bs de be ig B. talice ul Biz, Seisäsasen. 12 Peaung, bored bersindert wird, Konen seine Ersobzezshrighe Keisell verdel— Geigts hige(3 U5t.“. Spregstunden der Schxisletung von Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Tortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag 14. Februar 1936 43. Jahrgang Nummer 38 Einzelpreis 10 Pf. im Anzeigenteil und dr 78— Hreite 90 Bl. imn Tertiel, Vamiuizen: und Sielengetsche Bi, Vestenisanzeigen(die tezgen. Aitrischatswerbung dienen)7 kleine einspaltige Anzeigen.(Stezen: Vr den Aezeigen Prtboalter aris 8 Vi., Angel“; imn vereine,. 94; Krieichernannodne für de seosimal we gag. ge, segigsenr Keostaa sern: sündlich aufgegebener Anzeigeg kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 NSS P•, AD us Frirreney die Aussprache in der Pariser Kammer über den franzosisch=sowzetrussischen Beikandspakt Ein Abgeordneter fordert sofortige Verhandlungen mit Deutschland eubsepoit-. Ginr Aben itang unr be. Mlas un Anstausk. Budlens dnb Paris, 13. Februar. Die Kammer setzte die Aussprache über den franzöisch=sowjetrussischen Pakt fort. Der linksunabhängige Abgeordnete Montigny(Mitte) erklärte, der gegenseitige französisch=sowjetrussische Beistandsakt setze Frankreich der Gefahr aus, daß es im Osten Europas allein handeln müsse, ohne England, Belgien und Italien. Es handele sich also nicht mehr um eine Frage der kollektiven Sicherheit. Für Frankreich werde es sich darum handeln, festzustellen, ob gegebenenfalls Deutschland eines Angriffs schuldig sei. Wenn die Anzwart der Locarnomächte nicht einstimmig ausfallen sollte, wäre Frankreich dann noch Herr seiner Entschlüsse? Der Berichterstatter Torres erklärte, daß Frankreich selbst über die Form des Beistandes befinden könne, ebenso wie das für den Locarnopakt und für die Polen und der Tschechoslowakei gegenüber übernommenen Verpflichtungen der Fall sei. Abg. Montigny betonte weiter, daß die Lage Frankreichs der Sowjetunion gegenüber wesentlich anders sei als Polen und der Tschechoslowakei gegenüber, weil diese unmittelbar an Deutschland grenzten. Außenminister Flandin erklärte, daß er auf die einzelnen Einwände der Redner am Schluß der Ausbrache antworten werde..(au35f, Abg. Montigny betonte, daß der franzusischrussische Vertrag mehr Gefahrenmomenteals Friedensgarantien bringe. Die Kammer müsse den ausländischen Mächten, die bestrebt seien, die Katsizierung des Vertrages Buryzreshe gz. Bepfage leisten, da dieser Vertrag für Frankkrau, die Verzig. tung zur Folge haben könnte, in einen Krieg verwiuelt zu werden, den es vermeiden könne. Als ehemaliger Kriegsteilnehmer fordere er die Regierung züglich mit Deutschland zu verhandeln. Versuch müsse gemacht werden, um eine Katastrophe zu Nachdem auch noch der Jozigihgegrgr#egee Margaine und der elsässische,„##### K#.7 gesprochen hatten und letzterer erttärte, oaß er und seine Freunde gegen die Ratifizierung stimmen würden, wurde die Fortsetzung der Aussprache auf kommenden Dienstag vertagt. „Eine europäische Feindseligkeit“. Das Urteil eines Engländers zum Sowjetpakt dnb London, 13. Februar. Die Tatsache, daß ein Teil der öffentlichen Meinung Englands den französtsch=logreige sisnhe g, Presse heblich anders als die amtlichen Kreise und die Presse beurteilt, kommt in einer Zuschrift von D. G. WilSiure pOr..) an Der iongenschei. Erenze Bombenflugzeuge und Geschütze eingesetzt— Acht japanische Soldaten liams an die„Times" zum Ausdruck. Williams möchte bezweifeln, daß der französisch=russische Pakt das unschuldige Dokument ist, als das ihn der Leitaufsatz der„Times“ hinstellt. Der Mann auf der Straße ist der Ansicht, daß der Pakt lediglich der Teil eines Planes für die Einkreisung Deutschlands ist. Mit dieser Meinung hat der Mann auf der Straße nicht völlig unrecht. Die„Times" erklärt, daß es in Deutschlands Belieben stehe, sich dem Pakt anzuschließen. Will man denn etwa ernstlich behaupten, das bolschewistische Rußland würde ing, Earfgr, i#p P. Pe holung des Ruhrabenteuers durch Frank## ven Deutschen um eines Paktes willen zu Hilfe kommen oder Frankreich würde Rußland daran hindern, die Nation zu erniedrigen, die es selbst erniedrigen möchte? Man unterzeichnet nicht Pakte im Phgche, dere, Phantaße, Vielleicht wird man sagen, es schartt nichts, wenn be Pakt durch und durch phantastisch sei. Aber als ein bloßer Fetzen Papier stellt der Pakt erneut eine europäische Feindseligkeit gegenüber einer Nation in Europa dar. Ist es nicht eine bedeutsame Tatsache, daß der Völkerbund nicht das geringste getan hat, um den Versailler Vertrag zu ändern? Wie können wir Abrüstung in einer Welt erwarten, die etwa einmal monatlich ihre Feindseligkeit gegen Deutschland zu erweisen scheint, aber nie auch nur im Traum daran denkt, schreiende Ungerechtigkeiten wie die Annexion von Memel und die Abtrennung von Danzig zu beseitigen? Ablehnung in der polnischen presse Die englischen Morgenblätter heben in Meldungen aus Warschau die allgemeine und ausdrückliche Ablehnung des französisch=sowjetrussischen Paktes durch die polnische Presse hervor. Die„Times“, die sich für den Pakt eingesetzt hat, muß feststellen, daß die polnischen. Blätter eine außerordentliche Einstimmigkeit an den Tag legten. In verantwortlichen Kreisen Polens habe man mit großer Befriedigung festgestellt, daß sogar gewisse Oppositionszeitungen, die bisher unerschütterlich in ihrer Unterstützung des französisch=polnischen Bündnisses waren, nunmehr energisch gegen den französisch=sowjetrussischen Pakt„Stellung nehmen. Wenn in der polnischen Presse die Ehri#chceit der räterussischen Absichten in Mittel= und Osteuropa beargwöhnt werde, so trüge diese Einstellung den Stempel der Aufrichtigkeit. dub Schanghai, 13. Februar. Wie aus Tschangtschun gemeldet wird, hat das Kommando der Kwantung=Armee einen neuen schwerei Zusammenstoß zwischen einer japanisch=mandschurischer und einer etwa 200 Mann starken mongolischen Truppe bekanntgegeben. Der Zwischenfall soll sich westlich des Buir=Sees ereignet haben, wo die mongolische Abteilung die Grenzstation Olanhotok besetzt habe. Wie von japanischer Seite verlautet, gelang es den vereinigten japanisch=mandschurischen Truppen am Mittwoch, den Grenzort wieder zurückzuer: obern, wobei auf japanischer Seite der Verlust von acht Toten und zehn Verletzten verzeichnet wird. Wie es heißt, haben die Mongolen bei den Kämpfen angeblich zwei Bombenflugzeuge eingesetzt. Die Japaner melden weiter, daß sie im Verlauf der menstöße mehrere Geschütze und eine Anzahl von Maschinengewehren und Gewehren, teilweise sowjetrussischer Herkunft, erbeutet haben. Nachdem bereits der am Dienstag erfolgte Abbruch der Verhandlungen des stellvertretenden Außenministers von Mandschukuo, Ohaschi, mit dem Generalkonsul der Sowjetunion Slavutsky in Tschangtschun starke Erbitterung hervorgerufen hat, hat die gespannte Lage im Grenzgebiet durch den neuen Zwischenfall eine weitere Verschärfung erfahren. Beisetzung der sechs Todesopfer des Braunschweiger Verkehrsunglücks stätte bei den Reichsautobahnen von einem Güterzug überfahren worden waren. Der lange Trauerzug mit den umflorten Fahnen und Kränzen, an der Spitze die Adolf Hitlers, bewegte sich durch ein Spalier von Tausenden von Volksgenossen, die zum letztenmal die toten Kameraden grüßten. Unter den Klängen vom guten Kameraden sank langsam ein Sarg nach dem anderen in das gemeinsame Grab. dnb Braunschweig, 13. Februar. Unter allgemeiner Anteilnahme der Bevölkerung fand am Donnerstag die Beisetzung der sechs Todesopfer des schweren Verkehrsunglücks vom vergangenen Samstag statt. Seit den frühen Morgenstunden wehten die Fahnen auf Halbmast, und um 16 Uhr ehrte die Stadt das Andenken der Toten noch einmal durch eine Minute völliger Verkehrsstille. Zu der Trauerfeier, die in der großen Montagehalle der Vereinigten Signalbauwerkstätten statfand, hatten, Die 6 ihre Gliederungen, SA., SS., macht, Industrie und Handwerk Abordnungen entsandt. Die Klänge des Largos von Händel eröffneten die Feier. Reichsleiter Dr. Ley überbrachte den Toten die letzten Grüße der Millionen Volksgenossen der DAF. Generalinspekteur Dr. Todt verlas nach einem kurzen ehrenden Nachruf die Namen der sechs Toten, die auf der Rückfahrt im Lastkraftwagen von ihrer ArbeitsDer Führer bei den Winterspielen! Dritte Goldmedaille für Deutschland durch Maxie Herber—Ernst Baier Der achte Tag der Winterspiele stand im Zeichen des Besuchs des Führers, der sich verschiedene Wettkämpfe dieses Tages ansah. Deutschland konnte, nachdem es in den letzten Tagen leer ausgegangen war, durch das deutsche Meisterpaar Maxie Herber— Ernst Baier im Kunstlaufen für Paare die dritte Goldmedaille erringen. Dieser große Erfolg söhnt uns damit aus, daß unsere Eishockeymannschaft durch die in dieser Höhe nicht erwartete:=Niederlage gegen Kanada aus dem weiteren Wettbewerb ausscheiden mußte. In den übrigen Wettkämpfen gab es großartige Triumphe der Norweger, die im Eisschnellaufen über 1500 Meter zu einem Doppelsieg kamen und in der Sprunglaufkombination sogar einen dreifachen Erfolg zu verzeichnen hatten. Eiskunstlaufen für paare: 1. Maxie Herber—Ernst Baier(Deutschland) 2. Geschwister Pausin(Oesterreich) 3. Rotter—Szollas(Ungarn) Eishockey: Deutschland— Kanada:6 Amerika— Schweden:1 Ungarn— England:5 Tschechoslowakei— Oesterreich:1 1300-Meter=Eisschnellaufen: 1. Mathisen(Norwegen) 2,19,2(Olympischer Rekord) 2. Ballangrud(Norwegen) 2,20,2 3. Wasenius(Finnland) 4. Freisinger(Amerika) Sprunglauf=Kombination: 1. Hagen(Norwegen) Note 430,3 2. Hoffsbakken(Norwegen) Note 419 3. Brodahl(Norwegen) 4. Valonen(Finnland) Norwegen führt überlegen Der Gesamtstand der Nationen Durch ihr hervorragendes Abschneiden am achten Tag haben die Norweger ihren Vorsprung gegenüber Deutschland auf 30 Punkte ausgedehnt. Wir haben unsere Punktwertung der inoffiziellen Wertung angepaßt, wonach der erste bis sechste Platz mit 7, 5, 4, 3, 2, 1 Punkten bewertet werden. Der Gesamtstand am Donnerstag abend: 1. Norwegen 2. Deutschland 3. Finnland 4. USA. 5. Schweiz 6. Schweden 7. Oesterreich 8. Ungarn 9. Frankreich England Tschechoslowakei 12. Italien Japan Holland 15. Belgien 16. Kanada 68 Punkte 38 Punkte 28 Punkte 15,5 Punkte 15 Punkte 14 Punkte 10,5 Punkte 7 Punkte 4 Punkte 4 Punkte 4 Punkte 3 Punkte 3 Punkte 3 Punkte 2 Punkte 1 Punkt Der letzte Gruß des Führers an der Bahre Wilhelm Gustloffs Seite 2 Nr. 38/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 14. Februar 1936 „Es lebe das freie Kroatien!“ Zwischenfall nach dem Urteil im Königsmörder=Prozeß. Drei Angeklagte in Abwesenheit zum Tode verurteilt. dnd Paris, 13. Februar. Nachdem das Urteil des Schwurgerichts in Aixen=Provence im Königsmörder=Prozeß(wir teilten das Urteil schon in der gestrigen Nummer mit. Schriftleit.) verkündet worden war, kam es zu einem Zwischenfall. Als die Verurteilten abgeführt werden sollten, erhob sich Pospichil leichenblaß und schrie laut auf kroatisch „Es lebe das freie Kroatien, es lebe Ante Pawelitsch!“ Die Gendarmeriebeamten wollten ihn mit Gewalt fortführen, er widersetzte sich dem und rief einige Augenblicke später nochmals den jugoslawischen Pressevertretern ins Gesicht:„Es lebe das freie Kroatien!“ Dann erst gelang es den Gerichtsdienern, Pospichil und die beiden anderen Verurteilten abzuführen. Hierauf hob der Gerichtspräsident die Sitzung auf. Unmittelbar danach begann eine neue Sitzung des Gerichtshofes, ohne Beisein der Geschworenen, in der die anderen drei Angeklagten Pawelitsch und Kwaternic sowie der Oberst Percewitsch in Abwesenheit verurteilt wurden. Zunächst verinuß inan=Wissenl Donnersta Die Einstellungstermine für Freiwillige der Luftwaffe Wasserflugzeug ins Meer gestürzt 30 Fluggästen dnb Madrid, 13. Februar. Aus Teueriffa wird gemeldet, daß ein Wasserflugzeug mit 30 Fluggästen bei Punta Delgada ins Meer gestürzt sei. Ein englisches Kriegsschiff wurde sofort mit der Suche nach dem verunglückten Flugzeug beauftragt. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro an zuständiger Stelle erfährt, handelt es sich nicht um ein deutsches Flugzeug, sondern vielleicht um das vermißte Flugzeug des französischen Südatlantikdienstes. anb Berlin, 13. Februar. Verschiedene Anfragen bei Dienststellen der Luftwafse und beim Reichsluftfahrtministerium haben gezeigt, daß vielfach Unklarheit über die Einstellungstermine von Freiwilligen der Luftwaffe, insbesondere von Freiwilligen der Flakartillerie, besteht. Frühjahrs= und Herbsteinstellungen finden statt für die Fliegertruppe, die Luftnachrichtentruppe und das Regiment General Göring. Die Flakartillerie stellt nur im Herbst ein. Meldeschluß für die Frühjahrseinstellungen ist der 15. März, Meldeschluß für die Herbsteinstellungen ist der 30. April. Wer sich also für die Flakartillerie melden will, müßte dies bis zum 30. April getan haben. Die Dienstzeit beträgt bei der Flakartillerie ein Jahr; es ist aber erwünscht, daß der Freiwillige eine Verpflichtung auf zwei Jahre eingeht. Die Dienstzeit beim Regiment General Göring beträgt 2½ Jahre beim Eintritt im Frühjahr und zwei Jahre beim Eintritt im Herbst. Wegen weiterer Auskünfte wende man sich an die nächstgelegene Dienststelle der Luftwaffe oder das für den Wohnsitz zuständige Wehrbezirkskommando bzw. in der entmilitarisierten Zone an die untere Ersatzbehörde. Wie groß ist Deutschland? dnb Berlin, 13. Februar. Der neueste amtliche Stand der Fläche des Deutschen Reiches und der deutschen Wohnbevölkerung wird vom Reichsfinanzminister bekannt gemacht als Grundlage für die Abrechnung zwischen dem Reich und den Ländern und Gemeinden auf Grund des Paragraphen 63 des Finanzausgleichsgesetzes. Danach stellt sich die Fläche des Deutschen Reiches auf 470 699,95 Quadratkilometer und die Zahl der Wohnbevölkerung auf 66 029 448 Köpfe. Dazu kommen aber im Hinblick auf den Finanzausgleich noch zwei österreichische Gemeinden, nämlich die Gemeinden Mittelberg und Jungholz, die als österreichische Erklaven schon vom deutschen Zollgebiet umschlossen sind, da ihre Bewohner für alle Auslandswaren, die sie beziehen, voll nach den deutschen Vorschriften bezahlen müssen. Zum Ausgleich dafür wurde durch einen Vertrag zwischen Deutschland und Oesterreich=Ungarn im Jahre 1891 festgesetzt, daß das Reich alljährlich entsprechend der Kopfzahl der beiden österreichischen Gemeinden an die österreichische Regierung eine Zollrückerstattung zu leisten habe. Die Summe hierfüx, beläuft sich gegenwärtig auf rund 50 000 Mark. anb London, 13. Februgr In seiner üblichen Mittwochsitzung befaßte sich d, englische Kabinett mit dem Aufrüstungsp# der nach wochenlanger Vorarbeit der zuständigen minister und der Sachbearbeiter aller drei Wafsengg, tungen nunmehr ausgearbeitet vorliegt. Alle Ar deuten darauf hin, daß das Programm außer, ordentlich weitgehende Vorschläge zi, den Ausbau der Luftstreitkraft und der Flotte entbalt wird.hullen Wider Erwarten ist das vom Verteidigungsausschus ausgearbeitete neue englische Aufrüstungsprogramm in der gestrigen Vollsitzung des Kabinetts noch nicht ange, nommen worden. Für den kommenden Montag ist einSondersitzung des Kabinetts einberufen worden, die ausschließlich mit den Rüstungsmaßnahmen befassen Einige Blätter melden, im Kabinett bestünden ge, wisse Meinungsverschiedenheiten über das Ausmaß der Rüstungen. Wie die„Times“ schreibt, ist man sich auch über die Frage, ob ein Sonderminister oder ein kleiner Kabinettsausschuß für die Durchführung der Aufrüstungsmaßnahmen ernannt werden solle, noch nich im klaren. Frankreichs Kammer gegen Verhältniswahl Murristenführer uberfalten von Königstreuen— Die Bewegung der Königstreuen verboten Paris, 13. Februar. Wie gemeldet, ist das französische Verkehrsflugzeug der Strecke Dakar— Natal,„Stadt Buenos Aires“, seit Tagen verschollen. Der letzte Funkspruch des Apparates, an dessen Bord sich fünf Mann Besatzung und ein Fluggast befinden, stammt von Montag nachmittag 15 Uhr. Von Dakar aus ist das Flugzeug„Santos Dumont“ gestartet, um die Strecke abzufliegen. Außerdem sind drei Avisos ausgelaufen, um sich an der Suche zu beteiligen. Der Kapitän des deutschen Dampfers„Schwabenland“, der auf der Strecke zwischen Bathurst und Natal auf dem Südatlantik vor Anker liegt und dem Südamerikadienst der Lufthansa als Stützpunkt dient, hat ebenfalls bekanntgegeben, daß er sich an der Suche beteiligt. langte das Gesetz den Namensaufruf der drei Angeklagten. Nachdem der Präsident auf die drei Namen keine Antwort bekommen hatte, begab sich ein Gerichtsdiener auch vor das Gerichtsgebäude, um, dem Gesetz entsprechend, die drei abwesenden Angeklagten aufzurufen. Nachdem dem Gesetz Genüge geschehen war, wurden die drei Angeklagten in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Damit war kurz nach 21 Uhr der Prozeß beendet. Mehrere Pariser Zeitungen äußern Bedenken, weil die Geschworenen in Air=en=Provence die Mitschuldigen des Mordes am jugoslawischen König und Barthou nicht zum Tode verurteilt haben, sondern nur zu lebenslänglicher Zwangsarbeit, während nur gegen die abwesenden drei Anstifter auf den Tod erkannt wurde. Das„Echo de Paris“ erklärt, zwar müsse man sich den Gewissensbedenken der Geschworenen beugen, aber bestehe nicht Gefahr, daß diese Großherzigkeit der französischen Rechtspflege unverstanden bleiben werde, ja ihr als Zeichen der Schwäche zum Vorwurf gemacht werde? Der„Figaro“ meint:„Das Urteil wird in Jugoslawien lebhaft besprochen werden, und hoffentlich wird es Frankreich keine Verwicklungen und keine Schwierigkeiten mit einem verbündeten Volk einbringen, dessen König auf französischem Boden getötet wurde.“ Die Verurteilten hätten ihren Kopf retten können, weil die Anwälte sie als Patrioten hingestellt hätten, die ein kroatisches Märtyrervolk befreien wollten. Insofern gerate der Prozeß auf das diplomatische Gebiet und sei daher nicht ohne Gefahr für den europäischen Frieden. dnd Paris, 13. Februar. Der Marxistenführer Léon Blum wurde heute von Royalisten tätlich angegriffen. Kurz nachdem er die Kammer verlassen hatte, wurde er von vier Mitgliedern der Action Francaise angehalten und mißhandelt. In diesem Augenblick kam zufällig der sozialistische Abgeordnete Monnet in seinem Automobil vorbeigefahren, hielt an und nahm den Sozialistenführer mit in seinen Wagen, in dem sich außerdem die Frau des Abgeordneten befand. Als das Auto am Trauerhause des kürzlich verstorbenen Schriftstellers Jacques Bainville angelangt war, wo die Straße wegen der Trauerfeierlichkeiten abgesperrt war, gingen die anwesenden Studenten sofort gegen die Insassen des Kraftwagens vor. Die Fensterscheiben des Autos wurden zertrümmert. Léon Blum versuchte, sich durch die Flucht zu retten. Er wurde jedoch in wenigen Sekunden von etwa 100 bis 200 jungen Leuten umzingelt, und mit allen zur Verfügung stehenden Gegenständen ni dergeschlagen. Blutüberströmt rettete sich Léon Blum in eine Nebenstraße, wo er an einer Haustür klingelte. Als die Portierfrau jedoch einen blutüberströmten Mann vor sich sah, schlug sie die Tür sofort wieder zu, so daß Blum weiterflüchten mußte. Im Nebenhaus, wo einige Arbeiter beschäftigt waren, wurde ihm die Tür geöffnet, so daß er vorläufig in Sicherheit war. Erst als der Chef der Pariser Sicherheitspolizei mit einem stärkeren Polizeiaufgebot eintraf, konnte Blum ins Krankenhaus übergeführt werden. Léon Blum ist am Kopf und besonders am Hals verletzt worden, was zum Teil auf die Splitter der zertrümmerten Fensterscheiben zurückzuführen ist. Blum hat in den Nachmittagsstunden das Krankenhaus verlassen können. Wie erst am späten Abend bekannt wurde, wurde auch die Frau des Abgeordneten Monnet, die sich ebenfalls in dem Auto befand, niedergeschlagen und verletzt. Augenzeugen der Schlägerei behaupten, daß von einem Ueberfall auf den Marristenführer keine Rede sein könne. Léon Blum habe vielmehr versucht, mit dem Auto die Absperrung zu durchfahren, die anläßlich der Beisetzung von Jacques Bainville vor dem Trauerhause vorgenommen worden war. Man habe zunächst nicht gewußt, daß es sich um den Sozialistenführer handele; er sei erst erkannt worden, als man ihn aus dem Auto herausgetrieben hatte. In politischen und parlamentarischen Kreisen hat der Zwischenfall außergewöhnliche Erregung ausgelöst. Der Kammerpräsident gab der Kammer zu Beginn der Nachmittagssitzung von dem Ereignis Kenntnis und sprach Léon Blum im Namen der Kammer sein Beileid aus. Ministerpräsident Sarraut betonte, es handele sich bei dem Vorgehen gegen den Sozialistenführer um einen organisierten Anschlag. Die Regierung werde energisch eingreifen. Der sozialistische Abgeordnete Vincent Auriol erhob im Namen seiner Partei Einspruch gegen das Vorgehen der Royalisten gegen Léon Blum. Herriot schloß sich seinem Vorredner an. Franklin=Bouillon(rechte Mitte) verurteilte namens seiner Parteifreunde ebenfalls das gewaltsame Vorgehen gegen Parlamentarier. Als der rechtsgerichtete Abgeordnete Pastor Soulier das Wort nehmen wollte, um ebenfalls den Angriff gegen Blum zu verurteilen, erhob sich auf der Linken großer Lärm. Als Soulier betonte daß von gewaltsamen Angriffen nicht nur die Sozialisten betroffen seien, gingen seine Worte in dem allgemeinen Lärm unter. Von links ertönte der Zwischenruf„Mörder". Schließlich sah sich der Kammerpräsident gezwungen, die Sitzung vorübergehend aufzuheben. dnd Paris, 13. Februar. Am Donnerstag vormittag stand in der Kammer der Wahlreformvorschlag Bracke zur Erörterung. Der Vorschlag hat die Einführung der Verhältniswahl zum Gegenstand und hatte in den Ausschußberatungen schon mehrfach Abänderungen erfahren. Nach mehrstündiger Beratung hat die Kammer die Vorfrage, ob in die Erörterung des Entwurfs eingetreten werden soll, mit 219 gegen 140 Stimmen verneint. Bei der der Abstimmung vorausgehenden Aussprache hatte ein Abgeordneter der Gegner der Verhältniswahl ist, gegen den Vorschlag geltend gemacht, daß die„deutsche Republik“ im Volke keine Wurzeln habe fassen können, weil die Abgeordneten infolge der Verhältniswahl meist dem Volke selbst unbekannt gewesen seien. Kronrat in Athen Die„Action Francaise“ verboten! Der zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetretene Ministerrat hat die Auflösung der Liaa der Action Frangaise, des Studentenverbandes der Action Francaise und der sogenannten Camelots du Roy, der eigentlichen Kerntruppe der Action Francaise, beschlossen. Ministerpräsident Sarrant hat auf Grund des Gesetzes vom 10. Januar 1936 eine entsprechende Verordnung dem Präsidenten der Republik zur Unterzeichnung vorgelegt. Eine Haussuchung bei der Liga der Action Francaise ist bereits im Gange. Die Action Francaise entstand im Jahre 1905 als Grundorganisation der royalistischen Bewegung(Bewegung der Königstreuen). Drei Jahre später wurde die bis dahin als Halbmonatsschrift erscheinende„Action Francaise" zur Tageszeitung umgestaltet. Die Action Francaise, deren geistige Führung in den Händen von Leon Daudet und Charles Maurras liegt, kämpft für die Wiedereinführung der Monarchi: Jedes Mitglied muß eine längere Erklärung unterzeichnen, in der es sich u. a. verpflichtet, jedes republikanische Regime zu bekämpfen und mit allen Mitteln für die Wiederherstellung der Monarchie zu arheiten. Die Action Francaise lehrt ferner unbedingten Nationalismus und treibt in diesem Sinne einen ausgesprochenen Jeanne'Arc=Kult. Ueber die Stärke der Action Francaise fehlen genaue Zahlen. Vor der Bildung einer Koalitionsregierung anb Athen, 13. Februar. Unter Vorsitz König Georgs II. tagte den ganzen Donnerstag über ein Kronrat, an dem neben Ministerpräsident Demerdzis die Führer fast sämtlicher Parteien teilnahmen. Der König appellierte an die Vaterlandsliebe der Versammelten und forderte sie auf, dem Lande eine dauerhafte Regierung zu geben. Am Schluß der Sitzung wurde die Möglichkeit einer Regierungsbildung unter Teilnahme der Volkspartei, der Weniselisten und der Partei Metaxas erörtert. Hierbei ergab sich eine so weitgehende Uebereinstimmung, daß im Anschluß an den Kronrat sofort Verhandlungen über die Regierungsbildung eröffnet wurden. Unruhen auf Sansibar Veispeereschwer durchfuhedur 6 Abessinien meldet Fortschritte Das Arteil englischer Blätter nach dem Genfer Sachverständigenbericht an der Südfront dnb Addis Abeba, 13. Februar. General Nasibu bestätigt Meldungen von der Südfront, daß seine Truppen, im besonderen die Vorpostenabteilungen, weitere Fortschritte im Gebiet von Ogaden machen. Vor allem in der Umgebung von Curale hätten seine Reiterabteilungen italienische Aufklärungsabteilungen angegrifsen, während seine Fußtruppen eine überlegene italienische Abteilung, die sich südlich von Curale einzubauen versuchte, nach heftigem Kampf unter schweren Verlusten in die Flucht geschlagen haben. Nach dem Bericht des abessinischen Generals verblieben bedeutende Mengen an Schanzzeug, einige Kraftwagen und Maschinengewehre in der Hand der Abessinier. An der Nordfront wird der planmäßige Bombenabwurf auf die Ortschaften und Städte nördlich von Dessie fortgesetzt. Besonders wurden gestern und heute Waldia und Kobbo mit Bomben belegt. Auch Dessie wurde mehrmals überflogen, ohne jedoch durch Bombenabwurf heimgesucht zu werden. Abessinisches protesttelegramm an das Internationale Rote Kreuz schaft als Vorsthender degminister dat in seiner Eigenan das Internatianzle Rot,= Kreiuz den Roten Kreuzes an das Inlernatlbkale Role Kieuz in Genf ein Protesttelegramm wegen der Bombardierung eines abessinischen Rot=Kreuz=Flugzeuges am 9. Februar in Dessie gerichtet. Im abessinischen Protest wird erklärt, daß die Italiener das Flugzeug, das groß aufgemalte rote Kreuze aufgewiesen habe, aus ganz niedriger Höhe mit Bomben belegt hätten. Die abessinische Regierung stelle, so heißt es weiter, erneut fest, daß Italien aues, was das Rote Kreuz trage, nicht achte, sondern besonders angreife. ## and Genf, 13. Februar. Die Sachverstanoigen für die Prüfung der Durchführbarkeit einer Oelsperre gegen Italien haben ihre Arbeiten mit der Annahme eines Berichtes beendet, der zu folgenden Ergebnissen kommt: 1. Eine Sperre könnte wenn sie allgemein durchgeführt würde, nach drei bis dreieinhalb Monaten ihre volle Wirkung erzielen. 2. Wenn alle in der Sanktionskonferenz vertretenen Staaten eine Sperre durchführen, so wäre sie wirksam wenn die Vereinigten Staaten ihre Ausfuhr nach Italien auf den normalen Stand von vor 1935 beschränkten. 3. Wenn nur die Mitglieder der Sanktionskonferenz eine solche Sperre anwenden, so könnte ihre einzige Irkung die Erschwerung und Verteuerung der italienischen Petroleumversorgung sein. .##t##gesichts der Möglichkeit, in gewissem Maße Ersuynoffe für Benzin zu verwenden, würde eine Ausfuhrsperre für Oel und seine Nebenerzeugnisse verstärkt, wenn gleichzeitig Industriealkohol und Benzol einbezogen werden. „ 5. Die Wirksamkeit einer von den Mitgliedern der Sanktionskonferenz auf den Oeltransport nach Italien gelegten Sperre unterliegt denselben Beschränkungen wie eine Ausfuhrsperre Würden nur diese Staaten die Verwendung von Tankschiffen für den Petroleumtransport nach Italien verbieten, so wäre dieses Land in der Lage seinen Bedarf zu 50 v. H. zu decken, indem es auf seine Flagge und für den Rest auf die Schiffe anderer Staaten zurückgreifen würde. Seine Versorgung würde sich jedoch schwieriger und kostspieliger gestalten. 6. Sollte eine Beförderungssperre beschlossen werden .„Sollte eine Beförderungssperre beschlossen,werden, so wäre es am zweckmäßigsten, ven Tamschiffen den Zugang nach Italien und außerdem den Verkauf von Tankschiffen an Staaten, die die Sperre nicht durchführen zu keit von Vorkehrungen gegen eine Umleitung des Handels— u. a. durch Verwendung der Freihäfen— hin, da eine derartige Umgehung hinsichtlich des Petroleums eine ganz besondere Bedeutung hat. Der vorstehende Bericht wird von der Mehrzahl der englischen Morgenblätter dahin ausgelegt, daß sich eine wirksame Oelsperre zur Zeit schwerlich durchführen lasse. Die gegen die Sühnemaßnahmen eingestellten Zeitungen erklären mit Befriedigung, der Bericht habe dem Plan einer Oelsperre einen neuen schweren Stoß versetzt. Der aily Telegraph“, der der englischen Regierung nahesteht, schreibt, es sei klar, daß eine Oelsperre ohne Mitwirkung der Vereinigten Staaten keinen Erfolg haben könne.(Eine Mitwirkung Amerikas ist aber nach dem gestern gemeldeten Beschluß des Auswärtigen Ausschusses des amerikanischen Senats für Beibehaltung der gegenwärtigen Neutralität so gut wie ausgeschlossen). Der Vorsitzende der Sanktionskonferenz. Vascon= cellos, hat den Bericht der Sachverständigen für die Frage der Oelsperre an die Mitglieder und an die Nichtmitglieder des Völkerbundes absenden lassen, mit dem Ersuchen an die Regierungen, ihm mitzuteilen, welcher Zeitpunkt ihnen für eine neue Tagung des AchtzehnerAusschusses, auf der dieser Bericht sowie der Bericht der Sachverständigen über die Durchführung der bestehenden Sanktionen erörtert werden sollen, am geeignetsten erscheint. Araber stürmen das Postamt London, 13. Februar. Aus Sansibar, der dem früheren Deutsch=Ostafrika vorgelagerten britischen Insel, werden blutige Unruhen gemeldet. Hunderte von Arabern gerieten in Aufruhr wegen einer neuen Regierungsverordnung, die sich gegen die Verfälschung von Kopra(Kokosnußkern, der zur Seifenherstellung verwandt wird) richtet. Die Araber schlugen zunächst einen britischen Aufseher mit Säbeln nieder und ließen ihn schwer verwundet liegen. Dann griffen sie den stellvertretenden Polizeipräsidenten, den Provinzialkommissar und einen Bezirkskommissar an. Auch diese wurden schwer verletzt. Ein Polizeioffizier wurde getötet. Die Araber stürmten das Postamt und richteten großen Schaden an. Die Polizei, die 100 Mann Verstärkung aus Daressalam erhalten hat, zieht durch die Straßen. 75 Araber wurden festgenommen und auf dem Dampfer „Kalifa“ eingesperrt. Karz Nachrichten Empfänge beim britischen König. Der König von England empfing am Donnerstag den Lordpräsidenten des Geheimen Rates Ramsay Macdonald und anschließend den Schatzkanzler Neville Chamberlain. Englischer Sozialistenführer wünscht Bündnis mit den Kommunisten. Der Führer des radikalen Flügels der englischen Arbeiterpartei Cripps forderte in einer Rede in London die Bildung einer Einheitsfront der Arbeiterpartei mit den Kommunisten. Das große Ziel sei die Aufrichtung einer Arbeiterregierung in England, die mit der Räteregierung Hand in Hand arbeite. Belagerungszustand in Syrien? Die Verbindungen nach Syrien sind sämtlich unterbrochen. Gerüchtweise verlautet, daß über ganz Syrien der Belagerungszustand verhängt worden ist. Erhöhte italienische Marine=Ausgaben. Die italient schen Marine=Ausgaben für das Jahr 1936/37 sind um 140 Millionen Lire(fast 28 Millionen Reichsmark) erhöht worden. führen, zu verbieten. weist#######., eine. Oelsperre beschlossen werden sollte, weist der dubschuß ganz besonders auf die NotwendigFrank auf dem Wege nach Krakau „„ and Warschau, 13. Februar. um zweiten Tage seines Aufenthaltes in Warschau wohnte Reichsminister Dr. Frank nach einer Besichtigung der Stadt auf Einladung des Präsidenten des polnischen Obergerichtes einer Verhandlung dieses Gerichtes bei. Mittags fand ein Empfana mit Frühstück beim polnischen Justizminister Michalowski statt, bei dera, Iehr., hersliche, Ansprachen ausgetauscht wurden. Nachmitlags weilte der Reichsminister als Gast zum sch Vor englisch=ägyptischen Verhandlungen. König Fuad von Aegypten hat durch Verordnung die ägypttiche Abordnung für die Verhandlungen mit England ernannt und ihr alle erforderlichen Vollmachten zum Abschluß und zur Unterzeichnung eines Freundschaftsund Bündnisvertrages mit Großbritannien gegeben. Die ägyptische Abordnung wird von dem Führer ber Wafd=Partei, Nahas Pascha, geführt. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Polltik: Rudolf FoerKommunalpollttk und Stadtteile: Adolf Peddingdaus, Lokales: Hans Schulte. Kulturpolltik und Unterbalt##;: 1. B. Kurt Dörnemann, Wirtschaft: Fritz SchFphori: Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel,„Suassch Hans Hornberg, Anzeigen: Kurt Scholi, samilich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael„#.9#z Berlin SW. 68, Wildelmstraße 98. Anruf: Jager### und Karlshorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: B.#n Pempe, Berlin=Cyarlottenburg, Uhlandstraße 194, bn ruf C 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupen“ müdlen& Dierichs in Bochum, Ruf 67551, 52, 55. Zur dest ist Preisliste Nr. 6 alltig, Nachlaßstaffel B N. Pe.., Fllgig, Ni, 6 hnlllg, Nich%„gung DA 1. 