FTRNNNTTarT Bezugspreis mit Botenlohn: 215 RM. monatlich oder.08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich. Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zettung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags, von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag 22. Novbr. 1935 42. Jahrgang Nummer 27•4 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpretse für 1 mm Höde in 22 gm Breite.5 Cf. im Anzeigenteil und in 78 am Breite 50 Pf. im Textteil. Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Vf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pr., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote. Anzeigen privater Art) 8 Bf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Tertieil 10 Vf., Auskunst= und Ziffergebübren 25 Pf. Zur Zelt ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernKündlich ausgegebener Anzeigea iaun keine Gewädr Obernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Terrunuurstensahnn=Nrtasrsewope Von einem deutschen Dampfer im Amsterdamer Hafen Vier Verbächtige verhäftel und dein Richter vorgesahlt anb Amsterdam, 21. November. Am Mittwoch nachmittag wurde von dem deutschen Kohlendampfer„Adele Traber“ von Kommunisten, die sich in einem Boot dem Dampfer genähert hatten, die deutsche Flagge gestohlen. Die Hafenpolizei hat die Verfolgung der Schuldigen sofort aufgenommen und vier Verdächtige verhaftet. Es wurde eine Reihe von Hausdurchsuchungen vorgenommen, die jedoch bisher keine Klärung des Sachverhaltes ergeben haben. Der deutsche Konsul in Amsterdam ist beim Polizeipräsidium wegen des Flaggendiebstahls vorstellig geworden. Er hat über die Maßnahmen zur Feststellung und Bestrafung der Schuldigen Auskunft erbeten und gleichzeitig auf das Bedenkliche einer Wiederholung derartiger Vorfälle hingewiesen. Der Polizeipräsident, der den Vorfall sehr bedauert, wird Maßnahmen erwägen, die eine Wiederholung solcher Vorfälle unmöglich machen sollen. Im übrigen hat die Polizei bei der Verfolgung der Schuldigen große Energie an den Tag gelegt. Die vier Verhafteten wohnten in einem Boot im Amsterdamer Hafenviertel. Bei der im Wohnboot vorgenommenen Durchsuchung beschlagnahmte die Polizei die Asche des Ofens, um durch Sachverständige feststellen zu lassen, ob die Flagge verbrannt worden ist. Die Untersuchung der Asche ergab keine Anhaltspunkte dafür, daß die Täter die Flagge verbrannt haben. Die Flagge scheint demnach versenkt worden zu sein. Die vier verhafteten Personen, alles der Polizei wohlbekannte Linksextremisten, sind nunmehr dem Richter vorgeführt worden. Sie werden sich wegen gemeinsamen Diebstahls und Sachbeschädigung zu verantworten haben. Das holländische Strafgesetz kennt im übrigen keinen Paragraphen, der die Beleidigung der Flagge einer befreundeten Nation unter Strafe stellt. Francois=poncet beim Führer anb Berlin, 21. November. Der Führer und Reichskanzler hat heute in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen den französischen Botschafter empfangen. Die Unterhaltung, die die allgemeine politische Lage zum Gegenstand hatte, war von einem freundlichen Geist getragen und bot Gelegenheit, den guten Willen beider Regierungen festzustellen. Die deutsche Flotte ehrt Jellicoe dnb Berlin, 21. November. Zu Ehren des verstorbenen Admirals Jellicoe, des ritterlichen Gegners und Befehlshabers der englischen Flotte in der Skagerrak=Schlacht, wird als Vertreter der Kriegsmarine der Flottenchef Vizeadmiral Förster an den Beisetzungsseierlichkeiten teilnehmen. Zur Stunde der Beisetzung wird die deutsche Flotte die Reichskriegsflagge halbstock setzen. dnb London, 21. November. Großadmiral Lord Jellicoe wird am Montag, dem 25. November, in der Krypta der St.=PaulsKathedrale in London, wo sich auch die Grabstätte Nelsons befindet, beigesetzt werden. Der König und die Königin haben ihr Beileid zum Tode Lord Jellicoes ausgedrückt. Wie am Donnerstag bekannt wird, ist auch der 65jährige Großadmiral Lord Beatty, der in der zweiten Hälfte des Weltkrieges den Oberbefehl über die britische Hochseeflotte führte, an einer Erkältung erkrankt. Noch Zusammenstöße in Kairo dnb Kairo, 21. November. Die Erregung unter den Studenten und der Bevölkerung hält weiter an. An zahlreichen Stellen der Stadt kam es auch am Donnerstag wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei. Zahlreiche Straßenbahnen, Autobusse und Straßenlaternen wurden demoliert; etwa 60 Verhaftungen wurden vorgenommen. Es hat zahlreiche Leichtverletzte und einen Schwerverletzten gegeben. Arteil am Samstag im Prozeß gegen den Bischof von Meißen dnd Berlin, 21. November In der heutigen Nachmittagssitzung in dem Verfahren gegen den Bischof von Meißen und seine Mitangeklagten(den Bericht über die Vormittagssitzung mit den Strafanträgen des Staatsanwalts finden unsere Leser an anderer Stelle dieser Nummer) erhielten die Verteidiger das Wort zu ihren Schlußvorträgen. Sie beleuchteten noch einmal das Ergebnis der Beweisaufnahme vom Standpunkt der Verteidigung und setzten sich mit den Strafanträgen der Staatsanwaltschaft auseinander. Der Verteidiger des Bischofs erklärte, er sei zwar persönlich davon überzeugt, daß die Voraussetzungen für eine Amnestie bei seinem Klienten vorlägen, dennoch sehe er davon ab, diese Voraussetzungen geltend zu machen, in der Hoffnung, daß der Bischof freigesprochen werde. Der Bischof kämpfe nicht für sein persönliches Schicksal, dnb Berlin, 21. November. Die Jahrgänge, die vom Herbst 1936 an ihrer Reichsarbeitsdienstpflicht und Wehrpflicht oder letzterer allein zu genügen haben, sind: Jahrgang 1916 Er hat den halbjährigen Reichsarbeitsdienst im Winter 1936/37 oder im Sommer 1937 zu leisten. Der aktive Wehrdienst ist von den tauglich 1 und 2 Befundenen in einjähriger Dienstzeit zum Teil in dem im Herbst 1937 zum Teil in dem im Herbst 1938 beginnenden Ausbildungsjahr zu leisten. Die Verteilung auf die beiden Ausbildungsjahre wird im allgemeinen nach dem Geburtsdatum vorgenommen, so daß also die in den ersten Monaten des Jahre 1916 Geborenen im ersten, die übrigen im zweiten Ausbildungsjahr eingezogen werden. Die bedingt Tauglichen werden im allgemeinen vom Herbst 1937 an in zweimonatigen Uebungen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet. Jahrgang 1913 Er wird vom Sommer 1936 an im Verlaufe der nächsten drei Jahre in zweimonatigen Uebungen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet, unterliegt aber nicht der Reichsarbeitsdienstpflicht. In Ostpreußen wird auch der Jahrgang 1911 vom Herbst 1936 an noch zum aktiven Wehrdienst herangezogen. Er unterliegt aber ebenfalls nicht mehr der Reichsarbeitsdienstpflicht. Die vorstehend genannten Jahrgänge werden im Frühjahr 1936 gemustert und hierzu im Winter 1935= 1936 von den polizeilichen Meldebehörden erfaßt und in die Wehrstammrolle aufgenommen. Die Angehörigen dieser Jahrgänge werden durch öffentliche Bekanntmachung aufgefordert werden, sich zu dub London, 21. November. Der Leiter der Abteilung Abessinien des Auswärtigen Amtes, Peterson, ist am Donnerstag von London nach Paris gereist, um den britischen Botschafter Sir George Clerk bei seinen Besprechungen mit Ministerpräsident Laval zu unterstützen. Der Preß Association zufolge bringt Peterson keineneuen Vorschläge mit. Auch die britische Regierung habe keine Kenntnis von irgendwelchen neuen Vorschlägen aus Rom oder Paris. Bei seinem letzten Besuch in Paris habe Peterson mit den zuständigen Sachverständigen des französischen Außenministeriums italienische Vorschläge geprüft, die sich aber als nicht brauchbar herausstellten. Später wurden bekanntlich Frankreich und England in Genf ermächtigt, im Namen des Völkerbundes für die Sache des Friedens zu arbeiten. In Durchführung dieses Auftrages halten die britische und die französische Regierung es für wünschenswert, das fortzusetzen, was in London eine Ueberprüfung der technischen Gesichtspunkte des Problems genannt wird. Der Zweck des am Freitag in Paris stattfindenden Gedankenaustausches wird von der Preß Association mit folgenden Worten umschrieben: Es soll ein Prüfstein gefunden werden, an dem jeder Vorschlag gemessen werden kann, der in Zukunft von irgendeiner Seite vorgebracht werden wird. Im Augenblick sei nichts beabsichtigt, was über englisch=französische Besprechungen hinausgehe. Der Negus wieder in Addis Abeba dnb Addis Abeba, 21. November. Der Kaiser kehrte am Donnerstag mit einem Flugzeuggeschwader aus Dschidschiga nach Addis Abeba zurück. In abessinischen Kreisen vermutet man, daß: sondern für die in ihm verkörperte ehrwürdige Einrichtung. Er fühle sich dabei nicht nur als treuer Diener seiner Kirche, sondern auch als deutscher Volksgenosse, als erdgeborener Sohn Westfalens, der sich bewußt sei, welche Pflichten ihm sein hohes Amt der Volksgemeinschaft gegenüber auferlege. Das Urteil soll am Samstag verkündet werden. diesem Zweck persönlich bei den genannten Behörden anzumelden. Für die im Ausland lebenden Angehörigen dieser Jahrgänge wird das Heranziehen zum Reichsarbeitsdienst und aktiven Wehrdienst noch gesondert geregelt. Für die Jahrgänge 1914 und 1915(in Ostpreußen auch 1910), die im Sommer 1935 gemustert worden sind, ist die Ableistung der Reichsarbeitsdienstpflicht und der Wehrpflicht, oder letzterer allein, erst zum Teil festgelegt. Soweit dies noch nicht geschehen, gilt folgende Regelung: Jahrgang 1914 Die wehrfähigen Angehörigen dieses Jahrganges, die im November d. J. noch nicht eingestellt, sondern der Ersatzreserve I zugeteilt worden sind, werden, soweit sie tauglich 1 oder 2 befunden sind, im Herbst 1936 zum einjährigen aktiven Wehrdienst ausgehoben werden. Soweit sie bedingt tauglich sind, werden sie im Jahre 1936 in zweimonatigen Uebungen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet werden. Jahrgang 1915 Die wehrfähigen Angehörigen dieses Jahrganges leisten zur Zeit oder im Sommer 1936 den halbjährigen Reichsarbeitsdienst. Von den tauglich 1 oder 2 Befundenen wird voraussichtlich nur ein kleiner Teil im Herbst 1936, der größere Teil erst vom Herbst 1937 an zum einjährigen aktiven Wehrdienst eingezogen werden. Die Verteilung auf die beiden Einstellungsjahre wird wie beim Jahrgang 1916 vorgenommen werden. Die bedingt Tauglichen werden in dem im Herbst 1936 beginnenden Ausbildungsjahr in zweimonatigen Uebunigen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet. In Ostpreußen wird auch der Jahrgang 1910 ebenso wie der Jahrgang 1914 zum aktiven Wehrdienst herangezogen. den Italienern der Besuch des Kaisers in Dschidschiga bekannt geworden war, da zwei italienische Flugzeuge schon in früher Morgenstunde Harar überflogen und dann Kurs auf Diredaug nahmen. Es soll sich um Jagdflugzeuge gehandelt haben. Wie von abessinischer Seite mitgeteilt wird, sind bei den kürzlichen Großangriffen italienischer Bombengeschwader im Makallegebiet durch Bombenabwürfe 30 abessinische Soldaten getötet und 50 verwundet worden. Der Sonderberichterstatter der United Preß in Harar, H. Ekins, meldet: Zum ersten Male seit Beginn des italienisch=abessinischen Krieges konnte man am Mittwoch von Harar aus kriegerische Vorgänge beobachten. In der ganz ungewöhnlich durchsichtigen Luft konnte man sehen, wie etwa 80 Kilometer entfernt von einem hochragenden Hügel ungeheure Rauchwolken zum Himmel emporstiegen. Offenbar war jenseits von Dschidsch ga ein sehr schweres Bombardement im Gange oder es war ein abessinisches Munitionslager in die Luft geflogen. Vor neuen Sanktionen? dnb Genf, 21. November. Der Vorsitzende der Sanktionskonferenz de Vasconcellos hat den Arbeitsausschuß der Konferenz auf den 29. November einberufen. Hauptberatungsgegenstand wird die Inkraftsetzung der erweiterten Verbotsliste für Rohstofflieferungen nach Italien bilden. Der italienische Frachtdampfer„Livorno“ wurde auf Grund der Verordnungen über die Sühnemaßnahmen daran gehindert, im Hafen von Ismid(Türkei) eine Ladung von 300 Ton= inen Chromerz zu übernehmen. Die Bedeutung des Rutbaues der Wehrmacht für ale Wirtichatt Von Seneraldirektor Dr.-Ing. e. h. Walter Borbet, Bochum Generaldirektor Dr.=Ing. e. h. Walter Borbet (Bochum) macht in der Zeitung der Wehrpflichtigen,„Der Sturm“(Berlin), u. a. folgende Ausführungen: Seit dem Weltkriege haben trotz aller Abrüstungskonferenzen die Rüstungsausgaben der Welt eine gewaltige Steigerung erfahren. Im Jahre 1934 wurde in allen Staaten für Wehrkosten ein erheblich höherer Prozentsatz des Volkseinkommens ausgegeben als vor dem Kriege; lediglich Deutschland stellte eine Ausnahme von dieser allgemeinen Regel dar. Während in den letzten Jahren beispielsweise in Frankreich, Rußland und Japan acht bis neun Prozent des Volkseinkommens auf die Rüstungsausgaben entfielen, betrug der Prozentsatz in Deutschland im Jahre 1934 nur 1,8 Prozent(1913: 4,4 Prozent). Die Rüstungsausgaben der Welt werden im laufenden Jahre etwa 30 Milliarden Mark betragen und damit ungefähr die dreifache Höhe des Jahres 1913 erreichen. Es wird eines gewissen Zeitraumes bedürfen, um in Zusammenarbeit von Wehrmacht und Wirtschaft den von den anderen Staaten in der Nachkriegszeit erreichten Vorsprung auszugleichen. Unter den liberalistischen und pazifistischen Einflüssen des verflossenen Systems und auch in der Vorkriegszeit sind die Ausgaben für Wehrzwecke oft als eine unproduktive Belastung des Staatshaushalts zu brandmarken versucht. Tatsächlich gibt es vom Standpunkt des Staatsinteresses und des Volksganzen aus keine anderen Ausgaben, die so lebenswichtig und im letzten und tiefsten Sinne so produktiv sind wie die für die Landesverteidigung gemachten Aufwendungen. Eine historische Tatsache mag das mit einem Beispiel belegen. 1914 fehlten bei der Entscheidung an der Marne gerade die Armeekorps, deren Aufstellung einige Jahre vorher von militärischen Autoritäten angefordert, aber von einer schwächlichen Regierung mit Rücksicht auf eine widerstrebende Reichstagsmehrheit nicht durchgekämpft war. Das deutsche Volk hat die Zeche dieser falschen Sparsamkeit bitter bezahlen müssen. Wie verschwindend gering wären die rechtzeitigen Ausgaben für die Aufstellung einiger weiterer Armeekorps gewesen im Vergleich zu dem furchtbaren Aderlaß, den der verlorene Krieg für die Nation und damit für die Wirtschaft zur Folge hatte. Der Neuaufbau der Wehrmacht bietet die Möglichkeit, Hunderttausenden deutscher Volksgenossen, deren Arbeitskraft bisher brach lug, wieder Arbeit und Brot zu beschaffen. Die Vermehrung der Garnisonen hat dem Wirtschaftsleben zahlreicher Orte ebenfalls neue starke Impulse gegeben. Nicht mit Unrecht ist in den letzten Jahren bei der Frage nach den Ursachen der großen Arbeitslosigkeit oft darauf hingewiesen worden, daß das 800 000=Mann=Heer der Vorkriegszeit direkt oder indirekt einer etwa gleich großen Zahl von Arbeitern Beschäftigung gab. In den letzten Wochen sind mit der Einberufung des ersten wehrpflichtigen Jahrgangs manche Arbeitskräfte aus der Wirtschaft herausgezogen. Da gleichzeitig eine größere Zahl von Soldaten und besonders von Männern des Arbeitsdienstes zur Entlassung kam, standen der Wirtschaft geeignete Kräfte für den Austausch in genügenden Ausmaße zur Verfügung; weiterer Ersatz war bei Rückgriff auf das Angebot des Arbeitsmarktes unschwer zu beschaffen. In späteren Jahren wird die Zahl der einberufenen und entlassenen Wehrpflichtigen sich etwa die Waage halten, so daß der Ausgleich rein zahlenmäßig keinerlei Schwierigkeiten machen wird. Von der Wehrmacht sind besondere Fürsorgeoffiziere mit der Aufgabe betraut worden, für die Unterbringung der ausscheidenden Soldaten im Wirtschaftsleben Sorge zu tragen. Es ist eine Ehrenpflicht der Wirtschaft, auch ihrerseits die zur Entlassung kommenden Dienstpflichtigen bei Einstellungen nach Möglichkeit bevorzugt zu berücksichtigen; das Wehrgesetz räumt ihnen ehenfalls bei dem Wiedereintritt in den bürgerlichen Beruf besondere Vorteile ein. Zwischen der neu aufgebauten Wehrmacht und der Wirtschaft ist eine dauernde enge Verbindung notwendig, um die Vorbereitungen der wirtschaftlichen Mobilmachung in jeder Weise sicherzustellen. Vor dem Weltkriege ist gerade in dieser Hinsicht viel versäumt worden, was sich während des Krieges dann bitter gerächt hat. Wie die militärische Mobilmachung bis in die letzte Einzelheit sorgfältig geregelt ist, so muß auch die gesamte Wirtschaft für den Ernstfall gerüstet sein. Der Begriff der Wehrwirtschaft. d. h. der planmäßigen Umstellung der Wirtschaft auf die Bedürfnisse des Krieges, hat in den letzten Jahrzehnten, vor allem unter den Erfahrungen des Weltkrieges, eine immer größere Bedeutung gewonnen. Eine Vorratswirtschaft in Kriegsmaterial ist nur in gewissem Umfange möglich: durch sie muß im Ernstfalle der Zeitraum für die Umstellung der Friedensauf die Kriegswirtschaft überbrückt werden, die in personeller wie in materieller Hinsicht bis ins einzelne vorbereitet sein muß. Auf die ungeheure Bedeutung der Rohstoff=Frage sei in diesem Zusammenhang nur hingewiesen. Neben den materiellen Fragen, die der Neuaufbau der Wehrmacht für die Wirtschaft aufwirft, ist die erzeherische Bedeutung der allgemeinen Wehrpflicht für alle, die durch diese harte Schule der Disziplin und des Gehorsams, der Kameradschaft und der Treue hindurchgehen, gar nicht hoch genug zu veranschlagen. Aus der Schule des Heeres sind schon früher zum großen Teil die unbedingt zuverlässigen und pflichtbewußten Beamten des alten Preußen hervorgegangen, Wer iaß wann vienen? Ueberblick über die Regelung der Reichsarbeitsdienstpflicht und der Wehrpflicht für die nächsten hierzu anstehenden Jahrgänge Englisah franzestschse Tesprechungen über die abessinische Frage wiederaufgenommen— Der Leiter der Abteilung Abessinien im englischen Außenamt erneut nach Paris gereist Seite 2 Nr. 274/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 22. November 1935 und ebenso hat die Industrie mit den in Ordnung und Straffheit erzogenen Soldaten die besten Erfahrungen gemacht. Wie oft haben in der Nachkriegszeit nicht nur Eltern und Erzieher, sondern auch berufliche Vorgesetzte, Meister und Vorarbeiter angesichts eines unbotmäßigen Nachwuchses, den Stoßseufzer laut werden lassen, daß„den Bengels doch beim Militär die Beine lang gemacht würden". Bei diesem Wunsche war vielfach die Erinnerung an die eigene Militärzeit lebendig, die aus so manchem Muttersöhnchen oder Eigenbrötler einen Mann gemacht hatte, der sich allen Stürmen des Lebens gewachsen zeigte. Dank der befreienden Tat des Führers ist dem deutschen Volke jetzt dieses unvergleichliche Erziehungsinstrument der Armee zurückgegeben; die deutsche Jungmannschaft lernt hier wieder die Eigenschaften, die sie später im Leben und nicht zuletzt in der Berufsarbeit bewähren soll. Ideell und materiell hat mithin der Neuaufbau der Wehrmacht für die deutsche Wirtschaft die größte Bedeutung. Nicht zuletzt wirkt sich eine starke Wehrmacht für das Ansehen und die Achtung aus, die ein Staat in der Welt genießt, und hat damit auch weittragende Folgewirkungen auf wirtschafts= und handelspolitischem Gebiete, die meist erst in allmählicher Entwicklung sichtbar werden. Immer wieder finden wir in der Geschichte der Völker die Erfahrung bestätigt, daß der Fundierung der militärischen Macht eine wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung und Blütezeit nach folgt. Die siegreichen Adler der römischen Legionen bahnten im Altertum den Kaufleuten Roms den Weg. Eine die Meere beherrschende Flotte war die Basis für die Wirtschaftsmacht des britischen Imperiums, und ebenso wie in der preußisch=deutschen Geschichte folgt heute bei den Preußen des Ostens, in Japan, dem Aufbau des Heeres und der Flotte ein gewaltiger wirtschaftlicher Aufstieg. So dürfen wir hoffen, daß mit dem Neuaufbau der deutschen Wehrmacht auch die Grundlage für eine friedliche Aufwärtsentwicklung des Dritten Reiches in wirtschaftlicher Hinsicht gegeben ist und daß die schweren Wunden verheilen werden die der Verlust des Weltkrieges und der machtpolitische Niedergang des Reiches in den letzten Jahrzehnten der deutschen Wirtschaft geschlagen hatten. Schulungsburg Erwitte wird am 24. November feierlich eingeweiht.— Neben Dr. Ley spricht auch Gauleiter Wagner. dnb Berlin, 21. November. Nachdem erst im vergangenen Monat die Eröffnung der Schulungsburg Oberursel bei Frankfurt am Main und das Richtfest der Schulungsburg Allgäu bei Sonthofen erfolgt ist, wird am 24. November die Einweihung der großen Schulungsburg Erwitte bei Lippstadt in Westfalen erfolgen. Erwitte ist ein alter Karolinscher Königshof mit bewegter Vergangenheit. Die feierliche Weihe der großzügigen Anlage findet im Rahmen einer politischen Großkundgebung statt, in deren Verlauf Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsschulungsleiter Dr. Ley, Reichsschulungsleiter Dr. Frauendorfer sowie der Gauleiter von Westfalen=Süd, Wagner, das Wort ergreifen werden. Nach der Weihe eines Ehrenmals und der Uebergabe des Schlüssels der Burg durch den Leiter der Bauabteilung an den Reichsschulungsleiter und durch diesen an den Leiter der Burg erfolgt die Meldung des ersten Lehrganges durch den Leiter der Burg. Dieser erste Lehrgang läuft bereits sekt 10. November und umfaßt Hoheitsträger und Kreisamtsleiter aus allen Teilen des Reiches. Die feierliche Veranstaltungsfolge am Sonntag wird im Rahmen der in großer Zahl zusammengezogenen Formationen der Partei durch Musikzüge und Sprechchöre der HJ., des Arbeitsdienstes, der SS. und SA. ausgestaltet. Nach der feierlichen Flaggenparade und einer Besichtigung der Burg nehmen die Ehrengäste das gemeinsame Eintopfessen ein, das durch den Verpflegungszug des Gaues Westfalen=Süd an die Formationen ausgeben wird. Die Schulungsburg Erwitte ist so großzügig eingerichtet worden, daß für jeden Lehrgang 300 Teilnehmer erfaßt werden. Ein Ueberblick über die Reichssteuereinnahmen im Oktober 1935 zeigt, daß das Gesamtaufkommen mit 889,8 Millionen RM. um 169,4 Millionen RM. höher war als im Oktober 1934. In den ersten sieben Monaten des Rechnungsjahres 1935 vom 1. 4. bis 31. 10. sind bei einer Gesamteinnahme von 5421,3 Millionen 750,7 Millionen RM. mehr aufgekommen als im selben Zeitraum des Vorjahres. Dem Arge sunn Lenlenächen=Tiecht Die Großen Senate des Reichsgerichts berufen— Ihre Aufgabe: Stetigkeit der obersten Rechtsprechung gewahrleisten dub Leipzig, 21. November. Großen Senate beweglicher gestaltet worden. Die Die auf Grund des Gesetzes zur Aenderung von Großen Senate bestehen aus dem Präsidenten und dem Vorschriften des Strafverfahrens und des Gerichtsver=Vizehrssidenten als ständigen Mitgliedern und siehen Mitfassungsgesetzes vom 28. Juni 1935 beim Reichsgericht zu bildenden beiden Großen Senate wurden am Donnerstag in einem eindrucksvollen Staatsakt durch den Reichsjustizminister Dr. Gürtner, der mit den Staatssekretären Dr. Freisler und Dr. Schlegelberger nach Leipzig gekommen war, feierlich berufen. In der durch rote Vorhänge abgeschlossenen, mit Grün und den Reichsfarben würdig geschmückten großen Wandelhalle des Reichsgerichts hatten die Mitglieder des Reichsgerichts und der Reichsanwaltschaft sowie die Rechtsanwälte beim Reichsgericht in ihren roten Roben zu beiden Seiten des Rednerpults Platz genommen. Als Ehrengäste wohnten der Feier neben den Spitzen der Leipziger Behörden u. a. die Rektoren der Universität und der Hochschulen, der Kommandeur der 14. Division, Generalleutnant Kreß von Kressenstein, und Oberführer Fichte, SA.=Brigade 35, sowie Männer der juristischen Wissenschaft und Praxis und 30 alte Mitkämpfer des Führers bei, die damit die enge Verbundenheit der Rechtspflege mit Staat und Partei zum Ausdruck brachten. Beethovensche Klänge, vorgetragen vom Gewandhaus=Bläserquintett, gaben der Feier den würdigen Auftakt. Hierauf ergriff Reichsgerichtspräsident Dr. Bumke das Wort. Er begrüßte in dem Reichsjustizminister den Mann, dem nächst dem Führer die Vereinigung der gesamten deutschen Rechtspflege in der Hand des Reiches zu danken sei und der vom Führer mit der gewaltigen Aufgabe betraut worden sei, ein neues Recht zu schaffen. Dr. Bumke erkannte die bisherigen großen gesetzgeberischen Leistungen in bezug auf die Rechtspflege an und erklärte dann u. a. weiter:„Voll Vertrauen und Zuversicht sehen wir den mächtigen Bau der Gesamtreform des deutschen Rechts emporsteigen. Das Reichsgericht ist geschaffen worden, um die deutsche Rechtsprechung nach langer Zersplitterung zu einer Einheit zusammenzuschließen. Die führende Stelle, die ihm zugewiesen ist, erfordert, daß Zweifeln und Meinungsverschiedenheiten zwischen den verschiedenen Gliedern des Reichsgerichts, den einzelnen Senaten, nach Möglichkeit vorgebeugt und dort, wo sie entstehen, schnell und sicher einer einheitlichen Auffassung Geltung verschafft wird. In Zukunft werden die Großen Senate des Reichsgerichts berufen sein, Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung zu entscheiden, wenn ihr Spruch zur Fortbildung des Retchs oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung geboten erscheint. Damit ist jetzt gesichert, daß die Verschiedenheiten der Auffassungen, für die auch das klarste Gesetz immer noch Raum lassen wird, alsbald durch einen mit höchster Autorität ausgestatteten Richterspruch ausgeglichen werden. Mit allen Angehörigen des Reichsgerichts, ja mit allen deutschen Richtern weiß ich mich in dem heißen Wunsch einig, daß die Großen Senate sich der hohen Aufgabe, die ihnen gestellt ist, gewachsen zeigen werden.“ Reichsjustizminister Dr. Gürtner hielt hierauf eine längere Rede, in der er u. a. ausführte:„Seit der Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus bemühen wir uns, das deutsche Recht auf allen Gebieten auf der Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung zu erneuern. Diese Aufgabe kann der Gesetzgeber allein nicht erfüllen, er muß sie mit dem Richter teilen, der das Recht anwendet. Das Oberste Gericht des Deutschen Reiches steht deshalb bei der Erneuerung des Rechts in vorderster Linie. Heute hat jeder Richter die Anwendung des Rechtes nach den Grundanschauungen auszurichten, die das deutsche Volk seit seiner Einigung neu gewonnen hat und um deren Festigung und Vertiefung wir uns täglich berrühen.....54 Hat Harüßher hingts nack Das Reichsgericht har oarüber hinaus noch zwei besondere wichtige Aufgaben. Es ist wie bisher der Hüter der Einheit des Rechtes in allen deutschen Gauen und innerhalb seiner eigenen rechtsprechenden Kollegien, seiner Senate. Die innere Einrichtung des Reichsgerichtes ist durch die Errichtung der Vizeprasibenten uls ständigen Mitgliebern und sieben Mitgliedern des Gerichtes, von denen alljährlich jeweils die Hälfte ausscheidet. Durch diese persönliche Zusammensetzung glaubt der Gesetzgeber eine Gewähr für die Stetigkeit der obersten Rechtsprechung gegeben und die Gefahr irgendeiner Erstarrung gebannt zu haben. Die Großen Senate treten in Tätigkeit, wenn innerhalb des Reichsgerichtes selbst über eine Rechtsfrage verschiedene Aufassungen bestehen, und haben die Aufgabe, in diesem Falle in kurzer Zeit und autoritär zu entscheiden. Das Tätigkeitsgebiet des Obersten Gerichtshofes überhaupt und der Großen Senate wird in der nächsten Zukunft wohl umfangreicher sein als in der jüngsten Vergangenheit, jedenfalls auf den Rechtsgebieten, deren Erneuerung mit dem Wandel weltanschaulicher und sittlicher Grundauffassung im unmittelbaren Zusammenhange steht. Das gilt in diesem Augenblick im besonderen Maße vom Strafrecht.„„ Wenn künftig eine Handlung nach dem Gewissen#n die fruheren Stahlhelmer! des Volkes als unerlaubt, rechtswidrig, strafbar empe d feeheron=Glahcheimer? funden wird, und es findet sich kein Gesetz, das auf Bekanntmachung des Bundesführers des Kyffhäuserdiese Handlung unmittelbar zutrifft, so darf der Rich= bundes. ter freilich nicht nach freiem(Ermessen den Täter schul, dub Berlin, 21. November. Der Bundesführer des Deutschen ReichskriegerFührer und seinen Gesetzen und dem deutschen Volk zu dienen. Meine sehr verehrten Herren, wir machen uns dieses Gelöbnis für unsere Arbeit zu eigen. Unsere Arbeit bis zum letzten Atemzuge dem deutschen Recht und deutschen Volk, unsere Treue dem Führer!" Die Zusammensetzung der neuen Senate Die neuen Großen Senate setzen sich wie folgt zusammen: Mitglieder des Großen Senates für Zivilsachen: Senatspräsident Dr. h. c. Oegg, Senatspräsident Dr. Flad, Senatspräsident Freiherr von Richthofen, Reichsgerichtsrat Dr. Günther, Reichsgerichtsrat Dr. Lindemaier, Reichsgerichtsrat Kolb, Reichsgerichtsrat Rusch; Mitglieder des Großen Senats für Strafsachen: Senatspräsident Dr. Witt, Reichsgerichtsrat Niethammer, Reichsgerichtsrat Vogt, Reichsgerichtsrat Dr. Schultze, Reichsgerichtsrat Schmitz, Reichsgerichtsrat Dr. Tittel, Reichsgerichtsrat Sellmer. ter freilich nicht nach freiem Ermessen den Tater schuldig sprechen und eine Strafe verhängen. Das würde eine völlige Loslösung des Richters vom Gesetz bedeuten. Sondern der Richter hat in diesem Falle zu prüfen, ob der Rechtsgedanke, der die Bestrafung dieser Handlung fordert, im Strafgesetz einen sichtbaren Ausdruck gefunden hat. Trifft das aber zu, und nur dann wenn diese Voraussetzung gegeben ist dann soll er das Gesetz anwenden, dessen Grundgedanke auf die Tat am bundes Kyffhäuser, Oberst a. D. und SS.=Oberführer Reinhard gibt folgendes bekannt:„Die Auflösung des NS.