Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höde in 22 mm Breite 8 mit Botenlohn: 215 RM. monatlich oder.08 RM. halbSelbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Bf. balhmongtlich. monctt yrens für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monattig,„FunkFeitschrift„hör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der 55 VV.##rch höhere Gewalt oder durch Verbot oder BetriebsZeitung Hgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt störung U. Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, werden, 8 von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung von bis 1 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen am# Dierichs in Bochum Mittwoch 29. Januar 1936 43. Jahrgang Nummer 24 Einzelpreis 10 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite, 60 Pf. im Textteil, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Vl., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellen angebote, Anzeigen privater Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Textteil 10 Pf., Auskunft= und Ziffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Oeeenp UTTUpeTey...).Millionen Menschen harrten im Regen aus— Trauerabordnungen aus aller Welt hinter dem Sarg London, 28. Januar. Bei trübem, wolkenverhangenem Himmel fand am Dienstag die feierliche Beisetzung König Georgs V. unter riesiger Beteiligung der englischen Bevölkerung und des Auslandes statt. Von Mitternacht an hatten König Eduard und seine drei Brüder eine halbe Stunde lang die Totenwacht am Sarge des verstorbenen Königs in der Westminster=Halle gehalten. Der König trug dabei die Uniform eines Obersten der Waliser Garde. Erst nach einiger Zeit erkannte man in der trauernden Menschenmenge, die ununterbrochen weiterströmte, den König. In den frühen Morgenstunden wurde das Gebäude endgültig für die Oeffentlichkeit geschlossen, nachdem in den letzten Tagen insgesamt über 809 000 Menschen dem toten Monarchen die letzte Ehre erwiesen hatten. Die Bevölkerung der englischen Hauptstadt und Tausende und aber Tausende aus allen Teilen Englands strömten bereits in den frühen Morgenstunden des Dienstags zu den Straßen und Plätzen, durch die sich der Trauerzug bewegt. Sie stießen schon auf Hunderte von Männern, Frauen und Kindern, die auf den Bürgersteigen, in den Eingängen der Geschäfte oder auf den Wiesen des Hyde=Parks lagen. Viele von diesen hatten schon Stunden vor Mittemnacht ihren platz bezogen um die Trauerprozession, deren Beginn auf 10.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit angesetzt war, gut sehen zu können. Trotz des später einsetzenden Regens schliefen viele unbekümmert weiter. Arbeitslose und andere ärmere Leute begnügten sich mit untergelegten Zeitungen als Ruhebett, andere hatten wollene Decken, Kissen und sogar heiße Bettflaschen mitgebracht. An einer Stelle sah man weibliche Büroangestellte, die sich nicht gescheut hatten, Matratzen mitzubringen. Sie hatten sich in Zuckersäcke eingehüllt und schliefen friedlich ins Tagesgrauen hinein. Mehrere ältere Frauen, die stundenlang in der Kälte gewartet hatten, brachen zusammen und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Daneben konnte man wieder besser gekleidete Leute beobachten, die vergebens einen freien Tribünenplatz suchten. Es gelang ihnen selbst mit einem Angebot von 400 Reichsmark nicht mehr, einen Platz zu erhalten, da alles ausverkauft war. Um 8 Uhr morgens rieselte erneut leichter Regen nieder, aber keiner der Wartenden ließ sich dadurch einschüchtern. Auch die Gasthäuser an den Straßen, durch die der Trauerzug führt, waren zum Brechen voll. Viele Engländer waren aus weitentfernten Landesteilen, teilweise unter Aufwendung ihrer letzten Pfennige, nach London geströmt, um von ihrem toten König Abschied zu nehmen. Manche Waliser Arbeiter haben die ganze Strecke von Wales nach London trotz der Winterkälte mit dem Fahrrad zurückgelegt. Gegen 8 Uhr hatten sich bereits zwei bis drei Millionen Menschen längs der Straßenzüge angesammelt, durch die der Trauerzug zwei Stunden später schritt. Von 9 Uhr an war es nicht mehr möglich, sich überhaupt noch vorwärts zu bewegen. Kein lautes Gerede war zu hören. In sichtlicher Ergriffenheit harrte die Menge, zum großen Teil in Trauerkleidung, hinter dem Spalier der Garden auf das Erscheinen des königlichen Leichenzuges. Der Trauerzug beginnt Um 9 Uhr(10 Uhr MEZ.) war der Trauerzug aufgestellt. Seine Spitze befand sich am St.=JamesPalast, während die Lafette, auf die der Sarg gelegt wurde, vor der Westminster=Halle stand. Der fast zwei Kilometer lange Zug setzte sich Punkt.45 Uhr auf ein drahtlos gegebenes Zeitzeichen in Bewegung. Zur selben Zeit begannen die Glocken zu läuten und im Hyde=Park und im Tower gaben die Geschütze den ersten Schuß ab, dem jede Minute bis 12 Uhr, als der Zug mit dem Sarg vom Paddington=Bahnhof nach Windsor abfuhr, ein weiterer Schuß folgte. Der Trauerzug wurde durch einen Offizier aus dem Kriegsministerium eröffnet. Es folgten Abordnungen der Regimenter, deren persönlicher Chef der König war. Jedes Regiment hatte zwanzig Mann und einen Offizier entsandt. Die Truppen in Parade=Uniform und mit verhüllten Fahnen traten den Marsch in der bekannten englischen Begräbnisordnung an, voran jeweils der Offizier mit gesenktem Degen, hierauf die Mannschaften in Dreierreihen. Im langsamen Schritt Infanterie, Artillerie. Marine, das Gewehr am Riemen, Mündung zur Erde, Abordnungen aller Truppengattungen, aller Regimenter, in Khaki und in Grau, nur die Leibkürassiere in Schwarz und scharlachroten Mänkeln. Die weißen Tropenhelme der Marine=Infanterie hellen das Bild einen Augenblick lang auf. Es folgten dann Abordnungen der Leibwache in ihren malerischen blauen und roten Mänteln und Sonderabordnungen der Marine. Dann kamen die Vertreter der ausländischen Heere. Ihre bunten Uniformen waren meist durch dunkle Mäntel verhüllt. Allgemein fiel die rote Husarenuniform des in der ersten Reihe gehenden ungarischen Generals 6uf. Aus der Masse der Federbüsche und Zweispitze hoben sich die ernsten Stahlhelme der deutschen Genekale von Rundstedt und Kaupisch ab. Hinter ihnen schritt der Sowjetmarschall Tuchatschewski in seiner lehmbraunen, rotbesetzten Uniform. Es folgten der Kommandeur der britischen Luftwasse mit den Abordkungen der Luftflotte, und zwar der gesamte Generalstab der Luftflotte, das gesamte Hauptquartier, der Beirat sowie sämtliche Obersten der Luftflotte. Hierauf kamen die entsprechenden Vertreter der Armee, etwa 20 Feldmarschalle, der Generalstab, der Kriegsrat, alle mit wehenden weißen Federbüschen und in langen, dunkelgrauen Mänteln. Ihnen schlossen sich die Vertreter der Flotte in Blau, sämtliche Admirale und ein großer Teil der Kommandanten der Kriegsschiffe an. Ein besonderes Bild boten hierauf die etwa 40 ehemaligen Flügeladjutanten, die im Laufe der 25 Jahre nacheinander zur Dienstleistung bei dem König befohlen worden waren. Es folgten hierauf die Musikkapellen der gesamten Garde=Regimenter, und zwar zunächst die Musikkapelle der Garde=Kavallerie, aber zu Fuß, hierauf die Kapelle der Garde=Husaren und der übrigen Garde=Regimenter, zuletzt die schottische Dudelsackpfeifer=Kapelle Die Lafette mit dem Sarg des Königs Unmittelbar hinter den Militärkapellen folgte der Sarg des Königs auf einer Geschützlafette, die in gleichmäßig langsamem Trauerschritt von 120 Matrosen in Parade=Uniform gezogen wurde. Zur Seite schritten Abordnungen und Herolde des königlichen Haushalts sowie Gardeoffiziere. Der Sarg war bedeckt mit dem Banner des königlichen Hauses Windsor, auf dem Sarg lagen die Reichskleinodien, die Krone des Königs, der Reichsapfel sowie sein Zepter und außerdem ein einfaches, aus weißen Lilien bestehendes Kreuz, das auf besonderen Wunsch der Königin auf dem Sarg ruhte. Unmittelbar hinter dem Sarg folgte die königliche Standarte, die von zwei hohen Offizieren begleitet wurde. Hinter dem Sarge schritt allein König Eduard VIII. in der Uniform eines Großadmirals der englischen; Flotte. Er war sichtlich bewegt. Ihm folgten die Prinzen des königlichen Hauses, der Herzog von Kent, der Herzog von York, der Herzog von Gloucester, sowie der Earl of Aslon. Hierauf kamen die höchsten Beamten des königlichen Hauses in ihren prunkvollen, mittelalterlichen Uniformen sowie der diensttuende Offizier des königlichen Haushalts. Ihnen folgten hierauf die Mitglieder der fremden Königshäuser, fünf Könige, neun Kronprinzen und etwa dreißig weitere Prinzen. Unter ihnen bemerkte man auch den Herzog von [Sachsen=Koburg=Gotha in feldgrauer Uniform und Stahlhelm. Den königlichen Prinzen folgte die Staatskarosse mit der Königin, von vier Herolden in rotgoldenen Mänteln begleitet. Hinter dem Wagen der Königin schritten die Führer der ausländischen Abordnungen. Hier sah man in der zweiten Reihe Reichsaußenminister von Neurath. Anschließend folgten die Wagen mit den Prinzessinnen und der Königin Maud von Norwegen, der einzigen noch lebenden Schwester des verstorbenen Königs. Weiter folgten die Beamten des königlichen Haushalts des verstorbenen Königs. In einem langen Zuge, in dem wohl sämtliche Militäruniformen der Welt vertreten waren, folgte das Gefolge der Könige und der fremden Abordnungen, Schließlich folgten Absordnungen der Londoner Polizei, der Feuerwehr, der Londoner städtischen Beamten. Den Schluß bildeten wiederum Militärabordnungen der Garde=Regimenter. Ein würdig=schlichtes, eindrucksvolles Bild Während der Dauer des Zuges standen die Spalier bildenden Truppen, insgesamt 11000 Mann, mit gesenktem Haupt, die Arme auf ihr Gewehr gestützt, nur beim Herannahen der Leiche des Königs präsentierten die Soldaten auf ein kaum hörbares Kommando das Gewehr, ebenso beim Vorüberschreiten der Feldmarschälle und der Oberbefehlshaber der drei Hauptwaffengattungen. Die Menschenmenge entblößte beim Herannahen des Zuges das Haupt, viele Frauen knieten nieder. Den ganzen Weg entlang bis zur Bahnstation Paddington waren sämtliche Gebäude mit schwarzen und purpurnen Trauergirlanden verhangen. Die Leute Scherl-Bilderdienst. Die St.=Georgs=Kapelle im Schloß Windsor, wo Dienstag nachmittag König Georg beigesetzt wurde rauf den Straßen trugen violette und schwarze Fahnen. Vereinzelt waren Denkmäler und Erinnerungsplaketten mit Lorbeerkränzen geschmückt.... Trotz der vielen prunkvollen Uniformen der hohen Militärs und der Diplomaten bot der Trauerzug ein würdig=schlichtes, aber eindrucksvolles Bild. Der eigenartige, nur in England bei solchen Anlässen übliche gemessene Paradeschritt gab dem Ereignis eine ganz besondere Note. g Scmeige E..sße Als die Lafette unter dem Schweigen der Musik am Kenotaph, dem britischen Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges, vorübergezogen wurde erhob König Eduard VIII. die Hand zum militärischen Gruß, der Toten seines Reiches gedenkend. Von dem Paradeplatz der Garde=Kavallerie ertönten hierauf die ersten Klänge klassischer Trauermusik, mit denen sich der Leichenzug bis zu seiner Ankunft am Bahnhof fortbewegte. Während das Wetter in der ersten halben Stunde überaus trübe und regnerisch war, brach beim Passieren des Hydeparks die Sonne durch. Mekeug Gegen Mittag hatte der Trauerzug den Bahnhof Paddington erreicht. Noch einmal defilierten die Abordnungen des Heeres in langsamem Paradeschritt. Dann hoben acht Gardeoffiziere den Sarg von der Lafette und trugen ihn durch die Reihen der königlichen Familie, die zu beiden Seiten Aufstellung genommen hatte, zum Zug. Dann präsentierte die Leibwache das Gewehr. Dudelsackpfeifer der Hochländer stimmten eine melancholische Weise an. Langsam setzte sich die Wagenreihe in Bewegung. Die Beisetzung in Windsor Kurz nach 1 Uhr wurde Windsor erreicht. In des Königs ehemaliger Lieblingsresidenz war schon seit dem frühen Morgen die ganze Bevölkerung auf den Beinen. Als der Zug des Königs Windsor erreichte, brach die Sonne durch die Wolken. Der Sarg des Königs wurde, während die Truppen präsentierten, auf eine Lafette gehoben, die von Marine=Angehörigen zur St.= Georgs=Kapelle von Windsor gezogen wurde, wo der Lordmarschall, der Erzbischof von Canterbury und der Vikar von Windsor harrten.„ 5 Ursprünglich sollte sich in dem Augenblia, in dem der Sarg der Gruft übergeben wurde, zwei Minuten lang Schweigen über das ganze weite britische Reich breiten. Aber die Abwicklung des Programms hatte doch längere Zeit in Anspruch genommen als vorgesehen. So trat die Gedenkpause ein, als der Zug noch unterwegs war. Es ist daserste Mal, daß diese Ehrung einem verstorbenen englischen Herrscher zuteil wurde... Muish.3 Tranerinaag beiatNicht nur das äußere Bild des Trauerzuges zeigte, daß England eine Seemacht ist, sondern auch das Zeremoniell, als der Zug die Georgskapelle erreichte, Bootsmannspfeifen schrillten. Ihr Signal bedeutete:„Der Großadmiral kommt längsseits.“ Als der Sarg die Schwelle der Kapelle passiert hatte, schrillte es wieder: „Der Großadmiral ist an Bord.“ Dumpf dröhnte vom Schlosse das Trauergeläut der großen Glocke. Dazwischen krachten die Schüsse der Salutbatterie. Die Königsstandarte sank auf halbmast. Es begann der letzte Gottesdienst. Er war von ergreifender Schlichtheit und Einfachheit.„Der Herr ist mein Hirte", klang es auf. Es ist der Lieblingspsalm des verstorbenen Königs. Dann trat der Erzbischof von [Canterbury vor. Feierlich, gemessen tönten von seinen Lippen die Worte der Einsegnung. Wieder rauschte ein Psalm durch das Kirchenschiff. Dann griff König Eduard VIII. nach einer silbernen Schale, aus der er Erde auf den Sarg seines Vaters streute. Der Erzbischof von York sprach ein Gebet für das Seelenheil des Danhingeschiedenen. Langsam verschwand dann der Sarg in der Gruft. Nur vier Kränze schmückten ihn, Kränze seiner nächsten Anverwandten und die Königsstandarte der Gardegrenadiere. Gleichzeitig verlas ein Herold, wie schon seit Jahrhunderten üblich, die sämtlichen Titel des Dahingeschiedenen und verkündete den Namen des neuen Herrschers...... M n hfs„e Ganzler bes Der Vikar von Windsor als Kanzler des Hosenbandordens nahm noch in feierlicher Formel die sterbliche Hülle des dahingegangenen Monarchen in Obhut. Ein letzter Gruß der Dudelsäcke— die Hochländer spielten das schottische Lied„Die Blumen des Waldes“—. dann war alles beendet. König Georg ist zur letzten Ruhe heimgegangen. Die Kapelle leerte sich. Nur König Eduard und seine Mutter verharrten noch eine Weile in stillem Geber.„.. ch. nach aans Enaland# Die gesamte Feier wurde nach ganz England und allen Teilen des Reiches sowie durch ausländische Sendestellen auch nach vielen fremden Ländern übertragen. Einer alten Ueberlieferung gemäß nahmen an dem Trauerzuge durch London die Mitglieder der Regierung, des Oberhauses und des Unterhauses nicht teil. Sie waren ebenso wie die Botschafter und Gesandten der in London vertretenen fremden Staaten nur bei der eigentlichen Begräbnisfeier in Windsor anwesend. Deutschland ehrt König Georg Der Führer beim Trauergottesdienst in der englischen Kirche in Berlin anb Berlin, 28. Januar. Zur selben Stunde, da König Georg V. begleitet von dem ehrfurchtsvollen Gedenken des britischen Weltreiches, sich auf der Fahrt zur letzten Ruhestätte in Schloß Windsor befand, veranstalteten die britische Botschaft und die Gesandtschaft der Südafrikanischen Union in Berlin in der englischen St.= GeorgKirche einen Trauergottesdienst für den heimgegangenen Monarchen. Der Führer und Reichskanzler bezeigte durch seine Gegenwart seine Anteilnahme an dem Verlust, den die britische Nation erlitten hat. Neben dem Führer und seinem Stellvertreter nahmen an dem Trauergottesdienst teil: Die Reichsminister Generaloberst von Blomberg, General Göring, Dr. Seite 2 Nr. 24, Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 29. Januar 1936 Goebbels, Gürtner, Graf Schwerin von Krosigk Darré, Kerrl und Frank, die Reichsleiter Rosenberg und Bouhler, Botschafter von Ribbentrop, die Staatssekretäre Dr. Meißner, Lammers Körner, Milch, der Oberbefehlshaber des Heeres General Freiherr von Fritsch, Polizeipräsident Graf Helldorf, SA.=Gruppenführer Prinz August Wilhelm und andere. Sämtliche Chefs der ausländischen Missionen sowie zahlreiche hohe deutsche Persönlichkeiten wohnten der Trauerfeier bei. Der Führer sprach nach dem Gottesdienst im Vorraum dem diplomatischen Vertreter Englands nochmals seine herzliche Anteilnahme aus, ebenso die übrigen Trauergäste. Als letzten sichtbaren Gruß an den verstorbenen König Georg V. haben seit heute morgen die Präsidialkanzlei, der Reichstag sowie sämtliche Reichsministerien und die Dienstgebäude der Wehrmacht halbstock geflaggt. Auch die Gebäude, in denen die ausländischen Missionen in Berlin ihren Sitz haben, haben ihre Landesflaggen halbstock gesetzt. Die deutsche Kriegsmarine setzte Toppflaggen, und zwar die englische Kriegsflagge im Großtopp. Die deutsche Kriegsflagge wurde auf Halbmast gesetzt. Sicherungsverwahrung gegen einen der Mörder Horst Wessels dnb Berlin, 28. Januar. Entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete die 20. Große Strafkammer des Berliner Landgerichts am Dienstag die Sicherungsverwahrung gegen den 32jährigen Erwin Rückert, einen der Mörder Horst Wessels, an. Rückert hatte mit entsichertem Revolver in der Tasche neben dem Rotmordbuben Ali Höhler gestanden, als dieser den tödlichen Schuß auf den nationalsozialistischen Freiheitshelden abgab. Man erinnert sich, daß das Berliner Schwurgericht damals die feige Bluttat als „Totschlag“ wertete. Der Mörder und sein Mittäter Rückert kamen daher mit je sechs Jahren einem Monat Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust davon. Da Rückert inzwischen seine Strafe verbüßt hat, mußte den gesetzlichen Vorschriften entsprechend eine Entscheidung über die Frage seiner Unterbringung in der Sicherungsverwahrung herbeigeführt werden, da angesichts seiner zwölf Vorstrafen die formellen Voraussetzungen dafür vorlagen. Bei Beurteilung seines Entwicklungsganges konnte kein Zweifel darüber bestehen, daß Rückert als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher angesprochen werden mußte. Mit Rücksicht auf die bei ihm bestehende Wiederholungsgefahr stellt sich hier die Sicherungsverwahrung als das letzte und einzige wirksame Mittel dar, um die Allgemeinheit gegen gefährliche Rechtsbrecher zu schützen. Stipendien für die Reichssieger im Berufswettkampf.— Eine Stiftung der DAF. dnb Berlin, 28. Januar. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat aus den Mitteln der Deutschen Arbeitsfront auch in diesem Jahr wieder eine größere Summe zur Auszahlung von Stipendien an die Reichssieger im Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend zur Verfügung gestellt. Im Vorjahr konnte dank dieser großherzigen Spende der Deutschen Arbeitsfront den Reichssiegern durchschnittlich ein Betrag von 1000 RM. zur Förderung ihrer weiteren Ausbildung übergeben werden. Die Jungen und Mädel, die in den Genuß dieser Spende kamen, wendeten das Geld für den Besuch von Fachschulen und zusätzlichen Berufsschulkursen, zum Teil auch von Spezialfachschulen im Ausland an. Gerade diese Jungen und Mädel, die als die Reichssieger die Auslese der deutschen Jungarbeiterschaft darstellen, kamen aus minderbemittelten Familien. Anordnung der Vertrauensratswahlen im Deutschen Reichs= und Preußischen Staatsanzeiger veröffentlicht dnb Berlin, 28. Januar. Der Reichsarbeitsminister hat für die Abstimmung über die Listen der Vertrauensmänner und ihrer Stellvertreter im Jahre 1936 den 3. und 4. April bestimmt. Die Anordnung ist im Deutschen Reichs= und Preußischen Staatsanzeiger vom 28. Januar 1936 veröffentlicht. Der Reichsarbeitsminister weist gleichzeitig darauf hin, daß die Feststellung des Abstimmungsergebnisses mit größter Beschleunigung zu erfolgen hat. Es wird erwartet, daß die Abstimmungsleiter in den Betrieben das Ergebnis der Abstimmung unverzüglich feststellen und ohne Verzögerung alsbald der zuständigen Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront entsprechend dem Paragraphen 2 der 13. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 13. April 1935 mitteilen. Explosion in Gleiwitz dnb Gleiwitz, 28. Januar. In den Stanzwerken der Vereinigten oberschlesischen Hüttenwerke AG. ereignete sich Dienstag mittag im Füllraum für Sauerstoff=Flaschen eine Explosion. Drei Arbeiter wurden dabei auf der Stelle getötet. Anscheinend entstand beim Füllen der Flaschen eine Stichflamme, die den ganzen Raum blitzartig in Brand setzte. Das Feuer konnte bald gelöscht werden. Der Sachschaden ist, wie die Verwaltung der Gesellschaft mitteilt, nicht sehr groß. Roosevelt überstimmt Amerikas Kriegsteilnehmer erhalten ihre Entschädigung dnd Washington, 28. Januar. Der amerikanische Senat hat ebenso wie das Repräsentantenhaus das von Präsident Roosevelt gegen das Gesetz über die Auszahlung des KriegsteilnehmerBonus eingelegte Veto mit der erwarteten Zweidrittelmehrheit(76 gegen 19 Stimmen) überstimmt. Damit ist diese Gesetzesvorlage endgültig in Kraft getreten. Wenige Stunden nach dieser Abstimmung gab Roosevelt Weisung, mit den Bonus=Zahlungen möglichst bald zu beginnen. * Unter dem Bonus ist die Entschädigung zu verstehen, die den ehemaligen amerikanischen Kriegsteilnehmern in der Form von später fälligen Gutscheinen zugestanden worden ist. Die Organisationen der Kriegsteilnehmer, namentlich die Amerikanische Legion, verlangen die sofortige Einlösung dieser Gutscheine, also die Auszahlung des Bonus. Man rechnet die Gesamtsumme der noch nicht eingelösten Gutscheine nebst Zinsen auf 3,7 Milliarden Dollar, für deren spätere Auszahlung erst 2,1 Milliarden Dollar angesammelt worden sind, so daß jetzt 1,6 Milliarden(rund vier Milliarden Reichsmark) neu beschafft werden müßten. Kell auf Arrld Urben Der italienische Durchbruch an der Südfront Abessinische im Hochgebirge; Straßenverbindung Adua—Makalle von Abessiniern unterbrochen? dnb Addis Abeba, 28. Januar. Auch in Addis Abeba wird man sich nunmehr des Ernstes der Lage bewußt, die sich aus dem erfolgreichen Durchbruch der Italiener an der Südfront ergeben hat. Von abessinischer Seite wird zwar immer noch darauf hingewiesen, daß die Entwicklung der militärischen Ereignisse im Borangebiet nach wie vor unübersichtlich sei, trotzdem kommt aber in den Frontberichten zum Ausdruck, daß die italienischen Truppen von Neghelli aus Erkundungsvorstöße auf der strategischen Hauptanmarschstraße in der Richtung auf Wardera unternehmen. Von Dolo aus hat ein starker Nachschub von Munition, Lebensmitteln und Wasservorräten frontwärts eingesetzt, der allerdings, wie hier berichtet wird, durch plötzlich einsetzende Regenfälle stark behindert werde. Gedeckt durch Panzerwagen und Bombenflieger, rückt eine zweite italienische Stoßtruppe unter heftigen Kämpfen an den Ufern des Daua Parma vor. Diesem Vormarsch setzen die abessinischen Truppen wie sich aus den hier vorliegenden Meldungen ergibt, überraschende Einzelvorstöße entgegen, die von Gruppen von 1000 bis 2000 Mann durchgeführt werden, um den Rückzug zu decken. Diese Gegenstöß:, die vor allem aus dem südlichen Borangebiet kommen, haben, wie von abessinischer Seite verlautet, bewirkt, daß der linke italienische Flügel bedeutend langsamer vorwärts kommt, als die italienische Hauptmacht, die auf der alten Karawanenstraße nach Addis Abeba vorstößt. Nach abessinischer Auffassung ist es unverkennbar, daß die Armee General Grazianis darauf abzielt, durch das große Seengebiet, das den tiefen Graben des Dembara=Tales bedeckt, über den Sciala= und den Zuaisee auf die Hauptstadt Addis Abeba durchzustoßen. Die zurückgenommenen Teile der Armee von Ras Desta haben daher sämtliche Höhenzüge vor dem Seengebiet besetzt, um den Durchbruch der Italiener zu verhindern. Da diese Gebirgsketten außerordentlich hoch sind und nur über zwei Pässe verfügen, glaubt die abessinische Heeresleitung, den italienischen Vormarsch im Gebirge zum Stehen bringen zu können. Zur Verstärkung der Armee Ras Destas sind überdies starke Abteilungen aus dem Westen und dem Norden an die Front geworfen worden. Von abessinischer Seite wird besonders betont, daß die Gerüchte, die von einem vollständigen sammenbruch der Armee Ras Destas sprechen, keineswegs zutreffen. Die Armee habe zwar sehr große Verluste erlitten, die auf einige tausend Mann geschätzt werden, doch sei ihre Moral nicht zerrüttet. Wie es heißt, beabsichtigt der Kaiser, sein Hauptquartier nach der Südfront zu verlegen, um die weiteren militärischen Operationen selbst zu leiten. Nach in Addis Abeba vorliegenden Meldungen von der Nordfront versuchen die Italiener trotz außerordentlicher Regenfälle, ihre nach abessinischen Berichten in der Schlacht vom 20. bis 23. Januar verlorenen Stellungen wiederzuerobern. Ohne Unterbrechung halte die italienische Artillerievorbereitung Tag und Nacht an. Ein Angriff sei aber bisher nicht erfolgt. Die abessinischen Truppen dagegen machten ständig Vorstöße, um besonders in den Nachtgefechten Einzelstellungen der Italiener auszuheben. Diese Art der Kriegführung koste nach abessinischer Auffassung nur geringe Opfer und sei meistens von Erfolg gekrönt. Nach weiteren Berichten von der Nordfront sollen abessinische Truppen ein Stück der Straße Adua— Makalle endgültig besetzt he Indung zwischen den beiden Städten unterbrochen. dnb Rom, 28. Januar. Der neueste Heeresbericht sagt u..: An der So. malifront unternahm ein Teil unserer Truppen einen Erkundungsvorstoß auf Wardera. Dabei wurde ein kleines schwedisches Feldlazarett entdeckt und beschlagnahmt, das sich früher in Malea Dida befunden hatte. Das Feldlazarett war auf 15 Lastkraftwagen untergebracht, die die Fahne und die Symbole des Roten Kreuzes führten. Die Lastwagen enthielten außerdem 27 Munitionskisten. Unter der bei Wardera gemachten Beute befanden sich übrigens auch die Fahne des Ras und seine„Neggarits“(große Ehrentrommeln). Ferner wurden Lebensmittellager des Gegners erbeutet, die große Vorrät= von Getreide und Kaffee enthielten. An der Eritreafront schlug eine unserer Truppenabteilungen nach vierstündigem Kampfstarke Kräfte des Gegners in die Flucht. in Kordengescheilert Marschall Badoglio schildert die letzten Kämpfe an der Nordfront Abbi die italienischen Linien zu durchbrechen. Der Paß sei aber von der Schwarzhemden=Division unter blutigen Verlusten zwei Tage lang gehalten worden, bis die Askari=Verstärkungen eingetroffen seien. Dann sei es gelungen, den Gegner in die Flucht zu schlagen Der Durchbruchsplan von Ras Kassa und Ras Seyum könne also als gescheitert gelten. Marschall Badoglio warnte vor einer pessimistischen Beurteilung der Lage und erklärte, daß der Nachschub der italienischen Truppen trotz der weiten Entfernungen gesichert sei, da die Straßen gut ausgebaut worden seien. Die Hoffnung der Abessinier auf die Versumpfung der Straßen in der Regenzeit sei hinfällig. dnb Asmara, 28. Januar. (Vom Kriegsberichterstatter des ONB.) Marschall Badoglio empfing am vergangenen Sonntag die im italienischen Hauptquartier anwesenden Pressevertreter und schilderte ihnen die Einzelheiten der letzten Kämpfe in Tembien. Nachdem das Oberkommando erfahren hatte, so erklärte der Marschall, daß die abessinischen Truppenabteilungen unter Ras Kassa und Ras Seyum in Tembien sich vereinigen wollten, um gemeinsam gegen Hausien nordwestlich von Makalle vorzustoßen und so einen Keil zwischen die italienischen Fronten in Adua und Makalle zu treiben, hatte sich das italienische Oberkommando entschlossen, diesem Plan durch einen Gegenangriff zuvorzukommen. Deshalb seien am 20. Januar Askari= und Schwarzhemden=Abteilungen eingesetzt worden. Nach Kämpfen, die den ganzen Tag über dauerten sei es gelungen, die von den Abessiniern besetzten Höhen zu erobern und den Gegner in Richtung Melfa zurückzuwerfen. Auf dem Kampfplatz seien über 1000 tote Gegner zurückgeblieben. Am 21. seien die Angriffsabteilungen weiter vorgerückt und hätten Verbindung mit den anderen Gruppen ausgenommen. Dabei hätten sie zwei weitere wichtige feindliche Stellungen einnehmen können. Inzwischen hätten die Abessinier versucht, über den Wario=Paß in der Gegend von AddiRom, 28. Januar. Mussolini hat an Marschall Badoglio ein Glück wunschtelegramm gerichtet, in dem er dem Marschall und seinen Truppen zur siegreichen Schlacht im Tembien=Gebiet seine lebhafteste Anerkennung ausspricht. In maßgebenden italienischen Kreisen wendet man sich gegen in der ausländischen Presse gebrachte Vermutungen über Italiens Haltung im Falle der Durchführung der Oelsperre. Italien habe schon vor Wochen eine etwaige Oelsperre als eine ausgesprochen feindselige Handlung bezeichnet. Gegen die Verhängung werde es deshalb sich mit allen Mitteln zur Wehr setzen, die es für richtig und zweckmäßig halte. Tag der alten Garde Der große Aufmarsch in der Reichshauptstadt am 30. Januar Berlin, 28. Januar. Der Führer hat für den 30. Januar, an dem sich zum dritten Male der Tag jährt, an dem der Führer zum Reichskanzler berufen wurde, den Aufmarsch der alten Marschierer für das Dritte Reich festgesetzt. Hierzu werden aus jedem Sturm die zwei dienstältesten SA.=Männer nach Berlin kommen. Es ist bei dem großen Aufmarsch im Lustgarten am Mittag mit einer Stärke von 23 000 bis 25 000 SA.=Männern zu rechnen. während der Aufmarsch am Abend weit höher, etwa bei 35 000 Teilnehmern liegen wird, da an ihm auch Abordnungen des NSKK., der SS., der HJ. und der politischen Leiter teilnehmen werden. Die alten SA.=Männer werden im Laufe des 30. Januar bis vormittags 9 Uhr in Sonderzügen auf den großen Kopfbahnhöfen in Berlin eingetroffen sein. Sie werden von dort aus in ihre Quartiere— große Säle und von der Stadt Berlin zur Verfügung gestellte Turnhallen— geleitet. Im unmittelbaren Anschluß daran erfolgt das Sammeln der SA.=Männer und ihr Marsch in verschiedenen Säulen zum Lustgarten. Gegenüber den früheren Jahren wird der Aufmarsch der SA. insofern ein verändertes Bild zeigen, als ihre Front nach dem Museum zu Aufstellung nimmt. Der Führer wird am Mittag etwa gegen 1 Uhr vom Museum aus sprechen. Vor ihm wird der Stabschef der SA., Lutze, den Appell eröffnen und im Anschluß daran Reichsminister Dr. Goebbels sprechen. Die Reden werden auch auf den Rundfunk übertragen. Der SA.=Appell im Lustgarten findet, nachdem der Führer gesprochen hat, seinen Abschluß. Im Anschluß an den Appell findet im Lustgarten und auf anderen Plätzen eine öffentliche Speisung der SA. statt, an der auch der Führer und die Reichsminister teilnehmen. Die Verpflegung erfolgt durch den Hilfszug Bayern. Am Abend wird die SA. zum großen Fackelzug antreten. Die Spitze dieses Zuges steht etwa 600 Meter vom Brandenburger Tor in der Charlottenburger Chaussee, und der Zug verlängert sich dann nach wärts. Gegen 8 Uhr setzt sich der Fackelzug in Bewegung. Er geht durch das Brandenburger Tor, Unter den Linden zur Wilhelmstraße, wo der Führer in der Reichskanzlei den Vorbeimarsch abnimmt. Vor der Reichskanzlei nehmen die Ehrengäste Aufstellung. Die Fenster des gegenüberliegenden Propagandaministeriums sind den Angehörigen der Opfer der Bewegung zur Verfügung gestellt. Nach dem Vorbeimarsch wird der SA.=Ruf durchgeführt, bestehend aus drei Musikzügen und Abordnungen der Berliner SA. Der SA.=Ruf wird in Zukunft bei der SA. die Stelle des militärischen Zapfenstreiches einnehmen. Im Reich findet am Abend in sämtlichen Orten, wo Stürme der SA. liegen ein Gemeinschaftsempfang statt, zu dem sämtliche Gliederungen der Bewegung, SS., RSKK. usw., eingeladen sind. Der Gemeinschaftsempfang beginnt mit einer Reportage über den Fackelzug, es folgt die Uebertragung des SA.=Rufes, und anschließend daran werden die am Mittag gehaltenen Reden des Führers, des Reichsministers Dr. Goebbels und des Stabschefs übertragen. Der 31. Januar sieht für die zu Gast in Berlin anwesende SA. ein großes Kennenlernen der Reichshauptstadt vor. Es bietet sich die Gelegenheit, Theatervorstellungen, Kinovorführungen, die Grüne Woche usw. zu besichtigen. Dr. Goebbels spricht zur Schuljugend am 30. Januar dnb Berlin, 28. Januar. Am 30. Januar dieses Jahres werden in allen Schulen des Deutschen Reichs Schulfeiern zum Gedenken des Tages der Machtübernahme und des Kampfes um das Dritte Reich abgehalten. Reichsminister Dr. Goebbels wird in der 216. und 222. Volksschule, Berlin, Rostocker Straße, im alten Bezirk Beußelkietz, vormittags 10.05 Uhr bis 10.20 Uhr, zu den Jungen und Mädchen sprechen. Die Veranstaltung wird auf sämtliche deutschen Sender übertragen, so daß es möglich ist, in den Schulfeiern der einzelnen Schulen die Rede des Ministers mitzuhören. Gedenkfeiern bei öffentlichen Verwaltungen Der Reichs= und preußische Minister des Innern Dr. Frick hat folgendes Rundschreiben an die Reichsund Landesbehörden gerichtet:„Ich halte es für angezeigt, daß die Beamten, Angestellten und Arbeiter der öffentlichen Verwaltungen am 30. Januar aus Anlaß der dritten Wiederkehr des Tages der nationalen Erhebung von den Behördenchefs versammelt und auf die Bedeutung des Tages hingewiesen werden, und bitte, für ihren Geschäftsbereich das Erforderliche zu veranlassen. Die Landesregierungen, in Preußen die Regierungspräsidenten, ersuche ich, auch den Gemeinden hiervon Kenntnis zu geben.“ Der deutsche Rundfunk am 30. Januar Der deutsche Rundfunk führt am 30. Januar folgendes Sendeprogramm durch: 10 Uhr bis etwa 10.30 Uhr: Uebertragung aus der Aula der 222. Volksschule in der Rostocker Straße Berlin Reichsminister Dr. Goebbels spricht zur deutschen Schuljugend. Die Sendung wird vom Deutschlandsender durchgeführt und von allen deutschen Sendern übernommen. Zur gleichen Stunde findet in allen deutschen Schulen Gemeinschaftsempfang im Rahmen einer Schulfeier statt. 12,55 Uhr(nur Reichssender Berlin): Uebertragung des großen SA.=Appells aus dem Lustgarten in Berlin. 20 bis 22 Uhr: Die Reichssendeleitung gibt Funkbericht von dem historischen Fackelzug mit dem Vorbeimarsch vor dem Führer und überträgt den neuen„SA.= Ruf". Es werden wiederholt für alle deutschen Sender mit Ausnahme des Reichssenders Berlin die Reden von dem großen SA.=Appell im Lustgarten. Fahnen heraus am 30. Januar! dnd Berlin, 28. Januar. Aus Anlaß der dritten Wiederkehr des Jahrestages der nationalsozialistischen Revolution fordert der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda alle Volksgenossen auf, ihre Häuser mit den Fahnen des Dritten Reiches zu beflaggen. Damit grüßt das deutsche Volk zugleich die alte kampferprobte Garde der SA., die sich am 30. Januar vor ihrem Führer versammelt. Gefängnis= und Geldstrafen im„Morro=Castle"=Prozeß. Das Bundesgericht in Newyork fällte im MorroCastle"=Prozeß das Urteil. Wegen verbrecherischer Fahrlässigkeit erhielten der Chefingenieur Abbott vier Jahre Gefängnis, der stellvertretende Kapitän Warms zwei Jahre Gefängnis der leitende Direktor der Newyork and Cuba Mail Steamship Co., Henry Cabaud, ein Jahr Gefängnis und 5000 Dollar Geldstrafe mit Strafaufschub für die Gefängnishaft. Die Schiffahrtsgesellschaft wurde zur Höchststrafe von 10 000 Dollar verurteilt. Kurz=Nachrichten Gauleiter Wächtler Sachbearbeiter für alle Schulfragen beim Stellvertreter des Führers. Der Stell vertreter des Führers Rudof Heß. hat Gauleiter Wächtler als dem Hauptamtsleiter des NS.=Lehrerbundes, den Auftrag gegeben, als zuständiger Sachbearbeiter alle Schulfragen für ihn zu behandeln. Gleichzeitig mit dieser Beauftragung hat der Stellvertretei des Führers dem Hauptamtsleiter des NSLB. die Oberaufsicht über die einzige NS.=Deutsche Oberschule der Partei in Feldafing übertragen. Nur kurze Regierungserklärung Sarrauts. Die französische Regierungserklärung, die am Donnerstag in Kammer und Senat verlesen wird, wird sehr kurz sein. Sie wird insbesondere den Willen der Regierung zum Ausdruck bringen, den Franken zu verteidigen, im Innern die Ordnung aufrechtzuerhalten und im Rahmen des Völkerbundes an der Erhaltung des Friedens mitzuarbeiten. Unterstaatssekretär Zay ließ einigen Abgeordneten durchblicken, daß, falls das beschränkte Arbeitsprogramm der Regierung bei der Kammer keine Zustimmung finden sollte, der Ministerpräsident den Präsidenten der Republik um die Auflösung der Kammer bitten könnte. Der Generalstreik in Syrien geht weiter. Am Montag gab es bei Zusammenstößen auf beiden Seiten zwei Tote und 25 Verletzte. Es wurden wieder zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Täglich erfolgen Aburteilungen zu teilweise langen Freiheitsstrafen. Schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Kommunisten in China. In der chinesischen Provinz Kweitschou sind zur Zeit schwere Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und kommunistischen Abteilungen, die unter dem Oberbefehl des kommunistischen Generals Holung stehen, im Gange. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans saulte, Vexantwoxtlich für. Polizit;z„Rudo!„Fesl; Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf weddingbau Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Feuilleion: Dr. Emil Siro##.# dofl. Wirtschaft: Fritz Schmidt, Gerichtsdlenst und Briefkasten: Max Flegel, Sport: Hans Hornbef!: Provinz: Kurt Törnemann, Anzeigen: Kurt Scsgge sämtlich in Bochum. Beriiner Schriftleitung: Haupt, Berlin Sw., 68. Wilhelmstraße 98. Jäger 4115 und Kartsborst 0340, Berliner Anzeigen vertretung: F. W. Pemve, von 18 bis 17 Udr(außer Samstags), Für rurszlangt Einsendungen keine Hafivflicht. Rücksendung nur dei Rückvorkoe. Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten 3 Nr. 24 Bochumer Anzeiger„ Mittwoch, 29. Januar 1936 Iochattter=Nacheichten Das schwere Kunststück Es ist schon so: wer stets bescheiden bemüht ist, Aerger zu vermeiden, dem will es trotzdem nicht gelingen, das schwere Kunststück zu vollbringen, daß alle Menschen nun hinieden mit seiner Arbeit sind zufrieden. Das trifft besonders auch die Frauen, die wir zwar nur sehr selten schauen, die Zeitungsfrauen meine ich! Es ist gewiß und sicherlich ja leider so und fast zum Lachen, daß vielen sie's nicht richtig machen. Dem einen will's nicht recht bedeuten, weil er grad' schläft, daß an sie läuten, der and're schätzt den Klingelton, weil er stets auf ihn wartet schon. Der will, daß in des Kastens Tiefe die Zeitung steckt, der sonst für Briefe, der and're will das gerade nicht! Der macht ein brummiges Gesicht, wenn auf der Treppe liegt das Blatt, was grad' ein and'rer gerne hat! Die will die Zeitung möglichst spät, und nicht bevor der Mann weggeht, und jener möcht' sie wieder früh beim ersten Hahnenkikriki! Kurzum, die Wünsche sind Legion. Ihr seht gewiß das selbst auch schon und habt Verständnis wohl genau wie ich nun für die Botenfrau! Sie bringt Euch täglich Euren Freund (womit die Zeitung hier gemeint), und wird gewiß von Fall zu Falle erfüllen Eure Wünsche alle, wenn Ihr es richtig ihr gesagt. Nun wißt Ihr's, drum sei Schluß gemacht mit diesem Sang von Zeitungsfrauen! Bis nächstens denn— Auf Wiederschauen! 0 Jes .SCHOEN Ein Schriftleiter des B. A. verkauft Lose der Winterhilfslotterie Flax Am 30. Januar Gemeinschaftsempfang der Schulen Die Pressestelle der Regierung in Arnsberg teilt mit: Der Regierungspräsident macht die Schulleiter des Bezirks auf eine hervorragende Sendung des Deutschen Schulfunks zum 30. Januar aufmerksam, die geeignet ist, bei den Feiern zum Tag der deutschen Revolution angesetzt zu werden. Sie ist eine Wiederholung der Hitler=Jugend=Kundgebung vom 14. 9. 1935, einer der Höhepunkte des Parteitages der Freiheit. Zum ersten Male wurde dem Führer eine Kantate vorgefuhrt, die unter dem Einsatz von 5000 Jungvolk= und Hitlerjungen einen eindringlichen Beweis der beachtlichen Höhe kulturellen Schaffens und Gestaltens der jungen Generation gab. Die Kundgebung nahm folgenden Verlauf: 1. Eintreffen des Führers im Nürnberger Stadion, 2.„Bekenntnis der Jugend“— Worte von Wolfgang Brockmeier, 3. Gelöbnis des Reichsjugendführers im Namen der HJ., 4. Die Rede des Führers an die deutsche Jugend, 5. Das Lied der Jugend. Da die Reichskanzlei die Wiederholung der Führerrede an die deutsche Jugend infolge des großen staatspolitischen Wertes ausdrücklich genehmigt hat, empfiehlt der Regierungspräsident den Schulleitern, Gemeinschaftsempfang dieser Sendung durchzuführen. Akten in Brand gesetzt Unbekannter brach in Anwaltsbüro ein Am 26. Januar, in der Zeit von 18 bis 19 Uhr, wurden die Büroräume eines Rechtsanwalts, hier, Wilhelmsplatz, erbrochen. Der Täter hat die im Nebenraum lagernden abgelegten Akten angezündet. Ein Teil davon verbrannte, das Feuer erstickte aber bald. Gestohlen wurde außer einer Tüte mit Aepfel nichts. Wer hat zu angegebener Zeit verdächtige Personen, die aus dem Hause kamen, gesehen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 244. Bei der Durchführung des kühnen Planes, von dem hier berichtet werden soll, verließ sich der Chronist auf eine menschliche Eigenschaft, von deren Existenz er durch eine schlichte amerikanische Nachricht zum ersten Male Kenntnis erhalten hatte. Und zwar hieß es in dieser Meldung, daß in Newyork fortwährend einige hundert Mädel Schlange stünden vor dem Hause eines Mannes, der gewettet hatte, daß er es fertig bringen würde, innerhalb eines Jahres 40 000 blonde Mädel zu küssen. Um voreiligen Schlüssen vorzubeugen— und gleichzeitig die Polizei davon in Kenntnis zu setzen, daß es durchaus nicht notwendig ist, vor dem Hause des Chronisten einen Ordnungsdienst einzurichten—, sei sofort erwähnt, daß es bei dem eingangs erwähnten Plan sich keinesfalls um eine Wiederholung der amerikanischen Wette samt ihren an sich nicht uninteressanten Begleiterscheinungen handelte, sondern daß es nur auf eine Eigenschaft ankam, die aus dieser amerikanischen Geschichte geradezu mit Scheinwerfern herausleuchtet: die Bereitwilligkeit, einem Nächsten zum Gewinn einer Wette zu verhelfen. Der Berichterstatter brach ein Gespräch mit einem der grauen Glücksmänner vom Zaun, die uns abends in den Wirtschaften und Kaffeehäusern und auf der Straße begegnen und behauptete in jenem anmaßenden Tone, der zum Widerspruch reizt, es sei doch sicher keine Kunst, so an die 50 Winterhilfslose in der Stunde zu.rkaufen. Es kam dann mit der Pünktlichkeit einer Nachnahme die entrüstete Erwiderung:„Na. Herr Nachbar, det soll'n Sie mir aber erst mal vormachen!" Von diesem Ausspruch bis zur getätigten Wette— man hätte einen Totalisator einrichten können, so sehr waren die Umsitzenden am Erfolg des Plans interessiert— von dieser ersten Fühlungnahme also bis zu dem Augenblick, da der Berichterstatter mit einer grauen Mütze mit rotem Band(unter Brüdern: Nummer 63) ans Dämmerlicht des Abends trat, war die Zeit angefüllt mit der sorgfältigsten Vorbereitung, die für den großen Zweck geeignet schien. Ein Band„Verkaufspsychologie“ wurde zur Dauerlektüre, zum Nachtisch gab's„1000 Worte Werbekunst“, der Anzeigenleiter gab werbetechnische Ratschläge, die ausgereicht hätten, in zwei Stunden ein vollgepfropftes Kaufhaus zu einer von Kaufhungrigen belagerten Festung zu machen, mit einem Wort, die„zwei Stunden als Stellvertreter des Glücks“ hätten mit einer Rekordkasseneinnahme abschließen müssen, von der sich die grauen Glücksmänner von Bochum bis in den Bayrischen Wald mit Staunen erzählen sollten. Lissen wir aber die schlichten Tatsachen sprechen, den Tonfilm des Gehirns, der in den zwei Stunden glücksmännerhaften Beginnens abrollte, und urteilen wir nicht voreilig über den Vermessenen, dem das Laster beruflicher Neugier einen zu weiten grauen Mantel und einen Bauchladen mit zweihundert Winterhilfslosen umhängte. Neues aus Bocham 35 Jahre städtische Brandwache. Die städtische Brandwache ist im Jahre 1901 eingerichtet worden. Seit 1. Dezember 1908 ist die neuzeitliche Feuermeldeeinrichtung in Betrieb genommen worden. Die Melder sind über das ganze Stadtgebiet verteilt. Beim Aesteabsägen vom Baum gefallen. Dem Krankenhaus zugefuhrt wurde am Samstag ein junger Mann, der mit Absägen von Aesten im Hausgarten beschäftigt war. Plötzlich brach ein trockener Ast ab und er stürzte in den Garten und mit dem Gesicht in die am Boden liegende Säge. Die erlittenen Verletzungen machten eine Aufnahme im Krankenhaus notwendig. Mit einem Ofen die Treppe abgestürzt. Am Montag nachmittag stürzte ein Anwohner der Wiemelhauser Straße beim Transport eines Ofens die Treppe hinunter. Er trug hierbei Verletzungen davon, die eine Ueberführung ins Krankenhaus notwendig machten. Dieb auf vergeblicher Suche nach Bargeld. Am 26. Januar wurde ein Zimmer im Evangelischen Vereinshaus erbrochen, es wurden sämtliche Schubfächer durchwühlt. Entwendet wurde nichts. Anscheinend hatte es der Täter auf Bargeld abgesehen. Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 244. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Einkaufstasche gestohlen. Am 23. Januar, zwischen 16.45 bis 17 Uhr, hat ein unbekannter Täter aus dem Flur einer Wohnung des Hauses Wilhelmsplatz 6 eine hellbraune Einkaufstasche entwendet. Wer kann zu diesem Diebstahl Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße Nr. 35, Zimmer 242. Herrenfahrrad von der Kriminalpolizei sichergestellt. Bei der Kriminalpolizei in Bochum ist ein Herrenfahrrad, Marke und Nummer unbekannt, sichergestellt. Beschreibung: Rahmen, Felgen und Schutzbleche schwarz, graue Bereifung, waagrechte, stark verrostete Lenkstange. Dynamo mit Lampe, Dopvelfedersattel, Luftpumpe. Das Rad ist stark abgenutzt. Eigentumsrechte können bei der Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 252, geltend gemacht werden. Plastischer Schmuck an Bochumer Häusern — Es fing dann auch gleich wenig zünftig an. Indem ich nämlich in einem Wagen in der Nähe des Ortes der Handlung vorgefahren kam. Denn der besagte Wagen wurde als Umkleidekabine dringlich benötigt. Erstes Problem: Was hat ein Glücksmann unter dem bekannten grauen Mantel an? Trägt er einen gewöhnlichen Mantel darunter oder zieht er gar die Jacke aus? Wo wird das Ding eigentlich zugeknöpft? Menschenskind, wie der Umhang flattert! Hat man sonst gar nicht gemerkt, daß es so windig heute ist. Natürlich, die Hälfte wieder vergessen, Mantel nochmals ausziehen, Riemen um den Hals legen, her mit dem Glückskasten. So, jetzt wird der Kasten an zwei Karabinerhaken festgemacht— man kommt sich vor wie ein Feuerwehrmann, der den Eiffelturm besteigen soll— den Mantel wieder drüber(am Hals drückt der Riemen, als ob man unter einem Joch säße), die Mütze auf, die so groß ist, daß man Ohrenschützer sparen könnte, wenn es ganz kalt wäre. Aber in Wirklichkeit weht ein lindes Frühlingslüftlein durch die Straße, und es ist daher gar keine besondere Ersparnis; denn niemand würde jetzt Ohrenschützer tragen. Nun also ist der Wagen davongefahren, das Letzte, was uns noch mit der Vergangenheit am Redaktionsschreibtisch verband. Steht mir jetzt bei, ihr tausend guten Geister der Werbung, schwirrt mir ins Ohr, ihr „1000 Worte Werbekunst“! Mir ist, als ob alle Leute auf der Straße hierhergekommen seien, um mich in meiner Verkleidung zu sehen. Ich versuche ein möglichst gleichmütiges Gesicht zu machen und bemühe mich sogar, uninteressiert vor mich hin zu pfeifen. Das hat aber offenbar die entgegengesetzte Wirkung, denn ein kleiner Junge zupft seine Mutter am Rock und sagt ganz erstaunt:„Guck mal, Mutti, der Glücksmann hat Spaß.“ Er sagt's so laut, daß die Umstehenden mich ganz erstaunt ansehen, als sei ein pfeifender Glücksmann ein Weltwunder. Und doch war meine Taktik nicht ganz verkehrt, denn ein SA.=Mann, der mit einem Fahrrad am Bürgersteig„parkt“, greift in die Tasche und meint:„Na, dann wollen wir ihm auch mal Grund geben, Spaß zu haben. Mit kühnem Schwung greift er in die volle Kiste, zieht ein Los heraus und zahlt mit einem Fünfmarkstück. Und ich habe kein Wechselgeld!„Na, Glücksmann, schlechte Geschäfte heute?" fragt er teilnehmend, und ich beeile mich zu entgegnen, daß das Gegenteil der Fall ist:„Die Leute zahlen immer mit so großem Geld und überhaupt und so.“ Es klingt alles etwas unwahrscheinlich, aber mein erster„Kunde“ hat inzwischen ein Fünfzigpfennigstück an Land gezogen, so daß ich mich mit der ersten Einnahme von dannen trollen kann. Es bleibt zu erwähnen, daß dieses erwähnte Erstlingslos eine Niete war. Ich nehme aber Wetten in beliebiger Zahl in kleinen Hellen an, daß mein erster„Kunde“ bei der nächsten Prämienziehung ganz groß„rauskommt“. Inzwischen wird der Verkehr schon merklich stärker, aber die Leute rennen alle vorbei, als ob es am Ziel Preise gäbe Ausrufen möchte ich meine Glücksware nicht, dazu bin ich vorläufig noch zu schüchtern und außerdem halte ich es mit dem Drehbuchverfasser, der da sagt:„Leise kommt das Glück zu Dir.“ Immerhin bringe ich so im Vorbeigehen noch zwei Lose au Wer kennt das schen! Drei Zwerge, ein Krieger und ein Marabu Im Schoß der Erde graben die Dinge, die am Wege liegen, bleiben meistens unbeachtet. Sei es, daß sie uns der Beachtung nicht wert erscheinen; oder ist es das Alltägliche, das uns das oft Gesehene nur zu leicht übersehen läßt? Sieht man sich im allgemeinen die Häuser auf ihren künstlerischen Schmuck in den architktonischen Gestaltung hin an, so das Ergebnis nicht immer erfreulich. Es ist dabei nicht an Bauten gedacht, bei deren Ausführung von vornherein Künstler zur Ausgestaltung herangezogen zer.2; wie zum Beispiel bei einer großen Anzahl von effentlichen Gebäuden, seien sie nun von der Stadt oder vom Staat oder von einer anderen Behörde errichtet. ba## ndelt sich vielmehr um die gewöhnlichen Wohn#csauten früherer Zeit, wie man sie in den Straßen Lochums auf Schritt und Tritt sieht. Dabei kann man interessante Feststellung machen, daß Bauten, die im daufe des vorigen Jahrhunderts entstanden, durch eine Der Krieger von der Marienstraße Zwerge ganz bewußte schlichte Linienführung ohne wesentlichen Fassadenschmuck dennoch von einer starken Wirkung sind. Dagegen waren die um die Jahrhundertwende errichteten Häuser vielfach mit Stuck und Putz an den Außenfronten überladen. Es handelte sich aber dabei nicht um bildhauerischen Schmuck, sondern nur um Verzierungen, die in besonderen Formen aus Zement gegossen wurden. Es war viel Kitsch darunter, den viele Leute einmal als schön empfunden haben..... Bei der heutigen Bauweise ist man bei Privatbauten fast ganz von der Verwendung von plastischem Schmuck an den Außenfronten abgekommen. Unter den Bauleuten werden aber wieder Stimmen laut, die sich für die Mitwirkung von Künstlern bei der Gestaltung der Außenfronten von Häusern einsetzen. Es ist klar, daß es sich dabei nur um eine sparsame, dafür aber um so wirkungsvollere Verwendung von Bildhauerarbeiten Was ist das für ein Vogel? „.-.“-Aufnahme handeln kann. Den Künstlern würde dadurch wieder =ein weiteres Betätigungsfeld zufallen. Wertvolle bildhauerische Arbeiten, die in früheren Jahrzehnten als Hausschmuck angebracht wurden, sind in Bochum nicht viele anzutreffen. Auf einige wenige lohnt es sich aber hinzuweisen. Am Marienplatz befindet sich an einer Hauswand der aus Sandstein gemeißelte große Kopf eines Kriegers, der keine Bezeichnung hat. Nur die wenigsten Vorübergehenden werfen einen Blick auf dieses schöne Werk eines unbekannten Künstlers, das doch Beachtung verdient. Einen eigenartigen Türschmuck hat das Haus aufzuweisen, in dem die Staatlichen Bergreviere Bochum I und II sitzen an der Ecke der KaiserWilhelm= und Horst=Wessel=Straße. Ueber dem Hauseingang befindet sich die plastische Darstellung eines Motivs aus dem Bergmannsleben. Zwerge graben im dargestellten Figuren wirken sehr lebendig und in der Mitte dieses ungewöhnlichen plastischen Schmucks eines Wohnhauses hängt eine Grubenlampe. Auch an diesem Bildwerk gehen fast alle Menschen achtlos vorüber. Einen wirkungsvollen Schmuck aus neuerer Zeit, Künstlerhand gefertigt, hat das Gärtnerhaus am Eingang des Stadtparks aufzuweisen. Ueber einem Fenster hockt tiessinnig ein Marabu. Noch ehe man in Bochum an die Einrichtung eines Tierparks dachte, entstand dieser Vogel aus Stein, der heute als Sinnbild für seine zahlreich: Vetternschaft in den Flug= und Laufkäfigen beim Bismarckturm im Park gelten könnte. Sicherlich wird es auch noch mehr sehenswerten künstlerischen Schmuck an Bochumer Häusern geben, und vielleicht trägt diese Plauderei dazu bei, daß wie Dinge, die am Wege liegen, mehr beachten, als wir es Motivs aus dem Bergmannsleben. Zwerge graben im Dinge, die am 2. tiefen Gestein nach den Schätzen unter der Erde. Die im allgemeinen gewogn, sind. Seite 4 Nr. 24 Bochumer Anzeiger; Mittwoch, 29. Januar 1936 den Mann, und dann naht sich das Unheil in Gestalt eines graubemäntelten Konkurrenten. Ich sehe schon, wie er auf der anderen Straßenseite verdutzt aufblickt, wie er sich vergewissert, ob er es tatsächlich mit einem Eindringling zu tun habe. Ich tue, als sei ich der älteste Glücksmann der Welt, und will mich gerade in eine Kneipe schlagen, da kommt er schon mit langen Schritten rechtwinklig über die Straße gestelzt und fragt:„Na, wo kommst du denn her, dich hab ich hier noch gar nicht gesehen, und wenn du aus einem anderen Revier kommst...“ Er macht dabei eine Handbewegung, die es überflüssig erscheinen läßt, den Satz zu vollenden. Ich tische ihm die Geschichte mit der Wette auf und sein Gesicht wird dabei zusehends wohlwollender.„Wieviel mußte verkaufen?" fragt er sachverständig.„50 Stück in einer Stunde", antworte ich kleinlaut. „Kannste nich' schaffen, Kollege, auf keinen Fall!“ Da stehe ich nun wie'n schlimmer Finger und mache ein Gesicht wie ein Huhn nach dem Regen. Aber dann wirft mir der Kollege Nummer 334 einen Rettungsanker zu:„Hör mal, da vorne an der Straßenecke haben wir einen Stand mit einem Glücksrad. Ich werde meinen Kumpel mal eben überreden, daß er dich da ’ne Stunde arbeiten läßt. Das haut besser inne Aeppel.“ Hurra, jetzt habe ich meinen Stand! Froher konnte auch Walther von der Vogelweide nicht sein, als er sang:„Ich han min lehen!“„Kommt her, Leute, so nah habt ihr noch nie beim Glück gestanden, als in diesem Augenblick. Nur näher rankommen, 5000 Mark ist hier der Hauptgewinn, aber wer mit 100 zufrieden ist, soll auch seinen Wunsch erfüllt haben. Na, die „fünf“ ist hier noch frei, wer will noch mal, wer hat noch nicht? Und lauft nicht weg, bevor ich das Glücksrad gedreht habe, denn neulich habe ich einem 500Mark=Gewinner zehn Minuten lang mit dem Geld nachlaufen müssen, und das sieht doch so dumm aus!“ Ich rede wie ein Buch, und es kommt mir vor, als spräche ein ganz fremder Mensch. Ab und zu muß ich auch mal die Kinder davonjagen, die den„ernsthaften Interessenten“, den Platz wegnehmen. Jetzt klappert's schon ganz hübsch in meiner Kasse, besonders, weil sich zu meiner Linken ein Mann eingefunden hat, der unaufhörlich auf die„zwei“ setzt, aber niemals gewinnt. Dadurch habe ich den Vorteil, daß immer, wenn ein Los ausgespielt ist, sofort wieder der Anfang für die nächste Runde geschafft ist, denn mein Freund zur Linken ist ungeheuer besorgt, daß ihm irgendeiner„seine Zwei“ wegnehmen könnte. So geht das schon eine ganze Weile, ich habe bereits 14 Lose verkauft und bin so in Eifer geraten, daß ich fast vergesse, wie kurz bemessen meines Bleibens Weile an dieser Stelle ist. Da naht sich das Verhängnis in der Gestalt eines Zeitungsschreibers, der mich kennt. Und ich kann doch auch hier nicht verschwinden, nein, ich kann meine Anpreisung nicht einmal unterbrechen. So mime ich denn unbeirrt weiter, schaue gar nicht auf und überlege fieberhaft, was ich tun werde, wenn ich nun doch erkannt werde. Ich bin fest entschlossen, den Entrüsteten zu spielen(„Herr, ich verbitte mir diese Vertraulichkeiten" oder so ähnlich) und— man wird immer mutiger, je mehr Zeit man zum Ueberlegen hat — ich werde ihn durch Nichtbeachtung strafen, ha!! Und da sagt er dann plötzlich:„Rauchste’ne Zigarette?“, und ich nehme sie, obwohl ich gar nicht weiß, ob ich eigentlich im Dienst rauchen darf und kein Mensch tut erstaunt von den Umstehenden. Ich beginne wieder aufzuatmen. Und sogar drei Freilose und ein=Mark=Gewinn waren„drin“ bis zu dem Augenblick, da mein„Chef“ wieder zurückkommt und seinen Platz hinter der Theke wiedereinnimmt. Es tut mir eigentlich leid um meine mit Regenschauern Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim Das ozeanische Wirbelsystem hat sich weiter nach Osten vorgeschoben und erneut mit einem mächtigen Sturm milder Luftmassen das Festland überschwemmt. Gleichzeitig kam es an der Westküste Mittelenglands zur Bildung einer kräftigen Randstörung, so daß vorübergehend die Winde erheblich auffrischen konnten. Die milden Luftmassen brachten aufgleitend Westeuropa bei geschlossener Bewölkung anhaltende Niederschläge und Temperaturen bis zu zehn Grad. Durch schubweise vom Ozean vordringende Kaltluft wird es zur Ausbildung weiterer Randstörungen kommen, so daß bei anhaltender Zufuhr milder Luftmassen sich die Witterung weiterhin unbestandig gestaltet, und nur im Berglande die Temperaturen infolge nächtlicher Ausstrahlung bis zum Nullpunkte absinken. Aussichten für Mittwoch: Frische, zeitweise böig auffrischende Winde aus Südwest bis West, wolkig, vereinzelte Schauer in den Vormittagsstunden, Temperaturen fünf bis sieben Grad, des Nachts im Berglande um den Nullpunkt.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Fortbestand der Westwindwetterlage bei geringem Temperaturrückgang. Dienstag, 28. Januar Barometer 24 Uhr: 185·8 Thermometer 34 Uhri t 5# Zeiten für Sonne und Mond am 29. Januar: (D Aufg..19, Unterg. 17.08; J Aufg..45, Unterg.—. Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 5, 14 und 15.) Wohin gehen wir heute Städtische Gemäldegalerte: Sonn= und fetertags bei freiemn Eintritt von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr Heimatmuseum Haus Rechen, Konigsallee 17: Sonn= und feiertags von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr. Bergbanmuseum, Böbestraße: Besichtigungszeiten: Werktags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, an Mittwochund Samstag=Nachmittagen bei freiem Eintritt: Sonntags von 10 bis 13 Uhr.(An Feiertagen geschlossen.) Geologisches Museum der Berggcwerkschaftskasse, Herner Straße 45: Mittwochs von 15 bis 18 Uhr. Samstags von 15.30 bis 18 Uhr. Nach Voranmeldung jederzeit innerhalb der Dienststunden. Eintritt frei. Städtische Schwimm= und Badeanstalt, Marienstraße: Conntags von 7 bis 12 Uhr Familienbad. Stadttheater: 19 Uhr: Der Rosenkavalter. Parkhotel„Haus Rechen“: 20 Uhr: Konzert: Das Oratorium. Capitol: ab 15 Uhr: Verlieb Dich nicht am Bodensee. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Mach mich glücklich. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Natascha. Lichtburg: ab 15 Uhr: Henker, Frauen und Soldaten. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Jennie Gerhardt. Odeon: ab 16.30 Uhr: Das leuchtende Ziel. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Das leuchtende Ziel. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Der böhere Besehl. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Die scharlachrote Blume. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: Tom Mir räumt auf. Konzerthaus Strauch: Ehren= und Abschiedsabend. Café Industrie: 2. Karnevalistische Sitzung. Restaurant Zum Ritter: Tanz=Tee. verehrten„Stammkunden“, daß ich ihnen während meiner Gastrolle nicht noch mehr bieten konnte. Aber die Zeit drängt und ich will wenigstens noch durch einige Lokale pilgern. Und da wende ich dann wieder einen Trick an, den mir ein„Kollege" als Geschäftsgeheimnis verraten hat. Ich gehe in ein Lokal, das auch eine Kellerwirtschaft hat. Da sitzt dann auch ein Pärchen am Tisch und ich beginne meinen Schlachtplan in die Tat umzusetzen. Ich sage mein Sprüchlein her; sie möchte schon kaufen, aber er zögert, ich rede von märchenhaften Gewinnen, die bei mir schon gezogen sind— dabei denke ich an den guten Anfang— und dann kaufen sie auch. Das Mädchen ist am 26. irgendeines Monats geboren und sie zählt in der Reihe der Losbriefe von links nach rechts bis 26, öffnet den Umschlag: es ist eine Niete. Ich aber stimme ein großes Freudengeheul an, das in dem oberen(Haupt=) Raum nicht ungehört verhallen kann, und brülle in die Gegend: Soviel habe ich gar nicht bei mir. Sie müssen sich schon morgen den Betrag an der Bank abholen. Und dann hüpfe ich eilends die Treppe hinauf, erwartend, daß man mir die Lose nur so aus den Händen reißen wird. Aber es rührt sich kein Mensch, nur einer setzt an der Theke das Glas vom Munde und sagt:„Mach' da unten kein' Wind, die alten Tricks ziehn nicht mehr.“ Die Geschichte des zweiten vor mir verkauften Gewinns ist einfach. Ein junger Mann saß in einer Wirtschaft beim Glase Bier; ich streifte seinen Tisch sozusagen nur aus dienstlicher Gewissenhaftigkeit. Er nahm ein Los und gewann fünf Mark. Diesmal machte ich keinen„Wind", aber der Erfolg war so groß, daß ich meinen Gesamtumsatz in wenigen Minuten auf 33 steigern konnte. Bei diesem Mordsandrang mußte ich aber meinen„Glückspilz“ immer im Auge behalten. Von wegen des Interviews. Aber auch in dieser Hinsicht blieben Sensationen aus. Etwas verwundert über die Neugier eines Glücksmannes, antwortete er auf die Frage:„Was machen Sie denn nun mit dem Gewinn?“, er werde so lange jede Woche einmal ins Kino gehen, bis der ganze Gewinn„verbraten“ sei. Um 6 Uhr ist die Zeit meines Wirkens als Stellvertreter des Glücks abgelaufen. Als ich mit wehendem grauen Mantel zum letzten Male an meinem“ Glücksrad vorübergehe, schaue ich mir den Betrieb an wie ein Arbeitsveteran seine Lehrlingswerkstätte. In einer Seitenstraße ziehe ich verstohlen die Geldbörse, nehme ein Fünfzigpfennigstück heraus und sagte zu mir selbst:„Na, Sie netter junger Mann, packen Se mal ruhig zu. Sie sehen mir so aus, als wollten Sie auch zum Fußball=Länderspiel nach Budapest. Ziehen Sie sich hier einen Hundert=Mark=Gewinn, dann haben Sie gleich einen Zehrpfennig für unterwegs dazu.“ Und da war es eine Niete. Woraus der Schluß zu ziehen ist: Man nennt sich eben nicht ungestraft einen netten jungen Mann. P. B. Kreirenrunt Liagung der Reichskirchlichen Frauenhilfe Die Reichskirchliche Frauenhilfe des Kirchenkreises Bochum stellte an den Anfang ihrer neuen Jahresarbeit eine Kreisverbandstagung, die am Dienstag nachmittag in den Sälen des Ernst=Moritz=Arndt=Hauses an der Königsallee stattfand. Mehr als 1000 Frauen aus Bochum=Stadt und Bochum=Land waren erschienen, um sich in Ansprache, Lied und Gebet stark zu machen für den Dienst an Kirche und Gemeinde, an Volk und Staat. Die Eröffnungsansprache der Kreisleiterin Frau Pfarrer Goertz war ein Mahnwort zur Besinnung auf die ewigen Werte, die in Kirche und Volkstum fest verankert liegen, war ein Ruf zur verantwortungsbewußten Mitarbeit an den Aufgaben, die eine große Zeit, wie wir sie jetzt erleben dürfen, an die deutsche Frau und Mutter stellt. Es folgte die Rede der Landesleiterin Frau LiebeHarkort(Witten), die grundlegend über die künftige Arbeit des Evangelischen Frauendienstes sprach. Die Richtlinien des Deutschen Frauenwerkes, wie sie jüngst auf einer in Bochum abgehaltenen Schulungstagung erarbeitet wurden, werden fortan das Schaffen und Wirken des Frauendienstes bestimmen. Wie die Rednerin zur Begründung ausführte, müsse auch die kirchliche Frauenarbeit ein Bekenntnis zu dem Opfergedanken und zu der Volksgemeinschaft des Nationalsozialismus sein. Der Platz sei Seite an Seite und Schulter an Schulter mit der NS.=Frauenschaft. Die evangelische Jugend zur Hitler=Jugend hinzuführen und sie in diesem Geiste zu erziehen, bedeute der Reichskirchlichen Frauenhilfe eine Ehrenpflicht. Die religiös=kirchliche Zielsetzung des Frauendienstes wurde von der Landesleiterin dahingehend formuliert, daß es gelte, im Deutschland Luthers eine wirklich lutherische Kirche auszubauen, die willens sei, sich in das Volk hineinzustellen und das Evangelium Jesu Christi volksnah zu verkünden. Als zweiter Redner sprach der in der evangelischen Seelsorge des Saargebietes tätige Pfarrer Schwalfenberg über das Thema„Auf den Spuren Gustav Adolfs an der Saar.“ Er erklärte, daß er gekommen sei, um das Band der schwesterlichen und brüderlichen Liebe und Treue zwischen Rheinland und Westfalen, zwischen Bochum und der Saar enger und fester zu knüpfen. Die Spuren Gustav Adolfs machte er deutlich an dem Liebeswerk des Gustav=Adolf=Vereins, dem es mit an erster Stelle zu verdanken sei, daß in dem Grenzland an der Saar das evangelische Volkstum gefestigter denn je dastehe, weil es in den Jahren der Trennung von Mutterland und Heimaterde die Liebe des deutschen Volkes an den Gaben des Gustav=AdolfVereins erleben durfte. Rückhaltlos bekenne sich das evangelische Deutschtum an der Saar zum Dritten Reich und seinem Führer, und es sei stolz darauf, Aufbauarbeit leisten zu dürfen an einem Deutschland der Freiheit und der Ehre, an einer einigen deutschen evangelischen Kirche,„ Me Starker Beifall danrte dem Vortragenden. Pfarrer Paulmann(Harpen) hielt die Schlußansprache. Mit einem Gebetsliede klang die Kreistagung aus. Unter lieben Hausgenossen Einesent,„“.. Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Es besteht in manchen Fällen immer noch nicht rechte Hausgemeinschaft, weder zwischen Hauswirt und Mieter, noch zwischen den Hausgenossen unter sich. Aber es hat sich schon viel gebessert. Das ist zweifellos. Die Gerichte haben einen großen Teil unleidlicher Verhältnisse bereits gelöst. Und der Befriedungsprozeß geht weiter. Da heißt es, in der neuen Wohnung sich zusammenreißen oder gegenüber dem neuen Mieter mit Vernunft verfahren. Für die Hausgenossen unter sich gilt das Wort:„Haltet Frieven untereinander.“ Sonst kommt man bei Gericht auf die schwarze Liste, verliert sein Ansehen und kann sich auf allerlei unangenehme Dinge gefaßt machen. der heutigen Zeit lebt etwas wie ein gesunder Zwang zur Wohlanständigkeit. Man kann in den Gerichtssälen fast täglich gute Lehren empfangen über den Umgang mit Menschen. * Zwischendurch spielt natürlich hin und wieder auch mal eine bissige Sache. Es war in einem Hause in Kirchharpen. Wegen der Liebschaft zweier junger Menschen war es zwischen zwei älteren Wohnungsnachbarn zur Feindschaft gekommen. Als beide sich eines Tages im Hofe begegneten, kam es um den Auslauf der beiderseitigen Hühner wegen zum Streit und Handgemenge, wobei der eine dem anderen den Kopf klemmte und ins Ohr biß, während der andere in der Abwehr den Mittelfinger der linken Hand zwischen seine Zähne bekam und so den andern schmerzhaft veranlaßte, loszulassen. Auch die Nasenspitze des Angegriffenen wurde bei dieser Balgerei arg in Mitleidenschaft gezogen. Später, als einer der beiden seinem erwachsenen Sohn erzählte, wie es ihm ergangen sei,„kaufte“ sich dieser den Angreifer, und der Vater kam seinem Sohn dabei zu Hilfe. Dabei wurde der andere nun erheblich vertrimmt. Die Sache war so, daß die beiden Aelteren des Arztes bedurften. * Der Invalide Dr. stellte nun gegen seine Hausgenossen, Vater und Sohn., Strafantrag wegen schwerer Körperverletzung mit Krankenhausnöten. Er schloß sich auch als Nebenkläger dem Staatsanwalt an und war der Meinung, daß die beiden S. einen ganz gehörigen Denkzettel verdienten. Vor Gericht aber kamen außer den Angeklagten und dem Zeugen auch andere Leute zu Wort. Der Richter bekam den Eindruck, daß Dr. selbst nicht schuldlos an den Zuständen und an der Klonnerei war, und daß die Folgen wohl auch etwas übertrieben sein mochten. Dr. gehörte offenbar zu den Leuten, die mit aller Welt in Fehde leben, während den beiden anderen eigentlich nichts Abträgliches nachgesagt werden konnte. So ganz glaubhaft erschienen also des Zeugen Aussagen nicht; denn auf die aus den Verhältnissen heraus geborene Frage des Richters, ob der Herr Nebenkläger auch schon einmal wegen Mißhandlung vorbestraft sei, antwortete der Befragte sehr naiv: „Das weiß ich nicht mehr.“ Solche Dinge aber vergißt man doch sein Lebtag nicht. Also mußte der Nebenkläger wohl allerlei zu verbergen haben. Seine Darstellngen verloren damit auf einmal alle Glaubwürdigkeit. * Die Schläg= und Bisse, die sich die beiden alten Hausgenossen gegenseitig beibrachten, konnten straflos gegeneinander aufgewogen und bei der zweiten Abrechnung, an der der Sohn des Angeklagten S. beteiligt war, standen die Zeugen gar nicht auf seiten des Nebenklägers, der übrigens stets mit irgendeinem festen Gegenstand„bewaffnet“ sein soll. Es blieb nur dessen einzige Aussage gegen die beiden S. übrig. Hier aber war D. Partei, allzusehr Partei, und am Ausgang der Anklage allzu sehr interessiert. Unter solchen Umständen erkannte das Gericht daher glatt auf Freisprechung, da der Nebenkläger allein kein Kronzeuge war. Die Kosten der Rebenklage muß D. nun selbst tragen. Ja, manchmal kommt es anders, als man denkt! Der Liebe und des Lebens Leid Ein junges Mädchen aus Langendreer wegen fortgesetzten Betruges vor dem Richter, das ist kein guter Anblick! Muß Gretchen denn immer so lügen? Man fragt sich, wieviele dumme Sachen, zuerst Notlügen, dabei gewesen sein mögen, aus denen dann aber allzu leicht gemeiner Betrug wird, der sie immer wieder vor das Gericht bringt. Dabei ist sie Mutter und jammert um ihr Kind, wenn sie weiter in Haft bleiben soll. Seit einigen Tagen vor Weihnachten sitzt das Mädel nun schon wieder. Grund zu all den neuen Lügen war eine Liebschaft, die jetzt natürlich wieder zu Ende ist. Man darf in der Welt nicht eine große Dame vortäuschen wollen, das geht immer verkehrt. Selbst bei denen, die viel gerissener sind dieses arme törichte Mädchen, das da zitternd und jammernd sein Geschick aus der Hand des Richters erwartet. Als der Staatsanwalt ihr ein Jahr und drei Monate zudiktieren will, ist es ganz vorbei mit ihrer Fassung. Das hatte sie denn doch nicht erwartet. Mehrfach hat sie bereits vor Gericht Besserung gelobt, aber trotzdem war sie rückfällig geworden. Jetzt gibt ihr der Richter eine letzte ernste Mahnung. „Kind, Sie sind auf bösen Wegen. Wenn Sie nicht schleunigst umkehren, geraten Sie ganz unter die Räder. Man darf keinen falschen Namen führen, sich nicht als Direktorstochter ausgeben und als solch: für den Schatz Bestellungen machen und mit falschen Namen unterschreiben. Zum Glück war noch kein großer Schaden eingetreten. Der Richter fühlte, daß hier eine sehr törichte Maid das Glück für sich hatte mit falschen Mitteln zwingen wollen und dabei sich in die Strafbarkeit verstrickte. Es war mehr Lebensnot und Unkenntnis als verbrecherischer Wille. Immerhin, jetzt mußte sie endlich gewarnt sein. Einmal konnten ihr die mildernden Umstände noch bewilligt werden! Ob das bei weiteren Rückfällen wieder möglich sein wird, ist sehr fraglich. Dann geht es unweigerlich abwärts in die Tiefe. Einstweilen wurde sie aus der Haft entlassen, damit sie sich um das Kind bekümmern kann. Dann wartet ihrer eine halbjährige Gefängnisstrafe. Bochums Tischiei vorondich Berufsfragen in der Bochumer Tischler=Innung Die ordentliche Versammlung der Bochumer Tischler, Innung am Dienstag abend im Westfalenhaus, wurdvon dem Obermeister Diekerhoff eröffnet. An, schließend wurde mitgeteilt, daß die Handwerkskammer am 8. Februar d. J. einen Tischlerfachkursus veraz, staltet, dessen Dauer 40 Stunden betragt. Nach ein, gehender Behandlung von Fachfragen und Fachkalku, lation wurde den Mitgliedern dringend empfohlen, gemäß der Innungssatzung eine Fachzeitschrift zu halten. Notwendig ist auch der Bezug eines fachlichen lungsblattes der Deutschen Arbeitsfront. Die von der Arbeitsgemeinschaft der Bochumer Tisch. ler=Innung in der neuen Siedlung des Bochumer Verein in Höntrop ausgestellten Siedlermöbel sind von maßgebenden Kreisen für vorbildlich erklärt worden. Vom Deutschen Reichsheimstättenamt wurde angeregt. diese Möbel in einer öffentlichen Ausstellung zu zeigen In diesem Zusammenhang wurde von dem stellvertre, tenden Obermeister H. Träger darauf hingewiesen sich durch Schulung das notwendige Rüstzeug zu verschaffen und immer weiter zu lernen zum Wohle des gesamten Tischlerhandwerks. Der von dem Geschäfts. führer der Kreishandwerkerschaft Dr. Grünewald erstattete Jahresrückblick behandelte ausführlich die Neuorganisation des deutschen Handwerks. Rückschauend könne man sagen, daß sich die maßgebenden Kreise nach besten Kräften bemüht haben, dem Handwerk eine sichere Zukunft zu gewähren. Der Festsetzung des Haushaltsplanes folgte ein Bericht über Gesellenprüfung und Lehrlingseinstellung. Dann hielt Abteilungsleiter Posten von der Bezirksstelle des Reichsinnungsverbandes des Tischlerhandwerks einen Vortrag über fachliche Schulung. Zum Schluß der Versammlung wurde eine Reihe weiterer Handwerkskarten ausgegeben. Evangelische Gemeinde Bochum=Altstadt. In den Wochengottesdiensten am Donnerstag, 30. Januar, abends 8 Uhr, in der Friedenskirche und im Wichernhaus wird des Tages der Machtübernahme durch Adolf Hitler und die nationalsozialistsche Bewegung gedacht werden; ebenso in sämtlichen Hauptgottesdiensten am kommenden Sonntag. Privatmusiklehrerprüfungen. Nach Mitteilung des Obervräsidenten, Abteilung für höheres Schulwesen, finden im Frühjahr 1936 in Westfalen zwei Privatmusiklehrerprüfungen statt, und zwar in Münster am 14. März und folgenden Tagen, in Dortmund am 21. März und folgenden Tagen. Meldungen sind spätestens bis zum 24. Februar unter Beifügung der in den§§ 3 und 4 der Prüfungsordnung vorgeschriebenen Papiere an den Oberpräsidenten, Abteilung für höheres Schulwesen, in Münster i.., Schloßplatz 7, zu richten. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Mittwoch, 29. Januar. RS.=Frauenschaft Marmelshagen. 16 Uhr: Die Zusammenkunft im Frauenschaftsbeim fällt aus. Langendreer. 20.15 Uhr: Weltanschauliche Schulung für die Politischen Leiter der Zellen 5 bis 8. Schulungsbrief Folge 5— Eisenzeit. 20.15 Uhr: Besprechung der Arbeitsgemeinschaft der Zellen 1 bis 4 bei Brücher. NSDAP. Griesenbruch. 20 Uhr: Zellenversammlung der Zellen 1 2, 3 und 5 bei Irrgang, Alleestraße 59. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. RS.=Frauenschaft Weitmar=Mark. 15.30 Uhr: Feierstunde bei Hülsmeier. Gedenken zum 30. Januar. Keine Frau darf fehlen. RS.=Frauenschaft Griesenbruch. 15.30 Uhr: Verpflichtung der neuen Mitglieder bei Lotz, Königstraße. NS.=Frauenschaft Weitmar=Mitte. 19.30 Uhr: Singen im Gemeindesaal. Erscheinen ist Pflicht. NS.=Frauenschaft Harpen. 16 Uhr: Flick= und Nähstunde im Amtshaus. NS.=Frauenschaft Hofstede=Riemke. 15 Uhr: Spielkreis. 20 Uhr: Frauenschaftsabend im Josef=Wagner=Heim. NS.=Frauenschaft Hunscheidtsfeld. Donnerstag, 30. Januar, 20 Uhr: Zusammenkunft im Heim Wilh. Wegener, Drusenbergstraße. Erscheinen Pflicht. RSG.„Kraft durch Freude“ Oberbayernfahrt ausverkauft.— Anmeldungen zur zweiten Fahrt noch möglich. Der Andrang unserer südwestsälischen Arbeitskameraden zu den großen„Kraft=durch=Freude"=Olympia=Fahrten nach Oberbayern ist wider Erwarten so stark gewesen, daß der vorgesehene Oberbayernzug für die Zeit vom 1. bis 15. Februar 1936 bereits die Teilnehmerzahl überschritten hat. Aus diesem Grunde mußten verschiedene Teilnehmer auf den zweiten Zug vom 8. bis 17. Februar umgeschrieben werden. Anmeldungen zur zweiten Oberbavernfahrt vom 8. bis 17. Februar 1936 ins Schlierseegebiet sind noch möglich, bei einem Fahrpreis von 49.40 RM. an. Bald werden die Listen geschlossen, denn auch dieser Zug wird bis auf den letzten Platz gefüllt, unsere südwestfälische Heimat verlassen. Groß=Konzert mit Tanz am 1. Februar. Am 1. Februar findet um 20.30 Uhr im Schützenhof ein Groß=Konzert unter Mitwirkung der gesamten Musikzüge des Arbeitsgaues XXB und der 69. SS.=Standarte statt. Anschließend ist kameradschaftliches Beisammensein mit Tanz. Karten zum Preise von—,50 RM. sind in der Verkaufsstelle, Kortumstraße 114, sowie bei allen Orts= und Betriebswarten zu haben. Sportamt der RSG.„Kraft durch Freude“ Tagesplan für Mittwoch, 29. Januar. Allgemeine Körperschule und Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Gymnasiums, Bismarckstraße(Eingang links hinter dem gelben Gebäude). 90 20 Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle der Realgymnasialen Studienanstalt, Waldring. Spezialgymnastik nur für Frauen von 20.30 bis 21.30 Uhr, Gymnastikschule in der Hauptpost. Gymnastik für ältere Frauen von 21 bis 22 Uhr, Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn. Schwimmen für Frauen und Männer von 19 bis 20.30 Uhr, Städtische Badeanstalt, Marienstraße. Reiten für Frauen und Männer von 17 bis 18 Uhr, im Tattersall. Aufhebung der Mitgliedersperre für die Hitler=Jugend in verschiedenen Bannen Die von mir am 9. November 1935 erlassene Milgliedersperre für die Hitler=Jugend wird ab sofort bis zum 31. Januar 1936 in den nachstehenden Bannen aufgehoben: 13(Münster), 15(Minden), 55(Detmold), 131 (Hamm), 132(Soest), 135(Hagen), 136(Iserei, 143(Lüdenscheid), 145(Ochtrup), 168(Coeo#gg 183(Herford), 227(Olpe), 251(Gelsenkirchen), (Herne), 263(Ibbenbüren), 264(Arnsberg), 281(P0 derborn) und Standort Groß=Dortmund(Bann 130, 144, 265). Es können aufgenommen werden 14=, 15= ug 16jährige Jungen. Die näheren Bestimmungen bei öffentlichen die Führer der in Frage kommenden Bann in der örtlichen Presse.... Gemenest Als Aufnahmetermin für das Deutsche Jung#ee bleibt der 20. April 1936 bestehen. Seite 5 Nr. 24 Kamera In Gemeinschaf Sturm 1/9 veranste radschaft Dienstag( schaftsabend, in des Bundesflag#e stand. Abend einen feierli der Fahnenabgrdng Gößling seine# Kapitänleutnant K Stabsarzt Dr. Ba der Marine=Pggere und Wanne=Ert. betonte der Kame dazu dienen soll,e dung mit den Kar und den Angeezig berzustellenz,. Abend durch die### slaggen. Mit der des Bundes deutsch Aussicht des Ob stehenden Nationa Bunde sei der Bun det worden. Infol befehlshaber anger Heeresdienst aussc den sollen, diesen nahm Kapitänleut: vier Bundesflaggen deutung der Sym der viele deutsche haben. Mit der neuen Fahne treu land zu dienen un die Fahnen. Es f Flaggenmast. Da einen Vortrag übe deutschen Wehrma unserer Marine. umrahmt von mu lichen Tarbietunge sein statt. Führer zu Besuch bei de Die Frauenab Dienstag abend schaftsabend in Besuch war d Kimsky(Berlit raschung waren a Reichsleitung Ob (Berlin), der Lan Süd Oberstfeldme Feldmeister Aßn Fräulein Schlo sachbearbeiterin 7 und Kameradinn Im Laufe des A Volkstänze, Gesa wurde das Prob heitsdank von de geschnitten und Die In der Zeit Krefeld der Regi maliger 16er,„ in besonders gro und um möglick meistens Rheinlä können, erläßt d nachstehenden Ar Durch Beschli „Hacketäuer“ soll ein Treffen samt finden. Dieses 2 ob sie dem akt angehörten. Alle radschaft bisher hältnissen heraus sich zwecks Ausk Der Führer des Gebietes 9 Westfalen .) G. G Lan-anke Gez.) S. S. Pndbule, Gebietsführer. Die hervorragenden Tabake der Ernte 33 haben nach mehrjährigem Lagern ihre aromatische Fülle so vollkommen entwickelt, daß wir jetzt die AlVA-Mischung durch Hinzunahme dieser Provenienzen noch veredeln konnten. 5 Nr. 24 Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 29. Januar 1936 Bochatner=Eeden Weihe dei neuen Banderstagge Kameradschaftsabend der Marine=Kameradschaft und Marine=SA. 1/9 In Gemeixänstagtete.###..—. Marine=Kame, wenden Abert Böckling, Kreseld, Biktoriastraße -*, 1/9 veranstcllete die Bochumer Marine=nung=, wenben. surmn 1 vergaufghzers mit der Bochumer Marine=SA., die Bochumer Marine=Kumehof in Bochum ein gröges Vollslumtiches Konzert. Veranstaltung, die bei einer Beteiligung von 80 Musikern eine reichhaltige Vortragsfolge vorsieht, hat überall, wo sie bereits stattfand, überfüllte Säle gebracht. Der Eintrittspreis von 50 Pfennig ist so niedrig gehalten, daß jedem Volksgenossen der Besuch dieser vielversprechenden Veranstaltung möglich ist. Die Eintrittskarten sind im Vorverkauf durch die SS. und die Ne.= Gemeinschaft„Kraft durch Freude" zu haben. Dienslag avend im Parkhause einen KameradKundesflagge stand. Mit der Flaggenparade nahm der! SS. und Arbeitsdienst musizieren am Samstag einen feierlichen Auftakt. Nach dem Einmarsch] Wie schon berichtet, veranstalten der Musikzug der der Fahnenabordnungen begrüßte Kamergses tlsghrenggsg, 69. SS.=Standarte und der Musikzug des Arbeitsgaues Sopichnteutng, H a l ta s und die Kameradschaftsführer baf in Bachum ein graßes vollstümliches Konzert Die der Marine=Kameradschaften von.=Riemke,.=Gerthe und Wanne=Eickel. In seinen weiteren Ausführungen betonte der Kameradschaftsführer, daß dieser Abend #aan dienen soll, eine große kameradschaftliche Verbindung mit den Kameraden der heutigen Kriegsmarine und den Angehörigen der ehemaligen deutschen Marine herzustellen. Seine besondere Bedeutung erhalte dieser sbend durch die vorläufige Weihe der neuen Bundesslaggen. Mit der im März 1935 erfolgten Umstellung des Bundes deutscher Marinevereine zu dem unter der Aussicht des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine stehenden Nationalsozialistischen Deutschen Marinede sei der Bundesdienst in straffere Formen gekleidet worden. Infolge dieser Unterstellung hat der Oberbefehlshaber angeordnet, daß alle aus dem aktiven Heeresdienst ausscheidenden Soldaten angehalten wersollen, diesem Bunde beizutreten. Anschließend nahm Kapitänleutnant a. D. Hörder die Weihe von vier Bundesflaggen vor. Einleitend erklärte er die Bedeutung der Symbole der alten Kriegsflagge, unter der viele deutsche Helden ruhmreiche Taten vollbracht haben. Mit der dringenden Mahnung, unter dieser neuen Fahne treu unserem Führer, Volk und Vaterland zu dienen und seine Pflicht zu erfüllen, weihte er die Fahnen. Es folgte nun der Wechsel der Flagge am Flaggenmast. Dann hielt Kapitänlentnant Kupfer einen Vortrag über die Ziele und Aufgaben der neuen deutschen Wehrmacht unter besonderer Berücksichtigung unserer Marine. Im Anschluß an den ersten Teil fand umrahmt von musikalischen, humoristischen und gesanglichen Tarbietungen, ein kameradschaftliches Beisammensein statt. Führende persönlichkeiten zu Besuch bei der Frauenabteilung im Arbeitsdank Bochum Die Frauenabteilung im Arbeitsdank Bochum hatte Dienstag abend ihre Mitglieder zu einem Kameradschaftsabend in die Bürgergesellschaft eingeladen. Zu Besuch war die Reichssachbearbeiterin Fräulein Kimsky(Berlin). Zur großen Freude und Ueberraschung waren außerdem noch der Stabsleiter in der Reichsleitung Oberarbeitsführer Graf von Büding (Berlin), der Landesobmann im Arbeitsgau WestfalenSüd Oberstfeldmeister Seemer der Bezirksobmann Feldmeister Aßmann und die Landessachbearbeiterin Fräulein Schlotterhausen erschienen. Die Kreissachbearbeiterin Fräulein Pfortje entbot den Gästen und Kameradinnen einen herzlichen Willkommgruß. Im Laufe des Abends, bei dem in bunter Reihenfolge Volkstänze, Gesang und Musikvorträge abwechselten, wurde das Problem der Frauenabteilungen im Arbeitsdank von den Mitgliedern der Reichsleitung angeschnitten und besprochen. Die ehemaligen Hacketäuer werden gesucht In der Zeit vom 13. bis 15. Juni d. J. findet in Krefeld der Regimentsappell 1936 des Verbandes ehemaliger 16er,„Hacketäuer", statt. Um dieses Treffen in besonders großem und würdigem Rahmen begehen und um möglichst viele ehemalige„Hacketäuer“, die meistens Rheinländer und Westfalen sind, erfassen zu können, erläßt die Kameradschaft der ehemaligen 16er nachstehenden Aufruf: Durch Beschluß des Verbandes der ehemaligen 16er „Hacketäuer“ soll am am 13., 14. und 15. Juni 1936 ein Treffen sämtlicher ehemaliger 16er in Krefeld stattfinden. Dieses Treffen gilt für alle Kameraden, gleich ob sie dem aktiven, Reserve= oder Landwehrregiment angehörten. Alle Kameraden, welche durch keine Kameradschaft bisher erfaßt wurden oder aus örtlichen Verhältnissen heraus nicht erfaßt werden konnten, wollen sich zwecks Auskunft an den Krefelder KameradschaftsAus der katholischen Gemeinde. Die Erzbruderschaft der Hl. Familie veranstaltete für ihre Mitglieder am Sonntag abend eine Andachtsstunde mit einer Krippenfeier in der Redemptoristen=Klosterkirche „Maria=Hilf". Die Feststunde, zu der sich eine große Gemeinde von Männern und Frauen eingefunden hatte, war mehr liturgischen Charakters und erhielt durch ge171, sangliche Darbietungen des Alphonsuschores, der unter der Führung von Musiklehrer Wilhelm Harzheim mit melodisch schönen Weihnachtschören und Krippenliedern von Plag, Greulich, Zender und Engelhart aufwartete, seine Umrahmung. Im Mittelpunkt stand die Weihnachtsansprache des Vereinsdirektors Pater Müller über das Wunder von Bethlehem. Hieran anknüpfend gedachte er mit ehrenden Worten der Bruderschaftsmitglieder, die in diesem Jahre auf eine 25jährige Bruderschaftszugehörigkeit zurückblicken können. 140 erhalten in diesen Tagen die Jubilargabe in Form eines künstlerisch ausgestalteten Erinnerungsbildes, das ihnen an der Pforte des Klosters überreicht wird. Zum Ausklang der Feier wurde der sakramentale Segen erteilt. Aus der Dreifaltigkeitsgemeinde. Wie in früheren Jahren, so findet auch diesmal am Feste Mariä Lichtmeß, am kommenden Sonntag, eine marianische WeiheFeierstunde nachmittags in der Kirche statt, die eine sinnige Ausgestaltung durch die Pfarrjugend erhält. Amzag nin adet 200 Inmmein Das neue Heim des Möbelgeschästes Gustav Blennemann „Nutzt den Inventurvekoup“. Un et drängelt sick de Liewer, „Inventur“ roupt alle Wiewer Düese Dage un daut loupen, Weil se billig in könnt koupen. Kläierreste, tipp un topp, Schöinen Haut förn schöinen Kopp, Strümpe, Schlüppers, Unnerröcke, Houpenwiese, ganze Schöcke Tassen, Tellers Koffikannen, Kuockpötte un Brodepannen, Schurwdaiker füör grout un klein, Spitzen, Litzen, ou, wu fein, Hiemder, met un ohne Kriägen, Ueöwermänner füör den Riägen, Damenschauh un Männerstiewel— De Geschmack is gar nich üöwel—, Knickebocker, lange Huosen, Ganze Ballen Siamousen, Poppelin un Krepdeschin, Köper, Samt un Muselin, Hier Manschester füör de Männer, Do füör Frauen Schals un Bänner, Alles wat me denken kann Büt de Inventur ink an. Dorüm mait git oppen Droht sien Wellt git billig fien im Stoot sien. Hört git op mien Rot, mien Roup: „Nutzt den Inventurverkoup!!!“ Franz. chen Bestrebungen der Nachbarstädte den Rücken zu stärken. Nach einem Rundgang durch das neue Geschäft muß man zugeben, daß es immer wieder Dinge gibt, von denen wir erstaunlich wenig verstehen, und die uns mit Zuwachs von Wissen und Einsicht erfreuen. Da schwirrt es nur so im Konf herum von Pipinga=Pyramide, Rüster mit Maser, Mahagoni Drapé und ähnlichen hochtrabenden Namen, hinter denen sich der Ursprung gewisser Holzarten verbirgt, da sieht man Schränke von geradezu vedantischer Geradheit der Linienführung und daneben wunderschöne Renaissance= Zimmer, herrliche Flachschnitzereien, Monschauer BaBassreichent UrSpsel verechchscht phot...-Nuthherr. Wagen um Wagen wird entleert und im Nu verschwinden die Möbel im neuen Heim. Was ist das doch für ein Gehabe, wenn wir alle Jubeljahre einmal mit unseren Siebensachen umziehen! Und da wechseln denn plötzlich mit einem Schlage weit über 200 vollständige Zimmer— die Unzahl der Kleinmöbel, der Teppiche, der Einzelmöbelstücke gar nicht gerechnet— ihren Standort, und diese geradezu strategische Bewegung vollzieht sich in einer Kürze und mit einer Selbstverständlichkeit, die sich jeder Junggeselle für den Umzug mit seinem Koffer und dem zum Inventar gehörigen Kanarienvogelbauer wünschen möchte. Es zeigt sich eben bei diesem Umzug des Möbelgeschäftes Gustav Blennemann in das frühere Weisersche Haus an der Ecke Bongardstraße und Spitzberg, daß auch beim Umzug das Wort gilt: Organisation ist alles! Das Blennemannsche Geschäft ist im Jahre 1886 vom Vater des jetzigen Inhabers als Schreinerei und Möbelgeschäft gegründet worden. In den letzten Jah#ren waren die an der Maarbrücke gelegenen Räume der stetigen Vergrößerung des Betriebes nicht mehr gewachsen. Mit dem Erwerb des Weiserschen Hauses war die Möglichkeit einer Teilung de sWarenbestandes gegeben, und in den letzten Tagen wurde der größere Teil in das neue Heim an der Ecke BongardstraßeSpitzberg geschafft. Die alten Räume an der Maarbrücke bleiben aber nach wie vor vor ihrem Zweck erhalten. Das Haus an der Bongardstraße ist für ein Möbelgeschäft wie geschaffen. Es hat viele Winkel, hübsche Nischen, in denen die Wirkung der Möbel zur Geltung kommt fast wie in einem schönen Wohnraum. Unter Ausnutzung dieser baulichen Eigenarten des Hauses ist in verhältnismäßig sehr kurzer Zeit Möbelausstellung geschaffen worden, die sich getrost mit der Gestaltung der größten westdeutschen Häuser dieses Geschäftszweiges messen kann. Das ist ein überraschend starkes und eindringliches Zeugnis kaufmännischen Unternehmungsgeistes, geeignet, dem Bochumer Geschäftsleben im friedlichen Wettbewerb mit den glei2. Jedruar 1936 Straßenlammlung der 5A/SS /USKR rock, Gedichte von rollenden Toilette=Tischen, daneben ganz einfache und schlichte Zimmer für den kleinen Geldbeutel. Man sieht im 2. Obergeschoß die eigenartigen Formen der MDW.=Möbel, dieser prächtigen Zeugen künstlerischer Werkatbeit, und man empfindet das Gefühl, von dem niemand verschont bleiben wird, der in diesen Räumen seine Ausstattung erwerben wird: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das aber ist ja das Schönste und Reizvollste bei jedem Kauf, und so werden sich die Bochumer ja das Vergnügen des Umherstöberns in riesiger Auswahl nicht entgehen lassen. Und sie werden es dankbar begrüßen, daß Bochum immer mehr auch auf dem Geviete des Möbelhandels eine führende Rolle in Westdeutschland zu spielen beginnt. Seite 6 Nr. 24, Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 29. Januar 1936 .SCHOEN: Seno Subvicko! Seite 7 Nr. 24 Sie hatten ihren Mut in Schlachten erprobt, tausend Gefahren getrotzt, aber diese Art zu kämpfen ist ihnen neu. Der lautlose Tod, der mit einem kleinen Stich zu töten vermag, entsetzt sie. Bei Lerington hatte man keine Patronen. Man griff mit Bajonett und Säbel an, man schlug sich, so gut es ging, und wenn das Bajonett abbrach, kämpfte man mit der bloßen Faust. Aber man sah seinen Feind. Dieser Tod, der aus dem Dunkel geflogen kommt, ein kleines gefiedertes Stück Holz, eine Spanne lang, bricht allen Mut. Man versucht Späher auszuschicken. Sie dringen nicht weit vor und finden nichts. Die Mestizen lächeln stoisch, sie kennen das.„Begrabt eure Toten“, sagen sie,„und geht weiter, denn hier könnt ihr nicht kämpfen.“ Ein kleiner Hügel deckt die beiden Unglücklichen. Schweigend, gedrückt, zieht man weiter. Es wird Nacht. Man verzichtet auf das abendliche Feuer, stellt Wachen auf und verbringt eine schlechte Nacht. Der Morgen bringt keine neuen Hoffnungen und keinen neuen Mut. Die Mestizen raten, Bäume zu fällen, Boote zu bauen und den Marsch abzubrechen. Streit bricht aus. Die Regenzeit wird bald einsetzen, man fürchtet die schwere Arbeit. Schiffszimmerleute stehen nicht zur Verfügung. Tage vergehen mit mäßigem Gezänke. Die Gegend ist wildreich, die Soldaten finden Gefallen an der Jagd und dem Trapperleben, und eines Tages fängt man einen Indianer, den man, von einem Jaguar verletzt, im Busch auffand. Er wird ins Lager gebracht. Eine Gerichtssitzung beginnt. Die Mestizen beschwören Köhler, von seinem Vorhaben abzulassen, und raten, man möge den Mann pflegen und mit seinem Stamm Freundschaft schließen. Oder ihm einfach die Freiheit wiedergeben. Man berät hin und her, und während dieser Beratungen stirbt der verwundete Indio. Die Mestizen sind bestürzt, sie kennen das Mißtrauen der Indianer gegen die Fremden und wissen, daß diese jetzt überzeugt sein werden, man habe den Verwundeten durch Gift oder durch Zauberei getötet. Rasch verscharrt man seine Leiche, prüft die Gewehre, setzt neue Feuersteine auf die Zündpfannen und geht zeitig zu Bett, um am nächsten Tage den Marsch fortzusetzen. Einen Marsch durch das feindliche Gebiet, dem fünfzig Mann zum Opfer fielen. man am Arbeitsplatz, die Holzaxt in der Hand, und wenn sie sinkt, sitzt man um das große Lagerfeuer bei einer guten Mahlzeit und rastet. Und wenn es Nacht geworden ist, sehen die Sterne auf die Bauern herab, die Lieder singen von der Heimat und vom Krieg., Wie durch ein Wunder bleiben alle gesund, das Hügelland hat wenig Schlangen, und eine goldene Zukunft winkt. Mit übermenschlicher Anstrengung gelingt es. in überraschend kurzer Zeit Blockhaus und Palisaden fertigzustellen. Man hat ein Dach über sich, Wachen betreuen den Schlaf, das neue Leben kann beginnen. Es beginnt mit einem Fest: Köhler gestattet seinen Leuten, ein Faß Branntwein anzuschlagen; ein reiches Mahl, Wildbret und Früchte und fröhliche Lieder schaffen eine glänzende Stimmung, und bald sieht man die bärtigen, sonnverbrannten Männer tanzen, ausgelassen wie Kinder. Zum Schluß steigt Köhler auf den rohgezimmerten Tisch, nimmt einen Holzbecher, füllt ihn mit Branntwein und wirft ihn gegen die Hauswand. „Dieses Haus und diese guten Palisaden heißen von nun an Fort Hessen.“ Der Jubel ist unbeschreiblich, und erst mit dem verblassenden Mond begibt man sich zur Ruhe. Wer sah den Späher unter den Bäumen, der sich in der Dämmerung, lautlos wie ein Jaguar, davonschlich? III. Hier entsteht das„Fort Hessen!“ Regierungsauftrag gibt Mut Nach sechzig Tagen erreichen hundert deutsche Bauern das Hügelland am oberen Lauf des Paraupeba. Ein Wunderland! Bäume, schwer von Früchten, eine üppige Vegetation. blühende Wiesen, jagdbare Tiere. kühle Winde des Morgens, eine sanfte Brise am Abend und Bäume, die Schatten spenden. Man beginnt mit dem Bau von Hütten. Die Mestizen, hagere, zähe Gesellen, deren Körper nur aus Sehnen und Knochen zu bestehen scheinen, raten zur Anlage von Fortifikationen. Die deutschen Bauern, denen die Schilfhütten von Para noch im Kopf herumspuken, haben Angst vor der schweren und furchtbaren Arbeit. Köhler, der einzige, der es verstand, von den Ratschlägen der Mestizen zu lernen, besteht auf der Errichtung von Palisaden. Man steckt den Bauplatz ab, hundert Schritte lang, hundert Schritte breit, in der Mitte ein Blockhaus, das im Notfall allen Schutz bieten kann und als Vorratskammer dienen soll! Trotz Regenschauern, die immer häufiger werden, gestattet Thomas Köhler seinen Leuten nicht, die Zeit mit dem Bau von Laubhütten zu vergeuden. Alles, was er ihnen erlaubt, ist, ihre Zelte zu errichten, und er selbst, zwei doppelläufige Pistolen und die Macheta im Gürtel, fällt Bäume, haut sie zu, schleppt Balken für die Palisaden, verrichtet jede Arbeit, und auch die schwerste, mit gutem Mut. Indianer zeigen sich nicht mehr, die Toten hat man vergessen— wenigstens vorderhand. Ein wahrer Arbeitsfanatismus hat alle erfaßt, der Wald liefert gutes Fleisch, die Dschungel Früchte. Wenn die Sonne aufgeht, steht Der Aufstieg beginnt. Die spanische Regierung braucht Edelhölzer für die Täfelung des Schlosses in Madrid. Ein Kaufmann in Para gibt diesen Auftrag an die Kolonisten weiter. Spanische Soldaten werden nach Fort Hessen geschickt, sie überbringen die Urkunde und eine Aizahlung: elf Barren Silber. So erhalten die Kolonisten Geld, dessen sie so sehr bedürfen. Dafür haben sie allerdings eine stattliche Menge fehler= und knorrenfreien Holzes des Jachute=Baumes zu liefern. Dieser Baum wächst im Dickicht des Urwaldes, und sein Holz wird, wenn man es an der Sonne trocknet, hart wie Eisen. Die Indianer machen Pfeilspitzen daraus. Man bildet Arbeitskompagnien, die die zu fällenden Bäume bezeichnen und die Dschungel durchstöbern, andere schneiden die Bäume zurecht und richten das Holz zu, so daß den Arbeitern des spanischen Königs nichts mehr zu tun übrigbleiben wird, als die Holzblöcke in kleine Plättchen zu zersägen. Indessen errichtet man ein zweites geräumiges Schlafhaus hält Haustiere— Lamas, Kühe, Geflügel, eine Lichtung wird gerodet, Mais angebaut, und die Indianer, die sich wieder zeigen, sind wohl scheu, aber friedlich. Man macht Tauschgeschäfte, freut sich über jede Kleinigkeit, und endlich werden zwanzig Mann und vier Mestizen nach Para zurückgeschickt, um die durch die Soldaten bestellten Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände in Empfang zu nehmen. Neben den notwendigen Dingen gestattet man sich auch ein wenig Ueberfluß, eine Mandoline etwa, ein wenig Kautabak, neue Pfeifen, ordentliches Kochgeschirr, Decken und Stiefel. Die harte Kriegszeit ist vergessen, zukünftiger Wohlstand scheint sicher. Aber nicht nur Waren kommen von Para nach Fort Hessen, sondern auch Anregungen und Wünsche, die inmitten der tropischen Ueppigkeit und der tropischen Sonne auf einen fruchtbaren Boden fallen: man verlangt nach Frauen. Es gibt in Para englische Wirtstöchter, englische Mädchen, schöne Spanierinnen, willige Indianerinnen, und die Heimkehrenden wissen davon zu berichten. „Wir wollen Frauen! Thomas Köhler erkennt sofort die Gefahr, in der die Kolonie nun schwebt. Er weiß, daß er vor gewichtigen Entscheidungen steht. Er sieht ein, daß diese Männer, groß, gesund und kräftig, sich früher oder später Indianerfrauen nehmen werden, wenn ihre Einsamkeit noch lange andauert. Anderseits werden diese Leute nicht allzu wählerisch sein, irgendwelche Matrosenweiber oder spanische Frauen hierherbringen, Streit wird beginnen, es wird zu Ende sein mit dem schönen Frieden, die Arbeitslust wird schwinden, und der Niedergang ist dann gewiß. Ueberdies, nur wenig Fraueneignen sich dazu, das harte Leben von Kolonisten zu teilen. In einem halben Jahr vielleicht würde alles leichter sein die Verhältnisse geordneter, und ein eventueller Mißgriff in der Wahl der Frauen würde dann weniger schwere Folgen haben. Jeden Abend gibt es endlose Gespräche über dieses Thema. Thomas Köhler sagt seinen Leuten:„Euch darf nicht das Verlangen treiben, das Verlangen nach Fleisch. Ihr müßt euch von den Gefühlen der Liebe leiten lassen, die ihr euren Frauen und Kindern einmal entgegenbringen wollt. Schafft eine Siedlung, schafft wirkliche Heime, unterdrückt eure Gier, habt Geduld und ihr werdet glücklich sein.“ Das Unerhörte geschieht. Diese Soldaten, verroht durch Kriege, ausgehungert nach Weibern, schenken Thomas Köhler Gehör und folgen ihm.—„Ihre Sitten“, schrieb später Pater José,„waren zu dieser Zeit derb und bäurisch, aber so edel, daß hätte mancher feine Herr von ihnen lernen können.“ daß ihr einen einzigen Indio zu Gesicht bekommt. Habt ihr eure ersten Toten schon vergessen?“ Thomas Köhler begreift sofort, worum es sich handelt. Er sieht ein, daß Rovera recht hat, und man beschließt, die Indianer zu einer Aussprache einzuladen. In der Nacht sitzen Köhler und Rovera noch lange beisammen. Sie sprechen von der Zukunft.„Höre“, sagt Rovera,„ich treffe einen Adler im Flug, du selbst hast dies oft bewundert, auch ein Silberstück, das du in die Luft wirfst vermag ich mit meiner Pistole zu treffen, und die Bedienung der Kanonen ist mir nicht fremd. Trotzdem sage ich dir, das alles ist nichts und nicht mehr wert als das Gedärm des Lamas, das wir heute schlachteten. Mit diesen Waffen kannst du im Urwald nicht siegen. Hier, meine Taschenuhr, wird jeden Feind in die Flucht schlagen. Ich weiß, daß du das nicht verstehst, und darum bitte ich dich, folge mir in allem, was ich tun will, und vertraue mir.“ Drei Tage später kommen sieben Häuptlinge mit siebzig bewaffneten Kriegern nach Fort Hessen. Die Zeremonien sind endlos. Die Indios bringen Geschenke mit, Pfeile, Bogen, Lanzen, Geschirre und kleine Gefäße aus einem schwarzlackierten Metall. Rovera übergibt ihnen im Namen seines Herrn kupferne Suppenkessel, ein Fernrohr, zwei Taschenmesser, eine Säge und kleine, wunderbar gearbeitete Bohrer. Die Häuptlinge sind höflich, aber entschlossen. Hinter ihren freundlichen Worten droht Gefahr. Alles hängt von der Verständigung ab. Plötzlich zieht Rovera seine Uhr aus der Tasche, und während er ruhig weiterspricht, sieht er ein wenig nach der Sonne. Nur einen Augenblick stockt die Rede der Häuptlinge, dann sprechen sie weiter, ohne ihre Neugierde zu verraten. Trick mit der Uhr Gehenis um Padis=Rodero Unter den Mestizen, einfachen Jägern und Pfadfindern, befindet sich ein seltsamer Mann, Paolo Rovera. Nie ist das Geheimnis seiner Vergangenheit gelüftet worden, sicher ist, daß er in seiner Jugend eine ausgezeichnete Bildung genossen haben mußte und später, durch weiß Gott welche Schicksale gezwungen, sich den Kolonisten anschloß. Er ist der einzige, der die Sprache der Indianer spricht, ihre Bräuche und das Leben im Urwald kennt. Immer wieder weist er darauf hin, wie notwendig es ist, mit den Indianern auf gutem Fuß zu leben, und er erwartet das Gute vor allem von diesem Völkerfrieden im Urwald. Thomas Köhler, Europäer und Weißer, versteht ihn nicht ganz, wenngleich er seinen Gedanken und Meinungen gern Gehör schenkt. Seit Fort Hessen zwei kleine Kanonen und hundert doppelläufige Pistolen bekam, scheint die Mannschaft dieser Siedlung nur allzu geneigt, auch bei den unpassendsten Gelegenheiten auf die Ueberlegenheit ihrer Waffen zu pochen. Die Indianer werden störrisch. Eines Tages findet man einen gefiederten Pfeil, er steckt in der Hauswand. Rovera ruft die Leute zusammen.„Wenn Krieg ausbricht", sagt er,„sind wir verloren. Folgt blind meinen Anordnungen, und ich verspreche euch den ewigen Frieden. Aber alles wird nur davon abhängen, ob ihr imstande seid, jene Stämme, die um uns leben, auf eure Seite zu bringen, und nur davon, ob ihr die Interessen dieser Menschen nicht gefährdet!“ „Wir haben ihnen nichts getan!“ „Doch. Ihr macht Lärm! Ihr schießt mit Flinten, und die Schläge eurer Aexte hallen meilenweit durch den Wald. Das bedeutet, daß ihr den Indianern das Wild verscheucht. Diese Leute haben keine Feuergewehre, sie können die Tiere nicht auf weite Entfernungen töten, sie müssen sich an das Wild heranpirschen und es mit lautlosen Waffen erlegen. Wenn das Wild scheu wird und abwandert, sind diese Stämme in ihrer Existenz bedroht. Ich sprach mit einem Mann der Silbervogelleute, und er klagte über uns und über den Schaden, den die Feuergewehre ihnen gebracht haben. Bedenkt, wenn diese Stämme gegen uns Krieg führen, wird man euch in kurzer Zeit ausrotten, ohne „Seht“, sagt Rovera,„unser Gott. der die Sonne schuf, hat allen Menschen ein Herz in die Brust gegeben. Damit wir ihn nie vergessen, klopft es leise gegen die Rippen. Und außerdem gab er uns dies Diese zwei Stäbchen hier“, und er wies auf die Zeiger der Uhr,„gehen mit der Sonne, und sie zeigen uns an, wie die Sonne steht, auch wenn sie nicht mehr sichtbar ist— des Nachts. Und in diesem stählernen Gefäß ist ein Herz untergebracht, welches ihr ticken hören könnt.“ Mißtrauisch legen die Häuptlinge die Uhr an das Ohr.„Und sie geht wirklich", fragen sie,„mit dem Lauf der Sonne mit?"—„Ja“, sagt Rovera,„wenn sich dieses Stäbchen bis hierher gedreht haben wird, weiß die Sonne, daß sie schlafen gehen muß.“ Ungläubiges Staunen.„Höre“, sagt Rovera zu dem Häuptling,„ich hänge dieses Gefäß der Sonne an jenen Ast. Stelle deine Krieger zu dem Baum, sie sollen wachen und zusehen, daß niemand den Zauber berühre. Er wird weiterschlagen, auch wenn ich ihn nicht in der Hand halte, denn das Sonnenherz ist unsterblich. Und wenn dieses Stäbchen sich bis hierher gedrebt haben wird“— er wies auf die Neun—„wird die Sonne schlafengehen.“ Der Nachmittag vergeht mit Essen und Trinken, mit Verhandlungen und Gesprächen. Die Häuptlinge sind gefaßt, aber unruhig. Um halb neun stehen alle Krieger um den Baum. an dem die Uhr hängt, und sehen entsetzt auf die Sonne, die sich anschickt, hinter den Kronen der Bäume zu versinken. Niemand spricht. Man hört die Uhr ticken. Es dämmert.„Ihr Krieger“, sagt Rovera,„ich will euch sagen, was das Sonnenherz spricht: Die höchste Zierde des Mannes ist der große Mut, der eure Pfeile lenkt, eure Speere unüberwindlich macht und den Gefahren dieser Wälder trotzt. Und das Sonnenherz freut sich dieses Mutes und es sagt euch und uns: Vergeßt nicht des höchsten Glückes, denn dieses Glück ist der Friede, den der rechte Mut beschützen soll. Ein tapferes Wort ist ein gutes Wort, und ein friedliches Wort ist ein glückliches Wort.“(Fortsetzung folgt) TUS GOSGFarras mrOrPrrenPPET Mittwoch, den 29. Januar, nachmittags, eröffne ich im ISüte Hause Bongardstraße 21, abgezweigt von dem seit 1886 bestehenden Stammhaus An der Maarbrücke, ein neues Unternehmen für zeitgemäße Heimgestaltung In 5 Stockwerken sehen Sie eine mustergültige Möbelschau— Zum Besuche lade ich freundlichst ein Gustav Blennemann, Möbelhaus Der Akteni Im Tag für Tag! erwerb nach, sitzen maschine, stehen hinter, dem Pflug, des Monats einig nehmen, die Brot bedeuten. Und w allen Winkeln Der nach dem Geld mi einige Männer an kein anderes Ziel Zebhu: ,„ Htganzig“ heißbegeyrhe Obje ihnen täglich in Nichts gemacht. Beamte der Reich stören, die ihres Verkehr gezogen n zeldvern rengstens u der Reichsbankzen geheimnisvollen G samen grauen An, festumschlossenen arbeitet sind un Taschen habe Schlössern in den der Welt vor Papiergeldes komi Kremat oriu Scheine, die durc viele sorgenvolle 9 noch helle Freude wieder zu dem w Papierbrei. Der Brei aus: Zehn Mark, b acht Millionen! ein dickes Bündel zerrissene und un Vernichtungsmase mentalitäten isti Die Zerstörung Zeit abständen Bewachung. An die Spezialanzüg kennen. Aus all zu dieser Tätigke Zeit wieder ausg obwohl es imme noch niemals ein ist. Die Scheine von heißem Wa einem dicken Bre fabriken wandert Masse, die einm Karton gefertigt; schachteln und Al nige in jeder Pa Die Zeit, nach d. ist ganz unterschi Reichsbanknoten sie gehen“, erzäh Kassendezernat de hat schon aus hydaß alle beschmi sie in den Besitz nicht mehr in di Automatisch wan nebenstellen in Berlin. Nach un alter einer Bank Jahre.“ Der Deutsche Die alterssch finden zunächst Paul Nevue bisch Seite 7 Nr. 24 7 Bochumer Anzeiger„ Mittwoch, 29. Januar 1936 Aus adler Wen Der Aktendeckel aus Hundertmarkscheinen Cerrrr..., Eindendftrenhsteris uinerfagt! Im Krematorium der Banknoten— Geld ohne Wert Jugend wird im Fliegergeist geschult Berlin, 28. Januar Tag für Tag hasten Millionen Menschen dem Gelderwerb nach, sitzen an Zeichentischen, an der Schreibmaschine, stehen m Amboß, vor dem Eisenhammer oder hinter dem Pflug, um dann am Ende der Woche oder des Monats einige funkelnde Scheine in Empfang zu ehmen, die Brot und Unterhalt für Frau und Kinder bedeuten. Und während ein Heer von Menschen in alen Winkeln Deutschlands diese ewige Hinzganizigg nach dem Geld mitmacht, stehen in der Reiche## einige Männer an merkwürdigen Maschinen und haben ein anderes Ziel, als— Geldscheine zu vernichten. Zehn=, Zwanzig=, Fünfzig= und Hundertmarscheine, heißbegehrte Objekte für alle Menschen, werden von ihnen täglich in riesigen Mengen zu einem wertlosen Nichts gemacht. Wahnsinnige? Tollhäusler#.. Beamte der Reichsbank, die alle jene Geldscheine zerstören, die ihres schlechten Zustandes wegen aus dem Verkehr gezogen werden müssen., „Geldvernichtungsraum! Eintritt strengstens untersagt!“ Während wir im Hof der Reichsbankzentrale in Berlin vor einem kleinen geheimnisvollen Gebäude stehen, treten Männer in seltsamen grauen Anzügen, die von den Schuhen bis zum festumschlossenen Hals aus einem einzigen Stück gearbeiter sind und weder Knopflöcher noch Berlin ein kurzes Asyl. Vorher werden sie genau gezählt, sortiert, und von Spezialmaschinen, ehe sie zu Brei gemacht werden, durch eine sünffache Lochung entwertet. Bei einem ständigen Notenumlauf von vier Milliarden Reichsmark beträgt der monatliche Verschleiß an Papiergeld ungefähr achtzig bis hundert Millionen Reichsmark. So wurden im Jahre 1934 über 1276 Millionen und im Jahre 1933 über 1953 Millionen entwertet und vernichtet. Die Versuchslaboratorien der Papierfabriken und der Reichsdruckerei in Deutschland sind ständig bemüht, unser Banknotenpapier zu verbessern. Nur die besten Grundstoffe werden dazu verarbeitet, die vorher peinlichst auf Reißfestigkeit und Reißlänge geprüft worden sind. Wahrscheinlich, ohne daß es die Allgemeinheit bis jetzt bemerkt hat, ist unser Papiergeld von Jahr zu Jahr in der Qualität und in der Sicherung gegen Fälschung besser geworden, so daß Deutschland in dieser Hinsicht an der Spitze aller Länder marschiert Eine Tochter wurde dem Reichsverkehrsminister geboren dub Berlin, 28. Januar. Freifrau von Eltz=Rübenach, die Gattin ver Reichspost= und Reichsverkehrsministers, hat am cheitet sind und weder Knopflöcher nochges Reichspost= und Reichsverkehrsministers, hat am aschen haben, durch eine Pmerzwürdigste Sache Dienstag früh einer Tochter das Leben geschenkt. Die btöiegt in den Saal, in dem die Misionen heutschen Familie, des Ministers hat nun einen Sohn und er gelt vor sich geht: Biele Mitionen geutschen Fon,##### sapiergeldes kommen hier zur Vernichtung. Es ist das Schlössern der rium der Banknoten“, in dem die Scheine, die durch tausende Hände geflattert sino, die viele sorgenvolle Mienen und heiße Tränen, öfters aber noch helle Freude und strahlendes Glück bedeutet haben, wieder zu dem werden, was sie vordem waren— zu Papierbrei. Der Brei aus Millionen Zehn Mark, hundert, tausend, hunderttausend Mark, acht Millionen! Die Kontrollbeamten notieren während ein dickes Bündel nach dem anderen in lose schmutzige, zerrissene und unzerrissene Scheine zerfällt, um in den Vernichtungsmaschinen zermalmt zu werden. Für Sentimentalitäten ist in diesem nüchternen Raum kein Platz. Die Zerstörung der Banknoten, die hier in gewissen Zeit abständen vor sich geht, erfolgt unter strengster Bewachung. An jeder Maschine stehen sechs Beamte, die Spezialanzüge tragen und sich gegenseitig nicht kennen. Aus allen Gegenden des Reiches werden sie zu dieser Tätigkeit nach Berlin geholt und nach kurzer Zeit wieder ausgewechselt. Die Vorschrift will es so, obwohl es immer die ausgesuchtesten Leute sind und noch niemals ein Fall von Unehrlichkeit vorgekommen ist. Die Scheine werden gleich in der Reichsbankzentrale von heißem Wasser aufgeweicht und von Walzen zu einem dicken Brei zekrieben, der dann in die Papierfabriken wandert. Dort wird aus dieser schlammigen Masse, die einmal ein Millionenvermögen darstellte, Karton gefertigt: Hundertmarkscheine werden zu Pappschachteln und Aktendeckeln, die man um ein paar Pfennige in jeder Papierwarenhandlung erwerben kann... Die Zeit, nach der die Geldscheine dieses Geschick trifft, ist ganz unterschiedlich.