Scherl-Bilderdienst 0 od Oie Heg, wögae, Seie= hasden. au,iS Sehe 3 S M Uh lgauter Samstage.— Vosisheckonoe Tokiaund 150 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Dienstag 11. Februar 1936 43. Jahrgang Nummer 33 Einzelpreis 10 Pf. Enogigenpreile: OrgrPereig o: Lrest, 50° gi. im Tertel., Faminenin Ahzelgenten. und in 22 wg Hfen Zereinsanzeigen(die nicht, der eigen und Ste Zienenf;, G. Kaune einspalige Anzegen.(SienenAnieigenannopw, o: des Horisages“ Für den richigen Abbruck semnAruenaenannze uiht de lechönal Bögenu/g.1 tchnitgen Kodrick lerHauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67531, 52, 53 Hudeinen=nnerchüsterHeer“ dub München, 10. Februar. Inmitten der Winterolympiade gab am Montag abend in München die Reichsregierung zusammen mit der bayrischen Landesregierung einen großen Empfang, um den Kreis derer, die in Vorbereitung, Organisation und Ausführung den olympischen Gedanken verkörpern, mit den führenden Repräsentanten des Reichs und Landes sowie der Bewegung zu einer festlichen Gemeinde zu vereinigen. Das Deutsche Museum und sein Kongreßsaal, so jung ihre Geschichte ist, sind schon mancher denkwürdigen Feste Zeugen gewesen Dieser Olpmpigeßmrfang der Reichs= und Landesregierung jedoch bildete in seinem hervorragenden Teilnehmerkreis wie in seiner künstlerischen Gestaltung einen einzigartigen und einmaligen Höhepunkt. Dem außerordentlichen Charakter des Abends entsprach der erhabene Schmuck, der seiner Stätte verliehen war. Von der Höhe des Saalbaues flatterten zwischen Bannern des Reiches zwei olympische Fahnen Der Portalaufbau trug auf dunkelrotem Tuch die olympischen Ringe. Im Treppenaufgang zum Kongreßsaal bot sich das erste packende Bild: die Rückwand, n mattbraunem Tuch verhüllt, trug in der Mitte einen wunderbaren mächtigen Gobelin mit mystischer Darstellung. Vor ihm erhob sich zwischen Lorbeer des Führers. Zu beiden Seiten des Aufganges brachte ein Spalier Münchener Herolde den Gästen den WillZu unerhörter Wirkung war der Festsaal selbst gesteigert worden. Von der Bühnenwand leuchtete ein riesiges Hoheitszeichen auf dunkelbraunem Tuch. der Galerie gaben vor den in regelmäßigen Abständen wiederkehrenden Ringen die Banner des gastgebenden Reichs und die olympischen Fahnen sowie anschlie die Flaggen aller Nationen, die ihre Meister zu den Spielen geschickt haben, dem Raum und dem Abend die beherrschende Note als erhebendes Symbol der Völkergemeinschaft, die sich in diesen Februgrtagen zu einem Wettkampf im besten Friedensgeiste anz, het; schem Boden zusammengefunden hat. Die prachtvouen hohen Lüster tauchten zusammen mit den unzähligen flackernden Kerzen auf den zerfige, Sichf or,pezgn ungemzin weihepolles und feierliches, Licht, Zweimal neun lange Tischreihen zogen sich durch den Den erlesenen Tafelschmuck bildeten Kerzenhalter. Vasen in Nymphenburger Porzellan mit farbenfrohen Blumen, verbunden durch ein: festliche Kette von Silbergirlanden. So war die Stätte in der sich nach dem begrüßenden Empfang in den Wandelhallen nun als schönster Glanz das Leben selbst entfalten konnte: die groß: Gemeinschaft der Tausend die als Gäste des Reichs und Landes im Gesellschaftskleid, in den Uniformen ausländischer Offiziere, der Wehrmacht und der Bewegung sich hier versammelten. Festgäste aus aller Welt Unter den ausländischen Gästen sah man den Erbprinzen und die Erbprinzessin Gustav den, den türkischen und den italienischen Botschafter mit Frau, die Gesandten Oesterreichs, Lettlands, Ungarns, den japanischen Geschäftsträger mit Frau, den italienischen Unterstaatssekretär Ricci, den ehemaligen britischen Luftfahrtminister Marqueß Londonderry und Gattin, den Generalsekretär im portugiesischen Unterrichtsministerium Nobre=Codes, die Militärattachés von Schweden, Italien, Polen, der Tschechoslowakei, Münchener konsularische Korps und viele andere,„An der Spitze der Mitglieder des Internationalen Olympischen Komites war Graf de Baillet=Latour erschienen. Auch das deutsche Olympische Komitee war mit seinem Präsidenten Staatssekretär a. D. Dr. Lewald zahlreich der Einladung gefolgt. Desgleichen waren das Organisationskomitee der IV. Olympischen Winterspiele mit seinem Präsidenten Dr. Ritter von Halt und verschiedene Mitglieder ausländischer Olympia=Komitees zugegen. Mit Reichsminister Dr. Goebbels, der zusammen mit Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner die vorbereitenden Arbeiten für diesen Abend geleitet und die Gäste persönlich begrüßt hatte, sowie mit dem bayrischen Reichsstatthalter General Ritter von Epp und dem Ministerpräsidenten Siebert waren von, den Mitgliedern der Reichsregierung u. a. erschienen die Reichsminister Freiherr von Neurath, von Blomberg, Dr. Frick, Graf Schwerin=Krosigk, Seldte. Darré und Dr. Frank, ferner Botschafter von Ribbentrop, die Staatssekretäre Pfundtner, Funk, Freisler, Dr. Lammers, Grauert, Körner und die bayrischen Staatssekretäre Dauser, Stocker und Schuberth. Ferner sah Reichssportführer von Tschammer und Osten, den Generalinspekteur für dos, Hgersergsreschergeferg Dr. Todt, den stellvertretenden Generaldir####r der Deutschen Reichsbahn Kleinmann, den Chef des Protokolls Gesandten von Bülow=Schwante, den Generalleutnant der Landespolizei Daluege, den Kommandierenden Gevon Schirgch, Gauleiter Oberpräsident Koch, Jordan und Wächner. Dr. Goebbels begrüßt die Gäste Im Laufe des Abends begrüßte Reichsminister Dr. Goebbels die Gäste mit einer kurzen, alsbald ins Französische und Englische übersetzten Ansprache, in der Ich habe die hohe Ehre und die große Freude. Sie am heutigen Abend in großer Zahl auf dem Boden der Hauptstadt der Bewegung, der deutschen Kunststadt München im Namen der deutschen Reie der bayrischen Landesregierung auf das herzlichste zu begrüßen. Es ist mir ein besonderes Bedürfnis, Ihnen alen, die Sie felst aus allen Ländern der Telt gerzige fast allen Weltteilen gekommen sind, ein herzliches Willkommen entgegenzurufen, und zwar nicht nur im Olympische Feuer erhellt die Nacht! rchen, das den Zauber der herrlichen nächtlichen Winterlandschaft Garmisch Parienlichen i Finnland gewinnt Skistaffel! Deutschland auf dem sechsten Platz Als einzige Entscheidung kam am Montag bei den 4. Olympischen Winterspielen in Garmisch=Partenkirchen die 4X10=Kilometer=Ski=Staffel zur Durchführung. Sie endete nach einem gigantischen Dreikampf zwischen den nordischen Ländern Norwegen, Finnland und Schweden durch das hervorragende Laufen des finnischen Schlußmannes mit einem Siege Finnlangs., 105 damit seinen ersten olympischen Sieg land konnte nach seinem hervorragenden Abschneiden am Samstag und Sonntag nur den sechsten Platz belegen, da sein erster Läufer falsch gewachst hatte und iel Boden verlor. Das Ergebnis der Skistaffel: 1. Finnland 2,41,33 Stunden 2. Norwegen 2,41,39 Stunden 3. Schweden 2,43,03 Stunden 4. Italien 2,50,05 Stunden 5. Tschechoslowakei 2,51,56 Stunden 6. Deutschland 2,54,54 Stunden * Karl Schäfer führt! Im Pflichtlaufen der Männer, das Montag abend geschlossen wurde. führt der Oesterreicher Karl chäfer mit 250,9 Punkten vor Wilson(Kanada), auf 237,9 Punkte kam. An dritter Stelle liegt der ngländer Sharp, an vierter Stelle der Deutsche eister Ernst Baier. Die Gesamtpunktwertung! Bis zur Beendigung der Winterspiele werden wir dieser Stelle eine Gesamtpunktwertung der sechs isten Nationen bei den 4. Olympischeg, öfentlichen, und vvotr prit, pez. pier er pierte mit zweite mit fünf, der dritte mit vier, der vierte mit rei, der fünfte mit zwei Punkten und der sechste Platz tit einem Punkt bewertet. Auf Grund dieser Berechnung ergiht sich am ontag abend für die sechs punktbesten Länder folsender Stand: 1. Deutschland 29 Punkte 2. Norwegen 12 Punkte 3. Finnland 6 Punkte 4. Schweden 4 Punkte 5. Frankreich 4 Punkte 6. Schweiz 3 Punkte (Ausführliche Berichte im Sportteil) Namen des Führers und der deutschen Regierung, sondern ich darf wohl ohne Uebertreibung sagen. im Namen des ganzen deutschen Volkes. Das deutsche Volk begrüßt es aus tiefstem Herzen, daß so viele angesehene Männer und Frauen des Auslandes in diesen Tagen bei Gelegenheit der Olympischen Winterspiele bei uns zu Gaste sind. Zwar tragen die Olympischen Spiele ihrem Geiste und ihrem Sinne nach keinen politischen Charakter, aber dieses Zusammensein von Männern und Frauen aus allen Ländern der Erde trägt eine politische Rote ineinem höheren Sinne, und zwar insofern, als hier die Gel=genheit gegeben ist, über politische Unterschiede und Differenzen hinweg l sich von Mensch zu Mensch und damit.von Volk zu F• ½ Seite 2 Nr. 35/ Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 11. Februar 1936 Cüfticsse Hennrehe nach Seutschrane Ehrungen überall— Kurze Gedenkfeiern auf den Bahnhöfen in Stuttgart, Würzburg, Erfurt, Halle a. d.., Magdeburg Volk kennenzulernen. Und das ist der vielleicht wichtigste Grund all der schweren Sorgen und Krisen, die die Welt belasten, daß die Völker sich zu wenig kennen und daß sie deshalb, weil sie sich zu wenig kennen, sich gegenseitig nicht das Maß von Achtung entgegenbringen, das im Sinne einer Wohlfahrt der ganzen Erde und eines Friedens, der für alle Völker einmal kommen muß, gelegen ist. Deshalb begrüßen wir diesen Anlaß aus ganzem Herzen. Die sportlichen Kämpfe haben einen verheißungsvollen Anfang genommen. Männer und Frauen aus allen Ländern der Erde haben uns am heutigen Abend die Ehre gegeben, Gäste der deutschen Reichsregierung und der bayrischen Landesregierung zu sein. Möge nicht nur aus den Olympischen Spielen in sportlicher Hinsicht eine internationale Verständigung angebahnt werden, sondern möge auch aus diesem Zusammensein und aus diesem Sichkennenler= nen so vieler angesehener Menschen der ganzen Erde jenes Verständnis erwachsen, das notwendig ist, um einem dauerhaften Frieden und einer echten Wohlfahrt aller Völker der Erde Bahn zu brechen. In diesem Sinne, Ew. Exzellenzen, meine Damen und Herren, bitte ich Sie, mit mir das Glas zu erheben auf einen dauerhaften Frieden in der Welt und auf die Wohlfahrt der Völker.“ Dank und Anerkennung des Präsidenten des Internationalen OlympiaKomitees Die Worte des Reichsministers Dr. Goebbels wurden von der festlichen Versammlung mit stürmischem Händeklatschen ausgenommen. Der Präsident des Internationalen Olympia=Komitees, Graf BailletLatour führte in seiner Erwiderung aus: „Die Regierung des Deutschen Reiches und die bayrische Regierung haben durch die Unterstützung, die sie dem Internationalen Olympia=Komitee und dem Organisationsausschuß der IV. Olympischen Winterspiele zuteil werden ließen, ebenso wie durch die Worte des Herrn Reichsministers Dr. Goebbels zum Ausdruck gebracht, daß sie sich des moralischen Wertes des Sportes bewußt sind. Das Deutsche Reich hat damit bewiesen daß der Sport nicht nur als körperliche Ertüchtigung empfunden wird, sondern daß er das Ideal der besten Schule verkörpert, die zur Verständigung aller Länder beiträgt und damit zugleich dem eigenen Volke dient Durch die Zusammenarbeit des Internationalen Olympia=Komitees mit der deutschen Reichsregierung ist es gelungen, eine allerseits bewunderte und anerkannte Organisation der 4. Olympischen Winterspiele auf die Beine zu stellen.“ Der Präsident richtete seinen Dank und seine Glückwünsche besonders an Dr. Ritter von Halt und seine Mitarbeiter und fuhr dann fort: „Alle diejenigen, die an diesen Spielen teilnehmen, werden in ihre Heimat zurückkehren und verkünden, in welch ausgezeichnetem Geiste die Wettkämpfe hier durchgeführt worden sind und wie das sportliche Deutschland die olympische Idee verwirklicht hat.“ Indem er Reichsminister Dr. Goebbels den Dank seiner Kollegen aussprach, erhob Graf Baillet=Latour sein Glas auf das Wohl aller derer, die an der Vorbereitung zur Durchführung der 4. Olympischen Winterspiele mitgearbeitet haben, und zwar, wie er sagte, nicht mit dem Rufe„Adieu“, sondern mit dem Rufe„Auf Wiedersehen in Berlin". Dieser Ruf des Redners, dessen Worte anschließend ins Deutsche und Englische übertragen wurden, fand sebhaften Widerhall. Die großen Eindrücke dieses Abends ließen spontan Thomas Fearnley(Oslo) das Wort ergreifen, der im Namen seiner ausländischen Kollegen zum Ausdruck brachte, daß sie von dem Arrangement dieses Abends außerordentlich begeistert seien, der olympischen Geist in jeder Hinsicht geschaffen habe. Die Olympischen Spiele hätten einen günstigen Verlauf genommen. Dieser Abend verbürge, daß der weitere Verlauf und auch die Schlußzeremonie in dem gleichen würdigen Rahmen gehalten sein würden. Auch er dankte allen Mitarbeitern und versicherte, sie würden sich freuen, wenn die ganze Welt an dem olymischen Geschehen in Garmisch=Partenkirchen Anteil nehmen würde. Den Reigen der Kunst eröffnete unter Leitung des Staatskapellmeisters Tuteins das Orchester des Staatstheaters München mit dem Huldigungsmarsch von Grieg. Dann erfreuten Kammersänger Rudolf Bockelmann von der Staatsoper Berlin und Kammersänger Julius Patzak von der Münchener Staatsoper durch Gesangsvorträge. Der zweite Teil des Abends brachte Vorführungen des Balletts des Staatstheaters und von Solotänzerinnen des Deutschen Opernhauses Berlin. Den Abschluß bildete der Phantasietanz„Olympische Ringe“, der die Symbolik dieser denkwürdigen Tage noch einmal zu veredelter und beschwingt hinreißender Geltung brachte. Stürmischer Beifall belohnte immer wieder die hervorragende Künstlerschar, die die Geselligkeit des ganzen Abends mit einer Fülle von Darbietungen bereichert hatte. Nun aber näherte sich auch der Abend selbst, der einen großen Teil der Gäste noch aus München weg vor allen Dingen nach Garmisch=Partenkirchen führen sollte seinem Ende. Was mit ihm nicht verhallt ist, das ist dank einer mustergültigen Vorbereitung, für die das Reichspropagandaministerium und seine Landesstelle München=Oberbayern ehrenvoll zeichneten, das stolze Zeichen deutscher nationalsozialistischer Gastlichkeit. Es ist ein Zeichen des Friedens im Sinne der eindrucksvollen Worte mit denen Reichsminister Dr. Goebbels dem Abend das Geleit gegeben und deren Widerhall Präsident Graf Baillet=Latour so beredt zum Ausdruck gebracht hatte. Sowjet=Marschall in paris Besprechungen mit dem Chef des französischen Generalstabes dnd Paris, 10. Februar. Der tschechoslowakische Ministerpräsident Hodza hatte am Montag nachmittag eine einstündige Unterredung mit dem französischen Außenminister Flandin. Beim Verlassen des Auswärtigen Amtes erklärte Hodza, er sei glücklich, feststellen zu können, daß er mit Flandin in allen Punkten über die politische Lage in Europa im allgemeinen und in Mitteleuropa im besonderen einig sei, und dies selbst in den heikelsten Einzelheiten. Der sowjetrussische Marschall Tuchatschewski wird sich voraussichtlich zwei bis vier Tage in der französischen Hauptstadt aufhalten. Tuchatschewski wird u. a. mit dem französischen Kriegsminister Maurin, dem Kriegsmarineminister Piétei und Luftfahrtminister Déat zusammentreffen. Am Montag vormittag hatte er eine Unterredung mit dem Chef des großen Generalstabes, General Gamelin. Zusammenkünfte mit er eine Unterredung mit dem Chef des Großen Genexalstabes des Luftheeres sind ebenfalls vorgesehen. anb Singen, 10. Februar. Der Sonderzug mit der Leiche Wilhelm Gustloffs verließ Montag fruh um 8 Uhr unter den Klängen des Präsentiermarsches und den Ehrenbezeigungen der Verbände Singen zur Weiterfahrt nach Stuttgart. Bis in die spälen Abendstunden hinein war am Sonntag die Menge unaufhörlich zum Bahnhof gepilgert, um dem Toten ihren letzten Gruß zu erweisen. Vor der Abfahrt begab sich Reichsstatthalter Robert Wagner mit dem Trauergefolge, dem auch Politische Leiter der Landesgruppe Schweiz der NSDAP. angehören, zum Bahnhof, wo Abteilungen der Parteiorganisationen mit Fahnen und ein Zug Polizei angetreten waren. Gauleiter Bohle bestieg mit der Witwe Gustloffs den Zug, der dann um 8 Uhr unter dem dumpfen Klang von Jungvolk=Trommeln nach Stuttgart abfuhr. An der Seite Bohles fährt jeweils der erste politische Hoheitsträger aller Gaue der NSDAP. mit, die auf der Fahrt berührt werden. Im Auftrage des Reichsjugendführers begleitet Oberbannführer Müller die Leiche Gustloffs, der Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der war. Auch zwei Hitlerjungen und drei BDM.= Mädel gehören dem Ehrengeleit an. Sie betrauern in Gustloff auch ihren Hoheitsträger denn Gustloff war zugleich Landesjugendführer der HI. in der Schweiz. Der Sonderzug besteht aus je zwei Personenwagen, dazwischen der Packwagen mit dem Sarg. Eine Hakenkreuzfahne schmückt die Bahre, davor der riesige Kranz des Führers und an den Seiten die zahllosen Kränze aller Gliederungen. Auch die Wände des Wagens schmücken Kränze. Aus jedem Haus, das an der Bahnstrecke liegt, grüßen Volksgenossen mit erhobener Rechten den Zug. Auf allen Bahnhöfen stehen Abordnungen aller Formationen. Ihre Fahnen senken sich zum letzten Gruß an den Toten. Schulklassen warten längs der Strecke. Die Betriebsgefolgschaften von großen Werken, die unmittelbar an der Strecke liegen, stehen im Werkskleid vor ihrer Fabrik. Kurz, alle Deutschen, die den Zug sehen, entbieten stumm den letzten Gruß. Vom Flugplatz Böblingen(Württemberg) ab begleitet ein Flugzeug den Sonderzug nach Stuttgart. Auf dem Bahnsteig 9 des Hauptbahnhofs in Stuttgart, der mit Fahnen und Blattpflanzen würdig geschmückt ist haben sich mit den Ehrenformationen die führenden Männer von Partei Staat, Wehrmacht und Stadt, die Führer der SA., SS., des Arbeitsdienstes sowie die Präsidenten der Stuttgarter Reichsbehörden eingefunden. Um 10.25 Uhr läuft der Sonderzug in die Halle ein. Im gleichen Augenblick klingt, gespielt von der SA.=Standartenkapelle 119, leise das Lied vom guten Kameraden auf. Die Fahnen senken sich. Alle grüßen mit erhobener Hand den toten Kameraden. Vor dem Sargwagen steht eine kleine Tribüne, flankiert von Fackelträgern des Jungvolkes. Gauleiter Murr tritt heran und nimmt mit bewegten Worten Abschied von dem toten Parteigenossen.„Kamerad Gustloff“, so ruft der Gauleiter aus,„möge dein Tod dnd London, 10. Februar. „Morning Post“ meldet, eine zweite Umbildung des Kabinetts Baldwin, die bereits kurz vor den Neuwahlen in Aussicht gestellt worden war, werde voraussichtlich Anfang März durchgeführt. Der Hauptgrund für die Umbildung sei die Notwendigkeit, den englischen Marineminister Lord Monsell zu ersetzen. Lord Monsell habe wiederholt seine Absicht mitgeteilt, sich aus dem aktiven politischen Leben zurückzuziehen und nur bis zum Abschluß der Flottenkonferenz im Amt bleiben zu wollen. Da, wie man glaube, die Flottenkonferenz ihre Arbeiten bis Ende Februar abschließen könne, sei es wahrscheinlich, daß bereits der Nachfolger Lord Monsells die im März fälligen Haushaltsvoranschläge der Flotte im Unterhaus vorlegen werde. Das Blatt erinnert daran, daß Winston Churchill und der Haupteinpeitscher der Regierung, Margesson, seiner Zeit als etwaige Nachfolger Lord Monsells genannt worden seien. Ein neuer Anwärter sei auch der ehemalige Außenminister Sir Samuel Hoare. In gut unterrichteten Kreisen glaube man, daß Baldwin sobald wie möglich Sir Samuel Hoare wieder eine führende Stellung im Kabinett verschaffen werde. Unwahrscheinlich sei es aber, daß Hoare für den neu zu schaffenden London, 10. Febr.(Eig. Drahtber.) Ras Seyum, der schon seit einiger Zeit versuchte, Makalle zu umschließen, hat nunmehr nach aus Addis Abeba einlaufenden Berichten gestern den verzweifelten und mit aller Energie durchgeführten Versuch gemacht, die Italiener aus Makalle zu vertreiben und die Stadt zu besetzen. Der Versuch ist jedoch mißlungen, und die Streikräfte Ras Seyums wurden nach offiziellen Berichten in einem eintägigen Kampfe zurückgeworfen. Das Mißlingen der Unternehmung wird vor allem der Tatsache zugeschrieben, daß die Italiener Makalle sehr stark, vor allem auch mit einem dreifachen Drahtverhau, befestigt hatten. Das mürderische Maschinengewehrfener der Italiener machte die anstürmenden Reihen der Abessinier, deren Angriff sich in den ihnen ganz unbekannten Drahtverhauen festlief, nieder, so daß Ras Seyum schließlich gezwungen war, sich mit seinen Streitkräften zurückzuziehen. Allem Anscheine nach waren die Opfer auf abessinischer Seite bedeutend. Von diesen Kämpfen meldet der neueste italienische Heeresbericht nichts. Er besagt lediglich: Von der Eritrea= und der Somalifront ist keinerlei Ereignis von militärischer Bedeutung zu melden. Aehnlich wie die Italiener zur Unterstützung des Krieges in Abessinien einmütig Gold= und Schmuckgegenstände abgegeben haben, haben sich am heutigen Tage Hunderte von Abessiniern in Addis Abeba versammelt und im Palaste des Kaisers ihre wertvollen goldenen Schmuckstücke geopfert, um der Welt die Augen öffnen über die Gefahr des Judentums!“ Nach seiner Ansprache legte Gauleiter und Reichsstatthalter Murr am Sarge einen prächtigen Kranz nieder. Ihm folgten zahlreiche weitere Kranzspenden von Vertretern der Regierung, der Stadt Stuttgart, der Parteigliederungen und sonstiger Organisationen. Unter den Klängen des Deutschland= und des HorstWessel=Liedes setzte der Zug um 10.40 Uhr, vorbei an ehrfurchtsvoll grüßenden Menschen, seine Fahrt durch Deutschland fort. Um 13.02 Uhr erreichte der Zug Würzburg. Auf dem mit Tannengrün und Flammenschalen geschmückten Bahnsteig hatten die Abordnungen der Parteigliederungen und der Wehrmacht sowie die Vertreter der Behörden Aufstellung genommen. In Gegenwart einer großen Menschenmenge widmete Gauleiter Dr. Hellmuth dem Toten letzte Abschiedsworte und legte dann einen riesigen Lorbeerkranz am Sarge nieder. Langsam bewegte sich der Zug in Richtung Erfurt weiter. In Schweinfurt war auch eine Abteilung des Arbeitsdienstes zu einer letzten Ehrung angetreten. Nach kurzem Aufenthalt in Suhl traf der Zug nach einer Stunde Fahrzeit durch den in ein Schneegewand gehüllten Thüringer Wald in Erfurt ein. In Reih und Glied standen mit ihren Fahnen und Feldzeichen die Ehrenabordnungen. Tannengrün und Feuerschalen schmückten die Bahnanlagen. Unter der Weise vom guten Kameraden fuhr der Zug in den Bahnhof ein. In ehrenden Worten gedachte hier Reichsstatthalter Gauleiter Sauckel des toten Parteigenossen, dessen Arbeit und Hingabe für alle Zeiten seinen Namen im deutschen Volke unvergessen sein lassen werden. Zahllose Kränze wurden niedergelegt. Dann verließ der Zug unter Trauerklängen den Erfurter Bahnhof und erreichte gegen 18 Uhr Halle a. d.., dessen Bevölkerung den Bahnhofsvorplatz in dichten Massen füllte. Alle Straßen zeigten Trauerbeflaggung. Gauleiter Jordan sprach herzliche Worte des Gedenkens. Dann folgte die feierliche Kranzniederlegung. Wenige Minuten später nahm die stille Fahrt ihren Fortgang in Richtung Magdeburg. An den größeren Orten der Strecke standen nach Einbruch der Dunkelheit die Absordnungen der NS.=Gliederungen im Schein von Fackeln angetreten. Im Lichtschein der Leunawerke bei Merseburg grüßten die dortigen Arbeiter mit erhobener Rechten. Nach einstündiger Fahrt von Halle traf der Sonderzug um 20 Uhr in Magdeburg ein, wo der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Eggeling dem Toten die letzten Grüße des Gaues zurief. Darauf rollte der Zug weiter der Heimat des Toten zu. Das letzte Mal vor seinem Tode weilte Gustloff am 9. November in Deutschland, um in München die gewaltige Totenehrung der Bewegung vor der Feldherrnhalle mitzuerleben. Jetzt gehört er selbst zu den gefallenen Helden, die als die Blutzeugen des Nationalsozialismus in die Geschichte eingehen werden. eines Wehrministers ausersehen sei, dem die Durchführung des englischen Aufrüstungsprogramms übertragen würde. Vielmehr sei das Kabinett zu dem Schluß gekommen, daß der Vorschlag, ein Wehrministerium zu bilden, dem die drei Ministerien für Krieg, Flotte und Luft untergeordnet würden, undurchführbar sei. Gleichzeitig mit Lord Monsell werde Baldwin möglicherweise auch den bisherigen Luftminister Lord Swinton ersetzen wollen, der sich ebenso wie Monsell nicht mehr an den letzten Unterhauswahlen beteiligt hatte und ins Oberhaus berufen worden war. Angesichts des großen Umfanges des englischen Aufrüstungsprogrammes werde jedem Personalwechsel in den militärischen Ministerien allergrößte Bedeutung beigemessen. Man nehme an, daß es auch zu einigen weiteren Personalwechseln in anderen Ministerien kommen würde. Ein Antrag für die Bildung eines Wehrministeriums wird am Freitag dieser Woche von Konteradmiral Sueter im Unterhaus eingebracht werden. Bei dieser Gelegenheit wird es voraussichtlich zu einer kleineren Aussprache über Rüstungsfragen kommen. Im Oberhaus wird am morgigen Dienstag ein die englische Aufrüstung behandelnder Antrag erörtert werden. die Sache Abessiniens zu unterstützen. Sie waren einem Aufruf der Regierung gefolgt, in dem das abessinische Volk gebeten worden war, seine Wertgegenstände zur Verteidigung des Landes zu opfern. UP Addis Abeba, 10. Februar. Das neue Bombardement auf Dessie durch italienische Flugzeuge am Sonntag vormittag hat nach letzten hier vorliegenden Meldungen den Tod von 15 Menschen gefordert. Der angerichtete Sachschaden läßt sich noch nicht übersehen. Zwei auf dem Flugplatz von Dessie stationierte abessinische Flugzeuge sollen den Berichten zufolge zerstört worden sein. Italiens bisberige Verluste anb Rom, 10. Februar. Durch eine amtliche Mitteilung des Kriegsministeriums werden heute die Gesamtverluste der italienischen Heimatarmee seit Beginn des Afrika=Feldzuges bekanntgegeben. Sie belaufen sich auf 844, von denen 427 im Gefecht gefallen sind; 396 starben im Dienst oder durch Krankheit, vier infolge von Verwundungen und 17 werden vermißt. Ueber die Hälfte dieser Toten entfällt auf den Monat Januar. Die Arbeiter= und Truppenverschiffungen nach Ostafrika scheinen nach italienischen Zeitungsmeldungen in den letzten Tagen wieder größeren Umfang anzunehmen. Neue Redlerungeunteneung in Endlune? Wahrscheinlich Personalwechsel in den militärischen Ministerien Bildung eines britischen Wehrministeriums beantragt Mphlalkter=Eiuen auf Marutte Die Truppen Ras Seyums zurückgeschlagen— Zwei abessinische Flugzeuge bei der Bombardierung Dessies zerstört? Auftakt zu Vertrauensratswahlen Großkundgebung der DAF. im Berliner Sportpalag anb Berlin, 10. Februgr Als Auftakt zu den kommenden Vertrauenscate wahlen fand am Montag abend im Sportpalgste Großkundgebung der DAF. statt, an der etwa Betriebsführer, Betriebswalter und Vertrauensmänn, der Berliner Betriebe teilnahmen. Hauptamtsleiter Claus Selzner betonte in seiner groß angelegten Rede, daß zwar die Vertrauensratswahlen keine volit, schen Wahlen seien, daß aber dennoch vielfache### ziehungen vorhanden seien. Alles, was sich in den trauensratswahlen abspiele, sei ein Spiegelbild dessen was die einzelnen auf ihren Plätzen zu leisten hätten In eingehenden Ausführungen beschäftigte sich der Rez. ner mit betrieblichen Fragen, wobei er hervorhob, das sich der Betriebsführer nicht nur die Befriedigung der Innenkonjunktur angelegen sein lassen dürfe, sondern es müßten auch die Ausfuhrmöglichkeiten weitgebend ausgenutzt werden. Dann behandelte der Hauptamtzleiter das Verhältnis von Betriebsführung und Gefolg. schaft, wobei er mit Nachdruck hervorhob, daß es auch bei immer möglichen Meinungsverschiedenheiten noch lange keine Feindschaft bedeute, wenn man sachlich kämpfe. Günstiger Arbeitseinsatz im Janugr anb Berlin, 10. Februar. Die winterliche rückläufige Bewegung im Arbeits, einsatz ist im Januar, wie die Reichsanstalt für Arbeitz, vermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet, vor allem unter dem Einfluß der milden Witterung, beinahe vollständig zum Stillstand gekommen. Während die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 524 000 anstieg. hat sie im Januar 1936 nur um 12000 oder 0,5 v. H. zugenommen. Diese günstige Entwicklung bestätigt den im vorigen Bericht gegebenen Hinweis, daß das frühzeitige Frostwetter und die Arbeitspause während der Feiertage die Ursachen für das unverhältnismäßig starke Ansteigen der Arbeitslosigkeit im Dezember gewesen sind. Ende Januar wurden bei den Arbeitsämtern 2520000 Arbeitslose, d. h. rund 453.000 weniger als im winterlichen Höchstpunkt des Vorjahres, gezählt. Die Festigung des Arbeitseinsatzes im Januar ist hauptsächlich auf die Wiederinangriffnahme von Außenarbeiten zurückzuführen. Demzufolge haben in den Saisonaußenberufen die Arbeitslosen um rund 14 000 abgenommen. In der mehr konjunkturabhängigen Berufen war noch eine Zunahme um 26 000 zu verzeichnen. Sie ist jedoch in der Hauptsache, wie im Holzgewerbe, Gastund Schankwirtschaftsgewerbe, Nahrungsmittelgewerbe sowie bei den Angestellten, ebenfalls jahreszeitlich bedingt und zum Teil auf die Rückkehr aus berufsfremder Außenarbeit zurückzuführen. Die Zahl der in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge unterstützten Arbeitslosen nahm im nuar noch um 127000 auf 1 536000 zu. Dagegen ging die Zahl der nichtunterstützten Arbeitslosen um 112 000 zurück. Auch die anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen haben noch um 4000 auf 374000 abgenommen. Die Zahl der Notstandsarbeiter betrug Ende Januar 162 000. In gebietlicher Hinsicht war die Entwicklung im Januar verschieden. Fünf von den dreizehn Landesarbeitsamtsbezirken konnten bereits einen leichten Rückgang in der Arbeitslosenzahl melden. Aber auch in den Landesarbeitsamtsbezirken, die insgesamt noch einen Zugang an Arbeitslosen zu verzeichnen hatten, befindet sich eine Reihe von ländlichen Arbeitsamtsbezirken, in denen ebenfalls bereits eine Entlastung im Arbeitseinsatz eingetreten ist. Sondersitzung des britischen Kabinetts dnb London, 10. Februar. Im Unterhaus fand am Montag abend eine Sondersitzung des britischen Kabinetts statt. Wie verlautet, beschaftigte sich das britische Kabinett in dieser Sondersitzung mit der ägyptischen Frage. Außenminister Eden gab einen Ueberblick über die gegenwärtige Lage, worauf eine Aussprache über die Grundlage stattfand, auf der die bevorstehenden britisch=ägyptischen Vertragsverhandlungen durchgeführt werden sollen. Bekanntlich sollen nach den Wünschen Englands die militärischen Fragen den Vorrang vor allen anderer Fragen erhalten. Die wahren Friedensgefahren Japan für Neuaufteilung der Rohstoffgebiete dnd Tokio, 10. Februar. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes betonte in einer Erklärung, daß der Weltfrieden solange gefährdet sei, als das Grundproblem der Völkerverständigung, die Neuaufteilung der Rohstoffgebiete, nicht gelöst sei. Alle vom Völkerbund ausgehenden Bemühungen, den Frieden zu festigen, seien wegen der Nichtbeachtung der Rohstoff=Frage zum Scheitern verurteilt. Japan, so erklärte der Sprecher weiter, unterscheide drei Arten von Völkern: 1. rohstoffreiche, 2. solche Völker, die zwar rohstoffreich, aber unfähig zur Ausbeutung dieser Schätze seien, und 3. Völker, die arm an Rohstoffen, wohl aber fähig zu ihrer Ausbeutung seien. Japan begrüße und unterstütze daher im Interesse der Sicherung des Friedens und der Verständigung der Völker alle Anregungen zu einer Neuverteilung der Rohstoffgebiete. Drei Kinder im Eise eingebrochen und ertrunken. Auf der dünnen Eisdecke eines Teiches bei Gießen brachen zwei Mädchen im Alter von 15 und 9 Jahren ein und gingen unter. Ein achtjähriger Knabe, der ihnen zu Hilfe kommen wollte, brach ebenfalls ein. Alle drei Kinder ertranken. Kriegsrecht über Syrien? Die Lage im Generalstreik in Syrien hat sich weiter verschärft. Man erwartet die offizielle Verkündigung des Kriegsrechtes über ganz Syrien. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Polltik: Rudolf FoenKummunalvolltlt und Stadtteile: Adolf Peddingbau Lokales: Hans Schulte, Kulturpolltik und Unterdaltung: Dr. Josef Schwermann, Wirtschaft: Fritz Schmi Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Hans Hornderg, Anzeigen: Kurt Scholz, säm!! in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Hauziz Berlin SW. 68, Wildelmstraße 98. Anruf: Jäger#### und Karlsdorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: F. Pempe, Berlin=Charlottenburg, Ublandstraße 134, rus C 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: mühlen& Dierichs in Bochum, Ruf 67551, 52. 53. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstaffel B. DA I. 36 ülber 26 300. Sprechstunden der Sctrtetsangte von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags). Für#cparte Einsendungen keine Hastpflicht Rücksendung nur bei Ruckvollk. Die heutige Nummer umfaßt 14 3 Nr. 35„ Bochumer Anzeiger- Dienstag, 11. Februar 1936 Bochanter=Nacheichten 10000 in drei Tagen! Und Montag war eisfrei— Mittwoch Eiskonzert? Von wegen in Bochum kein Interesse für Wintersvort! Das Gegenteil ist der Fall und das ist erklärlich. Unsere Jugend hat zu wenig von den Freuden des Pinters, der bei uns meistens keiner ist. Denn tatsächlich ist es ja in den meisten Jahren so, daß wir statt Schnee, Eis und Frost— eine Regenzeit haben. Jetzt hat's aber geklappt. Seit dem Wochenende hat der Frost überall die Teiche und Tümpel mit einer Eisdecke überzogen. Und im Rechener Busch auf den städtischen Tennisplätzen ist die schönste Eisbahn. Das hat gezogen und das zieht noch weiter die Kinder und die Erwachsenen in überraschenden Massen an! Samstag wurde die Eisbahn eröffnet: 2000 Besucher! Sonntag kamen 4000 und Montag waren es wieder 4000! 10 000 in drei Tagen ist ein ganz schöner Eislaufrekord für Bochum und für die zur Zeit zur Verfügung stehende Fläche. Wenn es ja kalt bleibt, wenn der Frost einige Zeit anhält, dann geht's vielleicht auch einmal wieder im Stadtpark. Im vorigen Jahr ist es ja nicht so weit gekommen, denn dazu gehört eine Eisdecke von mindestens acht Zentimeter Dicke. Für die Kinder gab es am Montag als besondere Freude„eisfrei". Das ist natürlich nicht so, wie hitzefrei, wo unter Umständen vielleicht schon um 11 Uhr die Schule geschlossen wird. Bei eisfrei fällt höchstens eine Stunde aus, dafür gibt's aber keine Schulaufgaben, so daß man den ganzen Nachmittag ohne schlechtes Gewissen draußen herumtoben kann. Und wenn die Kutte anhält, bekommen die Erwachsenen am Mittwoch auch einen Extraspaß. Dann gibt's nämlich Eiskonzert im Rechener Busch! Glück kommt unverhofft Wie eine Bochumer Ehefrau zu einem Glückstreffer kam. Es gibt Menschen, denen fällt das Glück in den Schoß, ohne daß sie es wollen. So war es auch Samstag abend gegen.30 Uhr in einem Straßenbahnwagen der Linie 6 am Wanne=Eickeler Hauptbahnhof. Eine ältere, aus Bochum stammende Ehefrau, Frau Kr., wollte nach einer in Wanne=Eickel erledigten Besorgung wieder nach Bochum zurückfahren. Im gleichen Wagen fuhr auch der Glücksmann Nr. 652 mit. Der Streiter für das WHW. pries auch in der Straßenbahn seine Lose an. Der Straßenbahnschaffner, der die Verhandlung des Glücksmanns mit der sich ablehnend verhaltenden Bochumer Frau mit angehört hatte, griff ein, und siehe da, die Frau„zückte“ 50 Pf. und kaufte ein Los. Als sie den zusammengeklebten Brief öffnete, war sie nicht wenig überrascht, ein Freilos zu bekommen. Sie faßte noch einmal in die Glückskiste— und zwar diesmal richtig. Als sie den Brief öffnete, stellte sie fest, daß ihr ein Glücksgewinn von 100 RM. zugefallen war. Die Bochumer Ehefrau war so freudig überrascht, daß sie an ihrem so plötzlichen Glück auch die andern mit teilhaben ließ. Vor dem Krankenhaus verunglückt Am 9. Februar, gegen 20.15 Uhr, wurde ein Mann beim Ueberqueren der Hattinger Straße in Höhe des Krankenhauses„Bergmannsheil" von einem Personenkraftwagen angefahren; er erlitt hierbei eine Kopfwunde und mehrere Rippenbrüche und wurde in das Krankenhaus„Bergmannsheil“ eingeliefert. Auf der Eisfläche gestürzt. Auf der kam am Sonntag abend der Invalide G. B. Wiemelhauser Straße auf einer Schlinderbahn, die Kinder angelegt hatten, zu Fall und erlitt erhebliche Verletzungen, die ärztiche Behandlung erforderten. Ein Schulmadchen aus der Oskar=Hoffmann=Straße, A.., fiel beim Eislaufen und wurde schwer verletzt. Man brachte das Kind ins Elisabeth=Hospital, wo die Kopfwunde vernäht werden mußte. 44 in der Städtischen Gemäldegalerie Aufnahmen:„-.“-Muthherr ild Jorzig:„Herbst“. Neyers:„Das Rote Haus“ (Bericht über die Ausstellung in der Montag=Ausgabe und auf Seite 10 der Bochuntel Karnebal 1330 Prunksitzung der Groboka ein voller Erfolg Der Dank Karls des Kühnen an Gisela Schweitzer=Schräder Bericht auf der nächsten Seite) Wiedersehen nach 45 Jahren Ein Wiedersehen, wie es in dieser Art wohl selten ist, gab es am Samstag abend in einer Wirtschaft auf der Dorstener Straße. Sitzen da an einem Tisch zwei biedere Volksgenossen beisammen, von denen einer den anderen nicht kennt. Der eine liest interessiert die Zeitung, während der andere dem Kartenspiel am Nachbartische zusieht. Wie es nun der Zufall einmal will, kommen die beiden plötzlich in ein Gespräch. Dabei stellt sich im Laufe der Unterhaltung heraus, daß die beiden vor 50 Jahren in dem gleichen Hause auf der Herner Straße geboren sind und auch im gleichen Hause einige Jahre ihrer Jugend verlebten. Dann aber zog die eine Familie von Bochum fort. Und seitdem haben sich die beiden Spielgenossen nicht wiedergesehen. Aber die Erinnerung an die Jugendzeit ist ihnen durch einen lebhaften Briefwechsel ihrer Eltern in Erinnerung geblieben. Im Weltkriege haben die beiden früheren Spielgenossen ebenfalls einmal einen Kartengruß ausgewechselt, aber seit dieser Zeit nichts mehr voneinander gehört. In diesen Tagen nun weilte der jetzt in Krefeld wohnhafte frühere Spielgenosse in Bochum bei Verwandten. Auch der andere wohnt längst nicht mehr in dem Hause auf der Herner Straße. Das Wiedersehen wurde herzlich gefeiert. Nach dem Brand vor dem Nichts Wir berichteten gestern von einem Wohnungsbrand im Hause Dorstener Straße 79a, wobei zwei Zimmer ausbrannten. Dazu erfahren wir noch: Während,, der Ehemann mit einem Kinde zu einem Fußbauwenviel gegangen war, war die Ehefrau nebenan zu einer Hausfreundin gegangen. Plötzlich wurde sie von Nachbarn gerufen, jedoch war der Brand bereits so heftig, daß nichts mehr gerettet werden konnte. Der Ehemann war mit einem alten Anzuge zum Fußballplatz gegangen und hatte den besten Sonntagsanzug im Kleiderschrank hängen lassen. Nicht nur die Möbel verbrannten, auch sämtliche Kleidungsstücke der Eheleute. Das Unglück trifft sie um so härter, als der Ehemann als Wohlfahrtsarbeiter über keine Mittel zu Neuanschaffungen verfügt. „Dar kreis schent wildr Kahl! Frostwetter gebot dem weiteren Steigen des hochgehenden Flusses Einhalt Breit strömt die hochgehende Ruhr bei BochumDahlhausen Wäre das Frostwetter nicht eingetreten, dann würde das Ruhrtal in diesen Tagen zum Schauplatz eines noch großeren Hochwassers geworden sein. Am Samstag, Sonntag und auch am Montag waren weite Strecken der Ruhraue überflutet. Erst der in der Nacht zum Samstag, besonders aber zum Montag einsetzende schärere Frost gebot dem weiteren Steigen Einhalt. Die begengüsse, mit denen wir besonders Ende Januar bedacht wurden, führten der Ruhr und ihren Nebenflüssen ungeheure Wassermassen zu und in den ersten Februarlagen, als die starken Regenfälle schon längst aufgehört satten, war dennoch ein langsames, aber stetiges SteiEine gewaltige Fläche bedecken ihre Fluten gen des Flusses zu beobachten. Bei Dahlhausen zum Beispiel war die große Ruhrinsel bei der Städtischen Badeanstalt schon vollständig vom Wasser bedeckt und schon begann die Flut in die Gärten einzudringen. Das Frostwetter, das ein Hochwasser verhülete, erwies sich den Bewohnern der Ruhraue in diesem Falle Die in der Stadt wohnenden Menschen können sich nur schwer einen Begriff von den Sorgen der unmittelbar am Flußufer wohnenden Volksgenossen machen. Bei hochgehenden Fluten ist die FragezgSeeigt## fällt das Wasser?“ fast immer eine schillsalsschwbere Frage. Abgesehen von einem Hochwasser katastrophalen Ausmaßes, durch das Menschenleben in Gefahr geraten, was bei uns im Ruhrtal schon oft der Fall war, bedeutet jedes Hochwasser die Vernichtung und Schädigung materieller Werte. Die auf dem Bilde ersichtlichen Hochwassermarken neben der Haustür sind an dem Buschmannschen Hause bei der Ruhrbadeanstalt angebracht. Diese Schilder zeigen den Höchststand der Flute naus den Jahren 1909, 1925 und 1890. Die schwerste Flut war im Jahre 1890, mit etwa 15 Zentimeter höherem Wasserstande als bei der Hochwasserkatastrophe im Jahre 1925(Neujahr). Die Bewohner „.-.“-Aufnahme Wie gefährlich sie werden kann, zeigen die Hochwassermarken am Buschmannschen Haus retteten sich in die hochgelegenen Räume des Hauses und waren tagelang von der Außenwelt abgeschlossen. Die Wohnzimmertür und der Treppenaufgang im Hause zeigen Dutzende von Schnitzmarken, die alle den Wasserstand bei Hochwasser aus früheren Jahren anzeigen. Für die nächste Zeit ist die Hochwassergefahr, im Ruhrtal gebanni, aber noch bietet sich das Schauspiel des weit über das gewöhnliche Maß breiten Flusses. Bilder von wilder Schönheit kann der Spaziergänger im Ruhrtal genießen, in denen das Dichterwort wahr wurde:„Das ist die schöne, wilde Ruhr!“ Seite 4 Nr. 35 7 Bochumer Anzeiger# Dienstag, 11. Februar 1936 Achtung! Wettkampfteilnehmer der Fachgruppe„Techniker“ Die Teilnehmer am Reichsberufswettkampf der Fachgruppe„Techniker“ versammeln sich am Donnerstag, 13. Jebruar, morgens 8 Uhr, im Schulungshaus der DAF., Bergstraße 57. Federhalter, Bleistift, Lineal, Reißzeug, Logarithmentafel usw. sind mitzubringen. „Der 29. Februar“ Fest der Presse Südwestfalens Ueberaus lebhafte Anteilnahme und großen Anklang findet allenthalben die Ankündigung des ersten Pressefestes, das die Verbandskreise des Reichsverbandes der Deutschen Presse im Gau Westfalen=Süd am Februar in der Westsalenhalle durchführen. Sofort nach den ersten Notizen über das Fest sind bereits eine ganze Anzahl schöner Preise für die Tombola gestiftet worden. Um Irrtümern von vornherein vorzubeugen, sei mitgeteilt, daß dieses Fest, das die Presse gibt, von jedem deutschen Volksgenossen besucht werden kann, das heißt wenn er sich rechtzeitig mit einer Eintrittskarte versieht. Karten sind in Bochum im Vorverkauf zum Preise von 3 Mark(an der Abendkasse 5 Mark) in den Geschäftsstellen nachstehender Zeitungen zu haben: Bochumer Anzeiger, Rathausplatz 8; Westfälische Landeszeitung, Alleestraße 18; Volkszeitung, Mühlenstraße 10. „Der bunte Kreisel“ Eine karnevalistische Modenschau in Bochum Längst ist der Karneval in die Reihe der Ereignisse eingerückt, die ihre Schatten vorauszuwerfen pflegen, und eine karnevalistische Modenschau ist sozusagen ein Wink mit dem Antennenmast für alle in bezug auf die Kostümwahl noch Unentschlossenen. Daher ist der äußere Rahmen dieser Modenschau im„Westfalenhaus“ in Bochum eine Selbstverständlichkeit:„Auf'ne Kilometer= länge siehste nischt wie Menschenmenge—“ hat ein Dichter dieses Panorama gestaltet. Und dazwischen— und da freut sich die Mama und da freut sich die Tant — die schönsten Karnevalskostüme, die man sich denken kann. Die Phantasie, die ein ganzes langweiliges Jahr auf dem Bürokratenschemel sitzen mußte, hatte Gelegenheit, sich auszutoben. Und sie brannte ein farbenprächtiges Feuerwerk der Maskerade ab, vom Rumpelstilzchen über kesse Schusterjungen zu holländischen, russischen oder ungarischen Bäuerinnen. Das alles mit riesigem Temperament vorgeführt— der Tanz des Holländerpärchens wehte gar der ausgezeichneten Kapelle Engel die ganzen Noten vom Podium—, vorzüglich angesagt von Georg Schmidt: es lohnte sich schon, den tollen Sprüngen des„Bunten Kreisels" zuzusehen. Aus den katholischen Pfarreien. Aus Anlaß der 14. Wiederlehr des Tages der Uebernahme des Pontifikates durch Papst Pius XI. am morgigen Mittwoch findet auf Anordnung der erzbischöflichen Behörde am nächsten Sonntag in allen Kirchen eine KrönungsGedächtnisfeier statt.— Im St.=AntoniusStift an der Kirche fand für die Jungfrauen von St. Antonius ein religiöser Einkehrtag statt. der ein liturgisches Thema zum Gegenstand hatte. Die Veranstaltung, die einen guten Besuch aufwies, endete abends mit einer Dankandacht.— Für die männlichen Pfarrjugendgruppen der einzelnen Pfarreien findet am Mittwoch abend.30 Uhr im Rahmen der täglichen Anbetungsstunden in der Propsteikirche eine sakramentale Feierstunde statt.— In der Ordensversammlung der Drittordensgemeinde am Sonntag in Christkönig wurde ein Bericht gegeben über die Arbeit des vergangenen Jahres. In allen Pfarrgruppen konnte ein Wachsen der Mitgliederzahl festgestellt werden. In Unterdahlhausen und Gerthe wurden neue Pfarrgruppen errichtet. Pater Armin als Leiter der Groß=Bochumer Drittordensgemeinde dankte allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für ihre Tätigkeit im abgelaufenen Jahre. Das Frostwetter hält an! Bericht der Reichswetterdienststelle Essen=Mülheim. Unter dem Einfluß der von Nordost her über Mitteleuropa eindringenden Kaltluftmassen arktischen Ursprungs herrschte in Mitteldeutschland allgemein heiteres Wetter. Verstärkt durch nächtliche Ausstrahlungen sanken dabei die Temperaturen im Flachlande nachts bis auf sechs bis sieben Grad unter Null, während sie tagsüber nur bis auf drei bis vier Grad unter dem Gefrierpunkt ansteigen konnten. Da die Zufuhr der Kaltluftmassen weiterhin anhält, ist vorerst bei weiter absinkenden Temperaturen mit dem Fortbestand der Frostwetterlage zu rechnen. Aussichten für Dienstag: Bei frischen, teilweise stürmischen Winden aus Ost wolkenlos und heiter, Tagestemperaturen um fünf Grad unter Null. nachts stellenweise bis unter zehn Grad absinkend.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Fortbestand der Frostwetterlage. Secham ikein Regerer!f. And wenn es Karneval feiert, dann feiert es ganz groß Diese zweite und letzte öffentliche Sitzung der [Großen Bochumer Karnevalsgesellschaft begann für mich leider mit unfreundlichen Bemerkungen und einer Bitte. Ich sprach vom Wetter und bat dann eine der würdigen Frauen in der Abteilung für Hüte und Mäntel im Parkhaus, ob sie mir nicht eine Bürste leihen könnte. Sie war so nett, und ich kam so in die Lage, mir wenigstens einigermaßen die Lehmbrocken von meinen frisch matratzegebügelten Hosenbeinen zu entfernen. Das kommt davon, wenn man's zu eilig hat und die Parkhausterrassen hinaufspringt, statt würdig zu schreiten. Am Anfang dieses Berichtes steht nun das Wort: schade. Nicht nur, daß ich mich in den Sonntag abend herabrieselnden Matsch=Schnee setzte, als ich mich durch Schnee und Kälte zur Gro=Bo=Ka durchkämpfte. Auch werden manche Mitmenschen sagen„schade", wenn sie hören, daß ich mir nichts weh getan, ja nicht einmal den Hals gebrochen habe. Zum dritten Male aber geht es wirklich um die Gro=Bo=Ka: auch um sie ist etwas schade. Schade nämlich, daß wir bei ihr nur noch einen Maskenball am Sonntag, 23. Februar, feiern können und sie dann für dieses Jahr aus der„Bütt“ steigt. Denn in der Prunksitzung mit Damen am letzten Sonntag lief das Narrenschiff in Bochum wieder zu ganz großer Fahrt auf. Mit ihren ersten beiden Kappensitzungen hat die Großer Bochumer Karnevalsgesellschaft bewiesen, daß wir nicht nur eine Stadt der Arbeit und Industrie sind, sondern daß Bochum sich auch mit echter, fröhlicher Stimmung, mit Witz und Humor als besten Zündern in die westfälische Verkehrswerbung einschalten kann. „Bochum ist kein Negerdorf!“ rief lachend und doch ernst Präsident Karl der Kühne in den Saal und haute mit dem Zepter auf den Elferratstisch, daß die Gläser klangen. Die Gro=Bo=Ka hat in diesem Jahr mit dem Fasching den Anfang gemacht. Zwei Sitzungen und noch ein Maskenball sollen als Auftakt genügen. Und nächstes Jahr will man einen Karneval mit Rosenmontagszug und allem Drum und Dran aufziehen, daß Düsseldorf und Köln„die Spucke wegbleibt“. Denn, wenn wir in Bochum was aufziehen, dann soll es was Ordentliches sein, daß keiner mit Achselzucken auf den „kümmerlichen“,. Bochumer Karneval herabgucken kann. Und die Anteilnahme der Närrinnen und Narren ist in unserer Stadt so groß, und die beiden ersten Sitzungen waren, das kann man wohl sagen, so treffsicher, vielfarbig, voll Tempo und mit Bochumer Zündung aufgebaut, daß der Raum— ganz gleich, ob Schützenhof oder Parkhaussaal— zum Platzen gefüllt war mit dem kraftvoll=lachenden„Man tau!“, mit dem die Zuhörer ihren Beifall und ihre Bereitschaft zur Mitwerbung für den Bochumer Fasching kundtaten. „Wir haben es nicht nötig, uns von anderen Städten Vortragskünstler oder Musiker und Dichter zu leihen. Ohne jede Unterstützung, ohne jede Anleihe, ganz aus der Bevölkerung heraus ist die Gro=Bo=Ka geworden, genau so wachsen ihr die Helfer zu. Der will dies machen und der will das machen, es sprudelt Faschingstalente“, sagt Präsident Karl,„Bochum macht seinen Kram alleene!“— Und genau so, wie all dies geworden ist, allen Meckerern und Miesmachern zum Trotz, so wird sich in Zukunft jeder Saal füllen, wenn der Elferrat ruft zum Bochumer Fasching. Dafür sorgen schon alle, die die ersten beiden Sitzungen mitgemacht haben! Nach dem Einmarsch der hohen Herren vom Elferrat und Karl Lindens Grußworten begann die Hochstimmung, als Fritz Winkelmann sein„Mädel sei gescheit!“ über die buntbekappte Gesellschaft in den Saal sang. Wiegen und Schunkeln, Musik und„Man tau!"... Dann tanzt Gisela Schräder[Schweitzer, deren Gruppe sich sofort bei Bildung der Gro=Bo=Ka zur Verfügung stellte, herein. Nicht nur beim ersten Male, sondern immer wieder, wenn die graziösen schlanken Gestalten über die Bühne glitten, anmutig beschwingt oder tolpatschig und lustig leuchtend, gab's hinterher Beifallsstürme, Ehrentrünke und „Klümpkes“. Arry Leese erweitert mit seinen Geschichten vom Standesamt und dem hohen Lied von der Untreue, den großen Kreis seiner lachenden Freunde. Dann kommt man uns mal wieder zweimal musikalisch. Johann Wiemers singt seinen schwungvollen RiewekaukenMarsch auf westfälisch Platt, und viele Zungen im Saal mühen sich, es ihm nachzutun. Zwei Akkordeonspieler und ein helles Bochumer Mädel— nur geistig hell, von außen war sie dunkelblond, mit kecken Stirnlöckchen und einer Schiebermütze— gaben einen Bochumer Karnevalsschlager mit langer Holdrioooschleife.(Doch, bitte, nächstes Mal noch etwas lauter singen, Fräulein Stupsnase!) Der Vizepräsident des Elferrates C. Ott erzielte mit seinen Reiseberichten vom Land der Feigen bis zur abessinischen Nationalhymne als Jupp Tropenkoller besonders starkes„Man tau!"— Und dann:„Melodia“!! Vier Mann, das heißt, zwei traten als Tante Anna nebst Freundin auf. Auftritt, Mimik, Vortrag... eine ausgezeichnete Darbietung. Paul Kottsiepe der weitarmige Herrscher vom Griesenbruch, reihte sich würdig an. Auch sein ganzer Kohl wuchs auf Bochumer Pflaster. Dann kam Leo! Leo Sander! Wenn Bochum mal einen Mann mit viel Geld beerbt und dann die in der ganzen Bürgerschaft gewünschten Anregungen und Wünsche erfüllen wollte, dann müßte Leo Sander den Zaster zum Verteilen kriegen. Denn der weiß überall wo wen ein Schuh drückt. Wir wollen deine Schlager“ nicht verraten, Leo, aber du hast in den Freuden und Sorgen unserer Stadt so herrlich herumgestöbert und deine Entdeckungsraketen mit soviel Witz abgefeuert, daß man dich für alle Zeiten der Gro=BoKa nicht nur, sondern Bochum überhaupt erhalten möchte. Groß, Leo, ganz groß! Als das„Man tau!“ des Büttenmarsches Leo Sander fortbegleitet hatte, da hielt der Präsident des Elferrates eine ehrende Ansprache an die Mitarbeiter, die mit allen Kräften sich sofort einsetzten, als sie aufgefordert wurden zur Mitgestaltung am Bochumer Karneval. Dr. van Elsen vom Verkehrsverein wurde zum Ehrensenator ernannt, Prinz Willi der Sanftmütige und der Zeremonienmeister wurden gleichfalls mit besonderen Auszeichnungen beUnd dann... dann war Schluß. Eigentlich ganz plötzlich. Und das war das vierte„schade“ dieser Sitzung. Denn vier Fünftel der Besucher hätten gern noch ein bißchen Musik und Tanz gehabt, sie waren so herrlich in Schwung. Na, sparen wir das bis zum Maskenball! n. Tegernseel„Pleien Eine Badernlomdon Anzengrubers„Der’wissenswurm“ vor NSG.„Kraft durch Freude“ Ludwig Anzengruber gehört seiner Zeit, dieser immerhin ein wenig farblosen, obschon ausgedonnerten, diesen nicht recht vermögenden und bestenfalls vorbereitenden Dezennien, ehe der Sturm um die Wende der achtziger Jahre mit der verlogenen dramatischen Prunkund Putzsucht aufzuräumen begann. Als Wegbereiter eines starken und rücksichtslosen Lebensgefühls dürfen die österreichischen, heimatverwurzelten Dichter bewertet werden, vor allem Anzengruber, der weltfreudige Ironiker und Gegner einer demütigen, zu demütigen christlichen Heilslehre wie Feuerbach, Gottfried Keller und andere. Wie ein Bohrwurm sitzt er in seinem Bauerntum, in den vier Wänden seiner Kate, die ihm seine Welt ist, beißt und zwackt nach allen Seiten wider frömmlerisches Wesen und lichtscheue Duckmäuserei, nur um der Sonne und dem Sturm gesunder Seelen eine Gasse zu bahnen, hereinzubrausen und das ganze morsche Gerümpel um= und umzustülpen. Seine Bauernkomödie„Der’wissenswurm" gehört zu den Stücken, die den Frömmlern und Hintenrumgehern in die Nase stiegen. Hier wird ein Wolf im Schafspelz entlarvt, ein Bibelgänger, der sich aufs Erbschleichen versteht und auf dem Fegeseuer seine Suppen kocht. Den alten Grillhofer plagt der Gewissenswurm. ist fünfundzwanzig Jahre her, daß er ein Mädchen liebte und von sich gehen ließ, als die Verbindung nicht ohne Folgen zu bleiben schien. Nun macht er sich auf seine alten Tage Sorgen, wie ihm wohl das höllische Fegefeuer zusetzen möge bei der graßen Abrechnung. Schwager Dusterer schürt geflissentlich diese Aengste und hat es fast erreicht daß ihm der Bauer Haus und vermacht, als es sich auf so ebenso glückliche wie zufällige Art ergibt, daß Grillhofer allen Grund hat, mit dem Schicksal zufrieden zu sein. Die Geliebte von Anno dazumal leht und ist ein rechtschaffenes Weib geworden. auch ihre Tochter lebt, die Horlacherlies, an der auch ein illegitimer Vater seine herzliche Freude haben kann. So löst sich denn die seelische und soziale Verknotung, durch den’wissenswurm verursacht, in schönstes Wohlgefallen auf. Nur der Dusterer, der salbadernde Schurke, ist mit dem Ausgang weniger einverstanden. Mit diesem Stück und mit der für die Darstellung im Evangelischen Vereinshaus verpflichteten Tegernseer Bauernbühne hat die NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ einen Treffer zu verbuchen, wie er nicht alle Tage zu haben ist. Einen so urwüchsig bäuerischen und dialektbestimmten Stoff kann nur eine seit vielen Jahren so bewährte und hochgeschätzte Truppe voll und ganz bewältigen wie eben die Tegernseer unter der Spielleitung von Anderl Schultes. Randvoll war der geräumige Vereinshaussaal, als Kreiswart Ehrhardt zu Beginn der Veranstaltung das Wort nahm, Gauwart Breidenbach und den Vertreter des Nachbargaues Essen begrüßte und seiner Freude Ausdruck gab, die bayerischen Gäste als willkommene Bringer ihrer unverfälschten heimatlichen Kunst für einen Abend vor den Bochumer Kameraden gewonnen zu haben. Und dann ging's los, mit Geigen= und Zitherspiel, mit Volkstanz und Gejodele hinauf und hinunter, kleine Einlagen, die das Spiel vorbereiten halfen. Die Komödie selbst wurde mit einer Treue und Echtheit der schweren bäuerischen Farben behandelt, die höchste Anerkennung verdient. Von Ludwig Sippel sahen wir einen vergrillten alten Bauern, aus Kernholz geschnitzt, der seinem nächsten Partner, dem Dusterer Anderl Schultes durchaus ebenbürtig blieb. Wunderbar eingespieltes Theater diese sonderliche Anzengrubersche Welt, auf der die frischen blanken Lichter jungen, gärenden Lebens sitzen, hier vertreten durch die Horlacherlies Sefferl Höfers und den Wastl Ludwig Hermanns. Wir wollen in Bausch und Bogen feststellen: es war ein ausgezeichneter Abend, heiter und nachdenklich, wie's traf und— wen's traf. Starker und begeisterter Beifall begleitete die Veranstaltung. 6. den die Gerichte solche Versuche durchgehen lassen, dann sei eine Ueberwachung der vom Auslande her nach Deutschland getragenen Sache überhaupt nicht mehr möglich. Der Staat aber wolle die Art der unterweisung, wie die„Ernsten Bibelforscher“ sie politischen Zwecken betreiben, nun einmal nicht weiter dulden und habe allen begrundeten Anlaß zu verstärtter Aufmerksamkeit und zum Argwohn. Es hätten deshalb Strafen verhängt werden müssen. Sie bewegten sich zwischen 150 Mark Geldbuße und 2 Monaten Gefängnis, je nach der einschlägigen Vorstrafe Diese Strafen wurden durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. Aber auch diesen sieben unbestraften Leuten wurde die verschärfte Mahnung mit auf den Weg gegeben, nun nicht mehr erneut gegen das Verbot verstoßen, weil sie das andere Mal eine solche Milde des Gerichts nicht mehr würden erwarten dürfen. Kindlein vor der Tür Am 2. Januar wurde vor der Tür eines Hausmeisters in der Wilhelmstraße nachmittags ein neugeborenes Kindlein, in Schlüpfer gewickelt, aufgefunden. Man brachte das an sich gesunde und lebensfähige Menschlein in geeignete Pflege. Die junge Mutter war bei einem Gange in die Stadt überrascht worden. Sie stand jetzt unter der Anklage der Kindesaussetzung. Das Mädchen bot ein Bild des Jammers. Furcht vor Verlust seiner Stellung, Scham vor den Eltern und Verzweiflungsstimmung spielten eine Rolle bei diesem Gretchendrama. Der Staatsanwalt selbst sah sich veranlaßt, die geringste zulässige Strafe zu beantragen. Sie beträgt allerdings noch immer sechs Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte demgemäß. Man hatte es hier mit einem gänzlich unerfahrenen Menschenkinde zu tun, das leicht an einem solchen Erlebnis an Leib und Seele zerbrechen kann, während der durchtriebene Leichtsinn oft lächelnd über die Abgründe des Lebens hinwegtänzelt. Das Gesetz selbst rechnet scharf ab. Aber es zeigt auch Mittel und Wege zur Hilfe, besonders wenn, wie hier, ein armes Menschenkind schon durch die Begleitumstände so schwer zu tragen hat. * Ganz anders geartet war ein Fall, der das Schöffengericht beschäftigte. Dort behauptete ein Mädchen, das aus dem§ 218 angeklagt war, daß im Volksgarten zu Bochum=Laer von einer ihm gänzlich fremden Person aus Essen eine verbotene Handlung an ihr verübt worden sei, zu der sie sich erst von dem mitangeklagten Liebhaber habe überreden lassen. Die Sache klang über alle Maßen unwahrscheinlich und die Einwände gegen die Glaubwürdigkeit dieser moralisch schon lange nicht mehr ganz einwandfreien Angeklagten waren von solch zwingender Art, daß der junge Bursche, der da angab, von dem Fremden und von den Vorgängen im Park überhaupt nichts zu wissen, sofort Freispruch erzielte, während das Mädchen trotz heftigen Weinens und Klagens eine Freiheitsstrafe erhielt. Die Lebenswege mancher Menschen verlieren sich oft schon in früher Jugend in tiefe Dunkelheit. Jugend ohne Tugend Die Gerichte gehen gegen solche Leute, die Frauen und Mädchen auf offener Straße ungebührlich belästigen und die Scham verletzen, mit scharfen Strafen vor. Ein junger Mann aus Bochum=Linden war durch zwei von zwei Zeuginnen bekundete nächtliche Vorfälle in den bösen Verdacht geraten, einer jener Personen zu sein, die in verächtlicher Weise die Straßen unsicher machen. Dabei hatte er in Abwehr einer Zurechtweisung eine der Zeuginnen sogar ins Gesicht geschlagen. Er behauptete, daß die Dame ihn zuvor mit den Schirm schlug, was diese aber entschieden bestreitet. Der junge Mann verteidigte sich damit, daß er die Glaubwurdigkeit der Zeuginnen in starke Zweifel zog und die Schuld durchaus bestritt. Es mußte ein Lokaltermin abgehalten werden. Der Fall nahm aber für den Angeschuldigten einstweilen ein sehr böses Ende. Er wurde gleich auf der Stelle verhaftet und das Urteil lautete wegen Erregung öffentlichen Aergernisses in zwei Fällen und wegen Mißhandlung auf ein Jahr Gefängnis. Der Angeklagte blieb dabei, daß er die ihm zur Last gelegte Straftat nicht ausgeführt habe. Er werde fälschlich beschuldigt. Das Gericht sah ihn jedoch nach den eidlichen Aussagen der beiden Zeuginnen(Schwestern) für völlig überführt an und rechnete ihm sein Leugnen und sein sonstiges Verhalten vor Gericht und gegen die beiden Zeuginnen als strafverschärfend an. Wohin gehen wir heuts Stadttheater: 20 Uhr: Veronika. Verwaltungsakademie, Wittener Straße: Lichtbildervortrag des D. u. Oe. AV.: Der Kampf um den Nanga Parbat. Apollotheater: ab 15.40 Uhr: Ich lieve alle Frauen. Capitol; ab 15.15 Uhr: Es flüstert die Liebe. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Die törichte Jungfrau. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der mutige Seefahrer. Lichtvurg: ab 15 Uhr: Im weißen Rößl. Lichtsptelhaus: ab 15.15 Uhr: Liebesträume. Odeon: ab 15.30 Uhr: Stradlvart. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Stradivart. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Der Dschungel ruft. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Liebesleute. Bibellesen durchaus nicht verboten WenereBrichrung der„Beagen Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Wieder einmal standen sieben Bibelforscher vor der Großen Strafkammer unter der Anklage, daß sie entgegen dem ausdrücklichen Verbot doch wieder Zusammenkünfte in dem Hause eines der Angeklagten veranstaltet hätten. Eine solche Zusammenkunft wurde durch die Polizei aufgehoben. Es soll nur eine rein zufällige religiöse Gemeinschaftshandlung zur Tröstung einer erkrankten Frau gewesen sein. Wie der Richter die sieben als durchaus harmlos anzusprechenden Leute belehrte, ist ihnen das Bibellesen durchaus nicht verboten, wie sie es fälschlich auslegen. Es sei ihnen auch nicht verboten, daß sie sich über die Bibelstellen besondere eigene Gedanken machen. Aber es sei der aufgelösten Vereinigung Ernster Bibelforscher oder der„Zeugen Jehovas“, wie sie sich jetzt nennen, jede irgendwie vereinsartig aussehende Werbetätigkeit für ihre Ideen untersagt. Das müßten sie doch und es als erwiesen ansehen, daß sie mit dem inländischen oder ausländischen Kommunismus gar nichts zu tun haben oder zu tun haben wollen oder früher zu tun hatten. Das Gericht nähme durchaus nicht an, daß sie Staatsfeinde seien, oder aus Gegnerschaft zum Staat ihre privaten Zirkel tarnen und aufrecht erhalten. Sie mögen allesamt gute Staatsbürger und unbescholtene Menschen sein, die zum Teil auch im Kriege ihren Mann standen. Selbst ihre Bibelforschung möge ihnen ernst gemeint sein. Aber auch dann müßten sie sich an die vom Staat gegebenen Gesetze und Verordnungen halten. Sie könnten nicht für sich das Recht herleiten, selbst zu entscheiden, welches Gesetz von ihnen übertreten oder umgangen werden könne oder welches Gesetz sie halten ch lwollen. Sie dürften nicht weiter dem gegebenen Verlnun endlich wissen. Das Gericht wolle ihnen glauben bot hartnäckig ein Schnippchen schlagen wollen. WürLinie 25 von mittags bis abends durchgehend. Ab Montag, 10. Februar, wird die Linie 25(Bochum— Rosenstraße— Wiemelhausen Ausweiche— Markstraße) von mittags bis abends durchgehend betrieben. Die Wagen verkehren ab Bochum Rosenstraße 11.34, 11.49, 12.04, 12,19 Uhr usw. alle 15 Minuten bis 20.04 Uhr; ab Wiemelhausen Markstraße 12.01, 12.16, 12.31, 12.46 Uhr usw. alle 15 Minuten bis 20.31 Uhr. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) (Nach Bekanntmachungen der Partei) Dienstag, 11. Februar: RS.=Frauenschaft Grumme. 16 Uhr: Handarbeitsnachmittag im Heim. Amt für Beamte. 19.30 Uhr: Versammlung im Evangelischen Vereinshaus. Es spricht Parteigenosse Ernst Schley über Deutschtum in Südamerika".(Mit Lichtbildern.) NS.=Frauenschaft Erbhof, Hofstede=Riemke. 20 Uhr: Zusammenkunft im SA.=Heim(Vödestraße) NS.=Frauenschaft Weitmar=Bärendorf. 20 Uhr: Heimabend bei Backwinkel. Liederbücher mitbringen. NS.=Frauenschaft Griesenbruch. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Lotz. NS.=Frauenschaft Weitmar=Mitte. 20 Uhr: Zusammenkunft der jungen NS.=Frauenschaft in ihrem Heim(Baracke Lutherschule). NS.=Frauenschaft Felsenburg. 19 Uhr: Pflichtabend bei Schulze, Ferdinandstraße.„ g6 9962: Leimahend. NS.=Frauenschaft Hiltrop=Bergen. 20 Uhr: Heimaveno, verbunden mit Ueben der Singschar bei Punge. NS.=Frauenschaft Altstadt. 20 Uhr: Singabend im Evangelischen Vereinshaus. NS.=Frauenschaft Hunscheidtsfeld. 20 Uhr: Treifen am Ehrenmal Königsallee zur Gymnastikvorführung. Es wird an geeignete Fußbekleidung erinnert. RSG.„Kraft durch Freude“ „Egmont“ am 15. Februar im Stadttheater! Das Kreisamt„Kraft durch Freude" teilt mit, daß am kommenden Samstag, 15. Februar, geschlossen für die RSG.„Kraft durch Freude“„Egmont“, Trauerspiel in. fünf Aufzügen von Johann Wolfgang v. Goethe um 20 Uhr im Stadttheater aufgeführt wird. Karten in der KdF.=Verkaufsstelle, Kortumstraße 114. Sportamt der RSG.