G Oo Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. haldmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 95 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich. Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zettung durch böhere Gewalt oder durch Verbot oder Betriebsstörung u. dal verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr. Sonntags von 11 bis 12 Uhr— Sprechstunden der Schriftleitung von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Montag 4. Novemb. 1935 VVTNTE 42. Jahrgang Nummer 259 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote, Anzeigen privater Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Tertteil 10 Pf., Auskunft= und Ziffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig. Nachlaßstafsel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck sernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Hit Anwesenhen des Fahhrers Jacchsrsrsrue Kuct Nrutichett Bauten, die den Aufstieg künden— Bauherr und Arbeiter feierten das vollbrachte Werk— Begeisterung um Adolf Hitler dub München, 3. November. München beging heute das Richtfest der großen Bauten der Partei. Dem denkwürdigen 3. November war trockenes, wenn auch durch eine Hochnebeldecke herbstlich gestimmtes Wetter beschieden. Das München von gestern hat sein Gesicht und seine Sendung erhalten durch die Bauten Ludwigs., der seine Hauptstadt zur Metropole deutscher Kunst und deutschen Geistesleben werden ließ. Das München von heute und morgen ist die Stadt, die Adolf Hitler zur zweiten Hauptstadt des Reiches bestimmte und ihr in seinen gewaltigen Bauten den Ausdruck ihrer politischen Aufgabe schuf. Das Richtfest heute bildete den Auftakt zu den großen Feierstunden, mit denen die Partei am Ende dieser Woche derer gedenkt, auf deren Opfer sich die Gegenwart und Zukunft gründen. Zwei Feiern, die in tiefer innerer Verbindung zueinander stehen. Am frühen Morgen begab sich der Führer zur Grabstätte des Professors Paul Ludwig Troost, des leider zu früh verstorbenen großen Baumeisters. Adolf Hitler legte einen großen Lorbeerkranz mit weißen Chrysanthemen nieder. Zu beiden Seiten des Grabes loderte der Feuerschein zweier Pylone als sinnvolle Ehrung für den Schöpfer der gewaltigen Bauten. Die Eröffnung der Ludwigs=Brücke Die Feststraßen zu beiden Seiten der LudwigsBrücke hatten einen wahrhaft großzügigen Schmuck erhalten. Nicht weniger als 150 hohe Fahnenmasten ließen die Banner des Reiches flattern. Gegen 10 Uhr setzte der Aufmarsch der Ehrenformationen ein, die von der äußeren Zweibrücken=Straße bis zu den Tribünen Spalier bildeten. Auch ein Bataillon Infanterie und drei Züge der Fliegertruppe traten an. Die am Brückenbau beteiligten Arbeiter hatten sich mit ihren Arbeitsgeräten und Maschinen um einen geschmückten Kran versammelt. Jungvolk=Pimpfe hielten das Rote Band, das zunächst noch den Eingang zur Brücke sperrte. Gegen 11 Uhr erschien unter den Jubelrufen der Massen der Führer, der unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der Ehrenformationen abschritt. Auf der Tribüne begrüßte Adolf Hitler die Ehrengäste der Bewegung und der Wehrmacht. Der Münchener Oberbürgermeister Fiehler gab in einer Rede einen Ueberblick über die Geschichte der Brücke. Er schloß mit einem Sieg=Heil auf den Führer, auf Volk und Vaterland, das begeisterten Widerhall fand und zum Gesang des Deutschland=Liedes überleitete. Der Wunsch des Dann ergriff der Führer selbst das Wort. Er gab in einer kurzen Ansprache seiner großen Freude über das Gelingen des Werkes Ausdruck, das sich in das schöne Bild der deutschen Kunststadt München gut einfügen werde. Der Führer sprach seinen besonderen Dank den Parteigenossen Fiehler und Weber aus, die sich in erster Linie um das große Werk verdient gemacht hätten. Er hoffe, daß die vielen traurigen Ereignisse, die in der Vergangenheit diese Brücke heimgesucht hätten, sich in Zukunft nicht wiederholen mögen, und daß der Zug vor zwölf Jahren das letzte düstere Erlebnis dieser Brücke gewesen sein möge. Von nun ab möge die Brücke, und das sei sein Wunsch, nur noch Zeugin sein eines glücklichen Marsches der deutschen Nation in ein Zeitalter der Freiheit und eines inneren gesegneten Lebens. Mit diesem Wunsche übergebe er die Brücke dem Verkehr, Der Führer schritt hierauf, gefolgt von den Repräsentanten der Bewegung, des Staates und der Wehrmacht, zur Brücke. Schlag 11.30 Uhr trennte er das Band und nahm damit symbolisch die Einweihung der Ludwigsbrücke vor. Während das Horst=Wessel=Lied erklang, schritten der Führer und die Ehrengäste langsam über die Brücke. Auf der Brückeninsel verweilte der Führer kurz, um den Gruß der dort versammelten Arbeiterschaft zu erwidern. Unmittelbar nachdem der Führer auf der gegenüberliegenden Seite der Isar die dortige Tribüne betreten und den Kriegsbeschädigten seinen Gruß entboten hatte, rückten auch schon die Ehrenformationen unter klingendem Spiel zum Vorbeimarsch heran. Wieder war es ein glänzendes Schauspiel deutscher Marschdisziplin, das die Zuschauermassen zu Kundgebungen der Begeisterung hinriß. Nach dem Vorbeimarsch trat der Führer in Begleitung von Reichsminister Dr. Goebbels und der übrigen Reichsleiter durch die herrlich geschmückten Straßen unter den stürmischen Heilrufen der spalierbildenden Massen die Weiterfahrt zum Braunen Hause an. Das Richtfest der Führerbauten Vom Braunen Haus aus begab sich der Führer zum zweiten Akt dieses ereignisreichen Tages: zum Richtest der Führerbauten, der monumentalen Häuser die zugleich Denkmal und Offenbarung, Sinnbild und Wegweiser sind. Während auf dem neugestalteten Königsplatz schon längst vor dem Beginn des Richtaktes viele Tausende Aufstellung genommen hatten, waren an der Front des Führerbaues Ehrenformationen der SS., der SA. und des Arbeitsdienstes aufmarschiert. Vor dem Führerbau und dem Verwaltungshaus grüßten mächtige bändergeschmückte Richtbäume. Von den beiden großen Balkonen leuchtete auf tiefem Braun ein goldenes Hakenkreuz. Die gesamte am Bau beteiligte Arbeiterschaft hatte am Führerbau Aufstellung genommen Um Frau Professor Troost und Chefarchitekt Professor Gall scharten sich die Angehörigen des Baubüros. Nachdem der Führer die Fronten der aufgestellten Ehrenformationen abgeschritten hatte, nahm er umgeben von den Reichsleitern, Gauleitern, den Führern der Parteigliederungen, der Wehrmacht, der Landesregierung usw. gegenüber einem grün verkleideten Rednerpodium Aufstellung. Als Reichsschatzmeister Schwarz von dem großen weit ausladenden Balkon des Führerhauses zu seiner Rede ansetzte, drang ein heller Sonnenstrahl durch die graue Hochnebeldecke. Die kurze, aber eindrucksvolle Schilderung der Geschichte der Geschäftsstelle der Bewegung und des Werdens dieser gewaltigen, die Kraft des Führertums, die umfassende Organisation, die Größe der Bewegung und des Vaterlandes versinnbildlichenden Bauten schloß Reichsschatzmeister Schwarz mit einem dreifachen Sieg=Heil auf die nationalsozialistische Bewegung und ihren Führer, das stürmisch aufgenommen wurde. Arbendratneraden=sprechen Dann trat ein Arbeitskamerad aus der Bauarbeiterschaft auf das Rednerpodium und hielt eine kurze, tapfere Ansprache, in der er schilderte, wie Treue und Glaube die Fundamente dieser Häuser am Königsplatz seien, wie ein Wille, ein Glaube, ein Ziel, ein Symbol, ein Richtspruch alle Mitschaffenden vereint habe: Deutschland. Er rief den Kameraden des Spatens und der Kelle der Feder und des Zirkels zu: Wir haben gebaut die Häuser der Partei, Deutschland zur Ehr', dem deutschen Volk zur Wehr. Das dreifache Sieg=Heil dieses sympathischen und wortgewandten Arbeiters fand freudigen Widerhall. Nach ihm bestieg ein Polier die Rednerkanzel, um den herkömmlichen Richtspruch zu halten, bei dem nach gutem Handwerksbrauch auch das Glas Wein nicht fehlen darf, das mit vollen Zügen ausgetrunken und dann als Zeichen des Glücks für den ausgeführten Bau in viele Scherben zersplittert werden muß. Der Polier gedachte in gebundener Sprache des großen Baumeisters des Dritten Reiches, brachte auf ihn ein hrausend aufgenommenes Sieg=Heil auf und, während die Ehrenformationen präsentierten, leerte der Sprecher sein Glas auf den Führer und zerschellte es an den Kanten der Redekanzel. Der zweite Trinkspruch galt dem genialen Former der Führerbauten, dem verewigten Professor Troost:„Dies Glas kann ich nicht leeren, voll, wie es ist, soll's ihm gehören!“ Mit dem dritten Trinkspruch wandte sich der Polier an die RSDAP.:„Die den Auftrag gegeben, der wünsch ich Glück und Segen: mög' auch in den neuen Bauten der alte Kampfgeist sich stets regen!“ In seinen weiteren von Hans Zöberlein heiter und humorvoll verfaßten Worten wandte sich der Sprecher dem Reichsschatzmeister Schwarz zu, um„den Mann zu loben, von dessen Konto wir abgehoben“, und ließ sein leer getrunkenes Glas mit dem Wunsche zersplittern,„daß nichts sein Leben mög' verbittern“. Der fröhliche Richtspruch galt dann noch Frau Professor Troost, dem Chefarchitekten Gall, den Architekten und Ingenieuren und allen Arbeitsleuten vom Bau, und zum schließlich brachten die hübschen Verse den Wunsch Ausdruck:„daß bald des Führers Gunst neue Aufgaben weist für unsere Kunst!“ Nach dem Richtspruch, der von dem Polier nicht nur sehr nett vorgetragen, sondern auch äußerst trinkfest mit einem Glas Wein um das andere bekräftigt wurde, erklangen, von der Menge gesungen, die Nationalhymnen. „Dann ließ sich der Führer die beiden Sprecher der Arbeiterschaft herbeirufen, reichte ihnen die Hand und klopfte dem trinkfesten Polier anerkennend auf die Schulter. Der Badenweiler=Marsch gab den feierlichen Ausklang des Richtaktes. Im Anschluß hieran betrat der Führer das Führerhaus, um als Baumeister dem Führerkorps der Partei den monumentalen Bau zu zeigen. Sprechchöre der auf dem Königsplatz versammelten Tausende riefen schon nach wenigen Minuten nach dem Führer, der denn auch bald auf dem Balkon erschien und für die sich immer wieder aufs neue wiederholenden Heilrufe bedarkte. Als dritte Veranstaltung folgte nun das Richtfest der Glaspalast=Gaststätte= und Parkanlagen, die aus dem Schutt und der Wüstenei des Glaspalast=Brandes vom 6. Juni 1931 phönixgleich neuerstanden sind. Auch dieses Werk ist nach den Stizzen von Professor Troost gestaltet und wird in den kommenden Monaten seiner Vollendung entgegengeführt werden. Tannengirlanden schmückten den Gaststättenbau, von dessen First der Richtbaum und die Flagge des Reiches grüßten. An den beiden Flanken des Gebäudes hatten die Fahnenabordnungen sowie Ehrenformationen der SA. und SS., auf dem Gerüst des Baues die Zimmerleute und Arbeiter Aufstellung genommen. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt der Führer mit seinem Stellvertreter Reichsminister Rudolf Heß und seiner Begleitung die Ehrenfront ab. Auch hier nahm das Führerkorps der Bewegung an der Feier teil. Generaldirektor Döhlemann, der Geschäftsführer des Kuratoriums für die Ausgestaltung der alten Glaspalast=Anlagen, begrüßte den Führer und die Ehrengäste und gedachte dann in seiner Ansprache freudig des Gelingens dieses Werkes, das aus dem Schutt des Glaspalastbrandes die Hauptstadt der Bewegung durch ein neues Juwel städtebaulicher Anlagen bereichert. Ein Polier sprach dann den poetischen Richtspruch und leerte sein Glas auf Deutschland und seinen Führer, auf den Staatsminister Adolf Wagner, der dieses Werk mit Rat und Tat gefördert hat auf das Land Bayern und die Stadt München, auf die Spender, auf die Künstlerschaft und Bauleitung und auf die durch des Führers Werk geeinte Arbeiterund Unternehmerschaft. Anschließend fand in der Mathäser=Festhalle ein kameradschaftliches Beisammensein der an diesem Werk beteiligten Unternehmer und Arbeiter statt. Der Stellvertreter des Führers saß mitten unter den Zimmerleuten, die in ihrer Freude ein dreifaches„Holz her“ ausbrachten. Der Fühhrer del seinen Ardenern im Bürgerbräukeller Gleichzeitig mit dem kameradschaftlichen Beisammensein, das die am Bau der Glaspalastanlagen beschäftigten Arbeiter im Festsaal der Mathäser=Bierhalle vereinte versammelten sich zum Abschluß des Richtfestes der Parteibauten auf Einladung der Reichsleitung der NSDAP. die am Königsplatz beschäftigten Angestellten und Arbeiter zu einem gemeinsamen Mittagessen in dem großen Saal des Löwenbräukellers. Mit ihnen hatten Mitglieder der Reichsleitung, führende Persönlichkeiten des politischen und kommunalen Lebens, bekannte Männer des Staates und der Wehrmacht der Einladung Folge geleistet. An langen weißgedeckten, mit lichten Herbstblumen geschmückten und vom Schein der Deckenlampen überstrahlten Tischen saßen die Männer der Stirn und der Faust, alle geeint durch denselben Mann: den Führer Adolf Hitler, alle ausgerichtet auf das gleiche Ziel: auf Deutschland. Um 13.30 Uhr traf der Führer ein, unter den Klängen des Badenweiler=Marsches mit nicht endenwollendem Jubel empfangen. Unmittelbar vor der mit Hakenkreuzfahnen ausgeschlagenen Bühne nahm der Führer Platz, zu seiner Rechten Frau Professor Troost, zu seiner Linken Reichsschatzmeister Schwarz. Stolz und Freude leuchteten aus den Augen der Arbeiter. Während sie bewirtet wurden, wanderte ihr Blick imDie neue Ludwigs-Brücke in München H. Hoffmann Schalke spielt:2! Ergebnisse der westfälischen Gauliga: Hüsten 09— Schalke 04:2 Westfalia Herne— Tus. Bochum•2 Preußen Bochum— SV. Höntrop:0 Union Recklinghausen— Erle 08:0 Zwischenrunde um den DFB.=Pokal: Südwest— Niedersachsen:2 Bayern— Mittelrhein:0 Sachsen— Baden:3 Der„Viktor=Lutze"=Gepäckmarsch der SA.=Gruppe Westfalen'kam unter großer Beteiligung in Dortmund zum Austrag. Sieger in der Gruppe 1 wurde die Brigade 67, in der Gruppe 2 das Hilfswerkslager Hattingen. 11:5 für Deutschland endete der in Köln durchgeführte Voxländerkampf Deutschland— Frankreich. Lohmann(Bochum) gewann in Dortmund beim Steherrennen den„Großen Westfalenpreis“. (Siehe den Sportteil!) 2 Nr. 259 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 4. November 1935 mer wieder hinüber, dorthin, wo der Führer mitten sammelt die dem Führer wiederum jubelnde Kundgeunter seinen Arbeitern saß. Geschenk an die Arbeiter Eine große Auszeichnung wurde den vielen Hunderten von Arbeitern, Handwerkern, Meistern und Gesellen dadurch zuteil, daß jeder dieser Volksgenossen ein Bildnis des Führers in silbernem Rahmen mit der eigenhändigen Unterschrift Adolf Hitlers erhielt. Den Höhepunkt der Veranstaltung aber bildete die Rede des Führers, die er später von der Bühne aus an seine Arbeiter richtete. Schon nach den ersten Sätzen standen alle im Bann der Führerworte. Immer wieder brauste Beifall auf, und die Zustimmung wollte nicht enden. Adolf Hitler Die Bauten, Besitz des ganzen deutschen Volkes In seiner Ansprache ging der Führer davon aus, wie ungewöhnlich es im alten Staat gewesen wäre, ein Richtfest wie das heutige in seiner Geschlossenheit und seiner Volksgemeinschaft zu feiern. Nur aus der Kraft und Gemeinschaft des neuen Reiches konnte ein solches Werk geschaffen werden. Wenn man frage: Warum so groß? so antworte er: Weil die Bewegung so groß ist die es verherrlichen soll. Warum aus Stein? Weil die Partei so hart ist wie Stein! Wir haben diese Bauten so schön gemacht, weil sie nicht einzelnen von uns gehören, weil sie allen gehören! Weil sie das ganze deutsche Volk verherrlichen sollen! Das große Werk wird ein Denkmal deutscher Kunst sein, jener Kunst, die wieder Monumente des wahrhaft künstlerischen Sehens und Erlebens geschaffen hat. Der Führer sprach von dem Stolz, der alle erfüllen könne, die an einem solchen Werk mitarbeiten durften: Jeder einzelne, der mithelfe, baue sich dadurch sein eigenes Denkmal. Ein wunderbares Kunstwerk, das für die spreche, die es erdacht haben und„aumegselehg ließen, angefangen von unserem großen Baung#### bis zum letzten Steinträger. Sie bauen es für derte und Jahrhunderte. Heute stünden wir erst am Ende des zweiten Baues. Andere würden folgen und versuchen, den früheren an Schönheit gleichzukommen. Er sehe im Werden dieses Werkes das Symbol des Willens im neuen Reich. Der Führer sprach von der Hauptstadt der Bewegung als einem Eckpfeiler des Reiches, von einer neuen Blüte des deutschen Kunsthandwerks, das sich in solchen Bauten entfalte, von der Wiederbelebung der deutschen Steinindustrie und der Beschäftigung ihrer deutschen Arbeiter. Und so wie der Nationalsozialismus hier am Werke sei, wirke er für das ganze Reich. Deutschland solle wieder schön, stark und reich werden. Schän in seinem Antlitz! Stark in seiner Geschlossenheit! Reich an all' den Gütern und Tugenden, die notwendig sind, um in diesem Leben zu bestehen! Der Führer gab seinen Empfindungen Ausdruck, wie glücklich es ihn mache, seine Arbeitskameraden hier begrüßen zu können. Er sei ja selbst vom Bau, und immer ziehe es ihn dorthin zurück, woher er gekommen sei. Er komme daher sehr oft in diese Stadt und sei glücklich, wenn er ihre Bauplätze besuchen könne. In Anblick dieser Bauten lebe er auf und sehe in ihnen das Werk des neuen Reiches und seiner Gemeinschaft. Für diese Volksgemeinschaft bauen wir die Häuser! Wenn er heute inmitten seiner ,Arbeitskameraden weile, dann empfinde er diesen Tag als einen besonders glücklichen in seinem Leben. „Es ist wunderbar, was wir hier schaffen. Politiker Handwerker und Baumeister, alle an einem einzigen Werk tätig. Lernen wir aus dem heutigen Bau: Ei Auftraggeber, ein Bauherr, ein Plan, ein Wille. Alle arbeiten gemeinsam an dem großen Werk, am Bau des heiligen deutschen Reiches.“ Als der Führer geendet hatte, wollten die Heilrufe kein Ende nehmen. Immer wieder ging brausender Jubel durch den Saal, immer wieder mußte der Führer danken für die ihm bereiteten Huldigungen. Eine Viertelstunde weilte der Führer noch im Saat, von allen Seiten um Unterschriften bestürmt, die er bereitwilligst gab. Dann schritt der Führer unter den Klängen des Badenweiler=Marsches zum Ausgang. Vor dem Löwenbräukeller hatte sich inzwischen eine nach vielen Tausenden zählende Menschenmenge angebungen bereitete, als er im Kraftwagen abfuhr. Die Uebergabe des Aerztehauses Als viertes im Kranze der Münchener Feiern des 3. November folgte in der dritten Nachmittagsstunde die Einweihung des Hauses der deutschen Aerzte. Wenn der Führer persönlich unmittelbar nach dem Uebergabeakt dem neuen Haus seinen Besuch abstattete, so war es nicht nur eine Auszeichnung für die Baukünstler unter Führung des Architekten Fick und alle Bauarbeiter, es war auch eine Auszeichnung der deutschen Aerzteschaft und eine Unterstreichung der hohen Mission, der der Neubau zu dienen berufen ist. Punkt 15 Uhr fuhr der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, vor, von Reichs=Aerzteführer Dr. Wagner begrüßt. Nachdem er unter den Klängen des Präsentiremarsches die Front der Ehrenformationen abgeschritten hatte, nahm der Uebergabeakt seinen Auftakt. Amtsleiter Dr. Scholten kennzeichnete in einer Ansprache die Weihe des Aerztehauses als Markstein in der Geschichte der deutschen Aerzteschaft. Sein Sieg=Heil auf den Führer fand brausenden Widerhall, dem der Gesang der Nationalhymnen folgte. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, übergab sodann den Neubau seiner Bestimmung mit dem Ruf: Möge dieses Haus beitragen zum erfolgreichen Wirken der deutschen Aerzteschaft zum Wohle des deutschen Volles.„ Alsbald danach fuhr der Fuhrer vor, abermais von herzlichsten Kundgebungen der Liebe und Treue begrüßt. Er wurde von Hauptamtsleiter Dr. Wagner empfangen und durch die Räume geführt. Genfer Konferenz=Beschluß Canrkioten db 1. Aobeinere Erklärungen Lavals und Hoares Fehlschlagen der Friedensbemühungen festgestellt symbolisch Genf, 3. November. Der Arbeitsausschuß der Sanktionskonferenz beschloß einmütig am Samstag, den 18. November als Zeitpunkt für das Inkrafttreten der wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen vorzuschlagen. Für die Abwicklung der laufenden Verträge und der Clearing=Guthaben soll ein nicht sehr entfernter Endtermin noch festgesetzt werden. In der Sanktionskonferenz, die nachmittags kurz nach 4 Uhr zu einer öffentlichen Sitzung zusammentrat, legte der Präsident die Entschließungsentwürfe zu den Sanktionsvorschlägen 2, 3 und 4 mit dem Bemerken vor, daß der Zweck dieses Schrittes die Wiederherstellung eines gerechten und ehrenvollen Friedens sei. In diesen drei Entschließungen wird davon Kenntnis genommen, daß die Kreditsperre gegen Italien bereits von 39 Regierungen durchgeführt werde, und daß sich 43 Regierungen bereit erklärt hätten, die Ein= und Ausfuhrsanktionen gegen Italien anzuwenden. Alle Völkerbundsmitglieder würden aufgefordert, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um diese Sanktionen auf allen ihren Gebieten vom 18. November ab durchzuführen. Die drei Entschließungen wurden ohne Aussprache einstimmig angenommen. Laval für loyale Paktanwendung Hierauf erhielt der französische Ministerpräsident Laval das Wort. Laval erinnerte an seine wiederholten Erklärungen, daß Frankreich den Pakt loyal anwende. Man müsse aber so schnell wie möglich eine gütliche Regelung des Konfliktes anstreben. Die französische Regierung und die britische Regierung seien darin einig, daß ihre Zusammenarbeit auch auf diesem Gebiete betätigt werden solle. Deshalb habe er auch die Initiative zu Besprechungen ergriffen, ohne übrigens jemals den Gedanken gehabt zu haben, ihnen eine endgültige Form außerhalb des Völkerbundes zu geben. Nur in seinem Rahmen könnten Vorschläge geprüft und Entscheidungen getroffen werden. Er habe die Gewißheit, daß der Völkerbund seine höchste und vornehmste Friedensmission zu erfüllen wissen werde. Hoare stimmt zu Der englische Außenminister Sir Samuel Hoare wies dann auf die Bedeutung der Entschließung hin. Am 18. November würde alle Ausfuhr aus Italien nach denjenigen Mitgliedstaaten, die an dem Sanktionsvorschlag Nummer drei teilnähmen, aufhören. Sir Samuel Hoare betonte weiter das große Bedauern, zu solchem Vorgehen gezwungen zu sein. Wenn der Völkerbund seinen Einfluß behalten solle, sei aber ein kollektives Vorgehen unvermeidlich. Das Ziel sei die Abkürzung des Krieges.„Wir hoffen und glauben“, so sagte der Minister,„daß es dem Völkerbund gelingen wird, diesen Zweck zu erreichen. Ich habe mit großer Sympathie und voller Zustimmung die Erklärungen des Herrn Laval gehört. Er hat genau das ausgesprochen, was uns alle bewegt. Sir Samuel Hoare ging auch auf die Besprechungen zwischen London, Paris und Rom über die Möglichkeiten einer Regelung des Streitfalles ein. An diesen Besprechungen sei nichts Geheimnisvolles oder Unheimliches. Es sei die Pflicht aller, den Weg zum Frieden zu erkunden. Bis zum Augenblick seien die Besprechungen nichts weiter als der Austausch von versuchsweisen Anregungen gewesen. Sie hätten bisher kein positives Ergebnis gehabt. Es sei deshalb nichts zu berichten. Der britische Außenminister versicherte nochmals, daß die Beteiligten ständig innerhalb des Rahmens der Völkerbundssatzung arbeiten würden, und schloß, daß es notwendig sei, im Geiste unparteiischer Gerechtigkeit gegenüber den drei Parteien, dem Völkerbund, Italien und Abessinien, vorzugehen. Die Erklärungen der beiden Staatsmänner wurden von der Konferenz mit Beifallklatschen ausgenommen. Nach Laval und Sir Samuel Hoare sprachen noch zahlreiche Vertreter ihre Befriedigung über das in den Reden zum Ausdruck kommende gemeinsame Streben der beiden Mächte nach einer baldigen Wiederherstellung des Friedens aus. fand im Thronsaal des kaiserlichen Schlosses ein großer Empfang für ausländische Diplomaten, Würdenträger und Journalisten statt. Abends gab der Kaiser für das diplomatische Korps in engstem Kreise ein Diner. In einem schriftlich gegebenen Interview kommentiert der Kaiser die bisherigen militärischen Geschehnisse dahin, daß bisher noch überhaupt keine eigentliche Schlacht stattgefunden habe und daß sich die Abessinier bereits zu einem hohen Grade an die modernen technischen Kriegsmethoden gewöhnt hätten, so daß später, wenn es zu einer wirklichen Schlacht käme, die abessinischen Krieger nicht nur mit Mut, sondern auch mit großer Kenntnis der gegnerischen Methoden sich schlagen würden. Negus reist zum Hauptquartier. Der Negus wird voraussichtlich Mitte des Monats seinen Aufenthalt in das Hauptquartier nach Dessie verlegen. Den in Addis Abeba anwesenden Berichterstattern ist genehmigt worden, sich auch nach Dessie zu begeben. Sie müssen aber fur ihre Verpflegung und ihren Wasservorrat selbst sorgen. Abessinien fordert Finanzhilfe unter Hinweis auf ein Völkerbundabkommen Genf, 2. November. Der abessinische Gesandte in Paris hat dem Völkerbundsrat im Auftrag seiner Regierung eine Erklärung zugehen lassen, in der Abessinien unter Berufung auf seine Notlage um Gewährung einer finanziellen Hilfe im Sinne des Abkommens vom 2. Oktober 1930 über die Unterstützung von Staaten, die das Opfer eines Angriffes geworden sind, bittet. Dieses Abkommen ist seinerzeit aus einem finnländischen Vorschlag hervorgegangen und sogleich von 28 Staaten, darunter England und Frankreich, unterzeichnet worden. Neue Rheinbrücke bei Neuwied Der preußische Ministerpräsident weihte sie auf den Namen„Hermann=Göring=Brücke“. dnb Neuwied, 3. November. Bei herrlichstem Herbstwetter fand am Sonntag vormittag die feierliche Einweihung der neuen Rheinbrücke bei Neuwied die den Namen„Hermann=Göring=Brücke“ erhielt, durch den preußischen Ministerpräsidenten statt. In seiner Ansprache sagte der preußische Ministerpräsident u..: Das Ausland solle nicht glauben, daß ein Deutschland, das Parteigegensätze, Klassen und Stände hinwegfegte, ein Volk, das aus dem Nichts heraus das Schwert der Sicherheit aufs neue schmiedete das über Nacht eine Luftflotte in die Welt stellte, daß dieses Volk nun plötzlich an einem Viertelpfund Butter eingehen sollte.„Es wird“ so erklärte der Ministerpräsident unter stürmischem Beifall weiter,„weiß Gatt weder vor vorübergehender Butterknappheit noch vor zu wenig Schweinen kapitulieren. Wir werden uns dann beides sparsamer zu Gemüte führen. Und es wird auch gehen.“ Hermann Göring schloß:„Ihr alle, die Ihr hier wohnt, seid nicht schutzlos. Hinter Euch steht ein neues mächtiges Reich. Hinter Euch steht eine starke Wehr: macht. Ueber Euch wacht eine neuerstandene Luftflotte.“ Die Antwort aus Rom: Verstärkte Abwehr Englane„Tantkendeine Nr. K Mussolini schränkt den Eisenbahnverkehr ein— Auf der Gotthard=Bahn täglich 12000 Güterwagen für Italien Kunft und Willen „Aus der Geschichte des Nationalsozialismus“ Schlußvortrag zur„Woche des Deutschen Buches“ Am Samstag abend fand die von der Stadtbibliothek veranstaltete Vortragsreihe zur„Woche des Deutschen Buches“ ihren Abschluß und gleichzeitig ihren Höhepunkt.„Aus der Geschichte des Nationalsozialismus“ lautete das Thema, das sich Studienggt, Dr., isch bielleicht maucher Zuhörer vorher geglaubt hatte, einer mehr oder weniger trockenen Ges schriebene Erleben der Streiter des Nationalsozialismus' wurde durch den Vorlesenden zu einem Erlebnis der no: Aus dem Buch von Adof Hiler„Nein Rom, 3. November. Der in Genf auf den 18. November festgesetzte Beginn der Sanktionen hat in Italien weder beunruhigt noch überrascht. Da man sich bereits auf einen Sanktionsbeginn in den ersten Novembertagen gefaßt gemacht hatte, ist sogar eine gewisse Befriedigung festzustellen, daß in den verbleibenden zwei Wochen genüg Zeit übrig ist, um die begonnenen Maßnahmen gegen die Sanktionen zu Ende zu führen. In Rom wird betont, daß Aloisi nur auf wiederholten Wunsch Lavals nach Genf gegangen ist, damit man Italien nicht den Vorwurf einer unnachgiebigen Haltung machen könne. Von hier aus gesehen ist die Lage nach den Erklärungen der Franzosen und Engländer in Genf weiterhin unverändert und weist keinerlei Anzeichen für eine Besserung Frankreich ist äußerst unund auch die meisten Geschäfte bereits in den frühen Abendstunden, bald nach Dunkelwerden, schließen müssen, um Licht und Heizung zu sparen. Bisher waren die Geschäfte bis 9 Uhr abends geöffnet. Um den Kohlenbedarf zu senken, wird der Fahrplan der Eisenbahnen stark reduziert. Als erste Etappe sind 47 Zugpaare gestrichen worden. Die Eindeckung Italiens mit Rohstoffen und Gütern nimmt immer umfangreichere Formen an. Allein die Gotthard=Bahn hat einen täglichen Verkehr von 12000 Güterwagen, die für Italien bestimmt sind. Der Tunnel ist derartig übertastet, daß die Schweizer Bahnen einen Sonderdienst einrichten mußten. Die Demonstrationen gegen englische Geschäfte gehen in allen italienischen Städten weiter, Auch die Kampf“ war der Abschnitt gewählt, in dem der Fuhrer von seinen Seelenkämpfen in den Tagen erzählt, da er im Kriege, von Giftgasgranaten erblindet, auf dem Krankenlager lag und das Schicksal des deutschen Volkes ein Herd uisozigligmus führte Das war die Geburt auf.„Die, Stimmung, gegen.9# ßen. In d günstig. Italien fühlt sich im Stich gelassen, In der gehen in allen, italienischen Städten tionsfeind Nr.“, beseichnet man England als„Sank: Trupvexur'Sonntag verließen Neapel drei weitere Die Vorbereitungen auf den Wirtschaftskrieg nehmen inzwischen immer größeren Umfang an. Sie verwandeln das Gesicht des täglichen Lebens immer mehr. Eine Verordnung kündigt an, daß alle Büros Transportschiffe mit insgesamt 10000 Mann. Der Bedarf der Truppen in Ostafrika ist nach den Heeresberichten sichergestellt. In Eritrea sollen die Italiener über 10000 Kraftfahrzeuge verfügen, die für ein Jahr Vorrat an Oel und Benzin haben. des Nationatsozlausmur fuhrte. München immer greifGrätten undrer seinen ieilgeprn Truppenverschiebungen von Eritrea nach Italienisch=Somaliland— Offensive auf Makalle eröffnet, das von den Abessiniern geräumt wurde truppen. Ueber den vormarschierenden Teappensäulen fliegen die Flugzeuge, Zum größten Teil sind es der Idee, die nach dem Kriege in.11.