S 9 g.sgergselle: Grundprette pr 1 um Bise in 22 um Breie 85 Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. haldmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich. Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pl. bei fünf Sonniagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch böhere Gewalt oder durch Verbot oder Betrieps: Körung u. dgl, verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen&am; Dierichs in Bochum Donnerstag 23. Januar 1936 43. Jahrgang Nummer 19 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise;, Grundpreise für 1 mm Höbe in 22 gm Breite.5, P. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil. Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Bi., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote. Anzeigen privater Art) 8 Pf., Anzeigen im VereinsSportkalender im Textteil 10 Pf., Auskunft= und Ziftergebühren 25 Bf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstafsel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frübmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernKündlich aufgegebener Anzeigen kaun teine Gewädr übernommen werden, Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Rontsepreriumattenin=Trnden Die feierliche Verkündung der Thronbesteigung Eduards Vlll.— Baldwin stattet dem neuen König den ersten amtlichen Besuch ab dnb London, 22. Januar. Vom Balkon des St.=James=Palastes wurde am Mittwoch um 11 Uhr MEZ. der dort bei winterlichschönem Wetter versammelten Menschenmenge von einem Herold die Proklamation verlesen, die dem Volke die Thronbesteigung König Eduards VIII. verkündet. Das gleiche Schauspiel vollzog sich in Abständen von einer halben Stunde an drei weiteren geschichtlichen Stätten der Innenstadt, am Charing Croß, in Temple Bar, dem Gerichtsviertel der Londoner City, und vor den Stufen der königlichen Börse. Die Proklamation hat in freier Uebersetzung folgenden Mortlaut:.„ 4.. Iu. 5aHam, asfelr Pat „Da es Gott, dem Allmächtigen. gefallen hat, unseren Herrscher König Georg V. gesegneten und ruhmreichen Angedenkens zu sich zu rufen, gebührt durch sein Hinscheiden die Reichskrone von Großbritannien und Nordirland allein und rechtmäßig dem hohen und mächtigen Fürsten Eduard. Wir, die geistigen und zeitlichen Lords dieses Königreichs, veröffentlichen und proklamieren daher unter Beistand des Kronrats der verstorbenen Majestät sowie einer Anzahl anderer Herren von Rang und des Lordmayors, der Aeltesten und der Bürger von London mit einer Stimme der Zunge und des Herzens, daß der hohe und mächtige Fürst Eduard nunmehr durch den Tod unseres verstorbenen Herrschers glücklichen Angedenkens unser einziger gesetzlicher und rechtmäßiger Lehnsherr Eduard VIII. durch die Gnade Gottes König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland, Verteidiger des Glaubens und Kaiser von Indien wird. Ihm geloben wir voller Treue stetigen Gehorsam aus vollem Herzen und tiefer Anhänglichkeit und bitten Gott, durch den Könige und Königinnen regieren, den königlichen Fürsten Eduard mit langen und glücklichen Jahren der Herrschaft über uns zu segnen.“ In allen vier Fällen ging der geschichtlich=feierliche Akt in gleicher Weise vor sich. Trompeter eröffneten die Zeremonie mit einer langen Fanfare. Der Wappenkönig des Hosenbandordens, Sir Gerald Wollaston, trat in Begleitung des Lordmarschalls, der eine goldbesetzte scharlachrote Uniform trug, vor die Menge. Er entrollte ein großes Pergament. Im gleichen Augenblick präsentierten die Truppen das Gewehr. Alle entblößten das Haupt und der Wappenkönig verlas die Proklamation. Nachdem er mit dem Satze geschlossen hatte:„Gott schütze den König,“ wiederholte der Lordmarschall dies: Worte. Die Artillerie feuerte Salut. Eine weitere Fanfare wurde geblasen und zum Schluß die Nationalhymne gespielt und gesungen. Die Flaggen, die bis dahin auf Halbmast gestanden hatten, stiegen zur Mastspitze empor. Der feierliche Zug zur City Buckingham=Palast seinen ersten amtlichen Besuch ab. In Anwesenheit Baldwins fand ferner am Mittwoch vormittag die übliche Wochensitzung des Kabinetts statt, in der die vorbereitenden Arbeiten für den Zusammentritt des Parlaments am 4. Februar geleistet wurden. Die Erklärung König Eduards im Kronrat Im Staatsanzeiger wird die Erklärung veröffentlicht, die der neue englische König Eduard VIII. in der gestrigen Sitzung des Kronrats im St.=James=Palast abgegeben hat. Der König sagte u..: „Als mein Vater hier vor 26 Jahren stand, erklärte er, daß eines seiner Lebensziele die Aufrechterhaltung der verfassungsmäßigen Regierung sein werde. In dieser Hinsicht bin ich entschlossen, meines Vaters Fußtapfen zu folgen und wie er während meines ganzen Lebens für das Glück und die Wohlfohrt aller Klassen meiner Untertanen zu arbeiten. Ich setze mein Vertrauen auf die Ergebenheit und Zuneigung meiner Völker im ganzen Reich und auf die Weisheit ihrer Parlamente, daß sie mich in dieser schweren Aufgabe unterstützen, und ich bete, daß Gott mich bei ihrer Erfüllung lenken wird.“ „Sein größter Stolz: Frontkämpfer gewesen“ Die Persönlichkeit König Eduards VIII. steht heute im Mittelpunkt aller Betrachtungen der englischen Presse. „Daily Telegraph“ erklärt, des neuen Könias größter Stolz bestehe darin, daß er ein Frontkämpfer gewesen sei. Seine leidenschaftliche Besorgnis für das Wohlergehen der Frontkämpfer habe ihn ebenso wie sein starkes Mitgefühl für die Unglücklichen, Arbeitslosen und Armen dem britischen Volk teuer gemacht. Niemals zuvor habe England einen König gehabt, der, wie er, tapfer durch die Elendsbezirke der Großstädte und durch die vergessenen Straßen der arbeitslosen Bergarbeiterdörfer geschritten sei. König Eduards Thronbesteigung werde nirgends größere Hoffnungen erwecken als in diesen Kreisen. Die„Times“ sagt, alle Teile des Weltreiches seien einig in der Ueberzeugung, daß sich der König mit ganzem Herzen für das Glück und die Sicherheit seiner Länder und für die Förderung des Weltfriedens einsetzen werde. Die deutsche Trauerabordnung dnb Berlin, 22. Januar. In persönlicher Vertretung des Führers und Reichskanzlers und als Vertreter der Reichsregierung wird sich als Führer der deutschen Trauerabordnung zu den Beisetzungsfeierlichkeiten für den verewigten König Georg V. von England nach London begeben der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath. Der Abordnung ist ferner angeschlossen Seine Königliche Hoheit der Herzog von Koburg. Als Vertreter der deutschen Wehrmacht gehören ihr an: General der Infanterie von Rundstedt, Admiral Albrecht, General der Flieger Kaupisch. Der deutsche Botschafter in London von Hoesch wird ebenfalls Mitglied der deutschen Abordnung sein. Kuomen=Endal zaratrgeireten Das hundertste Kabinett der dritten französischen Republik muß nunmehr gebildet werden— Lavat und Bouisson lehnen ab Auf der ganzen Strecke von dem Palais des bisherigen Prinzen von Wales bis zur Börse hatte„Militär in Khaki=Uniform Aufstellung genommen. Der Zug wurde von Vorreitern der Leibgarde geführt. Hinter einer Schwadron von Gardekürassieren, deren Uniformen im Lichte der Sonne erstrahlten, folgten die vier Staatskarossen, in denen die Träger der Proklamationszeremonie saßen. Ihnen folgten der neue König. In Temple Bar, wo die Hoheitsrechte„der City von London beginnen, mußte die Prozession haltmachen. Dort war ein rot=silbernes Band über die Straße gespannt. An dieser Stelle warteten der Lordmayor, die Sheriffs, die Stadtältesten und die Beamten der Verwaltung der City. Nach dreimaligem Fanfarenruf trat der City=Marschall in mittelalterlicher Uniform vor. Auf seine Frage:„Wer das“, kam die Antwort:„Königs Offiziere, die Einlaß in die City von London fordern, um die Thronbesteigung Sr. Majestät Königs Eduard VIII. zu verkünden“ Daraufhin ließ der Lordmayor den Zug der Herolde in die City ein und die Verkündung konnte erfolgen. Ein ohrenbetäubender Beifall der Menschenmenge brach durch, und die Nationalhymne wurde gesungen. Ueber geschichtlichen Boden bewegte sich hierauf der Zug der Börse zu, wo der Lordmayor ein von einer unübersehbaren Menschenmenge begeistert aufgenommenes dreifaches Hoch auf den neuen König ausbrachte In diesem Augenblick ruhte in der sonst so geschäftigen City jede Tätigkeit. Büroangestellte und Stenotypistinnen, Direktoren und Sekretäre. Börsenmakler und Geschäftsleute aller Art hatten sich auf dem weiten Vorplatz der Börse und in den anliegenden Straßen eingefunden, um die Verlesung der Proklamation zu hören. Soweit das Auge reichte, standen Menschen Kopf an Kopf, und dennoch war es so still, daß jedes Wort der Proklamation deutlich wahrgenommen werden konnte. Nachdem sich die Beifallsstürme für den neuen König gelegt hatten, führte der Lordmayor den Zug zum Mansion=House, dem Repräsentationsgebäude der Citv. In ähnlicher Weise wurde die Thronbesteigung in der Hauptstadt von Schottland, Edingburah und in Windsor verkündet. Ueberall waren gewaltige Menschenmengen Zeugen dieses vomphaften Schauspiels, das in London eine seltsame Mischung von mittelalterlichem Brauch und moderner Wissenschaft war, da an allen Stellen Mikrophone und Lautsprecher aufgestellt waren, die den feierlichen Akt in die weitere Umgebung und in die britischen Dominions übertrugen. Nach der Verkündung der Proklamation stattete Maimisterpräsident Baldwin dum neue König im Paris, 22. Januar. Das am 7. Juni 1935 gebildete dritte Kabinett Laval ist um 17.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit zurückgetreten, nachdem die radikalsozialistischen Minister Herriot, Bonnet, Paganon und Vertrand unter Hinweis auf die Entschließung des Vollzugsausschusses der radikalsozialistischen Partei ihren Rücktritt erklärt hatten. In der erwähnten Entschließung hatte sich der Vollzugsausschuß der radikalsozialistischen Partei gegen das Kabinett Laval ausgesprochen. Damit war in der Kammer die für die Regierung Laval notwendige Mehrheit gefährdet. Ministerpräsident Laval erklärte nach Ueberreichung seines Rücktrittsschreibens Pressevertretern gegenüber, daß er das Anerbieten des Präsidenten der Republik, eine neue Regierung zu bilden, abgelehnt habe. Der Präsident der Republik Lebrun hat in seiner eineinhalbstündigen Unterredung mit dem Kammerpräsidenten Bouisson diesem die Bildung einer neuen Regierung angeboten. Doch hat Bouisson eine ablehnende Antwort erteilt. Wie in politischen Kreisen verlautet, soll der Präsident beabsichtigen, am Donnerstag vormittag Herriot die Regierungsbildung anzubieten. Aber auch dieser dürfte ablehnen. Das heute zurückgetretene Kabinett Laval war das 99. Kabinett der dritten französischen Republik. Nunmehr muß das hundertste gebildet werden. 60 Nationalsozialisten in Oesterreich verhaftet. In Eggenberg bei Graz wurden am Dienstag 60 Nationalsozialisten verhaftet. Diese Verhaftungen sollen im Zusammenhang mit der letzten Flugblattaktion stehen. Trauersalut in London ## Eduard VIII. Die neue Würde des Trinzen von Wales— Aus dem Leben des englilchen Kronprinzen TD. London, 21 Januar. Der Schmerz Englands über den Tod König Georgs ist echt und tief. Selten entsprach ein englischer Monarch bei aller persönlichen Eigenart so vollendet den Vorstellungen und Wünschen des britischen Volkes wie Georg. Selten— aber dennoch ist es wahrscheinlich, daß der Vorgang sich bei zwei aufeinanderfolgenden Herrschern Großbritanniens wiederholen wird. War König Georg in den fünfundzwanzig Jahren seiner Regierung ein ungewöhnlich beliebter Monarch, so war Eduard Albert Christian George Andrew Patrick David Prinz von Wales ein ungewöhnlich beliebter Kronprinz. Eduard— ein alter englischer Königsname; Albert— der Prinzgemahl der unvergessenen Königin Viktoria lebt in diesem Namen weiter: Christian— die freundschaftliche Verbindung mit dem dänischen Königshause wird hiermit angedeutet; Andrew— ein schottischer Vorname und damit eine leichte zusätzliche Bindung Schottlands an England; Patrick— ein irischer Vorname, also auch hier ein staatsmännischer Hinweis auf das Band, das die britischen Inseln zusammenhält; aber für die königliche Familie wie auch für das britische Volk war und blieb der Prinz von Wales bisher„David“ oder gar, mit einem Unterton respektvoller Zuneigung,„Dave“. König Eduard VIII. hat als Prinz mit sehr viel persönlicher Liebenswürdigkeit die Aufgaben auf sich genommen und durchgeführt, die sein Amt ihm auferlegte. Man erwartete zum Beispiel von einem Prinzen von Wales, daß er ein Vorbild in allen Fragen der Herrenkleidung sei— nun gut, Prinz Eduard war es, und er förderte mittelbar dadurch Englands Textilausfuhr um recht bedeutende Beträge. Man erwartete, daß ein Prinz von Wales sich um alle Teile des britischen Weltreiches kümmert— Prinz Eduard reiste selbst in alle Erdteile und lernte die Sorgen und Wünsche jedes einzelnen Landes unter der Krone aus eigenen, nicht leichtgenommenen Studien kennen: er ist vielleicht der weitestgereiste aller englischen Herrscher, wobei ihm alle Mittel der modernen Technik zustatten kamen. Der König von England muß ferner die Fragen der britischen Seemacht kennen— schon Prinz Eduard ist ein großer Freund der Flotte gewesen, er hat eine gründliche nautische Ausbildung genossen und fühlt sich an Bord eines Schiffes am wohlsten, seine Sammlung von alten und neuen Gemälden und Stichen britischer Schiffe ist weltberühmt. und den Torbogen zu seinem bisherigen Londoner Wohnsitz, York House, St. Bames'. Palace, ziert eine Schiffsglocke... Darüber hinaus aber hat sich der neue König durch ganz persönliche, spontane Handlungen einen Platz im Herzen der Engländer erobert. Als er 1911 in die Würde eines Prinzen von Wales eingeführt wurde, sollte er von dem Balkon eines überlieferungsmäßig dazu bestimmten Schlosses in Wales, Carnarvon Castle, zu der unten versammelten Bevölkerung sprechen. Nun muß man wissen, daß die Waliser Bevölkerung sich noch einen uralten, eigentümlichen Dialekt bewahrt hat der mit dem modernen Englisch nur sehr entfernte Aehnlichkeiten aufweist und von dem Durchschnittsengländer kaum verstanden wird; die Waliser werden überall, wo sie in anderen Teilen Englands auftauchen, wegen ihrer eigentümlich gequetschten Sprache gehänselt— gutmütig zwar, aber ihre Sprache liegt ihnen doch zu sehr am Herzen, als daß sie den Spott nicht doch leise schmerzlich empfänden. Anderseits ist der Waliser Dialekt immerhin so schwer zu erlernen, daß man es den englischen Prinzen nicht zumuten konnte, ihn zu beherrschen. Als damals 1911 der neue Prinz von Wales auf den Balkon trat, dachte man ein paar unverbindliche Worte zu vernehmen— aber Prinz Eduard hielt eine formvollendete Ansprache in schönstem Waliser Dialekt! Man kann sich die Begeisterung der Waliser vorstellen— der erste englische Prinz, der Walisisch sprach! Aber auch auf den ritterlichen Sinn des übrigen Englands machte der kleine Vorgang einen tiefen Eindruc..„der urcd fasiel bedentsamer 18 a Noch bezeichnender und sozial bedeutsamer ist ein zweites, ähnliches Erlebnis des damaligen Prinzen von Wales bei einer Indienreise. Er hielt sich kurze Zeit b W wee Hch. Hoffmann. Unser Bild zeigt die Vatterien an der Towerbrücke beim Abschießen des Trauersaluts für den verstorbenen König Georg., 70 Schutz für die 70 Lebensjahre des Verstorbenen. F4 ..-Archiv Der zurückgetretene Ministerpräsident Laval Seite 2 Nr. 19 7 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 23. Januar 1936 M als Gast bei einem Maharadscha auf und hörte zufällig, daß Tausende und aber Tausende von Parias, der„unberührbaren" untersten Klassen des indischen Volkes, sich nach dem Anblick des weißen Königssohnes sehnten. Sofort gab er den Befehl, ihn auf den Platz zu bringen, wo die„Unberührbaren“ sich versammelt hatten. Auf dem Platz stand er lächelnd im Auto auf, nahm den Hut ab und grüßte das indische. Volk. Sekundenlang standen die Parias wie erstarrt— dann brach ein Sturm der Begeisterung aus, der den jungen Prinzen sichtlich rührte. Wenige Tage danach war durch das große Indien die Kunde gelaufen, daß der weiße Prinz, der Sohn des großen Herrschers in England, „Nür Mittelmeerbesprechungen“. Ein englischer Bericht über die Verhandlungen mit Frankreich, Jugoslawien, Griechenland und der Türkei— Italien protestiert gegen das englische Vorgehen dnb Genf, 22. Januar. Der englische Außenminister Eden hat in einem Herzen hat Gda, das Ergebnis des Meinungsaustausches der englschen ard VIII. seitdem einen festen Platz, den kein Gandhi, Regierung mit Frankreich, Jugoslawien, Griechenland kein Unabhängigkeitsapostel, ihm streitig machen kann. Neben den politischen Bindungen der Länder des britischen Weltreichs hat der jetzige König Eduard VIII. auch ihren wirtschaftlichen Bindungen stets große Aufmerksamkeit geschenkt. Er ist stolz darauf, daß man ihn als„besten Vertreter Großbritanniens“ bezeichnet hat; der Warenaustausch Großbritanniens mit den Ländern, die er auf seinen Reisen berührte, stieg meist um ein volles Drittel, den wirtschaftlichen Nutzen einer Argentinienfahrt vor einigen Jahren hat man zum Beispiel auf 17 Millionen Pfund Sterling geschätzt. Uebrigens hat sich König Eduard auch in der Verwaltung seiner persönlichen Angelegenheiten als klardenkend und fortschrittlich erwiesen. Als Herzog von Cornwall oblag. ihm die Aufsicht über umfangreiche Ländereien und Zinnminen— er hat sich unter seinen Arbeitern und Angestellten den Ruf eines umsichtigen und gerechten Vorgesetzten erworben. Es ist wohl nicht allgemein bekannt, daß Eduard VIII. schon als Prinz von Wales durch das Herzogtum Cornwall über größere private Einnahmen verfügte als sein Vater. Das Bild eines lächelnden jungen Gentleman, der nach einem morgendlichen Tennisspiel mit einigen Freunden durch die Pall Mall schlenderte, der mitunter in guter Laune dem Trommler einer Tanzkapelle die Schlegel aus der Hand nahm und selbst weiterspielte, der im Embassy=Club oder im Café de Paris als bester Tänzer galt— dieses Bild, das man bei dem Worte „Prinz von Wales" noch vor sich aufsteigen sieht, wird nun wohl fallen und dem wahren Bild eines hart arbeitenden Königs Platz machen, der sein Vaterland über alles liebt und an dem„das Kriegserlebnis an der flandrischen und französischen Front durchaus nicht spurlos vorbeigegangen ist. Bestimmt aber wird König Eduard VIII. nicht nur aus überlieferungstreuer Vaterlandsliebe, sondern auch in echter Begeisterung begrüßt werden. Reichs= und Gauleitertagung dub München, 23. Januar. In München fand am Mittwoch unter dem Vorsitz des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, und in Anwesenheit sämtlicher Reichsleiter Gauleiter und Amtsleiter der Reichsleitung die erste Gauleitertagung des vierten Jahres der nationalsozialistischen Revolution ½„„„„„ Der Vormittag stand im Zeichen einer umfangreichen und ins einzelne gehenden Aussprache über eine Reihe aktueller innenpolitischer Tagesfragen. Vor dem Eintritt in die Beratungen gedachte der Stellvertreter des Führers in bewegten Worten des im letzten Jahr verstorbenen Gauleiters Hauptmann Loeper. Von den einzelnen Punkten der Tagesordnung, in deren Mittelpunkt vor allem wirtschaftliche Fragen standen, fanden die mit der deutschen Ernährungslage zusammenhängenden Fragen besonderes Interesse. Es kam zum Ausdruck, daß die entstandenen vorübergehenden Verknappungen ihren wesentlichen Grund in der durch den nationalsozialistischen Aufbau hervorgerufenen Verbesserung der Lebenshaltung von Millionen von Familien gehabt und daß das Verständnis und die innere Haltung des deutschen Volkes in diesen Fragen vorbildlich gewesen seien. Des weiteren wurden in eingehenden und fruchtbaren Erörterungen Anregungen für die weitere Fortführung der Arbeitsschlacht sowie Einzelfragen der Betreuung des deutschen Handwerks und Handels besprochen. In der Tagung der Reichsleiter, die am Nachmittag im Braunen Haus stattfand, erstatteten die einzelnen Reichsleiter ausführlichen Bericht über die Lage und die Entwicklung ihres Tätigkeitsgebietes, wobei die erfreulichen Fortschritte der Parteiarbeit im abgelaufenen Jahr festgestellt, aber auch einzelne Schwierigkeiten, die hier und dort vorübergehend zu überwinden waren, einer offenen und aufmerksamen Prüfung unterzogen wurden. Es kam dabei insbesondere der Wille zum Ausdruck, die bewährte Energie und weltanschauliche Kraft der Partei in die Aufwärtsentwicklung auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet weiterhin zum Einsatz zu bringen. General Litzmanns 86. Geburtstag Glückwunschtelegramm des Führers anb Berlin, 22. Januar. General Litzmann, der siegreiche Heerführer des Weltkrieges und greise Mitkämpfer des Führers, beging am heutigen Tage auf seinem Gut in Neuglobsow (Mark) in aller Stille seinen 86. Geburtstag. Zahlreiche Glückwünsche von führenden Stellen der Partei, des Staates und der Wehrmacht sind dem„Sieger von Brzeziny" und alten treuen Nationalsozialisten zugegangen. Der Führer und Reichskanzler sandte General Litzmann folgenden Glückwunsch: „Lieber Parteigenosse General Litzmann! Zu Ihrem heutigen 86. Geburtstag sende ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche in der innigen Hoffnung, daß Sie noch recht oft diesen Tag in jenem Dritten Reich feiern mögen, für das Sie als unser alter Parteigenosse mitgekämpft haben. Ihr herzlich ergebener Adolf Hitler.“ Auch von der Münchener Reichs= und Gauleitertagung ging dem General Litzmann ein Begrüßungstelegramm zu. Wieder Haussuchungen in Eupen and Eupen, 22. Januar. Am Dienstag vormittag wurden bei vier Eupener Einwohnern, von denen drei Mitglieder des Eupener Segelflugvereins sind und der vierte ein Flame ist, von Eupener Gendarmerie Haussuchungen vorgenommen. Offenbar suchte man nach politischem Material, doch hat man nichts Belastendes finden können. Beschlagnahmt wurden u. a. Hitler=Bilder und Hakenkreuzfahnen sowie ein Aschenbecher, der mit einer Hakenkreuzfahne versehen war. Im Anschluß an die Haussuchungen wurden die betreffenden Personen auf der und der Türkei mitgeteilt. In dem Schreiben wird betont, daß die gegenseitige Unterstützung der Staaten, die an den Sanktionen teilnehmen, gegenüber einer militärischen Aktion des vertragsbrüchigen Staates zwar ein Grundsatz von allgemeiner Bedeutung sei, jedoch in ihrer Anwendung die besondere Zusammenarbeit derjenigen Mitglieder des Völkerbundes erfordere, die mit Rücksicht auf ihre militärischen Verhältnisse oder ihre geographische Lage am unmittelbarsten betrossen würden. Es habe sich deshalb im vorliegenden Falle darum gehandelt, festzustellen, ob die Staaten, deren Hilfeleistung besonders erforderlich sei, bereit sein würden, konkrete Hilfeleistung zu gewähren, und bejahendenfalls, welches der genaue Charakter dieser Hilfeleistung sein würde. Die britische Mitteilung führt die Antworten an, die die französische Regierung auf Englands Anfragen vom 14. und 18. Oktober erteilt habe, und erklärt, es sei demgemäß zwischen den beiden Regierungen ein Einverständnis erzielt worden. Es sei jedoch erwünscht, eine weitere Angelegenheit zu klären, nämlich das Ziel und die Einzelheiten der erwähnten Besprechungen zwischen den Marine=, Militär= und Luftstäben der beiden Länder. Hierzu führt die englische Denkschrift aus: „Die Tatsache, daß diese Besprechungen zwischen den französischen und den britischen Stäben stattgefunden haben, hat in gewissen Kreisen zu der Behauptung geführt, daß die Besprechungen sich nicht nur auf die Lage im Mittelmeer, wie sie sich aus der Anwendung von Artikel 16 der Völkerbundssatzung ergibt, sondern auch auf die Nordostgrenze Frankreichs bezogen haben. Die Regierung Seiner Majestät wünscht diese Gelegenheit zu ergreifen, um zu erklären, daß jede derartige Behauptung unwahr ist. Die Besprechungen zwischen den beiden Stäben, die stattgefunden haben, beschränkten sich durchaus auf eine gemeinsame Aktion für den Fall, daß aus der Anwendung von Sanktionen im gegenwärtigen Konflikt Feindseligkeiten im Mittelmeer entstehen sollten. Sie haben sich niemals auf irgendeinen anderen Fall bezogen.“ Die englische Denkschrift erwähnt dann die Anfang Dezember erfolgten entsprechenden Erkundigungen der englischen Regierung bei Griechenland, der Türkei und Jugoslawien. Die Antworten, die diese drei Regierungen im Benehmen miteinander erteilten, ließen keinen Zweifel über ihre Bereitschaft, alle Verpflichtungen, die sich für sie aus der Satzung ergeben, getreu zu erfüllen. Die französische Regierung sei am 21. Dezember von den drei Regierungen über diesen Meinungsaustausch unterrichtet Veroronung gegen Preissteigerunden aus Anlaß der Erhöhung von Eisenbahngütertarifen dnd Berlin, 23. Januar. Wie der Oeffentlichkeit vor kurzem bekanntgegeben ist, hat sich die Reichsbahn zu einer Erhöhung ihrer Gütertarife gezwungen gesehen. Zur Vermeidung einer Verteuerung der Lebenshaltung sind die wichtigsten Lebensmittel von der Erhöhung ausgenommen worden. Um auch im übrigen eine Erhöhung der Verbraucherpreise zu verhindern, hat der Reichswirtschaftsminister zusammen mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und dem Reichsforstmeister am 20. Januar 1936 eine Verordnung gegen Preissteigerungen aus Anlaß der Erhöhung von Eisenbahngütertarifen erlassen. Die Verordnung ist sofort in Kraft getreten. Durch den§ 1 der Verordnung sind allgemeine Preiserhöhungen aus Anlaß der mit dem 20. Januar 1936 in Kraft getretenen Erhöhung von Eisenbahngütertarifen verboten worden. Uebertretungen des Verbots werden gemäß§ 4 der Verordnung mit Geldstrafen von unbegrenzter Höhe bestraft. Das Ziel der Verordnung ist, eine Abwälzung der durch die Tariferhöhung verursachten Mehrkosten auf den Verbraucher zu verhindern. Die Regierung erwartet, daß jede Wirtschaftsstufe die Mehrkosten für die Beförderung der Ware zur nächsten Stufe aus ihrer Verdienstspanne trägt. Für gebundene Preise ist dieser Grundsatz im § 2 der Verordnung ausdrücklich ausgesprochen worden. Hier müssen die Preise so bemessen werden, daß für den Abnehmer eine Erhöhung seiner Einstandspreise nicht leintritt. Wurde bislang„frei Empfangsort“ geliefert, so bedarf eine Aenderung dieser Art der Preisstellung oder der Preise selbst durch den Verband schon nach§ 1 der Verordnung über Preisbindungen und gegen Verteuerung der Bedarfsdeckung vom 11. Dezember 1934 (Reichsgesetzblatt 1 Seite 1248) der Einwilligung des zuständigen Reichsministers. Durch die neue Verordnung wird auch dem einzelnen Mitglied des Verbandes verboten, die Versendungsmehrkosten dem Abnehmer in Rechnung zu stellen. Bei einer Preisberechnung„ab Werk“ oder mit Frachtbasis darf der Preis um den Betrag der Frachtmehrkosten herabgesetzt oder darf die Fracht nur in der bisherigen Höhe berechnet werden. Dies gilt auch für laufende Verträge. Erscheint im Einzelfall diese zunächst allgemein angeordnete Art der Verteilung unbillig, so gibt der Absatz 2 des§ 2 der Verordnung die Möglichkeit, daß sich die beteiligten Wirtschaftskreise vertraglich über eine andere Art der Verteilung einigen. Kommt eine gütliche Einigung nicht zustande, so können gemäß§ 3 der Verordnung der zuständige Reichsminister oder von ihm beauftragte Stellen eine anderseitige Verteilung zwangsweise herbeiführen, wenn dies aus volkswirtschaftlichen Gründen oder zur Vermeidung besonderer Härten dringend erforderlich erscheint. Entsprechende Anträge sind bei den zuständigen Preisüberwachungsstellen einzureichen. worden, ebenso die italienische Regierung von der französischen über die Tatsache, daß die Besprechungen zwischen den französischen und den britischen Stäben stattgefunden hätten. Ferner sei die italienische Regierung auf Grund von Erkundigungen in Ankara, Athen und Belgrad von den Zusicherungen unterrichtet worden, die die türkische, die griechische und die jugoslawische Regierung der britischen erteilt hätten. Die türkische Regierung habe später die britische Regierung gebeten, eine entsprechende Zusicherung zu geben, was auch geschehen sei. Ebenso seien der jugoslawischen und der griechischen Regierung auf ihren Wunsch die gleichen Zusicherungen gemacht worden. Italienischer Einspruch Die italienische Regierung hat, wie hier verlautet, bereits in den verschiedenen Hauptstädten gegen das englische Vorgehen zur Sicherung der Hilfeleistung auf Grund von Artikel 16 Absatz 3 Einspruch erhoben und hat eine entsprechende Note an den Präsidenten des Völkerbundsrates angekündigt. Darin soll ausgeführt werden, daß die Organisierung der militärischen Hilfeleistung auf Grund der Völkerbundsverpflichtungen Angelegenheit des Völkerbundsrates sei und daß die englische Regierung durch die Entsendung von Kriegsschiffen ins Mittelmeer den Entscheidungen des Rates in unzulässiger Weise vorgegriffen habe. des Friedens und des Rechts weiterhin zusammenarbeiten... 