Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. halbmonatlich, Selbstabholex,.85, RM., monatlich oher 93 Pf., halhmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte: 30 Bf. monatlich. Funk„hör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen&am; Dierichs in Bochum Freitag 10. Januar 1936 43. Jahrgang Nummer 8 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpretse für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Mj. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, Famili anzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige angebote. Anzeigen privater Art) 8 Bs., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Textteil 10 Pf., Auskunft= und Ziffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 BLUDNTT nte Mittenneeruns verGioranursendein Wenttnge ick die schwarwiegenden Folgen###i# ein ständige Flottengleichheit mit dem Britidnb Loudon, 9. Januar. Die neuen britischen Flottenbewegungen bedeuten eine beträchtliche Verstärkung der britischen Flottenstreitkräfte in der Nähe von Gibraltar. Die Einheiten der Heimatflotte, die sich an den Frühjahrsübungen beteiligen, werden ihre Manöver voraussichtlich wie in den beiden vorhergehenden Jahren südwestlich von Gibraltar durchführen. Wie der Flottenkorrespondent des„Daily Telegraph“ meldet, werden sich auch die zur Zeit in Gibraltar liegenden Kriegsschiffe der Heimatflotte, die vorübergehend nach England zurückkehren, ebenfalls an den Frühjahrsübungen in der Nähe von Gibraltar beteiligen. Ihre Rückfahrt nach England habe lediglich den Zweck, den Schiffsbesatzungen ihren überfälligen Weihnachtsurlaub zukommen zu lassen... Der diplomatische Korrespondent des„Daily Herald“ weist in einer groß aufgemachten Meldung darauf hin, daß infolge dieser britischen Maßnahmen und der französischen Flottenbewegungen die größte Flottenzusammenziehung seit dem Weltkriege im Mittelmeer und auf der Höhe von Gibraltar vorhanden sein werde, wenn der Völkerbundsrat am 20. Januar zusammentrete. Tatsache sei, daß die Völkerbundsstaaten nunmehr alle wichtigen Vorsichtsmaßnahmen für ein gemeinsames Vorgehen im Falle eines italienischen Angriffs im Mittelmeer ergriffen hätten. Der diplomatische Korrespondent der„Morning= post“ meldet, daß die Mitteilung von den französischen Flottenbewegungen in London als außerordentlich bedeutungsvoll angesehen werde. Man sei der Ansicht, daß sie als ein Zeichen der neuen englisch=französischen Zusammenarbeit aufgefaßt werden könnten. Der Korrespondent zieht aus den französischen Flottenmaßnahmen den Schluß, daß Frankreich jetzt die Sühnepolitik günstiger beurteile. Es sei tatsächlich sehr wohl möglich, daß Laval einer Oelsperre nicht widersprechen würde, wenn sie vom Achtzehner=Ausschuß empfohlen, würde. Anderseits würde es auch für die britische Regierung sehr schwierig sein, nicht für die Sperre zu stimmen, nachdem der Mangel an Unterstützung im Mittelmeer beseitigt sei. Schließlich meint der Korresponoent, es könne kein Zweifel bestehen, daß die französischen Generalstäbe in dem Abkommen mit England einen wertvollen Schulfall für eine gegenseitige Unterstützung „bei einer zukünftigen ernsteren Gelegenheit“ sehen. Diese Erwägung spiele eine immer wichtigere Rolle. Italiens Auffassung Zu den Flottenbewegungen Englands und Frankreichs wird von autorisierter italienischer Seite am Donnerstag abend erklärt, Italien sehe diese Bewegungen als vollständig normal an und betrachte sie mit der größten Ruhe. Italien, so heißt es, habe keinen Anlaß, diesen Maßnahmen politischen Charakter beizulegen. Diese Auffassung finde man durch die Erklärung des französischen Marineministeriums, die Flottenbewegungen hätten nichts mit der tigen Lage zu tun, nur bestätigt. Die fraglichen Vorgänge lassen daher, wie von derselben Stelle hinzugefügt wird, Italien vollkommen gleichgültig, obwohl sie von vielen Zeitungen ins Licht gerückt worden seien. Im„Lavoro Fascista" erklärt der Pariser Korrespondent des Blattes, auf jeden Fall wäre es vorzuziehen gewesen, wenn das französische Außenministerium Vorsorge dagegen getroffen hätte, daß von der englischen Presse das seltsame und eigenartige Zusammenfallen dieser Flottenbewegungen, das von der europäischen Oeffentlichkeit nicht unbemerkt bleiben könne, publizistisch ausgebeutet würde. Man habe sich zweifellos in amtlichen Kreisen von Paris und London in dem Sinne verständigt gehabt, diesem Zusammentreffen jede Bedeutung im Sinne einer Einschüchterungsmaßnahme gegenüber Italien zu nehmen. Der Anschein gelte jedoch zuweilen mehr als die Tatsachen selbst, und er lasse daran glauben, daß die Gleichzeitigket, hieler Flottenbewegungen das Ergebnis französisch=engrischer Abmachungen sei. Rochmalige Vertagung der Oelsperre? Paris, 9. Januar. Das Marineministerium hat am Mittwoch abend bekanntgegeben, daß das zweite Flottengeschwader vom 14. bis 26. Januar eine Uebungsfahrt andie Westküste Afrikas unternehmen wird. Die * seits aber auch die schwerwiegenven Folgen, die ein Ausfuhrverbot für Erdöl nach sich ziehen könnte. Krise der Fottenkonferenz Ultimative Forderung Japans auf Flottendnb London, 9. Januar. Die Lage der Flottenkonferenz ist sehr kritisch. Der Flottenberichterstatter des„Daily Telegraph“ meldet, die japanische Abordnung habe auf der gestrigen Sitzung ein Ultimatumgestellt, daß sie kein neues Begrenzungsabkommen weder mengen= noch wertmäßiger Art erwägen wolle, bevor Japan eine vollnannige Froilengleichheit mit dem Britischen Reich und den Vereinigten Staaten erreicht habe. Die Konferenz wurde zunächst bis Freitag vertagt und am Donnerstag auf Montag verschoben. Dieser Beschluß ist auf den am Donnerstag in einer Besprechung mit der britischen Abordnung erneut geäußerten Wunsch der Japaner zurückzuführen, daß die Flottenkonferenz eine Aussprache über die japanische Forderung nach einer gemeinsamen oberen Rüstungsgrenze herbeiführen möge. Die britische Abordnung erklärte sich dazu bereit unter der Voraussetzung, daß auch die anderen Abordnungen hiermit einverstanden seien.— In unterrichteten Kreisen werden die Aussichten auf eine Einigung mit den Japanern für außerordentlich schlecht gehalten. Wio Stundeurneineter dnb Berlin, 9. Januar. Zum zehnjährigen Bestehen der Deutschen Lufthansa hat Dr. Ernst Heinkel der deutschen Verkehrsluftfahrt ein in seinem Rostocker Werk erbautes neues Schnellverkehrsflugzeug, die Heinkel„He 111“ zur Verfügung gestellt, die einen ganz bedeutenden Geschwindigkeitsfortschritt bringen wird. Gegenüber dem Blitz=Flugzeug„He 70“, das mit vier Fluggästen eine Höchstgeschwindigkeit von 377 Stundenkilometer erreicht, wird mit der neuen„He 111“ der Deutschen Lufthansa ein Flugzeug übergeben, das mit zehn Fluggästen und Gepäck erstmalig die 400=Kilometer= Geschwindigkeitsgrenze überschreitet. Damit wird Deutschland in dieser Größenklasse das schnellste Verkehrsflugzeug der Welt besitzen. Die„He 111“, deren Entwurf von der Lufthansa angeregt worden ist, weil die bis heute von mehrmotorigen Flugzeugen erreichten Reisegeschwindigkeiten auf lange Sicht unzureichend sind, ist, wie die früheren Schnellflugzeuge des Werkes, ebenfalls als Tiefdecker mit völlig glatter Außenhaut aus Leichtmetall gebaut. Das Fahrgestell und das Spornrad sind einziehbar. Das Innere des Flugzeugrumpfes bietet Raum für zehn Fluggäste in zwei Abteilungen, so daß eine Unterteilung in„Raucher“ und„Nichtraucher“ möglich ist. Die von dem Architekten Professor haus entworfene Kabinenausstattung gewährt den Fluggästen weitgehende Bequemlichkeiten. Vor dem Fluggastraum befinden sich die Sitze für den Flugzeugführer und den Funkermaschinisten. Zur Durchführung der Versuchsflüge bei der ersten großen Erprobung hat das Flugzeug zwei der durch ihre Betriebssicherheit bereits seit langem bekannten BMW.=Motoren von je 660 PS erhalten, die in den Flügeln untergebracht sind. Für den endgültigen Einsatz im Luftverkehr sind, neue deutsche Hochleistungsmotoren von 880 PS vorgesehen. Während die Höchstgeschwindigkeit der„He 111“ mit den BMW.=Motoren sich auf 345 Stundenkilometer beläuft, hat man für die neueren stärkeren Motoren eine Höchstgeschwindigkeit von 410 und eine Reisegeschwindigkeit von 350 Stundenkilometer errechnet. Bei Einsatz der neuen Heinkel=Schnellverkehrsflugzeuge kann der Flugplan um mehr als 100 Stundenkilometer oder etwa 40 v. H. beschleunigt werden.„.., ugjähriger ander ZuseumDies ist das Ergebnis langjähriger enger Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Lufthansa und der deutschen Luftfahrtindustrie. Wie ergebnisreich diese Zusammenarbeit ist, geht daraus hervor, daß die Deutsche Lufthansa im Jahre ihrer nur eine Reisegeschwindigkeit von etwa 120 bis 140 Stundenkilometer in ihren Flugplan einsetzen konnte, während sie jetzt nach zehnjähriger Entwicklung mit den neuesten Schnellverkehrsflugzeugen im Reiseflug etwa 350 Stundenkilometer fliegen kann. Der deutsche Luftverkehr wird also im elften Jahre des Bestehens unserer Lufthansa eine Geschwindigkeit erreicht haben, die fast das Dreifache dessen darstellt, mit dem der deutsche Flugplan 1926 seinen Verkehr eröffnet hat. Am Donnerstag nachmittag stellte Dr. Heinkel auf dem Flughafen Tempelhofer Feld seine neueste Schäpe fung einem größeren Kreise von Fachleuten und.., vertretern vor. Die schnittige Maschine, die mehrere Male mit Höchstgeschwindigkeit über den Flugplatz hinwegbrauste, hinterließ bei allen Zuschauern einen ausgezeichneten Eindruck. Englischer Bergarbeiterstreik vorläufig verschoben dnb London, 9. Januar. Als Ergebnis der am Donnerstag nachmittag abgehaltenen neuerlichen Zusammenkunft zwischen den Grubenbesitzern und Vertretern der Bergarbeitergewerkschaft beschloß der Vollzugsausschuß der Bergarbeiter, den angekündigten Streik vorläufig zi schieben. Am 24. Januar wird eine von Vertretern aller englischen Kohlenbezirke beschickte Konferenz stattfinden, die über Annahme oder Ablehnung der Lohnvorschläge entscheiden soll. Demokratische Partei billigt Roosevelts Politik. Der Nationalausschuß der demokratischen Partei Amerikas faßte gegen die Stimme Staates Georgia, Talmadge, einen Beschluß, in dem die Politik von Präsident Roosevelt gebilligt wird. dnb Rom, 9. Januar. Angeineinler urrhsmnkscher Angrt,) I Kerden Italien bezeichnet die Meldungen über die Rückeroberung der Provinz Tembien als falsch und bestreitet Bombenabwurf auf agyptisches Tazuren Berlin, 9. Januar. Nach Berichten von abessinischer Seite, die hier eingetroffen sind, haben die Nordarmeen der Abessinier, die seit einiger Zeit große Angriffsvorbereitungen trafen, nach ihrem Vorgehen auf das Schiregebiet seit zwei Tagen den Vormarsch vom Abschnitt Makalle aus in nördlicher Richtung begonnen. Der Angriff auf die Provinz Tembien sei, wie in den abessinischen Meldungen gesagt wird, durch vorgeschobene Abteilungen der Armee Ras Seyums mit Scharfschützen vorbereitet worden. Am 6. Januar habe dann der allgemeine Angriff begonnen und am 7. Januar, abends, sei die Provinz Tembien vollständig in Händen der Abessinier gewesen. Die Italiener, die wegen der starken Regenfälle nicht mit einem Vorgehen der abessinischen Truppen gerechnet hatten, seien durch den Angriff überrascht worden und hätten kaum Widerstand geleistet. Den abessinischen Truppen seien auf der von Cacciamo nach Adua ein Tank und ein Kraftwagen in die Hände gefallen. Die Vorhuten der Abessinier bewegten sich weiter nach Norden auf der Straße von Cacciamo nach Adua und von Abvi Addi nach Abaro. Der Rückzug der Italiener gehe unter stärkstem Druck abessinischer Streitkräfte vor sich. Man erklärt, daß die Italiener sämtliche Dörfer, durch die sie auf ihrem Rückzug kommen, niederbrennen. Während der Gefechtshandlungen habe ein kaiserliches Flugzeug die Kampflinien überflogen. Die Abessinier sollen in GrupAußenpolitikerin des„Oeuvre" bestätigt diese Meldung, behauptet aber, daß diese Flottenübungen mit dem italienisch=abessinischen Krieg nicht im Zusammenhang ständen. Das Blatt geht sogar so weit, zu bedauern, daß die englisch=französischen Abkommen nur eine geringe Bedeutung hätten, was alle diejenigen beklagten, die gewünscht hätten, aus der französisch=englischen Zusammenarbeit in der italienisch=abessinischen Angelegenheit einen größeren Nutzen zu ziehen. Im übrigen glaubt die Berichterstatterin, daß man in Genf am 20. Januar die Frage der Oelsperrenoch einmalvertagen werde unter dem Vorwand, daß amerikanische Kongreß noch nicht den endgültigen Wortlaut des Neutralitätsgesetzes verabschiedet habe. Auf englischer und auf französischer Seite sehe man anderpen von je 20 Mann die stark mit Maschinengewehren gespickten italienischen Felsstellungen und Blockhäuser gestürmt haben, deren Besatzungen nahezu völlig niedergemacht seien. Nach dem abessinischen Bericht sollen die Italiener, nachdem fünf Bollwerke von den Abessiniern gestürmt worden seien, die übrigen Stellungen geräumt haben. Gleichzeitig seien starke Kräfte auf die Gheralta=Provinz in Bewegung gesetzt worden, um die italienischen Truppen, die zwischen Gheralta und Makalle Stellungen bezogen hätten, von ihren rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden. Der neueste italienische Heeresbericht meldet nichts von einem allgemeinen abessinischen Angriff. Er besagt nur folgendes:„An der Front im Süden von Makalle sind mit unserem Artilleriefeuer große feindliche Verbände zerstreut worden, die sich dem Guabatfluß genähert hatten. Die Luftwaffe hat leichte Bombenangriffe auf bewaffnete Gruppen durchgeführt, die im Norden des Tzellemtigebietes in Sicht gekommen waren. Auf dem Rest der Eritrea= und von der Somalifront ist nichts Bemerkenswertes zu verzeichnen.“ Von berufener italienischer Seite werden die abessinischen Meldungen über die Zurückeroberung der Landschaft Tembien als vollkommen falsch bezeichnet. Ebenso werden die abessinischen Nachrichten, wonach in Dagabur ein ägyptisches Feldlazarett von italienischen Flugzeugen mit Bomben belegt worden sei, auf Grund einer beim Hauptquartier der Somalifront eingeholten Auskunft als gegenstandslos zurückgewiesen. Die fragliche Aktion habe, wie aufs bestimmteste erklärt wird, überhaupt nicht stattgefunden. Hingegen wird von italienischer Seite erklärt, daß der Mißbrauch des Roten=KreuzZeichens durch die Abessinier immer größeren Umfang annehme. Schließlich werden auch alle Nachrichten, wonach italienische Truppen den Gaskrieg begonnen hätten, entschieden bestritten. Stefani gegen Neuter dnb Rom, 9. Januar. Die Agenzia Stefani richtet folgenden scharfen Angriff gegen das Reuter=Büro:„Das Lügensystem, das die englische Agentur Reuter geschaffen hat, wird immer bedauernswerter. Die Reuter=Nachrichten über die Abreise der Alpini aus Meran sind völlig phantastisch. Die Alpiniabteilungen sind in tadelloser Ordnung abgefahren inmitten der Begeisterung der Bevölkerung, wie Tausende von Zeugen bestätigen können. Durch die dauernde Veröffentlichung von Lügen entehrt sich die englische Agentur. Dieses Verfahren Ast auch nicht geeignet, die Stimmung zwischen den Völkern Ein Jahr befreite Saar Die Festfolge der Feiern and Saarbrücken, 9. Januar. Für die Feiern anläßlich des Jahrestages der Saarabstimmung(13. Januar) ist folgende Festfolge vorgesehen: Sonntag, den 12. Januar 1936: 12 bis 13 Uhr: Standkonzert in allen Kreisorten des Gaugebietes und in den übrigen Orten, soweit Musikzüge vorhanden sind. 15 Uhr: In sämtlichen Kreisorten des Gaugebietes Antreten aller Gliederungen zur Erinnerungsfeier, ausgenommen hiervon sind die Kreise Saarbrücken=Stadt und=Land. 18 Uhr(nur Saarbrücken=Stadt): Weihestunde auf dem Rathausplatz, wobei dieser durch Kreisleiter Dürrfeld in„Platz der Deutschen Front“ umbenannt wird. 20 Uhr:„Nix wie hemm“, Bunter Abend des Reichssenders Saarbrücken im Saale der Wartburg unter Teilnahme des gesamten Führerkorps des Gaues. Die Sendung wird übertragen in die verschiedenen Säle der Stadt Saarbrücken, wo um die gleiche Zeit die Kameradschaftsabende der einzelnen Gliederungen stattfinden. Montag, den 13. Januar 1936: 12 bis 13 Uhr: Glockenläuten sämtlicher Kirchen des Saarlandes. 13 Uhr: Die Gliederungen treten auf dem Befreiungsfeld zum Erinnerungsmarsch an. 15 Uhr: Vorbeimarsch am Platz der Deutschen Front“ vor Reichsminister Dr. Frick. 18 Uhr: Reichssendung. Kundgebung in der Wartburg: Festspiel, Ansprache des Gauleiters Bürckel, Saarlied, Ansprache des Reichsministers Dr. Frick. Anschließend Nationalhymne. Ende dieser Kundgebung etwa 19 Uhr. Anschließend Enthüllung einer Gedenktafel am Hause der Wartburg durch Reichsminister Dr. Frick. Für die Reichssendung um 18 Uhr werden Gemeinschaftsempfänge vorgesehen. Sechs Italiener aus Malta ausgewiesen dnb London, 9. Januar. Wie aus Malta gemeldet wird, sind dort nach Haussuchungen sechs Italiener, ein Professor, ein faschistischer Leutnant, ein Konsulatsbeamter und drei Kaufleute, ausgewiesen worden. Es heißt, daß die militärischen Stellen Beweismaterial besitzen, wonach sich die Ausgewiesenen in einer für die Sicherheit der Festung abträglichen Weise betätigt hätten. Britische Verteidigungsanlagen in Ostafrika dnb London, 9. Januar. Die englische Regierung hat beschlossen, in Mombassa(Kenia), dem britischen Hauptstützpunkt in Ostafrika, demnächst wichtige Verteidigungswerke zu errichten. Bereits im Verlaufe der nächsten vier Wochen werden schwere Geschütze und eine Anzahl von Scheinwerfern in Mombassa eintreffen. Gleichzeitig wird aus den in Mombassa ansässigen britischen Ingenieuren und früheren Artilleristen ein Freiwilligenkorps gebildet. Massen=Hinrichtungen in peiping Scharfes Durchgreisen gegen Aufrührer in China dnb Peiping, 9. Januar. In den letzten Tagen sind außerordentlich viele öffentliche und geheime Hinrichtungen vorgenommen worden. Allein in Peiping sind seit Anfang der Woche 204 öffentliche Hinrichtungen vollzogen worden. Dem Vernehmen nach stehen noch erheblich mehr bevor. Obwohl die Hingerichteten größtenteils gemeine Verbrecher sind, so befinden sich unter ihnen doch auch viele Personen, die sich an Putschversuchen— ähnlich dem in Hsianghohsien— in den Bezirken Wuchungsien, Yungchinghsien und anderen Orten außerhalb der entmilitarisierten Zone beteiligt haben. Das Schicksal der Hinrichtung ist auch den sogenannten Liukueitang=Banditen, von denen bereits 50 dem chinesischen Militär in die Hände gefallen sind, angekündigt worden. Kergunts Bieis heurserutger. an die Alliierten— Er finanzierte 84 v. H. der amerikanischen Waffenausfuhr dnb Washington, 9. Januar. Die Mittwoch=Verhandlungen des Untersuchungsausschusses des Senates ergaben, daß die Gesellschaften, an denen I. P. Morgan Comp. beteiligt war, den Alliierten vor Amerikas Kriegseintritt Kriegsmaterial, Nahrungsmittel und sonstige Waren im Werte von 363 Millionen Dollar(1524,6 Millionen RM.) geliefert haben. Das Bankhaus Morgan war Einkaufsagent für insgesamt etwa drei Milliarden Dollar(12,6 Milliarden RM.) Wie die Verhandlungen weiter ergaben, hatte Morgan Comp. in einem Kabel an das Morgan=Haus in London am 14. 1. 1916 England aufgefordert, die Kontrollrechte über die Waffenfirma„Winchester Repeating Arms Company“ zu erwerben, die in finanziellen Schwierigkeiten sei. Diese Rechte könnten für 16,5 Millionen Dollar(69,3 Millionen RM.) erworben werden. Morgans Teilhaber Lamont wiederholte die von J. P. Morgan aufgestellte Behauptung, daß„deutsche Handlungen“, nicht die internationale Finanz, Amerika in den Krieg gezogen hätten. Der Vorsitzende des Ausschusses Nye erklärte daraufhin:„Ehe wir versuchen, zu sagen, ob Unterseeboote oder Industrie und Geschäft uns in den Krieg hineinbrachten, werden wir den Tatbestand aufnehmen, und dann werden wir entscheiden, was uns in den Krieg hineinzog.“ Aus den Verhandlungen ging weiter hervor, daß der Morgan=Teilhaber England vor einer Zurückziehung eines Gewehrauftrages über 55 Millionen Dollar(231 Millionen RM.) gewarnt habe, da ungünstige Rückwirkungen auf die 900 amerikanischen Gesellschaften befürchtet werden müßten, die England Vorräte lieferten. Am Donnerstag wurde die Tatsache enthüllt, daß die Waffenausfuhr der Vereinigten Staaten nach Europa von einem Betrag von 125,7 Millionen Dollar(529 Millionen RM.) in den drei letzten Jahren vor Ausbruch des Weltkrieges auf 2187,3 Millionen Dollar (9186,6 Millionen RM.) in den Jahren 1915 bis 1917 anstieg. Von diesem Ausfuhrwert wurde ein Betrag von 84 v. H. von der Morgan=Bank finanziert. Im gleichen Zeitpunkt stieg, wie der Senatsausschuß weiter feststellte, die amerikanische Ausfuhr von kriegswichtigen Rohstoffen, wie Kupfer, Messing, Zink usw., von 166 Millionen Dollar(697,2 Millionen RM.) auf 1202 Millionen Dollar(5048,4 Millionen RM.) Kuffesch=sapanischel Iwischenfau dnb Moskau, 9. Januar. Die sowjetrussische Nachrichtenagentur Taß meldet aus Chabarowsk, daß sich am Donnerstag abend an der mandschurisch=sowjetrussischen Grenze ein neuer ernster Zwischenfall ereignet habe. Nach den bisherigen Feststellungen der sowjetrussischen Behörden sei ein aus der Mandschurei kommendes japanisches Flugzeug nach Ueberfliegen der Grenze in der Nähe des Dorfes Pokrowka, 35 Kilometer von der Grenze entfernt, auf Sowjetboden gelandet. Im Flugzeug hätten sich zwei bewaffnete Japaner befunden. Nach der Landung sei einer der Japaner in dem Flugzeug geblieben, während sich der andere zu einem in der Nähe haltenden Bauernfuhrwerk begeben habe. Angeblich wollte der Japaner den Bauern veranlassen, sich zusammen mit ihm zum Flugzeug zurückzubegeben, während dieser den Japaner habe festnehmen und nach Pokrowka bringen wollen. Es sei daraufhin zu einem Kampf gekommen, in dessen Verlauf der Bauer den Japaner verletzt habe. Inzwischen seien zwei Grenzsoldaten herbeigeeilt. Zwischen ihnen und dem zweiten Japaner sei es zu einem Kugelwechsel gekommen. Dabei soll der zweite japanische Flieger verletzt worden sein. Beide Japaner seien schließlich nach Pokrowka gebracht worden. Enwethlng der=Peisoumnerueisgeschule ist nicht nötig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht tue“ dnb Potsdam, 9. Januar. Am Donnerstag vormittag wurde in PotsdamBornstedt die auf Grund des Neuaufbaues der deutschen Wehrmacht wiedererstandene Kriegsschule Potsdam in Anwesenheit des Oberbefehlshabers des Heeres, Generals der Artillerie Freiherrn von Fritsch, mit einer kurzen militärischen Feier ihrer Bestimmung übergeben. Die neue Kriegsschule, die nach Entwürfen des Heeresbauamtes durch den Architekten Geheimen Hofbaurat Professor O. Kuhlmann unter der Bauleitung des Regierungsbaurates Weyher in 18 Monaten erbaut wurde besteht aus 22 Gebäuden, die in drei Gruppen(Fähnrichsunterkünfte, Lehrsaalgebäude und Mannschaftshäuser) in zweckentsprechender Planung gegliedert sind. Die großen, hellen und rot gedeckten Gebäude sind in schlichter Zweckmäßigkeit angelegt und fügen sich außerordentlich wirkungsvoll in die märkische Landschaft ein. Auf dem großen Hof der Kriegsschule waren die Lehrgänge mit dem Ausbildungspersonal und dem Musikzug des Infanterieregiments 9 in einem offenen Rechteck angetreten. Punkt 10 Uhr erschien der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, mit seinem Adjutanten Major Freiherrn von Funck, empfangen von dem Inspekteur der Kriegsschulen, Generalleutnant von Küchler und dem Kommandeur der Potsdamer Kriegsschule Oberst Wetzel. Der Oberbefehlshaber des Heeres begrüßte die zur Feier erschienenen Ehrengäste, den Regierungspräsidenten Dr. Fromm, den Kreisleiter und Oberbürgermeister Friedrichs, den Polizeipräsidenten Graf Wedel und von der Wehrmacht den Chef des General= stabes des Heeres, General Beck, den Befehlshaber der Gruppe I Berlin, General von Rundstedt, den Chef des Personalamtes des Heeres, General von Schwedtler, den Standortältesten, Generalleutnant von Wilmowski, den früheren Inspekteur der Kriegsschule Potsdam, Exz. von Pfuel, und viele andere Vertreter der Wehrmacht. Im Anschluß an das Abschreiten der Front übergab Regierungsbaurat Weyher nach einem kurzen Rückblick über die Entstehung der Gesamtanlage den Schlüssel der Kriegsschule an die Heeresstandortverwaltung Potsdam. Für diese sprach Ministerialamtmann Ball. Er führte aus, daß durch die neue Kriegsschule, deren Baulichkeiten 14 Hektar bedecken, Potsdam zum größten militärischen Standort geworden sei. Die neue Kriegsschule knüpfe an eine 200jährige preußische Tradition auf einem Felde an, auf dem die erlesenen Regimenter der alten Armee ihre Entwicklung erfahren hätten. Er übergab dann den Schlüssel dem jetzigen Kommandeur der Kriegsschule Oberst Wetzel, der ihn mit dem Gelöbnis übernahm, daß die neue Kriegsschule da anknüpfen werde, wo die alte aufgehört habe. Als Leitwort gelte für sie das Wort des großen Preußenkönigs, das auch über dem Eingang zum Feldmarschallsaal des Lehrgebäudes stehe:„Es ist nicht nötig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht tue.“ Der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, wandte sich an die Fahnenjunker. Er ermahnte sie, mit offenen Augen die Traditionen aufzunehmen, denen sie in der Soldatenstadt auf Schritt und Tritt begegneten und die in den soldatischen Tugenden der Treue, Pflichterfüllung, des Gehorsams, der Opferbereitschaft und der Kameradschaft verkörpert seien. Der Oberbefehlshaber verwies dann auf die lebendigen Zusammenhänge zwischen dem Einst und Jetzt, die unvergänglichen Werte dieser alten Soldatenstadt und den starken Pulsschlag, in dem das durch den Führer geeinte Volk wieder emporsteige. Die Größe Deutschlands beruhe auf den soldatischen Tugenden, die in seiner Armee verkörpert gewesen seien. Nicht durch Worte, sondern durch Gesinnung und Leistung werde sie geschaffen. Der Oberbefehlshaber des Heeres schloß mit einem Sieg=Heil auf den Führer. Die nationalen Lieder schlossen die Feier, an die sich eine mehrstündige Besichtigung der neuen Kriegsschule Potsdam anschloß. Der Arbeitseinsatz im Dezember Trotz ungünstiger Witterung liegt die Zahl der Arbeitslosen noch um rund 100000 unter der des Vorjahres, and Berlin, 9. Januar. Infolge des wiederholten Frostes und der in der zweiten Dezemberhälfte vielfach stärker einsetzenden und länger andauernden Schnee= und Regenfälle mußten vor den Weihnachtstagen zahlreiche Außenarbeiten besonders der Bauwirtschaf eingesteut oder unterSetlcie anr Kcieide in. Shecsk aul sähsien 63 liegt damit noch um rund 100000 unter der Arbeitslosenzahl des Vorjahres. Von den wichtigsten Berufsgruppen weisen gegenüber dem Vorjahr die Eisen= und Metallindustrie 73.000 oder 24,7 v.., die Gruppe der Angestellten 45000 oder 16,0 v. H. weniger Arbeitslose auf. Demgegenüber hat der ungünstige Witterungsverlauf des Dezember 1985 zu einer Ueberhöhung der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vorjahre im Baugewerbe und bei den vom Beschäftigungsstand des Baugewerbes stark abhängigen ungelernten Arbeitern geführt. Von dem Zugang im Dezember 1935 entfielen nämlich 331 286 oder 63,4 v. H. auf die Außenberufe und hiervon wieder 234 714 allein auf das Baugewerbe. In den mehr konjunkturabhängigen Berufsgruppen ist demgegenüber die Arbeitslosigkeit nur um 191 068, das sind 36,6 v. H. des Gesamtzuganges, gestiegen. Zu einem sehr erheblich Teil sind aber auch diese Zugänge auf den Rückstrom von Arbeitslosen zurückzuführen, die saisonbedingt aus berufsfremder Arbeit entlassen wurden oder deren Beschäftigungsmöglichkeiten von der Bautätigkeit entscheidend abhangen, wie z. B bei den Bauschlossern und Bautischlern. Wie stark das diesmonatige Ansteigen der Arbeitslosenzahlen durch die Jahreszeit veranlaßt ist, zeigt auch die verschiedenartige Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Männern und Frauen. Bei den Männern, die in weit höherem Maße bei Außenarbeiten beschäftigt sind, ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 506 484, bei den Frauen dagegen nur um 15 920 gestiegen, damit entfallen von der Gesamtzunahme 97,0 v. H. auf die Männer und nur 8,0 v. H. auf die Frauen..21ngs mu, hum M. Der größte Teil des Zugangs wurde durch die Arbeitslosenversicherung aufgefangen. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung stieg um 273000 auf 660000, in der Krisenfürsorge um 82.000 auf 749 000. Nur geringfügig war der Zugang an arbeitslosen anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen. Ihre Zahl stieg um 36000 auf 376000. Die Zahl der Notstandsarbeiter ging auch im Dezember weiter zurück. 