——.;ing„ g2. barere Gestatt annahm, die auch durch einen v. Ni vember 1923 nicht zerschmettert werden konnte, die sich von diesem Tage an erst recht in den Herzen und Köpfen der kämpfenden Nationalsozialisten verankerte. Wie der Nationalsozialismus seinen Weg ging, wie die aus Haß und Wut geborenen Widerstände seinen Siegeszug niemals aufhalten konnten, zeigten die vorgelesenen Seiten aus den Büchern der Mitarbeiter und Mitkämpfer des Führers, so aus tungen, aus Alfred Rosenbergs„Mythus des 20. Jahrhunderts" und„Blut und Ehre", aus Ganzers„Vom Ringen Hitlers um das Reich“, aus Walter Franks Zur Geschichte des Nationalsozialismus“, aus Bades SA. erobert Berlin", aus I. Goebbels„Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei“ und aus Dietrichs„Mit Hitler in die Macht". Bis zum letzten Wort waren die Zuhörer im Banne der Schriften, und man war sich einig in dem Urteil, daß die letzte Stunde der Vortragsreihe der Bochumer Stadtbibliothek das schönste Erlebnis der ganzen Buchwoche gewesen sei. London, 8. November. Wie aus Dschibuti gemeldet wird, werden zur Zeit große Verschiffungen von Truppen und Kriegsmaterial von Eritrea nach Italienisch Somaliland vorgenommen. Aus diesen Transporten wird auch eine Aenderung der italienischen Kriegspläne geschlossen. Das Hauptgewicht des militärischen Druckes gegen Abessinien soll offenbar von dem wildzerklüfteten Gebirgsgelände an der Nordfront in die Ogaden=Provinz verlegt werden, um von dort eine Offensive gegen Harrar und die Dschibuti=Bahn vorzutragen. Mit der Eroberung Harrars würden auch die Waffen= und Munitionssendungen, die jetzt von Berbera her über die britische Somaligrenze nach Abessinien hineinströmen, unmöglich gemacht. Makalle von den Abessiniern geräumt. Ueber die Kampftätigkeit an der Nordfront wird berichtet, daß der italienische Vormarsch auf Makalle am Samstag morgen auf einer Front von 80 Kilometer mit 125000 Mann begonnen hat. Die abessinischen Truppen haben daraufhin Makalle geräumt. Nur die Zivilbevolkerung ist noch in der Stadt geblieben. Die Vorhut der Italiener besteht aus Tankabteilungen und eingeborenen Askariliege Boml der Inwinbengeschwader, die zur, Unterstutzung per„I fanterie und der Kavallerie eingesetzt worden sind. Italienische Generalstäbler erzählen, die Erkundungsflüge der italienischen Geschwader hätten ergeben, daß verschiedenen Punkten starke abessinische Abteiit Maschinengewehren und Geschütze Volksabstimmung in Griechenland 90 Prozent für die Monarchie dnb Athen, 3. November. In Griechenland fand am Sonntag die Volksabstimmung über die Wiedereinführung der Monarchie statt. Die Abstimmung nahm überall einen ruhigen Verlauf. Die Bevölkerung zeigte größtes Interesse an der Abstimmung, so daß die Wahlbeteiligung außerordentlich stark war. Nach den Wahlergebnissen, die in den späten Abendstunden vorlagen, kann mit Sicherheit angenommen werden, daß für die Monarchie 90 Prozent und für die Republik 10 Prozent der Wähler gestimmt haben. Kurz=Nachrichten Die Gruppen der NSDAP. im Ausland, die den legalen Zusammenschluß von Reichsdeutschen zur Pflege ihres eigenen Volkstums bilden und die daher unter dem Gestehungspreis, zu 60 Centimes(10 Pf.) stehen, haben einen Bestand von über 500 erreicht. Die französische Regierung hat jetzt eine Verordnung erlassen, die die öffentliche Beleidigung fremder Staatsoberhäupter, fremder Regierungschefs und fremder Außenminister mit Gefängnis von drei Monaten bis zu einem Jahr und mit einer Buße bis zu 500 RM. ahndet. Am Samstag vormittag erschien in Paris die Sondernummer des amtlichen Gesetzblattes mit den letzten Notverordnungen der Regierung. Diese Nummer enthält 352 Seiten, wiegt 730 Gramm und wird, unter dem Bestehungspreis, zu 60 Centimes(10 Pf.) verkauft. Das vorläufige Endergebnis der englischen Gemeindewahlen, die am Freitag in 365 Städten und Kreisen in England und Wales stattgefunden haben, weist beträchtliche Gewinne der Konservativen Partei und ebenso große Verluste der oppositionellen Arbeiterpartei auf. Das Befinden des bei dem Attentat durch drei Kugeln schwer verletzten chinesischen Ministerpräsidenten Wangtschingwei ist nach einer Nankinger Meldung den Umständen nach gut. Dagegen ist der Attentäter den bei der Verhaftung erlittenen Verletzungen erlegen. Die Ermittlungen der Polizei haben einwandfrei ergeben, daß hinter dem Attentat die Moskauer Internationale gestanden hat. Weitere politische Nachrichten auf Seite 10 und 13 lungen mit Naschinengewehren und Geschützen in gut befestigten Steuungen längs der Vormarschlinie lägen, so daß man damit rechnen müsse, in verschiedenen, 2ei: ten des Vormarschgebie# auf starken iderstand zu : Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Poltik: Rudolf Foest, und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, 957s: Michael Anruf: liner Anzeigenso daß ngn damit rechneg len des Vorma########### auf starken Auderst stoßen. Man glaubt, vaß die militärische Aktion gegen Makalle mindestens vier bis fünf Tage in Anspruch nehmen werde. Nachdem dann das Ziel erreicht sei, würden wahrscheinlich wieder mehrere Wochen der Ruhe eingelegt werden. Fünfjahrestag der Kaiserkrönung in Addis Abeba. Anläßlich des fünften Jahrestages der Kaiserkrönung fand Samstag vormittag in der St.=GeorgsKathedraue in Addis Abeba ein großer Gottesdienst statt, an dem die gesamte kaiserliche Familie und die hoben abessinischen Würdenträger telnahmen. Derg... Seiter Handlung und segnete Kaiser und Volkt. Um 10.15 Uhr! Die heutige Rummer Ahisupe 12 Seiten Kmntlich in Bochum. Berliner Schritetung; Haupt, Berlin sw. 68, Witdelmßtzaße 98, verretung: B. W. Bempe, Berligz, Fvarlonenburgz, Priack Laubenmdvien 4 Diersz, jlagsfazz, Einsendungen keine Haftbflicht. Rücksendung nur bei Rückvorto. Bochumer Nachrichten Seite 3 Nr. 259„ Bochumer Anzeiger" Montag, 4. November 1935 Ein Sonntag hell und klar war der ersten Reichsstraßensammlung beschieden Der Allerheiligensommer bescherte uns einen Sonntag wonnesam— wie wohltuend stach der erste Novembersonntag ab vom letzten Oktobersonntag! Von seltener Klarheit des Himmels Bläue; warm schien die Sonne herab und zauberte wundervolle Reflexe im farbenfrohen Laubwerk des Herbstwaldes, daß es glühte, sprühte und leuchtete schöner fast als zur Maienzeit. Wen litt es da in den vier Wänden? Viele flogen mit den Frühwagen hinaus ins Sauerland, ins Ruhrtal— ocharen pilgerten zum Stadtpark und zu den anderen Grünanlagen im weiten Stadtgebiet, das Straßenbild war ungemein belebt. Eine besondere Note gaben ihm Aurzeichnung von verdiemen Kampsern der 993. Kreisleiter Riemenschneider sprach zu Bochumer Hitlerjungen Kreisleiter Riemenschneider(dahinter Oberbannführer Strube) überreicht einem Hitlerjungen die Ehrennadel. die Sammler der SA der SS. und des RSKK., die in ihren Büchsen manchen Groschen für das Winterhilfswerk einheimsten. Wer könnte sich da drücken wollen, wenn diese selbstlosen Sammler die Büchse mit freundlicher Geste hinhielten? Auch der Musikzug der SA.= Standarte 17 stellte sich in den Dienst der guten Sache und gab Platzkonzerte auf dem Wilhelmsplatz, dem Rathausplatz, dem Marktplatz und dem Westfalenplatz, die von den zahlreichen Hörern dankbar aufgenommen wurden und zu freudigem Geben an die Sammler anspornten. Bei so herrlichem Wetter gab man gern, dem Rufe des Führers, für die Bedürftigen zu spenden, folgte man willig. Ist es doch Ehrenpflicht, der Mitmenschen zu gedenken! Das Opferbuch wartet auf Dich! Es liegt wie folgt im Sitzungssaal des Rathauses offen: Werktags von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr; Mittwochs und Samstags von 10 bis 13 Uhr. In das Opferbuch kann sich jeder Volksgenosse einzeichnen. Die eingezeichneten Beträge werden nicht sofort entrichtet, sondern können bei der Kreisgeschäftsstelle des Winterhilfswerks eingezahlt oder auf die Winterhilfskonten bei der Kommunalbank Nr. 6604, bei der Bank der Deutschen Arbeit in Bochum, eingezahlt werden. Größere Beträge können auch in beliebigen Raten bis zur Beendigung des Winterhilfswerks entrichtet werden. Diebesseuche in Kleingärten In der Nacht zum 31. Oktober wurden aus der Schrebergartenanlage„Zur Engelsburg“ folgende Sachen gestohlen: zwei gebrauchte, geflickte Arbeitshosen, zwei Arbeitsjacken, ein Kleid mit bunter Bluse und blauem Rock, zwei Sofakissen, eine Seite rot, die andere Seite bunt gemustert, ein Paar graue Socken, ein gebrauchter, grauer Regenmantel, eine blaue Kappe, ein blaues Handtuch und Putzlappen. Die Sachen wurden in Säcken verpackt fortgeschafft. Es besteht Verdacht, daß die Sachen Lumpensammlern oder Althändlern zum Kauf angeboten oder verkauft werden. Da es sich in vorliegendem Falle um gemeingefährliche Diebe handelt, wird das Publikum um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten.— Zweckdienliche Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nehmen sämtliche Polizeidienststellen und die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 246, entgegen. Unter der Bochumer Hitler=Jugend gibt es eine ganze Reihe junger Kameraden, die schon lange vor der Machtübernahme ihren Mann standen. Obwohl sie von vielen Seiten befehdet und von den Hütern der damaligen Gesetze verfolgt wurden, fanden sie immer Zeit und Gelegenheit, sich mit nationalsozialistischen Gedankengängen zu beschäftigen. Sie kümmerten sich überhaupt nicht um das Verbot, folgten stets den Anweisungen ihrer Führer und waren immer zur Stelle wenn sie gerufen wurden. 46 Hitlerjungen waren es, die sich fast jeden Sonntag auf einer herrlich und versteckt gelegenen Wiese, ganz in der Nähe der Ruine Hardenstein, zusammenfanden und Zukunftspläne schmiedeten. Diese Wiese nennen sie heute Traditionswiese, da sie mit vielen Erinnerungen an die Kampfzeit verknüpft ist. Für diese alten Kämpfer, die bereits vor dem 2. Oktober 1932, vor dem großen HitlerJugend=Treffen in Potsdam, der nationalsozialistischen Jugendbewegung angehörten, bedeutete der gestrige Sonntag einen ganz besonderen Ehrentag, denn ihnen wurde auf der Traditionswiese in einer schlichten Feier in Gegenwart der gesamten Führerschaft der Bochumer HJ. und des Kreisleiters der NSDAP. Riemenschneider das HJ.=Ehrenabzeichen verliehen. Die Unterbanne aus der Innenstadt hatten sich am Sonntag gegen 8 Uhr vor dem Dienstgebäude des Standartes Groß=Bochum an der Trankgasse eingefunden. Kurz nach 8 Uhr marschierten die Jungen mit ihrem Oberbannführer Hans Strube an der Spitze singend aus der Stadt durch das schöne Lottental, dann die Ruhr entlang durch Herbede bis zur Traditionswiese. Hier wurde nach dem Marsch eine kleine Ruhevause eingelegt. Gegen 11 Uhr erschienen Kreisleiter Riemenschneider und Kreispropagandaleiter Link Oberbannführer Hans Strube sprach dann zu seinen Getreuen Er zeigte in großen Umrissen die Bedeutung dieses Tages auf und erinnerte an die heimlichen Zusammenkünfte vor drei Jahren während der Verbotszeit, wo man sich hier auf der Traditionswiese vor den Verfolgern verbergen mußte. Die 46 Jungen hätten aber die Größe dieses Kampfes um Deutschland erkannt und seien immer ihren Verpflichtungen gern 5ö und freudig nachgekommen. Mit der Ueberreichung der Ehrenzeichen sei aber kein Ausruhen von dem Kampf verbunden Vielmehr bedeute dieses Zeichen, weiterhin Kämpfer für Deutschland zu sein. Jener kämpferische Geist, der schon damals in der nationalsozialistischen Jugendbewegung vorherrschend gewesen sei, werde ewig sein und die Jungen würden auch fernerhin Fackelträger der Bewegung sein und bleiben. Dann ergriff Kreisleiter Riemenschneider das Wort. Er begann seine Ausführungen mit einem allgemeinen Ueberblick über die in gewissen Zeitabständen ausgebrochenen Revolutionen, als deren Ursache er die Unzufriedenheit der Massen mit den jeweiligen Regierungen bezeichnete. Er verwies auf die große französische Revolution und dann auf die Weltanschauung des Juden Karl Marx, der mit seinen Ideen versuchte, die Völker zu vergiften. Es sei ihm aber nicht gelungen, das deutsche Volk für seine zersetzenden Ansichten zu begeistern. Erst unser Führer habe ein Programm geschaffen, das aufgebaut war auf Blut und Boden und dem deutschen Menschen auf den Leib geschrieben stand. Es sei das Vorrecht der Jugend, revolutionär zu sein. Sie dürfte heute unter anderen Voraussetzungen als die damalige Jugend den Kampf zu Ende führen. Nur der Jugend bleibe es vorbehalten, das von allen ersehnte Deutschland zu gestalten. Nie dürfe der Kampf beendet sein. Immer wieder müsse dem deutschen Volk die Mahrheit gesagt werden. Das Leben sei Kampf und man werde so lange kämpfen, bis uns der grüne Rasen deckt. Nachdem der Kreisleiter in klarer Weise nationalsozialistische Grundsätze aufgezeigt hatte betonte er, daß mit der Verleihung der Ehrenzeichen an die jungen Kämpfer, die schon damals ihren letzten Einsatz wagten, eine besondere Verpflichtung bestehe. Mit ganzem Ernst an die Aufgaben heranzugehen, damit das kommende Geschlecht unsere Erbschaft antreten könne, müsse das Ziel jedes Hitlerjungen sein. Mit einem dreifachen Siegheil auf unseren Führer beschloß er seine Ausführungen. Anschließend überreichte er etwa 40 Jungen das HJ.=Ehrenabzeichen. Zum Abschluß dieses bedeutenden Tages fand eine Führerlbesprechung statt. In Tieue fest! SS.=Kameradschaftsabend des 6. N. 4. Wie eng die Verbundenheit zwischen der Bochumer Bevölkerung und dem„Schwarzen Korps“ der SS. ist, zeigte in überzeugender Weise der am Samstag abend in den oberen Räumen der Tonhallen=Gaststätte abgehaltene SS.=Kameradschaftsabend des 6. N. 4, zu dem sich besonders die fördernden Mitglieder in stattlicher Zahl eingefunden hatten. Kein Plätzchen war zu haben, als das Orchester, das aus erwerbslosen Berufsmusikern zusammengesetzt war, mit Marschklängen das Fest der Kameradschaft eröffnete. In den soldatisch=kernigen Begrüßungsworten des SS.=Sturmführers Preuß, der im Auftrage des SS.=Sturmbannführers Thom und des SS.=Obersturmführers Kremers sprach, kam zum Ausdruck, was Wesen und Kern der auf Leben und Tod beschworenen Kameradschaft der SS. bildet. Den Lebenden wie den Toten der Bewegung galt das Bekenntnis der Treue, dem mit den deutschen Hymnen die Weihe gegeben wurde.„ zurg gzug mm Zum unterhaltenden Teil sprach Willy Mayenknecht vom Stadttheater Bochum die einführenden Worte. Mit ihm waren Milena Avram, Heinz Frey, Alfred Schieske und Liesel Alex gekommen, die mit einer„Raritätenmappe“ des Künstler= humors aufwarteten. Zu ihnen gesellte sich Lotte Schürhoff vom Opernhaus Essen, deren Lieder mit stürmischem Beifall bedacht wurden. Willy Schürmann erfreute mit westfälischen Volksweisen, während der Heimatdichter W. Oschmann plattdeutsche„Doinkes" und„Spoinkes“ in sauerländischer und münsterländischer Mundart zum Besten gab. Ausgezeichnete sportliche Darbietungen des festveranstaltenden SS.= Nachrichtentrupps beschlossen die reichhaltige Festfolge. Den fröhlichen Kehraus der Kameradschaftsfeier bildete deutscher Tanz. Winterfest der NSDAP.=Ortsgruppe Bochum=Altstadt Das Winterfest der NSDAP.=Ortsgruppe BochumAltstadt wurde am Samstag abend bei glänzendem Besuch in den festlich geschmückten Räumen des Evangelischen Vereinshauses an der Mühlenstraße durchgeführt. Die große Gemeinschaft der Gäste, zu der auch Oberleutnant Meier, der Kommandierende der Bochumer Feldjäger, und der in Bochum zu Besuch weilende Ortsgruppenleiter der Danziger NSDAP., Rogalski, gehörten, wurde von Ortsgruppenleiter Schnitzler auf das herzlichste begrüßt, der bei dieser Gelegenheit des dreijährigen Bestehens der jetzt 2000 Mitglieder zählenden Ortsgruppe gedachte und allen denen dankte, die als Amtswalter, Zellen= oder Blockwarte ihre Treue zum Führer und seinem Werke unter Beweis gestellt haben. Der zündende Appell zur weiteren vertrauensvollen Mitarbeit wurde ausgenommen von dem Danziger Ortsgruppenleiter Rogalski, der zuvor unter dem stürmischen Beifall der Festbesucher die ihm von den Danziger Parteigenossen aufgetragenen Treugrüße entboten hatte. So herrschte schon die schönste Feierstimmung, als das Landesgruppen=Orchester Westfalen des Deutschen Luftsportverbandes unter der Stabführung von Musikzugführer Roy mit schneidig gespielten Fanfarenmärschen die„Ouvertüre" zu dem eigentlichen Festprogramm gab. Die reiche Fülle von wertvollen Darbietungen wurde mit großem Dank und mit noch größerer Begeisterung hingenommen. Es tanzte Gisela Schräder mit ihren Schülerinnen. Friedel Neumann und Friedrich Poebel sangen die schönsten westfälischen Volkslieder. Pimpfe der Jungschar„Dietrich von Bern“ ließen ihre frisch=fröhlichen Fahrten= und Kampfweisen erschallen. Zudem zeigte sich das Orchester der Flieger sehr musizierfreudig. Alle ohne Ausnahme kamen auf ihre Kosten, besonders bei den deutschen Tänzen, die der Feier den schönsten Abschluß sicherten. Eigentümer einer Leiter gesucht! Am Donnerstag, 17. Oktober, wurde in einem Felde an der Essener Straße in Bochum eine grüngestrichene, 6,50 Meter lange. mit 22 Sprossen versehene Gerüstleiter gefunden. Die Sprossen sind stark abgenutzt. Auf der Innenseite der Leiter sind die Buchstaben R. u. W. eingebrannt. Zur Verstärkung der Sprossen sind an drei Stellen eiserne Verbindungsstreben angebracht.— Eigentumsansprüche können bei der Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 244, gestellt werden. Osope Gunnutdurung un Botteurmt Versuchter Handtaschenraub Am 30. Oktober, gegen 18.30 Uhr, wurde im Stadtteil Hofstede, auf der Kleinen Dorfstraße, eine des Weges gehende Frau von einem Manne angefallen, der die Handtasche der Frau ergriff und diese zu entreißen versuchte.— Der Täter ist etwa 30 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß, gesetzt, er trug einen grauen Wintermantel und graue Schlägermütze.— Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nehmen die Polizeidienststellen und die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 246, entgegen. Vor Ankauf wird gewarnt! In den letzten Tagen wurden von der Baustelle „Clemens“, hier, Kortumstraße, 15 bis 20 Stück Heizungsrohre von etwa 4 Meter Länge und einem Durchmesser von ½ bis ¼ Zoll entwendet. Es liegt die Möglichkeit vor, daß die Rohre des Nachts mittels Wagens nach der Viktoriastraße zu abgefahren wurden, sie können aber auch bei Tage abgefahren worden sein.— Wer kann zur Sache Angaben machen?— Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum. Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 246. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Ein Bochumer unter den Preisträgern. Ein Bochu* mer Schüler, der Hitlerjunge August Jessen, beteiligte sich an einem Schülerwettbewerb, der vom Kultus= und Propagandaministerium im Sommer d. J. aus. geschrieben worden war. Die Preisaufgabe war, die Bedeutung des deutschen Bauerntums mit der Zielrichtung auf das Thema„Stadt und Land— Hand in Hand“ in einem Aufsatz herauszustellen. Für seine Arbeit„Ein Bauernschicksal in Schleswig“ wurde ihm von dieser hohen Stelle einer der zweiten Preise zuerkannt und er wurde somit zweiter Sieger im Reichen Sanitäter bergen einen Verletzten 8 Aufnahmen.-.-Muthherr, 1.-.-Aufnahme Links Kreiskolonnenführer Dr. Pickert, rechts Provinzialkolonnenführen Marine=Generaloberarzt a. D. Tietmeyer. heiwettkampf.! Zu ihrer großen Uebung hatte sich die Kreiskolonne Bochum das schönste Herbstwetter ausgesucht. Als eben die Sonne aufging, sah man von allen. Seiten starke! Sanitätskolonnenabteilungen mit frohlichen Marsch= liedern ins Ruhrtal in Richtung Zeche Klosterbusch marschieren. Im Mittelpunkt der Uebung stand die Zeche Klosterbusch. Die Führung der Veranstaltung lag in Händen des Kreiskolonnenführers Dr. med. Pickert, der damit zum ersten Male nach der Neueinrichtung des Kolonnenwesens eine derart große Uebung einer größeren Oeffentlichkeit vor Augen fuhrte. Der Provinzialmännerverein Westfalen vom Deutschen Roten Kreuz war vertreten durch den Provinzialkolonnenführer Marine=Generaloberarzt a. D. Dr. Tietmeyer(Münster). Man sah außerdem den bekannten und langjährigen Bezirkskolonnenführer Dr med. Ambos(Castrop=Rauxel). Die Stadtverwaltung Bochum war vertreten durch Stadtdirektor Benking. Das Polizeipräsidium und die Schutzpolizei sowie die Feuerlöschpolizei hatten ebenfalls ihre Vertreter entsandt. Der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz beteiligte sich gleichfalls an dieser Veranstaltung durch die Einsetzung eines Bereitschaftsdienstes, bestehend aus Samariterinnen aus dem ganzen felsäure), wodurch eine Zone entstand, in der RauchStadtkreise.„„„z gase mit Aetzgasen angereichert waren. Dieses Gebiet Der Kreiskolonnenführer Dr. mod. Pickert ertlarte konnte deshalb nur mit Gasschutzgeräten betreten werzunächst den zahlreich erschienenen Gästen den genauen den. Eine weitere Schwierigkeit bildete das steile Plan der Uebung. Ihr lag die Annahme zugrunde, Waldstück links und rechts der Zeche, auf dem sich viele daß auf der Zeche Klosterbusch Erpsgozion verfolgt ist. Ausflügler zur Zeit der Explosion befunden hatten. Die Da die Zeche in einem Tal liegt und der Talweg nur Bergung dieser Verunglückten gestaltete sich in diesem Verunglückten gestaltete sich in diesem steilen Gelände sehr schwierig und konnte stellenweise nur unter Zuhilfenahme von Seilen vorgenommen werden. Mit gut durchdachter Ordnung suchten die Sanitäter unter Zuhilfenahme ihrer Tragen und sonstigen Geräte die weit verstreuten verletzten Ausflügler, winden. Die Sanitätskolonnen Bochum=Altstadt und betreuten und transportierten sie zum nächsten LaLinden=Dahlhausen rückten in den westlichen zarett, woselbst Sanitätsleute von Langendreer und Abschnitt ein, die Kolonnen Bochum=Gerthe und Samariterinnen die weitere Fürsorge übernahmen. Langendreer griffen von der östlichen. Seite an. Der leitende Kolonnenführer dieses Abschnitts hatte in seinem östlichen Teil als Fahrstraße, im westlichen Teil aber nur als Feldweg besteht, außerdem an dem Eingang der Zeche durch brennende Trümmer eine Sperre entstanden ist, hatten die Sanitätskolonnen große Schwierigkeiten vor ihrem Einschreiten zu überwinden. Die Sanitätskolonnen Bochum=Altstadt und Das Betriebsgelände konnte von den Sanitätskolonnen nicht betreten werden, weil es wegen weiterer Explosionsgefahren polizeilich gesperrt war und in dem Steinbruch, der sich hinter der Zeche erhebt, jederzeit Felsstürze zu erwarten waren. Am Eingang der Zeche waren in der Lampenbude Säuren aufbewahrt(SchweKolonnenführer dieses Abschnurs hatte rechtzeitig auch die Gasgefahr erkannt und einen weiteren Trupp unter dem Schutz von Gasmasken in der vergasten Zone eingesetzt. Ein weiteres Waldstück, welches durch einen Sumpf von dem Straßengelände getrennt war, wurde auf Befehl des Kolonnenführers Abschnitt Ost durch einen dritten Hilfszug angegriffen, — Seite 4 Nr. 259 Bochumer Anzeiger# Montag, 4. November 1933 da sich aus dieser Richtung weithin schallende Hilferufe bemerkbar machten. In der Zwischenzeit hatten die Kolonnen BochumAltstadt sowie Linden=Dahlhausen schwere Arbeit auf der Westseite des Unglücksortes verrichtet. Die an dieser Stelle geborgenen Verletzten mußten in südwestlicher Richtung zu einem dort aufgestellten Verbandzelt getragen werden und wurden von da aus zum Hauptverbandplatz gebracht. Von diesem Hauptverbandplatz aus erfolgte der Weitertransport in Krankenhäuser, nachdem allen Verletzten die erforderliche erste Hilfe weitgehendst geleistet war. In der dann einsetzenden kurzen Kritik des Provinzialkolonnenführers Marine=Generaloberarzt a. D. Dr. Tietmeyer gab dieser seiner großen Befriedigung über den großen Fortschritt im Sanitätskolonnen= wesen des Stadtkreises Bochum Ausdruck und ermahnte zur tatkräftigen Weiterarbeit im Dienste des Deutschen Roten Kreuzes. Die begeisternde Ansprache klang aus in einem Treuegelöbnis zum Führer und Reichskanzler. Wenn man glaubte, daß damit die gut verlaufene, aber schwere Uebung ihren Abschluß gefunden hätte, so kannte man die Anforderungen des Provinzialkolonnenführers und die Leistungskraft der Sanitätsmänner nicht, denn jetzt setzte erst noch der eigentliche Ordnungsdienst ein, der auf einem Sportplatz in Heven in mustergültiger Weise vorgeführt wurde. Man konnte mit Freuden sehen, daß auch die Leute im Samariterdienst mit der Armbinde des Roten Kreuzes zu marschieren verstehen. Der Provinzialkolonnenführer nahm noch einmal Veranlassung, allen Beteiligten seine Genugtuung und seinen Dank auszusprechen, insbesondere dem Kreiskolonnen= führer Dr. Pickert und Stadtamtmann Spennhoff, die keine Mühe gescheut hatten, eine derart schwierige Uebung bis ins kleinste vorzubereiten. Neuer Straßenname Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters der Siai Bochum gebe ich der genden,# der Querenburge „Biermannsweg“. Saalbesitzer! In einer Sitzung der Obmänner der Fachuntergruppe des Saalbesitzergewerbes der Bezirksgruppe Westfalen des Gaststätten= und Beherbungswesens wurde eine Unterteilung der Fachgruppe Saalbesitzer vorgenommen. Die Fachgruppe Westfalen leitet Karl Bürk(Dortmund). Als Obmann des Bezirkes Bochum wurde Gustav Klüner(Bochum) bestellt. Der Bezirk Bochum umfaßt die Kreise Bochum, Herne, WanneEickel, Gelsenkirchen, Buer, Gladbeck, Bottrop, Wattenscheid und Witten. Geflügelausstellung der Kleintierfarm Eine schöne Leistungsschau boten die Züchter der Kleintierfarm mit ihrer diesjährigen Lokalschau im Saale des Wirts Bischoff, Alleestraße, am Samstag und Sonntag. Ueber 100 Tiere der verschiedensten Rassen und Farben zeugten von dem hohen Stand der züchterischen Leistungen. Die schönste Henne zeigte Rüther (weiße Reichshuhner), den schönsten Hahn Kneider (rebh. Italiener)..t.# 4. Es wurden ausgezeichner: Festing auf weiße Reichshühner einmal Sehr gut.: Rüther auf weiße Reichshühner einmal Sehr gut., viermal Sehr gut; Zurheide auf schwarzweiße Reichshuhner zweimal Sehr gut., einmal Sehr gut; Schmittfranz auf rote Reichshühner einmal Sehr gut; Altersbeim auf Leghorn einmal Sehr gut; Schafer auf Rhodeländer zweimal Sehr gut: Schipper auf gestr. Plymouth Rocks einmal Sehr gut.: Lüdiger auf rebhuhnfarbige Welsumer zweimal Sehr gut: Grünewald auf weiße Wyandotten einmal Sehr aut., auf silberh. Wyandotten einmal Sehr gut: Wegner auf schwarze Rheinländer einmal Sehr gut: Nordemann auf rebh. Italiener einmal Sehr gut; Kneider auf rebh. Italiener je dreimal Sehr gut Z. und Sehr gut: Stapel einmal Sehr gut auf revh. Italiener; Tewes auf silberh. Italiener einmal Sehr gut., dreimal Sehr gut: Schmittfranz auf gelbe Italiener einmal Sehr gut; Dorau auf weiße Italiener zweimal Sehr gut: Triquart auf Todtleger einmal Sehr gut; Fögen auf Krayenköppe einmal Sehr gut.: Kneider auf gold. deutsche Zwerge einmal Sehr gut: Grünewald weiße Wyandotten=Zwerge einmal Sehr gut. Auf Tauben erhielten: Festing einmal Sehr gut: Altersheim je einmal Sehr gut 3. und Sehr gut: Kneider einmal Sehr gut; Brinkmann einmal Sehr gut: Grünewald je einmal Sehr gut Z. und Sehr gut. Die beste Gesamtleistung in einer Rasse und Farbe bot Kneider mit rebhuhnfarbigen Italienern. Gebietsführung Westfalen Der Stellvertreter des Reichsjugendführers, Stabsführer Hartmann Lauterbacher, hat den bisherigen Stabsleiter des Gebietes Westfalen, Overbannführer Karl Müller, in die Reichsjugendführung zu seinem Adiutanten berufen.„stfglen Gmp. W. Ganaaut, k. Der Gebietsführer Wentsaten, G. u. Langante, berief den Oberbannführer Willi Maus zum neuen Stabsleiter des Gebietes. Oberbannführer Maus war bis zur Auflösung der Oberbanne der HJ. Führer des Oberbannes Siegerland, anschließend wurde er als Führer des Befehlsbereiches Westfalen=Süd eingesetzt. Oberbannführer Maus gehört zur alten Garde in WestSüd und ist Träger des goldenen Parteiabzeichens. falenGautagung der Fachgruppe Möbel Zu einer Arbeitstagung der Bezirksfachgruppe 9 (Westfalen) der Fachgruppe Möbel der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel hatten sich in Bochum werbsangehörigen in großer Zahl eingefunden. Fachgruppenleiter Schlüter(Wesermünde) eröffnete und leitete die Verhandlungen. Hauptgeschäftsführer Dr. Behrenbeck(Berlin) gab Erläuterungen über die Organisation der Fachgruppe. Als Bezirksfachgruppenleiter wurde Stallmann(Hagen) ernannt; für die Untergruppe Bochum wurden L. Schmiedeknecht und Schreyer bestellt. Sturz vom Gerüst. Von einem hohen Brettergerüst, das in der Dreifaltigkeitskirche wegen der Ausmalungsarbeiten aufgestellt worden war, stürzte infolge eines Fehltrittes ein dort beschäftigter Arbeiter ab und blieb mit schweren Verletzungen liegen. Auf Veranlassung eines aus der Nähe herbeigerufenen Arztes wurde der Verunglückte dem Krankenhause zugeführt, wo er schwer daniederliegt. klang, die Hörer vor allem interessierten, konnten sie aber auch mit schönen Sätzen aus klassischer und romantischer Kunst sich durch ein außerordentlich erlesenes und stilvolles Musizieren, von Otto Enke am Flügel unterstützt, einen beträchtlichen und verdienten Erfolg erspielen. Auch ihnen ward, wie dem Chor und seinem Dirigenten, lebhaftester Beifall des stark besetzten Hauses zuteil. Mit dem Vereinsspruch wurde das höchst anregende und gelungene Konzert beendet. Gesang=Gottesdienst des Gemischten Chores der Baptistengemeinde 1 Der Gemischte Chor der Baptistengemeinde 1 Bochum gestaltete den Reformationssonntag zu einem besonders eindrucksvollen Erlebnis durch einen Gesanggottesdienst in der Immanuelskirche. Zur Mitwirkung hatte man den Männerchor der Gelsenkirchener BapOberbürgermeisters der Stadt Bochum gebe * von der Brenscheder Straße in Bochum abzwein, zwischen der Straße„Am Bleckmannshof" und luerenburger Straße liegenden Straße den Namen: „Schlägel und Eisen singl anle und neue Thormasst Wenn in den Programmen der Männerchorkonzerte etwas für die Wiedergesundung des Geschmacks und der künstlerischen Auffassung zeugt, so ist es die erfreuliche Tatsache, daß man den Chorsätzen unserer„klassischen“ Meister nicht mehr aus dem Wege geht, sondern die durchweg recht schwierigen Arbeiten in großen wie in kleinen Vereinen mit Vorliebe pflegt.