandes für Leibesübungen veranstaltete am Sonntag eine Werbung für den Rollschuhsport. Zu dieser waren bekannte Rollschuhläufer aus Westdeutschland nach Wattenscheid gekommen, die auf dem Adolf=Hitler= Platz ihre Kunst zeigten. Zu der Veranstaltung hatte sich eine überaus große Zuschauermenge eingefunden. Den gleich starken Andrang hatten die Vorführungen am Nachmittag auf dem oberen Teil des Gertrudisplatzes, wo ein Rollschuh=Hockey=Spiel ausgetragen wurde. Stadt Herne Jahrtausende alte Knochenfunde in Herne. Zwei bedeutungsvolle Bodenfunde sind vor einigen Tagen an der Emscher gemacht worden. Dort fand man in einer Tiefe von zwei Meter in Sandablagerungen ein Schulterblatt von einem Nasborn und ein Schulterblatt von einem Mammut. Das Schulterblatt des Mammuts hat die Größe von einem Meter im Quadrat und stammt von einem noch jungen Tier. Die Funde wurden dem Heimatmirseum in Herne zugeführt. Stadt Witten Kinder stecken einen alten Eisenbahnwagen in Brand. Am 3. April, gegen 11 Uhr, wurde die Freiwillige Feuerwehr nach dem Sportplatz an der Hindenburgstraße alarmiert, wo ein ausrangierter Eisenbahnwagen, der als Geräteraum diente, brannte. Die von der Kriminalpolizei sogleich angestellten Nachforschungen haben ergeben, daß mehrere sechsjährige Jungens in der Nähe des Waggons Feuer angelegt hatten, daß auf den Waggon, der fast vollständig niederbrannte, übersprang. Neue Kurse der Städtischen Gewerbeschule in Bochum. Kurse für die Meisterprüfung. Mitte April beginnt in Verbindung mit der Kreishandwerkerschaft ein neuer Meisterkursus. Gelehrt wird: Deutsch, gewerbliches Rechnen mit Raumlehre, Geschäftskunde mit Schriftverkehr. Gesetzeskunde. Geld= und Bankwesen, Scheck= und Wechselkunde, Buchführung. Kalkulation und Betriebsführung. Abendkursus für Drucker und Setzer. Mitte April 1936 beginnt ein Abendkursus für graphische Techniken, und zwar für Radierung(Kaltnadel und Aetzung), Steinzeichnung. Holz= und Linolschnitt. Vorbereitung für die Handlungsgehilfenprüfung. 15. April 1936 beginnt ein neuer Kursus zur Vorbereitung auf die Handlungsgehilfenprüfung. Bauhandwerker, Schreiner und Maler. Am 15. April 1936 beginnt das neue Semester mit freiwilligen Fachkursen. Im besonderen sei heute hingewiesen auf das Bauhandwerk. Maurer= und Zimmerergewerbe, Schreinergewerbe, Malergewerbe. Die berufliche Weiterbildung des Facharbeiters der Metallindustrie. Für die Facharbeiter der Metallindustrie ist ein Sechs=Semester=Lehrgang geschaffen, der die Fächer Mathematik, Deutsch. Physik und Chemie. Maschinenzeichnen Mechanik und Festigkeitslehre und Maschinenelemente umfaßt. Außerdem sind zur Vorbereitung auf die Facharbeiterprüfung besondere Kurse eingerichtet, die für ältere Lehrlinge des Metallgewerbes geeignet sind. Neben diesem Lehrgang wird ein Kursus für Zeichnunglesen. Passungen. Vorkalkulation u. a. gegeben. Beginn der Kurse: 15. April 1936. Die Anmeldungen zu sämtlichen Kursen müssen daldigst in der Geschäftsstelle der Städtischen Berufsschule Bochum, Trankgasse 5. Eingang A. Zimmer 20, erfolgen, die auch alle weiteren Auskünfte erteilt. Seite 15 Nr. 82. 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 6. April 1936 Nentische Nacheichten Die Argrereneten d neuen=Keichelager aus den Gauen Westfalen=Süd und Westfalen=Nord dnb Berlin, 5. April. In den westdeutschen Wahlkreisen Westfalen=Süd und Westfalen=Nord wurden folgende Reichstagsabgeordnete gewählt: Wahlkreis 18(Westfalen=Süd) 28 Abgeordnete Wagner, Josef, Gauleiter Oberpräsident, Breslau Bauer, Franz, SA.