119 205 Notstandsarbeiter waren Ende Dezember bei Maßnahmen, die durch die Reichsanstalt gefördert wurden, beschäftigt. Kurze Nachrichten Auszeichnung des scheidenden deutschen Gesandten in Athen. König Georg von Griechenland verlieh dem scheidenden deutschen Gesandten Eisenlohr das Großkreuz des Georg=Ordens. Eine neue Großgemeinde im Saarland. Im Zuge der großen Verwaltungsreform im Saarland haben die Gemeinderäte der Gemeinden Lisdorf, Schönbruch, Pikard und Fraulautern beschlossen, sich unter Wahrung des Eigenlebens der einzelnen Gemeinden mit der Stadt Saarlouis zu einem neuen großen Gemeindewesen zusammenzuschließen. Die neue Stadt, die etwa 32.000 Einwohner umfassen wird, wird am 13. Januar durch den Gauleiter Bürckel einen neuen Namen erhalten. Man will keine Eingemeindung nach altim Muster vollziehen, sondern etwas Neues schaffen. Deshalb muß auch der Name Saarlouis verschwinden. Studentenausschreitungen an der Pariser Universität. Der französische Unterrichtsminister Roustan hat die Schließung der Rechtsfakultät der Paviser Universität bis auf Widerruf angeordnet, da sich die Studentenkundgebungen gegen Professor Jeze zu schweren Ausschreitungen auswuchsen. Professor Jeze hat Abessinien vor dem Völkerbund vertreten. Besprechungen Drummonds in London. Der englische Botschafter in Rom, Drummond, der zur Zeit in England auf Urlaub weilt, besuchte am Donnerstag den Ministerpräsidenten Baldwin. Später hatte er im englischen Außenamt eine Unterhaltung mit Außenminister Eden. EinCrafstiam jrüle Kaudns„Jahresseiten“ durch den MRusikverein aufgeführt Die beiden Oratorien Josef Haydns,„Die Schöpfung“ sowohl wie„Die Jahreszeiten“, wenden sich an jeden, der von Herzen der schönen Musik zugetan ist, an den musikalisch bewanderten und durch Erfahrung anspruchsvollen Hörer wie an den ungeschulten, aber aus Neigung und Gefühl aufnahmewilligen Besucher. Einfacher und schlichter läßt sich die Schöpfungsgeschichte, lassen sich die Bilder vom Ablauf des Jahres nicht in Töne kleiden, und alle Naivität des Ausdrucks, die uns hie und da erscheinen will, ist doch meisterliche, durch die Schlichtheit zum Höchsten geadelte Kunst. Nichts Besseres und Würdigeres zugleich hätte die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ ihren Mitgliedern als vielleicht erstes Erlebnis im Konzertsaal bieten können. Und daß sich aus diesen Reihen so zahlreiche Besucher zu der Aufführung der„Jahreszeiten“ im Schützenhof eingefunden hatten, war mehr als erfreulich, zumal dieses Publikum den Hörerkreis des 5. Sinfoniekonzertes zu ansehnlicher Besetzung füllen half. Es werden sicherlich viele, die auf diese Weise zu einer größeren und künstlerisch gediegenen musikalischen Aufführung den Weg fanden, mit beglückender Genugtuung festgestellt haben, daß auch die sogenannte „klassische Kunst“ und die gefürchtete„sinfonische Musik“ kein undurchdringliches Kapitel zu sein brauchen, daß man wenigstens einem so einfachen und wirklich volkstümlichen Oratorium auch ohne jede Vorbildung mühelos und mit nachhaltigem Genuß zu folgen vermag, besonders dann, wenn das gedruckte Wort den Schlüssel zur musikalischen Sprache gibt. Mit der stilsicheren Wiedergabe hat der„Städtische Musikverein“, den aufmerkam folgenden Hörern fraglos eine große Freude bereitet, und mochte für die Singenden das Oratorium auch keine sonderlich schwierige und anspruchsvolle Aufgabe mehr sein, so war doch der tatsächliche Erfolg in diesem Rahmen um so größer. Technisch sitzt im Chor jede Partie dieses Werkes bis aufs letzte. Klanglich ergaben sich sehr erfreuliche und schöne Momente, mag auch das tonliche Gesamtbild bei anderen Aufführungen frischer und günstiger sich ausgewirkt haben, was namentlich auf den zu. schwachen Chortenor zurückzuführen ist. Reichwein war nicht nur auf eine durch frische und flüssige Temponahme belebte Darstellung bedacht, sondern gab dem Vortrag auch durch geschickte Stufung starke illustrative Kraft mit. Diszipliniert und klanglich vornehm fügte sich das Orchester dem Niveau der Aufführung ein. Von den Solisten verfügt der Tenor Andreas Kreuchauf über das ergiebigste und klanglich freieste Organ. Er muß seine tragfähigen und üppig quellenden Mittel vielfach beträchtlich dämpfen, den schlichten Oratorienstil nicht zu überladen. Helene Vierthalers schlanker Sopran wirkt bei tonlicher Zurückhaltung und in einem feinen Kopfregister am günstigsten, im Forte ist die stimmliche Entfaltung, vor allem nach der Höhe zu, nicht immer frei von klanglicher Härte. Um die Musikalität beider ist es gut bestellt und durch die merklich lebendige künstlerische Haltung nimmt auch Eugen Klein erheblich für sich ein, auch da, wo er seinem stimmlichen Vermögen mehr Volumen mitzugeben bemüht ist, als das Organ von Natur aus spenden kann. Bleibt er in der Tonentwicklung umsichtig, hat man den Genuß eines sehr gepflegten, gut geschulten Materials. Für die lebendige Wiedergabe war das Publikum äußerst dankbar und kargte nicht mit anerkennendem Beifall. Schwermann. Einer Dichterin zum Gruß! Zu Enrica von Handel-Massettis 65. Geburtstag am 10. Januar Um die Jahrhundertwende entbrannte in der Presse und in literarischen Kreisen ein heftiger Kampf um Wert und Bedeutung einer damals auftauchenden jungen Dichterin. Aber viele von denen, die in jenen Tagen Enrica von Handel=Mazzetti nicht aelten lassen wollten, haben sich durch ihr unbeirrtes Weiterstreben bezwingen lassen und huldigen ihr heute als einer der genialsten Dichterinnen, die überhaupt unserer Zeit geschenkt wurden. Jahrelang sprach man davon, daß diese Dichterin durch den Nobelpreis ausgezeichnet werden solle— vielleicht wird es eines Tages noch geschehen, aber auch diese äußere Anerkennung vermag dem Wert und der Geltung dieser Frau nichts mehr hinzuzusetzen. Ein großes geschichtliches Interesse machte sich früh in Enrica von Handel=Mazzetti bemerkbar, und im Grunde können wir in ihr die Begründerin des modernen historischen Romans sehen. Die ersten Arbeiten der Dichterin waren dramatische Szenen, alle von den Erlebnissen ihres Institutsjahres, das sie 1886 bei den Englischen Fraulein in St. Pölten verbrachte, bestimmt und erfüllt. Diese Szenen gehen nicht über einen künstlerischen Dilettantismus hinaus, erst der historische Roman sollte ihrer Begabung die rechten Wege weisen.„Meinrad Helmpergers denkwürdiges Jahr“ ist der Anfang, noch ein wenig ungefüge. Sechs Jahre später ist die Anfängerin jedoch schon zur Meisterin geworden in ihrem großen Roman„Jesse und Maria". Mit gekonnter Knavpheit und psychologischer Tiefe bauen sich die einzelnen Kapitel auf und die Dichterin vermeidet auch in all ihren späteren geschichtlichen Romanen jede SchwarzWeiß=Malerei und gestaltet die Menschen ohne Tendenz, nur gemäß ihren Vorzügen und Schwächen. Sie ist von einer wohltuenden Neutralität und Objektivität, die man bei schreibenden Frauen nicht allzu häufig finder.„„„! Jiumet gefat: Ei. Jean Paul har einmar gesagt:„Einen schönen Charakter zeichnen heißt, der Welt einen Heiligen schenken und Heilige machen.“ Und etwas von dieser Wirkung haben sicherlich die Romane dieser Oesterreicherin gehabt. Das innere Frommsein, das sie erfüllt, geht wie ein warmer Strom auf die Leser über. Man fühlt sich nicht mehr unglücklich, nicht mehr vereinsamt und verbittert, sondern wird ganz unwillkürlich und selbstverständlich aufgenommen in den Lebenskreis der Personen, von denen die Dichterin uns erzählt. Von der hohen Wertung, die die Dichterin bei den mit ihr Lebenden genießt, zeugt am besten ein Wort der Paula Grogger, deren Romane ja gleichfalls weithin bekannt geworden sind. Paula Grogger sagt: „Seit Meinrad Helmperger erschien, ist in der Literatur nichts Großes entstanden, das nicht durch Anregung, Anfeuerung, die Schule im Kleinen oder Großen, zu Handel=Mazzettis Romanen in irgendeiner Beziehung steht“, und dieses freimütige Bekenntnis, selber von der älteren Berufsgenossin gelernt zu haben, zeigt sich auch, wenn Paula Grogger die Handel=Mazzetti die „Magistra magna“ des modernen deutschen Schrifttums nennt. Auch bei andern Schriftstellerinnen der jüngsten Zeit läßt sich eine starke Beeinflussung durch Enrica von Handel=Mazzettis Stil und Darstellungsweise erkennen. Selbst in Sigrid Undsets großen Romanen ist eine seelische Verwandtschaft und Beziehung zu erspüren. In dem Donaustädtchen Linz hat die Dichterin den größten Teil ihres Lebens verbracht, so in der Stille, wie etwa Wilhelm Raabe in Braunschweig lebte, ganz ihrem Dichten hingegeben. Viele Jahre hat sie Linz überhaupt nicht mehr verlassen. Hier hat sie Wurzel geschlagen. Große Gesellschaft verschmäht sie, ein paar vertraute Freunde umgeben sie. Schlicht und unauffällig ist ihre Erscheinung, scheu und zurückhaltend wirkt sie, aber wenn sie spricht, werden ihre Mienen lebendig und ihr Ausdruck rasch wechselnd. Die Augen aber dringen dem Menschen, der ihr gegenübersteht, bis in die Tiefe der Seele, und es kann wohl sein, daß ein Eindruck, den sie in einer flüchtigen Stunde in sich aufgenommen, verwahrt und aufgehoben bleibt, um eines Tages in ihrer Werkstatt dichterischer Stoff zu werden. Die Menschen, die wir aus den Romanen der Dichterin kennen, hat sie wohl alle einmal, vielleicht nur in einer flüchtigen Stunde, getroffen, aber das ist das Eigene bei den Künstlern, daß ihnen jeder Anlaß, auch der anscheinend unbedeutende und geringe, Antrieb werden kann zu einem Meisterwerk. Die Einsamkeit ist ihr heilig, sie nennt sie die wahre Mutter ihrer Kunst. Ihre Bücher aber gehen hinaus in die Welt und werben Freunde für die größte unter den lebenden Erzählerinnen Oesterreichs, die Enrica von HandelMazzetti ohne jeden Zweifel ist. Else von Hollander-Lossow. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest, Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Feuilleton: Dr. Emil Strodtdoff, Wirtschaft: Fritz Schmidt, Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Sport: Hans Horndera, Provinz: Kurt Dörnemann, Anzeigen: Kurt sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin SW 68. Wilhelmstraße 98, Anruf: Jäger 4115 und Karlshorst 0340 Ber üblandstraße 154 Anruf G Steinyy“ Lblanostraße 19½#nruf C. 1 Steinplatz, 68 Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum, Ruf 67551 52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstaffel.— DA XII 35 über 26000. Sprechstunden der Schriftleitung von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags). Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. in- Charlottenburg, 6813. Verlag und sochum, Ruf 67551. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten Seite 3 Nr. 8„ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 10. Januar 1936 Möven an der Ruhr Vögel auf Futter= und„Wohnungssuche“ Das Schwesiennhauf des Krankenhauses„Bergmannsheil“ im Rohbau vollendet K — „.-.“-Aufnahme Winterliche Gäste am Ruhrstrand: Eine Schar Möwen Die meisten Mitglieder der gefiederten Gesangvereine„Stadtparklust",„Schrebergartensänger",„Weitmarer Waldespieper" und„Südparkschmetterfreunde" befinden sich ohne alle Devisensorgen in fernen Ländern im warmen Süden und es wird noch längere Zeit darüber vergehen, bis wir wieder ihrem frohen Gesang in Park und Wald lauschen können. Die uns treu verbliebenen Vertreter der heimischen Vogelwelt denken in dieser Jahreszeit nicht an Gezwitscher und Gesang. Der Kampf ums Dasein ist rauh und Nahrungs= und Wohnungssorgen stehen für unsere Vogelwelt an erster Stelle. So mancher mag sich schon die Frage vorgelegt haben: „Wo übernachten im Winter unsere Vögel?“ und die Antwort darauf wäre leicht:„Natürlich in ihren Nestern!“— aber sie ist falsch. Vom Frühling bis zum Herbst ist selbstverständlich das selbstgebaute Nest oder die von Menschenhand vorbereitete Unterkunftsstätte, wie beispielsweise Starenkasten, das Nachtquartier unserer gefiederten Freunde. Im Winter müssen sich aber namentlich in der Großstadt die meisten Vögel nach anderen Schlafgelegenheiten umsehen. Unsere Spatzen, die Flegel, Frechdachse und Lausejungen unserer Vogelwelt, machen sich nicht auzu große Sorgen um die Unterkunft für die Nacht. An allen mit Efeu dichtbewachsenen Hauswänden, besonders in der Stadtparkgegend und im Ehrenfeld suchen sie zu Hunderten im schützenden Klettergewächs an den Hauswänden Unterschlupf und beim Morgengrauen macht die zirpende Gesellschaft einen derartigen Lärm, daß mancher in seinem Bett ruhende Hausbewohner die ganze Spatzensippe schon verwünscht hat. Aber auch von sern eingeschlossene Gärten im Stadtinnern sucht der Spatz gern als Nachtquartier auf. Die Schwarzdrossel liebt im Gegensatz zum Sperling das Alleinsein, und im Bochumer Stadtpark und im Südpark sucht die So zeigen sich die Linien des neuen Hau Ueber den Neubau des Schwesternhauses für das Krankenhaus„Bergmannsheil", der in ungewöhnlichem Tempo hochgeführt wurde, ist während der teilweise sogar nachts durchgeführten Arbeitsperiode verschiedentlich berichtet worden. Das an der Ecke York= und Bülowstraße liegende Gebäude, das 60 Meter lang und 12 Meter tief ist, hat jetzt die Fertigstellung seines Das Eintopfgericht am 12. Januar ist gesund für dich und die Nation! phot...-Muthherr. ses nach der Fertigstellung des Rohbaues. Rohbaues erreicht, nachdem erst am 15. August mit den Ausschachtungs= und am 7. September 1935 mit den Maurerarbeiten begonnen worden war. Jetzt sieht man die Linien des Neubaues und wie sie sich dem Straßenbild einfügen. Zur Zeit sind schon die Arbeiten des Innenausbaues und der Installation in vielen Räumen des Baues im Gange. Gast 100 Jahle=Sechamer=Banwesen Städtische Sparkasse seit 1838— Heute vor 70 Jahren Errichtung einer Agentur der Königlich=Dreußischen Bank(nachmals Reichsbank Schwarzdrossel mit Vorliebe immergrüne, dichte Strauchgruppen als Schlafplatz auf. Vom Star hieß es immer, daß es ein Zugvogel sei. Das stimmt für unsere Landschaft nicht mehr. Jedenfalls bleibt ein großer Teil der Stare auch den Winter über hier und an den Giebeln der Häuser am Kaiserring hat mancher Bochumer Star seinen Schlafplatz während der Winternächte. In den frühen Morgenstunden ist die Starengesellschaft schon auf der Futtersuche am Rande des Teiches im neuen Stadtparkteil oder auch im Grummer Tal. Auch im schönsten Wiesengrunde ist der Star bei uns im Winter anzutreffen. Das Rotkehlchen wählt sorgfältig geschützte Mauerlöcher, aber auch im Windschatten liegende Dachgesimse zum Uebernachten auf. Im ländlichen Bochum treffen wir ganze Scharen von Krähen an, die tagsüber auf Aecker und Wiesen mit der Nahrungssuche beschäftigt sind. Bei Einbruch der Dämmerung ziehen die scheuen Vögel zum Weitmarer Holz oder zu den Querenburger Waldungen beim Kalwes. Dort haben die Krähen ihre sogenannten Schlafbäume, in deren hohen Zweigen sie zu Dutzenden hocken und auf den Morgen warten. Der Zaunkönig bildet eine Ausnahme, er bleibt auch den Winter über in seinem versteckt angelegten Nest in Erdlöchern oder dichtem, unzugänglichem Brombeergestrüpp. Die Elster, die in den Bochumer Waldungen ebenfalls anzutreffen ist, denkt auch nicht daran ihr gegen Wind und Wetter geschütztes, meistens in hohen Buchen, Pappeln oder auch Ulmen angelegtes Nest aufzugeben. Alle Raubvögel, die bei uns heimisch sind, verbringen die Nacht in der Nähe des von ihnen angelegten Horstes auf den Zweigen hoher Bäume, indem sie sich dicht an den vor Sturm und Regen notdürftig schirmenden Baumstamm halten. Wenn uns auch ein Teil unserer Vogelwelt im Herbst verläßt, so bekommen wir dafür oft Besuch aus nördlichen Landstrichen und der prächtige, im Norden Europas heimische Seidenschwanz ist im Winter oftmals unser Gast und von den Küsten unserer Meere erscheint die Möwe in den Wintermonaten bei uns, beispielsweise bis zu den Ruhrufern in Dahlhausen. Beutezug durch Gerther Ställe 20 Hühner und einige Kaninchen gestohlen. In der Nacht zum 9. Januar 1936 sind in BochumGerthe, Höntroper Straße, mehrere Ställe erbrochen und aus diesen insgesamt 20 Hühner und einige Kaninchen(die genaue Anzahl steht noch nicht fest) gestohlen worden. Es handelt sich um rebhuhnfarbige und weiße Hühner. Einige Hühner wurden an Ort und Stelle abgeschlachtet..-keit dur Grimingl Zur Unterstützung der urveit der Kriminalpolizei wird gebeten, sachdienliche Wahrnehmungen der nächsten Polizeidienststelle oder der Kriminalpolizei in BochumGerthe mitzuteilen. Die Angaben werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Immer wieder Frevel in Münzfernsprecherhäuschen. Am 1. Januar, gegen 14 Uhr, wurde von unbekannten Tätern aus dem Münzfernsprecher am Eingang zum Stadtpark die Fingerscheibe mit Befestigungsschraube der Wählerscheibe entwendet. Wer kann hierzu Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 85, Zimmer 242. Diebe und Betrüger. Festgenommen wurden zwei Personen wegen Diebstahls, eine Person wegen Hühnerdiebstahls, eine Person wegen Taschendiebstahls, eine Person wegen Fahrraddiebstahls, eine Person wegen Betruges und eine Person wegen Unterschlagung. Beim Rollschuhlaufen schwer verunglückt. Dem Krankenhause zugeführt werden mußte am Dienstag nachmittag der 11jährige Schüler Fritz Fr. von der Weiherstraße. Beim Rollschuhlaufen auf der Pieperstraße war er so unglücklich zu Fall gekommen, daß er schwer verletzt wurde. Das Geldwesen in Bochum, genauer ausgedrückt das Bankwesen, ist noch nicht sehr alt. Wie unsere Väter zu der Zeit, als Bochum noch ein kleines Ackerstädtchen war, ihr Geld verwalten ließen, ist nicht bekannt. In den meisten Fällen wird es wohl so gewesen sein, daß der Strumpf der Aufbewahrungsort der ersparten„Reichtümer“ war. Erst mit der beginnenden Industrialisierung, mit der Verstädterung Bochums hält auch das Bankwesen hier seinen Einzug. Als erstes Bankinstitut in Bochum wurde die Städtische Sparkasse im Jahre 1838 errichtet. Jahrelang bewegten sich ihre Umsätze aber in nur mäßigen Grenzen. So wird berichtet, daß im Jahre 1849 von den 36 westfälischen Sparkassen sieben Kassen weniger als 10000 Taler Spareinlagen hatten. Zu diesen sieben gehörte auch Bochum. Dann aber machte sich ein Aufschwung bemerkbar. 1860 betrugen die Spareinlagen schon 228 793 Taler, bis 1869 stiegen sie auf 1 325 640 Taler. Im Jahre 1889 betrugen die Einlagen 11 830 201 Mark, 1899 gar 19 302 282 Mark. Die Zahl der Sparkassenbücher betrug in diesem Jahr 16 155, ein Zeichen dafür, wie hoch das Sparen von unseren Vätern eingeschätzt wurde. Als erstes größeres nicht lokales Bankinstitut erhielt Bochum dann heute vor 70 Jahren(am 10. Januar (1866) eine Agentur der Königlich= Preußischen Bank, nachmals Reichsbank. Im Jahre 1870 betrug der Umschlag in Einnahme und Ausgabe 8 222 405 Taler, ein Beweis für die Notwendigkeit eines solchen Geldinstitutes in Bochum. 1899 war der Umsatz bereits auf 1133 Millionen Mark gestiegen. Am 1. Januar 1876 wurde die Königliche Bankagentur in eine ReichsbankNebenstelle umgewandelt, die am 18. August 1883 erweitert wurde und zwei Vorstandsbeamte erhielt. Am 1. Oktober 1897 wurde die Nebenstelle zur Bankstelle erhoben und ihr am 1. Juni 1897 die in Herne errichtete Nebenstelle unterstellt. Ein eigenes Gebäude hatte die Reichsbank schon am 1. November 1881 in der Friedrichstraße(jetzige Kortumstraße) bezogen. Da dieses den Anforderungen nicht mehr entsprach, wurde 1898 das heutige Reichsbankgebäude erbaut und am 28. Juni 1899 in Benutzung genommen. In diese Zeit des ständigen wirtschaftlichen Aufschwunges unserer Stadt fällt denn auch die Errichtung namhafter größerer Bankinstitute, wie wir sie heute vorHeute könnte man sich eine Großstadt wie Bochum schlecht ohne seine Sparkasse und Banken vorstellen. Neues Jahr, neues Opfer! Das Ergebnis der Eintopfgerichtssammlungen im Gau Westsalen=Süd NSG. Die Gauführung Westfalen=Süd des Winterhilfswerkes gibt nachstehend die Ergebnisse der Eintopfgerichtssammlungen der Monate Oktober, November und Dezember bekannt: Kreise 13. Oktober 10. November 8. Dezember Altena=Lüdenscheid 23.635,70, 25 276,44 23 770,67 Arnsberg 10 315,86 11 521,85 JJ 374/38 Bochum 31 797,70 34 977,74 32 819,62 Brilon 5 080,14 5017,11 4 624,08 Castrop=Rauxel 4 596,33 5 154,98 4946,64 Dortmund 50 441,60 54 896,70 52 703,35 Ennepe=Ruhr 23 831,11 25 496,— 23 888,22 Hagen 22915,—, 24 195,14 23.650,12 Hamm 8 667,89 9 701,91 9219,79 Herne 8 455,81 8 128,03 8 768,57 Iserlohn 20 540,48 22391,47 21941,74 Lippstadt 7172,16 8 118,57 7 805,05 Lünen 3 770,70 4 355,96 4009,49 Meschede 5 972,57 6 250,59 5 626,82 6 155,87 6 276,60 6 000,— Siegen 18 114,05 18812,19 16 518,90 Soest 10 519,31 11 146,02 10 119,06 Unna 16 926,45 18 387,14 17341,42 Wanne=Eickel 8010,55 7833,99 8 178,56 [Wattenscheid 4109,—, 4 250,03 4087,28 Witten 6 950,70 7510,04 7348,77 Wittgenstein 3 355,79 3 406,75 3 172,06 „Tag der nationalen Solidarität“, im Gau WestfalenSüd bereits über 102 000,— Mark gesammelt wurden. Viele Hunderttausende von Volksgenossen im Gau Westfalen=Süd haben ihre Ersparnisse aus dem Eintopfgericht an das Winterhilfswerk abgeführt und mit dazu beigetragen, daß die Not ihrer Brüder und Schwestern gelindert werden konnte. Aber immer noch gibt es Volksgenossen, die sich weigern, die bekannte Eintopfspende abzuführen, obwohl sie dazu in der Lage sind: Diese sind sich bestimmt nicht der großen sozialen Pflicht bewußt, die sie mit zu erfüllen gaben. Wenn wir diese Ergebnisse von der ideellen Seite betrachten, dann sind sie der schlagendste Gegenbeweis für alle, die sich innerlich und äußerlich heute noch gegen den Appell des Winterhilfswerkes an die Opferbereitschaft sträuben. Wer mit seinen notleidenden Volksgenossen das Los teilen will, kann dieses nur durch Opferbereitschaft beweisen. Neues Jahr, neuer Kampf und neues Opfer ist die Parole für den am 12. Januar stattfindenden ersten Eintopssonntag im Jahre 1936. 650000 RM. mehr im Opferbuch als im Vorjahr— 1,7 Millionen Reichsmark in Westfalen=Süd gezeichnet NSG. Die Aktion für die öffentliche Auslegung des des Opfers“ wurde mit dem 31. Dezember im Gau Westfalen=Süd abgeschlossen. Nach den bereits vorliegenden Meldungen kann festgestellt werden, daß über 1,7 Millionen Reichsmark gezeichnet worden sind. Hiermit wurde das Ergebnis des Vorjahres bereits um 650 000 Reichsmark übertroffen. Dieses Ergebnis stellt wieder einmal die große Opferfreudigkeit der gesamten südwestfälischen Bevölkerung unter Beweis und gibt anderseits Zeugnis von der sämtlicher Kreis= und Ortsgruppenleiter, der Kreisund Ortsgruppenbeauftragten des WHW. und aller beteiligten Organisationen. In den verschiedenen Kreisen und Ortsgruppen wird es noch Firmen oder Volksgenossen geben, die nachträglich eine Spende in das„Buch des Opfers“ einzeichnen wollen. Diese Möglichkeit ist nach wie vor vorhanden. Weiter wird es noch eine Anzahl Betriebe geben, wo die Gefolgschaften vorhaben, eine Sonderspende in das„Buch des Opfers“ einzuzeichnen. Auch hierfür besteht weiter die Einzeichnungsmöglichkeit. Einstellung von Postjungboten aus dem Landjahr. Die Pressestelle der Regierung in Arnsberg teilt mit: Nach Mitteilung des Herrn Reichspostministers sollen Bewerber für die Annahme als Postjungboten nach den allgemeinen Annahmebedingungen bei der Einstellung das 14. Lebensjahr vollendet haben und dürfen nicht älter als 15 Jahre sein. Dagegen hat sich der Reichspostminister damit einverstanden erklärt, daß Bewerber aus dem Landjahr dieses Höchstalter um ein Jahr überschreiten dürfen. 301 334.77 323 105.25 307 711.59 Bei dem Ergebnis des Monats Dezember ist zu merken, daß am Tage vor dem Eintopfsonntag, am Aus dem Bäckerhandwerk. Im Ständehaus in Bochum trat am Donnerstag nachmittag die Glasschädengenossenschaft e. G. m. b. H. des westfälischen Bäckerhandwerks zu einer Sitzung zusammen, um die Genossenschaft als solche aufzulösen und an deren Stelle einen Versicherungsverein zu gründen. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Obermeister Hemesoth machte dieser die Gründe der Auflösung der Genossenschaft bekannt; die Versammlung stimmte der Auflösung zu. An Stelle der Genossenschaft wurde dann der erwähnte Versicherungsverein für Glasschäden gegründet, dessen Satzungen Zustimmung fanden. Wasserrohrbruch. Mittwoch früh entstand auf der Wiemelhauser Straße in der Höhe des Hauses 28 ein Rohrbruch der Hauptwasserleitung. Die Straßenbahnschienen wurden unterspült. Die Hauptleitung wurde nach Benachrichtigung des Wasserwerkes abgestellt. Arbeiter des Wasserwerkes nahmen am Mittwoch die erforderlichen Erdarbeiten auf. Am Donnerstag waren sie mit den Arbeiten fertig. Motorradfahrer böse gestürzt. In schneller Fahrt wollte Mittwoch abend der Motorradfahrer Schn., OskarHoffmann=Straße, die Kurve in die Humboldtstraße nehmen. Das Motorrad geriet ins Schleudern und der Fahrer flog auf den Bürgersteig. Er blieb hier bewußtlos liegen. Der Verletzte wurde in einen Hausflur gebracht, wo er nach wenigen Minuten wieder zu sich kam. Er hatte eine stark blutende Wunde am Hinterkopf und eine Beinquetschung erlitten. Folgenschwerer Sturz. Als gestern vormittag die junge Ehefrau des Werksarbeiters Edmund., Herner Straße, die Milch in Empfang nehmen wollte, verlor sie auf der Treppe den linken Pantoffel, so daß sie durch einen Fehltritt ausglitt und die Treppe hinabstürzte, wobei der Steinkrug in Trümmer ging und die Scherben der Aermsten in den Hinterkopf und in die rechte Hand drangen. Zudem trug sie einen Oberarmbruch und erhebliche Beinverletzungen davon, so daß Krankenhausbehandlung notwendig wurde. Nou.......,„„ auf der Zeche Mont Cenis an der Grenze Bochum—Herne Hhen, st der Brumendan, und daos Maser üir Wasser für ihren Betrieb brauchen, zur Eigenden. Nur hin und wieder noch, vorwiegend ja in den 9 humer Außenbezirken, finden ländlichen Tochuicer Augenr-girken, übergegangen. Neben den wirtschaftlichen Grunden ist dabei auch die niedrige und immer gleichbleibende Temperatur des Brunnenwassers ausschlaggebend, das für Kühlzwecke ganz besonders geeignet ist. Wie stark das 4 Nr. 8 Bochumer Anzeiger S Freitag, 10. Januar 1936 Interesse bei den verschiedensten Betrieben für die Wassereigengewinnung geworden ist, beweist am besten die Tatsache, daß eine Wittener Brunnenbaugesellschaft in der naheren Umgebung allein augenblicklich rund 50 Brunnen im Bau hat. Interessante Brunnenbauarbeiten sind gegenwärtig auf dem Gelände der benachbarten Steinkohlenzeche „Mont=Cenis“ in Herne=Sodingen im Gange. Hier waren schon seit einigen Jahren Bohrlöcher mit einem Durchmesser von 0,80 Meter angelegt, die jedoch für die Wasserversorgung des großen Werkes nicht ausreichten. Seit einiger Zeit ist man nun damit beschäftigt, eines dieser Bohrlöcher zu einem Brunnenschacht auszubauen, der oben eine lichte Weite von 4 Meter hat und, bis auf 2,50 Meter verjüngt, 50 Meter tief werden soll. Ein regelrechter Schachtbetrieb mit hölzernem Schachtgerüst und elektrischer Kübelförderung ist hier im Gange. Eine interessante Feststellung wurde hierbei gemacht, als man in einer Tiefe von ca. 20 Meter eine starke Wasserader antraf, die von dem ehemaligen, 50 Meter tiefen Bohrloch nicht berührt worden war, obschon dieses in unmittelbarer Nähe lag. Diese Wasserader ist derart stark, daß jetzt schon in einer Tiefe von 22 Meter rund 40 Kubilmeter Wasser in der Stunde dem Brunnen entnommen werden. Unaufhörlich rattert der Bohrhammer in die Tiefe, untermischt mit dem Glucksen des hereinströmenden Wassers, das mittels einer elektrischen Pumpe gleich zu Tage gefördert und im Betrieb verwandt wird. Kommunalwissenschaftliche Vortragsreihe Im Anschluß an den auf der kommunalpolitischen Kundgebung gehaltenen Vortrag des Reichsleiters Oberbürgermeister Fiehler(München) über„Die Neugestaltung des deutschen Gemeindeverfassungsrechts auf der Grundlage der Deutschen Gemeindeordnung" veranstalteten die Gauamtsleitung für Kommunalpolitik der NSDAP., Gau Westfalen=Süd, und die Verwaltungsakademie Industriebezirk, Sitz Bochum, eine kommunalwissenschaftliche Vortragsreihe, die insgesamt drei Einzelvorträge umfaßt. Im Rahmen dieser Veranstaltung sprach am Mittwoch abend im Kammermusiksaal der Hagener Stadthalle Stadtrechtsrat Dr. Elleringmann, Privatdozent an der Universität Münster, über „Die Neugestaltung des Verfassungsrechts der Gemeindeverbände(Aemter, Kreise, Provinzen)". Der Redner behandelte in seinem Vortrag in lebendiger und flüssiger Weise die Materie der Gemeindeverfassung, die er in drei Abschnitte„Aemter, Kreise und Provinzen“ unterteilte. Sehr aufschlußreich waren seine Ausführungen über die Kreis= und Provinzialverfassung. Er stellte hier die einzelnen Bestimmungen und Aufgaben des Verfassungsrechts heraus und umriß die Zuständigkeiten der verschiedenen Körperschaften. Durch das Gesetz über die Uebertragung von Zuständigkeiten von den Provinziallandtagen und Kreistagen auf die Provinzialausschusse und Kreisausschüsse seien hier die wichtigsten Aenderungen vorgenommen worden. Gegenüber dem Oberpräsidenten übe der Provinzialrat die gleiche beratende Funktion aus wie die Gemeinderäte und Ratsherren gegenüber dem Oberbürgermeister. Lehrgänge des Reichsmütterdienstes im Deutschen Frauenwerk. Wie bereits in der Samstagsausgabe ausführlich mitgeteilt, finden, wie im Vorjahre, im Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk wieder Lehrgänge statt. Jeder Lehrgang dauert zwölf Wochen, wöchentlich einmal. Die Unkosten belaufen sich auf 0,25 Reichsmark für den Abend, für den Kochlehrgang wird außerdem noch eine Umlagegebühr von 0,30 Reichsmark erhoben. Für Erwerbslose und kinderreiche Mütter kann eine Ermäßigung erteilt werden. Anmeldungen so bald wie möglich in der Geschäftsstelle der Mütterschule im Gebäude der Städtischen Mädchenberufsschule, Wittener Straße 23, täglich von 10 bis 12 Uhr, und Freitag von 18 bis 20 Uhr bei Fräulein Hückelheim. Den Versuchungen erlegen Radfahrer von leichtem Verkehrsunfall betroffen. Am 7. Januar stieß an der Ecke Herner und Emscherstraße ein Radfahrer mit einem Personenkraftwagen zusammen. Der Radfahrer wurde leicht verletzt. Kehlenschierungen naf Döche Aanzsen Auf der Anklagebank saßen vor der Großen Strafkammer am Donnerstag drei Männer aus Bochum=Werne bzw. Langendreer, namens., H. und Kl., denen niemand die Untreue zugetraut hätte der sie beschuldigt wurden, denn alle drei erfreuten sich bisher des besten Ansehens in ihrer Gemeinde. Die Kohlenunterschleife auf Zeche„Mansfeld“, an denen die drei gemeinsam mitwirkten, sind verübt worden im Landabsatz. B. hatte, wie in der Verhandlung zur Sprache kam, einmal irrtümlicherweise einen Wagen für die Firma E. zu schwer beladen. H. nahte sich ihm als Versucher. Die Sache sei nicht so schlimm, er solle die Kohlen nicht erst wieder abladen. Es werde schon für Absatz gesorgt werden.., der wegen seines Versehens eine Rüge fürchtete, welcher er auf solche Weise entgehen konnte, folgte dem Rat und war nun dem H. ausgeliefert. Die Sache war unentdeckt geblieben und schien dem H. eine gute Möglichkeit zu Nebeneinnahmen. Er wußte den dritten Angeklagten Kl., der für die Firma E. die Kohlen abzunehmen hatte, für seinen Plan zu gewinnen und so wurde dieser, ein jetzt sechzigjähriger, bisher in Ehren weiß gewordener Mann, zum verbrecherischen Hehler. Kl. wußte noch nicht einmal, wer eigentlich außer H. auf Zeche„Mansfeld“ mit im Spiele war. Bald wäre noch ein weiterer Zechenangestellter dem Schwarzhandel zum Opfer gefallen. Als geistiger Urheber des Schwarzhandels wurde erkannt. B. sei mehr in die Angelegenheit„hineingeschliddert". Er hätte sich aber, als die erste Verfehlung, zu der er nicht aus verbrecherischer Absicht gekommen war, vorüber war, nicht durch H. verführen lassen dürfen, nun aus den weiteren absichtlichen Ueberbeladungen ein„Geschäft" zu machen. Es war juristisch die Frage zu prüfen, ob bei Kl. Mittäterschaft oder gewerbsmäßige Hehlerei vorlag. Das Gericht kam zur letzteren Feststellung. Hätte sich Kl. nicht für den Plan gewinnen lassen, dann wäre die ganze Schiebung unterblieben, denn dann wäre für die übergeladenen Kohlen kein Absatz vorhanden gewesen. Durch ihn erst wurde das Glied in der Kette geBilder aus den Bochumer Gerichtssälen „Schiebungen“ wahrlich gar nicht nötig hatten, doch einer Versuchung erliegen konnten, die jetzt ihre ganze Zukunft vernichtet. ein offenes Geständnis wert ist... Vor dem Schöffengericht stand ein rückfälliger Dieb namens L. Es wurden ihm erneut eine Anzahl einfache und schwere Diebstähle zur Last gelegt. Er hatte bisher stets alles bestritten. Er wollte nicht mehr eingestehen, als man ihm„nachweisen“ konnte. Das ist die Diebsregel von gestern. Aber sie ist falsch! Das wurde ihm von seinem eigenen Verteidiger mit Erfolg klar gemacht. Ein vollständiges und reumütiges Eingeständnis mildert oft die Strafe erheblich. Sonst konnte es L. jetzt schon geschehen, daß er ins Zuchthaus wanderte und später gar noch einmal in Sicherungsverwahrung genommen wurde. L. war bei einer Filiale der Färberei Galluschke eingestiegen und hatte dort eine Hose und einen Anzug entwendet. Weiter stahl er Kleider in dem Hause, wo er wohnte. Ferner ließ er sich eines Mittags in ein großes Geschäftshaus einschließen, stahl dort Handtaschen und dergleichen und verschwand, als das Geschäft wieder geöffnet wurde, durch die Tür. Seine Absicht, zwischendurch aus einem Fenster nach hinten oder seitwärts zu entweichen, erwies sich als unausführbar.. Der Staatsanwalt hatte in dem ersten Falle zwei Jahre zwei Monate Zuchthaus, in den anderen Fällen zusammen vier Jahre Zuchthaus beantragt. Das Gericht ermaß jedoch die Nöte, in denen sich der Angeklagte befand, wog sein reumütiges Geständnis und seine mangelnde Schulbildung. Es billigte ihm noch einmal, und zwar zum letzten Male, mildernde Umstände zu und bewahrte ihn daher vor einer Zuchthausstrafe, setzte jedoch in dem ersten Falle ein Jahr sechs Monate, in den übrigen Fällen zwei Jahre Gefängnis gegen ihn fest. Beide Strafen werden später zu einer Gesamtstrafe vereinigt werden. Wenn es der noch junge Mann mit der versprochenen Besserung wirklich ernst meint, braucht er noch nicht zu den völlig Verlorenen gerechnet zu werden. Am die Ehre des Nächsten Kaum war im September der Angeklagte B. wegen Beleidigung zu 50 Mark Geldbuße verurteilt worden, als er draußen auf dem Flur des Gerichts wieder die gleichen Beschuldigungen gegen seinen Gegner erhob. wegen fortgesetzten Rückfallbetruges zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Verurteilte war bei einer Ribnitzer Organisation durch Unterschlagungen straffällig geworden und hatte nach seinem Ausschluß Sammlungen für die eigene Tasche veranstaltet und dabei 200 Mark erbeutet. Fahrradmarder und Autofiedderer Drei junge Burschen, davon zwei aus Bochum, hate ten, nachdem sie in Ostpreußen auf dem Lande gearbeitet, sich in Potsdam getroffen und waren dann auf „Tippelei“ gegangen. Unterwegs stahlen sie Fahrräden oder raubten Kleider, Wäsche und andere Gegenstände aus Autos. Nachdem sie in Potsdam, Schierstein, Hameln, Bochum und Dortmund sich als Autofledderer und Fahrradmarder betätigt hatten, landeten sie in Düsseldorf, wo sie festgenommen wurden. Sie waren vor der Großen Strafkammer in Düsseldorf in vollem Umfange geständig und wurden verurteilt, der eine, der bereits vorbestraft ist, zu einem Jahr acht Monaten, die beiden Bochumer zu je einem Jahr Gefängnis. Stürmisch und regnerisch! Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim. Noch immer steht West= und Mitteleuropa unter dem Einfluß der über dem Atlantik gelegenen und bis zum Nordmeer reichenden Störung, die im Laufe des heutigen Tages sich durch erneuten Zustrom milder Luftmassen noch weiter vertiefte und die Winde schon bis auf Sturmesstärke auffrischen ließ. Ein Durchbruch kälterer Luftmassen von Norden her wird auf der Rückseite dieses Wirbels auch noch nicht erfolgen können, so daß bei teilweise stürmischen Winden und vereinzelten Niederschlägen die Witterung weiterhin mild bleibt. Aussichten für Freitag: Kräftige, teilweise stürmische Winde aus Süd bis Südwest, vorwiegend geschlossene, niedere Bewölkung mit Niederschlägen in den Vormittagsstunden, Temperaturen um zehn Grad. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Frische Winde aus Südwest, bewölkt und einzelne Niederschläge, weiterhin mild. Donnerstag, 9. Januar Barometer 24 Uhr: 1338 Thermometer 34 Uhri g i 8 Zeiten für Sonne und Mond am 10. Januar: S Aufg..38, Unterg. 16.37; C Aufg. 18.51, Unterg..21 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags die schwerste„Strafe auf sich nehmerzn, Die, strafbaren Er ist sehr erbittert gegen seinen Gegner, der an seinem Handlungen liegen in der Zeit von März bis Oktober## 1935. Der Schaden der Zeche wird auf 1200 Mark geschätzt. Das Urteil lautete wie folgt:., der die ehr erbittert gegen seinen Gegner, der an seinem wirtschaftlichen Unglück schuld sei. Dieser wieder beschwor, daß er niemals für Polen abgestimmt habe, was jener behauptet habe, und daß er selbst Deutscher und nicht etwa ein Feind des Deutschtums sei. Die falschen Wagen überlud, erhielt neun Monate Gefängnis;., Ausstreuungen des anderen seien geeignet, ihn zu verder die ganze Sache in Bewegung gesetzt hatte, wurde nichten. Es geht schon manchmal böse her, wenn zwei mit einem Jahr fünf Monaten Gefängnis bestraft; Kl. als gewerbsmäßiger Hehler muß seine Tat mit einem Jahre Zuchthaus büßen. Man steht wieder einmal vor dem großen Rätsel, wie Männer, die sonst straffrei durchs Leben gegangen waren und die auch solche nichten. Es geht schon manchmal böse her, wenn zwei wcanner sich hassen. Vor einem Sondergericht Der mehrfach vorbestrafte Karl Heinz K. aus chum wurde vor dem Sondergericht Schwerin (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 12 und 13.) Wohin gehen wir heute Stadttheater: 20 Uhr: Egmont.#n. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Eine Seefahrt, die ist lustig. Odeon: ab 16.30 Uhr: Ebestreik. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Ehestreik. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Ein Teufelskerl. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Tom Mix räumt auf. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: In goldenen Ketten. Capitol: ab 15.15 Uhr: Das letzte Fort. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Liebe— Too— Teufel. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der bunte Schleier. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Krach im Hinterhaus. See eh u. Tchre inn Koman von.„gang Marken. Ve.-1e 15 „Ja, Hans, det is so, wat meine Frau, det Rielchen ist, die will nischt von Siedeln wissen. Und die janzen Jahre, da habe ick nich von anjefangen! Aba, als mir nu mein Chef, wat mein oller Freund zugleich is, als der mir fünfzehn Mille fürs Siedeln anjeboten hat, da have ick nich lange überleit, da bin ick uffjemuckt und habe Riekchen und meine beeden Mächens heim sitzen lassen. Ick baue mir jetzt was uff! Und da bringt mir nischt von ab. Höchstens... wenn ick jetzt die Oogen zumachen müßte.“ Und dann spricht er weiter, öffnet sein Herz dem Bruder, spricht von der Sehnsucht, die in ihm lebte von Kind an. Immer war der heiße Wunsch, Haus und Grund zu besitzen, in ihm. Hans lauscht ihm stumm und denkt, daß der Bruder ja sein eigenes Sehnen schildert. Ihm ist's ja nicht anders gegangen. Und Gustav entwickelt seine Zukunftspläne. Er ist ein einfacher und nüchterner Mann, abhold jeder Schwärmerei, doch erfüllt von einer starken Liebe zur Erde. 6, kam festi. Hans weiß, daß Gustav mit seinem Leven fertigwerden wird, weiß, daß er die Existenzfrage lösen, daß er sich im neuen Leben zurechtfinden wird, denn er kommt ohne romantische Illusionen. Ihm geht's wie dem Bruder, er gehört nicht zu denen, die den schönen Anblick der Erde lieben, nein, er liebt die Erde in ihrer Kraft und Herrlichkeit. Er hat sich nicht aufgerafft, um seinem Leben mit einem Schlage eine andere Wendung zu geben, um es bequemer zu haben. Nein, das weiß er daß die äußeren Freuden des Siedlers karg sind, daß der Kampf um die Existenz nicht leichter wird. Als er geendet hat, da sieht er in die leuchtenden Augen des Bruders. Hans ist aufgestanden und reckt sich. „Gustav, jetzt werden wir gemeinsam schaffen, einer dem anderen helfen, um aufzubauen! Aufbauen, das ist der große Sinn der Zeit. Ich weiß nicht, was werden wird, ich habe noch kein so klares Zukunftsbild, wie du es dir schon aufgebaut hast, aber das schert mich nicht! Ich baue auf und ich werde die richtige Bahn in ein richtigeres Leben finden! So wie du sie finden wirst!" Draußen spielen die Kinder. Jochen ist ein richtiger Berliner Junge. Erst fünf Jahre alt, nur mittelgroß, hat er ein pfiffiges Gesicht. Trotz seiner fünf Jahre gibt er groß an. Jörg und Ursel hören ihn gern sprechen, denn er ist darin ganz dem Vater ähnlich. Er berlinert ganz schrecklich. Hansens Kinder sprechen ein klares Hochdeutsch. Das kann Jochen nicht. Immerhin, der Umstand, daß Jörg und Ursel in dem knorken Wagen wohnen, der imponiert ihm schon. Onkel Hans gefällt ihm und er hat Respekt vor ihm. Jochen erzählt seinen beiden Spielkameraden, was ihm der Vater alles versprochen hat. Daß er ihm ein Boot bauen will und daß er jeden Tag dann mit ihm auf den See fährt! Und eine kleine Angel bekommt er auch! Da will er Fische fangen, so groß wie ein Walfisch. Ursel meint daraufhin klug:„Ach, Walfische sind viel größer als der ganze See!“ „Hast du schon mal einen Walfisch gesehen?" fragt Jörg mißtrauisch. „Gesehen noch nicht, aber Vati hat mir mal von ihm erzählt!...... g.. 7/: Mtasanst, Gach„Denn weißt ou det nich, ursell“ entgegnere Jochen großartig. „Vati weiß aber alles!“ fühlt sich Jörg verpflichtet für den Vater einzutreten. „Was ist'n dein Vater?“ fragt Jochen wie ein Inquisitor. Die beiden Kinder sehen sich an.„Ich glaube, Direktor!“ meint Ursel sehr wichtig.„Oh, er ist ein ganz großer Mann!“ 84 „Mein Vater is Hausdiener bei Rehbein! Der is ne jroße Buchhandlung! Ooch so ville Bücha jibts da!“ Die vielen Bucher imponieren Jörg und Ursel wieder und sie schwanken, ob Hausdiener nicht mehr als Direktor Ist.. 6 7 gisl./9 meint der.i. „Direktor... det is nich so vinlel“ meint der kleine Jochen.„Vata, der hat mal jesagt, een Direktor vom Flohzirkus, det is ooch'n Direktor!“ Das empört Ursel aber gewaltig.„Ach, du bist ja dumm, Jochen!“ spricht sie verweisend.„Unser Vati hat doch keinen Flohzirkus!“ „Flöhe hat er überhaupt nicht!" Jörg fällt förmlich wütend ein, und Jochen sieht sich veranlaßt, einzutenten..„ g., At Shn#. Er deutet auf das Auto.„Was'n dei furn Thpk“ Ursel und Jörg verstehen ihn nicht. Sie zucken die Achseln. „Mal kieken?“ sagt Jochen wichtig und geht auf den Wagen zu.„Nee, een Mercedes is det nich! Der hat keen Stern! Ooch, det is ja ne alte Schaukel! Det is ja een alta Hansawagen! Ooch, der hat noch keene Schwingachsen nich!“........„„ 626 Sachverständig tueno, beäugt er den Wagen, vaß Ursel und Jörg ganz verstört einander ansehen. In Ursels Köpfchen will es nicht, daß der kleine dieser Jochen, was vom Auto verstehen soll. Schließlich buchstabiert sie. Vorn am Kühler steht deutlich zu lesen:„Hansa!“ „Kannst du denn schon lesen, Jochen?“ „Na klar, ick bin doch nich uff'n Kopp jefalln!“ „In die Schule gehst du aber noch nicht?“ „Nee, aba Vata hat mir det Lesen beijebracht! Oh, wat mein Vata ist, der ist doch so klug! Wat Vata nich alles wees! Ick staune alle Tage länger!“ Ursels und Jörgs Prestige droht restlos wie Schnee in der Sonne wegzuschmelzen. Da rafft sich Jörg auf und sagt wichtig:„Kannst du telephonieren?“ Kleinlaut muß Jochen zugeben, daß er das nicht kann. „Aber ich! Aber icht“ lacht Jörg und ist ganz stolz. „Aetsch, ich kann telephonieren!“ * Die Kinder ahnen nicht, daß die beiden Brüder ihrem munteren Schwatzen zuhören und sich köstlich darüber freuen. „Hast einen fixen Bengel, Gustav!“ meint Hans anerkennend. „Und ob, Hans! Klug ist der Bengel, det kann ich dir sagen, den kannste alles fragen! Autos, das interessiert ihn am meisten. Wir haben doch im Geschäft ein Auto, und wenn er da mal mitfahren darf, denn is er selig!“ „Dann möchte ich vorschlagen, daß er sich das Wohnauto— es ist nur geborgt, Gustav— mit Ursel und Jörg einmal richtig von innen ankiekt! Und wir zweie, wir werden nach Güldensee hineinlaufen und uns dort einmal mit dem Baumeister unterhalten!" „Ick brauche keen Baumeister!“ „Du wirst doch nicht etwa allein bauen wollen?" „Wat alleene zu machen is, det mache ick alleene! Ick schachte alleene aus, ick lade meine Ziegel ab und mit een tüchtigen Maurer maure ich zusammen.“ „Das ist ja Unsinn! Ich bin überzeugt, daß du dich in allen Handwerken ganz gut auskennst, aber... pfusche den Handwerkern nicht ins Zeug! Sieh, Gustav, ich will auch mitarbeiten, keine Arbeit soll mir zu schwer oder zu dreckig sein, ich packe mit an und wenn's noch so sauer fällt, denn ich will mich schlank arbeiten!“ „Schlank? Meenste, det du det wirst?" „Aber sicher, Gustav! Ich schachte auch mit aus! Ich lade Ziegel mit ab, ich mische den Kalk und tausend Arbeiten will ich erledigen, aber nur die, die ich machen kann, ohne etwas zu verderben! Und ein richtiger Baumeister, der was versteht, der muß den Bau überwachen! Also rede nicht lange, komm’, wir gehen ins Dorf und sprechen mit dem Baumeister.“ Gustav war einverstanden. Im Dorfe saß Baumeister Klipp, ein alter Herr schon, aber mit viel Erfahrung. Er war in einem bestimmten Aufgabenkreis aufgewachsen und würde wahrscheinlich, wenn er jetzt ein vierstöckiges Großstadthaus hätte bauen sollen, den Antrag ablehnen, denn das konnte er nicht. Aber Klipp baute wunderschöne Landhäuser und war in der Kunst der Raumausnutzung ein Meister. Vorläufig war es ein zwangloses Unterhalten, ohne jede feste Abmachung. Klipp freute sich, daß beide selbständig, und nicht durch Vermittlung der Berolina bauen wouten, denn mit dem Baumeister der Siedlungsgesellschaft war er altpreußisch, und das hatte seinen guten Grund. Klipp stand, im Gegensatz zu diesem Baumeister, auf dem Standpunkt: man lebt im Hause drin, eine schöne Fassade ist viel wert, aber was nützt sie, wenn drin alles verwinkelt ist, wenn die Mauern dünn, nicht normal stark sind. Er war ein grundsolider Baumeister und damit auch nach dem Geschmack der Brüder. Sogar Gustav erwog den Gedanken, dem Baumeister Klipp seinen Hausbau zu übertragen. Man kam dann auf die Baupläne zu sprechen. „Ich kann Ihnen Pläne anfertigen“, sagte Klipp, „aber das kostet Sie Geld und besser als unsere Kapazitäten kann ich's nicht. Wir haben doch so herrliche Baupläne vorliegen. Suchen Sie sich da den schönsten heraus, geben Sie Ihre Extrawünsche an, dann mache ich eine endgültige Zeichnung und es kann losgehen.“ Auch das geftel den Brüdern wieder. So schied man in bester Laune von dem Baumeister und versprach, sich in den nächsten Tagen wieder eingastellenAls sie am Wirtshause vorbeikamen, da stutzte Hans. Das Auto, das vor dem Hause stand, kam ihm doch so bekannt vor. War das nicht der Wagen des Herrn Konsuls, seines liebenswürdigen Schwiegervaters?— 1 A 34857!— Richtig, die Nummer stimmte. Also, der Herr Konsul war da. Hans sah, wie ihn der Bruder fragend ansah. „Mein Schwiegervater ist der Besitzer des Autos! Ich nehme an, er wird drin in der Gaststube sein. Komm, wir wollen ihn einmal überfallen.“ In der Gaststube saß tatsächlich Konsul Romanus. Als die Brüder eintraten, erhob er sich aufgeräumt und kam Hans entgegen, als sei nie zwischen ihnen ein böses Wort gefallen. „Guten Morgen, Herr Konsul!“ sagte Hans ruhig. „Was führt Sie denn in diese Wildnis?“ „Wildnis? Sehr gut gesagt! Was mich herführt, aber lieber Herr Müller, das wissen Sie doch! Ich muß Sie darüber einmal allein sprechen!" „Das ist mein Bruder Gustav, Herr Konsul!“ entgegnete Hans kühl,„was Sie mir zu sagen haben, daß kann Gustav ohne weiteres mithören.“ Damit nahm er an dem großen runden Tisch Platz. Gustav folgte dem Beispiel und dem Konsul blieb nichts anderes übrig, als einzulenken. „Ich habe gehört, daß Sie zu dem Baumeister gegangen sind!“ eröffnete der Konsul das Gespräch.„Und da habe ich gewartet! Ich nahm an, daß Sie nicht am Wirtshause vorbeigehen würden.“ „Ihr Wagen hat mich auf Ihre Anwesenheit aufmerksam gemacht.“..4,.in## ftebt „Ach so, ja naturlicht wrein Wagen stehr je draußen!" Wie geht es Brigitte? Hat sie sich's anders überlegt? Will Sie mit hierher kommen?" Erschrocken wehrte Romanus ab. „Um Himmels willen! Für eine Frau wie Brigitte ist diese Gegend wirklich nicht der richtige Rahmen!“ „Das kann ich nicht finden!“ entgegnete Hans ruhig.„Mir hat Brigitte immer am besten im Dirndlkleid gefallen!.„#., Gie schinen Si. einmer „Ansichten haben Siel Hier... schauen Sie einmal in das Heft hinein! Da, eine Abbildung von dem kleinen Abend, den ich zu meinem Jubiläum im Bristol jegeben habe. In der Eleganten Welt erschienen,... Lesen Sie, was drunter steht! Brigitte Romanus, die bekannte Weltfliegerin, glänzte in einer fabelhaften Toilette und zeigte wieder, daß sie zu den elegantesten und schönsten Frauen Berlins gerechnet werden muß. Was sagen Sie dazu““„.„ ge: wic 5 Hans sah sich das Bild lange an. Wirtlich, der Schreiber hatte nicht geschmeichett. Brigitte war elegant und bildhübsch. Neben ihr stand der Freiherr von Sternberg=Aurach, zm, 6. g. J, Mu., Kissen „Sehr schöne Aufnahme, Herr Konsurt Nur bieses wenig menschenähnliche Individuum neben Brigitte stört! Findest du nicht auch, Gustav?“ Gustav grinste über das ganze Gesicht, als er die Abbildung betrachtete, 61 agr z6 deun.ts: „Wie een Affe sieht er aus! Wer ist venn det?“ „Freiherr von Sternberg=Aurach, einer der reichsten Männer Oesterreichs!“ sagte der Konsul zürnend und seine Stimme bebte.„.. und Linste pieher, „Sehr reich?“ fragte Gustav und grinste niever„Vielfacher Millionär!“ meinte Romanus eifrig. „Ick wees nich, so reich kann eener jarnich sin, um det Manko auszugleichen.“i„ „Recht haste, Gustav!“ lachte Hans grimmig auf. „Und stelle dir vor, dieses menschenähnliche Individuum ; will meine Frau heiraten! Hahaha!“ **(Fortsetzung folgt.) Seite 5 Nr. 8/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 10. Januar 1936 Aus aller Welt Drei Stunden Kampf auf Leben und SLr Oerscherpel... der Mannschäft eines denischen Tämpfert Der Kapitän schildert das heldenhafte Verhalten der Besatzung Das Nus der Drutschen dunft Hamburg, 9. Januar.]„Castellon“ zu ihrer mutigen und erfolgreichen RetDer Dampfer„Castellon“, der Reederei Rovert tungstat seinen Dank ausspricht. M. Sloman jun., Hamburg, kehrte Mittwoch früh mit den zehn geretteten Besatzungsmitgliedern des am 5. Januar bei Kap Finisterre untergegangenen spanischen Dampfers„Vizcaya“ an Bord in den Heimathafen zurück. Kapitän Nielsen schilderte einem Vertreter des DNB., der in Brunsbüttelkoog an Bord gegangen war, die Rettungstat seiner Besatzung. Wie ein Mann, so sagte der Kapitän, habe sich die ganze Schiffsbesatzung freiwillig zur Teilnahme an der Rettungsaktion gemeldet. Die„Castellon“, die sich mit einer Frachtladung an Bord auf der Heimfahrt von Cartagena befand, sichtete am Sonntag, 5. Januar, gegen 10 Uhr etwa zehn Meilen südwestlich von Kap Finisterre den Dampfer „Vizcaya“, der sehr starke Schlagseite hatte. Flaggensignale gaben bekannt, daß sich das Schiff in höchster Seenot befand. Der deutsche Dampfer drehte sofort bei. Wie die Geretteten später berichteten, hatte die„Vizcaya" bereits sechs Stunden bei Südweststurm im Kampf mit den Wellen gestanden und begann zu sinken. Die Besatzung hatte schon Schwimmwesten angelegt und versuchte, ein Rettungsboot auszusetzen, was jedoch bei den hochgehenden Wellen unter der starken Neigung des Schiffes bis zu 40 Grad nicht gelang. Kapitän Nielsen ließ nun ein Rettungsboot klarmachen, das nur unter Schwierigkeiten zu Wasser gebracht werden Weltluftfahrt tagt in Berlin Völkergemeinschaft der Luft seit 17 Jahren Berlin, 9. Januar. Im großen Sitzungssaal des neuen Hauses der Flierde Doni roßen#hw#nigleng 98 Wasser“, geblach: werhen(Teutschl konnte. Trotz aller Bemühungen gelang es der sechs= ständnisvoll die Interessen aller ger wurde Donnerstag vormittag durch den Staatssetretär der Luftfahrt, Generalleutnant Milch, in Vertretung des Reichsministers der Luftfahrt General der Flieger, Göring die 35. Tagung der„Jata“, der„International Air Traffic Association", der Dachorganisation von 23 Luftverkehrsgesellschaften, eröffnet. Anwesend waren die Vertreter von 17 europäischen Gesellschaften, ferner sah man Staatssetretär Königs, Ministerialdirektor Fisch und Ministerialrat MühligHofmann vom Reichsluftfahrtministerium, den Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant Daluege, den Präsidenten des Aeroklubs von Deutsch= land, von Gronau, sowie Vertreter des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe und der Internationalen Eisenbahnunion. Im Namen der Reichsregierung, besonders im Namen des Reichsministers der Luftfahrt, General der Flieger Göring, hieß der Staatssekretär der Luftfahrt, Generalleutnant Milch, die Erschienenen herzlich willkommen. Seit neun Jahren, so führte er aus, tage die Vollsitzung der Jata zum erstenmal wieder in Deutschland. Zusammenarbeit, gemeinsam und verMitglieder achtend, die # Scherl-Bilderdienst. Das Haus der Deutschen Kunst in München ist jetzt von den Baugerüsten frei und bietet mit seiner 175 Meter langen Säulenreihe in der Prinzregentenstraße dem Beschauer ein Bild architektonischer Kraft und Schönheit der Bauwerke des neuen Deutschlands. die dem Flugzeug, dem zneusten und modernsten Verkehrsmittel, hemmend im Wege stehen, das sei die große und wichtige Aufgabe der Jata, die diese Mission seit 1919 erfüllt und dadurch nicht nur den Luftverkehr gefördert habe, sondern durch ihre Arbeit mit dazu beigetragen habe, die Länder einander näherzubringen. Sodann umriß der Staatssekretär die künftigen Aufgaben der Handelsluftfahrt. Innerhalb Europas gelte es, alle wichtigen Städte miteinander zu verbinden, einstweilen am Tage durch Personenstrecken, des Nachts durch Luftpostlinien. Daraus ergebe sich als technische köpfigen Besatzung des Rettungsbootes nicht, längsseits Schwierigkeiten zu beseitigen, die dem Flugzeug, d der„Bizeaya zu gehen, da forigesetzt neue Böen in saznelsten und modernsten Verkehrsmittel, hemmend Windstärke 8 bis 10 auftraten. Die Besatzung des Rettungsbootes gab schließlich den spanischen Seeleuten zu verstehen, über Bord zu springen, um so ihre Bergung zu ermöglichen. Nach und nach konnten so sechs Mann von dem Rettungsboot ausgenommen werden. Es begann nun die Rückfahrt zur„Castellon“, die inzwischen fortgesetzt Oel auf die hochgehenden Wellen pumpte. Nachdem das Rettungsboot die sechs völlig erschöpften Spanier auf den Dampfer abgesetzt hatte, stieß es wieder ab und es gelang, bei der zweiten Bergungsfahrt weitere drei Spanier zu retten. Großes Glück hatte ein Besatzungsmitglied der„Vizcaya“, das gleich zu Beginn des Rettungswerkes von der„Castellon" aus der tosenden Flut geborgen werden konnte. Die Zahl der von dem deutschen Dampfer Geretteten beträgt somit zehr Inzwischen waren auch der estländische Dampfer „Minna“ und der englische Dampfer„Almazora“ an der Unfallstelle angelangt. Nach dreistündigen Bemühungen ging die„Vizcaya" unter. Dem estländischen Dampfer gelang es, aus den Trümmern noch weitere fünf Besatzungsmitglieder zu bergen. Zwei Mann jedoch darunter der Kapitän, wurden mit in die Tiefe serisen....41, sich mi. kalt Die Rettungsmannschaft setzte sich wie folgr zusammen: Erster Offizier Jahnke, Zweiter Offizier Ihns, Matrose Schmidt, Matrose Kripke, Heizer Latell und Trimmer Boehme. Bei der zweiten Rettungsfahrt traten an Stelle von Latell und Boehme Forderung das große, schnelle und bequeme Personenflugzeug für den Fluggastverkehr und das noch schnel: lere, eigens für diesen Zweck geschaffene Schnellpostflugzzeug für den Postdienst. Ueber der gesamten Entwicklung habe jedoch der alte Leitsatz des Luftverkehrs zu stehen: Zuerst die Sicherheit. Es sei erfreulich, daß gerade in der Frage der Sicherheit in den letzten ren bedeutende Fortschritte erreicht worden sind. Ebenso wie im europäischen Luftverkehr, so, führte der Staatssekretär weiter aus, sei es auch bei der Erweiterung der über die Weltmeere hinwegführenden Wasserhochstraßen der Luft.,...echanse Der Präsident der Tagung, Direktor der Lufthansa. [Wronsky, sprach seinen Dank der Reichsregierung mit dem Reichsminister der Luftfahrt für die verständnisvolle Förderung der Tagung aus und eröffnete die erste Arbeitssitzung. Das Ratsel auf dei Wriesmaltt König Georg mit der Zigarre— Geheimnisvolle Fehldrucke der=Penny=Marke der Vierte Toepper. Ingenieur Bahr und der Trimmer Dank an die Besatzung Reichsverkehrsminister von Eltz=Rübenach sandte an die Reederei Robert M. Sloman in Hamburg ein Telegramm, in dem er der Besatzung des Dampfers „Tag der Briefmarke“ London, 9. Das Rätsel auf der Briefmarke beschäftigt zur Zeit ganz London. Zum dritten Male in einer Woche hat sich ein höchst merkwürdiger Fall zugetragen.„Daily Expreß“ bildet die geheimnisvolle Marke groß ab, deren Herkunft sich niemand erklären kann. Es ist zunächst nichts anderes als die gewöhnliche blaue=Penny=Marke mit dem Profilbild des Königs Georg V. Aber der König— raucht auf diesem Bild eine dicke Zigarre. Keiner kann sagen, wie dieser seltsame Fehldruck entstand. Es kann sich nur um einige wenige Exemplare handeln, denn bisher wurde das Vorhandensein der „Zigarrenmarke“ nur zehnmal angezeigt. Trotzdem ist es keine Fälschung, vielmehr handelt es sich um eine ganz normale Marke der staatlichen Druckerei, von der man annehmen könnte, daß sie durch einen Fehler des Stechers entstanden ist. Aber dem widerspricht, daß es sich bereits wenige Tage vorher zutrug, daß eine Marke auftauchte, auf der der König statt seines charakteristischen Spitzbartes einen— wallenden Vollbart hat. Auch ein Versehen, ein Fehldruck, der auf ein Versagen der Maschine zurückzuführen ist? Unwahrscheinlich; denn ebenfalls vor wenigen Tagen erschien eine Marke, auf der König Georg üppige Locken hat, statt seiner glatt gescheitelten Haare. Das ist des Guten denn doch zuviel, und so haben sich nunmehr die Detektive von Scotland Yard mit diesen sonderbaren Marken beschäftigt. Alle in der Druckerei tätigen Beamten wurden einem eingehenden Verhör unterzogen. Man kam jedoch zu keinem Ergebnis. Die Polizei vermutet einen Sabotageakt und bemüht sich also mit einem wahren Feuereifer, Licht in diese mysteriöse Briefmarkenangelegenheit zu bringen. Ist es denkbar, daß eine Maschine dem Menschen derartige Schabernacke spielt? Die Sachverständigen sind geteilter Meinung. Aber die dreimalige Wiederholung einer solchen Merkwürdigkeit innerhalb kürzester Frist läßt doch eher darauf hindeuten, daß hier Menschenhände im Spiel sind. Man läßt nunmehr die Markendruckerei durch Geheimdetektive ganz besonders sorgfältig überwachen. Ferner sind eine unterzukommen, keine Folge. Als nach kurzer Zeit eine Gendarmerieverstärkung im Auto erschien, flog vom Dach ein großer Ziegel auf den Kühler des Wagens, der zertrümmert wurde. Oben auf dem Dachfirst stand jetzt der Wahnsinnige, nur mit einer Decke notdürftig bekleidet, und sandte einen ganzen Hagel von Dachziegeln in die Richtung der Gendarmen. Inzwischen hatte sich neben weiteren Beamten auch die Feuerwehr eingefunden, die vergeblich versuchte, mit ihren langen Leitern an den Mörder heranzukommen. Die eine Seite des Daches war bereits zur Hälfte abgedeckt und der Ziegelregen nahm seinen Fortgang. Der wahnsinnige Mörder sprang wie ein Seiltänzer über die Sparren des Daches. Nach dreistündiger Belagerung gelang es der Gendarmerie den Wahnsinnigen durch Tränengas zu betäuben, so daß die Feuerwehr den Ohnmächtigen nunmehr ohne Gefahr vom Dach herunterholen konnte. Erst jetzt stellte man fest, daß der Mörder eine klaffende Wunde am Halse trug, daß er also nach vollbrachter Tat den Versuch unternommen hatte, seinem Leben ein Ende zu machen. Hauptgewinne gezogen Berlin, 9. Januar. In der Ziehung der Staatslotterie am Donnerstag morgen wurde auf die Losnummer 136 825 ein Gewinn von 50000 RM. gezogen. Das Los wird in der ersten Abteilung in Achteln in Bayern gespielt, in der zweiten, ebenfalls in Achteln, in Berlin. Danach wurde auch der 100 000=RM.=Gewinn gezogen. Er fiel auf das Los Nr. 328 894, das in der ersten Abteilung in Achteln in Mecklenburg, in der zweiten in Achteln in Schlesien gespielt wird. Spende des Führers für den Vater der Küpser Vierlinge Kronach, 9. Januar. Der Führer und Reichskanzler hat dem Schreinermeister Ewald Zimmerlein aus Küps, dessen Ehefrau am Jahresende Vierlingen das Leben schenkte, eine Geldspende überweisen lassen. Ende des Generalstreiks in Buenos Aires.— Kommunistische Umtriebe in der Provinz Santa Fe Buenos Aires, 9. Januar. Der Generalstreik in Buenos Aires dauerte bis Mittwoch abend 6 Uhr, doch wird die Beendigung des Streiks sich erst später tatsächlich auswirken. Neue Gewalttaten wurden hauptsächlich im Stadtteil Villa Devoto verübt, wo Fuhrwerke verbrannt und stellenweise Bahnschienen zerstört wurden. Die Stadtverwaltung in Buenos Aires befahl den Angestellten der Kleinomnibusse, den Verkehr um Mitternacht wiederaufzunehmen, widrigenfalls die Verträge als verfallen gelten und die Wagen beschlagnahmt und von neu eingestellten Lenkern gefahren werden sollten. Aus der Provinz Santa Fé wird von Umtrieben unter den Landarbeitern berichtet. Dort wurden kommunistische Agitatoren unter der Führung eines gewissen Isaac Libenson festgestellt. 143 Angarn erben 150Mill.pfund Englische Bergbaukrise zugespitzt Die Milliardenerbschaft Budapest, 9. Januar. Die Nachricht, daß ein bald 50jähriger Prozeß um die australische Riesenerbschaft von 150 Millionen Pfund Sterling(fast zwei Milliarden Mark) endgültig in Sydney zu gunsten der ungarischen Ansprüche entschieden wurde, hat nicht wenige Leute in einen Freudentaumel versetzt. Es ist Tatsache, daß der Sydneyer Anwalt des Konsortiums den 143 ungarischen Erben durch Funk mitteilte, die Erbschaft werde ihnen jetzt zur Verfügung gestellt werden. Die Blätter berichten spaltenlang über den phantastischen Nachlaß des 1886 in Australien verstorbenen Leopold Weißberger der 1838 als 15jähriger Junge auswanderte und dann gewaltige Ländereien erwarb. Als dieser Weißberger starb, sand man kein Testament. Es wurde deshalb nach Verwandten Umschau gehalten. Allmählich meldeten sich Hunderte von Scherl-Bilderdienst Am 7. Januar, dem Geburtstag des General= postmeisters Stephan, soll von diesem Jahr an alljährlich im ganzen Reich ein„Tag der Briefmarke", feierlich begangen werden. Am ersten Tag der Briefmarke wurden zugunsten des Winterhilfswerks überall die Wohlfahrtsbriefmarken verkauft. Unser Bild zeigt Helfetinnen in briefmarkengeschmückten Kleidern beim Verkauf von Wohlfahrtsbriefmarken und=postkarten in Berlin. Londoner Postämtern das Erscheinen der ratseinaften Fehldrucke festzustellen und zu ermitteln, von wo sie abgesandt wurden. Man hat verschiedentlich bereits Absender gefragt, wie sie zu diesen Marken gekommen sind. Sie gaben durchweg an, die Wertzeichen auf dem Postamt gekauft zu haben. Also kann es sich nur um Erzeugnisse der staatlichen Druckerei handeln. Man darf gespannt sein, wie sich das Rätsel auf der Briefmarke klären wird. Tränengas gegen einen Mörder Nach dreistündiger Belagerung ergab sich der Geisteskranke Brüssel, 9. Januar. In Hal bei Brüssel hatte nachts ein Geistesschwacher in einem Anfall von Wahnsinn seine Frau durch Hammerschläge ermordet. Nach Entdeckung seiner Tat flüchtete er auf das Dach seines Hauses, wo er sich während drei Stunden seiner Verhaftung durch die Polizei widersetzte. Der Mord war durch den Ortsgendarmen entdeckt worden, der von der Schule beauftragt war, nach dem Verbleib der vier Kinder eines Arbeiters zu forschen, die morgens nicht zum Unterricht erschienen waren. Der Gendarm fand in der unverschlossenen Küche zu seinem Entsetzen die Leiche der Frau in einer Blutlache, die vier Kinder waren in einer Kammer eingesperrt und wagten sich vor Entsetzen und Furcht nicht zu rühren. Der Mörder hatte sich auf dem Dach verbarrikadiert und leistete den Aufforderungen des Gendarmen, hergroße Anzahl von Beamten damit beschäftigt, auf den Weißbergers, auch aus Oesterreich, Polen und verschie9“cheinen der rätte#haften denen Balkanländern. Da aber nachgewiesen wurde, daß der verstorbene Leopold Weißberger aus Balassagyarma stammte, konnten nur die ungarischen Träger des Namens berücksichtigt werden. Die australischen Behörden forderten überzeugende Dokumente und diese mußten, bis zum Jahre 1780 zurückreichend, beschafft werden. Eine ganze Anzahl Verwandter hat in den 50 Prozeßjahren seine Hoffnungen auf Reichtum mit ins Grab genommen. Die überlebenden 143 sollen sich jetzt in den Millionenhaufen teilen. 