„Klassische Meister“ hier im weitesten Sinne verstanden und natürlich unter Einbeziehung der Romantiker, die uns von den Großen die größte Zahl von Männerchören geschenkt haben. Eine Gegenüberstellung dieser einstigen Kunst mit der Schaffensweise unserer Heutigen, wie Rudolf Hoffmann das betont im gestrigen Schlägelund=Eisen=Konzert tat, hat ihren besonderen Reiz, ganz abgesehen davon, daß es für alle Freunde des Männergesanges ein besonderer Genuß ist, die alten Sätze von einem großen und leistungsfähigen Chor zu hören. Man erlebte denn auch gleich die seltene Erscheinung, daß Schumanns gefährliches„Ritornell“ absolut tonrein erklang und nicht, wie es nahezu immer geschieht, durch die Solostimme hoch getrieben wurde. Auch sonst war dieser Schumann wie sein„Träumender See“ vorbildlich kultiviert und klangschön vorgetragen. Das gilt auch von den Schubert=Liedern, darunter das ungeheuer schwere„Grab und Mond“— wirklich nur eine Aufgabe für erprobte Vereine— zu finden war und ohne Makel gelang, wie vom„Gebet“ wie der„Nacht", die tonlich edel gerundet und geschmackvoll gestuft mit schönster Wirkung zum Vortrag kamen. Man machte nicht zum ersten Male die Erfahrung, daß die Klavierbegleitung zum einleitenden„Hymnus“ die klangliche Geschlossenheit des Vokalkörvers nicht gerade vorteilhaft lockerte, so sicher das Werk gesungen war. Die aus zeitgenössischem Schaffen ausgesuchten, zur Erstaufführung gelangenden Kompositionen konnten in ihrer musikalischen Wesensart nicht unterschiedlicher sein. Der groß angelegte, gewaltig anspruchsvolle Chor von Haas„Steh auf, Nordwind“ ist nach seiner auf malerische Effekte hinzielenden Struktur schon in etwa den einstigen Kunstchören vergleichbar. Man muß aber sogleich hinzufügen, daß diese Arbeit— im Gegensatz zu der früheren Methode, lediglich naturalistische Klangmalereien und tonliche Illustration auf Kosten musikalischer Gediegenheit zu erreichen— von künstlerisch einwandfreien Gesetzen diktiert einem könnenden Musiker geschrieben ist. Das tonlich reich bewegte, überlebendige Tongemälde ist dennoch ein kunstlerischer Satz von avsbluten Qualitäten kontrapunktischer Anlage und Durchführung, eine Komposition, die Anspruch auf positive Würdigung nach der künstlerischen Wertung verlangen kann. Eine andere Frage ist die, ob Haas mit diesem Chor eine den Schwierigkeiten entsprechend wirksame und eindrucksvolle Komposition geschaffen hat. Es geht natürlich in der Wiedergabe vieles von der kunstvollen und interessanten Arbeit verloren, und der Chor kommt gesanglich erst da zur Geltung, wo die melodische Substanz stark genug hervortritt, um das große Publikum zu fesseln, wie in einzelnen Partien einer Art cantus kirmus und in dem klangschönen charaktervollen Schluß. Einfachste Kunst ist dagegen Hans Langs prächtiger Volksliederzyklus„Fröhliche Fahrt“, beste gesunde Volkskunst in gediegenem, unkompliziertem Satz, aber durch die kleinen Instrumentalfarben reizvoll belichtet, von schönster Wirkung. Diese Weisen sangen die Sänger herzhaft frisch und klingend, sie zeigten aber die eigentliche Probe ihres hohen Könnens bei Haas, den sie, von Hoffmann sehr temveramentvoll und überlegen geführt, mit erstaunlicher Sicherheit und in einer ausgezeichneten Wiedergabe bewältigten. In dem dankbaren Ausklang kam das reiche, gepflegte und gut ausStimmaterial zu bester Geltung, so daß eine Wiederholung gefordert wurde. Auch den Männerchorfreunden bereitete man mit der Verpflichtung der Städtischen Bläservereinigung großen Genuß. Wenn die Künstler mit dem sehr feinen Blumerschen Quintett„Kinderspielzeug", das im Westen zum ersten Male erMeide Kauschegerhaelhesf. Ker fe de genössischer Tonsetzer zum Erklingen gebracht wurde. Edel in der Tongebung und prachtvoll nüanciert wurde durch den Organisten der Immanuelskirche das festliche Präludium von I. E. Eberlin zu Beginn der Feierstunde vorgetragen. Der von Fritz Gawrosch geleitete Gelsenkirchener Männerchor stellte den Jubelkanon von Ludwig Ernst Gebhardt und die lichtvoll majestätische Festhymne„Lasset uns frohlocken“ von Carl Seitz an den Anfang seiner Darbietungen und erzielte damit die nachhaltigsten Eindrücke. Unter der zielstrebigen, straffen Leitung von Ernst Haberkorn zeigte der Bochumer Gemischte Chor ein chorisch hervorragendes Können in der beseelt und tonschön dargebotenen PsalmMotette von Christian Knayer. Es entsprach ganz dem Sinn und der Bedeutung dieser musikalischen Glaubensfeier, daß man auch dem in diesem Jahre begangenen Bach=, Handel= und Schütz=Jubiläum, das Prediger Dr. Mundschenk in seiner Festansprache besonders wurdigte, die gebührende Anerkennung zukommen ließ durch die Aufführung von Werken dieser drei größten deutschen Gottessänger. Die reife geistige Ausarbeitung und Deutung des sonst wenig gehörten„Halleluja“ von Heinrich Schütz gehörte mit zu den schönsten Gaben des Gemischten Chores. (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 9, 12 und 13) Kleinrentner Bochum. Donnerstag, 7. Nov., nachm..30 Uhr, Versammlung, Bürgergesellschaft, Luisenstraße. Stadttheater: 19 Uhr: Figaros Hochzeit. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Walzer an der Newa. Tonhalle: ab 15.40 Uhr: Einer zuviel Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Du bist entzückend, Rosmarie. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: Ampbitryon. Capitol; ab 15 Uhr: Die ganze Welt dreht sich um Liebe. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Der junge Baron Neuhaus. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Polenblut. Lichtburg: ab 15 Uhr: Ein idealer Gatte. Lichtspielhaus: ab 15 Uhr: Die Frauen vom Tannhof. Odeon: ab 15.30 Uhr: Walzer an der Newa. hortschritt-—— Reise-— Lielerkeit: Körting-Radio #EL Rngen gropen Lede von oltin hollan) 11) Sie wollte nicht müde sein, sie wollte nicht umkehren. So liefen sie weiter. Er wollte alles wissen, alles über die letzten fünf Jahre, was sie getan und gedacht hatte. Da war nicht viel zu erzählen außer ihrem Berufsleben. „Und jetzt hört das auf?“ Was““.. 9 Leitm uatärsich G. „Dein Sorgen, vein Arveiten, natürlich. Frau von Halban braucht nicht mehr im Laden zu stehen und sich mit Händlern herumzuschlagen.“ „Oh“, sagte Berta und noch einmal:„Oh“, als traue sie ihren Ohren nicht, als vernehme sie eine Neuigkeit, die sie nie in den Kreis von Möglichkeiten eingeschlossen hätte. gp.f nan Ane(ax Ers. Obwohl sie manches wai von einem sorgenfreien, arbeitslosen Leben geträumt, sich vielleicht sogar danach gesehnt hatte, so war sie jetzt auf einmal inbrünstig bereit, für das Gegenteil zu kämpfen. „Nein“, sagte sie, und noch einmal sehr leise und sehr bestimmt:„Nein., Wum zum F, umnd facht. Er lachte, er legte den urm um sie und tachte.„Wie stellst du dir das eigentlich vor? Willst du jeden Tag zwei Stunden hin und zwei Stunden her nach Berlin fahren? Tilseck in Halban umwandeln, das geht doch nicht. Du hast doch hier Pflichten, hier auf dem Gut, als Gutsfrau und als meine Frau, du wirst gar keine Zeit dafür haben.“...... zein B. „Zeit, oh, es braucht nicht jeden Tag zu sein. Nur, ich will nicht herausgeworfen werden, meine Seele steckt darin, irgendwie ist es mein Rückhalt, mein— ach, versteh mich doch... nein, nein, Tilseck bleibt auf dem Firmenschild, selbst... „Was selbst...“ Komm, wir wollen nicht streiten, nicht heute, es wird sich alles finden.“ „Gar nicht, ich kann das nicht aufgeben, das ist gerade, als zögest du mir den Boden unter den Füßen „Boden wegziehen, was du für einen Unsinn redest. Sieh doch“, und er wies, mit weit ausladender Handbewegung einen großen Kreis beschreibend, über das Land,„dies hier ist jetzt dein Boden.“ „Dann...“ sagte Berta. Er ließ sie nicht aussprechen er bog das Gespräch ab, er sagte:„Also ein Kompromiß, Annette leitet das Geschäft und nach einem Jahr wirst du entscheiden, ob es in ihre Hände übergeht und unter ihrem Namen segelt oder ob du immer noch weiter daran interessiert bist. Mehr oder minder ist es ja nur eine Formalität.“ Er hatte recht, von außen her gesehen, aber es war mehr als nur eine Formalität, sehr viel mehr, aber sie konnte und vielleicht wollte sie es ihm nicht erklären. Sie gingen zurück, bis zu der Stelle, wo der Wagen kand, ein Dogcart.„.el. Gutschier= dr 5 Er warf ihr die Zugel zu.„Kutschiere du, es ist so schön, wie ein wahrer Traum, dich in meinem Wagen über mein Land in mein Haus fahren zu sehen.“ Plötzlich legte sie ihren Kopf für einen wundervollen Augenblick auf seine Schulter. Dante.„##. K. Lamrift Ae: nicht#. Er sah sie erstaum an. Er begriff das nicht. Er küßte sie. Es war nicht Takt, der ihm keine Frage erlaubte, sondern weil er nicht der Mann war, der sich Blößen gab in Augenblicken, in denen er sich als Herr und Besitzer fühlte. Es war beinahe schon fünf Uhr, als sie das Haus betraten. „Höchste Zeit“, sagte Berta. „Du mußt wirklich zurück nach Berlin?“ „Ja, leider.“ „Ich bringe dich, darf ich'“ g mein g1.##### „Aber“, sie lachte,„Christopy, mein Lieber, du kannst doch nicht während unserer ganzen Verlobungszeit nichts weiter tun als zwischen Berlin und Halban herumrutschen?“ „Und warum nicht?“ Zeitvergendung.“..., 91 h. mahr#X Sarf „Ach“, sagte er,„wirtlich? Nicht wahr, ich barf dich bringen. Komm, sei lieb! Wenn du noch lange schiltst, dann richte ich eine Autobuslinie ein, damit du es nicht mehr Zeitvergeudung nennen kannst, und spiele Buschauffeur. „Also schön.“ Und zum zweiten Male war sie ihm an diesem Tage dankbar, daß er sie nicht allein ließ. Es war schon dunkel, als Halbans kleines Auto— im scharfen Trab“, wie er es nannte, er, der sich nie im Leben an die Technik seines Zeitalters gewöhnen würde und die maschinellen Pferde wie lebende Tiere behandelte— das letzte Stück Weg entlangsauste.= Sie waren später daran, als sie geglaubt hatten, was seinen Grund darin hatte, daß Berta in der ersten Dämmerung„in der offenen Kalesche“ angefangen hatte zu frieren, seltsam blaß wurde und sie in einem Chausseegasthof Einkehr halten und einen Kognak trinken mußten. Halban, ängstlich um sie besorgt, schimpfte aus Leibeskräften auf die Berge, die er nun einmal nicht leiden konnte.„Das kommt alles nur von den verdammten Hochtouren in diesen scheußlichen Bergen. Eine Frechheit, sich da einem vor die Nase aufzubauen und einem den Ausblick zu verspexren, Berta lächelte schwach.„Ach, Eyristoph“, sagte sie nur, und sie dachte hellsichtig, er wird es nie lernen, die Dinge von einem anderen Blickwinkel als von dem seinen aus zu sehen. Sie war viel zu müde und verwirrt, viel zu sehr mit sich beschäftigt in dem schlimmen Kampf, den sie gegen ihre Nerven ausfechten mußte, um zu bemerken, wie sehr sich in den letzten Tagen, genau von dem Tage an, an dem sie ihm ihr Jawort gegeben hatte, sein Benehmen zu ihr verändert hatte. Eine ganz andere Note war in seine Haltung gekommen, aber sie wußte nicht, daß Halban sie bereits mit den Augen des Besitzers betrachtete und die Basis ihrer Freundschaft oder Liebe sich bereits vollkommen verschoben hatte. Eine andere, hellwache und sichere Berta wäre wahrscheinlich stutzig geworden vor soviel:„Ich sage dir, ich meine...“ aber diese verlorene Berta empfand es sogar als angenehm, behandelt zu werden, als hätte sie keinen eigenen freien Willen mehr und sich zu fügen. Und so ließ sie sich in eine Decke packen. trank zwei Kognaks und bestand nur auf einem, daß sie unbedingt noch einmal in dem Laden nach Annette schauen müßte, weil jene dort verabredungsgemäß auf sie wartete.... g.IKaninen.7. „Aber du kannst doch reiephonieren, kelephoniere doch einfach ab.“. De 16255 Berta schüttelte den Kopf.„Du vergißt, Chrisroph, wie sehr ich mit Annette befreundet bin, wieviel ich ihr zu danken habe, ohne sie...“ „Ohne sie“, sagte Halban, er hatte damit nicht ganz unrecht,„hätte ich nicht erst fünf Jahre auf dich warten müssen, sondern du hättest mich gleich geheiratet.“ Er konnte Annette nicht leiden, nicht einmal ihre Augen. Diese schönen klaren Augen, doppelt schön und klar in dem häßlichen intelligenten Gesicht, sahen die Dinge viel zu genau, sahen den Dingen auf den Grund, wo man es gar nicht wollte. „Nein“, sagte er, sie hat gar keine schönen Augen, sie hat indiskrete Augen.“„.sen gamnt„Ich möchte aber, dach ihr euch leiden konnt. Berlin tauchte lichtumstrahlt vor ihnen auf. Die Scheinwerfer des Funkturms spielten Fangen mit den schweren nächtlichen Wolken. „So, gleich sind wir da.“ Eine Verkehrsampel zwang sie zu halten, „Nur ruhig, mein Tierchen", redete Halban seinem Auto zu.„Holla, holla, schön“, und die Bremsen guietschten.„„ 4412 schri. ein 9 ct. „Morgenvlatt, Morgenblattt schrie ein Zeirungsjunge. 9c K Berta beugte sich vor, um nach der Uhr am Schaltbrett zu sehen, die wie immer stand.„Sind wir tatsächlich so spät daran? Arme Annette, ich...“ „Caspar Fothergill tot. Morgenblatt, Morgenblatt.“ „Die wird bestimmt nicht gewartet haben.“ ...=Expreßflugzeug Paris abgestürzt, Caspar Fothergill, der bekannte amerikanische Millionär.. „Wie entsetzlich. Berta, Berta, um Gottes willen, Liebling, Berta, einen Kognak, Wasser, schnell, Berta, Berta, was ist denn, so sprich doch!“ Zehn Minuten später tauchte ein schneeblasser Christoph, dem der Angstschweiß in großen Tropfen auf der Stirne stand, im Laden auf. Annette war da. Annette hatte gewartet. Treue, gute, zuverlässige Annette, man braucht nicht in ein Hotel zu fahren oder zu einem unbekannten Arzt.„. 9„ Ge. „Wissen Sie einen Doktors Schneu, Beria...“ Trapp und Halban trugen sie hinauf und betteten sie auf ein altes Empiresofa im nächsten Raum. Annette, die Amriß angerufen hatte, kniete neben der Freundin, die unbweglich dalag, entsetzlich blaß, so klein und zusammengefallen und so tief ohnmächtig, daß es schien, als wolle sie nie wieder die Augen aufobe, ist totl“ rief Halban, überwältigt vor Angst. „ Sie ist tot!“„„ 16 „Unsinn“, sagte Annette, schroff vor Enisetzen, „reden Sie doch gefälligst keinen Quatsch. Nehmen Sie sich mal zusammen, Herr von Halban, und erzählen mir lieber, wie alles...“ „Aber ich spüre ihr Herz gar nicht mehr!“ „Wir haben alles getan, was wir tun konnten, jetzt müssen wir auf den Doktor warten, kommen Sie, Halban, es ist viel wichtiger zu wissen, was diese Ohnmacht hervorgerufen hat. Ein Schock?" „Schock? Nein, ich glaube nicht. Sie fühlte sich nicht recht wohl, wir haben gehalten, einen Kognak getrunken, dann ging es wieder, und plötzlich, als wir in die Stadt kamen, wissen Sie, da ist ein Flugzeugunglück passiert, grauenhaft, aber ich wußte nicht, daß sie so schwache Nerven hat, daß sie so darauf reagiert.“ „Ach, Sie wissen überhaupt nichts Halban“, sagte Annette ungeduldig.„Wo ist die Zeitung,# Ein paar Sekunden später las sie die Hiobsmeldung. Caspar Fothergill.....„.4, Dann kam Amriß. Annette und er harten sich nie vorher gesehen, nur der Name war Annette im Gedächtnis geblieben, als Berta sie gestern so ungeduldig aus dem Zimmer geworfen hatte, der Namme des Mannes, der mit ihr die Beratour gemacht hatte. Sie sahen sich an und obwohl sie überhaupt nichts wissen konnten so wußten sie, daß sie die gleichen Vermutungen hegten, daß sie sich verstanden und daß es galt, Berta zu Ich werde mir mal allein unsere kleine Freundin ansehen“, sagte Amriß, ohne Halban auch nur zu bemerken, ohne Annette zu begrüßen und verschwand im Annette war jetzt, nachdem sie ihn gesehen, wenigstens soweit es gesundheitliche Gründe anbetraf, völlig „Wer ist das? Ist das ein guter Arzts Wird ers“ „Oh, natürlich wird er Berta schon wieder in Ordnung bringen.“ besten Dr Sie steckte sich eine Zigarette an und summte vor „Sie singen, wie können Sie nur singen, wo d pird leider darüher hinwegkommen müssen.“ Amriß kam.„Fräulein von Tilseck braucht unbeverstehend, und reichte Halban die Hand. Sie später anrufen, Herr von Halban, wenn Ihre Nummer delastn,„äulein Gutknecht ich werde „Sie irren sich, Frautemn Gallnecht, inh werde besden.. ist es besser began Amrißz. „Sparen Sie sich die Mühe, Doktor, Fräulein von tiefes und verblüfftes sch..3c sehe, sagte sie,„Sitgase ggie bo. und gut auf sie achtgeben. wir eine kleine Wohnung zusammen und dort werde ich „Schald'es Berta möglich sein wied Pari, H5.ise sagen Sie, Doktor, besteht Sorge“ Amriß schurteue den Kopf. „Und warum glauben Sie..?“ 8 Amriß versuchte sein möglichstes zu tun.„—. gemeine Blutarmut, Ueberarbeitung, überreizte Nerven.“ „Das sagt jeder Arzt.“ Halban schnaubte verächtlich „Dann dürfte es wohl stimmen“ sägte Amriß, der sich nicht aus der Ruhe bringen ließ.„Außerdem dürften Sie wissen, daß Fräulein von Tilseck des öfteren nach Paris geflogen ist, und daß daher natürlich... Jetzt wurde Halban bleich.„Großer Gott“, star melte er. Und dann öffnete er leise die Tür zum Amriß sah ihm nach.„Und sie hat ihn nie eroen.„ W, mmem berä- hert feit „Sie ist vourommen verandert, sein...“ „Darf ich Sie nach Hause begleiten, Fräulein Gutknecht? Ich möchte gern noch ein paar ernste Worte mit Ihnen sprechen. Sehen Sie Berta ist in einer geradezu scheußlichen Verfassung, ich fürchte, daß...“ er schwieg einen Augenblick, starrte gedankenverloren vor sich hin und sah dann Annette an.„Und doch, beschloß er seinen Satz mit einer sehr veränderten Stimme, ist es vielleicht besser, daß es so gekommen ist, wie es ist. Wenigstens ihr erspart es die Komplikationen und Münch, ich meine Fothergill, ihm hat nie viel am zund die anderen““ sogte Annette und deutete auf „Grauenhaft“, sagte Amriß leise,„und doch, nicht wahr, alles ist Schicksal und wer sind wir, daß wie wagen, darüber zu entscheiden, was gut und was richtig *(Fortsetzung folgt.) TURN. UND SPORTBEILAGE DES„BOCHUMER ANZEIGER“ MONTAG. 4. NOVENBER 1935 Wer größte und schwieriglte Gepäckmarlch Belttalens— SA.-Brigade 67 und werklager Hattingen liegen in den Hauptklallen— Standarte 17 aut dem 5. Platz Hbg. Dortmund, 3. November. Die SA.=Gruppe Westfalen durfte ihrem größten und schwersten Mannschafts=Gepäckmarsch den Namen ihres Chefs des Stabes, Viktor Lutze, geben, der in einem Geleitwort zu der Prüfung fordernd schrieb: „Deutschland braucht Männer, die stark sind an Leib und Seele! Männer, die mit eisernem Willen und steter Zähigkeit das Beste aus sich herausholen!“ Stark sein an Leib und Seele, durchhalten mit eisernem Willen und steter Zähigkeit, das war auch die Forderung des strapaziösen Marsches, in dem die 2000 Männer, ob Das Verwiegen des Marschgepäcks vor dem Start sie nun das Braunhemd der SA. oder der HI., die Uniformen der SS., der Polizei oder des Arbeitsdienstes trugen, einen Beweis ihrer Einsatzbereitschaft lieferten. Es kann in jedem Wettbewerb nur einen Sieger geben, es darf aber gesagt werden, daß jede Mannschaft, die die Prüfung durchhielt, einen Sieg davongetragen hat, und zwar den schönsten Sieg, den es überhaupt gibt, den Sieg über sich selbst! Wir sind durch den Oktober wenig verwöhnt worden so daß man mit einiger Besorgnis die Wetterkarte studierte. Die Wettersorgen sind diesmal glücklicherweise unbegründet gewesen. Im Gegenteil! Der erste Novembersonntag hat es fast zu gut gemeint. Windstill und sonnig wie im Frühjahr, war er zwar das Ideal des Ausflüglers; den mit 25 Pfund Gepäck belasteten Marschierenden, die 26 und 35 Kilometer ohne Pause durch die hügelige Dortmunder Umgebung marschierten, über Feld= und Waldwege, Straßenpflaster und Asphalt erschwerte er die an sich schon scharfen Bedingungen noch mehr. Zu unvermittelt kam der Witterungsumschwung. Mit flotten Marschliedern und Eiltempo gingen die einzelnen Mannschaften in die erste Runde, die schon im ersten Drittel zahlreiche Opfer forderte. Wendepunkt war jeweils das von Zuschauern dicht besetzte Stadion„Rote Erde". Um 12 Uhr marschierten die führenden Mannschaften der Marschgruppen I und II nach Bewältigung der ersten Runde ins Stadion ein. Zwar körperlich schon stark mitgenommen, aber mit dem festen Willen, durchzuhalten. Dr. Ernst marschiert, in der rechten Hand das Mikrophon, die Ehrenrunde mit, läßt die Führer der einzelnen Gruppen einige Worte sagen. Da bricht ein Mann zusammen. Die Kameraden schnallen ihm den Tornister ab, helfen ihm wieder auf die Beine, stützen ihn. und er marschiert weiter. Das sind die kleinen Heldentaten dieser Prüfung. Während die Mannschaften der Gruppen I und II in die letzte Etappe des schweren Kampfes geben, marschiert die Spitze der Marschgruppe IV ein. Die SA.= Standarte 158 hat sich nicht mehr von der Spitze verdrängen lassen. Unter tosendem Beifall marschiert sie im Paradeschritt durchs Ziel. An fünfter Stelle beendet die erste Mannschaft der SA.=Standarte 17(Bochum) den Kampf. Eine Leistung, die Anerkennung verdient wenn man die zahlenmäßig starke Konkurrenz aus ganz Westfalen berücksichtigt. Nicht weniger als 81 Mannschaften lagen in der Gruppe IV im Rennen! Endkampf der Gruppen 1 und 2 14 8 Kilometer lagen noch vor den Mannschaften der Marschgruppen I und II, als sie durch den Südausgang der„Roten Erde“ in die zweite, kleinere Runde gingen. In der Marschgruppe I holten sich die Männer der SA.=Brigade 67 den Sieg. Sehr gut hielten sich in dieser scharfen Konkurrenz die Männer des SS.=Abschnittes XXV, die zwar neun Minuten Zeit mehr benötigten, dafür einen erheblich geringeren Ausfall hatten und sich den zweiten Platz erkämpften. In der Marschgruppe II, in der die Mannschaften der SA.=Hilfswerksläger der Schutzpolizei und des Arbeitsdienstes um den Wanderpreis des Stabschefs der SA. Lutze kämpften, lag nach wie vor das SA.=Hilfswerkslager Nordwest Lippstadt an der Spitze, dessen Männer für die 35,3 Kilometer lange Strecke nur 4,56.54 Stunden benötigten. Aber hier waren die Ausfälle durch das scharfe Tempo zu stark, so daß die Mannschaft bei der Wertung auf den 5. Platz kam. Fast vollzählig blieb die siegreiche Mannschaft des SA.=Hilfswerkslagers Hattingen zusammen, die 10 Minuten Zeit mehr benötigte. Ganz besonders erwähnt zu werden verdient in dieser Marschgruppe das SA.=Hilfswerkslager Fredeburg, das mit 54 Männern gestartet war und unter dem lauten Beifall der Massen auch mit 54 Mann einzog. Leider konnte diese gute Leistung keine sichtbare Würdigung finden, da die Mannschaft die höchstzulässige Einheit von einem Führer und 50 Mann überschritten hatte. In der Marschgruppe III(Mannschaften der HitlerJugend) erfolgte die Wertung nach Punkten. Ausschlaggebend waren die gute Haltung, die Disziplin und die Stimmung. Die Gefolgschaft 3/130 des Standortes Groß=Dortmund ging aus dieser Leistungsprüfung als Sieger hervor. Die vier gemeldeten Mannschaften des Standortes Bochum der Hitler=Jugend kamen zwar nicht mehr in die Wertung, gingen aber alle vier in mustergültiger Disziplin durch das Ziel. Die Erfolge der Bochumer In einem kurzen Abschnitt sollen hier besonders die Erfolge der aus unserer Stadt an dieser großen Leistungsprüfung teilnehmenden Mannschaften herausgestellt werden. Am besten schnitten die SS.=Männer des Abschnittes XXV ab, die in der Marschgruppe l an die zweite Stelle kamen. Im Stechschritt zogen sie an ihrem Oberführer Polizeipräsident Schleßmann vorbei durch das Ziel. Eine sehr gute Leistung vollbrachte ebenfalls die Mannschaft der Schutzpolizei Bochum, die einen Ausfall von sieben Mann hatte. Sie zeg als siebente Mannschaft in dieser Gruppe in das Stadion und kam auch auf den siebten Platz. Unter den ersten zehn von 65 gestarteten Mannschaften in der Marschgruppe IV finden wir die Mannschaften der SA.=Standarte 17(1. Mannschaft) an fünfter und die der 30. SS.=Standarte Bochum an siebter Stelle. An 36. Stelle lief die erste Mannschaft der Ortsgruppe Bochum des Deutschen Luftsportverbandes und an 37. Stelle die der SA.=Standarte R. 17 ein. Von den gestarteten Mannschaften der SA.=Reserve kommt die SA. R. 17 auf den sechsten Platz. Die Ergebnisse: Marscharuppe I: 1. SA.=Brigade 67 Dortmund 5,32,24; 2. SS.=Abschnitt XXV 5,21,04; 3. SA.=Brigade 66 Münster 5,13,10: 4. Marine=Standarte 9 5,29,13; 5. NSKK.=Brigade Westfalen 5,12,08. Marschgruppe II: 1. SA.=Hilfswerkslager [Wf. Hattingen 5,06,31; 2. Schutzpolizei Dortmund 5,16,01; 3. Schutzpolizei Recklinghausen 5,21,39; 4. SA.= Hilfswerkslager I/Wf, Dortmund 5,22,13; 5. SA.=Hilfswerkslager Nord=West Lippstadt 4,56,54; 6. SA.=Hilfswerkslager 2/Wf, Witten 5,03,07; 7. Schutzpolizei Bochum 5,18,30; 8. Arbeitsdienst Gruppe 205 Dortmund .14,39. Marschgruppe III: Gefolgschaft 3/130 Dortmund der Hitler=Jugend. Marschgruppe IV: 1. SA.=Standarte 158 Paderborn 3,32; 2. SA.=Sturmbann I/174 Bielefeld 3,33,31; 3. SA.=Marine=Standarte 52 Warendorf 3,34,02; 4. SA.=Standarte 99 Hattingen 3,35,52; 5. SA.= Standarte 17 Bochum, 1. Mannschaft, 3,35,58; 6. SA.= Standarte 259 Iserlohn 3,38,26; 7. 30. SS.=Standarte Bochum 3,38,48; 36. Luftsport, Ortsgruppe Bochum, 1. Mannschaft, 4,03,56; 37. SA.=Standarte R. 17 Bochum 4,06,10. Die warme Novembersonne machte den Männern viel zu schaffen. SA.=Kameraden, die auch für die vorbildliche Absperrung sorgten, verheifen den Marschierern zu einer kleinen Abkühlung. Sämtliche Bilder„.-.“-Aufnahmen Die Ueberraschung der Gauliga: Schäfne Verhert enlehPankt! Hülten 09-Schalke 04:2(:0)— Das gleiche Ergebnis beim Kampf Weitfalia Herne—Tus. Bochum— Ein drittes Unentschieden in Münfter Der Start! Der große Aufmarschplatz vor dem Dortmunder Stadion„Rote Erde“ glich schon Stunden vor dem Kampf einem riesigen Heerlager. Nach dem Verwiegen des Gepäcks formierten sich die einzelnen Mannschaften gruppenweise zu einem riesigen Block. Gruppenführer Schramme übermittelte den Männern die Grüße des leider verhinderten Chefs des Stabes, forderte sie zu eisernem Durchhalten auf und gab dann den Start frei, der mit einiger Verspätung erfolgte. Die Marsch= gruppe IV(Standartenmannschaften) wurde zuerst im Massenstart auf die in zwei Runden(14,8 und 11.5 Kilometer) insgesamt 26,3 Kilometer betragende Strecke geschickt. Es folgte anschließend der Start der Marsch= gruppe III, Hitler=Jugend, die die gleiche Kilometerzahl zu bewältigen hatte. Die schärfsten Bedingungen Gruppenführer Schramme spricht zu den Teilnehmern waren den Marschgruppen I und II gestellt, deren Wegstrecke in zwei Runden(20,5 und 14,8 Kilometer) zusammen 35,3 Kilometer betrug. Schrieb der Wettbewerb bei den Marschgruppen III und IV eine Teilnehmerzahl von einem Führer und 11 Mann vor, so bestanden die Marschgruppen I und II aus einem Führer und 50 Mann. Mehr als 10 Prozent Ausfall führte zum Ausscheiden der Mannschaft. Unentschieden war Trumpf in der westfälischen Fußball=Gauliga! Das wäre an sich nichts Besonderes, wenn nicht einer der Teilhaber an der dreifachen Punkteteilung der Deutsche Fußballmeister Schalke 04 gewesen wäre, dessen:2 gegen Hüsten 09 man in der traditionellen Rubrik„Fußball im Reiche" allüberall mit einem Ausrufungszeichen versehen wird. Auch im Gau Westfalen gibt es also noch Mannschaften, die unserem Meister gefährlich werden können. Hüsten 09 darf stolz auf diesen Teilerfolg sein. Der lachende Tritte ist Germania Bochum, deren führende Position durch dieses:2 erheblich verstärkt ist. Der für den 17. November vorgesehene Meisterschaftskampf Schalke— Germania scheint also zu einer Sensation zu werden, da nicht damit zu rechnen ist, daß die Bochumer am nächsten Sonntag auf eigenem Platz gegen die Recklinghäuser Union kapitulieren. Die Rangordnung der Tabelle hat sich kaum verschoben. Tus Bochum mußte in Herne den dortigen Westfalen ein für den Gastgeber schmeichelhaftes Unentschieden überlassen und der SV. Höntrop in Münster gegen die Preußen ebenfalls einen Punkt abgeben. Den ersten Sieg meldet Union Recklinghausen, und zwar über den Neuling Erle 08. Am Schluß der Tabelle also 4 Vereine mit je drei Gutpunkten. Die Ergebnisse: Hüsten 09— Schalke 04:2(:0) Westfalia Herne— Tus Bochum:2(:1) Preußen Münster— SV. Höntrop:0 Union Recklinghausen— Erle 08:0(:). Die Tabelle: Die Spiele am 10. November: SV. Höntrop— SpVg. Herten Germania Bochum— Union Recklinghausen Erle 08— Tus Bochum. Tor erzielte, wurde die Annallierung durch eine Adseitsstellung von Ananias verursacht, der mit der ganzen Aktion rein gar nichts zu tun hatte. Man würde diese Entscheidung ohne zu murren hingenommen haben, wenn sich nicht im Anschluß daran folgender Fall ereignet hätte. Hernes Mittelstürmer Jenderski erhält weit vorgeschoben in klarer Abseitsstellung den Ball. Potthast und Hannemann zögern mit dem Angreifen, weil sie, ebenso wie die Zuschauer, den Abseitspfiff erwarten. Aber er kommt nicht. Den erzielten Vorsprung nutzt Hernes Stürmer aus, und unhaltbar für Kuskowitz zappelt der Ball im Netz. Eine erfreuliche Tatsache bleibt aber trotz allem zu verzeichnen. Der TuS. scheint endlich den richtigen Tritt gefaßt zu haben. Was er gestern in Herne gezeigt hat, war ein technisch vorzüglicher Fußball, gepaart mit einem gesunden Kampfgeist, den man der Mannschaft auch in der Folgezeit wünschen möchte. Ohne einen aus ihr zurückzusetzen, soll hervorgehoben werden, daß besonders Mense ein ganz großes Spiel lieferte und daß er trotz des scharfen Tempos keinen Augenblick ins Schwimmen geriet. Hätten die Herner in van Haaren und Kroll nicht ein so fabelhaftes Verteidigerpaar gehabt, hätte der Herner Torhüter Sabota sich zeitweilig nicht selbst überboten, der Sieg wäre dennoch nach Bochum gegangen. So aber waren die Herner, die nach der angenehmen Seite enttäuschten, heilfroh, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben. Zum Spielverlauf bleibt noch zu sagen, daß der TuS. in der ersten Viertelstunde das Geschehen diktierte. In der sechsten Minute eine fabelhaft scharfe und genaue Vorlage von Marsmeier an Ananias, die Hernes linker Läufer Wischnewski vergeblich zu stoppen versucht. Exakte Flanke von Ananias, Kopfstoß von Menski. und Sabota ist geschlagen. Die beiden weiteren Tore die keine Anerkennung fanden, sind vorweg geschildert worden. Herne kommt bei einem Durchbruch zum Ausgleich durch den rechten Halbstürmer Kurek, der scharf einschießen kann, bevor Hannemann heran ist. Hernes Führungstreffer in eben alls vorweg erwähnt worden. Einige Ecken kennzeichnen die scharfen beiderseitigen Attacken. Nach dem Wechsel stürmt der TusS. unverzagt. vorerst aber vergeblich gegen das durch den Mittelläufer Klein I verstärkte Bollwerk an. Zwischenspurt von Herne, den TuS. aber, ohne Schaden zu nehmen, überstehen kann, bis Menski in der 25. Minute im Alleingang den Ausgleich erzielt. wobei Safranek, ohne an der Aktion beteiligt zu sein. Pas. wardie Denlereriahihlichalff Welttalie Herne—Tus. Bochum 2:2(2: 1) Man pflegt bei Fußballspielen häufig von der lau=Leistung, die sich würdig an die nischen Dame Fortuna zu sprechen, wenn im Spiel= Vrw. wielefeld in wielefeld gezei geschehen die eine oder andere Partei mit viel Glück ihr den drei Toren dieser ersten Vie Heiligtum rein zu halten versteht. Den Herner Westfalen erschien sie aber in diesem für die Herner so wichtigen Meisterschaftsspiel in Gestalt des Schiedsrichters, der mit Fehlentscheidungen den TuS. stark benachteiligte. Die Niederlage der Herner schien, an der ersten Viertelstunde gemessen, recht saftig auszufallen, denn drei prächtige Tore, wie man sie beim Tus. so lange nicht gesehen hatte, waren das Ergebnis einer Leistung, die sich würdig an die im Aufstiegsspiel gegen I. Tar) im Wialefeld gezeigte anreiht. Aber von sten Viertelstunde wurden zwei nicht anerkannt. Als Safranek nach einem prächtigen Flankenlauf von Gockel den Ball mit der Brust eindrückte, sahen die Herner Spieler dieser Prachtleistung mit einer Erstarrung zu, aus der sie, nachdem sie sich schon in das Unvermeidliche geschickt zu haben schienen, der Schiedsrichter dadurch riß, daß er das erzielte Tor wegen angeblichen Handspielens nicht anerkannte. Als wenige Minuten später Menski ein drittes Seite 6 Nr. 259# Bochumer Anzeiger7 Montag, 4. November 1933 sich eine Verletzung zuzieht, die ihn für den Rest der Spielzeit zum Ausscheiden zwingt. Die letzten 20 Minuten hält der Tus. mit nur zehn Mann offen. B. Noch zweimal Punktetcilung Hüsten 09— Schalke 04:2(:0) Nachdem schon im Vorjahr die Begegnung Hüsten— Schalke annähernd 12000 Zuschauer angezogen hatte, waren es diesmal noch mindestens 3000 Besucher mehr, die die Hüstener Platzanlage bis zur letzten Sichtmöglichkeit besetzt hielten. Während der Gastgeber seine komplette Meisterschaftself zur Stelle hatte, traten die Schalker ohne Kuzorra und Urban an, die durch Valentin und Berghoff ersetzt waren. Valentin nahm den linken Läuferposten ein, während Berghoff Linksaußen stürmte. Dafür stand Gellesch auf halbrechts. Beiderseits wurden schnelle Angriffe vorgetragen, so daß bis zur Pause die Torgelegenheiten völlig verteilt waren, wenn auch Schalke in technischer Beziehung, wie zu erwarten, wesentlich überlegen war. Nach dem Wechsel hatten die Gastgeber wieder ganz große Minuten. Als Mellage einen scharf geschossenen Ball hielt, wurde er von dem angreifenden Hüstener Mittelstürmer Herti mit dem Ball über die Linie gedrängt, so daß Hüsten mit:0 führte. Allmählich wurde sich aber dann Schalke der großen Gefahr einer Niederlage bewußt, und immer energischer stürmten die Knappen gegen das Hüstener Tor an. Bei einem Zusammenstoß mit Szepan mußte zudem Hüstens linker Läufer Tillmann infolge Verletzung ausscheiden. Bei einem der zahlreichen Angriffe der Knappen machte der linke Verteidiger Hüstens, Völker, Hand und Szepan verwandelte den Elfmeter zum Ausgleich. Die Gastgeber begingen nun den Fehler, zu defensiv zu spielen, um mit ihren zehn Leuten wenigstens das :1 zu halten. Das sollte sich aber als Fehler herausstellen denn der Gästesturm drängte stets sehr stark. Mit einem scharfen Schuß erzwang Pörtgen die:=Führung. Erst die letzten zehn Minuten brachten noch durch den guten Endspurt Hüstens eine Wendung. Bei einem Vorstoß des Rechtsaußen Michel verlor Mellage im Fallen den Ball, den Steinberg zum:2 einschoß. Preußen Münfter—SV. Höntrop:0 In der westfälischen Universitätsstadt sahen 2500 Zuschauer ein Spiel mit überaus schwachen Stürmerleistungen. Sowohl die Gastgeber als auch die Höntrover Rothosen enttäuschten in dieser Beziehung. Nur selten kam es zu wirklich guten Angriffsleistungen, die aber bei den starken Hintermannschaften schon abgestoppt wurden, ohne daß die Torhüter zu sehr beschäftigt wurden. Höntrop hatte in seinem Rechtsaußen Timpert noch den einzigen Stürmer, der einigermaßen energisch spielte, aber im gegnerischen linken Läufer Wesener einen sorgsamen Bewacher fand. Auch als nach der Halbzeit Timpert in der Mitte stürmte, hatte er in Althoff, dem ausgezeichneten Mittelläufer der Preußen, einen starken Gegenspieler. Unlere Nachbargaue Gau Niederrhein: Turn Düsseldorf—. Schwarz=Weiß Essen:0 VfL. Preußen Krefeld— Fortuna Düsseldorf:4 Hamborn 07— Tuisburger FV. 08:3 Borussia.