=Frontkämpferbundes Stahlhelm ist auf Grund des Schreibens des Führers und Reichskanzlers an den Bundesführer Franz Seldte durch diesen vollzogen worden. Der Führer hat in diesem seinem Schreiben den Gesetzgeber vorschwebt, etwas grundsätzlich anderes ist als die Auslegung im bisherigen Sinne. Das deutsche Volk und die deutsche Reichsregierung haben zu ihrem Obersten Gerichtshof das Vertrauen, daß er auch aus dem Wege der Rechtsfindung der ihm zugedachten Aufgabe gerecht werden wird." Der Minister berief hierauf die Mitglieder der beiden Großen Senate und überreichte jedem einzelnen mit Handschlag die Berufungsurkunde. Dr. Gürtner schloß den feierlichen Akt mit folgenden Worten: „Meine Herren! Sie haben vorhin aus dem Munde Ihres Herrn Präsidenten das Gelöbnis ausgesprochen, daß die Mitglieder der Großen Senate sich mit allen Kräften den höchsten Aufgaben widmen werden, die einem Richter gestellt werden können, und daß sie auch in diesem Amt nur ein Wunsch beseelen wird, dem Ainsgen bacer bsgher hosle, bal Raschsliegechuns Kyffhäufer empfohlen. Ich heiße diejenigen Kameraden des ehemaligen Stahlhelms, die dieser Anregung des Führers entsprechen wollen, im Reichskriegerbund willkommen. Ich reiche jedem die Kameradenhand, der als Bekenner der nationalsozialistischen Idee und als treuer Gefolgsmann des Führers in unsere Reihen treten will. Der Geist, der in dem von mir geführten Reichskriegerbund herrscht, ist der Geist der Front und des ewigen Soldatentums. Die Arbeit, die von uns geleistet werden muß, ist treue Mitarbeit am großen Aufbauwerk des Führers. Wer sich dazu aus innerer Ueberzeugung bedingungslos bekennt, soll unser Kamerad sein.“ Geuege Der Führer und Reichskanzler empfing am Donnerstag unter dem üblichen Zeremoniell im Hause des Reichspräsidenten“, den neuernannten siamesischen Gesandten und anschließend den neuernannten afghanischen Gesandten zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben. Der Führer hat dem Generalmajor a. D. Graf von der Schulenburg zum siebzigsten Geburtstag telegraphisch herzlichste Glückwünsche übermittelt. Reichsinnenminister Dr. Frick sandte gleichfalls ein Glückwunschtelegramm. In Reval begannen deutsch=ostländische Verhandlungen über die Regelung des Warenaustausches. Die deutsch=lettischen Wirtschaftsverhandlungen führten zu einer grundsätzlichen Einigung über das abzuschließende Abkommen. Am Donnerstag hat sich die holländische Kronprinzessin Juliana zu einem Besuch nach Deutschland begeben, wo sie bei dem Fürsten von Bentheim, der ein Neffe der Königin=Mutter von Holland ist, weilt. Der Prozeß wegen der Ermordung des Königs Alexander von Jugoslawien wurde vom Gericht in Aixen=Provence auf den Januar 1936 vertagt. Der Oberste französische Heeresrat ist Donnerstag vormittag unter dem Vorsitz Lavals zusammengetreten. In Turin ist der italienische Marschall Gaetano Giardino an einer Lungenentzündung gestorben. Der Marschall, der den Weltkrieg als Armeekommandant mitgemacht hatte, zeichnete sich bei der Verteidigung des Monte Grappa aus. Die bereits seit zwei Tagen andauernden antijüdischen Kundgebungen der Budapester Studentenschaft setzten sich am Mittwoch in verstärktem Maße fort. Die Studenten drangen gewaltsam in die Technische Hochschule ein und verprügelten die jüdischen Studenten. Als die Studenten in die Musikhochschule eindrangen, kam es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei. Sieben Studenten wurden verletzt, über 100 verhaftet. Vor der tschechoslowakischen Gesandtschaft in Warschau kam es Mittwoch abend zu Kundgebungen, bei denen auch Fensterscheiben der Gesandtschaft eingeworfen wurden. Einen Umzug der Goldhemden“, einer Art mexikanischer Faschisten, in Mexiko=Stadt überfielen Kommunisten. Drei Personen wurden getötet und 30 verletzt. Kakerpenre und aus deutidle Eheater Rutgezeigt an der Thakelpeare-Tslege der Bochumer Bühne Das Verhältnis des deutschen Menschen zu Shakespeare ist stets ein besonderes gewesen. Ein Verhältnis, weit ins Private hinabreichend, weit über die Liebe zu einem fremdvölkischen Genie hinausgehend. Das Bekenntnis zu Shakespeare war für uns Deutsche nicht nur im vorigen Jahrhundert, sondern ist heute genau so wie vorher ein Geständnis zu uns selbst. Denn was die Besten und Stärksten unter uns— jene Luther, Goethe, Nietzsche, jene Kleist, Büchner und Grabbe— in sich verspürten, das große, rauschende Naturerlebnis, das Drängen zu den Urgründen jenseits von Gut und Böse, jenseits aller sozialen Moralität und, eingeschlossen darein, das lockende Verhältnis zum Abgrund in ewigem Kampf und Gegensatz zum Willen, zur Ordnung, zur Form und zur Klarheit—: dieses alles finden wir bei Shakespeare wieder. Wir finden in ihm das Bekenntnis zum Leben und das Bekenntnis zum Chaos. Wir finden in ihm den Willen zum Plan, zum Aufbau, zur Ordnung, zur dramaturgischen Klarheit ebenso wie das Zerbrechen alles Herkömmlichen und Konventionellen, wie das Umstoßen aller Normen und Gesetze. Shakespeare zutiefst erleben, heißt für uns genau so wie für den jungen Goethe und die junge Romantik, aus den Banden und Engen der Konvention heraustreten in das ewig sich neu gebärende Fluten welterneuernder Kräfte. Aus den bisherigen Feststellungen ergibt sich für unsere heutige Stellung zu Shakespeare die Haltung eines nach neuen Idealen und Grundsätzen aufgerichteten Staates und Volkes. Denn hier zeigt sich wieder einmal, wie vieldeutig und vieldeutbar die Erscheinung Shakespeare über den Wandlungen der Zeit steht; daß der Shakespeare, wie er in den Köpfen und Herzen der Schlegel und Tieck lebte, ein völlig anderer ist, wie der Shakespeare, den wir heute sehen— vielmehr er, Shakespeare, ist nicht anders geworden, sondern wir sehen ihn anders. Und jede Generation findet in ihm neue Züge, um gleichzeitig andere, längst gefundene nicht mehr zu sehen. Der Shakespeare, den wir heute sehen und begreifen, ist der, der dem Leben mit allen seinen Melancholien und Traurigkeiten liebend zugetan war; es ist der Shakespeare, der in der Maske des wehmutsvoll lächelnden Narren mit verstehender Nachsicht über das Getriebe der Tage spricht. Das ist der Shakespeare, der mit der Wucht eines Vulkanausbruches ein Leben darstellt, wie es urtümlicher, urkräftiger, urtriebhafter nicht gedacht und gestaltet werden kann. So wie sich die Größten und Besten unserer Nation, insbesondere die der letzten zweieinhalb Jahrhunderte, an dem Werk Shakespeares emporentwickelten, so stehen auch wir heute lernend und suchend vor dieser rätselhaften, halb Mythos gewordenen Erscheinung. Und so heißt denn für uns Heutige, genau so wie für unsere Väter, nur in einem anderen und strengeren Sinne: Shakespeare spielen, Shakespeare lesen, Shakespeare verehren, nicht, den Dichter eines Nachbarvolkes kultivieren, sondern es ist eine Verpflichtung zu unserem eigenen völkischen Urgeiste. Das Bochumer Schauspiel hat es sich unter der geistigen Führung seines Leiters Dr. Schmitt immer wieder als höchste und dringlichste Aufgabe gestellt, neben den Werken eines Goethe und Schiller, die beide in großer zyklischer Form innerhalb des letzten Jahrzehntes zur Darstellung kamen, und auch des dramatischen Werkes Kleists, das im nächsten Jahre geschlossen in unserem Hause zu sehen sein wird, das dramatische Gebirge Shakespeare immer wieder freizulegen. Es gibt wohl kaum ein deutsches Theater, das so konsequent eineinhalb Jahrzehnte hindurch immer wieder den Namen Shakespeare in den Mittelpunkt seiner inszenatorischen und dramaturgischen Arbeit stellte; kaum ein deutsches Theater auch, das die Königsdramen in geschlossener Folge zur Aufführung gebracht hätte, wie es in der Shakespeare=Festwoche im Bochumer Stadttheater in der Spielzeit 1926/27 geschah. Zahlreiche Werke erlebten innerhalb dieser eineinhalb Jahrzehnte mehrere Inszenierungen. So kam der„Hamlet“ 1920/21 zum ersten Male, um dann in der vielbesprochenen und in ihren regielichen Zielsetzungen als durchaus bahnbrechend anerkannten Inszenierung 1934/35 ein neues Gesicht zu bekommen. Von den Römerdramen, die ja nun innerhalb der nächsten außerordentlichen Tagung der Shakespeare=Gesellschaft geschlossen zur Aufführung gelangen sollen, steht bereits der„Coriolan““ mit seiner äußerst interessanten Einstudierung vom Spielzeitbeginn 1933/34 her.„Julius Cäsar“ war erstmalig im Jahre 1922/23 in Bochum, um nunmehr in seiner zweiten Inszenierung zur Vorbereitung der Shakespeare=Woche zu dienen. Die beiden anderen Römer=Dramen:„Titus Andronikus" und„Antonius und Kleopatra“, werden in der nächsten Spielzeit folgen. Walter Thomas Felttage der Kinder Das Weihnachtsmärchen im Bochumer Stadttheater. Auch in diesem Jahre wird das Weihnachtsmärchen mit all seinem Wald= und Winterzauber in das Bochumer Stadttheater einziehen. Im vorigen Jahre konnte das Theater mit„Peterchens Mondfahrt" tausend und aber tausend Kinder beglücken. In diesem Jahre wird es„Brüderchen und Schwesterchen“ sein, dessen märchenbunte und erlebnisreiche Geschichte von der Bühne ber unsern Kleinen erzählt wird. Das Grimmsche Märchen wurde reizend und vielgestaltig von Trude Wehe umgearbeitet. In köstlicher Fülle ziehen die Wundererlebnisse vor den Augen unserer Kinder vorüber; Wald, Mensch und Tier werden lebendig. Die ersten Vorstellungen des Märchens werden Anfang Dezember zu erwarten sein. Wie alljährlich, wird auch diesmal einige Tage vorher ein bunter Märchenzttel unsere Kleinen über das kommende Ereignis unterrichten. Kinder und Eltern, rüstet euch zum Weihnachtsmärchen im Bochumer Stadttheater! Ein weltfältscher Dramatiker Neuer Erfolg W. G. Kluckes(Wattenscheid). Am 9. November wurde im Staatstheater Schwerin unter der Spielleitung des Intendanten Gustav Deharde Kluckes Schauspiel„Ein wunderbares Land“ mit großem Erfolge uraufgeführt. Die„Mecklenburger Zeitung“ schreibt über das Werk u..:„Diese weite Schau an historischer Zeitwende in der knappen Gestaltung des dramatischen Geschehens dieses Schauspiels sichtbar gemacht zu haben, zeugt stark für die dramatische Berufung des Dichters. Die überzeugende Gestalt des alten Königs stellt nicht nur die historische Wahrheit wieder her, sondern erhebt Menschliches fast in den Bereich mythischer Allgültigkeit.“ Um die Uraufführung von Kluckes neuestem Werk„Das Konzert des Teufels im Haag“ bewerben sich bereits zwei Bühnen. Zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Hermann Coenen (Münster). Professor Dr. Hermann Coenen, der Direktor der Chirurgischen Klinik der Westfälischen Wilhelms=Universität zu Münster, beging am 21. November 1935 seinen 60. Geburtstag. Er wurde in Tecklenburg im Teutoburger Walde geboren, wo sein Vater Kreisrichter war. Seine Jugend und die Gymnasialzeit verbrachte er in Paderborn. Lehrer waren Rudolf Virchow und Ernst von Bergmann. Am 14. September 1928 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor der Chirurgie der Westfälischen Wilhelms=Universität. Seitdem leitet er auch die Chirurgische Universitätsklinik seiner westfälischen Heimat Die Universität Münster verdankt seiner rastlosen Arbeit den Aufbau der Chirurgischen Klinik. Seine Freunde und Schüler ehrten den Gelehrten zu seinem 60. Geburtstag durch eine Festschrift. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs, Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest, Kummunalpolltik und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Feuilleion: Dr. Emil Strodtboff, Wirtschaft: Fritz Schmidt Gerichtsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Sport: Hans Hornderg, Provinz: Kurt Dörnemann, Anzeigen: Kurt Schold, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin SW. 68. Wilhelmstraße 58. Anruf: Jäger 4115 und Kartsdorst 0340 Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe, Berlin=Charlottenburg, Ublandstraße 194 Anruf C 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmüvten& Dierichs in Bochum. Rus 67551, 52. 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 güitig, Nachlaßstaffel.— DA K 35: Aber 25 500. Sprechstunden der Schriftleitung von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags). Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Die heutige Rummer umfaßt 14 Seiten Seite 3 Nr. 274„ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 22. November 1933 Iin bemipse gegen=Ern=Schwurzen=Der Das Grubenrettungswesen im Ruhrbergbau Solange Bergbau betrieben wird, hat es auch immer schon nicht an Bemühungen gefehlt, nach Möglichkeit den Gefahren, die nun einmal mit der Arbeit in den Zechen verbunden sind, vorzubeugen. Der Bergmann, der in die Tiefen der Erde eindringt, um ihr Kohlen und Erze zu entreißen, ist von besonderen Gefahren umlauert. Da ist einmal die Abgeschlossenheit vom Tageslicht, die täglich den Standort wechselnde Arbeitsweise, da ist zum andern die Gefahr des Gebirgsdrucks, das Auftreten von Gasen und Schlagwettern und was es sonst noch an Gefahrenquellen gibt. Zwar entfallen auf die Binnenschiffahrt noch mehr Unfälle als auf den Bergbau, und die Verkehrsunternehmen kommen nahe daran— indessen ist es uns hier im Ruhrgebiet nur zu sehr bekannt, daß die Grubenarbeit mit ganz besonderem Leben und Gesundheit besrohenden Schwierigkeiten verbunden ist. In fortgesetzter angestrengter Arbeit ist es gelungen, die Zahl der Unfälle auf je 10.000 Tonnen Förderkohle von 0,160 im Jahre 1867 auf 0,030 im Jahre 1933/34 herabzudrücken(Ausnahmen brachten die Jahre der starken Aufwärtsentwicklung vor dem Kriege und die Kriegs= und Nachkriegsjahre durch die erhebliche Einstellung von bergfremden Arbeitern)— dennoch ist es unerläßlich, die Gefahrenbekämpfung mit Nachdruck fortzusetzen. Das liegt im Interesse er Zechen wie dem der Belegschaft— beide müssen verständnisvoll das Ihre tun die Zahl der Unfälle zu vermindern. Aus dieser Erkenntnis heraus, wurde im Jahre 1910 durch den Bergbaulichen Verein in Essen die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen eingerichtet; im Jahre 1920 erhielt sie im Hause Rellinghauser Straße 118a ein Heim, das nun immer mehr für seine Zwecke ausgebaut wurde. Seit der Eröffnung vor 15 Jahren sind die Einrichtungen immer mehr vervollkommnet worden, wie eine dieser Tage vorgenommene Besichtigung, zu der die Presse eingeladen war, mit Genugtuung feststellen konnte. Der große Uebungsraum— ganz dem Grubenbetriebe angepaßt— die Säle mit den verschiedenen Grubenschutzgeräten und die übrigen Einrichtungen zeigten, mit welchem Ernst, welcher Umsicht hier gearbeitet wird, um das Beste zu erforschen, zu prüfen und um tüchtige Grubenwehren heranzubilden und so im Ernstfalle wirksam Hilfe leisten zu können. Ein Vierteljahrhundert hat der Leiter der Brubenrettungszentrale, Berggssessor Dr. Forstmann, unterstützt von seinenMitarbeitern und verständnisvoll gefördert durch die Zechenverwaltungen, alles daran gesetzt, um das Rettungswesen auf die höchste Stufe zu bringen. In einer anläßlich des 25jährigen Bestehens der Grubenrettungszentrale in Essen erschienenen Denkschrift ist darüber näheres ausgeführt. Das Grubenrettungswesen umfaßt alle Maßnahmen, die dazu dienen, in unatembaren Gasen Arbeiten zur Bergung von Menschen oder Erhaltung von Sacheigentum in Bergwerken untertage auszuführen. Die bei diesen Arbeiten hauptsächlich in Frage kommenden Gerätschaften sind die den Aufenthalt in giftigen oder unatembaren Gasen ermöglichenden Gasschutzgeräte und die Wiederbelebungsapparate. Der Ruhrbergbau hat sich der Fragen des Gasschutzes schon verhältnismäßig früh angenommen. r. 1853tpserpei graktische Versuche mi Haupt=Unterrichts= und Vortragssaal der Zentrale für Grubenrettungswesen in Essen. phot.: Bergbauverein Sorgfalt zuzuwenden. stelle mit Man schied von der Zentrallt zuzuwenden. Man it der Gewißheit, daß angestrengt weiter gearbeitet wird, um den„Schwarzen Tod“ zu bannen, soweit G Gr enommen. Bereits im Jahre 1811 wurden prattische Versuche mit einem Gasschutzgerät angestellt, die, gemessen an dem damaligen Stand des Problems, recht günstig ausfielen und dazu führten, daß eine Anzahl von Grubenbeamten und Bergleuten im Gebrauch von Geräten unterrichtet wurden. Doch erst die Beratungen der KnappschaftsBerufsgenossenschaft im Juni 1905 können als die ersten Ansätze für die Schaffung eines durchgebildeten knappschaftlichen Grubenrettungswesens gelten. Kurz darauf, im Jahre 1906, gewann der Gedanke der Errichtung von Zentralrettungsstellen in den wichtigsten deutschen Bergbaugebieten festere Gestalt. 1910 verfügte der Ruhrbergbau bereits über 700 Rettungsapparate und 2500 ausgebildete Mannschaften aber es fehlte noch an der Möglichkeit eines systematischen Einsatzes dieser wertvollen Kräfte. Trotzdem wurde schon Hervorragendes geleistet. Führend waren damals an der Ruhr die Zechen Rheinelbe und Shamrock, und der eigentliche Begründer des neuzeitlichen Rettungswesens, Bergwerksdirektor Dr.=Ing. e. h. Meyer, war es, der 1906 auf Veranlassung des Bergbauvereins die deutschen Bergleute zu den Rettungsarbeiten nach Courrièrs führte. Der Bergbauverein setzte am 4. Oktober 1909 eine„Kommission zur Regelung des Grubenrettungswesens“ ein. In ihr war auch Bergassessor Forstmann tätig, der später berufen wurde, das Grubenrettungswesen der Ruhrzechen zu geganisieren. Am 19. November 1919 stellte der Ausschuß durch einstimmigen Beschluß folgende Aufgaben für die Organisation des Rettungswesens fest: 1. Ueberwachung der Atmungsapparate und der hiermit ausgebildeten Mannschaften; 2. Untersuchung und Prüfung neuer Konstruktionen von Apparaten, nebst Gutachten über sie und andere Zweige des Grubenrettungswesens;: 8. Einleitung und Hilfeleistung benachbarter Zechen im Falle eines Grubenunglücks; 4. Verteilung der Apparate auf die einzelnen Schachtanlagen nach besonderen Gesichtspunkten; 5. Abschlüsse mit Firmen zur Erreichung billigerer Preise(Aufstellung von Preislisten); 8. Vermittlung der Ausbildung von Mannschaften. Diese Aufgaben sind der Hauptstelle im wesentlichen zugewiesen worden und die Richtlinien für ihre Arbeiten geblieben. 1646. Ganstcrsse Am 2. Februar 1910 erging ein Rundschreiben des Bergbauvereins an die Vereinszechen. In ihm war „als wichtigste Aufgabe für die Zentralstelle" angegeben „die Ueberwachung des gesamten Rettungswesens im hiesigen Revier sowohl der Atmungsapparate selbst als auch der damit ausgebildeten Mannschaften.“ Gleich(zeitig wurde von der Absicht der Regelung der gegenseitigen Hilfeleistung Mitteilung gemacht und zu diesem Zweck die Aufstellung eines Rettungsplans in Vorschlag gebracht. Das Rundschreiben hatte vollen Erfolg. Am 30. Juli 1910 konnte von der endgültig vollzogenen Gründung der Hauptstelle Mitteilung gemacht werden, nachdem sich die Vereinszechen zu weitgehenden Bindungen hatten bereit finden lassen. Die Hauptstelle ging seit 1. Oktober 1910 unter Bergassessor Forstmann nach Heranziehung zweier im Rettungsdienst besonders bewährter Beamten, Middendorf und Wulfmeier, mit großfer Tatkraft an die Erfüllung der ihr gestellten Aufgaben. Da eine Reihe von Gruben keine genügend ausgebildeten Führer und Gerätewarte besaß, wurden Unterrichtskurse eingerichtet. Verhältnismäßig schnell gelang es einen Rettungsplan zu schaffen, in dem jede einzelne Schachtanlage verzeichnet war, unter Angabe derjenigen benachbarten Gruben, die im Ernstfalle Hilfe zu leisten hatten. Dieser Plan wurde allmählich durch Einzelanweisungen über Aerzte, Krankenhäuser, Sanitätskolonnen usw. bis in jede denkbare Einzelheit weiterentwickelt. Kurz nach dem Kriege, als die Hauptstelle weiter ausgebaut wurde, wurde Herr v. Hoff; der sich als ehemaliger Unterseebootsoffizier mit den Fragen des Gasschutzes befaßt hatte, als stellvertretender Leiter eingestellt. Von 1921 an, nachdem die Hauptstelle ein für ihre Zwecke umgebautes Haus in der Rellinghauser Straße zu Essen bezogen hatte, dehnte sie ihr Tätigkeitsgebiet wesentlich weiter aus. Sie ging zu systematischen Uebungen über. Zahlreiche Unterrichtskurse wurden abgehalten, Geräte wurden geprüft, und es wurde an ihrer Weiterentwicklung mitgearbeitet. Leider hat die Hauptstelle auch einen schweren Verlust zu beklagen. Bei einem Grubenbrand auf der Zeche ver. Welheim im Jahre 1922 verunglückte ihr langjähriger und erfahrener Beamter Middendorf tödlich. Auf den der Hauptstelle angeschlossenen Zechen des Oberbergamtsbezirks Dortmund waren im Jahre 1935 ungefähr 3500 ausgebildete Grubenrettungsmannschaften vorhanden; dazu kommen noch 1000 Angehörige von Gasschutzwehren der Kokereien und Nebengewinnungsanlagen. Die Zahl der Gerätewarte beläuft sich auf rund 300. Alle Gruben besitzen eigene freiwillige Wehren, einige außerdem Berufsfeuerwehren, die gleichzeitig im Gasschutz für unter Tage ausgebildet und jederzeit alarmbereit sind. Ein besonderes Kapitel widmet die Denkschrift der Entwicklung der Gasschutzgeräte, die seit 1924 ein erfreulich schnelles Tempo angenommen hats Allmählich kam es auch zu fruchtbringendem Zusammenarbeiten der Hauptstelle mit Feuerwehr=Fachleuten, Persönlichkeiten der Technischen Nothilfe, mit Aerzten, den Technischen Hochschulen, Bergschulen usw. Der Bericht bringt auch eine eingehende Schilderung der bei einem Gr benunglück erforderlichen Rettungsmaßnahmen. An der Ausbildung von Rettungsmannschaften beteiligt sich auch die Bergschule in Bochum, die gleichfalls über Uebungsräume, Taucherschacht und Schutzgeräte verfügt. Jeder Führer und Wehrmann hat fünf Uebungen zu machen: drei im Rauch, eine unter Tage und eine, die der theoretischen Unterweisung dient. Die auf jeder Zeche befindliche Grubenwehr steht unter Leitung eines Oberführers; jede Gruppe umfaßt acht Mann und zwei Führer. Bei größeren UnWA . Ein Blick in den Beobachtungsraum fällen werden die Wehren von vier Nachbarzechen herangeholt und erforderlichenfalls die Mannschaften der Die Initiative gerade zu den wichtigsten Maßnahmen des Grubenrettungswesens ist vom privaten Unternehmertum des Bergbaus und seinen Organisationen ausgegangen. Ebenso hat der deutsche Bergbau freiwillig seine Einrichtungen(Hauptstellen) für Grubenrettungswesen geschaffen, die in der ganzen Welt als vorbildlich anerkannt und vielfach auch von Ausländern besucht werden. Diese Erscheinung ist verständlich; erwuchs sie doch aus dem in Deutschland besonders ausgebildeten Geist bergmännischer Kameradschaft. Schon aus diesem Grunde kann das bergmännische Rettungswesen Anspruch auf besondere Achtung und Beachtung innerhalb des Gesamtgeschehens der sozialen Sorge erheben. Bergassessor Dr. Forstmann konnte in seinem Vortrage feststellen, daß die heutigen Gasschutzgeräte so durchgebildet sind, daß sie jeder Anstrengung gewachsen sind, doch ist es geboten, daß der Gasschutzträger mit seinen Kräften dies menschenmöglich ist. Deutsche Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit, echte Bergmanns=Kameradschaft haben in diesem Sinne einen festen Bund geschlossen. ap. Dr. Walther Hiby 1 Kraftwagenunfall auf der Geschäftsreise Auf einer Geschäftsreise von Holland nach Stuttgart erlitt am Dienstag abend der Teilhaber der Firma Dr. C. Otto& Comp. Dr. phil. Walther Hiby einen schweren Kraftwagenunfall an dessen Folgen er kurz darauf verschied. Der Verstorbene hat sich um die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zum Auslande anerkannte Verdienste erworben. In Lebensgefahr Radfahrer schwer verunglückt Nachdem erst am Montag ein Radfahrer in Bochum durch einen Verkehrsunfall tödlich verletzt wurde, ereignete sich am Donnerstag erneut ein fast gleichartiges Unglück, dessen Opfer ebenfalls ein Radfahrer war. Morgens 10.30 Uhr wurde der Radfahrer., der als Eleve bei einem Bauern in Bochum=Weitmar tätig ist, an der Ecke Am Kuhlenkamp—Natorpstraße von einem Lastkraftwagen angefahren. Er erlitt dabei einen doppelten Schädelbruch und wurde, in Lebensgefahr schwebend, in das Krankenhaus Bergmannsheil in Bochum eingeliefert. Nach Auskunft des Krankenhauses war bis Donnerstag abend 22 Uhr im Befinden des Verunglückten keine Verschlechterung eingetreten, jedoch schwebte er weiter in Lebensgefahr. Nächtlicher Sturz eines Motorradfahrers auf der Trankgasse Am 21. November, gegen.10 Uhr, fuhr ein Motorradfahrer aus Bochum mit seinem Motorrade durch die Trankgasse. Dabei stieß er gegen einen Bordstein und er sowie seine Soziusfahrerin fielen auf die Straße. Beide erlitten erhebliche Kopfverletzungen. Sie wurden dem Elisabeth=Krankenhause zugeführt. Dort erwiesen sich die Verletzungen des Motorradfahrers doch als leichterer Natur, so daß er nach ärztlicher Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. Bei der verletzten Soziusfahrerin besteht keine Lebensgefahr. Weitere Vergehen gegen Frauen und Kinder— Helft den Täter finden! Nachdem schon verschiedene ähnliche Fälle gemeldet werden mußten, teilt jetzt das Polizeipräsidium Bochum neuerlich folgendes mit: Etwa Mitte Oktober 1935 ist in der Bessemerstraße ein Schamverletzer aufgetreten, der sich Kindern gegenüber in nicht wiederzugebender Art und Weise aufführte. Der Täter stellte sich in einen Hausflur und machte Kinder durch Ansprechen auf sein schändlicher Treiben aufmerksam. Beschreibung des Täters: mittelgroß, er trug weißen Kragen und Schlips, dunklen Anzug, dunklen Hut und hatte auffallend dunklen, starken Stoppelbart. Etwa um dieselbe Zeit hat in verschiedenen Häusern der Bessemerstraße ein Mann vorgesprochen, der Kohlen zum Verkauf anbot mit dem Hinzufügen, er sei auf Zeche„Engelsburg" beschäftigt und müsse jetzt, da er nach Ostpreußen verziehe, seinen Kohlenvorrat verkaufen. Dieser Mann hat Frauen gegenüber zweideutige Redensarten geführt und erscheint dringend verdächtig, mit dem Schamverletzer personengleich zu sein. Dieser Mann wird wie folgt beschrieben: Etwa 35 bis 40 Jahre alt. 1,68 bis 1,70 Meter groß, bartlos, volles rundes Gesicht, dunkle Gesichtsfarbe, trug blaue Schirmmütze und braunen Anzug. Personen, die zur Sache irgendwelche Angaben machen können, werden gebeten, ihre Anschrift der Kriminalpolizei in Bochum. Uhlandstraße Nr. 35, Zimmer Nr. 86, mitzuteilen. Auf Wunsch werden alle Angaben vertraulich behandelt. Radfahrer, paßt auf! An der Ruhrschnellstraße widmete die Polizei am Donnerstag den Verkehrsübertretern ihr besonderes Augenmerk. Die Radfahrer, die ohne Gepäckträger schwere Lasten bei sich führten, mußten das Ventil des Vorderrades abgeben und den weiteren Weg zu Fuß antreten. Außerdem gab es noch eine gebührenpflichtige Verwarnung. Die Radfahrer, die ihren Rückstrahler unvorschriftsmäßig angebracht batten, müssen ihr Rad in den nächsten Tagen auf der Wache vorführen. Das ist das „Deusun naß Reiche siege stenen! Kreisausschußtagung für den Reichsberufswettkampf 1936 Beim Transport eines Verletzten phot.: Vaginer Oberbannführer Hans Strube bei seiner Ansprache in der phot...-Muthhern. Verwaltungsakademie Der dritte Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend in Bochum wird nicht nur was die Zahl der Teilnehmer, sondern auch was die Großzügigkeit der gesamten Durchführung anlangt, die Masse seiner Vorgänger bei weitem übertreffen. Er wird zwar durchaus auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre aufgebaut Seite 4 Nr. 274 Bochumer Anzeiger„ Freitag, 22. November 1933 sein, aber in sehr wesentlichen Punkten auch andere Wege beschreiten und sich vor allem über einen ungleich längeren Zeitraum erstrecken. Ueber die Durchführung gab die erste Kreisausschußtagung, die am Donnerstag abend in der Verwaltungsakademie stattfand, bereits in großen Zügen einen Ueberblick. Die Tagung wurde in dem mit den Fahnen der Deutschen Arbeitsfront geschmückten Saale mit einem Liede der Singschar des Jungvolks eröffnet. Der Kreisjugendwalter der DAF., Adolf Jost, richtete einige Begrüßungsworte an die Anwesenden, die berufen seien, in vorderster Front an der Durchführung des Reichsberufswettkampfes 1936 mitzuarbeiten. Der Reichsberufswettkampf sei und bleibe die große freiwillige Selbstprüfung der schaffenden Jugend Deutschlands. Er sei ursprünglich zu dem Zweck geschaffen worden, einen Prüfstein zu bilden für das Maß der Ausbildung innerhalb der einzelnen Berufsgruppen, und es habe sich gezeigt, daß es mit dieser Ausbildung aft nicht weit her gewesen sei. Mit der beruflichen Leistungsprüfung, so führte der Kreisjugendwalter aus, sei aber die Aufgabe des Reichsberufswettkampfes noch nicht erfüllt, denn über die berufliche Schulung hinaus solle er Zeugnis davon ablegen, was für die weltanschauliche Schulung der deutschen Jugend getan werde, und hier müsse das Leitwort aller Arbeit sein: Wie wir die Jugend erziehen, so wird die Zukunft aussehen! Auf die Gestaltung des Reichsberufswettkampfes eingehend. führte der Redner aus, daß sich insgesamt die Arbeit in drei große Abschnitte gliedere die den Kreislauf eines ganzen Jahres ausfüllen. Die Vorbereitung erstreckt sich von Oktober bis Februar, die Durchführung dauert von Februar bis Mai, so daß die Zeit von Mai bis Oktober der Auswertung vorbehalten bleibt. Der Redner schlaß mit einem Anvell an die anwesenden Gefolgschaftsführer, die Durchführung des Reichsberufswettkampfes in Bochum vom 2 bis 15. Fehruar nach Kräften zu unterstützen, und bat sie insbesondere. den bei der Durchführung beteiligten Gefolgschaftsmitgliedern durch Gewäh rung eines zusätzlichen bezahlten Urlaubs die Möglichkeit zu geben, ihre Kräfte voll und ganz der großen Aufaabe zu widmen. 