=Brigadeführer, Dortmund Bennecke, Heinr., Gruppenführer, Schriftleiter, München Böckenhauer, Arthur, Gruppenführer, Polizeibeamter a.., München Bouhler Philipp, Chef der Kanzlei des Führers, Berlin W 9 Dedeke, Hans=Gerhard, Kreisleiter, Milspe Diehl, Hein, Gauorganisationsleiter, Kunstmaler, Bochum Fischer, Wilhelm, Kreisleiter, Bergmann, Olpe Habbes, Wilhelm, Bauer, Afferde, Post Kamen=Land Heringlake, Walter, Gauinspekteur, Kohlenhändler, Siegen Dr. Jung, Karl, Geschäftsführer des Kolonialpolitischen Amtes, München Knickmann, Heinrich=August, SA.=Gruppenführer, Polizeipräsident, Duisburg Krichbaum, Karl, Kulturbaumeister, Dortmund Land, Franz, Bergmann, Dortmund=Mengede Manderbach, Richard, Beauftragter d. Parteileitung, Köln Meinberg, Wilhelm, Reichsobmann des Reichsnährstandes, Bauer, Berlin W 8 Meister, Albert, Bauinspekteur, Oberbürgermeister, Herne Müller, Erhard, SS.=Standartenführer, Hagen Niederwestermann, Paul, RSKK.=Oberführer, Bochum=Langendreer Quadflieg, Franz, Kreisleiter, Meschede Riemenschneider, Ernst, Kreisleiter, Straßenbahndirektor, Bochum Schleich, Karl=Ludwig, SA.=Oberführer, Hagen Schleßmann, Fritz, SS.=Brigadeführer, Polizeipräsident, Bochum Stein, Ernst, Handlungsgehilfe, Bochum Stürtz, Emil, stellv. Gauleiter, Welper=Hüttenau Dr. Teipel, Heinrich, Landrat, Arnsberg Vetter, Heinr., Gauinspekteur, Oberbürgermeister, Hagen Dr.=Ing. Vögler, Albert, Generaldirektor, Dortmund Wahlkreis 17(Westfalen Nord) 28 Abgeordnete Dr. Meyer, Alfred, Reichsstatthalter, Gauleiter, Münster i. W. Dreier(Bückeburg), Karl, Landespräsident, Kaufmann, Bückeburg Faßbach, Paul, Landespolizeiführer, Kraftfahrer, Detmold Dr. Fischer(Berlin), Curt, Reichshauptstellenleiter, Arbeitsamtsdirektor, Berlin Franke, Christian, Präsident der Industrie= und Handelskammer, Kaufmann, Münster i. W. Gückenjan, Heinr., Gauamtsleiter, Bauer, Münster i. W. Hartmann, Erich, Gauinspekteur, Landrat, Herford Heidemann, Karl, Gauinspekteur, Tischlermeister, Bielefeld Heißmeyer, August, Chef des SS.=Hauptamtes, SS.= Gruppenführer, Berlin=Zehlendorf=West Homann, Friedrich, Gauinspekteur, Landrat, Paderborn von Humann=Hainhofen, Rolf, SS.=Oberführer, Münster i. W. Irrgang, Fritz Emil, Oberbürgermeister, Dentist, Bocholt i. W. Frhr. von Kanne, Bernd, SS.=Standartenführer, Bauer, Breitenhaupt über Steinheim(Westfalen) Knop, Walter, Vorsitzender der Ersten Kammer beim Obersten Parteigericht, München Kost, Albert, Gauinspekteur z. b.., Bauer, Münster in Westf. Riecke, Hans=Joachim, Ministerialdirektor, Berlin W 8 Rosenbaum, Wilhelm, Gauinsperteur z. b.., Gastwirt, Recklinghausen Schickedanz, Arno, Stabsleiter, Außenpolitisches Amt, Berlin Schmidt, Fritz, Leiter der Landesstelle, Gaupropagandaleiter, Kreisleiter, Photograph, Münster i. W. Schmidt(Bottrop), Paul, SA.=Standartenführer, Bergmann, Bottrop i. W. Schramme, Otto, Polizeipräsident, SA.=Gruppenführer, Dortmund Schürmann, Ferdinand, Gauamtsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Telegraphenbauarbeiter, Münster i. W. Dr.=Ing. Dr.=Ing. e. h. Springorum, Fritz, Diplomingenieur, Dortmund Stangier, Peter, Stellv, Gauleiter, Preußischer Staatsrat, Münster i. W. Steinecke, Walter Hauptmann a.., Lemgo(Lippe) Steuer, Lothar, Bürgermeister, Bocholt i. W. Ummen, Hans Vorsitzender d. Gaugerichts, Münster i. W. Wedderwille, Adolf, Kreisleiter, Malermeister, Lage i. Lippe. 