150 Millionen Pfund Sterling sind eine solche Summe, daß Ungarns Finanzen saniert wären, kämen diese vier Milliarden Pengö betragenden Devisen wirklich herein. Aber wenn mit Zins und Zinseszins wirklich 150 Millionen Pfund errechnet wurden, wird an Prozeß= und Erbschaftsspesen gewiß auch sehr viel in Abzug zu bringen sein. Man kann annehmen, daß hier in der Freude etwas zu viel erwartet wird. London, 9. Januar. Die englische Bergarbeiterkrise hat wieder eine Wendung zum Schlechteren genommen. Nach der gestrigen Zusammenkunft zwischen den Zechenbesitzern und den Grubenarbeitern fand eine weitere Konferenz des Bergarbeiterausschusses mit dem Bergwerksminister Crooks= hank statt. Die Arbeitervertreter teilten dem Minister mit, daß sie die Lohnerhöhungen der Zechenbesitzer für völlig unzulänglich halten. Der Minister teilte seinerseits dem Ausschuß mit, daß die Regierung nach wie vor nicht die Absicht habe, in den Streit einzugreifen Die Regierung sei nicht gewillt, einen Zuschuß oder eine Anleihe zu gewähren. Das irische Handelsamt teilte am Mittwoch in einer Konferenz der Dubliner Kohlenimporteure mit, daß zur Zeit Verhandlungen über eine einmonatige Kohlenbelieferung Irlands vom europäischen Festland im Falle eines Bergarbeiterstreiks in England im Gange seien. Vilde in die Wen Drei Knaben ins Eis eingebrochen und ertrunken In der Stadtrandsiedlung Walkenbuck(Schwarz= Regierungsgegner überfallen die Rundfunkstation von Lima(Peru) Zwanzig bewaffnete und maskierte Männer überfielen in der Nacht zum Donnerstag die Rundfunkstation. Es gelang ihnen, nach Ueberwältigung der sich ihnen entgegenstellenden Angestellten und Künstler das Gebäude zu besetzen und in den Senderaum vorzudringen. Dort hielten sie etwa zehn Minuten lang regierungsfeindliche Rundfunkansprachen und verschwanden dann, ohne daß es gelang, ihrer habhaft zu werden. wald) ereignete sich ein schreckliches Unglück. Drei Knaben im Alter von sechs und sieben Jahren, darunter zwei Brüder, hatten sich auf den mit einer dünnen Eisschicht bedeckten Brandweiher begeben, wo sie plötzlich einbrachen und sofort untergingen. Obwohl die Bergung sofort vorgenommen wurde, waren Wiederbelebungsversuche bei allen drei Knaben erfolglos. 60 Grad Frost in Ostsibirien Die Blätter berichten aus Ostsibirien, daß dort strenger Frost herrscht. In den letzten Tagen wurden bis zu 60 Grad Kälte gemessen. Das ist der tiefste Stand, den das Quecksilber in diesem Winter in dieser Gegend erreicht hat. „Triumph des Willens“ in Amsterdam In zwei überfüllten Vorstellungen wurde am Mittwoch abend vor der reichsdeutschen Gemeinschaft in Amsterdam der Film des Reichsparteitages 1934,„Triumph des Willens“, gezeigt. Auch aus anderen Städten, so aus Haarlem und Utrecht, waren die Reichsdeutschen in großen Autobussen erschienen. * Seite 6 Nr. 8/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 10. Januar 1936 Unterhaltung Rexerei7 Von Friedtick Schwagmeyn Schulte Kaukürdel war heute von seinem Kotten her= Ist einer von den Herrschaften wohl so liebenswürdig, unter in die Stadt gekommen, weil er einige wichtige Einkäufe zu machen gehabt hatte. Und nun stand er vor der Litfaßsäule, hatte die Mütze ins Genick geschoben und kratzte sich andächtig hinter den Ohren. Das tat er nämlich immer wenn ihn eine Sache im Geist stark beschäftigte. Und was er hier las, das war wohl geeignet seinen Geist zu beschäftigen. Denn der Zauverkünstler Belachono hatte dort angezeigt, daß er sich die Ehre geben würde, am heutigen Abend eine Galavorstellung zu geben, in der er die schwierigsten Sachen ohne große Mühe vorführen werde. Unter anderem war da auch zu lesen, daß er es ermöglichen würde, daß sich zwei Herren aus dem Publikum, wenn sie sich auf die Bühne bemühen, nach zwei Minuten gegenseitig einen Zehnmarkschein aus der Tasche ziehen würden. Da waren auch noch andere Versprechungen, aber dies schlug durch, so daß Schulte Kaukürdel nun schon dort zehn Minuten lang an der Litfaßsäule stand und sich gar nicht trennen konnte. Aber alles hat einmal ein Ende. Und so schob denn auch Schulte Kaukürdel wieder seine Mütze gerade ließ die Hand sinken und ging ab, seinen häuslichen Penaten zu. Am Nachmittag so gegen sechs Uhr rief er dann seinen ältesten Sohn Heinerich zu sich und hatte mit ihm eine längere Unterredung. Das Ende davon war, daß Heinerich die Kühe schon eine halbe Stunde eher fütterte, als wie sie das gewohnt waren. Und dann ging er in die Kammer, wo er sich seinen Sonntagsanzug anzog mitsamt seinen Sonntagsausgehstiefeln. Auch der Vater hatte sich inzwischen fein gemacht, indem er sich sogar rasiert hatte, was er sonst nur am Sonntag morgen zu tun pflegte. Mutter Schulte hatte diesem Beginnen mit wachsendem Erstaunen zugeschaut. Sie wollte auch schon gerade eine dahinzielende Frage tun, als ihr der Vater ein Auge zuknipperte und ein so vergnügtes Gesicht machte, daß sie ihren aufsteigenden Argwohn unterdrückte und in ihrer Arbeit fortfuhr, die darin bestand, einen großen Haufen von Reibeplätzchen zu backen. Ihre beiden großen Männer aber standen am Herd und probierten die ersten heißen Früchte ihrer Tätigkeit. „Wir sind heute abend beide wieder da, Mutter", sagte Schulte kauend.„Wir beide, Heinerich und ich, wir wollen eben mal nur so’nen kleinen Weg wieder in die Stadt machen. Was wir da vorhaben, das wollen wir die aberst noch nicht sagen. Das soll nämlich eine Ueberraschung für dich werden.“ „Und für nachher kannst du uns denn ja auch ein paar Reibeplätzken in den Bratofen stellen“, fuhr Heinerich fort. Die Mutter nickte: Na, denn man tau“, sagte sie und lachte dabei, denn sie war eine fröhliche Frau, die gern lachte. Eine Stunde später konnte man die beiden wiedersehen, wie sie sich zwei Karten für die Zaubervorstellung löster Dann trennten sich ihre Wege. Der eine ging nach Unks und der andere nach rechts. Der Kerl braucht ja nicht von vornherein zu merken hatte Schulte zu seinem Sohne gesagt, daß wir beide zusammengehören. Aber wenn's losaeht, dann müssen wir uns beeilen, daß wir die ersten sind. Und sein Sohn Heinerich hatte dazu genickt. Ist gemacht, sagte er. Droben auf der Bühne bemühte sich inzwischen Herr Belachono im Schweiße seines Angesichts, den Leuten etwas vorzugaukeln. Und das mußte man ihm lassen: der Mann verstand sein Geschäft. Ganze Welten verschwanden und tauchten wieder auf. Ein wunderschönes Mädchen ging in Flammen auf und kam als Phönix wieder aus der Asche hervor. „Und jetzt“, sagte Belachono,„wollen wir das hochinteressante Experiment mit den Geldscheinen machen. hierher auf die Bühne zu kommen?“ „Ja“, rief eine Stimme. Alles drehte sich um. Es war Schulte Kaukürdel, der sich durch die Menge nach vorn drängte und schon auf der Bühne stand. Belachono begrüßte ihn durch Händedruck.„Schön“, sagte der,„daß Sie so rasch sich entschlossen haben. Jetzt muß ich aber noch einen anderen Herrn hier haben Ist noch einer so freund..“ lich wollte er anscheinend sagen, da hörte man schon wieder eine Stimme:„Ja, ich", sagte sie. Und herbei kam ein anderer, ein junger Herr in einem feinen Sonntagsanzug. Der Zauberkünstler lächelte. Vermittels seiner Zauberkunst sah er deutlich, daß er hier ein paar„dumme“ Bauern vor sich hatte. Das gab ja einen Heidenspaß. Er machte einige scherzhafte Bemerkungen. Alles lachte. Nur die beiden Herren auf der Bühne blieben ernst. Sie verstanden augenscheinlich gar nicht, was los war. Alles lachte wieder. Der Zauberkünstler hatte gewonnenes Spiel. Er zog allerlei aus den beiden heraus, einen Hahn, einige Eier, die er obendrein zu einem Teig schlug. Von diesem Teig gab er den beiden zu essen— und dann kam eine Ente zum Vorschein. Dieser Ente folgten dann einige dicke Kartoffeln. Zuerst gab Heinerich welche von sich und dann auch Schulte Kaukürdel. „So, und nun—“, sagte Belachono Da tat Schukte seinen Mund auf und sagte:„Ach, Herr Zauberer, da fällt mir eben ein, daß ich ja ganz vergessen habe, daß meine Kuh heute abend melk wird. Da muß ich doch gleich nach Hause gehen..“. Und schon war er unten im Saal...„Halt“, schrie Belahatte Aber er hatte gut er sehr eilig. Er sind ja sowieso bald fertig schreien. Schulte Kaukürdel war schon an der Saaltür „Verdammt nochmal“, schrie Belachono hinter ihm her,„das hat doch keine Art!“ Da fiel sein Blick auf den anderen Herrn. Das war Heinerich.„Na, denn kommen Sie mal her“, seufzte der Zauberer,„dann müssen wir die Sache eben allein machen!" Da tat Heinerich seinen Mund auf und sagte:„Nein, nein, das tue ich jetzt nicht mehr. Ich weiß schon, was ihr mit mir vorhabt. Ihr wollt mich ins Kittchen bringen!"— Aber keineswegs, mein Herr“, flötete Belachono,„wie sollte ich wohl dazu kommen?"—„Nein, nein“, sagte Heinerich.„Ich gehe da auch lieber. Da müßt ihr euch schon einen dümmeren zu aussuchen.“ Und zack, zack, war er auch schon die Stufen herab und in der Mitte des Saales. Und Belachono stand oben mit seinem Talent und konnte es nicht verwerten Einen Augenblick hatte es den Anschein erweckt, als ob er den Heinerich mit Gewalt zurückhalten wollte. Aber da gab es im Saale einen hellen Pfiff. Das Publikum wurde anscheinend ungeduldig. Und so fuhr er denn in seiner Vorführung fort. Aber er hatte sichtbarlich Hemmungen.— Unter der nächsten Laterne aber trafen sich Vater und Sohn.„So“, sagte Vater Schulte,„nun pack du mal in meine Brusttasche, Heinerich, und dann will ich zugleich in deine Brusttasche fassen. Dann wollen wir mal sehen, ob die Sache geklappt hat..“ Und freudestrahlend zog jeder dem anderen einen wunderschönen Zehnmarkschein aus der Tasche„Watse nich ollens maket!“ grinste Heinerich. Und der Papa meinte:„Ja, ja, wat braucht der Kerl auch jedem von uns einen Zehnmarkschein in die Tasche zu praktizieren.“ Und dann zogen sie Arm in Arm in die nächste Schenke und chono,„einen Augenblick Das geht doch nicht, wir Itranken jeder einen Schnaps Mlein Sumnastikkursus Von kt. Krause Eines Tages stellte ich mit Erschrecken fest, daß ich Sport, am besten Gymnastik!“ Ich bedankte mich höfunbedingt mal etwas für meinen Körper tun müßte. lich und ging.— Ich war einer Straßenbahn nur vier Haltestellen lang] Zu Hause durchblätterte ich die kleinen Anzeiger nachgelaufen, und schon hing mir die Zunge so weit meiner Zeitung. Es gab da viele Sportlehrer. A aus dem Halse wie ein zehn Monate alter Schlager. Als besten gefiel mir noch die Erklärung eines Siegfriek ich kurz darauf an der Normaluhr eine halbe Stunde warten mußte, bekam ich ein so schwaches Gefühl im Magen, daß ich ihm am liebsten einen Stuhl angeboten hätte. „So geht das nicht weiter“, sagte ich mir da,„deine Muskeln und Organe wollen nicht mehr mit. Du kannst weder Rekorde aufstellen, noch sonst irgendwelche Lorbeerblätter aus der Siegespalme zupfen. Dagegen muß etwas unternommen werden.“ Ich suchte deshalb einen Arzt auf.„Ich rauche nicht, trinke nicht und schlafe täglich acht Stunden“ erklärte ich ihm gleich bei meinem Eintritt, denn ich liebe es nicht, wenn man mir die einzigen kärglichen Genüsse meines Daseins untersagt. Man merkte dem Arzt den Kummer an, daß er mir nichts verbieten konnte. Er faßte sich aber bald wieder, horchte mit seinem Magentelephon in mich hinein und sagte dann:„Ihre Lungen pfeifen wie eine Rückkopplung,— ein merkwürdiger Fall! Ich hatte neulich einen ganz ähnlichen bei einem jüngeren Patienten.“ Können Sie mir vielleicht seine Adresse geben“, bat ich freundlich. Der Doktor schüttelte sein Haupt.„Es hat keinen Zweck mehr, er ist leider gestorben.“ „Schade“, meinte ich betrübt,„wir hätten vielleicht zusammen als Kunstpfeifer auftreten können.“ Der Doktor blickte mir forschend in die Augen. Dann stieß er mir seinen Horchapparat noch einmal zwischen die Rippen und stellte abschließend fest:„Sie können übrigens hundert Jahre alt werden, besonders wenn Sie etwas vorsichtig sind. Treiben Sie doch Wetterhard aus der Tauentzienstraße, der einer aufhorchenden Leserschaft mitteilte, daß er gewillt sei, einige Damen und Herren der besten Gesellschaft in seinem Gymnastikkursus aufzunehmen. Ich ging also nach der Tauentzienstraße. Siegfried Wetterhard hatte seine Zelte in einer vornehmen Pension aufgeschlagen. Er begrüßte mich herablassend in seinem erklusiv eingerichteten Empfangszimmer. Er hatte ein dunkelgebräuntes Gesicht mit einer großen, spitzen Nase darin. Sofort nach dem Empfang warf er sich wieder aufseufzend in den Klubsessel vor seinem Schreibtisch. Dann musterte er mich lange und kritisch. Endlich sagte er gebieterisch:„Machen Sie mal eine Kniebeuge!“. Ich knickte gehorsam zusammen.„Tiefer“, befahl er,„— noch tiefer!“ Meine Knie begannen zu zittern. Aber Herr Wetterhard schien noch nicht zufrieden zu sein.„Na, noch ein bißchen", ermunterte er mich,„so ist's gut. Nun sehen Sie mal bitte gleich unter meine Schreibtisch nach, da ist mir vorhin ein Bleistift runtergerollt. Haben Sie ihn? Danke! Also ich notiere mir Ihre Anzahlung von fünfzig Mark. Kommen Sie morgen um drei Uhr wieder und bringen Sie sich Ihr Sporttrikot mit.“ Damit war ich entlassen.— Am nächsten Tag ging ich in ein Warenhaus und erstand den geforderten Trikot. Etwas ganz Entzückendes. Ein weißes Hemd und eine tiefschwarze Hose. Die Verkäuferin erklärte mir, ich würde darin aussehen wie Nurmi. Pünktlich um drei Uhr war ich bei Herrn Wetterhard. Dort drängte sich schon eine Gesellschaft von vier Herren und fünf Damen um ihn. Nach der allgemeinen Vorstellung bat er die Herren, sich in den Umkleideraum zu verfügen. Die Damen warteten derweil im Uebungszimmer. Als wir in unseren Trikots vor ihnen erschienen, ging ein enttäuschtes„Ooooo!“ durch ihre Reihen. Ich lächelte dazu. Die anderen machten wirklich keine gute Figur. Trotzdem lächelten sie unbegründeterweise auch. Als die Damen aus dem Umkleideraum herausgeschritten kamen, bissen wir die Zähne zusammen, denn Männer sind eben immer Kavaliere.— Nun mußten wir uns in bunter Reihe aufstellen. Herr Wetterhard hielt uns zunächst eine markige Rede, in der er ausführte, es gäbe keinen gesünderen Sport als die Gymnastik, man müsse sie nur richtig betreiben. Darauf befahl er:„Das Ganze kehrt! Knie beugt!" Die dicke Dame zu meiner Rechten, die mir als Frau Fleischermeister Kniffke vorgestellt worden war, kicherte zunächst vergnügt bei diesem Kommando. Als die erste Minute verstrichen war und noch kein Gegenbefehl von Herrn Wetterhard kam, begann sie blaurot anzulaufen, ihr Atem ging stoßweise und heftig wie ein Kraterausbruch. Ich beugte mich ein wenig zu ihr hinüber und flüsterte: „Passen Sie auf, gnädige Frau, ich kenne die Sache. Kniebengen ist seine Lieblingsübung. Sehen Sie sich schon immer nach einem Bleistift unter der Zentralheizung um!“ Ich merkte es der Dame an, sie hätte sich gern an die Stirn getippt. Doch ihre Energie reichte nicht mehr dazu. So begnügte sie sich damit, gequält aufzustöhnen. Sie hielt dabei ihre Hände verzweifelt vor sich hingestreckt, um ihre Augen bei einem gänzlichen Herausquellen eventuell sofort auffangen zu können. In der achten Minute brach sie lautlos zusammen. Auch von den anderen hatten es schon einige aufgegeben. Herrn Wetterhards Stimme ließ sich jedoch immer noch nicht vernehmen. Da wurde mir die Sache endlich zu dumm. Ich drehte mich um und bemerkte zu meinem Schrecken: Unser Meister war gar nicht mehr im Zimmer. Wutschnaubend stürzten wir in den Empfangssalon. Auch da war niemand. Der Umkleideraum war gleichfalls leer. Weder von Herrn Wetterhard— was man hätte verschmerzen können—, noch von unserer Garderobe war etwas zu sehen. Dafür lag auf dem Tisch ein Zettel. Herr Wetterhard hatte uns folgende Nachricht hinterlassen: „Meine verehrten Schülerinnen und Schüler! Sie sehen jetzt sicher ein, wie recht ich habe. Gymnastik ist gesund, man muß sie nur richtig betreiben. Ich jedenfalls habe mich damit gesund gemacht. Womit ich den Empfang Ihrer Kleider und Anzüge nebst einem Gesamtbrieftascheninhalt von achthundertdreiundsechzig Mark und siebzehn Pfennig dankend quittiere. Mit einem kräftigen Sportheil Ihr sehr ergebener Meister Siegfried Wetterhard.“— Um mich herum brach das Zorngebrüll los. Mich persönlich berührte die Angelegenheit nicht so stark. Mein Anzug war sowieso noch nicht bezahlt, und ein Mann, der in seinem Sporttrikot aussieht wie Nurmi, kann jederzeit ungeniert über die Tauentzienstraße gehen. Anechoße Beller ist beller Ihre Erfahrungen besonderer Art muß eine Truppe wandernder Komödianten gemacht haben, die sich eines Tages zu folgender Bekanntmachung veranlaßt sah: „Herr pp. Huber spielt nur auf der Bühne den Schurken, im Leben ist er ein durchaus ehrenwerter Mann. Im Interesse eines vollständigen Ensembles gestattet sich das ihrem geschätzten Publikum zur liebenswürdigen Berücksichtigung ausdrücklich mitzuteilen die Direktion.“ 40 Merrir. Roman von Roland Wetlch 15 Die andern stannten und überlegten und versuchten, es nachzumachen. Vergebens. Himmeldonnerwetter, wie bringt der Alte das nur zuwege? Man soll nicht glauben, daß er es nur einmal vorführte; nein, fünf=, sechsmal hintereinander brachte er die rauhe Gesellschaft zum Staunen. Nein, wie die Kerle lachten und die Fäuste auf die Tischplatte sausen ließen. Da hockten sie, braun und haarig, schweißdurchsogen und nach Bier und Rauch duftend. Oh, ich war mitten unter ihnen in ihrem abseitigen Tumult, in ihrer erdhaften Gemeinde, mitten unter ihnen war ich und Teil ihrer robusten Körperlichkeit; schade nur, daß ich nicht Muskeln und Sehnen hatte wie sie, daß ich ein Schwächling war zwischen ihrer lebenstrotzenden Athletenhaftigkeit. Manchmal, wenn die verräucherte Bude erfüllt war von unseren lärmenden Feierabendstunden, manchmal bog ich mich wohl nach hinten überblickte mit einer dunklen Wollust das werktätige Szenarium, schaute mir jeden der Waldgesellen an und hatte ein Gefühl, als ob sie alle meine Brüder wären. Ah, so hätte ich gerne zu ihnen gesagt, schaut mich doch an, wie ich zwischen euch sitze und über das Kreidepünktchen staune, wie ich auf den Boden prächtig spucke, wie ich die Baumsäge führen gelernt habe und alle Lust hätte, auf dem verlausten Kamm zu blasen; schaut mich doch an und laßt euch sagen: ich bin ein Verzauberter unter euch. Wie in einem Nebel sitze ich hier, geführt und geleitet von einem unsichtbaren Magier; lacht mich nicht aus. Ich war auf der anderen Seite des Lebens, jetzt bin ich hier; jagt mich nicht fort. Das Kunststück mit dem Kreidepünktchen ließ mich nicht los. Ich brannte darauf es zu erfahren. Dem Alten machte ich allerhand Versprechungen, aber er gab das Geheimnis nicht preis. Dann verriet er es doch. Wir machten ein Gegengeschäft. Ich bot ihm zwei Mark und ein Kartenkunststück, das ich wußte. Er überlegte eine Weile, zog endlich die Kreide aus der Tasche und schaute mich verschmitzt an. „Du mußt mir dein Ehrenwort geben, daß du es nicht weitersagst.“ „Hier die zwei Mark! Und mein Wort dazu.“ „Ganz einfach, schau her: du nimmst die Kreide und machst—“ Ich darf es natürlich nicht verraten. Es ist ausgezeichnet, wirklich ganz ausgezeichnet. Er schenkte mir obendrein noch ein Stück Kreide, damit ich auf meinen Wanderungen die Zauberei manchmal vorführen könne. Die Tage waren hart und voll Arbeit und Kraft und rinnenden Schweißes; da sangen die Sägen und klangen die Axthiebe; da stürzten die Stämme— und jeder sterbende Stamm schnitt mir ins Herz— da wurden Keile in berstendes Holz getrieben und Festmeter berechnet; lebendig waren die Wälder vom Pulsschlag der Arbeit. Ungeheuer tief kamen die Nächte herauf und es klang wie von fernen Orgeln im Gestämm des Waldes. Manchmal geschah es, daß ich nachts wach wurde; ich richtete mich auf und sah, daß die Nacht blau durchs Fenster griff. Vor meinem Lager stand Lohengrin; still und unbeweglich; nur die Augen waren glanzvoll lebendig. Er schaute mich mit rätselvollem Staunen an und ich wußte, daß mich sein Blick aus dem Schlaf geweckt hatte; dieser stumme, fragende, melancholische Hundeblick. Einmal ging ich mit ihm hinaus, über das Schnarchen und Atemholen der Schnarchenden hinweg, durch die offene Tür hinaus in den Wald. Wir traten leise auf und wanderten dahin in der singenden Nacht. Die Stämme waren schwarz und voll Schlafsucht. In der Ferne trieb ein matter Glanz herein. Da trottete die Hundeseele an meiner Seite, maßlos traumbehangen und diesem Dasein gespenstisch ausgeliefert. Wir setzten uns nieder an einem Baum. Ich legte mich auf den Rücken, mein rechter Arm umschloß den Stamm und mein linker Arm umschloß den Kopf des Hundes. Ihr glaubt nicht, wie es nach Moos roch und nach Käufern. Ich hörte das Herz der Erde schlagen. Nun war mein Nachtauge wach und ich sah durch die Wipfel hindurch einen einsamen Stern. Die Vergangenheit jagte durch meine Gedanken. Strohgelb war dein Haar; sieh, jetzt erhellst du meine tiefsten Nächte—— Ein Schatten taucht auf zwischen den Stämmen und ich richte mich hoch, denn der Schatten kommt auf mich zu. Vielleicht ist es nur ein Gebilde der tiefen Nacht, ein Gespenst zwischen Mondstrahl und dampfender Erde. Lohengrin ist bereit mit allen Sinnen; er steht aufgerichtet, mit straffen Muskeln und vorgeschobenem Kopf. Es ist einer meiner Freunde, ein Waldarbeiter. Gott mag wissen, was ihn umhertreibt in so später Stunde. Verborgene Unruhe muß wach sein in seinem Blut. Die Widersacher seiner Gedanken lassen ihn nicht schlafen. Da steht er vor mir, ein wuchtiger Klotz, nur mit Hose und Hemd bekleidet. Die Haare sind wirr und seine Augen glänzen. Er hat beide Hände in die weiten Taschen der Manchesterhosen gegraben. So stehen wir einander gegenüber, zwei Schattenwesen aus der großen Wäldernacht, und uns zur Seite steht ein Hund, Geschöpf Gottes und Wunderwesen. Drei große Rätsel atmen zwischen den Stämmen. „Warum schläfst du nicht?“ frage ich.„Es muß schon nach Mitternacht sein.“ „Ich habe gesehen, wie du aus der Hütte bist und da kam mich die Lust an, dir nachzugehen.“ „Du hast mir etwas zu sagen.“ „Das schon. Jawohl. Ich hätte dir da etwas zu sagen.“ „Heraus damit! Meinst du am Ende das Kreidepänkichen*“,. g..#. Last Joch#. dum.n, „Nein, bewahrel Aber ou hast ooch da einen Teller bei dir.“ „Einen Teller?" „Ja, einen farbigen Teller.“ „Ach so, du meinst den Bunzlauers Verstehst du etwas von Porzellan?“ „Wie man's nimmt. Wenn ich fragen darf, woher hast du denn diesen Teller?" Er schaut mich fragend an und ist nahe zu mir gekommen. In ihm ist eine wilde unbeholfene Unruhe. Er bringt die Worte nur mühsam heraus. „Oh“, sage ich prahlerisch,„den hat mir ein Mädchen geschenkt. Ein hübsches Mädchen, kann ich dir sagen; eine, mit dem Teufel im Leib, das darfst du mir glauben. Er ist ganz still geworden und es vergeht eine lange Zeit, bis er antwortet. „Heißt sie am Ende Brigitte?“ „Nicht anders!“ Nun bin ich aber überrascht. Ist die Welt wirklich so klein? Ist es möglich, daß hier in der Nacht ein Holzfäller wie ein Waldgeist auftaucht und meine Porzellanbrigitte kennt? Ich will etwas sagen, aber er winkt mir mit einer lässigen Bewegung. „Schon genug“, meint er,„schon genug! Mehr wollte ich nicht wissen.“ Er wendet sich um und will gehen. „He“, rufe ich,„auf ein Wort. Warum stolperst du denn davon?“ Er kommt langsam zurück, baumelnd wie ein müder Bär. „Mußt nicht denken, daß ich mir etwas draus mache Bewahre, hoho, bewahre! Mag sie zum Satan gehen!“ „Woher kennst du sie denn?“ „Ich habe mal zusammen mit ihr gearbeitet.“ „Gearbeitet?“ „Ja, auf dem Jahrmarkt.“ „Tod und Katzendreck!“ „Von Beruf bin ich eigentlich Artist. Das Weibstück hat mich in die Wälder getrieben.“ „Artist?“ „Ja, ich habe einen Namen gehabt! Ich war der Mann mit der Lokomotivstärke.“ Kann mir jemand verwehren, wenn ich voll des Staunens bin? Da steht er vor mir in Hose und Hemd, von Nacht und Schlafsucht überfallen, und behauptet, er sei der Mann mit der Lokomotivstärke. Ich bin so überrascht, daß ich ihm die Hand hinstrecke. „Freund“, sage ich, hier meine Hand! Sie hat mir von dir erzählt. Du mußt furchtbare Kräfte haben. Was tut er denn, der Mann mit der Lokomotiv= stärke? Da liegt ein zersägter Baumstamm von nahezu drei Zentner. Er streift die Hemdärmel hinauf, bückt sich und wuchtet den Baumstamm hoch; jongliert ihn auf beide Hände und fängt an, ihn nach Athletenart zu stemmen. Stemmt ihn dreimal, fünfmal; zehnmal, ich zähle schon gar nicht mehr. Schweiß rinnt in Bächen an ihm nieder. Dann duckt er sich, macht einige Schritte und schleudert den Stamm mit ungeheurer Wucht von sich, daß er dumpf dröhnend auf die Erde fällt. „Mensch, du stammst aus der Mammutepoche.“ Er steht vor mir und läßt den Kopf hängen. Die Hemdärmel sind noch geschürzt und die Muskeln der Arme treten hervor. Aber er läßt den Kopf hängen und der Schweiß rinnt in dicken Perlen von seiner Stirn. „Das war noch eine Zeit“, sagte er leise, aber das Weibstück hat mich in die Wälder getrieben. Die Hölle über sie!“ Was ist denn los? Täusche ich mich in der Schattennacht? Ist das Schweiß, was ihm jetzt über die harten Wangen rinnt? Nein, das sind Tränen. Alle Heiligen mögen mir beistehen, es sind Tränen! Der Mann mit der Lokomotivstärke flennt. Noch keine zwei Minuten sind es her, da hat er einen Buchenstamm gestemmt. Wenn er mich streichelt, bin ich spitalreif. Er könnte Präriebüffel zu Boden schlagen. Er tut es aber nicht, vielmehr er flennt. Soll ich lachen in die tiefe, undurchdringliche Nacht hinauslachen? Ach, es ist ja nicht zum Lachen. „Komm“, sage ich,„komm, laß uns zusammen gehen. Wir sind Narren; nichts als Narren! Ich habe mir eingebildet, das Kreidepünktchen ließe dich nicht schlafen.“ Im Vertrauen: ich bin ein Zinkenpflanzer So war das Leben in den Wäldern. Nun ist es vorbei, aber glaubt mir, ich höre es noch rauschen wie ferne Wasserfälle. Ich wandere aus dem Gebirge hinaus; noch sind Wälder um mich und Berge, aber einmal, als ich an eine steile Wendung der Straße komme, wird der Ausblick frei und ich sehe hinaus in eine gesegnete Ebene, wo gelb das Getreide wogt und die Rübenäcker glänzen. Verstreut stehen Obstbäume in diesen hellen Fluren, rotes Dächergewirr häuft sich zu Dörfern und durch diese bunte, warme Fläche ziehen die Landstraßen in weißen, leuchtenden Kurven. (Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 8„ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 10. Januar Turnen und Sport kehter * Fußbal buns 8ut ur. fehren-hoctey Nenmis □ □2 LonG Riecker. lagen: Seif-kegen Rugoy Schwimnen Rollschuh### Enschießen 1 furnen I Ringen-Billard-hockey E und am Sprungtisch zeigt die Männerabteilung ihr Können, während die Turnerinnen durch schöne Tänze der Deutschen Turnschule und der Schule Karl Loges den Zuschauer in den Bann ihrer Hingabe an die Leibesübungen ziehen..... Iweg, Es gilt diesmal nicht, von dem Wert und der Zweamäßigkeit der Leibesübungen zu überzeugen, sondern dem Zuschauer ihre Formen, ihre Formenschönheit und den Gleichschwang ihrer Bewegungen zum Erlebnis werden zu lassen. Die gute Schulung der Zöglinge und das überragende Können der Fachwarte bieten die Sicherheit, das dies in vollem Maße gelingen wird. Bei den niedrigen Eintrittspreisen ist zu erwarten, daß die guten Darbietungen recht viele Zuschauer finden und damit ihren eigentlichen Zweck erfüllen: Das Winterhilfswerk zu unterstützen. 1 1 orentabegen rampre 1999. Burentecheten Deutschland trug auf allen Gebieten des Turnens und des Sportes im Jahre 1935 mit anderen Völkern insgesamt 154 Länderkämpfe aus. Von diesen 154 Kämpfen wurden 103 gewonnen, während Deutschland 48mal unterlag, Orsggg peranschenglicht vorstehende statistische Darstellung. schen Sportjahres Das Pieheriehaftf in den unteren Klaffen fahren. Kortum Bochum und Postsportverein Bochum treffen sich an der Glücksburger Straße. Die Postsportler haben am letzten Sonntag eine so gute Figur gemacht, daß man ihnen schon einige Chancen einraumen kann. Die Spiele: SV. Kortum Bochum— Postsportverein Bochum, Germania Querenburg— Germania Kaltehardt, Borussia Bochum— Bruchstraße Langendreer. Schauturnen zum Beiten der Winterhilfe TV. 48 im Kampf gegen Hunger und Kälte. Alle wollen und sollen helfen! Auch in diesem Jahre sucht der Turnverein Bochum 1848 das WHW. zu fördern. Angeregt durch den guten Besuch seiner Gemeinschaftsturnstunde im vergangenen Jahre und durch die freundliche Aufnahme, die vor allem die Vorfanden, lädt der TB. 4gie Tonhallenlichtspiele(fa) werden einen gesaneten und, Keltie gerpähten wosfshe Nemen: 1. für die verschiedenen und sorgsatug, vewühtten Votsah= Mbmnennegg, Tom! e. Tgut Mon Iume rungen, durch die Turner, Turnerinnen und Turnerjugend unterhalten und erfreuen wollen. Die Schüler tummeln sich in jugendlicher Ausgelassenheit am Boden, Schülerinnen erfreuen sich an Gymnastikspielen. Die Jugendturner beweisen in schwierigen Freiübungsformen ihre Körperbeherrschung und in frischen Sprungen ihr Gelöstsein von der Erdenschwere. Am Barren Pau, 9. Januar 1. Rennen: 1. Louis’Or II(M. Chancelier): 2. Kislar: 3. Hobby. Toto: S. 36: Pl. 30, 37. Ferner: Mahama, Le Brouste, Tres Sport, Korchula. 