36 über 26 300. Sprechstunden der Scristte#ung wochentags von 16 bis 17 Uhr, außer Mittwoch“##ft, Samstags. Für unverlangte Einsendungen keine pflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Nachdem als den frühen Morgen mittelt worden war mehr an, wieder unter den## am Donnerstag aber Wärme gemessen. Donnerstag mittag auf den sperrt werden. We sieht es für das W wenig gut aus. An den 1 Ihren schweren naserer gestrigen N mittag erlitten hatt mann, Weilenbri nach 11 Uhr erleg allgemeine Teilnah Ein Kind Das vierjährig ., Wiemelhauser in der Küche, wäl zurechtmachte. De behälter zu nahe, bald brannte dies Kindes wurden er ersticken konnte, ha vongetragen, daß: mußte. Brand in Ehi straße brach am aus, der seine Uj fallen von Glut a polizei konnte gröf ten im wesentliche Wer am 29. Januar Am 29. Jani Ecke Herner und einem Personenkre Kraftfahrer hat n notiert und ist d kümmern, davonge Wer wurde von d Volksgenossen, angeben können, vonizei im Polize Nr. 90, einzufind Mit dem Fahr stürzte eine Rad einen Gabelbruch und Kopfwunden Von Lastkraft vongekommen. wurde auf der 5 ein Radfahrer vo leicht verletzt. C Arm und rechten setzen. Das Fa Eile mit We Mittwoch nachm vor einem heran Sie kam aber di einen Knöchelbr ihre nahe gelege „Dorfglo 1000 Mark Mo anzeigen. Ende Janua der Heiratszeitt und Inhaber bund“, Herbert haft verbracht, wurde.., der folgender Weise Er gab in günstige Heirat waren Gegensta eine reich die das mehr und eine anse eine junge, Reizen. Der haben. Die O. suchte sich zahlungsfähi schrieb er, de in Verbindu tauschzentral glied beitret fünf Reichs! natsgebühr, jeden spätere des Geldes hat er von 2 dreimal und aue Heirat zustande annonce 1000 R Opfer bei der stelle Die neue Die 0 Eigenheimsied schmucken Häl und Stallung Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten Am Arbei abend wurde Eisenbahnunt Schlaganfall Zentralfriedhe Seite 3 Nr. 38 Bochumer Anzeiger„ Freitag, 14. Februar 1936 und Donnerstag abend Tauwetter Nachdem als Tiefsttemperatur des Donnerstags in frühen Morgenstunden noch minus 5,8 Grad erworden waren, stieg das Thermometer immer mehr an, um am Nachmittag und Abend erstmalig nicht unter den Nullpunkt zu sinken. Gegen 19 Uhr abend wurden in der Innenstadt 3 Grad # Donn“ essen. Mit dem Eislaufvergnügen war es stag mittag einstweilen vorbei, denn die Bahn den Tennisplätzen im Rechener Busch mußte gesperrt werden. Wenn nicht wieder neuer Frost eintritt, sieht es für das Wochenende um die winterlichen Freuden wenig gut aus. An den Brandwunden gestorben Ihren schweren Brandverletzungen, die sie, wie in gestrigen Nummer gemeldet, am Mittwoch nachistag erlitten hatte, ist Frau Wwe. Rudolf Lindemann, Weilenbrink 19, am Donnerstag morgen kurz Uhr erlegen. Das tragische Unglück erweckt allgemeine Teilnahme. Ein Kind erlitt Brandverletzungen Das vierjährige Töchterchen des Bahnangestellten n Wiemelhauser Straße, spielte mit seinem Püppchen der Küche, während die Mutter das Schlafzimmer zurechtmachte. Dabei kam das Kind dem Herdaschenbehälter zu nahe, ein Fünkchen fiel auf die Puppe, und bald brannte diese lichterloh. Auch die Kleider des wurden erfaßt, und ehe die Mutter das Feuer ersticken konnte, hatte das Kind solche Verletzungen davongetragen, daß man es ins Elisabeth=Hospital bringen mußte. Brand in Ehrenfeld. In einem Hause der Yorkstraße brach am Donnerstag abend ein Stubenbrand aus, der seine Ursache wahrscheinlich in dem Herausfallen von Glut aus einem Ofen hat. Die Feuerlösch= polizei konnte größeren Schaden verhüten; es verbrannten im wesentlichen ein Liegesofa und ein Bett. Wer sah den Verkehrsunfall am 29. Januar Ecke Herner und Feldsieper Straße? Am 29. Januar, gegen.50 Uhr, wurde an der Ecke Herner und Feldsieper Straße ein Radfahrer von Personenkraftwagen angefahren und verletzt. Der Kraftfahrer hat nach dem Unfall gehalten, sich Zeugen notiert und ist dann, ohne sich um den Verletzten zu kümmern, davongefahren. Wer hat den Vorfall gesehen? Wer wurde von dem Kraftfahrer als Zeuge notiert? Volksgenossen, die Sachdienliches über den Vorfall angeben können, werden gebeten, sich bei der Kyiminalponizei im Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimme Nr. 90, einzufinden. Mit dem Fahrrad schwer gestürzt. Mittwoch morgen stürzte eine Radfahrerin auf der Hellwegstraße durch einen Gabelbruch so schwer, daß sie einen Armbruch und Kopfwunden davontrug. Von Lastkraftwagen angefahren, aber glimpflich dazongekommen. Am 12. Februar, gegen 17.15 Uhr, wurde auf der Hattinger Straße, vor dem Hause 24, ein Radfahrer von einem Lastkraftwagen angefahren und leicht verletzt. Er erlitt Hautabschürfungen am rechten Arm und rechten Bein, konnte jedoch seinen Weg fortsetzen. Das Fahrrad wurde leicht beschädigt. Eile mit Weile. Nahe der Bergschule wollte am Mittwoch nachmittag ein junges Mädchen noch schnell vor einem herannahenden Auto die Straße überqueren. Sie kam aber dabei so unglücklich zu Fall, daß sie sich einen Knöchelbruch zuzog. Passanten schafften sie ihre nahe gelegene Wohnung. „Dorfglocke“ und„Herzensbund“. 1000 Mark Monatseinkommen durch Schwindelheiratsanzeigen.— Auch in Bochum Geschädigte? Ende Januar 1936 wurde in Halle der Herausgeber der Heiratszeitung„Dorfglocke Dölau(Saalkreis)", und Inhaber des Briefaustauschzirkels bund“, Herbert., festgenommen und in Untersuchu# haft verbracht, worüber im„B..“ bereits berichtet wurde.., der einschlägig vorbestraft ist, arbeitete Er gab in Zeitungen und Zeitschrisen besonders günstige Heiratsannoncen unter Chiffre auf. Meist waren Gegenstand des Inserats eine reiche, verwaiste, bildschöne Erbhoftochter, die das mehrere hundert Morgen große Gut verpachtet und eine ansehnliche Summe zur Verfügung hatte, oder eine junge begüterte Hofbesitzers=Witwe mit äußeren Reizen. Der Partner brauchte nur ein gutes Herz zu haben. Die Meldungen gingen dann auch zahlreich ein. O. suchte sich aus ihnen besonders solche heraus, die von zahlungsfähigen Personen zu stammen schienen. Diesen schrieb er, daß der Bewerber mit der betreffenden Dame in Verbindung treten könne, wenn er der Briefauskauschzentrale„Herzensbund" des Verlages als Mitdlied beitrete. Hierfür waren im voraus zu entrichten fünf Reichsmark Eintritts= und vier Reichomarr Monatsgebühr, also erstmalig neun Reichsmark, und für jeden späteren Monat vier Reichsmark. Mit Eingan des Geldes war für O. die Angelegenheit erledigt. Wohl dat er von Mai 1935 bis zu seiner Festnahme die Heiratszeitung„Dorfglocke Dölau“ breimal in einigen hundert Exemplaren drucken lassen und auch einige Schreiben zum Schein beantwortet, eine srat ist durch seine Vermittlung aber in keinem Falle zustande gekommen. Durch seine erdichteten Zeitungsannoncen bezog O. monatlich ein Einkommen von etwa 1000 Reichsmark. Da der Berrüger auch im Polizeipräsidium Bochum Ohter gesucht hat, werden alle Geschädigtez, gcherg, bei der Kriminalpolizei oder ihrer nächsten Polizeivienststelle Anzeige zu erstatten. Die neue Siedlung an der Margaretenstraße beEigenheimi au der Margaretenstraße exrichtete neue schmmuge sedlung ist jetzt völlig bezogen worden. Die schmucken Häuschen, von denen jedes ein Stück Land and Stallungen hat, machen einen sauberen Eindruck. Keichshane Wentsineister a. 3. Schime! besichtigte die Reichsfachschule für das Bäckerhandwerk in Bochum V -f. C. 0 * Schmidt im Kreise der Lehrer und ächerhan dpoe, P zr, Zochzlschzule für Das gab eine freudige Aufregung unter den Lehrern Schülern der Reichsfachschule für das Bäckerhandwerk in der Bergstraße in Bochum, als Mittwoch früh 8 Uhr Reichshandwerksmeister Schmidt mit führenden Männern des westfälischen Bäckerhandwerks erschien, um dieser zur Reichsfachschule erhobenen Anstalt zur Fortbildung des Bäckermeisternachwuchses einen Besuch abzustatten. Eingehend nahm der Reichshandwerksmeister die mustergültigen Einrichtungen in Augenschein und wohnte auch einer Unterrichtsprobe sowohl im Die Erzeugungsschlachtres Keichwnahrstänrer ein Teil des Freiheitskampfes der deutschen Nation Von stellvertretendem Gauleiter Stürtz NSG. Nachdem der Führer und seine Bewegung in jahrelangem Ringen um die Seelen der deutschen Menschen die geistige Grundlage für die Ergreifung der politischen Macht geschaffen hatten und durch die Uebernahme der Macht am 30. Januar 1933 die Voraussetzungen für die Schaffung eines neuen Reiches hergestellt waren, trat die von manchem Deutschen vollkommen ungenügend gewürdigte Aufgabe der Sicherung der äußeren Unabhängigkeit Deutschlands immer deutlicher zutage. Ueber dem erbitterten Machtkampf im Innern waren, das muß leider festgestellt werden, vielfach die großen Gefahren, die der deutschen Nation von außen drohten und drohen, von der breiten Masse des Volkes nicht in hinreichendem Maße erkannt und beachtet worden. Doch der geistige Umbruch des deutschen Volkes vollzog sich über alles Erwarten schnell. Neben inneren Reformen arbeitet der Führer mit aller Energie auf eine immer bessere Sicherung des Reiches nach außen hin. Deutschland errang im Jahre 1935 die Wehrfreiheit. Es rüstet auf und schafft sich militärisch die die seiner Stellung im Leben der Völker angemessen und für es notwendig ist. Nichts wäre aber verfehlter, als angesichts, dieser herrlichen Entwicklung die Dinge zu vergessen, die für die Sicherung der äußeren Freiheit ebenso notwendig sind als Wehr und Waffen. Aus dieser Erkenntnis heraus hat der Reichsnährstand die Erzeugungsschlacht proklamiert. Im Gegensatz zu dem früheren liberalistischen System, das die Frage der Versorgung des deutschen Volkes als eine Frage der Welthandelsbeziehungen behandelte, vertritt der Reichsnährstand vor dem ganzen Volke das fundamentale Gesetz, daß nur das Volk wirklich die nationale Freiheit habe, das es vermag, sich die Nahrungs= und Brotfreiheit zu sichern. Der Weltkrieg hat gezeigt, wie wenig Welthandelsbeziehungen nützen. Es darf wohl ohne Uebertreibung behauptet werden, daß der unglückliche Ausgang des Krieges nicht durch militärisches Versagen, durch Mangel an Wehr und Waffen usw. verursacht wurde daß aber der Mangel an Nahrungsmitteln der verräterischen Propaganda internationaler Kreise die denkbar größte alles tut, um aus Wenn vun derischen Echolle sopiel als möglich Aufnahme: Reichsrachschule Reichshandwerksmeister Schmidt. Praktischen als auch im Theoretischen bei. Der Reichshandwerksmeister äußerte sich anerkennend über die vorgefundenen Einrichtungen und sprach bei dieser Gelegenheit zu dem derzeitigen Lehrgang, wobei er insbesondere den Wert der Meisterprüfung herausstellte und betonte, daß in einer nicht allzu fernen Zukunft der Meisterbrief für einen strebsamen Anfänger eine größere Bedeutung haben werde als in der Vergangenheit die sogenannten realen Sicherheiten, mit deren Hilfe eine selbständige Existenz gegründet werden konnte. In einer internen Aussprache, an der außer dem Reichshandwerksmeister Schmide und dem Reichsinnungsmeister Grüßer die Leitung und Geschäftsführung der Bezirksstelle Westfalen und der Reichsfachschule teilnahmen, trat er dann dem vielerort aufgetretenen Gerücht entgegen, wonach angeblich diese Schule des Bäckerhandwerks aufgelöst werden solle. Er stellte demgegenüber den voraussichtlichen Ausbau der Schulungseinrichtung im Rahmen des großen Schulungsprogramms heraus. Ueber die Einzelheiten der Eingliederung und des Aufbaues werde in Kürze entschieden werden. Im Anschluß an den Besuch des Reichshandwerksmeisters nahm auch Reichsinnungsmeister Grüßer Gelegenheit, zu den Fachschülern zu sprechen. Das Hauptgewicht legte er dabei auf die Notwendigkeit der fachlichen wie theoretischen Weiterbildung eines jeden deutschen Handwerkergesellen, damit dieser im späteren Leben wohl ausgerüstet den Kampf als selbständiger Meister aufnehmen könne. Er gab abschließend den Schülern mit auf den Weg, von dem in der Reichsfachschule gelehrten Gedankengut in der Heimat Kenntnis zu geben und alle Berufskollegen zum Besuch und zur weiteren AusbilBesuch und zur weiteren Ausbilenenuougen, undt s zud rsfeibek wrigiens!. u go der Beasche von Bachum benan in Dutzustand der Nahrungs=, und Prorsteu zhrstand ss] Nach der Ruareyr von Bothum vegann in Dortimmer mehr annähere, so leistet der Reichsnährstano dami, mund sofort die Arbeitstagung. waruver berichten wir eine Arbeit, die derjenigen der wehr= und waffenmäßigen auf der Wirtschaftsseite. Aufrüstung würdig an die Seite zu stellen ist. Tag der Sechnn und der„schwurzen=kiunft Die zweite Woche des Reichsberufswettkampfes nähert sich dem Ende nehme die Strecke e in den Zirkel und schlage einen Junge Techniker im Wettkampf Er hat jetzt die Wahl zwischen Grotesk“. Ein phot...-Nuthherr. „Vernhard=Fraktur" und„Venusetzerlehrling des„V..“ bei der Arbeit t vom Tod ereilt. Am Donnerstag der Wittener Straße Pogu, a0. zum Dies wvor der„Tag ohne Geräusch“, im. Zägeg, tez Hracer, Zichdrucker und Rotendrucker ReprodutionsBochum nicht Vertreter all dieser Facheichen Schwung wie hieber jeder Tag in der aroden gleichen Sahbung wie bisher sevig Tag in der großen Leistungsprüfung der Jugend. Die freien Berufe, insbesondere die jungen Techniker, und die graphische Jugend waren am Donnerstag an der Arbeit. Die Prüfung der graphischen Jugend wurde innerhalb der elf Fachschaften durchgeführt, und beispielsweise fachliche Aufgaben gestellt für Schriftsetzer, Drucker, Stereotypeure und Galvanoplastiker, Schriftgi der, Schrist= und Stempelschneiberz„Bong Phoetegzichg, lich waren in Bochum nicht Verkteier au vieser Fuchschaften im Wettkampf vertreten, aber die Aufzählung dieser verschiedenen Arbeitsgebiete ergibt doch ein eindrucksvolles Bild der Mannigfaltigkeit und unendlichen Vielgestaltigkeit dieser Leistungsprüfung am WettkampfDie Teilnehmer versammelten sich am Donnerstag in der Frühe im„Haus der deutschen Arbeit“. Sie wurden dort vom Kreisbetriebsgemeinschaftswalter„Druck“ wettkampfes nachdrücklich hingewiesen. Sodann hielt Kreisjugendwalter„Druck“, Heinz Vogt, eine kurze Ansprache und gab das Arbeitsprogramm bekannt. Und dann hub in den Setzkästen der Bochumer graphischen Werkstätten ein großes Rumoren an. Die wohlbeleibten„Vier=Cicero"=Buchstaben schienen verwundert den Kopf zu schütteln ob soviel Eifers der Lehrlinge, und für Druckfehler war ein schlechter Tag. Auch die Lehrlinge des„B..“ waren an der Stätte ihres täglichen Wirkens, in der..“=Setzerei an der Arbeit. Es wurden von den Jungen neben dem auch in * 125 e * K I 2 14 F 1 A * Seite 4 Nr. 38 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 14. Februar 1936 aufgabe verlangt. Sie mußten in einer Zeit von aufgabe verlangt. Sie mußten in einer 45 Minuten nach einer gegebenen Vorlage das Alphabet in deutschen Groß= und Kleinbuchstaben nachschreiben. Sinn und Zweck dieser Schriftübung ist es, das Schriftschreiben zum Gemeingut aller Angehörigen des graphischen Gewerbes zu machen. Der graphische Arbeiter, der mit der Schrift umzugehen hat, soll sie nicht nur als totes Material, sondern als lebendiges Zeichen betrachten und ihre Ausdrucksmöglichkeiten erkennen und gebrauchen lernen. Inzwischen waren im Schulungsheim der Deutschen Arbeitsfront an der Bergstraße die Angehörigen der freien Berufe, besonders Techniker, an der Arbeit. Und wenn der Vormittag der jungen Setzer im Zeichen des Winkelhakens gestanden hat, so hat man hier unter den Sinnbildern die Auswahl zwischen Zirkel und Schieblehre. Gemeinsam aber war allen die Freude am Kampf und die Vorfreude auf den Sieg. Appell an alle Betriebsführer der im Gau Westfalen=Süd Wie schon bekanntgegeben, spricht am Sonntag, 16. Februar 1936, um 11 Uhr, in der Dortmunder Westfalenhalle zu allen Betriebsführern, Betriebswaltern, Kreis= und Ortswaltern der DAF. im Gau WestfalenSüd der engste Mitarbeiter Dr. Ley's, Hauptamtsleiter Pg. Claus Selzner. Betriebsführer! Erscheint mit Euern Betriebswaltern geschlossen zu dieser Kundgebung. Organisiert Fahrgelegenheiten füe letztere, damit unsere Volksgemeinschaft unter Beweis gestellt wird. Der Eintritt ist frei. Die erste Kreisführerschule der NSDAP. in Bochum durch Kreisleiter Riemenschneider eröffnet Am Dienstag wurde im Bochumer Rathaus eine Kreisführerschule der NSDAP. ins Leben gerufen, die in ihrer Art im Gau und im Reich bisher einzig dasteht. Hier werden in Zukunft die politischen Leiter des Kreises Bochum ihr geistiges Rüstzeug erhalten, damit sie jederzeit gewappnet sind, den politischen Kampf um die Volksseele im Sinne des Nationalsozialismus zu meistern. Es war vorerst nur ein kleiner Kreis, der sich zur Eröffnung der Kreisschule eingefunden hatte. In eingehenden Ausführungen brachten Kreisschulungsleiter Lange und Kreisleiter Riemenschneider zum Ausdruck, von welchen Gedanken sie sich leiten ließen als sie den Plan zur Gründung der Schule faßten. Hier solle die Auslese unter den politischen Hoheitsträgern getroffen und eine Kampfgemeinschaft von Kameraden herausgeschält werden, denen nichts fehlt an der Erkenntnis des opferreichen Weges zu dem Ziel, das der Führer seiner Bewegung stellte. Jeder Hoheitsträger müsse soviel lernen, daß er sich als wirklicher Soldat Adolf Hitlers bezeichnen könne. Die neu eingerichtete Schule wolle ihn dahin bringen, daß er immer und in jeder Beziehung seiner Aufgabe gewachsen und nur in dem Bewußtsein sich einzusetzen bereit sei, daß alle Arbeit dem Volke und der Nation dienen müsse. Die Leitung der Schule wurde dem Ortsgruppenschulungsleiter Parteigenossen Berke übertragen. Muldeenosest und Schagzensen 1930 Im Dienste helfender Liebe Der„Bochumer Bürgerschützenverein 1388“ Satzungen bei neuer Arbeit! unter neuen Der Beirat des Bochumer Bürgerschützenvereins trat im Lokale des Kameraden Hugo Schulze unter Vorsitz des Stadtrats Stumpf zu einer bedeutungsvollen Sitzung zusammen. Die Neuordnung des Schützenwesens bedingt für die Schützenvereine als Glieder des deutschen Sportlebens auch eine Umordnung der für sie geltenden Satzungen. Dem ist auch vom Bochumer Bürgerschützenverein entsprochen worden, ohne daß in seiner uralten Gestaltung eine Aenderung vorgenommen zu werden brauchte. Die vorgelegten Satzungen fanden bei reger Aussprache die einmütige Zustimmung des Beirates. Nach diesen Satzungen führt der Verein den schilt #itel„Bochumer Bürgerschützenverein 1388“. Er bezweckt die leibliche und seelische Erziehung seiner Mitglieder im Geiste des nationalsozialistischen Volksstaates durch planmäßige Pflege der Leibesübungen, insbesondere seinen alten Ueberlieferungen entsprechend den Schießsport durch regelmäßige Schießübungen unter seinen Mitgliedern nach festzulegendem Plane. Ferner hat der Verein die Aufgabe, den Bürgersinn im Geiste des nationalsozialistischen Volksstaates zu fördern und für die Erhaltung des althergebrachten Maiabendfestes und des Schützenfestes als Feste der gesamten Bürgerschaft zu sorgen. Das Maiabendfest wird alljährlich am 29. und 30. April gefeiert. Der Verein ist Mitglied des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. Mitglied des Vereins kann jeder unbescholtene, vaterländisch gesinnte, deutsche Mann werden, der das 18. Lebensjahr vollendet hat. Weiter beschäftigte sich der Beirat mit der diesjährigen Veranstaltung des Maiabendfestes, Verdorbene Winterfreuden Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim. Mit verbreitetem Dunst und Winden wechselnder Richtungen liegt ganz Westdeutschland immer noch im Bereicht absinkender Luftmassen. Der sich von Island bis über die Alpen erstreckende Hochdruckrücken wird aber weiter kräftig abgebaut durch von Südwesten her vordringende Warmluftmassen, die es im ganzen Westen trotz meist geschlossener Wolkendecke tagsüber zu Temperaturen über null Grad kommen ließen. Mit dem Vordringen dieser Luftmassen kam es an der Küste und in Mitteldeutschland schon zu einzelnen Schneefällen. Mit dem weiteren Abbau der Kaltluftmassen, die in dünner Schicht heute noch unser Gebiet bedecken, wird es bei geringem Temperaturanstieg und verbreitetem Morgennebel wolkig bleiben. Aussichten für Freitag: In den Morgenstunden Dunst oder Nebel, meist wolkig mit einsetzenden leichten Niederschlägen, schwache bis mäßige Winde wechselnder Richtungen bei leichtem Temperaturanstieg, tagsüber drei bis vier Grad über Null, nachts leichter Frost. — Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Nachts noch leichter Frost. Donnerstag, 13. Februar Barometerz4 Uhr: 37 8 Thermometer 34 Uhri k 4 8 Zeiten für Sonne und Mond am 14. Februar: ( Aufg..51, Unterg. 17.39: C Aufg..44, Unterg..38 Schneebericht Sauerland Winterberg Willing.-Use. Brilon Lödenscheid Alpen Zugspitze Gar misch Oberstdorf“ Schwarzwald Titisee-Neust. Feldberg Rhön Wasserkuppe Taunus Feldberg“ Narz Schierke Braunlage sseisberg Eitel Monschaus Nürburg* Obermesenth. Jehannat Armmbübe! “ nicht gemeldet S das in den Tagen des 29. und 30. April in der althistorischen Weise wieder vor sich gehen wird. Hier begrüßte Stadtrat Stumpf den Junggesellenhauptmann Dr. Klute und dankte ihm, daß er auch für dieses Jahr die Würde des Junggesellenhauptmanns übernommen hat. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch in diesem Jahre, wie zu allen Zeiten, das altvaterstädtische Maiabendfest in seiner 548. Wiederkehr sich zu einem Volksfest gestalten möge unter Anteilnahme der gesamten Einwohnerschaft unserer Stadt. Am Mittwoch, 29. April, erfolgt der große Zapfenstreich und am Morgen des Donnerstags, 30. April, in üblicher Art der Ausmarsch der Junggesellenkompagnie zum Bockholt nach Harpen, am Nachmittag die Pflanzung der Maieiche im Stadtpark, daran anschließend die Auszahlung der Zinstaler auf dem alten Marktplatz und am Abend der Schützenball auf dem Schützenhofe. Es wird erwartet, daß Bochums Junggesellen sich wieder zahlreich zur Junggesellenkompagnie melden und so dazu beitragen, daß Bochums uraltes Maiabendfest, von den Vätern überliefert als ältestes Volksfest, weiter in Ehren gehalten wird und immer wieder in der gesamten Bürgerschaft unserer Stadt neue Belebung erfährt im alten Brauchtum. Die Junggesellenoffiziere unter Führung ihres Hauptmanns Dr. Klute haben bereits mit den Vorbereitungen zum 548. Maiabendfest begonnen. Wie das Maiabendfest, so soll auch das geplante große Schützenfest Anfang Juli 1936 ein wahres Volksfest werden. Ueber die bisherigen Vorbereitungen wurden in der Beiratssitzung eingehende Mitteilungen gemacht, die ebenso wie die neuen Satzungen der kommenden Hauptversammlung des Bochumer Bürgerschützenvereins unterbreitet werden sollen. Die Werbung zum Schützenfeste soll demnächst beginnen. Zu seinem Gelingen ist die erste Vorbedingung, daß, wie bei den früheren Festen, sich Bochums Bürger ohne Unterschied von Beruf und Stand in die Schützenliste eintragen und so mithelfen, dem Schützenfeste den Charakter eines alle umfassenden Volksfestes zu geben. In dieser Hinsicht ergeht schon jetzt der Ruf an Bochums Einwohnerschaft, sich in die Reihen der Schützen zu stellen. Der Vorsitzende sprach die Erwartung aus, daß dieser Ruf bei dem den Bochumern eingewurzelten Heimatsinn sicherlich großen Widerhall finden werde Jahresversammlung der Evangelischen Frauenhüfdes 3. Pfarrbezirks Bochum=Altstadt. Unter stärkster Beteiligung fand am Donnerstag nachmittag im Evangelischen Gemeindehaus am Molzimarkt die Jahresversammlung der Evangelischen Frauenhilfe des 8. Pfarrbezirks Bochum=Altstadt stat Die Lesung nach der Begrüßung durch die Vorsitzend, Frau Janzen, nahm Bezug auf den Wesenskern der Frauenhilfe. Das vorjährige Schaffen und Wirken worüber der Jahresbericht der Schriftführerin Fräulein Küthgen erschöpfenden Aufschluß gab, stand, wie in den früheren Jahren, ganz im Zeichen der helfenden Liebe. Die Armen und Bedürftigen der Gemeindwurden betreut und erhielten laufend Unterstützungen in Form von Lebensmitteln und Kleidungsstucken. Hie ganz besondere Sorge galt den Konfirmanden. Unter den 506 Mitgliedern befanden sich sieben Silberbräme und eine Braut im goldenen Myrtenkranz. Elf Muglieder haben das Zeitliche gesegnet. Nach dem Kassen, bericht stehen den Einnahmen von 1613,75 RM. Ausaben ir Höhe van 1367,42 RM. gegenüber. Es Grobokamaba? Man liest und stutzt: Grobokamaba? Was ist das? greift zum Konversationslexikon. Buchstabe—, dann Buchstabe—, dann Buchstabe—. Aha, Gro=Bo=Ka—, das steht ja in jedem Nachschlagewerk, aber sonst? Grobokamaba? Ich habe mir bald die Zunge gebrochen. Ich habe mit verschlossenen Augen versucht, das Wort hundertmal ohne zu schlucken und ohne zu stottern auszusprechen. Ja, ja, Grobokamaba!„ 8 Nur Onkel Fritz ist im Bilde. Grobokamavar Ja, sagt er, das sei der Gipfelpunkt des Lebens, das sei etwas Aetherisches, ein Fluidum, eine Fülle von Licht und Schatten, etwas Einmaliges. Kurz und gut, es sei eine riesengroße Sache! Dabei zwinkerte er vergnüglich mit den Augen zu den Mädeln, lud die ganze Verwandtschaft von nah und fern nach Bochum ein und sagte nicht mehr als: Haltet Euch am Fastnachtssonntag, dem 23. Februar, bereit!! Des Rätsels Lösung soll spater erfolgen? Der Findige Was ist Grobokamaba, sagt! Kann man's essen, greifen, ist's ein Tier, wenn man so fragt, oder kann man's beißen? Onkel Fritz, er schmunzelt 7 sehr, macht dabei nur: la la! schweigt und schweigt und sagt nichts mehr als Grobokamaba! Onkel Fritz, das ist ein Kerl! aus Kaubaukums Mauern, gäb's kein Grobokamaba mehr, Onkel Fritz würd trauern. Grobokamaba sein Ziel ist, sein Lied und Laune. Onkel Fritz, er sagt nicht viel, jeder komm’ und staune! Das Abenteuer einer Minderjährigen Die Entsührung aus der Bamnentapeae Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Bochumer Krieger= u. Landwehrkameradschaft, 3. Bezirk. Die nächste Versammlung findet am Sonntag, 16.., um 11 Uhr, im Saale des Kameraden Kappert statt. Stadttheater: 20 Uhr: Markurell. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der Klosterjäger. Avollotheater: ab 15.15 Uhr: Krach im Hinierhaus. Capitol: ab 15.15 Uhr: Es flüstert die Liede. Gloria Palast: ab 15.30 Uhr: Pugmalion. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Episode. Lichtdurg: ab 15.15 Uhr: Der schüchterne Casanova. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Varteté. Odeon: ab 15.30 Uhr: Liebesleute. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uor: Liedesleute. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Der Ammenkönig. Stand da ein Mann vor dem Schöffengericht Bochum wegen Entführung einer Minderjährigen. Er hatte ein ganz junges Mädel kennengelernt, Mitglied einer Damenkapelle. Trotz der Kindlichkeit hatte die Maid es ihm angetan. Er war rein verschossen. Reiste nach Emden hinter dem Mädel her und holte es von dort weg, indem beide vorgaben, der Vater(richtiger der Stiefvater) sei plötzlich in Bochum im Bergwerk tödlich verungllat. Das war natürlich aufgelegter und recht roher Schwindel. In einer kleinen Stadt quartierten sie sich als Turteltauben einige Tage ein und dann ging's nach Berlin, wo man besser„unterzutauchen" vermeinte. Aber die Polizei ist selbst in den Millionenstädten jetzt mit Argusaugen hinter den verdächtigen Pärchen her. Es konnte daher nicht wundernehmen, daß der Vater von dem Aufenthalt seiner Tochter in der Millionenstadt schnell Wind bekam. Nun war es mit dem Traume von Glück und Freude aus. Kaum zu glauben, wie sich die beiden Abenteurer eigentlich ihre Zukunft mögen vorgestellt haben! Wie die Sache eigentlich hätte weitergehen sollen wenn die Hand der Polizei nicht die rauhe Wirklichkeit zum Schutze des Mädchens hätte so schnell wiederherstellen helfen! Ob das arme unerfahrene Ding nicht ein Opfer des Großstadtsumpfes infolge wirtschaftlicher und seelischer Not geworden wäre? Jetzt hat man das Mädel nach der Heimat zurückgebracht. Einstweilen befindet sich die Kleine in einem westfälischen Erziehungsheim in Ummeln in Obhut von gutgesinnten Menschen, die versuchen wollen, ein Erziehungswerr an ihr zu vollenden, das den eigentlich dazu Berufenen bisher nicht geglückt war. Dieses Erziehungswerk wird freilich von der falschen Romantik weit abrücken. Es wird sich gründen auf Ehre, wahre Weiblichkeit, Arbeitsfreude, Pflichterfüllung und Verantwortungsbewußtsein. Das alles braucht ein Mädchen, das Frau und Mutter werden will. Noch ist nicht alles verloren. Die bisherige Einstellung zum Leben war offenbar bei beiden Beteiligten falsch. Vielleicht nicht einmal aus Schlechtigkeit und Bosheit, vielmehr vielleicht aus Torheit und Weltunkenntnis. Der Entführer vermag heute sonderbarerweise noch nicht einmal einzusehen, daß er sich sträflich vergangen hat gegenüber dem Mädel, wie an dessen Eltern, aber am meisten an dem Mädel selbst, das noch ein unmündiges, schutzbedürftiges, wenn auch etwas leichtfertiges Kind war. Die Strafe lautete auf sechs Wochen Gefängnis. Der Angeklagte konnte oder wollte diesen Ausgang seines Abenteuers nicht begreifen. Nicht wie in andern Menschenköpfen, malt sich in diesem Kopf die Welt. Er gab an, von dem Gesetze nichts zu wissen, das ihn straffällig macht. Aber diese Unkenntnis schützt ihn natürlich nicht. So etwas muß man auch im moralischen Gefühle haben. Königstraße, in Bochum einen kleinen Unfall verschuldet. Der Richtungsanzeiger an seinem Wagen stand nach rechts, als ob er in die Gußstahlstraße einbiegen wollte. Der Wagen fuhr jedoch weiter gradeaus. Dadurch wurde eine junge Radfahrerin in Irrtum versetzt. Es kam zu einem Zusammenstoß. Das Mädchen stürzte vom Rade. Es konnte sich aber erheben und bald darauf wieder weitergehen. Der Kraftwagen wurde nach links gerissen und landete mit den linken Rädern vor den Apollo=Lichtspielen auf dem Bürgersteig. Ein Insasse des Autos, ein alter Herr aus Neuenrade, war zwar ausgestiegen, als ihm aber jemand zurief, dem Mädchen sei nichts weiter geschehen, stieg er wieder ein und das Auto fuhr davon, ohne sich um die Weiterungen zu kümmern. In Verkehrssachen aber gibt es keine Nachsicht! Die Autonummer war aufgeschrieben worden. Der Wagenbesitzer in Neuenrade bekam keinen geringen Schrecken, als er plötzlich erfuhr, daß er der fahrlässigen Körperverletzung und der Autoflucht beschuldigt werde. Er hatte den Zwischenfall als eine so belanglose Kleinigkeit angesehen, daß er noch nicht einmal die Versicherung benachrichtigte. Jetzt entschädigte er das Mädchen aus eigener Tasche, machte allen Schaden sofort gut und erfreute die Kleine sogar zu Weihnachten noch durch ein Geschenk. Das Mädel sagte auch aus, daß es außer einer kleinen Schramme Verletzungen nicht erlitt. Der Verteidiger meinte, unter solchen Umständen hätte man von jeder weiteren Verfolgung Abstand nehmen können, denn der Schaden sei gering, obendrein reichlich ersetzt und Autoflucht liege unter solchen Umständen nicht vor. Jedenfalls sei sich der Angeklagte deren nicht bewußt geworden. Der Staatsanwalt wie auch das Gericht waren aber anderer Ansicht. Die falsche Stellung des Zeiaers habe unbestreitbar den Unfall verschuldet. Der Autofahrer hätte sich unbedingt selbst um die gestürzte Radfahrerin kümmern und sich persönlich davon überzeugen müssen, daß ihr nichts geschehen sei. Auch habe er auf alle Fälle seine Wagennummer und Anschrift hinterlassen müssen, um etwaigen Verpflichtungen nachkommen zu können. Es komme oft vor, daß ein Unfall sich später erst als schwerer herausstellt, als er anfangs schien. Hätte nicht ein Fußgänger die Wagennummer aufaeschrieben, so würde das Mädchen für das zerbrochene Rad nicht entschädigt worden sein. Es liege also Fahrerflucht vor, wie sie im Buche stehe. Daß der Fahrer später das Mädchen so entschädigte, daß es sich ein neues Rad zulegen konnte, könne höchstens strafmildernd wirken. Es wurde auf hunder: Reichsmark Geldstrafe erkannt. Das Doppelte war beantragt. gaben in Hohe von 1367,42 Km. gegenüber. Es bleiht ein Bestand von 246,33 RM. Auch die in eine Unterstützungskasse umgewandelte Sterbeversicherung, der augenblicklich 444 Mitglieder angehören, meldete durch ihre Betreuerin, Frau Kötter, mit einem Bestande von 1106,92 RM. einen äußerst günstigen Abschluß. Die Wahlen, mit einem Dankeswort von Pfarrer Klose für die bisherige Arbeit im Dienste der Nächstenliebe eingeleitet, bestätigten dem Vorstande das Vertrauen. das er bislang genossen hat. Es erfolgte die Wiederwahl von Frau Pfarrer Klose als 2. Vorsitzende und von Fräulein Küthgen als Schriftführerin und Schatzmeisterin. Zu Vertreterinnen im Stadtverband der Evangelischen Frauenhilfe wurden ernannt Frau Janzen, Frau Jakubowski, Frau Dölken, Frau Rödiger. Frau Milotzki und Frau Brumm; zu Stellvertreterinnen: Frau Lotz, Frau Reinhardt, Frau Schenk, Fräulein Bisdorf und Frau Jung. Eine Ehrengabe erhielt Frau Lotz für ihre zehnjährige Amtstätigkeit als Vertrauensfrau. Organisatorische Fragen standen im Mittelpunkt der weiteren Beratungen. Pfarrer Klose gab unter Zugrundelegung der Jahreslosung einen hoffnungsvollen Ausblick auf das kommende Arbeitsjahr und bat um weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit, Mit einem Gebetsliede klang die Jahrestagung aus. Aus den katholischen Pfarreien. Da vom morgigen Samstag an der Unterricht in den Schulen wieder um 8 Uhr morgens beginnt, sind auch in den einzelnen Pfarreien die Messen an den Werktagen wieder eine halbe Stunde früher. Die Schulmesse ist in den einzelnen Pfarrkirchen um.10 bzw..15 Uhr.