„„„ Vn ansstgewprele: Grundpreise wi: Hreg., B8° gof. in Pr. jei. Kal Bezugspreis mit Botenlohn: 215 RM. monatlich oder.08 RM. haldSelbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. balbmonailich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funksetischrift„bör mit mir: 45 Vi. monatlich bel vier Sonntagen und bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeutung durch höbere Gewalt, Verbot oder Beiriebsstörung u. dol. verbindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14¼ bis 19 Uhr, von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, gußer Mittwochs und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Dienstag 10. März 1936 43. Jahrgang Nummer 59 Einzelpreis 10 Pf. im Anzelgenteil und in 28 Hxelte 30“ tt im Tertzell, zmilienangebote, Arntelden bribeater Hr),=Klsine 915 Zinekaeböbsen 2. Bl. Anteidsenannezge füt die Iezral Bigezlch ftübnererz Hziag ierde Pauigegebener Anzeigen sonn teine Gewädr Abeknommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67531, 32, 53 LONrtcerP zur deutschen Denkschrift— Außenminister Eden vor dem Unterhaus de Socricee# Odach bei der Durchfübrung der jetzt vor uns stebend dnb London, 9. März. Das Unterhaus trat am Montag nachmittag zu der üblichen Tagung zusammen. Mit größter Spannung wartete das vollbesetzte Haus auf die Erklärung des Außenministers Eden. Eden gab zunächst eine Darstellung seiner letzten Fühlungnahme mit dem deutschen Botschafter in der Frage eines Luftpaktes. Hierauf wiederholte er im einzelnen den Inhalt der deutschen Denkschrift vom 7. März und führte dann u. a. aus: „Beim Empfang dieser Mitteilung teilte ich dem deutschen Botschafter mit, er dürfe nicht von mir erwarten, daß ich irgendwelche ins einzelne gehende Bemerkungen über eine Urkunde von dieser Bedeutung machen würde, solange ich keine Gelegenheit gehabt hätte. sie zu prüfen und mit meinen Kollegen über die dadurch geschaffene Lage zu beratschlagen. Gleichzeitig sagte ich dem deutschen Botschafter, daß ich eine Bemerkung sofort machen müsse. Ich bedauerte aufs tiefste die Mitteilung über die Aktion, die die deutsche Regierung hinsichtlich der entmilitarisierten Zone unternommen habe. Er(der Botschafter) werde es zu würdigen wissen, daß dies der einseitigen Aufkündigung eines frei verhandelten und frei unterzeichneten Vertrages gleichkomme(Beifall). Mir ist, so erklärte ich dem Botschafter, die Ansicht der deutschen Regierung über die Wirkung des französischsowjetrussischen Paktes auf den Locarno=Vertrag bekannt. Diese Ansicht wird jedoch nicht von den anderen Unterzeichnermächten des Vertrages geteilt, und wenn die deutsche Regierung trotz der Meinung der anderen Unterzeichner noch ihre eigenen Schlußfolgerungen aufrechterhalte, dann steht Deutschland als letzter Weg das Schiedsverfahren zur Verfügung. Ich muß befürchten. daß die Wirkung der einseitigen Aufkündigung dieses Vertrages auf die Regierung und die britische öffentliche Meinung unvermeidlich beklagenswert sein muß. Die nächsten Schritte Die französische und die belgische Regierung haben mit vollem Wissen und Einverständnis der britischen Regierung gebeten, daß der Völkerbundsrat sobald wie möglich zur Erörterung der Lage einberufen werden möge. Ich muß betonen, daß der Völkerbundsrat die zuständige Körperschaft für diesen Zweck ist. Der Rat wird, wie verlautet, am kommenden Freitag zusammentzeten. Natürlich wird vor dieser Zusammenkunft keine Entscheidung herbeigeführt werden: aber es wird ein Gedankenaustausch stattfinden, und zwar morgen in Paris zwischen den Vertretern der vier Locarno=Mächte ohne Deutschland. Diese Besprechungen werden am folgenden Tage in Genf wieder aufgenommen werden. Die britische Regierung wird bei dieser Gelegenheit durch den Lordsiegelbewahrer Lord Halifax und mich selbst vertreten sein. Die einseitige Aufkündigung freiwillig eingegangener Verpflichtungen und ein gleichzeitiges Vorgehen Deutschlands, als ob diese Verpflichtungen nicht vorhanden seien, verwickeln und erschweren die internationale Lage. Das Aufgeben des Locarno=Vertrages und die Besetzung der entmilitarisierten Zone haben gründlich das Vertrauen in jede Verpflichtung, erschüttert, die von der deutschen Regierung vielleicht in Zukunft übernommen werden wird. In diesem Hause oder in diesem Lande kann niemand sein, der einen solchen Schritt verzeihen oder entschuldigen möchte. Er versetzt dem Grundsatz von der Heiligkeit der Verträge, der dem ganzen Gefüge der internationalen Beziehungen zugrunde liegt, einen schweren Schlag. Ich bin dankbar, sagen zu können, daß kein Grund für die Annahme besteht, daß die gegenwärtige deutsche Aktion eine Drohung mit Feindseligkeiten in sich Die deutsche Regierung spricht in ihrer Denkschrift von ihrem unabänderlichen Verlangen nach einer wirklichen Befriedung Europas und drückt ihre Bereitwilligkeit aus, einen Nichtangriffspakt mit Frankreich und Belgien abzuschließen. Aber es darf über unsere Lage als Unterzeichner des Locarno=Vertrages kein ständnis geben, und daher hält es die britische Regierung für notwendig zu erklären, daß während der Zeit, die für die Erwägung der neuen Lage notwendig sein wird, jeder tatsächliche Angriff auf Frankreich oder Belgien eine Verletzung des Artikels 2 von Locarno darstellen würde. Die britische Regierung würde sich ungeachtet der deutschen Aufkündigung des Vertrages gebunden fühlen, gemäß den Vorkehrungen des Vertrages dem angegriffenen Lande zu Hilfe zu eilen. Es ist für alle offenkundig, daß unter den bestehenden Umständen der Uebergang von einer schlechten Vergangenheit in eine bessere Zukunft ein mühsames und gewagtes Unterfangen sein wird. Wir haben nicht nur mit der Vergangenheit oder Gegenwart, sondern mit der Zukunft zu tun. Eine der Hauptgrundlagen des Friedens europa ist beseitigt worden, und wenn dort der Frieden gesichert werden soll, ist es eine vielfältige Pflicht, sie auszubauen. In diesem Geiste müssen wir an die Vorschläge des deutschen Kanzlers herangehen. Die britische Regierung wird sie mit klarer Einsicht und bsektiv prüsen mit dem Ziel, festzustellen, bis zu welchem Grade sie ein Mittel darstellen, mit dessen Lüse die erschütterte Struktur des Friedens gestärkt werden kann. Bei dem gegenwärtigen ernsten Zustand der internationalen Angelegenheiten ist die britische Rezierung der Ansicht, daß keine Gelegenheitungenutzt bleiben darf, die irgendeine Hoffnung bietet. Bei den besorgniserregenden Umständen der gegenwärtigen Zeit fühle ich mich berechtigt, alle Meinungsschichten des Unterhauses um ihre Unterstützung bei der Durchführung der jetzt vor uns stehenden AufNach Bendigung der Eden=Erklärung bejahte der Ministerpräsident die Frage des Oppositionsführers Attlee, ob das Unterhaus Gelegenheit für eine Aussprache über den wichtigen deutschen Schritt erhalten werde. Gratten wärtel weiler ab Noch keine amtliche Stellungnahme dnd Rom, 9. März. Wie offiziell erklärt wird, hat die italienische Regierung noch keine Stellungnahme zu der Aufkündigung des Locarnopaktes durch Deutschland genommen. Wie hiesige politische und diplomatische Kreise erklären, sei diese abwartende italienische Haltung durch. die Tatsache erklärt und gerechtfertigt, daß Italien augenblicklich von Sanktionen betroffen ist. Anderseits sei Italien längst nicht so direkt am Locarnopakt interessiert, wie die drei Mächte, die er unmittelbar angehe, Frankreich, Belgien und Deutschland, und auch nicht so stark wie England, das einstmals durch Baldwin habe erklären lassen:„Unsere Grenze liegt am Rhein.“ Der Grund für die weitere völlige Zurückhaltung maßgebender italienischer Stellen liegt, wie nunmehr auch gewisse gut unterrichtete italienische Stellen durchblicken lassen, in der Erwägung, daß sich Italien unter allen Umständen jegliche Handlungsfreiheit darüber vorbehält, inwieweit es sich verpflichtet fühlt, irgendwelche Schritte als Locarnomacht mitzumachen, bis es sieht, welchen Verlauf die Genfer Verhandlungen über die abessinische Frage nehmen. Die Ankündigung des deutschen Wiedereintritts in den Völkerbbund wird hier mit aller Ruhe aufgenommen. Man würde sich hier von einer Mitarbeit Deutschlands im Völkerbund nur Vorteile versprechen, da Italien mit Deutschlands Haltung in vielen Genfer Fragen durchaus übereinstimmt. So hat man lebhaftes Verständnis für die im Rahmen des Völkerbundes zu erhebenden deutschen Kolonialforderungen und betont, daß Italien an einer grundsätzlichen Reform des Bölkerbundspaktes stets interessiert gewesen sei, wenn man auch noch nicht eine Meinung darüber abgeben wolle, welchen Standpunkt Italien zu einer Trennung des Völkerbundspaktes vom Versailler Vertrag einnehmen jwürde. tdens Antwort Die mit Spannung erwartete erste Stellungnahme der englischen Regierung zu den Angeboten des deutschen Führers und Reichskanzlers ist heute im Unterhause erfolgt. Außenminister Eden hat die grundsätzliche britische Haltung zur europäischen Lage in einer formulierten Erklärung bekanntgegeben. Daß das englische Kabinett zur Feststellung des Bruches des Locarno=Vertrages gelangen würde, war nach den ersten Kommentaren der Londoner Presse zu erwarten. Das damit ausgesprochene Urteil ist formaler Natur und entspricht dem von England immer wieder verfochtenen Standpunkt der formalen Kollektivität, an der man nun einmal nicht rütteln lassen will. Da aber anderseits Herr Eden die Notwendigkeit genauester Prüfung betont, bei der wir nach den Erklärungen des Außenministers das Höchstmaß von Objektivität voraussetzen wollen, so dürfen wir die Gesamterklärung unter dem Vorbehalt unserer eigenen Richtigstellungen an den verschiedenen Deduktionen Edens alles in allem als den „Ausdruck eines neuen europäischen Aufbauwillens", um mit den eigenen Worten des Herrn Eden zu sprechen, ansehen. Mit Genugtuung stellen wir weiter fest, daß der Minister im gleichen Atemnzuge der ruhigen Betrachtung der Dinge schon allein dadurch einen guten Dienst erwiesen hat, daß er die seit Bekanntwerden der Hitler=Vorschläge aufgetauchte Nervosität als grundlos zurückwies, indem er wörtlich feststellte,„er sei dankbar, sagen zu können, daß kein Grund zu der Annahme vorliege, die deutsche Handlung könne irgendwie eine Drohung von Feindseligkeiten enthalten“. Und doch erscheint es uns in dieser Stunde als unser gutes Recht, auch den britschen Außenminister dahin richtigzustellen, daß nicht das zu jedem gleichberechtigten Nichtangriffspakt, zur Errichtung einer beiderseitigen entmilitarisierten Zone und sogar zur Rückkehr in einen vom Versailler Vertrag losgelösten Völkerbund bereite Deutschland den vierseitigen Vertrag von Locarno gebrochen hat, sondern daß die flagrante Verletzung durch Frankreich erfolgte, als es seine Unterschrift unter den Militärpakt mit Sowjetrußland setzte und damit nach altem Stil eine neue EinkreiDer Staatsakt am Heldengedenktage Scherl-Bilderdienst das gange bernische Vol der Minner, die süte Leutclauds Fxifse, Rachtf eiühgeris feis kachfr Leben obserten, Ansere,.sizen Ziaatzelles A der Veriuet Staaisopek. as else schscece örterungen wären aber immerhin zweckvoll, wenn die andere Seite— wieder Frankreich— sich nicht nur an den Buchstaben, sondern ebenso an den Geist des Locarno=Vertrages gehalten hätte. Das ist nicht geschehen. Aber schließlich muß auch der gesunde Menschenverstand zugeben, daß Deutschland mit der Besetzung der Rheinlandzone und mit der Abkehr von Versailles sich nur das jedem souveränen Volke zustehende [Recht der Selbstsicherung genommen hat, um rechtzeitig einer Gefahr zu begegnen, über deren Größe die britische Regierung, wie Herr Eden selbst zugibt, ebenso wie über die deutschen Befürchtungen ausgiebig auf diplomatischem Wege unterrichtet worden war. Trotz dieser Entgegnungen an Herrn Eden würdigen wir aber die klare und beruhigende Sprache in der einstweiligen Hoffnung, daß dieses Maß diplomatischer Zurückhaltung und ausgleichender Taktik auch weiterhin anhalten und auf andere Regierungen heilbringend ausstrahlen möge. Eden erkennt die Pflicht an, Europa im Sinne des Friedens neu aufzubauen, und verlangt, in diesem Sinne den Vorschlägen des deutschen Kanzlers zu begegnen. Allein darin möchten wir die positive Seite der Ministerrede sehen, denn nur auf diesem Wege ist die Konsolidierung Europas möglich. Nur so sind die unbegründeten Bedenken zu zerstreuen, die sich im Westen herausgebildet haben. Wenn wir selbst auch bedauern, daß es zu dieser Auseinandersetzung infolge der jahrzehntelangen Halsstarrigkeit der Gegenseite kommen mußte, so dürfen wir dennoch an Herrn Edens Ausführungen die für uns Deutsche, wie für ganz Europa befreiende Erwartung knüpfen, daß das britische Volk zusammen mit seiner Regierung und seiner Oeffentlichkeit bei weiterem Durchdenken der Gesamtlage die Vorschläge des deutschen Führers wie die in der deutschen Denkschrift angeführten Argumente objektiv zu prüfen bereit ist. M. HI. Heute Locarno=Konferenz dnb Paris, 9. März. Die Vertreter der Locarnomächte treten am Dienstag vormittag 10.30 Uhr im französischen Außenminie sterium zusammen. England wird durch Eden, Belgien durch van Zeeland, Italien durch den Botschafter Cerruti vertreten sein. Tardien verzichtet auf Kammersitz Scharfe Absage an den Parlamentarismus dnd Paris, 9. März. ] Der ehemalige Ministerpräsident André Tardieu hat sich, wie er den Wählern des Gebietes von Belfort in einem Schreiben mitteilt, entschlossen, auf einen Parlamentssitz zu verzichten. Er wolle nicht mehr Abgeordneter sein, schreibt er, weil er glaube, daß das politische System Frankreichs peder vom Volke geduldet noch durch parlamentarische Mittel verbessert werden könne. Tardieu weist dann auf den deutschen Schritt hin, den er durch den Zustand des französischen öffentlichen Lebens begünstigt glaubt. Die Kammern, so schreibt er. könnten so, wie sie seien, nichts tun, um diesen Zuständen entgegenzutreten oder ihnen abzuhelfen. Man müsse sich nunmehr an das Land selbst wenden, und die erste Bedingung, um von dem Lande gehört zu werden, sei, daß man nicht Parlamentarier sei. Um dem Verlust an Zeit und Ansehen zu entgehen, verlasse er das Parlament, um seine Handlungsfähigkeit für das allgemeine Wohl zu heben. Sein Austritt aus dem Parlament sei nicht ein Abschluß, sondern ein Begin. Seite 2 Nr. 59# Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 10. März 1936 Houtireeinh Peast(pillero Brrschlage nicht Rundfunkrede des französischen Ministerpräsidenten— Völlige Verständnislosigkeit für den deutschen Stanopunct dnd Paris, 9. März. Ministerpräsident Sarraut hielt am Sonntag abend im französischen Rundfunk eine Rede, in der er sich mit den Erklärungen des Führers vor dem Reichstag beschäftigte. In völliger Verkennung der deutschen Auffassung brachte der Ministerpräsident den Standpunkt der französischen Regierung in seiner ganzen Starrheit zum Austrag. In seiner Rede erklärte Sarraut zunächst, daß er sich in voller Ruhe mit der Schwere der Ereignisse auseinandersetzen wolle. Dann ging der Ministerpräsident auf einen kurzen geschichtlichen Rückblick ein, der die Einrichtung der entmilitarisierten Rheinzone rechtfertigen sollte. Frankreich habe stets eine Verbesserung der Beziehungen zu Deutschland zu erreichen versucht, und diesen Bemühungen sei der Rheinpakt von Locarno entsprungen. Auch in der vorzeitigen Räumung des besetzten Gebietes erblickt Sarraut einen Beweis des französischen Wunsches, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern. Während nach seiner Auffassung von französischer Seite alles getan worden sei, um zu einer Beruhigung der Atmosphäre zu gelangen, glaubt der französische Ministerpräsident, Deutschland eines ständigen illoyalen Verhaltens beschuldigen zu können, das in sonderbarem Widerspruch zu den mehrfachen Friedensbeteuerungen der Reichsregierung stehe. Als Beispiel führt er die Einstellung der Reparationszahlungen, das Verlassen der Abrüstungskonferenz, das Ausscheiden aus dem Völkerbund und die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht an. Geflissentlich verschweigt er jedoch seinen Hörern, daß diese Maßnahmen von Deutschland erst ergriffen wurden, als sich die Gegenseite klar und deutlich über feierlich eingegangene Versprechungen hinweggesetzt hatte. Im weiteren Verlauf seiner Rede wandte sich Sarraut der Bedeutung der entmilitarisierten Zone zu, die die Unverletzlichkeit der französischen Grenze gegen einen „plötzlichen Angriff“(!) gewährleisten solle. Im Anschluß an das Führer=Interview im„Paris Midi“ stellte Sarraut die Behauptung auf, daß die deutschen Einwendungen gegen den französisch=sowjetrussischen Beistandspakt in bezug auf seine Unvereinbarkeit mit dem Locarovertrag völlig unzutreffend seien. Er unterließ es jedoch, die schwerwiegenden Argumente des Führers in irgendeiner Form zu berücksichtigen, und beschränkte sich auf die Feststellung, daß der Führer in seiner Rede am 21. Mai 1935 die Bedeutung der entmilitarisierten Zone als einen Beitrag zum Frieden Europas anerkannt habe. Deutschland habe kein Recht, sich zum Richter über die Vereinbarkeit des Locarnovertrages mit dem Russenpakt zu machen. Es hätte den Internationalen Gerichtshof im Haag mit der Angelegenheit beschäftigen müssen. Ministerpräsident Sarraut gab dann zu, daß Deutschland in der dem französischen Botschafter übergebenen Denkschrift neue Vorschläge gemacht habe. Diese Vorschläge werde jedoch die französische Regierung nicht prüfen, denn Frankreich könne diesen Vorschlägen kein Vertrauen entgegenbringen, da nunmehr zum zweiten Male innerhalb eines Jahres übernommene Verpflichtungen von Deutschland abgelehnt worden seien. Die Prüfung dieser Vorschläge könne aber auch nicht erfolgen, da Deutschland durch die Entsendung„bedeutender Streitkräfte“ in die entmilitarisierte Zone Frankreich vor vollendete Tatsachen gestellt habe. Auch hier erwähnt Sarraut mit keinem Wort, daß in Wirklichkeit der französischsowjetrussische Vertrag, an den sich reich bereits jetzt praktisch gebunden fühlt, eine neue Tatsache geschaffen habe und daß die Beschlüsse der Reichsregierung eine natürliche Reaktion auf diese Durchlöcherung des Locarnovertrages sind. Die französische Regierung sei, so erklärte der Ministerpräsident, entschlossen, dieser Drohung nicht nachzugeben. Die französische Regierung sei weiter gewillt, die Sicherheitsgarantien des Locarnovertrages aufrechtzuerhalten. Frankreich wolle nicht, daß Straßburg im Bereich der deutschen Kanonen liege(!). Auch aus diesen Worten spricht wieder die vollkommene Einseitigkeit des französischen Standpunktes, der wohl für Frankreich jede zusätzliche Sicherung vor dem Schreckgespenst einer„deutschen Gefahr“ in Anspruch nehmen will, ohne jedoch dem deutschen Nachbarn das gleiche Recht zubilligen zu wollen. Ministerpräsident Sarraut weist dann darauf hin, daß der Locarnovertrag im Falle einer Verletzung seiner Bestimmungen die Anrufung des Völkerbundsrates vorsehe. Es sei aber auch unumgänglich notwendig, daß ein unverzüglicher Meinungsaustausch zwischen den Signatarmächten dieses Vertrages stattfindet. Zum Schluß seiner Rede betonte Sarraut, daß Frankreich mit der Verteidigung seines Standpunktes gleichzeitig ein wesentliches Moment des europäischen Friedens verteidige. Wenn die Reichsregierung geglaubt habe, auf die französische Uneinigkeit und die Wirren innerer Meinungsverschiedenheiten rechnen zu können, so habe sie sich getäuscht. Das französische Volk werde die sofortige Einheit seines Willens im Interesse der Sicherheit Frankreichs wiederherstellen. Eine deutsche Antwort Mit der Leidenschaft der Verneinung hat der französische Ministerpräsident in seiner Rundfunkansprache erklärt, Frankreich werde die deutschen Vorschläge nicht prüfen. Er begründet dies mit der einseitigen Aufkündigung feierlich übernommener Verpflichtungen für Deutschland und mit der Tatsache des Einmarsches von Truppen in das deutsche Rheinland. ohne dies vorher angekündigt zu haben. Wenn Herr Sarraut damit eine deutsche vollendete Tatsache brutalster Art feststellen zu können glaubt, so vergißt er, daß am 7 März nur der Schlußpunkt unter eine Entwicklung gesetzt worden ist, die eine lange Reihe französischer vollendeter Tatsachen darstellt. In Mißachtung dieser seiner eigenen Verpflichtungen, die Frankreich jede Angriffshandlung und somit auch jede Erhöhung einer Konfliktsmöglichkeit untersagten, hat Frankreich die Möglichkeiten eines Zusammenstoßes mit Deutschland erweitert wobei es sich selber das Urteil darüber anmaßte, ob diese Politik mit Locarno vereinbar und wer der mutmaßliche Angreifer sei. Der Vorwurf, daß Deutschland für sich eine einseitige Richterrolle in Anspruch genommen habe, fällt demnach auf Frankreich zurück, das diesen Anspruch sogar vertragsmäßig im Russenpakt festgelegt hat. Nun klagt Sarraut darüber, daß durch den Wegfall der entmilitarisierten Zone, deren Unsicherheit durch das französische Vorgehen ins Unerträgliche gesteigert worden war, Frankreich nicht mehr geschützt sei, und er prägt in diesem Zusammenhang den Satz: „Wir wollen nicht, daß Straßburg im Bereich deutscher Kanonen liegt!“ Herr Sarraut hält es aber ofsenbar für richtig und für eine große Nation erträglich, wenn Freiburg, Karlsruhe, Mannheim, Saarbrücken, Trier und viele andere deutsche Städte innerhalb der Reichweite französischer Kanonen liegen, die überdies den Vorteil haben, bereits unter Beachtung aller militärtaktischen Vorteile in ein unüberwindbares Befestigungssystem eingebaut zu sein, dem ein bekannter russischer General vor nicht langer Zeit das Zeugnis ausstellte, daß es sich ausgezeichnet auch für offensive Möglichkeiten eigne. Es ist außerordentlich zu bedauern, daß Sarraut sich der Leidenschaft der Verneinung derartig überließ, daß er die konstruktiven Vorschläge Deutschlands beiseiteschiebt. Er befindet sich in dieser Beziehung wohl nicht im Einklang mit vielen gewichtigen Stimmen des übrigen Auslandes, die den entscheidenden Wert der konstruktiven deutschen Vorschläge erkannt haben. Er verschließt sich damit den konkreten Möglichkeiten zu einer restlosen deutsch=französischen Verständigung, nach der die Reichweite von Geschützen und Flugzeugen innerhalb der französisch=deutschen Beziehungen überhaupt keine Rolle mehr spielen kann. Wenn der französische Ministerpräsident sich sogar zu der Annahme versteift, der Zeitpunkt der deutschen Verlautbarung sei mit Hinblick auf die französischen Wahlen gewählt, so ist festzustellen, daß [Deutschland niemas in der Entzweilung des französischen Volkes seinen Vorteil, sondern stets in dem einigen und unteilbaren Frankreich eine europäische Selbstverständlichkeit und Notwendigkeit gesehen hat. Im Gegenteil ist es nur mit dem kommenden Wahlkampf zu entschuldigen, wenn Herr Sarraut in der Sicherung deutschen Gebietes durch deutsche Soldaten eine„Kapitulation und Knechtschaft" des französischen Volkes sehen will. Wohin kämen die europäischen Völker wenn dieser Grundsatz allgemein gültig würde! Dieser Geist war es, gegen den der Führer und Reichskanzler mit der ganzen Leidenschaftlichkeit seiner Persönlichkeit die Forderung nach deutsch=französischer Verständigung ins Feld führte. „Angeschickt und fehl am platze“ Kritik französischer Blätter an Sarrauts Rede dnb Paris, 9. März. Der marxistische„Populaire“ und der scharf rechts gerichtete„Jour“ sind sich einmal ausnahmsweise darin einig, daß die Rundfunkrede des französischen Ministerpräsidenten eine Reihe von Ungeschicklichkeiten bzw. schwerwiegenden Worten enthalten habe die vielleicht nicht am Platze gewesen seien. Man hätte. so schreibt der„Populaire“, gewünscht, daß der Regierungschef zur Ruhe und Kaltblütigkeit aufgefordert hätte. Aber er habe das nicht getan. Er habe die Oeffentlichkeit zwar nicht beunruhigt, aber er habe gewiß schwerwiegende Worte ausgesprochen, die großen Eindruck auf die Zuhörer gemacht hätten. Es gebe Augenblicke, wo das rein journalistische Interesse vor der Notwendigkeit zurücktreten müsse, keine Panik zu entfesseln. Die französische Regierung wisse sehr wohl, daß Hitler absolut nicht die Absicht habe, ins [Elsaß einzudringen oder sich der französischen Befestigungsanlagen zu bemächtigen. Anderseits beweise die französische Regierung mit ihrer Haltung, daß sie keine isolierten Maßnahmen ergreifen wolle. Unter diesen Umständen müsse man sich fragen, wozu überhaupt die Verschiebung einiger Bataillone stattgefunden habe. Der„Ami du Peuple“ warnt vor der Ergreifung von Sanktionen gegenüber Deutschland. Trotz des dringenden Wunsches, an der Wiedervereinigung des französischen Volkes mitzuwirken, sei man geradezu bestürzt, den französischen Ministerpräsidenten erklären zu hören, daß er erst verhandeln werde, wenn die deutschen Truppen das Rheinland verlassen hätten. Man müsse sich fragen, ob Sarraut wirklich ehrlich der Ansicht sei, daß Hitler seine Truppen wieder zurückziehen werde. Man müsse sich ferner fragen, ob er überhaupt die englische Presse gelesen habe, die fast einstimmig die deutschen Maßnahmen angenommen habe. Wenn die Sanktionen gegen Italien Frankreich an den Rand des Krieges geführt hätten, so könne man überzeugt sein, daß Sanktionen gegenüber Deutschland unbedingt zum Kriege führen würden. Noch sei es Zeit für Frankreich, den Frieden und gleichzeitig die Ehre zu retten, indem es eine neue große Politik beginne. Diese Politik müsse darin bestehen, gewisse Irrtümer der vergangenen fünfzehn Jahre auszumerzen, die schließlich zur Ehe mit Moskau geführt hätten. Dit Erwahsten=ractenl Englands Ministerpräsident begründet die britischen Aufrüstungspläne— Baldwin weiter für Freundschaft zwischen Frankreich, Deutschland und England arbeiten dnb London, 9. März. Nachdem Eden seine Erklärung beendet hatte(siehe Seite), beantragte Premierminister Baldwin, das Unterhaus möge die Vorschläge der Regierung billigen, die in dem Weißbuch über die Verteidigung enthalten seien. Zur Begründung führte er u. a. aus, die enttäuschenden Ergebnisse jedes Versuches, zu einer internationalen Abrüstung zu kommen, das Anwachsen der Rüstungen in anderen Ländern zusammen mit dem Auftauchen einer Reihe beunruhigender Dinge in der internationalen Lage hätten Großbritannien keine andere Wahl gelassen, als die britischen Verteidigungsmittel zu überprüfen. Aber die Regierung hoffe immer noch, daß man eine Grundlage finden werde. auf der Uebereinkommen für die Begrenzung der Rüstungen getroffen werden könnten. Sie werde jede Gelegenheit, die sich hierzu biete, nützen.„Diese Worte“, so führte Baldwin aus,„sind vor dem Wochenende geschrieben worden, aber ich wiederhole sie als das, wofür die Regierung arbeiten wird. Wir werden fortfahren, unsere Stellung, unser Ansehen und unseren Einfluß dazu zu verwenden, um zu einer Befriedung der internationalen Unruhe beizutragen und den Grundsätzen der Völkerbundssatzung zum Erfolg zu verhelfen.“ Die kollektive Sicherheit habe sich als unfähig erwiesen, den Ausbruch des ostafrikanischen Krieges zu verhindern. Sie müsse aber der Gesamtidee nach einen Krieg verhindern können, bevor er beginne. Er sei der Ueberzeugung, daß ein Kriea nicht zu verhindern sei, wenn der Angreifer nicht wisse, daß sein Vorgehen sofort auf bewaffnete Gegnerschaft treffen würde. Nach den gegenwärtigen Wirren müsse Europa erwägen, was die kollektive Sicherheit bedeute. Es müsse sich darüber schlüssig werden, ob es von ihr Gebrauch machen wolle. Er hoffe, daß das geschehen werde. Das werde aber nicht an einem Tage getan sein. Im System der kollektiven Sicherheit entfielen auf England, das die größte Seemacht Europas sei, auch die größten Lasten. Die britischen Bemühungen zur Förderung des Friedens dürfe man nicht als ein Zeichen von Schwäche ansehen.„Weder die britische Regierung noch das britische Volk“, so erklärte er,„werden sich durch Drohungen einschüchtern lassen, aus welcher Ecke sie auch immer kommen mögen.“ Baldwin stellte dann fest, daß die Vorschläge über das notwendige Maß nicht hinausgingen. Am Schluß seiner Ausführungen im Unterhaus ging Baldwin auf die gegenwärtige internationale Lage ein.„Trotz der Unruhe in den internationalen Beziehungen“, so sagte er,„wollen wir unsere ganze Kraft auf eine Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern verwenden.