=Gladbach— Union Hamborn:3 Rot=Weiß Oberhausen— SpVg. Herten:0(.=.) Rudolf Steinweg tödlich verunglückt Die ungarische Motorsportwoche, die vom 3. bis 10. November dauert und auch mit deutscher Beteiligung vor sich gehen wird, erforderte bei den Trainingsfahrten ein Todesopfer. Der bekannte deutsche Privatfahrer Rudolf Steinweg, der sich in manchem in= und ausländischen Rennen einen Namen gemacht hatte, verunglückte tödlich. Er fuhr mit seinem Bugatti=Rennwagen gegen einen Kilometerstein; das Auto wurde von der Wucht des Anpralls in die Höhe geschleudert und beim Zurückfallen erlitt Steinweg eine schwere Kopfwunde. Trotzdem versuchte er, den Wagen wieder in seine Gewalt zu bringen. Dies gelang ihm aber nicht mehr und das Fahrzeug raste auf den Bürgersteig und überfuhr dort einen Passanten. Dann stürzte der Bugatti um: Steinweg wurde auf die Straße geschleudert und blieb tot liegen. Die Bezirksliga macht mit Vermar oheischedeh! :1 im Lokalkampf Weitfalia-Preußen Bochum— Witten 92, MBV. Linden und STV. Werne nur„halb zufrieden“ Die Bochumer Gruppe der Bezirksliga scheint mit der Gauliga eine Verabredung getroffen zu haben. Die Zahl der unentschiedenen Spiele des Sonntags läßt stark darauf schließen. Nicht weniger als vier Kämpfe fanden keinen Sieger, in den beiden anderen Fällen siegten die Platzvereine dafür klar. Der Bochumer Lokalkampf zwischen Westfalia und Preußen 07 brachte den erwarteten diesjährigen Zuschauerrekord in der Bezirksliga und geteilte Punkte, wodurch die Preußen ihren Tabellenstand um einen Platz verbessern konnten. Kommt der Punktgewinn von Dahlhausen gegen Witten 92 auch durchaus erwartet, so haben Witten 07 und Hattingen 04 fraglos für Ueberraschungen gesorgt. Man hatte den MBV. Linden auf eigenem Platz im Kampf gegen den Tabellenletzten als klaren Sieger erwartet und hört nun, daß die Lindener froh waren, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben. Allen Voraussagen zum Trotz zeigte sich der Neuling Hattingen 04 von seiner besten Seite und erzwang in Werne ein Unentschieden, das ihm einen wertvollen Punkt und zum mindesten wieder etwas Respekt verschafft hat. Daß Tura Altenvoerde gegen Gevelsberg nicht würde bestehen können, war vorauszusehen. Altenvoerde hat durch die erneute Niederlage nunmehr Witten 07 auf dem nicht gerade angenehmen letzten Tabellenplatz abgelöst. Reichlich viel Pech hatte Wattenscheid 09/30 im Kampf gegen Schwelm, wodurch die Wattenscheider auf den drittletzten Platz gerutscht sind. Die Ergebnisse: Westfalia Bochum— Preußen 07 Bochum:1 MBV. Linden— Witten 07:1 S2V. Werne— Hattingen 04:2 Witten 92— SC. Tahlhausen:3 Schwelm— Wattenscheid 09/30:0 Sportring Gevelsberg— Tura Altenvoerde:0 Die Spiele am 10. November: Preußen 07 Bochum— Witten 92 SC. Dahlhausen— FC. Schwelm Wattenscheid 09/30— STB. Werne Witten 07— Westfalia Bochum Hattingen 04— Sportring Gevelsberg Tura Altenvoerde— MBV. Linden Die Tabelle: KasgielenArderieizienPimafe Weltfalia Bochum-Preußen Bochum:1(:0) Als sich die Parteigänger der beiden alten Bochumer Fußballrivalen bereits mit recht unterschiedlichen Gefühlen— triumphierend die Preußen, mordsmäßig schimpfend die Westfalen— durch das weit geöffnete Eingangstor des Sportplatzrechtecks an der Feldsieper Schule drängten, es war etwa eine Minute vor dem Schlußpfiff ereignete sich folgendes: Die Westfalen berannten das aus taktischen Gründen stärker verteidigte Preußentor mit jenem Elan, der einst sprichwörtlich für die Mannschaft war, den sie aber anscheinend in den beiden so hoffnungsvoll begonnenen und ebense unglücklich beendeten letzten Spieljahren gelassen hat. Mischok ließ einen Hochschuß— ein typisches Kennzeichen dieses Spieles— auf das Preußentor los, der lange Brinkhoff stürzt heraus, drei Westfalen bedrängen ihn so hart, daß er den Ball nur mit Mühe und Not wegfausten kann, der Länge nach zu Boden fällt und zusehen muß, wie Berendes das ihm unfreiwillig zu famos zugespielte Spielobjekt mit halbhohem Schuß ins leere Tor setzt.:1! Der im Laufe des Spieles immer lautloser gewordene„Kinderchor" des Platzbesitzers nimmt vollstimmig die einzige Gelegenheit wahr mit seinem Jubel gleichzeitig auch eine Anfeuerung für die Grünen zu verbinden. Es kommt noch zu einer gefährlichen Ecke gegen Preußen. Distelrath faßt den Ball mit dem Knie, so daß er die falsche Richtung erhält und ins Aus springt. Der Schlußpfiff beendet einen Kampf, der sich wesentlich von den vorhergegangenen der beiden Bezirksligagegner auf dem Westfaliaplatz unterschied. Es liegt zwar schon etwas Wahres in dem auf Grund der Ergebnisse zur Bochumer Fußballweisheit gewordenen Satz:„Preußen kann auf dem Westfaliavlatz nie gewinnen!“" Wenn das bei den bisherigen Begegnungen aber an dem besseren Können des Gegners lag, so muß man diesmal den Preußen das Zugeständnis machen, daß sie das Glück gegen sich hatten, denn dem Spielverlauf nach wäre der bis zur 89 Minute gehaltene :=Sieg verdient gewesen. Es ist gewiß auf beiden Seiten noch viel Aufbauarbeit zu leisten, für, Preußen heißt es dabei, neuen Boden zu gewinnen, für Westfalia: verlorengegangenen zurückzuerobern. Vor allen Dingen in bezug auf den Mannschaftsgeist, der bei den Preußen besser ausgeprägt und zielbewußter war. Nicht immer wird man, darüber sollte man sich an der Hofsteder Straße keiner Selbsttäuschung hingeben, mit einem=Minuten=Endspurt noch die Kastanien aus dem Feuer holen können. Das Spiel hat die etwa 4000 Zuschauer trotzdem (aber reden wir nicht darüber) nicht restlos befriedigen können, weil die heißgeliebten Tore allzu lange auf sich warten ließen und der Kampf zeitweilig beiderseits reichlich verkrampft wirkte. Die Preußen kombinierten im Sturm recht gefällig, versagten aber als Torschützen; die Westfalen schossen besser, trugen aber ihre Angriffe zu wenig durchdacht vor. Die Läuferreihe war hüben und drüben in Ordnung. Es begann mit dem Anstoß der Westfalen, und zwar gegen die Sonne. Brinkhoff bereitete den Preußenanhängern den ersten Angstschauer, als er den Ball fallen ließ, der aber an der bewußten Linie vorbei lief. Das Spiel ist reichlich nervös, nimmt dann im weiteren Verlauf eine Wendung zugunsten der Preußen an. In den Hintermannschaften war ein merkbarer Unterschied nicht festzustellen. Szezorra, Kaufert und Faßbender hatten allerdings gegen den vor dem Tore zu zappeligen Preußensturm leichteres Arbeiten. Auf der Gegenseite zeigten sich Brinkhoff(ein Torwart mit großem Talent), Döring und Scheidemantel als ein vertrauenswürdiges Schlußdreieck. Gut in Szene brachte sich im Preußensturm der Krauskopf Strezicki am linken Flügel. Westfalias„As“, der kleine Sandkühler, kam hingegen von dem linken Preußenläufer Kamelski in Schutzhaft genommen, kaum zur Geltung. Er wechselte verschiedentlich seinen Platz mit Distelrath, war damit aber der Einheitlichkeit des grünen Angriffs nicht dienlich. :0 bei Halbzeit, dann frischeres Spiel der Westfalen, die später wieder abfallen und allmählich die Preußen aufkommen lassen. Da läßt der Mittelstürmer der „Zebras". Glatz, wieder eine gute Chance(die dritte) aus, macht aber 20 Minuten vor Schluß viel wieder gut, als er eine famose Vorlage von Wittig mit dem linken Fuß annimmt, eine Vierteldrehung macht und dann blitzschnell rechts aufs Tor schießt.:0! Der Rest ist verstärkter Druck der Westfalen, ein Aufflackern des alten Kampfgeistes und das Ausgleichstor. Der Schiedsrichter brachte das oft nahe die Greuzen des Erlaubten streifende Sviel durch veinlichste genaue Regelauslegung verhältnismäßig gut über die Strecke. Hbg. Auch Linden ohne Sieg MBV. Linden— Witten 07:1(:). Im Lager des MBV. hatte man eine gute Rechnung aufgestellt, aber der allgemein erwartete Sieg blieb aus. Die Wittener Gäste, die nach ihren bisherigen Leistungen durchaus keinen Anlaß zu Befürchtungen gaben, spielten den Lindenern mit einem Unentschieden, das sie voll und ganz verdient haben, einen um so überraschenderen Streich. Sie stellten sich in Linden in einer außerordentlich guten Form vor. Durch einen schönen Angriff kamen die Wittener nach der 37. Minute durch ihren Mittelstürmer zum Führungstor. Lindens Anstrengungen blieben bis zur Pause erfolglos. Nach dem Wechsel steigerten die Platzleute ihre Bemühungen und in der 7 Minute gelang ihnen denn auch der Ausgleich, den Mann nach einer schönen Vorlage von Patt erzielte. Aus:2 wurde:3 FC. Witten 92— SC. Dahlhausen:3(:). Der Kampf der Tobellenersten gegen den SC. Dahlhausen hatte den erwarteten Publikumserfolg. Mit einem:=Unentschieden teilten sich die langjährigen Rivalen in die Punkte, sie werden mit dem Ergebnis beide zufrieden sein, denn hüben wie drüben war die Möglichkeit vorhanden, statt einen zwei Punkte gutzuschreiben. Der Spielverlauf stand in der ersten Hälfte ununterbrochen im Zeichen der Dahlhauser, die den Gastgeber mit ihrem Kombinationsspiel glatt in den Schatten stellten. Die deutliche Feldüberlegenheit führte aber erst nach 20 Minuten zum Führungstor, das der Mittelstürmer Gevelmann nach schönem Zuspiel von der rechsten Seite erzielte. Zwei Minuten darauf hieß es schon :1. Dahlhausens Läufer Drescher verpaßte den Ball und der Halbrechte Jung des Platzvereins schoß unhaltbar ein. In der 28. Minute hatte Dahlhausen die Führung aber wiederhergestellt. Ein Strafstoß des Halblinken Walodtka fand durch ein geschicktes Täuschungsmanöver des Mittelstürmers Gevelmann den Weg ins Wittener Tor. Acht Minuten nach der Pause kam Witten durch einen Elfmeter zum:2 und zehn Minuten darauf durch einen groben Deckungsfehler zur:=Führung. Die Dahlhauser waren im Verhältnis zur ersten Hälfte recht schwach geworden, aber in der 28. Minute gelang ihnen durch einen Elfmeter, den der Verteidiger Metz verwandelte, das:3. Wattenscheids Niederlage FC. Schwelm— Sportgemeinschaft Wattenscheid:0 Der Abgang der beiden Innenstürmer Dohm und Stetzka zum Militärdienst erwies sich für die Wattenscheider von großem Nachteil. Die entstandenen Lücken konnten die Ersatzspieler niemals gegen eine Mannschaft wie Schwelm ausfüllen. Bei den Wattenscheidern versagten der Mittelläufer Meier 1 und sein Bruder als linker Verteidiger. Wo bleibt der frühere Mittelläufer Friederizik? Sollte nicht eine Mannschaftsumstellung vorgenommen werden, so werden in den jetzt bevorstehenden schweren Kämpfen Punkteverluste unvermeidlich sein. Das Treffen beginnt mit dem Anstoß der Schwelmer. Der Ball kommt zum Rechtsaußen, der an der Linie entlang rast und dann im Schrägschuß scharf die Latte anschießt. Zurückspringend faustet Wattenscheids Torhüter Höwing 1 das Leder ins Feld. Unverständlicherweise entscheidet der Schiedsrichter nach geraumer Zeit Tor für die Platzherren. Die Wattenscheider sind über dieses zweifelhafte Tor deprimiert. Schwelm nutzt die Verwirrung geschickt aus. Eine Vorlage des Mittelläufers nimmt Schwelms Sturmführer an und erzielt den zweiten Treffer. Dann gehen die Wattenscheider mächtig aus sich heraus. Schwelms Hintermannschaft hat schwere Situationen zu überstehen, Erfolge bleiben aber aus. Nach den gezeigten beiderseitigen Stürmerleistungen wäre eine Teilung der Punkte angebracht gewesen. Die Ueberraschung STV. Werne— SV. Hattingen 04:2(:). Man hatte allgemein erwartet, daß die Werner nach ihren letzten Leistungen einen glatten Sieg gegen die Hattinger erkämpfen würden. Aber die Mannschaft der Gäste zeigte einen Rieseneifer, dem das Unentschieden zuzuschreiben ist. Der Platzbesitzer hatte auf zwei Jugendliche zurückgreifen müssen, da der linke Verteidiger und der Halblinke zum Heeresdienst einberufen wurden. Diese beiden Rekruten waren aber ausgezeichnet ersetzt worden. Die Hauptschuld an dem unentschiedenen Ergebnis tragen der linke Läufer und der Linksaußen, die beide zeitweise äußerst schwach waren. Der Mittelstürmer Karcz I wurde noch vor der Pause verletzt, so daß er nur als Statist mitwirken konnte. Durch schnelle Vorstöße brachte die Elf der Hattinger starke Verwirrung in die gegnerische Deckung. So fiel, nachdem die Werner im Anschluß an einen Eckstoß durch Kopfball des Mittelstürmers Karcz I die Führung erreicht hatten, durch einen Strafstoß das Gegentor für die Hattinger. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause. Bei Wiederbeginn lagen die Gastgeber stark im Angriff, spielten einige Zeit überlegen, ohne aber auf Grund der Unentschlossenheit ihres Sturmes zu Erfolgen zu kommen. Die Hattinger wurden dann durch ihre raumgreifenden Flügelangriffe äußerst gefährlich und konnten durch ihren Rechtsaußen in Führung gehen. Die Werner setzten jetzt zum Endspurt an und erzielten durch einen wunderschönen Flankenball ihres Rechtsaußen Casper II. der geschickt vom Innensturm eingedrückt wurde, den verdienten Ausgleich. Die Nachbargruppen Gruppe Gelsenkirchen: Westfalia Buer— BV. 12 Gelsenkirchen:1(:). Schwarz=Gelb Gladbeck— SV. Rotthausen:8(:). SpVg. Röhlinghausen— Gelsenkirchen 07:0(:). Castrop 02— SC. Hassel:3 (:). Union Gelsenkirchen— TB. Eickel:1(:). Gruppe Dortmund: VfL. Kamen— Hörder SC. :0(:). VfL. Wetter— Hagen 72:1(:). TuBV. Mengede BV Brambauer:1(:). Arminia Marten— Spfr. Dortmund:0(:). Alemannia=Dortmund— Borussia Dortmund:1(:). Dortmund 95 — BC. Bövinghausen:4(:). Seberrafdlungenumderfugeserunung Der Meisterschaftssonntag in den unteren Klaffen In der ersten Kreisklasse gab es in beiden Gruppen einige Ueberraschungen. So hätte in der Gruppe A Phönix Bochum beinahe eine Niederlage durch VfB. Börnig auf eigenem Platz bezogen. Man trennte sich aber unentschieden. Unentschieden verlief auch der Kampf Herne=Süd— Teutonia Riemke. Den erwarteten klaren Sieg landete Germania Herne über Wanne 11, während SV. Sodingen sich alle Mühe geben mußte, um gegen Rasensport Herne knapp die Oberhand zu behalten. Preußen Wanne bestätigte erneut die gute Form und schlug den VfB. Gerthe auf dessen Platz. Unerwartet kommt die klare Niederlage von Constantin Herne beim SV. Holsterhausen. Die Ergebnisse der Gruppe A: Phönix Bochum— VfB. Börnig:1 Wanne 11— Germania Herne:6 Herne=Süd— Teutonia Riemke:0 Rasensport Herne— SV. Sodingen:2 VfB. Gerthe— Preußen Wanne:2 SV. Holsterhausen— Constantin Herne:0 Die Tabelle: Noch größer waren die Ueberraschungen aber in der Gruppe B. Das Unentschieden zwischen Weitmar 09 und TG. Bochum=Ehrenfeld soll hierbei nicht einmal so sehr ins Gewicht fallen. Böse war der Reinfall Stiepels, das die erste Niederlage der Saison bezog, und zwar von Union Günnigfeld. Ebenfalls hart wurde Rheinelbe Leithe durch den SC. Altenbochum mitgespielt. Auch hier siegte der Platzverein ganz klar Unentschieden trennten sich Reichsbahn und TuS. 26 Altenbochum und Langendreer 04 und Wattenscheid 19 mit dem gleichen Ergebnis. Der klare Sieg der Bochumer Polizisten über SuT. Harven zeugt von einem guten Schneid der Bochumer Ordnungsleute. Die Ergebnisse der Gruppe B: TG. Bochum=Ehrenfeld— Weitmar 09:2 SuT. Harpen— Polizei Bochum:3 Reichsbahn Bochum— TuS. 26 Altenbochum:1 Langendreer 04— Wattenscheid 19:1 Union Günnigfeld— Stiepel 04:0 SC. Altenbochum— Rheinelbe Leithe:0 Die Tabelle: 2. Kreisklasse: In der Gruppe A hatten unsere Bochumer Vertreter viel Pech. Der BC. Hordel mußte auf eigenem Platz einen Punkt an Reichsbahn Wanne abgeben, SpuSp. Gerthe büßte sogar alle beide ein. Die Ergebnisse der Gruppe A: BC. Hordel— Reichsbahn Wanne:1 Wattenscheid=Ost— Hansa Herne:2 Rasensport Wanne— Spu Sp. Gerthe:2 Recht lustig ging es in der Gruppe B zu. Der bislang ungeschlagene Tabellenführer Concordia Bochum verlor gegen Bochum=West mit dem knappsten aller Ergebnisse. Preußen 11 Bochum kam in einem torreichen Treffen gegen Werne 19 zu einem knappen, aber verdienten Sieg. Mit dem gleichen Ergebnis siegte Rasensport Bochum über Karolinenglück, während als weitere Ueberraschung der erste Sieg von Bochumer Verein über Langendreerholz zu verzeichnen ist. Die Ergebnisse der Gruppe B: Bochum=West— Concordia Bochum:0 Preußen 11 Bochum— Werne 19:3 Rasensport Bochum— Karolinenglück:8 Langendreerholz— Bochumer Verein:2 3. Kreisklasse: In der Gruppe A wurde nur ein Ergebnis bekannt. BV. Gerthe=Hiltrop schlug Unser Fritz Wanne mit:0. Die Gruppe B meldet zwei nicht erwartete Spielausgänge. In einem torlosen Treffen zwischen Edelstahl Bochum und Kortum Bochum gewann der Platz= verein den ersten Punkt der Saison, während Postsportverein Bochum das Kunststück fertigbrachte, den Tabellenzweiten Bruchstraße Langendreer knapp zu schlagen. Laer 87 landete den erwarteten klaren Sieg über Germania Querenburg, ebenfalls der DSC. 31 einen solchen über Germania Kaltebardt. Die Ergebnisse der Gruppe B: Laer 87— Germania Querenburg:0 DSC. 81 Bochum— Germania Kaltehardt:2 Edelstahl Bochum— Kortum Bochum:0 Post=SV. Bochum— Bruchstraße Langendreer:1 Keine Kreisspiele am 17. November Der Deutsche Fußballbund, Gau Westfalen, teilt mit, daß die für den 17. November vorgesehenen Kreisspiele auf einen späteren Termin verlegt werden. Dafür finden am 17. November Meisterschaftsspiele statt. Syring und die KIV.er fiegreich Deutsche Waldlaufmeisterschaften. Wohl selten ist eine Deutsche Waldlaufmeisterschaft so überlegen von den Vertretern eines Vereins gewonnen worden, wie die 18. Meisterschaft, die vom Kursächsischen TV. Wittenberg am Sonntag durchgeführt wurde. Die Läufergarde des KTV. mit unserem Rekordmann Max Syring an der Spitze belegte nicht nur die ersten vier Plätze in Einzelklassement, sondern holte sich ebenso überlegen den Sieg in der Mannschaftsmeisterschaft. Hier kam der Titelverteipiger AC. Hamburg auf den zweiten Platz, während der KTV. Wittenberg mit seiner zweiten Mannschaft noch auf einen sehr beachtlichen dritten Rang kam. Die Ergebnisse: Einzellauf 10 Kilometer: 1. Syring KTV. Wittenberg) 31,54,5 Min., 2. Böttcher(KTV. Wittenberg) 32,17,6 Min., 3. Schörock(KTV. Wittenberg) 32,18,6 Min., 4. Kelm(KTV. Wittenberg) 32,43,6 Min., 5. Gebhardt(Dresden) 32.46 Min.— Mannschaftsmeisterschaft: 1. KTV. Wittenberg 1 9., 2. Hamburger AK. 40., 3. KTV. Wittenberg 2 42 N. 4. Reichsbahn Stuttgart 66 N. Seite 7 Nr. 259 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 4. November 1933 ∆ BedtielllandfenlagrPrafkretehAts Großer Sieg unserer Amateurboxer Fußball im Reich Ostpreußen: Asco Königsberg— RSV. Heiligenbeil :1. Königsberger STV.— Rasensport Preußen:4. York v. Boyen— Tilsiter SC.:1. Viktoria Allenstein— RSV. Rastenburg:1. Allenstein 1910— RSV. Ortelsburg:2. Masovia Lyck— Hindenburg Allenstein:2. Brandenburg: Städtespiel Berlin— Oslo:1. Minerva 93— Spogg. Guben(Pokalspiel):2. Schlesien: Beuthen 09— Vorwärts Rasensport Gleiwitz:3, BfB. Breslau— Breslau 06:8. Ratibor 03— VfB. Gleiwitz:2. Vorwärts Breslau— Deichsel Hindenburg:1. Preußen Hindenburg— Breslau 02:0. Sachsen: Zwickau: Sachsen— Brandenburg(Nachwuchs):1. Mitte: VfB. Leipzig— SC. Erfurt:0. Sportfreunde Halle— 1. SV. Jena:1. SC. 05 Dessau— EV. 08 Steinach:1. Viktoria 96 Magdeburg— Wacker Halle:1. Nordmark: Spygg. Erfurt— Wacker Leipzig:3. Eimsbüttel— Viktoria Hamburg:0. Sperber— Holstein Kiel:5. Hamburger SV.— MSV. Hansa:1. Union Altona— Altona 93:2. Niedersachsen: Rasensport Harburg— Borussia Harburg:5. Algermissen 1911— 06 Hildesheim:0. Nordhessen: FC. Hanan 93— Borussia Fulda:2. Kurhessen Kassel— SC. 03 Kassel:2. VfB. Friedberg— Spielverein Kassel:0. Baden: Germania Brötzingen— VfB. Mühlburg :1. Karlsruher 3V.— 1. FC. Pforzheim:1. Württemberg: VfB. Stuttgart— Spogg. Cannstatt :8 1. SSV. Ulm— SC. Stuttgart:0. Stuttgarter Kickers— SV. Feuerbach:1. 3V. Zuffenhausen— Sportfreunde Stuttgart:1. Bayern: 1860 München— Bayern München:2. FC. München— FC. Bahreuth:0. Pommern: Blücher Gollnow— VfB. Stettin:4. VfL. Stettin— Greifswalder SC.:4. Stettiner SC. — Polizei Stettin:1. Viktoria Kolberg— Viktoria Stolp:2. Ausland: Länderspiele: Amsterdam: Holland— Dänemark:0. Zürich: Schweiz— Norwegen:0. Bukarest: Rumänien— Polen:1. Um den DrB.-Pokal BfR. Mannheim— VfL. Benrath:3(:). Nachdem am Sonntag zuvor der Niederrheinmeister vergebens nach Mannheim zum Spiel um den Vereinspokal gefahren war, kehrte er am 3. November mit der Berechtigung für die nächste Runde in der Tasche aus Baden zurück. 8000 Zuschauer waren gekommen, um seinen Kampf mit dem BfR. Mannheim zu sehen. Benrath erschien in stärkster Besetzung. Schalke gegen Benrath Um den Fußball=Vereinspokal.— Die Paarungen für die vierte Hauptrunde Der Wettbewerb um den Deutschen Fußball=Vereinspokal wird am Sonntag, 10. November, mit den vier Spielen der letzten Hauptrunde fortgesetzt. Nachdem der VfL. Benrath durch seinen am Sonntag gegen den BfR. Mannheim mit:2 erzielten Sieg als achter Teilnehmer feststeht, lauten die Paarungen für den kommenden Sonntag wie folgt: Minerva 93 Berlin— 1. FC. Nürnberg in Nürnberg VfL. Benrath— FC. Schalke 04 in Düsseldorf Freiburger FC.— FC. 93 Hanau in Freiburg SV. Waldhof Mannheim— Sportfr. Dresden in Mannheim Berlins Stadtelf fiegte Berlin— Odlo:1(:0) Der dritte Fußball=Städtekampf Berlin— Oslo brachte Berlin im Poststadion den dritten Erfolg. Die 20 000 Zuschauer waren aber von den Leistungen der Einheimischen nicht restlos begeistert, denn die Gäste erwiesen sich als völlig gleichwertig und hätten immerhin ein Unentschieden verdient gehabt. Die Schweiz schlug Norwegen Vor 25000 Zuschauern:0(:0) Der Züricher Hardtturmplatz war der Schauplatz des dritten Fußball=Länderspiels zwischen der Schweiz und Norwegen. In Anwesenheit von 25000 Zuschauern entwickelte sich unter der straffen Leitung des deutschen Schiedsrichters Weingärtner(Offenbach) ein fesselnder Kampf, den die Eidgenossen knapp, aber verdient mit :0(:0) gewannen. Holland gegen Däncmark:0(:0) Das Olympische Stadion in Amsterdam hatte am Sonntag wieder einmal einen großen Tag. Bei herrlichem Herbstwetter hatten sich 35000 Zuschauer eingefunden, um Zeugen der elften Begegnung der Ländermannschaften von Holland und Dänemark im Fußball zu sein. Obschon die Holländer klar mit:0 als Sieger aus diesem Kampfe hervorgingen, konnten ihre Leistungen die Zuschauer nicht recht begeistern. Köln, 3. November. Es war vorauszusetzen, daß der Länderkampf unserer Amateure mit Frankreich am ersten Novembersonntag in Köln ein großes Interesse finden würde, aber man war freudig überrascht, als man in der Rheinlandhalle rund 7000 Zuschauer zählte, die den Sieg der deutschen Staffel sehen wollten. Tamit war die Halle fast bis auf die letzte Sichtmöglichkeit erschöpft. Die Kämpfe: Färber besiegt. Mit einem Siege leiteten die Franzosen im Fliegengewicht den Länderkampf ein. Gaston Fayaud ist zweifelsohne der stärkste französische Amateur und seinem großen Können war auch der deutsche Meister Färber aus Augsburg nicht gewachsen, der klar nach Punkten verlor. Rappsilber schafft:2. Im Bantamgewicht holte sich der deutsche Meister Rapsilber aus Frankfurt über Gabriel Fayaud nach einem schönen Kampf einen verdienten und sicheren Punktsieg. Unentschieden im Feder. Ohne Meister Kästner(Erfurt) war schlecht daran zu denken, im Federgewicht für Deutschland zwei Punkte herauszuholen. Immerhin schaffte aber der Berliner Ahrens gegen Anvetit ein schönes Inentschieden. Nach seiner so überaus erfolgreichen Amerikareise im Vorjahre, als der Bochumer Schwergewichtler anerkannt erstklassige Leute wie die Amerikaner Levinsky und Loughran einwandfrei zu besiegen wußte, war Walter Neusel auch jetzt wieder hoffnungsvoll nach USA. gefahren, zumal man ihm sogleich eine nicht geringe Chance bot. Im Kampf mit dem früheren Weltmeister Prima Carnera konnte er beweisen, daß er zur internationalen Extraklaise zu zählen ist, durch einen Sieg in diesem offiziellen Weltmeisterschafts=Ausscheidungstreffen hatte er die beste Gelegenheit, sich eine Anwartschaft auf einen weiteren Ausscheidungskampf, wenn nicht gar auf einen Titelkampf zu sichern und so ganz groß ins Geschäft zu kommen. Wie beim Kampf gegen Schmeling, so ist ihm auch diesmal der große Wurf nicht geglückt, eine Augenverletzung zwang ihn zur vorzeitigen Aufgabe, und bereits in der vierten Runde, als das Treffen eigentlich noch in seinem Anfangsstadium war. Es ist natürlich ungemein schwer, irgend etwas über den vermutlichen Ausgang des Treffens zu sagen, wenn Neusel nicht von diesem Mißgeschick ereilt worden wäre. Neusel begann sehr vorsichtig, im Tempo wahrscheinlich etwas zu langsam, denn zur allgemeinen Ueberraschung war Carnera trotz seines um 70 Pfund höheren Gewichts in den beiden ersten Runden entschieden schneller. Der noch verhalten kämpfende Deutsche mußte hier auch manchen Treffer hinnehmen, so daß Carnera sich einen knappen Punktvorsprung zu sichern vermochte. In der dritten Runde änderte sich das Bild. Neusel ging jetzt mehr aus sich heraus, bedrängte den italienischen Riesen und landete wiederholt an Kopf und Körper seines Gegners. Auch in der vierten Runde kam Neusel wiederholt mit überraschend harten Rechten gut durch, als Carnera plötzlich mit einem schweren Linken den Westfalen über dem rechten Auge erwischte und ihm eine lange Rißwunde beibrachte. Stark blutend kämpfte Neusel weiter, aber schon bald mußte er einsehen, daß er unter diesen Umständen keine Chance mehr haben konnte. Noch vor Schluß der vierten Runde hob er dann auch die Hand zum Zeichen der Aufgabe. Die 17000 Zuschauer, die sich in dem großen Newyorker Madison Square Garden eingefunden hatten, waren durch die so überraschende Wendung recht unangenehm berührt, zumal sie nicht sofort erkennen konnten, wie sehr Neusel durch die Verletzung benachteiligt worden war. Die vereinzelten Mißfallensäußerungen waren aber durchaus unangebracht, Fluß siegt. Der Leichtgewichtskampf zwischen Fluß und Henri Walter war einer der Höhepunkte des Abends. Ter Kölner begeisterte seine Landsleute und holte sich unter stürmischem Beifall einen haushohen Punktsieg. Auch Murach siegt. Meister Murach aus Schalke holte sich im Weltergewicht den erwarteten Punktsieg über Henri Andreotti. Der Deutsche beherrschte in allen drei Runden den Franzosen. Im Mittelgewicht zeigte der Franzose Jean Despeaux gegen Blum(Altena) eine sehr reife Nahkampftechnik und Blum kam wirklich nur mit etlichem Wohlwollen der Punktrichter zu einem Siege. Roger Michelot, der französische Halbschwergewichtler, ist immer noch ein Mann von Klasse. Auch in Köln kam er wieder mit dem Stuttgarter Bernlöhr zusammen. Es gab ein großes Gefecht. Bernlöhr hatte das Pech, daß hier die Punktrichter vielleicht einen Ausgleich schaffen wollten und den Sieg an den Franzosen gaben, obschon Bernlöhr ein Unentschieden ehrlich verdient hatte. Runge..=Sieger. Der Ausklang des Länderkampfes im Schwergewicht fiel gegen die übrigen Gefechte etwas ab, wenn er auch mit einem deutschen Siege schloß. Gaston Navailles war für Meister Runge wirklich kein Gegner. In der zweiten Runde stand der Franzose hilflos im Ring. Ringrichter Nettekoven brach den ungleichen Kampf ab und so wurde Runge Sieger durch technischen.o. denn Neusel ist der Verzicht auf eine Fortsetzung des Kampfes bestimmt nicht leicht gefallen, nachdem er gerade in dieser Runde auf dem besten Wege war, den Punktvorsprung seines Gegners aufzuholen. Immerhin darf Neusel nach seinen Leistungen im Vorjahre auf weitere Kämpfe in USA. rechnen, obwohl ihn der„schwarze Freitag“ zunächst etwas zurückgeworfen hat, während Carnera jetzt wieder stark nach vorn gekommen ist. Ob er allerdings schon zu einem Titelkampf gegen Braddock zugelassen wird, erscheint doch recht fraglich, obwohl er unzweifelhaft eine nicht geringe Formverbesserung erkennen ließ. Vor dem Italiener müßten aber immer noch unser Max Schmeling und Amerikas neueste Hoffnung, der Neger Joe Louis, rangieren. Die Handballsportler Deutschlands opferten gestern für die Winterhilfe. Aus diesem Grunde wurden im Kreis Bochum mehrere Auswahlspiele durchgeführt. Im Interesse der guten Sache wäre ein besserer Besuch der Spiele zu wünschen gewesen. Es mag zum Teil an der Zusammenstellung der Mannschaften gelegen haben, daß sich der Anhang nichts Besonderes versprach. Es hätten sich zugkräftigere Begegnungen schaffen lassen als diese T. bunt zusammengewürfelten Auswahlmannschaften. das Treffen auf dem Westfalenplatz in Bochum sah die „Friesen“=Kombination in Front. In Linden gelang es dem MBV., nachdem er in der Pause bereits höffnungslos ins Hintertreffen geraten war, dem Spiel eine andere Wendung zu geben und die Turner knapp zu schlagen. In Herne blieben die Heimischen über den Gegner aus Wanne erfolgreich. Die Spog. Röhlinghausen siegte über eine Kombination in Wanne sicher und auch der TB. Eickel holte sich gegen die Wattenscheider Auswahlmannschaft einen eindeutigen Sieg. Die Ergebnisse: Westfalig Bochum(Polizei=SV. Bochum /VfB. Gerthe Tv. Friesen(TuS. Bochum(Germania 06 Bochum:7 MBV. Linden— Tg. Ehrenfeld /Tv. 48 Bochum:7 Westfalia Herne PfL. Herne— Tus. und Jahn Holsterhausen:6 Wattenscheid 01(Union Günnigfeld— Tb. Eickel:7 Tkl. Wanne Röhlinghausen 83— Sppg. Röhling= hausen:8 Schmeling gegen Louis? Der Sieger soll dann Titelkampf gegen Braddock bestreiten. Die Niederlage von Walter Neusel gegen Carnera hat die Stellung von Max Schmeling in Amerika außerordentlich gestärkt, da Neusel nunmehr aus der Reihe der Anwärter für einen Kampf gegen Joe Louis oder Weltmeister Braddock ausgeschieden ist. Der Erfolg von Carnera kommt den amerikanischen Veranstaltern wenig gelegen. Joe Louis hat den Italiener im Sommer dieses Jahres in sechs Runden schwer zusammengeschlagen, so daß der Ringrichter den Kampf abbrechen mußte. Carnera scheidet daher als Gegner für Louis aus und auch für einen Titelkampf gegen Braddock kann er nicht in Frage kommen. Nun haben sich nach amerikanischen Meldungen die beiden großen Newyorker Veranstaltergruppen, der Madison Sgaure Garden, bei dem Weltmeister Braddock unter Vertrag steht, und der als Veranstalter des Louis=Baer=Kampfes in den Vordergrund getretene Mike Jacobs vom„Twentieth Century Club“, schon vor der Begegnung Neusel— Carnera über eine Zusammenarbeit verständigt. Die Pläne der amerikanischen Veranstalter gehen dahin, im Juni 1936 ein Zusammentreffen von Joe Louis und Max Schmeling vor sich gehen zu lassen und den Sieger dieses Treffens im September des nächsten Jahres einen Titelkampf gegen Weltmeister Braddock bestreiten zu lassen. Olympia-Sportwerbeabend des Sportamtes„Kraft durch Freude". Ein brechend volles Haus fand die Olympia=SportWerbeveranstaltung des Sportamtes RSG.