83 v. H. tauglich Die Musterungsergebnisse 1935 Berlin, 5. April. Der Oberfeldarzt im Reichskriegsministerium Dr. Müller gibt im Deutschen Aerzteblatt einen Ueberblick über die Musterungsergebnisse des Sommers 1935. Der Geburtsjahrgang 1914 war zum Wehrdienst, der Jahrgang 1915 für den Arbeitsdienst zu mustern. Darüber hinaus wurden etwa 100 000 Freiwillige untersucht. Die Musterungsergebnisse sind als recht günstig anzusehen. Insgesamt ergibt sich, daß 83 v. H. der im Jahr 1935 Untersuchten als tauglich für den aktiven Wehrdienst befunden wurden. Die letzte Musterung im Jahre 1913 hätte unter Zugrundelegung der heutigen Musterungsbestimmungen nur 76 v. H. Taugliche ergeben. Da die Musterung einen Einblick in die Volksgesundheit gebe, wie er besser bei keiner andern Gelegenheit gewonnen werden könne, seien bei der jetzigen Musterung sämtliche nennenswerten Fehler und Gebrechen aufgeführt worden. " An erster Stelle der insgesamt festgestellten grehler stehen die Fußschäden mit 23,9 v.., es folgen die Fehler der andern Gliedmaßen mit 19 v. der Mehrzahl der Fälle handelt es sich dabei um Folgen äußerer Verletzungen, von Unfällen und Krankheiten. An vierter Stelle der Fehler stehen schlechte Zähne, eine weitere Ueberraschung war, daß im Durchschnitt jeder neunte gemusterte Dienstpflichtige einen Augenbrechungsfehler hatte. Der Referent betont, daß die weitere Auswertung den für die Gesundheitsführung des Volkes verantwortlichen Stellen wertvolle Grundlagen für ihre Arbeiten geben werde, um die Wehrkraft des Volkes zu erhalten und nach Möglichkeit zu bessern. Ehestandsdarlehen auch nach der Heirat Berlin, 5. April. Der Reichsfinanzminister hat durch Runderlaß einige Erleichterungen für die Gewährung von Ehestandsdarlehen eingeführt. Er hat die Präsidenten der Landesfinanzämter ermächtigt, ausnahmsweise Ehestandsdarlehen auch dann zu gewähren, wenn der Antrag wegen bisheriger Arbeitslosigkeit des Antragstellers erst nach der Eheschließung, jedoch nicht länger als ein Jahr nach der Eheschließung gestellt worden ist. Dasselbe gilt, wenn der Antrag aus einem andern Grund kurze Zeit, jedoch nicht länger als einen Monat nach der Eheschließung gestellt worden ist. Ebenso wird eine Ausnahme zugelassen, wenn ein nicht überwiegender Teil der gesetzlich geforderten Arbeitnehmertätigkeit der Antragstellerin vor Beginn des im Gesetz vorgesehenen zweijährigen Zeitraums liegt und die Antragstellerin ihre Arbeitnehmertätigkeit aus zwingenden Gründen nicht weiter ausüben konnte. Andere Anträge auf ausnahmsweise Gewährung von Darlehen müssen dem Minister vorgelegt werden. Gleichzeitig ist durch Verordnung des Reichsfinanzministers für die Untersuchung der beiden künftigen Ehegatten und die Ausstellung der Zeugnisse durch die Gesundheitsämter eine Gebühr von zehn Mark eingeführt worden. Die Gebühr wird nur dann erhoben, wenn ein Ehestandsdarlehen gewährt wird. Bei Nichtgewährung des Darlehens braucht sie nicht entrichtet zu werden. Die Gebühr wird bei der Aushändigung der Bedarfsdeckungsscheine vom Finanzamt einbehalten. Auftakt zum Beginn der Sommerarbeit der Tehstunngen fur Mitter und dinle Berlin, 5. April. Im Rahmen der Tagung des Reichsarbeitsausschusses für das Hilfswerk„Mutter und Kind“, wies Hauptamtsleiter Hilgenfeldt auf die Leistungen hin, die die NSV. und ihre Mitarbeiter in den beiden letzten Jahren im Hilfswerk„Mutter und Kind“ vollbracht haben. Es sei beabsichtigt, die Leistungen im kommenden Jahr noch zu steigern. Der Geschäftsführer, Amtsleiter Althaus, erstattete darauf einen Tätigkeitsbericht, der sich auf die Arbeit der vergangenen zwei Jahre erstreckte. Die