„Kraft durch Freude“ Tagesplan für Dienstag, den 11. Februar: Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 15.30 bis 17.30 Uhr Gymnastikschule in der Hauptpost, 18 bis 20 Uhr Turnhalle der Studienanstalt, Waldring, 20 bis 21.30 Uhr Gymnastikschule, Rottstraße 29. Spezialgymnastikkursus für Frauen 19.30 bis 20.30 Uhr, Gymnastikschule in der Hauptpost.„ 9 Schwimmen für Männer von 21.15 bis 22.30 Uhr, Städtische Badeanstalt, Marlenstraße. Reiten für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr Tattersau.„„„ 9 Ml M M Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 uhl. Turnhalle der Alleeschule, Alleestraße. 90 918 90 15 Ski=Trocken für Frauen und Männer von 20 bis 22 u, in der Turnhalle des Gymnastums, Bismarckstraße(Ein, gang links hinter dem gelben Gebäude). Es wird#ß hingewiesen, daß dieser Kursus neu anfängt und noch für Kursustellnehmer frei sind. Skier werden gestellt. Tuenen und Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 11. Februar 1936 „—. Pilkands eieg Arder-ohmaler 11115 Garmisch=Partenkirchen, 10. Februar. bne nen Bu, vu., ast zoläche guoräinden heiben. 24uue Sumte lometer=Staffelauf wit, Ogm.„ie pifag,; en starier austrugen. as aau zu einem. bise viel Zeist einbüßte, daß der Vorsprung nicht mehr wetgemacht werden konnte. Der Sieg Finnlands wurde nach dem herrlichen Kampf mit großer und unparteiischer des gestrigen Torlaufes die deutsche Mannschaft in ihrem Quartier aufgesucht, um ihr persönlich Kun stei s Ka dion purde, in der Frühe des Montags die Blichtläuse der, imse, fortgesetzt, während auf dem Rießer See das nicht zu den Eisschießen seinen Fortgang nahm. Vonl Start bis Zamrzier Verlauf der 4x10-Kilometer-Skiftaffel stenkirchen 10 Februar. ertönte ein Kanonenschuß, und wie aus der Pistole geentcen, 10, Begtuu,.— schessen, stoben die, Läufer davon. Vorneweg. unser st immer noch vo—. Friedl Däuber, der Finne Nurmela und Oddbiörn olympischen Siege in der Hagen aus Nerwegen. Mit unerhörtem Tempo zogen scht. In dieser Feststim= sie dem Skistadion entgegen. Dort sahen die Zuschauer der Sonntag aus. Die eine schon etwas veränderte Situation. An der Spitze strahlend über dem Wer= lag nun Nurmela vor Hagen, Däuber, dem Tschechen sieder von dichten Wolken= Musil, dem Italiener Menardi und Knap(Jugoslawien). eu Seshoun, vo„G. u Panskand, Schoesest, Nalen. De Ticsfehlsgiche de Hch. Hoffmann eine Silbermedaille. Von links nach rechts: Kombination der Männer: Christl Cranz alt—, die Siegerin in der alpinen der gleichen Konkurrenz der Männer Kampf zwischen dem Schweden Larsson weiten Platz hinter dem führenden Norweger Finnen Karppinen hervor. Schließlich nach einem beispiellosen Energieeinsatz der Beim Punkt 13,5 Kilometer lag Hoffsbakken n) vor Larsson und Karppinen Erst zwei Mirück folgte der Italiener Menardi und vier Mannschaften großartig besetzten Prufung augenfällig wie an den Tagen zuvor. Da der Start der 4X10=Kilometer=Skistaffel auf 9 Uhr angesetzt war konnte es nicht überraschen, daß im Skistadion zunächst noch nicht allzuviele Zuschauer erschienen waren zumal die Kälte sich etwas stärker bemerkbar machte. Allmählich fanden sich aber doch mehrere tausend Interessenten ein deren Zahl sich von Stunde zu Stunde beträchtlich erhöhte., 6 1r uet Jfäglich ga— durs Die Streckenwahl war recht glücklich. Der Kurs setzte sich aus zwei völlig verschiedenartigen Teilen zusammen. Der erste setzte mit einem längeren Flachlauf ein und führte dann zügig mit wenig Anstieg und Abfahrt weiter. Ihn hatten die Läufer Nr. 1 und 3 zu laufen. Anderen Charakter hatte die Strecke für den 2. und 4. Läufer; sie war ausgesprochen alpin, mit starken Anstiegen und langen Abfahrten durchsetzt. Mit Ausnahme des Starts, der 800 Meter vor dem Stadion am Kochelberg lag, befanden sich alle drei Wechsel und das Ziel im Stadion. Bei dem Massenstart hat man es vermieden, die Läufer geschlossen vom Stadion abzulassen, um einen einwandfreien Verlauf zu gewährleisten, denn nach 800 Meter hatte sich naturgemäß das Feld schon etwas auseinandergezogen. Der 1. Läufer jeder Nation hatte also einen zusätzlichen Weg von 800 Meter zurückzulegen. Am Startplatz Kochelberg stellten sich pünktlich um 9 Uhr die ersten Läufer der 16 hergs der erste Läufer. Mannschaften in der ausgelosten Reihenfolge auf. Dann gens bester Kombinationsläufer, FIS.=C Preisverteilung an die Sternflug.Sieger Kombination der Frauen, und Franz Pfnür, der Sieger in zust in vielen schwersten SchlaßteHofehakten, Her mik um Ven In Polen vor Frankreich und Jugoslawien,. guaß während Deutschland erst hinter Oesterreich mit Minzttei fast acht Minuten Rückstand hinter Norwegen fast, war alsa aussichtslos an 10. Stelle liegt. wechselten Däuber wechselt mit Willi Bogner. Die Stimmung im 39.33, Lai deutschen Lager ist nicht sonderlich gut, zumal bekannt land) 39F ist, daß der Traunsteiner erkältet ist und sich so nicht in len 42.55, bester Form befinden kann.„ bann fo Schweden erkämpft sich die., Deutschland die 7. Stelle. Bogner, Mit frischer Kraft machten sich nun die neueingesetz= war un ten Leute auf die zweite Strecke. In ihr stach vor sicht passieren. Mit 15 Meter prung erscheint der Finne am Eingang zun dion. Der vouig erschöpfte Norweger kann den Abstand nicht mehr verringern, dank der großartigen Leistung von Jalkanen ist Finnland der Sieg zugefauen.„To, sender Jubel lohnt die hervorragende Leistung, in 39,14 Minuten hat Jalkanen auf der alpinen Strecke die absolut beste Zeit herausgeholt.., aman ein 7252#. Unser Schlußmann Zeller lief zwar ein sehr beachtliches Rennen und benötigte nur eine Zehntelsekunde mehr als der Tscheche Simunek. Deutschland muß sich mit dem sechsten Platz begnügen, die acht Minuten Verlust auf der ersten Strecke sind uns zum Verhängnis geworden, sonst wären wir erster Anwärter auf den vierten Platz gewesen. Aber auch so verdienen die Leistungen von Bogner, Leupold und Zeller größte gräßter Anstrengungen nicht passieren. Mit 15 M Porsvige vtg erschöpte ane am nicht mehr verringern von Jalkanen ist ite so das Ende nur noch zwischen den n aus dem Norden Europas liegen. nun Sverre Brodahl ein, dem seine einen Vorsprung von über einer MiDer Norweger setzte alles daran, um und verlor tatsächlich nur wenige Seder Finne Lähdi, der auf der Strecke en 2. Platz zurückerkämpfte, und der ad wie toll hinter ihm herhetzen. Sie aber sie schaffen es nicht. Nach einem impf über die 10 Kilometer wechselt vor Lähdi 39,49(beste Zeit) und HäggMinute vor den zwei Verfolgern ab. Dann verschwinblad 40.34, Fast ein geht der Norweger det die blaue Jacke kanen und eine M Mat bo auf seiner Die deutschen He Strecke unser Leuti Der Schlesier en überholte den Polen und brachte Deutschland auf den 6. Platz hinter den drei skandinavischen Nationen, Italien und Nach Rornegen, Finnland und Schweden stelzen ieh die falgenden Nationen wie folgt zum letzten ein:, Itgzien 11.50, Tschrapzslggarei, 3627,„Deutschh 41.37, Polen 44,35, Frankreich 44.23, USA. Oesterreich 45,13, Jugoslawien 44.51, Japan 45,57 Lettland 48.25. Rumänien 48,35. Bulgarien 53 59 und zum guten Schluß die Türkei, die dann ausgab. Unerhört ist die Spannung. die über dem jetzt dicht gefüllten Skistadion lastet. Alle die Zehntausende fiebern den Nachrichten von der Strecke entgegen. Totenstille herrscht, als sich die Kontrolle meldet, denn nach 35.3 Kilemeter hal Iversen nur noch einen Vorsprung Seite 6 Nr. 35 7 Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 11. Februar 1936 im Vergleich zu dem gigantischen Ringen der beiden Schlußleute von Norwegen und Finnland. Hagen hatte nach 41,32 Minuten als erster übergeben, gefolgt von Nurmela(Finnland), der 1,02 Minuten zurücklag. Auch Hoffsbakken als zweiter Mann der norwegischen Staffel war wiederum Schnellster des Sechzehnerfeldes. Der Schwede Larsson war nur sechs Sekunden langsamer und brachte bei einer Gesamtzeit von 1,22,28 Stunden Schweden hinter Norwegen(.21 05) auf den zweiten Platz vor den Finnen mit 1,22.80 Stunden. Fast anderthalb Minuten lag Norwegen vor den Kinnen in Front. Dann aber hatten die Finnen in Lähdi den schnellsten Mann unter den Dritten; an seine 89 49 Minuten kam aber der Norweger Brodahl bis auf drei Sekunden beran, während Häggblad(4034) auf den dritten zurückgefallen war Immerhin hatte der Norweger Iversen als Schlußmann bei Gesamtzeiten von.00,57 Stunden gegenüber 2,02,19 Stunden noch einen Vorsprung von 1,22 Minuten vor Finnlands Schlußzmann Jalkanen. Nach 3,5 Kilometer hatte Jalkanen bereits 22 Sekunden aufgeholt. Nach 5 Kilemeter kam der Finne bei einem scharfen Ausstieg sogar bis auf 10 Sekunden an den Narweger heran, der aber bei der folgenden Abfahrt seinen Vorsprung wieder etwas vergrößern konnte. Bei einem weiteren Aufstieg konnte dann Jalkanen nach 85 Kilometer erstmals an dem Normeger vorbeiziehen. der aber bei der Abfahrt erneut die Spitze an sich bringen konnte. Ein Zwischenspurt brachte den Finnen wiederum an Iversen heran, der einen Kilometer vor dem Ziel Jalkanen nochmals, und zwar endgültig vorbeilassen mußte Mit 15 Meter Vorsprung konnte Jalkanen nach mörderischem Endkampf das Ziel als Sieger passieren. Die Ergebniffe: 1. Finnland(Nurmela, Kappinnen, Lähdi, Jalkanen) 2,41,32 Stunden; 2. Norwegen(Hagen, Hoffsbakken, Bredahl, Iversen) 2,41,39 Stunden; 3. Schweden(Berger, Larsson, Häggblad, Matsbo) .43,03 Stunden; 4. Italien(Gerardi. Menardi, Demets, Kasebacher) .50,05 Stunden: 5. Tschechoslomakai(Mihalek, Musil, Berauer, Simunek) 2,51,56 Stunden; 6. Deutschland(Däuber, Bogner, Leupold, Zeller) 2,54,54 Stunden; 7. Polen 2,58,50 Stunden; 8. Oesterreich 3,02,48 Stunden; 9. Frankreich 3,03,33 Stunden: 10. Jugoslawien 3,04,38 Stunden; 11. USA..06 26 Stunden; 12. Japan 3,10,59 Stunden; 13. Lettland 3,26.08 Stunden; 14. Rumänien.27,50 Stunden; 15. Bulgarien 3,29,29 Stunden; 16. Türkei aufgegeben. Däuber hatte fallch gewachlt Warum unser erster Staffelmann versagen mußte Im deutschen Lager hatte man bei dem wolkenverhangenen Himmel mit Recht auf Neuschnee gerechnet und dementsprechend hatte auch Veli Saarinen, der finnische Olympiasieger, der die deutschen Lang= und Dauerläufer betreut, die Bretter präpariert. Zu unserem Pech behielten aber die Wolken die sehnsüchtig erwarteten Flocken, und so kam es, daß Däuber als Startmann an Stelle pulverigen Neuschnees firnigen Altschnee vorfand, zumal die Spur sehr rasch ausgefahren war. Däuber fiel vor allem beim Aufstieg immer wieder zurück, lag zeitweise an zwölfter Stelle und kämpfte sich mit übermenschlichen Anstrengungen schließlich doch noch auf den zehnten Platz vor. Seine Laufflächen waren zeitweilig mit Eisklumpen behaftet, so daß es einer unerhörten Leistung bedurfte, überhaupt noch so weit vorn zu enden. Däuber kann natürlich keine Schuld treffen, das Wetter hat den guten Absichten des großen Finnen einen Streich gespielt. Natürlich wachsen unsere drei übrigen Staffelläufer sofort um, als der Neuschnee sich immer noch nicht einstellte, und retteten so wenigstens noch den sechsten Platz. Eishockey: Beginn der Zwischenrunde 14.30 Uhr: Oesterreich— Schweden Amerika— Tschechoslowakei 20.00 Uhr: Deutschland— Ungarn Bobrennen: Ab 8 Uhr vormittags: Erster und zweiter Lauf für Viererbobs (Das Bobrennen besteht aus vier Läufen, die zusammengezählte Zeit ergibt das Endresultat.) Eiskunltlaufen: 13.30—19.30 Uhr: Pflichtübungen für Frauen Schnellaufen: Ab 11 Uhr: Schnellausen über 500 Meter Wer Itartet im Viererbob? An den heute beginnenden Kämpfen um den Olumdiasieg im Viererbobrennen werden sich folgende Nationen beteiligen: Belgien, Deutschland, Frankreich, Oesterreich, Rumänien, Schweiz, Tschechoslowakei, Italien und Amerika mit je zwei Bobs, England mit einem Bob. Dedlichland HmnKanddd.. Die Zufammenfetzung der Zwischenrunde im Eishockeyturnier Montag vormittag hat die Internationale EishockeyLiga die Zusammenstellung der beiden Gruppen für die Zwischenrunde vorgenommen, die folgende Besetzung aufweisen: Gruppe I Kanada Deutschland Ungarn England Gruppe II Oesterreich USA. Schweden Tschechoslowakei In der Zwischenrunde spielt wiederum jede Mannschaft gegen jede. Die beiden Erstplacierten aus jeder Gruppe gelangen in die Endrunde, die nach dem gleichen System ausgetragen wird, nur daß jede Mannschaft hier nur noch zwei Spiele auszutragen hat, da ihr Treffen mit dem aus der gleichen Gruppe in die Endrunde gelangenden Gegner auch schon als Schlußrundenkampf gewertet wird. Hat Deutschland auch das Pech, mit dem Favoriten Kanada in der gleichen Gruppe zu stehen, so kann dieser Umstand doch auch von Vorteil sein, sofern wir nämlich in die Schlußrunde gelangen können. Dann haben wir nämlich den ohne Zweifel schwersten Kampf gegen die Kanadier bereits hinter uns. Allerdings wird der Weg nicht leicht sein. England wird vor allem noch für den zweiten Platz in Frage kommen, doch hat sich auch Ungarn als sehr stark erwiesen. Jedenfalls scheint die Aufgabe bei aller Schwere nicht unlösbar zu seinz Gruppe II scheint das Stärkeverhältnis vollkommen ausgeglichen zu sein, so daß hier mit ungemein harten Kämpfen gerechnet werden muß. Karl Schäfer führt Die Eiskunstläufer im Pflichtlauf. Im Olympia=Kunsteisstadion war am Montag nachmittag wieder Hochbetrieb. Emsig waren die Eiskunstläufer dabei, ihre Pflichtfiguren auf die spiegelblanke Fläche zu zeichnen. Der Pflichtlauf ist nun recht gut gefördert, da am frühen Nachmittag schon sechs Pflichtfiguren erledigt waren, hat man die Hoffnung, daß die restlichen Figuren vielleicht doch noch am Montag gelaufen werden können. Am Montag nachmittag um 5 Uhr lag der Oesterreicher Karl Schäfer unangefochten an der Spitze. Hinter ihm hat sich eine Gruppe von gleichwertigen Leuten gebildet, in der der Kanadier Wilson, der Engländer Sharp, unser Meister Ernst Baier, der Engländer Zack Dunn und das neue österreichische Talent Kasvar liegen. Diese fünf Leute trennt dann wieder ein sichtbarer Abstand von einer zweiten Gruppe, die die zwei Ungarn Pataky und Tertak, den Javaner Hasegawa. den Finnen Nikkanen. den Engländer Yates, Linhart(Oesterreich) und den Amerikaner Lee umfaßt. Baicr an vierter Stelle. Die Pflichtläufe im Eiskunstlaufen der Männer konnten nun doch noch bis Montag abend unter Dach und Fach gebracht werden. Die Errechnung ergab folgenden Stand: 1. Karl Schäfer(Oesterreich) 250,9 Punkte, Der Spielplan der Zwischenrunde Die Spiele der Zwischenrunde des Olympia=Eishockey=Turniers wurden am Montag abend wie folgt festgesetzt: Dienstag, 11. Februar: 14.30 Uhr: Oesterreich gegen Schweden, anschließend USA. gegen die Tschechoslowakei(beide auf dem Rießer See); 20 Uhr: Deutschland gegen Ungarn(Eisstadion) Mittwoch, 12. Februar: 14.30 Uhr: Kanada gegen Ungarn, anschließend Tschechoslowakei gegen Schweden; 20 Uhr: Deutschland gegen England, anschließend USA. gegen Oesterreich(alle Eisstadion). Donnerstag, 13. Februar: Ungarn gegen Enaland. USA. gegen Schweden. Tschechoslowakei gegen Oesterreich, Kanada gegen Deutschland. Ort und Zeiten der Spiele vom Donnerstag werden noch bekanntgegeben. Reiterer liegt im Eisschießen Die nicht zum olymvischen Programm zählenden Wettkämpfe im Eisschießen wurden am Montag mit einem internationalen Wettkampf fortgesetzt. Es siegte der Oesterreicher Reiterer, der 15 Ringe erzielte, während Brunner(Deutschland) mit neun Ringen den zweiten Platz belegte. 2. Wilson(Kanada) 237,9 Punkte, 3. Sharp(England) 237,7 Punkte, 4. Baier(Deutschland) 237,0 Punkte, 5. Kaspar(Oesterreich) 234,1 Punkte, 6. Nikkanen(Finnland) 228,3 Punkte. Willi Bogner haf Startnummer I Die Auslosung zum 18=Kilometer=Langlauf Sonntag abend wurde die Auslosung der Startfolge zum 18=Kilometer=Langlauf, der am Mittwoch ausgetragen wird, vorgenommen. Dabei schnitt Deutschland insofern recht ungünstig ab, als unser bester Mann, der Meister Wiili Bogner, mit der Startnummer 1„beglückt“ wurde. Bogner wird also ohne Vordermann sein und muß seinen Hinterleuten den Weg bahnen. Die übrigen deutschen Läufer erhielten folgende Startnummern: 24. Gumpold; 45. Motz; 64. v. Kaufmann: 82. Däuber; 95. Eisgruber; 105. Wagner; 111. Zeller. Einzel= und Kombinationsläufer starten gemeinsam und sind auch bei der Auslosung nicht getrennt worden, Insgesamt starten 114 Läufer. Lenz faniden Sturif. Deutschlands Fußball-Eif gegen Spanien Der Deutsche Fußball=Bund hat für den FußballLänderkampf gegen Spanien am 23. Februar in Barcelona folgende Mannschaft aufgestellt: Jakob(Regensburg); Haringer(München), Münzenberg(Aachen): Janes(Düsseldorf), Goldbrunner (München), Gramlich(Frankfurt): Lehner(Augsburg), Hohmann(Benrath), Lenz(Dortmund), Szepan(Schalke 04), Fath(Worms). Eis ist mit einer Ausnahme die gleiche deutsche Mannschaft, die den schweren Kampf gegen Rngland in London bestritt. Lediglich in der Angriffsreihe ist der Innensturm durch die Hereinnahme des Dortmunders Lenz umbesetzt worden. Die Aufstellung der deutschen Elf für den am 27. Februar in Lissabon folgenden ersten Länderkampf gegen Portugal wird erst an Ort und Stelle vorgenommen. Aus diesem Grunde machen noch fünf Spieler die Reise mit, und zwar: Tor: Buchloh(VfB. Speldorf), der Verteidiger Tiefel(Eintracht Frankfurt), der Läufer Kitzinger(FC. Schweinfurt 05), die Stürmer Siemetsreiter(Bayern München) und Siffling(Mannheim=Waldhof). Die Wahl des Schiedsrichters des deutsch=spanischen Länderkampfes ist auf den bekannten belgischen Schiedsrichter John Langenus gefallen. Wer letzt sich durch? Zweite Vorrunde um die Boxmeisterschaften des Industriebezirks Im Saale Borgmann in Herne=Sodingen stieg am Sonntag abend die zweite Vorrunde um die Boxmeisterschaften des Industriebezirks. Auch hier waren einige Umbesetzungen erforderlich. Höflich I(Bochum=Werne), Kubiak(Herne) und Nawrocki(Bochum=Laer) fehlten am Start. Die Kämpfe: Federgewicht: Schwager(DSB. 20 Dortmund) siegte über Kowalinka(Castrop=Rauxel) nach Punkten. S E. AIR Varein Kleine Stimmungsbilder aus Garmisch) Partenkirchen Auch Olympiasieger sind nervös! Daß Olympiasiege sehr, sehr schwer zu erringen sind, das weiß jeder, der Berührung mit dem Sport hat. Weniger bekannt ist allerdings, wie hart die seelischen Anforderungen sind, die an die Größen des Sports gestellt werden. Es ist gewiß keine Kleinigkeit, sich immer wieder schweren und allerschwersten Kämpfen zu stellen und seine Weltmeisterschaft gegen den Ansturm der andern zu verteidigen. Denn gerade Weltmeister haben es schwer, ruhige Nerven zu behalten, unterliegen sie vor ihren Kämpfen doch oftmals wieder dem Lampenfieber wie ein blutjunger Anfänger des Sports, der in seinen ersten großen Kampf geht. Keine Geringere als die Weltmeisterin im Eiskunstlaufen, Sonja Henie, hat in Garmisch=Partenkirchen eingestanden, daß sie auch in Berlin vor den Europameisterschaften sehr nervös gewesen sei. Es sind nicht allein die Vorbereitungen, das Training, die Kämpfe selbst, sondern besonders auch die vielen und oftmals ausgedehnten Reisen, die eine Unsumme von Nerven kosten! Sonja Henie gestand auch, daß die Verteidigung der Weltmeisterschaft, die sie nun seit vielen Jahren innehat, niemals eine Selbstverständlichkeit für sie gewesen sei! Diese Geständnisse können eigentlich niemand überraschen, der weiß, vor welche Strapazen ein Weltmeister gestellt ist. Auch die seelische Belastung mit Verantwortung soll man niemals unterschätzen. Wie immer aber, so hat auch im Sport der Ruhm seine Kehrseite, nach der im allgemeinen in der Oeffentlichkeit nicht viel gefragt wird. Aber sie ist da, diese Kehrseite und heißt mit einem Wort eben... Nerven, die auch Olympiakämpfer, und vielleicht noch in besonderem Maße, haben! Japanischer Rekord im Knödelessen Der Berichterstatter ertrinkt in Garmisch=Partenkirchen in den Eindrücken. Alle Welt interessiert sich natürlich für die Japaner. Wo die zu sehen sind, heften sich Scharen an ihre Schuhe. Nicht nur Autogrammjäger, sondern Zünftige, die gerne mal die Leute aus dem Lande der aufgehenden Sonne beobachten wollen. Kein Wunder, daß sich die Japaner am glücklichsten in ihrer Pension fühlen. Sie sind sehr froh über ihr Heim. Erstens sind sie hier unbeobachtet, und dann wohnen sie dicht am Skistadion. Im Empfangsraum haben sie unter ihrer Flagge ein Bild des Führers aufgestellt. Eine kleine Schultafel enthält in japanischer Schrift den Tagesplan, die Temperatur und den Luftdruck. Sie leben genau so wie zu Hause, verschmähen aber keineswegs die kulinarischen Genüsse Bayerns Neulich gab es ein tüchtiges Knödel=Wettessen bei ihnen. Eine große Schüssel mit echt bayrischen Knödeln ließen sie sich anrichten, und ein jeder von ihnen ging mit großem Appetit ans Essen. Mit einem Eßstabchen, ihrem landesüblichen Besteck, ging es nicht, so daß schließlich jeder eine handfeste Gabel nehmen mußte. Nun schafften sie es! Ihr Appetit vorher war allerdings größer als das Quantum, das sie verzehrten. Ein Knödel war schon viel. Einer von ihnen schaffte sogar einen und einen halben. Das war Japans erster Rekord. Da sind doch die Amerikaner ganz andere Kerle. Wo die auftauchen, gibt es einen Mordsspaß. So zum Beispiel in einer Hendl-Braterei Da erschien die ganze Bobmannschaft mit ihren Offiziellen, die tief in den Beutel greifen mußten, weil sie gegen die Bobfahrer eine Wette verloren hatten. Diese wetteten auf Schnee, die Offiziellen— skeptisch, wie solche Persönlichkeiten einmal sind— dagegen. Die Bobfahrer gewannen und ließen sich die Backhendl und dazu ein paar Maß echt bayrisches Bier tüchtig schmecken. So herrscht überall Frohsinn und Kurzweil. Der kleine Eßlinger sorcht sich nit Im Pressezimmer, wo die Schreibmaschinen klappern, 200 Journalisten in vielen Sprachen leise und laut rufen, lärmen, Zigarettenqualm in diecken Schwaden durch die hölzernen Deckenträger zieht, taucht ein Junge auf. Im Trainingsanzug, einen Rucksack auf dem Buckel. Ein Stirnband über dem braunen, dicken Haar. Er kommt aus Eßlingen, sucht sich ein Nachtquartier. Dreizehn Jahre ist er alt und dreizehn Mark hat er für zehn Tage in der Tasche. Er will sich Olympiade ansehen, sagt er. Sein Vater habe ihm die Fahrt geschenkt und die dreizehn Mark habe er sich gespart. Die Jugendherberge ist überfüllt. Da ist er auf den Gedanken gekommen, im Schlafwagen auf dem Bahnhof zu übernachten. Er hatte sich gedacht, daß man ihm dafür vielleicht 20 Pfennig abnehmen würde. Nun verlangte man für ein Bett 6,50 Mark. Wie er das berichtet, werden die fröhlichen braunen Augen Bantamgewicht: Nach gleichwertigem Kampf versag Gaenserig(Polizei Bochum) überraschend gegen Röttger (Herne 22) nach Punkten. Halbschwergewicht: Richter (Herne 22) wurde knapper Punktsieger über (VfL. Dortmund). Mittelgewicht: Höflich 1I(Bochum. Werne) brachte Uebergewicht für die Weltergewichte, klasse und startete im Mittelgewicht, wo er Stratmann(Herne) nach Punkten verlor. Bantam, gewicht: Ordziniak(Herne=Sodingen) punktete Kien, kopf(Wanne=Eickel) glatt aus. Weltergewicht: Kister (DBS. 20 Dortmund) verlor gegen Kalinowski(HerneSodingen) infolge Abbruchs wegen Augenverletzung nach der zweiten Runde Fliegengewicht: In schönem Kampfstil fertigte Manczyk(BSK. 19 Bochum) seinen Gegner Brandt(Witten) nach Punkten ab. gewicht: Korte(Polizei Bochum) war seinem Gegner streckenweise überlegen, schlug aber anscheinend zuviel Innenhand, so daß der Punktsieg an Burgert(Herne, Sodingen) fiel. Im Schluß=Einlagekampf im Leichtgewicht siegte Jakubowski(Bochum) hoch nach Punkten über Chmilewski(Herne=Sodingen). Die Paarungen der Zwischenrunde des Industriebezirke. Nachdem am Freitag und Sonntag in Hagen und Herne=Sodingen die ersten Siebungen für die Bormeisterschaften im Industriebezirk vorgenommen wurden. steigt am kommenden Samstag in Wattenscheid die Zwischenrunde, für die folgende Paarungen vorgesehen sind: Fliegengewicht: Sandhoff(VfL. Dortmund)— Ackermann(DSC. Hagen): Bantamgewicht: Schmitz(Dortmund=Barop)— Ordeiniak(Herne=Sodingen); Federgewicht: Czymanski(Witten)— Disselbeck(Polizei Bochum;, Schwaaer(VfL. Dortmund)— Buraarth(HerneSodingen): Weltergewicht: Kalinowski(Herne=Sodin= gen)— Kubiak(Herne 22), Kaisler(Polizei Bochum) — Cremer(Hagen 10); Mittelgewicht: Jungkunst(Wattenscheid)— Strathmann(Hern=Sodingen); Halbschwergewicht: Ibel(Dortmund=Körne)— Jeaus(DBS. 20 Dortmund). Piotrowski II(Bochum=Linden) bestreitet einen Einlagekamnf gegen Korte(Polizei Bochum) und macht am selben Abend noch einen Ausscheidungskampf gegen einen Sieger aus den beiden Federgewichtspaarungen. Boxen in Lacr BSC. Laer— Auswahlmannschaft. Für die nicht angetretene Gevelsberger Mannschaft hatte der BSC. Laer am Samstag eine Auswahlmannschaft verpflichtet. Die zahlreichen Boxfreunde, die den Langbeinschen Saal bis auf den letzten Platz füllten, werden mit den Leistungen der Auswahlmannschaft zufrieden gewesen sein. Im Jugendweltergewicht kämpfte Grimm(BSC. 19) gegen Klemmke(Laer) unentschieden. Lerke(BSC. 19) konnte über Schmithaus I(.) im Fliegengewicht einen ..=Sieg feiern. Eine interessante Auseinandersetzung aab es im Federgewicht zwischen Völker(Postsport) und Schmidthaus II(.) Der Kampf endete unentschieden. Den Kampf im Weltergewicht zwischen Butterwegge (BSK. 19) und Nawrocki(.) konnte der Laerer knapp nach Punkten für sich entscheiden. Einen etwas überraschenden Ausgang nahm der Kampf im Weltergewicht zwischen Schneider(Postsport) und Becker(.) Der gute Laerer mußte beide Punkte dem technisch besseren Bochumer überlassen. Leichtgewicht: Langohr(Gerthe) gegen Beckmann(.) Sieger Langohr nach Punkten. Der Postsportler Kowalczyk mußte im Mittelgewicht gegen Schneider(Laer) einen technischen.o. einstecken. Fußball-Nachleie TuS. 26 Altenbochum— TG. Bochum=Ehrenfeld :2(:1) Es war ein harter Kampf um den Sieg. Die Ehrenfelder werden zum guten Schluß froh gewesen sein, daß sie die beiden Punkte„im Sack“ hatten. Ehe sich die Gäste an den fremden Platz gewöhnen konnten, warteten die Altenbochumer mit Angriffen auf, die das Schlußdreieck der Ehrenfelder auf eine harte Belastungsprobe stellten. Aber die Gefahr ging dank der Unentschlossenheit der Altenbochumer Stürmer und der blendenden Arbeit der Ehrenfelder Verteidigung, in welcher Wondzinski wieder einen guten Tag hatte, vorüber. Ehrenfelds erster energischer Angriff führte zum einzigen Treffer der ersten Halfte. Entschlossen setzte Ehrenfelds Halblinker einer Steilvorlage nach, erreichte den Ball vor dem herausstürzenden Torhüter Sonderburg und schoß ein. Ehrenfeld hat bis zur Pause weitaus mehr vom Spiel und zwingt die Platzleute zur Defensive. Nach dem Wechsel ist einstweilen wieder Altenbochum da. Verzweifelt kämpfen die Jungen von ganz feucht, ein Tränchen rollt und er macht ein Geu, als sähe er seine dreizehn Mark in einem Tage davonrollen. Eine der mütterlichen Frauen aus den Büros nimmt sich seiner an, läuft mit ihm zu allen möglichen Stellen, bringt ihn schließlich zum Direktor des Verkehrsbüros. Dem gefällt der Junge so, daß er ihm umsonst einen Platz im Schlafwagen für die Nacht gibt. Strahlend zieht der Kleine ab. Alle Vorführungen will er in den nächstat Tagen besuchen. Ohne Geld. Niemand in Garmisch=Partenkirchen wird das gelingen außer ihm, dem tapferen, zuversichtlichen freundlichen Knäblein. Er forcht sich nit! Der verkannte Franzose In Garmisch gibt es nur Begeisterte. Einer der Begeistersten ist der Präsident des amerikanischen Olympischen Komitees, Kirby, der als Gast Dr. Leys der Eröffnung der in elf Tagen errichteten Olympia=KdF.= Halle beiwohnte. Kirby ist drüben auch Präsident der Bewegung für Freizeitgestaltung. Er war deswegen auch innerlich der dankbarste Gast dieses Abends. Da saß der grauhaarige Newyorker inmitten der Bayern, die aus München und Umgebung zum Eröffnungstag gekommen waren. Rechts und links von ihm wurde gut bayrisch Bier in Literkrügen serviert. Weißwürstl= duft durchzog die Luft, und eine 40 Mann starke Kapelle riß mit Schmiß und Taktfestigkeit Märsche ihren Instrumenten. Gelacht wurde auf dem Podium und im Saal, gescherzt wurde von den Kellnerinnen in ihren Bayernhütchen und von den als Ehrengäste geladenen Arbeitern die die Halle errichteten. Es war richtige, echte Volksstimmung, und Präsident Kirby genoß sie in vollen Zügen. „Das ist das bes einem Lande finden kann“, sagte er in einer kle Atempause,„die beste Sache die jemals dagewesen ist. Jetzt sind die Olympischen Spiele doch nicht mehr nur eine Angelegenheit der Reichen, jetzt gehören sie reich und arm, hoch und niedrig gleichmäßig. Ich bin nicht nur erfreut, daß ich diese Sache kennenlernen durfte, ich bin begeistert und inspiriert, es ist das Schönste, was ich gefunden habe.“ Zum Thema Sprachschwierigkeiten noch eine net#e, garantiert wahre Geschichte. Kommt da ein wasch' echter Berliner Monteur aus dem Büro der Tagesprogramme in einen Garmischer Obstladen und fordert ein paar„Aeppel“. Die Tochter des Besitzers, allein im Laden, stürzt auf die Worte des Käufers hinaus und holte ihre Mutter. Und diese will unsern Berliner Monteur auf... französtsch ansprechen. Der Berliner läßt sich ja im allgemeinen nicht verblüf; aber in dem Fall ging ihm doch die Puste aus. 2# Aeppel hat er dann aber doch gekriegt. Zügen. beste Ding, das man je in irgenden kann, sagte er in einer kleineren „Insel" um den griffe verpuffen in der Kampf, bis endlie selds Halbrechter mir elds Sieg war heißt SC. Altenbochum Reise nach 901 ie Reise nach a schlecht bekommen. 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Ehreneihs dieg war heißumstritten, aber verdient. eus eiec #C. Altenbochum— Wattenscheid 19:1(:0) Die Reise nach Altenbochum ist den Wattenscheidern bekommen. Sie trafen die Platzleute in einer Verfassung an, die als vorzüglich zu bezeichnen ist. Die betiaguue*““ wollten anscheinend beweisen, daß sie VI.= Riederlage gegen Ehrenfeld nicht hat aus dem Konzept bringen können. Es gab keinen schwachen Punkt der Rannschaft, jeder tat mit Eifer„Jezye, Pflicht, Anisauben Frefer erzsielt. Nach dem Wechsel versuchte Wattenscheid das drohende Unheil abzuwenden, bald den Gegentreffer, der aber der einbleiben sollte, denn die Platzleute legten sich wieder gergisch ins Zeug, und die drei Schützen aus dem ersten Abschnitt erzielten in der umgekehrten Reihenfolge drei Treffer. Altenbochums Sieg war auch in dieser Höhe voll verdient. Stiepel 04— Westfalia Weitmar 09:1(:1) Der Traum der Stiepeler als Tabellenführer war zur ein kurzer; im Lokaltreffen gegen Weitmar gab es eine knappe Niederlage und damit den Verlust der Spitze. Der Kampf der beiden Mannschaften war recht wechselvoll. Der einzige Treffer des Spieles fiel bereits in den ersten Minuten. Von beiden Seiten wurden alle Anstrengungen gemacht, dabei blieb der Kampf aber immer in einem sportlichen Rahmen. Vergeblich bemühte sich die Stiepeler Lauferreihe, durch gutes Aufbauspiel den geringen Vorsprung des Gastes aufzuholen. An der sicheren Hintermannschaft der Weitmarer scheiterten alle Angriffe. Polizei=SV. Bochum— ST. Harpen:0(:0) Die Platzleute erzielten einen klaren und verdienten Sieg. Die Umstellung innerhalb der Mannschaft bewährte sich ausgezeichnet.