„Kraft durch Freude" am Samstag abend in den Räumen des Parkhauses. Nach einer Begrüßung durch den Sportamtswart Kettwichter, der eine Ansprache des Gausportreferenten Gutzeit(Tortmund) folgte, begannen die nicht enden wollenden Vorführungen mit Ausschnitten aus dem Kursusbetrieb des Sportamtes RSG.„Kraft durch Freude“, die den ungeteilten Beifall des überfüllten Hauses fanden. Rollschuhkünstler, die sich sehen lassen konnten, Rhönradvorführungen und Darbietungen der Damenabteilung des TV. 48 Bochum, Verlosungen und die üblichen „Randbemerkungen“ von Leo Sander vervollständigten das Programm bis zum gegen Mitternacht beginnenden Tanz. Londoner Automolbilausstellung beendet. Die internationale Automobilausstellung in London wurde nach neuntägiger Dauer in der Olympia=Hall geschlossen. Mit dem Ergebnis ist man sehr zufrieden, sollen doch Aufträge im Gesamtwert von etwa zehn Millionen Pfund erteilt worden sein. Auch die dort vertretenen deutschen Firmen haben verhältnismäßig gut abgeschnitten. Insgesamt wurden 232000 Besucher gezählt. Westsalia=Polizei=VfB. Gerthe— Feesen=TuS.= Germania:7(:3) Die Westfalen=Kombination trat in grüner, der Gegner in roter„Kluft" an. Nach kurzem Abtasten glückte den Grünen der Führungstreffer. Es entwickelte sich ein recht flottes Spiel, bei dem die Grünen bis auf:1 in Führung gingen. Die Roten setzten sich nun stärker ein und holten bis auf:3 auf, ohne aber verhindern zu können, daß der Gegner bis zur Pause erneut in Führung gehen konnte. Nach der Pause wurde das Angriffsspiel der Roten besser, so daß ein knapper und verdienter Sieg herausgeholt werden konnte. Ein jeder Spieler gab sein Bestes auf beiden Seiten. MBV. Linden— TG. Ehrenseld=Tv. 48 Bochum :7(:6) Die Turner legten sofort ein lebhaftes Tempo los, dem die Lindener nicht gewachsen waren. So gelang es den Turnern, in der ersten Spielhälfte einen klaren Vorsprung herauszuholen. Nach dem Seitenwechsel kamen die Platzleute aber besser ins Spiel und machten aus der Niederlage einen knappen Sieg. Waller Reuseis Nederiage. Augenverletzung zwang Neutel zur Aufgabe Carnera siegt in der vierten Runde durch technischen K. o. Die Willlerkistpiele der Handballer Auswahlkämpfe im Kreise Bochum Der vollloumene Wiuterschutz des Motors! OIINEEPUTTTE LI Nach Spezialverfahren in deutschen Fabriken hergestellt Startschnel! Betriebssicher Wirtschaftlich Seite 8 Nr. 259# Bochumer Anzeiger 7 Montag, 4. November 1933 Lohmann seer Westialenpreis Erfolgreicher Renntag in der Weltfalenhalle Hallelberg beiter Amateurfllieger Auch der zweite Renntag der Westfalenhalle war ein großer Erfolg. Die Halle war vollkommen ausverkauft, auch der gebotene Sport war interessant. Im Mittelpunkt des äußerst interessanten gramms stand der„Große Westfalenpreis" der Steher über 60 Kilometer. In zwei Läufen wurden vorher zwei Verfolgungsrennen bis zu 5 Kilometer gefahren. Den ersten Lauf gewann Rouße in:28 nach 25 Runden gegen den Hannoverauer Möller, der 60 Meter zurückblieb. Den zweiten Lauf sicherte sich Paillard gegen Lohmann. Nach 2100 Meter hatte Paillard den Bochumer in:44,1 eingeholt.„ Die Dauerfahrer fuhren hinter der 55=ZentimeterRolle, also nicht wie bisher hinter der 48=ZentimeterRolle. Obwohl den Fahrern dadurch die Aufgabe erschwert wurde, fiel schon im ersten Lauf über 30 Kilometer der Bahnrekord, ein gutes Zeichen für die Schnelligkeit der Bahn. Der Lauf brachte einen spannenden Kampf. Paillard hatte sofort die Führung erkämpft, die er auch trotz heftiger Angriffe von Lohmann nicht mehr abgab. Im Kampf um den zweiten und dritten Platz behauptete sich Rouße gegen Möller sehr sicher. Lohmann lief zum Schluß bis auf 5 Meter zu Paillard auf. Im zweiten Lauf hatte Rouße sofort die Spitze, die er auch im Verlaufe des Rennens stets mit Vorsprung behaupten konnte. Paillard lag zunachst etwas zurück, kam aber gegen Ende des Rennens auf, ohne jedoch Lohmann vom zweiten Platz verdrängen zu können. Auch die gemeinsamen Angriffe auf den Führenden waren ohne Erfolg....st, Amat. Hasselberg war wiederum der beste Amateurflieger. Ein Omnium der Straßenfahrer gewann der Dortmunder Kiejewski vor Bautz, Thierbach und Weckerling. Ergebnisse: Großer Westfalenpreis: 1. Lauf: Pailland 29:45 (neuer Bahnrekord); 2. Lohmann 5 Meter zurück: 3. Rouße 80 Meter zurück; 4. Möller 110 Meter zurück. 2. Lauf: 1. Ronße 30:16,4; 2. Lohmann 45 Meter: 3. Paillard 65 Meter: 4. Möller 100 Meter zurück. Gesamt: 1. Lohmann 59,950; 2. Paillard 59,935; 3. Ronße 59,820; 4. Möller 59,790 Kilometer.— StraßenfahrerOmnium: 1. Kiejewski 30.; 2. Bautz 10.; 3. Thierbach 9.; 4. Weckerling 6 P.— Malfahren für Amateure: 1. Hasselberg(Bochum) 12,6 Sek.; 2. Mertens (Dortmund); 3. Niermann(Münster); 4. Wengler(Bielefeld). Zum Rheinlandkampf Westfälische Kunstturnerprobe in Iserlohn. In der Iserlohner Schützenhalle kamen die westfälischen Kunstturner noch einmal vor dem großen Kampf am 17. November in Düsseldorf gegen das Rheinland zusammen, um die besten Turner für diesen Kampf endgultig aufstellen zu können. Den ersten Platz in Iserlohn belegte Trostheim(Dortmund) mit 90½ Punkten vor Hüttemann(Hagen=Eilpe) mit 90 Punkten. Das Ergebnis lautete: 1. Trostheim(Dortmund) 90½ Punkte; 2. Hüttemann(Hagen=Eilpe) 90.; 3. Reinhard(Hamm) 88.; 4. Stutte(Eichen) 88.; 5. Gerard(Iserlohn) 87½.; 6. Hollefelder(Dortmund) 87½.; 7. A. Stracke(Eichen) 86.; 8. Lorsbach(Eichen) 83½.; 9. Frisch(Eichen) 82½.; 10. Krüger(Werl) 82 Punkte. Westfalens endgültige Mannschaft. Nach dem Probeturnen in Iserlohn wurde Westfalens Mannschaft für den Kunstturnkampf gegen das Rheinland endgültig aufgestellt. Die Riege wird in folgender Reihenfolge turnen: 1. Gerard(Iserlohn), 2. Reinhard(Hamm), 3. Frisch(Eichen), 4. Stutte(Eichen), 5. Stracke(Eichen), 6. Hüttemann(Hagen=Eilpe), 7. Hollefelder(Dortmund), 8. Krügelbach(Klafeld), 9. Trostheim(Dortmund), 10. Klinger(Dortmund). Erster Ersatzmann ist Lorsbach(Eichen), zweiter Krüger(TV. Werl). ten sich die beiden Bochumer Jugendlichen Engelbrecht und Ratte 1 im 200=Meter=Brustschwimmen mit 3,06,5 und 3,09,4. An dem einstündigen Wasserball=Trainingsspiel nahmen 4 Bochumer Spieler teil, von denen Wiener und Franken für die Gaumannschaft aufgestellt wurden. Ergebnisse: 100 Meter Kraul: 1. Höhle(Witten) 1,05,2, 2. Lütgert(Dortmund) 1,05.6, 2. Günther(Gelsenkirchen) 1,05,6. 200 Meter Brust(Männer): 1. Balke (Dortmund) 2,48,9, 2. Frohwein(Iserlohn) 2,59, 3. Wirtz(Hagen).01,4. 200 Meter Kraul(Männer): 1. Haak(Linden=Dahlhausen) 2,25, 2. Bachmann (Dortmund) 2,30, 3. Matschke(Lüdenscheid) 2,33. 100 Meter Rücken(Männer): 1. Ruhfuß(Witten) 1,16,7, 2. Hartwig(Gelsenkirchen) 1,17,9. Westfalens Vertreter für den Wettkampf gegen Niederrhein wurden wie folgt aufgestellt: 100 Meter Kraul, Männer: Schwark(Münster), Höhle(Witten): Frauen: Kellermann(Hamm), Maus(Tortmund), 200 Meter Brust, Männer: Heina(Gladbeck), Balke(Dortmund); Frauen: Pletsch(Hamm), Werner(Lüdenscheid). Kunstspringen für Frauen: Dickmann(Dortmund), Eckstein (Erkenschwick). 100 Meter Rücken für Männer: Ruhfuß (Witten), Simon(Gladbeck); Frauen: Heiling(Dortmund, Pletsch(Hamm). 400 Meter Kraul für Männer: Haak(Linden=Dahlhausen), Bachmann(Dortmund); Frauen: Kellermann(Hamm), Arentz(Dortmund). Kunstspringen für Männer: Matschke(Lüdenscheid), Wollenhaupt(Dortmund). Viermal=200=Meter=Kraul= staffel: Schwarze(Münster), Haak(Linden=Tahlhausen), Bachmann(Dortmund), Matschke(Lüdenscheid). Viermal 100 Meter Kraul für Frauen: Kellermann (Hamm), Maus(Dortmund), Heiling(Dortmund). Viermal 200 Meter Brust, Männer: Balke(Dortmund), Frohwein(Iserlohn), Wirtz(Hagen), Heina(Gladbeck). Wasserballspiel: Tor: Franken(Bochum); Verteidigung: Günther(Gelsenkirchen), Buschulte(Hamm); Verbinder: Dewitz(Hamm): Sturm: Hartwig(Gelsenkirchen), Wiener(Bochum), Rump(Hamm). Caurihenhehrausgereheuer Die Zwischenrunde um den DrB.-Bundespokal Gianzend-Veriadfene-Veramkanung Die Jubiläums-Feltlpiele des Tv. Bochum 48 Balllpiele der Frauenabteilung Mit drei Spielen der Zwischenrunde führte der DFB. am ersten Novembersonntag den Wettbewerb der deutschen Fußballgaue um den Bundespokal weiter der Entscheidung entgegen. Das restliche Spiel der Zwischenrunde zwischen Ostpreußen und Brandenburg wird am 10. November in Königsberg durchgeführt werden. Die westdeutschen Hoffnungen, die ohnehin schon durch das Ausscheiden des Niederrheins und der Westfalen klein und bescheiden waren, entschwanden am ersten Novembersonntag nun vollends. In Nürnberg besiegten die Bayern den Mittelrhein klar und überlegen mit:0(:). Kampfreich war das Spiel zwischen Sachsen und Baden. Nachdem die Sachsen zum Wechsel der Seiten mit einer Führung von:0 den Sieg schon sozusagen in der Tasche hatten, mußten sie sich mächtig anstrengen, um schließlich noch mit einem:3 den Weg in die Vorschlußrunde frei zu machen.— In Frankfurt erwischte es nun auch die Niedersachsen, die dem Deutschmeister Schalke 04 vor Wochen in Hannover den Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Südwest siegte überlegen mit:2, nachdem die Gäste zur Pause noch mit:1 führten. Die Vorschlußrunde steigt nun am 24. November. Südwest— Niedersachsen:2(:2) Vor 10000 Zuschauern führten die Niedersachsen in Frankfurt den Nachweis, daß ihr Sieg über Schalke 04 nicht von ungefähr kam. Die Niedersachsen führten nach einer knappen halben Stunde durch Fricke und Bornschein bereits mit:0, ehe sich der Sturm des Südwestens fand.. Eine Minute vor dem Wechsel schoß dann aber Fath den ersten Treffer. Sold schoß den Ausgleich, und mit zwei Treffern von Eckert war der Kampf dann entschieden. Schließlich umspielte kurz vor Schluß Fath noch Läufer, Verteidiger und Tormann und, schon war das 5. Tor fällig. Sachsen— Baden:3(:0) 15000 Zuschauer sahen im Dresdner Zwischenrundenspiel zwischen Sachsen und Baden einen prächtigen Sieg ihrer Elf. Schon bald führten die Sachsen durch zwei feine Kopfballtore ihres Mittelstürmers Schön, und als ihnen der Schiedsrichter auch noch einen Elfmeterball zusprach, den Helmchen nach einer guten Viertelstunde zum:0 verwandelte, kamen sie in immer bessere Spiellaune. Zweimal noch traf der Scharfschütze Helmchen bis zum Wechsel der Seiten ins Schwarze; damit war der Kampf entschieden. Kurz nach der Pause erzielte der badische Angriffsführer Schneider durch einen Elfmeterball den ersten Gegentreffer, doch im Anschluß schoß Schön noch zwei Tore für die Sachsen. Hinterher kam Baden noch mächtig auf, aber außer zwei Scharfschüssen von Pennig und Schneider, die das Ergebnis auf:3 stellten, war nichts mehr zu erreichen. Bayern— Mittelrhein:0(:0) Es waren 12000 Menschen im Sportpark des 1. FC. Nürnberg versammelt, die aber etwas enttäuscht wurden. Enttäuscht deshalb, weil man von den Bayern ein schwungvolleres Spiel erwartet hatte. Forsch gingen die Rheinländer sofort nach Spielbeginn ins Zeug, aber der schußschwache Sturm konnte keine Tore erzielen. Dann leistete sich der Hanauer Schiedsrichter Ketterer in der 42. Minute eine krasse Fehlentscheidung. Er gab einen Elfmeter gegen den Mittelrhein, den Oehm zum:0 verwandelte. Nach dem Wechsel erzielte Bayern durch Marquardt bereits in der ersten Minute den zweiten Treffer und trotz überlegenen Spiels der Mittelrheinelf fiel in der 20. Minute durch Spieß das :0. Auch nach diesem Stande erlahmte der Kampfgeist des Mittelrheins keineswegs, aber die standhafte Bayerndeckung war nicht zu bezwingen. Italien beschließt: Keine Sportbeziehungen zu Sanktionsstaaten! Von einer bevorstehenden einschneidenden Maßnahme im italienischen Sport weiß der italienische Korrespondent der Pariser Zeitung„Paris Soir“ zu berichten. Italien soll danach den Abbruch der sportlichen Beziehungen zu den Sanktionsstaaten beabsichtigen, also in der Hauptsache zu England, Frankreich, Belgien, Australien, Südafrika und Neuseeland, die neben fünf weiteren Ländern genannt werden. In erster Linie würden davon die Radfahrer, Boxer und Fußballspieler betroffen werden. In der Meldung heißt es weiter, daß die Auslandsstarts der Radfahrer über den 18. November hinaus nicht mehr genehmigt werden. ..-Aufnahme Aus Anlaß ihres 30jährigen Bestehens trat die Minuten an, benötigte für die zweiten 100 Meter 1,21,8, Turnerinnenabteilung des Turnvereins 1848 am für die dritten 1,25,0 und für die letzten 100 Sonntag miteinem„Kraft und Anmut“ betitelten 1,23,8 Minuten. Schließlich gab es auch über 100 Werbeschaut##en im Evangelischen Vereinshaus an Meter Brust einen amerikanischen Sieg; Brydendie Oeffentlichkeit, das man als glänzend gelungenithal war in 1,15,4 Minuten vor dem jungen Ungarn bezeichnen muß. Der große Saal war bis auf den letzten Platz besetzt und auch die gezeigten Leistungen standen auf hoher Stufe, so daß man den Verein nur beglückwünschen kann. Fahnenaufmarsch, Sprechchor und die Begrüßungsrede des Vereinsführers Eisermann schufen schon gleich die rechte Feststimmung. Dann wickelte sich die Turnfolge ab, die sich durch Vielfalt und schnelle Abwicklung auszeichnete. Zunächst sah man die Kleinsten des Vereins bei Spiel und Tanz. Die größeren Schülerinnen zeigten einen Ausschnitt aus der Turnplatzarbeit: Arbeit und Spiel an den Turngeräten und bunte Tänze. Voll lebendiger Freude war die Vorführung:„Mutter und Kind“, die die Frauenabteilung brachte. Sie deutete in zweckmäßiger Folge Wege an, wie die Mutter mit einfachen Mitteln den Körper des Kindes kräftigen kann. Nach gefälligen Medizinball=Uebungen, die von derselben Abteilung geboten wurden, hielt die Kreis=Frauenturnwartin Elfriede Baecker(Bochum) die Festansprache. In schlichten, warmen Worten, dankte sie den Wegbereiterinnen im Frauenturnen, ermahnte die Jugend eindringlich, würdige Trägerin des Erbgutes zu sein, und wünschte dem Verein erfolgreiche Arbeit zur Gesunderhaltung der Frau und damit des Volkes. Die Fechterinnen zeigten dann einen Ausschnitt aus dem Uebungsbetrieb ihrer Abteilung. Das Beste der Veranstaltung aber waren die Darbietungen der Turnerinnenabteilung. In großartiger Steigerung folgte eine Vorführung der anderen, die immer wieder zu Beifallskundgebungen hinrissen. Auf die mittlere Leistung abgestimmt, war die Gymnastik für jedermann. Das Leistungsturnen an zwei Barren bewies, daß die Abteilung auch im Geräteturnen auf der Höhe ist. Sehr schön wirkten die Tänze:„Holländer Kirmestanz",„Goden Wind" und„Dölziger Mühle". Die Ball- und Keulenspiele und der Marschtanz von Karl Loges zum Schluß, die die Höhepunkte des Abends bildeten, waren ein besonderer Genuß. Kiefers Weltrekord über 400 Meter Wieder Glanzleistungen der Amerikaner Die große Schwimmhalle auf der Margarethen=Insel in Budapest war auch am zweiten Tage des Amerikanerschwimmfestes restlos ausverkauft. Die Gäste bewiesen erneut ihre große Klasse und konnten in allen von ihnen bestrittenen Wettbewerben siegreich blieben. Highland konnte an dem ungarischen Europameister Csik über 100 Meter Kraul Revanche nehmen und siegte in der glänzenden Zeit von 58 2 Sekunden mit vier zehntel Sekunden Vorsprung vor Csik. In ganz hervorragender Form war wieder Weltrekordmann Kiefer, der die 400 Meter Rücken in der neuen Weltbestzeit von 5,22,6 Minuten zurücklegte. Den offiziellen Weltrekord hält immer noch der Japaner Kihokawa mit 5,30,4 Minuten. Gerstenberg ist zwar in Magdeburg inzwischen auf 5,30 Minuten gekommen, Kiefer hatte schon einmal 5,17,8 Minuten erzielt, aber diese Leistungen sind noch nicht als Rekorde bestätigt worden. Bemerkenswert sind auch die Zwischenzeiten des Amevikaners. Kiefer ging die ersten 100 Meter in 1,12(!) Baroczy(1,16,4) erfolgreich. Nun Clik vor Highland Der 3. Tag in Budapest. Zum dritten Male starteten Sonntag Amerikas Schwimmer im Budapester Schwimmbad auf der Margaretheninsel. Adolf Kiefer hatte einen Rekordversuch über 200 Meter angekündigt, der aber mit 2,27,2 mißlang, denn er selbst hatte schon im April dieses Jahres eine Zeit von 2,24,4 erzielt. Im Kraulschwimmen drehte diesmal der Ungar Csik den Spieß um und siegte in 58 Sekunden vor dem Amerikaner Highland, der 58,6 benötigte. Weltt. Ausscheidungsschwimmen zum Gaukampf gegen den Niederrhein. Im Dortmunder Südbad fand Sonntag für den am 10. November an der gleichen Stelle stattfindenden Gauvergleichswettkampf Westfalen— Niedrrhein ein Ausscheidungsschwimmen statt. Ganz groß in Fahrt war der Jugendliche Balke Sehnahenguete aufksfchel Horfter Schlußrennen mit Ueberraschungen Die Horster Schlußrennen waren ein„Kehraus“ mit Ueberraschungen. So ziemlich ging alles drunter und drüber, die gen. Eo glemiich Blih 98-71. die Formpferde versagten und die Folge hiervon waren Außenseitersiege mit Quoten, wie sie nicht alle Tage vorkommen. Den Rekord aber schlug die alte Stute Rosenrot, die im Lebewohl=Jagdrennen plötzlich wieder„jung“ wurde, sich ihrer besten Form erinnerte und den heißen Favoriten Roselli leicht abfertigte. Dieser Sieg kam natürlich, auch für den Besitzer, völlig unerwartet, so daß der Toto darauf mit über fünfzigfachem Geld recht kräftig reagierte. In der Doppelwette gab es auf die Kombination Mount LaviniaRosenrot sogar 1518:10!— Das milde Herbstwetter hatte der beliebten Bahn nochmals einen starken Besuch verschafft. Es wimmelte förmlich von Zuschauern, die auch sportlich auf ihre Kosten gekommen sein dürften, da es auf dem grünen Rasen bei gut besetzten Feldern recht bewegt herging. Horst=Emscher, 3. November. 1. Rennen: 1. Beckers Heidefalke(Vlugt) 2. Oberhaupt, 3. Aurel, ferner Freiherr. Chemielehrer, Marlow, Selbstvertrauen, Lore. Toto: Sieg 50. Platz 16, 12, 21. 2 Rennen: 1. Krämers Irene(Thalau), 2. Rückwechsel, 3. Bummelant, 4. Feuerland, ferner Orsina. Feste Lup, Hillebille, Gratiola, Graf Moltke, Filene. Toto: Sieg 165. Platz 25, 19, 20, 32. Lho(Wenz 18 groß in Fahlt war der Gupenelcht K. g= /3, Elmar,, sexner Sistkon, Blaufuß, Mgr, Wbfllhtg (Dortmund), der im 200=Meter=Brustschwimmen erst=Sonnenfunke. Seemeile. Toto: Sieg 23, Platz 19, 18, 19. malig die 2,50 klar unterbot. Er erreichte ohne 4. Rennen: 1. Bührers Monnt Lavinia(Stock) 2. EisenKampf die glänzende Zeit von.48,9. Eine ebenfalls Eieg=47: Hlatz 7Sttzr#kerner Gnom, gute Zeit erzielte Haak(Linden=Dahlhausen) im 5. Rennen: 1. Schiffers Letzter Siour(Buge), 2. Die 200=Meter=Kraulschwimmen mit 2,25. Sehr gut hiel= Lupine, 3. Melle, ferner Chianti, Paramour, Mauser, Husar, Gräfin Mariza, Doppelsprung. Toto: Sieg 64, Platz 17, 16, 22. 6. Rennen: 1. Zimmermanns Rosentor(Hochstein), 2. Roselli, 3. Auswahl. 4. Assagai, ferner Weltmeister Perdita, Laudantus, Blackberry, Jan v. Werth, Carita, Spielhahn. Toto: Sieg 532, Platz 33, 17, 25, 16. 7. Rennen: 1. Schultes Voltaire II(Knoche), 2 Padischah, 3. Hohlweg, ferner Agnat, Faust, Vockerode, Morgengabe, Cortina, Emeraude. Toto: Sieg 73, Platz 25, 33, 26. Siegdoppelwette: 4. und 6. Rennen Monnt Lavinia— Rosenrot 1518:10. Karlshorst, 3. November. Hiech aus 1. Rennen: 1. Peters Pro patria(Peters).? Roter Sand, 3. Grenadier, 4. Heimi, ferner Pandora, Süße Maid, Rostander, Cormoran, Eilprinz, Heidi. Toto: Sieg 44, Platz 13, 13, 14, 13. 2. Rennen: 1. Michaels Mars(Michaels), 2. Heldenfaust, 3. Veilchen, ferner Perlmutter, Vagabund, Rosen, Liebmich, Mattiacum. Toto: Sieg 44, Platz 19, 23, 26. 3. Rennen: 1. Müllers Steinfeld(Eder), 2. Altai, 3. Garconne, 4. Oder, ferner Palfrey, Helmbusch Ala, Beedol, Frag, Papa, Spala, Mirandola. Toto: Sieg 43, Platz 16, 16, 14, 15. 4. Rennen: 1. Ribbentrops Jubel(Both), 2. Horos, 3. Inga, ferner Prevoyant, Oriolus, Wahne, Landgraf. Toto: Sieg 33, Platz 16, 23, 21. ho(Wenzel), 2. Willeburg, 5. Rennen: 1. Delius' Wolkenflug(Printen), 2. Blason, Ausschreibung, ferner Jagdsprung, Erdwall, Fresca, Athos Aepfelchen, Gardejäger. Toto: Sieg 18, Platz 13, 13, 20. 6 Rennen: 1. Horns Lohland(Horn) 2. Bambus, 3. Marc Antonius, ferner Lona, Passatwind, Venusta, Surya, Luxus. Toto: Siea 25. Platz 13, 17, 18. 7. Rennen: 1. Biebersteins Lieber Kerl(Ahr) 2. Lobenswert 3. Ancona, ferner Zarenkind, Alma, Isenburg, Dachs. Toto: Sieg 142, Platz 19. 14, 19. 8. Rennen: 1. Butzkes Immerfort(Böhlke), 2. Fra Diavolo, 3. Goliath, ferner Rückert, Marquis, Wanderlied, Peiracava, Pfalzaraf, Ming. Toto: Sieg 55. Platz 18, 14, 14. 9. Rennen: 1. Mendels Citadelle(Visek), 2. Romantik, 3 Uferschwalbe, 4. Heidekind, ferner Geradeaus, Héros, Mio, Vogelfänger, Viva Anspach, Gustavsburg, Makrone, Sagius. Toto: Sieg 56. Platz 15, 15, Szezorra II und Stezycki im Kampf um den Ball. Distelrath II(Mitt weiter hinten Zielasko, vorn links Kauffer.— Szene aus dem Sviel phot.: B..-Muthherr schaut dem Duell zu, Westfalia—Preußen. 19, 12. Auteuil, 3. November. 1. Rennen; 1. Chipaults Cavalier Seul(Chercz), 2. Lord Tarnley, 3. Belluaire, ferner Saparin II, Sans Rire, Rustic, Kislar, Bonheur, Gama. Toto: Sieg 51, Platz 19, 23, 70. 2. Rennen: 1. Azémars Pouché(Lock), 2. Pommard II. 3. Grelot, ferner Rip, Cuarnens, Oasts, Tip, Carolina. Toto: Sieg 50, Platz 12, 11, 11. .- Rennen: 1. Khans Anonyme(Maginot) 2. Mon Cher, 3. Imperator II, ferner Prince Oll. Evohs II, Pradicateur, Menes II. Neuf, Gracchus,'Indigene, Guernanville, Maestro, Morvillars, Massipée. Toto: Sieg 85. Platz 35. 82, 88. 4. Rennen: 1. Portes Storm(Poele), 2. Bright Zagreus, 3. Espalion, ferner Clarimus, Nador, Jeu, Melbourne. Toto: Sieg 33. Platz 19, 22. 5 Rennen: 1. Singb Suuff Box(Rochet), 2.'Orage, 3. Son of Arabit, serner Fantéria, Coeffizient, Mistouflet, Minnehaba. Toto: Sieg 57, Platz 24, 21. 6. Rennen: 1. Fockenberabes Fantoche(Bathes), 2. Bonisacio, 3 Cérasus ferner Radieuse, Scherzo, Mons. Victor. Toto: Sieg 49, Platz 21. Unsere Voraussagen: Saint=Cloud, 4. November. 1. Rennen: Corstote— La Brizarderte. 2. Rennen: Barboteur— Lokma. 3. Rennen: La Blottière— Dark Tale. 4. Rennen: Flache Nineve— Maximali. 5. Rennen: Lady Chatterley— Margarita II. 6. Rennen: Lady Constance— Elzear. Seite 9 Nr. 259„ Bochumer Anzeiger" Montag, 4. November 1933 Westfalen und Rheinprovinz AnHanra?.. Ausstellung des südwestfälischen Kunsthandwerks ap. Hagen, 8. November, sikdachietzggen umrahmt. Kommissarischer Kreisleite: „Geschmack gegen Geschmacklosigkeit.“ Unter diesem Leitwort ist heute im Städtischen Museum zu Hagen eine Ausstellung kunsthandwerklicher Erzeugnisse eroffnet worden, die ein erster, ernst zu nehmender Versuch ist, Kunst, Handwerk und Volk wieder so eng zu verbinden, wie es der Fall war zur Blütezeit des deutschen Handwerks, ehe die Massenware die Handwerksarbeit verdrängte und den Geschmack verdarb. Der nationalsozialistische Staat will dem Handwerk die ihm gebührende Stellung wieder verschaffen, will es befähigen zu Leistungen, die ihm alten Ruhm neu verleihen. Zu zeigen, welche Erfolge diese Bestrebungen schon gezeitigt haben, ist Einn und Zweck dieser bis zum Pp. Po; vember dauernden Ausstellung. Hagen hat gemacht— andere Städte des Gaues Westfalen=Süd sollen folgen, so daß in jedem Jahre in einer Stadt die Leistungsschau des Handwerks von seinen FortschritIn seiner Eröffnungsansprache gab Museumsleiter Dr. Brüns(Hagen) seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Nationalsozialismus neues Verständnis für die Ideale in der handwerklichen Arbeit gebracht und herausgestellt habe, daß Kunst und Handwerk, d.., die beseelte, schöpferische Gestaltung der Arbeit zusammengehören. Diese schöpferische Arbeit soll dem ganzen Volke zugute kommen, es soll wieder Freude haben am Erzeugnis, das sein Heim schmückt, dem Kitsch, dem Surrogat soll das Echte, Schlicht=Schöne entgegengestellt werden. Der Landesleiter Westfalen=Süd der Reichskammer der bildenden Künste, Regierungsbaumeister Stommel(Bochum), dankte allen Ausstellern der Stadt Hagen und dem Landeshandwerksmeister Schmidt(Hagen). Er freue sich, daß so Hervorragendes zur Ausstellung gebracht worden sei als Beweis dafür, daß Kunst und Handwerk einen festen Bund geschlossen. Landeshandwerksmeister Schmidt wies auf den Zusammenhang zwischen Bauern und Handwerk als blut= und bodenverwachsen hin und gab der Genugtuung Ausdruck, daß im nationalsozialistischen Staate der schöpferische Geist des Handwerks sich wieder betätigen könne. Die Bevölkerung möge die Bestrebungen verständnisvoll unterstützen. P6t 8. Musikvorträge eines Quarletts des Stadtischen Orchesters umrahmten die Ansprachen. Dann folgte ein Rundgang durch die Ausstellung. Aus dem mit einer reichen Sammlung Rohlfsscher Gemälde geschmückten Musiksaale begab man sich in die Ausstellungsräume des Erd= und Obergeschosses. Die Ausstellungsleitung wollte nur durch eine erlesene Auswahl von dem hohen Stande der heutigen Handwerkerkunst überzeugen— und das ist ihr gelungen. In übersichtlicher Anordnung, jedes Uebermaß vermeidend war zur Schau gebracht, was die Handwerkerschule Dortmund und die Berufsschule Hagen, was Kunsthandwerker aus Südwestfalen geschaffen haben. Da sah man mit feinem Geschmack gearbeitete Gold=, Silber= und Schmucksachen, so die prächtige Obermeisterkette der Dortmunder Baugewerkeninnung, eine Iserlohner Firma zeigte, wie man auch kleinen Gegenständen, als da sind Manschettenknöpfe, Anstecknadeln, Anhänger, Ringe usw., eine ganz persönliche Note geben kann. Die Metallklasse der Hagener Berufsschule zeigte Leuchter und Teeservice, die, obwohl Lehrlingsarbeit, von hohem Können zeugten, ebenso die herrlichen Kunstschmiedesachen— Gegenstände, die schon auf Ausstellungen in Amerika Bewunderung fanden. Die Dortmunder Handwerkerschule war in den mannigfachsten Zweigen würdig vertreten: Gravhiken, Bucheinbände, Schriftzeichnen, Bau= und Möbelschreinerei usw. Erfreulich war die reiche Musterschau von Erzeugnissen der Handweberei und fraulichen Gewerbefleißes, von Keramiken einer Wittener Firma, die von neuen Imvulsen der Töpferkunst beste Beweise lieferten. Die Hagener Maler=Innung eröffnete der Raumkunst der plastischen Wandbelebung neue Möglichkeiten. Was es sonst noch an schönen Möbel= und Polsterwaren, Druckerzeugnissen, Buchschmuck, an schönen Drechslerwaren gibt, das anzuführen, würde der Raum nicht gestatten. So bildet die Hagener Ausstellung eine sehenswerte Schau von dem Können westfälischer Kunsthandwerker und wird gewiß dazu beitragen, in der Bevölkerung Sinn und Liebe zur echten Handwerksarbeit zu wecken und zu festigen. Vielleicht sehen wir im nächsten Jahre die Ausstellung in Bochum, nachdem Hagen den verheißungsvollen Anfang gemacht. Vereidigung der Dortmunder Gemeinderäte Dortmund, 3. November. Am Freitag abend erfolgte im historischen Festsaal des alten Rathauses die feierliche Einführung und Vereidigung der neuen Dortmunder Gemeinderäte. Die kurze Feier war von Muder RSTap. Fesseldieck verpflichtete die neuen Gemeinderäte. Oberbürgermeister Dr. Banicke gab einen historischen Ueberblick über die Entwicklung des Gemeinderechts und der Gemeindeverwaltung in der ehemaligen Reichs= und Hansestadt bis zur Gegenwart, um dann den Gemeinderäten durch eingehende Darlegung der wenig zufriedenstellenden Finanzlage Dortmunds einen Einblick in die ihrer Mitarbeit harrenden Aufgaben zu geben. sorganisationsleiter Dr. Robert Ley wird die Einsetzung und Vereidigung des Leiters der Arbeitskammer, Pg. Ernst Stein, MdR., Bochum, sowie der übrigen Mitglieder persönlich vornehmen. Zwei Tote bei einem Einsturzunglück Münster, 3. November. Bei Kanalarbeiten auf dem Baugelände Gievenbeckerreihe stürzten am Samstag kurz vor der Mittagspause, gegen 12 Uhr, Teile des Grabens bei Durchführung der Abstützarbeiten ein. Durch den Einsturz wurden zwei Arbeiter verschüttet, die trotz Einsatzes aller Arbeitskräfte und der Feuerwehr nicht mehr lebend geborgen werden konnten. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Gepanzerter Schmuggellastwagen gestellt Schmuggler mit entsicherter Schußzwaffe. Heinsberg, 3. November. Den Zollbeamten des Heinsberger Hauptzollamtes gelang wieder einmal gegen die Schmuggler ein großer Schlag, der ein Dortmund, 3. November. Mittwoch, 6. November, bezeichnendes Licht auf das Treiben der Großschmuggelvormittags um 11 Uhr, findet im alten Rathaussaal in unternehmer an der Grenze wirft. In der Nähe der Dortmund die feierliche Eröffnungssitzung der Ortschaft Hillensberg an der holländischen Grenze beArbeitskammer Westfalen=Lippe statt. Reichs= merkten in der Nacht Zollbeamte einen schweren LastDr. Ley in Dortmund Bereidigung des Leiters der Arbeitskammer Lippe. Dovember. Gastat Die Weltschau eines christlichen deutschen Menschen— Jahresfeier des C. V. j. Der zweite Vortrag des Weltreisenden Gustav Adolf Gedat in der gänzlich überfüllten Melanchthonkirche über das an Herz und Nieren gehende Thema: „Krieg in Europa?