Zahl der Hilfsstellen beträgt zur Zeit 24217. Zur Durchführung dieser Arbeit haben sich insgesamt etwa 100 000 Helferinnen zur Verfügung gestellt. Im Jahre 1935 wurden diese Hilfs= und Beratungsstellen von mehr als 3 Millionen Hilfesuchenden in Anspruch genommen. Die Finanzierung des Hilfswerks wurde zu einem Teil durch fünf öffentliche Sammlungen vorgenommen, die 14,3 Millionen Mark erbrachten; in der Hauptsache aber erfolgte die Finanzierung dieser Arbeit durch die Mitgliedsbeiträge der NSV. Durch die zusätzliche wirtschaftliche Hilfe wurden im Jahre 1935 1179 142 Familien mit 4761295 Familienmitgliedern erfaßt. In 32 765 Fällen konnte Arbeitsplatzhilfe gewährt werden; darüber hinaus wurde in Zusammenarbeit mit dem Frauenamt der DAF. eine besondere Hilfe für erwerbstätige schwangere Frauen durchgeführt. Die Zahl der im Jahre 1935 betreuten werdenden Mütter und Wöchnerinnen hat mehr als 571 000 betragen. Die Hilfe für ledige ausbauen, das Mütter wurde grundsätzlich in der gleichen Weise durch= wird. geführt. Die Zahl der im Jahre 1935 betreuten ledigen Mütter beträgt 32 765. Im ersten Jahr des Bestehens des Hilfswerks „Mutter und Kind“ 1934 wurden 40 340 Mütter verschickt, im zweiten Arbeitsjahr ist es gelungen, diese Zahl auf 65 676 zu steigern, so daß in den beiden bisherigen Arbeitsjahren insgesamt 106 016 Mütter zur Erholung verschickt werden konnten. Die Zahl der gewährten Erholungstage beläuft sich auf annähernd 3 Millionen. Im Jahre 1934 hat die NSV. durch die ihr angeschlossene Reichszentrale„Landaufenthalt für Stadtkinder“ 300 000 und im Jahre 1935 305 000 Kinder in ländliche Familienpflegestellen, zur Verschickung gebracht. Die Gesamtzahl der durch die öffentliche und freie Wohlfahrtspflege zum Landaufenthalt versandten Kinder betrug im Jahre 1935 328282. Die Zahl der im Jahre 1934 durch die NSV. in Heime verschickten Kinder beträgt 45 000 und im vergangenen Jahre 82 904. Im gleichen Jahre verschickte die gesamte öffentliche Wohlfahrtspflege 107 360 Kinder in Heime und die übrige freie Wohlfahrtspflege 13 376. Abschließend kündete der Geschäftsträger des Hilfswerks„Mutter und Kind“ an, daß die kommende Arbeit in verstärktem Maße Notstandsgebieten gelten soll. Das Hilfswerk„Mutter und Kind“ wird des weiteren der Fursorge des Kleinkindes seine besondere Aufmerksamkeit schenken und die Müttererholungsfürsorge so der gesundheitliche Erfolg noch erhöht Tapfere=Puriser=Herkang „Victoire“ kämpft gegen die Schuldlügen der Vergangenheit und der Gegenwart Paris, 5. April. Unter der Ueberschrift„Man muß mit Deutschland sprechen“, greift die„Victoire" scharf die französische Regierung an. Als 1914 Viviani erklärt habe, Deutschland greife Frankreich an, seien die französischen Soldaten in den Krieg gezogen, ohne zu wissen, daß sie sich in Wirklichkeit für zwei fanatische Serben schlügen. Der wahre Verantwortliche für den Weltkrieg sei Poincaré gewesen, der den Augenblick für günstig gehalten habe, um seine von Rußland unterstützten Vergeltungsgelüste in die Tat umzusetzen. Er und Clemenceau seien für Frankreich und für Europa eine wahre Landplage gewesen. Der eine sei für den Krieg verantwortlich, der andere für den Versailler Vertrag. Das schlimmste sei aber, daß die französischen Politiker das wüßten und nicht zugeben wollten. Heute wiederhole sich das gleiche Spiel. Seit drei Wochen beunruhige man die Oeffentlichkeit, stelle sie auf eine Nervenprobe und rufe eine wahre Panik hervor. Und warum das alles? Weil Deutschland nach 17jähriger Geduld es satt habe, wie ein afrikanisches Volk dritter Güte behandelt zu werden. Es müsse einmal klar herausgesagt werden, daß die Stunde gekommen sei, wo man mit Deutschland sprechen müsse. Die wahre Stimme des französischen Volkes sei in der Umfrage zum Ausdruck gekommen. die kürzlich eine Zeitung in Südwestfrankreich abgehalten habe und wobei sich 5560 Franzosen von 7344 abgegebenen Stimmen für eine Verständigung ausgesprochen hätten. „Vorwärts, nicht rückwärts!