„Die Mannschaft hat in dem neuen Mittelläufer einen sicheren Halt, denn der Sturm kann sich mehr Geltung verschaften. Die Platzleute leiteten sehr schöne Angriffe ein, doch die Hintermannschaft des Gastes setzte sich energisch zur Wehr. Nur einmal vermochte der Linksaußen Jeroch eine Lücke in der gegnerischen Deckung zu finden und mit einem Tor seinem Verein die Führung zu bringen. Die Gegenangrife der Gäste scheiterten an dem zuverlässigen Spiel der Hintermannschaft des Gastgebers. Auch nach der Pause hatten die Platzleute mehr vom Spiel. Sie vermochten diese Ueberlegenheit noch durch ein weiteres Tor durch den Mittelstürmer zum Ausdruck zu bringen. BfB. Gerthe— Teutonia Riemke:2(:1) Für beide Parteien hatte dieses Meisterschaftsspiel besondere Bedeutung, da beide mit allem Einsatz um die Punkte streiten, die zum Verbleib in der 1. Kreisklasse erforderlich sind. Die Gerther, die in den letzten Spielen schöne Erfolge auf ihr Konto bringen konnten, zogen diesmal den kürzeren. Sie waren dem Gegner zwar gleichwertig, zeitweilig sogar überlegen, aber das Gluck war gegen sie. Schon unmittelbar nach dem Anstoß kam der Platzverein durch den Mittelstürmer Bick zum Führungstor, das das einzige bleiben sollte. Kurz vor der Pause gelang es dem Riemker Mittelstürmer, im Anschluß an eine linke Ecke durch Kopfstoß auszugleichen. Nach dem Seitenwechsel erzielte Gerthe dann ein weiteres Tor durch den Linksaußen, das aber nicht anerkannt wurde. Wieder war es der Riemker Mittelstürmer, der den zweiten Erfolg auf sein Konto brachte. Den Gerthern bot sich noch einmal die Ausgleichsschance in Form eines wegen Unfairneß verhängten Elfmeters, den der Halblinke aber nicht zu verwandeln wußte. Langendreer 07— Union Günnigfeld:2(:0) Auf eigenem Platze sind die 07er von jeher ein schwer zu überwindendes Bollwerk gewesen. Das mußten auch die Günnigfelder am Sonntag anerkennen. In der ersten Hälfte waren die Platzherren durchweg tonangebend und führten vor einer ansehnlichen Zuschauermenge ein gefälliges und stets schnelles Kombinations= spiel vor. Trotz mehrfacher Torchancen gelang ihnen aber erst in der 20. Minute der erste Treffer durch den Halbrechten, dem Mittelstürmer, Linksaußen und Halbrechts noch drei weitere bis zur Pause anreihten. Nach der Pause drehte sich das Spiel etwas. Die Gäste kamen leicht auf und schufen brenzlige Situationen vor dem Tore der Gastgeber. Erst 15 Minuten vor Schluß konnten sie durch Weitschuß des Linksaußen ein Tor aufholen, dem sechs Minuten vor Schluß ein zweites Gegentor folgte. Eine Minute vor dem Abpfiff war dann noch einmal Langendreers Mittelstürmer erfolgreich, womit das Ergebnis feststand. Phönix Bochum— SB. Sodingen:1(:0) 1000 Zuschauer erlebten auf dem Sportplatz an der Riemker Straße ein typisches Meisterschaftsspiel, bei dem der Fußballfreund voll und ganz auf seine Kosten kam. Die Marmelshagener wußten, worum es ging. Sie hatten ihre stärkste Mannschaft zur Stelle, die aber das Pech hatte, auf einen Gegner in Höchstform zu stoßen, der sich zudem nur auf die Verteidigung beschränkte. Die erste Halbzeit war eine einseitige Angelegenheit für Phönix. Aber auch die wohlgezieltesten Schüsse gingen neben die Pfosten oder gegen die Torlatte, die weit mehr abzuwehren hatte als Sodingens Torwart. Einmal rutschte das Leder über die Torlinie Doch kamen die Marmelshagener um den verdienten Erfolg da das Tor von dem sonst gerecht leitenden Unparteiischen nicht anerkannt wurde In der zweiten Halbzeit erzielte Sodingen im Anschluß an eine Ecke durch einen prächtig verwandelten Kop ball seines Mittelstürmers den Führungstreffer. Fünf„Minuten später fiel der Ausgleich durch Kramp, der freistehend aus vier □ Wie der kleine Fritz lich den „Tor-Lauf“ vorltellt * Gesellschaftsspiel Constantin Bochum— Reichsbahn Bochum:1(:1) Nachdem die Platzleute ihre Anwartschaft auf die höhere Klasse geltend gemacht haben, versuchen sie sich in Gesellschaftsspielen und scheinen dabei eine recht gute Figur zu machen. Reichsbahn Bochum mußte sich, obwohl der ersten Kreisklasse angehörend, von leuten knapp schlagen lassen. Die Gäste erzielten#war den ersten Treffer, aber Constantin konnte dor der Pause nicht nur ausgleichen, sondern auch den Sieg: treffer erzielen. Der Kampf war stets fair und haseine Werbewirtung vollauf erfullt. Gerätemannschaftskampf der Turnerjugend Am 16. Fehruar findet im Turnkreis Bochum der vom Gau vorgeschriebene Gerätemannschaftskampf der Turnerjugend statt. Der Kampf kommt an zwei Orten zum Austrag, und zwar in Bochum und Wanne=Eickel. Gemeldet sind bis jetzt 200 Jugendturner, die sich auf 14 Vereine verteilen. Es steht jedoch zu erwarten, daß die Teilnehmerzahl noch größer wird, da noch Nachmeldungen bis zum 9. Februar abgegeben werden können. Weltrekord im Zweisitzerfahren Auf der offenen Bahn in Arcachon unternahmen die Franzosen Dayen und Richard einen Weltrekordversuch im Zweisitzerfahren ohne Führung. Das Vorhaben gelang. Mit einer Stundenleistung von 48,688 Kilometer verbesserten sie den bisherigen Stundenweltrekord ihrer Landsleute Chooque und Bartheleng, die mit 45,044 sogar noch unter der Weltreldrohochstleistung des Italieners Olmo(45,090 Kilometer) liegt. Belgien gegen Hoeland.9.),„ gzuherkamtf Ges In Brüssel fand ein Wasserbau=Landerlampf Der gien gegen Holland statt, der mit:3(:1) zugunsten der Holländer ausfiel. Auszeichnung für Dr. Ritter von Halt Sonntag überreichte der Präsident des bulgarischen olympischen Komitees, Exz. Tschaprachikov, im Namen Seiner Majestät des bulgarischen Königs dem Pra, denten des Organisationskomitees für die 4. Olympische. Winterspiele 1936, Dr. Karl Ritter von Halt, den durgarischen Zivil=Verdienstorden, und dem Generalsekretär Baron Le Fort das Komturkreuz des gleichen Ordens. Der Turn= und Spielverein„Teutonia“ Stiepel hielt in seinem Vereinslokal Haarmann=Thiemann seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Naurath begrüßte dis. Erschienenen. Der erstattete Jahres= und Kassenbericht von einer regen und sparsamen Tätzgieig des Vereins. 32 Neuaufnahmen wurden im Geschunjan. verzeichnet. Hinzu kommt die im Mai gegründete Jugendabteilung, die heute bereits über 40 Mitglieder zählt. Der Vereinsführung wurde daraushin Entlastung erteilt. Einstimmig wurde dann der bisherige Vereinsführer Naurath von der Versammlung wiedergewählt. Er berief dann seine alten Mitarbeiter wieder neu in ihre Aemter. Große Anerkennung fand das dem Verein vom Vereinsführer gestiftete Tischbanner. Jahreshauptversammlung des STV. Kaltehardt. In ihrem Vereinsheim hatten sich die Sportkameraden des STV. Kaltehardt recht zahlreich zur Jahreshauptversammlung eingesunden. Vereinsführer Pamp konnte nach Willkommsgruß eine rege Arbeit des Vereins im vergangenen Jahr nachweisen. Der nun folgende Bericht des Schriftführers Engelage zeugte von tatkräftiger Arbeit im Sinne des deutschen Sportgedankens. Der anschließende Bericht des Kassenwartes war gleichfalls in bester Ordnung, so daß einstimmig Entlastung erteilt wurde. Dem Vorstand wurde bis auf kleine Abänderungen auch für dieses Jahr das Schicksal des Vereins anvertraut. Gesn 19 von Sune Kess IX. Kampf nach Seeräuberart Die Stunden vergehen voll gespannter Erwartung. Da hört man Geschrei und Singen aus dem Walde. Die Spanier sind da, an ihrer Spitze Cartara. Der ist aus anderem Holz geschnitzt als die vorlauten spanischen Soldaten. Er sieht die verrammelten Tore, bleibt einen Gewehrschuß weit vom Fort, läßt halten und schickt einen Parlamentär. „Unser Hauptmann Cartara läßt fragen, ob ihr unsere Leute gesehen habt?!“ „Ja“, sagt Rovera,„wir haben sie gesehen. Sie haben sich schlafen gelegt, unter diesen großen Bäumen dort. Geht hin und grabt ein wenig. Und zum Zeichen, daß er die Unterredung für beendet hält, wirft er das weiße Tuch zu Boden. Die Soldaten laufen zurück und erstatten Cartara Meldung. Man sieht seine Leute aufgeregt hin= und herlaufen, der Wind trägt ihre Stimmen her, und plötzlich ziehen sie sich in den Busch zurück. Indessen wird es finster. Es hat lange nicht geregnet, wie ein heißes Kissen drückt die Nacht auf den Wald. Die Spanier haben Lagerfeuer angezündet, die nach kurzer Zeit verlöschen. Man sieht und hört nichts mehr von ihnen. Auch im Fort Hessen ist es still, man he. Nur die gleichmäßigen Schritte unterbrechen das Schweigen der Nacht. Sao=Sao k den Siedlern fünf Hunde geschenkt, kleine häßliche Tiere mit starkem Gebiß und scharfen Sinnen. Sie laufen unruhig und lautlos im Dunkel umher aufmerksame und unermüdliche Wächter. Oft schlagen sie an in dieser Nacht, irgend etwas geht wohl vor sich. Im ersten Morsengrauen weckt Horngeschmetter die Schläfer. Die Spanier blasen zum Angriff. Cartara will die Sache kurz machen, es liegt ihm, nach Seeräuberart zu kämpfen, in birektem Kampf auf den Fein losgehen, ohne Einleibuns und ohne Möschen, vg, Wahmt das Taas Noch in der Nacht, mnapp vor undruch des Tager dat Cartara seine Truppen so verteilt, daß sie von drei Seiten zugleich angreifen können. In Fort Hessen steht jeder Mann an seinem Platz, das Gewehr im Arm, ein zweites neben sich, die Pistolen im Gürtel. Gespannt sehen die schlachterprobten deutschen Soldaten nach dem Feind, der, noch teilweise verdeckt vom Busch und Laubwerk, vorrückt. Neue Hornsignale. Ein ohrenbetäubendes Geschrei zerreißt die Luft. Die Spanier stürmen. Die Hessen schießen bedächtig, jeder Schuß ist wohlgezielt wie auf der Jagd. Die im Guerillakrieg erfahkenen Spanier benützen jeden Strauch, die kleinste Mulde als Deckung. Ihr Angriff kommt knapp vor den Palisaden zum Stehen. Das Gewehrfeuer dauert an biele Leichen bedecken das Vorfeld. Eine Pause entsteht. Die hessischen Jäger laden, unterstützt von den Frauen, ihre Gewehre und Pistolen. Kaum sind sie damit fertig, hört man Cartaras Stimme donnern: „Vorwärts Freunde, es lebe Spanien!“ Plötzlich steht er an der Spitze seiner Truppen und läuft, gefolgt von seinen Leuten, auf die Palisaden zu. Es ist, als wäre dieser Mann kugelsicher. Er erreicht die Palisaden springt auf die Schulter seiner Soldaten, jagt einen hessischen Jäger, der nach ihm zielt, eine Kugel durch die Brust und ist gerade im Begriff, sein rechtes Bein über die Palisadenwand zu schwingen. Da stürzt Rovera hinzu und schlägt mit der Macheta nach dem Räuber. Ein spanischer Soldat fängt mit seinem Gewehr den Schlag auf, und nur die Spitze der Klinge streift Cartaras Gesicht. Er stürzt zu Boden, die Soldaten ergreifen seinen Leichnam— sie halten ihn für tot— und flüchten. Unter dem Gewehrfeuer der Hessen fallen noch viele, der Angriff ist zurückgeschlagen. Die Kolonisten Man siebt sich um: Sechs Leute sind verwundet, und ein junger Bauer liegt mit durchschossener Stirn am Boden. Rovera und Köhler umarmen einander, die Frauen bringen den Männern Essen: Gedörrtes Fleisch und ein wenig mit Wasser vermischten Branntwein. Man verbindet die Verwundeten und bestattet den Toten Köhler, der einen zweiten Angriff der Spanier mit Recht erwartet, läßt die Palisaden untersuchen. Sie haben fast keinen Schaden genommen. An der Steue, vie für einen feindlichen Angriff am gunstigsten ist, werden hinter den Palisaden die beiden Kanonen aufgefahren und mit gehackten Blei geladen... Stund Der Tag ist heiß, und schon nach wenigeg„# trägt der Wind süßen Geruch zu den Berauer#en herüber. Es sind die spanischen Leichen, die bereits in Verwesung übergehen. Am Himmel zeigen sich kleine Punkte, Geier, die ruhig ihre Kreise ziehen, um endlich auf ihre Beute herabzustoßen. Sie reißen mit ihren krummen Schnäbeln den Toten die Leiber auf und halten ein schauerliches Festmahl. aus dem Boden gewachsen da. Vor ihnen am Boden liegen vier Mestizen. Ihre Körper sind verkrampft wie die Leiber im Kampf gefallener Krieger. Die Spanier springen über die Toten, um mit ihren zrackeln Brand an die Hütten zu legen da werden die Toten in ihrem Rücken lebendig, eilen ihnen nach und töten sie mit ihren Messern. Diese Mestizen sind in allen Listen des KleinSie schneiden Löcher in Decken, tränken sie mit Oel, spießen die Decken auf Stäbe und stecken diese Stäbe über die Palisaden. Die Spanier, schon im Begriff, das Fort zu stürmen, weichen vor den Flammen zurück, die Kleider einiger Soldaten fangen Feuer, undsi laufen schreiend, lebende Fackeln, in den Busch. Hat man erst im Süden angegriffen, so greift man jetzt im Westen an. Rasch wechseln die Spanier ihren Platz— sie haben die schwächste Stelle der Palisadenwand entdeckt und, beinahe schon entmutigt, hoffen sie jetzt auf den Sieg. Unter den rasenden Schlägen ihrer Aexte geben die Palisaden nach und beginnen zu wanken. Plötzlich zaubern die Spanier wie aus dem Nichts Leitern hervor, die sie vorher im Schutze der Dunkelheit in die Nähe der Palisaden gebracht haben. Ihre Leiber tauchen über den Spitzen der Umzäunung auf, und durch eine Bresche, die entstanden ist, springen einige von ihnen mitten unter die Verteidiger. Da ertönt ein Pfiff, die Hessen werfen sich zu Boden, das Geschrei der Spanier geht im Donner der Kanonen unter. Das gehackte Blei fegt sie hinweg. Rasch verstopft man die Bresche, lädt die Kanonen aufs neue und windet sie trotz der pfeifenden Kugeln auf das flache Dach des Lagerhauses. Man feuert sie ab, und die Spanier weichen zurück. Nichts mehr ist von ihnen zu sehen, nur brennende Fackeln, die verstreut am Boden liegen und das Schlachtfeld beleuchten, das mit Toten bedeckt ist. Die Hessen haben drei Mann verloren, und die Zahl ihrer Verwundeten ist bedeutend gestiegen. Köhler läßt Wachen aufstellen, die Verwundeten verbinden und Essen verteilen. Beim Appell fehlt Rovera. Man sucht ihn überall, er ist nirgends zu finden. Man gibt ihn verloren, in der Meinung, er sei tot oder verwundet dem Feind in die Hände gefallen. Doch ehe man sich zur Ruhe begibt, hört man plötzlich„Rovergs Stimme rufen:„Schießt nicht! Schießt nicht: hatte die Gelegenheit benützt, um den Toten Waffen und Pulver abzunehmen. Wald. Der Tag vergeht in gespannter Erwartung. Endlich am Abend taucht Rovera mit den Seinen plötzlich vor den Palisaden auf und zeigt den überraschten Wachen sechs Gewehre. Man hat sie getöteten Spaniern abgenommen. Zwei Tage vergehen, dann wiederholen die Spanier ihre Angriffe. Nicht mit ganzer Kraft. Drei Stunden später dasselbe. Die Spanier verwenden für jeden Angriff neue Leute, es ist klar, was sie beabsichtigen. Einer solchen Hartnäckigkeit können die Siedler auf die Dauer nicht widerstehen. Zermürbt werden sie früher oder später den immer frischen Spaniern weichen müssen. Thomas Köhler ändert sofort seine Taktik. Wenn die Spanier angreifen, läßt man sie ganz nahe heran, die Hessen schießen nur auf dreißig Schritte Entfernung. Die Spanier verlieren viele Soldaten und geben das Katz= und Mausspiel nach einer Woche auf. Die verwundeten Kolonisten haben sich erholt. Niran und die Frauen pflegen sie unermüdlich. Es sind nicht die spanischen Angriffe, die die Belagerten so sehr leiden machen, es ist etwas anderes. Diese Bauern waren gewohnt, viel zu arbeiten, auf die Jagd zu gehen und sich reichlich Bewegung zu schaffen. Jetzt stehen sie herum auf der Galerie, die die Palisaden umläuft, oder sitzen vor ihren Häusern, immer eines Angriffs gewärtig. Gefangene. Thomas Köhler weiß sehr gut, daß diese Stimmung den Kampfgeist schwächen muß, das Katz= und Mausspiel ist nichts für seine Leute, sie wollen eine Schlacht. Er spricht mit ihnen darüber, alle verlangen den Kampf. Rovera bittet sie, kaltes But zu bewahren und noch einige Tage zu warten. Nachtangriff mit allen Schrecken Rovera befiehlt seinen Leuten, sich schlafen zu legen den nächsten Angriff erwartet er für die Nacht. Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Busch lebendig, die Spanier rüsten zum Angriff. Sie engunden Fackeln, ein Hornsignal gibt das Zeichen zum Sturm. Cartara ist wieder allen voran. Sein Gesicht ist von einer gräßlichen klaffenden Wunde entstellt, von schon sein Anblick ist schreckerregend. Der unerwartete Widerstand hat die spanischen Soldaten in wahnsinnige Wut versetzt, sie wollen ihre Verluste rächen und kämpfen wie die Löwen. Es gelingt einigen von ihnen, die Palisaden zu überklettern. Fackeln in den Händen, das Messer zwischen den Zähnen, so stehen sie plötzlich wie „Wir werden sie zermürben!“ In der Nacht bricht ein Gewitter los, das in einen heftigen Regenguß übergeht. Am nächsten Tag ist alles ruhig von den Spaniern ist nichts zu sehen. Zwei von den Verwundeten sind in der Nacht gestorben, man begräbt sie mit den andern Toten. Die Spanier, so scheint es gönnen sich ein wenig Erholung. Auch am Abend bleibt alles ruhig, und diese Ruhe tut den Kämpfern gut, sie schlafen fest und schwer. Am Morgen hält Köhler einen Kriegsrat ab. Seine Stimme 1/, sHpagh., hat durch eine Verwundung sehr viel Biu. Rovera schlägt vor, die Spanier durch einen Ausfau zu beunruhigen. Köhler will niemanden opfern, er hält ein solches Unternehmen für tollkühn und sinnlos.„Du verstehst mich nicht“, sagt Rovera,„ich brauche nur drei Mestizen dazu, alles andere überlasse mir.“ Thomas Köhler willigt ein, und Rovera verläßt mit drei Mann Unter der glühenden Sonne beginnt der feuchte Boden zu dampfen, es ist als ob die Natur Roveras Unternehmen begünstigen wolle. Dichte Nebel bedecken den Botschaft von Sao=Sao Einmal, in der Nacht, kommt ein indianischer Kundschafter mit Botschaft von Sao=Sao, dem Häuptling. Dieser, so meldet der Indio, halte die Zeit für gekommen, um jene Pläne zu verwirklichen, die man ehedem gefaßt, und das um so mehr, als die Spanier ein offenes Lager am Ufer des Paraupeba bezogen hätten, welches weder durch Verhaue noch durch natürliche Befestigungen besonders geschützt sei. Man möge sich bereit halten. Doch bitte Sao=Sao seine Freunde, erst dann anzugreifen, wenn er ihnen das vereinbarte Zeichen geben werde. Sofort alarmiert man die Besatzung, rüstet zum Angriff und bewirtet den Kundschafter Am nächsten Morgen sah man spanische Soldaten um das Fort streifen, man trieb sie mit Flintenschüssen fort. Die Stimmung der hessischen Jäger war prächtig, alle hatte wilde Kampfeslust gepackt In der Dämmerung verließ der Indio die Belagerten und kehrte zu seinem Häuptling Sao=Sao zurück. Der nächste Tag bringt Regenschauer, einen von Nebel dampfenden Urwald und einen grau bewölkten Himmel. Im Morgendämmern sucht man mit den Hunden die Umgebung des Forts ab, aber von den Spaniern ist nichts zu sehen. Nur die Leichen, die sie auf dem Schlachtfeld zurückgelassen, liegen halb verwest und von Geiern zersetzt umher. Thomas Köhler will für seinen Ausfall bloß fünfzig Mann verwenden, die andern sollen zum Schutz des Forts zurückbleiben. Wenn man ihrer bedarf, wird man sie verständigen und auf einem, sich auf einem entfernten Hügel befindenden, weithin sichtbaren Baum ein weißes Tuch befestigen, zum Zeichen, daß sie ihren Gefährten folgen mögen. Nachdem man so alles verabredet und alle Vorbereitungen für den Kampf getroffen, lauscht man angestrengt auf die Geräusche, die der Wind manchmal herüberträgt: Fernes Gewehrfeuer und Geschrei. (Fortsetzung folgt) Seite 8 Nr. 35 7 Bochumer Anze'ger# Dienstag, 11. Jebruar 1936 aller Welt Seite 9 Nr. 35 Die britische Filmindustrie vernichtet Dus Verbrunme=Schnuer durt=Mafeum Einzelheiten des Brandes in der Londoner dnb London, 10. Februar. Ueber das Großfeuer, das in der Nacht zum Sonntag in der Londoner Filmstadt Elstree wütete, liegen jetzt weitere Einzelheiten vor. Danach wurden bei der britischen Dominions=Filmgesellschaft alle drei Filmbühnen sowie 40 Ankleideräume und 24 Geschäftsräume vollständig zerstört. British International Pictures haben ebenfalls drei Filmbühnen, ferner 36 Ankleideräume samt Inhalt sowie die Aufnahmeabteilung eingebüßt. Die Aufnahmen mehrerer Großfilme müssen zeitweilig unterbrochen werden. Etwa 1000 Angestellte, Schauspieler, Techniker und andere sind daher vorübergehend arbeitslos. In den Ateliers der British Dominions=Film Corporation ist die gesamte Tonfilmanlage zerstört worden. Auch die gesamte Garderobe und die Kulissen wurden ein Raub der Flammen. Die Beseitigung der Trümmer und der Wiederaufbau wird mindestens ein halbes Jahr dauern. Eine weitere Meldung besagt: Der Riesenbrand in Elstree, dessen ungeheuere Feuergarben kilometerweit zu sehen waren, hat die besten Hoffnungen der britischen Filmindustrie vernichtet. Allein die Tatsache, daß mehrere Großfilme, die gerade in Arbeit waren, einstweilen nicht fortgeführt werden können, bedeutet für die Gesellschaften einen großen Verlust. Die gesamte Szenerie muß neu geschaffen werden, und zwar vermutlich an anderer Stelle. Flinke Statistiker haben bereits errechnet, daß die Flammen stündlich um 50 000 Mark an Werten verschlungen haben. Am schwersten betroffen ist die British Dominions Film Company. Ihr Fundus ist nahezu restlos vom Feuer verschlungen worden. Nur drei vom Hundert der Ausstattung sind gerettet worden. Der Gesamtschaden wird jetzt schon mit sechs Millionen Mark angegeben. Etwas besser sind die British International Pictures weggekommen. Auch in ihrem Betrieb sind zwar drei Tonfilmbühnen vollständig zerstört worden, immerhin aber sind sechs wenigstens so weit erhalten geblieben, daß sie wieder in Betrieb genommen werden können. Beim British International Pictures rechnet man mit einem Schaden von drei Millionen Mark. Noch am Sonntag setzte eine wahre Völkerwanderung der Londoner nach Elstree ein. Sie bekamen aber nicht viel mehr zu sehen als einige rauchende Trümmerhaufen. Auch Filmkünstler waren erschienen, irrten in dem Chaos umher und suchten nach ihren Theatergarderoben, die in Rauch aufgegangen waren. Einen eigenartigen Verlust hat der englisch=amerikanische Schauspieler Clive Brook zu beklagen. Er sammelt nämlich Schnurrbärte. Sein Schnurrbart=Museum soll in seiner Art berühmt gewesen sein. Worauf der Brand zurückzuführen ist, weiß man bis jetzt noch nicht. Angesichts des Aussehens der Brandstätte hat man auch nicht viel Hoffnung, es nachträglich festzustellen. Die Flammen brachen etwa eine Stunde nach Mitternacht im Dach eines Ateliergebäudes aus. Sie griffen mit unheimlicher Geschwindigkeit um sich, was bei der Anhäufung leicht brennbaren Materials nicht weiter verwunderlich ist. Die Feuerwehr konnte nach Lage der Dinge nicht viel ausrichten. Sie mußte sich damit begnügen, die benachbarten Gebäude zu schützen. Die Negative einiger bereits fertiggestellter neuer Filme wurden im letzten Augenblick von Angestellten unter Lebensgefahr aus den brennenden Gebäuden geborgen. Seit ihrem Bestehen hat die englische Filmindustrie einen Brand von diesem Ausmaß nicht erlebt. 75000 RM.=Gewinn gezogen dnb Berlin, 10. Februar In der Montagziehung von V. Klasse der PreußischSüddeutschen Klassenlotterie fiel ein 75 000=MarkGewinn auf die Losnummer 313 153. Das Los wird in der I. Abteilung in Achtellosen in Hessen, in der II. in Achteln in Baden gespielt. Der Rundfunk darf Schallplatten senden dnb Berlin, 10. Februar. Vor dem Kammergericht Berlin wurde am Montag in zweiter Instanz das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Berlin vollinhaltlich bestätigt. Danach ist der Rundfunk berechtigt, Musikschallplatten ohne Zustimmung der Schallplattenhersteller zu senden. Soweit es sich um die Kosten des Rechtsstreites handelt, hat sich das Kammergericht auf einen für den Rundfunk günstigeren Standpunkt als das Landgericht gestellt. Es hat entschieden, daß die Schallplattenhersteller neunzehn Zwanzigstel und der Rundfunk ein Zwanzigstel der Kosten zu tragen haben. Das Kammergericht ist zu dieser Entscheidung aus der Erwägung heraus gekommen, daß die reinen Vortragsplatten gegenüber den früher im Rundfunk gesandten Musikschallplatten nur einen ganz geringen Hundertsatz ausmachen. und Dreifacher Mörder Brandstifter von der Danziger Kriminalpolizei verhaftet dnb Danzig, 10. Februar Am vorigen Mittwoch brannte in Tragheim im Danziger Werder ein Haus nieder, wobei das Ehepaar Runschkowski und dessen kleines Kind ums Leben kamen. Es stellte sich dann heraus, daß die Familie durch Beilhiebe getötet worden war und der Mörder das Feuer angelegt hatte, um die Spuren zu verwischen. Die Kriminalpolizei hat jetzt die Tat aufgeklärt. Der 21jährige Bruder des Ermordeten, Johannes Rnschkowski, der unter dringendem Tatverdacht verhaftet worden war, hat unter dem Druck des vorhandenen Beweismaterials gestanden, seinen Bruder sowie dessen Ehefrau und das Kind erschlagen und zur Verwischung der Spuren die Wohnung in Brand gesteckt zu haben. Als Grund für seine Tat gibt der Mörder Streitigkeiten mit seinem Bruder an. Rudolf Heß bei den KO.=Arlaubern in der KOJ.=Olympia=Halle in Garmisch A Hch. Hoffmann Wie gemeldet, besuchte der Stellvertreter des Führers Samstag die Wochenendfeier in der „Kraft=durch=Freude"=Festhalle, die 4000 Personen faßt. Auf unserem Bilde gibt Rudolf Heß bayrischen Buam Autogramme ist der Mann von 18. Verhandlungstag im Seefeld=Prozeß— Die Mordspur führt in die Nähe Berlins . dnb Schwerin, 10. Februar. Zu Beginn der vierten Verhandlungswoche im Seefeld=Prozeß kommen zwei Mordfälle zur Erörterung, die sich in der Nähe von Berlin ereignet haben. Zunächst werden die Zeugen in der Mordsache an dem elfjährigen Schüler Erwin Wischnewski aus Brandenburg(Havel) vernommen. Nachmittags soll der Mord an dem siebenjährigen Günther Tielke aus Oranienburg bei Berlin behandelt werden. Erwin Wischnewski verschwand am 8. Oktober 1934. Erst am 10. November wurde seine Leiche von einem Pilzsammler in einer dichten Kiefernschonung des altstädtischen Forstes gefunden. Die Leiche befand sich, wie in den anderen Fällen, in ausgesprochener Schlafstellung. Es wurde damals angenommen, daß der schwächliche Junge sich im Walde verirrt hatte und im Freien erfroren sei. Diese Annahme ist aber wenig wahrscheinlich, da nach den Bekundungen der als Zeugen vernommenen Kriminalbeamten der Wald dem Jungen gut bekannt war. Der Angeklagte hat sich in der Zeit vom 5. bis 9. Oktober 1934 in der Gegend zwischen Brandenburg und Potsdam aufgehalten. Dies ergeben seine Aufzeichnungen. Wieder wie bei früheren Fällen hat er geheimnisvolle Zeichen eingetragen, über deren Bedeutung er keine Auskunft gibt. Ein 13jähriger Schüler aus Brandenburg bekundet, daß er zu der Zeit, als Wischnewski verschwand, von einem alten Mann in Brandenburg angesprochen sei, der ihm eine Weintraube schenken wollte. Der Junge dankte aber und lief davon. Seefeld wird jetzt wieder aus der Anklagebank herausgeführt und muß sich seinen Mantel anziehen und seinen Hut aufsetzen.„Ja, das ist der Mann von damals" erklärt der kleine Zeuge mit aller Bestimmtheit. Seefeld bestreitet wiederum. Er erklärt, daß seine Person nicht in Frage kommt. Zwei andere Zeuginnen eine dreizehnjährige Schülerin und ihre Mutter, haben den ihnen bekannten Erwin Wischnewski in Begleitung eines alten Mannes, dessen Beschreibung auf Seefeld zutrifft, auf der LandKameradschaftsabend beim Minisierpräsidenten Hch. Hoffmann Ministerpräsident Hermann Göring hatte am Samstag die Beamten und Angestellten der ihm unterstellten Ministerien und Behörden zu einem Kameradschaftsabend bei Kroll geladen. Da auch die Familienangehörigen Gäste des Ministerpräsidenten und seiner Gattin sein durften, gab es ein großes Familienfest, das mit künstlerischen Darbietungen gewürzt in voller Harmonie verlief. Unsere Aufnahme zeigt den preußischen Ministerpräsidenten während seiner Ansprache an seine Gäste, mit der er das Fest einleitete. Links neben ihm seine Gattin straße in Richtung des Waldteiles gesehen, in dem später die Leiche Wischnewskis gefunden wurde. Eine wichtige, für Seefeld äußerst belastende Aussage macht sodann ein weiterer Zeuge, der am 8. Oktober, am Tage des Verschwindens Wischnewskis, mit dem Rade unterwegs war, um Beiträge für die Versicherungsgesellschaft einzukassieren. Gegen 17½ Uhr habe er in der Nähe der Schonung einen kleinen Jungen mit einen alten Mann getroffen. Er hatte den Eindruck, als seien die beiden Großvater und Enkel. Auffällig war ihm die Begegnung deshalb, weil der alte Mann den Jungen, der einen müden und schläfrigen Eindruck machte, geradezu gewaltsam hinter sich herzog,„als wenn man ein Lamm zur Schlachtbank führt.“ Am anderen Tage traf der Zeuge den alten Mann allein in Brandenburg wieder. Als er in der Zeitung vom Seefeld=Prozeß las, erinnerte er sich sofort an die seltsame Begegnung. Er meldete sich darauf bei der Polizei. Seefeld muß wiederum Mantel und Hut anziehen. Sofort ruft der Zeuge:„Ja, das ist der Mann. Ich lasse mich nicht davon abbringen. Ich bin meiner Sache völlig sicher und kann es beeiden.“ Ein Kriminalbeamter erklärte zur Ergänzung, daß der Zeuge sogar schon früher den Angeklagten auf einem Bilde herausgefunden hatte, auf dem Seefeld zusammen mit mehreren anderen photographiert war. Staatsanwalt:„Ich lege dieser Aussage größte Bedeutung bei. Ich bitte die Sachverständigen, besonders auf diese Aeußerungen des Zeugen zu achten, daß der Junge ebenso wie im Falle Thomas aus Wittenberge einen müden und schläfrigen Eindruck machte, so„wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird.“ Vorsitzender:„Nun, was sagen Sie dazu, Seefeld?“ Angeklagter:„Ich komme nicht in Frage. Ich war ja gar nicht in Brandenburg.“ Vorsitzender:„Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß der Zeuge Sie bestimmt wiedererkennt.“ Angeklagter:„Nein, ich komme nicht in Frage.“ Vorsitzender:„Wo waren Sie am 8. Oktober?“ Angeklagter:„In der Gegend von Groß=Kreuz, aber nicht in Brandenburg.“ Vorsitzender:„Was bedeutet das Zeichen in Ihrem Notizbuch: Ein Strich und zwei Punkte, das für die Nacht vom 7. zum 8. Oktober eingetragen ist?" Der Angeklagte macht wieder seine üblichen ausweichenden Redensarten. Vorsitzender:„Sagen Sie doch, wo Sie sich an dem Tage aufgehalten haben. Erklären Sie uns doch die Zeichen in Ihrem Block!“ Angeklagter:„In der Gegend war ich ja, aber nicht in Brandenburg.“— Dann folgt wieder die stumpfsinnige Redensart, die für Seefeld bezeichnend ist: „Aber meine Person kommt nicht in Frage.“ Vorsitzender:„Sie sind am Mordtag mit einem Jungen, was einwandfrei feststeht, in der Nähe der Schonung gesehen worden. Sie wurden am anderen Tage vom Zeugen allein beobachtet., Angeklagter:„Nein, aber ich bin es nicht gewesen!" Staatsanwalt:„Will der Angeklagte behaupten, daß wieder der böse Geist in Frage kommt, der ihn nach seiner Bekundung seit 1893 auf seinen Wanderungen durch Deutschland begleitet?“ Seefeld verschanzt sich auf alle Vorhalte wiederu hinter seinen verworrenen Redensarten. Darauf tritt eine Mittagspause ein. Von Bord der„Bremen“ verschwunden dnb Newyork, 10. Februar. Die„Bremen“, die heute in Newyork eintrifft, teilte funkentelegraphisch mit, daß der 25jährige amerikanische Student Adolph Cotton spurlos von Bord verschwunden sei. Cotton ging in Southampton an Bord und wird seit Donnerstag vermißt. Das Schiff sei mehrmals durchsucht worden, aber ohne Erfolg Cotton arbeitete in der archäologischen Abteilung des Britischen Museums. Er hat Verwandte in Newyork. dnb Bremen, 10. Februar. Nach einer Mitteilung des Kapitäns der Bremen“ ist es ausgeschlossen, daß der von Bord verschwundene amerikanische Student Cotton beim Sturm über Bord gespült worden sein kann. Es bestehe vielmehr Wahrscheinlichkeit, daß er Selbstmord verübt hat. Hochwasser in Dänemark „* Ein Be Amsterdam, 10. Fe sandter Sonderberichter sich in einer Artikelserie schen Tageszeitung ein im Dritten Reich zu eine Würdigung des zesses vor dem Volks die Anerkennung enthi Reiches zwar streng, al Betrachtung von der Ordnung die Kennzeich die Ideen Adolf Hitler chrliche Begeisterung einem gluhenden Idea rie Auch innerhal wirte. Die schwerste Bürde seines Amtes Der Oberbürgermeister der australischen Stadt ney muß bei offiziellen Gelegenheiten eine goldene Amtskette tragen, die 1902 für 100000 Mark angeschafft wurde. Seitdem fügte jeder Oberbürgermeister der Kette eine schwere goldene Medaille zu und da dar Amt alljährlich wechselt, ist die Kette so schwer geworden, daß der heutige Bürgermeister MeElhone sie als die schwerste Bürde seines Amtes ansieht und erklart, seine Nachfolger täten ihm schon jetzt sehr leid. überzeugt dem Hakenk tionalsozialisten durch schreibt der Korrespond frischer junger Leute beitslosen“, meinte me durchaus mit Recht. hörte, wer die gesund wurde deutlich, daß meßlich viel Gutes gel „Meckerer" unter aicht. Diese Jugend Furcht vor der Allm brennt das heilige Im Gebiet von Ruhr, ur äußerlich, sonde nur außerlich, st innerlich, Ruhe!