5 Lan.Ihrame Las&. usiser a. Eden widersprach der Erklärung des Danziger Senatspräsidenten, daß es sich bei den nicht ausgeführten Empfehlungen um geringfügige Fragen und um juristische Streitigkeiten handele. Die Lage könne nicht so bleiben, es müsse eine Lösung gefunden werden, doch sei mit dem Völkerbundskommissar zu hoffen, daß die Zusammenarbeit wieder möglich werde. Der Ratspräsident schloß die Aussprache mit der Erklärung, daß kein Zweifel über die dringende Notwendigkeit einer Lösung bestehe. der Ratssitzung wurde dann der Bericht über die Arbeiten der letzten Tagung der Mandatskommission angenommen. In dem Bericht wird von einer Erklärung des japanischen Vertreters Kenntnis genommen, der wirtschaftliche Gleichberechtigung in den Mandatsgebieten forderte. Schließlich wurde der Ratsausschuß zur Prüfung der vorläufigen Maßnahmen auf dem Gebiete der Flüchtlingsfürsorge eingesetzt. Oelsperre wieder aufgeschoben Sachverständigenausschuß eingesetzt dnb Genf, 23. Januar. Der Achtzehner=Ausschuß der Sanktionskonferenz hat am Mittwoch nachmittag sein Präsidium ermächtigt, einen Sachverständigenausschuß zur Prüfung der Voraussetzungen und der Durchführung einer etwaigen Oelsperre einzusetzen. Der Sachverständigenausschuß soll in der nächsten Woche zusammentreten. Eine Frist für die Ausarbeitung und Erörterung des Berichts ist nicht festgesetzt. Damit ist die Entscheidung über die tatsächliche Verhängung der Sperre zum dritten Male aufgeschoben worden. Aotenrungeinandrer n Gen, Die Danziger Frage soll die Hilflosigkeit des Völkerbundsrates im italienisch=abessinischen Kriege verdecken— Der Danziger Senatspräsident weist unberechtigte Vorwürfe zurück 50 Jahre Soldat dnb Genf, 22. Januar. Der Völkerbundsrat trat heute vormittag in nichtöffentlicher Sitzung in die Behandlung der auf der Tagesordnung stehenden Danziger Fragen ein. Der englische Außenminister Eden als Berichterstatter bedauerte, daß sich der Rat wieder einmal mit der Verletzung der Verfassung der Freien Stadt durch die Danziger Regierung zu beschäftigen habe. Diese Verfassung sei unter die Garantie des Völkerbundes gestellt, und der Rat sei verpflichtet, sie aufrechtzuerhalten. Der Rat habe im September zuversichtlich damit rechnen können, daß seine Empfehlungen auf Grund des gründlichen und unparteiischen Gutachtens der Juristen vollständig und aufrichtig von der Danziger Regierung ausgeführt würden. Jetzt seien Zweifel an dem guten Willen der Danziger Regierung aufgekommen. Entgegen den im Mai v. J. eingegangenen Verpflichtungen seines Präsidenten habe der Danziger Senat beschlossen, in mancher Hinsicht die Empfehlungen des Rates nicht auszuführen. Das schaffe eine ernste Lage, über die er die Meinung des Rates erfahren wolle. Der Franzose Leger sprach im gleichen Sinne wie Eden Er behauptete, es handele sich für den Völkerbundsrat nicht um eine Einmischung in die inneren Verhältnisse Danzigs zur Förderung der einen oder anderen politischen Richtung, sondern um die Aufrechterhaltung der vertraglichen Autorität des Völkerbundes und um die Wahrung der unverzichtbaren Rechte der Danziger Bürger. Der spanische Vertreter de Madariaga schloß sich der englischen und der französischen Erklärung vollinhaltlich an. Wesentlich anders klangen die Ausführungen des dänischen Außenministers Munch. Er sprach die Hoffnung aus, daß der Danziger Senat eine Befriedung der verschiedenen politischen Richtungen in Danzig herbeiführen und auf Grund der heutigen Aussprache sowie der früheren Beschlüsse des Völkerbundes eine ersprießliche Zusammenarbeit mit dem Völkerbundskommissariat herbeiführen werde. Der polnische Außenminister Beck wies auf das besondere Interesse Polens hin und erklärte, er wolle die Befriedigung seiner Regierung darüber aussprechen, wie die oft recht verwickelten Beziehungen Polens mit der Freien Stadt in Zusammenarbeit mit dem Danziger Senat geregelt worden seien. Er habe die Ueberzeugung, daß der Senat gemäß den Erklärungen, die sein Präsident vor dem Rat und kürzlich gegenüber einem Vertreter der polnischen Regierung abgegeben habe, den gleichen guten Willen in seinen Beziehungen zum Völkerbund an den Tag legen werde. Die Völkerbundsgarantie müsse Polen die unbeschränkte Ausübung seiner Grundrechte gewährseisten chungen wurden g Ir zintergagen#er#uc Eier dem Senat der Freien Stadt eine gewisse unerläßliche Gendarmerie einem Verhör unterzogen, aver auch hier Handlungsfreiheit in der Verwaltung lassen und die hat man ihnen nicht den Zweck der Maßnahme bekannt= Sicherstellung der berechtigten Belange der Danziger gegeben. 4 Bevölkerung gewährleisten. Am Schluß seiner Erklärung sprach Beck die Hoffnung aus, daß der Rat eine gerechte und befriedigende Lösung finden werde. Der Vertreter der Sowjetunion benutzte eifrig die Gelegenheit, in der Rolle eines internationalen Sittenrichters aufzutreten. Liwinoff sprach von einer Verkennung oder sogar Verletzung internationaler Verpflichtungen(!). Das Recht müsse eingehalten werden. Wenn man Verträge als Papierfetzen behandele, könne kein Friede sein, keine Ordnung bestehen bleiben, und Macht und nationaler Egoismus würden allein maßgebend sein. Deshalb dürfe auch der kleinste Fall von Rechtsverletzung gerade in der gegenwärtigen Lage nicht hingehen. Der türkische Außenminister Rüschtü Aras schloß sich ausdrücklich den Erklärungen des dänischen Vertreters an. Der Völkerbundskommissar in Danzig, Lester verwahrte sich dagegen, daß er gegen eine bestimmte Partei eingenommen sei, und betonte, daß er die Anwendung nationalsozialistischer Grundsätze, soweit sie nicht gegen die Verfassung verstoßen, durchaus gerechtfertigt finde. Lester sprach zum Schluß die Hoffnung aus, daß trotz aller Schwierigkeiten eine Verständigung und Zusammenarbeit mit dem Senat möglich sein werde. Hierauf sprach in deutscher Sprache und in freier Rede der Danziger Senatspräsident Greiser. Er stellte im Namen des Senats fest, daß die Regierung der Freien Stadt Danzig niemals die Absicht habe, sich irgendwie gegen das Statut der Freien Stadt Danzig zu wenden. Auch alle Befürchtungen in bezug auf die Stellung des Kommissars in Danzig seien unbegründet. Von den sechs Empfehlungen des Völkerbundsrates habe der Danziger Senat vier ausgeführt. Die restlichen zwei seien nicht aus Mangel an gutem Willen unausgeführt geblieben, sondern— abgesehen von ihrer an sich geringen Bedeutung— deshalb nicht, weil der höchste Danziger Gerichtsbof in dieser Frage eine andere Stellung eingenommen habe als die Völkerbundsjuristen. Wenn die Unabhängigkeit Danzigs eine Tatsache sein solle, müsse auch die Achtung vor seinen richterlichen Einrichtungen gewährleistet sein. Die Danziger Bevölkerung blicke auf den Völkerbund als eine Einrichtung die Gerechtigkeit und Frieden verkörpere. Dies seien auch die Ideale der Danziger Benölkerung. Danzir sei zwölf Jahre lang das Pulverfaß Euronas gewesen. Dieses Pulverfaß sei dank der nationalsozialistischen Regierung ausgeräumt worden Der Danziger Senat habe die Friedensideale des Bölkerbundes in die Tat umgesetzt. Der Senatspräsident dankte dann dem polnischen Außenminister Beck, daß er diese Friedensaufgabe Danzigs anerkannt habe. Er schloß mit einem Appell an die Ratsmitglieder, als Politiker und nicht nur als Juristen zu handeln und einen Ausweg mit Danzig zu suchen. Danzig wolle mit dem Völkerbund für die Erhaltung Am 23. Januar feiert einer der bekanntesten deutschen Generale, General der Infanterie a. D. Fritz von Loßberg, sein 50jähriges Militärjubiläum. General von Loßberg wurde am 30. April 1868 in Homburg v. d. H. geboren. Im Jahre 1878 wurde er Leutnank beim 2. Garderegiment zu Fuß. 1907 rückte er zum Major und Lehrer an der Kriegsakademie und 1913 zum Oberstleutnant und Chef des General= stabes des XIII. Armeekorps in Stuttgart auf. 1915 wurde von Loßberg zum Obersten ernannt. Er wurde namentlich an bedrohten Stellen der Westfront eingesetzt und verstand es, den Ansturm der an Material und Truppenzahl überlegenen Gegner wiederholt aufzufangen, so an der Somme, bei Arras und in Flandern. Seine besonderen Leistungen wurden auch äußerlich durch die Beförderung zum Generalmajor und die Verleihung des Ordens pour le mérite mit Eichenlaub anerkannt. Nach der Revolution war von Loßberg Chef des Generalstabs beim Schlesischen Grenzschutz. Bei der Neubildung der Reichswehr amtierte er 1919 als Chef des Generalstabs beim Gruppenkommando II(Kassel) und 1920 als Generalleutnant und Oberbefehlshaber der Gruppe I(Berlin). 1926 stieg er zum General der Infanterie auf und schied im darauffolgenden Jahre aus dem aktiven Heeresdienst aus. Italienischer Vormarsch bis 380 Kilometer von Dolo. Der neueste italienische Heeresbericht meldet die Einnahme der Hauptstadt Negelli der abessinischen Provinz Galla Borano, 380 Kilometer von Dolo. Mussolini hat an General Graziani ein Danktelegramm gesandt.— Nach einer Meldung aus Aksum soll sich die koptische Kirche Nordabessiniens unter den Schutz des Königs von Italien gestellt haben. Der gesamte Klerus soll in einer feierlichen Sitzung den italienischen König zum Protektor ausgerufen haben. Dimitroff an die französischen Kommunisten. Der Generalsekretär der Komintern, Dimitroff, hat eine Botschaft an die französischen Kommunisten gerichtet. Darin heißt es, die französischen Kommunisten würden als wahre Revolutionäre handeln, wenn sie im Geiste des 7. internationalen kommunistischen Kongresses arbeiten. (Oeffnen diese Worte den Franzosen noch nicht die Augen über die kommunistische Gefahr?) Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest, Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Lokales: Hans Schulle, Kulturpolitik und Unterdaltung: Dr. Josef Schwermann, Feuilleton: Dr. Emil Strodtdofl. Wirtschaft: Fritz Schmidi Gerichtsdsenst und Briefkasten: Mar Glegel, Sport: Hans Hornbera, Provinz: Kurt Törnemann. Anzeigen: Kun Scholz sämtlich in Bochum. Berliner Schriftlettung: Michael Haupi Berlin SW. 68. Wilhelmstraße 98. Anruf: Jäger. 4115 und„Karisdorn 0840, Berliner Anzelgenvertretung: 8. B. Bempe, BuUblandstraße 194. Anrut' C 1 Steinplatz Druck: Laupenmüpten& Dierichs in#52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gllitig. Nachlaßstaffel.— □A XII 35 über 26 000. Sprechstunden der Schriftleitung von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags). Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Die heutige Aummer umfaßt 12 Seiten Berliner Anzeigenerlin= Charlottenbura. lag 6813. Verlag. und Bochum. Ruf 67551, 1 Seite 3 Nr. 19„ Bochumer Anzeiger“, Donnerstag, 23. Januav 1936 Bochum, Stadt der tausend Straßen Ein Rückblick mit der Nutzanwendung: Bei schlechten Straßenverhältnissen nicht gleich schimpfen! Der Mann am Steuer ist nur zu leicht geneigt, ein Schlagloch auf der Straße als eine Art von Beleidigung zu empfinden, und wenn es mal einen halben Tag ordentlich geregnet hat und einige Wasserpfützen die Straßendecke„zieren“ wie die Tupfen der Sonntagskrawatte, so geht gleich ein großes Geschimpfe los, als ob eine Straße mit lächerlicher Selbstverständlichkeit glatt und eben wie ein Billardtisch sein müßte. Und dabei könnte es doch noch viel schlechter sein! Man bedenke nur, daß der Bau von Kunststraßen erst 150 Jahre alt ist und daß noch im 18. Jahrhundert ein sorgsamer Mann bei Antritt einer größeren Reise sein Testament machte, da die Unsicherheit auf den Straßen sehr groß war. Seien wir deshalb nicht gleich mit Kernflüchen bei der Hand, wenn einmal die Straße nicht ganz in Ordnung ist. Unsere Wohlfahrt hängt davon ab, daß wir „wohl fahren". Das ist uns heute leicht gemacht. “ D i e S t r a ß e n u n s e r e r S t a d t s i n d h e u t e f a s t a l l e g e pflastert oder asphaltiert. Klagelieder, wie in früheren Zeiten, brauchen heute nicht mehr angestimmt zu werden, wenn auch hier und da noch Mängel zu beseitigen sind. Betrachten wir die Entwicklung des Straßenbaues in Bochum, so werden wir heute erstaunt sein, zu hören, daß im 17. Jahrhundert erst eine Straße gepflastert war. Es war die Stein=, später König= und jetzt Obere Marktstraße. Die übrigen Straßen und Wege wurden durch Wacholdersträuche mit darüber geworfenen Steinen in Ordnung gehalten. Diese Steine stammten aus einem im Griesenbruch gelegenen Steinbruch. Wenn der Schmutz bei Regenwetter gar zu tief war, konnte man von Stein zu Stein hüpfen. Wo es ganz schlimm war, namentlich bei den Toren, legte man für die Fußgänger hölzerne Schemmen, man verschwand dann wenigstens nicht ganz im Schmutz. Der Bau von Kunststraßen(Chausseen) wurde dann Ende des 18. Jahrhunderts in Angriff genommen. Die erste, die für Bochum in Frage kam, war die von Brünninghausen nach Essen, welche über den Crengeldanz nach Bochum führte. Mit dem Bau wurde 1789 begonnen und die Strecke Crengeldanz—Bochum 1792 fertiggestellt. 1795 kam die Strecke bis Steele hinzu. Die Chaussee wurde vom Staat gebaut, die anliegenden Gemeinden mußten aber Spanndienste leisten. Der Bau der Chaussee Elberfeld—Bochum wurde 1828 in Angriff genommen und zunächst bis Hattingen, dann bis Weitmar durchgeführt. Bis hierhin war sie 1840 hergestellt. Die Strecke Weitmar—Bochum wurde im Jahre 1842 ausgebaut. Von 1839 an hatte man aber schon die Strecke Bochum—Hofstede—Herne gebaut, die im Jahre 1842 fertig wurde. Die Landstraße von Bochum nach Dorsten wurde 1848 in Angriff genommen und bis zur Fleytebrücke 1849 fertiggestellt. Um diese Anlagen hatten sich Kammerdirektor Freiherr vom Stein und Minister von Heinitz sehr verdient gemacht. Damals stand man jedoch dem Bau dieser Straßen noch sehr ablehnend gegenüber. Als der Staat für diese eine 4prozentige Anleihe bei den vermögenden Leuten in der Mark ausschrieb, wurden in Bochum nur 75 Taler gezeichnet. Beim Ausbau der Strecke von Bochum nach Steele im Jahre 1791 weigerten sich die Bochumer, 40 Haufen Steine anzufahren. Die Entwicklung des Straßenbaues in der Innenstadt und in den Außenbezirken hatte auch weitere Fortschritte gemacht. Als der Bergbau in Bochum seinen Einzug hielt und die Bevölkerung stieg, mußte überall mit der Anlage von Straßen begonnen werden. Das Straßennetz Bochums, das 1042 Straßen umfaßt, ist uns heute ein Spiegelbild des Werdens unserer Stadt. Interessant ist die Gegensätzlichkeit unserer Straßen. Alle diese Straßen haben ihre Geschichte, sie tragen das Antlitz des Werdens und Emporblühens unserer Stadt vom kleinen Ackerstädtchen bis zur Stadt der Kohle und des Eisens. Radfahrer schwer verletzt Vom Personenkraftwagen angefahren Am 21. Januar, gegen 23 Uhr, wurde auf der Herner, Ecke Oberscheidstraße, ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren und schwerverletzt. Er erlitt einen Schlüsselbeinbruch und Kopfverletzungen und wurde von dem Führer des Personenkraftwagens in das Evangelische Krankenhaus in Herne eingeliefert. Das Fahrrad wurde stark beschädigt. Nächtliche Diebsfahrten Hühner, Hähne, Kaninchen und erbeutet In der Nacht zum 21. Januar wurde ein an der Vierhausstraße in Bochum, in der Nähe des Feuerwehrturmes gelegener Hühnerstall erbrochen; es wurden daraus neun weiße Hühner und ein buntgefiederter Hahn entwendet. Wer hat verdächtige Personen in der Nähe des Tatortes gesehen? Wo sind die Hühner zum Kauf angeboten worden? Wer kann sonstige Angaben bezüglich des Täters machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizei=Präsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer Nr. 245. In der gleichen Nacht sind in Bochum=Bergen, Wiescherstraße, und auf dem Laubengelände der Zeche Constantin, Schacht 4/5, ein Hühnerstall und zehn Lauben erbrochen beziehungsweise beschädigt worden. Die Täter entwendeten elf weiße und zwei schwarze Hühner, einen Hahn(gescheckter Italiener), eine Pute, 50 Pfund Zwiebeln in einem Sack und zwei Kaninchen. Ein Teil der Hühner und die zwei Kaninchen sind an Ort und Stelle abgeschlachtet worden. Es ist anzunehmen, daß die Täter die gestohlenen Sachen mit einem kleinen Karren oder mit einem Motorrade mit Beiwagen fortgeschafft haben. Wer hat in der Nacht zum 21. Januar auf dem bezeichneten Gelände oder in der Nähe verdächtige Personen wahrgenommen? Wer kann sonst zu den Diebstählen Angaben machen? Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245, Ruf 60661, Nebenstelle 224. Die Angaben werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Erste Schicht— Unglücksschicht. Nach längerer Erwerbslosigkeit hatte der 89 Jahre alte Hermann B. aus der Hofsteder Straße am Dienstag wieder Arbeit auf einem Bochumer Werk erhalten. Gleich bei der ersten Schicht verunglückte er dadurch, daß er von einem Stück glühenden Eisens am Kopf und an den Händen erheblich verletzt wurde. An=SechamPrschuirei Ein uraltes Haus der Grabenstraße siel Von dem früheren„Alt=Bochum“, das sich in jüngeren Jahren um den Markt gruppierte, ist nicht mehr viel zu sehen. Ein altes Haus verschwindet nach dem anderen. Und in einigen Jahrzehnten werden nur noch die drei altehrwürdigen Kirchen Zeugen längst vergangener Zeiten sein. Den im vergangenen Jahre auf der Wittener Straße, früher Buddenbergstraße, und auf der Bongardstraße, früher Obere Marktstraße, der Spitzhacke zum Opfer gefallenen alten baufälligen Häusern folgte ein uraltes Haus auf der Grabenstraße. Dieses Haus, das im vorigen Jahrhundert der Familie Kreutzberg gehörte und das in den letzten 30 Jahren der Maurer Göllner bewohnte, war mit der Zeit baufällig geworden, so daß es geräumt werden mußte. Man sah es diesem Hause gar nicht an, daß es neun Zimmer hatte. Dabei muß man aber bedenken, daß in früheren Jahren in den kleinen Kötterhäusern die Zimmer alle sehr klein waren. Ein normales Wohnzimmer, wie man es in allen Mietwohnungen findet, ist etwa dreimal so groß wie ein Zimmer in diesem Hause. Der Maurer Göllner erklärte aber mit Nachdruck, daß er in diesem Hause glücklich gewesen sei. Was dort nicht niet= und nagelfest war, habe er immer in Ordnung gebracht. Zwei Betten hätte man allerdings nicht in einem Zimmer unterbringen können, denn bei einem Bett konnte man sich kaum in der Stube umdrehen. Als er einmal einen dringend notwendigen neuen Kleiderschrank gekauft habe und diesen in einem der Zimmer aufstellen wollte, paßte er nicht herein. Er war 40 Zentimeter zu hoch. Nun war guter Rat teuer. Und was tat Göllner? Er nahm eine Säge zur Hand und sägte kurz entschlossen, da es sich nur um Dielen handelte, ein Stück aus der Decke und hatte nun Platz für seinen Kleiderschrank. Von diesem Zeitpunkt durfte aber in dem oberen Zimmer nicht mehr mit Wasser geplanscht werden, da sonst das untere Zimmer allzu feucht geworden wäre. Nachdem er dort ausgezogen war, wurde dieses Haus noch einige Zeit als Notwohnung benutzt. Wer in diesen Tagen durch die Grabenstraße kommt, wird an dieser Stelle nur noch eine Lücke vorfinden. Wer es nicht weiß, wird kaum glauben, daß hier ein Haus stand, in dem neun Zimmer zu vermieten waren. Hinter diesem Hause, zwischen Hellweg und Buddenbergstraße, lag früher der schöne Garten der„Flora“, eines den alten Bochumern wohlbekannten Gasthauses, an dessen Stelle später das Wiener Café entstand, das aber längst nicht mehr seinen ursprünglichen Zwecken dient. Vorderingung. Giedung eines Antrager Familienunterstützung für die Angehörigen der zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht einberufenen Wehrpflichtigen und der einberufenen Arbeitsdienstpflichtigen oder Rentenansprüchen öffentlicher Durch die Familienunterstützungs=Verordnung vom 19. Dezember 1935 wird den Angehörigen der zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht einberufenen Wehrpflichtigen und der einberufenen Arbeitsdienstpflichtigen zur Sicherung des notwendigen Lebensbedarfs Unterstützung gewahrt. Die Familienunterstützung ist keine Leistung der öffentlichen Fürsorge. Sie ist nicht zurückzuerstatten und unpfändbar. Unterstützungsberechtigt sind nachstehende Angehörigen der Einberufenen: I. Die Ehefrau; die schuldlos geschiedene Ehefrau, der der Einberufene nach§ 1578 des Bürgerlichen Gesetzbuches Unterhalt zu gewähren verpflichtet ist. II. Die ehelichen Kinder. Den ehelichen Kindern werden gleichgestellt 1. die für ehelich erklärten Kinder, 2. Stiefkinder und Pflegekinder, wenn der Einberufene bis zur Einberufung ganz oder überwiegend der Ernährer gewesen ist, 3. die unehelichen Kinder, wenn der Einberufene seine Vaterschaft nach§ 1718 BGB. anerkannt hat oder wenn seine Unterhaltspflicht in einem vollstreckbaren Titel festgestellt ist. III. Verwandte der aufsteigenden Linie; Adoptiv= eltern, wenn sie den Einberufenen vor der Einberufung an Kindes Statt angenommen haben. Die Gewährung der Unterstützung ist von der Stellung eines Antrages abhängig. Der Antrag kann von dem Einberufenen oder von dem Unterstützungsberechtigten bei dem Stadt= oder Landkreis oder bei dem Bürgermeister der Aufenthaltsgemeinde mündlich oder schriftlich gestellt werden. Dem Antrag sind beizufügen: a) bei Stellung des Antrages vor dem Gestellungstag der Gestellungsbefehl— der dem Einberufenen sofort wieder auszuhändigen ist— anderenfalls eine Bescheinigung des Truppen=(Marine=) teils oder der Arbeitsdienstabteilung über die erfolgte Einstellung, b) der Mietvertrag über die Wohnung, c) ein Nachweis, daß der Antragsteller zu den Angehörigen im Sinne des Unterstützungsberechtigten gehört. Der Unterstützungsempfänger oder sein gesetzlicher Vertreter ist verpflichtet, jede Aenderung der Verhältnisse, die den Wegfall oder die Minderung der Unterstützung bedingt, unverzüglich anzuzeigen. Unterstützungsberechtigt ist, wer den notwendigen Lebensbedarf nicht oder nicht ausreichend aus eigenen Kräften und Mitteln beschaffen kann und ihn auch nicht von anderer Seite, insbesondere von Angehörigen, erhält. Ist ein Unterstützungsberechtigter Mitglied einer Familiengemeinschaft(Haushaltsgemeinschaft), so haben die übrigen Mitglieder ihre Mittel und Kräfte im Rahmen des ihnen Zumutbaren zur Deckung seines notwendigen Lebensbedarfs zur Verfügung zu stellen, auch soweit sie nach den Rechtsvorschriften über die Unterhaltspflicht nicht verpflichtet sind, ihm Unterhalt zu gewähren. Der so gewährte Unterhalt ist bei Bemessung der Unterstützung zu berücksichtigen. Zur Familien= gemeinschaft gehoren Ehegatten, Verwandte, Verschwägerte und Personen, die dem Unterstützungsberechtigten gegenüber eine sittliche Pflicht zur Unterhaltsgewährung haben. Jeder Unterstützungsberechtigte muß seine Arbeitskraft zur Beschaffung des notwendigen Lebensbedarfs für sich einsetzen. Ob dem Unterstützungsberechtigten eine Arbeit billigerweise zugemutet werden kann, wird nach Lebensalter, Gesundheitszustand, häuslichen Verhältnissen und, soweit angängig, auch nach der beruflichen Ausbildung beurteilt. Zu den eigenen Mitteln, die der Unterstützungsberechtigte einsetzen muß, ehe ihm Familienunterstützung gewährt wird, ist sein gesamtes Einkommen zu rechnen, besonders Bezüge in Geld oder Geldeswert aus gegenwärtigem oder früherem Arbeits= oder Dienstverhältnis und aus Unterhaltsoder privater Art. Anträge auf Gewährung von Familienunterstützung können auf dem Wohlfahrtsamt, Rathaus, 2. Obergeschoß, Zimmer 238, gestellt werden. Für die Stadtteile Langendreer, Werne, Gerthe und Linden=Dahlhausen sind die Verwaltungsstellen zuständig. Mantel aus der Verwaltungsakademie gestohlen. Am 20. Januar, in der Zeit zwischen 20 und 23 Uhr, wurde in der Verwaltungsakademie einem Teilnehmer an einem Vortrag ein grauer, dunkelkarierter, zweireihiger Mantel entwendet. Der Mantel war mit Rückengurt versehen und mit der Firmenbezeichnung Baltz. In den Taschen befand sich ein Paar graulederne Handschuhe. Wer kann zu diesem Diebstahl Angaben machen? Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 242. Die Angaben werden auf Wunsch vertraulich behandelt. 4000 wollen ins Leben Das Arbeitsamt berät die vor der Schulentlassung stehende Bochumer Jugend Die Sprechstunden der Abteilung Berufsberatung im Arbeitsamt Bochum, Kreuzstraße 10, werden bis auf weiteres wie folgt festgesetzt: Volksschüler: jeden Vormittag(außer Samstag), 8½ bis 12 Uhr, Zimmer 12 und 14; Schüler höherer Lehranstalten: Dienstag und Donnerstag nachmittag, 15 bis 17 Uhr, Zimmer 17; Volksschülerinnen: jeden Vormittag(außer Samstag). 8½ bis 12 Uhr, Zimmer 26 und 28; Schülerinnen höherer Lehranstalten: Montag nachmittag 15 bis 17 Uhr, Zimmer 26. Die Ratsuchenden werden dringend gebeten, die festgesetzten Sprechstunden einzuhalten. * Rund 4000 Bochumer Jungen und Mädel, sind es, die in diesem Jahre die Schule verlassen oder auch aus dem Landjahr zurückkehren, um in Lehr= und Anlernstellen hinüberzuwechseln. Diesen Berufsanwärtern steht jedoch eine bedeutend geringere Anzahl an Lehr= und Anlernstellen gegenüber, die sich etwa aus folgenden Lehrstellenmöglichkeiten zusammensetzen: Bergbau 700, Handwerk 600, Industrie 500, Handel 200. Diese Zahlen beweisen, welch ungeheure Arbeit den zuständigen Stellen bevorsteht, um nach bestem Wissen und Gewissen diese Berufsanwärter den Lehrstellen zuzuführen. Das Gebot im neuen Deutschland heißt ja nicht Lehrstellenvermittlung um jeden Preis. Es gilt vielmehr, die deutsche Jugend planmäßig in den Arbeitskreislauf der Nation einzugliedern, jedem dieser 4000 jungen Menschen den Platz im Deutschen Reich anzuweisen, der ihm nach seiner Eignung zusteht. Eine selbstverständliche Folge dieses Grundsatzes ist die Frage: Wie kommen wir zu einer gerechten Auslese, und was geschieht mit der Jugend, die nicht die Möglichkeit hat, untergebracht zu werden? Eine gewissenhafte Eignungsprüfung wird nicht zuletzt entscheidend sein. Als eine nicht zu unterschätzende Schwierigkeit kommt noch die Tatsache der unüberlegten Berufswünsche hinzu, die den Berufsbeamten des Arbeitsamtes die Arbeit ungeheuerlich erschwert. Die erstaunlichste und auch bedauerlichste Statistik ist die der Gruppe Bergbau, denn hier steht ein Stellenangebot von ungefähr 700 einer bedeutend geringeren Nachfrage gegenüber, die in einem Gebiet, wo die Bergbauarbeit naturgegeben ist, befremdet. Dagegen erfreut sich das Metallgewerbe einer erheblich größeren Beliebtheit, denn das Verhältnis Angebot und Nachfrage entspricht etwa dem Verhältnis:3. Auch am Handwerk scheint Bochums Jugend nicht den rechten Spaß zu haben, denn hier weiß die Statistik von einem Ueberangebot an Lehrstellen, die nicht im entferntesten der Zahl der Anwärter entsprechen. Berufsberatung bedeutet für Elternhaus, Schule und Hitler=Jugend eine fruchtbare Arbeit; gilt es doch alle jungen Menschen dahin zu beraten, daß sie ein nützliches Glied in der Kette des Volksganzen werden, daß sie ihrer Eignung, Neigung und dem national=völkischen Grundsatz entsprechend einen Beruf ergreifen, in dem sie dem Volksganzen dienen können. Der Mantel war verdächtig groß! Am 3. Januar versuchte ein Mann in Herne einen ihm viel zu großen Mantel zu einem Hehlerpreise zu verkaufen. Da der Verdacht besteht, daß der Mantel gestohlen ist und der Besitzer über die Herkunft des Mantels unglaubhafte Angaben gemacht hat, ist der Mantel von der Kriminalpolizei sichergestellt worden. Beschreibung des Mantels: fast neu, zweireihig, grau=schwarz(wenig erkennbar Fischgrätenmuster), ganz mit schwarzer Seide gefüttert, mit Schlitz, ohne Aermelknöpfe, für eine große, korpulente Person passend. Eigentumsansprüche können bei der Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245, gestellt werden. Auch bei kleinen Verletzungen ist Vorsicht am Platze. Ein Arbeiter erlitt vor einigen Tagen eine Verletzung an der linken Hand. Er arbeitete jedoch weiter. Am Montag stellten sich Blutvergiftungserscheinungen ein. Auf ärztliche Anordnung wurde er sofort ins Krankenhaus geschafft, wo ihm der Daumen der linken Hand abgenommen wurde. Der Vorfall ist eine ernste Mahnung zur Vorsicht bei kleinen Unfällen. Im Berufe verunglückt. Der Hilfsrangierer Albert B. wurde beim Reinigen einer Dampfbremse so unglücklich von einer Kolbenfederung getroffen, daß er schwere Handverletzungen, einen Unterarm= und Knöchelbruch erlitt. Er mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Die Srandserm stehischen Wirder phot...-Muthherr. So hoch ragt das vom Wilhelmsplatz nach dem Stadtpark verpflanzte Kriegerdenkmal von 1870/71 schon wieder empor. Trotz der für Bauarbeiten wenig günstigen Jahreszeit ist die Wiederaufrichtung des um die Weihnachtszeit auf dem Wilhelmsplatz abgebauten Kriegerdenkmals von 1870/71 auf seinem neuen Standort vor dem großen Stadtparkteich schon außerordentlich gefördert worden. Der Hauptsockel des Denkmals ist, wie das Bild zeigt, schon etwa bis zu seiner ursprünglichen Höhe wieder fertig, und bei diesem Tempo wird es bis zum restlosen Wiederaufbau nicht mehr allzu lange dauern. Seite 4 Nr. 19 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 23. Januar 1936 9 5 6. AR „Wandern— ein Erleben“. Das Gedächtnis verloren Bochumer priesterjubilare 1936 Heimabend des SGV. Bochum. Wieder hatten sich die Mitglieder und Freunde des SGV. zum Heimabend in der Uhle eingefunden. Vereinsführer Döring, der die Anwesenden herzlich willkommen hieß, hatte an Stelle des verhinderten Wanderfreundes Schebstadt die Ausgestaltung des Abends übernommen.„Wandern— ein Erleben“, so lautete der Heimabend. Vereinsführer Döring verstand es in ausgezeichneter Weise, den Wandergedanken, wie er im Sauerländischen Gebirgsverein gepflegt wird, zu erläutern. Wandern und Sport wollen durch körperliche Betätigung den Menschen gesund und widerstandsfähig erhalten. Aber das Wandern hat noch eine andere Seite, es erfaßt das Gemütsleben. Es läßt das äußere Sehen und Erleben auch innerlich auf den Menschen wirken. Die Voraussetzung des Erlebens beim Wandern ist das Erkennen der Heimat. Besonders dem Großstädter ist der Sinn für das Erleben beim Wandern abhanden gekommen. Er vermag oft die naheliegenden„Schönz heiten der engeren Heimat bei seiner Verdrießlichkeit nicht zu erkennen. An Hand kleiner Erzählungen führte dann der Redner seine ihm aufmerksam lauschenden Zuhörer hinein in die Geheimnisse der heimischen Blumenund Tierwelt, zu den Erlebnissen, die das Wandern durch Feld und Wald vermittolt. Eine große Werbeveranstaltung am 10. März im Parkhaus will weiten Kreisen neue Anregungen geben für das Wandern in der engeren Heimat und im Sauerland. und Eintsegen auf dei Tand fnapt Bilder aus Bochumer Gerichtssälen Eeiwere! Marktpreise: wenig verändert Allmählich scheinen sich Bochums Hausfrauen an den neuen Marktplatz gewöhnt zu haben, denn der Marktbetrieb war Mittwoch erfreulicherweise reger als in den letzten Wochen. Die Anfuhr an Wintergemüsen und Obst war reichlich, die Fischstände waren gut beschickt. Einen schon recht frühlingsmäßigen Eindruck machten die Blumenstände mit Primeln, Tulpen, Mimosen und Hyazinthen. Es notierten die Preise am 15. Januar Möbren...... Psd 8 4 Schwarzwurzeln Pfv. 25—30 L Endiviensalat Stck. 15-40 J Rapunzeln. Pfb. 40 J Aevfel Wso. 33—45 Blumenkohl 43—45§ Wirsina Psd 12—15 L Weißkobl......... Pzzi 19 Ro kohl Pro. 15 A GGraukabl Pid. 10 J ..... Pfd. 25— 26 S 48sd.—15 ..... Stück 10-25 J ..... Pfd. 15—45 J Grunkobl... Rosentohl Spinat Cellerieknollen Nüsse Feigen Steckrüben.. Kartoffeln Bananen Tomaten Zwiebeln Mandatinen Apfelsinen Zuronen Sahnekäse Quarkkäse Rindfleisch Pid 8 3 25 Psd 1 4 Pfd. 38 Pid. 40 S Pid. 8 Stück 5 J Stck—7 3 Sick—6# -fd. 70 J Pid. 40 J Pfd. 90—110 Schweinefleisch....... Pfd. 80- 120 J Kalbfleisch... Pfd. 90—130 J Kabellau Scheufisch Seclachs Fischfilet Roibarsch Makrelen Hecht... Dorsch Schollen Pfd. 25 Pfd. 30 A Psd. 30 5 Pfd. 40 J Pfd. 30 J Pfd. 30 Psd. 80 J Psd. 20 J Pid 70• 22. Januar Pfd—10 S Pfd. 25- 30 Stück 15—20 L Pid. 40 A Wfd. 20—50 25-45 Pid. 12 J Pfd. 10 J Psd. 15 J Pid. 19 J Pfd. 23—28 Pfb.—15 5 Stück 10—25 3 Pid. 20 45 10—15 3 Pfd. 8 25 Pid. 1 0 Pid. 25—35 5 Psd. 40 J Pid. 8 Stück 5 J Stück—•9 Sick.