2. Rennen: 1. Mont Kemmel(Roux); 2. Fleurette XII. Toto: S. 18. woissonneur. Toto: S. 57 und 31: Pl. 220, 87, 27. Ferner: Mehemet Aly, Merlin'Ench., Mon Juvile, Charmeur. Lickety Split, Colindres II, La Jolie. 4. Rennen: 1. Cubacan(A. Neel); 2. Neuf; 3. Cloclo. Toto: S. 43: Pl. 16, 13. Ferner: Maréchal de Fr. 5. Rennen: 1. Apres Nous(Cames); 2. Beautour; 3. Tat Pis. Toto: S. 18; Pl. 14, 44, 23. Ferner: Racleur, Frileux, Castelnaudary, Beau Luron, Saint Cyrien, Hermone, Miß Fiterari. Kanabal iAreis Bechunl. Die Bezirksklaffe Der Meisterschaftssonntag zwischen den beiden Pokalspielterminen weist ein recht mageres Fußballprogramm auf. In der ersten Kreisklasse ist es zwar eiwas umfangreicher. Das liegt aber daran, daß man sich hier mit der Durchführung der Meisterschaftsspiele mehr beeilen muß, weil die Aufstiegsspiele noch einen breiten Raum im Fußball=Leben des ersten Halbjahres einnehmen. Bei der zweiten und dritten Kreisklasse brennt es nicht so sehr, weil sich hier die Tabellenersten und=zweiten den Aufstieg bereits in den Meisterschaftskampfen sichern.. stemn Mrtieslaß, hringt der Gruppe A der ersten Kreistlasse bringt der Sonntag eine Reihe von Lokalkämpfen, die sicherlich nicht frei von unangenehmen Ueberraschungen sein werden. Das gilt naturlich für die Spitzenmannschaften, denn die„Außenseiter“ werden gewiß nicht böse sein, wenn ihnen unerwartete Punkte in den Schoß fallen sollten So hat Phönix Bochum alle Veranlassung, den Kampf gegen VfB. Gerthe mit der allergrößten Vorsicht durchzuführen, denn die Gerther sind schlagstärker geworden und werden jede sich bietende Gelegenheit dazu benutzen, um endlich vom Tabellenende wegzukommen, was auch noch gelingen könnte. Teutonia Riemke befindet sich in diesem Jahre in arger Bedrangnis und muß alles daransetzen, um das Unheil abzuwenden. Der Kampf gegen Sodingen ist nicht dazu angetan, die Sorgen zu schmälern, wenn der Platzvorteil nicht eine gewisse Rolle dabei spielt. Der Herner Lokalkampf Constantin— Rasensport ist durchaus keine einseitige Angelegenheit für die Gäste. Die Platzleute sind stärker geworden und könnten einen Sieg landen. BfB. Börnig empfängt die Wanner Preußen und ist ebenfalls vor einer Ueberraschung nicht sicher. Die Spiele: Teutonia Riemke— SV. Sodingen, BfB. Gerthe—. Phönix Bochum, SB Holsterhausen— Wanne 11, BfB. Börnig— Preußen Wanne, Constantin Herne— Rasensport Herne. In der Gruppe B stehen die beiden Spitzenmannschaften TG. Bochum=Ehrenfeld und&aC. Altenbochum vor schweren Aufgaben. Die Ehrenfelder müssen nach Langendreer, um gegen 07 ihre Position zu verteidigen, was ihnen nicht leicht fallen dürfte. Nicht minder schwer hat es der Altenbochumer Sport=Club. Obwohl er durch den Platzvorteil ein kleines Plus hat, darf er die Reichsbahner keinesfalls leicht nehmen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es am Pappelbusch für die Platzleute eine Enttäuschung gibt. Leichter hat es Tu S. 26 Altenbochum. Trotz der Formverbesserung der Harpener müßten die Platzleute einen glatten Sieg landen können. Am Lohberg hat Polizei Bochum die besten Aussichten auf weiteren Punktgewinn. Langendreer 04 hat sich unlängst zwar vom Tabellenende fortmachen können, muß aber schon in Hochform sein, wenn es die Favoritenstellung der Polizisten gefährden will. Wenig Aussichten, das von Langendreer 04 übernommene Erbe wieder abzutreten, hat der Tabellenletzte Wattenscheid 19 im Kampf gegen den Neuling Stiepel 04. Die Stiepeler haben sich in der neuen Umgebung schnell zurechtgefunden und zählen zu den stärksten Mannschaften der Gruppe. Die Spiele: SC. Altenbochum— Reichsbahn Bochum, Langendreer 07— TG. Bochum=Ehrenfeld, TuS. 26 Altenbochum— SuT. Harpen, Polizei Bochum— Langendreer 04, Wattenscheid 19— Stiepel 04. 2. Kreisklasse: In der Gruppe A ein volles Programm mit stark lokalem Einschlag. Spu Sp. Gerthe hat hier die schwerste Aufgabe, nämlich auf eigenem Platz den sehr spielstarken Reichsbahn=TuS. Wanne zu bezwingen. Ob's glückt? Wattenscheid=Ost und B C. Hordel, eine Angelegenheit für die Gäste, wenn die Wattenscheider nicht mit ganz besonderen Leistungen aufwarten. Die Spiele: Spu Sp. Gerthe— Reichsbahn Wanne, Wattenscheid=Ost—. BC. Hordel, Rasensport Wanne— Viktoria Herne, Hansa Herne— Fortuna Herne, Schwarz=Weiß Herne— Fortuna Wanne. Zwei Treffen nur in der Gruppe B. Der Tabellenführer Concordia Bochum wird nicht gerade mit den rosigsten Gefühlen gegen den Bochumer Verein antreten, müßte aber bei einiger Vorsicht knapper Sieger bleiben können. Langendreerholz und Werne 19 werden sich einen harten Kampf liefern, dessen Ausgang völlig offen ist. Die Spiele: Bochumer Verein— Concordia Bochum, Langendreerholz— Werne 19. 3. Kreisklasse: Je drei Spiele in, beiden Gruppen. In der Gruppe A ist Constantin Bochum Gast bei TuS. Hannibal und müßte einen Sieg herausspielen können. Die Spiele: TuS. Hannibal— Constantin Bochum, Unser Fritz Wanne— Herne 16, VfL. Herne— Wanne 89/92. Kleines Programm in der Gruppe B. Die beiden Namensvettern Germania Querenburg und Germania Kaltehardt bestreiten den Rückkampf. Die Querenburger haben noch etwas gutzumachen. Borussia Bochum müßte mit Bruchstraße Langendreer fertig werden können, wenn die Gäste nicht mit ihrem schwersten Geschütz aufDer vorjährige Gruppenmeister TB Eickel hat sich in den letzten Spielen einen knappen Punktevorsprung gesichert, den zu verteidigen, besonders gegen die von Abstiegssorgen bedrängten Mannschaften, oft recht schwer fallen wird. Aus eigener Kraft kann der Mitbewerber um die Meisterschaft, SpVg. Röhlinghausen, es nicht mehr schaffen. Vom Abstieg am stärksten bedroht sind der MBV. Linden und Tkl. Wanne, doch sind die Westfalen aus Bochum und Herne noch nicht in Sicherheit. So werden auch die Punktekämpfe des Sonntags von diesen Gesichtspunkten aus recht spannende Spiele bringen. Der Terminkalender bringt folgende Begegnungen: TV. Friesen— Westfalia Herne, Tkl. Wanne— Westfalia Bochum, TB Eickel— MBB. Linden, SpVg, Röhlinghausen— Jahn Holsterhausen. Die Friesen haben allen Grund, den Gast sehr ernst zu nehmen, der sich durch seinen Sieg über Holsterhausen empfiehlt. Die Bochumer sollten zu Hause einen knappen Sieg herausholen. Die Bochumer Westfalia macht einen schweren Gang, und nur dann, wenn mit den Leistungen des letzten Sonntags aufgewartet wird, sollte der Sieg möglich sein. Eine Niederlage würde den Bochumern ernste Abstiegssorgen bringen, während sie anderseits diese Sorgen gebannt hätten. Nicht minder schwer hat es der M BV. Linden in Eickel. Die Märker warteten in den beiden letzten Spielen mit guten Leistungen auf. Ob sie indessen dem Tabellenführer ernstlich gefährlich werden, bleibt fraglich. Schon ein Unentschieden wäre ein Erfolg. Das Wanner Lokaltreffen ist offen. 1. Kreisklasse, Gruppe Bochum Hier hat sich der TuS. Bochum einen klaren Vorsprung geschaffen, den der Polizei=SV. Bochum nur schwet einholen kann. Am Sonntag gibt es folgende Treffen: Polizei=SV. Bochum— Germania 06 Bochum, BfB. Gerthe— TG. Ehrenfeld. Nach längerer Pause greift der PsSV. wieder ein. Gegen die Germanen sollte er es schaffen, er hat aber keinen Grund, den Gegner leicht zu nehmen. Ehrenfeld unterlag im ersten Gang und wird nun versuchen, in Gerthe den Spieß umzudrehen. Die gute Abwehr der Gäste sollte den schwachen Sturm des Gastgebers zu halten wissen. Trotz Handballturnier in Dortmund Zwei Punktekämpfe in der westfälischen Handball=Liga Wenn auch das Handballturnier in der Westfalenhalle, an dem sechs westfälische Gaumannschaften beteiligt sind, ganz im Vordergrund des Interesses steht, so kommen doch zwei Punktekämpfe zum Austrag, die allerdings auf die Gestaltung nur dann Einfluß haben können, wenn Hindenburg Mindens nicht komplette Meisterelf beim VfL. Hagen verliert.— Es spielen: VfL. Hagen— MSV. Hindenburg Minden, Arminia Bielefeld— SV. Grün=Weiß Bielefeld. Bremer in Mailand Die Bochumer Rennfahrer Bremer Ilse, die am zweiten Weihnachtstag in Mailand außerordentlich gefielen, wurden erneut für die Rennen in Mailand am 12. Januar verpflichtet. Bremer wird„Die Nacht“ in der Westfalenhalle am 18. Januar mit dem Holländer Slaats als Partner bestreiten. Edmund Conen hat das Sportsanatorium Hohenlychen verlassen und befindet sich zur Zeit wieder in seiner fruheren Heimat in Uerzig. Conen wird bald wieder das Training aufnehmen. Das Mitgliedsabzeichen des DRL. Mit dem 1. Januar 1936 ist das Gesetz des DRL. verkündet und die Unterstützung des Staates ist der Aufbauarbeit dieses neuen Bundes grundsätzlich zugesichert. Es entspricht nun dem Wesen eines Bundes, daß seine Mitglieder die Zugehörigkeit zu ihm auch äußerlich zeigen. Deshalb ist für den DRL. ein Mitgliedsabzeichen in Form einer Anstecknadel— Adler mit Hakenkreuz— herausgegeben worden. Spont-Sinlender) Turnverein zu Bochum, gegr. 1848 c. V. Sonntag, 12. Januar, vormittags 11 Uhr, im Tonhallenlichtspielhaus Schauturnen zum Besten der Winterhilfe Eintritt 1 Mark und 40 Pf. Um regen Besuch wird herzlichst gebeten. Seite 8 Nr. 8 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 10. Januar 1936 Das einfadlenl am Gdcer, Die Kampfliätten der Winterlport-Olympiade Vom 6. bis 16. Februar 1936 finden in Garmisch=Partenkirchen die IV. Olympischen Winterspiele 1936 statt. Unser Sonderberichterstatter Bruno Wiesniewski gibt in nachfolgenden in loser Reihenfolge erscheinenden Artikeln eine allgemeinverständliche Beschreibung der Kampfstätten, auf denen 28 Nationen mit rund tausend aktiven Teilnehmern um den olympischen Lorbeer in friedlichem Wettkampf stehen werden. Wir beginnen in der heutigen Nummer mit der Beschreibung des Skistadions, dem eine solche vom Kunsteisstadion, der Bobbahn und dem Rießer See folgen wird. Garmisch=Partenkirchen, Anfang Januar. Die Sprungschanzen Etwa zehn Gehminuten von dem sich lang hinstreckenden Marktflecken Garmisch=Partenkirchen dem Austragungsort der IV. Olympischen Winterspiele 1936, erhebt sich in sanfter Neigung der Gudiberg. Es ist ein Berg— oder sagen wir besser Hügel— wie tausend andere in den Alpen. Und kein Mensch, außer den Einheimischen, hätte besondere Ursache gehabt, sich seinen Namen zu merken, es sei denn, der Gudiberg wäre für ihn der„Idiotenhügel" gewesen, auf dem er beim Skikurs mit seiner artigen Rundung den Schnee geglättet hätte. Die Existenz des Gudibergs war solange einer breiteren Oeffentlichkeit verborgen geblieben, solange nicht die Herren Vermessungsingenieure und„Sprunghügel=Professoren“ sich vor die Aufgabe gestellt sahen, einen geeigneten Platz zur Errichtung einer Olympiaschanze ausfindig zu machen. Es lag nahe, den Gudiberg auf seine Verwendungsmöglichkeit hin zu untersuchen. Er besaß alle die Eigenschaften, die man von einem Berg, der eine der größten und besten Sprunganlagen tragen sollte, füglich erwarten konnte. Die sanfte Neigung seines Bäuchleins schwingt von Süden nach Norden, so daß ihn die in diesen Höhen recht kräftigen Sonnenstrahlen nur schräg treffen und ein Schmelzen des Schnees möglichst hinausgezögert wird. Er liegt auch nicht allzu weit vom Ort entfernt und ist mit diesem durch eine gut gepflasterte Straße verbunden. Ganz abgesehen davon, daß sich unmittelbar zu seinen Füßen das KainzenbadStatiönchen der bayrischen Gebirgsbahn eines recht geruhsamen Daseins erfreut. Wie das auch einem mehrere zehntausend Jahre alten Berg zukommt, hatte er sich mit der Zeit einen dicken Pelz aus Erde, verwittertem Gestein, versaulten Gräsern und Blumen zugelegt, die den notwendigen Baugrund für die Errichtung der Als man nun glücklich diesen Platz gefunden hatte, auf dem sich schon in bescheidenen Ausmaßen eine Schanze befand, setzte man ein Heer von Mathematikern, Konstrukteuren, Ingenieuren, Technikern, erfahrenen Schanzenbauern, Skikanonen und... Finanziers in Bewegung, um eingehend die Möglichkeiten zum Bau einer guten Schanze zu prüfen, die auch olympischen Aiuv Sot haute man denn im Jahre 1934 neben der „Alten Olympiaschanze“, die nur von den Eingeborenen in verständlichem Stolz so getauft worden war, die „Große Olympiaschanze“, die diesen Namen mit größerer Berechtigung trägt. Beim Bau der Schanze war vor allen Dingen darauf zu achten, daß es möglich sein mußte, auf ihr Sprungweiten zu erzielen, die Anspruch darauf erheben konnten,„olympisch“ genannt zu werden. Es ist auch für den Laien und Nichtskifahrer klar, daß die Sprungweite wesentlich von der Anlaufgeschwindigkeit abhängt. Die Anlaufgeschwindigkeit richtet sich aber nach dem Gefälle der Anlaufbahn. Da die natürliche Neigung des Berges nicht ausreichte, war die Errichtung eines 43 Meter hohen Anlaufturmes notwendig, dessen Lauffläche sich in einem Winkel von 35 Grad dem Schanzen= oder Absprungtisch zuneigt. Um Weiten von 70 bis 80 Meter zu erreichen, bedarf es aher für den Springer einer Geschwindigkeit von 23 Serundenmeter, d. h. daß der Springer die 70 Meter lange Anlaufbahn mit fast 90 Stundenkilorztgingupen braust, um sich mit einem kräftigen Schwung vom Schanzentisch in die Luft zu heben. Gemessen wird jeder gestandene Sprung, und zwar ist für die Weite des Sprunges der Punkt maßgebend, an dem die Bindung der Skier den Schnee berührt. Stürzt ein Springer, so ist der Sprung zwar nicht ungültig, er wird aber mit Minuspunkten belegt. Die Wertung der Sprünge erfolgt nach einem komplizierten Punktesystem, bei dem die Weite, die Haltung des Springers und die Art des Aufsprungs ausschlaggebend sind. Drei Kampfrichter, die auf der Kampfrichtertribüne in getrennten Boxen die Sprünge genau beobachten, entscheiden unabhängig voneinander über die Hohe der Punktzahl. Gesprungen wird in drei Gängen, d. h. also, daß jeder Springer dreimal über die Schanze geht. Der Durchschnitt der gesammelten Punkte ergibt dann die Endwertung. Wer die meisten Punkte bekommen hat, ist Sieger. Es kann also vorkommen, daß nicht dem der Sieg zuerkannt wird, der den weitesten Sprung des Tages vollbracht hat, sondern einem, der einen besseren Durchschnitt, eine bessere Haltung, eine ausgefeiltere Technik, einen ruhigeren Flug gezeigt hat. Diese Fälle sind aber selten, da der weiteste Sprung in der Reger von dem besten Techniker ausgeführt wird. Neben der„Großen Olympiaschanze“ erhebt sich die nach Art des Holmenkollen=Hügels in Norwegen umgebaute„Alte Olympiaschanze". Neben ihrer großen Schwester sieht sie fast winzig aus, wenn sie auch eine sehr schwierige und druckreiche Anlage ist. Bei den Deutschen Wintersport=Meisterschaften 1935 stellte Sörensen(Norwegen) auf der großen Schanze einen Rekord von 84 Meter auf, an den in diesem Jahr sein Landsmann Birger'uud, den wir im November vorigen Jahres in Bochum begrüßen konnten, am Neujahrstage mit 82 Meter fast herankam. Beide Springer werden auch bei der Olympiade dabeisein und bestimmt unter den ersten fünf zu finden sein. Für die kleine Schanze beträgt der Rekord 55 Meter, der von Birger Rund gehalten wird. Beide Rekorde werden aber bei den Olympischen Spielen wesentlich verbessert werden. Aber nicht nur die Bauart, die zentrale Lage, die Pflege und Vollkommenheit unserer Schanzen machen sie so wertvoll und für die Olympiade besonders geeignet, sondern vor allem die vielen technischen Neuerungen der Weitenübertragung, der bequemen Sicht und besonders die Tatsache, daß die kleine Schanze nachts beleuchtet werden kann, 28 Tiefstrahler größter Kerzenstärke geben ein schattenfreies Licht, so daß die Springer auch bei geringer Uebung bombensicher landen. Der Auslauf beider Schanzen ist halbkreisförmig umrahmt von Tribünen, die für die Zuschauer bestimmt sind und annähernd 100 000 Zuschauer zu fassen verubgen. Hier im Skistadion sollen auch Start und Ziel der Lang= und Dauerläufe und Staffelläufe sein. Diese Konzentration werden alle Besucher der IV. Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch=Partenkirchen als äußerst angenehm empfinden. Abfahrts= und Slalomlauf Die anderen in das Reich der Bretter gehörigen Disziplinen, Abfahrtslauf und Slalom(Torlauf), werden in das hierfür besser geeignete Kreuzeckgebiet gelegt. Hier gibt es Höhenunterschiede von 1000 Meter, die für den Abfahrtslauf wie geschaffen sind. Der Abfahrtslauf ist ein Lauf, der vor allem danach bemessen und gewertet wird, in welcher Zeit ein Läufer eine vorher genau festgelegte und ausgemessene Strecke durchfährt. Natürlich gibt es hier einige„Rosinen“, wie scharfe Kurven oder ein dichtes Waldstück, durch das der Läufer seine Bretter geschickt hindurchlavieren muß. Damit auf der Strecke eine gegenseitige Behinderung der Läufer vermieden wird, werden sie nacheinander in Minutenabständen auf die Reise geschickt. Die Zeitmessung erfolgt elektrisch auf Bruchteile von Sekunden genau. Im Gegensatz zu den Lang= und Dauerläufen, bei denen die Strecken so ausgewählt werden, daß sich Aufstiege mit Abfahrten— der Fachmann sagt Schußfahrt— und Waldstücke mit freien Flächen möglichst abwechseln, geht es beim Abfahrtslauf, wie der Name schon sagt, immer nur bergab, so daß der Lauf mit steigender Geschwindigkeit schon eher ein Rennen zu nennen ist. Die Geschwindigkeiten, die hier erzielt werden, schwanken zwischen 60 und 100 Kilometer. In St. Moritz hatte sogar ein Läufer eine Geschwindigkeit von 136 Stundenkilometer herausgefahren. Der Abfahrtslauf wird in Verbindung mit dem Die große und kleine OlympiaSchanze Slalom gewertet. Beim Slalom ist die zu durchfahrende Strecke wesentlich kürzer. Sie beträgt nur einige hundert Meter auf einem sanft abfallenden Hang. Hier ist die Frage der Schnelligkeit für das Ergebnis nicht so entscheidend. Beim Slalom kommt es in der Hauptsache darauf an, die durch Fähnchen bezeichnete Strecke zu durchfahren, ohne die Markierungsmarken umzureißen. Der Slalom setzt also vollkommenste Beherrschung der Skier voraus. Der Sieger aus beiden Disziplinen wird zum Sieger für Abfahrt und Slalom erklärt. Kalmärtell der Näffohen zur Winter-Olmpiade Zu dem bereits seit einiger Zeit in Garmisch= Partenkirchen weilenden Amerikaner Richard Durrance haben sich drei Landsleute, Donald Fraser, Lincoln Washburn und Fred Hunter, gesellt. Die vier amerikanischen Skiläufer sind Mitglieder der USA=Olympiamannschaft, die vor dem großen Trupp die lange Reise angetreten haben und nun auf der Hochalmhütte eifrig beim Training sind. Ganz unerwartet ist auch Sonja Henie in Garmisch=Partenkirchen eingetroffen. Die norwegische Weltmeisterin wird auf dem OlympiaKunsteisstadion üben und am 12. oder 19 Januar in einem Schaulaufen öffentlich auftreten. Am 11. Januar werden zusammen mit der amerikanischen Hauptstreitmacht die schwedischen Olympiakämpfer erwartet. Einen Tag später kommen elf Skiläufer und ein Dutzend Hockeyspieler aus Kanada. Am 15. Januar soll die gesamte italienische Kampftruppe in Stärke von 75 Mann in das eigens für sie reservierte Dorf Hammersbach einziehen. Auch ein Teil der deutschen Teilnehmer wird im Laufe der nächsten Woche die Garmischer Olympiaquartiere beziehen. Vorerst sind die Eiskunstläufer, Eisschnelläufer und Eishockeyspieler für den 12. Januar angemeldet. Die Skiläufer und die Militär=Vatrouillenläufer werden ihren Einzug am 27. Januar halten.„.„. 6196. Josaumd. Von ausländischen Nationen liegen bisher folgende Ankunftsmeldungen vor: Finnland: 21 Skiläufer, 7 Militär=Patrouillenläufer und 5 Eisschnelläufer am 1. Februar; Frankreich: 13 Bobfahrer, 23 Skiläufer (einschließlich Militärpatrouille) und 16 Eishockeyspieler am 27. Januar; Holland: 7 Bobfahrer am 18. Januar, 6 Eisschnelläufer und eine Skiläuferin am 3. Februar; Japan: 17 Skiläufer, 34 Eisläufer und Eishockeyspieler am 16. Januar: Jugoslawien: 20 Teilnehmer am 1. Februar; Lettland: 24 Teilnehmer am 5. Februar; Liechtenstein: 2 Bobfahrer am 20. Januar, 2 Skiläufer am 3. Februar; Luxemburg: 6 Bobfahrer am 12. Januar; Norwegen: 44 Skiläufer, 14 Eisschnelläufer, 3 Eiskunstläufer am 3. Februar; Oesterreich: 16 Bobfahrer am 27. Januar; 47 Skiläufer, 25 Eisschützen, 16 Eishockeyspieler, 20 Kunstläufer und=läuferinnen und 11 Eisschnelläufer am 4. Februar; Polen: 20 Skiläufer und 20 Eishockeyspieler am 29. Januar, Militärpatrouille am 1. Februar; Schweiz: 30 Skiläufer, 12 Bobfahrer, 16 Eishockeyspieler am 1. und 5. Februar; Tschechoslowa= kei: 75 Teilnehmer am 1. Februar; Ungarn 30 Teilvedwer Meldung des Ankunftstages sehlt bisher noch von Australien, Bulgarien, England, Griechenland, Rumänien, Spanien und Türkei. der Schachklub Werne in einem Freundschaftstreffen 10 M ttern#gensher. Dieser Kampf sah beide grotte einen Kampftag, zu dem die bekannte Staffel aus Marl verpflichtet wurde. Im Hauptkampf des Abends kommt es zu interessanten Paarungen im Welter= und Mittelgewicht, wobei Höflich Il gegen Selitsch II und der Stadtmeister von Bochum, Höflich I, gegen Selitsch I kämpfen wird. Die anderen Paarungen lauten folgendermaßgy:..„„Warne) Mühlhausfe Schüler: Leiendecker II(werne)— Mühlhausen (Marl).— Jugend=Fliegengewicht: Leiendecker I(.) — Heising(.).— Jugend=Federgewicht: Stuhrmann (.)— Weihold(.).— Jugend=Leichtgewicht: Kobiella(.)— Appel(.).— Federgewicht: Basty(.) — Bittner(.).— Weltergewicht: Höflich II(.)— Selitsch II(.).— Weltergewicht: Jablonski(.)— Gerdesmeier(.).— Mittelgewicht: Nachtweih(.)— Elschner(.).— Mittelgewicht: Höflich 1(.)— Selitsch 1(.). Noch ein Weltrekord im Gewichtheben an 10 Brettern gegenuver. Dieser Kampf sah beide Mannschaften in ausgezeichneter Verfassung. Die Bemuhungen der Bochumer Schachgesellschaft, durch Sieg über den Wittener Kreismeister den Ausgleich in den Begegnungen herzustellen, verliefen fruchtlos. In der vierstündigen Spielzeit sah man einen stets offenen, wechselvollen Kampf. Das:=Ergebnis wird dem Spielverlauf gerecht. Klubkampf im Boxen Boxsportverein Werne 30— Faustkämpfer Marl Der Boxsportverein Werne 30 veranstaltet am Sonntag, 12. Januar, im ständigen Ring in der TropfsteinIm Olympiatrainingslager der Gewichtheber in ckenstein am Harz herrscht trotz des Benneaenstein am Harz herrschi krotz des schon tagelang anhaltenden schlechten Wetters beste Stimmung. Der Münchener Federgewichtler Heinz Wölpert unternahm nach zwei mißglückten Angriffen auf den Weltrekord im beidarmigen Drücken eine Stunde später noch einen weiteren Versuch und brachte unter dem Beifall seiner Kameraden 191 Pfund zur Hochstrecke. Damit sind die Amerikaner ganz und gar aus der Weltrekordliste verdrängt, denn Terlazzo war hier mit 190 Pfund der letzte Weltrekordinhaber der Vereinigten Staaten. Der Münchener Straßberger versuchte sich im Schwergewicht gleichfalls in dieser Uebung, hatte aber kein Glück. Ueberraschender Gewinn (Nach einem bekannten Endspiel) Schwarz konnte auf d4 den Bauern nie nehmen, weil Df4“ gefolgt wäre. 23. fe b6 24. Df4“ Kas 25. Sh5 cd 26. Sf6: ed 27. ed De7 28. Sg4 f6 29. Dfs Laß 30. Des Tdß 31. Tel Das Schwarz ist nun vollständig überspielt und wird von seinem Gegner in wenigen kräftigen Zügen zur Aufgabe gezwungen..„ P..y 95 mes. 32. Sh6! Des 33. Des Tdf 34. De6 DeT 35. Dfé: Tdß 36. De5 Les 37. S17 Td7 38. De7: Te7: 39. Sd6 Kbs 40. f6 und Schwarz gab auf. Weiß: Khl, Da4, Tcs, Bb7, g4(5) Schwarz: Kb8, De7, Td8, Ba7, g5(5) Weiß zieht und gewinnt in wenigen Zügen. sie pun M io0 S B (49o0 M J r. Nurmela in großer Form Bei geradezu sibirischer Kälte— es wurden 29 Grad unter dem Nullpunkt gemessen— begannen am Donnerstag in Sotkamo Finnlands Skiausscheidungen für Garmisch=Partenkirchen mit dem 18=Kilometer=Langlauf, zu dem sich 34 Mann einfanden. Die Kälte machte allen Teilnehmern stark zu schaffen und es gab daher auch einige Ueberraschungen. Die beste Zeit erzielte Sulo Nurmela, der im vergangenen Jahr in Garmisch= Partenkirchen Deutscher Meister, im Langlauf wurde, mit 1,12,50. Auf dem zweiten Platz landete ziemlich unerwartet ein neuer Mann: K. Jalkanen in 1,13,15 vor M. Lähde in 1,13,40, Karppinen 1,14,32 und Oinonen 1,15,44. Der mit Startnummer 27 ins Rennen gegangene Nurmela überholte Könner wie Kalle Heikkinen und Lappalainen, der nur Zwölfter wurde. Sofort nach Beendigung des Laufes gab der Finnische Skiverband seine 18=Kilometer=Läufer für Garmisch= Partenkirchen bekannt. Es sind dies: Sulo Nurmela, K. Jalkanen, M. Lähde und Klaes Karppinen. Die Aufstellung der Staffelläufer und Ersatzleute erfolgt erst am Sonntag nach der Austragung des 50=Kilometer= Dauerlaufes. Bochumer Schachgesellschaft— Werne:5 Als Auftakt der diesjährigen Bochumer Schachspiel; zeit standen sich die Bochumer Schachgesellschaft und Aus der Bochumer Stadtmeisterschaft In der Bochumer Meisterschaft führt seit einiger Zeit Lemke, dem der Sieg nicht inehr zu nehmen ist. Es folgen(Lemke 7) Möller mit 5 und Wittenberg mit 4½ Punkten. Die letzte Runde wird am kommenden Sonntag ausgetragen. Nachstehend zwei Partien aus diesem Turnier. Die erste zeigt die einfache und gesunde Spielweise des zuknüftigen Stadtmeisters. Schwache Bauern Weiß: Lemke— Schwarz: Sperbel 1. e4 eß 2. d4 d5 3. Sc3 Sfé 4. Lg5 Lei 5. Lf6... Die von Richter bevorzugte Spielweise, über deren Wert oder Unwert man sich noch streitet. Sicher ist aber, daß Schwarz im nächsten Zuge mit dem Läufer wiedernehmen muß. So wie er spielt, schafft er sich eine unangenehme Bauernschwäche, die bei seinem passiven Spiel den Verlust herbeiführt. K... el1 6. edl Damit wird der Doppelbauer isoliert und schwach. 6... ed 7. Dfs Leß 8. Ld3 Sct 9. Sge2 Da7 10.——0——0 11. Lb5 Kbs 12. h3 Daß Da Schwarz die-Linie nie besetzt, weiß man nicht, weshalb er die Bauernschwäche in Kauf ge13. Thel f5 14. Kbl.16: 15. g4! Se7 16. Lo3 La7 17. Lf5: Stö: 18. gf c6 19. Sa4 Db4 20. Scö 21. Sas Thes 22. Tes Teß: Seite 9 Nr. 8 Schacholympiade in München Bearbeitet vom Westidlischen Schachmeister Hanne Horr mann Bochum Verschiedene Rochaden Weiß: Götz— Schwarz— Wittenberg 1. e4 e5 2. S13 Sct 3. Le4 Leb 4. c3 De7 Mit diesem Zuge will Schwarz nach d2— d4 die Aufgabe der Bauernmitte durch ed4: vermeiden. Die schwarze Stellung bleibt dadurch fester. 5.—0 d6 6. d4 Lb4 7. Lg5... Da Weiß schon und Schwarz noch nicht rochiert hat, gibt diese Läuferstellung dem Schwarzen Gelegenheit zu einem risikofreien Bauernvormarsch auf dem Königsflügel, der Weiß gefährlich werden kann. 7. St6 8. Dd3 h6 9. Lh4 Ld7 Schwarz konnte versuchen, den Gegner durch Lg4 zu h3f zu verleiten. Dieser Bauernzug hätte dann eine Linienöffnung erleichtert. 10. Sbd2 g5 11. Lg3 Sh5 12. Tael..— Es war vorauszusehen, daß Schwarz niemals Sg3:, fg dem Weißen die-Linie öffnen würde, deshalb sollte Tfel geschehen. Außerdem würde der Damenturm auf al bei der zu erwartenden langen Rochade für einen Angriff wichtige Dienste leisten. 12...——0 13. Ld5! Sf4 14. Lfé: gf 15. Se4 Weiß übersicht den folgenden Zug. Richtig war Khl! und Gegenangriff auf dem linken Flügel. 16.... Lh31 17. Sb6:+ cb 18. g3. Weiß kann den Läufer eb nicht zurückziehen, well bv, beien pe 19. Pot Kor 2u. 24 Dis., 892 U4: 22. Tf1: hö 23. b4 h4 24. Kg2 Tg7 25. b5 d5! 26. beDeé: 27. De6:: Kcß: 28. de de 29. Se4: Td5 30. Kf3 tr 31. 18 hg 32. hx Teb: 33. T41 Tet:„reschang Zwar nicht nötig, aber zum Gewinn ausreichen und am einfachsten. Die Verteidigung der zerrissenen Bauern hätte auch nicht mit Erfolg geführt, werden„können. 35.... Tc3: 36. TIT: Te4- 97. Aus 1a4: Weiß gab auf, da natürlich gegen die verbundenen Freibauern weiterer Widerstand zwecklos ist. 6 Gewalti Die national zeichnet sich im nicht nur die Ur stelligen will, sor zeitiger Verrichtt beitsleistung erre sind die gewaltig worden, die die gesetzt haben. Das deutsche beitsbeschaffung Deutsche Renten Millionen Reichs nerzeit aus de Reichsmark, des Reichsmark aus und ferner 100 hardt=Programm Kreditanstalt leg darüber ab, was sächlich geschaffer Die Arbeiten, wältigt worden elioration Wegebau und Flußregulie Küstenschutz ren Sinne kam 860 000 Hektar a des Landes Bra Ackerdrängge auf auf 218 400 Hekt landkultivierunge Es ist besonde sozialismus i Moor u während in den gesamt nur 290 kiviert worden: wurde für die nung an der sch dem deutschen V tausend Hektar Erstmalig ist aue Waldbestände vo beträchtliche Flä tung genommen Strecke in Arbe meter etwa den entsprechen würt meinden und### leitungen bauer lammengenorz lagen einen Ta Kubikmeter. Verteilung au Ackerdränage Grünlandme Moor= und Flußregulier Wegebauten Aufforstunge Wasserleitun Außer der in diesem Sommer in München stattfindenden Schacholympiade, an der über 20 Ländermannschaften teilnehmen sollen, werden sämtliche deutschen Landesverbände dort ihre Turniere al halten. Die Stadt München hat für die Schachveranstaltungen einen hohen Betrag zur Verfügung 83ch. Für Landge Schon diese daß der Wert landwirtschaftlich direkte Wert al Arbeitsschlacht! wenn man erf lionen direkte o Sofort=Progran stet worden sin wurden bis Ar bearbeitet. Es Gesamtzahl der abgelehnt wurd gegebenen Krei sache, daß 68 bis zu 25.000 9 beitsbeschaffung ren liefen nicht mark, man kan bundenen Vern Den Kreditbetr klassen bis zu gemäß kleiner, wicht fallen da Landgewinnung mark Kreditsur an der Gesamt 87,5 v. H. Die Erwar Land= und Fo Rh.-Wes Mitgete! Portlaufende 9 Div. Ant Kuxe Steinkehlen 9 ½ Carolustl. 4000 Const. d. 8 6050 Deutschl. 390 Schwenn 3600 Heinrich 930g 1470 Heinrich 9300 Langbi1 2000 12800 6450 425 3800 9800 brasnkahles Brucht.