45n Ausgebend von dem Wort des Reichsjugendfuhrers, daß der Reichsberufswettkampf das Symbol der neuen Jugend sei, erläuterte Oberbannführer Hans Strube den Sinn dieser großen Leistungsschau. Sozialismus sei nicht die Frage des Stunden= oder Schichtlohns, sondern das zur Tat gewordene Gemeinschaftserlebnis, dem der Reichsberufswettkampf diene. Nach zwei Jahren der Erfahrungssammlung und Vorbereitung sei jetzt die Zeit gekommen, die Idee dieser Veranstaltung in ihrer ganzen Größe und Tiefe zu verwirklichen. Kreiswalter der DAF., Paul Meinert, wies einleitend auf die Schwierigkeiten hin, die der Organisation des Reichsberufswettkampfes insofern entgegengestanden haben, als es in keinem Lande der Welt etwas Aehnliches jemals gegeben habe und daher auf irgend welche organisatorischen Vorbilder hätte verzichtet werden müssen. Der Kreiswalter machte sodann einige aufschlußreiche Angaben über die bei den vergangenen Wettkämpfen in Bochum gemachten Erfahrungen. Die Bochumer Ergebnisse in den beiden letzten Jahren seien durchaus nicht glänzend gewesen. In den einzelnen Berufsgruppen hätten nur fünf bis sieben vom Hundert der Beteiligten die Siegerbedingungen erfüllt. Unter den Reichssiegern sei Bochum nicht vertreten gewesen. „Das ist kein Ergebnis für eine Stadt wie Bochum", rief der Redner aus,„das muß im kommenden Jahre anders werden, Bochum muß mehrere Reichssieger stellen, Bochumer Jungen und Mädel müssen zum Führer kommen!" Der Kreiswalter teilte mit, daß die Beteiligung am kommenden Reichsberufswettkampf in Bochum mit 4500 Jungen und Mädeln außerordentlich groß sei. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß der kommende Kampf die Bochumer Vertreter auf dem Posten sehen werde und daß am Schluß Bochum im Hinblick auf die Leistungen seiner Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen sagen könne:„Wir sind stolz auf sie!" Aus der katholischen Gemeinde. In der Bürgergesellschaft fand am Sonntag ein gut besuchter Pfarrgemeinschaftsabend der Propsteipfarrei statt. Nach eroffnenden Grußworten stand im Mittelpunkt des Festabends die Ansprache des Jesuitenvaters Schäfer aus Dortmund, der den Apostolatsgedanken zum Kernpunkt seiner Ausführungen machte. Unterhaltende Darbietungen gaben der Feier eine prächtige Umrahmung.— Am Samstag wird das Fest des heiligen Clemens begangen. Mit dem nachsten Sonntag, dem Totensonntag, nimmt das Kirchenjahr seinen Abschluß. Evangelisationsvorträge. Man teilt uns mit: Die Evangelisationsversammlungen in der Auferstehungskirche, Alleestraße 48, erfreuen sich eines sehr guten Besuches. Es ist ein Erlebnis, den zeitgemäßen Ausführungen des Predigers C. Rappe zu folgen. Es kamen zum Vortrag die Themen:„Das Geheimnis unserer Lebensführung",„Das Verhängnis der Halbheit".„Lebenshemmungen und ihre Ueberwindung", „Quellenmenschen und ihre Macht". Freitag abend 8 Uhr gedenkt der Vortragende über das Thema zu reden:„Gemeinschaftsbewußtsein als Gradmesser des Lebens" und Sonntag abend 6 Uhr:„Im Kampf um das Ziel." Jedermann ist willkommen. Zwei Räder von einem Handwagen gestohlen. In der Nacht zum 15. November wurden von einem Handwagen hinter dem Hause Wohlfahrtstraßen# zwei Räder abmontiert und entwendet. Es hancrtt sich um rot gestrichene Räder mit einem Durchmesser von 50 bis 60 Zentimeter und einer Felgenbreite von 1½ Zoll. Wer kann Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 85, Zimmer 242. mildernde Umstände zu, weil sie die Urkundenfälschungen und die Betrügereien in der Hauptsache begangen hatte, um überhaupt von dem Alten wieder loszukommen. So kam die B. noch mit einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten davon. Trübe 71jähriger auf Herzenspfaden Gensunk Kiierer. scheinung?. Bilder aus Bochumer Gerichtssälen Wer da etwa glaubt, daß Leute, die 71 Lenze auf dem Buckel tragen allesamt über den Sehnsuchtsdrang des Herzens hinaus wären, erliegt einem Trugschluß. Es haben doch nicht alle„alles hinter sich", und „recht tugendlich“ gebärden sie sich in einem solchen Gefühlszustand auch nicht, der ihnen auf einer früheren Strecke ihrer Lebensbahn wohl besser und vor allen Dingen weniger komisch angestanden hätte. Da zum Unglück auch die Frauen nicht alle zu werden scheinen, die beim Anblick einer wohlgefüllten Brieftasche einen peinlichen Altersunterschied und eine Reihe anderer, sehr gebotener Hemmungen mit bewundernswerter Arglosigkeit verwinden, können sich so abstoßende und unerfreuliche Episoden entwickeln, wie sie— Gott sei Dank doch selten— das Schöffengericht Bochum in einem Falle zu erörtern hatte. Unter der Anklage fortgesetzten Betruges und schwerer Urkundenfälschung stand eine 36jährige Ehefrau B. aus Bochum vor den Richtern. Sie war zu den ihr vorgeworfenen Straftaten auf etwas absonderliche Art gekommen. Der zum Termin als Zeuge erschienene 71jährige H. ist Invalide, besitzt ein Haus und recht ansehnliche Barersparnisse. Im März des vorigen Jahres verlor H. seine Frau. Im Juli des gleichen Jahres nahm er die Familie der Angeklagten zu sich in das Haus, die ihm seit langem bekannt war. H. hielt sich nun in dem Haushalt der Ehefrau B. mit einer Gründlichkeit auf, die bald Anlaß zum Treppengeflüster der anderen Bewohner gab, von denen nicht ohne Grund angenommen wurde, daß H. für die Ehefrau B. deutliche Sympathien hegte. Seine Verliebtheit ging sogar soweit, daß er allerhand Neuerungen im Hause anlegen ließ, so eine Waschküche, frischen Fußbodenbelag, Ausbesserungen, alles Dinge, für die er zu Lebzeiten seiner Frau wegen der Kosten keine Neigungen verspürte. Er versaumte auch nicht, sich bei der B durch Tellerspülen, Geschirrabtrocknen und andere Hilfeleistungen beliebt zu machen und hatte unbegreiflicherweise auch Erfolg. Der Ehemann der., dem zwar die verliebte Geschäftigkeit des Alten nicht entging, hatte von der weitgehenden Herzlichkeit dieses Einvernehmens allerdings keine Ahnung. Eines Tages hatte dann die Ehefrau B. doch die Freude an dem Liebesidyll verloren, wurde aber jetzt den Geist, den sie gerufen hatte, nicht wieder los. Um ihn endgültig abzuschütteln, erzählte sie ihm dann ein Märchen über ihren Gesundheitszustand. Unter anderem erklärte sie dem Alten, daß sie eine längere ärztliche Behandlung, Bestrahlungen und dergleichen mehr nötig habe. Besorgt rückte H. mit den ersten Geldern heraus, besorgt nahm er immer wieder zur Kenntnis, daß die Besserung leider nicht im gleichen Maße wuchs wie seine geldlichen Opfer anstiegen. Die Summe, die er insgesamt auf die„Wiedergenesung“ der Angeklagten im Laufe der Zeit hergab, erreichte den stattlichen Betrag von fast tausend Reichsmark. Da die Ehefrau B. diesen Wohlstand zu Haus bei ihrem Manne natürlich nicht merken lassen durfte, ging das Geld bei alkoholreichen Festen dahin, die in leichtlebiger Gesellschaft in Gelsenkirchener Lokalen veranstaltet wurden. Schließlich kam aber auch der Zeitpunkt, in dem selbst der alte H. der Krankheitsgeschichte nicht mehr traute. Er wünschte Belege. Umgehend begab sich die B. daran,„ g„ P „arztliche Rechnungen“ anzufertigen mit erdichteten Honoraren, über deren Höhe jeder Mediziner vor Neid erblassen„müßte, Aeußerlich sahen die„Rechnungen, ohne jeden Vor##uck mit den phantasievollen Namenszugen gar nicht existierender Aerzte wenig nach den Honoraraufstellungen aus, wie sie üblich sind, und eines Tages kam der Betrug ans Licht. H. stritt vor Gericht, trotz ernster Vorhaltungen des Richters, jede engere Beziehung zu der Angeklagten ab, so daß das Gericht, um ihn vor dem Veroach: des Meineides zu bewahren, von seiner Vereidigung Abstand nahm. Die ganz anders lautenden Darstellungen der Angeklagten, die in jeder Beziehung gestandig war, ließen für das Gericht keinen Westdeutschland befindet sich noch unter dem Einfluß ozeanischer Luftmassen, die zum Stillstand gekommen sind, da von Osten her kontinentale Kaltluft vorstößt und unter Schneefallen bereits bis zur Oder vorgedrungen ist. Dadurch herrschte bei uns am ganzen Tage bedeckter Himmel mit ausgedehnten Regenfällen vor. Unser Gebiet bleibt vorerst noch im Grenzgebiet zwischen den wärmeren westlichen und den kälteren östlichen Luftmassen. Erst mit dem weiteren Vordringen des kalten Oststromes ist mit dem Einsatz winterlicher Witterung zu rechnen. Aussichten für Freitag: Mäßige Winde aus Süd und Südost, in den Morgenstunden neblig, tagsüber meist bedeckt mit einzelnen Niederschlagen, in den höheren Lagen Schnee, Tagestemperaturen bis auf sechs Grad ansteigend, nachts stärkerer Temperaturrückgang, leichter Bodenfrost. Wahrscheinliche Weirereurwicklung: Weiter unbeständig. Donnerstag, 21. November Barometer 24 Uhr 761·0 Thermometer 3. Uhric# 8 Zeiten für Sonne und Mond am 22. November: S Aufg 802, Unterg. 16.24:( Aufg..04. Unterg. 14.23 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Weitere Lokalnachrichten auf Seiten 10 und 12 Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft, 3. Bezirk. Nächster Kameradschaftsappell am Samstag, 23. November, 19.30 Uhr, bei Kappert. 78026 Stadttheater: Geschlossen. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Ein Herz für ein Lied. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Peer Gynt. Lichtburg: ab 15 Uhr:... nur ein Komödiant. Lichtspielhaus: ab 15 Uhr: Winternachtstraum. Odeon: ab 16.30 Uhr: Blutsbrüder. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Blutsbrüder. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Das Mädchen Johanna. Weltlichtspiele: ab 15 Uhr: Der bunte Schleier. Apollotheater: ab 15 Uhr: Polizei=Auto 99. Capitol: ab 15 Uhr: Liebesleute. hortschritt-—— Reise-— Lielerkeit: Körting-Radio KEE 2) Das Baby quarrte um einige Grade lauter. In seinen Augenwinkeln perlten zwei winzige Tränen. Aus dem schiefgezogenen Mündchen aber quollen jetzt erstaunlich kräftige Klagetöne, in die sich zum Ueberfluß auch das Winseln des Hundes mischte, der unruhig geworden war. Konrad, hilflos und von schmerzlichem Mitleid bewegt, steckte dem Kind seinen Zeigefinger in den Mund. Eine Weile lang ließ sich diese Täuschung aufrechterhalten. Dann spuckte der Säugling Konrads Finger aus und nahm seine Zuflucht wieder zu ergreifenden Rlagettven. f inm e5 zyrsiedrich war es, der die Sttuation mir einem rasch aus einer Schublade genommenen Gummifinger rettete. „Mann!" staunte Konrad.„Du bist ja direkt scheenial! Ich wer' ihn brühen, und denn kann es dem Kind ja nichts schaden, daß er mal auf meinem schlimmen Finger gesessen hat.“.... Ti.hrix u. e g. „Dat mein ick ok!“ bekraftigte Frieolich, und so verwirklichten sich die Hoffnungen des Baby doch noch. Es sog und schmatzte, während von Zeit zu Zeit kleine Milchbläschen in seinen Mundwinkeln erschienen und verschwanden, die ganze Flasche leer. „So“, sagte Konrad.„Nu wer ich ihn trockenlegen.“ Er besorgte dieses Geschäft mit ungemein wichtiger Miene auf dem Küchentisch, warf die nasse Windel auf die Erde und starrte einen Moment lang in Verblüffung auf den entblößten Körper des Säuglings. Als er die reine Windel über die rosigen Oberschenkel legte, sah Friedrich mit Verwunderung, daß sein Gesicht krebsrot und unverkennbar verlegen geworden war. „Was is?“ erkundigte er sich besorgt. „Ein Mädchen is!“ kam es patzig zurück. Friedrich lehnte sich überrascht gegen die Lehne des Küchenstuhls.„Na, dit is en Ding...„„. In diesem Augenblick drang aus dem Innern des so lange als Junge angesprochenen Babys das Konrad eben aufhob, ein tiefes, kollerndes Geräusch. „Oha!“ wunderte sich Friedrich.„Rülpsen kann se.. dat soll woll wahr sin!;„.5 „Das is alles naturlich, verundete Konrav sehr vornehm. „Und nu könn'n wir ja denn endlich schlafengehen. * Dr. Claudius schlief schlecht in dieser Nacht. In seinen Ohren lebten die längst verstummten, quarrenden Töne des Säuglings weiter, führten ihn in die Vergangenheit zurück, an die er nur ungern dachte, und veranlaßten ihn, sich unruhig im Bett hin und her zu „Fünfzehn Jahre war es her, daß in diesem Hause sein eigenes Kind geboren wurde. Sein Sohn, der nun mit der Mutter in einem fremden Lande lebte... Als das Kind acht Jahre alt war, hatte sie ihn verkassen war mit dem Jungen geflohen. Geflohen vor ihm, der doch wahrhaftig nur das Beste für beide gewollt War es denn wirklich so grausam, wie Olga behauptet hatte, ein Kind ohne Märchen, ohne falsche Illusionen und trügerische Hoffnungen zu erziehen? Als er ihr verbot, dem Kinde Geschichten zu erzahlen, hatte sie geweint, wie wenn es gestorben wäre. Und als er sie auf den Schoß nahm und ihr sanft erklärte, daß Märchen, wie überhaupt alles, was der Phantasie Nahrung gäbe, eventuell schlummernde Anlagen zur Unwahrhaftigkeit fördern müßte, hatte sie sich von ihm losgerissen und war weinend auf ihr Zimmer gegangen, wo sie sich mit dem Jungen einschloß. Ja, so hatte es angefangen... Von dem Augenblick an, als der Junge Verstand bekam, hatte der Kampf um ihn begonnen. Zuerst tastend und mit gegenseitigen Versuchen der Verständigung, dann erbittert, von beiden Seiten mit eiserner Konsequenz aufrechterhalten. Und dann fingen die Heimlichkeiten an... Das Kind wurde scheu gegen ihn. Er wußte mit untrüglicher Sicherheit, daß es heimlich mit Märchen gefüttert wurde. Er sagte es seiner Frau auf den Kopf zu, und sie log. Er sagte es wiederholt, und sie,— in einem Anfall von Trotz— gab es herausfordernd zu. Da kam ihm in einer schlaflosen Nacht der Gedanke, den Sohn in ein Alumnat zu geben, um ihn dem Einfluß der Mutter zu entziehen. Er ließ sich Prospekte senden, verschloß sie in seinem Schreibtisch und schwieg. ... Dann aber kam etwas, womit er nicht gerechnet hatte. Von einer dreitägigen Geschäftsreise zurückkehrend, fand er ein leeres Haus. Auf seinem Schreibtisch lag über einem jener Prospekte, der auf unerklärliche Art in Olgas Hände gelangt sein mußte, ein weißes Kuvert, das er mit zitternden Fingern aufgerissen hatte, um einige kurze Zeilen zu lesen, in denen sie mitteilte, daß sie sich ihr nicht nehmen lasse, und falls er diese Absicht in Zukunft nicht aufgäbe, ohne Besinnen für sich und das Kind die letzte Konsequenz ziehen würde. Das möge er ihr glauben...„" 141 g. Punt fl. O ja, er hatte ihr gegraube. Er kannte sie zu gut, um nicht genau zu wissen, daß er nun so oder so verloren hatte... Nach Wochen lethargischer Versunkenheit hatte er durch seinen Anwalt den Verbleib seiner Familie erforscht. Am selben Tag, da er die Adresse in Händen hatte, gingen dreihundert Mark auf den Weg nach Berlin. Es war ihm unerträglich, zu denken, daß es Olga und dem Kind an etwas fehlen könnte. Nun, da er das Seine getan hatte, fühlte er sich fast ein wenig erleichtert. 5 Sein„ Sieben Jahre war das nun her. Seine regelmäßig an jedem Monatsersten abgehenden Geldsendungen waren nie zurückgekommen, bis vor zwei Jahren eine Postanweisung mit dem Vermerk unbekannt verzogen“ ihn vor die alte Sorge stellte. Wieder fand er den Weg zum Anwalt. Nochmals schwebte er tagelang in Ungewißheit. Dann kam die Nachricht, daß Olga mit dem Jungen ins Ausland gegangen sei. Und von da an wußte er nichts mehr........„.. g 75 Dr. Claudius schlief erst ein, als der Morgen schon fahl heraufstieg. Auf seinem Gesicht lag, auch als er mit einem Ruck erwachte, noch immer jener Ausdruck schmerzlichen Suchens, den es bei seinem trostlosen Starren in die Schwärze der Nacht gehabt hatte. Der Schlaf hatte ihn nicht daraus zu lösen vermocht Dr. Claudius betrat das Bürgermeisteramt mit widerstreitenden Empfindungen. Während der drei Wochen, die das Baby nun in seinem Hause lebte, war es ihm irgendwie ans Herz gewachsen. Er hatte sich daran gewöhnt, morgens, ehe er in die Ziegelei einmal seinen Kopf über das weiße Gitterbettchen zu neigen und auf das leise Krähen des Kindes zu warten. Danach pflegte er vorsichtig seinen Zeigefinger in die winzige Hand zu schieben und geduldig auf den schwachen Druck zu harren, der den Finger bald darauf um„Sie kennt Herrn Doktor schon“ hatte Konrad gemeint, als der kleine, zahnlose Mund sich sogar zu einem keimhaft schwachen Lächeln verzogen hatte, das im Augenblick wieder verweht war. Dieses Lächeln, verbunden mit der Erinnerung an das jammervolle Weinen des Tages nach seinem Einzug, der Sanitätsrat Abel Gelegenheit gegeben hatte einen schweren Darmkatarrh festzustellen und sich über die Gefahren der Verwendung unsterilisierter Milch als Säuglingsnahrung ausgiebig zu verbreiten, war es, was ihm das Baby näher gebracht hatte. Weshalb ließ ihn der Bürgermeister rusen?... Solten die seinem Hirn geinzhrggegger braunen Pappkarton“ zur Sensation der kleinen Stadt geworden war, irgendeinen Erfolg gezeitigt haben? Die Antwort auf die stumme Frage wurde ihm durch den Bürgermeister selbst, der in einer langen Rede darlegte, daß, da sich einwandfrei ergeben habe, daß die Eltern des Kindes weder aus der Stadt noch aus den umliegenden Ortschaften stammen könnten, die Behörde für diesen Fall weder verantwortlich noch zuständig sei. „Wir sind machtlos“, versicherte er mit einem warmen So— sind Sie das!“ meinte Dr. Claudius Darf ich nun fragen, wie sich der Knabe befindets“ forschte Bürgermeister Siemann, in dem Bestreben, das Gespräch nicht versickern zu lassen. „Es ist ein Mädchen", bekundete Dr. Claudius „Ein Mädchen!“ Der Bürgermeister erhob sich.„Sie sagten aber doch damals...„ „Nun ja, es hat sich eben erst sputer herausgestellt.“ Der Bürgermeister hielt es für nötig, das am ersten Tag nach dem sonderbaren Auftauchen des Babys aufgenommene Protokoll sofort zu ändern. Während er im Vorzimmer einem der Schreiber Weisungen gab, veränderte sich das Gesicht Dr. Claudius'. Als der Bürgermeister zurückkehrte, tastete sein unsicherer Blick über eine Maske des Hochmuts, deren linker Mundwinkel scharf nach unten gebogen war.„.91gt Jo „So“, ächzte er verwirrt.„Das ware erle#igl. Gu, ich fragte gerade, wie sich das kleine Mädchen befindet. „Das kleine Mädchen“, sagte Dr. Claudius eiskalt, „schläft im Kinderbettchen meines Sohnes. Und es ahnt nicht, was für ein armes kleines Mädchen es ist!... Es scheint sein Schicksal zu sein, von allen abgeschoben bedauerlicher Fall“ seufgte der Bürgermeister. „Bedauerlich gewesen!" betonte Dr. Claudius aufstehend.„Denn ich habe mich entschlossen, das Kind zu behalten. Ich werde mich mit meinem Anwalt beraten, was zu tun ist, um eventuelle Rechtsfragen zu erledigen, die einer Adoption noch im Wege stehen könnten. Als ich Ihnen nämlich den Fund des Kindes meldete, hatte ich nicht die Absicht, es abzuschieben, wie es erst die Eltern und dann die Stadt, vertreten durch sönlichkeit, getan haben. Es lag mir daran, die I tität des Kindes festzustellen, und das nicht etwa in der Absicht, es wieder seinen gewissenlosen Eltern zu überlassen, sondern, um es irgendwohin zu geben und zu einem anständigen Menschen erziehen zu lassen... Ihre Verkennung der Sachlage, die Sie annehmen ließ, ich wolle der Stadt die Obsorge für das unglückliche Wesen anheimstellen, und die mir in beachtlicher Diplomatie beizubringen trachtete, daß das Kind hier weder Heimat noch Schutz finden könne, da es nicht zuständig sei, hat nun insofern eine Aenderung herbeigeführt, als ich mich entschlossen habe, es in meinem Hause zu behalten. Es wird als meine Tochter aufwachsen und erbberechtigt sein. Was aus ihm wird, weiß ich nicht. Jedenfalls aber habe ich dann, so oder so, meine Pflicht getan, und nicht mich feige gedrückt...“ Die letzten Worte waren mit verdichteter Verachtung geradezu geladen. Auch der Bürgermeister, der eigentlich in die Klasse der Dickhäuter gehörte, fühlte ihren Stachel. „Sie tun ein gutes Werk“, brummelte er salbungsvoll.„Möge der Himmel Sie belohnen.“ Dr. Claudius nahm seinen Hut in die rechte Hand und sah den Bürgermeister sehr von oben herab an. „Ich habe nicht die Absicht, mit dem Himmel wie mit meinen Kunden über Preise zu verhandeln“, sagte er kühl.„Adieu, Herr Bürgermeister.“ Des dicken Siemann gutgepolsterte Hand sank schlaff in die Hosentasche ihres Herrn. Dr. Claudius hatte sie nicht mehr angerührt... Mit gesenktem Kopf trat er den langen Heimweg an und machte sich mit nachdenklich gerunzelter Stirn heimliche Vorwürfe darüber, daß er den Bürgermeister fast belogen hatte. Oder war es keine Lüge, daß er vom Anfang an für das Kind zu sorgen bereit gewesen war?... Er wußte es nicht mehr Seine fanatische Liebe zur Wahrheit begann ihn wieder zu quälen. Er zergliederte jeden Gedanken, den er gefaßt, jede Tat, die er getan, seit das Baby in seinem Hause war. Befand sich nicht manches Unverständliche darunter, was die Erklärung zu befürworten schien, daß der Wunsch, dem kleinen Wesen Heim und Schutz zu geben, schon lange versteckt in seinem Unterbewußtsein geschlummert hatte?... Wie hätte er ihm sonst das Bett des eigenen Kindes geben können... Nein— ganz zuerst war es ihm wohl sehr ungelegen gekommen.. aber als es krank wurde... Ja, damit fing es an, ihm näher zu rücken.„Und, so. fand er heraus, daß das Baby mittels eines Darmiatalih#, der am zweiten Tag seiner Anwesenheit einsetzte eben an diesem Tag sein Kind geworden war. Das schäbige Benehmen des Bürgermeisters hatte auf die Veränderung in seiner Einstellung zu dem Kind also(wunderbare Erleichterung!) keinen Einfluß... So belog sich der wahrheitsliebende Dr. Claudius, aller Logik spottend, auf der Suche nach dem Wahrheit. Und wiederum aller Logik Hohn sprechend, fand er trotzdem die richtige Schlußfolgerung, denn das Baby war wirklich im Augenblick seiner Erkrankung sein Als sein Vater ihn vor Jahrzehnten Phlosophie studieren ließ, eignete er sich zum Philosophen wie nun, jeder mag sich selbst einen Vergleich hierfür suchen. Es gibt ja in dieser Beziehung genügend MöglichRätselhaft, wie er den Doktortitel errang, rätselhaft auch, was er unter der Studentenschaft angerichtet hätte, wenn nicht der plötzliche Tod seines älteren Bruders, seine Dozentenlaufbahn jäh erwürgend. ihn zu einem Beruf gezwungen, der fast ausschließlich mit u tin bette.. Fortsetzung folgt.) Seite 5 Nr. 274/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 22. November 1933 Der Prozeß Erna König vor dem Ende SachverstunsrZentenstirt auf dem=Heheruntk Ve## baliehine Vrst der diasen VerSchneller Schluß in Sicht... Bersmgtelnachelentetrihe Zomföioterausaus En erballeboschostungeles M. F Essen, 21. November. Nach der Art des Konflikts, wie er zwischen dem Gericht und den Sachverständigen am Dienstag offen zum Ausbruch kam, nachdem er einige Zeit schon fühlbar geworden war, konnte kaum für den Donnerstag ein anderes Ergebnis erwartet werden: Die ständigen Müller=Heß, Hohlfelder und Hedfeld blieben unversöhnlich und verließen infolge Gewissenskonflikts und wegen der nach ihrer Ansicht unvollständigen Beweisaufnahme den Sitzungssaal, nachdem sie der Vorsitzende in aller Form von ihren Gutachten entbunden hatte. Auf die anderen Sachverständigengutachten glaubte das Gericht falls verzichten zu können. Aber da der Verteidiger auf deren Darlegungen Wert legte, kam auf der nunmehr verkleinerten Bank der Sach= und Fachkenner nur noch Dr. Beutler(Hamburg) zu Worte. Es lag in der Entwicklung der Dinge, daß er nun unwidersprochen der Bestrahlungstheorie sein großes Loblied sang. Er berief sich auf eine Unmenge ärztlichwissenschaftlicher Literatur, die er seinen abgewanderten Fachgenossen sozusagen als letzten Gruß nachwarf. Das war das Ende des siebzehnten VerhandlungsProzesse der Aergernisse mie sie sich wost uace Argernise, wie die 16 och in keinem ähnlichen Rechtstages in einem in solcher Stärke streit gehäuft haben mögen.... Am Montag geht die Verhandlung fort. Dr. Heisterkamp hat einen vielleicht zweistündigen gutachtlichen Vortrag angemeldet und ob dann nach der wahrscheinlich sehr umfangreichen Anklagerede des Staatsanwaltes der Verteidiger auch noch das Wort nehmen wird, bleibt abzuwarten. Es wird wohl nur sehr selten vorgekommen sein, daß Sachverständige, die viele Monate lang in einer Sache aktiv tätig waren, im letzten Augenblick ihre Akten zuklappen und nicht mehr mitmachen wollen. Nun steht das Urteil ohne sie zu erwarten. Daß dieser Prozeß, der soviel Staub aufgewirbelt hat, noch allerlei ärgerliche Nachspiele, zum mindesten auch in der juristischen und in der ärztlichen Fachpresse finden wird, das kann man zwischen den vielen Worten heraushören, die um die schwebenden Kernfragen gewechsen worden sind. Die Aeberraschung Die Sitzung am Donnerstag, dem siebzehnten Tage des Prozesses gegen Erna König, begann unter begreiflicher Spannung. Der Vorsitzende befragte bei Eintritt in die Verhandlung die drei Sachverständigen Professor Dr. Müller=Heß(Berlin), Professor Hohlfelder (Frankfurt) und Dr. Hedfeld(Magdeburg), ob sie zu weiterer Tätigkeit als Gutachter bereit seien oder ob sie auf ihren ablehnenden Erklärungen aus der vorigen Sitzung beharren. Alle drei Sachverständigen gen kurz zum Ausdruck, daß sie aus Gründen des Gewissenskonflikts auf ihrem ablehnenden Standpunkt gegenüber dem von ihnen geforderten Teilgutachten verharren müßten. Antrag der Verteidigung auf Zeugnispflicht Nach dieser Absage erhob sich der Verteidiger der Angeklagten, Dr. Beyer(Magdeburg), zu folgendem Wenn die drei Herren glauben, zu einem sachverständigen Gutachten nicht mehr in der Lage zu sein, so möge das Gericht sie sowie auch Dr Beutler und Dr. Heisterkamp nun als sachverständige Zeugen unter Auferlegung der Eidespflicht über folgende Fragen verDie Herren haben festgestellt, daß in der medizinischen Literatur(Lehrbücher von namhaften Vertretern der Wissenschaft der Standpunkt vertreten wird daß 1. der Krebs keine lokale Erkrankung, sondern eine allgemeine Erkrankung(Stoffwechselrrank2. Operation und Röntgen= oder Radiumbestrahlung sind im allgemeinen bei Krebs wirkungslos, 3. dagegen üben ultraviolette und ultrarote Strahlen bei Krebs eine heilende Wirkung aus, 4. auch bei den übrigen in den Prospekten der Angeklagten angegehenen Krankheiten wirken die gleichen Strahlen heilend. Der Staatsanwalt widerspricht Der Staatsanwalt erklärt, gegen eine solche Fragen; stellung Einspruch erheben zu müssen. Der Antrag sei abzulehnen, denn wenn die drei Gutachter durch das Gewissen schon behindert seien zu einem allgemeinen Gutachten, könne man ihnen nicht als Zeugen die Pflicht auferlegen, solche Aussagen zu machen, die als Gutachten ausgelegt werden könnten. Diese theoretischen Fragen können den Prozeß praktisch zudem nicht weiterbringen. Das letzte Wort der Sachverständigen Sachverständiger Professor Müller=Heß: Ich sage für meine Person, ohne Fühlungnahme mit den anderen Herren Gutachtern folgendes: Auf Grund der bis heute geführten Beweisaufnahme kann ich kein Gutachten oder auch eine Zeugnisaussage über die an mich gerichteten Fragen erstatten, zudem Frau Königs Briefe (von denen der Sachverständige einen verliest), die Behauptung aufstellen, diese oder jene Krankheiten könne kein Arzt heilen, sondern nur sie. Professor Hohlfelder: Ich habe mir lange und eindringlich überlegt ob ich noch in der Lage wäre, hier weiter als Sachverständiger tätig zu sein und ein Gutachten zu erstatten. Nachdem ich jetzt durch die Vermittlung des Herrn Staatsanwalts von der schrift der Verteidigung Kenntnis nehmen konnte, welche mir bisher nicht bekannt war, sind meine Bedenken noch größer geworden. Es ist dort ein derart laienhafter Standpunkt zur Wissenschaft eingenommen worden, daß es mir unmöglich erscheint, die hier vergeführten Beweisfälle einer Klärung zuzuführen. I sehe mich also zu weiterer gutachtlicher Tätigkeit in diesem stadium nicht imstande.„. g9 4u25 Dr. Hedfeld: Ich könnte zur Frage der Bestrahlung und ihrer Auswirkungen, besonders der ultravioletten Strahlen und anderer Lichtstrablen, sehr wohl hier etwas sagen. Aber diese Aussage würde ja in dem Augenblicke gegenstandslos sein, wenn wieder mit der Behauptung gearbeitet wird, diese Strahlen sind es ja gar nicht, die Frau Könia angewandt hat, sie hatte ja einen Zusatz, der eine Veränderung der Strahlen bewirkt. Die vorgeführten Zeugen, die von einer Heilung sprechen, sind nur subjektiv, nicht aber abjektiv zu werten; denn solche Zeugen sind auch in früheren Kurpfuschervrozessen in Menge aufgetreten, selbst beim Weißenberg=Prozesse. in welchem Zeugen mit weißem Käse geheilt sein wollten. Eine Antwort auf die Frage ob im Falle König wirklich Heilungen erzielt wurden, kann wegen der nicht ausreichenden Beweisführung nicht gegeben werden. Demnach ist jede weitere Tätigkeit als Gutachter für uns unmöglich. Was„die anderen“ sagen Dr. Beutler(Hamburg): Mir ist es völlig unver ständlich, wie hier von einem Gewissenskouflikt gesprochen werden kann. Jeder beliebige Arzt, der diesen Verhandlungen beiwohnte, wäre ohne weiteres fähig, sich ein zusammenhängendes Bild von der Sache zu machen, wenn er sich überhaupt in seinem Berufe genügend vielseitig fortgebildet hat. Ueber die Hauptfragen, die grundsätzlichen Behandlungsmethoden und ihre Wirkungsmöglichkeiten bei Krebs sind so viele Berichte, Lehrbücher und Veröffentlichungen erster Autoren mit Tatsachenschilderungen vorhanden, auch bereits über Art und Wirkung der ultravioletten Strahlen, daß darüber kaum noch ein weiterer Streit nötig, wäre,„Wenn man das auf seiten der anderen Sacerstanoigen beiseite schieben zu können glaubt, so verbietet mir der Ort an dem wir uns befinden, daran in entsprechender Weise Kritik zu üben. Dr. Heisterkamp(Dortmund) gibt eine ganze Reihe Veröffentlichungen zur Strahlentheravie, an. Auch die Krebsbeeinflussung durch die Strahlentherapie se den Aerzten bereits allgemein bekannt, oder sollte es unterdes in großem Maße geworden sein. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man darüber noch ein Wort verlieren. Auf den„Zusatz" komme es gar nicht an. Nochmals der Verteidiger Verteidiger: Es bleibt mir auch nach den Erklärungen des Staatsanwaltes wie der opponierenden Sachverständigen unbegreiflich, wie die allgemeine Frage nach der Wirkung der ultravicletten oder ultraroten Strahlen derart abgetan werden kann, da es sich bei der ganzen Anklage doch gerade um diese allgemeine Frage dreht. Die Anklage wegen Körpexverletzung oder fahrlässiger Tötung beruht doch nur auf der einseitigen allgemeinen Ansicht, daß Krebs einzig durch Operation oder durch Radium oder durch Röntgenröhre behandelt werden könne daß die anderen Strahlen direkt schädigend wiroder gar keine Wirkung hätten. Ich habe das Gegenteil unter Beweis gestellt. Dazu kann man noch den „Zusatz" nehmen, auf den es aber weiter nicht ankommt. Eigenvergiftung des Blutes, der man je nach Ursache (Erwerbung oder Vererbung) entgegenzutreten habe. Nach der Erstattung dieses Gutachtens beantragt der Staatsanwalt die Verlesung der Akten, besonders aus dem Magdeburger Prozesse. Der Verteidiger widerspricht diesem Verlangen. Eine Verlesung gerade dieser Akten würde erneut den Antrag zur Vernehmung der Herren Hohlfelder und Hedfeld zur Folge haben, die in diesem Prozesse als achter eine Rolle spielten und deren Gutachten falsch gewesen seien. Diesen Beweis müsse er dann durch die Herren selbst führen. Auf Montag vertagt Die Verhandlung wird auf Montag vertagt, da der Verteidiger nicht eher wieder abkömmlich ist und Dr. Heisterkamp zu seinem Gutachten einige Zeit braucht, um es schriftlich niederzulegen. Das Gericht delal die Gachlage Gericht berät die Sachlage Der Vorsitzende beendet diese erneute Aufnahme des Streites mit der Erklärung, daß das Gericht nunmehr zur Beratung über alle weiteren Anträge, auch die neuen Anträge der Verteidigung und des Staatsanwalts zusammentreten werde. Nach der Pause verkündet der Vorsitzende unter allgemeiner Höchstspannung folgenden Gerichtsbeschluß: Das Gericht hat die Sachverständigen Müller=Heß, Hohlfelder und Hedfeld von der Pflicht zur Erstattung ihrer Gutachten entbunden. Die Strafprozeßordnung und ihre Kommentatoren gäben zwar dem Gericht das Recht, Sachverständige zu dieser Pflicht durch Zwangsmittel anzuhalten, sie in Ordnungs= strafen zu nehmen und sie zu den Kosten heranzuziehen, die sich aus einer unberechtigten Weigerung ergeben. Das Gericht habe es aber für richtig gehalten, von solchen Zwangsmitteln abzusehen und sie nicht in weitere Gewissenskonflikte zu versetzen. Es habe daher von dem ihm zustehenden Rechte Gebrauch gemacht, die Herren von ihrem Gutachteramte zuentbinden, da es auch ohne die Gutachten zu einem Urteilsspruch in der Lage sei. Die Herren seien also entlassen. Die drei genannten Gutachter verlassen bei diesem Worte den Gerichtssaal. Der Vorsitzende fährt fort. Das Gericht hat sich weiterhin dahin schlüssig gemacht: Alle weiteren Beweisanträge sind abgelehnt. Eine solche geschehen, wenn die Anträge für überflüssig, die strittigen Fragen bereits als geklärt erscheinen, oder wenn die Anträge bedeutungslos sind oder der Verschleppung des Verfahrens dienen. In diesem Falle ist das Gericht der Ansicht, daß jede weitere Beweisaufnahme für die Gerichtsentscheidung ohne Bedeutung ist, und daß die zu belegenden Tatsachen bereits als erwiesen gelten können. Die Ablebnung gelte auch für den Antrag, die drei genannten Sachverständigen als Zeugen zu hören. Die Ladung weiterer Sachverstandiger lehne das Gericht gleichfalls ab. Das Gericht steht weiter auf dem Standpunkte, daß die Vernehmung der beiden verbleibenden Sachverständigen ebenfalls nicht mehr erforderlist ist. Er frage daher, ob unter diesen Gesichtspunkten auf die Vernehmung der Herren Dr. Beutler und Dr. Heisterkamp nicht verzichtet werden kann. Verteidiger: Es wird mir naturgemäß sehr schwer, einen solchen Verzicht auszusprechen. Wenn schon die Sachverständigen über die Kernfrage uneins sind, ob die ultravioletten Strablen über haupt heilen, so könne man der Angeklagten keinen Vorwurf daraus machen, wenn sie an die Wirkung ihrer kombinierten Bestrahlung glaubte. Vorsitzender: Herr Staatsanwalt, wie stehen Sie zu dem Antrages 975 Staatsanwalt: Ich stelle reine Anträge dazu. Vorsitzender: Herr Dr. Beutler, da seitens der Verteidigung Ihr Gutachten muß ich Sie fragen, ob Sie schon jetzt zu Ihren Darlegungen bereit sind? Dr. Beutler bejaht und beginnt mit seinen Ausführungen. Sie sind rein wissenschaftlicher Natur, sie legen zuerst mit Angabe der einschlägigen Literatur dar, wie die tuberkulösen Erkrankungen mehr und mehr bereits durch die Bestrahlungstherapie beeinflußt wurden, und daß unter der Lampe sogar Blutungen gusghhihrnnang nicht wieder gekommen seien. Längere machte er zum Krebsthema, das besonders schwierig sei, weil bisher jede Behandlung— sei es durch Operation, sei es durch Radium oder durch Röntgenstrahlen, nur Zufallstreffer ergeben habe. Das werde auch in der ärztlichen Literatur offen zugegeben. Er verwies besonders auf eine Veröffentlichung der Frankfurter meoizinischen Fakultät. Dann ging der Redner des näheren ein auf seine Beobachtungen bei den verschiedenen Krebsfällen, die sich unter der Lampe gebessert hätten er wolle von Heilungen dabei nur im klinischen Sinne reden. Dabei bezeichnete er die Kombination und die Dauerbestrahlung als neu und in der Literatur noch nicht belegt. Nicht die Strahlenenergie an sich sei heilend, sondern ihre Wirkung auf die Haut und das Zellengewebe, wodurch eine Umstellung im ganzen Körper vor sich gehe. Diese kombinierte Bestrahlungen hätten eine bisher ungeahnte Tiefenwirkung(bis zu vier Zentimeter), wodurch gute Kräfte und Säfte i erisch, lichen Körper zur„Ausscheidung aller Krankheuestoffe angereat würden. Der Krehs sei nicht eine lokale sondern eine ausgesprochene Stoffwechselkrankheit. Dabei wolle er zugeben, daß unter gewissen Umständen radikale Mittel wie Operation oder Röntgenbestrahlung anzuwenden seien. Das Bedenken sei nur, wie schwer es wäre, den rechten Augenblick für eine solche Maßnahme zu erkennen. Da die Bestrahlungstherapie den ganzen Menschen umforme. das Blut verändere, das Serum erneuere, den Stofwechsel beförheggguge deg Organismus, beeinflusse, sei es selbstverstanduucg, gaß eine ganze Anzahl schlummernder, besonders chronischer Leiden günstig behandelt werden könne. Es sei ihm sogar ein solcher Fall bei Evilevsie bekannt geworden. Er wolle jedoch selbstverständlich vor jeder Veraslgemeinerung warnen. Auch die Evilepsie sei ein bisher noch gänzlich unerforschtes Leiden, beruhend auf einer Westfalen und Rheinprovinz keichsstatthalter Sauckel spricht auf einer Großkundgebung in Neheim. NS“ Arnsberg, 21. November. Eine einzigartige Kundgebung hat das„Sauerland, bei der Anwesenheit von Staatsminister Parreigenonen Pgpsch### in Warstein erlebt. Ein noch größeres Erlebnis steht bevor. Der Kreis Arnsberg bereitet eine seiner größten und geschlossensten Kundgebungen vor. Parteigenosse Reichsstatthalter und Gauleiter Sauckel wird zu allen Partei= und Volksgenossen sprechen. Die Kundgebung des gesamten Sauerlandes findet am tag, 30. November, in der Volkshalle in Neheim statt. Alle Einwohner des Kreises Arnsberg und des gesamten Sauerlandes seien schon heute auf die Großkundgebung hingewiesen. Schöner Jund: 22400 RM. Gold und Silger im Haus eines„armen“ Mannes. Koblenz, 21. November. In einem schönen Moseldorfe sollte ein Hausbesitzer die zerbrochenen Fensterscheiben seines Hauses instand setzen lassen, da sein Haus wegen seines schmutzigen, schadhaften Aussehens ein Schandfleck des ganzen Dorfes war. Dieser Geizhals wehrte sich dagegen, erklärte, er habe kein Geld und wollte sich obendrein auch noch pfänden lassen; er war auch seinen Steuerverpflichtungen nicht nachgekommen. Man wußte natürlich, daß er Geld hatte und nahm eine Durchsuchung seiner Wohnung vor. Schließlich fand man in einem Wandschrank verborgen eine Kiste mit 22000 RM. in Silbergeld und auch 400 RM. in Goldstücken vor. Nach Abzug der rückständigen Steuern wurde, wie gemeldet, das Geld mit Einwilligung des„armen“ Mannes auf ein Konto der Kreissparkasse eingezahlt und er nochmals aufgefordert. seine armselige Wohnung nunmehr anständig herrichten zu lassen. Dreister Raubüberfall in Berg.=Gladbach Bergisch=Gladbach, 21. November. Am Dienstag abend 7 Uhr drangen plötzlich zwei maskierte Männer in ein Ladenlokal an der Mülheimer Straße ein und forderten die allein anwesende Verkauferin mit vorgehaltenen Schußwaffen auf, die Hände hochzuheben. Die Verkäuferin lief aber sofort in ein nebenanliegendes Zimmer und rief laut um Hilfe. Einer der Burschen riß daraufhin die Ladenkasse, in der sich etwa 100 RM. in Papier= und Hartgeld befanden, an sich und ergriff mit seinem Genossen, der inzwischen die Eingangstür zum Ladenlokal gesichert hatte, die Flucht. Beide Burschen konnten unerkannt entkommen. Schriftleiter Walter Barfurth gestorben. In der Nacht zum Montag ist nach einer kurzen, sehr schweren Krankheit der politische Schriftleiter der„Essener Allgemeinen Zeitung", Walter Barfurth, im Alter von fast 48 Jahren gestorben. Er war einer der Journalisten, die mit ganzer Seele an ihrem Beruf hängen. Vom Zuge überfahren. Im Bahnhof Altenhundem wurde ein Zugführer aus Altenhundem von einer Rangierlokomotive angefahren und so schwer verletzt, daß er kurze Zeit nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Traditionsecke Ehemaliges 1. Masurisches Insanterieregiment 146, Allenstein. Am Sonntag, 24. November, vormittags 10 Uhr, treffen sich die Kameraden vom ehemaligen Infanterieregiment 146 im Lokal Papenheim, Bochum, Königstraße, zu einer Besprechung zwecks Wiedersehensfeier. Alle Kameraden, die einmal die stolze, Nummer 146 auf den Achfel; klappen getragen haben, sei es in der Garnison oder auf den Kriegsschauplätzen in Rußland, Serbien, Mazedonten und in Palästina, wo das Regiment immer in vorderster Linie kämpfte, werden Interesse am Zustandekommen einer Wiedersehensfeier alter Kameraden haben. Kameraden. die Sonntag, 24. November, verhindert sind. an der Besprechung teilzunehmen, wollen bitte schriftlich ihre Adresse an den Kameraden Julius Podrase, Bochum, Große Beckstraße 23, einsenden. ElektroGer äte und Beleuchtungekör por Schröder Kortu metr. 25 KALODERMA KASTER WASUER Seite 6 Nr. 274 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 22. November 1933 Gleeige densse Eine Eizählung aus der Seit der flanda von Karl Tei6s Eine hanseatische Lebensmittelgroßhandlung hat einmal vor Jahren, als die Welt im allgemeinen noch besser war als heute, die gesetzmäßig festgelegten Gepflogenheiten einer Behörde als Mittel zur Erreichung eines eigennützigen Zweckes mißbraucht. Da die Geschichte dieses verwerflichen Beginnens(wie das leider bei solchen Verstößen gegen die fiskalische Weltordnung des öfteren der Fall ist) sich in recht unterhaltenden Formen bewegt, so sei sie unter vorheriger moralischer Distanznahme mitgeteilt. Der eine der beiden Herren, welche die erwähnte Firma sachkundig und geschäftstuchtig leiteten, betrat an einem nassen Dezembermorgen(ein Pleonasmus, denn in den Hansestädten sind alle Dezembermorgen naß!) die puritanisch einfache Arbeitsstätte seines Teilhabers. Er vergrub die Fäuste in den schadhaften Taschen seines Kontorrockes, der neben sonstigen Gebrauchsspuren die deutlichen Merkmale einer Lagerinspektion aufwies, und machte seinem Teilhaber, zornig durch seinen eisgrauen Schnurrbart blasend, die Eröffnung, die noch am Lager befindlichen 200 Sack vorjähriger Walnüsse seien samt und sonders ölig und damit vielleicht für den„menschlichen Genuß", jedenfalls aber für den Handel, unbrauchbar geworden. Es sei ihm, so fügte er hinzu, bekannt, daß diese unerfreuliche Veränderung sich meist einzustellen pflege, wenn die Nußsäcke zu lange mit dem Erdboden in Berührung kämen; doch würde wohl kein Mensch in der Lage sein, ihm mitzuteilen, auf welche Weise man beim gegenwärtigen Stand der Lagerungstechnik 2000 Sack Nüsse freischwebend aufbewahren könne. Hierauf nahm er seinen Platz auf jener drehbaren Sitzgelegenheit ein, die der Sprachgebrauch mit der wenig bildhaften Bezeichnung„Bock“ belegt hat, und schwieg; womit er aus dem weiteren Verlauf der Angelegenheit ausscheidet. Sein Teilhaber indessen, der die Hiobsbotschaft mit edler Fassung entgegengenommen hatte, rieb sich ruhig mit kalter Hand das hagere Kinn und vertiefte sich dann stumm in ein Buch, in welchem die Bestimmungen über den Güterverkehr auf den Königlich Preußischen Staatsbahnen übersichtlich niedergelegt waren., Frzignisfe... kurc J. Der fernere Gang der Ereignisse wird durch eine Reihe von Dokumenten bezeichnet. Das erste war ein Brief, den am Tage nach den geschilderten Begebenheiten der in Flensburg ansässige Agent der erwähnten Firma erhielt, und der den Vermerk„Vertraulich" trug. Er enthielt die Mitteilung, daß von seiten der Großhandelsfirma an ihn eine Bahnladung von 200 Sack Walnüssen abgeschickt sei, und die Weisung, der Flensburger möge die Annahme dieser Sendung verweigern und der Bahn gegenüber unbedingt auf diesem Standpunkt beharren;„und empfehlen wir uns Ihnen, zu Gegendiensten gern bereit" usw. Das zweite Dokument hatte die Gestalt einer„bahnseitigen“ Mitteilung an die Bremer Firma: die Abnahme der Walnüsse sei vom Empfänger verweigert worden, die Sendung sei beim Bahnspediteur K. in Flensburg eingelagert und werde zur Verfügung der Absender gehalten. Es seien bisher Kosten in der und der Höhe entstanden; was mit den Nüssen geschehen soll? Da dies ein amtliches Schreiben war, so fehlte die Versicherung der Hochachtung natürlich, dafür war aber ein ansehnlicher Stempel vorhanden. Der Herr mit dem hageren Kinn nahm von diesem Schreiben Kenntnis, ohne eine Miene zu verziehen, und machte sich unverweilt an die Herstellung des dritten Dokumentes. Er faßte darin seinen Standpunkt der Bahn gegenüber in einwandfreiem Kaufmannsdeutsch dahin zusammen, daß er dem geschilderten Sachverhalt keinerlei Interesse abzugewinnen vermöge, da der Flensburger laut Bestellung(so schrieb er wirklich) zur Abnahme der Nüsse verpflichtet sei und notfalls auf dem Wege gerichtlicher Entscheidung dazu gezwungen werden würde. Immerhin habe er nochmals an den Empfänger geschrieben und glaube sich zu der Annahme berechtigt, daß dieser auf nochmalige bahnseitige Andienung hin nunmehr abnehmen werde.(In Wahrheit lautete das Dokument 3a, ein Brief an den Flensburger, natürlich ganz anders; siehe unter Absatz.) Unter dieses Schreiben setzte der Verfasser nach kurzem Zögern die Schlußformel„Mit vorzüglicher Hochachtung", da er aus dieser Bekundung guter staatsburgerlicher Gesinnung keine Mehrkosten erwachsen sah. Während die Verölung der„eingelagerten“ Nüsse rüstige Fortschritte machte, da auch der Spediteur eine „freischwebende" Unterbringung nicht bewerkstelligt hatte, trug die Post der Bremer Firma das vierte Dokument ins Haus. Die in Mitleidenschaft gezogene Güterabfertigung schrieb kurz und bestimmt, die Annahme der Sendung sei in Flensburg abermals verweigert worden. Der Absender der Ware möge sich umgehend äußern, ob er dieselbe zurückzunehmen bereit sei, widrigenfalls selbige öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden würde, um bahnseitig die Fracht und Lagerkosten für selbige zu decken. Stempel. Der Herr mit dem hageren Kinn zeigte beim Lesen dieses Schriftstückes die Miene eines Mannes, der durch das ersichtliche Aufgeben eines schwierigen Exempels eine volle Bestätigung seiner rechnerischen Begabung erhält. Er machte sich unverweilt an die Herstellung des fünften Dokumentes und teilte darin der Güterabfertigung in ausgesuchter Höflichkeit mit, sie möge mit den Nüssen nach Gutdünken verfahren, da ja die Ware strittig sei und über die entstandene Schadensumme eine gerichtliche Entscheidung herbeigeführt werden müsse.„Wir bitten, den etwaigen Ueberschuß aus der Versteigerung an uns abführen zu wollen und zeichnen“ usw. Die weiteren Belege finden sich in den Annalen der Stadt Flensburg vor. Da ist einmal eine amtliche Zeitungsbekanntmachung, aus der hervorgeht, daß am 20. Dezember 189. im Lagerschuppen der Speditionsfirma X. auf Veranlassung dessen den es angeht, eine Partie von 200 Sack Walnüssen öffentlich an den Meistbietenden in beliebigen Quanten zur Verteilung gelangen soll. Ferner weiß der Chronist von einem Vorweihnachtstage zu berichten, da Leute aller Lebensalter und Gesellschaftsschichten in festlicher Stimmung mit Kisten Kasten, Säcken, Beuteln, Netzen, Körben, Hand= und Kinderwagen auszogen um sich fur die Christtage Walnüsse meistbietend zu einem Mindestpreis zu erhandeln. Es war, so meldet der Chronist, ein eifriges Bieten und ein frohes Bild Da ist schließlich am 28. Dezember 189 im Sprechsaal eines Flensburger Blattes ein flammender Protest, in welchem„Einer für Viele“ ein gar gewaltiges Donnerwetter wegen viel zu teuer ersteigerter und ganz und gar ungenießbarer Walnüsse ertönen läßt; dazu eine Anmerkung der Redaktion, die hervorhebt daß eine Unmasse ähnlicher Proteste eingegangen sei, und daß man denn doch wohl die erheben dürfe, mit welchem Recht die Bahnverwaltung durch ein solches Gebaren den Steuerzahlern die Weihnachtstage verderbe. Man wird in seinem Rechtsempfinden ehrlich erschüttert, wenn man vernimmt, da der Herr mit dem hageren Kinn das letzte Dokument, eine Abrechnung der Güterabfertigung, freundlich lächelnd zur Kenntnis nahm und ob der Handhabung der Angelegenheit die aufrichtige Billigung seines aus dem Verlauf der Ereignisse ausgeschiedenen Teilhabers fand; denn er konnte eine annähernde Deckung des seiner Firma erwachsenen Schadens verbuchen, von dem er unter anderen Verhältnissen so gut wie nichts hereinbekommen hätte. Noch tiefer aber wird das Gerechtigkeitsgefühl durch die Tatsache getroffen, daß alle Entrüstungen der Oeffentlichkeit sich gegen eine Behörde richtete, die lediglich und in bester Absicht nach ihren eigenen Vorschriften gehandelt hatte; während der Herr mit dem hageren Kinn das Buch über den Güterverkehr auf den Königlich Preußischen Staatsbahnen befriedigt aus der Hand legte, in der erhebenden Gewißheit, daß sein dunkles Spiel menschlicher Voraussicht nach vor dem Tageslicht behütet bleiben würde— was allerdings, wie der Leser nunmehr weiß, ein rechnerischer Trugschluß war da in diesem Kalkül die bekanntermaßen vortrefflichen Quellen des Erzählers außer Betracht gelassen wurden. Handschriften seines großen Vaters verluderte, die der Nachwelt für immer verloren gingen. Die Berliner Staatsbibliothek besitzt eine große Anzahl von Handschriften Friedemanns, dessen zahlreiche Kantaten doch zum Bedeutendsten gehören, was nach Sebastian Bach geschrieben wurde, auch seine meisterhaften Sonaten und Polonäsen für Cembalo verdienen größte Beachtung, ja sein Orgelkonzert war dem Vater so viel wert, daß er es eigenhändig kopierte. 1784 starb Friedemann, etwas verkommen, ein verlottertes Genie ersten Ranges, zu Berlin, also zu einer Zeit, als Mozart schon seine„Entführung“ geschrieben hatte und Beethoven seine ersten Klaviersonaten. So hatte Bachs begabtester Sohn wohl des Vaters Talent aber nicht seine so bewundernswürdige menschliche Haltung geerbt, die diesen herrlichen, wurzelstarken Stamm späteren Zeitaltern erhalten hätte. Der Ober Sleneen=Feckemernn Gacks grosser Sohn wurde vor 225 Jahren geboren Bach, der früh verwaist war und sich in seiner Jugend hart zu quälen hatte, um sein Dasein zu fristen, sollte in Mühlhausen, wo er die Organistenstelle bekleidete, endlich ein wenig zur Ruhe kommen. Zu den Sehnsüchten seines Daseins gehörte ein behaglicher Familienstand, so ehelichte er bald seine Base Maria Barbara, die ihm sieben Kinder schenken sollte. Aber auch Mühlhausen sah ihn nicht lange in seinen Mauern, schon ein Jahr später konnte er als Hoforganist und Kammermusikus nach Weimar übersiedeln, wo er schon fünf Jahre früher als Violinist tätig gewesen war. In Weimar verlebte Bach mit den Seinen Jahre glücklichen Familienlebens und fruchtbaren Schaffens. In Weimar wurden ihm die beiden hochbegabten Söhne Wilhelm Friedemann und Philipp Emanuel geboren. Besonders der ältere Friedemann war es, der dem Vater sehr am Herzen lag und von dessen außergewöhnlichen Fähigkeiten er viel erwartete. In der Tat war dieser Friedemann mit den glänzendsten Talenten ausgestattet. Besonders als Klavierspieler und Organist leistete Friedemann, der am 22. November 1710 geboren war, so Ungewöhnliches, daß die Hoffnungen seines Vaters durchaus berechtigt erscheinen mochten, durfte er doch von früher Kindheit auf den sorgfältigen Bach tat noch ein Uebriges und schickte seinen Aeltesten zu Johann Gottlieb Graun, den Bruder des berühmten Hoforganisten des großen Preußenkönigs, nach Merseburg, wo er im Violinspiel ausgebildet wurde. Friedemann absolvierte die Thomasschule und die Universität zu Leipzig und kam als Dreiundzwanzigjähriger an die Sophienkirche in Dresden. Ein Kranz von Legenden flocht sich schon dort um das Wirken des etwas leichtsinnigen Komponisten, man munkelte von verbotenen Beziehungen zu hochgestellten Damen, von Maßregelungen und Gefängnisjahren Friedemanns. Nun, ein großer Teil dieser galanten Abenteuer gehört gewiß der Fabel an und Brachvogel hat zum zweifelhaften Nachruhm des jungen Bach durch seinen Roman viel beigetragen, der zwar gut und kurzweilig geschrieben ist, aber mehr Unwahrheiten als Seiten zählt. Friedemann blieb zwölf Jahre in Dresden und darauf zwanzig an der Marien= kirche in Helle. Freilich, die strenge Tradition der Bache hielt keiner seiner hochberühmten Söhne mehr und der Vater erlebte an Friedemann sicher nicht die erwartete Freude. Schließlich verlor er wegen seines lockeren Lebenswandels seine Stellung in Halle und zog von da an unruhig und ohne rechte bürgerliche Haltung in Norddeutschland umher. Es ist gewid unverzeihlich 78 C/E7Z RennsMitartett Der österreichische Gesandte Graf Harrach gab zu bedenken, daß gegen diese Rache Frankreichs nur ein schleuniges Bündnis mit Oesterreich zu schützen vermöge — das natürlich nur dann zustande kommen könne, wenn das Testament sogleich abgeändert und der österreichische Prinz als Erbe eingesetzt werde. Im übrigen— und hier bliesen die beiden Gesandten in das gleiche Horn— habe niemals jemand den Frieden Europas schrecklicher gefährdet als der König von Spanien durch dieses ungliche Testament! Zu ihrer Ueberraschung wurden beide sehr kurz abgefertigt: Sie möchten sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern... Nach wenigen Tagen, die man in den Kabinetten dazu benutzte, sich von der Verblüffung zu erholen, gab zunächst Frankreich nach. Der sieglose Krieg, der kaum vorüber war, ließ friedfertige Gesinnung empfehlenswert erscheinen— zudem hatte man keinen Feldmarschall Eugen, wie Oesterreich— und überdies traf man in aller Eile ein Abkommen, durch das wenigstens das Königreich Neapel aus dem spanischen Erbe herausgelöst und Frankreich als Beruhigung zugesprochen wurde, um des lieben Friedens willen. Oesterreich? Wien schwieg. Zwar ging das Gerücht, daß auch der Kaiser sich schließlich mit dem Wittelsbacher Erben einverstanden erklären würde— er sei ja sein Enkelkind! Aber doch schwieg Wien. Es war begreiflich, daß man am Madrider Hof hurfte er doch von früher Kindheit,auf den sorgfältigen Korddeutschland urg,#######swiß unbe Unterricht des größten#eisters auer Zeiten genießen, daß er in seinem Leichtsinn eine Anzahl wertvouster Eine fiebrige Magenentzündung, sagten die Aerzte achselzuckend. Die Sektion ergab nichts anderes. Der Prinz hatte ja von jeher zu dieser Krankheit geneigt Eben! zischelte das Gerücht. Diese fiebrige MagenPietsch hat Hunger. Er geht in ein Gasthaus und bestellt sich ein Schnitzel mit Bratkartoffeln. Er wartet zehn Minuten. Das Schnitzel kommt nicht. Er wartet zwanzig Minuten, eine halbe Stunde. Das Schnitzel kommt immer noch nicht. Schließlich wendet er sich an den Kellner: „Sagen Sie mal, was macht mein Schnitzel, Herr Ober?" „Mit Bratkartoffeln?“ „Ja!“ „Einszwanzig!“ Der umstrittene Zahn. Mr. G. ein reicher Bibliophile, zahlte zehn Pfund Sterling für einen Zahn Shakespeares. Als er die Reliquie bereits zehn Jahre besaß, zeigte er sie seinem Hausarzt, der zu lachen begann und meinte:„Soaderbar, daß es auch ein— Kalb namens Shakespeare gegeben hat, bisher kannte ich nur einen Dichter, der Müde und abgespanni? auf Kaffee Hagumstellen! blick? Am letzten Tage, bevor der Prinz nach Spe reiste, um dort in dem sorgfältigen, undurchdringlichen Schutz eines riesigen Hofstaates Sicherheit zu finden? Seltsamer Zufall! Sollte es jemand geben, der den Tod des Prinzen wünschte— der Zufall hätte ihm nicht besser in die Hände spielen können... Gab es jemand? Frankreich war es nicht; denn mit Frankreich hatte man sich ja geeinigt. Wien? Wien... War es denkbar, daß ein Habsburger seinen eigenen Enkel vergiften ließ? Aus dem Gedanken wurde eine Vermutung, aus der Vermutung eine offen ausgesprochene Behauptung— die freilich durch nichts bewiesen werden konnte als eben durch eine gewisse Logik. Es war einer von jenen gefährlich uholen, und gingen in der Scheldemündung vor Anker. Das war in den ersten Tagen des Februar 1699. Max Emanuel gab ein Abschiedsfest für den kleinen Träger seiner großen Hoffnungen, der nun übers Meer n seine neue Heimat und sein neues Reich fahren sollte. Die Rautenfahnen Kurbayerns wehten vom Mast; sie vürden künftighin zwischen den Fahnen der Großmächte Europas wehen! Aber der Wagen= und Reiterzug, der den Prinzen ius Brüssel hinausgeleiten sollte, kam nicht zuwege. Als Sonne am Morgen des Aufbruchs trübe durch den oß ihr schwerum eine Bahre. Da lag der kleine könig von Spanien und war tot... Mit seinen Hoffnungen brach Max Emanuel zuammen. Tot— der Erbe der halben Welt tot? Deshalb ein durchkämpftes Leben, deshalb zwanzig fahre Dienst für Habsburg, deshalb so viel bayrisches Blut gegen Türken und Franzosen? Tot— und varum! fänltlichen Fällen: Niemals glauben die Menschen hartnäckiger, als wenn sie glauben wollen, und je mehr Zeit verstrich, desto mehr festigte sich die Tatsache: Gift! Der Hof zu Madrid schien an diese Tatsache zu glauben. Ein neues Testament zog den Habsburger Erben gar nicht in Erwägung, sondern sagte dem Enkel Ludwigs XIV., dem Herzog Philipp von Anjou, die spanische Krone zu. Der Feldmarschall Prinz Eugen hielt seine Ernennung zum Hofkriegsratspräsidenten in der Hand. Nun gab es keinen Höheren als ihn— außer dem Patter... Jt ganz zwanzte Jahre b 9ls Ihnen Geld leihen mußte, um mich satt essen zu können.(2 Lm. auhue M91 eim. „Europa, denre ich, sah damals anders ausl“ nickte Tarim.„.„.... Ransmhert. Der Prinz blickte in den Novemverrag hinaus. seine Majestät hat heute den Frieden mit der Pforte bestätigt— damals standen die Türken vor Wien.“ „Endlich Friede!" Eugen schüttelte den Kopf.„Werden Sie alt, Tarini?“ Der Graf sah ihn an. „Ich glaube nicht mehr an den Frieden!“ sagte Eugen.„Mir scheint, der Friede liegt nicht im Plane der Weltordnung. Als ich jung war und nur Soldat, glaubte ich an ihn. Heute, da ich mein Ohr am Herzen der Weltgeschichte habe, höre ich nur den Takt marschierender Regimenter und das Rollen der Trommeln— Friedensschalmeien sind nicht dabei.“ „Warum? Warum?“ Eugen hob die Schultern„Da müssen Sie schon den lieben Gott fragen, Tarini! Ich weiß es nicht. Als ich jung war— ach, man sagt das so hin, und das einstmals so süße Worte läßt einen bitteren Geschmack als ich jung war, hatte ich bisweilen sonderbare Gesichte der Zukunft. Heute habe ich sie nicht mehr, weil ich sie nicht mehr brauche: Ich sehe auch ohne Visionen recht genau, was kommt. Wenn man verläßliche Agenten hat, braucht man keine Visionen.“ „Und was sehen Sie?“ „Krieg, Krieg und wieder Krieg, Tarini! Da ich ihn nicht verhindern kann, muß ich ihn vorbereiten— das ist die einzige Staatsweisheit, die in der Praxis übrigbleibt.“ Er reichte dem Grafen ein Blatt über den Tisch.„Was sagen Sie dazu?“ Tarini las.„Merkwürdig! Ein fremder Kavalier kommt in Jagdkleidern nach Versailles, wird vom König ohne jede Zeremonie empfangen und reist sogleich wieder ab? Niemand weiß, wer er ist?" „Nun“, sagte Eugen,„der König weiß es ja wohl. Ich weiß es übrigens auch.“ üer albs“.. ankem un „Mein Freund, der Kurfurst von Bahern. Was schließen Sie daraus?“ Tarini zögerte.„ Gi, Meine: m, „Richtig!“ sagte Eugen.„Sie meinen: Max Emanuel ist nach dem plötzlichen Tode seines Sohnes mißtrauisch geworden?" „Ich weiß. Es gibt sogar Leute, die behaupten, ich sei im vorigen Winter nur deshalb in London gewesen, um den Giftmord anzustiften.“ „Ein solches Gerücht ist abscheulich— aber nicht ganz unbegreiflich; denn niemand weiß, weshalb Sie diese Reise nach England unternommen haben.“ „Heute weiß es niemand— vielleicht schon im nächsten Jahr wird es jeder wissen. England schickt uns nicht nur seine Flotte, sondern auch ein Landheer zu Hilfe. Deshalb war ich dort.“ „Mitten im Frieden?" „Der Friede, Tarini, ist leider nur die Ruhezeit zwischen zwei Kriegen. An diesen Gedanken muß man sich gewöhnen, denn er ist richtig— bekanntlich ist in der Politik ein Gedanke um so unerfreulicher, je richtiger er ist. Oesterreich wird niemals dulden, daß das spanische Erbe einem Franzosen zufällt— und ich, Tarini, bin Oesterreich!“ Er deutete auf das Dokument mit seiner Ernennung zum Hofkriegsratsprästdenten.„Ich habe die türkische Drohung beseitigt. Europa liegt in meiner Hand, aber vom Westen her greift eine andere danach, schon seit einem Jahrhundert. Der letzte Kampf steht bevor, aber meine Hand wird nicht zittern!“ Mit der Leichtigkeit, die ihn kennzeichnete, glitt Eugen aus den finsteren Klippen dieses Gesprächs. „Mein Gott— welche großspurigen Worte!“ sagte er ironisch.„Verzeihen Sie diese Abirrung ins Theatralische! Es gibt Augenblicke, in denen man sich mit solchen Mitteln Mut machen muß. Der Bedarf an Mut wächst mit der Verantwortung— und Sie werden zugeben, daß es keine Kleinigkeit ist, für Europa verantwortlich zu sein?