„Die Lebensdauer der deutschen Reichsbanknoten richtet sich ganz nach den Wegen, die sie gehen", erzählt uns Reichsbankdirektor Pirr vom Kassendezernat der Reichsbankzentrale. Die Reichsbank hat schon aus hygienischen Gründen ein Interesse daran, daß alle beschmutzten oder defekten Banknoten, sobald Scherl-Bilderdienst Wie gemeldet, wurde in Berlin die Reichsausstellung„Schule und Luftfahrt“ in den Auestellungsräumen des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht feierlich eröffnet. Auf unserem Bilde beobachten Ministerpräsident General Göring und Reichserziehungsminister Rust Volksschüler bei Basteln von Segelflugmodellen. Von 42 Grad Hitze bis minus 30 Hiheweite in Transbaal Grimmiger Frost in Nordamerika Noch kein Ende des Katastrophenwetters Berlin, 28. Januar. massiven Eisblock dar. Die Eismassen des Ohioflusses und anderer Flüsse legten die Schiffahrt völlig lahm. Deutschland war bisher in der glücklichen Lage, von Naturkatastrophen, durch plötzliche oder anormale Wettererscheinungen hervorgerufen, zum größten Teil verschont zu bleiben. Der Winter hat mit seiner Milde zu sein daß er unss. In der Kinderabelung der Tabertglose, Felagigt Ursache, dem Wetergot dankbar zu seun, vuß er uns in Malvern(Pennsylvanten) brach, während aue so glimpflich behandelt. Insassen schliefen, Feuer aus. Eine Krankenschwester, die den Brand von der Straße aus entdeckte rettete Bravo Krankenschwester Siebzehn Kinder vor dem Feuertod gerettet Zu den täglich einlaufenden Meldungen über ungewöhnlich tiefe Kältetemperaturen und Ueberschwemmungen kommt zur Abwechslung aus Süoafrika der Bericht von einer katastrophalen Hitzewelle, die im nördlichen Transvaal sich immer weiter ausbreitet. Im Schatten werden Temperaturen von 42 Grad gemessen, auch die Nächte bringen kaum eine Linderung der unerträglichen Hitze, die auf den Feldern und Weiden und unter den Viehbeständen große Verheerungen anrichtet. Der Osten und der mittlere Westen der Vereinigten Staaten wurden zum zweitenmal innerhalb von sechs Tagen von einer drimmigen Kältee in den Besth=Hefentlichkest hinausgegeben werden, meter auf 30 Grad unter Rul und die Weiterwarten nicht mehr in die Automatisch wandern sie von dort über die Reichsbanknebenstellen in den Vernichtungssaal der Zentrale in Berlin. Nach unseren Feststellungen beträgt das Lebensalter einer Banknote durchschnittlich zwei bis dreieinhalb Jahre.“ Der Deutsche schätzt das Geld am meisten Die altersschwachen, zum„Tode verurteilten“ Noten finden zunächst in den Tresoren der Reichsbank in prophezeien noch strengeren Frost als den der vorigen Woche. Die Gesamtzahl der Todesopfer ist inzwischen auf 235 gestiegen. Im Staate Jowa herrscht große Kohlennot, und die Krankenhäuser sind mit Frostverletzten überfüllt. In zwanzig Staaten haben die Züge stundenlange Verspätungen, da sämtliche Weichen eingefroren sind und vor Passieren eines Zuges erst aufgetaut werden müssen. Die Niagarafälle, die seit drei Tagen zugefroren sind, stellen einen Vom„Ball der Nationen“ zum Standesamt Insassen schliefen, Feuer aus. Eine Krankenschwester, die den Brand von der Sttaße aub entbeulle, rettete unter Lebensgefahr 17 Kinder. Zwei Knaben verbrannten, eine Krankenschwester und mehrere Kinder wurden verletzt. Löschversuche wurden durch die grimmige Kälte vereitelt. Im Schatten der Fünflinge Vierlinge geraten in Not und Vergessenheit London, 28. Januar. Aus der kanadischen Hauptstadt Montreal wird die Tragik von vier Geschwistern berichtet, die vor zwölf Jahren die Ehefrau eines Zimmermanns in Neubraunschweig auf einmal zur Welt gebracht hatte. In den ersten Jahren erfreuten sich die Vierlinge einer ziemlichen Beachtung der Oeffentlichkeit und es fielen allerhand Spenden für sie ab. Die Geburt der Fünflinge in Kalander hat aber die Vierlinge vollständig in den Hintergrund gedrückt. Die amerikanischen Zeitungen beschäftigen sich nur mit ihnen und bezeichnen sie als die„reichsten und berühmtesten Babys der Welt". Der Vater der Vierlinge jedoch, der seit langer Zeit arbeitslos ist und dem kurzlich die Ermission angedroht wurde, ist auf das Betteln angewiesen, da es in Kanada an sozialen Einrichtungen, wie sie Deutschland besitzt, so gut wie völlig fehlt. Drei Millionen Menschen badeten auf einmal Hch. Hoffmann Paul Westermeier, der beliebte Berliner Komiker der zur Zeit in der großen Mevue„Ball der Nationen“ eine Hauptrolle spielt, heiratete die Schauspielerin Charlotte Dobischinsty. Unsere Aufnahme zeigt Westermeier mit seiner jungen Frau vor dem Standesamt London, 28. Januar. Zu ungewöhnlichen Szenen kam es in der Nähe von Allababad, wo sich drei Millionen Hindu=Pilger aus allen Teilen Indiens am Ufer des Ganges eingefunden hatten, um ein religiöses Fest zu begehen, das alle zwölf Jahre stattfindet. Die indisch=britische Regierung hatte besondere Vertreter dazu entsandt, weil sich in diesem Jahre eine wahre Völkerwanderung nach dem heiligen Fluß aufgemacht hatte. In der Nacht vor dem Bade war es eisig kalt und die Millionen, von denen die meisten nur in Lumpen gehüllt waren, froren entsetzlich. Endlich um 3 Uhr nachmittags gaben die Priester das Zeichen, daß das Reinigungsbad beginnen könne, und nun strömte alles ins Wasser, während am Strande Musikkapellen, zum Teil auf Elefanten, die Gläubigen mit anfeuernden Weisen in die nötige religiöse Ekstase versetzten Die Regierung hatte für diese Massenzusammenkunft allerhand Vorsorge getroffen, so war eine Wasserleitung gelegt worden, um die Leute mit Trinkwasser zu versorgen, damit sie nicht nötig hatten, das Flußwasser zu trinken, wodurch in früheren Jahren öfters Seuchen entstanden waren. Eisenbahnkatastrophe in Japan Tokio, 28. Januar. Westlich von Sendai stürzte ein Eisenbahnbanzug mit drei Wagen in einen Fluß. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wurden etwa 20 Personen getötet und 40 verletzt. Explosion an Bord eines amerikanischen=Bootes An Bord des amerikanischen=Bootes S 40“, das sich zur Ueberholung auf der Werft in Manila befand, Wreignete sich eine schwere Explosion der Akkumulatorenbatterie. Acht Werftarbeiter wurden verletzt von ihnen fünf schwer. Das Boot selbst wurde stark beschädigt. Seefeld leugnet weiter anb Schwerin, 28. Januar. Im Prozeß Seefeld wurde heute die Vernehmung des Angeklagten Seefeld zu den einzelnen Morden beendet. In allen Fällen hat der Angeklagte die Taten bestritten. Am Schluß der Vormittagsverhandlung wurden dem Angeklagten dann noch alle allgemeinen Indizien für den Tod der zwölf Knaben durch fremde Schuld vorgehalten, besonders die Gleichartigkeit der Umstände beim Verschwinden der Knaben, der Befunde an den Leichen und der Fundorte. In diesem Zusammenhang wurde der Angeklagte weiter befragt nach merkwürdigen Antworten, die er bei den staatsanwaltschaftlichen Vernehmungen in der Voruntersuchung gab. Viele dieser Aeußerungen sehen aus wie ein Anlauf zu einem Geständnis, andere dagegen wieder bedeuten das genaue Gegenteil. Seefeld gibt zu allem, was ihn belasten könnte, nach seiner bisherigen Taktik ausweichende Antworten, aber keine klaren Erklärungen. Zehnjähriger Junge ermordet dnb Saarbrücken, 28. Januar. Der zehn Jahre alte Sohn Robert des Hüttenarbeiters Dietz aus Niederbexbach wurde am Montag abend gegen 7 Uhr von seinen Eltern nach Mittelbexbach geschickt, um Milch dorthin zu bringen. Als der Junge in den späten Abendstunden noch nicht zurückgekehrt war, benachrichtigten die Eltern die Polizei. In einer Fichtenschonung unweit der ersten Häuser von Niederberbach wurde das Kind als Leiche aufgefunden. Nach den näheren Umständen zu schließen, liegt Mord vor. Das Ueberfallkommando und die Mordkommission sind noch im Laufe der Nacht am Tatort eingetroffen. Die Fahndung nach dem Täter hat bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Amfangreicher Darmschwindel 30 dänische Firmen verwickelt dnb Kopenhagen, 28. Januar. Vor einigen Monaten kam man in Dänemark einem Darmschwindel auf die Spur, der darin bestand, daß eine dänische Darmfirma ausländische Därme als dänische nach Deutschland ausgeführt hatte. Von den Behörden wurde darauf eine Untersuchung eingeleitet, die ergab, daß in die Angelegenheit nicht weniger als 30 Firmen verwickelt waren.„Berlingske Tidende" zufolge handelt es sich dabei um Millionengeschäfte, die den beteiligten Firmen wegen des Preisunterschiedes zwischen ausländischen und dänischen Därmen große Verdienste eingebracht haben. Man rechnet damit, daß der Staat von den an dem Schwindel beteiligten Firmen eine Entschädigung von zwei Millionen Kronen verlangen wird. Die vielumworbene Frau Stavisky Frau Stavisky ist nach Newyork abgereist; sie hat von einer Gruppe amerikanischer Varietétheater ein außerordentlich günstiges Angebot erhalten, das sie im Interesse ihrer Kinder nicht ablehnen zu können glaubte. Fortdauer des Straßenbahnerstreiks in nordfranzösischen Städten Der Straßenbahnerstreik in den drei nordfranzösischen Industriestädten Lille, Roubai x und Tourcoing ist entgegen den allgemeinen Erwartungen noch nicht beigelegt worden. Die Abstimmung in der Streikversammlung am Montag hat eine Mehrheit von 509 Stimmen für die Fortsetzung des schon drei Wochen dauernden Streiks ergeben. Der erste Guadenakt des Königs Eduard VIII. Die englischen Blätter berichten über den ersten Gnadenakt des neuen englischen Königs Eduard VIII der darin besteht, daß er die Todesstrafe für Arthur Charles Mortimer, den Korporal eines Waliser Regiments, in lebenslängliche Kerkerstrafe umwandelte Mortimer hatte durch Ueberfahren mit dem Auto seine Braut vorsätzlich getötet. Dreizehn Todesopfer einer Schneelawine auf Sachalin Auf der Insel Sachalin haben, wie aus Chabarowsk gemeldet wird, große, durch starke Stürme hervorgerufene Schneelawinen in einem Fischerdorf bei der Stadt Alexandrowsk am Fuße eines Berges eine ganze Anzahl Häuser verschüttet. Bei dem Unglück wurden dreizehn Personen getötet. Die obdachlos gewordenen Familien wurden in anderen Häusern untergebracht Seite 8 Nr. 24 Bochumer Anzeiger; Mittwoch, 29. Januar 1936 Sere Berliner Gründgens als Hamlet— Schon die unendliche Vielfalt, wie der„Hamlet“ aufgefaßt und gespielt werden kann, beweist, daß diesem Drama Shakespeares kaum ein anderes die Krone der Weltdramatik streitig machen kann. Von Garrick und Kraus, Schröder und Talma bis zu Devrient, Mitterwurzer, Matkowsky, Kainz und den großen Schauspie lern unserer Zeit— welch ein Kaleidoskop genialer Hamlet=Auffassungen und=Darstellungen! Und jede erschien in ihrer Zeit einmalig und gültig Gustaf Gründgens fügte in der wundervollen Neueinstudierung des Hamlet am Staatlichen Schauspielhaus durch Lothar Müthel der Reihe berühmter schauspielerischer Hamlet=Bildnisse ein neues hinzu, das der Vorgänger durchaus würdig ist.„Da mir's... dienlich scheint, ein wunderliches Wesen anzulegen“(gegeben wurde der alte Text!)— diesen Vers spielt der Hamlet Gründgens' mit virtuoser Großartigkeit aus Ein sehr junger Hamlet, ein überbeweglicher. Durch die Forderung der Tat, die ihm auferlegt wird, erwacht sein blendender Geist und schäumt irrlichternd auf, wechselt von Sarkasmus zur Schwermut, von dieser wieder zu diabolischer Aufgeräumtheit. Der„Wahnsinn" des Gründgensschen Hamlet hat Methode, indem er jede Methode, den Hamlet begreiflich zu machen, ausschöpft. Neben Gründgens steht, unendlich rührend, die Ophelia der Käthe Gold. Die zarte Anmut, der süße Liebreiz dieser Darstellerin wirkt in dieser Rolle— es ist nicht gut anders auszudrücken— eigentlich ohne daß sie„spielt". Sie ist, vor allem in der Szene vor dem Wahnsinn, eine der lieblichsten Ophelien, einfach als Natur, gleichsam jenseits oder außerhalb der Kunst theatralischer Geste und Mimik. * Gleichzeitig geht im Deutschen Theater„Romeo und Julia“ über die Szene(in der neuen Fassung von Hans Rothe). Heinz Hilpert strafft, auf der Drehbühne die unsterbliche Liebestragödie der beiden jungen Menschen die die Todfeindschaft ihrer Familien enden, indem sie sie büßen. Albin Skoda hat äußerlich das was wir uns unter einem Romeo denken, und er verleiht den Versen edlen Klang. Angela Salloker, unter den jungen schauspielerischen Talenten eines der stärksten, sah man verwunderlicherweise lange nicht in Berlin. Um so nachhaltiger bringt sie sich durch ihre Julia wieder in Erinnerung. Sie befreit die Gestalt durch ihre herbe Mädchenhaftigkeit von der allzu gezuckerten Süße, zu der die Rolle sonst junge Darstellerinnen leicht verführt. Auch diesem ShakespeareAbend dankten die Zuschauer durch stürmischen Beifall. * „Verjährte Schuld“ ein Stück, das die Bezirke des Kriminalreißers sehr hart streift, hat Erich Ehermayer mit menschlichen Konflikten zu erfüllen und aus dem Juristischen ins Ethische zu erhöhen versucht. Das geschieht in sehr langatmigen und oft zu buchdeutschen Dialogen, die außerdem die Aufgabe haben, die künstliche Spannung bis zur letzten Szene am Leben zu erhalten. Im Agnes=Straub= Theater bemühte sich die Herrin des Hauses selbst, Sahine Peters, als frühreife Kämpferin um Schuld und Sühne, Erwin Klietsch als durch Schicksal und Angela Jallokers Julia Opfer gebrochener, aber auch sittlich verklärter Clasen mit Erfolg das Marionettenhafte der Figuren zu verpersönlichen und ins Tiefmenschliche umzusetzen. Das Publikum folgte der zögernden Aufklärung des Falles mit Anteilnahme und kargte am Schluß nicht mit Beifall. Immerhin bleibt zweifelhaft, ob dieses Drama ganz der Höhe entspricht, die Agnes Straub bisher in ihrem Spielplan anstrebte. K. E. K. Ranns Johlt in Bochum Der Dichter des„Thomas Payne“. wohnt der Erstaufführung bei. Der am kommenden Freitag in Gegenwart von Reichsleiter Alfred Rosenberg stattfindenden Erstaufführung seines Dramas„Thomas Payne“ wird auch der Dichter Staatsrat Hanns Johst selbst beiwohnen. Ausgrabung eines Römerlagers Auf dem Gelände des lippischen Gutshofes Oesterholz, unweit von Horn, wurden im Teutoburger Wald unter Leitung von Professor Reinerth, Vorsitzender des Reichsbundes für Vorgeschichte, erfolgreiche Ausgrabungen durchgeführt, die einer römischen Befestigung galten. Wahrscheinlich handelt es sich bei der ausgegrabenen umfangreichen Anlage um ein Lager des Feldherrn Germanicus, dessen Truppen einige Jahre nach der Hermannsschlacht die Gebeine der gefallenen Legionäre des Varus in dieser Gegend bestattet haben. Eine andere Wallanlage wurde bei dem Dorfe Godelheim freigelegt. Hier fand man u. a. Scherben von germanischen Tongefäßen und acht Hünengräber. Emil Lohkamp, der früher am Bochumer Stadttheater tätig war, wurde von Darmstadt ab Herbst 1936 an das Thalia=Theater Hamburg verpflichtet „Der alte Wrangel“, die neue Komödie von Otto Brües, wird am 1. Februar gemeinsam an den Stadttheatern Aachen und Münster uraufgeführt. Der Literatur=Nobelpreis 1936 wird in diesem Jahre nach dem Wort des Begründers der Nobelpreisstiftung „Inter arma silent muses“(„Wenn die Waffen klingen, schweigen die Musen") nicht zur Verteilung gelangen. Eine Deutsche Photographische Ausstellung findet vom 26. September bis 11. Oktober in Frankfurt a. M. statt. Mit ihr sind zugleich eine internationale Sonderschau der Amateurphotographen und der Deutsche Photographentag verbunden. Neue Musik im Ruhrgebiet Werke von Wolfurt, Fortner und Sepping Mit dem jüngsten Essener städtischen Kammerorchesterkonzert stellte Johannes Schüler in instruktiver Art„zeitgenössische" und„neue“ Musik einander gegenüber, d. h. solche Werke, die zeitgenössisch sind, weil ihre Verfasser zufällig heute noch leben, und solche, die wirklich zu neuen Zielen hinweisen. Zu den letzteren darf man fraglos das„Konzert für Streichorchester" von Wolfgang Fortner und das Klavierkonzert(Werk 25) von Kurt von Wolfurt rechnen. Besonders das Klavierkonzerts Wolfurts kann als bedeutungsvolles Zeugnis für den kraftvollen Weiterbestand einer jungen deutschen Musik gelten. Musikantische Ursprünglichkeit der Thematik, geistige Beherrschtheit der Form und ungemein saubere Klarheit der Struktur geben den drei Sätzen, dem straffgespannten Allegro, dem linear ausdrucksvollen Largo und dem ausgewogen proportionierten, frischen Presto=Finale, ein klares, kräftig geschnittenes Profil. Dem stimmig gesetzten kleinen Orchester verbindet sich ein klarlinig gestalteter Klavierpart, der durch den Solisten Udo Dammert in gediegener Form vermittelt wurde. Das viersätzige Streicherkonzert Fortners ist ein Beweis dafür, daß der heute 28jährige Komponist nach einer nicht immer eindeutigen Entwicklung zu einem in sich gefestigten Ausdruck von eigener Pragnanz und unproblematischer Klarheit hingefunden hat. Gegenüber diesen beiden Werken konnten die zu einer„Kurischen Suite" gesammelten, hübsch orchestrierten Stimmungsbilder Otto Beschs und eine im Brahmsschen Klang musizierende Kammersinfonie von Paul Juon, nicht als „neue“ Kunst gelten. Weiten Vorstoß in Neuland wagten die Mülheimer Hauptkonzerte mit der westdeutschen Erstaufführung der „Partita für großes Orchester“ von Ernst Pepping unter Hermann Meißners Leitung. Kaum ein zweiter unter den jungen deutschen Musikern ist mit so ernsthafter Unbedingtheit um eine neue Polyphonie bemüht wie Pepping. Diese Bemühung hat ihm einmal die Kennmarke eines„Konstruktivisten“ eingetragen. Mochte diese Bezeichnung im Hinblick auf die früheren Werke noch zutreffend sein, so haben die letztentstandenen Werke bewiesen, daß immer deutlicher eine Verflüssigung zum Musikantischen, Gelösten sich anbahnt. Die Partita findet gewiß zwischen diesen beiden Kräften noch keinen völligen Ausgleich; aber angesichts der Wesentlichkeit der inneren Haltung Peppings erscheint uns der Hinweis auf sich eröffnende, schöne Möglichkeiten wichtiger als das Zugeständnis einiger offenbar noch vorhandener Unausgewogenheiten. Dr. W. Steinecke Dirigierverbot für Reichwein in Wien Wie aus Wien berichtet wird, hat die Polizeidirektion dem Dirigenten des Wiener Konzertvereins, Professor Reichwein, das Auftreten in Wien aus Gründen der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit verboten. Das Verbot kommt nicht so überraschend, da in der letzten Zeit wiederholt in einem Teil der Wiener Presse Angriffe gegen Reichwein wegen seiner nationalsozialistischen Einstellung zu lesen waren. Es verlautet weiter, daß der Vorstand des Konzertvereins bereits Verhandlungen mit Generalmusikdirektor Böhm in Dresden aufgenommen hat, um diesen bekannten Dirigenten für die Konzerte Vereins zu gewinnen. des Knoten im Baum weisen den Abessiniern den Weg Bei der Verfolgung abessinischer Patrouillen durch Askaris an der Südfront wurde nach Berliner Meldungen in der letzten Zeit mehrfach die Beobachtung gemacht, daß die Krieger gewisser abessinischer Stämme den Weg durch Verknotung junger biegsamer Stämmchen bezeichnen. Solche Wegweiserknoten spielten nach den Erfahrungen eines französischen Ethnographen, der sich gegenwärtig in Dschibuti aufhält. in der kriegerischen Epoche des dunklen Erdteils bei den Feldzügen vieler Stämme eine hervorragende Rolle. Mit dem Eindringen der Weißen und den dadurch immer seltener gewordenen Kriegszügen hat sich die Kenntnis der Knotensprache allerdings immer mehr verloren und es gibt heute nur noch ganz wenige Stämme. von denen die alte Ueberlieferung noch bewußt weiter getragen wird. Zu ihnen hat man auch einige abessinische Völkerschaften zu rechnen. Der Badenweiler=Marsch brachte allein mehr als 1100 Mark ein beim zweiten Wunschkonzert des Deutschlandsenders, dem auch Reichsminister Dr. Goebbels beiwohnte. Aus dem Erlös des ersten Konzertes konnten 6500 Reichsmark und zahlreiche Srchspenden dem Winterhilfswerk zugeführt werden. Eine 2000jährige Münzwerkstatt wurde in der Shensi=Provinz in China ausgegraben. Man fand die Formen für Münzen der Han= und Tang=Dynastie. 28000 Dollar zahlte ein Kunstsammler aus Phila. delphia in den USA. für die erste Folio=Ausgabe der Werke Shakespeares. Die teuersten Länder der Erde sind nach den Feststellungen einer Untersuchung des spanischen Ministeriums des Auswärtigen Griechenland und Chile, denen in geringem Abstand die Vereinigten Staaten von Nordamerika und Frankreich folgen. Geschichtstafel 29. Januar 1763 wurde der Dichter Johann Gottlieb Seume in Posern bei Weißenfels geboren und als Leipziger Student der Theologie auf der Wanderschaft nach Paris von bessischen Werbern in Vacha aufgegriffen, mit nach Amerika verschifft, nach der Rückkehr ins preußische Heer gesteckt und schließlich russischer Offizier. Später machte er von Leipzig, wo er sich als Schriftsteller niedergelassen, große Fußreisen wie die als„Spaziergang nach Syrakus“ beschriebene. Auch Gedichte gab er heraus, von denen„Der Wilde" besonders bekannt wurde, dessen Anfang„Ein Kanadier, der noch Europens übertünchte Höflichkeit nicht kannte" und Schluß„Wir Wilden sind doch beßre Menschen“.—„Und er schlug sich seitwärts in die Büsche“ geflügelte Worte geworden sind. 1851 brannte die Rettungsanstalt Overdyk bei Bochum völlig ab. Das Haus wurde völlig zerstört. Eine Anzahl Kinder wurde sogleich nach Düsselthal übernommen, die zurückbleibenden 19 im Balkeschen Hause gegen eine Miete von 100 Taler untergebracht. Am 23. November 1853 wurde die Anstalt in dem heutigen Hause Gahlensche Straße 191 neu geweiht. Am 12. Dezember 1897 wurde ein Teil der Nebenräume wiederum durch eine Feuersbrunst zerstört. Am 12. Oktober 1898 konnte zusammen mit der Hammer Kirche das noch heute stehende Anstaltsgebäude am Hindenburgplatz geweiht werden. tsehgiege un rotlonatleide### tOrE ertahlt von Josef Kohlhofer* Sie drückte wortlos seine Hand und wandte jäh den Kopf zur Seite, um die Tränen zu verbergen, die ihr in den Augen standen. Rücksichtsvoll ließ Will einige Minuten verstreichen; er sah starr geradeaus, um ihr und sich selbst die Verlegenheit zu ersparen. Erst als ihn der Hals zu schmerzen begann, nahm er seine frühere Haltung wieder ein. „Gerson, Ihre Krawatte sitzt schon wieder schief!“ mahnte das Mädchen tadelnd. „Ach ja, die Krawatte!“ Er wollte die Hände heben, aber Johanne kam ihm zuvor. Will schloß unwillkürlich die Augen, als ihre feinen Hände den Hals berührten. Sie beugte sich dabei etwas vor, so daß er den Duft ihrer Haare spürte. „Jetzt ist es gut“, sagte sie und sah ihn mit ihren tiefblauen Augen herzlich an. „Hoffentlich sitzt die Krawatte bald wieder schief“, murmelte Gerson frivol, doch klugerweise so unverständlich, daß sie nichts davon verstehen konnte. „Denken Sie, daß mein Onkel noch lebt?“ Diese Frage riß ihn in die unromantische Wirklichkeit zurück. „Ich glaube. Fräulein Johanne, Sie haben doch sicherlich noch alte Briefe von ihm zu Hause. Mich interessieren alte Handschriften ungeheuer. Darf ich sie einmal sehen?" „Gewiß.— Es ist ein Päckchen Briefe vorhanden, aber ich muß erst nachsehen, denn einige sind dabei, die ich nicht vorzeigen möchte.“ „Geben Sie mir die Erlaubnis, nach Ihrem Onkel zu forschen", bat er.„Ich würde in Kürze etwas erfahren. Ich habe Verbindungen, um in Deutschland nach ihm suchen zu lassen, ganz abgesehen davon, daß Wringel auf jeden Fall Näheres mitteilen kann.“ „Wie Sie mir sagten, sind Sie ja so eine Art Polizeisergeant. Tun Sie das Gerson, wer weiß, warum es gerade jetzt sein muß!“ Daß sie ihn als Sergeanten bezeichnete, war sein Werk. Er liebte es, als einfacher Mann zu gelten. „Ich danke Ihnen!— Lebte Ihr Onkel in guten Verhältnissen?“ Das Mädchen schwieg eine Weile. „Ja— er lebte sogar in sehr guten Verhältnissen. Bevor er an die Front abrückte, übergab er meiner Mutter 5000 Pfund: für alle Fälle, wie er sagte. Die Zinsen davon genieße ich heute noch. Ob er heute noch, sofern er am Leben ist, sorgenfrei auskommt, weiß ich natürlich nicht!“ „Würden Sie im Falle seines Todes als Erbin in Betracht kommen?" fragte Will weiter. „Ich weiß es nicht. Vielleicht leben noch Verwandte von ihm, die er mehr berücksichtigen würde!“ Haben Sie keinen Anschluß an diese Verwandten?“ Johanne empfand diese Frage veinlich. „Nein— ich bin für meine Verwandten lebendig tot. Fragen Sie bitte nicht warum, der Grund ist ein schrecklicher!“ Durch ihren Körper lief ein Frösteln. „Ich frage Sie gewiß nicht", beruhigte sie Will teilnehmend.„Fräulein Johanne, Sie erzählten bei Wringel, daß Sie Ihr Onkel sehr lieb hatte. Haben Sie sich noch nie Gedanken darüber gemacht, warum er seit einem Jahrzehnt nichts mehr von sich hören ließ? Rein psychologisch gedacht, ist es unmöglich, es sei denn, er ist seit dieser Zeit tot. Doch sprechen wir jetzt von anderen Dingen. Der Polizeisergeant ist vorläufig befriedigt", er lachte versteckt,„und das hochnotpeinliche Verhör beendet. Snd Sie schon lange bei Milton angestellt?“ „Ich will Ihnen Ihre beiden Fragen beantworten“, entgegnete Johanne willig.„Onkel Georg ist sicherlich nicht mehr am Leben, ich fühle das. Mag es nun eine seelische Verbundenheit sein, die unterbrochen wurde, oder irgend etwas, jedenfalls weiß ich es. Eine innere Stimme sagt es mir bereitwillig, so oft ich frage, er ist tot. Sie dürfen darüber nicht lachen, Gerson, es ist wirklich so!“ „Ich lache nicht", erklärte er ernst. „Bei der Firma Milton& Co. bin ich erst seit fünf Tagen angestellt. Ich kam auf sonderbare Weise dorthin", erzählte Johanne in leichtem Tone weiter. „Ich wittere einen Mädchenhändler!“ klang es mit Grabesstimme aus Gersons Munde. „Gedulden Sie sich; wenn es soweit ist, dürfen Sie die Firma verhaften. Sie werden dann sicherlich befördert!“ ging sie bereitwillig auf seinen Scherz ein. „Ach Gott, Fräulein Johanne!— Ich bin ein armer Sergeant und bleibe es auch. Seien Sie froh, daß ich nie Inspektor werden kann, seufzte er, und in diesem Augenblick sprach er sogar die Wahrheit. „Oh!— Das würde mich freuen!" „Sagen Sie das nicht. Ich würde dann den Mut aufbringen, um Ihre Hand anzuhalten!“ „Wenn Sie erst Inspektor sind, werde ich Ihnen das sogar erlauben“, gab sie kühl zur Antwort. „Johanne!" Gerson forschte erregt in ihrem Gesicht. „Ich werde bestimmt nein sagen!— Die Sie aber nie Inspektor werden, habe ich nichts zu befürchten.“ „Ich lasse mich zurückversetzen“, brummte Will undankbar. Wie bitte?“ 841, Ja4t. 15 „Bis dahin ist es noch lange Zeit, sagte ich. Ich kenne eine deutsches Gedicht von einem treuen Knecht Fridolin. Wenn Sie in mein Inneres sehen könnten, würden Sie bewundernd die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und rufen: Mein lieber Will, Sie sind der englische Fridolin!“ Johanne lächelte. „Ich würde nie sagen: mein lieber Will! „Soeben hörte ich es; es klang so traut und klang so lieb. Meinen herzlichsten Dank dafür, Fräulein Johanne!“ Das Mädchen sah ihn verblüfft an. „Sie sind ein gefährlicher Mensch, Will. Ich bin Ihnen wohl regelrecht in die Falle gegangen und werde in Zukunft vorsichtiger sein müssen. „Nur so zu“, dachte Gerson,„soeben nannte sie mich wieder beim Vornamen.“ „Jetzt will ich Ihnen aber erzählen, wie ich zu meiner jetzigen Firma kam.“ Den Kommissar interessierte zwar das nicht besonders, aber er hätte ihr stundenlang zugehört, selbst wenn sie eine Geschichte aus dem Altertum oder einen wissenschaftlichen Vortrag über die Entstehung oder Wirkung saurer Quellen gebracht haben würde. Er nickte ihr deshalb aufmunternd zu. „Vor sechs Tagen war ich noch bei Belfast & Wibble, der großen Kautschukfabrik in Fulham, als Sekretärin beschäftigt. An diesem Tag kam ein gewisser Herr Best, angeblich ein Kunde der Firma, und bat, einen Brief diktieren zu dürfen. Es war ein Mangloser Brief für jeden Menschen Londons, nur nicht für mich. Er ging nach Deutschland an einen Militärbehörde und Mister Best erkundigte sich darin über den Verbleib eines englischen Artillerieoffiziers— über Major Chester—, kurz gesagt, nach meinem Onkel. Wills Gleichgültigkeit verschwand augenblicklich. Er ließ es sich nicht anmerken, wie gespannt er war, den Fortgang der Erzählung zu hören. „Ich sah keinen Grund, Mister Best zu verschweigen, daß ich Major Chesters. Nichte bin, und seine Ueberraschung über diesen Zufall war eine ungeheuchelte. Er war überaus erfreut und ich erfuhr, daß er ein Jugendfreund meines Onkels sei und im Sinn hatte, alle Mittel aufzuwenden, um seinen Aufenthalt ausfindig zu machen oder über seinen Verbleib erschöpfende Auskunft zu erhalten. Abgesehen von seinem persönlichen Empfinden, sagte er, sei er dazu gezwungen, da er ihn in einer für sein Leben entscheidenden Angelegenheit als Zeuge benötige. Mister Best machte mir den Vorschlag, doch zu ihm zu kommen, er sei Teilhaber der Firma Milton& Co., und er möchte alles versuchen, mir dienlich zu sein. Als er sah, daß sein Zureden vergeblich war, ließ er mir seine Karte zurück mit dem Bemerken, er halte sein Angebot aufrecht. Sehen Sie, Gerson, ich fand damals die Art und Weise dieses Mannes direkt aufdringlich, aber man soll nie zu früh urteilen. Er hat sich als uneigennütziger Mensch entpuppt, und ich bedaure nicht, mich ihm verpflichtet zu haben.“ „So etwas kann ich verstehen!— Doch erzählen Sie bitte weiter, die Geschichte ist nicht alltäglich, und was die Hauptsache betrifft, sie gibt uns einen feinen Gesprächsstoff, bemerkte er.„ H Jich,# Es wird jetzt erst interessant. Der gleiche Tag brachte mir in der Fabrik meine fristlose Entlassung. Ich brauche Ihnen wohl nicht zu versichern, daß sie grundlos erfolgte. Man verdächtigte mich der Unterschlagung eines wichtigen Schriftstückes, und man fand dieses Schriftstück in meinem Handtäschchen. Ich verzichtete auf jede Erklärung und verließ sofort meinen Posten. Zwei Tage später, als ich schon bei Milton& Co. in Stellung war, schrieb mir die Kautschukfabrik einen Brief, in dem sie aufs tiefste bedauerte, mich zu Unrecht verdächtigt zu haben. Das Schriftstück hatte eine Kollegin, die von der Durchsuchung wußte, in meine Tasche gesteckt, um nicht selbst erwischt zu werden. Ich gab keine Antwort und bin nun wieder eine zufriedene, fleißige Sekretärin.„.. 6 Jf J. f, S. uutgs ue# Denken Sie, Gerson, ich son sogar Sonntag nachmittag zu Herrn Milton in die Wohnung kommen. Es handelt sich um die Ausfertigung einer Patentschrift über synthetische Goldgewinnung— man sagte mir etwas von Zertrümmerung der Atome. Es sei eine Sache von weltumstürzender Bedeutung, erklärte mir Herr Milton, und ich mußte hoch und heilig versprechen, keinem Menschen ein Wort davon zu sagen. Seine Vorsicht ging so weit, daß er mich bat, dem Mädchen, das meine Zimmer in Ordnung bringt, anzugeben, ich fahre zu einer Tante.“ Sie schrak plötzlich zusammen. „Nun habe ich doch geschwätzt. Oh, was bin ich für eine Plapperelse!“... Mart unterbrach, Will hatte sie mit keinem Wort unterbrochen. „Es ist nur deshalb, weil Herr Best bemerkte es wäre schon mehrmals versucht worden, die Niederschrift der Analyse zu stehlen. Deshalb müßte das Patent in größter Heimlichkeit eingereicht werden. Jetzt bin ich wirklich froh, daß Sie zur Polizei gehören, Gerson. Das ist mir eine wahre Erleichterung. „Ihre Geschichte wird mir sehr durch den Kopf gehen. Den Schluß werde ich schreiben, und ich denke, es wird ein schöner, passender Schluß werden. Glauben Sie mir das. Ich fragte Sie vorhin, ob Sie von Ihrem Onkel etwas wissen. Warum schwiegen Sie über die Sache mit Best?“ „Ich versprach doch Stillschweigen, und Sie hätten auch jetzt nichts erfahren, wenn es mir nicht entschlüpft wäre.“ „Danken Sie Gott, daß es so kam!" Den Sinn dieser Worte verstand Johanne erst später. Der sechste Januar war Captain Will Gerson ein ereignisreicher Tag gewesen, und wie so manches Mal hatte dabei der Zufall die Rolle des Regisseurs übernommen. Vormittags die Begegnung mit Johanne, später das Bild bei Wringel mit den unvollständigen Erklärungen des Besitzers, Lucy Sillborns Auftreten. Bennetts rätselhafter Tod und der Kampf mit den Schwarz= bärten, wobei Kelley erschossen wurde. Man konnte vorläufig beim besten Willen keinen Zusammenhang finden. Der sechste Januar war für Captain Will Gerson ein sehr nachdenklich gestimmt. Nur eines wußte er mit Bestimmtheit: hinter den Ereignissen der Tage stand der Graue, und das war bestimmt kein Grund zur Beruhigung. Gerson hatte nach Verlassen des Hotels das Mädchen bis zur nächsten Untergrundstation geleitet und sich dort von ihm verabschiedet. Ueber London lagen bereits die Schatten der Nacht. Der Kommissar schritt im Schein elektrischer Bogenlampen durch Westminster: seine Gedanken eilten der Zeit weit voraus; sie galten derjenigen, die er eben verlassen hatte. Er sah einen Priester, der ihre Hände ineinanderlegte; er hörte das Orgelspiel in der Kirche und verstand nun manchen seiner Kollegen, der verheiratet war, besser. Sein Weg führte ihn bei der Bezirkspolizeistation vorbei. Er blieb einen Augenblick unschlüssig stehen und trat dann in die Wachstube. Der diensttuende Sergeant sah fragend von seiner Schreibarbeit auf. „Sie wünschen?“ erkundigte er sich kurz. „Ich möchte mal schnell telephonieren!“ „Da müssen Sie eine öffentliche Sprechzelle aufsuchen; die Polizei ist Zein Telephonamt.“ Gerson schmunzelte. Er zog seinen Dienstausweis hervor. „Genügt das?“ Der Sergeant sprang auf und salutierte. „Verbinden Sie mich bitte mit der Bezirkspolizet in Stepney", ersuchte ihn der Kommissar. Schnell war die Verbindung hergestellt. „Hören Sie!— Hier ist Kommissar Gerson Scotland=Yard. In Ihrem Bezirk wohnt ein Harty Milton, Inhaber der Firma Milton& Co. in„Kensington. Das Haus ist in der Charlesstreet, dirert am Commercial=Road. Bitte, melden Sie umgehend, was Sie über den Mann Näheres wissen oder in Erfahrung bringen können. Es genügt schriftlicher Rapport bis morgen. Schicken Sie den Bericht auf Zimmer Alles verstanden?— Danke!" Er hängte ein. „Eigentlich könnte ich noch Gibbs anrufen. Wen er sofort mit dem Wagen herkommt, sind wir in kurzet Zeit im Epsom. Ich muß dort Hauptmann Jones vol ehemaligen 124. Artillerieregiment aufsuchen; er Regimentskamerad Bennetts und die Möglichkeit, daß er etwas weiß, ist sehr groß“, sprach er zu sich selbst. Forlietzung folst! Kr. Den„richtigen Röstpunkt“ nennt der Dachmann den Augenblick im Röstvorgang, da der Kaffee das volle. reine Aroma offenbart, wie es Steffens Kaffee auszeichnet. Jede Sekunde über den Röstpunkt hinaus würde wertvolle Stoffe zer#4 stören Seite 9 Nr. 24; Bochumer Anzeiger„ Mittwoch, 29. Januar 1936 Aerratent? „Der nächste Fall!“ sagt der Friedensrichter. Der Policeman wirbelt den kurzen Gummiknüppel ein paarmal um das Handgelenk, reißt die Tür zum Flur auf und schreit dröhnend hinaus: “ William Hopkins, Fred Carter!“ Ein Gemurmel vieler Stimmen antwortet. Dann schiebt sich ein magerer, kleiner Mann an dem PoliceGleich hinter ihm trottet eine mächtige Gestalt zur Tür herein, den Kopf mit den buschigen, graumelierten tief auf die Brust gesenkt. Hinter den beiden aber flutet wie eine dunkle Welle eine schwarze Menschenmenge in den Saal, füllt die Bänke, schiebt sich an den Wänden entlang: die Mineworkers, die Bergarbeiter drüben vom Kohlenpütt in Minnesota. Der Friedensrichter schellt dreimal, dann tritt Ruhe ein. „Also, was ist, Mister Carter?“ wendet er sich an den Kleinen im blauen Anzug. „Ich habe“, beginnt er,„wie allgemein bekannt sein dürfte, ein Zigarrengeschäft drüben dicht bei den Schächten. Nebenbei handle ich mit Postkarten und bin Unteragent für eine Newyorker Lebensversicherung. Es kaufen viele Arbeiter bei mir, auch dieser hier",— er zeigt auf den breitschultrigen Graukopf, der noch immer mit ge„Mister Hoptins“, ergänzt der Friedensrichter. „Ich habe seinen Namen nicht gekannt", entschuldigt sich der Kleine und fährt fort:„Am Samstag, dem zwölften November, es ist abends gegen halb sieben und der Laden voller Kunden, kommt dieser Mr. plötzlich zu mir herein, drängelt sich an den Ladentisch vor und schreit mich an:„Los, ich will eine Lebensverd Einen Augenblick, sage ich höflich, denn, selbst wenn sich ein Kunde schlecht benimmt, bei mir wird er behandelt, wie's sich gehört.