“ Das Haus wird die Erklärung des Außenministers Eden mit gemischten Gefühlen gehört haben. Es gibt niemand in diesem Hause, der ihm nicht Erfolg auf seiner Reise wünscht. Der Frieden in Europa kann nicht von Dauer sein, wenn der Jahrhunderte alte Argwohn zwischen Frankreich und Deutschland bleibt. Mit diesem Argwohn, mit diesem französischen Wunsch nach Sicherheit und dem deutschen Wunsch nach Gleichberechtigung sind unsere schönsten Hoffnungen wieder und wieder zunichte gemacht worden, manchmal durch die Franzosen, die unserer Ansicht nach eine Gelegenheit verpaßt haben, ein Angebot anzunehmen(Beifall), und anderseits durch Deutschland, das etwas tat, das zum Bruch eines Vertrages geführt hat und was uns wieder erschüttert hat. Aber auch wenn es in dieser Weise gehandelt hat, so war es, wie ich glaube, nicht seine Absicht, die Empfindlichkeit der Franzosen zu verletzen. Für uns sieht es in diesem Augenblick nach all diesen Jahren des Krieges so aus, als ob diese alten üblen Einflüsse sich wieder durchsetzten. Es mag heute weniger Hoffnung vorhanden sein als seit langem, daß man diese beiden Länder wieder zusammenbringe. Jedoch berühren uns in unserem Lande keine dieser alten geschichtlichen Gefühle. Wir haben keinen heißeren Wunsch, als so zu handeln, daß wir unseren kühlen Kopf bewahren und fortfahren, Frankreich und Deutschland in Freundschaft mit uns zusammenzubringen. Ich wiederhole, was ich vor fünf Monaten gesagt habe: Es kann keinen dauernden Frieden geben, solange die gegenwärtigen Verhältnisse fortdauern. Die einzige Hoffnung liegt in der Herstellung jener dreifachen Freundschaft. Bis dieser Tag anbricht, wird es in Europa in größerem oder geringerem Ausmaße Schwierigkeiten, Krisenzeiten und Zeiten der Panik geben. In dieser Zeit, in der unser Einfluß von größter Bedeutung sein könnte, kann sich unser Land am wenigsten leisten, schwach zu sein. Die Aussprache Major Attley brachte als Vertreter der arbeiterparteilichen, Oppostion einen Abänderungsantrag ein, der die Aufrüstungspolitik der britischen Regierung mit der Begründung verurteilt, daß sie nicht in Einklang zu bringen sei mit den Gesetzen der kollektiven Sicherheit. Katteecht zan Juden und jüdische Mischlinge dürfen nicht wählen Berlin, 9. März. Nach dem Gesetz über das Reichstagswahlrecht vom 7. März 1936 sind zum Reichstag wahlberechtigt sämtliche deutschen Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes, die bis zum Wahltage das 20. Lebensjahr vollendet haben, sofern sie nicht nach den allgemeinen Bestimmungen(Entmündigung oder Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte) vom Wahlrecht ausgeschlossen sind oder sofern nicht ihr Wahlrecht ruht. Nicht wahlberechtigt sind also Juden, d. h. solche Männer und Frauen, die von mindestens drei der Rasse nach volljüdischen Großelternteilen abstammen. Ferner sind nicht wahlberechtigt die von zwei volljüdischen Großeltern abstammenden jüdischen Mischlinge(Männer und Frauen), die am 30. September 1935 der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört haben oder nach dem 30. September 1935 in sie aufgenommen sind, oder die am 30. September 1935 mit einem Juden verheiratet waren oder sich nach dem 30. September 1935 mit einem Juden verheiratet haben. Juden sowie diejenigen jüdischen Mischlinge, auf die die vorgenannten Voraussetzungen zutreffen, haben danach der Wahlurne fernzubleiben, auch dann, wenn sie versehentlich in die Wahllisten eingetragen sind. Geben sie dennoch eine Stimme ab so machen sie sich nach§ 2 des Gesetzes über das Reichstagswahlrecht strafbau. Die Bestimmungen über die Ausübung des Wahlrechtes, d. h. über den Kreis der Wahlberechtigten sind im übrigen gegenüber dem früheren Zustand in keiner Weise geändert. Wahlberechtigt sind wie früher alle deutschen Männer und Frauen, die am Wahltage das 20. Lebensjahr vollendet haben, soweit sie nicht vom Wahlrecht wegen Entmündigung oder wegen Verlustes der bürgerlichen Ehrenrechte ausgeschlossen sind. Das Wahlrecht der Soldaten ruht wie bisher. Auch am Wahlverfahren hat sich nichts geändert. Wahlfreiheit und Wahlgeheimnis bleiben unberührt. Gewisse Erleichterungen für die technische Wahlvorbereitung, die im Hinblick auf den nahen Wahltermin auf Grund gesetzlicher Ermächtigung vom Reichsminister des Innern zugelassen wurden, haben lediglich die Verkürzung der Fristen für die Einreichung der Wahlvorschläge, die Vereinfachung der durch die Wahlbewerber beizubringenden Bescheinigungen und die Verteilung der Sitze auf die Bewerber in den Wahlvorschlägen zum Gegenstand. Auf Grund des Reichsgesetzes vom 7. März 1936 sind auch Wahlberechtigte wählbar, die noch nicht ein Jahr die Reichsangehörigkeit besitzen. Wie bisher sind Auslandsdeutsche, die sich am Wahltage in Deutschland aufhalten, wahlberechtigt. Auch die Bestimmungen über Wahlen auf hoher See und über die Stimmabgabe auf Bahnhöfen gelten für die bevorstehende Wahl. Attley beschuldigte hierbei die englische Regierung der Mittäterschaft bei Vertragsbrüchen. Erst kürzlich sei die Regierung bereit gewesen, im Falle Abessinien das gesamte kollektive Sicherheitssystem zu verraten. Je mehr England rüste, um so unruhiger werde die Bevölkerung. Die Regierung müsse einen neuen Anfang machen und sich mit den Ursachen des Weltkrieges beschäftigen, wenn sie nicht eine Wiederholung der Zeit von 1914 wolle. Der Führer der liberalen Opposition, Sinclair, bemängelte an dem Weißbuch das Fehlen einer klaren weitsichtigen Politik. Er begrüßte hierbei die von Eden am Nachmittag über Deutschland abgegebene Erklärung und gab vor allem seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Regierung endgültig entschlossen sei, Hitlers Vorschläge zu prüfen, und daß alle Entscheidungen in Genf getroffen werden sollten. Abschließend sprach der frühere Außenminister Sir Samuel Hoare, der von den Regierungsbänken mit lang anhaltendem Beifall begrüßt wurde. Während seiner Amtstätigkeit als Außenminister habe er es als seine Hauptpflicht betrachtet, die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland, Frankreich und England zu beseitigen. Er habe sein Aeußerstes getan, um einen Luftpakt zwischen diesen Ländern zustande zu bringen. Der Versuch sei gescheitert. Er wolle die Schuld hierfür nicht diesem oder jenem Land zuschieben. Tatsache aber sei, daß der Luftpakt in den letzten Monaten in immer größere Ferne gerückt sei. Was das Vorgehen Deutschlands im Rheinlande angehe, so sei diese Aktion nach seiner Ansicht ein schwerer Fehler. Er glaube, sie bedeute einen neuen störenden Faktor in der internationalen Lage, der die gesamte Grundlage der internationalen Abmachungen erschüttere. Aus diesem Grunde stimme er völlig mit der Erklärung Edens über die Verurteilung dieses flagranten Vertragsbruches überein. Er warne jedoch vor voreiligen Schritten. Der frühere Außenminister befaßte sich dann im einzelnen mit den englischen Aufrüstungsvorschlägen und erklärte, daß die Industrie in den nächsten 12 Monaten in die Lage versetzt werden müsse, die größtmögliche Anzahl von Flugzeugen herzustellen. Japan gegen Sowjetpakt Vorstellungen in dnd Tokio, 9. März. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte auf eine Anfrage zur Denkschrift der deutschen Regierung, daß der Locarno=Vertrag eine rein europäische Angelegenheit sei. Japan sei deshalb nicht in der Lage, irgendeine Erklärung abzugeben. Auf eine weitere Frage erklärte der Sprecher, daß der französischsowjetrussische Pakt ausdrücklich auf Europa beschränkt sei. Richtig sei allerdings, daß in Japan die Auffassung bestehe, daß mittelbare Rückwirkungen des Paktes auf den Fernen Osten unausbleiblich sein würden. Japan habe deshalb vor Ratifizierung des Vertrages in Paris entsprechende Vorstellungen erhoben. Ministerpräsident Göring spricht in Königsberg. Ministerpräsident Göring wird am Donnerstag abend, dem 12. März, auf der ersten Wahlkundgebung in Ostpreußen sprechen. Weitere politische Nachrichten auf Seite 4 Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Polttir: Rudoll„Feg!: Kommunalpolltik und Stadttelle: Adolf Peddingbau Lokales: Hans Schulfe, Kulturpolltik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Hans Hornderg, Anzeigen: Kurt Schold„Pu, in Bochum. Berliner Schriftlettung: Michael,###0. Berlin=Karlshorft, Dönhoffstraße 19. Anruf Karlsbor#u Berliner Anzelgenvertretung:„F. W. Pempe.„.zußl Charlottenburg, Uhlandstraße 194. Anruf C 1 6813. Verlag und Druck: Laupersnühlen&am Tisogr Bochum, Ruf 67551, 52. 53.— Zur Zeit ist Preisz“)=###g gültig, Nachlaßstaffel B.— DA II. 36 über 26 500. Spregg stunden der Schriftleitung wochentags. außer Mittwochs ul Samstags, von 16 bis 17 Uhr: Für unverlangte lendungen keine Hastpflicht. Rücsendung nur bei Rocporo; Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten Seite 8 Nr. 39* Bochumer Anzeiger# Dienstag, 10. März 1936 ie Bde Der Führer Sonntag vormittag am Denkmal der Gefallenen im Ehrenmal Unter den Linden in Berlin. Der Kranz der Reichsregierung(in der Mitte) ist soeben niedergelegt worden. Links Generalfeldmarschall von Mackensen, in der Mitte der Führer, rechts Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, hinter diesem halbverdeckt der Oberbefehlshaber des Heeres General der Freiherr von Fritsch und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Admiral Dr. h. c. Raeder Nach der Kranzniederlegung im Ehrenmal Unter den Linden in Berlin: Vorbeimarsch der Ehrenabteilungen des Reichsheeres und der Reichsmarine vor dem Führer und den Befehlshabern des Reichsheeres Die Heldengedenkfeier der Reichsregierung am Sonntag in der Staatsoper in Berlin. Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg hat seine Gedenkrede beendet, die Fahnen der ruhmreichen deutschen Armee senken sich Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring bei seiner Gedächtnisrede vor dem am Sonntag enthüllten Grabmal des berühmten Kampffliegers Manfred Freiherr von Richthofen Die begesterte Vevölterung beim hriedlichen Einmarsch der er)„Mitet Die Straßzen und Pläte von Mainz sind mit begeisterten Meuschenmengen zur Vegrüßung der * bie A 3 8 S e 774 7E Seite 4 Nr. 59 7 Bochumer Anzeiger, Dienstag, 10. März 1936 Seite 5 Nr. 3 Das Weilere=Echs Der O Ruhigere Beurteilung in der französischen Presse— Viel Verständnis in Oeffentlichkeit für Deutschland— Günstiges Arteil in Amerika der englischen Auch heute wird März eingehend Berlin, 9. März. in der Weltpresse das Ereignis des besprochen. Die Pariser Morgenpresse fordert eine energische und entschlossene Haltung der Regierung bei den kommenden Besprechungen, im allgemeinen ist aber die Beurteilung ruhiger als bisher. Hier und da machen sich gewisse Befürchtungen und Beunruhigung über die Haltung der einen oder anderen Macht geltend, die vielleicht den französischen Forderungen nicht voll und ganz gerecht werden könnte. Diese Befürchtungen richten sich in erster Linie gegen die englische Haltung, dann aber auch gegen Ikalien, dem man die Absicht zuschreibt, sich nicht an irgendwelchen Sanktionen zu beteiligen, die Frankreich gegebenenfalls gegen Deutschland fordern könnte. Pertinax schreibt u. a. im„Echo de Paris“, die große Frage sei nach wie vor die Haltung Englands. Man spreche zwar von einem günstigen Meinungsumschwung seit gestern, aber Genaueres lasse sich noch nicht feststellen. Der Außenpolitiker des„Journal“, St. Brice warnt vor übereilten Handlungen. Deutschland, so schreibt er, habe nicht nur nicht die Absicht, Frankreich anzugreifen, sondern es biete sogar für ein Vierteljahrhundert Ruhe an, vorausgesetzt, daß Frankreich sich mit der Theorie des Papierfetzens abfinde, die Augen vor vollendeten Tatsachen schließe und vor allem Deutschland freie Hand lasse, woanders den Raum zu suchen, den Hitler für sein Volk fordere. Man müsse prüfen, was möglich und durchführbar sei. Der gleichen Ansicht ist auch der„Jour". Das„Petit Journal“ wünscht weder eine französische Kapitulation noch eine angriffslustige Haltung. Mit, im und durch den Völkerbund müsse Frankreich seine Stimme erheben und sich Gerechtigkeit verschaffen. Senator Cäillaux tritt in der République" für eine europäische Verständigung ein, die seiner Auffassung nach trotz der bestehenden Schwierigkeiten möglich sei.— In der Finanzzeitung„Capital“ empfiehlt Bardoux eine vorübergehende Vertagung der Ratifizierung des französisch=sowjetrussischen Paktes im Senat. Londoner presse uneinheitlich Bedingung, die als unzulässig abgelehnt werden könne. Eine doppelte entmilitarisierte Zone im Westen sei vielleicht nicht mehr durchführbar. Aber die Forderung nach Gleichberechtigung sei darum an sich nicht weniger vernünftig, noch sei es die Forderung nach voller Autonomie im Memelgebiet, noch sei es die Bedingung, daß die Völkerbundssatzungen vom Versailler Vertrag getrennt werden müßten. Die„Daily Mail“ wendet sich in ihrem Leitaufsatz energisch gegen das Gerede von Sanktionen. Deutschlands neuester Schlag habe in der Tat die Luft gereinigt. Es sei völlig unmöglich, daß man der deutschen Nation auf unbestimmte Zeit ihre volle Oberhoheit über eine ihrer ersten Provinzen bestreiten könnte. Der militärische Wert der entmilitarisierten Zone für Frankreich sei im übrigen durch die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Luftfahrt erheblich vermindert. Infolgedessen sei die Sicherheit Frankreichs wie die von erstklassigen britischen Interessen nicht ernstlich berührt. In diesem Augenblick sei es besser, auf die bolschewistischen Unruhestifter zu achten. Ihr Ziel bestehe darin, die großen Mächte Europas in einen selbstmörderischen Krieg zu verwickeln. Der arbeiterparteiliche„Daily Herald“ steut fest, daß eine einseitige Entmilitarisierung unfair und unerträglich sei und in krassem Widerspruch zu dem feierlichen Gleichberechtigungsversprechen des Jahres 1932 stehe. Wenn man die Angebote Hitlers dann werde man„die schlimmste aller Welten“ gestürzt. Die Maschinen wurden vollständig zerschmettert. Die Besatzungen verbrannten. Kriegsminister Ras Mulugeta 1 Der abessinische Kriegsminister und Heerführer Ras Mulugeta ist gestorben. Dem Vernehmen nach soll Mulugeta am Samstag einer Lungenentzündung erlegen sein, während er nach einer anderen Lesart den Verwundungen erlegen sein soll, die er in der Schlacht am Amba Aladschi erhalten habe. Ras Mulugeta war einer der mächtigsten Fürsten Abessiniens. Er genoß das größte Vertrauen des Kaisers, dessen Stellvertretung er regelmäßig übernahm, wenn der Negus von der Hauptstadt abwesend war. ablehne, "" h a b e n. Agreris Hunfny Zuschriften an die„Times“— Aeußerungen führender englischer Politiker Die Einstellung der englischen Montagspresse ist keineswegs einheitlich. Fast völlig ablehnend ist der „Daily Telegraph“, der häufig die Ansichten der Regierung wiedergibt. Unter der Ueberschrift„Herausforderndes Zerreißen(!!) eines frei abgeschlossenen Vertrages“ schreibt dieses Blatt, daß Hitler durch die Entsendung von Truppen nach dem entmilitarisierten Rheinland den Westmächten in„brüsker“ Form den Handschuh hingeschleudert habe(!). Etwas ruhiger in Ton und Inhalt ist der Leitartikel der rechtskonservativen„Morningpost“, die die Tatsache, daß ein breiter Streifen deutschen Landes entlang der französischen Grenze entmilitarisiert sein sollte, ein seltsames System nennt. Die Beseitigung eines solchen Zustandes sei an sich nicht unvernünftig. Es sei die unangemeldete militärische Wiederbesetzung der Zone, gegen die die Unterzeichner der In einem Brief von C. W. Headlam an die„Times“ heißt es, sicherlich biete der gegenwärtige Augenblick eine großartige Möglichkeit für die Staatskunst, nämlich für einen wahren Bund zwischen Großbritannien, Frankreich und Deutschland, der in weitem Maße dazu beitragen würde, den Frieden in Eurova zu sichern.. g,.5t im einem Griet Der Engländer C. Tauaa gior in einem Brief an die„Times“ der Ueberzeugung Ausdruck, daß eine Volksabstimmung unter Engländern eine gewaltige Zahl von Meinungsäußerungen ergeben würde, die Hitlers Angeboten günstig gegenüberständen. Es würde sich eine Auffassung zeigen, die für Deutschlands Furcht gegenüber der Einkreisung Verständnis habe und die aufrichtig wünsche, diese große Nation in den europäischen Rat einzugliedern, und zwar auf Grundlage völliger Gleichberechtigung. Im Interesse der Menschlichkeit müsse man ernstlich hoffen, daß die englische Regierung mit beiden Händen die Gelegenheit ergreifen werde, um eine lächerliche Position der Lähmung durch eine echte Verständigung zu ersetzen. Der Faschistenführer Sir Oswald Mosley erklärte auf einer öffentlichen Versammlung in Nottingham, seiner Ansicht nach sei der Schritt Hitlers das Beste gewesen, was Europa seit dem Kriege widerfahren sei, wenn das britische Volk diese Friedensmöglichkeit annehme. Der bekannte Arbeiterführer Sir Stafford Cripps sagte in einer Massenversammlung, daß die Ereignisse vom 7. März dazu angetan seien, einen Gesinnungswechsel in Europa herbeizuführen, wenn sie mit Gleichheit behandelt würden. Allerdings müsse Hitler die „faschistischen Methoden" in Deutschland aufgeben(!), wenn er in Europa einen Geist des Friedens herzustellen wünsche. Jedoch bestehe kein Grund dafür, daß die britische und die französische Regierung den Wert der Angebote nicht prüfen sollten. gefallen seien, so sei das in erster Linie die politische Schuld der westlichen Großmächte und insbesondere die Folge der Politik Briands, deren Geist bis zum heutigen Tage in Frankreich herrsche. Die Erscheinung des Nationalsozialismus in Deutschland sei in Frankreich nicht verstanden worden. Tretet einmütig hinter den Führer! Geteilte Meinung in Belgien und Holland Die wallonischen und der größte Teil der übrigen französisch geschriebenen Blätter Belgiens stehen dem deutschen Schritt vom 7. März verständnislos gegenüber und stellen die Herstellung der militärischen Souveränität Deutschlands im Rheingebiet als Bedrohung der Sicherheit Belgiens und Frankreichs hin. In den bis jetzt vorliegenden Kommentaren des Regierungskreisen nahestehenden„Siécle“ und in den Leitartikeln der flämischen Presse kommt jedoch eine wesentlich ruhigere und verständnisvollere Betrachtungsweise zum Ausdruck. Während ein Teil der holländischen Presse eine negative Einstellung zu den deutschen Entschlüssen zeigt und die Vorgänge vom rein formaljuristischen Standpunkt aus betrachtet, schreibt der„Telegraaf" u.., die Mächte müßten gleichberechtigt sein. beiden Verträge protestieren müßten. Die Friedensvorschläge des Führers müßten mit kühlem Kopf erwogen werden. Dagegen könne der französische Vorschlag, Sanktionen gegen Deutschland anzuwenden, kaum als praktisch bezeichnet werden. Auch die„Times“ nennt die Wiederbesetzung der Rheinlande die„Herausforderung eines freiwilligen Abkommens". Immerhin müsse aber ein Unterschied zwischen dem Einzug deutscher Truppen in ein unbestreitbar unter deutscher Oberhoheit stehendes Gebiet und einem Akt, der Feuer und Schwert in das Gebiet eines Nachbarn trage, gemacht werden. Das Blatt warnt deshalb vor einer Panikstimmung und überstürzten Schlußfolgerungen. Für Deutschland sei die entmilitarisierte Zone mehr als das Kennzeichen eines unterlegenen Staates minderen Grades. Sie sei eine Quelle militärischer Schwäche für eine Macht, die eines Tages wieder in einen Krieg mit zwei Fronten verwickelt werden könnte. Hinter dieser Darstellung liege der uralte gegenseitige Argwohn. Die größte Aufgabe der Staatskunst werde darin bestehen, diese endlose Kette des Mißtrauens zu brechen. Hitlers Angebot enthalte keine Verständnis in Skandinavien und Polen Die meisten Stockholmer und Kopenhagener Blätter Jugoslawische und ungarische Stimmen Die Belgrader„Politika" und Vreme“ beurteilen die europäische Lage mit großer Gelassenheit. Die halbamtliche„Vreme“ erklärt u.., es sei sehr wahrscheinlich, daß Paris und London sich mit einem Protest begnügen werden„„„. Mest Gafl.s#. Die ungarische Preise yar weiter volles Verständnis für Deutschlands Vorgehen. Sie spricht ihre einmütige Zustimmung und Bewunderung zu der kühmännlichen Tat des Führers aus und erklärt Kundgebung im Herrenhaus— Der Führer vor seinen Mitkämpfern dnb Berlin, 8. März. Der Sonntag stand, wie im Westen des Reiches, so auch in Berlin, ganz im Zeichen der nun restlos wiederhergestellten deutschen Oberhoheit über das Rheinland, im Zeichen der Wiederbelegung der rheinischen Städte mit deutschen Truppenteilen. Geradezu beängstigend war das Gedränge am Wilhelmplatz, in der Wilhelmstraße und in der Leipziger Straße, als die Stunde herannahte, in der die Anfahrt des Führers zu der großen Führerkundgebung der Partei im Herrenhaus zu erwarten war. Kurz vor 19 Uhr verließ der Führer die Reichskanzlei und fuhr stehend durch das dichte Menschenspalier zum Herrenhaus. Im Großen Saale des Herrenhauses hatten sich inzwischen die Reichsleiter, Gauleiter, Gaupropagandaleiter, Reichsredner und die Mitglieder der Reichspropagandaleitung der NSDAP. eingefunden. Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels eröffnete die Kundgebung und wies auf die historische Tat des Führers vom 7. März hin. Dann sprach der Führer weit über eine Stunde zu seinen alten Mitkämpfern und nahm von großen politischen Gesichtspunkten aus zu dem bevorstehenden Wahlkampf Stellung. Er gab, wie die NSK. meldet, in packenden Bildern eine Rückschau über den Weg, den Deutschland in den drei Jahren nationalsozialistischer Regierung zurückgelegt hat. Unter begeisterter Zustimmung sprach er die Hoffnung aus, daß das deutsche Volk durch ein einmütiges Bekenntnis gerade jetzt hinter ihn trete. Denn es habe nichts mehr Gewicht im Kampfe der politischen Kräfte als die einmütige Willenskundgebung eines 60=Millionen=Volkes. Nachdem der Führer geendet hatte, nahm Reichspropagandaleiter Dr Goebbels das Wort und gab dem Dank Ausdruck, mit dem alle Nationalsozialisten des Führers und seiner großen Befreiungstat gedächten. Die Anwesenden drängten bei diesen Worten spontan zum Platze des Führers und bereiteten ihm unter dem Eindruck der Ereignisse des 7. März eine minutenlange jubelnde Kundgebung. Dann gab der vom Führer bestimmte Leiter des Wahlkampfes, Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels, die einzelnen Richtlinien für den dreiwöchigen Wahlkampf. nen die Vorschläge der deutschen haben Verständnis für den deutschen Schritt. Die meisten Warschauer Montagsblätter veröffentlichen den Wortlaut der deutschen Denkschrift. „Kurjer Poranny“ hebk hervor, daß der Augenblick für die deutsche Erklärung von ungewöhnlicher Geschicklichkeit der deutschen Regierung zeuge. Der 7. März stelle zweifellos einen neuen Triumph der nationalsozialistischen Regierung dar. Der nationaldemokratische „Warszawski Dziennik Narodny“ schreibt, mit dem 7. März habe das bisherige System der französischen Politik Schiffbruch erlitten. Es bleibe nur übrig, mit diesem System so schnell wie möglich zu brechen, den Locarno=Geist und den Genfer Geist zu verjagen und zu den guten außenpolitischen Methodn ickzukehren. zurück Der nicht zum nationalen Lager zählende„Wieczow Warszawski“, schreibt, wenn heute die angeblichen Sicherheitsgarantien des Locarno=Paktes, auf die Frankreich seine Außenpolitik gestützt habe, in sich zusammenRegierung als den einzig möglichen Weg zur Gesundung und Befriedung des europäischen Schicksals. Das Blatt des Ministerpräsidenten Gömbös,„Függetlenseg“, nennt die Entschlüsse des Führers„Weltgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes". Das„Achtuhrblatt“ des Grafen Bethlen schreibt:„Eines steht über jeden Zweifel erhaben: Der deutsche Reichskanzler war von ehrlicher, tiefempfundener Friedenssehnsucht erfüllt, als er Deutschland von dem letzten Stempel, den die Sieger dem besiegten Deutschland auf die Stirn brannten, befreite.“ Gute Aufnahme in Amerika In amerikanischen politischen Kreisen wird allg mein die Entschlossenheit des Führers bewundert, zumindest erfrischend gewirkt hätte. Der deutsche Schritt wird hier sehr ruhig und in manchen Kreisen durchaus günstig beurteilt Her be beucteilt. Der bekannte Senator Borah erklärte, die militärischen Beschränkungen, die der Vertrag von Versailles Deutschland auferlegt habe, hätten aufhören müssen. Er glaube im übrigen nicht daß man das deutsche Vorgehen als ein Zeichen drohender Kriegsgefahr auslegen müsse. Kommunistische Ausschreitungen in Spanien— Hakenkreuzfahne vom deutschen Konsulat in Cadiz heruntergerissen dnb Madrid, 9. März. Aus mehreren spanischen Provinzstädten laufen Nachrichten ein über schwere politische Auseinandersetzungen, bei denen es zahlreiche Tote und mehrere Verletzte gegeben hat. In Szalona in der Provinz Toledo führte ein kommunistischer Umzug zu einem Feuergefecht mit politischen Gegnern, das vier Tote und drei Schwerverletzte forderte. In Toledo selbst wurde am Montag der Generalstreik erklärt. Sämtliche Läden sind geschlossen und die Straßen vollkommen menschenleer. Jeglicher Verkehr ruht. Der Streik wird darauf zurückgeführt, daß die Polizei bei Auseinandersetzungen zwischen spanischen Faschisten und Marxisten die Partei der Faschisten ergriff und dabei einen Arbeiter erschossen und drei verletzt haben soll. In Baracaldo wurden bei einem Feuerüberfall zwei Personen getötet. In Cadiz rissen Kommunisten die Hakenkreuzfahne vom deutschen Konsulat herab und zerfetzten sie. Der deutsche Geschäftsträger erhob Einspruch. Weiter wurden in Cadiz durch den marxistischen Pöbel insgesamt sieben Kirchen und Klöster, ferner ein Priesterseminar und mehrere Schulen zerstört und angezündet. Der Sachschaden ist außerordentlich hoch, da zahlreiche Kunstschätze von historischem Wert vernichtet wurden. Die Geistlichen und Klosterinsassen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Bis zur Stunde wird ein Toter aus Cadiz gemeldet. Die von der Polizei in Cadiz verhafteten Demonstranten sind auf Anordnung der Madrider Regierung sofort wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Durch die Vernichtung der Schulen sind 1500 Schulkinder ohne Unterrichtsräume. Gratien uimmn Voiterdundruppen un Abessinien zu sofortigen Drei italienische Flieger Verhandlungen bereit bei Koram abgestürzt? Deutsch=Litauische Unterhaltungen. Wie verlautet, haben zwischen der deutschen und der litauischen Regierung Unterhaltungen über eine Normalisierung der beiderseitigen Beziehungen stattgefunden. dnd Rom, 7. März. Im heutigen italienischen Ministerrat wurde die grundsätzliche Annahme des Völkerbundsappells beschlossen.,„„„„„7. In zustänoigen Kreisen Roms werden alle aus Asmara stammenden Nachrichten über eine Einstellung der Feindseligkeiten in Ostafrika auf das allerentschiedenste in Abrede gestellt. Es könnte sich lediglich um die Einstellung einzelner Kampfhandlungen ausschließlich aus militärischen Erwägungen heraus handeln. Politische Gesichtspunkte könnten keine Rolle spielen. Vor allem würde ein derartiger Abbruch der Feindseligkeiten nicht in Zusammenhang mit den einzuleitenden Genfer Friedensverbendlungen, eche a67g tesgaraphiert: Unsere MaerlastMarschau Badoglio kelegraphielt.„Unsere Verluste in der zweiten Tembien=Schlacht und in der Schlacht von Schire sind die folgenden: Offiziere 19 Tote und 67 Verwundete Heimattruppen 236 Tote, 831 Verwundete, 22 Vermißte, eritreische Tuppen 36 Tote, 149 Verwundete 13 Vermißte. Die feindlichen Verluste beziffern sich insgesamt auf 15 000 Tote und Verwundete. An der Eritreafrant wird die gründliche Vorbereitung der Etappendienste für die späteren militärischen Entwicklungen und Maßnahmen fortgesetzt. Arbeitsabteilungen setzen die Säuberung und Aufräumung des Schlachtfeldes fort, das sich auf eine Fläche von mehr als 8000 Quadratkilometer erstreckt. Bei den bedeutenden Mengen von Kriegsmaterial aller Art fand man auch Schriftstücke und Aufzeichnungen, die Ras Kassa während seiner Flucht aus dem Tembiengebiet in einer tiefen Höhle zurückgelassen hatte. Von der Somalifront ist nichts Besonderes zu melden.“ anb Genf, 9. März. Dem Völkerbundssekretariat ist vom abessinischen Gesandten eine Note übermittelt worden, in der Abessinien erklärt, daß es mit der sofortigen Eröff nung von Verhandlungen im Rahmen des Völkerbundes zum Zwecke der baldigen Beilegung Feindseligkeiten einverstanden ist. Großer Zapfenstreich an der Reichskanzlei am 16. März dnb Berlin, 9. März. Anläßlich der Wiederkehr des Tages, vor den wiean dem einem Jahr durch Verkündung des Gesetzes für Aufbau der Wehrmacht die deutsche Wehrfreiheit derhergestellt wurde, findet am Montag, dem 16. März 1936, um 21.30 Uhr, vor der Reichskanzlei in der Wilhelmstraße der Große Zapfenstreich, ausgeführt vom Standort Berlin, vor dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht statt. Mit seiner Durchführung ist der Kommandant von Berlin beauftragt. „Kriegsblindenheim Adolf Hitler“ dnb Berlin, 9. März. Das im Berliner Stadtbezirk Kreuzberg gelegene Kriegsblindenheim hat am Montag nachmittag seine feierliche Einweihung und Taufe auf den Namen des Führers erhalten. Reichskriegsopferführen Oberlindober hielt die Taufrede. Der Führer der deutschen Kriegsblinden, Dr. Plein, verlas zunächst ein Begrüßungstelegramm des Führers. Die Kriegsblinden dankten der gütigen Vorsehung, die Adolf Hitler das Augenlicht wiedergab, so daß er den Kampf um Deutschland aufnehmen konnte, um ihn siegreich zu Ende zu führen. An der schlichten Feier der Namensgebung nahmen als Ehrengäste Führer der englischen, der itolienischen und der polnischen Kriegsblindenorganisation sowie ein Vertreter der Kriegsblinden Danzigs neben Vertretern des Reichskriegs= und Reichsarbeitsministeriums teil. Sir Jan Fraser(London) gab unter lebhaftem Beifall der Hoffnung Ausdruck, daß die Zeit gekommen da Deutschland und England vereint zusammender Britischer Protestschritt in Rom gegen die Bombardierung des englischen Lazaretts. Der britische Botschafter in Rom, Sir Eric Drummond, sprach bei Staatssekretär Suvich vor, um gegen die Bombardierung des englischen Roten=Kreuz=Lazaretts bei Quoram in aller Form zu protestieren. In italienischen Kreisen erklärt man zu diesem Protest, daß die Bezeichnung des Standortes des Lazaretts erst einen Tag nach der Bombardierung erfolgt sei. Das betreffende italienische Flugzeug wäre von Flugzeugabwehrgeschützen getroffen worden und hätte hierauf mit Bombenabwurf geantwortet. Fliegeralarm und panik in Addis Abeba dnd Addis Abeba, 9. März. Am Montag um 9 Uhr vormittags gab es in Addis Abeba großen Fliegeralarm, nachdem gemeldet worden war, daß aus dem Süden kommend zehn italienische Bombenflieger in der Richtung nach der abessinischen Hauptstadt gesichtet worden seien. Die Bevölkerung flüchtete in panikartigem Fieber aus dem Innern der Stadt. Die Bombardements in der Gegend von Koram halten unvermindert an. Am Sonntag wurde die englische Lazarettstation bei Koram zum dritten Male mit Bomben beworfen, obwohl sich in ihrer Nähe weder Luftabwehrgeschütze noch Munitionslager befinden. Während der letzten drei Tage sind drei italienische Bombenflugzeuge bei Koram abstehen im Ringen um die Aufrechterhaltung des Friedens und die Wohlfahrt der Welt. Der italienische Kriegsblindenführer Staatssekretär Romano überbrachte seine Glückwünsche und sprach bei dieser Gelegenheit die Erwartung aus, daß recht bald deutsche Kriegsblinde seinem Lande einen Gegenbesuch abstatteten. Der polnische Kriegsblindenführer Major Wagner versicherte die deutschen Kriegsblinden des heißen Bemühens ihrer Kameraden in Polen, auch ihrerseits Sorge zu tragen für die Vertiefung der freundnachbarlichen Beziehungen und für den Frieden der Welt. Arbeitsdienst der Abiturientinnen dnd Berlin, 9. März. Abiturientinnen, die zu studieren beabsichtigen, sind verpflichtet, vor Beginn des Studiums am studentischen Arbeitsdienst teilzunehmen. Er beginnt am 1. April dieses Jahres und dauert 26 Wochen. Für Arbeitsdienstuntaugliche wird ein Sonderdienst bei der NSV. durchgeführt.