“ Gegen seine Absicht geriet er wieder in das vorige Fahrwasser.„Ich habe Sorgen, Tarini, und große Mühe, die Dinge zu überblicken. Max Emanuel in Versailles? Wenn ich mich seiner erinnere, muß ich stets denken: Schade um ihn! Ich liebe solche Menschen— schön, stark, leidenschaftlich, begabt, mit Plänen, die eines Fürsten wahrhaft würdig sind. Aber er hat seine Kräfte von ieher überschätzt, die Grenzen seiner Möglichkeiten verkannt— und daran wird er zugrunde gehen. Schade— wirklich schade... Sehen Sie dagegen den Kurfürsten von Brandenburg an! Ein Mensch, der hundertmal weniger begabt ist, der aber den Vorzug hat, daß er sich selber recht gut kennt. Man wird Brandenburg in die große Allianz gegen Frankreich einbeziehen und ihm zur Belohnung erlauben, sich in ein Königreich Preußen zu verwandeln.“ „Das kostet nichts“, sagte Tarini lächelnd. „Glauben Sie?“ fragte Eugen sehr nachdenklich. „Ich bezweifle es. Ich kenne die Brandenburger von Ungarn her, und ich müßte lügen, wenn ich Ihnen sagen wollte, daß ich sie liebe. Aber es steckt etwas in ihnen, das man in Oesterreich nicht findet. Nur noch eine Handvoll Genie braucht dazuzukommen, und wir haben eine höchst explosive Mischung.“ Das Genie“, sagte Tarini,„ist einstweilen— Gott sei Dank— auf der österreichischen Seite!“ Eugen sann vor sich hin.„Selbst angenommen, Sie hätten recht— bedenken Sie, daß das Wort„einstweilen“ eine sehr kleine Rolle in dem großen Buche der Weltgeschichte spielt!“ * Der Kampf um das spanische Erbe war entbrannt, wieder mußte sich eine europäische Allianz gegen Frankreich wehren— und an der Seite Frankreichs stand Max Emanuel; er war von Versprechungen geblendet und glaubte wieder einmal, richtig zu rechnen, obgleich er bekennen mußte:„Ohne meiner Truppen Gegenwart würde sich in meinen Landen bald eine große Veränderung hervortun und eine Niederlage durch die Kaiserlichen eine schreckliche Trennung verursachen, auch die Geistlichkeit und den Adel, von welchen ich itzo nicht zehn bei meinen Truppen habe, gänzlich abwendig machen. Auch die französischen Offiziere, die mit den Bayern zu tun hatten, berichteten, daß die Soldaten von einem unversöhnlichen Haß gegen Frankreich erfüllt seien, in dem sie den wahren Feind Bayerns und Deutschlands erblickten und Villars schrieb an den König: Wenn es keine Festungen gäbe zwischen Frankreich und Deutschland, so würden die Deutschen, ihre Pfarrer an der Spitze, mit fliegenden Fahnen nach Frankreich ziehen! Aber Max Emanuel glaubte, weiter zu sehen und das Richtige zu erkennen; er kümmerte sich nicht um die Stimme des Volkes. War es nicht geglückt, im Osten die Ungarn aufzuwiegeln? Réköczy bot dem Kurfürsten die ungarische Krone an. Max Emanuel unternahm nach wechselnden Erfolgen einen Vorstoß entlang der Donau, besetzte Passau, rückte gegen Linz, bedrohte damit schon Wien....424,6une.5 (Fortsetzung ol# Seite 7 Nr. 274 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 22. November 1933 Aus aller Welt S Fachere...)*) für den Sischef den Merßen deuntragt dnb Berlin, 21. November. Am Schluß seines Plädoyers im Devisenprozeß gegen den Bischof von Meißen stellte der Staatsanwalt folgende Strafanträge gegen die Angetchoren: 4. 4#ux Sepilmmet tens i. Wegen gemeinschaftlichen Devisenvergehens in zwei Fällen beantragte er gegen den Bischof von Meisen, Peter Legge, und seinen Bruder, den Generalsekretär des Bonisatiusvereins in Padervorn, Dr. Theodor Legge, je fünf Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und 140 000 Mark Geldstrafe. Die Untersuchungshaft soll angerechnet werden. An die Stelle von je 1000 Mark der Geldstrafen soll im Nichtbeitreibungsfall ein weiterer Tag Zuchthaus treiten.„ Gegen den Generalvikar Dr. Soppa wurden zwei Jahre Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft sowie 50 000 Mark Geldstrafe in Antrag gebracht.„„„„„ Die Angeklagte Auguste Klein, die vom Erscheinen in der Hauptverhandlung befreit ist, soll zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt werden, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Ferner wurden die Einziehung der beschlagnahmten 95000 Gulden Obligationen und die Mithaftung des Bistums Meißen und des Bonisatiusvereins in Paderborn für Geldstrafen und Kosten beantragt. Nach Verlesung einiger Urkunden nahm zu Beginn des vierten Verhandlungstages im Devisenprozeß gegen den Bischof von Meißen sofort der Staaisanwalt das Wort zu seinem Plädoyer. Er führte u. a. aus: Wir stehen wieder am Schluß der Beweisaufnahme eines Devisenprozesses gegen Angehörige der katholischen Geistlichkeit. Der einzige Unterschied gegenüber den vergangenen Prozessen ist lediglich der, daß diesmal ein Bischof auf der Anklagebank sitzt, während bisher der im Range Höchststehende ein Generalvikar e„„ r# 8 Gah. Sodann ging der Anklagevertreter auf den Sachverhalt ein. Der Angeklagte Theodor Legge behaupte, daß Dr. Hofius ihm einen legalen Weg gezeigt hätte. Der wirkliche Weg, der ja damals Stadtgespräch in Geld burch Ordensgeistliche ader derin bestanden, das beld vurch Ordensgeistliche über die Grenze schmuggeln zu lassen. Daß Dr. Legge nicht an diesen angeblich legalen Weg geglaubt, sondern die wirklichen Zusammenhänge gekannt habe, ergebe sich aus einigen Indizien. Der Staatsanwalt erwähnte dabei einen Brief des Angeklagten Dr. Legge an Dr. Hofius, worin er diesem mitteilt,„daß er seinem Bruder die notwendigen Mitteilungen gemacht habe, soweit sie möglich waren“ Auch daß der Bischof an die Legalität des Weges nicht geglaubt habe, könne nach Ansicht des Anklagevertreters angenommen werden denn durch den vorgeschlagenen Weg sei ja eine Entlastung von den Zinsen gar nicht denkbar gewesen, im Gegenteil, es wäre sogar eine Belastung eingetreten. Anfang 1934 hätten dem Angeklagten Soppa ebenfalls Bedenken gegen den angeblich legalen Weg gekommen sein müssen. Er habe nicht den Mut gefunden, selbst in der damaligen Ordinariatssitzung den Vorschlag zu unterbreiten, sondern habe den Bischof darum gebeten. Soppa sei in den Händen des Bischofs ein williges Werkzeug gewesen. Ihm sei die Rolle eines Sündenbocks zugedacht worden, obwohl er Bedenken gegen den Plan gehabt habe, habe er nicht gewagt, sich beim Bischof nach den Einzelheiten zu erkundigen. Auch die übrigen Mitglieder des Ordinariats seien durch die Autorität des Bischofs davon abgehalten worden, irgendwelche Bedenken gegen die Ueberweisungen vorzubringen. Der Anklagevertreter ging dann näher auf die einzelnen Ueberweisungen ein die zum Zwecke der Verschiebung des Geldes ins Ausland vorgenommen worden sind. Nach der durchaus glaubwürdigen Darstellung des Dr. Soppa sei der Bischof von ihm über alles unterrichtet worden. Auch das Nierenleiden und die Depressionszustände könnten den Bischof strafrechtlich nicht entlasten. Angesichts der widersprechenden Aussagen des Dr. Soppa und des Bischofs müsse die Glaubwürdigkeit der beiden Angeklagten gegeneinander abgewogen werden. Es sei festzustellen, daß der Bischof während des Ermittlungsverfahrens mehrfach die Unwahrheit gesagt habe. Die Bekundungen des Generalvikars müßten daher glaubwürdiger erscheinen als die des Bischofs, der zweifellos viel mehr gewußt habe, als Dr. Soppa. Die Beweisaufnahme habe, so stellte der Anklagevertreter abschließend fest, einwandfrei ergeben, daß der Bischof über die Devisenschiebungen unterrichtet gewesen sei und sie gebilligt habe. Dr. Theodor Legge, der Bruder des Bischofs, bestreite nicht ernstlich, von den Schiebungen gewußt zu haben. Auch er müsse als im Sinne der Anklage überführt gelten. Die Mitangeklagte Schwester Auguste Klein aus Paderborn, die Sekretärin des Dr. Theodor Legge, habe zugegeben, daß sie einen Brief vernichtet habe, der von Dr. Soppa an Dr. Legge gerichtet gewesen sei. Weiterhin habe sie Kontobücher zum Zerschneiden wegbringen lassen. Sie habe Dr. Legge vor Strafe schützen wollen und sich dadurch der Begünstigung schuldig gemacht. Zur Amnestiefrage übergehend, vertrat der Staatsanwalt die Auffassung, daß die Amnestie des Steueranpassungsgesetzes keine Anwendung finden könne, weil am Stichtag dieses Gesetzes, dem 16. Oktober 1934, noch nicht alle angemeldeten 95 000 Gulden Obligationen bei der Universum=Bank in Amsterdam vorhanden gewesen seien. Bei der Frage der Strafzumessung wies der Staatsanwalt darauf hin, daß der Prozeß gegen den Bischof von Meißen und seine Mitangeklagten in der Reihe der Strafverfahren gegen katholische Ordensangehörige und Geistliche eine besondere Rolle einnehme. Die hohe Stellung der Angeklagten, ihr Bildungsgrad, die Höhe der verschobenen Summen und die Höhe des angerichteten Schadens zwängen zur Annahme eines besonders schweren Falles gegenüber dem Bischof und seinem Bruder. Bei Dr. Legge sei strafverschärfend weiter zu berücksichtigen, daß er der Anstifter bei den ganzen Schiebungen gewesen sei. Trotzdem erscheine die gleiche Höhe bei beiden Brüdern angemessen. Durch ihre Handlungsweise hätten sie sich außerhalb der Volksgemeinschaft gestellt, und es müßten ihnen daher auch die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt werden.— Wesentlich milder sei der Fall des Generalvikars Dr. Soppa zu beurteilen, der wenigstens den Mut gehabt habe, ein Geständnis abzulegen. Er habe sich in einem schweren Gewissensstreit gegenüber dem Bischof befunden und sei an diesem Gegensatz gescheitert. Gefängnisstrafen für drei Paderborner Ordensschwestern dnb Berlin, 21. November. In dem Devisenprozeß gegen die Schwestern des Ordens der Christlichen Liebe in Paderborn fällte das Berliner Sondergericht nach viertägiger Verhandlung das Urteil. Nach dem Verlaufe der Beweisaufnahme ließ sich die Anklage in verschiedenen Punkten nicht mehr aufrechterhalten, so daß ein schwerer Fall im Sinne der Devisengesetze nicht mehr angenommen werden konnte. Das Sondergericht verhängte daher auch nur Gefängnisstrafen, soweit nicht überhaupt eine Freisprechung erfolgte. G. 6, Gemeres. Im einzelnen erhielten die erste Generalassistentin des Ordens Ida Baur, genannt Schwester Adal= berta wegen gemeinschaftlichen Devisenvergehens in zwei Fällen ein Jahr drei Monate Gefängnis und 7000 Reichsmark Geldstrafe, die Provinzialverwalterin der Deutschen Ordensprovinz, Elisabeth Starke genannt Schwester Rupertilla, wegen gemeinschaftlichen Devisenvergehens in einem Falle ein Jahr Gefängnis und 6000 Reichsmark Geldstrafe sowie die Generalverwalterin des Ordens, Klara Schreiber, genannt Schwester Alfrede, neun Monate Gefängnis und 2000 Reichsmark Geldstrafe. Die mitangeklagte Provinzialoberin Agnes Koch, genannt Schwester Godeharda, und der Sekretär des Bonifatiusvereins in Paderborn Josef Körner wurden freigesprochen. Außerdem wurde die Einziehung des Wertersatzes in Höhe von 8400 Reichsmark unter entsprechender Mithaftung der verurteilten Schwestern sowie des Paderborner Ordens ausgesprochen. K EUCHSSENDEER ROLN INE 500. Fahrt des„Graf Jeppelin“. Se inal um die Well Friedrichshafen, 21. November. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ feiert am 22. November dieses Jahres ein seltenes, in der Geschichte der Luftschiffahrt einzig dastehendes Jubiläum. Es macht an diesem Tage seine zweite Postfahrt von Pernambuco(Brasilien) nach Bathurst(Afrika) an Stelle der Postflugboote. Diese Fahrt ist die fünfhundertste des„Graf Zeppelin". Auch früher haben schon Zeppeline, die„Viktoria Luise“,„Hansa“ und„Sachsen", fünfhundert Fahrten ausgeführt. Bei diesen handelte es sich aber um Strekken von durchschnittlich hundert Kilometer Länge, während die Durchschnittsfahrtlänge des„Graf Zeppelin“ 3000 Kilometer beträgt. Im ganzen hat dieses Luftschiff bis jetzt rund 1½ Millionen Kilometer zurückgelegt, mit anderen Worten, es fuhr 33 mal um die Welt! Ungefähr 12000 Passagiere, Millionen von Postsendungen und viele tausend Kilo Fracht wurden ohne den geringsten Zwischenfall befördert. Obwohl der„Graf“ bereits sieben Jahre im Fahrdienst steht, denkt er noch lange nicht daran, sich„pensionieren“ zu lassen. Bemerkenswert ist, daß immer noch die gleichen Maybach=Motoren ihren Dienst tun wie vor sieben Jahren. Wir wünschen dem Jubilar noch weitere glückliche 500 Fahrten, besonders auch im Hinblick auf das Ansehen Deutschlands in der Welt, das er durch seine ersten 500 Fahrten so außerordentlich gefördert hat. Das Beaische Roie Niruz 1227043 Männer und Frauen ehrenamtlich tätig Die Hauptverwaltung Berlin, 21. November. ung des Deutschen Roten Kreuzes hat den Arbeitsbericht für das Verwaltungsjahr 1934/35 erstattet. Der nach dem nationalsozialistischen Umbruch begonnene Neuaufbau des Deutschen Roten Kreuzes unter nationalsozialistischer Führung wurde beendet. Der bedeutungsvollste Tag in diesem Zeitabschnitt war der 1. September 1934, an dem nach dem Tode des Reichspräsidenten v. Hindenburg der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Schirmherr= schaft über das Deutsche Rote Kreuz übernahm. In diesem Akt erblickt das Deutsche Rote Kreuz, wie der Jahresbericht betont, die Anerkennung seines Strebens um die Erfüllung seiner großen Aufgaben im Dienste für Volk und Vaterland, und es schöpft daraus das Bewußtsein neuer starker Verpflichtung, alle Kräfte für sein eigenes Werk und den Gesamtaufbau der deutschen Volksgemeinschaft einzusetzen. Das zweite große Ereignis des vergangenen Jahres war für ganz Deutschland auch für das Rote Kreuz die Rückgliederung des Saarlandes. In der neu errichteten Reichsstatthalterschaft Saarland wurde ein neuer Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes ins Leben gerufen. Bei der Durchführung der Volksabstimmung im Saarland hat das Rote Kreuz mit seinem Hilfsdienst außerordentliche Leistungen vollbracht. Die Arbeitsgemeinschaften der Männer= und Frauenvereine vom Roten Kreuz bilden in Zukunft das Rückgrat des Bereitschaftsdienstes, der Vorbereitung für den amtlichen Saege und bei öffentbestehende Lücke ist nitätsdienst der Wehrmacht im Krieg lichen Notständen. Eine bisher noch bestehende Lücke, durch den Zusammenschluß aller Frauenvereine des Deutschen Roten Kreuzes unter Leitung der Reichsfrauenführerin, Frau Gertrud Scholtz=Klink, ausgefüllt. Der Umbau des Roten Kreuzes in den Ländern führte insbesondere in Preußen zu einer starken Vermehrung der Kreis vereine. Nach dem Stande vom 1. Juli 1935 sind in Preußen 298 Kreismännervereine vorhanden bei einer Gesamtzahl von 358 Kreisen. Insgesamt sind nach dem Jahresbericht in Deutschland für das Rote Kreuz 1 227043 Männer und Frauen in 7278 Vereinen ehrenamtlich tätig. Der Zuwachs an arbeitswilligen Mitarbeitern im Deutschen Roten Kreuz wird als ein erfreuliches Kennzeichen für das wachsende Verständnis bezeichnet, das dem Wesen und den Pflichten des Roten Kreuzes im deutschen Volk erneut entgegengebracht wird. Das kommt auch in den guten Beziehungen zwischen dem Roten Kreuz und den Gliederungen der RSDAP., insbesondere dem Winterhilfswerk zum Ausdruck. Die Wiedererrichtung der Wehrhoheit bedeutete für das Deutsche Rote Kreuz die Wiederherstellung seiner ursprünglichen Aufgaben in vollem Umfange. Ganz im Zeichen des Roten Kreuzes stand der Rotkreuztag, der 22./23. Juni 1935. Stadt und Land beteiligten sich an den Straßen= und Haussammlungen, deren Ergebnis mit 2070 900 Mark das Ergebnis des Vorjahres nicht unwesentlich übertraf, obwohl der Rotkreuztag in diesem Jahr ungünstig lag und mit einer Reihe anderer großer Veranstaltungen zusammenfiel. 100 Jahre deutsche Eisenbahn Die Feierlichkeiten vom 7. bis 9. Dezember 1935 dnb Berlin, 21. November. Am 7. Dezember 1835 wurde die erste Eisenbahn in Deutschland in Betrieb genommen. Zur Erinnerung an diesen Tag ist bereits im Juli eine Ausstellung in Nürnberg veranstaltet worden, während die eigentlichen Feierlichkeiten in der Zeit vom 7. bis 9. Dezember durchgeführt werden. Zur Einleitung der festlichen Veranstaltungen werden am Nachmittag des 7. Dezember, einem Samstag, Platzkonzerte abgehalten, die zugleich mit einer Sammeltätigkeit für das Winterhilfswerk verbunden werden. Abends finden in mehreren großen Sälen Eisenbahner=Kameradschaftsabende statt. Am Sonntag, dem 8. Dezember, findet am Vormittag im Kulturvereinshaus der eigentliche Festakt statt. Am Nachmittag wird auf dem Gelände des Rangierbahnhofes Nürnberg eine Parade aller Reichsbahnfahrzeuge, angefangen mit der historischen Ludwigsbahn, stattfinden. Nach Beendigung der Nürnberger Feierlichkeiten werden die ausländischen Gäste, die zahrreich erwartet werden, in Schlafwagensonderzügen nach Heidelberg gebracht, wo am Montag, dem 9. Dezember, vormittags, die neue Reichsautobahn Heidelberg— Frankfurt a. M. in Augenschein genommen wird. Von dort werden die Gäste nach Berlin geführt, wo die Feierlichkeiten mit einem Abendempfang der Reichsbahn in den Krollschen Festsälen ihren Abschluß finden. Fünf Fischer bei Vigo ertrunken Bei Vigo(Spanien) kenterte ein Fischerboot, das trotz stürmischen Seeganges den Hafen verlassen hatte. Fünf Mann der Besatzung ertranken; die übrigen konnten von einem zweiten Fischerboot gerettet werden. 10.15 Schulfunk. Heia Safari. Von Wißmann bis Lettow Vorbeck. Hörszenen von Fritz Sotke 11.30 Bauernfunk 12.00 Musik am Mittag(Von Frankfurt). darten, Marsch(Blon). 2. Stunden, die wir nie vergessen, Walzer(Groeschel), 8. Slowakentanz, Violin=Solo(Felber). 4. Schrammel=Quartett: Gnomenfest, Intermezzo(Heller). 5. Bellett Suite aus„Esmeralda“,(Drigo). 6. Der gestieferte Kater, Ouvertüre(Hanel). 7. Schrammel=Quartett: Lob der Frauen, Mazurka(Joh. Strauß). 8. Berlin bei Nacht. Potpourri(Lincke). 9. Siegestrophäen, Marsch(Friedemann). 10. Unter Kameraden, Soldatenlieder=Potpourri(Kermbach). 11. Eva=Walzer (Lehar). 12. Meeresbrise, Cello=Solo(Leoncavallo). 18. In der Spinnstube, Charakterstück (Rhode). 14. Schrammel=Quartett: Kreutzer=Polka (Joh. Strauß, Vater). 15. Wenn ich Musik hör, dann muß ich tanzen, Walzer(Doelle), 16. Solothurner Rhapsodie(Kämpfert). 17. Mit Bomben und Granaten, Marsch(Bilse). Kapelle Franz Hauck; Schrammel=Quartett Heller=Reich 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 1600 Leutsche Exzähler der Gegenwart, Wilhelm Scharrelmann: Das Haus meiner Väter 16.10 Musikalische Plaudereien. Wilhelm Hendel: Der Dichter und sein Komponist. I. Goethe— Schubert. Kläre Hansen(Sopran); Hans Losch(Bariton); Gabert Grave(Klavigr),„I, wiktiger Beiluns 16.40 Von alten Familienbildern. Ein wichtiger Beitrag zur Ahnenforschung von Gertraude Knab 16.50 Lieder und Sprüche aus der Kampfzeit von Georg Stammler 17.00 Nachmittagskonzert. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt), das Fliegerorchester der Flieger=Untergruppe Köln(Wilhelm Funk). 1. Ouvertüre„Die Felsenmühle"(Reißiger). 2. a) Flieger=Kameraden, Marsch(Becce), b) Flieger empor, Marsch (Buder). 3. a) Air de Ballett(de Taeye). b) Feinschmecker=Polka(Waldteufel). 4. Die Wache zieht auf, Potpourri(Kochmann). 5. Svanische Suite (Börschel). 6. a) Forellen=Spiele(Baldamus), b) Marionetten=Wachtparade(Kuhn). 7. Russische Rhapsodie. aus„Fürst Igor“(Borodin), 8. a) In der Waldschmiede(Eilenberg), b) Die Mühle im Tal(Rhode.) 9. Wir bitten zum Tanz(Plessow). 10. a) Frohes Wandern, Marsch(Franzen), 5) Deutschlands Waffenehre. Marsch(Blankenburg) 18.30 Was wissen wir von unseren germanischen Vorfahren? 18.45 Hausfrau, hör zu! 19.00 Anton Dvorak. Trio=moll. Die Triovereinigung des Reichssenders Köln(Haaß—Kreuter—Paulschmidt) 19.30 Deutscher Motorsport in der Welt voran. Rückblick auf das Sportjahr 1935 20.10 Der Funkspiegel. Bunte Stunde zum Feierabend. Schau ins Land.— Aus dem Leben und Schaffen der Heimat.— Neues aus aller Welt.— Die Zeitlupe.— Manchmal ernst und manchmal heiter — aber immer mit Musik 21.00 Zur Unterhaltung. Das Westdeutsche Kammerorchester(Hermann Hagestedt) 22.20 Theater im Westen 23.00 Abendmusik des Landesorchesters Gau Württemberg=Hohenzollern(Julius Schröder). 1. Ouvertüre zu„Coriolan“(Beethoven). 2. Suite aus „Sigurd Jorsalfar“: a) In der Königshalle, b) Borahilds Traum, c) Huldigungsmarsch(Grieg). 8. Nordisches Capriccio(Donisch). 4. Einleitung und Chor zu„Der Schmur“(Mercadante). 5. Meditation aus„Thais“(Massenet). 6. Vorspiel„Die Loreley"(Bruch). 7. Andante aus der Sinfonie mit dem Pankenschlag(Haydn). 8. Nachklänge an Ossian(N. W. Gade). 9. Der Minnesänger Suite: a) Festlicher Einzug, b) Ständchen des Troubadour c) Minnetraum, d) Hochzeitsfeier(Amadei). 10. Krönungsmarsch aus„Die Folkunger"(Kretsch= mer) Die Adoptivtochter Atatürks durch Sturz aus dem Zuge zu Tode gekommen Paris, 21. November. Die Adoptivtochter des Präsidenten der türkischen Republik, die sich auf der Rückreise von England in dem Calais—ParisExpreß befand, ist am Mittwoch nachmittag gegen 16 Uhr zwischen den Bahnhöfen von Picquigny und Ailly aus der Tür ihres Abteils gestürzt. Da der Unglücksfall bemerkt worden war, konnte der Zug sofort zum Halten gebracht werden. Die Verunglückte, die mit schweren inneren Verletzungen in das Krankenhaus von Amiens eingeliefert wurde, ist, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, gestorben. Die Tote wurde in einer Kapelle aufgebahrt. Steiettsuns au Emupager Der Begleiter der Baronin Wagner ermordet? Newyork, 21. November. Der Forschungsreisende Dr. von Hagen, der an Bord des Dampfers„Santa Margarita“ in Newyork angekommen ist, hat, wie er berichtet, auf der zu der Galapagos=Gruppe gehörenden Insel Santa Cruz(Indefatigable) ein männ liches Skelett gefunden. Das guterhaltene Skelett lag in der Tortuga=Bucht in der Nähe des Strandes und man nimmt an, daß es sich um die Ueberreste des auf rätselhafte Weise verschwundenen Robert Philipyson, eines Gefährten der verschollenen Baronin Wagner Eingeborene der benachbarten Chatham=Insel behaupten, daß Philippson entweder ermordet wurde, wobei man seine Leiche in die Tortuga=Bucht warf oder man ihn in einem kleinen Boot ausgesetzt und dem Meere preisgegeben habe. Für die zweite Möglichkeit würde die Tatsache sprechen, daß der Fundort des Skeletts in der direkten Strömungsrichtung mit der Charles-Insel liegt, auf der die Baronin und ihre Begleiter seinerzeit das verhängnisvolle Südsee=Paradies gründeten. Der rasche Zerfall der Leiche ist durch die Anwesenheit von Millionen von Vögeln und Fliegen zu erklären, die sich von den Abfällen des auf der Insel=Gruppe betriebenen Schildkrötenfangs nähren. Eine andere Vermutung geht dahin, daß das aufgefundene Skelett von dem verschollenen deutschen Naturforscher Camillo Ihle aus Dresden stamme. Er besuchte die Galapagos=Inseln im Dezember 1931 und kehrte von einer Bergbesteigung nicht mehr zurück. Die in der Meldung erwähnte Charles=Insel ist das Eiland Floreana. Vor einigen Monaten gelangte eine Nachricht aus Ekuador nach Europa, aus der hervorging, daß die Baronin Wagner=Bousquet mit ihrem Begleiter Philippson auf einer der westlich von Ekuador gelegenen Inseln entdeckt worden sei. Fünf Namen erhielt er Edward— Georg Nikolas— Paul— Patrick London, 21. November. In der Privatkapelle des Buckinghampalastes fand die Taufe des sechs Wochen alten Sohnes des Herzogs von Kent, des jüngsten englischen Königssohnes, statt. Die Zeremonie, bei der das Kind fünf Namen: Edward, Georg, Nikolas, Paul und Patrick erhielt, wurde vom Erzbischof von Canterbury mit Weihwasser aus dem Jordan vollzogen. Unter den Paten befindet sich an erster Stelle das englische Stdlicherr. Er-AELD IEt St Seite 8 Nr. 274/ Bochumer Anzeiger„ Freitag, 22. November 1933 Ein Viertel un Wau Stand des Baues der Reichsautobahnen rlspargeldern vorgenommen. Als Ergebnis des dritten Vierteljahres. 1935 konnten dabei an 149 Bausparer 1 420 000 RM, vergeben werden. Die Erhöhung gegenüber der gleichen Zuteilung des Vorjahres beträgt rund 106 Prozent. Die Gesamtzuteilung der Bausparkasse Mainz ist auf rund 14 273000 RM. gestiegen. Hiermit wurden über 1600 Häuser und Eigenheime finanziert und für über 1,3 Millionen Tagewerke Arbeit beschafft. Die Bausparkasse Deutsche, Bau= und Siedlungsgemeinschaft(D SB.) in Darmstadt ist wieder mit einer Darlehnsvergebung. und zwar der sechsten dieses Jahres, von 1 167000 RM. zur Erstellung und Entschuldung von 115 Eigenheimen herausgekommen. Die Gesamtsumme der Darlehnsvergebung steigt damit auf über 66 Millionen RM. zur Erstellung und Entschuldung von über 5800 Eigenheimen. Außer der vorgenannten Darlehnsausschüttung liegen bei der DBS. noch weitere 4,6 Millionen RM. bare Mittel zum Abruf bereit. Ueber den gegenwärtigen Stand des Baues der Reichsautobahnen bringt„Wirtschaft und Statistik“ einen ausführlichen, Bericht. Im Bau befanden sich am 30. September d. J. 1700 Kilometer oder nahezu ein Viertel des geplanten Netzes; bis zum 3. Oktober waren bereits 110 Kilometer(Frankfurt,=Darmstadt„Mann; heim—Heidelberg und München—Holzkirchen) dem Verkehr übergeben. Die Höchstzahl der von den Unternehmern auf den Baustellen beschäftigten Arbeiter betrug im vorigen Jahre 83 863, im laufenden Jahre 115 657. Insgesamt wurden von den Arbeitern seit Baubeginn 723. September 1933) bis Ende 1935 31,3 Millionen Tagewerke geleistet. Die Gesamtzahl der zur Zeit durch den Bau der Reichsautobahnen unmittelbar und mittelbar(in der Eisen= und Stahlindustrie, Zementfabrikation usw.) beschäftigten Personen wird auf 250.000 geDie Gesamtkosten des Reichsautobahnbaues werden auf.5 Milliarden Reichsmark geschätzt. Bis Ende Juli 1935 waren als Ausgaben insgesamt 450 Millionen Reichsmark verrechnet, davon 353 Millionen Reichsmark Zahlungen an Unternehmer, im übrigen Grunderwerbs= und Verwaltungskosten. Zur Finanzierung standen das von der Deutschen Reichsbahngesellschaft bereitgestellte Grundkapital von 50 Millionen Reichsmark, ein Kredit des Landes Württemberg von 7 Millionen Reichsmark und Baukostenzuschüsse der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Gesamthöhe von.3 Millionen Reichsmark zur Verfügung. Im übrigen werden die Ausgaben zunächst durch Inanspruchnahme des von der Reichsbank bereitgestellten Rediskontkredits gedeckt. Einnahmen aus dem Betrieb sind noch nicht vorhanden, da die eröffneten Teilstrecken vorerst gebührenfrei benutzt werden können. Verstärkte Schweine=Einfuhr Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, sind mit verschiedenen auswärtigen Ländern Abmachungen getroffen, denen zufolge bis zum Schluß des laufenden Kalenderjahres etwa 170.000 Schweine eingeführt werden. Durch diese Maßnahme, für die ein Devisenaufwand nicht erforderlich, sondern im Austausch verstärkte Lieferung von deutschen Industrieerzeugnissen vorgesehen ist, wird sich die Versorgung des deutschen Marktes mit Schweinefleisch in den nächsten Wochen bessern. Von November bis März wird im Haus geschlachtet. Aus einem Bericht über die Ergebnisse der Schlachtsteuer ist laut„Wirtschaft und Statistik“ zu ersehen, welche große Bedeutung den Hausschlachtungen von Schweinen in den Wintermonaten zukommt. Während die gewerblichen Schlachtungen sich ziemlich mäßig auf die einzelnen Monate des Jahres verteilen, fallen die steuerbegünstigten Hausschlacrungen von Schweinen ganz überwiegend in die Monate November bis März. Vom November 1934 bis Januar 1935 waren die Hausschlachtungen sogar zahlreicher als die gewerblichen Schlachtungen. In diesen Monaten wurden.6 Millionen Hausschlachtungen und 4,0 Millionen gewerbliche. Schlachtungen von Schweinen festgestellt. In den 12 Monaten Mai 1934 bis April 1935 entfiel von 24 Millionen insgesamt geschlachteten Schweinen rund ein Drittel(.7 Millionen) auf Hausschlachtungen. Der Soll=Ertrag der Schlachtstener belief sich im Regnungsjahre 1934/35, guf, 204 Millionen Vgäßhfagzt.„ Lon#555 ser Summe erbrachten die Schweineschlachtungen 72,3 Prozent und die Rindviehschlachtungen 26,5 Prozent. Alle fünf Minuten ein Kunde im Zigarrenladen. Die Forschungsstelle für Handel hat festgestellt, daß in den Fachgeschäften für Tabakwaren, die nur Letztverbraucher beliefern, rund die Hälfte des Gesamtumsatzes auf den Zigarettenverkauf entfällt. Der Umsatz in Zigarren und Zigarillos machte 1934 etwa 35 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Aus dem Absatz an Pfeifentabaken zu schließen, steht das Pfeifenrauchen hinter dem Verbrauch von Zigaretten, Zigarren und Zigarillos zurück; der Anteil der Rauch=, Schnupf= und Kautabake insgesamt betrug 1934 nur 12 bis 14 Prozent des Jahresumsatzes. 