— In der letzten Sitzung der Leiter und Förderer des Borromäusvereins der Propsteipfarrei wurde berichtet über die Tätigkeit des vergangenen Jahres. Die Mitgliederzahl stieg von 371 auf 551. Fur Buchergaben an die Mitglieder wurden 1456 Mark aufgewendet. Die von dem Verein betreute Pfarrbücherei wurde im Laufe des Jahres von 12312 Personen besucht. Die Zahl der entliehenen Werke betrug über 21 400. Der Verein verfügt über rund 8700 Bände. Aus der Dreifaltigkeitspfarrei. Der 14. Jahrestag der Krönung des Papstes Pius XI. wurde am Sonntag abend von der Dreifaltigkeitsgemeinde unter lebhafter Beteiligung aller Pfarrangehörigen im Klemenssaale des Redemptoristenklosters äußerst festlich begangen. Den Höhepunkt bildete die Aufführung des religiösen Weihespiels„Du bist Petrus Beschulung blinder und taubstummer Kinder. Die Eltern und gesetzlichen Vertreter solcher Kinder werden durch eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im Anzeigenteil dieser Nummer aufgefordert, die Kinder, die das vierte Lebensjahr zurückgelegt haben, spätestens bis zum 1. April d. J. auf dem Schulamt, Rathaus, Zimmer 410, unter Vorlage einer Geburtsurkunde des Kindes oder des Familienbuches anzumelden. Ein Mann mit bester Führung Wann liegt Fahrerflucht vor? Eine lehrreiche Sache für jedermann. Ein Wagenbesitzer aus Neuenrade hatte an einem Novembertage an der Alleestraße, Kreuzung Gußstahl= und Es ist von großer Tragik, wenn das Gericht einen Menschen mit schwerer Freiheitsstrafe belegen muß, der im Leben bisher die allerbesten Führungszeugnisse besaß, den Krieg mit Auszeichnung mitmachte und auch bis zuletzt die vaterländische Sache tapfer verteidigte. Von 1929 bis 1932 lebte der Angeklagte in Rußland als Betriebsleiter. Er leidet zeitweilig noch unter Malariaanfällen. Die ungeheuerlichen Zustände sittlicher Verwilderung in Rußland, die er im dortigen Fabrikleben wahrgenommen und von denen er sprach, scheinen auf diesen Mann verwirrend und verheerend nachgewirkt zu haben, denn er steht jetzt unter der Anklage aus§ 176,3, weiter unter der Beschuldigung eines eigenen Kindes, das allerdings jetzt alle seine vor der Polizei gemachten Angaben verleugnete, indem es die Aussage verweigerte. Das Gericht erkannte auf zwei Jahre drei Monate Gefängnis. Drei Jahre Zuchthaus waren beantragt. Es ist ein schlimmes Schicksal, das den Mann jetzt verschlingt und die ganze Familie trifft. In ruhigen Bahnen Der Reichsbahnverkehr im Januar 1936 im Direktionsbezirk Essen Der Personenverkehr bewegte sich, wie alljährlich im Januar, nach Abwicklung des lebhaften Festtags= und Ferienrückverkehrs, der 129 Vor= und Nachzüge erforderte, in ruhigen Bahnen Infolge ungünstiger Witterung, die auch den Ausflugsverkehr beeinflußte, siel der Wintersportverkehr im Januar ganz aus Immerhin machte sich neben der wieder lebhafter einsetzenden Beförderung von 4000 Landhelfern und Kindern in Einzeltransporten gegen Ende des Monats bereits ein starker Verkehr, besonders ausländischer Gesellschaftsfahrten, zu den Olympischen Spielen in Bayern bemerkbar. Außer den erwähnten Vor= und Nachzügen wurden 40 Sonderzüge gefahren, davon 6 Urlauberzüge 14 Züge der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, 6 Gesellschaftssonderzüge, 6 für politische Veranstaltungen und 8 Sonderzüge aus sonstigen Anlässen. Der Expreßgut=, Eilstückgut= und Frachtstückgutverkehr bewegte sich ebenso wie die Güterzufuhr zum Bezirk Essen nach anfänglicher Abschwächung in der zweiten Halfte des Monats wieder aufwärts. Zur Abwicklung des Gesamtverkehrs wurden auf den Haupt= und Nebenbahnen des Reichsbahnbezirks Essen 2 830 665(2 736 245) Zugkilometer und 100082581 (98017085) Wagenachskilometer gefahren. im Sturm 11/M 69 Bochum. In diesen Tagen sind, wie schon in der DonnerstagAusgabe ausführlich berichtet, im Bereich der Motorstandarte 69 die Prüfungen zu der Gruppe 7(Technik) des NSKK.=Reichswettkampfes abgeschlossen worden. Der Metorsturm 11/M 69 Bochum erreichte in seinen Motortrupps folgende Ergebnisse: Die beste Leistung erzielte der Trupp I Bochum=Gerthe, unter Führung des Oberscharführers Bönnemann mit 4550 Punkten. Die Trupps II und III erzielten je 2990 Punkte und der Trupp IV 1950 Punkte. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Freitag, 14. Februar#., gbend im RS.=Frauenschaft Ehrenfeld. 20 Uhr: Lustiger Ernst=Moritz=Arndt=Haus. Alle Mitglieder werden erwaktel. NS.=Frauenschaft Weitmar=Mitte. 19 Uhr: Fröhlicher Abend bei Backwinkel. Gemeinsame Kaffeetafel. NS.=Frauenschaft Altenbochum. 20 Uhr: Fröhlicher Abend im Lutherbaus K267 Samme 15.30 RS. Frauenschaft Marmelshagen, Hordel, Panzermelg, Uhr: Arbeitsgemeinschaft im Frauenschaftsheim Mozmis. hagen, Kruppstraße 60. Zu erscheinen haben alle walterinnen einschließlich Zellen= und Blockfrauen. Vertrauensratsschulung der RBG. Bergbau. Freitag, 20 Uhr, findet in der Verwaltungsasg##chte# erste Vertrauensratsschulungsabend statt. Es Marschall(Königswinter) über nationalsozialistische schaftsführung. Das Erscheinen der DaF.=Walter## Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau ist Pflicht. Englisch für Anfänger. Mittwoch 19. Februar, beginn ein neuer Kursus in Englisch für Anfänger. Meldufzung vierzu nimmt noch die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswal!, Bochum, Alleestraße 46, Abteilung Arbeitsführung und rufserziehung, Zimmer., entgegen. Heimabend der Frauenabteilung der DaF.„Eschuse in tag, 17. Februar, 20 Uhr, findet in der Lewace######en Linden ein Heimabend der Frauenabteilung der Deutse Arbeitsfront statt. Ek steht unter dem Motto:„Arbeit u Feierabend.“ Hierzu werden alle schaffenden Frauen z geladen, insbesondere alle Hausgehilfinnen, Verkäufe: ge#er Kontoristinnen, Putmacherinnen, Schneiderinnetz, intgmien. werkerinnen, auch Nichtmitglieder sind herzlich willtom! (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 5 und 12.) Seite 5 Nr. 38 Wenn irgendwo ben wir hier, die Sehnsucht nach dem Zechen und die Schi Himmel ragen, wo men, hat die Natur schaft verloren. Be bietes der Kohle u Nacht die Rauchsch Hämmer hallt. Ist es ein Wur heit der Arbeit" Daß der aus dies weitere Vernichtung schwarzen Tritt de Gefolgschaft sah? sen Begriff in uns den Beginn der P und räumlich bedr trächtigte Nichts läßt sich Dr. Ley das A Deutschen Arbeits glauben, daß dadu hätten verzaubert die Arbeit wurde schon große Erfol die Einsicht viele half. Bochums gröf mer Verein fi der Tatkraft, die Bedeutung herbei Arbeit“ ergriffen verhältnismäßig bildliches zu err Lorbeerkränze. den sozialen Ein vervielfacht und z Den ersten( dank dieser system Bild von frühere tige schwarze He russigen Arbeit heute beschaut u Staunen erfaßt. geblieben, aber n Dran an Häuser Böschungen, Hal verändert. Schwarz sind die kühnen Lini lang. Rot ist d goldhraun die gelblich der Sar ist aus Hochofer matisch, sondern Beispiel dafür: Höhe verdarb d 38 Meter lange großen weißen ihr Erfola brin Selbstverständlisamtbildes nich wurde auch daf Pausen geeian vorschriftsmäßig Bilder auf die Eindruck. Daß darüb ihrer Schlacker ders segensreich ist der Idee de Dr. Julius durch die Sch ges, dem die§ Heilbad kam. schon mehrmal schen den beide die Dankbarke für den Vate Tal„Julius= Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 14. Jebruar 1936 Schönheit der Arbeit Mit Tatkraft auf Wegen zu Beispiele von aberzrugendem Eibrau Wenn irgendwo im deutschen Vaterland, dann haben wir hier, die Menschen im schwarzen Revier, die Sehnsucht nach dem Schönen. Wo die Fördertürme der Zechen und die Schornsteine der Fabriken schwarz in den Himmel ragen, wo Hochöfen stehen und Halden sich türmen hat die Natur das ursprüngliche Antlitz der Landschaft verloren. Bestimmt hier, im Herzen unseres Gebietes der Kohle und des Eisens, über das Tag und Nacht die Rauchschwaden ziehen und das Dröhnen der Hämmer hallt. Ist es ein A heit der Arbeit“ Daß der aus d weitere Vernichtt schwarzen Tritt Gefolgschaft sah sen Begriff in den und ? Wir hatten wirklich alle Gründe, dien uns aufzunehmen und ihn zu fühlen als Beginn der Befreiung von dem, was uns seelisch räumlich bedrückte und unser Lebensgefühl beeinläßt sich aus den Aermeln schütteln und als Dr. Ley das Amt„Schönheit der Arbeit“ in der Deutschen Arbeitsfront ins Leben rief, durfte niemand glauben, daß dadurch allein schon Wüsten in Paradies hätten verzaubert werden können. Aber die Arbeit zur die Arbeit wurde jetzt angefaßt und heute zeigen sich schon große Erfolge und Fortschritte Erfolge, denen die Einsicht vieler Betriebsleitungen den Weg ebnen Bochums größtes industrielles Werk, der Bochuer Verein für Gußstahlfabrikation AG., hat mit der Tatkraft, die als geschichtliche Grundhaltung seine Bedentung herbeifihrtz, den Gedanken„Schöxheit der Arbeit“ ergriffen. Und die zreststellung, dag schen ein verhältnismäßig kurzer Zeitabschnitt genugte, um Vorldliches zu erreichen, ist kein Winden unverdienter Lorbeerkränze. Die Aufmerksamkeit, die früher schon den sozialen Einrichtungen entgegengebracht wurde, ist vervielfacht und zum System erhoben worden. Den ersten Gesamteindruck von den Fortschritten dank dieser systematischen Arbeit vermittelt dem, der ihr Bild von früheren Jahren vor Augen hat, die gewaltige schwarze Hochofenanlage, die wie eine Ha russigen Arbeit emporragt. Wenn man diese Anlage heute beschaut und vergleichen kann, wird guag von Staunen erfaßt. Natürlich, die Hochöfen sine schieut geblieben, aber was dazu gehört, das viele Drum und Dran an Häusern und Eisenkonstruktionen, Wegen und Böschungen, Halden und Gerüsten, hat sich verblüffend Schwarz sind die Hochöfen. In sattem Grün ziehen die kühnen Linien der Eisenkonstruktionen zgrag eptDer Gefolgschaftsraum schöne Gefolgschaftsraum des Hocht „lten Fundamente eines Wasserturt vier Fünfteln ihrer ganzen Höhe baut. So entstanden zwei übereinan dicke Wasserrohre wurden mit Ho das Hochofenwerk in Duisburg=Meiderich ortmund=Hoerde inzwischen bereits ähnngen nach dem Bochumer Vorbild geist eine Unterstreichung der Richtigkeit liebe und 's des Grundgedankens Im Halden durch Anlage schöner flanzungen, in denen schon „Kurgäste" zum Ausruhen einladen, besert worden.„ platzes, Orbnungs Sauberkeit zud selivertändich Bz au., ist erleichtert worden durch sauberen wie dankbar die Gefolgschaft diese Beistghgenger## findet, geht hervor aus der peinlichen Saube Abera Es zeigt sich aber auch in dem personlichen Ausschmücken der Aufenthaltsräume wie dem im Bilde gezeigten eines Werksneubaues. Blumen und kleinere Ziergegenstände haben die Gefolgschaftsmitglieder selbst mitgebracht, um dem schönen Raum die persönlichere Note zu geben. Dieser eben erwähnte Werksneubau ist ein weiteres Musterbeispiel für recht verstandene Schönheit der Arbeit. Eine hohe Halle mit geschlossener Decke, an der sich über die ganze Länge auf beiden Seiten große Fensterreihen hinziehen, gibt dem Schaffenden die Arbeitsstätte, in der er bei bestem Licht und in guter Luft als Mensch schaffen und wirken kann Es ist an alles dabei gedacht, was zum Segen sein kann. Aus einem Betriebe vom Umfange des Bochumer Vereins lassen sich die Beispiele in Wort Wig,, dafür, was sich schon allein mehr durch den...s durch den Einsatz großer finanzieller Mittel fur die Durchsetzung des Gedankens„Schonheit der Arbeit“ erreichen läßt, beliebig vermehren. Davon er####ten am Donnerstag zu einer Besichtigung geladene Gäste, unter denen sich der Gaureferent des Amtes für Schönheft der Arbeit, Regierungsbaumeister Dipl.=Ing... fand, überzeugende Eindrucke. Ein Lichtbitvervortrag den nach einleitenden Worten von Dr. Höner für den B. V. Dr. Feldmann hielt, und eine Führung unter Direktor Dr. Stöcker zeigten, mit welchem Ernst und in welchem Umfange an diesem wichtigen Problem gearbeitet wird. Der Gaureferent des Amtes für Schönheit der Arbeit sprach nach Schluß der Führung mit Worten des Dankes und der Anerkennung die Gedanken schaft und Kriegsbeschädigte haben den kof ades schon empfinden können. Und wenn und das Errichtung eines öffentlichen Schwefel= liche E allen dazugehörigen Einrichtungen und schaffen Badebecken von 25X50 Meter Größe, über den und des A. kürzlich Mitteilungen machte, erst verwirk= das Bi wird die Gesamtheit in den greichen Genuß und G aus der Gefol Segen dieses B der Plan zur bades mit einem der„B. A“ licht ist, wit den Schlackenhalden Grünanlagen und das Schwefelbadehaus Das„Julius=Tal Man sieht die saubere Einfassung, ei Ein sauberer Wasch= und Aufenthaltsraum mit Tischen und Bänken Seite 6 Nr. 38 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 14. Februar 1936 In Anwesenheit des Reichshandwerksmeisters Arrrnslagung der Westhallschen Hane werebfatrung Dem Hauptzweck der Reise des Reichshandwerksmeisters W. G. Schmidt, der Fühlungnahme mit den Führern des westfälischen Handwerks, diente eine große Arbeitstagung der Handwerkskammerpräsidenten, Bezirksinnungsmeister und Geschäftsführer in Dortmund. (Der Arbeitstagung ging eine Besichtigung der Reichsfachschule für das Bäckerhandwerk in Bochum voraus, worüber wir im lokalen Teil berichten.) Die Arbeitstagung wurde vom Landesbandwerksmeister August Schmidt mit ergreisenden Worten für den ermordeten Landesgruppenleiter Gustloff eingeleitet. Nach einer Minute stillen Gedenkens eröffnete der Landeshandwerksmeister die Sitzung, zu deren Beginn er dem Reichskommissar Dr. Wienbeck und dem Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt als Erinnerungsgabe des westfälischen Handwerks mit launigen Worten eine Grubenlampe überreichte. Anschließend gab der Reichshandwerksmeister einen umfassenden Rückblick über die politische und wirtschaftliche Entwicklung in unserem Vaterlands und besprach besonders die dabei das Handwerk interessierenden Fragen. Handwerkspolitik werde niemals am Biertisch gemacht und die ewigen Meckerer müßten auch aus dem Handwerk verschwinden. Die Aufgabe der Zukunft sei es, das, was organisatorisch vorbereitet wurde, nunmehr wirtschaftlich zu untermauern. Das Führerkorps des Handwerks müßte in steter lebendigge Verbindung mit der Werkstatt bleiben, weil es nur so auf die Dauer auch die Sorgen und Nöte des Berufes verstehen könne. Reichskommissar Dr. Wienbeck stellte mit Genugtuung fest, daß im Gegensatz zu früher im Handwerk eine positive Zielsetzung die negative Kritik bei weitem überwiege. Das Handwerk mache den ehrlichen Versuch, die Dinge besser zu gestalten als in der Vergangenheit. Dann ging er auf aktuelle Fragen ein und legte dabei den Handwerkskammerpräsidenten und Bezirksinnungsmeistern ans Herz, in jeder Weise sparsam zu wirtschaften. Im Zusammenhang mit dem Innungsproblem trat er der vielfach vertretenen Meinung entgegen, daß die Innung ein„Kampfinstrument“ gegen die Industrie darstelle. Die Innung solle vielmehr ein Schutzwall gegen eine ungesunde Uebersetzung, ein Hort der Gemeinschaftsarbeit, eine Pflegestätte der Berufserziehung und der handwerklichen Disziplin sein, und sie sei für andere Zwecke niemals bestimmt gewesen. Der große Befähigungsnachweis müßte als Leistungsprobe der Meister= rüfungskommissionen gewertet werden, in denen nur erfahrene Fachleute einen Platz haben könnten. Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt ergänzte die Ausführungen Wienbecks und wies dabei besonders auf die in nicht allzu langer Zeit herauskommende neue Prüfungsordnung als Rahmenordnung für das ganze Reich hin. Er gab weiter der Ansicht Ausdruck, daß eine Möglichkeit geschafft werden müsse, um solchen jungen Leuten, die durch Auffassungsgabe und handwerkliche Leistung während der Lehrzeif besonders auffielen, die Lehrseit unter bestimmten Voraussetzungen zu verkürzen.„ Nach einer kurzen Pause wurde im zweiten Teil der Tagesordnung, der Aussprache über die Zweckmäßigkeit der im Landeshandwerksmeisterbezirk Westfalen zunächst probeweise durchgeführten Bürogemeinschaft der Bezirksstellen der Reichsinnungsverbände, von den Bezirksinnungsmeistern zu diesem Problem Stellung genommen. Allseits wurde der große Wert dieses Systems anerkannt, der in einer Zeit= und Kostenersparnis bestehe und darüber hinaus zu einer Annäherung zwischen den verschiedenen Handwerkszweigen führe, die im Interesse des Handwerks und der Volksgemeinschaft nur begrüßt werden könne. Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt stellte abschließend fest, daß es nunmehr an der Zeit sei, die Frage grundsätzlich für das ganze Reiche zu klären. Gleichzeitig kündigte er eine grundsätzliche Regelung des Geschäftsführersystems im Handwerk an und bezeichnete die bisherige Zentralisierung aller Aufgaben in den Reichsinnungsverbänden als Uebergangsmaßnahme, die durch eine immer größer werdende Verselbständigung der Bezirksinnungsmeister abgelöst werden würde. Die Arbeitstagung in Dortmund sei, so betonte er zum Schluß, eine der wertvollsten Tagungen der letzten Zeit gewesen. Wenn das Handwerk so wie hier aus innerer Ueberzeugung an die Probleme herangehe, dann sei ihm um die Zukunft des deutschen Handwerks nicht bange. Die Zementorganisation West Entscheidung liegt beim Westverband Die zwischenverbandlichen Verhandlungen in der deutschen Zementindustrie sind bis auf einige untergeordnete Fragen praktisch abgeschlossen. Der neue Westdeutsche Zementverband in Bochum erhielt nach Informationen des WHD. vom gesamten deutschen Absatz einen Versandanteil von 23 v. H. Dieser steigt auf 24 v. H. in dem Augenblick, in dem sowohl der gesamtdeutsche Absatz als auch der westdeutsche Absatz für sich den jeweiligen Jahresabsatz von 1935 um 1 v. H. übersteigen. Bekanntlich sind sämtliche Absprachen in der deutschen Zementindustrie, auch diese vorläufige Gesamtregelung, unter dem Vorbehalt der restlosen Neuordnung des Westverbandes geschlossen worden. Der westdeutsche Verband hat beim Reichswirtschaftsministerium den Antrag auf Zwangsbeischluß der anläßlich seiner Neuordnung aufgetretenen fünf neuen Außenseiterwerke gestellt. Da die regierungsseitige Entscheidung über diesen Antrag noch nicht gefallen ist. wurde die für nächsten Montag in Bochum angesetzte Sitzung des Verbandes verschoben. Von den neuen Außenseitern ist das Werk Renfert im Beckumer Revier wieder dem Verbande beigetreten. Außerhalb verblieben sind noch die vier Werke Nordstern, Bosenberg. Ilse und Evers. Die alten Außenseiterwerke sind Wittekind, Seibel, Westfalen, ein Naturzementwerk, die neu errichtete Fabrik in Sötenich(Eifel), die übrigens Verbandswert werden soll, und ein neues noch nicht in Betrieb befindliches Zementwerk. Die endgültige Gesamtregelung in der deutschen Zementindustrie hängt jedenfalls von der Lösung der Außenseiterfrage usw. im Westen ab, das heißt davon, ob die Verbandserneuerung im Westen um ein Jahr, die Verlängerung im Norden um zwei Jahre und im Süden ab Ende März um zehn Jahre praktisch in Tätigkeit treten kann. Der Werberat berichtet Sechues sbeis netäicht Ueber die Entwicklung im Jahre 1935 berichtet der Werberat der deutschen Wirtschaft. Sein Jahresbericht gibt einen Ueberblick über die Zahl der erfaßten Abgabepflichtigen, die von 9000 am 1. Januar 1934 auf 27.550 am 15. Dezember 1935 gestiegen ist. Als eines der Hauptsorgenkinder des Werberats wird das Anschlagwesen bezeichnet. Der zur Zeit bestehende Rechtszustand, daß neben den Bekanntmachungen des Werberats die landesgesetzlichen Vorschriften in einer kaum noch zu überbietenden Buntscheckigkeit vorhanden sind und von den Polizeibehörden teilweise in wirtschaftsfremder Weise gehandhabt würden, wird im Jahresbericht als unerträglich bezeichnet. Für alle wirtschaftlichen Kreise ist von Interesse, daß der Werberat es als sein wesentliches Ziel bezeichnet, weite Kreise der Bevölkerung, im einzelnen sogar auch der Wirtschaft, Behörden und Parteistellen, zu einer anderen Einstellung gegenüper der Wirtschaftswerbung zu bekehren. Vielfach bestehe noch absolut keine Klarjaktlen gehalten. Von Industrieanleihen erzielten Karstadund Kölsch=Fölzer etwas bessere Kurse; zu letzten Kure wurden Elsa Zement gehandelt, während Dyckerhofs=Wigi Humvoldt=Deutz und Alexanderwerk behauptet lin Marz: lagen. Höhere Nachfrage bestand nach Isolawerken. Im Ver. lauf traten kleine Kursbesserungen ein.n 3 Berliner Börse Die kleinen Kaufaufträge der Bankenkundschaft, die einiger Zelt zu beobachten sind, setzten sich fort, so daß die Tendenz weiterhin freundlich war. Am Aktienmarkt werden die Bewegungen nach wie vor von Dividendenhoffnungen ge, gen. Obwohl die Nachfrage im allgemeinen am Aktien, zu bekehren. Vielfach bestehe noch absolut keine Klar= tragen. heit darüber, daß die Wirtschaftswerbung nicht eine Er= und Rentenmarkt nicht groß ist, stößt sie jedoch oft genug au scheinungsform des liberalistisch=kapitalistischen Wirt= leere Märkte, da Angebote nicht an den Markt kommen. Die ist, sondern eine zeitlase, wirtschaftspoli= Umsatztätigkeit ist daher begrenzt. Bemerkenswert fest lag der Rentenmarkt, der unter Bevorzugung einzelner Spezialwerte allgemein fester lag bei kleinen Publikumsauf. scheinungsform des liberalistisch=kapitalistischen Wirtschaftsdenkens ist, sondern eine zeitlose, wirtschaftspolitisch indifferente Voraussetzung für eine reibungslose Wirtschaftsführung. Der Ruhrverband Essen bietet nom. 12 Millionen Reichsmark 4½ proz. Schuldverschreibungen an, die am 1. April 1942 zum Nennwert rückzahlbar sind. Das Angebot erstreckt sich einmal auf den Umtausch gegen die am 1. April 1936 rückzahlbaren 6proz.(ehemals 7proz.) Schuldverschreibungen von 1931 und 1933, außerdem aber auch auf die Zeichnung gegen Barzahlung. Dazu hat der Ruhrverband die Genehmigung des Reichswirtschaftsministers. Die Anleihe ist mit einer Feingoldklausel ausgestattet. Der Umtausch erfolgt zum Vorzugskurs von 97,5 Prozent ohne Verrechnung von Stückzinsen. Die Differenz von 2½ Prozent wird in bar am 1. April 1936 vergütet. Der Umtausch hat zu erfolgen in der Zeit bis 24. Februar einschließlich. Für die Barzeichnung ist dieselbe Frist vorgesehen. Börsen weiter freundlich Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse wir auf allen Märkten freundlich gestimmt. Die Geschäftstätigkeit war jedoch auf den einzelnen Gebieten unterschiedlich. Das Anlageinteresse des Publikums scheint wieder etwas im Steigen begriffen zu sein, denn für den Markt der festverzinslichen Werte lagen zahlreiche Kaufaufträge vor. Bevorzugt wurden solche Papiere die auf verhältnismäßig niedrigem Kurs stehen. Von öffentlichen Anleihen wurde die Alivesitzanleibe bei 110.40 gesucht. Umschuldungsanleihe konnten sich auf 87,15 um 10 Pfennig erholen. Am Aktienmarkt hielt die Aufwärtsbewegung im allgemeinen an. Größere Umsätze hatten jedoch nur die Montanpapiere. Stahlverein, Dahlbusch und Hoesch je ½ Prozent höher. Rheinstabl ¾ Prozent gebessert. Muag ½ Prozent fester, Farben ½ Prozent höher. RWE. stiegen Prozent. Winiershall erreichten den Parikurs. Von Sonderwerten Westd. Kausdof ¼ Prozent billiger. Der Kurenmarkt lag fest bei kleinen Umsätzen. Von Kohlenkuren lagen Consiantin etwas niedriger im Markt; die übrigen wurden zu behaupteten Preisen nur genannt. Nach Braunkohlenwerten zeigte sich steigende Nachfrage. Kalikuxe blieben ohne Geschäft bei anhaltender Nachfrage nach einzelnen Aschersleben=Werten. Der Freiverkehr lag behauptet. Von Kohlenaktien waren Lothringen höher gefragt. KaliGastslans=kein Velkswirtschäftiicher Larur Einheitlicher Neubau Probleme des Gaststättengewerbes Die Fachgruppe Schankgewerbe der Wirtchgruppe Schankgewerbe der schaftsgruppe Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe veranstaltet gegenwärtig in Berlin eine große fachliche Arbeitstagung, auf der eine Reihe wichtiger und für die Mitglieder der Fachgruppe entscheidender Fragen zur Beratung steht. Dies gibt uns Veranlassung, uns mit den grundsätzlichen Problemen des Gaststättengewerbes einmal im Zusammenhang zu befassen. Die Gaststätte spielt im Leben wohl jedes Menschen eine nicht zu unterschätzende Rolle: sei es, daß er sie für die Einnahme der täglichen Mahlzeiten aufsucht, zur Ausspannung oder zum Vergnügen, oder daß er auf einer Reise in ihr Unterkunft findet— auf jeden Fall ist das Leben des modernen Menschen ohne sie undenkbar. Und deshalb wäre es auch grundfalsch, die Gaststätte schlechthin oder auch nur einen Teil des Gewerbes als„volkswirtschaftlichen Luxus" abzutun. Es läßt sich allerdings nicht leugnen, daß das Gaststättengewerbe, mehr als vielleicht mancher andere Wirtschaftszweig, von unserm Einkommen abhängig ist. Deshalb ist es auch erklärlich, daß der Umsatz des Gaststättengewerbes, der im Jahre 1929 noch mit.4 Milliarden Reichsmark seinen Höchststand in der Nachkriegszeit hatte, bis 1933 auf.85 Milliarden Reichsmark zurückgegangen war. Wenn wir diesen Rückgang zu dem der Einzelhandelsumsätze in Beziehung setzen, der rund 50 v. H. ausmachte, so will es scheinen, als hätte das Gaststättengewerbe die Krise günstiger bestanden als der Einzelhandel in seiner Gesamtheit. Dazu muß nan jedoch wissen, daß der Gastwirt nicht in dem Maße wie der Einzelhändler die Kosten seiner Betriebsführung einschränken kann. Der Einzelhändler kann seinen Warenbestand vermindern. er kann Lagerräume abvermieten, verschiedene Werbungskosten sparen und dergleichen. Das Gaststättengewerbe demgegenüber ist ein ausgesprochenes Bereitschaftsgewerbe: die Gaststätte muß immer auf den größtmöglichen Besuch vorbereitet sein, wenn sie sich ihre Kundschaft erhalten will. Das bedingt naturgemäß auch einen größeren Aufwand an Betriebsunkosten. Auf der andern Seite ist die Einführung der Gemeindegetränkesteuer im Jahre 1930 zu erwähnen, die für die gesamte wirtschaftliche Lage des Gewerbes von erheblicher Bedeutung geworden ist, denn sowohl an Zahl der Betriebe und der beschäftigten Volksgenossen, als auch in der Beteiligung am Gesamtumsatz stehen die Schankstätten an erster Stelle: sie umfassen rund 85 v. H. des gesamten Gaststätten= und Beherbergungsgewerbes.— Wir müssen weiterhin wissen, daß sich der sinkende Umsatz auf eine stets steigende Zahl von Gaststätten verteilte, denn das— im gesamten kleinbetrieblichen Sektor unserer Wirtschaft— fehlende System der fachlichen Zuverlässigkeitsprüfungen, dessen Einführung dem Nationalsozialismus vorbehalten blieb, hat auch im Gaststättengewerbe zu einer erheblichen Uebersetzung geführt., Es leuchtet ein, daß aus dieser kurz geschilderten Läge des Gaststättengewerbes für die Fachorganisation ein erheblicher Komplex an Fragen und Problemen entstanden ist, die der Lösung harren. Haben wir auf der einen Seite bereits die Einschränkung der Kredithergabe durch die Brauereien durch die bekannte Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Brauwirtschaft, so steht auf der andern Seite die Verlängerung der Gaststättensperre in Aussicht, so daß mit der Gefahr einer weiteren Uebersetzung vorerst nicht gerechnet zu werden braucht. Die wesentliche Aufgabe der Fachoxgapisation liegt daher— wie auch der Leiter der Fachgruppe Schankgewerbe in einer Vorschau auf die Arbeitstagung zum Ausdruck bringt— in der Steigerung der Leistungsfähigkeit des einzelnen Betriebes durch fachliche Schulung, durch Beseitigung verschiedener Sonderbelastungen und dergleichen mehr. Die Frage des Gaststättengewerbes ist jedoch wie in den meisten andern mittelständischen Wirtschaftszweigen die Frage des Nachwuchses, ohne deren Lösung wohl jeglicher Neuaufbau des Gaststättengewerbes illusorisch bleiben dürfte. Hier hat die Arbeit der Fachgruppe Gaststättengewerbe in der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel schon seit langer Zeit gute Erfolge gezeitigt. Insgesamt wurden— um nur einige Beispiele zu geben— im Jahre 1935 rund 5450 Berufseignungsprüfungen durchgeführt, denen sich rund 40000 männliche und weibliche Volksgenossen unterzogen. Allein wegen Unkenntnis der elementarsten Berufsfragen mußten von diesen 40 000 rund 18.000 abgewiesen werden. 2580 Servier= und Küchenmeister wurden 1935 in den Meisterlehrgängen der Fachgruppe Gaststättengewerbe freigesprochen, hiervon sind rund 38 v. H. Betriebsführer.— Ihre Krönung erfuhr jedoch die gesamte Berufsausbildungsarbeit durch die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel(Fachgruppe Gaststättengewerbe) und der Wirtschaftsgruppe Gaststättenund Beherbergungsgewerbe. Diese Arbeitsgemeinschaft, in der auch die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vertreten ist, regelt als oberste Spitze die Ordnung und die Neugestaltung der gesamten Berufserziehung im Gaststättengewerbe. trägen. Von öffentlichen Anleihen wurde Reichsaltbesitz bei 110½(plus ½) umgesetzt. 4½prozentige steuerfreie bahnanleibe ¼ Prozent böber. Zinsvergütungsscheine an unveränderter Basis gesucht. Die Umschuldungsanleihe an, ziehend. Einzelne Industrieobligationen bemerkenswert sei Länder= und Provinzialanleihen gut behauptet. Am Aftienmarkt war die Kursgestaltung nicht ganz einbeitlig. Es überwogen kleine Befestigungen. Die Umsätze waren klein. Gefragt waren von Mantanwerten Vereinigte Stabl. die einen Umsatz von etwa 100.000 Reichsmark hatten, den ersten Kursen notierten=G. auf Käufe eines Privat. bankhauses bin bei rund 300 000 Reichsmark Umsatz 1 Prozent höher. Der Verlauf war ziemlich ruhig. Montanwerte lagen dagegen weiter beachtet bei allerdings wenig veränderten Kursen. Die Börse schloß sehr ruhig und gut gehalten. Am Geldmarkt blieb Tägliches Geld mit bis 3 Prozent weiter leicht. Am Devisenmarkt notier. ten: Amtlicher Pfundkurs unverändert 12,29, amtlicher Loslar.463(.46), amtlicher Gulden 168,71(168.70), amtlicher Frank 16,41½(16.41), Lira unverändert 19,78. Rhein=Mainische Abendbörse in Franksurt a. M. Die Unternehmungslust an der Abendbörse war nur gering, da Aufträge aus dem Publikum nicht vorlagen. Anderseits machte sich aber auch keinerlei Abgabeneigung bemerkbar, so daß die Grundstimmung weiter als freundlich angesprochen werden konnte. Man nannte die letzten Berliner Kurse. Am Rentenmarkt war die Grundstimmung zunächst still. Auch im Verlauf bewegte sich die Geschäftstätigkeit in sehr ruhigen Bahnen und nennenswerte Veränderungen waren nicht mehr zu verzeichnen. Die Auslandsbörsen Newyork: Fester. London: Fester. Amsterdam: Nicht einheitlich Paris: Freundlich. Brüssel: Fester. Wien: Fest. Zürich: Unregelmäßig. Mailand: Fest. Getreidegrohmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst ner 100 ko Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hater märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche) Roggenm. 0, 997 A. 21.10 21.10 Viktoriaerbsen /20.0 21 b 200.210 Speisserbsen 18 0 19 018.-19.0 Futtererbsen 12.-13 5 12.-135 Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 13. Februar: 50.50(Vortag 50,25) Reichsmark für 100 Kilogramm. Alnminium, 98 bis 99 Prozent, Bl.: 144 Reichsmark; Aluminium, in Walz= oder Drahtbarren: 148 Reichsmark. K Crun GENCZIERCIENE 10.00 Unterhaltungskonzert(Von München). Kammer orchester Planer(Bruno Aulich). Dazwischen: Olympia 1936: Eishockey und Zwischenberichte vom 50=Kilometer=Dauerlauf 10.45 Eröffnung der Automobilausstellung in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Berlin(Vom Deutschlandsender) 12.00 Die Werkpause(Von München). Unterhaltungskonzert. Das Münchener Tanzfunkorchester(Br. Aulich); Das Schrammeltrio Jochner=Schweizer. Dazwischen: Olympia 1936: Eishockey und Zwischenberichte vom 50=Kilometer=Dauerlauf 14.15 Kleine Musik 14.30 Unterhaltungskonzert des NS.= Reichs=Symphonieorchesters(Franz Adam)(Von München). Tazwischen: Olympia 1936: Eiskunstlauf(Kurlauf 16.00 Der frohe Samstagnachmittag. Mit beide Bein' in de Karneval hinein! Willi Schneider(Dariton): „Das singende Rheintrio"; Hermann Neidenhoff Balalaika=Virtuose); das Kleine Orchester(Leo Eysoldt); ein Blasorchester(Fritz Hannemann); die drei lustigen Gesellen des Reichssenders Köln 18.00 Das Kammerquintett spielt zur Unterhaltung 1900 Zum Feierabend. 45 besinnliche Minuten Karl Delseit spielt Werke von Schubert. Schumann und Brahms. Josef Lodenstein liest Gedichte von Eichendorff 19.45 Momentaufnahme 20.10„Westdeutsche Fastnacht.“ Gemeinschaftssendung der Städte Düsseldorf— Dülken— Münster— Köln(Gustav Kneip) 22.20 Olympia 1936: Die letzten Meldungen und Hörberichte des 10. Tages der IV. Olympischen Winterspiele 1936 22.40 Tanzmusik der Funktanzkapelle(Carl Rau)(Von Breslau) Deutschlandsender: 16.00: Der frohe Samstagnachmittag.