—6 5 Pfd. 70 S #fd. 40 J Pfd. 90—110 J Pid. 80—120 A Psd. 90—130 J Pfd. 20 Pid 30 J Pfd. 15—20 J Pid. 40 S Pid. 30 J Pfd. 30J Pid. 89 S Psd. 20 Pid. 60 J Als der Leiter einer hiesigen Bausparkasse in der Nacht zum 5. September v. J. von Hagen mit seinem Wagen nach Bochum heimkehrte, packte ihn an der Eisenbahnkreuzung in Bochum=Laer ein furchtbares Grauen. Er sah im Lichtkegel vor sich ein umgestürztes Motorrad und in kurzer Entfernung fand er zwei Männer leblos auf der Straße liegen, fast nebeneinander, als wären sie hingebettet. Er hielt sofort, sah zum Rechten und rief um Hilfe. Die beiden Männer gaben noch Lebenszeichen von sich, waren aber offenbar sehr schwer verletzt. Zu seinem Entsetzen wurde jetzt von den Herbeikommenden auf der gegenüberliegenden Straßenseite auch noch ein zertrümmertes Fahrrad entdeckt, in dessen Nähe der Radfahrer, also das dritte Opfer, leblos aufgehoben wurde. Hier an der um diese Zeit leider unbeleuchteten Eisenbahnkreuzung, die in einer Straßenmulde liegt(gegen Mittemnacht werden dort die Lichter gelöscht, da der Zugverkehr aufhört), mußte soeben ein furchtbares Unglück geschehen sein. Fahrrad und Motorrad wurden polizeilich sichergestellt. Ein des Weges fahrender Arzt vom Langendreerer Krankenhause leistete den Verunglückten die erste Hilfe. Ein zweiter Arzt war bald aus Altenbochum hinzugerufen worden. Der Fall schien bei allen drei Verletzten schier hoffnungslos. Der Radfahrer Meyer und der Mitfahrer auf dem Motorrade, Erich Schürmann, starben, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, an ihren furchtbaren Schädelverletzungen. Der dritte kam ganz langsam nach monatelanger ärztlicher Betreuung wieder zum Leben; es war der Lenker des fast nagelneuen, noch plombierten, in seiner Geschwindigkeit also beschränkten Motorrades. Dieser jetzige Angeklagte Schürmann war mit seinem Bruder Erich von Herne aus unterwegs gewesen. Es war eine Ferienfahrt auf dem neuen Rade, das erst noch eingefahren werden sollte. Das Motorrad zeigte wenig Beschädigungen, jedoch war bei dem Fahrrade das hintere Rad völlig zerstört, woraus zu schließen ist, daß das Motorrad in der Finsternis an jener etwas gefährlichen Stelle in Laer von hinten auf den Radfahrer aufgefahren sein muß. Eine Untersuchung des Fahrrades, das bereits erheblich abgenutzt war, ergab ferner, daß es einen Rückstrahler nicht gehabt zu haben scheint. An dem noch ziemlich gut erhaltenen Rahmen waren jedenfalls keinerlei Spuren zu entdecken, daß dort ein Rückstrahler gesessen hätte. * Ohne jede Erinnerung Der Angeklagte gab an, so schwer verletzt gewesen zu sein, daß er über die Vorgänge jener Nacht auch nicht mehr das geringste ErinnerungsAuch in diesem Jahre kann wieder eine Anzahl Groß=Bochumer katholischer Geistlicher ihr Priesterjubiläum feiern. In Bochum=Altstadt blickt Vikar Vinzenz Dieckmann auf eine 25jährige Priestertätigkeit zurück. Im Jahre 1911 zum Priester geweiht, ist er seit daß er Urlaub hatte; das alles sei ihm später erst gesagt worden. Augenzeugen des Unglücks waren nicht vorhanden. Der Zusammenstoß muß fast ohne Geräusche vor sich gegangen sein. Die Verletzten scheinen alle drei auch kaum mehr einen Laut von sich gegeben haben. Erst auf die Hilfsmaßnahmen des hinzugekommenen Zeugen Arends hin wurde die Nachbarschaft herbeigerufen.„.I. Jhr IKaerisfen mm. Dem Angeklagten war ein Dyr abgerissen. Weiter hatte er einen Bruch der Schädelbasis mit schwerer Gehirnerschütterung erlitten. * Der als Sachverständiger vernommene Arzt Dr. Große=Weischede sagte aus, es sei nach Art der schweren Verletzungen wohl möglich, daß große Teile des Gedächtnisses verloren gehen. Man kenne viele solche Fälle. Die Verletzten erinnern sich dann gar nicht mehr an das, was eigentlich geschehen sei. Ob das Gedächtnis später wiederkehre, wenn sie auf Einzelheiten hingewiesen würden, bleibe fraglich. Es erwachsen dann aber Zweifel, ob die Betreffenden nicht dann einer Selbsttäuschung unterliegen und die Dinge nach den bloßen an sie herangebrachten Möglichkeiten nachkonstruieren. Gewähr für die Richtigkeit solcher Erinnerungen sei natürlich nicht vorhanden. Der Angeklagte leide jetzt auch an Schwerhörigkeit, ein Leiden, das nach seiner Angabe vor dem Unfall nicht bestanden habe. Sicher sei der Gehörnerv verletzt, wie die Blutungen aus dem linken Ohr vermuten lassen. Das Ohr sei wieder angenäht worden. Wenn der Angeklagte über starkes Kopfsausen klage, so sei ihm darin zu glauben. Nach Ansicht des Arztes habe, als er an die Unfallstelle kam, Herbstnebel geherrscht, so daß die Finsternis noch stärker war als sonst. * Die Frage, ob das Motorrad ein zu scharfes Tempo hatte, wurde von einem technischen Zeugen verneint. Die Plombe war noch unbeschädigt. Ueber eine Normalgeschwindigkeit hinaus konnte der Fahrer also noch gar nicht Gas geben. Zudem hätten sonst die Beschädigungen der Räder viel größer sein müssen. Auch dieser Zeuge, der sich beide Räder als Fachmann genau ansah, will sofort bemerkt haben, daß das zertrümmerte Rad keinen Rückstrahler gehabt haben könne. aufgeklärt... Auch die übrigen Zeugen wissen von dem eigentlichen Unfall nichts. Sie kamen hinzu, um Hilfe zu leisten, die Polizei herbeizuholen, den Krankenwagen zu rufen und den beiden Aerzten, Dr. Große=Weischede und Dr. Sunkel, zur Hand zu gehen. Unter all diesen Umständen konnte sich eine an Sicherheit grenzende Feststellung über den Hergang bei dem grauenvollen und folgenschweren Unglück, besonders auch über die Schuldfrage, nicht treffen lassen. Das Gericht mußte daher mangels Beweises von der Pfarrei St. Michael in Unterdahlhausen. Im Jahre 1931 wurde er von Dortmund, wo er als Vikar wirkte, als Pfarrer nach Unterdahlhausen berufen. Auch Pfarrer Steffens von St. Bonifatius Langendreer ist 25 Jahre Priester.— In Wanne=Eickel ist silberner Priesterjubilar der Pfarrer Anton Fredebeul von der Michaelspfarrei, der vor seiner Ernennung zum Pfarrer im Jahre 1981 ebenfalls in Wanne=Eickel als Vikar wirkte. Von den früher in Bochum wirkenden Priestern begeht Vikar Joseph Rörig am Patroklidom in Soest(früher lange Jahre Vikar in Bochum=Hamme) den Gedenktag seiner 25jährigen Wirksamkeit, weiter Pfarrer Joseph Schröder in Wiescherhöfen, vordem Vikar an der hiesigen Josephs= und Meinolphuskirche. Von den Bochumer geistlichen Studienräten ist Studienrat Wilhelm Diekamp vom Hildegardislyzeum diesjähriger silberner Priesterjubilar. Sein 25jähriges Pfarrer= und Ortsjubiläum kann, wie im„B..“ schon kurz mitgeteilt, Pfarrer Robert Fröhlich in BochumHordel begehen. Nicht vergessen sei das Jubiläum von ASV., Ortsgruppe Bochum=Altstadt Die Pfund= und Brockensammlung findet von Mittsch, 22. Januar, bis Samstag, 25. Januar, statt. Es woch, wird gebeten, die Spenden bereit zu halten. Versteigerungen im Stadtleihamt Bochum. Auf die am Donnerstag, 6. Februar, Donnerstag, 13. Februar, und Donnerstag, 20. Februar, im Stadtleihamt, Trankgasse 5, stattfindenden Versteigerungen der verfallenen Pfänder aus dem Monat Juni 1935 wird aufmerksam gemacht. Einlösung— nicht Erneuerung— ist noch bis zum 5. Februar 1936 vormittags zuläßig.(Vergleiche Bekanntmachung im Anzeigenteil.) Am den Rullpunkt herum! Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim. An der Rückseite des zur Westküste Skandinaviens abgezogenen Wirbelsystems drangen etwas kältere Luftmassen zum Festlande vor, die bei allgemeinem Druckanstieg Aufbruch der Bewölkung brachten. Da der Druck noch weiter im Ansteigen begriffen ist, wird die Aufheiterung bei allmählich abflauenden Winden sich weiter durchsetzen, wobei des Nachts infolge der stärkeren Ausstrahlung die Temperaturen etwas unter den Nullpunkt absinken werden. Da aus Südwesten noch stoßweise mildere Luft vordringt, wird es allerdings noch zu einzelnen leichten Niederschlägen kommen. Aussichten für Donnerstag: Mäßige, zeitweise auffrischende Winde aus westlichen Richtungen, in den Morgenstunden stark dunstig, wolkig, noch vereinzelte Schauer im Berglande, Tagestemperaturen zwei bis drei Grad, nachts und im Berglande mäßiger Frost. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei anhaltenden westlichen Winden später wieder zunehmende Bewölkung, Temperaturen des Tages etwas über Null, in der Nacht leichter Frost. Mittwoch, 22. Januar Barometerz4 Uhr: 1818 Thermometer 34 Uhr!*# 8 Zeiten für Sonne und Mond am 23. Januar: (2 Aufg..27, Unterg. 16.58; C Aufg..50, Unterg. 16.05 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags vermögen besitze. Er wisse nicht einmal mehr, lden Angeklagten freisprechen. Cechantelrrrnnf....... Freifahrt zur See und Freiflug Ort Essen Kahler Asten Brocken Hamburg Berlin München Zugspitze Lustdruck in mm 750.4 663.8 744.9 749.6 517/8 Windricht u. Stärke SM 3 W 7 SW 9 SW 6 SW 5 S 4 TemperaT E -10 Wetter heiter bedeckt Nebel Regen heiter Schneefall (Weitere Lokalnachrichten auf der Seite 10.) Lichtburg: ab 15 Uhr: Henker, Frauen und Soldaten. Lichtspielhaus: Keine Vorführung. Odeon: ab 16.30 Uhr: Masterade. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Lockvogel. Tonhalle: ab 14.15 Uhr: Der gestiefelte Kater; ab 15.30 Uhr: Viktoria. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Knock=out. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: Vergiß mein nicht. Capitol: ab 15 Uhr: Der Kosak und die Nachtigall. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Amphitrvon. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Wer wagt— gewinnt. Café Industrie: 1. karnevalistische Sitzung. Restaurant Hugo Schulze: 1. karnevalistischer Abend. winken als Tombolagewinne beim Kolonialfest am Freitag Für morgen, Freitag, abend steht Bochum ein schönes Fest bevor, das schon deshalb besonderes Interesse und stärksten Besuch verdient, weil sein Reinertrag den deutschen Schulen in Südwest= und Ostafrika zugute kommen wird. Es ist das Kolonialfest des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, Ortsgruppe Bochum, das abends 8 Uhr im Parkhotel Haus Rechen stattfindet. Der Abend, dessen Rahmen dem Frohsinn und dem Tanz gewidmet ist, findet seine besondere Ausgestaltung durch die Mitwirkung namhafter Rundfunkkünstler. So wird die bekannte und beliebte Rundfunksängerin Melita Wittenbecher ernste und heitere Darbietungen bringen, während der Humorist Heinrich Kohlbrandt sich natürlich nur zu einem Generalangriff auf die Lachmuskeln einfinden wird. Eine wahre Sammlung schöner Dinge und Gewinne wird die große Tombola sein, aus der man unter anderem auch eine Freifahrt nach Helgoland und einen Freiflug erringen kann. Da Musik und Tanz nicht allein im Hauptraum zu ihrem Recht kommen, sondern auch noch eine Bar mit einem schwungvollen Ziehharmonikaspieler vorhanden ist wird es genug der Abwechslung an diesem Abend geben. Der Verkehrsverein, die Buchhandlung Hengstenberg und das Parkhotel Haus Rechen geben Eintrittskarten die an der Abendkasse 2 RM. kosten, im Vorverkauf noch für 1,50 RM. ab. * Stadttheater Bochum. Morgen„Prinz Friedrich von Homburg". Die neue Inszenierung unter Leitung von Dr. S. Schmitt mit den Bühnenbildern von Dr. Harry Mänz und Horst Caspar in der Titelrolle konnte bei ihrer Erstaufführung vor einigen Tagen einen starken künstlerischen Erfolg verbuchen. Die Presse des ganzen Gebietes bezeichnete die Aufführung als ein Musterbeisptel vorbildlicher Kleist=Interpretation, und es sei allen Bochumer Theaterfreunden angeraten, sich diese neue Klassiker=Inszenierung des Bochumer Schauspiels anzusehen.— Nachdrücklichst verwiesen sei auf das 4. Tanzgastspiel der Kölner Tanzgruppe. Die Tanzgruppe kommt mit völlig neuem Programm, es enthält die„He Tanzbilder“ von Werner Egr, beides Wert aus der Tause gehoben wurden, und den von Johann Strauß. Heute Meisterkonzert des Städtischen Orchesters. Das heute, Donnerstag. 23. Januar, abends im Stadttheater stattfindende 3. Meisterkonzert des Städtischen Orchesters erhält seine besondere Marke durch die Mitwirkung des Professors Georg Kulenkampff. der heute unbestritten in der allerersten Reibe der deutschen Geiger steht. Um Alltägliches zu vermelden, hat der Künstler zwei selten gehörte Stücke zum Vortrag gewählt: die Schottische Fantasie von Max Bruch und„La solia“ von Arcangelo Corelli. Dem gleichen Bestreben, Abwechselung in die Programme der städtischen Konzerte zu bringen, dient die Aufführung der Sinfonischen Spielmusik von Friedrich Baver. Bayer ist ein jüngerer österreichischer Musiker, der ebenso wie verschiedene andere jüngere Musiker durch Leopold Reichwein zum ersten Male in die Oeffentlichkeit eingeführt worden ist. In der neueren Zeit fand er weitgehende Beachtung. So wurde zum Beispiel ein Klavierkonzert von ihm beim letzten großen Musikfest in Hamburg ausgeführt. Die Sinsonische Spielmusik wurde bereits im Wiener Rundfunk zu Gehör gebracht und wird dort auch demnächst eine öffentliche Aufführung erleben. Die Bochumer Aufführung des Werkes ist aber die erste in Deutschland. Beschlossen wird das Konzert mit der Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 von Ludwig van Beethoven. Dirigent: Städtischer Kapellmeister Professor Leopold Reichwein. Vikar Karl Böhmer, der im Josephshospital die Seelsorge ausübt. Sein 30jähriges Jubiläum als Priester kann Vikar Heinrich Ostermann in Bochum=Linden feiern, der vordem Pfarrvikar an der hiesigen Kreuzkirche war; weiter Pfarrer Johann Scholand in Gelsenkirchen=Bismarck, ein geborener Bochumer. In Wanne=Eickel ist Pfarrer Theodor Baumeister, ebenfalls ein gebürtiger Bochumer, 80 Jahre Priester. Er war früher Vikar in Weitmar und später Pfarrer in Unterdahlhausen. Nach der Errichtung der neuen St.= Michaels=Kirche wurde er dann im Jahre 1931 zum Pfarrer an St. Laurentius in Wanne=Eickel ernannt. 85 Jahre Priester ist in diesem Jahre Pfarrer Paul Dobbelstein, seit 1920 Pfarrer in Grumme, und Pfarrer Ferdinand Arens in Büren, früher in Bochum tätig, als Rektor am Elisabeth=Hospital, und von 1912 bis 1933 Pfarrer an Herz=Jesu in Bochum=Hamme. Als einer der ältesten Priester der Ersdiözese Paderborn kann Pfarrer und Dechant Anton Wulf in Wattenscheid=Günnigfeld auf eine 45jährige segensreiche Priestertätigkeit zurückblicken. Seit 1903 wirkt der Jubilar in Günnigfeld. Aus der Erzdiözese Paderborn. In Balve im Hönnetal starb Geistlicher Rat Dr. Emil Boeddicker, ein Bruder des früher lange Jahre an der hiesigen Propsteikirche tätig gewesenen und späteren Bochumer Stadtvikars Wilhelm Boeddicker, des jetzigen Pfarrers von Balve. Erfolgreiche Bochumer Schützen Bei dem letzten Bezirksgruppenschießen der Bezirksgruppe „Industriegebiet“ im westfältschen Schützenbunde zu Gelsenkirchen beteiligten sich aus dem diesseitigen Teil des Bezirks eine Reihe Schützenvereine. Die Bedingungen waren: für Großkaliber je eine Gruppe von vier Schützen, für Kleinkaliber je fünf Schützen. Jeder Schütze hatte 15 Schüsse nach den Meisterschaftsbestimmungen des Westfälischen Schützenbundes. In Diopter=Freiband errang der Hattinger Schützenverein mit 561 Ringen den 1. Preis, bei DiopterAuflage erzielte der Bürgerschützenverein„Freischütz“ Herne mit 595 Ringen den., der Bochumer Schützenbund von 1862 Bochum mit 555 Ringen den., Schützenverein Ludwigstal, Welper, mit 453 Ringen den 4. Preis. Im Schießen mit der Wehrmannsbüchse Freiband fiel dem Bochumer Schützenbund mit 706 Ringen der 2. Preis, dem Hattinger Schützenverein mit 642 der 4. Preis zu. Bei Seimatungug#e findet morgen in ver Verrgal= dem Schleßen Wehrmann=Auslage, haltge, lch, der Schützenestchu,,. zuhr gatt Landwirtschaftsrat Dr. verein Alt=Herne in perne mit 618„Leingen, den., der Hattinger Schützenverein mit 606 den 3. und der Bochumer Schützenbund mit 501 Ringen den 4. Preis: im Kleinkaliberschießen, Klasse B, fiel dem Hattinger Schützenverein mit 613 Ringen der 2. dem Schützenverein Alt=Castrop in Castrop=Rauxel mit 587 Ringen der., dem Bürgerschützenverein Bochum=Weitmar mit 580 Ringen der., dem Schützenverein„Weidmannslust“ Herne in Herne mit 576 Ringen der 6. Preis zu. In der Klasse A Kleinkaliber holte sich die Jungschützenabteilung der Deutschen Eiche in Welper(Ruhr) mit 487 Ringen den 4. Preis. Bei dem Bezirksschießen waren im Bochumer Schützenbund beste Schützen die Mitglieder Stracke mit 161 Ringen. Mäcklinghoff(204.) und Lessel(158.). veilige Gacet,#en#S ge#ie in Koln „Kaiserwalzer" Heimatzupd Lun artrag, Der erste Vortrag der Verngung, für beimaguge hnner mörgen in der Verwaltungsatademie um 20 uyr statt. Landwirtschaftsrat Dr. Walter(Münster) spricht an Hand von Lichtbildern über die Bedeutung der vergleichenden Heimatforschung. Als Direktor der Bäuerlichen Werkschule hat Jahre in Bochum gewirkt und manchen Beitrag zur Erforschung der Heimat geliefert. Auch sein morgiger Vortrag ist für jeden Heimatfreund lehrreich. Der Einiritt zu dieser Veranstaltung, zu der alle Heimatfreunde herzlich eingeladen werden, ist frei. Jeder Familie ein Eigenheim Vortragsabend in der Baugemeinschaft„Wüstenrot“. Die deutsche Bausparkasse„Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot“ hatte am Dienstag zu einem in die Bürgergesellschaft eingeladen. Herr Görlitzer(Düsseldorf), der nach Worten der Begrüßung über die Aufgaben und Ziele dieser Bausparkasse sprach. Ihre Aufgabe bestehe darin, jedem Eigenheiminteressenten die gesamte Finanzierung mit zinsbilligem, unkündbarem Gelde bei erträglichen Tilgungsbeoingungen zu ermöglichen. Grundstückskauf, Bau, Umbau, Ausbau, Hauskauf und Hypotbekenablösung seien möglich. Jeder könne bauen wo und wie er wolle. Besonders wertvoll sei die in der Tilgungszeit eintretende Risikotilgungsversiche. rung. Niemand dürfe glauben, daß er ohne eigenen Einsatz zu einem Eigenheim, zu einem freien Besitz auf Scholle gelangen könne. In dieser Vereinigung der Gleichgesinnten sei das Ziel erreichbar, wenn man bereit sei, sich nach seinem Maß, nach Zeit und Geld einzusetzen. An den gegebenen Sicherheiten könne kein Zweisel bestehen. Die Bausparkassen leisteten beste Arbeit im Sinne nationalsozialistischer Bestrebungen. Sie förderten die Verwurzelung immer breiterer Kreise unserer deutschen Volksgemeinschaft mit der Scholle. Ihre Tätigkeit sei zugleich Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Bochamer Verbande und Vereine Generalversammlung im Kleingartenverein„Friederika". Im Saale der Wirtschaft Knepper, Wiemelhauser Straße, traten am Samstag abend die Mitglieder des Kleingartenvereins„Friederika“ zu ihrer Generalversammlung zusammen. Vereinsführer Breier eröffnete die Versammlung mit herzlichen Grußworten. Nach Erledigung von geschäftlichen Angelegenheiten sprach der Provinzgruppenführer der Kleingartenvereine Müller über die Erzeugungsschlacht. unter besonderer Berücksichtigung der Kleingartenvereine. Die Erzeugungsschlacht soll nicht nur bei den großen landwirtschaftlichen Betrieben, sondern auch in den Kleingartenvereinen durchgeführt werden. Wenn es sich bei den Kleinanlagen auch nicht um sehr große Erträge handelt, so seten diese doch unentbehrlich für die Ernährung auf eigener Scholle, da wir uns ja vom Ausland unabhängig machen müßten. In den Kleingartenvereinen sei es vielfach die Frau, die den durch die Berufstätigkeit verhinderten Mann ersetze und somit den größten Anteil an der Ausnutzung der kleinen Scholle habe. Bochumer Bühnengesellschaft(Mitglied der Reichsfachstelle für Volksbühnenspiele). Der Verein hielt am Sonntag seine diesjährige Generalversammlung im Vereinsheim Winkelmann ab. Nach dem Geschäfts= und Jahresbericht des Schriftführers gab der Vereinsführer Bericht über die geleisteten Arbeiten der letzten drei Monate. Der Verein konnte im Oktober vorigen Jahres sein 35jähriges Stiftungsfest seiern. Dann wurde das Ehrenmitglied Franz Krede zum Versammlungsleiter bestellt. H. Peveling wurde einstimmig zum Vereinsführer wiedergewählt. Zu seinen Mitarbeitern bestimmte er: Stellvertreter Herm. Müller, Bühnenleiter Ludwig Linden, Kassierer Karl Huck und Adam Gunkel Schriftführer Heinz Timmer, Bühnenmeister Karl Zenz, Beisitzer L. Lange und H. Schäfer. Der Vereinsführer sprach den Mitgliedern seinen Dank aus für das Vertrauen, das sie ihm durch die Wiederwabl geschenkt haben, und bat um weitere kräftige Mitarbeit. Am 26. Januar führt der Verein im Evangelischen Vereinshaus das große Singspiel„Die Frühlingssee“ von Viktor Corzelius auf unter Mitwirkung des Quartettvereins„Hansa“, Aus der (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Donnerstag, 23. Januar NSDAP. Linden. Besprechung der Politischen Leiter im Parteiheim. NS.=Frauenschaft Felsenburg. 20 Uhr: Chorprobe bei Schulze. Ferdinandstraße,,##.. guhay 8e: Malislichem SeiNSDAP. Ehrenfeld. 20 Uhr: Appenl der Poultischen Leiter an der Ortsgruppengeschäftsstelle. Yorkstraße 6. Eigentumsnachweis für Brotbeutel und Feldflasche sind mitzuNS.=Frauenschaft Langendreer. 20 Uhr: Verpflichtung neuer Mitglieder für alle Ortsgruppen bei Grollmann. RSDAP. Hiltron=Bergen. Die Zusammenkunft der Polttischen Leiter fällt aus.„0 9168: Lusfammantunte NS.=Frauenschaft Kornharpen. 20 Uhr: Zusammentunst im Zeichensaal der Kornharpener Schule.# NS.=Frauenschaft Gerthe. 20 Uhr: Heimaveno bei KaltRS.=Frauenschaft Wiemelhausen. 20 Uhr: Verpflichtungsfeier bei Vocke. Ecke Wiemelhauser und Wasserstraße. Die zu verpflichtenden Frauen werden gebeten, bereits um 19.30 Uhr zu erscheinen. Wun 16 Mu2: Teterstunge..s RS.=Frauenschaft Harpen. 16 Uhr: Feierstunve des 30. Januar im Gemeindeheim an der evangelischen Kirche. NS.=Frauenschaft, Block Riemke. 20 Uhr: Zusammenkunft der Frauen bei Förster. RSG.„Kraft durch Freude" Schwarzwaldfahrt vom 24. Januar dis 2. Fedruar. Für diese Fahrt zum Preise von 41,35 RM sind noch einige Plätze frei. Der Omnibus fährt am 24. Januar um 7 Uhr ab Bochum. Nähere Nachricht erscheint noch in der Presse. Die Fahrt findet bestimmt statt." I.„ 22e Oberbayernfahrt(Tegernsee) vom 1. bis 15. Fedruar. An dieser Stelle wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß der Betrag von 64,50 RM. für obige Fahrt bis Donnerstag, 23. Januar, auf der Verkaufsstelle, Kortumstraße 114, eingezahlt sein muß. Stadttheater: 20 Uhr: Professor Georg Kulenkampff spielt im 3. Meisterkonzert. Sportamt Bochum Tagesplan für Donnerstag, 23. Januar Iin=Jitsu für Frauen und Männer von 19.30 bis 21.30 Uhr, Uebungsraum des Bergmannsheils, Hattinger Straße. Die Teilnehmer werden gebeten, pünktlich um 19.20 Uhr vor dem Portal des Bergmannsheils zu erscheinen. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 18 bis 20 Uhr in der Gymnastikschule, Kommunalbank; von 20 bis 22 Uhr in der Gymnastikschule, Rottstraße 29; von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle des Reform=Realgymnasiums, Bochum=Langendreer, Unterstraße 73. Schwimmen nur für Frauen von 20 bis 21.15 und von 21.15 bis 22.30 Uhr in der Städtischen Badeanstalt, MarienReiten für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr im Tattersall. Gymnastikkursus in Altendochum. In der Wirtschaft Vogt in Altenbochum, Wittener Straße, findet heute zum ersten Male ein Gymnastikkursus nur für Frauen statt. Der Kursus beginnt um 20 Uhr. A Seite eite 5 Nr. 19 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 23. Januar 1936 Aus ader AndUW.. um den toten König Georg V Beutsche Frontrap,re i Tonden London, 22. Januar. Wie bei jeder Persönlichkeit, die ein Leben lang im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gestanden hat, so ranken sich auch um den toten König Georg V. eine Reihe von Anekdoten. Nachstehend einige, die den Vorzug haben, wahr zu sein. Der Herzog im Nachthemd Der Herzog von Balmoral war vor einigen Jahren Liebesheirat eingegangen, deren Folge die Abwei sung seiner unebenbürtigen Gattin beim großen Emping am Londoner Hof war. Der junge Herzog zerbrach sich monatelang den Kopf, wie er König Georg schließlich doch dazu zwingen könnte, seine Gemahlin zu empfangen. Einer seiner Vorfahren hatte nämlich Karl II. einen großen Dienst dadurch erwiesen, daß er den König, der sich auf einer Winterjagd verirrt hatte, rettete und trotz des bitteren Frostes im Nachtgewand zu Pferd auf die Hauptstraße zurückleitete. Seit dieser Zeit haben die Herzöge von Balmoral das Recht, in jeder beliebigen Kleidung am Hof zu erscheinen. Der junge Herzog sagte also dem Hofmarschall:„Wenn meine Frau zum morgigen Hofball nicht noch eingeladen wird, werde ich im Nachthemd erscheinen!" Als König Georg davon hörte, lachte er aus vollem Halse und gab Anordnung zum Empfang der Herzogin von Balmoral „Guten Tag, König!“ Der bekannte Londoner Detektiv Palmer kürzlich über einen peinlichen Zwischenfall bei der E öffnung der Londoner Ausstellung vor einigen Jahren. Als das Königspaar sich beim Betreten der großen Ausstellungshalle von seiner Umgebung etwas losgelöst hatte, delte plötzlich ein Mann aus der Menge auf den König zu und hob seine Hand hoch empor. Das Publikum erstarrte vor Schreck und die Detektive griffen nach ihren Revolvern in den Taschen. Anstatt eine Pistole zu ziehen, senkte der Mann jedoch seine geballte Faust, streckte sie dem König entgegen und sagte:„Guten Tag, König! Wie gehts? Wollen Sie mir nicht die Hand geben?" Es war ein Amerikaner, der eine Wette gemacht hatte, daß er den König in dieser Form begrüßen würde. König Georg ließ sich jedoch durch diese Frechheit nicht aus der Ruhe bringen, gab dem Mann die Hand und sagte:„Warum nicht? Wenn man höflich darum gebeten wird!“ Bitte, streisen Sie die Füße ab Das britische Königspaar besuchte noch in den Wochen vor und nach dem Weihnachtsfest die ärmsten Viertel von London, um dort Geschenke abzugeben. Bei dieser Gelegenheit lernte König Georg die älteste Frau des britischen Weltreiches kennen. Er übergab ihr einen Als er das Häuschen beirat, sagte die Frau:„Bitte, streifen Sie sich die Füße ab, ich habe erst heute morgen den Gang gescheuert!" Der König befolgte sorgsam die Anweisung der Alten und sagte im Hinausgehen: „Die Frau hat Courage! Man hätte sie beizeiten zur Arbeitsministerin machen sollen. Der Hoflieferant König Georg hatte vor einigen Jahren, als die Automobile noch„Pannen“ hatten, eine Betriehzstärung seines Wagens mitten auf der Landstrug. der Chauffeur sich um den Motor mühte, versuchte der König über den kniehohen Schlamm hinweg zum Straßenrand hinüberzugelangen. In diesem Augenblick kam ein zweites Auto heran, dessen Chauffeur absprang, den König auf den Arm nahm und in den anderen Wagen hinübertrug. Georg V. wollte dem fixen Chauffeur eine Freundlichkeit erweisen und fragte ihn, ob er etwas zu wünschen habe. Launig erwiderte der:„Nur den Titel„Hoflieferant", Majestät!“ Der„Schallplattenprozeß“. Am Montag mündliche Verhandlung dnb Berlin, 22. Januar. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Vor dem für Urheberrechtssachen zuständigen 27. Zivilsenat des Kammergerichts als Berufungsinstanz steht am Montag, dem 27. Januar 1936, um 10 Uhr Termin zur mündlichen Verhandlung in dem sogenannten Schallplattenprozeß an. Bekanntlich hat eine Reihe von deutschen Schallplattenfabriken gegen die Reichsrundfunkgesellschaft einen Rechtsstreit angestrengt zur gerichtlichen Entscheidung über die Frage, ob die Reichsrundfunkgesellschaft berechtigt ist, Schallplatten im Rundfunk zu Gehör zu bringen, ohne dafür eine besondere Entschädigung an die einzelnen Schallplattenhersteller zu Die bisherigen Ternine vor dem die dem Versuche dienten, statt der gerichtlichen Entscheidung der höheren Instanz eine vertragliche Regelung unter den Parteien zu erhalten, haben nicht zum Ziele geführt. die auf britischer Seie sielen, durch ei, Pzue zos Haptggariers der Prischen Leoion webten dem kreuzbauner, die englische Flagge und die Fag.. ve, als sie sich zum Ehrenmal begaben.— Unser Zuge der dentsichen und englischen Frontkämpfer, boxan,—., dem„Kengtaph“, wo der Leiter der deutBild zeigt den Zug der Krontkampfer durch Whste, Hiehersegte. In der Mitte des Bildes vor der Lampe schen Abordnung, Stahmer, der hekannte deutsche Klieger üdet. Seefeld als Geisterbeschwörer „Ju, oi nun iul so gulnulig den und die taten Kinder anzurufen, damit anb Schwerin, 22. Januar. Am Mittwoch wurde die Vernehmung des Angeklagten Seefeld fortgesetzt. Es wurde zunächst kurz die Methode gestreift, die Seefeld anwendete, um die Verstecke seines umfangreichen Gepäcks zu kennzeichnen. Er pflegte sich durch Messereinschnitte an Bäumen Merkmale zu schaffen. Diese Zeichen sind auch in der Nähe der Fundorte der Knabenleichen Neumann und Zimmermann an einer Birke festgestellt worden. Nach seinen Lebensgewohnheiten befragt, erklärte der Angeklagte, daß er auf seinen Wanderfahrten am liebsten im Freien übernachtete. Dabei sei ihm die Jahreszeit völlig gleichgültig gewesen. Selbst bei mehreren Kältegraden habe er im Walde unter einem Baume Kinder seiner Kunden, die er auf seinen Wanderungen von Dorf zu Dorf besuchte, waren Seefeld beionders zugetan., Auch die 5iggandersaheten zu ferallerlei Erzählungen über seine Wanrenautten zu fesseln. Seefeld verstand es, sich mit dem Nimbus zu umgeben, als sei er mit geheimnisvollen übersinnlichen Kräften begabt. Das hält er auch vor Gericht aufrecht. Auf Befragen erzählt Seefeld von einigen Fällen, in denen sich seine angebliche„okkulte Kraft" bewährt habe. Als der Vorsitzende den Angeklagten aufforderte, seine angeblichen„okkulten Fähigkeiten“ jetzt einmal anzuwenden und die loien Kinder unzurufen, damit sie sagen, wer sie ermordet hätte, tritt die raffinierte Verteidigungstaktik des Angeklagten sofort wieder hervor. Er behauptete nämlich, daß seine„übersinnlichen Kräfte“ bei Kindern unter 16 Jahren unwirksam seien. Das geheimnisvolle Tagebuch Es kamen dann die Aufzeichnungen in dem geheimnisvollen Tagebuch Seefelds— jenes wichtigen Beweisstückes— zur Sprache. Das Tagebuch, das mit dem 1. Januar 1931 beginnt und mit dem 29. März 1935 endet, gibt über jeden Tag und jeden Ort, in dem sich der Angeschuldigte aufhielt, Auskunft, soweit er nicht absichtlich für gewisse Tage seinen Aufenthalt und sein Treiben in Dunkel hüllen wollte. Die Ortsnamen und Daten sind in der Regel mit einem Plus= oder Minusnicht mehr wisse, weshalb er diese Eintragungen gemacht habe. Irgendwelche Beziehungen zu den Mordtaten hätten diese Zeichen nach seiner Angabe nicht Der„Kinderfreund“. Es kommen dann die im Laufe der Ermittlungen festgestellten Fälle— etwa 40 an der Zahl— von Anlockung und Entführung von Knaben durch Seefeld zur Sprache, in denen zwar keine Anklage erhoben worden ist, die aber doch besonders bezeichnend sind für die Art und Weise, in der Seefeld Beziehungen zu Knaben anzuknüpfen pflegte. Es war immer die gleiche Methode: Seefeld sprach die Kinder auf der Straße an und verstand es, sie durch kleine Geschenke an sich zu locken. Er gibt zu, wenn auch mit beschönigenden Einschränkungen, sich in unsittlicher Weise an mehreren Knaben vergangen zu haben. Auf Vorhalte in dieser Richtung erklärt er, daß er die Kinder nur aus„reiner Menschenfreundlichkeit“ beschenkt habe; achselzuckend erklärt er:„Ich bin nun Von seinen Wanderfahrten schreibt er auch häufig Karten an die Jungen, auf denen er bezeichnenderweise hermittelns), Sest) den iether in hziesen(Schreißgen zu zeichen versehen. Das Plungeschen bedeutet, Angeschuldigte in dem betreffenden Ort gearbeitet oder in dem betreffenden Ort geschlafen hat. Das Minuszeichen bedeutet, daß er in dem betreffenden Ort gearbeitet oder ihn auch nur durchwandert, aber in seiner Nähe im Freien übernachtet hat. In dem Notizbuch befinden sich aber außerdem noch zahlreiche. Zeichen, deren Bedeutung trotz der anstrengendsten Bemanungen im Verlaufe der Voruntersuchung noch nicht geklärt### werden konnte. Der Angeschuldigte verweigerte jede Walde. klare Antwort auf entsprechende Fragen. Am 16. April 1933 ist der eingetragene Ortsname völlig unkenntlich gemacht. An diesem Tage kam der Schüler Gnir aus Wittenberge ums Leben. In ähnlicher Weise ist für den 21. November 1933 der ursprünglich niedergeschriebene Ortsname mit anderen Buchstaben überschrieben worden, so daß er unleserlich geworden ist. Er hat Rostock gelautet. Damals starb der Knabe Praetorius aus Rostock. Am 7. Juni 1933 befinden sich in dem geheimnisvollen Notizbuch vier durchstrichene Rullen eingetragen. Es ist der Todestag des„Schülers Metzdorf aus Potsdam. Der 22. März 1935 sbeist drei sonst nicht erscheinende Zeichen auf, die eine dem Fragezeichen ähnliche Form haben. Es ist der Todestag des Schülers Thomas aus Wittenberge. Im weiteren Verlauf des Seefeld=Prozesses erklärte der Angeklagte auf Befragen über die Bedeutung der geheimnisvollen Zeichen in seinem Notizbuch, daß er egel mit einem Plus= oder., ge, subermitatn Fas immer war in diesen Schreiben i as Bluszeichen bedeutet, daß., zuertrauenerweckender Weise von Gott, die Rede, desser Ganz Englans teauer. — vertrauenerweckender Weise von Gott die Rede, dessen Namen Seefeld häufig im Munde führt: meist hatte er auch in Gedichtform an die Kinder geschrieben. Mehrere Kinder hatten ihren Eltern von dem„seltsamen Onkel" erzählt, der sich mit ihnen verabredet hatte. Wenn Seefeld dann bemerkte, daß er beobachtet wurde, suchte er schleunigst das Weite. Als er einmal im Jahre 1931 verfolgt wurde, flüchtete er und versteckte sich im Schwachsinniger tötet sechs Personen In einem Krankenhause in Manokwari in Niederländisch=Indien hat ein Schwachsinniger in einem Wahnsinnsanfall sechs Personen getötet und eine schwer verletzt. Der Kranke, der in den nächsten Tagen als geheilt entlassen werden sollte, war wegen Verfolgungswahn dem Krankenhause zugeführt worden. 