“ Das Regiment des Winters Strenge Kälte in Schlesien dub Breslau, 10. Februar. In der Nacht zum Montag sank die Temperatur in Schlesien sehr erheblich. Montag früh wurden in Schlesiens Flachland 14 bis 18 Grad Kälte gemessen. Im Gebirge betrug die Kälte 21 Grad, auf der Wiesenbaude 20 Grad und auf der Spindlerbaude 21 Grad. In den Kammlagen der schlesischen Gebirge liegt der Schnee 1¼ Meter hoch. Wieder 20 Personen in Amerika erfroren dnb Newyork, 10. Februar. Der arktische Winter im Mittelwesten der Vereinigten Staaten dauert weiter an. Aus Chikago wird ein heftiger Bliz=ard gemeldet. Es soll sich um den schwersten Schneesturm handeln, der im Laufe dieses Jahrhunderts aufgetreten ist. 20 Personen sind erfroren. Sieben Arbeiter treiben auf einer Eisscholle in der Nähe der Küste Cape Cod ab. Die Bemühungen des Küstendienstes, die Schiffbrüchigen zu retten, waren bisher erfolglos. In Jowa, Illinois und Michigan schneiten zwölf Eisenbahnzüge ein. Der Bahnverkehr ist teilweise völlig lahmgelegt. Die Temperaturen sanken in Minnesota und Nord=Dakota bis zu 45 Grad Celsius minus. Es herrscht überall Kohlen= und Milchknappheit. Außerdem sind die Rohrleitungen eingesroren, so daß auch Wassermangel eingetreten ist. dnb Kopenhagen, 10. Februar. Der heftige Ostwind der letzten Tage hat an den Küsten Dänemarks zu Hochwasser geführt. In der Nähe von Kopenhagen wurde die Küste an zwei Stellen überschwemmt, wobei Häuser unter Wasser gesetzt wurden. Auf der Insel Laaland stieg das Wasser über die Deiche und überschwemmte weithin die Wiesen. In Sonderburg wurde das Hafenviertel teilweise bis zu zwei Meter unter Wasser gesetzt, so daß man mit Booten auf den Straßen fahren mußte. Es dürfte die größte Ueberschwemmung sein, von der Nordschleswig und Dänemark in den letzten 30 Jahren betroffen wurden. Ein Helfershelfer Heinrich Eduard Jakobs zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt Als erster aus der Bande der internationalen Wertpavierdiebe, der auch der jüdische Schriftsteller Heinrich Eduard Jakob angehört, stand der Jude Muray Norman Kohl(Jacobson) aus Sanok in Galizien, zuständig nach Newyork, vor den Wiener Geschworenen. Er wurde zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. De Valeras Sohn tödlich verunglückt Eamon de Valera, der Präsident des irischen Freistaates, ist von einem schweren Verlust betroffen worden. Sein 20jähriger Sohn Brian stürzte bei einem Spazierritt im Phönix=Park in Dublin vom Pferde und schlug mit dem Kopf so unglücklich auf den Boden auf, daß er sofort das Bewußtsein verlor. Von dem wildgewordenen Pferd wurde der Reiter, der mit einem Fuß im Steigbügel hängengeblieben war, eine längere Streae geschleift. Kurz darauf ist Brian de Valera seinen schweren Verletzungen erlegen. Finanzierung des Besichtigung vorl Dortmund, 10. Fe Westfalen der Reichs stehende Ausschuß fü Sachkenner der indus hören, hielt unter der Eugen Vögler(E klub zu Dortmund leitenden Bericht von jungste Tagung der des Arbeiterwohnstatt beschaffung und der Dr. Fischer„ Reichs= und preußisch „Die leitenden Gesich bei der Finanzierun Der Redner führte u Arbeiterwohnstättes arbeitsministeriums Landzulage. In der der Kleinsiedlung w Stammarbeiter anzu eine enge Zusammer Gewicht zu legen sei Dr. Rittersh Universität Frankfur Möglichkeiten der Nach seinen ausführ darf von 250000 W. in Zukunft jährlich bringen, davon auf liarden. Im Anschl ter der Kurpfälzisch heim, über die„Besc anregenden Ausspra schusses, Generaldit sammenfassend aus, die in der Vergang ständnis für die B die Gefolgschaftsmit Zukunft bei der Li blems der Gegenwa Der Sitzung wa Siedlungen vorausg Industrie in den chum=Höntrop, dreer und Dortm Großku Hauptamtsleiter Dortmund, 10. jährigen Vertrauen 16. Februar, 11 U Hauptamtsleiter P falenhalle zu den B zu den Kreis= und bereichs der Deutsc Süd. Aus berufer Männern der Arbe Vertrauensratswah Zellen und Blocks den. Diese Wahle besondere Bedeutur zu können, daß se ihm stehen und vo sind, wie seine Kä Soldaten unserer Großveranstaltung Stein,..., 2A F. Westfalen=L Der Streik auf dem Londoner Fleischmarkt dauert an Der Streik auf dem Londoner Fleischmarkt Smithsfield wird auch am Montag in vollem Umfange aufrechterhalten. Ein Teil der Streikenden beteiligte sich am Montag an einer Massenversammlung, auf der mil knapper Mehrheit beschlossen wurde, die Arbeit wieder aufzunehmen. Dieser Beschluß ist jedoch noch nicht durchgeführt worden, da die übrigen Streikenden nich damit einverstanden sind. Oberlan Köln, Franz Re jahr. Der landesgerie bunden. A in Münster Jahre spät in Hannov 1889 kam richtsrat, der Hande mission fl entwickelte: Leipzig ur folger Ho gericht He ihn enge licher Art. für den ji e77 2r6 Seite 9 Nr. 35 7 Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 11. Februar 1936 Nühe und Vionung die Keinzelchen des Rühlgebieis Ein Bericht des holländischen„Telegraaf“ aus Westdeutschland und Rheinland bruar. emperatur burden in gemessen. r Wiesen21 Grad. liegt der oren bruar. Vereiniggo wird sich um laufe dien sind erscholle in nühungen en, waren Michigan ihnverkehr uren san45 Grad nd Milcheingesrouar. an den er Nähe en überwurden. der die u. In seise bis ian mit irfte die hleswig betroffen drei JahWertpaHeigrich ray Norzuständig nen. Er teilt. uert an mithsfield aufrechtersich am der mit it wieder ich nicht den nicht Syd= goldene irk angevermeister d da das r geworje sie als erklärt, d. Amsterdam, 10. Februar. Ein ins Ruhrgebiet entsandter Sonderberichterstatter des„Telegraaf" bemüht sich in einer Artikelserie, den Lesern der großen holländi: schen Tageszeitung ein objektives Bild seiner Einorücke im Dritten Reich zu gehen. Während der erste Artikel Würdigung des letzten großen Kommunistenprozesses vor dem Volksgerichtshof in Essen brachte und je Anerkennung enthielt, daß die Justiz des Dritten Keiches zwar streng, aber gerecht urteile, geht die zweite Betrachtung von der Feststellung aus, daß Ruhe und Ordnung die Kennzeichen des Ruhrgebietes seien. Für die Ideen Adolf Hitlers herrsche bei zahllosen Menschen ehrliche Begeisterung und die Jugend sei erfüllt von einem glühenden Idealismus, der überaus sympathisch wirke. Auch innerhalb der Arbeiterschaft folge man überzeugt dem Hakenkreuz.„Ich fuhr mit einem Nationalsozialisten durch die Straßen von Wuppertal“ schreibt der Korrespondent wörtlich,„als uns ein Trupr frischer junger Leute begegnete.„Das sind unsere Arheitslosen“, meinte mein Begleiter voll Stolz, und das durchaus mit Recht. Wer diese jungen Burschen singen rte, wer die gesunde Farbe ihrer Gesichter sah, dem wurde deutlich, daß dieses Regime der Jugend unerweslich viel Gutes gebracht boz., gi6t 2g fast gar beckerer unter dreißig Jahren g1o. es sust zut gicht. Diese Jugend ist nicht nationalsozialistisch aus Furcht vor der Allmacht des Staates, sondern in ihr brennt das heilige Feuer einer neuen Ueberzeugung Im Gebiet von Ruhr, Rhein und Wupper herrscht, nicht nur äußerlich, sondern in zunehmendem Maße auch innerlich, Ruhe!“ Finanzierung des Arbeiterwohnstättenbaues Besichtigung vorbildlicher Anlagen in Bochum Dortmund, 10. Februar. Der bei der Bezirksgruppe Westfalen der Reichsgruppe Industrie, Dusseldorf, bestehende Ausschuß für Siedlungsfragen, dem führende Sachkenner der industriellen Werke des Westens angehören, hielt unter dem Vorsitz von Generaldirektor Dr. Eugen Vögler(Essen) im Westdeutschen Industrieklub zu Dortmund eine Sitzung ab. In einem einleitenden Bericht von Dr. Küster(Düsseldorf) über die und der Nachkriegszeit. Man rühmt ihm noch heute nach, mit welcher seinen Sachlichkeit und Menschlichkeit er sich dieser schweren Aufgabe widmete. Schlepper mit Gasantrieb Erfolgreiche Versuche Essen, 10. November. Die Leitung des Staatlichen Schleppmonopols bei der Wasserbaudirektion Münster 14 hat jetzt den Bau von drei Schleppern mit Gasantrieb vergeben. Diese Tatsache stützt sich auf die guten Erfahrungen, die mit dem ersten. Schlepper dieser Art „Harpen.“ seit etwa einem Jahr von der Harpener Bergbau AG. auf dem Rhein gemacht wurden. Bei diesem Schleppschiff wurde zum Antrieb der Dieselmotoren nicht mehr Oel sondern Gas verwendet Das Gas wird aus Koksabfällen an Bord erzeugt. Die jetzt in Bau gegebenen drei neuen Gasschlepper sollen etwa 250 PS entwickeln und mit einer Geschwindigkeit von 6 Stundenkilometer normale Schleppzüge auf dem ausgebauten Dortmund=Ems=Kanal schleppen können. nicht in der Lage. Er schicte eine gefälschte, Pizraschent bin, Die Unterschristen bes zgier ger Harau, und drückte Venagerischn E. Aafte. Köln, 10. Jebruar. Por der 7. Großen Strafkam, men, um sich Arbeitsmer hatte sich der 38jährige erheblich vorhoetrantworten.] Die Hitler=Jugend &§. B. Weinstein wegen Betrages zu„gz.-.. Jufaghen zu lösen. Der Angeklagte hatte sich in den Jahren 1932 und 1933 aufgaben als Kommissionär im Kunsthandel betarigt und für eine rheinische Galerie in Köln, Düsseldorf und Essen verschiedene Gemalde verkauft. Bei dieser Gelegenheit lernte er auch zwei Firmeninhaber kennen, bei denen er für zwei diesen Herren gehörende ein reges Interesse für Zweigugde..8 handelte sich Bilder zeigte. Eines dieser Buder— es. gugg. in um einen bekannten Schreuers— bezeichnen er Gegenwart des Besitzers als recht wertvoll und fragte diesen, ob er das Gemälde nicht durch ihn verkaufen lassen wolle. Dem Geschäftsmann nannte der Angeklagte eine Summe von 700 Mark, die das Gemälde wert sei. Er wollte damit aber nur dem Geschäftsmann das Geschäft schmackhaft machen. Dieser ließ sich auch das Wert auf etwa 250 Mark stellte. Ein zweites Bild erhielt der Angeklagte von dem Kompagnon des Geschäftsmannes. Dieses Gemälde ist heute überhauvt nicht In der Verhandlung stellte der und Richtlinien geben zu lassen. hat viele und mannigfaltige der Gedanle der Sezähtugie Ersies muß die weltanschauliche und körperliche Ertüchtigung im natior Ee maitz ein eindensfteiter Nakriche für Schulung. erzogen werden. jann das Geschäft schmackhaft machen. Dieser ließ sich such tatsachlich überreden uno gandigte dem. Gauner 8 Gemälde aus. In Dusseldorf verkaufte Weinstein as Gemälde für 100 Mark, während sich der wirkliche Die Fgg. der Mö3. im Binnenlande sind, eines Tages Iiun Gebiet MRestfalen ist in jedem Bann eine M63= 1883gergaucen maöchte er Ausbilbungeb Führer per'ig onteragf Haltern am Stause zur sesportlichen Die eichsjugendführer ihrer Bestimmung übergeben wurde. Sicherheit wieder dieselbe gefälschte„Bürgschaftserk. rung mit dem Namen des Pfarrers und dem Stempel der Gemeinde.. Ean..sur2u. Es werden dann noch weitere Falle besprochen, in denen Rugigrezzggerschiedene Leute auf Phrungelßrgr geben. In einem Fellerhatinger sich, in der Nachmittagsverhandlung nur sehr weitschweifige, unklare Angaben. Um den Kern der Sache geht er stets herum. Der Staatsanwalt stellt fest, daß auf dem Beamtenbank=Konto des Angeklagten oft dann schließlich darauf aufmerksam, daß er einem Erpresser Geld geben mußte. Zu diesem Punkt beantragt der Verteidiger, die Oeffentlichkeit auszuschließen. Nachdem der Staatsanwalt diesem Antrag widersprochen hatte,segpgtgeggen stellt fest, daß der Angeklagte gestanden habe, mit einer befunden habe. Auf Befragen lager in schaftsführer besuchen die Reichssesportschule I lichkeitsverbrechens eine Zuchthausstrafe verbüßt, der Sachverhalt so hin. ais ob er in einem Trancezustand gehandelt habe. Er könne sich auf nichts mehr besinnen. Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis. es Arbeiterwohnsätendaues wurden Frag,)er Jend= Der Landkreis=Hörde eine drückende Dr. Eischer(Diessau), Oberregierungsrat im Dortmund, 10. Februar. Der am 1, August 19.8 Dortmund, 10. Fehrugr. eine enge Zusammenarbeit mit den Werken besonderes Gewicht zu legen sei. Dr. Rittershausen, Privatdozent an der Universität Frankfurt, untersuchte die„Grundlagen und Nöglichkeiten, der Arveiterwohnungsfinanziegung: Ausführungen seien bei einem weinvenbemehr aufzutreiben. Angeklagte, der übrigens zur Zeit wegen eines Eden 100, Geburtstag ais Bchchutyuos, Perhit..... der setzten Dappestürmer Borken, 10. Februar. Der Ackerwirt DrosteBrokamp im benachbarten Horfeld konnte Samstag seinen 100. Geburtstag feiegg, Aus diesem Anlaß veranstaltete die Kriegerkameradschugt, veren ältestes Mitglied Brokamp ist, am Sonntag einen Festakt, an dem auch der Führerstab des westfälischen Landeskriegerverbandes teilnahm. Vater Droste= Brokamp ist einer der wenigen noch lebenden Düppelstürmer und hat an den Feldzügen 1864, 1866 und 1870/71 teilgenommen. Kleine provinz=Nachrichten 29 Reichs= und preußischen Arbeitsministerium, sprach über aufgelöste Landkreis Hörde ist bekanntlich unter die Die leitenden Gesichtspunkte der amtlichen Mitwirkung Städte Dortmund und Witten sowie die Landkreise bei der Finanzierung des Arbeiterwohnstättenbaues". Iserlohn und Unna aufgeteilt worden.„Schon dame Der Redner führte u. a. aus, die geeignetste Foxn der war man in unterrichteten Kreisen ver unsicht, daß die Arbeitecwohnstätte sei nach Auffassung des Reichs= Erben des Landkreises Hörde keine ungetrubte## arbeitsministeriums die Kleinsiedlung mit ausreichender an der Erbschaft haben wurden, da die Schulven des 6 lgg: In den Erlassen über die Durchführung Kreises das Vermögen weit überstiegen. Sie gatten arden. Im Anschluß daran spraczpgge 5 5 H se. ter der Kurpfälzischen Heimstätte heim, über die„Beschaffung 2. Hypotheken". Nach einer anregenden Aussprache führte der Vorsitzende pes Ausschusses, Generaldirektor Dr. Eugen Vor#er, zusammenfassend aus, die Wirtschaft an Ruhr und Rhein, die in der Vergangenheit immer ein besonderes Verständnis für die Bedürfnisse des Wohnungsbaues für die Gefolgschaftsmitglieder gezeigt habe, werde auch in Zukunft bei der Lösung dieses wichtigsten Sozialproblems der Gegenwart ihre Mitarbeit nicht versagen. Der Sitzung waren vorméltags Besichtigungen von Siedlungen vorausgegangen, die unter Mitwirkung der Industrie in den letzten Jahren in Duisburg, Bochum=Höntrop, Altenbochum, Langen dreer und Dortmund=Kirchderne gebaut worden sind. Großkundgebung der DAF. Hauptamtsleiter Claus Selzner spricht in der Westfalenhalle Dortmund, 10. Februar. Als Auftakt zu den diesjährigen Vertrauensratswahlen spricht am Sonntag, 16. Februar, 11 Uhr, der engste Mitarbeiter Dr. Leys, Hauptamtsleiter Pg. Claus Selzner, in der Westfalenhalle zu den Betriebswaltern, Betriebsführern und zu den Kreis= und Ortswaltern des gesamten Gaubereichs der Deutschen Arbeitsfront im Gau WestfalenSüd. Aus berufenem Munde werden den führenden Männern der Arbeit Richtlinien, Ziel und Zweck der Vertrauensratswahlen erläutert, um bis in die reinnen Zellen und Blocks ihren erfolgreichen Widerhall zu finden. Diese Wahlen haben in diesem Jahre eine ganz besondere Bedeutung. Es gilt, unserem Führer melden zu können, daß seine Soldaten der Arbeit so treu zu ihm stehen und von solchem Vertrauen zu ihm beseelt sind, wie seine Kämpfer der SA. und SS. und seine Soldaten unserer stolzen Wehrmacht. Die Leitung dieser Großveranstaltung wird der Gauwalter Pg. Ernst Stein..., Leiter der Bezirksarbeitskammer der 2AF. Westfalen=Lippe, übernehmen. unter die entstandenen Streitigkeiten gesetzt ist entschieden worden, daß von den Schulden des Landkreises Hörde die Stadt Dortmund 53,5 Prozent, die Stadt Witten 14 Prozent, der Landkreis Iserlohn 25 Prozent und der Landkreis Unna 7½ Prozent zu übernehmen hat, das macht in runder Summe für Dortmund 5000000 Mark, für Witten ), den Landkreis Iserlohn 2500 000, den Landina 676000 Mark. Die Erben des Landkreises sie die Der älteste Altveteran des Kreises Wieggngzeihr, Sctmiger meister Georg, IpzLansler Figtr shn mit einem HandDer erste Zeuge der Beweisaufnahme ist Pfarrer Aßmann aus Dortmund=Huckarde. Er man allgemein der Meinung gewesen sei, daß Rupieper zuviel geredet habe. Zu der Darlehensaufnahme für den Gesellenverein sei Rupieper niemals allein berechtigt gewesen. Das Geld aus den Sparkassenbüchern wiederzuerhalten, darum habe er sich nicht bemuht, wei es ja doch aussichtslos gewesen sei. Was er im übrigen über den Ruf Rupiepers gehört habe, so habe man ihm alles erst nach dessen Versetzung nach Horn erzählt. Die Verhandlung wird Dienstag morgen fortgesetzt. Giseautt s####nemeennn Staaten“ I— Antwort: Es handelt sich bier um drei südamerikanische Staaten, die nach ihren Anfangsbuchstaben, so genannt werden— nämlich: tinien, Brasilien, Chile. Sie besitzen ein gemeinsames Schiedsgericht und haben bereits bei vielen heiten ihre Solidarität und ihr gemeinsames Vorgehen in außenpolitischen Fragen bekundet. Man kann sie daher als den Kristallisationskern eines etwaigen zukünftigen Lateinamerikas ansehen. H. S. Frage: Wann wurde die erste elektrische Eisenbahn eingeführt!— An ugifzim fezern Eisenbahn konnte gerade ein Jagin##m feiern. Am 18. Januar waren nämlich gerade 25 Jahre vergangen, seitdem der erste elektrische Vollbahnbetrieb von der damaligen Preußisch=Heisischen Staatsbahn eingerichtet 1 170 000, kreis Uniu,., J..—hahen“ H. Hörde werden lange Zeir zu tun haben, ehe ihnen durch die Erbschaft auferlegten Lasten abgetragen haben. Nachwuchsschulung vordringlich Tagung der Marine=Hitler=Jugend Westfalen. Marienfelde, 10. Februar. Am 8. und 9. Februar fand in Marienfelde bei Gütersloh eine Führertagung der MHJ.=Gefolgschaftsführer statt. Diese Gefolgschaftsführer vertraten insgesamt 2300 Jag, des bietes Westfalen der HJ., die im blauen Vienstanzug für den Seegeltungsgedanken des deutschen marschieren. Die Führer der Gefolgschaften in den Bannen, die Marinesachbearbeiter und die Ausbilder kamen zum ersten Male in einer Tagung zusamFührer und Reichslangter sieß tum mu egengeg### wurde. schreiben eine Ehrengabe überreichen, desgreichen der Bundesführer des Reichskriegervundes„Kyffhäuser". Messerstecherei als Abschluß einer Veranstaltung. Als in der Nacht zum Sonntag einige Besucher einer Veranstaltung der Emsdettener Schützengesellschaft das Lokal verließen, wurden sie von einigen Burschen angegriffen. Zwei Personen trugen lebensgefährliche Messer: stiche in den Unterleib davon und mußten so#on# dem Krankenhaus zugeführt werden. Der Messerheld konnte von der Polizei festgenommen werden. Unterm umstürzenden Kraftwagen begraben. Am Samstag nachmittag ereignete sich auf dem Grubengelände der Gewerkschaft Karl Alexander in Baesweiter ein schwerer Unglücksfall. Ein Spediteur aus Alsdorf stieß beim Ueberqueren des Grubengleises mit seinem Kraftwagen mit einem Güterzug zusammen. Bei dem Anprall wurde der Kraftwagenführer auf das Gleis geschleudert. Der Güterwagen drückte den Kraftwagen um, der dann den Fahrer unter sich begrub. Der Mann erlitt schwere Kopfverletzungen und konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Bei ointe Rupitpei=!.?, der Großen Strafkammer in Paderborn Baderborn, 10. Februar. Vor der„Erftgeu, Erohen Pei zusammensetten, hatte man, de Strafkammer des Landgerichts Baderborn vegann.n, Fyrzitzende aufmerksam, doch mit dem Gelde auskomMontag die Verhandlung gegen den Vikar Rupieber, Vorsty#.,„ und das Konto bei der Bank, das inzwischen die bereits am 9. September 1935 aufgenommen, aber men knngzigt, gestiegen war, abdecken können. Als die ausgesetzt wurde, weil inzwischen neue Straftaten er= auf 2700 9zjaglich dag Hautg kndiate brachte der mittelr worden wuten.c COGGCZSCG .00 Unterhaltungskonzert(Von München). Das Bayrische Landesorchester(Friedrich Rammelt); El sabeth Hallstein(Sopran). Dazwischen: Olymvia 1936. Berichte vom Eiskunstlauf„(Pflicht Strecke start des 18=Kilometer=Speziallaufes; Eissch lauf(5000 Meter); Meldungen von der 12.00 Oberlandesgerichtspräsident Reiff 80 Jahre Köln, 10. Februar. Oberlandesgerichtspräsident Franz Reiff vollendet im Ruhestande sein 80. Lebensjahr. Der rüstige alte Herr ist mit den beiden Oberlandesgerichtsbezirken Hamm und Köln aufs engste verdunden. Am 11. Februar 1856 geboren, machte er 1872 in Münster bereits die Reifeprüfung, wurde schon drei Jahre später Referendar, 1880 Assessor und war dann in Hannover, Berlin und Braunsfeld als Richter tätig. 1889 kam er nach Köln, wo er bis 1909 als Landgekichtsrat, später als Oberlandesgerichtsrat, Dozent ani Handelshochschule und Mitglied der Prüfungskommission für Referendare eine weitreichende Tätigkeit entwickelte: von hier aus ging er ans Reichsgericht in Leipzig und wurde von dort 1919 bis 1924 als Nachfolger Holtgreves als Präsident an das Oberlandessericht Hamm berufen. Auch mit Bochum verknüpfen ihn enge Beziehungen verwandtschaftlicher und berufmittelt worden waren Den Vorsitz führte Landgerichts: direktor Koch, als Vertreter der Staarsanwaltschan ist Staatsanwaltschaftsrat Speck(Hamm) anwesend. Dem Angeklagten ist Rechtsanwalt Hülshorst(Paderborn) als Offizialverteidiger beigegeber,in.1 1.:. Jannt. Der Verteidiger äußert vor Eintrin# in die Hauptverhandlung Bedenken zu der Tatsache, daß das Verfahren auf Wachsplatten ausgenommen werden soll. Er beantragt, hierüber einen Gerichtsbeschluß zu fassen, der jedoch abgelehnt wurde. Darauf wird in die Vernehmung des Angeklagten eingetreten. Der Angeklagte ist am 23. Mai 1899 zu Wanne=Eickel geboren, wurde im Jahre 1926 zum Priester geweiht. bis 1933 war er Vikar in Dortmund=Huckarde. Die Anklageschrift legt ihm zur Last. in den Jahren von 1930 bis zu seiner Verhaftung im Mai 1935 durch eine ganze Kette von strafbaren Handlungen des Betruges. der Unterschlagung und Untreue sowie der Urkundenfälschung sich schuldig gemacht zu haben. Der Angeklagte wird dann zu dem Tatsachenkompler vernommen. In Dortmund war der Angeklagte Präses des Gesellenvereins. Er hatte dort den Plan gefaßt, ein Bläserkorps zu gründen, stieß dabei aber auf den Widerstand der übrigen Vereinsmitglieder. Er habe dann, so führte der Angeklagte aus. auf eigenes Risiko das Bläserkorps aufgemacht. Um die Sache zu finanzieren, wurde ihm auf Grund von Verhandlungen von der Commerz= und Privatbank in Dortmund ein Darlehen von 3000 RM. gewährt. Auf die Frage des Vorsitzenden, was er den Mitgliedern über die Art der Finanzierung gesagt habe, erklärte der Angektate, daß er hierüber immer hinweggegangen sei. Die Bank, verlangte Sicherheit und Ruvieper gab einen Sichtwechsel über 10 Tage in Höhe von 4000 RM. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er diesen Sichtwechsel allein unterschreiben durfte, erklärte der Angeklagte, daß es sich bei dem Kredit nach seiner Ansicht um einen Personalkredit gehandelt habe, der unter dem Deckmantel des Gesellenvereins gegeben wurde. Da aber der Wechsel eine zweite Unterschrift tragen mußte, ging Ruvieper zu dem Kassierer des Vereins in dessen Arbeitsraum und ließ sich, ohne diesen auf die Wichtigreit der Unterschrift hinzuweisen, diese geben. Er setzte auf den Wechc. g„. g Eimartung sel den Stempel des Gesellenvereins und fügte die Beticher Art. Auf seinen Schultern lag die Verantwortung zeichnung„e..“ hinzu. Da die Einnahmen aus dem für den juristischen Nachwuchs in der Zeit des Krieges inzwischen eingerichteten Konto rund 2100 RM. betruBank ihm schließtich dur Konld Lundigte, brachte der Angeklagte als Sicherheit zwei Sparkassenbücher bei. Das eine lautete auf den Pfarrfonds mit 1500 RM., während das zweite Kollektengelder in Höhe von 140 RM. enthielt. Am 81. März hob er von dem ersten Buch 500 RM. und später noch einmal 300 RM. ab, von dem zweiten Buch hob er 100 RM. ab und gab sie der Bank zur Sicherheit. Sein Pfarrer in Huckarde wußte von diesem Vorgehen nichts. In seiner Erregung erklärte er dem Angeklagten, daß er die Bücher ja gestohlen habe. Bald darauf wurde Rupieper nach Horn versetzt. Vorsitzender:„Wurde es Ihnen denn nicht unheimlich, Angeklagter? Haben Sie den Gesellenverein nicht aufgeklärt? Wurde es Ihnen nicht unheimlich, zumal als Vikar, daß Sie dieses hohe Debetsaldo bei der Bank hattem##und daß Sie weiter die beiden Sparkassenbücher veruntreuten und als Sicherheit gegeben hatten, wo Sie nunmehr vom Schauplatz Ihrer bisherigen Tätigkeit versetzt wurden?" Hierzu meinte der Angeklagte, daß er es begrüßt habe, endlich aus der Hungerkolonie herauszukommen. Als der Angeklagte nun in Horn war, schrieb er einen Brief an den Direktor der Commerz= und Privatbank in Dortmund. Hierin teilte er mit, daß der Gesellenverein beschlossen habe, nunmehr auch in Zukunft die Bankgeschäfte durch ihn, Rupieper, von Horn aus regeln zu lassen. Dieser Beschluß bestand aber nicht, und das gab der Angeklagte auf die Frage des Vorsitzenden auch zu. Die Bank wurde die Sache aber bald leid und ging durch Zahlungsbefehl gegen den Angeklagten vor. Als er dem Pfarrer Stahl in Horn seine finanzielle Notlage schilderte, fand er bei ihm und auch bei seinem Dechanten kein Verständnis, wie der Angeklagte betont. Als er alle Hilfe für aussichtslos gehalten habe, sei er dann dazu gekommen, die Sache unglücklicherweise als ungeschehen aus der schaffen. Er schrieb wiederum einen Brief an die Bank. Darin teilte er mit, daß der Kirchenvorstand in Horn beschlossen habe, die Bürgschaft für ihn zu übernehmen. Auch hier gibt der Angeklagte zu, daß alles erlogen war. Die Dortmunder Bankleitung war mit dieser Erklärung zwar zufrieden, verlangte aber eine Genehmigung der Bürgschaft durch die vorgesetzte kirchdes 18=Kilometer=Speziallaufes; Zielberichte vom Die Wertpause(Von Saarbrücken). Landessinfonieorchester(Ernst Schmeißer). 1. Ouvertüre zu „Anacreon“(Cherubini). 2. Ballettsuite: a) Air gai; b) Reigen seliger Geister; c) Musette; d) Air gai(Gluck=Mottl). 8. a) Serenade(Haydn); b) Ungarisches Rondo. 4. Aus der 1. Suite a) Intermezzo; b) Kleiner Marsch(Tschaikowsky). 5. Pusztastimmung, Musikszenen aus der „Der Dorflump“.(Hubay). 6. Ouvertüre Operette„Zigeunerliebe"(Lehar). 7. Schwäbische Rhapsodie Nr. 4(Kaempfert). 8. Accelerationenwalzer(Strauß). 9. Unser Strauß, Welodien aus Straußschen Operetten(Weber). 10. Heu Hitler, Marsch(Detlaff,# 14.00 Unterhaltungskonzert(Von Munchen). Das Unterhaltungsfunkorchester(Erich Kloß); Josef Greindl (Baß). Dazwischen: Olympia 1936. Bobrennen (Zweier) und Eishockey auf dem Rießer See 16.00 Wir treiben Familienforschung„—. 16.30 Wir und die Welt. Mit Lachen und Weinen rund um Theater und Bühne. Als lustige Zugabe ein scherzhaftes Kunterbunt von Narren, Käuzen und Scheimen„ 425g Trentun(Unser hunter 18.00 Singendes— klingendes Frankfur unser bunter Mittwochnachmittag). Das Rundfunkorchester (Josef Felix Heß); Rio Kube(Tenor); Greta Keller(Sovran); Hermann Schittenhelm(Akkordion). 1. Donna Diana, Ouvertüre(E. N. von Reznicek). 2. Es gibt nur eine Liebe(Künneke) 3. Dornröschen, Walzer(P. Tschaikowsky). 4. Bei zärtlicher Musik. da kann man herrlich träumen, Lied(Mohr=Richter). 5. Menuett aus„'arlesienne=Suite"(Bizet). 6. Nola(Arndt). 7. Polka aus„Ritter Pasman"(Joh. Strauß). 8. Sehnsucht nach der einen(Künneke). 9. Romanze für Violine und Orchester(Svendsen). 10. Ich will nicht auf den Frühling warten. Lied 19.45 Momentaufnahme„ 20.15 Stunde der jungen Nation(Von Frankfurt: „Reichssendung). Helden und Händler 20.45 Wenn der Walzer erklingt(Von Breslau). Groß. Funkorchester(Ernst Josef Tovitz). Hanns Rothensee(Bariton): Kurt Hattwig(Klavier) 22.20 Olympia 1936. Die letzten Meldungen und Hörberichte des 7. Tages der 4. Olympischen Winterspiele 1936.. Grgh. K.12 22.40 Nachtmusik und Tanz. Das Große Orchester (Otto Julius Kühn); das Kleine Orchester(Leo Eysoldt). 1. Artistenlehen. Ouvertüre(H. Löhr). 2. Zwei Tänze. 8 Sonnengeister, Walzer (H. Krome). 4. Zwei Tänze. 5. a) Novellette, Romanze(R. Gebhardt); b) Ein Jasminstrauß, Serenade(I. Kochmann). 6. Zwei Tänze. 7.„Lied im Volksmund“. Improvisationen und Variationen(P. Kick=Schmidt). 8. Zwei Tänze. 9. Zwei ungarische Tänze(Fr. Köpp). 10. Zwei Tänze Deutschlandsender: 18.45: Musikalische Kurzweil.— 19.05: Olymvische Winterspiele.— 20.45: Volksmusik(Von München).— 23.00: Wir bitten zum Kons meist rasch je ein Eßlöffel Klosterfrau=Melissengeist sowie Zucker, in einer Kaffeetasse gut umgerührt. Hierauf kochendes Wasser zugießen und—2 Portionen dieses GesundheitsGrogs möglichst heiß vor dem Schlafengehen trinken. Seite 10 Nr. 35 7 Bochumer Anzeiger, Dienstag, 11. Februar 1936 Kunst und Seite 11 Nr. 35 „Rheinische Jezession“ in der Gemäldegalerie Bochumer Maler lind künltleriich führend Die am Sonntag vormittag feierlich eröffnete Ausstellung der„Rheinischen Sezession“ in der Städtischen Gemäldegalerie vermittelt ähnlich den großen, alljährlich veranstalteten, nach landschaftlichen und landsmannschaftlichen Gesichtspunkten beschickten Kunstausstellungen ein etwa einheitliches Bild vom Kunstschaffen unserer rheinischen Nachbarprovinz. Einheitlich nicht in dem Sinne, als könne hier von einer Typenhaftigkeit in Auffassung und Stil gesprochen werden, als präge sich ein besonderer rheinischer Wesenszug in schulmachende Tradition aus, einheitlich aber zumindest in dem Betracht, daß man ernsthaften künstlerischen Auseinandersetzungen auf gesunder volkstümlicher Linie nachgeht und daß man versucht sich von einem gerade für den Westen gefährlichen Traditionsballast freizumachen. Man verschließt sich nicht den immer noch schöp. ferisch eindringenden Kräften von europäischer Mächtigkeit, die uns mit den Namen Pissarro und Cézanne wesentlich vertraut sind, man spürt den Nachhall dieser dunklen erregenden Farbklänge, aber man hat doch schon die Distanz aus eigenem Wesen und eigener Wertigkeit, in alten Töpfen nicht immer neue Gerichte anzusetzen. Neben diesen Künstlern, die mit geraden Augen sehen und nicht schielen, gibt es naturgemäß eine ganze Reihe, die einen hübschen und gepflegten, dem Auge angenehmen Schlendrian gehen, die sich an Entscheidungen vorbeidrücken, und endlich gibt es noch eine andere Kategorie, deren private Tiefsinnigkeiten bestenfalls zu künstlerischen Mißverständnissen führen. Es ist häufig beklagt worden, daß sich der deutsche Maler mehr und mehr auf die Landschaft zu verabsolutieren scheint, daß er sich also in einer motivischen Anonymität gefällt, die zu durchbrechen nur den eigenwilligsten und kräftigsten möglich ist. Diese Feststellung trifft in etwa auch die Mitglieder der„Rheinischen Sezession", das gibt der Ausstellung einen gewissen monotonen Zug und lenkt die Blicke notwendig auf die Künstler, die sich zu ganz persönlichen Gegenständen ihrer Neigung bekennen. Eine besondere Ueberraschung beschert seinen Freunden der Bochumer Ewald Jorzig, der bisher auf seine impressionistische Kandare malte, nun aber in seinen großformatigen Landschaften„Ruhrlandschaft mit Brücke",„Landschaft bei Kupferdreh" und„Herbst“ die Zügel so lockert, daß große weiträumige, mit längeren Farben gemalte, Bilder entstehen. Er ist freier und unmittelbarer geworden, hat dafür aber, für den Augenblick wenigstens, an farblicher Konzentration verloren, die es für den Kontrapunkt seiner neuen Entwicklung erst noch wiederzugewinnen gilt. Auf jeden Fall ist der künstlerische Mut zu bewundern, mit dem er in Neuland vorstößt. Sein„Junges Paar“ bezeugt die Ueberwindung landschaftlicher Anonymität in besonders eindrucksvoller Weise. Josef Pieper ist mit älteren Arbeiten vertreten, darunter das bewundernswert gemalte, an farblichen und kompositorischen Werten kaum auszuschöpfende, Bild„Im Atelier“ Unter den eintritt. Wir nennen seine„Komposition" und „Frau“ und eine Landschaft„Niederrhein". Ludwig ten Hompel t ist mit der zeichnerisch schmissig behandelten Arbeit„Gladiolen“ und der frischen frühlingskräftigen Leinwand„Kühe unter Obstbäumen“ vertreten. Rob. Pudlichs feiner, nervöser Pinsel, der die Farbe zu entmaterialisieren trachtet, der durch die sichtbare Welt auf eine unwirkliche und geträumte hinzielt, ist in den Bildern„Strand“ „Alte Häuser" und„Weiße Häuser" unverwechselbar zu erkennen. Ausgezeichnet das in schweren Farben aufgebaute, gobelinartig wirkende Bild„Auf Ischia“ von Alfred Sohn=Rethel, eine beglückende Begegnung die in schweren wie gemauerten Farben kompositorisch glänzend behandelte Arbeit.