— 18.00: Volkstänze— Volkslieder.— 19.05: Olympische Winterspiele, 10. Tag.— 20.10: Zu guter Letzt. Unser kunterbunter Wochenkehraus —. Tanzende Welt.— 21.30: Unterhaltungsmusik (Von München).— 23.00: Wir bitten zum Tanz! (R. Gaden) Rh.-Westf. Börse. Düsseldorf, 13. Feb. bngaant en Albseimn Schart, andgeugtue Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notierungen (13..113..s13. 2. Moin.. Hoesch RU. Krupp RM Mittelstahl Ver. St. RM. erus busch St. ch. Atlant. ch. Erdsl Reichebahn Farbenind. Smöhle uon& Soille tachmitch pon... gsch-Köln -Ascherei. Kuxe Steinkehlen 13. 2. 110.25 91.25 110.25 104 37 104.75 103 75 103. 96 253 106 33 112 05 112 87 122 75 151.75 120.1 117.6 113 115.25 91.23 23 12. 2. Schlus 109 25 104.00 103 50 193.50 98 00 122.75 151.25 120.00 118.00 113.0 90.75 126 00 Klöckner-W. Mannesmann Masch.Untern. Reichsbank Rheia, Braun k. Rhein, Stahlu. Rb.-.-Elek. Saizdetfurth Schucker t& C. Siemens& Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Westeregein Wintershall Zellst. Waichofl 13../13..113..912. 2. Div. Antang ISchlus Kasss(Schlues 3 86.87 87.12 88.87 „.32 25 32 37 12/187.00187.00 12—.— 4 /114.37/114.00 61128.25128.50 75 133.25133.00 175.00 174.15 97.00 84.25 31.75 5/119.00 99.87 84.25 31.37 109.37 86.811 8712 82 50 187 05 224 00 123.12 132.87 174.50 96 87 84.25 31.39 100 0 33.25 81.73 186.73 127.73 183 00 133.25 33.75 32 9 113 05 99.75 Westa. 84008700S30060 Beranerem. 1250 1990 1200 1325 12. 2. 81S.1 Cerolust. 4000 4200 400 440 Const..Sj 200 8300 6250 655J Deutschl. Schweria Heinrien 390 3630 3100 415 359 390055 3100 8700 3100 Heinrien Lengoi 1750 12250 11750|12250 Draunkehlen Bruckd.-N.—— Gutehorfn, 3800/3050 8800 Leonhard[380- 94 00S 10 Sessliso Kall Beienrede i 890) 7151 685 7 15/ Aovrosch.-—— 833 #eu-Stast.!—.—— Msre#26- aoge Winteren. 00 Brausschu., 55.-620)9859 B20cinigkeit—-— Erichsse 9 3300 35503300 MMdrn Preiverken: Steinkehlen- u. Braunk.-Kuxe 13. 2. 12. 2. 97.510 Giergardt 4000 4100 4559 4754 AWesttalen 800— 65 a. S30Gsaltalen vo0— bao 1220gBellern.— 137501— 1378 Kallkene arsrhüringen Habige. /25392830 demdol. 24732823 1ope isenburg Aartagl. ane 4anie I Aar. Heusollst. iansbach iecheld. 2450 2475 1800 280 1800 355 26000 462. 435 94835 269— 1409825 23902500 4355 2300/4590 2350 233 4 25002850 24597 3299/3400 3200 39 420 an0 42# 8200 2430 2450 233 35544146 340 4/40 510 Industrieaktien 9v Baicke Masch. Berg. 6. Dahl. V. Bonner Bg. s. H. 3ösp. Walzw. Braunk Zuk. Bruckd.-Nistl. Burbach Kal. 46 Oortm.Ritterdr. 25 203s. Hosf.-Gr. 32033. Masch.8 730mamit A. R 1b. Eschw. Berg. 13s- u. Sp. S. Möckauf-B. 40 Jebr. Gosdh. 46 tallesche Salz. Jochtiet 46. (abelw. Rheyot (ali-Chemie Aölheim. Berg Ihein, Metell ihein. Spiegel. Josdervr. Srok. Sachtl. 46. 8g0 Schieß-Oefries Schleg. Scherp. Vaggonf. Uerd. Wasserv. Geis: Bankaktien Berlin, Hand. 8. Com.- u. Pr.-8. 0. Bank u..-G. DDresdner BanRn. W. 80. Gr. 8 Vestd. 8.-4 114 5 204.0/40 136 3 89 0 435 0/435. 93.5 (Einheitsk.).[Oiv. 113.2 12.2. 13.12.21Solonis,.-.K. 5 126.0s126.0 71.0 71.0 30lonia Röckv.— 242.0s2429 129 21130.0 iadb. Feuorv. 40 765.0765.0 112 0195.0(la. Ragelv. S 95.0 95.0 105.0—. 170In. Loyo A. V.— 233.0/233.9 130.5139.2(Oln,. Röckv. gr.— 123 0/123.0 (öln.Röckv. kl.— 82.0 32.0 Rentenwerte .6/5 Rhw..-Cr.Ghyp.0/6 Pfd. S. 4. S. 12. 10 #to. dto..1 .05½ Oto,. dto. 8. 11 # dto., Gold.-Kom. 1926. 1927 8. 4— 1½ Wo. 80d. Gpfd. 6 5 dto. Em. 3. 9s12. 14 Freiverkehre-Aktien 13. 2. 12. 2. S 1 6 65.0 48.0 45.0 47.0 110.0108 0111.5 0135 0118 9121 106.6 113.0113 57.5 78 3 141 1 109 7110 114.5115 114.0 133 0 127 7: 86.9 949 106.210 130 0149 117 51171 92.7192. 91.8 91. 91.5 91. 1213— —. Versicherungeaktien au. lsch.-Abach. F 70 1200 1202 #cn. Röckvere 14.4/—.—. PAgripp.., Fl. L1— 4000 400 -. Spig## 92-.Stuttg. 12.91236. 0/4 56.0 ##-ESL.A Berliner Börse, 13. Febr. 96.5 15 94.0 40 1d ae Adier K. 3urd. K. Sisa C. 3u.-75.1 So#0h. b 63th KLothr. 6. Taei. 42889. Kr Ber9 ###n. Lsol. gl. Dies. Cle. Rou. Prez. Wie .Jer 610 48.5 108.5 R 1 23.11 2. 53.0—. 58.0—. 84.0 86.0 84.5 87.0 84.0 81.0 84.0 68.5 66.0 69.0 300 70.0 150.0 83 0 90.0 47.0 42.0 83.0 90.0 47.9 30.5 Steuergatscheine 13..112.2. #llg ab 1. 4. 1996 I. 4. 12 I. 4. 1928 I..1997 .eim .33.71103.7 107.111077 111.1. M Aischche Commerz- und Privat-Gank.-., Fillale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstus 5% Zinheitakurse Indusutrieerte 13..s12.2 12173.3 0 53.3 54.3 0 40 3 39.5 01 38.5 83.5 9 83.5 89.5 H g- ee I. E. 6. Anhalter Kohle #schaff. Zeilst. Basalt Sayr, Motoren Semberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Karisr. ind. Kr. u. Liohi " Maschinend. Soderus 10 phan. Wasser 5# U Chem. Geisenk. 45 Cont Summ es gPpnies dem Otsch. Allant. Otsch. Baumwolle " Cont Gas Kabel " Linoleum „ Steinzeug " Tel. u. Rad. " Eisenband. 71.8 71.0 ..— 23.8123.9 92.0 92.5 25 0124.5 97.5 98.0 20.8121 1 40.2140 I 12.0112 0 98.2 98.0 113.71 113.7 163.7168.0 0104.6104.2 9112.0— 91140.2140.0 126.7125 3 6s147.5147.7 8148.6147.2 7/131.0— 9133 5135.0 . Kiz 0 45.2—. 173.0 Oittmann Neuh. Otmd. Akt.-Brau. 10 Union-Srau s13—. Dürener Metall Opckersh. Wicm. 6130.5136 S. %Käl: Kölner Gas Kreft V. Kromschroster Lxonoriaz Metall KOppersbusch ahmeyer Laurahötte .MLeoooldsgruben Kindes Eis „ingnerwerke oron 4 glektr. Lieferg T„ Lichtu. Ke. Engelh. Brauerei Enzinger Union Passete 5PPzet ap 6o. Germen. Cem. jes. f. ei. Untern 3ildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Tert# Juanowerke u Draht Hageda Hamb. Elektr. Müpert Masch Hindr.-Aufterm. Hofimnann Stärke Hoheniohewerke Holzmann Ph. Hotelostr.-Ges. #ise Bergben Aise Genus bsenbeck Brau. Junghans Gehr. 93 193.2135. 0 89.5 86. 6108. 3108 9105 4105.0 69 117.5 3192.5 84/127.0 6/114.0 9/133.3 9 60 6/114.0 62128 9 94.0 9 94.0 9 80 103 .0/195. 9104. 112.0 9116. .5101 .0126.3 9 30. .0111 5/129 .0 94.A 410 98 9 80: 6129.5128.0 1 153 9 83.11 89.0 u Biag Wun Aimose Aölheimer Berg. 120.0 77.0 84.5 7/129.0 0 22.6 0 98.5 71144.0 8151.0 45 95 0 91.0 10 61138 5 renst.& Koppei Osnabr. Kuofen Jonge a; Zahn phein. El. Werke In Rhein.-W. Kaiß ebeck Montan ###tgers werte Lechsonner 9 Sarott Schlege Schles. Berg. u. L. Berg,. Beuth. : clekt. u. 899 Schub. 4 Saizer Schultheis-Patz. #egersdorfer W. Siemens dias 119. 129.0 93.9 143.7 149. 77.3 118.0 2101.7 8/121.3 103.0 106.2 925 131.3 101.3 96.0 99.7 0. MSiem.& Halske .0/Stollberg. Zink Thöringer Gas I1 Transradio eluch dachen Union chem. r 0 ogel 91.0 143.7 71. 121.0 er. Otsch. Nickel Ver. Glanzst. Uitramarin Draht Poage&ap 00. Wandererw. Warsteiner Grud. Neattalen Draht Nickdler Brau. 8/174.5 0 134.0 0 130.7 142.0 130. 141.3 95 Verkehrswerte Aesteanerte 102.0 #5 Ot. R. Schatz. 41 ##4 Ot. R. Anleine 44 108. 455 O. R. Voungen. 36. 6½ Reichsbann Sch. 89 0Westislen Altossitz: 146.61# Bochum Anl. 131.04 Oussburg. Am. 109.01 Düsseld. Anl. 93.315 Eiberfels. An 102.045 Essen anl 97.4 97.9 103.11103. 99.2 109.6 91.0 90.2 93.2 91.0 91 8 5145 Möhlh.-Ruhr Anl. 1 Ruhwerbd. Anl. 36 ##Pr Ldof. A. Pfd. #5 Ldbk. Westf. Pfd. ##Ldbk. Westf. Kom. ).3/440t. Kom m. Goldanl. 4Westf. ldsch. Pfd. ###. Hyo. B. Bin. Pfd. .5/4#Pr. Centr. bod. Pfd. ###P Pfobr. Sk. Pfd. ob Basalt Obl. .5/5 Concord. Berg Obi. B Oaimier Benz Obl. .26 Klöcknerw. Obl. 0ß Mont Cenis Obl. .“s Ver. Stahl 60 3·5 Ver. Stahl 47131 B Siem. u. H. Obi. 5 Farbenbonds Imsch. Anleihe I. Scnued. F.## 3. Schuldd. F. 38 3. Schuldb. F. 40 3. Schulcd. F. 4 3. Schuldd. F. 43/1 .4/5 Essen Steink. 42 115 Harpener 45 .1/4 R. N. E. 92 .65 K. w. E. 30 1 7145 Runrchemie 4 .0/15 Ruhrges 51 . 2/%5 Ruhrwasser 83 .0/45 Runrwonng. 35 945 V. E. W. 50 90.8 90 100 3100.3 97.0 97.0 93.7 34.0 92 0 93.0 94.1.: 95.5 95.5 95.2 95: 33.5 95.5 95.5 95.5 103.0 106.|105.8 102.2102 —. 103.2 92.5— 94 0 93.8 99 0 99.0 161. 7/160.0 125 7125.0 93 7 35.5 13..13.2. Geid Brie 99. 99.5102. 93.5—. 973 98.1 99.1100 93.8 95.0 92.3 A 92.21 93.5 9 92.5 A5 Westialenbank A. Austanrung sAmtlIener -G. Bochum Seite 7 Nr. 38„ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 14. Februar 1936 Tuenen und Sport Der Fuhrer in der Olvmpia. ###-# bes Eche Lünnen bas Nou Garmisch=Partenkirchen, 13. Februar. Donnerstag um.45 Uhr traf der Führer und Reichskanzler auf dem Zugspitzbahnhof in Garmisch=Partenkirchen ein. Der Besuch des Führers gibt dem 8. Tag der Winterspiele sein Am Bahnhof hatte SS. unter Leitung von Obergruppenführer ga.e g 5 2 g zag giete br. Goebbels, Staboce) D u“, stionsiggses Wäünhen.— Oberbanern Wagner anVV. Siywpischen winersyes, b,=Hersiuteten Tribßue wohnte dann der Führer dem ersen Eistribüne geleitet. Auf der sonnenüberfluteten Tribüne wohnte dann der Führer dem ersten Eisund Ungarn zusammenführte, bei. Der Führer verfolgte mit großem Interesse den Kampf und sah sich anschließend den Sprunglauf zur KombiDer achse Tag der IV. Ohmpischen Winterspiele brachte 10 Sziz, Shesezere Reäißer Nathisen lief mit.192 Mi.,gägrerr gerrsicz enite ven Pitgliedern Ses 81 Stodon, ve O0vod Buschouve zuszihesenz, soute Voruegen seinen, Pister,. 73hst. sschus feiern; einten breifachen Sieg in der, Konbination. Bester Leutscher war urt ertggie. Triumph fezern z einen dreiseichen 138 Blag besembin während Eisgruber, im, als Einzelcdie Stimeister Bogner, der den 11. Lisnt Zaizmten der Konbinatios zweibester Springer war. ettv ewer g. vicht gewertgten, ich dere Führer, auf seiner Fahrt durch die Straßen von. GarmischVom Sti.Stadion aus begov gefesert, zum Kunsteisstadion, wo die Enischeidung im Paarlaufen Partenkirchen überall begeister ,äaxie Hexper Ernst Baier konnte hier Deutschland einen siel. Durch unser„Eiege feziern und damit die dritte Goldmedaille erkämpfen, die uns mit dem Mlitscheiden unferer Esbeckeszagnagde gsag.=24a De meric in lesien Edelf-Schpeben und der Tschechoslowakei in die Entscheidung in der Kombination Nor We. jetzt zu Beginn des zweiten Durchgangs dicht vor der letzten Entscheidung stehen. Inzwischen ist die Schanze wieder bestens instand gesetzt worden und schon wird auch Bogner sichtbar, der mit einem ganz ausgezeichneten 49=Meter=Sprung aufwartet und mit Recht stark gefeiert wird. Der Kanadier Mobraeten übertrifft ihn auch diesmal wieder mit 52 Meter. Der Norweger Brodahl riskiert etwas mehr, um vor Simunek gesichert zu sein und landet bei 47 Meter. Dann kommt der Finne Valonen, der mit 54,5 Meter dem absolut weitesten Sprung des Tages in ausgezeichneter Haltung hinlegt und mit großem Beifall bedacht wird Schade, daß der Finne infolge einer Erkältung im Langlauf nicht in Beiform war. g e S. So ist natürlich Norwegens hervorragende Streitmacht nicht zu gefährden. Unser Gumpold kommt mit 46 Meter zu einer guten Leistung, während Menardi auch jetzt nur die 40 Meter erreicht und damit natürlick dem Norweger Oesterklöfft weichen muß, der in tadelloser Haltung über 48 Meter hinauskommt. Hagen Olympia=Sieger. Totenstille tritt ein als dann der Lautsprecher den Start des führenden Norweaers Oddbjörn Hagen verkündet, Wieder erweist sich Hagen als wahrer Meister denn in vorbildlicher Haltung segelt er durch die Luft und landet nach einwandfreier Flugbahn bei 46 Meter. Damit ist sein Sieg gesichert. Tosender Beifall empfängt den glückstrahlenden Norweger, der das Erbe seiner großen Landsleute als würdiger Nachfolger anautreten wußte. Mit ihm hatte auch der erste klare Favorit der nordischen Skidiszivlinen den Sieg davongetragen. Schon umringen ihn seine Landsleute, überglücklich, den wertvollsten aller Titel wiederum gesichert zu wisen.„. en Samatt Eit inam an emet. Unser Anton Eisgruber beweist mit einem 49 MeterSprung sein großes Können, während Friedel Wagner hinter Haffsbatten, der sich mit 45,5 Meter begnügt auf 46 Meter kommt und damit seine Leistung vom ersten Gang um 6 Meter verbessert. Den Abschluß bildet der Finne Mattila, der mit einem schönen 47= Meter=Sprung den Reigen beendet. Drei Norweger in Front. ist also doch so gekommen, wie man es mit Recht nach dem Verlauf des Langlaufes und mit Rücksicht auf das hohe Können der Norweger erwarten mußte. Norwegen sichert sich wie auf den drei vorangegangenen Winterolympiaden auch in Garmisch=Partenkirchen die drei Olympischen Medaillen der Kombination.„rgguen Hagen setzt die Reihe der norwegischen Kombinations, sieger fort, die mit Haug beginnt und zweimal durch Gröttumsbraaten fortgesetzt, gurde. Hofsbakten felgt als Gewinner der Siloermeoaiule, die vor ihm Strömstad, Vinjarengen und Stenen zu erringen wußten und Sverre Brodahl macht den norwegischen Triumph vollkommen. Das Ergebnis der Komdination: Lange Zeit saß das Kampfgericht zusammen, um das Ergebnis der Kombination(Lang=Sprunglauf) zu errechnen. Am Donnerstag nachmittag wurden dann die amtlichen Ziffern bekannt, die sich auf den ersten Plätzen aber vollkommen mit den inoffiziellen Errechnungen deckten. Langlauf Sprunglauf Ges.=Note 1. Hagen(Norwegen) 2. Hoffsbakken(Norw.) 3. Bradahl(Norw.) 4. Valonen,(Finnl.) 5. Simunek(Tschechosl.) 6. Oesterklöfft(Norw.) 7. a) Marusarz(Polen) h) Murama(Finnl.) 11. Bogner(Deutschl.) 12. Gumpold(Deutschl.) 17 Wagner(Deutschl.) 22. Eisgruber(Deutschl.) 214 227.8 225.5 178,6 219 205.1 184.4 1875 191.2 1904 1892 1525 190,3 192 182/6 222,6 175/8 188.7 208,9 205,8 190/3 190•3 182.7 212.1 430,8 419/8 408 401.2 399.3 393.8 393,3 393.3 381.5 380.7 871.9 364,9 Die Bewertung des Kombinations=S 1. Sprung 2. 1. Valonen(Finnland) 2. Eisgruber(Deutschl.) 3. Marusarz(Polen) 4. Delekarth(Oesterr.) 5. Murama(Finnland) 6. Mobraeten(Kanada) 7. Sekeguchi(Javan) 13. Hoffsbakken(Norw.) 16—18. Hagen(Norw.) Gumpold(Deutschl.) Bogner(Deutschl.) 20. Köstinger(Oesterr.) 52 51,5 51 48 49 49 48 47 42 45 45 4 =Sprunglaufs: Sprung 54,5 Rote 222,6 49 50 49.5 48 52,5 48.5 455 46 46 49 48 212,1 208.9 207.4 205/8 205 203.2 192 190/8 190.3 1903 189/2 Hagen vor Hofsbakken und Brodahl— Dreifacher norwegischer Triumph— Eisgruber zweitbelter Springer berlicht Sonnenschein. Die Kleine OiompiaSes es ceäich se eheschaech ehecie vollen. Wagenschlangen bahnen sich langsam einen WBeg bis in die Nähe der Kampfstätten, wo sie auf riesisten Gegenden Bayerns gekommen sind. Als kurz vor Beginn des Kombinationslaufs auch der Führer erscheint, in dessen Begleitung man auch Ministerpräsident Göring erbtrsz, errhgrggg laute Heilrufe, der inzwischen auf über 25000 Menschen angewachsenen Menge. Und immer noch strömt es in! In der klaren Winterluft zieht Üdet auf seinem Rhönsperber seine Kreise, als unser meisterhafter Segelflieger eine prächtige„Loopings dreht, hallt das Sti sadion von lauten Veifalsrufen wider.„„ationen stel. Nicht weniger als 48 Teilnehmer aus 15 Nationen stellen sich zum Kampf, der bei ausgezeichneten Schneeverhältnissen erstklassige Leistungen verspricht, obwohl man nur den verkürzten Anlauf freigegeben hat. dehr hul die Stande dir Koneeg;“gg1g: Oesterklöfft auf den vierten und fünften Platz schieben konnten, sind nicht von der Klasse der Norweger. Bogner eröffnet den Reigen. Als erster geht unser Meister Willi Bogner die Schanze. In guter tosenden Beifall. Der Kauadier grobraeten zwar Bogner an Weite, aber seine Haltung ist doch nicht gleichermaßen stilrein. Schon mit Sperre Brodahl der erste der norwegischen Favoriten. Nicht zuviel riskieren, lautet die Devise: Brodahl begnügt sich mit 40 Meter, aber seine Haltung Sonderbeifal lohnt dann den Finnen Lauxzi, Var. lonen, der mit 52 Meter eine Peite, erszelt, Bsezinr ersten Gang nicht mehr erreicht wird. Als zweiter Deutscher startet Gumpold, der ebenso wie Boaner 45 Meter landet. Dagegen ist der Italiener Menardi, 20 Meite Gr5 Metetr fofrg. id, d. a. 6e bsich ach asth der Phnte Kistele uer u. en e en neunten Platz innehat, und auch durchsteht. Norwegens großer Favorit Oddbörn Jetzt hat die Stunde der Norweger geschlagen. landet bei 42 Meter, immer wieder muß man die In der Staffel mußten sie auf dem lebten Kilome vollendete Haltung der Nordländer bewundern. in 15=llometer=Longlezt erg, Prei Mann liegen pierten us den Lonsheung sefeige Sepp bissen ud ale. Meier die zoeitgröbitg,Reise Hea., frieg Laus erzielt seiner Donäine die drei Lihmpischen hesten.lichen Springen des ersten, Dixchrugz. ver. Dritte Entscheidung im Eisschnellaufen Piäliihenver Ballungrac Norwegischer Doppellieg über 1500 Meter Bei 10 Grad Kälte haben sich am Donnerstag morgen auf dem Rießer See wieder äußerst zahlreiche Zuschauer eingefunden, ist doch hier mit dem 1500=Meter=Lauf die dritte Entscheidung der Eisschnellläufer fällig. Im Lager der Norweger herrscht nach den bisherigen Erfolgen ihres zweifachen Olympiasiegers Ivar Ballangrud größter Optimismus. Die Norweger erweisen sich auch sofort wieder überlegen. Im zweiten Lauf startet der Berliner Sames, der Australiens einzigen Olympiateilnehmer Kennedy nach schönem Lauf in.29,3 Minuten sicher auf den zweiten Platz verweist. Und dann kommt schon Ballangrud an die Reihe, der den Amerikaner Leo Freisinger zum Gegner hat Der Lauf ist ungemein schnell, der Kampf äußerst hart. Freisinger erweist sich als fast ebenbürtiger Gegner, der einfach nicht abzuschütteln ist. Unter fortwährenden Anfeuerungsrufen seiner Landsleute verschärft Ballangrud das Tempo immer mehr, und endlich kann er in der Schlußrunde in Front ko men und schließlich in der Zielgeraden doch noch klar davonziehen. Mit.20,3 Minuten setzt sich Ballangrud an die Spitze, Freisinger, der 15 Meter zurück in .21,3 Minuten folgt, ist zunächst noch Zweitschnellster. Aber schon im vierten Lauf wird diese ausgezeichnete Zeit noch übertroffen. Ballangruds großer Rivale und Landsmann Charles Mathisen kreist ungemein schnell um die Bahn und läuft gegen den gewiß nicht schlechten Oesterreicher Max Stiepl einen klaren Vorsprung heraus. Mit.19.2 Minuten rückt Mathisen an die erste Stelle vor. 1924, in St. Moris 1028 und 1832 dr., Valer, Biged hatte Norwegen in seiger, Damäne die drei Olympischen Medaillen errungen. Jede Niederlage ist zu ertrage aber in der Kombination, da muß Norwegen in Front Aber wer sollte auch diesem überragenden Kleeblatt gefährlich werden können? Der Finne Valonen, einer der besten Springer unter der nordischen Elite, kommt mit seinem 25. Platz im Langlauf natürlich der ersten Plätze nicht mehr in Frage. Simunek(Tschechoslowakei) und Menardi(Italien), die sich noch vor den restlichen Sprüngen des ersten Durchgangs verdienen noch die 47 Meter von Hoftsvarten besondere Erwähnung, während unser Friedel Wagner nicht über die 40=Meter=Marke binauskon Wienichenmena, Hi.— Inzwischen ist die riesige Menschenmenge, die im Skistadion versammelt ist und auch die umliegenden Hügel dicht belagert, auf rund 60 000 Personen angewachsen, ein herrlicher Rahmen zu den prächtigen Kämpfen, die ehescheck schecl e esese le zu machen weiß und nur gegen die Uhr läuft. In vorbildlichem Stik enteilt er seinem Gegner mehr und mehr, der sogar auf der nur 1500 Meter langen Strecke von dem hervorragendeg Haraldsen überrundet(1) wird. Seine Zeit von.22,4 Minuten ist allerdings nicht ganz so überragend wie man es erwarten konnte, zumal 1 Stievl als Zweiter hinter Mathisen mit 2,21,6 Minuten dank der schnellen Führung durch den Norweger eine bessere Zeit erzielen konnte. Sandtner läuft deutschen Rekord Im siebten Lauf trifft unser Meister Sandtner auf den guten Finnen Blomquist. Der Finne legt ein äußerst scharfes Tempo vor, dem Sandlner zwar nicht ganz zu folgen vermag. Dennoch bleibt der Deutsche zumeist dichtauf und kann sich sogar auf Innenbahn wieder dicht an Blomquist heranbringen, der aber, dann erneut auf etwa 10 Meter davonzieht. Noch einmal arbeitet sich Sandtner an den Finnen heran, der aber im Endspurt doch wieder davonzieht und mit rund 20 Meter Vorsprung in.23,2 Minuten Sieger wird. Sandtner kann aber als Zweiter unter großem Beifall mit.25,3 Minuten seinen eigenen Landesrekord beträchtlich verbessern.„ B8.., iu. bizt eief in Von den folgenden Läufen ist nicht viel zu berichten. Immer noch lautet die Reihenfolge Mathisen vor Ballangrud und Freisinger. Die amerikanischen Hoffnungen auf eine zweite Bronzene Medaille werden im vorletzten Lauf zerstört, denn hier geht Finnlands, bester Mann. Birger Wasenius, ins Rennen. Mit 2,20.9 Minuten kann Wasenius, der in dem Oesterreicher Leban keinen ebenbürtigen Gegner hat, den Amerikaner noch vom dritten Platz verdrängen und nach seinem zweiten Platz vom Vortage eine weitere Olympische Medaille erringen, Wie am ersten Tag der Eisschnellauf=Wettbewerbe. so kam Norwegen auch am vorletzten wieder zu, einem Doppelerfolg. Damals gewannen Ballangrud und Krog die beiden ersten Plätze, tags darauf blieb wieder Ballangrud siegreich, diesmal vor den beiden Finnen Wasenius und Ojala. Aber jetzt sind wieder zwei Norweger in Front. Charles Mathisen wird Olympiasieger vor seinem großen Landsmann Ivar Ballangrud und dem Finnen Birger Wasenius. Auf den nächsten Plätzen folgen Freisinger(USA.) vor den Oesterreichern ! Stiepl und Wazulek und den Norwegern Haraldsen und Oddbjörn Hagen(Norwegen) wurde Olumpiasieger in der Kombination Erik Larsson, der Sieger im 18=Kilometer=Langlauf Ech. Hoffmann Seite 8 Nr. 38„ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 14. Februar 1936 Engnestangen. Trotz seines neuen Landesrekordes muß sich Sandtner mit dem 18. Platz begnügen, während Sames an 26. Stelle endet. Das Ergebnis: 1. Charles Mathisen(Norwegen) 2,19,2 Minuten (olympischer Rekord) 2. Jvar Ballangrud(Norwegen).20,2 Minuten 3. Birger Wasenins(Finnland) 2,20,9 Minuten 4. Freisinger(USA.) 2,21,3 Minuten 5. Stiepl(Oesterreich) 2,21,6 Minuten 6. Wazulek(Oesterreich) 2,22,2 Minuten „Tage der Olympia-Briefmarke“ Sonntag, 16. Februar 1936. Zur Werbung für die Vierten Olympischen Winterspiele hat die Reichspost Briefmarken und Postkarten hergestellt, die wirkungsvolle Ausschnitte aus dem Wintersport darstellen. Auf den eigentlichen Markenwert wird ein Zuschlag erhoben, der den Olympischen Spielen zugute kommt. Um diese hübschen Erinnerungsmarken und=karten, die start gefragt sind, auch der breiten Masse zugänglich zu machen, hat der Reichspostminister mit dem Vertrieb dieser Wertzeichen den „Hilfsfonds für den deutschen Sport" betraut. Der kommende Sonntag, der 16. Februar, wird im Zeichen der Olympia=Briefmarke stehen, denn in allen deutschen Gauen werden Tausende von Sportlern und Sportlerinnen auf allen Straßen und Plätzen und in allen Lokalen die Marken zum Verkauf anbieten. Der Hilfsfonds für den Deutschen Sport hat vom Reichspostminister den Auftrag erhalten, die Olympia=Briefmarken und=Postkarten durch die Turnund Sportkameraden des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen zum Verkauf zu bringen. Die Marken und Karten gelangen in folgenden drei Werten zur Ausgabe: 1. Beutel zu.50 RM.: Inhalt: fünf Olympiamarken zu 0,10 RM.: 2. Beutel zu 2 RM.: Inhalt: sieben Olymviamarken zu.10 RM., fünf Marken zu.18 RM., und eine Marke zu.40 RM.; 8. Olympia=Postkarten zu 0,10 RM. 45 Läufer aus 15 Nationen Die Auslosung zum Ski=Marathon. Zu dem am 15. Februar, vormittags, mit Start und Ziel im Ski=Stadion stattfindenden olympischen 50=Kilo= meter=Dauerlauf sind 45 Bewerber aus 15 Nationen ausgelost worden. Mit der höchstzulässigen Zahl von vier Teilnehmern sind vertreten: Norwegen, Schweden, Finnland, Italien, Jugoslawien, Tschechoslowatei, Lettland, Japan USA. und Deutschland. Die übrigen Nationen, Griechenland, Polen, Kanada. Rumänien und Estland, stellen je einen Teilnehmer. Die deutschen Farben vertreten: Erich Marx(Friedrichroda), Josef Ponn(Berchtesgaden). Fritz Geiser(Baiersbronn) und Matthias Wörndle(Partenkirchen). Die Läufer werden um 8 Uhr früh in Minutenabstand in folgender Reihenfolge auf die lange Reise geschickt: 1. Dimitri Negropontes(Griechenland), 2. Jan Svatos(Tschechoslowakei), 3. Karlis Wukaß(Lettland), 4. Axel Wickström (Schweden), 5. Giacomo Scalet(Italien), 6. Frank Smolei(Jugoslawien), 7. Richard Parsons(USA) 8. Tsutomus Ssekido(Japan), 9. Per Samuelshaugh(Norwegen), 10. Erich Marx(Deutschland) usw. Außerhalb des Wettbewerbs Die Mannschaften für den Patrouillenlauf. Freitag wird der außerolympische Wettbewerb des Militär=Patrouillenlaufs abgewickelt. Insgesamt starten neun Nationen; die Mannschaften werden in Abständen von drei Minuten gestartet. Die erste um.30 Uhr. Die Mannschaften: Finnland, Polen, Italien, Schweiz, Frankreich, Deutschland(Leunant Leupold, Hieble. Lochbühler, Kirchmann), Tschechoslowakei, Schweden. Oesterreich. Bobrennen: Ab 8 Uhr: 1. und 2. Lauf des Zweierbobrennens Skilauf: .30 Uhr: Militär=Patrouillenlauf (Kein olympischer Wettbewerb) Eisschnellaufen: 9 Uhr: Entscheidung im 10000=Meter=Lauf Eiskunftlaufen: 14.30 Uhr: Kürübungen der Männer Eishockey-Endrunde: Die Paarungen der Endrunde lagen bis Redaktions= schluß noch nicht vor. Die Startfolge der Zweierbobrennen Für die am Freitag beginnenden Zweierbobrenner sand die Auslosung statt. Die beiden Rennläufe(e finden wieder insgesamt vier Läufe statt) beginnen am Freitag und Samstag jeweils um 8 Uhr. Am Freitag wird in der Reihenfolge von 1 bis 12, 18 bis 29 und 13 bis 28 und 1 bis 12, am Samstag von 28 bis 18 und 12 bis 1 und 12 bis 1 und 28 bis 18 gestartet. Nachstehend die Auslosung: 1. Frankreich 11, 2. Jta lien I, 8. Belgien II, 4. Oesterreich II, 5. Holland, Luxemburg II, 7. Schweiz II, 8. Deutschland 11(8 Grau=Brehme). G. Luxemburg I. 10. Italien 1! 11. Krankreich 1, 12. USA. II, 18. Tschechoslowakei 11 4. Deutschland I(Hans Kilian=von Valta), 15 14. Deutsch Rumänien Schweiz USA. nänien II. 16. Rumänien I. 17. England, weiz 4, 19. Oesterreich 1, 20. Liechtenstein, A. 1. 22. Belgien I. 28. Tschechoslowakei I. Deutschlands dritte Goldmedaille Makis-Kerbel und Whlot-Baler-ertalton ais Hohhungen Uniere Europameilter auch Olympialieger— Die jugendlichen Gelchwilter Fauhin an zweiter Stelle Den Besuchern der Olympischen Winterspiele bleibt nicht viel Zeit zur Rast und Ruhe, denn kaum war die Mittagspause herum, da hieß es: Auf dem Kunsteisstadion, wo am Donnerstag nachmittag das Paarlaufen entschieden wurde. Es war kein leichtes Beginnen, auf den verstopften Zufahrtsstraßen vorwärts zu kommen, denn wie ein Lauffeuer hatte es sich herumgesprochen, daß der Führer dem Kunsteisstadion einen weiteren Besu chabstatten würde. Pünktlich zur festgesetzten Eröffnungszeit traf auch der Führer mit seinem Adjutanten Obergruppenführer Brückner, von stürmischen Heilrusen der vieltausendköpfigen Menge begrüßt, ein und nahm auf der Ehrentribüne Platz. Zu seiner Linken sah man den Reichssportführer, rechts neben ihm saß der Reichskriegsminister von Blomberg. Auch die Reichsminister Göring und Dr. Goebbels hatten sich eingestellt. Auf den Zufahrtsstraßen drängen sich die Massen, sie alle haben das gleiche Ziel, fiebern schon den bevorstehenden Kämpfen entgegen. Immer wieder hört man die gleichen Namen, oft in den unmöglichsten Betonungen, je nach der Nationalität des Interessenten. Maxie Herber=Ernst Baier und Emilia Rotter=Laszlo Szollas sind hier im Kreis der mehr oder weniger Fachkundigen die erklärten Favoriten. Die Briten hoffen zwar auf das Ehepaar Smith, das aber schon in Berlin hinter den Deutschen an zweiter Stelle endete. Wesentlich schwieriger sind dagegen die Chancen der Amerikaner zu beurteilen, da hier Vergleichsmöglichkeiten so gut wie völlig fehlen. Auf den Dächern der Tribünen harren Filmopera= teure auf den Moment des Kampfbeginns, unten sind zahlreiche Photographen„startbereit". Dann erscheinen 18 der insgesamt gemeldeten 21 Paare aus 13 verschiedenen Nationen, die zunächst gemeinsam Aufstellung nehmen und den Führer mit erhobener Rechten begrüßen. Inzwischen haben auch die fünf Punktrichter ihre Plätze an den Längsseiten eingenommen, ebenso der Zeitnehmer, der mit einem Megaphon den Paaren die jeweils noch zu laufende Zeit angibt. Die fünf Preisrichter haben dann die ersten Paare, von denen jedes fünf Minuten für die Abwicklung seines Programms zur Verfügung hatte, zu werten. Als erstes Paar erscheinen die Kanadier GarlandSweatman. Ihr Programm ist nicht sonderlich schwer. — Die Letten Schwarz=Geschels lassen einige technische Mängel erkennen. Der erste Höhepunkt war zweifelsohne der Lauf des englischen Ehepaares Cliff. Es wartete mit einem von geschickter Hand zusammengestellten Programm auf, in dem zwar der Walzer den Vorzug hatte, aber doch auch alle Figuren des hohen Kunstlaufes sichtbar wurden. Der Beifall der Zuschauer steigerte sich noch, als mit Nummer 5 die Deutschen Maxie Herber und Ernst Baier ihre hohe Kunst vortrugen. Ihre Zusammenarbeit war wirklich vollkommen. Die Harmonie des Laufes, die wundervoll elastische Folge der Figuren und die elegante Ausführung lösten wahre Beifallsstürme aus. Die Deutschen liefen ihr bis ins kleinste ausgearbeitetes Programm nach der Musik, die Zeller eigens für sie schrieb, weit besser als noch vor einigen Wochen in Berlin und es ist deutlich erkennbar, daß nicht die Musik den Lauf geschaffen hat, sondern umgekehrt das große Können unseres Meisterpaares das Musikalische beherrscht. Die kluge Raumausnutzung und geschickte Zeichnung der Figuren sind ein Zeichen der vollendeten Beherrschung der Technik des Rhythmischen und des gegenseitigen Verstehens. Wie spielend zeichnen sie die Figuren auf das Eis. Leider wird die Vorführung der zwei Deutschen durch einen Irrtum bei den Zeitrichtern durch den Gongschlag zu früh unterbrochen. Bei der Bewertung, die wieder öffentlich erfolgt— jeder Schiedsrichter zeigt auf Aufruf die von ihm gegebene Note—, stellte sich heraus, daß die Deutschen in der Gesamtwertung etwa einen Durchschnitt von 5,6 bei einer höchstmöglichen Zahl von sechs Punkten erreicht haben. Dem tosenden Beifall, der sich zwischendurch schon auf offener Szene eingestellt hatte, folgt nun ein förmlicher Sturm der Begeisterung. Als die zwei Deutschen die Eisfläche verlassen, stürmt Sonja Henie auf Maxie Herber zu und umarmt sie spontan— Sportkameradschaft, wie sie sein soll! Nach den elegant laufenden Oesterreichern Eleonore Bäumel=Fritz Wächtler stellten sich Luise Bertram und Stewart Rebura aus Kanada vor. Sie liefen zwar leicht, flüssig und elegant, aber doch hatte das mit vielen Tanzsprüngen durchsetzte Programm zu wenig Tempo. Auf jeden Fall gefielen sie den Zuschauern besser, als den Kampfrichtern, die ihre Leistungen sehr unterschiedlich bewerteten. Unmittelbar hintereinander kamen dann die zwei Paare aus Ungarn auf das Eis. Zunächst stellten sich die Geschwister Piroska und Attila von Szekrenvessy vor. Mit echt magyarischem Feuer schweben sie über das Eis. Die großangelegten Figuren werden gut gezeichnet, in allen Bewegungen liegt Schwung und auch die Platzverteilung ist vorzüglich. Dann kamen, mit fieberhafter Spannung erwartet, die ungarischen Weltmeister Emilia Rotter=Szollas, die wohl das schwierigste Programm von allen Bewerbern vorführten. Aber gerade der geschickte Schwung und die taktisch kluge Laufweise betonen allzu stark das Raffinierte der bereits etwas erstarrten Kunst der beiden alten Routiniers. Besonders deutlich war das bei den in die Mitte des Platzes gelegten wichtigsten Figuren zu bemerken. Bei den Uebergängen drückte sich hier und dort eine Nervosität aus. Nach Grace und James Madden aus Amerika, die technisch noch nicht reif für den schweren Wettbewerb sind, startete das amerikanische Meisterpaar Maribel Vinson=George Hill, das nach etwas unsicherem Beginn später zu einem ganz großen Können auflief. Geschwister Pausin begeistern Dann war aber das Kunsteisstadion starr vor Erstaunen. Die Geschwister Ilse und Erik Pausin aus Wien warteten mit einer derart ausgezeichneten Kür auf. daß sie auch den Leuten vom Bau restlose Bewunderung abrang. Bei großartiger Platzverteilung und schönen Sprüngen brachten die blutjungen Wiener— Ilse ist 14, Erik 16 Jahre alt— alles, was man in ein Olympiaprogramm hineinlegen kann. Niemals gab es eine Wiederholung, und die Ausführung der Figuren war fast nicht zu übertreffen. Es war echte Wiener Schule und ein Programm, das man selten zu sehen bekommt. Eva Prawitz=Otto Weiß nerrvös Eine leichte Enttäuschung hinterließ das zweite deutsche Paar Eva Prawitz und Otto Weiß, das nicht an seine Leistungen bei den Europameisterschaften in Berlin herankam. Die Deutschen hatten zunächst nervöse Unsicherheiten in ihrem Programm und wurden recht unterschiedlich bewertet. Der deutsche Punktrichter wertete am schwächsten. Es ist klar, daß die Glanzleistungen der Wiener und Ungarn von den letzten vier Paaren nicht mehr erreicht werden, aber dennoch zeigen die meisten recht gutes Können. Die Estländer Michelson—Hiiop haben das Pech, den guten Eindruck ihres recht schwierig aufgebauten Programms durch einen Sturz zu beeinträchtigen. Unser Hoffen ist Wirklichkeit geworden. Maxie Herber und Ernst Baier wurden Olympiasieger. Nach ihrem Siege in der Europameisterschaft krönten sie in Garmisch=Partenkirchen ihre Laufbahn durch den heißumstrittenen aber verdient errungenen Olympiasieg. Der Schlußstand: Kurz nach 19 Uhr wurde folgende amtliche Wertung bekannt: Platziffer Punkte Kanada schlug Deutschland 6: 2 Eine unlösbare Aufgabe Der Olympialieger in Ueberform— Deutschland nicht in der Endrunde Entscheidung liegt zwischen England, Kanada, Amerika und der Tichechollowakei England Gruppenlieger England— Ungarn:1(:0,:1,:0) Die Eishockeybegeisterung in Garmisch=Partenkirchen ist erstaunlich groß. Obwohl am Mittwoch bis weit nach Mitternacht im Kunsteisstadion die Tausende ausharren mußten, um das Ende des Kampfes Amerika— Oesterreich zu sehen, waren doch schon am frühen Donnerstag morgen 4000 auf den Beinen, die England und Ungarn im ersten Spiel des Tages kämpfen sahen. Die Engländer landeten einen sicheren Sieg und haben sich damit bereits die Teilnahme an der Endrunde gesichert, während erst das Treffen zwischen Deutschland und Kanada darüber entscheiden wird, wer als zweiter Vertreter dieser Gruppe zu den Endspielen zugelassen wird. Englands Chancen auf den Olympiasieg sind nach dem Erfolg über Kanada ungemein gestiegen, sofern nicht am Abend auch Deutschland mit einem sensationellen Erfolg oder einem Unentschieden gegen die favorisierten Kanadier aufwarten kann. Die Engländer sind in allen drei Spielabschnitten klar überlegen. Im ersten Drittel reicht es gegen den vorzüglichen ungarischen Torwart Csak, der wieder mitwirkt, nur zu einem Erfolg, den Brenchley erzielen kann. Im zweiten Drittel erhöhen aber Davey und Coward auf:0, ehe es Ungarn gelingt, durch seinen besten Spieler, Jeney, zum Ehrentreffer zu kommen. Bei weiterer Ueberlegenheit gelingt den Briten durch Davey noch ein vierter Erfolg, während im Schlußdrittel bei hervorragendem Spiel der ungarischen Abwehr nur noch Archer einmal erfolgreich ist, der das Endergebnis sechs Minuten vor Schluß auf:1(:0,:1,:0) stellt. Drei Tore in zwei Minuten Tschechoslowakei— Oesterreich:1(:0,:1,:0) Vor ziemlich leeren Rängen spielten anschließend die Tschechoslowakei und Oesterreich. Mit dem Führer und seiner Begleitung verließen auch sehr viele Zuschauer das Eisstadion, um sich den Sprunglauf der Kombination anzusehen. Die Tschechen hatten gegen die fleißigen Oesterreicher Mühe, ebe sie den Sieg in der Tasche hatten. Die drei Tore fielen innerhalb von zwei Minuten im zweiten Spielabschnitt. Nach einem ziemlich ausgeglichenen ersten Drittel fiel im zweiten Spielabschnitt nach einem prächtigen Alleingang von Csoengei der Führungstreffer für Oesterreich. Eine Minute später schoß aber Jirotte für die Tschechoslowakei den Ausgleich und kurz darauf auch schon den Sieg. Im Schlußdrittel versuchten die Oesterreicher mit Macht Tore zu erzwingen. aber die Tschechendeckung war auf der Hut und ließ sich nicht mehr überwinden. Wie Hundau-Beutschlund-Gueschdlets Unlere Mannschaft abgekämpft— Erft im letzten Drittel 2 deutsche Tore-:2(:0,:0,:2) Jaenecke; Trautmann, Schibukat, George: Kögel, Wiedemann, Strobl.