“ Englands Verteidigungsminister über den Friedensplan London, 5. April. Der englische Verteidigungsminister Sir Thomas Inskip sprach auf einer konservativen Versammlung in Portsmouth über die gegenwärtige internationale Lage. Er glaubte zunächst an dem deutschen Vorgehen in der entmilitarisierten. Zone Kritik üben zu sollen und bezeichnete es als notwendig, etwas zu tun, um das Vertrauen in die Verträge wiederherzustellen. „Wir haben“, so fuhr Inskiv dann fort,„sehr stark einen Beitrag von Deutschland in der sogenannten Zwischenveriode gewünscht, während der ein, wie ich hoffe, erfolgreicher Aussohnungsversuch gemacht wird. Die englische Nation empfindet zur Zeit ein größeres Maß von Freundlichkeit gegenüber Deutschland, als es seit langem der Fall war. Ich hoffe, daß wir nicht unsere echte Symvathie für unsere Alliierten und Nachbarn in Frankreich verloren haben. Wir stehen ihnen in ihrem Bunsche nach Sicherheit freundlich gegenüber, aber gleichzeitig hat die britische Nation instinktiv den Wunsch gezeigt, nicht nur mit Frankreich, sondern auch mit Deutschland freundschaftliche und friedliche Beziehungen zu unterhalten. In einer solchen Lage, wo die Völker den Frieden wünschen, sollte es den Staatsmännern sicherlich nicht unmöglich sein, einen dauernden Frieden zu bringen. Ich hoffe und glaube, daß die Lage Möglichkeiten enthält, die über alles hinausgehen, was ich vor kurzer Zeit noch erwartete. Ich mochte nicht an den strengen Gesetzesbuchstaben festhalten. Ich glaube nicht, daß es uns im geringsten darum zu tun ist, Verträge so zu behandeln, wie es ein Jurist tun würde.“ Deutschland, so betonte der Minister, habe Vorschläge gemacht, die einer sorgfältigen Prüfung wert seien. Das deutsche Schriftstück enthalte viele verlockende Dinge, die, wie er hoffe, in eine wirkliche Vereinbarung zwischen den Nationen umgeschweißt werden könnten. Er hoffe weiter, daß auf beiden Seiten des Rheins der Wunsch vorhanden sei, über das streng juristische Dokument hinauszugehen und vorwärts zu blicken, anstatt rückwärts zu geben. Autobahn=Teilstreche Braunschweig— Lehrte eröffnet. Nach zweijähriger Bauzeit wurde am Sonntag in Anwesenheit des Reichsministers Kerrl, des Stabschefs Lutze und des braunschweigischen Ministerpräsidenten Klagges die Teilstrecke Braunschweig— Lehrte der Reichsautobahn Braunschweig—Hannover vom Generalinspekteur des deutschen Straßenwesens, Dr. Todt, eröffnet und für den Verkehr freigegeben. festeren Teilen, in Stengel und Stiel in der Rinde. den Schalen usw. enthalten. Beim Getreidekorn beispielsweise wird die zellstoffhaltige Schale mit dem schärferen Ausmahlen fast ganz beseitigt(Kleie). Der menschliche Körper braucht einen gewissen Zellstoffgehalt seiner Nahrung zur Aufrechterhaltung eines gesunden Verdauungsvorgangs. Größere Mengen davon aber belasten den Darm, weil der Zellstoff an sich unverdaulich ist. Fritz v. d. W. Fraae: Woher stammt die Redensart:„Jemand den Rang ablaufen?"