-A. Gutetloffn. Lsonhare 3300 8700910 Siche 10700 11200 Seite 9 Nr. 8 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 10. Januar 1936 Deutsche Wirtschaft 50 Aulnlonien=AreturtageWberer Gewaltige Aufbauarbeit am deutschen Boden— Das Bauerntum in der Arbeitsbeschaffung— 350 Mill. RM. durch die Deutsche Rentenbank=Kreditanstalt Die nationalsozialistische Arbeitsbeschaffungspolitik zeichnet sich im besonderen Maße dadurch aus, daß sie nicht nur die Unterbringung der Arbeitslosen bewer, stelligen will, sondern sie will dieses Ziel bei gleichzeitiger Verrichtung volkswirtschaftlich wertvoller Arbeitsleistung erreichen. Nur unter diesem Gesichtspunkt sind die gewaltigen finanziellen Mittel mobil gemacht worden, die die Wirtschaftsmaschine wieder in Gang gesetzt haben. Das Das beutsche Bauerntum ist an der produktiven Arbeitsbeschaffung über ihr zentrales Kreditinstitut, die Deutsche Rentenbank=Kreditanstalt, mit insgesamt 350 Millionen Reichsmark beteiligt. Hiervon stammten seinerzeit aus dem Papen=Programm 50 Millionen Reichsmark, des weiteren sind rund 200 Millionen Reichsmark aus dem sogenannten„Sofort=Programm“ und ferner 100 Millionen Reichsmark aus dem Reinbardt=Programm geflossen. Die Dezerig, Vezenkggf, Kreditanstalt legt soeben in einem, Aspiste, glechegiechg. darüber ab, was mit diesen Kapiraimirrein auch tatDie Frbeiten, die mit diesen namhaften Mitteln be9 wältigt worden sind, erstrecken sich in erster Linie auf Meliorationen, auf Landgewinnung, auf Wegebau und Aufforstung, dann aber auch auf Flußregulierung, Wasserleitungsbau, Küstenschutz usw. Die Meliorationskredite im engeren Sinne kamen einer Fläche von insgesamt rund 860000 Hektar zugute(vergleichsweise beträgt die Fläche des Landes Braunschweig rund 865.000 Hektar), davon Ackerdrängge auf 57 900 Hektar, Grünlandmeliorationen auf 218 400 Hektar und 88 900 Hektar Moor= und Oedlandkultivierungen. Es ist besonders hervorzuheben, daß der Nationalsozialismus in zwei Jahren rund 84000 Hektar Moor und Oedland urbar gemacht hat, während in den ganzen Jahren von 1914 bis 1930 insgesamt nur 290000 Hektar Boden in Deutschland kultiviert worden waren. Ein erheblicher Teil der Mittel wurde für die großzügigen Anlagen von Landgewinnung an der schleswig=holsteinischen Küste eingesetzt, die dem deutschen Volke in den nächsten Jahrzehnten viele tausend Hektar neuen fruchtbaren Bodens geben sollen. Erstmalig ist auch eine systematische Aufforstung unserer Waldbestände vorgenommen worden; auch hier ist die beträchtliche Fläche von 43000 Hektar neu in Bearbeitung genommen worden. Im Wegebau wurde eine Strecke in Arbeit genommen, die mit rund 6150 Kilometer etwa dem Seeweg von Hamburg nach Newyork entsprechen würde. Hunderte von Genossenschaften, Gemeinden und Zweckverbänden konnten ferner Wasserleitungen bauen. Alle durchgeführten Vorhaben zusammengenommen, ergeben nach den statistischen Unterlagen einen Tageswasserverbrauch von etwa 140000 Kubikmeter. Verteilung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auf die verschiedenen Gebiete Ackerdrängge 57948 Hektar Grünlandmeliorationen 218 403 Hektar Moor= und Oedlandkultivierung 83917 Hektar Klußregulierung 8 490 Bestar Wegebauten 6 150 Hektar Aufforstungen 42 210 Hektar Wasserleitungen 140 000 Kubikm. Tagesverbrauch Für Landgewinnung und Küstenschutz ferner 16,4 Millionen RM. Schon diese überschlägliche Zusammenstellung zeigt, daß der Wert der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im landwirtschaftlichen Bereich sehr bedeutend ist. Der direkte Wert aber, den alle diese Maßnahmen für die Arbeitsschlacht bereits gehabt haben, läßt sich ermessen, wenn man erfährt, daß nicht weniger als 58 Millionen direkte oder indirekte Tagewerke allein aus dem Sofort=Programm und dem Reinhardt=Programm geleistet worden sind. Innerhalb der drei Arbeitsbeschaffungsprogramme wurden bis Anfang April 1984 rund 10 500 Anträge bearbeitet. Es ist interessant, festzustellen, daß von der Gesamtzahl der eingereichten Anträge etwa 12 v. H. abgelehnt wurden. Wenn man die Größenklassen der gegebenen Kredite untersucht, so ergibt sich die Tatsache, daß 68 v. H. der Anträge in der Größenklasse bis zu 25000 RM. Kreditsumme lagen. Für diese Arbeitsbeschaffungskredite mit einer Laufzeit von 81 Jahren liefen nicht selten Anträge von unter 800 Reichsmark, man kann sich von dem Umfang der damit verbundenen Verwaltungsarbeit einen Begriff machen. Den Kreditbeträgen nach ist der Anteil der Größenklassen bis zu 25000 Reichsmark Kreditsumme naturgemäß kleiner, nur rund 16 v. H. Am stärksten ins Gewicht fallen da die großen Arbeitsbeschaffungsvorhaben, Landgewinnungsarbeiten usw. mit über 250 000 Reichsmark Kreditsumme. Der Anteil dieser Großvorhaben an der Gesamtsumme der Kreditbeträge beläuft sich auf 87,5 v. H. Die Erwartungen, die an die Einbeziehung der Land= und Forstwirtschaft in die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen geknüpft waren, sind also voll und ganz erfüllt worden. Es ist gelungen, große dauernde Werte zu schaffen, die zur Erkämpfung der deutschen Nahrungsfreiheit nicht unwesentlich beitragen und die die Grundlage für die Erzeugungsschlacht des Reichsnährstandes verbreitern. Mietenerhöhung unerwünscht Daher sollen Neubelastungen des Hausbesitzes vermieden werden Der Reichs= und preußische Arbeitsminister beschäftigt sich in einem Erlaß an die Länder mit der in einer Reihe von Gemeinden im Laufe des letzten Jahres erfolgten Neueinführung oder Erhöhung von Gebühren und Abgaben, die von den Grundstückseigentümern zu entrichten sind, z. B. für Kanalisation, Müllabfuhr usw. Nach der Regelung des Reichsmietengesetzes müsse die Folge eine entsprechende Erhöhung der gesetzlichen Miete sein, sei es, daß allgemein in der Gemeinde ein Zuschlag zu dem gelienden Satz der gesetzlichen Miete festgesetzt werde, sei es, daß der Hausbesitzer als Vermieter das Recht erhält, die Mehrbelastung auf die Mieler umzulegen. Eine derartige Erhöhung der Lebenshaltungskosten durch Erhöhung der Miete ist, wie der Minister erklärt,„mit Rücksicht auf die allgemeine Preispolitik der Reichsregierung unerwünscht". Die Reichsregierung lege entscheidenden Wert darauf, das gegenwärtige Preisniveau zu halten. Von diesem Gesichtspunkt aus müßten Neubelastungen des Hausbesitzes, die zu einer Erhöhung der gesetzlichen Miete führen müßten, nach Möglichkeit vermieden werden. Neue Reichsbürgschaften für den Kleinwohnungsbau Zu den Mitteln, mit denen das Reich den Wohnungsbau besonders wirksam beleben kann, gehören die Reichsbürgschaften, wie sich aus der Tatsache ergibt, daß das erste Kontingent von 150 Millionen Reichsmark bereits voll ausgeschöpft ist. Um vor allem den Kleinwohnungsbau zugunsten der weniger bemittelten Volksgenossen weiter zu fördern, ist die Bereitstellung neuer Reichsbürgschaften vorgesehen. Die in diesem Zusammenhang genannte Summe von 20 Millionen Reichsmark wird an unterrichteter Stelle als zu gering bezeichnet. Es sei vielmehr eine ausreichende Erhöhung des Reichsbürgschaftskontingents eingeleitet worden, so daß die Maßnahmen weiterhin nicht ins Stocken kommen. 8 Millionen RM. Dreimarkstücke wurden nicht eingelöst Die neueste Uebersicht des Reichsfinanzministers über den Stand der Münzprägung am Jahresschluß 1935 zeigt, daß die neuen handlichen Fünfmarkstücke sich schon weitgehend den Markt erobert haben. Mehr als 565 Millionen Reichsmark sind davon bereits ausgeprägt. Mit weiteren 200 Millionen Reichsmark wäre der frühere Gesamtbestand an Fünfmarkstücken bereits erreicht. Von den alten Stücken sind noch rund 400 Millionen Reichsmark im Umlauf. Die Zahl der neuen Einmarkstücke aus Nickel hat sich auf rund 230 Millionen Reichsmark erhöht. Die alten silbernen Einmarkstücke sind bis auf 63 Millionen Reichsmark eingezogen. Von den Dreimarkstücken. die bekanntlich restlos ungültig geworden sind, sind 7,8 Millionen Reichsmark nicht eingelöst worden. produktionsentwicklung beim Stahlverein Einer Uebersicht über die Hauptproduktionsziffern der Betriebsgesellschaften der Ver. Stahlwerke für das Vierteljahr Oktober—Dezember 1985 ist zu entnehmen: Kohle Kots Roheisen Rohstahl Viertels. Okt.—Dez. 5 446 520 Tonnen 1815 864 Tonnen 1 486 243 Tonnen 1514 755 Tonnen Viertelj. Juli—Sept. 4 984 460 Tonnen 41 637 147 Tonnen 1 827217 Tonnen 1 452 821 Tonnen Starke Entlastung der Reichsbank Nach der starken Anspannung des Noteninstituts zum Jahresultimo, die in einer Zunahme der Kapitalanlage um 639,6 auf 5299,5 Millionen Reichsmark zum Ausdruck kam, brachte die erste Januarwoche, wie sich aus dem Ausweis der Reichsbank vom 7. Januar 1936 ergibt, eine starke Entlastung, die mit einer Abnahme der Kapitalanlage um 695,7 auf 4603,9 Millionen Reichsmark die Ultimobeanspruchung noch übersteigt. Der Entlastungsprozentsatz beträgt 108,8 v.., während er zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres nur 97,4 v. H. betrug, dagegen zum gleichen Zeitpunkt des Jahres 1934 sogar 115,4 v. H. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellte sich am 7. Januar auf 6012 Millionen Reichsmark gegen 6125 Millionen Reichsmark zur gleichen Zeit des Vormonats und 5661 Millionen Reichsmark zur gleichen Vorjahreszeit.„Die Zunahme der sonstigen Aktiven um 82,5 auf 727,9 Millionen RM. entfällt zur Hälfte auf den Rückfluß von Rentenbankscheinen. Die Deckungsbestände zeigen eine Abnahme um 70.000 Reichsmark auf 87,6 Millionen Reichsmark, und zwar erhöhten sich die Goldbestände um 53000 Reichsmark auf 82,5 Millionen Reichsmark, dagegen verringerten sich die deckungsfähigen Devisen um 123.000 Reichsmark auf 5,1 Millionen Reichsmark. Eine Tilesenleistung U. a. Wegebauten mannigfaltigster Art, wurden im vergangenen Jahr mit den von der Rentenbank=Kreditanstalt der Arbeitsbeschaffung zur Verfügung gestellten Mitteln ausgeführt: Forstwege, in großem Umfange besonders in Bayern, Wirtschaftswege, die infolge von Feld= und Flurbereinigungen oder Moor= und Oedlang#uttigierungen dringend erforderlich wurden, Neuanlage, Verbesserung bzw. Ausbesserung ländlicher Wege und Straßen bis zur Grenze der Kreis=Chaussee. Aneinandergereiht, würden diese Wege eine Strecke von rund 6150 Kilometer ergeben. Das entspricht etwa der Länge des Seeweges Hamburg—Newyork.(Siehe auch den nebenstehenden Artikel.) Drei Minuten dauert die Herstellung eines Radiogehäuses aus Kunststoff Die Verarbeitung von Kunststoffen oder plastischen Massen nimmt in Deutschland einen sehr breiten Raum ein, nur noch die Vereinigten Staaten stehen in der Produktion von Kunststoffartikeln mit uns auf der gleichen Stufe. Als Rohstoffe für die verschiedenen Kunststoffe können Baumwolle, Kohle und Carambid gelten, hinzu treten noch Beimischungen von Holzmehl, Asbest usw., und es entstehen Stoffe, die wir mit Bakalit, Kunst= oder Edelharz usw. bezeichnen, und aus denen wiederum die mannigfaltigsten Artikel wie Schalter, Knöpfe u. a.., ja sogar Zahnräder und sonstige Maschinenteile sowie Radiogehäuse hergestellt werden können. Kleinere Sachen werden zumeist gespritzt, wodurch auch eine Maserung des Materials möglich ist, zudem erübrigt sich die Nacharbeitung der Gegenstände; größere Sachen werden gepreßt. Für das Spritzen und Pressen von Kunststoffen wurden ganz neue Gattungen von Maschinen entwickelt, und zwar ist diese Entwicklung heute noch immer im Gange. Kunstmasse ist der Werkstoff der Zukunft. Gepreßt wird meist in zweiteiligen Stahlformen, die durch Hand, hydraulisch oder Oeldruck betätigt werden. Genau abgewogen, wird der Kunststoff als Pulver oder Tablette in die Gußform gebracht, wo er sich binnen wenigen Sekunden verflüssigt. Die Temperaturen beim Pressen liegen bei Kohlenharzen bei etwa 165 Grad und bei Carambid bei 145 Grad. Die Pressung geschieht unter erheblichen Drücken, die mit 20 Tonnen schon bei Handbetrieb erreicht werden, während die größte bisher erbaute Kunststoffpresse mit 1500 Tonnen Preßdruck arbeitet. Das bekannte Kunststoffgehäuse unserer Volksempfänger wird auf einer Presse hergestellt, die mit 400000 Kilogramm Druck arbeitet. Für die Pressung von größeren Gegenständen wie Radiogehäusen kann man etwa 3 Minuten Preßzeit annehmen. Kleine, dünnwandige Gegenstände werden in 10 bis 20 Sekunden gepreßt. Dabei werden von einer Maschine gleich mehrere Gegenstände gepreßt, so daß bei den neuesten Maschinen etwa 100 Gegenstände binnen wenigen Sekunden gepreßt werden. Gepreßte Kunststoffartikel kosten nur etwa ein Drittel soviel wie Spritzmassen, die neuerdings in Automaten angefertigt werden. Gepreßt werden auch die in Form und Aussehen gefälligen Telephonhörergriffe, deren Herstellung nur 5 Minuten dauert, wobei alle Drähte und Metallteile gleich mit eingepreßt werden. Im Jahre 1934 gab es in Deutschland etwa 600 Kunststoffvressereien. Das jetzt vergangene Jahr 1935 wies bereits mehr als tausend Betriebe auf, von denen der weitaus größte Teil freilich kleinen und mittleren Umfang besitzt. Börsen weiter freundlich Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Börse eröffnete bei freundlicher Grundstimmung mit kleinen Kursabweichungen nach beiden Seiten. Das Geschäft hielt sich, von einigen Werten abgesehen, in engen Grenzen. Am Markt der fortlausend notierten Werte waren die Umsätze teilweise etwas lebhafter. Montanaktien gut gehalten, Rheinstahl ½ Prozent und Stahltrust ¼ Prozent höher. Deutsche Erdöl holten ihren Anfangsverlust von 5 Prozent nach den ersten Umsätzen auf. Rheinische Braunkohlen gewannen zirka 1 Prozent, Hoesch, Mannesmann leicht gedrückt. Auf ungefähr letzter Basis waren von Chemiewerten Farbenindustrie im Verkehr. Maschinenwerte lagen fest, Muag knapp 1 Prozent erhöht. Von den Elektrowerten wurden RWE. ¾ Prozent billiger abgegeben, Siemens etwas befestigt. Kaliaktien ruhig, Wintershall weiter ½/ Prozent fester im Handel. Am Markt der Sonderwerte hatten Westdeutsche Kaufhof, die zunächst ½ Prozent und dann ¾ Prozent anzogen, sehr lebhastes Geschäft. Der Rentenmarkt tendierte freundlich. Der Kurenmarkt verkehrte in fester Haltung, bei lebhaften Umsätzen in Kohlen= und Kaltwerten. Von den Kohlenkuren hatten Constantin auf 75 Reichsmark und Deutschland auf 100 Reichsmark höherer Basis mehrsache Umsätze zu verzeichnen. Auf erhöhter Grundlage waren Graf Schwerin weiter stärker gefragt, die gegenüber dem Vortag 200 Reichsmark höher basierten. Lebhafte Umsätze hatten Diergardt, die ungefähr 100 Reichsmark fester den Besitzer wechselten. Auch Heinrich waren erhöht. Der Braunkoblenkurenmarkt lag gut bebauptet. Es kam hier jedoch zu keinen Umsätzen. Etwas erhöhte Nachfrage zeigte sich für Gute Hoffnung. Am Kalikurenmarkt gewannen Beienrode 30 Reichsmark und blieben zu erböhten Kursen wetter gefragt. Von den Werten der Aschersleben=Gruppe waren Neusollstedt zum VortagsAngebotskurs im Verkehr. Von den Elsässerwerten gewannen Marie=Luise zirka 100 Reichsmark und Max=Kure 175 Reichsmark. Mariaglück, Braunschweig=Lüneburg und Hope blieben zu letzten Kursen gesucht, ebenso Ransbach, die 100 Reichsmark fester lagen. Im Freiverkehr war der Kohlenaktienmarkt bei lebhaftem Verkehr fest. Bergbau=Lothringen wurden ½ Prozent böher aus dem Markt genommen und blieben so weiter gesucht. Ewald—König Ludwig gewannen bei mehrfachen Umsätzen zirka 1½ Prozent. Auch Niederrbein. Bergbau waren zu guten Kursen im Handel. Am Kaliaktienmarkt waren nach der letzten Erbolung Burbach rückgängig und gingen zirka 1 Prozent niedriger um. Der Kassamarkt tendierte still bei gehaltenen Kursen. Die Börse schloß eher etwas leichter. Berliner Börse Die Börse eröffnete nicht so fest wie man vielfach erwartet hatte. Das Publikum verhält sich noch ziemlich abwartend, da es sich wiederholt bisher gezeigt hat, daß die festere Haltung an den Börsen nur von geringer Dauer war. Das Ausbleiben der Publikumsaufträge nahm die Kulisse dann zum Anlaß, die am Mittwoch eingegangenen Verpflichtungen zum Teil wieder glattzustellen. Daher erklären Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 9. Jan. eiech un Alieien bernt. Aeraneth Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notierungen 9. 1. 9..13.1. Atbestz.. S% Hlossch.8% Krupp Rll. 3% Mitteistahl 8% Ver. St. RM. Buderus... Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Otsch. Erdol v. Reichsbahn .8. Farbenind. Feidmöhle. Felten& Suille Goldschmidt Harpen... Hoesch-Köln Kall-Aschersl. Schlus 104.0010.25 104 12/104.00 103.25 95.00 95 00 103.04103.00 106 12/108.82 121 001120.37 148.00148.25 115.0914.50 114.59—. 109.00108.50 109.12/109 62 84.50) 85.50 Sstegn Masch. Untern. Reichsbank Rhein. Braunk. Rhein. Stahlw. Rh-.-Elek. Salzdetfurth Schuckert& C. Siemens a Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh.— Westeregein 5 Wintershall Zellst.Waldhof8. 1. 19. 1. 19. 1. Div AntanglSchlus Kassa 3 81.75 81.25 81.25 78.75 74.75 180 25 78.12 78.12 — 74.87 78.25 12 179.29 5 12/212.00 212.00 212 00 41198.50, B 0 M 6/127.25127.50 12. 12122 Jzh###. 100r Gordh.46 122.37 S 165.37/165.00 164.87 90.12 90 62 75.00 74.75 75.12 27.50 27.00 27.62 —.—118.75 118.75 99.25 96.75 99.50 8. 1. Oiv Balcke Masch. Berg. 6. Dahl. V. Sonner Bg. u. H. Sösp. Walzw. Braunk Zuk. * 1. Bruckd.-Wietl. Schluelsurbach Kel. 46 80 73orien., Aitteror. 78.50) ss. Hosk.-Gr. 74.00 Mgs. Masch. 8 178.5019rnamit A. Rod. —.-eschw. Berg, V 105 90 3as-u. So. 3. 128.00/31Ockauf- B. 46 1181 00s3ebr. 80sch. 46 (Einheitek.) Kuxe Steinkohlen 9. 1. 8. 1. 9 #L5L6 CarolssMl. 4000 4209 3950 Bernharem. 1150|1250— Kall Beienrode 830 ggg 830 .——.122.00 Nests. 18400— S40S Ralikere .5 5300 5905 — 6000 3250 340 13002209 2250— (eroolesoo eso2 Hope 140048 lisenburg 290 Steiohehle g“„ Menel 32902450 Braunkehlen g. 1. 1 S. 1. Mer..2323/2525 6 1 81618 Heusollst.220024 Const. d. Deutschl. Schwenn Heinrich 6050 390 3600 9300 6450 425 3800 9800 6000 380 3450 9250 Bruchd.-A. Gutehlofin. Lsonherg 3800— S700SSOOergart Lecnherd 8T00sS1o0e80 9100 Westtalen Siche 10700 1 1200 10700 1 1209Bellerh. Sscha Pude“ Neu-Staßt.——— 410/81S9tr. I.-WWintersh. iaroolssoo#so 9700 brausschm H 660Einigseit 3800Erichsse 932 fabign leimbeld 4400 4750 4400/4600Ransbach 8000 800— 890— Reicheld.— 8800|3900— secdfhüringen— 2400 2400 7000 Hochtiot 40. 89.09 abelw. Rheyct 74.75/4al-Chemie 27 00 Mülheim. Berg. 118 878hein, Metall 98.62/3hein, Spiegel. Roodery; Grnk. 32851-0 Schleß-Oefries Schleg. Scharp. Waggonf. Uerd. Wasserw. Geis: Bankaktien 9..1 8. 1. 72.0 70.0 100.0100 125.0124.0 138 0/1330 136 1140 104.6/102 —. 110 110.0110 197.5196 125.6122 7 134 5/135 133.11334 93 3·93. 400 00 9..18 I. 5[125.0125.0 — 235.0230.0 40 760 0760.0 6 96.0 96.0 — 230.0230.0 — 123.0123.0 82.9 82.5 92 2 82. 106.0109 149 2149 eb 8450Serin. Hand. 8. 345MCom.- u. Pg.-B. 0. Bank u..-G. Dresdner Bant Rb. N. 80. Cf.851 7 Vestd. 8..-4 S 2400 Vereicherungeaktien 2404— 90. 4 2400###ch.-Möncn. F. 70 1180 1130 O2159 2359Asen. Rbervers 14.4/229 5/220 5 SAgg- 2. A Pl)!“— 1409.0/400 12.9/246 5445.0 .6/192 4192.0 BAOOBD Agge,..— 500 430 S00AI.- u. Stutt g. 12.5 400 3301— Llll.-.911.-9 — 113 6 84.1 83.6 32.5 82.3 84.0 83.0 119 7113 94.8 91.4 Zolonis,.-V. K. Jolonis Rückv. Zladb. Feuerv. Köln, Hagelv. (öln. loy0 A. V. Köln, Rückv. gr. doln.Röckv. kl. S. Rentenwerte 94.5 94 365 Rhw..-Cr. Ghyp.99.0 98 0/8 Pfd. S. 4. S. 12. 10 53.0 57.5 dto, Gto..1 76.8 76.7/3½ dto. dto. S. 11 101.3 # Oto. Goid.-Kom 1926. 1927 8.—6 94.0 s Wd. Bod. Gpfd. 6 41o. Em. 3, 9/12, 14 95.5 95.5 Freiverkehrs-Aktien 9. 1. 8. 1. 6 8 88 idier K. 62.5 65.5 62.5 65 0 zurd. K. 45.5 47.5 46.5 48.5 2198 C. 103.0—. 103.0 .=K0.Lu 83.0 85.5 82.0 84.0 Joedh. h109 S112.5193.5s112.5 96.0 101.5 94 0 57.0 78.7 80.0 66.0 64.0 87.0 81.0 15.0 33.0 80.0 67.0 66.0 45.0 65.0 900 jann. K. 1vmb. On „ethrin. othr. 6. danst. 438ch. Kr 4m. bere #n. 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" Eisenhand. 1. 12174.0170.0 0 52.1 52.1 37.9 37.0 84.2 84.2 79.2 72.0 .7 119.2119.0 9192 99 6/115.0 9 93.0 116.7 S 115.0s113.5 136.2 95.0 109.9 91600 91.0 31383 78.7 70.0 .7 138.0 107.0105.6 94.2 109.0 160.0 Dürener Metall Orckersh. Widm. lektr. Lieferg. „ Lichts. Kr. 68 Engelh. Brauerei Enzinger Union (einer: Laurahotte sgruben Lindes Els Kingnerwerke oront a. 99.0 106.5 5129.5 7120.8120.0 9141.|139.5 7432.9/131.5 9 F. 126 5 (109.6107.2 Feinjute bPhar.. e. German. Cem. Ges. J. e. Untem. Sildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Tertl Guanoworke ackethel Draht Hagede Hamb. Elektr. Hllpert Masch. Hinor.-Aufterm. Hoffmann Stärke Hohenichswerke Holzmann#. Hetelbstr.-Ges. Dies Bergbe: Ass Goms ##enbeck brau. bunghans Gebr. 106.7 7118.5 10 65 96.7 31 18 5 0 81.7 5 97.2 75 135.0 124.0 0 19.6 0 94.0 71317 8/150.5 45 128.0127O gag be 4 90.3 35.1 A. Panun 107.0 grast. i. opast! Oenabr. Kupfer 193 1107.0 4 99.5 9S. 4Pongs 6 Taha 6s125.0125.2 118.2ghein. El. Werke —. In Rbein.-W. 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Berg Obl. 193.0 103.7 Daimier Benz Odl. 106. 0105.7 Köcknerv. Obl. Mont Cenis Obi. I# Ver. Stahl 60 15 Ver. Stahl 47/31 Verkehrewerte A. 6. für Verkehr Soch. Geisenk. Hamb. Amer. Pak. Hamd. S0damer Aordd. Lioye 91.6 89.5 15. 15 17. 17.2 Rentenwerte /5 Ot. R. Schatz. 41 1 Ot. R. Anleihe 44 109.4/15 O. R. ounganl. „. I“ Reichebahn Sch. 83.8Nestfalen Altbssltz 143.845 Bochum Anl. 131.4415 Ouisburg. Anl. 101.816 Ddsseld. Anl. 90.945 Elberfeid. Anl. 97.845 Lovon Anl. 97.0 103.0 98.7 110.2 90.7 98.4 92.2 90.0 99 5 98.7 109 94.0 96.0 95.7 95.4 95.2 3 Siem. u. H. Obi. Farbenbonds Imsch. Anleihe 102. 8 102 6 103.2103.6 92.2192.5 932 93.0 98.0 98.0 150.0 150.5 123 3122.7 87.7 87.7 9. 1. Geld 9. 1. Brief 7. Schuldb. F. 38 3. Schuldb. F. 38 R. Schulcb. F. 40 3. Schuldd. F. 42 R. Schuldd. F. 42/8 97.0/ Essen Steink. 42 103.015 Harpener 4# 45 R. V. E. 326 .15 R. V. E. 90 93.0145 Ruhrchemie 4 91.045 Ruhrges 83 98.2145 Ruhrwasser 59 89 7/45 Runrwohng. 86 94.245 V. E. W. 3 96.5 97.0 96.4 97.0 96.5 1000 94.5 95.5 93.0 B4.i 100.0 92.0 94.0 93.3 95.0 91. Westtalenbank.-G. Austahrungsamtllener 9 8 Bochum nkgesenat1e Commerz- und Privat-Bank PinlaleBsclan! Wilhelmeplatz—4 Ferneprecher 60031 Seite 10 Nr. 8 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 10. Januar 1936 tettuette #E W W S Ne Aufführungs. ü AM Nach aep ins igees uunsog zueg Frorkopionaus sich einige leichte Rückgänge zu Anfang der Börse. als dann Aufträge einliesen, änderte sich das Bild wieder. Die Anleihemärkte lagen ziemlich ruhig. Altbesitz wieder etwas fester. Kommunale Umschuldungsanleihe und Reichsschuldbuchforderungen unverändert. Reichsanleihen kaum verändert. Pfandbriefe und Kommunalobligationen gut gehalten, letztere teilweise ¼ Prozent höher. Auch für Stadtanleiben war die Stimmung ziemlich freundlich. Die Aktienmärkte lagen ziemlich ruhig. Am Montanaktienmarkt gab es zunächst leichte Rückschläge, die aber dann, ausgehend vom Stahlverein(Dividendenhoffnungen), wieder eingeholt wurden. Soust fielen mit größeren Veränderungen auf: Deutsche Linoleum plus 2½ Prozent. Siemens 1 Prozent schwächer, Rhein. Elektrizität plus 2¾ Prozent, RWE. 1½ Prozent niedriger, Dortmunder Union plus 2 Prozent, Verkehrswesen plus 1 Prozent. Der Verlauf war ruhig, aber fester, besonders für Montanwerte. Der Schluß war ruhiger und teilweise eber etwas schwächer auf Abgaben der Kulisse. Der Geldmarkt war wieder außerordentlich leicht. Tagesgeld 2 bis 2¼ Prozent. Am Devisenmarkt notierten: Amtlicher Pfundkurs unverändert 12,28, Dollar unverändert.488, Gulden 168,90(168,80), französischer Frank 16.42(16,41), Lira unverändert 20.00. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. An der Abendbörse war eine gewisse Unsicherheit vorverrschend. Kaufaufträge der Kundschaft lagen vor. An den Aktienmärkten nannte man im Vergleich zum Berliner Schluß meist nur knapp behauptete Kurse. Der Rentenmarkt lag still und auf dem Stande der letzten Mittagskurse behauptet. Die Auslandsbörsen Newyork: Freundlich. Amsterdam: Uneinheitlich. Paris: Freundlich. London: Unregelmäßig. Brüssel: Widerstandsfähig. Mailand: Kaum stetig. Wien: Fest. Zürich: Behauptet. Getreidegrotmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 kg * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 9. Januar: 49.75(Vortag 50) Reichsmark für 100 Kilogramm. Aluminium, 98 bis 99 Prozent, Bl.: 144 Reichsmark; Aluminium, Walz o. Dr.: 148 Reichsmark. Weitere Diskontermäßigung in Frankreich Die Bank von Frankreich hat ihren Diskontsatz erneut um 1 v. H. auf 4 v. H. ermäßigt. Gleichzeitig ist der Zinssatz für Vorschüsse auf Wertpapiere von 6 v. H. auf 5½ v. H. und der Satz für Vorschüsse bis zu 30 Tagen von 5 auf 4 v. H. herabgesetzt worden. Die bisherigen Sätze waren seit dem 31. Dezember 1935 in Kraft, mit Wirkung dieses Tages war eine Ermäßigung um je 1 v. H. erfolgt. In Berlin wurde mit einem Stammkapital von 20000 Reichsmark die Handelsgesellschaft für Rundfunkgeräte m. b.., Berlin SW. 68, Wilhelmstraße 130, in das Handelsregister eingetragen. Als Zweck der Gesellschaft wird angegeben: Ein= und Verkauf von Rundfunk=Empfangsgeräten und deren Zubehör zum Schutze des Marktes in der Rundfunkwirtschaft. Damit ist die bereits vor einiger Zeit angekündigte Auffanggesellschaft geschaffen worden, die die Verwertung der Lagervorräte der zahlungsunfähig gewordenen Rundfunkgerätefabriken durchführen soll. An der Fahrt nehmen teil: IDA WUST, PAUL HENCKELS, PAUL HEIDEMANN, HILDE KRUGER .... ja, da kann man an der Relling Passagiere spucken sehn“ Dezu: JA ck und ut 1000 Mark Belohnung Sonntag ab.30 Uhr, werktags ab.30 Uhr Ganz Bochum steht auf dem Kopf Unter westfälischem Güterrecht. * Testament 1000. Sofern nicht in gültigerer Form — gerichtlich oder notariell— ein anderes Guterrecht von den Eheleuten vereinbart war, bestand in beiden Ehen die westfälische provinzielle Gütergemeinschaft, jedem Ehegatten gehörte die Hälfte des Gesamtvermögens. Bei Eingehung der zweiten Ehe des Vaters mußten seine Kinder erster Ehe mit ihrer mütterlichen Vermögenshälfte abgefunden werden. Die Hälfte des Vaters ging mit in die zweite Ehe. Diese Hälfte, und das von der zweiten Frau eingebrachte Vermögen bildeten das jedem Ehegatten zur Hälfte gehörige Gesamtgut der zweiten Ehe. Nach dem dann erfolgten Tode des Vaters setzte die zweite Frau mit den aus dieser Ehe hervorgegangenen Kindern die Gütergemeinschaft fort. Die Kinder erster Ehe des Vaters konnten nunmehr ihr väterliches Erbteil von der Stiefmutter beanspruchen. Diesen Anspruch können Sie auch heute noch geltend machen. Er besteht in zwei Fünfteln der väterlichen Vermögenshälfte, also zusammen zwei Zehnteln des Gesamtvermögens der Eheleute am Todestage des Vaters.(Das Testament des Vaters ist nicht nur aus dem von Ihnen angegebenen Grunde— nicht selbst geschrieben— ungültig, sondern u. E. auch deshalb, weil in diesem Falle— bei beerbter Ehe— die Eheleute nur gemeinschaftlich testieren können.) Das Testament gilt also als nicht vorhanden. Zuwendungen der Stiefmutter an eines ihrer Kinder, können den Anspruch der Kinder erster Ehe an sich nicht beeinflussen. Wegen der Berichtigung des Grundbuches können Sie unbesorgt sein, da bezüglich der Anteile der Kinder erster Ehe die Stiefmutter nicht als Eigentümerin eingetragen werden kann. Das Vermögen der Stiefmutter fällt gesetzlich auf ihre eigenen Kindern. Ob sich die Geltendmachung des Anspruchs der Kinder erster Ehe jetzt empfiehlt, können wir nicht beurteilen, weil doch nach dem Entwurf des Testaments die Absicht bestand, die Kinder aus den beiden Ehen gleichzustellen. Die Kinder erster Ehe sollten also auch später die Stiefmutter mitbeerben. Dieses müßte allerdings auch letztwillig verfügt werden. Wir raten zu gütlicher Aussprache und Einigung. Vereinsrecht. H. S.., Weitmar. 1. Die im Vereinsregister des Amtsgericht eingetragenen Vereine(e.) sind„juristische Personen“, die den Bestimmungen der§§ 21 ff. BGB. unterstehen. Nicht eingetragene Vereine gelten als„lose Gesellschaften bürgerlichen Rechts"—§§ 54 ff. das.— 2. Für die Schulden eines eingetragenen Vereins haftet nur das Vereinsvermögen, für die eines nicht eingetragenen Vereins haftet der Handelnde versönlich, unbeschadet der Haftung der durch den Handelnden vertretenen Vereinsmitglieder.— 3. Ein nicht eingetragener Verein kann zwar verklagt und gegen ihn Zwangsvollstreckung betrieben werden, er selbst aber kann als solcher nicht klagen, das kann nur die Gesamtheit der einzelnen Mitglieder des Vereins— die zur Durchführung einer Klage jemand Vollmacht erteilen können. Verschiedenes. A. M. Wenn bei einer militärischen Bestrafung für entehrende Straftaten auch die Versetzung des Soldaten in die 2. Klasse des Soldatenstandes angeordnet war, dann durfte der Verurteilte weder die Reichs= noch die Landeskokarde tragen. Bestimmungen über Fortfall nur einer Kokarde gab es u. W. nicht. Kleine Anzeigen gibt man da auf, wo man sie zu suchen gewohnt ist, im Bochumer Anzeiger Eine Vergessene Aaschine kauft tagelung heip einem fortschrittlichen Autobetrieb stand abseits ein neuzeitlicher Oelspülapparat. Es kam nur selten Arbeit für ihn, weil die vielen Autofahrer den eigentlichen Wert dieser wichtigen Maschine nicht kannten. Während bei dem üblichen Oelwechsel, bei der normadies der Meister der Wagenpflegeabteilung erklärt, klingt das recht überzeugend und wie viele Autobesitzer würden keinen Oelwechsel mehr vornehmen lassen ohne eine solche gewissenhafte Oelspülung, wenn sie wüßten, daß es überhaupt eine derartige Maschine gibt und wo sie steht. Nun kommt wieder die alte Aufgabe: Wie wird dem Laien Verständnis für technische Notwendigkeiten beigebracht? Manche technische Anzeigen sind oft nur dem Fachmann verständlich und andere wieder repräsentieren nur und der Laie erkennt nicht die Wichtigkeit des Angebots zur Erhaltung seiner eigenen Sachwerte. Es muß aber doch auch einen Weg geben, um allgemeintheater B O CHUM Freitag, 10. Jan., 20—23 Uhr. Vormiete C 12: Egmont Trauerspiel von I. W. von Goethe. Samstag, 11. Jan., 20—22.15 Uhr Außer Vormiete: alh in Hinterhaus Preise: 0,30 RM. bis.50 RM. Drahtgeflechte. Weidendrähte, Stacheldrähte Bindedrähte billigst! Große Läger Rösler& Lönne Drahtwerk Bochum, Redemptoristen straße 28/30 und Wattenscheid, Gertrudisstr. 60—62 Radio Geräte u. Zubehör Schröder Kortumetr. 25 Der ölschlamm im Kurbelgehäuse Am 12. Januar, am Eintopssonntag, heißt die Parole: Ein einziges Gericht, ein einziger Wille und ein einziges Volk! verständlich und interessierend dem Laien die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit derartiger Oelspülungen klarzumachen. Mit verschiedenen Anzeigen wurde für die Oelspülung mit dem neuen Gerät geworben. Eine davon ist im Bilde gezeigt. Von dieser Zeit an verlangten so viele Autofahrer eine derartige Oelspülung, daß die Maschine tageweise heiß lief. Glauben Sie, dieser Erfolg wäre durch Anzeigen mit abgegriffenen Schlagworten ebenso eingetreten? Und weiter: 4801 Wagenbehandlungen mehr Mit den so gewonnenen Erfahrungen wurde auch für die Wagenpflegeabteilung geworben, die dieser vorausschauende Autobetrieb mit ebenso fortschrittlichen Maschinen ausgestattet hat. Da aber viele Autofahrer nicht wußten, wie viele Einzelbehandlungen in einer normalen Wagenpflege enthalten sind, wurden diese in einer Anzeigenserie erläutert; z. B. die sorgfältige Reinigung der beweglichen Teile des Bremsgestänges, das bocken der Wagen mit modernen hydraulischen Hebebühnen, damit auch die unteren Organe des Wagens mit einem Druckwasserstrahl von 14 Atmosphären gründlich gesäubert werden können, das Einnebeln“ der unteren Chassisteile mit einem ölhaltigen Rostschutzmittel, die zahlreichen Spezialschmierungen und sonst Wichtiges über die äußere und innere Reinigung des Wagens. Mit den üblichen Anzeigen„Wagenwaschen für nur RM....