— Die Abiturientinnen erhalten von den Vertrauensstudentinnen bei den Landesstellen des Deutschen Frauenarbeitsdienstes die Aufforderung, sich zum Arbeits= bzw. Sonderdienst zu melden. Hodza in Wien. Der tschechoslowakische Ministerpräsident Hodza ist am Montag vormittag in Wien eingetroffen. Kabinett Hirota ernannt. Am Montag mittag ist das neue japanische Kabinett Hirota vom Kaiser er; nannt worden. Die gesamte japanische Presse spricht von einem„Kabinett der nationalen Einheit“. Die Blätter betonen, daß Hirota das Vertrauen des sapanischen Volkes genieße. Das Volk wünsche, daß Hirota gelinge, in Zusammenarbeit mit der Armee ein einheitliche Staatsführung sicherzustellen. 90jährig ist ein alte Wenn ein Europa in den le fahren hat, auf auf sich nähme, Städtchen, ander sich diesen unte als einen Jüng Wirklichkeit aber Deutschlands, de aus Bonn, der in Bochum Sta Heinrich We hafte Beziehung Zeche Präsident Bochumer Gru jedes Jahr sein manchen alten Heinrich Wi Er wurde am Trier, geboren. artillerie, Regir erhielt er einer Eisenbahn=Wag lernte er die ni eigentliche spor 81 Jahren. E lien, Oesterreich in Berlin, an wurde er vom mit eigenhänd früheren R Hindenb ein Bild m derem Stolz Schweden u schall von führte Hein deutschland Nun ist dem Führe seinem 90. Häuf Am 7. A Ecke Stein kraftwagen erlitt Haut Der Verlei führt. Am 8. torradfahre kraftwagen erlitt eine konnte jede Auf d März ein angefahren Fahrzeuge geschleppt Am 7, Höhe des Personenk Gehirnerst fahrer in Auf d ein vierjd angefahre nete die an. Am Blumenfe Kraftrad verletzt, 1 Aepf vor den Wittene Täter mit Bre Diebsta von de Uhland Seite 5 Nr. 39, Bochumer Aazeiger, Dienstag, 10. Mör 1930 9ojähriger radelt durch die Welt„Wir schaffen dem Bauern Neuland“ eie cir uiur Seuchute uen Jouze boshoen. Besach bei den Bochuner Nostandearbeitern in den Wenn ein Beflissener des Radsports, der halb Europa in den letzten Jahren„auf eigener Achse" durchauf die Frage, weshalb er diese Strapazen auf sich nähme, mit so lustigen Sprüchen wie„Andere Städtchen, andere Mädchen“ antwortet, so müßte man sich diesen unternehmungslustigen Radfahrer eigentlich als einen Jüngling im lockigen Haar vorstellen. In Wirklichkeit aber handelt es sich um den ältesten Radler Heutschlands, den neunzigjährigen Heinrich Werg.gr aus Bonn, der in diesen Tagen auf einer neuen Reise in Bochum Station gemacht hat.„ Heinrich Werner hat zu Bochum alte und dauerhafte Beziehungen. Im Jahre 1872 war er hier auf Zeche Präsident als Schmied beschäftigt und hat manches Bochumer Grubenpferd beschlagen. Seither führt ihn jedes Jahr sein Weg einmal nach Bochum, und er hat nchen alten Freund hier, wie er uns gerne erzählte. Heinrich Werner hat einen interessanten Lebenslauf. Er wurde am 6. Februar 1846 in Heidenburg, Kreis Trier, geboren. 1867 wurde er Soldat bei der Fußartillerie, Regiment Nr. 8. Als er in Bochum wohnte, erhielt er einen Zivilversorgungsschein und wurde als Eisenbahn=Wagenmeister pensioniert. Mit 50 Jahren lernte er die nützliche Kunst des Radfahrens, aber seine eigentliche sportsmännische Laufbahn begann er erst mit 81 Jahren. Er durchquerte 1932 auf seinem Rade Italien, Oesterreich und Luxemburg, 1933 finden wir ihn in Berlin, auf Rügen und in Holland. In Berlin wurde er vom Führer empfangen, der ihm sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift schenkte; auf einer Mit Schüppe, Hacke und Forke an der Aufbauarbeit Aufnahme Brandt Vor dem 29. März Wahllokale für die Reichstagswahl Aus Anlaß der Bekanntmachung über die Reichstagsneuwahl am 29. März 1936 gehen fortgesetzt Gesuche von Wirten beim Wahlamt ein um Benutzung ihres Lokals als Wahlokat. ug z. Gnaus 193, Nach der letzten Volksabstimmung im August 1934 wurde von der Stadtverwaltung Bochum in allen hiesigen Zeitungen darauf hingewiesen, daß Wirte, die ihr Lokal als Wahllokal zur Verfügung stellen wollten, sich mit einem diesbezüglichen Gesuch an das Wahlamt der Stadt Bochum wenden könnten. Die daraufhin eingegangenen Gesuche wurden alsdann einer Prüfung unterzogen daraufhin, ob die für ein Wahllokal geforderten Voraussetzungen in jedem einzelnen Falle gegeben waren. Begründete Gesuche wurden alsdann entsprechend berücksichtigt. Blane gi, amnlabskazicse Es wurden in einem neuen Plane die Wahlbezirke des Stadtgebiets Bochum für die nächste Wahl aufgestellt und auch hierbei die einzelnen Wahllokale festgelegt. Aus technischen Gründen, insbesondere wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit, kann dieser in allen Einzelheiten ausgearbeitete Plan jetzt nicht mehr ge Es ist daher zwecklos, noch Anträge auf Verlegung von Wahllokalen beim Wahlamt einzureichen. Wer ein rechter Soldat werden will, (effer 8us endlich einnn Rachziüberzahne„av.gsitseinlas sah sich dier vor Privataufnahme Altenfahrer Heinrich Herner rüheren Reise hatte er den Reichspräsidenten von indenburg besucht, dessen Andenken, ebenfalls in Bild mit eigenhändiger Unterschrift, er mit besonerem Stolz vorzeigt. 1934 fuhr Heinrich Werner nach Schweden und wurde in Stettin von Generalfeldmarchall von Mackensen empfangen. Das Jahr 1935 führte Heinrich Werner nach Ostpreußen, nach Süddeutschland und zur Weltausstellung nach Brüsse Nun ist er wieder auf der Reise nach Berlin, um dem Führer für den Glückwunsch, den er ihm zu seinem 90. Geburtstag gesandt hat, persönlich zu danken. Häufung von Verkehrsunfällen am Wochenende in Bochum Am 7. März wurde auf der Oskar=Hoffmann=Straße, Ecke Steinring, ein Fußgänger von einem Personenkraftwagen angefahren und zu Boden geschleudert. Er erlitt Hautabschürfungen am Kopf und an den Händen. Der Verletzte wurde dem Elisabeth=Krankenhaus zugeAm 8. März wurde auf der Augustastraße ein Motorradfahrer von der Tür eines parkenden kraftwagens getroffen und kam hierbei zu Fall. Er erlitt eine Fleischwunde über der rechten Schläfe, konnte jedoch seinen Weg fortsetzen. Auf der Allee= Ecke Bergerstraße wurde am 7. März ein Personenkraftwagen von einem Lastkraftwagen angefahren und gegen einen Baum geschleudert. Beide Fahrzeuge wurden schwer beschädigt und mußten abgeschleppt werden. Personen wurden nicht verleyzr. Am 7. März wurde auf der Dorstener Straße, in Höhe des Hauses Nr. 170, eine Schülerin von einem Personenkraftwagen angefahren. Sie erlitt dabei eine Gehirnerschütterung und wurde von dem Kraftwagenfahrer in die elterliche Wohnung gebracht. Auf der Von=der=Recke=Straße wurde am 7. März ein vierjähriges Kind von einem Personenkraftwagen angefahren und verletzt. Der hinzugezogene Arzt ordnete die Ueberführung in das Elisabeth=Krankenhaus Am 8. März stießen an der Ecke Hattinger= und Blumenfeldstraße ein Personenkraftwagen und ein Kraftrad zusammen. Eine Soziusfahrerin wurde leicht verletzt, die Fahrzeuge leicht beschädigt. Vom Lastwagen erfaßt Verkehrsunglück auf der Bongardstraße „Am Montag morgen gegen 7¾ Uhr ereignete sich auf der Bongardstraße ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Ein aus Richtung Wattenscheid kommender Kohlenlastwagen fuhr mit voller Wucht auf einen in der Bongardstraße, stehenden Bäckerwagen, aus dem ein Mann gerade Backwaren für eine Bäckerei lud. Der Lastwagen fuhr dem Unglücklichen so in den Rücken, daß er auf den Kühler des Lastwagens fiel und erhebverletzt wurde. Der Bäckerwagen wurde durch den toß eine größere Strecke weitergeschleudert. Der Verkte wurde ins Krenkenhaus geschafft. s sce zurückzubringen. Der Arbeitseinsatz sah sich hier vor viele Schwierigkeiten gestellt und, wenn es doch gelang, einen überwiegend großen Teil in Bochum an die Stätten der Arbeit zurückzuführen, so sind das Zeichen nationalsozialistischer Aufbauarbeit. Günstiger gestaltete sich die Arbeitswiederaufnahme auf dem Land. esctesceslchch scelichen, amtes in diese ländlichen Gebiete vermittelt wurden. Wir haben nun einen großen Stoßtrupp dieser auf dem Land Tätigen in Gütersloh besucht. An einem grauen, diesiegen Märzmorgen machten wir uns auf den Weg dorthin. Hinter Hamm blieben die letzten rauchenden Schlote und Fabrikschornsteine hinter uns zurück, weit tat sich vor uns die westfälische Landschaft auf. Ueberall sahen wir die Zeichen tätigen Wiederaufbaues. Neue, schmucke Siedlungshäuser sind am Rande der kleinen westfälischen Dörfer und Orte Kurz vor Gütersloh durchbrach endlich die Sonne den dichten Nebelschleier, tauchte diese schmucke westfälische Stadt mit ihren Fachwerkhäusern und engen Winkeln und Gassen in ein goldigeg ghistrzagrbeiterz„Wo arbeiten die westfälischen Industriearveiter?“ „Fahren Sie die Landstraße nur immer geradeaus, treffen Sie sie links und rechts auf den Feldern überall bei der Arbeit.“ Sogleich erhielten wir diese Auskunft und als wir unser Erstaunen darüber äußerbals Kescheheie esie eeece die Zeitungsnanner uns berin nachefaltenz, Iü baz rächt über die Arbeiten unterkalten, u saheiang auszuführen. Als daher der Aufruf an sie ier draußen ihre Kräfte zu erproben, haben sie sich freudig und gern gemeldet.„Heute wissen wir endlich einmal wieder, wovon wir abends müde sind, wenn wir uns schlafen legen,“ sagte mir einer von ihnen.„Das haben wir jahrelang nicht gewußt, weil wir die Zeit damit zubringen mußten, sie im wahrsten Sinne des Wortes totzuschlagen.“ Was die Bochumer schaffen. der muß sich beizeiten an das Essen aus der Gulaschkanone gewöhnen. könnte man sagen, war dieser Arbeitstrupp beschäftigt. Jeder Spatenstich, jeder Schlag mit dex. Spithacke für Deutschland. In den kommenden Bu#ten geshr gut, Pflug des Bauern dieses geu gewonnggg,rfaft, auke übenach kommenden Geschlechtern Zeugnis veg. den beisanet Sie aiten die der asce Keseshesce Wir sogen mit in eines der schmugFgnate eine neue Heimat gefunden. Ein langer Schlafsaal und Aus der Rlüche kam der Duft eing, Phtngen Setzist. Aufbaulagern, Wettkämpfe auch zwischen den Arbeitern aus den verschiedenen Städten. Rece ce e esche e ecre Sie haben uns mit den besten Grüßen an die Heimatstadt Bochum verabschiedet, die wir getreulich richten wollen. „Eitel tage des Andern Täft Feierabendstunde der Gemeinschaft der Arbeitsopfer in der DAJ. gont frae der Bühne ging hoch, und er, gte sich die ge swoß eine größere Strecke weitergeschlei eher wurde ins Kramengaus geschafft. Aepfel und Bratheringe gestohlen. In den Nächten sor dem 5. März wurde auf dem Littener Straße 48 ein Lagerkeller erbrochen. Die Cäter haben etwa 8 Zentner Aepfel und 5 Büchsen nit Bratheringen entwendet. Wer kann zu diesem diebstahl Angaben machen? Angaben werden erbeten on der Kriminalpolizei Bochum, Polizeipräsidium, hlandstraße 35. Zimmer 245. wie Reichsamtsleiter Dr, TDe Freuhein pietr Gauwart Gemeinschaft,„Er Gauwalter Stein und Kreisleiter astidl der De. Chereiashailt Kast burch, Kraise, einugseten, doß den Arbe=sPgliche, Frage ser och en Rechte oowohet bl Fron, dere Schaffenden stebe dafür, der Arbesoper die Ersilung zun schern, Deru 8. Jahrzehnte bindurch in beter, esitze ein Prrecht darauf, 700 Arbeitsopfer füllten, sich schönste Fröhlichkeit entwickelte. der Bühne ging hoch in Bochum mit großem bühne der NS.=Gemeinschaft ihren schönsten Darbietungen. kein Ende nehmen. zeigte sich die zur Zeit Erfolge gastierende Varietedurch Freude in Der Beifall wollte schier Ende nehmen. Am Anfarg. beitsopser stund eine verheißungspole machte:„Einer trage des anderen Last!“ polizeiauftlärungswoche verschoben Mit Rücksicht auf den bevorstehenden Wahlkampf hat sich der Reichs= und preußische Minister des Innern veranlaßt gesehen, die für die Zeit vom 15. bis 22. März vorgesehene Polizeiaufklärungswoche auf einen nach der Reichstagswahl liegenden Zeitpunkt zu verschieben. Die Aktion wird in vollem Umfange in der Zeit vom 22. bis 29. April 1936 durchgeführt werden. Alle für März geplanten Veranstaltungen, die in irgendwelchem Zusammenhang mit der Polizeiaufklärungswoche stehen, sind abgesagt worden. Die gemieteten Säle und Räume usw. werden für die Vorbereitung der Reichstagswahl herangezogen werden. Nachtrag für die polizei=Tombola Verie„Rot“ ..-Muthherr Ein lustiges Bild von dem Gemeinschafts=Eintopftisch der SA., aufgenommen am Sonntag mittag beim Sturmbann I/17 auf dem Rathausplatz. Dank an die Sammler der DAF. im Gau Westfalen=Süd Der Gaubeauftragte des.„Winterhilfswerkes des Gaues Westfalen=Süd, Parreigenosse Hütwohl, hat an den Gauwalter der Deutschen Arheitsfront, Parteigenosen Stein, nachstehendes Degzegrgenzie hn#. vorbildlichen Einsatz der Sammler der Deutschen Arese fron sechste Reichstraßensammlung, die seit Bestehen des Winterhilfswerkes zum ersten Male von der Deutschen Arbeitsfront geschlossen durchgeführt wurde, hat in allen Kreisen des Gaues Westfalen=Süd bisher noch nicht erzielten Erfolg gebracht. zende Ergebnis ist insbesondere der großen Einsatzbereitschaft der Sammler der Dgrhntenund hiszipgsee verdanken, die in geschlossener, Front und Oi)ghend in Weise vom frühen worgen bis zum späten Abgg## vorbildlicher Pflichterfüllung an die Opferberei###### der Bevölkerung appellierten. Der deutsche Schaffende, der die Not am eigenen Leibe gespürt und noch heute nicht vollends ist, hat in dieser Sammlung mit in der vordersten Reihe gestanden und freudig mitgekämpft, die Wintersnot der anderen Volksgenossen zu meistern und damit den Wil 5ch Ailte Sie alen Anispaltern, Prizsiker owie den heteligt und sie zum Erfolg geführt haben, mitteln.“ Von. Ve.-hen Mengersvgereicht. Der Vorhang Kuchen in„rauhen Mengen geteicgt. Der Vorhang Nr. 1059 17662 17806 Nr. Nr. Nr. Gerie„Rol 3451 3747 6276 9565 9883 10930 13092 14828 17976 19477 Serie„Grün“ 1908 1988 8138 8171 11714 13867 17867 19625 Serie„Geld“ 6138 12851 14544 18043 Serie„Violett" 8266 9796 12245 12604 13138 13617 14232 19311 Die falschen Kriminalbeamten Eine neue, genaue Beschreibung der Betrüger von Altenbochum Wie bereits mitgeteilt wurde, haben am 27. Februar falsche Kriminalbeamte bei einer Familie, gm., Pggegl. busch in Bochum=Altenbochum einen größeren Geldbetrag entwendet. Beschreibung der Täter: 1. 35—40 Jahre alt, 1,65 Meter groß, hellblondes Haar, glatt rasiert, schmales Gesicht, aufrechter Gang, trug blaue Schupomütze, dunklen Mantel, braune Hose und lange Stiefel. 2. etwa 55 Jahre alt, 1,70 Meter groß, dunkles Haar, glatt rasiert, helle Gesichtsfarbe, aufrechter Gang, Der at n ber MastenrjC3i. Heiger ur Scher oder in Altenbochum gesehen? Wer kann sonst bezüglich der Täter Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. sche soesc he eie echecl ch eseheche zum Meineid. * Seite 6 Nr. 59# Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 10. März 1936 Kammermusik mit Orgel Nun hat die„Vereinigung zur Pflege alter Haus= und Kammermusik" durch die Beschaffung einer nach alten Vorbildern erbauten Kleinorgel nicht nur die Reihe alter Originalinstrumente um ein interessantes Werk bereichert, sondern auch ihr Arbeitsgebiet um all die schönen Kompositionen vergangener Jahrhunderte erweitert, die den Klang der Orgel in ihren Satz einbeziehen. Gleich der erste Abend mit der edel und intim tönenden Orgel zeigte, wie wertvoll die Beschaffung dieses Instrumentes nicht nur für die Ausübenden, sondern auch für alle an der Originalfassung interessierten, beglückt genießenden Hörer ist. In dem schonen Saal des Wichernhauses, wo jetzt neben den Original=Streichinstrumenten, neben Hammerklavier und Cembalo auch die Orgel zur Verfügung steht, wird man künftig zur Wiedergabe jeglicher alten Kunst und jeder ursprünglichen Besetzung in der Lage sein. Klein und fast zierlich ist das schmucke Instrument und beherbergt doch in seinen verwunderlich kleinen Dimensionen eine Fülle verschiedenartigster Stimmen und Farben, Kombinationsmoglichkeiten in hinreichendem Maße. Und wie die Orgel als Soloinstrument mit dem unverfälschten Klang Bachscher Zeit den Geist jener Jahrhunderte wieder lebendig werden läßt— wie es Dr. Brodde in seinen stilistisch getreuen und Interesse weckenden Vorträgen geschehen ließ—. paßt sich die Orgel als vielfarbige Begleiterin den alten Streichern und Flöten. dem alten veredelten Charakter einstiger Haus= und Kammermusik in wundervoller Weise an oder gibt der menschlichen Stimme tief=warmen Untergrund. Werke von Schütz, Rosenmüller und Steffani hörte der Besucherkreis in der neuen Besetzung, einzigartige Schätze, die etwas noch Unbekanntes im Bereich der alten Kunst bedeuten, die wir an dieser Stelle in nur erreichbarer Klang= und Stiltreue zu genießen gewohnt sind. Hanna Menzel, die schon zur Meisterin des Cembalos wurde, wird künftig das neue Werk bedienen und im Verein mit Oswald Kuhn, Hans Grumbt als bewährten Streichern, mit dem ausgezeichneten Flötisten Walter Riehl der auch, als erster wohl, die Verwendbarkeit der Blockflöte in trefflicher Beherrschung zeigte, und der geschmackvollen Sopranistin Grete Hardt uns mit der alten Musik vertraut machen, an der die Orgel ihren Anteil hat. Ein lehrreicher Vortrag des Orgelbauers führte auch die Laien in die technische Eigenheit und den Zweck der neuen Orgel ein und vertiefte die Wirkung des wertvollen, sehr stark besuchten Abends. Sch. Kulturwille und deutsche Werbung Vortragsabend in der NSRDW. Die Ortsgruppe Bochum der Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute hatte ihre Mitglieder am Montag zu einem Vortragsabend in die Gaststätte„Schlegelbräu“ eingeladen. Ortsgruppenfachschaftsleiter Pg. Sprinkmann begrüßte die Erschienenen und sprach anschließend kurz über die Bedeutung der Führerrede. Dann sprach der Gruppenleiter der Reichsschrifttumskammer Bochum, Schriftsteller A. Reiprich, über das Thema„Nationalsozialistischer Kulturwille und deutsche Werbung". Er machte zunachst allgemeine Ausführungen über die Ursachen, die zur Gründung der NSRDW. geführt haben, und kam dann auf die Bedeutung einer richtig angewandten Werbung zu sprechen. Deutsche Werbung heiße Wille zur Tat, die grundsätzlich den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Ideen des Nationalsozialismus diene und damit nationalsozialistisches Kulturgut werde zum Wohle aller deutschen Volksgenossen. Gerade in politischer Hinsicht habe der deutsche Werbefachmann dem Auslande gegenüber eine überaus wichtige Aufgabe zu erfüllen. In der deutschen Werbung stehe jeder erst dann im strengen Dienst für das Dritte Reich, wenn er sich dem gestaltenden Kulturwillen unterordne und sich von ihm aufrütteln lasse, was mit keinem andern Ausdrucksmittel und durch keine andere soziale, politische und kulturelle Ausdrucksform wiedergegeben werden könne. Daß alle diese Aufgaben restlos gelingen könnten, beweise die deutsche Werbung immer mehr durch ihre Geschicklichkeit und den Willen, alle an sie herantretenden Fragen im richtigen Sinne zu lösen. Beispielsweise könne man den Werbegedanken für Kunst und Kultur sehr gut in das deutsche Heim und in die deutsche Familie tragen. Der Vortragende bezeichnete eine gesunde Werbung als unerläßliche Lebensfunktion eines Reiches, das sich selbst und anderen Völkern in Kunst, Kultur, Schrift, Bild und Sprache mehr zu sagen wisse im unerbittlichen Kampfe ums Dasein. Die Trager der deutschen Werbung müßten die ihnen auferlegten Pflichten erfüllen. Als vollwertige Kunstler in ihrem Fach würden sie für die Gesundung der Wirtschaft und Industrie arbeiten. Weitere Abnahme der Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen im Stadtbezirk Bochum Max und Moritz machten eine Spritzfahrt Da firgen dn Tirden. Bilder aus Bochumer Gerichtssälen Wer mit der Jugend macht ein Geschäft, Geb' acht, sonst ist er leicht geäfft. In denjenigen Gerichtssälen, in denen Möller klagt gegen Schulte, Meier gegen Dreier, Krause gegen Schmidt, Neumann gegen Altmann, kann man oft ebenso viel fürs tägliche Leben lernen, wie in den Kammern, in denen der Strafrichter das gestrenge Wort führt., 1, Boch Max und Moritz waren zwei gule Bochumer Jungen, und als dritter im Bunde war der Fri der schon Auto fahren gelernt hatte. Alle drei befanden sich in den Jünglingsjahren, im hoffnungsvollen Alter des Brausens und Gärens. Eines Tages beschlossen sie, eine Spritztour nach Essen zu machen. Aber sie nahmen sich dazu nicht etwa eine harmlose Sonntagsrückfahrtkarte. Bewahre, im Zeitalter jugendlichen Geltungsdranges und des Kraftwagens stand ihr Sinn viel höher. Sie warfen die Groschen zusammen und liehen sich bei der Firma Frisch=Drauflos einen Kasten mit Rädern. mit dem sie stolz nach Westen davonbrausten. Den Nachmittagskaffee wollte man bereits in froher Tanzrunde einnehmen. Fritz setzte sich mit mehr Stolz als Geschick ans Steuer. Wenn so drei forsche Jungen auf Abenteuer losfahren in die Welt, hängt ihnen der Himmel voller Geigen. Sie fühlten sich den Göttern nahe! Das ist ja auch das Vorrecht der Jugend. Die Weisheitszähne wachsen erst später, wenn eine gewisse Trockenheit hinter den Ohren sich bereits leise ankündigt. Wie es nun kam, soll hier nicht weiter berichtet sein. Jedenfalls hatte Fritz eine schlechte Stunde, denn in Essen gab's einen gelinden Zusammenstoß, bei dem der Wagen starke Püffe davontrug und anfing, sich in seine Einzelteile aufzulösen. Fröhlich mit heiteren Plänen sausten die dreie von hinnen, Traurig mit traurigem Sinn kehrten bedröppelt sie heim. Man kann sich denken, was die Firma Frisch=Drauflos für Augen machte, als man ihnen den Wagen des Glücks mit den Scherben der Freude abends in den Stall schleppte. Man kann sich denken, was die Eltern der drei Jünglinge später sagten, als sie die Schadensersatzrechnung an die Firma Frisch=Drauflos bezahlen sollten. Waren die Jungen haftbar zu machen, waren die Eltern ersatzpflichtig? Das ist hier die große Frage. Hatten die Jungen das Geld von ihren Eltern zum Zwecke des Sonntagsnachmittagsvergnügens für solche Fahrt oder hatten sie, wie ein Student seinen Monatswechsel, die Gelder zur freien Verfügung bekommen? Das ist nämlich rechtlich wichtig!„„„„„„ Und nun stellte sich heraus, der eine hatte für seinen Bruder eine Ratenzahlung für ein verkauftes Fahrrad eingezogen und nicht abgeliefert, der zweite hatte die Eltern beklaut und der dritte hatte auch Geld benutzt, das ihm nicht, oder noch nicht gehörte. So war die Fahrt recht leichtfertig„finanziert“ worden. Kurz, die Eltern wußten von gar nichts. Das war schlimm. Schlimmer als das Pech mit dem Wagen erscheint die Unehrlichkeit gegenüber den Eltern und dem Bruder. Das Pech konnte man verzeihen, der Charakterfehler erregte viel größere Bedenken. Das warechte Lausbüberei! * Nun die Hauptsache! Kam die Firma Frisch=Drauflos mit ihrer Ersatzklage gegen die Eltern durch?— Nein, sie wurde vom Landgericht Bochum zurückgewiesen. Es heißt nämlich im§ 110 des ...: „Ein von dem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters(des Vaters) geschlossener Vertrag gilt als von Anfang an wirksam, wenn der Minderjährige die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zwecke oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind.“ Die Firma Frisch=Drauflos fiel also mit ihrem Anspruch aus. Als sie den drei tüchtigen Jünglingen den Wagen anvertraute, hätte sie sich zuvor mit den Eltern sicherheitshalber in Verbindung setzen müssen, ob diese mit der Spritztour der Söhne einverstanden waren oder den Handel billigen wollten. Nun trug ja Fritz als der Mann am Steuer die meiste Schuld. War er etwa haftbar zu machen? Oder hafteten etwa Max und Moritz als seine Auftraggeber? Auch das war alles nicht anzunehmen. Eine solche Haftung als Auftraggeber tritt nur ein bei einem Abhängigkeitsverhältnis, das hier aber gar nicht begründet war. Das scheinbar so einfache Recht ist doch eine sehr verzwickte Sache. Als der Streit endlich entschieden war, brummte allen der Kopf: den Richtern, den Jungen, der Firma Frisch=Drauflos, den Eltern und den Rechtsanwälten. Dem freundlichen Leser braucht der Schädel nicht zu brummen; er kann Lehren aus dem sicherlich nicht sehr billigen Rechtsstreit ziehen. Mit Seefischen befriedigen wir unseren Fleischund Eiweißbedarf. Tide nonerat Jahreshauptversammlung der Fußer 7. Seit Gründung des westsälischen Fußartillerie=Regiments 7 war Köln über 50 Jahre die Garnisonstadt dieses verdienten Regiments der deutschen Schwerartillerie. Aus Köln zog in den Augusttagen des Jahres 1914 das Regiment zur Verteidigung des bedrohten Vaterlandes aus. So stand denn auch die am Samstag abend im Kameradschaftsheim Ludger König abgehaltene Jahreshauptversammlung der Bochumer Fußer besonders unter dem freudigen Eindruck der Freiheitstat des Führers und seiner Reichsregierung. Kameradschaft, Landgerichtspräsident Broicher, feierte in seiner Ansprache zu Beginn der Versammlung den 7. März als einen Freiheitstag der deutschen Nation und der Wehrmacht. Den Fußern 7 bereite es besonders herzliche Freude, daß ihre alte treue Garnison Köln wieder die Freiheit erhalten und daß am Samstag wieder deutsche Soldaten ihren Einzug in Köln gehalten haben. An den Kölner Oberbürgermeister wurde aus der Versammlung ein Glückwunschtelegramm gerichtet. Der dann in der Jahreshauptversammlung vom Kameraden Graßhoff erstattete Jauresbericht, der schöne Fortschritte im Leben der Kameradschaft feststellen konnte, wurde entgegengenommen. Der Kameradschaftsführer überreichte neun Kameraden, die jede Versammlung besucht haben, als Anerkennung ein Bild von dem Besuche des Führers auf dem Kyffhäuser. Der Kassenbericht des Kameraden Schnitzler gewährte einen Einblick in das Unterstützungswesen der Kameradschaft.„Dei Kameradschaftsführer ernannte auch für das laufenbe Jahr Anbeständig, aber nicht unfreundlich Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr In der Höhe bis Mitteleuropa vorstoßende maritimsubtrovische Warmluft führte zu wechselnder Bewölkung, aus der einzelne geringe Regenfälle niedergingen. Unser Gebiet wird zunachst noch in dem Kampfbereich nur wenig temperaturverschiedener Luft bleiben. Die Witterung wird danach bei ganz geringfügigen Niederschlägen einen nicht unfreundlichen Charakter aufweisen. Aussichten für Dienstag: Bei schwachen Winden aus Sud bis Südwest wechselnd wolkig, keine wesentlichen Niederschläge, Tagestemperaturen zehn Grad, nachts meist über Null. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Weiterhin leicht unbeständig. Montag, 9. März Barometer 24 Uhr: 78.5 Thermometer 24 Uhri F 4 8 Zeiten für Sonne und Mond am 10. März: (DAufg..56, Unterg. 