„Wünschen Sie eine große oder eine kleine Lebensversicherung, auf Erlebens= und Todesfall oder nur auf den Tod gestellt?“ Und während ich spreche, hole ich das Antragsformular hervor, Tinte, Feder und Papier, und lege sie vor ihn auf den Tisch hin. „Was soll denn das?“ fährt er mich an. „Sie müssen', kläre ich ihn auf,„diesen Antrag ausfüllen, den ich an die Gesellschaft weiterleite. Dort wird er geprüft, und Sie bekommen dann Bescheid.“ Wannk“ schreit er..ng a Ich bleibe ganz ruhig.„Faus Ihnen daran liegt 7 Skizze aus dem ametikanischen Zeigmannsleben von Fied Camp jagen binngr sich darch die übriggl nach werde ich auf beschleunigte Erledigung dringen. Sie können Bescheid schon in acht bis zehn Tagen haben. Acht bis zehn Tagen?“ Er glotzt mich an, daß ich denke, er muß betrunken sein.„Du sollst mich sofort versichern, du dämlicher Hund, gleich jetzt auf der Stelle“ brüllt er und schlägt mit der Faust auf die Tonbank, daß die Zigarren in den Kisten durcheinanderhopsen. Ich bleibe noch immer ruhig, obwohl es in mir kocht.„Geht leider nicht“, sage ich. Da langt er mit seiner Pranke über den Tisch rüber packt mich beim Kragen, hebt mich hoch, wirft mich auf den Ladentisch mitten in die neue Sendung GoldflakeZigaretten hinein. Achtzig Päckchen werden zerdrückt, der Topf mit Kautabak rollt um Zigarren fallen zur Erde. „Stimmt das, Mister Hopkins?“ wendet sich der Friedensrichter an den Großen. Der läßt mit einer hilflosen Bewegung die Schultern fallen:„Wenn er's so sagt, wird's wohl so stimmen“ murmelte er dumpf. „Und weshalb haben Sie das getan?“ forschte der Richter weiter. Der Große schweigt. „Wollen Sie uns nicht sagen,— aus der Stimme des Richters klingt wachsende Gereiztheit—„warum Sie sich in Carters Laden derartig aufgeführt haben Schweigen. Im Zuschauerraum erhebt sich Gemurmel. Ein blonder Mann mit scharfgeschnittenen, intelliie Verzauberten genten Gesichtszügen drängt sich durch die übrigen nach vorn zum Pult des Richters.„Verzeihung, Sheriff wenn Sie erlauben möchten, kann ich wohl sagen, warum der Hopkins das getan hat.“ Er spricht ruhig, klar, ohne jede Befangenheit. „Wer sind Siek“.„ 6n g0. „James Brown, ein Kumpel von Hoptins. Wir arbeiten seit acht Jahren zusammen.“ Die Verhandlung vor einem amerikanischen Polizeigericht ist frei von allen bürokratischen Schranken.„Es ist gut, Mr. Brown“, sagt der Friedensrichter, zählen Sie!" „An jenem Sonnabend" beginnt Brown,„haben wir Bruch auf der Strecke vor Ort 23 gehabt. Das Gefälle ist dort sehr stark, ein Wagen war zwischengegangen, seitlich in die Stempel gehauen, und von oben war das Hangende in mächtigen Blöcken herunter: gekommen. Hinter der Wand aber lag der Schlepper Clifford. Die von der Sammelstelle hatten Rettung bringen wollen, aber zwei waren dabei mit unter den Bruch geraten, denn der Berg ist dort bröcklig, wie frisches Brot. Wir Verbauer waren gerade in der Waschkaue, um uns für die Nachtschicht fertigzumachen, denn Sie müssen wissen, daß nachts im Berg nicht gefördert wird. Dann arbeiten nur wir Verbauer, setzen neue Stempel und machen die Förderstrecken für den nächsten Tag klar. Wir verstehen uns auf den Berg wie kaum ein anderer, und immer, wenn's Bruch gibt, werden wir Der neue Fahrsteiger kommt in die Waschkaue. Er ist erst vierzehn Tage bei uns, ein Akademischer von der hohen Schule. Er versteht seine Sache, aber uns kennt bog.gZungens“, schreit er, Bruch vor Ort 23 Clifford liegt drunter und zwei andere Wer will sie Ich fage er kennt uns noch nicht, sonst hätte er sich das Reden sparen können. Wir treten alle siebzehn vor Ist gut“ sagt er, kann nur acht gebrauchen.“ Wir hatten die Schichtlumpen noch nicht angezogen stehen nackt vor ihm. Er geht die Reihe lang. keine Kinder?“ Zwei melden sich. Die anderen sind alle verheiratet und haben den Stall voll Gören zu Hause. „Ihr beide“, sagt der Fahrsteiger. Dann tritt er auf Hopkins zu.„Wieviel Kinder?“ fragt er.„Sechs“, sagt Hopkins.„Versichert?“ Hopkins glotzt ihn dumm an. „Versichert?“ fragt er nochmal. Hopkins schüttelt den Der Steiger geht weiter, zum nächsten Andrews. „Wieviel Kinder?“„Acht“, sagt Andrews.„Verschertz „Jawohl“, sagt Andrews,„auf Leben und Unsau.„Ist gut“, meint der Steiger,„mitkommen zur RettungsAcht Mann sucht er so aus, die gehen rauf zum Schachtturm, sollen zuerst einfahren vor allen andern. „Nun müssen Sie wissen, Sheriff“, fährt Brown Hopkins unser bester Mann ist im ganzen sich allein, Sie stehen für sieben. Ja, wenn Sie versichert wären, dann... Bei uns gibt's leider keine Renten.“ Der Korb kommt, wir klettern rein. Ich sehe Hopkins noch, nackt und weiß die Treppe zur Waschkaue runterrennen. Dann fahren wir ein." „Und nun muß er wohl in Carter seine Bude gerannt sein, denke ich wenigstens.“ Brown macht eine eckige Verbeugung und zieht sich auf seinen Platz zurück. Der Richter wendet sich an Hopkins. Seine Stimme klingt milder als vorher, beinahe wohlwollend. „Sie wollten also schnell die Lebensversicherung abschließen, Mr. Hopkins, um Ihren verschütteten Kameraden zu helfen?" Hopkins nickt nur. Der Richter beugt sich zu Carter vor:„Wie hoch schätzen Sie Ihren Schaden ein, Mr. Carter?“ Der erklärt zögernd:„Sechsundsiebzig Dollar für Zigaretten, Zigarren und Kautabak und zwanzig Dollar Schmerzensgeld.“.. Mun. „Also zusammen sechsundneunzig Dollar“, ergänzt der Richter. Es wird totenstill im Raum. Hopkins Kopf wie sinkt noch tiefer auf die Brust herab. Dann schreit eine Frauenstimme auf, grell, durchdringend, messerscharf:„Das sind ja sechzehn Schichten!" Alle sind still, sogar der Richter schweigt. Mr. Carter steht da und nagt an seinen schmalen Lippen. Plötzlich reckt er sich auf, fährt sich mit der gleichen verlegenen Handbewegung zwischen Kragen und Hals Unterhaltung entlang und sagt stotternd mit hoher Falsettstimme: „Hopkins hat ja nun gesehen was eine Versicherung auf sich hat, und wenn er mit helfen will, seinen Kumpels das klarzumachen, dann sollen die sechsundneunzig vergessen sein. Noch einen Augenblick Stille, dann aber bricht im Zuschauerraum ein Tumult los. Sie lachen und schreien durcheinander, sie springen auf, dringen nach vorn zum Richtertisch vor, packen den kleinen Carter, der sich heftig sträubt, heben ihn auf die Schulter und tragen ihn im Triumph zur Tür hinaus. Ueber den Lärm erhebt sich der helle Trompetenton von Browns Stimme: „Sechzehn Verbauer von der Nachtschicht versichern sich noch heute bei dir, Carter, und verlaß dich drauf, die anderen kommen, der ganze Pütt kommt in deine Bude!" Er hat Hopkins, der noch immer versteinert dasteht, am Arm gepackt und schiebt ihn hinter den anderen her. Draußen im Flur verhallt der Lärm ihrer genagelten Stiefel, das Dröhnen ihrer lauten, groben Stimmen. Es ist der letzte Fall an diesem Tag. Der Friedensrichter erhebt sich steifbeinig, Roberts der Policeman, hilft ihm in den Mantel.„Meinen Sie, daß die mit der Versicherung Wort halten?“ fragt der Richter über die Schulter weg. Denn er kennt die Menschen und ist skeptisch geworden in seinem Beruf. Roberts vergißt für einen Augenblick die Hochachtung, die er dem Vorgesetzten schuldig ist, so entrüstet ist er.„Die“, sagt er gedehnt,„die Jungens sind goldrichtig. Ich will zehn zu eins wetten, daß der kleine Carter heute das große Geschäft seines Lebens gemacht hat; er hat es aber auch verdient!" Die Ovation, Seizze von Odie Rrok daß Worgigr unet gester Mann Revier. Viermal hat er Belobigungen gekriegt, einmal vom Gouverneur, weil er Kumpels aus Gefahr gerettet hat. Er rennt also, nackt wie er ist, die Grubenlampe in der Hand, hinter dem Steiger her. Oben auf der Schachtbank holt er ihn ein. Ich stehe daneben, habe ales gebört. „Steiger“, sagt Hoprins,„tun Sie mir das nich: an. Ich will mit, und ich muß mit.“ Der Steiger dreht sich um, sieht ihn von oben bis unten an.„Mann, denken Sie an Ihre Frau zu Hause und an Ihre Kinder! Wenn ein Kerl seine Knochen riskiert, muß er den Rücken frei sebe,.#5 Pehmen Sie Vernunft Hopkins schüttelt den Kopf.„Neymen Et#gtht an, Mann“, sagt der Steiger,„Sie stehen hier nicht für Endlich war der große Augenblick gekommen. Als sich der Bühnenvorhang hob, mußte Werner, der in der ersten Parkettreihe saß, sich an den Hals greifen, um seine Beklemmung zu verscheuchen. Die Dunkelheit des Zuschauerraums, die ihn umfing, legte sich zwar begütigend auf seine Erregung, aber es währte doch einen ganzen Akt lang, bis er sich wieder aufgefangen hatte. Nicht auszudenken eigentlich dieser Abend, hämmerte es ständig in seinem Kopf. Da saß er nun im Schauspielhaus und vor ihm auf der Bühne stand im Streulicht der Scheinwerfer Friedl Krüger, seine Friedl, der er schon als Knirps beim gemeinsamen Spiel auf dem Sandplatz die Hochzeit versprochen hatte. Nun war sie also so weit, wie sie es sich all die Jahre hindurch in den Kopf gesetzt hatte— Schauspielerin! Wie oft hatte sie ihm von ihren Plänen erzählt, nachdem sie beschwörend den Zeigefinger auf den Mund gelegt hatte! Ganz heimlich hatte sie beim Komiker des Stadttheaters der ein ebenso ausgezeichneter Lehrer wie mittelmäßiger Schauspieler war, Unterricht genommen, zwei, drei Jahre lang: und nun war dieser Tag also herangekommen, an dem sie zum erstenmal auf den Brettern stand, die nicht nur ihre Welt, sondern auch sein Glück bedeuteten. Am Ende der Vorstellung stand Werner dann am Bühnenausgang. Ein Händedruck, das war alles, was er als Glückwunsch für die Debütantin seiner überquellenden Freude abringen konnte. Friedl war auf dem Heimweg durch die stillen Gassen der Stadt eine schlechte Partnerin für seine schweigende Nachdenklichkeit. Natürlich, auf der ersten Sprosse des Ruhmes ist es schwer, die Zunge zurückzuhalten. Was hatte sie nicht alles für leuchtende Farben auf der Palette ihres Stolzes! „Schau, Werner", sprudelte sie,„nun steht mein Name auf dem Theaterzettel. Ich habe schon beim Drucker angerufen—. 150mal bin ich in der Stadt angeschlagen und viertausendmal steht mein Name im Programmheft, viertausendmal Friedl Krüger! Aber das ist ja nur der Anfang. In ein paar Monaten wird es in den Geschäften nicht mehr heißen:„Mit was darf ich Ihnen dienen?“ Nein, die Verkäuferin wird mich natürlich sofort erkennen und mich, stolz auf meine Kundschaft, fragen:„Was darf ich Ihnen vorlegen, Fräulein Krüger?“ Siehst du, mein Lieber, das ist der Anfang vom Ruhm. Und dann wird es bald nicht mehr auszuhalten sein vor lauter Bekanntsein! Die Leute auf der Straße werden stehen bleiben und sich anstoßen:„Ach, schau mal, da kommt ja die Krüger!“ Und das ist dann der Ruhm und dann werden wir heiraten.“ Jeden Abend stand jetzt Werner vor dem Bühnenausgang und wartete auf Friedl Krüger. Einmal, es war sechs Wochen nach dem Debüt, war er in merkwürdig guter Stimmung. Stürmisch nahm er seine Braut beim Arm und ging mit ihr den Weg, den sie alle Abend nahmen. An der nächsten Straßenecke stand unter der Laterne ein Mann, der sich anscheinend noch nicht schlüssig war, in welcher Kneipe er den Rest des Abends verbringen sollte. Wie erstaunt war Friedl, als er vor ihr achtungsvoll seine Mütze zog und begeistert rief:„Hoch, Fräulein Krüger, hoch!“ Ah, das ist der Ruhm! Dieser Mann kannte sie schon vom Theater her! Die Schauspielerin sah Werner schnell triumphierend an, dann zog sie ihre Börse, um dem Mann unter der Straßenlaterne eine Mark zu schenken, eine Mark dafür, daß er ihr den Ruhm angesagt hatte. „Nee, nicht notwendig“, lehnte der Fremde das Trinkgeld ab,„Ihr Begleiter hat mir schon vorher zwei Mark für die Ovation geschenkt.“ „Ich komme von den Kanarischen Inseln—“ „So? Ach, dann singen Sie mir doch bitte einmal etwas vor!“ Roman von Roland Petlch Sssssssssssssssssssssssssssssssssss 29 „Na, kommt ihr zurecht?“ „Jawohl, Herr Baron.“ Hurrle wischt den Handrücken über das beschweißte Gesicht und zieht eine furchtbare Fratze. Der Baron lacht kurz und ich sehe, daß er einen Satz formt. „Da ist mir eingefallen“, sagt er zu mir und kratzt sich das Kinn,„ist mir eingefallen, dich zu fragen: kannst du auch Weizenbier brauen? Ich hätte unter Umständen Lust, für mein Personal Weizenbier brauen zu lassen.“ Du lieber Gott, jetzt fängt er schon wieder mit dem Bier an.. gR nbie, Schrmte. „Sicher hast du schon Weizenbier gebraut?“ „Natürlich, Herr Baron. Nur, das Weizenbier soll 1a, wie man sagt, nicht so bekömmlich sein.“ „Im Gegenteil, mein Lieber. Wir wollen das bald mal näher besprechen. Du kannst als Fachmann mir einen kleinen Kostenanschlag machen.“ Dann trabt er davon. Hurrle stößt ein widerliches Lachen aus und gluckert anschließend behaglich in sich hinein wie ein Huhn beim erlegen....„.0 112 n g. wich „Ich trinke das Weizenvier auch gern. Es wird gut sein, Fabian, wenn du bald mit dem Brauen beginnst.“ Das beste, man gibt ihm keine Antwort und arbeitet weiter. Da trifft mich aber etwas an den Kopf. Es muß eine kleine Erdscholle gewesen sein. „Ich verbitte mir, da du mir Dreck um die Ohren rist!“ Wer wirft?“ Die Fränz geht zum Binden. Mit den nackten, verschrammten Beinen streift sie an mir vorbei, ein gefangener Wildling; ein blonder Satan. Ein Brodem von Hitze strömt von ihr aus; die blonden Haare kommen unterm Kopftuch hervor; zügellos farbig und federnd geht sie durch den blauen Erntetag. Ich wundere mich nicht, wenn einer den Verstand verliert. Da trifft mich doch schon wieder eine Erdscholle, ganz plötzlich und unerwartet. „Fränz, wirfst du mit Erdschollen?“ Venk Dichk“..g„ „Mir ist Dreck ins Gesicht geflogen.“ Verrückter Kerl!“... galsen den ErdJetzt muß ich aber aufpassen. Fauen den schollen vom Himmel!? Die Fränz lacht, streunt über die Stoppeln und dampft ihre junge Witterung aus. Die Eifersüchtigen stecken die Köpfe zusammen. Wir bleiben über Mittag draußen; das Essen wird uns gebracht. Schweinefleisch, Sauerkraut und Erbsenbrei. Und Gesindewein.,., g6t.. Fünf Minuten von den Feldern entfernt, fließt ein kleiner Bach; dort stehen einige Erlen und Weiden. Wir lagern im dünnen Schatten und schaufeln das Essen in uns hinein; es ist ein lustiges Schmatzen und Schlingen; Lohengrin hat einen guten Tag. Man soll nicht glauben, daß wir hier sehr sein und gesittet essen; nein, wir hacken wacker drauflos und halten die Schweinsknochen in Händen. Wir graben die Zähne ins Schwarzbrot und das Fett hängt uns um den eifrigen Mund. Aus der Flasche trinken wir, ich habe das in den Wäldern gelernt, man muß Luft zulassen, sonst kommt man zu kurz. wiry „Ich?! Wer wirft? „hea, du hast mich doch eben geworfen.“ „Fällt mir nicht ein!“ Wer hat mich denn geworfen, zum Teufel? Hat jemand gelacht? Wo denn? Im Kornfeld? Hat eben jemand gelacht, Hurrle?" Er hat nichts gehört, ich aber glaube bestimmt, ein Lachen gehört zu haben. Ein Wagen mit goldener Last schwankt davon; er schaukelt und schlingert wie ein phantastisches Schiff den krummen Ackerboden. Trarabumm, die Zügel gestrafft, stolpert an der Seite her, fuchtelt mit der Peitsche und stößt anfeuernde Rufe aus. Er kommt an uns vorbei. Pferdegeruch, Schweißdunst. Der Knecht buckt durch die Zahnlücken, seine schiefen Augen sind 5tet, er schiebt den Zwiebelkopf aus den Schultern, die Muskelstricke über den Hals laufen! Wüa! Wüa! Ihr Sakramenter!„ secht „.. Die Arbeit rauscht. Die Mähmaschine, das furchtersche Sensenungeheuer, klappert, und es ist, als ob einem bewaltigen Kopf die Haare geschnitten würden. Nach dem Essen erhebe ich mich und schlendere nach den Feldern zu. Die Fränz, frech wie ein Rohrspatz, ruft mir noch nach:„Suchst gewiß jemand, der mit Erdschollen wirft. Ha ha ha, dir fallen noch die Sterne vom Himmel.“.# G. hanarin acht mit mit Laß sie nur reden, und Tohengrin gehi mir mir. Noch eine halbe Stunde habe ich Zeit, da will ich mich an ein Kornfeld legen und die Wolken über mich hinwegziehen lassen. Nebenbei: ich könnte es gut und gerne beschwören, daß jemand mit Erdschollen nach mir geworfen hat. Meine Hand mäht— mein Atem sät Wunderliche Weltenkugel, von keinem Verstand zu fassen. Ueberall Halme und zwischen den Halmen ein törichter Mensch und eine Hundeseele. Niemand kann mich sehen; denn die Aehren wachsen über mich hinaus. Ich liege auf dem Rücken und schaue in den Himmel. Lohengrin hat sich eng an meine Seite gelegt; ich rieche sein Fell und fühle die struppigen Haare; wir sind eine vergrabene Zweisamkeit. Sonderbar, wie ich nun so daliege, ein Aehren und mit der Erde durch das goldene Rätsel segle. Unbegreifliche Reise, die ich unternehme der Mann zwischen den Halmen, Traumfahr des Erntearbeiters, in eine sausende Welt getaucht, wo es nur noch schlanke Pflanzensäulen gibt, die in einem geheimnisvollen Rhythmus schwingen und mich, einen Pendelschlag der Gedanken lang, wie ein fremdartiges Gefieder anmuten; wie goldene Federn gewaltiger Schwingen, die sich zitternd geweitet haben und in sanftem Flügelschlag mich durch die verzauberten Stunden tragen. Unendlich fern gerückt ist das Leben, es gibt nur Halm und Himmel, und im zitternden Gefieder meines Zaubervogels brennen einzelne bunte Federn; blau und rot sind die Federn, aus Kornblumen und rotem Feuermohn geboren. Oh, ihr Sinne in mir, die ihr schauen und fühlen dürft, die ihr den Duft der ewigen Landschaft atmet und die Melodie des Wachstums hört. Du Auge, das eine Welt in sich einfängt und die Farben des Daseins spiegelt, halb faßt mich ein Schauder vor deiner WunderBettina, die blonde Königin, vielleicht bist du geformt aus Roggenhalm und Feuermohn, ein Gebilde endloser Felder, emporgewachsen aus dem fruchtbaren Meer, das über mir die sanften Wogen bildet. Blauer Himmel, wandernde Kugel; runder Farbenball, auf dem ein krummer Wagen klirrend über Landstraßen holpert. La Paloma, die weiße Taube, zwischen Heu und Packpapier, um mich getürmte Teller, Schusseln, Vasen. Zerbrechliche Stunde, Brigitte, du Blatt, vom Wind getrieben; da stehst du im verwaschenen Kleid und mit dem farbigen Halstuch und hast Angst vor dem Gewitter. Brigitte, Bettina. Ueberall roter Mohn. Alle Halme wachsen: sie werden hoch wie Pappelbäume an der Landstraße; alle Halme wachsen in den Himmel hinein. Da liege ich zwischen den gelben Divisionen, ich ersticke ja im Segen. Lohengrin, sei still; nicht knurren! Komm, du fremde Seele, du behaartes Wunder, du schweifende Einsamkeit mit dem Tierblick, der mir manchmal so ans Herz greift. Stille, du Kamerad und Weggenosse, du Bruder mit dem Fragezeichen; komm nahe zu mir, ich höre dein Herz schlagen und es schlägt wie meines. Da dong! Da dong! Da dong! Vielleicht ist es eine Uhr mit schwerem Pendelschlag. Eine untergründige Uhr, die einen Kreislauf rhythmisch zerhackt. Da dong! Da dong! Es ist Zeit, an die Arbeit zu denken; da kommt schon ein Mäher mit der Sense auf der Schulter. Nein, das ist keiner von uns, das ist gewiß kein Mäher aus der Gesindestube; nie in meinem Leben habe ich ihn gesehen. Er kommt durch das riesige Feld, alle Halme beugen sich und es rauscht im Ueberfluß wie von Wasserfällen. Mitten durch die Halme kommt er, und ich sehe, daß er groß ist und hager wie eine Pappel. Einen gelben Mantel trägt er und sein Haar weht im Winde. Ich sehe jetzt sein Gesicht und erkenne ihn; der Tod ist es, der große, gelbe Tod, und er bringt mit sich das Ende aller Halme. Wer hat je solche Sense gesehen, ihr Metall wölbt sich glitzernd in die Blöue des Mittags: er ist mächtig und doch nur ein Schleiergebilde; wie eine Wolke treibt er über die erfüllten Felder. Gott im Himmel, Brigitte ist in seiner gefährlichen Gesellschaft; ihr Antlitz ist bleich, und sie wankt schwach und demütig an seiner Seite; er stützt sie und ein Teil seines gelben Mantels hängt um ihre Schultern. Der gelbe Tod summt etwas vor sich hin und das klingt, als ob es Wind wäre zwischen sausendem Gitterwerk. Meine Hand mäht, Mein Atem sät. Brigitte, du weiße Taube, was für einen merkwürdigen Gefährten hast du dir herausgesucht? Höre auf mich, wenn ich dir sage, dieser ist keine Gesellschaft für dich, du blühendes Bündel Jugend; du Kind, du Hexe aus allen Himmeln. Du Halm unter Halmen. Abgeschmackte Angelegenheit. Ich träume. Blitzschnell kommt mir die Gewißheit, daß ich träume. Zeit, daß du aufwachst. Nein, Brigitte kommt nahe auf mich zu, Brigitte beugt sich über mich, vielleicht, daß ein Gewitter im Anzug ist.„„ Brigitte beugt sich über mich und ihr Atem strömt mir entgegen. Der gelbe Tod steht noch da. Unsinn, es ist ein Apfelbaum. Fort mit dem Gespinst!— Meine offenen Augen schleichen das Blickfeld ab. Jemand muß unmittelbar in meiner Nähe sein. Deutlich rieche ich jemand, den ich kenne. Wer riecht nur so? Ich wende mich um und sehe in den Aehren ein Gesicht. Ein lauerndes, lachendes Gesicht. „Brigitte!“ sage ich und denke, sie ist vom Himmel gefallen.„Brigitte, da bist du!“ Nein, Bettina! Bettina wollte ich sagen. Es ist Bettina denn ihr Haar ist wie die Halme. Oh, dieses Spiegelspiel...... Iu, Ich hahe e4/8s-, Ihr Haar ist wie die Haime. Ich habe geschlafen und geträumt, aber jetzt bin ich wach; Lohengrin ist froh bewegt, er steht in den Aehren und schlägt mit dem Stummel. „Gnädiges Fräulein!“ sage ich bestürzt und weiß nicht weiter.„„.44 „Ich bin nicht Brigitte. Sie verwechseln mich.“ „Nein, nicht Brigitte! Wie konnte ich Brigitte sagen. Ich habe so merkwürdig geträumt. Vor einer Sekunde noch waren Sie Brigitte." „Träumt am hellen Tag.“ „Ja, bei Gott, mein sollte mich prügeln. Ich muß fort, an die Arbeit. Gott weiß, wie lange ich hier gelegen habe, am Ende habe ich die Arbeit verschlafen.“ „Bleiben Sie ruhig hier“, sagt Fräulein Bettina, „sie haben drüben noch nicht angefangen.“ „Noch nicht angefangen? Dem Himmel sei Dank!“ Ich schaue mir Bettina an. Sie liegt im Korn wie in einem Käfig, goldenen Gittern gleich steigen die Halme vor ihr hoch. Da liegt sie, ein herrlicher Panther hinter Stäben, auf dem schlanken Pantherleib liegt sie und hat die Beine hochgestreckt. Beide Ellbogen im Erdreich und den Kopf wie eine sonderbare Frucht in die flachen Hände zwischen gegliederte Blätter gelegt, ruht sie im Roggen und ihre Augen lauern mir entb(Fortsezung voige) Seite 10 Nr. 24; Bochumer Anzeiger, Mittwoch, 29. Januar 1936 GUrSsschtveter.• J. SCOEN 30000 Kaninchen in Bochum, das jährlich 100000 Pfund Kaninchenfleisch verspeist— Kaninchenzucht in der Erzeugungsschlach Schürzen Sie nicht geringschätzig die nachgeröteten, Lippen, gnädige Frau. auch Sie können keinen Offenbarungseid darauf ablegen, ob nicht auch Ihr„Sealmantel“, als er noch nicht Sie, sondern seine ureigenen Träger vor des Winters Kälte schützte, als eine niedliche Kaninchenfamilie zur Welt gekommen ist, vielleicht sogar in einem der zahlreichen Bochumer Kaninchenställe das Licht dieses irdischen Jammertales erblickt hat. Was kennen wir schon groß von Kaninchen? Vielleicht ist uns lediglich die auch in einem Sprichwort festgelegte Tatsache bekannt, daß sie zusammen mit den Meerschweinchen und weißen Mäusen den Ruf erstaunlicher Fruchtbarkeit genießen. Gewiß eine bedauerliche zoologische Bildungslücke, aber dem Großstädter ist es aus„wohnungstechnischen Gründen“ leider nicht möglich, der besonders in der Jugend so innigen Liebe zu den possierlichen kleinen Tierchen genügend Spielraum zu geben. Es langte auch in der Zeit, als wir noch kurze Hosen trugen, in den meisten Fällen nur zu einer Zucht von weißen Mäusen, zu der wir durch ein Tauschgeschäft— zwei Bleikugeln, drei englische Briefmarken und vielleicht noch einen Drilldopp— mit Nachbars Fritz die Grundlage schufen. Und die Folgen stellten sich dann so prompt ein, daß eines Tages selbst die mütterliche Nachsicht ein Ende hatte. Schließlich verfügt nicht jeder über das Gemüt des Tünnes, der eines Tages stolz seinem Freunde Schäl erzählte, daß er sich um die Milchversorgung nun keine Sorgen mehr zu machen brauche, da er sich eine Ziege angeschafft hätte.„Dat is natürlich eine prima Sache, aber wo willst du die Ziege denn unterstellen, du häß doch kenne Stall?“— Dat is ja nun einfach: im Sommer kömmp se op de Balkon und im Winter in et Schlopzemmer.“—„Wat, in et Schlopzemmer? Und die schlechte Luft?“— Ja ja, an die schlechte Luft wird sie sich eben gewöhnen müssen...!“ Ihre Blütezeit erlebte die Kaninchenzucht während der Kriegszeit, als wir weder für Geld noch für gute Worte ein Kotelett einhandeln konnten und wir mit herzlichem Dank auch bei jenen Metzgern drei Pfund Ochsenbrust einkauften und auch aßen, die mit Recht das westfälische Wappen als Firmenschild benutzten. Die Kaninchenställe wuchsen damals wie Pilze aus der Erde, wie man so sagt, obwohl ich den sehen möchte, der schon mal Pilze hat aus der Erde wachsen sehen. Und eines Tages fiel dann bei der Ausstellung des Kaninchenzuchtvereins „Belgische Riesen“ auf Los Nummer 23 ein erstklassiges Rassekaninchen, das wir stolz nach Hause trugen und in einer Margarinekiste ansiedelten, täglich einige Gramm Sacharin zwecks Familienzuwachsanreiz streuten, bis sich herausstellte, daß„es“ ein Männchen war, das in der Kaninchensprache übrigens Rammler heißt. Die Kaninchen=Muttis nennen sich, wohl aus verwandtschaftlichem Entgegenkommen, Häsinnen. Aber mit diesen Eigenarten das Kaninchens muß man sich abfinden, beispielsweise nennen sie ihr neckisches Schwänzchen Blume. es 36 dem Reichsverband für Kleintierzüchter, Fachgruppe Kaninchenzucht, angeschlossene Kaninchenzuchtvereine. Der Reichsverband untersteht dem Reichsnährstand, also bedeutet die Kaninchenzucht doch einiges. Im Jahre 1935 wurden in diesen 36 Vereinen 3619 Kaninchen geboren. Wer es nicht glauben will, kann ja bitte nachzählen. Der Bestand der 36 Vereine beträgt etwa 10.000 Tiere. Da der Bestand der in den Vereinen des Reichsverbandes angeschlossenen Vereine nur etwa 30 Prozent der tatsächlich in Bochum gezogenen und gehaltenen Kaninchen bedeutet, darf man Bochums Kaninchenreichtum auf etwa 30.000 Tiere schätzen. Die Rechnung geht noch weiter. Alljährlich würden somit in Bochum etwa 20 000 Kaninchen geschlachtet, so daß in Bochum während 365 Tage, wenn man ein Kaninchen mit 5 Pfund Schlachtgewicht berechnet, 100 000 Pfund Kaninchenfleisch gegessen wird. Welche Bedeutung demnach der Kaninchenzucht innerhalb der Erzeugungsschlacht schon hinsichtlich der Fleischversorgung zukommt, bedarf wohl keiner näheren Erläuterung mehr Dahei ist die Abneigung, die manche Volksgenossen gegen Kaninchenfleisch hegen, völlig unbegründet und lediglich ein Vorurteil. Kaninchenfleisch ist nicht nur sehr schmackhaft, sondern infolge seines geringen Wassergehaltes von außerordentlichem Nährwert. And nun der Sealmantel aus Kaninchenfell! Es war früher üblich das Fell eines geschlachteten Kaninchens dem„Klüngelkerl“ zu überlassen. Heute hat sich die Verwertung des Kaninchenfelles auf Grund der Verbesserungen der Zuchten und Rassen zu einer großen Industrie entwickelt, die in Leipzig ihren Hauptsitz hat. Die Fachgruppe Kaninchenzucht im Reichsverband hat sogenannte Fachschaften für Selbstverwertung eingerichtet, die aus Frauengruppen bestehen. In diesen Frauenkursen werden die Felle zu allen möglichen Gegenständen verarbeitet, auch zu„Sealmänteln“; die Imitation gelingt dabei so ausgezeichnet, daß der Laie nur schwerlich den Unterschied zwischen einer Imitation und einem echten Fell entdeckt. Der Wert eines GegenEin niedliches Framster: Kunlichen standes ist in allen Fällen ein Seltenheitswert, und wenn sich eben Kaninchen nicht durch die vorerwähnte erfreuliche Fruchtbarkeit auszeichnen würden, wer weiß, ob die Frauen heute nicht mit gleichem Stolz einen Kaninchenpelzmantel tragen würden wie heute den echten Sealmantel. Der Kreis Bochum innerhalb des Reichsverbandes hat im Jahre 1935 1277 Felle zu 328 Gegenständen verarbeitet. Wir finden die niedlichen Stallbewohner als Diwandecken, Pelze, Muffe Bettvorleger usw. wieder, wobei natürlich allerlei Kniffe angewandt werden. Beispielsweise muß man bei der Herstellung eines„Fuchspelzes“ eine Anleihe bei einem anderen Tier(dem Hund) machen, um den Original=Fuchsschwanz aufzutreiben. und hat wenig Freude an der Zucht. Das Baumaterial muß so dick sein, daß das Tier vor plötzlichen Witterungsumschlägen geschützt ist. Das Kaninchen ist gegen Kälte ziemlich unempfindlich, 20 Grad machen ihm nichts aus aber gegen Hitze sehr empfindlich. Darum soll der Stall möglichst in einem schattigen Winkel stehen. Der Stall muß stets trocken gehalten werden. Um die Jungtierseuche der Trommel= und Blähsucht Angera=Wone seti gestagi. Heute darf es nicht mehr vorkommen, daß in den Müllsimern noch Abfälle aus der Küche zu finden sind. Sie sind zur Ernährung der Kleintiere nötig und gehören nicht in die Abfallgrube! Die Kleintierzüchter holen gern den Küchenabfall ab. Benachrichtigt sie, sie werden dankbar sein! Kaninchen in der Erzeugungsschlacht! Wenn also in den unseligen Kriegszeiten die KaAufbesserung der Fleischkarte be ninchenzucht nur zur Aufpesserung der Fleischtarte betrieben wurde, so ist in der Nachkriegszeit darin ein wesentlicher Wandel eingetreten. Die Kaninchenzucht bleibt natürlich immer eine aus der natürlichen Tierliebe des Menschen geborene Liebhaberei, deren wirtschaftliche Bedeutung aber im allgemeinen verkannt und unterschätzt wird. Obwohl wir nicht wenig stolz darauf sind, nach dem Reinfall mit dem Rammler die belgischen Riesen und Rheinischen Schecken selbst auf 12 Pfund Lebendgewicht gebracht zu haben, so hat uns die Kaninchen=Plauderstunde mit Kreisführer Trilling doch einigermaßen in Erstaunen gesetzt. „Was meinen Sie, wieviel Kaninchen so in Bochum herumkreuchen und=fleuchen?“ In Groß=Bochum gibt Unter den 38 Kaninchenrassen, die durch Kreuzungsexperimente im Verlaufe der Jahre entstanden sind, gibt es eine Rasse, die uns nicht nur einen leckeren Braten, sondern auch Wolle liefert; es ist das langhaarige Angorakaninchen. Seine Pflege erfordert allerdings mehr Zeitaufwand, da man die Tierchen jeden Morgen frisieren muß, damit sich die Haare nicht verfilzen. Die deutschen Angorakaninchen liefern jährlich 50 000 Kilogramm Wolle im Werte von 1 Million Reichsmark! Der „Angora=Zuchtklub Groß=Bochum“ gewann im Jahre 1935 in den verschiedenen Qualitäten rund 12 Kilogramm Wolle. Das Kilogramm Wolle kostet in der 1. Qualität etwa 35 Mark. Das Angorakaninchen wird alljährlich einmal geschoren und liefert bei jeder Schur etwa 300 Gramm Wolle. Die Kaninchenzucht ist also nicht nur nahrhaft, sondern auch lohnend, wenn man sie richtig betreibt. Welche Tiere soll man züchten? keinen allzu langen Körperbau besitzt. Man unterscheidet zwei Grundtypen, den Bewegungs= und Ernährungstyp, die ersteren Rassen sind lang und schlank, die zweiten kurz und gedrungen. Der beste Fleischlieferant ist das Widderkaninchen, so genannt nach seinem, dem Widder ähnlichen Kopf. Das Widderkaninchen erreicht glgtt 12 Pfund Lebendgewicht und ist leicht zu füttern, wie überhaupt die Fütterung der Tiere deswegen nicht allzu kostspielig ist, weil das Kaninchen ein Allesfresser ist. Französische Silberkaninchen, weiße und blaue Wiener, Chinchilla, rheinische Schecken gehören ebenfalls zum Ernährungstyp. während man von dem früher viel gezüchteten belgischen Riesenkaninchen abgekommen ist. Gute Pflege ist natürlich notwendig, um hochwertige Felle zu erhalten. Eine Kaninchen=Kuriosität bedeutet das vor einigen Jahren durch Kreuzungen gezogene Rer=Kaninchen, ein Kurzhaarkaninchen, das ein besonders wertvolles Fell liefert. Ein Zuchtpaar kostete beim Aufkommen dieser Rasse sage und schreibe 400— 500 Mark. Sorgt für luftige Ställe! Eine Grundregel kann und soll man nicht aufstellen. Das wirtschaftliche Kaninchen ist das Kaninchen, das Gute und luftige Ställe sind bei der Kaninchen= zucht ebenso wichtig wie richtige Fütterung. Wer Kaninchen in zu kleinen Ställen hält, begeht Tierquälerei 2 * wirksam zu bekämpfen, verfüttere man hin und wieder Sägemehl. Die Häsin soll nicht mehr als zweis bis dreimal im Jahr werfen, um die Zucht nicht herabzumindern. Wer wertvolle Tiere züchtet, sollte sich stets eine Kaninchen=Amme einer minderen Rasse halten, damit er die überjährigen hochrassigen Jungtiere, die nicht bei der Mutter bleiben können, dieser Amme in Pflege geben kann. Sie wird die Tierchen an Stelle der eigenen mit gleicher Liebe pflegen. Einem Züchter passierte es beispielsweise, daß ein wertvolles Tier beim Wurf einging. Er konnte aber den Wurf retten, da gleichzeitig die Hauskatze Familienzuwachs erhalten hatte. Er legte einfach die Jungkaninchen ins Katzennest, während er mit dem Wurf Katzen zur Regentonne ging. Und siehe da, die Katzenmutter zog die Kaninchen getreulich groß, wenn sie auch später bekümmert feststellen mußte, daß „ihre“ Kinder diesmal so ganz aus der Katzenart geschlagen waren. Und dann ist noch etwas erwähnenswert an den Kaninchen. Zusammen mit den Kanarienvögeln heißen sie— unabhängig von ihrer Geschlechtszugehörigkeit— samt und sonders Hänschen „Rheinische Schecken erfreuen sich großer Be liebtheit Eine Sammlung von Gebrauchsgegenständen, die aus Kaninchenfellen hergestellt worden sind. Sämtliche Aufnahmen:.-.-Muthher: Das Widder=Kaninchen gilt als besonders guter Fleischlieferant 1000 R T•* 11 „Wir wollen hei haben so lange gew uns bei unserem ger steuer nötige Sum: wollen deshalb die die unbemittelten nutzen und uns da mit fröhlichem Hei eingerichtet: klein u muß doch alles vor hört. Für die Braets genügen die 0 Laufe der Zeit gesteuern noch dieses doch auch Möbel, Waschgeräte angese werden untereinan werden die fröhlich übersteigt die tause gegeben werden, u Und doch läßt nismäßig geringen einfachen Haushalt Güte, daß man n anschaffungen genö sich ein junges Pe mer=Wohnung einr künftige Ehemann Stube und Küche müssen, ob es me Schlafzimmer und bett und Eßtisch oder ob es sich ei am Tage den Ch Nachts mit Hilfe umgewandelt wird in einer Ecke gegeeinen gemütlichen Bestimmung für tisch besteht aus Schreibplatte, in Bücher und Gesch der Kleider= und untergebracht werk Linie den anderen Je enger der so sorgfältiger mi und ihr Unterbri Küchenmöbel sollt Das W Gei G Die Deutsche Dienstag abend Essener Ausstellu sende von schaffer rer der Essener T reiche Wirtschafts Staat füllten die über dem Redne „Gemeinnutz geh Der Leiter de Ley, und der 9 leiter Dr. Diet dem Einmarsch worten des DA seine grundlegen! schaftsdenken im der Seite 11 Nr. 24 7 Bochumer Anzeiger# Mittwoch, 29. Januar 1936 .. und dennoch gut eingerichtet! „Wir wollen heiraten“, sagt das junge Paar,„wir so lange gewartet und müssen einsehen, daß wir uns bei unserem geringen Gehalt niemals die zur Aussteuer nötige Summe zusammensparen können. Wir wollen deshalb die großzügige Hilfe, die der Staat für die unbemittelten jungen Paare eingerichtet hat, benutzen und uns das Ehestandsdarlehen sichern.