(Deutschland also wieder ohne Ball.) Kanada: Moore: Murray, Kitchen: Neville, St. Germain, Farquharson; Sinelair, Thomson, Friday. Schiedsrichter waren der Amerikaner Brown und der Pole Tobulski. Es braucht nicht weiter herausgestellt zu werden, daß der Kampf unserer Eishockeyspieler gegen den Weltmeister Kanada am Donnerstag abend in der Zwischenrunde des olympischen Turniers das wichtigste Spiel für uns war. Einmal versprach es an und für sich schon eine ungemein reizvolle Kraftprobe zu werden, zum anderen bedeutete das Ergebnis für Deutschland alles. Nur ein Unentschieden gegen die Kanadier konnte uns den Weg in die weitere Entscheidung bahnen. Eisstadion ausverkauft Das waren die Ueberlegungen, die Tausende und aber Tausende am Donnerstag abend auf ihren Weg zum Kunsteisstadion beherrschten. Schon am Mittwoch hatte es sich herausgestellt, daß die Kontrollen im Stadion nicht ausreichten, um blinden Passagieren den Weg zu verlegen, und so wurden am Donnerstag schon weit vor dem Stadion Kontrollvosten errichtet. Das Stadion war dann gegen 20 Uhr restlos ausverkauft. Mit ungeheurer Spannung fieberten die Besucher dem Kampf entgegen. Die Mannschaften stellten sich wie folgt zum Kampf: Deutschland: Gaginger: v. Bethmann Hollweg, Kanada führt:0 im ersten Drittel. Man merkte es bald, daß unsere abgekämpften Landsleute gegen die prächtig aufgelegten Kanadier nicht viel ausrichten können. Unheimlich schnell wirbeln die Kanadier über die blinkende Fläche. Die Deutschen, denen das schwere Spiel gegen Großbritannien noch in den Gliedern liegt, haben es schwer, um mitzukommen. Kögel versucht sich von der Mitte aus mit einem Weitschuß, der aber am Tor vorbeizischt. Und schon steht dann Egginger mitten im Brennpunkt des Kampfes. Immer und immer wieder verlangt der Kampf seinen letzten Einsatz. Immer wieder branden die kanadischen Angriffe gegen unser Tor. In der siebten Minute ist es dann auch geschehen. Farauharson nimmt von links bei einem großangelegten Angriff die Scheibe auf und schießt zum:0 für Kanada ein. Groß ist die Enttäuschung der Zuschauer, als Kögel drei Meter frei vor dem Tore die Scheibe neben den Pfosten setzt und damit eine große Chance versiebt. In drückender Ueberlegenheit beenden die Kanadier das erste Drittel. Das Bild ändert sich auch im zweiten Spielabschnitt nicht. Immer noch stürmen die Kanadier unentwegt. und schon nach vier Minuten steht das Spiel:0. Unsere Spieler kommen überhaupt nicht dazu, sich aus der Umklammerung zu lösen und zu der einzig richtigen Taktik zu greifen, alles auf eine Karte zu setzen. Die Kanadier lassen nicht locker. Die Einzelaktionen der Deutschen tragen natürlich nichts ein. Um so erfolgreicher sind unsere Gegner. Nachdem der bei einem Zusammenprall verletzte Kögel nach kurzer Zeit wieder eintritt, erhöht Neville bei einem Vorstoß auf:0, dann ist Thomson durch und erzielt das:0. Deutsches Erwachen im Schlußdrittel Mit einem Alleingang von Kögel setzt das letzte Drittel ein. Die Deutschen stürmen mit Macht und wollen das Ergebnis unbedingt verbessern. Es glückt ihnen auch. Eine gute Kombination schließt Strobl mit einem Scharfschuß von links ab, die Scheibe prallt zurück, Wiedemann ist zur Stelle, und unhaltbar flitzt die Scheibe in den Kasten.:1. Aber die Kanadier geben keine Ruhe und schon fällt der fünfte Treffer für sie. Egginger ist aus dem Tore, und Germain hat keine Mühe, in das leere Gehäuse einzuschießen. Die Zuschauer toben, als Schibukat mit einem Kanadier zusammenprallt und vom amerikanischen Schiedsrichter Brown trotz des Einspruches des polnischen Schiedsrichters zusammen mit Thomson herausgestellt wird. Kaum sind dann die Seiten gewechselt, da steht das Spiel auch schon:1 durch Neville. Es ist bedauerlich, daß das unruhige Publikum erst durch den Lautsprecher aufgefordert werden muß, mehr Disziplin zu wahren. Hell klingt dann der Jubel auf, als schließlich Deutschland zum guten Schluß durch Strobl noch das:2 erzwingt. Wir sind damit aus dem olympischen Turnier ausgeschieden, aber wir können mit Stolz sagen, daß sich die deutsche Mannschaft hervorragend schlug. Ihr schied gegen den Weltmeister wäre eindrucksvoller geworden, wenn der Kampf mit Großbritannien am Abend zuvor nicht so ungeheure Kräfte gekostet hätte. Aber auch so sind wir einem Gegner von Klasse ehrenvoll unterlegen Der Tabellenschlußstand: 1. England 3 2 1 0•3 2. Kanada 3 2 0 1 22:4 3. Deutschland 3 1 1 1:8 4. Ungarn 3 0 0 3:22 Abschluß der Zwischenrunde Amerika— Schweden:1(:0,:1,:0) Im Anschluß an den deutsch=kanadischen Eishockehkampf standen sich im letzten Spiel der Zwischenrunde USA. und Schweden gegenüber. Die Amerikaner öffneten den Kampf gleich mit heftigen Angriffen, ader trotz des hervorragenden Zusammenspiels im Sturm war Schwedens Hintermannschaft nicht zu schlagen. :1 •2 :3 :6 Seite 9 Nr. 38; Bochumer Anzeiger 2 Freitag, 14. Jebrnar 1936 gampf wurde am Schluß des ersten Drittels sehr hart. zweiten Drittel konnten die Schweden in der 6. Minute überraschend zum Führungstreffer kommen Die Schweden kamen, durch diesen Erfolg aufgemuntert, zerschiedentlich gut durch, konnten aber den amerikanichen Ausgleich nicht verhindern. Das Schlußdrittel brachte dann die Entscheidung zugunsten der Amerikaner. Vor dem Seitenwechsel laie Schweden dauernd im Angriff, ohne jedoch zu Erfolgen zu kommen. Im letzten Abschnitt des Spieholten aber die Amerikaner wieder auf und erzwanacht Minuten vor Schluß die Entscheidung. Die Tabelle der Gruppe II: 1. Amerika, 3 3 0 0:1:0 2. Tschechoslowakei 3 2 0 1:4:2 3. Schweden 3 1 0 2:6:1 4. Oesterreich 3 0 0 3:4:6 Karl Beck ist Deutscher Meilter Hans Schiller in Berlin nach Punkten besiegt. Mittelpunkt der am Mittwoch abend im Saalau Friedrichshain in Berlin durchführten internatiogalen Berufsborkämpfe stand die Deutsche Federzewichts=Meisterschaft zwischen dem Titelverteidiger Hans Schiller(Hannover) und dem anerkannten Herausforderer Karl Beck(Düsseldorf). Außerdem hatte der Schwergewichtskampf zwischen dem Finnen Bär; und und Hans„Schönrath(Krefeld) eine große Zayl Harl Bec, der den Meiser Schiller bereits ig. Jontner vergangenen Jahres bei den Düsseldorfer Boxkämpfen einwandfrei nach Punkten schlagen konnte, schaffte auch diesmal einen verdienten Punktsieg, der ilerdings knapp ausfiel. Eine schwere Schlacht lieferten sich im Schwergewicht der deutsche Ermeister Hans Schönrath(Krefeld) und und der Finne Gunnar Bärlund. Bärlund war von den ersten Runden an klar überlegen und setzte dem Krefelder mächtig zu, der viele und harte Treffer auf Magen und Herz hinnehmen mußte. Der zähe Krefelder war aber nicht zu erschüttern. Auch im weiteren Verlauf des Kampfes zeigte sich die große Ueberlegenheit des Finnen, der nie in Gefahr war, und einen haushohen Punktsieg davontrug. Auszeichnung für Emile Allais. Emile Allais, Frankreichs ausgezeichneter Abfahrts= und Slalomläufer, erhielt vom französischen Minister für Volksgesundheit und Leibesübungen ein Glückwunschtelegramm, in dem ihm zugleich mitgeteilt wird, daß er als Anerkennung für seinen dritten Platz in Garmisch die goldene Medaille für Leibesübungen erhält. Das deutsche Galtgeschenk Die deutsche Reichsregierung wird allen Teilnehmern an der Winter=Olympiade diese schöne Kassette aus Nymphenburger Porzellan als Gastgeschenk überreichen lassen. Fünf Teilnehmer haben je neun Punkte Der Stand unseres Olympia=Preisausschreibens Es hat nach der zweiten Entscheidung(Paarlaufen) einen großen Umschwung unter den Anwärtern auf die Olympia=Freifahrten gegeben. Unser Freund Dosquet hat mit seinen sieben Punkten die Spitze an eine Gruppe von fünf Teilnehmern abtreten müssen, die je neun Punkte nach der zweiten Wertung erreicht haben. Es sind dies: Klara Angelski, Roonstraße 56, Ernst Klamann, Bülowstraße 3, Hans Nolte, Parallelstraße 19, Emmi Temlor, Joachimstraße 7, Heinrich Ziffling, Wittener Straße 33. Es folgen: 52 Teilnehmer mit je 8 Punkten, 71 Teilnehmer mit je 7 Punkten, 200 Teilnehmer mit je 6 Punkten, 268 Teilnehmer mit je 5 Punkten, 107 Teilnehmer mit je 4 Punkten, 495 Teilnehmer mit je 3 Punkten, 33 Teilnehmer mit je 2 Punkten, 14 Teilnehmer mit je 1 Punkt, 84 Teilnehmer mit je 0 Punkte. Erstaunlich die große Zahl der richtigen Vorhersagen für alle drei Plätze im Paarlaufen. Fast 300! Ebensoviele Einsender haben den ersten und zweiten Platz richtig vorhergesagt. Ueber 1000 Einsender haben an den Sieg unseres Meisterpaares Maxie Herber Baier geglaubt und sind nicht enttäuscht worden. Der Keglerverein Bochum=Gerthe begann auf der Bahn Blome mit dem Vorkampf um die Gerther Abräummeisterschaft. Die Bedingungen sind in diesem Jahre erschwert, da erst 50 Kugeln in die vollen und dann 50 Kugeln auf Abräumen geworfen wurden. Beim Abräumen sind je 25 Kugeln in die rechte und 25 Kugeln in die linke Gasse zu werfen. W. Sibbe, der bei den Kämpfen um die Vollenmeisterschaft nicht recht in Fahrt kam. setzte sich diesmal mit 468 Holz an die Spitze, dicht gefolgt von Couturier, der mit 464 Holz nur knapp im Rückstand liegt. Ueberraschungen im Bochumer Schachturnier. Im Schachkreis Bochum waren in der eigerteg, Punhe um die Bochumer Mannschafts=Kreismeisterschaff alle 20 Mannschaften am Start. Es gab auch diesmal wieder überraschende Ergebnisse. Am schwersten der=Klasse die Bochumer Schachgesellschaft betroffen, die nicht nur die Punkte, sondern auch die Tahellenführung einbüßte. Die Altenbochumer, die schon in der ersten Runde beachtliche Leistungen zeigten, erzielten bis Abbruch der Spielzeit ein 3½:3½=Unentschieden. ausstehende Hängepartie steht aber für günstig, so daß die Bochumer Schachgesellschaft mit Punkten das Nachsehen haben wird. Klar ist der 5½:2½=Sieg des Titelverteidigers„Königsspringer" Bochum über Günnigfeld; der Vorsprung der Bochumer vor dem nachfolgenden Felde kann für die Meisterschaft ausschlaggebend sein. Aussichtsvoll für die Bochumer Kurstagsvou für die Dochumer Schachfreunde“ begann die Begeanung mit heg,„Namensvetter aus Weitmar. Mit einem schönen sprung glaubten die Bochumer den Sieg so gut wie sicher in der Tasche zu haben. Sie werden aber nach Austragung der beiden Hängepartien sicherlich froh sein, noch einen knappen Sieg melden zu können. An der Spitze der Ueberraschungen in der=Klasse steht das magere:4 des Tabellenführers Welper gegen die zweite Mannschaft der Bochumer„Schachfreunde". Die noch ausstehende Hängepartie wird an dem Ergeb2 1936er OPEL-Wagen mit Erfahrungsgarantie Stillstand gibt es bei OPEL nicht immer ist hier das Bessere der Feind des Guten. Die 1935er OPEL-Wagen sind so gut, daß ihren Besitzern eine Steigerungkaum denkbarerscheint. Trotzdem! Die 1936er OPEL-Wagen stellen eine Weiterentwicklung dar, die ihren Wert noch gesteigert haf. Sie sind schon seit einigen Monaten auf dem Markt. Für Sie ist diese Tatsache heute gleichbedeutend mit einer Garantie, denn inzwischen haben viele Zehnfausende einen OPELgekauft, und ihre Erfahrungen beweisen erneut, daß OPEL nur erprobte Wagen liefert, deren Gegenwertnichtübertroffenwerdenkann. Sofort lieferbar! In kürzester Zeit schon ist Frühlingsanfang. Und wenn die ersten schönen Tage kommen-, dann soll Ihr Wagen auch schon eingefahren sein! Sie wollen doch dann von Ihrem Wagen erwas haben! Deshalb verdient die kurze Lieferzeit bei OPEL Ihre besondere Aufmerksamkeit! 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Der eindeutige 5½:2½=Sieg des Schachvereins Welper 2 über Schachverein Bochumer Verein 2 soll hierbei nicht einmal so sehr ins Gewicht fallen. Böse war der 5½:2½=Reinfall von Nimmer patt Laer 1 durch Schachfreunde Bochum 3. Mit dem gleichen Ergebnis wurde der Schachverein Königsspringer Bochum 2 von der vierten Mannschaft der Bochumer Schachfreunde glatt geschlagen. Der Watenscheider Schachverein hatte mit der zweiten Mannschaft der Bochumer Schachgesellschaft schwer zu kämpfen, um bei Schluß der regulären Spielzeit mit:3 Punkten knapp in Führung zu liegen. Erst die Hängepartie wird die Entscheidung bringen. Bochumer Jugendschwimmerinnen erfolgreich. Auf dem am vergangenen Sonntag in Dortmund vom Sanitätsschwimmverein Dortmund durchgeführten Gaujugendschwimmfest vermochten einige Bochumer Jugendschwimmerinnen erfolgreich zu sein. Stegen belegte im 200=Jugend=Brustschwimmen und im 100Meter=Jugend=Rückenschwimmen mit 3,36 Min. und 1,44 Minuten beide Male den vierten Platz. Einen weiteren vierten Platz gab es durch Grauthoff im 100=MeterMädchenbrustschwimmen in 1,44 Minuten. Garsky wurde Fünfte im 50=Meter=Mädchenkraulschwimmen mit 46 Sek. und Mehlmann Dritte im Kunstspringen. Einen schönen Erfolg erzielten die Bochumer Mädchen zum Schluß in der 3X100=Meter=Bruststaffel, in welcher sie knapp hinter Germania Dortmund in 5,06 den zweiten Platz mit der Mannschaft Mehlmann, Landwehr und Stegen herausschwammen. Handball im Kreis Bochum Schafft der Polizei=SV. Bochum den Anschluß? Die Handballspiele stehen vor dem Abschluß, die letzten Spiele müssen die Entscheidung bringen. Nach dem jetzigen Stande ist damit zu rechnen, daß es sowohl in der Bezirksklasse als auch in der Kreisklasse noch besondere Entscheidungsspiele für die Gruppenmeisterschctt geben wircd. Zn der Bezirksklasse gibt es Punktespiele, die von Bedeutung sind. Es spielen: 7B. Eickel— Westfalia Bochum Jahn Holsterhausen— Tv. Friesen Bochum Die Bochumer Mannschaften haben schwere Gegner zu uberwinden. Der WB. Eickel wird gegen Westfalia Bochum seine guten Aussichten auf die Gruppenmeisterschaft erfolgreich verteidigen. Tv. Friesen hat seinen dritten Tabellenplatz zu behaupten, was glücken sollte. 1. Kreisklasse, Gruppe Bochum. Hier steigt das letzte Spiel der Gruppe, das für die Tabellengestaltung besondere Bedeutung hat. Es spielen TG. Ehrenfeld— Polizei=SV. Bochum Eine unerwartete Schlappe des PSV. hat seine Aussichten auf die Gruppenmeisterschaft erschüttert. Die Polizisten müssen Sonntag gegen Ehrenfeld schon gewinnen, um noch punktegleich mit dem Tuss. und dem VfB. Gerthe zu kommen. In der ersten Serie gewann die TG. Ehrenfeld knapp, so daß der Gast schon mit großen Leistungen aufwarten muß, um zu gewinnen. In der Gauklasse sind folgende Spiele angesetzt: MSV. Münster— Eintracht Dortmund Schalke 04— Paderborn Arminia Bielefeld— DSC. Hagen Hindenburg Minden—. Grün=Weiß Bielefeld Die unferei-Kiäfen Volles Meilterschaftsprogramm In der Gruppe A der 1. Kreisklasse kann am Sonntag schon die Entscheidung in der Gruppensiegerfrage fallen. Phönix Bochum muß namlich zum Tabellenführer VfB. Börnig und hat Gelegenheit, den VierPunkte=Abstand um zwei Punkte zu vermindern. Bei der augenblicklich hervorragenden Form der Börniger wird das nicht ganz leicht sein. Das Lokaltreffen in Sodingen zwischen dem SV. und Germania Herne wird weiter dazu beitragen, die Lage zu klären, oder diese wieder offener zu gestalten. Die drei übrigen Treffen haben besondere Bedeutung in der Abstiegsfrage. Verliert VfB. Gerthe gegen Constantin Herne, so ist das Schicksal der Gerther besiegelt. Dem Gastgeber geht es aber nicht viel besser, so daß man wohl mit aller Erbitterung kämpfen wird. Teutonia Riemke und Holsterhausen, die beiden sonntäglichen Gegner, befinden sich in einer ähnlichen Lage. Riemke könnte sich durch einen Sieg retten. Die Spiele: VfB. Börnig—. Phönix Bochum Constantin Herne— VfB. Gerthe SV. Holsterhausen— Teutonia Riemke SV. Sodingen— Germania Herne Wanne 11— Herne=Süd Die Gruppe B startet ein volles Programm. Der SC. Altenbochum hofft seine Tabellenführung gegen Langendreer 04 verteidigen zu können. Schwerer hat es die TG. Bochum=Ehrenfeld, die ihren Bezwinger aus der ersten Serie, Langendreer 07, zu Gast hat. Das Spiel SuT. Harpen gegen TuS. 26 ist eine recht zahme Angelegenheit, allerdings steht Harpen noch im„Brand", was fur die Gäste nicht gerade angenehm ist. Reichsbahn Bochum, Stiepel 04 und Polizei Bochum sind Favoriten in den drei weiteren Kämpfen. Die Spiele: TG. Bochum=Ehrenfeld— Langendreer 07 Langendreer 04— SC. Altenbochum SuT. Harpen— TuS. 26 Altenbochum Rheinelbe Leithe— Stiepel 04 Wattenscheid 19— Polizei Bochum Reichsbahn Bochum— Union Günnigfeld 2. Kreisklasse: Vier Spiele der Gruppe A. Spu Sp. Gerthe ist spielfrei, während der BC. Hordel durch einen Sieg über Fortuna Herne den Gerthern wertvolle Schrittmacherdienste leisten würde. Die Spiele: Fortuna Herne— BC. Hordel Hansa Herne— Wattenscheid=Ost Rasensport Wanne— Fortuna Wanne Reichsbahn Wanne— Viktoria Herne Vier Spiele auch in der Gruppe B. Concordig hat sich des Bochumer Vereins zu erwehren, der ihm im Wiederholungsspiel der ersten Serie einen wertvollen Punkt abknopfte. Die Wiemelhauser müssen schon gewinnen, wenn die Aussichten auf den bereits sicher gewähnten Gruppensieg nicht noch schwinden sollen. Den Gnadenstoß dürfte sich Tura=Fortuna Weitmar beim LFC. Laer holen, der jeden Punkt benötigt, um sich vielleicht doch noch retten zu können. Die Spiele: LFC. Laer— Tura=Fortuna Weitmar Concordia Bochum— Bochumer Verein Preußen 11 Bochum— Carolinenglück Bochum=West— Langendreerholz 3. Kreisklasse: Die Gruppe A ist spielfrei, hier ist die Meisterfrage bereits entschieden. Dafür gibt es in der Gruppe B einen besonders interessanten Kampf. Der DSC. 31 verlor im ersten Gang gegen den sonntäglichen Gast Laer 87 mit nicht weniger als:0 und wird sich„die Haare wiederholen“ wollen. Im übrigen Positionskämpfe, da es hier ja keinen Abstieg gibt. Die Spiele: Teutonia Stiepel— Germania Querenburg DSC. 31 Bochum— Laer 87 Postsportverein Bochum— Germania Kaltehardt Edelstahl Bochum— Bruchstraße Langendreer Nachspiel zum Turu-Forfuna-Kampf Das Meisterschaftsspiel Turu— Fortuna Düsseldorf im Gau Niederrhein, hat ein unerfreuliches Nachspiel gehabt. Die Untersuchung hat ergeben, daß beide Vereine an den unliebsamen Vorkommnissen Schuld tragen. Beide Mannschaften wurden mit einem Verweis bestraft, außerdem erhielt Fortuna eine Ordnungsstrafe von 200 Mark und Turu eine solche von 100 Mark. Der Spieler Bender(Fortuna) wurde mit 5 Meisterschafts=Spielsonntagen, der Spieler Blaß (Turu) mit Ausschluß von 2 Meisterschafts=Spielsonntagen bestraft. Die Spieler Kobierski, Bornefeld, Wigold und Albrecht(Fortuna) und die Spieler Lodenheid und Albrecht(Turu) erhielten eine Verwarnung. CrusefN....).„ Die Romantik der Manege Menschen ohne Nerven! Sensation und Leistung in höchster Vollendung! Hans Albers der volkstümliche Schauspieler Annabella die zarte, mädchenhafte Erscheinung 2o Hastert uid Zrobo mit GUSTAV FRÖHLICH und ELMA BULLA, der reizenden Ungarin Des gewalligen Erlolges wegen verlänger!! Qustav Fröhlich auf der Jard nach großen Liebesabenteuern stellt erneut sein fesches Drautgängertum unter Beweis. Der Lido bei Venedig, die herrliche unbarlsche Pußta und das sprudeinde Budapest sind die Schauplätze dieses einschmeicheinden und bezaubernden Films Dazu ein großes Belprogramm UPVTUE Täglich ab.15 Uhr Dazu ein ausgewähltes schönes Beiprogramm Täglich ab.15 Uhr,.15 Uhr, 8 Uhr Hind Zal Essen Steeler Str. 17 Täglich 8 Uhr Fur Karnevalsfeiern größ. 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Am Donnerstag nachnittag versammelten sich Betriebsführer und Gefolgschaftsmänner im Goldsaal der Westfalenhalle zur Eröffnungstagung des Arbeitsausschusses. Die„Begrüzungsansprache hielt Reichsbetriebsgemeinschafts####er Padberg. Er erläuterte die Bildung des Arbeitsausschusses auf Grund der Leipziger Vereinbarung vom 21. März 1935 zwischen dem Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsarbeitsminister. Bevor er dem Gauwalter das Port erteilte, gedachte er des ermordeten Parteigenossen Gustloff, zu dessen Ehren sich die Versammelten von den Plätzen erhoben. Gauwalter Stein führte u. a aus: Wer in den setzten Jahren des Weimarer Systems die Entwicklung der Wirtschafts= und Sozialpolitik verfolgt habe, dem sei es klar, daß der Nationalsozialismus neue Wege gehen mußte. In der neuen sozialen und wirtschaftichen Ordnung sei es, so führte der Gauwalter aus, nmöglich, daß die Gefolgschaft Forderungen ohne Rückscht auf das Werk aufstelle oder daß anderseits der Perksführer nach Belieben schalten und walten könne. Die Möglichkeit zur sozialen Selbstverwaltung sei gegeben. Dinge, die im Betrieb allein nicht zu klären seien, besonders überbetriebliche, sollten in den Arbeitsausschüssen verhandelt werden. Ueber dem Vertrauensrat und dem Führer des Betriebes ständen künftig die Arbeitsausschüsse, die Bezirksarbeitskammer und der Treuhänder. Die letzte Entscheidung stehe beim Reichsarbeits= und Reichswirtschaftsrat. Männer der Praxis und der Bewegung gehörten diesem wie jenen an Der Ausschuß werde abwechselnd von einem Werksführer von einem Gefolgsmann geleitet. Zur Vermeidung der Wiederkehr des glücklich überwundenen Abstimmungsklüngels parlamentarischer Art habe der Ausschuß kein Beschluß= und Entscheidungs= recht. Die Arbeitsausschüsse sollten der Bezirksarbeitskammer oder dem Treuhänder fertig ausgearbeitetes Material für deren Entscheidung unterbreiten. Die im Arbeitsausschuß vorbereitend geklärten Fragen fänden dann durch den Treuhänder der Arbeit ihre amtlichstaatliche Abstempelung. Mitglieder der Ausschüsse wirkten auch als Sachverständige im Beirat des Treuhänders mit. Zu den Aufgabengebieten der Ausschüsse gehöre die Klärung von Betriebs= und BerufsnachWestsmen uule Abensausschaffer in der Eröffnungssitzung wuchsfragen, Berufsumschulungsfragen, Fragen der Arbeitstechnik und wirtschaftspolitische Fragen. Zuchthaus für ungetreuen Vormund Für 10000 RM. Mündelgelder veruntreut. Duisburg, 18. Februar. In seiner Eigenschaft als Vormund hatte der Angeklagte Friedrich Schneider seit dem Jahre 1926 rund 10000 RM. Mündelgelder veruntreut und zum Teil für recht lebenslustige Zwecke verbraucht. Dies gelang ihm um so leichter, als er es verstanden hatte, Jahre hindurch als angesehener und ehrenhafter Mann zu gelten, bis eines Tages seine schamlose Tätigkeit aufgedeckt wurde. Als er in Haft genommen werden sollte, fand man ihn mit geöffneter Pulsader, doch will er nach seiner Darstellung nur einen Aderlaß vorgenommen haben. Trotz seines Geständnisses versagte das Gericht ihm mildernde Umstände und verurteilte ihn zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Das Christophorus=Heim abgebrannt Münster, 13. Februar. Das vor einigen Jahren unweit der„Schiffahrt“ in der Bauerschaft Füstrup in einem wundervollen, hügeligen Heidegelände unter besonders eifriger Mitwirkung des inzwischen gestorbenen Diözesanpräses Dr. Veen zum Landaufenthalt für die Jugend erbaute St.=Christophorus=Heim ist aus noch nicht bekannter Ursache in der letztvergangenen Nacht bis auf die Grundmauern vollständig niedergebrannt. Nur ein Teil des toten Eingutes konnte von den zur Hilfe herbeigeeilten Nachbarn gerettet werden. Ob auch die malerische Waldkapelle zerstört worden ist, konnten wir noch nicht erfahren. Dei eehle Berhandiungr!.. . zanwaltschaft Paderborn, 13. Februar. Die Große Strafkammer des Landgerichts Paderborn verurteilte den ehemaligen Vikar Rupieper, wie bereits in der DonnerstagAusgabe gemeldet, unter Einbeziehung der vom Sondergericht verhängten Strafe von vier Jahren Gefängnis zu einer Gesamtstrafe von sieben Jahren Zuchthaus. Dem Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Am Mittwoch, dem letzten Verhandlungstag, begann die Verhandlung mit der Verlesung der Urteile des Sondergerichts gegen Vikar Rupieper. Das erste, da im August 1934 gegen den Angeklagten ausgesprochen wurde, endete bekanntlich mit der Einstellung des Verfahrens auf Grund der Amnestieverordnung vom 7 August 1934. Unter anderem hatte man Rupieper in dem damaligen Verfahren seine Verdienste in den ersten Nachkriegsjahren zugute gehalten. Das das den Angeklagten als einen üblen Volksschädling charakterisierte, wurde im Dezember 1935 gesprochen und lautete wegen Vergehens gegen das Heimtükegesetz auf eine Gesamtgefängnisstrafe von vier Jahren. In dieser Strafe ist das Urteil über die moralische Mitschuld Rupiepers an der Ermordung des Arbeitsdienstmannes Ernst Koch aus Bochum gesprochen. Nach der Verlesung dieser Urteile erteilte der Vorsitzende, nachdem er die Beweisaufnahme geschlossen im Prozeß gegen Rupieper hatle, dem Staatsunwaltschaftsrat Speck(Hamm) das Wort zu seiner mehr als einstündigen Anklagerede. Das Gericht habe die Aufgabe, so führte der Vertreter der Anklage aus, das Urteil über einen Menschen zu fällen der weit über die Grenzen unseres Bezirkes sich durch sein unseliges Wirken einen Namen gemacht hat. Der Angeklagte habe sich in der Rolle eines Ueberzenengeß, täters und Märtyrers für seine Kreise gefauen, hab sich als Tugendrichter und Sittenprediger in der Bevölkerung Kirchhundems aufgeführt. In er aber nichts anderes als ein niederträchtiger Volksschädling und nach dem Ergebnis der Bezeißanßuahine ein sittlich minderwertiger und gemeiner Verrreche# im bürgerlichen Leben. Die Hauptverhandlung habe der Oeffentlichkeit, insbesondere von Kirchhundem, die Augen geöffnet. Schmählicher und gewissenloser sei das Ansehen der Geistlichkeit wohl nie geschädigt und das Ehrenkleid des Priesters in den Schmutz gezerrt und besudelt worden, als durch den Angeklagten. Wohl kaum seien in dieser Fülle verbrecherische Handlungen unter dem Deckmantel des Priesterrockes begangen worden, wie sie die Beweisaufnahme hier ergeben habe. Einen ganzen Tag habe das Gericht dem Angeklagten gegeben, sich zu seinen Straftaten zu äußern, aber wie in dem Ermittlungsverfahren habe sich alles bis auf einen verschwindend kleinen Rest als gemeine Lüge herausgestellt. Nachdem der Staatsanwalt dann zu dem umfangreichen Tatsachenkomplex eingehend Stellung genommen hatte, kam er zu dem Ergebnis, daß Rupieper wegen sieben selbständiger Verbrechensfälle im Sinne der Anklage zu bestrafen sei. Sein Antrag lautete nach entsprechender Würdigung des Vorgehens des Angeklagten bei seinen Darlehnsopfern auf eine Gesamtzuchthausstrafe von sieben Jahren und fünf Jahren Ehrverlust. In diesem Antrag faßte er die vom Sondergericht Siegen verhängte Gefängnisstrafe zuDer Verteidiger Rupiepers, Rechtsanwalt Hülshorst (Paderborn), wies auf die Bedenken hin, die die Gutachten über den Geisteszustand Rupiepers zeigten. Drei verschiedene Aerzte hätten sich in entgegengesetzter Richtung über den Geisteszustand Rupiepers ausgesprochen. Aus diesem Grunde stelle er den Antrag, Rupieperau seinen Geisteszustand in einer Heil= und Pflegranstall zu beobachten. Im übrigen stellte auch er fest, daß Rupieper ein Staatsfeind sei. Sein Antrag laute auf eine milde Bestrafung des Angeklagten, falls das Gericht seinen Beweisantrag ablehnen würde. Mord und Selbstmord. In der Gemeinde BruchHause entfernt mit einem tödlichen Stich in der Schläfe Auf dem einige hundert Meter entfernten Baundamm fand man die Leiche des 27jährigen, aus dem aber in der lesten von dem Mädel gelöst worden waren. N. hat das Mädchen erstochen und sich dann überfahren lassen. Schlechte Zeit für Gewohnheitstrinker. Die Polizeiverwaltung der Stadt Siegen hat jetzt zu einem gewiß sicheren Mittel gegen die notorischen Trinker gegriffen. Die bekannten Trinker erhalten in Zukunft seitens der Polizeiverwaltung der Stadt Siegen ein Schreiben, mit dem ihnen das Betreten der Schankräume für eine längere Zeit untersagt wird. Nichtbeachtung wird mit Haft bestraft werden. Vom eigenen Fuhrwerk totgefahren. Auf der stark abschüssigen Straße von Stockheim nach Niederau versagten an einem mit Strohballen beladenen Wagen die Bremsen. Die Pferde konnten das Fuhrwerk nicht mehr halten und rannten den Berg hinunter. Der rwerkslenker, der auf einem Pferd saß, wurde herihn ins Krankenhaus, wo er bald starb. Filmwerk nach Ludwig Ganghofers volkstümlichen Roman Mit: Paul Richter u. Charlotte Radspieler Ein packendes Schausple! menschlicher Schicksale aus vergangenen Tagen. „Der Klosterjäger“ ist die romantische und ergreifende Geschichte einer großen Schuld und ihrer Sühne, der spannende Konflikt zwischen inniger Liebe und harter Pflicht— ein eindrucksvoller und überwältigender Groß-Film Dazu das große Beiprogramm Täglich.15,.45 und 8 Uhr SV WATAT Am Bahnhof Jenny Juge Faustal Gründgens T Eugen Klöpter in der zauberhaften Komödie, in der wie ein Feuerwerk Witze sprühen Verwandlung 46. Preuß.