80 japanische Arbeiter von einer Lawine begraben 80 Arbeiter, die mit Aufräumungsarbeiten auf der Bahnstrecke Tsuruga— Niigata(Zapan) beschäftigt waren, wurden von einer riesigen Lawine verschuttet. Bisher konnten vier Tote geborgen werden. 36 Mann werden vermißt. Die ungewöhnlich starke Kälte und die heftigen Schneefälle dauern an. Sie verursache große Verkehrsstörungen. Die Hundsell.r geben monatlich 1000 Dollar aus Nach dem Tode des der Schulkinder für d Londoner Vi Hch. Hoffmann englischen Königs fanden in abenzguser-Gild Zeizgte einenf Blick fur eine Plasse einer Toronto(Kanada), 22. Januar. Für die Fünflinge herrscht nach wie vor tes Interesse. In der Touristensaison hat man bis 2000 Wagen täglich gezählt, deren Besitzer, nur um die Babys zu sehen, nach Toronto gekommen waren. So jung die Babys auch noch sind, sie haben dennoch schon ihrer Arbeit nachzukommen. Die Kinder müssen nämlich täglich zweimal, um 11 und um 3 Uhr, vor einer großen Menschenmenge eine Art Vorstellung geben. Karten, Bilder, Andenken werden verkauft. So wie die ganze Sache aufgezogen ist, mutet sie wie eine Mischung von Rummelplatz und Wallfahrtsort an. Täglich werden die Kinder von Aerzten untersucht, denn als Fünflinge sind sie natürlich eine ganze Menge Geld wert, und mit jedem Tag, den die Kinder zusammen weiter leben, werden sie wertvoller. Die gegennür: tige Finanzlage der eineinhalb Jahre alten Kinder ist so, daß sie bis zum Frühjahr 1936 mindestens 200 000 Dollar verdient haben werden. Ihr Name wird von den großen amerikanischen Nahrungs= und Kosmetik=Industrien mit Gold aufgewogen. Ihr Manager kann gar nicht all den Ersuchen großer Firmen, die Namen und Bilder der Kinder zu Reklamezwecken verwenden wollen, nachkommen..... Aber auch als Arbeitgeber spielen diese keinen Menschlein eine große Rolle. Die Kinder bezahlen die Kosten für die Pflegerinnen, die Haushälterin, die Dienstmädchen, zwei Polizisten, sowie den Unterhalt ihrer Eltern in Höhe von 100 Dollar monatlich. An Gehältern für das Personal und die Unterhaltung ihres Hauses wenden die Fünflinge monatlich annähernd 1000 Dollar auf. „Ja, mein Kind, was sollst Du nun werden?“ Eines Tages muß jeder Familienvater diese Frage stellen. Wie schwer ist stets die rechte Entscheidung, besonders schwer, wenn ausreichende Mittel fehlen. Die Berufsausbildung der Söhne und die Ausstattung der Töchter erfordern Summen, die nur wenige Väter von ihrem laufenden Einkommen aufbringen können. Wie oft schon mußte ein Kind auf die Erfüllung seines Lebenswunsches verzichten, und wie manches Talent konnte sich einen Aufstieg überhaupt nicht oder nur unter Entbehrungen erkämpfen!— Wenn nicht blinder Zufall das Schicksal der Kinder bestimmen soll, muß kluge Vorsorge der Eltern ihnen den Lebensweg ebnen. Für diesen Zweck wurde eine besondere Form der Lebensversicherung, die Berufsausbildungs= und Aussteuerversicherung geschaffen. Durch sie können Eltern oder Paten mit mäßigen Beiträgen ganz allmählich, aber sicher die Summe schaffen, die für die Ausbildung oder Ausstattung der Kinder einmal gebraucht wird. Zur vertraglich bestimmten Zeit wird dem Sohn oder der Tochter die ganze Versicherungssumme ausgezahlt. Wenn der Vater früher stirbt, sind Beiträge nicht mehr zu entrichten; auch für den Fall seiner Erwerbsunfähigkeit kann Beitragsfreiheit vereinbart werden. So ist die Summe für die Kinder in jedem Falle sichergestellt, ganz unabhängig von der Lebensdauer des Vaters. Dies ist von besonderem Wert; denn kein Vater weiß, ob er so lange lebt und arbeiten kann, wie seine Kinder ihn brauchen. Seite 6 Nr. 12 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 23. Januar 1936 und Wissen Anälf für der bshon schon zugolggt schaft dann die Kapelle Adalbert Lutter folgt, beZisch zänder kabellaten Zageraht weist, daß die Bemühungen, eine unserer Zeit entspre“ chende Tanzkapelle heranzuhilden, miz den Wünschen der Hörer in Eintlang stehen. Aoalvert Lutter stellte auf Tentschländsenders sein Orchester um zur Teilnahme an den Olympischen Kunstwettbewerben. Nachdem einige neue Zusagen zur Beteiligung an den Olympischen Kunstwettbewerben Berlin 1986 eingegangen sind, verzeichnet die Liste der teilnehmenden Nationen jetzt folgende zwölf Länder: Frankreich, Italien, Japan, Jugoslawien, Lettland, Lesterreich, Polen, Schweden, Spanien, Tschechoslowakei, Ungarn und USA. Des weiteren haben schon jetzt wenn auch zunächst noch unverbindlich, Belgien, Finnland, Griechenland, Luxemburg, die Südafrikanische Union und einige Staaten Mittelamerikas ihre Teilnahme an den Kunstwettbewerben in Aussicht gestellt. Von den Ländern, die schon eine feste Zusage gegeben haben, hat Japan eine besonders umfangreiche Kunstsammlung angekündigt nämlich etwa 130 Gemälde und Graphiken, etwa 30 Skulpturen und 15 Werke der Baukunst. Schweden will sich mit 20 bis 25 Skulpturen beteiligen. Ehrung des Abtes Schachleitner Die Philosophische Fakultät der Universität München verlieh auf Grund einmütigen Beschlusses dem Abt Alban Schachleitner anläßlich seines 75. Geburtstages den Titel Dr. phil. h. c. Diese Ehrung schachleitners erfolgte wegen seiner großen Verdienste um die Musikwissenschaft.— Abt Schachleitner war um die Wahrung des alten und ursprünglichen Sinnes der künstlerischen musikalischen Messegestaltung unermüdlich bemüht. Ihm ist es zu verdanken, daß die antike Schönheit der gregorianischen Choralmelodie neu erstand. Sein Ruhm ist es, daß aus der Musikwissenschaft der zegriff der„liturgia emautina“, also jener strengen Liturgie, wie sie von ihm als Abt des Klosters Emmaus in Prag gepflegt wurde, nicht mehr wegzudenken ist. Wesentliches Verdienst des Abtes ist auch die Gründung und achtjährige Leitung der„musica divina“, der hochangesehenen Zeitschrift für Musikgeschichte. Auch die Schöpfung der„schola gregoriana“ in der Allerheiligen=Hofkirche in München ist Abt Schachleitner zu verdanken. Anregung des Deutschlan und spielte mit verstärkter Streichervesetzung. Zu diesem Zweck wurde auch eine große Anzahl von Tanznummern neu geschaffen und neu instrumentiert. Die dritthöchste Anzahl Hörerstimmen erhielt das Orchester Otto Dobrindt das sich in wenigen Monaten eine große Beliebtheit erspielte. Deutsche Janzgemeinschaft an der Universität Berlin gebildet Im Rahmen der kulturellen Arbeit des NSD.=Studentenbundes wird mit besonderer Unterstützung des Rektors der Universität, Professor Dr. Krüger, über den Studentenring der NS.=Kulturgemeinde eine Deutsche Tanzgemeinschaft ins Leben gerufen. Die Tanzgemeinschaft setzt sich im Geiste des Nationalsozialismus für eine Neuordnung des geselligen und festlichen Lebens des deutschen Volkes ein. Sie kämpft im besonderen um die Entwicklung eines neuen deutschen geselligen Tanzes. Zur Erfüllung dieser Aufgabe ist für den Tanz zweierlei notwendig: Verwurzelung in den Kräften der Ueberlieferung und Neuformung aus dem Geiste der Gegenwart. Die Arbeitsgruppen der Deutschen Tanzgemeinschaft tanzen infolgedessen neben ausgewähltem, überliefertem Tanzgut der deutschen und nordischen Völker neue gemeinschaftliche Tänze. Beide Formen, die überlieferten und die neuen Tänze, werden einer strengen Auswahl nach ihrem tänzerischen und musikalischen Wert unterzogen. Die Leitung der Deutschen Tanzgemeinschaft liegt in den Händen des Reichsfachstellenleiters der NS.=Kulturgemeinde, Alfred Muller=Hennig, und des Lehrers am Institut für Leibesübungen der Universität, Erich Janietz. Rebbeis„SKaria Skugaufend in der Volksbühne Berlin # In einer dramaturgisch und schauspielerisch sehr gang und ein geplanter Totschlag(Karl) in drei Akten Ein neuer Vogel in Deutschland Die Wissenschaft hat vor kurzem festgestellt, daß sich unsere heimische Vogelwelt neuerdings um einen in Deutschland bisher unbekannten Vogel bereichert hat. Es handelt sich um den grünen Laubsänger, der seit einigen Jahren von Osten her nach Deutschland einwandert. Der neue Gast ist verhältnismäßig klein, verfügt aber über einen lauten, wohlklingenden Gesang. Barnabas von Geczu die beliebteste Kapelle im Rundsunk Wie die Reichssendeleitung mitteilt, sind beim Deutschlandsender auf die Rundfrage nach der beliebtesten Tanz= und Unterhaltungskapelle des letzten Jahres mehr als 9000 Zuschriften eingegangen Die rege Beteiligung von Hörern im Auslande ist besonders bemerkenswert. Das Hörerecho aus der Tschechoslowakei ergab allein 205 Stimmen. Die Kapelle Barnabas von Geczy, die bei ihren Darbietungen die Geige in den Vordergrund stellte und gerade wegen dieser bevorzugten Behandlung der Streichinstrumente in besonderem Maße zu den Sendungen herangezogen wurde, vereinigte auf sich den größten Teil der eingegangenen Stimmen. Die Tatsache, daß nach dem Urteil der Hörerwürdigen Aufführung bot die„Volksbühne“ Hebbels selten gespielte„Maria Magdalena“. Diese„bürgerliche Tragödie“, eines der schwersten„Programmstücke“ der deutschen Dichtung, fordert heute erneut Stellungnahme. Hebbel wollte mit seinem Drama um die junge uneheliche Mutter Schillers„bürgerliches Trauerspiel", das bei Iffland und Schröder sehr kleinbürgerlich geworden war, modern erneuern. Wir sehen hinter bels Klara Schillers Luise in„Kabale und Liebe", hinter seinem Leonhard den Sekretär Wurm, hinter seinem Meister Anton den Musikus Miller, hinter dem Sekretär den Ferdinand. Und er nahm anderseits mit „Maria Magdalena“ das soziale Anklägerdrama des Naturalismus voraus. Man hat die„unerbittliche Folgerichtigkeit“ der Tragik in diesem Stück gerühmt und die„unübertreffliche Lebenswahrheit“ der Charaktere. Können wir das heute noch so sehen? Ich fürchte nein. Von der gewandelten sittlichen Anschauung zu schweigen, die es uns fast unmöglich macht, das allseitige Verdammnisurteil über die unglückliche Klara anders als heuchlerisch und beschränkt zu finden(läßt doch Hebbel selbst den edlen Sekretär erklären:„Darüber kommt kein Mann hinweg!")—, ist Hebbels krasse Schwarz=Weiß=Malerei in diesem Stück nicht vielmehr das Gegenteil von lebenswahr"? Die dämonische Gestaltungskunst des Dichters unbestritten, aber welche kaum erträgliche Anhäufung von Pathologie und Kriminalität in den Menschen! Der Meister Anton, ein bis zur Grausamkeit gegen die Tochter versteinter Götzenanbeter seiner eigenen Redlichkeit, die Mutter krank, schwach und vergrämt, der Sohn Karl ein Lüderjahn(ohne daß Hebbel den mindesten Versuch macht, zu begründen, wie er bei solchen Eltern zu solchem Charakter kommt, was im„Leben" nicht, im Drama aber zu fordern ist); die Tochter wieder reinste Tugend, ebenso wie der Sekretär beängstigend fleckenlos; dagegen Leonhard ein eiskalter Schurke von bodenloser Gemeinheit der Gesinnung. Nein, das kann uns heute nicht als „lebenswahr“ gelten. Ebenso wie uns ein Schlaganfall, ein Selbstmord, ein Duell mit zweifach tödlichem Auszuviel des Tragischen erscheinen. Von so düsterer Umwelt, grau in grau, hebt sich Klaras Schicksal zu wenig ab, ein künstlerischer Fehler, den wir empfinden dürfen, ohne es an Ehrfurcht vor Hebbel fehlen zu lassen, dessen titanisches Genie mit Felsblöcken zu spielen liebte. Und was muß Klara eigentlich so furchtbar sühnen? Daß sie in der Wahl zwischen Leonhard und dem Sekretär so fehl griff? Paul Wegener spielte den Meister Anton breit und niederdeutsch aus, knorrig, unerhittlich bis zu dem berühmten Satz am Ende:„Ich verstehe die Welt nicht mehr!“, wo wir, auf die Welt dieses Dramas sehend, beklommen hinzufügen: wir auch nicht. Mit der Klara legte die junge Fita Benkhoff ein starkes Zeugnis für tragische Begabung ab. Sie kam selbst über heute so gefährliche Sätze der Sprache Hebbels in der„Maria Magdalena“ hinweg, wie„die Mutter küßte meinen entweihten Mund“. Befangen zwar, aber erschüttert dankte das Theater dem Spielleiter Richard Weichert und den Darstellern, die an höchste Aufgabe höchste Kräfte wendeten. derblume“, Märchen von Heinrich XIV., Erbprinzen Reuß, wurde zur Erstaufführung an der Duisburger Oper angenommen. Olga Schnau, die Zwischenfachsängerin am Duisburger Opernhaus, wurde ab nächster Spielzeit auf drei Jahre an das Stadttheater Kassel verpflichtet. Das Theaterbedürfnis der schaffenden Volksgenossen in Deutschland ist in ständigem Steigen begriffen, wie die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ mitteilt. Allein in der Reichshauptstadt sind innerhalb eines Jahres 1,5 Millionen KdF.=Theaterbesucher zu verzeichnen gewesen. Das Stadttheater Bonn soll in eigene städtische Regie übernommen werden. Auslandsabteilung im Bühnennachweis. Auf Anregung der Reichstheaterkammer richtete der Bühnennachweis eine neue„Abteilung Ausland“ ein, die die Aufgabe hat, den kulturpolitischen Zielen des deutschen Theaters auch jenseits der Landesgrenzen zu dienen. Die Abteilung Ausland fördert den gegenseitigen Künstleraustausch aus dem Reiche nach dem Ausland und umgekehrt. Ein Grünewald im Deutschen Museum zu Berlin. Als Leihgabe aus der Sammlung Koenigs(Haarlem), ist für einige Monate im Deutschen Museum die bekannte Kreuzigung von Matthias Grünewald ausgestellt, die, jahrelang verschollen, in westdeutschem Privatbesitz wiederaufgefunden wurde. Die Entstehungszeit ist zwischen die Baseler Kreuzigung und den Isenheimer Altar zu setzen. Jubiläumsausstellung Hermann Peters. Zu Ehren des Gelsenkirchener Malers und Graphikers Hermann Peters, der in diesen Tagen sein 50. Lebensjahr vollendete, eröffneten Stadtverwaltung und NS.=Kulturgemeinde Gelsenkirchen in den Galerieräumen des Georgshauses in Gelsenkirchen eine Jubiläumsausstellung, die einen weitreichenden Gesamtüberblick über das bisherige künstlerische Schaffen des heute Fünfzigjährigen bietet.— Mit Hermann Peters zusammen zeigt in dieser Ausstellung der junge Bochumer Kurpjuhn neben sonstigen Arbeiten eine Folge von Linolschnitten aus dem Bochumer Verein, die ein starkes und hoffnungsvolles Talent verraten, das bei Hermann Peters als Lehrmeister zweifellos in besten Händen ist. Bildnisausstellung in Berlin. Unter der Leitung Hans Schweitzers, des Vorsitzenden der Ausstellungsabteilung Berlin, ist für April eine große Bildnisausstellung im Haus der Kunst in Berlin geplant, die Künstler aus dem ganzen Reich mit Werken der Malerei, Bildhauerei und Griffelkunst umfassen soll. Die Roses im Rose=Theater“ errangen mit einer der Operetten von Franz Lehar, die wenige kennen: „Wo die Lerche singt“, einen sehr freundlichen Erfolg. Er geht zu Gunsten von Lehars Musik, der in diesem Werk an einen zu anspruchslosen Text geriet, und der gesanglich und schauspielerisch frischen Darstellung durch Traute Rose, Hans Rose, Kurt Mühlhardt und Erika Körner. K. E. K. Geschichtstafel 1834 1840 Neues Wiedertäufer=Drama. Aus Anlaß des Tages zur Erinnerung der 400. Wiederkehr der Hinrichtung der Wiedertäuferhäuvtlinge hat der bereits als Bühnendichter erfolgreiche Franz Beiske ein neues Wiedertäuferdrama„Schmied Mollenhecke“ geschrieben, das das Schicksal dieses Gegenrevolutionärs behandelt. Frieda Holst vom Stadttheater Münster wurde für die Jahre 1936—38 als Ballettmeisterin an die Duisburger Oper verpflichtet—„Die Wun1925 23. Januar Das adlige Gut Bärendorf nebst dem Gut Rotheschür wird verkauft und aufgeteilt. wurde der Physiker und Sozialpolitiker Ernst Abbe in Eisenach geboren und als Universitätsprofessor in Jena seit 1866 bekannt durch seine wissenschaftliche und sozialreformerische Leitung der Optischen Werkstätten Karl Zeiß. Seine Verbesserung der Mikroskope, der Gläser durch Gründung des Glaswerks Schott im Jahre 1881 sowie Erfindung von PhotoObjektiven, Entfernungsmessern, Prismensernrohren und zahlreichen anderen optischen Konstruktionen begründeten ihren Weltruf. Nachdem die Zeiß=Werke in seinen Alleinbesitz übergegangen waren, verwandelte er sie zwecks Ausgleichung der Gegensätze von Kapital und Arbeit 1896 in eine Stiftung, deren soziale, damals vielfach angesochtene Grundsätze nach seinem am 14. Januar 1905 erfolgten Tode bahnbrechend und z. T. Gemeingut geworden sind. Schlagwetterexplosion auf der Zeche„Hannibal“, sieben Tote. zriebnisse um Scotland Varc erzahlf von Joser Rohlhofer a „Die Dame hat den Wunsch, zu erfahren, auf welche Weise Sie in den Besitz des Bildes kamen, und das ist schließlich kein schlimmer Wunsch“, erklärte Will ruhig. Die Augen des Meisters fixierten lauernd den Mann und das Mädchen; er wurde unruhig und machte den Eindruck eines erschrockenen Menschen. „Ich bekam das Bild geschenkt!" „Jetzt sprechen Sie die Unwahrheit. Ich nehme an, daß vieses Bild mit irgendeinem Vorkommnis in Ihrem Leben verquickt ist, und ich wäre Ihnen im Namen dieser Dame dankbar, wenn Sie uns darüber Näheres mitteilen würden.“ Wringel zögerte zu sprechen. Will kam auf einen guten Gedanken. Er wollte das Bild kaufen und Johanne schenken. „Hier ist der Schuh, der Absatz ist wieder gerichtet!“ „Schön.“ Gerson drückte ihm ein Geldstuck in die Hand.„Wie ist es nun mit dem Bild?“ „Ach so, das Bild!“. Er sah unentschlossen auf den Frager. „Ich kann Ihnen leider keine Auskunft geben, es ist nicht meine Sache allein; nehmen Sie ruhig an, das Bild sei ein altes Andenken!" „Sagen Sie mir wenigstens, wer das auf dem Bilde sein soll.“ „Es ist mein Onkel“, schaltete Johanne ruhig ein. „Das gleiche Bild, allerdings eine Photographie, ist bei mir zu Hause.“ Will war überrascht. „Ihr Onkel?" fragte der Schuhmacher ungläubig. „Dann müßte Ihre Mutter Ende 1917 durch einen Zeppelinangriff in London getötet worden sein.“ „Meine Mutter starb vor vier Jahren nach einer schweren Operation; ich verstehe nicht, wieso es anders gewesen sein soll.“ „Dann ist dieser Offizier auch nicht Ihr Onkel“, erklärte Wringel bestimmt. „Es ist Onkel Georg“, widersprach ihm Johanne. „Man hat seit Kriegsende nichts mehr von ihm gehört. Ich erinnere mich noch gut an ihn, da er oft zu meiner Mutter kam und immer ernste Gespräche mit ihr führte. Mich mochte er wohl am liebsten leiden.“ Sie setzte ab, in Erinnerungen versunken. „Damals war ich ein kleines Mädchen“, fuhr sie fort,„und verstand nicht viel von dem, was er oft zu mir sagte. Eines aber vergaß ich nicht, er und meine Mutter trugen eine gemeinsame Sorge. Als er in das Feld kam, nahm er von meiner Mutter Abschied. Bevor er das Zimmer verließ, hob er mich zu sich empor, und dann küßte er mich mit den Worten: Armes Mädchen, arme Johanne!— Ich fand dies wohl alles sonderbar, ging aber als Kind schnell darüber hinweg. Er kam nie wieder zurück. Wie meine Mutter noch erfuhr, wurde er 1917 nach einer Schlacht als vermißt gemeldet, also nicht erst nach Ende des Krieges, wie ich vorhin sagte.“ Sie hatte zuletzt leise gesprochen, und es gewann den Anschein, als wäre sie mit ihrem Bericht zu Ende. Will wollte schon eine weitere Frage an Wringel richten, als sie weitersprach: „Nach dem Tode meiner Mutter suchte ich nach einem Brief, der mir Aufklärung über viele Dinge schaffen sollte, fand ihn aber nicht. Entweder hat mir meine Mutter den Aufbewahrungsort nicht richtig angegeben, oder er war inzwischen verlorengegangen.“ „Stop!— Fräulein Johanne, das wird genügen", unterbrach sie schnell Will,„jetzt wollen wir die andere Seite hören!“ Aber soweit kam es nicht. Es hatte geläutet, die Alte ließ soeben ein Mädchen in das Zimmer, von dem man sagen konnte, daß es schön war. Ihre Kleidung verriet auffallende Eleganz, und wenn etwas in der Erscheinung der Eintretenden stören konnte, dann waren es ihre auffallend roten Haare. Im Alter mochte sie Johanne gleich sein, wenn man davon absah, daß ihr Gesicht geschminkt war. „Sie sind Archibald Wringel?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, redete sie weiter. möchte Sie gern allein sprechen. Ich schätze Sie als Gentleman, der einer Dame in einer wichtigen Frage wohl beistehen wird. Vielleicht wissen Sie schon, daß ich im Auftrage meines Onkels, Major Georg Chester, komme!" sind wie Kleider, bekommt man ein neues, vergißt man das alte!" Er sah sie erwartungsvoll an. Wringel nickte zustimmend; er rieb sich verlegen die Hände, gleichsam als wolle er sich entschuldigen. Sein Interesse galt Johanne, und er machte daraus kein Hehl. Diese saß aufgerichet, mit Spannung die Antwort des Mädchens erwartend. „Ich bin Johanne Wellington“, antwortete die Besucherin leichthin,„und die Nichte Major Chesters. Das wird genügen.“ „Sie lügt, Gerson, glauben Sie mir!" Johanne wollte emport aufspringen, fühlte sich aber von Will zurückgehalten. „Nur Ruhe, Fräulein Johanne!“ beschwichtigte sie Gerson lächelnd.„Ich kann mir denken, daß es zwei Johanne Wellington gibt, wenig wahrscheinlich ist dagegen die Annayme, darin zwei Nichten eines Onkels zu sehen. Ich weiß zwar nicht, um was das Spiel geht, noch weiß ich es nicht", setzte er nachdrücklich hinzu,„aber ich werde es herausbekommen. Sie aber, Fräulein Johanne in spe, mache ich darauf aufmerksam, daß es leicht möglich ist, sich die Finger zu verbrennen, wenn man mit dem Feuer spielt.“ Die Angesprochene erhob sich brüsk. „Mich in Gesellschaft schlechter Menschen aufzuhalten, habe ich nicht notwendig. Meine Angelegenheit kann auch später erledigt werden, und Herr Wringel wird dann sicherlich für mich Zeit haben.“ „Vorerst möchte ich mir die Sache reiflich überlegen“, antwortete dieser zurückhaltend.„Es liegt bestimmt nicht im Interesse einer gewissen Person, wenn ich einer falschen Nichte irgendeine Auskunft erteile, und ich möchte mir den Vorwurf, leichtsinnig gehandelt zu haben, ersparen.“ „Ich habe keine Ahnung, was Ihre Worte bedeuten. Seltsam finde ich nur, daß Sie in einer hochwichtigen Angelegenheit den Worten fremder Leute mehr Gehör schenken als mir. Ich werde aber trotzdem und der Zug des Mißtrauens, der durch die Mitteilung Johannes aus seinem Gesicht verschwunden war, machte sich wieder bemerkbar. Die Besucherin nahm unaufgefordert auf einem Stuhl Platz. „Das ist aber sonderbar“, äußerte sich Wringel, „Sie sind nun die zweite Nichte, die sich bei mir meldet.“ Das Mädchen zog die Augenbrauen hoch. Es schlug ungeniert die Beine übereinander und besah aufmerksam seine Fingernägel. „Was Sie nicht sagen“, bemerkte es nachlässig, aber es mag sein. Heutzutage laufen genug Schwindlerinnen umher. Dann werde wohl ich die Richtige sein!“ Will war der Unterhaltung bis dahin interessiert gefolgt und beschloß nun im Hinblick auf Johanne, der Sache näher auf den Grund zu gehen. Er ahnte dabei nicht, wie groß das Wespennest war, in das er griff. Innerlich mußte er über die Keckheit des Mädchens lachen. „Wie heißen Sie denn, Sie Mädchen mit der echten Verwandtschaft?“ setzte er an Stelle Wringels, dem er einen Wink gab, die Unterredung fort. Er erhielt eine schnippische Antwort. „Sind Sie Meister Wringels Sohn oder gehören Sie in das Geschäft? In beiden Fällen würde ich mich gern um Sie kümmern. Meine Angelegenheit ist zu diskret, und ich möchte mich nicht der Gefahr aussetzen, mein Inneres fremden Menschen zu enthüllen!" „Wringel muß doch Ihren Namen erfahren. Ich vermute zwar, daß es ein falscher sein wird. Namen noch einmal kommen und verlange dann, unter vier Augen“, ein ärgerlicher Blick fiel auf Will und Johanne,„von Ihnen empsangen zu werden. Meine Kenntnis von einem bedeutungsvollen Schriftstück wird Ihnen die Wahrheit meiner Behauptung beweisen.“ Sie wandte sich hochmütig um. „Einen Augenblick, mein Fräulein“, rief Will, als sie bereits neben der Türschwelle stand,„nehmen Sie doch diese Karte mit, sie enthält meine Adresse.“ Er schritt auf sie zu. „Lernen Sie das gut auswendig, Lucy Sillborn oder Rote Nelke, wie man Sie noch nennt; es wird Sie vielleicht abhalten, mehr zu tun, als das Gesetz erlaubt. Merken Sie sich das eine“ in seine Augen trat ein harter Glanz,„von heute ab bin ich hinter Ihnen her, und was das bedeutet, das lassen Sie sich von Ihren Freunden sagen.“ Gerson hatte halblaut und nur für sie verständlich gesprochen. Sie nahm das Papier mit spitzen Fingern zu sich und warf einen gleichgültigen Blick darauf. Kaum hatte sie jedoch gelesen, was darauf stand, da begann sie zu zittern. In ihren Augen lag eine schreckliche Angst, ihre Lippen verloren jede Farbe. Sie verließ fluchtartig das Zimmer. Nur wenige Worte waren es, die sie so in Angst versetzten. Als sie auf der Straße stand, zog es ihren Blick noch einmal wie magnetisch auf die zerknitterte Karte. Flüsternd wiederholte sie die Adresse: Kommissar Captain Will Gerson, Scotland=Yard(IPS.) Seite 7 Nr. 19 DDie Eine Kommissar Captain Will Gersons Tätigkeit war sogar den Oberen von Scotland=Yard ein Rätsel. Sergeant Gibbs hätte wohl einiges darüber sagen können, aber das wäre das Ende seiner Laufbahn gewesen und damit das Ende seiner Brautschaft mit Mary Golden, der appetitlichsten und sparsamsten Köchin Londons. Obwohl er von allen Seiten mit Fragen über Captain Gersons Tätigkeit bestürmt wurde und manche dieser Fragen mit einem Papierhändedruck begleitet waren, blieb Gibbs eisern konsequent in der Antwort. Ein bedauerndes Achselzucken, ein serviles Lächeln oder ein stummes Schütteln des Kopfes war seine Erwiderung. Für diejenigen, die sich nicht damit abfinden wollten, hatte er, soweit Vorgesetzte und Kollegen in Betracht kamen, einen vorwurfsvollen Blick und seinen breiten Rücken. Leute aber, die ScotlandDard im Bogen umgingen, des öfteren Gastspiele in ##o Baily gaben und außerhalb der Dienststelle ihr Interesse fur den Kommissar nicht verhehlen konnten, behandelte er auf erprobte Art, wobei seine Zyklopenfäuste das unterstrichen, was die anderen nicht begreifen wollten. Gibbs war eine durchaus sachliche Natur. Er kannte Ueberschwenglichkeiten nur vom Hörensagen und romantische Ideen fanden bei ihm einen steinigen Acker. Er war von großer Zuverlässigkeit, und da er nur zwei Personen hatte, denen er zu dienen verpflichtet war, brauchte er sich nicht mit komplizierten Gefühlsänderungen abzugeben. Sein dienstliches Herz gehörte dem Kommissar und das Herz der Liebe hatte Mary Golden in Beschlag genommen. Zwischen diesen beiden Gefühlen keimte noch eine kleine Leidenschaft für Frösche, die aber vollkommen ungefährlich war. Außerdem machte es ihm Freude, die ironische Art seines Vorgesetzten nachzuahmen. Soweit war sein Tagewerk reichlich ausgefüllt. Sergeant Gibbs saß, soweit er nicht außerhalb Scotland=Yard zu tun hatte, auf Zimmer siebzehn, wo er sich als Famulus Gersons ziemlicher Ungestörtheit erfreute. Mit diesem Zimmer hatte es seine eigene Bewandtnis. Es lag etwas exponiert und war oft wochenlang verödet. Dann wiederum bildete es den Sammelpunkt aller möglichen Dienstgrade, die wie Bienen ein und aus schwirrten und meist innerlich über die knappe Form der Befehle fluchten. Nach derartiger Geschäftigkeit konnte man kurze Zeit später totsicher spaltenlange Artikel in den Tageszeitungen lesen, die bewiesen, wie sehr Gersons Tätigkeit in der Oeffentlichkeit geschätzt und anerkannt wurde, und die manchen Alpdruck von der Brust friedlicher Bürger nahmen. Seine Offensiven gegen die Verbrecherwelt kamen meist wie der Blitz aus heiterem Himmel, und diese Arbeitsmethode hatte ihm in den Kreisen der Unterwelt den Namen„Blitz“ eingebracht. Kommissar Gerson, der älter war, als er aussah, unterstand direkt dem Innenministerium, und die Vollmachten, die man ihm einräumte, waren sehr weitgehend. Lediglich die oft auf schnellstem Wege notwendige Fühlungnahme mit dem gewaltigen Polizeiapparat Londons hatte ihn veranlaßt, sein Quartier in Scotland Yard aufzuschlagen. Sämtliche Dienststellen waren höheren Orts angewiesen, ihm jede gewünschte Information mit tunlichster Eile zu Der Kosakenhe Papier zur Hand; Personen, ein kur, führen hatte. Wie deren Leben er au; mit rasender Sch nichts— oder sehr und wann sehr v Bestimmtheit nenn Ohne weiter ei vier zu werfen, m ihn wieder zur Se aus der Schachre stahlgrauen, schar Nachdenklichteit des alten, in mil Aber draußen gab sturm zerpflügte gender, drohender nale der Front, Kampfes. Langsam blief garette von sich. Das Leben war h Schicksal ging ei anderes geben im ten? Härter noch dessen Leben von Hände formten. wußte nicht, was Brief? Der Brie kam? Der Brie Schönheit einer getan hatte, um Das einzige in s# Die Ordonn Gedanken auf. 1 ten im weiten Wachen auf, ge herein und hina da: „Hetman— Der Fetzen len Licht vorüb danach. Was ki urteilt waren? deren Leben zel wußte nicht ein gab den Befehl, wo wurde er au und wurde dur zu sich. Er schl nach einer neuer Lärm. Ein flüc des Papiers. 