“ Und mit fröhlichem Herzen wird im Geiste die Wohnung eingerichtet: klein und bescheiden darf sie sein, aber es muß doch alles vorhanden sein, was zum Haushalt gehört. Für die Beschaffung des einfachen Wäschevorrats genügen die Ersparnisse, die die junge Braut im Laufe der Zeit gemacht hat. Eltern und Verwandte steuern noch dieses oder jenes Stück zu. Aber es sollen doch auch Möbel, Betten, Gardinen, Küchen= und Waschgeräte angeschafft werden. Zahlen und Zahlen werden untereinandergestellt, und bei der Endsumme werden die fröhlichen Gesichter recht lang. Die Summe übersteigt die tausend Mark, die als Ehestandsdarlehen gegeben werden, um ein Erhebliches. Und doch läßt sich auch im Rahmen dieser verhältnismäßig geringen Summe das beschaffen, was zu einem einfachen Haushalt nötig ist— und auch in solcher Güte, daß man nicht schon nach kurzer Zeit zu Neuanschaffungen genötigt ist. Es ist selbstverständlich, daß sich ein junges Paar für 1000 Mark keine Drei=Zimmer=Wohnung einrichten kann. In der Regel wird der künftige Ehemann die auch nicht bezahlen können. Auf Stube und Küche angewiesen, wird das Paar überlegen müssen, ob es mehr Wert auf ein gut eingerichtetes Schlafzimmer und eine Küchenausstattung mit Ruhebett und Eßtisch für den Tagesaufenthalt wählen soll, oder ob es sich ein Wohn=Schlafzimmer einrichtet, das am Tage den Charakter eines Wohnzimmers und des Nachts mit Hilfe von Schlaf=Sofas zum Schlafraum umgewandelt wird. Stellt man die beiden Schlaf=Sofas in einer Ecke gegeneinander, so ergibt diese Anordnung einen gemütlichen Eckplatz für den Tagesraum, der seine Bestimmung für die Nacht nicht verrät. Der Schreibtisch besteht aus einem Kombinationsschrank mit Schreibplatte, in dem neben der Schreibeinrichtung auch Bücher und Geschirr aufbewahrt werden können. Da der Kleider= und Wäscheschrank auch im Wohnzimmer untergebracht werden muß, sollte er sich in Holzart und Linie den anderen Möbelstücken anpassen. Je enger der Rahmen für einen Haushalt ist, um so sorgfältiger müssen die zu beschaffenden Gegenstände und ihr Unterbringungsraum berechnet werden. Die Küchenmöbel sollten so ausgewählt werden, daß man den Küchenschrank später je nach Bedarf durch Ansatzschränke erweitern kann, ohne daß der Gesamteindruck gestört wird. Wenn für die 1000 Mark nicht nur die Möbel, sondern auch die Gardinen, Beleuchtungskörper, Küchengeräte kurz alles, was zur Haushaltführung gehört, beschafft werden sollen, so muß man sich beim Einkauf auf ein Mindestmaß beschränken und die wenigen Einrichtungsgegenstände in ihrer Güte und Zweckmäßigkeit besonders sorgfältig auswählen. Verwandte und Freunde werden gern den jungen Haushalt durch das eine oder andere Stück ergänzen, und praktische Hochzeitsgeschenke sorgen für weitere Vervollständigung. Es ist nötig, bevor man ans Einkaufen geht, eine genaue Uebersicht über die notwendigen Gegenstände aufzustellen, damit man nicht die Hauptsumme für die Möbel ausgibt, und nachher für die vielen anderen Dinge kein Geld mehr übrig bleibt. Man ist so leicht geneigt, die Kleingeräte, die in der Küche zum Kochen und Waschen gebraucht werden, zunächst als unwesentlich beiseite zu lassen, und muß zuletzt die unliebsame Entdeckung machen, daß diese„unwesentlichen" Dinge doch noch einen erheblichen Betrag auf der Ausgabenliste darstellen. Deshalb sorgfältige Ueberlegung vor dem Einkauf! Wie kann man die 1000 Mark aber zweckmäßig einteilen? Verlag: Otto Beyer, Leipzig. Scherl-Bilderdienst Geschmackvoll eingerichtetes Wohn=, Schlaf= und Arbeitszimmer. Die Wohnecke am Tage läßt keineswegs das Schlafzimmer vermuten. Auch wenige Mittel lassen ein gemütliches Heim erstehen. 1. Wohnschlafzimmer in deutschen Holzarten, mattiert oder lackiert 2 Schlafsofas mit Bettfasten 1 Kleider= und Wäscheschrank 1 Kombinationsschrank mit Schreibplatte 3 Stüble mit Polster.... 1 Ausziehtisch Uebertrag: 840.00 Uebertrag: 924,85 20,00 120.00 110.00 334 57.00 570,00 570.00 zusammen 130,00 130.00 2. Küche 1 Küchenbüfett 1 Küchentisch 2 Stühle 1 Handtuchhalter 1 Kohlenkasten 3. Diele 1 einfache Kleiderablage... 18.00 18.00 4. Bettwerk 2 Schafwolldecken..... 51.00 2 Kopflissen...... 20,00 74,00 74.00 5. Gardinen und Teppich 1 Fenster für das Wohnzimmer 18.00 1 Volant für das Küchensenster.00 1 Zugeinrichtung........00 1 Bouclé=Teppich für das Wohnzimmer 25.00 48.60 48.00 6. Beleuchtungskörper 1 Mittelleuchte mit Chintzschirm 18,00 1 feuchtigkeitssichere Küchenleuchte............70 1 Wandarm für die Diele....70 26.40 7. Vorzellan, Glas, Steingut 1 Eß=Geschirr für 6 Personen 16,50 1 Kiffee=Gesairr f. 6 Personen 11.70 6 Bierbecher...........20 6 Glasteller...........20 2 flache und 2 tiese Teller für die Küche.: 5n#.......80 26.40 9. Küchengeräte a) Kochgeschirre 1 Flötenkesse 1 Emailletopf mit Deckel 2 Aluminiumtöpfe mit eckel 1 Emaillepfanne..... .75 .25 .00 20 2 Tassen für die Küche.. 1 Satz Steingutschüsseln. Braune Tontöpse... 2 Wassergläser...... 8. Bestecke 6 rostfreie Bestecke(Löffel, Gabel. Messer) 6 rostfreie Kaffeelössel.... 1 Brotmesser......... rostfreie Küchenmesser... 2 Küchenlössel 2 Küchengabeln....... .40 .00 .75 .20 32.75 18.50 .25 .95 1,10 .50 .40 32.75 11,00 b) Blech= und Emaillewaren 1 Durchschlag.00 1 Reibeisen...25 1 Litermaß.45 Kaffeesieb............15 Tee=Ei 0,30 1 Schaumlössel.....50 1 Schöpfkelle 05 1 kleines Wiegemesser.. 0,90 1 Kartoffelschäler.30 1 Emailleschüssel....20 1 Eimer.50 1 M ü l l s c h i p p e 0. 6 0 1 Koblenschaufel........40 1 Korkenzieher.....40 Uebertrag: 948.90 d) Bürsten und Besen 1 Besen mit Stiel...... 25 Handseger. 4 1=chrubber mit Stiel......00 1 Teppichbürste.90 1 Tassenbürste.20 1 Klosettbürste 4 1 Kleiderbürste0 1 Garnitur Schuhbürsten.....50 1 Topftratzer.30 1 Ausklopfer.00 e) Küchenmaschinen 1 Fleischwolf.65 1 Reibeansatz dazu....80 1 Teller=Küchenwaage.75 Kaffeemübie.......... 7. 1 Büchtenöffner.15 16.85 16.85 10. Waschgeräte e) Holzgeräte 1 Fleischbrett... 1 Tablett...... 1 Reivekeule Rührlössel.... 2 Quirle 25.70 25.70 .40 .95 .45 .40 .40 .60 4,60 1 Wäschetopf.65 Waschwanne......75 1 Wäschekorb 2 Klammern.0 1 Leine 3,00 1 B ü g e l b r e t t... 4. 3 0 1 Bügeleisen....00 22.95 Das Wirtschaftsdenken im Dritten Reich Gemeinnag hehr vor=Eigeniah, die wahre parole wirtschäftticher Verkänst Grundlegende Ausführungen Dr. Dietrichs und Or. Leys vor der DAF. in Essen dnb Essen, 28. Januar. Die Deutsche Arbeitsfront, Gau Essen, begann am Dienstag abend mit einer großen Kundgebung in der Essener Ausstellungshalle das neue Kampfjahr. Tausende von schaffenden Männern und Frauen, die Führer der Essener Betriebe mit ihren Gefolgschaften, zahlreiche Wirtschaftsführer sowie Vertreter von Partei und Staat füllten die weite Halle. Weithin sichtbar stand über dem Rednerpult in großen Lettern der Leitsatz: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz.“ Der Leiter der DAF. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, und der Reichspressechef der NSDAP., Reichsleiter Dr. Dietrich, wurden lebhaft begrüßt. Nach dem Einmarsch der Fahnen und kurzen Begrüßungsworten des DAF.=Kreiswalters begann Dr Dietrich seine grundlegenden Ausführungen über„Das Wirtschaftsdenken im Dritten Reich“. Er führte u. a. aus: Wenn man im nationalsozialistischen Deutschland von der Wirtschaft sprechen will, dann muß man bei der Weltanschauung beginnen. Alle wirtschaftlichen Ideen, die die Geschichte der Menschen bewegt haben und die in der Geschichte etwas bedeuten, haben eine weltanschauliche Wurzel, aus der sie erwachsen sind. Wir wis., daß die unheilvolle Zersplitterung des politischen Lenkens, die der Nationalsozialismus beseitigt hat, von der Wirtschaft ausgegangen war. Skrupelloser kapitalistischer Wirtschaftsgeist und blinder marristischer Haß sind die Ursachen, dieser nationalen Zerrissenheit gewesen. Und deshalb ist es von so außerordentlicher Wichtigkeit, daß der gewonnenen einheitlichen Weltanschauung im deutschen Volke auch eine einheitliche Wirtschaftsanschauung entspricht. Wir brauchen eine Einigkeit und innere Geschlossenheit des wirtschaftlichen Denkens, das nicht nur die wirtschaftlichen Quellen politischer Uneinigkeit ein für alltmal verstopft, sondern auch eine Quelle neuer Kraftsewinnung für die Wirtschaft erschließt. : Im Dritten Reich kennt die Deutsche Arbeitsfront gen organisatorischen Zusammenschluß aller in der WirtSchaffenden. Die Deutsche Arbeitsfront ist die bußere Ordnung der sozialen Arbeit, die die gesamte und Sirtschaft umfaßt. Das ist mehr als der Wunsch und die Notwendigkeit, daß der geistige Inhalt, der lese Gemeinschaft der Arbeit trägt und beseelt, die Burzes, eines wirtschaftlichen Denkens ist, das seine har. in der nationalsozialistischen Weltanschauung 9, aber auch die Richtigkeit seiner wirtschaftlichen wietsäpiest tagtäglich in der Verbundenheit mit dem erischaftlichen Leben der Nation bestätigt findet. Gedar„Dietrich rechnete dann mit der wirtschaftlichen nacwelt des Liberalismus ab, der den reinen eeten Egoismus zum größten Prinzip, zum Träger des wirtschaftlichen Lebens überhaupt erhoben habe und der uns den Klassenkampf von oben und unten beschert habe. Dieser Kampf aller gegen alle habe in Deutschland den Bankerott der kapitalistischen Wirtschaftslehre gebracht, dieser„Nationalökonomie Unternehmer“, die der Arbeiter nie verstanden und stets gehaßt habe. Nach einer ausführlichen Widerlegung der Irrlehre des Juden Karl Marx fuhr Dr. Dietrich fort: Erst der Nationalsozialismus hat diesem Spuk, der das wirtschaftliche Denken vernebelt, ein gründliches Ende bereitet. Er begann den Neubau von Grund auf. Der oberste wirtschaftliche Leitsatz seines Programms lautet nicht„Durch Eigennutz zum Gemeinnutz“, sondern umgekehrt„Gemeinnutz geht von Eigennutz“. Gemeinnutz geht vor Eigennutz— das ist die wahre Parole wirtschaftlicher Vernunft, die nicht nur das wirtschaftliche Leben der Nation fruchtbar, sondern es auch für den einzelnen erfolgreich werden läßt. Es muß einmal grundsätzlich mit dem Irrtum aufgeräumt werden, daß das private Erwerbsstreben mit der Respektierung des Gemeinwohls, das der Nationalsozialismus fordert, wirtschaftlich nicht vereinbar sei und dadurch in seinem natürlichen und erfolgreichen Wirken beeinträchtigt werde. Wir Nationalsozialisten sind nicht so hirnverbrannt, das gesunde persönliche Erfolgstreben zu unterbinden und damit den stärksten Motor der menschlichen Wirtschaft abzudrosseln. Im Gegenteil, wie der Nationalsozialismus mit allen Kräften bestrebt ist, die Persönlichkeit innerhalb der Gemeinschaft zur Entfaltung und für die Gemeinschaft zur Geltung zu bringen, so fordert er auch im Rahmen seiner Volkswirtschaft die Persönlichkeitsleistung als ihre stärkste und durch nichts zu ersetzende Kraft. Wir wissen, daß sie der stärkste Träger des wirtschaftlichen Fortschritts und die unerläßliche Voraussetzung unserer Kultur ist. Die Rücksicht auf das Gemeinwohl ist für den Volksgenossen im nationalsozialistischen Staat die Wahrnehmung seines eigenen Interesses, das mit dem der Gemeinschaft unlösbar verbunden ist. Wer jedoch an diesen Vorteilen innerhalb der Gemeinschaft teilnimmt und sich als einzelner trotzdem von seinen Verpflichtungen auf Kosten der Anständigen drücken zu können glaubt, der ist nichts anderes als ein Betrüger am gemeinsamen Werk und verdient die Verachtung aller. Und was der Gemeinschaftsgedanke dem Betriebsführer und Arbeitgeber bedeutet, bedeutet er auch dem Gefolgsmann und Arbeitnehmer. Dieser Gemeinschaftsgedanke des Nationalsozialismus ist keine theoretische Phrase, kein leerer Begriff, kein billiges Schlagwort, sondern hat zum erstenmal dem Wort Sozialismus lebendigen Inhalt gegeben. Unser Sozialismus ist nicht weltfremde Utopie, sondern naturgegebenes blutvolles Leben. Er ist der Sozialismus der Hilfsbereitschaft für die Aermsten der Armen und der Sozialismus der Leistung für alle Schaffenden. Der Nationalsozialismus hat alle Vorrechte der Geburt und des Standes beseitigt, dafür aber das Vorrecht der Natur wiederhergestellt. Indem er allen Volksgenossen— nach den gegebenen Maßen der Natur— die gleiche Chance gibt, unternimmt er es nicht — welche kindliche Utopie!—, die Ungleichheit der Menschen zu beseitigen, sondern die Ungleichheit der Bedingungen, unter denen sie arbeiten! Wir haben im deutschen Volke eine wirtschaftliche und soziale Ordnung eingeleitet, in der jeder Volksgenosse, was er auch sei und woher er auch kommt, zu den höchsten Stellen der Wirtschaft und des Staates emporsteigen kann, wenn er nur die Kraft, den Willen und die Fähigkeit dazu hat. Vielleicht wird die ältere Generation unserer Arbeiterschaft diesen Weg nicht mehr in so erfolgreichem Maße beschreiten können. Dann werden ihn ihre Söhne gehen! Und wenn jemand sagt: der Weg ist zu lang und zu schwierig, um ihn erfolgreich zu gehen, dann verweise ich die Kleinmütigen auf das herrliche Beispiel, das ihnen unser Führer Adolf Hitler gegeben hat. Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist abgelöst durch das nationalsozialistische, das von einer ganz anderen Geisteshaltung getragen ist und das anderen inneren Gesetzen gehorcht, als sie die kapitalistische Wirtschaft beherrschen. Das natzonalseglalistische Wirtschafessyseem Fat nicht m16 praktischer, Arbeit. Es ließ werden. Der sichere Faktor in seiner Wirtschafts= und Rentabilitätsrechnung ist das Vertrauen in die produktiven Kräfte der wiedererstandenen Nation. Der Zuwachs dieser Kräfte ist unerhört groß und diese Kräfte werden von einem starken Willen geführt. Wer darauf baut, steht fest und sicher. Was heute investiert wird, wird in der Zukunft tausendfältige Frucht tragen. Die Lehre aber, die unserem Volk aus dieser Tat erwächst, wird einst— das daß die Entwicklung der von ihm vor rund drei Jahren ins Leben gerufenen Organisation„Kraft durch Freude". allen Zweiflern zum Trotz ihm recht gegeben habe. „Kraft durch Freude“, heute nicht mehr aus dem Leben des schaffenden Menschen fortzudenken, sei eine der besten Ausdrucksformen des wahren und echten Sozialismus. Die Tatsache, daß innerhalb dieser Organisation rund eine Milliarde Mark im letzten Jahre umgesetzt worden sei, zeige, daß Idealismus in der Praxis sich durchaus mit dem Gedanken der Wirtschaftlichkeit vertrage. Im laufenden Jahre hoffe man ohne einen Zuschuß auszukommen, der im vergangenen Jahre 17 Millionen Mark betrug. Kreisleiter Knaden brachte in seinem Schlußwort noch einmal zum Ausdruck, wie dankbar die Arbeitskameraden ihrem Führer Dr. Ley gerade für diese Organisation„Kraft durch Freude" seien. tionalsozialistische Wirtschaftssystem hat nicht kens steht heute der Grundsatz„Gemeinm Das natwoahtsozialtgeisch Wittschafsihnem par nicht Eigennutz. Dieser Gemeinschaftsgedame des mit theoretischen Erörterungen begonnen, sondern mit sozialismus ist keine theoretische Phrase, kein praktischer Arbeit. Es ließ das Notwendige zur Tat griff, kein billiges Schlagwort, sondern hat ist meine Ueberzeugung— zur klassischen Theorie nationalsozialistischen Wirtschaftsdenkens werden. Nachdem Dr. Dietrich seine mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen beendet hatte, dankte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley dem Redner für seine Darlegungen, die in dieser Klarheit noch nicht ausgesprochen worden seien und auch noch nicht genügend Allgemeingut aller schaffenden Volksgenossen geworden seien. Dr. Ley unterstrich mit einigen Beispielen die Ausführungen Dr. Dietrichs und betonte u.., Eigentum muß der Arbeit dienen Es war an dieser Stelle nicht möglich, den ganzen Vortrag Dr. Dietrichs wörtlich wiederzugeben. Aber derjenige, der den Ausführungen des Reichspressechefs folgen durfte und Zeuge des starken Beifalls war, mit dem die Sätze des Redners von der vieltausendköpfigen Versammlung aufgenommen wurden, muß feststellen, daß selten das Wirtschaftsdenken im Dritten Reiche so klar herausgearbeitet wurde, wie in der Rede Dr. Dietrichs. Hier wurde der Irrlehre des Juden Karl Marx die Mask: vom Gesicht gerissen das Unheil liberalistischkapitalistischer Wirtschaftsauffassung, die Wirtschaft und Staat als zwei voneinander getrennte Begriffe gewertet. wissen wollte, beleuchtet und mit nüchternen Worten: nationalsozialistisches Wirtschaftsdenken und=wollen verständlich gemacht. Mancher Zuhörer, der bisher nationalsozialistisches Gedankengut auf dem Gebiete der Wirtschaft nur in losen Formeln kannte, wird mit einer geistigen Bereicherung nach Hause gegangen sein, die Früchte sowohl in Kreisen der Betriebsführer wie in denen der Gefolgsmänner tragen wird. Und gerade hierin liegt ein besonderer Wert der Rede Dr. Dietrichs. An der Spitze nationalsozialistischen Wirtschaftsdenkens steht, heute der Grundsatz„Gemeinnutz geht vor „Dieser Gemeinschaftsgedanke des Nationalleerer Bezum ersten Male dem Wort Sozialismus lebendigen Inhalt gegeben. Der Begriff von der unumschränkten Beherrschung des Eigentums ist von der treuhänderischen Verpflichtung des Besitzes ersetzt worden. Es gibt heute kein Recht des Besitzes, sondern nur ein Recht der Arbeit. Der Arbeit hat das Eigentum zu dienen und nicht dem Einzelmenschen. Nach Dr. Dietrich ist„das kapitalistische Wirtschaftssystem abgelöst durch das nationalsozialistische, das von einer ganz anderen Geisteshaltung getragen ist und das anderen inneren Gesetzen gehorcht, welche die kapitalistische Wirtschaft beherrschen.“ So wie das deutsche Volk gelernt hat, daß es ohne Sozialismus keinen wahren Nationalsozialismus gibt, wird der deutsche Betriebsführer lernen müssen, daß es ohne Sozialismus auch keine Wirtschaft mehr im Deutschland der Zukunft geben wird. Je eher diese Erkenntnis sich in die Tat umsetzt, um so besser, denn sie ist das Gebot der Stunde, dem Dr. Dietrich in seiner erschöpfenden Rede Ausdruck verlieh. Ja. Seite 12 Nr. 24, Bochumer Anzeiger Mittwoch, 29. Januar 1936 Nippes aus Nippon Preisverteilung bei den Europameisterschaften im Eiskunstlaufen. Der alte und neue Europameister Karl Schäfer(Wien) gibt der jüngsten Teilnehmerin, der elfjährigen Japanerin Inada, die zur Feier des Tages in japanischer Festkleidung erschienen ist, ein Autogramm. Rechts neben Schäfer Maxie Herber (Deutschland). Scherl-Bilderdienst. Erst zaylen... Ordnung muß sein. Das ist ein Grundsatz, an dem auch im internationalen Fußballsport nicht gerüttelt werden darf. So erlangt ein Spieler des Berufsfußballsports die Spielberechtigung nur für einen anderen Klub, wenn die Freigabe erfolgt und gegebenenfalls die Ablösesumme bezahlt worden ist. Vor einiger Zeit sind aus Italien kurz nach Beginn des abessinischen Krieges die aus Südamerika stammenden bekannten Spieler uaita, Scopelli und Stagnaro bei Nacht und Nebel geflüchtet, um... allen Eventualitäten aus dem Wege zu gehen. Aber auch in Argentinien, wohin die Spieler zurückkehrten, galten die Bestimmungen der Fifa. Ohne weiteres war also an ein sportliches Wirken für die Ausgerissenen nicht zu denken. Jetzt aber hat der argentinische Verein Racing Avellaneda die drei Spieler verpflichtet. Man mußte aber ziemlich tief in den Beutel greifen und eine Ablösesumme in Höhe von rund 25000 Mark nach Italien schicken. In Italien ist man auf diese Weise noch zu einem guten Geschäft gekommen! Die Sündenböcke. Die internationales Ansehen genießende ungarische Mannschaft Ferenevaros Budapest hat kürzlich in Köln mit ihren beiden Verteidigern Kronenberg und Polgar schlechte Erfahrungen gemacht. Beide Spieler spielten in Köln unter ihrer Form, was man auf einen unsportlichen Lebenswandel am Vortage zurückführte. Die Vereinsleitung hat den beiden Sündenböcken nicht nur den Prozeß angedroht, sondern diesen wegen leichtfertigen Lebenewandels auch durchgeführt. Kronenberger, der als der„Verführte“ gilt, ist noch ziemlich milde davongekommen, er verliert als Buße eine halbe Monatsgage. Den„Verführer" Polgar hat man härter angefaßt, denn sein Vertrag wurde von der Vereinsleitung auf einen Monat außer Kraft gesetzt. Der Bestrafte wird weder in Wettspielen noch beim Training mitwirken, aber er kriegt auch kein Geld. Damit aber noch nicht genug, ist dem Sünder mitgeteilt worden, daß man erst nach Ablauf eines Monats eine endgültige Entscheidung über sein Schicksal fällen wird. Auch Kronenberger hat eine ernste Verwarnung mit auf den Weg bekommen. Bei Rückfälligkeit wird der Verein seinen Vertrag auflösen. Allerhand Achtung, daß eine Vereinsleitung den Mut hat, so energisch durchzugreifen! Boxrummel vor 100 Jahren. Wenn heutzutage große boxsportliche Ereignisse vor sich gehen, dann stehen sie überall stark im Vordergrund des allgemeinen Interesses und üben eine große Anziehungskraft auf alle Kreise der Bevölkerung aus. Daß es aber auch schon vor mehr als 100 Jahren in England Großkämpfe gab, bei denen es genau so herging wie in der heutigen Zeit, wenn auch das Drum und Dran wesentlich rummelhafter als in unserer Zeit war, gibt ein Bericht über einen um die Weihnachtszeit des Jahre 1823 abgehaltenen Borkampf zu erkennen. Da waren denn die Wirtshäuser derart besetzt, daß für keinen Preis mehr in der ganzen Stadt ein Bett zu haben war. Auf der Pferderennbahn als Schauplatz waren Gerüste für 30000 Zuschauer aufgeschlagen, und trotz des hohen Preises von 10 Schilling waren alle Plätze ausverkauft! Der über 43 Runden gehende Kampf dauerte über 2 Stunden, und bei dem großen Gedränge wurden mehr als 100 Zuschauer verletzt, von denen sogar zwei an den erlittenen Verletzungen starben! So geschehen im Jahre 1823! Krupp Itificte 3500 Fackelschäfte für die Olympiafackeln. Vom Olympischen Hain in Athen bis zur Stätte der 11. Olympiade in Berlin geht bekanntlich die Stafette, die das Olympische Feuer über 3000 Kilometer nach Berlin bringt. Erster Stafettenläufer ist der Bürgermeister von Athen. Turch sechs Staaten geht der Weg der 3000 Staffelläufer, durch Griechenland, durch Bullgarien, durch Jugaslawien, die Tschechoslowakei und dann durch Deutschland. Der Schlußzmann dieser Staffel entzündet auf dem Reichssportfeld in Berlin dann das Olympische Feuer, das bis zum Schluß der Olumpischen Spiele ununterbrochen brennt. Die Firma Krupp in Essen hat nun für diese Staffel 3500 Fackelschäfte aus Nirosta gestiftet, die von den Läufern getragen werden und ihnen als Andenken überlassen bleiben. Startbereit zum Winterhilfs-Schwimmfelt Lieber Flossenbruder Diogenes! Wie Du den Lesern des„B..“=Sport bereits mitgeteilt hast, steigt am 9. Februar das diesjährige Winterhilfe=Schwimmfest. Du schriebst, daß man in unserem Lager sehr zuversichtlich gestimmt sei, daß wir fest davon überzeugt seien, daß es wieder„ganz groß“ klappen würde. Jawohl, mein lieber Freund, dies kann ich nur unterstreichen, wir werden wieder ein Fest„hinlegen", das„soo“ in Ordnung sein wird. Ich will Dir hier nichts vorstrunzen oder etwa den Mund zu voll nehmen. Oder kannst Du uns nachsagen, daß wir je einmal zuviel versprochen haben? Du wirst zugeben müssen, daß wir gerade auf den Winterhilfs=Festen immer ganz besonders in Form waren. Stimmung, Stimmung ist die Parole bei der diesjährigen Veranstaltung. Ich gebe zu, daß es schwer war, sogar sehr schwer, nach den hervorragenden Darbietungen der vorjährigen Feste„Staatsfeind Nr. 1" und„Auf nach Galapagos“ eine ebenso zugkräftige Sache auszuknobeln. Aber unser stadtbekannter Schwimmerhumor hat es auch diesmal wieder geschafft.„Krach im Vorderhaus", das ist der diesjährige Clou, der uns bestimmt wieder ein volles Haus und einen auf der ganzen Linie erstklassigen Erfolg bringen wird. Und was es sonst noch alles gibt? Ein Schwimmen bekannter Bochumer Sportler und anderer prominenter Personen, ein Wettkampf, der schon zur ständigen Einrichtung der Winterhilfs=Schwimmfeste geworden ist und bei den Besuchern immer allergrößtes Interesse auslöst. Ferner ein Staffelwettkampf, zu welchem die Bochumer Schauspieler und Junggesellenoffiziere, die Bochumer Presse, die Kegler und Boxer bereits ihre Teilnahme fest zugesagt haben, während die Zusage der Bochumer Karnevalsgesellschaft noch erwartet wird. Für die Bochumer Borsportinteressenten wird es von besonderem Interesse sein, daß der Negerberer Louis, „Lunte“ in Front Berliner Reitturnier am Dienstag. Berlin, 28. Januar. Das Berliner Reitturnier in der Deutschland=Halle hatte am Dienstag nachmittag nur einen geringen BeSic hat ihr Futter verdient... Hch. Hoffmann. Der„Große Preis der nationalsozialistischen Bewegung“ beim Berliner Reitturnier endete mit einem Siege von Oberleutnant Kurt Hasse auf Jora“ Taeten und Bilié Hölferenl. Das genaue Programm der Wintcrolympiade Donnerstag in acht Tagen nehmen die IV. Olym*—. zu Garwisch=Partenkirchen mit der pischen Winterspiele in Garmisch=Partentlichen mit der feierlichen Eröffnungszeremonie ihren Beginn. Elf Tage lang wird das Werdenfelser Land im Zeichen dieser größten Winter=Olympiade stehen, deren genaues Programm wie folgt lautet: Donnerstag, 6. Februar: 11 Uhr: Eröffnungsfeier im Olympia=Skistadion.— 14.30 Uhr: Eishockey. 21 Uhr: Eishockey. Freitag, 7. Februar: 9 Uhr: Eishockey.— 11 Uhr: iabfahrt für Frauen und Männer.— 14.30 Uhr: Staofunet zur Geuuen und Männer Eishockey.— 21 Uhr: Eishockey. Samstag, 8. Februar: 9 Uhr: Eishockey.— 11 Uhr: Ski=Torlauf für Frauen.— 14 Uhr: Bobrennen.— 14.30 Uhr: Eishockey.— 21 Uhr: Eishockey. Sonntag, 9. Februar: 10 Uhr: Eishockey.— 11 Uhr: Ski=Torlauf für Männer.— 14 Uhr: Bobrennen, Eiskunstlaufen(Pflicht).— 21 Uhr: Eishockey.— .30 Uhr: Eisschießen(Vorführung a. d. Rießer Montag, 10. Februar: 9 Uhr: Ski=Staffellauf (4X10 Kilometer), Eiskunstlauf(Pflicht).— Ab 9 Uhr Eisschießen(Vorführung a. d. Rießer See). Dienstag, 11. Februar: 9 Uhr: Eiskunstlauf (Pflicht).— 11 Uhr: Eisschnellauf(500 Meter).— 14 Uhr: Bobrennen.— 14.30 Uhr: Eishockey a.# Rießer See.— 21 Uhr: Eishockey. Mittwoch, 12. Februar: 9 Uhr: Eiskunstlauf Eisschneuau##(5000 Meter), Pflicht).— 10 Uhr: Eisschnellauf(5000 Meter). Ski=Langlauf(18 Kilometer: Spezial und Kombing= tion).— 14 Uhr: Bobrennen.— 14.30 Uhr: Eis. hockey a. d. Rießer See.— 21 Uhr: Eishockey. Donnerstag, 13. Februar: 9 Uhr: Eiskunstlauf (Pflicht).— 10 Uhr: Eisschnellauf(1500 Meter).— 11 Uhr: Ski=Sprunglauf(Kombination).— 14.30 Uhr: Eiskunstlauf(Paarlaufen).— 21 Uhr: hockey. Freitag, 14. Februar:.30 Uhr: Militärpatrouille (Vorführungswettbewerb).— 9 Uhr: Eisschnellauf 10 000 Meter).— 10 Uhr: Eishockey.— 14.30 Uhr: Eiskunstlauf(Kür, Männer).— 21 Uhr: Eishockev. Samstag, 15. Februar: 8 Uhr: Ski=Dauerlauf (50 Kilometer).— 10 Uhr: Eishockey.— 14.30 Uhr: Eiskunstlauf(Kür, Frauen).— 21 Uhr: Eishockey. Sonntag, 16. Februar: 11 Uhr: Ski=Spezialsprunglauf auf der großen Olympiaschanze.— 14.30 Uhr: Eishockey=Endspiel im Olympia=Kunsteisstadion— 16.30 Uhr: Schlußfeier und Siegerehrung im Olympia=Skistadion.— Abends Teilnehmerfest im neuen Festsaalbau in Garmisch=Partenkirchen. der schwarze Bomber“, ebenfalls sein Erscheinen in Aussicht gestellt hat. 8.: 866 Glaubst Du nun auch, mein lieber Obertipser, oaß es wieder ganz groß klappen wird? Man tau, man tau! In diesem Zeichen wird auch das Bochumer Winterhilfe=Schwimmfest stehen. Dein Flossenbruder Der„blauweiße Hecht". Lieber Flossenbruder„blauweißer Hecht“! Mir scheint, Du wirst auch am 9. Februar wieder der Hecht im Karpfenteich sein, und mir scheint ferner, daß der Krach im Vorderhaus noch toller sein wird als seinerzeit auf Galapagos und bei der Verhaftung des Staatsfeindes Nr. 1. Wird der„braune Bomber“ auch in den Ring steigen? Ich wäre Dir dankbar, wenv Du mir diese Frage noch beantworten würdest. Dein Kiemenbruder Diogenes. Zusagen zum Start der Prominenten. Zum Start der Prominenten; beim WinterhilfsSchwimmfest am 9. Februar haben die Boxer Piotrowski und Jakubowski und der Stabhochspringer Dzwidza bereits ihre Teilnahme zugesagt Lönner Beutschunds-Roherumternanchulel 50 Spieler in 17 Länderspielen Man hat sich im deutschen Fußball im Gegensatz zu, früheren Jahren daran gewöhnt, eine einmal aufgestellte Fußball=Nationalmannschaft als endgültig zu betrachten. Die Absagen haben sich auf ein Mindestmaß beschränkt, durchweg spielte da die stärkste Besetzung, wo sie erforderlich war. Um so mehr überrascht es auf den ersten Blick, daß in den siebzehn Länderspielen des Jahres 1935 nicht weniger als fünfzig Spieler verwendet wurden. Der Grund ist aber schnell gegeben. An verschiedenen Tagen gab es gleich zwei Länderspiele, dann aber konnte man gegen schwächere Gegner auf junge Spieler zurückgreifen und so einen großen Sramm für das Olympia=Jahr 1936 schaffen. Lehner, der Rechtsaußen von Schwaben(Augsburg), war unser erfolgreichster Spieler. Er kam auf dreizehn Länderspiele in einem Jahr und ist mit insgesamt 22 Spielen auf dem besten Wege, der deutsche Rekordinternationale zu werden. Es folgen: Gramlich mit elf, Siffling mit zehn, Janes, Goldbrunner und Conen mit je neun Spielen. Unser ältester Internationaler ist Fritz Szepan mit einem Alter von 28 Jahren. Siemetsreiter und Günther(ausgerechnet zwei Linksaußen!) sind mit 20 Jahren die jüngsten der großen Gesellschaft. Einen nachhaltigen Eindruck vermittelt die nachstehende Statistik, die hinter dem Namen das Alter, die Zahl der Spiele, 1935 und die Gesamtziffer, eines jeden Internationalen bringt: Torwart Jakob(27, 7, 16), Buchloh(26, 7„14), Jürissen(23, 2,), Sonnrein(23, 1,). Verteidiger Haringer(26, 3, 14), Janes(auch Läufer!— 23, 9, 18), Münzenberg(auch Läufer!— 26, 8, 15), Busch (25, 3,), Ar Sukop(23, 1,), Werner(25, 1,), Ruchay(26, 1, , Warnken(22, 1,), Stephan(23, 1,), Kitzinger (23, 1,), Goldbrunner(27, 9, 11), Matthies(24, uppel(24, 2,), W. Schulz(22, 3,), ). 2,), Sold(24, 1,), Deike(22, 1, 1) Stürmer: Lehner(23, 13, 22), Malecki(21, 2,), Langenbein (25, 1,), Elbern(25, 1,), Szepan(28, 3, 13), Siffling(23, 10, 15), Rohwedder(26, 3,), Hohmann (27, 6, 18), Lenz(25, 7,), Gellesch(21, 1,), Conen (21, 9, 14), Panse(21, 1,), Fricke(22, 1,), Pörtgen(23, 1,), Rasselnberg(23, 4,), Damminger(23, 3,), Bökle(23, 1,), Kobiersti(25, 4, 19), Fath (24, 8, 10), Siemetsreiter(20, 3,), Heidemann(24 1,), Günther(20, 1,), Urban(21, 1,). Terminverlegungen in der Bochumer Bezirksliga. Die Terminliste der Bochumer Bezirksliga weist für den kommenden Sonntag eine Veränderung auf. Die Spiele Westfalia Bochum— M BV. Linden und Witten 07— STV. Werne wurden abgesetzt. Westfalia Bochum spielt in Witten gegen Witten 92. Keine Ausfälle Monte=Carlo=Fahrer in Deutschland. Auf drei Straßenzügen durchfuhren Teilnehmer der Monte=Carlo=Sternfahrt Deutschland. Die in Butarest (27, 6, 12), Tiefel(24, 6,), Stührk(25, 3,), H. Gramlich(23, 3,), Munkert(24, 2, 2) Gramlich(23, 3,), Munkert(27, 2,). Läufer: R. Gramlich(27, 11, 19), Zielinski(24, 8, 14), Bender uch zu verzeichnen. Im Mittelpunkt des Interesses tand ein schweres Jagdspringen der Klasse SA. für inändische Pferde aus Privatbesitz. Am Abend folgte ann die Prüfung der ausländischen Pferde über den leichen Kurs. Die Prüfung am Nachmittag brachte ine Ueberraschung, da die Favoriten versagten, wähend weniger bekannte Pferde sich erfolgreich durchetzten. Von den 51 Bewerbern blieben neun fehlerlos. son diesen neun kamen zwei in dem Stichkampf ohne fehler über den Kurs. Siegerin wurde die Stute kunte, die sich im Besitz von H. Küpper(Essen) befindet, inter SA.=Scharführer Pfordte. Die bessere Zeit von 20,1 Sekunden vor Zukunft unter Oberleutnant Irküll(21 Sekunden) gab den Ausschlag. Die dritte Runde der Vereinspokalspiele. Die am 2. Februar zur„Durchführung kommende Die am 2. Februar zur Durchführung komm Runde um den Vereinspokal sieht folgende Spiele vor: Constantin Herne— Viktoria Herne Fortuna Herne— Herne 16 Preußen 04 Wanne— Reichsbahn Wanne Westfalia Weitmar 09— SV. Wanne 1911 TG. Bochum=Ehrenfeld— SC. Altenbochum BfB. Gerthe— SpSp. Gerthe gestartete Gruppe kam am Montag abend in Frankfurt an. Alle hatten auf der 500 Kilometer langen Etappe von Prag genügend Vorsprung gewonnen, um eine Ruhepause einlegen zu können. In der Nacht zum Dienstag wurde die Weiterfahrt nach dem 422 Kilometer entfernten Brüssel angetreten. An der Landesgrenze schoben sich die von Hannover kommenden und in Stavanger, Imea und Tallinn gestarteten Wagen daMünchen war die deutsche Kontrolle für zwei Streiken, die in Wien zusammengestoßen waren. 22 Fahrer trugen sich sowohl in Wien als auch in München in die Kontrolliste ein. Alle Teilnehmer hatten soviel Zeit gewonnen, daß sie eine Ruhepause bis zu vier Stunden einschieben konnten. Als einziger Deutscher passierte Max Klinke auf BMW. die Münchener Kontrollstelle. Aus den Turn- und Sportvereinen Punge vor Cassing 4. Gang um die Gerther Keglermeisterschaft Sonntag und Montag wurde auf der Bahn * 4. Gang um die Gerther Keglermeisterschaft ausgeagen, bei dem die einzelnen Bewerber ihre Leistungen Teutonia Riemke erhält zwei Punkte. Zwei wertvolle Punkte erhielt Teutonia Riemke laut „Amtlicher Mitteilung" zurück. Im ersten Meisterschaftsspiel holte sich Teutonia Riemke zwei Punkte von Börnig durch einen:=Sieg. Börnig erhob gegen die Spielberechtigung eines Riemter Spielers Einspruch, dem zunächst stattgegeben wurde, wodurch der Spitzenführer VfB. Börnig zu zwei Punkten kam, die ihm nun wieder abgezogen worden sind, da sich herausgestellt hat, daß der angeblich nicht spielberechtigte Spieler von Teutonia doch spielberechtigt war. Daraus ergibt sich eine vollkommen veränderte Lage. VfB. Börnig büßt von den 3 Punkten Vorsprung gegenüber Germania Herne zwei ein, so daß die Frage nach dem Gruppensieger wieder völlig offen ist. Dadurch steigen die Phönix=Aktien auch erheblich, denn die Marmelshagener scheinen nach dem Handikap gegen Germania Herne wieder auf volle Tourenzahl gekommen zu sein. Wichtiger sind die Punkte allerdings für Riemke. Sie können in der Abstiegsfrage sogar das Zünglein an der Waage bedeuten und für die Riemker unter Umständen den Verbleib in der Klasse sichern. der reichsten Anwärter auf den Meistertitel schält sich mehr der junge Kegler Wilhelm Punge heraus. hatte den 2. Gang noch nachzuholen und braate es babei auf 681 Holz. Diese Holzzahl, die höchste im jährigen Wettbewerb, wurde von ihm selbst in dem nachfolgenden 4. Gang mit 687 noch um 6 Holz überboten. Altmeister Cassing schaffte 670 Holz, Nxhe„Furr von Couturier und Brauckhoff mit je 676 woio, u. boten. Die Nächstbesten waren Sibbe mit 663 und Ewald mit 645 Holz. Im Gesamtergebnis führt nag 400 Kugeln nunmehr Punge mit einem Vorsprung 34 Holz das Feld der Bewerber mit der Gesamtholzzahl von 2667 an. Es folgen Cassing mit 2633, El turier mit 2593, Klein mit 2577, Brauckhoff mit 2505 und O. Schulte mit 2540 Holz. Der Schlußkampf mi den letzten 200 Kugeln wird am kommenden Sonnka und Montag auf der Bahn Blome ausgetragen. Cannes, 28. Januar. 1. Rennen: 1. Delate(Sase), 2. Hastv Prince. 3. J benti. Toto: Sieg 158 Platz 93, 23. Ferner: Mashe land, Brizambourg, Miß Dauphine, Gama. 2. Rennen: 1. Viminal(Matbet), 2. Faur 3. Frauc Courrier. Toto: Sieg 26, Platz 12, 12, 17. Fotggl. Babiolette, Manola, Cotovia, Roi de Carreau, Gu 3. Rennen: 1. Edward ide Confessor(R. ,T'Terget: 2. Kirdul, 3. Cadeau. Toto: Sieg 30. Platz 14, 12. 60 4. Rennen: 1. Lilium(E. Rochet, 2. Irresistole, I,spasn, bourquet. Toto: Sieg 37, Platz 17, 18. Ferner: Si Prince des Tenebres, Casé Creme, Goudron.„,„ 5. Rennen: 1. Cog Palois(R. Tremeau), Bott. III, 3. Dieppe. Toto: Sieg 244, Platz 57, 2. J. Ferner: Koulibigg, Levland, Merinise, Princesse Palli Ferner: Koulibtac, Leyland. Merimée Princesse Pal Triomphateur, Systôme D, Carion, Pyram. Bgglaur 6. Rennen: 1. totes Rennen: zwischen Picoten###g; Vernière) und Tulipier(S. Rochet) 3. Pericles,, Sieg für Picoteur 53:10. Platz 24, für Tulipier., 14. Platz für Pericles 17. Ferner: Normalien, Puf! Jeu sacté, Pop, Diivouti, Ontarie Nr. 24 Deutschlat um rund 1,5 M Der Wechselumle dem Aufkommen Ende Dezember 19. Gemesserg g1 Mak in gestellt worden war, um rund 1470 Milli Wechselumlaufs Tabelle bervor(in Pegruger 1035 10 M5ra Feor Marz Aprit Mai B1e11 11 12 Juni„ Ende„Dezember 10.70 Milliarden Re den Schwanksungen ein Plus von 300 In ur Bierflasch In den letzten amerikanischen Bra dem Versand von 9 tiert. Es ist seit kaufs genug Zeit v halten. In Publik sich der„B..=A. überraschend großer gen wird von ein chen. Es ist allerd Massensuggestion d sonders dieser Pun gute alte Bierflasch der Büchsenverkauf wegs vom Markt fabrikanten nicht um mindestens 10 es für viele Bra der Flasche zur Büchsenverkauf wu Hersteller und Hän gnügten, da es ni mehr zu verlange Ein großer Bre des Kannenbiers## Massenabsatz aus. schmacksbesserung sich dahei um eine tatsächliche Entwich bier verkaufen, wä möglichst bald auf listen sind der gl D In Hambur, Mittelstand, Mit den Obermeister und Harburg=Wi das Handwerk u berühren. An die Spitze beck die Tatsache, ausgebeutete und Deutschland strei einrichten muß. Sparsamkeit, mi Kammern, Innu des Handwerks schaften. Das 8 des Ausbaus sei Geld leisten. H eine Großaufgal Auf die drei worden ist und Wienbeck in sein Bild der zurückl des wiedergewos punkt der groß Pflicht zur Mei großen Befähig allen erkannt. 2 neuen Begriff und zwar sowo Ausbildung hin. künstlerischen A PrüfungswesenNachwuchses un die anderen neb Rh.-West Mitgeteilt Fortlaufende Nt 28. 1 Div. Anfan 111.0 104.0 1035 1933 97.8 105.5 112.7 108.6 121.6 151. 118. 113. 111. 109. Kuxe Steinkohlen 28. 1. Braunkehlen Bruckd.-N.— Gutetloffn. 3800 Lsonherd /8800 4000 9300 Wiene 11290 11 10010 Nr. 24 Bochumer Anzeiger„ Mittwoch, 29. Januar 1936 der,„ .406 Januar. Februar März April Mai Juni Deutschlands Wechselumlauf im rund 1,5 Milliarden Reichsmark verringert. Der Wechselumlauf in Deutschland, errechnet aus dem Aufkommen an Wechselstempelsteuer, stellt sich Ende Dezember 1935 auf 11 Milliarden Reichsmark. Gemessen am Höchstumlauf des vergangenen Jahres, bneei 25. Mai mit 12.47„Milliarden Reichsmark fest: gestellt worden war, zeigt sich also eine Verringerung um rund 1470 Millionen Reichsmark. Die Enrwialung des Wechselumlaufs im einzelnen geht aus folgender Tahelle hervor(in Milliarden Reichsmark): Ende 1935 10,78 Juli 1935 12,38 „ 10,97 August„„ 12,20 „ 11,48 Septemver„ 11,90 „ 11,90 Oktober„ 11,60 „ 12,47 November„ 11,20 mi„ 12,28 Dezember„ 11,00 Ende Dezember 1934 war ein Wechselumlauf von 10.70 Milliarden Reichsmark vorhanden; sieht man von den Schwankungen innerhalb des Jahres ab, so ergibt . die latzten zwölf Monate per Saldo nur noch ein Plus von 300 Millionen Reichsmark. In vie Kanne— und wieder heraus Vierflasche siegt über Blechdose. In den letzten Monaten wurde von den führenden amerikanischen Brauereien eifrig mit dem Verkauf und Versand von Bier in Konservenbüchsen experimentiert. Es ist seit der iEinführung dieses Büchsenverkaufs genug Zeit verstrichen, um ein klares Bild zu erhalten. In Publikumskreisen hat das neue Bier, wie sich der„B..