„Das rote Haus“ von Kurt Neyers. Charaktervoll, seiner ernsten Haltung in Form und Farbe sicher, ein Maler wie August Vordemberge in seinem düsteren„Blumenstück“, seinem„Hafenbild" und dem„See im Westerwald". Mit südländischen Augen gesehen die„Straße in Bonn“ von Tino Talaga. Johann Greferath muß man schon genau kennen seine malerische Leidenschaft, sein alles Herkömmliche sprengendes Temperament, um Anschluß an sein„Dorf in den Bergen“ zu finden, so explosiv sind die Farbakzente gesetzt. Ein wundervolles tief berührendes Bild trotz des anekdotischen Vorwurfs„Samariter“ von Barthel Gilles, der die Einfachheit einer Legende in den Zauber deutschen Waldes stellt Anständig und sauber gemalt, mit einer feinen und sympathischen Behandlung der Farbe, die beiden Arbeiten von Hans Fiedler„Stilleben" und„Weißes Haus“. Etwas aufdringlich poetisierend Bernhard Gobiets„Erntefelder im Schwarz= wald" und„Schwarzwalddorf". Mit außerordentlicher Feinheit gemalt, in mittelbarer Belichtung schattenlos erhellt, das„Mädchen“ von Josef Mangold, eine Stilarbeit, die aber innerlich kalt läßt Den Typ der braven Landschaftsmalerei vertreten Namen wie Franz Kornemann, ein liebenswürdiger Idylliker, Hellmuth Liesegang in den Fußstapfen der Düsseldorfer Schule(„Fischerhaus am Meer“,„Haus Millen"), Käthe Schmitz= Imhoff(„Im Siegbruch",„Sommer“) usw. Adolf de Haer hat uns mit seiner symbolistischen „Frau am Meer“ und seinen„Blumen“ von der künstlerischen Notwendigkeit dieser Malerei ebensowenig überzeugen können wie Oswald Petersen mit seinem „Festzelt in Spanien“ Eine gute realistische Studie in Pastell„Bauer“ von Else Schmidt van de Velde, gut komponiert Ari Kampfs„Landschaft in Spanien“, ausgeglichen im Farblichen und gut auf das schemenhafte Thema eingehend Emil Fleckens„Karneval“. Es wären weiter zu nennen die freundlichen, sachlichkeitsbezogenen Arbeiten von Alfred Dupré(„Kaserne in Kalk" und „Lahnbrücke bei Limburg"), das saubere Blumenstück von Hanna Fonk, im ganzen erfreuliche Bilder von Robert Camphausen, Carl Barth, der in seinen Leinwänden„Kleiner Nordseehafen“ „Dorf am Meer“,„Parklandschaft" usw. starke und vielseitige Ausdrucksmöglichkeiten zeigt. Berwanger mit durchaus eigener Prägung(„Novembertag",„Segelschiffe"), ferner Georg Bechtel, Paul Biesemann u. a. Die Plastik ist in den formkräftigen Arbeiten Hans Breckers(ausgezeichnet der kniende weibliche Akt) den intensiven Tierstudien Jupp Rübsams, den fließenden Holzschnittwerken Fritz Perettis einem prächtigen Relief C. M. Schreiners„Abstieg von der Alp“(u. a. zeigt er ältere Arbeiten „Sitzende Frau" und„Zwei Mädchen“) und den schönen Arbeiten Robert Ittermanns („Knabe",„Mädchenbüste“) am bemerkenswertesten vertreten. Dr. Stf. Loos=Werther wirkte allein schon durch die stisch aufgedonnerte Type. krallSnagas Musik zeigt sich am echtesten noch in z. kräftigen„Fürther Tänzen“, die dem Ballett##n von Inge Herting ausgezeichnet eingerichtete, pracht. voll getanzte und stürmisch aufgenommene Einlage in Hauptakt sicherten. Wie das ganze Ensemble hat guc der im Spiel nicht sonderlich bewegt eingesetzte Chaim Stimmlichen sein Bestes, nur mußte auch er wie diSolisten bei Max Schultes wenig zurückhaltender musikalischer Leitung übermäßig viel Ton geben, Uneingeschränktes Lob verdienen die malerischen und reich. lich stimmungsvollen Bühnenbilder Erich Metzoldz die als charakteristisch echter Schauplatz den Eindru## des Abends wesentlich hoben.00 Das nicht ausverkaufte Haus— eine sonst bei der Operette nicht gewohnte Erscheinung— zeigte an, das man im Publikum dem ersten Operettenabend der Kz#. ner abwartend gegenüber steht. Indes nahmen die den, noch sehr zahlreichen Zuschauer den heiteren Abend froh gelaunt auf und zollten den drastischen Szenen, aber auch den gesanglich vortrefflichen Nummern lebhaftesten Beifall. 40gastesien Schwermann In einem Goldbergwerk in Südamerika wird noch in 2300 Meter Tiefe gearbeitet. Die Temperatur beträgt dort 50 Grad und man muß die zugeführte Frischluft durch besondere Kühlanlagen abkühlen. In einem oberschlesischen Bergwerk war die Temveratur in der Tiefe eines 2500 Meter erreichenden Bohrloches sogar 83 Grad. Der Münchener Komponist Professor Hans Pfitzner erlitt Montag bei einem Zusammenstoß zwischen einer Kraftdroschke und einer Straßenbahn in Charlotten, burg einen leichten Unfall. Hans Pfitzner, der in der Droschke saß, trug eine leichte Verletzung an der rechten Hand und eine kleine Schnittwunde am Kopf davon. „Wenn Liebe befiehlt Die Kölner Gäste in der Cperette 66 Man sagt, es sei die einzige Operette, die vom Kölner Ensemble in dieser Spielzeit zu erwarten sei.„Wenn Liebe befiehlt“— in diesem Fall die Liebe der Kölner zu ihrem neuesten Bühnenpartner—, hätte das einmalige, von vielen erwartete Geschenk etwas interessanter und schöner aufgeputzt ausfallen können. Wenn schon mal die Operettenhandlung in weit zurückliegender Zeit spielen soll— als die selige Stadtwache noch die Bürger schützte—, braucht deshalb die Fabel nicht ganz so naiv und ein wenig verworren dazu noch zu sein. Und wenn Josef Snaga schon nicht eine Operettenmusik im Stile jener Jahrhunderte schreiben konnte, gar so überlebt im Melodischen und„verklungen im Ton“ hatte man dieses vor einigen Jahren erst entstandene Werkchen nicht erwartet. weiteren Könnern ist Artur Erdle zu nennen, der bei ausgespartester farblicher Delikatesse! Ein humoriger Kern steckt schon im Stoff— die so für eine im Malerischen überzeugende geistige Haltung oft verulkte alte Miliz—, und wenn sich Erich Bormanns Regie dieses fraglos dankbaren und wirkungsvollen Objektes geschickter und einfallsreicher angenommen hätte, die Aufführung würde noch wesentlich anders gezündet haben, als es jetzt allein fast der famosen und lustig pointierten Darstellung Friedrich Schüttlers in der Bombenrolle des Feldwaibels Korbinian zu danken war. Er stand mit seiner grotesken, aber gekonnten schauspielerischen Leistung einigermaßen vereinsamt, und von den anderen Kräften, die dafür ihre anerkannten stimmlichen Qualitäten als Ausgleich ins Treffen führen konnten, waren noch Else Veith und Hubert Mertens die lebendigsten. Gewiß war es anderseits ein wirklicher Genuß, zwei so schönen, klingenden Stimmen wie der von Henny Neumann=Knapp und Heinrich Bensing zu lauschen, aber die Operette will nach der darstellerischen Seite ebenso überlegen behandelt sein. Richard Riedel sang seinen Kilian sehr gewinnend und Lotte Die erste große Kunstausstellung des Iserlohner Kulturkreises wurde in Iserlohn in Anwesenheit führender Persönlichkeiten des märkischen Sauerlandes und der Provinz Westfalen eröffnet. Allen Reden lag der Gedanke zu Grunde, daß man es freudig begrüße. daß Iserlohn als Mittelpunkt eines Kulturkreises des märkischen Sauerlandes das kulturelle Eigenleben der schöpferischen Kräfte der Heimat zusammenfassen und der Oeffentlichkeit zugänglich machen will. Außerordentliche Eindrücke vermittelte bei einem Gang durch die Ausstellung die starke Arbeit auch der jüngeren Künstler, die wohl neben den Altmeistern des Iserlohner Kulturkreises, Paul Oberhoff und Ludwig Muhrmann, bestehen können. Wie noch mitgeteilt wurde, soll dieser Ausstellung alljährlich eine gleiche umfassende folgen. Zur Studienfahrt Deutscher Akademiker, nach Süditalien, Sizilien, Tripolis und zurück über Tunis, Sardinien, Genua vom 2. bis 26. März sind Meldungen nur noch möglich bis spätestens 20. Februar, und zwar beim Leiter der Fahrt, Professor Kutscher, München 23, Antonienstraße 1. Ernst Wiechert las in den Räumen der Zweiastelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Paris aus seinen Werken vor. Geschichtstafel 11. Februar: 1873 wurde der Schriftsteller Rudolf Hans Bartsch in Graz geboren und zunächst Offizier, der sich seit 1904 als Erzählertalent von fesselndem Stimmungsreich= tum entwickelte. Seinken Dichterruhm begründete der Heimatroman„Zwölf aus Steiermark“, der Schubertroman„Schwammerl“ und besonders sein Novellenband„Das sterbende Rokoko". Wer ist der Ctune. triebnisse um Scotland Vardd 4 erzahlt von ese Kohlhofer 18) „Milton, die polizeiliche Auskunft über Sie gleicht einem schwarzen Buch. Sie waren schon einige Male Gast in englischen Gefängnissen, und ich werde versuchen, Ihnen wieder eine Aufenthaltsbewilligung zu verschaffen, diesmal aber der Abwechslung halber in einem Zuchthaus. Man nennt mich mit Recht den Blitz, denn ich schlage gern ein und...“ er unterbrach seine Rede und horchte.„Sie bekommen Besuch, Milton, die Schere hat wahrgesprochen!" Er begleitete ihn durch das Vorzimmer zur Wohnungstür, an die geklopft wurde. Es war Sergeant Gibbs, der sich sofort an den Kommissar wandte. „Captain!“ rief er hastig,„der Rapport ist da!" Sie gingen in das Zimmer zurück. „Stellen Sie sich an das Fenster, Milton, und wenden Sie sich erst um, wenn ich es Ihnen sage", befahl Gerson. „Sie haben kein Recht, mich so zu behandeln", begehrte dieser auf. Er ging aber trotz diesem Protest, wenn auch langsam, zu dem angedeuteten Platz, wodurch es den beiden Männern möglich war, sich ohne Ohrenzeugen zu unterhalten. „Nun berichten Sie, Gibbs!“ „Rollins hat angerufen" begann dieser mit gedämpfter Stimme,„das Mädchen wurde entführt. Als es das Haus verließ, stieg es in eine Kraftdroschke. Das haben ja auch die beiden Yardleute berichtet. Rollins setzte sich sofort hinterher und nahm an, daß er nicht bemerkt wurde. Die Fahrt ging stadtauswärts am Commercial=Road. Unglücklicherweise erlitt Rollins eine Panne, konnte aber, da er mit verdoppelter Geschwindigkeit nachsetzte, wieder Anschluß gewinnen. Das Auto hielt dann einmal kurz an. Rollins, der vorsichtigerweise eine respektablen Zwischenraum innehielt, war aber zu weit entfernt, um feststellen zu können, was los war, da es bereits zu dunkeln anfing. Erst später, als die Fahrt weiterging, kam er auf den Grund der Sache; die Kerle hatten nämlich, um für alle Fälle gesichert zu sein, Nagelbretter ausgelegt, wodurch auch Rollins' Maschine Plattfüße bekam. Er warf das Motorrad in den Straßengraben, säuberte schnell die Straße und lief zur nächsten Ortschaft, wo er mich anrief. Er hat auch von sich aus bereits die nächste Polizeistelle alarmiert. Nun wartet er am Apparat, bis er weitere Befehle bekommt.“ Obwohl es in Gerson stürmte hörte er den Sergeanten ohne Unterbrechung an. Für ihn war es gewiß, daß sich Johanne in der Gewalt des Grauen befand, und diese Gewißheit verwandelte ihn in einen brutalen, rücksichtslosen Menschen. „Gibbs“, befahl er,„lassen Sie sofort eine Bereitschaft mit Gewehren ausrücken. Es sollen Polizeihunde mitgenommen werden. Scheinwerfer und Leuchtraketen nicht vergessen. Setzen Sie Motorstreifen ein, und geben Sie Rollins Nachricht, er soll uns an der Stelle, wo ihn die Nagelbretter aufhielten, erwarten. Beordern Sie das Ueberfallkommando ebenfalls dorthin. Uns soll ein Polizeiwagen abholen. Telephonieren können Sie unten um die Ecke. Vergessen Sie nicht, die Führung soll Inspektor Hull übernehmen. Alles klar?" „Jawohl, Chef, das wird eine feine Sache!“ Gibbs verschwand schmunzelnd. „Milton!“ Der Angerufene wandte sich um. Gerson schritt auf ihn zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Milton, ich erkläre Sie für verhaftet. Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ich alles, was Sie nunmehr sagen, gegen Sie verwenden werde", erklärte er kalt. Milton war ein Feigling. Dieser Schlag traf ihn unerwartet und daher um so schwerer. Er hatte den Besuch des Kommissars für eine gewöhnliche Ermittlung angesehen und nie an einen derartigen Ausgang gedacht. Nun stand ihm der helle Schweiß auf der Stirn und in seinem Gesicht war nackte Angst zu lesen. „Sie können mich ohne Haftbefehl nicht mitnehmen", stieß er hervor.„Sie haben kein Recht dazu!“ „Schade, daß es im Gefängnis kein Beschwerdebuch gibt. Sie würden sich zu einem Märchenerzähler ausbilden. Wie sieht der Graue aus?“ Milton grübelte vor sich hin. „Reden Sie, es ist das Beste, was Sie in Ihrer Lage tun können“, mahnte Gerson eindringlich. „Ich weiß nichts!— Sie werden Ihre Voreiligkeit noch bereuen. Das Mädel ist gesund und unbehindert aus dem Haus gegangen, und wenn es nun nicht zurückkommt, ist das nicht meine Schuld. Das müßten Sie erst mal beweisen!" Der Kommissar richtete noch verschiedene Fragen an den Verhafteten, bekam aber stets nur ausweichende Antworten. „Ich habe es gut mit Ihnen gemeint, Milton, nun ist meine Geduld zu Ende. Nehmen Sie Mantel und Hut, und machen Sie sich fertig, Sie bekommen eine nette, zugängliche Begleitung!“ Von der Straße herauf klangen die Töne einer Polizeisirene. Gerson öffnete die Tür und ließ Gibbs und zwei weitere Beamte ein. „Nehmen Sie diesen Mann mit, er ist verhaftet!" befahl er den Yardleuten.„Die Anklage lautet auf Mordversuch. Hier“, er holte vorsichtig das Paket mit dem Telephonhörer aus der Tasche,„das soll auf Fingerabdrücke untersucht werden, und der Inhalt dieses Papiers“, er reichte den Beamten die eingewickelten Holzspäne, wird den Polizeichemiker interessieren. Bis morgen muß ich die Ergebnisse haben. Die Wohnung hier wird geschlossen und vorläufig versiegelt. Verstanden?“ Die beiden Männer nickten. „Dann los, Gibbs!“ Schnelligkeit und Entschlossenheit sind für die Londoner Polizei zwei selbstverständliche Begriffe. Der alarmierte Ueberfallwagen raste in einem Rekordtempo nach Stepnay, um dort am verlängerten Commercial= Road die östliche Ausfallstraße zu gewinnen. Voraus fuhren in Abständen etwa ein Dutzend Motorräder und Beiwagenmaschinen mit den Leuten des Streifendienstes. Ohne Aufenthalt ging die Fahrt weiter.— Verkehrsvorschriften existierten für die Lenker nicht—. und es gab keine Kurve, die nicht im eleganten Stil genommen wurde ohne dabei die Geschwindigkeit besonders herabzusetzen. Rollins Wartezeit wurde dadurch erheblich verkürzt, sein Stonpzeichen konnte schneller gegeben werden, als er gedacht hatte. Sergeant Gibbs bewies aber, daß er noch besser zu fahren verstand. Obwohl er in der Charlesstreet Aufenthalt nehmen mußte, kam er mit seinem Meilenfresser nicht viel später an der verabredeten Stelle an, als das Kommando. Ein kurzer Bericht Rollins' informierte Gerson noch vollständig über das Vorgefallene. Dadurch, daß das Auto als Mietdroschke getarnt war, wurden die Nachforschungen darüber wesentlich erleichtert. Der Kommissar setzte mit Ausnahme einiger Maschinen sofort den gesamten Streifendienst ein und mahnte die Leute, auf eine weitere Entfernung hin jede an der Hauptstraße liegende Ortschaft zu befahren und nachzufragen. ob ein Londoner Taxi durchgekommen sei. Seiner Ansicht nach waren die Entführer nicht auf der Hauptstraße geblieben, sondern in eine Seitenstraße abgebogen. Er selbst wollte daher mit dem übrigen Kommando langsam nachrücken und hoffte, auf diese Weise in nicht allzulanger Zeit auf eine Spur zu kommen oder von den vorausgesandten Mannschaften günstige Nachricht zu erhalten. „Rollins, ich lasse Sie mit zwei Streifen hier bei Ihrer beschädigten Maschine. Kontrollieren Sie jedes Fahrzeug, das in Richtung London passiert. Inspektor, geben Sie ihm eine Leuchtkugelpistole, wenn etwas faul ist, soll er rotes Licht abschießen.. Ich werde in der nächsten Ortschaft ein kleines Kommando postieren, das mit allen weiteren Niederlassungen an der Straße telephonische Verbindungen aufnimmt und so notfalls das Signal weitergeben kann. Haben Sie noch eine Frage?" Rollins salutierte. „Captain, ich möchte darauf hinweisen, daß ich der einzige bin, der vorkommendenfalls das Auto identifizieren kann. Dieser Fall kann sehr leicht eintreten.“ Gerson konnte sich diesem Argument nicht verschließen. „Es ist gut, Rollins, Sie fahren mit mir. Inspektor, stellen Sie einen anderen Mann ab. Jetzt aber vorwärts!" Die beiden Wagen setzten sich in Bewegung und hielten erst bei der nächsten Ortschaft, die ziemlich entfernt lag, an. Sie wurden bereits von der Ortspolizei erwartet. Gerson stellte einen Posten auf die Straße und gab die nötigen Anordnungen für den telephonischen Verständigungsverkehr. Er erhielt auch hier die erste Meldung, die allerdings ein negatives Resultat übermittelte. Von dem verfolgten Auto hatte man weder etwas gesehen noch gehört. Erst in der dritten Ortschaft war mehr zu erfahren. Hier war die Autodroschke gesehen worden und die übereinstimmenden Aussagen der Beobachter bewiesen, daß man sich auf der richtigen Fährte befand. Das Auto hatte die Ortschaft schnell durchfahren und war dann auf der Hauptstraße geblieben. Von hier ab fehlte jede Spur, und obwohl die Streifer wie die Wespen auf eine lange Strecke in jedes an der Straße liegende Dorf geschwirrt waren, schienen alle Bemühungen umsonst gewesen zu sein. Demnach mußte das Fahrzeug von der Ortschaft ab, in der man es zuletzt sah die Hauptstraße verlassen haben und in eine Seitenstraße eingebogen sein. „Da die Landstraße, namentlich in den Kurven, stellenweise noch Schnee trug, bestand die Möglichkeit, durch Reifenspuren einen sicheren Anhalt gewinnen zu können. Der Kommissar befahl daher den Streifern, in diese Kurven einzufahren. Er ging daran, die Straßenabzweigungen und Kreuzungen im Lichte starker Scheinwerfer auf etwaige Spuren hin zu untersuchen. Es war ein zeitraubendes Verfahren, und die Meinungen ob es sich in einigen Fällen um alte oder frische Reifeneindrücke handelte, gingen weit auseinander. Das bisherige Ergebnis war nicht besonders ermutigend aber Gerson blieb mit verbissenem Grimm bei dieser Arbeit, die durch verhältnismäßig wenig Abzweigungen auf einer immerhin beträchtlichen Strecke eine Erleichterung erfuhr. Bei einer fast rechtwinklig abgehenden Seitenstraße fand er eine stark ausgeprägte Spur, ein Zeichen, daß hier ein Wagen langsam eingebogen war. Gibhs mußte mit seinem Wagen unmittelbar neben dieser Svur einschwenken. Die dadurch hervorgerufenen Abdrücke unterschieden sich in keiner Weise von den bereits vorhandenen, mithin stand fest, daß vor nicht allzu langer Zeit hier ein Auto eingefahren war. Entschlossen setzte sich Gerson auf diese Spur. Ein Beamter dirigierte, auf dem vorderen Kotflügel des Ueberfallwagens sitzend, den Scheinwerfer zur Erde. Langsam rückte man nach. Da die Straße weder gepflastert noch geteert war, boten sich dem Auge immer wieder Anhaltspunkte, so daß die Fährte nicht verlorengehen konnte. Die Straße stieg nun sanft an; zu beiden Seiten tauchten Bäume und Sträucher auf und nun zweigte sich links ein nicht allzu breiter Weg ab, der auf eine Anhöhe führte. Hier konnte man infolge des weichen Bodens die Eindrücke so deutlich wahrnehmen, daß sogar das Muster des Pneumatiks erkenntlich wurde. „Licht aus!“ befahl der Kommissar. Der Gruppe hatten sich im letzten Dorf einige Ortspolizisten angeschlossen. An diese wandte sich Gerson und erkundigte sich wohin der Weg führte. „Die Anhöhe ist unbedeutend und führt in einen Wald“, unterrichtete ihn einer der Leute.„Vor Jahren gehörte dieses Terrain einem Londoner Sportklub, der in der Waldlichtung eine Halle errichten ließ. Ich hörte seinerzeit so etwas von Freikultur, aber der Betrieb ist schon lange eingestellt, und seit dieser Zeit kümmert sich kein Mensch mehr um den abgelegenen Bau, höchstens die Pennbrüder, wenn sie billig und sicher schlafen wollen. Der Weg hier mündet direkt in den früheren Sportwaldplatz ein!" 664 „Wir werden dort etwas Polizeigymnastit spielen“, bemerkte Gerson trocken.„Inspektor, teilen Sie Ihre Leute in eine Schwarmlinie ein, sie sollen rechts neben dem Weg vordringen. Die anderen“, er meinte damit die Streifer,„tasten sich links des Weges vor. Wie weit ist es bis zu dem Gebäude?" „Zu gehen eine knappe Viertelstunde!"„.. „Der Weg selbst wird nicht betreten. Ueberfallwagen und Motorräder bleiben unter Bewachung abseits der Straße stehen. Sobald das Haus auf Rufweite erreicht ist— über die Lichtung hinaus dar selbstverständlich nicht gegangen werden—, schließen Sie einen Kreis. Gibbs und Rollins kommen mit mir. Jede Gruppe nimmt einen Scheinwerfer mit. Die Hunde führen Sie, Inspektor. Machen Sie sich alle schußfertig. Sollten Sie auf einen Wachtposten stoßen, dann geräuschlos zu Boden mit ihm. Ich gehe zi meinen Leuten voraus, in drei Minuten folgt alles nach. Noch eine Frage?— Nicht!— Jede Aktion über meinen Befehl hinaus unterbleibt, sofern nicht besondere Umstände gegeben sind. Licht darf auf keinen Fall gemacht werden, denn wir haben es mit gefährlichen und mißtrauischen Burschen zu tun. Ihr Anführer ist der Graue!" „Ich werde ihn blau machen, wenn er mir unter die Hände gerät“ knurrte Sergeant Gibbs. Schade, daß man seine klobigen Fäuste in der Finsternis nicht sehen konnte. Gerson ging seinen Begleitern etwas voraus. Die ganze Aktion konnte auch ein Fehlschlag werden, denn die Reifenspur, der sie folgten, brauchte keineswegs von dem verfolgten Auto herzurühren, sie war vielleicht die Hinterlassenschaft eines harmlosen Kraftfahrers. Aber irgendein Gefühl in seinem Innern bestärkte ihn in der Vermutung, auf der richtigen Spur zu sein. 664 Der Kommissar stieß einen leisen Fluch ausih Fuß war an einen Stein gestoßen. Er hörte hinter sich verhalten kichern und bezog das auf sen Mißgeschick. Der Sergeant lachte aber aus einem anderen Grunde, er hatte so seine eigenen Gedanken für nächste Viertelstunde, und er dachte eben daran, Material seine Tasche barg, um seine Pläne in bit Tat umzusetzen.(Fortsetzung folgt) Willy Windisch spi des Zigarrenladens, d betreten h aus seiner friedigung aus seiner sorgsältig zusammenge senlotterie auf dem un Er war selbst zufr Peg zur Verabredung lauter Gewinnlisten.( Sollte er denn in gel, vinn, er denn I Pottersdorf& Co. bli Der Gedanke, das einmal anklopfen, mac Er sah alle Leute, di brauchte er nur in ganzen Knäuel gleichg markscheine herauszuh Straßenbahn gab er einen ganzen Groscher ansah und dann das weil sich der noble Fa Wie an jedem Ab Fritzi natürlich noch Normaluhr suchend 1 Heute war ihm d die Rechenexempel mi ungestört weiterspinne übergingen, erschienen Zahlen, wie die Zahl sicken, alten Herrn, d Rull in der Mitte de den Fuß trat und ih dabei freundlich anlät mußte dieser ihn sch sch in die Wirklichke Da war ja auch Laune. Kaum, daß si er sie begrüßte. Ins ihm das geradezu un Frauen. Die hochflie herz bewegen, vermög Auch im Kino b der zweite Akt des S es machen“ mit ein da platzte sie mit ih „Siehst du, auch gesagt, daß das ja di Verkehr, und daß di heiraten. „Ne, wer hat der Quatsch, Leute in un Willy war ehrlie einmal dieses Theme „Wieso— in u undzwanzig und ich zu früh ist, so könne sollen wir denn nick „Vom Heiraten ich mir wieder ein doch nicht meine gat Fritzi war sprac „Was machst du du was gewinnst?" Das war das: während das große wand von verschleud vermögen erzählte, legen seine Zukunfts dert Mark gewinnen keinen Fall sein— Freund Gustav die er ihm gepumpt ha Roman von Roland 40 Ich als ich d Da st ein Seil verzerrtes „Ett Er deutet er ist dur stürz:; eile ic vor K Hand, Tür. Eine 11 Nr. 35 7 Bochumer Anzeiger# Dienstag, 11. Februar 1936 Sweimal das Frosse Les Skigze von Wollgang Kraus Windisch sprang leichtfüßig von der Schwelle, auch gebrauchen und so würde sich schon manches fin ladens den er vor menigen Minuten noch den. Auch sie sollte natürlich was bekommen, hm— ein Zigarrentabens, den er vor wenigen Minuten noch zögernd betreten hatte, stieß dicke Wolken der Beiedigung aus seiner Zwölferzigarre und verwahrte das sargfältig zusammengefaltete Los der Preußischen Klaslatterie auf dem untersten Grunde seiner Brieftasche. Er war selbst zufrieden mit sich selbst und sah den zur Verabredung mit seiner Fritzi gepflastert mit sauter Gewinnlisten. Es mußte ihm doch einmal gelinSollte er denn immer und ewig junger Mann bei Faltersdorf& Co. bleibens Der Gedanke, das Glück müßte ooch auch bei iym einmal anklopfen, machte ihm den Kopf ganz wirbelig. ** re Leute die ihm entgegenkamen, so an, als Er sah aut Ltutt, vie uige enngegenkamen, hrauchte er nur in die Tasche zu greifen, um einen nzen Knäuel gleichgültig zusammengeballter Hundertmarkscheine herauszuholen, und dem Schaffner auf der Straßenbahn gab er mit vornehm abgewandtem Blick einen ganzen Groschen Trinkgeld, daß der ihn erstaunt ansah und dann das Geld schnell in die Tasche steckte weil sich der noble Fahrgast ja auch geirrt haben könnte. Wie an jedem Abend, wenn sie sich trafen, war die Fritzi natürlich noch nicht da, als er sich unter der Normaluhr suchend umblickte. Heute war ihm das gerade recht so. Nun konnte er die Rechenexempel mit den Ziffern seiner Losnummer ungestört weiterspinnen. Die Menschen, die an ihm vorübergingen, erschienen ihm selbst bald alle wie verkörperte Zchlen, wie die Zahlen seines Zochuzgaßd als er einem zte sie ihn immer schief ansehen. dicken, atten Herrn, der genau so aussah wie die runde müßte nie ihn immer schief Mitte der Nummerzahl ein paar Glacehandschuhe vielleicht.—— Aber wenn es das große Los wäre, dann würde er ein ganz feiner Mann werden. Eigenes Auto, Villa im Grunewald seidene Socken, Zigarren zu dreißig Pfennig——— „Und heiraten könntest du dann auch" warf Fritzi ein, ihre Person dabei listig aus dem Spiel lassend „Was du immer mit dem Heiraten hast. Ja, vielleicht auch das"—— Fritzi atmete hoffnungsvoll auf— „eine Frau, mit der ich mein Vermögen verdoppeln kann, das wäre schon was!“ Pfui, du bist abscheulich, und wo bleibe ich dann?“ „Ja, sieh mal, liebes Kind, ewig können wir ja doch nicht zusammenbleiben, und es ist doch besser so Willy suchte seine Zukunftspläne weiter auszuspinnen, aber Fritzi wollte nichts mehr davon hören. Sie war ganz einsilbig geworden, und als sie in die frische Luft traten, sagte sie, sie hätte Kopfschmerzen und wollte nach Hause. An dem Tage, als die Gewinnlisten herauskamen hatten sich Willy und Fritzi auf dem Wege ins Geschäft getroffen und gingen in aller Eile noch flink in den Zigarrenladen, um nach Willys erträumtem Gewinn zu gestimmt, und seine ihm nun endlich gewährte Gehaltserhöhung nahm er zum Anlaß, von der Zukunft zu reden. Fritzi hörte geduldig zu. Als er schließlich von „eigenem Herd" und„Familie" zu erzählen begann warf sie die Frage ein, wen er denn zur Erfüllung dieser Wünsche ausersehen habe. Dabei sah sie ihn scharf an. „Na, dich natürlich, wen denn sonst?“ meinte er Jetzt hielt sie es an der Zeit, von ihrem großen Los zu erzählen. Sie mußte alles dreimal wiederholen, bis er richtig verstanden hatte. „Aber, Kind“, rief er jubelnd,„dann bin ich ja %, Duße= fragte sse mit scharfer Betonung,„dus Nein, du nicht, aber ich.“.. Lonn Einz im 1 Willy sah sie entgeistert an, dann ging ihm langsam die Erkenntnis auf. Er sah sie zärtlich an, küßte ih rdie Hand— übrigens zum ersten Male, seit sie sich kannten— und sagte sanft:„Du Liebes du, dann können wir ja heiraten.“ „Das werde ich mir wohl noch sehr überlegen.“ „Waas??——— „Gewiß, jetzt kann ich ja einen Grafen bekommen oder einen Flieger, oder wen ich sonst will.“ Willy fiel aus den Wolken. Er beschwor sie, er bat sie, doch je mehr er auf sie einsprach, um so kühler und abweisender stellte sie sich. Als sie sich schließlich verabschieden wollten und Willy ganz klein und geknickt geworden war, da sagte sie mit schalkhaftem Lächeln: „Denk dir doch, wie schön, morgen brauchen wir nicht mehr ins Geschäft zu gehen.“ „Wir?“ versetzte er mit bösem Knurren,„du meinst Nein, ich meine wir“, betonte sie. Dann, als er sie zweifelnd ansah, rief sie:„Na, so komm doch her, du dummer Kerl, und gib mir'n Kuß. Es sieht's ja keiner. Und übrigens, wie wir das Geld am besten anlegen, wirst du als Kaufmann wohl wissen.“ So kam es, daß Willy Windisch hunderttausend Mark gewann, verlor und wieder gewann. Der wasseleieinen Nack einer wahren Gegebenkeit— Von Ernst Martini In Revier 9, Abteilung Röttgersbank, hatten die secben. Sie hatten bich lpaschen iu vHefraten gesagt Zeit ungebeure Wassermnengen hervordrangen und Strekbald er jetzt von seiner unwe zandelbaren Liebe sprach, Rul in der Mitte der Nummerzahr, aus Versehen auf den Fuß trat und ihn wie einen vertrauten Bekannten dabei freundlich anlächelte, statt sich zu entschuldigen, da mußte dieser ihn schon recht böse anknurren, damit er in die Wirklichkeit zurückfand. Da war ja auch schon die Fritzi. Und so schlechter Laune. Kaum, daß sie ihm die Fingerspitzen reichte, als rr sie begrüßte. In seiner freudigen Stimmung erschien ihm das geradezu unlogisch. Aber so sind nun einmal die Frauen. Die hochfliegenden Gedanken, die ein Männer= herz bewegen, vermögen sie nicht zu erfassen. Auch im Kino blieb Fritzi sehr einsilbig. Erst als der zweite Akt des Schlagerlustspiels„Wie die Männer es machen“ mit einer unerwarteten Verlobung schloß da platzte sie mit ihrem Kummer heraus. „Siehst du, auch im Geschäft haben sie es mir alle gesagt, daß das ja doch nur Spielerei für dich ist, unser Verkehr, und daß du gar nicht daran denkst, mich zu eiraten.. 41 gsfaat8 Heiraten fe „Ne, wer hat denn das auch gesagt: Heiraten, so'n Quatsch, Leute in unserem Alter und heiraten——“ Willy war ehrlich entrüstet, aber Fritzi hatte nun einmal dieses Thema aufgefangen und ließ nicht locker „Wieso— in unserem Alter nicht? Du bist fünfundzwanzig und ich neunzehn, und wenn dir das noch zu früh ist, so können wir ja auch warten, aber warum sollen wir denn nicht davon reden?" „Vom Heiraten? Gottvoll! Ausgerechnet jetzt, wo ich mir wieder ein Los gekauft habe. Ich werde mir doch nicht meine ganze Zukunft verderben.“ Fritzi war sprachlos. „Was machst du denn mit dem vielen Geld, wenn iu was gewinnst!?“.. I##. Das war das richtige Stichwort für Willy, und während das große Drama auf der flimmernden Leinwand von verschleuderten und wieder erworbenen Riesenvermögen erzählte, entwickelte er gönnerhaft und überlegen seine Zukunftspläne. Also, wenn er nur dreihundert Mark gewinnen sollte— weniger würde es ja auf keinen Fall sein—, dann würde er zunächst seinem Freund Gustav die zwölf Mark fünfzig wiedergeben, die er ihm gepumpt hatte. Einen neuen Anzug könnte er wandelten. Von den gefährdeten Knappen hatten die meisten im Agarentoden vrichte be„läch fiegte, die Lisie sig Leute waren jedoch noch unten und wurken. ven Markes“ fragse der Verfäuser)te Kugppen rettungslos verloren. esbA bue un Aude aun unb euhnr hung, Aen der iaden Bufehagnr Bie-, Cfäce: Kasten prifsend in die Hand, inden er die Ziehungsliste hrachte noch heraus, was sie konnte, war jedoch alein seden die anderen tegte. ,. gach de. Uhr nicht im Stande, das weitere Ansteigen des Wassers Fritzi mahnte zur Eile, Wily say nach der.); zu verhindern. Es blieb darum keine andere Möglichgriff hastig nach der Liste, nahm aber aus Versehen die keit als dei untere Pumpe wieder in Gang zu bringen vom Roten Kreuz und überflog die Zahlenreihen. F5 Aber wies— das war die bange Frage. Betriebsfühtiefer er von den großen Gewinnen herabstieg, um 19 rer Hülsebeck hatte bald die Antwort darauf„Taucher“, sagte er und schickte zur nahen Bergschule mit enttäuschter wurde sein Gesicht, und als er seine Num= cher“, fagte er'st mer schließlich mit funf Mark ausgezeichnet fand, reichte der Bitte um eine Taucherausrustung er mit schnellem Entschluh do,,Hos der Briksthon langel Als diese besorgt war, machte er sich selbst für die „Hier, meine liebe Fritzi, sch wolte dir sor;—.y,„ Lrzrbeist fertig. Selbst wolle er in den gurgelnden mal eine Freude machen., Es lind zwar nur fünf Mork Schland hinabsteigen, um die Pumpe wieder in Veaber du siehst, Fortuna ist wieder launisch gewesen. Jo, wegung zu setzen und die dreißig gefährdeten Knappen se uind nun einmal die Weiber.——— zu retten. Das hielt er für seine Pflicht als BetriebsAls Fritzi sich ihre fünf Mark abholen wollte, reichte führer. Die Warnung seiner Beamten und das Anerbieihr der Beamte der Lotteriekommission plötzlich die Hand ten des Maschinensteigers, für ihn das Wagnis zu unherüber und sagte möglichst laut, damit es recht herzlich tna#men wies— zurns. klingen sollte:„Ich gratuliere auch, Fräulein!“ „Wozu?“ fragte sie erstaunt. ist das denn kein Grund zum Gratulieren, wenn man hundert Mille gewonnen hat?“ „Hunderttausend Mark?"„„ igten 6att. Es dauerte lange, bis Fritzi alles begriffen hatte sie kramte in sämtlichen Fächern der Erinnerung, und schließlich kam sie zu der Erkenntnis, daß Willy sich in den Listen versehen haben mußte. Würde der sich Tch bein, ie Kelbst vor /e, iat, Air Henigk resie sitzerin, dem Willy gehörte ja ternehmen, wies er zuruak:„Helft mir lieber, daß ich in meine Ausrüstung komme!