“ war gewissermaßen eine Fortsetzung der im vorigen Jahre gegebenen Weltschau eines deutschen Christenmenschen und die durch weitere Erlebnisse im In= und Auslande geistig erfühlte, aber noch nicht literarisch festgelegte Fortsetzung des bereits in Massenauflagen verbreiteten Buches„Ein Christ erlebt die Probleme der Welt". Selbstverständlich lag es dem Redner völlig fern, irgendwie den Propheten oder Schwarzmaler zu spielen. Niemand wird von ihm erwartet haben, daß er Zeit, Namen und Art eines neuen Weltenbrandes voraussagen könnte. Er stellte nur in geradezu atemberaubenden Bildern Erlebnisse und Erfahrungen zusammen, die sich ihm bei seiner Arbeit in den fremden Staaten zwangsläufig aufgedrängt haben. So sah man in ein Stück Zukunft des Weltgeschehens, das mehr oder weniger schnell kommen wird. Der Redner ging von einem Besuche in Genf aus wo er den„Völkerbundsrat“ miterlebte, gerade als der damalige deutsche Außenminister Stresemann die Frage der Minderheiten behandelte. Man glaubte an den Weltfrieden, baute einen riesigen Palast für den Völkerbund und heute weiß man schon, daß dieses ganze künstliche Gebilde, das ein Geschenk Amerikas an die Welt darstellen sollte, bereits in den letzten Zügen liegt. Seitdem sei die Frage Krieg oder Frieden in der Welt nur jeden Tag brennender geworden. In Afrika kämpfe ein christliches Volk gegen ein anderes. Was den Islam mit teuflischer Freude erfülle, denn er werde der Nutznießer davon in Afrika sein. Das ganze große Problem„Afrika“ sei plötzlich angeschnitten und zeige die bedrohlichsten Züge gegen Europa: auf der einen Seite der Bolschewismus Moskaus und Asiens. Ein Zwischenglied, das neue jüdische, machtbungrige, hemmungslose und gottfremd gewordene Palästina, entstehe. Die farbigen Völker erwachen und die Grenze Afrikas sei infolge einer verhäugnisvollen Rassenverirrung in Frankreich bereits bis fast an den Rhein vorgeschoben. Das freimaurerische verjudete Amerika, das angeblich für den ewigen Weltfrieden kämpfte und ihn erreicht sah, als„der deutsche Hunne" am Boden lag, ist aus seinem falschen„Traume vom guten Menschen" erwacht und sieht, daß es nur für den Geldsack der internationalen Rüstungsindustrie blutete. Die Enttäuschung sei von ganz ungeheuerlichen Folgen. Die Hetze Alljudas und einer verantwortungslosen Presse, bereite den Bolschewismus in Amerika vor in einer Weise, von welcher der Redner einige Proben gab, die Entsetzen erregen konnten Dazu kamme für Amerika noch die schwarze Gefahr: Der Kinderreichtum der Neger, die man einst als Sklaven in das Land schleppte, steht der Kinderlosigkeit einer weißen Ueberkultur gegenüber, so daß nach der Statistik Amerika in 350 Jahren ein vollkommen schwarzer Erdteil sein werde. Der Redner kam in diesen Verbindungen auch auf die christliche Weltmission zu sprechen. Es werde heute viel von unverständigen Leuten gegen die Missionsarbeit gehetzt mit Schlagworten und törichten Phrasen. Jede von christlichen Missionen verlassene Station sei sofort vom Islam, dem geschworenen Feinde des Abendlandes, besetzt, und jede solche Umbesetzung bedeute Vergrößerung der Gefahr fur Europa. Im übrigen sei der Krieg schon längst ausgebrochen, nämlich der Krieg um Jesus Christus, und zwar in aller Welt. Man solle nur nicht glauben, der Bolschewismus mit seiner Gottesleugnung sei überwunden. Er sei in aller Welt lebenDie Lage sei heute so, daß Europa sich einen Krieg gar nicht leisten könne. Er wurde nichts anderes bedeuten als den Anfang vom Ende aller christlichen und abendländischen Kultur. Der Himmel bewahre uns davor! Der Führer wolle den Frieden. Wahrer Friede sei nur allein in Verbindung mit dem Erlöser Jesus Christus denkbar und möglich. Man könne wohl heute sagen: die Kirche habe versagt. Mag sein, daß das richtig wäre. Aber auch das sei richtig: die Christen selbst hätten versagt. Sie seien nicht mehr wirklich Christen gewesen. Nicht aber Christus habe versagt. Er sei derselbe geblieben gestern und heute und in aller Ewigkeit. Ebenso wenig wie man den Führer verantwortlich machen könne für alles, was in seinem Namen verfehlt werde, ebenso wenig sei Christus verantwortlich für die Fehler der Christen. Man müsse ihn nur aufs neue recht suchen und neu verstehen lernen. Für diesen Heiland der Welt gelte es zu kämpfen. Gerade Deutschland habe eine ungeheure Weltmission nach dieser Richtung hin zu erfüllen. Wenn es hier versage, so seien die Folgen unausdenkbar. Es werde das deutsche Volk zum zweiten Male, jeder einzelne von uns, ebenso wie seinerzeit in der Reformation gerufen, Christus erneut der Welt zu schenken. In der Entscheidung Deutschlands für oder gegen den gnädigen Gott und den Erlöser Jesus Christus liege Rettung oder Untergang. Diese Rede war ein Gebet für Gotterkenntnis, für Führer, Volk und Vaterland, wie es packender und hinreißender wohl noch von keiner Kanzel gehört wurde Im tiefen Nachsinnen, erschüttert, aber auch im christlichen Bewußtsein gestärkt. verließ man nach einer unvergeßlichen Stunde das Gotteshaus. Am Sonntag beging der EVIM. Bochum sein 27jähriges Bestehen durch einen Festgottesdienst in der Melanchthonkirche. Es sprach dort Pfarrer Busch aus Essen. Abends war wieder der große Saal des Ernst=Moritz=Arndt=Hauses zu einer gemeinsamen Festfeier bis auf den letzten Platz gefüllt. Vorträge des Weitmarer Posaunenchores wechselten mit Liedersang. Der neue Vorsitzende des EVIM., Becker, sprach über die Arbeit des Vereins im verflossenen Jahre und über die Aufgaben der Zukunft. Das Hauptstück war wieder ein Vortrag Gedats über das Entstehen des EVIM. in Bremen und London, seine Ausbreitung über die ganze Welt und seine Losungen für die Gegenwart. Die Stunde wurde aufs neue zu einem tiefen Werte für alle. Pfarrer Engelbert sprach ein kurzes Schlußwort. kraftwagen, der sich von der Grenze her der Ortschaft Hillensberg näherte. Da der Wagen mit abgeblendeten Lichtern fuhr, vermuteten die Beamten sofort eine Schmuggelfuhre und gaben sogleich vorschriftsmäßige Haltezeichen. Der Wagenführer beachtete die Haltezeichen jedoch nicht, sondern versuchte, mit erhöhter Geschwindigkeit durch die Beamtenkette zu gelangen. Auf der tollkuhnen Fahrt rannte aber der Wagen gegen eine vorstehende Haustreppe und wurde so zum Stehen gebracht. Die Zollbeamten waren sofort zur Stelle und konnten die beiden in der Führerlaube sitzenden Schmuggler überwältigen, bevor diese von ihrer Schußwaffe Gebrauch machen konnten, die sie entsichert bei sich führten. Bei der Untersuchung des Schmuggler= wagens stellte sich heraus, daß die Ladung aus rund 40 Zentner Kaffee, Tabak, Mehl und sonstiger Schmuggelware bestand. Der Führersitz und der Kühler des Wagens waren rundum mit starken Stahlplatten gepanzert. Nur in der Windschutzscheibe befand sich ein kleiner Schlitz, der die Sicht für den Wagenführer freigab. Auch die übrigen Wagenteile waren mehr oder weniger stark gepanzert. An dem Wagen waren holländische Nummerschilder angebracht, doch fanden die Beamten im Führersitz auch noch deutsche Kennzeichen, die sehr wahrscheinlich auf deutschem Gebiet an Stelle der holländischen Nummerschilder angebracht werden sollten. Ein Toter, eine Schwerverletzte Mülheim(Ruhr), 3. November. In der Nacht zum Samstag, etwa gegen.45 Uhr, kam es auf der Kölner Straße in der Nähe der Einmündung der Markenstraße zu einem schweren Verkehrsunfall, der den Tod eines Essener Gemusehändlers zur Folge hatte. Es handelt sich bei dem Verunglückten um den Händler Willi Kretschmann.— An der Verkehrsinsel gegenüber der Einmündung zum Kurhaus Raffelberg auf der Duisburger Straße in Speldorf ereignete sich ein weiterer Unfall. Die 24jährige Apothekerin Else K. aus Essen wurde erheblich verletzt. Kerzenfabrik vom Großfeuer vernichtet Burscheid, 3. November. In der Nacht zum Freitag. gegen 2 Uhr, entstand in der Kerzenfabrik Heider in Hilgen ein Brand, der an dem in der Fabrik lagernden Paraffin reiche Nahrung fand und sich mit großer Schnelligkeit ausbreitete. Trotz des tatkräftigen Eingreifens der Burscheider und Hilgener Feuerwehr sowie der Männer des Arbeitsdienstes vom Lager Hilgen brannte die Fabrik vollkommen nieder. Erst am Freitag mittag konnte der Großbrand endgültig erstickt werden. Die Brandursache ist noch unbekannt. Gerettet wurden nur einige Fässer mit Paraffin, ein Stapel Pechfackeln und ein Personenkraftwagen. Kundgebung und Abschluß der Sommerschulung des Landesverbandes WestfalenSüd im Reichsbund der Kinderreichen. Letmathe, 8. November. Ein Mensch vergeht ohne den andern, die erbgesunde kinderreiche Familie ist die Grundlage des Staates, der Stolz der Familie sind gesunde Kinder. Der Reichsbund der Kinderreichen ist vom Reichsminister des Innern dazu berufen worden, unserm Volke den Sinn dieser Worte vor die Seele stellen. Dieses Ziel will er durch Schulung, Versammlung, durch die Presse und Aufklärung von Mund zu Mund erreichen. Der neuernannte Reichsbundesleiter, Pg. Stuwe, begann vor etwa zwei Jahren mit der erfolgreichen Schulung seiner Mitarbeiter in der RDK.= Führerschule in Berlin=Oberschöneweide. Die Landesund Kreisverbände veranstalteten örtliche Schulungen. Der Landesverband Westfalen=Süd begann mit seiner zweiten Schulungsperiode im Frühjahr dieses Jahres in Letmathe. Jetzt fand diese Schulung durch eine öffentliche Kundgebung am 3. November, um 10.30 Uhr, im Gasthof Schmale zu Letmathe ihren Abschluß. Im Mittelpunkt der Veranstaltung ständen die Vorträge des Gauorganisationsleiters Pg. Hein Diehl und des Gauamtsleiters des Rassenpolitischen Amtes Pg. Dr. Jeß. Darbietungen des BDM., des Jungvolks und der Hitler=Jugend umrahmten die Kundgebung. Nachmittags um.30 Uhr war eine Tagung der Mitarbeiter im Landesverband. Köln bezog 350 Fuder Patenwein! In der Schlußsitzung des Arbeitsausschusses für die Durchführung der Patenweinwoche in Köln wurde auf Grund der Ausgabekontrolle der Patenweinetiketten festgestellt, daß vom Kölner Weinhandel und von den Selbstbeziehern in den Patenweinorten Trittenheim und Thörnich vom 1. September bis 15. Oktober wenigstens 336 Fuder zu je 960 Liter gekauft worden sind. Wahrscheinlich sind es aber über 350 Fuder, denn viele Bezieher haben nicht für alle von ihnen gekauften Weine Etiketten bestellt. R Hi. s..####rs 68 Sh kommt jetzt zur Verarbeitung! Hierdurch wurde AlVA nochedler und zarter, ihr Aroma noch blumiger und feiner. sshe S FE Seite 10 Nr. 259 Bochumer Anzeiger# Montag, 4. November 1933 Der preußische Ministerpräsident im Saargebiet Obeing der den Kampels in der Grder „Wer deutsch ist, bleibt deutsch!“—„Von Frankreich wollen wir nichts anderes als den Frieden!“ Schoffner sich nicht einschüchtern ließ und seine Aus aller Welt An der Spitze der Panzerwagen=Formationen dnb Saarbrücken, 3. November. Zum erstenmal seit der Rückgliederung des Saarlandes stattete am Samstag Ministerpräsident Göring dem Saarlande einen Besuch ab. Er wurde bei seiner Ankunft auf dem Hauptbahnhof Saarbrücken vom Reichskommissar, Gauleiter Bürckel, begrüßt,„Unter deng Jubel einer tausendköpfigen, Menge hegao sich, hiera., der Ministerpräsident durch ein dichtes Spatier von Jungvolk, Polizei, RSKK. usw. zur Grube Reden, wo bereits alles zum festlichen Empfang vorbereitet war. Nach einer kurzen Besichtigung der Uebertageanlagen fuhr Hermann Göring zusammen mit Reichskommissar Bürckel und zahlreichen anderen in die Grube Reden ein. Ministerpräsident Göring verfolgte mit großem Anteil die technischen Ausbauarbeiten und nahm vor allem Gelegenheit, sich auch mit den Bergleuten im Schacht zu unterhatten, was bei den Bergleuten ganz besondere Freude, auslöste, Nach Beendigung der Grubenfahrt fand im Zechensaal ein Betriebsappell statt. Auch hier wurde der Ministerpräsident mit lauten Heilrufen begrüßt. Ansprache des Ministerpräsidenten Herzliche Willkommworte sprach der Betriebswalter Backes. Dann ergriff Ministerpräsident Göring unter erneuten Heilrufen das Wort und sagte u..: Leider war es uns bisher noch nicht vergönnt, den Arbeitern ihr Los so zu erleichtern, wie wir dies gern möchten. Besonders schwer habt gerade ihr an der Saar zu leiden, weil noch nicht die wünschenswerte Existenzgrundlage geschaffen werden konnte. Ihr habt Schweres in den vergangenen Jahren durchmachen müssen. Die französische Grubenverwaltung hat es zunächst durch die Gewährung von Scheinvorteilen versucht, euch eurem Volk abspenstig zu machen, aber das scheiterte an eurem unerschütterlichen Willen. Eine neue Prüfung trat an euch heran, als am 30. Januar 1933 die Nationalsozialisten die Macht übernahmen. Ei unübersehbare Flut von Verleumdungen wurde hemmungslos über euch ausgeschüttet. Aber euer Gefühl und euer Instinkt haben euch den richtigen, Re#rrgi, sen. Ihr habt es trotz aller Hetzereien gefühlt, daß die Geburtsstunde eines neuen Arbeitertums in land geschlagen hatte, daß man in Deutschland den deutschen Arbeiter erst richtig in sein Volk hineinzustellen begann. Ihr habt erkannt, daß der neue Adel der Arbeit, daß die neue Wertschätzung des Arbeiters. daß die neue Volksverbundenheit auer Deutschen keine merkbar gemacht, wo man drei Häuser aus Sicherheitssch dasF er baich das Vden alis an Sahes eonich eis ane Khasce eich laes echen e Wolkenkratzer in beängstigender Weise spürbar. Da jedoch um diese Zeit der Stadtteil Manhattan nahezu ausgestorben ist, kam es zu keinen stärkeren Beunruhigungen unter der Bevölkerung. Wie die Seismologen erklären, haben die nächtlichen Erdstöße unter Newyork keinen Zusammenhang mit den verhänanisvollen Erdbeben in den Nordweststaaten, die einen Schaden von rund fünf Millionen Dollar gefordert haben. Das Beben wurde sogar in Kanada verspürt und war dort so heftig, daß in einigen Städten eine Panik unter den Einwohnern ausbrach, die auf die dunklen Straßen flüchteten. Flucht mit gestohlenem Flugzeug Prager Flugschüler bei Chemnitz notgelandet Chemnitz, 3. November. In der Nähe der Gemeinde Schlossen=Porschendorf bei Zschopau landete ein tschechischer Flieger. Als sich herausstellte, daß der Flieger keinerlei Papiere bei sich hatte, wurde er von der Gendarmerie in Zschopau verhaftet und in das Amtsgericht Chemnitz eingeliefert. Das Flugzeug wurde beschlagnahmt. Wie bekanntgeworden ist, handelt es sich um den Prager Flugschüler Juskulag der aus dem Hangar des Prager Ministeriums für öffentliche Arbeiten ein Flugzeug herausgezogen hatte und damit in unbekannter Richtung verschwunden war. der Arbeit, daß die neue Wertschätzung des Arbeiters, daß die neue Volksverhundenheit auer Deutschen keine hohle Phrase war. Mit sicherem Gefühl habt ihr den der glüicklichste Tag seines Lebens, als er in sener deniwürdigen Stunde erfuhr, daß die ganze Saar zu Deutschland stand. Er war tief bis ins Innerste erschüttert und hat dem Allmächtigen dafür gedankt, daß wieder Hunderttausende den richtigen Weg gefunden ben. Der Führer weiß, daß er euch dafür großen Dank schuldet. Er wird tun, was in seinen Kräften ünmitelbar nach dieser Kutzeebiegzesen; Vershag. er ebenfalls von einer unübersehbaren Menschenmenge stürmisch begrüßt. Samstag abend fand auf der Saarbrücker Wartburg eine gewaltige Kundgebung stat, in der Ministerpräsident Göring sergchtg ser erinnerte an das Abstimmungsergebnis im Saargebiet sowie an das Ergebnis der Wahlen im Memelland und sagte, das Ausland habe hier an der Saar und dort der Memel erkennen müssen: Was deutsch ist, bleibt deutsch! Aeußerer Druck würde niemals mitsprechen können, wenn das Blut getroffen werde und Blut zu Sase e aucd end Vcantald zn. Mais Silte 96 aen. Verleumdung bezeichnet hatte, daß lismus gegen den Glauben, gegen die Freaieigzger a 94, ogte er ogr sein, haß sie burch den Deutschen an der Saar dankbar####t,.p fr. gun.2 ihre Entscheidung dazu beigetragen hatten, die Bahn für die Erhaltung des Vriedens u6 Hen grieden.- sagte reich wollen wir nichts anderes alp ven#etrorz!“, sagte Hermann Göring.„Mögen die Franzosen Die sient Lchaegs vortchaldek-Aie helachkr lalser in überzeugz gi guich das franzäsische Volt nichts sehnschaffen, daß dieser Friede nicht so leicht gestört wird. Die Aufeütung Deutstwoesen.“ Der Ministerpräsident führt. Die Rede Görings wurde oftmals von großen Beifallskundgebungen unterbrochen. Nach der Kundgebung fand zu Ehren des preußi schen Ministerpräsidenten der Große Zapfenstreich dem Hotel statt. Erdbeben=panik in Nordamerika Roosevelt wurde aus dem Schlaf geweckt Newyork, 3. November. Die Stadt Helena=im Staate Montana, ist am Freitag und Samstag von weiteren sucht worden. Im ganzen wurden dort 158 neue Erdstöße verspürt. Diese neue über Helena hereingebrochene Naturkatastrophe hat die Panik, die unter den Einwohnern ausgebrochen ist, noch eryoyt. Das Beben hat neuen schweren Schaden angerichtet. Zahlreiche Familien, deren Wohnhäuser zerstört wurden, Zelten untergebracht. Das Frostwetter und der Schnee haben die Not dieser Familien noch erhöht. Viele der Unglücklichen schlasen auf den Korridoren des Kapitols. Die Bahngesellschaft hat den durch das Unglück obdachlos Gewordenen geheizte Bahnwagen zur Unterbringung der Frauen und Kinder zur Verfügung gestellt. In der Nacht zum Samstag sank die Temperatur auf Das neuerlsche Erdbeben hat sch aubh ig. Teg.: am meisten im Stadtteil Brooklyn, beRaubüberfall auf Autobus Das Drahtseil auf der Chaussee Berlin, 3. November. Ein toller Raubüberfall, der wie ein Wildweststück anmutet, wurde in der Nacht zu Samstag auf der Müggelheimer Chaussee kurz vor Köpenick auf einen Autobus der Linie 27, der zwischen Müggekheim und Bahnhof Kaulsdorf zu verkehren pflegt, verübt. Durch ein über die Landstraße gespanntes Drahtseil wurde der Wagen zum Halten gezwungen, und im nächsten Augenblick tauchte ein Wegelagerer auf, der zunächst auf den Fahrer einen Schuß und dann auf den Schaffner zwei Pistolenschüsse abfeuerte, die aue jeooch ihr Ziel verfehlten. Dann versuchte der Räuber dem Schaffner die Geldtasche zu entreißen, was jedoch mißlang. Inzwischen hatte der Fahrer den Omnibus wieder Schaffner sich nicht einschüchtern, ließ und seine Geldtasche nicht freiwillig herausgab, sprang er wieder von der Plattform und rannte in den Wald zurück. In aller Eile raste jetzt der Chauffeur nach Köpenick weiter und alarmierte hier das Ueberfallkommando und die Kriminalpolizei. Die Einbalsamierung pilsudskis Warschau, 3. November. Wie aus Krakau gemeldet wird, stellte ein Ausschuß unter Vorsitz des höchsten polnischen Militär= arztes, des Generals Roupport, fest, daß die Balsamierung Pilsudskis einwandfrei ist. Jedoch wurde die Uniform gewechselt, die durch das Eindringen von Luft in den Sarg Beschädigungen erlitten hatte. Weiter wurde beschlossen, einen neuen Sarg in Auftrag zu geben, in den der jetzige Sarg hineingesetzt werden soll. Etwa vom 15. Dezember an wird dann die ste Hülle des Marschalls nicht mehr für das Publikum sichtbar sein. Dreimal überfahren In der Nähe von Bremen wurde ein 27jähriger Angestellter eines Anwaltsbüros nachts dreimal überfahren. Der Führer eines Autos bemerkte ihn erst, als zu spät war, und als er zurückging, um dem Ueberfahrenen zu helfen, war ein zweites Auto über diesen hinweggefahren. Ehe man dem Aermsten Hilfe, bringen konnte, sauste ein dritter Wagen über ihn hinweg, und als er endlich von der Straße genommen werden konnte, war er bereits tot. Blutige Ehetragödie In dem Dorfe Gurce bei Warschau ereignete sich eine blutige Familientragödie. Während eines aus Eifersucht entstandenen Ehestreits, bei dem ein Knüppel und ein Feuerhaken in Tätigkeigz zegien, griffen die und ein Feuerhaken in Tätigkeit traten, griffen Mutter der Ehefrau und die zwei Tochter in die blutige Auseinandersetzung mit Aexten ein und töteten den Ehemann. Die drei Mörderinnen wurden verhaftet. Umfangreicher Bergrutsch an der Wolga Wie aus Saratow gemeldet wird, hat in der Umgebung der Stadt ein Bergrutsch große Zerstörungen angerichtet. Durch zahlreiche Felsabstürze vom Übek, die über 24 Stunden andauerten, wurden der Bahnhof und ein Teil der Stadt gleichen Namens vernichtet. Die Eisenbahngleise sind auf einer Strecke von 1500 Meter gesetzt. Als der Räuber sah, daß zerstört. Kreuzei„Karnderg“ in Bienst gesienl Das jüngste Schiff der deutschen Kriegsmarine Während des feierlichen Aktes an Bord des Kreuzers„Nürnberg“. Kiel, 3. November. Presse-Bildzentrale kork. Samstag vormittag wurde in Kiel der neue Kreuzer „Nüenberg“ mit einer Ansprache des Kommandanten Kapitän z. S. Schmundt in Anwesenheit des Gauleiters Streicher sowie des Oberbürgermeisters von Nürnberg, Liebel, feierlich in Dienst gestellt. Kapitän zur See Schmundt führte u. a. aus:„Am heutigen Tage wird der deutschen Flotte neuestes Schiff, der Kreuzer„Nürnberg“", in Dienst gestellt, an einem Tage. an dessen Vorabend sein Vorgänger im Nachklang der Schlacht von Coronel vor 21 Jahren die Feuertaufe bei der Vernichtung des englischen Kreuzers „Monmouth)“ erhalten habe.„Brgpe Ftzgepeggg., bozte das Signal des Geschwaderchefs, des Grafen Spee, gelautet. Die alte„Nürnberg“ ist nicht mehr. Wir aber. die neue Besatzung, wissen, daß heute mit diesem Schiff die alte„Nürnberg“ zu neuem Leben erweckt ist. Sie werden mitmarschieren in unseren Reihen, unsere, gefallenen und unvergeßlichen„Nürnberg“=Kameraden von Coronel und Falkland. Mit der Vergangenheit aber verbindet sich bei uns die Gegenwart.“ Auf sein Kommando„Heißt Flagge und Wimpel!" stieg dann unter den Klängen des Präsentiermarsches die Kriegsflagge am Heck empor. Gauleiter Streicher richtete anschließend noch einige Worte an die der Besatzung angehörenden Franken, es waren 19 Mann, und sprach dann zu den Arbeitern der Werft. Die„Nürnberg“ ist mit ihren 6000 Tonnen ein Schwesterschiff der„Leipzig"; ihr Stapellauf war im vorigen Dezember vor dem Oberbefehlshaber der Kriegsmatine, Admiral Raeder, erfolgt. Sie ist der dritte Kreuzer dieses Namens; der erste sank in der Schlacht bei den Falklandinseln mit fast der ganzen Besatzung, und das zweite Schiff wurde im Hafen von Scapa Flow mit versentt.„.x.agugrine Phmiral Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Raeder, sandte anläßlich der Indienststellung des Kreuzers„Nürnberg“ folgendes Telegramm: „Zur Indienststellung des Kreuzers„Nürnberg“ sende ich dem Kommandanten und der Besatzung meine kameradschaftlichen Wünsche und Grüße. Der Name„Nürnberg“ bedeutet für uns Erinnerung und Symbol: Unlösbar verbunden bleibt er mit dem todesmutigen Kampf bei den Falklands=Inseln, dem leuchtenden Vorbild gelbischer Einsaßbextschaft im grogen Kriege. Gleiche Scherl-Bilderdienst General der Panzertruppen, zugleich Inspekteur der Heeresmotorisierung dnb Berlin, 3. November. Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. November 1935 befördert: zum General der Panzertruppen: Generalleutnant Lutz Kommandierender General der Panzertruppen, zugleich Inspekteur der Kraftfahrkampftruppen und der Heeresmotorisierung. * Die Träger der neuesten Waffe des Heeres, die Panzerwagenformationen, sind nun also, wie schon vor einigen Tagen angedeutet wurde unter einem einheitlichen Kommando zusammengefaßt worden. An ihre Spitze ist der Mann berufen worden, der mit Fug und Recht als der eigentliche Schöpfer der modernen deutschen Panzerwaffe bezeichnet wird. Generalleutnant Lutz, der in diesen Tagen sein 59. Lebensjahr vollendet, steht seit über vierzig Jahren im Heeresdienst. Er ist, als geborener Württemberger, bei der bayerischen Eisenbahntruppe eingetreten; später tat er bei Pionierformationen Dienst, um schon vor dem Kriege zur neu geschaffenen Kraftfahrtruppe überzutreten, in deren Rahmen er auch während des Krieges, vor allem an der Westfront, tätig war. In der Reichswehr hatte Lutz verschiedene Kommandos im Ministerium und im Heereswaffenamt inne. Er war u. a. Chef des Stabes der Inspektion der Kraftfahrtruppen, und zuletzt Inspekt der Kraftfahrtruppen. In diesen Dienststellen hat er, in stiller und zäher Arbeit, den Aufbau der neuen Panzerwaffe vorbereitet und durchgeführt, und daneben Entscheidendes für die Motorisierung im Heere getan. Es ist deshalb besonders erfreulich, daß Generalleutnant Lutz, neben der Führung der Panzertruppen, die spektion der Kraftfahrkampftruppen und der Heeresmotorisierung zugewiesen erhält. Vildle in die Wen Unfall der deutschen Fliegerin Luise Hoffmann Die deutsche Fliegerin Luise Hoffmann die sich auf einem Flug von Wien nach Berlin befand, mußte bei Horn, nordwestlich von Wien, wegen Nebels eine Notlandung vornehmen. Das Flugzeug streifte dabei einen Baum und geriet beim Aufschlagen in Brand. Die Fliegerin wurde verletzt. Professor Knipping+ Ein verhängnisvoller Unfall hat der Technischen Hochschule Darmstadt den Schöpfer und Leiter stituts für Röntgen= Physik und Röntgen=Technik, Professor Dr. Paul Knipping, entrissen. Er stieß mit seinem Motorrad mit einem Auto zusammen, wurde auf die Straße geschleudert und blieb bewußtlos liegen. Man brachte ihn ins Krankenhaus, wo er nach wenigen Minuten starb. Drei Opfer eines Motorradunfalles In der Nacht zum Samstag verunglückten gegen Mitternacht drei junge Leute tödlich mit einem Motorrad in einer Kurve vor Kaltenweide im Landkreis Hannover. Lastzug gerät auf den Bürgersteig Ein mit Getreide beladener Lastzug einer Halleschen Firma geriet auf dem Hallorenring in Halle beim Einbiegen in eine Nebenstraße infolge Versagens der Steuerung auf den Bürgersteig. Dabei wurden eine Frau und ihr siebenjähriger Sohn von dem Motorwagen erfaßt und zu Boden geschleudert. Die Frau war auf der Stelle tot. Ihr Sohn starb bald nach Einlieferung ins Krankenhaus. Kindesmord aufgedeckt In einer Strohmiete hinter dem Friedhof von Zahna im Kreise Wittenberg wurde ein seit etwa fünf Wochen vermißtes achtjähriges Mädchen aus Zahna ermordet aufgefunden. Neben der Leiche des Kindes lagen dessen Schuhe. Die Hände waren gefesselt. 24 Stunden später wurde der 23 Jahre alte Otto Reichmeister unter dem Verdacht der Täterschaft verhaftet.„Am Samstag legte Reichmeister ein umfassendes Geständnis ab heldischer Einsatzbereitschaft im großen Kriege. Opferwilligkeit ist Grundlage der Bewegung, die unser Drittes Reich erkämpft hat und trägt, die mit der Stadt Nürnberg als Stätte des Parteitages für immer verknüpft bleibt. Ich bin gewiß, daß die Besatzung sich der hieraus entspringenden Verpflichtung stets bewußt sein wird. Heil Hitler!(gez.) Admiral Raeder.“ Schweres Verkehrsunglück in den Vereinigten Staaten In einem Vororte Toledos(Ohio) entgleiste ein vollbesetzter Straßenbahnwagen, fuhr in ein Automobil hinein und schlug um. Zwanzig Personen wurden verletzt, sechs davon schwer. Wenn eine Frau heiratet, se“ Ganl in ihrem Haushalt auf, daß sie keine Zeit mehr findet, um sich zu pflegen. Vor allem die Hände werden dann recht stiefmütterlich behandelt. Um zu vermeiden, daß die Hausarbeit Spuren auf den zarten Händen hinterläßt, sollte die junge Hausfrau ihre Hände jedesmal nach der Arbeit mit etwas Leokrem einfetten. Dann kann die Haut nicht rauh und rissig werden. Leokrem mit Sonnen=Vitamin gibt es schon von 22 Pfg. an. Eine erfahrene Hausfrau. Seite 11 Nr. 259 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 4. November 1933 Amnerhanuug Sckicksal am Krater... Von Clara Steckkan Langsam steigen die Studenten über die Lavablöcke. Professor Foglietta hält seine kleine Schar zusammen. „Er hat heute wieder einen bösen Tag, der Krater!“ erklärt er,„sehen Sie bloß die giftigen Dämpfe, die sich zusammenballen! Wir dürfen keinesfalls zu nahe an die Krateröffnung herangehen!“ „Schade!“ brummte Giovanni Cinzio,„wollte so gerne mal dem ewigen Schmied da unten bei der Arbeit zusehen!“ „Nicht spotten, Vanni!“ schilt Giorgio Constanze, „hat schon manchen Unvorsichtigen büßen lassen, der ewige Schmied!" Unter der Schar geht einer hintenan. Einer, der böse Wünsche im Herzen trägt. Angelo Botero haßt den schönen Giovanni Cinzio, weil er Sieger geblieben ist bei der reizenden Veronica Stampa. Und nicht allein in der Liebe hat ihn Giovanni überflügelt, auch die Zuneigung des Professors entzieht er ihm nach und nach. Weiß Gott, wann er büffelt, der Cinzio, aber er weiß immer mehr als Angelo und versteht es, sich ganz in der Menschen Gunst zu setzen. Bei den schwelenden Schwefeldämpfen ist Angelo ein häßlicher Wunsch eingefallen: wenn es den Giovanni in die Tiefe zög, wären für Angelo alle Wege frei! Und seitdem bohrt und wühlt der unheimliche Wurm in ihm und die dunklen Fäden umstricken Giovannis Füße und lockten ihn näher zum Abgrund. Mit lodernden Augen verfolgt der andere des jetzt so gehaßten Freundes Schritte, er befiehlt ihm innerlich näher und näher an den Kraterrand heranzugehen und ballt die Fäuste, um Energien zu sammeln. Professor Foglietta faßt Angelos Arm.„Halt, junger Freund, nicht so hart dreinschauen! Ist die Natur hier oben auch unwirtlich, so haben Sie doch dringend dafür gestimmt, daß der Ausflug zum Krater unternommen wurde! Schauen Sie hinab über die blühenden Lande da unten! Stellen Sie sich vor, daß Zeit und Leben über versunkene Welten hinweggebraust sind! Sollten wir nicht dankbar sein, die wir hier oben im Licht stehen und uns an allem Seltsamen hier oben und an allem Schönen da tief drunten erfreuen dürfen?" Angelo lächelt für Augenblicke. Gestern noch hat ihn Foglietta streng angefahren, weil er nichts gewußt hat in seinen Fächern. Nur der Cinzio hat wieder geglänzt! Oh, der Vielgeliebte, wie er ihn heute haßt! Und da entdeckt er plötzlich mit geheimem Grauen, daß Giovanni sich von der kleinen Schar entfernt hat, dicht am Kraterrand, von Dämpfen umwirbelt, scheint er Studien zu machen. Interessiert schreitet Angelo näher. Hier ist wirklich Gefahrenzone und es ist vorteilhaft, wenn man drunten in Neapel erzählen kann, daß man in den grausigen Schlund der Erde hinabgeschaut hat! Gerade stellt Angelo mit Genugtuung fest, daß Cinzio auf Lavaschicht steht, die beim kleinsten Beben von innen heraus sich in den Abgrund senken muß, da fühlt er mit Entsetzen, daß sich die Gesteinsmasse, darauf er steht, auch zur Tiefe neigt, und im nächsten Augenblick, ehe er einen Hilferuf ausstoßen kann, wirbelt er, von Schwefeldämpfen umspült, in den unheimlichen Kraterschlund hinab. Er kann nicht mehr zur Madonna beten, alles ist dunkel um ihn und grauenhaft. Aber er fühlt plötzlich an einem furchtbaren Schlag durch alle Glieder, daß er irgendwo am Kraterrand hängen geblieben ist und zwischen Tiefe und Höhe in siedender Hitze liegt. Er wagt sich nicht zu rühren, aus Furcht, sofort ins Bodenlose zu fallen. Er sieht über sich das Kraterrund, das freien Ausblick in den Himmel läßt. Und da überfällt Angelo ein tiefer Jammer über sich selbst und er weiß, daß er an sich selber seine bösen Wünsche in Erfüllung gehen sieht... Droben haben sie den Absturz des Kameraden sofort gesehen. Der erste, der sich ernstlich um den Abgestürzten kümmert, ist Giovanni Cinzio. Obwohl ihn Foglietta streng zurückhalten möchte, mit dem Hinweis auf völlige Unmöglichkeit einer etwaigen Rettung des Verunglückten, reißt er das Sicherheitsseil von der Schulter, wickelt es sich um den Leib und ist schon in den ätzenden Dämpfen verschwunden, während die Kameraden mit aller Kraft das Seil halten. Hätte Cinzio nicht zur Vorsicht ein Taschentuch um Mund und Nase gewunden, das mit stärkendem Wasser getränkt ist, müßte ihn die Kraft verlassen. Aber er hat Gigantenkräfte, er wird dem Tod trotzen, wenn es gilt, einen Freund zu retten! Und er schreit immer wieder gellend den Namen Angelos in die unheimliche Tiefe hinab. Da hört er ein ersterbendes Wimmern dicht unter sich und greift im nächsten Augenblick den Körper des Freundes. Mit Willensanstrengung bindet er auch Angelo, so gut es geht in der Finsternis, ein Tuch um den Mund und umschlingt ihn fest mit beiden Armen. Die Kameraden oben verspüren die doppelte Last und beginnen langsam das Seil emporzuwinden. fessor Foglietta betet laut für die beiden lieben Jungen die so grausiges Schicksal erleben und im Geiste stellt er sich den Augenblick vor, da er den beiden Müttern die furchtbare Botschaft überbringen muß. Das Wunder wird zur Wirklichkeit: die ermatteten Arme wie Eisenklammern um den ohnmächtigen Freund geschlossen, taucht jetzt über dem Kraterrand Giovanni Cinzio auf und die Kameraden ziehen die beiden vollends auf sicheres Gebiet herüber. Ihre Gesichter sind rauchgeschwärzt, nur langsam arbeiten die Lungen, aber sie leben alle beide und auch Angelos Geist kehrt allmählich in den vom Fall zerschundenen Körper zurück. Professor Foglietta betet. Lauter wundersame, alte Dankgebete spricht sein Mund fast willenlos aus und mit zitternden Händen fühlt er wieder und wieder an die Schläfen der beiden, die ihm so furchtbare Nöte gebracht haben und für deren Leben er sich drunten in Neapel verantwortlich gemacht hat. Da erwacht Angelo Botero und schickt die erstaunten Blicke in die Runde, läßt seine Augen auf den knienden Giovanni haften, noch unbewußt die Vorstellung tragend, daß ihn der Gehaßte, Geliebte gerettet und geborgen hat. Und unter krampfhaftem Weinen, das ihm nach dem grauenvollen Sturz in die Tiefe zur Erlösung wird, umarmt er den Retter und beichtet, mit sich selber unbarmherzig, seine häßlichen Wünsche und die gerechte Vergeltung.„Hättest mich nicht dem Tod entreißen sollen, Giovanni der Brand des Hasses kann nur mit dem Feuer der Tiefe erstickt werden!" „Es gibt auch noch einen anderen Weg, Angelo“, erwidert Giovanni ebenso leise,„Haß kann auch durch Liebe erlöschen! Und für die Liebe von Mensch zu Mensch ist kein Opfer zu groß!