=.“ aus Amerika melden läßt, einen überraschend großen Anklang gefunden. Vor allen Dingen wird von einer geschmacklichen Besserung gesprochen. Es ist allerdings möglich, daß es sich dabei um Massensuggestion dank großzügiger Reklame, in der besonders dieser Punkt unterstrichen wurde, handelt. Die gute alte Bierflasche ist aber trotz des Aufschwungs, den der Büchsenverkauf vorerst genommen hat, noch keineswegs vom Markt verdrängt. Solange es den Büchsenfabrikanten nicht gelingt, den Preis für ihr Produkt um mindestens 10 bis 15 Prozent herabzudrücken, ist es für viele Brauereien einfach nicht lohnend, von der Flasche zur Büchse überzugehen. Der bisherige Büchsenverkauf wurde nur dadurch ermöglicht, daß sich Hersteller und Händler mit einem kleineren Gewinn begnügten, da es nicht ratsam erschien, für Kannenbier mehr zu verlangen als für Flaschenbier. Ein großer Brauer erklärte:„Die größeren Kosten des Kannenbiers schaden dem Verkauf und schließen den Massenabsatz aus. Der Biertrinker glaubt eine Geschmacksbesserung feststellen zu können, doch dürfte es sich dahei um eine rein psychologische und nicht um eine tatsächliche Entwicklung handeln. Obgleich wir Kannenbier verkaufen, wäre es uns doch recht, wenn die Sache möglichst bald aufhören würde. Grossisten und Detaillisten sind der gleichen Ansicht. Nur wenn die Kon4Pound s 453 Gramm. Pro-Kopf-Verbrauch von Zeitungspapier in Pounds während eines Jahres Entsprechend den großen Unterschieden in der Entwicklung der Presse und den Gewohnheiten und Interessen des Zeitung lesenden Publikums weist der Verbrauch von Zeitungsdruckpapier von Land zu Land große Schwankungen auf. Nach einer Statistik, die von The Royal Bank of Canada veröffentlicht wird, ist der Pro=Kopf=Verbrauch von Zeitungspapier in England weitaus am größten. Wer das Riesenformat und die Riesenauflagen der englischen Zeitungen kennt, ist über diese Feststellung nicht weiter erstaunt. Allenfalls hätte man annehmen können, daß der Verbrauch in den servenbüchsenfabrikanten eine drastische Herabsetzung ihrer Preise vornehmen, hat die Kanne Zukunftsaussichten. Falls das nicht geschieht, wird unser Kannenabsatz nur 10 bis 15 Prozent der Gesamtproduktion beIm allgemeinen ist der erste Enthusiasmus für das Büchsenbier verschwunden. Es zeigt sich, daß sogar finanzielle Nachteile vorhanden sind, um so mehr, als die Frachtraten für Kannenbier höher sind als für Flaschenbier. Die Transportunternehmen gehen dabei von der vernünftigen Ansicht aus, daß sie bei den Kannen keine Retoursendungen haben und leer heimkehren müssen. Auch andere Brauereien sind der Ansicht, daß die Kanne kaum den Markt erobern durfte und das Verhältnis von 85:15(Flasche zur Kanne) im neuen Jahr gelten wird. Wenn schon einige Monate nach Beginn des Experiments ein solcher geschäftlicher Pessimismus an den Tag gelegt wird, ist es sogar nicht ausgeschlossen, daß die Kanne über kurz oder lang wieder vom Markt verschwindet. Vereinigten Staaten noch größer sei. Tatsächlich wurde England von den Vereinigten Staaten in dieser Beziehung vor einigen Jahren noch übertroffen, doch haben die Vereinigten Staaten den Rückgang des Zeitungsgewerbes in den Krisenjahren noch nicht wieder ausgleichen können, während sich in England die Aufwärtsbewegung in den letzten Jahren fortgesetzt hat. Auch in Holland, Frankreich, Skandinavien und Japan ist der Verbrauch von Zeitungspapier nach dieser Statistit größer als in Deutschland. Für alle in der angeführten Länder— mit Ausnahme der USA.— wird eine Zunahme des Verbrauches von Zeitungspapier im Vergleich zum Jahre 1927 festgestellt. Frei lich ist die Zunahme in Deutschland mit 0,7 Prozent am Wenn Deutschland heute, ebenso wie auch vor der Umgestaltung der deutschen Presse ziemlich tief unten auf der Stufenleiter des Zeitungspapierverhrauches steht, so erklärt sich diese auf den ersten Buick etwas eigenartig anmutende Tatsache daraus, daß der Deutsche zur Befriedigung seiner Lesebedurfnisse mehr als die Angehörigen anderer Nationen auf Bücher und Zeitschriften zurückzugreifen pflegt. Aufhuren=Ae=Manrirerl. Die Pflicht zur Meisterschaft— Viel leisten für wenig In Hamburg sproch Mittelstand, Ministert den Obermeistern von Hamburg, Altona, und Harburg=Wilhelmsburg über die Fragen, die heute das Handwerk und die Handwerkswirtschaft besonders An die Spitze seiner Ausführungen stellte Dr. Wienbeck die Tatsache, daß das in den vergangenen Jahren ausgebeutete und jetzt nur mit kargen Mitteln bedachte Deutschland streng haushalten und sich aufs Aeußerste einrichten muß. Unter diesem Gesichtspunkt äußerster Sparsamkeit muß auch die Handwerkspolitik stehen. Kammern, Innungen und alle sonstigen Organisationen des Handwerks müssen möglichst einfach und billig wirtschaften. Das Ziel soll in dem vor uns liegenden Jahr des Ausbaus sein: Möglichst viel für möglichst wenig Geld leisten. Hier ist den Führern des Handwerks eine Großaufgabe und Verantwortung übertragen. Auf die drei Fragen, was gewesen ist, was erreicht worden ist und was zu tun übrig bleibt, gab Dr. Wienbeck in seiner Antwort ein knappes anschauliches Bild der zurückliegenden Hemmungen und Kämpfe und des wiedergewonnenen festen Bodens, dessen Mittelpunkt der große Befähigungsnachweis, das heißt die Pflicht zur Meisterschaft steht. Die Bedeutung dieses großen Befähigungsnachweises ist noch längst nicht von allen erkannt. Wir werden künftig einen ganz anderen neuen Begriff in das Handwerk hineinlegen müssen, und zwar sowohl nach der Seite der rein technischen Ausbildung hin als auch nach der wirtschaftlichen und künstlerischen Auswirkung. Neben dem Ausbau des Prüfungswesens wird man eine richtige Verteilung des Nachwuchses und auch die ausgleichende Anvassung an die anderen neben dem Handwerk stehenden Berufe finDas Gesellenwandern 1936 Neue Richtlinien des Reichshandwerksmeisters. Grundsätzlich nur Austausch.— Weitere Handwerkszweige zugelassen Der Reichshandwerksmeister hat jetzt die Richtlinien für das Gesellenwandern 1936 in der„Deutschen Arbeitsfront" erlassen. Die zur Wanderung zugelassenen Handwerksberufe sind erheblich erweitert worden. Vom Bauhandwerk sind zugelassen die Dachdecker, Glaser, Tapezierer, Stukkateure, Gipser, Maler und Zimmerer; vom Metallhandwerk die Schmiede; vom Holzhandwerk die Tischler und Stellmacher; vom Nahrungsmittelhandwerk die Bäcker Fleischer, Konditoren und Müller; weiter die Friseure, Schneider, Schuhmacher, Buchdrucker und Buchbinder. Nur bei den Friseuren und Schuhmachern ist die Anzahl der zur Wanderschaft zuzulassenden Gesellen beschränkt. Das Gesellenwandern wird grundsätzlich nur in der des Austausches durchge Form des Austäusches durchgeführt. Zwei Gesellen mit den gleichen beruflichen und sonstigen Voraussetzungen werden ausgetauscht. Der Besitz eines festen Arbeitsplatzes ist also Voraussetzung für die Zulsung. Die Handwerthmeister, die einen Geselen die Hastim= mung zur Beteiligung an der Wanderschaft geben, übernehmen damit die Verpflichtung, den Austauschgesellen bei seinem Eintreffen unbedingt einzustellen. Für die Dauer der zwei Monate betragenden Wanderschaft müssen Aushilfen beschäftigt werden. Nur charakterlich und politisch einwandfreie sowie fachlich tüchtige und ledige Gesellen sind zur Wanderschaft zugelassen. Für Notfälle muß der Geselle beim Antritt der Wanderschaft mindestens 20 Mark vorweisen. Die Mitnahme von Fahrrädern ist verboten, ebenso wird es den wandernden Gesellen untersagt, auf der Wanderschaft Autos und andere Fahrzeuge um Mitnahme anzurufen. Während der Wanderschaft ist der Geselle verpflichtet, in seinem Beruf zu arbeiten. Dauer und Art der Arbeit werden im Wanderbuch bestätigt. Die Austauschzeit beträgt neun Monate. Während der Wanderschaft soll der Geselle Unterkunft und Verpflegung möglichst bei den Meistern seines Handwerksberufs finden. Wo dies nicht möglich ist, stehen die Jugendherbergen zur Verfügung, die durch ein Abkommen für die Wandergesellen freigegeben worden sind. Jeder Wandergeselle erhält von der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk ein Gutscheinheft mit 60 Gutscheinen zu 50 Pfennig, deren Einlösung durch die Kreisbetriebsgemeinschaften erfolgt. Boisen undinhenlich Rheinisch=Westsälische Börse in Düsseldorf An der Börse war das Geschäft wieder ziemlich ruhig. Von der Kulisse wurden einige Glattstellungen vorgenommen, und es kam verschiedentlich zu Kursabbröckelungen. Am Markt der fortlaufend notierten Werte kam es zu einem ziemlich lebhaften Geschäft. Die Kursgestaltung war uneinheitlich. Während einzelne Werte weiter anzogen, gaben die bereits stärker erhöhten Kurse teilweise etwas nach. Von Montanwerten setzten Vereinigte Stahl ihre Befestigung um ¼ auf 81½ fort, Buderus dagegen ¾ Prozent niedriger, Hoesch minus ¼, Mannesmann minus ¾. Rheinstahl minus ¼, Rheinische Braunkohle minus ½/. Etwas fester lagen noch Dahlbusch mit plus ½, Deutsche Erdöl und Klöckner ebenfalls je plus ½. Farbenaktien gingen ohne nennenswerten Umsatz zurück, und zwar um ½ Prozent auf 151¼. Elektrowerte lagen geschäftslos und unverändert, nur Felten ½ niedriger. Fester lagen Reichsbankanteile 184(183¼). Der Kuxenmarkt hatte nur kleines Geschäft bei wenig veränderten Kursen. Von Steinkohlenkuxen wurden Constantin fast unverändert, Deutschland eine Kleinigkeit billiger bezahlt. Renten lagen freundlich. Altbesitz ¼ Prozent erholt. Im Fernverkehr wurden auf dem Koblenaktien= markt Ewald— König Ludwig zunächst unverändert und dann ½ Prozent höher aus dem Markt genommen. Bergbau Lotbringen lagen schwächer und wurden 1 Prozent niedriger bezahlt. Für Niederrheinische Bergbau zeigte sich wieder Kaufinteresse, doch kam kein kulantes Angebot heraus. Kalibei kleinen Umsätzen gehalten. Auf dem Kassamarkt wiesen bei ruhigem Geschäft die Kurse nach oben und unten nur geringe Veränderungen auf. Gegen Schluß der Börse waren einzelne Papiere leicht erholt, sonst behauptet. Berliner Börse Im Hinblick auf den bevorstebenden Ultimo haben die Kaufaufträge des Publikums am Aktienmarkt nachgelassen, so daß sich an der Börse keine nennenswerten Kursveränderungen ergaben und die Befestigungen sich nicht weiter fortsetzten. Weiter lebhaft war das Geschäft in den Aktien der Vereinigten Stahlwerke, die bereits den ersten Kursen einen Umsatz von 120 bis 150000 RM. hatten. An den übrigen Märkten war es wesentlich ruhiger. Maschinenaktien uneinheitlich, Bayer=Motoren, minus ½, Orenstein unverändert, Muag 79⅞. In Reichsbankanteilen bestand Nachfrage, die Kurse zogen auf 184 an. Von Elektrowerten Deutsche Atlanien 112¼ nach 112, Schuckert und Siemens unverändert. Am Rentenmarkt war die Gesamttendenz etwas freundlicher. Das Geschäft war zen nicht besonders groß, doch überwog kleine Nachfräge. Die Altbesitzanleihe des Reiches blieb mit 109,87 nach 109,90 fast unverändert. Steuergutscheine stiegen weiter an bei anhaltend starker Nachfrage. Reichsschuldbuchforderungen wurden unverändert gehandelt. Stadtanleihen blieben gut behauptet. Länder= und Provinzanleihen nicht ganz einheitlich. Im Verlauf zeigte sich nur geringe„Untexnehmungs: lust. Im allgemeinen bröckelten bei kleinstem Geschaft die Kurse ab. Montanwerte lagen ¼ bis ½ Prozent unter Anfang. Am Geldmarkt ist der Ultimo etwas stärker fühlbar geworden. Der Satz für tägliches Geld zog auf 2⅞ bis 3½ Prozent an. In Wechseln überwiegt etwas das Angebot. Privatdiskont unverändert 3 Prozent im Mittel. Am Devisenmarkt notierten: Dollar .460(.463), Pfund unverändert 12,30, Gulden 168,76 (168,78), Lire unverändert 19,87. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt Bei Eröffnung herrschte un Geschäftsstille, und auch später an der Abendbörse fast völlige id auch später trat keine Belebung der Umsatztätigkeit ein. Aufträge lagen kaum vor. Die Kulisse verhielt sich gleichfalls abwartend. Die Grundstimmung war jedoch freundlich, und die Kurse wiesen gegen den Berliner Schluß zumeist keinerlei Veränderungen auf. Die Auslandsbörsen Newyork: Stetig London: Geschlossen Amsterdam: Zurückhaltend Paris: Geschlossen Brüssel: Geschlossen Zürich: Widerstandsfähig Mailand: Gut behauptet Wien: Fest Getreidegrotmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Betreide und Oelsaaten ber 1000 kg, sonst per 100 kg setzungen werden ausgetauscht. Der Besitz einegezun werte ruhig., Burpach bei kleinen Umsätzen erholt. Im Arbeitsplatzes ist also Voraussetzung, für die Zumen#ung, weiteren Verlauf kam es zu leichten kursrückgängen, so Die Handwerksmeister, die einem Gesellen die Lustim=gaben Ver. Stahl und RWE. gegenüber dem Anfang ½ Prozent nach. Mannesmann und Dtsch. Erdöl nur knapp 21.10 21.10 Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hafer märk. Weizenm. Auszm. 10.820 Asche) Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 28. Jannar: 50.25 RM. für 100 Kilogramm. Aluminium 98 bis 99 Prozent. Bl. 144 RM.; Aluminium Walz o. Dr.: 148 RM. Rh.-Westf. Börse. Oüsseldorf, 28. Jan. Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Motierungen„„" 192# P27. 26../28. 1. /26../27..I„ 28../40. I. /26, 1. ge“., 1. sa Schlus Mbestz. Pohloesch RM. Dio Krupp RM. 6% Mittelstahl Peler. St. BM. Buderus Dahlbusch St. Ltred. Atlant. Otsch. Erdöl Ie#eschsbahn ..Farbenind. Eeldmöhle Felten& Guille Goldschmidt Harpen Hossch-Köln Kall-Aschersi. Div. Anfang SchlußlKassa 1 Sch. 111.00 104.00 103.50 193 37 97.87 105.50 6/112.75 108.62 121.62 151.25 6/118.62 113.12 111.75 109.87 104.37 915 108.12 121.62 151.25 118.00 113.25 112.50 109.25111.25 3 88.00 88.90 5—.— 109.751109.87 104.40103 75 103 50 103.37 97.25 105.50105.00 111 75 108.12 121.37 150.62 118. 113.25 111 109.75 87. 103.00 151.75 118.00 113.25 12.75 50 88.25 127.50 7/109 Bühckger=K. Mannesmann Masch. Unter n. Reichsbank Rhein. Braun k. Rhein. Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schucker& C. Siemens&Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Westeregein Wintershall Zellst.Waldhof Div. AnfanglSchluß Kassa Schluß a 50, A4. T5 12 85.25 83.87 79 37 12/184.00 121218.75 111.75 127.25 129.00 176.00 81.50 32.75 5 120.50 41100.12 84.5 83.75 79.00 184 62 218 50 111.50 126.87 199 67 128.25 175.25 92.25 92.3 80.50 80.81 33.25 32.21 120.50120 —.— 100 0 81.50 83.75 79 50 184.00 218.50 112.00 126.62 190.50 128.50 51. 84.25 79.37 900 00 OOiebr Kuxe Steinkohlen 28. 1. 27. 1. Gniar us ere“ 4050 4309 4003 4300 Const. d 616250 6550 G 200 Westa. 18300— 18400|8800 Bernhareth. 1250 13501250|1350 9300 383 3550 4300 660 5 3800 -SS 0550 Deutschl. 380 410 Schwerin 3600|3850 egehse A 12100 11900 12200 Braunkehlen Sschosla. Laonhort 300 4000 sonnaro 6500/9300 0 4000 3300o0 300 te miene 11200 11 100 10900, 11 400Bellerh. Kall Beienrode Burbach Neu-Staßt. Siegtr. lu. I Wintereh. 670 710 — 6200 88000 620le 88502 Proiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Kuxe 28. 1. 87. 1. 6 1 S 1818 bierogrot 4499 4700 4450 Westtslen 600— 600]— — 3300— 3850 Kallkure I. 1. 219.25 112.6 130.00 190 00 130.00 91.62 81.25 33 00 120 75 100.75 1. Brasnschu., S700 690. 600 630 710Einigkeit——— 3850Erichsse 9/3 4003390 3400 2350/25502350 235025502350 16004904600 290— 280 sEhengsey Habigh. Otteimbold. Hope Lisenburg Mariagl. Marie Marie L. Mar Neusollst. Ransbach Reicheld. Thüringen 2300 2300 2300 2350 3130 4 333 2300/4390 2500/230 25003 25502359 32503100 510— 420 380 59.20 3600 2550 2550 199 7700 2500 2500 250 2359 332 6 Balcke Masch Berg. 6. Dahl.V. Bonner Bg..H. Bösp. Walzw. Braunk Zuk. .Bruckd.-Nietl. eBurbach Kal. 46 Oortm.Ritterbr. 25/00ss. Hoef.-Br. Döss. Masch. 6 Oynamit.Nod. Eschw. Berg. V. Blas- u. Sp. S. Nückauf-B. A6 ahr. Goedh.A6 MOttallesche Salz. Nochtief AG. Kabelw. Rheyot 12 Kali-Chemie 00 Aülheim. Berg. elzhein. Metal khein. Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl.A6. Bgb. Schieß-Oetries Schleg. Scharp. Naggonf. Uerd. Nasserv. Geis Bankaktien Berlin. Hand. 6. Com.-u. Pr.-B. D. Bank u..-G. Dresdner Bank kn. W. 80. Cr. B. Vestd. B..-A Vereicherungeaktien -Mbach. K 70 F. ue. S 14.4 Agripp.., TT.E1— Alll.-u. Statt g. M 12.9 40 Industrieaktien(Einheitsk.) Div. 128..127.1.:olonis,.-.K — 74.0 74.0onis Rückv. 5 128 0/13.01adb. Feuerv. 6[113 0/113.0 Cöln. Hagelv. 5 102. 0/102.0 COln. Hggg. A.. 130.7/130 TLgIn, R#.##v. gr. (öln.Rückv. kl. —. Kentenverte 102.5 1g2 55 Rhw..-Gr. Ghyp.105 0/105 0/6 Pfd. S. 4. 6. 12. 10 58.0 58 0 dto. dto..1 77.5 76 31½ dto. dto. S. 11 3 dto. Gold.-Kom 1926.1927 S.—6 138 7/138 717½ Wd. 80d. Gofd. 6 109.5/110 5 dto. Em. 3. 9/12. 14 111.0111 0 103.3/109 2000 28..127.1. 126.0126.0 242.0242.0 760 0760.0 96.0 98.0 233.0233.0 123.0s123.0 82.0) 32.0 Adler K. —( 91. T6—-404 400 000 3oegh. h 113 0 dann. K. 89 0 G7. A 106.0109 othrig. 149 0148 Gaaast Oach. 5Mach. S9a 240 20li.- u. 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Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Kartsr. Ind. Kr. u. Licht Maschinend. Buderus aharl. Wasser Chem. Geisenk. Cont Gummi 55.0 55.8 957 85.5 82.2/82.5 74.0 74.7 10.0.7 121.51325 s. 932 93.8 121.5133 s. 92.5.5 5 120.5120.5 10138.7138.6 113.6113.1 97.2 97. Pgu den Disch. Atlant. Otsch. Baumwolle Conti 6as Kabel Linoleum Steinzeug Tel. u. Kad. 111.3 194.0 111.5 111.8 4. 9/164.1 97. 6/111.70 33 5/35 121.5141. 6/132.0131. 8145.5 Tel. u. Kah. 6/129.7—. Eisenhand. 9/113.5112.9 ahmeyer Laurahütte sopoldsgruben Lindes Eis ingnerwerke Lorenz C. ektr. Lieferg. 5114.7 Lichtu. Kr. 69 130. 8 130. Engelh. Brauerei Enzinger Union Feinjute gebhardt& Co. German. Cem. Ges. f. ei. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Jruschw. Textll Juanowerke 81.0 acksthal Draht I Hagede Hamb. Elektr. Hilpert Masch. Hindr.-Aufferm. 103.7 6/133.0129.2 80.0 b 69/113.5113.0 123. 110.110 B/136.7/137 0 53.9 58. 9111 5111. Hoftmann Stärke#/128.0 Hoheniohewerke 0 83.0 81.0 Holzmann Ph. 4 95.8 99.5 Hotelbetr.-Ges. 1• Sersbe: Aise Genus osenbeck Brau. Junghans Gebr. 139.7— 8 129 6/119.5/119.7 3 76.5 79. 0 81.6 82.7 5 .213 125.7 0 29.7 0 96.0 131.8 8 45 Siem.& Halske 0Stollberg. Zink hüringer 6as Transradio Tuch Aachen 126.0 21.2 95.0 Inion chem. arimfl. Hôtte Miag Wimosa Wölheimer Berg. renst.& Koppels Ol 79.2 Osnabr. Kupfer er. Otsch. Nicke! Ver. Glanzst. 134.2Wer. Ultramarin Vogel Draht 1gner& Co. ∆ Wandererw. Warsteiner Grub. Nesttalen Draht Nickdler Brau. 86.5 Jonge& Zahn hein. El. Werke Rhein.-W. Kalk Riebeck Montan [ühgemnacke 1 127.2 6 42—. 61120.0 Rschsonsut D Sarott Schlege ASchles. Berg. u. L. Berg. Beuth. " Elekt. u. 6as :: ISchub.& Salzer .Aschultheis-Patz.## gesiim. 79.6 15 33.6 89.7 8/148.2 10/134.5 91.7 93.3 Adlegersdorter W. 0 93.7 Asiemens Glas 4/104.2 175.2 76.5 9 6/137.5 0139.0 7 127.0s126. 6/132.71131. 5115 176.9 76 0 130.0 0 91.0 8/149.2 0 69.5 3—. 6 99. 149.0 690 125 Mühlh.-Ruhr Anl. Ruhrverbd. Anl. 36 ##Pr. Ldpf. A. Pfd. ## Ldbk. Westf. Pfd. 4½Ldbk. Westf. Kom 440t. Komm. Goldan 44 Vestf. ldsch. Pfd. 4#0f. Hyp. B. Bin. Pfd. Pr. Centr. bod. Pfd. r. Pfdbr. Bk. Pfd. basalt Obl. Concord. Berg Obl. Daimler Benz Obl. Klöcknerw. Obl. Mont Cenis Obl. Ver. Stahl 60 Ver. Stahl 47131 Ocr ce O6 5% Se .0 •1 Verkchranorte 1. 6. für Verkehr Soch. Gelsenk. damb. Amer. Pak. damb. Südamer Vorad. Lioye 17. .S/104.8 .0 30.5 .1 16.: 28.0 .9 17. Zestoanerte /5 Ot. R. Schatz. 41 1 Ot. R. Anleihe 44 5# O. R. voungan ½ Reichsbann Sch. 89.5Vesttalen Altbesitz 143.6/15 Bochum Anl. #5 Ouisburg. Anl. 19 Düsseld. Anl. 15 Elberfeld. And. Dab Essen Anl. 96.0 103.5 98.8 109.2 83.7 93.5 90.5 Siem. u. H. Ob. 6 Farbenbonds Umsch. Anleihe 97.0 97.6 94.0 94.2 92.292 94.0 94.7 95.7 95.0 96.0 96.2 95.2 95.2 95.2 95. —.5 103.51103.1 106.3/1065 102.8102.0 103. 92.—3 93 5 93.2 98 3 98.0 158.7/156.2 124 3123. AR. Schulcd. F. 38 R. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 43/8 Essen Steink. 42 5 Harpener 49 5 R. W. E. 52/3 R. W. E. 50 45 Ruhrchemie 43 45 Ruhrgas 53 Ruhrwasser 52 45 Ruhrwohng. 36 45 V. E. W. 52 |5 96.2 97.0 99.0100.0 92. 91.5 93.7 91.7 92.2 91.7 94.0 93.0 95.0 93.7 93.0 Sorglälige Auslührung aller bankmäbigen Geschälle Westtalenbank.-G. Bochum Austanrungsamtllener Gankgesenaf 1e Fillale Bochum Wiinelmspiatz 3a. 1el. Su331 e M ME 1 A 44 Seite 14 Nr. 24; Bochumer Anzeiger; Mittwoch, 29. Januar 1936 Kleine Aeirungen aus den=Siadnenen stellt und bot im großen und ganzen abermals eine sehr schöne Gesamtleistung. Stadtteil Weitmar Aus der St.=Anna=Gemeinde. Der diesmonatliche religiös=wissenschaftliche Vortrag für die Männer der St.=Anna-Gemeinde am Sonntag war wiederum gut besucht. Pfarrvikar Schech machte aufschlußreiche Ausaufgebaut auf geschichtlichen Feststellungen. Mit Gebet und Segen wurde die Andachtsstunde geschlossen.— Aus Anlaß des Festes Mariä Lichtmeß findet am nächsten Sonntag Nlichmitlag8 Uhr in der Ei.=unnd=prieche eine Aitnraische Kichter###rstunde für die GeSonntag nachmittag 5 Uhr in der St.=Anna=Kirche eine Lirurgische richter=Feiernunde für die Gemeinde statt. Mit der Feier wird die Weihe aller für den christlichen Hausgebrauch üblichen Kerzen verbunden, sowie die Weihe der Erstkommunikantenkerzen für den Weißen Sonntag. Nach dem Weiheakt ist der Opfergang„bei dem Kerzen für den gottesdienstlichen Gebrauch geopfert werden.— Der Josephs=Mannerverein hielt am Sonntag bei Wiedelmann seine Hauptversammlung ab. Jahres= und Kassenbericht wurden erstattet und der Vorstand bestätigt. Weiter wurden einzelne Vereinsangelegenheiten besprochen.— Der Borromäusverein der St.=Anna-Gemeinde machte in einer Sitzung seine Jahresbilanz für 1935. Danach konnte der Bestand von 768 auf 844 Bände erhöht werden. Die Bücherei wurde rege in Anspruch genommen. Es wurden ausgeliehen 4600 Bände, gegenuber etwa 3200 im Vorjahre. Brieftaubenliebhaberverein„Edle Taube“ Bärendorf. Am Sonntag fand im Vereinslokal H. Göbel,„Zur Engelsburg", die Generalversammlung statt. Der Vorsitzende Karl Theuer eroffnete sie mit einer Ansprache. Zur Neuaufnahme hatten sich zwei Sportfreunde gemeldet. Der Geschäftsbericht stellte zufriedenstellende Erfolge fest. Die Kassenverhältnisse sind gut. Zum Vorsitzenden wurde wieder Karl Theuer einstimmig gewählt. Stellvertreter wurde J. Michalzak, Geschäftsführer wurde F. Eckermann. Nach Schluß der Versammlung blieben die Mitglieder mit ihren An*- tlich beisammen. gehorigen gemüllich beisammen. Neubautätigkeit. An der Markstraße in der Nähe des Vereinshauses errichtet der Schwerkriegsbeschädigte Franz Heilemann, Neulingstraße 22, ein Dreifamilienhaus. Es wird Mitte Februar bezugsfertig. Ins Kegelradgetriebe geraten. Der Reparaturschlosser Erich Sch., Franziskusstraße, geriet auf seiner Arbeitsstelle in die laufenden Kammräder, wobei ihm zwei Finger abgequetscht wurden; zudem trug er arge Quetsch= und Fleischwunden davon, die ärztliche Behandlung im Krankenhaus erforderlich machten. Stadtteil Wiemelhausen Pfundspenden für Februar. Ortsgruppe Wiemelhausen der NS.=Volkswohlfahrt! Die Einholung der Pfundspenden für den Mona Die Elcholung ger Pfumigenden für den Monat Februar findet am Montag, 3. Februar, statt. Wir bitten alle Volksgenossen, ihre Spenden zum Abholen bereitzuhalten. Männergesangverein„Grüne Linde“ Wiemelhausen. Die im Vereinsheim Hanefeld abgehaltene Jahreshauptversammlung wurde von dem Vorsitzenden Buks geleitet. Der ausführliche Geschäftsbericht des Schriftführers Rieks gab einen Rückblick über ein erfolgreiches Arbeitsjahr. Die Mitgliederzahl zeigte ein Ansteigen. Der Kassenbericht des Kassenwarts Dierkes bestätigte die guten Finanzverhältnisse des Vereins. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Buks, Stellvertreter Balke; Schriftführer Rieks und Erlenbruch; Kassenwart Dierkes und Carpentier; Dirigent Beckmann. Am 5. April wird das Hauptkonzert veranstaltet, zu der als Solist der erste Bassist der Kölner Oper, Opernsänger Witte, verpflichtet ist. Neben einer mehrtägigen Sängerfahrt ist die Teilnahme am deutschen Sängertag in Breslau vorgesehen. Kleingartenverein Wiemelhausen. Im Vereinslokal Vocke hielt der Kleingartenverein seine gut besuchte Jahreshauptversammlung. Vereinsführer Stachorra gab einen Ueberblick über die günstige Entwicklung der jungen Kleingartenanlage. Die wichtigste Arbeit, die Legung der Wasserleitung, sei durchgeführt. Der Versicherungsabschluß sei allseitig begrüßt worden. Das Interesse an den Schulungskursen sei sehr rege. Der vom Kassenwart Gayl erstattete Kassenbericht fand Entlastung und als Kassenprüfer wurden die Mitglieder Tipper und Hille gewählt. Der Vereinsführer bestätigte seine Mitarbeiter erneut, und zwar als stellvertretenden Vereinsführer Pöller, als Kassenwart Gayl und als Schriftführer Imping. Stadtteil Stiepel In hohem Alter. Seinen 75. Geburtstag beging am Sonntag der Kötter Gustav Haarmann gen. KleinStemmann, Roomersheide, im Kreise der Kinder, Enkelkinder und Verwandten. Der Jubilar, ein alteingesessener Stiepeler, erfreut sich heute noch einer guten körperlichen und geistigen Frische. Den zahlreichen Glückwünschen, die dem Geburtstagskinde zugingen, schließen wir uns an. Feuerwehrlöschzug Bochum=Stiepel. Am Sonntag § I hax Oa##wah“ ung im Rerein morgen fano nach der Feuerwegrubung im Vereinslokal Rumberg die Vierteljahrsversammlung statt. Löschzugführer E. Rumberg gedachte zunächst der verstorbenen Kameraden. Dann wurden die letzten Dienstbefehle bekanntgegeben. Die Kameraden Karl Diergardt und August Höltermann wurden zu Kassenprüfern bestimmt. Im März d. J. soll ein Kameradschaftsabend veranstaltet werden. Jahreshauptversammlung der Sterbekasse„Grabhilfe“ Stiepel. In der Gaststätte Heinrich Schreier an der Gräfin=Imma=Straße versammelten sich am Sonntag nachmittag die Mitglieder der Sterbekasse„Grabhilfe“, Bochum=Stiepel zur diesjährigen Jahreshauptversammlung. Der Vereinsführer gedachte nach Grußworten der im letzten Jahre gestorbenen Mitglieder. Der bereits in Nr. 20 des„B..“ kurz besprochene Jahresbericht zeigte, daß die Sterbekasse„Grabhilfe“ Bochum=Stiepel seit ihrem Bestehen einen erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen hatte. Der Kassenbericht wurde ebenfalls mit Zustimmung entgegengenommen, dann fanden noch einige geschäftliche Fragen ihre Erledigung. Vereinsführer ist H. Böhle, Kassenwart Hauptlehrer Haarmann und Kassenbote Wilhelm Rumberg. Schlagausstellung der B3B.„Schwalbe“.=Stiepel. Der B3V.„Schwalbe" veranstaltete am Samstag und Sonntag im Lokale des Wirts Walter von Hagen, Kemnader Straße, eine Schlagausstellung. Ausgestellt hatten 16 Taubenschläge mit je sechs Tauben(drei Vögel und drei Tauben). Die Ausstellung erfreute sich eines eehen„Eergiher., Fe,heispe„Erne sinmbenzuchter=chletten di# orsten feinf Preise; 1 Preis Lächter Oolar Schwidt regen Besuches. Folgende Brieftaubenzüchter erhiel die ersten funf Preise: 1. Preis Züchter Oskar Schmidt mit 145, 2. Julius Schellenberg mit 144, 8. Wilhelm Rohleder mit 144, 4. Ewald Querfurt mit 142, 5. Friedrich Legewie mit 142 Punkten. Einen Preis für den schönsten Vogel erhielt der Züchter Oskar Schmidt, für die schönste Taube August Schmidt. den sich die Bühnenspieler von Preciosa 1899 am letzten Sonntag im Vereinsheim Frische zusammen. Nach Begrüßungsworten des Vereinsführers gedachte die Versammlung ehrend des verstorbenen Gründers W. Voßkühler sen. Sodann wurden einige Neuaufnahmen getätigt. Der umfangreiche Jahresbericht, vom Schriftführer Haarmann verlesen, würdigte in beredten Worten die Erfolge, Zweck und Ziele der Volksbühnenspielerschaft. Kassierer Ostwinkel gab den Kassenbericht, der als zufriedenstellend bezeichnet werden kann. Nach einstimmiger Entlastung des Vorstandes wurde derselbe für das Jahr 1936 wie folgt in seine Aemter berufen: Vereinsführer G. Brinkmann, Stellvertreter G. Merschmeier, Bühnen= und Spielleiter Heinrich Brennecke, stellvertretender Spielleiter F. Winter, Schriftführer Fr. Becker, Kassierer Fr. Ostwinkel. Zu Beisitzern wurden berufen: Fr. Pracht, Aug. Brennecke, Heinr. Stölting, Eug. Haarmann, ferner als Bühnenmeister E. Matzat. Der Spielplan des Vereins sieht für dieses Frühjahr die Aufführung eines größeren Lustspiels vor. Um den Beitritt zum Verein möglich zu machen, wurde beschlossen, vorerst von einer Aufnahmegebühr Abstand zu nehmen. Zum Schluß berichtete der Vereinsführer noch über die letzte Arbeitstagung des Ortsrings Bochum der Volksbühnenspielvereine. Verpflichtungsfeier in der NS.=Frauenschaft BochumLinden. Die NS.=Frauenschaft Bochum=Linden hatte am Montag abend ihre Mitglieder in der Gaststätte Scheidtmann versammelt, um die Verpflichtung zahlreicher neuer Mitglieder vorzunehmen. Nach dem gemeinsamen Gesang eines Frauenschaftsliedes nahm die Leiterin der NS.=Frauenschaft Bochum=Linden, Frau Burggräf, das Wort zur Begrüßungsansprache. Dann gab sie einen kurzen Rückblick auf die Geschehnisse des vergangenen Jahres. Im weiteren Verlaufe der Feierstunde wartete Frl. Herrmann mit einigen auf die Feier abgestimmten Klavierdarbietungen auf; sie erntete reichen Beifall, ebenfalls Frl. Drescher, die Violine spielte. Im Mittelpunkt der Feierstunde stand die Verpflichtung der neuen Mitglieder durch die Kreiswalterin Frau Goebbels. Die Verpflichtungsfeier wurde umrahmt durch Darbietungen des Musiklehrers Erich Wolff und durch Lieder und Gedichte. Stadtteil Linden=Dahlbausen Silberhochzeit. Die an der Hattinger Straße 952 in Bochum=Linden wohnenden Eheleute Hermann Edler und Frau konnten am Montag im trauten Familien= und Bekanntenkreise auf eine gemeinsame 25jährige Lebensreise zurückblicken, zu der ihnen zahlreiche Glückwünsche zugegangen sind. NS.=Frauenschaft. Einen eindrucksvollen Verlauf nahm die im Vockeschen Saale abgehaltene Zusammenkunft. Ortsgruppenleiterin Frau Küpper richtete an die in großer Zahl erschienenen Frauen herzliche Grußworte. Die Kreisleiterin Frau Goebbels nahm nach einem tiefschürfenden Ansprache die Verpflichtung der neuen Mikglieder vor. Der feierliche Akt wurde umrahmt von Darbietungen erlesener Art. Jahreshauptversammlung des Theatervereins Preciosa. Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung fanAus der Schule. Auf eine 25jährige Tätigkeit als Jugenderzieherin konnte am Montag die am Schulsystem Linden=Dahlhausen tätige Lehrerin Gertrud Hildebrand zurückblicken. Die Lehrerschaft und auch die Schüler und Schülerinnen ehrten die Silberjubilarin durch ein Angebinde.— Rektor Schweer wurde in diesen Tagen mit der Leitung der evangelischen Schule an der Hasenwinkeler Straße betraut. Gesangabteilung„Friedlicher Nachbar“. Die Gesangabteilung der Zeche„Friedlicher Nachbar“ hatte ihre Mitglieder am Sonntag vormittag zur diesjährigen Jahrestagung versammelt. Nachdem Vereinsführer Köhling die Mitglieder in herzlicher Weise willkommen geheißen hatte, ergriff der ebenfalls anwesende Betriebswalter Sebold das Wort zu längeren Ausführungen und stattete einleitend der Gesangabteilung den Dank für ihre Arbeit im vergangenen Jahre ab. Dem vom Schriftführer August Bosselmann gegebenen Jahresbericht war zu entnehmen, daß die Gesangabteilung auch im letzten Jahre unter der rührigen Stabführung von Chormeister Wilhelm Bartling weitere erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Führer der Gesangabteilung bleibt weiter der bisherige Vereinsführer Kamerad R. Köhling, Stellvertreter Otto Rauscher, erster Schriftwart August Bosselmann, zweiter Schriftführer Hilke, erster Kassenwart Drewzinski, zweiter Kassenwart Josef Dureck, Bücherwarte die Kameradne H. Ostholt und Peter Schuh. Der bisherige Chorleiter Wilhelm Bartling wurde auch in diesem Jahre mit der Chorleitung betraut. Ausgezeichnet wurden zwei Kameraden dafür, daß sie die Proben immer gut besucht haben. Der Chorleiter überreichte diesen ein Angebinde. Im Dienste des Winterhilfswerks. Nachdem die Ortsgruppe Bochum=Dahlhausen der NS.=Volkswohlfahrt bereits einmal mit einer Theaterveranstaltung an die Oeffentlichkeit getreten war und hiermit sehr guten Erfolg hatte, wurde nun am Sonntag in der Gaststätte Henke in Ober=Dahlhausen ein zweiter solcher Abend für das Winterhilfswerk abgehalten, der auch diesmal starken Zuspruch fand und seinen Zweck, der Winterhilfe einen ansehnlichen Betrag zuführen zu können, vollkommen erfüllt haben dürfte. Wieder hatte sich der Theaterzirkel Linden=Dahlhausen zur Verfügung geTheaterabend. Im Saale der Burg Horkenstein wartete der noch junge Verein für Laienspiele Bochum=Dahlhausen auch am Sonntag abend wieder mit einer gelungenen Veranstaltung auf, die regen Zuspruch fand. Der Bühnenmeister des Vereins, H. Stemmann, hatte sich große Mühe gegeben und neue Bühnenbilder entworfen. Die Spielleitung hatte auch diesmal wieder Heinz Köhler, so daß schon von vornherein eine gute Aufführung garantiert war. Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung der SchwankOperette:„Meine Herzenskönigin" von Georg Mielke. Das Orchester Möller umrahmte den Theaterabend durch leichte Musik, die sich der Aufführung des Stückes harmonisch anpaßte. Wernei Rufzen....“ Evangelische Kirchengemeinde Werne. Wie man uns mitteilt, soll aus Anlaß des Tages der Wiederkehr der nationalen Erhebung am kommenden 2. Februar, im Gottesdienst im Dank gegen Gott der nationalen Wiedergeburt gedacht werden, die uns im Werk des Führers geschenkt wurde. Ein besonderer Gottesdienst in der Woche findet wegen der öffentlichen Feierlichkeiten nicht statt. Die Gemeinde wird zu dem Gottesdienst am Sonntag herzlichst eingeladen. Oeffentliche Kundgebung. Freitag abend um 8 Uhr spricht im Ewaldschen Saale der regierende Bürgermeister der Hansestadt Bremen, Pa. Heider, zum Jahrestag der Machtübernahme. Allgemeine Volksbildungsvereinigung„Feierabend“ ., Gruppen ir Bochum=Werne und Bochum=Langene.., Grappen in Bochumetbeine und Bochum=Lungen dreer. Die Allgemeine Volksbildungsvereinigung„Feierabend e. V. veranstaltet am Samstag, 1. Februar, in Werne im Lokal„Deutsche Flotte“, Hellweg 502, um 20.15 Uhr, einen„Fröhlichen Feierabend". Das auserlesene Programm verspricht den gleichen Erfolg, wie der im vergangenen Winter so glänzend verlaufene „200. Feierabend". Im zweiten Teil dieses bunten, heiteren Familienabends herrscht Karnevalsstimmung, dazu Gelegenheitstanz. Um die Erledigung der restlichen Mitgliedsbeiträge wird bis zu diesem Abend dringend gebeten. Der Eintrittspreis beträgt für Nichtmitglieder 1 RM. Krieger= und Landwehrkameradschaft der 3. Kompagnie. Die Kameradschaft hielt ihre Jahreshauptversammlung im Vereinsheim Wortelmann ab. Der Kameradschaftsführer wies in seiner Ansprache daraufhin. daß es der Kompagnie im vergangenen Jahre durch fleißiges Ueben gelungen sei, den zweiten Wanderpreis des früheren Verbandes Bochum=Land und den neu gestifteten Wanderpreis des Bataillons Werne zu erringen. Aus dem Jahresbericht des Schriftwarts ist zu entnehmen, daß die Komvagnie 302 Mitglieder zählt. Der Kassenbericht ergab eine einwandfreie Kassenführung. Die bisherigen Kassenprüfer werden auch für das kommende Jahr bestimmt. Der sich an die geschäftlichen Verhandlungen anschließende gemütliche Teil wurde durch Gesangvorträge des Gesanavereins„Eintracht" sowie Einezldarbietungen der Mitglieder verschönt. Jahresfest der 4. Kompagnie des Bürgerschützenvereins. Die 4. Komvagnie feierte am Sonntag abend im Standquartier Mußweiler ihr Jahresfest. Den würdig ausgeschmückten Festsaal füllte eine stattliche Festgemeinde, die Schützenhauptmann Steinhardt von der 4. Komvagnie die herzlichsten Willkommsgrüße entbot. Auch die Schützenkönigin und der Bataillonsstab nahm geschlossen an dieser Feierstunde teil. Ein Sprechchor„Deutsches Volk erwache“ leitete über zum gemütlichen Teil, für dessen Ausgestaltung die 4. Komvagnie bestens gesorgt hatte. Reigen= und Theateraufführungen, Konzert und Tanz, wechselten in bunter Folge. So vergingen die Stunden in schönster Harmonie. Wandel zündende Worte an die Anwesenden richtete. Anschließend erhielten die Landsleute Sperte und Zintek für ihre langjährige, opferbereite Tätigkeit eine künstlerisch ausgestattete Ehrenurkunde, während 20 Mitglieder mit dem Abstimmungs=Erinnerungszeichen nebst Urkunde bedacht wurden. In dem anschließenden gemütlichen Teil, der mit Musik und Gesang ausgefüllt war, erfreute besonders ein Theaterstückchen einiger Mitglieder die Versammelten. Den Reichssiegertitel errungen. Einen glänzenden Erfolg errang der bekannte hiesige Taubenzüchter Walter Niermann auf der 2. Deutschen Rassegeflügelschau in Magdeburg. Unter einer Konkurrenz von 15000 Tieren holte er mit einer Pfauentaube den Reichssiegertitel. Stadtteil Laer Jahreshauptversammlung der Krieger= und Landwehrkameradschaft. Im Vereinslokal Heckmann hielt die Krieger= und Landwehrkameradschaft am Sonntag die gut besuchte Jahreshauptversammlung ab, die der stellvertretende Kameradschaftsführer Hauptlehrer i. R. W. Funke mit herzlichen Begrüßungsworten eröffnete. Er gedachte dann der im verflossenen Jahre verstorbenen Kameraden. Der Schriftwart erstattete den ausführlichen Jahres= und der Kassenwart den Kassenbericht. Kamerad Gustav Schmalenberg berichtete über die Fechtschule. Kamerad Lehrer Wegner hielt einen Vortrag über das Kyffhäuserdenkmal. Im laufenden Jahre soll der Schießsport gepflegt werden. Bürgerschützenverein 1835. Am Sonntag hatte die erste Kompagnie die Jahreshauptversammlung, die vom stellvertretenden Kompagnieführer Schäfer geleitet wurde. Der Kassenbericht wurde genehmigt. Die Einteilung der Schießordnung wurde vorgenommen. Schäfer gab einen Rückblick über das verflossene Jahr. Für den ausgeschiedenen Feldwebel Niggewöhner ernannte der Schützenkönig Wittler den Kameraden Friedrich Scheuer. Wildförster wurde zum Leutnant befördert. Mehreren Jubilaren wurden Urkunden und den Schützenbrüdern August Schäfer und Michael Jendrian Ehrenurkunden ausgehändigt. Aufführung. Im großen Saale„Zur Tropfsteingrotte“ brachte die„Volksbühne“ Werne das Schauspiel „Der Glockenguß zu Breslau“ in fünf Aufzügen zur Aufführung, das allgemeinen Anklang fand. Stadtteil Langendreer Zustellung der Reichsgutscheine. Die Reichsgutscheine für die aus dem Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen der Ortsgruppe.