1 bis 8 Prozent des Gesamtumsatzes entfiel auf den Vertrieb von Feuerzeugen, Pfeifen, Zigarettenpapier usw. Im Durchschnitt belief sich der Kaufbetrag jedes Kunden im Tabakwareneinzelhandel auf 46 Rpf. Von jeder in Tabakwaren=Einzelhandelshetriehen heschäftigten Person wurden 1934 im Durchschnitt jedes Werktages 74 Verkäufe getätigt. In einem Betriebe mit zwei beschäftigten Personen wird also in einer Verkaufszeit von 8 bis 19 Uhr durchschnittlich alle vier bis fünf Minuten ein Kunde bedient. Baugeldzuteilung durch Bausparkassen Die Bausparkasse Mainz AG. in Mainz hat am Nationalen Spartag die 23. Zuteilung von BauErfolgreiche Dividendenklage gegen die Bergbau=AG. Lothringen. „In der Dividendenklage der Aktionärin Frl. Agnes Böhlhoff in Herdecke gegen die Bergbau=AG. Lothringen auf Zahlung der 7prozentigen garantierten Dividende für Aktien der Eisen= und Hüttenwerke, Bochum, entschied am Donnerstag die Kammer für Handelssachen des Landgerichts Bochum zugunsten der Klägerin. Durch Vernehmung der Dresdner Bank ist festgestellt worden, daß die Klägerin seinerzeit dem Sanierungsangebot nur unter dem Vorbehalt zugestimmt hat, daß kein Aktionär günstiger gestellt werden dürfe, als in dem Angebot angegeben worden sei. Daß dieser Fall aber eingetreten ist, konnte die Beklagte nicht bestreiten. Auslandsgeschäft erheblich gesteigert Der Stahlwerksverband im Jahre 1934 Die Stahlwerksverbands=AG., Düsseldorf, legt erst jetzt ihren Abschluß für das Geschäftsjahr 1934 vor. Diese Verzögerung ist darauf zurückzuführen, daß die diesjährige GV. mit Rücksicht auf schwebende Fragen betriebswichtiger Art(u. a. Entscheidung über den geplanten Erweiterungsbau) hinausgeschoben werden mußte. Nach den Angaben im Geschäftsbericht übertrug sich die Belebung der Gesamtwirtschaft Deutschlands in entsprechendem Ausmaße auch auf die eisenschaffende Industrie. Das Inlandsgeschäft in den einzelnen Verbandserzeugnissen, Halbzeug, Eisenbahn=Oherbaustoffen, Formeisen, Stabeisen, Bandeisen, Grob= und Mittelblechen, sowie Feinblechen, weist allgemein eine Steigerung auf. Trotz der Störungen in der Weltwirtschaft(Unsicherheit in den internationalen Währungsbeziehungen, Absperrung durch Zollmauern und Einfuhrverbote) sei es gelungen, das Auslandsgeschäft gegenüber dem Vorjahre erheblich zu bessern. Während der Auslandsabsatz des Stahlwerksverhandes(ohne Feinbleche und verzinkte Bleche) 933 300 Tonnen im Jahre 1933 betrug, stieg er 1934 auf 1432 200 Tonnen. Dieser Erfolg wird nicht zuletzt auf das Bestehen der internationalen Kartelle zurückgeführt. Weitere französische Diskonterhöhung Die Bank von Frankreich hat ihren Diskontsatz, der bereits mit Wirkung vom 14. November um 1 auf 4 v. H. erhöht worden war, nochmals um 1 v.., also auf 5 v.., erhöht. Im gleichen Ausmaß wurden auch die übrigen Sätze erhöht; so beträgt der Satz für Beleihungen von Wertpapieren nunmehr 6 v. H.(5 v. .) und der Satz für Monatsgeld 5 v. H.(4 v..). Kurze Nachrichten Die Kennziffer der Großhandelspreise stellt sich für den 13. November auf 103.1(1913 gleich 100); sie ist gegenüber der Vorwoche(103.0) wenig verändert. Die Kennziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 104,8(unverändert), industrielle Rohstoffe, und Halbwaren 92.7(plus 0,1 v..), und industrielle Fertigwaren 119,3(plus 0,1 v..) Mit Vertretern norwegischer Walfanggesellschaften ist ein großes Walölgeschäft abgeschlassen worden, wonach Deutschland etwa 75.000 Tannen Walöl aus der Fangperiede 1935=36 kauft. Außerdem konnte im Rahmen eines Kompensationsgeschäftes der Bezug einer erheblichen Menge Walöl aus der letzten Walperiode sichergestellt werden. Bei den privaten Feuerversicherungsgesellschaften wurden im Monat Oktober 14.084 Schäden mit einer Gesamtschadenssumme von 4 579174 RM. angemeldet. Die Schäden sind gegenüber dem Monat September um 7,38 v H. zurückgegangen, aber gegenüber den Schäden im Oktober 1934 um 24,11 v. H. gestiegen. Die Gesamtsumme der von den privaten Feuerversicherungsgesellschaften in den ersten zehn Monaten des Jahres 1935 ausgezahlten Schäden beträgt 46692 247 RM. Die deutsche Steinkohlenförderung bewegte sich im Oktober, hauptsächlich unter dem Einfluß jahreszeitlicher Absatzbelebung, in ansteigender Richtung. Die Harfuhiice Srrschhsenenseh)neTIotoD Weitere Verordnung zur Bekämpfung der Notlage des Kraftdroschkengewerbes Pre Der Reichsverkehrsminister hat eine weitere Verordnung zur Bekämpfung der Notlage des Kraftdroschkengewerbes erlassen, die gegenüber den bisherigen Vorschriften einige für die Droschkenbesitzer wesentliche Verbesserungen bringt. Zunächst werden die an freiwillig ausgeschiedene Droschkenbesitzer gezahlten Entschädigungen allgemein um je 1000 R M. erhöht. Ferner werden die Entschädigungen für zwangsweise Konzessionsentziehungen verdoppelt. Gleichzeitig soll den wegen mangelnden Bedürfnisses zwangsweise ausgeschiedenen Droschkenbesitzern noch einmal die Möglichkeit geboten werden, durch freiwillige Aufgabe ihres Betriebes in den Genuß einer höheren Entschädigung zu gelangen, als sie bei zwangsweiser Konzessionsentziehung gezahlt werden kann. Für diese Droschkenbesitzer wird zur Erklärung der freiwilligen Betriebsaufgabe eine letzte Frist bis zum 15. Dezember gesetzt. Die auf Grund der neuen Verordnung gewährten zusätzlichen Entschädigungsbeträge werden bis zur Höhe von 1000 RM. für unpfändbar erklärt. Auch den Mehrwagenbesitzern, denen die Konzession für einen Teil ihrer Droschken entzogen worden ist, und die bisher leer ausgegangen waren, wird jetzt eine gewisse Entschädigung geboten. Durch diese neuen Maßnahmen werden die Härten, die durch die erste Verordnung hier und da entstanden waren, beseitigt und somit die Mittel zur Gesundung des Kraftdroschkengewerbes endgültig festgelegt. Gesellschaften berichten „Deutscher Heimbau“ Gemeinnützige AG. in Berlin. Da mebr als die Hälfte des Aktienkapitals verloren ist, wird gemäß Paragraph 240 H6B. Mittellung gemacht. 3u. 865 seitigung des Verlustes, soll, das Aktienkapital von 500 000 Reichsmark auf 60.000 Reichsmark herabgesetzt werden, und zwar sollen Bestands= und Vorratsaktien Fe etegeghen 200 000 Reichsmark eingezogen und bei der Nennwert von 5000 Reichsmark auf 1090 bzw. 1000 auf 200 Reichsmark ermäßigt werden.— AG. für Verkehrswesen in Berlin. Wie in der Aufsichtsratssitzung„mitgeteilt, bat sich der Geschäftsumfang weiter vergrößert. Den Aktionären wird besseres Ergebnis in Aussicht gestellt.— Rheinische Metallwaaren= und Maschinenfabrik AG. in Düsseldorf. Wieder 6 Prozent Dividende. Abermals Erhöhung des Aktienkapitals um 8 Millionen Reichsmark auf 36 Millionen Reichsmark. Die neuen Aktien sollen von der Vereinigte Industrie=Unternebmungen AG. übernommen werden.— Franz Rasquin AG. in Köln. 133000 Reichsmark Verlust, der eine größere Sonderabschreibung auf eingefrorene Kredite enthält. Man hofft auf Wiederberstellung der Rentabilität.— Hupfeld— Gebr. Zimmermann AG. in Leipzig. Aus der GV. interessiert, daß das neu berausgebrachte Kleinklavier sehr guten Anklang gefunden hat. Für dieses Jahr sei die gesamte Produktion bereits vergrissen. 603 Reichsmark Reingewinn werden vorgetragen.— Schüchtermann& Kremer:Baum AG. für Aufbereitung in Dortmund. Die GV. genehmigte den Abschluß und beschloß, die gesetzliche Reserve teilweise in Höhe von 302 400 Reichsmark aufzulösen und das AK. von.6 auf.576 Millionen Reichsmark berabzusetzen durch Einziebung von 44.000 Reichsmark eigener Aktien und Zusammenlegung der restlichen Aktien im Verhältnis 11:6. Der aus der Teilauflösung der Reserve und der Kapitalberabsetzung siammende Buchgewinn von insgesamt.31 Millionen Reichsmark wird zur Deckung des Verlustes von.25 Millionen Reichsmark, ferner mit.29 Millionen Reichsmark zu Sonderabschreibungen und mit .77 Millionen Reichsmark für vertragliche und sonstige Verpflichtungen sowie für Kosten der Kapitalberabsetzung e und Rückstellungen verwandt.— Ac, für Buverussche Eisenwerke AG. in Wetzlar. Eine ao. GV. genehmigte die Verschmelzung mit der Hessen=Rassauischer Hüttenverein GmbH. unter Ausschluß der Liquidation und unter Anwendung des Gesetzes über die Umwandlung von Kapitalgesellschaften vom 5. Juli 1934, indem das Vermögen des Hüttenvereins auf Buderns übertragen wird.— J. Pohlig AG. in Köln=Zoll= stock. Der, neu entstandene Verlust von 357 863 Reichsmark soll zusätzlich des Verlustvortrages, aus dem Jahre 193334 von 328 784 Reichsmark mit insgesamt 686 647 Reichsmark auf neue Rechnung vorgetragen werden.— Westfälische Drahtindustrie AG. in Hamm(Krupp=Konzern). Einschließlich.05(.03) Millionen Reichsmark Vortrag eraibt sich ein Reingewinn von.48(.54) Millionen Reichsmark, woraus wieder 5 Prozent Tividende auf die Stammaktien und 4 Prozent(wie im Vorjahre) auf die Vorzugsaktien ausgeschüttet, der Unterstützungskasse für Beamte und Arbeiter 50 000(—) Reichsmark zugewendet und.05(.05) Millionen Reichsmark vorgetragen, werden sollen. Gegenüber dem Tiefstand des Jahre 1932.33 ist eine Absatzerhöbung um 40 Protent eingetreten.— Dortmunder Stifts=Brauerei AG. in Hortmund. 5(4) Prozent Dividende. Hartwig& Vogel, Schokoladenfabrik AG. in Dresden. Wieder dividendenlos. arbeitstägliche Zunahme betrug gegenüber dem Vormonat.5 v. H. gegenüber Oktober d. V. 7,6 v. H. Bei verringerten Feierschichten verzeichneten auch die Haldenbestände eine geringe Abnahme. Die französische Flugzeugfabrik Bleriot hat am Mittwoch abend ihre Zahlungen eingestellt. Die Firma hat ebenfalls die Entlöhnung ihrer Arbeiter ausgesetzt. Bei der Firma Bleriot handelt es sich um ein Unternehmen, das mehrere tausend Arbeiter beschäftigt und aus dem während des Weltkrieges etwa 10.000 Flugzeuge hervorgegangen sind. Als Grund der Zahlungseinstellung wird angenommen, daß das Luftfahrtministerium auf bedeutende Aufträge der Regierung bisher keine Anzahlung geleistet hat. Börsen leicht abgeschwächt Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Nach der Feiertagsunterbrechung drückte die Geschäftslosigkeit die Kurse weiter nach unten, doch hielten sich die Rückgänge in kleinem Rahmen. Eine durchaus freundliche Haltung wies jedoch der Markt der festverzinslichen Werte auf. Wenn auch hier die Nachfrage nicht bedeutend war, so kann man doch immer wieder ein stetiges Anlageinteresse beobachten. Die Altvesitzanleihe blieb mit 113 unverändert, ebenso Reichsbahnvorzüge. Stadtanleihen waren fast ohne Geschäft, nur Düsseldorfer in einem kleinen Posten angeboten. Reichsanleihen gut behauptet, aber geschäftslos. Pfandbriefe lagen ruhig. In einzelnen Serien kam etwas Augebot an den Markt, das auf unveränderter Basis glatt Aufnahme fand. In Umschuldungsanleihe waren die Umsätze nicht besonders lebhaft. Der Kurs blieb bei 88.45 unverändert. Von den zertifizierten Guldenanleiben war Nounganleihe wieder gefragt und etwas höher. Von den Reichsmark=Obligationen hatten RWE. und RbeinRuhr=Wasser einen größeren Umsatz bei anziehendem Kurs zu verzeichnen. Die Industrie=Obligationen waren nicht ganz einheitlich. Während Mittelstahl um ¾ Prozent nachgaben. waren die Serien der Ver. Stablwerke bis zu ½ Prozent befestigt. Am Aktienmarkt kamen Umsätze nur in sehr wenigen Werten zustande. Montanwerte waren fast allgemein ½ bis 1 Prozent gedrückt. Etwas fester dagegen lagen Elektrowerte, mit Ausnahme von Felten, die ½ Prozent nachgaben. Hier gingen die Gewinne bis zu 1 Prozent. Reichsbankanteile, die in den letzten Tagen sehr fest lagen. gingen,leicht um ¾ Prozent zurück. Der Kurenmarkt war gleichfalls ziemlich geschäftslos bei knapp gebaltenen Kursen. Von Steinkoblenkuren wurden Deutschland etwas niedriger bezahlt. Berliner Börse Die Börse hielt an ihrer abwartenden Haltung fest und eröffnete weiter leicht abgeschwächt. Einzelne Renten hatten auch etwas Nachfrage zu verzeichnen. Zinsvergütungsscheine konnten sich auf 90% befestigen. Frübe Reichsschuldbuchforderungen um ½ Prozent befestigt. Industrieobligationen bis ¼ Prozent böher. Altbesivanleibe gingen auf unveränderter Basis von 112⅞ und Reichsbahnvorzüge bei 122½, um. Von Auslandsrenten waren Merikaner und Rumänen etwas höher. Am Aktienmarkt störte ein stärkerer Rückgang der Reichsbankanteile, die zu Beginn mit 185 ein Prozent niedriger eröffneten, im Verlaufe aber auf 182 nachgaben. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß dieses Papier in den letzten Tagen mehrprozentig angezogen hatte. Durch einen stärkeren Rückgang fielen noch Buderus mit minus 3¼ Prozent aus dem Rahmen. Sonst gingen die Kursveränderungen über ½ bis 1 Prozent nach beiden Seiten nicht hinaus. Für Farben lag größeres Angebot, aber auch größere, Nachfrage vor bei 148½(minus). Der Geldmarkt blieb unverändert leicht bei einem Tagesgeldsatz von 2⅞ bis 34 und darunter. Am Devisenmarkt notierten: Amtl. Pfundkurs 12.24½(12.24), Dollar unverändert.488. Gulden 168.80(168.85). Lira unverändert 20,18. Die Reichsmark kam aus dem Ausland unverändert. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt An der Abendbörse war das Angebot klein, anderseits herrschte aber auch nur wenig Unternehmungslust. Die Kurse wurden meist ¼ bis ½ Prozent niedriger genannt. Renten waren weiter umsatzlos und unverändert. Keine jüdischen Börsenmakler mehr Der Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht hat angeordnet, daß die amtlich bestellten jüdischen Kursmakler und Kursmakler=Stellvertreter an allen deutschen Börsen mit Wirkung vom 22. November aus ihrem Amt ausscheiden, da öffentliche Aemter nach der ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 nur noch von Reichsbürgern bekleidet werden dürfen. Die Tätigkeit der jüdischen Besucher bleibt im übrigen unberührt. Die Auslandsbörsen Newyork: Unregelmäßig. London: Abbröckelnd. Amsterdam: Behauptet. Paris: Unregelmäßig. Brüssel: Meist fester. Mailand: Stetig. Wien: Gebessert. Zürich: Behauptet. Getreidegrotzmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 ko“ Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hafer märk.. 70.820 Asche) 21.10 * Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 21. November: 50.75 Reichsmark für 100 Kilogramm(unverändert gegenüber Dienstaa). Aluminium 98 bis 99 Kilogramm Bl.: 144, Aluminium Walz o. Dr.: 148. Rh.-Westf. Börse. Düsseldorf, 21. Nov. Riecl un Albecin beibern. Aesieanech Bochum, Bongardstraße 14 Portlaufende Notierungen 21.11., Zahg Seh oh. Dv Artang Schlod fasse Schlisl. oir1 21113 09 Köckner-V. Industrieaktien(Einheitsk.) D. 21.1119.1! 70.21 Atbestz.2sr- Koofhü.— Soie hiftelstah Pater. S. Bu Buderus.. Dahlbusch St.Disch. Ztlant. Otsch. Erdsl. O. Reichsbahn 10. Farheging. Feldmöhle Foltan& Soisle Goldschmict Rapen... Hossch-Köln Kali-Aschersl. 113 00 112.821 102.87103.00 103.12103.12 102.37102.87 103 00 102.75 96.00—.— 100.00100.40 104.05 104 00 104.00 102.75 103.00102 15 122.81/122.87/122.87 148.50148.50148.37 —.— 113.12 102.87/102.78102. 874 103.00 102.75 102.84 2 112.6211 193 121 103.12 102 031 103.00 96 12 100.25 104.00 103.50 1103.12 102 78 102.75 98.50 10000 1104.00 1101.87 123.00 1147.37 112.37 1103.50 104 00 107.00198 25 108.12/107.12 .83 50, S3 12 83.00 B3 31 3128.751126900 126 00s126.00 Nuxe Weste..— 8900— Beraharom. 11501300— Steinkohlen 3: 3 6 5 Balenrode 650 890 Garolushl. 4000 4209 39530 4 20Piag.-Stggst.— Const. d. 6/6 3 89.59 Hanesmann 79.87 Masch. Untern.„. 87.25 Reichsbank-12/185.00 Rhein, Braunk. 12— Rhein. Stahlw. 4/102.90 Rh.-.-Elek. Saizdetfurth Schucker& C. Siemens 4Hlal. Gebr. Stollu. Ver. Stahlw. Westo. Kaufh. Westeregeln Wintershall 21. 11.121. 11. 121.11. Antang Schlus Kassa 81 001 50 00 66.37 181. 87 209 25 102 87 81.00 79.62 66.50 132.12 4102.90 92 S 12 S12 99 133 S1 123 83 33 17 78 186.25 186 00 186 00185.005 Balcke Masch. Berg. 6. Oahl. V. Bonner Bo. u. H. 8530. Woleu. Braunk Zok. 119.11, Bruckd.-Pietl. ISchlussurbach Kal. 46 1 81.02porim.Ktterdr. 79.75/8983. Hosl.-Br. 119 11 67.120533, Masch. 8— 185 S0Opnamit,.Hod..5 Eschw. Berg. V. 10231632. 39. 8. 123. 12/3lückauf-B. 4 116 75 116 59113.13 7168.03 163.00 163.25 85.75 85.75 86.00 1531 1518 7600 24 75 24 87 24.73 S/122.25 122 00 12229 4 90.25 90.00 90.00 83. 311 Lelst.Malchof——.— 130 Destachl. Schwera Reinrich 660 700 G 6gg etg g0 00 6Bb-gzlagf. lu.i1— .389 390) 3d 28Prhgland. 10/s830o/1 3750 9250/8700 9100 Kallkere 12.,11. S 13301300 6— 103.0 105.0105.0 122.91220 — 94.0 94. 14 289.32 Brapaschr, 5300 580. S400,5800 Eingteit aaaig Rerchsse9— 830030503 Habigh. 225025002300 2450 Haimbold. 2250 2560 2300 2500 i16.SCallesche Salz. 163.091ochtisf 46.: 85 G2Gaoelw. Rheyat 76. 12/21-Chemie 25 25 MOtheim. Berg. 12203sog., Rietall 90.50 Thei. Soiegel. Aoodergg Bak Jacht.a46. Sgb. Schies-Oetries Schleg. Scharp. Hepoont. gers. 4 Wasseru.Gels..5 Bankaktien 99 5 108.0 103. 171.9 109. 171.0 15 4 6 6 12 6 194 2134.5 135 8133.32 —.1— P 5 Ssto0ioge Lisenburg Lanbi 190 11400 11090 11500 Braunkehlen 21. 11.1 19. 11. S 1S1818 ar“MNausolst. Mansbach; S- haetecbel Dreaicher Baat ad. V. 80. Cr.8. Aestc. 8.-4. 423046004390 4850 290 310— — 7400 7000 7330 — 2500 3000 — 8602300250 o gtecd. Mged. F. Brtetorn,3830 3350 PPresggglhiezege 40g 41.2.400— Kelehelg.— gonhard— 8809)— Sagggggg aengfhöfingen Sichen— 210001— 11090Bellerh.1— 3800— 380MThöringen 330 339— 330 390 Vereicherungeaktien KM. 70 110011 — 2500 2300 S. 70 1160 — 24502250 2450/1acn. Röchvers 14.4/215 0 28003050 2900 3159Lgrpp, S. Fl.. 553—— Lali an Stutta. V 12.9/233.0 — 370hI. v. 3t.—-V..81 Oir. 721.11 5 115.0 — 3300 40 759.0 S 98.0 — 240.0 — 125.0 — 84.0 119.11 115.0 230.0 750 0 93 0 249.0 125.0 34.9 Joionis,.-V. K. Jolonia Rückv. jladb, Feuerv. (öln, Nazelv., Cöln. L1gx0 A. 5 0 49/g Böckr. gr. (oln.Röckv. kl. Rentenwerte 5 Rhw..-Cr.Shyo8 Pfd. S. 4. S. 12. 10 dto. dto..1 I dto. dto. S. 11 s dto, Gold.=RKom. 1923 1927 8.—6 IU3 Wd. Bod. Gofd. 6 dto. Em. 3, 9s12, 14 95.5 Freiverkehrs-Aktien 21. 11. 19. 11. 6 8 8—8 630—. 39 48.0 50.0 48.2 50.2 99 5102.5 99 9100.5 79.5 32.0 90.0 830 95.0„ 94.5 350 550 78.0 76.0 780 Berliner Börse. 21. Nov. Adier K 3urd. K. 5Isa C. -.- Ka le Soedn. b Piaaa. K. Siugs.ou Mothria, Pothdr. 6. Hanst. Nasch. 50 sm. Serg Bb. Uigel. vI. Diaa Veise. von. Prek.Wiel 85.0 68.0 87.0—. 42.0 62.0 41.0—. 840 660 935 95. .5 45.3 46.5 45.0 45.5 Steuergutscheing 31.1119.11 #llig ab 1. 4. 1990 " I. 4. 1938 I. 4. 1993 I. 4. 1937 I. 4. 11 103.7 3372. 110.0 7. 108.7 . 108.2 109.9 108.7 103.7 Mitgetellt, von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum Otmann Reub.-9155.— Oind. Akt.-Brau. 10 1S5 2155.2 Union-Brau 12188 2 188.8 Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstus 5% Zinheltskurse Industrieuerte 21.1119.11 121612. Akkumuistoren Aku E. 6. Anhalter Hohle Aschaff. Zeilst. Gasal Sayr, Motoren Zemberg Berger Julivs Sarönang El. Serl. Karisr. 104. d 50.6 50.8 9. 35.8 35.6 0 90.0 90C 0 75.1 75.5 71.0 702 6118.2119.0 5101. 2101 61351120 01 86.5 5110.5110.8 oürener Hetall Opckersh. Widm. Flektr. Lieferg. „ Lichtu. Kr./8 lEngelh. Brauerel Enzianger Union 92.0 84.0 83.0 86.0/„— Kr. u. Licht10 140.7144.|8 34.0 33.0 85.0/;. Btzchigend.) 5110.0110.7/6 4 96.2 98.5 soders -Chem Set Chem. Gelsenk. 49 Cont Summ neimler Benz Oisch. Atlagt. Otsch. Baumwolle " Cont Gaa : Kabe " Lincieum " Steinzeng " Tel. u. Hab" Eisenhand= 108.0108 95 0 155.5156.2 99.6 89.6 104.010 3118.0118.0 7/124.9123.5 61123.1129.2 8136.1138.3 7115.0 6126.2126.5 4102. 5102. 6. 6133.-99 6124.0123.5 Wokswerke Kölner Gas Grefft V. Kromschrosder Krogprinz Metall Köppersbusch ahmeyer Caurahötte Aeopoldsgruben des Eis Lingnerwerte onz G. S 110.2 64127.0128.7 4 90.0 6162.0191.7 Feiasete gebhardt& Co. German. Cem. Ges. f. al. Untern Gildemeister ssciadb. Wol Gruschw. Tertl Guanowerte nackethal Draht Hageda Hlamd. Elekt. 2ltipert Masch. Ihindt.-Aufterm. elliofimann Stärke ollichegichewerte Hlolzmann Pn. Hotelbetr.-Ges. 1 Jae Geuds diee Genus 5 isenbeck Brau. .8hunghage Godr. u Biag, Wute Miag imose Hölheimer Berg. — grut 4 bogel 15 Oenabr. Kugfer 6 .87.5“ 6122.0121.5 120 1203 10 e 10 6211.2/111.3 9 93.0 32.0 65/18.0 8105.5 8128.511 0 48.5 6112.5 65 12. 56.5 87.7 0 76.1 79. 113.2/112. WSiem. 4 Halske 31163.2/ 2,„#, Möhlh., ZZohzr Anl. 127.5 121.0 20 5 95.0 123.0 77 48 81.7 96.8 1252 Stollberg. Zink Thüringer 6as Transradio Toch dachen UUnion chem. 9— 9. 87.0 101450 19.7 950 wer. Otsch. Nickel Ver Glanzst. 123.0Ver. Uitramarin 3. ogel Oraht 71.2 ansdluch — 111.0 85.0 143.5 6/134 0/134.2 Hlagner& Co. I Wanderern. Varsteiner Grud. Aestfalen Draht Gicküler Brau. 2 14 .0onge 6m; Zahn 19—.—. phein. El. Werke Rhein.-W. Kais. .3fiebeck Montan .0Rötgerswerte Sarotti ISchlegel Schles. Bers. u. 2. Berg Bezth. Elekt..6as Schub. 4 Salzer Schultheis-Patz., Siegersdorfer W. Siemens Glas 43 6 1111.5112.0 6s128.5 76.0 1033 129.5 118.5 I. 6. für Verkehr Goch. Gelsenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb, 8ödamer. tordc. Lioye 129.0 125.2 8138.8135.1 0l 63.0 5 Verkehrewerte 81.0 15 17.0 Rentenwerte 261.9/45 Ot. R. Schatz. 41 97.0 91.34 Ot. R. Anlaite 44 . B# b. R. Voungen. 33.2 32.14t Reichedahn Sch. 31.8 84.3Hestfalen Altbesitz —. bib Bochum Anl. 131.1/130.0/44 Ovisburg. 4nl. 102.1102. 3/44 Oösseld. Aal. 74.0 79. Jas Elberfeld. 1n. 94.35 95.743 Eozon dal. 975 99.9 109.2 Ruhrverbd. Ani. 36 ##Pr. Ldpf. A. Pfd., 45 Ldbk. Westf. Pfd. 1½dbk. Westf. Kom 0/140t. Komm. Goldanl. J4#Westf. dsch., Pfd. #44Dt. Hyp. B. Bin. Pfd. 128. 343P, Centr. boc. Pfd. 28. JiHPr Pfadr. Bk. Pfd. 123.034 Gasal Ob. i Coneord. Berg Obi. Dainier Begz Obl. Höcknerg. Obl. Mont Cenie Obi. 62 344 Vor, Stahl 90 s- 1/5. Ver. Stad. 47151 5 Rheinelbe 48 5 Siem. u. R. Ob. Farbendonde Umsch. Anleihe 97.0 7. 959 94. 91.6 91. 91.0 93. 95.0 95. 95.1 95.2 95. 95.0 34.0 84. 102.0 104.3s104.5 102.9102.3 102.2102 91.—. 93.7 97.7 150.5 124.|124.0 88.2 83.2 79.5 15.0 16.2/8. Schulcd. F. 98 I8. Schulcd. F. 38 8. Schulcb. F. 40 R. Schuldd. F. 42 I8. Schuldd. F. 4319 97.55 Eaten Steiank. 4 102.844 Haroener 49 93.645 R. N. E. 326 109.25 R. M. E. 30 Ti5 Ruhrchemie 4 99. 345 Rührgas 89 91.845 Ruhrwasser 99 90.2s, Rohrwehag. 54 b5 V. E. W. 84 21.112 94.50 96. 95. 93.7 93. 93. westlalenbank.-G. Bochum Austohrung sümtlicher Banksesehatis Commerz- und Privat-Sank ARENMBaRSarbadferider Fillale Bochum Wilhelmeplatz-4 Fernepr-a0ost Seite 9 Nr. 274/ Bochumer Anzeiger" Freitag, 22. November 1935 Turnen und Sport Die„Mone Caldfe des Hahmarnens Die Teilnehmerliste zu den Deutschen Gerätemeilterschaften in Frankfurt In den einzelnen Gauen der Turnerschaft sind die Gerätemeister nunmehr sämtlich ermittelt und gleichzeitig damit auch die Vertreter der Gaue für die Deutschen Gerätemeisterschaften, die am 30. November und 1. Dezember in Frankfurt a. M. entschieden werden. Die Liste der Olympiaklasse hat folgendes Aussehen: Schwarzmann(Wünsdorf), Stangl(München), Beckert(Neustadt), Winter(Frankfurt), Frey(Bad Kreuznach), Sandrock(Immigrath), Steffens men), Lorenz(Hannover), Streicher(Kiel), Kleine (Leipzig), Bauer(Ruhla), Limburg(Ruhla), Haustein Müller(Falkenstein), Pludra(Forst), Domke Forst), Kanis(Zoppot), Weiher(Mylau), Popp (Schleiz), Rödel(Greiz), Peters(Bremen), Rüger (Hannoper), Klinger(Schwerte), Friedrich(wrunchen), Rabenstein(Fürth), Münder (Augsburg), Volz(Schwabach), Setigmann(Dusseldorf), Schneider(Remscheid), Brandfaß(Köln), Schlösser(Köln), Fink(Marburg), Schmelzer(München), Bezler(Göggingen), Kindermann(Munchen), Mock (Berlin), Thölke(Berlin). Die Gauvertreter in der Meisterklasse sind folgende: Ostpreußen: Kallweit; Pommern: Kupfer; Brandenburg: Johnke, Kiwatschinski, Bockenauer, Radochla; Schlesien: Kippert, Galle, Strunk; Sachsen: Leuschel, Günther, Neubert, Schreiter, Röhner, Otto, Thiele, Richter, Fischer; Mitte: Baumbach, Böhm, Winkler, Tretner, Haßler, Kurr Schneider, Willi Schneider, Oettert; Normark Schäfer, Jürgensen; Niedersachsen: Kribie, Johannsen, Bornemann Hasse, Fröhlich; Westfalen: Hollefelder, Grüdelbach, Trostheim, Frisch, Wurm, Krüger; Niederrhein: Nigge, Fleckhaus, Beyer; Mittelrhein: Reinartz, Zoßrann, Feßmagr, Nordhessen: Schößmann, Geros; Subwest: Müller, Stiegler, Hecker, Reuther, Hexxmann, Hainz, Fiedler, Neumann; Baden: Isele, Eschlbr, Kippert; Württemberg: Single,##rmann; st, En Wähner, Renner, Kammerbauer, dermann: Bayern: Sischer, Lenhardt, Engelhardt, Hennig. Kaffe SeifdlierMrionand Erfolglose Hictze gegen die deutsche Olympiade Schmidt, Olympia=Turner sollen geschont werden Carl Steding, der Oberturnwart der Deutschen Turnerschaft, gibt folgende Anordnung für die Olympia=Turner bzw. Turnerinnen bekannt: „Die Olympia=Reichskernmannschaft der Männer wird durch die Deutschen Gerätemeisterschaften erneut zusammengesetzt. Vom 1. Dezember an gehören diejenigen Turner zur Reichskernmannschaft, die sich bei den Frankfurter Meisterschaften als die 30 Besten der Olympiaklasse erwiesen haben. Vom Dezember an werden nur noch diese zu den Schulungslehrgängen zusammengezogen. Ab 1. Januar 1936 werden die Turner und Turnerinnen der Olympia=Reichskernmannschaften bis zu den Olympischen Spielen für jede turnerische Betätigung außerhalb ihres Vereins gesperrt, d. h. die Zuweisung von Turnern zu Gastturnen kann ab 1. Januar 1936 nicht mehr erfolgen. Ueber die wettkampfmäßige Beschäftigung der Olympia=Kernmannschaft verfügt ab 1. Januar 1936 ausschließlich die DT. Daher ist auch die Teilnahme eines Mitgliedes der Olympia=Kernmannschaften in Städte= bzw. in Vereins=Mannschaftskämpfen, nur in Ausnahmefällen und dann nur mit besonderer Genehmigung der DT. gestattet. Frankfurter Festhalle ausverkauft. Für die Entscheidung der Deutschen Gerätemeisterschaften am 1. Dezember ist der Schauplatz der Veranstaltung, die 12 000 Plätze enthaltende Festhalle in Frankfurt am Main, bereits ausverkauft. Nur zu den Vorkämpfen am Samstag, dem 30. November, und am 1. Dezember vormittags, sind noch Karten erhältlich. Ein neuer Beweis für die Volkstümlichkeit des Geräteturnens. Ein jüdisch=marxistischer Ausschuß zur Hetze gegen die Olympiade 1936 hatte für Mittwoch abend in das Amsterdamer Konzertgebäude eine Massenversammlung gegen die Teilnahme der Niederlande an den Olympischen Spielen einberufen. Die Versammlung, die tagelang vorher mit allen Mitteln der Reklame angekündigt worden war, nahm einen für die Veranstalter kläglichen Verlauf. Als die Versammlung schließlich eine halbe Stunde nach der angesetzten Zeit eröffnet wurde, waren noch nicht 700 Personen anwesend, wobei die Sportkreise Hollands, wie nicht anders zu erwarten war, fehlten. Unter einer langen Reihe von Rednern fand sich nur ein aktiver Sportsmann. Im Verlaufe der Versammlung verließ ein Teil der Zuhörer den zu drei Vierteln leeren Saal. Bezeichnend ist, daß selbst in der durchaus nicht deutsch=freundlichen Presse das Interesse der Oeffentlichkeit an der Versammlung als gering bezeichnet wird. Der Ausschuß, der diese Hetzkampagne gegen die Olympiade inszeniert, hatte die Stirn, sich„Komitee zur Rettung des Olympischen Gedankens“ zu nennen. Verein und Dienstpflichtiger In einer Verlautbarung wendet sich der Reichssportführer gegen jene deutschen Sportvereine, die aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus ihre dienstpflich: tigen Mitglieder für die Dauer ihrer mititarischen Ausbildung aus ihren Mitgliederlisten gestrichen haben. Die Mitglieder, die ihrer Ehrenpflicht gegenüber dem Vaterland gerecht werden, hätten ein Anrecht darauf, auch weiterhin in den Mitgliederlisten geführt zu werden, selbst wenn sie keine Beitragszahlungen leisten würden. Boden gefallen. Der Herr Oberpräsident hat die Vorschläge des Fachamtes über die Ausgestaltung des Schulhandballes freudig aufgenommen. Auch die Harntfegen Kreise der Erzieher haben sich bereits zur Mitarbeit bereit erklärt. Nun haben diese Bestrebungen vadurch einen besonderen Antrieb erhalten, daß der ehef des Stabes der SA., Viktor Lutze, fur das Endspiel im handball Westfalen einen wertvollen Wanderpreis Dieser Wanderpreis hat die Bezeichnung „=Lutze=Wanderpreis", erhalten. dem NSLB. und Schulbehörden durch. Die Spiele der Volksschulen werden in jeder Stadt, in jedem Amt durchgeführt bis zur Ermittlung der Bestmannschaft. Es gibt kaum eine Schule, die nicht mindestens eine Kuslolung der Dwhchenrunde für die Stadtmeisterschaften im Boxen eine Vereinsvertretexörtrung, mit der Auslosung für die Zwischentuue befaßte. Die Zwischenrunde wurde auf Samstag abend, den 30. November, in der Tonhalle angesetzt und der Termin fur die Endrunde auf Freitag, den 13. DezemDie Auslesung der Zwischenrunde ergab folgende Petermann(BSK 19)— Peters Bantamegreiigz, Böfterr„esierg.). Gaenseria(Pove.) ot: Gausmann(Polizei=SB.)— Kot (BSK19): Disselbeck(Polizei=SV.)— Piotrowsti (Linden). BSK19): Kuhnhenn(BSK19)— Pristaw(PolizeiKämpfe um die Stadtmeisterschaft vereinslos mitzumachen. Er wird also den Endkampf gegen Kaisler im Leichtgewicht bestreiten. Deutschland—England im Rundfunk Der am 4. Dezember auf dem Platze der ham Hotspurs in London steigende Fußball=Länderkampf zwischen England und Deutschland wird— so hören wir aus England— während der zweiten Halbzeit durch den englischen Rundfunk übertragen.„Der Manager von Arsenal, Allison, hat die Reportage üvernommen. Die Schiedsrichter für den Vereinspokal Für die beiden Vorschlußrundenspiele um den Fußball=Vereinspokal, die am kommenden Sonntag ausgetragen werden, hat der Deutsche Fußballbund die in Dortmund: Schalke 04— FC. Freiburg Schiedsrichter Broden(Duisburg); in Nürnberg: 1. FC. Nürnberg— SV. Waldhof Schiedsrichter Becker(Stuttgart). feld die 10X80=Meter=Bruststaffel, die 10X80=MeterKraulstaffel, die 4X60=Meter=Kraulstaffel und die Lagenstaffel 90, 120, 90 Meter. Deutsche Schwimm=Meisterschaften am 18./19. Juli Die Schwimm=Meisterschaften 1936 werden nach einer Anordnung des Fachamtes Schwimmen am 18./19. Juli im Olympia=Schwimmstadion ausgetragen und gelten gleichzeitig als Auswahlkämpfe für die Olympischen Spiele. Die Termine der Bezirksund Gaumeisterschaften wurden für den 14. Juni bzw. 5. Juli festgelegt. Siege ohne Rekorde USA.=Schwimmer in Halberstadt Auf ihrer Deutschlandreise starteten die amerikanischen Schwimmer des Lake Shore SC. Chikago in Halberstadt. Das 100=Meter=Rückenschwimmen gewann Adolf Kiefer(USA.) in 1,07,6 Minuten vor dem Deutschen Meister Hans Schwarz(Wünsdorf) in 1,08,8 und Schlauch(Wünsdorf) in 1,09,7 Minuten. Spielend leicht siegte Brydenthal über 100 Meter Brust in 1,13,7 Minuten. Harten Kampf gab es dagegen über 100 zul zwischen He Ein„Viktor-Lutze“-Wanderpreis zur Förderung des westfälischen Schulhandballs. Mit dem Nachwuchs ist es in vielen Handballsport treibenden Vereinen(dies gilt im besonderen für Bochum) schlecht bestellt. Nur wenige Vereine verfügen über Jugendmannschaften. Dieser Zustand scheint eine Besserung zu erfahren mit der Einführung des Handballspiels in den Sportbetrieb des Schulturnens. Die darauf abzielenden Bemühungen des Fachamtes für Handball, die Schule für den Handballsport zu interessieren, sind bekanntlich in Westfalen auf fruchtbaren Sesdsen beon, eischen Gerier de eice, eziee aus diesen wird in einer Runde die beste westfälische Schulhandballmannschaft ermittelt. Vom Turf Auteuil, 21. November. 