=Süddeutsche Staats=Lotterie 5. Klasse 4. Ziehungstag Vormittagsziehung 12. Februar 2 Gewinne zu 30000 N. 558„2826g 19307 8 Gewinne zu 3000 M. 12543 143105 16307— 33553 Jiss 2076ös 23066 36336 000 N. 18733 23065 70030,833 9506s 124924 128767 129204 162639 J64366 152398 176765 224103 236356 289158 299651 337200 343733 354017 360386 370055 80 Gewinne zu 500 T, 13735, 3 3338 5809 66678 71409 75033 84183 9041U Stoo. Bz17S 97090 46993 168392 174685 181272 183968 199745 214803 216107 241002 241665 271356 279896 285546 298625 300029 305352 351966 363910 372154 372791 390553 390947 396678 348, Gewinne zu 300 M. 11219 13221 21890 2585 37376 3778f 2087] 41735 54845 54976 55745 55940 59819 e61e7 g637s 66487 39730 79840 81211 82683 87615 87680 80663 ööhje scheef fs16e 11358 116öfs 139489 122117 122818 124252 130141 130948 1 132905 134816 135669 143120 143712 144817 151230 152139 157481 160703 162366 169694 170584 172478 173986 174003 175185 176592 78676 179481 184177 184394 184978 193272 193309 196813 197973 203530 207615 208494 208792 211264 212818 215093 216932 217008 218005 220825 222471 224645 234624 236764 237643 240183 241532 242611 250475 252335 252957 253112 254507 256795 258547 263461 265246 272217 275740 276526 283836 284372 287410 287810 289996 292582 293847 303208 303584 305147 307161 310093 312953 314296 317099 317301 318106 322590 324599 329760 332124 338034 338413 341491 343990 346597 348171 349923 350032 352275 352305 353558 354254 357733 357819 361350 363223 363478 364485 365940 365993 368663 374296 374478 374885 375371 375551 378392 380049 384300 387321 388139 389459 390773 394217 394299 395782 397466 Nachmittagsziehung 4 Gewinne zu 10000 M. 115228 300640 6 Gewinne zu 3000 M. 93724 172158 250167 16 Gewinne zu 2000 M. 11129 19839 24383 49426 214695 270691 373289 3765/1636 g6gg, 58 Gewinne zu 1000 M. 2108. J4200., 77838, 865 96020 104804 116083 128665 167560 197325 198266 206621 207757 224528 245718 251484 252899 256381 259032 337511 340751 349925 378032 383187 391188 397230 92 Gewinne zu 500 M. 1701, 5084 9904 25561 78867 79918 81835 88803 135037 147876 163470 177074 179541 193345 194050 211145 223988 224080 241208 245381 251459 259415 265959 271441 302682 305526 310421 312075 322025 327149 336270 339158 349653 355896 361334 384634 12640 13015 19065 19939 22230 28840 32340 32461 39228 40184 42162 42551 43403 43558 52842 54206 66078 56587 56701 58759 69426 60661 60716 64427 69625 72347 72410 75446 77392 78240 79974 80756 84429 87280 93404 93518 99814 100977 102547 105984 106480 108845 109684 110242 110290 114382 115486 116065 120170 125970 126221 130824 131624 34275 136220 137591 139509 140821 14296 43216 144267 145111 152745 153317 zgggg 161795 164316 165428 168145 173046 1418., 176399 177236 179601 180791 182406 184051 185268 185272 186564 189765 191436 191799 192800 196265 204298 204451 209636 211466 212561 214107 216244 225052 225620 230822 231152 231853 236092 237645 239501 240303 249241 250953 251380 253492 261358 264198 267238 268085 271508 272719 275709 278326 279335 283626 283746 284796 288850 294810 296833 301658 302247 304902 314501 316112 316124 316683 320657 322033 325787 325907 327575 332443 334717 336026 337134 337531 341717 341754 342909 342941 345961 346750 350096 350977 353294 354356 356582 356988 357555 360395 361096 362480 362558 363384 365153 367255 370696 378248 378658 388821 392568 392972 393274 394176 394591 396018 396142 397092 398608 399875 Hallo Ein Sprühregen von Lachen und Frohsinn Paulchen stellt sich ab heute in großer Form vor S] in dem tollen Groß-Lustspiel: Der sehdentens CUUUTTE Ein Lachschlager großen Stils. Mit einer Besetzung, die alles sagt: Paul Kemp, Adele Sandrock, Fita Benkhoff, Charlott Daudert, Tina Zucchl, Wilhelm Bendow. Paul Kemp als„schüchterner Casanova“, von einem Liebesabenteuer in das andere fallend, umgeben von einem bunten Strauß liebestoller, kesser Frauen. Da gibt’s nur eins: Tolleres kann es nicht geben, das muß man sehen. Dazu das große Vorprogramm Täglich.13,.45 und 8 Uhr T C ii I. Frobe Fahrt anbosteinbungungen 2.„Halligen“ ein herrlicher Kulturtilm 3. Die aktuelle Ufa-Deulig-Tonwoche Sonntag, 2 Uhr, Kindervorstellung KOTTSTR. D FROHER OPERETTENTHEATER Kurnedur=Kenner Größte Auswahl Schanfengen Billigste Preise Besichtigen Sie meine Smaufenster. im Spezialhaus August klolzen, Bollalst tel. 62663 Karnevalskostüme in allen Ausführungen. leibweise Neustr. 5, am Neumarkt, Ruf 61514 Wer ist. die Frau? Was gibi es Neues!— Solange diese Frage Intcresse dat, wird man täglich Zettungen lesen und solange die Kundschaft solches tut, int sie auch von dieser Seite für Ihr Geschaft zu gewinnen. Sinh K können Sie schnell entiernen durch Frucht“s Schwanenweiß Milesser und Pickel entiern! Schönheitswasser Aphredite Altmikus, Stadt-Drog., Bongardstr. 12 Drog. Fischer, Kortum- Ecke Rottstr: Stern-Drogerte Störing, Hellwes 1: Oros. Kneider, Große Bechstraße 11; Dros. Nucklenbreich, Brückstrabe 35, Dros. Reinhardt, Ploltkemarkt und Märkische Strabe: Drog. Händler, tadttheater BOCHUM Freitag, 14. Febr. 20 bis gegen 22.30 Uhr. Weitzer Ring Markurell Samst., 15. Fedr. 20—23 Uhr, Geschl. Vorst, für die NSG.„Kraft durch Freude“: Egmont werben Sie dureh den„S. H. Seite 12 Nr. 38 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 14. Februar 1936 Uno Kjalmar Berhman:„Markurell Westdeutsche Erstaufführung im Stadttheater Die durch die Namen Ibsen und Strindberg vertretenen geistigen Mächte der vom Norden her auf die europäische Welt einwirkenden Literatur, die Auseinandersetzung heißt mit den Formen und Inhalten bürgerlicher Gesellschaftsordnung, haben auch den schwedischen Dramatiker Hjalmar Bergman stärkstens berührt. Wie seine großen geistigen Vorfahren und Schrittmacher ist er bemüht, mit psychologisch geschärften Waffen die Krebsnatur der gesellschaftlichen Lüge anzugreisen und, wenn nicht auszurotten, so doch jedenfalls aufzudecken und sie dem einfühlenden Interesse des Theaterpublikums preiszugeben. Er geht spielerisch und mit sichtendem Humor, der die gröberen Laugen der offenen Satire und die feineren Nadelstiche der Ironie nicht verschmäht, an die Probleme heran, biegt sie in einer sehr bewußten Lust an der künstlerisch gehobenen Hysterie für seine besonderen Absichten, die ins Komödiantische zielen, zurecht und öffnet ihnen schließlich den Ausweg zur echten und überwindenden menschlichen Güte. In einigen Worten der Inhalt seiner Tragikomödie „Markucell". Der arme Bauernbursche, den das Leben gehetzt hat und der in den Maschen einer formgewissen und formgerechten Moral hängenblieb, rächt sich, als er zu wirtschaftlicher Macht gelang, an den faulen Stützen der Gesellschaft und kennt nur eine Liebe, der er alles zu opfern bereit ist: seinen Sohn Jehann. Für diesen Sohn, der im Begriff ist, die Abiturientenprüfung abzuleisten, und wahrscheinlich zu leicht befunden wird, könnte er stehlen, betrügen und morden. Johann muß die Reife beglaubigt haben, auch wenn er mit der Chemie auf Kriegsfuß steht, der Vater Markurell will es. Er versucht, die Lehrer zu bestechen und es würde ihm auch gelingen, wenn er nicht zu gerade auf sein Ziel losmarschierte wenn er feinere und verbindlichere Formen wählte. Der Bärenkerl, der zwar die Fuchslöcher kennt, mit seiner massigen Ehrlichkeit aber die Gänge zerstört und das scheinheilige Pack verjagt, erreicht nichts und doch etwas, das sein starkes Lebensgefühl in den Grundfesten erschüttert. Johann ist nicht sein Sohn, Johann ist das illegitime Kind des Amtsrichters de Lorche. Die ganze Gesellschaft weiß es, nur Markurell wußte es nicht. Wie nun er selbst, der plötzlich aus allen Himmeln gestürzte Hiob diese Wahrheit erträgt und, ohne sich hinter der gehaßten Lüge zu verstecken, mit ihr fertig wird, ist die positive Kraft, die von dem Bergmanschen Drama ausstrahlt und zum menschlich beglückenden Erlebnis wird. Curt Bartz gab seiner Inszenierung die nervöse und mystifizierende Brechung, zwischen Licht und Schatten, zwischen Spuk und Wirklichkeit, das vergiftende Tuscheln und Flüstern einer Lüge, die tausend Beine hat, die sich nicht greifen läßt, die sich mit liebenswürdiger Komik tarnt und dann plötzlich vor einem Menschen einstürzt, der an sie wie an eine heilige Wahrheit geglaubt hat. Den schönsten und seltensten Siegen des Theaters bereitete diese Inszenierung den Weg: daß man dasitzt und lächelt und doch traurig ist, und wieder glücklich, daß ein Dichter so zart und fein und so wundervoll lebensgerecht mit den menschlichen Herzen zu spielen versteht. Als Gastwirt Heinrich Markurell lieferte Alfred Schieske ein Spiel, in erschütterndem Maße gesättigt mit der grobkantigen bauernschlauen Ehrlichkeit des gebrannten und nun um alle Schliche wissenden Mannes. Wie er von der furchtbaren Wahrheitsschleuder getroffen wird, wie da dieser tumbe Bauer zusammensackt und über Ausbrüche einer Tiernatur dann endlich doch die grenzenlose Liebe siegt, gehört zu den stärksten darstellerischen Aeußerungen dieses hervorragend begabten Charakterspielers. Strindberg= sche Atmosphäre ergibt das Zusammenspiel mit der von Adele Schönfeld im derben Umriß eingesangenen Gastwirtsfrau, die in der entscheidenden Stunde, da sie reden darf und reden muß, ihr Geständnis mit der schamlosen Nacktheit ablegt, die wie ätzendes Gift die Wunde brennt, zugleich aber barbarisch reinigt. Von gespenstischer Lemurenhaftigkeit, blaß, ein Horcher und Leisetreter mit fahrig unbeherrschten Bewegungen, der Friseur Strom Walter Kaltheuners, eine ausgezeichnete Studie. Die übrigen Rollen, in anekdotischem Detail gezeichnet, ohne überspielt zu werden: der frische unbeschwerte Johann Ernst Schröders, der auf Eis gelegte, glatte und verbindliche Hochstapler de Lorche Fritz Brands, der tattrige und stilechte Gymnasialdirektor Adolf Schneiders, der korrekte Studienrat Willi Schröders, ein cholerischer Regierungspräsident(Wilhelm Grimm), ein nicht nur in Witzblättern beheimateter Professor(Ernst Holznagel), ein würdevoller Propst(Heinz Holthuysen) und endlich Gräfin de Lorche, deren sich Magda Reichardt in sympathischer Weise annimmt. Den Bühnenbildern gab Dr. Harry Mänz die kühle und spukhaft graue Abtönung im Realistischen, die das Stück verträgt und das Hintergründige ahnen läßt. Der künstlerische Eifolg der hervorragenden Aufführung vor gut besuchtem Hause war groß und wurde, am Beifallsbarometer gemessen, der Leistung aller Beteiligten mit ungezählten Vorhängen in vollstem Maße gerecht. Dr. Strodthoff. Das Schlachtteld von Rlelia getunden? Das Schlachtfeld eines der berühmtesten Kämpfe Cäsars, nämlich der Schlacht von Alesia, soll kürzlich von einem Flieger entdeckt worden sein. Cäsar hat von dieser Schlacht nicht nur eine Beschreibung, sondern auch eine Karte hinterlassen, auf der die Siedlung der Gallier und die Befestigungen der Römer eingezeichnet sind. Historiker und Archäologen haben sich seit langem bemüht, den Ort des Kampfes genau festzustellen. Bisher war das aber nicht gelungen, obwohl Cäsars Karte auch alle Hügel, Flüsse und Bäche der Umgebung enthielt. Man hat jetzt die zuverlässige Photographie eines Fliegers mit der Karte verglichen und gefunden, daß das Gelände genau mit dem von Cäsar angegebenen übereinstimmt. Archäologen wollen demnächst versuchen, die Reste der römischen Befestigungen auszugraben. Nach der Photographie muß das Schlachtfeld in unmittelbarer Nähe des heutigen Izernore in der Nähe von Nantua in Südfrankreich gelegen haben. Die Schlacht bei Alesia fand 52 v. Chr. statt. Cäsars Gegner war der Gallierfürst Vercingetorix. Nach der Niederlage wurde Gallien römische Provinz, und römische Kultur und Sprache verdrängten in den folgenden Jahrhunderten die alte, auf hoher Stufe stehende keltische Kultur. Die Ausgrabungen am Fuße des Tarpejischen Felsens bei Rom brachten eine Reihe interessanter Ergebnisse. So fand man die Reste mehrerer ausgedehnter Aufnahme „-.“Mutbherr Szenenbild aus H. Bergmanns„Makurell“ Von links nach rechts: Alfred Schieske(Markurell), Adele Schönfeld(Frau Markurell) und Walter Kaltheuner(Friseur Strom) Säle mit Wandfresken und schönen Mosaikfußböden die sogenannte„Casa del Mulini“, das Haus der Müß. len, das nach den vorgefundenen Resten zweifellos Woh, nung und Laden von Müllern gewesen sein dürfte, und einige außerordentlich gut erhaltene Bäder. Was int Ritich? Ueber den Ursprung des Wortes„Kitsch“ gibt das etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache von Fr. Kluge folgende Auskunft: Wenn englisch=amerikanische Käufer für ein Bild nicht viel anlegen wollten, verlang, ten sie eine Skizze—— a sketch: daraus wurde „Kitsch“ zunächst in Münchener Kunstkreisen der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Diese Herkunft des Wortes, das hier also soviel wie Surrogat, Schund flüchtig gemachte Kunst bedeutet, bestimmt noch seinen heutigen Gebrauch. Der Reichssender Köln und die Staatliche Hochschule für Musik in Köln haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die den Studierenden der Hochschule und den Gasthörern die Möglichkeit geben soll, die musikalische Arbeit des Rundfunks kennenzulernen. Die Arbeitsgemeinschaft wird am Sonntag, dem 1. März, mit einer Feier eröffnet. Unter dem Protektorat der Leipziger Bruckner=Gemeinde wird Generalmusikdirektor Hans Weisbach als Leiter des Leipziger Sinfonie=Orchesters am 1. März im Gewandhaus zu Leipzig die Urfassung von Bruckners 4. Sinfonie zur Uraufführung bringen. Das Konzert gelangt durch den Leipziger Reichssender zur Rundfunkübertragung. Das Theater an der Wien, das älteste Operettentheater Wiens, wurde am Dienstag abermals geschlossen. Die neue Direktion, die nach dem Zusammenbruch Hubert Marischkas das Theater übernahm, konnte keine Erfolge erzielen. Verhandlungen zur Wiedereröffnung des Theaters sind im Gange. Ein Münchhausen=Museum wird die Stadt Bodenwerder in der Provinz Hannover einrichten. Sie hat jetzt das alte Herrenhaus erworben, in dem Freiherr von Münchhausen, der klassische Meister der Aufschneidereien, gelebt und gelogen hat. Die Direktion eines Newyorker Kinos gibt bekannt, daß sie in einem neuen Lustspiel einen Preis von 150 Dollar für denjenigen Griesgram unter den Zuschauern aussetzt, der während der ganzen Vorführung sich des Lachens enthalten könne. Geschichtstatel 14. Februar 1468 starb der Erfinder der Buchdruckerkunst im Abendlande Johann Gutenberg in Mainz, wo er auch vermutlich zwischen 1394 und 1397 als Sproß der Patriziersamilie Gensfleisch geboren ist, während er seine Jugend in Straßburg verlebt zu haben scheint. Durch den Druck mit beweglichen Buchstaben in einer Presse, statt der bisherigen Abschriften, führte er eine neue Epoche europäischer Kultur herauf. 1828 wurde der preußisch=hessische Zollverein gegründet, angeregt durch das preußische Zollgesetz von 1818 und die Bestrebungen des württembergischen Nationalökonomen Friedrich List für Aufhebung der Binnenmauten und Verlegung der Zollstellen an die äußeren deutschen Grenzen. Es war der erste Schritt zu dem großen, nach Beitritt des bayrisch=württembergischen Zollverbandes und nach und nach auch der anderen deutschen Staaten, 1834 entstandenen preußischdeutschen Zollvereins, der späteren Grundlage für die Einigung des Reiches durch Bismarck. 21) „Ich kann Ihnen das nicht sagen!“ gab ihm Johanne ausweichend zur Antwort. Sie verabschiedete sich schnell. „Captain, da drinnen wimmelt es von Schwarzbärten. Wenn Sie nicht vorsichtig sind, können Sie noch eine böse Ueberraschung erleben", warnte der Sergeant, bevor er ging. Die Mitteilungen, die der Kommissar erhalten hatte, veranlaßten ihn, seinen Angriffsplan von Grund auf zu ändern. Jetzt, wo sich das Mädchen in Sicherheit befand, konnte er jede Rücksicht fallen lassen. Wie notwendig es war, rücksichtslos zu sein, zeigte ihm der neuerlich aufflammende Kampf in der Sporthalle. Inspektor Hull mußte diese räumen; denn die Verbrecher arbeiteten jetzt nur noch mit Gaskugeln, die im Licht des Scheinwerfers, der zeitweise aufleuchtete, wie eine Unzahl Seifenblasen geflogen kamen. Ueber die gefährliche Einwirkung dieses nach faulem Obst riechenden Phosgengases wußte Hull genau Bescheid, genau so, wie er auch ahnte, daß die mit diesem Kampfmittel arbeitenden Kerle in ihrem sicheren Versteck mit neuzeitlichen Gasgeräten ausgerüstet waren. Auf Befehl Gersons wurden die beiden Scheinwerfer in einiger Entfernung vor dem Haus so aufgestellt, daß sie mit ihrem Licht die beiden Längsseiten bestrichen. Dadurch war es den Kerlen unmöglich gemacht, ungesehen zu entkommen. Längere Zeit blieb es ruhig. Dann schossen feurige Garben aus dem Gebäude, Schüsse peitschten durch die Nacht, es splitterte Glas, und plötzlich versank die eine Seite des Hauses in Dunkelheit. Wohlgezielte Kugeln hatten einen Scheinwerfer außer Tätigkeit gesetzt. Gerson schärfte den Leuten ein, auf das geringste Geräusch zu achten und sofort nach dieser Richtung zu schießen; denn er nahm an, daß die Schwarzbärte im Schutz der Finsternis versuchen würden, auszubrechen. Es lag ihm sehr viel daran, nicht einen davon entwischen zu lassen, hoffte er doch, dabei Best in die Hände zu bekommen. Seine Vermutungen bestätigten sich in vollem Umfang. Da und dort waren Anrufe der Beamten zu hören, sekundenlang zuckten die Lampen auf, es wurde geschossen, und ein Aufschrei bewies daß die Kugel auch Ziel gefunden hatte. Eine Maschinenpistolengarbe trich., als Antwort über die Köpfe der eng an den ## geschmiegten Polizisten, zwischen denen Leuchttlügein aufflogen. Die Bande war mit allen Kampfmitteln ausgerüstet, und der Kommissar sah sich gezwungen, etwas weiter vom Haus abzurücken, wollte er weitere Verluste vermeiden. Inspektor Hull kroch zu ihm. „Wenn das so weitergeht, Captain, wird meine Frau heute noch Witwe. Die Kerle sind direkt militärisch ausgebildet und ausgerüstet. Verdammt dicke Luft hier! „Vorhin schrie eine Eule, Hull, das bedeutet, daß der Mensch, der unmittelbar nach diesem Ruf spricht, in der gleichen Nacht noch sehr viel zu hören bekommt“, entgegnete Gerson kühl. Hull seufzte. „Sie tippen auf meine Frau, ich weiß; aber auch dieser Kelch wird an mir vorübergehen. Sie leidet an Schlaflosigkeit, und heute komme ich ziemlich spät heim zu ihr.“ „Ich gebe Ihnen ein Zeugnis mit, daß Sie so lange im Dienst waren!" Der Kommissar wollte noch etwas hinzufügen, wurde aber durch Lichtsignale, die ein im Walde aufgestellter Posten gab, abgelenkt. „Sehen Sie, Hull, die Verstärkung kommt!“ Grelle Lichter kamen näher. Der Platz war plötzlich in eine Flut von Scheinwerfern getaucht. Links und rechts des Hauses fuhren Panzerautos auf; aus den übrigen Wagen quollen Polizisten, versehen mit Gasgerät, Handgranaten und Gewehren. Schwere Panzerplatten wurden ausgeladen, Sanitätspersonal sprang ab, und es waren noch keine drei Minuten verflossen, da standen die Männer der Polizei hinter den Scheinwerfern im Dunkel bereit zum Angriff. Die Führer, von Gerson mit knappen Worten instruiert, eilten an ihre Plätze. Die Schießerei hatte an Heftigkeit zugenommen, da aus den Türmen der Panzerwagen das Feuer bereits mit schweren Maschinengewehren erwidert wurde. Jetzt griffen auch sämtliche Polizeitruppen in den Kampf ein, der sich zu einer kleinen Schlacht entwickelte. Hinter den Panzerwagen gelang es den Angreifern, ungefährdet, wenn auch schrittweise, näher an das Haus zu kommen, Handgranaten explodierten und rissen in das große Tor, das die Kerle, nachdem sich Hull mit seinen Leuten zurückgezogen hatte, neuerdings verschlossen und verrammelt hatten, eine große Bresche. Verderbenbringend spuckte ein Maschinengewehr seine Kugeln heraus und erschwerte das Eindringen bedeutend. Erst als ein Panzerwagen das Tor vollends in Trümmer legte und seine Maschinengewehre sprechen ließ, gelang es, an dieser Stelle festen Fuß zu fassen. * Von hier aus mußten die Polizisten mit Gasmasken vorgehen, wobei sie immer noch hartnäckigen Widerstand zu verspüren bekamen. Die vielen Kisten in der Sporthalle ermöglichten es den Verbrechern, langsam und unter unablässigem Feuern den rückwärtigen Teil des Hauses aufzusuchen. Von allen Seiten drangen jetzt die Yardleute ein. Es gelang ihnen schließlich, mit Ausnahme des oberen Stockwerkes, das ganze Gebäude zu besetzen und eine größere Anzahl Schwarzbärte gefangen zu nehmen. Der Kommissar war an der Spitze einer kleinen Abteilung durch das Fenster mit den abgesägten Gitterstäben eingedrungen und nach Wegschaffung der Möbel in den Gang vorgestoßen, wo er in den Kampf eingriff. Es glückte ihm, in das von Gibbs beschriebene Zimmer zu kommen. Leider war der Angreifer Johannes— Gerson vermutete nach wie vor in ihm die Person Bests— verschwunden. Auch die beiden Burschen hatten das Weite gesucht. Der Ruf„Feuer!" trieb die Männer wieder in den Gang, aus dem ihnen beizender Rauch entgegentrieb. Hustend eilten sie durch den Qualm, um das Freie zu gewinnen, nur Gerson als letzter, blieb etwas zurück. Sein Fuß stockte, als er aus einem Zimmer, dessen Tür unter den Axthieben der Polizei gefallen war, höhnisches Gelächter klingen hörte. Schrill und näselnd, wie ein Gemecker hörten sich die Laute, die herausfordernd und spöttisch aus unsichtbarem Munde kamen, an. Mit einem Syrung war der Kommissar im Zimmer. Im Nebel des Rauches stand der Graue, die glimmernden Augen starr auf ihn gerichtet, einen Arm hoch erhoben, drohend vor ihm. Seine Hand umfaßte etwas Schwarzes, Rundes, wie es schien, zum Wurfe bereit. ein toter Mann.=Schritt“, näselte er„und Sie sind Regungslos am Platz verharrend, blickte Gerson den Grauen an. Seine Augen fixieren die vermummte Gestalt, seine Hände ballten sich langsam zu knochigen Hämmern. Endlich befand er sich dem Manne gegenüber, der mit dem Aufgebot einer wohlorganisierten, verbrecherischen Macht im brutalen Kampf gegen Gesetz und gesellschaftliche Ordnung stand. Wessen Gesicht verbarg sich unter dem grauen Schleier, welchen Körper umschloß der schwarze, weite Radmantel, und welche mörderischen Gedanken gingen in diesem Augenblick durch den Kopf dieser größenwahnsinnigen menschlichen Bestie? „Graumann, Ihre Zeit ist um“, Gerson sprach kühl und sachlich,„und Sie werden...“— Er beendete seine Worte nicht. Seine Faust fuhr vor und traf... ins Leere. Der Graue war geschickt zur Seite gesprungen und im Nebel des Rauches verschwunden. Der Kommissar setzte ihm nach, obwohl jetzt dicke Schwaden in das Zimmer zogen und sich erstickend verbreiteten. Die Jagd ging fast im Kreis durch mehrere Zimmer, wie ein Schatten huschte der Graue über den Boden. Gerson griff zu, seine Hände berührten den Mantel des Flüchtlings. In diesem Moment stolperte er über einen am Boden liegenden Gegenstand. Er stürzte und schoß, am Boden liegend, einige Male in die Richtung des Fliehenden. Dann sprang er auf und suchte im rückwärtigen Zimmer Deckung. Spottendes Lachen war die Antwort. Der Graue, der jetzt deutlich zu sehen war, schleuderte die Kugel auf den Platz, wo kurz zuvor sein Gegner gefeuert hatte. Eine mächtige Detonation zerriß die Luft, Mauerstücke, Sand und Steine fielen von der Decke, während die eine Wand des Zimmers vollständig umgelegt wurde. Gierige Feuerzungen fraßen sich näher, die Luft war mit giftigen Gasen angefüllt, und das Krachen fallender Balken und Splitter des durch die Hitze berstenden Glases waren warnende Signale für den Kommissar. In gebückter Haltung strebte dieser nunmehr dem Ausgang zu. Der dichte Rauch hatte dem Grauen die Sicht verwehrt, das Explosivgeschoß krepierte zwischen den Wänden des leeren Zimmers. Knavp dem Tode entronnen, betrat Gerson das Freie und sah nun, daß bereits der gesamte Holzbau lichterloh brannte. Die im Obergeschoß verbliebenen Verbrecher stellten das Schießen ein; sie sprangen aus dem Fenster und konnten nach kurzem Kampf überwältigt werden. Gierig zügelten die Flammen, durch den Wind genährt, aus allen Ecken und Fenstern; allmählich senkte sich der Dachstuhl, wie feurige Stiche stoben die Funken in die Höhe. Es knisterte und prasselte, eine unerträgliche Hitze trieb die Männer zurück, glühende Holzteile sausten durch die Luft, der Himmel färbte sich blutigrot, während schwere Rauchwolken in gespenstigen Formen nach Westen getrieben wurden. Ein schauriges Bild elementarer Zerstörungskraft, eine grandiose Riesenfackel erhellte das Dunkel der Nacht. Jetzt schoß eine feurige Lohe zum Himmel, donnernd strahlte ein mächtiger glühender Springbrunnen auf; das Gebäude brach zusammen. „Hull“, wandte sich Gerson an den Inspektor, „fragen Sie die Runde durch, ob nach mir noch ein Mann aus dem unteren Teil des Hauses gekommen ist. Ich suche nämlich jemand. Die Gefangenen sind schon abtransvortiert worden, ich kann also erst in London feststellen, ob sich mein Mann darunter befindet. Aber mir scheint, er war stärker als das Feuer und schneller als die Flammen und der Rauch und wahrscheinlich auch klüger als die Polizei von Scotland=Yard. Wenn ich mich täusche, Hull, dann könnten Sie Ihrer Frau eine große Sensation mit nach Hause bringen.“ „Ich verstehe nicht, was Sie meinen, Captain, aber eines weiß ich bestimmt: Meine Frau macht sich aus einer Sensation soviel wie etwa ein Gewohnheitssäufer aus einer farbigen Limonade. Sie möchte einen Pelzmantel, und solange ich ihr den nicht mitbringe, ist für mich daheim Sauregurkenzeit. In eine Sensation kann sie sich nicht einwickeln!" Er schneuzte sich bedrückt. Gerson hörte ihn noch eine Zeit vor sich hinmurmeln, ehe er verschwand. Obwohl die Funken weit über die Lichtung hinaus in lustiger Fahrt ihren Weg nahmen, waren im Wald keine Brandherde entstanden. Diese Gefahr, wodurch ungeheurer Schaden entstanden wäre, ging glücklich vorüber, und es blieb den Männern erspart, einen Waldbrand bekämpfen zu müssen. Von dem Gebäude standen nur noch verkohlte Mauerreste. Der übrige Teil war eingefallen und bildete einen Haufen glimmenden und stinkenden Schuttes. Das Feuer hatte gründliche Arbeit geleistet. War es entstanden durch die Explosionen der Handgranaten, oder sollte es die Fackel für die Grabbeleuchtung vieler Mitwisser sein? Verbrechen oder Kampferscheinung?— Wollte der Graue seinen Schlupfwinkel und damit einen Teil seiner Geheimnisse vernichten, ohne Bedacht auf irgendwelche Menschenleben zu nehmen, die damit das Opfer seiner Rücksichtslosigkeit wurden?— Wohin war der Graue verschwunden? „Auf der anderen Seite sind noch einige Polizisten aus dem Haus gelaufen. Ob das nach Ihnen war, weiß der Leutnant nicht, da er keine Ahnung hat, wann Sie herauskamen, da Sie entgegengesetzt das Haus verließen“, meldete Hull. „Was soll mit diesem Paket?“ „Es wurde von einem Streifer der Motorradpolizei für Sie abgegeben. Der Mann fand es im Haus. Rollins sah ihn mit den anderen herausstürmen. Nachdem er seinen Fund abgegeben hatte, begab er sich zur Sanität, da er eine Rauchvergiftung erlitten hatte. Er sagte noch, daß er sich wegen des Inhalts dieses Päckchens noch persönlich an Sie wenden wird!" „Und wie heißt diese Perle von Scotland=Yard?“ erkundigte sich Gerson, das Paket öffnend. „Er preßte ein nasses Taschentuch vor das Gesicht und man fragte ihn nicht lange danach, da er sehr krank zu sein schien. Das ist ja auch nicht so wichtig, Captain, der Mann kann leicht festgestellt werden. Lassen Sie ihn erst wieder richtig Luft schnappen. Ist es ein wertvoller Fund?— Dann hätte der Streifer Glück gehabt wegen der Beförderung und so.“ Hull konnle seine Neugierde kaum bezähmen. Gerson löste vorsichtig die Schnur und schlug das Papier auseinander. Sein Blick fiel auf ein kleines schwarzes Sterbekreuz, darunter lag ein dünner, grauer Schleier, in dem sich zwei mit Glimmer ausgefüll Augenschlitze befanden Der Kommissar schob die Unterlippe abwärts. „Hull, das ist ein großartiger Fund!“ sagte er grimmig.„Wenn ich den Finder in meine Hand bekomme, wird er von Staats wegen so hoch beförder!, daß er sogar das Luftschappen ganz vergißt.“ „Das ist ein schweres Kreuzworträtsel“, entgegnele der Inspektor, der wie sein Kollege Longe ein eifriger Denksportler war, bekümmert.„Welche Beförderung meinen Sie?“ „Geben Sie acht. Eins waagerecht ist eine Tür, zwei aufwärts ein Hausprodukt und drei abwärts ein viereckiges Loch. Alles zusammengenommen ergibt ein Wort für gesetzliche Sühne.— Ich werde es auf lösen!“ „Und wie heißt dieses Wort?“ fragte Hull inter essiert. (wrortsetzung folgt) Seite 13 Nr. 38 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 14. Februar 1936 Ainerhunuug Der eeigessend Teerpei Brahmann“, sagte eines Tages Steiger Müller seinem alten Förderaufseher,„wir bekommen heute uch, der Betriebsführer kommt. Du sorgst dafür, daß der Schlepper Specht verschwindet, der Betriebsführer will keine zwei Mann hinter dem Wagen sehen. „Es ist gut“, sagte der Förderaufseher, und Steiger -Alugust Brahmann war ein alter Schichtlöhner und hatte die Aufgabe, die Förderung zu überwachen. Er fuhr deshalb mit den Kohlenzügen nach dem Schacht, damit der Fahrer nicht allein war wenn ein Wagen entgleiste oder sonst eine Störung der Förderung eintrat. Am Schacht half er dann den leeren Zug zusammenstellen, half Holz in die Wagen laden und anderes Brahmann kam seinen Verpflichtungen treu und redlich nach. Er bemühte sich, die Förderung in einem geregelten Gang zu halten. Doch auch der Aufseher hatte ine schwache Stelle, das war sein kurzes Gedächtnis. Ein Professor konnte nicht zerstreuter sein als August, und so manches war ihm schon durch die„Lappen" geNachdem der Steiger fort war, begab sich August nach der„Silberbank", dem Flöz, wo Walter Specht dem Lehrhauer Kurt Risse Kohlen schleppen half. „Walter“, wandte er sich an den Schlepper,„heute kommt der Alte. Du mußt für die Zeit, wo er auf der sechsten Sohle ist, verschwinden. Der Steiger hat es „Wo soll ich denn bleiben?“ fragte Walter darauf. „Ja, das muß ich mir noch überlegen, komm' so gegen halb zwölf mal zu mir.“ „Ist gemacht“, sagte der Schlepper. August trottete von dannen und fuhr bald mit dem ersten Zug nach Pünktlich um halb zwölf sand sich Walter bei August Brahmann ein. Der Alte koppelte gerade die Wagen aneinander. In einer halben Stunde konnte die erforderliche Anzahl„Voller“ zusammen sein. Dann fuhr der leite Zug nach dem Schacht.., fragte Spechl „Nun, was hast du mit mir vor: flaglr Spechl den Förderaufseher. „Ich? Mit dir?“ fragte der erstaunt. „Ja, du willst mich doch verschwinden lassen.“ „Ach, verdammt noch mal, das stimmt ja. Der Alte kommt ja gleich. Das wäre mir doch bald durch den Kopf gegangen. Wo lasse ich dich nur? Komm mal mit“, sagte er dann nach kurzem Ueberlegen. August Brahmann ging mit dem Jungen in eine abgelegene Strecke, die selten besichtigt wurde. Man hielt sie nur des Wetterzuges wegen aufrecht. Hier angekommen, machte er sich daran, einige Verzugbretter unter der Firste beiseite zu schieben. Die Bretter waren über die ein Meter voneinander entfernt stehenden Zimmerungen gezogen. Sie sollten verhüten, daß Steine oder Kohlen in die Bahn fielen, doch war das Gebirge „So, Walter, setzt kletterst du da oben rauf und legst dich auf die Bretter. Die Firste ist hohl. Ich habe hier früher mein Gezäh oft versteckt“, sagte der Alte jetzt zu dem Schlepper... Maugust brachte 81. Walter kletterte nach oben, und Augast brachte die Bretter wieder in Ordnung. „Wenn der Alte fort ist rufe ich dich, mach' deine aus, damit man den Schein nicht sieht, ich gehejetzt. Schlepper tat, wie ihm geheißen ward, und Es war schon zwölf Uhr vorbei, und der Kohlenzug stand zur Abfahrt bereit. Der Betriebsführer und der Steiger waren noch nicht unten. „Fertig!“ rief August da dem Fahrer zu und sprang auf den letzten Wagen.... Rung Cansfam rat. Die Lokomotive setzte sich in Gang. Lungsum rarterte der Kohlenzug aus dem Revier. August hatte den Jungen vergessen. Nach einer guten Viertelstunde kamen der Betriebsführer und der Steiger. In der„Silberbank“ hielten sie sich nur eine kurze Zeit auf. Dann gingen sie nach dem Schacht.— Die beiden waren schon über eine halbe Stunde fort, und das Schichtende nahte heran. Walter Specht aber kam nicht wieder. Kurt Risse war darüber natürlich sehr ungehalten. Mußte er doch sämtliche Wagen allein schieben.„Der Lausejunge wird nach dem Schacht gegangen sein“, sagte er sich und nahm sich vor, den Kumpel am anderen Tage dafür tüchtig aufzudrehen. Walter war jedoch nicht nach dem Schacht gegangen. Als der alte August ihn verlassen hatte, legte er sich nieder. In der warmen, dumpfen Firstenluft wurde er bald müde. Eine Weile kämpfte er gegen den aufkommenden Schlaf an, dann fielen ihm die Augen zu. Mit dem Gedanken, daß August ihn schon früh genug wecken würde, schlief er ein.— August Brahmann hatte dagegen seinen Schützling längst vergessen. Nachdem er am Schacht seinen Kohlenzug auseinander gekoppelt hatte, machte er den Zug mit den„Leeren“ fertig. Derselbe fuhr jedoch nicht mehr ins Revier, sondern blieb stehen für die Mittagschicht. Mit dem ersten Korb fuhr Brahmann hinaus. Als August sich gewaschen hatte ging er wie gewöhnlich zum Steiger, um Bericht über den Verlauf der Förderung zu geben.„...— Et. „Na, hat alles getlappt; fragte der Steiger. „Jawoll, Steiger“, antwortete August. „Was haben wir denn heraus?“ August stand Rede und Antwort und der Steiger schrieb sich das für ihn wichtige auf. Dann sagte er: „Es ist gut.“ August wandte sich zum Gehen. „Brahmann“, rief ihn da der Steiger noch einmal zurück,„wo hast du heute morgen den Jungen gelassen? „Den Jungen?“ August konnte vor Aufregung kaum sprechen.„Den Jungen, den hab' ich in der alten Strecke auf die Firste gepackt.“ „Du hast ihn doch nachher wieder geholt?“ fragte der Steiger, als er das erschrockene Gesicht des Förderaussehers sah...2 fb 12#tsm „Ne, ne, Steiger, oas hab ich vergessen. „Kerl“, fuhr ihn der Steiger da an,„bist du denn von Sinnen? Jetzt aber auf dem schnellsten Wege nach der sechsten Sohle. Stelle sofort fest, ob der Junge heraus ist.