— Antwort: Man sagt zwar„jemand den Rang ablaufen" und meint dabei Rana im Sinne von Stufe, denn so hat sich die Redensart eingebürgert. Die Entstehung ist eine ganz andere. Nicht um eine Rangstufe handelt es sich ursprünglich, sondern darum, daß ein Läufer den vorauseilenden Konkurrenten zu überholen versucht. indem er dessen„Rank", das heißt„krummen Weg“. durch Zurücklegung eines kürzeren geraden Weges abzuschneiden trachtet. In der Regel wird das Wort jetzt allerdings nur noch in der Mehrzahl gebraucht— man erinnere sich an das Wort„Ränke“! Verschiedenes. Julius Sch. Frage: Was verstand man eigentlich unter einer Zivilliste?"— Antwort: Zivilliste, auch als Krondotation bezeichnet, ist eine in monarchisch regierten Staaten dem Landesherrn verfassungsmaßig zukommende, meist für die Dauer der Regierungszeit bewilligte und daher von der laufenden Zustimmung des Parlaments unabhängige, frei verfügbare jährliche Geldrente. Die Bezeichnung Zivilliste stammt aus Englang— Sie werden den Ausdruck vermutlich neuerdings im Zusammenhang mit dem dort eingetretenen Thronwechsel gelesen haben— und erklärt sich daraus, daß dort von der dem König durch das Parlament bewilligten Rente auch die Gehälter einiger Zivilbeamten mit beglichen werden. In Deutschland trat die Zivilliste bei den Auseinandersetzungen zwischen Staat und Fürsten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an die Stelle der bis dahin aus dem Krongut gezogenen Einkünfte der Landesfürsten, wobei mit wenigen Ausnahmen dieses oder die Einkünfte aus ihm an den Staat fielen. Vor dem Weltkrieg bezog der König von Preußen, der als Kaiser von Deutschland keine Dotation erhielt, eine Zivilliste von rund 18 Millionen Mark. Oskar L. Frage: Was ist die vielgenannte „White Star Line?"— Antwort: Der Name stammt von dem weißen Stern der Schornsteinmarke, zur den die englische Schiffahrtsgesellschaft„Oceanic Steam Navigation Company“ ihren Fahrzeugen mitgibt. Der Name„White Star Line“ ist so in der Schiffahrt üblich geworden für die genannte Gesellschaft. Sie wurde 1869 in Livervool gegründet und eröffnete 1871 die Verbindung zwischen England und Nordamerika. 1926 wurde sie von der„Royal Mail Steam Packet Co.“ unter Beibehaltung ihrer eigenen Flagge übernommen. Der Name ist heute noch gebräuchlich für diese wichtige Verbindung zwischen Europa, Amerika, Australien und Neuseeland. A. B. Gesamthöhe der Olympia-Glocke mit Joch 4,21 Meter, Glockendurchmesser 2,80 Meter, Glockenhöhe mit Krone 2,70 Meter, Glockengewicht 9635 Kilogramm, Klövpel mit Gegengewicht 791 Kilogramm, Joch mit Beschlägen 8415 Kilogramm, Gesamtgewicht 13841 Kilogramm. W. Kr. Reichsfinanzminister von Schwerin=Krosigk hat sich dem Reichsbund der Kinderreichen angeschlossen. M. J. Sie haben so gut wie recht. Wir zitieren Ihnen zu Ihrer Unterstützung den Vater der„Geflügelten Worte". Georg Büchmann, bei dem es folgendermaßen heißt:„Gedenke, daß Du ein Deutscher(eigentlich Teutscher) bist, heißt es am Schlusse der Vorrede zu den Aktenstücken; die der Große Kurfürst nach der Beleidigung der kurfürstlichen Gesandten in Flensburg durch Schweden am 4. August 1658 über diesen Fall veröffentlichte, um seine Abwendung von den Schweden zu begründen. Diese in schwungvoller Sprache abgefaßte und von deutscher Gesinnung diktierte Einleitung wird dem Ersten Minister und Oberpräsidenten des Geheimen Rates Otto von Schwerin(1616 bis 1679) zugeschrieben.