“ Un der TankstelCe 7 Von Konate Su#oester Wenn Emil nicht so nett wäre, käme ich manchen lieben Abend früher ins Bett. Aber so— ich muß nämlich jeden Abend, wenn ich vom Werk komme, wo ich als Chemikerin arbeite, an seiner Tankstelle vorbei, und da ist es doch klar, daß ich meinen„Stoff" bei ihm fasse. Emil findet es bis heute noch nicht richtig, daß eine Dame so spät allein ihr Auto fährt. „Fräulein", warnt er, und des öfteren zwinkert er mir dabei mit seinen blauen Augen wohlwollend zu, „wenn nun mal was passiert, und Sie so ganz ohne männlichen Schutz... hm?“ Es ist nämlich so, daß bei Emils Ecke andauernd „was passiert". Seine Tankstelle ist an einer sehr exponierten Stelle. An der einen Seite ist eine Brücke und gleich rechts kommt eine Kurve, die nicht von Pappe ist! Emil führt über alles Tagebuch, was sich so ereignet. Die verhängnisvolle Idee dazu habe ich ihm eingegeben, später schreibt er vielleicht mal seine Memoiren! Heute nun merke ich sofort, daß etwas los ist. Emil bedient gcrade ein Motorrad, als ich mit elegantem Schwung vorfahre. Der erste Blick zeigt mir, daß sein blonder Schopf nicht so tadellos in Ordnung ist wie sonst, und auch die blaue Montur, die dieselbe Farbe hat wie seine Augen, erscheint mir irgendwie mitgenommen. „Einen Moment, bitte!“ sagt er förmlich, als er meiner ansichtig wird.„Sie werden gleich bedient!" Er fertigt den Mann mit dem Motorrad ab.„Zehn Liter, macht drei Mark vierzig. Danke sehr, mein Herr, gute Fahrt!“ Emil ist sehr gut erzogen, die Jungens an den Tankstellen sind es jetzt alle. Dann wendet er sich mir zu mit ernster Miene. „Na, Emil, was ist los?“ ich bin sehr neugierig. Emil legt sein Gesicht in noch ernstere Falten. „Also, heute Nacht..“ beginnt er, hält aber plötzlich inne und betrachtet mich mißtrauisch.„Woher wissen Sie denn, Fräulein, daß was los war?" „Das sehe ich Ihnen auf zehn Schritt an, Emil“, sage ich freundlich. „So, so“, brummt er und legt den Finger an die Nase,„das sieht man mir also an..“ Und plötzlich erscheint auf dem Grunde seiner guten blauen Augen ein glückliches Leuchten. Oh weh, Emil, bist du mir etwa untreu geworden, denke ich, aber da fährt er schon fort: „Also, gestern Nacht— es kam gerade lange keine Kundschaft, und ich geh’ mal so'raus,'n bißchen Luft schnappen— sehe ich doch auf der Brücke ein Mädchen stehen. Steht da so ganz allein und guckt ins Wasser. Halt, denk' ich, Emil,'n Mädchen um die Zeit und ohne Hut und permanent ins Wasser gucken, in die olle schmutzige Brühe, da stimmt was nich. Da mußte hin, Emil, denk' ich mir. Ich soll zwar die Tankstelle nicht verlassen, aber das war doch Menschenpflicht, nicht wahr, Fräulein?" „Natürlich, Emil!“ sage ich beruhigend. Er atmet erleichtert auf.„Na also! Ich schlängle mich also von hinten ran an das Mädchen, ganz leise damit sie nichts hört. Ganz jung isse, sehe ich, und blonde Haare hat sie und'ne ganz zarte Figur. Da steh ich nu und halt den Atem an, aber sie muß wohl gehört haben, daß einer hinter ihr ist, dreht sich um und schreit ein bisken. Nich erschrecken, Fräulein, sage ich, und fasse sie beim Arm und zieh sie so ganz langsam von der gefährlichen Brücke runter. Sie wissen doch, hier ist doch neulich schon mal einer ringesprungen.“ Emel sieht mich an.„Ich weiß!" „Na, an der Laterne seh' ich dann, sie hat ein ganz nasses Gesicht und sooo kleine Hände, und die bohrt sie immer in die Augen wie mein kleiner Bruder, und weint und weint. „Weine man nich so, Mädchen, sage ich denn und streichle sie ganz sachte, und da wird sie langsam ruhiger. Dann saß sie hier auf dem Stuhl wie ein Häuflein Unglück. Na, ich hab' sie getröstet und ihr gut zugeredet und zuletzt da hat'se sogar'n bisken gelacht. Und besuchen wird sie mich bald, hat sie versprochen!“ Emil schweigt— seine Augen starren in die Nacht, irgendwohin— In diesem Augenblick sehe ich hinter ihm ein Mädel auftauchen. Sie hat eine zarte Gestalt und blonde Haare, die im Licht der Bogenlampe goldig schimmern. Ich weiß sofort, es ist das Mädchen von der Brücke. Sie steht schüchtern da, als sie mich sieht, und ihre Augen, die so blau sind, wie die von Emil, glänzen— aber diesmal nicht von Tränen. Im Arm hält sie einen großen Blumenstrauß. „Aber Emil“, sage ich vorwurfsvoll,„sehen Sie denn Ihren Besuch gar nicht?" Er dreht sich so schnell um, daß er beinahe das Gleichgewicht verliert. Das Mädchen macht ein paar Schritte auf ihn zu, dann hält sie ihm mit weitausgestrecktem Arm einen Strauß entgegen und sagt mit einer hellen und sehr lieblichen Stimme: „Ich danke Ihnen auch schön, Herr Emil, Sie waren gestern so gut zu mir!“ Emil steht da mit seinem Blumenstrauß wie vom Donner gerührt. Es sind bestimmt die ersten Blumen seines Lebens, und sie machen ihm einen riesigen Eindruck. Das sehe ich selbst von hinten, denn er hat mir den Rücken zugewandt. Und das veranlaßt mich, ganz leise davonzufahren. Die Beiden merken es gar nicht. Gerückte Man wundert sich oft, wie schnell ein Gerücht, eine Anekdote, die Schilderung einer Begebenheit sich verbreiten kann. Man braucht nur rechnerisch zu denken und das schnelle, überraschende Wachstum der Potenzen von 2 zu überlegen, um zu folgendem Ergebnis zu kommen: Ich erfahre morgens um 8 Uhr irgend etwas und erzähle es bis halb neun Uhr je zwei andern Menschen weiter. In der nächsten halben Stunde berichtet jeder dieser beiden das Gehörte je zwei andern Menschen weiter. Jeder der Wissenden erzählt wiederum in der nächsten halben Stunde je zwei andern Menschen das Geheimnis und am Abend, eine halbe Stunde vor Mitternacht, kennen schon rund 2000 Millionen Menschen den Fall. Da die ganze Erde indessen nach der neuesten Zählung nur 1754 Millionen Menschen trägt, kann ein Gerücht theoretisch nahezu innerhalb eines halben Tages jedem Menschen unseres Planeten übermittelt werden! Wieder ein Beweis dafür, daß man nicht vorsichtig und zurückhaltend genug sein kann! P. K. Tierd und Eiel Alexander Dumas bekam eines Tages ein Manuskript zugeschickt, das er auf die Bitte des— gänzlich unbekannten— Dichtres durchlesen und eventuell mit ihm gemeinsam überarbeiten sollte. Empört über diese Zumutung schrieb Dumas zurück: „Wie können Sie sich unterstehen, ein Pferd und einen Esel zusammenspannen zu wollen!" Prompt kam die Antwort:„Wie können Sie sich unterstehen, mich ein Pferd zu nennen!“ Worauf Dumas, über diese schlagfertige Antwort erfreut, sich des Schauspiels annahm. Müller macht sich nichts aus Musik. Aber schließlich hat er sich doch dazu überreden lassen, einmal in die Oper zu gehen. „Textbuch gefällig?“ fragt ihn der Logenschließer. „Nein, danke“, erwidert ihm Müller,„ich kann gar nicht singen!"„Berl. Ill.“ A# vok ürbent 14) Der Rittmeister kam ins Palais zurück, stampfte sich den Schnee von den Schuhen, brachte vor dem Spiegel seinen Domino in Ordnung und suchte wohl eine Stunde nach der Venezianerin— so lange, bis er sich überzeugt hatte, daß sie nicht mehr da war. Dann schlug er in seinem Taschenbuch nach und ging wieder. Kein Laut in den Gassen, der Schnee war dumpf und schwer; aus den Häusern, in denen kein Lämpchen mehr brannte, schien Finsternis zu quellen. Ferner Lärm verspäteter Menschen, bald hinter Ecken erstickt, machte die Stille noch tiefer; der Himmel lag lastend über den Dächern. Da war das Haus das Eleonore angegeben hatte. Eleonore...! Er klopfte mit dem Ring, den ein messingner Löwenkopf im Maule trug. Nach einer Weile kamen drinnen Schritte. Die Tür öffnete sich spaltweit; im unsicheren Kerzenschein stand eine alte Frau.„Wohin?“ „Ich komme vom Ball...“, sagte der Rittmeister, wurde eingelassen und eine steile, schmale Treppe hinaufgeführt. Sie saß in einem bauschigen Hauskleid am Tisch und schrieb; vor ihr war ein Leuchter mit drei Flammen, die, durch gelbe Blenden gedämpft, ein weiches Licht verbreiteten. „Jetzt wieder zu Ihren Diensten!“ sagte er. Eleonore stand auf und wollte ihm entgegengehen. Aber sie blieb am Tisch, hob die Hände und starrte ihn an.„Deshalb also!“ sagte sie. „Sie kennen mich?" „Und Sie— Sie kennen mich nicht, mein Herr Rittmeister von Rabenstein?" Er blickte sie kopfschüttelnd an.„Eine seltsame Sache, Madame! Ich habe Ihre Stimme schon gehört, das ist gewiß, und ich glaube, auch Ihr Antlitz schon gesehen zu haben— oder— ich weiß es nicht... Als ich Ihnen heute abend begegnete, was dies die Empfindung des ersten Augenblicks. Aber wenn ich sie fassen will, diese Empfindung, zerrinnt sie mir unter den Fingern, wie Wasser in der Dunkelheit. Seit einem Jahr bin ich auf den Straßen und in den Städten mancher Länder vielen Menschen begegnet, mein Schicksal war wie ein Traum— fast noch phantastischer als ein Traum... Ich kenne Sie— ja!—, aber die Erinnerung verwirrt sich mir... Werden Sie verzeihen?" „Davon sogleich mehr!“ sagte sie.„Bevor ich Sie willkommen heiße—: Was ist geschehen?“ „Nichts Besonderes. Ein tüchtiger Stich in den Arm— viel Blut, kein Aufsehen, keine Gefahr. Hätten Sie es anders gewünscht?“ „Gut! Setzen Sie sich! Ich danke Ihnen.. Weshalb so feierlich auf den Stuhl? Sie sind verwundet gewesen— hier neben mir auf dem Sofa ist Platz genug für einen alten Freund.“ „Alten—? Und diese Stimme!“ Eleonore lachte. „Madame“, sagte Christoph Dietrich,„Sie dürfen nicht lachen! Ihr Lachen erinnert mich an eine Frau, deren Wesen sonderbare Aehnlichkeit mit dem Ihren hatte— und für die ich im Begriff war, mein Leben auf recht merkwürdige Weise zu opfern. Sie trug den gleichen Namen...“ „Interessant!" „Ach— es ist mehr und ist gefährlicher als das! Sie gleichen ihr so sehr... Halten Sie es für harmlos, neben einer Frau zu sitzen, die—— Begreifen Sie? Es ist fast Mitternacht; die Kerzen brennen so still und süß, und——“ „—— und auch für mich haben Sie Ihr Leben aufs Spiel gesetzt— wollen Sie sagen?“ „Nein! Denn das war wirklich nur ein Spiel. Sprechen wir nicht davon! Immerhin scheint mir: Eleonoren dieser gewissen Art sind mir verhängnisvoll vorbestimmt.“ „Vorbestimmt? Und wozu?“ „Für den Tod und die Liebe— wenn Sie diese großartigen Worte nicht lächerlich finden!" „Beim Tod und bei der Liebe darf man nichts lächerlich finden. Es ist ein trauriges Kapitel.“ „Auch die Liebe?“ Sie schwieg. Draußen gingen durch die verschneite Nacht zwölf Glockenschläge, und plötzlich rüttelte ein Windstoß am Fenster, daß Christoph Dietrich, der die Welt vergessen hatte, erschrocken auffuhr. „Es kommt niemand Wer sollte auch kommen? Ich bin sehr in Ihrer Schuld!“ Und sie wandte ihm das Gesicht zu. „Eleonore—!“ Zwischen seinen Küssen sagte sie:„Jetzt weiß ich, daß es zu spät ist!“ „Zu spät?“ Sie richtete sich auf und sah ihm ernsthaft in die Augen.„Ich hätte schon damals mit dir in die Dunkelheit wandern sollen...“ „Damals?" „Aber ich blieb in Göttweig.“ „Du „Ich bin Eleonore von Laudon Geh jetzt!" sagte sie bitter und mit einer hoffnungslosen Bewegung.„Ich weiß, was du denkst. Deshalb schwieg ich so lange. Geh jetzt! Wenn du Erklärungen willst— ich werde morgen abend auf dich warten... Aber jetzt geh!“ ... Niklas Purr saß noch in des Rittmeisters Stube und las unter dem Oellämpchen. Es war die Bibel. „Hast du Wein, Purr?“ „Sicherlich. Aber wie seht Ihr aus, Herr? Ist Euch etwas begegnet?“ „Ja.“ „Und was?“ „Eine Frau.“ „Das ist gur!“ sagte Purr mit besonderem Ton. „Eine Frau ist nicht so gefährlich.“ „Meinst du?“ „Gewiß. Ich dachte schon, vielleicht wären Euch die Häscher begegnet.“ „Ja, weiß Gott, Purr, ich hatte das vergessen... Hast du einen Bader gefunden?" „Allerdings. Aber es war zu spät.“ „Was soll das heißen?“ fragte Christoph Dietrich. „Ja, seht—: Ihr hattet die Pulsader oben im Arm angestochen, und da ist er ausgelaufen wie ein leckes Faß.“ „Willst du sagen, daß er——?“ „Ich will nicht, aber ich muß wohl. Ist nun einmal so: Maustot lag er da.“ „Und das erzählst du so ruhig?“ „Aufregung ändert nichts, Herr. Nach dem, was er mit Euch sprach, war er ein ausgemachter Feigling; Ihr aber habt ihm zu einem Ende verholfen, das eines Kavaliers würdig ist. Also war es eine gute Tat. Die meisten Menschen sterben schlechter.“ Der Rittmeister ging kopfschüttelnd auf und ab. „Trotzdem—: Da hab' ich nun—— Und ich weiß nicht einmal, weshalb!" Purr sagte gleichmütig:„Die meisten Menschen wissen nicht, weshalb sie leben oder sterben. Uebrigens war Zeit genug, dafür zu sorgen, daß wir nicht in Verdacht kommen.“ Christoph Dietrich überhörte es. Er dachte nicht daran. Er hatte das Fenster geöffnet, sah in die dämmerige Schneenacht und fühlte die Kälte an seinen Schläfen.„„. Wissen nicht, weshalb sie leben oder sterben?“ sagte er.„Das ist wohl wahr. Du bist ein weiser Mann, Purr! Antworte also: Weshalb leben wir?“ „Es gibt nur ganz wenige die das— vielleicht— wissen“, sagte Purr nachdenklich„das sind die Großen, die Geschichte machen. Aber wir Kleinen, die wir auf Gottes Landstraßen dahintaumeln und froh sind, wenn wir nur nicht in den Graben fallen? Nein, geht mir mit solchen Fragen, Herr! Trinken wir eins auf den Mann, der so anständig gestorben ist, zu seinem Gedächtnis ... Als Christoph Dietrich am andern Abend wieder zu Eleonore kam, fand er den Tisch gedeckt und mit Blumen bestreut. Sie selber, mädchenhaft, flog ihm entgegen.„Man soll sich keine Gedanken machen, Lieber!“ sagte sie. Aber Christoph Dietrich küßte sie nicht.„Ich bin der Letzte, der sich Gedanken macht" antwortete er und streichelte ihr Haar, wie man einem Kinde tut. „Du hast Wolken auf der Stirn...“ „Sage mir: Wer war der Mann?“ „Ach— gestern?“ Ja.“ „Ich habe dir schon von ihm erzählt. Es war der, an den mich damals die Alte verkuppeln wollte. Er ließ mir keine Ruhe. Das ist alles. Reden wir nicht von ihm!“ „Du wirst nun immer Ruhe haben vor ihm: Er ist tot!“ Sie stutzte einen Augenblick, nur einen Augenblick. Zuckte dann die Achseln und sagte:„Um so besser!“ Christoph Dietrich sah ihr in die Augen.„Wo ist der Rittmeister von Laudon?" „Ich bin allein— wie du siehst.“ „Wo ist er?“ „Muß davon geredet werden?" „Unbedingt!“ „Er ist in Linz, beim Kaiser. Der Ehrgeiz läßt ihn nicht ruhen— ein seltsamer Ehrgeiz, Christoph Dietrich: Mich läßt er allein. Er hat seine Leidenschaft für die Politik entdeckt; mir scheint, es ist die einzige, deren er fähig ist. Ach— alles ist so enttäuschend gewesen und geworden! Ich war damals dumm und verzweifelt, die Welt sah mir aus wie ein Ritterroman, aber ich fand keinen Ritter darin... Nun weißt du es!“ „Ich verdanke ihm, was ich bin—“, sagte Christoph Dietrich schwer und nachdenklich.„Er ist mein Freund.“ „Glaubst du? Er hat dich benutzt, um mit Anstand vom Regiment wegzukommen. Im letzten Grunde tut er alles nur für sich. Dein Freund—? Er ist niemandes Freund— ich kenne ihn. Damals hätte ich ins Dunkel gehen sollen— mit dir! Und nun habe ich dich wiedergefunden...“ „Weshalb bist du in Wien?“ fragte er. „Soll ich mich den Winter lang bei meinen Bauern in der Steiermark einschließen? Ich würde sterben vor Einsamkeit... Aber warum mußt du das alles wissen? Genügt es nicht, daß wir zusammen sind? Zweimal kreuzt der Zufall unsere Wege— und du denkst noch? In Dürnstein warst du weniger bedachtsam...“ Und warum starrst du mich so an, Christoph Dietrich?" Er antwortete:„Ich sehe über dich hinaus in die Zukunft und in die Vergangenheit. Mein Schicksal scheint an den Namen Eleonore gebunden... Nein, lächle nicht! Es gibt dergleichen Dinge. Das ist wohl immer dieselbe Frau, nur in anderer Gestalt; man kommt nicht von ihr los— in ihr liegt das Verhängnis.“ Philosophie ist etwas für Leute, denen das Leben nichts mehr zu geben hat. Wir aber? Sind wir nicht jung? Liegt nicht die Welt vor uns? Komm! Bin ich dein Verhängnis? Es gibt schlimmere!" „Wenn ich dich liebte—?“ sann er. „Tust du es?“ „Ich weiß nicht. Ich möchte dich vielleicht hassen. Deine Augen sind blau wie Eis, durch das die Sonne scheint, und auf dem Eise brennt Feuer. Ich werde dich lieben müssen, Eleonore, und wenn ich daran zugrunde gehe. Ich bin schon einmal gestorben— deinetwegen...“ „Das mußt du vergessen— vergessen!“ sagte sie und zog ihn an sich. Eines Märzmorgens zog Niklas Purr weniger behutsam als sonst den Vorhang an Christoph Dietrichs Bett weg. Fortsetzung folgt) Seite 12 Nr. 259# Bochumer Anzeiger" Montag, 4. November 1933 Nachrichten aus Groß-Bochum Kleine Areidungen aus den=Siadnenen Stadtteil Wiemelbausen 5. Pokal=Taubenausstellung in Wiemelhausen Die Pokal=Ausstellung der elf Wiemelhauser Brieftaubenzüchter=Vereine erfreut sich im südlichen Stadtteil Bochums immer reger Aufmerksamkeit. Das bewies die fünfte Veranstaltung, die am Samstag und Sonntag stattfand. Der BV.„Drahtlos“ hatte in diesem Jahre die Durchführung übernommen. Im Lokal Knepper, Wiemelhauser Straße, war die Ausstellung gut untergebracht. Jeder der elf Vereine hatte seine 15 besten Tiere gestellt. Die Vereine hatten sorgfältige Auswahl getroffen und der Preisrichter, der 165 Tiere bewertete, hatte kein leichtes Amt. Diesjähriger Pokalsieger wurde der B ZV. Drahtlos, der es auf insgesamt 362 Punkte bringen konnte. Züchterische Arbeit brachte endlich den ersehnten Erfolg, nachdem man im vergangenen Jahre bereits den zweiten Platz belegen konnte. Dem zweimaligen Pokalsieger von 1933 und 1934 BZV. Treue Freunde war es nicht beschieden, zum dritten Male den Pokal zu gewinnen. Er erzielte 354 Punkte und damit den zweiten Platz. Auf den dritten Platz kam der BZV Heimattreue, der Pokalsieger von 1931 und 1932, mit 348 Punkten.— Den schönsten Tauber zeigte der Züchter Weber=Heitfeld(B3V. Fürs Vaterland) und die schönste Täubin hatten die Züchter Gebrüder Kappel(B3V. Drahtlos).— Die Ergebnisse: 1. und Pokalsieger B3V. Drahtlos 362 Punkte: 2. B3V. Treue Freunde 354.; 3. B3V. Heimatliebe 348.: 4. B3V. Fürs Vaterland 346.: 5. B3V. Hochsegler 345.: 6. B3V. Luftbote 343.; 7. B3V. Edle Taube 342.: 8. B3V. Heimkehr 334.: 9. B3V. Sehnsucht 333.: 10. B3V. Sport 332.; 11. B3V. Auf zur Heimat 320 Punkte. Totenglocke. Die katholische Pfarrgemeinde St. Johannes betrauert den plötzlichen Tod ihres Küsters und Organisten Lorenz Sterner. Noch am Freitag abend erfüllte er wie immer in treuer Pflichterfüllung seinen Organistendienst, um dann am Samstaa morgen einem Herzschlag zu erliegen. Das schlichte, allzeit freundliche Wesen des Verstorbenen sichert ihm ein ewiges Gedenken in der Pfarrei. Stadtteil Altenbochum In hohem Alter. Reichsrentner Heinrich Töne feiert heute in geistiger und körperlicher Frische seinen 76. Geburtstag. In Stockum geboren, verlebte Töne fast sein ganzes Leben in Altenbochum. Betriebsunfall. An seiner Arbeitsstelle wurde Gustav Fr., Wittener Straße, durch einen Unfall derart verletzt, daß er eine Schädelverletzung erlitt und sofort zum Krankenhaus geschafft werden mußte. Stadtteil Laer 81. Geburtstag. Witwe Friederika Brämer, Werner Hellweg 210, begeht Dienstag in seltener körverlicher und geistiger Frische ihren 81. Geburtstag. Zehn Söhnen und fünf Töchtern schenkte sie das Leben, von denen noch sechs Söhne und zwei Töchter leben. Bei Kriegsausbruch zogen alle zehn Söhne ins Feld. Sechs kehrten, teils nach langer Gefangenschaft, zurück, vier starben den Heldentod. Der allgemein beliebten Greisin werden eine stattliche Anzahl Enkel und Urenkel ihr Glückwünsche darbringen. Totenglocke. Nach langem schweren Leiden starb am Freitag der Rentner Karl Huttel, Wittener Straße 452, im Alter von 82 Jahren. Hüttel gehörte dem Evangelisch=kirchlichen Männerdienst als Ehrenmitglied an. Aus der Fronleichnamsgemeinde. Am morgigen Dienstag findet in der Fronleichnamskirche die Feier der Ewigen Anbetung statt. Sie beginnt um 7 Uhr mit einem Sakramentshochamt, daran schließen sich die Betstunden an. Die Schlußfeier ist abends von 7 bis 8 Uhr mit eucharistischer Prozession und Tedeum. Stadtteil Querenburg Ein nachahmenswertes Beispiel. Man schreibt uns: „Ein Querenburger Volksgenosse, der selbst nicht in besonders günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen lebt, spendete aus einem erhaltenen Preis im Brieftaubensport 10 Mark. Für manchen anderen hat er dadurch ein Vorbild von Opfersinn und Gemeinschaftsgeist gegeben. Im Gegensatz zu diesem Sozialisten der Tat gibt es aber immer noch andere, die nicht verstehen wollen, was Volksgemeinschaft und Opferbereitschaft bedeuten. Bedauerlicherweise sind diese Zeitgenossen durchweg in Kreisen zu suchen, die wirtschaftliche Not noch nicht kennen gelernt haben. Ein Beispiel ist jener Wohlhabende, der es ablehnte, für die Pfund= und Brockensammlung auch nur eine Kleinigkeit zu spenden. Zu verurteilen ist es auch, wenn Beamte mit einem Einkommen von 400 Mark und darüber bei den Eintopfsammlungen nur 20 bis 30 Pfennig und bei der Pfund= und Brockensammlung lediglich ein paar alte Kleidungsstücke geben. Das Winterhilfswerk ist ein Werk des Fuhrers. Wer sein Gefolgsmann sein will, darf sich an den Hilfsmaßnahmen nicht vorbeidrücken. Die NS.=Volkswohlfahrt ist die große Hilfs= und Opfergemeinschaft des deutschen Volkes, von der sich niemand ausschließen darf. Es wird erwartet, daß nach Abschluß der jetzt eingeleiteten Werbeaktion alle werktätigen Volksgenossen Mitglied der NS.=Volkswohlfahrt geworden sind.“ Ehejubiläum. Dem allgemein beliebten Paare wurden viele Glückwünsche übermittelt. Stadtteil Langendreer Biblisches Alter. Am Samstag vollendete in aller Frische Heinrich Hethey, Coloniastraße la, sein 80. Lebensjahr. Der Jubilar war lange Jahre auf der Zeche Mansfeld beschäftigt und später als Vertreter der Firma Korfmann in Witten tätig. NSG.„Kraft durch Freude". Am 10. November, 4 Uhr nachmittags, wird, wie bereits im„B..“ mitgeteilt, für die Belegschaft der Zeche Mansfeld das Lustspiel„Krach im Hinterhaus" im Bochumer Stadttheater gegeben. Es ist das erste Mal, daß die Belegschaft eines hiesigen Betriebes geschlossen das Theater besucht. Die Vorstellung soll durch musikalische Darbietungen feierlich eingeleitet werden. Ausführende sind hiesige Künstler. Anschließend spricht der Kreiswart der KdF., Parteigenosse Ehrhardt.— Die Eröffnung des Volkstanzkursus ist am Montag um 20 Uhr im Jugendheim, Bömmerstraße. Die Sozia verunglückt. Am Freitag, gegen 22.50 Uhr, verlor der Führer eines Motorrades beim Befahren der Kaiserstraße in Höhe des Waterfuhrweges die Gewalt über sein Fahrzeug und fuhr gegen den westlichen Bürgersteig. Hierbei wurde die Soziusfahrerin vom Motorrade geschleudert. Sie erlitt einen Bruch des linken Unterarmes und eine leichte Gehirnerschütterung. Nach ärztlicher Hilfeleistung konnte die Verletzte in ihre Wohnung gebracht werden. Stadtteil Werne Silbernes Dienstiubiläum. Bei der Harpener Bergbau=AG. konnten der Markenkontrolleur Emil Hahnefeld von der Schachtanlage„Amalia“ und der Bürobeamte Franz Siegmund von der Zeche„Neu=Iserlohn“ auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Die Glückwunsche und die Ehrengeschenke der Gesellschaft überreichte der Führer des Betriebes, Bergwerksdirektor Schulze=Höing. Kaminbau. Der neue Kamin an dem Hochdruckkesselgebäude auf der Schachtanlage„Arnold“, Zeche„Robert Müser", wird am heutigen Tage fertiggestellt sein. Er erreicht die stattliche Höhe von 120 Meter. Stadtteil Gertbe Vom Mariahilf=Hospital. Die Erweiterungsarbeiten am katholischen Krankenhause schreiten gut voran. In der Kapelle werden zehn aus der Kunstglaserei Erich Engels in Bochum hervorgegangene, weihevolle Stimmung vermittelnde Fenster eingesetzt. Dem Gedenken der Toten. Wie in den früheren Jahren, so fand auch diesmal am Allerheiligenabend auf dem Gerther Friedhof eine Totengedenkfeier statt. Während Pfarrer Normann die Segnung der Gräber vornahm, sangen die Pfarrangehörigen, die überaus zahlreich an der Prozession teilgenommen hatten, mehrere Lieder für die Verstorbenen. Es folgten alsdann einige Gebete von Vikar Tack und Studienrat Heer. In der Pfarrkirche fand zuvor noch ein Gedächtnisgottesdienst für die Verstorbenen statt. Die Predigt hielt Pfarrer Normann. Reichskirchliche Frauenhilfe Gerthe. Die Leiterin, Frau Berta Schumacher, ist nach Bochum verzogen. sie behält aber auf Wunsch der Frauenschaft die LeiStellver Als tung bei. bestimmt. Frau König ernannt. lvertreterin wurde Frau Ahrina Lestimmt. Als Vertreterin bei der NS.=Frauenschaft ist Stadtteil Hiltrop Aus der NS.=Volkswohlfahrt. Auch in diesem Winter helfen Hiltroper und Bergener Frauen wieder eifrigst im Kampfe gegen Hunger und Kälte. Das Ergebnis der ersten Eintopfsammlung hat gegen die Vorjahre eine bedeutende Steigerung erbracht. Nun hat die Betreuung der bedürftigen Volksgenossen begonnen. Die Kohlenscheine und Fleischkonserven sind ihnen in ihre Wohnungen gebracht worden. Bald können ihnen auch die gespendeten Lebensmittel aus der ersten Pfundsammtung zugewiesen werden. Am Montag, 4. November, beginnt die Kinderspeisung in den Schulen an der Otto=Gehres=Straße und Bergener Straße. Auch das Hilfswerk„Mutter und Kind“ wird weitergeführt. Jeder helfe nach Kräften! Stadtteil Grumme=Böde Eine Bitte an die Stadtverwaltung. Man schreibt uns aus dem Leserkreise: Der von Bergleuten und Stadtteil Stiepel Nach dreißig Jahren den Trauring wiedergefunden. Der Sohn Fritz der Familie Heinrich Schellenberg, Dewinkelstraße 6, fand nach dreißig Jahren den Trauring seiner Mutter wieder, den sie damals beim Feldumgraben verloren hatte. Die Freude der Mutter war groß. Stadtteil Weitmar Schulpersonalien. Die durch Pensionierung des bisherigen Rektors der Lutherschule frei gewordene Schulleiterstelle ist wieder besetzt. Heinrich Becker, der kurze Zeit als Schulleiter in Hordel tätig war, ist Samstag durch den Kreisschulrat Fischerworring in sein Amt eingeführt worden. Rektor a. D. Behle hat seinen Wohnsitz nach Salzuflen verlegt. NS.=Frauenschaft Weitmar=Mitte. Die Leiterin(Frau Knippschild konnte auf dem Unterhaltungsabend im Evangelischen Gemeindesaal recht viele Frauen begrüßen. Musitstücke, Vorträge des Frauenchors umrahmten den gehaltvollen Vortrag der Berufsschuldirektorin Frl. Worms über ihre Erlebnisse auf einer Studienreise durch Rußland. Die Rednerin erntete für ihre fesselnden Schilderungen reichen Beifall. Winterhilfswerk, Ortsgruppe Bochum=Weitmar. Die Pfundsammlung dieses Monats findet in unserer Ortsgruppe vom 5. bis zum 7. November statt. Die Helferinnen werden an diesen Tagen vorsprechen und die Spenden in Empfang nehmen. Gleichzeitig machen wir noch darauf aufmerksam, daß heute und morgen die Brockensammlung durchgeführt wird. Stadtteil Linden=Dablbausen Im Silberkranz. Die Eheleute Steiger Albert Arnscheidt, Deimkestraße, feierten gestern ihr silbernes Schulkindern viel begangene, völlig unbeleuchtete Verbindungsweg von der Bergstraße bis zur„Wixtschaft Jünnemann im Zillertal ist in einem kaum begehoaren Zustande. Einige Karren Asche würden dem schlimmsten Uebel abhelfen. Die Fußgänger bitten um baldigste Berücksichtigung ihres Wunsches. Kaninchenzuchtverein„Zucht Heil", Bochum=Böde. In der Versammlung im Vereinslokal G. Tadday, Auf der Bochumer Landwehr, erstattete der Vereinsleiter einen kurzen Bericht über die am Samstag und Sonntag, 16. und 17. November, im Saale des Wirts Burrack, Bochum, Castroper Straße, vorgesehene Kaninchenschau der Untergruppe lI. In der nächsten Versammlung wird der Zuchtwerbewart einen Vortrag über„Die Aufzucht und Fütterung der Jungtiere" halten. Stadtteil Riemke Silberne Hochzeit. Sonntag feierten die Eheleute Zechenarbeiter Hermann Ewald und Frau Alwine, geborene Wardau, Hofsteder Straße, das schöne Fest der silbernen Hochzeit. Stadtteil Hofsiede=Marmelshagen Hohes Alter. Seinen 80. Geburstag feiert am Montag der Invalide Wilhelm Karl Kreter aus der Dorstener Straße. Im Westpreußischen geboren, siedelte er schon früh nach Westfalen über, wo er im Bergbau Arbeit fand. In besonderer Weise widmete sich Karl Kreter auch der Kleintierzucht, er war in früheren Zeiten als der„Ziegendoktor“ allgemein bekannt. Seine Frau starb bereits vor 15 Jahren. Von fünf Kindern aus seiner Ehe lebt heute noch eine Tochter, bei welcher der Greis seinen Lebensabend verbringt. Stadtteil Hamme Dem Gedächtnis der Toten. Alter Tradition gemäß hatten sich auch diesmal am Abend des Allerheiligentages auf dem Friedhof in Hamme an den Massengräbern der Verunglückten von„Karolinenglück“ die Hammer Sänger versammelt, um durch den Vortrag einiger Trauergesänge das Andenken an die auf dem Felde der Arbeit gefallenen Kameraden zu ehren. Eine große Zuhörermenge lauschte in andächtiger Stille den Darbietungen. Gemeindefeier. Im überfüllten Gemeindesaal der Kirche am Hindenburgplatz fand eine Gemeindefeier des evangelisch=lutherischen Kindergottesdienstes statt. Mit Posaunenvortrag, Schriftverlesung und Gebet wurde die Feier eingeleitet. Die Ansprache hielt Pastor Grewe über„Luther und die Kinder". Nach der Kaffeepause folgte ein recht unterhaltsames Programm, das zur Hauptsache die Kinder bestritten. Stadtteil Hordel Jahresfest der NS.=Frauenschaft Hordel Im festlich ausgeschmückten großen Saal des Hordeler Saalbaues feierte unter Teilnahme einer großen Frauen= und Gästeschar die NS.=Frauenschaft Hordel am Sonntag ihr Jahresfest. Eingeleitet wurde die Feier mit der Darbietung des Badenweiler=Marsches und der Ouvertüre zu„Figaro". Der gut gesprochene Prolog„Ein Volk vor Gott" leitete über zu den Begrüßungsworten der Frauenschaftsleiterin Frau Wischnewski, die auf das Wirken der Frauenschaft Hordel und die Bedeutung des Jahresfestes hinwies. Das vom Chor gebotene Weihelied sprach ebenso an wie das gut gebotene Weihespiel„Ehret die Arbeit". Kreisleiterin Frau Goebbels sprach dann über Wesen und Ziele der Frauenschaft. Die Pause erfuhr durch die Verlosung wertvoller Gegenstände eine angenehme Unterbrechung. Der zweite Teil der reichhaltigen Vortragsfolge brachte neben Musik= und Chordarbietungen Gedichte, die Aufführung„Das Kränzchen" und zum Schluß deutschen Tanz. Silberne Hochzeit. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten am Sonntag die Eheleute Mar Kaese und Frau, Hedwig geborene Pleger, Magdeburger Straße. — Das gleiche Fest können am heutigen Montag auch die Eheleute Karl Brieger und Frau, Johanna geborene Rottmann, Günnigfelder Straße, feiern. Neuer Knappschaftsältester. Für den am 1. November in den Ruhestand getretenen Knappschaftsältesten August Hellweg aus der Sechs=Brüder=Straße, der dieses Amt nahezu 25 Jahre inne gehabt hat, ist Franz Wischnewski, Schragmüllerstraße 7, zum Knappschaftsältesten des Hordeler Sprengels bestimmt worden. Neue Industrieanlagen. Auf der Zeche„Hannover“ ist man mit dem Bau einer neuen und modernen Kohlenverladung bzw. Kohlensieberei beschäftigt. Auch hier werden bisherige unzulängliche Verhältnisse abgelöst. Geschichtstafel 1716 4. November: Der Philosoph und Staatsmann Gottfried Wilhelue v. Leibniz in Hannover gestorben(geboren 1646). 1743 Eröffnung der Universität Erlangen. 