1. Rennen: 1. Benoit(A. Bates), 2. Millemont, 3. Antbéor. Toto: Sieg 70, Platz 27. 32. Ferner: Bright Zagreus, Bellone II, Ordre du Jour, Coron. * R e n n e n: 1. L a r r i n g e s( C h a u f f o u r), 2. T r o u n d e 1 A i r. 3. Tulipier. Toto: Sieg 78, Platz 24, 19, 30. Ferner: Cadeau, Violente, Philometor, Fashionable, Bleuette, Vominateur, Maison Grise, Haut les Coeurs, Clain. 3. Rennen: 1. Galanthis(Bonaventure), 2. Tip, 8. Bronzino. Toto: Sieg 76, Platz 24, 76, 18. Ferner: Frégatte III. Chanzy, Calorina, Roi des Resgutl., Sardanapa, Rip, Magnol, Cuarnens, Nouveau Riche. 4. Rennen: 1. Cake Walk(Maupas), 2. Cérsaliste, 3. Bengal. Toto: Sieg 150. Platz 52, 26. Ferner: Goodly, Houetteville, Fire Off, Le Cheirghi. 5. Rennen: 1. Serpolet(R. le Fur), 2. Le Magicien, 3. Dejazcomba. Toto: Sieg 32, Platz 22, 32. Ferner: Trader Horn, Dauneck, Fanteria. 6. Rennen: 1. Essendieras(Le Fur), 2. Certitude II, 3. Maestro. Toto: Sieg 54, Platz 30, 22. Ferner: Sérapis, Bel et Bon, Corb. de Noces. Unsere Voraussagen: Enghien, 22. November. 1. Rennen: Zagraa— La Rocaille. 2. Rennen: Cheit Rama— Pompon. 3. Rennen: Peanut— Halcyone. 4. Rennen: Minnehaha— Didoric. 5. Rennen: Massinette— Stall Dumont. 6. Rennen: El Signor— Tebessa. LFC. Laer wieder freigegeben! Wie uns der Vereinsleiter des seinerzeit gesperrten LFC. Laer mitteilt und uns die Gaugeschäftsstelle bestätigt, ist der Verein mit sofortiger Wirkung begnadigt worden. Der Verein, der nunmehr in der zweiten Kreisklasse spielt, darf also schon am kommenden Sonntag wieder spielen. Er trifft im ersten Spiel der Saison, allerdings schon mit 18 Punkten belastet, auf Concor= dia Bochum. Eine Niederlage Blau=Weiß=Sparta in Bielefeld 20:16 geschlagen. Der SV.„Blau=Weiß=Sparta Bochum war am Bußtage einer Einladung nach Bielefel), gefolgtz Gastgeher war der schwimmstarke SV.„Bielereto 02,Lex.. Mannschaft durch einige Brustschwimmer der Vielefelder Turngemeinde verstärkt hatte. Von seiten Bochums war ebenfalls ein Start der Trainingsgemeinschaft beabsichtigt. Da jedoch die für diesen Kampf vorgesehene Verstärkung von Dahlhausen nicht zur Stelle war, mußten die Blau=Weißen mit ihrer ohnehin schon ersatzgeschwächten Mannschaft die Fahrt antreten. Wenn man von dem Vorteil einer eigenen Bahn sprechen kann dann bestimmt von der winzigen Bahn des kleinen Bielefelder Hallenbades. 15X5½ Meter betragen die Ausmaße dieses„Linputbades“, welches anmutet wie eine„Badewanne“. Und wenn dann noch Startsprung und Wende, für den Sieg auf solch kleinen Bahnen ausschlaggebende Faktoren, für den„Nichteingeweihten". Tücken bergen, dann ist der Vorteil der eigenen Bahn kaum wettzumachen. Ohne den Sieg der Bielefelder in der 10X80=MeterBruststaffel, der durch die teilnehmenden Turnerschwimmer sichergestellt wurde, hätten die Bochumer ein ehrenvolles Unentschieden erzielt. Bochum gewann die 4X90=Meter=Bruststaffel durch das hervorragende Schwimmen von Wiener und das Wasserballspiel. BiereMeter Kraul gs#n Heiko Schwartz(Magdeburg 96), der bis zur letzten Wende führte, und dem Amerikaner Highland. In 59,9 Sekunden wurde der Magdeburger nur um eine Zehntelsekunde von Highland geschlagen. Insgelamt 9 neue Rekorde Die Adler=Rekordfahrt erfolgreich beendet Der Adler=Trumpfsportwagen, der seit Samstag auf der Berliner Avus auf Rekordjagd gegangen war, hat am Mittwoch abend mit einem weiteren Rekord über 96 Stunden sein Ziel erreicht und die Fahrt abgebrochen, nachdem er vorbehaltlich der Anerkennung durch die AJACR. folgende neun neue internationale Klassenrekorde für die Klasse F(1100 bis 1500 Kubikzentimeter) aufgestellt hatte. Die neuen Rekorde: 4000 Kilometer: 31,11,34,8— 128,4 Stundenkilometer, 3000 Meilen: 37,33,33,4— 128,3 Stundenkilometer, 5000 Kilometer: 39.02,01— 128,09 Stundenkilometer, 4000 Meilen: 50,03,34,6= 128,593 Stundenkilometer, 5000 Meilen: 62,59,35— 127,7 Stundenkilometer, 10 000 Kilometer 79.08,54= 126,345 Stundenkilometer. Zeitrekorde: 48 Stunden: 6168,045 Kilometer= 128,5 Stundenkilometer, 72 Stunden: 9245,607 Kilometer= 128,4 Stundenkilometer, 96 Stunden: 11 875,284 Kilometer= 123,709 Stundenkilometer. Diese neuen Rekorde wurden bisher von der französischen Firma Peugeot gehalten. Schröders Weltrekord anerkannt S. Stankovits(Budapest), der Vorsitzende der Regelkommission des Internationalen Leichtathletikverbandes, hat dem Deutschen Leichathletikverband mitgeteilt, daß bei der von Willi Schröder am 28. April 1935 in Magdeburg mit 53,10 Meter erzielten Leistung im Diskuswurf a) die internationalen Wettkampfbestimmungen strikte eingehalten wurden und die Bestimmung des Resultates, sowie die Befolgung der technischen Vorschriften einwandfrei geschehen ist, b) die Vorbedingungen eines regelrechten Wettpfes(vorherige ausschreivung, Oeffe Momentbilder vom Kampf um die Weltmeisterschaft Nach 20 Partien steht der Kampf um die Weltmeisterschaft 10½:9½ zugunsten des Weltmeisters. Zwar hat Aljechin seine Schwächeperiode(10.— 15. Partie) überwunden, aber er hat nur einen Punkt Vorsprung herausgeholt. Euwe gewann die 20. Partie, und wenn Allechin dadurch nervös geworden ist, kann der Wettkampf für ihn leicht verloren gehen. Trotzdem aber vertrauen wir auf den großen Kampfgeist des Weltmeisters, der sich durch Niederlagen noch nie hat besonders deprimieren lassen. Nachfolgend einige Ausschnitte aus dem Ringen der beiden Schachgrößen, die einen interessanten und lehrreichen Einblick unseren Lesern vermitteln dürften. Wir zeigen unseren Lesern diese Stellungen in Form von Partieaufgaben und hoffen, daß sie ihnen einige genußreiche Stunden bereiten werden. 1. Stellung aus der 1. Partie Dr. Euwe 3. Stellung aus der 7. Partie Dr. Euwe Ee. a. 8 920 a ih. i Seilh. uun ä X Dr. Allechin Weiß ist am Zuge und hat die Möglichkeit, die schwarze Stellung durch ein Figurenopferangebot in Unordnung zu bringen. Welches ist es! 4. Stellung aus der 9. Partie Dr. Euwe Dr. Aljechin Weiß zog zuletzt b2—54! Weshalb darf Schwarz auf bi nicht mit dem Läufer nehmen! 2. Stellung aus der 4. Partie Dr. Allechin 5) die Vorbebzpoungen, eines, ezertrsche, Pest, kamp gentischlen, Tlle nahme von Athleten verschiedener Vereine) vorhanden Der einzige Mangel bestand darin, daß zu diesem Wettkampf aus finanziellen Gründen kein gedrucktes Programm herausgegeben wurde aber aus dem vorgelegten Material konnten alle Daten, die zur Ueberprüfung des Resultats notwendig waren, beweisbar festgestellt werden. Stankovits teilt weiterhin mit, daß er die Leistung von Schröder als Weltrekord anerkennt. Sie wird endgültig vom nächstjährigen Kongreß der JAAF. in Berlin anerkannt werde. Handball TV. Eickel— TuS. Bochum:4(:3) Am Buß= und Bettag bestritten die Bochumer ein Freundschaftsspiel in Eickel. Durch die Einstellung von vier Ersatzleuten waren die Bochumer stark geschwächt, lieferten aber dem vorjährigen Gruppenmeister ein gutes Spiel. N Dr. Euwe Schwars hat einen Bauern geopfert. Welche Möglichkeit besteht in dieser Stellung für Schwarz, zu einem gefährlichen Angriff zu kommen und ihn durch ein Figurenopfer fortzusetzen! Dr. Allechin Schwarz am Zuge zog hier 1.... c5:d4, well er einsehen mußte, daß die Qualität nicht mehr zu retten war. Welches hübsche Abspiel könnte nun auf 1.... Tg5 2. Sh5 Dd4: folgen! Lölungen unlerer vier Partieaufgaben 1. Wenn Schwarz.... Leitbi spielen würde, verlöre er eine Figur durch: 2. Sb3! DeT 3. De4i Laß (oder 3.... Les 4. Tel Lb2 5. Te2 f5 6. Des g5! 7. Lg5: Sg4 8. Da7: mit entscheidendem Vorteil) 4. Ddll, und Weiß gewinnt eine Figur. 2. Aljechin leitete in folgender geistreicher Weise einen starken Angriff ein: 1. e5l 2. Sda edl s. fg de 4. Les: Sgi: 5. Lf4 Lest, 6. Tdz(Kf11, Teb:) Teb: 7. Scö: De5:(Stark war auch Tes+ nebst Ld2:.) 8. Lbs: Do7+ 9. Kdl Ses“ 10. Kel Sc2:, und Schwarz gewann das Endspiel infolge der unglücklichen Stellung der weißen Figuren. 3. Aljechin spielte: 1. Sf6l, und es folgte Ltß: (Falls gf. so 2. gf Lfé: 3. Let nebst Matt.) 2. gfat 3. Dh4 Dds 4. Lfé(droht Lef:) mit erfolgversprechendem Angriff. 4. Auf 1.... Tg5 2. Sh5 Ddi: könnte folgen: 3. Lg5: Los:“ 4. be Des:“ 5 Kf1! Dhi: 6. Sf6; Kds 7. Sdit Kes 8. Se7t, Kfs 9. Lhé matt. Boorbotet vom Postbllochen Sohachmeicter Seite 10 Nr. 274; Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 22. November 1933 Das schöne Bochum Blühen und Schaffen eines Jahres in Parks und Grünanlagen. Als das Jahr 1935 begann, verfolgte die gesamte Bevölkerung mit Interesse das langsam werdende Bild des neuen Eingangs zum Stadtpark, dessen Fertigstellung schließlich noch durch die Weihe des Ehrenmals ehemaliger 67er gekrönt wurde. Da grünten die neuen großen Rasenplätze, die vorgelagert sind, und die neugeschaffenen Terrassen zeigten ein wogendes Heer bunter Staudenbluten, die den Eingang zum Stadtpark flankieren und nun jedes Frühjahr ein Wiederauferstehungsfest feiern werden. Hand in Hand mit dieser Umgestaltung des Stadtpark=Einganges war die dringend notwendig gewordene Entschlammung des alten Stadtparkteiches und seine vordere Fassung und Abstützung gegangen, ferner die Neuordnung des ehemaligen dahinter gelegenen Bachlaufes und der Zementteiche. Und noch etwas anderes ist dabei endlich Wirklichkeit geworden, Mauern und Zäune am vorderen Teil des Stadtparkteiches an der Berg= und Kurfürstenstraße sind gefallen, und der Eingang zum Park ist lichtvoll und frei geworden. Mit noch größerem Stolz als bisher wandern die Bochumer nun und mit ihnen hoffentlich viele Freunde und Gäste in dieses alte Prunkstück unserer schönen Grünanlagen und zu dieser Sehenswürdigkeit, um die Bochum von vielen Großstädten hier im Westen beneidet wird. Am neuen Stadtparkteich wurde die neue Brücke fertiggestellt mit der sehenswerten Froschkönig=Plastik. Als wertvolle Bereicherung der Grünanlagen im Innern der Stadt sei das neu geschaffene Grun am Moltkemarkt erwähnt, das einem lange gehegten Wunsch der dort ansässigen Bevölkerung entspricht, ebenso wie der in Verbindung damit angelegte Kinderspielplatz. Möge eine pflegsame Betreuung dieser Anlage durch diejenigen, für die sie erstellt wurde, der Dank sein, daß diesem Wunsche der Anlieger endlich doch entsprochen worden ist, und daß die Mittel dafur bewilligt wurden. Was unsere Friedhöfe anbelangt, sei besonders an Hamme gedacht, wo eine große Erweiterung der bisherigen Anlage durchgeführt wurde. Der neue, sich direkt der alten Friedhofsanlage anschließende Teil ist bis auf einige Wegearbeiten fertig gestellt und seine durch das abfallende Gelände bedingten Terrassen leuchteten schon in diesem Sommer im Blütenschmuck der vieltausend Rosen, die das Gestein umranken und beleben. Am Freigrafendamm sammeln sich jetzt die Trauerzüge, für die Beerdigungen auf dem neuen Hauptfriedhof, der den voll belegten Friedhof an der Blumenstraße abgelöst hat; seit April, als die erste Beerdigung dort stattfand, bis heute haben bereits 250 ihre letzte Ruhestätte dort gefunden. Die weiten Anlagen, an denen seit Jahren und auch jetzt noch ständig gearbeitet wird, dürften mit dem angeschlossenen Erweiterungsgelände für die nächsten hundert Jahre genügen, und die nötigen Baulichkeiten sind ja auch schon im Entstehen. Im Stadtteil Gerthe ist seit kurzem die Erweiterung des Friedhofs in Arbeit. Das Garten= und Friedhofsamt wird die nächsten Monate noch mit Erdbewegungen und Wegebauen sowie Anpflanzungen dort beschaftigt sein. Im übrigen war vom Frühjahr bis in den Spätherbst hinein reich an Blumen die Flur. In allen Anlagen und auf den vielen Stadtplätzen war es ein immer wieder wechselndes buntes Bild, die einen kamen, die anderen gingen, ein lustiger Reigen von den ersten Frühlingsblüten im März an den neuen Terrassen des neuen Stadtpark=Einganges bis zu den letzten Dahlien und Herbstastern. Und auf der Höhe des Jahres blühte die blaue Wunderblume, die Pawlownia imperialis, der Kaiserbaum am Gondelteich im neuen Stadtparkteich. Noch wenige Wochen, und schon beginnen die Vorbereitungen für das neue Blumenund Blütenjahr; schon reift der Blumensamen, und ehe das Jahr ganz zu Ende, wird er unter Glas in die mütterliche Erde gebettet und treibt einem neuen Frühling entgegen. Straßenbauarbeiten Bei schöner Hausmusik Tag der Hausmusik. Seit nunmehr drei Jahren ständige Einrichtung im Kunstleben jeder Stadt. Alljährlicher Appell an die Volksgenossen, zur veredelnden Gemeinschaft häuslichen Musizierens sich wieder mit Freuden und Lust zu bekennen. Beherzigenswerter Gedanke, doppelt notwendig im Zeitalter mechanischer Musikerzeugung, sicherlich nicht erfolglos im Kampfe gegen einseitiges Musikgenießen per Radio und Schallplatte. Musiklehrer spielten— spielten am Morgen in den Schulen den Kleinen zur Freude und zur Anregung, zeigten am Abend einem trotz übelsten Wetters zahlreichen Publikum, bis zu welchem Grad künstlerischen Ensemblespiels auch der laienhafte Musikbeflissene emvorsteigen kann. Im musikalischen Unterricht entscheidet die Qualität des Lehrers, hat kürzlich recht treffend ein bedeutender Künstler zur Frage der Unterrichtspraxis erklärt. Auch in diesem Sinne wirkte der Abend, dem als dankbares und aufmerksames Publikum viele Eltern der Schüler beiwohnten. Und wenn die jungen Studierenden selbst bei dieser Gelegenheit fehlten, so war das nicht wichtig, denn ebenso fördersam ist es, den Eltern durch das wirksame Beispiel vollendeten Gemeinschaftsmusizierens das Interesse an einer musikalischen Betätigung ihrer Sprößlinge zu wecken, wie in den Kindern selbst diese Freude zu erziehen, für die sie im Verlauf des Unterrichts genügend Anregung empfangen können. So war es ein immerhin kritisches Publikum, das den Darbietungen derer lauschte, denen die Hörer ihre Schüler anvertraut haben. Und die Vortragenden gaben sich denkbarste Mühe, die aus allen Gebieten genußreichen Ensemblespiels gewählten Stücke so vollendet wie möglich zu Gehör zu bringen, nicht nur Klavier= und Violinmusik, auch gesangliche Kunst, erweiterten Streichersatz und dreistimmiges Blockflötenspiel. An solchem Exempel erst wurde den Hörern erkennbar, was auch dem noch in den Anfängen sich mühenden Schüler bei Fleiß und einiger Begabung erreichbar ist. Und welchem Vater, welcher Mutter sollte der Gedanke nicht verlockend erscheinen, in absehbarer Zeit auch im eigenen Heim mit dem musizierenden Kind andere junge Menschen zu versammeln und einer, wenn auch im kleinsten Rahmen sich bewegenden, schönen Hausmusik eine Stätte bieten zu können— und dann vielleicht mal die prächtigen schottischen Lieder von Haydn oder die wundervolle Sonate von de Fesch— um nur ein paar der schönen Beispiele zu nennen— von eigenen und befreundeten Kräften daheim erklingen zu hören. Das war der Sinn dieses geschmackvoll zusammengestellten, gediegen ausgeführten Abends. Und daß er in mehr als einem Falle seinen edlen Zweck erfüllen möge, wollen wir zum Heile unserer seit Jahrhunderten gepflegten deutschen Hausmusik hoffen. S. Bochumer Konditoren tagten Im Jagdzimmer der„Uhle" traten Donnerstag nachmittag die Mitglieder der Bochumer KonditorenInnung zu ihrer ordentlichen Pflichtversammlung zusammen. Nach Worten der Begrüßung durch den Obermeister H. Althoff sprach Gewerberat Edinger. Er erlauterte eingehend die gesetzlichen Bestimmungen der Verkaufs= und Arbeitszeit und wies darauf hin, daß er gelegentlich von Revisionen in einzelnen Betrieben verschiedene Mängel festgestellt habe. In der darauf folgenden kurzen Aussprache kamen die Wünsche zum Ausdruck, die der Konditorenstand in diesen Fragen hat. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden nach geschäftlichen Mitteilungen die Handwerkerkarten ausgegeben. Nach Erörterung der Beitragsfrage zum Gaststättengewerbe folgte ein Bericht über den Obermeistertag am 16. Oktober in Düsseldorf, der ausführlich Fragen der Genehmigungspflicht für die Beschäftigung weiblicher Arbeitnehmer in Konditoreien und Cafés, sowie Fragen bezüglich der Beschäftigung von Gewerbegehilfinnen in den Konoitoreien zum Bedienen der Gaste und Beschäftigung von weiblichen Arbeitnehmern im Schenkwirtschaftsgewerbe behandelte. Zum Schluß der Versammlung fand eine allgemeine Aussprache statt. Sochamrra Die Neuordnung der Wirtschaft Vortragsabend im Verband Deutscher Diplomingenieure Auf Einladung des Bochumer Bezirksvereins des Verbandes Deutscher Diplomingenieure sprach Dienstag abend in der Gaststätte Schlegelbräu nach einleitenden Worten des Vorstandes Dr. Ostermann Dr. rer. pol. Bardey (Bochum) über die Neuordnung der Industrie innerhalb der Organisation der gewerblichen Wirtschaft. Nachdem der Vortragende zunächst die wesentlichen Merkmale der neuen Organisation auf dem Gebiete der Wirtschaft aufgezeichnet hatte, kam er zum besseren Verständnis und zur Klärung der ganzen Sachlage auf das Verbandswesen der vor der Machtergreifung zu sprechen. Solange die Wirtschaft bestehe, habe es wirtschaftliche Verbände gegeben. Die um die Jahrhundertwende einsetzende Zusammenfassung der verschiedensten Gruppen und Organisationen wirtschaftspolitischer und sozialpolitischer Art bezeichnete er als Ueberorganisation. Hauptkennzeichen dieser Organisationen, wie Arbeitgeber= und Arbeitnehmerverbände, Handwerks= und Landwirtschaftskammern und die Fachverbände der einzelnen Gliederungen, sei die Organisationsfreiheit gewesen. Die von den Mitgliedern dieser Organisationen verlangten aufgaben seien in den meisten Fällen ausgeführt worden. Außer dem hätten die Organisationen tun und lassen können, was sie wollten. Die einzelnen Wirtschaftsverbände seien aus Gründen der Abwehr geschaffen worden, da die damalige Regierung der Wirtschaft feindlich gegenübergestanden habe. Diesen einführenden Erläuterungen folgte eine eingebende Behandlung der jüngsten Entwicklung des Organisationswesens der neuen Wirtschaftsordnung. Er zeichnete die Vorteile der deutschen Wirtschaft im Gegensatz zum Auslande auf, die zum Teil ihren Ausdruck fänden in ihrer Vereinheitlichung. Aus allen diesen Erwägungen heraus schlußfolgerte der Vortragende, daß die deutsche Wirtschaft einer Blüte zugeführt werde, die der der Wirtschaft der Vorkriegszeit nicht nur gleichkomme, sondern diese sogar noch übertreffen werde. Stadttheater Bochum. Die Aufführungen großer KlassikerZyklen, die dem Bochumer Stadttheater einen Namen in der Theaterwelt eingetragen haben, werden in einem Zyklus sämtlicher Römerdramen Shakespeares gelegentlich der zweiten außerordentlichen Tagung der Deutschen Shakespeare= Gesellschaft eine glanzvolle Fortführung finden. In der Vorbereitung hierauf wurde das gewaltigste Werk dieser Reihe:„Julius Cäsar“, von Dr. S. Schmitt neu inszeniert. In den Hauptrollen wirken mit: Heidi Kuhlmann(Portia), Adele Schönfeld(Calpurnia), Curt Bartz(Octavius), Fritz Brand(Cassius), Willi Busch(Brutus), Horst Caspar(Marcus Antonius), Walter Kaltbeuner(Casca), Gerhard Meinecke(Julius Cäsar). Die ersten Aufführungen finden statt am Samstag, 23. November(Vormiete A und freie Besucher), und am Sonntag, 24. November(Grüner Ring und freie Besucher). Im Hinblick auf die begeisterte Aufnahme, die das Gastspiel der Kölner Oper„Figaros Hochzeit“ fand, ist für Montag, 25. November, eine nochmalige Wiederholung dieser komischen Oper Mozarts vorgesehen. In echter Kameradschaft Einen recht gemütlichen Verlauf nahm der Kameradschaftsabend, zu dem sich am Samstag abend die Mannen des SA.=Sturmes 8/17 nebst Angehörigen eingefunden hatten. Die Begrüßungsansprache des Sturmführers Mathiak eröffnete den Reigen einer Fülle prächtiger Darbietungen, die in der Hauptsache von den Künstlern des Stadttheaters(Willi Mayenknecht, Liesel Alex, Frau Avrom, H. Schießke und Heinz Frey) sowie von dem Humoristen Kendzirra bestritten wurden. Ein munteres Tänzchen beendete den schönen Abend. in der neuen Werkssiedlung des Bochumer Vereins. Nachdem die schmucken Siedlungshäuser des Bochumer Vereins auf dem Gelände an der Essener Straße zum großen Teil bezogen worden sind, werden gegenwärtig an den noch unbewohnten Häusern die letzten Instandsetzungsarbeiten vorgenommen. Die Siedler fuhlen sich in ihrem neuen Heim sehr zufrieden und gehen nun allmählich daran, ihr Hauschen freundlich auszugestalten. Auch die Arbeiten an der Herstellung der Siedlungsstraßen machen rasche Fortschritte. Die Hauptstraße der Siedlung, die Kirdorfstraße, hat bereits eine Kleinschlagdecke erhalten, die mit einer dauerhaften Auflage befestigt wird. Die Leibnizstraße, die aus der älteren Walzwerkssiedlung nunmehr bis zur Kirdorfstraße durchgeführt worden ist, hat eine staubfreie Teersplittauflage erhalten. Weiter wird später von der Leibnizstraße ein neuer Straßenzug, der parallel mit der Kirdorfstraße läuft, durchgelegt werden. Große Arbeiten harren noch ihrer Erledigung bei der späteren Erbreiterung der Essener Straße. Hier müssen gewaltige Erdbewegungen vorgenommen werden. Die gesamte Siedlung erhält in Kürze auch eine ausreichende Beleuchtung. Das große Hintergelände auf dem Siedlungsterrain, das den Siedlern vom nächsten Jahre an als Gartenland dient, ist bereits zu großen Schollen umgepflügt worden und wird nunmehr aufgeteilt. Bochumer Schulungstagung des Vorromäusverbandes Am Buß= und Bettag fand zum dritten Male die große Schulungstagung des Borromäusverbandes im Parkhaus statt. Sie unterschied sich von den bisherigen Veranstaltungen dadurch, daß die größten Bezirksverbände Westfalens und des Niederrheins zum ersten Male geschlossen auftraten. Namhafte Kenner des deutschen Schrifttums wie Universitätsprofessor Dr. Dempf (Bonn), Oberstudienrat Dr. Stahl(Düsseldorf) und der Kunsthistoriker Clemens Gahlen(Leipzig), kamen zu Wort. Universitätsprofessor Dr. Dempf(Bonn) begann mit einem Vortrag über das Buch der Tiefe. Nach einer kritischen Würdigung des deutschen Schrifttums der Gegenwart kam er zu der Feststellung, daß der Anbruch einer neuen Epoche in der symbolischen Kunst zu spüren ist, deren größten Wert der Redner darin sah, daß Heroismus und Heldentum wieder die tragenden Ideen einer neuen Zielen zustrebenden Dichtkunst werden. Ueber das Buch des guten Durchschnitts verbreitete sich Oberstudienrat Dr. Stahl(Düsseldorf). Nur ein Dichter, der über dem Alltag stehe, werde die Begnadung erhalten, ein Buch des guten Durchschnitts zu schreiben. Kunsthistoriker Clemens Gahlen(Leipzig) befaßte sich in einem literarischen Vortrage mit dem Buch der Sensation unter besonderer Berücksichtigung der Kriminal= und Abenteurerromane. Seit dem Jahre 1914 sind nach einer Feststellung der Deutschen Bücherei nicht weniger als 2500 Bücher erschienen, die als Kriminalund Abenteurerromane anzusehen sind. Die bewußte Ablehnung jeder Sensation, mag sie im Stoff, in der Formung oder in der sprachlichen Fassung liegen, führte zu Ueberlegungen, die richtungweisend für die künftige Borromäus=Vereinsarbeit sein sollen. Mit einem Dankeswort der Bochumer Bezirksverbandsleitung schloß die Tagung. Die Reluispenfordert Willler-Shympfer Wrüches Reich Postkarte Olympische Winterspiele Partenkirchen .-1c. frdruar Ab0 Aus Anlaß der vom 6. bis 16. Februar in Garmisch=Partenkirchen stattkindenden WinterOlympiade die den Auftakt zur deutschen Olympiade bedeutet, gibt die Deutsche Reichspost Olympia=Postkarten und=marken heraus. Die Olympia=Postkarte zeigt das Bild einer bayrischen Hochgebirgslandschaft, die Marke den Adler der Olympischen Glocke, der die fünf Olympischen Ringe in den Fängen hält. Der Entwurf stammt von Karl Diebitsch.— Außer der Postkarte werden drei Olympia=Postwertzeichen herausgegeben, und zwar mit den auf den Marken verZuschlägen zum üblichen Wert Die Sechspfennigmarke zeigt einen Eisschnellläufer, die Zwölfpfennigmarke einen Skispringer und einen Vierervob. Entwurf: Max Eschle und die Fünfundzwanziapfennigmarke Wegen des schweren Unglückes auf der Zeche Constantin, über das der„B..“ in der gestrigen Ausgabe berichtete, fällt das für den 8. Dezemver vorgesehen gewesene Schachtfest der Zeche Constantin aus. Die Nikolausfeier für die Kinder ist dagegen am Samstag, 7. Dezember. Am gleichen Tage ist dann auch in der Kaiseraue die Jubilarehrung. Die letzte Seilfahrt. Der am Montag durch Steinfall auf der Zeche Constantin 1/2 tödlich verunglückte, 46 Jahre alte Reparaturhauer Ferdinand Hütt, Cruismannstraße 73, wurde am Donnerstag nachmittag zur letzten Ruhe getragen. Zahlreich gaben die Gefolgschaftsmitglieder der Zeche Constantin ihrem Arbeitskameraden und die SA.=Männer des Sturmes 4/L 17 ihrem toten SA.=Kameraden das letzte Geleit. Auf dem Riemker Friedhof fand eine erhebende Trauerfeier statt.— Der bei dem Unglück ebenfalls zu Tode gekommene Hauer Bernhard Hoffmann, Bergener Straße 74 wird am heutigen Freitag, nachmittags 4 Uhr, beerdigt. Noch ein tödlicher Unfall. Der im 38. Lebensjahre stehende Hauer Rudolf Wischollek wurde während der Ausübung seines Berufes von einem einbrechenden Stempel im Untertagebetrieb der Zeche Lothringen, Schacht 4, am Kopfe schwer verletzt. Durch den erlittenen Schädelbruch war Wischollek sofort tot. Der schwergepruften Witwe bringt man allseitig Anteilnahme entgegen. Eiszeitjäger im Rheinlande Menschen vor 620000 Jahren und 115 000 Jahren Die geologische Gesellschaft für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk, Ortsgruppe Bochum, setzte die Reihe ihrer Veranstaltungen mit einem Vortrag über „Die Eiszeitjäger im Rheinlande" fort. Der Vereinsführer Professor Dr. Kukuk eröffnete die Sitzung und widmete dem vor einigen Monaten verstorbenen Mitgliede, Markscheider Dr. W. Köplitz(Herne), warme Worte des Gedenkens. Nach Aufnahme neuer Mitglieder erteilte er sodann dem Redner des Abends, Prof. Dr. Schmidtgen, dem Direktor des Naturhistorischen Museums der Stadt Mainz, das Wort zu seinen außerst lebendig und packend vorgetragenen Ausführungen. Die Westmark unseres Vaterlandes hat in dem bekannten Unterkieferfund von Mauer bei Heidelberg den ältesten bisher festgestellten Menschenrest der Welt geliefert, dem ein Alter von schätzungsweise 620000 Jahren zugesprochen wird. Nun gelang es dem Vortragenden, in den gleichaltrigen Mosbacher Sanden bei Mainz die Werkzeuge dieses Menschen zu entdecken. Es handelt sich um Knochengeräte von äußerst primitiver Bearbeitung mit deutlichen Abnutzungsspuren. Bisher sind es die ältesten bekannten Knochenwerkzeuge überhaupt. Von ganz besonderer Bedeutung für die Kulturgeschichte der Menschheit ist die Jagdstelle des Neandertalers bei Wallertheim in Rheinhessen. Auf Grund der ungestörten Schichtenfolge ließ sich das genaue Alter und die Landschaftsform jener Zeit mit Sicherheit feststellen. Es handelt sich bei dem Fundort um eine Wasserstelle in einer Steppe zu Beginn der letzten Eiszeit vor etwa 115000 Jahren, zu der die damaligen Tiere zur Tränke kamen. Es traten Löwen, Bären, Wolf, Nashorn, Mammut, Wisent, Hirsch, Wildschwein und drei Pferdearten auf, die vom Menschen gejagt wurden. geschlagene Knochen, Werkzeuge aus Knochen und Stein deuten auf seine Anwesenheit und lassen Rückschlüsse über die Art der Jagd zu, die vornehmlich dem Auflauern und Erlegen des Wildrindes an der Tränke galt. Die Fundstelle vom Linsenberg im Stadtgebiet von Mainz ist schließlich als Rastplatz der Jäger aus der Aurignac=Periode vor zirka 35 000 Jahren zu bezeichnen. Feuerstellen, als Tische benutzte Kalkplatten, Knochen, Geräte Halsketten aus Schneckengehäusen weisen auf den Menschen hin, der hier oben am Plateaurand hauste und ausgezeichnet die Wildwechsel übersehen konnte, die im Tale zur Rheinebene hinunterführten. Die Ausgrabungen von allen drei Fundstellen vermitteln uns wertvollstes Wissen über unsere Vorfahren, und wie sehr die allgemeine Anteilnahme an der Geschichte des heimatlichen Bodens gestiegen ist, beweist die Tatsache, daß bisher über 16000 Menschen mit regstem Interesse die Ausgrabungsstätten besichtigt haben. Reicher Beifall dankte dem Redner für seine äußerst anschaulichen und lebendigen Darlegungen. Bochumer Heimatfreunde auf geologischer Wanderung. Die letzte Wanderung der Vereinigung für Heimatkunde unter der Leitung des Berufsschulfachlehrers Sackmann war geologischer Art und führte unter zahlreicher Beteiligung nach Kupferdreh. Als erstes wurde die dortige Endmoräne einer Untersuchung unterzogen. Sie ist das Endstück eines eiszeitlichen Gletschers, der von Norwegen bis in diese Gegend reichte, wobei die mit dem Eise nach Süden wandernden Gesteine und Sande sich in der Endmoräne ablagerten. Vorgefundene Steine, die in dieser Gegend nicht vorkommen, bestätigten die nordische Herkunft. Im besonderen war es die Aufgabe der Wanderung, die Spuren über die Entwicklung der Steinkohlenschichten und des Gebirges zu verfolgen, das sich von Süden her aufgefaltet hatte, wovon der Velberter Sattel einen ehemaligen Höhenzug zeigt. Der Besuch einer Reihe von Steinbrüchen ließ erkennen, daß in der damaligen Zeit, vor vielen Millionen Jahren, ein weites flaches Land vorhanden war, in fast gleicher Höhe mit dem Meeresspiegel. Dieses Land trug zeitweise einen Wald auf sumpfigem, süßwasserhaltigem Grunde. Ein Wurzelboden in einem Steinbruche zeigte anschaulich mit seinen Wurzelstöcken im Liegenden eines Flözes und mit den Muscheln über der Kohle im Hangenden, wie der abgesunkene frühere Wald vom Wasser bedeckt und schließlich vom Sande zugedeckt wurde. Vom im Süden sich auffaltenden Gebirge führten die von dort abfließenden und in den See mündenden Gewässer immer neue Sand= und Schlammassen in diese Absenkung, diese allmählich auffüllend, bis an der Oberfläche sich ein neuer Sumpfwald entwickeln konnte. Doch auch dieser mußte untergehen, und wieder füllten Sand= und Schlammassen den See, bis sich ein neuer Wald entwickeln konnte, und so setzte sich dieses in vielen, vielen Folgen fort, damit dem Menschen in den Flözen die für seine Kultur unentbehrliche Kohle erzeugend. Die Auffaltung des Bodens rückte inzwischen immer mehr nach Norden, und die letzte Auffaltung in großem Maßstabe bildete sich in der Velberter Gegend im Zuge von Südwesten nach Nordosten, wie es der Velberter Sattel in seinen letzten Resten erkennen läßt. Die Faltung erreichte aber doch noch die ehemals flach gelagerten Schichten der Steinkohlenzeit, wie Felsenwande der hiesigen Gegend mit ihren auf und absteigenden Schichten erkennen lassen. Alle diese Vorgänge aus dem Altertum der erdgeschichtlichen Zeit konnten auf der Wanderung gut verfolgt werden, wobei die ganz anders gearteten Schichten aus der Kulmzeit, die untersten Schichten aus der Steinkohlenzeit, die bei Velbert zu Tage treten, besonders untersucht wurden. Die Wanderung am Baldeneysee entlang zeigte, wie heute der Mensch die Natur nach seinem Willen für seine Zwecke umformt Ein Erfolg unseres patenkindes Erster Preis, bronzene Staatsmedaille, für Cochemer Auf der diesjährigen Prämiierung für naturreinen 1934er Moselwein der Untermosel seitens des Reichsnährstandes in Bonn erhielt den ersten Preis, die bronzene Staatsmedaille, ein Fuder Cochemer Schloßberg des Geheimen Kommerzienrats Dr. Louis Ravené. Ab heute das große Meisterwerk deutscher Fllmkungt Blutsbrüder mit Attlla Hörbiger, Brigitte Horney, Willy Eichberger 9 DAZU DIE FILMOPERETTE: Polenblut 9 mit Anny Ondra, Jv. Petrovich Ein lachender, tröhlicher Film. Totensonntag das einzigartige Doppelprogramm 1. Blutebrüder 0 2. Der Croßfilm:„Der Tunnel“ Groher Belprogranm- A Uhr Hindervorstellung Lichtspielhaus Sechs Komiker in einem Pllm! Magda Schneider/ W. Albach-Rettg/Theo Lingen Hans Moser/ Richard Romanowsk! Ein Erfolg löst den anderen ab BOCHUM Darlehen von RM. 200.