1 des Schicksals a Ohne die L witsch zurück: und davongehen mit der Hand er ihm zu eng den Lippen, er glühende Zigar mit dem Fuß! mit ihm? Jed einen Fetzen P die zu erledige kleine Vergeher das Recht? W Sein Blick Draußen im§ brannten Mau 25 mitteln. Er konnte jederzeit Verfügungen treffen, die sogar dem Polizeidirektor von London einiges Kopfzerbrechen verursachten.(Fortsetzung folgt, „Was war „Von eine den Trubel brüten, dann Hühner wiede Jetzt woll zeigt das Gel sehe es, sie ha Mann den Ki den Tisch un das tut sie; 1 und schaut Mädchen da, Unheil brütet „Mit den baumlanger s „Meinst du: Mit dem mich aufmer Redensarten gefaßt, und Hund angeko „Laßt m sonderer Fre gewandert, wachsen. Ar Hut ab vor Seht, au tun alle hier es nicht and Gschstelr Nun star Art ein wer „Was hi roni von in du so lang; saufen. Geschrei „Ohoo!" brummt er, Hurrle, „Wollte verstehst? 2 Rein, „Nebens nicht, das sagen. In Seite 7 Nr. 19 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 23. Januar 1936 Ainerhänuug Wie Mickaee Hießel dem Tode enteing Eine gekeimnisvolCe Geschickte aus dem Weltkrieg Der Kosakenhetman Zainowitsch nahm das Blatt Papier zur Hand; eine Liste vom Kommando über sechs Personen, ein kurzes, rundes Urteil, das er durchzuführen hatte. Wieder ein halbes Dutzend Menschen, deren Leben er auslöschen mußte. Die Gesetze arbeiteten mit rasender Schnelligkeit; ein Augenblick bedeutete — oder sehr viel. Aber wann bedeutete er nichts und wann sehr viel? Wer konnte es sagen, wer mit Bestimmtheit nennen? Ohne weiter einen Blick auf den kleinen Fetzen Pavier zu werfen, mit den wenigen Zeilen Text, legte er ihn wieder zur Seite, nahm eine lange russische Zigarette aus der Schachtel, zündete sie an, und seine kleinen, stahlgrauen, scharfen Augen blickten sonderbar in eine Nachdenklichkeit gleitend durch das schmutzige Fenster des alten, in mititärischen Besitz genommenen Hauses. Aber draußen gab es nichts zu sehen. Eine vom Winterzerpflügte Waldlandschaft, ein grauer, tiefhängender, drohender Himmel. Ganz in der Ferne die Signale der Front, der Schlacht, die Bewegung des Langsam blies der Hetman die Rauchwellen der Zigarette von sich. Er rückte die Pelzmütze etwas zurück. Leben war hart, daran war nichts zu ändern. Das Schicksal ging eisern seinen Weg. Was konnte es da anderes geben im Leben eines Menschen, eines Soldaten? Härter noch als die anderen war er, der Kosak dessen Leben von Jugend auf des Schicksals stählerne Hände formten. Und dennoch— Hetman Zainowitsch wußte nicht, was es war, das ihn jetzt bewegte. Der Brief? Der Brief, den er eben vor dem Dienstzettel bekam? Der Brief seiner Frau? Was galt schon die Schönheit einer Frau, eines Weibes, für das man alles getan hatte, um sich seine Liebe und Treue zu erhalten? Das einzige in seinem Dasein, außer der Pflicht. Die Ordonnanz erschien. Er schreckte aus seinen Gedanken auf. Befehle mußten gegeben werden. Drunten im weiten Hof wechselten die Posten, zogen die Wachen auf, garoppierten die schnellen Kosakenpferde herein und hinaus. Die Ordonnanz stand noch immer Hetman— die sechs Mann sind bereit—!“.. Fetzen Papier leuchtete plötzlich in einem fahlen Licht vorüberstreifender Sonne. Zainowitsch griff danach. Was kümmerten ihn diese Leute, die da abgeurteilt waren? Deren Namen untereinanderstanden, und deren Leben zehn Minuten später verweht war? Er wußte nicht einmal, wie diese Menschen aussahen. Er gab den Befehl, gleichsam in das Nichts hinein. Irgendwo wurde er aufgefangen, hakte sich ein und kam weiter, und wurde durchgeführt. Zainowitsch zu sich. Er schleuderte die Zigarette in eine Ecke, griff nach einer neuen. Die Ordonnanz gab Feuer, mit viel Lärm. Ein flüchtiger, kurzer Namenszug an den Rand des Papiers. Und nichts mehr gab es, was den Lau## des Schicksals aufzuhalten vermochte. Ohne die Ordonnanz anzusehen, reichte es Zainowitsch zurück: die Order. Er hörte den Mann grüßen und davongehen. Dann stand er plötzlich auf. Er riß mit der Hand an der Bluse, am Halskragen, als wäre er ihm zu eng geworden. Er trug ein böses Wort auf den Lippen, er sprach es nicht aus. Er warf die glühende Zigarette in den Winkel und trat stampfend mit dem Fuß darauf. Zum Teufel, was war denn los mit ihm? Jeden Tag fast brachte die Ordannanz so einen Fetzen Papier, jeden Tag fast gab es Menschen die zu erledigen waren, Spione, Deserteure, vielleicht kleine Vergehen, vielleicht Unschuldige... wo stand das Recht? Wer konnte es wägen und messen? Sein Blick glitt wieder durch das verstaubte Fenster Draußen im Hofe, ganz am Rand, an einer halb verbrannten Mauer, nahmen Kosaken Aufstellung. Sechs Männer standen dort. Sechs Nummern. Sie hörten auf, Menschen zu sein. Zainowitsch sah sie unten stehen. Er lauschte auf die Kommandos. Es waren ja nicht Er suchte die Gesichter der Verurteilten Er wollte zurücktreten; nicht aus irgend einem Gefühl. Gesetz war zu sprechen. Irgend etwas hielt ihn. Do.; Fenzfüß den Arm hoch, er wischte bgicgden Starhing setz glases, damit er eine bessere Sich. bekam. Und jetzr... Er biß die Zähne aufeinander... Das dort, das dort drüben, der zweite... Zum Teufel... wie sein Sohn, seinem einzigen Sohn aus dem Gesicht geschnitten. Er wendete sich um, er suchte den Befehl. Die Order war fort. Unsinn, sein Sohn konnte doch nicht hier sein, das konnte doch nicht sein Der Hetmon Zalnovisch, desen barte F schzise gel hinaus, ein gellender Pfif raste Hlezncgerg He und ließ die Menschen stille behen. Die.1g1, hrülle der Hetbereits geladen und entsichert.„Sioh! kraule dir. man, dann winkte er dem Kommenden, kurz, herrisch Dann drehte zer sich, wieder um, nahm eine neue ZiIm nächsten Augenblick erschien der Kosak. „Gib mir die Liste!", sagte Zainowitsch.„Und dann... der Zweite von rechts... der soll heraufkommen... Verstehst du? Sofort!“ Zainowitschs Blicke streiften unruhig über den Hof in das Freie über die Wälder. Weit draußen ging der Kampf. Dieser Kampf, überall gibt es ihn, überall sichtbar und unsichtbar. Zainowitsch glättete das Pa vier. Er las einen Namen Es war ein deutscher Name. Michael Giebel, stand da.„Ogkanterieregigent Rummer... aus und wieder ein deurscher„Nagie. Was ging ihn das alles an? Was tat er dar## der harte, unempfindliche Mann? War das nicht Suvordination? Was fiel ihm ein?... Sramd, Ehe er noch weiterdenken konnte stanv der Frem# Zainowitsch ließ den Kosaken abtreten. Er war mit dem Feind allein. Er ging wieder ans Fenster, kam er plötzlich vor ihm stehen, prüfte sein Gesicht, seine Augen =Komm näher ans Lichtl“, sagte Richoel Giebel wußte nicht, wos de, geschah, war mit anderen Gefangenen hierhertranspoellett worden. Er war Gefangener und sonst nichts. in seiner Gesellschaft Spione gefunden; die Gesetze arbeiten schnell, man hatte keine Zeit, um viel zu fragen. Ruhig und bewegungslos stand er vor dem KosakenAls der eine neue Zigarette nahm, wollte er Feuer geben, aber er besaß keines. Da— Michael wird es nie vergessen, hielt ihm der Kosakenhetman die Schachtel Zigaretten hin, Michael griff hinein. Wortlos blieb er stehen. Ein Wunder, was sich da ereignete, war es ein Bonder.. M Lruben und Nach zehn Minuten stand er wieder braußen, und wieder kamen die Kosaken und nahmen ihn in ihre Mitte. Aber sie führten ihn nicht zur verbrannten Mauer. Sie brachten ihn in ein Zimmer. Gefangen warten, bis der Transport in das Land kam. Oben, am alten Tisch gelehnt stand Zainowitsch. Er hatte die Pelzmütze vom Kopf gerissen. Er hatte ein Bild in der Hand, das Bild seines einzigen Sohnes. Er stand an der Front gegen Deutschland. Er le### noch. Vielleicht... vielleicht... wer weiß um das Geheimnisvolle des Schicksals, vielleicht kam er in dieselbe Lage, wie dieser Deutsche. Vielleicht war auch der ein Sohn einer schönen Mutter, die der Vater über alles liebt. Und da stand es ja geschrieben, diese Augen dieser Mund, diese Lippen... als wäre es sein EbenEs war das erste und einzige Mal in seinem Leben daß der Kosakenführer Zainowitsch gegen den Befehl handelte. Ihm stand das letzte Recht zu. Er benützte es. Er beugte sich über den mit Papieren und Befehlen überladenen Tisch, über den Fetzen Papier, und er strich mit zitternden Händen den Namen durch, einen einzigen nur: Michael Giebel. Dann riß er wieder das Fenster auf, und wieder der Pfiff. Das Leben, das Handwerk geht weiter. So, als wäre nichts geschehen, überreichte er die Order der Ordonnanz. Er hörte sie wieder über die hölzerne Treppe davonpoltern. Er hörte Kommandoworte. Er überhörte es. Er setzte sich an den Tisch, griff nach den Befehlen, las sie, zeichnete ein, gab Anweisungen. Unten krachten die Gewehre. Menschen verlöschten. Die Arbeit geht weiter. Niemand merkte es dem Hetman an, daß sich eben etwas für ihn Unheimliches abgespielt hatte. Daß er auf eigene Macht einen Menschen vom Verwehen zurückgerissen hatte, nur weil— weil er seinem eigenen Sohne so ähnlich sah, und im Glauben daran, daß er damit auch das Leben seines eigenen Sohnes vor dem Verlust retten konnte... Alfred Wiedenbrück Heodus und Utcas irren sick Eidkundliche Plauderei „ie DeiN!... 25 Moman von Koland Betich wenn du morgens säst, kannst du abends die Was wark Wer wark“„(.1, gurri, „Von einer Ente ausgebrütet: schreit Hurrle in den Trubel hinein.„Wenn Enten Hühnereier ausbrüten, dann kommen Hühner raus, aber wenn diese Hühner wieder legen, dann legen sie Enteneier!“ Jetzt wollen sie über ihn herfallen. Die Blonde zeigt das Gebiß und kneift die Augen zusammen. Ich sche es, sie hat den Satan im Leib oh, sie, kann einem Mann den Kopf verdrehen. Setzt sie sich jetzt„ichr auf den Tisch und stellt die Füße auf die Banr? Doch, das tut sie; und ein junger Kerl kommt an ihre Seite und schaut sie wohlgefällig an. Es sind noch zwei Mädchen da, und diese sind eifersüchtig auf die Blonde; Unheil brütet in ihren Augen. „Mit den Enteneiern, das ist Quatsch“, sagt ein baumlanger Kerl und setzt die Bierflasche an den Hals. „Meinst du nicht auch, he, du Neuer dort?“ Mit dem Neuen meint er mich. Sie werden auf mich aufmerksam; Köpfe drehen sich nach mir und Redensarten fallen. Einen feinen Anzug hätte ich da gefaßt, und wie man gehört habe, sei ich mit einem Hund angekommen, so einer sei ich; alle Hochachtung. „Laßt mir diesen“ ruft Hurrle,„er ist mein besonderer Freund; ich bin mit ihm durch die Steppen gewandert, wo die Eselswürste auf den Bäumen wachsen. Außerdem ist er ein Elementenfärber, den Hut ab vor ihm. Prost, Fabian.“ Seht, auch er hängt die Flasche an den Hals; das tun alle hier, und im Walde bei den Holzfällern war es nicht anders.„„ aber dae mit den „Egal“, knarrt der Lange,„aver bas mir den Enteneiern ist ein ausgekochter Schwindel!“ Nun startet Hurrle von neuem und wird nach seiner Art ein wenig gespreizt..„.n— hn lange wp. „Was hinwiederum versteyst venn du lunge Makkakoni von indischem Federvieh? Warum übrigens bist du so lang; ich wette, du kannst aus dem Dachkandel saufen." Geschrei und Gelächter; Larm und Trampeln. „Ohoo!“ Er rückt heran er bläst sich auf.„Ohoo!“ id das Hemd spannt sich vor sei drummt er, un, dus Hemd(eal.:„ch vor seiner Brust. Hurrle, o weh, steigt auf die Bank. „Wollte fragen, was du vom indischen Federvieh verstehst? Warst du in Indien? Antwort!“ „Nein, aber ich kann——. Iudien m.* „Nebensache, was du kannst! In Inoien warst du nicht, das steht fest. Ich will dir etwas ganz anderes sagen. In diesen Ländern ist es außerordentlich heiß; wenn du morgens säst, kannst du abends die Radieschen essen. Und gerade was das Huhn betrifft, hat sich da eine kuriose Sache ereignet. Ein Huhn fraß etwas zuviel Weizen; es konnte nicht schnell genug verdauen. Ein Weizenkorn blieb unverdaut im Darm stecken und fing sofort zu keimen an. Ihr mögt es glauben oder nicht.“ Er kann nicht weiterreden; denn es Unwetter über ihn her. Die Wände zittern. Das Bier gluckert durch Kehlen. Adamsäpfel hupfen.„—— und da,——— und dieser—“ stößt er trompetenartig in das Chaos hinein,„und dieser Halm schoß so ins Kraut, daß es eine wahre Pracht war und das Huhn sich einbildete, ein Pfau zu sein.“ Steht mir bei, dieser Unsinn! Ein Glück, daß einer zur Ziehharmonika greift; daß er die alte Quetschkommode nimmt und einen Gassenhauer aus den Pfeifen jagt. Wer ist denn dieser komische Kerl? Turr und alt und mit Zahnlücken; mit einem nassen Scheitel. Mir scheint, seine Augen stehen schief und er hat, wie man sagt, einen Zwiebelkopf. Aber er handwerkt das Maurerklavier, daß es eine Pracht ist. Es lohnt sich, ihn anzuschauen; wie er dasitzt, den Riemen über de Schulter und den Rücken gekrummt. Der Kopf, lauernd in den Hals gedrückt, dreht sich vogelartig, und was da auf den Tasten sich bewegt, das sind keine Finger; ich sage euch, es sind Klauen herrliche Klauen. Er hat den Spitznamen Trarabumm. Uebrigens spielt er jetzt ein Volkslied und einige singen mit..„. H J Teiner „Du bist wirtlich ein Feiner. Aha, die Blonde mit den Raubtierzähnen. Ich wende mich um; da steht sie wirklich an meiner Seite und tut wie eine blonde Carmen. „Ja, dich meine ich: kommst mit einem Hund daher. 6a bol“...5 „Den have ich gefunden. „Wie ein Gänseblümchen, gelt. Sie rückt mir auf den Leib und schaut mich herausfordernd an; macht ein paar Drehungen in den Hüften und bläst sich eine Haarsträhne aus der appetitlichen Fratze. Franziska heißt sie, aber sie sagen Fränz „Warum kümmerst du dich um meinen Hund““ „Feine Gewächse, he he; werden von der gnädigen Baronesse im Auto gebracht. Schläfst du in den GastRehmt euch in acht vor der Fränz: sie reitet auf Na sa, das Lied ist doch zu Ende gegangen und es macht sich eine lärmende Behaglichkeit breit. Die Luft Eine der himmelschreiendsten Ungerechtigkeiten in der Geschichte der Erdkunde ist die Tatsache, daß Amerika bei seiner Entdeckung nicht nach Kolumbus seinem Entdecker, genannt wurde. Bekanntlich wurde das unschätzbare Verdienst des großen Seefahrers nicht genügend gewürdigt. Schon als Korumous noch lebte wurde sein Name nur recht selten genannt, nach seinem Tode fiel er bei der Allgemeinheit rasch der Vergessenheit anheim. In aller Munde dagegen war der Name seines Landsmannes und Reisebegleiters Amerigo Vespucci, der zwar keine Großtat vollbracht, sondern lediglich als Schreibgewandter die ersten Eindrücke über das ferne Land festgehalten hatte. Die Veröffentlichung der Reiseberichte, die auch ins Lateinische und Deutsche übersetzt wurden, machte Vespucci berühmt und es kam schließlich so weit, daß man den Schilderer des Neulandes für den Entdecker selbst hielt. Auf diesen Irrtum sich stützend, waren es zwei deutsche Gelehrte, die, sicherlich ohne sich der weittragenden Bedeutung ihres Handelns bewußt zu sein Amerika seinen Namen gaben. Als geistiger Urheber des Namens schlug der elsässische Humanist Ringmann in seiner„Cosmographiae Introductio“ vor, das neuentdeckte Land„Amerika" zu nennen. Der deutsche Rektor Martin Waldseemüller trug diesen Namen dann auf seiner Weltkarte ein und stand damit bei dieser weltgeschichtlichen Taufe sozusagen Pate. Sämtliche Globen und Weltkarten, die im 16. Jahrhundert erschienen führten für den neuen Erdteil bereits die Bezeichnung „Terra America". Dieser Irrtum steht in der Geschichte der Erdkunde jedoch keineswegs vereinzelt da. Wer die Erdkarte überprüft, stößt auf manchen Namen, der ihn veranlaßt, den Kopf zu schütteln. Wie kommt es beispielsweise, daß die östlich von Mittelamerika gelegenen Inseln„Westindien“ heißen, liegt doch Indien endlos weit entfernt geradezu auf der entgegengesetzten Seite der Erdtugel? Die Antwort auf diese Frage gibt eines der interessantesten Kapitel in der Geschichte der Erdkunde, Kolumbus war auf seiner ersten Entdeckungsfahrt bekanntlich aus. gefahren, um einen westlichen Seeweg nach Indien zu finden. Die erste Insel, die er erreichte, nannte er, dem Heiland zu Ehren„San Salvador“, d. h.„Heiliger Erlöser". Das Gold, das die Spanier suchten, fanden sie hier jedoch nicht. Die Eingeborenen verwiesen sie nach Cibao, hinter welcher Bezeichnung Kolumbus das sagenhafte asiatische Goldland Zipangu vermutete. Erst auf der Insel Haiti wurden die Wünsche der goldgierigen Spanier erfüllt. Gegen wertlose Kleinigkeiten tauschten sie faustgroße Goldklumpen ein. Bei seiner Rückkehr nach Europa führte Kolumbus einige„Indios", Eingeborene aus„Westindien“, mit sich, wie er die neuentdeckte Inselwelt genannt hatte, die er für einen Teil Asiens hielt. ist zum Schneiden; ganze Schwaden steigen zur Decke und bilden dort einen förmlichen Wolkenhimmel. Hier sitzen derbe Menschen und freuen sich; Menschen mit ausgezeichneten Nerven sitzen hier und beweisen, daß sie am Leben sind, daß sie geniale Teile sind dieser unheimlich gespenstischen Welt. Nehmt nur einmal die Fränz; sie muß immer in der Stube herumschleichen und die Männer aufstachern; ihre gesunde Sinnlichkeit trägt sie gefährlich unverhüllt Hurrle fällt plötzlich etwas ein. Er kommt auf mich zu und fordert mich auf, das Kunststück mit dem Kreidepünktchen zu machen. Nein, ich will es nicht machen, es ist vielleicht jetzt nicht die rechte Zeit. Aber Hurrle, begierig, hinter das Geheimnis zu kommen, läßt nicht locker. Ich weiß, die Geschichte quält ihn, er grübelt darüber nach und findet die Lösung nicht. Vielleicht wird er heute nacht wach im Bett liegen und nach der Erklärung fahnden. „Freunde", ruft er„dieser da, der ansonsten Gerstensaft braut, hat ein prima Zauberstück auf der Walze. Er soll uns das hier vormachen, wir haben ein Recht darauf.“... g 6. M Sie gröhlen ihre Zustimmung und stoßen mit den Bierflaschen nach mir. Herenmeister bist du auch?" Das ist schon wieder die Fränz.„Hast die Baronesse auch verhext, hä, du Strauchdieb!“ Mit den Nägeln von Daumen und Mittelfinger zwickt sie mich bösartig in den Arm. Zum Teufel mit ihr, sie macht mich noch ganz verrückt. „Schieß los, ich zeige dir dann auch hinterm Haus die Schwalbennester.“.„.6er9 6##. Was zeigt sie mir? Die Schwalbennester: Ha ha, habt ihr gehört, diese wache Kreatur auf dem Sprung, dieses Mädel, das nach Stroh riecht und einen nassen Mund hat, will mir die Schwalbennester zeigen. sollst deine Glühbirne nicht unter den Scheffel stellen. Hurrle drängt weiter, und jetzt kommt auch der Trarabumm und wackelt mit dem Kopf; dazu dudelt er mir ein paar Quetschtöne ins Ohr. n—.“ auf der Lauer halmeinen Hexenald Einem seltsamen Zufall verdankt der Stille Ozean“ seinen Namen. Als Magellan im Jahre 1520 auf seiner ersten Weltumsegelung die nach ihm benannte Meeresstraße zwischen dem südamerikanischen Festland und Feuerland passiert hatte, fand er die sonst so stürmischen Fluten des Pazifik ausnahmsweise sehr ruhig, weshalb er diesem Meer, das ei als erster Europäer befuhr, die Bezeichnung„Stiller Ozean“ gab. Der englische Erdumsegler Francis Drake kam 1577 im Stillen Ozean in einen furchtbaren Sturm, der sein Schiff weit nach Süden abtrieb. Deshalb erklärte er, dieses Meer verdiene eher die Benennung Mare furioso— Stürmischer Ozean als Mare pacificum— Stiller Ozean. Die einmal von Magellan geprägte Bezeichnung blieb jedoch bestehen, und so sprechen wir noch heute fälschlicherweise vom Pazifik. Im Jahre 1545 segelte der Spanier Ortiz da Retes von der Molukkeninsel Tidore nach Meriko. Unterwegs führte ihn ein Zufall an ein großes unbekanntes Land, an dessen Küste er hinfuhr. Die schwarzen kraushaarigen Bewohner erinnerten ihn an die afrikanischen Neger der Guinea=Küste, und so nannte er das Land, die zweitgrößte Insel der Erde, kurzerhand„Neu=Guinea". Auf ähnliche Weise entstand der Name Venezuela. Kurze Zeit, nachdem Kolumbus auf seiner dritten Reise an der Mündung des Orinoko vorübergefahren war, erforschte der andalusische Edelmann de Hojeda die Küsten des heutigen Venczuela, wurde bei dem Anblick der Pfahlbauten an der Küste an das heimatliche Venedig erinnert und gab deshalb dem Lande den Namen„Venezuela", d. h. Klein=Venedig. HI. W L. S Tonfilmregisseur: Ihr Spiel wittt su „Fräulein, so geht das aber nicht! Ihr Spiel wirkt ja wie abgestandene Limonade! Sie müssen viel mehr Verachtung und giftigen Hohn in Ihre Worte legen! Etwa so, wie Sie„Kaninchen“ sagen würden, wenn Sie Ihrer Rivalin in einem unechten Pelzmantel begegnen.“„Berl. Ill.“ Kalt # gegen spröde Haut lte im Wal# sich Ich denke mir, ich win sie noch auf ten, sie werden dann recht versessen auf trick. Oh, wie froh bin ich, daß der Akte im wuld sich breitschlagen ließ und mir das Gehetmnis anvertraute; daß er die Lösung eintauschte gegen zwei Mark und ein simples Kartenkunststück. Wie stehe ich jetzt da; ein Illusionist bin ich und einer, den sie umringen und auf dessen Schwefeldämpfe sie warten. Ha ha, so einer bin ich, und wenn sie erst wüßten, was ich erlebt habe oben bei den Klassikern, beim Möbelrücken. Still, mein Herz, still! Der Lange, der aus dem Dachkandel saufen kann, will auch glänzen; weiß Gott, auch er ist ein Auserwählter, auch er ist ein Besonderer, dem der Himmel herrliche Gaben verliehen hat und der sein Häuflein Stolz auszupacken beginnt. Sie lassen ihn aber nicht zu Wort kommen. Er tritt wieder ab und tut wie einer der eine große politische Rede gehalten hat. Das ungelegte Ei stimmt ihn weich und beinahe melancholisch. Er wird gerührt über sich selbst und schielt nach der Fränz, so, als habe er nun auch ein Anrecht darauf, daß sie ihm die Schwalbennester zeige hinter der Scheune. „Das Kreidepünktchen!“ rufen sie, und einer faßt mich am Halskragen. Was ist denn mit einem Male in mich gefahren? Wie ist das nur zu erklären? Ist es nicht ganz unheimlich, was sich in mir innerhalb weniger Sekunden abspielt? Nämlich folgendes: während ich schon in die Tasche nach der Kreide greife, während die lärmende Schar mich umringt, ist mir plötzlich, als ob eine unsichtbare, unwiderstehliche Kraft mich magisch noch der Tür zöge. Ich kann gar nicht anders, nein, ich eile blitzschnell an die Tür und öffne sie weit. 1 Draußen, tief erschrocken, steht der Chauffeur mit der Lederjacke. Man kann ihn kaum sehen, denn er steht im Dunkeln. „Mein Herr“, sage ich,„warum kommen Sie nicht herein? Warum schleichen Sie hier herum und horchen an Schlüssellöchern? He?!“ Gestalten drängen sich zur Tür. „Was ist denn los?“ „Ein Mann spioniert“, sage ich ganz ruhig und gehe auf den Flur hinaus. Kee Der Chauffeur kommt nicht etwa yerein, oas tut er nicht, denn er hat ein schlechtes Gewissen. Er wendet sich dem Ausgang zu und will verschwinden. Er soll nicht meinen, daß ich mich vor ihm fürchte; da muß ich lachen, ich könnte ihm von einem gewissen Gasthaus zur Lilie erzählen, wo sich ganz andere Dinge ereigneten. „Jawohl“, rufe ich ihm nach.„Sie scheinen mir, mein Herr, irgend etwas im Schilde zu führen. Nicht von der Hand zu weisen daß auch Sie ein politischer Verbrecher sind, nein, ich halte es für durchaus möglich.“ Und folge ihm bis ans Tor; rufe noch hinter ihm drein.„„ Mi ans7e „Nehmen Sie sich in acht, denn wir entlarven Dunkelmänner. Vielleicht ist Ihnen ein Herr mit Namen Zickomander bekannt; dieser Herr ist mein Freund, und es ist gar nicht ausgeschlossen, daß ich ihn antelephoniere und auf Ihre Spur hetze." Der Mann bleibt mitten im Hof stehen, wendet sich im Dämmerlicht nach mir um und legt den Zeigefinger an die Stirn, eine Geste, die zweifellos ausdrücken soll, daß er mich für verrückt hält. In der Stube drängen sie, daß ich meine Leuchtfontäne abbrenne. Ich will gewiß nicht den Drückeberger spielen, gehe also ein wenig martialisch zum Tisch und gebärde mich wie ein Nachkomme des großen Bellachini.„„ „Was habe ich in der Hanor, frage ich und halte die Kreide hoch, streife auch noch die Rockärmel hinauf, wie dies Zauberkünstler mit Vorliebe tun. „Kreide!“ rufen sie und lachen schon.„Ein Stück Kraide“ Awortsetzung folgt. 8 Nr. 19# Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 23. Januar 1936 Turnen und Sport Am 31. Januar beginnen die Bezirksmeisterschaften Wenlialehis Bökeraufriehenidelle Lord 132 Boxer beltreiten die Vorrunden— Die Paarungen für den Indultriebezirk teltgelegt— Bis zum 15. März mülfen die Gaumeilter gemeldet werden Je näher die Olympiade 1936 heranrückt, desto eifriger werden die Vorbereitungen durchgeführt, denn es gilt, nur die allerbesten Kämpfer als Deutschlands Vertreter aufzustellen. Hierzu bedarf es noch harter Prüfungskämpfe und Ausscheidungen. Dies gilt speziell für unsere Amateurboxer, für die der Weg nach oben außerst beschwerlich ist. Nachdem vor gut einem halben Jahr die letzten Meisterschaften von den Bezirksmeisterschaften bis zu den Deutschen Meisterschaften aufwärts durchgeführt wurden, sind jetzt wiederum die Teutschen Meisterschaften ausgeschrieben worden. Als Auftakt hierzu dienen die allenthalben in den deutschen Gauen und Bezirken stattfindenden Meisterschaften. Im Gau Westfalen haben 132 Anwärter ihre Meldung abgegeben. Dies bedeutet gegenüber den letztjährigen Meisterschaften einen Rückgang von 37 Meldungen, der seine Erklärung darin findet, daß durch die Einführung der allgemeinen Arbeitsdienst= und Wehrpflicht ein großer Teil unserer aktiven Amateurvoxer zum Arbeitsund Heeresdienst eingezogen wurde. Immerhin kann man das Meldeergebnis als äußerst günstig bezeichnen. Die nachfolgende Tabelle gibt uns ein anschauliches Bild über den Stand der Meldungen in den einzelnen Gewichtsklassen und Bezirken.(Die eingeklammerten Zahlen sind die vorjährigen.) Gewichts. Bezirk 1 Bezirk 2 Bezirk 3 Bezirk 4 Insklasse:(Münster)(Minden)(Arnsberg)(Industrie) gesamt Federgewicht: Becker(Hagen) gegn Piotrowski(Linden), Bender(Hagen) gegen Chymannski(Witten) und Lippe(Hagen) gegen Wiedenau(Dortmund). Weltergewicht: Kaisler(Bochum) gegen Heß(Hörde) und Pries(Wanne) gegen Cremer(Hagen). Mittelgewicht: Juschkewitz(Wanne) gegen Schilp (Hagen). Halbschwergewicht: Müller(Witten) gegen Ibel (Körne). Für die Vorrunde am 9. Februar in Sodingen Fliegengewicht: Brandt(Witten) gegen Manczyk 11 (Bochum). Bantamgewicht: Röttger(Herne) gegen Gaenserig (Bochum), Ordziniak(Sodingen) gegen Kienkopf(Wanne). Federgewicht: Kowalinka(Castrop) gegen Schwager (Dortmund), Burgath(Sodingen) gegen Korte(Bochum). Weltergewicht: Kalinomski(Sodingen) gegen Höflich II(Werne), Kister(Dortmund) gegen Kubiak(Herne). Mittelgewicht: Strathmann lich I(Werne), Piotrowski V (Herne). (Sodingen) gegen Höf(Linden) gegen Richter Herausforderung von Farr Englische Angebote an Walter Neusel Im Laufe dieser Woche wird Walter Neusel wieder in England eintreffen. Neusel hat verschiedene Angebote zur Austragung von Kämpfen auf englischem Boden erhalten. Es besteht einmal die Aussicht, gegen den Sieger des am 29. Januar in London stattfindenden Kampfes zwischen Jack Petersen und Len Harvey zu kämpfen. Auf der anderen Seite hat aber auch der kürzlich über Tommy Louahran erfolgreich gewesene Walliser Tommy Farr eine Herausforderung an Neusel gerichtet und eine Garantiesumme von 100 Pfund für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Für Walter Neusel bieten sich also in England günstige Kampfmöglichkeiten. Auch Deutschlands Sport trauert zum Ableben des englischen Königs Der Reichssportführer sandte an den englischen Ver treter des Internationalen Olympischen Komitees, Aberdare, folgendes Telegramm: „Mit den letzten Vorbereitungen zur Olympischen Feier beschäftigt, wurde ich von der Trauerbotschaft des Ablebens des erhabenen Sonveräns Ihres Landes überrascht. Der deutsche Sport, der gerade in jüngster Zeit so ermutigende Beweise gegenseitigen Verstehens von Ihnen empfangen hat, weiß, was der Verstorbene dem englischen Volk bedeutet. Indem ich mich zum Sprecher von 7 Millionen Sportsleuten mache, versichere ich Sie des tiefsten Mitempfindens der gesamten deutschen Sportwelt. (gez.) Reichssportführer von Tschammer und Osten.