18.25; C Aufg. 21.21, Unterg..04 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Ort Essen Kahler Asien Brocken Hamburg Berlin München Zugspitze Tuschrick in mmn 760.5 672.9 672.6 261.8 63.5 (65.2 525.6 Windricht u. Stärke S 3 SW 4 S 6 SSO 2 SSO 3 S. 2 NW 4 Temperazur C Wetter fast bed., Regen Nevel Nebel Regen beiter, Dunst halb bed„Dunst halb bedeckt Wohin gehen wir heute? Stadttheater: 20 Uhr: Markurell. Apollotheater: 15.30 Uhr: Der höhere Befehl. Capitol: 15.15 Uhr: Herbstmanöver. Gloria=Palast: 15.30 Uhr: Die blonde Carmen. Hammer Lichtspiele: 15.15 Uhr: Liebesleute. Lichtburg: 15.15 Uhr: Fährmann Maria. Lichtspielhaus: 15.15 Uhr: Vergttzmeinnicht. Odeon: 15.30 Uhr: Verlieb dich nicht am Bodensee Skala=Lichtspiele: 17.00 Uhr: Verlteb dich nicht am Bodensee. Tonhalle: 15.30 Uhr: Anna Karenina. Weltlichtspiele: 15.15 Uhr: Schwarze Rosen. die Kameraden Fritz Funke, Graßhoff und Schnitzler zu Beiratsmitgliedern. Neu in den Beirat berufen wurde als Propagandawart Kamerad Kaup. Das Lokal König wurde wieder zum Kameradschaftsheim bestimmt. Schießübungen sollen jetzt jeden Monat stattfinden. Der Kameradschaftsführer gedachte dann ehrend der Toten der Kameradschaft und besonders der Gefallenen des Regiments in den Kämpfen um Verdun. Die Frühjahrstagung des Waffenringes der deutschen Schweren Artillerte findet am 28. März statt. Die große Wiedersehensfeier der ehemaligen 7. Fußer, an der die Kameradschaft geschlossen teilnimmt, geht am 13. und 14. Juni in der befreiten Garnisonstadt Köln vor sich. Der zweite Teil des Kameradschaftsabends gestaltete sich bei gemeinsamen Soldatenliedern, die der alten Garnison Köln und dem ehemaligen Regiment galten, besonders herzlich gesellig. Kamerad Kaup widmete humorvolle Worte der alten Fußerstadt Köln und ihrer soldatenfreudigen Bevölkerung. Achtung, Königs=Insanteristen! Die Kameraden des ebemaligen Königs=Infanterie=Regiments, 145 feiern ihre diesjährige Wiedersehensfeier am 20. und 21. Juni in Mülheim(Ruhr). An die Bochumer Kameraden ergeht die Bitte sich am Sonntag, 15. März, abends 8 Uhr, im Lokale Fritz Velten, Brückstraße, einzufinden zur Besprechung über die gemeinsame Teilnahme an der Wiedersehensfeier. Nähere Auskunft erteilt Zigarrenhaus E. Hutmacher, Gr. Beckstraße 14. Sochantel... Stadttheater Bochum. Heute zum letzten Male„Markurell“ von Hialmar Bergman(Vormiete B und freie Besucher), morgen das 6. Tanzgastspiel der Kölner Oper. Das Programm bringt die„Heilige Fackel“ von Dobnanvi, die „Bayrischen Tanzbilder“ von Werner Egk und den„Kaiserwalzer“ von Johann Strauß. Konzertabend zum Besten des Bochumer Tierparks. Wie in den Vorjahren, findet auch in diesem Jahre, und zwar heute abend, im Ernst=Moritz=Arndt=Haus ein Konzertabend statt, dessen Ertrag dem Tierpark für seine Insassen zufließt. Verdient schon die Veranstaltung aus diesem Grunde Förderung und sind ihr recht zahlreiche Besucher zu wünschen, so werden diesen durch die Darbietungen der Künstlerinnen, die sich uneigennützig in den Dienst der Sache stellen, einige gehaltvolle und genußreiche Stunden geboten, so daß der Besuch der Veranstaltung nur empfohlen werden kann. Schülerkonzert. Die in der hiesigen Ortsmusikerschaft vereinigten Privatmustklehrer veranstalten am Mittwoch, 11. März, ihr erstes diesjähriges Schülerkonzert im Vereinshaus, Mühlenstraße. Städtische gewerbliche Berufsschule: Weiterbildung des Facharbeiters der Metallindustrie. Zu den handwerklichen Fertigkeiten des Berufes gehört mehr denn je eine gründliche theoretische Fachbildung. Diese Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt die Städtische gewerbliche Berufsschule Bochum, die über den Rahmen der Berufsschule hinaus die berufliche Weiterbildung durch Unterricht fördert.„Für die Facharbeiter der Metallindustrie ist ein Sechs=SemesterLehrgang geschaffen, der die Fächer Mathemattk, Deutsch, Physik und Chemie, Maschinenzeichnen, Mechanik und Festigkeitslehre und Maschinenelemente umfaßt. Außerdem sind zur Vorbereitung auf die Facharbetterprüfung besondere Kurse eingerichtet, die für äliere Lehrlinge des Metallgewerbes geeignet sind. Neben diesem Lehrgang wird ein Kursus für Zeichnunglesen, Passungen, Vorkalkulation u. a. gegeben. Beginn der Kurse: 15. April 1936.. Die„Anmeldungen müssen baldigst in der Geschäftsstelle der Stabtischen Berufsschule Bochum, Trankgasse 5, Eingang A. Zimmer 20, erfolgen. Original=Zirkus Busch in Bochum. Am Samstag, 14. März, beginnt der Original=Zirkus Busch der Reichshauptstadt Berlin ein kurzes Gastspiel in Bochum. Wie bedeutend dieses Unternehmen echter Zirkuskunst ist, dafür nur ein paar Zahlen: Zwei Sonderzüge befördern den Zirkus. Die Zeltstadt besteht aus dem Hauptzelt und vier langgestreckten Nebenzelten(Stallungszelte). Wagenpark von 75 weißblauen Wagen, Lichtmaschinen, Heißluftanlagen. Traktoren, Personen= und Lastautomobile, Werkstätten aller Art, Bagage und Garderobe Der gesamte Zirkuskomplex hat einen Flächenraum von 9600 Quadratmeter. Die Fassade ist 49 Meter breit. Das Innere des Hauptzeltes umfaßt eine 4700topfige Besucherzahl. 7000 Glühbirnen lassen am Abend die Stadt der weißen Zelte im Lichtglanz erstrahlen. Zwei Musik= kapellen spielen in allen Vorstellungen ihre flotten Zirkusweisen. Vormittags finden Promenadenkonzerte statt. Zur Gefolgschaft des Unternehmens gehören 320 Menschen, die für den Zirkus arbeiten und von ihm leben, ferner 250 Tiere der verschiedensten Arten aus allen Zonen der weiten Erde, 15 Löwen, 8 Eis- und 8 Braunbären, 6 Elefanten usw. Der organisatorische Aufbau umfaßt Direktion, Sekretariat, Pressedienst, Personalbüro, Reklamechef mit Reklamekolonne, vorreisende Geschäftsführer, Kassenabteilung mit Kassenchef und Kassendamen, Restaurationszelt. Bochumer Filmschau Capitol:„Herbstmanover Manöverzeit— klingende Marschmusik— Soldaten zu Pferde— leuchtende Mädchengesichter und viel Volk. Dazu blühende Landschaft und lachender Sonnenschein. Das sind die zündenden Requisiten dieser flotten und humorvollen Operette, die Robert Stolz mit seinen sanglichen und schmissigen Schlagern würzt. Und wenn auch die Handlung in ihrer Idee nicht gerade neu und sonderlich spannend ist, der Reigen bewährter und in jeder Aufgabe tüchtiger Lustspielkräfte sorgt in überaus erheiternder Darstellung und mit viel Witz für eine fröhliche Unterhaltung und herzliche Belustigung, wie man sie von solchen Filmen sich wünscht. Neben der munteren Ida Wüst steht der mindestens ebenso unverwüstliche Leo Slezak— ein prachtvolles Paar. Und der fesche Hans Söhnker hat diesmal als Herzensknicker nicht das Reich allein, da Jupp Hussels, frisch und amüsant wie nie, ihm heftig in die Parade fällt. Und ebenso wird der nicht unbekannten Susi Lanner durch die blonde, sehr sympathische Hertha Worell und ihre schönen Stimme das Gebiet streitig gemacht. Es wird überhaupt viel und zärtlich gesungen, auf daß zum Schluß mehrere glückliche Paare vereint sind. Aus froher Laune, Humor und Musik besteht dieser mit reichlichem Lachen ausgenommene Film. pros. Dr. Ing. Heyse 70 Jahre alt. Der langjährige verdienstvolle, jetzt im Ruhestand in Berlin=Nikolassee lebende Direktor der BergschulBochum, Professor Dr.=Ing. Fritz Heyse, begeht am 10. März dieses Jahres in geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Professor Dr. Heyse war 27 Jahre mit großem Erfolge in der Leitung der Bergschule Bochum und als Geschäftsführer der Westfäli# schen Berggewerkschaftskasse tatig. Am 1. Oktober 1931 trat er in den Ruhestand. Er hat sich bleibende Verdienste erworben um den Ausbau der Bergschule zu einer der größten und bedeutendsten Europas, ferner in der geistigen Heranbildung des bergmännischen Beamtentums und um den Ausbau der bergmannischen Berufsschulen zur Ertüchtigung des Bergmannsnachwuchses im Ruhrbergbau. Wahrend der langen Zeit seiner beruflichen Tatigkeit bekleidete er eine große Zahl von Aemtern in den verschiedenen Organisationen des Bergbaues und insbesondere in denen des bergmännischen Schulwesens, in dem er als anerkannter Fachmann gilt. So war er auch schriftstellerisch tätig und hat zusammen mit dem jetzigen Leiter der Bergschule, Professor Dr. Herbst, das Lehrbuch: Bergbaukunde" verfaßt, das ihm Weltruf einbrachte. Beim Ausscheiden aus der Leitung der Bochumer Bergschule wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Mehrere Jahre gehörte er auch dem Magistrat der Stadt Bochum an. Mit großem Interesse wirkte er auch lange Jahre im Kriegerkameradschaftswesen, so insbesondere in der Führung des Bochumer Gardevereins. Heldengedenkfeier der Kaufmännischen Schulen. Würdiger Tradition entsprechend gedachten die Schulen am Montag in der Verwaltungsakademie der Helden des Weltkrieges. Mahnende Dichterworte und chorische Darbietungen verlangten stille Besinnung. Kriegsbriefe gefallener Studenten leiteten gleichnishaft zur Gedenkrede über. Direktor Lucke entwickelte den Sinn der Heldenehrung als Verpflichtung der Lebenden den Gefallenen gegenüber. Ihnen wurde mit der Wiederherstellung der völligen deutschen Gebietshoheit durch den Führer wahre Ehrung bereitet. Aus eigenem Kriegserleben schöpfend, zeigte der Redner die selbstverstandliche Opferbereitschaft der Gefallenen für Deutschland. Zur großen Armee. Ein bekannter und angesehener Mitbürger im Griesenbruch, der Reichsbahn=Lokomotivführer a. D. Wilhelm Hahne von der Griesenbruchstraße, wurde nach nur ganz kurzer Krankheit plötzlich aus dieser Zeitlichkeit abberufen. Nur wenige Jahre konnte er sich nach seiner Pensionierung eines geruhsamen Lebensabends erfreuen. Seine vielen Freunde und Bekannten sowie seine früheren Berufskameraden gaben ihm auf seiner letzten Fahrt am Montag morgen das Ehrengeleite. Aus den katholischen Pfarreien. In feierliche Weise beging am Sonntag die Propsteipfarrei den Festtag der heiligen Felizitas und Perpetua, deren Reliquien seit einigen Jahrhunderten in der Propsteikirche aufbewahrt werden. Morgens war ein Levitenhochamt, der der Pfarr=Cäcilienchor durch eine mehrstimmige Messe verschönte. Den ganzen Tag über fanden sich die Gläubigen zahlreich zur Verehrung der in einem altertümlichen Schrein ausgestellten Reliquien ein. Seine Krönung fand der Festtag abends durch eine Feierstunde, die mit einer Reliquienprozession durch das Gotteshaus ihren Abschluß fand. Auch an den Oktavtagen des Festes bleiben die Heiligenreliquien zur Verehrung fur die Gläubigen ausgestellt.— In der Josephskirche beginnt am Mittwoch morgen die Festnovene(neuntägige Andacht) zur Vorbereitung auf das Patronatsfest der Pfarrgemeinde mit einem feierlichen Hochamt. An den Abenden der Festnovene ist um 8 Uhr feierliche St.=Josephs=Andacht. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Dienstag, 10. März RSDAP. Ehrenfeld. 20 Uhr: Besuch der Ausstellung „Rasse— Sippe— Siedlung" durch die Politischen Leiter und Amtswalter. NS.=Frauenschaft Hordel. 20 Uhr: Heimabend im Jugendsaal. Fichtestraße. NS.=Frauenschaft Langendreer. 15.30 Uhr: Arbeitstagung der Amtswalterinnen und Blocksrauen sowie der Blockfrauen und Helferinnen der NSV. im Saale„Zur Post“. NS.=Frauenschaft Hiltrop=Bergen. 20 Uhr: Heimabend, verbunden mit einem Vortrag über„Hauswirtschaft und Volkswirtschaft“, bei Punge. NS.=Frauenschaft Weitmar=Mitte. 20 Uhr: Zusammenkunft der jungen Frauen im Heim. NS.=Frauenschaft Stiepel=Süd. 15.30 Uhr: Pflichtzusammenkunft bei Kamplade=Puth, Brockhauser Straße. NS.=Frauenschaft Querenburg. Die Singstunde wird auf Donnerstag. 15.15 Uhr, verlegt.— Die Teilnehmerinnen an der Arbeitsgemeinschaft(Amtswalterinnen und Blockfrauen der NS.=Frauenschaft und NSV.) treffen sich um 14.45 Uhr bei Eggermann. Um 15.45 Uhr Tagung bei Vogt in Altenbochum. NS.=Frauenschaft Felsenburg. Um 19 Uhr Chor, 20 Uhr Arbeitsabend bei Schulze, Ferdinandstraße. NS.=Frauenschaft Hunscheidtsfeld. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Wilhelm Wegener, Drusenbergstraße 78. Vervflichtungsseter.„., Btemy, Mittmam#n. mmar:: NS.=Frauenschaft miemte. Mittwoch, den 11. Marz: Pflichtnachmittag: Besuch der Ausstellung„Rasse— Sippe— Siedlung". Nachmittags ½3 Uhr Antreten an der Vierhausstraße. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Achtung Arbeitsdank Groß=Bochum! Wir weisen an dieser Stelle nochmals auf die Kundgebung des Arbeitsdankes Groß=Bochum morgen um 20 Uhr in der Bürgergesellschaft, Jugendsaal, hin. Es spricht Kamerad Bezirksobmann Aßmann. Deutsche Arbeitsfront Tag der Uebungswirtschaft Dienstag, 10. März, 20 Uhr, findet aus Anlaß des Tages der Deutschen Uebungswirtschaft eine Veranstaltung der Kreisjugendabteilung der Deutschen Arbeitsfront im großen Saal der Verwaltungsakademie, Wittener Straße, statt. Es sprechen der Kreisjugendwalter Parteigenosse Jost sowie der Kreisbetriebsgemeinschaftswalter für Handel Parteigenosse Patzmann. RSG.„Kraft durch Freude“ Kreisamt Bochum Wochenendfahrten am 15. März. Das Kreisamt„Kraft durch Freude“ führt am kommenden Sonntag, 15. März, eine Tagesfahrt zum schönen Ittertal(Tier= und Vergnügungspark Solingen=Wald) zum Preise von.50 RM. durch. Abfahrt 9 Uhr vormittags ab Bochum Hbf. Rückkunft gegen 21 bis 22 Uhr. Wetter wird an demselben Tage eine Halbtagesfahrt nach Werden an der Ruhr unternommen. Preis für diese Fahrt.55 RM. Abfahrt um 2 Uhr nachmittags ab Bochum Hbf. Rückkunft gegen 21 bis 22 Uhr. Beide Fahrten werden mit Omnibussen durchgeführt. Anmeldungen nimmt die Verkaufsstelle, Kortumstraße 114, entgegen. Sportamt Dienstag, 10. März Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Ergpengg: 15.30 bis 17.30 Uhr: Gymnastikschule in der Haupise# von 18 bis 20 Uhr: Turnhalle der Studienanstalt, Waldring: von 20.30 bis 22 Uhr: Gymnastikschule Rottstraße# Spezialgymnastikkursus für Frauen von 19.30 bis 20.30 Uhr: Gymnastikschule in der Hauptpost...##r if der Schwimmen für Männer von 21.30 bis 22.30 uhr in b Städtischen Badeanstalt.„n## 1 Reiten für Frauen und Manner von 20 bis 22 Uhr Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle der Schule an der Friedenstraße, da bie Turnhalle der Schule an der Alleestraße renoviert wird. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 12) 4 II ZAHNCREME Pralte sroße Tube 40 Pfennig 7 Nr. 59# Bochumer Anzeiger# Dienstag, 10. März 1936 Das Hferk uu, Der tschechesteauty. Prag hat das erste„Roß=Büfett“ der Wen „Beefsteak à la galopp“ Prag, 9. März. In jeder Prager Hauptstraße gibt es ein Dutzend Passagen, die quer durch die Häuser führen. In jeder Passage gibt es ein Kino, ein Kaffeehaus und selbstverständlich einen„Automaten“. Warum diese Büfetts, kreag det dese Unsernehnungen geppunge, 5. Gaschsfels und men berich vein Sezserisher 31. al der erigfer bef: oi. Jia. es. enen ve. zur anderen Zubereitnataren verwels. pkeagefe e,.Hertangsg hängern„gelbrot“ sein. Bisher wurde bei der Beurteilung der Farbe der Bremslichter Nachsicht geübt. Nachdem die neuen Vorschriften fast eineinhalb Jahre in Kraft sind, sollerz, egagumehr vol. Htoghegrfühggren den. Es werden deshalb vom 1. Ottover 1936 an Bremslichter beanstandet werden, die den Vorschriften der Reichs=Straßenverkehrsordnung nicht bestehen Zweifel, ob Fahrtrichhzggeggegigeg und Bremslichter vogazchrieberz, Fr Reichs=Straßenverdarauf hingewiesen, daß nach der Reichs-Err###derkehrsordnung der Führer eines Fahrzeuges oder Zuges anderen Verkehrsteilnehmern anzuzeigen hat, rgennger seine Richtung siur Freigeeng enhekien pill. Die alt. wperden, wenn eine eindentige Zeichengebung ohne solche sprechen. Wer hat das Vorfahrtrecht? Eine grundsätzliche Entscheidung des Reichsgerichts Berlin, 9. März. Die„Juristische Wochenschrift" veröffentlicht eine Entscheidung des Reichsgerichts, die für unser gesamtes Verkehrsleben von großer Bedeutung ist. Die bisherige negative Fassung, daß der Vorfahrtberechtigte mit der Nichtbeachtung seines Vorrechtes durch einen anderen Straßenbenutzer rechnen müsse, hat das Reichsgericht positin Bohin. Pgrurntb, Fatz ricmp; gtis#ein e. fahrtrecht verlassen dürfe. Nur wenn besondere Umstände erkennen lassen, daß der zur Gewährung der Vorfahrt Verpflichtete aus irgendwelchen Gründen die Vorfahrt nicht einräumt, muß der Berechtigte zur Vermeidung eines Unfalls sein Verhalten danach einrichten. Aus aller Welt 50000-RM.=Gewinn auf Losnummer 130 889 gezogen dnb Berlin, 9. März. In der Nachmittagsziehung der den gleichsmart auf die Rummer 130.889 gezogen. Achteln in Hessen=Kassau gespiel. en Gedaltung ber ur eichegeichis genbeink. 65 welchen Schaden anrichte, habe er auch eine strenge strafung verdient. ppe, Pferd 4 la minute, Roßbraten,„Roßfilet ud ugenben„von anderrg Istbrtenungeu verwendet wort: Bei vielen alten Naturvölkern war es es sich im Interesse des es dies wlich auir ad Vostrask K. usd bahz en Latsächlich it der Pferdentonat ug, Jet iz 5 st kird die Helaeme schiäkt ihre„Kunden“ Hgrußer gaz Kronen— 15 Pfennigl— kann sie beim besten Willen Aasterehmnend poir Freiher Eshelr os 9 tsk hreit zu beinträchigen, auf Rauchen ercdge Keur,.is Pohelsrteil hi ein Kennsen. So findet man manchen Favoriten, der einst an erster Stelle der Wettvorhersagen rangierte, im Kocht delnd wieder; mancher Außengerigg wird Jungtag deg Schnitzel und mancher VFisegtr, Hag trapes.. Das baldige Konkurrenz prophezeien... Bremslichter und Fahrtrichtungsanzeiger bei Kraftfahrzeugen dnb Berlin, 9. März. Nach der Reichs=Straßenverkehrsordnung müssen, die ud Ger „Selbene Klange m ver Innnarmastt Nun haben auch die Saxophone in deutschen Milieines Mllärionzertes gezeigt, welch eine hergragende Rolle sie auf der Keiagugfarbegertnagf“ Gäring uen nuß sain, doeß er dei der Grichung Lix, HligerniCcanre in sozialer, zum den Kundfaunk find zahlriche, früber, Eehesant go denr und ppar in einer Tonsäikt, als ob die Sarse 15 dungsmöglichkeiten erhalten, um so mehr, als sie SpeVuxgonepr Fhalten, um so mehr, als sie zialisten auf diesen Instrumenten sino. Daneben ist es jedoch außerordentlich zu begrüßen, dos nunwed, ein=Zufastung erdlich ein Ende bereitet sagen irrsinnigen, Auffassung endlich ein Ende berenn! „Neger=Instrument“ hat Anklang gefunden worden ist. Es gab genug LeutBerlin, 9. März. übrigen Sarophone sind am unteren Ende pfeifenkopfund ganzen seit etwoe 100 Jahren Zulamwensebung Fasf ezine Hlangliche Vereicherung. An sch haten se eo ia nicht witg, rischltertek. ln anerilänischen heimnsch gewonen worn. zum Jahre 1897 ein Antiquar wickelt. Ovterhoben die Nachkommen des Antiauars S25ch hriten beszgach der Acheie, der ihn eishekte. Blicke in die Welt Amerikanisches Lob für das neue deutsche Zeppelinsbe. edien maldt, unt sch Kaoslin Beck von der amerlanishei ereize gaet. ne duer ub abe Baridge Beäschiäke 5e 12. 129= peitaus Kürter—7Z, Khisse Ier hale in beseitigt. Ein Geichstenam besk ertoren W.: 6u 48 6 „Hosen runter!— In den Eissch.un! Der neueste Trick amerikanischer Gangster Newyork, 9. März. Püächer helten ihr in den Aberdrzgbez, Grugugen. mnannes vor Wittrungseinflüsen ber=ziuzrausgirg. Dann machten sie sich in Ruhe an wigt, gune die bis 9 Uhr vormitaose in. Guschant sen Erseien halte ar nehern. Stunden lang den vergeblichen Versuch unternommen, Feststelungen vor alem darauf ab, die Opfer der Verbrecher zu verhindern, sich so schnell wie möglich an die Verfolgung zu machen. Der Schatz im Zeitungspapier Wem gehören die 2000 alten Münzen? Rom, 9. März. Seit langem läuft in Rom ein langwieriger Proi Mouerzeu, vder„abr Hausftacke im Werte von wiüier Soheusenr un Die Zahl der Rundfunkteilnehmer am 1. März. Die Gelamtzahl der Märxz 193gl;, Bae g10 gegenüber 43 450 an I. Sorezgurn. dne Honr 10 30 Tehach. mern(.49 v..) eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. März befanden sich 584 074 gebührenfreie Anlagen. Nach 24 Jahren eine Nase bekommen An Roger Duval, dem Sohne eines Tuchhändlers aus veno schiritrgisch kohmetischen Inrsitzit in Pars eine die Rasenflügel schlten ihm vollommen. Die Operation im Gesicht hatte herumlaufen müssen. im Gesicht hatte herumlaufen müssen. Grauenhafter politischer Mord auf einem sowjetrussischen Dampfer Die sowjetrussischen Blätter melden erneut einen„poliartig die Erbitterung enthullen, die die aufs äußerste verhaßt gemacht hatte, ums Leben gebracht. Ste vte Ftzinag, bepegaosen ihn mit Perroleum 25 Todesopfer eines Lawinenunglücks in Kaschmir. oden Stlausen im werslichen Keschmirgeztet duch eine Lenine Ind Obden zag inr eihen.he 25 Menschen durch ein neues Lawinezunglnc,#g. Leichen geborgen werden. 5 8 0 Jeder#####AL-Fackung und gilt dem Raucher als Sinnbild für eine hocharomatische und bekömmliche Zigarette.deren Feinheit durch Hinzunahme von 33er MacedonenThbaken besonders glücklich zum Ausdruck kommt! S 1A6564 Seite 9 Nr. 3 Seite 8 Nr. 59# Bochumer Anzeiger, Dienstag, 10. März 1936 „Die Weiber von Redditz“ Westdeutsche Erstaufführung im Dortmunder Stadttheater Friedrich Forsters Lustspiel„Die Weiber von Redditz", über dessen Berliner Uraufführung auf der Volksbühne am Nollendorfplatz wir berichteten, steht dem prächtigem„Robinson soll nicht sterben“ nahe, ohne die unbeschwert und frisch sprudelnde Naivität dieses Jungendramas zu erreichen. In der historisch eingekleideten Fabel des neuen Stückes handelt es sich ebenfalls um die Halbwüchsigen, um den jungen preußischen Jahrgang, der auf Befehl Napoleons für den russischen Feldzug ausgemustert werden soll. Der gehorsamkeitsfreudige Trottel Cicero August von Redditz ist bereit, die sieben Burschen seines schlesischen Gutsbereichs an Frankreich zu verschachern, muß aber vor der umsichtigen und entschlossenen Haltung der weiblichen Redditze die Waffen strecken. Komtesse Elisabeth Charlotte, die mit den Dorfjungens ausgewachsen und von dem männlichen Kameraden kaum zu unterscheiden ist, desertiert mit ihren Freunden auf das Besitztum der Tante Olympia, um sie erst dann freizugeben, als für Preußen die Stunde der Erhebung geschlagen hat. neht man von gewissen peinlichen, weil schwulstigen Tiraden ab, die den leichten und harmlosen Charakter des Stückes unerwartet bevormunden, nimmt man ferner in Kauf, daß sich der anekdotische Stoff der dramatischen Aufbereitung nur recht und schlecht bequemt, so bleibt doch eine von heiterer Stimmung beseelte Handlung, die dem Unterhaltungsbedürfnis goldene Brükken baut. In der flotten und anmutigen Inszenierung des Dortmunder Stadttheaters unter Hans Tannerts Regie kam der kesse Schwung des Dreiakters denn auch zu liebenswürdiger Wirkung. Alles flüchtig und gleitend gehalten, ohne dem schon angemerkten Pathos im Brustton der Ueberzeugung aufzusitzen. Lore Semmt als Elisabeth Charlotte stellte ein unbeschwertes bezauberndes Persönchen von backfischhafter Burschikosität auf die Beine, lebhaft und flatterig. Mit der alten resoluten Tante Olympia, einer strammen Adele=Sandrock=Rolle, erspielte sich Elinor v. Wallerstain einen runden Erfolg, mit der schönen Hilflosigkeit einer gediegenen Arterienverkalkung wartete Ludwig Bargs Cicero von Redditz auf, der fade Schöngeist Cecilie wurde von Lenore Fein ein wenig betont ausgespielt. Ansonsten ein angeregtes Ensemble, das sich in den reichlich anspruchsvollen Bühnenbildern von Dr. Fritz Mahnke aufs vergnüglichste bewegte. Der herzliche Beifall des Hauses bedeutete Zustimmung auf der ganzen Linie. Dr. Stf. Neues im welideutschen Konzertlaal Zu den Neuheiten, die in den letzten Wochen in den Konzertsälen des Westens zu hören waren, wird man auch die in Duisburg zum ersten Male gebotene Urfassung der vierten BrucknerSinfonie rechnen müssen. Die ursprüngliche Form ist zwar nur für den genauen Kenner etwas Neues, dem aber um so interessanter in der ersten Anlage, aus der mit teilweise gründlicher Ueberarbeitung und in sorgfältiger, verbessernder Ueberprüfung die uns heute geläufige endgültige Form entstand. Otto Volkmann brachte eine sehr durchsichtige, gerade die Abweichungen deutlich betonende Wiedergabe zustande. Im Dortmunder Sinfoniekonzert waren Frederic Delius und Julius Weismann mit neuen Werken vertreten. Die Zwischenaktsmusik„Der Gang zum Paradiesgarten“ des ersten ist farbkräftige, klanglich differenziert und plastisch gezeichnete Opernmusik unruhevoller Harmonik, deren Herkunft die Sprache Wagners ist. Liebenswürdig, wenn auch kunstvoll in der zeitgemäßen Fassung überkommener Serenadenkunst gibt sich die in Variationsform gearbeitete Serenade Weismanns, und ihr besonderer Reiz ist die intelligent ausgenutzte kammermusikalische Besetzung. Wilhelm Sieben verhalf den Kompositionen zu einem beachtlichen Erfolg. Als Typ junger Musik hörte man in Essen von dem temperamentvoll sich einsetzenden Johannes Schüler das jüngste Werk des noch umstrittenen, aber musikantisch fraglos stark begabten Karl Höller, eine „Sinfonische Fantasie“ nste Varia nach einem Thema von Frescobaldi, moder######llutionskunst an einem uralten thematischen Stoff. Höller besticht durch die Frische und unproblematische Zuversicht seines Musizierens, erweist sich originell in den lebhaft bewegten, sicher geformten Sätzen, aber auch geistvoll und bis zu einem gewissen Grade überzeugend in den langsamen Abwandlungen. Das interessanteste Werk der Woche, das recht beifällig aufgenommen wurde. In einem klassischen Abend des Gelsenkirchener Orchesters bestätigte die junge Geigerin Marianne Tunder als Mozartspielerin und in Corellis beliebter„La Folia“ erneut ihre verheißungsvolle Veranlagung und ihr schon erfreulich gereiftes, sicheres Können. Folkerts schickte der Mozartischen Jupiter=Sinfonie ein Werk von Dittersdorf vorauf. Hode Keuterereihnine in Bertin Teer Lunt— Fauli— wiedergeborener Lortzing— Judermann Der Berliner Spielplan der letzten Woche bot die gewiß nicht häufige Gelegenheit, die beiden größten Dichtungen germanischer Dramatik, Goethes„Faust“ (1. Teil) und Ibsens„Peer Gynt“, kurz nacheinander zu sehen. Der Drang, wieder einmal vergleichende Linien zwischen beiden, im Stoff so verwandten Werken zu ziehen, ist stark, muß aber in der Tageskritik unterdrückt werden. Der Grund, weshalb wir das deutsche Drama vom irrenden und erlösten Menschen über das norwegische stellen dürfen, liegt in der ungleich stärkeren Kraft Goethes zur dichterischen Gestaltung. Je öfter man Henrik Ibsens„Peer Gynt“ auf sich wirken läßt, um so früher ermüdet in den langen fünf Akten das künstlerische Gestrüpp der Allegorien, die Geheimniskrämerei der figürlichen Begriffe, während Goethes tiefes, nicht tiessinniges Gleichnis überall aus Fleisch und Blut wächst. Walther Brügmann gibt den Peer Gynt in der Nachdichtung von Dietrich Eckart, der das krause Gedicht rücksichtslos, aber glücklich gekürzt, gestrafft und auf eine klare Entwicklung des Wesentlichen gebracht hat. Da gibt's nun Raum für theatralisches Gestalten, zu dem der Peer Gynt von jeher ebenso gereizt hat wie der Faust. Das Theater des Volkes macht davon überwältigenden Gebrauch. Nicht nur, daß Edvard Griegs herrliche Musik ohne die sonst üblichen Abstriche das Werk untermalt, auch szenisch werden alle Möglichkeiten der Riesenbühne mit verschwenderischer Fülle, oft bis zum Opernhaften, eingesetzt. Eine PeerGynt=Erneuerung, die als Theatererlebnis ebenso großartig wie nachhaltig ist. Durch den tollen Wirbel der Ibsenschen Traumgestalten schritt Herbert Hübner als ein Peer Gynt, der die zeitlich und seelisch weit klafternde Rolle sprachlich und schauspielerisch mit packendem Leben erfüllte. Das Haus stand bis zum stürmischen Dank am Schluß ergriffen und atemlos gespannt unter dem Eindruck dessen, was es sah und hörte. Das Staatstheater übernahm wieder, im großen und ganzen, die letzte Inszenierung des „Faust I“ mit allen ihren Schönheiten und vereinzelten Schwächen. Die Hauptrollen sind jetzt jüngeren Darstellern zugewiesen. Faust ist Günther Hadank. Er setzt in den großen Monologen des Anfangs groß, fast zu groß ein, bleibt dann aber dem verjüngten, dem liebenden Faust manches schuldig. Ein Faust von hohem Adel der Seele und Güte des Herzens, weniger jedoch der„Unbehauste, der Unmensch ohne Zweck und Ruh". Der Mephisto Bernhard Minettis ist nicht der aus hundert Facetten teuflisch funkelnde höllische Kavalier Gründgens' er ist ein Geist, der mit viel Grundsatz verneint und seine Aufgabe verteufelt ernst nimmt. Fehlt ihm zwar die transzendente Diabolik, so bringt er in der Schülerszene, in Auerbachs Keller und in Gretchens Garten um so packender und eigener das Bühnenwirksame zur Geltung. Zu diesen beiden ein neues Greichen: Marlanne Hoppe! Sie tritt würdig in die Reihe der berühmtesten Gretchen! Ist ihr auch die holde Anmut, der„schnippische" Liebreiz im Aufblühen der ersten Liebe nicht so gegeben wie etwa Käte Gold, so um so reicher und köstlicher die kindliche Einfalt und die herbverschlossene Herzensreinheit. Aber wie dem sei: Lortzings Musik ist so schön, daß sie über diese Unstimmigkeiten hinwegträgt. Lortzingsche Perlen von schimmerndem Glanz werden uns zurückgeschenkt. So die Kavatine„Er liebt mich“, das Cantabile„Nur dir allein“, der selige Zwiegesang im zweiten Akt:„Kannst du so von mir scheiden" und vieles andere. Im Deutschen Opernhaus gefiel die neue Lortzing=Oper, deren bunt=komische Handlung Alexander'Arnales in reizende Biedermeierbilder gebettet hatte, ebenso wie bisher schon hier und dort im Reich. Sie wird neben„Zar und Zimmermann", „Undine",„Waffenschmied“ auf dem deutschen Spielplan bleiben. zel Ueber achtzig Jahre nach Lortzings Tode wird uns eine neue Oper von ihm beschert! Das Wunder erklärt sich natürlich. Nach früheren Versuchen anderer hat Hensel=Haerdrich der Hans=Sachs=Partitur Lortzings, die unter Wagners mächtigem Werk erstickte, ein neues Textbuch unterlegt. Als Grundlage nahm er Kotzebues Lustspiel„Die Kleinstädter“, und aus dem „Hans Sachs“ wurde„Die kleine Stadt“. Ein solches Experiment kann nie ganz gelingen, und manche Einwendung ist auch in diesem Fall schwer zu unterdrücken: der Spaß des zweiten Aktes, der in einer geplatzten Hose besteht, ist zu grob für Lortzing, wenn dieser auch, neben Weber, der derbere der beiden Romantiker war. Zu fühlbar klafft da und dort der Unterschied zwischen der zarten, edlen Musik und der durchweg schwankhaften Handlung. Das gilt vor allem für die wundervollen Liebesduette und Quartette und für die pantomimischen Einlagen, zu denen in der „Kleinen Stadt“ stilwidrig moderne Groteske getanzt wird, zum Teil aber auch für die grandiosen Finales. Weshalb haben die Ueberästheten der Vor= und Nachkriegszeit den Ostpreußen Hermann Sudermann eigentlich mit so abgründigem Haß verfolgt? Ist es ein Verbrechen, für das Theater treffsichere Szenen zu schreiben und gute Aktschlüsse zu bauen? Ist es ein Zeichen von Minderwertigkeit, dem Leben mit wachem Auge Menschen abzusehen, die auch auf der Bühne lebendig sind? Aber mit Theaterstücken geht es oft sonderbar zu. Sudermanns Komödie„Die Schmetterlingsschlacht“ fiel 1894 durch und jetzt, 1936, wird das Berliner Renaissance= Theater wahrscheinlich wochenlang volle Häuser mit ihr haben. Daß. Alfred Bernau die Satire auf die verschämte, aber leider auch ziemlich wurmstichige Armut heute ein wenig nach der Parodie hin spielt, schadet nichts. Es nimmt Sudermanns Gestalten nichts vom flotten Umriß der bühnenkundigen Zeichnung: der ewig nach Schwiegersöhnen jagenden Steuerinspektorswitwe Hergentheim(Margarete Kupfer), ihren mannstollen Töchtern Else und Laura(Genia Nikolajewa und Tina Eilers), dem borstigen Lohndrücker Winkelmann(Oskar Sabo), dem allzeit munteren Reisenden Keßler(Hermann Speelmans) und der kleinen Rosi, dem romantisch überspannten Backfisch, der sich für Mutter und Schwestern„opfert". In dieser Rolle wurde Ursula Höflich, der großen Lucie begabtes Töchterchen, geradezu zur Trägerin des Dramas. Die „Schmetterlingsschlacht“ endete mit einem vollen und dankbar gefeierten Sieg. Karlernst Knats Geschichtstafel 1772 wurde der Dichter Friedrich von Schlegel in Hannover geboren. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder August Wilhelm hat er die literarische Zeitströmung lange beeinflußt, weniger durch eigene Dichtung, als durch Gründung der romantischen Schule. 1776 wurde Königin Luise von Preußen als Tochter des Herzogs Karl von Mecklenburg=Strelitz in Hannover geboren. Als Muster bürgerlicher Schlichtheit, Anmut und Sittenreinheit lebt sie im Gedächtnis des Volkes weiter, dessen Leiden sie teilte als ihr persönlicher Versuch, bei Napoleon in Tilsit mildere Friedensbedingungen zu erlangen, erfolglos blieb. 1788 wurde der Dichter Joseph Freiherr von Eichendorf auf Schlos Tubochis in Oberschlesien geboren. reinstem Emyfinden dorf auf Schloß Lubowitz in Oberschlesien Er war ein echter Lyriker von keinstem Empfinden und feinster Form, dessen Lieder„In einem kühlen Grunde",„Wer hat dich, du schöner Wald",„Wem Gott will rechte Gunst erweisen",„O Täler weit, o Höhen“ in glücklichen Vertonungen zu überall bekannten und verhreitsten Rolfsliedern geworden sind. o Höhen“ in glücklichen Verzonungen zu überall be kannten und verbreiteten Volksliebern gewolden sind. Auch in seinen Prosadichtungen wie„Aus dem hen eines##amnichts“ tritt die schlichte Schönheit Leben eines Taugenichts kan die schlichte Schönheit und fröhliche Religiosität seiner natürlichen und liebenswerten Romantik zu Tage. Griebnisse um Scotland Vardd 4 erzahlt von e lchücker Der Inspektor schmunzelte. Er kargte nicht mit seiner Anerkennung. Sein Apparat hatte ebenfalls einige Male die Blende geöffnet; das letzte Bild hätte das Panzerauto gezeigt, wenn nicht eine dünne Mauer existiert hätte. Die Aufnahme dieser Mauer bewies aber, welch schlauer Fuchs Inspektor Hull war. „Sie bleiben hier, das ist klar. Was Sie da von einem Best faseln, interessiert mich nicht. Und jetzt trinken Sie, sonst werde ich mit Gewalt nachhelfen!" „Nein!" Wortlos, mit unheilverkündender Miene, stellte Wardsfield das Tablett auf den Tisch. Er griff in seine rückwärtige Tasche, in seiner Hand glänzte matt der Lauf einer Pistole. Gelassen schraubte er den Schalldämpfer davor. „So oder so“, murmelte er,„es wird schnell gehen, und ich bin meines Auftrages ledig!“ Er hob die Waffe und richtete sie auf das Mädchen, das mit angstgeweiteten Augen dem Vorgang gefolgt war. In diesem Augenblick erlosch das Licht. Die Fahrt des Autos, in dem Johanne Wellington entführt wurde, endigte bei völliger Dunkelheit und abgelöschten Lichtern. Johanne spürte weichen Boden unter sich, als sie eine kurze Strecke von den Männern geführt wurde. Es blieb finster. Der Boden neigte sich abwärts, ihre Füße schritten über Stufen, dann ging es wieder geradeaus. Nun kam eine Treppe, die ziemlich steil aufwärts führte, ein matter Lichtschein erhellte einen Vorraum; sie wurde in ein fensterloses Zimmer geschoben, dessen Wände sauber verstrichen waren. Eine elektrische Lampe spendete genügend Licht, um erkennen zu lassen, daß es sich um einen vorübergehenden Aufenthaltsraum handelte, denn außer Tisch, Stühlen, einem Kasten und einigen Kisten war kein weiteres, zur Bequemlichkeit dienendes Mobiliar, mit Ausnahme einer eisernen Bettstelle, vorhanden. Wohl über eine Stunde blieb Johanne allein. Erschöpft, keines klaren Gedankens mehr fähig, war sie auf den Stuhl gesunken. Sie fühlte sich matt und müde, ihre Nerven streikten, nur ein Wunsch stieg in ihr auf: zu schlafen, um alles zu vergessen. Ein freundlicher Raum konnte sie der schlimmen Wirklichkeit entrücken und ihr zugleich Ruhe und Kraft verleihen, dem Kommenden gefaßt entgegenzusehen. Aber ihre Augen wollten sich nicht schließen, ihr Wunsch erfüllte sich nicht, und so verbrachte sie eine qualvolle Zeit des Alleinseins. Später trat ein Mann ein. Sein kalter Blick flößte ihr Furcht ein. „Kommen Sie mit!“ befahl er barsch. Er öffnete eine Tür und führte das Mädchen in ein kleines Gemach, welches lediglich ein Bett und einen Tisch aufwies. Auch dieser Raum war fensterlos. „Sie können hier schlafen; in einigen Minuten wird das Licht verlöschen. Haben Sie Hunger?" Johanne verschmähte es, darauf eine Antwort zu geben. Als sie allein war, warf sie sich angekleidet auf das Bett und versank allmählich in einen unruhigen Schlummer. Sie wußte nicht, wie lange sie geschlafen hatte: eine Berührung weckte sie auf. Im Raum brannte wieder die Lampe; vor ihr stand der Mann mit den kalten Augen, der ein Tablett in der Hand trug. Erschreckt richtete sie sich auf. „Ich habe Ihnen etwas zum Trinken gebracht!“ sagte er mit schlechtgespielter Freundlichkeit. sich Zu gleicher Zeit, in früher Morgenstunde, befand Inspektor Gibbs bei Johannes Onkel. Major Chester, der die ganze Nacht wach geblieben war, ging ruhelosen Schrittes im Zimmer umher. Sichtbar in größter Sorge um seine Nichte, blieb er wiederholt vor Gibbs stehen, immer wieder die gleiche Frage an ihn richtend: noch etwas, Kollege! Die von ihnen durchsuchte Ziegelei „Inspektor, ist so etwas in London möglich? id die Polizei hat noch keine S# Und die Polize. har noch teine Spur?“ Der Gefragte hatte in Gegenwart des Majors das Hausmädchen vernommen und wohl eine genaue Personalbeschreibung, sonst aber weiter keine wichtigen Anhaltspunkte bekommen. Ihm blieb nichts anderes zu tun, als das Ergebnis der Verfolgung abzuwarten. werden Durst haben, und warmer Kaffee ist gerade das richtige, Sie etwas aufzufrischen.“ Er reichte ihr eine Tasse. Tom Wardsfield— er war der Eingetretene— erwartete, daß sie sofort zugreifen würde. Johanne schob die Tasse zurück. „Ich bin nicht durstig. Bieten Sie mir meine Freiheit an, und ich werde nicht nein sagen. Herr Best hat sein Versprechen nicht gehalten!“ sprach sie leise. Wardsfield lachte belustigt. Erregt holte Chester das Scheckbuch herbei und füllte die erste Seite aus. „Hier, nehmen Sie, vielleicht wirkt der Judaspreis von 1000 Pfund bei einem Mittäter oder Mitwisser!" „Behalten Sie den Scheck!— wenn sich jemand finden sollte, der uns zweckdienliche Angaben machen kann, werde ich ihn herschicken. Und nun, Major, will ich wieder gehen. Was ich wissen wollte, habe ich erfahren, leider ist es so wenig, daß ich ein Lügner wäre, Ihnen nur die leiseste Hoffnung zu machen. Unter Umständen dürfte es auf einen Erpressungsversuch hinausgehen, und wenn das der Fall ist, werden sich die Kerle schon rechtzeitig melden", beruhigte Gibbs sein Gegenüber. Er sprach aber gegen seine Ueberzeugung, und als er sich auf dem Wege zum Yard befand, führte er ein Selbstgespräch von krausen Worten und unlogischen Reden. Er sah sich bereits im Handgemenge mit dem Grauen, und sein Drang, sich körperlich auszukämpfen, feierte wahre Triumphe der Erfüllung. Der Fall Graumann war für Gibbs ein Theaterspiel geworden, in dem er den Aktschluß abwarten mußte, bevor er den Schurken und Mörder darin verhaften konnte. Die Regie führte er selbst, und das gab ihm Mut und Ausdauer und Geduld und ließ ihn eine sonst nicht gewohnte Zurückhaltung üben. Seltsam auch, daß er sich über Johannes Verschwinden weniger Sorge machte, als das bei seiner persönlichen Bekanntschaft mit ihr verständlich gewesen wäre. Er hoffte sie schneller zu finden, nur sollte das vorläufig sein eigenes Wissen bleiben. Dafür sprachen gewichtige Umstände. In Scotland=Yard mußte er noch längere Zeit warten, bis Hull von seiner Suche zurückkam und ärgerlich das magere Ergebnis verkündete. Er wußte nicht, daß Gibbs eine Zeit zuvor ein langes Telephongespräch geführt hatte, worin gerade von Johanne Wellington am meisten die Rede war. „Ich bin kein Großsprecher, Hull, aber bis morgen schatte ich das Mädchen heil und gesund herbei. Und ist tatsächlich der Schlupfwinkel der Schwarzbärte. Dort hat der Popanz so'ne Art Leibgarde versammelt, alles ausgepichte Galgenvögel und Musterknaben, frische Stecklinge für Dartmoor!“..(eest. Er grinste bei dieser Mitteilung dem Inspertor oyne Hemmung in das Gesicht. Dieser hörte mit zusammengezogenen Augenbrauen zu. „Woher wollen Sie das alles wissen?" „Tiefes Geheimnis!" tat Gibbs verschwiegen.„Sie haben photographiert?“ „Gewiß, und ich muß sagen, es wurden prächtige Aufnahmen: „Lassen Sie sehen!“ Hull legte die noch feuchten, zwischen Löschblättern liegenden Abzüge auf den Tisch,„, hastung#i. Es entspann sich eine lebhafte Unterhattung, die zum Schlusse in einer wichtigen Vereinbarung zwischen den beiden Männern ihr Ende fand. „Ich muß noch zum Innenminister, um mir für diesen Ausnahmefall die notwendigen Vollmachten zu holen. Mit so feinen Herren umzugehen, ist etwas anderes, als Frösche zu fangen", setzte Gibbs belehrend hinzu. „Donnerwetter, haben Sie Verbindungen. Vielleicht denken Sie auch an mich, wenn Sie einmal Polizeidirektor von London sind. Meine Frau möchte gerne einen Kommissar zum Mann haben!" Gibbs gähnte gelangweilt. „Einige Stunden Schlaf werden mir gut tun. Bis Nachmittag denke ich die verlorene Nacht eingeholt zu haben.“ 6 „Das war wohl so ein kleiner Wink mich zu empfehlen?" erkundigte sich Hull vorsorglich. „Sie sind zu empfindlich!— Das war kein kleiner, sondern ein ganz großer Wink!— Gute Nacht!“ Bevor Inspektor Hull ging, dachte er sich noch etwas. Als die Lampe erlosch, fühlte Tom Wardsfield einen Schlag, und dann wurde es Nacht um ihn. Er fiel nach vorne auf das Bett, die Pistole in seiner Hand polterte zu Boden. Johanne hörte eine flüsternde Stwme: i 5 „Können Sie gehen, Frautein:— Ich win Iynen helfen, hier herauszukommen!“ Eine Hand streifte über ihren Körper und faßte sie leicht am Arm. „Wer sind Sie?“ „Das ist echt weiblich, in einer derartigen Situation konventionelle Höflichkeiten zu verlangen.“ Der unsichtbare Beschützer lachte verhalten.„Ich will es Ihnen sagen, nicht meinen Namen, aber meinen Beruf! Er suchte ihr Ohr und hauchte ein Wort hinein. Dieses Wort hatte einen mächtigen Klang, so daß sich das Mädchen bedingungslos der Führung des Mannes unterwarf. Tom Wardsfield erwachte mit schmerzendem Kopf. Seine Gedanken kehrten langsam zurück. Es dauerte eine geraume Weile, bis er sich an das Geschehene erinnern konnte. Unsicher tappte seine Hand über das Bett, er fand es leer, und seine Rufe blieben unbeantwortet. Schwankend tastete er sich aus dem Zimmer, um den im Vorraum angebrachten Lichtschalter anzuknipsen. Die Leitung war gestört. Er ging den Gang zurück und betrat einen Anbau, von dem aus eine Verbindungstür in eine Arbeitsstätte führte, wenigstens vernahm man das Klopfen und Stampfen der Transmissionsriemen. In dem Raum, wo Tom Wardsfield jetzt verweilte, war ein Haustelephon. Dorthin lenkte er seine Schritte. „Hallo, Stevens“, rief er rauh in den Apparat, „im Werk ist entweder ein Verräter oder ein Eindringling. Sieh nach, ob sich die letzte Stunde jemand vom Arbeitsplatz entfernt hat, und schärfe den Leuten Vorsicht und Aufmerksamkeit ein. Das Mädel ist spurlos verschwunden, es kann ungesehen die Fabrik nicht verlassen. Es wird sich versteckt haben. Lasse überall nachsehen, und zwar gründlich; wenn es entkommt, haben wir noch einmal die Polizei auf dem Hals. Verdammt, mir brummt der Schädel!“ Er informierte den Angerufenen in Kürze über den Vorfall und hängte dann ein. Den Kopf schwer auf die Hände gestützt, verharrte er lange in dieser Stellung. Ein leichtes Geräusch ließ ihn umsehen......e Eerhasleut 8. Hinter ihm stand, in seiner aues verhullenden Vermummung, der Graue. Wardsfield war darüber nicht überrascht. Er wußte, daß sein Meister immer in diesem Raum erschien und auch wieder daraus verschwand, ohne daß er es gewagt hätte, nachzuforschen, welchen Weg er dabei benützte. Früher war wohl der Wunsch in ihm rege geworden, die Person dieses Mannes zu ergründen, der Tod Grimsbays jedoch galt ihm als ein nicht zu übersehendes Warnungszeichen, in dieser Hinsicht sich jede Beschränkung aufzuerlegen. „Sie sind ein Stümper, Wardsfield!“ näselte der Graue.„Wenn das Mädchen entwischt, wird man Sie wegen Mordversuchs auf die Anklagebank bringen. Ihr Dilettantismus kann uns allen verderblich werden. In der Garde gibt es keinen Verräter, nehmen Sie das zur Kenntnis. Es könnte höchstens einer der Neuen gewesen sein oder ein Eindringling, wie Sie vorhin mutmaßten. Scotland=Yard schläft nicht, seit dem Tode Gersons weniger denn je!" „Die Ziegelei ungesehen zu betreten, ist unmöglich. Es muß einer der Unfrigen sein. So'n gemeiner Hund!" stieß Wardsfield wutend hervor.„Aber er kann nicht heraus, er gehört uns, und das Mädel wird ein zweites Mal nicht mehr fliehen können!" Aus seine Augen sprach Mordgier, Aus seine Augen sprach Mordgier, „Der Mann muß spurtos verschwinden, ganz gleich, wer er ist. Ich denke dabei an den Ziegelofen. Die Leiche des Mädchens soll in der City gefunden werden, daran hat sich nichts geändert. Wenn aber die beiden entkommen“, seine Stimme gewann an Schärfe,„dann wird das für Sie schlimm werden. Nur stumme Menschen können schweigen!“ Die letzten Worte des Grauen enthielten eine offene Todesdrohung und ließen Wardsfield merklich zusammenzucken. Weniger aus Furcht oder Angst, sondern mehr aus Zorn. Er hatte dem Grauen auf seiner verbrecherischen Bahn bisher unbedenklich Gefolgschaft geleistet und niemals daran gedacht, ihn jemals zu verraten, selbst dann nicht, wenn es zu seinem eigenen Schaden gewesen wäre. Die Art aber wie der Vermummte den Wert seiner Mithilfe einschätzte, verdroß ihn ungeheuer. „Ob ich heute oder morgen sterbe, ist mir egal, ich bin kein Jammerlappen wie Grimsbay, das wollen Sie sich merken", begehrte er auf.„Oft genug holte ich für Sie die Kastanien aus dem Feuer, wenn man aber aus Dank dafür auf seinen baldigen Tod vorbereitet wird, geht die größte Ergebenheit zum Teufel. Was mir passierte, im Dunkeln einen Hieb über den Kopf zu bekommen, ahnungslos, von einem Verräter im eigenen Haus, ist kein Grund, mich wie ein lästiges Tier zu behandeln!".. Er stand erregt auf und naherre sich dem Grauen*( F o r t s e t z u n g f o l g t) Die Stammti beisammen. Alte brauchte nur eine Erlebens bringen dieser und jener Unterhaltung bei Draußen lag Kälte fegte dur empfand man d Aus solcher Stin tungsnotiz zu machte, wonach hungriger Wölfe Eine Stimm Wahrheit dieser doch vom allgem der Finanzinspek innerungsbeutec gebracht hatte, si „Sie bezwei Wölfen tatsächlic ein Stückchen erz Es war bal Litowsk, der im mit Rußland be nichts Rechtes spanne und Ma beschäftigt werdment in einzelne deutschen Forstv hatten also die ins Innere De unseren Gespani aus den Wälder fluß der Weichst einigt, nach der Als Batterie mando zugefalle jedem anderen a list als Soldat, den vor Hunger beit daher kaum Das alles beie den Hauch aus ließ. Dafür we zweite oder drit Um diese Zeit Holzschlitten wi einer fast fried Am Abend war scholl Gesang zu der gemeinsame schwingte Dreit spärliche Flor! gab. Ich selbst ihnen— eine ohnehin nicht paar armseligen Einige Abn Zusammensein Galse nun — also stapfte ich durch gemeinsames S einer Weinsort zu probieren. Daß es in allen bekannt: weithin unbesi auch aus resp men gesehen. ernstlich gefähr nicht für mögl deckten wir bi dächtige Tiers Copyright: 17) Der Lan e r ch großer Note besonders die Dunkelheit ka und kläglich: Die Nacht Feindes. Sch Gerucht, der Eminenz ledi keit der Besa sich um einen aber krachten, Die Bürg hatten, fuhre Hosen. Wied Soldaten du gegangen wai er der Straf einigermaßen Boudonville, jehligte, habe über nieman Seite 9 Nr. 59# Bochumer Anzeiger, Dienstag, 10. März 1936 Unterhaltung VOslée in der Nackt, Von#t. G. Geige Die Stammtischrut beisammen. Alte Krie jrunde war wieder einmal vollzählig beisammen. Alte Kriegskameraden zumeist.— Und so brauchte nur einer die Rede auf die Jahre gemeinsamen Erlebens bringen, und schon fanden sich alle bereit, mit dieser und jener Erinnerung ihr Teil zur allgemeinen Unterhaltung beizutragen. Draußen lag frisch gefallener Schnee, und eine eisige Kälte fegte durch die Straßen. Um so angenehmer empfand man die behagliche Wärme der Wirtsstube. Aus solcher Stimmung heraus kam jemand auf die Zeitungsnotiz zu sprechen, die dieser Tage, die Runde machte, wonach in eine polnische Ortschaft ein Rudel Wölfe hungriger Wölfe brach und ein Kind förmlich zerfleischte. Eine Stimme erhob sich, die leichte Zweifel in die Wahrheit dieser Meldung setzen wollte. Sie wurde jedoch vom allgemeinen Widerspruch schnell zugedeckt, bis der Finanzinspektor Greulich, der wohl die größte Erinnerungsbeute aus viereinhalb Kriegsjahren mit heimgebracht hatte, sich Gehör verschaffte. „Sie bezweifeln also, daß die Geschichte mit den Wölfen tatsächlich passiert sein könnte? ein Stückchen erzählen, das ich in Es war bald nach dem Friedensschluß von BrestLitowst, der im Winter 1917/18 bekanntlich den Prieg mit Rußland beendete. Da wir mit unseren Geschützen nichts Rechtes mehr anzufangen wußten, unsere Gespanne und Mannschaften aber irgendwie nutzbringend beschäftigt werden sollten, wurde mein Artillerie=Regiment in einzelne Kommandos auseinanderzogen und der deutschen Forstverwaltung zur Verfügung gestellt. Wir hatten also die Aufgabe, die schweren, zum Transport ins Innere Deutschland bestimmten Baumstämme mit unseren Gespannen unter Mithilfe russischer Zivilisten aus den Wäldern zu schleppen, heran an einen Nebenfluß der Weichsel, auf der sie dann, zu einem Floß vereinigt, nach der Heimat schwammen. Als Batterie=Wachtmeister war mir ein solches Kommando zugefallen, eine Arbeit, die ich von Herzen gern edem, gnperen an den Lich michlgsch ers Hhauptsache mit list als Sotdat, mußte ich mich in der Hauptsag mit den vor Hunger ausgemergelten und für die schwere Arbeit daher kaum zu gebrauchenden Russen herumschlagen. Das alles bei einer wahrhaft sibirischen Kälte, die uns den Hauch aus Mund und Nase sofort zu Eis gefrieren ließ. Dafür war unser Tagewerk auch schon um die zweite oder dritte Nachmittagsstunde so gut wie beendet. Um diese Zeit rückten meine Leute mit Pferden und stammen konnten. Zweifellos waren sie, von Hunger getrieben ihrer Witterung gefolgt, die ihnen warmes Pferdefleisch in rauhen Mengen verhieß. Mit einem Wutgeheul über die Enttäuschung waren sie dann wohl oder übel wieder abgezogen. Oha, sagte ich mir, da ist doppelte Vorsicht geboten. Und gab meinen Leuten entsprechende Befehle. Für mich selbst und meinen nächtlichen Gang, den ich deshalb keineswegs aufzugeben gedachte, wappnete ich mich mit dem entsicherten Dienstrevolver, der elektrischen Taschenlampe und— einer glührot brennenden Zigarre. Denn es war mir hinlänglich bekannt, daß Wölfe vor nichts schneller Reißaus nehmen als vor Feuer und Zunächst ereignete sich nichts, was mit der Wolfsgefahr in engere Beziehung zu bringen war. Nur, daß auf einmal jeder Baumstumpf und jedes knorrige Geäst die Gestalt dieses lichtscheuen Gesellen annahmen. Aber nur um so gieriger paffte ich drauf los, bis die Funken sprühten. Bisweilen schwenkte ich die Taschenlampe durch die Luft, aber mit der Rechten hielt ich stets krampfhaft den Griff der Pistole umklammert. Dabei hatte ich darauf zu achten, daß ich beim Anstieg die bewaldete Anhöhe hinauf in dem metertiefen Schnee nicht versackte und mir womöglich mein eigenes Grab schaufelte. Tröstlich leuchtete mir, wie stets, ein Licht schon von weitem aus dem Försterhaus entgegen, ich hielt rascher darauf zu und wagte erst richtig aufzuatmen, als ich mich in der Försterstube geborgen wußte. Schnutz. pernd und schweifwedelnd kam jedesmal auch der treue Wolfshund, verbei, um sich dann, während wir spielten und pokulierten, unbeweglich zu seines Herrn zu legen... 8 Es mochte in der zweiten oder dritten Nacht nach jener unheimlichen Entdeckung sein, daß mich— ich hatte auf dem Heimweg das Försterhaus längst im Rücken— ein unbestimmtes Angstgefühl veranlaßte, mich umzusehen. Vor Schreck entfiel mir mein Glimmstengel, und die Taschenlampe hatte ich heute richtig vergessen. Immerhin besaß ich die Geistesgegenwart, rasch meine Pistole zu ziehen und in die Richtung der funkelnden Augen eines zweifellos hinter mir herschleichenden Wolses zwei, drei Schüsse abzufeuern. Ich sah noch, wie das Tier getroffen hinschlug, und ergriff, als wäre eine ganze Meute von Rächern seines Todes mir dicht auf den Fersen, in wilden Sätzen die Flucht. Diese erste Begegnung mit dem leibhaftigen Schrecken war indessen nur ein Vorgeschmack von Schlimmerem, das in der Nacht darauf geschah. Als ich zur gewohnten Stunde wieder hinauf durch den Schnee stelzte, erblickte ich genau an der Stelle, wo ich gestern zum wohltätigen Mörder geworden war, gleich mehrere Exemplare jener gefährlichen Bestie: Ein Schuß blindlings in das Rudel hinein, und augenblicklich stob es auseinander. So konnte ich mich wenigstens davon überzeugen, daß der gestrige Schuß ein Volltreffer war. Bereits waren die Leichenfledderer an der Arbeit gewesen, dem toten gesellen die nahrhaftesten Stücke aus der Flanke zu Leider kam das traurige Ende erst nach. Sie ahnen rüßt wurde. Förster, der sich gar nicht denken konnte, wohin sich sein treuer Wächter verlaufen haben sollte,— dem Förster auf den Kopf zu die Wahrheit zu sagen, das brachte ich nicht übers Herz." Die Pirrl Gert Arends würde nie eine Frau bekommen. Ausgeschlossen! Eher würde das Wasser den Berg hinauffließen und die Katze das Mausen lassen, als daß wir es einmal erleben würden, bei Gerts Hochzeit als Trauzeugen zu fungieren. Und warum nicht? War er häßlich, war er arm stand er etwa in schlechtem Ruf? Oder hatte er sonst Eigenschaften, die einem hoffnungsvollen jungen Mann zum Nachteil gereichen Holzschlitten wieder ein, um sich für den Rest oes Tuges können? Nichts von allem. einer fast friedensmäßigen Beschaulichteit hinzugeben. Im Gegenteil, Gert war reich, sehr reich sogar, Am Abend war Stat und Schaftslopf Trumpf, oder es scholl Gesang zu den Klängen eines Schifferklaviers aus der gemeinsamen Unterkunft, nicht selten auch der beschwingte Dreivierteltakt eines Walzers, wenn uns der spärliche Flor der Dorfschönen die Ehre ihres Besuches gab. Ich selbst verbrachte manch lustigen Abend mit ihnen— eine Kneipe oder anderen Zeitvertreib gab es ohnehin nicht in dem gottverlassenen Nest mit seinen paar armseligen Bretterbuden. Einige Abwechslung verschaffte mir in der Folge das Zusammensein mit dem deutschen Forstverwalter, der, zwanzig Minuten vielleicht von uns entfernt, mitten im Walde— also beinahe märchenhaft— hauste. Zu ihm stapfte ich durch knietiefen Schnee in gemeinsames Spielchen zu machen und dabei die Güte einer Weinsorte, zum wenigsten aber diverse Schnäpse Daß es in unserer Gegend Wölfe gab war uns allen bekannt: auf Schlittenfahrten über Land, durch weithin unbesiedeltes Revier, hatten wir sie oft, wenn auch aus respektvoller Entfernung, in Rudeln beisammen gesehen. Daß sie aber uns und unseren Pferden ernstlich gefährlich werden könnten, hätten wir so leicht nicht für möglich gehalten. Eines Morgens jedoch entdeckten wir bis dicht an unsere Stallungen heran verdächtige Tierspuren im Schnee, die nur von Wölfen auch ohne die Millionen irgend eines sagenhaften Onkels, den er einmal zu beerben ausersehen war, außerdem war er ene interessante Erscheinung, sportgestählt, konnte er eine Gesellschaft derart unterhalten, daß sie aus dem Lachen nicht mehr herauskam, kurz und gut, nichts fehlte, um ihn jeder Frau begehrenswert erscheinen zu lassen. Was der Fall war, unverkennbar. Aber Gert würde Junggeselle bleiben müssen, jawohl, und wenn dem so war, dann hatte er einen triftigen Grund: Gert hatte einen Schwur getan, ein spleeniges Gelübde. „Seht“, sagte er zu uns,„ich halte die Frauen für aufdringlich, für anmaßend, füg, unzuperlässtg. Ihr könnt einem guten Freund darin Glauben scheuten. Ich beobachte an Kleinigkeiten, aber gerade an ihnen erkenne ich den wirklichen Charakter einer Frau. Ist es Euch schon mal begegnet“, fuhr er fort,„daß eine holde Maid, die Ihr um eine halbe Tasse Kaffee gebeten hattet, Euch wirklich eine halbe Tasse einschenktet? Ihr werdet mir zustimmen, daß es nicht so war. Und seht", dozierte er,„die Frau, die diese Bedingung erfüllt, ist die richtige; denn so zuverlässig, wie sie im kleinen ist, wird sie auch in großen Dingen sein!“ Wir machten uns zwar unsere eigenen Gedanken über Gert im allund seine Erkenntistheorie im besonderen, kaVon ktorst Sberkard der Einsicht, daß dieser Schwur ihn zu dauernder EheJedoch, mit des Geschikes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten, und das Unglück, Verzeihung Glück, Alle Gäste, die bei Masor von Külz geladen waren, stimmten darin überein, daß das Essen vorzüglich und der kredenzte Wein ein noch besserer war. Mancher hatte sich im Schweiße seines Angesichts, jedoch leider vergeblich, abgemüht, all' der kulinarischen Genüsse Herr zu werden, ehe die Tafel aufgehoben und die Gesellschaft sich in einzelne Gruppen auflöste, die sich teils dem Tanzvergnügen hingaben, teils an den Spieltisch setzten, oder aber wie wir sich in eine ruhige Ecke zurückzogen, um ungestört plaudern zu können. Der Hausherr der mittlerweile die Runde bei seinen Gästen gemacht hatte, setzte sich ebenfalls zu uns, und die Unterhaltung war mitten im schönsten Fluß, als plötzlich seine Tochter, ein frisches, fesches Mädel, eintrat und dem Vater leise etwas ins Ohr flüsterte. Der Major hatte seiner Tochter lächelnd zugehört und wandte sich alsdann an seine Gäste.„Meine lieben Freunde", sagte er,„ich stelle fest: der Mensch ist ein Gewohnheitstier: und wenn Sie es nicht wissen sollten, so stehe ich als lebendes Beispiel vor Ihnen. Ich habe nämlich die Angewohnheit, vor dem Schlafengehen noch eine Tasse Kaffee zu trinken. Das soll allerdings kein Wink mit dem Zaunpfahl sein“, meinte er lachend als er unsere verdutzten Gesichter sah,„ich möchte aber trotzdem nicht auf diesen, die Lebensgeister neu erweckenden Trank nicht verzichten. Lassen Sie sich drum durch diesen Seitensprung nicht in der Geselligkeit stören. Sollte hingegen einer meiner Gäste ebenfalls für einen Mokka zu gewinnen sein“, und diese ironische Anspielung auf den schon bei verschiedenen vorhandenen gesteigerten wird meine Tochter...“„Aber Papa“, fiel ihm diese ins Wort,„was redest du denn soviel? Sie alle trinken ein Täßchen, nicht wahr, meine Herren? Oder bekomme ich etwa einen Korb?" Dabei sah sie sich erwartungsvoll um und als sie überall nur erstaunte und verwunderte Blicke sah, sprudelte sie lachend heraus:„Ihr Schweigen nehme ich als Zustimmung!", und weg Eine herrliche Frau!“ gestand mir Gert leise.„Ob sie die Kaffeeprobe besteht?“ versetzte ich boshaft. Einer Antwort wurde er enthoben; denn Lisa von Külz trat im selben Augenblick wieder ein hatte im Nu den Tisch gedeckt und begann einzuschenken. Als Gert ihr die Tasse reichte, sah ich, wie ein leises Rot in ihre Wangen stieg und die Tasse leicht in ihrer Hand zitterte.„Halbvoll, wenn ich bitten darf!“ sagte Gert ruhig. Lisa nahm die Tasse, goß etwas lange ein reichte die Tasse zurück und... Ich traute meinen Augen nicht, wahrhaftigen Gott's, es war nicht zu verkennen, die Tasse war halbvoll, kein Tropfen darüber und keiner darunter. Klar, daß Gert von diesem Augenblick an nicht mehr von der Seite Lisa von Külz' wich. Ich stellte an diesem Abend mehrmals fest, daß sich die beiden oft und unnötig lange über den Rand ihrer Sektgläser in die Augen saben.„Burkar Las schan uack k. Wen nahm es da noch Wunder, daß schon nach kurzer Zeit die allen Bekannten und Verwandten angezeigte„Vermählung Lisa von Külz mit Gert Arends“ mit großem Pomp gefeiert wurde? Und als die Stimmung am fröhlichsten war, und das Brautpaar mancherlei rhetorische Ergüsse hatte über sich ergehen lassen müssen, stand Gert auf und begann seinen staunenden Hochzeitsgästen schmunzelnd von dem Wie und Warum seines bisher ach, so trostlosen Junggesellendaseins zu erzählen. Und, zu seiner jungen Frau gewandt, fuhr er fort:„Siehst du, Liebling, als du an jenem Abend vor mir standest, etwas verlegen, da wußte ich schon, daß du mich liebtest; als du aber auch die Probe bestandest, da war das geradezu ein Fingerzeig des Himmels für mich!