“ Mündliche kostenlose Auskunft für die Bezieher unserer Zeitung nur nachmittags(außer Mittwochs und Samstags) von 4 bis 5 Uhr in unserer Schriftleitung. trotzdem möglich, und zwar aus§ 1568 BGB wegen schuldhafter Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses und zwar begangen durch schwere Verletzung der ehelichen Pflichten(hausliche Gemeinschaft usw). Zeugnisverweigerung. A. Sch. Nahe Verwandte einer Prozeßpartei sind zur Verweigerung der Aussage berechtigt. Entfernte Verwandtschaft(zum Beispiel Schrippschwägerschaft) kommt allerdings nicht in Betracht. Sie werden übrigens vom Richter über Ihr Zeugnisverweigerungsrecht belehrt. Haus und Miete. Beispiel arische Her=] L. G. 1. Wenn das Gartenland in den Mietsvertrag die Ihre Praut jetzt einbezogen ist, und schon seit 1929 nach diesem Vertrage dis wuer Scuu# verfahren wurde, haben Sie das Recht, die jetzige Zulatzforderung abzulehnen. 2. Einen Mehrverbrauch an zuuer wird die Haltung des Schweines zweifellos zur X. 9. Z. Vielleicht denken Sie bei dem Fall an den Folge haben, so daß Sie u. E. schon etwas Wassergeld beidungsgrund wegen böswilligen Verlassens. Dieser zahlen müssen. Unterhaltspflicht. H. K. Sofern von dem Vater, der in erster Linie unterhaltspflichtig bleibt, der Unterhalt des Kindes nicht beizutreiben ist, und auch Ihre Tochter aus eigenen Mitteln den Unterhalt nicht bestreiten kann, müssen Sie als mütterlicher Verwandter gemäß§ 1601 BGB. die Unterhaltskosten tragen. Nach§ 1709 Abs. II behalten Sie aber Ersatzansprüche gegen den Vater des Kindes, die Sie zu gegebener Zeit geltend machen können. Ehestandsdarlehen. A. 9. Die Wohlfahrt zahlt keine Heiratszulagen. Ob Sie Ebestandsdarlehen bekommen, hängt von verschiedenen Bedingungen ab. zum Beischier atische cherkunft, Wiederbesetzung der Stelle, einnimmt usw. Ehescheidung. Autounglück fordert drei Tote dnb Neustadt in Holstein, 5. April Auf der Chaussee nach Neustadt hat sich am Sonntag morgen ein schweres Autounglück ereignet, das drei Todesopfer forderte. Autofahrer entdeckten in der Nähe der Stadt einen zertrümmerten DKW=Wagen, der offensichtlich gegen einen Baum gerast sein mußte. Bei dem Wagen lagen drei Personen, von denen nur eine, ein Mädchen, noch schwache Lebenszeichen von sich gab, während die beiden anderen bereits tot waren. Auf dem Transport in das Krankenhaus ist auch das Mädchen seinen schweren Verletzungen erlegen. Bei den Toten handelt es sich um einen Eisenwarenhändler Meinert und dessen kaufmännischen [Gehilfen sowie um die Tochter des Maurermeisters Voß sämtlich aus Neustadt. Die drei Personen hatten sich auf dem Wege von Lübeck nach Neustadt befunden. Das Unglück muß sich morgens gegen 4 Uhr zugetragen haben. Tragödie im Kohlenschacht Drei Arbeitslose beim wilden Kohlenschürfen verunglückt Prag, 4. April. In einem wilden Schacht zwischen Dux und Kosten bei Teplitz=Schönau wurden drei Arbeitslose durch ausströmende giftige Gase getötet. Eine Anzahl Arbeitsloser hatte auf der verlassenen Grube der Kohlengesellschaft„Gottessegen“ einen wilden Kohlenabbau ohne die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen begonnen. Als sich auf dem Grunde der Grube Giftgase bildeten, fiel der eine bewußtlos zu Boden. Seine Kameraden versuchten. ehn zu retten, fielen aber um. Das Unglück wurde erst so spät bemerkt, daß die Rettungskolonne die drei nur noch als Tote bergen konnte. Bei den Bergungsarbeiten wurden weitere vier Bergarbeiter durch Grubengase vergiftet und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Gerüchtweise verlautet, daß in dem wilden Schacht noch mehrere verunglückte arbeitslose Bergarbeiter liegen sollen, die dort in der Nacht gearbeitet hatten. Vera Stretz freigesprochen Newyork, 4. April. Eine geheimnisvolle Bluttat, die seiner Zeit in Newvork großes Aufsehen erregt hat, hat jetzt ihren gerichtlichen Abschluß gefunden. Vera Stretz, die im November vorigen Jahres ihren Verlobten, den 40jährigen Dr. Fritz Gebhardt, im 21. Stockwerk eines eleganten Newyorker Wolkenkratzer=Hotels unter aufsehenerregenden Umständen erschossen hat, wurde von der Mordanklage freigesprochen. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, daß die Angeklagte in Notwehr gehandelt hat. Schechungsgrand wegen Ppowihiger Tatbestand wäre nur gegeben, wenn ein Ehegatte, nachdem er zur Herstellung der ehelichen Gemeinschaft rechtskräftig verurteilt ist, ein Jahr lang gegen den Willen des anderen Ehegatten in böswilliger Absicht dem Urteil nicht Folge geleistet hat.(§ 1567 B6B.) Das trifft auf Ihren Fall nicht zu. Die Scheidung ist aber Allerlei Wißbegier. Anton K. Frage: Was versteht man unter Zellulose?— Antwart: Zellulose oder Zellstoff ist ein wichtiger Bestandteil im Aufbau aller Pflanzen, die Gerüstsubstanz. Sie ist besonders in den härteren und Gedenkstein für die Opfer der Strahlenforschung In Hamburg wurde in Gegenwart zahlreicher führender Persönlichkeiten der Röntgenologie und Radiologte aus dem In= und Auslande der auf Veranlassung der Deutschen Röntgen=Gesellschaft geschaffene Gedenkstein für die Opfer der Strahlenforschung in aller Welt feierlich eingeweiht. Gott dem Herrn über Leben und Tod hat es in seinem unerforschlichen Ratschluß gefallen, heute morgen gegen 7 Uhr nach langer, schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit unseren guten, innigstgeliebten Vater. Schwiegervater. Bruder. Schwager und Onkel Aagubt Blophan Im Alter von fast 69 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten im Namen der Hinterbliebenen: Willi Stephan u. Frau Anna geb. Oevermann Bochum-Gerthe, den 4. April 1936 Schwerinstraße 27 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 7. April 1936, nachmittags 330 Uhr. von der Friedhofshalle in Bochum-Gerthe, Kirchharpener Straße, aus statt. Allen, denen aus Versehen eine besondere Anzeige nicht zuging, diene diese als solche. Hotel Fork am Hauptbahnhof Gut bürgerl. Mitlagtisch Ordentliches für alle vorkommend Arbeit. ges. Wirtsch. Hübener, Baarestraße 1. Verloren Kurzhaar. weißer Hündin, Kopf und Rute schwarz, Steuerm.=Nr. 191, entlauf. Wiederbr erhält Belohnung Platzhoff. 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Wir haben ihn in den langen jahrzehnten der Zusammenarbeit als unseren hervorragendsten Richtmeister schätzen gelernt; der Gefolgschaft ist er stets ein Vorbild treuester und gewissenhaftester Pflichterfüllung gewesen Wir alle beklagen den Verlust auf das schmerzlichste und werden dem Verewieten über das Grab hinaus ein dankbares und ehrendes Gedenken bewahren. Siegen, den 4. April 1936. Führer und Gefolgschaft der A. Spies G. m. b.., Waagenfabrik& Eisenzießerei Siegen cuttrriey, Tochun 35 Büroräume für jeden Zweck geeignet, ganz oder geteilt sofort zu vermieten. Anfragen an: Josef Strothe, Essen=Hbf. (Telephon 26608) erbeten. Tüchtiges Mädch., 22 Jahre, sucht BO CHUM Stelle als Montag 6. April, 20 bis gegen 22.30 Uhr Vormiete A 24: Schwarzbrot und Kipfel Lustspiel von W. von der Schulenburg. Dienstag 7. April. 20 bis gegen 22.30 Uhr, Weißer Ring 10: Der Sprung aus dem Alltag Komödie von H. Zerkaulen. Stemper aller Art SchilderNeuheit eig. Anfert. 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