=Laer werden den betreffenden Volksgenossen am Mittwoch oder Donnerstag durch die Helferinnen der NS.=Volkswohlfahrt zugestellt. Familienabend bei den Fidelen Brüdern. Die„Fidelen" veranstalteten am Sonntag einen Familien= abend. Spielleiter Heinz Peters konnte die vollzählig mit ihren Familien erschienenen Mitglieder begrüßen. Aufgeführt wurde der Schwank in drei Akten: „Meine Frau— die Gesellschafterin. Das humorvolle Stück fand bei trefflicher Wiedergabe lebhaften Anklang. Bei der Verladearbeit verletzt. Schwer zu Schaden kam Montag vormittag der Werksarbeiter Richard F. aus der Claus=Groth=Straße, der mit mehreren Arbeitskollegen auf seiner Arbeitsstelle mit Verladearbeiten beschäftigt war. Er fiel und kam unter die Karrenlast. Mit einem Schulterblattbruch und Oberarmbruch wurde der Bedauernswerte einem Bochumer Krankenhaus zugeführt. In hohem Alter. Gestern beging in seltener geistiger und körperlicher Frische Frau Rektor Kemmer im Kreise ihrer Lieben ihren 71. Geburtstag. Zahlreiche Glückwünsche gingen ihr zu. Stadtteil Altenbochum Evangelische Kirchengemeinde Langendreer=West. Aus Anlaß der am 30. Januar angesetzten besonderen öffentlichen Veranstaltungen soll, den Anweisungen der Kirchenbehörden entsprechend, im Gottesdienst des folgenden Sonntags(2. Februar) auch in der Lutherkirche mit Dank gegen Gott der nationalen Wiedergeburt gedacht werden. Von einem besonderen Wochengottesdienst wird daher Abstand genommen. Zu dem Gottesdienst am Sonntag wird die ganze Gemeinde freundlichst eingeladen. Jahreshauptversammlung. Im Vereinsheim Kozicke hatten sich Sonntag die Mitglieder der Ortsgruppe des Bundes heimattreuer Schlesier und Oberschlesier recht zahlreich zur Jahreshauptversammlung eingefunden. Der Jahresbericht wie der Kassenbericht zeugten von guter Vereinsarbeit. Im weiteren Verlaufe wurden die Abstimmungs=Erinnerungszeichen sowie die Ehrenurkunden überreicht, wobei Landesgebietsleiter Bürgerschützenverein. Die 1. Kompagnie hielt am Sonntag im Vereinsheim Rustemeyer ihre Jahreshauptversammlung ab. Aus dem vom Schriftfuhrer erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß die Schützensache in Altenbochum marschiert. Die Kassenverhältnisse der Kompagnie sind gesund. Der alte Vorstand wurde wiedergewahlt. Stadtteil Harpen von 5X12 Ringen, die er liegend freihändig auf ei Entfernuns han 50 Mater erzielte Die für*“## von 5X12 Ringen, die er liegend freihändig auf Entfernung von 00 Meler erge, Die ihr die sülbern Entsernung von 00 Meier ergielte. Die für die silbersSchießauszeichnung gestellte Beoingung konnte SchütOtto Bähl mit einer Höchstleistung von 130 Ringer bei 15 Schuß erfüllen. Volksbühnengemeinschaft Harpen. Am Sonntag abend wurde im Saale des Wirts Burrack der Operettenabend wiederholt. Die Operette„Verliebte Leut" oder„Wie Gott Amor sich rächt“, fand auch diesmal den vollen Beifall der zahlreichen Besucher. Schießvereinigung Altenbochum 1900 Kornharpen 1901. Auf dem Schießstande des Kameraden Ruwe in Kornharpen wurde das erste diesjährige Pflichtschießen abgehalten. Als hervorragender Schutze zeigte sich Kamerad Robert Stöber mit einer Höchstleistung Schlagausstellung. Der Brieftaubenzüchterverein „Heimatliebe“ Kornharpen veranstaltete am Sonn. tag im Saale des Wirts G. Ruwe seine diesjährige sa, kale Schlagausstellung, die ein wertvolles Zuchtmaterial aufzuweisen hatte und mit einem Preiskegeln, Konzer# und Tanz verbunden war. Zur Ausstellung gelangten ungefähr 90 Brieftauben von 20 Schlägen. Die ersten zehn Preise erhielten: 1. Preis Züchterschlag Schwiebert mit 107, 2. Hüning mit 104, 3. Winkelmann mit 99, 4. Schmidt mit 98½, 5. G. Raffel mit 98, 6. G. watzki mit 98, 7. Schwiebert mit 98, 8. Hoffmann mu 97, 9. Nelk mit 96, 10. Stützel mit 96 Punkten. besten Altvogel hatte Fr. Schwiebert, die beste Alttaubin Hüning, den besten Jungvogel Nelk, die beste Jung, täubin Fr. Schwiebert. Der beliebte Charakterkomiker Leo Sander aus Bochum fesselte durch seine humorist, schen Darbietungen. Die Hauskapelle spielte fleißig. Stadtteil Gertbe Aus der katholischen Gemeinde Gerthe. Der Et, Josephs=Bürgerverein hielt am vergangenen Sonntag im Vereinshause seine Jahreshauptversammlung ab. Jahres= und Kassenbericht befriedigten. Zun neuen Vizeprases wurde Bäckermeister H. Strot, kötter gewählt, der in Gemeinschaft mit dem Präses Pfarrer Normann die bisherigen Vorstandsmitglieder in ihren Aemtern bestätigte und zum stellvertretenden Kassenwart Dachdeckermeister I. Schwarze ernannte. — Am heutigen Mittwoch nachmittag hält der Mütter= und Elisabethverein die erste Vereins. andacht in diesem Jahre. Im Anschluß hieran findet im Vereinshause die Jahreshauptversammlung statt.— Die Jungfrauenkongregation veranstaltet am kommenden Sonntag eine Marienfeier mit Lichterprozession durch das Gotteshaus. Voraussichtlich wird die Predigt dabei von einem fremden Geistlichen gehalten. Sterbekasse„Selbsthilfe“. Gerthe. Die bei Schumacher abgehaltene Jahreshauptversammlung wurde vom Sterbekassenleiter Kaiser mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Der stellvertretende Sterbekassenleiter Mette gab den Jahresbericht. Nach ihm wurden in vergangenen Jahre 659 Aufnahmen(239 Einzelpersonen und 420 Familien) getätigt. Austritte waren 68 zu verzeichnen. 92 Sterbefälle wurden von der Sterbekasse „Selbsthilfe" betreut, das sind rund 75 Prozent sämtlicher vom Standesamt Bochum=Gerthe im Jahre 1935 beurkundeten Sterbefälle. Der Gesamtbestand der versicherten Personen beträgt 12 184. Der Beitrag für Einzelmitglieder konnte im vergangenen Jahre von 1 RM. auf 0,55 RM. gesenkt werden. Ab 1. Januar 1936 ist eine Umstellung der Kasse erfolgt, nach der die Ehefrauen jetzt selbständige Mitglieder geworden sind. Die Kinder bis zum 18. Lebensjahre sind nach wie vor beitragsfrei versichert. Sind beide Elternteile gestorben, so bleiben Vollwaisen ohne jeden Beitrag weiter versichert. Ab 1. Januar wurde eine besondere Kinderversicherung eingeführt. Kassenwart Emmerich erstattete den umfangreichen Kassenbericht. Die Gesamteinnahme betrug im abgelaufenen Geschäftsjahre 45 846,59 RM., die Gesamtausgabe betrug 24 282,15 RM., so daß ein Ueberschuß von 21 564,44 RM. zu verzeichnen ist. Mit dem Kassenbestand aus dem Jahre 1934 in Höhe von 60 277,39 RM. beträgt der Kassenbestand nunmehr 81 841,88 RM. Mit dem Besitz von 493,10 RM. an Wertpapieren hat die Sterbekasse ein Gesamtvermögen von 82 334,93 RM. Umbesetzungen im Vorstand wurden nicht vorgenommen. Die geschäftlichen Angelegenheiten werden in dem besonders eingerichteten Geschäftszimmer im Lokale Schumacher jeden Nachmittag von 3 bis Uhr, außer Samstags, erledigt. Stadtteil Hiltrop Kriegerkameradschaft Hiltrop. Im Lokale Hubbert hielt die Kriegerkameradschaft Hiltrop ihren 52. Jahresappell ab. Eingangs gedachte man der im vergangenen Jahre gestorbenen sieben Kameraden. Schriftwart Wienke gab den Jahresbericht, der von reger Tätigkeit zeugte. Die Zahl der Mitglieder ist auf 325 gestiegen. Der Bericht des Kassenwarts Hubbert bestätigte gesunde Kassenverhältnisse. Dem Bericht des Fechtleiters Schäper war zu entnehmen, daß die Kameradschaft 1228,09 RM. an den Kreisverband Bochum abgeführt hat. Die Kriegerkameradschaft Hiltrop steht damit an der Spitze im Kreisverband Bochum und auch im Landesverband Westfalen. Der Ehrenkameradschaftsführer Hohage konnte den Kameraden Dietrich Voß und Fritz Heyng das Ehrenkreuz 1. Klasse, und den Kameraden Rohrbach, Harmsen, Reißner, Breil, Paul und Rosenbach das Ehrenkreuz 2. Klasse überreichen. Die Kameraden Völkmann und Plange erhielten die silberne Ehrennadel, die Kameraden Salzmann, Pechta und Hubbert die bronzene Ehrennadel für gute Schießleistungen. Das Gründungslokal Hubbert wurde auch für das 52. Geschäftsjahr beibehalten. Wesentliche Umbesetzungen im Beirat wurden nicht vorgenommen. Eine Kläranlage für die Gysenbergteiche. Abwässer des Ledigenheims der Zeche„Constantin 4/5“ und einger in der Nähe liegender Koloniehäuser von Schacht 10 flossen bisher durch Bachabflüsse in die Gysenbergteiche, wodurch das Wasser teilweise verschmutzt wurde. Diesem Uebelstand hat die Zechenverwaltung Constantin nun durch den Bau einer Kläranlage abgeholfen, die jetzt in Tätigkeit treten konnte. Stadtteil Bergen Kriegerkameradschaft Bergen. Die Kriegerkameradschaft Bergen hielt am Sonntag im Lokal des Kameraden Feierabend ihren Generalappell ab. Er wurde vom Schriftwart Hoffmann mit Grußworten und einem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder, eröffnet. Anschließend gab der Schriftwart den bericht, der von einer regen Tätigkeit Kunde gab. Der Mitgliederbestand der Kameradschaft beträgt zur Zeit di. Im weiteren gab Kassenführer Weitz Bericht über die befriedigenden Kassenverhältnisse. Der Vorstand und das bisherige Tagungslokal Feierabend werden bei behalten. Schießwart Tatsch gab einen ausführlichet Bericht über das Schießwesen im vergangenen Jahr. Die Kriegerkameradschaft Bergen steht mit an führender Stelle innerhalb des Bezirksverbandes. Schriftwat Hoffmann hielt zum Schluß einen Vortrag über die Wohlfahrtseinrichtungen des Kyffhäuserbundes. Stadtteil Riemke Generalversammlung der Kleingärtner. gärtnerverein Bochum=Riemke e. V. hielt am morgen im eigenen Vereinslokal seine Generalversam! lung ab. Vereinsleiter Mummenthey den Geschäftsbericht. Die Schulungskurse finden### Donnerstag statt. Die Mitgliederzahl beläuft sich 338. Den Kassenbericht erstattete der Kassenwart Becker. Danach sind die Kassenverhältnisse befriedig und die Schuldenlast konnte im letzten Jahre we#n verringert werden. Der Haushaltsplan für das nei Jahr wurde nach dem Vorentwurf des Vorstandes### stimmig angenommen. Der Vorstand bleibt irc###t bisherigen Zusammensetzung bestehen. Der soll mehr als bisher gepflegt werden. Schulu=##trgg Drawehn hielt dann einen interessanten Vort über Zweck und Ziel der Schulungsabende. Der Mühlenbach wird reguliert. Gegenwätghe#t, tscher=Baugenossenschaft umfangreiche# die Emscher=Baugenossenschaft umfanggeiche. und Regutierungsarbeiten an dem Muhlenvach Stadtteil Riemke=Marmelshagen ausführen. 15 Nr. 24 OK G Köln, 28. Januar. Köln hatte sich einef verantworten, die im lung und Vertrieb ein stücken ganz Westdeutsc der Bande war der e Eugen Sch Alfred Biehl die F angeklagt der 25jähri 51 Jahre alte Heinrich Oenker, die sich dur sonstige Beihilfe mit Denker sind alle Ang Urteil erging gegen sechs Monaten, geger gegen Stoll mit zu wurden diesen Angekl auf die Dauer von fü anderen Angeklagten einem Jahr und seck Fragen des Tagung der Krei G Dortmund, 28. L ters der Reichsfachg berger(Berlin), u hardt(Berlin) tr penleiter der Bezirk einer Tagung zusam Mentberger g wichtige Fragen des die Regelung des über die künftige Kr. tige Organisationsfre das Kassen= und A läutert wie auch Zu Wareneingangsbuche Frage betraf die 2 handelskammer,„Es tragspflicht gesetzlich schlagung oder Err Wege des Einzelant Wichtigkeit und we führungen der Wir gen. Wenn auch nat einer Verlängerung nicht entgegenstehen, daß der durch die K zu erreichen war. ziehung der räumli schriften. Dem Ver kale einzurichten, wi gebe die Konzes solche Neukonzession terung betraf das ges, wobei auch Ar gaben und Tätigl beim Treuhänder d Die Grünan Tagung der we Dortmund, 2 Westfalen hatte d Lippe zu einem V geladen. Nachde Müller(Witter sprache eröffnet h (Münster) die G falen und des Le Die Reihe der mer(Berlin) mi terlagenfragen im faßte sich Lands scheid) von der Essen mit dem T Reichsautobahn soll in ihrer Bepf schaft angepaßt n denständigen Pfl dem Gärtner Gel dem letzten Vort das Thema:„Wi verringerung?“ läßlichen Nahrun stungssteigerung Großfen Für 10 Elektro-Anlagen sowie Reparatur Blutt Schaasn bie genemmung, Spptne. Reinhold# Seite 15 Nr. 24/ Bochumer Anzeiger Mittwoch, 29. Januar 1936 und Rheinland Hutschniinget„Nlel Schieß und Tncger Sie machten Fünfmarkstücke aus alten Silbermünzen Köln, 28. Januar. Vor der Großen Strafkammer eiln hatte sich eine fünfköpfige Falschmünzerbande zu erantworten, die im vergangenen Jahre durch Herstelsung und Vertrieb einer großen Anzahl von Funfmarkstücken ganz Westdeutschland unsicher machte. Das Haupt der Bande war der elfmal vorbestrafte 45 Jahre alte Eugen Schmidt aus Köln, der mit dem 31jährigen Afred Biehl die Faschstücke herstellte. Weiter waren angeklagt der 25jährige Karl Langheinrich, der 51 Jahre alte Heinrich Stoll und der 55jährige Paul Henker, die sich durch Vertrieb des Falschgeldes oder sonstige Beihilfe mit schuldig gemacht hatten. Außer denker sind alle Angeklagten schwer vorbestraft. Das urteil erging gegen Schmidt mit drei Jahren und sechs Monaten, gegen Biehl mit drei Jahren und gegen Stoll mit zwei Jahren Zuchthaus. Außerdem wurden diesen Angeklagten die burgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Die beiden anderen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen von einem Jahr und sechs Monaten bzw. sechs Monaten. Fragen des Gaststättengewerbes Tagung der Kreisgruppenleiter des Westfälischen Gastwirteverbandes Dortmund, 28. Januar. In Anwesenheit des Leiters der Reichsfachgruppe„Schankgewerbe“, Menterger(Berlin), und deren Geschäftsführers Geisthardt(Berlin) traten im Lindenhof die Kreisgruppenleiter der Bezirksgruppe Westfalen der WGB. zu einer Tagung zusammen, in der Reichsfachgruppenleiter Mentberger grundsätzliche Ausführungen über wichtige Fragen des Schankgewerbes machte, u. a. über die Regelung des Wettbewerbes der Brauereien und über die künftige Kreditgestaltung. Dann wurden wichtige Organisationsfragen behandelt und vor allem auch das Kassen= und Abrechnungswesen im einzelnen erläutert wie auch Zweifelsfragen über die Führung des Wareneingangsbuches geklärt. Die dann behandelte Frage betraf die Beitragspflicht zur Industrie= und Handelskammer. Es wurde mitgeteilt, daß diese Beitragspflicht gesetzlich begründet und eine etwaige Niederschlagung oder Ermäßigung des Beitrages nur im Wege des Einzelantrages zu erreichen ist. Von großer Wichtigkeit und weitestem Interesse waren die Ausführungen der Wirtschaftsgruppe über Konzessionsfragen. Wenn auch nach Ablauf der Sperrzeit am 1. April einer Verlängerung der Sperre besondere Schwierigkeiten nicht entgegenstehen, so herrsche doch Klarheit darüber, daß der durch die Konzessionssperre erhoffte Abbau nicht zu erreichen war. Wünschenswert sei auch die Einbeziehung der räumlichen Erweiterung in die Sperrvorschriften. Dem Versuche, sogenannte nicht arische Lokale einzurichten, wurde einhellig widersprochen. Zudem gebe die Konzessionssperre keine Möglichkeit, solche Neukonzessionen zu erteilen. Eine weitere Erörterung betraf das Zustandekommen eines Tarifvertrages, wobei auch Aufklärung gegeben wurde über Aufgaben und Tätigkeit der Sachverständigenausschüsse beim Treuhänder der Arbeit. Die Grünanlagen der Reichsautobahn Tagung der westfälisch=lippischen Erwerbsgärtner Dortmund, 28. Januar. Die Landesbauernschaft Westfalen hatte die Erwerbsgärtner in Westfalen und Lippe zu einem Vortragslehrgang im„Reinoldus“ eingeladen. Nachdem Landesfachwart für Gartenbau, Müller(Witten) die Tagung mit einer kurzen Ansprache eröffnet hatte, überbrachte Stabsleiter Wiehen (Münster) die Grüße des Landesbauernführers Westfalen und des Landeshauptabteilungsleiters II. Die Reihe der Vorträge eröffnete Professor E. Kemmer(Berlin) mit der Behandlung des Themas„Unterlagenfragen im neuzeitlichen Obstbau". Dann befaßte sich Landschaftsanwalt Erxleben(Wattenscheid) von der Bauleitung der Reichsautobahnen in Essen mit dem Thema„Gärtnerische Arbeiten bei der Reichsautobahn und dem Straßenbau". Die Straße soll in ihrer Bepflanzung stets dem Charakter der Landschaft angepaßt werden und daher der gerade dort bodenständigen Pflanzenwelt entnommen sein. Hier sei dem Gärtner Gelegenheit zum Eingreifen gegeben. Zu dem letzten Vortrage stellte sich Dr. Kampe(Berlin) das Thema:„Warum Saatenanerkennung und Sortenberringerung?" und erklärte, zur Sicherung der unerläßlichen Nahrungsfreiheit unseres Volkes sei eine Leistungssteigerung auch im Gemüsebau notwendig. Großfeuer in einem Kaufhaus Für 100000 Reichsmark Schaden Bielefeld, 28. Januar. In den Schaufensterauslagen des Kaufhauses Leffers in Bielefeld entstand aus bisher noch nicht geklärter Ursache ein Brand, der in den aufgestellten Wachsfiguren und Kleidungsstücken keiche Nahrung fand und sich rasch ausbreitete. Die den Geschäftsräumen vorgelagerten Ausstellungsanlagen bkannten völlig aus. Die Flammen schlugen etwa fünf* Eon Meter hoch und züngelten durch die zersprungenen * Fenster in die Verkaufsräume des ersten Stockwerks, wo ein größerer Posten Waren verbrannte. Die anIlich des Inventurverkaufs nach Hunderten zählende kaufermenge mußte durch die Notausgänge die Verlaufsräume verlassen. Drei durch den beißenden Rauch vonmächtig gewordene Personen wurden mittels der Rettungsleiter aus fünfzehn Meter Höhe gerettet. Eine Person wurde mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert. Eine andere Frau erlitt einen Nervenzusimmenbruch, während zwei weitere Personen leicht verletzt wurden. Der Brand=, Rauch= und Wasserschaden wird auf 100 000 Reichsmark geschätzt. Eine Bühne stürzte ein Zum Glück nur einige Leichtverletzte Werne(Lippe), 28. Januar. Ein Unfall, der schwere Folgen hätte haben können, ereignete sich am Sonntag abend bei einer Brieftaubenschau in (Lippe). Die völlig überlastete alte Bühne brach plötzlich unter lautem Krachen ein und stürzte mit allen Gästen, Tischen und Stühlen zweieinhalb Meter tief ab. Die Gäste stürzten hier im großen Durcheinander mit Stühlen und Tischen in die Nähe des brennenden Ofens herab. Glücklicherweise sind bei diesem Sturz nur einige Leichtverletzte zu beklagen. Einsturzunglück auf einem Neubau Dortmund, 28. Januar. Auf einem Neubau, Ecke Landgrafen= und Chemnitzer Straße, stürzte am Samstag ein Teil des Mittelbaues ein. Die zwischen dem werbsmöglichkeiten zu suchen, denn in der Heimat war das Brot knapp. Unter der Leitung des heutigen Amtsbürgermeisters von Urbar und des Kreisleiters von St. Goar wurde eine Genossenschaft zur Kultivierung der als Oedland daliegenden Lohhecken gegründet. Die Arbeit wurde dem Arbeitsdienst übertragen. Bis zum Frühjahr vergangenen Jahres war ungefähr die Hälfte der Fläche fertiggestellt und konnte mit Getreide bebaut werden. Nunmehr ist auch die restliche Fläche Oedland in fruchtbaren Acker verwandelt worden 75 Morgen Neuland sind es insgesamt. Eine schöne Fläche zusätzlichen Landes für eine kleine Gemeinde von 500 Einwohnern. Blinddarmepidemie in Blankenrode Büren, 28. Januar. In dem zu unserm Kreise gehörenden kleinen Dorfe Blankenrode, das nur 19 Haushaltungen zählt, sind in den eltzten acht Monaten Blinddarmoperationen in so großer Zahl aufgetreten, daß lt.„W. V. nicht weniger als zehn Blinddarmoperationen nötig waren, von Blinddarmreizungen gar nicht zu sprechen. In zwei Fällen starben sogar die Patienten. In der Familie Küster mußten in der genannten Beit-ginddarmoveration unterzieben. Man Kleine provinz=Nachrichten 25jähriger zehn Jahre Parteigenosse. Der Fall dürfte selten sein, daß ein nationalsozialistischer Kämpfer erst 25 Jahre alt und doch schon seit zehn Jahren Mitglied der NSDAP. ist. Dieser Fall trifft zu auf den Jahre alten SA.=Obersturmführer Wilhelm Poszich aus Gelsenkirchen, der als 15jähriger Junge am 27. Januar 1925 Mitglied der NSDAP. wurde. In den Jahren des Kampfes hat der damals noch jugendliche Mitkämpfer in zahlreichen politischen Zusammenstößen Zeugnis von seiner Unerschrockenheit ablegen können. Die zehnjährige Wiederkehr der Aufnahme Poszichs in die Partei wird Gegenstand besonderer Ehrungen durch die Gelsenkirchener SA. sein. Schon wieder 1000 RM. in der Winterhilfslotterie. Oberhausen war wieder einmal einem Volksgenossen das Glück besonders hold. Er kaufte sich bei einem Losverkäufer der Winterhilfslotterie ein Los für 50 Pf., und zu seiner großen Freude konnte er die Fesisteuung machen, daß er 1000 RM. gewonnen hatte. Vom Trekker zu Tode geschleift. In Wesel fuhr halt es nicht für ausgeschlossen, daß das Wasser dieser An den erlitgnfrg,gagren Gegend die Blinddarmentzündungen begünstigt. nach dem Unsau gen######### tag ein Teil des Mittelbaues ein. Die ersten und zweiten Obergeschoß liegende Zimmerdecke brach durch und durchschlug den Boden des ersten Obergeschosses, wobei auch die Vorderwand des Hauses in einer Breite von zwei Zimmern einstürzte. Bei dem Unfall wurden vier auf dem Neubau beschaftigte Bauarbeiter leicht verletzt und ins Brüderkrankenhaus eingeliefert. Rheinisches Neuland Aus Oedland wurden 75 Morgen Neuland Koblenz, 28. Januar. Sechs Kilometer westlich von St. Goar am Rhein liegt das kleine Bauerndorf Urbar. In früheren Zeiten hatten die Urbarer Bauern eine bedeutsame Nebenerwerbsquelle, das Lohschälen in den der Gemeinde gehörenden Lohhecken. Sie ist lange versiecht, da die Gerbereien immer mehr statt Eichenlohe chemische Gerbemittel verwenden. Seitdem sind die Urbarer Lohhecken wertlos geworden, und die von ihnen bestandene Fläche wurde Oedland, das keinen Ertrag brachte. Das war für die landarmen Bauern von Urbar ein harter Schlag. Die heranwachsende Jugend gewöhnte sich daran, schon möglichst früh in irgendeiner Großstadt des Westens ErMündliche, kostenlose Auskunft für die Bezieher unserer Zeitung nur nachmittags(außer Samstags) von 4 bis Uhr in unserer Schriftleitung. Militärische Uebungen. Otto., Hattingen. Frage: Wird das Arbeitsverhältnis, berührt durch Teilnahme an militärischen Uebungen:— Antwortis Nein, der Unternehmer hat den Gefolgschaftsmitgliedern zur Teilnahme einen Urlaub zu gewähren. Das Arbeitsverhältnis darf aus diesen Gründen nicht gekündigt werden. Auch den Angestellten und Arbeitern, die im öffentlichen Tienst beschäftigt sind, muß der Urlaub zur Teilnahme an militärischen Uebungen gewährt werden, es sei denn, daß der Betreffende als vollkommen unabkömmlich gilt und eine Vertretung nicht möglich ist. Dann wird der Wehrbezirkskommandeur ihn auf Antrag vorläufig zurückstellen. Verschiedenes. Hans W. Frage: Was besagt der Begriff„Handelsspanne?"— Antwort: Handelsspanne ist der Unterschied zwischen dem Einkaufspreis und dem gleichzeitigen Verkaufspreis einer bestimmten Ware. Sie hat unter normalen Verhältnissen die Handlungskosten und den berechtigten Gewinn einzuschließen. Ist dieser Unterschied, die Handesspanne, zu groß, so arbeitet entweder der Betrieb zu teuer, oder es hat sich unnötig verteuernder Zwischenhandel eingeschoben, oder aber der Unternehmergewinn ist zu groß. F. W. 1. Mündliche Versprechungen sind keine letztwilligen Verfügungen. Die Bestimmungen des Testaments bezüglich der Vor= und Nacherbschaften sind gesetzlich gültig, gültig ist auch die Bestimmung, daß derjenige nur den Pflichtteil— das ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils— erhält, der vorzeitig sein Vermögen beansprucht.(Jeder Erblasser kann ohne Angabe von Gründen jedes seiner Kinder„auf den gesetzSechunki=Turunde und Weleine Bachum In der bisherige Dirigent Endemann alles daransetzen Reichsmusikkammer— Kreismusikerschaft Bochum. In der letzten Monatsversammlung der Fachschaft III der Ortsmusikerschaft Bochum wurde als letzter Meldetermin für das im März stattfindende Schülerkonzert der 3. Februar festgesetzt. An diesem Tage findet abends 8 Uhr im Ständehaus die Februar=Versammlung statt; es werden an diesem Abend noch Meldungen entgegengenommen. Es wird erwartet, daß alle Mitglieder erscheinen, da noch andere wichtige Mitteilungen vorliegen. Als Fachberaterin für Frauenfragen wurde Frau Else Münker ernannt. Quartett=Verein„Hansa“. Im Vereinslokal Erlenkämper wurde die 26. Generalversammlung vom Vereinsführer mit dem Deutschen Gruß eröffnet. Nach dem vorgetragenen Tätigkeits= und Kassenbericht des letzten Jahres wurde dem Vorstande Entlastung erteilt. Aus ihnen war zu entnehmen, daß das Jahr 1935 für den Verein in jeder Hinsicht erfolgreich war. Wegen regelmäßigen Probenbesuchs konnten die Sangesbrüder Wulf, Mette, Schmidt, Fiebert und Holthuvsen durch ein besonderes Geschenk geehrt werden. Der gesamte Vorstand wurde in seiner bisberigen Besetzung, und zwax„Persinsführer Fiebert den Geschäftsführer Himmelmunn und Notenwart Pieraks, wiedergewählt bzw. ergänzt. Beschlossen wurde u.., im Jahre 1937 am Deutschen Sängertag in Breslau teilzunehmen. Als nächste Veranstaltung wurde das Frühjahrskonzert auf den 15. März d. I. festgelegt. Nach einem kleinen Imbiß und gemütlichen Umtrunk blieben die Sänger in echter fröhlicher Runde beisammen. Zither=Musik=Verein Bochum. Im Anschluß an die am Sonntag im Krankenhause Bergmannsheil abgehaltene musikalische Feierstunde hielt der Verein seine Jahreshauptversammlung im Saale Strauch ab. Zunächst gab Herr Feller einen Bericht über die Tätigkeit im vergangenen Jahre. Ueber die Aufgaben im laufenden Jahre äußerte sich Herr Wittich eingebend. Zur Pflicht hat der Verein es sich gemacht, auch durch sein öffentliches Auftreten zum Besten der Winterhilfe beizusteuern. Es ist, Veranstaltungen in Vorbereitung, wo die NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ die Leitung in Händen genommen hat. Nach der Einführung eines neuen Mitgliedes ging man zur Wahl eines neuen Vorstandes. Als Vorsitzenden wählte man Herrn Feller, als Schriftführer Herrn Wittich und als Kassierer Herrn Malbofer, als Notenwart Herrn Paul Köring, und zwar einstimmig, als Herzins Pr##. der#, ZZutuniz wird neben Körine aucd der bishelige Vinigent Endemann aues batänsegen, Verein zu hohen Leistungen zu führen. Volksbühne Bochum. Am Samstag abend tagte die Volksbühne Bochum im Lokale Paul Irrgang(Vertreter W. Heihoff), Alleestraße 59. Vereinsführer G. Wetzstein erledigte schnell die wichtigsten Punkte der Togesordnung. Spielleiter Hans Gewecke sprach über die Werke„Mullers Prinzeßchen",„Lumpenkönig",„Spielmann vom Rhein“ und„Im weißen Röss'". Ortsreferent Th. Köppe sprach über die Ziele und Zwecke des RVH. und überreichte dem Vereinsführer Gustav Wetzstein ein Geschenk für seine 25jährige Tätigkeit als Volksbühnenspieler in der Volksbühne Bochum. Kanarienzucht= und Vogelschutzverein„Züchterglück“ Am 19. Januar hielt der Kanarienzucht= und Vogelschur verein„Züchterglück“, im Vereinslokal„Volkshaus„am Moltkemarkt seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Fritz Brozio begrüßte die Erschienenen. Es wurde Protokoll und der Jahreskassenbericht gegeben und dem Kassierer Entlastung erteilt. Die Neuwahl wurde getätigt, und zwar wurden gewählt: Vereinsführer;„Fritz Stern; 2. Vereinsführer: W. Laun; 1. Schriftwart: Hans v. Holt, 2. Schriftwart: Hans Lorenz; 1. Kassierer: Gustav Kroll; 2. Kassierer: Josef Hinzmann. Die Revisoren für das Jahr 1936 sind W. Saik und G. Turowskt.. Die Tagesordnung, die sehr reichhaltig war, wurde durchgesprochen und vier neue Züchter ausgenommen. Traditionsecke Kameradschaft ehemaliger Verdun= und Argonnenkämpfer, Bochum. Im Kameradschaftsheim Timpe, Alleestraße, fand der Generalappell der Kameradschaft statt. Der schaftsführer Göbel eröffnete den Appell und gedachte in seiner Ansprache der im Kampf um Deutschland gefallenen Kameraden, sowie des im letzten Jahre verstorbenen Kameraden Hüttemann. Der Jahresbericht und die übrigen. Berichte gaben ein lebendiges Bild von dem Leben und Treiben im verflossenen Jahre,„Der Führexrat bleibt derfelge, mit Ausnahme des Schießzwarts, der noch Der Kameradschaftsführer gab dann in großen Zigen das Arbeitsprogramm für das nächste Jahr bekannt. In gunz besonderer Weise soll der Schießsport gepflegt werden. Nach Beendigung des geschäftlichen Teiles blieben die Kameraden noch einige gemütliche Stunden beisammen, um alte ErGanz Deutschland im Zeichen der Rune! SA., SS. und NSKK. sammeln am 2. Februar das Winterhilfswerk Am 2. Februar veranstaltet das Winterhilfswerk seine fünfte Reichsstraßensammlung. Zum Vertauf gelangt eine Lederplakette mit der aufgepreßten altdeutschen Treuerune. Die Idee, Abzeichen aus Leder herzustellen, stammt aus Kreisen des Leipziger Buchbindereigewerbes, Während nämlich in früheren Jahren mehrfarbige Prägungen bei Bucheinbänden sehr beliebt waren, schmack unserer Zeit der schlichten, einfachen Buchhülle den Vorzug. Das bedeutet aber für viele der im Liegedruckverfahren arbeitenden Handpresser eine oft jahrelange Arbeitslosigkeit. Wchhzuchern und Außer den Leipziger Bucho#nvern sino die Lederarbeiter in Offenbach am Main und Hachenberg(Westerwald) an der Herstellung des Lederabzeichens beteiligt. Ein erster Auftrag von neun Millionen Abzeichen v. verteilte sich auf folgende Orte: Leipzig lieferte drei tz= Millionen, Offenbach fünf Millionen und Hachenverg i eine Million. Spätere Nachbestellungen erhöhten die Gesamtauflage um ein Beträchtliches. Wie alle Aufträge des WHW., hat auch die stellung der Lederabzeichen einer ganzen Reihe von deutschen Volksgenossen auf Wochen hinaus Arbeit und Brot gegeben. Die Leipziger Buchbindereien schätzen den Gesamtarbeitsverdienst an dem auf Leipzig entfallenen Anteil auf rund 40000 Reichsmark. In Offenbach fanden etwa 200 Arbeiterinnen und Arbeiter in ungefähr 115 000 Arbeitsstunden Beschäftigung. Für den Verkauf der originellen und geschmackvollen Anstecknadeln werden SA., SS. und RSKK. eingesetzt. Das deutsche Volk wird durch Erwerb des vorletzten Reichssammelabzeichens seine Treue zu Führer und Volksgemeinschaft erneut unter Beweis stellen. Vereins rechnen kann. In Zulkuft witd neven Koling uuch innerungen auszutauschen. Sechattenrein 0* uer Rasenkahalter“ hracht de? Tpenier um die Weisterschaft Stadttheater Bochum. Heute die Oper„Rosenravalter“ in der Neuinszenterung des Kölner Opernhauses unter Leitung von Generalmusikdirektor Fritz Zaun.„(Vormiete B. die NS.=Kulturgemeinde, Serie A(Nr. 201—306), und freie Besucher.) Immer näher rückt das bedeutende Ereignis der Erstaufführung von Johsts„Thomas Paine“ im Bochumer Stadttheater in Anwesenheit des Reichsleiters Al fred Rosenberg und anderer führender Persönlichketten der Partei, der Wehrmacht und des Staates. Der festliche und repräsentative Charakter dieser Erstauffübrung wird wieder einmal die Bedeutung des Bochumer Stadttheaters weit über die lokalen Grenzen hinaus bestätigen. Die Inszenierung wird geleitet von Dr. S. Schmitt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Emil Peeters. In den Hauptrollen: Fritz Brand, Willi Busch, Caspar, Ernst Holznagel, Gerhard Meinecke, Alfred Schieske. Tanzturnier um die Meisterschaft von Westsalen 1936. Wie in Vorjahren, so hat es auch in diesem Jahre der T. T. C.„Blau=Weiß=Casino“ e. V. Bochum zustande gebracht, das Turnier um die Meisterschant von Westfalen, unter Aussicht des Reichsverbandes zur Pflege des Gesellschaftstanzes e. V. Berlin(Mitglied der Reichskulturkammer) nach Bochum zu bringen. Das Turnier findet am 1. bruar im Parkhotel, Haus Rechen, statt. Die Gesamtleitung wurde dem Tanzlehrer Achenbach, Bochum, übertragen. Das Turnier verspricht für Bochum ein großes sportliches und gesellschaftliches Ereignis zu werden, dae. Spitzenpaare, sämtlicher Westdeutschen Clubs um den Meistertitel kampfen. Jugendgruppe. ing für die EinDie RS.=Kulturgemeinde. Als nächste Pflichtvorstellung zelmitglieder der Jugendgruppe findet am Sonntag, 2. Februar, 15 Uhr, das Schauspiel„Maria Stuart“, statt. Die Eintrittskarten sind in der Geschäftsstelle der NS.= Kulturgemeinde, Bochum, Lueg=Haus, Zimmer 1, zu haben. lichen Pflichtteil setzen“.)— 2. Sie haben nun zu entscheiden, ob Sie jetzt den Pflichtteil beanspruchen wollen oder nicht. Wollen Sie ihn verlangen, dann müssen Sie das der Stiefmutter mitteilen, die ja zur Auseinandersetzung bereit ist, wie Sie schreiben. Wie nun die Werteberechnung bezuglich des Vermögens und eine mögliche und u. E. in Ihrem Falle auch berechtigte Ausgleichung beziehungsweise Anrechnung der Leistungen für die Berufsausbildung Ihrer Stiefbrüder u. a. vor sich gehen kann, ist ohne weiteres nicht zu ersehen und von der Gesamtheit vieler Umstände abhängig. Ohne billigen Vergleich wird es nicht abgehen. Sie befragen sich am besten bei einem Rechtsanwalt. L. Z. Herne. Ueber den Ursprung des Salzgehaltes der Weltmeere gibt es zwei Anschauungen. Nach der einen sind bei der Bildung der Erdkruste Salze und Wasserstoff unter sehr hohem Druck und sehr hoher Temperatur bulkanartig aus dem Erdinnern herausgepreßt worden, wobei sich der Wasserstoff mit dem Sauerstoff der Luft zu Wasser verband. Nach der andern Ansicht ist das Salz aus Verwitterungsprodukten der Flüsse entstanden. Während sich der Kalkgehalt der Flüsse teils im Meere abgesetzt hat, teils von der Tierwelt verbraucht ward, hat sich der Salzgehalt der Steine allmählich aufgelöst. Uebrigens ist der geringe Salzgehalt von Ostsee und Mittelländischem Meer den reichlichen Regenfällen und den in sie einmündenden Süßwasserflüssen zuzuschreiben. Sodann haben regenarme Binnenmeere, wie das Rote Meer und der Persische Meerbusen, mit wenigen Zuflüssen weit mehr Salzgehalt als die Meitmeere. Elektro-Anlagen sowie Reparaturen Paul Wagner Viktorlastraße 61— 53 Telephon 67906 Venn Sie un Eridlung eiden, Mähbel so nehmen Sie sofort das bekannte! Kräuter-Destillat RiformaFessemsnun“ Schlaf, ist erprodt bei Verkaltung, Schwindes" Aemnot, Herzklopfen, Kopfwed, Schwindel, Unfähigkeit flar zu denken, Gemüts###iumung, auch darnausscheidend. 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Jan. morgens um 7¾ Uhr, findet in der St.-Marien-Kirche ein Seelenamt als 1. Jahresgedächtnis für den verstorbenen Kaufmann Ernst Allehoff statt, wozu freundlichst eingeladen wird. FLEE Verdingung. für die Herstellung einer Entwässerungsanlage auf dem Grundstück Markstraße 93 in Bochum=Steinkuhl sollen die Erd= und Maurerarbeiten vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei der Bauunterhaltungsabteilung, Rathaus, 3. Obergeschoß, Zimmer 342, zur Einsicht auf und können, solange der Vorrat reicht, von dort bezogen werden. Zusendung durch die Post erfolgt nicht. Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind rechtzeitig bis Mittwoch, den 5. Februar 1936, 11 Uhr, bei der obenbezeichneten Dienststelle reichen, wo um diese Zeit die Oeffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. Bochum, den 27. Januar 1936. Der Oberbürgermeister. 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