“, selbst mit Schlagworten wie„gewissenhafte Wagenpflege“ hätte niemals so viel Vertrauen geweckt werden können. Die Tatsache, daß gegenüber den Vergleichsmonaten im vergangenen Jahre 4801 Wagen mehr behandelt wurden, ist auch hier ein treffender Beweis für die Richtigkeit der dargelegten Gedankengänge. (Nachdruck, auch auszugsweise, nur nach Genehmigung.) muß von Zeit zu Zeit beim Olwechsel durch Olspülung entfernt werden. Mit 2 bis 3 Liter Spülöl den Motor laufen lassen genügt nicht, well trotzdem alte Olrückstände nicht restlos entfernt werden können. Durch einen besonders konstruierten Spülapparat flltrieren wir ständig das Spülöl, so daß 50. 100 oder 200 Liter sauberes Ol durchgespült werden, das zuverlässig die Olkohle entfernt und die verschlammten Lagerstellen reinigt. Wer das Herz des Wagens gesund und seinen Wagen länger wertvoll halten will, sorgt so für geringeren Verschleiß der Kolben und der stellen. Der Preis von RM..— bis RM..— für eine ausgiebige Olspülung dankt der Wagen durch zuverlässige Leistung. Fragen Sie Meister Kurrlein len Oelspülung das Spülöl zwangsläufig verunreinigt wird und dadurch trotzdem Rückstände hinterläßt, reinigt bei dieser Spülmaschine ein eingebautes Filter immer wieder das Spülöl. Dadurch ist es möglich, je nach Bedarf 50, 100 oder gar 200 Liter sauberes Spülöl durch das Motorgehäuse zu leiten und es von Schlacken gründlich zu reinigen. Durch diese Reinigung wird die Lebensdauer und die Leistung des Motors erhöht. Wenn Miele Fahrräder a. Meier- Fehrräder Bernh. Lücking. Bochum-Weltmer Neulingstraße 64, Ruf 814 35 K S Gannstatter Str. 40-46, Rul 40846 Für KleinAnzeigen privater Art im„.A. ermäßigter Millimeterpreis Unterricht Primaner erteilt Nachhilse und beaussichtigt Schularbeiten. P. E. 82661 Anz. Hautjucken sein usw. Erfolgreiche Behandlung mit Leupin=Ereme und Seise. Seit über 20 Jahren bestens bewährt. Stadt=Drog. B. Altmitus. Bongardstraße 12 Drogerie Fischer. Kortumstraße, ucke Nottstr. Westfalia=Drog. do. Wivvermann, hattinger Straße 34. Drogerie Frings. Kortumstraße 97. In Bochum=Linden: Drogerie A. Feuerstein. In Werne: Bismarck=Drogerie Td. Leveninc Verkaufsangebote und Kaufgesuche gibt man als Klein=Anzeigen im „Bochumer Anzeiger“ auf. 11 Nr. 8 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 10. Januar 1936 - Sstebnisse alle POIENEN „jünger sochatenP RYESEN Die Kenttenberanberde und was aaltn kan. Als Jahrgang 1897 wurde ich im Kriegsjahr 1916 eingezogen. Ausgebildet wurden wir in Griesheim bei Darmstadt bei den Einundachtzigern. Als vier Wochen um waren, kam mittags, als wir vom Dienst zurückkamen, der Befehl: Jede Kompagnie muß 50 Mann stellen als Ersatz für Beverloo(Belgien). Auch ich war unter den Glücklichen. Der Dienst war stramm, aber unser Unteroffizier hatte auch Sinn für Humor. Bei der Gruppenausbildung hatten wir meistens das Ziel: „Richtung Wassergraben, Sprung auf, marsch, marsch, hinlegen, aussaufen!" Einmal haben wir uns beschwert, wir hätten zu wenig Kohlen. Es dauerte noch nicht bis zum Abend — wir waren am Gewehrreinigen— da kommt unser Unteroffizier.„Jungens, mitkommen, Kohlen empfangen!“ Wir bekamen anstatt einen halben Eimer drei Eimer Kohlen. Dann kam der Befehl:„Alles um den Ofen setzen, Tür auf! Einen Eimer voll hineingeschüttet!“ Der Ofen war in einer halben Stunde rotglühend. Dann kam der Befehl:„Ueber den Drillich= anzug Dienstanzug ziehen, lange Stiefel, Stahlhelm. Tür auf, zweiten Eimer hinein!“ Wir schwitzten wie die Bären. Jetzt mußten wir den Mantel anziehen, Affen umhängen, Griffe kloppen. Der zweite Eimer war in einer Stunde erledigt. Tür auf, der dritte Eimer kam an die Reihe. Jetzt Laufschritt marsch, marsch um den Ofen.„Wer noch friert, vortreten!“ Wir konnten uns das Lachen nicht verbeißen.„Na, dann für heute Schluß!“ sagte der Unteroffizier. Wir haben uns wegen zu wenig Kohlen nie wieder beschwert. Ernst Bäcker Appellbutterbrot In Döberitz fand in jedem Jahr vor dem Kriege das Kaiserexerzieren der ehemaligen eisernen Brigade statt, wozu das 2. Garderegiment zu. Fuß(Die Hammel), das Garde=Füsilierregiment(Die Maikäfer) und das 4. Garderegiment zu Fuß(Die blauen Veilchen) gehörten. Wilhelm II. leitete dieses Exerzieren persönlich. Des Morgens gegen 3 bis 4 Uhr rückten die Regimenter von Berlin aus, über Charlottenburg Heerstraße nach Döberitz. Die Rückfahrt ging abends spät von Döberitz mit der Bahn. Es wurde jedesmal ein heißer Tag und jeder freute sich, wenn die Sonne unterging und„das Ganze halt!“ geblasen wurde. Nach der Kritik kam noch der Vorbeimarsch. Da soll es vorgekommen sein, daß S. M. sich nach der Kritik zur Seite wendet und einen Grenadier fragt: „Sag mal, mein Sohn, hast du auch ein ordentliches Frühstück mitgenommen?“—„Jawohl, Majestät", ist die Antwort.—„Dann zeig mal her“, sagt der Kaiser. Und zum Staunen von S. M. zog der Grenadier einen angeknabberten trockenen Kommißbrotkanten aus dem Brotbeutel. S. M. soll sich danach dafür eingesetzt haben, daß seine Grenadiere und Füsiliere in Zukunft mit einem anständigen Frühstück nach Döberitz kamen. Seit der Zeit gab es im 2. Garderegiment zum Kaiserererzieren eine besondere Wurstration, weißes Stullenpapier usw. Dieses Butterbrot durfte aber nicht eher gegessen werden, bis sich der Zug, der uns wieder nach Berlin brachte, in Bewegung gesetzt hatte. Bergntannsnaltalatrtt Mai 1917, in einem kleinen Städtchen Nordfrankreichs, lagerte das 5. Garderegiment. Bei schweren Kämpfen erlitten, wir viele Verluste und erhielten frischen Ersatz zugeteilt. Unter diesem befand sich auch unser neuer Kompagnieführer, ein junger Leutnant von 23 Jahren. Eines Nachmittags hieß es:„Antreten zum Turnen und Spielen!“ Eine Gruppe sprang, eine andere lief, und wir, die Härtesten der Kompagnie, verweilten uns mit Schinkenklopfen. Da sich nicht genügend Freiwillige dazu fanden, wurden die Sünder der einzelnen Züge uns zugeteilt, damit sie schneller ihre Sünden verlernten. Unser rechter Flügelmann, Größe beinahe zwei Meter, Hände wie eine Bergmannspfannschaufel, und noch andere harte Jungen, unter diesen auch drei Bergmänner aus dem Bochumer Bezirk. Wir waren lustig beim Klopfen, als unser Kompagnieführer auch einen Schlag riskierte. Ein schnelles Augenzwinkern, und der Kompagnieführer mußte sich bücken. Schon bekam er einen Schlag, ausgeführt vom rechten Flügelmann mit der großen Hand. Ein Aufschnellen und den Richtigen raten, das ging schnell. Aber ein einmütiges Kopfschütteln, und er mußte sich wieder bücken. So bekam er noch drei saftige auf sein Hinterteil, da war er es leid. Seine Mütze ergreifen, den Hintern reiben und ausreißen, war eins. In Zukunft ließ er sich nicht wieder zu unserm Spiel verleiten. Die gute Handschrift war ihm nicht gut bekommen. A. Rapsch Grenadier Steinhart Die Korporalschaften sind zur Vorbesichtigung zum Generalappell im Revier der Kompagnie angetreten. Ein jeder hat seine Siebensachen auf dem Arm. Der Korvoralschaftsführer steht am rechten Flügel des zweiten 8165=8. 4 „Steinhart:“ sagt der Korporatschaftsführer,„ziehen Sie mal den Mantel an, für den Fall, daß der General bei der Besichtigung Sie den Mantel anziehen läßt.“ Grenadier Steinhart zieht den Mantel an und knöpft ihn von unten zu. Er hat aber einen Knopf überschlagen und den Mantel falsch zugeknöpft. Er knöpft und knöpft und wird nicht fertig. Dem Korporalschaftsführer reißt die Geduld.„Steinhart, wie lange soll ich noch warten, bis Sie den Mantel angezogen haben?“ Steinhart nimmt die Hacken zusammen. „Herr Unteroffizier, es ist ein Knopf zuviel!“ Laß dir die Raare nicht so kurz schneiden Das Regiment lag in Döberitz. Es war im heißen Sommer 1911. Die Hitze machte den Grenadieren viel zu schaffen. Da kommen wir mit drei Kameraden auf den Einfall, uns die Haare ganz kurz(drei Millimeter unter der Haut) schneiden zu lassen. Dieses war verboten, weil zur vorschriftsmäßigen Frisur ein Scheitel gehörte. Zwei Tage später, wieder in Berlin. Unsere Haare kamen eben wieder durch die Haut. Gewehrreinigen auf dem Kasernenhof. Die Mutter der Kompagnie kommt an unseren Tisch. Mützen ab.. Schon zückt der Feldwebel Bleistift und Notizbuch. Pflitsch, Naßhäuer und Löffelmeier um 7 Uhr vor der Schreibder Rasierer in der Kompagnie genannt, einen Scheitel von der Stirn bis zum Nacken einrasieren. 7 Uhr vor der Schreibstube. Unsere Kompagniemutter hatte es eilig und wollte noch zur Stadt. Mit kritischen Blicken musterte uns der Feldwebel hinten und vorne. Für uns war die Situation gerettet, und wir durften wegtreten. Druckposten äuer und Löffelmeier um 7 Uhr vor der stube Scheitel vorzeigen. Oh Herr, was nun! Grenadiers wissen zu helfen. Wir drei ließen uns beim Doktor, sich aber so wurde Druckposten waren beim Kommiß vor dem Kriege sehr beliebt und begehrt. Als junger Rekrut hat man in den ersten Tagen der Umwandlung des Zivilaffen“ zum Soldaten den heimlich gehegten Wunsch, in absehbarer Zeit ebenfalls zu einem Druckposten zu kommen. Als wenn das so einfach wäre. Zweieinhalb Tage waren wir schon Rekruten und die einfachsten Vorschriften des Dienstreglements waren uns bisher nur„nahegelegt“ worden.„Führt euch gut, so habt ihr es gut“, hörten wir immer wieder als besondere Empfehlung. Zapfenstreich war geblasen und die diensthabenden Unteroffiziere befanden sich auf dem Wege von Stube zu Stube, um sich zu überzeugen, ob alles ordnungsgemäß zu Bett lag und die halbe Montur vorschriftsmäßig auf dem Schemel vor dem Bett aufgeschichtet war. Die Tür geht auf, der Stubendiensthabende macht den Unteroffizieren seine Meldung. Alles in Ordnung. An der Tür dreht sich der Sergeant noch einmal um und fragt, wer von der Korporalschaft gut radfahren könne. Fünf Mann flitzen hoch und brüllen: Hier ich! Ich!“ Einer bemerkt nachträglich:„Ich fahre sogar Motorrad." Der Sergeant erklärt beim Aufschreiben der Namen, daß das Bataillon tüchtige Leute brauche und Motorradfahrer kämen besonders erwünscht. Sie sollten sich morgens nach dem Wecken sofort beim diensttuenden Unteroffizier melden, der würde alles Erforderliche veranlassen. Lange noch unterhielten sich die Leute die sich gemeldet hatten, über das zu erwartende Glück und die verschiedenen Kompagnie=, Bataillons= und Regiments=Druckposten und noch darüber hinaus. Das Wecken war kaum verklungen, da waren unsere fünf„Druckposten=Aspiranten“, schon fertig. Als die Kaffeeholer heraustraten, kommt der Unteroffizier vom Dienst und holt die Radfahrer ab. Auf der Wachstube werden ihnen Eimer und Besen in die Hand gedrückt und zu ihrer Verwunderung wird ihnen bedeutet, daß sie anstatt auf den Rädern, auf der Treppe der Kaserne herumfahren dürften. Der Motorradfahrer erhielt einen Schrubber mit dem Bemerken, damit ordentlich über die Latrinen des Militärfiskus zu fahren, bis alles blitzsauber sei. Paul Heinz Eine neue Uberraschung Die große Sensation Liobe Tou Toulel Das Flaschenteutelchen. Ein spannender Ufa-Film um eine geheimnisvolle, unzerbrechliche Flasche. ** * A TOMMIX räumt auf (ain Pllm in deutscher Sprache) Ein feuriges Spiel aus dem wilden Westen, ein Film voll erregender Abenteuer— Im Mittelpunkt der spannenden Handlung steht der beliebte Held des ruhelosen wilden Westens: Tom Mix mit seinem Wunderpferd„Toni“ Eine neue Meisterleistung von Tom Mix Dazu der dramatische GrOßflIm mit P O LA NEGRI an. eins-Tarsienkrone (Wenn eine Frau beilehit) Täglich ab.15 Uhr, Jetzte Vorstellung 8 Uhr wErr Preht AM BAHNHOF Dazu: Sie und uis Drei Ein Kriminallustsplel mit CHARLOTTESUSA Hans Söhnker: Harald Pauisen Außerdem das gute Vorprogramm Samstag: Einlaß.30 Uhr Sonntag: Einlaß.15 Uhr Jugendvorstellung mit Pat und Patachen in: Mit Pauken und Trompeten! CCLLCSCCL LIEIEALNENE POSTSTRASSE zeigen In Ihrer G CASTROPER STR. Lustsple lwoche FSCHE“N EHESTREIK den Lachschlug mit TRUDE MARTEN, PAUL RICHTER u. a. m. Das lustige Durcheinander: Frischer Wind aus Kanada mit Dorlt Kreyssler Harald Pauisen Die entzückende Komödie: Spiel mit dem Feuer mit Paul Hörbiger, Eiga Brink Das reichhaltige Ufa-Beiprogramm Sonntag 2 Uhr große Kinder-Vorstellung • LICHTSPIELE• Greta Garbo Der bunte Schfetel Magda Schneider, W. Albach-Rettu, Theo Lingen Dionatzineuen Das höstliche N....-Lusteplel Auch im neuen Jahre spielt es sich gut auf der HOHNER Musikhaus W. Masstel Bochum, Kortumstr. 33 Unterricht erteilt unser Dipl.Handharmonikalehrer Tzo0 Naseh trisch eingetroften! Hasenpfetfer A Ptd. von 50 Pf. an Wildkaninen im Fell, à Pid. 85 Pf. fr. Suppenhühner— Ig. Hahnen Puter— Gänse wild und Geflügel— Feinkost Franz Brunnstein AunesKonlhmKartoffellager Sochan=Nord Telephon 66463. Morbon Sie dureh den gel. A. Boshlen 1 Ltr. 2,80, ¾ Ltr. 1, 95, ½ Ltr. 1,30, ¼ Ltr. 0, 65(o. Fl. Rolwein 0,70,.80,.90 f. Destillation-Weinhandlung A. Rose anh. Josef Blum) Bochum, Viktorlastraße 7(gegenüber der Post) W Amerikas Lieblinge in einem Film, den Sie gesehen haben müssen in Seidchen Kotten Ferner der lustige, abenteuerhafte Film der Ufa Herr Hobin geht auf Abenteuer mit Dorit Kreusler, Hermann Speelmane Täglich.80 und 8 Uhr Ruf 63810 Seite 12 Nr. 8 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 10. Januar 1936 Nachrichten aus Groß-Bochum Kleine Aneie ungen aus den=Siddnenen Stadtteil Linden=Dablbausen NS.=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Linden. Am Montag, 13. Januar, findet die Pfundsammlung für den Monat Januar statt. Alle Volksgenossen werden gebeten, auch in diesem Jahre ihre Volksverbundenheit durch reichhaltige Spenden zu beweisen. „Der wachsame Hahn“. Am kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, wird das Kabarett„Der wachsame Hahn auch in Linden, und zwar im Scheidtmannschen Saale, eine Veranstaltung geben, wozu die Re.=Kulturgemeinde„Kraft durch Freude“ einladet. Ost= und Westpreußen. Der Ost= und Westpreußenverein Linden=Dahlhausen versammelte auf dem Horkenstein seine Mitglieder zur diesjährigen Jahreshauptversammlung. Nachdem Vereinsführer Deyda mit herzlichen Grußworten die Mitglieder willkommen geheißen hatte, wurde in ehrender Weise der Toten des vergangenen Jahres gedacht. Anschließend erstattete Vereinsführer Deyda einen eingehenden Jahresbericht. Kassenwart Kuhn gab einen Bericht über die Finanzverhältnisse des Vereins, die als durchaus gesund anzusehen sind. Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt heute 113. Es wurde beschlossen, einen Beitragssatz dem Heimatbunde als Heimatspende zu überweisen. Vereinsführer blieb Deyda, stellvertretender Vereinsführer Zirkel, Kassierer Kuhn, stellvertretender Kassenwart Schimmelpfennig, Schriftführer Kempka, stellvertretender Schriftführer Gaedke, Beisitzer Goronzy und Waltheim, Kassenprüfer Tontarra und Poetsch. Zahltage für Wohlfahrtserwerbslosen=Unterstützungen in Linden=Dahlhausen. Die Auszahlung erfolgt für die 2. Hälfte Januar 1936 Dienstag, 14. Januar, in nachstehender Reihenfolge: Anfangsbuchstabe des Hausnamens: A. B. C. D. E. von.30 bis 9 Uhr, F. G, H. J. J, von 9 bis.30 Uhr, K. L. M. N. O von.30 bis 10 Uhr, P, O. R. S. Sch von 10 bis 10.30 Uhr, St, T, U. V. W. Z. von 10.30 bis 11 Uhr. Die angegebene Zeit muß unbedingt inne gehalten werden. Außerhalb der festgesetzten Zeit kann eine Auszahlung nicht erfolgen. Der letzte Rest verschwindet. Nun wird der letzte Rest der Ziegelei Götte beim Sattelgut in Dahlhausen abgetragen, nachdem schon im vorigen Jahre der hohe Schornstein gefällt worden war. In dem einstmals so regen Tale zwischen den Lindener und Munscheider Höhen ist es immer stiller geworden. Doch wird es als Wohngebiet nun mehr geschätzt denn ehedem. eine stark blutende Verletzung am Hinterkopf zuzog. Der sofort hinzugeholte Sanitäter veranlaßte, daß die Frau dem Krankenhaus zugeführt wurde. Stadtteil Altenbochum Reichsluftschutzbund. In der kommenden Woche beginnt die Schulung der als Laienhelfer erfaßten Hauskräfte für die Abteilung Altenbochum. Die Einladungen zu den Ausbildungsabenden werden den Laienhelfern durch die Blockwarte ausgehändigt. Im Falle der Behinderung wird um rechtzeitige schriftliche Entschuldigung an den Reviergruppenführer Löher. Wittener Straße 170, gebeten. Stadtteil Grumme=Böde Berufsunfall führte zum Tode. Der Hauer Georg Gr. von hier hatte sich bei der Berufsarbeit eine Verletzung zugezogen, die sich derart verschlimmerte, daß nun der Tod eintrat. Den Hinterbliebenen bringt man herzliche Teilnahme entgegen. Stadtteil Hiltrop 70 Jahre Kriegerkameradschaft. Die Landwehr= kameradschaft Alt=Herne begeht am Samstag und Sonntag die Feier ihres 70jährigen Bestehens. Die Wiege des Vereins stand in Hiltrop und noch lange nach Gründung stellten die Bergener und die Hiltroper eine ansehnliche Mitgliederzahl. Noch heute ist ein großer Prozentsatz aus unserm Stadtteil Mitglied des Jubelvereins. Als der Krieg ausbrach, hatte der Verein ein Vermögen von 10000 Mark. Der größte Teil der Mitglieder rückte ins Feld und 19 Kameraden blieben auf dem Felde der Ehre. 70 Jahre„Düppe in der Wanne". Die weit und breit bekannte Wirtschaft Düppe blickt jetzt auf ein 70jähriges Bestehen zurück. Als ausflugslokar ubte sie schon vor fünfzig Jahren eine große Anziehungskraft aus, und mancher erinnert sich noch der Volksbelustigungen, die hier früher stattfanden: Schiebkarrenrennen, Hunderennen usw. Kaninchenausstellung. Der Kaninchenzuchtverein Hiltrop veranstaltet am Samstag und Sonntag bei Punge eine Ausstellung mit Pelzschau. Ein neuzeitlicher Schießstand. Ein neuzeitlicher Schießstand geht im Ortsteil Hiltrop seiner Vollendung entgegen. Der alte Schießstand Duppe in der Wanne ist grundlegend umgebaut worden und dürfte nach seiner Fertigstellung einer der modernsten Schießstände Groß=Bochums sein. Gebaut wurden fünf Schief bahnen, die auf 50, 100 und 150 Meter zu beschießen sind, sowie ein Pistolenstand. Für die Jägerschaft werden besondere Wildscheiben eingebaut. In einigen Wochen wird der Stand mit einem großen Eröffnungsschießen eingeweiht. Geschichtstafel Kleuz und gael dalch Tangeneikei Vikar Lange nicht mehr an St. Marien. Vor einigen Tagen hat Vikar Clemens Lange die Marienpfarrei verlassen. Ein beliebter Priester hat damit seine langStadtteil Stiepel Silbernes Priesterjubiläum. Pfarrvikar Walter Scharlewski, der Erbauer der Stiepeler Wallfahrtskirche und erster Seelsorger der hiesigen Mariengemeinde, kann in Kürze sein 25jähriges Priesterjubiläum feiern. Pfarrvikar Scharlewski kam erst im vorgerückten Alter zum Priestertum. In seinen jungen Jahren war er Bergmann und hat sich unter großen persönlichen Opfern zum Studium durchgerungen. Im Jahre 1911 wurde er, 35jährig, zum Priester geweiht. Schon bald wurde er mit der Errichtung der Stiepeler Mariengemeinde betraut. Nach vielen Opfern und Mühen konnte der Plan der Errichtung des schmucken Kirchleins auf den Stiepeler Hohen Verwirklichung finden. Kaum war das Gotteshaus bis zum Dach fertig und das Pfarrhaus war eben in Angriff genommen, zog der Jubilar ins Feld und war im Weltkriege als Feldgeistlicher an der Front tätig. Ausgezeichnet mit vielen Orden und Ehrenzeichen, kehrte der Jubilar in die Heimat zurück und wurde Pfarrvikar an dem neuen Stiepeler Gotteshaus. Kurze Zeit darauf wurde Pfarrvikar Scharlewski von der bischöflichen Behorde mit der ebenso wichtigen Aufgabe betraut, auch in Harven die Errichtung eines eigenen Gotteshauses in die Wege zu leiten. Schon am 1. Mai 1921 konnte auch dort der Grundstein zu dem schmucken Kirchlein gelegt werden, das schon ein Jahr später eingeweiht wurde. Im Jahre 1925 kam er dann nach Dortmund=Deusen zur dortigen Stephanusgemeinde; seit etwa zwei Jahren wirkt der Jubilar in Iseringhausen im Dekanat Olpe als Pfarrvikar. Aus den Jahresbüchern der evangelischen Gemeinde. In der evangelischen Gemeinde Stiepel, mit Ausnahme des Bezirks rechts der Ruhr, wurden im Jahre 1935 60 Kinder getauft und 121 Kinder konfirmiert. 78 Paare meldeten sich zur Trauung an. Zur letzten Ruhe geleitet wurden 58 Gemeindeglieder. Die Zahl der Abendmahlsgäste betrug 929. Ein Bergmann tödlich verunglückt. Im unterirdischen Betriebe der Zeche„Klosterbusch“ ereignete sich Dienstag nachmittag ein tragischer Betriebsunfall, bei dem leider ein Knappe sein Leben lassen mußte. Der auf der Hülsbergstraße in Stiepel wohnhafte Bergmann Hugo Dickten erlitt so schwere Kopfverletzungen und einen doppelten Schädelbruch, daß er sofort ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Aber bereits auf dem Wege dorthin ist der Schwerverletzte seinen Verletzungen erlegen. Der Verunglückte war verheiratet und hinterläßt Frau und ein Kind. Der schwergeprüften Familie bringt man allseitige Teilnahme entgegen. verlaffen, Ein beliebter Friester gul bahnitgne tans: jährige Wirkungsstätte verlassen. Ueber funf Jahre hat er segensreich an der Marienkirche mit großem Erfolg gewirkt. An die Stelle von Vikar Lange tritt Vikar Josef Horn, der bisher an der Propsteipfarrei in Gelsenkirchen tätig war, wo er fünf Jahre gewirkt hat. Er wird in wenigen Tagen seine neue Seelsorgerstelle einnehmen. Jahresstatistik der Lutherkirchengemeinde. Im verflossenen Jahre wurden 29 Knaben und 32 Mädchen getauft, 41 Knaben und 52 Mädchen konfirmiert, 34 Paare getraut, 16 männliche und 21 weibliche Personen beerdigt. Am heil. Abendmahl nahmen 1294 Personen teil. Kirchensteuern. Nach dem endgültigen Steuerbescheid für die Lutherkirchengemeinde werden erhoben: 20 Prozent von der gezahlten Lohn= bzw. Einkommensteuer, 30 Prozent von der Grundvermögensteuer; außerdem wird ein gestaffeltes Kirchgeld erhoben. Gegenüber dem vorläufigen Bescheid ist also keine Aenderung eingetreten. Bund heimattreuer Ost= und Westpreußen e. V. Die Ortsgruppe Langendreer hatte am Sonntag ihre diesjährige Generalversammlung beim Vereinswirt Kozike. S ypenleiter Landsmann Dr. Schött begrußte Stadtteil Weitmar Aus den Jahresbüchern der evangelischen Gemeinde. Im Jahre 1935 wurden in der evangelischen Gemeinde Bochum=Weitmar 154 Kinder, 69 Knaben und 85 Mädchen, getauft. Im Jahre 1934 waren es 97 Knaben und 88 Mädchen, insgesamt also 180 Kinder. Konfirmiert wurden 143(128) Knaben und 150(106) Mädchen, zusammen 293(234) Kinder. Den Bund der Ehe schlossen 94(148) Paare. 112(108) Gemeindeglieder gingen in die Ewigkeit. Es wurden 1701(1641) Abendmahlsgäste gezählt, und zwar 593(609) Männer, 1108(1032) Frauen. Die Zahl der Privatkommunionen betrug 88 (76). Die Seelenzahl der Gemeinde ist mit 12110 Gemeindegliedern unverändert geblieben. Die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1934. Heimat, Führer und Reich festzuhalten. Dankend wurde dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt. Als. Ortsgruppenleiter für das Jahr 1936 wurde Dr. Schort einstimmig wiedergewählt, der dann seine Mitarbeiter ernannte. Der Vorstand setzt sich nunmehr zusammen: erster Ortsgruppenleiter Dr. Schött, zweiter Bartsch; erster Kassenwart Gadzalla, zweiter Stuhlmacher; erster Schriftwart Sahlmann, zweiter Junghaus; Schulung und Presse Urban; Bearbeiter für Sonderzüge E. Zagray; Fahnenabordnung Trojan, leit, Kosfeld; Kassenprüfer Teschner, Wilzek; wart Trojan. Das Lotal Kozike wurde beibehalten. Der Heimatkalender ist von den Landsleuten bestellt worden. Ein Lichtbildervortrag ist für den Monat März in Aussicht genommen. An der Heimatspende beteiligte sich die Ortsgruppe in rühriger Weise. Eine Heimatbücherei soll angelegt werden, einiges Material ist bereits vorhanden. Der Schießsport soll aufs neue gepflegt werden, an jedem zweiten Sonntag vormittag. Stadtteil Laer Aus der NS.=Volkswohlfahrt. Am heutigen Freitag erfolgt die Lebensmittelausgabe der NS.= Volkswohlfahrt der Zellen 4 bis 5 auf der Geschäftssteue der NS.=Volkswohlfahrt, Wittener Straße 443a(hinter der Schillerschule), und zwar ab 9 Uhr morgens. Die Ausgabe für die Zellen 1, 2, 3 und 6 erfolgte bereits gestern; wer jedoch aus diesen Zellen seine Lebensmittel noch nicht abgeholt hat, kann sich auch heute noch melden. Eine Tasche oder dergleichen ist mitzubringen.— für heute abend angesetzte Amtswarteappell hat insofern eine Aenderung erfahren, als der Appell nicht um 7 Uhr, sondern um 8 Uhr abends stattfindet. Stadtteil Harpen Hochbetagt. Witwe Elisabeth Harbecke geb. Battenberg, Grüner Weg 29, begeht heute ihren 75. Geburtstag in voller Frische. Sie wurde am 10. Januar 1861 zu Essen geboren. Ihr Ehemann wurde ihr im Jahre 1906 im Alter von 59 Jahren durch den Tod von der Seite gerissen. Seit dem Jahré 1912 ist Witwe H. in Harpen ansässig. 17 Jahre wohnt sie ununterbrochen bei dem Hausbesitzer Meyhöfer zur Miete. Aus der Ehe stammen elf Kinder, von denen noch sechs leben. Ein Sohn fiel im Weltkriege, ein anderer Sohn kam durch Aus dem Nachbargebiet Unglücksfall auf der Zeche im Alter von 41 Jahren zu Tode, nachdem kurz vorher seine Ehefrau gestorben war. Sie hinterließen der Hochbetagten neun Vollwaisen. Vier Töchter, zwei Söhne, 19 Enkel und zehn Urenkelkinder können der Hochbetagten die herzlichsten Glückwünsche überbringen. Als langjährige Bezieherin des„B. A. verfolgt sie die Tagesneuigkeiten mit größter Aufmerksamkeit. Möge der wackeren Frau ein sonniger Lebensabend beschieden sein. Katholische Kirchengemeinde Harpen. Nach den Kirchenbüchern für das verflossene Kirchenjahr 1935 beträgt die Seelenzahl nunmehr 750, während sie früher 600 betrug. Das ist zum Teil auf die Errichtung der Stadtrandsiedlung in der Ecksee zurückzuführen. Stadtteil Gertbe Aus der evangelischen Gemeinde. Am kommenden Sonntag feiert die evangelische Gemeinde Gerthe ihr herkömmliches Missionsfest. Als Vortragsredner sind die Missionare Eigenbrod aus Sumatra und Hellmich aus Neu=Guinea gewonnen worden. Missionar Eigenbrod spricht morgens während des Festgottesdienstes in der Kirche, Missionar Hellmich predigt zur gleichen Stunde im Haus Lobetal. Nachmittags ist eine Missions=Festversammlung der gesamten Gemeinde in der Kirche mit Liederdarbietungen der Chöre und einem Lichtbildervortrag.— Die Jahresbücher der evangelischen Gemeinde Bochum=Gerthe melden 92 Taufen, 45 Trauungen, 145 Beerdigungen, 151 Konfirmationen und 1990 Abendmahlsgäste. Die Kindergottesdienste waren durchschnittlich von 500 bis 600 Kindern besucht. Regelmäßig wurden wöchentlich vier Bibelstunden und Wochenendandachten in der Kirche abgehauten. Die Zahl der Gemeindeglieder beträgt 6000. Schwerer Berufsunfall. Der 29jährige Wilhelm., Fritz=Funke=Straße 51, wurde durch einen Unfall an seiner Arbeitsstelle so schwer verletzt, daß seine Einlieferung ins Bergmannsheil notwendig wurde. 10. Januar 1797 wurde die Dichterin Annette Freiin von DrosteHülshoff zu Schloß Hülshoff bei Münster in Westfalen geboren. Sie hat lyrisch und namentlich episch Bedeutendes, wie„Der Knabe im Moor".„Die Judenbuche". geleistet. Von 1841 bis 1848 lebte sie im alten Merowinger= und Hohenstaufenschloß zu Meersburg, damals Besitz ihres Schwagers, des Germanisten Josef Freiherr von Laßberg. 1923 wurde das Memelgebiet, das, entgegen fast einmütiger Ablehnung seiner Abtrennung vom Reich, nach Artikel 9 des Versailler Vertrages 1920 eine französische Besatzung erhalten hatte, von einem altlitauischen Schützenkorps überfallen und geraubt. In der Folge wurde die Souveränität Litauens vom Völkerbund anerkannt, der trotz seines Grundsatzes vom Selbstbestimmungsrecht der Völker, des fortgesetzten Rechtsbruchs Litauens sowie aller, noch zuletzt 1935, für Deutschland erfolgten Abstimmungen auch daran festhält. personalnachrichten Heute feiert die Witwe H. Nolting, verwitwete Lohmann, geborene Voßmerbäumer, in Bochum, Hunscheidtstraße 171, ihren 80. Geburtstag. Sie ist eine alte Hunscheidtsfelderin und führt noch allein ihren Haushalt. In seltener Rustigkeit liest sie noch täglich den„B..“, den sie bereits 20 Jahre bezieht. Die Eheleute Strafanstalts: Hauptwachtreister Anton Höfner und Frau, Gerichtsgesungnis Bochum, begehen heute ihr silbernes Ehejubiläum. 80 Jahre alt Frau Charlotte Waschinski vollendet heute ihr 80. Lebensjahr in geistiger und körperlicher Frische. Sie verbringt ihren Lebensabend bei ihrer jüngsten Tochter in Gerthe, Paul= Muller= Straße 11. 50 Jahre Schützenmitglied Stadtteil Riemke Silberne Hochzeit. Die Eheleute Fahrsteiger Heinrich Biederbeck und Frau, Wilhelmine geb. Sieberg, Flottmannsteraße 87, feiern Sonntag das Fest der silbernen Hochzeit. Stadtteil Hamme Hohes Alter. Ihren 70. Geburtstag feiert Samstag Witwe Anna Strauß, Rudolfstraße 4. Sie erfreut sich noch besten Wohlbefindens. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Allerlei Arbeiten. Auf der Margaretenstraße, an der Stadtgrenze, ist man mit dem Ausbau einer Straße zu den neuen Siedlungshäusern, über deren Bau der„B..“ berichtete, beschäftigt. Hier sollen im Laufe dieses Jahres noch weitere Eigenheimsiedlungen errichtet werden.— Der neue Kohlenbunkei der Kruppschen Verwaltung wird in Kürze in Betrieb genommen werden. Gegenwärtig wird der Mechanismus ausprobiert. Stadtteil Hordel Silberne Hochzeit. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten Donnerstag die Eheleute Paul Kleine und Frau Anna, Röhlinghauser Straße. Erfolgreicher Züchter. Im Vogelschutz= und Kanarien= zuchtverein„Zufriedenheit“ errang, der Züchter M. König mit 309 Punkten die Meisterschaft des Jahres 1935. glied und Ehrenvorsitzender des Bürgerschützenvereins .=Sevinghausen=Höntrop. Seit seiner Uebersiedlung nach Bochum ist er Mitglied der 1. Kompagnie des Bochumer Bürgerschützenvereins. Wir wünschen dem treuen Schützenmitglied noch lange Jahre Schützenleben. Letztes Kameradengeleit. Donnerstag nachmittag trug man Gustav Leutung jun. zu Grabe. Noch jung an Jahren, riß ihn der Tod aus den Reihen der SS. Die Kameraden waren aus Münster und Gelsenkirchen gekommen, um ihrem Kampfgenossen die letzte Ehre zu erweisen. Hell lodernde Fackeln leuchteten dem Toten auf seinem letzten Gang, der zum Friedhof in Bochum=Hamme führte. Der große Trauerzug wurde von den Amtswaltern der NSDAp., Ortsgruppe Bochum=Altstadt, angeführt. Nach den kirchlichen Gebeten entbot die SS. durch den Mund eines Kameraden dem Heimgegangenen den letzten Scheidegruß, der in dem Versprechen gipfelte, seiner Treue allzeit und immerdar gedenken zu wollen. Stadtteil Wiemelhausen Das letzte Geleit. Die auf dem Wege zu ihrer Berufsarbeit durch einen Schlaganfall plötzlich dahingeraffte städtische Angestellte Anna Schneider, deren Eltern auf der Markstraße hierselbst wohnen, wurde am Mittwoch morgen auf dem Wiemelhauser Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. Eine große Trauergemeinde, darunter eine große Zahl ihrer Berufskameraden und Mitarbeiterinnen, gab der so plötzlich Dahingeschiedenen, die erst ein Alter von 25 Jahren erreicht hatte, das letzte Ehrengeleit. Aus der Johannespfarrei. Der St.