“ Wie der Blitz fuhr August herum, lief in die Waschkau und zog sich seine Grubenkleider an, dann holte er sich seine Lampe und fuhr wieder nach unten, um den vergessenen Schlepper zu holen, der noch immer friedlich auf der Firste„pennte“. W. B. Die mathematische Klassenarbeit Skizze von Karl Lerbs. Auf die Gefahr hin, von vielen Lesern hinfort mißachtet zu werden, bekenne ich, daß mir das Wissensgebiet der Mathematik in meinen Schuljahren völlig verschlossen war. Infolgedessen betrachte ich es heute mit jenem scheuen Seitenblick, mit dem man Dinge ansieht die man als ehrgeiziger Mensch eigentlich begreifen müßte, weil sie irgendwie maßgebliche Voraussetzungen des Daseins sind— die einem aber nun einmal nicht in den Kopf gehen. Wer daran schuld war, ist schwer zu ergründen. Lassen wir s. 1466 3s Jn f. Ein guter Vorsatz, der Gutes zeinige, ist ein sogenannter Schulfall. Ein guter Vorsatz, der Böses zeitigt, würde, in Erzählungsform gekleidet, von der Schriftleitung mit Recht abgelehnt werden. Ein böser Vorsatz, der Böses zeitigt, gehört, sofern er überhaupt vorkommt, ehestens von die Staatsanwaltschaft. Ein böser Vorsatz, der Gutes zeitigt, ist ein weltanschauliches Paradestüick.„.„.. 2.6t,.6. 4 Für den bosen Vorsatz, ven ich faßle, habe ich als mildernden Umstand lediglich die Tatsache anzuführen daß ich mich damals in Untersekunda befand. Er bestand darin, daß ich mich der Beteiligung an einer mathematischen Klassenarbeit(„Extemporale“) durch eine vorgetäuschte Erkrankung zu entziehen gedachte. Vom Ausfall dieser Klassenarbeit sollte es abhängen, ob ich zum Obersekundaner befördert wurde oder nicht. Ich wollte dieser Entscheidung ausweichen. Dergleichen hatte ich schon früher dann und wann, mit wechselndem Er„Was willst du werden?" fragt Onkel Rudolf seinen Neffen Anton.—„General“, antwortet der,„oder der Mann, der bei der Eisenbahn immer den Schlagbaum zumacht.“—„Und was willst du werden, Wilhelm? fragt der Onkel weiter.—„Ich werde Soldat“, ist die rasche Antwort.—„Und du, Theodor— wolltest du nicht Konditor werden?"—„Nein, ich werde Ahnherr“, erklärt Theodor entschieden. (Aus dem illustrierten lustigen Büchlein„Hänschen klein“ von Onkel Bum(Metzner=Verlag, Berlin.) Begeseihen Nein, daß ich so was noch erlebe! Ein Wiener Doktor hat entdeckt, was die Durchblutung der Gewebe am besten fördert und bezweckt. Denn hast Du Grippe oder Reißen, geht er der Sache auf den Grund: Er nimmt ein heißes Bügeleisen und bügelt Deinen Leib gesund. Was Wilhelm Busch dereinst geschrieben von Schneider Böck, dem Ehrenmann, das wendet, wenn auch übertrieben, man heute auf die Menschheit an. Man plättet Dir die letzte Schlacke aus Deinen Lymphkanälen raus, und bügelt Dich, wie eine Jacke, auf neu und schnellstens wieder aus. Wie glücklich sind jetzt unsre Frauen! Denn auch die Falten, klein und groß, und das damit verbundne Grauen wird man auf diese Weise los. Die Wangen werden sanft geglättet; der Jugend Frische kehrt zurück. Selbst Oma wird auf neu geplättet! Glüh auf, oh, heißes Bügelglück! Wie schade, daß man nicht die Seele auf diese Art behandeln kann, und leider auch nicht Schuld und Fehle, vor allem aber bei—— dem Mann! Dann würden alle Frauen gerne,— die Arbeit ist nicht abzusehn,— vom Morgen bis zum Glanz der Sterne in Schwerarbeit am Pälttbrett stehn! Puck folge, versucht. Diesmal schlug es fehl. Mein Vater durchschaute mich. Er lehnte es ab, mein tagelang allmählich sich steigerndes Uebelbefinden zu beachten. Ich tat mein Möglichstes und geriet dabei in einen Zustand, in dem ich selber nicht mehr recht wußte, ob ich gesund oder krank war. So gelang es mir vortrefflich, am entscheidenden Morgen die Merkmale einer akuten Magenerkrankung vorzuführen. Mein Vater sah mir mit jener Anteilnahme zu, mit der man eine hervorragende schauspielerische Leistung würdigt. Aber sein Herz verharrte in Härte. Ich mußte wandern. Voll wilder und verzweifelter Pläne schlarrte ich treppab. Hier nun nahm mich das Schicksal beim Genick und stieß mich die letzten sechs Stufen hinunter. Ich kratzte mit dem Kopf gegen den Flurtisch, und es ergab sich eine gigantische Beule. Das Weitere wartete ich nicht ab. Ich raste zur Schule. Das Ereignis hatte in mir einen neuen, einen entgegengesetzten bösen Vorsatz entstehen lassen. Jetzt, mit diesem halbzertrümmerten Kopf, wollte ich die Klassenarbeit mitmachen. Das Ergebnis mußte ja schauerlich werden. Dann sollte mein Vater sich vor den Folgen seiner Grausamkeit sehen. An diesem Tage schrieb ich in der Mathematik die erste und einzige Eins meines Lebens. Ich wurde versetzt. Ein Jahr meines Daseins war gerettet. Das Schicksal hatte meinen bösen Vorsatz dazu benutzt, mir eine herrliche Lektion zu erteilen. Es duldet nicht, daß ich Entscheidungen ausweiche. Wenn ich es versuche, stößt es mich ins Genick und gibt mir eins vor den Kopf. Und dann ist meistens alles gut. Ich bin in Versuchung, hinzuzufügen, daß ich Tage später zufällig belauschte, wie mein Vater, über seine durch Vererbung begangene Mitschuld durchaus im klaren, heimlich zu meiner Mutter sagte: Das Ergebnis habe ihm gezeigt, daß man in der Mathematik die besten Leistungen doch wohl dann vollbringe, wenn man auf den Kopf gefallen sei. Aber diese Bemerkung gefährdet die sittliche Wirkung der Geschichte, und deshalb wollen wir sie verschweigen. ie Verzaaberten Roman von Roland Betsch 43 Das ist ja Kilian Baudendistel, der Mann mit dem Hufeisenmagneten. Kommt denn alles humorvolle Gelichter der Welt auf dem Jahrmarkt zusammen? „Wahrhaftig, die Zykade, das Blatt im Winde. Was will er denn hier in der Zirkusmanege? Welche Nummer hat er auf der Walze? Der sprechende Hund, da habt ihr es! Ruhe! Gebt doch Ruhe zum Donnerwetter. Also der struppige Hund kann sprechen. Baudendistel setzt sich auf einen Stuhl mitten in die Manege, wendet sich um und ruft:„Herr Stallmeister, bitte ein Glas Bier!" Der Hund wendet sich auch um und ruft:„Und mir einen Knochen!"..* 6 „Was willst du?“ fragt Baubenoistel. „Einen Knochen!“ antwortet der Hund. Man kann sich denken, wie die Zuschauer losbrüllen. Ruhe, Blitzhagelschlag, man versteht ja nichts. „Du willst also einen Knochen? Hast du auch Geld?“ „Nein. Er soll ihn ankreiden“, meint wiederum der Hund. „Du hast ja nette Gewohnheiten.“ Von dir gelernt.“„.9 S# hricht So redet der Hund dayer und bei jeoem Satz brich das Publikum in ein wahres Gebrüll aus. Oh, der durchtriebene Zinkenpflanzer, der gerissene Bauchredner, da hat er wieder mal Unterschlupf gefunden. „Hurrle, weißt du, wer das ist? Kein anderer, als mein Bauchredner Baudendistel, mein Zauberer mit der Wiedergeburt.“ mn=Ein unglaublich langes Monstrum. Wenn der montags nasse Füsse kriegt, hat er Freitags erst den Schnupfen. Uebrigens sitzt dort der Herr Baron und die Donna ist auch dabei.“ Wo denn? Richtig, dort in der Loge sitzen sie; ganz vorn und vornehm, auf Stühlen mit rotem PluschEndlich kommt die Todeskurve, die Hauptattraktion des Abends. Der Direktor im schäbigen Frack, eine Elefantenpeitsche in der Hand, kündigt die Nummer noch besonders an. Die Diener bauen schon das wagLeisige Gerüst auf, eine Welle von Unruhe und nervöser Spannung läuft über die Zuschauermenge. Man k m begreifen; da setzt sich ein verwegener Mensch aufs Rotorrad, fährt eine Laufbahn in rasendem Tempo gerunter, überschlägt sich in der Luft und fährt auf iner zweiten, federnden Laufbahn weiter. Heute will er die halsbrecherische Nummer gar noch mit einem Sozius zusammen ausführen, das kündigt der Direktor mit der Elefantenpeitsche an. Ich muß sagen, der Mensch kann mir leid tun; muß hier vor Gaffern sein Leben aufs Spiel setzen, nur um Brot zu haben, um essen und leben zu können. Die Cowboy=Kapelle schmettert einen dröhnenden Tusch, das Volk klatscht in die Hände. Da steht er ja schon oben auf dem Startgerüst, in halber Höhe des Zirkuszeltes. Und jetzt kommt der Sozius. Sehe ich recht, das ist gar kein Mann; nein, ein Mädchen ist es. Trägt ein verwaschenes grünes Trikot mit einem flitterbesetzten Hüftgürtel. Brigitte! Ich weiß nicht mehr, was in diesem Augenblick in mir vorgeht. Jede Rückerinnerung ist ausgeschlossen, ich weiß nur, daß ich das Gefühl einer quälenden und lähmenden Leere habe. „Hurrle, das ist Brigitte! Im alten Trikot ihrer Ich höre nicht, was Hurrle antwortet, wie sollte ich es hören, ein Nebel geht über mich hinweg, ich will etwas hinausrufen in die Manege hinein, aber meine Kehle ist abgeschnürt. Ich ringe nach Luft; Hurrle, merkst du nicht, wie mir schwindlig wird, kannst du nichts unternehmen in diesem schrecklichen Augenblick? Ein Motorrad höre ich knattern; Lichter, Menschen, Zelt und Manege, Scheinwerfer und tobende CowboyKapelle, alles verschwimmt, löst sich in rasende Striche auf, die vor meinen Augen vorübergeistern. Ungeheuerliche Stille. Grauenhaft ist die Stille. Brigitte!!" Mein Ruf stößt wie ein Geschoß in es entsetzliche Schweigen hinein....— Bas, Schattenhaft sehe ich die beiden aus oem mus in die Todeskurve fahren.——„.u—2 Was ist denn nur geschehen, kann ich es nicht zusammenfinden in meinen Gedanken? Blitzhaft tauch In mir jenes Traumbild auf, als der riesenhafte Tod in den reifen Feldern stand, und sein gelber Mantel war um Brigitte geschlungen. Schreie, Ruse, Tumult. Eine Panik. Frauen werden ohnmächtig. Was hat sich denn ereignet? Ich stoße durch die wogende Menge vor, über ihre Köpfe hinweg, nichts kann mich halten; ich pflüge mich durch einen Brei aufgeregter Zuschauer; wie ein Bär, ausbrechend aus einem Zwinger,„spalte, ich das schwarze „Einen Arzt!“ ruft es irgendwo,„sofort einen Arztz“ Da liegt ihr Kopf in meinen Armen. „Brigitte", sage ich und kann nichts tun vor Schmerz und Weh. Ich streiche über das schwarze Haar; meine Hand wird rot, denn das Haar ist klebrig getränkt von Blut. „Brigitte!" Ich schaue mich im Kreise um, als müsse aus dieser gestauten Schwarze eine Rettung kommen; ein Gewimmel menschlicher Gesichter sehe ich, mit grauenhaft geöffneten Augen; alle Gesichter sind starre Masken. Ueberall, wohin ich schaue, überall Masken, vernebelt und verschwommen und wie auf eine Leinwand geworfen. Der Herr Baron. Und Fräulein Bettina. Ich merke jetzt erst, daß sie hart neben mir stehen und keine Worte finden. Seht her, da liegt Brigitte und sie ist bleich wie der frühe Morgenhimmel. Ihr solltet gehen und sie allein lassen; ach, es sind allzuviele Gaffer da. „Geht!“ sage ich,„geht hinweg: Kommt denn kein Arzt?“ „Wir müssen sie hinaustragen!“ ruft temand. „Reitz, iegen, lassen. Warten, bis der Arzt kommt Sie bewegt die Lippen. Jetzt schlägt sie die, Angg, Gal Gewimmel und taumle in die Munen. Ein Unglück! Gestürzt! Wieviel Sekunden sind verstrichen, wieviel Stunden, wer weiß es? Da liegt Brigitte. Ratloses Volk, im Entsetzen erstarrt, umlagert die Unglücksstätte. „Platz da! Platz machen! Alles hinaus! Zurück, zum Donnerwetter, zurück!“ Da liegt Brigitte! Ich beuge mich zu ihr und nehme sie in die Arme. O Gott, sie ist übel zugerichtet. Blut sickert aus dem halb offenen Mund, der Atem röchelt, sie hat die Augen geschlossen. Das zuckende Gesicht ist blutlos bis in die Augenhöhlen hinein. auf. Eine andere Welt ist in diesen Augen an zvoll versammelt. az groß schaut mich Brigitte an. du bist es, Stephan. gig. 8. g. Tiefes Staunen in ihrem Blia; die Augen wandern umher, sie tasten die starre Umgebung ab. Sie sehen auch Herrn Baron und sehen Bettina, aber es ist kein Begreifen in diesem Schauen. „Stephan. „Ja, Brigitte.“ „Hab dich schon wieder—— ganz vergessen gehabt. Mußt nicht meinen, daß ich mir was draus mache, weil—— du—— mit der—— nein, ich mache mir nichts draus.“ Sie sinkt ganz in sich zusammen und birgt sich frierend in meinen Armen. Da sehe ich, daß sie ein kleines, armseliges Kettchen um den Hals trägt. An dem Kettchen baumelt eine Münze. Mein Silberung ist es, den ich ihr geschenkt habe. Ein Zeichen habe ich mir damals hineingemacht. Wirklich, es ist mein SilberDer Baron faßt nach ihrer Hand. Bettina kauert sich nieder und bringt kein Wort über ihre Lippen. Ganz starr vor Schmerz ist ihr Gesicht und ich erkenne ist nicht der. Mit der Hand g sie fast nicht wieder. st ihr Gesicht und ich erkenne n eer Lumz greift sie. perloren nach dem Kettchen und nach dem glitzernden##berling. Der Arzt. Er richtet ihren Kopf hoch und fühlt den Pulsschlag. Ich wage nicht, ihn anzuschauen. Warum unternimmt er denn nichts? Warum erhebt er sich denn schon wieder und bleibt untätig stehen? Der Direktor vom Zirkus fragt ihn etwas. Er schüttelt den Kopf. Warum schüttert er den——5! Brigittc regt sich; das Gesicht fällt zusammen wie eine erfrorene Blüte. Sie öffnet die Augen, aber jetzt ist kein Glanz mehr in diesen Augen. Ich bin nahe bei ihr und schaue in diese erlöschenden Fackeln wie trübes Glas. 2Brigite.... giprin 1d ihr Mim.) fei. Sie bewegt oie Lippen und ihr Mienenspiel steigert sich zu einem wundersamen Staunen. Seht nur, eine weiße Taube.„ „Himmelreichmanner—— sagt sie glücklich, „lauter Himmelreichmanner.“. 16 J1 u Dann ist sie ganz still und mir ist, als wurde ein Schattenvogel, dunkel beschwingt, davonfliegen. Ich weiß genau, jetzt ist sie tot. Nicht nötig, daß der Arzt es mit einem Achselzucken verkündet. Eine Spannung löst sich. Fremde, unbeteiligte Menschen weinen. Erschütterung hat alle gepackt. Wohin denn mit ihr? Stimmen werden laut. Man kann sie doch nicht hier liegen lassen. Keine Bange, ich habe sie schon in die Arme genommen. „Wohin denn?“ fragt jemand. „Ich will sie nach Hause tragen“, sage ich und bahne mir auch schon einen Weg durch die Menschenmauer. mitt Eine Gasse bildet sich. Ich gehe mirren hinourch mit meiner traurigen Last. In meinem Gefolge sind Hurrle und Bettina und der Herr Baron. Hinter uns schließt sich der Schwarm. Aus dem Zelt hinaus komme ich ins Freie und der Jahrmarkt schlägt mir mit wildem Leben entgegen. Orgeln und Pfeifen rumoren, Lichterketten blitzen auf, die rebellische Nacht hat sich über die Festwiese geworfen. Ich gehe durch den Trubel hindurch mit meiner weißen Taube, immer mehr Volk strömt zusammen und drängt hinter mir her wie ausgebrochenes Wasser. So trage ich Brigitte nach Hause. Tausendfältiger glänzt das Flitterwerk der Schaubuden, eine Flut von Lichtreflexen taumelt aus dem Drehwirbel der Karussells und Luftschaukeln und irgendwo blähen sich die Dunstfahnen qualmender Fackeln. Erst draußen hinter den Zelten wird es stiller. Ich sehe den Porzellanwagen im Schatten stehen und eine Weile halte ich erschüttert inne. Fast will ich umsinken mit meiner schwersten Bürde. Ich reiße mich zusammen, tiefste Kräfte sammle ich und stehe hochgereckt da, das tote Kind der Landstraße in den Armen, während hinter mir die Menge sich murmelnd staut. Warum nicht weiter, welche Schranke versperrt meinen düsteren Weg? Ach, nur ein Lied. Ein Mensch, ganz im Schattenmantel der Nacht, spielt ein Lied. Xaver Schluckebier. Ich sehe ihn nicht, er muß im Wagen sitzen, zwischen seinen Tellern und Tassen, zwischen Schüsseln, Blumenvasen und anderen Steinguttrödel. Er spielt auf der Klarinette. La Paloma, die weihe Taube. 1. (Foresegung Wigts Seite 14 Nr. 38 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 14. Februar 1936 aus Groß-Bothum Kleine Aneibungen aus den=Siadnenen Stadtteil Grumme=Böde Unter Eisen geraten. Auf seiner Arbeitsstätte kam der Vorarbeiter Johann., Wachtelweg 4, unter herabfallende Eisenstucke. Er erlitt einen Beinbruch und andere Verletzungen und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Stadtteil Hiltrop Rodelunfall. Die Schülerin Elli R. aus der Constantin=Kolonie prallte beim Schlittenfahren mit einem anderen Schlitten zusammen, stürzte und erlitt einen Bruch des linken Oberarmes. Ihr mitfahrender Bruder kam mit leichteren Schäden davon. Stadtteil Gertbe Kameradschaftsabend der Schachtanlage 1/3 Loth= ringen. Nach dem Beispiel der Schachtanlage 4 soll nun am kommenden Sonntag auch ein Kameradschaftsabend für alle Betriebe der Schachtanlage 1/3 stattfinden, und zwar im Kalthoffschen Saale. Die Werkskapelle und der Männergesangverein„Einigkeit" wirken mit. Paderbörnerverein Gerthe. In der bei Siebert abgehaltenen Jahreshauptversammlung wurden Jahresund Kassenbericht genehmigt. Vereinsführer blieb Telgenkamper, sein Stellvertreter ist Düsing, das Amt des Schriftwarts versieht Franz Otto, das des Kassenwarts Knaup. Männergesangverein„Germania". Die Jahreshauptversammlung bei Bergmann nahm den Geschäfts= und Kassenbericht mit Befriedigung entgegen. Vereinsführer Kaiser wurde einhellig wiedergewahlt, sein Stellvertreter ist Knop, Schriftführer Bothe und Kassenwart Mazzersna. Der bewährte Dirigent Musiklehrer Klein betreut auch fernerhin den Verein. Stadtteil Wiemelhausen Wenn die Bremsen vereist sind. Mit schweren Unterarm= und Beinverletzungen dem Krankenhaus zugeführt wurde Dienstag der jugendliche Fuhrgehilfe Robert B. aus der Markstraße, der bei einem dortigen Unternehmer in Diensten steht. Der junge Mann, der einen Wagen abfahren wollte, ließ plötzlich die Pferde anziehen, die jedoch stürzten, wobei er ebenfalls vom Wagen herunterfiel und sich Verletzungen zuzog Der Unfall war darauf zurückzuführen, daß die Bremsen vereist waren. Filmabend. Am Freitag, 28. Februar, veranstaltet die NSDAP. im Paul=Gerhardt=Haus einen Filmabend. Der Hauptfilm wird abends.15 Uhr aufgeführt, nachmittags 5 Uhr wird für Schüler und Schülerinnen ein Märchenspiel gezeigt. Stadtteil Weitmar Missionsstunde. Im Reichskirchlichen Frauendienst Weitmarmark hält am 20. Februar Frl. Warmholz (Hamburg) einen Vortrag über Fragen der Missi Treffpunkt 4 Uhr nachmittags bei Metzmanns. Silberhochzeit. Das Fest der silbernen Hochzeit begehen heute die Eheleute Karl Fischer und Frau. Hedwig geb. Möller. Das Jubelpaar wohnt Aloysiusstraße 19. Es bezieht schon 25 Jahre den„B..“. Den vielen Glückwünschenden schließen wir uns an. Unfall. Der 22jährige Platzarbeiter Fritz Kl. geriet auf seiner Arbeitsstelle unter einen umfallenden Kessel und erlitt außer einem Bruch der linken Schulter erhebliche Quetschwunden. Er wurde dem Krankenhause zugeführt. Personalnachrichten Herr Wilhelm Sievers, Luisenstraße 12, feiert in geistiger und körperlicher Frische am 14. Februar seinen 76. Geburtstag. Frau Witwe Angelika Gränz, verw. Dignas, geh. Keperta, Große Beckstraße 33, begeht heute ihren 75. Geburtstag. Geistig ist sie noch sehr rege und ließt auch jeden Tag noch mit großem Interesse den„B..: Stadtinspektor Schirrmeister, Steueramt, begeht am 14. Februar sein 25jähriges Dienstjubiläum, Cinden=Tanthaufti=Kennen. Stadtteil Harpen Evangelische Kirchengemeinde. Die Eltern der diesjährigen Konfirmanden werden auf heute nachmittag 4 Uhr in das Gemeindeheim bei der Kirche eingeladen. Kaffee wird gereicht, Zubrot muß mitgebracht werden. Elternabend der evangelischen und katholischen Volksschulen des Ortsteils Kirchharpen. Recht zahlreich waren die Eltern der Einladung in den großen Saal des städtischen Verwaltungsgebäudes gefolgt. Schulleiter Jost von der Bockholtschule begrüßte die Erschienenen und klärte sie darüber auf, aus welchem Grunde die Kinder einen monatlichen Beitrag von 20 Pf. zur Beschaffung von Filmen abzuführen hätten. Sodann wurden drei Schmalfilme„Die Gewinnung der Steinkohle im Bergbau",„Rot= und Damwild in ihren Heimatwäldern" und„Holzgewinnung, Fällen von Bäumen und deren Abtransport auf Holzschlitten zur Winterszeit in dem bayrischen Hochgebirge gezeigt. Fanfarenbläser, Landsknechtstrommeln, Reigentänze des BDM. umrahmten den Abend. Nachmittags gelangten dieselben Filme für die Schulkinder der in Frage kommenden Schulsysteme zur Vorführung. Stadtteil Altenbochum Bei der Antennenreparatur abgestürzt. Dem Krankenhaus zugeführt wurde am Donnerstag morgen der Gehilfe., Wittener Straße, der beim Schwager in der Wasserstraße eine Antennenreparatur vornehmen wollte. Vom Dachfenster aus wollte er nach der Anbringung der Antenne die Leitung anziehen. Plötzlich brach ein Stützbrett und B. fiel in den Innenhof. Er erlitt eine Gehirnerschütterung, schwere Quetschwunden und einen Nasenbeinbruch. Die Ueberführung ins Krankenhaus war erforderlich. Bautätigkeit. Die Zahl der Neubauten in Altenbochum ist in ständigem Wachsen begriffen. So wird ein weiteres Baugelände am Glockengarten jetzt zugebaut. An der Tonderner Straße wird ein Neubau errichtet. Weitere Bauplätze sind hier vor kurzem käuflich erworben worden. Stadtteil Laer Tranerkundgebung. Im Saale der Römerhalle fanden sich die Volksgenossen zu der Trauerfeier für den ermordeten Landesgruppenleiter Pa. Wilhelm Gustloff zusammen. Ortsgruppenleiter Pa. Wilhelm Büscher eröffnete die Feier mit einer Verurteilung der ruchlosen Tat. Die Ansprache des Führers wurde mit Andacht angehört. Im kurzen Schlußwort erklärte Buscher, daß man trotz allem den Kampf weiter führen und unsern Nachkommen ein starkes und großes Deutschland schaffen werde. Das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied wurden stehend angehört. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Stadtteil Werne Radler verunglückt. Am Neumarkt in Bochum kam gestern der Geschäftsbote Robert F. vom Werner Hellweg mit seinem Rad zu Fall. Dabei zog er sich erhebliche Verletzungen zu, die ärztliche Hilfe erforderten. Stadtteil Langendreer Einem treuen Kämpfer zu Ehren. Die Ortsgruppe der NSDAP. hatte für Mittwoch abend zu einer Trauerfeier für den ermordeten Landesgruppenleiter Gustloff aufgerufen. Der große Grollmannsche Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, als unter dumpfen Trommelwirbeln der HJ. die Fahnen der einzelnen Gliederungen feierlich einzogen. Nach einem Trauermarsch der Ortsgruppenkapelle folgte der Vorspruch eines Hitlerjungen„Unsere Treue“ von Walter Flex. Es folgte anschließend ein stimmungsvoller Sprechchor der Hitler=Jugend„Ich glaube an Deutschland wie an Gott" worauf der Ortsgruppenleiter Pg. Brücher das Wort zu seiner Trauerrede nahm. Stehend hörten dann die Versammelten das Lied vom guten Kameraden an. Ein weiterer Sprechchor folgte. Mit dem Deutschland= und dem Horst=Wessel=Lied fand die stimmungsvolle Trauerfeier ihren Abschluß. Jahreshauptversammlung der Pensionäre. Im einsheim„Zur Post“ fand am Mittwoch nachmittag die Jahreshauptversammlung der Pensionare der Reichsbahn statt, die vollzählig besucht war. Nach herzlichen Grußworten des Vereinsführers Strube streifte dieser kurz die Ereignisse des Vorjahres und gedachte in üblicher Weise der Toten. Anschließend gab Schriftwart Figge den Jahresbericht. Der Kassenbericht des Kassierers Dönig lautete verhältnismäßig günstig. Die Wahl des Vorstandes ergab: Vereinsführer Strube, Stellvertreter Vogt, Schriftführer Figge, Kassierer Dönig. Eigentümer einer Wolldecke gesucht. Beim 6. Kriminalkommissariat in Bochum=Langendreer ist eine, aus einem Diebstahl herrührende Wolldecke sichergestellt worden. Es handelt sich um eine hellgraue Decke, die an den schmalen Seiten mit je einem weißen Querstreifen versehen ist. Vermutlich wurde die Decke bereits vor längerer Zeit gestohlen. Geschädigte wollen sich beim 6. Kriminalkommissariat im Amtshaus Bochum=Langendreer, Zimmer 22, melden. Im Silberkranz. Die Eheleute Otto Truppner und Frau, Helene geb. Theising, begingen gestern im Familien= und Bekanntenkreise ihre Silberhochzeit. 77. Geburtstag. Der auf der Winzer Straße wohnende Volksgenosse Invalide H. Arnscheidt konnte am Donnerstaa bei bester geistiger und körperlicher Frische seinen 77. Geburtstag feiern, zu dem ihm zahlreiche Ehrungen bereitet wurden. Oeffentliche Erinnerung. Das Finanzamt Hattingen erinnert an die Zahlung der Umsatzsteuer für Januar 1936, der bisher fällig gewordenen Abschlußzahlungen auf die Einkommen= und Umsatzsteuer 1934, der am 15. Februar 1936 fällig werdenden Vermögensteuer, der bis zum 31. Januar 1936 einbehaltenen Lohnsteuer und sonstiger bisher fällig gewordener Reichsabgaben, der bis zum 15. Februar 1936 fällig werdenden Tilgungsraten auf Ehestandsdarlehn, der am 25. Januar 1936 fällig gewesenen Beitrage des Reichsnährstandes für landwirtschaftlich genutzte Flächen, sowie solcher Abgaben und Tilgungsraten, die nach Ablauf einer Stundungsfrist erneut fällig geworden sind. Für die hiermit angemahnten Umsatz=, Einkommen= und Lohnsteuern ist ab 14. Februar ein Säumniszuschlag von 2 v. H. verwirkt. Gegen Schuldner, die binnen einer Woche nicht gezahlt haben, wird die Zwangsvollstreckung eingeleitet. Weiter wird darauf hingewiesen, daß die unordentlichen Steuerzahler in die Liste der säumigen Steuerzahler ausgenommen werden. Abgestürzt. Beim Fensteröffnen glitt gestern die 28jährige Hausangestellte Johanna., Hasenwinkeler Straße, die in Bochum beschäftigt ist, derart unglücklich aus, daß sie beim Sturz einen Unterarmbruch erlitt und den linken Daumen brach. Der Arzt ließ die Verletzte dem Augusta=Krankenhaus überweisen. Stadtteil Brenschede Zusammenschluß der Brenscheder Gesangvereine In einer am 9. Februar im Sängerheim Clevinghaus stattgefundenen außerordentlichen Versammlung der beiden Männergesangvereine„Liederfreund“ und„Schneeglöckchen“, welche vom Vereinspräsidenten Julius Düppe geleitet wurde, erfolgte der einstimmige Beschluß, die beiden Vereine zusammenzuschließen. Der Verein führt jetzt den Namen MGV. „Liederfreund=Schneeglöckchen“ in BochumBrenschede, gegr. 1881. Als Vereinsheim wurde das Sängerheim Heinrich Clevinghaus beibehalten. Chorleiter ist Heinrich Clevinghaus. Der Vereinsvorstand wurde durch die Berufung von Sängern des „Schneeglockchen“ ergänzt. Unter Berufung des bisherigen stellvertretenden Vereinsführers des MGV. „Liederfreund“, Walter Wullenkordt, zum Werbeund Propagandawart wurde der langjährige Vereinsführer des MGV.„Schneeglockchen", Wilh. Berke, zum stellvertretenden Vereinsführer bestimmt. Ferner wurden in den Beirat vom bisherigen MGV.„Schneeglöckchen die Sangesbrüder Hugo Berghüser und Fritz Lux berufen. Nicht zuletzt sei noch erwahnt, daß die Tätigkeit des Chorleiters A. Berke, der den MGs. „Schneeglöckchen“ mehrere Jahre ehrenamtlich hat, allseitig dankbar anerkannt wurde. Der Zusammenschluß dieser beiden Vereine hat nicht nur bei den beteiligten Sängern, sondern auch in der Bürgerschaft freudige Zustimmung gefunden.— In der letzten Generalversammlung des MGV.„Liederfreund“ wurden nach Abnahme des Geschäfts= und Vereinsführer Heinrich Ochante Josef Koch für 25jährige treue Mitgliedschaft durch Ueberreichung der Silbernadel und einer sinnvollen Ehrenurkunde durch den Vereinspräsidenten Julius geehrt. Ebenfalls die Sangesbrüder Hubert ler, Hugo Send, August Surhoff, Wilh. Conrady sen., Fritz Apholt, Herm. Wenzel und Hugo Köller für restlosen Probenbesuch im vergangenen Jahre.— Auch in der letzten Jahreshauptversammlung des MGV. „Schneeglöckchen“ wurde der geschäftliche Teil glatt erledigt. Die Sangesbrüder Adler und Wefelscheid erhielten für regelmäßigen Besuch der Gesangstunden ein Bierseidel mit entsprechender Widmung. Der Vereinsführer Wilh. Berke wies darauf hin, daß der Deutsche Sängerbund bestrebt sei, durch Zusammenfassung kleinerer Gesangvereine großere, leistungsfähigere Männerchöre zu schaffen. Er sowohl wie Chorleiter A. Berke traten für eine Zusammenfassung der Gesangvereine„Schneeglöckchen" und„Liederfreund“ ein. Die Anregung fand bei den Sängern Anklang und ist inzwischen, wie eingangs mitgeteilt, durchgeführt. Stadtteil Stiepel Trauerfeier für Wilhelm Gustloff. Lorbeerbäume und trauerumflorte Lichtkandelaber vor den Hoheitszeichen des Reiches gaben am Mittwoch abend dem Rumbergschen Saale für eine Stunde ein besonderes Gepräge. Tiefsten Schmerzes gedachte auch die Ortsgruppe der NSDAP. Stiepel des von jüdischer Meuchelmörderhand gefallenen Landesgruppenleiters„der NSDAP. in der Schweiz, Pg. Wilhelm Gustroff. Nach dem feierlichen Fahneneinmarsch der Partei, der SA. und übrigen Verbände sprachen die SA.=Kameraden Stollmann und Brinkmann kurze, aber herzbewegende und der Stunde angepaßte Gedichte, die die Treue bis in den Tod als ehernes Gelöbnis zum Sinn hatten. Dann sprach Ortsgruppenleiter Wiegand. Seine Worte waren getragen von tiefer, Ergriffenheit für den schweren Verlust, den die NeDur erlitten hat. Nach der tiefempfundenen Ansprache senkten sich beim Liede vom guten Kameraden die Fahnen zum stummen Gruß. Noch ein kurzes Gedenken der übrigen toten Kameraden, die, unter Mörderhand gefallen, ein freies Deutschland schufen, und dann endete mit dem HorstWessel=Lied die Trauerstunde. DAF. Sonntag morgen 10 Uhr spricht im Saale Frische Pg. Berena(Bochum) über die Vertrauensratswahlen und andere Angelegenheiten der DAF. Rahmen einer großen Jubiläumsfeier, an der auch Herr Krupp von Bohlen und Halbach teilnehmen wird. statt. Stadtteil Hordel Silberne Hochzeit. Die Eheleute Gustav Preuße und Frau, Emmi geb. Tenthoff, Magdeburger Straße. feiern heute ihr silbernes Ehejubiläum. Eine Tochter feiert am gleichen Tage ihre Verlobung. Gedenkfeier der NSDAP. Auch die Ortsgruppe Hordel der NSDAP. veranstaltete am Mittwoch abend eine eindrucksvolle Gedenkfeier für Gustloff. Der Ortsgruppenleiter Niedringhausen hielt eine Ansprache, in der er in ehrender Weise des Toten gedachte. Hordeler Schulen erhalten HI.=Fahnen. Nunmehr werden auch die Hordeler Schulen ihre Hitler=JugendFahnen erhalten, die von der Bochumer Stadtverwaltung gestiftet worden sind. Das Schulsystem in der Kolonie Dahlhausen ist bereits im Besitz der Fahne, die drei übrigen Schulsysteme werden sie in Kürze bekommen. Für die Hissung der Fahnen sind besondere Feiern vorgesehen. Evangelische Kirchengemeinde. Man schreibt uns: Bei der in der Gemeinde vorgenommenen Umfrage haben sich 1702 Gemeindeglieder durch ihre Unterschrift für den Kirchenfrieden ausgesprochen. Von diesen 1702 Stimmen entfallen 1861 Stimmen auf wahlberechtigte Personen. Bei den letzten Kirchenwahlen 1933 waren 1916 Gemeindeglieder wahlberechtigt. Von diesen hatten 1554 ihr Wahlrecht ausgeübt. Es haben sich nunmehr also 71 Prozent von der Zahl der damaligen Wahlberechtigten und 88 Prozent von der Zahl der damaligen Wähler zu dem staatlichen Ordnungswerk bekannt." Traditionsecke Sochamer zu.„FAtur ufrn schulen sich für Beruf und Haushalt Zu Ostern verlassen Hunderte von jungen Mädchen die Schule, um in das Leben hinauszutreten und sich entweder für einen Beruf zu entscheiden oder im elterlichen Haushalt ihre Kräfte einzusetzen. Die Notwendigkeit einer gründlichen hauswirtschaftlichen Ausbildung und Schulung wird heute wohl in allen Kreisen als ein unbedingtes Erfordernis für jedes junge Mädchen angesehen. Es ist aber immer noch nicht genügend bekannt, wieviel gute Ausbildungsmoglichkeiten die Stadt Bochum in ihrer Haushaltungs= und Gewerbeschule den jungen Mädchen aller Stände und Altersklassen bietet. Als eigentliche Berufsausbildungen werden zunächst zwei Einrichtungen hervorgehoben. Die staatlich anerkannte Haushaltungsschule Sie ist anerkannt als eine Berufsvorbereitung für die pflegerischen und erziehenden Berufe und vermittelt eine gute Grundlage auf allen hauswirtschaftlichen Gebieten, insbesondere auf dem Gebiet der Ernährung, der Wohnungspflege und Heimgestaltung, der Anfertigung und Pflege von Wäsche und Kleidung; dazu kommt die Unterweisung in Kindergartenarbeit und Kinderbeschäftigung und im Schulgarten. Auch erfolgt in diesen Lehrgängen eine Vervollständigung der Allgemeinbildung. Die Ausbildung dauert ein Jahr und umfaßt 34 Wochenstunden. Als Mindestvorbildung wird der Abschluß der Volksschule verlangt. Es sind Parallel= lehrgänge vorhanden, die der Vorbildung und dem Alter der Schülerinnen entsprechend besetzt werden. Die Schule für Kinderpflege= und Haushaltsgehilfinnen Diese Schule ist die zweite Berufsausbildungsmöglichkeit. Auch sie ist staatlich anerkannt und vermittelt in einem und einem halben Jahr eine gute Ausbildung für Familien=Stellungen. Sie richtet ihr Hauptaugenmerk darauf, gute Hilfskräfte in der Pflege und Erziehung des Kleinkindes heranzubilden. Damit ist eine hauswirtschaftliche Schulung verbunden. Auch hier ist der Abschluß der Volksschule Voraussetzung für die Aufnahme. Wunschenswert ist ein Alter von 15 Jahren, da die jungen Mädchen dann reifer sind und von den Hausfrauen mit mehr Vertrauen ausgenommen werden. Der erfolgreiche Besuch beider Lehrgange befreit vom Besuch der hauswirtschaftlichen Berufsschule. Auch solchen jungen Mädchen, die das Ziel der Volksschule aus Krankheits= oder anderen Grunden nicht erreicht haben, kann eine gründlichere Ausbildung auf hauswirtschaftlichem Gebiet vermittelt werden durch den Besuch eines hauswirtschaftlichen Jahreslehrgangs (Haushaltungsschule, Abteilung II), durch dessen Besuch die Befreiung vom Besuch der hauswirtschaftlichen Berufsschule erreicht wird. Hierfür kommen vorwiegend praktisch begabte Mädchen in Frage. Der Lehrgang dauert ein Jahr. Halbjährige Lehrgänge geben Gelegenheit, auf Einzelgebieten hauswirtschaftlicher oder gewerblicher Art Fachkenntnisse zu erwerben oder bieten Weiterbildungsmöglichkeiten für die hauswirtschaftlichen oder gewerblichen Berufe. Solche Lehrgänge bestehen für Kochen, Backen, Bügeln und Servieren, Wäschenähen, Schneidern und Kunsthandarbeiten. Ein Jahreslehrgang für Wäschenähen, einfache und feine Handarbeiten, soll insbesondere jüngeren Mädchen Gelegenheit geben, sich eine gute Grundlage und gleichzeitig eine geschmackliche Schulung anzueignen. Alle diese Lehrgänge haben infolge der staatlichen Anerkennung der Schule die Berechtigung, daß sie auf eine etwaige spätere Lehrzeit angerechnet werden können. Ueber die Bedingungen im einzelnen gibt die Geschäftsstelle der Mädchenberufsschule und die Direktorin der Anstalt in ihrer Sprechstunde Auskunft. Die Eltern haben also nicht nötig, ihre Kinder zur Ausbildung nach außerhalb, zu geben, sondern sollten die in der Vaterstadt gebotenen guten Ausbildungsgelegenheiten wahrnehmen. Siir etzarnars auf.2 unnrPd*..