“ Alles lachte. Wer hätte das auch von dem so vernünftigen Gert gedacht? Aber immerhin.. Als das Gelächter sich gelegt hatte, platzte plötzlich noch einmal einer heraus, und das war seine Frau selber, und sie lachte so schallend, so herzhaft, ja, sie wollte schier gar nicht mehr aufhören, daß sie alle verwundert ansahen. „Meine Gäste", brachte sie mit verräterisch zuckenden Mundwinkeln hervor,„die Geschichte ist nicht vollständig. Zwar war ich an jenem Abend“, und verliebt sah sie ihren Gatten an,„als ich vor dir stand, sehr verlegen. Aber“, und wieder schüttelte sie ein Lachen, „der Grund war ein anderer: denn in der Kanne war nur noch eine halbe Tasse Kaffee!" Der zärtliche Galle Herr und Frau Blumenbrett sind im Begriff, eine neue Köchin einzustellen. Während der Mann die Zeugnisse prüft, sagt die Dame des Hauses zur Kochin: „Wie kommt es denn, daß Sie auf keiner Stelle längere Zeit gewesen sind'“. 416 Mar „Ach, gnä' Frau, das ist ein eigenarriges wauor, erwiderte die Küchenfee,„überall wo i'dient hab', is die Gnädige'storb'!“ Darauf Herr Blumenbrett rasch einfallend: „Nimm sie, Hannchen!“ eusgiebig zahnglegend nechhaltig ertrischend von Werner Beumelburg sprengten die Torflügel auseinander, ehe die Wache alarmiert war. Die Kaiserlichen flohen nach allen Seiten davon, vergeblich versuchte der Fendrich Buchholtz ein paar Leute zu sammeln. Am schnellsten war der lange Korporal verschwunden. Die Franzosen rücken sofort durch die Stadt zum Weihertor. Inzwischen hatte der triersche Hauptmann Boudonville das Eindringen des Feindes vom Moseltor her erfahren und traf befehlsgemäß mit seinen fünfzig Mann den Rückzug nach der Burg an. Zu diesem Zweck mußte er aber durch einen Teil der Stadt, um zum Schottor zu gelangen. Unterwegs begegneten ihm die Franzosen. Nach kurzem Gefecht wurden die TrierCopyright: L. Staackmann, Verlag, Leipzig, 1933 17) Der Lange stand da als ein Hohn auf Gottes.e## Schöpfungswerk Wenzel begann drinnen zu erkennen, schen allesamt gefangengenommen. daß noch lebte und betete nas Danrgebet des aus! In der Zeit von einer knappen halben Stunde war Wenger, behr., Piginen zu erlennen, er Noch kevte und betete das Dankgebet des aus großer bcot erlösten Gerechten für die Sonntage und besonders die hohen christlichen Feste. Draußen aus der Dunkelheit kam es zum drittenmal laut, langgezogen und kläglich:„Muuuh!“ Ge die ganze Stadt in die Hand der Angreifer gesauen, die Bürger hatten zum größten Teil gar nichts davon gemerkt. Eine weitere halbe Stunde später hatten die Franzosen alle Wachen, Magazine und öffentlichen Gebäude besetzt. Ihre Posten schritten durch die Stadt wie vor einer Stunde noch die Trierschen und Kaiserlichen. Die aufwachenden Bürger rieben sich die Augen, als sie die veränderten Uniformen sahen und die andere Sprache vernahmen. Der einzige Tote des nächtlichen Kampfes, ein Trierer, der beim Rückzug über den Marktplatz eine Serpetinelkugel in die Brust empfangen, war schon beiseite geschafft worden. Besondere Geistesgegenwart verriet bei dem Ueberfall am Gegensatz zu seinem Verhalten am Abend der Mousquetier Wenzel Tobias Quark aus Pirna in Sachsen. Die Franzosen zogen ihn bei der Durchsuchung der Häuser in der Umgebung des Moseltors aus einem Bett, in das er sich mangels einer besseren Gelegenheit retieriert hatte. Seine Waffen und seine Uniform hatte er schon vorher auf der Straße fortgeworfen. Wenzel tat, als erwache er eben aus tiefstem Schlummer und rieb sich erstaunt die Augen. Dann bezeugte er seine große Freude über den unerwarteten Besuch, versicherte, er sei der Bürgermeister dieser Stadt, und bedankte sich bei den Erschienenen in aller Form, daß sie die Stadt von dem Druck der Trierschen Besatzung befreit hätten. Die Franzosen vernahmen das nicht ungern und waren geneigt, unserm Freunde mit einigem Vorbehalten Glauben zu schenken. Wenzei versprach, er werde sich beeilen und ihnen auch die übrigen Tore öffnen lassen. Das gefiel den Franzosen ganz ungemein, sie waren aber dafür, daß sie Wenzel begeeiten wollten, das konnte er kaum ablehnen, wenn er höflich sein wollte... großer Uehestand glAlsbald ergab sich ein gloßer Aebelstand, als Wenzel seine Hosen suchte. Weit und breit war nichts von den Kleidern des Hernn Bürgermeisters zu entdecken. Mit starken Worten entrüstete sich das städtische Oberhaupt über die schlechten Sitten der kaiserlichen Truppen, die ihm ohne Zweifel vor ihrem Abzug die Die Nacht verlief still und ohne weitere Angriffe des feindes. Schon verbreitete sich unter den Soldaten das Terücht, der Hauptmann Wurmbrand habe von Seiner Eminenz lediglich den Auftrag erhatten, die Wachsamkeit der Besatzung auf die Probe zu stellen, es handle sich um einen blinden Alarm. Gegen vier Uhr morgens aber krachten, diesmal am Weihertor, aufs neue Schüsse. Die Bürger, die sich endlich zum Schlaf niedergelegt hatten, fuhren erschreckt aus den Federn und in die Hosen. Wieder vernahm man das eilige Laufen der Soldaten durch die Straßen. Wessen Laternen ausgegangen waren, der zündete schleunigst neue an, damit er der Strafe entging. Nach einer halben Stunde trat einigermaßen Ruhe ein. Es hieß, der Hauptmann Boudonville, der die große Wache am Weihertor befehligte, habe einen Angriff der Franzosen abgeschlagen. Aber niemand wollte das richtig glauben. Kaum hatte die Schießerei am Weihertor nachKrlassen, als aufs neue der Lärm am Moseltor begann. hörte ein Dutzend Mousquetenschüsse, dann trat ebenso schnell wieder Stille ein. Diese Stille dauerte nur eine Minute, dann vernahm man einen dumpfen lauten Schlag. Dem Schlag folgte ein wildes Geschrei, aber man konnte nichts verstehen. Soldaten stürmten aus der Richtung des Moseltors nach dem Marktplatz und von dort hinauf gegen die Festung, Signale wurden geblasen, auf der Burg erschienen große Fackeln. Im Schein der von den Bürgern vor die Häuser gehängten Laternen begegneten sich in der Moselstraße zwei Trupps von Soldaten. Fragen wurden hinüber und herrüber geworfen, da bemerkten sie auf einmal, daß die einen Franzosen, die andern Kaiserliche waren. Sie stoben auseinander hinter die Häuserecken. Mousquetenschüsse knallten mitten in der Stadt. Die Frandosen mit Leiten durch den Graben, brangen von dersbestanden ober bgenz, sea hesie, Hrige Wersek seizise Brustwehr ins Innere der Stadt hinab, eilten von notfalls auch im Ieme#rgeetten musse. Wenzer stuso. beiden Seiten zum Tor, legten eine Petarde an und und fügte sich. Am Schottor angekommen, fanden sie das Tor bereits geöffnet, die Wache war aufs Schloß geflohen. Nun machten die Franzosen den Herrn Burgermeister darauf aufmerksam, daß sie ihn zu ihrem Kommandanten, dem Herrn Chevalier de Belle=Isle, führen würden. Wenzel wurde es blümerant zumute, aber er hielt sich mit dem Mute der Verzweiflung aufrecht. Durch Gebärden gab er zu verstehen, daß er doch unmöglich in diesem genierlichen Zustande vor die Augen des Herrn Chevalier treten könne, nein, das ging doch nun wirklich nicht, aber sehen Sie, meine Herren, der Zufall will es, daß in diesem Hause dort meine verehrte Schwiegermutter wohnt, eine vorzügliche Frau, kann ich Ihnen sagen, sie war in ihrer Jugend in Paris und wurde dort in einem Kloster erzogen. Ich will nur eben hinauflaufen und mir einen Anzug meines leider Gottes allzu früh verstorbenen Schwiegervaters geben lassen, entschuldigen mich die Herren eine einzige Minute. Die Franzosen zwinkerten sich gegenseitig mit den Augen zu. Wenzel trat der Schweiß auf die Stirn. Schließlich kamen sie seinem berechtigten Verlangen nach, gaben ihm aber einen Mann zur Begleitung mit. Wenzel führte den Soldaten vor ein gewisses Oertchen und machte ihm klar, er habe sich, des nächtlichen „Wenzel“, schrie die Alte,„itzo kommen sie... wir sind perduto!“ Zweig in der Hand schwingend wie eine Fahne. „Kaspar!“ rief da der Wenzel flehend und die Tränen rannen ihm über die Backen,„so laß mir doch wenigstens einen Unterrock... ich kann doch nicht so aufs Schloß kommen!" Aber die Alte da vorn, die rannte, als habe der Teufel sin in die Hacken gebissen. * Man wird sich denken können, daß sich der Hauptmann Wurmbrand nicht gerade in rosiger Laune befand. Mit Mühe und Not war die Retirade der Truppen auf die Burg gelungen, um zehn Uhr morgens waren bis auf Hauptmann Boudonville und seine fünfzig Mann alles oben angelangt, wenn auch ein Teil der Leute Waffen und Ausrüstung verloren hatte. Etwa um sieben Uhr morgens konnte man oben von der Burg herab beobachten, wie drüben auf dem andern Moselufer ahnungslos bei schönstem Wetter und Morgensonnenschein das Detachement Wurmbrand aus Koblenz anrückte. Die Fähnlein wippten heiter im Winde, die Trommeln schlugen, es war eine Lust und eine Freude, wie sio dort ankamen mit ihrem gesamten Troß. Der Hauptmann sah es von oben und wurde vor Wut dunkelrot bis unter die Haarspitzen. Er ließ fahnen hissen, um seine Leute zu warnen, aber die kaiserlichen unten im Tal antworteten fröhlich mit ihren Wimpeln und stimmten Marschlieder an, die hell zsmorgen erklangen. Da ließ der Haupt.0 V.. iu so reichen Tag in die Tiefe d(sösen, das Echo schwang sich mächtig gegen, die. Die im Tal, von sorcher Begrüßung aufs herzlichste angetan, schwenkten die Hüte und die Wimpel in freudiger Begeisterung. Da biß sich der Hauptmann fast die Oberlippe durch und schwoll vor Wut an wie ein Frosch. Er nahm einen riesigen Blechtrichter, stieg auf den höchsten Turm der Burg und schrie aus Leibeskräften über die Mosel hinüber zu seiner fröhlichen Schar:„Kehrt marsch, ihr Leut! Alles ischt voll Franzose, seht ihr dann net, daß mir belagert sind? Macht euere Auge auf... marsch, ab nach Koblenz mit euch!“ Spazierengehens im Hemde leider ungewohnt, offenbar erkältet und müsse eben einmal... du verstehst? Der Soldat nickte Gewährung und postierte sich vor die Tür. Wenzel schob von innen den Riegel vor und begann ein schreckliches Stöhnen, was auf einen schlimmen Zustand seiner Verdauung schließen ließ, wobei er, das sei zu seiner Ehre gesagt, nicht einmal log. Nachdem er sich erleichtert, riß er sein Hemd auseinander und drehte daraus einen Strick, den er am Fensterkreuz seine befestigte. Einen Momang, rief er dem Soldaten zu, dann zwängte er stöhnend seine Leiblichkeit durch das enge Fensterchen und sank ächzend zum zweitenmal für diesen an Ereignissen so teichen Tag in die Tiese des Stadtgrabens..eund Splitterfasernaa retirierte unser Freund gegen die irg. Unterwegs— einzelne französische Patrouillen machten sich schon auf dem Hang bemerkbar, der frühe Morgen erleuchtete das Gelände— traf er zu seinem Entsetzen auf eine Frau, die ebenfalls zur Burg hinaufkeuchte, eine hagere Alte, die mit mächtigen Sätzen den Hang hinaufsprang. Wenzel vergaß einen Augenblick lang die Franzosen und retierierte vor dem Weibsbild hinter einen Busch. Aber o Schreck, sie folgte ihm in seine Deckung., Kast2t, Menss und u. „Nichts für ungut...“ storterte Wenzei und bedeckte wie weiland Odysseus vor der schönen Nausikaa seine Blöße mit einem Zweig. Die Alte starrte ihn an. „Va in malora...“ rief sie,„daz ist ja der Wenzel! Zappriste, ist daz eine Freude, daz sie dir nit erschossen haben. Itzo, ik sagen dir... zehn Franzos haben ik getötet. Kommt so ein Ries' auf mich zu, springt er dir, springt er mir, springt er mir oder springt er dir... potverdorie, springt er mich an den Halz, nehmen ik mein Mezzer, glaubst du oder glaubst du nit...“ Fiel da ein Serpentinelschuß von unten herauf, eine Kehlen gesungen. Kugel zischte in den Boden, zehn Meter zur Seite. schscse ens scic ie boece e machte. Die Infanterie setzte sich an das andere Ende der Kolonne, dann ging es kehrt marsch in der Richtung, aus der sie gekommen. Dann kamen die Fähnlein wieder zum Vorschein und wippten fröhlich im Morgenwind. Dann erklangen, in der Ferne mählich verhallend, aufs neue heitere Marschlieder, aus vollen (Fortsetzung folgt) ü ** 40 * 1 Seite 10 Nr. 59„ Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 10. März 1936 Tuenen und Sport Jabilauhi Renarterkbenlmald Das 10. Weitfalen-Turnier des Reichsverbandes— 1000 Nennungen aus der Elite der deutschen Turnierrcitcrei In den Tagen vom 10. bis 15. März steht Dortmund wieder im Zeichen großer reitsportlicher Ereignisse. Zum zehnten Male veranstaltet der„Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Warmblutes“ in der Westfalenhalle ein großes Reit=, Spring= und Fahrturnier, dem in Anbetracht der Olympiade erhöhte Bedeutung zukommt. Das„Westfalenturnier“ ist eine der wenigen Veranstaltungen, die sich im Laufe der zehn Jahre im Jahresprogramm der Westfalenhalle behaupten konnten. Gern ist der Reichsverband in allen Jahren nach Dortmund gekommen, denn hier konnte er stets mit einer treuen Turniergemeinde rechnen. Aber auch bei den deutschen Turnierställen gehört das Großturnier zum festen Bestandteil ihres Jahresprogramms, und so war es nicht anders zu erwarten, daß das Nennungsergebnis für die diesjahrige Veranstaltung sehr stark ausgefallen ist, so daß die Veranstalter in die Lage versetzt wurden, einen Turniertag zuzulegen. 1000 Unterschriften wurden für die 24 ausgeschriebenen Wettbewerbe abgegeben. 300 Pferde werden in den verschiedensten Prüfungen starten, und man darf gewiß sein, daß es zu spannenden Kämpfen kommt, denn das in Dortmund an den Start gehende Pferdematerial ist durchweg hocherprobt. Von den vielen Turnierställen seien einige besonders hervorgehoben. Mit einem Aufgebot von 64 Pferden beteiligt sich die Kavallerieschule Hannover, die Pferde des Springstalles, des Vielseitigkeitsstalles, des Schulund Fahrstalles herausbringen wird. Aus Berlin kommen die bekannten Ställe Broege, Bürkner, Spillner, Wätjen und der so erfolgreiche Stall Staek=Franke. In vielen Prüfungen wird auch der Stall Georgen eine wichtige Rolle spielen; es ist der Stall, für den einmal der unvergeßliche Axel Holst so erfolgreich reiten konnte. Lange(München), SS.=Sturmhauptführer Fegelein sind in Dortmund ebenso zur Stelle wie Frl. Georgius, deren Sieg im Sb=Springen um den Frhr.= von=Langen=Erinnerungspreis beim Berliner Turnier noch in aller Erinnerung sein dürfte. Diesem Aufgebot auswärtiger Ställe tritt eine ganze Reihe westdeutscher Turnierställe entgegen, so der Stall des SS.=Untersturmführers Andreas(Hagen), dessen Pferde vor allem in den Dressurprüfungen eine wichtige Rolle spielen werden. Aus Köln kommen die Ställe Wolff und Lindgens, aus Essen die Ställe Meermann, Küppers, Heckmann und Pfordte, aus Duisburg der Stall Spillner, aus Düsseldorf die Ställe Kordes und Rumstich. Groß wird auch die Beteiligung des Reiterregiments 15 sein, das in fast allen Prüfungen vertreten sein wird. Nicht zu vergessen den Stall Hellmann Mülheim, der stets sehr gute Pferde in den Jagdspringen startet. Das Programm bietet insgesamt 24 Konkurrenzen, für die 25000 RM. an Geldpreisen zur Verfügung stehen, zu denen noch viele Ehrenpreise und Züchterpreise gegeben werden. An allen Tagen wird man ein Turnierprogramm erleben, das sich in bunter Reihenfolge abrollt. Eine Materialsprüfung, in der alle deutschen Warmblutzuchten herausgestellt werden, wurde in leichte und schwere Pferde unterteilt.e Eine erfreuliche Tatsache ist es, feststellen zu können, daß auch die Dressurprüfungen, denen im OlympiaJahr besondere Bedeutung zukommt, durchweg gut und stark besetzt sind. In einer=Dressur für 5jährige und ältere inländische Pferde, die noch nicht mehr als 500 Mark gewonnen haben, reiten in der Abteilung A Amateure, die noch keine Dressurprüfung Klasse M oder S gewonnen haben, während die Abteilung B offen ist für alle Reiter und Reiterinnen. Die Dressurprüfung Klasse M hat sogar eine Dreiteilung erfahren und ist offen für 6jährige und ältere Pferde. Von besonderer Bedeutung ist die Olympiade= Dressurprüfung, für die das Olympiade=Komitee wertvolle Preise gegeben hat und in der Amateure zugelassen sind, die für die Olympischen Reiterspiele in Aussicht genommen sind. C. H. Andreas nannte seine beiden Pferde„Indra" und„Bajazzo“, auf„Carcalla" und „Lausbub“ wird Prinz Christoph von Hessen im Sattel sein,„Burgdorff" wird von Rittmeister von Schlelila geritten; die Pferde des Stalles Westen(Draufgänger, Hammer und Packard) reiten Oberstleutnant Linkenbach bzw. Sturmhauptführer Fegelein, der Sieger im Dressurwettkampf von Berlin,„Gimpel“ erscheint unter Rittmeister von Oppeln=Bronikowski, während Oberleutnant Pollay mit„Emir" teilnimmt, wie schon im vorigen Jahr, so wird auch beim diesjährigen Turnier der Dressurwettkampf, die„Kür", das Kabinettstück des ganzen Turniers darstellen. In dieser Preisbewerbung sind nur die an 1. bis 3. Stelle Placierten der M- und =Dressur teilnahmeberechtigt. Jeder Reiter muß ein von ihm selbst aufgestelltes Programm innerhalb von 5 Minuten vor dem Publikum vorreiten. Dem Fahrsport. dem in Dortmund immer ein großes Betätigungsfeld eingeräumt wurde, sind nicht weniger als sechs Prüfungen reserviert. Man wird die Gespanne unserer besten und bekanntesten Fahrställe bewundern können, die im Besitze hochwertigen Pferdematerials sind.„ 85.284,#, Gi,feitigkeits. Von großem Interesse dürfte die Vielseitigkeitsprüfung für Reit= und Wagenpferde sein, die das Pferd in seiner vielseitigen Verwendung zeigt. 14 Nennungen sind dafür abgegeben worden, unter ihnen Orfe, Thronfolger, Columbus, Donar, Kurprinz und Feckernelke. Unsere SA.= und SS.=Reiter hat man in dem umfangreichen Programm nicht vergessen, und bei dem Können, das sie auf vielen Turnieren bewiesen haben, sind auch dieso Prüfungen von besenderer Bodontung. ganz um und durch Bochum bewegten. Besonderen Widerhall hat aber diese Veranstaltung bei dem Sieger des im Herbst in Dortmund durchgeführten Viktor=Lutze=Gepäckmarsches gefunden. Mit mehreren Mannschaften geht das SA.= Hilfswerklager Hattingen am 15. 3. in Bochum an den Start. Mit Rücksicht darauf, daß sich diese Mannschaften ohne Ausnahme aus geübten Marschierern zusammensetzen, werden sich in dieser Klasse besonders spannende Kämpfe entfesseln. Für die Sieger der einzelnen Klassen hat der Bochumer Polizei=SV. als Veranstalter schöne Auszeichnungen beschafft, um die es sich wirklich lohnt, bestes Können an den Tag zu legen. Es handelt sich dabei um die im Durchmesser zirka 15 Zentimeter große Reichsplakette zur Werbung für die Olympischen Spiele, einen recht geschmackvollen Eisenkunstguß. Während die Vorderseite als Untergrund das Hakenkreuz und den Träger des olympischen Banners zeigt, ziert die Rückseite das Wappen des Reichsbundes für Leibesübungen. PArder-Nafe gellälten!.. 8 ..-Muthherr Ein interessanter Moment aus dem spannenden Vorentscheidungsspiel um die Gruppenmeisterschaft in der Bochumer Bezirksliga zwischen Witten 92 und Preußen Bochum. Wittens Torwart hat einen Schuß buchstäblich mit der Nase gehalten. Rechts der schußgewaltige Bochumer Halbstürmer Kalfelder, neben ihm Bochums Mittelstürmer Glatz. ferlen Hoeh Vor dem Meilterschaftsabschluß in Deutschlands Fußzballgauen das sie auf vielen Turnieren bewiesen hal sind auch diese Prüfungen von besonderer Bedeutung. Sie starten ihr Material in einer Eignungsprüfung für Reitpferde Kl. A, in einem Jagdspringen Kl.., in inem Vatrouillen=Syringen und in einar Riolseitigkeitseinem Parrouiuen=Springen und in einer Vielseitigkeitsprüfung, die aus einer Dressurprüfung Kl. A. einem Jagdspringen Kl. A und aus einer Reiterprüfung zuIn den deutschen Fußball=Gauen wurde die Meisterschaft erneut ein gutes Stück ihrem Ende nähergebracht. Zu den bis zum Vorsonntag ermittelten acht Gaumeistern gesellte sich der Deutsche Pokalmeister 1. FC. Nürnberg als Meister des Gaues Bayern. Es stehen also nur noch die Meister von Ostpreußen, Pommern, Brandenburg, Niedersachsen, Mittelrhein, Südwest und Baden aus. K.. 46 In Ostpreußen stieg der erste Entscheidungskampf der beiden Abteilungssieger, den Hindenburg Allanstein in Königsberg gegen Prussia Samland mit:0(:0) gewann. Die Allensteiner benötigen also aus dem Rückspiel nur noch einen Punkt, der ihnen auf eigenem Gelände zufallen müßte.— Das erste Entscheidungsspiel in Pommern zwischen Stettiner SC. und Viktoria Stolp ging:2(:1) unentschieden aus. Aber auch Stolp hat in der zweiten Begegnung den Platzvorteil, der zum Siege führen sollte Mit Hindenburg Allenstein und Viktoria Stolp würden auch die Favoriten beider Gaue zu Meisterehren kommen.— In Brandenburg verscherzte sich Hertha=BSC. die Meisterschaft durch die:=Heimniederlage gegen den Abstiegskandidaten Nowawes 03, der durch diesen Erfolg beste Aussichten auf den Verbleib in der Gauliga hat. Minerva schlug Wacker mit:1 und steht nun an der Spitze. Dennoch ist der Meistertitel der Minerva noch nicht sicher, da der BSV. 92 im Falle eines Sieges über Viktoria 89 auf gleiche Punktzahl kommen kann und dann das bessere Torverhältnis aufweisen wird.— In Schlesien siegte der Meister Vorwärts=Rasensport Gleiwitz über Breslau 06 nur knapp mit:1. Die Abstiegsfrage ist vorläufig noch nicht entschieden nur für den VfB. Breslau besteht kaum noch Hoffnung auf den Verbleib.— Auch in Sachsen feierte der Gaumeister Polizei Chemnitz über Wacker Leipzig mit:2 einen neuen Erfolg. Als Abstiegskandidat steht bisher nur Dresdensia Dresden fest.— Im Gau Mitte beschloß der Meister 1. SV. Jena die Punktekämpfe mit einem:=Erfolg in Halle über Wacker. Die Hallenser sind dadurch in großer Abstiegsgefahr ebenso der SC. Erfurt, der gegen die Sportfreunde Halle mit:2 unterlag— Nardmark hat der Tabellenführer und Meister TSV. Eimsbüttel ebenfalls die Meisterschaft abgeschlossen. Altona 93 wurde mit:1 bezwungen und so hat EimsWeltmeistcrehrung in Berlin Scherl-Bilderdienst Im Berliner Sportpalast wurden am Samstag abend dem Olympia= und Weltmeisterschaftssiegerpaar Maxie Herber und Ernst Baier, große Ehrungen zuteil. Unser Bild zeigt die blumengeschmückten Olympiasieger. Fußball-Nachleie Sp. u. Sp. Gerthe— Rasensport Wanne:0(:). Mit dem knappsten aller Ergebnisse beendigten die Gerther Spiel=und=Sportler siegreich die Meisterschaftsserie, wodurch ihnen der zweite Tabellenplatz und damit der Aufstieg zur ersten Kreisklasse nicht mehr zu nehmen ist. Die an drittletzter Stelle rangierenden Wanner Rasensportler leisteten dem Gastgeber überaus harten Widerstand und waren diesem im großen ganzen durchaus gleichwertig. Der Kampf wurde schon im ersten Abschnitt nach 30 Spielminuten entschieden, als Gerthes Halbrechter Adamczak das einzige Tor des Tages trat. Die Wanner ließen aber nicht locker und versuchten immer wieder, den Vorsprung aufzuholen, ihre Versuche scheiterten aber an der vorzüglichen Arbeit des Gerther Hüters und des linken Verteidigers. büttel in 18 Spielen nur zwei Minuspunkte durch ein Verlustspiel hinnehmen müssen. Union Altona und Hansa Hamburg werden vermutlich den Gang in die Bezirksklasse antreten müssen.— Werder Bremen benötigte im Gau Niedersachsen aus dem letzten Spiel in Braunschweig nur noch einen Punkt zur Meisterschaft. Da die Eintracht jedoch mit:2 die Oberhand behielt, ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Hannover 96 hat noch ein Spiel ausstehen. Sollte dieses gewonnen werden, wird der Titelverteidiger die gleiche Punktzahl wie Werder, aber voraussichtlich das bessere Torverhältnis aufweisen. Absteigen müssen der VfL. Osnabrück und Komet Bremen.— In Nordhessen, wo Hanau 93 wieder die Meisterschaft errungen hat, gab es nur ein Punktespiel, das der Kasseler Spielverein gegen Germania Fulda mit:0 gewann. Die Kasseler haben sich dadurch den Verbleib in der Gauliga gesichert, während Kurhessen Kassel und SV. Bad Nauheim zum Abstieg verdonnert sind.— Eine Vorentscheidung fiel im Gau Südwest, denn der FK. Pirmasens bezwang Wormatia Worms mit:1, so daß die Entscheidung nur noch zwischen Pirmasens und der mit einem Verlustpunkt mehr belasteten Frankfurter Eintracht liegt.— Auch in Baden fiel die Vorentscheidung, und zwar zugunsten des Waldhof, der den Tabellenführer 1. FC. Pforzheim mit :0 hereinlegte und nun um einen Punkt günstiger rangiert. Da hier aber die beiden Spitzenreiter noch zwei und drei Spiele auszutragen haben, wird die Meisterermittlung noch etwas auf sich warten lassen. Während im Gau Südwest Opel Rüsselsheim und Phönix Ludwigshafen endgültig verloren sind, weist der Gau Baden Phönix Karlsruhe und VfB. Mühlburg als „aussichtsreiche". Abstiegskandidaten auf.— In Württemberg ist alles entschieden. Kickers Stuttgart sind Meister, während der Ulmer FV. 94 und der SV. Feuerbach den bitteren Weg in die Bezirksklasse antreten müssen.— Als alter und neuer Gaumeister von Bayern stellt sich der 1. FC. Nürnberg vor, der den einen Punkt, der ihm noch an der Sicherstellung Meistertitels fehlte, in München gegen die„Löwen“ durch ein:0 erzielte. Fürth befestigte den zweiten Platz durch einen überzeugenden:=Erfolg über die Münchener Bayern. Absteigen müssen der FC. München und der 1. FC. Bayreuth. Hagen=Eppenhausen— Rasensport Bochum:2 Einen hübschen Erfolg verbuchten die Bochumer Rasensportler in einer Privatbegegnung mit dem Tabellenführer der Hagener zweiten Kreisklasse. Nach spannendem und wechselvollem Kampf siegten die Bochumer mit :0. Vielen Dank für die freundlichen Kartengrüße. Fußballehrer Herberger im Kreis Bochum Zur Förderung talentierter Nachwuchsspieler im Kreis Bochum findet in dieser Woche ein Lehrgang statt, der am Montag nachmittag auf dem Preußenplatz in Wanne=Eickel eröffnet wurde. Etwa 30 Nachwuchsspieler aus dem Kreise Bochum hatten sich eingefunden, die unter Leitung des Fußballehrers Herberger theoretische und praktische Belehrungen erhielten. Die Jungen waren mit Feuereifer bei der Sache und bemühten sich fleißig, aus dem wohldurchdachten Training Erfahrungen und Belehrungen zu gewinnen. An jedem Nachmittag dieser Woche wird das Training fortgesetzt. Das prächtige Frühlingswetter am gestrigen Montag nachmittag sorgte für einen guten Auftakt. Ungarn mit Dr. Saroli Die Fußball=Nationalmannschaft gegen Deutschland. Für den Fußball=Länderkampf Ungarn— Deutschland am kommenden Sonntag in Budapest hat der ungarische Verbandskapitän Dietz nunmehr die Elf zusammengestellt, die in der Hauptsache auf HunaariaSpielern aufgebaut ist. Hungaria ist nach den Frühjahrsspielen der Verein mit der augenblicklich besten Form. Der Mittelstürmer Dr. Sarosi wurde aufgestellt, obwohl er zur Zeit noch unter einer Fußverletzung leidet. Die Ungarn treten voraussichtlich wie (Hungaria); Vago(Bocskai), Biro(Hungaria); Sebes, Turai, Dudas(sämtlich Hungaria); Cseh ll, Kartos(Hungaria), Dr. Sarosi, Toldi(Ferenevaros), Titkos(Hungaria).„.##r Eisuen SesatErsatzleute sind: Vagi(Tor), von Kispest, Fekete und Szatanesik von Budai Elf. SA.=Scharführer„Menke ling, SA.=Trupgführer, eier SA.=Re pführer Henschel, SA.=Truppführer Mortenführer Hötter, SA.=Reiter Keller Stegmeier, und andere.„ 4622 Die allabendlich gestarteten Jagdspringen, die einen großen Teil im Programm belegen, werden, zumal sie noch mit Totalisator gesprungen werden, ihren besonderen Reiz auf das Publikum ausüben. Fast alle deutschen Springpferde werden am Start erscheinen, u. a. Bosko, Großfürst, Preisliste, Barbara, Puffer, Vera, Burgfriedchen, Trixi, Derby, Elsa, Scheik, Nelke, Nora III, Jäger, Bianka, Olifant, Der Mohr, Fanfare, Pente General 111 Pordland und Egly, Hermelin, Lunre, General III, Nordland und Auf ihnen reiten unsere besten Reiter, die ausnahmslos zur Stelle sind. Das Springprogramm umfaßt sechs Konkurrenzen und setzt sich zusammen aus einem Zeitzur Stelle sind. Das Springprogramm umfaßt Konturrenzen und setzt sich zusammen aus einem Zeirspringen, einem Jagdspringen Kl. M, einem AmazonenJagdspringen, je einem Jagdspringen der Klasse Sa und Sb. sowie einem=Springen für SA. und SS.= ingen, je einem Jagdspringen und So, sowie einem Apringen für Sa. und Se.. Reiter. Wie in den Vorjahren, so steht auch in diesem Jahr im Mittelpunkt des Turniers eine große. Schaunummer, betitelt„Waffenklang und Freiheitssang“, die durch ihre Massenszenen allabendlich eine eindrucksvolle Wirkung erzielen wird. Th. Kahlert. Kürz vor-Poresieinul, Ausgezeichnetes Meldeergebnis Hochbetrieb beim 25=Kilometer=Gepäckmarsch und 25=Kilometer=Gehen Die erste diesjährige Veranstaltung des Fachamtes für Leichtathletik am kommenden Sonntag hat schon heute ein sehr gutes Nennungsergebnis aufzuweisen. Dies ist um so erfreulicher, als sich der Gepäckmarsch und das Gehen bei der 25 Kilometer langen Strecke so ziemlich A — Westfälische Gaumeisterschaften im Ringen Am Sonntag wurden im Gau Westfalen die Einzelmeisterschaften der Ringer im Bantam= und Federgewicht in Herne bzw. Gütersloh begonnen. In Herne stellten sich nur fünf Ringer, dagegen waren in Gütersloh zwölf Federgewichtler vertreten. Schönlebend(Roland Dortmund) bzw. Wendemuth(Kirchlinde) waren die neuen Gaumeister. Seiderer Trainer bei BfB. Stuttgart. Loni Seiderer, der frühere Mittelstürmer der Spyg. Fürth und vielfache Nationalspieler, wurde vom RfRh Stuittgart vom 1 Auri' an als Trainar verpflichVfB. Stuttgart vom 1. April an als Trainer verpflich tet. Der vorjährige Endspiel=Finalist hatte sich zuerst um Hochgesang bemüht, der aber das Angebot ablehnen mußte, da er vertraglich nach Düsseldorf verpflichtet ist. rettete sich Tus. Bochum vor dem Abstieg aus der Gauliga durch einen:=Sieg gegen Westfalia Herne. Der Türschließer" wartet noch auf Preußen Münster oder Erle 08(sofer rettete sich Tus. Bochum vor dem Abstieg aus der Gauliga durch falia Herne. Der„Turschließer“ wartet noch auf Preußen Münster oder Erle 08(sofern nicht Sppa. Herten gegen Schalke und den Spielverein Höntrop mit Rekordergebnissen verliert) dann wird der Eingang zur westfälischen Gauliga verschlossen und bis zum Beginn der neuen Saison geöffnet, die in der Aufstiegsrunde der Bezirksligawird der Eingang zur westfälischen Gauliga verschossen und bis zum Beginn der nezei nur noch für die beiden Aufstiegskandidaten geöffnet, die in der Aufstiegsrunde der Bezirksliga: lieger ermittelt werden.