1891 Der Dichter Klabund(eig. Alfred Henschke) in Crossen an der Oder geboren(gestorben 1928). Personalnachrichten Ihren 70. Geburtstag feiert heute die auf der Dorstener Straße wohnhafte Witwe Klara Brumme, geborene Forschner. Vor der Meisterprüfungskommission der Handwerkskammer Dortmund haben sich nachstehende ElektroInstallateure der Meisterprüfung unterzogen und diese bestanden: Theodor Beine, Bochum; Geora Magenkurth, Wanne=Eickel, und Karl Winkler, BochumLaer. Vor der Prüfungskommission des Instituts für Leibesübungen der Univeresität Münster bestand Erich Wiemann, Bochum, sein Examen als staatlich geprüfter Schwimmeister. Vor der Meisterprüfungskommission der Handwerkskammer Dortmund bestanden folgende Gehilfen mit Erfolg ihre Meisterprüfung: aus dem Theodor Stube(Bochum); aus dem Motorradmechanikergewerbe. Hans Scherzek(Bochum) und ver Lackierer Josef Kaufmann(Winz bei Hattingen) Krunznier ericgung um Paui=Pasmann=Shrenmat Kranzniederlegung am Denkmal Patzmanns. phot.: B..-Muthherr Rechts die Sturmfahne vom Sturm Paul Patzmann. Einen würdigen Auftakt nahmen die Feierlichkeiten aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der Ortsgruppe Gerthe der RSDAP. mit der Gedenkstunde für Paul Paßmann., Um 11.30 Uhr versammelten sich der Spielmannszug der SA., Sg.=Sturme, die politische Leitung von Gerthe und Htro,,, gzbrite,##klexzzzugend und Jungvol. am Paul=PaßmannStraße in Bilrr#, Tort wurde um 12 Uhr nach der AufGedenkrede von Sturmbannführer Flips Toten, der im Kampf für seinen geliebten Führer Adolf Hitler so früh sein Leben lassen mußte. Nach einem Trauermarsch und dem Lied vom guten Kameraden senkten sich die Fahnen, währenddessen die Kranzniederlegung am PaulPaßzmann=Ehrenmal erfolgte. Am Sonntag abend fand im Lokal Kalthoff die eigentliche Festfeier statt, über deren Verlauf wir morgen berichten werden. 9. er 9) en sich op, Parteigenossen, Hitl Ehrenmal an der Dietrich=Venling=Sttage in Hi stellung der Formationen die Feierlichkeit mit einer C eingeleitet. Er gedachte der großen Verdienste des Te Führer Adolf Hitler so früh sein Leben lassen mußte. 80 Jahre alt wein. Tradnionsele Kreisverband Bochum des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser. Der Schießsport hat im letzten Jahre Kameradschaften des Kreisverbandes Bochum des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser eine eifrige Pflege erhalten. Die für die letzten Wochen angeordneten Pflichtschießen in den einzelnen Kameradschaften ergaben günstigg, Ergebnisse. Die Meisterschützen stellite die Kameradschaft, Hiltrop. das vom Ehrenführer des Kreisverbandes Hulgenstock gestiftete plastische Hitler=Bild als Anerkennung überreicht wurde. Zum Schießwart des Kreisverbandes Bochum wurde Kamerad Klüting bestellt, dem in allen Kameradschaften erprobte Schießwarte zur Seite stehen. Dem verdienten langjährigen Kreisführer des in den Kreisverband aufgegangenen Kreisverbandes Bochum=Land. Kamerad Schieferecke, wurde als Anerkennung für seine vorbildliche Tätigkeit zur Förderung des Kyffhäusergedankens vom Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser das silberne Ehrenzeichen 2. Klasse des Bundes verliehen. Aus der ASDAp. (Nach amtlichen Bekanntmachungen der Partei.) Montag, 4. November. RSDAP. Weitmar. 20 Uhr: Schulung der politischen Leiter. Schulungsbrief, Folge 5, Eisenzeit mitbringen. NSDAP. Wiemelhausen. 20 Uhr: Schulungsabend bei Niedballa, Wohlfahrtsstraße 111. „Kraft durch Freude“. Wiederholung der Varieté=Veranstaltung. Die Ortsgruppe Bochum=Altstadt der Deutschen Arbeitsfront, Amt RSG.„Kraft durch Freude“, bringt am Mittwoch, 6. November, im Evangelischen Vereinshaus eine Varieté=Veranstaltung. Neue Kräfte sind für diesen engagiert worden; dieser Abend verspricht wieder ein großer Erfolg zu werden. Karten sind ab sofort bei der Ortsgruppe Bochum=Altstadt, Viktoriastraße, zu haben. Billige Konzertkarten. Für das Sinsonie=Konzert im Stadttheater am 7. November sind Eintrittskarten von—,50 RM. für Mitglieder der Arbeitsfront für gute Plätze beim Kreisamt„Kraft durch Freude", Rottstraße 27, ab sofort zu haben. Lautenkursus. Wir weisen darauf hin, daß das Kreisamt der NSG. „Kraft durch Freude", Bochum, demnächst Kurse im Lautenund Gitarrenspiel durchführt und bitten die Interessenten, sich umgehend beim Kreisamt. Rottstraße 27, zu melden. Es ist weiter vorgesehen, solche Musikfreunde und=freundinnen, die bereits Vorkenntnisse im Lauten= und Gitarrenspiel sowie Blockslöte und Violinenspiel haben, zu Arbeitsgemeinschaften zusammenzuschließen, um hier ein Voltsorchester zu gründen. Die Unterrichtsstunden werden so gelegt, daß es jedem möglich ist, sich an ihnen zu beteiligen. Vortragsabend. In Verbindung mit dem Deutschen Volksbildungswerk, Kreis Bochum, findet am 11. November im großen Saale des Evangelischen Vereinshauses an der Mühlenstraße ein Vortrag über„Die deutsche Jugend in Südwest=Afrika" statt. Der Vortragende ist der Pg. Kurt Bütow(Windhuk, Afrika). Pg. Bütow ist der Mithegründer der deutschen Jugendbewegung von Südwest=Afrika und der spätere Führer der Gruppe 3, Stammort Windhuk. In Indien begleitete er als erster europäischer Journalist Mahatma Gandhi sechs Monate lang auf seiner großen Propagandareise durch ganz Indien. Infolge seiner Aufklärungsarbeit für unser nationalsozialistisches Deutschland wurde gegen ihn von der indischen Regierung ein Redeverbot erlassen. Karten für diesen Vortrag sind beim Kreisamt, Rottstraße 27, zu haben. Der Preis beträgt für Erwachsene 20 Pf. und für Jungarbeiter und Schüler 10 Pf. Sportamt der NSG.„Kraft durch Freude“ Kursusplan für Montag, 4. November. Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Freiherr=vom=Stein=Oberlyzeums, Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Staatlichen Gymnasiums, Bismarckstraße. 9. Guili, unn ine Sranen uan an Frökliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Reform=Realgymnastums,.= Langendreer, Unterstraße 73. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle der Drusenbergschule. Rollschuhlausen für Frauen und Männer von 20.30 bis 22 Uhr, Turnhalle der Oberrealschule II, Königsallee. Schwimmen für Frauen und Männer von 21.15 bis 22.30 Uhr, Städtische Badeanstalt, ** In seltener geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit konnte am gestrigen Sonntag Gelderheber i. R. Ernst Weiß, Baarestraße 6, seinen 80. Geburtstag feiern. Nach seiner Militärzeit stand er als Schutzmann lange Jahre im Dienst: später selbständig, trat er während des Krieges als Gelderheber bei den Städtischen Beleuchtungs= und Wasserwerken in Dienst. Mit 75 Jahren erst trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Viele Glückwünsche und Ehrungen wurden dem überall in Alt=Bochum bekannten und geschätzten Mitbürger zuteil. Bochumer Veranstaltungen Reihe ihrer Gastspiele im Bochumer Stadttheater Wiederholung von„Figaros Hochzeit“ fort. Die erst Aufführung dieser reizvollen komischen Oper konnte einhellige Begeisterung auslösen.— Am Dienstag, 5. November, und Mittwoch, 6. November, platzt im Stadttheater wieder die Bombe in Maximilian Böttchers erfolgreichem Volksstück „Krach im Hinterhaus“. Städtischer Musikverein Bochum. Montag abend. Goethe=Oberrealschule: Chorprobe. Leitung: Prosessor Reich Seite 13 Nr. 259* Bochumer Anzeiger# Montag, 4. November 1933 Bochumer Die L. Bochumel=Kriesiarten Ausstrautg Eine seltene Schau der Postwertzeichenkunde Am Eamstag nachmittag war es. Im Parkhotel „Haus Rechen“. In dem Saal, in dem die Vorstandsmitglieder der„Vereinigung für Briefmarkenkunde, Bochum", letzte, verschönernde Hand an die Ausstellung legten, wurde noch geklopft und gehämmert, geglättet geleimt. Bis zur Eröffnung war noch eine gute Stunde Zeit. Vor dem Eingang zum Saal standen drei Pimpfe, die, zumeist vergebens, einen Blick in die HerrAichkeiten zu werfen versuchten, die erst nach offizieller Eröffnung der Oeffentlichkeit zugänglich sein konnten. Die Pimpfe fielen schließlich dem Ausstellungsleiter auf. *„Nun, was wollt ihr denn, Jungens?"„Zur Brief„So? Dann seid ihr mit de „Rein, wir sind gelaufen!:.. i 8 Sehen Sie, lieber Lieser, das ist Interesse, und das kleine Vorspiel bekundet, welche Anteilnahme bei jung und alt die zweite Briefmarken=Ausstellung Bochum findet. Kurz vor der Eröffnung der„Bochumer Briefmarkenschau 1935“ fanden sich die geladenen Gäste im kleinen Saale ein, wo sie vom stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Dreinhöfer begrüßt wurden, insbesondere auch die Mitglieder des Ehrenausschusses und der Schirmherr der Briefmarken=Ausstellung, Oberpostrat Meier(Bochum) Dr. Dreinshöfer hob die kulturelle, erzieherische und wirtschaftliche Bedeutung des Briefmarkensammelns hervor. Die Bochumer Briefmarkenschau, mit viel Liebe und Sachkenntnis zusammengestellt, solle für die erfahrenen Sammler ein Ansporn zur „Weiterarbeit sein und weiter neue Freunde des schönen Sammelsports gewinnen. Der Schirmherr der Ausstellung, Oberpostrat Meier, legte dar, daß er sich gern der Vereinigung für Briefmarkenkunde zur Mitarbeit zur Verfügung gestellt habe, erstens als Sammler und „nicht in letzter Linie auch als Postmann, denn alle Briefmarkensammler seien auch als Freunde und Förderer der Post anzusehen. Oberpostrat Meier eröffnete dann die Ausstellung.,. Eepaslax Mbisatelist Auch ein kritischer und anspruchsvouer Phnarelist muß bei einer Besichtigung der Bochumer Briefmarkenschau freudig anerkennen, daß er eine derartig schöne Zusammenstellung nur selten zu Gesicht bekommen kann. Ganz abgesehen von der rein geldmäßigen Bewertung einzelner kostbarer Stücke, darf gesagt werden, daß man auch auf den in den letzten Jahren gezeigten internationalen Briefmarken=Ausstellungen eine Sammlung wie die in Bochum ausgestellte Spezialsammlung von Thurn und Taxis in solcher Großzügigkeit und Vollständigkeit kaum sehen konnte. Die Sammlung Thurn und Taxis fand darum als Spezial=Forschungsund Abstelvelungssammlung ungeteilte Bewunderung aller Kenner und Liebhaber, und mit Recht bekam diese Abteilung vom Preisgericht den ersten Preis zugesproichen. Man kann weiter jede andere Abteilung der Schau nehmen. Vor jeder bleibt der Sammler und Liebhaber bewundernd stehen, wenn auch mit„einem heiteren und einem nassen Auge". Jeden Heimatforscher, aber auch jeden Briefmarkensammler interessiert auch die Abteilung„Aus Bochums Vergangenheit“, eine Sammlung der Markenausgaben der Bochumer Stadtpost in den 50er Jahren, die als Ganzes kaum zum zweiten Male auf der ganzen Welt anzutreffen ist. Welch eine Bedeutung das Briefmarkensammeln in erzieherischer und bildender Hinsicht hat, zeigt besonders anschaulich die Abteilung„Berühmte Persönlichkeiten auf Briefmarken“, die übrigens ganz neue Wege für das Briefmarkensammeln weist, das ja heute nur noch nach Spezialgebieten vor sich gehen kann. Die Briefmarkenfreunde können sich kaum von der Ausstellung trennen und immer wieder vertiefen sie sich in die zur Schau gestellten Schätze. Wer Briefmarkensammler ist, wer Briefmarkensammler werden möchte, mache sich auf zum Parkhotel, denn die Ausstellung ist nur noch heute und morgen geöffnet. Tagung des Verbandes Westdeutscher Briesmarkensammler in Bochum In Verbindung mit der„Briefmarken=Ausstellung Bochum 1935“, die der„Verein für Briefmarkenkunde, Bochum, in diesen Tagen in den Räumen des Parkhotels Haus Rechen zur Schau bringt, wurde am Sonntag im Ausstellungshause der 80. Westdeutsche Philatelistentag abgehalten, der von Vertretern zahlreicher westdeutscher Städte besucht wurde. Namens des Vereins für Briefmarkenkunde, Bochum, hieß der zweite Vorsitzende Dr. Dreinhöfer die Erschienenen willkommen. Tagungsleiter Verbandsvorsitzender Schulte(Köln) gedachte der verstorbenen Verbandsmitglieder mit ehrenden Worten. Als nächster Tagungsort der westdeutschen Briefmarkensammler wurde Remscheid gewählt. Von einem Vereinsvertreter wurde der Antrag gestellt, daß der Verband der Westdeutschen Briefmarkensammlerund Händler=Vereine sich dafür einsetzen möge, daß die Unklarheiten, die bei vielen Sammlern deutscher Kolonialmarken noch herrschen, beseitigt werden, indem man ein für allemal deutsche Kolonialmarken in den Katalogen unter deutsche Sammelgebiete einreiht. Die ehemaligen deutschen Kolonien seien nicht als fremdländischer Besitz anzusehen, denn auch nach den Bestimmungen des sogenannten Versailler Friedensvertrages stellten die deutschen Kolonien nur Mandatsgebiete dar, die einmal wieder an das Mutterland Deutschland zurückgegeben werden müssen. Die Pflege des Briefmarken=Sammelsports soll bei der reiferen Jugend weitgebendste Förderung erfahren. Der Verein für Briefmarkenkunde, Bochum, hat zur Erweckung des Interesses am Briefmarkensammeln in den Bochumer Schulen rund 2000 Eintrittskarten, die zum freien Eintritt der Bochumer Ausstellung herechtigen. verteilen lassen, und der Besuch der Ausstellung durch Jugendliche zeigt, daß bei den Bochumer Jungen ein großes Interesse für das Briefmarkensammeln vorhanden ist. Eine Fülle von wertvollen Anregungen vermittelten die nach der Erledigung des geschäftlichen Teiles der Sitzung gehaltenen Vorträge. Diplomingenieur Kähler(Bochum), der über das Thema„Das Schicksal einer deutschen Kolonie" sprach, behandelte die Geschicke der Kolonie Deutsch=Ostafrika, unter besonderer Berücksichtigung der postalischen Verhältnisse im Weltkriege, als Lettow=Vorbeck mit seinen Getreuen das Land verteidiate. Diplomingenieur Kautz(Bochum) aab wissenschaftliche Aufschlüsse über das philatelistische Sondergebiet„Deutsche Landpoststemvel, ihre Entstebung und Entwicklung". Alle Vorträge fanden beifällige Aufnahme. Der Erste Vreis der Gruppe A der Bochumer Briefmarkenausstellung wurde der Spezialkammlung Thurn und Taris zugesprochtn. WPeitz, wurden die nachstehend angeführten Sammlungen mit Preisen bedacht: 2. Preußen, 3. Hannover, 4. Fuapolt; Gruppe B: 1. Alt=Deutschland ohne Bayern, 2. altDeutschland, 3 Ländersammlung Europas, Hé. Gruppe C: 1. Berühmte Persönlichkeiten auf Briefmarken und 2. Deutsche Nothilfemarken. Interesse und rundeten den Vortragsmorgen zu einer Interesse und rundete den Vortragsmorgen zu einer wirtschaftlichen Werbeerfolges sicher sein darf. Reformations=Gmeindefeier des Evangelischen Bundes. Die herkömmliche Reformations=Gemeindefeier des Evangelischen Bundes gestaltete sich am Reformationssonntag im großen Saale des Evangelischen Vereinshauses an der Mühlenstraße zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Die Bedeutung des Evangelischen Bundes für die Gemeinschaftsarbeit zwischen Kirche und LeiGemeinde wurde von Pfarrer Schmidt II, dem ter des Bochumer Zweigvereins des Evangelischen Bundes, in seiner Begrüßungsansprache herausgestellt. Er feierte den großen Reformator Dr. Martin Luther als den großen Deutschen, als den Helden des Gewissens und als den begeisterten Künder des Gottesevangeliums. Chorlieder des Pauluskirchenchores unter der Stabführung von Berthold Schmiedeknecht und geistliche Gesänge des Solisten Wilhelm Thiemann schufen einen stimmungsvollen Eintlang zu dem Festvortrag von Pfarrer Dr. Haberkamp(Dortmund), der eine Betrachtung über die Reformation Dr. Mantin Luthers als Ursprung und Schicksal der evangelischen Kirche anstellte. Luthers Ziel sei darauf ausgerichtet gewesen, dem deutschen Volke das Gotteswort rein und lauter zu erhalten. Von Luthers Tagen an habe die evangelische Kirche Knechtsgestalt getragen, da sie in aller Demut dem deutschen Volke dienen wolle. Ihr Kampf sei ein ernstes Ringen um die Frage, wie das Glaubensgut der Reformation in unseren Tagen sichergestellt werden könne. Mit dem„Dettinger Tedeum“ von Georg Friedrich Händel klang die Glaubensfeier erhebend aus. Aus dem Nachbargeviel Stadt Wanne=Eicke! Dienstjubiläum. Am 3. November beging Steuerdirektor Uhlig sein 25jähriges Orts=Dienstjubiläum. Das gleiche Jubiläum kann Bürodirektor Karl Rabeute von der Stadtverwaltung feiern. Silberkranz. Das Fest der Silberhochzeit feierten Samstag die Eheleute Wilhelm Nockemann aus der Dorneburger Straße. 10 000 Familien erhalten Kohlen. Die NSV. hat gerade jetzt Riesenarbeit zu leisten. Auf dem Güterbahnhof werden Zentner auf Zentner Kartoffeln abgefahren, die notleidenden Wanne=Eickeler Familien zukommen. Damit keiner zu frieren braucht, werden jetzt die ersten Kohlen des Winterhilfswerkes verteilt. Die nächsten 50000 Zentner Kohlen sollen im Dezember zur Verteilung kommen. Stadt Wattenscheid Blaß=Abend der NS.=Kulturgemeinde. Die zweite Veranstaltung der Rs.=Kulturgemeinde Wattenscheid hatte recht ansprechenden Besuch aufzuweisen. Dr. Leonard Blaß ist als Rezitator bekannt, und so hatte man an diesen Abend besondere Erwartungen geknupft, die noch überboten wurden. Dr. Blaß gab einen Querschnitt durch die nationalsozialistische Dichtung, und zwar, wie schon die Bezeichnung des Abends„Fanfaren des Dritten Reiches" erkennen ließ, vornehmlich durch die Dichtung der Kampfzeit. Er gab diesen Querschnitt, wie er ausfuhrte, um zu beweisen, wie sehr die Gegner des Nationalsozialismus im Unrecht sind, wenn sie behaupten, der Nationalsozialismus verfüge nicht über eine eigene, wirklich wertvolle Literatur. Die einzelnen Vorträge nahmen nicht nur aus ihrer gedanklichen Tiefe und der Tiefe des Gefühls heraus, gefangen, sie fesselten auch durch die Art des Vortrages. Schon nach den ersten Sätzen fühlte man, daß Blaß ein Berufener ist, diese nationale Dichtung zu vermitteln, und dieser erste Eindruck vertiefte sich immer mehr.— Zu Eingang der beiden Teile des Abends boten Ernst Eigen, Bochum(Cello) und Luise Petri(Klavier) die Sonate =moll für Cello und Klavier von Händel und den ersten Satz aus der Sonate-dur Opus 69 für Cello und Klavier von Beerhoven mit technischem Können und guter Gestaltungskraft. Tödlicher Unfall. Auf seiner Arbeitsstelle kam der 34jährige Otto Schulz durch Unfall zu Tode. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder und wohnte Kirchstraße 2 in Günnigfeld. Lafi. Haushaue dener....g. Der Antrag des Staatsanwalts gegen Schwester Libora Die Devisenschiebungen beim katholischen Liebfrauen=Orden Helersiune r in der Hlel Zagens ldahl diof•.30 Reichs Der tiefere Sinn aller Veranstaltungen zur diesjährigen„Woche des Deutschen Buches" war, Verbindungen zu schaffen und eine neue Gemeinschaft zwischen Verfasser und Leserschaft zu bilden, um somit den Kampf für eine künftige Geltung des deutschen Geistes befruchtend gestalten zu können. Zum Abschluß der „Woche des Deutschen Buches“ hatte das Bochumer Jungvolk in der Hitler=Jugend am Sonntag vormittag zu einer Feierstunde in das Ernst=Moritz=Arndt=Haus eingeladen. Wie überhaupt bei Veranstaltungen der HI., war auch diesmal der Besuch sehr gut. Die Bühne war festlich geschmückt. Der dunkel gehaltene Hintergrund zeigte die Zeichen des Deutschen Jungvolks, an beiden Seiten waren als Zeichen der Arbeit je zwei gekreuzte Spaten angebracht. Zu Beginn der Feierstunde gedachte man des Führers mit einem dreifachen Sieg=Heil. Dann eröffneten Fanfarenbläser die reichhaltige Programmfolge mit sauber vorgetragenen Marschen. In Sprechchören, Liedern und weiteren Fanfarenmärschen kam eindrucksvoll der Kampf der nationalsozialistischen Weltanschauung und der Sieg des schaffenden deutschen Menschen zur Geltung. Zum Abschluß der Feierstunde wurde gemeinsam das Lied der HJ.„Unsere Fahne flattert uns voran“ gesungen. 1 Kilogramm Radio= 17,30 Reichsmark „Rundfunk und Fernsehen heute und morgen“ Eine Morgenveranstaltung in der Tonhalle Wer es genau wissen will, ob er seinen Radioapparat zu günstigem Preise, unter unangemessenem Geldopfer oder gegen angebrachtes Entgelt erstand, der stelle den kurzweilspendenden Freund seiner stillen Stunden auf die Waage und prüfe sein Gewicht. Die Anzahl der ermittelten Kilogramm multipliziere er mit 17,30. Was dabei herauskommt, stellt den Preis dar, den man sich für seinen Empfangsapparat gefallen lassen muß, was darüber geht ist vom Uebel, und was darunter blieb, war ein günstiges Geschäft. Eine geheimnisvoll errechnete Schlusselzahl, diese 17,30 meichsmark, von der wir, und wohl auch die meisten Sonntagmorgenbesucher der Tonhalle, keine Ahnung hatten und die erstmalig in dieser wohlgelungenen Morgenveranstaltung über„Rundfunk und Fernsehen“ einem in gedrängter Fülle lauschenden Auditorium verraten war ein an interessanten Einblicken und Aufschlüssen reicher Spaziergang, den da die vielen Bochumer Radiofreunde,=bastler und-hörer unter der lustig=plaudernden Führung von Fachingenieuren der deutschen Rundfunkindustrie tun konnten. Im Siebenmeilenschritt ging es durch den weiten, verzwickten Bereich dieser so jungen und so volkstümlich gewordenen drahtlosen Kunst. Was die Veranstaltung besonders wertvoll machte und den Besucher mit Bewunderung vor der Rundfunktechnik und dem Geheimnis des Fernsehens scheiden ließ, war die anschauliche, nicht dozierende, sondern unterhaltende Art, in der die Vortragenden auch dem Laien die wirre, komplizierte Materie nahezubringen wußten. Eindrucksvolle Filmvorführungen mit Einblicken in den Entstehungsgang eines neuzeitlichen Rundfunkgeräts, in die„Anatomie" von Sende= und Empfangsröhren, in den scheinbaren Wirrwarr von Drähten, Spulen. Schrauben und Wicklungen ergänzten die theoretischen Belehrungen und Aufklärungen der Männer vom Fach auf das beste. Wer sich in den zwei aufschlußreichen Stunden mit starker Anteilnahme vom Hochstande moderner Radioherstellung überzeugte, nahm für die leise Sehnsucht nach einem eigenen Rundfunkgerät neuester Schöpfung gern die leichte Ernüchterung in Kauf, daß es mit dem Fernseh=Volksempfänger noch seine Weile hat, und daß man einstweilen noch mit dem Opernglas vorlieb nehmen muß. Eine Uebersicht über die noch zu bewältigenden Probleme dieser deutschen Erfindung, über die Laboratoriumsarbeiten und=erfolge sowie über die praktischen Fernsehvorführungen des bisher einzigen deutschen Fernsehsenders Witzleben fand dankbares Berlin, 3. November. Im Devisenschiebungsprozeß vor der Elften Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin beantragte am dritten Verhandlungstage der Staatsanwalt gegen die angeklagte Schwester Libora von der„Genossenschaft der Schwestern Unserer lieben Frau“, in Mühlhausen (Rheinland) wegen Devisenverbrechens zwölf Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust und 750 000 Mark Geldstrafe. Ferner sollen insgesamt 745 000 Mark und 96000 Gulden=Obligationen eingezogen und die Mithaftung des Klosters in Höhe von 545 000 Mark ausgesprochen werden. Dieser Prozeß, so führte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer u. a. aus, sei ein Markstein in der Geschichte des deutschen Wirtschaftskampfes. Im Vergleich zu den bisher zur Durchführung gelangten Verfahren sei hier ein Tiefstand von Unmoral und asozialer Gesinnung zutage getreten, wie er noch nicht festgestellt werden konnte. Von den der Angeklagten als Ordensschwester eigentlich zukommenden Aufgaben sei nichts weiter übrig geblieben, als nur das Ordenskleid. Die Höhe der allein in bar verschobenen Gelder, die teils in Päckchen und auf Schleichwegen über die Grenze gebracht wurden, belaufe sich auf rund 538000 Mark. Der Gesamtschaden, der durch diese Schiebungen dem deutschen Volke entstanden ist, reiche nahe an eine Million. Was das Strafmaß anlange, so müsse festgestellt werden, daß bei diesem Verfahren ein ganz besonders schwerer Fall vorliege. Die Angeklagte sei eine gewerbsmäßige Devisenschieberin und notorische Verbrecherin. Sie habe innerhalb ihres Ordens eine Stellung innegehabt, die der eines Finanzministers in einem kleineren Staat gleichkomme. Sie habe mit gefälschten Quittungen gearbeitet, fatsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben und sei nicht einmal davor zurückgeschreckt, Mitschwestern zu Urkundenfälschungen zu verleiten. Wer unter dem Ordenskleid Gelder ins Ausland verschiebt, der kann nicht auf Milde rechnen. Die Verhandlung wurde dann nach den Plädoyers der beiden Verteidiger auf Dienstag vertagt. Das Gericht gab einem Beweisantrag der Verteidigung statt, wonach zwei Zeugen aus Holland, und zwar Schwestern aus Venlo und Tegelen. noch vernommen werden sollen. Vom Schnellrichter zu RM. 50 Geldstrafe verurteilt Raggen Tkf.., Niles Psarterr Warum keine Hakenkreuzfahne gehißt?— Erster Fall vor Gericht dnb Berlin, 3. November. Vor dem Schnellrichter hatte sich der 52 Jahre alte katholische Pfarrer Albert Coppenrath von der Matthiasgemeinde in Berlin=Schöneberg wegen Vergehens gegen die Reichsflaggengesetze vom 24. Oktober 1935 zu verantworten. Es ist dies der erste Fall, der gerichtlich abgeurteilt wird. Der Pfarrer hatte, wie ihm die Anklage zur Last legt, der ausdrücklichen Anordnung des Reichsinnenministeriums zuwider bei der Beisetzung des Reichsstatthalters Loeper am 26. Oktober an der thiaskirche nicht die Hakenkreuzflagge, sondern die Kirchenflagge ausgehängt. Der Angeklagte gab zu seiner Entschuldigung an, daß er keine Hakenkreuzfahne zur Verfügung gehabt hätte, weil wegen der Beflaggungsfrage noch Verhandlungen zwischen Episkopat und Reichsinnenministerium schwebten. Inzwischen sei eine solche Flagge bestellt worden. der Staatsanwalt beantragte, den Angeklagten wegen Vergehens gegen die Verordnung des Reichsinnenministers und in Verbindung mit dem Reichsflaggengesetz vom 15. September 1935 zu 100 Mark Geldstrafe zu verurteilen.,„„„ Das Gericht verurteitte den Angerlagten zu 50 Mark Geldstrafe, im Nichtbeitreibungsfalle zu fünf Tagen Gefängnis. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende unter anderem aus, daß es für den Angeklagten keine Entschuldigung sei, wenn er sich wegen der schwebenden Verhandlungen mit den behördlichen Stellen keine Flagge angeschafft habe. Bei gutem Willen hätte er sich zum mindesten eine Flagge beschaffen können. Bei der Strafzumessung sei indessen der Tatsache Rechnung getragen worden, daß der Angeklagte sein Verhalten für entschuldbar gehalten hat, und daß keine Anhaltspunkte für eine staatsfeindliche Gesinnung des Angeklagten gegeben sind. Anderseits muß mit Nachdruck im Interesse der Staatsautorität dahin gewirkt werden, daß die Anordnungen der Reichsregierung befolgt werden. Ich hab den Berg erstiegen. der euch noch müde macht: weinet nicht, ihr Lieben. ich hab’ mein Tagewerk vollbracht Freitag abend 8 Uhr verschied nach langem. schwerem Leiden infolge Unglücksfalls mein lieber. unvergeblicher Mann, unser guter. treusorgender Vater, Sohn, Bruder. Schwager und Onkel Sustav Steillke im Alter von 35 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Maria Steinke geb. Sommer nebst Kindern Gerhard u. Christel Bochum, Gustavstraße 17, den 1. November 1935 Lebnau, Stralsund, Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 5. November, nachmittags ½4 Uhr, vom Trauerhause, Gustavstraße 17, aus statt. Trauerfeler eine halbe Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine Anseiße zuging, diene dieses als solche Gestern morgen.30 Uhr ist meine liebe Frau. unsere gute Mutter und Tochter Prad Curistine-Hummeimann geb. Kniest im blühenden Alter von 33 Jahren, wohlvorbereitet durch den Empfang der hl. Sterbesakramente, sanft entschlafen. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Bochum, Maastricht(Holland), 2. Nov. 1935 Ferdinandstr. 14 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 5. November, vormittags 10 Uhr. vom Zentraltriedhof. Freidrafendamm, aus statt. Das feierliche Seelenhochamt ist morgens.45 Uhr, in der ChristKönig-Kirche, Oekar-Hoffmano-Straße. Allen, denen aus Verschen keine besondere Nachticht suging. diene diese als solche GegenGeschäft Welcher Möbellieferant liefert Möbel gegen Einbau einer Zentralheiz.= Anlage od. Reparaturen? K. A. 76497 Anz. Susun) Witwer, 42., evgl., 1,68 m gr., Eigenheim,„mit Pflegemädch.(7.) sucht Lebensgefährtin Dame od. Witwe, mit od. ohne Anb. Einbetrat in Geschäft od. Vermög. erwünscht. Zuschr. L. L. 4471 Anzeig. SCHUHE für jeden Fus FUSSORTHOPADIE FUSSPFLEGE Kildiebrandt Wiemelhauser Str. 71 Büromaschinen Bürobedart Kassenrollen für sämtl. 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Wetter, Nachrichten .15 Morgenkonzert, .15 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .20 Frauenturnen 10.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 13.00 Mittagsmeldungen 1 14.00 Mittagsmeldungen II 15.80 Wirtschaftsmeldungen 18.40 Vom Tage„ 19r5, 18.50 Wirtschaftsmeldungen und Sportvorvericht 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten EEHE 10.10 Kindergarten.„ f6 Spumy:=7ah 10.30 Wir und die Welt. Ewald Krupp: Erleonisse auf dem Deutschlandflug 1935. Friedhelm Böhm: Ich fliege zum ersten Male allein. Hans Letzsch: Fliegen durch Menschenkraft? Ein Beitrag zu dieser alten Menschheitsfrage 12.00 Musik am Mittag. Das Kleine Orchester Köln (Leo Eysoldt). 1. Ouvertüre zu„Der Sohn des Mandarinen“(Cui). 2. Nordisches Capriccio (Donisch). 3. Der letzte Tropfen, Walzer(Kratzl). 4. a) Liebeslegende(Becce), b) Das Lied der Quelle(Amadei). 5. Moderne Ballett=Suite (Lautenschläger). 6. Konzertstück über Nevins Lied„Der Rosenkranz“(Mausz). 7. Nel=GwynSuite(German). 8. a) Für einen Kuß, Serenade(Tosti), b) Poeme'extase(Bullerian). 9. Melodien aus der Operette„Eine einzige Nacht“(Stolz). 10. Am schönen Rhein gedenk ich Dein, Lied(Lincke)„„ 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 15.00 Pimpfenstunde. Mit westfälischen Bauern im südamerikanischen Urwald 16.00 Eine heitere Anekdote. Hans Henning Freiherr Grote: König und Leutnant 16.10 Neue Musik für Cembalo. 1. Sonate im glten Stil, für Flöte und Cembalo(Zanke). 2. Musik für zwei Violinen und Cembalo(Kaminski). Erika Schütte(Cembalo); Rudi Rhein— Jakob Braun (Violine): Albert Ender(Flöte) 16.40 Naturkunde im Vorübergehen. Begegnung mit Wildtieren in der Großstadt(Heinz Kohlhaas) 17.00 Nachmittagskonzert. Annemarie Richartz ratur=Sopran): Josef Voggenauer(Bariton): Der Kammerchor(Josef Breuer) und das Große Orchester(Otto Julius Kühn). 1. Teil: ten Opern: 1. Ouvertüre„Figaros Hochzeit“ zart). 2. Champagner=Lied aus„Don Juan“ (Mozart). 3. Arie aus„Die Entführung aus dem Serail"(Mozart). 4. Einleitung zum 2. Akt und Chor aus„Zar und Zimmermann"(Lortzing). 5.„Heiterkeit und Fröhlichkeit", Arie aus„Der Wildschütz"(Lortzing). 6. Walzer=Arie aus„Romeo und Julia(Gounod). 7. Intermezzo aus „Bajazzo“(Leoncavallo) 8.„Für dein Glück", Arie aus„Ein Maskenball“(Verdi). 9. Vorspiel zum 3. Akt„Manon Lescaut“(Puccini). 10. Walder Musette aus„La Boheme“(Puccini). Torero=Lied aus„Carmen,“ 2. Teil: Zur zer 11. 18.30 19.00 19.30 19.50 20.10 20.55 21.15 22.20 23.00 Unterhaltung: 12. Wein, Weib und Gesang, Walzer für Chor und Orchester(Joh. 13. a) Tänzchen von Anno dazumal(Najork), b) Liebestango(Pataky). 14. Brautfahrt(BrandtsBuys). 15. Gladiolen=Walzer(Löhr). 16. Lied und Csardas(Grothe). 17. Aus dem Ballett„Die Millionen des Harlekin"(Drigo). a) Polka. b) Serenade, c) Polonaise Deutsche Erzähler der Gegenwart. Das Glück im Wasser(Hans Roselieb) Pimpfe singen und spielen. Das Fähnlein 3/1/217 zeigt, was es kann Sendung nach Ansage Momentaufnahme Josef Pembaur spielt. 1. Joh. Brahms: Rhapsodie=moll. 2. Franz Liszt: Sonate=moll Deutsche Dichter der Gegenwart. Alte und neue Gedichte(Rudolf G. Binding) Richard Strauß(Von Berlin, Reichssendung). sinfonisches Schaffen(). Sinfonie=moll. Große Orchester Berlin(Der Komponist) 10 Minuten Schach(Dr. A. van Nüß): Französische Unterhaltung(Le Bourgeois=Marcel Klingler): Englische Unterhaltung(Dr. Hildegard Schmidt=Dr. Jé Funkstille Sein Das Jager)