“ Am gestrigen Donnerstag wurden auf den Kruppschen Zechen„Hannover" und„Hannibal“ die Geldgeschenke an die Jubilare ausgezahlt. Auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Kruppschen Verwaltung blicken zurück: Bergassessor Direktor Fromme Betriebsführer Ewald Klostermann, Fabrsteiger Heinrich Wiegand, 1. Kokereisteiger Heinrich Licht, Vermessungssteiger Gustav Bergmann, Bürobeamter August Pappert, Magazinverwalter Florenz Drewes, Maschinensteiger Hugo Kortmann, Steiger Erich Angerhöfer. Steiger Peter Meuser, Kolonieverwalter Franz Rasche Obergärtner Oskar Rieger Fördermaschinist Heinrich Mengedodt, Versandgehilse Wilhelm Blanke, Koksmeister Wilhelm Koch, Waschmeister August Otte, Hauer Heinrich Welling, Zimmerhauer Peter Aschenbrenner, Hauer Gustav Kipnik, Wettermann Wilhelm Hermsen, Zimmerhauer Nikolaus Büschinger, Hauer Robert Gilfert Hauer Christian Stephan, Hauer W. Andelbrat, Hauer Felix Preuß, Hauer Ludwig Leyerer. Zimmerhauer Karl Ernsting, Hauer Gustav Skyba, Weichensteller Karl Niemeter, Tagesarbeiter Johann Verbagen, Fördermaschinist Konrad Bachmann, Wäschearbeiter Nikolaus Paulus, Lokomotivführer Friedrich Dorka, Lokomotivführer August Steppat. Maschinist Wilhelm Weghorst, Schmied Karl Wollenschläger, Kesselschmied Wilhelm Kranefeld, Schlosser Heinrich Arntz, Anstreicher August Kleinebrahn, Kokereiarbeiter Michael Dobiszewskt, Laboratoriumsarbeiter Ewald Hillenbach, Elektriker Theodor Kempes, Hauer Andreas Murawa, Schachthauer Heinrich Kolokowsky, Hauer Wilhelm Knopf. Hauer Johann Rams, Hauer Stanislaus Kmiecik, Lokomotivführer Wilhelm Osterhoff. Die eigentliche Jubilarehrung findet, wie wir bereits berichteten, am 22. März im Hordeler Saalbau im Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgesangener, Ortsgruppe Bochum, hielt am 8. Februar im Vereinslokal Joh. Scheer ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsführer Pg. Daniels konnte nicht nur fast sämtliche alten Kameraden begrüßen, sondern auch noch einige neu aufgenommene Mitglieder verpflichten. Ein reges Interesse der Kameraden an den Veranstaltungen ist erfreulicherweise festzustellen. Es wurde beschlossen, nach jedem Monatsappell wieder fleißig Schießübungen abzuhalten. In der nächsten Versammlung spricht Kamerad Luftschutzlehrer Dawin über Luftschutz. Weitere interessante Vorträge über Adolf Hitler und die Bewegung von berufenen Parteigenossen sind vorgesehen. Kameradschaft 4. Magdeburg. Insanterie=Regiment Nr. 67 Bochum und Umgegend. Der am vergangenen Sonntag im Vereinsheim Hasselkuß stattgefundene Kameradschaftsappell hatte eine starke Beteiligung aufzuweisen. Neu aufgenommen wurden zwei Kameraden. Nach Abwickelung verschiedener Punkte wurde die Beteiligung an dem 50jährigen Jubiläum der Berliner 67er=Kameradschaft besprochen. Zur Teilnahme meldeten sich sofort 28 Kameraden. Die Fahrt soll mittels Auto ausgeführt werden. Eine Reisesparkasse wird die Durchführung unterstützen, außerdem soll den weniger bemittelten Kameraden durch eine besondere Zuwendung die Reise erleichtert werden. Für das Winterhilfswerk spendete die Kameradschaft 75 RM. Landsmannschaft der Waldeck=Pyrmonter. Im Lokale Gronenberg(Märker) hielt die Landsmannschaft ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab, die der Vorsitzende Karl Herbold eröffnete. Anschließend erstattete der Schriftführer Otto Sieke den Geschäftsbericht für 1935, dem zu entnehmen ist, daß die Mitgliederzahl auf 74 gestiegen ist. Kassierer Karl Tepel gab den Kassenbericht bekannt. Ihm wurde Entlastung erteilt. Sodann schritt man zur Vorstandswahl. Landsmann Karl Herbold, der schon jahrzehntelang dem Verein als Vorsitzender vorsteht, wurde zum Vereinsführer bestimmt. Zu seinen Mitarbeitern wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Heinrich Schulze, Otto Sieke, Karl Tepel, Karl Schubert und Heinrich Pohlmann ernannt. Kameradschaft ehemaliger 53er Bochum. Die Kameradschaft ehemaliger 53er fand sich zum Monatsappell am 8. Februar im Saale des Kameraden Max Hofner zusammen. Kameradschaftsführer Bettenbausen konnte eine stattliche Anzahl Kameraden begrüßen. Der Hauptpunkt des Abends war die Ehrung des Seniors der Kameradschaft Hermann Burgsmüller, der am 30. Januar mit seiner Gattin das seltene Fest der goldenen Hochzeit begeben konnte. Dem verdienten Kameraden wurde mit einer künstlerisch ausgeführten Urkunde die Ehrenmitgliedschaft angetragen. Den Abschluß des Appells bildete ein Vortrag über das Fechtwesen, der beifällig ausgenommen wurde. Bochumer Verbände und Vereine Sodedetrmelse Crse Wde Tatsisk uick us elichaste Anzahl Landsleute mit ihren Angehörigen begrüßen, zu seiner großen Freude waren auch die Landsleute Bürgermeister und Kreisleiter Schimmelpfeng, Dr. Bleibgurn a Gabelick aus Melsungen erschienen, die er aufs ber####tte begrüßte. Verbandsleiter Rudolf(Castrop) Lichtbildervortrag über die Stadt Hersfeld, die Jahre ihre 1200=Jahr=Feier begeht. Weiter wurde ein Film von der Berastraße in Hessen=Darmstadt gezeigt. Bürgermeister und Kreisleiter Schimmelseng btezzggrg## heimatlichen Sinne gehaltene Rede. Der Vereins###### er mahnte nochmals alle, die Interesse an der Fahrt nach Hersfeld am 22. August haben, die Anmeldung bald zu tätigen. Bochumer Veranstaltungen lung für die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ „Egmont“, das Trauerspiel von Goethe mit der Musik Ludwig van Beethovens. Auf die Wiederholung der Opere „Wenn Liebe bestehlt“ sei bereits heute nachdrücklich hinet; wiesen. Am Montag, 17. Februar, geht das Werk numals in Szene. Die RS.=Kulturgemeinde. Am 17. Februar, 19.30 Uhr, findet###, Mitglieder der Serie A als Pflichtvgghf: lung die Operette„Wenn Liebe besten statt. Gleichzeitig gilt die Operette Wahlvorstellung für alle Gerten,„nzere Verkauf hat bereits begonnen. Mitglieder erhalten zu der Aufjuhrung Zungen Bühne,„Jacobe von Frnäzigun Dienstag, 18. Februar. eine von 50 vom Hundert an der Theaterkasse. Die Mitelles karten müssen vorgezeigt werden. Zu dem großen###nn, Abend mit Gustav Jacohi, Fritz Neumann usw., am Abend mit Gustav Jacobi, Fritz Neumann usw. am Soza, tag, 16. Februar, im Schützenhof, ist es uns gelungeun#, unsere Mitglieder eine Anzahl Karten zu ermäßigtgtug, ger sen zu erhalten. Die Karten sind in der Geschäftsstr.gaus, NS.=Kulturgemeinde, Ortsverband Bochum, Lueg=90 Zimmer 1. Betriebsversammlung des Martinwerks 2 mer Vereins. In der im Lokale Irrgang an der Jufz, straße abgehaltenen Betriebsversammlung sprach bzig walter Süchtemeyer über Betriebs= und Vert## rungsfragen; Pg. Röttger über Volksgemejzg##g, und Betriebsgemeinschaft. Weiter wurde über,„inen fragen gesprochen. So nahm die Versammtunn belehrenden und anregenden Verlauf. 15 Nr. 38 7 Bochumer Anzeiger7 Freitag, 14. Jebruar 1936 Aus aller Welt ** in Tulgurten, Griechenlung, Tarkel und Giulen Bisher 52 Tote in Bulgarien Sofia, 13. Februar. Aus ganz Bulgarien und vor allem aus den Küstengebieten am Schwarzen Meer treffen erschütternde Nachrichten über die furchtbaren Folgen des großen Schneesturmes ein. Neben den ungeheuren auf viele Millionen geschätzten Sachschäden wächst auch die Zahl der Menschenopfer von Stunde zu Stunde. Nach einer Mitteilung der Landespolizeidirektion sind bis heute früh 52 Personen gefunden worden, die meist durch Erfrieren ums Leben gekommen sind. Es muß jedoch damit gerechnet werden, daß sich diese Zahl noch weiter erhöhen wird, da noch immer viele Personen vermißt werden. Ueber die Zahl der Verletzten, die hoch in die Hunderte geht, liegen noch keine näheren Angaben vor. König Boris, der zur Zeit ir Zeutschland bei seiner Schwester, der Herzogin von Württemberg, zu Besuch weilt, hat sich über das Ausmaß des Unglücks unterrichten lassen und einen großen Geldbetrag für die Hinterbliebenen der Verunglückten zur Verfügung gestellt. Die Fernsprechverbindungen mit Südslawien, Griechenland und der Türkei sind noch immer unterbrochen. Gespräche mit dem Westen Europas können nur mit Umleitung und unter großer Verspätung über Rumänien geführt werden. 25 Todesopfer in Griechenland Athen, 13. Februar. Das Unwetter hält im ganzen Lande an und die Verbindungen sind vielfach unterbrochen. In Saloniki sind infolge der Schneefälle und der Stürme 22 Todesopfer zu beklagen, darunter zehn Ertrunkene. Außerdem wurden 500 Personen verletzt. Beim Untergang eines griechischen Schiffes kamen der Kapitän und zwei Mann der Besatzung ums Leben. Simplon=Expreß von Personenzug gerammt Ankara, 13. Februar. Nach mehrwöchigem Frühlingswetter setzte in der vergangenen Nacht in großen Teilen der Türkei ein schwerer Schneesturm ein. Die Telephonverbindungen mit dem In= und Ausland wurden unterbrochen und der Eisenbahnverkehr nach dem Westen mußte eingestellt werden. Von der Pontonbrücke im Goldenen Horn hatten sich während des Sturmes zwei Pontons losgerissen, die sieben Motorboote rammten. Bei zwei Dampfern waren die Ankerketten gerissen. Sie trieben gegen ein Kaffeehaus am Ufer des Goldenen Horns und zerdrückten es. Allenthalben wurden die Dächer abgedeckt. Viele Hütten sind eingestürzt. Die Stadt Adrianopel ist unter einer tiefen Schneedecke begraben. Der Verkehr ruht völlig. Sechs Personen, die unterwegs von dem Schneesturm, der von einem starken Kälteeinbruch begleitet war, überrascht wurden, sind erfroren. In der Station Catalca wurde der durch das Schneetreiben aufgehaltene Simplon=Orient=Expreß von einem Personenzug gerammt. Der Personenzug fuhr von hinten in den Expreßzug, wobei der Speisewagen zertrümmert wurde und die Maschine entgleiste. Verluste an Menschenleben sind bei diesem Unfall nicht zu versichver. Infolge der Stürme auf dem Schwarzen Meer sind zahlreiche Schiffe überfällig. Auch die Stadt Smyrna leidet unter den Auswirkungen des Unwetters. Die Ueberschwemmung hat sich weiter ausgedehnt, odurch zahlreiche Dörfer von ihrer Verbindung mit der ßenwelt abgeschnitten wurden. Mehrere bedrohte Dörmußten von der Bevölkerung geräumt werden. Jerusalem, 13. Februar. Die Küsten Palästinas und Syriens sind von schweren Stürmen heimgesucht worden. Der Hafenverkehr ist unterbrochen. Es sind erhebliche Sachschäden zu verzeichnen. Bisher 46 Todesopfer in Italien Nach einem ungewöhnlich milden Winter ist über Italien plötzlich eine heftige Kältewelle mit schweren Schneestürmen hereingebrochen. In Süditalien hat es andauernd geschneit, auf Sizilien ist die Aprikosen= und Kirschenblüte, die bereits in voller Entwicklung stand, vernichtet worden. Am furchtbarsten haben jedoch die Schneestürme auf der ganzen Adria gewütet. Die Zahl der Todesopfer beträgt rund 46. Eine Reihe von Fischerbooten und kleinen Schiffen wird noch vermißt, so daß mit einer Erhöhung der Zahl der Todesopfer zu rechnen ist. Mehrere Fischer, die in dem furchtbaren Schneesturm vor Erschöpfung das Land nicht mehr erreichen konnten, sind in ihren Booten auf offener See erfroren. Besonders dramatisch gestaltete sich die Rettung der 33 Mann Besatzung des spanischen Dampfers„Rita Garcia“, der mit Kohlen nach Ancona unterwegs war. Das Schiff lief 100 Meter von der Küste entfernt im Sturm auf einen Felsen. Die Brandung schlug ein schweres Leck, so daß der Dampfer als verloren gilt. Da man mit Schleppern infolge des furchtbaren Seegangs nicht an die Schiffbrüchigen herankonnte, wurde ihnen ein Drahtseil zugegorfen. In einem kleinen scoro, der 33mal zwischen Rettig hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Oppeln unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte wegen Mordes verurteilt worden ist. Der Verurteilte hat am Abend des 8. Februar 1934 nach wohlüberlegtem Plan in Falkowitz seinen Bruder Rochus Rettig, einen Vater von zehn Kindern, aus dem Hinterhalt erschossen, um auf der Wirtschaft des Getöteten an dessen Stelle arbeiten zu können. Der vom Schwurgericht in Oppeln wegen Mordes und Mordversuches in zwei Fällen verurteilte Rudolf .. Eigschalle::[Menzel ist am 13. Februar 1936 in Oppeln hinKinder vergnügten sich damit, auf einer El#schome 4in gerichtet worden. Menzel, ein schwer vorbestrafter Geund her zu fahren. Plötzlich brach die Scholle und dis wohnheitsverbrecher, hat in der Nacht zum 19. Novemvier Jungen fielen ins Wasser, das an dieser Stelle ber 1934 bei einem Einbruchsdiebstahl in Oppeln den über drei Meter tief ist. Drei Kinder ertran: SA.=Mann Florek erschossen, eine weitere Person schwei Junge als Leiche geher verletzt und bei einem weiteren Einbruch einer anderen ken. Bisher konnte nur ein zzung, als Leiche geher verletzt und bei einem weiteren Einbruch einer andere gen werden. Die beiden anderen werden noch vermißt. Person in Tötungsabsicht mehrere Messerstiche versetzt Der vierte Knabe konnte sich über Wasser halten und###: wurde von einem Arbeiter gerettet.[Wirbelsturm über Süd=Kalifornien Nach Meldungen aus Los Angeles wurde der Südteil von Kalifornien von einem schweren Wirbelanb Breslau, 13. Februar. sturm heimgesucht. Von vielen Häusern wurden die Die Justizpressestelle teilt mit: Am 13. Februar 1936 Dächer abgerissen Sechs Personen wurden verletzt. ist in Oppeln der am 17. Juli 1912 geborene Paul Auch sonst ist der Sachschaden sehr groß. Zwei Mörder hingerichtet Der neunte Mordfall Geesen:„Ich Weis easal keine Srtarung! dnb Rostock, 13. Februar. Die Zeugenvernehmung im Seefeld=Prozeß wurde vom Schweriner Schwurgericht am Donnerstag im Schwurgerichtssaal des Rostocker Landgerichts, das sich im Ständehaus befindet, fortgesetzt. Es wurden die Zeugen zum Mordfall Praetorius gehört. Der Mord an dem etwa elfjährigen Schüler Praetorius ist der neunte Fall in der unheimlichen Serie der schauerlichen Verbrechen Seefelds. Der Junge verschwand am 22. November 1933 und wurde erst am 4. Oktober 1934 auf dem Aufschüttungsgelände an der Warnow im dichten Schilf tot aufgefunden. Auch seine Leiche war in typischer Schlafstellung. Der einzige Unterschied ist der, daß der tote Junge nicht in einer Waldschonung, sondern in dichtem Schilf gefunden wurde. Aus dem Notizblock des Angeklagten ergibt sich, daß sich Seefeld zu der Zeit, als der kleine Praetorius verschwand, in der Rostocker Gegend aufhielt. Die Mutter des ermordeten Practorius schilderte den Jungen als gesundes und artiges Kind. Ihr Alfred sei ein leidenschaftlicher Zigarettenbildersammler gewesen. Auffällig ist, daß bei der Leiche soiche Bilder gefunden wurden. Die Mutter hält es für möglich, daß er auf das Versprechen hin, solche Bilder zu erhalten, mit dem Täter mitgegangen ist. In diesem Zusammenhang muß wiederum die Mahnung an Eltern und Erzieher gerichtet werden, den Kindern einzuschärfen, nichts von Fremden anzunehmen. Einige Tage vor seinem Verschwinden, so bekundete Frau Praetorius weiter, habe ihr Sohn ihr erzählt, daß er von einem alten Mann Zigarettenbilder geschenkt bekommen habe.„„Genhen.m Lm 9naen, Auf die Frage des Vorsitzenven an den Angerlagten, was er dazu sage, antwortete Seefeld mit seiner ücblichen Redensart, daß seine Person nicht in (Ein Ehepaar und dessen kleine Tochter schilderten dann als Zeugen eine auffällige Begegnung am Tage des Verschwindens des kleinen Praetorius. Auf einem einsamen Promenadenweg in der Nähe der Fundstelle der Leiche sei ein alter Mann ganz dicht an ihnen vorübergegangen, der wie abwesend vor sich hin geblickt habe. Als das Verschwinden des kleinen Jungen bekannt wurde, hatten sich die Zeugen sofort bei der Polizei gemeldet. Unter acht anderen Gefangenen haben alle drei Zeugen Seefeld als den Mann von damals wiedererkannt. Sie blieben auch in der heutigen Verhandlung bei dieser Bekundung Auf Vorhaltungen des Vorsitzenden wich Seefeld wiederum aus und erklärte, daß er damals nicht in Rostock gewesen sei. Als die Befragung durch den Vorsitzenden immer energischer und bestimmter wurde, beschränkte sich Seefeld wieder auf seine üblichen Redensarten. Vorsitzender:„Wo waren Sie denn am 22. November? In Ihrem Notizblock hat etwas gestanden, das aber später ausradiert worden ist. Darüber ist die Ortsbezeichnung Mönchshagen eingetragen. Warum haben Sie etwas ausradiert? Was stand da Angeklagter:„Vielleicht Rostock; weil ich aber dann nicht dort geblieben bin, habe ich es ausradiert.“ Vorsitzender:„Sie schreiben aber doch nicht vorher hin, wo Sie übernachten werden. Weichen Sie nicht wieder aus und antworten Sie bestimmt.“ Angeklagter:„Das hat nichts zu bedeuten. Ich weiß dafür keine Erklärung.“ Vorsitzender:„Das ist eine sehr schwache Erklärung. Sie wollen verheimlichen, daß Sie an diesem Tage in Rostock waren.“.. 4. dat S. Der Vorsitzende stellte schließlich noch fen, daß Seefeld hier genau so ausweiche, wie an allen kritischen Stellen des Prozesses. Die weitere Zeugenvernehmung ergab ungefähr das gleiche Bild, wie bei den anderen Verhandlungen.. Jtnachmittaas begah sich.: Am Donnerstag spatnachmillags begav sich das Gericht zur Besichtigung des Tatortes jenseits des Warnowflusses, wo zunächst die Begegnung der als Zeugen erschienenen Familie mit dem auf nadenweg entgegenkommenden Angeklagten wiederholt wurde. Anschließend suchte man den Fundort der Knabenleiche auf. Auf die Frage, ob der Angeklagte diese Stelle als den Tatort wiedererkenne, antwortete Seefeld, daß seine Person nicht in Frage komme.— Am Freitag wird die Verhandlung in Schwerin fortgesetzt. Achtung, Rundfunkhörer! Uebertragung der Eröffnung der Automobilausstellung am Samstag Berlin, 13. Februar. Der deutsche Rundfunk überträgt am Samstag, dem 15. Februar, von 10.45 Uhr bis etwa 12 Uhr, über alle deutschen Sender die Eröffnung der Internationalen Automobil= und Motorradausstellung aus den Berliner Ausstellungsyallen am Kaiserdamm. Ins Garn gegangen Gefährliche Hotel= und Einmietediebin in Halle sestgenommen Berlin, 13. Februar. Bei einer Hotelkontrolle wurde vor einigen Tagen in Halle a. d. S. eine gefährliche Hotel= und Einmietediebin festgenommen. Es handelt sich um die vielfach mit Zuchthaus vorbestrafte 37jährige Marie Drie ling. Die Schwindlerin hat Hotelbesitzer und Vermieter in Hamburg, Leipzig, Dresden, Halle, Berlin, Bremen, Lübeck, Stettin und an anderen Orten um etwa 10000 Reichsmark geschädlet.„eihet, Unter falschem Die Drieling war stets gut gekleiber. Unter fatschem Namen mietete sie sich in Hotels, Pensionen und Zimmervermieterinnen ein Die Verbrecherin wußte durch ihr sicheres Austreten Vertrauen zu erwecken. Sie nutzte die erste sich bietende Gelegenheit aus, um mit Geld, Kleidungsstücken und Schmuck heimlich zu verIn Halle ereilte die Diebin nunmehr ihr Schicksal. Als sie dort in ähnlicher Weise wie in Berlin ihre Betrügereien durchführen wollte, wurde sie verhaftet. Die in Berlin gestohlenen Sachen konnten in Pfandleihen ermittelt und sichergestellt werden. Wunderland Indien— nüchtern gesehen „DOU Ttlestatterzueerhe...... London, 13. Sevrnor, Hor=Monaten hatte der Rizam das kolosale Werk geDer größte Maharadscha Indiens, der Rizami)re! zämtliche Witwen seines Vaters erneut unter die von Haiderabad, ist zugleich der reichste Mann Haube zu briugen und sich der Unterhaltspflicht liebensder Welt. Englische Bankiers haben versucht, seine würdig zu entledigen. Daß er hierdurch zweihunder Werte zu schätzen. Sie sind dabei auf die phantastische neue Stiefväter bekommen hatte, war ihm nicht unSumme von zweieinhalb Milliarden Reichsmark ge=sangenehm; denn so verpflichtete er die Fürsten seines kommen. Der Sohn des Maharadschas von Kapur=[Reiches auch durch familiäre Bande. thala, bei dem wir einmal eingeladen waren, erzählte erien. In einem kleinen Kork, der Bönal yzäethenr das Tier niebergiegg a. Ains wrieser und wosie sei. rand und Schiff hin und heg lief, wurde schließlich die Prozession, fast.000 Furstelg#g ike Rbbie sersanze Besatzung geborgen. Auch die Besatzung eines nes Landes, mußten halten. Du nuch indischem Brauch gesunkenen russischen Dampfers, der bei Pescara unterting und die Mannschaft eines italienischen Motorbootes konnten gerettet werden. Ueberfall auf Jackie Coogan Chilago, 13. Februar. Jackie Coogan, das inzwischen 21 Jahre alte Fumkind“, wurde in der vergangenen Nacht von Strabenraubern überfallen und beraubt. Die Räuber hatten Automobil aufgehalten, in dem Coogan mit der Schauspielerin Betty Grabley saß, durchsuchten die Insassen und raubten ihnen mehrere kostbare Diamantringe im Werte von etwa 5000 Dollan Mit dieser Beute entkamen sie unerkannt. Sechs Kinder Opfer des Eises ###. Frankfurt a.., 13. Februar. Nachdem erst vor wenigen Tagen bei Treis(Kreis Dleßen) drei Kinder auf einem vereisten Teich einEorochen und ertrunken waren, ereignete sich gestern ein Dorz.:„Unglück bei Lauterbach(Oberhessen). ge. vielten auf dem Pfeifen=Weiher vier Knaben im euter von elf bis dreizehn Jahren auf der Eisdecke. Die uns einiges über den Nizam, und diese Geschichten haben den Vorrang, tatsächlich wahr zu sein, wie uns sein Vater und der Staatsminister, der schon den Vater des jetzigen Nizam kannte, versicherten. 2500 Fürsten— und eine schöne Inderin Vor einigen Jahrzehnten, als der Vater des Nizam seinen Geburtstag feierte und an der Spitze einer großen Prozession durch die Hauptstraßen von Haiderabad, einer der größten Städte Indiens, zog, sah er plötzlich im ersten Stock eines Hauses eine bildschöne Inderin, die aus lauter Neugierde vergessen hatte, das Gitterfenster des Frauengemaches herunterzulassen. Der Nizam befahl seinem Elefantenführer, anzuhalten, ließ das Tier niederknien und ging in das Haus. Die ganze Prozession, fast 2900 Fursten, Phegter um nes Landes, mußten halten. Da nach invischem Brauch der Festzug nicht weitergehen darf, ohne daß der Maharadscha dabei ist, der Nizam aber anderseits dre Tage in diesem Hause verbrachte, mußte man sich eben an diesen drei Tagen die Langeweile so gut wie es ging, auf der Straße vertreiben. Als der Nizam endlich wieder herauskam, tat er so, als ob nichts vorgefallen wäre, bestieg seinen weißen Elefanten, und der Festzug setzte sich in Bewegung. „200 Stiefväter gesucht!“ Ganz das Gegenteil von seinem Vater ist der jetzige Nizam von Haiderabad, er der reichste, sondern auch als der geizig der Welt. Als sein Vater starb und er die Herrschaft antrat, fand er über zweihundert Frauen im Harem seines Vaters vor. Er hätte nun diesen zweihundert Stiefmüttern Renten zahlen und die von ihnen bewohnten Schlösser und Paläste unterhalten müssen. Er suchte nach einem Ausweg und ließ durch einen sonderen Boten alle Fürsten und Noblen seines Landes zu einem Fest zusammenkommen. Jeden einzelnen begrüßte er auf das freundlichste und fragte ihn so nebenbei, ob er nicht sein Stiefvater werden wolle? Die Fürsten fühlten sich sehr geschmeichelt und bejahten freudig, worauf der Nizam ihnen dann für ihren Außer den zweihundert Frauen hinterließ ihm sein rühriger Vater aber auch noch über 150 Autos, darunter die phantastischsten Rolls Royce. Diese behielt er, schätzend, daß sie selbst im Verkauf zu wenig ihrem Werte entsprechend einbrächten. Er ließ sie einstellen, und nur bei den höchsten Gelegenheiten dürfen ihre echtgoldenen Türgriffe erlauchten Gästen geöffnet werden. Aber auch sonst weiß der Nizam alles gut auszunutzen und versucht, aus allem Geld zu machen. Er kennt den Hang der reisenden Europäer, möglichst überall mit„dabei gewesen zu sein“. So gewährt er ihnen denn an bestimmten Tagen eine Audienz, die die„Kleinigkeit“ von 80 Rupien in Gold kostet. Teures Parfüm Der Maharadscha von Kapurthala, einer der gebildetsten und kultiviertesten Menschen ganz Indiens, hat andere Liebhabereien. Seine größte Freude ist ein Parfüm, das die Parfümerie„'henteric“ für ihn herstellt:„Le parfum du Maharadscha“, und jedem seiner Bekannten schenkt er hiervon eine Flasche. Daß di Maharadscha nur Zigaretten, Zigarren und Pralinen gebraucht, die seinen Namen oder sein Bild tragen und nur für ihn angefertigt werden, ist danach glaubhaft. Für Fürsten dieses Märchenlandes scheinen die technischen Errungenschaften des Westens wiederum etwas Märchenhaftes darzustellen. Der Maharadscha von D. hat in seinem Arbeitszimmer ein modernes englisches Kabinenflugzeug stehen, in das sein Arbeitstisch eingebaut ist. Von dort aus leitet er mittels Telephon seine Staatsgeschäfte. In seinem Ankleidezimmer bergen vier richtige Autos die Garderobe; Karosserien mit aufgebauten Kleiderschränken. Und nach Benzin riecht es auch nicht in dieser fürstlichen„Kleidergarage". Dieser exzentrische Maharadscha gab uns übrigens noch weitere Gründe zur Freude. In seiner Halle steht eine Büste des fünfjährigen Christoph Columbus, ein Original(), wie der Palastführer erklärt, aus Gips. Gipsern sind auch die unzähligen Gnome, Zwerge und Seejungfrauen im fürstlichen Garten und die Gruppe der Bremer Staotmusikanten. Gist anstan=Antdhol Drei Tote infolge unglücklicher Verwechslung. Nürnberg, 13. Februar. Ein gräßliches Unglück, das mehrere Familien in tiefste Trauer versetzte, ereignete sich in Gleißenberg in der Nähe von Schlüsselfeld. Die Frau des Brauers und Gastwirts Hilpert wollte den mit Eisfahren beschäftigten Arbeitern Schnaps bringen, vergriff in der Flasche und gab ihnen ein Gift, das im Betriebe für die Reinigung von Fässern Verwendung findet. Drei von den Arbeitern, alle Familienväter, starben nach einer halben Stunde. Ein vierter, der sich erbrochen hatte, schwebt in Lebensgefahr. Die Frau, die das schwere Unglück verursacht hatte, ist völlig zusammengebrochen. Zwei folgenschwere Brände Newyork, 13. Februar. In einem dreistöckigen Wohnhaus brach am Mittwoch abend ein Brand aus. Drei Männer und eine Frau kamen in den Flammen um. Ueber 30 Hausbewohner wurden verletzt. Viele von ihnen zogen sich beim Springen aus den Fenstern schwere Verwunbungen ov. Newpork, 13. Februar. Ein Größfeuer zerstörte am Mittwoch 65 Zimmer des Victoria=Mansion=Hotels in Lakewood in NewJersey. Acht Hotelgäste sind in den Flammen umgekommen, 20 erlitten Brandwunden oder letzungen infolge Sprungs aus den Hotelfenstern. Durch die eisige Kälte wurden die Löschversuche der Feuerwehr stark behindert. Sieben Personen werden noch vermißt. 16 Todesopfer des Eisenbahnunglücks in Bulgarien Sofia, 12. Februar. Amtlich wird mitgeteilt, daß die große Eisenbahnkatastrophe in Südbulgarien bisher insgesamt 16 desopfer gefordert hat, nachdem ein weiterer Schwerverwundeter verschieden ist. Weiterhin sind sieben Verletzte, darunter fünf Schwerverletzte, geborgen worden. Die Räumungsarbeiten sind fast beendet, so daß der Verkehr auf der Strecke nach Burgas in den Abendstunden wieder ausgenommen werden konnte. Blicke in die Welt Zwei tschechoslowakische Militärflugzeuge zusammengestoßen Bei einer Nachtübung in der Nähe von Malacky (Slowakei) stießen zwei zweisitzige Militärflugzeuge zusammen, wobei alle vier Insassen ums Leben kamen. Einer der Flieger versuchte, den Fallschirm zu benutzen, doch öffnete sich dieser nicht mehr rechtzeitig. Die übrigen drei Flieger sturzten mit den Apparaten ab. Ersatz für die„Atlantique“ Der Marineausschuß des französischen Senats hat nach dem Beispiel der zuständigen Kammerausschüsse den beschleunigten Bau eines neuen französischen Luxusdampfers für die Linie nach Südamerika als Ersatz für die„Atlantique“ befürwortet und die Forderung aufgestellt, daß dieses neue Schiff mindestens fünfundzwanzig Knoten laufen müsse. Bergarbeiterstreik in der Grafschaft Yorkshire 2500 Bergarbeiter in der Frickley=Zeche in South Elmsall, einer der größten englischen Kohlengruben in der Grafschaft Yorkshire, traten am Mittwoch abend in einen Blitzstreik. Die Streikenden beklagen sich über die Einführung mechanischer Bergwerks=Methoden und über die unbefriedigenden Arbeitsbedingungen. Großfeuer in Griechenland In der Stadt Volos(Griechenland) wurden 20 kleinere Häuser von Flüchtlingen durch ein Großfeuer zerstört. Dabei fand eine Person den Tod, drei Personen wurden verletzt. Die Flüchtlinge behaupten, daß der Brand auf einen Racheakt der ortsansässigen Bevölkerung zurückzuführen sei. Sprengstoffexplosion in einem Tunnel bei Chikago In einem Tunnel bei Chikago ereignete sich eine Dynamit=Explosion. Zwei Arbeiter wurden getötet und über dreißig verletzt, darunter einige schwer. Erdstöße in Indien Mehrere indische Provinzen wurden am Mittwoch von neuen Erdstößen heimgesucht Besonders stark war das Erdbeben in Bahabpur(Provinz Bihar) und Orissa, wo zwei Personen getötet wurden. In Bougra(Bengalen) brach eine Panik aus, so daß die Bevölkerung auf die Straßen stürzte. In vielen Ortschaften übernachten die Menschen aus Furcht im Freien. 44 4 1 AT u 840 40 ME FL W Für die vielen Beweise aufrichtiser Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, meines guten Vaters, sagen wir unsern herzlichsten Dank Frau Wwe. Rudolf Schütz und Kind Bochum(Königstr. 27), den 13. Februar 1936 Jg. u. ält. Ehev., sich. Mietezahler, such. zum 1. April -=.=Woln. Preisangebote R. W. 86021 Anz. Rub. Ehep., sich. Miczezahler, sucht Kaufgesuche --1. Familien= Nachrichten aus an deren Zeitungen übernommen= Geboren: Knaben: Essen: Dr. med. 5. Zantov(Aut Böhmer). Will: Hambückers und Frau, geb. Vögler. Rechtsanwalt Dr. Rob. Hildebrandt (Hilde Kobl). 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Lebensjahres und taubstumme Kinder nach Vollendung des 7. Lebensjahres den Unterricht in den Anstalten für blinde und taubstumme Kinder besuchen müssen, wenn sie genügend entwickelt sind und bildungsfähig erscheinen. Zu den taubstummen Kindern im Sinne des Gesetzes gehören auch stumme, ertaubte und solche Kinder, deren Gehörreste so gering sind, daß sie die Sprache auf natürlichem Wege nicht erlernen und die erlernte Sprache durchs Ohr nicht mehr verstehen können. Zu den blinden Kindern gehören auch solche Kinder, die so schwachsichtig sind, daß sie den blinden Kindern gleichgestellt werden müssen. Die Eltern und gesetzlichen Vertreter solcher Kinder werden hiermit aufgefordert, die Kinder, die das vierte Lebensfahr zurückgelegt haben. spätestens bis zum 1. April d. J. auf dem Schulamt, Rathaus, Zimmer 410, unter Vorlage einer Geburtsurkunde des Kindes oder des milienbuches anzumelden. Bochum, den 13. Februar 1936. Der Oberbürgermeister. „ BO gelangt ab morgen zum Ausschank! SCHLEGEL-SCHARPENSEEL-BRAUEREI.-G. BOCHUM Tacfeichterl aus Ter=Wonnut ertreuen den jungen Soldaten immer, besonders, wenn er sie auch in Gestalt seiner=Heimatzeilung rugestellt bekommt. Geben Sie uns die Anschrift„Ihres“ Soldaten an. Die Gebühren können durch unsere Boten einkassiert oder auch unmittelbar in unserer Geschältsstelle entrichtet werden und wir besorgen dann das weitere Bochumer Anzeiger „Dasist die Ankurbelung der Schaftenslust“ sagt Generalvertreter Karl Guldenmund, die große Verkaufskanone, die Tasse guten Steftens Kaftee zum Frühstück! Sie hebt die Stimmung— und das ist wichtig! Denn gute Laune ist die Atmosphäre des Erfolges. Ja, alle Kenner loben die Oüte von Steffens Kattee. Immer frisch in mohr als 1000 Oeschätten! Kaflee-Großrösterei Moritz Steflen, Hellweg 8 Gebr., weiß. Herd billig zu verkaufen. Falter, Hermannshöbe 151.(86025 Flachwagen Karre u. Häckselmaschine sofort zu verkauf. 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K Kon er tagsüber reisen muß, kennt den ewigen Verdruß: das Ge dränge durch die Menge und Gezwänge durch die Gänge. Muß das sein? Rein! biso zum Bernenes Berein! „Wissen Slis keine Wohnung für unaf? Preunden, Verwandten, Bekannten, ja selbet völlig fremden Leuten wird oft diese Frage von Wohnungsuchende lestellt. Hat das Zweck? Seiten! Denn 911#4####### 9 zu. lellt. Mat das Zweck? Selten! Denn der Hausu eine Wohnung zu vermieten hat, greift 86.991 20 5/3 um Nächstliegenden: zur Zeitung. ks ist deshalb alle Fälle ratsam, gelegentlich eine Kleinanzeige Im „Bochumer Anzeiger“ aufzugeben. Neben dem aufmer“ samen Studium des täglichen Anzeigentells ist das oie sicherste Art, eine Wonnung zu ernalten. Bochumer Anzeiger