(Ob auch in diesem Jahre wieder ein Bochumer Verein im Rennen liegt?) Enghien, 9. März 1. Rennen: 1. Intérim(Driancourt). 2. Kolossal, 3. Recoure. Toto: Sieg 14, Platz 11, 16., Ferner:#kpapresie 2. Rennen: 1. Ange Pitou(Lock), 2. Dolce, 3. Toto: Sieg 31, Platz 18, 25. Ferner: Ferdinand, Parmelan, . Nennen: 1. Gold Rusp(Derzen), 2 Sehiente Tnt. 3. Namouna. Toto: Sieg 72, Platz 16, 11. Ferner: Ta tivv. Canadienne.„# 780c. Sinn an 3. 9e 4. Rennen: 1. Minnehaha(Lock), 2. Fire Off. Miramolin. Toto: Sieg 48. Platz 24, 25. Ferner: Heriyl, 5. Rennen: 1. Montaudin(Cames), 2. Lickety 3. Cl. de Hilde. Toto: Sieg 36, Platz 17, 19. Ferner: Sa mon de Loire, Bontfacio, Gwonland.„" gase Keine, 6. Rennen: 1. Comilon(Bonaventure), 2. Wlr., Rei 3. Beau Luron. Toto: Sieg 25. Platz 20, 24. Ferner: Bagatelle, Miß Fiterari, Toi ei Moi, Priorira. Unsere Voraussagen: Compisane, 19. Bihr,, gennen: 1. Rennen: Short Reign— Kanturk. 2. Porallse— Print Latin. 3. Rennen: Bilbao IV— Amali C. Rennen:'as=tu vu— Millemont. Seite 11 Nr. Das Erge Die Tagesberi Erwartungen auf sich erfüllt haben. gebnis der jetzt! sahrsmggsise, riächt starte Beteiligung Betrieb sowie der Nach vorsichtiger etwa 10 Proz messe 1935 gewese Angaben der aus zent mengenmäf vordeg:, Das in recht befriedigt. vor allem Neuhe zeigt, weniger fü wickelte sich auf von vornherein n Dagegen hat sick wieder fühlbar Davon abgese ländische Be mäßigen Besuche landsfigmen ein ziger Messe fern Ländern bestehen haben zum Teil So ist beispielsn zeugnisse, wie P. satzfeld für deuts als Auswirkung nicht der gleiche auf der Messe al scheidenen Auftr Auswirkung des Nordameri. fen; das fruher fürlich noch san der treue Messe beachtenswegte. ders solche Artil dustrig hat. Ju Auch der äbig, und, zwar nehmlich Ungar verschiedene Kär Gegenstände su entsprechen; all nicht. Von Au leute eingefund folge der Unkla gen. Vielfach d zunächst um M manche Nachord der Exportabsch lage von Verre Wie zeigt si lung? Die Gri liegen klar zut dient, muß gef Deutschland bei nüchternes Ha Selbstbehauptu nicht leicht, de Probleme zu! seiner Wehrhol Welthandel ab gen, Schritt u nan sich überl lands in den des deutschen teres ein, wort denkt man di eigentlich nur Ration noch f Ausfuhr. Ihre Mitteln zu bet Kampf mit all ländischen Ko heute auch als Deutschland n schaftliche Leb siert. Diesem Ende gemacht Ausfuhrhaus Transaktionen mit seinem g Unterlassen u sche Ausfuhr ist von jedem und zu vertei sich von dem bald merken, det. Deutschle sinnung, von tausende durc dem es das nicht abreißen recht unterm mit Worten getrost in die Deutsche schließlich 0,1 Reingewinn Rh.-We Mitget Kur Steinkohlen Seite 11 Nr. 59# Bochumer Anzeiger# Dienstag, 10. März 1936 Das Ergebnis von Leipzig dete Preisstabilität erleichterte das Inlandsgeschäft Die Doye sguf ein belebteres Messegeschäft in Lei. Einigung im Interesse des Unternehmens günstig auswirken wird. Die Einzelhandelsumsätze Wieder stärkere Steigerung im Januar Die Umsätze des Einzelhandels sind im Monat Januar 1936 nach Angabe der Forschungsstelle für den Handel um 8 Prozent über die des Monats Januar on ves(=0.20 an den Reserefonds gesattet.— 1538 ergsißz;(sr dein Januar 1055 gegenühgsk, Jeuuar ILZTgee... zeigte sich verschiedentlich etwas Kaufneigung, kursmäßig nicht zum Ausdruck kam. was aber Die Auslandsbörsen twa 10 Progent bihy„nzelnen Fällen sind nach ** 1935 gewesen sein. In. einzernen hauen sing Ruch v n der ausstellenden Firmen sogar bis zu 50 Progent mengenmäßig höhere Umsäte bereiggernggengn worden. Das inländische Geschäft hat it befriedigt. Der gut vertretene Einzelhandel suchte vor allem Neuheiten und hat sich darin raufwinig geDagegen bozr'gemacht. ländische Besuch kennzeichnend. Neben den regelNesse ferngeblieben sind. Die zwischen einzelnen zeugnisse, wie Porzellan und Glas, ein erweitertes Absatzfeld für deutsche Erzeugnisse geschaffen worden, wohl als Auswirkung der Sanktionen. Die Schweiz war nicht der gleiche Käufer wie ehedem. Polen ist wohl sheidenen Aufträgen: Igjr.,PIf. pertrages abwarten. Gegenstände Juchtergrag war folge der Unklarheit der künftigen AusfuhrbestimmunVielfach dürfte es sich bei den austunosgescaften zunächst um Musterkäglg, gehgrzeß, haben, so daß v. manche Nachorder in Aussich chen dürfte. Ein Ten der Exportabschlüsse wurde wiederum auf der Grundlage von Verrechnungsabkommen getätigt. iu dautschon Wohlstandes war, so leuchtet ahne weies deutschen Wo#n Geziehung geht. Durchtres ein, worum es in dieser Oegteh#en## gin Pompf mit Hyrf. exenter: aufnehmen, denn wenn es Ausfuhrbaus verlangen, daß ihm,# Ma## Ausfuhrhaus verlangen, daß ihm die Heimat se Transaktionen in jeder Hinsich. erleichtert. Das Volk Unterlassen unnötiger„ Erfolge verspricht. Diese Linie t von jedem im 9Pandermittel gibt es nicht. Wer und zu verteidigen; Wanderg###nt es nicht. Wer bod nerken, doß er Hen Strom bon anständigen Ge. dem es das Band von Alter zu Jugend schlingt und vei es U/19 Sir—....: Izkunft des a um nicht abreißen laßt. Dann wird die Zurunft des Voltes recht untermauert, und dann koninisterg zu sprechen, mit Worten des Reichswirtschaftsmininer# zu sprechen, getrost in die Zukunft sehen. Gesellschaften berichten Deutsche Landesbankenzentrale AG. in Berlin. Ein5 Prozent Dividende eine erhöhte Zuwsung von 0,70(0,50) an den Reservefonds gestattet.— Deutsche Werft AG. in Hamburg. 4(0) Prozent Dividende.— Ver. Deutsche Metallwerke AG. in Frankfurt. Wie bereits mitgeteilt, wieder 6 Prozent Dividende aus einem Reingewinn von 1,26(1,10) Millionen Reichsmark. Der Umsatz konnte weiter gesteigert werden.— 585 Reichserhöhte sich auf 5,82 Millionen Reichsmark(i. V. 4,72, 1932/33 3,08 Millionen Reichsmark). Newyork: Schwach. London: Nachgebend. Amsterdam: Schwächer. Paris: Stark rückgängig. Brüssel: Schwach. Zürich: Leichter. Mailand: Ruhig. Wien: Schwach. 1933 eine umsatzerhöhung um 17 Prozent. Tiese steiim Vergleich mit 1538 die wesenische Verschiebung der Angebotslage hervor, die durch das zeitliche Hinausschieben des Winterschlußverkaufs(Inventurverkaufs) und durch die Begren- des für ihn zugelassenen Warenkreises entstanden ist. Die Herausnahme des Winterschlußverlaufs aus der ersten Januarhälfte hat diese Verkaufsveranstaltung zum größeren Teil in den Februar verlegt. Diese Verschiebung sollte in Verbindung mit der Beschränkung des zugelassenen Warenkreises für die meisten zweige des Einzelhandels die Käufer wieder an eine stärkere Deckung ihres Weihnachtsbedarfs in der Zeit vor dem Fest denken lassen. Diese Wirkung ist auch erreicht worden. Die der Bergbau AG. Lothringen in Bochum gehörende Eisensteingrube„Hansa" bei Bad samt der Mathildenhütte an die Fried. Krupp AG pachtet worden ist, wird in einigen Wochen nach jahrelanger Förderruhe den Betrieb wieder aufnehmen. Es ist beabsichtigt, täglich 400 Tonnen zu brechen, was einer Verdoppelung gegenüber der letzten Förderung gleichDie Kennzahl der Großhandelspreise stellt sich für den 4. März auf 103,5(1913 gleich 100); sie hat sich gegenüber der Vorwoche, 103,6, wenig verandert. Für den Monatsdurchschnitt Februar stellt sich die Großhandelskennziffer auf 103,6(unverändert). Im Jahre 1935 haben die im Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zusammengeschlossenen 18 Anstalten rund 14 Millionen Reichsmark Kapitalsumme Ouxopparerz,“ gomr Gaßee 664 5 Rheinisch-Weitfälische Vichmärkte 9. März Zochum Dortm. Auftrieb Auftried Grobvieh Ochsen Bullen Kühe Färsen Fesser— Kälber1 506 Schafe 3 Schweine 1333 Ziegen.— 720 933 29 3 2138 2730 11— Mufel=Krau Einigung mit der Opposition Die Bierbrauerei Gebr. Müser AG. in Bochum=Langendreer, deren im Jahre 1982 veschlossene Sanierung vom Reichsgericht aus formalen Gründen für nichtig erklärt worden ist, fordert nunmehr ihre Aktionäre in einer besonderen Bekanntmachung auf, die alten, nicht zusammengelegten Aktien zwecks Hinterlegung zur Ausubung des Stimmrechts in der kommenden GV. wieder in Empfang zu nehmen. Wie wir hören, soll zunächst in einer ao. GV., die auf den 3. April einberufen wird, eine Ergänzung des nur noch aus zwei Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrates erfolgen und von dem ergänzten Aufsichtsrat soll alsdann die Sanierungsvorlage für die o. GV. verabschiedet werden. Die Sanierung soll auf Vorschlag der Deutschen Revisions= und Treuhand AG., die inzwischen eine eingehende Prüfung der Verhältnisse der Gesellschaft durchgeführt hat, in dem im Jahre 1932 beschlossenen Umae de aushenug ue, undgn zue haschentel scherten eiähes üä die Geiantelschäisher de Gr. der Brauerei interesierten Kreise hoffen, daß sich diese 104.56 Millionen Reichsmark belaufen. S. Trrichen.. Vom 17. bis 24. Mai in Frankfurt a. A. in der Vorwoche. Es lagen nur einige wenige Verkaufshaupt zu verzeichnen waren, beschränkten sie sich auf Bruchteile eines Prozents. Angebot lag hier nicht vor. Am Aktienmarkt hatten nennenswerten Umsatz Stahlwerke. Zu Beginn waren 30 000 Reichsmark angebgten bei einem Kurse von 80⅞(minus 2½) Prozent, Im Verlauf zog das Papier bei regeren Umsätzen auf 81¼ wieder an. Von den übrigen Montanwerten gingen Mannesmann um 2 Prozen., Buderus um ½ Prozent, Deutsche Erdöl um 1½ Prozent, Hoesch um 2 Prozent zurück. Farben=Aktien hatten nur 6000 Reichsmark Umsatz und büßten ¾ Prozent ein(151⅜). Elektrowerte gleichfalls rückgängig, aber ohne Geschäft und ohne Angebot. Siemens minus 1¼ Prozent, Schuckert minus 1½ Prozent und Felten minus 1½ Prozent. Der Kuxeumarkt war fast geschäftslos bei abbröckelnden Kursen. Der weitere Börsenverlauf war ruhig. Preise für 50 kg Lebendgewicht in Reichemark Kälber de. do. d0. de. Schafe de. 60—66 68—7070—7 50—58 53—68/64-68 40 49 42—52|50-62 30—39 34-4436—49 beste Schafe mittiere Schafe geringe Schafe Schweine a1:) do. 2“ — 47—49 — 43—46 — 30 40 541 545 505 502520 Marktverlauf: Rinder und Kälber mittel, Schweine zugetellt. Mark Dortmund: Marktverlauf: Großvich zugeteilt, Kälber flott, Schafe mittel, Schweine Essen: Marktverlauf: Großvich zugetellt, Kälber lebhaft, Schweins zugetelt. Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 9. März: 51,75 9. Trabt: 149 Reichsmark. Getreidegroßmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg Weizen märk. Roggen märk. ndustriegerste Hater märk. Weizenm. Auszm. 10.820 Asche Roggenm,.3974.—.— 716 Viktoriaerbsen[18.-419 8/17/6188 Speiseerbsen 17--13-913 7 19.0 Futtererbsen 12.-13.0 12.-13.0 Ausstellungen pflegen im allgemeinen in wenigen Wochen, ja manchmal sogar innerhalb weniger Tage aufgebaut zu werden. Diese kurze Vorbereitungszeit ist jedoch nur möglich, wenn es sich, wie bei den meisten Ausstellungen, um reine Hallenschauen handelt. Ganz anders liegen die Dinge jedoch auf den alljährlich stattfindenden großen Beichen pornehmlich eine riesige muß, da die Ausstellungen vornehmtich eine rlesige Freilandschau darstellen, vereits Monate vorher mit dem fertig zu werden. Aus biesem Vorbergitungsstelle des TI. bis“ 24.- Mat die 3. Reichsnährstands=Ausstellung stattfindet, und mit dem Aufbau begonnen. Der Ar stellungsplatz umfaßt in diesem Jahre fast 400000 Quadratmeter. Gegenüber der vorjährigen 2. Reichsnährstands=Ausstellung in Hambgpoge, agztelung ist so 120000 Quadratmeter größer. Die aussteuungist so umfangreich, daß die einzelnen Schauen nur stichwortartig angeführt werden können. Wie in den letzten Jahren wird wieder das Reichsnährstands=Haus mit seinen reichhaltigen Lehrschauen einen Hauvtanziehungspunkt bilden. Weiter wird auf dem ersten Teil der Ausstellung das Haus der Marktordnung, der Pflanzenzucht und der Milchwirtschaft untergebracht sein. Da die Ausstellung in unmittelbarer Nähe der deutschen Weinbaugebiete liegt, darf die Lehrschau„Von der Rebe bis zum Glase“ nich fehlen Gleich anschließend wird die Weinkosthalle stehen, die erfahrungsgemäß nicht nur den Weinbauer anzieht. Neu in ihrer Art ist die Freilandlehrschau„Erzeugungsschlacht“ Hier werden die wichtigsten Maßnahmen dargestellt, wie der deutsche Bauer sie im Rahmen der Erzeugungsschlacht durchführen soll. Auf dem zweiten Teil des Ausstellungsgeländes sind die Tierschauen sowie der Vorführungsring und die landwirtschaftlichen Maschinen untergebracht. Die Anmeldungen seitens der Industrie sind so zahrreich, daß nur 70 Prozent der Antragsteuer zugelassen werden können. Börsen abgeschwächt Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Der Eröffnung der Börse sah man mit Spannung entgegen und es wirkte enttäuschend, daß die Kursgestaltung am Aktienmarkt zur Schwäche neigte. Im Gegensatz zu den zu Beginn rückläufigen Kursen war die Stimmung jedoch erwartungsgemäß freundlich. Das Geschäft hatte keinen größeren Umfang und die Umsätze waren nicht größer als Berliner Börse Die Börse eröffnete schwächer. Es kam auf allen Märkten Ware beraus. Die Aufnahmeneigung war gering. Es kam daher auf den meisten Gebieten zu Kursrückgängen von 1 bis 2 Prozent, obwohl die Banken intervenierten. Dazu wirkte mit, daß die Auslandsbörsen ebenfalls schwächere Kurse meldeten. Die Gesamtstimmung war trotzdem ruhig und durchaus zuversichtlich. Die Anleihemärkte verkehrten recht widerstandsfahig. Altbesitz war mit 110½ nur eine Kleinigkeit schwächer. Kommunale Umschuldungsanleihe unverändert. Länderanleihen fast unverändert. Stadtanleihen ebenfalls kaum verändert. An den Aktienmärkten eröffneten von Montanwerten. Stahlverein und Schlesische Zink se 2 Prozent niedriger. Nur Mansfeld hier 1 Prozeui hoyer. Elektrowerte lagen meist 1 bis 1½ Prozent niedriger. Deutsche Kabel verloren 7 Prozent, Tortmunder Union über 4 Prozent, Hotelbetrieb 2½ Prozent, Metallgesellschaft über 4 Prozent. Eisenbahn=Verkehrsmittel gewannen 1 Prozent. Die übrigen Abschwächungen gingen über 1 Prozent kaum hinaus. Der Verlauf war wetter abgeschwächt. Die Rückgänge betrugen meist noch ½ bis ¼ Prozent., Die Börse schloß lustlos bei weiter mäßigen Kursrückgängen. Am Geldmarkt notierte Tägliches Geld 2¾8 Prozent bis 3½ Prozent. Am Devisenmarkt notierten: Dollar .472(.461), Pfund 12,290(12,280), Gulden 169,00(169,03), Lira 19,78. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. An der Abendbörse erfolgten erneut kleine Abgaben, die gegenüber dem Berliner Schluß Rückgänge von ½ bis 1 Prozent zur Folge hatten, zumal anderseits kaum Aufnahmebereitschaft bestand. Der Rentenmarkt lag sehr still und kursmäßig unverändert. Im weiteren Verlauf der Abendbörse traten keine Rückgänge mehr ein. Auf der ermäßigten Basis RELSHSSERDERRSEN EUOTCEEG 10.15 Rübezahl, Hörspiel von Hans Christoph Kaergel (Von Leipzia) 10.45 Kindergarten(Gretel Weise) 11.50 Hier spricht der Bauer s. 12.00 Die Werkpause. Was sich die urbeiter des weirfälisch=niederrheinisch. Industriegebietes wünschen 13.15 Mittagskonzert(Von München) aus der Porzellanstadt Selb. Hallertauer Bauernkapelle; Weiß Ferdl plaudert. 1. Gruß in die Ferne, Marsch 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 15.00 Für unsere Kleinen: Ritsch und Ratsch, die Streichholzbrüder. Dazu gebrauchen wir: Streichhölzer, Kleister, Bindfaden und Buntpapier 16.00 Wir treiben Familienforschung 16.30 Nachmittagskonzert(Uebertrag. aus Dortmund). Konzert=Orchester(Heinrich Knapstein). 1. Ouv. 17.30 Rübezahl fängt einen Schmuggler. Hörspiel von Seine Uirich„ zmittag. Kundkun). 18.00 Der bunte Frankfurter Nachmitlag. RundfunkOrchester(I. Felix Heß); Kapelle Franz Hauck; 19.45 Momentaufnahme 20.15 Stunde der jungen Nation(Von Stuttgart, Reichssendung). Deutschland zwischen gestern und heute 20.50 Der Apotheker. Heiteres Singspiel von Jos. Haydn (Josef Breuer). Kleine Oper des Reichssenders Köln. Personen: Sempronio, Apotheker(Bernhard Jakschtat); Griletta, Sempronios Mundel, ein lebenslustiges Wiener Mädel(Carla Spletter); Mengone, Provisor bei dem Apotheker(Peter Anders); Volvino, ein junger reicher Geck(Werner Alsen); Lehrjungen, Hausgesinde, Nachbarn 22.30 Nachtmusik und Tanz. Das Kleine Crchester(Leo Eysoldt): die Aachener Arbeitersänger: Willi Schneider(Baß=Bariton): Jupp Schmitz(Klavier); Willi Jansen und Willi Meier(Akkordion=Duett); die Funkschrammeln Deutschlandsender: 19.00: Tanz der Instrumente.— 20.45: Blasmusik.— 22.30: Eine kleine Nachtmusik.— 23.00: Wir bitten zum Tanz! A. Lutter spielt Rh.-Westf. Börse. Düsseldorf, 9. März Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Perlastende worierugggegr. g. S. 816../9.3. Div. Anfang Schlud Kassa Schluß! Div. Anfanglschlus Kassa Atbestz 7. 3. Schlug 110.65 110.50 11O. 3781 10.15 103.62—.——— 104.50— .50 103 37/102.62/103.00 103.75 95.00 95.00 94 875 —.— 107.00 107.60 —.— 112.00112 00 108.00 107.50109.87 123.12|123.25 151.37150 87150 75 119.62/116.62|118.87 1 103.75103.00 103 00 112.50 113.00113.00 87.00 86.50 86.31 5—.——.- 121.00 Polosschsül %% Krupp RM. 6% Mittelstahl Pel sr. St. RM. Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Otsch. Erdöl #sichsbahn ..Farbenind. Feldmühle Felten& Guille Goldschmidt Harpen Hossch-Köln Kali-Ascherel. Kuxe Steinkohlen 8 Cagen P. 3900 4109 3909/4100 95 50 112.25 109.50 123.50 152.00 114.00 88.00 Klöckner-W. Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank Rhein. Braun k. Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert& C. Siemens& Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. 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Feuerv. Köln. Magelv. 94.2 99.0100.5 Köln. Lovo A. V. .— Höln, Röckv. kl. Noln.Kuckv. Rentenwerte 5 Rhw..-Cr. Ghyp.s. 12. 10 9..17. 3. 126.0s126.0 242.0242.0 765.0765.0 96.0 96.0 233.0233.0 122.01220 81.0 31.9 107 1/8 Pfb. S. 4. 6 51.2 57.51 dto. dto..1 79.0/3½ dto. dto. S. 11 295 0/299.06 dto. Gold.-Kom 1926.1927 8.—5 1½ Wd. Bod. 6pfd. 6 dto. Em. 3. 9/12.14 113.9 Freiverkehre-Aktien .1 9. 3. 7. a. 201.0 fe 6" 6 5 .5 133.0 6 /112 5 6 /112 5 12 199.5 6 1127.0 6 83.7 4.52 ,83##othr. 6. .5 132 CuV. Wlanst. 8an. Kr 52.0 117.0— 92.8—.###. Linoi. 92.5—. J. Oion. 92.2/ 92.7. son. 123 3/122 ADres. Wie 2759/44ch 350 Mgrpe 5004234-— 1cn. Rückvers 14.4 npp,.,.4— 400.0 I. u. Stuttg. K 12. 9/255 0 I..SLL-V1.8 15 94.0 915 Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank R. Filiale Bochum Zeichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Zinheltskurse Industriewerte .9. 3/ 7. 3 12173.7— 5 80 32 der k. 3urd. K. Slsa C. 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März 1936 aus Groß-Bochum Kleine Aneibungen aus den=Siadnenen Stadtteil Grumme=Böde Konfirmiertentreffen. Das Konfirmiertentreffen der evangelischen Jugend des 10. Pfarrbezirks GrummeVöde, das am Sonntag stattfand, war, wie in den vergangenen Jahren, ein Ereignis für die gesamte Gemeinde. Morgens um 8 Uhr war ein Gemeinschaftsgottesdienst in der Lutherkirche, wo Bezirkspfarrer Hardt in Anlehnung an das große nationale Ereignis der Freiheitserklärung der Rheinlande die Jugend zum Treuedienst an Volk und Vaterland aufrief. Vorbildlicher Gemeinschaftsgeist gab der am Nachmittag im Wichernhaus abgehaltenen Zusammenkunft ihr besonderes Gepräge. Darbietungen der von Hanni Wörzberger vortrefflich geleiteten Sing= und Spielschar gaben dem Nachmittag in jeder Hinsicht eine gelungene Ausgestaltung. Nach dem Bezirkspfarter kam die Jugend selbst zu Wort mit Erlebnissen aus dem Landhelferdienst, aus dem Landjahr, aus dem Berufsleben und vor allem aus dem Reichsberufswettkampf. Eine „Gemeinschaftsbotschaft“ mit den herzlichsten Heimatgrüßen ging hinaus an jene, die nicht mit dabeisein konnten, da sie draußen in der Ferne ihrer vaterländischen Aufgabe dienen. Es war ein wirkliches, von Herzen kommendes Sichfreuen, das sich selbst belohnte. Den Höhepunkt bildete die das Treffen beschließende, zu einer Gemeinschaftsfeier erweiterte musikalische Feststunde, die von besonderer Bedeutung wurde, da die neu aufgestellte Kleinorgel ihrer Bestimmung übergeben werden sollte. Es war ein erhebender Augenblick, als zum ersten Male die feierlichen Klänge der Orgel unter der Meisterband des Dortmunder Organisten Dr. Brodde aufrauschten, nachdem Pfarrer Hardt in einer Ansprache die Bedeutung der Stunde für die gesamte Gemeinde gewürdigt hatte. Die„Bochumer Vereinigung zur Pflege alter Haus= und Kammermusik“, sowie die Chorgemeinschaft der pfarrgemeindlichen Evangelischen Frauenhilfe gaben durch ein seines Singen und Musizieren seinen Worten die Weihe der Töne. 80 Jahre alt. Am heutigen Tage wird der bekannte und geschatzte Rentner Döhmann, Wittener Straße, 80 Jahre alt. Der Hochbetagte ist geistig noch sehr frisch. Stadtteil Harpen In gesegnetem Alter. Invalide Karl Carlsson, Baldurstraße 18, begeht am Dienstag, 10. März, seinen 76. Geburtstag in beneidenswerter geistiger und körperlicher Frische. Er wurde am 10. März 1860 zu Elmibuda(Kronenberg) in Schweden geboren. Im Jahre 1903 kam er nach Harpen, wo er sich das jetzige Eigentum erworben hat. Von 1903 bis 1923(22 Jahre) hat er seine Schichten als Bergmann verfahren. Seine Ehefrau ist ebenfalls 76 Jahre alt und auch noch recht rüstig und gesund. Eine Tochter, ein Sohn, vier Enkelund zwei Urenkelkinder können dem Hochbetagten ihre Segenswünsche überbringen. Täglich verrichtet er noch Haus= und Gartenarbeiten. Seit mehr als 25 Jahren ist das Geburtstagskind Bezieher des„B..“, den er mit seiner Gattin täglich mit größter Aufmerksamkeit liest. Möge dem wackeren Ehepaare noch manches schöne Jahr beschieden sein! Heldengedenktag. Auch in Harpen wurde das Andenken an die im großen Weltkriege und beim Aufbruch der nationalsozialistischen Erhebung gefallenen Helden in üblicher Weise gefeiert. Nach Beendigung der Heldengedächtnisgottesdienste der beiden Konfessionen traten sämtliche Formationen der NSDAP., auch in diesem Jahre die NS.=Frauenschaft, BDM., HJ. und IV. an der Gerther Straße an, während sich die Kriegerkameradschaft, der Bürgerschützenverein„Blauweiß", der Kreisverband der Feuerwehr, Löschzug Harpen, die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Zug Harpen, der MGV.„Germania“, der Ost= und Westpreußische Arbeiter= und Unterstützungsverein, die Hessenvereinigung, die Sportvereinigung u. a. bei der Wirtschaft Hoffmann versammelten, um sich dem Zuge nach dem Friedhofe anzuschließen. An dem Kriegergedächtnisbrunnen der evangelischen Kirchengemeinde hielten Ehrenposten Wache. Nach dem vom Gesangverein„Germania" vorgetragenen Liede„Morgenrot, Morgenrot“ hielt Kriegskamerad Pfarrer Paulmann eine die Herzen aller Anwesenden packende Ansprache, in der er der 180 Gefallenen aus der Gemeinde Harven ehrend gedachte. Nach Abgabe der Ehrensalve und nach dem Liede des MGV.„Germania“„Es geht bei gedämpfter Trommel Klang" senkten sich die Fahnen unter den Trauerklängen des Liedes vom guten Kameraden, wonach die Niederlegung der Kränze von allen beteiligten Vereinen erfolgte. selber verrichtet, sind das beste Zeugnis für seine Rüstigkeit. Gedenkfeier beim Krieger= und Ostpreußenverein. Im Anschluß an die allgemeinen Feierlichkeiten anläßlich des Heldengedenktages veranstalteten der Kriegerund der Ostpreußenverein im Lokal Wahl, Buselohstraße, eine interne Feier für die im Kriege gefallenen Vereinskameraden. Für den Kriegerverein sprach Kameradschaftsführer Lehrer Rusche. Der 45 im Weltkriege gefallenen Kameraden des Ostpreußenvereins gedachte der stellvertretende Vereinsleiter Saatfeld. Stumm senkten sich die Fahnen zum ehrenden Gruß an die Toten und nach dem Liede vom guten Kameraden, dem Horst=Wessel= und dem Deutschlandlied fand diese schlichte Feier ihren Abschluß. in der Vertonung von Johannes Brahms. Die jungen Sänger wurden ihrer schwierigen Aufgabe gerecht. Am Flügel begleitete Vikar Goebel. Studiendirektor Muller stellte in seiner Ansprache nebeneinander das Fronterlebnis und das aus dem Geist der Front möglich gewordene Erlebnis des historischen Tages, an dem der Führer des Volkes die völlige Freiheit und Souveränität des Vaterlandes wiederherstellte. Der gemeinsame Gesang des Liedes„Wir treten zum Beten“ war Abschluß der würdigen Feier. Stadtteil Weitmar Stadtteil Laer Hochbetagt. Bei guter Gesundheit und geistiger Frische begeht der Rentner Johann Schäfer, Kolonie Vollmond, heute im Kreise der Angehörigen seinen 71. Geburtstag. Achtung! Vereinsführer! Am Mittwoch findet auf der Geschäftsstelle der NSDAP. Ortsgruppe Laer, Wittener Straße 443a(hinter der Schillerschule) eine sehr wichtige Besprechung aller Vereine statt. Jeder Verein entsendet an diesem Tag einen oder zwei Vertreter. Der Wichtigkeit wegen ist die Vertretung eines jeden Vereins unseres Ortsteils unbedingt notwendig. Stadtteil Werne Gesegnetes Alter. Frau Witwe Stein, die Besitzerin der Apotheke, kann am heutigen Tage ihren 80. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlaß fanden sich die Kinder und Kindeskinder von nah und fern ein, um sich dieses Tages dankbar zu freuen. Als langjährige Schatzmeisterin des Ortsverbandes der Frauenhilfen war sie durch ihre freudige Mitarbeit sehr geschätzt. Auch unsere Glückwünsche begleiten sie auf ihren ferneren Lebenswegen. NSKOB. Die Ortsgruppe Werne hielt im Lokal Schönrath eine Sitzung ab. Nach Bekanntgabe einiger wichtiger Rundschreiben betonte Pg. Pega daß der Monat März als Werbemonat gedacht sei mit dem Ziele, sämtliche der NSKOV. noch fernstehenden Frontkämpfer zu erfassen. Als Abschluß des Werbemonats soll am Samstag, 28. März, im Lokal„Zur deutschen Flotte“ eine Werbeveranstaltung stattfinden. Der Abend soll unter Mitwirkung der HJ. und des IV. besonders würdig ausgestaltet werden. Nach Erledigung der Tagesordnung hielt Pg. Müller einen Vortrag über die nützlichen und fördernden Vorteile der Schulungsabende der NSDAP. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer wurde die Sitzung geschlossen. Haus= und Grundbesitzerverein. Nach stattgehabter Vorstandssitzung im Lokale Fabricius beschloß der Hausund Grundbesitzerverein, das Lokal der früheren Sparkasse von der Stadt zu pachten, um im Interesse der Allgemeinheit, insbesondere der hiesigen Geschäftswelt, eine eigene Geschäftsstelle am Platze zu haben. Heldenehrung der Kameradschaft ehem. Soldaten Bochum=Engelsburg. Schon in der frühen Morgenstunde des Heldengedenktages legte eine Abordnung der Kriegerkameradschaft Bochum=Engelsburg auf dem evangelischen Friedhof am Ehrenmal einen Kranz nieder. In der Zeit von 9 bis 12 Uhr zogen am Denkmal Doppelposten auf. Nachdem die Kameradschaft zunächst an der Bochumer Heldenehrung teilnahm, fand am Nachmittag eine schlichte, aber würdige Feier, unter Beteiligung der Gemeinde im Kameradschaftsheim Göbel, Essener Straße, statt. Punkt 6 Uhr marschierten die Fahnen ein. Der Kameradschaftsführer Ellerkmann gedachte einleitend der hohen geschichtlichen Stunde Deutschlands. Versailles ist tot, unser Führer zeigt Europa den Weg des Friedens. Den Uebergang zur Heldenfeier bildete ein vom Kameraden Dettmann verfaßter Prolog. Der Kameradschaftsführer zeigte dann an Hand klarer Lichtbilder das heldische Ringen Deutschlands im großen Kriege. Er führte u. a. aus: In fast jeder Minute des Weltkrieges ging ein deutscher Soldat durch die Pforte des Todes. Gedenken heißt nicht trauern. Gedenken heißt: Richtungnehmen nach den Männern, die sich opferten, um Deutschland das Leben zu gewinnen. Wir weiten den Blick über dieses Deutschland, das uns der Frontsoldat Adolf Hitler schuf, über das glückliche Deutschland unter dem Sonnenschein des Hakenkreuzes, das seinen Anfang von da hernahm, wo jene zwei Millionen starben.“ Die Fahnen senkten sich und das Lied vom guten Kameraden ertönte. Ein Sieg=Heil auf Führer und Vaterland beschloß die Gedenkstunde. Personalnachrichten Sein 80. Lebensjahr vollendet heute der Invalide Samuel Seber. Er ist in Roßken(Kreis Lotzen in Ostpreußen) geboren und trat am 1. Juli 1890 beim Bochumer Verein ein, auf dem er bis zum 16. August gewissenhaft seine Schichten verfuhr. Von seinen sieben Kindern leben noch drei; ein Sohn und zwei Töchter starben, ein Sohn verunglückte auf der Zeche„Hannibal“. Die Eheleute Emil Bergel und Frau Therese geb. Bente, Castroper Straße 109, begehen heute ihre Silberhochzeitsfeier. Der Bezirkspfarrer überbringt die Segenswunsche. Sie sind lange Bezieher des„B..“ Moge das Jubelpaar dereinst auch die goldene Hochzeit feiern! 