“ Brüffeler Sechstagerennen Seberrurulungen um fadienden Bund 132(169) Am 31. Januar nehmen die Bezirksmeisterschaften ihren Anfang, und zwar beginnt der Bezirk Münster an diesem Tage seine Vorrunde in Gladbeck. Der Bezirk Minden wird seine Meisterschaften ausschließlich in Bielefeld zur Durchführung bringen. Im Bezirk Arnsberg beginnen die Vorkämpfe am 2. Februar in Iserlohn. Der Industriebezirk benötigt zwei Vorrunden, die am 7, bzw. am 9. Februar in Hagen in Hagen und Herne=Sodingen durchgeführt werden. Terminmäßig müssen die Bezirksmeisterschaften bis Ende Februar durchgeführt sein. Die Gaumeisterschaften finden in der Zeit vom 1. bis 15. März statt, da die Vertreter der Gaue, also die Gaumeister, bis zum 15. März dem Fachamt Boxen in Berlin gemeldet sein müssen. Die Deutschen Meisterschaften, finden in den Tagen vom 1. bis 5. April in Westdeutschland ihre Durchführung, wobei mit großer Sicherheit zu rechnen ist, daß die Endkämpfe in der Westfalenhalle stattfinden. Und die Auslichten der Bewerber? Im Fliegengewicht bleibt im Bezirk 1 Strangfeld(Herten) der Favorit, und im Bezirk 2 Prasuhn(Herford). Im Bezirk 3 ist die Fliegenklasse recht schwach, denn Meyer(Altena) und Sieberg(Iserlohn) kommen kaum ernstlich für die Gaumeisterschaften in Betracht. Dagegen dürfte Sieberg den Bezirkstitel erringen. Starke Fliegen sind im Bezirk 4 versammelt, denn hier finden wir Sandhoff(Dortmund), Ackerman(Hagen), Petermann und Manczyk! (Bochum), Meyer(Hagen) und Brandt(Witten). Hier hat Sandhoff die meisten Aussichten. Bantamgewicht dürfte im Bezirk 1 Nowaczek(Buer) gegen Harrach(Gronau) und im Bezirk 2 Hebrock(Herford) gegen Eckel(VfB. Bielefeld) Deutsche Hallen-Tennismeilterschaften in Bremen— Der Franzose Bouflus ausgelchieden— Hilde Sperling und Frl. Jedrzejowfka unter den„letzten 4“ Bremen, 22. Januar. Der Mittwoch brachte bei den internationalen Deutschen Hallen=Tennismeisterschaften in Bremen eine Ueberraschung nach der anderen. Am Vormittag hatte sich zunächst Hilde Sperling=Krahwinkel im FrauenEinzel bereits als erste Teilnehmerin in die Vorschlußrunde„hineingespielt". Ihre Gegnerin, Frl. Huchting aus Bremen, verzichtete von vornherein auf den Kampf. Ferner konnten sich noch im Gemischten Doppel die Polen Jedrzejowska—Tloczynski glatt durchsetzen und stehen hier schon unter den„letzten Acht“. Der frühe Nachmittag brachte dann die unglaublichsten Ergebnisse. Es gab in der Tat Ueberraschungen am laufenden Band. Nach Landry, der am Dienstag gegen den Berliner Gerstel unterlag, mußte nun auch der Franzose Boussus ausscheiden. Der Jugoslawe Pallada legte ein ganz großes Spiel hin und schlug Boussus:6,:3,:4. Die zweite Ueberraschung war die Niederlage des Polen Tloczynski gegen den Franzosen Jamain. Mit:1,:6,:5 gewann Jamain. Dann überraschte noch der Berliner Gerstel, der am Dienstag Landry sang= und klanglos ausgeschaltet hatte. Er kam gegen das wuchtige Spiel von Dr. Dessart nicht an und verlor:6.:11. Ferner setzten sich noch Ellmer, Gentien und Szigeti durch. Im Männer=Einzel stehen also die„letzten Acht“ in Henkel, Gentien, Dessart, Ellmer, Szigeti, Pallada, Menzel und Jamain. Im FrauenEinzel steht auch schon die Polin Jedrzejowska in der Vorschlußrunde. Deutschlands Aufgebot 17 Spieler fahren nach Barcelona Am 21. Februar verlassen 17 Nationalspieler Es führen Bunsse Billiet In der zweiten Nacht des Brüsseler Sechstagerennens verdrängten Buysse Billiet die an der Spitze liegende Mannschaft Charlier[Deneef von der ersten Stelle, während das deutsch=belgische Paar Schön Aerts mit zur Svitzengruppe aufrückte. Nach 43 Stunden(875,040 Kilometer) eraab sich folgender Stand: 1. Buysse Billiet 60 Punkte, 2. Charlier[Deneef 54 Punkte, 3. Schön /Aerts 25 Punkte, 4. P. van Kempen Broccardo 18 Punkte; zwei Runden zurück: 5. Depaum van Nevele 28 Punkte, 6. van Vlockhowen(van Buggenhout 15 Punkte. Welttalens Turnwartetagen am 25. und 26. Januar in Dortmund Am kommenden Wochenende versammeln sich die westfälischen Volks= und Männerturnwarte zu einer Tagung im Dortmunder Eintrachthaus. Wichtigster Programmpunkt ist die Besprechung des Arbeitsplanes für 1936, ferner bei den Männerturnwarten die Durchführung der Gerätemannschaftskämpfe und bei den Volksturnwarten die Zusammensetzung des gemischten volkstümlichen Mehrkampfes. Leiter der Tagung ist der westfälische Gauoberturnwart Eichhoff(Lüdenscheid). r. 805 sammen mit dem Reichstrainer Nerz und Professor Glaser mit dem Flugzeug Stuttgart, um die Reise nach Barcelona und Portugal anzutreten. Theis übernimmt das Training des BSK. 19. Der Berufsboxer Theis, der als Mitbegründer des BSK. 19 dessen Mannschaft jahrelang betreut hat, wird diese Mannschaft nach einer längeren Pause wieder in Training nehmen. Tag des Noln. am 1. und 2. Februar 1936 in Dortmund In den Straßen Dortmunds wirbt seit einigen! für die Nation im Kraftfahrtgeländesport sinnfälligen Tagen ein Plakat mit dem charakteristischen Bild des RSKK.=Mannes im schwarzen Ledersturzhelm für die Großveranstaltung der Motorstandarte 67, für den„Tag des RSKK.“ in Dortmund. Der deutsche türliche hat im In den RSKK.=Mann im Ledersturzhelm ist für die Motorisierung zum Begriff geworden. Die naFreude der deutschen Jugend am Motorsport RSKK. ein weites Betätigungsfeld gefunden. Meterstürmen des RSKK. findet der Einsatz Sieger bleiben, da hier sofort um den Titel gekämpft wird. Im Bezirk 3 ist dem vorjährigen Gaumeister Wagner(Hamm) der Titel kaum zu nehmen. Im Bezirk 4 ist die Bantamklasse äußerst stark besetzt. Hier sind besonders zu nennen Ordziniak(Sodingen) und Schmitz(Barop). Aber auch Röttger(Herne) und Gaenserig(Bochum) haben gute Aussichten. Rein technisch betrachtet, erwarten wir Röttger als Sieger. Im Federgewicht dürfte sich im Bezirk 1 der Bezirk 4 Schmedes(Dortmund) Endkampf zwischen Jung(Gladbeck) und Burger(Münster) abspielen. Im Bezirk 2 kommen durchweg Nachwuchskämpfer zu Wort, wobei Steinkamp und Schermulyk(Bielefeld) an erster Stelle zu nennen sind. Im Bezirk 3 sind Leibold(Wickede) als Titelverteidiger und Echtermann(Iserlohn) im Endkampf zu erwarten. Tagegen ist im Bezirk 4 der Favorit schlecht zu beneunen, denn hier finden wir alte Ringfüchse und ehrgeizige Nachwuchskämpfer. Piotrowski(Bochum), Becker (Hagen), Burgath(Sodingen) und Wiedenau(Sodingen) sind wohl die stärksten Kandidaten. Im Leichtgewicht hat im Bezirk 1 wohl Nöcker (Recklinghausen) große Aussichten auf den Titel, aber Dietrich(Buer), Müller(Schalke) und Plewa(Schalke) sind seine schärfsten Widersacher. Im Bezirk 2 sind Düwel und Pörtner(Herford) besonders zu nennen. Im Bezirk 3 ist Dirkes(Hamm) als Titelverteidiger auch heuer noch der Aussichtsreichste. Im stehen Jakubowski(Bochum) und gleich im Endkampf. 8. Im Weltergewicht wird es im Bezirk 1 zu einer Neuauflage Murach gegen Radomski(Schalke) im Endkampf kommen. Im Bezirk 2 ist Meyer II (Herford) als Sieger zu erwarten. Im Bezirk 4 hat der Titelverteidiger Pries(Wanne) dieses Jahr eine weit schärfere Konkurrenz. Seine schärfsten Rivalen sind Kubiak(Herne), Kalinowski(Sodingen) und Heß (Hörde). Aber auch mit Distelrath(Bochum) wird noch zu rechnen sein, denn dieser hat sich in letzter Zeit sehr stark nach vorn gebracht. Megig; Ames Im Mittelgewicht hat im Bezirk 1 Amelung (Münster) als Titelverteidiger in Galeski(Gladbeck) und Glodeck(Buer) sehr starke Rivalen. Im Bezirk 2 nennen wir besonders Niemeier(Herford) und Ellerbrock(Bielefeld). Blum(Altena) erwarten wir als Meister des Bezirks 3 und Strathmann(Sodingen) als solchen des Im Halbschwergewicht hat im Bezirk 1 der Gaumeister Wessoly(Buer) keine leichte Arbeit. Der Bezirk 2 ist ohne Halbschwergewichtler. Der Bezirk 3 ist schwach besetzt, denn hier treffen Rosendahl(Gevelsberg) und Weller(Unna) im Endkampf aufeinander. Im Bezirk 4 ist Ibel(Körne) als Titelverteidiger kaum aus seiner Pesition zu verdrängen. Sein Endgegner dürfte Richter(Herne) oder Lemitz(Dortmund) heißen, In der schwersten Klasse bleibt im Bezirk 1 Schnarre (Recklinghausen) dominierend. In den Bezirken 2 und 4 kommt es ebenfalls sofort zum Endkampf zwischen Hönnemann(Bünde) gegen Steppeler(Bielefeld) und Pristaw(Bochum) gegen Babski(Castrop). Im Bezirk 2 erwarten wir Hönnemann als Sieger. Babski ist ein hoffnungsvoller Nachwuchskämpfer, der bereits über gutes Können verfügt und als Sieger zu erwarten ist. Im Bezirk 3 hat Dörper(Hamm) die meisten Aussichten auf den Titel. Weiß Schwarz: Kombinationsaufgabe (Aus der Praxis) : K f 6. T I 7, S e 5, B 1 2( 4) Eine echte Richter-Partie Kes, Tas. Bb4. 13. h6(5) —7 nm. ∆ Weiß am Zuge setzt in spätestens 6 Zügen matt. geW Waeenn Sop auz uepof zun gi p sPM S•S 80 S u Kombinationsaufgabe (Aus der Praxis) Weiß: Ke2, Db3, Tel, hi, Les, Baz. b2. d4, 3. h2(12) Schwarz: Kd7, Dh5, Tbs, h8. 45. 17. a6. hr(12). e5, 12, Lf8, Bar, b7. c6, Die Vorrunden des Bezirkes 4 Für die Vorrunde des Bezirks 4 sind folgende Paarungen aufgestellt worden: Vorrunde am 7. Februar in Hagen Fliegengewicht: Petermann(Bochum) gegen Meyer (Hagen) und Sandhoff(Dortmund) gegen Ackermann (Hagen). Richter ist der am meisten bewunderte Meister Deutschlands. Seine Partien sind immer voller Leben. Ihre Eleganz ist prickelnd und ihre Schärfe zeugt von unbändiger Kampfeslust. Das sind die Partien, die dem Nachspielenden vollen Genuß bereiten und dem deutschen Schach neue Anhänger gewinnen. Nachfolgend eine feine Leistung des Deutschlandmeisters. Die Partie wurde in einem Mannschaftskampf Westen— Neukölln in Berlin gespielt. Weiß: Richter— Schwarz: Czach 1. e4 eß 2. d4 d5 3. Se3 de Dieser Abtausch führt zu einer blutleeren Stellung für Schwarz und ist nicht zu empfehlen. 4. Se4: Sd7 5. S13 Le7 6. Ld3 Sgf6 7. Sf6:+ Lf6:? Besser ist Sfé:, um h7 gedeckt zu halten und den Punkt ei zu bewachen. 8. De2! Nun kann Weiß auf die kurze Rochade von Schwarz De4 nebst Lhé vorteilhaft antworten und auf c5 dö! spielen. 8.... De7 e9.—0 c5 10 c3 cd 11. cd Sbé 12. a4! Sd5 13. b3 De7 14. Las! St4 15. Lb5+ La7 16. De4 Lb5: 17. ab Sd5 18. Tfel Le7. Weiß hat sich glänzend aufgebaut und spielt auf den Vorstoß d5, womit die schwarze Stellung zertrümmert werden soll. Als Einleitung dazu das folgende pikante Bauernopfer. 19. b6! ab? Etwas besser, allerdings auch nicht völlig genügend. aber dem Weißen mehr Schwierigkeiten bereitend, war Sbé:. 20. Ld6! Das 21. Tas:+ Das: 22. Le7: Se7: 23. d5! Des 24. de fe 25. Sg5 Deß 26. De5!—0 27. Seß: TI7 Schwarz verliert nun die Qualität und kann das Spiel nicht mehr halten. Ein hübscher Gewinnweg hätte sich nach 27.... Tf6(1) ergeben. Z. B. 28. Sd8! De2!(Weiß kann nun den Se7 nicht schlagen. wegen Df2: nebst Matt in zwei Zügen.) 29. 14! Auf Ausdruck. Bei den großen motorsportlichen Veranstaltungen, die das RSKK. im sportlichen Wettkampf und kameradschaftlichen Zusammenhalt mit Wehrmacht, Polizei, SS. und DDAC. zeigen, beweisen die Männer des RSKK. rasche Entschlußfähigkeit, Mut, Ausdauer und körperliche Gewandtheit, beweisen sie, daß sie ganze Kerle sind, die vor keinem Hindernis und vor keiner Schwierigkeit zurückschrecken. Die Motorstandarte 67 verbindet darum, neben der motorsportlichen Veranstaltung in der Westfalenhalle, mit dem„Tag des RSKK.“ eine Crientierungs= und Sternfahrt für Führer und Männer der Motorstandarte, die am 1. Februar 1936, nachmittags, auf dem Hansaplatz endet und zu der etwa 350 Fahrzeuge gemeldet wurden. Bei der motorsportlichen Großveranstaltung in der Westfalenhalle werden die Zuschauer ebenfalls Gelegenheit haben, den Wagemut und Schneid der RSKK.= Männer auf ihren Fahrzeugen zu bewundern. Bochumer Ringer hoch geschlagen Deutsche Eiche Germania Bochum— Einigkeit Herne :16. d Weiß am Zuge gewinnt. zuugnes pun 4:89f, 6 e1:9901# sedl itog. 7. 897. . sg som s Züge des Sef folgt nun 30. Dd5“ Kf8(oder Khs 31. S17+ Kg8 32. Shé++ usw.) 31. Se6t und Schwarz muß die Qualität opfern, da sonst die Dame durch den Springerabzug nach d4 verloren geht. Zieht aber Schwarz 29.... Tg6, so folgt sehr hübsch 30. Dd5+! Sdö: 31. Test. 28. Sd8 Da7 29. Sf7: Kf7: 30. Dh5t Kgs 31. Tdl Des 32. Dh4 Set 33. De4t Khs 34. b4 Dgs 35. Dg8:t Kgs: Nach dem Damentausch ist es natürlich aus. Man beachte jetzt noch die präzise Gewinnführung Richters. 36. b5 Sai 37. Td5 K17 38. 74 Keß 39. Te5t Kf6 40. g4 h6 41. h4 Scs 42. Kf2 Sdé 43. Kes. Natürlich kein Fehler, denn nach Se4t 44. Ket Seb: 45. fet gewinnt Weiß das Bauernendspiel leicht. 43.... a6 44. Kd4 Sf7 45. g5 hg 46. hgt und Schwarz gab auf. Wie Richter die schwarze Stellung zerschmetterte, war sehr lehrreich. Die Bochumer hatten am Sonntag den Tabellenzweiten und einen der aussichtsreichsten Favoriten der Bezirksklasse zu Gast und unterlagen nach hartem Kampf sehr eindeutig. Die Höhe der Niederlage entsprach aber nicht ganz den gezeigten Leistungen der Bochumer. So mußte im Leichtgewicht Hillebrandt eine überraschende Niederlage hinnehmen, mit der bei normalem Verlauf des Kampfes, nicht zu rechnen war. Eine weitere Niederlage gab es im Schwergewicht. Hier mußte der Bochumer Passelewitz infolge Schulterprellung, die er sich beim Zubodengehen mit dem Gegner zuzog, aufgehen. Die Herner Gäste zeigten gute Leistungen und kamen durch diesen Sieg in Führung. Der Kampfverlauf: Bantamgewicht: Fiege(.) setzte sich gegen Wadziniak(.) energisch zur Wehr, mußte sich aber nach sieben Minuten durch Ueberwurf entscheidend schlagen lassen. Federgewicht: Schreiner 2(.) kam kampflos zu den Punkten. Leichtgewicht: Hillebrandt(.) hatte gegen Schreiner 1(.) keine schlechten Aussichten. Als er gleich zu Beginn des Kampfes einen Kopfzug des Gegners abwehren wollte und dabei zu Boden ging, berührte er diesen gleichzeitig mit beiden Schultern. so daß der Herner schnell zu einem entscheidenden Sieg kam. Weltergewicht: Bock(.) und Kreisler(.) machten nach gleichwertigem Kampf ein Unentschieden. Mittelgewicht: Der alte Kämpe Staufenberg traf in Dettmar auf einen der Gaubesten seiner Klasse. Der Bochumer zwang den Gegner dazu, sein ganzes Können einzusetzen. Der Herner siegte nach 14 Minuten durch Aufreißer. Schwergewicht: Passelewitz(.) mußte nach vier Minuten wegen einer Verletzung gegen Hülsmann (.) aufgeben. Große Sportveranstaltung der Gau=Werkschar am 25. Januar 1936 Am kommenden Samstag, 25. Januar, findet um 20 Uhr im Evangelischen Vereinshaus, Mühlenstraße, eine große Sportveranstaltung statt, die in einem bunten Programm viel Interessantes und Unterhaltendes bringen wird. Ein sportliches Lustspiel in zwei Akten mit Musik, zehn Sporteinlagen, Körperschule, Ballsviele, Schauberen, Seilspiele, Lustige Gymnastik, Iin=Jitsu, Volkstanz, Rollschuh=Kunstlauf der deutschen Juniorenmeister usw. Eintrittskarten zum Preise von 0,40 RM. sind bei allen Betriebswarten sowie in der KdF.=Verkaufsstelle, Kortumstraße 114, zu haben. Cassing führt bei den Kämpfen um meisterschaft die Gerther Kegler= Beorhotet vom Postblachen Schachmeister Hanne Harrmann Bochum „Der Keglerverein Bochum=Gerthe und Umgebung erug auf der Bahn Blome den dritten Hundert=Kugel=Kampf um die Vollen=Meisterschaft 1936 aus. Der mehrsache Meister Ernst Cassing konnte seinen knappen Vorsprung nach dem zweiten Gang weiter erhöhen. Er brachte es im dritten Gang auf 666 Holz. Es folgten Punge mit 655. Klein mit 650, Braukhoff mit 649, Couturier mit 646 und Schulte mit 641 Holz. In der Gesamtwertung führt nach 300 Kugeln Cassing mit 1963 Holz das Feld der Bewerber an. Es folgen Klein mit 1946, Schulte mit 1918. Couturter mit 1917 und Braukhoff mit 1897 Holz Seite 9 Nr. 19 Seitdem der Fi die Initigtige, für in Deutschlauo übe mobilbau, einen Au in der Wirtschaft o noch, daß die Kraf wende 1932/83 mit Zweigen der deutse konnten teilweise m beschäftigen; die I war auf knapp eir mengeschmolzen. das Produktiggspxe den Wellen bis 191 Produktionsinder zifferte sich für drei Jahren bis au von 1935 liegt als besten Jahres vor zu den Gepflogenh die Fabrikpreise fü auch für Krafträde Kategorien liegen Vorkriegsnormale tiefer). Bemerken Automobilhaues, is absatz erheblich bei kraftwagen beziffe Durchschnitt des9 zweiten auf weit mehr al besonders für die ausstellung in Re Die Weltproduk Was im deutse drei Jahre gegen in der Motorisie einer Gegenübers der Weltprodukti# Automobilprod 1929 1932 1933 1934 1935 Während, die 1932 um 137 v. einen Zuwachs 1 Die für Deu lebung der Kraft nicht so spontane Länder symptom Ver. Staaten 1 Besonders fü England. In Ford ausgegang Gewande Käufe Im großen ganz Ratenzahlung h schaft bereits in Schiffbruch erlit gelungen den? auf.8 Millione lionen im Ve Jahre 1933. Ii überdies erneut der immer noch schichten entgege England Während die haft aufgestieger nenswerte Expe land die Ausfu über dem Vorj englische Produ H. gewachsen. tur aber gewi machen, scheint Aufstieg der## cher Richtunge Automobil 1938 1934 1935 Frankreich2 Im Gegenst im Gesamtbe auch auf dem dauernde Sta lichen Schwie Citroen). Es zität(etwa 3 ten Jahr). schaffenen, fa Schwierigkeit firmen nicht rückgängigen Ausfuhr stän mobilindustri Rh.-Wei Mitgete Portlaufende 1 Oiv. Kux Steinkohlen 22. # Cerolus M. 3950/41 Const. d 616350 6 Deutschl. Schwerin Reinrich 300 3330 89509 Langit 200o 1240 Braunkehlen Brucko...— Gutefloffn. 3800 Leonhard 18800 Bnhetecheft Seite 9 Nr. 19# Bochumer Anzeiger„ Donnerstag, 23. Januar 1936 sor der Aulesntsen 1930 Deutschland holt gewaltig auf i„ der Wirtschaft ohne Beispiel ist. Man erinnert sich daß die Kraftfahrzeugindustrie, um die Jahresbe 1982/83 mit zu den am durftigsten, beschaftigten Amzigen der deutschen Industrie zählte. Die Fabrttrn Oye zeilweise weniger aus 20 v. H. ihrer Belegschaft s Grdursig gag gan ig eises efäafse 8= Per Produktions tpe ,95 guf 814 und ist in den kolganden zifferte sich für 1832 auf 31,2, und int in den foigenben drei Jahren bis auf 143,8 gestiegen. Die Jahresleistung 1935 liegt also bereits 40 v.., höher als die des hesten Jahres vor Ausbruch der Krise. Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in der liberalistischen Aera sind die Fabrikpreise für Personenwagen, für Lastwagen wie auch für Krafträder seit 1933 gesenkt worden. Alle drei Kategorien liegen preismäßig jetzt auf halber Höhe der Vorkriegsnormale(die Personenwagen sogar noch etwas tiefer). Bemerkenswert für das Erstarken des deutschen Automobilbaues ist besonders, daß sich der Auslandskratwagen 5ei Fahres 1982 noch auf 738 Stück, in der zweiten Hälfte 1935 aber bereits auf 1890 Stück, also auf weit mehr als das Doppelte. Diese. Tatsache wird besonders für die in Vorbereitung befindliche Automobilausstellung in Rechnung gestellt werden können. Die Weltproduktion Was im deutschen Automobilbau während der letzten drei Jahre gegenüber dem Vorsprung des Auslandes in der Motorisierung aufgeholt worden ist, geht aus einer Gegenüberstellung der deutschen Produktion und der Weltproduktion klar und deutlich hervor: Automobilproduktion Deutschlands und der Welt 1929 gleich 100 deutsche Erzeugung Welterzeugung 100,0 100,0 81.4 31,3 65,5 42,5 104,9 59,4 143.8 74,3 Welterzeugung von Automobilen seit H. gestiegen ist, hat die Produktion einen Zuwachs um 358 v. H. erfahren.# Die für Deutschland bereits festgestellte narte Belebung der Kraftfahrzeugwirtschaft ist— wenn auch in nicht so spontanem Aufstieg— für alle wirtschaftsaktiven Länder symptomatisch. Ver. Staaten von Nordamerika Besonders für die Vereinigten Staaten und für England. In Amerika ist die Initiative erneut von Ford ausgegangen, der mit alten Methoden im neuen Gewande Kaufer für seine Wagen zu schaffen sucht. Im großen ganzen läuft sein„System“ wieder auf eine Ratenzahlung hinaus, mit der die amerikanische Wirtschaft bereits im Jahre 1927 einmal sehr schweren Schiffbruch erlitten hat. Jedenfalls aber ist es bisher gelungen, den Automobilabsatz im abgelaufenen Jahre auf 3,8 Millionen Wagen zu heben gegenüber 2,8 Millionen im Vorjahr und nur 1,9 Millionen im Jahre 1933. In Amerika wie auch in England ist man überdies erneut zu billigeren Typen übergegangeg, um der immer noch geschwächten Kaufkraft der breiten Voirsschichten entgegenzukommen. England Während die Vereinigten Staaten neben dem sprunghaft aufgestiegenen Inlandsgeschäft außerdem über nennenswerte Exporterfolge berichten können, liegt in England die Ausfuhr verhältnismäßig gedruckt und gegenüber dem Vorjahr kaum höher. Trotzdem ist auch die englische Produktion im letzten Jahre erneut um 12 v. H. gewachsen. Da sich in der englischen Gesamtkonjunktur aber gewisse Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen, scheint es fraglich, ob der bisher ziemlich stetige Aufstieg der Automobilproduktion sich weiter in gleicher Richtung entwickeln wird. Automobilproduktion in England und Amerika der auf die Beine bekommen. Der belgische Markt ist für eine rationelle Serienfabrikation zu klein; man behränkt sich daher im großen ganzen auf die Montage ausländischer Marken. Dabei stehen deutsche, Liefer: firmen neuerdings an hervorragender, Sieue. Teileeinfuhr aus Deutschland ist von 5 auf 17 Millionen Reichsmark gestiegen! Italien Eine Sonderkonjunktur meldet dagegen Italien, das für den afrtan Zu, den Inlandsabsatz dürfte die NachWohin wandert das Gold? chen Feldzug einen erheblichen Wage park benötigt. Fur den„mandsapsar, bärste die Nachfrage, namentlich im Hinblick auf die sparsame Benzinverteilung, nicht allzu bedeutend sein. Für das weitere Bestehen der italienischen Autokonjunktur ist der Verlauf des Abessinienkonflikts von entscheidender Bedeutung. Sollte dieser in kürzerer Zeit beigelegt werden, so wird wohl mit einer Ueberschwemmung des italienischen Automobilmarktes gerechnet werden müssen und mit einem plötzlichen Erliegen des Neuabsatzes. Automobilerzeugung in Westeuropa und Italien Frankreich Holland Schweiz Italien 80,8 72,2 64,7 1933 1934 1935 71,1 69.0 60.5 75,2 68,6 61.0 76,0 78.0 90,2 1929 1932 1933 1934 1935 Während die 1932 um 137 v. Sowjetrußland Der besonderen Eigenheiten wegen sei auch der russischen Automobilindustrie in diesem Zusammenhange gedacht. Nach dem„Plan“ ist die russische Autoproduktion von etwa 4500 Wagen im Jahre 1931 bis auf rund 90000 Wagen im abgelaufenen worden. Im Verkehr sind zur Zeit etwa 250000 Wagen, die innerhalb von zwei weiteren Jahren nochmals verdoppelt werden sollen. Diese zwangsweisen Rekorde haben aber bereits zu den schwersten Mißständen geführt. Denn von 100 Wagen sind nur 50 bis 60 in Be trieb, die übrigen liegen reparaturbedürftig still. Hier aber mangelt es an Fachkräften, abgesehen davon, daß jede Reparatur erst auf dem Instanzenwege beantragt werden muß. Erwähnt sei, daß, nur ein Drittgt, der Wagen in Garagen untergebracht ist und ein groger in den einzelnen Ländern während des verflossenen Jahres sehr unterschiedlich war, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß die Motorisierung im Jahre 1936 weitere Fortschritte machen wird. Vor allem in Deutschland, wo die Wintermonate bisher sogar verhältnismäßig hohe Zulassungsziffern gebracht haben. Die Frühjahrsausstellung in Berlin wird, zum vierter Male den Auftakt zur„Saison 1936“ bieren. Das Gold wandert durch die Welt. Ruhelos und sinnlos. Seine Wanderung zerstört die wirtschaftlichen Kräfte der Staaten und Völker. Aus einem Instrument der Wirtschaft ist das Gold ein Instrument der Zerstörung geworden. Der neue Run auf den Goldbestand der Bank von Frankreich im November hat die Verteilung der Goldbestände auf die einzelnen Teile der Weltwirtschaft erneut erheblich verschoben. Jedoch ist eine Rückverteilung an diejenigen Länder, denen durch die Weltwirtschaftskrise die Wahrungsreserven entzogen waren, durch die neuen Goldabgaben der Bank von Frankreich ebensowenig wie in den Frühjahrsmonaten Nach Angaben des Statistischen Reichsamts in schaft und Statistik“ ist in der Zeit, in der die Bank von Frankreich fast 1 Milliarde Reichsmark Gold verloren hat, der Goldstock der Vereinigten Staaten, der schon im Oktober um fast 800 Millionen Reichsmark gewachsen war, erneut um fast 750 Millionen Reichsmark gestiegen. Ein Teil des Goldes, das durch die Flucht aus dem französischen Franken in Bewegung gebracht wurde, ist auch einigen europäischen Ländern zugeflossen, jedoch nur denjenigen, die bereits vorher über einen hohen Goldbestand verfügten. So hat der ausgewiesene Goldbestand der Bank von England im November um 60 Millionen Reichsmark zugenommen. Darüber hinaus ist wiederum ein erheblicher Goldbetrag, etwa in der Größenordnung von 400 Millionen Reichsmark, im November aus dem Bereich der sichtbaren monetaren Goldbestände verschwunden. Diese ruhelose Wanderung des Goldes bringt keinen Segen dem, zu dem es kommt; wohl aber Schaden dem, von dem es flieht. die Geschäftslage mitgeteilt, daß sich die Hoffnungen auf eine langsame, aber stetige Belebung des Bierabsatzes in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres erfüllt hätten, wenn auch die Erreichung des vorjährigen Absatzes im Dezember 1935 in auf die milde Witterung zurückzuführen sei.— W. Isenbeck& Cie. AG. in Hamm. Wieder 8 Prozent. — Vereinizte Deutsche Rickel=Werke AG., voxm,. fälisches Rickelwalzwerk, Fleitgann, Witte##e Schwerte(Westf.). Es wird eine Dividende von.#m„, zent auf die Stammaktien vorgeschlagen.— Eisenwerk Wülfel AG. in Hannover=Wülfel. Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 5 Prozent.— Bauer, un Schauerte, Rheinische Schrauben= und Mutternfacl#t AG. in Neuß. Die GV. beschloß die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 6 Prozent. In der GV der AG. Georg Egestorffs Salzwerke und Chemische Fabriken(Berlin) wurde der Zusammenschluß mit der Kali Chemie AG. gegen den Protest der Salzwerke Heilbronn genehmigt. Die Verwaltung wies darauf hin, daß es sich bei der Beschlußfassung nicht um die Vornahme der Fusion durch die GV., sondern um eine Ermächtigung für den Vorstand handele, daß also der von der Opposition angezogene§ 252 HGB. nicht anwendbar sei. Da die Parteien sich über die Rechtmäßigkeit der Abstimmung nicht einigen konnten, beschloß man, diese Frage auf dem Prozeßwege zu klären. Kurze Nachrichten Bei der Owin=Radioapparatefabrik in Hannover, die im Dezember die Zahlungen einstellte, ist es gelungen, die Arbeit zum Teil weiterzuführen und 175 Gefolgschaftsmitglieder zu beschäftigen. Weitere Wiedereinstellungen sind vorgesehen. Die Fritz=Ahrberg=Fleischwarenwerke in HannoverLinden, die kürzlich Konkurs anmeldeten, werden Anfang Februar von einer neuen Gruppe wieder in Betrieb genommen.„:.„.7 4 Auf der Werft von Blohm& Voß ist das StandardGroßtankschiff„Seminole“ vom Stapel gelaufen. Das Motorschiff, das eine Tragfähigkeit von 15 hat, gehört zu einer Reihe von 5 Tantschiffen, die durch Vermittlung der Deutsch=Amerikanischen PetroleumGesellschaft(Standard) an deutsche Werften vergeben worden sind. Gesellschaften berichten Dortmunder Actien=Brauerei AG. in Dortmund. Die GV. genehmigte den Abschluß für 1934/35 mit wieder 10 Prozent Dividende. Von der Verwaltung wurde über Teutsche Wierschafte nererkung in Nanking eingetroffen Borsen iäfter Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse eröffnete bei kleinem Geschäft nicht ganz einheitlich, doch hielten sich die Kursveräpherungen, und unten in engen Grenzen. Von ven uacenmart notierten Werten ergaben sich am Montanalieumark: vereinzelt Kursabschwächungen. So setzten Prozent, Mannesmann ¾ Prozent und Ver. Sigh)!# Prg; zent schwächer ein. Anderseits waren Hoesch ¼ Erdöl ½ Prozent und Dahlbusch ¼ Prozent höher im Handel, sonst gingen von den fortlaufenden Notierungen Muag zu guten Kursen um. Farbenindustrie knapp gehalten. Elektromarkt ruhig, RWE. ¾ Prozent niedriger be zahlt. Von den Kaltwerten Aschersleben erhöht gefragt. Wintershall bei ruhigem Geschäft ¾/ Prozent gebessert. Ar Markt der Sonderwerte hatten Kaufhof zu leicht gevessertei Kursen mehrfach Umsätze. Dortmunder Union lagen behauptet. Am Rentenmarkt lagen festverzinsliche freundlich, Altbesitz mehrfach 20 Pfennig hö kehr. Der Kurenmarkt lag gut gehalten. Von Kohlenkuren wurden Carolus mehrfach zu guten Preisen gehandelt: auch für Deutschland wurden letzte Preise angelegr; die uorigen Kohlenkure wurden wenig verändert genannt. Braunkohlenwerte ohne Umsatz bei behaupteten Preisen. Von Kalikuren wurden nur Wintershall zu gestrigen Preisen aus dem Markt genommen. Gute Nachfrage zeigte sich nach Martaglück, Ransbach und Habighorst. Im Freiverkehr verkehrte der Kohlenaktienmarkt in lusttofer Haltung. Bergbau Lotbringen und Ewald—König=Ludwig leicht nachgebend, Niederrhein. Bergbau behauptet. Der Kaliaktien= markt war freundlich gestimmt, Burbach wurden unverändert bezahlt, während Hannoversche Kalt zirka 2 Prozent fester aus dem Markt genommen wurden. Eine wesentliche Geschäftsbelebung konnte sich auch im wetteren Verlauf nicht durchsetzen. Für einzelne Werte wie Mannesmann und Kaufbof kam es zu leichten Kursbesserungen, Wintershall dagegen etwas schwächer. Die Börse schloß still bei wenig veränderten Kursen. 1933 1934 1935 England 122,7 147,2 165,3 USA 35,6 51,1 68,3 Kanada 26.0 43.2 57,6 Frankreich Belgien Im Gegensatz zu den angelsächsischen Ländern herrscht im Gesamtbereich des wirtschaftsdepressiven Goldblocks auch auf dem Automarkt eine bereits mehrere Jahre andauernde Stagnation, die in Frankreich bereits zu ernstlichen Schwierigkeiten geführt hat(Zusammenhruch, von Citroen). Es herrscht dort eine betrachtliche ueverlapazität(etwa 300 000 Wagen gegen. 172 000 Absatz im letzten Jahr). Trotz der durch Zou und Kontingente geschaffenen fast völligen Einfuhrsperre werden die Schwierigkeiten der verbliebenen französischen Herstellerfirmen nicht ohne weiteres schwinden, zumal neben de rückgängigen Inlandsbedarf an Automobilen Ausfuhr ständig sinkt. Auch Belgien kann seine Automobilindustrie trotz der Währungsabwertung nicht wie— Eine deutsche Wirtschaftsabordnung unter Leitung des Gesandten Kiep und des Reichsbankamtsrats Rosenbruch traf zum Besuch der zuständigen Stellen und der wichtigsten Handelsknotenpunkte in China ein. Von Schanghai begab sich die deutsche Abordnung nach Nanking. Hier erklärte Gesandter Kiep, Aufgabe der deutschen Wirtschaftsabordnung sei es, dis wpirtschaft: lichen Verhältnisse Chinas„und die Wögthg# Vertiefung der deutsch=chinesischen Handerso####hungen zu untersuchen. Außerdem solle die deutsche Aboronung die zustandigen Stellen über die heutige Gliederung des deutschen Handels unter besonderer Berücksichtigung des neuen Planes aufklären. Kiep ging dabei auf die deutsche Devisenbewirtschaftung ein, die zur Erhaltung eines kaufkräftigen Deutschlands und zur Sicherung der Erfüllung der internationalen Verpflichtungen notwendig sei. Deutschland sei mit diesen Maßnahmen wegbereitend für eine schnellere Ruckkehr zu einem malen und gesunden Welthandel. Chinas Bestrebungen, so betonte Kiep, seien ebenso wie die Deutschlands auf Lösung der wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten durch Organisierung der Hilfsquellen des Landes und Entwicklung freundschaftlicher Außenhandelsbeziehungen gerichtet. China sei ein bedeutender nosatzmarkt füx Deutschland, das selbst in steigendem waße von China Rohstoffe hereinnehme. Deutschland erstrebe eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Ländern Ostasiens. Deurschland biete China seine industriellen Erzeugnisse im Austausch gegen chinesische Erzeugnisse an in der Hoffnung, durch diese Hebung des gegenseitigen Handels zur Förderung des Wohlstandes der Völker beizutragen. Berliner Börse Das Geschäft ließ weiter nach. lehn Leipzig iader ein Am 1. März wieder Frühjahrsmesse Am Sonntag, dem 1. März 1936, beginnt die Leipziger Frühjahrsmesse. Abweichend von den früheren Jahren ist der Schluß der Großen Technischen Messe und Baumesse auf Montag, den 9. März, 18 Uhr, festgesetzt; die beiden letzten Messetage sollen hauptsächlich dem Besuch durch gewerbliche und technische Fachschulen sowie durch die Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront dienen. Die Mustermesse schließt am Freitag, dem 6. März. Die Frühjahrsmesse 1936 wird, wie sich schon jetzt übersehen läßt, an Ausstellerzahl und vermieteter Ausstellungsfläche ihre Vorgänger bedeutend übertreffen. Die Große Technische Messe und Baumesse hat hieran besonders starken Anteil. Verglichen mit der Frühjahrsmesse 1929, als die Wirtschaft und mit ihr die Messe ziffernmäßig auf einem Höhepunkt standen, ist die Belegung des Ausstellungsgeländes nach den bis zur ersten Januarwoche abgeschlossenen Verträgen mit 93 Prozent des damaligen Standes Anfang Januar, festgestellt. Tamat ist der augenblickliche Belegungsstand höher als zur gleichen Zeit im Jahre 1930 und in allen nachfolgenden Jahren. Insgesamt steht für die Große Technische Messe und Baumesse ein Gelände von 330000 Quadratmeter zur Verfügung, von denen 122000 Quadratmeter überbaut sind. Die Arbeitsschlacht der Industrie Die Industrie war auch im dritten Jahr der Arbeitsschlacht wesentlich am Erfolg beteiligt. Von den 2,3 Millionen im Verlauf des Jahres.