“ sagte er;„denn Ihr wißt doch, daß es die höchste Zeit ist. Oder sollen die bedrohten Knappen wie Ratten elendiglich ersaufen? Bald darauf stand Betriebsführer Hülsebeck tauchfertig da. Der Obersteiger übernahm die Aufsicht über die Tauchpumpe, der Maschinensteiger mußte den Betriebsführer in den kleinen Fahrschacht hinunter bis auf den Wasserspiegel begleiten. Während der Betriebsführer nun in die schwarze, brodelnde Masse hinunterstieg, hatte der Maschinensteiger die Aufgabe, den Luftschlauch und das Leitseil vorsichtig nachzuziehen. Der Taucher mußte sich auf seinen Orientierungsdavon. Ihr fieberte der Kovi vor Freude,#.u gat, sinn verlasn, da die schlammige Flut eine DurchleuchBilh, sett folft du mal sehen, wie das mit vemn.. ung mit der elektrischen Lampe unnäglich machte. eerteipieten und dem Pevo Miay zusammentraf, konnte Vorsichtig alles angeschwemmte Gerümper wegräuIm an das Ablaßventil zu kommen mußte er jedoch vorher ein Eisengitter, das als Schutz für Unberufene um die Wasserhaltung gezogen war, übersteigen. Nachdem auch dies Hindernis konnte er endlich das Anlaßventil greifen, das die Rettung bringen sollte. Nicht lange dauerte es, da konnte man das Wasser gurgelnd in der wärts steigen hören. Eine unsägliche Freude überkam Betriebsführer Hülsebeck, er sah die gefährdeten Knappen schon gerettet. Als man oben hörte, daß die untere Pumpe lief, atmeten alle erleichtert auf, und freudig gedachten sie des wackeren Betriebsführers, der dies Wagnis ausgeDoch plötzlich— ein Ruck, und die den Taucher bedienende Pumpe fiel um. Entsetzt schrie der unten im Fahrschacht stehende Maschinensteiger auf; denn er hatte nach dem Ruck nur noch die losen Enden des Schlauches und des Leitseiles in der Hand. Die Luftzufuhr war abgeschnitten, der Taucher schwebte in der größten Lebensgefahr. Was war geschehen? Nachdem der Betriebsführer die Wasserhaltung in Gang gesetzt, und sich danach vorsichtig über das Gitter hinweg auf den Rückweg begeben wollte, wurde er durch einen furchtbaren Ruck zurückgeworfen, und sofort drang Wasser in seinen Taucheranzug. Die große Gefahr erkennend, in der er sich befand, wollte der Betriebsführer trotzdem versuchen, nach dem rettenden Fahrschacht zu gelangen, doch es ging nicht, das Leitseil hielt ihn fest. Der auf dem Wasser schwimmende Luftschlauch und das Leitseil waren der Maschine zu nahe gekommen, von dieser erfaßt und augenblicklich auseinander gerissen worden. Der Schlauch ward unmittelbar am Taucherhelm von diesem getrennt. Hier drang darum auch das Wasser in den Taucheranzug. Das Seilende, das den Taucher festhielt, hatte sich in der Maschine verstrickt und ließ ihn nun nicht mehr los. Betriebsführer Hülsebeck war unrettbar verloren. Schon stellten sich Atmungsbeschwerden ein, da die Lebensluft abgeschnitten war. Alle standen sie auf einmal vor ihm, die Gefährten seines Lebensglücks und=leids, die ihn jetzt in ihren Kreis aufnehmen würden. Er sah aber auch die dreißig gefährdeten Knappen, die jetzt gerettet waren. Und dann sah er—— nichts mehr. Ein mehrmaliges Aufbäumen des erstickenden Körpers, ein Zittern— und Betriebsführer Hülsebecks Bergmannsschicksal hatte sich erfüllt. Ein Heldenleben der Pflicht war ausgelöscht. ne Verzauderten Boman von Aoland Petsch 40 Ich komme spät nach Hause, es wird schon dunkel, als ich den Karren auf den Gutshof schiebe. Da stolpert mir der Dachkandel entgegen; hager wie ein Seil schwankt er auf mich zu und macht ein angstverzerrtes Gesicht. Mir ahnt nichts Gutes. „Was ist denn los?“ Etwas Furchtbares ist geschehen!“ Er stottert und bringt es nicht heraus, mit der Hand deutet er nach rückwärts. „Was denn, so rede doch!“ „Hurrle—— Hurrle——“ „Was, zum Teufel, ist mit Hurrle?" „Gesturzt! Vom Dach gestürzt!" Getürzt“!:„ 21.13 besehigen und „Er woll—— wollte—— Ziegel besestigen und ist durch die obere Luke auf den Scheunenboden gestürzt.“ „Und jetzt, wo ist er? Sag' doch, wo ist er?“ „In seiner Kammer. Oh, es steht schlimm mit ihm. Sie holen den Arzt. Schlimm steht es.“ Ich höre nicht mehr auf ihn; gejagt von Schrecken, elle ich über die Treppe hinauf und sehe zwei Knechte Hurrles Zimmertür stehen. Sie winken mit der Land, ich möchte leise sein, und öffnen behutsam die Tür. „Der macht's nicht mehr lange“, sagt einer der Knechte im Flüsterton. „. Ich trete ein. Schon ist es dunkel im kleinen Raum. Eine Kerze brennt. Es riecht nach Karbol. Da liegt Hurrle im Bett. Das trübe Licht der fällt über sein bleiches Gesicht. Er hat die Augen Leschlossen und über seine Züge läuft ein schmerzliches Hücken. Der Kopf ist verbunden, ich sehe das Blut feucht durch die dicke Mullbinde sickern. „Hurrle!“ sage ich leise und bin tief erschüttert. Kürrle, alter Kollege und Tippelbruder, was ist denn geschehen?“ Einen Stuhl rücke ich ans Bett und beuge mich en ihm nieder. Er öffnet langsam die Augen, es sind nude, glanzlose Augen, blau und grau umrandet; oh, ens ist ein anderer Hurrle, der hier liegt, ein trostloser durrle, aus den das Leben fliehen will. Ich fasse seine Hand, sie fühlt sich feucht und fettig an. =Hugo Hurrle“, sage ich und die Tränen stürzen aus meinen Augen. d# schaut mich glanzlos an, ein wenig wendet er n Kopf und versucht, mit Anstrengung zu sprechen. End; nit ist es aus, Bierbrauer Fabian. Es geht Ich spiele meine große Rolle; der Tod ist Partner.“ „Hurrle, verzage nicht, du wirst gerettet.“„ Ungläubig bewegt er den Kopf; sein Atem rochett, Rein, nein. Es ist aus, glaube mir. Da ist man durch die ganze Welt gewandert, hinter Glück und Beutelratten her, über Meer und Gebirge, weiß der Teufel, welchem Phantom nach. Mit dem Abenteuer stand man auf du und du und war nicht selten in Lebensgefahr. Durch Busch und Steppe, durch Sturm und Fiebersümpfe, und dennoch immer heil davongekommen. Diese ganze komische Erdkugel hat man nur so quasi in der Westentasche getragen und jetzt— o erbärmliches Komödiantenschicksal!— jetzt fällt man zu Hause vom Dach und geht dahin.“ Die letzten Worte versinken halb im erschöpften Röcheln; ein feines Pfeifen kommt aus der Lunge. Da sitze ich vor dem alten Freund und merke, wi sehr er mir ans Herz gewachsen ist. Nun die Gefahr vorhanden ist, daß er von mir geht, fühle ich erst, wie fest ich mit ihm verwachsen bin. „Hurrle, tröste dich, es wird alles wieder gut. „Kein Trost, Lieber. Das fühlt man, glaube mir, das fühlt man deutlsch..zt Hu:.i, Er tastet nach meiner Hand und schließt eine Weile die Augen. Ich wende mich und sehe hinter mir im schattenhaften Raum das Gesinde stehen, eine schwarze, stumme Gemeinde, die keinen Laut von sich gibt. „War eine schöne Wanderschaft, was, Fabian?“ Er redet mit geschlossenen Augen und lächelt selig vor sich hin.„Haben manches Abenteuer erlebt, und einmal haben sie mir Joe Purie, so, danals i..igunesiestanben „Wir haben aber immer treu zusammengestanden, Sel, Vov= gurkise, 1a. „Und dann—— mir brennt es die Kehle aus; gib mir einen Schluck Wasser!" Mit Anstrengung hebe ich ihn hoch und flöße ihn isser ein. Er sinkt zurück und muß husten. Dann Henkersmahlzeit. Was verlangte er, der Galgenvogel? Frischen Spargel verlangte er, und man war mitten im Winter." Hört den unsterblichen Flausenmacher, da kann er es, den Tod vor Augen, nicht lassen, seine Späße zu „Weißt du“, fuhr er fort,„noch nicht lange her, da habe ich das Leichenhuhn gemacht, und jetzt—— o Gott, es ist so schwer, zu sterben, es gibt zu viele gute Rollen auf der Welt. Eines muß ich dir sagen, verliebter Grünling, schön war's nicht von dir, nein, es war wirklich nicht schön—— „Was denn, Hurrle, was?"„„ „Daß du mir den Trick mit dem Kreidepunktchen —— ich wußte doch nicht——“. Ta ta ta! Jetzt ist es zu spät.“ Ich bin entsetzt und zerknirscht. Ich Elender, warum habe ich ihn so zappeln lassen! Warum wollte ich nur immer allein glänzen mit meinem Hexenstück! Hurrle, ich wollte gewiß nicht—“ u.. „Ja, jetzt ist es zu spät. Jetzt könnte ich es nur noch mit in die ewigen Jagdgründe hinübernehmen und Petrus, den himmlischen Penneboos, in Erstaunen Wieder Stille. Die Kerze flackert trübe, es liegt eine schwere und düstere Stimmung in der kleinen Hurrle hat wieder meine Hand gefaßt; das Gesicht wachsbleich und die Lippen werden schmal. Mit geich nach hinten tar den prosentrugz umgelegt und mich schlossenen Augen spricht er mehr zu sich selbst. Minna ins Gymnasium gebracht. gzzz,„„Wenn du es mir doch noch sagen wolltest, wer weiß, Gasthaus zur E½, wie es drüben in der andern Welt aussieht,— am Ende könnte man es doch einmal gut gebrauchen.“ „Oh, Hurrle, ich will dir's gern sagen. „Ja, ich danke dir, wenn du es mir sagst. Es ist wohl mein letzter Wunsch, den ich an dich habe.“ Mir brechen die Tränen aus den Augen, kaum kann ich sprechen vor Weh und Erschütterung. „Hurrle!" flüstere ich nah an seinem Gesicht, ie nul!“„ 16 Ich—— hore—— schon——“ „Du mußt dir vorher unbemerkt—— hörst du vich.—— böre—— — vorher unbemerkt etwas Kreide auf den Nagel des linken Ringfingers bringen. Wenn du die flache Hand zeigst, kann man diese Kreide auf dem Fingernagel nicht sehen. Nun machst du, kurz bevor du die flache Hand unter den Tisch schiebst, eine Faust, dann preßt sich die Kreide des Nagels auf die innere Handfläche und bleibt dort haften. Hast du mich verkanden““.... Gm u Da stößt Hugo Hurrle kissen und Bettdecke beiseite, reißt sich die blutige Binde vom Kopf, macht einen Satz aus dem Bett und steht in Unterhosen vor mir. Wageei—„tück lieot er Hi.„ galbs“ f. „Lommt der Arzt balor frage##f, uun f. „Ist unterwegs. Der Herr Baron holl ihn im Hurrle öffnet wieder die Augen; 9 Gott, diese Augen sind schon halb gebrochen; es ist kein klares Schauen mehr in diesen Augen. „Komm heran, Junker Tobias. He hee, Frau W .“: Wein! Du bist es, Stephan.“ tin, ein Stubchen „Du mußt still liegen, Hugo.„ng#. Teufel, „Warst immer nett, Stephan, hols per Teufel Jetzt geht es zu Ende mit mir. Nichts übers Theater, Stephan, nichts über einen guten Komödianten!“ „Hurrle, kann ich irgend etwas für dich tun? Hast du einen Wunsch, oder eine Bitte, oder willst du „Ta ta ta, letzter Wunsch, hes Letzter Wunsch, Henkersmahlzeit, wie? Ich bin doch kein Verurteiter. ich stehe doch nicht vor dem Beil. Da war doch mal ein Schwerverbrecher, dem hatte man kurz vorm Schafott noch einen Wunsch freigestellt, eine Hinter mir ein brausendes Gelächter, daß alle Wände „Abgeschminckt!“ ruft Hurrle, nimmt ein Tuch und reibt sich den Tod aus dem Gesicht. Oh, der abgefeimte Schurke, der unselige Komödiant; da hat er mich jetzt also doch überlistet. Der Satan und Rollenjäger, der geschminkte Strauchritter, da hat er Tod und Sterben, Blut und Knochenbruch gespielt, nur um mir schnöde und diebeslüstern mein Geheimnis zu entlocken. Und das ganze mistduftende Stall= und Scheunengesindel hat Statistenrollen gespielt. Da ist ein wilder Aufruhr in der Kammer. Sie lachen und johlen und schreien, es herrscht eine unbändige Lust und Heiterkeit. „Geh!“ rufe ich und werde nun auch pathetisch, „geh aus meinen Augen und tauche in des Teufels Bohnensuppe! Und das sage ich dir: ich will aller Welt das Kunststück mit dem Kreidepünktchen verkünden; jawohl, die ganze Menschheit soll es erfahren, damit nur du nicht mehr damit glänzen kannst. Die„Zeitungen sollen es drucken in allen Sprachen, die Weuen des Rundfunks sollen es verbreiten und niemand soll sein auf dieser Welt, den du Seelendieb noch damit zum Staunen bringen kannst!" Und während Hurrle sich noch den letzten kampf von den Augendeckeln wischt, verlasse ich hoch erhobenen Hauptes das karbolstinkende Sterbezimmer des Komödianten. Ernsthaftes Intermezze Roggen, Weizen und Gerste sind eingefahren, die Luft schwingt vom Brummen der Dreschmaschine. Bald wird der Wind über die Haferstoppeln gehen. Lange war ich wütend auf Hurrle, aber wer kann denn diesem Sprüngemacher böse sein. „Weißt du, Bierbrauer“, sagt er ruhig und grient, das ist eben praktische Schauspielkunst; und jeder Mensch ist zu etwas Höherem geboren.“ „Du mußt dir angewöhnen, deine grauen Hirngespinste andern Menschen aufzuhängen. Ich bin kein Zigeuner und eigne mich nicht dazu, deine Bären zu führen. Du schwindelst Gott und die Welt an und ich wundere mich nicht, wenn der Teufel vor dir Reißaus Schwindeln, meinst dus Bitte, wer schwindelt denn? Laß dir enthüllen, daß du selbst ein geradezu abgefeimter Schwindler bist. Warum läufst du denn als Bierbrauer Flox durch deine landwirtschaftlichen Tage und verdrehst einem Baronsabkömmling den Kopf und mir den Magen?" „Das weißt du ganz genau. Kilian Baudendistel, der Mann mit dem Hufeisenmagneten, die Zykade, die vom Wind davongetragen wird, hat mir diese Wiedergeburt verschafft, weil ich sie brauchte. Du hast selbst gesagt, daß ich als Stephan von der Wieden beim Tippeln wenig Glück haben würde.“ „Stimmt, jawohl. Wenn man so veilchenblau dahinwandelt, wirft einem kein Dorfmetzger einen Därmling „Ausgezeichnet habe ich dich verstanden. Herzlichen nach Du wirst im Leben kein rechter Fahrer.„ Dank. Der Petrus wird sich freuen und sämtliche Halle.„Kümmere dich bitte nicht um meing, Gefähl lujgengel auch!“ SL 44% vtcku ( n 6 11 ahee #4 Seite 12 Nr. 35 7 Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 11. Februar 1936 Nachrichten aus Groß=Bochum Kleine Aneirungen aus den=Sialdnenen Stadtteil Grumme=Böde Verpflichtung in der Frauenschaft. Im festlich geschmückten Burrackschen Saal fand die Verpflichtungsfeier der NS.=Frauenschaft Vöde statt, die sehr stark besucht war. Insgesamt wurden 115 Frauen verpflichtet. Die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Goebbels hielt eine Ansprache, in der sie von der Wichtigkeit und Notwendigkeit des Dienstes gerade der deutschen Frau an Familie und Volk sprach. Die Ortsfrauenschaftsleiterin Frau Kahre unterstrich die mahnenden Ausführungen ihrer Vorrednerin. Die Singschar umrahmte die Feier mit ansprechenden Darbietungen, Gedichte, Sovransoli und Duette fanden den Beifall aller Besucher. Winterfest der Grummer Kleingärtner. Der Kleingartenverein„Am Böckenbusch, Bochum=Grumme, wartete am Sonntag abend mit dem ersten Winterfest seit Bestehen des Vereins auf, das sich zu einem vollen Erfolg gestaltete. Der Saalbau Goecke erwies sich als viel Augenverletzung zuzog, die seine Ueberführung in das Elisabeth=Hospital notwendig machte. Stadtteil Laer In gesegnetem Alter. Bei ausgezeichneter Gesundheit und geistiger Frische vollendet der Lokomotivführer i. R. Friedrich Schmidt, Laerfeldstraße la, sein 78. Lebensjahr. Zu Laer geboren, hat das Geburtstagskind sein ganzes Leben am Orte zugebracht. Vor vier Jahren verlor er die Gattin durch den Tod. Von sechs Kindern leben noch zwei Söhne, einer starb den Heldentod im großen Völkerringen. 14 Jahre lang gehörte Sch. der evangelischen Kirchenvertretung an, er zu klein und darum mußten viele wieder umkehren, da ist auch ein langjähriges Mitglied des Evangelisch=kirch= lichen Männerdienstes und der Krieger= und Landwehrkameradschaft. Der Hochbetagte ist noch sehr rüstig. Seine Pfeife hält er ständig unter Dampf, wie früher seine Lokomotive. Als Fruhaufsteher steckt er sich schon 6 Uhr morgens sein Pfeifchen an und wartet mit Unkein Platz mehr vorhanden war. Vorsitzender Roter mund betonte in seiner Ansprache, daß der Verein sich in seinem einjährigen Bestehen sehr gut entwickelt habe, und daß sich die Gartenanlagen des Vereins heute mit allen in ganz Bochum gut messen könnten. Stehend brachte die Festgemeinde dann ein dreifaches Sieg=Heil auf unseren Führer Adolf Hitler aus. Im weiteren Verlauf des Festes wechselten Musikdarbietungen, gemeinsam gesungene Lieder und lustige Vorträge des Mitgliedes Wodmann miteinander ab. Im Mittelpunkt des Festes stand neben einer großen Verlosung großartiger Gewinne ein Tanzkränzchen. Arg verletzt. Erheblich auf seiner Arbeitsstelle durch einen Unfall verletzt wurde der 32jährige Montageschlosser Ewald., Josephinenstraße. Er wurde dem Augusta=Krankenhause zugeführt. Stadtteil Hiltrop Winterleid. Auf dem Gysenberger Mühlenteich kam am Samstag nachmittag der Schüler Otto Th. aus der Constantin=Kolonie beim Schlittschuhlaufen zu Fall und brach das linke Schienbein. Man brachte den Jungen ins Krankenhaus zu Börnig. geduld auf den„B..“, den er seit seinem Bestehen liest. Den unsere bei. vielen Glückwünschen fügen wir auch Trauerfeier. Am Mittwoch findet, um 20 Uhr beginnend, im Parteilokal Römerhalle eine Trauerfeier für den ermordeten Landesgruppenleiter der Schweiz, Pa. Gutloff, statt. Jahreshauptversammlung ab die Dr. Pöpping= haus eröffnete und leitete. Jahres= und Kassenbericht wiesen eine innere Stabilität auf und wurden einstimmig von der Versammlung genehmigt. Eingehender Bericht wurde über das Fechtwesen gegeben, das besonders im abgelaufenen Jahr von der Garde=Kameradschaft gefördert worden ist. personalnachrichten Die Witwe Friedrich Gräfkes, Rottstraße 8. k. ging in körperlicher und geistiger Rüstigkeit und ihren 80. Geburtstag. Eine zahlreiche Nachkommen schaft, Kinder, Enkel und Urenkel konnten der Haß, betagten zu ihrem Ehrentag ihre Glückwünsche darhr Im####gen. Ihr Mann wurde ihr erst in den letzten Jahren Die ehemaligen Kriegsgefangenen tagten. Im Ver= durch den Tod entrissen. einsheim Grollmann fanden sich die Kameraden zum Monatsappell vollzählig ein, den Kameradschaftsführer Dütting eröffnete und leitete. Die wichtige Tagesschnell abgewickelt; ein##mütliches Beiordnung, wurpe, schneu abgewicelt, ein gemütliches sammensein schloß sich an. Unterhaltungsabend. Der Allgemeine Eisenbahnverein Langendreer hatte seine älteren Mitglieder am Sonntag in den Grollmannschen Saal zu einem gut vorbereiteten Unterhaltungsabend eingeladen. Der große Saal war voll besetzt, als Vereinsführer Reichsbahnamtmann Homeier„herzliche„Grußworte an die Erschienenen sprach. Im Mittelpunn des glänzend und abwechslungsreich verlaufenen Abends stand die mehraktige Aufführung„Das Hollandmädel" durch den Theaterverein Westfalia=Sanssouci, die großen Anklang fand. Gesang und humoristische Vorträge füllten den Rest des Abends angenehm aus. Der Invalide Julius Ronsdorf, Klosterstraße feiert bei bester Gesundheit seinen 77. Geburtstag. a: ist gebürtiger Bochumer. Im November vorigen Jak. res konnte er mit seiner Gattin die goldene Hochzeie feiern Vom 22. April 1873 bis zum 29. Dezemb1924 war er beim Bochumer Verein beschäftigt. der Ehe gingen neun Kinder hervor, von denen vier in der Jugend gestorben sind und ein Sohn im West, krieg gefallen ist.— Welz .=Volkswohlfahrt. In de eine Werbeaktion durchgeführt. Die Blockwalter der NSV. werden die Volksgenossen besuchen und Anmeldungen entgegennehmen. Bund deutscher Osten. Am Sonntag fand im Vereinslokal eine sehr gut besuchte Versammlung der Ortsgruppe Laer statt, die vom stellvertretenden Vereinsleiter Diebowski geleitet wurde. Bis zum 1. März strage um Verleihung, der Abstimyauen; genannten Vereine, eine gemeinigme Schlagausstellung vom Kassenwart Adolf Pullwitt, Haoren. ab 21 Schlage steuten je sechs ihrer pesten Tiere aus, raße, entgegengenommen. Bis einschließlich“„ gemeinsame Punkte fur die Sieger ausschlag500 Bergjungleute der Langendreer=Werner Schachtanlagen traten am Sonntag zum Reichsberufswet kampf an. Am Sonntag wurde in Langendreer=Werne der große Leistungswettkampf der deutschen Jugend fortgesetzt. Auf den einzelnen Schachtanlagen hatten sich rund 500 Bergjungleute eingefunden, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Es war das gleiche Bild wie auf den Schachtanlagen im übrigen Groß=Bochum, worüber in der Montagsnummer berichtet wurde. Stadtteil Weitmar Gemeinsame Ausstellung des B3V. Rote Erde 01486 und B3V. Westfalengruß 04879 Bochum=West. Im 80 Jahre alt Heute wird die Witwe Heinrich Hoffmann, geb. Kitzhöfer, 80 Jahre alt. Sie ist am 11. Februar 1856 in Hoppele (Kreis Brilon) geboren. Ihr Mann und vier Kinder sind ihr im Tode vorangegangen, sechs Kinder leben noch. Ihren Lebensabend verbringt sie bei ihren jüngsten Kindern, dem Sohn Bernhard und der Tochter Emilie, Frau August Bruttel, Bochum, Querenburger Straße 1. Lokale Theo Hornstadt(vorm. Fr. Marx), hielten werden Anträge ehrennadel scheider„Straße, entgegengenommen. Bis einschließlich deren gemeinsame Punkte für, die Sieger ausschlagNonat Mai werden Landsleute bis zum 45. Lebensjahre gebend waren. Die Preisverteitung ergab: 1. Sieger Stadtteil Bergen Böser Unfall. Auf der Schultenstraße glitt der Rutschenmeister Karl B. aus Herne auf einer Schlinderbahn, die Kinder hergerichtet hatten, aus. Durch den heftigen Sturz erlitt er einen Fußknöchelbruch, Beckenund andere Verletzungen und mußte dem Evangelischen Krankenhaus in Herne zugeführt werden. Stadtteil Gertbe Kameradschaftsabend. Die Kriegerkameradschaft Bochum=Gerthe hatte am Samstag abend ihre MitglieMusikstücke des Cremerschen Streichorchesters leiteten den Abend ein. Nach einigen Fanfarenmärschen des Jungvolks und einem vom Kameraden Koerdt verfaßten Vorspruch hielt Kameradschaftsführer Schulte sie Begrüßungsansprache, in der er den Kameradschaftsgedanken in den Vordergrund stellte. Das Treuegelöbnis zum Führer und Vaterland klang in einem freifachen Sieg=Heil, dem Deutschland= und dem Horft=Wessel=Lied aus. In dem unterhaltenden Teil des Abends fanden die unter Leitung von Fräulein Bolte von Kindern der Mitglieder dargebotenen heiteren Tanzspiele und der Matrosentanz besonderen Anklang. Verschiedene Darbietungen heiterer Art und gemeinschaftlich gesungene Lieder schafften eine fröhNach Abwicklung des reichhaltigen R liche Unterhaltung. Programms kamen Recht. die Tanzlustigen zu ihrem Stadtteil Harpen Unterstützungsgelder. lder. Die halbmonatlichen Unterstützungsgelder für die Wohlfahrtserwerbslosenempfänger werden am Freitag, 14. Februar, für die 2. Haiste des Monats Februar, am Freitag, 28. Februar, für die 1. Hälfte des Monats März bei der Kasse der Verwaltungsstelle in Gerthe, Heinrichstraße, vormittags von 8 bis.15 Uhr, für die männlichen Personen und vormittags von.15 bis.30 Uhr, für die weiblichen Personen ausgezahlt. Die Stempelung und Nachprüfung der Ausweise wird an den vorgenannten Zahltagen bei der Verwaltungsstelle Harpen vormittags von.30 bis.30 Uhr vorgenommen.— Die Unterstützungen für die monatlichen Spendenempfänger, die am 1. jedes Monats fällig geworden sind, werden nunmehr am Samstag, 15. Februar, vormittags von 9 bis 11 Uhr, im kleinen Saale des städtischen Verwaltungsgebäudes ausgezahlt. An diesem Tage können auch die Harpener Volksgenossen die Einkommen=, Haus= und Grundvermögen sowie Kirchensteuern und andere Abgaben, die bisher fällig geworden sind, entrichten. ohne Eintrittsgeld ausgenommen. Die Mitglieder werden mit Saatkartoffeln aus der Heimat beliefert. Anmeldetage sind am 26. Februar, 7. März, 28. März und 8. April um 17 Uhr im Vereinslokal. Stadtteil Werne dieser Woche, (Herbede) im Erziehungsvorträge. Am Mittwoch 12. Februar, spricht Pfarrer, Richter## Evangelischen Gemeindehause in zwei wichtigen evangelischen Erziehungsvorträgen. Wegen der Bedeutung der Fragen evangelischer Erziehung fallen alle Frauenhilfsstunden in dieser Woche aus. Die Frauenhilfen nehmen geschlossen teil. Für Frauen und Mütter spricht Pfarrer Richter am Mittwoch nachmittag 4 Uhr und für die Männer und Väter abends 8 Uhr. Gesangbücher sind mitzubringen. Alle evangelischen Eltern sind freundlichst eingeladen. Völker=Lenz, 2. Körner, 3. Reitz, 4. Schlinkmann, 5. Dieling, 6. Pozwawa, 7. Adler, 8. Heeb, 9. Neumann, 10. Landgrebe, 11. Schmitt, 12. Janicki, 18. Andre, 14. Koch, 15. Messerschmidt, 16. Hucht, 17. Orlowski, 18. Paulus, 19. Tillmann, 20. Kupetz, 21. Birkenfeld. Der beste Vogel erhielt 27 Punkte, die beste Taube 25 Punkte. Nach der Siegerverkündigung verweilte man noch einige Stunden bei gemütlichem Zusammensein. Schlimmer Unfall. Auf seiner Arbeitsstätte in Weitmar erlitt der Locher Josef Gr., Alleestraße 143, einen Unfall, durch den er sich einen Bruch des rechten Beines zuzog. Der Verunglückte wurde ins Elisabethhospital gebracht. Stadtteil Langendreer 75 Jahre alt. Der Reichsinvalide Gustav Krasny, Oberstraße 21, vollendete gestern sein 75. Lebensjahr. Christuskirchenchor. Zu der Jahreshauptversammlung waren die Mitglieder vollzählig erschienen. Sowohl der Jahres- als auch der Kassenbericht lauteten erfreulich. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes Bild: Vereinsführer Heine, 2. Hinkelmann, 1. Kassierer Hinkelmann, 2. Frl. Knigge, 1 Schriftwart Richardt, 2. Frl. Schumacher, Bücherwart Günther. MGV. Cäcilia. Im Vereinsheim Biedendieck hielt der Kirchenchor Cäcilia Langendreer=Bahnhof seine Generalversammlung ab. In Vertretung des Vereinsführers hieß Sangesbruder Walz die Erschienenen willkommen. Anschließend gab Schriftwart Nöllemeier den allseits befriedigenden Jahresbericht. Der Kassenbericht des Kassenwarts Große=Strangmann wurde gleichfalls in Ordnung befunden. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vereinsführer Walter, 2. H. Walz, Schriftwart Röllemeier, 2. H. Kronauge, Kassenwart, Große=Strangmann, 2. J. PurDas Vereinslokal Stadtteil Stiepel Evangelische Frauenhilfe Haar. Heute, Dienstag, versammeln sich die Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfe Haar im Lutherhaus. Pastor Busch aus Witten wird einen Vortrag halten. Werbeveranstaltung der Stiepeler Haus= und Grundbesitzer. Die Haus= und Grundbesitzer von Stiepel hielten am Samstag abend in der Gaststätte Frische bei gutem Besuche eine Werbeveranstaltung ab, in der wichtige Fragen behandelt wirder Stimmungsvoll leiteten We„glagen behanbell wurben. Stimmungsvou keileten Musikdarbietungen diese Werbeversammlung ein, dann sprach der stellvertretende Vereinsführer Ansorge herzliche Worte der Begrüßung und hieß dabei in ganz besonderen Weise die Mitglieder des Stiepeler Theatervereins„Preciosa“ willkammen, die sich zur Verschönelers. Kassenwaxt, Große=Strauprug#n, 2. J. das Bereinstotal wurbe weiterhin beibehalten. Stadtteil Altenbochum Elternabend der Schulgemeinde katholische Volksschule Buselohstraße. Am Sonntag fand im überfüllten Saale der Wirtschaft Witwe Deh ein Elternabend der Schulgemeinde der katholischen Volksschule Buselohstraße statt. Rektor Platzmann begrüßte die zahlreich erschienenen Eltern und Kinder, den Ortsgruppenleiter der NSDAP., Pg. Brüning, und die anwesenden Gäste und gedachte zunächst des durch Mörderhand dahingeschiedenen Landesgruppenleiters Gustloff. Mit Genugtuung konnte er feststellen, daß sich die Kinder der Schule nahezu hundertprozentig im Jungvolk und der HJ. befinden. Engste Zusammenarbeit zwischen Lehrerschaft und Elternschaft ließe sich durch solche Veranstaltungen an eheste fördern. Ortsgruppenleiter Pg. Brüning gab seiner Freude über solche Veranstaltungen Ausdruck. Es sei schon ein erfreuliches Zeichen für den guten Geist auf der„Insel“, daß die Veranstaltung nicht nur eine rein katholische sei, sondern daß auch evangelische Kreise daran teilnehmen. Es folgte ein reichhaltiges Programm, das in der Hauptsache von den Kindern durchgeführt wurde. Aber auch der Elternchor kam zu Wort. Volkslieder, Gedichte, Volkstänze und Chorgesänge wechselten in bunter Reihenfolge. Lebhaften Anklang fand eine Reihe von Filmvorfuhtungen. Ausstellung. Im Pfarrheim fand am Sonntag Paramenten= und Handarbeitsausstellung der weiblichen Pfarrjugend der Marienpfarrei statt, die einen recht guten Besuch zu verzeichnen hatte. Garde=Kameradschaft. Die Garde=Kameradschaft vereins„Preciosa wiukommen, die sich zur Verschönerung der Tagung zur Verfugung gestellt hatten. Im weiteren Verlaufe der Werbeveranstaltung kennzeichnete der stellvertretende Vereinsführer zunächst kurz die Ziele des Haus= und Grundbesitzervereins und kam dann auf die in der letzten Zeit ergangenen Verfügungen der Reichsregierung zu sprechen. Hauptlehrer Haarmann hielt anschließend ebenfalls eine kernige Ansprache und bedankte sich im Namen des Vereins vor allem für das Erscheinen der Ortsgruppenleitung der wurden als Kassenprüfer gewählt: Schafmeister und Hübel. Veranstaltungen Linden=Tahlhauser Vereine. In der Gaststätte Scheidtmann in Bochum=Linden wartete der Zitherklub„Edelweiß" Linden am Samstag abend mit einem schönen Unterhaltungsabend auf, der gut besucht war und den Teilnehmern einige recht genußreiche Stunden vermittelte. Auch die Sängervereinigung Oberdahlhausen hatte ihre Mitglieder und Gönner zu einem Unterhaltungsabend eingeladen, der am Sonntag nachmittag in der Gaststätte Henke stattfand. Gemeinsame Lieder und Darbietungen des Männerchores ließen die Stunden im Fluge vergehen. Humoristische Vorträge wechselten im weiteren Verlaufe mit sonstigen Darbietungen. Zwei Schulen wegen ansteckender Krankheit geschlossen. Zwei evangelische Volksschulen in BochumDahlhausen, die Wilhelm= und die Augustaschule, mußten jetzt für einige Tage geschlossen werden, da unter den Schulkindern ansteckende Krankheiten(Scharlach und Diphtherie) ausgebrochen sind. Voraussichtlich wird der Schulbetrieb am 13. Februar wiederaufgenommen. Zahltag für Wohlfahrtserwerbslosen=Unterstützung am Freitag, 14. Februar. Die Auszahlung erfolgt an diesem Tage in nachstehender Reihenfolge: Anfangsbuchstabe des Hausnamens: A bis E von.30 bis 9 Uhr, bis I von 9 bis.30 Uhr, K bis O von.30 bis 10 Uhr, P bis Sch von 10 bis 10.80 Uhr, St bis 8 von 10.80 bis 11 Uhr. Stadtteil Riemke Ehrung. Der Stellwerksmeister Bernhard Schröder vom Bahnhof Riemke stand am Montag aus Anlaß seines 40jährigen Dienstjubiläums im Mittelpunkt zahlreicher Ehrungen. Am Vormittag fand in der Bahnhofswirtschaft ein gemütliches Beisammensein statt. Stadtteil Baak=Sundern Geflügelzuchtverein Sundern. Der Geflügelzuchtverein Baak=Sundern hielt bei Stemmann seine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer W. BosselRSDAP., die durch Ortsgruppenleiter Pg. Wiegand mann sprach herzliche Worte der Begrüßung, dann vertreten war. Der unterhaltende Teil stand unter der Devise: Es geht nichts über die Stiepeler Gemütlichkeit. Als Ansager wußte sich der Vereinsführer der Preciosa die Symvathien der Besucher zu erwerben. Die Lieder= duette: Liebliche Rosen vom Rhein, Beier und Meier, die beiden glücklichen Familienväter, leiteten über zu den lustigen Theaterstücken: Ein tapferer Soldat, Fräulein Lausbub und August in Frankreich. Da die Spieler sämtlich ihre Rollen gut einstudiert hatten, wurden Langendreer hielt am Sonntag im Vereinsheim ihre sie am Schluß mit herzlichem Beifall belohnt. Eineen Cnnaufti=Prrnzei. Der verunglückten Kameraden letzte Fahrt. Unter Der Scheidenden, die im 55. Lebensjahre steht, wünscht großer Anteilnahme der Bevölkerung von LindenDahlhausen wurden am Samstag zwei Arbeitskameraden zu Grabe getragen, die in ihrem Berufe verunglückten. Die erste Beisetzung erfolgte auf dem Dahlhauser Kommunalfriedhof, wo der verunglückte Heinrich Thiemann zur letzten Ruhe geleitet wurde. Die Arbeitskameraden, die Kameraden der SA., Vertreter der Partei und sonstige Volksgenossen gaben dem Toten das letzte Geleit. Zuvor war der Sarg mit der sterblichen Hülle von Bochum nach Dahlhausen geleitet. Am Grabe sprach Ortsgruppenleiter Pg. Kechel(Dahlhausen) warme Worte des Dankes für den toten Kameraden, dann wurde der Sarg unter dem Vortrag des Liedes vom guten Kameraden in die Gruft gesenkt.— Im Anschluß daran wurde auch der ebenfalls bei der Arbeit verunglückte Josef Karolschak zur letzten Ruhe geleitet. Auch hier nahm neben der SA. vor allem die Parteivertretung teil. da der Verstorbene ein langjähriges Mitglied der NSDAP. gewesen war. Pfarrer Fischer sprach am Grabe, dann widmete Obersturmbannführer Lange dem Kameraden herzliche Worte des Abschieds. Ortsgruppenleiter Pa. Kechel rief dem Toten ebenfalls tiefempfundene Worte des Gedenkens nach. die Gemeinde einen sonnigen Lebensabend. erstattete der Schriftfuhrer Zuchtfreund H. Zölzer einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre und gab einen Rückblick über die schönen Erfolge einiger Mitglieder. Nachdem auch noch der Kassenbericht entgegengenommen war, wurde dem Gesamtvorstand die Entlastung erteilt. Die Wahl ergab die Wiederberufung des Zuchtfreundes Bosselmann. Dieser berief seine Mitarbeiter. Bochumer Veranstaltungen Serienschau. Der Brieftaubenzüchterverein„Luftpost“ beging am 8. und 9. Februar im Vereinsheim Fritz Tünnessen sein 39jähriges Bestehen, verbunden mit einer Serienschau. Zur Schau gelangten 90 Tiere, nur erstklassiges Material. Der Verein„Luftpost“ ist bei seinem Vereinswirt ununterbrochen 89 Jahre. Die Preisverteilung ergab: 1. Preis Johann Kowal, 110 Punkte; 2. Franz Deppe, 108.; 8. August Bergmann, 107.; 4. Herm. Gebauer, 107.; 5. Karl Pelka, 104.: 6. Peter Schneiders, 104.; 7. Theodor Weber, 108.: 8. Josef Stirnberg, 103.: 9. Hans Nimphius, 103.; 10. Heinr. Jakobs, 103.; 11. Karl Möller, 101.; 12. Adolf Bajinsky, 100.; 18. Julius Haverkamp, 100.; 14. Max Priem, 99.; 15. Fritz Tünnessen, 98.; 16. Gust. Gunia, 97 P. Der Besuch der Ausstellung war gut. 75. Geburtstag. Am Sonntag beging die auf der Nebelstraße wohnende Frau Wilhelmine Ullrich geborene Thorbrügge, ihren 75. Geburtstag, wozu ihr zahlreiche Glückwünsche zugegangen sind. Feierstunde für die Teilnehmer am Reichsberufswettkampf. Die von der Firma Dr. C. Otto in BochumDahlhausen am Reichsberufswettkampf teilnehmenden jugendlichen Arbeitskameraden versammelten sich gestern vormittag in ihrem Versammlungsraum und hielten eine kurze Feierstunde ab, an der insgesamt 40 Jungen teilnahmen und der u. a. auch der Kreisjugendwalter der Fachschaft„Steine und Erden“ Kasper, beiwohnte. Dieser leitete die Zusammenkunft mit herzlichen Worten der Begrüßung ein und unterstrich dann nochmals in eindringlicher Form die Ziele und Aufgaben des Reichsberufswettkampfes. Fur die Betriebsführung sprach Arbeitskamerad Brand, Kreisbetriebsgemeinschaftswalter Pg. Bunk appellierte gleichfalls“ an die Jungen, sich restlos einzusetzen, um erfolgreich zu bestehen. Nach der Feierstunde begannen die Teilnehmer ihre Arbeiten.