80 Jahre Witwe Antonie Ribkowski, Gustavstraße 16, begeht am 11. Marz ihren 80. Geburtstag. Von ihren neun Kindern lebt nur noch die jüngste Tochter. Zwei Söhne sind im Kriege gefallen. Die Hochbetagte ist körperlich noch ie gun gun selbständig die Hauzarbeit. Lauing und Frau, Pauline geborene Winkel, ihre goldene Hochzeit. Der Jubelbräutigam ist im 77. Lebensjahr und die Braut im 76. Seit 27 Jahren wohnt das Ehepaar in Bochum=Dahlhausen und erfreut sich Sturz mit dem Fahrrad. Die 17jährige Haustochter Elfriede., Kohlenstraße, die sich mit ihrem Fahrrad auf der Fahrt zu einem Sonntagsbesuch am Kellermannsweg befand, kam mit ihrem Rade auf der Wasserstraße zu Fall. Ein hilfreicher Autobesitzer nahm sich ihrer an und schaffte sie ins Elisabeth=Hospital, wo neben einem Oberarmbruch arge Kopfwunden und Seitenquetschungen festgestellt wurden. Stadtteil Stiepel Stadtteil Altenbochum Hohes Alter. Seinen 84. Geburtstag feiert heute der Invalide Fr. Gorka, Harpener Straße 52, bei völliger körperlicher und geistiger Frische.., der sich im Stadtteil„Auf der Prinz“ großer Beliebtheit erfreut, verrichtet trotz seines hohen Alters noch sämtliche Haus= und Gartenarbeiten und wandert noch täglich zur Innenstadt, um seine Einkäufe zu verrichten. 45 Jahre lang hat G. als Bergmann im Untertagebetrieb gearbeitet. Seine erste Gattin, mit der er 1875 in Altenbochum die Ehe schloß, starb 1932, im Alter von 83 Jahren. Der Ehe entsprossen fünf Kinder, von denen zwei inzwischen gestorben sind. Die älteste Tochter, im Alter von 68 Jahren, lebt heute noch im väterlichen Hause. 1935 verheiratete sich G. zum zweiten Male. 15 Enkelkinder und sieben Urenkel zählen zu den Geburtstagsgratulanten. Täglich liest G. noch mit vollem Interesse den„B..“ und benötigt dazu nicht einmal eine Brille. Dacharbeiten an seinem Häuschen, die er Diebstahl. In der Nacht zum 1. März sind vom Hof des Hauses Boltestraße 7 drei Gerüstbretter, 2 Meter und 3 Meter lang, und eine Anlegeleiter, 2½ Meter lang, entwendet worden. Ein Brett ist mit den Buchstaben H. B. A. gezeichnet. Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum=Werne. Stadtteil Langendreer Morgenfeier des Realgymnasiums. Am Montag beging das hiesige Realgymnasium in einer erhebenden Morgenfeier das Gedächtnis der Gefallenen des Weltkrieges, unter denen viele Schüler und Lehrer der Anstalt sind. Die Gedenkstunde wurde über den Rahmen der Veranstaltungen gleicher Art hinausgehoben durch die auf besonderem Niveau stehende künstlerische Ausgestaltung, um die sich Studienrat Dr. Schneider verdient gemacht hatte. Unter seiner Leitung sang der Schülerchor Schillers„Hymnische Totenklage des Nänie“ Zahlreiche Ehrungen des Jubelpaares. Wie der „..“ bereits berichtete, konnten die Eheleute August Nettelbeck und Frau, Emma geborene Reininghaus, Hülsbergstraße 25a, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Von der Stadtverwaltung Bochum wurden dem Ehepaar herzliche Glückwünsche dargebracht, ferner gratulierte der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde durch einige schöne Darbietungen. Auch der Spielmannszug des Knappenvereins„Gute Hoffnung' ließ es sich nicht nehmen, seinem Mitglied ein Ständchen zu bringen. Die Trauung fand im Lutherhaus statt, wo Pfarrer Husemeyer die Predigt hielt. Der Frauenchor sang unter der Leitung von Lehrer Born ebenfalls einige Lieder, dann nahm Pfarrer Husemeyer die Trauung vor und überreichte im Namen der Kirchengemeinde Stiepel dem goldenen Hochzeitspaare eine Bibel mit entsprechender Widmung. Die ganze Gemeinde nahm an dem feierlichen Akt großen Anteil. Hohes Alter. Frau Wilhelmine Rumberg, geb. Eimann, Kemnader Straße 329 in Stiepel wohnhaft, wird heute, Dienstag, 10. März, 86 Jahre alt. 100 Jahre Rindvieh=Versicherungsverein StiepelDorf. Die Dorfbewohner des Stadtteils.=Stiepel und namentlich in erster Linie die Köttersleute stehen vor einer Feier von ganz außergewöhnlicher Bedeutung, nämlich vor der Jubelfeier des 100jährigen Bestehens der Kuhlade Stiepel=Dorf. Unter dem 7. März 1836, also vor 100 Jahren, wurde von den damaligen Interessenten Vogelsang, Brune, Hellermann und Genossen das erste Statut der Kuhlade Dorf beschlossen, somit ist der 7. März 1836 der Gründungstag der Kuhlade. Das Vereinsheim ist seit der Gründung, also seit 100 Jahren ununterbrochen die Wirtschaft Aghte=Wefelscheid bzw. H. Kamplade, Brockhauser Straße, gewesen. Aus Anlaß des 100. Gründungstages findet am 14. März in der Gaststätte G. Kamplade eine entsprechende Feier mit einem einfachen Festessen statt. Hilfe unseren Hochsee=Fischern durch vermehrten Fischverbrauch. ten von Linden zum gemeinsamen Abmarsch nach Dahlhausen an, woselbst sich die Teilnehmer aus Dahlhausen, auch die Schützenvereine, anschlossen. Auf dem Ehrenfriedhof in Ober=Dahlhausen hatten sich bereits viele Bewohner beider Stadtteile eingefunden. Mit einem Trauermarsch leitete das Musikkorps der Fliegerortsgruppe den Gedenkakt ein. In zu Herzen gehenden Worten gedachte Provagandaleiter Pg. Gevelmann der Opfer des Weltkrieges und der Bewegung. Die Vereinigten Männerchöre sangen unter Holznagels Leitung die ernste, tiessinnige Weise„Schlaf wohl, mein Kamerad", drei Salven knatterten durch die Sonntagsstille. Nach einem von Pg. Kortmann gesprochenen Gedicht hielt Hauptstellenleiter Kleiner(Dortmund) die inhaltsreiche Gedenkrede. Die Musik spielte das Horst=Wessel=Lied. Dann gedachte Ortsgruppenleiter Kechel der Bedeutung des Tages und brachte ein Sieg=Heil auf Führer und Vaterland aus, worauf das Deutschlandlied dem Empfinden aller Ausdruck verlieh. Auf dem Rückweg erfolgte ein Vorbeimarsch vor dem Ehrenmal am Bahnhof. Linden Camnauftüri?. Goldene Hochzeit in Dahlhausen. Am Montag begingen die Eiberger Straße 4 wohnenden Eheleute Ernst hier eines guten Ansehens. Noch bis vor zehn Jahren hat der Jubelbräutigam bei der Firma Eggemann in Dahlhausen gearbeitet. Von den 15 Kindern, die dem Ehepaare geboren wurden, fielen zwei auf dem Felde der Ehre. Dem Jubelpaare gingen zahlreiche Glückwünsche zu. Persönliche Nachrichten. Im trauten Kreise der Familie und Bekannten konnten am Sonntag die An der Silberbank 2 in Bochum=Dahlhausen wohnhaften Eheleute Heinrich Groppe das Fest der silbernen gutem Erfolg bestand vor dem ochzeit feiern.—— Mit gulem Eribig Tbestand br rüfungsausschuß der zustanoigen Hanowerrsk Uor Vent kskammer der Sohn Stephan der Eheleute Rau, An der Silberbank 1, seine Meisterprüfung im Bäcker= und Konditorhandwerk.— Sein 40jähriges Dienst= jubiläum konnte der Bergmann Heinrich Bornholz von hier feiern. Nachdem er acht Jahre auf der Zeche Hansenwinkel tätig gewesen war, kam er zur Zeche Friedlicher Nachbar und dann zur Zeche PrinzRegent. Die Betriebsführung und Gefolgschaft ehrten den Arbeitskameraden durch ein schönes Geschenk. Linden und Dahlhausen ehrten die Gefallenen. Am Sonntag Reminiscere standen Linden und Dahlhausen ganz im Zeichen des Gedenkens an Deutschlands Heldensöhne. Auf dem Marktplatz in Linden traten alle Gliederungen der Partei und die KriegerkameradschafFeierstunde in der Flieger=Ortsgruppe Linden=Dahlhausen. Zu einer schönen Feierstunde hatten sich am Samstag abend die Kameraden der Flieger=Ortsgruppe Linden=Dahlhausen bei Gebrüder Schwager an der Hattinger Straße eingefunden. In großer Zahl waren die Kameraden mit ihren Angehorigen der Einladung gefolgt. Die bekannte Kapelle der Fliegergruppe Westfalen verschönte den Abend durch geschmackvolle Musikdarbietungen.:„Im„Namen der Ortsgruppe LindenDahlhausen hielt Stützpunktleiter Lehrer Schafmeister die Begrüßungsansprache und dankte besonders den Vertretern der Partei und der militärischen Vereine für ihr Erscheinen. Dann nahm als Vertreter der Flieger=Landesgruppe Westfalen Studienrat Dr Koch (Dortmund) das Wort zu einem fesselnden Vortrag. Viel Freude löste ein Geschenk des früheren Stützpunktleiters Dr. Ueckermann aus, der der Ortsgruppe Linden=Dahlhausen ein Bild des Führers zum Geschenk machte. Nach einigen weiteren Darbietungen klang der Abend mit den Schlußworten des Stutzpunktleiters Schafmeister aus. Feierliche Eichenpflanzung im Bürgerschützenverein 03. Die Mitglieder des Bürgerschützenvereins 03 Bochum=Dahlhausen hatten am Sonntag im Anschluß an die Beteiligung an der Heldengedächtnisfeier eine besondere Feierstunde, denn wie in jedem Jahre, so nahm der Verein auch in diesem Jahre die feierliche Pflanzung einer Eiche vor. Hierzu hatten sich die Mitglieder in großer Zahl bei Wibbecke eingefunden und marschierten geschlossen zum Ort der Eichenpflanzung. Die neue Eiche wurde auf dem Gelände bei Wibbecke unmittelbar neben der Schießanlage gepflanzt. Vereinsführer Wilhelm Braukemper richtete dabei an die Schützen einige kernige Worte, die mit dem dreifachen Sieg=Heil auf Führer, Volk und Vaterland ausklangen. Zahltag für Wohlfahrtserwerbslosen=Unterstützung am Freitag, 13. März. Die Auszahlung erfolgt an diesem Tage in nachstehender Reihenfolge: Anfangsbuchstaben des Hausnamens: A bis E von.30 bis 9 Uhr, F bis I von 9 bis.30 Uhr, K bis O von.30 bis 10 Uhr, P bis Sch von 10 bis 10.30 Uhr, St bis 5 von 10.30 bis 11 Uhr. * 0 * Aber Nacht einweichen in heißer=Lösung.(1 Paket auf 3 Eimer Wasser). Für Bäckerund Metzgerwäsche mit eiweißhaltigen Flecken Einweichlösung nur lauwarm nehmen! Kochen in kalt zubereiteter, neuer Lösung. In besonderen Fällen zweites Kochen mit Persil. 13 Nr. 3 Münster, 9. M u Münster durch tile an den Gefal Kränze niedergeleg auf dem Hindenbu Einmarsch der bi Sohneneuu Pgater, burgplatzes 28# der Partei, Sa., benbrher banb, der Reichskriegert Deutsche Kriegog Man sah unter de Gauleiters Dr. 1 Staatsrar Stan von Lüginck Pe 5be sen,„Oberstarbei bietsfuhrer Lan Kommandant vor Knesebea, der neralleutnant vo angetretenen Tru dem Abschreiten Kluge eine Ansp ganze deutsche V der überwältigen! friedlichen Einme Dieser Einmarso kündet hat, keine dar. Er ist nur Pakt, der durch praktisch aufgehö land nicht mehr " Souveränität fur ist. Die entmilit Generalleutnant Helden des Welt opfer, der unzä blockade des Fe nationalsozialist Fahn Der 4 Dortmund, fand am Sonnt Dortmunder G Kühne, der 6 hatte. Inmitten Flaggenmasten Eisernen Kreuz abteilungen des derungen der# Unser Sonn tst de. Gerchar: Bochum, den 8. M Prival-Frauenklin Abt. Dr. Bater De Sonnt und meine Crod nech Gedt zu 9 ein Pai sowie des Hl ich all Stützp gruppe Herrn unsern B Fa Rielung allen B für die om Eeie 13 Nr. 39, Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 10. März 1936 Invalide Lotzen in 1890 beim 6. August nen sieben ei Töchter che„Hani. Therese heute ihre bringt die „B..“ e Hochzeit die Ribvstraße 16, carz ihren Von ihren lebt nur e, Tochter. sind im Die Hocherlich noch gune * Hausinkel, ihre m 77. Leren wohnt rfreut sich ermehrten nach Dahlaus DahlAuf dem sich bereits iden. Mit der Flieczen gehenGevelBewegung. Holznagels wohl, mein Sonntagsesprochenen Dortmund) spielte das uppenleiter brachte ein worauf das suck verlieh. ch vor dem inden=Dahlen sich am Ortsgruppe er an der Zahl waren Einladung cuppe Westsolle Musikpe Lindenchafmeibesonders tischen Verertreter der Dr. Koch en Vortrag. StützpunktOrtsgruppe im Geschenk n klang der punktleiters 95 nahm Pflanneue sützen lechei! dieund Rheinland Aintuttsche Eer Asririn in Westen In Münster: Rede des Befehlshabers im Wehrkreis VI Nünster, 9. März. Am frühen Vormittag wurden Münster durch Abordnungen der Standorttruppenbise an den Gefallenen=Denkmälern und Kriegsgräbern sränze niedergelegt. Die große mititärische Gedenkfeier auf dem Hindenburgplatz fand ihren Auftakt durch den Einmarsch der vom Infanterieregiment 39 gestellten Fahnenkompagnie. Auf dem weiten Rund des Hindenhurgplatzes hatten die Truppenteile, die Organisationen der Partei, SA., SS., NSKK., Arbeitsdienst, HJ. und H5., ferner die DAF., Abt. Wehrmacht, der neue Solind(Reichstreubund), der NS.=Marinebund, der Luftsportverband, der Reichsverband deutscher, Offiziere, der Reichskriegerbund Kyffhäuser und der Volrsouno Deutsche Kriegsgräberfursorge Aufstellung genommen. Nan sah unter den Ehrengästen u. a. als Verzeter des Gauleiters Dr. Meyer den stellvertretenden Sauteiter Staatsrat Stangier, ferner Oberpräsident Freiherr vor Lüninck weiterhin#.=Brigadefugrer SS.=Oberführer von Humann=Haingo: Oberstarbeitsführer Zimmermann und Gehietsführer Langanke.— Punkt 10 Uhr meldete der Kommandant von Münster, Generalmajor von der Knesebeck, dem Befehlshaber im Wehrkreis VI, gpetrnienen Trunpen des Sizeke Heieaselfen 92 ganze deutsche Volk steht seit gestern völlig im Banne der überwältigenden Friedensrede des Führers und des friedlichen Einmarsches unserer Truppen ins Rheinland. Dieser Einmarsch stellt, wie der Führer feierlich verkündet hat, keine Bedrohung irgendeines Nachbarstaates dar. Er ist nur der Ausdruck dafür, daß der RheinPakt, der durch das französisch=russische Militärbündnis praktisch aufgehört hat zu existieren, auch für Deutschland nicht mehr gilt, und daß die völlige uneingeschränkte Souveränität für die deutsche Westmark wiederhergestellt ist. Die entmilitarisierte Zone gehört zur Vergangenheit. Generalleutnant von Kluge gedachte dann der gefallenen Helden des Weltkrieges, der Hinterbliebenen, der Kriegsopfer der unzähligen Volksgenossen, die der Hungerblockade des Feindes erlagen, und der Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung. Rechts und links von der Kanzel Fahnen ihren Platz gefunden. In Vertretung des des Offizieren, Formationsführern und Hoheitsträgerrgugs Staates und der Partei, unter den Klangen des Präsentiermarsches die Front ab. Sodann sprgch evangelische„ Garnisanpfarrer„Reinecke. Darz## sprach Geistlicher Stuoienrar Findhammer, ver katholische Standortvfarrer. Major AndrHeziegelten. erer, die die heilige Verpflichtung, den Gedanken an Aescheide dei Bache in Geseingenid ie. Kais ven und der Ehrenabteilungen vor Major André, den politischen Hoheitsträgern und Formationsführern am Ehrenmal vor dem Kaiserhain. Fahnen senkten sich zum Gruß Der Heldengedenktag in Dortmund Dortmund, 9. März. Auf dem Volksparkgelände am Sonntag die Feier des Heldengedenktages der Dortmunder Garnison statt, zu der Generalmajor Kühne, der Standortälteste in Dortmund, eingeladen des großen Platzes wehten an hohen Flaggenmasten die alte Reichskriegsflagge mit dem Eisernen Kreuz. In weitem Viereck waren die Ehrenabteilungen des Dortmunder MG.-Bataillons, die Gliederungen der Bewegung und die Verbande angetreten. Zu Ehren der toten Freikorpskämpfer Heldengedenkfeier am Freikorpsehrenmal an der Ruhr Essen, 9. März. Auch das Ehrenmal, das an der Burgruine Horst bei Steele von Männern des Arbeitsdienstes in opferfreudiger Arbeit geschaffen wurde, war Sonntag vormittag Statte feierlichen Gedenkens, Sammelpunkt der Freikorpskämpfer, der Angehörigen der früheren Einwohnerwehren und Sicherheitspolizei, der Gliederungen der Partei, der Schutzpolizei und des Arbeitsdienstes. Aus nah und fern, aus Oberhausen, Wesel, Duisburg, Düsseldorf, Bochum, Dortmund usw. waren die ehemaligen Freikorpskämpfer zum Ehrenmal gekommen, um ihrer gefallenen Kameraden zu gedenken. General Freiherr von Watter, der damalige Führer der Freikorps im Ruhrgebiet, hatte es sich nicht nehmen lassen, zu dieser Gedenkstunde zu erscheinen. Nachdem er die Fronten abgeschritten hatte und das Lied vom guten Kameraden verklungen war, ließ Exzellenz Watter in kurzer, kerniger Ansprache noch einmal den heldischen Kampf jener Männer wach werden, die durch die große Tat des Führers nun in einem freien deutschen Boden ruhen.„Ihr Kampf um dieses Land“, rief er aus,„hat nun endlich seinen vollen Lohn gefunden.“ Während erneut die Weisen vom guten Kameraden erklangen, legte General von Watter einer großen Kranz am Ehrenmal nieder: die Abordnungen der NS.=Gliederungen und der anderen Organisationen ehrten die Gefallenen in der gleichen Weise. Dann sprach Polizeipräsident Zech(Essen). Er erinnerte noch einmal an die Heimkehr der Frontsoldaten aus dem Kriege, an den schmachvollen Wirrwarr, dem sich die Freikorps entgegenstellten. In diesen Freikorps habe SA.=Geist geherrscht. Wie die Freikorpskämpfer, so hätten auch die Männer der SA. in ihrem Kampf immer nur eines gewußt: Wir kämpfen für Deutschland! Und für diesen Kampf habe der fallenen Kämpfer nun„Heutsghland“ swpirhe ihnennter. Ehre wiedergegehen„Deutschland#wied gie, Unter gehen, komme was kommen mag, yabe der Führer gesagt.„Wir wollen, erklärte Polizeipräsident, Bech, gait gutem Beispiel vorangeben, das geionen##n Ehren der Freikorpskämpfer und zu Ehren unseres Fuhrers.“— Mit dem Gesang der Nationalhymnen und einem Vorbeimarsch endete die Heldengedenkfeier für die toten Freikorpskampfer. Dank an den Führer Düsseldorf, 9. März. Der Landeshauptmann der Rheinprovinz Heinz Haake hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „An diesem herrlichen Tage, an dem die„Menschen des Rheinlandes ob der neugewonnenen Freihen# burch die Straßen zogen, dankt Ihnen, mein Führer, mit tief bewegtem Herzen und im Gelöbnis unerschütterlicher Treue die rheinische Provinzialverwaltung. Es lebe der Führer! Es lebe Deutschland!“ Glückwunsch an Generalleutnant von Kluge Düsseldorf, 9. März. Der Landeshauptmann der Rheinprovinz Heinz Haake richtete an den Kommandierenden General des 6. Armeekorps und im Wehrkreis VI, Generalleutnant von Kluge(Münan dem durch den Entschluß Führers unsere Truppen wieder in unsere herrliche Rheinprovinz einmarschierten, beglückwünsche ich Sie im Namen der rheinischen Provinzialverwaltung auf das herzlichste. obmann und der Betriebsführer der Hütte ihrem Dank an das Haus und die Familie Krupp, die der Belegschaft das Ehrenmal zum Geschenk machte, und der besonderen Bedeutung des Tages Ausdruck. Wahlleiter von Westfalen=Süd: Oberbürgermeister Dr. Banike. Arnsberg, 9. März. Die Pressestelle der lt mit: Der Regierungspräsident hat zum Wahlleiter des Wahlkreises 18 Westfalen=Süd, umfassend den ReDer Arbeitseinsatz der Angestellten im Landesarbeitsamt Westfalen im letzten Vierteljahr Münster, 9. März. Im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen hat sich der Arbeitseinsatz für Angestellte während der Monate November und Dezember 1935 und Januar 1936 im allgemeinen günstig entwickelt. Die anhaltende Besserung und Festigung der Lage in den industriellen Betrieben brachte zahlreiche Abrufe von Büropersonal und technisch vorgebildeten Angestellten mit sich. Auch für Verkaufspersonal boten sich infolge des Weihnachtsgeschäftes und der Ende Januar einsetzenden Saisonscheutßfezrtänzg.#chfeien wenn auch meist kurzfristige Beschaftigungsmöglichkeiten. Wenn trotzdem gegenüber dem Vorvierteljahr eine geringe Erhöhung der Zahl der arbeitsuchenden Angestellten eingetreten ist, so ist dies im wesentlichen auf die Zugänge aus berufsfremder Arbeit und auf Neumeldungen von Berufsanfängerinnen aus Fachschulen oder Ausbildungskursen zurückzufuoren. Ferner kamen bei der Uebernahme der Vermittlungseinrichtungen der Deutwar ein Gesamtbestand Während die Unterbringung von älteren arbeitslosen Angestellten bei der Privatwirtschaft immer noch verhältnismäßig schwierig war, zeigten sich die Behörden für diese Angestellten gut aufnahmefähig. ter den Oberbürgermeister der Vetter ernannt. Denkmalsweihe auf der Friedrich=Alfred=Hütte in Rheinhausen Rheinhausen, 8. März. Auf dem Werksgelände der Friedrich=Alfred=Hütte, inmitten von Hochöfen und Fabrikhallen, fand, am heutigen Heldengedenktag die feierliche Enthüllung des Ehrenmals für die 544 im Weltkriege gefallenen Werksangehörigen der Hütte statt. Auf einer weiträumigen, vertieft angelegten Rasenfläche erhebt sich auf einem Sockel die den ewig kämpferischen Geist der Jugend und den Wehrgedanken eines wiederaufstrebenden Volkes verkörpernde Gestalt eines schwertDie weihevole Stunde, zu der sich mit der Familie Krupp von Bohlen und Halbach die Angehörigen der Gefallenen, die gesamte Belegschaft,unz, piee, von Partei und Staat zusammengefunnen hatten, stand spürbar unter dem gewaltigen Eindruck der Ereignisse des Vortages. In seiner Weiherede gedachte Dr. Krupp von Bohlen und Halbach dankbar derer, die in dem großen Krieg ihr Leben für Volk und Vaterland ließen. Mit beredten Worten gaben der BetriebszellenGesund werden und gesund bleiben Arbeitstagung der Gesundheitsvereine von Rheinland und Westfalen Köln, 9. März. Am Sonntag hielten in der Bürgergesellschaft in Köln die Leiter der Gesundheitsvereine aus Rheinland und Westfalen eine Arbeitstagung ab, auf der der Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft der Verbände für naturgemäße Lebens= und Heilweise, Wegener(München), im Auftrage des Reichsärzteführers Dr. Wagner richtungweisende Ausführungen machte. Es müsse als Pflicht eines jeden Arztes bezeichnet werden, sich mit der Naturheilbewegung näher zu befassen. Die Anerkennung, die ihr jetzt zuteil würde, haben ihren Ausdruck gefunden in der Errichtung von Naturheilkliniken, Lehrstühlen und Kursen. Der Redner ging dann noch näher auf die Entwicklung und die Geschichte der Streitfrage Medizin oder Naturheilkunde ein. Die Hauptaufgabe der Gesundheitsbewegung liege nicht im Heilen und Behandeln, für das der Arzt und der Heilpraktiker zuständig seien, sondern in der Erziehung des deutschen Menschen zum Gesundwerden und Gesundbleiben. Zum Schluß betonte der Redner die Wichtigkeit des Anbaues von Heilpflanzen, für die bisher jährlich 30 Millionen Mark im Ausland ausgegeben werden mußten. Eine interne Besprechung schloß sich an die öffentliche Tagung an. — tst de. aie Uinen Borunhahe en Sonntagsjunge Gerhard Salmen und Frau Hildegard geb. Pape Bochum, den 8. Märr 1936 Prival-Frauenklinik, Arndtstraße 16 Abt. Dr. Bater Heiraten Witwe, 31., m. 1 Kd. u.=Zimm.= Wohn.=Einr., sucht gut. Mann in fest. Stellg. kennenzul. zwecks Heirat Nur ernstg. Zuschr. M. K. 88516 Anz. Ig., Mädch., 24., möchte gern anstd. Herrn kennenlern. Bihscheirel M. G. 88512 Anz. Bergmann, 29., wünscht die Bekanntschaft eines netten berufstätig. Mädch. zw. spät. Heirat Ch. 88573 Anzeig. Mein Leben war Arbeit und Kampf. darum kann ich in Frieden meine Augen schließen. Der Herr über Leben und Tod nahm allzufrüh em Sonntag abend 7½ Uhr meinen Innigstgeliebten Mann und treuen Lebenskameraden In 40jöhriger Ehe, melnen unvergeßlichen guten Veler, Schwiegerveler, Großvaler, Bruder, Schwager und Onkel, den Polizei-Obersekretär I. R. Piermarm Goccte Inhaber des Krlegsehrenkreuzes nech kurzem, schwerem Leiden, des er mit unendlicher Geduld und Willenskraft, In der Hoffnung, doch noch zu genesen, ertrug. Im Alter von 62 Jahren zu sich in ein besseres Jenselts. In Hiefer Trauer: Die Hinterbliebenen In der Bldte meiner Jahre, in der schönsten Lebenszeit, legt man mich schon auf die Bahre, Gott ruft mich zur Ewigkelt. Drum Ihr Lieben, laht das Weinen, wir werden wieder uns vereinen. Sonntag morten 8¼ Uhr verschied nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere innigstgeliebte Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante in Alter von 26 chren. In tiefem Schmerz: Familie Jos. Behrendt und Anverwandte Bochum(Vereinestraße 35), den 8. März 1936 Das Seelenamt findet am Mittwoch morgen um.10 Uhr, in der St-Anna-Kirche, BochumWest, die Beerdigung 9½ Uhr vom Trauerhause aus statt. — ansericht—) Neuer Tanzkursus ab Donnerstag. d. 12. März, 20 Uhr. Einzelunterricht. Studentenzirkel. Jansschule Diel, Bochum, Neustraße 5, Fernsprecher 61514 ist qualvoll und lästig-Nleuen febensmut durch A Aertenatsehest erchergte huit ge iersher: Peffang. Sie Gratisprobe geg. Abgabe d. inserat. in Ihr. Apotheke.— Packg..48 zornt-Nuts-Tuhten In Fahrschule Kuhnert Wittener Str. 111, Telephon 64774 Prima wesll. Wurst mehrere„Sorten, Postpackchen .90 Mark,„ Postkolli 10.30 Mr. Philipp Balluff. Fleischwarenfabrik Warburg i. Westf Koblscheinstr. 16/20 Bochum(Oskar-Hoffmann-Str. 168), Herne, Iserlohn, Meschede, Hamm und Schwerle, den 8. März 1936. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 12. März 1936. nachmittags 3 Uhr. vom Freigrafendamm aus statt. Trauerfeler 1 Stunde vorher im Sterbehause. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging. diene diese als solche. Beerdigungsgeschäft Theodor Bössing Inhaber: Theod. u. Jos. Bössing Hohenzollernstr.-7- Ruf 68501 Der Anzeigenteil ist der Vermittler zwischen Angebot und Nachfragel Radio 6 Elektr. Licht-, Kraft-, Signal- und Blitzschutzanlagen In diesen Artikeln ist mit dem heutigen Tage mein GESCHXFT ERUFFNET E. Droege, ing. Bochum, Hellweg 39 Ruf 69972 Große Auswahl in Beleuchtungskörpern u. allen elektr. Geräten 1 Für die vielen Beweise inniger Tellnahme sowie für die zahlreichen Kransspenden anläblich des Hinscheidens meines lieben Mannes, sage ich allen Beteiligten besonders der NSKOV., Stützpunkt Griesenbruch und Hirnverletstengruppe, den Kameraden der Arbeitsfront, sowie errn Pfarrer Klose für die trostreichen Worte unsern aufrichtigsten Dank Frau Wwe. Heinrich Großkreutz und Kinder Bochum, im Märs 1936 Für die vielen Beweise herzlicher Teillnahme beim Heimgange unseres lieben Verstorbenen sagen wir allen Beteillgten, besondere Herrn Paster Diechhof für die trostreichen Worte, unseren tlefempfundenen Dank Elisabeth Spieker und Kinder Bochum, im März 1936 — Familien= Nachrichten aus anderen Zeitungen übernommen— Geboren: Knabe: II Herne: Zahnarzt Dr. Wilh. Große (Hildegard Schuls) Mädchen: Herdecke: Josef Klösel(Emmi Rehrmann). Verlobte: I Hamm: Elfriede Beltrop m. Bernhard Zumvenne. Gestorben: Dortmd.: Wwe. Grete Brüggemann geb. GroßeSomberg, 74 J. Heinrich„Strunck, 33 Jahre. Wilhelm Römer, 63 Jahre. Duisburg: Christel Gerling, geb. Gottschalk, 53 J. Gelsenkirchen: Dr. med. Karl Brinkschulte, 35 J. Wilbelmine, Lindenberg. 60 J. Hagen: Robert Dreibholz, 69 J. 12 Frisen vom Meer Seefischfilet empfehlen küchentert g,hgent 38.8 Schellfisch“-Pige 32.3 Kabeljau!m Sehr“ gun 283 Seelachs in Schrigung 233 Bei genzen Fischen per Pfund 8 Pf. billiger. Kechrezepte gratis! Zu haben Kortumstransdo K Kshuen Oeffentliche Maynung der Lohnsteuer für Februar(fällig gewesen am 5. März). Ab 11. März wird ein Säumniszuschlag in Höhe von 2 v. H. des rückständigen Betrags erhoben. Wer trotz Mahnung nicht zahlt, läuft Gefahr, in die Liste der säumigen Steuerzahler ausgenommen zu werden. Ab 17. März erfolgt BeiBochum, den 10. März 1936. Finanzamt(Finanzkasse). Berdingung„. In der Hattinger Straße in Voch.Weitmar, zwischen der Feuerbach= straße und Haus Weitmar sollen etwa 4500 Quadratmeter Kleinpflaster aufgenommen und neu hergesteut Die Verdingungsunterlagen sind in der Straßenbauabteilung der Stadtbauverwaltung Bochum, Rathaus, Zimmer 370, erbältichzig„#mat, Die Angebote sind bis Samstag, den 14 März 1936, 11 Uhr, bei der vorgenannten Abteilung, Zimmer 369, abzugeben, wo die Oeffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bieter erfolgt. Verspätet, eingebende Angebote werden nicht berücksichtigt. Bochum, den 9. März 1936. Der Oberbürgermeister. TKCZSH 0* Im Spezialgeschäft sind nichtteurer, aber besser. Vergleichen Sie Qualität u. Preis! Ueberzeugen Sie sich von der großen Auswahl durch einen unverbindlichen Besuch Geillc Kortumstraße 94(gegenüber Café Döhmann) Magazin Brückstraße 51 Marienstraße 16 Hattinger, Str. 47 Alleestraße 125 Rolandstraße 34 ns Grüine mit ZUo Motorsporihaus Zwangsversteigerung Am 11. März 1936, 11 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände öffentlich meistbletend, gegen bar versteigern: 1. 1 Posten Haarbesen, Handseger und Pinsel, 2. 1 Baert und 1 Salonspiegel, 3. 1 Armsessel (Plüschbezug).— Sammelpunkt für Käufer: Wirtschaft Morgan, Alleestraße 54. Bochum, den 9. März 1936. Heckmann, Obergerichtsvollzieher in Bochum, Dechenstratze 2. Drahtgeflechte, Weidendrähte, Stacheldrähte, Bindedrähte billigst! Große Läger Rösler& Lönne Drahtwerk Bochum, Redemptoristen strabe 28/30, Nähe Bahnhof Präsident, u. Flllale Wattenscheid SUe Bevor Sie einen kaufen, kommen Sie zu Peter Schlipper, Bochum Kortumstraße 109 14. S # 5 Zum 1. Male in Bochum Der traditionsreiche Original-Cireus U G Tee aus der Reichshauptstadt Berlin Tbeginnt am 14. März in Bochum auf dem Festplatz an der Castroper Str. sein kurzes Gastspiel und wird auch hier mit seinen herrlichen Darbietungen ganz Bochum in seinen Bann ziehen! Ein Besuch im Circus Busch bedeutet Wiedersehn mit dem klassischen Circus. Neu und wieder jung entsteht Nummer für Nummer der alte, schmissige und echte Circus, wie er unsere Väter schon begeisterte und auch uns in jubeinde Stimmung und Spannung seizen wird. Circus BUSCA wird auch hier mit seinem Programm überzeugen, daß er zu den besten Unternehmen seiner Art gehört, daß er den ausgezeichneten Ruf, dessen er sich ertreut, auch voll und ganz rechtfertigt. Das Geheimnis des Ertolges vom Circus BUSCH in jeder Gastspleistadt liegt einfach darin, daß er eben 100 Prozent Circus zeigt und nicht durch Prunk-Balletts, Revuen und Manegenstücke vom eigentlichen Thema ablenkt. 100 perreus Der Circus v. Weltbedentung und Weltbeachtung Städtisches Orchester Bochum Vormiete 6. Konzert Donnerstau, den 12. März 1936, 20 Uhr, Im Ernst-Moritz-Arndt-Haus, Königsallee: Kanihererchsstelhonzer! Solist: Udo Dammert(Kavier) J. S. Bach: Suite Nr. 2,-moll. Solo-Flôte: Otto Schneeberg K. von Wolfurt: Konzert für Klavier und Orchester. op. 25 W. Egk: Solostücke für Klavier W. 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