=Johannes=Männerverein begeht am kommenden Sonntag nachmittag Hanefeldschen Saale eine Familienfeier, bei der die Aoielrurfährer uls Handlaschenraurer im Hanefeldschen Saale eine Familie Bescherung der Kinder nachgeholt werden soll. Den Verletzungen erlegen. Wie wir mitteilten, stürzte der 28jährige Gesteinshauer Stanislaus M. aus der Steinstraße bei der Arbeit mehrere Meter tief hinab. Er erlitt neben einem komplizierten Schädelbruch schwere innere Verletzungen, die seine Ueberführung in ein Krankenhaus notwendig machten. Hier ist M. den Verletzungen erlegen. Der tödliche Unfall ist um so tragischer, als M. die Nachtschicht wechselte, um so einer wichtigen amtlichen Angelegenheit in den Vormittagsstunden nachkommen zu können. Böse gefallen. Die Ehefrau Sch., Markstraße, stürzte am Dienstag abend auf dem Nachhausewege so unglücklich über ein Hindernis, daß sie sich einen Armbruch und Am 8. Januar, kurz nach 15 Uhr, wurde in Witten einer Verkäuferin, die zu ihrer Arbeitsstelle ging, in der Wideystraße, in Höhe des Rathauses, eine helle Kofferhandtasche mit Reißverschluß, die sie am Arm trug, von einem in Richtung Hauptstraße fahrenden Motorradfahrer beim Ueberholen entrissen. In der Tasche befanden sich: eine braune Damengeldbörse mit .65 RM. Inhalt, eine schwarze Brieftasche mit einigen Kaufzetteln der Firma Lang& Spennemann, ein weißes und ein rot kariertes Damentaschentuch und ein Bund mit sieben oder acht Schlüsseln. Der Motorradfahrer, der in schnellem Tempo geflüchtet ist, soll von starker Statur gewesen sein und einen melierten Mantel mit Rückengurt getragen haben. Personen, die Zweckdienliches bekunden können, wollen sich bei der Kriminalpolizei, Adolf=Hitler=Platz 15, melden. Stadt Castrop=Rauxe! Vom Lastkraftwagen tödlich überfahren. Am 7. Januar, gegen 17 Uhr, lief eine sechsjährige Schülerin dicht hinter einer vorbeifahrenden Straßenbahn über den Fahrdamm der Adolf=Hitter=Straße, wobei sie vor einen auf der anderen Straßenseite herannahenden Lastkraftwagen geriet und überfahren wurde. Das Kind wurde derart verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Untersuchung ist eingeichtet 1 Ein leichtsinniger Nagelschlucker. Der 21jährige Hermann D. aus Castrop hat am Montag in Huckarde auf Grund einer Wette in leichtsinniger Weise zehn zweizöllige Nägel verschluckt. Mit fürchterlichen Schmerzen wurde er zur Polizeiwache in Huckarde gebracht, von wo aus er sofort dem Brüderkrankenhaus zugeführt worden ist. Dort liegt er schwer danieder und wird einer Operation unterzogen werden müssen. Stadt Wattenscheid Die NSKOV. sammelte in Wattenscheid 1369 RM. Das Sammelergebnis des Tages der NSKOV. ergab die stattliche Summe von 1369,40 RM. Diese Summe verteilt sich auf die einzelnen Ortsgruppen wie folgt: .=Ost 312 RM.,.=West 460,58 RM., Günnigfeld 186,45 RM., Westenfeld 131,01 RM., Höntrop 180,90 F und Eppendorf 98,51 RM. Ratsherrensitzung. Die erste Ratsherrensitzung dieses Jahres findet am Montag nachmittag statt. In dieser Sitzung wird in der Hauptsache der Haushaltsplanentwurf der Stadt für das Rechnungsjahr 1936 durchgesprochen werden. Kriegerkameradschaft Wattenscheid=West. Der erste Appell 1986 wurde vom Kameradschaftsführer König mit einem Rückblick auf die großen Ereignisse des Jahres 1985 eingeleitet. Der von dem Schriftwart und dem Kassenwart vorgetragene Jahres= und Kassenbericht fand allgemeinen Beifall. Bei den Wahlen wurde dem bisherigen Kameradschaftsführer und dem Vereinswirt das Vertrauen der Kameradschaft erneut bestätigt. Kanarienzucht= und Vogelschutzverein. Die Jahreshauptversammlung des Kanarienzucht= und Vogelschutzvereins eröffnete der Vereinsvorsitzende Lang. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl des Vorsitzenden Lang, des Schriftführers Hohmann und des Kassierers Wissuwa. Dem sehr rührigen Vereinswirt Tenhaeff wurde für seine erfolgreiche Arbeit ein Diplom überreicht. Für die jungen Züchter sollen in diesem Jahre Vorträge gehalten werden.— Auch der Günnigfelder Kanarienverein hielt seine Jahreshauptversammlung ab. Auch hier zeigte sich die steigende Beliebtheit der Kanarienzucht, die sich offenbart im steigenden Mitgliederbestand des Vereins. Bei der Vorstandswahl einsführer Samsel wiedergewählt. Schriftführer wurde Hugo Langenfeld, Kassierer Herm. Kenter. Jahres= und Kassenbericht fanden einstimmige Genehmigung. Die Monate Januar uno Feoruar wurals Werbemonate bestimmt. lung des Wanne=Eickeler Schützenwesens hatte er regen Anteil. Auf keinem Schützenfest fehlte er. WanneMarks, Goebenstraße.— Witwe Henriette Doklek, Karlstraße 47, feierte ihren 75. Geburtstag. Vikar Padberg geht nach Stockum. Der seit 1922 an der Laurentiuspfarrei tätige Vikar Padberg geht als Pfarrer nach Stockum(Arnsberg). RSDAP. Eickel. Vorgestern abend fand ein interessanter Lichtbildervortrag der Eickeler Ortsgruppe der NSDAP. im Lokale Kirchhoff(Feldhege) statt. langjährige Lehrer und Stutzpunktleiter Schley(Bochum) hielt einen interessanten Vortrag zum Thema „Als Nationalsozialist in Brasilien“. Seite 13 Nr. 8/ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 10. Januar 1936 Erster Eintopfsonntag 1936 Mit der-Weihnachtsbescherung der Hilfsbedürftigen ist der erste Abschnitt des diesjährigen Winterhilfswerks abgeschlossen. Das neue Jahr soll den erfolgreichen Abschluß bringen. Noch liegen drei Wintermonate vor uns. In dieser Zeit sind gewaltige Aufwendungen erforderlich, um die weitere Betreuung unserer hilfsbedürftigen Volksgenossen zu sichern. Die Opferbereitschaft darf daher nicht nachlassen. Auch das Jahr 1936 soll im Zeichen der Verbundenheit aller Deutschen stehen. Beherzigen wir das Wort des Führers:„Sieh im Letzten deiner Volksgenossen immer noch den Träger deines Blutes, mit dem dich das Schicksal auf dieser Erde unzertrennlich verbunden hat.“ Die Eintragung in der Eintopfliste ist aber der Nachweis dafür, daß eder keine Bflicht erfült. zum dußeren Zei. “ A m E i n t o p s s o n n t a g w i r d f e r n e r z u m a u ß e r e n H e i chen der Verbundenheit eine Edelweißblüte verkauft. Ihr Preis beträgt 10 Pfennig. Durch die Anfertigung der Blumen haben wieder viele Volksgenossen Arbeit und Brot erhalten. Jeder Volksgenosse wird daher auch gern diese Hilfsmaßnahme unterstützen und die Ansteckblume erwerben. Er fördert dadurch ein Doppeltes: Die Arbeitsbeschaffungspolitik und das Winterhilfswerk. Aechamer Leben Erfafsung der Zährginge 1913 und 1910 Bei Ausbleiben der Aufforderung bis spätestens 25. Januar melden Zone bei einem Truppenteil, in der entmilitarisierte. Zone bei der nächstgelegenen Unteren Ersatzbehörde spätestens bis zum 31. Januar 1936 Winterhilfsspende der Reichsschrifttumskammer— Bücherspenden für die notleidenden Volksgenossen Vor kurzem ging der Aufruf zur Winterhilfsspende der Reichsschrifttumskammer durch die Presse, in dem der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns Johst, alle Mitglieder der Reichsschrifttumskammer, Schriftsteller, Verleger und Sortimenter, den Jungbuchhandel und die Buchvertreter auffordert, an einer besonderen Winterhilfsaktion der Reichsschrifttumskammer mitzuwirken. Darüber hinaus aber sollen auch von Nichtmitgliedern den notleidenden Volksgenossen in wahrhaft selbstloser und opferfreudiger Weise Bücher gespendet werden mit dem schönen Gedanken, daß nicht nur die leibliche Not, sondern auch die der seelisch Hungernden gemildert werden muß. Nicht uralte und vergriffene, sondern auch äußerlich geschmackvolle Bucher sollen den Sammelstellen zugeleitet werden, damit diese dann auch den armen Volksgenossen Freude und Trost, Erbauung und vor allem Anteil an wirklich geistig hochwertigen deutschen Gütern zu vermitteln vermögen. Für die Schriftstellergruppe Bochum(angeschlossen Wanne=Eickel Herne, Wattenscheid) der Landesstelle Westfalen=Süd sind bis zum 15. Januar 1936 folgende Sammelstellen eingerichtet: Alfred Reiprich, Bochum, Thorner Straße 27; M. Hahn=Weckmann, WanneEickel, Hindenburgstraße 204; H. Seher, Herne, Manteuffelstraße 22; W. Klucke, Wattenscheid, Parkstraße 41. Spendet reichlich gute Bücher als Opfer für ärmere Volksgenossen unserer Heimat! Im Dienste des Wanderns Neue Jugendherbergsgeschäftsstelle für Bochum DIH.=Ausweise an jedem Wochentag Die sprunghafte Entwicklung des Jugendherbergswerkes, die auf den Einbau des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen in die Reichsjugendführung zurückzuführen ist, hat es notwendig gemacht, daß auch in Groß=Bochum Vereinfachungen in der Ausweisausgabe eingeführt werden, die den Mitgliedern wesentliche Erleichterungen bringen.. Iutgnzub, Zu diesem Zwecke bezog der Ortsverband Bochum im Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen am 1. Januar 1936 eine neue Geschäftsstelle. Sie liegt im Gebäude des Haus= und Grundbesitzervereins, Viktoriastraße 46, zwei Treppen rechts, und ist an jedem Wochentage— außer Samstags— von 16 bis 19 Uhr für die Ausweisausgabe geöffnet. Samstags werden von 10 bis 13 Uhr DIH.=Ausweise ausgegeben. Dadurch, daß jetzt täglich DIH.=Ausweise zu haben sind, wird den Wanderfreunden von Groß=Bochum die Beschaffung dieser Ausweise wesentlich erleichtert. Wünschenswert wäre es, wenn vor allem die Jugend schon jetzt ihre Ausweise besorgte und nicht erst kurz vor Ostern oder Pfingsten, wenn der Andrang ohnehin sehr Für die Jugendherbergsfreunde in den Vororten bestehen außerdem in Werne, Langendreer, Stiepel und Gerthe DIH.=Ausweisausgabestellen. Es ist jedem Bochumer freigestellt, wo er seine DIH.=Ausweise holen will. In Zukunft kann jeder seinen Ausweis in der Ausweisausgabestelle holen, die ihm am bequemsten liegt. Es wird also kein Herbergsfreund aus den Vororten nach Bochum=Mitte müssen, um seinen Ausweis ausstellen zu lassen. Anderseits wirdekein GroßBochumer, der in der Geschäftsstelle Bochum=Mitte seinen Ausweis holen möchte, wieder umkehren müssen, um zu seinem Ortsverband in irgendeinem Vorort zu gehen. 9„ heit#. Damit eine reibungslose Zusammenarveir der einzelnen DIH.=Ortsverbände von Groß=Bochum gewährleistet wird, haben sich diese Einzelverbände zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Dadurch wird erreicht, daß alle Kräfte, die in unserer Industriestadt für die Jugendherbergssache am Werke sind, sinnvoll und planvoll angesetzt und im Interesse des Ganzen ausgenützt werden. Die Mitglieder dieser Arbeitsgemeinschaft wollen aus der sie verbindenden Kameradschaft heraus unermüdlich tätig sein, um die Wanderfreude in unserer Großstadtjugend zu beleben, um das Wandern zu erleichtern und zu fördern. Es wird alles getan werden, um dem Jugendherbergswerk in unserer Stadt immer neue Förderer zu gewinnen. Die Arbeitsgemeinschaft teilt zunächst die Ausweisausgabestellen mit. Ausweise werden in Zukunft für ganz Bochum ausgestellt: in Bochum=Mitte in der Geschäftsstelle, Viktoriastraße 46; in Bochum=Langendreer bei Heinrich Damm, Bochum„ Langendreer, Elsterstraße 31; in Bochum=Linden=Dahlhausen bei Lehrer Artur Lopp, .# Bochum=Dahlhausen, Auf dem Pfade 39; in Bochum=Gerthe bei Lehrerin Maria Richter, BochumGerthe, Von=Köckritz=Straße. 7; in Bochum=Werne bei Lehrer Wilhelm Kruse, Bochum.„ Werne, Zum Kühl 36; in Bochum=Harpen bei Lehrer Alfred Jost, BochumHarpen, Bockholtschule. Totenglocke. Am Mittwoch starb in Wolbeck bei Münster Sanitätsrat Dr. Lackmann im Alter von fast 93 Jahren. Er erblickte am 21. April 1843 in Buer das Licht der Welt und kam nach dem Kriege 1870/71, den er als Feldarzt mitgemacht, nach Bochum, wo er sich als Arzt niederließ. Er besaß eine große Praxis und war als Arzt wie als Mensch beliebt. Gern unterhielt er sich im geliebten Plattdeutsch. Im Jahre 1893 siedelte er nach Wolbeck über, woselbst er ein Sanatorium gründete; an seinem 90. Geburtstag ernannte ihn die Gemeinde Wolbeck zum Ehrenbürget. Der Verstorbene war mit einer geborenen Laarmann verheikatet; von den Kindern der glücklichen Ehe wurde einer Pfarrer, einer wurde Arzt und zwei Töchter promovierten zum Doktor. Viele alte Bochumer bewahren dem Verewigten ein gutes Andenken. Zusammenstoß Auto—Pferdekarre. Am 8. Januar wurde auf der Hauptstraße in Bochum=Langendreer ein Pferdefuhrwerk von einem Lieferkraftwagen angefahren. Ein Beifahrer wurde durch Glassplitter leicht verletzt. Die Pferdekarre wurde schwer beschädigt. Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Dienstpflichtige der Jahrgänge 1913 und 1916, die bisher eine besondere schriftliche Aufforderung zur Aufnahme in die Wehrstammrolle nicht erhalten haben beziehungsweise bisher nicht erfaßt worden sind, müssen sich bis spätestens 25. Januar 1936 — nicht wie im November 1935 irrtümlich angegeben: 18. Dezember 1936— bei iyrem zuständigen Polizeirevier melden. Eine Vergütung für Lohnausfall oder dergleichen aus Anlaß der Meldung kann nicht gesachlt werden., Jumst r 7a u 6. Von der Verpflichtung der Anmeldung sino nur die Dienstpflichtigen befreit, die zu diesem Zeitpunkt bereits Reichsarbeitsdienst leisten oder in der Wehrmacht attiv dienen.„. kel Krantheit Wer sich als Dienstpflichtiger infolge nicht rechtzeitig zur Erfassung stellen kann, hat an das für seine Wohnung zuständige Polizeirevier unverzüglich eine ärztliche Bescheinigung einzusenden. Jeder Dienstpflichtige, seine Ehefrau oder seine Elkern haben einen etwa beabsichtigten Antrag auf Zurückstellung von der Ableistung des Reichsarbeitsdienstes, und des aktiven Wehrdienstes bereits bei der Anmeldung schriftlich zu stellen. Die erforderlichen Beweismittel sind den Anträgen beizufügen. Zurückstellungsanträge können jedoch nur noch berücksichtigt werden, wenn sie spätestens bei der Musterung vorgelegt Wer bis 25. Januar 1936 dieser Aufforderung nicht oder nicht pünktlich nachkommt, wird auf Grund der Musterungsverordnung mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bestraft. Meldeschluß 31. Januar 1936 Wichtig für Bewerber zum Eintritt als Freiwillige Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß Gesuche von Freiwilligen außerhalb der entmilitarisierten eingegangen sein müssen. Ueber diesen Zeitpunkt hinaus ist eine Berücksichtigung eingehender Meldungen nicht mehr möglich. Angehörige der Jahrhänge 1911 bis 1914 können, Angehörige der Jahrgänge 1915 bis 1918 müssen sich durch eine Zusatzerklärung verpflichten, freiwillig länger als ein Jahr zu dienen, falls der Truppenteil sie zu behalten wünscht. Hierzu wird bemerkt, daß der„ Unteroffizier=Bevarf in erster Linie aus diesen für länger als ein Jahr Verpflichteten ausgesucht wird. Die Meldungen haben zu erfolgen: außerhalb der entmilitarisierten Zone bei dem nächstgelegenen Truppenteil der Waffengattung(Infanterie, Reiter, Pioniere, pferdebespannte oder motorisierte Artillerie, Kraftfahrkampftruppe, Nachrichtentruppe, Sanitätstruppe), bei dem die Einstellung erfolgen soll, in der entmilitarisierten Zone bei der nächstgelegenen Unteren Ersatzbehörde. Wenn nicht bekannt, kann außerhalb der entmilitarisierten Zone der Standort des Truppenteils bei dem nächsten Wehrbezirkskommando oder Wehrmeldeamt, in der entmilitarisierten Zone der Sitz der Unteren Ersatzbehörde bei deren Zweigstellen erfragt werden. Auch die Polizeibehörden sind in der Lage, über den Standort des Wehrbezirkskommandos beziehungsweise des Wehrmeldeamts oder der Unteren Ersatzbehörde beziehungsweise deren Zweigstellen Auskunft zu geben. (Siehe Bekanntmachung im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe.) Die Tidononerut Kameraden des ehemaligen 1. Masurischen InsanterieRegiments 146, Allenstein. Da am Sonntag, 1. März 1936, in Dortmund eine große Wiedersehensfeier der Kameraden des ehemaligen Infanterie=Regiments 146, Bund Rheinland und Westfalen, stattfindet, werden die Kameraden von Bochum und Umgegend gebeten, sich am Sonntag, 26. Januar, im Lokal Papenheim, Bochum, Königstraße, zu einer wichtigen Besprechung treffen. Diejenigen Kameraden, denen es nicht möglich ist, an diesem Sonntag teilzunehmen, und die Interesse an der Vereinigung haben, werden gebeten, ihre Adresse an den Kameraden Julius Podrasa, Bochum, Große Beckstraße 23, oder an den Kameraden Paul Mickat, Bochum, Goystraße 43, zu richten. Kameradschaft Westwacht ehemaliger 135er Bochum. Eine stattliche Anzahl Kameraden hatten sich am, vergangenen Sonntag aus Anlaß der Jahreshauptversammlung im#ameradschaftsheim Hasselkuß zuiammengefunden. Famerg; schaftsführer Krebs eröffnete die Versammlung.„Die vom Schrift= und Kassenwart gegebenen Rechenschaftsgerichte zeigten in der Mitgliederbewegung eine konstante, Zehagr; lichkeit, dagegen in der Finanzlage eine auswärtsfahrende Tendenz. Entlastung wurde auf Vorschlag der Revisoren einstimmig erteilt, und die Arbeit des Kassenwartes sondere als mustergültig bezeichnet. Das hervortretende Merkmal in den Berichten ist der Stillstand in der Mitgliederbewegung. Da Stillstand gleichlausend mit Rückgang ist, hat jeder Kamerad im kommenden Jahre die Pflicht, für neuen Zugang aus den Reihen der alten Frontsoldaten des Weltkrieges zu sorgen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch auf die Tätigkeit der neu geschaffenen Propagandawarte hingewiesen. Die für das kommende Jahr geplanten Veranstaltungen lassen eine Hoffnung auf Besserung in der Mitgliederbewegung berechtigt erscheinen. Der geschäftliche Teil wurde wie immer mit einem„Sieg=Heil“ auf den Führer beendet. Der gemütliche Teil nahm noch einen großen Zettraum des Abends in Anspruch. Kameradschaft ehemaliger 158er. Die Kameradschaft, ehgmaliger 158ex hielt am vergangenen Samstag im Vereinslokal Fritz Jansen ihre Jahreshauptversammlung ab; die Westfalen und Rheinprovinz einen guten Besuch aufzuweisen hatte. Nach Verlesen der Eingänge gab der Kameradschaftsführer Aufschluß über das vergangene Jahr und gedachte nochmals in kurzen Worten der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, des Bundestreffens der 158er in Hamm und der gut verlaufenen Weihnachtsfeier, an der auch der Bundesführer teilnahm. Kamerad Hanke erstattete den Kassenbericht. Nach Prüfung der Kasse durch die Kameraden Brocks und Böddeker wurde ihm mit Dank Entlastung erteilt. Zum Propagandawart wurde vom Kameradschaftsführer der Kamerad Bemmert ernannt. Dann gab der Kameradschaftsführer bekannt, daß das diesjährige Bundestreffen der 158er in Essen stattfindet; und bat um weitere treue Mitarbeit. An alle noch fernstehenden 158er, 217er, 220er und 457er ergeht nochmals der Ruf: Meldet euch schriftlich beim Kameraden Ernst Schlüter, Emscherstraße 1. Bochamel=Veranstältungen Val Velsopels Bair in Dit Zsielelsen. Degl. Schnls und mit den Bühnenbildern Johannes Schröders schon in der Goethe=Festwoche in Weimar und in der Goethe=Woche in Bochum 1928 als besondere künstlerische Tat anerkannt., (Vormiete C und freie Besucher.) Die NS.=Kulturgemeinde. Am Dienstag, 14. Januar, abends.30 Uhr, findet für die Serie B die Pflichtvorstellung„Egmont" statt. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Das Tanzgastspiel der Kölner Oper am Mittwoch, 15. Januar, ist für die Serie C als Pflichtvorstellung bestimmt. Der Vorverkauf beginnt heute. Die NS.=Kulturgemeinde, Ortsverband Bochum, Lueg=Haus. 00 mul gegen die geschiessene Schruntt Eine Warnung an alle Kraftfahrer Münster, 9. Januar. Wie die Pressestelle der Reichsbahndirektion Münster mitteilt, sind im Jahre 1935 allein im Reichsbahndirektionsbezirk Münster 60mal Kraftfahrzeuge gegen die geschlossene chranke gefahren und haben diese beschädigt, davon in zwölf Fällen schwer. Hiervon entfielen auf Motorräder 9 Prozent, auf Personenkraftwagen 49 Prozent und auf Lastkraftwagen 42 Prozent der vorgekommenen Unfälle. In 56 Prozent der Fälle wurde die Schranke bei Tageshelle vom Kraftfahrzeug angefahren. In den Fällen, in denen das Kraftfahrzeug bei Dunkelheit gegen die geschlossene Schranke gefahren war, geschah dies trotz guter Beleuchtung des Ueberweges. Wenn deshalb gelegentlich gefordert wird, daß alle Bahnübergänge— auch die an Nebenbahnen— mit Schranken versehen werden müssen, so beweist diese Aufstellung zur Genüge, daß für unvorsichtige Fahrzeuglenker auch Schranken nicht das Allheilmittel sind, um Unfälle an Bahnübergängen gänzlich zu vermeiden. Die dringende Warnung an alle Fahrzeugführer muß deshalb nach wie vor lauten: Fahrt vorsichtig! Mord in Düsseldorf Täter festgenommen Düsseldorf, 9. Januar. Die Polizeipressestelle teilt mit: In der Nacht zum Donnerstag, gegen 3 Uhr, wurde im Hause Kurfürstenstraße 54 ein Mädchen ermordet. Ihr ist mit einem Rasiermesser die Kehle durchschnitten worden. Der Täter konnte von den Bewohnern des Hauses festgehalten und der herbeigerufenen Polizei übergeben werden. Der Verhaftete wurde ins Polizeigefängnis eingeliefert, die Leiche der Ermordeten dem Pathologischen Institut zugeführt. Zu dem Mord teilt die Polizei u. a. mit: Am 9. Januar, um.30 Uhr, wurde die Lotte Bartöck, geboren am 30. Januar 1914 zu Dortmund, in ihrem Zimmer Kurfürstenstraße 54 durch einen Halsschnitt von einem gewissen Franz Schemm, geboren am 26. Juni 1906 in Heddinghausen, wohnhaft in Düsseldorf, Parkstraße 5, ermordet. Schemm hat die B. in der Nacht zum 9 Januar kennen gelernt und sie auf ihr Zimmer begleitet. Bei dem gemeinsamen Betreten des Zimmers, in dem Augenblick, als die B. sich dem Lichtschalter zuwandte, um das Licht anzumachen, fiel Schemm über sie her und brachte ihr mit einem Rasiermesser einen tödlichen Schnitt bei. Das Hinfallen der Bartöck wurde im Nebenzimmer gehört, worauf einige Bewohner der Etage in das Zimmer der B. eindrangen. Sie fanden die B. in ihrem Blute liegend und neben ihr das blutbesudelte Rasiermesser. Der Täter hatte sich auf die Fensterbank des offenen Fensters geschwungen, durch das er zu entkommen versuchte. Die eingedrungenen Personen ergriffen ihn und hielten ihn so lange fest, bis das alarmierte Ueberfallkommando und die Mordkommission erschienen. Schemm gibt die Tat zu. Das Motiy zu der Tat ist noch nicht geklärt. Revision verworfen Todesurteil gegen Willi Hübsche rechtskräftig Dortmund 9. Januar. Die Justizpressestelle des Oberlandesgerichtsbezirks Hamm in Dortmund teilt mit: In der Strafsache gegen Willi Hübsche aus Essen, der am 31. Oktober 1935 vom Schwurgericht in Dortmund wegen Ermordung des Kaufmanns Krahn in Dortmund zum Tode verurteilt worden war, hat das Reichsgericht die Revision des Verurteilten verworfen. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Wohnhaus und Vieh verbrannt Geseke, 9. Januar. In dem Hause des Arbeiters Speckemeier war auf bisher noch nicht einwandfrei festgestellte Weise ein Schadenfeuer ausgebrochen, durch das das Haus bis auf die Umfassungsmauern eingeäschert wurde. Gleichzeitig kamen dabei ein 300pfündiges Mastschwein, zwei Läuferschweine und eine Ziege, die nicht mehr gerettet werden konnten, ums Leben und verbrannten. Speckemeier erleidet durch den Brand großen Schaden. Geldschrankknacker erbeuten 3000 Mark Duisburg, 9. Januar. Montag früh stiegen in der Innenstadt noch unbekannte Burschen durch ein Fenster von der Hofseite in ein Büro ein und erbrachen dort einen Geldschrank. Mit einem Barbetrag von 5000 RM. konnten die Einbrecher unerkannt entkommen. Presse und Stadtverwaltung ta ziekt mit Dampe der Entope in aen SSampf. er aus, gesunde Kritik üben in dem Sinne, daß die Kritik das beiderseitige Vertrauensverhältnis stets neu unter Beweis stelle. Er hoffe, daß sie auch im kommenden Jahr noch intensiver sich in die Arbeit der Duisburger Stadtverwaltung vertiefe. Denn darüber sei er sich klar, daß die Arbeit einer Verwaltung, die sich nicht mit der Presse beschäftige, verlorengeye. Eine öffentliche Verwaltung möge die schönsten Pläne haben und zur Ausführung bringen; diese würden im Endergebnis ihren Zweck verfehlen, wenn die Presse sie nicht zur Kenntnis eines jeden Volksgenossen bringe, denn sie sei ein äußerst wichtiges Instrument für die Verwaltungspraxis. Ist die Weihnachtsgratifikation pfändbar? Eine bemerkenswerte Entscheidung des Kölner Arbeitsgerichtes Köln, 9. Januar. Ein Arbeiter eines Kölner Großbetriebes schuldete einem Geschäftsmann einige hundert Mark. Der Gläubiger erwirkte schließlich einen P fändungsüberweisungsbeschluß, wonach der Arbeitgever des Schuldners verpflichtet wurde, den der Pfändung unterliegenden Teil des Lohnes und Gratifikationen des Arbeiters monatlich dem Gläubiger zu überweisen. Der Arbeiter erhielt nun zu Weihnachten eine Gratifikation von 50 RM., die der Betriebsinhaber aber bei der Ueberweisung nicht berücksichtigte. Jetzt klagte der Gläubiger beim Arbeitsgericht gegen den Betriebsinhaber auf Ueberweisung der 50 RM. Der Beklagte machte geltend, dem Arbeiter sei die Gratifikation freiwillig als Geschenk gegeben worden und deshalb brauche der Betrag dem Gläubiger nicht übermittelt zu werden. Der Klager wandte ein, daß alle Arbeiter des Betriebes die 50 RM. erhalten hätten und mithin der Schuldner einen Anspruch auf die Ueberweisung dieses Betrages habe. Es kam noch zur Sprache, daß der Arbeitnehmer vor Auszahlung der Gratifikation schriftlich erklärte, daß er keinen Rechtsanspruch jetzt und für die Zukunft auf die Weihnachtsgratifikation habe und diese als eine freiwillige Zuwendung betrachte. Außerdem wurde noch bemerkt, daß dem Schuldner im Jahre 1934 zunächst die Weihnachtsgratifikation verweigert wurde, weil er sich irgend etwas hatte zuschulden kommen lassen. Allerdings hätte man später Milde walten lassen und ihm dann doch die 50 RM. ausgezahlt.— Das Arbeitsgericht kam auf Grund der Feststellungen zu der Entscheidung, oaß der Arbeiter keinen rechtlichen Anspruch auf die Weihnachtsgratifikation hatte und daß die Klage daher abgewiesen werden mußte. Warmspring=Heilanlage in Aachen Aachen, 9. Januar. Die Ratsherren stimmten neuen Plänen der Stadtverwaltung zu, die auf eine wesentliche Erweiterung des Badebetriebes hinauslaufen. Als erstes europäisches Bad geht Aachen daran, nach amerikanischem Vorbild eine Warmspring=Heilanlage zu Deutscher, du sollst deinen Eintopssonntag halten! Am 12. Januar ist Eintopssonntag schaffen. Das Schwimmbad im„Quellenhof“ wird beträchtlich erweitert und alles, was zur Therapie erforderlich ist, eingerichtet. Die Stadt Aachen hat der Kur= und Badegesellschaft ein größeres Darlehen aus Mitteln des Reichsbäder=Darlehens zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt. Eiselflüsse führen Hochwasser Aus der Eifel, 9. Januar. In den letzten Tagen haben die Eifelflüsse und Eifelbäche starkes Hochwasser zu verzeichnen. Bergumsäumte Talstrecken der Kyll, Lieser, Alf, Prüm, Kleinen Kyll usw. waren von den die Ufer überflutenden Wassermassen weithin überschwemmt. Das Wasser ist jetzt wieder im Fallen begriffen. Kleine provinz=Nachrichten 15 875 Reichsmark in Duisburg gesammelt! Die am vergangenen Samstag und Sonntag von der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung durchgeführte Straßensammlung ergab im Bezirk Duisburg=Hamborn 15 875,48 RM. für das Winterhilfswerk. Schiebender Bankier verhaftet. Ein früherer Kölner Bankier, dessen Frau im April 1985 dabei betroffen wurde, als sie 4500 RM. im Pelz versteckt über die Grenze bringen wollte, wurde jetzt von der Aachener Staatsanwaltschaft erneut in Haft genommen. Er wird beschuldigt, sich erheblicher Devisenvergehen und Effektenschiebungen schuldig gemacht zu haben. Vorübergehende Schließung des Preußischen Staatsarchivs in Münster. Wie die Pressestelle der Regierung in Arnsberg mitteilt, ist das Preußische Staatsarchiv in Münster wegen Umzugs vom 18. bis 25. Januar für die private Benutzung geschlossen. Es wird gebeten, auch schriftliche Anfragen wahrend dieser Zeit zu unterlassen. Duisburg, 9. Januar. Bei der Vorlegung des Rechenschaftsberichts der Stadt Duisburg verband Oberbürgermeister Dillgard; mitregse granpfäglige dee trachtungen über das Verhältnis,z wischen Ver= Nach Wiedereröfnuug lautet. die Anschrift des Staattwaltung und Presse. Die Presse solle, so führte archivs: Munster, wurstenvergstraße—2. Ihre Vermühlung geben behannt ERWIN MERTEN ERNA MERTEN geb. Berlin Bochum(Hubertusstr. 13), den 10. Januar 1936 Wilhelm Brings Eltriede Brings geb. Barndort Vermählte .-Hiltrop, den 10. Januar 1936 FamilienAnzeigen finden im B. A. weite Verbreitung Am 8. Januar 1935 vormittags verschied plötzlich infolge Herzschlages. nach mehrjähriger treuer Pflichterfüllung, der Kraftfahrer des städtischen Fuhrparks Hert Hiote Tuhne im Alter von 41 Jahren. Das Andenken des allzufrüh Verstorbenen soll stets in Ehren gehalten werden. Bochum, den 10. Januar 1936 Der Oberbürgermeister De wrmienn Geltrrationen haben den Wert der echten „Kaiser's Brust=Caramellen“ erkannt. Jung und Alt greifen immer wieder auf dieses bewährte Mittel zurück, das bei Husten, Heiserkeit und Katarrh schleimlösend wirkt und Erkältungen vorbeugt.— Brust Caramellen mit den 3 Tannen Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar Achtung Einzelhändler! Der Hauptbahnhof wird vergrößert und damit wird der Geschäftsverkehr in die Kortumstraße geleitet. Schönes Ladenokal Nähe Hbf. ertl mit Wohnung, billig zu 6 Zimm., Küche, Be 1 od. 2 2 sonst. Zub Brümmer, im Stal u. Offene Stellen Keine Originalzeugnisse einsenden Für die uns beim Hinscheiden unseres lieben Töchterchens und Schwesterleins erwiesene Tellnahme sagen wir allen unseren herzlichsten Dank Familie Otto Plelken Bochum, Im Januar 1936 Von erster Versicherungs-Gesellschaft zur Besetzung der Haupt Agental Grok-Bochum solventer Herr aus gutbürgerlichen Kreisen ges. Wir setzen voraus, daß der Bewerber sich voll für unsere Sache einsetzen will und sichern gute Bezüge sowie Ubertragung des vorhandenen Bestandes zu. 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Der Oberbürgermeister Die Beleidigung, die ich geg. Frau Helene Paschke, Steigerst. 9b, ausgesprochen habe, nehme ich als unwahr zurück. Frau Rateizak, Am Steinknapp 24 Gestorben: Dortmd.: Johannes Noge, 15 J. Gustav Mensing, 37 Jahre. Amanda Schelkmann geb. Mensing. Reichsbahnobersekr. i. R. Otto Briest, 66 Jahre. Rosa Brückner geb. Schütz, 60 Jahre. Essen: Obering. Ernst Schröder, 50 Jahre. Elisabeth Stauffenberg geb. Lob, 53 J. (0 Miets=Gefuche) Familien= Nachrichten aus anderen Zeitungen übernommen—= Geboren: Mädch.: Dortmd.: Egon Heintz(Grete geb. Hennecke). Heiraten Häusl, treues, nett. Maoch., 24., kath., 1,60 m groß, schlank, w. Witwer in fest. Arbeit, im Alt. v. 25—38., zwecks Heirat kennenzul.(Auch mit 1 Kind, auch auswärts). F. S. 82616 Anzeiger. Geschmackvoll möchten Sie Ihre Anzeigen gesetzt haben, damit der Leser von vornherein den besten Eindruck von Ihrem Geschäft bekommt. Richtig— aber dann müssen Sie uns auch genügend Zeit lassen. 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