— Zu dem Reichsberufswettkampf bei der Schuhfabrik Drenhaus in BochumLinden traten insgesamt 70 Teilnehmer und Teilnehmerinnen an, darunter meist Mädchen, die in drei Leistungsgruppen ihre Aufgaben erledigten.— Auch bei den Firmen Wolf und Riester setzten die Arbeiten im Rahmen des Reichsberufswettkampfes ein. Stadttheater Bochum. Heute„Veronika“, das stück von Fritz Peter Buch. Es handelt sich voraussichtlich um die letzte Vorstellung.(Vormiete B und freie Besucher), Morgen, Mittwoch, für die NS.=Kulturgemeinde, Serie C und für die freien Besucher:„Thomas Paine“, das große amereikanische Freiheitsepos von Hanns Johst. Die RS.=Kulturgemeinde. Als nächste Pflichtvorstellung der Serte C findet am Mittwoch, 12. Februar. 20 Uhr, das große Schauspiel„Thomas Paine“ von Hanns Johst statt. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Gleichzeitig gilt die Vorstellung als Wahlvorstellung für die Serten A und B. Am Montag, 17. Februat, 19.30 Uhr, findet für die Mitglieder der Serie A, Mitgliedsnummern 701 bis 850, die Operette„Wenn Liebe beftehlt“ statt. Der Vorverkauf beginnt am Donnerstag, 13. Februar in der Geschäftsstelle. Als nächste Vorstellung für Einzelmitglieder der Jugendgruppe findet am Mittwoch, 12. Februar. 20 Uhr, Schauspiel„Thomas Paine“ von Hanns Johst statt. Eintrittskarten sind in der Geschäftsstelle der NS.=Kultur Abschied von der Schule. Zwei altbewährte und pflichttreue Jugenderzieher, Rektor Blecke und Lehrerin Kemper, sind nach einer arbeitsreichen und segenbringenden Tätigkeit aus dem Lehrkörper der katholischen Volksschule in der Engelbertpfarre BochumDahlhausen geschieden, um in den wohlverdienten RuheRektor Blecke, aus Belecke gebürtig, Jahrestagung der Sterbekasse des Haus= und Grundbesitzervereins. Am Sonntag morgen hielt der Hausund Grundbesitzerverein Linden=Dahlhausen im Vereinsheim Wolf seine Jahrestagung ab, die ausgefüllt wurde mit Angelegenheiten der angegliederten Sterbekasse und der Wahl der Kassenprüfer. Vereinsvorsitzender Steinbach begrüßte recht herzlichst die stark besuchte Versammlung. Dann gedachte er der Verstorbenen. Er wies darauf hin, daß das Durchschnittsalter der Mitglieder weit mehr als 50 Jahre betrüge, durch stärkste Werbung jungerer Mitglieder könnte in erbielt“ g en. 1866 seine erste Anstellung in B. Linden. Nach einjähriger Tätigkeit wurde er an die dieser Hinsicht Aenderung geschafft werden Ex.sei Volkschule in Oberdahlhausen berufen. Als Bggek gze zurrgaent scollsphzie ießerschüfser Staat=sgeklich zugute Schwer verletzt. Der 76 Jahre alte Invalide August iselohstraße rutschte Geilhaupt, Buserohntraße, utsch am Samstag auf seinem Grundstua so unglücklich, aus, daß er mit dem Gesicht auf einen Ziegerstein schlug und sich eine schwere von Rektor Frenke übernahm er im Jahre 19## Schulleitung. Im Jahre 1933 feierte er sein silbernes Dienstjubiläum. Dem Kirchenvorstand sowie der kirchlichen Gemeindevertretung gehört Rektor Blecke, der am 3. August seinen 61. Geburtstag feiert, schon seit Jahrzehnten an.— Fräulein Kemper, die in Westenkotten bei Lippstadt beheimatet ist, weilt seit dem Jahre 1900 in Oberdahlhausen und hat sich sowohl als Lehrerin wie auch als Betreuerin der weiblichen Jugend in den kirchlichen Vereinen große Verdienste erworben. gn tne, gus die Ueherschusse, dem Verein audule kämen. Die Lebensfähigkeit der Kasse sei ohne weiteres gesichert. Heute habe die Sterbekasse an 8000 Mark in Goldpfandbriefen, die inzwischen von 8 Prozent Zinsen auf 6 Prozent, im April vorigen Jahres auf 4½ Prozent Zinsen gesunken seien. Außerdem ständen 8500 Mark auf Hypotheken, die 6 Prozent Zinsen brächDas Gesamtvermögen habe sich am 81 Dezember ufe ten. 1935 auf 13000 Mark belaufen. So entfalle eine Re ringe Auswahl aus dem unerbört mannte#gg. serve von 27,14 Mark auf jedes Mitglied. Hiernach das wieder im Zeichen bester Kleintunn stehr. „Die tolle Komtest.“ Der Theaterverein Harmonl“, e.., Bochum, bereitete den Freunden des Laienspiels an Sonntag abend im Evangelischen Vereinshaus an„, Mühlenstraße keine geringe Ueberraschung mit der führung der Operette„Die tolle Komteß". Dieses be beschwingte Bühnenstück, versaßt von Rudolf Bernauet m Rudolf Schanzer, in Musik gesetzt von Walter Kollo, rnach einen großen Publikumserfolg, da es den Wün'######, einer leichten Unterhaltung ganz entgegenkomFxz,###g#ne stellung hinterließ den restlos befriedigenden Eis###n kultivierten Zusammenspiels und einer sorgsam#### wogenen, sein abgetönten Inszenierung durch Hans decker, dem das von Heinz Pülmer glänzend 6ehen. Orchester hilfreich zur Seite stand. Von den Mitwir'e; ge die allesamt ihr Bestes gaben, überzeugten besonders, Titelbeldin mit ihrem ebenbürtigen Partner durch art menschlich und künstlerisch vertieftes Spiel, daß Anfang an die Führung des Abends an sich rissen. begeisterte Haus erzwang sich viele Wiederholungen. Blendendes Februarprogramm im„Alkazar“. Essen. Vor, Programm des„Alkazar“ steht in der ersten February# im Zeichen unübertrefflicher Leistungen der Artistik und##f, Tanzes. Daneeben aber bilden die beliebten Fred=bo Burlesken, die Fred vom Hof nicht nur sgit“ zpräbensondern auch als sein eigener Hauptdarstellegggung“ gurt dem Leben erfüllt, einen Hauptanziebungs###ggramm Stolzensels“ Ansage hält das umfangreiche Pro######e ausgezeichnet zusammen, und die Kapelle Heinz“inter läßt unermüdlich ihre schmissigen Weisen erklis###den tänzerischen Darbietungen seien die des#####da, Balletts, des Tanzpaares Ruhmen und S ferner die Solotänze von Annellese vom°##ei Hanni Petzoldt genannt. Riesigen Beifall ern“#### jedem Auftreten die 3 Benkos, ganz aus geehniriter baten Roll und Litt, zwei lustige Erduug eine## Perkeo, das musikalische Rätsel. Das ist#gramm. ringe Auswahl aus dem unerhört manntolagen 13 Nr. 33 Die Tage Abse Das Rheinisch=W seinen Geschäftsberie gelaufene Geschäftsje rungen über die Kot das Jahr 1934/35 in Ländern, besonders Aufwärtsentw sich auch noch im dem Höchststand von Ruhrkoblenförderung Hälfte aufgeholt we Absatz noch weiter a Hinblick auf die Ar Die Angleichung de Ruhr und Aachen bi an die Reichskohlen Weise allmählich du Steigerung der Erli gerung wurde aber wettgemacht, das in um auf dem imme markt die Ausfuhr Devisen und zur B dingt nötig ist. Na wurde dem Syndika gruben die wichtige vertreiben. Das St daß es fertig gebre der Saargrub Monat zu Monat letzten Monaten vr Der Bericht ent Zahlenmaterial übe Einfuhr im Jahre Ziffern, die allerdit Nachweisen längst laufende Gesck den ersten neun M zember 1935) der schließlich, Aachen si 217 476 Tonnen in wovon 117288(111 und 116 947(106 29 gingen. In den e Geschaftsjahres bet kats einschließlich (Koks und Briketts kohlenausfuhr, stellt gegen 19.48 Millio Zeit des Vorjahres selben Zeit des Ja Ueber den arbeiter wird gesag 21 bis 22 Schichten Starke 7 In der ersten nach dem Auswei starke Entlastung lich flüssigen Gel weniger als 63,8 chung von 359,4 flossen. Zum glei es nur 87 v.., n der Beginn der E anleihe, eine Roll mittelumlauf bet Reichsmark, gegen Vorwoche. Die Al Reichsmark auf d auf 3920,8 Million kungsbestände beti Reichsmark 81,8 9 ringerten sich die 76,6 Millionen R ten sich dagegen Reichsmark. Nach einer, ur gesetzblatt veröffer dürftige Personen Inland ansässig setzung nach den nuar und Fe Antrag eine Härt daß a) sie mindeste tümer der im b) der Gesam genen Kalenderja nicht überstiegen 0) sie ihren Kalenderjahr zu Rh.-Westt Mitgeteilt Fortlaufende Ne 10, 2. Dir. Anfane Atbestz 5% Hosse PoKrupf 5% Mitte 8% Ver. Buderus Dahlbuse Dtsch. b. Raocht ..521 Feldmd Felten 110.00 104.00 104.50 103.64 103 5 97.5 106.0 Harpen Hoesch Kali-A4 112.3 122.6 151.3 120.5 4/116.0 5/113.1 115.1 3 90 1 5/127.0 148: Steinkehlen CarolsN. 390.0 Const. 4 68 Deutschl. Schwerin Heinrien W 6250 390 365 8700 13 Nr. 35 7 Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 11. Februar 1936 Die Lage des Bergbaues Das Uetten sherrirut=Lerichtel Absatzanspruch der Saargrubenverwaltung vollständig erfüllt trägnissen zinsgesenkter Wertpapiere bestritten haben. Der Veltag der emtunste zu vilrrre sich für den Das Rheinisch=Westfälische Kohlensyndikat legt jetzt seinen Geschäftsbericht für das am 81. März 1935 abgelaufene Geschäftsjahr vor. Den allgemeinen Ausführung über die Kohlenmarktlage ist zu enti emeinen Ausfühgen über die Kohlenmarktlage ist zu entnehmen, daß Jahr 1934/35 in der Kohlenforderung fast in allen Ländern, besonders auch in Deutschland, durch eine Aufwärtsentwicklung gekennzeichnet war, die sich auch noch im laufenden Jahr fortsetzte. Der seit dem Höchststand von 1929/80 eingetretene Rückgang der Ruhrkohlenförderung konnte aber bisher nur etwa zur Hälfte aufgeholt werden, und die Aussichten, daß der Absatz noch weiter ansteigen wird, werden, besonders im Hinblick auf die Ausfuhr, als recht gering bezeichnet. Die Angleichung der in dem früheren Kampf zwischen uhr und Aachen bewilligten Kampf= und Sonderpreise an die Reichskohlenverbandspreise ist in der geplanten Weise allmählich durchgeführt worden und hat zu einer Steigerung der Erlöse im Inland geführt. Diese Steigerung wurde aber durch ein Sinken der Auslandserlöse wettgemacht, das in Kauf genommen werden mußte, um auf dem immer stärker umstrittenen Weltkohlenmarkt die Ausfuhr zu sichern, die zur Beschaffung von Levisen und zur Beschäftigung der Bergarbeiter unbedingt nötig ist. Nach der Rückkehr des Saargebietes wurde dem Syndikat durch die Eingliederung der Saargruben die wichtige Aufgabe gestellt, die Saarkohle zu vertreiben. Das Syndikat stellt mit Befriedigung fest, daß es fertig gebracht habe, den Absatzanspruch der Saargrubenverwaltung in einem von Monat zu Monat steigenden Prozentsatz und in den letzten Monaten vollständig zu erfüllen. Der Bericht enthält noch das übliche reichhaltige Zahlenmaterial über Kohlenförderung, Absatz, Aus- und Einfuhr im Jahre 1934 bzw. im Geschäftsjahr 1984/35, Ziffern, die allerdings inzwischen aus den monatlichen Nachweisen längst bekannt geworden sind. Ueber das laufende Geschäftsjahr wird mitgeteilt, daß in den ersten neun Monaten 1935/86(April 1935 bis Dezember 1935) der arbeitstägliche Syndikatsabsatz einschließlich Aachen sich auf 234 235 Tonnen stellte gegen 217 476 Tonnen im Durchschnitt des Jahres 1934/85, wovon 117288(111 177) Tonnen in das unbestrittene, und 116 947(106 299) Tonnen in das bestrittene Gebiet gingen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres betrug die Gesamtausfuhr des Syndikats einschließlich Aachen 23,82 Millionen Tonnen. (Koks und Briketts auf Kohle umgerechnet); die Ruhrkohlenausfuhr stellte sich auf 22,81 Millionen Tonnen gegen 19,48 Millionen Tonnen in der entsprechenden Zeit des Vorjahres und 16,07 Millionen Tonnen in derselben Zeit des Jahres 1933/34. Ueber den Feierschichtenausgleich für die Bergarbeiter wird gesagt, daß die Mindestschichtenzusage von 99 Schi t je Mo Der Betrag der Einkünfte zu b) erhöht sich für den Ehegatten um 300 Reichsmark und für unterhaltsberechtigte Kinder um je 200 Reichsmark. Die Härtebeihilfe wird vom 1. Juli 1936 ab gewährt und im voraus in zwei gleichen Teilbeträgen jeweils am 1. Juli und 2. Januar ausgezahlt. Der Antrag auf Gewährung einer Härtebeihilfe für die Zeit vom 1. Juli 1936 bis 80. Juni 1937 ist im Februar 1936 zu stellen, und zwar bei dem Bezirksfürsorgeverband, in dessen Bezirk der Antragder Dividenden, die dem Anleihestockgesetz unterliegen, sind. Ferner enthält die Broschüre u. a. noch die Inderziffer für Aktien und Renten, eine Kapitalverzinsungstabelle und Angaben über die augenblickliche Zusammensetzung der Vorstände an den deutschen Wertpapierbörsen. Börsen freundlich Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse begann die neue Börsenwoche in fester Haltung. Lebhafter war das Geschäft in einigen Spezialwerten, wie Ver. Stayl und Siemens. Die Kursvbesserungen gingen verschiedentlich über 1 Prozent hinaus. Am Markt der fortlausend notierten Werte entwickelte sich auf die günstigen Dividendenboffnungen regeres Geschäft in Ver. Stahl die bei einem Umsatz von 60 Mille evenso wie Mannesmann gut ¼ Prozent fester lagen. Auch die übrigen Montanwerte zeigten eine feste Tendenz. Deutsche Erdöl wurden 1% Prozent, Hoesch 1½ Prozent und Rheinstahl ¾ Prozent höher gehandelt. Dahlbusch und Klöckner waren 4 Wrozent erholt Auf leicht erhöhter Basis verfürsorgeverband, in dessen Bezirk der Antrag=¾ Prozent' höher gehanden. Dahlbusch und Klöckn steuer wohnt oder sich nicht nur vorübergehend aufhält. ungefahr ½8#ozeggeeug unn Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß kezztgr geise, noch vuocrus und Hoff penen Mugg 1 Prodie Anträge innerhalb der angegebenen Frist zu stellen bestev:„wagninen.“ Auf bem Ebemiemarkt tonnten sich sind. Die Vorlage von Antragen nach Ablauf Monats Februar 1936 schließt die Gewährung Härtebeihilfen für die Zeit vom 1. Juli 1936 30. Juni 1987 aus. des von bis zent gewungen. Auf dem Chemiemarkt konnten sich Farben bei kleinen Umsätzen nur knapp halten. Kaliaktien anziehend. Westeregeln gingen ½ Prozent und Wintershall zunächst 1 Prozent, dann 1¾ Prozent böber um. Am Elektromarkt bestand in Erwartung eines guten Abschlußberichtes größeres Interesse für Stemens, die meyhrfach 1½ Prozent höver bezahlt wurden. Die übrigen Elektropapiere waren gleichfalls stark erhöht. Von den Tariswerten büßten RWE. ½ Prozent ein. Am Markt der Sonderwerte handelte man Feldmühle auf ½ Prozent und Westd. Kaufhof auf ¾ Prozent höherer Grundlage. Dortmunder Union gingen unverändert um und blieben angeboten. Festverzinseine lückenlose Uebersicht über die Kursentwicklung aller sliche Werte lagen freundlich, Altbesitz wurden ½ an deutschen Wertvapiervorsen gehandelten Aktien= und zent böher gehandelt. Der Kurenmarkt eröffnete zum Ventenwer ig. bietet, Höchstr.8 Gahtrke van 46 d 1024 markt im allger Wirtschaft und Börse 1935 Unter diesem Titel gibt die Commerz= und Privatbank eine Jahresbroschüre heraus, die eine lückenlose Uebersicht über die Kursentwicklung aller ebörsen gehandelten Aktien= und zent böher gehandelt. Der Kutg###e## Festverzinsliche und Aktien Wochenbeginn in fester Haltung. Wayrend der Kohlenkurenund Lettrurse von 1933. 1934 markt im allgemeinen hehauptet lag, beanspruchte der Kaltwerden die Tiefst=„Hochst= und Aectrurse von t00, to0:(markt erhöhtes Interene. Von den Koblenwerten gewanund 1935 und außerdem für 1985 die Endkurse eines nen Deutschland bei lebhaftem Geschäft 10 Reichsmark, anderjeden Monats aufgeführt. Das Tabellenwerk wird er=selts mußten Carolus Magnus bei einem Umsatz 50 Reichsgänzt bei den festverzinslichen Werten durch Angaben mark niedriger aus dem Markt genommen werden. Der über den früheren und jetzigen Zinsfuß und=termin, Braunkohlenmarkt lag gut gehalten. mit Ausnahme von bei den Aktien durch die letzten Dividenden, Aktienkapital kurenmartt“ zeigte sich Rachfrage für Salzdetfurth. und Geschäftsjahr. In einer besonderen Zusammen Aschersleben=Werte, von denen die kleineren, wie Habighorst, stellung werden die Kapitalherabsetzungen der letzten Heimboldshausen und Neusollstedt etwa 50 Reichsmark bis Jahre mit Angabe des Generalversammlungsbeschlusses 100 Nenchomatt voret im Handel waren. Ebenso zeigtg sich aufgeführt, die von besonderer Wichtigreit für die Hoyel für Ransbach frage, jedoch stand entsprechendes Angebot dem nicht gegenüber. Elfässer Werte blieben auf ungefähr letzter Basis gefragt. Von den schweren Werten gelangten BraunschweigLineburg und Maria=Glück unverändert zur Notiz. Im Freiverkehr lagen Kohlenaktien geschäftslos, aber gut behauptet. Niederrheinische Bergbau kamen 1 zur Notiz, während Bergbau Lothringen ½ Prozent einbüßten. Von den Kaliaktien wurden Burbach zu ungefähr letzten Kursen gebandelt. Im weiteren Börsenverlauf konnten Hoesch. Mannesmann, Ver. Stahl und Siemens noch leicht gewinnen, Farben und Deutsche Erdöl waren dagegen ½ Prozent gedrückt. Berliner Börse Die Börse eröffnete die neue Woche erwartungsgemäß in einer festen Haltung. Die Bankenkundschaft schien an den Kaufaufträgen in erheblichem Maße beteiligt zu sein, da das Geschäft lebhafter war. Aber auch der Renteumarkt wies ein festeres Bild auf. Allerdings waren die Umsätze kleiner, dafür dürste es sich am Rentenmarkt um langfristige Anlagekäufe bandeln. Abgeschwächt war nur wieder Umschuldungsanleibe der Gemeinden, die auf 87 ging. Die Altbesitzanleihe des Reiches zog um ¼ Prozent dagegen an und war gefragt. Die 4½prozentige steuerfreie Reichsbahnantelbe etwas fester und gesucht. Stapzsgni#en Provinzialanleihen teilweise auch etwas fester. Smoianreihen gut behauptet. Am Aktienmarkt batten vor allem Speztalwerte größeren Umsatz. Ver. Stahl von Montanwerten zu den ersten Kursen 100000 Reichsmark Umsatz bei einem Kurs von 82¾(82¼). Die übrigen Montanwerte ½ bis 1 Prozent höher. Von Elektrizitätsaktien standen Siemens im Hinblick auf den morgen bekannt werdenden Abschluß im Vordergrund und waren um 2 Prozent höber 176. Im Verlauf wurde das Geschäft still und die Kurse bröckelten ab. Am Geldmarkt notierte Tägliches Geld unverändert 2¾ bis 2¾ Prozent. Am Devisenmarkt wurden festgesetzt: Dollar 2,454(Samstag 2,453), Pfund 12,310(Samstag 12,450), Gulden 168,68(Samstag 168,64), Lira 19,78(Samstag 19,82). Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. An der Abendbörse blieb die Stimmung weiter fest. Aufträge der Kundschaft lagen allerdings kaum vor, doch zeigte die Kulisse auf Basis der Berliner Schlußkurse einige Kauflust. Im Verlauf war der Geschäftsumfang außerordentlich begrenzt, die Grundstimmung blieb aber fest. Deutsche Renten blieben geschäftslos. Die Auslandsbörsen Naschsmark höher im Handel waren Ebenso zeigte sich Ransbach=Kure aus 50 Reichsmark höherer Basis NachWesentliche Ertragssteigerung— 70(65) Mill. RM. Deviseneinnahmen aus dem Export in alter Frische und neuer Kraft Newyork: Unregelmäßig. London: Meist gebessert. Amsterdam: Behauptet. Paris: Unregelmäßig. Brüssel: Widerstandsfähig. Zürich: Unregelmäßig. Mailand: Stetig. Wien: Fest. Rheinisch-Wefffälische Vichmärkte 21 bis 22 Schichten j# Monat erfüllt werden konnte. Starke Reichsbankentlastung In der ersten Februarwoche konnte die Reichsbank nach dem Ausweis vom 7. Februar 1936 eine sehr starke Entlastung verzeichnen, die mit der außerordentlich flüssigen Geldmarktlage zusammenhängt. Nicht weniger als 63,8 v. H. der Ultimo=Januar=Beanspruchung von 359,4 Millionen Reichsmark sind zurückgeflossen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es nur 87 v.., wobei allerdings Sondermomente, wie der Beginn der Einzahlungen auf die neue Reichsanleihe, eine Rolle spielten. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf betrug am Stichtag 5867 Millionen Reichsmark, gegen 6093 Millionen Reichsmark in der Vorwoche. Die Abnahme entfällt mit 177,4 Millionen Reichsmark auf den Umlauf an Reichsbanknoten, der auf 3920,8 Millionen Reichsmark zurückging. Die Dekkungsbestände betragen bei einer Zunahme um 78 000 Reichsmark 81,8 Millionen Reichsmark, und zwar verringerten sich die Goldvorräte um 23000 RM. auf 76,6 Millionen Reichsmark; die Devisenbestände erhöhten sich dagegen um 101 000 RM. auf 5,2 Millionen Reichsmark. Härtebeihilfen aus Anlaß der Zinsermäßigung Nach einer, unter dem 7. Februar 1986 im Reichsgesetzblatt veröffentlichten Verordnung können bedürftige Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die im Inland ansässig sind, und das Angehot auf Zinsherabsetzung nach den Zinsermäßigungsgesetzen vom 24. Januar und 27. Februar 1935 angenommen haben, auf Antrag eine Härtebeihilfe erhalten, wenn sie nachweisen, daß a) sie mindestens seit dem 81. Dezember 1934 Eigentümer der im Zins herabgesetzten Wertpapiere sind, b) der Gesamtbetrag ihrer Einkünfte im„vergangenen Kalenderjahr den Be nicht überstiegen hat und 0) sie ihren Lebensunterhalt im vorangegangenen Kalenderjahr zu einem wesentlichen Teil aus den Erhrer Einkünfte im„verganBetrag von 1200 Reichsmark In den jetzt vorliegenden Berichten der SiemensGesellschaften für das Geschäftsjahr 1934/85(Oktober September) wird hinsichtlich der Siemens& Halske AG. u. a. ausgeführt, daß der Geschäftsumfang bei der Gesellschaft und den angeschlossenen Tochtergesellschaften erheblich gestiegen sei, wodurch ein wirtschaftlicheres Arbeiten ermöglicht wurde. Die Zunahme der Aufträge aus dem Inlande erstreckte sich auf fast alle Kreise der Abnehmer. Da auch in den übrigen Ländern die industrielle Beschäftigung im Steigen begriffen ist, hat das Auslandsgeschäft ebenfalls eine weitere Erhöhung erfahren, allerdings bei zum Teil noch rückläufigen Preisen. Im abgelaufenen Geschäftsjahre wurde von der Gesellschaft und den ihr durch Mehrheitsbesitz angehörenden Gesellschaften aus der Ausfuhr in effektiven Devisen, über Clearingkonten oder in freien und anderen Reichsmark=Sorten der Gegenwert von mehr als 70(65) Millionen Reichsmark hereingebracht. Die Aufwendungen für wissenschaftliche Forschung und technische Entwicklung sind im Berichtsjahre auf mehr als 15 Millionen Reichsmark gestiegen. Die ständig wachsende Zunahme der Verwendung von elektrischen Entladungsgefäßen auf allen Gebieten der Schwach= und Starkstromtechnik ließ es ratsam erscheinen, die verschiedenen Entwicklungs= und Fabrikationsstellen, die im Laufe der Zeit bei der Gesellschaft und den Siemens=Schuckertwerken auf diesem Gebiete entstanden waren, in einem gemeinsamen Werk, dem Siemens=Röhrenwerk, zusammenzufassen. In einer Reihe von Fällen wurde dazu übergegangen. Arbeitsgebiete des Hauses auf juristisch selbständige Gesellschaften zu übertragen, mitunter im Zusammenschluß mit gleichen Arbeitsgebieten anderer Firmen. Diese Entwicklung hat dahin geführt, daß heute von der Gesellschaft der Siemens& Halske AG. und abhangiger Gesellschaften(ohne Siegens=Schuckertwerke AG.) und Siemens=Bauunion) weniger als 60 Prozent in der Stammgesellschaft tätig sind, während beispielsweise 1926 noch etwa 80 Prozent zur Siemens& Halske AG. selbst gehörten. Die Gesellschaft ist also in zunehmendem Maße Holdinggesellschaft geworden. Sie hat aber nicht den Charakter einer finanziellen Holdinggesellschaft, die irgendwelche Beteiligungen, die weig oder gar nichts miteinander zu tun haben, verwaltet. Siemens& Halske AG. ist eine technische Holdinggesellschaft. Das Schwergewicht liegt, daher in der Förderung des wissenschaftlichen, technischen, fabrikatorischen und wirtschaftlichen Erfahrungsaustausches. Die Gefolgschaft einschließlich der Siemens=Schuckertwerke AG. sowie der abhängigen Gesellschaften im In= und Auslande ist im Geschäftsjahre auf 121 000 gestiegen. 108000 Gefolgschaftsmitglieder waren im Inlande beschäftigt. Die Zahl der Facharbeiterlehrlinge wurde wiederum erhöht. Die jährlichen Aufwendungen für ihre Ausbildung betragen rund 1000000 RM. Da hochwertige Facharbeiter nicht in genügender Zahl zur Verfügung stehen, auch für manche Arbeiten nicht erforderlich sind, ist die Gesellschaft dazu übergegangen, angelernte Arbeiter in zweijähriger Ausbildung für diese Zwecke heranzubilden.— Die freiwilligen sozialen Leistungen der Siemens& Halske AG., der SiemensSchuckertwerke AG. und der Siemens=Bauunion im In= und Auslande betrugen 17 Millionen Reichsmark, gegen 15,4 Millionen Reichsmark im Vorjahre, die gesetzlichen und freiwilligen sozialen Leistungen zusammen 31,8(26,6) Millionen Reichsmark. An fast alle Gefolgschaftsmitglieder wurde eine Weihnachtszuwendung ausgezahlt und die Gewinnbeteiligung der Gefolgschaft nach Maßgabe der Dividende. die bisher nach achtjähriger Betriebszugehörigkeit erfolgte, wird jetzt schon nach fünfjähriger Zugehörigkeit, also für das sechste Jahr, zur Auszuhlung gebracht.— Die Gewinn= und Verlustrechnung schließt mit einem Reingewinn von 8,25(6,86) Millionen Reichsmark, der sich um den Vortrag von 3,87(2,76) Millionen Reichsmark auf 11,62(.62) Millionen Reichsmark erhöht, woraus eine von 7 auf 8 Prozent erhöhte Dividende gezahlt wird. Die Siemens=Schuckertwerke AG. führt in ihrem Bericht u. a. aus, daß die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 5 Prozent durch die Erhöhung des verrechneten Umsatzes ermöglicht wurde. Die Zunahme des Umsatzes entfällt zum weitaus größten Teil auf das Inlandsgeschäft, und zwar nicht nur infolge der staatlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen; vielmehr haben auch mittlere und kleinere Betriebe der Industrie aus sich heraus Neubeschaffungen vorgenommen. Das zweite große Auftragsgebiet, das der Belieferung der Werte für öffentliche Stromversorgung, hat noch nicht den von früher her gewohnten Umfang angenommen, doch zeigt sich in der letzten Zeit auch hier eine ersreuliche Belebung. Das allgemeine Verkaufsgeschäft zeigt dank der gesteigerten Kaufkraft der Bevölkerung gleichfalls eine Zunahme. Das Auslandsgeschäft wurde, seiner Bedeutung für die Gesamtwirtschaft entsprechend, mit besonderer Sorgfalt gepflegt. Es gelang auch, es wertmäßig etwas zu steigern, die mengenmäßige Steigerung ist nicht unbeträchtlich größer. Die Gewinn= und Verlustrechnung verzeichnet(in Millionen Reichsmark) einen Reingewinn einschließlich Vortrag von.3 in Höhe von 8,94, aus dem, wie bereits mitgeteilt, die Dividendenzahlung mit 5 Prozent wiederaufgenommen wird. Roggenm,.997 A. 21.10 AIktorinerbeen 20•21 0 Spaisserosen 18.-19.5 Futtererbsen 21.10 20.0 21 18.-19|18 5 19 5 12.-13.0 12.-13 5 Bei Siemens& Halske betrug der Umsatz einschließlich der Lieferung an die Siemens=Schuckert= Werke in 1934/85 258,4, gegen 193,3 in 1933/34, bei den Siemens=Schuckert=Werken einschließlich der Lieferungen an Siemens& Halske 340,3, gegen 252,3 Millionen Reichsmark. Die Auslandsumsätze beider Firmen betrugen 54,7(47,5) bzw. 79,4(76,8) Millionen Reichsmark. Die Bilanzen zeigen wieder ein außerordentlich flüssiges Bild. Besonders sind bei Siemens& Halske die Verbindlichkeiten zu mehr als 100 Prozent durch liquide Mittel überdeckt. Ebenso ist das Verhältnis der Anleiheschulden zu den Außenständen und Vorräten außerordentlich günstia. Die Bilanzen enthalten überdies erhebliche stille Reserven bzw. auf den ersten Blick nicht ohne weiteres als solche erkennbare Rückstellungen, namentlich in den Wertpapieren und den sonstigen Gläubigern. 93,6 veränk * Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 10. Fedruar: 49,75 Reichomart. Aluminium 98 bis 99 Prozent Bl.: 144, Aluminium in Walz= oder Drahtbarren: 148 Reichsmark. Die Kennziffer der Großhandelspreise stellt sich für den 5. Februar auf 103,7(1913= 100); sie hat sich gegenüber der Vorwoche(103,5) um 0,2 v. H. erhöht. Die Kennziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 105,3(+ 0,5), industrielle Rohstoffe und Halbwaren (+ 0,1) und industrielle Fertigwaren 119,8(unrändert) v. H. Wie der Informationsdienst der Deutschen Arbeitsfront mitteilt, ist der von der Reichsbetriebsgemeinschaft „Eisen und Metall“ für den 18. Februar geplante Generalbetriebsappell für„Schönheit der Arbeit“ auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden, da er sonst in die Zeit der Vorbereitungsarbeiten für die Vertrauensratswahlen fiele. Auf Grund einer Anordnung des Reichs= und preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft wird am 3. März in ganz Deutschland eine Schweinezählung durchgeführt. Rh.-Westf. Börse. Düsseldorf, 10. Feb. Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notierungen 10. 2. /10. 2. /10. 2. S. 2. (Schlus Ar5 Mdestz. Phossch RUf. De Krupe RM. 6% Mittelstahl Pelr. St. Ru. Buderus Dahlbusch St. Fued. Atlagt. Otsh. Erddl O. Reichsbahn ..Farbenind. Feldmühle Felten&am; Guille Goldschmidt Harpen Hossch-Köln Kali-Aschersl. Autang Schlus Hasse Oiv. 10../10. 2. 110. 2. Anfang Schlus Kases — 110.00 110 00 109.87 — 104.00 1001 104.50 104 75 1012 103 62/103 87 103.62 103 50 97.50 106.00 112.37 122.87 151.30 103.50 103 60103.50 103.781 Klöckner-W. 104.00 Mannesmann Masch. Untern. Reichsbank 104.62 103.62 9737 97 37 112.12 112.75 —.— 151.00151.00 120.50 120.0012000 15 113.12113.50 113 75112.50 91.37 110.75 122.87 151.50 120.00 116.75 115 12 115.00 115 00 3 90 12 90.00 90.37 S/127.00s127.00 Kuse Steinkohlen 10. 2. f S. 2. B 1• 9 112 50 89.00 128.00 12 84.59 81.25 82.00—. 186.50 186.50 Bbein, Staggr“3 3 3 3 88 Rhein, Staniw. 21112.22113.25 Rh.-.-Elek. Salzdetfurth 85.64 81.75 82.25 136.50 Schuckert& C. Siemene ap Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufn. Westeregeln Wintershall Zellst.Waldhof 6/127.50 127.00 127.00 75/169.50 188 00 183 00 175.50 98 50 82.62 120.00 90. 00 176.12173.12 — 93 50 82.50 82.75 119 50 119 50 99.00 99 50 99 00 99.00 99 5 8. 2. schlus Baleke Masch. Berg. 6. Dahl.V. Bonner Bg. u. M. Bösp. Walzw. Braunk Zuk. Bruckd.-Nletl. Burbach Kal. 46 ortm.Ritterbr. 84.25 —.—Düss. Masch. B 166.50Ornamit A. Nod. Eschw. Berg. V. 113 37 112. 73 6/39- u. Sp. S. /128 00 4 Ockauf- B. 46 183.03Sebr. 6oedh. 4A0 Industrleaktien(Einheitek.) Div. 110.2. 8. 2. 133.75133.50 133.62|132 75allesoge, Salz. CarolusM. Const. 4 6 Deutschl. Schwerin Heinrien 390. 4400 4000 425 62506559 6250 390 420 365 3900 380 3650 8100 brenstahles Brucks.-A.——— M900 ggg ssoe osbergaret Siche 1140 f. 13200 8700- Westtalen iiue tttoe!=!— Sellerh. keilhuse 10. 2. 1 8. 2. 1 61816 Branschr. 3700 G100 8130 610. Sankaktien Isad-Eransss.— Geria. Hand. 8. ——- spu gerionsss /3250 8509 3233359% om. u. Pr.-8. este. 81008S00300— Beraharerh. 1200 1300 1200 1300 Kall Sochteue Aurbach MeuBeienrode 1 630 7201 890 Burbach—-— Neu-Staßt.——1— Siegtr. lu. 111— /6200 Wintereh. S O 3850 9100 Habigh 6200eimbold. oe isenburg Preiverkenr Martagl. Steinkohlen- u. Braunk.-Kere Gage s. 2. Per Bank..-3. Drasoner Bank In. W. 8d. Cr. B. B..-A. 22 22 93.6 2425/2625 2 400 2690 2475/2623 2400 260 180040 1600 9 280— 299— 13 Westd. 230 4 30 242 Vereicherungeaktien s#. 2450/2650 2400250 Mach.-Münch.F 70 1199 1199 Neusollst. 2459 2650 2 4002 850dach. Rückver9 14.4—. 500 4725Ransbach 3250 340M3200/34MMagnpp.., Fl. LI- 1400 0/401. 800— Reicheld.— 510— S10m.-.Stuttg. 18.9259019 3750Tbüringen 380 420 389 420I.-.StL--1 S. 174.90 ochtiet AU. .—Kabelw. Rheydt 82.50 ali-Chemie 32.25 ülheim. Berg. 119.50 knein. Metal 98.00hein. Spiegel. Roddergr. Brnk. sachtl.46. Bgd. Schieß-Detries Schleg. Schafp. Naggonf.Uerd. Nasserw. Geis 715 69.5 130.0— 111.0112.0 103.0 103.0g. Lovo.. Colonia,.-V. K. Jolonia Rückv. Ztadb. Feuerv. Köln. Hagelv. 131.01300 v. kl. 104.5 112 2/110 37.5 57.5 70.1 79.2 286 0 133 110.0109. 117.9115.0 114 5114.0 205 0202 125.5145 5 133 0 127.0— Köln, Rückv. 4öln.Röckv. Rentenwerte Rhw..-Gr. öhyp.Pfd. S. 4. 6. 12. 10 Ot0. dto. S. 1 dto. dto. S. 11 dto. Gold.-Kom 1926.1927 S.—6 1½ Wd. B0d. Gpfd. 6 dto. Em. 3. 9/ 12. 14 98.7 93.1 97 5 91.30 106.210 150.0180 116 0117 92.5 93. 91.0 91. 91.5 9I. 12. 4122 Div 5 40 8 19..18. 2. 126.0126.0 322. 92430 765.0767.0 96.0 960 233.9233.0 123.0123 0 62.0 82.0 96.5 95.5 esheliste 94 0 91.0 96.0 Berliner Börse, 10. Febr. Adler K. Surd. K. Eisa C. ew.-60. Goedh. h Hann. K. 96.0 Freiverkehrs-Aktien 19 4. ** 63.0— 457 47. 109.7111.2 Loitneia. 89.0 91.5 118 0122.0 83.5 66 0 81.5 83.5 67.0 69.0 2. 9 64 U 65.0 48.5 47.5 103.0112.0 68.5 91.5 1290 56.0—. 83.5 85.0 82.0 54.0 66.0 69.0 Lothr. 6. aust:. 43.— 490 Nur. berg 19 0 78.0 89.0 72.0 ###n. Unol.159.0—. 150.0 #NI. Dinn. 88.0 90.0 81.0 43.0 51.0 43.3 50.5 Steuergatscheine 10.2. fälig ab f. 4. 1924 1. 4. 1933 1. 4. 1938 I. 4. 1997 I. 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Anleihe 44 105 155 O..Tounganl 36.5 Reichsbann Sch. 88.11Westfalen Altbesitz 196.31% Bochum Anl. 131. Ouisburg. An. 99.5145 Dusseld. Anl. 95.2/45 Elberteld. Anl. 45 Essen Anl. 291.0 92.0 106.2 36.5 88.2 147.0 131.2 99.5 93.2 102.21102 97.3 97. 17.3 17.3/3, Schulcb. F. 38 R. Schuldb. F. 38 Rentenwerte 4. Schuldb. F. 40 3. Schuldo. F. 42 Schuldd. F. 43/8 3/5 Sesen Stsink. 42 46 Harpener 49 15 R. W. E. 8263 614 R. W. E. 50 5/Ue Ruhrshemie 42 0/15 Ruhrgas 52 5/% Runrwasser 62 45 Runrwonng. 39 45 V. E. W. 52 99.0 99. 109.6/109.6 91.5 90.0 93.5 100.0100 97.0 9j. 94.5 93 0 93.9 94.1 96.0 95 8 95.5 95.5 94 95 95.3 95.3 870 103.0103.5 106.0106.0 102.7102.6 103.7/103.2 92.5— 92.3 125.3 81.4 1257 87 4 10..10.2. Geld Brief 99 7 99.5 99 6 98.7 91.8 96.5 97. 3 99.2/100.5 94.9 93.0 94.2 99.21— 92.2 93.5 96.5 96.0 92.0 92.2 93.2 91.5 92.5 93.2 Westtalenbank.-G. 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