##3 5 Personen entfallen, wie das Statistiiche Reichsamt im neuen Heft von„Wirtschaft und Statistik" feststellt, rund.8 Millionen auf die Industrie. Dabei yat sich die Zahl der beschäftigten Arbeiter von 5,2 Millionen im Januar auf fast 6,0 Millionen im September erhöht. In der gleichen Zeit ist die Zahl der in der Industrie tätigen Angestellten von 750000 auf 800 000 Personen gestiegen. Das gesamte Arbeitsvolumen der deutschen Industrie, d. h. die Zahl der von den Arbeitern und Angestellten der Industrie insgesanzt geleiste: ten Stunden, betrug im Jahre 1935 14,6 Milliarden Stunden. Damit sind in der Industrie im Jahre 1935 rund 1,25 Milliarden Stunden mehr gearbeitet worden als im Jahre 1934 und 5,29 Milliarden mehr als im Der industrielle Auftrieb ist im dritten Jahr der Arbeitsschlacht mehr als in den vorangegangenen Jahren von den Produktionsgüterindustrien geführt worden; also von den Industriezweigen, die auch bei freiem Wirken der Wirtschaftskräfte Trager der konjunkturellen Entwicklung sind. Dabei haben die Produktionsgüterindustrien 1935 rund 93 v. H. ihres Standes vom Jahre 1929 erreicht, die Verbrauchsgüterindustrien dagegen im ganzen 80 v. H. mart, aine lesie Kibesis, Ltbas hoöber den Ferite oher den zeitweilig erreichten Kurs von 110 nicht gans behauptenz, Kommunale Umschuldungsanleikfe gt#ezgen dert. Reichsanleihen kaum verandert.„SA#ttianen geschäftslos. Pfandbriefe und Kommunal=Lonaalionen teils gehalten. An den Aktienmärkten sagen Montanwerte uneinbeitlich und vorwiegend schwacher. besonders Rheinstahl mit minus 2 Prozent. Auch die übrigen Märkte lagen vorwiegend schwächer. Größere Veränderungen ergaben sich in Siemens mit minus 2 Prozent, Rheinmetall minus 4 Prozent, wobei der Abschlag des Bezugsrechts zu berücksichtigen ist. Der war eher noch weiter nachgebend bei Fehlen jeglicher Anregung. Die Börse schloß lustlos und vorwiegend schwächer. Der Geldmarkt, war unverändert leicht. Tägliches Geld 2¾ Prozent und darunter. Am Devisenmark: notierten: Amtlicher Pfundkurs 12,30(12,29), amtlicher Dollar unverändert 2,48½, amtlicher Gulden unverandert 168.80. französischer Frank unverändert 16,39, amtlicher Lira=Kurs 19.87(19,95). Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt Im Abendbörsenverkehr zeigte die Kulisse stärkere Zurückhaltung. Kundschaftsaufträge kamen nur in ganz geringem Umfange zur Ausführung. Die Grundstimmung war jedoch freundlich und die Kurse blieben gegen den Berliner Schluß meist behauptet. Der Verlauf war etwas matter. Kursmäßig trat diese Tatsache aber kaum in Erscheinung Die Auslandsbörsen Newyork: Stetig. Amsterdam: Uneinheitlich. London: Freundlich. Paris: Im Verlaufe fest. Brüssel: Stetig. Mailand: Unregelmäßig. Wien: Unregelmäßig. Zürich: Freundlich. Getreidegroßmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten oer 1000 kg. sonst per 100 kg Roggenm,.997 A. 21.10 21.10 Viktoriserbsen[21.522 521.5 22 B Speiseerbsen Futtererbsen 19 5 20 5 12.•13 5 19.-20.5 12.-13.5 * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 22. Januar: Unverändert 49,75 Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent, in Blöcken: 144 Reichsmark, Aluminium, Walz oder Draht: 148 Reichsmark. Ph.-Westf. Börse. Düsseldorf, 22. Jan. Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notierungen 22../22. 1. 22../21, 1. Div. Anfang Schlußl Kasse 1Schlug!= . 109, 62 109. 10 Klöckner-W. 102 00 Mepesman 199.90 103.75 103.87 193 25 96.37 104.75 109.00 121.75 151.12 6/118.62 111. 9111209 5/111.25s110.75 109.50109.50 3 8 8. 0 0 8 7. 1 5 b 5 0 5/129.03s129.00|129.00 Altbestz. 5% Hoesch RM. 6% Krupp RM. 6% Mittelstahl 6% Ver. St. RM. Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Otsch. Erdöl O. Reichsbahn ..Farbenind. Feldmühle Felten& Guille Goldschmidt Harpen Hoesch-Köln Kall-Ascherei. Kuxe Steinkohlen 22..1 21. 1. 1 Kal 6 1 81 618 Beienrode Soner-.50 3873 he- S. Const. d G 6300 6600 6350 0050 Deutschl. 400 920 395 425 Schwerin 3550/3750|3600 3800 Heinrich a0#935 22../22../22. 1. Div. Anfang Schlus Kassa 3 —.— 103 6 —.—103 50 —.— 103 50s103.25 96 00 96 375 104.75/104. 73|104.50 108.50 108. 75 108.50 12162 151.25151. 37151.25 113 89 18.00118.25 112 00 111.754112.50 110 37 109.501199 50 87.50 8 25 127.50 Mannesmann— Masch. Unter n.— Reichsbank 12 Rhein. Braun k. 12 Rhein. Stahlw. 4 Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert& C. Siemens& Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Westeregein Wintershall Zellst.Waichof 84.50 83.87 82.50 82.50 78.87 78.50 183.00 —.—219.00 106.25109.00 21. Schlussor .0000 84.00 82.67 78.37 185 001185.00 219 25 109.12 6/128.00127.25127.62 128.25 173.00 91.62 78.50 32.37 79— 187.25 4/127.75—.— 7173.50 220.00 110.00 128.3 187.5 .50 ah 91.50 78 37 78.37 32.25 32 75 78.3 31.12 5 121.0/12100121.00|122.0 .192.25/101.75 102 254101.8 erasem. 12501373/12501330 Reinrich Meg Mt Braunkehlen Bruckd.-N.——-— Preiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Kuxe 22. 1. 6 1 8 Kallkure 21. 1. 9 1 5 Orunschn 1000 Hddichandollt 635 710 6851 713inigkeit— — 3900|3600— EErichsse 93350 —-— Habign. 2400 — 6200—620md 2350 8900300 6850 Mop /4500 Lisenburg 280 720 2390 E31 L s2300 21. 1. Mar./2390 Meusollst./2359 Marlagl. Aarte Marie L l 2559/2 359295 23502550 13304 289— e 252 230 250 2300 230 2500 ech. — 24302600/42 Industrieaktien Oiv Baicke Masch.— Berg. 6. Dahl. V. Bonner 8g..H. Bösp. Walzw. Braunk Zuk. ./Bruckd.-Nietl 3Burbach Kal. 46 ertm. Ritterbr. Düss. Hoef.-Br. Oüss. Masch. B Dynamit.Nob. Isch w. Berg. V. Mlas- u. Sp. S. Hlöckauf-B. A0 Jebr. Goedh. A6 tallesche Salz. tochtief AG. (abelw. Rheydt (all-Chemie Hülheim. Berg. Inein. Metal thein. Spiegel. toddergr. Brnk. Sachtl. A d. Bgb. Schieß-Oetries Schleg. Scharp. Naggonf. Uerd. Nasserw. Gele. Bankaktien Berlin. Hand. G. Som.-u. Pr.-B. D. Bank u..-G. Dresdner Bank kn. W. 8d. Cr. B. Vestd. B..-A. (Einheitsk.) 22..91.1. Joonia,.- V. K. 75.0 75.0"oonie Röckv. Kölg, Hagelv;, 130.7139.7 ölg. Röckv. gr. 190.1/8“.- Köln.Rückv. kl. —.—. Rentenwerte 102.5105.5 Rhw..-Cr.öhyp.105.0 105.0s6 Pfd. S. 4. 6. 12. 10 58.0 58.01 dto. dto. S. 1 21.1. 125.0 242.0 760 0 96.6 96.0 233.9s233.0 123.|123.0 82.0 32.5 77.75 138 7 133 9136 138 1138 51 101.9106.8 110 2/110.0 110.0110 202.5/20.0 128.0— 5½ dto. dte. S. 11 dto. Gold.-Kom 1926.1927 S.—6 1½ Wd. Bod. Gpfd. 6 dto. Em. 3, 9/12, 14 96.0 96.0 alune 91.0 94.0 95.5 95.5 Berliner Börse, 22. Jan. Mitgetellt von der Commerz- und Privat-Gank.-., Fillale Bochum Oittmann Neuh. 0 44.5 42.2 Otmd. Art.-Brau.%., 171.0 „ Union-Braus12/290.4—. Dürener Metall 6/117.3117.0Siem.& Haiske 7,/173.0 175.0½ Möhlh.-Ruhr Anl 89.71 Vokswerke Kölner Gas Krefft W. Kromschroster ronprinz Metall Tüggerabugch 3 79.5 82.5 5 99.1 98.0 75/134.5s132.2 9— 79.0Stollberg. Zink 0 77.0 85.0 hüringer 6as Transradio Freiverkehre-Aktien 127.71320 98 5 adler K. Surd. K. 5lsa C. .-Kö.L. 21. 1. 6 1 8 63.0 46.0 48.0 100.0100 Hann. K. #mb. 0M 96.5 —.109.5 Lothrin. 14###-othr. 6. 148 0 120 anst Nasch.Kr 117 0117 Om. Berg 22. 1. 6 6 64.0—. 46.0 48.0 V. g. 390 105.0109. 86.0 88.0 87.0 99.0 113.0116.0112.0115.0 60.0 57.0— 923 91.9 83.5 . 892 Reichsbankdiekont. 4% Lombardzinstus 5% Zinheltskurse Induewtriebrte 22..21.1. Akkumulatoren 112/172.5172.0 i Aku A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaft. Zellst. Oyckersh. Widm 0 54.0 52.1 0 36.6 36.8 0 66.5 87.0 83.0/82.7 ahmeyer " Laurahdtte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerte Lorenz G. 126.2 0 21.2 0 94.7 134.2 81149.0 9— 58.0 80.0 84.0 45.0 68 0 9150 86.7 /61s. Mott.— 88.7 86.5 #n. Lisel. Wr. Oien 123 2Prek. bie Versicherungeaktien RU. -Mönch.F 70 1195 1100 ##ch. Rückvers 14.4/230 0—. 29 Mgnpp.., Fl. L1.— 1100. 0/400.0 5894.- u. Stutt g. V 12.9/256. 0255. 420ESELE 50.5 33.0 Steuergutscheine 22.1. fällig ab 1. f. 1890 I. 4. 1923 I. 4 122 I. 4. 187 sl. 41m 83.5 84.0 81.0 66.5 69.0 450 68.0 71.0 88 5 99.5 31.9 830 e Basalt Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Karisr. Ind. Kr. u. Licht Maschinend. Suderus ghan. Wasser Chem. Gelsenk. Cont Gummi SL-St-Au-gicg Mene Engelh. Brauerei# S1. 3,38 Jumoss Enzinger Unloa 6/106.010B.- alheimer Berg. 6/122.5123.2 5 92.0 91. 6/119.1119. 0 93.0 93.6 9—. 120.0 10/138.6s138.1 3113.2 96.5 51 110.5 ½ 8/164.|14 113.2 95.8 Engelh. Konge Siuc Feinjute gebhardt& Co. U German. Cem. Ges. f. ei. Untern. Gildemeister Sladb. Wolle Gruschw. Textll Juanowerke 107.0 8/104. 8/195.0 4100.|100. 127.3/373 7 123.0125 10/171.0170 6 9/113.7/114. 99.5— Prenst.& Kopge V Oenabr. Kupfer Jonge ap; Zahn phein. El. Werke An Rhein.-W. Kalk ANiebeck Montan Rütgerswerke 14 119 0ffuch Auchen Unien chem. er. Otsch. Nicke! 95.710 Ver. Glanzst. 134.0er. Ultramarin (ogel Draht 1gner& Co. ∆ Wandererw. Warsteiner Grub. Nestfalen Draht Nickdler Brau. 7 0 111.3103 77.01 Ruhrerbd. Anl. 36 ##Pr. Ldpf. A. Pfd. 13 Ldbk. Westf. Pfd. I4 Ldbk. Westf. Kom. 450t. Komm. Goldanl. 4% 245“HWestf. Idsch. Pfd. 114.0/119.#4. Hyp. B. Bin. Pfd. 138.0/136.5 4# P. Centr.bod. Pfd. 0—. 133.03# P. Pfdbr. Bk. Pfd. 7/131.0/131.03 Basalt obf. 61127.0 126.5/5 Concord. Berg Obl. Daimler Benz Obl. 0—. 93.0 Klöcknerw. Obl. 81147.5/148.|1 Mont Cenis Obl. 87.0 93.5 78.1 68.7 78.5 Verkohranerte 69.5/½ Ver. Stahl 60 #5 Ver. Stahl 47131 Siem. u. H. Odil. Farbenbonds Umsch. Anleihe 103.7 107.7 110.8 110.4 21.1. 103.7 107.7 110.8 110.3 Pau ven Orsch. Atlant. Otsch. Baumwollel Conti Gas Kabel Linoleum Steinzeug Tel. u. Kab. C 97.0 145 97.7 113.0 128. 121.2s123. 6/131.5s132.9 9144.0/146.0 130.0— :50 10.610 Tel. u. Kad. 6/128.|127.0 Elesnhand AbiSettt ackethel Draht Hagede Hamb. Elektr. Milpert Masch. Mindr.-Autterm. Hottmann Stärke Honenlonswerke Holzmann Ph. Hotelbstr.-Ges. alse Bergbes Aise Genus bsenbeck Drau. #achens beis. 89122.5123.0 .0110. 3136.5 6111.0 8/131 2 99.7 77.3 99.2 96.7 Sechsenaute 0 Sarotti Schlege schles. Berg. u. Z. Berg. Beuth. " Elekt. u. 6as # Schub.& Salzer .Aschultheis-Patz. Siegersdorfer W. 87.Asiemene 6las 53.7 112.3 6 6—. .2103.2 6/118.2 71292.0 S 97.0 5/111.5 31.5 89.2 148.0 134.5 99.6 93.5 4/101.5 10.0 6. für Verkehr Soch. Gelsenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Südamer Vordd. Loye 133.0 103 0 15.2 15.2 01—.1 27.2 o 16.7 17.0 113.4 Zesteanorte 15 Ot. R. Schatz. 41 Ot. R. Anleine 44 O. R. vounganl. .3½ Reichsbann Sch. .UWesttalen Altbesitz 11½8 Bochum Anl. 134.2/15 Ouisburg. Anl. 93.3/18 Dasseld. Anl. 15 Elberfeld. An. 103.0/45 Essen Anl. .0 97.5 102.7 98.8 109.2 99.7 88.7 93.5 91.0 97.0 97.0 94.9/94.0 922/92.2 93.8193.8 96.0 96.2 95 7 96.0 95.7 95.3 95.21 95.2 87 0 86.1 103.9110. 105.211063 2. 103.0103.2 92.3 92.5 93.8 94 0 93.3 98 6 155.0155.0 125.3125.1 87.2 87.0 1. Schuldbd. F. 26 k. Schuldb. F. 38 3. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 3. Schuldb. F. 43/8 97.55 Essen Steink. 42 103.01½5 Harpener 49 96.7115 R. W. E. 3265 109.25 R. W. E. 50 . 1½5 Ruhrchemie 48 88.5/½5 Ruhrgas 53 93.5 Ruhrwasser 53 91.0/15 Runrwonng. 39 15 V. E. W. 52 22..22. 1. beic Brist 99 8 99.5—. 97.3 96.1 96.0 96.7 99.0 99.7 92.7 M1.0 91.7 92.5 94.0 95.0 91.7 92.5 93.5 94.5 91.7| 93 188.0— 129.0128. 31·79.0 80.0 d 85.0 85.9 Westtalenbank.-G. Bochum Austohrung samtiIener Benue Seite 10 Nr. 19 7 Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 23. Januar 1936 Nachrichten aus Groß=Bochum Kleine Aeidungen aus den=Sidonenen Stadtteil Gertbe er Invalide Adam 1g. Am 23. Januar Hohes Alter. Heute feiert der Binnebesel seinen 75. Geburtstaa. 1862 wurde er in Groß=Wablitz(Kreis Marienburg) geboren. 1882 kam er nach Gerthe, wo er 42 Jahre Dienst auf der Zeche„Lothringen", davon 25 Jahre als Schießmeister, verrichtete. Lange Jahre versah er das Amt eines Fleischbeschauers. Er ist einer der wenigen noch lebenden Mitgründer des Männergesangvereins„Einigkeit" Bochum=Gerthe. 27 Jahre gehörte er der Feuerwehr an und auch die Sanitätskolonne Bochum=Gerthe zählt ihn schon längere Jahre zu ihren Mitgliedern. Seinen Lebensabend verbringt er im katholischen Krankenhaus„St.=Maria=Hilf“ in Gerthe. Fünf Kinder und 16 Enkelkinder überbringen dem Hochbetagten die besten Glückwünsche. Oeffentliche Versammlung der NSDAP. Die Ortsgruppe Gerthe hielt Dienstag abend im Saale Kalthoff eine überaus gut besuchte öffentliche Versammlung ab. die mit dem feierlichen Fahneneinmarsch und einigen Darbietungen der HJ. eingeleitet wurde. Alsdann übergab Ortsgruppenleiter Pg. Dr. Hüper dem Redner des Abends, Pg. Rogalski aus Danzig, das Wort zu seinem Vortrag:„Der Kampf der NSDAP. in Danzig.“ Mit packenden Worten wußte der Redner den gigantischen Kampf der NSDAP. zu schildern, wie sich langsam, aber sicher in Danzig die NSDAP. zu ihrer jetzigen Größe ausgebreitet hat. Das Wort des Führers Adolf Hitler„Ueberall, wo unverfälschtes Blut vorhanden ist, wird sich unsere Bewegung durchsetzen“ habe sich auch in Danzig bewahrheitet. Obschon es dem größten Teil der Danziger Nationalsozialisten leider noch nicht vergönnt gewesen sei, den Führer von Angesicht zu Angesicht zu sehen, seien sie dennoch von einem unerschütterlichen Glauben an ihren Führer beseelt. Der Redner schilderte auch die Schwierigkeiten, die die deutschen Danziger zu überwinden hatten und heute noch haben, und kritisierte das Verhalten der Minderheitsparteien. Er bat die aufmerksam lauschenden Zuhörer, den Glauben an den Führer und den Nationalsozialismus zu bewahren, damit, wenn einmal die große Sehnsucht der Danziger in Erfüllung ginge, Deutschland ein Reich der Einigkeit, Größe und Stärke sei. ten Streifzügen kreuz und quer durch Querenburg suchten und fanden der Kameramann und seine Mitarbeiter manches, was für den Ausbau des Films noch gebraucht wurde, und fügten es in stiller Arbeit zu einer überraschend schönen Bildfolge aus der heimischen Landschaft und dem Leben und Treiben der Dorfgemeinschaft, wie sie nicht prächtiger gestaltet werden konnte. Der allseitige Wunsch der Querenburger und Laerheider, ihren Film nunmehr der Oeffentlichkeit erneut zu zeigen, veranlaßt die Feierabendgemeinde zu einer neuen Aufführung am kommenden Samstag, 25. Januar, 20 Uhr, im Lokale Fritz Bäcker, Bochum=Querenburg, Auf dem Aspei. Ein kurzer heimatgeschichtlicher Vortrag von C. Regelmann(Bochum) geht der Filmaufführung voraus. Irgendwie ist fast jeder Querenburger persönlich mit seinem Heimatfilm verbunden, sei es durch eigenes Mitwirken oder eines Angehörigen bei der Gestaltung des Films. Diese Verbundenheit dürfte auch kommenden Samstag beredten Ausdruck finden durch ein erwartungsfrohes und übervolles Haus. Iin Frierrichsial zwischen Wenmal und Gilepel Still schaut der Südosthang des Weitmarer Holzes ins Tal. Dort, wo er sich mit der Talsohle vereinigt, steht, einem Bergfried gleich, der„Alte Schacht". Verwittert und zerfurcht ist sein Gemäuer. Regen und Sonnenstrahlen fallen in den offenen Bau. Dieses graue Gemäuer ist der Zeugen einer Zeit, da es am Rande des jetzt so ruhigen Weitmarer Holzes noch lebendiger zuging als heute; einer Zeit, in der noch das Rollen der Wagen und Peitschengeknall die Melodie der Arbeit schufen. Damals stampften schwere Pferde durch die„Schleppbahn". Sie zogen die Kohlenzüge nach der Ruhr, woselbst die Kohlen in den großen Bauchen der Schiffe verschwanden. Heute ist es hier ruhig geworden. Nur Ausflügler sieht man oder auch einen Kötter, der die Pfeife schräg im Mundwinkel hält und sinnig seines Reichsmütterdienst. Am Mittwoch, 29. Januar, 16 Uhr, beginnt im Kolonnenheim der Lehrgang:„Die Pflege des Säuglings in gesunden und kranten Tagen.“ Der Lehrgang dauert 12 Wochen und kostet pro Nachmittag(2 Stunden) 0,25 RM. Anmeldungen nimmt entgegen an dem Nachmittag Schwester Anneliese. Weges gebi.....„ und„Tlamlei Gestrs. Eichen, Weiß= und Hainbuchen und aulerlei Gestrupp bedecken die Hänge, die sich von Sundern und Stiepel herabschrägen. Unten im Tal stehen sie fast zusammen. Ein Bächlein plätschert lustig zwischendurch. Einst floß hier schmutziges warmes Wasser her, das von der Zeche Karl=Friedrich“ kam. Rege ist das Leben hier im Tal. Besonders die kleinen, gefiederten Sänger sind hier so recht zu Hause. Buchfinken in großer Zahl schwirren durch die Zweige. Hin und wieder sieht man einen badend an einer seichten Stelle des Baches sitzen. Viele kleine Meisen turnen flink umher und suchen Larven. Wunderbare Kletterkünstler sind es. Flink wie ein Mäuschen huscht ein Zaunkönig durch die Sträucher, während ein vereinsamtes Rotkehlchen melancholisch in den Tag schaut. Ein ständiger Gast dieses Tales ist auch die Schwarzdrossel. Käkelnd springt sie durchs Gestrüpp. Schwarz=weiß gemusterte Elstern und buntschillernde Eichelhäher gehören ebenfalls zu den Bewohnern dieses abgeschlossenen stillen Tales. Sie geben im Verein mit einem gelegentlich erscheinenden Buntspecht und den schwarzen Krähen dem Leben im Hain einen romantischen Zug. Stadtteil Harpen Zur letzten Ruhe bestattet. Unter äußerst großer Beteiligung wurde der Invalide Johann Fischer, Wodanstraße 2, der im Alter von 78 Jahren starb, auf dem neuen Friedhof an der Gerther Straße zu Grabe getragen. Der alte Knappenverein, die Arbeitsfront und der Männergesangverein„Germania“, deren langjähriges Mitglied der Verstorbene war, gaben ihm das letzte Geleit. Pfarrer Paulmann hielt die Grabrede, die „Germania" entbot ihrem treuen Mitglied am Hause und am Grabe den letzten Gruß. Stadtteil Langendreer Reichsmütterdienst Abschluß einiger Lehrgänge.— Beginn neuer Lehrgänge. Die Reichsmütterschule steht wieder am Abschluß einiger Lehrgänge des Reichsmütterdienstes. Zahlreiche Madchen, Frauen und Mütter haben sich neue Kenntnisse und Fertigkeiten in Haushaltführung und Nähen angeeignet, die sie weiterführen sollen in ihren Aufgaben und Pflichten als Frau und Mutter gegenüber Familie und Staat. Wer einmal einen Blick getan hat in die freudigen Gesichter der Teilnehmerinnen, der weiß, daß hier fruchtbringende Arbeit geleistet wird. Und nun wird weiter gearbeitet. Es beginnen zwei weitere Lehrgänge: 1. Häusliche Krankenpflege: Der Mensch in gesunden und kranken Tagen, Umbetten, Packungen, Fiebermessen, erste Hilfe in Unglucksfällen, Verbände, Wundbehandlung u. a. m. Der Lehrgang wird geleitet von Frau Dr. von Döhren. 2. Säuglingspflege: Entwicklung des Säuglings, Bett, Bad, Pflege, Ernahrung u. a. m. Diesen leitet Schwester Thekla. Jeder Lehr Kleidung, Lehrgang leitet Schwester Theila. Vigr, Lehrgang dauert 12 Wochen(je zwei Stund Lochen(je zwei Stunden) und rostet pro Abend .25 RM. Anmeldungen sind zu richten an Frau Dr. von Döhren, Langendreer, Am Mühlenkamp 1. Großkundgebung der NSDAP. Am Dienstag abend waren zu der öffentlichen Kundgebung im Grollmannschen Saale die Volksgenossen sowie die SA. und die Mitglieder der Arbeitsfront in großer Zahl erschienen, als unter den Klängen der Parteikapelle die Fahnenabordnungen feierlich einmarschierten. Sodann hieß in Vertretung des erkrankten Ortsgruppenleiters Pg. Roos die Versammelten, insbesondere den Redner des Abends, Stoßtruppredner Pa. Koch(Altona) herzlichst willkommen. Dieser ergriff nun das Wort zu seinem Referat:„Der Weg des Nationalsozialismus zum Ziele.“ In klaren Worten zeichnete der Redner den Weg des deutschen Volkes bis zur Gegenwart. Erst der starken Führung unseres Volkskanzlers sei es gelungen, den Glauben an das deutsche Volk wieder einauprägen, der zugleich mit einem starken Glauben an Gott und seine Gesetze verbunden sei. Starker Beifall lohnte den Redner. Sodann wurden geschäftliche Angelegenheiten zur Erledigung gebracht. Die SA.=Kameraden des Sturmes 50/457 erfreuten mit zwei zackigen Liedvorträgen„Die braune Kompagnie" und„Revolution“, die beifällig ausgenommen wurden. Sangesbrüder tagten. Im Vereinsheim Schulte auf der Wilhelmshöhe fand die Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins„Eintracht" statt, bei der Vereinsführer Moritz eine stattliche Zahl Sänger begrüßen konnte. Jahres= und Kassenbericht lauteten recht günstig. Dem langjährigen Chorleiter Dreyer sowie dem gesamten Vorstande wurde auch für das laufende Jahr das Vertrauen entgegengebeacht. Im Mittelpunkt der Besprechungen stand die am., 5. und 6. Juli stattfindende 25jährige Jubelfeier des Vereins. Stadtteil Wiemelhausen An den angrenzenden Hängen macht sich das Leben der ländlichen Umgebung bemerkbar. Huhner gackern und Enten plärren. Ein Hund bellt irgendwo. Es ist eine lievliche Musik, die Musik der Scholle, die hier ertönt und die so etwas Ureigenes, Feierliches in sich hat. W. B. Stadtteil Weitmar Ehrentafel des Alters. Heute begeht Herr Heinrich Hüther, Hattinger Straße 160, seinen 75. Geburtstag in bester Gesundheit. Er ist am 23. Januar 1861 in Gosperoda in Thüringen geboren. Seit 52 Jahren wohnt er in Bochum und ist seit 50 Jahren Mitglied der Ehrenfelder Kriegerkameradschaft; er war 30 Jahre Bergmann und bezieht seit 30 Jahren den„B..“, den er auch jetzt noch täglich mit regem Interesse liest. Der Hochbetagte erfreut sich allgemeiner Wertschätzung. St.=Anna=Gemeinde. In der St.=Anna=Gemeinde Bochum=West ist nunmehr ein Taufapostolat eingerichtet worden, dessen Ausübung die Mitglieder des Elisabeth= Frauenvereins übernommen haben. In den Fällen, wo bei der Taufe eines Kindes in der Kirche keine Hebamme anwesend sein kann, stehen Mitglieder des Vereins zur Verfügung, damit der Taufakt würdig ausgestaltet wird. Die Ausübung des Apostolats wird abwechselnd von den Mitgliedern ausgeübt.— Im Rahmen der monatlichen Andachtsübungen für die Männer der Gemeinde findet am nächsten Sonntag nachmittag 4 Uhr eine Andacht mit einem religiös=wissenschaftlichen Vortrag über das Thema statt:„Das religiös=kulturelle Abessinien in geschichtlicher Schau. Bautätigkeit in der Mark. Die Bautätigkeit im Ortsteil Weitmar=Mark war in den letzten Jahren gering, im Gegensatz zum Ortsteil Weitmar=Mitte. Nunmehr ist mit dem Bau eines größeren Wohnhauses an der Markstraße, in der Nähe des Steinknapps, begonnen worden. Herstellung von Einbauten, Buden und dergleichen, dür, fen nur schwer entflammbare oder schwer entflammbar gemachte Stoffe verwendet werden. Natürliche Blumen und Zweige sind nur so lange zugelassen, als sie frisch sind. Für Papierdekorationen, Papierschlangen und dergleichen ist ausschließlich fabrikmäßig imprägniertes Material zu verwenden. Die in fruheren Jahren häufig angewendete nachträgliche Imprägnierung durch einfaches Bespritzen hat sich als ungenügend erwiesen. Die Papierindustrie hält genügende Mengen vorschriftsmäßig vorgearbeitetes Ausschmückungsmaterial bereit, so daß die Beschaffung heutzutage sehr leicht gemacht ist. Fur Nessel und für ähnliche leicht brennbare Stoffe besteht die gleiche Vorschrift. Sie können allerdings noch nachher, aber nur mit einem behördlich anerkannten Imprägnierungsmittel, schwer entflammbar gemacht werden. Daß feuergefährliche Gegenstände, wie gewachste Blätter, Zelluloidgegenstände und dergleichen, nicht gebraucht werden dürfen, versteht sich von selbst. Auch das Ausspannen von Drähten durch die Räume zum Auffangen der Papierschlangen wird nicht mehr zugelassen werden. Verkleidungen und Behänge an Brüstungen sind so anzubringen, daß Tabakabfälle oder Streichhölzer sich nicht darin verfangen können. Die Verkleidung ganzer Wände oder der ganzen Decke ist unzulässig. Zu= und Ausgänge müssen von Einbauten und Hindernissen frei gehalten und ebenso wie die Löscheinrichtungen deutlich kenntlich gemacht werden. Man sieht, die Baupolizei hat an alles gedacht, und die Möglichkeit eines Brandes ist auf das allergeringste Maß beschränkt worden. Daher empfiehlt es sich, vor der Ausschmückung größerer Räume unbedingt Rückdie ebenso wie sprache mit der Baupolizei zu nehmen, die eben die Feuerlöschpolizei bereitwilligst auskunft und Ratund auf un Siadten=Einden=Sahchausen Während in den letzten Jahren viele Betriebszweige und Werke unseres Stadtteils einen erheblichen Aufstieg zu verzeichnen hatten, waren andere schon seit langer Zeit dem Untergang und Abbruch geweiht. Ein Gang durch den Stadtteil Linden=Dahlhausen zeigt jedem Besucher die Ueberreste fruherer Arbeit, woran ganz besonders die gewaltigen Kamine erinnerten. Seit dem Sommer 1934 bis zum Dezember 1935 wurden zwölf dieser Riesenkamine nacheinander umgelegt, womit auch das Schicksal der einzelnen Werke verbunden war. Den Anfang machte die ehemalige Zeche„Hasenwinkel". Um die Jahrhundertwende und auch späterhin beschäftigte sie viele Hunderte fleißiger Hände; dann wurde sie zunächst stillgelegt und später abgebrochen. Der erste Freiwillige Arbeitsdienst machte alles dem Erdboden gleich. Ttuag,., ut.— Sahre An der Eiberger Straße in unter=Dahlhausen erinnert der große freie Platz an Dahlhausens größtes Industriewerk in früheren Jahren. Generationen hatten auf dem Preß= und Hammerwerk ihre Arbeitsstätte und eine gute Verdienstmöglichkeit. Nach den ersten Kriegsjahren kamen die Jahre des Verfalls; das Werk wurde stillgelegt und der Abbruch von dem frühe„„nren SA.=Sturm in Dahlhausen geleitet, wobei sieben “ der großen Kamine, umgelegt wurden. Der Abbruch dauerte bis Ende 1934. Uebrig geblieben sind nur noch einige Räume, die jetzt Schulungszwecken der Bewegung dienen. Im gleichen Jahre folgte dann die Niederlegung von zwei weiteren Kaminen. Schon lange Jahre war die frühere Höfgensche Ziegelei außer Betrieb, und auch die Kornbranntweinbrennerei Heinrichsbauer hatte ihren Betrieb längst eingestellt. Auch hier wurden die beiden Kamine umgelegt. Oberhalb der AmtmannFalke=Schule hatte die städtische Verwaltung den Betrieb einer Ziegelei inne, die weit und breit unter dem Namen Dahlhausens städtische Ziegelei bekannt war. Auch hier war viele Jahre ein flotter Betrieb; im vergangenen Jahre fiel jedoch auch diese Anlage dem Abbruch zum Opfer. Als letztes fiel der große Kamin; Pflichtarbeiter legten ihn um. Das frei gewordene Gelände konnte von den nahen Bewohnern als Gartenland bebaut werden. Auch die beiden hohen Schornsteine auf der gleichfalls stillgelegten Götteschen Ziegelei verfielen mit der Ziegelei dem Abmanche Einbuße erfahren. Um so erfreulicher ist es, daß sich neues Leben regt und einige der bestehenden Werke in den letzten Jahren eine Ausweitung erfahren haben. Mehr und mehr wird Linden=Dahlhausen auch als Wohngebiet begehrt. So darf man hoffen, daß diesem landschaftlich bevorzugten Stadtteil ein weiteres Emporblühen beschieden sein wird. Ortsgruppe Dahlhausen der NS.=Volkswohlfahrt. Am Freitag, 24. Januar, wird die Pfundsammlung des Winterhilfswerks für Januar durchgeführt. Alle Volksgenossen werden gebeten, in altbewährter Opferbereitschaft für unsere Hilfsbedürftigen einzustehen und die Spenden zum Abholen bereit zu halten.(Irrtümlicherweise war gestern die Pfundsammlung unserer Ortsgruppe unter Linden veröffentlicht worden.) schläge erteilt. Ebenso erfährt man Näheres über die behördlich anerkannten Imprägnierungsmittel bei der Feuerlöschpolizei, Bochum, Südstraße 9, Telephon 60444. Also nochmals: lieber vorsorgen, als wegen nichtdurchgeführter Sicherheitsvorschriften das Nachsehen haben! Sauerländischer Gebirgs=Verein Verbilligte Sonderzüge ins Sauerland und Wittgensteiner Land.— Billige Gesellschaftsfahrten der Straßenbahn und Kraftverkehrslinien. Zu Mittwoch nachmittag hatte der Führer des SGV., Alte Soldaten im Dienste des WHW. In der Gaststätte Lutz in Linden veranstaltet am kommenden Samstagabend die Kriegerkameradschaft Bochum=Linden einen Konzertabend, zu dem u. a. auch die bekannte städtische Musikkapelle Witten verpflichtet werden konnte. Der Reinertrag der Veranstaltung soll dem WHW. zugeführt werden. bruch. Linden=Dahlhausens wirtschaftliches Leben hat durch NS.=Volkschor. In seinem Vereinsheim Höffgen kam der NS.=Volkschor Bochum=Linden=Dahlhausen zur Jahreshauptversammlung zusammen. Vereinsführer Stratmann sprach einleitend herzliche Worte der Begrüßung und gab dann einen Rückblick auf die Geschehnisse des Volkschores im letzten Jahre. Kurz berichtete er über die in Gelsenkirchen abgehaltene Kreistagung der gemischten Chöre, worüber der„B..“ bereits berichtete, anschließend gab der Kassenwart einen Bericht über die Finanzverhältnisse im Verein. Dem Bericht über die Finanzverhme im Verein. Kassierer konnte die übliche Entlastung erteilt werden. Unter der rührigen Stabführung von Karl Altenscheidt hat der Chor auch im vergangenen Jahre einen erfreulichen Aufschwung genommen, so daß dem bisherigen Dirigenten auch weiterhin das Vertrauen der Versammlung entgegengebracht werden konnte. Die Vorstandswahlen brachten im großen und ganzen keine nennenswerten Aenderungen. Vereinsführer wurde wieder das Mitglied Stratmann. Als Vereinsheim u Mittwoch nachmittag hatte der Fi Regierungsvizepräsident Deilenbusch(Arnsberg), einmal die Vertreter der Reichsbahndirektionen Wuppertal und Essen, der Reichspost, der RSG.„Kraft durch Freude" sowie aller für das Arbeitsgebiet des SGV. in Frage kommenden Straßenbahn=, Kleinbahn= und Kraftverkehrsgesellschaften, zum anderen die Bezirksführer und Bezirkswanderwarte der Industriebezirke, des Bergischen Landes sowie der Umgebung von Hagen nach Hagen geladen. In der überaus stark besuchten Tagung umriß der Vereinsführer vom SGV. die Hauptaufgaben des SGV. als einzig anerkannter Wanderverein zwischen Rhein, Lippe und Sieg. Durch sein in ganz Deutschland vorbildliches Wegenetz hat der SGV. die Grundlage für ein genußreiches und überall sorgenfreies Wandern geschaffen. Nun gilt es, das Wandern selbst planmäßig zu betreiben und den ganzen SGV. mit seinen heute 306 Abteilungen und weit über 25000 Mitgliedern zu einem Bund wandernder Menschen zu gestalten. Dazu soll der kürzlich neu ernannte Hauptwanderwart Dr. Poth(Menden) einen Hauptwanderausschuß bilden, um die Sonderfragen in Bezug auf Ueberprüfung der Wanderpläne aller SGV.