— bis 20000.— an vertrauenswürdige Personen jeden Standes. Bequeme monatl. Tile.-Raten entsprechend Leistungsfählgkeit zum Kaut von Möbeln. Auto, Maschinen, für Umschuldung.Hypotheken. Erwerb v. Orundstücken(außer Baugeld), Entschuldung u. a. m. durch Zweckeparvertrag.„Citonia“, Berlin W 9. Kostenlose Auskunft durch Landesvertretung: Karl schürmann, Essen, Hindenburgstraße 86.— Vertreter gesucht. Passende Weihnachtsgeschenke! Komplette 72tell. Tafelbestecke, 100 f Silberauflage, Ia Markenbestecke, liefere ich Ihnen komplett v. RM. 75.- an, mit 30jähr. Fabrikgarantieschein in bequem. Monatsraten v. RM. 10.- ohne Ansahlg. Acht Tage zur Aneicht. Fordern Sie noch heute Gratis-Katalos und Master. 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Dazu: Lustspiel, Kulturfilm, Wochenschau Täglich: 3 Uhr—.30 Uhr— 8 Uhr auch mal aus— Freude tut not: Was Du verzebrst, gibt andern Brot. GRETA GARBO in: Der buhts-Sohtslel Ein gewaltiges und großartiges Filmwerk der„Metro-Film“ in deutscher Sprache. Der Liebes- und Schicksalsweg eines ungen Mädchens im Rahmen einer unerhört spannenden und mitreißenden Handlung. Eine wundervolle schauspielerische Leistung der Garbo. Dazu: M Lustsplel, Kulturtiim, Wochenschau Täglich 3,.30 und 8 Uhr WEET LIÖTTT AM BAHNHOFS 12 Nr. 274 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 22. November 1933 Nachrichten aus Keine Aeirungen aus den=Siadnenen Stadtteil Grumme=Böde Dem Gedenken Adolf Stöckers. Zu Ehren Adolf Stöckers, dessen Geburtstag sich am 11. Dezember zum hundertsten Male jährt, versammelte sich der Evangelische Männerdienst des 10. Pfarrbezirks GrummeVöde im Wichernhaus, wo in einem Lichtbildervortrage dieses evangelischen Mannes, der als der Prophet des Dritten Reiches gilt, gedacht wurde. Bezirkspfarrer Hardt sprach die einführenden Worte, in denen er besonders das soziale und missionarische Wirken Adolf Stöckers würdigte. Ausgewählte, dem Inhalt der Stunde angepaßte Lesungen bildeten die würdige Umrahmung der Gedachtnisfeier. Stadtteil Hiltrop Pfundsammlung der NSV. Am kommenden Samstag und Montag findet die zweite Pfundsammlung statt. Es erleichtert die Arbeit der Helferinnen und Helfer sehr, wenn die Spender nicht die zu spendenden Lebensmittel, sondern bezahlte Gutscheine für diese abgeben. Kriegerkameradschaft Hiltrop. In der Monatsversammlung im Lokale Hubbert sprach der Vereinsführer Heyng zunächst über einige Tagesfragen. Es wurde dann eine vorläufige Mitgliedersperre eingesetzt; lediglich die vo mMilitär Zurückkommenden können sich#.##### den Traditionskameradschaften anschließen. Bei dem Itaditen Tangendreer Teederrtiginn, um ven Reinhard=Pokal erzielte,, die schaftstafeln. An Hand seiner eigenen Tafeln, welche sehr übersichtlich und deutlich aufgezeichnet waren, konnte jeder Forscher sich ein klares Bild über seine zukünftige Tätigkeit machen. Urkunden mit Unterschriften von alten Werner Bauerngeschlechtern, zum großen Teil heute schon ausgestorben, sah man sich mit großem Interesse an. Manch guter Rat wurde erteilt bei Schwierigkeiten für die Erbringung des arischen Nachweises. In Zukunft werden kleine Vorträge gehalten über:„Die Geschichte der früheren Gemeinde Werne", „Arischer Nachweis und das Gesetz gegen den erbkranken Nachwuchs“,„Quellenangaben für die Forschung (Standesamt, Kirchenbücher, Archive usw)“. Nicht nur die persönliche Familie soll erforscht werden, sondern auch die alten Bauern= und Bürgerfamilien von Werne sollen wieder in Erinnerung gebracht werden zum besseren Verständnis der Liebe zur engeren Heimat. Die nächste Versammlung ist am Montag, 2. Dezember, abends 8 Uhr, wieder im Lokale der Witwe Heinrich Wortelmann. Alle Interessenten werden hiermit nochmals herzlichst eingeladen. Noch gut abgegangen. Am Montag nachmittag erfolgte auf der Kreyenfeldstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Lastkraftwagen und einem Radfahrer. Der Radfahrer erlitt bei dem Zusammenstoß eine Schnittwunde an der linken Kopfseite. Schießwettkampf um den Hiltroper Kameradschaft mit 499 Ringen den 1. Preis im Bezirksverband Bochum. Die Siegerplakette fand ihren Ehrenplatz im Kameradschaftsheim. Die vier Schützen Fritz Völkmann, Gustav Düppe, Eduard Hyronimus und Wilhelm Plange, die den Sieg erzielt hatten, wurden für ihre hervorragende Leistung besonders geehrt. Stadtteil Gertbe Bund heimattreuer Schlesier, Ortsgruppe Gerthe. Auch in diesem Jahre fahren zu Weihnachten wieder Autobusse nach der Heimat. Der erste Wagen fährt am 19. Dezember und kommt am 21. Dezember zurück, der zweite Wagen fährt am 3. Januar 1936 und fährt am 5. Januar wieder zurück. Die Fahrten gehen über Halle, Leipzig, Dresden, Liegnitz und Dittersbach. Anmeldungen für diese Fahrten müssen spatestens zehn Tage vorher bei Reinhold Patsch, Bochum=Gerthe, Castroper Hellweg 462, erfolgen. Stadtteil Harpen In hohem Alter. Invalide Wilhelm Wroberger, Kornharpener Straße 199, vollendete am Dienstag sein 70. Lebensjahr in beneidenswerter Frische. 1883 kam er nach Harpen und arbeitete bis 1925 auf den Harpener Schachtanlagen. Er ist ein langjähriges Mitglied der Kriegerkameradschaft Harpen, auch war er Mitgrunder des Evangelischen Arbeitervereins„Auf der Prinz“ in Bochum=Altenbochum. Aus der Ehe stammen elf Kinder, von denen eine Tochter gestorben ist. Ein Sohn fiel im Weltkriege. Das Geburtstagskind war längere, Jahre Bote des„B..“, den er noch eifrig liest. Vier Tochter, fünf Söhne und acht Enkelkinder konnten dem Hochbetagten an seinem Ehrentage die herzlichsten Glück= und Segenswünsche überbringen. Kriegerkameradschaft Harpen. Am Sonntag nachmittag fand auf dem Schießstande des Kameraden G. Ruwe in Kornharpen das letzte Wanderpreisschießen um den diesjährigen Wanderpreis statt, an dem von der 1. und 2. Kompagnie je neun Kameraden teilnahmen. Es wurden folgende Ergebnisse erzielt: 1. Kompagnie: Kameraden O. Reul 35, Korte, Krumhus je 34, Kroger 33, Schlüter 32, Soppa, Krämer, Richter je 30, Voß 22, zusammen 280 Ringe. 2. Kompagnie: Kameraden 83, Haupt, Sablotny, W. Nöthe je 32, Hüning, W. Schulte je 31, zusammen 294 Ringe. Bei dem 1. Wanderpreisschießen errang die 1. Kompagnie 825, die 2. Kompagnie 816 Ringe, bei dem 2. Wanderpreisschießen erhielt die 1. Kompagnie 433, die 2. Kompagnie 411 Ringe und bei dem 3. und letzten Wanderpreisschießen erzielte die 1. Kompagnie 280, die 2. Kompagnie 294 Ringe. Das Gesamtergebnis für die 1. Kompagnie beträgt mithin 1038 wahrend das der 2. Kompagnie nur 1021 Ringe zählt. Bei dem heißen Wettkampfe um den diesjährigen Wanderpreis ging also die 1 Kompagnie mit einer Mehrzahl von 17 Ringen als Sieger hervor. Im vorigen Jahre errang die 2. Kompagnie den Wanderpreis. Stadtteil Altenbochum Ein erfolgreicher Theaterabend. Die Spielgemeinde „Kunstfreunde". Altenbochum lud ihre Mitglieder auf Buß= und Bettag abends zu einer Theateraufführung im Lehmkuhlschen Saale ein. Gegeben wurde das Schauspiel„Neue Zeit". Vereinsführer Robert Wille begrüßte die Erschienenen mit herzlichen Worten. Wille, dem diesmal auch die Spielleitung oblag, hatte in der Rollenbesetzung eine glückliche Hand. Jeder einzelne aus der Spielschar tat sein möglichstes, und so wurde der Abend zu einem vollen Erfolg. Stadtteil Laer Bürgerschützenverein Laer. Die erste Kompagnie hielt am Bußtag ihre sehr gut besuchte Versammlung bei Hartmann ab. Beim letzten Uebungsschießen erzielten die Schützen bei sehr starker Beteiligung gute Resultate. Die nächste Versammlung ist am 22. Januar 1936 bei Pelmer.— Die zweite Kompagnie tagte im Vereinslokal Witwe Möller. Nach Erledigung der reichhaltigen Tagesordnung wurde die Auszeichnung der siegreichen Schützen des letzten Preisschießens vorgenommen. Hans Krohn, wurde der Pokal, der bisher im Besitze des Schützen Peschke war, überreicht. Krohn erzielte 70 Ringe. Ferner wurden erste Preisträger: Stollmann mit 67, Gördler mit 64, Sohn mit 63, Weige und Peper mit je 62 Ringen. Weitere 14 Schützen wurden mit Preisen bedacht. Peper wurde Gewinner der Ehrenscheibe. Die besten Schützen im Jahresdurchschnitt Peschke und Krohn mit je 258 Ringen müssen um den ersten und zweiten Preis einen Stichkampf durchführen. Weitere beste Jahresschutzen waren: Weige, Stollmann, Gördler und Sohn. Samtliche Preisträger wurden mit einem Schießorden ausgezeichnet. Der Schießsport wird auch in den Wintermonaten aufrechterhalten. Neubautätigkeit. Der Straßenbahnerneubau an der Grimmestraße ist bereits bis zum Sockelgeschoß hochgezogen. Die Errichtung eines weiteren Doppelwohnhauses ist für Anfang nachsten Jahres in Aussicht genommen, und zwar auf der Ecke Grimme= und FritzReuter=Straße. Ein Teil des Doppelwohnhauses Wagenblast an der Wittener Straße wird bereits zum 1. Dezember bezogen. Das an der Teiastraße neu errichtete Beamtenwohnhaus ist im Rohbau inzwischen fertig geworden, so daß nunmehr mit dem Innenputz begonnen wird. Stadtteil Werne Schulungsabend der Familienforscher. Am 18. November fand im Lokale der Witwe Heinrich Wortelmann der erste Abend der Untergruppe Bochum=Werne des Genealogischen Vereins Bochum stat. Herr Kößler, der die Vorbereitungen hierzu getroffen hatte, begrüßte alle Erschienenen und behandelte in großen Zügen die Arbeit des Familienforschers, sowie die Unterschiede zwischen Ahnen=, Stamm= und SippAus der St.=Marien=Pfarrei. In der Marienkirche fand am Buß= und Bettag eine Elisabeth=Feierstunde statt. Pfarrer Eckhardt zeichnete in charfen rissen ein Lebensbild der deutschen Heiligen. Sodann wartete der Kirchenchor„Cäcilia" in Gemeinschaft mit dem Chor der Jungfrauen mit der Darbietung des „Oratoriums der hl. Elisabeth“ von Josef Haas unter der sicheren Stabführung des Dirigenten Gründer auf. Die Sopransängerin Frl. Margret Beudt sang sich in aller Herzen. Meisterhaft bediente der Organist Limbrock(St. Bonifatius) die Orgel. Die Chordarbietungen wechselten mit gemeinsamen Liedern und Gebeten. Der Kyffhäuserfilm. Auch in unserem Stadtteil wurde am Bußtag den Kriegerkameradschaften der Kyffhäuserfilm gezeigt, und zwar in der Lichtburg am Kaisersteg. Er fand die gleich freundliche Aufnahme wie in Bochum=Altstadt, worüber in gestriger Nummer berichtet wurde. BDA. In der letzten Zusammenkunft im Lindemannschen Saale hielt Lehrer Peters einen aufschlußreichen Lichtbildervortrag über das Memelland, der vollstem Verständnis begegnete. Theaterabend. Am Buß= und Bettag veranstaltete die Theatergemeinschaft„Deutsche Buhne=Edelweiß" einen Theaterabend, bei dem das vieraktige Drama „Wenn Du noch eine Mutter hast" zur einwandfreien Aufführung gelangte. Das dichtbesetzte Haus zeigte sich sehr dankbar. Brieftaubenverein„Eintracht“. Samstag und Sonntag fand bei Hohenhof die diesjährige Schlagausstellung des Brieftaubenvereins„Eintracht" statt. Die Züchter hatten durchweg sehr gutes Zuchtmaterial ausgestellt. Als Preisrichter fungierte Bach(Essen). Den ersten Preis erhielt Fritz Wegmann, den, zweiten [Niemann, den dritten Wilhelm Plesren, den vierten Erich Dippel. Sonntag abend fanden sich die Freunde des Taubensports zu einem gemütlichen Beisammensein ein. Brieftaubenfreund Böhnke sprach über die Bedeutung des Taubensports. Stadtteil Wiemelhausen Wiemelhausen wächst. Die Arbeiten für den weiteren Ausbau des Wohnviertels an der unteren Wasserstraße machen immer weitere Fortschritte. Hier errichtet die Firma Freitag ein Doppelwohnhaus. Weitere Neubauten sind geplant. Die Wiesenstraße erfährt jetzt eine erhebliche Erbreiterung. Stadtteil Stiepel Pfundsammlung. Am Donnerstag begann die Pfundsammlung, sie wird Freitag und Samstag dieser Woche in unserer Ortsgruppe fortgesetzt. Alle Volksgenossen werden gebeten, die Spenden für diese Tage bereitzulegen. Stadtteil Weitmar HJ. wirbt. Im Lokale Floren an der Normannenstraße findet am Samstag abend ein Werbeabend der Hitler=Jugend statt, zu dem ein abwechslungsreiches Programm vorgesehen ist. U. a. wird auch ein Film aus dem Fahrtenleben der HJ. vorgeführt, um einen Einblick in die Arbeit der Hitler=Jugend zu geben. Oberbannführer Strube wird sprechen. Stadtteil Linden=Dablbausen Schlußübung der Freiwilligen Feuerwehr BochumLinden. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr des Löschzuges Bochum=Linden fanden sich am Gerätehaus in Linden zu der diesjährigen Schlußübung zusammen, die in allen Teilen recht gut verlief. Nach der Uebung fand in der Gaststätte des Kameraden Oelmann ein Kameradschaftsabend statt, der im Geiste wahrer Kamerodschaft verlief. Belegschaftsabend der Zeche„Friedlicher Nachbar.“ Die Gefolgschaft der Zeche„Friedlicher Nachbar" versammelte sich in der Gaststätte Kimmeyer zu der üblichen Gefolgschaftstagung. Der Werkschor der Zeche leitete die Feierstunde mit der Darbietung„Volk der Arbeit" recht harmonisch ein, dann hieß Betriebszellenobmann Sebold alle Kameraden in herzlicher Weise willkommen. Kurz nahm er noch auf bedeutsame Fragen des Berabaues Bezug und schnitt dabei auch den kommenden Ehrentag des deutschen Bergmannes an, der im nächsten Jahre zum ersten Male stattfindet. Anschließend nahm Ortsgruppenleiter der Arbeitsfront, Pg. Altmicks, das Wort zu grundsätzlichen„Ausführungen und zog dabei gegen die Nörgler uno wiesmacher zu Felde. Abschließend ermahnte er die Kameraden zu treuer Gefolgschaft im Sinne des Führers Adolf Hitler. Liederdarbietungen des Werkschors unter Wilhelm Bartlings Leitung beschlossen die Gefolgschaftstagung. Feierstunde im 16. Armeekorps Bochum=Linden. Die Kameraden des 16. Armeekorps Bochum=Linden hielten mit ihren Angehörigen im Vereinsheim Westfalischer Haf einen Kameradschaftsabend ab, der für die Teilnehmer einige recht unterhaltungsreiche Stunden brachte. Mit herzlichen Grußworten des Kameradschaftsführers Lüger wurde der Abend eingeleitet, dann wurde in ehrender Weise der Toten der Bewegung und des großen Weltenringens gedacht. Neben verschiedenen Darbietungen fand auch ein Preisschießen statt, bei dem den Siegern schöne Preise zuerkannt wurden. Viel Freude löste eine Verlosung aus. Erfolgreicher Lindener Geflügelzüchter. Der Geflügelzüchter Wilhelm Sievering von Bochum=Linden der auf Ggeflügelausstellungen schon mehrfach preisgekrönt wurde, beteiligte sich am Buß= und Bettag an der 15. großen Geflügelschau in Sprockhövel und konnte dort in der Gruppe der Huhner(rebhuhnfarbige Italiener) einmal die Note Sehr gut und zweiten Preis und einmal die Note Gut erhalten, in der Gruppe der Hennen zweimal die Note gut. Bei der Arbeit verunglückt. Der auf der Lindener Straße wohnende Heinrich A. erlitt in Ausübung seines Berufes einen Unfall. Der Verletzte mußte dem Krankenhause zugeführt werden. Aus den Geschichtkiafe. 22. November 1767 wurde Andreas Hofer in St. Leonhard geboren und seit 1796 als Tiroler Freiheitskämpfer durch seine Siege 1809 am Berge Isel und seinen Märtyrertod deutscher Volksheld. Obwohl er durch die Iselbergschlacht vom 13. 8. Tirol von den Franzosen gesäubert hatte, wurde es im Wiener Frieden am 14. 10. von Kaiser Franz Napoleon preisgegeben. Hofer mußte sich daher nach Passeier zurückziehen und in einer Alpenhütte verborgen halten, bis er am 28. Januar 1810 durch Verrat von italienischen Soldaten gefangen abgeführt und am 20. Mai standrechtlich in Mantua erschossen wurde. Seine Leiche ist 1823 in der Hofkirche zu Innsbruck beigesetzt und sein Andenken durch das Denkmal auf dem Berge Isel sowie dichterisch vielfach, namentlich durch Mosens Lied„Zu Mantua in Banden" verklärt worden. 1780 wurde in Meßkirch der Komponist Konradin Kreutzer geboren. Von seinen etwa 30 Opern und Singspielen ist das„Nachtlager von Granada" volkstümlich geworden. personalnachrichten In Wolbeck bei Münster wohin er vor einem Menschenalter übersiedelte, um dort ein Sanatorium einzurichten, beging am Donnerstag Dr. med. Wilhelm Lackmann seinen 93. Geburtstag. Einer alten Bochumer Arztfamilie angehörend, steht er, der so gern sein geliebtes Plattdeutsch sprach, und als Arzt und Mensch beliebt war, noch bei vielen alten Bochumern in gutem Gedenken. Am Sonntag kann die Ehefrau Gustav Leutung von der Blücherstraße in körperlicher und geistiger Frische im Kreise ihres Ehegatten und ihrer Kinder und Enkelkinder ihren 76. Geburtstag begehen. seit feierten am Donruhe Wmien EheWilbelmit Das Fest der silbernen nerstag die auf der Hofsteder Straße wohnenden leute Bernhard Kayser und Frau, Wicheimine geb. Rascher. Bergrat Gaßmann wurde vom Bergrevier 2 Bochum an das Oberbergamt Dortmund mit Wirkung vom 1. Dezember versetzt. Helmut Brunswick bestand am Oberlandesgericht Düsseldorf sein Staatsexamen als Referendar. Stadt Witten Folgenschwerer Verkehrsunfall. Am 19. November, abends, wurde eine 49jährige Frau aus Annen auf der Ardeystraße in Witten=Annen im sogenannten Herrenholz von einem Radfahrer angefahren und zu Boden geworfen. Die Frau erlitt hierbei einen Schädelbasisbruch, während der Radfahrer mit Hautabschürfungen davonkam. Bei der Frau, die dem Diakonissenhaus zugeführt wurde, besteht Lebensgefahr. Stadt Wanne=Eicke! Ratsherren=Sitzung Ueberreichung der Berufungsurkunden Am Dienstag dieser Woche fand eine nichtöffentliche Sitzung der Ratsherren statt. Vor Beginn der Beratung überreichte der Oberbürgermeister den Ratsherren die vom Beauftragten der NSDAP. für den Stadtkreis Wanne=Eickel, dem stellvertretenden Gauleiter Stürtz, unterfertigten Berufungsurkunden der NSDAP. Er verband damit die Mahnung an die Ratsherren, sich stets des Vertrauens, das die Partei ihnen geschenkt habe, würdig zu erweisen. Sodann gab der Oberbürgermeister bekannt, daß der Ratsherr Thorhauer aus beruflichen Gründen seinen Wohnsitz geändert habe und demgemäß ausgeschieden sei. Ihm wurde besonderer Dank gewidmet. Auf der Tagesordnung standen in der Hauptsache rein finanzielle Angelegenheiten und Grundstücksfragen. Der in seinen Grundzügen in der Presse bereits veröffentlichte Finanzbericht über das erste Halbjahr des Rechnungsjahres 1935 wurde durch den Oberbürgermeister eingehend vorgetragen. Es wurde festgestellt, daß die sparsame Haushaltsgestaltung der Verwaltung zu einer Herabdruckung des Halbjahresfehlbetrages geführt habe, obwohl die Einnahmen nicht in der erwarteten Höhe eingegangen seien. Zur Erorterung standen sodann aus Gründen besonderer Eilbedürftigkeit vor Anhörung der Ratsherren vom Oberbürgermeister erlassene Anordnungen. Stadt Herne Mit Schmugglerware abgefaßt Am 20. November, gegen 20.50 Uhr, wurde auf der Shamrockstraße ein Radfahrer gestellt, der einen gefüllten Sack auf seinem Rade bei sich führte und der zunächst versuchte, mit seinem Rade zu entkommen. Darauf versuchte er unter Zurücklassung seines Rades zu flüchten, worauf der Beamte zwei Schreckschüsse abgab und Passanten auf den Flüchtigen aufmerksam wurden. Er wurde festgenommen. In dem an seinem Fahrrad befestigten Sack wurden etwa 120 Päckchen unversteuerter Tabak und ein Pfund Kaffee vorgefunden. Die Ware wurde beschlagnahmt. Herner Metzger in Schutzhaft genommen. Auf Anordnung des Regierungspräsidenten in Arnsberg sind die Geschäfts= und Betriebsraume des Metzgermeisters F. in Herne, Altenhöfener Straße, auf die Dauer von drei Tagen geschlossen worden. Außerdem wurde F. durch die Geheime Staatspolizei in Schutzhaft genommen. F. hatte Speck, den er durch Vermittlung der Reichstierstelle mit 0,75 RM. eingekauft hatte und den er nur zum Preise von 1 RM. verkaufen durfte, mit 1,20 RM. an die Verbraucherschaft abgegeben. Ehrentafel des Alters In Gesundheit und seistiger Frische vollendet heute Frau Witwe Dreischer, An der Maarbrucke 35, ihr 82. Lebensjahr. Bei ihrer Tochter, Frau Dreischer, verbringt sie ihren geruhsamen Lebensabend. Mit großer Aufmerksamkeit liest die Hochbetagte, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreut, täglich den B..“. den sie seit dessen Bestehen die Treue gehalten hat. 80 Jahre alt Seinen 80. Geburtstag feiert heute in geistiger und körperlicher Frische der Invalide Jak. Kühlborn, Auf der Bochumer Landwehr 33. Er wurde am 22. November 1855 zu Schnellrode (Hessen=Nassau) geboren und lebt seit seinem 14. Jahre in Bochum. 1932 feierte er seine goldene Hochzeit; auch ist er seit vielen Jahren eifriges Mitglied seines landsmannischen Vereins und des Kriegervereins GrummeNöde. Den„B..“, dessen Bezieher er seit seinem Erscheinen ist, liest der Jubilar noch mit regem Interesse. Zwei Kinder, 19 Enkel und sieben Urenkel feiern dieses schöne Fest mit ihm. Aus der ASDAp. Freitag, 22. November NS.=Frauenschaft Weitmar=Bärendorf. vember, 8 Uhr: Verpflichtungsfeier bei Backwinke herzlich willkommen. NS.=Frauenschaft Ehrenfeld. 20 Uhr: Zusammenkunft im Ernst=Moritz=Arndt=Haus. Liederbücher mitbringen! ## Soa enschaft Hardel 20) 12hr: Dusammenkenft im bei Freitag 22. NuBackwinkel. Gäste RS.=Frauenschaft Hordel. 20 Uhr: Zusammenkunft Jugendsaal, Fichtestraße 9. Erscheinen ist Pflicht. NS.=Frauenschaft Hamme. 16 Uhr: Zusammenkunft Heiermann. Deutsche Arbeitsfront Krast darch Frur“ Winterfahrplan der RSG.„Kraft durch Freude“, Gau Westfalen=Süd 21. 12. 35 bis 2. 1. 36, Bayrisches Allgäu 52,60 RM. 29. 12. 35 bis 2. 1. 36 Harz 20.— RM. 9. 1. 36 bis 16. 1. 36 Erzgebirge 29.50 RM. 11. 1. 36 bis 20. 1. 36 Rhön„ 24,70 RM. 24. 1. 36 bis 2. 2. 36 Schwarzwalo, 39,50 RM. Die Preise verstehen sich für Fahrt, Verpflegung und Unterkunft.„„#e, Mharhansenfahrtan befich: 81: Bei nachstevenden vier Oberbahernfährten besteht die Möglichkeit eines Abstechers zur Olympiade nach Garmisch=Partenkirchen: 1. 2. 36 bis 15. 2. 36 in das Gebiet um Tegernsee 64.60 RM. 8. 2. 36 bis 17. 2. 36 in das Gebiet um Schliersee 49.40 RM. 14. 2. 36 bis 29. 2. 36 in das Gebiet um Tegernsee 67.50 RM. 15. 2. 36 bis 24. 2. 36 in das Gebiet um Bad Tölz 48.50 RM. In diesen Preisen ist Fahrt, Verpflegung und Unterkunft sowie Freifahrt nach Garmisch=Partenkirchen und Eintrittskarte zu den Olympischen Spielen enthalten. Auskunft und Anmeldung sofort Orts= und Betriebswarten der RSG. bei allen Kreisämtern, „Kraft durch Freude“. Kasperle=Theater für die Kinder! Die RSG. Kraft durch Freude“ hat mit der Rheinischen Puppenbühne Verhandlungen ausgenommen, um durch diese für die Kinder von Bochum lausend Kasperle=Spiele aufren zu lassen. Am Mittwoch, 27. November, nachmittags ½4 Uhr. wird der Kasperle im Evangelischen Vereinshaus, Mühlenstraße, in den beiden Spielen„Kasperles Reise durch das Märchenland“ und„Hänsel, und Gretel“ all den Kindern aus Bochum ein paar ganz vergnügte Stunden bieten. Karten zu dieser Kinderveranstaltung, sind beim Kreisamt „Kraft durch Freude“, Rottstraße 27. sowie bei allen Ortswarten zu erhalten. Sportamt der NSG.„Kraft durch Freude“ Kursusplan für Freitag, 22. November Kindergymnastik von 16.30 bis 18 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn. Kindergymnastik von 17 bis 18.30 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Rottstraße 29. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 16.30 bis 18.30 Uhr, Turnhalle des Reform=Realgymnasiums .=Daplhausen, Amtmann=Falke=Straße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Reform=Realgymnasiums .=Dahlhausen, Amtmann=Falke=Straße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn. Kleinkaliverschießen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Schießstand des Volkssportplatzes an der Castroper Straße. Achtung! Buchführungskursus für Anfänger. Beginn: Dienstag, 26. November, Dauer: 16 Abende. Gebühr: für Lehrlinge 4,— RM. und für Gehilfen.— RM., dazu kommen Lehrmittel bis zu 2,80 RM. Außerdem steigt ein Buchführungskursus für Fortgeschrittene Mittwoch, 27. November, Dauer: 16 Abende, Gebühr: für Lehrlinge 4,—RM. und für Gehilfen.— RM. Die Kosten für Lehrmittel sind sehr gering. Diese Bratensoße zu Tomatensoße auf neue Art! Und dazu Kikeriki= oder HahnSpagetti: Ein Genuß! Bitte probieren: 1 Knorr Bratensoß= würfel fein zerdrücken, glattrühren, in ¼ Liter Wasser unter Umrühren 3 Minuten kochen. Nun einen vollen Teelöffel Tomatenmark(mit heißem Wasser verdünnt) mit 3 Eßlöffeln frische Milch einrühren und aufkochen. Schon fertig! Das macht die ideale Bratensoße, Zin 8ol Rite de 1 Wücfel*nors Bratensoße= ½ Liter=10 Pfg. Unerwartet entriß uns der Tod am 18. November bei einem Untall mit dem Kraftwagen unseren Teilhaber und langjährigen Vorsitzenden unseres Finanzausschusses, den Sohn eines der Gründer unserer Firma VerrBrpim.-PPähterPnd, Wir verlieren in ihm einen Mann, der seine großen Fählgkeiten, sein vielseitiges Wissen und seine reichen Erfahrungen unserer Gesellschaft über ein Menschenalter hindurch gewidmet hat. Durch seine langjährigg, gi# in England und Holland hat er sich in hervorragendem Maße um ais Entwichlung und Förderung unserer Arbeit im Auslande verdient gemacht. Wir verdanken ihm besonders die Wiederanknüpfung unserer Auslandsbeziehungen nach dem Weltkriege. Seine Persönlichkeit hat dazu belgetragen, daß deutsche Arbeit im Auslande die verdiente Achtung und Würdigung fand. Sein ruhiges und verbindliches Wesen, seine stete Hilfsbereitschaft haben ihm überall Vertrauen und Freundschaft erworben. Als Vorsitzender unseres Finanzausschusses hat er jederzeit lebhaften Antell an der Entwicklung aller Zweige unserer Gesellschaft genommen. So beklagen wir mit seinen vielen Freunden einen unersetzlichen Verlust. Wir werden seiner stets in Treue und Dankbarkeit gedenken. Die Trauerfeier findet statt am Montag, dem 25. November 1935, morgens um 11 Uhr, im Hause Hiby. Nassauer Allee 19, Kleve(Rhld.). Beisetzung anschließend auf dem alten Friedhof Lindenallee. Bochum, den 20. November 1935 Der Finanzausschuß und die Geschäftsführer der Firma Dr. C. Otto& Comp. C. m. b. H. 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Bochum Kalser-Wilhelm-Straße. Weinet nicht. Ihr meine Lieben, nehmet Abschied, weint nicht mehr. Hilfe konnt ich nicht mehr finden. meine Leiden waren zu schwer. Jetzt zieh ich jedoch von dannen. schließ die müden Augen zu. haltet einig treu zusammen und gönnt mir die ewige Ruh’. Nach Gottes hl. Willen verschied heute morgen 4¾ Uhr mein lieber. unvergeßlicher Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, der wohlachtbare Knappschafts-Invalide Jellam Saul im Alter von 52 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Maria Saul nebst Kindern. Bochum, den 20. November 1933 Die Beerdigung findet am Samstag, dem 23. November 1935, nachmittags 3¼ Uhr. vom Trauerhause, Richardstraße 5, aus statt. Trauerteier eine halbe Stunde vorher im Hause L Sochumer S Krieger- und LandwehrKameradschaft III. Bezirk. Sonnabend, 23. Nor 1935. Beerdigung des Kameraden Antreten 14.45 Uhr am Denkmal an der Wittener Straße und Freigratendamm 1000 frische Hasen 500 Wildkaninen von sächsischen lagden eingetroffen Hasen im Fell.... p. Pfd. 0,78 Wildkaninen I. Fell p. Pfd. 0, 59 Hasenbraten-Pfetter„ Hühner junge Hahnen# Enten# Gänse Feinkost Franz Brunnslein Ruf 88308/ Schützenbahn 1 K Radio-Apparate — de alle Marken— Teilzahlung— der gute Kundendienst Stach-Radio Clemenastr. 2(Ecke Hattinger Str.) Rut 93926 Brückatraße 51, Marienstraße 16, Hattinger Straße 47, Alleestraße 125. Bochum-Werne, Rolandstraße 34 nie Beerdigung des verstorbenen Herrn Fritz Stritzke findet am Samstag, dem 23. November 1933. nachmittags 3½ Uhr, vom eiterlichen Hause, Riemker Straße 7, aus statt KonkarsVersteigerung Freitag, den 22. November, nachmittags ab 2 Uhr, und Samstag, den 23. 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