=Gruppen, die Schaffung billiger Sonderzüge, die Erlangung einer hübschen Wanderkleidung usw. eingehend zu behandeln. Jede nur einigermaßen große Abteilung muß jährlich auch eine entsprechende Anzahl von Wanderungen ansetzen und durchführen. Da die Fahrpreise einer der Gründe für die heutige Erschwerung des Wanderns sind, habe der Redner die Vertreter der dafür maßgebenden Behörden usw. um eine eingehende Aussprache über die Möglichkeit der Schaffung verbilligter Sonderzüge wie billiger Gesellschaftsfahrten bei den Klein= und Straßenbahnen wie bei den Kraftverkehrslinien gebeten. Die Verkehrsgesellschaften wollen ihre für Wandergruppen infrage kommenden Vergünstigungen zusammenstellen und dem SGV. zuleiten, der dann das Ganze übersichtlich zusammenstellt und unter seinen Bezirken und Abteilungen verbreitet. Mit der Reichsbahn wurden einstweilen für das Jahr 1936 drei Sonderzüge mit 60 v. H. Fahrpreisermäßigung vereinbart, die der SGV. wie folgt durchführen wird: 1. am 28. Juni von Hagen über Altenhundem bis Fredeburg und zurück über Arnsberg mit über 30 verschiedenen Wandermöglichkeiten(einhalbund ganztägig), 2. am 12. Juli von Hagen nach Attendorn(hier fünfstündiger Aufenthalt), dann weiter nach Gummersbach(wiederum fünfstündiger Aufenthalt), endlich durchs Volmetal zurück— für beide Sonderzüge gilt auch für die Zubringungslinien aus dem Industriebezirk die 60prozentige Fahrpreisermäßigung 3. am 11. Oktober vom Industriegebiet bis nach Werdohl zur Teilnahme an der Heldengedächtnisfeier des SGV. vor seinem Ehrenmal auf dem Kohlberg. die Stillegung vor allem der beiden großen Werke wurde die Gaststätte Höffgen wiedergewählt. Peitierdarpen ZSchrühen der Alden Auch im Gau Westfalen=Süd hören die Arbeiter die Rede Dr. In Verbindung mit dem Amt„Schönheit der Arbeit“ findet am 11. Februar 1936 in allen zur RBG. „Eisen und Metall“ gehörenden Betrieben ein Betriebsappell statt mit der Losung„Schönheit der Arbeit“, der in allen Betrieben gleichmäßig durchgeführt wird.„Ich bin ein Sozialist, weil es mir unverständlich erscheint, eine Maschine mit Sorgfalt zu pflegen und zu behandeln, aber den edelsten Vertreter der Arbeit, den Menschen selbst, verkommen zu lassen", diese Worte des Führers sind der Leitgedanke der Aktion, die auch in unserm Gau lebendigen Widerhall finden müssen. BeKanalbauten. Mit der Aufschließung des Geländes an der westlichen Seite der Königsallee zwischen Wasserstraße und Waldring für Bauzwecke ergab sich die Notwendigkeit zur Kanalisation dieses Teils der Königsallee. Der Kanal wird dicht am Bordstein entlang gelegt. Da beträchtliche Hohenunterschiede zum Kanalanschluß zu bewältigen sind, muß der Kanal mehrere Meter tief gelegt werden. Stadtteil Querenburg Der„Heimatfilm Querenburg=Laerheide“ und die zweite dieswinterliche Veranstaltung der Feicrabend= gemeinde. Die letzte Aufführung des Querenburger Heimatfilms liegt bereits zwei Jahre zurück. Der Besuch dieser Veranstaltung war seinerzeit so zahlreich, daß der Saal aus Sicherheitsgründen polizeilich geschlossen werden mußte. In der Folgezeit ist an der Vollendung des Films von den maßgebenden Stellen triebsführer und Betriebsgefolgschaft müssen gemeinsam dafür sorgen, daß der Gedanke„Schönheit der Arbeit“ auch in die Tat umgesetzt wird. Schon haben viele westfälische Arbeitsstätten hier Vorbildliches geleistet, schon ist manches geschehen, schon dehnen sich die grunen Rasenflächen dort, wo einst Schutt und Gerümvel schmutzige Fabrikhöfe bedeckten schon hat mancher Betriebsführer gesorgt für gute Beleuchtung der Arbeitsplätze. für saubere Waschanlagen, für Kantinen, schon sind Sportplätze geschaffen worden, wo die Belegschaften in der Freizeit sich bei Spiel und Svort erholen können vom Einerlei des Alltagswerkes. Anderseits gibt es auch heute noch viele Betriebe, die für„Schönheit der Arbeit" recht wenig Verständnis zeigten, die da glaubten, unserer Forderung gerecht zu werden, wenn Scheuerbürste und Putzlappen gelegentlich einmal den größten Schmutz entfernten....„„ Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, wird an diesem Tage von einem Werk aus über alle deutschen Sender zu allen schaffenden Volksgenossen sprechen und damit gleichzeitig aufrufen zur allgemeinen Mobilmachung für die restlose Durchführung des Gedankens der„Schönheit der Arbeit". Die Deutsche Arbeitsfront Westfalen=Süd wird deshalb dafür Sorge tragen, daß auch in unserm Gau die Regimenter der Arbeit geordnet und geschlossen antreten zum großen mit den Betriebsführern für eine würdige Gestaltung des Appells und Ausschmückung der Fabriksäle und Werkstätten Sorge tragen. Die Aktion muß innere Anteilnahme finden im gesamten schaffenden Westfalen. Dieser Generalappell für„Schönheit der Arbeit" wird, wie überall im Reich so auch in den westfälischen Betrieben, zu einer gewaltigen Kundgebung werden, die auch weitgehende praktische Erfolge zeigen wird. „Schönheit der Betriebe“ ist eine der Grundforderungen des nationalen Sozialismus, ist gleichzeitig eine kulturelle Aufgabe unserer Zeit. Wer dieser Forderung nicht nachkommt, ist kein Nationalsozialist, stellt sich in bewußten Gegensatz zu den Grundsätzen der Bewegung Adolf Hitlers. Der Führer will die Gemeinschaft und auch„Schönheit der Arbeit" gehört zur Gemeinschaft des Volkes. Was das Mikroskop in der Geiseltalkohle enthüllt Ein Vortrag in der Geologischen Gesellschaft Die Geologische Gesellschaft für den rheinisch=westfältschen Industriebezirk eröffnete die Reihe ihrer Veranstaltungen im Jahre 1936 mit einem Vortrag von Dr. habil. Voigt(Halle a. d. Saale) über die mikroskopische Erforschung der Funde aus der alttertiären Braunkohle des Geiseltales bei Halle. Ausgrabungen, die das Geologische Institut der Universität Halle seit einer Reihe von Jahren mit dem allergrößten Erfolg ausführt, haben eine überaus reiche und ungeahnte Ausbeute an tropischen und subtropischen Tieren und Pflanzen ergeben. Fische, Frösche, Molche, Eidechsen, Schildkröten, Krokodile, Schlangen, Vögel und zahlreiche Säugetiere, unter denen die kleinen Urpferdchen, die tapirartigen Lophiodons und die vielen Halbafsen besonderes Interesse beanspruchen, haben sich infolge ganz besonders günstiget Umstände in der Braunkohle erhalten. Im letzten Jahre hat uns nun die mikroskopische Erforschung der Braunkohle und der in ihr enthaltenen Tier= und Pflanzenreste eine Fülle neuer Entdeckungen beschert, die sich in ihrer Bedeutung sehr wohl mit derjenigen der Großfunde messen können. Namentlich die mikroskopische Untersuchung der bei den Getseltalfunden ausnahmsweise erhaltenen Weichteile hat bisher einzigartige Resultate ergeben. Das Mikroskop enthüllt hier dem Beobachter Muskulatur, Bindegewebe, Knorpel, Drüsen, Farbzellen, Epithelzellen mit ihren Kernen und viele andere Dinge mehr, die trotz ihres Alters von zirka 30 Millionen Jahren sich nicht im geringsten von den Strukturen der heutigen Gewebe unterscheiden lassen. Zugleich hat die weitere Erforschung der Braunkohle eine ganz unerwartet große Menge von Pollen und Sporen der verschiedensten Pflanzen und daneben eine sehr reiche Pilzflora ergeben. Die Baupolizei gibt Rat! Beachtet die bau= und feuerpolizeilichen Vorschriften bei Karnevalsveranstaltungen! Die bevorstehende Karnevalszeit läßt es angebracht feuervolizeilichen Vorschrifnastlos weitergearbeitet worden. Auf vielen unbemerk. Apvell. Betriebswalter und Vertrauensmänner werden erscheinen, auf die bau= und feuerpolizeilicht ten über brandsichere Ausschmuckung der Karnevalsräume hinzuweisen. Auch während der in diesen Tagen beginnenden diesjährigen Karnevalszeit wird von den maßgebenden Polizeistellen mit größter Strenge auf die Innehaltung der Feuervorschriften geachtet werden, damit nach menschlichem Ermessen ein Brandunglück in den oft überfüllten Sälen unserer Stadt unter allen Umständen vermieden wird. Für die Gaststättenbesitzer ist es außerordentlich wichtig, sich rechtzeitig über die bestehenden bau= und feuerpolizeilichen Vorschriften für die Karnevalsdekorationen zu unterrichten. Die Hauptsache ist folgendes: Zur Ausstattung von Sälen und ähnlichen Versammlungsräumen sowie zur Traditionsecke Seite 11 Nr. 19 Gedenktag des Kreuzergesechtes an der Doggerbank Am 25. Januar 1936, abends 8 Uhr, findet in dorf, im Hotel„Zur Scheere“, Kurze Straße 4, ein Kant radschaftstreffen und eine Wiedersehensfeier anläßlich Gedenktages des Kreuzergesechtes an der Doggerbank statt. Nähere Auskünfte sind einzuholen beim ehemaligen Obermatrosen Heinrich Deitert, Düsseldorf, Horst=WesselStraße 59, Telephon 23119. Von den genossensch Regelung der Wasserw sowohl die mscherger verband(Dortmund) d Bei der Emscherg emeine Haushalt 193 voraussichtliche E ab. Für 1936 sind 815 Ordentlichen Haushalt 1179 400 Nwe. in 193 stiegen. In den 1936 Aelenr die in Ge. wrrche. Die Gei Achtung! Fußartillerie 7 und 9! Der Regimentsappeg des ehemaligen Westfältschen Fußartillerie=Regiments 7 und des ehemaligen Schleswig=Holsteinschen Fußastillerie=Reg!“ ments 9 und deren Feldformationen findet in Köln am 13. und 14. Juni 1936 zusammen mit der Tagung des Landesverbandes Rheinland Westfalen der Deutschen Schweren Artillerie statt. Anmeldungen für Fußart. 7 und seine formationen an Kameraden Oberleutnant a. D. Zehnpfennig in Köln, Hansaring 14; Anmeldung für Fußart.9 und seine Feldformationen an Kameraden Theodor Brandner, Drachenselsstraße 7. Unkostenbeitrag einschließlich Festadzer chen.— Reichsmark steigen von 4 251 763 in 1936, weil im Rech inmer wieder zurückge geführt worden sind. neu voraussichtlich Ers vorgetrassen, werden. 1936 schließt in Einn Feichsmark ab. Für Wiet werden in 1935 einsch nen Haushalt und d Reichsmark ausgegebe Vorjahren(1119392 schaftsbeiträge(1 081 955342 RM. ungeder 1936 sind Wiederherst veranschlagt worden. Die Rohausg betragen, für 1935 bo. 72600 Nm. Zuschüsse losenfürsorge und 53 ter, zusammen 126 22 Rechnungsjahr 1936 Höhe von 8600 000 werden jedoch nur d Vorstandsbeschluß. 1 zierung gesichert ist. Die in der Zeit vom 1. trug rund 1960 T konnten restlos abge zeugten Phenolen ru men werden mußten bedarf betrifft,s ausgegeben und dur lionen RM.; im Re sichtlich 2517 021 R9 jahr 1936 sind 4064 ergibt dies 46,16 M durch die Genossens 1935 konnten bis Er genommen werden. den daher 500000 L gungsrest für alle Rechnungsjahres 19 vonen RM. Genos Tagung der Wuppertal, 22. ärzte hatten sich Tagung eingefund (Münster) hielt eine Partei für das Der Reichstagsabgeordn weltanschaulichen ärzteführer Dr. Ern merksam, welche un Gesundheitswe zugestalten. Da Wünsche zunächst zu rarfrage gelte die 1 schaft augenblicklich keine Lohnerhöhung auch die Zahnärzte dem Wege über ein Alte, angeseh Lute (Berufsvertr. ziehungen zu bauung des D. O. 90 an Tullerf und sofortig führendes redegewandt Damen durch eine tätigkeit bei Provisionen vergütung. erforderlich. Anleitung. woch nachm „Westsalenb Zum 15. M suchen u iüchtige SchuhVerrau die langjähr 22 Jahren Warenkennt und gewisse werbungen schriften, B chen unter #### mittl. Ba schaft gesucht. gebote mit u. Gehaltsar W. 6069 nicht unter 1 ur. Hausar Frau Aloysc Rlachstraße dürimbar lumen d dertiertes häufig ein. Die hriftsbereit, emacht Stoffe s noch innten emacht nachste cht geich das Aufelassen ind so er sich ganzer 1- und in frei eutlich t, und ringste h. vor Rückso wie Ratder die ei der 60444. nichthsehen ein sittgentraßen. SGV., sberg), upperdurch GV. in Kraftführer 's Bern nach lagung uptaufWanDurch hat der überall Wan. ganzen it über Menmnannte HauptBezug „=Grupangung zu beig muß Mertas Jahr hrpreist durchIltenrnsberg einhalbAttenter nach enthalt), iderzüge Induung bis nach dächtniskohlberg. enthsllt Seite 11 Nr. 19 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 23. Januar 1936 Westfalen und Rheinland Haus hung, Per Einschergene ssensch... Das Arbeitsprogramm 1936 Von den genossenschaftlichen Zweckverbänden für die Regelung der Wasserwirtschaft im Ruhrbezirk legen jetzt sowohl die Emschergenossenschaft wie auch der Lippeverband(Dortmund) die Haushaltspläne für 1936 vor. * der Emschergenossenschaft war der Alleine Haushalt 1935 mit 800000 RM. veranschlagt. ##lagten 2890000 RM. ist auch der Zins= und Til„sbedarf für 1,5 Millionen Reichsmark Kosten enthalten, die im Rechnungsjahr 1935 für Neubauten aufgewendet worden sind. Die Genossenschaftsbeiträge zigen von 4 251 763 RM. in 1935 auf 4 295 797 RM. 1936, weil im Rechnungsjahr 1934 besondere, bisher immer wieder zurückgestellte Unzerhaltungsarbeizen aus: vorgetrgsen, werden, hrne uind Ausgabe mit 4 621 300 1935 azleßt, in Einnaunte und aupgabe mit 4 621 300 Reichsmart ab.„„ Ga##st Für Wiederherstellungsarbeiten Vorsahren„e(1 081 834 RM.) bleiben Ende 1935 953„ Wiederherstellungsarbeiten mit 1 209000 R M. 1936 sin, Piererhernelungkertert. Mit 1 209000 RM. veranschlagt worden. Die Rohausgaben im Außerordentlichen betragen für 1935 voraussichtlich 1682 900 RM., auf die 72600 RM. Zuschüsse aus der werteschaffenden Arbeitszsenfürsorge und 53621 RM. Kostenbeiträge Beteiligter, zusammen 126 221 RM. anzurechnen sind. Für das Rechnungsjahr 1936 sind außerordentliche Ausgaben in Höhe von 8600000 RM. veranschlagt. Ausgeführt werden jedoch nur dringende Arbeiten auf besonderen Vorstandsbeschluß und nur dann, wenn ihre Finanzierung gesichert ist. Die Phenolgewinnung der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1935 betrug rund 1960 Tonnen. Die gewonnenen Kresole konnten restlos abgesetzt werden, während von den erzeugten Phenolen rund 140 Tonnen auf Lager genomnen werden mußten. Was den Gesamtanleihebedarf betrifft, so waren bis zum 31. März 1935 sonen RM.; im Rechnungsjahr 1985 werden voraussichtlich 2517021 RM. gebraucht. Für das Rechnungs5 bonten bis Ende 1055 45.865 Milionen Fiös guf. den dabter 500000 MiDe, neu zu bewilligenz, Der Tillonen RM. Genossenschaftsversammlung 29. Jonuar. Tagung der westdeutschen Zahnärzte Wuppertal, 22. Januar. Die westdeutschen Zahnärzte hatten sich in Wuppertal=Elberfeld zu einer Tagung eingefunden. Professor Dr. Schilling (Münster) hielt einen Fachvortrag. Die Leistungen Partei für das Deutschtum im Ausland betrachtete Reichstagsabgeordneter Dr. Kolb(München) in einem velanschaulichen Schutungsoortrag. Der Peichsschy, ärzteführer Dr. Ernst Struck machte u. a. darau, Aufnersan, welche ungeheure Arbeit Zu eeziuhen,igh umdas Gesundheitswesen im ganzen Reich einheutli zugestalten. Da mußten manche verufspolitischen Bunsche zunächst zurückstehen. In bezug auf Pgf.ge. rarfrage gelte die Ueberlegung, daß die deutsche Ar#### schaft augenblicklich im Interesse des Aufbaues auch keine Lohnerhöhungen erhalten konne, und daß deshalb auch die Zahnärzteschaft alles vermeiden müsse, was auf dem Wege über eine Erhöhung der Soziallasten zu einer Verminderung des Einkommens der Arbeiterschaft führe. Die Schulzahnpflege sei allein den approbierten Zahnärzten zugestanden, ebenso neuerdings auch die zahnärztliche Betreuung des Arbeitsdienstes. Angesichts der besonderen Ausgaben müsse aber auch die Leistung der Zahnärzte immer noch mehr gesteigert werden. Die Nachwuchsfrage sei sehr schwierig, zumal 650 deutsche Zahnärzte schon keine Arbeit hätten und diese Zahl sich durch die mehr als 4500 Studierenden auf den deutschen Hochschulen noch beträchtlich erhöhen müsse. Pater S. J. Josef Spieker verurteilt Ein Jahr drei Monate Gefängnis. Köln, 22. Januar. Vor der Kölner Großen Strafkammer hatte sich der 42jährige Pater, 8. J. Josef Spieker zu verantworten, dem die unllage zur Last legte, als Geistlicher in Ausübung seines Berufes fortgesetzt öffentlich vor einer Menschenmenge oder in einer Kirche vor mehreren Angelegenheiten des Staates in einer den Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstand einer Verkündigung oder Erörterung gemacht zu haben, indem er in Köln und in Berlin von März bis Juni 1935 über den Führer und Reichskanzler, über den nationalsozialistischen Staat und die NSDAP, unwahre Behauptungen aufsteute. nahme beantragte der geklagten die Höchststrafe von zwei Das Urteil lautete wegen fortgesetzten Vergehens gegen den Paragraphen 130a StGB. auf ein Jahr drei Monate Gefängnis. wird aufgepaßt Der Erfolg der Devisennachschau Münster, 22. Januar. Bei der Devisenngchschgu, im Landesfinanzantsbezirk Münster Zizg goländische GulZeit rund 6300 Reichsmark und 250 hoaanbisch. Gulden beschlagnahmt worden, die verbotswidrig ins Ausland gebracht werden sollten. gebracht werden mußte. Frau F. wurde noch im Laufe des Abends festgenommen und wurde nach ihrer Vei nehmung am Dienstag morgen wieder auf freien Fuß gesetzt. Flüchtender Schmuggler angeschossen Wachtendonk(Niederrhein), 22. Januar. In dem Zollgrenzgebiet Wankumer Heide stellten Zellbeamte eine fünfköpfige Schmugglerbande. Da die Schmuggler sich nicht den Anordnungen der Beamten fügten und die Flucht ergriffen, mußte auf sie scharf geschossen werden. Einer der Schmuggler wurde schwer verletzt, die übrigen entkamen. Der Verletzte wurde dem Krankenhaus zugeführt. Eine Million Flugkilometer als Flugmaschinist der Nachkt zum Dienstag Dienstag Leutschen Köln, 22. Januar. In der Nacht zum nachts um 8 Uhr von Berlin kommend, mit dem Flugzeug der Linie Berlin—Hannover—Köln, das von Flugkapitän Wiskandt geführt wird, auf dem Kölner vom Flugleiter Mannweiler herzlichst beglückwünscht und im Auftrage der Lufthansa mir einem Blumenangebinde geehrt. immer tiefer in die Höhle gegangen, und da erlosch ihm plötzlich das Licht. Plötzlich glitt er die„Rutschbahn“ endlich durch Zufall Hilfe gebracht wurde. Ein Hund als Lebensretter Zweijähriges Kind vom Tode des Ertrinkens gerettet Düren, 21. Januar. In der Ortschaft Mariaweiler spielte ein zweijähriges Kind im Hofraum des elt lichen Anwesens. In einem unbewachten Augenblick lief das Kind, an den in der Nähe vorbeifließenden Mühlenbach und fiel in das ein Meter tiefe Schäferhund der Familie, der den Unfall des Kindes bemerkt hatte, lief zunächst laut bellend am Ufer entlang und sprang schließlich, als niemand zu Hilfe kam, ins Wasser. Er ergriff das Kind am Arm und zog es an einer seichten Stelle ans Ufer. Da das treue Tier aber nicht den an dieser Stelle ziemlich hohen Uferrand mit dem Kind heraufklettern konnte, hielt der Hund das Kind so lange über Wasser, bis Fahrgäste einer vorbeikommenden Straßenbahn auf den Vorfall aufmerksam wurden und Rettung brachten. Wieder Floßschiffahrt, auf dem Rhein.„Irs Laufe e. Auf Grund Beweisgur: Reichspressechef Dr. Dietrich spricht in Essen Staatsanwagt gegen den.=, Essen, 22. Januar. Die Deutsche Arbeitsfront befe ban, dwei. zohren Gefänoniz, ginnt das neue Kampfsahr mit einer tag. 28. Januar, ipr/Hg. Fh.: H 35prich zum Ther Ph. ter. Sterrich zum Ther Wirtschaftsdenken im Dritten Reich.“ Mit dem Beil niedergeschlagen Blutige Auseinandersetzung zwischen einer Frau und einem Angreifer Unna, 22. Januar. In den Abendstunden entspann in einem Hause zwischen einem Einwohner und einer Witwe F. infolge Mietstreitigkeiten eine blutige Auseinandersetzung. Der Mann, der nach den Aussagen der Frau der Angreifer war, kam aber an die unrechte Gegnerin. Während der Mann gegen die Frau vorging, benutzte diese einen günstigen Augenblick und versetzte ihm mit einem Beil zwei Schlage in den Rücken und gegen den Kopf. Der Mann trug dabei so erhebliche Verletzungen davon, daß er sofort ins Krankenhaus ∆ 95 Pt. In. Sietrich, zum Thema: „Das—immten im Dritten Reich. Witwe Sauer feierte 100. Geburtstag Medebach, 22. Januar. In dem benachbarten Deifeld konnte die Witwe Maria Sauer unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde ihren 100. Gebur###tag feiern. In der Kluterhöhle verirrt und beinahe umgekommen Schwelm, 22. Januar. Wie gefährlich es ist, ohne Pitterute un liegen, der ziemlich ermattet und von dem und dabei erfuhren dig, Pseztzeheigekommen, hatte sich Köln, 22. Januar. Vor der 6. Großen Strafkammer des Landgerichts in Köln hatte sich der am 21. April 1890 in Konstantinopel geborene staatenlose Dentist Leon Hampartzoumian wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu verantworten. Der Angeklagte, der in Newyork und Paris das Dentistendiplom mit dem Doktortitel erhalten hat, ist in Frankreich dreimal wegen Ausgabe ungedeckter Wechsel und Schecks bestraft. Weil er die gleichen Straftaten in Deutschland verübte, hatte er sich jetzt vor der Strafkammer zu verantworten. Er ging dabei hemmungslos und wahllos vor, lediglich mit dem Ziel, seinen wirtschaftlichen Zusammenbruch aufzuhalten. Hampartzoumian erklärte beispielsweise verschiedenen seiner Patienten, nachdem er deren Gebisse nachgesehen hatte, daß ihre Goldbrücken schadhaft seien und dringend einer Reparatur bedürften. Die gutgläubigen Leute ließen sich auch herbei, sich in Behandlung zu begeben und mußten nach einiger Zeit die Feststellung machen, daß der Betruger ihnen die Golozwei Handwerkern mit, die ihm gegen angeblich 18karätiges Gold größere Geldbeträge geliehen hatten. Der Angeklagte bestritt in der Verhandlung, die Schulb, wuche aber durch PHer Seheisenghol“ Vertragte gegen ihn wegen Urlundenfälschung und wegen Betrugs eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren und die Dauer von drei Jahren. Das Urteil erging antragsgemäß. Wieder Slehmitsggrt,auf dem Rbein.„Roselwerst. des Montagnachmittags wurde die untere Mo##lwerftrampe wieder vom Hochwasser frei. An der Schiffsaufgehoben. WEISHSSENDERNSEN MEEE 10.15 Ostpreußisches Gold in aller Welt. Hörszene von F. Luft(Von Königsberg) 12.00 Musik am Mittag. Das Kleine Orchester(L Eysoldt). 1. Ouvertüre zum Eingspiel„Die Entführunggate, dergz, Serail“(Mozart), 3Echmälstich: 7. Walzer aus„Faust“(Gounod). 8, vische Suite(Frederiksen). 9. a) Im Liebesrausch (Clemus), b) Rubin und Smaragd(Kick=Schmidt). 10. Melod. aus„Wenn Liebe erwacht“(Künneke) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschland16 00 Wir und die Welt. Worüber unsere Großeltern lachten. Wir erzählen Frohsinn aus vergangenen Tagen. Landskuggitä##gpig nachen eine langst 18.00 Leipziger Kaleidoskop. Buntes musikalisches Farbenspiel. Gertrud Callam und Ilse Gubelt (Sopran); Paul Reinecke(Tenor); Philipp Goepelt(Bariton); Friedrich Dahlberg(Baß); Richard Jauch(Viola'amora); Fritz Guthe(Xylophon): Friedbert Sammler.(Klavier); Der Chor des Reichssenders: Das Leipziger Sinfonieorchester 20.10 Soldaten u— Kameraden. Als Jungen wurden wir Soldaten! 21.30 General der Flieger Görings grundlegende Rede über den Luftschut(Von Berlin). Rede des Reichsministers der Luftfahrt anläßlich der Fahnenweihe und Verpflichtung von 18000 Amtsträgern des Reichs=Luftschutzbundes, Landesgruppe GroßBerlin, am 14. 11. 1935 im Sportpalast, Berlin tuenier in der Deutschlandhalle(Von „Die Zaubergeige" von Werner Egk(Johannes Schüler) Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist„Feierabend! Leipzigex Kalejdoskop. 20.10: Grun ist die Woche. 21.00: Beliebte Ouvertüren und Zwischenaktmusiken. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Aus Operette und Tonfilm(Von Hamourg) Offene Stellen Keine Original=Zeugnisse einsenden Alte, angesehene, deutsche Versich.=Gesellschaft sucht für Bochum räheige Mirarkeiter (Berufsvertreter=greisen paden uind Gewähr für die Ausbauung des Geschäftes bieten, mögen sich bewerben unter D. O. 90 an Ala, Anzeigen.-., Dortmund. Dauerstellung und sofortigen Verdienst bietet führendes Großunternehmen redegewandten Damen u. Herren durch eine angenehme Werbetätigkeit bei Zahlung höchster Provistionen und Sanfzggcg, vergütung. Vorkennin#se nicht erforderlich. Anfänger erhalten Anleitung. Meldung am Mittwoch nachm. von—5 Uhr im -Westfalenbaus“, Brückstr. 44 Zum 15. März oder 1. April suchen wir eine durchaus tüchtige SchuhVerraufeein die langjährig tätig, nicht unter 22 Jahren alt ist, umfassende Warenkenntnisse besitzt und flott und gewissenhaft bedient. 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Verdingungsunterlagen sind in der Straßenbauabteilung Bochum, Rathaus, Zimmer 370, zu haben. Die Angebote sind bis Freitag, den 24. Januar 1936, 11 Uhr, bei der vorgenannten Abteilung, Zimmer 369, abzugeben. Hier erfolgt die Oeffnung in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter. Verspätet eingehende Angebote können nicht berücksichtigt werden. Bochum, den 23. Januar 1936. Der Oberbürgermeister. Neues Sauerkraut 0 I. F. Pfd. nur 0 B Neue Fettheringe an 10 Stück Neue Vollheringe Stück Hpfelsinen Pfd. nur 10 Nur Rottstr., Ecke Viktoriastr.: Frisch geschlacht. Statt besonderer Anzeige Am Dienstag, dem 21. Januar. nachmittags 4 Uhr, entschlief sanft nach kurzer. schwerer Krankheit meine liebe Mutter Prad Maris-Noumann geb. Klink im Alter von 75 Jahren. Im Namen der trauernden Angehörigen: Else Holdinghausen geb. Neumann Dortmund, den 23. Januar 1936 Die Beisetzung findet am Sonnabend, dem 25. Januar, nachmittags 3½ Uhr. auf dem evangelischen Friedhof in Bochum-Weitmar von der Leichenhalle aus statt.— Von Beileidsbesuchen bitte ich Abstand zu nehmen Für die uns beim Heimgang meines lieben Mannes und unseres guten Vaters in so reichem Maße bewiesene Teilnahme sprechen wir unsern herzlichsten Dank aus. Berta Gade und Kinder Bochum, Im Januar 1936 übernommen Gestorben: Dortmd.: August Cronenberg. Josef Werner, 62 Essen: Ludwig Schauenburg, 74 J. Gelsenkirchen: Wilhelmine, Linden, 26 J. Julius Knopf, 41 J. Bauführer Karl Richter, 50 J. Schneidermeister August Ksonzek, 72 Jahre. Lokomotivführer Friedrich Böcker, 60 Jahre. Herne: Maria Neuß, 21 Jahre. Witwe Barbara Rickert geb.„Taschenmacher, 72 J. Wattenscheid: Elisabeth Führkötter geb. Völker, 63 Jahre. Peter Preuß, 71 Jahre. Honig! Allerseinst. Bienen=BlütenSchleuder, garant. naturrein, v. vorz. Geschmack, Aroma u. Heilkraft. Eimer 10 Pfd. 11,90 M, 6 Pfd.20 M, 3½ Pfd. 4,30 M. Verpack. fr. Imkerei u. 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Die Versteigerung der verfallenen Pfänder aus dem Monat Juni 1935, Pfandnummern 499379 bis 505 217, bestehend in Trau= und sonstigen Ringen, Brillantsachen, silbernen und goldenen Damen= und Herrenuhren, Gold= und Silberwaren und anderen Wert= und Gebrauchsgegenständen, Musikinstrumenten, Wäsche, Kleiderstoffen, Bekleidungsstücken aller Art, Schuhen, phot. Apparaten, Näh= und Schreibmaschinen, 1 elektr. Haarschneidemaschine, Staubsaugern, 1 Dauerwellenapparat„Mirakel" und 1 Strickmaschine, findet am Donnerstag, dem 6. Februar, Donnerstag, dem 13. Februar, und Donnerstag, dem 20. Februar 1936, vormittags von 8½ Uhr ab im Stadtleihamt. Trankgasse 5, statt. Der Leihbetrieb ist an diesen Tagen geschlossen. Die bei den Versteigerungen etwa erzielten Ueberschüsse können nach dem Verkauf innerhalb Jahresfrist bei der Leihamtskasse in Empfang genommen werden. Nach Ablauf dieser Frist verfallen sie zugunsten der ArmenDie Einlösung dieser Pfänder ist noch bis zum 5. Februar 1936, vormittags, zulässig. Im übrigen werden Erneuerungen bei Ueberschreitung der sechsmonatigen Beleihungsfrist eine Woche vor der ersten Versteigerung grundsätzlich abgelehnt. Die bei den Versteigerungen nicht abgegangenen und vom Stadtleihamt gemäß§ 10 des Gesetzes vom 17. 3. 81 erworbenen Gegenstände können nach der Versteigerung während der üblichen Verkehrsstunden im Stadtleihamt freihändig gekauft werden. Bochum, den 17. Januar 1936. Der Oberbürgermeister. Verdingung. Zur Umstellung der Trockenklosettanlagen unter der Turnhalle bei den Schulen Alleestraße auf Spülklosetts und zum Einbau von Spülklosetts für Mädchen im Kellergeschoß der Schule Weilenbrink sollen die Installationsarbeiten in zwei Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei der Bauunterhaltungsabteilung im Rathause, Zimmer 342, zur Einsicht auf und können, solange der Vorrat reicht, von dort bezogen werden. Zusendung durch die Post erfolgt nicht. Verschlossene und mit entsprechen der Aufschrift versehene Angebote sind bis Freitag, den 31. Januar 1936, 11 Uhr, bei der obengenannten Dienststelle rechtzeitig einzureichen, wo die Oeffnung derselben im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. Bochum, den 21. Januar 1936. Der Oberbürgermeister. Zwangsversteigerung 14 K 43—35. Grundbuch von Wiemelhausen, Band 25, Blatt Nr. 1401, Gemarkung Wiemelhausen, Flur 3, Nr. 2577/6, a) Wohn= und Geschäftshaus mit Anbau und Hofraum, b) Wohnungsanbau mit Pferdestall, Oskar=Hoffmann=Str. Nr. 12, groß 3,85 Ar. Einheitswert nach dem Stande vom 1. Januar 1935: 46 400.—, RM. Eigentümer: 1. Kaufmann Paul Pfeiffer in Bochum, Kronenstr. 36, 2. Kaufmann Bernhard Wolff in Bochum, Bahnhofstraße 51, zu je ½ Anteil. Versteigerungstermin am 18. April 1936, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, Zimmer 52. Das Amtsgericht in Bochum. Zwangsversteigerung 14 K 84—34. Grundbuch von Weitmar, Band 8, Artikel 11, Gemarkung Weitmar, Flur 19, Nr. 218/4, a) Wohnhaus m. Hofraum, groß 3,72 Ar, b) Werkstatt, Kohlenstraße 5. Einheitswert nach dem Stande vom 1. Januar 1931: 14 900 RM. Eigentümer: Klempnermeister Emil Wind in Bochum, Hattinger Str. Nr. 76. Versteigerungstermin am 7. März 1936, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14,.52. Das Amtsgericht in Bochum. An kinderreiche liefern wir auf Bedarfsdeckungsscheine Bettstellen Matratzen Ledersofas Couch schränke Federbetten Waschmaschinen herde zu billigst. Preisen. Spieker mann Rottstraße 33—37 Gebr. gut erhalten, billig zu verkauf. Auf Wunsch 100 Mk. Anz. Rest nach Uebereinkunft Schreinerei Tecklenburg, Fahrendellerstr. 20 Priech ven der Set Seelachs ohne Kopt Kabel au ohne Kopt Brattisch.... .17 .19 1 Plund.19 1 Pid. 1 Pid. 1 Pfund .30 Rolbarsch ohne Kopf. 1 Pd..25 Schelisch ohne Kopt. 1 Pta..29 Kabeljauflet..... 1 Pra..33 Sprotten ¼ Pid. 1 Pta..10 1 Pid.00 .59 FamilienAnzeigen finden im B. 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Grundbuch von Riemke, Band 2, Artikel 9, Gemarkung Riemke, 1. Flur 19, Nr. 129/41, a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, groß 10,97 Ar, b) Wohnungsanbau, c) Stallanbau, d) Stallgebäude, e) Holzschuppen, Oberscheidtstr. 11, 2. Flur 19, Nr. 36, Acker, Auf der Vöde, groß 20,42 Ar. Einheitswert nach dem Stande vom 1. Januar 1935 zu.: 5400 RM., zu.: 230 RM. Eigentümer: 1. Ehefrau Invalide Wilhelm Fleige, Elisabeth geb. Oberscheidt, in Bochum, Wiemelhauser Straße Nr. 370, 2. Bergmann Theodor Oberscheidt in Bochum, Bergener Straße 93, 3. Ehefrau Bergmann Richard Schneider, Christine geb. Oberscheidt, in Bochum, Oberscheidtstraße 11, zu je ½ Anteil. Versteigerungstermin am 4. April 1936, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, Zimmer 52. Das Amtsgericht in Bochum. Silberbestecke und Bestecke mit 1006 Silberauflage billigst ohne Anzahlung gegen Monatsraten. Katalog gratis u anverbindl. direst. K. 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